Emanuel von Swedenborg Über das Erste und Zweite Buch Mose. Das Zweite Buch Mose 1. Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel 8. Kapitel 9. Kapitel 10. Kapitel 11. Kapitel 12. Kapitel 13. Kapitel 14. Kapitel 15. Kapitel 16. Kapitel 17. Kapitel 18. Kapitel 19. Kapitel 20. Kapitel 21. Kapitel 22. Kapitel 23. Kapitel 24. Kapitel 25. Kapitel 26. Kapitel 27. Kapitel 28. Kapitel 29. Kapitel 30. Kapitel 31. Kapitel 32. Kapitel 33. Kapitel 34. Kapitel 35. Kapitel 36. Kapitel 37. Kapitel 38. Kapitel 39. Kapitel 40. Kapitel   Die himmlischen Geheimnisse und Wunderbaren Dinge * Das Zweite Buch Mose 6627. Den Kapiteln des Zweiten Buches Mose sollen die Lehren vorausgeschickt werden, zuerst die Lehren der Liebtätigkeit, und nachher die Lehren des Glaubens; aus dem Grund, damit, was in den Erklärungen zerstreut vorgetragen ist, im Zusammenhang dargestellt werde; und so die (rechte) Lehre, wie sie die Kirche hat und haben muß, um mit dem Guten und Wahren im Himmel übereinzustimmen, in ihrer Ordnung erscheine. Nr. 6628 - 6633 abgedruckt in Band   1. Kapitel 1. Und das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen mit Jakob, ein jeglicher mit seinem Hause waren sie gekommen. 2. Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah. 3. Jisaschar, Sebulon und Benjamin. 4. Dan und Naphthali, Gad und Ascher. 5. Und es waren alle Seelen, die ausgegangen waren aus der Hüfte Jakobs, siebzig Seelen; und Joseph war in Ägypten. 6. Und Joseph starb, und alle seine Brüder, und jenes ganze Geschlecht. 7. Und die Söhne Israels wurden fruchtbar und zeugten sich fort, und mehrten sich und wurden sehr zahlreich, und das Land ward angefüllt von ihnen. 8. Da stand ein neuer König über Ägypten auf, der den Joseph nicht kannte. 9. Und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Söhne Israels ist viel und zahlreicher als wir. 10. Wohlan, laßt uns klug handeln mit ihm, es möchte etwa sich mehren, und im Falle, daß Kriege eintreten, möchte es sich an unsere Widersacher anschließen, und wider uns streiten, und sich erheben aus dem Lande. 11. Da setzten sie Fronvögte über dasselbe, um es niederzubeugen mit Lasten; und es baute Städte mit Vorratshäusern dem Pharao, (nämlich) Pithom und Raamses. 12. Aber je mehr sie es bedrückten, desto stärker mehrte es sich, und breitete sich aus; und es kam sie ein Grauen an vor den Söhnen Israels. 13. Und die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar mit Härte. 14. Und verbitterten ihr Leben mit harter Dienstbarkeit, in Ton und in Ziegelsteinen und in allerlei Dienst auf dem Feld, bei all ihrer Dienstbarkeit, womit sie sie dienstbar machten mit Härte. 15. Da sprach der König Ägyptens zu den Wehmüttern der Hebräerinnen, wovon der Name der einen war Schiphra, und der Name der anderen Puah. 16. Und sprach: wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen, daß es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist es aber eine Tochter, so mag sie leben. 17. Aber die Wehmütter fürchteten Gott, und taten nicht, wie der König Ägyptens zu ihnen geredet hatte, und ließen die Knaben leben. 18. Da rief der König Ägyptens die Wehmütter, und sprach zu ihnen: warum tut ihr dieses und lasset die Knaben leben? 19. Und die Wehmütter sprachen zu Pharao: weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber, denn sie sind lebenskräftig; ehe zu ihnen die Wehmutter kommt, haben sie geboren. 20. Und Gott tat den Wehmüttern Gutes, und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr zahlreich. 21. Und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten, so machte Er ihnen Häuser (d.h. Er gab ihnen Nachkommenschaft). 22. Und Pharao gebot allem seinem Volk, und sprach: jeden Sohn (der Hebräer), der geboren wird, sollt ihr in den Strom werfen, jede Tochter aber leben lassen.   Inhalt 6634. Dieses erste Kapitel handelt im inneren Sinn vom Zustand der neugegründeten Kirche, wenn das Gute den Vorrang hat, und fruchtbar wird durch Vermehrung der Glaubenswahrheiten. 6635. Hernach von der Anfechtung dieser Wahrheiten durch Falsches und Böses im Natürlichen; und daß vermittelst dieser Anfechtung das Gute noch mehr befruchtet wird durch die Wahrheiten. Am Ende des Kapitels wird noch weiter von jener Anfechtung gehandelt und von ihrer Steigerung nach der Reihenfolge, wie sie vor sich geht, ferner von der Einpflanzung und Bestärkung des Wahren aus dem daraus hervorgehenden Guten.   Innerer Sinn 6636. Vers 1-5: Und das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen mit Jakob, ein jeglicher mit seinem Hause waren sie gekommen. Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah. Jisaschar, Sebulon und Benjamin, Dan und Naphthali, Gad und Ascher. Und es waren alle Seelen, die ausgegangen waren aus der Hüfte Jakobs, siebzig Seelen; und Joseph war in Ägypten. "Und das sind die Namen der Söhne Israels" bedeutet die Beschaffenheit der Kirche; "die nach Ägypten kamen mit Jakob" bedeutet, nachdem die Wahrheiten in Wißtümliches eingeweiht worden; "ein jeglicher mit seinem Hause waren sie gekommen" bedeutet in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten; "Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah, Jisaschar, Sebulon und Benjamin, Dan und Naphthali, Gad und Ascher" bedeutet den Fortgang vom Anfang bis zum Ende; "und es waren alle Seelen, die ausgegangen waren aus der Hüfte Jakobs" bedeutet alles, was aus dem allgemeinen Wahren (stammt); "siebzig Seelen" bedeutet das Volle; "und Joseph war in Ägypten" bedeutet das himmlisch Inwendigere war im Natürlichen. 6637. "Und das sind die Namen der Söhne Israels", 2. Mose 1/1 bedeutet die Beschaffenheit der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2628, 2724, 3006, 3421; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern es geistige Wahrheiten sind, wovon Nr. 5414, 5879, 5951; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das Gute des Wahren oder das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 3654, 4598, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833. Weil Israel das Gute des Wahren oder das geistig Gute vorbildet, und seine Söhne die geistigen Wahrheiten im Natürlichen, darum bilden die Söhne Israels die Kirche vor; denn die Kirche ist Kirche kraft des geistig Guten und kraft der Wahrheiten aus demselben. Wer nicht im geistig Guten ist, d.h. im Guten der Liebtätigkeit und in geistigen Wahrheiten, d.h. in den Wahrheiten des Glaubens, gehört der Kirche nicht an, mag er immerhin innerhalb der Kirche geboren sein; denn das ganze himmlische Reich des Herrn ist im Guten der Liebe und des Glaubens. Wenn die Kirche nicht im gleichen ist, so kann sie keine Kirche sein, weil nicht verbunden mit dem Himmel; denn die Kirche ist das Reich des Herrn auf Erden. Kirche heißt sie nicht darum, weil sie das Wort hat und die Lehren aus demselben, auch nicht darum, weil der Herr in ihr bekannt ist, und die Sakramente bei ihr sind, sondern sie ist Kirche dadurch, daß man nach dem Wort oder nach der Lehre aus dem Wort lebt, und daß die Lehre die Richtschnur des Lebens ist. Diejenigen, die nicht so geartet sind, gehören der Kirche nicht an, sondern sind außerhalb derselben; und die, welche im Bösen leben, somit gegen die Lehre, sind noch mehr außerhalb der Kirche als die Heiden, die gar nichts vom Wort, vom Herrn und von den Sakramenten wissen; denn diejenigen, die das Gute und Wahre der Kirche wissen, löschen die Kirche bei sich aus, was die Heiden nicht tun können, weil sie nichts davon wissen. Man merke auch, daß ein jeder, der im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens lebt, eine Kirche ist, und daß er ein Reich des Herrn ist; daher wird er auch ein Tempel wie auch Haus Gottes genannt. Aus denjenigen, die Kirchen im besonderen sind, mögen sie noch so zerstreut sein, bildet sich die Kirche im allgemeinen. Das ist nun die Kirche, die durch die Söhne Israels hier und im Folgenden verstanden wird. 6638. "Die nach Ägypten kamen mit Jakob", 2. Mose 1/1, bedeutet, nachdem die Wahrheiten in Wißtümliches eingeweiht worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägypten, sofern es das Wißtümliche ist, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 5700, 5702, 6004, 6015, 6125; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er das Wahre, wie auch das Gute im Natürlichen bezeichnet, oder das Natürliche in Ansehung des Wahren und Guten, wovon Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3576, 3599, 3659, 3669, 3677, 3775, 3829, 4009, 4234, 4286, 4337, 4538, 5306, 5533, 5535, 6001, 6236. Daß nach Ägypten kommen heißt, in Wißtümliches eingeweiht werden, kann aus den Sacherklärungen in denjenigen Kapiteln erhellen, wo von der Reise der Söhne Jakobs nach Ägypten, um Getreide zu kaufen, und nachher von ihrem Zug mit Jakob dahin die Rede ist. Wie es sich mit der Einweihung der Wahrheiten der Kirche in Wißtümliches verhalte, sehe man Nr. 6004, 6023, 6052, 6071, 6077. Aus diesem wird klar, daß durch die Söhne Jakobs, die nach Ägypten kamen, Wahrheiten bezeichnet werden, die in Wißtümliches eingeweiht werden. 6639. "Ein jeglicher mit seinem Hause waren sie gekommen", 2. Mose 1/1, bedeutet in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des jeglichen (oder Mannes), sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 3134, 3459; und aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 3720, 4982. Weil in denjenigen Kapiteln des ersten Buches Mose, wo vom Zuge der Söhne Jakobs und Jakobs selbst nach Ägypten zu Joseph gehandelt wird, von der Einweihung (oder Einführung) der Wahrheiten, die der Kirche angehören, in das Wißtümliche die Rede war, und die Kirche nicht eher gegründet ist, als nachdem jene Einweihung geschehen, darum wird hier dem Sachzusammenhang gemäß im inneren Sinn gehandelt von der neugegründeten Kirche, und wie dieselbe fortwährend von Wißtümlichem und Falschem angefochten wird. Denn mögen immerhin die Wahrheiten eingeweiht, und die Kirche beim Menschen hergestellt sein, so erhebt sich dennoch das Wißtümliche und Falsche fortwährend, und bekämpft das, was der Kirche bei ihm angehört. Das ist es, was dadurch vorgebildet wird, daß Pharao und die Ägypter die Söhne Israels bedrückten und ihre männlichen Kinder umbringen wollten. Wer nicht weiß, wie es sich mit der Bekämpfung des Wahren der Kirche durch Wißtümliches und Falsches bei den Angehörigen der Kirche im anderen Leben verhält, kann gar nicht glauben, daß es so ist. Der Mensch der Kirche, der ins andere Leben kommt, muß von solchen Dingen gereinigt werden, die Wahres und Gutes anfechten, sonst kann er nicht in den Himmel erhoben werden, und in einer Gesellschaft verweilen, die von solchen Dingen gereinigt ist. Wenn er vorher dahin erhoben würde, so wäre er gleich einem dichten irdischen Dunst in einer heiteren Luft, oder wie eine schwärzliche Masse in hellem Lichte. Damit nun ein solcher, aus der Welt neu ankommender Mensch, gereinigt werde, wird er in einem Zustand erhalten, wo er von Wißtümlichem, das mit den Wahrheiten nicht übereinstimmt, und auch von Falschem angefochten wird, und zwar so lang, bis jenes Wißtümliche zunichte gemacht und entfernt wird. Dies geschieht selten bei einem Menschen, während er im Leibe lebt, aber im anderen Leben geschieht so mit denen, die in den Himmel erhoben werden sollen, aber in gar verschiedener Weise. Daß dem so ist, davon durfte ich mich durch vielfache Erfahrung überzeugen, die mehrere Seiten anfüllen würden, wenn eine jede angeführt werden sollte. Das ist es, was im inneren Sinn beschrieben wird durch die Söhne Israels, sofern sie von den Ägyptern unterdrückt, und nachher befreit, und zuletzt nach verschiedenen Zuständen in der Wüste, ins Land Kanaan eingeführt wurden. Daß sich die Sache so verhält, können diejenigen gar nicht begreifen, die glauben, das Seligwerden sei nur eine Einführung in den Himmel aus Barmherzigkeit, die einem jeden widerfahre, der aus anscheinender Zuversicht, die man Glauben nennt, gedacht hat, daß er, weil der Herr für ihn gelitten habe, selig werde, möge er gelebt haben, wie er wolle; denn wenn die Seligmachung bloß eine Einführung in den Himmel aus Barmherzigkeit wäre, so würden alle in der ganzen Welt selig, denn der Herr, Der die Barmherzigkeit selbst ist, will das Heil aller, und niemands Tod oder Verdammnis. 6640. "Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah, Jisaschar, Sebulon und Benjamin, Dan und Naphthali, Gad und Ascher", 2. Mose 1/2-4, bedeuten den Fortgang von Anfang bis zum Ende, nämlich der Gründung der Kirche, von der im Folgenden nun gehandelt wird; denn die zwölf Söhne Jakobs, wie auch die Stämme, die von ihnen den Namen haben, bezeichnen alles, was dem Guten und Wahren, d.h. alles, was der Liebe und dem Glauben angehört in Zusammenfassung, man sehe Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, aber Verschiedenes je nach der Ordnung, in der sie genannt werden: Nr. 3862, 3926, 3939, 4603f, und somit Unzähliges, und das Ganze und einzelne, was der Kirche und dem Reich des Herrn angehört: Nr. 6337. Was sie aber insonderheit bezeichnen wenn sie in solcher oder anderer Ordnung genannt werden, weiß niemand als der Herr allein, und auch niemand im Himmel als vom Herrn, wo das Wahre und Gute, das bezeichnet wird, durch verschiedenartiges Licht mit einem damit verknüpften Innewerden sich offenbart. Weil die zwölf Stämme das Reich des Herrn, und alles, was in demselben ist, vorbildeten, darum wurden, um jene Lichtarten und dadurch alle Wahrheiten und Gutheiten der Kirche vorzubilden, zwölf Edelsteine in ihrer Ordnung in Gold eingefügt, je ein Stein für jeden Stamm, und dieses wurde das Brustschildlein genannt, und auf den Ephod Aharons gelegt, und von diesem aus bekamen sie durch verschiedene Lichtstrahlungen Antworten, mit denen entweder eine laute Stimme, oder ein inwendiges Innewerden verknüpft war. Auch hieraus kann erhellen, daß die zwölf Stämme Israels alles Wahre und Gute des Reiches des Herrn und der Kirche in Zusammenfassung bezeichnen, und zwar Verschiedenes, je nach der Ordnung, in der sie genannt werden. Daß sie hier in einer anderen Ordnung genannt werden als nach ihren Geburten, geht daraus hervor, daß Jisaschar und Sebulon früher genannt werden als Dan und Naphthali, obwohl diese früher geboren sind; wie auch Benjamin vor Dan, Naphthali, Gad und Ascher, der doch zuletzt geboren ward; dann auch Gad und Ascher nach allen. Ebenso anderwärts im Wort, wo sie in einer noch anderen Ordnung genannt werden. 6641. "Und es waren alle Seelen, die ausgegangen waren aus der Hüfte Jakobs", 2. Mose 1/5, bedeutet alles, was aus dem allgemeinen Wahren (stammt). Dies erhellt aus der Bedeutung der Seele, sofern sie im allgemeinen Sinn der Mensch ist, hier der Mensch der geistigen Kirche; im inneren Sinn aber bezeichnet die Seele das Wahre und Gute, weil der Mensch dadurch Mensch ist: Nr. 6605, 6626. Aus der Bedeutung der Hüfte, sofern sie die eheliche Liebe bezeichnet, wovon Nr. 3021, 4277, 4280, 5050-5062; und weil die Hüfte die eheliche Liebe bezeichnet, so bedeutet sie jede sowohl himmlische als geistige Liebe: Nr. 3021, 4277, 4280, 4575. Ausgehen von der Hüfte bedeutet daher das Wahre und Gute aus der himmlischen Ehe, folglich das Wahre und Gute der Kirche, denn wenn dieses echt ist, so ist es aus der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist, geboren. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er das Wahre wie auch das Gute im Natürlichen bezeichnet, aber im allgemeinen, weil seine Söhne unterschiedenes Wahres und Gutes in jenem Allgemeinen sind, wovon Nr. 6637. Daß Jakob hier das Wahre im allgemeinen bedeutet, hat den Grund, weil von der geistigen Kirche gehandelt wird, denn diese beginnt mit den Wahrheiten im allgemeinen und wird durch sie zu ihrem Guten eingeleitet. Der Mensch der geistigen Kirche hat nämlich kein Bewußtsein davon, was das geistig Gute sei, und es wird daher von ihm auch nicht anerkannt, außer durch das Wahre; denn er hat kein Innewerden des Wahren aus dem Guten, wie der Mensch der himmlischen Kirche. 6642. "Siebzig Seelen", 2. Mose 1/5, bedeutet das Volle. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl 70, sofern sie das Volle bezeichnet, wovon Nr. 6508. 6643. "Und Joseph war in Ägypten", 2. Mose 1/5, bedeutet, das himmlisch Inwendige war im Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das himmlisch Inwendige bezeichnet, wovon Nr. 5869, 5877, 6224; und aus der Bedeutung von Ägypten, sofern es das Natürliche ist, wovon Nr. 6147, 6252. Daß das himmlisch Inwendige im Natürlichen war, wo das Wißtümliche ist, und daselbst alles ordnete, wurde dadurch vorgebildet, daß Joseph Herr über ganz Ägyptenland und über das Haus Pharaos gesetzt war. Dies wurde vorgebildet, weil im inneren Sinn von der Gründung der geistigen Kirche gehandelt werden sollte, und weil das Natürliche keine Kirche werden konnte, wenn nicht das himmlisch Inwendige in ihm war und alles wirkte. Aber hierüber sehe man, was früher, Nr. 6275, 6284, 6299, 6451, 6587 gesagt wurde. 6644. Vers 6,7: Und Joseph starb, und alle seine Brüder, und jenes ganze Geschlecht. Und die Söhne Israels wurden fruchtbar und zeugten sich fort, und mehrten sich und wurden sehr zahlreich, und das Land ward angefüllt von ihnen. "Und Joseph starb" bedeutet, daß es mit dem Inwendigen der Kirche sich jetzt anders verhielt; "und alle seine Brüder, und jenes ganze Geschlecht" bedeutet, auch mit dem Äußeren im besonderen und im allgemeinen; "und die Söhne Israels wurden fruchtbar und zeugten sich fort" bedeutet die Wahrheiten der Kirche nahmen zu in Ansehung des Guten; "und mehrten sich und wurden sehr zahlreich" bedeutet, sie nahmen außerordentlich zu in Ansehung des Wahren vom Guten; "und das Land ward angefüllt von ihnen" bedeutet bis zum Vollbestand der Kirche. 6645. "Joseph starb", 2. Mose 1/6, bedeutet, daß es mit dem Inwendigen der Kirche sich jetzt anders verhielt. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es das Ende des früheren Zustandes und den Anfang eines neuen bezeichnet, somit auch, daß der Zustand der Kirche sich jetzt anders verhielt. Daß sterben heißt, aufhören, so beschaffen zu sein, sehe man Nr. 494, 6587, 6593, und daß es das Ende der früheren Vorbildung bezeichnet: Nr. 3253, 3259, 3276, 6302; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Inwendige ist, wovon Nr. 6177, 6224. Der Zustand der Kirche, wie sie jetzt beschaffen ist, wird im Folgenden im inneren Sinn beschrieben, wie auch der Zustand ihres Äußeren, der dadurch bezeichnet wird, daß seine Brüder starben, und jenes ganze Geschlecht. Mit der Kirche beim Menschen verhält es sich so, daß sie in immer neue Zustände eingeht; denn in dem Verhältnis, wie der Mensch im Wahren des Glaubens und Guten der Liebtätigkeit erstarkt, wird er in andere Zustände eingeführt; der frühere Zustand dient alsdann zur Unterlage für den folgenden Zustand, und so fort. Auf diese Weise wird der Mensch, der eine Kirche ist, oder der wiedergeboren wird, fortwährend dem Inwendigeren zugeführt, somit weiter hinein in den Himmel. Daß es so geschieht, kommt daher, weil der Herr aus Liebe, die unendlich ist, weil göttlich, den Menschen bis zu Sich ziehen, und so ihn mit aller Herrlichkeit und Seligkeit beglücken will. Dies geht auch offenbar hervor aus den Worten des Herrn bei Joh.17/20-26: "Ich bitte, daß sie alle eins seien, wie Du, Vater, in Mir, und Ich in Dir, auf daß auch sie in Uns eins seien. Ich habe die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, wie Wir eins sind, Ich in ihnen, und Du in Mir. Vater, die Du Mir gegeben hast, will Ich, daß wo Ich bin, auch sie bei Mir seien; auf daß sie Meine Herrlichkeit sehen, die Du Mir gegeben hast; denn Ich habe ihnen kund getan Deinen Namen, und will ihn kund tun, auf daß die Liebe, womit Du Mich geliebet hast, in ihnen sei, und Ich in ihnen"; daß diese Worte hervorgehen aus der göttlichen Liebe gegen alle, die sie aufnehmen, ist augenscheinlich klar, und kann überdies auch daraus erhellen, daß der Herr im anderen Leben als Sonne erscheint, und daher mit Wärme und Licht den ganzen Himmel erfüllt. Die Flamme jener Sonne ist nichts anderes als göttliche Liebe, und das Licht aus ihr ist das Heilige der Liebe, welches das göttlich Wahre ist; hieraus kann erhellen, wie groß die Liebe des Herrn ist. Daher kommt es nun, daß die Angehörigen der Kirche nach und nach fortgeführt werden in neue Zustände, und so immer weiter in den Himmel hinein, folglich näher zum Herrn. 6646. "Und alle seine Brüder, und jenes ganze Geschlecht", 2. Mose 1/6, bedeutet, auch mit dem Äußeren im besonderen und im allgemeinen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier unter den Brüdern gemeint sind, sofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512, somit ihr Äußeres; und aus der Bedeutung jenes Geschlechtes, sofern es das Äußere der Kirche im allgemeinen bezeichnet, denn das Geschlecht schließt hier das gleiche in sich, was die Brüder Josephs, aber in einem beziehungsweise allgemeinen Sinn. 6647. "Und die Söhne Israels wurden fruchtbar und zeugten sich fort", 2. Mose 1/7, bedeutet, die Wahrheiten der Kirche nahmen zu in Ansehung des Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die geistigen Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 5414, 5879, und sofern sie die Kirche sind: Nr. 6637; aus der Bedeutung von fruchtbar werden, sofern es heißt zunehmen in Ansehung des Guten, wovon Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847, 3146. Und aus der Bedeutung von sich fortzeugen, sofern es eine weitere Fortpflanzung bezeichnet; denn wenn die Kirche beim Menschen hergestellt ist, dann nimmt das Gute immerfort zu, und pflanzt sich fort, sowohl im Inwendigen, als auch nach dem Äußeren zu und in demselben. Daß bei den Angehörigen der geistigen Kirche das Gute durch das Wahre zunimmt, ist früher oft gezeigt worden, denn der Mensch der geistigen Kirche hat kein Innewerden wie der Mensch der himmlischen Kirche, daher erkennt er auch das Gute der Kirche oder das Geistige nur durch die Wahrheiten. Deshalb werden, wenn der Mensch jener Kirche wiedergeboren wird, die Wahrheiten vom Herrn durch die bei ihm befindlichen Engel erweckt, und dadurch wird ins Gute eingeführt. Wenn aber jener Mensch wiedergeboren ist, dann wird beides, sowohl das Wahre als das Gute, erweckt, und er selbst dadurch geführt. Beim Menschen der geistigen Kirche ist aber das Gute so beschaffen, wie das Wahre beschaffen ist, und dadurch erhält er ein solches Gewissen, das ihm als ein Innewerden dient, nach dem er lebt. 6648. "Und mehrten sich, und wurden sehr zahlreich", 2. Mose 1/7, bedeutet, sie nahmen außerordentlich zu in Ansehung des Wahren vom Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich mehren", sofern es heißt zunehmen in Ansehung des Wahren, wovon Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847; und aus der Bedeutung von "sie wurden zahlreich", sofern es eine weitere Fortpflanzung bezeichnet, somit das fortwährende Wachstum des Wahren. Daß es das Wachstum des Wahren aus dem Guten ist, hat den Grund, weil jetzt von der hergestellten Kirche die Rede ist; denn mit der Kirche beim Menschen verhält es sich in folgender Weise: Wenn sie hergestellt wird, dann ist der Mensch in den Wahrheiten, und durch sie nimmt das Gute zu. Wenn aber die Kirche bei ihm hergestellt ist, dann ist der Mensch im Guten und aus dem Guten in den Wahrheiten, die dann fortwährend zunehmen; wenig, solange er in der Welt lebt, weil hier die Sorgen für Nahrung und Kleidung und für andere Dinge hindern, aber im anderen Leben unermeßlich, und zwar fort und fort in Ewigkeit, denn die Weisheit, die vom Göttlichen stammt, hat keine Grenze, somit werden die Engel fortwährend vervollkommnet, und somit auch alle, die, wenn sie ins andere Leben kommen, Engel werden. Denn ein jeder Gegenstand, welcher der Weisheit angehört, hat eine unendliche Ausdehnung, und die Gegenstände der Weisheit sind unzählig. Hieraus kann erhellen, daß die Weisheit in Ewigkeit zunehmen, und dennoch nicht weit über die erste Stufe hinauskommen kann. Dies kommt daher, weil das Göttliche unendlich ist, und was aus dem Unendlichen stammt, so beschaffen ist. 6649. "Und das Land ward angefüllt von ihnen", 2. Mose 1/7, bedeutet, bis zum Vollbestand der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von angefüllt werden, sofern es das Volle bezeichnet; und aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche ist, worüber Nr. 82, 662, 1066, 1067, 1262, 1411, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577; durch das Land Gosen, wo nun die Söhne Israels waren, wird die Kirche bezeichnet. Daß daselbst die Kirche (war), ehe die Söhne Israels ins Land Kanaan kamen, erhellt aus dem Folgenden, daß nämlich dort die Plagen nicht (waren), die sonst in Ägypten, ferner daß dort Licht war, während sonst Finsternis (herrschte): 2. Mose 10/21-23; und daß hierdurch jenes Land von den übrigen Landschaften in Ägypten ganz getrennt war; und es erhellt auch hieraus, daß durch das Land Gosen die Mitte oder das Inwendigste im Natürlichen bezeichnet wird: Nr. 5910, 6028, 6031, 6068, somit die Kirche, denn im Innersten des Natürlichen ist die geistige Kirche. 6650. Vers 8-14: Da stand ein neuer König über Ägypten auf, der den Joseph nicht kannte. Und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Söhne Israels ist viel und zahlreicher als wir. Wohlan, laßt uns klug handeln mit ihm, es möchte etwa sich mehren, und im Falle, daß Kriege eintreten, möchte es sich an unsere Widersacher anschließen, und wider uns streiten, und sich erheben aus dem Land. Da setzten sie Fronvögte über dasselbe, um es niederzubeugen mit Lasten; und es baute Städte mit Vorratshäusern dem Pharao, (nämlich) Pithom und Raamses. Aber je mehr sie es bedrückten, desto stärker mehrte es sich, und breitete sich aus; und es kam sie ein Grauen an vor den Söhnen Israels. Und die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar mit Härte. Und verbitterten ihr Leben mit harter Dienstbarkeit, in Ton und in Ziegelsteinen, und in allerlei Dienst auf dem Feld, bei all ihrer Dienstbarkeit, womit sie sie dienstbar machten mit Härte. "Da stand ein neuer König über Ägypten auf" bedeutet das getrennte Wißtümliche, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist; "der den Joseph nicht kannte" bedeutet das dem Inwendigen ganz entfremdet war; "und sprach zu seinem Volk" bedeutet das untergeordnete Wißtümliche; "siehe, das Volk der Söhne Israels ist viel und zahlreicher als wir" bedeutet die Wahrheiten der Kirche hätten über das entfremdete Wißtümliche die Oberhand bekommen; "wohlan, laßt uns klug handeln mit ihm" bedeutet die List; "es möchte etwa sich mehren, und im Falle, daß Kriege eintreten" bedeutet die Übermacht, wenn es zunimmt; "möchte es sich an unsere Widersacher anschließen, und wider uns streiten" bedeutet, dadurch würden die Genossen gestärkt werden, die Böses zufügen würden; "und sich erheben aus dem Land" bedeutet, hierdurch würde die Kirche hergestellt sein; "da setzten sie Fronvögte über dasselbe" bedeutet Falsches, das es zum Dienen zwingen sollte; "um es niederzubeugen mit Lasten" bedeutet die Beschwerung durch Dienste; "und es baute Städte mit Vorratshäusern dem Pharao" bedeutet die Lehren aus verfälschten Wahrheiten im Natürlichen, wo das entfremdete Wißtümliche ist; "Pithom und Raamses" bedeutet ihre Beschaffenheit; "aber je mehr sie es bedrückten, desto stärker mehrte es sich" bedeutet mit den Anfechtungen nahmen die Wahrheiten zu; "und breitete sich aus" bedeutet, sie wurden bestärkt; "und es kam sie ein Grauen an vor den Söhnen Israels" bedeutet den größeren Widerwillen; "und die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar" bedeutet die Absicht der Unterjochung; "mit Härte" bedeutet die Unbarmherzigkeit; "und verbitterten ihr Leben mit harter Dienstbarkeit" bedeutet so sehr, daß die Absicht der Unterjochung bösartig wurde; "in Ton und in Ziegelsteinen" bedeutet wegen des Bösen, das sie erfanden, und des Falschen, das sie erdachten; "und in allerlei Dienst auf dem Feld" bedeutet die Absicht der Unterjochung gegen das, was der Kirche angehört; "bei all ihrer Dienstbarkeit, womit sie sie dienstbar machten mit Härte" bedeutet die Absicht der Unterjochung auf vielerlei Art aus Unbarmherzigkeit. 6651. "Da stand ein neuer König über Ägypten auf", 2. Mose 1/8, bedeutet das getrennte Wißtümliche, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, der hier der König, sofern er das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 6015; König wird er genannt, weil der König im allgemeinen das Wahre bedeutet: Nr. 1672, 2015, 2069, 3670, 4581, 4966, 5044, 6148, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche; und wenn Pharao unter dem König verstanden wird, so wird das falsche Wißtümliche bezeichnet, d.h. das Wißtümliche, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist. Daher heißt er auch ein neuer König, denn derjenige, der zu Josephs Zeit da war, bildete das Wißtümliche vor, das mit den Wahrheiten der Kirche übereinstimmte. Daß Ägypten das Wißtümliche ist, hier im besonderen, sehe man Nr. 6638. 6652. "Der den Joseph nicht kannte", 2. Mose 1/8, bedeutet, das dem Inwendigen ganz entfremdet war. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht kennen, sofern es heißt, entfremdet sein; denn wer das Wahre nicht weiß und nicht wissen will, der ist dem Wahren der Kirche entfremdet; daß Entfremdung hier bezeichnet wird, geht aus dem Folgenden hervor; denn er verfuhr hart und grausam mit den Söhnen Israels, durch welche die Kirche vorgebildet wird: Nr. 6637; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Inwendige bezeichnet, wovon Nr. 6177, 6224; das dem Inwendigen entfremdete Wißtümliche ist das Wißtümliche, das der Kirche entgegengesetzt ist; denn das Gute und Wahre, das die Kirche bildet, fließt durch das Inwendige ein. Wenn dasselbe vom Natürlichen nicht aufgenommen wird, dann wird das Inwendige verschlossen, und so der Mensch dem Guten und Wahren entfremdet, und dann wird kein anderes Wißtümliches, das sich im Natürlichen vorfindet, für wahres Wißtümliches anerkannt, als das, welches falsch ist; dieses wird alsdann vermehrt, und die eigentlichen Wahrheiten werden ausgeschlossen. 6653. "Und sprach zu seinem Volk", 2. Mose 1/9, bedeutet das untergeordnete Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, sofern es das Wahre bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, wovon Nr. 1259, 1260, 3295, 3581; hier das Wißtümliche, das getrennt ist vom Wahren, weil es das Volk von Ägypten ist. Daß Ägypten das Wißtümliche bezeichnet, sehe man Nr. 6638; daß es hier Wißtümliches ist, das untergeordnet ist, hat den Grund, weil es heißt, der König sprach zu seinem Volk. Durch das Volk wird Wahres bezeichnet, weil im Wort ein Volk genannt wird, das unter einem König steht, und durch den König das Wahre bezeichnet wird: Nr. 6651. Durch das Volk wird Wahres bezeichnet, aber es werden (zugleich) diejenigen verstanden, die in Wahrem sind. Daß Wahres abstrakt gesagt wird, beruht darauf, weil die Geister und Engel so denken und reden; denn dadurch fassen sie die Sache in universeller Weise auf, und dann zugleich in besonderer Weise das, was zur Sache gehört, ohne auf ein bestimmtes Volk, das im Wahren ist, zu reflektieren, denn diese Reflexion würde das Gemüt von der universellen Vorstellung, somit von der Ausdehnung der Anschauung, mithin von der Weisheit abziehen; denn die Richtung des Denkens auf ein Volk, sowie auch auf eine Person beschränkt und begrenzt die Vorstellungen, und hindert, die Sache so inne zu werden, wie sie von einem Endpunkt zum anderen beschaffen ist. Ebenso wie mit dem Volk, verhält es sich mit anderen Begriffen, daß sie im inneren Sinn eine unbeschränkte Bedeutung haben, z.B. mit der Völkerschaft, sofern sie das Gute ist, mit dem König, sofern er das Wahre ist, mit dem Fürsten, sofern er das vornehmste Wahre ist, mit dem Priester, sofern er das Gute ist, und mit dem Sohn, der Tochter, dem Schwiegersohn, der Schwiegertochter, dem Bruder, der Schwester, dem Vater, der Mutter und mehreren anderen. 6654. "Siehe, das Volk der Söhne Israels ist viel und zahlreicher als wir", 2. Mose 1/9, bedeutet, daß die Wahrheiten der Kirche über das entfremdete Wißtümliche die Oberhand bekommen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie Wahres und Gutes der Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6647; aus der Bedeutung von viel und zahlreich, sofern es heißt die Oberhand haben; (daß "sich mehren oder viel und zahlreich werden", vom Wahren gesagt wird, sehe man Nr. 6648;) und aus der vorbildlichen Bedeutung des Königs von Ägypten und seines Volkes, die hier verstanden werden durch "als wir", sofern sie das entfremdete Wißtümliche bezeichnen, wie Nr. 6652. Hieraus wird klar, daß durch "siehe, das Volk Israels ist viel und zahlreicher als wir", bezeichnet wird, die Wahrheiten bekommen über das entfremdete Wißtümliche die Oberhand. 6655. "Wohlan, laßt uns klug handeln mit ihm", 2. Mose 1/10, bedeutet die List. Dies erhellt aus der Bedeutung der Klugheit, wenn sie von Bösen gesagt wird, die dem Wahren und Guten entfremdet sind, sofern sie List ist, denn das, was die Bösen aus List und auch aus Betrug tun, nennen sie Klugheit. Von der List, die durch die Klugheit bezeichnet wird, darf hier etwas erwähnt werden: Alle, die im Bösen sind, nennen List Klugheit, und setzen die Einsicht und Weisheit in nichts anderes. Die so geartet sind in der Welt, werden schlimmer im anderen Leben, und wirken dort aus List fortwährend dem Guten und Wahren entgegen. Und bei ihnen werden diejenigen als Verständige und Weise anerkannt, welche die Wahrheiten durch Falsches entkräften und zerstören zu können glauben, mit welcherlei Kunstgriff oder Bosheit es auch geschehen möge. Hieraus kann erhellen, von welcher Art die Menschen innerhalb der Kirche sind, wenn sie die Klugheit in die List setzen, daß sie nämlich Gemeinschaft mit den Höllen haben. Die wahren Menschen der Kirche sind so weit von List entfernt, daß sie dieselbe ganz verabscheuen, und diejenigen unter ihnen, die den Engeln gleich sind, wollen, daß, so es möglich wäre, ihre Gesinnung offenbar sei, und jedermann deutlich erkenne, was sie denken, denn sie haben nur Gutes gegen den Nächsten im Sinn, und wenn sie bei jemand Böses sehen, so entschuldigen sie es. Anders die, welche im Bösen sind; diese fürchten, es möchte etwas von dem, was sie denken und wollen, an den Tag kommen, denn sie haben nur Böses gegen den Nächsten im Sinn; wenn Gutes, dann ist es nur für sie selbst, und wenn sie Gutes tun, so geschieht es nur in äußerer Form, des Scheines wegen, um des Gewinnes und der Ehre willen; denn sie wissen, daß das Gute und Wahre, das Gerechte und Billige, wie auch das Ehrbare, eine geheime starke Anziehungskraft auf die Gemüter, auch der Bösen, ausübt. 6656. "Es möchte etwa sich mehren, und im Falle, daß Kriege eintreten", 2. Mose 1/10, bedeutet die Übermacht, wenn sie zunimmt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich mehren", sofern es heißt zunehmen in Ansehung der Wahrheiten, wovon Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847; und aus der Bedeutung der Kriege, sofern sie Kämpfe um Wahres und Falsches bezeichnen oder geistige Kämpfe, wovon Nr. 1664, 2686; und weil folgt, "es möchte sich an unseren Widersacher anschließen", so wird die Übermacht in jenen Kämpfen bezeichnet. 6657. "Möchte es sich an unsere Widersacher anschließen, und wider uns streiten", 2. Mose 1/10, bedeutet, dadurch würden die Genossen gestärkt, die (ihnen) Böses zufügen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich anschließen", sofern es heißt, gestärkt werden; denn die Feinde werden, wenn eine Menge ihnen sich anschließt, gestärkt; aus der Bedeutung der Feinde, sofern es die Genossen sind, die mitstreiten; und aus der Bedeutung von streiten wider uns, sofern es heißt, Böses zufügen; denn wenn gegen jemand gestritten wird, so wird ihm Böses zugefügt, soweit kein Widerstand geleistet werden kann. Hiermit verhält es sich so: Es befindet sich um einen jeden Menschen, und auch um einen jeden guten Geist eine allgemeine Sphäre von Bestrebungen von der Hölle her, und eine allgemeine Sphäre von Bestrebungen aus dem Himmel. Die Sphäre von der Hölle her, ist die Sphäre von Bestrebungen, Böses zu tun und zu verderben; die aus dem Himmel ist die Sphäre von Bestrebungen, Gutes zu tun und selig zu machen, man sehe Nr. 6477. Diese Sphären sind allgemeine; ebenso sind besondere Sphären um einen jeden Menschen her, denn es sind Geister von der Hölle und Engel aus dem Himmel bei ihm, wovon Nr. 5846-5866, 5976-5993. Daher ist der Mensch im Gleichgewicht und hat Freiheit das Böse zu denken und zu wollen, und Freiheit das Gute zu denken und zu wollen. Wenn nun der Mensch der Kirche in Versuchung kommt, was geschieht, wenn er in sein Böses versetzt wird, dann ist ein Kampf um ihn her zwischen den Geistern von der Hölle und den Engeln aus dem Himmel, Nr. 3927, 4249, 5036. Dieser Kampf dauert, solang der Mensch in seinem Bösen gehalten wird. In diesem Kampfe scheint es zuweilen den Geistern von der Hölle, daß sie siegen werden, und alsdann dringen sie (weiter) vor, zuweilen, daß sie werden besiegt werden, und dann ziehen sie sich zurück. Deshalb fürchten sie alsdann, es möchten sich noch mehrere aus dem Himmel gegen sie anschließen, und sie so in die Hölle geworfen werden, aus der sie nicht mehr herauskommen würden; und das geschieht auch, wenn sie besiegt worden sind. Dies ist es, was verstanden wird durch die Übermacht, wenn (das Wahre) zunimmt, und daß dann die Genossen, die Böses zufügen werden, gestärkt würden. Wenn Geister von der Hölle gegen die Engel kämpfen, so sind sie in der Geisterwelt, und daselbst im freien Zustand, Nr. 5852. Aus diesem kann nun erhellen, was im inneren Sinn dadurch verstanden wird, daß die Söhne Israels von den Ägyptern so angefochten und unterdrückt wurden, und daß sie in dem Maß, als sie angefochten wurden, sich mehrten, und daß Jehovah, das ist der Herr, für sie gestritten, und die Ägypter durch Plagen gedämpft, und zuletzt alle im Meer Suph ersäuft habe. 6658. "Und sich erheben aus dem Land", 2. Mose 1/10, bedeutet, hierdurch werde die Kirche hergestellt sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich erheben (oder aufsteigen), sofern es heißt gehoben werden, nämlich zum Inwendigeren hin, das der Kirche angehört, wovon Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817, 6007; und aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Gosen, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6649. Zum Inwendigeren hin gehoben werden, was bezeichnet wird durch sich erheben aus dem Lande, und ins Land Kanaan kommen heißt, die Kirche wird hergestellt sein. Beim Menschen ist zwar die Kirche hergestellt, wenn er aus Neigung das Gute tut, aber dennoch ist sie nicht (eher) ganz hergestellt, als nachdem er gegen Böses und Falsches gekämpft, somit nachdem er Versuchungen bestanden hat; dann erst wird er wahrhaftig eine Kirche, und dann wird er in den Himmel eingeführt, was durch die Einführung der Söhne Israels ins Land Kanaan vorgebildet wird. 6659. "Da setzten sie Fronvögte über dasselbe", 2. Mose 1/11, bedeutet Falsches, das zum Dienen zwingen sollte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Vögte (Fürsten), sofern es die vornehmsten Wahrheiten sind, wovon Nr. 1482, 2089, 5044; hier im entgegengesetzten Sinn das vornehmste Falsche; und aus der Bedeutung der Fronen, zu denen sie von jenen vorgesetzten Vögten gezwungen wurden, sofern es Dienstbarkeiten sind, wovon Nr. 6394. 6660. "Um es niederzubeugen mit Lasten", 2. Mose 1/11, bedeutet Beschwerung durch Dienstbarkeiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von niederbeugen, sofern es (Druck oder) Beschwerung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Lasten, welche Fronen waren, sofern es Dienstbarkeiten sind. 6661. "Und es baute Städte mit Vorratshäusern dem Pharao", 2. Mose 1/11, bedeutet, Lehren aus verfälschten Wahrheiten im Natürlichen, wo das entfremdete Wißtümliche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Städte, sofern sie Lehren bezeichnen in beiderlei Sinn, wovon Nr. 402, 2449, 2943, 3216, 4492, 4493; aus der Bedeutung der Vorratshäuser, sofern es verfälschte Wahrheiten sind, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5160, 5799, 6015 E. Daß in diesem das verfälschte Wißtümliche ist, sehe man Nr. 6651, 6652. Daß die Städte mit Vorratshäusern, die das Volk Israels dem Pharao baute, Lehren aus verfälschten Wahrheiten bezeichnen, hat den Grund, weil diejenigen, die in den dem Wahren entfremdeten wißtümlichen Kenntnissen sind, die durch Pharao und die Ägypter hier bezeichnet werden, alle Wahrheiten der Kirche verkehren und verfälschen, und aus den so verkehrten und verfälschten Wahrheiten sich Lehren machen. Das Wort, durch das in der Grundsprache Vorratshäuser ausgedrückt werden, bedeutet auch Zeughäuser, wie auch Schatzhäuser, die im inneren Sinn beinahe von gleicher Bedeutung sind; denn Vorratshäuser sind es, wo Getreide gesammelt wird, und durch Getreide wird das Wahre bezeichnet: Nr. 5276, 5280, 5292, 5402, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche. Zeughäuser aber sind es, wo Kriegswaffen aufbewahrt werden, durch die solches bezeichnet wird, was dem gegen das Falsche streitende Wahren, angehört, und im entgegengesetzten Sinn, was dem gegen das Wahre streitende Falschen angehört: Nr. 1788, 2686; Schatzhäuser sind, wo Güter (opes) niedergelegt werden, und durch Güter und Reichtümer werden Erkenntnisse des Guten und Wahrheiten bezeichnet: Nr. 4508; im entgegengesetzten Sinn Erkenntnisse des Bösen und Falschen. Somit werden durch Städte mit Vorratshäusern oder mit Zeughäusern oder Schatzhäusern im allgemeinen die Lehren aus verfälschten Wahrheiten bezeichnet. 6662. "Pithom und Raamses", 2. Mose 1/11, bedeutet die Beschaffenheit derselben, nämlich der Lehren aus verfälschten Wahrheiten. Dies erhellt aus dem Namen im Wort, sofern sie die Beschaffenheit und den Zustand der Sache bezeichnen, von der die Rede ist. HG 6663 6663. "Aber je mehr sie es bedrückten, desto stärker mehrte es sich", 2. Mose 1/12, bedeutet, mit den Anfechtungen nahmen die Wahrheiten zu. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedrücken, sofern es die Anfechtung bezeichnet; und aus der Bedeutung von sich mehren, sofern es heißt zunehmen in Ansehung der Wahrheiten, wovon Nr. 6656. Wie sich dieses verhält, soll, weil man es ohne Erfahrung von dem, was im anderen Leben geschieht, heutzutage nicht wissen kann, (nun) gesagt werden: Die meisten Geister, die aus der Welt kommen und ein Leben nach den Geboten des Herrn geführt haben, werden, ehe sie in den Himmel erhoben und hier den Gesellschaften angeschlossen werden können, von dem Bösen und Falschen, das sie haben, angefochten, zu dem Zweck, daß es entfernt werde, (man sehe Nr. 6639); denn im Leibesleben haben sie Unreines angenommen, das keineswegs mit dem Himmel übereinstimmt; die Anfechtungen geschehen durch Versenkungen in ihr Böses und Falsches. Während sie sich in diesem befinden, sind Geister bei ihnen, die in gleichem Bösen und Falschen sind, und geben sich alle mögliche Mühe, sie vom Wahren und Guten abzubringen. Dennoch aber werden sie nicht tiefer in ihr Böses und Falsches versenkt, als der Einfluß durch die Engel vom Herrn vorwalten kann; dies geschieht pünktlich genau, wie nach der Waage; und zwar aus dem Grund, damit, wer angefochten wird, den Glauben hege, er sei in der Freiheit, und kämpfe also aus sich gegen Böses und Falsches, jedoch, wo nicht jetzt, so doch nachher mit der Anerkennung, daß vom Herrn alle Kraft zu widerstehen gekommen sei, man sehe Nr. 1937, 1947, 2881, 5660. Wenn dies geschieht, dann wird nicht nur das Gute und Wahre, das früher eingepflanzt wurde, gestärkt, sondern auch noch in größerem Maße eingeflößt. Dies bringt jeder geistige Kampf, in welcher der Kämpfer ein Sieger wird, mit sich. Daß es so sei, erhellt (auch) aus der allgemeinen Erfahrung; denn wer seine Meinung gegen andere, die sie bestreiten, verteidigt, der bestärkt sich noch mehr in seiner Meinung, und findet alsdann noch mehr Gründe für seine Meinung, die er früher nicht bemerkt hatte, wie auch mehr Gegengründe wider die entgegengesetzte, und so bestärkt er sich in seiner Meinung, und beleuchtet sie noch mit mehrerem. Mit den geistigen Kämpfen verhält es sich so in noch vollkommenerer Weise, weil der Kampf im Geiste geschieht, und um Gutes und Wahres, und hauptsächlich, weil der Herr gegenwärtig ist, und durch Engel leitet; denn es handelt sich um das ewige Leben und die Seligkeit. In solchen Kämpfen ist es gewöhnlich, daß der Herr alles Böse, das die Höllen bezwecken, zum Guten wendet. Daher wird nicht zugelassen, daß mehr und anderes Böse hervorgebracht wird, als zum Guten gewendet werden kann, das dem, der im Kampfe sich befindet, angemessen ist. Die Ursache, warum so geschieht, liegt darin, daß das Reich des Herrn ein Reich der Nutzzwecke ist; deshalb kann in demselben nichts geschehen, als solches, woraus Gutes kommt. Aus diesem kann nun erhellen, wie es zu verstehen ist, daß die Wahrheiten mit den Anfechtungen zunehmen, was dadurch bezeichnet wird, daß (das Volk) je mehr sie es bedrückten, desto stärker sich mehrte. 6664. "Und breitete sich aus", 2. Mose 1/12, bedeutet, sie wurden bestärkt (oder begründet), nämlich die Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich ausbreiten", wenn es von den durch die Anfechtungen von Bösem und Falschem vermehrten Wahrheiten gesagt wird, sofern es heißt bestärkt werden; denn keine anderen Wahrheiten bleiben, als die, welche bestärkt werden, und deshalb werden so viele Wahrheiten bestärkt, als sich ausbreiten. Daß durch Anfechtungen die Wahrheiten bestärkt werden, sehe man Nr. 6663. 6665. "Und es kam sie ein Grauen an vor den Söhnen Israels", 2. Mose 1/12, bedeutet den größeren Widerwillen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Grauen empfinden", sofern es den Widerwillen bezeichnet, hier den größeren Widerwillen, weil sie infolge der Anfechtungen noch stärker sich mehrten und ausbreiteten. 6666. "Und die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar", 2. Mose 1/13, bedeutet die Absicht der Unterjochung. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienstbar machen, sofern es Unterjochung ist, hier die Absicht der Unterjochung, weil sie fortwährend sich bestreben, (andere) zu unterjochen, gegen die Guten bekommen sie jedoch nie die Oberhand; aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie das getrennte Wißtümliche bezeichnen, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist, wovon Nr. 6651; und aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6637. Hieraus wird klar, daß durch "die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar", bezeichnet wird die Absicht der Unterjochung bei denen, die im getrennten Wißtümlichen sind, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist. Was die Absicht zu unterjochen betrifft, so durfte ich auch erfahren, von welcher Art sie ist bei den Bösen, die von der Hölle sind: sie haben ein solches Bestreben und einen solchen Trieb, diejenigen zu unterjochen, die im Guten und Wahren sind, daß es nicht beschrieben werden kann; denn sie brauchen alle Bosheit, alle List und Tücke, allen Trug und alle Grausamkeit, und zwar eine so große und so arge, daß, wenn nur ein Teil davon geschildert würde, es kaum jemand in der Welt glauben könnte, von solcher List und Schlauheit und von solcher Ruchlosigkeit sind dieselben. Sie sind mit einem Wort so arg, daß von gar keinem Menschen, nicht einmal von irgendeinem Engel Widerstand geleistet werden kann, sondern vom Herrn allein. Der Grund, warum sie ein solches Streben und einen solchen Drang haben, ist der, weil ihre ganze Lebenslust, somit ihr eigentliches Leben im Bösestun besteht; deshalb nimmt ihre Gedanken nichts anderes ein, folglich beabsichtigen sie nichts anderes. Gutes tun können sie gar nicht, weil es ihnen zuwider ist. Wenn sie Gutes tun, so tun sie es bloß ihrethalben, somit für sich selbst. Von solchen bekommt die Hölle heutzutage einen ungeheuren Zuwachs, und was merkwürdig ist, hauptsächlich von denjenigen, die innerhalb der Kirche sind, wegen der Schlauheiten, Betrügereien, Gehässigkeiten, und wegen der Rachsucht und der Ehebrüche, die bei ihnen mehr als sonstwo im Schwange (Sitte, Brauch) gehen, denn bei diesen werden Schlauheiten für scharfsinnig, und die Ehebrüche für ehrbar gehalten, und diejenigen, die anders gesinnt sind, werden verlacht. Weil es heutzutage innerhalb der Kirche so steht, so ist dies ein Anzeichen, daß ihre letzte Zeit bevorsteht, denn "wofern das Ende nicht käme, so würde kein Fleisch selig", gemäß den Worten des Herrn bei Matth.24/22; alles Böse ist nämlich ansteckend, und dringt durch, wie die Hefe den Teig, somit endlich alle. 6667. "Mit Härte", 2. Mose 1/12, bedeutet die Unbarmherzigkeit. Dies kann erhellen ohne Erklärung, denn diejenigen, von denen gleich oben die Rede ist, haben keine Barmherzigkeit, weil keine Nächstenliebe, sondern nur Selbstliebe. Die Nächstenliebe, die bei ihnen erscheint, ist auch nichts anderes als Selbstliebe, denn inwieweit der andere ihm geneigt ist, d.h. inwieweit er ihm angehört, insoweit wird er geliebt; insoweit er aber ihm nicht geneigt, d.h., insoweit er nicht der Seinige ist, insoweit wird er verworfen, und wenn er früher ein Freund gewesen war, wird er in demselben Grade gehaßt. Solches liegt in der Selbstliebe verborgen, und es offenbart sich nicht in der Welt, sondern im anderen Leben, wo es ausbricht. Der Grund, warum es dort ausbricht ist, weil das Äußere dort weggenommen wird; und alsdann kommt an den Tag, wie der Mensch innerlich gesinnt gewesen war. 6668. "Und verbitterten ihr Leben mit harter Dienstbarkeit", 2. Mose 1/14, bedeutet, so sehr, daß das Streben nach Unterjochung feindselig wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Verbittertwerden des Lebens, sofern es heißt, (gegen dasselbe) feindselig werden; und aus der Bedeutung der Dienstbarkeit, sofern sie Unterjochung ist, hier das Streben nach Unterjochung, wie Nr. 6666. 6669. "In Ton und in Ziegelsteinen", 2. Mose 1/14, bedeutet, wegen des Bösen, das sie erfanden, und des Falschen, das sie erdachten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tons, sofern er das Gute bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Böse, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Ziegelsteine, sofern sie das Falsche bezeichnen, das sie erdenken, wovon Nr. 1296. Über das Böse und Falsche, das die Höllischen erfinden und erdenken, sehe man Nr. 6666. Daß der Ton das Böse bezeichnet, aus dem das Falsche (hervorgeht), wird klar aus folgenden Stellen im Wort: Jes.57/20: "Die Gottlosen, sind wie das ungestüme Meer, wann es nicht ruhig sein kann, seine Wasser werfen Kot und Ton aus": Kot für das Falsche, aus dem das Böse, und Ton für das Böse, aus dem das Falsche (stammt). Jerem.38/22: "Versunken in den Ton sind deine Füße, sind zurückgewichen": versunken in den Ton sind die Füße, für: das Natürliche ins Böse. Nahum 3/14,15: "Wasser der Belagerung schöpfe dir, stärke deine Festungen, gehe in den Kot, und tritt den Ton, stelle her den Ziegelofen, dort wird dich fressen das Feuer, und wird dich ausrotten das Schwert": Ton treten bedeutet, aus dem Bösen das Falsche denken. Hab.2/6,7: "Sagen wird er: wehe dem, der mehret, was nicht sein ist; wie lange? und dem, der Ton auf sich lädt, werden nicht plötzlich aufstehen, die dich beißen": Ton auf sich laden für: das Böse. Ps.40/3: "Jehovah hat mich herausgezogen aus der Grube der Verwüstung, aus dem Kot des Tons, und gestellt auf den Fels meine Füße". Ps.69/3,15,16: "Versunken bin ich im tiefen Ton, und bestehe nicht, bin gekommen in die Tiefen der Wasser, und die Flut hat mich überdeckt; rette mich aus dem Ton, daß ich nicht versinke, und aus den Tiefen der Wasser, und daß mich nicht verschlinge die Tiefe": Ton für das Böse, aus dem das Falsche. Jes.41/25: "Kommen wird er über die Herrschenden, wie über Ton, und wie ein Töpfer wird er den Kot treten". Aber für das Gute steht Ton in folgenden Stellen: Jes.64/7: "Nun, Jehovah, unser Vater bist Du, wir sind Ton, und Du unser Töpfer, und das Werk Deiner Hand sind wir alle": Ton für den Menschen der Kirche, der gebildet wird, somit für das Gute des Glaubens, wodurch der Mensch gebildet, d.h. gebessert wird. Jerem.18/1-6: "Jehovah sprach zu Jeremias: Stehe auf und gehe hinab in das Haus des Töpfers, und daselbst werde Ich dich hören lassen Meine Worte. Ich ging nun hinab in das Haus des Töpfers, siehe, da tat er sein Werk auf der Scheibe, aber es verdarb das Gefäß, das er machte, wie der Ton in der Hand des Töpfers, und er kam wieder, und machte daraus ein anderes Gefäß, wie es recht war, es zu machen, in der Hand des Töpfers. Da geschah das Wort Jehovahs zu mir, und sprach: Kann Ich nicht wie dieser Töpfer euch tun, Haus Israels, spricht Jehovah; siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in Meiner Hand, Haus Israels": Haus Israels für die zu bildende Kirche, und weil die Bildung durch das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens geschieht, und jenes durch den Ton und das Gefäß des Töpfers bezeichnet wird, darum wurde dem Propheten befohlen, in das Haus des Töpfers zu gehen; das wäre nicht geschehen, wenn nicht durch den Ton und durch das Gefäß des Töpfers jenes bezeichnet worden wäre. Anderswo wird auch Jehovah oder der Herr Töpfer genannt, und der Mensch, der gebessert wird, Ton, nämlich Jes.29/15,16; 45/9; Hiob 10/9; 33/6. "Daß der Herr einen Kot (lutum) machte aus dem Speichel, und auf die Augen des Blindgeborenen schmierte, und ihm befahl, er soll sich im Teich Siloam waschen, und daß der Blinde dadurch sehend wurde": Joh.9/6,7,11, war geschehen, weil die Besserung des Menschen, der in Unwissenheit des Wahren geboren ist, vorgebildet wurde, und weil die Besserung durch das Gute des Glaubens geschieht, das der Ton bezeichnet. 6670. "Und in allerlei Dienst auf dem Felde", 2. Mose 1/14, bedeutet die Absicht der Unterjochung gegen das, was der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dienstes, sofern er die Absicht der Unterjochung bezeichnet, wovon Nr. 6666; und aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche ist, wovon Nr. 2971, 3766. 6671. "Bei all ihrer Dienstbarkeit, womit sie sie dienstbar machten mit Härte", 2. Mose 1/14, bedeutet die Absicht der Unterjochung auf vielerlei Art aus Unbarmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Dienstbarkeit, sofern sie die Absicht der Unterjochung bezeichnet, wie Nr. 6666, 6668, 6670; und weil gesagt wird "alle Dienstbarkeit", so wird (dadurch) bezeichnet, auf vielerlei Art; und aus der Bedeutung der Härte, sofern sie Unbarmherzigkeit ist, wovon Nr. 6667. 6672. Vers 15-21: Da sprach der König Ägyptens zu den Wehmüttern der Hebräerinnen, wovon der Name der einen war Schiphra, und der Name der anderen Puah. Und sprach: wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen, daß es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist es aber eine Tochter, so mag sie leben. Aber die Wehmütter fürchteten Gott, und taten nicht, wie der König Ägyptens zu ihnen geredet hatte, und ließen die Knaben leben. Da rief der König Ägyptens die Wehmütter, und sprach zu ihnen: warum tut ihr dieses und lasset die Knaben leben? Und die Wehmütter sprachen zu Pharao: weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber, denn sie sind lebenskräftig; ehe zu ihnen die Wehmutter kommt, haben sie geboren. Und Gott tat den Wehmüttern Gutes, und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr zahlreich. Und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten, so machte Er ihnen Häuser (d.h. Er gab ihnen Nachkommenschaft). "Da sprach der König Ägyptens zu den Wehmüttern der Hebräerinnen" bedeutet den Einfluß aus dem getrennten Wißtümlichen ins Natürliche, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, die der Kirche angehören; "wovon der Name der einen war Schiphra, und der Name der anderen Puah" bedeutet die Beschaffenheit und den Zustand des Natürlichen, wo das Wißtümliche ist; "und sprach: wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen" bedeutet die Wahrnehmung des vom Inwendigen in das Wißtümliche einfließenden Wahren und Guten; "daß es ein Sohn ist, so tötet ihn" bedeutet, wenn es Wahres ist, so sollen sie es womöglich zerstören; "ist es aber eine Tochter, so mag sie leben" bedeutet, aber nicht, wenn es Gutes ist; "aber die Wehmütter fürchteten Gott" bedeutet die wißtümlichen Wahrheiten, weil vom Göttlichen (herstammend), wurden behütet; "und taten nicht, wie der König Ägyptens zu ihnen geredet hatte" bedeutet, es sei nicht so geschehen, wie die im Falschen Befindlichen beabsichtigten; "und ließen die Knaben leben" bedeutet die Wahrheiten wurden, als dem Guten angehörend, erhalten; "da rief der König Ägyptens die Wehmütter" bedeutet die im Falschen Befindlichen hielten einen Rat wider die, welche in den wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen waren; "und sprach zu ihnen: warum tut ihr dieses und lasset die Knaben leben?" bedeutet den Zorn darüber, daß die Wahrheiten nicht zerstört wurden; "und die Wehmütter sprachen zu Pharao" bedeutet die Wahrnehmung in betreff jener wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen; "weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber" bedeutet das Wißtümliche der Kirche sei nicht so beschaffen wie das demselben entgegengesetzte Wißtümliche; "denn sie sind lebenskräftig" bedeutet, es sei geistiges Leben darin; "ehe zu ihnen die Wehmutter kommt, haben sie geboren" bedeutet das Natürliche wisse nicht vorher, wann jene Leben bekommen; "und Gott tat den Wehmüttern Gutes" bedeutet das Natürliche sei vom Göttlichen gesegnet worden; "und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr zahlreich" bedeutet, daß die Wahrheiten fortwährend darin erzeugt wurden, und so zunahmen; "und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten" bedeutet, weil die wißtümlichen Wahrheiten vom Göttlichen behütet wurden; "so machte Er ihnen Häuser" bedeutet, sie wurden in eine himmlische Form gebracht. 6673. "Da sprach der König Ägyptens zu den Wehmüttern der Hebräerinnen", 2. Mose 1/15, bedeutet den Einfluß aus dem getrennten Wißtümlichen ins Natürliche, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, die der Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es den Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 5743, 6291; aus der Bedeutung des Königs von Ägypten, sofern er das getrennte Wißtümliche bezeichnet, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist, wovon Nr. 6651; aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie das Natürliche sind, wovon Nr. 4588, 4921; und aus der Bedeutung der Hebräerinnen, sofern sie das bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 5136, 5236; somit auch die wißtümlichen Wahrheiten, die der Kirche angehören. Daß die Wehmütter das Natürliche bezeichnen, hat den Grund, weil das Natürliche das aufnimmt, was vom Inwendigen einfließt, und so gleichsam bei der Geburt hilft. 6674. "Wovon der Name der einen war Schiphra, und der Name der anderen Puah", 2. Mose 1/15, bedeutet die Beschaffenheit und den Zustand des Natürlichen, wo das Wißtümliche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1896, 2009; und auch den Zustand: Nr. 1946, 2643, 3422, 4298; denn alle Namen im Wort bedeuten Sachen, und überhaupt umfassen sie das, was eben der Sache angehört, von der die Rede ist, somit die Beschaffenheit und den Zustand derselben, hier also die Namen Schiphra und Puah die Beschaffenheit und den Zustand des Natürlichen, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, weil dieses die Sache ist, wovon gehandelt wird, wie aus Nr. 6673 erhellt. Wer nicht weiß, daß der Name die Beschaffenheit und den Zustand der Sache bezeichnet, von der gehandelt wird, der kann glauben, daß, wo ein Name vorkommt, eben der Name gemeint werde, somit daß, wo der Herr von Seinem Namen spricht, es nur der Name sei, während er doch die Beschaffenheit der Verehrung bezeichnet, nämlich das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit, wodurch Er verehrt werden soll; wie Matth.18/20: "Wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen, da bin Ich in ihrer Mitte": hier wird nicht der Name verstanden, sondern die Verehrung aus Glauben und Liebtätigkeit. Joh.1/12: "So viele (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu sein, den Glaubenden an Seinen Namen": auch hier wird durch den Namen der Glaube und die Liebtätigkeit verstanden, womit der Herr verehrt wird. Joh.20/31: "Dies ist geschrieben, auf daß ihr glaubet, Jesus sei der Christus, der Sohn Gottes, auf daß ihr durch den Glauben das Leben habet in Seinem Namen". Joh.14/13,14: "Was ihr bitten werdet in Meinem Namen, das will Ich tun". Joh.15/16,17; 16/23,24: "Alles, was ihr den Vater bitten werdet in Meinem Namen, wird Er euch geben": hier wird nicht verstanden, sie sollen den Vater im Namen des Herrn bitten, sondern den Herrn selbst, denn zum göttlich Guten, das der Vater ist: Nr. 3704, steht kein Zugang offen außer durch das Göttlich-Menschliche des Herrn, wie auch in den Kirchen bekannt ist; daher heißt: den Herrn selbst bitten, gemäß den Wahrheiten des Glaubens (bitten). Wenn man diesen gemäß bittet, so wird es gewährt, wie Er selbst auch in der vorhergenannten Stelle bei Johannes sagt: "Was ihr bitten werdet in Meinem Namen, das will Ich tun". Dies kann auch daraus erhellen, daß der Herr der Name Jehovahs ist, wovon es 2. Mose 23/20,21 heißt: "Ich sende einen Engel vor dir her, dich zu behüten auf dem Wege, hüte dich vor Seinem Angesichte, und höre auf Seine Stimme, und erbittere Ihn nicht; denn Mein Name ist in Seiner Mitte". Joh.12/28: "Vater, verherrliche Deinen Namen; da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe (ihn) verherrlicht, und Ich werde (ihn) wiederum verherrlichen". Joh.17/6,26: "Geoffenbart habe Ich Deinen Namen den Menschen, die Du Mir gegeben hast aus der Welt. Kund gemacht habe Ich ihnen Deinen Namen, und werde (ihn) kund machen, auf daß die Liebe, womit Du Mich geliebt hast, in ihnen sei, und Ich in ihnen". Hieraus wird klar, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Name Jehovahs ist, oder die ganze Beschaffenheit Seines Wesens. Daher geht vom Göttlich-Menschlichen aller Gottesdienst aus, und dasselbe ist es, was zu verehren ist; denn dadurch wird das Göttliche Selbst verehrt, welches sonst kein menschliches Denken erreicht; und wenn kein Denken, dann findet auch keine Verbindung statt. Daß der Name des Herrn das Ganze des Glaubens und der Liebe bezeichnet, durch das der Herr verehrt werden soll, wird ferner aus folgenden Stellen klar: Matth.10/22: "Ihr werdet gehaßt werden von jedermann um Meines Namens willen". Matth.18/5: "Wer ein solches Knäblein aufnimmt in Meinem Namen, der nimmt Mich auf". Matth.19/29: "Jeder, der verlässet Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker, um Meines Namens willen, wird es hundertfältig empfangen". Matth.21/9: "Sie schrieen: Hosianna dem Sohne Davids, gesegnet ist, Der da kommt im Namen des Herrn". Luk.13/35: "Wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet Mich nicht sehen, bis es kommt, daß ihr saget: gesegnet ist, Der da kommt im Namen des Herrn". Mark.9/41: "Wer euch tränket mit einem Becher Wasser in Meinem Namen, darum daß ihr Christo angehört, wahrlich, Ich sage euch, der wird seinen Lohn nicht verlieren". Luk.10/17,20: "Die siebzig kamen zurück mit Freuden, und sprachen: Herr, auch die Dämonen gehorchen uns in Deinem Namen. Jesus sprach zu ihnen: Freuet euch nicht darüber, daß die Geister euch gehorchen, sondern freuet euch vielmehr, daß eure Namen geschrieben sind im Himmel": die Namen, die geschrieben sind im Himmel, bezeichnen nicht die Namen, sondern die Beschaffenheit ihres Glaubens und ihrer Liebtätigkeit. Ebenso die Namen, die geschrieben sind im Buch des Lebens, in der Joh.Offenb.3/4,5: "Du hast auch wenige Namen in Sardes, die nicht besudelt haben ihre Kleider: wer überwindet, der wird angetan werden mit weißen Kleidern, und Ich werde nicht tilgen seinen Namen aus dem Buch des Lebens, und werde bekennen seinen Namen vor dem Vater, und vor Seinen Engeln". Joh.10/2,3: "Wer eingehet durch die Türe, ist der Hirte der Schafe, dieser ruft die eigenen Schafe beim Namen". 2. Mose 33/12,17: "Jehovah sprach zu Mose: Ich kenne dich mit Namen". Joh.2/23: "Viele glaubten an Seinen Namen, da sie sahen Seine Zeichen, die Er tat". Joh.3/18: "Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des Eingeborenen Sohnes Gottes". Jes.59/19: "Fürchten werden sie vom Aufgang den Namen Jehovahs". Micha 4/5: "Alle Völker wandeln im Namen ihres Gottes, und wir werden wandeln im Namen Jehovahs, unseres Gottes". 5. Mose 12/5,11,14: "Jehovah, Gott sollten sie verehren an dem Ort, den Er wählen, und wo Er setzen würde Seinen Namen"; ebenso bei Jes.18/7; Jerem.7/12. Außerdem in mehreren anderen Stellen, wie Jes.26/8,13; 41/25; 43/7; 49/1; 50/10; 52/5; 62/2; Jerem.23/27; 26/16; Hes.20/14,44; 36/21-23; Micha 5/3; Mal.1/11; 5. Mose 10/8; Joh.Offenb.2/17; 3/12; 13/8; 14/11; 15/2; 17/8; 19/12,13,16; 22/3,4. Daß der Name Jehovahs das Ganze ist, womit Er verehrt wird, somit im höchsten Sinn alles, was vom Herrn ausgeht, erhellt aus dem Segen 4. Mose 6/23-27: "Es segne dich Jehovah, und behüte dich, es lasse leuchten Jehovah Sein Angesicht über dir, und erbarme Sich deiner, es hebe Jehovah Sein Angesicht über dich, und gebe dir Frieden; so sollen sie legen Meinen Namen auf die Söhne Israels". Aus diesem nun wird klar, was unter dem folgenden Gebot des Dekalogus verstanden wird: "Du sollst den Namen deines Gottes nicht ins Eitle nehmen, denn Jehovah wird den nicht für schuldlos halten, der Seinen Namen ins Eitle nimmt": 2. Mose 20/7; sodann was im Gebet des Herrn (verstanden wird) durch "Geheiliget werde Dein Name": Matth.6/9. 6675. "Und sprach: wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen", 2. Mose 1/16, bedeutet die Wahrnehmung des vom Inwendigen in das Wißtümliche der Kirche einfließenden Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von helfen bei der Geburt, sofern es die Aufnahme des Guten und Wahren bezeichnet, das vom Inwendigen ins Natürliche einfließt; denn die Wehmutter ist das Natürliche, sofern es den Einfluß aufnimmt; man sehe Nr. 4588, 6673; aus der Bedeutung der Hebräerinnen, sofern sie das bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 5136, 5236; aus der Bedeutung von sehen, sofern es die Wahrnehmung ist, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; und aus der Bedeutung der Stühle, sofern sie dasjenige im Natürlichen bezeichnen, was das vom Inwendigen einfließende Gute und Wahre aufnimmt, somit sind es die wißtümlichen Wahrheiten, denn diese nehmen auf. Hieraus wird klar, daß durch "wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen" bezeichnet wird die Wahrnehmung des vom Inwendigen in das Wißtümliche der Kirche, das im Natürlichen ist, einfließenden Wahren und Guten. 6676. "Daß es ein Sohn ist, so tötet ihn", 2. Mose 1/16, bedeutet, wenn es Wahres ist, so sollen sie es wo möglich zerstören. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; und aus der Bedeutung von töten, sofern es heißt zerstören, denn es wird vom Wahren gesagt; aber sie sollen es zerstören, wofern es möglich, denn die Bösen können bei den Guten die Wahrheiten nicht zerstören. 6677. "Ist es aber eine Tochter, so mag sie leben", 2. Mose 1/16, bedeutet, nicht aber, wenn es Gutes ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter, sofern sie das Gute bezeichnet, wovon Nr. 489, 490, 491, 2362; und aus der Bedeutung von leben, sofern es heißt, daß es nicht zerstört werden soll. Der Grund, warum der König Ägyptens sagte, ein Sohn soll getötet werden, nicht aber eine Tochter, wird aus dem inneren Sinn klar, welcher ist, daß sie das Wahre zu zerstören suchen sollten, nicht aber das Gute; denn wenn die Höllischen anfechten, dann dürfen sie das Wahre angreifen, nicht aber das Gute. Der Grund ist der, weil das Wahre es ist, was bekämpft werden kann, nicht aber das Gute; dieses wird vom Herrn beschützt, und wenn die Höllischen versuchen, Gutes anzugreifen, werden sie tief in die Hölle geworfen, denn bei der Gegenwart des Guten können sie nicht bestehen, weil in allem Guten der Herr gegenwärtig ist. Daher kommt es, daß die Engel, weil sie im Guten sind, eine so große Gewalt über die höllischen Geister haben, daß einer von ihnen tausend Höllische zähmen kann. Man muß wissen, daß im Guten das Leben ist, denn das Gute gehört der Liebe an, und die Liebe ist das Leben des Menschen, wenn das Böse, das der Selbst- und Weltliebe angehört, und scheinbar Gutes ist für die, welche darin sind, das Gute bekämpft, das der himmlischen Liebe angehört, so kämpft das Leben des einen gegen das Leben des anderen, und weil das Leben aus dem Guten der himmlischen Liebe vom Göttlichen herstammt, deswegen fängt alsdann das Leben aus der Selbst- und Weltliebe, wenn es mit jenem zusammenstößt, an ausgelöscht zu werden; denn es wird erstickt, und hierdurch werden sie gequält wie die, welche im Todeskampf sind. Deshalb stürzen sie in die Hölle, wo sie ihr Leben wieder bekommen. Man sehe Nr. 3938, 4225, 4226, 5057, 5058. Dies ist auch der Grund, warum von bösen Geistern und Genien das Gute nicht bekämpft werden kann, und daß sie somit nicht wagen, das Gute zu zerstören. Anders verhält es sich mit dem Wahren; dieses hat kein Leben in sich, sondern vom Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn. 6678. "Aber die Wehmütter fürchteten Gott", 2. Mose 1/17, bedeutet, die wißtümlichen Wahrheiten, weil vom Göttlichen herstammend, wurden behütet. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gott fürchten, sofern es heißt, halten, was das Göttliche befohlen hat; denn die, welche Gott fürchten, halten die Gebote. Weil aber alle heilige Furcht, und daher der Gehorsam und das Halten der Gebote aus dem Göttlichen herkommt, und gar nicht vom Menschen, deswegen wird durch "sie fürchteten Gott" bezeichnet, daß es vom Göttlichen behütet wurde; und aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, wovon Nr. 4588, 6673, 6675. 6679. "Und taten nicht, wie der König Ägyptens zu ihnen geredet hatte", 2. Mose 1/17, bedeutet, es sei nicht so geschehen, wie die im Falschen Befindlichen beabsichtigten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie taten nicht, wie er geredet hatte", sofern es heißt, es sei nicht so geschehen, wie sie beabsichtigten, daß sie nämlich die Wahrheiten nicht zerstören konnten, die durch die Söhne bezeichnet werden, daß sie aber auf alle mögliche Weise sie zu zerstören suchten: Nr. 6676; und aus der Bedeutung des Königs von Ägypten, sofern er das getrennte Wißtümliche bezeichnet, das gegen das Wahre der Kirche ist, wovon Nr. 6651, somit das Falsche, denn jenes Wißtümliche ist ein Falsches. 6680. "Und ließen die Knaben leben", 2. Mose 1/17, bedeutet, die Wahrheiten wurden, weil dem Guten angehörend, erhalten. Dies erhellt aus der Bedeutung von leben lassen, sofern es heißt erhalten; und aus der Bedeutung der Söhne, die hier Knaben genannt werden, sofern es Wahrheiten sind, wovon Nr. 6676. Die Söhne werden hier Knaben genannt, weil durch die Knaben das Gute der Unschuld bezeichnet wird: Nr. 430, 2782, 5236; daher bezeichnen die Knaben hier Wahrheiten, die dem Guten angehören. 6681. "Da rief der König Ägyptens die Wehmütter", 2. Mose 1/18, bedeutet, die im Falschen Befindlichen hielten einen Rat wider die, welche in den wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen, sofern es hier heißt einen Rat halten; denn der Zweck des Rufens war, die Wahrheiten zu zerstören. Aber der Rat wurde vereitelt, weil die Wahrheiten vom Göttlichen behütet wurden, was dadurch bezeichnet wird, daß die Wehmütter Gott fürchteten: Nr. 6678 (die Bösen im anderen Leben, welche die Guten anfechten, halten auch wirklich miteinander einen Rat, wovon ich mich auch durch Erfahrung überzeugen durfte); aus der Bedeutung des Königs von Ägypten, sofern er die im Falschen Befindlichen bezeichnet, wovon Nr. 6679; und aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, wovon Nr. 4588, 6673, 6675, 6678. Hieraus wird klar, daß durch "der König Ägyptens rief die Wehmütter", bezeichnet wird, daß die im Falschen Befindlichen einen Rat hielten wider diejenigen, die in den wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen (standen). 6682. "Warum tut ihr dieses, und lasset die Knaben leben", 2. Mose 1/18, bedeutet den Zorn darüber, daß die Wahrheiten nicht zerstört wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von warum tut ihr dieses?, sofern es Worte des Scheltens, somit des Zorns sind; und aus der Bedeutung von leben lassen, sofern es heißt nicht zerstören, wie Nr. 6677, 6680; und aus der Bedeutung der Knaben, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen, die dem Guten angehören. 6683. "Und die Wehmütter sprachen zu Pharao", 2. Mose 1/19, bedeutet die Wahrnehmung in betreff jener wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, wovon öfters; aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 6681; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das falsche Wißtümliche im allgemeinen darstellt, wovon Nr. 6679, 6681. 6684. "Weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber", 2. Mose 1/19, bedeutet, das Wißtümliche der Kirche sei nicht so beschaffen, wie das demselben entgegengesetzte Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der hebräischen Weiber, sofern sie dasjenige bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 5136, 5236, 6673, 6675; und aus der Bedeutung der ägyptischen Weiber, sofern sie solches bezeichnen, was dem, das der Kirche angehört, entgegen ist. Daß es Wißtümliches ist, wird klar aus dem Vorhergehenden, sodann aus der Bedeutung Ägyptens, sofern dieses das Wißtümliche bezeichnet: Nr. 6638, hier Wißtümliches, das den wißtümlichen Wahrheiten der Kirche entgegengesetzt ist. Daß die Weiber das bezeichnen, was der Kirche angehört, sehe man Nr. 252, 253. 6685. "Denn sie sind lebenskräftig", 2. Mose 1/19, bedeutet, es sei geistiges Leben darin. Dies erhellt aus der Bedeutung von leben, sofern es das geistige Leben ist, wovon Nr. 5890, hier das geistige Leben in dem, was der Kirche angehört, was durch die hebräischen Weiber bezeichnet wird. Was geistiges Leben, wurde früher einigemal gesagt; weil aber heutzutage wenige wissen, was das Geistige ist, so mag es noch mit wenigem dargelegt werden, was es sei. Das Geistige in seinem ersten Ursprung ist das göttlich Wahre, das hervorgeht vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, und dieses Wahre hat in sich das göttlich Gute, weil das göttlich Wahre ausgeht vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, welches das göttlich Gute ist. Dieses göttlich Wahre, in dem das göttlich Gute, ist das eigentliche Geistige in seinem Ursprung, und ist das Leben selbst, das den Himmel erfüllt, ja, welches das Weltall erfüllt; und wo ein (aufnehmendes) Subjekt ist, da fließt es ein. Aber in den Subjekten gestaltet es sich verschieden nach der Form: in den Subjekten, die mit dem Guten übereinstimmen, bringt es ein geistiges Leben hervor, aber in den Subjekten, die mit dem Guten nicht übereinstimmen, da ruft es ein dem geistigen Leben entgegengesetztes Leben hervor, das im Worte Tod genannt wird. Hieraus wird nun klar, was geistiges Leben sei; daß es nämlich bezeichnet, in den vom Guten (stammenden) Wahrheiten sein, die vom Herrn ausgehen. 6686. "Ehe zu ihnen die Wehmutter kommt, haben sie geboren", 2. Mose 1/19, bedeutet, das Natürliche wisse nicht vorher, wann jene, nämlich die wißtümlichen Wahrheiten der Kirche, Leben bekommen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wehmutter, sofern sie das Natürliche bezeichnet, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, die der Kirche angehören, wovon Nr. 6681; und aus der Bedeutung von gebären, sofern es dasjenige bezeichnet, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 3860, 3868, 3905, 3915, somit was dem geistigen Leben angehört. Daß das Natürliche nicht wisse, wird bezeichnet durch "ehe zu ihnen die Wehmutter kommt". Damit, daß das Natürliche nicht vorher weiß, wann die wißtümlichen Wahrheiten Leben bekommen, verhält es sich so: Die wißtümlichen Wahrheiten haben alles Leben vom Guten, das durch das Inwendige einfließt. Wann das Gute einfließt, weiß das Natürliche gar nicht, weil das Natürliche beziehungsweise im Dunkeln ist. Daß es im Dunkeln ist, kommt daher, weil es im Licht der Welt und daher zugleich im Weltlichen ist, und wenn das Licht des Himmels in dieses einfließt, so wird die Wahrnehmung dunkel, und auch daher, weil im Natürlichen das Allgemeine ist, das nicht fähig ist, das einzelne inne zu werden; denn je allgemeiner etwas ist, desto weniger wird es das einzelne inne; und daher desto weniger das, was bei ihm sich zuträgt. Und außerdem ist im Natürlichen nicht das eigentlich Gute und Wahre, sondern nur die Vorbilder desselben. Daher nun kommt es, daß das Natürliche nicht weiß, wann die wißtümlichen Wahrheiten Leben bekommen, folglich wann es wiedergeboren wird, und auch nicht wie, nach den Worten des Herrn bei Joh.3/8: "Der Geist (oder Wind) weht, wo er will, und du hörst seine Stimme, aber du weißt nicht, woher er kommt, und wohin er geht, so ist es mit jedem, der wiedergeboren wird vom Geist". Durch das Natürliche wird der äußere Mensch verstanden, der auch der natürliche Mensch genannt wird. 6687. "Und Gott tat den Wehmüttern Gutes", 2. Mose 1/20, bedeutet, das Natürliche sei vom Göttlichen gesegnet worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gutes tun, wenn es von Gott gesagt wird, sofern es heißt segnen; und aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, wovon Nr. 4588, 6673, 6675, 6678. 6688. "Und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr zahlreich", 2. Mose 1/20, bedeutet, daß fortwährend Wahrheiten darin erzeugt wurden, und dadurch zunahmen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6648 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. Daß Volk von Wahrheiten gesagt wird, sehe man Nr. 1259, 1260, 3295, 3581. 6689. "Und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten", 2. Mose 1/21, bedeutet, weil die wißtümlichen Wahrheiten vom Göttlichen behütet wurden. Dies erhellt aus dem, was oben Nr. 6678 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 6690. "So machte Er ihnen Häuser", 2. Mose 1/21, bedeutet, sie wurden in eine himmlische Form gebracht, nämlich die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 4973, 5023, somit das, was jenem Gemüt angehört, das hier, weil es von den Wehmüttern gesagt wird, die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen sind: Nr. 6687. Ihnen Häuser machen, heißt daher, sie in Ordnung bringen, und in Ordnung werden sie gebracht, wenn sie in eine himmlische Form (kommen). Daß dieses durch "ihnen Häuser machen" bezeichnet wird, kann man nicht wohl wissen, wenn man nicht weiß, wie es mit den wißtümlichen Wahrheiten, die dem natürlichen Gemüt angehören, sich verhält; es soll daher mit wenigen Worten gesagt werden: Die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen sind in fortlaufende Reihen geordnet, die eine Reihe hängt mit der anderen, und so alle (untereinander) zusammen, gemäß den verschiedenen Verwandtschaftsverhältnissen (affinitates et propinquitates). Und sie verhalten sich fast ebenso wie die Familien und ihre Zeugungen, denn das eine wird vom anderen geboren, und so pflanzt es sich fort. Daher wurde das, was dem Gemüt angehört, nämlich das Gute und Wahre, von den Alten Häuser genannt, das regierende Gute Vater, und das aus diesem Guten Wahre Mutter, und die Abstammungen Söhne, Töchter, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter usf. Allein die Anordnung der wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen gestaltet sich verschieden bei einem jeden Menschen, denn ihre Form bekommen sie von der herrschenden Liebe. Diese Liebe ist in der Mitte, und ordnet um sich her das einzelne. Am nächsten zu sich stellt sie das, was am meisten übereinstimmt, und das übrige in der Ordnung, gemäß den Übereinstimmungen; daher hat das Wißtümliche die Form. Wenn die himmlische Liebe herrscht, dann wird vom Herrn in ihm alles in eine himmlische Form gebracht, und diese Form ist eine solche, wie sie der Himmel hat, somit die Form des Guten der Liebe selbst. In diese Form werden die Wahrheiten gebracht, und wenn sie so geordnet sind, wirken sie mit dem Guten zusammen und alsdann wird, wenn vom Herrn das eine erweckt wird (excitatur), auch das andere erweckt, nämlich wenn das, was dem Glauben angehört, erweckt wird, auch das, was der Liebtätigkeit angehört, und umgekehrt. Diese Anordnung ist es, die dadurch bezeichnet wird, daß der Herr den Wehmüttern Häuser machte. 6691. Vers 22: Und Pharao gebot allem seinem Volk, und sprach: jeden Sohn (der Hebräer), der geboren wird, sollt ihr in den Strom werfen, jede Tochter aber leben lassen. "Und Pharao gebot allem seinem Volk" bedeutet den allgemeinen Einfluß in das den Wahrheiten der Kirche entgegengesetzte Wißtümliche; "und sprach: jeden Sohn (der Hebräer), der geboren wird, sollt ihr in den Strom werfen" bedeutet, sie sollen alle Wahrheiten, die zum Vorschein kommen, in Falsches versenken; "jede Tochter aber leben lassen" bedeutet, das Gute sollen sie nicht angreifen. 6692. "Und Pharao gebot allem seinem Volk", 2. Mose 1/22, bedeutet den allgemeinen Einfluß in das den Wahrheiten der Kirche entgegengesetzte Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, sofern es einen Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 5486, 5732, hier den allgemeinen Einfluß, weil er von Pharao ausgeht, durch den das Wißtümliche im allgemeinen vorgebildet wird: Nr. 6015; und aus der Bedeutung seines Volkes, sofern es das den Wahrheiten der Kirche entgegengesetzte Wißtümliche bezeichnet. Daß die Ägypter, die hier das Volk sind, das Wißtümliche darstellen, wurde öfters gezeigt, (man sehe Nr. 6638). Daß durch die Ägypter das den Wahrheiten der Kirche entgegengesetzte Wißtümliche bezeichnet wird, hat den Grund, weil die Vorbilder und Bezeichnungen der Alten Kirche (denn diese Kirche hat auch bei ihnen bestanden), dort in Zaubereien (in magica) verwandelt wurden, denn durch die Vorbilder und Bezeichnungen fand zu jener Zeit eine Gemeinschaft mit dem Himmel statt. Diese Gemeinschaft war bei denjenigen, die im Guten der Liebtätigkeit lebten, und bei vielen offenbar; bei denen aber, die nicht im Guten der Liebtätigkeit lebten, sondern im Entgegengesetzten, fand zuweilen eine offenbare Gemeinschaft mit bösen Geistern statt, die alle Wahrheiten der Kirche verkehrten, und mit denselben das Gute zerstörten, und somit eine zauberische. Dies kann man auch aus den Hieroglyphen der Ägypter erkennen, die sie sogar bei den Gottesdiensten brauchten, denn durch sie bezeichneten sie Geistiges, und verkehrten die göttliche Ordnung. Zauberei ist nichts anderes als eine Verkehrung der Ordnung, hauptsächlich ist sie der Mißbrauch der Entsprechungen. Die Ordnung besteht darin, daß das Gute und Wahre, das vom Herrn ausgeht, vom Menschen aufgenommen wird; wenn dieses geschieht, dann ist Ordnung in jedem einzelnen, was der Mensch beabsichtigt und denkt. Wenn dagegen der Mensch jenes nicht nach der Ordnung, die vom Herrn ist, aufnimmt, sondern glaubt, alles sei blinder Zufall, und wenn etwas mit bestimmter Absicht geschieht (sialiquid determinatum existit), so sei es Sache der eigenen Klugheit, dann verkehrt er die Ordnung; denn das, was der Ordnung angehört, eignet er sich selbst zu (applicat ad se), um nur für sich zu sorgen, nicht aber für den Nächsten, außer sofern dieser ihm günstig ist. Daher sind merkwürdigerweise alle, die sich fest eingeprägt haben, alles sei Sache der eigenen Klugheit, und nichts Sache der göttlichen Vorsehung, im anderen Leben zur Zauberei äußerst geneigt, und erlernen sie auch, soweit es ihnen möglich ist. Hauptsächlich diejenigen, die, weil sie auf sich selbst bauten, und alles ihrer eigenen Klugheit zuschrieben, viele Kunstgriffe und Schlauheiten erdachten, um sich über andere zu erheben. Solche werden, wenn sie im anderen Leben gerichtet worden sind, in die Höllen der Zauberer geworfen, die auf der Fläche unter den Fußsohlen zur Rechten ein wenig gegen vorne zu liegen, und sich auf eine weite Ferne ausdehnen. In den tiefsten Gegenden derselben sind die Ägypter. Daher kommt es auch, daß durch Pharao, die Ägypter und Ägypten das Wißtümliche bezeichnet wird, das den Wahrheiten der Kirche entgegen ist. Damit nun die Vorbilder und Bezeichnungen der Kirche nicht mehr in Zaubereien verwandelt werden möchten, wurde das israelitische Volk angenommen, um bei ihm die Vorbilder und Bezeichnungen der Kirche wiederherzustellen; dieses Volk war von der Art, daß es keine Zauberei daraus machen konnte, denn es war ganz im Äußeren, und in keinem Glauben, daß es etwas Inwendiges, geschweige daß es etwas Geistiges gebe. Bei solchen kann keine Zauberei vorkommen, wie bei den Ägyptern. 6693. "Und sprach: jeden Sohn, der geboren wird, sollt ihr in den Strom werfen", 2. Mose 1/22, bedeutet, sie sollen alle Wahrheiten, die zum Vorschein kommen, in Falsches versenken. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; und aus der Bedeutung des Stroms, sofern er das bezeichnet, was der Einsicht angehört, wovon Nr. 108, 109, 2702, 3051; hier im entgegengesetzten Sinn, was dagegen ist, somit das Falsche. Daß werfen soviel ist als versenken, ist klar. Daß der Strom Ägyptens das Gegenteil von Einsicht, somit das Falsche bedeutet, erhellt auch Jes.19/6-8: "Zurücktreten werden die Ströme, es werden vermindert und ausgetrocknet werden die Flüsse Ägyptens, die Papierstauden am Strom, an der Mündung des Stroms, und aller Same des Stroms wird verdorren, (und) verstoßen werden, und darum werden die Fischer trauern, und betrübt werden sein alle, die in den Strom Angel werfen, und die da ausspannen das Netz über das Wasser, werden verschmachten": unter dem Strom Ägyptens wird hier kein Strom verstanden, auch keine Fischer unter den Fischern, sondern etwas anderes, was nicht offenbar wird, wenn man nicht weiß, was durch Ägypten, durch den Strom daselbst und durch die Fischer verstanden wird; wenn man dies aber weiß, ist der Sinn offenbar. Daß durch den Strom Ägyptens das Falsche bezeichnet wird, erhellt aus dem einzelnen dieser Stelle. Jerem.46/7,8: "Wer ist dieser, der wie ein Strom heraussteigt, dessen Wasser wie Ströme bewegt werden; Ägypten steigt wie ein Strom herauf, und wie Ströme werden bewegt seine Wasser; denn er sprach: ich will hinaufsteigen, bedecken das Land, verderben die Stadt, und die darinnen wohnen": auch hier (steht) der Strom Ägyptens für Falsches; hinaufsteigen und bedecken das Land für die Kirche; verderben die Stadt für die Lehre der Kirche; und die darinnen wohnen, für Gutes, das von daher. Daß das Land die Kirche ist, sehe man Nr. 6649; daß die Stadt die Lehre der Kirche ist: Nr. 402, 2449, 3216, 4492, 4493; und daß die Einwohner das Gute in ihr sind: Nr. 2268, 2451, 2712. Hes.29/3-5,9,10: "Siehe, Ich bin gegen dich, Pharao, König Ägyptens, großer Walfisch, der da liegt in der Mitte seiner Flüsse; der gesagt hat: mein ist der Fluß, und ich habe mich gemacht; darum will Ich Angeln legen in deine Kinnbacken, und will hangen lassen die Fische deiner Flüsse an deinen Schuppen, und will dich heraufbringen aus der Mitte deiner Flüsse, und alle Fische deiner Flüsse sollen in deinen Schuppen hangen; und will in der Wüste lassen dich und alle Fische deiner Flüsse": was dieses bedeutet, kann auch niemand wissen ohne den inneren Sinn (daß nicht Ägypten verstanden werde, ist klar); somit wenn man nicht weiß, was Pharao, was der Strom, was der Walfisch, was der Fisch, was die Schuppen (bedeuten). Daß Pharao das Natürliche bezeichnet, in dem das Wißtümliche ist, sehe man Nr. 5160, 5799, 6015; daß die Walfische das Allgemeine des im Natürlichen befindlichen Wißtümlichen bezeichnen: Nr. 42; daß die Fische das Wißtümliche bezeichnen, das unter einem Allgemeinen steht: Nr. 40, 991; die Schuppen bezeichnen das, was ganz äußerlich ist, somit das Sinnliche, an das Wißtümliches, das falsch ist, sich anhängt. Hat man dieses erkannt, so wird klar, was dort unter dem Strom Ägyptens verstanden wird, nämlich das Falsche. Hes.31/15: "An jenem Tage, wo Pharao hinabkommen wird in die Hölle, werde Ich ein Trauern machen, decken werde Ich über ihn den Abgrund, und aufhalten seine Ströme, und es werden verschlossen werden die großen Wasser". Amos 8/8,9; 9/5: "Sollte nicht um deswillen das Land erbeben, und trauern ein jeder, der darinnen wohnt, so daß es ganz aufsteigt wie ein Bach, und fortgetrieben wird, und untergeht wie vom Strome Ägyptens; an jenem Tage will Ich die Sonne untergehen lassen am Mittag, und verfinstern das Land am Tage des Lichtes": das Land, das erzittern wird, für die Kirche: Nr. 6649; untergehen wie vom Strom Ägyptens, für durch Falsches zugrunde gehen; und weil Falsches bezeichnet wird, wird gesagt, die Sonne werde am Mittag untergehen, und das Land am Tage des Lichtes verfinstert werden. Durch das Untergehen der Sonne am Mittag wird bezeichnet, das Gute der himmlischen Liebe werde verschwinden, und durch das Verfinstertwerden des Landes am Tage des Lichtes, Falsches werde die Kirche einnehmen. Daß die Sonne das Gute der himmlischen Liebe ist, sehe man Nr. 1529, 1530, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, 4696; daß Finsternis Falsches ist: Nr. 1839, 1860, 4418, 4531; und daß das Land (oder die Erde) die Kirche bezeichnet: Nr. 82, 662, 1066, 1067, 1262, 1411, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577. Jeder kann sehen, daß etwas anderes bezeichnet wird, als was hier im Buchstaben erscheint, z.B. daß das Land erzittere, und jeder der darin wohnt, trauern wird, daß die Sonne am Mittag untergehen und das Land verfinstert werden wird am Tage des Lichtes; wenn nicht die Kirche verstanden wird durch das Land, das Falsche durch den Strom, die himmlische Liebe durch die Sonne, so wird hier kein Sinn, der erklärt werden kann, gefunden. Weil der Strom Ägyptens das Falsche bedeutet, deswegen wurde dem Mose befohlen: "er solle mit dem Stab schlagen auf die Wasser jenes Stromes, worauf dieselben in Blut verwandelt wurden, und im Strom jeder Fisch starb, und der Strom stank": 2. Mose 7/17,18,20,21; und auch daß "Aharon die Hand mit dem Stab ausstrecken sollte über die Flüsse, über die Ströme und über die Seen, worauf Frösche heraufkamen über Ägyptenland": 2. Mose 8/1,2; daß die Wasser im entgegengesetzten Sinn Falsches bedeuten, sehe man Nr. 790; und weil die Wasser dem Strom angehören, so ist der Strom das Falsche im allgemeinen beziehungsweise. 6694. "Jede Tochter aber leben lassen", 2. Mose 1/22, bedeutet, das Gute sollen sie nicht angreifen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6677 gesagt wurde, wo das gleiche vorkommt.   Nr. 6695 - 6712 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 2. Kapitel 1. Und ein Mann vom Hause Levi ging hin und nahm eine Tochter Levi. 2. Und das Weib empfing und gebar einen Sohn, und sah ihn, daß er gut (d.i. schön war), und verbarg ihn drei Monate. 3. Und sie konnte ihn nicht mehr verbergen, und nahm für ihn ein Kästchen von Schilfrohr, und verklebte es mit Erdharz und Pech, und legte das Kind hinein, und setzte jenes in das Schilf am Ufer des Stromes. 4. Und seine Schwester stand von ferne, zu erkennen, was mit ihm geschehen würde. 5. Da ging die Tochter Pharaos hinab zu baden an den Strom, und ihre Jungfrauen gingen an der Seite des Stroms, und sie sah das Kästchen in der Mitte des Schilfs, und schickte ihre Magd und ließ es holen. 6. Und sie öffnete es und sah das Kind, und siehe (es war) ein Knabe, der weinte; und sie erbarmte sich über ihn und sprach: Von den Kindern der Hebräer ist dieses. 7. Da sprach seine Schwester zur Tochter Pharaos: Soll ich gehen und dir rufen ein säugendes Weib von den Hebräerinnen, daß sie dir das Kind säuge? 8. Und die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Gehe hin; und das Mädchen ging und rief die Mutter des Kindes. 9. Und die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Nimm zu dir dieses Kind, und säuge mir es, und ich will dir deinen Lohn geben, und das Weib nahm das Kind, und säugte es. 10. Und das Kind ward groß, und sie brachte es der Tochter Pharaos, und es ward ihr Sohn, und sie nannte seinen Namen Moscheh, (d.i. Moses) und sprach: denn aus den Wassern habe ich ihn gezogen. 11. Und es geschah in jenen Tagen, da Mose groß ward, ging er hinaus zu seinen Brüdern, und sah ihre Lasten; und er sah einen ägyptischen Mann, der schlug einen hebräischen Mann von seinen Brüdern. 12. Und er blickte hin und her, und sah, daß kein Mann da war, und schlug den Ägypter, und verbarg ihn im Sand. 13. Und er ging aus am anderen Tag, und siehe, zwei hebräische Männer zankten miteinander, und er sprach zum Ungerechten: Warum schlägst du deinen Genossen? 14. Der aber sprach: Wer hat dich gesetzt zum Obersten und Richter über uns? Gedenkst du mich zu töten, wie du den Ägypter getötet hast? Da fürchtete sich Mose, und sprach: Fürwahr, die Sache ist bekannt geworden. 15. Und Pharao hörte diese Sache, und suchte Mose zu töten. Aber Mose floh vor Pharao; und wohnte im Lande Midian, und wohnte neben dem Brunnen. 16. Und der Priester Midians hatte sieben Töchter, die kamen und schöpften und füllten die Rinnen, zu tränken die Herde ihres Vaters. 17. Da kamen Hirten, und trieben sie weg. Mose aber stand auf, und half ihnen und tränkte ihre Herde. 18. Und sie kamen zu Reguel ihrem Vater; und er sprach: Warum habt ihr heute geeilt zu kommen? 19. Und sie sprachen: ein ägyptischer Mann hat uns befreit aus der Hand der Hirten, und er hat uns sogar geschöpft und die Herde getränkt. 20. Da sprach er zu seinen Töchtern: Und wo ist er? warum doch habt ihr den Mann zurückgelassen? Rufet ihn, daß er das Brot esse. 21. Und Mose willigte ein, zu wohnen bei dem Mann, und dieser gab Zippora, seine Tochter, dem Mose. 22. Und sie gebar einen Sohn, und er nannte seinen Namen Gersom; denn er sprach: Ein Fremdling bin ich in einem fremden Land. 23. Und es geschah in diesen vielen Tagen, daß der König von Ägypten starb, und die Söhne Israels seufzten wegen der Dienstbarkeit, und schrieen, und ihr Geschrei kam hinauf zu Gott wegen der Dienstbarkeit. 24. Und Gott hörte ihr Seufzen, und Gott gedachte Seines Bundes mit Abraham, mit Jischak und mit Jakob. 25. Und Gott sah die Söhne Israels, und Gott erkannte (sie in ihrer Not).   Inhalt 6713. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn gehandelt vom göttlich Wahren; von seinen Anfängen und aufeinanderfolgenden Zuständen beim Menschen der Kirche. 6714. Im höchsten Sinn wird gehandelt vom Herrn, wie Er in Ansehung des Menschlichen das göttliche Gesetz geworden ist. Moses bildet den Herrn vor in Ansehung des göttlichen Gesetzes, welches das Wort ist; und im bezüglichen Sinn bildet er das göttlich Wahre beim Menschen der Kirche vor.   Innerer Sinn 6715. Vers 1-4: Und ein Mann vom Hause Levi ging hin und nahm eine Tochter Levi. Und das Weib empfing und gebar einen Sohn, und sah ihn, daß er gut (d.i. schön war), und verbarg ihn drei Monate. Und sie konnte ihn nicht mehr verbergen, und nahm für ihn ein Kästchen von Schilfrohr, und verklebte es mit Erdharz und Pech, und legte das Kind hinein, und setzte jenes in das Schilf am Ufer des Stromes. Und seine Schwester stand von ferne, zu erkennen, was mit ihm geschehen würde. "Und ein Mann vom Hause Levi ging hin" bedeutet den Ursprung des Wahren aus dem Guten; "und nahm eine Tochter Levi" bedeutet die Verbindung mit dem Guten; "und das Weib empfing" bedeutet das erste des Entstehens; "und gebar einen Sohn" bedeutet das göttliche Gesetz in seinem Ursprung; "und sah ihn, daß er gut (d.i. schön war)" bedeutet die Wahrnehmung, daß es durch den Himmel (herabkam); "und verbarg ihn drei Monate" bedeutet die volle Zeit, wo es nicht zum Vorschein kam; "und sie konnte ihn nicht mehr verbergen" bedeutet die Zeit, zu der es erscheinen mußte; "und nahm für ihn ein Kästchen von Schilfrohr" bedeutet das Geringe, das ringsumher, aber dennoch vom Wahren abgeleitet war; "und verklebte es mit Erdharz und Pech" bedeutet das Gute vermischt mit Bösem und Falschem; "und legte das Kind hinein" bedeutet, inwendigst darin sei das göttliche Gesetz in seinem Ursprung; "und setzte jenes in das Schilf am Ufer des Stromes" bedeutet, zuerst unter falsches Wißtümliches, "und seine Schwester stand von ferne, zu erkennen, was mit ihm geschehen würde" bedeutet das Wahre der Kirche (war) ferne davon, und die Beobachtung. 6716. "Ein Mann vom Hause Levi ging hin", 2. Mose 2/1, bedeutet den Ursprung des Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mannes, sofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 3134; aus der Bedeutung von "aus einem Hause sein", sofern es den Ursprung bezeichnet; und aus der Bedeutung von Levi, sofern er das Gute ist, denn Levi bildet im höchsten Sinn die göttliche Liebe vor, worüber Nr. 3875, und im inneren Sinn die geistige Liebe: Nr. 3875, 4497, 4502, 4503; und weil die Liebe, so bildet er das Gute vor; denn alles Gute gehört der Liebe an. Was den Ursprung des Wahren aus dem Guten betrifft, der hier durch den Mann aus dem Hause Levi bezeichnet wird, so möge man merken, daß im Folgenden im höchsten Sinn vom Herrn gehandelt wird, wie Er in Ansehung seines Menschlichen des göttliche Gesetz, d.h. das Wahre selbst geworden ist. Es ist bekannt, daß der Herr wie ein anderer Mensch geboren wurde, und daß Er als ein Kind wie ein anderes Kind reden lernte, und daß Er hernach zunahm an Wissen, sodann an Einsicht und Weisheit. Hieraus wird klar, daß Sein Menschliches nicht göttlich war von Geburt an, sondern daß Er es aus eigener Macht göttlich machte. Aus eigener Macht (tat Er es), weil Er empfangen war von Jehovah, daher war das Inwendigste Seines Lebens Jehovah selbst; denn das Inwendigste des Lebens eines jeden Menschen, das Seele genannt wird, ist vom Vater, was aber jenes Inwendigste bekleidet und Leib genannt wird, ist von der Mutter. Daß das Inwendigste des Lebens, das vom Vater (stammt), ins Äußere, das von der Mutter (ist), fortwährend einfließt und einwirkt, und dieses sich gleichzumachen sucht, schon im Mutterleib, kann man an den Kindern sehen, sofern sie geboren werden in die Sinnesart des Vaters, und zuweilen die Enkel und Urenkel in die Sinnesart des Großvaters und Urgroßvaters. Dies kommt daher, weil die Seele, die vom Vater ist, das Äußere, das von der Mutter, fortwährend sich gleich und zu einem Ebenbild von sich machen will. Wenn es so beim Menschen geschieht, so kann erhellen, daß es vorzugsweise beim Herrn so geschehen ist. Sein Innerstes war das Göttliche Selbst, weil Jehovah selbst, denn er war der eingeborene Sohn desselben, und weil Sein Innerstes das Göttliche Selbst war, konnte dieses in höherem Maße als bei jedem (anderen) Menschen (geschehen). Das Äußere, das von der Mutter (stammte), zu einem Ebenbild von sich, d.h. sich selbst gleich, somit das Menschliche, welches das Äußere und von der Mutter war, göttlich machen, und zwar aus eigener Macht, weil das Göttliche, als das Innerste, aus dem Er auf das Menschliche einwirkte, Sein eigen war, wie die Seele des Menschen, die das Inwendigste ist, sein eigen ist. Und weil der Herr der göttlichen Ordnung gemäß fortschritt, machte Er, während Er in der Welt war, Sein Menschliches zum göttlich Wahren, nachher aber, als Er völlig verherrlicht wurde, zum göttlich Guten, also eins mit Jehovah. Wie dieses geschehen ist, wird in diesem Kapitel im höchsten Sinn beschrieben; weil aber das, was der höchste Sinn enthält, (welches alles vom Herrn handelt), über den menschlichen Verstand hinausgeht, so darf im Folgenden dargelegt werden, was in diesem Kapitel im inneren Sinn enthalten ist. Dieses handelt von den Anfängen und aufeinanderfolgenden Zuständen des göttlich Wahren, beim Menschen der Kirche, d.h. beim Menschen, der wiedergeboren wird: Nr. 6713, 6714; der Grund, warum solches im inneren Sinn enthalten ist, ist der, weil die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn ist; man sehe Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688, 3245, 3246. 6717. "Und nahm eine Tochter Levi", 2. Mose 2/1, bedeutet die Verbindung mit dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine Tochter nehmen", nämlich zum Weibe, sofern es eine Verbindung bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Levis, sofern er das Gute ist, wovon Nr. 6716. Wie es zu verstehen ist, daß das Wahre, das seinen Ursprung aus dem Guten hat, verbunden wurde mit dem Guten, soll gesagt werden: Das Wahre, das vom Herrn eingeflößt wird beim Menschen, der wiedergeboren wird, hat seinen Ursprung aus dem Guten. Das Gute offenbart sich in der ersten Zeit nicht, weil es im inneren Menschen ist. Das Wahre aber offenbart sich, weil es im äußeren ist, und weil das Innere auf das Äußere wirkt, nicht aber umgekehrt (Nr. 6322). So ist es das Gute, das auf das Wahre wirkt, und dieses zu dem Seinigen macht, denn das Wahre erkennt nichts anderes an und nimmt (nichts anderes) auf, als das Gute. Dies zeigt sich an der Neigung zum Wahren, die beim Menschen, der wiedergeboren wird, vorhanden ist. Die Neigung selbst ist aus dem Guten; anderswoher kann die Neigung, die der Liebe angehört, nicht kommen. Aber dieses Wahre, das in dieser ersten Zeit, d.h. vor der Wiedergeburt, aufgenommen wird, ist nicht das echte Wahre des Guten, sondern es ist das Wahre der Lehre, denn der Mensch erwägt alsdann nicht, ob es wahr sei, sondern er erkennt es an, weil es die Lehre der Kirche ist. Und solang er nicht erwägt, ob es wahr sei, und es deshalb anerkennt, ist es nicht sein (Eigentum), daher wird es ihm auch nicht angeeignet. Dieser Zustand ist der erste beim Menschen, der wiedergeboren wird. Wenn er aber wiedergeboren ist, dann offenbart sich das Gute hauptsächlich dadurch, daß er wünscht gemäß dem Wahren zu leben, das er von sich aus als wahr anerkennt; weil er alsdann das Wahre, das er anerkennt, will und danach lebt, wird es ihm angeeignet, weil es nicht wie früher nur im Verstand, sondern auch im Willen ist (und was im Willen ist, das ist angeeignet). Und weil alsdann der Verstand eines ausmacht mit dem Willen (denn der Verstand erkennt an, und der Wille tut), so findet eine Verbindung beider statt, nämlich des Guten und Wahren. Wenn diese Verbindung geschehen ist, dann werden, wie aus einer Ehe, fortwährend Kinder geboren, welche sind Gutes und Wahres, mit ihren Wonnen und Lustreizen. Diese zwei Zustände sind es, die verstanden werden unter dem Ursprung des Wahren aus dem Guten und unter der Verbindung derselben. Aber das Wahre, das mit dem Guten verbunden wird, (wie hier bezeichnet wird durch "ein Mann aus dem Hause Levi ging hin und nahm eine Tochter Levi"), ist nicht ein solches Wahres, das vom Menschen im ersten Zustand aufgenommen wird, (denn dieses ist das Wahre der Lehre derjenigen Kirche, in der er geboren ist), sondern es ist das Wahre selbst; denn im höchsten Sinn wird vom Herrn gehandelt, wie Er das göttliche Gesetz in Ansehung des Menschlichen geworden ist. Das Wahre dieses Gesetzes ist es, das (hier) verstanden wird. Daß der Ursprung desselben das Gute ist, hat den Grund, weil das Göttliche, welches das Inwendigste des Herrn und das Sein Seines Lebens war, dasselbe in Seinem Menschlichen erzeugte. In solcher Weise geschah die Verbindung dieses Wahren mit dem Guten, denn das Göttliche ist nichts anderes als das Gute. 6718. "Und das Weib empfing", 2. Mose 2/2, bedeutet das erste des Entstehens, nämlich des göttlichen Gesetzes im Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von empfangen, sofern es das erste des Entstehens ist. Durch das Weib wird hier ebendasselbe verstanden, was oben durch die Tochter Levi, die ein Mann aus dem Hause Levi nahm, nämlich das dem Guten verbundene Wahre. 6719. "Und gebar einen Sohn", 2. Mose 2/2, bedeutet das göttliche Gesetz in seinem Ursprung. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es das Dasein bezeichnet, wovon Nr. 2621, 2629, somit der Ursprung; und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre ist, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, hier das göttliche Gesetz, weil durch den Sohn Moses verstanden wird, und dieser bildete den Herrn vor in Ansehung des göttlichen Gesetzes oder des Wortes, wie im Folgenden gezeigt werden wird. 6720. "Sie sah ihn, daß er gut (d.i. schön war)", 2. Mose 2/2, bedeutet die Wahrnehmung, daß es durch den Himmel (gekommen). Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es eine Wahrnehmung ist, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; und aus der Bedeutung von gut, sofern es hier, weil es vom göttlichen Gesetz im Herrn gesagt wird, heißt: durch den Himmel (gekommen); daß aber gut hier bedeutet durch den Himmel (gekommen), ist ein Geheimnis, das man nicht wissen kann, wenn es nicht entdeckt wird. Als der Herr Sein Menschliches göttlich machte, tat Er dies aus dem Göttlichen vermittelst des Hindurchfließens durch den Himmel. Dieses Durchfließen war das Göttlich-Menschliche vor dem Kommen des Herrn, und war Jehovah selbst in den Himmeln oder der Herr. Das Göttliche, das durch den Himmel hindurchfloß, war das göttlich Wahre oder das göttliche Gesetz, das Moses vorbildete; und das Göttliche, das durch den Himmel hindurchfließt, ist (auch) gut. Hieraus wird klar, woher es kommt, daß durch "sie sah ihn", nämlich den Sohn, "daß er gut (war)", bezeichnet wird die Wahrnehmung, daß es durch den Himmel (gekommen). 6721. "Und verbarg ihn drei Monate", 2. Mose 2/2, bedeutet die volle Zeit, wo es nicht zum Vorschein kam. Dies erhellt aus der Bedeutung von Verborgenwerden, sofern es heißt, nicht erscheinen; und aus der Bedeutung von drei Monaten, sofern es das Volle der Zeit und das Volle des Zustands bezeichnet. Daß drei das Volle bezeichnet, oder eine ganze Periode vom Anfang bis zum Ende, sehe man Nr. 2788, 4495, und daß der Monat oder der Tag und das Jahr die Zeit und den Zustand bezeichnen: Nr. 2788; daher nach drei Monaten ist ein neuer Zustand. 6722. "Und sie konnte ihn nicht mehr verbergen", 2. Mose 2/3, bedeutet die Zeit, wenn es erscheinen mußte. Dies erhellt aus der Bedeutung von Verborgenwerden, sofern es heißt, nicht erscheinen, wovon Nr. 6721, daher ist nicht mehr verborgen werden soviel als erscheinen. Daß es die Zeit bedeutet, wenn es erscheinen mußte, hat den Grund, weil durch die drei Monate, wo er verborgen war, das Volle der Zeit vom Anfang bis zum Ende bezeichnet wurde, man sehe Nr. 6721. 6723. "Und nahm für ihn ein Kästchen von Schilfrohr", 2. Mose 2/3, bedeutet das Geringe, das ringsumher, aber dennoch vom Wahren abgeleitet (war). Dies erhellt aus der Bedeutung des Kästchens oder Lädchens, sofern es das bezeichnet, was ringsumher ist, oder das, worin etwas eingeschlossen ist, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Schilfrohrs, sofern es das Geringe, aber dennoch vom Wahren Abgeleitete ist. Daß das Schilfrohr das Geringe bedeutet, ist klar; daß es das vom Wahren Abgeleitete ist, hat den Grund, weil das Schilfrohr dies bedeutet, wie zu sehen ist bei Jes.18/1: "Wehe dem Lande, das beschattet mit Flügeln, das jenseits der Ströme Kuschs, der Gesandte ins Meer schickt, und in Gefäßen von Schilf auf dem Angesichte der Wasser": das Land, das beschattet mit Flügeln, für die Kirche, die durch Vernunftschlüsse aus Wißtümlichem sich verfinstert; jenseits der Ströme Kuschs, bedeutet, zu Kenntnissen, durch die sie falsche Grundsätze begründen: Nr. 1164; Gesandte schicken ins Meer, bedeutet, Wißtümliches um Rat fragen: Nr. 28; in Gefäßen von Schilf auf dem Angesichte der Wasser, bedeutet die geringsten Aufnahmegefäße des Wahren. Im entgegengesetzten Sinn, bei Jes.35/7: "Der dürre Ort wird zum See werden, und der Durstige zu Wasserquellen, Gras für Rohr und Schilf": Gras für Rohr und Schilf, bedeutet das wißtümlich Wahre werde anstatt solcher Dinge sein, worin nichts Wahres ist. Daß Gras das wißtümlich Wahre ist, erhellt aus den Stellen im Wort, wo es genannt wird. Weil vorgesehen wurde, daß Moses den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes oder des Wortes, insbesondere in Ansehung des historischen Wortes vorbilden sollte, deswegen geschah es, daß er als Kind in ein Kästchen oder Lädchen gelegt wurde, aber in ein Geringes, weil im ersten Entstehen, und weil das darin Enthaltene nur vorbildlich war. Daß aber nachher das göttliche Gesetz selbst, nachdem es vom Berg Sinai ausgestrahlt hatte, in eine Lade gelegt wurde, welche die Lade des Zeugnisses genannt wurde; und daß inwendig in die Lade das göttliche Gesetz gelegt worden ist, sehe man 2. Mose 40/20; 1.Kön.8/9; wie auch 5. Mose 31/24-26. Daher war die Lade höchst heilig, weil sie das Göttlich-Menschliche des Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes vorbildete; denn vom Göttlich-Menschlichen des Herrn geht das göttliche Gesetz oder das göttlich Wahre aus, und dieses ist dasselbe wie das Wort bei Joh.1/1,14: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; und das Wort ward Fleisch, und wohnte bei uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater": und weil die Lade jenes Hochheilige vorbildete, wurde auf die Lade der Gnadenstuhl mit den Cherubim gestellt; und neben den Vorhang desselben der Leuchter mit den Kerzen, und der goldene Tisch mit den Broten, welche beide Stücke die göttliche Liebe bezeichneten. Dies ist nun der Grund, warum Moses als Kind, weil er das göttliche Gesetz vorbilden sollte, in eine kleine Lade gelegt wurde. 6724. "Und verklebte es mit Erdharz und Pech", 2. Mose 2/3, bedeutet das Gute, vermischt mit Bösem und Falschem. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erdharzes, sofern es das mit Bösem vermischte Gute bezeichnet; und aus der Bedeutung des Pechs, sofern es das mit Falschem vermischte Gute bezeichnet. Daß Erdharz und Pech diese Bedeutung haben, kommt daher, weil sie an sich feurig sind, und durch das Feurige wird im Wort das Gute, und im entgegengesetzten Sinn das Böse bezeichnet. Weil sie aber schwefelig sind und auch schwarz, bedeuten sie das Böse und Falsche; wie Jes.34/8,9: "Der Tag der Rache Jehovahs, es werden verwandelt werden ihre Gießbäche in Pech, und ihr Staub in Schwefel, und ihr Land wird werden zu brennendem Pech": Pech und Schwefel für Falsches und Böses. Daher nun kommt es, daß durch "sie verklebte es mit Erdharz und Pech", bezeichnet wird das Gute, vermischt mit Bösem und Falschem. Was die Sache selbst betrifft, daß nämlich um das göttlich Wahre her das mit Bösem und Falschem vermischte Gute und Wahre war, kann niemand verstehen, wenn er nicht weiß, wie es mit der Besserung des Menschen sich verhält. Wenn derselbe gebessert wird, so wird er in Ansehung seines Inwendigen vom Herrn im Guten und Wahren gehalten, aber in Ansehung des Äußeren wird er in sein Böses und Falsches hineinversetzt, folglich unter höllische Geister, die in diesem Bösen und Falschen sind. Diese schweben umher, und legen es darauf an, ihn auf alle Weise zu verderben; aber das Gute und Wahre, das durch das Inwendige einfließt, stellen ihn so sicher, daß die höllischen Geister gar keinen Schaden zufügen können; denn was im Inneren wirkt, ist unendlich mächtiger als das, was vom Äußeren einwirkt, denn das Inwendigere wirkt, weil es reiner ist, auf das einzelne und selbst auf die kleinsten Teile des Auswendigeren, und hierdurch ordnet es das Äußere nach seinem Belieben. Aber alsdann muß Gutes und Wahres im Äußeren sein, in dem der Einfluß vom Inwendigen her haften kann. Auf solche Weise kann das Gute unter Bösem und Falschem sich befinden, und dennoch sicher sein. In diesen Zustand wird jeder versetzt, der umgebildet wird; hierdurch wird das Böse und Falsche, in dem er ist, entfernt, und Gutes und Wahres an dessen Statt eingepflanzt. Wenn man dieses Geheimnis nicht weiß, so kann man durchaus nicht erkennen, weshalb um das göttlich Wahre her beim Menschen das Gute mit Bösem und Falschem vermischt ist, was bezeichnet wird durch das Erdharz und Pech, womit die kleine Lade, in die das Kind gelegt worden, verklebt war. Ferner muß man wissen, daß das Gute mit Bösem und Falschem zwar vermischt werden kann, aber darum doch nicht verbunden wird, denn das eine flieht das andere, und nach dem Gesetz der Ordnung trennen sie sich voneinander; denn das Gute gehört dem Himmel an, und das Böse und Falsche gehört der Hölle an. Wie daher der Himmel und die Hölle getrennt sind, so trennt sich auch alles und jedes, was daher kommt, voneinander. 6725. "Und legte das Kind hinein", 2. Mose 2/3, bedeutet, inwendigst darin sei das göttliche Gesetz in seinem Ursprung. Dies erhellt aus der Bedeutung von hineinlegen, sofern es soviel ist, als inwendigst in demselben, weil es in dem Kästchen war; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz im Folgenden bezeichnet, worüber hier das göttliche Gesetz in seinem Ursprung, weil er noch ein Kind war. 6726. "Und setzte jenes in das Schilf am Ufer des Stroms", 2. Mose 2/3, bedeutet zuerst unter falsches Wißtümliches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schilfs, sofern es das Wißtümliche bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Stroms Ägyptens, sofern er das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 6693. Wie es sich damit verhält, daß diejenigen, die ins göttlich Wahre eingeführt werden, zuerst unter Falsches versetzt werden, sehe man Nr. 6724. Schilf (alga, Seetang) bezeichnet das Wißtümliche, weil jedes Kraut im Wort irgendeine Art des Wißtümlichen bedeutet; das Schilf am Ufer eines Stroms das geringe Wißtümliche, wie auch bei Jes.19/6: "Zurücktreten werden die Ströme, und es werden ausgetrocknet werden die Flüsse Ägyptens, Rohr und Schilf werden verwelken": Ströme für das, was der Einsicht angehört: Nr. 2702, 3051; es werden vertrocknet werden die Flüsse Ägyptens, für das, was dem Wissen angehört; Rohr und Schilf bedeutet das unterste Wißtümliche, das sinnlicher Art ist. Schilf bedeutet (auch) falsches Wißtümliches, bei Jonas 2/6: "Umgeben haben mich die Wasser bis an die Seele, der Abgrund umfing mich, Schilf war gebunden an mein Haupt". In dieser prophetischen Stelle wird der Zustand der Versuchungen beschrieben; die Wasser, die umgaben bis zur Seele, sind das Falsche; daß Wasserfluten Versuchungen und Verödungen bezeichnen, sehe man Nr. 705, 739, 790, 5725; der Abgrund, der umfing, ist das Böse des Falschen; Schilf war gebunden an das Haupt, bedeutet, falsches Wißtümliches umlagerte das Wahre und Gute. So verhält es sich im Zustand der Verödungen. 6727. "Und seine Schwester stand von ferne, zu erkennen, was mit ihm geschehen würde", 2. Mose 2/4, bedeutet das Wahre der Kirche (sei noch) ferne davon und die Beobachtung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schwester, sofern sie das vernünftige Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1495, 2508, 2524, 2556, 3160, 3386; somit das Wahre der Kirche; denn dieses Wahre ist das vernünftig Wahre. Und aus der Bedeutung von "zu erkennen, was mit ihm geschehen würde", sofern es die Beobachtung ausdrückt. 6728. Vers 5-9: Da ging die Tochter Pharaos hinab zu baden an den Strom, und ihre Jungfrauen gingen an der Seite des Stroms, und sie sah das Kästchen in der Mitte des Schilfs, und schickte ihre Magd, und ließ es holen. Und sie öffnete es und sah das Kind, und siehe (es war) ein Knabe, der weinte; und sie erbarmte sich über ihn und sprach: Von den Kindern der Hebräer ist dieses. Da sprach seine Schwester zur Tochter Pharaos: Soll ich gehen und dir rufen ein säugendes Weib von den Hebräerinnen, daß sie dir das Kind säuge? Und die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Gehe hin; und das Mädchen ging und rief die Mutter des Kindes. Und die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Nimm zu dir dieses Kind, und säuge mir es, und ich will dir deinen Lohn geben, und das Weib nahm das Kind, und säugte es. "Da ging die Tochter Pharaos hinab" bedeutet die Religion daselbst; "zu baden an den Strom" bedeutet den Gottesdienst aus dem Falschen; "und ihre Jungfrauen gingen an der Seite des Stroms" bedeutet die Dienstleistungen bei jener aus dem Falschen stammenden Religion; "und sie sah das Kästchen in der Mitte des Schilfs" bedeutet die Wahrnehmung des Wahren, das (noch) gering war, unter dem falschen Wißtümlichen; "und schickte ihre Magd" bedeutet den Dienst; "und ließ es holen" bedeutet Wißbegierde; "und sie öffnete es und sah das Kind" bedeutet die Erforschung, wie beschaffen es sei, und die Wahrnehmung, daß es Wahres aus dem Göttlichen sei; "und siehe (es war) ein Knabe, der weinte" bedeutet die Traurigkeit; "und sie erbarmte sich über ihn" bedeutet die Mahnung vom Göttlichen; "und sprach: Von den Kindern der Hebräer ist dieses" bedeutet, es komme von der Kirche selbst her; "da sprach seine Schwester zur Tochter Pharaos" bedeutet das Wahre der Kirche neben der Religion daselbst; "soll ich gehen und dir rufen ein säugendes Weib von den Hebräerinnen" bedeutet das Innewerden, daß ihm das Gute von der Kirche selbst eingeflößt werden sollte; "und die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Gehe hin" bedeutet die Einwilligung von seiten der Religion daselbst; "und das Mädchen ging und rief die Mutter des Kindes" bedeutet das Wahre des Guten der Kirche, sofern es das, was der Kirche angehört, beibrachte; "und die Tochter Pharaos sprach zu ihr" bedeutet die Einwilligung von seiten der Religion daselbst; "nimm zu dir dieses Kind" bedeutet, sie solle es sich beigesellen; "und säuge mir es" bedeutet, sie solle ihm das mit der Religion übereinstimmende Gute einflößen; "und ich will dir deinen Lohn geben" bedeutet die Vergeltung; "und das Weib nahm das Kind, und säugte es" bedeutet, daß ihm das Gute von der Kirche eingeflößt wurde. 6729. "Da ging die Tochter Pharaos hinab", 2. Mose 2/5, bedeutet die Religion daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter, sofern sie die Neigung zum Wahren und Guten, und daher die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 2362, 3963; und im entgegengesetzten Sinn die Neigung zum Falschen und Bösen, und daher die Religion, die sich daraus bildet: Nr. 3024, hier die Religion aus falschem Wißtümlichen, weil es die Tochter Pharaos war, denn durch Pharao wird hier das falsche Wißtümliche vorgebildet: Nr. 6651, 6679, 6683, 6692. Daß durch Töchter im Wort Kirchen bezeichnet werden, kann aus jenen sehr vielen Stellen erhellen, wo die Kirche die Tochter Zions und die Tochter Jerusalems genannt wird, und daß auch durch Töchter die Religionen mehrerer Völkerschaften, die falsch waren, bezeichnet werden, wird auch aus den Stellen klar, wo sie Töchter genannt werden, wie die Tochter von Tyrus: Ps.45/13; die Tochter Edoms: Jerem.Klagel.4/22; die Tochter der Chaldäer und Babels: Jes.47/1,5; Jerem.50/41,42; 51/33; Sach.2/11; Ps.137/8; die Tochter der Philister: Hes.16/27,57; die Tochter von Tharschisch: Jes.23/10. Die Tochter Ägyptens bei Jerem.46/11,19,24: "Gehe hinauf gen Gilead, und hole Balsam, du Jungfrau, Tochter Ägyptens; Wandergeräte mache dir, du Einwohnerin, Tochter Ägyptens; zuschanden worden ist die Tochter Ägyptens, gegeben in die Hand des Volkes der Mitternacht": die Tochter Ägyptens bedeutet die Neigung über die Glaubenswahrheiten zu vernünfteln, ob es sich so verhalte, aus Wißtümlichem, während die Verneinung vorwaltet, somit (bedeutet sie) die Religion, die daraus hervorgeht, und die von der Art ist, daß man nichts glaubt als das Falsche. 6730. "Zu baden an den Strom", 2. Mose 2/5, bedeutet den Gottesdienst aus dem Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von baden, sofern es die Reinigung von geistigem Schmutz bezeichnet, wovon Nr. 3147, daher ist es der Gottesdienst, weil der Gottesdienst die Reinigung zum Zweck hat; und aus der Bedeutung des Stroms von Ägypten, sofern er das Falsche ist, wovon Nr. 6093. 6731. "Und ihre Jungfrauen gingen an der Seite des Stroms", 2. Mose 2/5, bedeutet die Dienstleistungen bei jener aus dem Falschen stammenden Religion. Dies erhellt aus der Bedeutung der Jungfrauen, sofern sie Dienstleistungen bezeichnen, denn wenn die Tochter Pharaos die Religion bedeutet, so bedeuten ihre Jungfrauen die Dienstleistungen bei jener Religion; und aus der Bedeutung des Stroms, sofern er das Falsche ist, wie Nr. 6730; somit sind es die Dienstleistungen bei jener aus dem Falschen gebildeten Religion, die durch die an der Seite des Stroms gehenden Jungfrauen bezeichnet werden. 6732. "Und sie sah das Kästchen in der Mitte des Schilfs", 2. Mose 2/5, bedeutet die Wahrnehmung des Wahren, das gering war unter dem falschen Wißtümlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es eine Wahrnehmung ist, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; aus der Bedeutung des Kästchens von Schilfrohr, sofern es etwas Geringes, aber doch von der Wahrheit Abgeleitetes ist, wovon Nr. 6723, somit das Wahre, das gering ist; und aus der Bedeutung des Schilfs, sofern es das falsche Wißtümliche ist, wovon Nr. 6726. Somit bedeutet "in der Mitte des Schilfs": unter diesem Wißtümlichen. Wie sich dieses verhält, ist oben erklärt worden. 6733. "Und schickte ihre Magd", 2. Mose 2/5, bedeutet den Dienst. Dies erhellt ohne Erklärung. 6734. "Und ließ es holen", 2. Mose 2/5, bedeutet die Wißbegierde. Dies kann erhellen aus der Bedeutung von "es holen lassen", nämlich das Kästchen, als sie wahrnahm, daß einiges Wahre, das gering war, unter dem Wißtümlichen sei: Nr. 6732, sofern es eine Wißbegierde bezeichnet, nämlich zu erfahren, von welcher Art dieses Wahre sei. 6735. "Und sie öffnete es, und sah das Kind", 2. Mose 2/6, bedeutet die Erforschung, wie beschaffen es sei, und die Wahrnehmung, daß es Wahres vom Göttlichen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von öffnen, sofern es heißt erforschen wie beschaffen es sei; denn wer öffnet, um zu sehen, was und wie beschaffen es sei, der erforscht; aus der Bedeutung von sehen, sofern es ein Wahrnehmen ist, wovon Nr. 6732; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der hier unter dem Kind (gemeint ist), sofern er das göttliche Gesetz oder das göttlich Wahre bezeichnet, wovon im Folgenden; somit das Wahre vom Göttlichen. 6736. "Und siehe (es war) ein Knabe, der weinte", 2. Mose 2/6, bedeutet die Traurigkeit. Dies erhellt ohne Erklärung. 6737. "Und sie erbarmte sich über ihn", 2. Mose 2/6, bedeutet die Mahnung vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich erbarmen, sofern es einen Einfluß der Liebtätigkeit vom Herrn bezeichnet, denn wenn jemand aus Liebtätigkeit einen im Elend sieht, wie hier die Tochter Pharaos das Kind im Kästchen von Schilfrohr und weinend (sah), so äußert sich ein Erbarmen, und weil dieses vom Herrn stammt, so ist es eine Mahnung. Diejenigen, die ein Innewerden besitzen, erkennen auch wirklich, wenn sie sich erbarmen, daß sie vom Herrn gemahnt werden, Hilfe zu bringen. 6738. "Und sprach: Von den Kindern der Hebräer ist dieses", 2. Mose 2/6, bedeutet, es gehöre der Kirche selbst an. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hebräer, sofern sie das bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 6675, 6684; somit bedeuten die Kinder der Hebräer die Angehörigen der Kirche selbst. Daß die Hebräer dasjenige bedeuten, was der Kirche angehört, hat den Grund, weil mit dem Aufhören der Alten Kirche die hebräische Kirche anfing, welche die Zweite Alte Kirche war. Diese Kirche behielt vieles von den Vorbildern und Bezeichnungen der Alten Kirche bei, und erkannte auch den Jehovah an. Daher kommt es, daß durch die Hebräer die Kirche bezeichnet wird. Über die hebräische Kirche sehe man Nr. 1238, 1241, 1343, 4516, 4517, 4874, 5136. 6739. "Da sprach seine Schwester zur Tochter Pharaos", 2. Mose 2/7, bedeutet das Wahre der Kirche neben der Religion daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schwester, sofern sie das Wahre der Kirche ist, wovon Nr. 6727; und aus der Bedeutung der Tochter Pharaos, sofern sie die Religion ist, wovon ebenfalls Nr. 6729; "neben" wird dadurch bezeichnet, daß sie zugegen war, als die Tochter Pharaos das Kästchen öffnete. 6740. "Soll ich gehen und dir rufen ein säugendes Weib von den Hebräerinnen", 2. Mose 2/7, bedeutet das Innewerden, daß ihm das Gute von der Kirche selbst eingeflößt werden sollte. Dies erhellt aus der Bedeutung des säugenden Weibes, sofern sie die Einflößung des Guten bezeichnet, wovon Nr. 4563, denn durch die Milch, welche die Säugende einflößt, wird das Gute des Wahren, oder was dasselbe, das geistig Himmlische (coeleste spirituale) bezeichnet: Nr. 2184; und aus der Bedeutung der Hebräerinnen, sofern sie das bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 6675, 6684; daß es das Innewerden ist (es sollte das Gute von daher eingeflößt werden) wird dadurch bezeichnet, daß sie sprach: Soll ich gehen und rufen?, denn im inneren Sinn wird das Wahre des Guten verstanden, das ein Innewerden hat, im Buchstabensinn aber wird ein Mädchen verstanden, das kein Innewerden hat. Daß die Säugamme die Einflößung des Guten bezeichnet, erhellt auch bei Jes.49/22,23: "Herbringen werden sie deine Söhne im Busen, und deine Töchter werden auf der Schulter herzugetragen werden; und Könige werden deine Ernährer sein, und ihre Frauen deine Säugammen": Könige als Ernährer bedeuten die Einflößung des Wahren, das der Einsicht angehört; Frauen als Säugammen die Einflößung des Guten, das der Weisheit angehört. Jes.60/4: "Erhebe deine Augen ringsumher und siehe, alle werden versammelt, sie kommen zu dir; deine Söhne kommen aus der Ferne, und deine Töchter werden zur Seite von Säugammen herzugetragen": Söhne, die aus der Ferne kommen, bedeuten die Wahrheiten bei den Heiden, von denen, weil sie ferne vom Wahren der Kirche sind, gesagt wird, daß sie aus der Ferne kommen; Töchter, die zur Seite von den Säugammen herzugetragen werden, bedeuten das Gute, das fortwährend eingeflößt wird; denn Töchter bezeichnen Gutes, und Säugammen die, welche es einflößen. 6741. "Und die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Gehe hin", 2. Mose 2/8, bedeutet die Einwilligung von seiten der Religion daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter Pharaos, sofern sie die Religion bezeichnet, worüber Nr. 6729. Daß es die Einwilligung bedeutet, erhellt ohne Erklärung. 6742. "Und das Mädchen ging und rief die Mutter des Kindes", 2. Mose 2/8, bedeutet das Wahre des Guten der Kirche, sofern es das der Kirche Angehörige beibrachte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mädchens, sofern es das Wahre des Guten der Kirche bezeichnet, worüber folgt; aus der Bedeutung von rufen, sofern es heißt, beibringen; denn der Grund, warum das Mädchen rief, war, daß sie herbeibringen möchte; und aus der Bedeutung der Mutter, sofern sie die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 289, 2691, 2717, 5581, somit auch das der Kirche Angehörige. Im Wort wird der Name Jungfrau und auch Mädchen gebraucht, aber letzteres nur selten mit dem Wort, womit es hier im Grundtext bezeichnet ist. Jungfrau bezeichnet das Gute, das der himmlischen Kirche angehört, Mädchen aber das Wahre des Guten, das der geistigen Kirche angehört. Ps.68/25,26: "Sie sahen deine Gänge, Gott, die Gänge meines Gottes, meines Königs, im Heiligtum; voraus gingen die Sänger, hernach die Saitenspieler, inmitten der paukenden Mädchen". Alle in diesem Vers vorkommenden Worte werden von den Wahrheiten des Guten gesagt, die der geistigen Kirche angehören. Daß Gott gesagt wird, wo vom Wahren die Rede ist, sehe man Nr. 2769, 2807, 2822, 4402; daß der König das Wahre bezeichnet: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; daß die Sänger von den Wahrheiten gesagt werden, die der geistigen Kirche angehören: Nr. 418, 419, 420; die Paukenden vom geistig Guten: Nr. 4138. Hieraus kann man merken, daß die Mädchen Wahrheiten des Guten bezeichnen, die der geistigen Kirche angehören. 6743. "Und die Tochter Pharaos sprach zu ihr", 2. Mose 2/9, bedeutet die Einwilligung von seiten der Religion daselbst. Dies ist klar, denn sie gab das Kind der Mutter, daß sie es säuge. Die Einwilligung von seiten jener Religion wird hier bezeichnet, wie Nr. 6741, wo die gleichen Worte. 6744. "Nimm zu dir dieses Kind", 2. Mose 2/9, bedeutet, sie solle es sich beigesellen. Dies erhellt aus der Bedeutung von zu sich nehmen, sofern es heißt beigesellen; aus der Bedeutung der Mutter, die hier unter "dir" (verstanden ist), sofern sie die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6742; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der hier das Kind ist, sofern er das göttliche Gesetz in seinem Ursprung bezeichnet, im höchsten Sinn beim Herrn, als Er sein Menschliches zum göttlichen Gesetz machte; und im bezüglichen Sinn beim Menschen, der wiedergeboren wird, wenn er ins göttlich Wahre eingeweiht wird, man sehe Nr. 6716. 6745. "Und säuge mir es", 2. Mose 2/9, bedeutet, sie solle ihm das mit der Religion übereinstimmende Gute einflößen. Dies erhellt aus der Bedeutung von säugen, sofern es heißt, das Gute einflößen, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Tochter Pharaos, sofern sie die Religion bezeichnet, wovon Nr. 6729; und weil sie sagte, sie solle es ihr säugen, so wird (dadurch) bezeichnet, sie solle (ihm) das mit der Religion übereinstimmende Gute einflößen. Daß säugen soviel ist als das Gute einflößen, wird klar aus der Bedeutung der Säugerin oder Amme, sofern sie die Einflößung des Guten bezeichnet, wovon Nr. 6740; sodann außer den dort aus dem Wort angeführten Stellen, auch aus folgenden: 5. Mose 33/19: "Die Völker werden sie auf den Berg rufen, daselbst werden sie opfern Opfer der Gerechtigkeit, weil sie den Überfluß des Meeres saugen werden, und das Verdeckte der Verborgenheiten, (d.i. die verborgenen Schätze) des Sandes": Weissagung Moses über Sebulon und Jisaschar. Die Völker auf den Berg rufen, und opfern Opfer der Gerechtigkeit, bezeichnet den Gottesdienst aus Liebe; den Überfluß des Meeres saugen, bedeutet, sie werden das wißtümlich Wahre alsdann in Menge schöpfen, oder es werde eingeflößt werden. Saugen ist hier das gleiche Wort wie gesäugt werden, auch in folgenden Stellen, bei Jes.60/15,16: "Setzen werde Ich dich zur Pracht der Ewigkeit, zur Freude für Geschlecht und Geschlecht; und saugen wirst du die Milch der Völkerschaften; ja die Brüste der Könige wirst du säugen": hier von Zion und Jerusalem, welche die himmlische Kirche bezeichnen, Zion ihr Inwendiges und Jerusalem ihr Äußeres; saugen die Milch der Völkerschaften für Einflößung des himmlisch Guten; die Brüste der Könige saugen für Einflößung des himmlisch Wahren. Jeder kann sehen, daß in diesen Worten ein Sinn verborgen liegt, der nicht im Buchstaben erscheint, und daß es etwas Heiliges ist, das in jenem Sinn verborgen liegt, weil es das göttliche Wort ist. Was sollte es sonst heißen, die Milch der Völkerschaften saugen, und die Brüste der Könige saugen? Der Sinn, der verborgen liegt, und der heilig ist, wird nur dann offenbar, wenn man weiß, was saugen, was die Milch, die Völkerschaften, die Brüste und die Könige bedeuten. Daß die Milch das Geistige des Himmlischen oder das Wahre des Guten ist, sehe man Nr. 2184; daß die Völkerschaften das Gute im Gottesdienst bezeichnen: Nr. 1259; 1260, 1416, 1849, 6005; daß die Brüste die Neigungen zum Guten und Wahren bedeuten: Nr. 6432; daß die Könige Wahrheiten bezeichnen: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; und saugen bezeichnet die Einflößung des Guten. Hieraus kann man nun erkennen, was der Sinn jener Worte ist, wenn sie auf die himmlische Kirche, die Zion und Jerusalem ist, angewandt werden; wenn Zion und Jerusalem zusammen genannt werden, dann wird durch sie die himmlische Kirche bezeichnet, durch Zion ihr Inwendiges, und durch Jerusalem ihr Äußeres, wie oben bemerkt worden; wenn aber Jerusalem ohne Zion genannt wird, dann wird meistens die geistige Kirche bezeichnet. Jes.66/11,12: "Ihr sollt saugen und satt werden aus der Brust der Tröstungen Jerusalems, und sollt ausdrücken und euch ergötzen am Glanz ihrer Herrlichkeit. Siehe, Ich breite aus über sie wie einen Strom den Frieden, und wie einen überflutenden Gießbach die Herrlichkeit der Völkerschaften, daß ihr sauget; an die Seite werdet ihr genommen und auf den Knien ergötzt werden": saugen bedeutet hier ebenfalls die Einflößung des Guten. Jerem.Klagel.4/3,4: "Auch die Walfische reichen die Brust, säugen ihre Jungen; die Tochter meines Volkes ist grausam, angeklebt ist die Zunge des Säuglings an seinem Gaumen vor Durst": die Tochter meines Volkes bedeutet die geistige Kirche; hier dieselbe als verwüstet; daß sie ihre Jungen nicht säugt, während es doch die Walfische tun, bedeutet keine Einflößung des Wahren; angeklebt ist die Zunge des Säuglings an seinem Gaumen vor Durst, bedeutet, es sei ein solcher Mangel des Wahren, daß das Ganze der Unschuld zugrunde gehe; Säugling bezeichnet die Unschuld, und der Durst den Mangel des Wahren. 6746. "Und ich will dir deinen Lohn geben", 2. Mose 2/9, bedeutet die Vergeltung. Dies erhellt ohne Erklärung. 6747. "Und das Weib nahm das Kind und säugte es", 2. Mose 2/9, bedeutet, daß ihm das Gute von der Kirche eingeflößt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern es die Kirche ist, wovon Nr. 252, 253; und aus der Bedeutung von säugen, sofern es die Einflößung des Guten ist, wovon Nr. 6745. Es ist der zweite Zustand, der hier beschrieben wird: der erste Zustand war der Zustand der Versetzung unter Böses und Falsches: Nr. 6724, der zweite hier ist der Zustand der Einflößung des Guten der Kirche. 6748. Vers 10: Und das Kind ward groß, und sie brachte es der Tochter Pharaos, und es ward ihr Sohn, und sie nannte seinen Namen Moscheh, (d.i. Moses) und sprach: denn aus den Wassern habe ich ihn gezogen. "Und das Kind ward groß" bedeutet das Wachstum durch das Gute; "und sie brachte es der Tochter Pharaos" bedeutet die Neigung zum Wißtümlichen; "und es ward ihr Sohn" bedeutet, daß ihr dadurch die ersten Wahrheiten (zuteil wurden); "und sie nannte seinen Namen Moscheh, (d.i. Moses)" bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes alsdann; "und sprach: denn aus den Wassern habe ich ihn gezogen" bedeutet die Befreiung vom Falschen. HG 6749 6749. "Und das Kind ward groß", 2. Mose 2/10, bedeutet das Wachstum durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von groß werden, sofern es das Wachstum bezeichnet. Daß durch das Gute, hat den Grund, weil es groß ward durch Säugen, und die Säugung durch eine Gebärerin die Einflößung des Guten der Kirche bezeichnet: Nr. 6745. 6750. "Und sie brachte es der Tochter Pharaos", 2. Mose 2/10, bedeutet die Neigung zum Wißtümlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Tochter Pharaos, sofern sie die Religion bezeichnet, wovon Nr. 6729, hier aber die Neigung zum Wißtümlichen, denn es ist der dritte Zustand, der in diesem Vers beschrieben wird, und dann wird durch Tochter die Neigung bezeichnet: Nr. 2362, 3963, und durch Pharao das Wißtümliche im allgemeinen: Nr. 6015, somit durch die Tochter Pharaos die Neigung zum Wißtümlichen. Es geht dies auch aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn hervor, denn weil Mose den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes vorbildet, so konnte er der Tochter Pharaos nicht gebracht und ihr Sohn werden, wenn durch sie wie früher die Religion bezeichnet würde; und außerdem ist es das Wißtümliche, das diejenigen, die wiedergeboren werden, zuerst erlernen müssen, denn dasselbe bildet die Grundlage für die Gegenstände des Verstandes, und der Verstand ist das Aufnahmegefäß für das Glaubenswahre: Nr. 6125, und das Glaubenswahre ist das Aufnahmegefäß des Guten der Liebtätigkeit. Hieraus kann erhellen, daß das Wißtümliche die erste Grundlage ist, wenn der Mensch wiedergeboren wird. Daß das Wißtümliche auch die erste Grundlage für den Herrn war; als Er Sein Menschliches zum göttlich Wahren oder zum göttlichen Gesetz machte, wird dadurch bezeichnet, daß der Herr als Kind nach Ägypten gebracht wurde: Matth.2/13,14; somit durch die Weissagung bei Hos.11/1; Matth.2/15: "Aus Ägypten habe Ich Meinen Sohn gerufen". Daß durch Ägypten das Wißtümliche bezeichnet wird, wurde öfters gezeigt; aber durch Wißtümliches wird nicht philosophisch Wißtümliches, (d.i. Kenntnisse der Weltweisheit) bezeichnet, sondern Wißtümliches der Kirche, worüber man sehe Nr. 4749, 4964, 4965, 4966, 6004. Dieses Wißtümliche ist es auch, was im echten Sinn durch Ägypten bezeichnet wird. Daß durch jenes die erste Grundlage gebildet wird, sehe man Nr. 5901. 6751. "Und es ward ihr Sohn", 2. Mose 2/10, bedeutet, daß ihr dadurch die ersten Wahrheiten (zuteil wurden). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Tochter Pharaos, die hier unter "ihr" gemeint ist, sofern sie die Neigung zum Wißtümlichen bezeichnet, wovon Nr. 6750, und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 489, 491, 533, 2623, 3373, hier das erste Wahre, denn ihr Sohn werden heißt, in den ersten Wahrheiten durch Wißtümliches sein. Die ersten Wahrheiten werden nämlich aus Wißtümlichem geboren, und so sind sie wie die Söhne von der Mutter, welche die Neigung zum Wißtümlichen ist. Daß das Wißtümliche die Grundlage für die Wahrheiten ist, die dem Verstand und dem Glauben angehören, sehe man Nr. 6750. Der Mensch schreitet in den Dingen des Glaubens, wenn er wiedergeboren wird, beinahe ebenso fort, wie er fortschreitet in den Wahrheiten des Nichtglaubens (= Wahrheiten, die nichts mit dem Glauben zu schaffen haben), wenn er ins Jünglingsalter kommt. Tritt er in dieses, dann bildet das Sinnliche die erste Grundlage, hernach das Wißtümliche und auf diesen Grundlagen erwächst nachher das Urteil, bei dem einem mehr, bei dem anderen weniger. Wenn aber der Mensch wiedergeboren wird, alsdann bilden die allgemeinen Glaubenswahrheiten oder die Elemente der Kirchenlehre die erste Grundlage, hernach die Einzelheiten der Lehre und des Glaubens, hierauf allmählich das mehr Inwendige: diese Grundlagen sind es, die (dann) vom Licht des Himmels erleuchtet werden. Hieraus entwickelt sich die Einsicht und das Innewerden des Glaubens und des Guten der Liebtätigkeit. 6752. "Und sie nannte seinen Namen Moscheh, (d.i. Moses)", 2. Mose 2/10, bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und der Benennung mit dem Namen, sofern es die Beschaffenheit ausdrückt, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421, 6674, hier die Beschaffenheit des Zustandes, weil, wenn jemand genannt wird, alsdann der Name selbst den Zustand bezeichnet: Nr. 1946, 2643, 3422, 4298. Die Beschaffenheit des Zustandes, die bezeichnet wird, ist die Beschaffenheit des Zustandes des göttlichen Gesetzes im Anfang beim Herrn, und die Beschaffenheit des Zustandes des göttlich Wahren im Anfang beim Menschen, der wiedergeboren wird. Zwei (Männer) sind es hauptsächlich, die den Herrn in Ansehung des Wortes vorbilden, nämlich Moses und Elias; Moses den Herrn in Ansehung der historischen Bücher, Elias in Ansehung der Propheten. Außerdem sind es auch Elisa, und zuletzt Johannes der Täufer, daher ist es dieser, der unter dem Elias, der kommen sollte, verstanden wird: Matth.17/10-13; Luk.1/17. Aber ehe gezeigt werden kann, daß Moses das göttliche Gesetz vorbildet, muß gezeigt werden, was das göttliche Gesetz ist. Das göttliche Gesetz im weiten Sinn bedeutet das ganze Wort; im weniger weiten Sinn bedeutet es das historische Wort; im engen das, welches durch Mose geschrieben ist; und im engsten die Zehn Gebote, die auf steinerne Tafeln auf dem Berge Sinai geschrieben wurden. Moses bildet das Gesetz im weniger weiten Sinn, ferner im engen und auch im engsten vor. Daß das Gesetz im weiten Sinn das ganze Wort, sowohl das historische, als das prophetische ist, erhellt bei Joh.12/34: "Wir haben gehört aus dem Gesetz, daß Christus (der Messias) bleibt in Ewigkeit": daß hier durch das Gesetz auch das prophetische Wort verstanden wird, ist offenbar, denn dies steht geschrieben bei Jes.9/5,6; Ps.110/4; Dan.7/13,14. Joh.15/25: "Auf daß erfüllet würde das Wort, das geschrieben ist im Gesetz: sie haben Mich gehaßt ohne Ursache", denn dies steht geschrieben bei Ps.35/19. Matth.5/18: "Wahrlich, Ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergehen, wird nicht ein Jota und ein Häkchen vergehen vom Gesetz, bis daß alles geschieht": hier (steht) Gesetz im weiten Sinn für das ganze Wort. Daß das Gesetz im weniger weiten Sinn das historische Wort ist, erhellt bei Matth.7/12: "Alles, was ihr wollet, daß euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen; denn das ist das Gesetz und die Propheten": hier wird das Wort unterschieden in das Gesetz und die Propheten, und weil das Wort in das historische und prophetische unterschieden ist, so folgt, daß durch das Gesetz verstanden wird das historische Wort, und durch die Propheten das prophetische Wort. Matth.22/40: "In diesen zwei Geboten hangen das Gesetz und die Propheten". Luk.16/16; Matth.11/13: "Das Gesetz und die Propheten (gehen) bis zu Johannes, von da an wird das Reich Gottes verkündigt". Daß das Gesetz im engen Sinn das Wort ist, das durch Mose geschrieben wurde, erhellt 5. Mose 31/24-26: "Als Mose das Schreiben der Worte dieses Gesetzes in ein Buch geendigt hatte bis zu ihrem Schlusse, gebot er den Leviten, welche die Lade Jehovahs trugen, und sprach: Nehmet das Buch dieses Gesetzes, und legt es zur Seite der Lade des Bundes Jehovahs, eures Gottes": Buch des Gesetzes für die Bücher Moses. 5. Mose 28/58,61: "Wenn du nicht darauf hältst, zu tun alle Worte dieses Gesetzes, die geschrieben sind in diesem Buch, so wird Jehovah alle Krankheit und alle Plage, die nicht geschrieben sind im Buch dieses Gesetzes, feierlich schicken über dich, bis du verderben wirst". Ps.1/2: "Am Gesetz Jehovahs hat er sein Wohlgefallen, und in Seinem Gesetz sinnet er Tag und Nacht": Gesetz Jehovahs für die Bücher Mose, denn es gab noch keine prophetischen Bücher und keine historischen, nur das Buch Josua und der Richter (war vorhanden). Außerdem in den Stellen, wo gesagt wird das Gesetz Moses, wovon im gleich Folgenden. Daß das Gesetz im engsten Sinn die Zehn Gebote sind, die auf steinerne Tafeln auf dem Berg Sinai geschrieben wurden, ist bekannt, man sehe Jos.8/32; aber dieses Gesetz wird auch das Zeugnis genannt: 2. Mose 25/16,21. Daß Moses das Gesetz im weniger weiten Sinn oder das historische Wort, dann auch das Gesetz im engen und auch im engsten (Sinn) vorbildet, erhellt aus denjenigen Stellen, wo statt des Gesetzes gesagt wird Moses, und wo das Gesetz genannt wird das Gesetz Moses, wie Luk.16/29,31: "Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten, sie sollen dieselben hören; wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand von den Toten auferstünde": hier wird durch Mose und die Propheten das gleiche bezeichnet, was durch das Gesetz und die Propheten, nämlich das historische und das prophetische Wort. Hieraus wird klar, daß Moses das Gesetz oder historische Wort bezeichnet. Luk.24/27: "Jesus begann von Mose und von allen Propheten, und erklärte in allen Schriften, was auf Ihn sich bezog". Luk.24/44: "Es muß alles erfüllt werden, was geschrieben ist im Gesetz Mose und den Propheten und Psalmen von Mir". Joh.1/46: "Philippus sprach: Von Dem Mose im Gesetz geschrieben hat, Den haben wir gefunden, Jesum". Joh.8/5: "Im Gesetz hat Moses uns geboten". Dan.9/11,13: "Herabgekommen ist auf uns der Fluch und Schwur, der geschrieben ist im Gesetz Mose, des Knechtes Gottes, weil wir gesündigt haben an Ihm. Wie geschrieben steht im Gesetz Mose: alles Böse ist gekommen auf uns". Jos.8/32: "Josua schrieb auf den Stein des Altars eine Abschrift des Gesetzes Mose": Gesetz Mose wird gesagt, weil durch Mose der Herr vorgebildet wird in Ansehung des Gesetzes, d.h. in Ansehung des Wortes, im weniger weiten Sinn in Ansehung des historischen Wortes; daher kommt es, daß dem Mose zugeschrieben wird, was des Herrn ist, wie bei Joh.7/19,22,23: "Moses hat euch das Gesetz gegeben; Moses hat euch die Beschneidung gegeben; wenn ein Mensch die Beschneidung empfängt am Sabbath, so daß das Gesetz Mose nicht aufgelöst wird". Mark.7/10: "Moses hat gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter". Mark.10/4,5: "Jesus antwortete und sprach zu ihnen: was hat euch Moses geboten? Sie sprachen: Moses hat zugelassen einen Scheidebrief zu schreiben und wegzuschicken". Und weil der Vorbildung wegen dem Mose zugeschrieben wird, was des Herrn ist, wird sowohl das Gesetz Mose, als das Gesetz des Herrn gesagt bei Luk.2/22-24,39: "Als erfüllt waren die Tage ihrer Reinigung, nach dem Gesetz Mose, brachten sie Ihn gen Jerusalem, daß sie Ihn dem Herrn darstellten, wie geschrieben ist im Gesetz des Herrn, daß jedes Männlein, das den Mutterleib eröffnet, ein dem Herrn Heiliges genannt werden soll, und daß sie geben das Opfer, nach dem geschrieben steht im Gesetz des Herrn, ein paar Turteltauben, und zwei junge Tauben". Weil Mose das Gesetz vorbildete, durfte er hineingehen zum Herrn auf dem Berg Sinai, und nicht bloß die Tafeln des Gesetzes dort in Empfang nehmen, sondern auch die Satzungen und Rechte des Gesetzes hören, und dieselben dem Volk befehlen; und wird auch gesagt, daß sie deshalb an Mose glauben sollten in Ewigkeit: 2. Mose 19/9: "Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich werde kommen zu dir im Nebel der Wolke, auf daß das Volk höre, wann Ich reden werde zu dir, und auch an dich glauben in Ewigkeit": im Nebel der Wolke wird gesagt, weil durch die Wolke das Wort im Buchstaben verstanden wird, daher auch als Moses hineinging zum Herrn auf dem Berg Sinai, gesagt wird, er sei hineingegangen in die Wolke: 2. Mose 20/18; 24/2,18; 34/2-5; daß die Wolke den buchstäblichen Sinn des Wortes bezeichnet, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, sodann Nr. 4060, 4391, 5922, 6343 E. Und weil er das Gesetz oder das Wort vorbildete, darum hat auch, als er vom Berg Sinai herabkam die Haut seiner Angesichte gestrahlt, wenn er redete; und er tat auf sein Angesicht eine Hülle: 2. Mose 34/28-35. Das Strahlen des Angesichtes bedeutete das Inwendige des Gesetzes, denn dieses ist im Licht des Himmels, und darum wird es Herrlichkeit genannt: Nr. 5922, und die Hülle bedeutet das Äußere des Gesetzes. Daß er das Angesicht verhüllte, wenn er mit dem Volk redete, hatte den Grund, weil ihm das Inwendige verdeckt war, und jenem Volk so verdunkelt, daß sie kein Licht davon aushalten konnten. Daß Angesicht das Inwendige bezeichnet, sehe man Nr. 1999, 2434, 3527, 3573, 4066, 4796-4805, 5102, 5695. Weil durch Mose der Herr vorgebildet wurde in Ansehung des historischen Wortes, und durch Elias der Herr in Ansehung des prophetischen Wortes, deswegen erschienen, als der Herr verklärt wurde, "Moses und Elias mit Ihm redend": Matth.17/3, und es konnten keine anderen mit dem Herrn, da in der Welt Sein Göttliches erschien, reden, als die, welche das Wort vorbildeten, denn das Reden mit dem Herrn geschieht durch das Wort. Daß Elias den Herrn in Ansehung des Wortes vorbildete, sehe man Nr. 2762, 5247 E. Und weil beide, sowohl Moses als Elias, miteinander das ganze Wort vorbildeten, deswegen werden, wo von Elias die Rede ist, daß er vor dem Herrn hergesandt werden sollte, beide erwähnt: Mal.3/22-24: "Gedenket des Gesetzes Mose, Meines Knechts, das Ich ihm geboten habe in Horeb für das ganze Israel, der Satzungen und Rechte. Siehe, Ich sende euch Elias den Propheten, ehe kommt der große und schreckliche Tag Jehovahs": diese Worte schließen in sich, daß einer vorhergehen werde, der Seine Ankunft gemäß dem Worte ankündigen sollte. 6753. "Und sprach: Denn aus den Wassern habe ich ihn gezogen", 2. Mose 2/10, bedeutet die Befreiung vom Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wasser, hier der Wasser des Stroms Ägyptens, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 6693; und aus der Bedeutung von herausziehen, sofern es die Befreiung ausdrückt. In diesen Worten ist die Beschaffenheit des Zustands enthalten, die durch den Namen Mose bezeichnet wird. Diese Beschaffenheit schließt im höchsten Sinn in sich, daß der Herr, um das göttliche Gesetz in Ansehung des Menschlichen zu werden, (Sich) von allem Falschen befreite, was Seinem Menschlichen von der Mutter her anklebte, und zwar bis dahin, daß Er das göttliche Gesetz, d.h. das göttlich Wahre selbst wurde, und hernach, als Er verherrlicht worden, wurde Er das göttlich Gute, welches das Sein des göttlich Wahren ist, oder Jehovah. 6754. Vers 11-14: Und es geschah in jenen Tagen, da Mose groß ward, ging er hinaus zu seinen Brüdern, und sah ihre Lasten; und er sah einen ägyptischen Mann, der schlug einen hebräischen Mann von seinen Brüdern. Und er blickte hin und her, und sah, daß kein Mann da war, und schlug den Ägypter, und verbarg ihn im Sand. Und er ging aus am anderen Tag, und siehe, zwei hebräische Männer zankten miteinander, und er sprach zum Ungerechten: Warum schlägst du deinen Genossen? Der aber sprach: Wer hat dich gesetzt zum Obersten und Richter über uns? Gedenkst du mich zu töten, wie du den Ägypter getötet hast? Da fürchtete sich Mose, und sprach: Fürwahr, die Sache ist bekannt geworden. "Und es geschah in jenen Tagen, da Mose groß ward" bedeutet, während jene Zustände fortdauerten, und ein Wachstum in wißtümlichen Wahrheiten (stattfand); "ging er hinaus zu seinen Brüdern" bedeutet die Verbindung mit den Wahrheiten der Kirche; "und sah ihre Lasten" bedeutet die Wahrnehmung, daß sie von Falschem angefochten wurden; "und er sah einen ägyptischen Mann der schlug einen hebräischen Mann" bedeutet das entfremdete Wißtümliche, welches das Wahre der Kirche zu zerstören suchte; "von seinen Brüdern" bedeutet, mit denen er verbunden war; "und er blickte hin und her, und sah, daß kein Mann da war" bedeutet die Vorsicht, ob er sicher sei; "und schlug den Ägypter" bedeutet, er zerstörte das entfremdete Wißtümliche; "und verbarg ihn im Sand" bedeutet, er schaffte es dahin, wo Falsches; "und er ging aus am anderen Tag" bedeutet abermals Verbindung mit der Kirche; "und siehe, zwei hebräische Männer zankten miteinander" bedeutet die Wahrnehmung, daß sie innerhalb der Kirche miteinander stritten; "und er sprach zum Ungerechten: Warum schlägst du deinen Genossen?" bedeutet das Schelten, daß einer des anderen Glauben zerstören wolle; "der aber sprach: Wer hat dich gesetzt zum Obersten und Richter über uns?" bedeutet das Innewerden, er sei in den Wahrheiten der Kirche noch nicht so weit gekommen, daß er die Streitigkeiten innerhalb der Kirche schlichten könnte; "gedenkst du mich zu töten?" bedeutet, willst du meinen Glauben zerstören? "wie du den Ägypter getötet hast?" bedeutet, wie du das Falsche zerstört hast; "da fürchtete sich Mose, und sprach: Fürwahr, die Sache ist bekannt geworden" bedeutet, er sei unter entfremdetem Wißtümlichen, und noch nicht so in den Wahrheiten, daß er sicher wäre. 6755. "Und es geschah in jenen Tagen, da Mose groß ward", 2. Mose 2/11, bedeutet, während jene Zustände fortdauerten und ein Wachstum in wißtümlichen Wahrheiten (stattfand). Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage, sofern sie Zustände bezeichnen, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850; es geschah in jenen Tagen, heißt daher: während jene Zustände fortdauerten; und aus der Bedeutung von groß werden, sofern es ein Wachstum ausdrückt, wie Nr. 6749; daß es ein Wachstum in wißtümlichen Wahrheiten ist, wird aus dem klar, was Nr. 6751 erklärt wurde. 6756. "Ging er hinaus zu seinen Brüdern", 2. Mose 2/11, bedeutet die Verbindung mit den Wahrheiten der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder, sofern sie die Wahrheiten der Kirche bezeichnen, worüber folgt; und aus der Bedeutung von hinausgehen zu ihnen, sofern es heißt, mit ihnen sich verbinden. Was die Brüder betrifft, so bedeuten sie bald Gutes, bald Wahres der Kirche: wo von der himmlischen Kirche die Rede ist, bedeuten sie Gutes, und wenn von der geistigen Kirche die Rede ist, bedeuten sie Wahres. Der Grund ist, weil die himmlische Kirche im Guten ist, die geistige Kirche aber im Wahren; und weil in den alten Zeiten sich alle, (auch) die der Kirche angehörten, Brüder nannten. Die Angehörigen der geistigen Kirche nannten sich zwar Brüder aus dem Guten: Nr. 3803; aber die Menschen der inwendigen Kirche taten dies mit Unterschied, je nach der Beschaffenheit des Guten, somit gemäß den Wahrheiten, denn das Gute hat seine Beschaffenheit von den Wahrheiten. Späterhin, als die Kirche vom Guten und daher auch vom Wahren sich entfernte, haben sie nicht mehr aus geistiger Blutsfreundschaft und Verwandtschaft, die sich auf die Liebtätigkeit und den Glauben beziehen, einander Brüder genannt, sondern nur aus natürlicher Blutsfreundschaft und Verwandtschaft, wie auch aus Freundschaft; und sie fingen auch an, es übel zu nehmen, wenn ein Geringerer sie Brüder nannte; der Grund war, weil sie die Verwandtschaften aus geistigem Ursprung für gering oder nichts achteten, hingegen sehr hoch und vor allem die Verwandtschaften aus natürlichem und bürgerlichem Ursprung. Daß die Wahrheiten der Kirche Brüder heißen, erhellt daraus, daß die Söhne Jakobs die Wahrheiten der Kirche in Zusammenfassung vorbildeten: Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512. Daß man sich in den alten Zeiten Brüder hieß wegen geistiger Verwandtschaft, hat den Grund, weil die neue Geburt oder Wiedergeburt Blutsfreundschaften und Verwandtschaften bewirkte im höheren Grad als die natürliche Geburt; und weil sie von einem Vater her den Ursprung hat, nämlich vom Herrn. Daher kommt es, daß die Menschen nach dem Tod, die in den Himmel kommen, keinen Bruder mehr, nicht einmal Mutter und Vater anerkennen, ausgenommen aufgrund des Guten und Wahren; diesen gemäß bekommen sie dort neue Bruderschaften. Daher nun kommt es, daß die Angehörigen der Kirche einander Brüder nannten. Daß die Söhne Israels alle diejenigen Brüder hießen, die von Jakob herstammten, die übrigen aber Genossen, wird klar aus folgenden Stellen: Jes.19/2: "Mengen werde ich Ägypten mit Ägypten, daß ein Mann wider den Bruder, und ein Mann wider seinen Genossen streitet". Jes.41/6: "Ein Mann hilft seinen Genossen, und spricht zu seinem Bruder, stärke dich". Jerem.9/3: "Hütet euch ein jeder vor seinen Genossen, und verlasset euch auf keinen Bruder; denn ein jeder Bruder überlistet und ein jeder Genosse verleumdet". Daß alle, die von Jakob herstammten, sich Brüder nannten: Jes.66/20: "Alsdann werden sie alle eure Brüder bringen aus allen Völkerschaften, als Geschenk für Jehovah, auf Rossen, auf Wagen und auf Sänften". 5. Mose 17/15: "Setzen sollst du über sie einen König, den Jehovah, dein Gott, erwählet hat; aus der Mitte deiner Brüder sollst du setzen über sie einen König; du wirst nicht können geben über sie einen fremden Mann, der nicht ihr Bruder ist". Auch die Söhne Esaus hießen sie Brüder, weil sie von Jischak herstammten: 5. Mose 2/8: "Wir gingen hinüber mit unseren Brüdern, den Söhnen Esaus, die in Seir wohnen". Daß in alten Zeiten die Angehörigen der Kirche sich Brüder nannten, hatte den Grund, weil sie den Herrn als den einzigen Vater anerkannten, und weil sie von Ihm eine neue Seele und ein neues Leben hatten; deswegen spricht der Herr: "Lasset euch nicht Rabbi nennen, Einer ist euer Meister; Christus, ihr alle aber seid Brüder": Matth.23/8. Weil die geistige Bruderschaft aus der Liebe stammt, sofern nämlich einer dem anderen angehört, und weil die, welche im Guten sind, "im Herrn sind, und der Herr in ihnen": Joh.14/20, deswegen werden sie vom Herrn Brüder genannt: Matth.12/49: "Jesus streckte Seine Hand aus über Seine Jünger, und sprach: siehe da, Meine Mutter, und Meine Brüder, denn jeder, der den Willen Meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist Mein Bruder, und Schwester, und Mutter". Matth.25/40: "Alles, was ihr getan habt einem von Meinen kleinsten Brüdern, habt ihr Mir getan". Und Er nennt auch die Jünger Brüder: Matth.28/10; Joh.20/17; durch Jünger werden im vorbildlichen Sinn alle verstanden, die in den Wahrheiten des Glaubens und im Guten der Liebtätigkeit sind. 6757. "Und sah ihre Lasten", 2. Mose 2/11, bedeutet die Wahrnehmung, daß sie vom Falschen angefochten wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es eine Wahrnehmung ist, wovon Nr. 6732; und aus der Bedeutung der Lasten, sofern sie die Anfechtungen durch Falsches bezeichnen; denn die Lasten, die den Söhnen Israels von Pharao aufgelegt wurden, sind im geistigen Sinn nichts anderes. Pharao ist das falsche Wißtümliche: Nr. 6651, 6679, 6683; die Anfechtungen durch Falsches sind auch nichts anderes als Lasten für die, welche in den Wahrheiten sind. Wie es mit den Anfechtungen durch Falsches, welche Lasten sind für diejenigen, die in Wahrheiten sind, sich verhalte, kann ein Mensch nicht wissen, solange er in der Welt lebt, weil er alsdann nicht so angefochten wird, denn entweder hängt alsdann sein Gemüt am Falschen, oder er weist es ab, und zwar ohne fühlbare Anfechtung. Aber wenn im anderen Leben diejenigen, die in Wahrheiten sind, von Falschem angefochten werden, alsdann werden sie von bösen Geistern darin gleichsam wie gefesselt gehalten, aber das Inwendigere ihres Gemüts in den Wahrheiten vom Herrn, durch die das Falsche zerstoben wird. Der Zustand der Anfechtungen durch Falsches, wie er im anderen Leben beschaffen ist, wird hier im inneren Sinn verstanden, wie noch mehreres andere; denn das Wort ist nicht nur für den Menschen geschrieben, sondern auch für die Geister und Engel. 6758. "Und er sah einen ägyptischen Mann, der schlug einen hebräischen Mann", 2. Mose 2/11, bedeutet das entfremdete Wißtümliche, welches das Wahre der Kirche zu zerstören sucht. Dies erhellt aus der Bedeutung des ägyptischen Mannes, sofern er das dem Wahren entfremdete Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 6692; aus der Bedeutung von schlagen, sofern es heißt zerstören, hier zu zerstören suchen, weil das Falsche die Wahrheiten nicht zerstören kann; und aus der Bedeutung des hebräischen Mannes, sofern er das Wahre der Kirche bezeichnet: Nr. 3134, und durch den Hebräer die Kirche: Nr. 6675, 6684. 6759. "Von seinen Brüdern", 2. Mose 2/11, bedeutet, mit denen er verbunden war. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder, sofern sie die Wahrheiten der Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6756; weil er selbst in diesen war, und verbunden mit den Wahrheiten der Kirche, die durch die Brüder bezeichnet werden, so wird hier wegen des Zusammenhanges der Sachen im inneren Sinn die Verbindung verstanden. 6760. "Und er blickte hin und her und sah, daß kein Mann da war, 2. Mose 2/12, bedeutet die Vorsicht, ob er sicher sei. Dies kann ohne Erklärung erhellen. 6761. "Und schlug den Ägypter", 2. Mose 2/12, bedeutet, er zerstörte das entfremdete Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, sofern es heißt zerstören, wie Nr. 6758; und aus der Bedeutung des Ägypters, sofern er das dem Wahren entfremdete Wißtümliche ist, wovon Nr. 6692. 6762. "Und verbarg ihn im Sande", 2. Mose 2/12, bedeutet, er schaffte es dahin, wo Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung von verbergen, sofern es heißt wegschaffen; und aus der Bedeutung des Sandes, sofern er das wahre Wißtümliche, und im entgegengesetzten Sinn das falsche Wißtümliche bezeichnet; daß der Sand diese Bedeutung hat, kommt daher, weil der Stein, von dem der Sand herkommt, beides bedeutet: Nr. 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798, 6426. Das Wahre wird auch durch Sand bezeichnet 5. Mose 33/18,19: "Sebulon und Jisaschar werden die Völker auf den Berg rufen und opfern Opfer der Gerechtigkeit, weil sie den Zufluß des Meeres saugen werden, und das Verdeckte der Verborgenheit des Sandes": die Völker auf den Berg rufen, bedeutet, machen, daß Wahres zu Gutem wird oder der Glaube zur Liebtätigkeit; denn die Völker bezeichnen das Wahre des Glaubens; der Berg das Gute der Liebtätigkeit; opfern Opfer der Gerechtigkeit, bedeutet den Gottesdienst aus Liebtätigkeit; den Zufluß des Meeres saugen, für Überfluß haben an wißtümlichen Wahrheiten; das Verdeckte der Verborgenheiten des Sandes für die Geheimnisse des wahren Wißtümlichen. Und weil Sand das wahre Wißtümliche bedeutet, so bedeutet es auch im entgegengesetzten Sinn das falsche Wißtümliche, denn die meisten Dinge im Wort haben auch einen entgegengesetzten Sinn und wie beschaffen der entgegengesetzte Sinn ist, erkennt man aus dem echten. Damit, daß (Mose) es unter das Falsche verwiesen hat, das dadurch bezeichnet wird, daß er ihn im Sand verbarg, verhält es sich auf folgende Weise: Wenn die höllischen Geister, die im Falschen sind, in der Geisterwelt gewesen sind, und dort die Wahrheiten bei denjenigen, die in der Versuchung sind, zu zerstören gesucht haben, werden sie nachher in die Hölle verwiesen, von wo sie nicht mehr herausgehen können; davon habe ich mich durch mehrfache Erfahrungen überzeugen dürfen. Das ist es, was durch die Verweisung unter das Falsche bezeichnet wird. 6763. "Und er ging aus am anderen Tag", 2. Mose 2/13, bedeutet abermals die Verbindung mit der Kirche. Dies erhellt aus dem was Nr. 6756 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 6764. "Und siehe, zwei hebräische Männer zankten miteinander", 2. Mose 2/13, bedeutet die Wahrnehmung, daß sie innerhalb der Kirche miteinander stritten. Dies erhellt aus der Bedeutung von siehe oder sehen, sofern es eine Wahrnehmung ist, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; aus der Bedeutung der hebräischen Männer, sofern es die Angehörigen der Kirche sind, wovon Nr. 6758 E; und aus der Bedeutung von zanken, sofern es heißt streiten. 6765. "Und er sprach zum Ungerechten: Warum schlägst du deinen Genossen?", 2. Mose 2/13, bedeutet Schelten, daß einer des anderen Glauben zerstören wolle. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ungerechten, sofern es der ist, der nicht im Wahren des Glaubens, aber dennoch innerhalb der Kirche (steht), denn es gibt innerhalb der Kirche solche, die im Wahren des Glaubens, und solche, die nicht im Wahren (stehen), wie aus den verschiedenen Irrlehren (heresibus) erhellen kann. Diejenigen, die in einer Irrlehre oder im Nichtwahren des Glaubens sind, werden hier durch den Ungerechten verstanden. Ferner aus der Bedeutung von schlagen, sofern es heißt zerstören, wie Nr. 6758; und aus der Bedeutung der Genossen, sofern es der ist, der im Wahren des Glaubens (steht); denn wenn durch den Ungerechten der bezeichnet wird, der im Nichtwahren des Glaubens, so wird durch den Genossen der bezeichnet, der im Wahren des Glaubens ist. Genosse heißt er und nicht Bruder, obwohl beide Hebräer, weil sie Feinde waren. Daß es ein Schelten ist, leuchtet ein. Damit verhält es sich in folgender Weise: Wenn der Mensch wiedergeboren wird, so kommt er in Kämpfe wider Falsches, und dann wird er vom Herrn im Wahren erhalten, aber in demjenigen Wahren, von dem er sich überzeugt hat, daß es wahr sei. Aus diesem Wahren wird gegen das Falsche gekämpft; aus dem nicht echten Wahren kann zwar auch gekämpft werden, nur muß es von solcher Art sein, daß es einigermaßen mit dem Guten verbunden werden kann, und verbunden wird es mit dem Guten durch die Unschuld; denn die Unschuld ist das Mittel der Verbindung. Daher kommt es, daß innerhalb der Kirche Leute von einer jedweden Lehre wiedergeboren werden können, aber vor anderen diejenigen, die in den echten Wahrheiten sind. 6766. "Der aber sprach: Wer hat dich gesetzt zum Obersten und Richter über uns?" 2. Mose 2/14, bedeutet Innewerden, er sei in den Wahrheiten der Kirche noch nicht so weit gekommen, daß er die Streitigkeiten innerhalb der Kirche schlichten könnte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er sprach", sofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber öfters; aus der Bedeutung des Obersten, sofern er den bezeichnet, der in den vornehmsten Wahrheiten, somit vor anderen in der Lehre des Wahren erleuchtet ist; dieser wurde in der vorbildlichen Kirche durch den Obersten verstanden. Daher kommt es, daß durch: Wer hat dich gesetzt zum Obersten? bezeichnet wird, er sei in den Wahrheiten der Kirche noch nicht so weit gekommen. Daß der Oberste den bezeichnet, der in den vornehmsten Wahrheiten ist, sehe man Nr. 5044. Und aus der Bedeutung des Richters, sofern er den bezeichnet, der Händel oder Streitigkeiten schlichtet, hier Streitigkeiten innerhalb der Kirche, weil zwischen zwei hebräischen Männern, durch welche die Angehörigen der Kirche bezeichnet werden. Es wurde im höchsten Sinn von den Anfängen des göttlichen Gesetzes im Menschlichen des Herrn gehandelt, nun aber ist die Rede vom Fortschreiten jenes Gesetzes. Im inneren Sinn aber wird hier gehandelt vom Fortschreiten des göttlich Wahren beim Menschen, der wiedergeboren wird. Das Fortschreiten findet in der Art statt, daß der Mensch zuerst unterscheiden kann zwischen dem Falschen und Wahren; denn aus dem Wahren, in dem er ist, kann er das Falsche sehen, weil dieses das Entgegengesetzte ist. Aber in jener ersten Zeit kann er noch nicht entscheiden zwischen den Wahrheiten des Glaubens innerhalb der Kirche; um dieses zu können, muß er noch weitere Fortschritte machen, denn der Mensch wird nur nach und nach erleuchtet, wie man deutlich sehen kann an denjenigen, die im Jünglings- und ersten Mannesalter sind, sofern sie die Lehren, die ihrer Kirche angehören, für wirkliche Wahrheiten halten, und danach über Falsches aburteilen, aber die Streitigkeiten über Glaubenssachen innerhalb der Kirche noch nicht schlichten können. Das kommt (nur) allmählich; daher muß auch der Mensch, dem man so etwas übertragen kann, in einem vorgerückteren Alter stehen, dem das Inwendige des Verständnisses erleuchtet ist. 6767. "Gedenkst du mich zu töten?", 2. Mose 2/14, bedeutet, willst du meinen Glauben zerstören? Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, sofern es heißt zerstören, worüber folgt; und aus der Bedeutung des hebräischen Mannes, der hier durch "mich" verstanden wird, sofern es der Angehörige der Kirche ist, somit auch der Glaube, denn der Glaube gehört der Kirche an, und diese sind so vereinigt, daß wer den Glauben bei jemand zerstört, zugleich auch die Kirche bei ihm zerstört; und das heißt auch ihn töten, denn wer den Glauben (nimmt), der nimmt das geistige Leben weg. Das Leben, das alsdann übrigbleibt, ist ein Leben, das Tod genannt wird. Hieraus wird klar, daß durch: Gedenkst du mich zu töten? bezeichnet wird: Willst du meinen Glauben zerstören. Daß töten heißt das geistige Leben wegnehmen, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, wie Jerem.12/3,4: "Reiße sie hin wie ein Schaf zur Schlachtung, und bestimme sie zum Tag des Tötens; wie lange wird trauern das Land, und das Kraut alles Feldes verdorren? Um der Bosheit willen derer, die darin wohnen, werden weggerafft werden Tiere und Vögel": Tag des Tötens bedeutet die Zeit der Verwüstung der Kirche, wenn kein Glaube mehr da ist, weil keine Liebtätigkeit. Das Land, das trauern wird, bedeutet die Kirche, das Kraut des Feldes steht für alles wißtümlich Wahre der Kirche. Es werden weggerafft werden Tiere und Vögel, bedeutet Gutes und Wahres. Daß das Land die Kirche ist, sehe man Nr. 566, 662, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4335, 4447, 5577; daß Kraut das wißtümlich Wahre ist, erhellt aus den Stellen im Wort, wo das Kraut genannt wird, und daß das Feld das bezeichnet, was der Kirche angehört: Nr. 2971, 3310, 3766; daß Tiere Neigungen zum Guten bedeuten, somit Gutes: Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 1823, 2179, 2180, 3218. 3519, 5198; daß Vögel Neigungen zum Wahren bedeuten: Nr. 5149. Hieraus kann erhellen, was der Sinn jener Worte ist, wie auch, daß ein geistiger Sinn im einzelnen derselben liegt. Jeder kann sehen, daß ohne einen inwendigeren Sinn nicht verstanden würde, was der Tag des Tötens sei, was (es heiße) trauern wird das Land, das Kraut alles Feldes wird verdorren; um der Bosheit willen derer, die darin wohnen und es werden weggerafft werden Tiere und Vögel. Sach.11/4,5: "So spricht Jehovah, mein Gott: Weide die Schafe des Tötens, die ihre Herren töten": Schafe des Tötens offenbar für diejenigen, deren Glauben die Herren zerstören. Hes.13/19: "Entheiligt hast du Mich bei Meinem Volk, um einige Handvoll Gerste und um Stücke Brots, zu töten die Seelen, die nicht sterben sollen und lebendig zu machen die Seelen, die nicht leben sollen": töten bedeutet hier ebenfalls das geistige Leben zerstören, d.h. den Glauben und die Liebtätigkeit. Jes.10/3,4: "Was werdet ihr tun am Tage der Heimsuchung und Verwüstung, unter die Gebundenen und unter die Getöteten werden sie fallen": die Getöteten bedeuten hier die in der Hölle, somit die in Bösem und Falschem. Jes.14/19,20: "Du bist fortgeworfen aus deinem Grabe wie ein greulicher Zweig, wie das Kleid der Getöteten, der Durchbohrten vom Schwert; du wirst nicht mit ihnen vereinigt werden im Grabe, denn du hast dein Land verdorben, dein Volk hast du getötet": die Getöteten für die des geistigen Lebens Beraubten; das Volk hast du getötet bedeutet, Wahres und Gutes des Glaubens (hast du) zerstört. Joh.10/10: "Ein Dieb kommt nicht, denn daß er stehle, erwürge und verderbe; Ich bin gekommen, auf daß sie das Leben haben": erwürgen bedeutet das Leben des Glaubens zerstören; daher heißt es: Ich komme, auf daß sie das Leben haben. Mark.13/12: "Übergeben wird ein Bruder den anderen in den Tod, und der Vater die Kinder, und aufstehen werden die Kinder wider die Eltern und sie töten": hier von den letzten Zeiten der Kirche, wenn keine Liebtätigkeit mehr und darum kein Glaube da ist; Bruder, Kinder und Eltern sind im inneren Sinn Gutes und Wahres der Kirche, und töten heißt dasselbe zerstören. Weil durch den Getöteten ein des geistigen Lebens Beraubter, und durch Feld die Kirche bezeichnet wurde, deswegen war es eine Satzung in der vorbildlichen Kirche, daß "wenn jemand auf der Oberfläche des Feldes einen Durchbohrten vom Schwert, oder einen Getöteten anrührte, sollte er unrein sein sieben Tage": 4. Mose 19/16; daß ein Durchbohrter vom Schwert das vom Falschen zerstörte Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 4503, denn Schwert ist das Falsche, welches das Wahre vertilgt: Nr. 2789, 4499, 6353. Ebenso bestand folgende Satzung: "Wenn ein Getöteter gefunden würde im Lande des Erbes auf dem Feld, und es wäre nicht bekannt, wer ihn getötet, so sollten die Ältesten und Richter messen zwischen den Städten umher; wenn nun die nächste Stadt gefunden wäre, so sollten sie ein Kalb nehmen und ihm an einem reißenden Strom den Hals abhauen"; außer mehrerem: 5. Mose 21/1-10. 6768. "Wie du den Ägypter getötet hast", 2. Mose 2/14, bedeutet, wie du das Falsche zerstört hast. Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, sofern es heißt zerstören, wovon Nr. 6767; und aus der Bedeutung des Ägypters, sofern er das dem Wahren entfremdete Wißtümliche bezeichnet, somit das Falsche, wovon Nr. 6692, 6758, 6761. 6769. "Da fürchtete sich Mose und sprach: Fürwahr, die Sache ist bekannt geworden", 2. Mose 2/14, bedeutet, er sei unter entfremdetem Wißtümlichen, und noch nicht so in den Wahrheiten, daß er sicher wäre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich fürchten, sofern es heißt, nicht in Sicherheit sein, denn alsdann ist Furcht da. Nicht in Sicherheit deshalb, weil nicht in den Wahrheiten; denn die, welche in den Wahrheiten stehen, sind in Sicherheit überall, wo sie gehen, wäre es auch mitten in den Höllen. Daß die, welche noch nicht in den Wahrheiten (stehen), nicht in Sicherheit sind, hat den Grund, weil die Nichtwahrheiten Gemeinschaft haben mit bösen Geistern; dies wird bezeichnet durch die Worte: Mose fürchtete sich, und sprach: fürwahr die Sache ist bekannt geworden, nämlich bei den Ägyptern, unter denen er war, wie auch aus dem gleich Folgenden klar wird: "Pharao hörte dieses Wort, und suchte den Mose zu töten". 6770. Vers 15-19: Und Pharao hörte diese Sache, und suchte Mose zu töten. Aber Mose floh vor Pharao; und wohnte im Lande Midian, und wohnte neben dem Brunnen. Und der Priester Midians hatte sieben Töchter, die kamen und schöpften, und füllten die Rinnen, zu tränken die Herde ihres Vaters. Da kamen Hirten, und trieben sie weg. Mose aber stand auf, und half ihnen und tränkte ihre Herde. Und sie kamen zu Reguel ihrem Vater; und er sprach: Warum habt ihr heute geeilt zu kommen? Und sie sprachen: ein ägyptischer Mann hat uns befreit aus der Hand der Hirten, und er hat uns sogar geschöpft, und die Herde getränkt. "Und Pharao hörte diese Sache, und suchte Mose zu töten" bedeutet das falsche Wißtümliche wollte, als es dieses vernommen, das Wahre, das dem Gesetz vom Göttlichen angehört, zerstören; "aber Mose floh vor Pharao" bedeutet, es trennte sich vom Falschen; "und wohnte im Lande Midian" bedeutet das Leben in der Kirche bei denen, die im einfältig Guten sind; "und wohnte neben dem Brunnen" bedeutet das Studium daselbst im Worte; "und der Priester Midians hatte sieben Töchter" bedeutet das Heilige jener Kirche; "die kamen und schöpften" bedeutet, sie wurden belehrt in den Wahrheiten aus dem Wort; "und füllten die Rinnen" bedeutet, sie bereicherten daraus die Lehre der Liebtätigkeit; "zu tränken die Herde ihres Vaters" bedeutet, auf daß diejenigen, die im Guten, dadurch belehrt würden; "da kamen Hirten, und trieben sie weg" bedeutet die Lehrer, die im Bösen waren, widersetzten sich; "Mose aber stand auf, und half ihnen" bedeutet die Hilfe von seiten der Wahrheiten, die dem Gesetz vom Göttlichen her angehören; "und tränkte ihre Herde" bedeutet, dadurch würden die belehrt, die im Guten sind; "und sie kamen zu Reguel ihrem Vater" bedeutet die Verbindung mit dem eigentlichen Guten jener Kirche; "und er sprach: Warum habt ihr heute geeilt zu kommen?" bedeutet das Innewerden, daß jetzt gewisse Verbindung (stattfinde); "und sie sprachen: ein ägyptischer Mann hat uns befreit aus der Hand der Hirten" bedeutet, weil das wißtümlich Wahre, das der Kirche angehört, die Oberhand bekam über die Macht der Lehre des Falschen aus dem Bösen; "und er hat uns sogar geschöpft" bedeutet, er belehrte aus dem Wort; "und die Herde getränkt" bedeutet die Angehörigen der Kirche daselbst. 6771. "Und Pharao hörte diese Sache, und suchte Mose zu töten", 2. Mose 2/15, bedeutet, das falsche Wißtümliche wollte, als es dieses vernommen, das Wahre, das dem Gesetz vom Göttlichen angehört, zerstören. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt vernehmen, wovon Nr. 5017; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Wißtümliche bezeichnet, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist, somit das Falsche, wovon Nr. 6651, 6679, 6683; aus der Bedeutung von töten, sofern es heißt zerstören, wovon Nr. 6767, somit ist zu töten suchen soviel als zerstören wollen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz und das göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 6752, somit das Wahre, das dem göttlichen Gesetz angehört. Es wird gesagt das Wahre, das dem göttlichen Gesetz angehört, nicht das göttliche Gesetz, weil noch die Rede ist vom Fortschreiten des göttlichen Gesetzes im Menschlichen des Herrn. Hieraus erhellt, daß durch "Pharao hörte diese Sache, und suchte Mose zu töten", bezeichnet wird, das falsche Wißtümliche wollte, als es dies vernommen, das Wahre zerstören, das dem göttlichen Gesetz angehört. 6772. "Aber Mose floh vor Pharao", 2. Mose 2/15, bedeutet, er trennte sich vom Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von fliehen, sofern es heißt, sich trennen; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wahre bezeichnet, das dem Gesetz vom Göttlichen her angehört, wovon Nr. 6771. Hier nun beginnt der fünfte Zustand des Fortschreitens des göttlichen Gesetzes im Menschlichen des Herrn, und im vorbildlichen Sinn - des Fortschreitens des göttlich Wahren beim Menschen der wiedergeboren wird, und dieser besteht in der Trennung vom Falschen und im Anschluß an die Wahrheiten des einfältig Guten. Hierauf folgt dann der sechste Zustand, welcher ist der Anschluß an das Gute. 6773. "Und wohnte im Lande Midian", 2. Mose 2/15, bedeutet das Leben unter denen, die im einfältig Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, sofern es das Leben bezeichnet, wovon Nr. 1293, 3384, 3613, 4451, 6051; und aus der Bedeutung Midians, sofern es diejenigen bezeichnet, die in den Wahrheiten des einfältig Guten sind, wovon Nr. 3242, 4756, 4788. Land wird gesagt, weil die Kirche bezeichnet wird, wo jene sind. Daß das Land die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 6767 in der Mitte. 6774. "Und wohnte neben dem Brunnen", 2. Mose 2/15, bedeutet das Studium daselbst im Wort. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, sofern es das Leben ist, wovon Nr. 6773, hier das Streben nach dem Leben; und aus der Bedeutung des Brunnens, sofern er das Wort bezeichnet, wovon Nr. 2702, 3424. Das Wort wird zuweilen Brunnen genannt, zuweilen Quelle. Wenn es Brunnen genannt wird, so wird das Wort in Ansehung des buchstäblichen Sinnes bezeichnet, wenn Quelle, das Wort in Ansehung des inneren Sinnes: Nr. 3765. Hier wird gesagt, wohnen neben dem Brunnen, weil das Wort in Ansehung des buchstäblichen Sinnes bezeichnet wird; denn dieser Sinn ist der erste für diejenigen, die wiedergeboren werden, und zum göttlich Wahren fortschreiten, und von diesen ist im inneren Sinn hier die Rede. Auch bekümmern sich die in den Wahrheiten des einfältig Guten sind, die hier durch Midian verstanden werden, um keinen anderen Sinn als um den buchstäblichen. 6775. "Und der Priester Midians hatte sieben Töchter", 2. Mose 2/16, bedeutet das Heilige jener Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter des Priesters, sofern sie dasjenige sind, was der Kirche angehört. Daß Tochter die Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 2362, 3963, 6729, und daß der Priester das Gute der Liebe ist: Nr. 1728, 3670, 6148; somit wird durch die Priesterstöchter die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet; aus der Bedeutung Midians, sofern es die bezeichnet, die in den Wahrheiten des einfältig Guten sind, wovon Nr. 6773; und aus der Bedeutung von sieben, sofern es das Heilige bezeichnet, wovon Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268; somit wird durch "der Priester Midians hatte sieben Töchter", Heiliges der Kirche bezeichnet bei denen, die in den Wahrheiten des einfältig Guten sind. Im einfältig Guten stehen, sagt man von denen, die im Äußeren der Kirche sind und dem Wort in Ansehung seines buchstäblichen Sinnes einfältig glauben, jeder nach seiner Fassungskraft, und gemäß dem, was sie glauben, auch leben, somit im Guten gemäß dessen Beschaffenheit aus den Wahrheiten. Das Inwendige der Kirche fließt bei ihnen durch das Gute ein. Weil sie aber nicht in den inwendigeren Wahrheiten sind, so wird das Gute, das einfließt, ein allgemeines, somit dunkel; denn das geistige Licht kann bei ihnen nicht in das einzelne einfließen und dadurch die Sachen deutlich erhellen. Denen, die so beschaffen sind, wird im anderen Leben ein Himmel geschenkt gemäß der Beschaffenheit ihres Guten aus den Wahrheiten. Solche sind es, die hier durch Midian verstanden werden. Im eigentlichen Sinn aber sind es diejenigen, die außerhalb der Kirche sind, und im Guten ihrer Religion gemäß leben. 6776. "Die kamen und schöpften", 2. Mose 2/16, bedeutet, sie wurden belehrt in den Wahrheiten aus dem Wort. Dies erhellt aus der Bedeutung von schöpfen, sofern es heißt, belehrt werden in den Wahrheiten des Glaubens und erleuchtet werden, wovon Nr. 3058, 3071; aus dem Wort wird bezeichnet durch den Brunnen, aus dem sie schöpften. Daß der Brunnen das Wort bedeutet, sehe man Nr. 6774. 6777. "Und füllten die Rinnen", 2. Mose 2/16, bedeutet, sie bereicherten daraus die Lehre der Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aus dem Brunnen füllen", sofern es heißt, aus diesem, d.h. aus dem Wort bereichern; und aus der Bedeutung der Rinne, sofern sie die Lehre der Liebtätigkeit bezeichnet. Daß die Rinne oder Wasserleitung die Lehre der Liebtätigkeit bezeichnet, kommt daher, weil sie ein hölzerner Kanal ist, in dem das Wasser aus dem Brunnen geschöpft wird, die Herde zu tränken; denn das Hölzerne bedeutet im inneren Sinn das Gute der Liebtätigkeit: Nr. 3720; schöpfen bedeutet belehrt werden: Nr. 3058, 3071; das Wasser, das geschöpft wird, bedeutet das Wahre des Glaubens: Nr. 2702, 3058, 4976, 5668; der Brunnen, aus dem geschöpft wird, bedeutet das Wort: Nr. 2702, 3424, 6774; und die Herden tränken, bedeutet, im Guten belehren aus dem Wort: Nr. 3772. Hieraus kann erhellen, daß die Rinne die Lehre der Liebtätigkeit bezeichnet. HG 6778 6778. "Zu tränken die Herde ihres Vaters", 2. Mose 2/16, bedeutet, auf daß sie daraus belehrt würden im Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von tränken, sofern es heißt belehren, wovon Nr. 3772; aus der Bedeutung der Herde, sofern es die sind, die lernen und zum Guten der Liebtätigkeit geführt werden, wovon Nr. 343, 3772, 5913, 6048; und aus der vorbildlichen Bedeutung Reguels, der hier der Vater ist, und ein Priester war, sofern er das Gute jener Kirche bezeichnet, wo diejenigen sind, die im Wahren des einfältig Guten (stehen), wovon Nr. 6773, 6775. 6779. "Da kamen Hirten, und trieben sie weg", 2. Mose 2/17, bedeutet, die Lehrer, die im Bösen (waren), widersetzten sich. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hirten, sofern sie diejenigen bezeichnen, die lehren und zum Guten der Liebtätigkeit führen, wovon Nr. 343, 3795, 6044, hier, die lehren, aber weil sie im Bösen sind, nicht zum Guten der Liebtätigkeit führen, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung von wegtreiben, sofern es heißt sich widersetzen; und aus der Bedeutung der Töchter, welche die sind, die sie wegtrieben, sofern sie das bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 6775. Durch die Hirten werden hier zwar die bezeichnet, die lehren, aber solche, die nicht zum Guten der Liebtätigkeit führen, weil sie im Bösen sind; denn die, welche im Bösen sind, erkennen gar nicht an, daß die Liebtätigkeit und ihre Werke etwas zur Seligkeit beitragen, denn sie können nicht anerkennen, was gegen ihr Leben ist; denn das würde gegen sie selbst sprechen, und weil sie im Bösen sind, wissen sie nicht einmal, was Liebtätigkeit ist, somit auch nicht, was Liebtätigkeitswerke. Der Glaube ist es, den sie lehren, durch diesen rechtfertigen sie, durch diesen verheißen sie den Himmel. Diese sind es, die sich der Lehre der Liebtätigkeit, die aus dem Worte stammt, widersetzen, mithin denen, die in den Wahrheiten des einfältig Guten sind, und die bezeichnet werden durch die Töchter des Priesters Midians, die, nachdem sie aus dem Brunnen geschöpft und die Rinnen gefüllt hatten, von den Hirten weggetrieben wurden. 6780. "Mose aber stand auf und half ihnen", 2. Mose 2/17, bedeutet die Hilfe von seiten der Wahrheiten, die dem Gesetz vom Göttlichen her angehören. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wahre ist, das dem vom Göttlichen herstammenden Gesetz angehört, wovon Nr. 6771; und aus der Bedeutung von helfen, sofern es heißt, Hilfe bringen. 6781. "Und tränkte ihre Herde", 2. Mose 2/17, bedeutet, daß dadurch die, welche im Guten waren, belehrt wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von tränken oder trinken lassen, sofern es heißt belehren, wovon Nr. 3069, 3092, 3772; und aus der Bedeutung der Herde, sofern sie diejenigen bezeichnet, die lernen, und zum Guten der Liebtätigkeit geführt werden, wovon Nr. 343, 3772, 5913, 6048, somit die, welche im Guten sind. 6782. "Und sie kamen zu Reguel, ihrem Vater", 2. Mose 2/18, bedeutet die Verbindung mit dem eigentlichen Guten jener Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen zu jemand, sofern es heißt verbunden werden; und aus der Bedeutung von Reguel, sofern er als Priester das Gute bezeichnet. Daß der Priester das Gute der Liebe ist, sehe man Nr. 1728, 3670, 6148. Die Verbindung, die hier bezeichnet wird, ist die der Wahrheiten der Kirche mit ihrem Guten. 6783. "Und er sprach: Warum habt ihr heute geeilt zu kommen", 2. Mose 2/18, bedeutet das Innewerden, daß jetzt eine gewisse Verbindung vorhanden sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er sprach" in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon öfters; und aus der Bedeutung von eilen zu kommen, sofern es eine gewisse Verbindung bezeichnet. Daß eilen das Gewisse ausdrückt, sehe man Nr. 5284, und daß kommen eine Verbindung bezeichnet, Nr. 6782. Die gewisse Verbindung wird hier nicht dadurch bezeichnet, daß die Töchter eilten zu kommen zu ihrem Vater, sondern durch das Wahre, das dem Gesetz vom Göttlichen her angehört, und das durch Mose vorgebildet wird. Dieses ist es, was innerlich vernommen wurde. 6784. "Und sie sprachen: Ein ägyptischer Mann hat uns befreit aus der Hand der Hirten", 2. Mose 2/19, bedeutet, weil das wißtümlich Wahre, das der Kirche beigesellt worden, die Oberhand erhielt über die Macht der Lehre des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des ägyptischen Mannes, sofern er das wißtümlich Wahre bezeichnet, denn durch den Mann wird das Wahre bezeichnet: Nr. 3134, und durch den ägyptischen das Wißtümliche: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 4967, 5700, 6004, 6672. Daß Mose hier ein ägyptischer Mann genannt wird, hat den Grund, weil durch Mose hier ein solches Wahre vorgebildet wird, wie es diejenigen haben, die im Wahren des einfältig Guten (stehen), das durch die Töchter des Priesters von Midian bezeichnet wird. Diese sind in einem solchen Wahren, denn sie sind Menschen der äußeren Kirche: Nr. 6775, darum heißt es auch das wißtümlich Wahre, das der Kirche beigesellt worden. Und aus der Bedeutung von befreien aus der Hand der Hirten, sofern es heißt, es habe die Oberhand bekommen über die Macht des Falschen aus dem Bösen; denn befreien heißt die Oberhand bekommen, denn wer befreit aus der Hand anderer, der ist ihnen überlegen. Hand bedeutet Macht: Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544; und die Hirten bedeuten Lehrer, hier die Lehrer des Falschen aus dem Bösen: Nr. 6779; und weil Lehrer, so bezeichnen sie auch eine solche Lehre. Daß das wißtümlich Wahre der Lehre des Falschen aus dem Bösen überlegen ist, hat den Grund, weil das Göttliche in allem Wahren aus dem Guten ist. Aber im Falschen aus dem Bösen ist das Gegenteil, und was dem Göttlichen entgegen ist, vermag gar nichts. Deswegen vermögen im anderen Leben tausend, die im Falschen sind aus dem Bösen, gar nichts gegen einen, der im Wahren ist aus dem Guten; bei der Gegenwart eines einzigen solchen fliehen tausend und wenn sie nicht fliehen, leiden sie Qual und Pein. Das Falsche aus dem Bösen wird gesagt, weil dieses Falsche das wahrhaft Falsche ist; aber das Falsche, nicht aus dem Bösen, sondern aus Unwissenheit des Wahren, ist nicht so beschaffen. Das Böse ist es, was dem Himmel entgegengesetzt ist, nicht aber das Falsche aus Unwissenheit, ja wenn in der Unwissenheit etwas von Unschuld ist, dann wird dieses Falsche vom Herrn als wahr angenommen, denn die, welche in einem solchen sind, nehmen das Wahre auf. 6785. "Und er hat uns sogar geschöpft", 2. Mose 2/19, bedeutet, er belehrte aus dem Wort. Dies erhellt aus der Bedeutung von schöpfen, sofern es heißt unterrichten in den Wahrheiten des Glaubens, und erleuchtet werden, wovon Nr. 3058, 3071; aus dem Wort wird bezeichnet durch den Brunnen, aus dem sie schöpften. Daß der Brunnen das Wort ist, sehe man Nr. 6774. 6786. "Und die Herde getränkt", 2. Mose 2/19, bedeutet die Angehörigen der Kirche daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herde, sofern sie diejenigen bezeichnet, die im Guten sind, und die sich belehren lassen, wovon Nr. 343, 3772, 5913, 6048, hier die Angehörigen der Kirche bei ihnen, und diese sind im Wahren des einfältig Guten, und werden durch Midian bezeichnet, wie gezeigt wurde. Die Herde bedeutet sowohl das Gute, als die Kirche, d.h. diejenigen, die im Guten sind und der Kirche angehören, denn das ist so miteinander verbunden, daß keines vom anderen getrennt werden kann; wer nämlich im Guten des Glaubens steht, der ist eine Kirche, und wer eine Kirche ist, der steht im Guten des Glaubens. 6787. Vers 20-22: Da sprach er zu seinen Töchtern: Und wo ist er? warum doch habt ihr den Mann zurückgelassen? Rufet ihn, daß er das Brot esse. Und Mose willigte ein, zu wohnen bei dem Mann, und dieser gab Zippora, seine Tochter, dem Mose. Und sie gebar einen Sohn, und er nannte seinen Namen Gersom; denn er sprach: Ein Fremdling bin ich in einem fremden Land. "Da sprach er zu seinen Töchtern" bedeutet das Denken über Heiliges der Kirche; "und wo ist er? warum doch habt ihr den Mann zurückgelassen?" bedeutet, wie sie ohne jenes Wahre verbunden werden könnten mit dem Guten der Kirche; "rufet ihn" bedeutet, es soll verbunden werden; "daß er das Brot esse" bedeutet die Stärkung im Guten; "und Mose willigte ein, zu wohnen bei dem Mann" bedeutet, sie stimmten miteinander überein; "und dieser gab Zippora, seine Tochter, dem Mose" bedeutet, er habe ihm das Gute seiner Kirche beigesellt; "und sie gebar einen Sohn" bedeutet die Wahrheiten daher; "und er nannte seinen Namen Gersom" bedeutet die Beschaffenheit derselben; "denn er sprach: Ein Fremdling bin ich in einem fremden Land" bedeutet, er sei belehrt worden in Wahrheiten in einer Kirche, die nicht die seinige. 6788. "Da sprach er zu seinen Töchtern", 2. Mose 2/20, bedeutet das Denken über Heiliges der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es das Denken bezeichnet, wovon Nr. 3395, und aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie Heiliges der Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6775. Das Heilige, das hier durch die Töchter bezeichnet wird, sind Wahrheiten. Diese werden im Wort heilig genannt, weil die Wahrheiten, die bei dem Menschen Sache des Glaubens werden, aus dem Guten stammen, und weil das, was vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten ist; daher kommt es, daß der Heilige Geist das Heilige ist, das vom Herrn ausgeht; denn nicht der Geist selbst geht aus, sondern das Heilige, das der Geist redet. Das kann ein jeder einsehen, der es erwägt. Daß der Heilige Geist, der auch Paraklet genannt wird, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, und daß das Heilige so heißt vom göttlich Wahren, erhellt aus den Worten des Herrn bei Joh.14/16,17,26: "Ich will den Vater bitten, daß Er euch einen anderen Paraklet (d.i. Beistand, Tröster) gebe, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht, und ihn nicht kennt: der Paraklet, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in Meinem Namen, der wird euch alles lehren, und euch erinnern an alles, was Ich euch gesagt habe". Joh.15/26: "Wenn der Paraklet kommt, den Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von Mir". Joh.16/13-15: "Wann er kommt, jener Geist der Wahrheit, wird er euch führen in alle Wahrheit; er wird nicht reden von ihm selber, sondern alles, was er hört, wird er reden. Derselbe wird Mich verherrlichen, weil er es aus dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird. Alles, was der Vater hat, ist Mein, darum habe Ich gesagt, daß er es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen werde". Wenn man diese Stellen mit mehreren anderen vergleicht, so kann man einsehen, daß der Heilige Geist das Heilige ist, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, denn der Herr sagt: Den der Vater senden wird in Meinem Namen; sodann: Den Ich euch senden werde vom Vater; wie auch: Derselbe wird es aus dem Meinen nehmen und euch verkündigen; alles, was der Vater hat, ist Mein; darum habe Ich gesagt, daß er es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen werde. Auch ist klar, daß das Heilige vom Wahren gesagt wird, denn der Paraklet wird der Geist der Wahrheit genannt. 6789. "Und wo ist er? warum doch habt ihr den Mann zurückgelassen?", 2. Mose 2/20, bedeutet, wie könnten sie ohne jenes Wahre verbunden werden mit dem Guten der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des ägyptischen Mannes, der hier der Mann ist, den sie zurückgelassen haben, sofern er das wißtümlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 6784; und aus der Bedeutung von "warum doch habt ihr den Mann zurückgelassen"; sofern es heißt, wie sie ohne jenes Wahre verbunden werden könnten mit dem Guten, denn den Mann zurücklassen heißt hier, nicht verbunden werden können. Wie es sich damit verhält, soll gesagt werden: Das wißtümlich Wahre, das hier durch Mose vorgebildet wird, ist das Wahre der äußeren Kirche. Dieses Wahre hat sein Dasein von dem Wahren, das dem vom Göttlichen stammenden Gesetz angehört, welches ebenfalls Mose bezeichnet: Nr. 6771, 6780, und das Wahre, das dem Gesetz aus dem Göttlichen angehört, ist das Wahre der inwendigen Kirche. Wenn das äußere Wahre nicht aus dem inwendigen Wahren stammt, so kann es nicht mit dem Guten verbunden werden. Zur Erläuterung möge das Wort dienen: wenn nicht das Inwendige des Wortes einfließt bei denjenigen, die das Wort lesen und im buchstäblichen Sinn bleiben, so geschieht keine Verbindung des Wahren aus dem Wort mit dem Guten; alsdann aber fließt das Inwendige des Wortes ein, und wird mit dem Guten verbunden, wenn der Mensch das Wort heilig hält, und dann hält er es heilig, wenn er im Guten ist. Zur Beleuchtung möge auch dienen das heilige Abendmahl: kaum etliche wissen, daß das Brot darin die Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht und die Gegenliebe des Menschen bedeutet; und daß der Wein die Liebtätigkeit bedeutet, aber dennoch haben die, welche es in heiliger Stimmung empfangen, Verbindung mit dem Himmel und mit dem Herrn durch jenes, und Gutes der Liebe und Liebtätigkeit fließt durch die Engel ein, die alsdann nicht an Brot und Wein denken, sondern an die Liebe und Liebtätigkeit: Nr. 3464, 3735, 5915. Hieraus wird klar, daß das äußere Wahre mit dem inwendig Wahren verbunden wird, wenn der Mensch im Guten ist, ohne daß er es weiß. 6790. "Rufet ihn", 2. Mose 2/20, bedeutet, es soll verbunden werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen, sofern es heißt verbunden werden, wovon Nr. 6047. 6791. "Daß er das Brot esse", 2. Mose 2/20, bedeutet die Stärkung im Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, sofern es das Gute der Liebe ist, wovon Nr. 2165, 2177, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735; daß das Brotessen Stärkung im Guten bedeutet, hat den Grund, weil durch essen hier das Zusammenspeisen verstanden wird, welches im Wort das Mahl genannt wird. Zusammenspeisungen oder Mahlzeiten fanden bei den Alten innerhalb der Kirche statt, um der Verbindung und Stärkung im Guten willen; man sehe Nr. 3596, 3832, 5161. 6792. "Und Mose willigte ein, zu wohnen bei dem Mann", 2. Mose 2/21, bedeutet, sie stimmten miteinander überein. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er hier das wißtümlich Wahre ist, wovon Nr. 6784; aus der Bedeutung von wohnen, sofern es heißt leben, wovon Nr. 1293, 3384, 3613; und wohnen bei einem, sofern es heißt zusammenleben: Nr. 4451, mithin miteinander übereinstimmen; und aus der Bedeutung des Mannes, sofern er das Wahre des Guten jener Kirche bezeichnet. Daß der Mann das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 3134. 6793. "Und dieser gab Zippora, seine Tochter, dem Mose", 2. Mose 2/21, bedeutet, er habe ihm das Gute seiner Kirche beigesellt. Dies erhellt aus der Bedeutung von geben, nämlich zum Weibe, sofern es heißt beigesellen; aus der Bedeutung der Tochter, sofern sie das Gute bezeichnet, wovon Nr. 489, 490, 491; und auch die Kirche: Nr. 2362, 3963, 6729; Zippora bedeutet die Beschaffenheit des Guten jener Kirche; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das wißtümlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 6784. 6794. "Und sie gebar einen Sohn", 2. Mose 2/22, bedeutet die Wahrheiten daher. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es von demjenigen gesagt wird, was der Kirche angehört, und das ist der Glaube und die Liebtätigkeit; diese Geburten entstehen aus der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist, und diese Ehe wird vorgebildet durch die Ehen auf Erden; und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 489, 491, 533, 2623, 3373. 6795. "Und er nannte seinen Namen Gersom", 2. Mose 2/22, bedeutet die Beschaffenheit derselben, nämlich der Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Benennens mit dem Namen, sofern es die Beschaffenheit ausdrückt, wovon Nr. 144, 145, 1754, 2009, 2724, 3006, 3421, 6674. Gersom schließt die Beschaffenheit jener Wahrheiten in sich, daß es nämlich solche sind, in denen er belehrt worden in einer Kirche, die nicht die seinige ist, wie jetzt folgt. 6796. "Denn er sprach: Ein Fremdling bin ich in einem fremden Lande", 2. Mose 2/22, bedeutet, er sei belehrt worden in Wahrheiten in einer Kirche, die nicht die seinige sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von ein Fremdling sein, sofern es den bezeichnet, der belehrt wird in demjenigen, was der Kirche angehört; und aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 662, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4535, 5577; daher ist ein fremdes Land die Kirche, die nicht die seinige. 6797. Vers 23-25: Und es geschah in diesen vielen Tagen, daß der König von Ägypten starb, und die Söhne Israels seufzten wegen der Dienstbarkeit, und schrieen, und ihr Geschrei kam hinauf zu Gott wegen der Dienstbarkeit. Und Gott hörte ihr Seufzen, und Gott gedachte Seines Bundes mit Abraham, mit Jischak und mit Jakob. Und Gott sah die Söhne Israels, und Gott erkannte (sie in ihrer Not). "Und es geschah in diesen vielen Tagen" bedeutet nach mehreren Zustandsveränderungen; "daß der König von Ägypten starb" bedeutet das Ende des vorherigen Falschen; "und die Söhne Israels seufzten wegen der Dienstbarkeit" bedeutet Schmerz wegen der Bestrebung, das Wahre der Kirche zu unterjochen; "und schrieen" bedeutet flehen; "und ihr Geschrei kam hinauf zu Gott wegen der Dienstbarkeit" bedeutet, sie wurden erhört; "und Gott hörte ihr Seufzen" bedeutet Hilfe; "und Gott gedachte Seines Bundes mit Abraham, mit Jischak und mit Jakob" bedeutet wegen der Verbindung mit der Kirche durch das Göttlich-Menschliche des Herrn; "und Gott sah die Söhne Israels" bedeutet, Er schenkte der Kirche den Glauben; "und Gott erkannte" bedeutet die Liebtätigkeit. 6798. "Und es geschah in diesen vielen Tagen", 2. Mose 2/23, bedeutet, nach mehreren Zustandsveränderungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage, sofern es Zustände sind, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850; es geschah in vielen Tagen, heißt somit nach mehreren Zuständen oder nach mehreren Zustandsveränderungen. 6799. "Daß der König von Ägypten starb", 2. Mose 2/23, bedeutet das Ende des vorherigen Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt aufhören zu sein, wovon Nr. 494, 6587, 6593, somit das Ende; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos oder des Königs von Ägypten, sofern er das falsche Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 6692. 6800. "Und die Söhne Israels seufzten wegen der Dienstbarkeit", 2. Mose 2/23, bedeutet Schmerz wegen der Bestrebung, das Wahre der Kirche zu unterjochen. Dies erhellt aus der Bedeutung von seufzen, sofern es den Schmerz bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Wahrheiten der Kirche sind, wovon Nr. 5414, 5879, 5951; und aus der Bedeutung der Dienstbarkeit, sofern es die Bestrebung zu unterjochen bezeichnet, wovon Nr. 6666, 6670, 6671. 6801. "Und schrieen", 2. Mose 2/23, bedeutet flehen. Dies erhellt ohne Erklärung. 6802. "Und ihr Geschrei kam hinauf zu Gott wegen der Dienstbarkeit", 2. Mose 2/23, bedeutet sie wurden erhört. Dies kann ebenfalls ohne Erklärung erhellen, denn es folgt: Gott hörte ihr Seufzen, und gedachte seines Bundes mit Abraham, mit Jischak und mit Jakob. 6803. "Und Gott hörte ihr Seufzen", 2. Mose 2/24, bedeutet die Hilfe. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt gehorchen, wovon Nr. 2542, 3869, 4652-4660, 5017; wenn es aber vom Herrn gesagt wird, heißt es vorsehen und Hilfe bringen; denn wen Gott erhört, dem bringt Er Hilfe; und aus der Bedeutung des Seufzens, sofern es den Schmerz bezeichnet über die Bestrebung, durch Falsches zu unterjochen. 6804. "Und Gott gedachte Seines Bundes mit Abraham, mit Jischak und mit Jakob", 2. Mose 2/25, bedeutet wegen der Verbindung mit der Kirche durch das Göttlich-Menschliche des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er eine Verbindung bezeichnet, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, Jischaks und Jakobs, mit denen der Bund (bestand), sofern er das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnet. Daß Abraham den Herrn vorbildet in Ansehung des Göttlichen Selbst, Jischak in Ansehung des göttlich Vernünftigen, und Jakob in Ansehung des göttlich Natürlichen, sehe man Nr. 1893, 2011, 2066, 2072, 2083, 2630, 3194, 3210, 3245, 3251, 3305 E, 3439, 3576, 3599, 3704, 4180, 4286, 4538, 4570, 4615, 6098, 6185, 6276, 6425. Daß wo Abraham, Jischak und Jakob im Wort genannt werden, im geistigen Sinn nicht sie selbst verstanden werden, kann daraus erhellen, daß die Namen gar nicht in den Himmel gelangen, sondern nur, was durch diejenigen, die genannt werden, bezeichnet wird, somit die Dinge selbst, die Beschaffenheit der Dinge und die Zustände der Dinge, die nämlich auf die Kirche sich beziehen, und auf das Reich des Herrn, und auf den Herrn selbst. Und außerdem beschränken die Engel im Himmel ihre Gedanken durchaus nicht auf einzelne Personen, das hieße die Gedanken umgrenzen, und vom allumfassenden Innewerden der Dinge, aus dem die Engelsrede sich bildet, abziehen; daher kommt es, daß, was die Engel im Himmel reden, unaussprechlich ist, und weit über das menschliche Denken hinausgeht, welches sich nicht auf Universelles ausdehnt, sondern auf Besonderes sich zusammenzieht. Wenn daher gelesen wird, daß "viele vom Aufgang und Niedergang kommen werden, und zu Tische sitzen mit Abraham, Jischak und Jakob, im Himmelreich": Matth.8/11, so werden die Engel des Herrn die Gegenwart und die Aneignung des Wahren und Guten inne, das von Seinem Göttlich-Menschlichen ausgeht. Ferner wenn gelesen wird: "Lazarus sei gehoben worden in den Schoß Abrahams": Luk.16/22, so werden die Engel inne, er sei gehoben worden in den Himmel, wo der Herr gegenwärtig ist. Hieraus kann auch erhellen, daß durch den Bund mit Abraham, Jischak und Jakob im inneren Sinn die Verbindung durch das Göttlich-Menschliche des Herrn verstanden wird. Daß das Göttlich-Menschliche den Bund, d.h. die Verbindung selbst bezeichnet, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen: Jes.42/6: "Geben will Ich Dich zum Bund dem Volk, zum Licht den Völkerschaften". Jes.49/8: "Gegeben habe Ich Dich zum Bund des Volkes, wiederherzustellen das Land, zu teilen die verwüsteten Erbschaften". Jes.55/3,4: "Neiget euer Ohr, und gehet zu Mir, höret, und es soll leben eure Seele; so werde Ich schließen mit euch den Bund der Ewigkeit, die zuverlässigen Barmherzigkeiten Davids; siehe, zum Zeugen den Völkern habe Ich Ihn gegeben, zum Fürsten und Gesetzgeber den Völkerschaften". Mal.3/1: "Plötzlich kommt zu Seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, Den ihr wünschet, siehe, Er kommt". 2.Sam.23/5: "Den Bund der Ewigkeit hat Er Mir gestellt, die eingerichtet werden soll für alle, und gehalten werden". In diesen Stellen ist offenbar vom Herrn die Rede, und von der Verbindung des menschlichen Geschlechts mit dem Göttlichen des Herrn selbst durch Sein Göttlich-Menschliches. Daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Mittler ist, und daß niemand zum Göttlichen Selbst das im Herrn ist und der Vater genannt wird, kommen kann, denn durch den Sohn, d.h. durch das Göttlich-Menschliche, ist in der Kirche bekannt; somit ist der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen die Verbindung. Wer kann das Göttliche Selbst begreifen mit irgendeinem Gedanken, und wenn nicht durchs Denken, wer kann mit demselben verbunden werden durch die Liebe. Aber das Göttlich-Menschliche kann jeder begreifen mit dem Denken, und mit demselben verbunden werden durch die Liebe. Daß der Bund die Verbindung bezeichnet, kann man sehen an den Bündnissen zwischen Königreichen, sofern sie dadurch verbunden werden; und daß es Vertragsbestimmungen von beiden Seiten sind, die gewahrt werden müssen, damit die Verbindung fest erhalten werde. Diese Vertragsbestimmungen oder Verpflichtungen werden auch wirklich Bund genannt. Die Vertragsbestimmungen oder Verpflichtungen, die im Wort der Bund genannt werden, sind auf seiten des Menschen im engen Sinn die Zehn Gebote oder der Dekalog, im weiteren Sinn alle Satzungen, Verordnungen, Gesetze, Zeugnisse, Gebote, die der Herr vom Berg Sinai herab durch Mose ankündigte, und in noch weiterem Sinn die Bücher Mose; was darin enthalten ist, war von seiten der Söhne Israels zu beobachten. Auf seiten des Herrn ist es die Barmherzigkeit und die Erwählung. Daß die Zehn Gebote oder der Dekalog der Bund sind, erhellt aus folgenden Stellen: 5. Mose 4/13,23: "Jehovah hat euch angezeigt Seinen Bund, den Er euch geboten hat zu tun, die zehn Worte, die Er geschrieben hat auf zwei steinerne Tafeln". Und weil die zwei steinernen Tafeln, auf welche die Zehn Gebote eingeschrieben waren, in die Lade niedergelegt wurden: 2. Mose 25/16,21,22; 31/18; 32/15,16,19; 40/20; deswegen wurde die Lade genannt die Bundeslade: 5. Mose 31/9,24-26; Jos.3/3,6,14; 4/7; Richt.20/27; 2.Sam.15/24; 1.Kön.8/21; hier redet Salomo also: "Daselbst habe ich einen Ort gegeben für die Lade, worin der Bund Jehovahs, den Er geschlossen hat mit unsern Vätern". Joh.Offenb.11/19: "Geöffnet ward der Tempel Gottes im Himmel, und gesehen ward die Lade Seines Bundes in Seinem Tempel". Daß Bund genannt werden alle Rechtsordnungen und Satzungen, die der Herr durch Mose dem israelitischen Volk gebot; und auch die Bücher selbst, erhellt 2. Mose 34/27: "Nach diesen Worten habe Ich mit euch geschlossen einen Bund, und mit Israel": was hier Bund genannt wird, war vieles, was die Opfer, die Feste, die ungesäuerten Brote betraf. 2. Mose 24/7,8: "Mose nahm das Buch des Bundes, und las es vor den Ohren des Volkes, welches sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun und gehorchen". 2.Kön.23/2,3,21: "Josias, der König Jehudahs las im Hause Jehovahs allen vor die Worte des Buches des Bundes, das gefunden worden im Haus Jehovahs, und schloß einen Bund vor Jehovah, fest zu stellen die Worte des Bundes, die geschrieben standen in diesem Buch; und alles Volk trat in den Bund. Der König gebot allem Volk, daß sie Passah halten sollten dem Jehovah Gott, wie geschrieben steht im Buch des Bundes". Ps.132/12: "Wenn deine Söhne bewahren Meinen Bund und Mein Zeugnis, das Ich sie gelehrt habe, so werden auch ihre Söhne bis in Ewigkeit sitzen auf dem Throne für dich". Daß der Bund die Verbindung durch Liebe und Glauben ist, (erhellt) Jerem.31/31-33: "Siehe, Tage kommen, spricht Jehovah, da Ich schließen werde mit dem Haus Israels, und mit dem Haus Jehudahs, einen neuen Bund; nicht wie der Bund, den Ich geschlossen habe mit ihren Vätern, weil sie nutzlos machten Meinen Bund; sondern das ist der Bund, den Ich schließen will mit dem Haus Israels nach diesen Tagen; Ich will Mein Gesetz in ihre Mitte geben, und will es auf ihr Herz schreiben, und werde ihr Gott sein, und sie werden Mein Volk sein": das Gesetz geben in ihre Mitte, und es auf ihr Herz schreiben, heißt Glauben und Liebtätigkeit schenken. Durch Glauben und Liebtätigkeit entsteht die Verbindung, die beschrieben wird durch: Ich werde ihr Gott sein, und sie werden Mein Volk sein. Jerem.32/40: "Einen ewigen Bund will Ich mit ihnen schließen, daß Ich Mich nicht mehr abwenden will von ihnen, und will ihnen wohltun; Meine Furcht aber will Ich geben in ihr Herz, daß sie nicht von Mir weichen": die Verbindung durch Liebe, die der Bund, wird bezeichnet durch: Meine Furcht will Ich geben in ihr Herz, daß sie nicht von Mir weichen. Hes.37/26,27: "Schließen will Ich mit ihnen den Bund des Friedens, ein Bund der Ewigkeit wird sein mit ihnen, und Ich will sie fest stellen, und mehren, und das Heiligtum setzen in ihre Mitte, und Meine Wohnung soll bei ihnen sein, und Ich will ihr Gott sein und sie sollen Mein Volk sein": hier wird die Verbindung durch Liebe und Glauben, die der Bund sind, beschrieben durch das Heiligtum in ihrer Mitte, und durch die Wohnung bei ihnen, und durch: "Ich werde ihr Gott sein, und sie werden Mein Volk sein". Hes.16/8: "Als Ich an dir vorüberging, sah Ich dich an, und siehe, es war deine Zeit, die Zeit der Liebe, da ging Ich einen Bund mit dir ein, daß du solltest Mein sein": hier von Jerusalem, durch das die Alte Kirche bezeichnet wird. Daß "einen Bund eingehen, kraft dessen du solltest Mein sein", eine Ehe oder geistige Verbindung bezeichnet, leuchtet ein. Weil der Bund die Verbindung bedeutet, so wird auch die Gattin genannt die Gattin des Bundes: Mal.2/14; und die Verbindung zwischen Brüdern wird genannt der Bund der Brüder: Amos 1/9. Durch Bund wird auch eine Verbindung bezeichnet Ps.89/4: "Geschlossen habe Ich einen Bund mit Meinem Auserwählten; geschworen habe Ich David, Meinem Knecht". Daß die Verpflichtung des Bundes auf seiten des Herrn die Barmherzigkeit und die Erwählung ist, erhellt Ps.25/10: "Alle Wege Jehovahs sind Barmherzigkeit und Wahrheit denen, die Seinen Bund halten, und Seine Zeugnisse". Jes.54/10: "Berge werden weichen, und Hügel werden wanken, aber Meine Barmherzigkeit wird nicht weichen, und der Bund Meines Friedens wird nicht wanken, spricht Dein Erbarmer Jehovah". 5. Mose 7/9,12: "Jehovah, dein Gott, ist (der wahrhaftige) Gott, ein treuer Gott, Der da hält den Bund und die Barmherzigkeit denen, die Ihn lieben, und Seine Gebote halten, bis ins tausendste Geschlecht". 2. Mose 19/5: "Wenn ihr Meinen Bund haltet, werdet ihr Mir zum Eigentum sein aus allen Völkern". 3. Mose 26/9: "Ich will auf euch schauen, und euch fruchtbar machen, und euch mehren, und bestätigen Meinen Bund mit euch": auf sie schauen, ist Sache der Barmherzigkeit; sie fruchtbar machen und mehren, heißt Liebtätigkeit und Glauben schenken. Die, welche damit begabt werden, werden Auserwählte genannt; somit ist es Sache der Erwählung; so auch, daß sie Sein Eigentum sein werden. Zeichen des Bundes waren auch in der vorbildlichen Kirche, und durch dieselben sollten sie sich an die Verbindung erinnern: Die Beschneidung war ein solches Zeichen: 1. Mose 17/11, denn die Beschneidung bezeichnete die Reinigung von unsauberen Trieben. Wenn diese entfernt sind, wird himmlische Liebe eingeflößt, durch die Verbindung bewirkt wird. Der Sabbath wird auch genannt ein ewiger Bund: 2. Mose 31/16; auch wird von den Broten der Vorlegung (oder Schaubroten) gesagt, daß sie den Söhnen Israels sein sollten "zu einem ewigen Bunde": 3. Mose 24/8,9; hauptsächlich das Blut, wie 2. Mose 24/7,8: "Moses nahm das Buch des Bundes, und las vor den Ohren des Volkes, und sie sprachen: alles was der Herr geredet hat, wollen wir tun und gehorchen. Da nahm Mose das Blut des Friedensopfers, und sprengte es über das Volk, und sprach: Siehe, das ist das Blut des Bundes, den Jehovah mit euch geschlossen hat über alle diese Worte". Sach.9/11: "Durch das Blut Deines Bundes will Ich auslassen die Gebundenen aus der Grube, worin kein Wasser". Das Blut war der Bund oder das Zeichen des Bundes, weil es die Verbindung durch geistige Liebe, d.h. durch Liebtätigkeit gegen den Nächsten bezeichnete; deswegen nannte der Herr, als er das heilige Abendmahl einsetzte, Sein Blut das Blut des neuen Bundes: Matth.26/28. Hieraus kann nun erhellen, was durch Bund im inneren Sinn im Wort verstanden wird. 6805. "Und Gott sah die Söhne Israels", 2. Mose 2/25, bedeutet, Er schenkte der Kirche den Glauben. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt, einem Glauben schenken, wovon Nr. 897, 2325, 2807, 3863, 3869, 4403-4421, 5400, daher heißt "Gott sah", den Glauben schenken, denn der Glaube ist von Gott; und aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche sind, wovon Nr. 6637. 6806. "Und Gott erkannte", 2. Mose 2/25, bedeutet, die Liebtätigkeit, nämlich schenkte Er ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, wenn es von Gott, d.h. vom Herrn gesagt wird, sofern es heißt, die Liebtätigkeit schenken; denn die Liebtätigkeit ist das, was den Herrn mit dem Menschen verbindet, und macht, daß der Herr bei ihm gegenwärtig ist, folglich daß Er ihn erkennt. Der Herr erkennt zwar alle in der ganzen Welt, aber wie ein Vater als Seine Söhne nur diejenigen, die im Guten der Liebe und Liebtätigkeit sind. Deswegen sagt der Herr von denen, die im Guten sind, und die Er Seine Schafe nennt: Joh.10/14,27: "Ich bin der gute Hirte, und erkenne die Meinen, und werde erkannt von den Meinen; Meine Schafe hören Meine Stimme, und Ich erkenne sie, und sie folgen Mir". Aber von denen, die im Bösen sind, sagt der Herr, daß Er sie nicht erkenne, Matth.7/22,23: "Viele werden zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Kräfte getan; aber dann werde Ich ihnen bekennen: Ich erkenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Missetäter". Matth.25/11,12: "Zuletzt kamen auch die übrigen Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, tue uns auf. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht". Luk.13/25-27: "Von dem an, wo der Hausvater aufgestanden ist, und die Türe geschlossen hat, werdet ihr anfangen, draußen zu stehen, und an die Türe zu klopfen, und sagen: Herr, Herr, tue uns auf, aber Er wird antworten und sagen zu euch: Ich kenne euch nicht, woher ihr seid; weichet von Mir, alle ihr Missetäter". Hieraus wird klar, daß vom Herrn erkannt werden heißt, im Guten der Liebtätigkeit sein, d.h. begabt werden mit diesem Guten, weil alles Gute der Liebtätigkeit vom Herrn kommt; und daß nicht erkannt werden heißt, im Bösen sein. Erkennen schließt Verbindung in sich, und man darf sagen, der Mensch werde vom Herrn nur insoweit erkannt, als er mit Ihm verbunden ist. Diejenigen, die nicht verbunden sind, kennt der Herr zwar auch, ja sogar das einzelnste bei einem jeden (Joh.2/24,25), aber weil sie im Bösen sind, sind sie in einer anderen Gegenwart, die gleichsam eine Abwesenheit ist, obwohl der Herr nicht abwesend ist, sondern der Mensch und der Geist, der im Bösen (lebt), ist abwesend; so ist es gemeint, daß der Herr sie nicht erkenne. Ein Bild dieser Sache erscheint bei den Engeln und Geistern, die in Beziehung auf die Lebenszustände (einander) ähnlich sind, diese erscheinen einander nahe, und dadurch erkennen sie sich gegenseitig; hingegen die, welche in Beziehung auf die Lebenszustände unähnlich sind, erscheinen einander ferne, und daher erkennen sie sich nicht gegenseitig. Mit einem Wort, im anderen Leben macht die Ähnlichkeit des Zustandes, daß man gegenwärtig erscheint und erkannt wird, und die Unähnlichkeit des Zustandes, daß man abwesend erscheint, und nicht erkannt wird.   Nr. 6807 - 6824 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 3. Kapitel 1. Und Mose weidete die Herde Jethros, seines Schwähers, des Priesters von Midian, und er führte die Herde hinter die Wüste, und kam zum Berg Gottes Horeb. 2. Und der Engel Jehovahs erschien ihm in der Flamme des Feuers mitten aus einem Dornbusch, und er sah, und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch ward (doch) nicht verzehrt. 3. Da sprach Mose: Ich will doch hingehen, und sehen dieses große Gesicht, warum der Dornbusch nicht verbrennt. 4. Und Jehovah sah, daß er hinging zu sehen, und Gott rief ihm mitten aus dem Dornbusche, und sprach: Mose! Mose! Und er sprach: Hier bin ich. 5. Er aber sprach: Nahe nicht herzu, ziehe deine Schuhe ab von deinen Füßen, denn der Ort da du stehest, ist ein Boden der Heiligkeit, (d.i. heiliges Land). 6. Und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs. Da bedeckte Mose sein Angesicht, denn er fürchtete sich Gott anzuschauen. 7. Und Jehovah sprach: Ich habe gesehen die Trübsal Meines Volkes, das in Ägypten (ist), und ihr Geschrei habe Ich gehört wegen ihrer Treiber, denn Ich kenne ihre Leiden. 8. Und Ich bin herabgekommen, es zu befreien aus der Hand der Ägypter, und es hinaufzuführen aus diesem Land in ein gutes und weites Land, in ein Land, das von Milch und Honig fließt, zum Ort der Kanaaniter und Hethiter und Amoriter und Pheresiter und Heviter und Jebusiter. 9. Und nun, siehe, das Geschrei der Söhne Israels ist zu Mir gekommen, und Ich habe auch gesehen die Unterdrückung, womit die Ägypter sie unterdrücken. 10. Und nun gehe hin, Ich will dich senden zu Pharao, und führe Mein Volk, die Söhne Israels, aus Ägypten. 11. Da sprach Mose zu Gott: Wer bin ich, daß ich soll zu Pharao gehen, und daß ich ausführen soll die Söhne Israels aus Ägypten? 12. Und Er sprach: Ich will mit dir sein; und dies sei dir das Zeichen, daß Ich dich gesandt habe, wenn du das Volk führest aus Ägypten, so werdet ihr Gott dienen an diesem Berge. 13. Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich komme zu den Söhnen Israels, und sage zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie sagen zu mir: Welches ist Sein Name? was soll ich zu ihnen sagen? 14. Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der Ich bin, und sprach: So sollst du sagen den Söhnen Israels: Ich bin hat mich zu euch gesandt. 15. Und weiter sprach Gott zu Mose: Also sollst du sagen zu den Söhnen Israels: Jehovah, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist Mein Name in Ewigkeit, und das Mein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht. 16. Geh und versammle die Ältesten Israels, und sprich zu ihnen: Jehovah, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Jischaks und Jakobs, und hat gesagt: Heimgesucht habe Ich euch, und (gesehen) was euch geschehen ist in Ägypten. 17. Und Ich sage: Ich will euch heraufführen aus der Trübsal Ägyptens in das Land der Kanaaniter, und Hethiter, und Amoriter, und Pheresiter, und Heviter, und Jebusiter, in ein Land, das von Milch und Honig fließt. 18. Und wenn sie deine Stimme hören, so sollst du und die Ältesten Israels hineingehen zum König Ägyptens, und sollt zu ihm sagen: Jehovah, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet, so laß uns doch nun ziehen drei Tagreisen in die Wüste, und opfern dem Jehovah, unserem Gott. 19. Aber Ich weiß, daß euch der König von Ägypten nicht wird ziehen lassen, auch nicht durch eine starke Hand. 20. Und so werde Ich Meine Hand ausstrecken, und Ägypten schlagen mit allen Meinen Wundern, die Ich tun werde in seiner Mitte; und nachher wird er euch entlassen. 21. Und Ich werde diesem Volk Gnade geben in den Augen der Ägypter, und es wird geschehen, wenn ihr ziehet, werdet ihr nicht leer ausziehen. 22. Und es soll ein jegliches Weib von ihrer Nachbarin und von ihrer Hausgenossin Gefäße von Silber und Gefäße von Gold und Kleider verlangen, die sollt ihr legen auf eure Söhne und auf eure Töchter, und sollt Beute nehmen von den Ägyptern.   Inhalt 6825. Im ersten Kapitel wurde im inneren Sinn von der Anfechtung der Angehörigen der Kirche durch Falsches und Böses gehandelt; im zweiten von den Anfängen und aufeinanderfolgenden Zuständen des göttlich Wahren bei ihnen; in diesem Kapitel wird im inneren Sinn von ihrer Befreiung gehandelt, und da werden sie zuerst belehrt, wer der Gott ist, der sie befreit hat, daß es der Herr sei; und daß Er sie in den Himmel führe, nachdem sie mit mannigfachem Wahren und Guten beschenkt worden sind.   Innerer Sinn 6826. Vers 1-3: Und Mose weidete die Herde Jethros, seines Schwähers, des Priesters von Midian, und er führte die Herde hinter die Wüste, und kam zum Berg Gottes Horeb. Und der Engel Jehovahs erschien ihm in der Flamme des Feuers mitten aus einem Dornbusch, und er sah, und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch ward (doch) nicht verzehrt. Da sprach Mose: Ich will doch hingehen, und sehen dieses große Gesicht, warum der Dornbusch nicht verbrennt. "Und Mose weidete die Herde Jethros, seines Schwähers, des Priesters von Midian" bedeutet das Gesetz vom Göttlichen her belehrte diejenigen, die im Wahren des einfältig Guten (stehen); der Priester bezeichnet das Gute der Kirche, der jene angehören; "und er führte die Herde hinter die Wüste" bedeutet, nachdem sie Versuchungen bestanden hatten; "und kam zum Berg Gottes" bedeutet das Gute der göttlichen Liebe sei ihm erschienen; "Horeb" bedeutet die Beschaffenheit; "und der Engel Jehovahs erschien ihm" bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen; "in der Flamme des Feuers mitten aus einem Dornbusch" bedeutet die göttliche Liebe im wißtümlich Wahren; "und er sah, und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer" bedeutet die Wahrnehmung, daß das wißtümlich Wahre voll sei des Guten der göttlichen Liebe; "und der Dornbusch ward doch nicht verzehrt" bedeutet das göttlich Wahre, vereinigt mit dem göttlich Guten im Natürlichen; "da sprach Mose" bedeutet das Innewerden aus dem Gesetz vom Göttlichen her; "ich will doch hingehen, und sehen dieses große Gesicht" bedeutet die Reflexion (oder das Nachdenken) über diese Offenbarung; "warum der Dornbusch nicht verbrennt" bedeutet, daß eine solche Vereinigung stattfinde. 6827. "Und Mose weidete die Herde Jethros, seines Schwähers, des Priesters von Midian", 2. Mose 3/1, bedeutet, das Gesetz vom Göttlichen her belehrte diejenigen, die im Wahren des einfältig Guten waren, und der Priester Midians bezeichnet das Gute der Kirche, der jene angehören. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes bezeichnet, wovon Nr. 6752; im Anfang aber in Ansehung des Wahren, das dem Gesetz vom Göttlichen her angehört: Nr 6771; hier jedoch in Ansehung des Gesetzes vom Göttlichen her. In dieser Weise kann man die Stufen des Fortschreitens im Herrn benennen, ehe Er in Ansehung des Menschlichen das göttliche Gesetz selbst wurde. Im ganzen Wort ist in seinem innersten oder höchsten Sinn vom Herrn allein die Rede, und von der Verherrlichung Seines Menschlichen. Weil aber der innerste oder höchste Sinn über den menschlichen Verstand hinausgeht, so kann das Wort nur in Ansehung seines inneren Sinnes erklärt werden, worin vom Reich des Herrn und von der Kirche und deren Herstellung, sodann von der Wiedergeburt des Menschen der Kirche durch den Herrn gehandelt wird. Daß im inneren Sinn von diesen Gegenständen gehandelt wird, hat den Grund, weil die Wiedergeburt des Menschen ein Darstellungsbild der Verherrlichung des Herrn ist: man sehe Nr. 3138, 3212, 3490, 4402, 5688. Aus der Bedeutung von weiden, sofern es heißt belehren, wovon Nr. 3795, 5201; aus der Bedeutung der Herde, sofern sie den bezeichnet, der lernt, und durch das Wahre zum Guten der Liebtätigkeit geführt wird, wovon Nr. 343, somit bedeutet Herde im allgemeinen Sinn die Kirche: Nr. 3767, 3768, hier die Kirche, worin die sind, die im Wahren des einfältig Guten (stehen), und durch Midian bezeichnet werden: Nr. 3242, 4756; und aus der Bedeutung des Schwähers, sofern er das Gute bezeichnet, von dem, als vom Vater das Gute herkommt, das mit dem Wahren verbunden ist, hier mit dem Wahren, das dem Gesetz vom Göttlichen her angehört, und das durch Mose vorgebildet wird, man sehe Nr. 6793. Die Beschaffenheit jenes Guten bezeichnet Jethro. Ferner aus der Bedeutung des Priesters von Midian, sofern er das Gute der Kirche bezeichnet, in dem diejenigen stehen, die im Wahren des einfältig Guten sind, wovon Nr. 6775. Hieraus wird nun klar, daß durch "Mose weidete die Herde Jethros, seines Schwähers, des Priesters von Midian", bezeichnet wird, daß das Gesetz vom Göttlichen her diejenigen belehrte, die im Wahren des einfältig Guten (standen), und daß der Priester von Midian das Gute der Kirche bedeutet, der jene angehören. 6828. "Und er führte die Herde hinter die Wüste", 2. Mose 3/1, bedeutet, nachdem sie Versuchungen bestanden hatten, nämlich jene, die im Wahren des einfältig Guten (standen). Dies erhellt aus der Bedeutung der Herde, sofern sie die Kirche bezeichnet, wo diejenigen sind, die im Wahren des einfältig Guten stehen, wovon Nr. 6827; und aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie den Zustand der Versuchung bezeichnet; denn die Wüste bedeutet das wenig Bewohnte und Kultivierte, und auch das gar nicht Bewohnte und Kultivierte, somit im geistigen Sinn einen Menschen, der verwüstet ist in Ansehung des Guten und verödet in Ansehung des Wahren; mithin einen Menschen, der in Versuchung ist. Denn wer in Versuchung ist, der ist in der Verwüstung und in der Verödung, weil das Falsche und das Böse, das bei ihm ist, heraustritt, und den Einfluß des Wahren und Guten vom Herrn verdunkelt und beinahe wegnimmt. Das Wahre, das einfließt, scheint ihm auch kein solches Leben zu haben, daß es das Falsche und Böse vertreiben könnte. Es sind dann auch böse Geister da, die Schmerzen beibringen, und Verzweiflung an der Seligkeit. Daß die Wüste einen solchen Zustand bezeichnet, erhellt aus sehr vielen Stellen im Wort, man sehe Nr. 2708; und weil die Wüste den Zustand der Versuchung bezeichnete, und die Zahl Vierzig eine jede Dauer derselben: Nr. 730, 862, 2272, 2273, deswegen waren die Söhne Israels in der Wüste vierzig Jahre; und deswegen war auch der Herr in der Wüste vierzig Tage, da Er versucht wurde: Matth.4/2; Mark.1/13. 6829. "Und kam zum Berge Gottes", 2. Mose 3/1, bedeutet, das Gute der göttlichen Liebe sei nachher erschienen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Gottes, sofern er das Gute der göttlichen Liebe bezeichnet. Daß der Berg das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 795, 796, 2722, 4210, 6435. Daß dieses Gute erschien, nachdem sie Versuchungen bestanden hatten, wird dadurch bezeichnet, daß er zu jenem Berg hinter die Wüste kam. Damit verhält es sich auf folgende Weise: Wenn der Mensch in der Versuchung ist, so ist er rings umlagert von Falschem und Bösem, das den Einfluß des Lichts vom Göttlichen, d.h. des Wahren und Guten hindert. Der Mensch ist alsdann gleichsam in der Finsternis. Finsternis im anderen Leben ist nichts anderes als Umlagerung durch Falsches, denn dieses benimmt das Licht, und somit das Innewerden des Trostes von den Wahrheiten für den, der in der Versuchung ist. Wenn aber der Mensch aus der Versuchung herauskommt, dann erscheint das Licht mit seiner geistigen Wärme, d.h. das Wahre mit seinem Guten; dadurch empfindet er Freude nach der Angst. Dies ist der Morgen, der auf die Nacht folgt im anderen Leben. Der Grund, warum alsdann das Gute empfunden wird, und das Wahre erscheint, liegt darin, daß nach der Versuchung das Wahre und Gute ins Innere eindringt und einwurzelt, denn wenn der Mensch in der Versuchung ist, fühlt er gleichsam Hunger nach dem Guten und Durst nach dem Wahren, daher genießt er, wenn er herauskommt, das Gute, wie ein Hungriger die Speise, und nimmt das Wahre auf wie ein Durstiger den Trank. Und wenn überdies das Licht vom Göttlichen erscheint, dann wird das Falsche und Böse entfernt, und wenn dieses entfernt ist, dann hat das Wahre und Gute Raum, um tiefer einzudringen. Dies sind die Gründe, warum nach den Versuchungen das Gute der Liebe mit seinem Licht vom Herrn erscheint. Daß nach der Dunkelheit und Angst der Versuchungen Helle und Freude erscheint, ist, weil es gewöhnlich vorkommt, im anderen Leben allen wohl bekannt. 6830. "Horeb", 2. Mose 3/1, bedeutet die Beschaffenheit, nämlich des Guten der göttlichen Liebe, das erschien. Dies erhellt daraus, daß die Namen, wenn sie beigefügt werden, die Beschaffenheit der Sache in sich schließen, von der die Rede ist. Die Beschaffenheit der Sache, die Horeb in sich schließt, geht aus dem hervor, was dort gesehen wurde, nämlich aus der Flamme des Feuers mitten aus dem Dornbusch; somit ist sie das göttlich Gute der Liebe, das durch das dem göttlichen Gesetz angehörige Wahre hervorleuchtet. 6831. "Und der Engel Jehovahs erschien ihm", 2. Mose 3/2, bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Engels Jehovahs, sofern er das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, wovon Nr. 6280. Der Grund, warum das Göttlich-Menschliche der Engel Jehovahs heißt, ist, weil Jehovah, vor der Ankunft des Herrn, wenn Er durch den Himmel hindurchging, in menschlicher Gestalt als ein Engel erschien; denn der ganze Engelshimmel stellt einen Menschen dar, welcher der Größte Mensch heißt, von dem am Ende mehrerer Kapitel gehandelt wurde. Wenn daher das Göttliche Selbst durch (den Himmel) hindurchging, erschien es in menschlicher Gestalt als ein Engel denen, mit denen Er redete; das war das Göttlich-Menschliche Jehovahs vor der Ankunft des Herrn. Das Menschliche des Herrn ist, seit es göttlich geworden, ebendasselbe, denn der Herr ist Jehovah selbst, im Göttlich-Menschlichen. Daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen Engel genannt wird, sehe man Nr. 6280, und erhellt auch aus mehreren Stellen im Neuen Testament, wo der Herr Sich den vom Vater Gesandten nennt, und gesandt werden bedeutet ausgehen, und der Gesandte bedeutet in der hebräischen Sprache Engel. Daß der Herr sich den Gesandten heißt, sehe man: Matth.10/40; 15/24; Mark.9/37; Luk.4/43; 9/48; 10/16; Joh.3/17,34; 4/34; 5/23,24,36-38; 6/29,39,40,44,57; 7/16,18,28,29; 8/16,18,29,42; 9/4; 10/36; 11/42; 12/44,45,49; 13/20; 14/24; 16/5,7; 17/3,8,18,22,23,25. 6832. "In der Flamme des Feuers mitten aus einem Dornbusch", 2. Mose 3/2, bedeutet die göttliche Liebe im wißtümlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Feuerflamme, sofern sie die göttliche Liebe bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Dornbuschs, sofern er das wißtümlich Wahre bezeichnet. Der Dornbusch bedeutet das wißtümlich Wahre, weil alle Gesträuche, von welcher Gattung sie auch sein mögen, das Wißtümliche bedeuten, die größeren Bäume selbst aber Erkenntnisse und Innewerdungen. Der Dornbusch, weil er Blüten und Beeren hervorbringt, bedeutet das wißtümlich Wahre. Das wißtümlich Wahre der Kirche ist kein anderes als das Wort im Buchstabensinn, und auch jeder vorbildliche und bezeichnende Gegenstand der Kirche bei den Nachkommen Jakobs; diese werden in ihrer äußeren Form wißtümliche Wahrheiten genannt, aber der inneren Form nach sind sie geistige Wahrheiten. Weil aber die Wahrheiten in ihrer inneren, d.h. in der geistigen Form, der Nachkommenschaft Jakobs nicht erscheinen konnten, da sie bloß im Äußeren waren, und von etwas Inwendigem gar nichts wissen wollten, deshalb erschien der Herr in einem Dornbusch; denn wenn der Herr erscheint, so erscheint Er gemäß der Beschaffenheit des Menschen. Der Mensch nimmt nämlich den Herrn nicht anders auf, als seiner Beschaffenheit gemäß. Deswegen erschien auch der Herr, als Er auf dem Berg Sinai erschien, dem Volke wie ein Feuer, brennend bis zum Herzen des Himmels, und wie Finsternis, Wolken und Dunkel: 5. Mose 4/11; 5/19-22 (oder 5/22-26), sodann 2. Mose 19/18. Er wäre ganz anders erschienen, wenn das Volk, das unten am Berg zuschaute, nicht so geartet gewesen wäre; und weil jenes Volk nur im Äußeren war, deswegen heißt es, als Mose hineinging zum Herrn auf dem Berg Sinai, er sei in die Wolke hineingegangen: 2. Mose 20/18; 24/2,18; 34/2-5. Daß die Wolke das Äußere des Wortes bedeutet, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343 E, folglich auch das Vorbildliche der Kirche, in seiner äußeren Form betrachtet. Daß der Herr einem jeden seiner Beschaffenheit gemäß erscheint, kann daraus erhellen, daß der Herr denen, die im inwendigsten oder dritten Himmel sind, als eine Sonne erscheint, von der ein unaussprechliches Licht (ausstrahlt), aus dem Grund, weil die, welche dort sind, im Guten der Liebe zum Herrn stehen; und daß Er denen, die im mittleren oder zweiten Himmel sind, als Mond (erscheint), aus dem Grund, weil sie hier entfernter und dunkler in der Liebe zum Herrn stehen, denn sie sind in der Liebe gegen den Nächsten. Aber im letzten oder ersten Himmel erscheint der Herr nicht als Sonne, auch nicht als Mond, sondern nur wie ein Licht, welches Licht das Weltlicht weit übertrifft. Und weil der Herr einem jeden seiner Beschaffenheit gemäß erscheint, darum kann Er auch denen, die in der Hölle sind, nicht anders erscheinen als wie eine schwarze Wolke und Finsternis; denn sobald das Licht des Himmels, das vom Herrn kommt, in eine Hölle hineinfällt, so wird es daselbst finster und dunkel. Aus diesem nun kann erhellen, daß der Herr einem jeden seiner Beschaffenheit gemäß, weil der Aufnahme gemäß, erscheint. Und weil die Nachkommen Jakobs bloß im Äußeren waren, deswegen erschien der Herr dem Mose in einem Dornbusch, und auch in einer Wolke, als er hineinging zum Herrn auf dem Berge Sinai. Daß die Flamme die göttliche Liebe bezeichnet, kommt daher, weil die Liebe in ihrem ersten Ursprung nichts anderes ist als ein Feuer und eine Flamme vom Herrn als der Sonne. Das Feuer und die Flamme dieser Sonne ist es, die das Sein des Lebens einem jeden Menschen gibt; und ist das eigentliche Lebensfeuer, welches das Inwendigere des Menschen mit Wärme erfüllt, wie man an der Liebe sehen kann; denn in dem Maß als die Liebe beim Menschen zunimmt, erwärmt er, und in dem Maß als die Liebe abnimmt, wird er kalt. Daher kommt es, daß der Herr, wenn Er in einem Gesichte erschien, wie ein Feuer oder eine Flamme erschien, wie Hes.1/13,21,26-28: "Der Anblick der vier Tiere (die Cherubim waren) war gleich glühenden Feuerkohlen, gleich Fackeln anzusehen; dasselbe (Feuer) fuhr einher zwischen den Tieren, wie Feuerglanz, und aus dem Feuer ging ein Blitz hervor; und eine Himmelsfeste war über ihren Häuptern, anzusehen wie der Stein des Saphir, die Gestalt eines Throns, und auf der Gestalt des Throns eine Gestalt gleich dem Ansehen eines Menschen oben darauf; und ich sah die Gestalt von glühenden Kohlen gleich der Gestalt eines Feuers innerhalb ringsumher, vom Ansehen Seiner Lenden aufwärts; aber vom Ansehen Seiner Lenden abwärts sah ich wie den Anblick des Feuers, das einen Glanz gab ringsum": daß die Einzelheiten in diesem Gesicht Bezeichnungen und Vorbilder göttlicher Dinge sind, kann niemand leugnen, wenn man aber nicht weiß, was bezeichnet wird durch die Cherubim, durch die Kohlen des brennenden Feuers gleich dem Anblick von Fackeln, durch den Thron, durch das Ansehen eines Menschen darauf, durch die Lenden, von denen aufwärts und abwärts Feuer, und aus dem Feuer ein Glanz (ausging), so kann man durchaus nicht das darin liegende heilige Geheimnis erkennen. Daß die Cherubim die Vorsehung des Herrn bezeichnen, sehe man Nr. 308; daß der Thron den Himmel bedeutet, eigentlich aber das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, das den Himmel bildet: Nr. 5313; daß das Ansehen eines Menschen auf dem Thron oben der Herr ist in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, ist offenbar; daß die Lenden die eheliche Liebe bedeuten, und daher alle himmlische Liebe: Nr. 3021, 4277, 4280, 4575, 5050-5062, und diese Liebe wurde vorgebildet durch die Gestalt der glühenden Kohlen gleich der Gestalt eines Feuers, das einen Glanz gab ringsum. Dan.7/9,10: "Ich schaute, bis daß Throne aufgestellt wurden, und der Alte der Tage setzte sich darauf, Sein Kleid war wie Schnee weiß, und das Haar Seines Hauptes wie reine Wolle, Sein Thron eine Feuerflamme; seine Räder brennendes Feuer, ein Feuerstrom floß hervor und ging aus von Ihm": das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn wurde auch hier geschaut als eine Feuerflamme. Joh.Offenb.19/12: "Es saß Einer auf einem weißen Pferd, Seine Augen waren wie eine Feuerflamme": daß der auf dem weißen Pferd Sitzende der Herr ist in Ansehung des Wortes, wird dort deutlich gesagt: Vers 13,16, somit ist die Feuerflamme das göttlich Wahre, das im Wort ist, und aus dem göttlich Guten des Herrn (stammt). Joh.Offenb.1/13,14: "In der Mitte der sieben Leuchter war Einer gleich dem Sohne eines Menschen, angetan mit einem Talar, Sein Haupt und Haare (waren) weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, aber Seine Augen wie eine Feuerflamme": auch hier bezeichnet "die Augen wie eine Feuerflamme" das göttlich Wahre, ausgehend vom göttlich Guten des Herrn. Daß die Feuerflamme das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bedeutet, erhellt auch bei Ps.29/7: "Die Stimme Jehovahs fällt ein wie eine Feuerflamme": die Stimme Jehovahs für das göttlich Wahre. Damit das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre vorgebildet würde, wurde befohlen, daß sie einen Leuchter machen sollten von lauterem Gold mit sieben Lichtern, und daß er gesetzt würde in das Zelt der Zusammenkunft neben den Tisch, wo die Schaubrote waren, und die Lichter sollten fortwährend brennen vor Jehovah: 2. Mose 25/31-40; 37/17-24; 40/24,25; 3. Mose 24/4; 4. Mose 8/2; Sach.4/2; durch den Leuchter mit den sieben Lichtern wurde vorgebildet das göttlich Wahre, das ausgeht vom göttlich Guten des Herrn. Damit auch das göttlich Gute selbst vorgebildet würde, wurde befohlen, daß ein immerwährendes Feuer auf dem Altar sein sollte, "das Feuer soll auf dem Altare brennen und nicht verlöschen, der Priester soll das Holz anzünden auf demselben alle Morgen, das Feuer soll immerfort brennen auf dem Altar, und nicht verlöschen": 3. Mose 6/5,6. Daß das Feuer ein Sinnbild der göttlichen Liebe, und dies den Alten wohl bekannt war, kann daraus erhellen, daß dieses Sinnbild von der Alten Kirche bis zu den zerstreuten Völkerschaften sich verbreitete, die im Götzendienst waren, daß diese ein heiliges immerwährendes Feuer veranstalteten, und Jungfrauen darüber setzten, die Vestalinnen hießen, ist bekannt. Daß Feuer und Flamme im entgegengesetzten Sinn unsaubere Liebestriebe bezeichnen, z.B. Triebe der Rachsucht, der Grausamkeit, des Hasses, des Ehebruchs, und überhaupt Begierden, die aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe entspringen, erhellt ebenfalls aus mehreren Stellen im Wort, von denen bloß folgende angeführt werden sollen: Jes.47/14: "Siehe, sie sind geworden gleich Stoppeln, das Feuer hat sie angebrannt, sie retten ihre Seele nicht aus der Hand der Flamme; keine Kohle (ist da) sich zu wärmen, kein Feuer, daran zu sitzen". Hes.21/3: "Siehe, Ich werde anzünden in dir ein Feuer, das verzehren wird in dir alle grünen Bäume, und alle dürren Bäume, nicht soll ausgelöscht werden die Flamme des heftigen Feuers, und dadurch soll verbrannt werden alle Oberfläche (des Landes) vom Mittag zur Mitternacht": hier werden durch Feuer und Flamme bezeichnet die Begierden des Bösen und Falschen, die alles Gute und Wahre der Kirche auslöschen, daher ihre Verwüstung. Luk.16/24: "Der Reiche sprach zu Abraham: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarus, daß er das Äußerste seines Fingers eintauche ins Wasser, und kühle meine Zunge, weil ich gepeinigt werde in dieser Flamme". Diejenigen, die nicht wissen, daß das Lebensfeuer beim Menschen einen anderen Ursprung hat als das Elementarfeuer, können keine andere Ansicht haben, als daß durch das Feuer der Hölle ein solches Feuer verstanden werde, wie es in der Welt ist, während doch im Wort kein solches Feuer verstanden wird, sondern das Feuer, das der Liebe angehört, somit dem Leben des Menschen eigen ist, und ausgeht vom Herrn als der Sonne; wenn dieses Feuer bei denjenigen eindringt, die im Gegensatz (zum Göttlichen) stehen, so verwandelt es sich in das Feuer der Begierden, die, wie oben gesagt, der Rachgier, dem Hasse, der Grausamkeit angehören, und aus der Selbst- und Weltliebe entspringen. Dieses Feuer ist es, das die in den Höllen peinigt; denn wenn ihren Begierden der Zügel gelassen wird, dann stürzt einer auf den anderen los, und sie peinigen einander auf gräßliche und unaussprechliche Weise, denn jeder will die Oberhand haben, und dem anderen das Seine nehmen durch heimliche und offene Kunstgriffe. Wenn nun der eine wie der andere danach begehrt, so entsteht daraus grimmiger Haß, und aus diesen Greueltaten, die hauptsächlich durch Zauberkünste und durch Phantasien verübt werden, Künste, die zahllos und der Welt ganz unbekannt sind. Die, welche nichts Geistiges glauben, hauptsächlich die Verehrer der Natur, lassen sich durchaus nicht zu dem Glauben bringen, daß die Wärme bei den Lebenden, die das eigentliche innere Leben macht, einen anderen Ursprung habe, als die Wärme der Welt; denn sie können nicht erkennen, und noch weniger anerkennen, daß es ein himmlisches Feuer gibt, das ausgeht vom Herrn als der Sonne, und daß dieses Feuer lauter Liebe ist. Daher können sie auch Unzähliges, was im Wort ist, nicht erkennen, wo kein anderes Feuer verstanden wird, und können Unzähliges im Menschen nicht erkennen, der ein Aufnahmsorgan desselben ist. 6833. "Und er sah, und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer", 2. Mose 3/2, bedeutet die Wahrnehmung, daß das wißtümlich Wahre voll des Guten der göttlichen Liebe sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist Wahrnehmen, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; aus der Bedeutung des Dornbusches, sofern er das wißtümlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 6832; und aus der Bedeutung des Feuers, sofern es die göttliche Liebe ist, wovon Nr. 934 E, 4906, 5071, 5215, 6314, 6832; daher bedeutet brennen im Feuer soviel als voll sein des Guten der göttlichen Liebe. 6834. "Und der Dornbusch ward doch nicht verzehrt", 2. Mose 3/2, bedeutet das göttlich Wahre vereinigt mit dem göttlich Guten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dornbusches, sofern er das wißtümlich Wahre ist, wovon Nr. 6832, 6833; hier weil vom Herrn die Rede, ist es das göttlich Wahre im Natürlichen. Das Natürliche wird bezeichnet, weil hier das Wahre in wißtümlicher Weise gemeint ist; ferner aus der Bedeutung von nicht verzehrt werden vom Feuer, sofern es heißt, nicht vernichtet werden durch das Gute der göttlichen Liebe. Daß das Feuer das Gute der göttlichen Liebe bezeichnet, sehe man Nr. 6832; sofern es also vereinigt ist, nämlich das göttlich Wahre mit dem göttlich Guten im Natürlichen. Dies ist die Bedeutung dieser Worte im höchsten Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird. Damit verhält es sich auf folgende Weise: Das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist das eigentliche Sonnenfeuer im anderen Leben. Dieses Feuer hat eine solche Glut, daß, wenn es ohne Vermittlung und Mäßigung auf jemand, und wäre es selbst ein Engel des inwendigsten Himmels, eindringen würde, derselbe alles Sinns beraubt würde und zugrunde ginge. Eine solche Glut hat die göttliche Liebe des Herrn. Als aber der Herr in der Welt war, und das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigte, nahm Er dieses Liebesfeuer in Seinem Menschlichen auf, und vereinigte es mit dem Wahren, als Er Sich zum göttlichen Gesetz machte. Das nun ist es, was darunter verstanden wird, daß das göttlich Wahre vereinigt wurde mit dem göttlich Guten im Natürlichen. 6835. "Da sprach Mose", 2. Mose 3/3, bedeutet das Innewerden aus dem Gesetz vom Göttlichen her. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon öfters; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Gesetz vom Göttlichen her darstellt, wovon Nr. 6827. 6836. "Ich will doch hingehen und sehen dieses große Gesicht", 2. Mose 3/3, bedeutet die Reflexion über diese Offenbarung. Dies erhellt aus der Bedeutung von hingehen und sehen, sofern es soviel ist als reflektieren, denn hingehen heißt im geistigen Sinn sich abwenden von dem Gedanken, in dem man ist, und sehen heißt innewerden, somit bedeutet beides zusammen reflektieren; und aus der Bedeutung des Gesichtes, sofern es eine Offenbarung ist, wovon Nr. 6000. Ein großes Gesicht heißt es, weil im höchsten Sinn durch die Flamme im Dornbusch bezeichnet wird das göttlich Wahre, das vereinigt ist mit dem göttlich Guten im Menschlichen des Herrn: Nr. 6834. 6837. "Warum der Dornbusch nicht verbrennt", 2. Mose 3/3, bedeutet, daß eine solche Vereinigung stattfinde. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6834 gesagt wurde. 6838. Vers 4-6: Und Jehovah sah, daß er hinging zu sehen, und Gott rief ihm mitten aus dem Dornbusche, und sprach: Mose! Mose! Und er sprach: Hier bin ich. Er aber sprach: Nahe nicht herzu, ziehe deine Schuhe ab von deinen Füßen, denn der Ort da du stehest, ist ein Boden der Heiligkeit, (d.i. heiliges Land). Und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs. Da bedeckte Mose sein Angesicht, denn er fürchtete sich Gott anzuschauen. "Und Jehovah sah, daß er hinging zu sehen" bedeutet die Reflexion sei vom Herrn; "und Gott rief ihm" bedeutet den Einfluß vom Göttlichen her; "mitten aus dem Dornbusche" bedeutet, aus den wißtümlichen Wahrheiten; "und sprach: Mose! Mose! Und er sprach: Hier bin ich" bedeutet die inwendige Mahnung, und das Hören (derselben); "Er aber sprach: Nahe nicht herzu" bedeutet, er dürfe noch nicht über das Göttliche denken aus Sinnlichem; "ziehe deine Schuhe ab von deinen Füßen" bedeutet das Sinnliche, welches das Äußere des Natürlichen ist, soll entfernt werden; "denn der Ort da du stehest, ist ein Boden der Heiligkeit, (d.i. heiliges Land)" bedeutet, sonst könne das Göttliche nicht eingehen; "Und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters" bedeutet das Göttliche, das die Alte Kirche hatte; "der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs" bedeutet das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche, somit den Herrn; "da bedeckte Mose sein Angesicht" bedeutet das Inwendigere wurde beschützt; "denn er fürchtete sich Gott anzuschauen" bedeutet, auf daß es nicht beschädigt würde von der Gegenwart des Göttlichen Selbst. 6839. "Und Jehovah sah, daß er hinging zu sehen", 2. Mose 3/4, bedeutet die Reflexion (sei) vom Herrn her. Dies erhellt aus der Bedeutung von hingehen zu sehen, sofern es die Reflexion bezeichnet, wovon Nr. 6836; daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6303. Wie der Buchstabensinn des Wortes beschaffen ist, zeigt sich auch hier: es wird gesagt, Jehovah sah, daß er hinging zu sehen, als ob Er es zuvor nicht gewußt, und als ob Er es ihm nicht eingegeben und ihn dazu veranlaßt hätte hinzugehen und zu sehen. Es wird jedoch so gesagt, weil nach dem Schein (gesprochen wird). Der innere Sinn dagegen lehrt, wie es zu verstehen ist, nämlich daß der Herr auf sein Denken eingewirkt, daß er darüber nachdachte. Hieraus kann erhellen, wie es sich mit dem Buchstabensinn des Wortes im Vergleich mit dem inneren Sinn verhält, und daß, was der Buchstabensinn enthält, so beschaffen ist, daß es sich nach der Fassungskraft der Einfältigen richtet, die nicht glauben, wenn es nicht so (beschrieben) ist, wie es erscheint. Was nicht erscheint, das glauben sie nicht, weil sie in das Inwendige der Dinge nicht eingehen können. Wenn daher das Wort im Buchstaben nicht so beschaffen gewesen wäre, so wäre es nicht angenommen worden. Wer im Sinnlichen steht, und von weltlichen Dingen eingenommen ist, begreift die inwendigeren Dinge gar nicht; ein solcher will sehen, was er glauben soll; was er nicht sieht, ist ihm gleichsam fremd, und er verweist es unter die Dinge, die zu verneinen, oder wenigsten ihm zweifelhaft sind, wenn er darüber aus sich denkt. 6840. "Und Gott rief ihm", 2. Mose 3/4, bedeutet den Einfluß vom Göttlichen her. Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen, sofern es den Einfluß bezeichnet, denn im inneren Sinn wird kein Rufen durch die Rede verstanden, wie im äußeren historischen Sinn, sondern ein Rufen durch den Einfluß in den Willen, und dieses Rufen ist ein inwendiges. Jehovah oder der Herr fließt nämlich in den Willen ein, und treibt an zum Tun dessen, was Ihm wohlgefällt. Wenn dieses Inwendige ins Historische heraustritt, in dem eben nur Äußeres ist, so wird es entweder ein Gebieten oder ein Rufen, oder ein Anreden, oder zu anderen ähnlichen Ausdrücken. 6841. "Mitten aus dem Dornbusch", 2. Mose 3/4, bedeutet, aus den wißtümlichen Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dornbusches, sofern er das wißtümlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 6832, 6833. 6842. "Und sprach: Mose! Mose! Und er sprach: Hier bin ich", 2. Mose 2/4, bedeutet eine inwendige Mahnung und das Hören (derselben). Dies erhellt aus der Bedeutung des Gerufenwerdens von Gott, in den historischen Teilen des Wortes, sofern es einen Einfluß vom Göttlichen her bezeichnet: Nr. 6840. Die Berufung selbst liegt in den Worten: "Und Jehovah sprach: Mose! Mose!", und weil diese Worte alles das in sich schließen, was folgt, und zuerst, daß er nicht herzunahen, sondern seine Schuhe von seinen Füßen abziehen soll, so wird (dadurch) eine Mahnung bezeichnet, und durch die Antwort Moses: Hier bin ich, das Hören derselben. 6843. "Er aber sprach: Nahe nicht herzu", 2. Mose 3/5, bedeutet, er dürfe über das Göttliche noch nicht denken aus dem Sinnlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von nahen zu Jehovah, sofern es heißt, über das Göttliche denken. Daß zu Gott nahen, wenn es vom Menschen gesagt wird, das Denken über das Göttliche bezeichnet, hat den Grund, weil der Mensch zum Göttlichen nicht hintreten kann mit dem Leibe, wie der Mensch zum Menschen, sondern mit dem Gemüt, also mit dem Denken und Wollen. Es gibt kein anderes Hinzutreten zum Göttlichen, weil das Göttliche über das Räumliche und Zeitliche erhaben ist. Es geschieht beim Menschen durch das, was man seine Zustände nennt, nämlich die Zustände der Liebe und die Zustände des Glaubens, somit die Zustände beider Fähigkeiten des Gemüts: des Wollens und des Denkens; nur dadurch kann der Mensch zum Göttlichen nahen. Daher kommt es, daß hier durch "nahe nicht herzu", bezeichnet wird, er solle über das Göttliche nicht denken, nämlich aus dem äußeren Sinnlichen, das durch die Schuhe bezeichnet wird, die er zuvor abziehen soll. Es wird gesagt "noch", weil das äußere Sinnliche zuletzt wiedergeboren wird, und daher den Einfluß vom Göttlichen zuletzt aufnimmt, und weil der Zustand, von dem hier die Rede ist, noch nicht vorhanden war, so daß das Sinnliche jenes hätte aufnehmen können. Über das Sinnliche sehe man, was jetzt folgt. 6844. "Ziehe deine Schuhe ab von deinen Füßen", 2. Mose 3/5, bedeutet das Sinnliche, welches das Äußere des Natürlichen ist, solle entfernt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schuhe, sofern sie das Sinnliche bezeichnen, welches das Äußere des Natürlichen ist, wovon Nr. 1748; und aus der Bedeutung der Füße, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wovon Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952. Daß abziehen soviel ist als entfernen, ist klar, denn es wird vom Sinnlichen gesagt. Die Ausdrücke müssen nämlich dem Subjekt, auf das sie sich beziehen, angepaßt werden, somit muß das Abziehen von den Schuhen, und das Entferntwerden vom Sinnlichen (gesagt werden). Wie es sich damit verhalte, soll nun gesagt werden: Jeder kann sehen, daß die Schuhe hier etwas vorbilden, was nicht mit dem heiligen Göttlichen übereinstimmt, und daß somit das Abziehen der Schuhe das Sinnbild der Entfernung solcher Dinge war. Was würde sonst dem göttlichen Wesen daran liegen, ob der Mensch in Schuhen herzuträte, oder Barfuß, wenn er nur innerlich so geartet ist, daß er zum Göttlichen herzutreten kann mit Glauben und Liebe? Deshalb wird durch Schuhe das Sinnliche bezeichnet, und das Sinnliche, als das Äußere des Natürlichen, ist so beschaffen, daß es nicht zugegen sein kann, wenn man heilig denkt über das Göttliche. Deswegen, und weil zu jener Zeit die Vorbilder beobachtet werden mußten, war es dem Mose nicht erlaubt, in Schuhen zu nahen. Daß das Sinnliche, welches das Äußere des Natürlichen bildet, so beschaffen ist, daß es das Göttliche nicht aufnehmen kann, kommt daher, weil es im Weltlichen, Leiblichen und auch im Irdischen befangen ist, denn das nimmt es zunächst auf. Was daher im Gedächtnis aus dem Sinnlichen stammt, empfängt sein Wesen vom Licht und von der Wärme der Welt, und nur wenig vom Licht und der Wärme des Himmels; deshalb ist es das letzte, was wiedergeboren werden, d.h. einiges Himmelslicht aufnehmen kann. Hieraus folgt, daß der Mensch, wenn er in jenem Sinnlichen ist, und aus demselben denkt, über das Göttliche nicht anders denkt als wie über irdische Dinge, und daß er, wenn er im Bösen ist, aus demselben ganz gegen das Göttliche denkt. Wenn daher der Mensch über Gegenstände des Glaubens und der Liebe zum Herrn denkt, so wird er, wofern er im Guten ist, vom Sinnlichen, welches das Äußere des Natürlichen ist, weggehoben zum Inwendigeren hin, folglich vom Irdischen und Weltlichen näher zum Himmlischen und Geistigen. Das weiß der Mensch nicht, weil er nicht weiß, daß bei ihm das Inwendigere unterschieden ist vom Auswendigeren, und daß es ein mehr und mehr inwendigeres, und auch auswendigeres Denken gibt. Übrigens sehe man, was über das Denken aus dem Sinnlichen früher gesagt wurde, daß nämlich diejenigen, die aus demselben denken, gar wenig weise seien: Nr. 5089, 5094, 6201, 6310, 6311, 6312, 6314, 6316, 6318, 6598, 6612, 6614, 6622, 6624. Daß der Mensch über das Sinnliche erhoben wird, und wenn er erhoben wird, in ein milderes Licht kommt, und daß dies hauptsächlich bei denjenigen geschieht, die wiedergeboren werden: Nr. 6183, 6313, 6315. Aus diesem nun wird klar, was unter dem Abziehen der Schuhe von den Füßen verstanden wird. Daß das Natürliche beim Menschen ein äußeres, mittleres und inwendiges ist, sehe man Nr. 4570, 5118, 5126, 5497, 5649; das inwendig Natürliche wird bezeichnet durch die Füße, das mittlere Natürliche durch die Fußsohlen und das Äußere durch die Schuhe. 6845. "Denn der Ort, da du stehst, ist ein Boden der Heiligkeit, (d.i. heiliges Land)", 2. Mose 3/5, bedeutet, sonst könne das Göttliche nicht eingehen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605; daher bedeutet "der Ort, da du stehst" den Zustand, in dem er nunmehr ist. Und aus der Bedeutung des Bodens der Heiligkeit, sofern er das Heilige bezeichnet, das vom Herrn ausgeht; somit ist es der Zustand des vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehenden Heiligen, was durch jene Worte verstanden wird. Daß dadurch bezeichnet wird, das Göttliche könne sonst nicht eingehen, folgt aus dem Vorhergehenden. Wenn nämlich der Mensch nicht vom Sinnlichen, welches das Äußere des Natürlichen ist, entfernt, d.h., wenn er nicht über dasselbe zum Inwendigeren erhoben würde, so könnte das Göttliche nicht einfließen. Der Grund, warum das Göttliche beim Menschen nicht einfließen kann, solange er in jenem Sinnlichen ist, liegt darin, daß der Einfluß vom Göttlichen her eindringt bis zu dem, was in der Ordnung das Letzte ist, somit bis zum Sinnlichen, welches das Äußere des Natürlichen beim Menschen bildet. Sind aber in diesem nur leibliche und irdische Dinge, so werden die göttlichen Dinge, die einfließen, zerstört, denn sie stimmen nicht zusammen. Deshalb wird der Mensch, wenn er das Göttliche, d.h. das, was dem Glauben und der Liebe angehört, aufnehmen soll, über das Sinnliche erhoben, und wenn er darüber erhoben ist, dann fließt das Göttliche nicht mehr in dieses, nämlich in das äußere Sinnliche, sondern in die inwendigere Region, in die der Mensch erhoben worden ist. Daß es so ist, davon durfte ich mich durch viele Erfahrung überzeugen. 6846. "Und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters", 2. Mose 3/6, bedeutet das Göttliche, das die Alte Kirche hatte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaters, sofern er die Alte Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6075. Die Alte Kirche wird Vater genannt, weil aus ihr die Kirchen geboren wurden, die nach ihr kamen, nämlich die hebräische Kirche, und nachher die Kirche bei den Nachkommen Jakobs; denn die Gebräuche und Satzungen, die den Nachkommen Jakobs durch Moses befohlen wurden, waren nicht neu, sondern waren früher in den alten Kirchen, und wurden nur wieder hergestellt bei den Söhnen Jakobs. Sie wurden wieder hergestellt, weil sie bei anderen Völkerschaften in Abgötterei und in Ägypten, sowie in Babel in Zaubereien verwandelt wurden. Daß ebendieselben (Gebräuche) in den alten Kirchen vorhanden waren, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen. Daher nun kommt es, daß die Alte Kirche unter dem Vater verstanden wird, und auch Vater heißt im Wort, wo von der Kirche die Rede ist. Der Gott, Der in der Alten Kirche verehrt wurde, war der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, und es war ihnen bekannt, daß es der Herr sei, Der in den einzelnen (Religions-) Gebräuchen ihrer Kirche vorgebildet wurde, und viele von ihnen wußten, daß der Herr in die Welt kommen und das Menschliche in Ihm göttlich machen werde. In jener Kirche wurde auch kein anderer unter Jehovah verstanden, denn Er war ihnen als ein göttlicher Mensch erschienen, und wurde Jehovah genannt: Nr. 1343, 5663, wie auch nachher dem Abraham: 1. Mose 18/2f; dem Josua 5/13-15; dem Gideon, Richt.6/11f; dem Manoah und seinem Weibe: Richt.13/3f, und wurde anerkannt als der Gott des Weltalls, und als der Einzige, Den sie anbeten sollten. Das nun ist der Grund, warum durch den Gott deines Vaters im inneren Sinn das Göttliche, das die Alte Kirche hatte, d.h. der Herr verstanden wird; aber im äußeren historischen Sinn wird verstanden Abraham, sodann Jischak, wie auch Jakob. 6847. "Der Gott Abrahams, der Gott Jischaks und der Gott Jakobs", 2. Mose 3/6, bedeutet das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche, somit den Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, Jischaks und Jakobs, sofern sie das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnen. Daß Abraham den Herrn vorbildet in Ansehung des Göttlichen Selbst, Jischak in Ansehung des göttlich Vernünftigen und Jakob in Ansehung des göttlich Natürlichen, sehe man Nr. 1893, 2011, 2066, 2072, 2083, 2630, 3194, 3210, 3245, 3251, 3305 E, 3439, 3704, 4180, 4286, 4538, 4570, 4615, 6098, 6185, 6276, 6425, 6804. Unter Gott wird das Göttliche verstanden, und unter jenen Namen das Vorbildliche, somit das im Herrn, was durch den Gott Abrahams, den Gott Jischaks und den Gott Jakobs verstanden wird. 6848. "Da bedeckte Mose sein Angesicht", 2. Mose 3/6, bedeutet, daß das Inwendigere beschützt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichtes, sofern es das Inwendigere bezeichnet, wovon Nr. 1999, 2434, 3527, 4066, 4796, 4797, 5102. Daß bedecken soviel ist als beschützen, folgt aus dem Zusammenhang im inneren Sinn, denn es wird gesagt: er bedeckte sein Angesicht, weil er sich fürchtete, Gott anzuschauen, und hierdurch wird bezeichnet, damit das Inwendigere nicht beschädigt wurde von der Gegenwart des Göttlichen Selbst. Wie sich dieses verhält, wird im gleich Folgenden gesagt werden. 6849. "Denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen", 2. Mose 3/6, bedeutet, auf daß es nicht beschädigt würde von der Gegenwart des Göttlichen Selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von fürchten, sofern es ausdrückt, damit es nicht beschädigt würde, nämlich das Inwendigere, denn dies war der Grund der Furcht; und aus der Bedeutung von "Gott anschauen", sofern es die Gegenwart des Göttlichen Selbst ist; denn nur durch die innere Anschauung, die durch den Glauben, der aus der Liebtätigkeit kommt, erfolgt, wird der Herr dem Menschen gegenwärtig vorgestellt. Wenn der Herr jemanden in äußerer Form erscheint, so ist es dennoch das Inwendigere, das angeregt wird, denn das Göttliche dringt bis zum Inwendigen durch. Damit, daß das Inwendigere von der Gegenwart des Göttlichen Selbst nicht beschädigt, und ebendarum beschützt wurde, verhält es sich in folgender Weise: Das Göttliche Selbst ist lauter Liebe, und die lautere Liebe ist gleich einem Feuer, das glühender ist, als das Feuer der Sonne dieser Welt. Wenn daher die göttliche Liebe in ihrer Lauterkeit bei irgendeinem Engel, Geist oder Menschen einflösse, so würde ein solcher ganz zugrunde gehen. Daher kommt es, daß Jehovah oder der Herr im Wort so oft ein verzehrendes Feuer heißt. Damit nun die Engel im Himmel nicht vom Einfluß der Wärme aus dem Herrn als der Sonne beschädigt werden möchten, werden die einzelnen mit einer dünnen und passenden Wolke verhüllt, durch welche die von jener Sonne einfließende Wärme gemäßigt wird. Daß ein jeder ohne jene Verwahrung durch die Gegenwart des Göttlichen zugrunde ginge, war den Alten bekannt gewesen; deshalb fürchteten sie sich Gott zu sehen, wie Richt.6/22,23 erhellt: "Gideon sah, daß es der Engel Jehovahs war, darum sprach Gideon: (Wehe mir) Herr Jehovah, denn ich habe den Engel Jehovahs von Angesicht zu Angesicht gesehen. Da sprach Jehovah zu ihm: Friede sei mit dir, fürchte dich nicht, denn du wirst nicht sterben". Richt.13/22: "Manoah sprach zu seinem Weibe: Wir werden des Todes sterben, weil wir Gott gesehen haben". 2. Mose 33/20: "Jehovah sprach zu Mose: Du wirst nicht sehen können Mein Angesicht, denn kein Mensch wird Mich sehen und leben"; als daher Mose Gott sehen durfte: "war er gestellt in die Vertiefung eines Felsen": 2. Mose 33/22, wodurch das Dunkle des Glaubens vorgebildet wurde, und das Nebelhafte, das bedeckte, und wodurch er beschützt wurde. Wie große Gefahr es den Engeln bringt, vom Göttlichen angeschaut zu werden ohne eine Wolkenhülle, kann augenscheinlich daraus erhellen, daß, wenn die Engel einen Geist, der im Bösen ist, anblicken, derselbe in etwas verwandelt zu werden scheint, was einem Leblosen ähnlich ist; dies habe ich öfters sehen dürfen. Der Grund ist, weil durch den Anblick des Engels Licht und Wärme des Himmels einfällt, und eben damit das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe, durch deren Eindringen die Bösen beinahe entseelt werden. Geschieht das schon durch den Anblick von seiten der Engel, wieviel mehr durch den Anblick von seiten des Herrn. Dies ist der Grund, warum die Höllen vom Himmel ganz entfernt sind, und warum die, welche daselbst sind, entfernt sein wollen; denn wenn sie nicht entfernt sind, werden sie schrecklich gepeinigt. Hieraus wird klar, was durch folgende Worte Joh.Offenb.6/16, Luk.23/30; Hos.10/8 verstanden wird: "Sagen werden sie zu den Bergen und Felsen: Stürzet auf uns, und verberget uns vor dem Angesicht Dessen, Der auf dem Throne sitzt". Weil nun die Gegenwart des Göttlichen Selbst von der Art ist, daß sie kein Engel aushält, wenn er nicht durch eine Wolke beschirmt wird, welche die Strahlen und die Wärme aus jener Sonne mildert und mäßigt, so kann man hieraus klar erkennen, daß das Menschliche des Herrn göttlich ist, denn wenn es nicht göttlich wäre, so hätte es nimmermehr mit dem Göttlichen Selbst, das Vater genannt wird, so vereinigt werden können, daß sie eins sind, gemäß den Worten des Herrn Joh.14/10f. und anderwärts; denn was das Göttliche so in Sich aufnimmt, muß notwendig göttlich sein. Das Nicht-Göttliche würde durch eine solche Vereinigung ganz zerstört werden. Um vergleichsweise zu reden: was kann in das Sonnenfeuer hineinversetzt werden, ohne zugrunde zu gehen, wenn es nicht sonnenartig ist? Wer somit in die Glut der unendlichen Liebe, als der, welcher in der gleichen Liebesglut ist, mithin als der Herr allein? Daß in Ihm der Vater ist, und daß der Vater nur in Seinem Göttlich-Menschlichen erscheint, erhellt aus den Worten des Herrn Joh.1/18: "Gott hat niemand je gesehen, der Eingeborene Sohn, Der im Schoße des Vaters ist, Der hat (Ihn) geoffenbart". Joh.5/37: "Weder Seine Stimme habt ihr je gehört, noch Seine Gestalt gesehen". 6850. Vers 7,8: Und Jehovah sprach: Ich habe gesehen die Trübsal Meines Volkes, das in Ägypten (ist), und ihr Geschrei habe Ich gehört wegen ihrer Treiber, denn Ich kenne ihre Leiden. Und Ich bin herabgekommen, es zu befreien aus der Hand der Ägypter, und es hinaufzuführen aus diesem Land in ein gutes und weites Land, in ein Land, das von Milch und Honig fließt, zum Ort der Kanaaniter und Hethiter und Amoriter und Pheresiter und Heviter und Jebusiter. "Und Jehovah sprach: Ich habe gesehen die Trübsal Meines Volkes" bedeutet die Barmherzigkeit gegen die Angehörigen der geistigen Kirche nach den Anfechtungen durch Falsches; "und ihr Geschrei habe Ich gehört wegen ihrer Treiber" bedeutet die Hilfe der Barmherzigkeit wider diejenigen, die sie zu dienen zwingen wollten; "denn Ich kenne ihre Leiden" bedeutet das Vorhersehen, wie tief sie in Falsches versinken würden; "und Ich bin herabgekommen, es zu befreien aus der Hand der Ägypter" bedeutet, Er habe sich zu ihnen herabgelassen, sie zu erledigen aus der Macht des wißtümlich Falschen, das die Wahrheiten der Kirche zu zerstören sucht; "und es hinaufzuführen aus diesem Land" bedeutet, sie sollten erhoben werden; "in ein gutes und weites Land" bedeutet zum Himmel, wo das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens; "das von Milch und Honig fließt" bedeutet, und von diesem (komme) das Liebliche und Angenehme; "zum Ort der Kanaaniter und Hethiter" bedeutet die Region, die eingenommen ist von Bösem aus Falschem; "und Amoriter und Pheresiter" bedeutet von Bösem und daher Falschem; "und Heviter und Jebusiter" bedeutet vom Götzendienerischen, worin etwas Gutes und Wahres. 6851. "Und Jehovah sprach: Ich habe gesehen die Trübsal Meines Volkes", 2. Mose 3/7, bedeutet die Barmherzigkeit gegen die Angehörigen der geistigen Kirche nach den Anfechtungen durch das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon öfters. Wenn es aber von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, ist es kein Innewerden, sondern Allwissenheit, weil der Herr alles samt und sonders von Ewigkeit her inne wird und weiß. Aus der Bedeutung von sehen, wenn es von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, sofern es die Barmherzigkeit bezeichnet; denn wenn der Herr jemand im Elend oder in der Trübsal sieht, so erbarmt Er Sich seiner. Der Herr sieht zwar alle, und somit erbarmt Er Sich aller, aber von keinen anderen wird gesagt, daß Er Sich ihrer erbarme, als (von denen), die Seine Barmherzigkeit aufnehmen, und das sind diejenigen, die im Guten sind. Aus der Bedeutung der Trübsal, sofern es die Anfechtung ist: Nr. 6663, hier durch Falsches, weil durch die Ägypter, durch die das falsche Wißtümliche bezeichnet wird: Nr. 6651, 6679, 6683. Und aus der Bedeutung des Volkes, sofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, wovon Nr. 2928. Die Angehörigen der himmlischen Kirche werden im Wort Völkerschaft genannt. 6852. "Und ihr Geschrei habe Ich gehört wegen ihrer Treiber", 2. Mose 3/7, bedeutet die Hilfe der Barmherzigkeit wider diejenigen, die sie zum dienen zwingen wollten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschreis, sofern es ein Flehen ist, wovon Nr. 6801; aus der Bedeutung von hören, sofern es ist gehorchen und wahrnehmen, wovon Nr. 5017. Wenn es aber von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, so heißt es dem Flehenden aus Barmherzigkeit Hilfe bringen. Mit dem Hören verhält es sich wie Nr. 6851; mit dem Sehen so, daß der Herr allen Hilfe bringt, aber je nach den Bedürfnissen. Diejenigen, die schreien und Ihn anflehen für sich allein, und somit gegen andere, wie die Bösen zu tun pflegen, hört der Herr zwar auch, aber Er hilft ihnen nicht; und wenn Er nicht hilft, so wird gesagt, daß Er nicht höre. Ferner aus der Bedeutung der Treiber, sofern es die sind, die zum dienen zwingen wollen. Daß der ein Treiber ist, der zum dienen zwingt, erhellt bei Jes.14/2-4: "Die Völker werden sie aufnehmen, und sie bringen an ihren Ort, und sie werden herrschen über ihre Treiber, an dem Tage, wo Jehovah die Ruhe geben wird von deiner Mühsal und von deiner schweren Dienstbarkeit, in der zu dienen du gezwungen worden bist, wirst du vom König Babels den Spruch verkünden: wie hat doch der Treiber ein Ende genommen?" Sach.9/8: "Ein Lager will Ich schlagen für Mein Haus wegen des Heeres und wegen des Hin- und Herziehens, daß nicht mehr über sie komme der Treiber". Treiber hießen, welche die Abgaben eintrieben: 2.Kön.23/35; 5. Mose 15/3, wie auch die, welche zwangen zum Tun des Werkes gemäß der ihnen auferlegten Leistungen. Sie werden Fronvögte genannt: 2. Mose 1/11; daß es solche sind, die zum Dienen zwingen sollten, sehe man Nr. 6659. 6853. "Denn Ich kenne ihre Leiden", 2. Mose 3/7, bedeutet das Vorhersehen, wie tief sie in Falsches versinken würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von kennen, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es das Vorhersehen bezeichnet. Kennen bedeutet das Vorhersehen, weil der Herr alle samt und sonders von Ewigkeit her kennt. Und aus der Bedeutung der Leiden, sofern sie das Versinken in Falsches bezeichnen; denn wenn die, welche im Guten sind, in Falsches versinken, kommen sie in Bangigkeit und Ängste, und leiden Pein, denn sie lieben das Wahre und verschmähen das Falsche, und denken immer an die Seligkeit, und auch an die Unseligkeit, wenn bei ihnen das Falsche herrschen würde. Die aber nicht im Guten sind, denen gilt es gleich, ob sie im Falschen oder im Wahren sind, denn sie denken weder an die Seligkeit, noch an die Unseligkeit, denn sie glauben nicht daran; die Lustreize der Selbst- und Weltliebe entfernen den Glauben an ein Leben nach dem Tode; solche sind immerfort in Falsches versunken. Das Versinken in Falsches erscheint im anderen Leben, wie wenn einer in den Wellen versunken ist, die je nach der Menge des Falschen immer höher steigen bis über das Haupt; die Wellen erscheinen dünner oder dichter je nach der Beschaffenheit des Falschen. Das, worin die Gottlosen versunken sind, erscheint als ein Dunst und als ein mehr oder weniger düsterer Nebel, der sie umgibt, und ganz von der Heiterkeit des Himmelslichtes trennt. 6854. "Und Ich bin herabgekommen, es zu befreien aus der Hand der Ägypter", 2. Mose 3/8, bedeutet, Er habe Sich zu ihnen herabgelassen, sie zu erledigen aus der Macht des wißtümlich Falschen, das die Wahrheiten der Kirche zu zerstören sucht. Dies erhellt aus der Bedeutung von herabkommen, sofern es heißt sich herablassen, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung von "zu befreien", sofern es soviel ist als zu erledigen, denn wer vom Falschen erledigt, der befreit; aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 3387, 3563, 4931-4937, 5544; und aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie das falsche Wißtümliche bezeichnen, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist, (wovon Nr. 6651, 6679, 6683), und somit dieselben zu zerstören sucht. Damit, daß der Herr herabkommt, verhält es sich auf folgende Weise: Es wird gesagt vom Herrn, Er komme herab oder Er lasse Sich herab, wenn Er zum Gericht (kommt): Nr. 1311; und auch wenn zu den unteren Regionen, hier zu den Angehörigen der geistigen Kirche kommt, die durch die Söhne Israels bezeichnet werden, denn es wird im inneren Sinn von diesen gehandelt, wie sie von Falschem angefochten werden, und alsdann Versuchungen bestehen, und nachher, wie sie befreit werden, um in den Himmel eingeführt zu werden. Aber in dem, was dieser Vers und auch die folgenden im inneren Sinn enthalten, liegt ein noch größeres Geheimnis, das in der Kirche noch nicht bekannt ist, deshalb soll es aufgedeckt werden: Diejenigen, die die Geistigen heißen, nämlich diejenigen, die nicht wiedergeboren werden können denn allein in betreff ihres Verstandesgebietes, nicht aber in betreff ihres Willensgebietes; darum wird in ihr Verstandesgebiet vom Herrn ein neuer Wille gepflanzt, und dieser Wille bestimmt sich nach den Glaubenslehren ihrer Kirche. Diese Geistigen wurden einzig und allein durch das Kommen des Herrn in die Welt selig gemacht. Der Grund ist, weil das durch den Himmel hindurchgehende Göttliche, welches das Göttlich-Menschliche vor der Ankunft des Herrn war, nicht zu ihnen gelangen konnte, indem die Lehren ihrer Kirche größtenteils nicht wahr waren, und daher das dem Willen angehörige Gute auch nicht gut war: Nr. 6427. Weil diese allein durch das Kommen des Herrn selig gemacht und also nicht früher in den Himmel erhoben werden konnten: deshalb wurden sie mittlerweile in der unteren Erde (in terra inferiore) behalten, und zwar an solchen Orten daselbst, die im Wort Gruben genannt werden. Diese Erde war rings umher belagert von Höllen, wo Falsches (herrscht), und von diesen wurden sie alsdann vielfach angefochten; gleichwohl aber wurden sie vom Herrn behütet. Nachdem aber der Herr in die Welt gekommen war, und das Menschliche in Ihm göttlich gemacht hatte, befreite Er die dort in den Gruben Befindlichen und erhob sie zum Himmel; und aus diesen bildete Er einen geistigen Himmel, welcher der zweite Himmel ist. Das ist es, was durch das Hinabsteigen des Herrn zu den Unteren, und durch die Befreiung derer, die gebunden waren, verstanden wird. Dieses Geheimnis ist es auch, das im inneren Sinn in diesem Vers und in den folgenden beschrieben wird; man sehe, was früher über jene Geistigen nachgewiesen wurde, daß nämlich die Geistigen im Dunkeln seien in Beziehung auf das Wahre und Gute des Glaubens: Nr. 2708, 2715, 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3241, 3833, 6289. Daß ihr Dunkel vom Göttlich-Menschlichen des Herrn erleuchtet werde, Nr. 2716, 4402; daß sie, weil sie im Dunkel sind in Beziehung auf das Wahre und Gute des Glaubens, von den Höllen sehr bekämpft werden, daß aber der Herr sie fortwährend beschützt: Nr. 6419. Daß die Geistigen nicht wiedergeboren werden können in betreff des Willensgebietes, sondern nur in betreff des Verstandesgebietes, und daß bei ihnen ein neuer Wille vom Herrn gebildet werde: Nr. 863, 875, 895, 927, 928, 1023, 1043, 1044, 2256, 4328, 4493, 5113. Daß die Geistigen durch das Kommen des Herrn in die Welt selig gemacht worden seien: Nr. 2833, 2834, 3969. Im prophetischen Wort werden hie und da die Gebundenen erwähnt und die Gebundenen in der Grube, und daß sie vom Herrn befreit worden seien, und unter diesen werden diejenigen, von denen jetzt die Rede war, verstanden: Jes.42/6,7: "Ich, Jehovah, habe Dich gerufen in Gerechtigkeit, und will ergreifen Deine Hand, weil Ich Dich behüten werde, und will Dich geben zum Bund dem Volk, zum Licht der Völkerschaften, zu öffnen die blinden Augen, auszuführen aus dem Kerker die Gebundenen, aus dem Haus des Verschlusses, die da sitzen in Finsternis". Jes.49/8,9: "Ich habe Dich behütet, und gegeben zum Bund des Volkes, wieder herzustellen das Land, zu teilen die verwüsteten Erbgüter, zu sagen den Gebundenen: Gehet heraus; denen, die in der Finsternis: Werdet offenbar. Auf den Wegen werden sie weiden, und auf allen Hügeln ihre Weide haben". Hier offenbar vom Herrn; die Gebundenen insonderheit für diejenigen, die in der unteren Erde behalten wurden, bis zur Ankunft des Herrn, und alsdann in den Himmel erhoben wurden. Im allgemeinen für alle, die im Guten sind, und gleichsam vom Falschen, von dem sie sich jedoch losmachen wollen, gebunden gehalten werden. Sach.9/11: "Durch das Blut Deines Bundes werde Ich auslassen Deine Gebundenen aus der Grube". Jes.24/22: "Es sollen gesammelt werden die Gebundenen in der Grube, und verschlossen werden in dem Gefängnis, aber nach einer Menge von Tagen werden sie heimgesucht werden": die Gebundenen in der Grube für ebendieselben. Jes.61/1: "Jehovah hat mich gesalbt, gute Botschaft zu bringen den Armen, Er hat mich gesandt, zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, zu predigen den Gefangenen Freiheit, den Gebundenen, den Blinden; zu verkündigen das Jahr des Wohlgefallens Jehovahs". Jes.9/1: "Das Volk derer, die wandeln in Finsternis, haben ein großes Licht gesehen; über die, welche wohnen im Lande des Todesschattens, ist ein Licht aufgegangen". 6855. "Und es hinaufzuführen aus diesem Land", 2. Mose 3/8, bedeutet, sie sollen erhoben werden, nämlich aus dem Ort und Zustand, wo sie vom Falschen angefochten werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufführen, sofern es heißt erhoben werden; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenlandes, sofern es den Ort und Zustand bezeichnet, wo sie vom Falschen angefochten werden. Daß Ägypten das falsche Wißtümliche bezeichnet, das anficht, wurde (bereits) gezeigt; das gleiche wird auch durch Ägyptenland bezeichnet. 6856. "In ein gutes und weites Land", 2. Mose 3/8, bedeutet zum Himmel, wo das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens (herrscht). Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Kanaan, sofern es das Reich des Herrn, somit den Himmel bezeichnet, wovon Nr. 1607, 3038, 3481, 3705, 4447; aus der Bedeutung des guten Landes, sofern es das Gute der Liebtätigkeit daselbst, und aus der Bedeutung des weiten Landes, sofern es das Wahre des Glaubens daselbst bezeichnet. Daß das Weite (oder Breite) das Wahre des Glaubens bedeutet, sehe man Nr. 3433, 3434, 4482. 6857. "Das von Milch und Honig fließt", 2. Mose 3/8, bedeutet, daß daher das Liebliche und Angenehme (stammt). Dies erhellt aus der Bedeutung der Milch, sofern sie das himmlisch Geistige, oder das Wahre des Guten bezeichnet, wovon Nr. 2184; und weil es das Wahre des Guten ist, so ist es auch sein Liebliches, denn sie sind miteinander verbunden. Und aus der Bedeutung des Honigs, sofern er das Angenehme ist, wovon Nr. 5620. Aus dem, was Nr. 6854 gezeigt wurde, kann erhellen, was verstanden wird, durch hinaufführen aus jenem Land in ein gutes und weites Land, das von Milch und Honig fließt, daß nämlich diejenigen, die in der unteren Erde in den Gruben daselbst bis zum Kommen des Herrn aufbehalten worden waren, alsdann zum Himmel erhoben wurden, wo das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens ist, und daher das Liebliche und Angenehme; dies wird im besonderen durch jene Worte bezeichnet; im allgemeinen aber alle, die als Angehörige der geistigen Kirche in der Versuchung sind und daraus befreit werden. 6858. "Zum Ort der Kanaaniter und Hethiter", 2. Mose 3/8, bedeutet die Region, welche eingenommen ist von Bösem aus Falschem. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Kanaaniter, sofern sie das Böse aus dem Falschen des Bösen bezeichnen, wovon Nr. 4818; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Hethiter, sofern sie das Falsche bezeichnen, aus dem Böses kommt, wovon Nr. 2913. Durch die Völkerschaften im Land Kanaan, die hier und auch anderwärts aufgezählt werden, (wie z.B. 1. Mose 15/18,19; 2. Mose 23/23,28; 33/2; 34/11; 5. Mose 7/1; 20/17; Jos.3/10; 24/11; Richt.3/5), werden alle Gattungen des Bösen und Falschen bezeichnet. Was unter der Region, die eingenommen ist von Bösem aus Falschem, und auch von den übrigen Gattungen des Bösen und Falschen verstanden wird, soll gesagt werden: Vor dem Kommen des Herrn in die Welt nahmen böse Genien und Geister jene ganze Gegend des Himmels ein, zu der nachher die Geistigen erhoben wurden; denn ehe der Herr kam, schwärmte ein großer Teil solcher frei umher, und focht die Guten an, hauptsächlich die Geistigen, die auf der unteren Erde waren, aber nach der Ankunft des Herrn wurden alle in ihre Höllen hinuntergestoßen, und jene Gegend wurde befreit, und den Angehörigen der geistigen Kirche zum Erbe gegeben. Öfters wurde (von mir) beobachtet, daß, sobald irgendein Ort von guten Geistern verlassen wird, derselbe von bösen eingenommen wird, und daß die Bösen daraus vertrieben werden; nach deren Vertreibung er wieder denen zuteil wird, die im Guten sind. Der Grund ist, weil die Höllischen fortwährend (vor Begierde) brennen, das, was dem Himmel angehört, zu zerstören, insbesondere das, wozu sie den Gegensatz bilden. Wenn daher ein Ort irgendwo verlassen wird, so wird er, weil alsdann ohne Schutz, sogleich von Bösen eingenommen. Dies wird im besonderen unter der von Bösem und Falschem eingenommenen Region verstanden, die durch den Ort, wo die zu vertreibenden Völkerschaften sind, bezeichnet werden. Dies, zusammen mit dem, was Nr. 6854 (gesagt worden), ist das große Geheimnis, das ohne Offenbarung nicht bekannt sein kann. 6859. "Und Amoriter und Pheresiter", 2. Mose 3/8, bedeutet, von Bösem und dem daher stammenden Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Amoriters, sofern er das Böse bezeichnet, wovon Nr. 1857, 6306; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Pheresiters, sofern er das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 1573, 1574. Es gibt zwei Entstehungsursachen des Bösen, und auch zwei Entstehungsursachen des Falschen: die eine Entstehungsursache des Bösen liegt in dem Falschen der Lehre oder Religion, die andere in den Begierden der Selbst- und Weltliebe. Das Falsche der ersten Quelle stammt wie gesagt aus dem Falschen der Lehre oder Religion, und das Falsche der anderen Quelle aus dem Bösen der Begierden der besagten Liebe. Jenes Böse ist es, was bezeichnet wird durch die Kanaaniter und Amoriter, und das Falsche durch die Hethiter und Pheresiter. 6860. "Und der Heviter und Jebusiter", 2. Mose 3/8, bedeutet, vom Götzendienerischen, worin noch etwas Gutes und Wahres. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Heviters, sofern er das Götzendienerische bezeichnet, worin etwas Gutes; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Jebusiters, sofern er das Götzendienerische bezeichnet, worin etwas Wahres. Daß durch diese Völkerschaften solches bezeichnet wird, kann daraus erhellen, daß zugelassen wurde, daß von Josua und den Ältesten ein Bund mit den Gibeoniten geschlossen wurde: Jos.9/3f, und daß sie Holzhauer und Wasserträger für das Haus Gottes wurden: Jos.9/23,27. Daß jene (Gibeoniter) Heviter waren, sehe man Jos.9/7 und 11/19. Daß durch die Jebusiter diejenigen vorgebildet werden, die im Götzendienst sind, worin aber noch etwas Wahres, kann daraus erhellen, daß die Jebusiter in Jerusalem lang geduldet und nicht daraus vertrieben worden sind: Jos.15/63; 18/16,28; 2.Sam.5/6-10. 6861. Vers 9-12: Und nun, siehe, das Geschrei der Söhne Israels ist zu Mir gekommen, und Ich habe auch gesehen die Unterdrückung, womit die Ägypter sie unterdrücken. Und nun gehe hin, Ich will dich senden zu Pharao, und führe Mein Volk, die Söhne Israels, aus Ägypten. Da sprach Mose zu Gott: Wer bin ich, daß ich soll zu Pharao gehen, und daß ich ausführen soll die Söhne Israels aus Ägypten? Und Er sprach: Ich will mit dir sein; und dies sei dir das Zeichen, daß Ich dich gesandt habe, wenn du das Volk führest aus Ägypten, so werdet ihr Gott dienen an diesem Berge. "Und nun, siehe, das Geschrei der Söhne Israels ist zu Mir gekommen" bedeutet das Erbarmen über die Angehörigen der geistigen Kirche; "und Ich habe auch gesehen die Unterdrückung, womit die Ägypter sie unterdrücken" bedeutet, wegen des Strebens nach Unterjochung von seiten derer, die im Falschen sind; "und nun gehe hin, Ich will dich senden zu Pharao" bedeutet das vom Menschlichen des Herrn ausgehende Heilige, wodurch das anfechtende Falsche zerstört werden sollte; "und führe Mein Volk, die Söhne Israels, aus Ägypten" bedeutet die daher kommende Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche vom anfechtenden Falschen; "da sprach Mose zu Gott" bedeutet das Innewerden vom Göttlichen her, und Demütigung; "wer bin ich, daß ich soll zu Pharao gehen" bedeutet, er sei noch nicht in einem solchen Zustand, daß er das anfechtende Falsche angreifen und entfernen zu können glauben dürfte; "und daß ich ausführen soll die Söhne Israels" bedeutet, und so die Angehörigen der geistigen Kirche befreien; "und Er sprach: Ich will mit dir sein" bedeutet, daß das Göttliche im Menschlichen (sein werde); "und dies sei dir das Zeichen, daß Ich dich gesandt habe" bedeutet die Erkenntnis, daß das Göttliche von Ihm ausgehe; "wenn du das Volk führest aus Ägypten" bedeutet, wenn die Geistigen aus der Anfechtung vom Falschen befreit worden sind; "so werdet ihr Gott dienen an diesem Berge" bedeutet, alsdann (entstehe) Innewerden und Anerkennung des Göttlichen aus Liebe. 6862. "Und nun, siehe, das Geschrei der Söhne Israels ist zu Mir gekommen", 2. Mose 3/9, bedeutet das Erbarmen über die Angehörigen der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschreis, sofern es das Flehen um Hilfe ist, wovon Nr. 6801; wenn es daher heißt, das Geschrei sei zu Jehovah oder dem Herrn gekommen, so schließt es das gleiche in sich wie hören. Daß hören bedeutet die Hilfe der Barmherzigkeit bringen, oder Erbarmung, sehe man Nr. 6852. Und aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6637. 6863. "Und Ich habe auch gesehen die Unterdrückung, womit die Ägypter sie unterdrücken", 2. Mose 3/9, bedeutet, wegen des Strebens nach Unterjochung von seiten derer, die im Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Unterdrückung, womit sie unterdrücken, sofern sie das Streben nach Unterjochung bezeichnet. Daß es ein Streben nach Unterjochung ist, nicht die Unterjochung (selbst) hat den Grund, weil diejenigen, die Angehörige der geistigen Kirche sind, von denen, die im Falschen, nicht unterjocht werden können, indem der Herr sie beschützt. Und aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie das Falsche vorbilden, wovon Nr. 6692. 6864. "Und nun gehe hin, Ich will dich senden zu Pharao", 2. Mose 3/10, bedeutet das vom Menschlichen des Herrn ausgehende Heilige, wodurch das anfechtende Falsche zerstört werden sollte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der hingehen sollte und der gesandt wurde, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes bezeichnet, wovon Nr. 6723, 6752, 6771, 6827, somit in Ansehung des Menschlichen; denn als der Herr in der Welt war, machte Er Sein Menschliches zuerst zum göttlich Wahren, welches das gleiche ist mit dem göttlichen Gesetz; nachher hat Er Sein Menschliches ganz verherrlicht und zum göttlich Guten gemacht. Zwischen dem göttlich Wahren und dem göttlich Guten ist ein solcher Unterschied, wie zwischen dem Licht von der Sonne und dem Feuer in der Sonne. Aus der Bedeutung von gesandt werden, sofern es heißt ausgehen, wovon Nr. 2397, 4710, 6831, hier das heilige Wahre. Daß heilig vom Wahren gesagt wird, sehe man Nr. 6788. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Falsche ist, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 6692. Es wird beigefügt, daß das anfechtende Falsche zerstört werden sollte, nämlich durch das vom Menschlichen des Herrn ausgehende Heilige, weil im Folgenden von der Befreiung der Söhne Israels, (d.h. der Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn), vom Falschen gehandelt wird, wovon sie nur allein befreit werden können durch das Heilige, das vom Herrn ausgeht; denn das vom Herrn ausgehende Heilige zerstört nicht nur das anfechtende Falsche, sondern bringt auch alles wieder in die göttliche Ordnung, sowohl das, was in den Himmeln ist, als das, was in den Höllen, und macht, daß die Himmel auf das genaueste unterschieden sind nach dem Guten und dem daher stammenden Wahren, wie auch, daß die Höllen auf das genaueste unterschieden sind nach dem Bösen und dem daher stammenden Falschen; und daß das Böse den Gegensatz bildet gegen das Gute und das Falsche gegen das Wahre, damit ein geistiges Gleichgewicht bestehen, und alles durchaus in einem freien Zustand sich befinden möge. 6865. "Und führe Mein Volk, die Söhne Israels, aus Ägypten", 2. Mose 3/10, bedeutet, daher (komme die) Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche vom anfechtenden Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen, sofern es eine Befreiung ausdrückt; aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6637; und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das falsche Wißtümliche bezeichnet, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist, somit das anfechtende Falsche, wovon Nr. 6692. Das wißtümlich Falsche ist es, das hauptsächlich die Angehörigen der geistigen Kirche anficht. Der Grund ist, weil sie kein Innewerden des Wahren aus dem Guten haben, sondern nur eine Erkenntnis des Wahren aus der Lehre. Die, welche so beschaffen sind, werden vom Wißtümlichen gar sehr angefochten, denn das Wißtümliche bildet die allgemeinsten Gefäße, die zuweilen den Wahrheiten geradezu entgegen erscheinen, ehe die in sie hineingelegten Wahrheiten machen, daß sie durchscheinen, und dadurch wahrgenommen werden. Und überdies ist das Wißtümliche voll von Sinnestäuschungen, deren sich diejenigen nicht entledigen können, die bloß in den Kenntnissen aus der Lehre sind, und nicht im Innewerden des Wahren aus dem Guten; vornehmlich, weil das Weltlicht bei ihnen die Oberherrschaft hat. Dieses Licht erscheint hell, solange das Himmelslicht nicht in dasselbe einfließt, aber sobald das Himmelslicht in dasselbe hineinfällt, tritt anstatt des Lichtes Dunkelheit ein. Daher kommt es, daß solche aufgeklärt und geistreich in weltlichen Dingen sind, aber verfinstert und stumpfsinnig in den Dingen des Himmels. Solche halten sich für erleuchtet, wenn sie die Lehren der Kirche bei sich begründet haben; es ist aber das sinnliche Licht, das aus dem Weltlicht stammt, und sie alsdann täuscht, denn alle möglichen Lehren können begründet werden, z.B. von den Juden die ihrigen, von den Enthusiasten (Schwärmern) die ihrigen, und so auch von den Sozinianern (= Religionsgemeinschaft 17.Jhdt.), und von allen Sektierern; und wenn sie begründet sind, erscheinen sie im sinnlichen Licht ihnen als eigentliche Wahrheiten. Diejenigen dagegen, die im Himmelslicht sind, stehen in der Erleuchtung vom Herrn, und schon vor der Begründung richten sie ihren Blick auf das Wißtümliche, das (bei ihnen) eine untere Stelle einnimmt, und hier in Ordnung gebracht ist, und nehmen hierdurch wahr, ob es als Wahrheit begründet werden kann oder nicht. Hieraus wird klar, daß diese eine inwendigere Anschauung haben, die über das Wißtümliche erhaben ist, somit eine deutliche; jene aber eine niedrigere Anschauung, die im Wißtümlichen befangen ist, somit eine verworrene, Nr. 2831. 6866. "Da sprach Mose zu Gott", 2. Mose 3/11, bedeutet das Innewerden vom Göttlichen her, und die Demütigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon öfters; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes darstellt, wovon Nr. 6723, 6752, 6771, 6827; das Göttliche wird bezeichnet durch Gott. Daß diese Worte auch eine Demütigung ausdrücken, wird klar aus dem, was folgt, denn er sagt: wer bin ich, daß ich soll zu Pharao gehen und ausführen die Söhne Israels. Weil durch Mose der Herr vorgebildet, und hier die Demütigung erwähnt wird, so soll etwas vom Stand der Demütigung (oder Erniedrigung) des Herrn, da Er in der Welt war, gesagt werden: Inwieweit der Herr in dem Menschlichen war, das noch nicht zum Göttlichen geworden, insoweit war Er in der Demütigung. Inwieweit Er aber im Menschlichen war, das göttlich geworden, insoweit konnte Er nicht in der Demütigung sein, denn insoweit war Er Gott und Jehovah. In der Demütigung war Er aber in dem Maße, als Er in dem noch nicht göttlich gewordenen Menschlichen stand, weil das Menschliche, das Er von der Mutter her hatte, durch Vererbung böse war, und dieses konnte dem Göttlichen nicht nahen ohne Demütigung; denn bei der echten Demütigung begibt sich der Mensch aller Macht, aus sich selbst etwas zu denken und zu tun, und überläßt sich dem Göttlichen ganz und gar; und so tritt er zum Göttlichen hin. Das Göttliche war zwar in Ihm, weil Er von Jehovah empfangen worden, aber Dieses erschien in dem Maße entfernt, als Sein Menschliches im ererbten Mütterlichen war; denn in geistigen und himmlischen Dingen ist es die Ungleichheit des Zustandes, die Entfernung und Abwesenheit bewirkt, und die Gleichheit des Zustandes, die Annäherung und Gegenwart bewirkt. Aber die Gleichheit und Ungleichheit bewirkt die Liebe. Aus diesem nun kann erhellen, woher der Zustand der Demütigung beim Herrn kam, als Er in der Welt war. Nachher aber, als Er alles Menschliche, das Er von der Mutter her an sich trug, abgelegt hatte, so daß Er nicht mehr ihr Sohn war, und das Göttliche angezogen hatte, hörte der Stand der Demütigung auf, denn dann war Er eins mit Jehovah. 6867. "Wer bin ich, daß ich soll zu Pharao gehen", 2. Mose 3/11, bedeutet, Er sei noch nicht in einem solchen Zustand, daß Er das anfechtende Falsche angreifen und entfernen zu können glauben dürfte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wer bin ich", sofern es ausdrückt, Er sei noch nicht in einem solchen Zustand; aus der Bedeutung von gehen zu Pharao, sofern es heißt, das anfechtende Falsche angreifen; denn durch Pharao wird das Falsche bezeichnet, das anficht: Nr. 6651, 6679, 6683; daß es auch soviel ist als entfernen, kommt daher, weil das vom Menschlichen des Herrn ausgehende Heilige, wovon Nr. 6864, Falsches und Böses entfernt, denn dieses hält die Gegenwart von jenem gar nicht aus. Weil diese Worte aus demütiger Gesinnung hervorgingen, so bezeichnen sie, daß er das nicht zu können glaube. 6868. "Und daß ich ausführen soll die Söhne Israels", 2. Mose 3/11, bedeutet, und so die Angehörigen der geistigen Kirche befreien. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen, sofern es heißt befreien, wie Nr. 6865; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6637, 6862, 6865. 6869. "Und Er sprach: Ich will mit dir sein", 2. Mose 3/12, bedeutet, daß das Göttliche im Menschlichen (sein werde). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes darstellt, wovon Nr. 6723, 6752, 6771, 6827, somit in Ansehung des Menschlichen; denn der Herr machte, wie oben gezeigt worden, Sein Menschliches zum göttlichen Gesetz, d.h. zum göttlich Wahren, als Er in der Welt war; und aus der Bedeutung von "Ich will mit dir sein", sofern es das Göttliche ist, denn Jehovah ist es, Der da redet. 6870. "Und dies sei dir das Zeichen, daß Ich dich gesandt habe", 2. Mose 3/12, bedeutet die Erkenntnis, daß das Göttliche von Ihm ausgehe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeichens, sofern es die Bestätigung der Wahrheit ist, und daher die Erkenntnis, daß es so sei, und aus der Bedeutung von gesandt werden, sofern es heißt, ausgehen, wovon Nr. 2397, 4710, 6831, somit ist von Gott gesandt werden, soviel als vom Göttlichen ausgehen, und bedeutet auch, daß das Göttliche von Ihm ausgehe; denn wer vom Göttlichen ausgeht, der nimmt das Göttliche auf, und befördert es weiter. 6871. "Wenn du das Volk ausführst aus Ägypten", 2. Mose 3/12, bedeutet, wenn die Geistigen aus der Anfechtung vom Falschen befreit worden sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen, sofern es heißt befreien, wie Nr. 6865, 6868; aus der Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, sofern sie die Geistigen bezeichnen, d.h. die Angehörigen der geistigen Kirche, wovon Nr. 6637, 6862, 6865; aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das anfechtende falsche Wißtümliche ist, wovon Nr. 6692. 6872. "So werdet ihr Gott dienen an diesem Berge", 2. Mose 3/12, bedeutet, alsdann werde ein Innewerden und Anerkennung des Göttlichen aus der Liebe stattfinden. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gott dienen, sofern es die Anbetung des Göttlichen ist; wird es aber vom Herrn gesagt, so ist es das Innewerden und die Anerkennung des Göttlichen im Menschlichen. Und aus der Bedeutung des Berges, sofern er das Gute der göttlichen Liebe bezeichnet, wovon Nr. 795, 796, 2722, 4210, 6435, 6829. Hieraus wird klar, daß durch "ihr werdet Gott dienen an diesem Berge", wenn es in Beziehung auf den Herrn gesagt wird, das Innewerden und die Anerkennung des Göttlichen aus der Liebe bezeichnet wird. Was das Innewerden und die Anerkennung des Göttlichen aus Liebe sei, soll gesagt werden: Ein jeder Mensch wird an seiner Liebe erkannt, wie er beschaffen ist; denn die Liebe ist das Sein des Lebens eines jeden; das eigenste Leben kommt davon her. Wie beschaffen daher die Liebe ist bei einem Menschen, so beschaffen ist der Mensch. Ist es die Liebe zu sich und zur Welt und daher zur Rache, zum Haß, zur Grausamkeit, zum Ehebruch und dergleichen, so ist ein solcher Mensch, mag er nun in der äußeren Form erscheinen, wie er will, seinem Geist nach oder in betreff des inwendigeren Menschen, der nach dem Tode lebt, ein Teufel. Ist aber beim Menschen Liebe Gottes und Liebe des Nächsten und daher Liebe zum Guten und Wahren, sodann zum Gerechten und Ehrbaren, so ist ein solcher, mag er in der äußeren Form erscheinen, wie er will, seinem Geist nach, der nach dem Tode lebt, ein Engel. Bei wem aber die göttliche Liebe ist, wie sie beim Herrn allein war, der ist Gott; somit ist Sein Menschliches göttlich geworden, als Er die Liebe Seines Vaters, Der das Sein Seines Lebens war, im Menschlichen aufnahm. Aus diesem kann erhellen, was unter dem Innewerden und der Anerkennung des Göttlichen aus der Liebe verstanden wird. Daß der Mensch ganz ist wie seine Liebe, ist feststehende Wahrheit. Es wird offenbar an den Engeln im anderen Leben, die, wenn sie gesehen werden, als Formen der Liebe erscheinen. Die Liebe selbst leuchtet nicht nur aus ihnen, sondern sie atmet auch aus ihnen, so daß man sagen kann, sie seien nichts als Liebesliebe (amores). Der Grund ist, weil alle inwendigeren Teile des Engels, wie auch des Menschen, lediglich nur Leben aufnehmende Formen sind, und weil sie Leben aufnehmende Formen sind, so sind es Formen, die Liebestriebe aufnehmen; denn die Liebestriebe machen das Leben des Menschen. Wenn daher die einfließende Liebe und die aufnehmende Form übereinstimmen, so ist die Folge, daß der Engel oder Mensch so beschaffen ist, wie seine Liebe; und zwar nicht bloß in seinen organischen Anfängen (principiis), die im Gehirn sind, sondern auch im ganzen Leibe; denn der Leib ist eben nur ein Organ, das hergeleitet ist von seinen Anfängen. Aus diesem kann erhellen, daß der Mensch ein ganz neuer wird, wenn er wiedergeboren wird, denn alsdann wird alles und jedes bei ihm zur Aufnahme himmlischer Liebe eingerichtet. Jedoch werden beim Menschen die vorherigen Formen nicht vertilgt, sondern entfernt; beim Herrn aber wurden die vorigen Formen, die vom Mütterlichen herstammten, ganz vertilgt und ausgerottet, und göttliche an ihrer Statt aufgenommen; denn die göttliche Liebe stimmt mit keiner Form überein als mit der göttlichen, die übrigen stößt sie völlig aus. Daher kommt es, daß der Herr, als Er verherrlicht worden, nicht mehr der Sohn der Maria war. 6873. Vers 13-15: Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich komme zu den Söhnen Israels, und sage zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie sagen zu mir: Welches ist Sein Name? was soll ich zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der Ich bin, und sprach: So sollst du sagen zu den Söhnen Israels: Ich bin hat mich zu euch gesandt. Und weiter sprach Gott zu Mose: Also sollst du sagen zu den Söhnen Israels: Jehovah, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist Mein Name in Ewigkeit, und das Mein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht. "Und Mose sprach zu Gott" bedeutet das Innewerden aus dem Göttlichen; "siehe, wenn ich komme zu den Söhnen Israels" bedeutet, in betreff der Angehörigen der geistigen Kirche; "und sage zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt" bedeutet das Göttliche der Alten Kirche solle bei den Angehörigen der geistigen Kirche sein; "und sie sagen zu mir: Welches ist Sein Name?" bedeutet Seine Eigenschaftung; "was soll ich zu ihnen sagen?" bedeutet, was für eine Antwort; "da sprach Gott zu Mose" bedeutet die erste Belehrung; "Ich bin, der Ich bin" bedeutet das Sein und das Dasein aller Dinge im Weltall; "und sprach: So sollst du sagen zu den Söhnen Israels" bedeutet die zweite Belehrung; "Ich bin hat mich zu euch gesandt" bedeutet das göttliche Dasein solle in jener Kirche sein; "und weiter sprach Gott zu Mose: Also sollst du sagen zu den Söhnen Israels" bedeutet die dritte Belehrung; "Jehovah, der Gott eurer Väter" bedeutet das Göttliche der Alten Kirche; "der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs" bedeutet das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche, somit den Herrn; "hat mich zu euch gesandt" bedeutet, es solle in ihrer Kirche sein; "das ist Mein Name in Ewigkeit" bedeutet das Göttlich-Menschliche sei die Eigenschaftung des Göttlichen Selbst; "und das Mein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht" bedeutet, es solle verehrt werden immerdar. 6874. "Und Mose sprach zu Gott", 2. Mose 3/13, bedeutet das Innewerden aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden ist. Daß Gott soviel ist als das Göttliche, leuchtet ein. Innewerden vom Göttlichen her wird gesagt, weil alles Innewerden von daher kommt. 6875. "Siehe, wenn ich komme zu den Söhnen Israels", 2. Mose 3/13, bedeutet, in betreff der Angehörigen der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6637, 6862, 6865. 6876. "Und sage zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt", 2. Mose 3/13, bedeutet, das Göttliche der Alten Kirche solle bei den Angehörigen der geistigen Kirche sein. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gottes der Väter, sofern er das Göttliche der Alten Kirche ist; (daß die Väter die Angehörigen der Alten Kirche sind, sehe man Nr. 6050, 6075, 6846). Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier unter "ihr" verstanden werden, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6875; und aus der Bedeutung von gesandt werden, sofern es soviel ist als ausgehen, wovon Nr. 2397, 4710, 6831; hier, daß es bei ihnen sein soll, denn es wird vom Göttlichen der Alten Kirche gesagt, daß dieses sein solle in der geistigen Kirche, die durch die Söhne Israels vorgebildet wird. Das Göttliche, das die Alte Kirche hatte, war der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Die Alte Kirche hatte dieses von den Ältesten (oder Urmenschen), und auch daher, daß Jehovah ihnen in menschlicher Gestalt erschien. Deshalb dachten sie, wenn sie an Jehovah dachten, sich Denselben nicht als das allumfassende Wesen, von dem sie keine Vorstellung gehabt hätten, sondern als das Göttlich-Menschliche, auf das sie ihr Denken richten konnten; denn so konnten sie sich Jehovah nicht nur denken, sondern auch mit Ihm durch Liebe verbunden werden. Die Angehörigen der Alten Kirche und vornehmlich die der Ältesten Kirche, waren viel weiser als die Menschen unserer Zeit und doch konnten sie sich Jehovah nicht anders denken, denn als einen Menschen, dessen Menschliches göttlich wäre. Auch floß alsdann in ihr Denken nichts Unziemliches ein, das dem natürlichen Menschen und dem ihm anklebenden Schwachen und Bösen hergenommen ist, sondern was in Beziehung auf Ihn einfloß, war alles heilig. Die Engel selbst, die eine so große Weisheit vor den Menschen voraus haben, können sich das Göttliche auch nicht anders denken, denn sie sehen den Herrn im Göttlich-Menschlichen. Sie wissen, daß ein Engel, bei dem alles endlich ist, durchaus keine andere Vorstellung vom Unendlichen haben kann, als durch etwas dem Endlichen ähnliches. Daß man in den alten Zeiten Jehovah mit der Vorstellung eines Menschlichen, das göttlich ist, angebetet hat, kann man offenbar sehen an den Engeln, die dem Abraham in menschlicher Gestalt erschienen sind, dann auch dem Lot, wie auch dem Josua, dem Gideon und dem Manoah. Diese Engel wurden Jehovah genannt, und als der Gott des Weltalls angebetet. Würde Jehovah heutzutage in der Kirche wie ein Mensch erscheinen, so würde sie sich an Ihm ärgern und denken, daß Er keineswegs der Schöpfer und Herr des Weltalls sein könne, weil Er als Mensch erschienen, und außerdem würden sie keine andere Vorstellung von Ihm haben, als die von einem gewöhnlichen Menschen. Sie halten sich in diesem Punkt für weiser als die Alten, während sie nicht wissen, daß sie gerade hierin von der Weisheit ganz entfernt sind; denn wenn sich die Vorstellung des Denkens in ein ganz unbegreifliches allgemeines Wesen verliert, so fällt sie in ein Nichts und verflüchtigt sich ganz; und dann tritt an die Stelle desselben die Vorstellung der Natur, der man alles und jedes zuschreibt; daher ist die Naturvergötterung heutzutage hauptsächlich in der Christenheit so allgemein. 6877. "Und sie sagen zu mir: Welches ist Sein Name", 2. Mose 3/13, bedeutet Seine Eigenschaftung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Eigenschaftung bezeichnet, wovon Nr. 1754, 1896, 2009, 2628, 2724, 3006, 6674. Daraus, daß Mose fragte, geht hervor, welcherart die Nachkommenschaft aus Jakob war, daß sie nämlich nicht bloß den Namen Jehovahs vergessen hatten, sondern auch mehrere Götter anerkannten, von denen der eine größer sei als der andere. Das war der Grund, warum sie Seinen Namen wissen wollten; auch glaubten sie, es sei genug, Gott dem Namen nach anzuerkennen. Die Nachkommen Jakobs waren von solcher Beschaffenheit, weil sie bloß im Äußeren ohne Inneres waren; und die ohne Inneres sind, können keine andere Meinung von Gott haben, weil sie gar kein Licht aus dem Himmel, das ihr Inwendigeres erleuchten sollte, aufnehmen können. Damit sie daher den Jehovah anerkennen möchten, wurde ihnen gesagt, daß der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks und der Gott Jakobs erschienen sei, und daß dieser (den Mose) gesandt habe; so wurden sie zur Anerkennung Jehovahs durch blinde Verehrung für ihre Väter, nicht aber durch ein inwendiges Innewerden veranlaßt. Es war auch für dieses Volk genügend, den Jehovah nur dem Namen nach zu verehren, weil sie nichts anderes als das Äußere der Kirche aufnehmen konnten, somit das, was das Inwendige derselben nur vorbildete. Dieses wurde denn auch bei ihnen so angeordnet, damit das, was sie vorbildeten, sich im Himmel in der inwendigen Form darstellte, und hierdurch doch eine gewisse Verbindung des Himmels mit dem Menschen stattfände. 6878. "Was soll ich zu ihnen sagen?", 2. Mose 3/13, bedeutet, was für eine Antwort. Dies erhellt ohne Erklärung. 6879. "Da sprach Gott zu Mose", 2. Mose 3/14, bedeutet die erste Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sprechens Gottes, hier zu Mose, durch den der Herr in Ansehung des göttlich Wahren vorgebildet wird, und von Mose zum Volk, somit von dem göttlich Wahren, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, zu den Angehörigen der geistigen Kirche, sofern es eine Belehrung ist. Hier die erste, weil die Rede ist von Gott selbst, Der verehrt werden soll; denn das erste der Kirche ist die Erkenntnis, daß ein Gott sei, und daß Er verehrt werden müsse. Das erste Wesentliche von Ihm, das man wissen muß, ist, daß Er das Weltall geschaffen hat, und daß das erschaffene Weltall durch Ihn besteht. HG 6880 6880. "Ich bin der Ich bin", 2. Mose 3/14, bedeutet das Sein und Dasein aller Dinge im Weltall. Dies erhellt daraus, daß "Ich bin" das Sein bezeichnet, und weil Er allein das Sein ist, so wird es in der ersten Person gesagt. Zweimal wird gesagt Ich bin, nämlich: "Ich bin, der Ich bin", weil das eine das Sein und das andere das Dasein bedeutet, somit bedeutet das eine das Göttliche Selbst, das der Vater, das andere das Göttlich-Menschliche, das der Sohn genannt wird; denn das Göttlich-Menschliche hat sein Dasein vom Göttlichen Selbst. Seitdem aber der Herr auch in Ansehung des Menschlichen das göttliche Sein oder Jehovah geworden, ist nun das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, das göttliche Dasein aus dem göttlichen Sein. Eben hieraus kann erhellen, daß das göttliche Sein sich niemanden mitteilen kann, außer durch das göttliche Dasein, d.h., das Göttliche Selbst eben nur durch das Göttlich-Menschliche, und das Göttlich-Menschliche eben nur durch das göttlich Wahre, das der Heilige Geist ist. Dies wird verstanden durch den Satz: "Alles ist durch das Wort gemacht": Joh.1/3. Dem Menschen scheint es, als ob das göttlich Wahre nicht von der Art sei, daß durch dasselbe etwas entstehen könne, denn man glaubt, es sei wie ein gesprochenes Wort, das, wenn es aus dem Mund gekommen, verfliegt; aber es verhält sich ganz anders: Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist das eigentlichst Reale und zwar ein solches, daß durch dasselbe alles entsteht, und durch dasselbe alles besteht; denn alles, was vom Herrn ausgeht, ist das eigentlichste Reale im Weltall. So beschaffen ist das göttlich Wahre, welches das Wort genannt wird, durch das alles gemacht ist. 6881. "Und sprach: so sollst du sagen den Söhnen Israels", 2. Mose 3/14, bedeutet die zweite Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott sprach", wenn es von neuem gesagt wird, sofern es ein neues Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 2061, 2238, 2260. Das neue Innewerden ist hier die zweite Belehrung; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, für die diese Belehrung bestimmt ist. 6882. "Ich bin hat mich zu euch gesandt", 2. Mose 3/14, bedeutet das göttliche Dasein solle in jener, nämlich in der Kirche sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ich bin, sofern es das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche bezeichnet, wovon Nr. 6880, und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes, d.h. des göttlich Wahren darstellt. Daß das göttlich Wahre soviel ist als das Daseiende aus dem Göttlich-Menschlichen, weil das von Ihm Ausgehende, sehe man Nr. 6880; aus der Bedeutung von gesandt werden zu ihnen, sofern es heißt, es soll in der geistigen Kirche sein, wovon Nr. 6876. Dies ist die zweite Belehrung. Die erste war, daß Gott, von Dem alles (stammt), anerkannt werden, die zweite ist, daß das göttlich Wahre, das von Ihm (ausgeht), aufgenommen werden müsse. 6883. "Und weiter sprach Gott zu Mose: Also sollst du sagen zu den Söhnen Israels", 2. Mose 3/15, bedeutet die dritte Belehrung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6881 erklärt wurde. 6884. "Jehovah, der Gott eurer Väter", 2. Mose 3/15, bedeutet das Göttliche der Alten Kirche. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6876 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. Im äußeren historischen Sinn wird unter dem Gott ihrer Väter verstanden der Gott des Abraham, Jischak und Jakob, aber im inneren Sinn das Göttliche der Alten Kirche; daß dieses, nicht jenes, im inneren Sinn verstanden wird, kann daraus erhellen, daß das Historische des Wortes nicht in den Himmel eingehen kann; denn das Historische des Wortes ist natürlich und weltlich, die aber, die im Himmel sind, haben nur geistige Vorstellungen, somit verstehen sie jenes geistig, und das Weltliche, das dem Buchstabensinn des Wortes angehört, wird, sobald es in den Himmel eintritt, in den geistigen Sinn verwandelt. Daß es so ist, kann einigermaßen schon daraus erhellen, daß der Mensch gar oft dasjenige, was gesagt wird, auch in solches verwandelt, worin er mit seinem ganzen Denken ist, so z.B. wer in Unreinem ist, in Unreines, und wer in Reinem, in Reines. Daher kommt es nun, daß man im Himmel durch den Gott eurer Väter, nicht den Gott Abrahams, Jischaks und Jakobs inne wird, denn im Himmel kennt man den Abraham, Jischak und Jakob nicht, sondern den Herrn, Der durch jene vorgebildet wird. Deshalb ist es das Göttliche der Alten Kirche, das durch jene Worte bezeichnet wird. 6885. "Der Gott Abrahams, der Gott Jischaks und der Gott Jakobs", 2. Mose 3/15, bedeutet das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche, somit den Herrn; wie aus dem erhellt, was Nr. 6847 gezeigt wurde, wo das gleiche vorkommt. 6886. "Hat mich zu euch gesandt", 2. Mose 3/15, bedeutet, es solle in ihrer Kirche sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesandt werden zu euch, sofern es heißt, es solle in der geistigen Kirche sein, wovon Nr. 6876, 6882. 6887. "Das ist Mein Name in Ewigkeit", 2. Mose 3/15, bedeutet das Göttlich-Menschliche sei die Eigenschaftung (quale) des Göttlichen Selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens Gottes, sofern er in einem Inbegriff alles bezeichnet wodurch Gott verehrt wird, somit die Eigenschaftung, wovon Nr. 2724, 3006, 6674; und weil das Göttliche Selbst nicht verehrt werden kann, sofern man sich weder mit dem Glauben noch mit der Liebe an Dasselbe wenden kann, (denn es ist über alle Vorstellung erhaben, nach den Worten des Herrn bei Joh.1/18: "Gott hat niemand je gesehen, der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, Derselbe hat es verkündigt"; und Joh.5/37: "Weder Seine Stimme habt ihr je gehört, noch Seine Gestalt gesehen"): deswegen ist das Göttlich-Menschliche, weil es die Eigenschaftung (oder Form) des Göttlichen Selbst ist, das, zu dem man sich wenden und das man verehren kann. Daß das Göttlich-Menschliche der Name Jehovahs ist, erhellt Joh.12/28: "Jesus sprach: Vater, verherrliche Deinen Namen; da ging eine Stimme aus vom Himmel: Ich habe (ihn) verherrlicht, und werde (ihn) abermals verherrlichen": hier nennt Sich der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen den Namen des Vaters. Jes.42/6-8: "Ich, Jehovah habe dich gerufen in Gerechtigkeit, und will ergreifen deine Hand, weil Ich dich behüten werde, und werde dich setzen zum Bund dem Volk, zum Licht der Völkerschaften; zu öffnen die blinden Augen, auszuführen aus dem Kerker die Gebundenen, aus dem Haus des Gefängnisses, die da sitzen in Finsternis. Ich Jehovah, das ist Mein Name, und Meine Herrlichkeit werde Ich keinem anderen geben": hier und im Vorhergehenden dieses Kapitels ist offenbar vom Herrn die Rede. Daß Er es ist, Der durch den Namen Jehovahs verstanden wird, geht daraus hervor, daß gesagt wird, Seine Herrlichkeit werde Er keinem anderen geben. Wenn vom Herrn (die Rede ist), so bedeutet es, Ihm selbst, weil sie eins sind. 2. Mose 23/20,21: "Siehe, Ich sende einen Engel vor dir her, dich zu behüten auf dem Weg, und dich zu bringen an den Ort, den Ich bereitet habe; hüte dich vor Seinem Angesichte, und höre Seine Stimme, weil Er eure Übertretung nicht ertragen wird; denn Mein Name ist in Seiner Mitte": daß durch den Engel Jehovahs der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden wird, sehe man Nr. 6831; und weil das Göttlich-Menschliche die Eigenschaftung (oder die wesentliche Form) des Göttlichen Selbst ist, so wird gesagt, daß der Name Jehovahs in Seiner Mitte sei. Auch im Gebet des Herrn wird durch "Vater unser in den Himmeln, geheiligt werde Dein Name", der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden; und auch in einem Inbegriff alles, wodurch Er verehrt werden soll. 6888. "Und das Mein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht", 2. Mose 3/15, bedeutet, es solle verehrt werden immerdar. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gedächtnisses, sofern es das bezeichnet, dessen man gedenken soll; und wenn es vom Göttlichen gesagt wird, so ist es das Wesentliche im Gottesdienst (quale in cutta); und aus der Bedeutung von Geschlecht zu Geschlecht, sofern es soviel ist als immerdar. Im Wort wird gesagt in Ewigkeit, und von Geschlecht zu Geschlecht und zwar zuweilen in einem Vers; dies kommt daher, weil das Ewige gesagt wird vom göttlich Guten, und das Geschlecht der Geschlechter vom göttlich Wahren. Ebenso verhält es sich mit der Bedeutung des Gedächtnisses und des Namens: das Gedächtnis wird gesagt vom Wesentlichen des Göttlichen im Gottesdienst in Ansehung des Wahren, der Name aber vom Wesentlichen des Göttlichen im Gottesdienst in beiderlei Hinsicht, sowohl in Beziehung auf das Wahre als auf das Gute, insbesondere aber in Ansehung des Guten. Daß das Gedächtnis das Wesentliche des Göttlichen im Gottesdienst ist, erhellt Hos.12/6: "Jehovah ist der Gott Zebaoth, Jehovah (ist) Sein Gedächtnis (d.i. Sein Name); darum kehre dich zu deinem Gott, halte Frömmigkeit und Recht": hier wird vom Wesentlichen des Gottesdienstes in Ansehung des Wahren gehandelt, deshalb wird gesagt, Jehovah (ist) Sein Gedächtnis. Ps.30/5; 97/12: "Singet dem Jehovah, ihr Seine Heiligen, und preiset das Gedächtnis Seiner Heiligkeit": daß das Heilige vom Wahren gesagt wird, sehe man Nr. 6788; die Verehrung daraus wird bezeichnet durch das Gedächtnis Seiner Heiligkeit. 6889. Vers 16-20: Geh und versammle die Ältesten Israels, und sprich zu ihnen: Jehovah, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Jischaks und Jakobs, und hat gesagt: Heimgesucht habe Ich euch, und (gesehen), was euch geschehen ist in Ägypten. Und Ich sage: Ich will euch heraufführen aus der Trübsal Ägyptens in das Land der Kanaaniter, und Hethiter, und Amoriter, und Pheresiter, und Heviter, und Jebusiter, in ein Land, das von Milch und Honig fließt. Und wenn sie deine Stimme hören, so sollst du und die Ältesten Israels hineingehen zum König Ägyptens, und sollt zu ihm sagen: Jehovah, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet, so laß uns doch nun ziehen drei Tagreisen in die Wüste, und opfern dem Jehovah, unserem Gott. Aber Ich weiß, daß euch der König von Ägypten nicht wird ziehen lassen, auch nicht durch eine starke Hand. Und so werde Ich Meine Hand ausstrecken, und Ägypten schlagen mit allen Meinen Wundern, die Ich tun werde in seiner Mitte; und nachher wird er euch entlassen. "Geh und versammle die Ältesten Israels" bedeutet die Verständigen in der geistigen Kirche; "und sprich zu ihnen" bedeutet Belehrung; "Jehovah, der Gott eurer Väter" bedeutet das Göttliche der Alten Kirche; "ist mir erschienen" bedeutet Seine Gegenwart; "der Gott Abrahams, Jischaks und Jakobs" bedeutet das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche des Herrn; "und hat gesagt: Heimgesucht habe Ich euch" bedeutet Sein Kommen zu den Angehörigen der Kirche; "und (gesehen), was euch geschehen ist in Ägypten" bedeutet das Unterjochungsbestreben; "und Ich sage: Ich will euch heraufführen aus der Trübsal Ägyptens" bedeutet die Erhebung und Befreiung vom falschen Wißtümlichen; "in das Land der Kanaaniter, und Hethiter, und Amoriter, und Pheresiter, und Heviter, und Jebusiter" bedeutet die Region des Himmels, die eingenommen war von denen, die im Bösen und Falschen sind; "in ein Land, das von Milch und Honig fließt" bedeutet, wo es lieblich und angenehm ist; "und wenn sie deine Stimme hören" bedeutet den Gehorsam; "so sollt du und die Ältesten Israels hineingehen zum König Ägyptens" bedeutet die Mitteilung an die, welche im Falschen sind und angefochten haben; "und sollst zu ihm sagen" bedeutet den Einfluß; "Jehovah, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet" bedeutet das Göttliche des Herrn in der Kirche, und Seinen Befehl; "so laß uns doch nun ziehen drei Tagreisen in die Wüste" bedeutet das Leben des Wahren in einem vom Falschen ganz entfernten Zustand, obwohl in einem dunklen; "und opfern dem Jehovah, unserem Gott" bedeutet die Verehrung des Herrn in solcher Weise; "aber Ich weiß" bedeutet das Vorhersehen; "daß euch der König von Ägypten nicht wird ziehen lassen" bedeutet das Falsche werde sich widersetzen; "auch nicht durch eine starke Hand" bedeutet, daß gegen sie die Macht der Angehörigen der geistigen Kirche nicht standhalten werde; "Und so werde Ich Meine Hand ausstrecken" bedeutet die Macht aus dem Göttlichen; "und Ägypten schlagen mit allen Meinen Wundern" bedeutet die Mittel der göttlichen Macht gegen das Falsche; "die Ich tun werde in seiner Mitte" bedeutet die sie unmittelbar berühren werden; "und nachher wird er euch entlassen" bedeutet die Vertreibung jener, und die Befreiung. 6890. "Geh und versammle die Ältesten Israels", 2. Mose 3/16, bedeutet die Verständigen in der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ältesten, sofern sie die vornehmsten Stücke der Weisheit und Einsicht bezeichnen, wovon Nr. 6524, 6525, somit auch die Verständigen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern es die geistige Kirche bezeichnet, wovon Nr. 4286, 6426. 6891. "Und sprich zu ihnen", 2. Mose 3/16, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen zu ihnen, wenn das von Mose (geschieht), durch den das Gesetz vom Göttlichen her vorgebildet wird, sofern es eine Belehrung ausdrückt, wie Nr. 6879, 6881, 6883. 6892. "Jehovah, der Gott eurer Väter", 2. Mose 3/16, bedeutet das Göttliche der Alten Kirche. Dies erhellt aus dem was Nr. 6884 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 6893. "Ist mir erschienen", 2. Mose 3/16, bedeutet die Gegenwart. Dies erhellt aus der Bedeutung von erscheinen bei jemanden, sofern es die Gegenwart ausdrückt, denn durch erscheinen wird im inneren Sinn nicht bezeichnet gesehen werden mit den Augen, sondern mit dem Denken. Das Denken selbst bewirkt auch die Gegenwart; denn derjenige, an den man denkt, erscheint wie gegenwärtig vor dem inwendigen Gesicht. Im anderen Leben geschieht dies tatsächlich, denn wenn man dort an jemand ernstlich denkt, so stellt er sich gegenwärtig dar; daher kommt es, daß dort die Freunde zusammenkommen und auch die Feinde, und daß sie von diesen Hartes leiden. 6894. "Der Gott Abrahams, Jischaks und Jakobs", 2. Mose 3/16, bedeutet das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche des Herrn, wie aus dem erhellt, was Nr. 6847 gezeigt wurde. 6895. "Und hat gesagt: Heimgesucht habe Ich euch", 2. Mose 3/16, bedeutet Sein Kommen zu den Angehörigen der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von heimsuchen, sofern es das Kommen des Herrn bezeichnet, das der letzten Zeit der Kirche vorausgeht, welche Zeit das Letzte (oder Jüngste) Gericht genannt wird. Daß die Heimsuchung diese Bedeutung hat, sehe man Nr. 2242, 6588; daß dieses die Ankunft des Herrn genannt wird, erhellt aus folgender Stelle: Matth.24/3: "Die Jünger sprachen zu Jesus: Sage uns, wann wird dieses geschehen, und welches ist das Zeichen Deiner Zukunft und der Vollbringung des Zeitlaufs?"; und dann belehrte der Herr die Jünger über die letzte Zeit der Kirche, wie aus dem erhellen kann, was Nr. 3353-3356, 3486-3489, 3897-3901, 4056-4060, 4229-4231, 4422-4424 erklärt wurde. Und Er sprach, daß, wenn jenes alles geschehe, so werde "erscheinen das Zeichen des Sohnes des Menschen; und alsdann werden klagen alle Stämme des Landes, und werden sehen den Sohn des Menschen kommen in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit": Matth.24/30. Daß durch die Zukunft des Herrn nicht Seine Erscheinung mit den Engeln in den Wolken verstanden werde, sondern die Anerkennung in den Herzen durch Liebe und Glauben, sehe man Nr. 3353, 3900; sodann Seine Erscheinung aus dem Wort, dessen inwendigster oder höchster Sinn vom Herrn allein handelt: Nr. 4060. Dieses Kommen wird durch das Kommen des Herrn verstanden, das alsdann stattfindet, wenn die alte Kirche verworfen, und eine neue vom Herrn hergestellt wird. Und weil jetzt bei den Nachkommen Jakobs ein neues Kirchenwesen hergestellt werden sollte, so wird gesagt: heimgesucht habe Ich euch; wie auch von Joseph, als er starb: "Joseph sprach zu seinen Brüdern: ich sterbe, und Gott wird euch heimsuchen, und wird euch hinaufführen aus diesem Land in das Land, das er geschworen hat dem Abraham, Jischak und Jakob": 1. Mose 50/24. Durch das Heimsuchen wird im Buchstabensinn hier die Befreiung von der Knechtschaft in Ägypten, und die Einführung in das Land Kanaan bezeichnet; aber das ist nicht der geistige Inhalt des Wortes, sondern der natürliche. Der geistige Inhalt des Wortes handelt vom Herrn, von Seinem Reich und der Kirche, und von der Liebe und dem Glauben, deshalb wird durch heimsuchen im geistigen Sinn verstanden die Befreiung von Falschen, und dadurch die Einführung in das, was der Kirche und dem Reich des Herrn angehört, somit das Kommen des Herrn in der Liebe und dem Glauben bei denen, die zu der neuen Kirche gehören werden. 6896. "Und (gesehen), was euch geschehen ist in Ägypten", 2. Mose 3/16, bedeutet das Unterjochungsbestreben. Dies erhellt aus demjenigen, was vorhergeht von der Trübsal und der Unterdrückung des Söhne Israels, d.h. der Angehörigen der geistigen Kirche. Das ist es, was verstanden wird unter "was euch geschehen ist in Ägypten". Daß durch jene Trübsale und Unterdrückungen die Anfechtungen und Bestrebungen sie zu unterjochen bezeichnet werden, sehe man Nr. 6663, 6666, 6668, 6670, 6671, 6851, 6852, 6863. 6897. "Und Ich sage: Ich will euch heraufführen aus der Trübsal Ägyptens", 2. Mose 3/17, bedeutet die Erhebung und Befreiung von der Anfechtung vom falschen Wißtümlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von heraufführen, sofern es die Erhebung zum Inwendigeren bezeichnet, wovon Nr. 3084, 4539, 5406, 5817, 6007. Die Erhebung zum Inwendigeren ist die von der Anfechtung des Falschen zu dem Wahren und Guten des Glaubens; daher ist auch heraufführen soviel als Befreiung; aus der Bedeutung der Trübsal, sofern sie Anfechtung ist, wovon Nr. 6663, 6851; und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das falsche Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 6651, 6679, 6683. 6898. "In das Land der Kanaaniter, und Hethiter, und Amoriter, und Pheresiter, und Heviter, und Jebusiter", 2. Mose 3/17, bedeutet die Region des Himmels, die eingenommen war von denen, die im Bösen und Falschen sind. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6854, 6858 gezeigt wurde. Daß Kanaaniter und Hethiter diejenigen bezeichnen, die in Bösem aus Falschem, sehe man Nr. 6858; daß Amoriter und Pheresiter diejenigen bezeichnen, die in Bösem und daher Falschem: Nr. 6859; und Heviter und Jebusiter diejenigen, die einen Götzendienst haben, worin noch etwas Gutes und Wahres: Nr. 6860. 6899. "In ein Land, das von Milch und Honig fließt", 2. Mose 3/17, bedeutet, wo es lieblich und angenehm ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von Milch und Honig, sofern es das Liebliche und Angenehme bezeichnet, wovon Nr. 6857. 6900. "Und wenn sie deine Stimme hören", 2. Mose 3/18, bedeutet den Gehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es den Gehorsam bezeichnet, wovon Nr. 2542, 3869, 4652-4660. 6901. "So sollst du und die Ältesten Israels hineingehen zum König Ägyptens", 2. Mose 3/18, bedeutet die Mitteilung an die, welche im Falschen sind und angefochten haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von hineingehen, sofern es eine Mitteilung bezeichnet, denn hineingehen im geistigen Sinn heißt einem anderen seine Gedanken mitteilen; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Gesetz vom Göttlichen her bezeichnet, wovon Nr. 6827; aus der Bedeutung der Ältesten, sofern es die Verständigen sind, wovon Nr. 6523, 6525, 6890; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos oder des Königs von Ägypten, sofern er das Falsche bezeichnet, das die Wahrheiten der Kirche anficht, wovon Nr. 6651, 6679, 6683. Hieraus wird klar, daß durch "so sollt du und die Ältesten Israels hineingehen zum König Ägyptens", bezeichnet wird die Mitteilung von solchem, was dem Gesetz vom Göttlichen her und daher der Verständigkeit angehört, an solche, die im Falschen sind und angefochten haben. 6902. "Und sollt zu ihm sagen", 2. Mose 3/18, bedeutet den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, sofern es einen Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 5743, 6152, 6291. Sagen bedeutet hier den Einfluß, weil die Mitteilung von solchem, was dem Gesetz vom Göttlichen und daher der Verständigkeit angehört (wovon Nr. 6901), durch das Einfließen geschieht. 6903. "Jehovah, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet", 2. Mose 3/18, bedeutet das Göttliche des Herrn in der Kirche und Seinen Befehl. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hebräer, sofern sie die Kirche bezeichnen, wovon Nr. 5136, 6675, 6684. Daß Jehovah Gott das Göttliche des Herrn bedeutet, beruht darauf, weil durch Jehovah kein anderer als der Herr verstanden wird: Nr. 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6303; und aus der Bedeutung von begegnen, sofern es hier einen Befehl bezeichnet; denn durch begegnen wird hier verstanden, Er habe mit ihnen geredet, und habe befohlen. Daß "ist begegnet" dieses in sich schließt, erhellt daraus, daß nicht weiter gesagt wird, was Er geredet habe, sondern daß Sein Befehl unmittelbar folgt. 6904. "So laß uns doch nun ziehen drei Tagreisen in die Wüste", 2. Mose 3/18, bedeutet das Leben des Wahren in einem vom Falschen ganz entfernten Zustand, wiewohl in einem dunklen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ziehen, sofern es das Leben bezeichnet, wovon Nr. 3335, 4882, 5493, 5605; aus der Bedeutung des Weges (der Reise), sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 627, 2333; aus der Bedeutung dreier Tage, sofern diese einen vollen Zustand ausdrücken, wovon Nr. 2788, 4495, somit wenn von der Entfernung vom Falschen die Rede ist, einem davon ganz entfernten Zustand. Daß einen Weg von drei Tagen machen soviel ist, als sich ganz trennen, sehe man Nr. 4010; und aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie das Unbewohnte und Unkultivierte ist, wovon Nr. 2708, 3900, und im geistigen Sinn das Dunkle des Glaubens bezeichnet; denn es ist hier die Rede von der Herstellung der geistigen Kirche, die durch die Söhne Israels bezeichnet wird. Die Angehörigen dieser Kirche sind beziehungsweise im Dunkeln in betreff des Guten und Wahren des Glaubens: man sehe Nr. 2708, 2715, 2716, 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3241, 3246, 3833, 4402, 6289, 6500, 6865. Das Leben des Wahren ist das Leben, das die Angehörigen der geistigen Kirche führen, denn das Wahre, das sie aus dem Wort und aus der Lehre ihrer Kirche wissen, wird, wenn es zur Lebenssache wird, das Gute genannt, es ist aber das Wahre im Tun. HG 6905 6905. "Und opfern dem Jehovah unserm Gott", 2. Mose 3/18, bedeutet die Verehrung des Herrn in solcher Weise. Dies erhellt aus der Bedeutung von opfern, sofern es den Gottesdienst im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 923; denn in der hebräischen Kirche, und nachher bei den Nachkommen Jakobs, bezog sich der ganze Gottesdienst auf die Opfer. Dies kann daraus erhellen, daß sie täglich stattfanden, und an allen Festen mehrere, ferner bei Einweihungen, Reinigungen für Sünden, für Verschuldungen, außerdem infolge von Gelübden und aus Freiwilligkeit. Daher kommt es, daß durch Opfer der Gottesdienst überhaupt bezeichnet wird. Daß die Verehrung des Herrn es ist, die durch opfern dem Jehovah Gott bezeichnet wird, erhellt offenbar daraus, daß die Opfer keinen anderen, als den Herrn, wie auch himmlisch- und geistig-göttliche Dinge, die von Ihm kommen, vorgebildet haben: Nr. 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519; sodann daraus, daß durch Jehovah Gott im Wort kein anderer als der Herr verstanden wird, (man sehe Nr. 6903): durch Jehovah Sein göttliches Sein, und durch Gott das aus diesem hervorgehende göttliche Dasein; somit durch Jehovah das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe, und durch Gott das göttlich Wahre, das ausgeht von Seinem göttlich Guten. 6906. "Aber Ich weiß", 2. Mose 3/19, bedeutet das Vorhersehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von wissen, wenn es von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, sofern es ein Vorhersehen bezeichnet, wovon Nr. 6853. 6907. "Daß euch der König von Ägypten nicht wird ziehen lassen", 2. Mose 3/19, bedeutet, das Falsche werde sich widersetzen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "euch nicht ziehen lassen", sofern es soviel ist als sich widersetzen, denn wer etwas nicht zugibt, wenn gesagt wird, daß es ein göttlicher Befehl sei: Nr. 6903, und wer es verweigert, daß man Gott verehrt, der widersetzt sich, wie alle zu tun pflegen, die in dem bei sich begründeten Falschen sind. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos oder des Königs von Ägypten, sofern er das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 6651, 6679, 6683; und aus der Bedeutung von ziehen, nämlich drei Tagreisen in die Wüste, zu opfern dem Jehovah Gott, sofern es ausdrückt, zu leben nach dem Wahren in einem vom Falschen ganz entfernten Zustand, und in solcher Weise den Herrn zu verehren: Nr. 6904. Wie es sich mit denen verhält, die im Falschen sind, und durch den König Ägyptens vorgebildet werden, sofern sie sich denen, die in den Wahrheiten stehen, widersetzen, soll (nun) gesagt werden: In der Welt widersetzen sich die im Falschen sind, nicht offen denen, die im Wahren sind; äußere Bande halten sie davon ab, nämlich die Befürchtungen, es möchte den Anschein haben, als seien sie gegen die Gesetze des Staates und der Kirche, indem sie so nicht als gute Bürger erscheinen könnten, denn jeder will gerecht und wahr in der äußeren Form erscheinen in der Welt, und zwar die Gottlosen noch mehr als die Frommen, in der Absicht, die Leute für sich zu gewinnen und zu täuschen, des Einkommens und der Ehre halber. Aber inwendig widersetzen sie sich, denn so oft sie von einem hören, der die Wahrheiten nicht seines Amtes halber, sondern aus Eifer bekennt, verhöhnen sie ihn bei sich, und wenn sie nicht von äußeren Rücksichten abgehalten würden, so würden sie ihn (auch) offen auslachen. Wenn solche ins andere Leben kommen, so werden sie nicht mehr von äußeren Rücksichten abgehalten, denn diese werden ihnen benommen, damit ein jeder offenbar werde wie er ist; und dann widersetzen sie sich offen denen, die in den Wahrheiten sind, und fechten sie auf alle mögliche Weise an. Das ist dann ihre eigentliche Lebenslust; und wenn sie dann ermahnt werden, solches nicht zu tun, weil sie, wenn sie nicht davon ablassen, endlich ganz entfernt und in die Hölle verstoßen würden, so achten sie doch gar nicht darauf, sondern beharren fortwährend in der Anfechtung wie früher: so sehr ist ihnen dies zu Lebenslust geworden aus dem Falschen. Es beseelt sie so sehr, daß sie gar keine Vernunft annehmen. Dieses ist es, was bezeichnet wird durch "daß euch der König von Ägypten nicht wird ziehen lassen", und was dadurch vorgebildet wird, daß Pharao sich so oft widersetzt habe. Die Entfernung solcher Geister und deren Verstoßung in die Hölle wird vorgebildet durch den Untergang Pharaos und der Ägypter im Meer Suph. Die im Bösen des Lebens und daher im Falschen stehen, sind im Weltlicht; denn das ist das Licht, durch das die Dinge des Verstandes gesehen werden. Dieses Licht ist bei denen, die im Falschen aus dem Bösen sind, hell schimmernd, und je mehr im Falschen aus dem Bösen, um so schimmernder. Die Herrlichkeit der Welt, die aus der Selbstliebe kommt, zündet es an, und macht seinen Schimmer; und weil es so ist, so erscheint in demselben ihnen das Wahre ganz wie Falsches und das Falsche ganz wie Wahres. Der Grund ist, weil in den Glanz dieses Lichtes das himmlische Licht nicht einfließen kann; dieses wird bei einem solchen Licht Finsternis. Daher kommt es, daß solche von so starker Beredung eingenommen sind für das Falsche gegen das Wahre, weil sie es in jenem Licht so sehen. Hingegen bei denen, die im Wahren sind aus dem Guten, schimmert das Weltlicht nicht, sondern ist dunkel, aber das Himmelslicht ist bei ihnen hell. Und weil dieses hell ist, so erscheint darin das Wahre als wahr, und das Falsche als falsch; denn wenn dieses Licht in Falsches hineinfällt, das in dem vom Himmelslicht getrennten Weltlicht als wahr erscheint, alsdann verdunkelt es jenes nicht nur, sondern löscht es ganz aus. Dieses Licht, nämlich das Licht des Himmels, wird bei ihnen allmählich immer heller, und endlich so hell, daß das Weltlicht damit gar nicht verglichen werden kann. Hieraus erhellt, warum diejenigen, die in Falschem aus dem Bösen sind, aus so starker Beredung sich denen, die in Wahrheiten sind, widersetzen. Von dieser Widersetzung war nun oben die Rede. 6908. "Auch nicht durch eine starke Hand", 2. Mose 3/19, bedeutet, daß gegen sie die Macht der Angehörigen der geistigen Kirche nicht standhalten werde. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 3387, 4931-4937; daher bedeutet "nicht durch eine starke Hand" eine Macht, die nicht standhalten wird. Daß die Macht der Angehörigen der geistigen Kirche gemeint ist, wird aus dem gleich Folgenden klar: "Und Ich werde Meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit allen Meinen Wundern", wodurch bezeichnet wird, daß jene überwunden werden müssen durch die Macht aus dem Göttlichen und durch die Mittel derselben. 6909. "Und so werde Ich Meine Hand ausstrecken", 2. Mose 3/20, bedeutet die Macht aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 3387, 4931-4937; und weil es Jehovah oder der Herr von Sich sagt, so ist es die Macht aus dem Göttlichen. 6910. "Und Ägypten schlagen mit allen Meinen Wundern", 2. Mose 3/20, bedeutet die Mittel der göttlichen Macht gegen das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das Falsche ist, wovon früher oft; und aus der Bedeutung der Wunder, sofern sie die Mittel der göttlichen Macht sind, durch die diejenigen, die sich in Falschem befinden und anfechten, unterjocht werden. Daß die Wunder Mittel der göttlichen Macht sind, durch die diejenigen, die in Falschem, unterjocht werden, erhellt aus den Wundern, die in Ägypten geschahen, wodurch sie endlich gezwungen wurden, die Söhne Israels zu entlassen. Ein jedes dort geschehene Wunder bezeichnet ein Mittel der göttlichen Macht. 6911. "Die Ich tun werde in seiner Mitte", 2. Mose 3/20, bedeutet, die sie unmittelbar berühren werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mitte, sofern sie das bezeichnet, was inwendig ist, wovon Nr. 1074, 2940, 2973; somit das, was unmittelbar berührt; denn was jemand unmittelbar berührt, ist in ihm, was aber nicht unmittelbar berührt, ist auch außerhalb, denn es trifft (gleichsam) von der Seite her und fährt zum Teil vorbei. 6912. "Und nachher wird er euch entlassen", 2. Mose 3/20, bedeutet die Vertreibung jener, die im Falschen, und die Befreiung derjenigen, die in den Wahrheiten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen oder fortgehen lassen, sofern es hier heißt fortgetrieben werden; denn die, welche in Falschem sind, lassen durchaus nicht los, sogar wenn es ewig währete, wenn sie nicht vertrieben werden, deshalb wird durch entlassen im inneren Sinn hier die Vertreibung bezeichnet, und die daher kommende Befreiung. 6913. Vers 21,22: Und Ich werde diesem Volk Gnade geben in den Augen der Ägypter, und es wird geschehen, wenn ihr ziehet, werdet ihr nicht leer ausziehen. Und soll ein jegliches Weib von ihrer Nachbarin und von ihrer Hausgenossin Gefäße von Silber und Gefäße von Gold und Kleider verlangen, die sollt ihr legen auf eure Söhne und auf eure Töchter, und sollt Beute nehmen von den Ägyptern. "Und Ich werde diesem Volk Gnade geben in den Augen der Ägypter" bedeutet die Furcht derer, die in Falschem sind, vor den Angehörigen der geistigen Kirche, wegen der Plagen; "und es wird geschehen, wenn ihr ziehet, werdet ihr nicht leer ausziehen" bedeutet kein Leben mehr in Dürftigkeit bezüglich dessen, was dem natürlichen Gemüt angehört; "und soll ein jegliches Weib von ihrer Nachbarin und von ihrer Hausgenossin verlangen" bedeutet das Gute eines jeden soll ausgestattet werden mit solchem, was zweckmäßig ist; "Gefäße von Silber" bedeutet das Wißtümliche des Wahren; "und Gefäße von Gold" bedeutet das Wißtümliche des Guten; "und Kleider" bedeutet das demselben entsprechende niedere Wißtümliche; "die sollt ihr legen auf eure Söhne" bedeutet die Anwendung zu ihren Wahrheiten; "und auf eure Töchter" bedeutet die Anwendung zu ihrem Guten; "und sollt Beute nehmen von den Ägyptern" bedeutet, solches soll denen, die in Falschem und daher Bösem sind, weggenommen werden. HG 6914 6914. "Und Ich werde diesem Volk Gnade geben in den Augen der Ägypter", 2. Mose 3/21, bedeutet die Furcht derer, die in Falschem sind, vor den Angehörigen der geistigen Kirche, wegen der Plagen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gnade geben, sofern es heißt Furcht wegen der Plagen, worüber im Folgenden; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6637; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, sofern sie die im Falschen darstellen, wovon früher oft. Daß Gnade geben in den Augen der Ägypter bedeutet die Furcht, welche die im Falschen vor den Plagen haben, erhellt aus dem Verständnis der Sachen im inneren Sinn; denn es ist die Rede von denen, die in Falschem sind, die durch die Ägypter bezeichnet werden, (nämlich) daß ihnen Wahres und Gutes weggenommen, und auf die Angehörigen der geistigen Kirche übertragen werden soll. Und weil von denen, die in Falschem sind, gehandelt wird, so wird durch Gnade nicht Gnade bezeichnet; denn die im Falschen und Bösen sind, haben für gar niemand eine Gnade, sondern wenn sie Gutes tun, oder wenn sie nicht Böses tun, so geschieht es aus Furcht vor Plagen, daher ihre Gnade. Diese Gnade ist es, die im inneren Sinn hier verstanden wird. Der innere Sinn legt die Sachen dar, wie sie sind, nicht wie sie im Buchstaben dargestellt werden, und wendet das einzelne auf das Subjekt an. Daß es so ist, wird auch aus Folgendem klar, was von den Ägyptern gesagt wird, daß sie (nämlich) die Söhne Israels nicht etwa aus Gnaden, sondern aus Furcht vor weiteren Plagen haben ziehen lassen: 2. Mose 11/1; 12/33; weil in diesen zwei Versen gehandelt wird von der Ausbeutung der Ägypter, dadurch daß die Weiber Israels von den ägyptischen Weibern Silber, Gold und Kleider entlehnen sollten; und man, wie es sich damit verhält, nur wissen kann aus Offenbarung in betreff dessen, was im anderen Leben geschieht, (denn der innere Sinn schließt solches in sich, was bei den Engeln und Geistern geschieht,) deswegen soll es gesagt werden: Der untere Raum des Himmels war vor dem Kommen des Herrn von bösen Genien und Geistern eingenommen, und diese wurden nachher daraus vertrieben, und jene Region wurde den Angehörigen der geistigen Kirche gegeben (man sehe Nr. 6858). Solange böse Genien und Geister dort waren, befanden sie sich unter fortwährender Aufsicht der Engel des oberen Himmels; dadurch wurden sie vom offenbaren Bösestun abgehalten. Auch heutzutage stehen einzelne, die tückischer sind als andere, weil sie dadurch täuschen, daß sie Unschuld und Liebtätigkeit heucheln, unter der Aufsicht der Himmlischen, und werden so lange von ihren ruchlosen Tücken abgehalten. Sie sind gerade unter dem Haupt, und die himmlischen Engel, unter deren Aufsicht sie stehen, weiter oben. An ihnen durfte ich wahrnehmen, von welcher Art der Zustand der bösen Geister und Genien war, die vor dem Kommen des Herrn die untere Region des Himmels eingenommen hatten, daß sie nämlich damals vom offenbaren Bösestun durch die Engel des oberen Himmels abgehalten wurden. Auf welche Weise sie aber vom offenbaren Bösestun abgehalten wurden, durfte ich auch erfahren: sie wurden in äußeren Banden gehalten, nämlich in der Furcht, die Ehre und den guten Namen zu verlieren, in der Furcht, ihrer Besitzungen in jener Region des Himmels beraubt und in die Hölle verstoßen zu werden; und dabei wurden ihnen gute einfältige Geister beigesellt, wie es auch bei den (bösen) Menschen in der Welt der Fall ist: obwohl diese innerlich Teufel sind, so werden sie dennoch durch jene äußere Bande im Schein der Ehrbarkeit und Gerechtigkeit erhalten und zum Gutestun bewogen; und um sie so zu erhalten, werden ihnen Geister beigesellt, die im einfältig Guten sind. Solche Bewandtnis hatte es mit den Bösen, die in der unteren Region des Himmels vor dem Kommen des Herrn sich befanden, und alsdann konnten sie auch durch selbstsüchtige Beweggründe zum Reden des Wahren und Tun des Guten angetrieben werden. Ebenso wie schlimme, ja sogar die schlimmsten Priester, die inwendig Teufel sind, und dabei die Lehren ihrer Kirche mit solcher Wärme und heuchlerischem Eifer predigen können, daß sie die Herzen der Zuhörer zur Frömmigkeit bewegen. Sie sind jedoch alsdann von der Selbst- und Weltliebe beseelt, denn der Gedanke an Ehre und an Einkommen regiert durchwegs bei ihnen; dadurch werden sie angefeuert, so zu predigen. Es sind böse Geister bei ihnen, welche die gleiche Liebe und der gleiche Gedanke beseelt, und unter deren Leitung sie stehen, denen aber auch einfältige gute Geister beigesellt sind. Hieraus kann erhellen, von welcher Art der Zustand des Himmels vor dem Kommen des Herrn war. Nach Seinem Kommen aber sind die Zustände des Himmels und der Hölle ganz verändert worden; denn da wurden die bösen Geister und Genien, welche die untere Region des Himmels eingenommen hatten, hinabgeworfen und an ihrer Statt die Angehörigen der geistigen Kirche dorthin erhoben. Die Bösen, die hinabgeworfen worden, wurden alsdann der äußeren Bande entledigt, welche die Befürchtungen vor Einbuße der Ehre und des guten Namens und vor Verlust der Besitzungen in jener Region bildeten; und dadurch wurden sie ihrem Inwendigeren überlassen, das nur teuflisch und höllisch war, und sodann in die Höllen gebracht. Die Entledigung von äußeren Banden geschieht im anderen Leben durch Wegnahme der guten Geister, die ihnen beigesellt worden sind. Wenn diese weggenommen sind, so können sie nicht mehr im Schein des Guten, Gerechten und Ehrbaren sein, sondern sie geben sich so, wie sie in der Welt inwendig waren, d.h., wie sie ihrem Denken und Willen nach waren, die sie vor anderen daselbst verborgen hatten; und alsdann begehren sie nichts anderes, als Böses zu tun. Diese einfältigen guten Geister, die von ihnen weggenommen worden waren, wurden den Angehörigen der geistigen Kirche gegeben oder beigesellt, denen jene Region des Himmels zum Besitz eingeräumt wurde. Daher kommt es, daß diese mit dem Wahren und Guten bereichert wurden, das früher böse Geister und Genien gehabt hatten; denn die Bereicherung mit Wahrem und Gutem im anderen Leben geschieht durch Beigesellung von Geistern, die im Wahren und Guten sind, weil durch diese die Mitteilung stattfindet. Dies ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß die Söhne Israels nicht leer ausziehen werden, sondern daß ein Weib von ihrer Nachbarin und ihrer Hausgenossin Gefäße von Silber und Gefäße von Gold und Kleider verlangen und so von den Ägyptern Beute nehmen soll. Jeder kann einsehen, daß, wenn nicht solches wäre vorgebildet worden, vom Göttlichen durchaus nicht befohlen worden wäre, sie sollten eine solche List gegen die Ägypter brauchen, denn alles derartige ist vom Göttlichen himmelweit entfernt. Weil aber jenes Volk ein durchaus vorbildliches war, so wurde, weil mit den Bösen im anderen Leben so verfahren werden sollte, vom Göttlichen zugelassen, daß sie so tun sollten. Man wisse aber, daß sehr vieles, was von Jehovah oder dem Herrn befohlen wurde, im inneren Sinn nicht bedeutet, es sei befohlen, sondern es sei zugelassen worden. 6915. "Und es wird geschehen, wenn ihr ziehet, werdet ihr nicht leer ausziehen", 2. Mose 3/21, bedeutet, kein Leben mehr (führen) in Dürftigkeit in Ansehung dessen, was dem natürlichen Gemüt angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von ziehen, sofern es das Leben bezeichnet, wovon Nr. 3335, 4882, 5493, 5605, 6904; und aus der Bedeutung von "ihr werdet nicht leer ausziehen", sofern es heißt, kein Leben mehr in Dürftigkeit (führen). Daß leer heißt, wo kein Wahres ist, sehe man Nr. 4744, somit wo geistige Dürftigkeit (herrscht); daß es sich auf das bezieht, was dem natürlichen Gemüt angehört, wird aus dem Vorhergehenden klar, sofern nämlich die Angehörigen der geistigen Kirche, die durch die Söhne Israels vorgebildet werden, von denen angefochten wurden, die im falschen Wißtümlichen waren, die durch die Ägypter bezeichnet werden, und daher in Ansehung dessen, was dem natürlichen Gemüt angehört; denn was diesem Gemüt angehört, wird Wißtümliches genannt. Dieses ficht auch die Geistigen hauptsächlich an, denn ihr Denken bewegt sich innerhalb des Wißtümlichen, und nur wenig darüber hinaus: Nr. 6865. 6916. "Und es soll ein jegliches Weib von ihrer Nachbarin und von ihrer Hausgenossin verlangen", 2. Mose 3/22, bedeutet, das Gute eines jeden soll ausgestattet werden mit solchem, was zweckmäßig ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern es die Neigung zum Guten der Liebtätigkeit bezeichnet, wovon Nr. 6014; aus der Bedeutung der Nachbarin, sofern sie die Neigung zum Wahren bezeichnet, die diejenigen haben, die in Wißtümlichem sind; und aus der Bedeutung der Hausgenossin, sofern sie die Neigung zum Guten bezeichnet, die sie ebenfalls haben. Weil (das Weib) es von der Nachbarin und Hausgenossin verlangen sollte, so wird das Wahre und Gute bezeichnet, das am nächsten, somit das zweckmäßig ist. Wie es sich damit verhalte, erhellt aus dem, was Nr. 6914 angeführt wurde. Daß ein Weib verlangen sollte, hat den Grund, weil durch Weib das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet wird, und dieses ist es, was ausgestattet werden soll, denn wenn das Gute (wirklich) gut sein soll, so müssen ihm die Wahrheiten seine Beschaffenheit geben. Der Grund ist, weil, wenn man nach den Wahrheiten lebt, das Wahre selbst alsdann zum Guten wird. Wie daher das Wahre beschaffen ist, so wird auch das Gute. Dieses Gute nimmt nachher nur solche Wahrheiten an und legt sich dieselben bei, die seiner Beschaffenheit gemäß sind, folglich keine andere, als die zweckmäßig sind, somit solche, die in der Nachbarschaft und im Hause sind. 6917. "Gefäße von Silber", bedeutet Wißtümliches des Wahren, und "Gefäße von Gold", 2. Mose 3/22, bedeutet Wißtümliches des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gefäße, sofern sie das Wißtümliche bezeichnen, wovon Nr. 3068, 3079; die wißtümlichen Kenntnisse werden Gefäße genannt, weil sie Allgemeines sind, und unzählige Wahrheiten und vielfaches Gute in sich enthalten können; aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre, und des Goldes, sofern es das Gute bezeichnet, wovon Nr. 1551, 1552, 2951, 5658; daß das Silber das wahre Wißtümliche und das Passende bedeutet, sehe man Nr. 6112. Was das anbetrifft, daß Gefäße von Silber und Gefäße von Gold bei den Ägyptern Wißtümliches des Wahren und Wißtümliches des Guten bezeichnen, während doch durch die Ägypter hier und im Vorhergehenden, dann auch im Folgenden, falsches Wißtümliches bezeichnet wird, so ist zu merken, daß das Wißtümliche an sich nicht wahr und nicht falsch ist, sondern daß es wahr wird bei denen, die im Wahren sind, und falsch bei denen, die in Falschem; die Anwendung und der Gebrauch desselben bewirkt dieses. Mit dem Wißtümlichen beim Menschen verhält es sich, wie mit seinen Reichtümern und seinen Gütern. Die Reichtümer und Güter bei denen, die im Bösen stehen, sind verderblich, weil sie dieselben zu bösen Zwecken anwenden, hingegen sind die Reichtümer und Güter bei denen, die im Guten stehen, nützlich, weil sie dieselben zu guten Zwecken anwenden. Wenn daher die Reichtümer und Güter, welche die Bösen haben, in den Besitz der Guten kommen, so werden sie gut; so auch das Wißtümliche. So zum Beispiel verblieben bei den Ägyptern mehrere von den Vorbildern der Alten Kirche, wie aus ihren Hieroglyphen erhellt, weil sie dieselben aber zu Zaubereien verwendeten, und einen bösen Gebrauch davon machten, deshalb waren sie bei ihnen nicht wahres, sondern falsches Wißtümliches. Aber ebendieselben waren in der Alten Kirche wahres Wißtümliches, dieweil sie dieselben, wie es sich gehörte, zum Gottesdienst anwandten. Desgleichen mögen als Beispiel dienen die Altäre und Opfer: diese waren bei der hebräischen Völkerschaft, und später bei der jüdischen und israelitischen, wahre Religionsgebräuche, weil sie dieselben zur Verehrung Jehovahs anwendeten; aber bei den Völkerschaften im Land Kanaan waren es falsche Religionsgebräuche, weil sie dieselben zur Verehrung ihrer Götzen anwendeten, deshalb wurde auch befohlen, daß der Heiden Altäre überall zerstört werden sollten. Ebenso verhält es sich mit sehr vielen anderen Dingen. Deshalb kann man sich von denen, die in Bösem und Falschem sind, viel Wißtümliches zueignen, was sich zu guten Zwecken anwenden läßt, und dadurch gut werden kann. Solches wurde auch bezeichnet durch die Beraubung der Heiden im Lande Kanaan, durch die Güter, Rinder, Schafe, Häuser, Weinberge, welche die Söhne Israels bei ihnen erbeuteten. Dies geht noch klarer daraus hervor, daß das von den Heiden erbeutete Gold und Silber auch zu einem heiligen Gebrauch verwendet wurde, wie erhellt aus 2.Sam.8/10-12: "Es waren in seiner Hand Gefäße von Silber und Gefäße von Gold und Gefäße von Erz; auch diese heiligte der König David dem Jehovah, samt dem Silber und Gold, das er geheiligt hatte von allen Heiden, die er unterwarf; von Syrien, von Moab und von den Söhnen Ammons und von den Philistern und von Amalek und von der Beute Hadad-Esers, des Sohnes Rechobs, des Königs von Zoba". Jes.23/18: "Zuletzt wird der Handelserwerb von Tyrus und ihr Buhlerlohn heilig sein dem Jehovah; er wird nicht zurückgelegt, noch hingehalten werden, sondern denen, die vor Jehovah wohnen, wird ihr Handelserwerb dienen zur Nahrung, zur Sättigung und sich zu bedecken mit prächtiger Kleidung". Diese Sachen, welche die Weiber der Söhne Israels von den Ägyptern entlehnten und so erbeuteten, wurden hernach auch wirklich zum Zweck der Verfertigung der Lade angewandt, und zu mehrerem, was als heilige Gegenstände bei ihrem Gottesdienst diente. 6918. "Und Kleider", 2. Mose 3/22, bedeutet das demselben entsprechende niedere Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider, sofern sie das geringere Wißtümliche bezeichnen, wovon Nr. 2576, 5248; das Kleid bedeutet dieses, weil es das Inwendigere bekleidet. 6919. "Die sollt ihr legen auf eure Söhne", bedeutet die Verwendung zu ihren Wahrheiten; "und auf eure Töchter", 2. Mose 3/22, bedeutet die Verwendung zu ihrem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie das Gute bezeichnen, wovon Nr. 489, 490, 491, 2362, 2363; und aus der Bedeutung von legen auf sie, sofern es soviel ist als anwenden; denn was auf jemand gelegt wird, das wird für ihn angewendet. 6920. "Und sollt es als Beute nehmen von den Ägyptern", 2. Mose 3/22, bedeutet, solches solle denen, die in Falschem und dem daher kommenden Bösen sind, weggenommen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von Beute nehmen, sofern es soviel ist als wegnehmen; und aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie die bezeichnen, die in Falschem sind, wovon früher oft. Wie sich dieses verhalte, erhellt aus dem, was Nr. 6914, 6917 angeführt wurde. Nr. 6921 - 6938 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 4. Kapitel 1. Da antwortete Mose, und sprach: Aber siehe, sie werden mir nicht glauben, und meine Stimme nicht hören; denn sie werden sagen: Jehovah ist dir nicht erschienen. 2. Und Jehovah sprach zu ihm: Was ist das in deiner Hand? Und er sprach: Ein Stab. 3. Und Er sprach: Wirf ihn zur Erde; und er warf ihn zur Erde, da ward er zur Schlange, und Mose floh vor ihr. 4. Und Jehovah sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus, und ergreife ihren Schwanz. Da streckte er seine Hand aus, und ergriff sie, und sie ward zum Stab in seiner Hand. 5. Auf daß sie glauben, daß dir erschienen sei Jehovah, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs. 6. Und Jehovah sprach weiter zu ihm: Stecke nun deine Hand in deinen Busen. Und er steckte seine Hand in seinen Busen, und zog sie heraus, und siehe, seine Hand war aussätzig wie Schnee. 7. Und Er sprach: Stecke deine Hand wieder in deinen Busen. Und er steckte seine Hand wieder in seinen Busen, und zog sie heraus aus seinem Busen, und siehe, sie war wieder geworden wie sein Fleisch. 8. Und es soll geschehen, wenn sie dir nicht glauben und nicht hören die Stimme des ersten Zeichens, so werden sie glauben der Stimme des nachfolgenden Zeichens. 9. Und es soll geschehen, wenn sie auch diesen zwei Zeichen nicht glauben und nicht hören deine Stimme, so nimm von dem Wasser des Stroms, und gieße es aus auf das Trockene, so wird das Wasser, das du genommen hast aus dem Strom, zu Blut werden auf dem Trockenen. 10. Da sprach Mose zu Jehovah: Bitte, o Herr, ich bin kein Mann der Worte, weder seit gestern, noch seit vorgestern, noch seit Du redest zu Deinem Knecht; denn schwer von Mund und schwer von Zunge bin ich. 11. Da sprach Jehovah zu ihm: Wer hat dem Menschen einen Mund gemacht? oder wer macht stumm, oder taub, oder sehend, oder blind? bin nicht Ich es, Jehovah? 12. Und nun gehe, Ich will mit deinem Munde sein, und dich lehren, was du reden sollst. 13. Und er sprach: Bitte, o Herr, sende doch, durch wessen Hand Du senden willst. 14. Da entbrannte der Zorn Jehovahs wider Mose, und Er sprach: Weiß Ich denn nicht, daß Aharon, dein Bruder, der Levite, reden kann? und siehe, er geht auch aus, dir entgegen, und wird dich sehen, und sich freuen in seinem Herzen. 15. Und du sollst zu ihm reden, und die Worte in seinen Mund legen, und Ich will mit deinem Munde sein, und mit seinem Munde, und euch lehren, was ihr tun sollt. 16. Und er soll für dich zum Volk reden, und es wird geschehen, er wird dein Mund sein, und du wirst sein Gott sein. 17. Und diesen Stab nimm in deine Hand, womit du die Zeichen tun sollst. 18. Und Mose ging hin und kam zurück zu Jethro, seinem Schwäher, und sprach zu ihm: Laß mich doch ziehen, und zurückkehren zu meinen Brüdern, die in Ägypten sind, und sehen, ob sie noch leben. Und Jethro sprach zu Mose: Gehe hin im Frieden. 19. Und Jehovah sprach zu Mose in Midian: Gehe hin, kehre wieder gen Ägypten, denn gestorben sind alle Männer, die nach deinem Leben trachteten. 20. Da nahm Mose sein Weib und seine Söhne, und ließ sie auf dem Esel reiten, und kehrte wieder gen Ägyptenland. Und Mose nahm den Stab Gottes in seine Hand. 21. Und Jehovah sprach zu Mose: Wenn du gehst zurückzukehren nach Ägypten, so siehe zu, daß du alle Wunder, die Ich in deine Hand gelegt habe, vor Pharao tust; aber Ich werde sein Herz verstocken, und er wird das Volk nicht entlassen. 22. Und sollst zu Pharao sagen: So spricht Jehovah: Mein Sohn, Mein Erstgeborener ist Israel. 23. Und Ich sage dir: Entlasse Meinen Sohn, daß er Mir diene; weigerst du dich aber, ihn zu entlassen, siehe, so werde Ich deinen Sohn, deinen Erstgeborenen, töten. 24. Und er war auf dem Wege in der Herberge, da begegnete ihm Jehovah, und suchte ihn zu töten. 25. Da nahm Zippora einen Stein, und beschnitt die Vorhaut ihres Sohnes, und ließ (dieselbe) seine Füße berühren, und sprach: Ein Blutbräutigam bist du mir. 26. Da ließ Er ab von ihm; damals sagte sie Blutbräutigam um der Beschneidung willen. 27. Und Jehovah sprach zu Aharon: Gehe hin, Mose entgegen in die Wüste. Und er ging hin und begegnete ihm auf dem Berg Gottes und küßte ihn. 28. Da berichtete Mose dem Aharon alle Worte Jehovahs, womit Er ihn gesandt, und alle Zeichen, die Er ihm geboten. 29. Und Mose und Aharon gingen hin, und versammelten alle Ältesten der Söhne Israels. 30. Und Aharon redete alle Worte, die Jehovah zu Mose geredet hatte, und tat die Zeichen vor den Augen des Volkes. 31. Und das Volk glaubte, und sie hörten, daß Jehovah die Söhne Israels heimgesucht, und daß Er ihre Trübsal gesehen habe; und sie neigten sich und beteten an.   Inhalt 6939. Dieses Kapitel enthält im inneren Sinn die Fortsetzung von der Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche. Zuerst wird ihr Zustand beschrieben, wenn sie keinen Glauben und keine Hoffnung hätten, daß sie nämlich Falsches und Böses, wie auch Unheiliges sich zuziehen würden; das ist es, was durch die drei Zeichen bezeichnet wird. 6940. Nachher ist vom göttlichen Gesetz die Rede, daß seinem Guten das Wahre beigesellt worden sei; und daß das Gute dadurch die Macht, zu befreien und Hoffnung und Glauben einzuflößen, bekommen habe: Mose bildet das göttliche Gesetz in Ansehung des Guten, und Aharon in Ansehung des Wahren vor. 6941. Zuletzt ist die Rede von jenem Volk, daß es die geistige Kirche nur vorbildete, und daß diese Kirche nicht bei ihm eingesetzt werden konnte, aus dem Grund, weil es im Äußeren ohne Inneres war. Dies wird bezeichnet durch die Beschneidung des Sohnes durch Zippora, und durch das Blut, womit seine Füße gefärbt wurden.   Innerer Sinn 6942. Vers 1-4: Da antwortete Mose, und sprach: Aber siehe, sie werden mir nicht glauben, noch meine Stimme nicht hören; denn sie werden sagen: Jehovah ist dir nicht erschienen. Und Jehovah sprach zu ihm: Was ist in deiner Hand? Und er sprach: Ein Stab. Und Er sprach: Wirf ihn zur Erde; und er warf ihn zur Erde, da ward er zur Schlange, und Mose floh vor ihr. Und Jehovah sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus und ergreife ihren Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie, und sie ward zum Stab in seiner Hand. "Da antwortete Mose, und sprach" bedeutet das Denken vom göttlichen Gesetz aus; "aber siehe, sie werden mir nicht glauben, noch meine Stimme nicht hören" bedeutet die Angehörigen der geistigen Kirche würden keinen Glauben haben und es also nicht annehmen; "denn sie werden sagen: Jehovah ist dir nicht erschienen" bedeutet das Göttliche des Herrn in Seinem Menschlichen; "und Jehovah sprach zu ihm" bedeutet das Vorhersehen, von welcher Art sie sein würden, wenn sie keinen Glauben hätten; "was ist in deiner Hand? Und er sprach: Ein Stab" bedeutet die Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn; "und Er sprach: Wirf ihn zur Erde" bedeutet das Einfließen der Macht des göttlich Natürlichen des Herrn in das Sinnliche; "da ward er zur Schlange" bedeutet den daher stammenden sinnlichen und leiblichen Menschen, der getrennt ist vom inwendigen; "und Mose floh vor ihr" bedeutet das Grauen vor dem getrennten Sinnlichen; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Vorsehung vom Göttlichen; "strecke deine Hand aus und ergreife ihren Schwanz" bedeutet die Macht zu erheben über das Letzte des Sinnlichen; "da streckte er seine Hand aus und ergriff sie" bedeutet die Erhebung zum Inwendigeren; "und sie ward zum Stab in seiner Hand" bedeutet die Mitteilung der Macht vom Göttlichen alsdann. 6943. "Da antwortete Mose, und sprach", 2. Mose 4/1, bedeutet das Denken vom göttlichen Gesetz aus. Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten und sprechen, sofern es das Denken bezeichnet; denn was im historischen Buchstabensinn durch Äußeres ausgedrückt wird, das bedeutet im inneren Sinn Inwendiges, weil die geistigen Dinge des Himmels dem Menschen nicht anders dargestellt werden können; denn das nackte (rein) Geistige begreift der Mensch nicht, und es kann nicht mit Worten menschlicher Rede ausgedrückt werden. Deswegen wurde Geistiges durch entsprechendes Natürliches beschrieben und so dem Menschen mitgeteilt. Auf diese Weise frommt das Wort dem Menschen in der natürlichen Welt, wie auch dem Menschen in der geistigen Welt. Dadurch bildet sich ein Verkehr des Himmels mit dem Menschen, und eine Gemeinschaft. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes darstellt, wovon Nr. 6752. Hieraus wird klar, daß durch "da antwortete Mose und sprach", das Denken aus dem göttlichen Gesetz bezeichnet wird. Das Denken aus dem göttlichen Gesetz kommt aus dem Wahren durch das Göttliche. Hier wird zugleich bezeichnet, daß die Söhne Israels nicht glauben werden, wenn sie nicht Zeichen und Wunder sehen. 6944. "Aber siehe, sie werden mir nicht glauben, noch meine Stimme hören", 2. Mose 4/1, bedeutet die Angehörigen der geistigen Kirche würden keinen Glauben haben, es also nicht annehmen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, von denen dieses gesagt wird, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637; aus der Bedeutung von nicht glauben, sofern es heißt keinen Glauben haben; und aus der Bedeutung von nicht hören, sofern es heißt, nicht annehmen, wovon Nr. 5471, 5475. 6945. "Denn sie werden sagen: Jehovah ist dir nicht erschienen", 2. Mose 4/1, bedeutet, daß das Göttliche im Menschlichen des Herrn sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, sofern es heißt innewerden, wovon öfters. Hier das Innewerden der Angehörigen der geistigen Kirche. Aus der Bedeutung von "Jehovah ist erschienen", sofern es die Offenbarung des Göttlichen des Herrn in Seinem Menschlichen ist. Daß erscheinen heißt offenbar werden, ist klar; wie auch, daß Jehovah der Herr in Ansehung des Göttlichen Selbst und in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist, wovon Nr. 1736, 2004, 2005, 2018, 2025, 2156, 2329, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6281, 6303, 6905. Daß die Erscheinung Jehovahs die Offenbarung des Göttlichen des Herrn in Seinem Menschlichen ist, wird auch daraus klar, daß Sein Göttliches keinem Menschen erscheinen kann, nicht einmal einem Engel, außer durch das Göttlich-Menschliche; und das Göttlich-Menschliche auch nur durch das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht. Es wird hier im inneren Sinn von der Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche gehandelt; daß diese durch das Kommen des Herrn in die Welt befreit wurden, sehe man Nr. 2661, 2716, 3969, 6854, 6914, und daß sie insbesondere durch das Göttlich-Menschliche des Herrn selig gemacht wurden: Nr. 2716, 2833, 2834. Damit, daß die Angehörigen dieser Kirche keinen Glauben haben, noch annehmen würden, was das göttliche Gesetz, das durch Mose vorgebildet wird, d.h. was das Wort sagt, wenn sie nicht Zeichen sehen, verhält es sich in folgender Weise: Die Angehörigen der geistigen Kirche haben kein Innewerden des Wahren aus dem Guten, wie die Himmlischen, sondern als wahr erkennen sie jede Lehre ihrer Kirche an, die sie bei sich begründet haben. Deshalb sind sie beziehungsweise im Dunkeln: Nr. 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3833, 6427, 6500, 6865; was auch offenbar daraus erhellen kann, daß sie gar nicht begreifen, wie das Menschliche des Herrn göttlich sein könne, wie auch, daß die göttliche Liebe solches im Menschlichen tun könne; denn sie halten sich mit ihren Gedanken an ein solches Menschliches, wie es der Mensch hat, und gehen nicht davon ab, wenn sie an den Herrn denken. In solcher Befangenheit sind sie. Auch kann man es daraus erkennen, daß sie nicht begreifen, wie der Mensch nach dem Tode leben könne, und alsdann Sinne habe, wie z.B. Gesicht, Gehör, Gefühl, Geruch, und dort in einer menschlichen Gestalt sein könne. Daß der Mensch so beschaffen sei, wenn er seinen Leib und dessen Sinne und Glieder abgelegt hat, erscheint ihnen unvereinbar mit der Wahrheit. So sind sie verwickelt im Sinnlichen und dem daher stammenden Wißtümlichen und Sinnestäuschungen. Wenn sie daher nicht glaubten, daß der Leib wieder mit der Seele verbunden werde, so würden sie gar keine Auferstehung glauben. Hieraus läßt sich deutlich ersehen, in wie großer Dunkelheit sie in Beziehung auf die Gegenstände des Himmels sind. Daher kommt es, daß ihnen gar kein Glaube eingepflanzt werden kann, wenn sie nicht vom Herrn mit starker Kraft vom Falschen abgehalten werden; und weil eine solche Kraft nicht da war vor dem Kommen des Herrn, sondern nach seinem Kommen, als Er das Menschliche in Ihm göttlich gemacht hatte, darum konnten sie von der unteren Erde, wo sie von Falschem angefochten wurden, nicht früher herausgeführt, und in den Himmel erhoben werden, als nach der Auferstehung des Herrn: Nr. 6914. Daher nun kommt es, daß gesagt wird, daß sie nicht glauben, somit auch nicht annehmen würden, was das göttliche Gesetz, d.h. das göttlich Wahre sagt, wenn sie nicht sehen, daß es so ist, somit, wenn sie nicht Zeichen sehen, worüber gleich im Folgenden. 6946. "Und Jehovah sprach zu ihm", 2. Mose 4/2, bedeutet das Vorhersehen, von welcher Art sie sein würden, wenn sie keinen Glauben hätten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, sofern es ein Vorhersehen bezeichnet, wovon Nr. 5361. Daß es das Vorhersehen ist, von welcher Art sie sein würden, wenn sie keinen Glauben hätten, wird aus den drei Zeichen klar, worüber im Folgenden; denn diese Zeichen bilden im inneren Sinn ihren Zustand vor, wenn sie nicht glauben würden. 6947. "Was ist das in deiner Hand? und er sprach: Ein Stab", 2. Mose 4/2, bedeutet die Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544; und aus der Bedeutung des Stabes, sofern er ebenfalls Macht bezeichnet, wovon Nr. 4013, 4876, 4936. Daß es die Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn ist, kommt daher, weil durch Mose der Herr in Ansehung des göttlichen Gesetzes oder des Wortes vorgebildet wird, welches das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre ist: Nr. 6752. Die Macht, die durch die Hand vorgebildet wird, ist die Macht, die vom göttlich Vernünftigen des Herrn ausgeht, hingegen die Macht, die durch den Stab bezeichnet wird, ist die Macht, die vom göttlich Natürlichen des Herrn ausgeht. Daß der Stab die vom göttlich Natürlichen des Herrn ausgehende Macht bezeichnet, kommt daher, weil der Stab gleich dem Fuß den Leib stützt, und durch den Fuß das Natürliche bezeichnet wird: Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952. Daß die Hand erheben die Macht im Geistigen, und den Fuß erheben die Macht im Natürlichen bezeichnet, sehe man Nr. 5327, 5328; und eben deshalb wurde, je nachdem es sich von einer Erhebung im inneren Sinn handelte, zu Mose, wenn er Wunder tun sollte, bald gesagt, er soll die Hand, bald, er solle den Stab erheben. 6948. "Und Er sprach: Wirf ihn zur Erde", 2. Mose 4/3, bedeutet das Einfließen der Macht des göttlich Natürlichen des Herrn in das Sinnliche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die Macht im Natürlichen, und wenn vom Herrn gehandelt wird, die von Seinem göttlich Natürlichen ausgehende Macht bezeichnet, wovon Nr. 6947. Aus der Bedeutung von hinwerfen oder aussenden, sofern es das Ausgehende, somit das Einfließen bezeichnet; und aus der Bedeutung der Erde, sofern sie das Äußere des Menschen bezeichnet, wovon Nr. 82, 913, 1411, 1733; hier sein Sinnliches und Leibliches, welches das Äußerste ist, weil der Stab zur Schlange wurde, und durch die Schlange der sinnliche und leibliche Mensch bezeichnet wird. Durch die göttliche Macht des Herrn wird hier das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre verstanden. Weil dem göttlich Wahren in solchem Grad Macht inne wohnt, daß es die Macht selbst ist: Nr. 3091, 4931, 6344, 6423. Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre fließt in einen jeden Menschen ein, durch sein Inneres ins Äußere, bis ins äußere Sinnliche und ins Leibliche, und erweckt überall Entsprechendes in seiner Ordnung. Im Sinnlichen solches Entsprechendes, das in der Welt und auf der Erde erscheint; weil aber das, was in der Welt und auf der Erde ist, anders erscheint, als es ist, darum ist es voll von Sinnestäuschungen, daher muß das Sinnliche, wenn es bloß in diesen bösen (Täuschungen befangen ist), notwendig gegen das Gute und Wahre des Glaubens denken, weil es aus Täuschungen denkt, und wenn das göttlich Wahre einfließt, dieses ins Falsche verkehren. Daß der Mensch, wenn er nicht über das Sinnliche erhoben, sondern in demselben befangen ist, und aus demselben denkt, aus Täuschungen heraus denkt, kann durch Beispiele erläutert werden. So z.B. die Täuschungen in Beziehung auf das Leben des Menschen, daß es dem Leib angehöre, während es doch dem Geist im Leibe angehört; betreffend das Gesicht, daß es dem Auge, betreffend das Gehör, daß es dem Ohr, betreffend die Rede, daß sie der Zunge und dem Mund angehöre, während es doch der Geist, der durch jene Leibesorgane sieht, hört und redet. Die Täuschungen in betreff des Lebens, daß dasselbe im Menschen bleibend hafte, während es doch einfließt; die Täuschungen in betreff der Seele, daß sie nicht menschliche Gestalt, und menschliche Sinne und Neigungen haben könne; die Täuschungen in betreff des Himmels und der Hölle, daß jener oberhalb des Menschen, und diese unterhalb desselben sei, während sie doch in ihm sind; die Täuschungen, als ob die Gegenstände ins Innere einflößen, während doch das Äußere nicht ins Innere einfließt, sondern das Innere ins Äußere; die Täuschungen in bezug auf das Leben nach dem Tod, als ob es keines geben könne, außer in Verbindung mit dem Leibe; abgesehen von den Täuschungen in natürlichen Dingen, aus denen bei so vielen die Vermutungen, die einander widersprechen, hervorgehen. Wer könnte nicht sehen, daß Täuschungen und Irrtümer statt der Wahrheiten herrschen, schon an dem Streit, der lange bestanden hatte in Beziehung auf den Blutumlauf, der, obwohl er sich auf so viele Erfahrungsbeweise stützte, dennoch lange unentschieden blieb; wie auch in Beziehung auf die Sonne, daß sie täglich um diese Erde herumlaufe, und nicht nur die Sonne, sondern auch der Mond, alle Planeten und der ganze Sternenhimmel, täglich einmal. Wie auch der Streit, der noch besteht in Beziehung auf die Seele, ihre Verbindung mit dem Leibe und in Beziehung auf ihren Sitz in demselben. Wenn nun Sinnestäuschungen in solchen Dingen herrschen, deren Beschaffenheit doch aus so vielen Phänomenen und Wirkungen offenbar ist, wieviel mehr in solchen Dingen, die sich auf den Himmel beziehen. Weil diese aber geistig sind, so werden sie nur durch Entsprechungen offenbar. Aus diesem kann nun erhellen, wie das Sinnliche an sich betrachtet, und sich selbst überlassen, beschaffen ist, daß es nämlich in Täuschungen und daher in Irrtümer befangen, somit gegen Wahres und Gutes des Glaubens ist. Daher kommt es, daß der Mensch, wenn er im Sinnlichen und in dessen Licht ist, sich in Finsternis befindet in Ansehung der Gegenstände der geistigen Welt, d.h. in Ansehung der Gegenstände, die im Licht vom Göttlichen sind; und daß das sinnliche Licht sich in lauter Finsternis verwandelt, wenn in dasselbe das Licht vom Himmel hineinfällt. Der Grund ist, weil die Wahrheiten, die dem göttlichen Licht angehören, sich nicht mit den Sinnestäuschungen und den daher kommenden Irrtümern vertragen, sondern diese, (die Wahrheiten) auslöschen, und dadurch Finsternis verursachen. 6949. "Da ward er zur Schlange", 2. Mose 4/3, bedeutet den sinnlichen und leiblichen Menschen, der getrennt ist vom inwendigen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schlange, sofern sie den Menschen bezeichnet, der aus Sinnlichem vernünftelt, wovon Nr. 195-197, 6398, 6399, somit (auch) das Sinnliche des Menschen. Und weil durch die Schlange das Sinnliche bezeichnet wird, so wird auch das Leibliche bezeichnet, denn das Sinnliche hat das Seinige von den Sinnen des Leibes; und weil das Sinnliche an sich betrachtet so beschaffen ist, wie oben Nr. 6948 beschrieben worden, so bedeutet auch die Schlange, die das Sinnliche ist, alles Böse überhaupt: Nr. 251, 254, 257. Daß hier unter der Schlange der sinnliche und körperliche Mensch, der getrennt ist vom inwendigen oder vernünftigen, verstanden wird, geht daraus hervor, daß Mose vor ihr floh, wodurch ein Grauen vor ihr bezeichnet wird, und auch daraus, daß durch dieses Zeichen der Zustand der Angehörigen der geistigen Kirche beschrieben wird, wenn sie keinen Glauben hätten, denn alsdann würde ihr Inwendiges verschlossen und nicht mehr vom Lichte des Himmels einfließen als (sie brauchen), um aus dem getrennten Sinnlichen denken und daher reden zu können. Aus dem getrennten Sinnlichen denken alle, die das Falsche gegen das Wahre und das Böse gegen das Gute verteidigen, mit einem Wort alle, die im Bösen des Lebens sind, und daher in keinem Glauben; denn wer böse lebt, der glaubt nichts. Die, welche so geartet sind, besitzen mehr als andere die Gabe zu vernünfteln und auch zu bereden, hauptsächlich die Einfältigen, weil sie aus Sinnestäuschungen und Scheinbarkeiten in der Welt reden. Sie verstehen es auch, die Wahrheiten durch Truggründe auszulöschen oder zu verschleiern. Daher wird durch die Schlangen auch die List und Verschmitztheit bezeichnet. Wenn aber das Sinnliche mit dem Inwendigen verbunden oder dem Vernünftigen gehörig unterworfen ist, dann wird durch die Schlange die Klugheit und die Umsicht bezeichnet: Nr. 197, 4211, 6398. HG 6950 6950. "Und Mose floh vor ihr", 2. Mose 4/3, bedeutet das Grauen vor dem getrennten Sinnlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von fliehen, sofern es ein Grauen ausdrückt, denn wer ein Grauen vor etwas hat, der flieht es; und aus der Bedeutung der Schlange, vor der er floh, sofern sie das getrennte Sinnliche bezeichnet, wovon Nr. 6949. 6951. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 4/4, bedeutet die Vorsehung vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, sofern es ein Vorhersehen bezeichnet, wovon Nr. 6946; und weil ein Vorhersehen, so bedeutet es auch die Vorhersehung, indem diese verbunden sind, denn der Herr sieht vor, was Er vorhersieht. Das Böse sieht Er vorher, aber das Gute sieht Er vor. Hier wird daher durch "Jehovah sprach" die Vorsehung bezeichnet, weil nun die Schlange in einen Stab, d.h. das Böse in Gutes verwandelt wird. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren bezeichnet, somit wird die Vorsehung vom Göttlichen vom Herrn gesagt in Ansehung des Menschlichen, als Er in der Welt war. 6952. "Strecke deine Hand aus und ergreife ihren Schwanz", 2. Mose 4/4, bedeutet die Macht zu erheben über das Letzte des Sinnlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 6947; und aus der Bedeutung des Schwanzes der Schlange, sofern er das Letzte des Sinnlichen bezeichnet; daß die Schlange das Sinnliche bedeutet, sehe man Nr. 6949, somit ist ihr Schwanz das Letzte oder Unterste desselben, die Erhebung wird durch ausstrecken und ergreifen bezeichnet; denn wer die Hand ausstreckt, und etwas, das auf der Erde kriecht, ergreift, der erhebt es. Weil durch die Schlange das getrennte Sinnliche und daher das Vernünfteln aus dem getrennten Sinnlichen über Glaubenswahrheiten bezeichnet wird, so wird durch den Schwanz der Schlange das Falsche selbst bezeichnet, denn dieses ist das Letzte oder Unterste; und wer im Falschen, somit im Letzten oder Untersten ist, der blickt ganz nach unten oder nach außen, d.h. in die Welt und auf die Erde, nicht aber nach oben oder nach innen, d.h. auf den Himmel oder zum Herrn. Daß durch den Schwanz der Schlange solches bezeichnet wird, erhellt Joh.Offenb.9/10: "Die Heuschrecken hatten Schwänze gleich Skorpionen, und Stacheln waren an ihren Schwänzen, und sie hatten Macht, die Menschen zu beschädigen": Schwänze gleich Skorpionen, und Stacheln an den Schwänzen bedeuten listige Vernünfteleien aus Falschem, wodurch sie bereden und dadurch schaden; weshalb gesagt wird, ihre Macht sei, die Menschen zu beschädigen. Joh.Offenb.9/19: "Die Schwänze der Rosse waren gleich den Schlangen, sie hatten Häupter, und durch diese tun sie Schaden": hier bedeuten gleichfalls die Schwänze gleich Schlangen die Vernünfteleien aus Falschem, wodurch Schaden angerichtet wird; um so mehr, weil gesagt wird, daß solche Schwänze an den Rossen waren, und daß sie Häupter hatten; denn durch Rosse wird das Verständige bezeichnet wie auch durch Haupt; daher werden durch die Schwänze an ihnen die listigen Vernünfteleien aus Täuschungen und Falschem gegen die Wahrheiten bezeichnet, und diese Vernünfteleien sind die untersten, denn je listiger die Vernunftschlüsse gegen die Wahrheiten sind, desto tiefer stehen sie. Joh.Offenb.12/4: "Der Schwanz des Drachen zog den dritten Teil der Sterne des Himmels herab, und warf sie auf die Erde": Schwanz des Drachen ebenso für Vernunftschlüsse aus Falschem; Sterne des Himmels für die Erkenntnisse des Guten und Wahren; sie auf die Erde werfen bedeutet sie zerstören. Daß der Drache die Schlange ist, die durch Vernunftschlüsse aus Falschem verführt, und welche die Mutter der Lebenden oder Eva im Paradies durch den Baum des Erkenntnisses, d.h. durch Wißtümliches, das aus dem Sinnlichen, somit aus Täuschungen stammt, verführt hat, ist ebenfalls ersichtlich bei Joh.Offenb.12/9: "Hinabgeworfen ward der große Drache, die alte Schlange, die genannt wird der Teufel und der Satan, der den ganzen Weltkreis verführt". Daß der Schwanz überhaupt das getrennte Sinnliche bezeichnet, das nicht nach oben, sondern nach unten, somit nicht zum Himmel, sondern zur Erde blickt, folglich das Falsche, erhellt Jes.9/13,14: "Ausrotten wird Jehova aus Israel Haupt und Schwanz, Zweig und Binse; der Alte und Geehrte ist das Haupt, der Prophet aber, der Lehrer der Lüge, ist der Schwanz": hier steht Schwanz offenbar für das Falsche, das im Wort Lüge genannt wird. Jes.19/15: "Ägypten wird kein Werk haben, welches das Haupt und der Schwanz, der Zweig und die Binse tue": Binse für das Unterste. 5. Mose 28/13: "So wird Jehovah dich machen zum Haupte, und nicht zum Schwanz, daß du nur oben seiest, nicht aber unten, wenn du gehorchen wirst den Geboten deines Gottes": Schwanz für das Unterste, das nach unten oder nach außen, d.h. auf die Welt und zur Erde, nicht aber zum Himmel oder zum Herrn blickt; denn das Inwendigere des Menschen wird samt dem Sinnlichen vom Herrn aufwärts gehoben, wenn der Mensch im Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit ist; ist er aber im Bösen und Falschen, dann blickt sein Inwendigeres samt dem Sinnlichen nach unten, somit bloß auf das, was in der Welt ist; dadurch zieht er die menschliche Natur aus, und nimmt die tierische an, denn die Tiere sehen nach unten oder bloß auf das, was auf der Erde ist; wer nach unten blickt, der will das Böse und denkt das Falsche, wer aber vom Herrn aufwärts gehoben wird, der will das Gute und denkt das Wahre; die Erhebung geschieht auch in Wirklichkeit vom Herrn und infolgedessen auch die Entfernung von Bösem und Falschem. Die Engel nehmen dies sogar durch ihr Gefühl wahr; es ist wie das Streben von schweren Körpern zum Mittelpunkte hin, der Mittelpunkt ist, wo der Herr in Seiner Sonne ist, dahin werden die Häupter der Engel erhoben, eben dahin aber die Füße der Höllischen, somit blicken jene nach oben und diese nach unten, Nr. 3641, 3643. 5. Mose 28/43,44: "Der Fremdling, der in deiner Mitte ist, wird mehr und mehr emporkommen über dich nach oben, du aber wirst hinunterkommen mehr und mehr, er wird zum Haupt werden, du aber wirst zum Schwanz werden": dies ist ebenso zu verstehen. Jes.7/4: "Sage zu ihm, hüte dich, und sei ruhig, fürchte dich nicht, und dein Herz werde nicht verzagt wegen der zwei Schwänze (d.i. Enden) jener rauchenden Brände, wegen des Grimms Rezins und Syriens und des Sohnes des Remalja": Rezin, der König von Syrien, bedeutet die Erkenntnisse des Bösen. Daß Syrien die Erkenntnisse des Guten bezeichnet, sehe man Nr. 1232, 1234, 3680, somit im entgegengesetzten Sinn die Erkenntnisse des Bösen. Der Sohn Remaljas, der König von Samaria, bedeutet die Erkenntnisse des Falschen. Diese und jene sind die Schwänze oder Endstücke, weil das Unterste. Rauchende Brände bedeuten Grimm. 6953. "Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie", 2. Mose 4/4, bedeutet die Erhebung zum Inwendigeren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand ausstrecken und ergreifen", wenn es von dem, was unten liegt, gesagt wird, sofern es heißt erhoben werden zum Oberen, oder was dasselbe, zum Inwendigeren, wie Nr. 6952; und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die inwendigere Macht bezeichnet, wovon ebenfalls Nr. 6952; und aus der Bedeutung der Schlange, die er ergriff, sofern sie das Sinnliche und daher das Vernünfteln bezeichnet, wovon Nr. 6949. Daß, wenn das Sinnliche zum Inwendigeren erhoben wird, Macht vom Göttlichen mitgeteilt wird, wird man im gleich Folgenden sehen. 6954. "Und sie ward zum Stab in seiner Hand", 2. Mose 4/4, bedeutet, die Mitteilung der Macht vom Göttlichen habe alsdann stattgefunden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schlange, die zum Stab wurde, sofern sie das Sinnliche bezeichnet, wovon Nr. 6949; aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die Macht im Natürlichen, und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die inwendigere Macht bezeichnet, beiderlei Macht vom Göttlichen, wovon Nr. 6952. Es verhält sich damit in folgender Weise: der Mensch blickt aus sich nur nach unten, d.h. auf die Welt und zur Erde, weil er aus sich im Bösen und Falschen ist; und wenn er dahin blickt, dann herrscht das Sinnliche, und das Inwendigere wirkt nicht dagegen, weil es der Strömung folgt und sich herabläßt. Hingegen nicht aus sich, sondern vom Herrn blickt der Mensch nach oben, d.h. zum Himmel und zum Herrn; dies geschieht durch Erhebung, denn wenn das Inwendigere erhoben wird, wird auch das Sinnliche erhoben. Aber das Licht der Sinnlichkeit wird alsdann verdunkelt, denn es herrscht das Licht des Himmels. Wenn dies geschieht, fließt das Gute und Wahre vom Herrn ein, und wird auch angenommen. Dies wird unter der Mitteilung der Macht vom Göttlichen verstanden. Auf solche Weise können aber nur die erhoben werden, die im Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit gelebt haben. Daß es solche Erhebungen zum Inwendigeren hin gibt, davon durfte ich mich durch lebendige Erfahrung überzeugen, denn dieselben wurden tausendmal von mir wahrgenommen. 6955. Vers 5-7: Auf daß sie glauben, daß dir erschienen sei Jehovah, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs. Und Jehovah sprach weiter zu ihm: Stecke nun deine Hand in deinen Busen. Und er steckte seine Hand in seinen Busen, und zog sie heraus, und siehe, seine Hand war aussätzig wie Schnee. Und Er sprach: Stecke deine Hand wieder in deinen Busen. Und er steckte seine Hand wieder in seinen Busen, und zog sie heraus aus seinem Busen, und siehe, sie war wieder geworden wie sein Fleisch. "Auf daß sie glauben, daß dir erschienen sei Jehovah" bedeutet, auf daß sie Glauben haben in Beziehung auf das Göttlich-Menschliche des Herrn, "der Gott ihrer Väter" bedeutet, daß es das Göttliche der Alten Kirche gewesen sei; "der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs" bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen; "und Jehovah sprach weiter zu ihm" bedeutet das Vorhersehen, von welcher Art die Angehörigen der geistigen Kirche sein würden, wenn sie keinen Glauben hätten; "stecke nun deine Hand in deinen Busen" bedeutet die Aneignung des Wahren; "und er steckte seine Hand in seinen Busen" bedeutet die Verwirklichung; "und zog sie heraus" bedeutet, was darauf erfolgte; "und siehe, seine Hand war aussätzig wie Schnee" bedeutet die Entweihung des Wahren; "und Er sprach" bedeutet die Vorsehung, von welcher Art die Angehörigen der geistigen Kirche sein würden, wenn sie Glauben hätten; "stecke deine Hand wieder in deinen Busen" bedeutet die Aneignung des Wahren; "und er steckte seine Hand wieder in seinen Busen" bedeutet die Verwirklichung; "und zog sie heraus aus seinem Busen" bedeutet, was darauf erfolgte; "und siehe, sie war wieder geworden wie sein Fleisch" bedeutet alsdann das Gute. 6956. "Auf daß sie glauben, daß dir erschienen sei Jehovah", 2. Mose 4/5, bedeutet, auf daß sie Glauben haben in Beziehung auf das Göttlich-Menschliche des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von glauben, sofern es heißt, Glauben haben, nicht den Glauben, daß Jehovah oder der Herr sichtbar erschienen sei, sondern den Glauben im geistigen Sinn an den Herrn; und aus der Bedeutung der Erscheinung Jehovahs, sofern sie die Offenbarung des Herrn in seinem Göttlich-Menschlichen ist, wovon Nr. 6945; somit wird durch "sie sollen glauben, daß dir erschienen sei Jehovah", bezeichnet, auf daß sie Glauben haben in Beziehung auf das Göttlich-Menschliche des Herrn. 6957. "Der Gott ihrer Väter", 2. Mose 4/5, bedeutet, daß es das Göttliche der Alten Kirche gewesen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gottes ihrer Väter, sofern er das Göttliche der Alten Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6876, 6884. Daß dieses der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen war, sehe man ebenfalls dort. 6958. "Der Gott Abrahams, der Gott Jischaks und der Gott Jakobs", 2. Mose 4/5, bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen, wie aus dem erhellt, was Nr. 6847 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 6959. "Und Jehovah sprach weiter zu ihm", 2. Mose 4/6, bedeutet das Vorhersehen, von welcher Art die Angehörigen der geistigen Kirche sein würden, wenn sie keinen Glauben hätten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", sofern es das Vorhersehen bezeichnet, wie Nr. 6946. Daß verstanden wird, von welcher Art die Angehörigen der geistigen Kirche sein würden, wenn sie keinen Glauben hätten, ergibt sich daraus, daß im nun Folgenden davon gehandelt wird, von welcher Art die Angehörigen der geistigen Kirche, die durch die Söhne Israels vorgebildet werden, fernerhin sein würden, wenn sie keinen Glauben hätten, daß sie nämlich zu Entweihern des Wahren würden; denn das erste Wunder, daß der Stab zur Schlange wurde, bezeichnet ihren Zustand, sofern sie sinnlich und leiblich würden. Dieses Wunder aber, daß die Hand aussätzig wurde, bezeichnet die Entweihung, denn diese erfolgt, wenn jene Kirche im Unglauben beharrt. Die Angehörigen der geistigen Kirche haben in ihrem Knabenalter, und hernach in der ersten Jugend, Glauben an die Lehren ihrer Kirche, aber alsdann haben sie ihren Glauben von den Eltern und Lehrern, nicht aber aus sich. Wenn sie daher späterhin vom Glauben zurücktreten, so entweihen sie das Wahre nur leicht, und diese Entweihung kann durch göttliche Mittel entfernt, und so der Mensch von der Schuld deshalb befreit werden. Wenn aber der Mensch Glauben hat an die Lehre der Kirche und an das Wort aus sich, d.h. durch Begründungen bei sich, und er tritt nachher davon zurück, und leugnet bei sich, was er früher geglaubt hatte, hauptsächlich wenn er gegen das Wahre lebt, das er bei sich begründet hatte, und dieses entweder zu seinen Gunsten auslegt, oder ganz verwirft, so entweiht er das Wahre, aus dem Grund, weil er das Wahre und Falsche inwendig bei sich vermengt und verbindet. Weil solche kaum einige Überreste des Wahren und Guten haben, so werden sie im anderen Leben zuletzt wie Gerippe, und haben so wenig Leben übrig, wie es die Gebeine haben im Vergleich mit dem organischen Leben des Fleisches. Jedoch ist das Los derjenigen, die das Gute entweihen, härter als derjenigen, die das Wahre entweihen. Die Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn können das Wahre entweihen, aber nicht so das Gute. Weil der Aussatz die Entweihung des Wahren bedeutet, und von dieser im nun Folgenden gehandelt wird, so sehe man, was über die Entweihung früher gesagt und gezeigt wurde; nämlich: Daß solche, die innerhalb der Kirche sind, Heiliges entweihen können, nicht aber die außerhalb: Nr. 2051, 3399. Daß Heiliges nur von denjenigen entweiht werden könne, die es früher anerkannt haben, sehe man Nr. 1008, 1010, 1059, 3398, 3898, 4289. Daß Entweihung auch ist, Wahres und Gutes anerkennen und glauben, und doch dagegen leben: Nr. 4601. Daß der Mensch von der Entweihung womöglich abgehalten werde: Nr. 301, 302, 303, 1327, 1328, 3398, 3402. Daß das Los der Entweiher im anderen Leben das allerschlimmste sei: Nr. 6348. 6960. "Stecke deine Hand in deinen Busen", 2. Mose 4/6, bedeutet die Aneignung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 6947; und aus der Bedeutung des Busens, sofern er die Liebe bezeichnet, denn was der Brust angehört, entspricht der Liebe; in dieser ist nämlich das Herz, das der himmlischen Liebe entspricht, und die Lunge, die der geistigen Liebe entspricht: Nr. 3635, 3883-3896, 4112, 4113, 4133; und weil nun der Busen der Liebe entspricht, so wird durch ihn auch das Eigene bezeichnet; denn das ist das Eigene des Menschen, was seiner Liebe angehört. Deswegen wird durch das Stecken der Hand in den Busen die Aneignung bezeichnet. Daß es die Aneignung des Wahren ist, wird aus dem Folgenden klar, sodann daraus, daß im Wahren die geistige Macht besteht: Nr. 6948. Daß der Busen eben das dem Menschen Angehörige bezeichnet, somit das Eigene, und daher die Aneignung und Verbindung durch die Liebe, erhellt aus folgenden Stellen: Micha 7/5: "Trauet nicht dem Genossen, setzet keine Zuversicht auf den Vertrauten; vor dem, der an deinem Busen liegt, hüte die Türen deines Mundes": der am Busen Liegende bedeutet den, der mit jemand durch Liebe verbunden ist; daher wird auch die Gattin genannt die Gattin des Busens des Ehemannes: 5. Mose 28/54; 2.Sam.12/8; und der Ehemann wird genannt der Mann des Busens der Gattin: 5. Mose 28/56, und dies, weil das eine dem anderen angehört. Ps.35/13: "Mein Gebet wendet sich zurück zu meinem Busen": d.h. zu ihm selbst. Ps.89/51: "Gedenke, o Herr, der Schmach Deiner Knechte, daß ich trage in meinem Busen alle großen Völker": d.h. bei ihm selbst, als ihm eigen. Jes.40/11: "Wie ein Hirte weidet Er Seine Herde, in Seinen Arm sammelt Er die Lämmer, und in Seinem Busen trägt Er sie". Luk.6/38: "Gebet, so wird euch gegeben werden; ein gutes, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird gegeben werden in euern Busen": gegeben werden in den Busen bedeutet, ihnen selbst als eigen. Luk.16/22: "Darauf begab es sich, daß Lazarus starb und hingetragen wurde von den Engeln in den Busen (oder Schoß) Abrahams": hingetragen werden in den Busen Abrahams bedeutet, zum Herrn, Der unter Abraham verstanden wird, wegen der Verbindung durch Liebe. Joh.13/23,25: "Einer der Jünger lag am Busen Jesu, den Jesus liebte; als derselbe sich gelegt hatte an die Brust Jesu, sprach er zu Ihm: Herr, wer ist es?": am Busen liegen, bedeutet offenbar, geliebt und durch Liebe verbunden werden. Joh.1/18: "Niemand hat je Gott gesehen, der eingeborene Sohn, Der im Busen (oder Schoß) des Vaters ist, Der hat Ihn kundgetan": im Busen des Vaters bedeutet eins sein mit Ihm. Busen ist soviel als das, was dem Menschen eigenst angehört, und bedeutet auch eine Aneignung nicht durch Liebe, in folgenden Stellen: Jes.65/6,7: "Vergelten, vergelten will Ich in ihren Busen eure Missetaten, und die Missetaten eurer Väter zugleich; zumessen werde Ich den Lohn ihres Tuns auf ihren Busen (d.i. in ihrem Schoß)". Jerem.32/18: "Jehovah tut Barmherzigkeit an die Tausende, und vergilt die Missetat der Väter in den Busen ihrer Söhne nach ihnen". Ps.79/12: "Vergilt unsern Nachbarn siebenfach in ihren Busen ihre Schmach, die sie angetan haben Dir, o Herr": vergelten in den Busen, für: an ihnen selbst. 6961. "Und er steckte die Hand in seinen Busen", 2. Mose 4/6, bedeutet die Verwirklichung, nämlich der Aneignung des Wahren. Dies erhellt aus dem, was gleich oben gesagt wurde. 6962. "Und zog sie heraus", 2. Mose 4/6, bedeutet, was darauf erfolgte. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausziehen aus dem Busen und sehen, sofern es soviel ist als merken, wie beschaffen sie ist, womit was darauf erfolgte. 6963. "Und siehe, seine Hand war aussätzig wie Schnee", 2. Mose 4/6, bedeutet die Entweihung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wie Nr. 6947, und sofern sie das Wahre ist, weil die geistige Macht im Wahren besteht: Nr. 6948, 6960; und aus der Bedeutung des Aussatzes, sofern er die Entweihung bezeichnet, insbesondere die Entweihung des Wahren, worüber folgt. Im historischen Wort wird viel gehandelt vom Aussatz, von seiner verschiedenen Erscheinung an der Haut, von seiner danach zu beurteilenden Beschaffenheit, (wie auch) davon, daß der Aussätzige entweder eingeschlossen werden, aus der Gemeinschaft hinausgehen, oder freigelassen werden solle; und vom Aussatz an Kleidern, an Gefäßen und selbst an Häusern. Daß so viel vom Aussatz gehandelt wird, geschieht nicht wegen des Aussatzes als einer Krankheit, sondern weil er die Entweihung des Wahren bezeichnete, somit wegen des geistigen Sinns; und weil die Juden und Israeliten vor anderen das Wahre entweihen konnten, denn wenn sie das Inwendige des Wortes und die Wahrheiten selbst, welche die Gebräuche der Kirche bei ihnen vorbildeten, gewußt und glauben daran gehabt, und doch ihrer Sinnesart gemäß gelebt hätten, nämlich in der Selbst- und Weltliebe, in Haß und Rache untereinander und in der Grausamkeit gegen die Heiden, so hätten sie die Wahrheit, an die sie einmal geglaubt hatten, notwendig entweihen müssen; denn die Wahrheiten glauben und dagegen leben heißt, sie entweihen. Deswegen wurden sie auch von den Erkenntnissen des inwendig Wahren, soweit als möglich, abgehalten: Nr. 3398, 3489, so daß sie nicht einmal wußten, daß sie nach dem Tode leben werden; auch nicht glaubten, daß der Messias kommen werde, um die Seelen ewig selig zu machen, sondern um ihre Nation über alle in der Welt zu erheben. Und weil diese Nation so geartet war, und heute noch so ist, darum werden sie noch vom Glauben abgehalten, obwohl sie mitten in der Christenheit leben. Daher nun kommt es, daß der Aussatz seiner Beschaffenheit nach so ausführlich beschrieben wurde. Daß der Aussatz die Entweihung des Wahren bedeutet, erhellt aus den Bestimmungen darüber: 3. Mose Kapitel 13; diese Beschreibung enthält im inneren Sinn alles, was auf die Beschaffenheit der Entweihung des Wahren sich bezieht, z.B. wie sich jene Entweihung zeigt, wenn sie neu ist; wie, wenn sie alt; wie, wenn sie inwendiger im Menschen; wie, wenn sie auch äußerlich; wie, wenn sie heilbar; wie, wenn sie unheilbar ist; was für Mittel zu brauchen und dergleichen, was alles keinem bekannt werden kann, außer durch den inneren Sinn des Wortes. Weil es aber Unheiliges ist, was durch den Aussatz beschrieben wird, so darf dasjenige, was diese Beschreibung enthält, nicht einzeln erklärt werden; der Himmel schaudert schon, wenn die Entweihung nur genannt wird; nur soviel darf davon angeführt werden: 3. Mose 13/12-14: "Wenn der Aussatz ganz hervorbricht aus der Haut, und bedeckt die ganze Haut dessen, der die Plage hat, von seinem Haupt bis zu seiner Ferse, soweit es vor den Augen des Priesters ist, und der Priester sieht, daß der Aussatz sein ganzes Fleisch bedeckt hat, dann soll er den, der die Plage hat, rein sprechen; alles ist verwandelt in weiß, (darum) ist er rein. Wenn aber darin lebendiges, d.i. (rohes) Fleisch, sich zeigt, soll er unrein sein". Wenn man nicht aus dem inneren Sinn wüßte, wie sich dieses verhält, daß derjenige rein sein soll, der ganz aussätzig ist vom Kopf bis zum Fuß, so müßte dieses als widersinnig erscheinen, aber unter den von Kopf bis zu Fuß Aussätzigen wird verstanden, wer die inwendigen Wahrheiten weiß, aber sie nicht anerkennt, oder nicht glaubt: ein solcher ist nicht innerlich in der Entweihung, sondern äußerlich, und dann wird sie entfernt. Deswegen ist er rein. Wenn er aber die Wahrheiten des Glaubens weiß und sie glaubt, und doch dagegen lebt, dann ist er innerlich in der Entweihung, wie auch der, welcher geglaubt hat, und nachher leugnet. Daher wird gesagt, wenn darinnen lebendiges Fleisch sich zeigt, wird er unrein sein. Unter dem lebendigen Fleisch wird die Anerkennung und der Glaube verstanden; man sehe, was Nr. 6959 angeführt wurde. 6964. "Und Er sprach", 2. Mose 4/7, bedeutet die Vorsehung, von welcher Art die Angehörigen der geistigen Kirche sein würden, wenn sie Glauben hätten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Jehovah sprach, sofern es die Vorsehung bezeichnet, wie Nr. 6951. Daß gemeint ist, von welcher Art sie sein würden, wenn sie Glauben hätten, wird aus dem Folgenden klar; denn dadurch, daß seine Hand wieder wurde wie sein Fleisch, wird bezeichnet, daß sie alsdann das geistig Gute erhalten würden. Diesem entgegengesetzt ist, daß die Hand durch das Hineinstrecken in den Busen aussätzig wurde, wodurch bezeichnet wird, daß die Angehörigen der geistigen Kirche in der Entweihung des Wahren sein würden, wenn sie keinen Glauben hätten, wovon Nr. 6959, 6963. 6965. "Stecke deine Hand wieder in deinen Busen", 2. Mose 4/7, bedeutet die Aneignung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand in den Busen stecken", sofern es die Aneignung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 6960. 6966. "Und er steckte die Hand wieder in seinen Busen", 2. Mose 4/7, bedeutet die Verwirklichung; man sehe Nr. 6961. 6967. "Und zog sie heraus aus seinem Busen", 2. Mose 4/7, bedeutet, was darauf erfolgte; man sehe Nr. 6962. 6968. "Und siehe, sie war wieder geworden wie sein Fleisch", 2. Mose 4/7, bedeutet, alsdann sei das Gute des Wahren hervorgetreten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fleisches, sofern es das eigene Wollen des Menschen bezeichnet, das lebendig gemacht ist durch das Eigene des Göttlich-Menschlichen des Herrn, somit das himmlische Eigene, d.i. der neue Wille oder das neue Herz, wovon Nr. 3813; und weil dies durch Fleisch bezeichnet wird, so ist es das Gute der Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten, was bezeichnet wird. Aber bei den Angehörigen der geistigen Kirche ist es das Gute des Wahren; denn das Gute bei ihnen geht aus dem Wahren hervor und gemäß dem Wahren der Lehre ihrer Kirche. Dieses Wahre, wenn es Sache des Lebens wird, wird dann Gutes genannt. 6969. Vers 8,9: Und es soll geschehen, wenn sie dir nicht glauben und nicht hören die Stimme des ersten Zeichens, so werden sie glauben der Stimme des nachfolgenden Zeichens. Und es soll geschehen, wenn sie auch diesen zwei Zeichen nicht glauben und nicht hören deine Stimme, so nimm von dem Wasser des Stroms und gieße es aus auf das Trockene, so wird das Wasser, das du genommen hast aus dem Strom, zu Blut werden auf dem Trockenen. "Und es soll geschehen, wenn sie dir nicht glauben" bedeutet, wenn sie keinen Glauben haben; "und nicht hören die Stimme des ersten Zeichens" bedeutet, wenn sie nicht gehorchen der Ankündigung aus dem Wort, daß sie statt geistiger und vernünftiger Menschen ungeistig und unvernünftig würden; "so werden sie glauben der Stimme des nachfolgenden Zeichens" bedeutet, so würden sie Glauben haben an die Vorherverkündigung aus dem Wort, daß sie Entweiher des Wahren würden; "und es soll geschehen, wenn sie auch diesen zwei Zeichen nicht glauben" bedeutet, wenn sie gar keinen Glauben hätten, daß solches eintreffen werde; "und nicht hören deine Stimme" bedeutet, wenn sie auch keinen Gehorsam leisten; "so nimm von dem Wasser des Stroms" bedeutet wißtümlich Falsches; "und gieße es aus auf das Trockene" bedeutet das Hineinbringen in das Natürliche; "so wird das Wasser, das du genommen hast" bedeutet die Umkehrung des Zustandes; "zu Blut werden auf dem Trockenen" bedeutet die Verfälschung alles Wahren und daher die Beraubung desselben im Natürlichen. 6970. "Und es soll geschehen, wenn sie dir nicht glauben", 2. Mose 4/8, bedeutet, wenn sie keinen Glauben haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von glauben, sofern es soviel ist als Glauben haben, wie Nr. 6956. Hier bedeutet Glauben haben nicht den Glauben aufgrund der Zeichen, daß sie aus Ägypten befreit werden sollen, (denn dieser Glaube betrifft nur weltliche Dinge), sondern den Glauben, daß sie, wenn sie nicht in den Wahrheiten bleiben, ganz sinnlich und körperlich, und zuletzt Entweiher der Wahrheit würden; denn dieses ist es, was die zwei Zeichen bedeuten. Der innere Sinn handelt nicht von weltlichen Dingen, wie der äußere historische Sinn, sondern von geistigen Dingen. Der Glaube in weltlichen Dingen ist ganz verschieden vom Glauben in geistigen Dingen, z.B.: glauben, daß (die Leute) tun werden, wie sie reden; daß einer ein wahrhaftiger Mensch sei, oder nicht wahrhaftig; daß man so tun müsse, und nicht anders, wenn eine Sache gelingen soll; daß gewisse Reden oder Schriften glaubwürdig seien oder nicht, und unzählig viel dergleichen: solches bezieht sich auf den Glauben in weltlichen Dingen, wie auch hier, daß die Söhne Israels aus der Knechtschaft in Ägypten würden befreit werden. Hingegen glauben, daß es einen Himmel gibt und eine Hölle; daß die Menschen nach dem Tod leben werden, die Guten in der Seligkeit in Ewigkeit, die Bösen in der Unseligkeit; daß einen jeden sein Leben nach dem Tode erwartet; daß Glauben und Liebe das geistige Leben ausmachen, und daß dieses das Leben ist, das die Engel im Himmel haben; daß der Herr alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden hat, wie Er Matth.28/18 sagt; daß wir durch Ihn leben; daß das Wort die Lehre der himmlischen und göttlichen Wahrheiten sei, und dergleichen: solches bezieht sich auf den Glauben in geistigen Dingen, und wird hier durch glauben bezeichnet. 6971. "Und nicht hören die Stimme des ersten Zeichens", 2. Mose 4/8, bedeutet, wenn sie nicht gehorchen der Ankündigung aus dem Wort, daß sie anstatt geistiger und vernünftiger Menschen ungeistig und unvernünftig würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt gehorchen, wovon Nr. 2542, 3869, 5017; aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie die Ankündigung aus dem Wort bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung des ersten Zeichens, welches besagt, daß sie statt geistiger und vernünftiger Menschen ungeistig und unvernünftig würden. Daß es so ist, wird klar aus der Bedeutung der Schlange, die aus dem zur Erde geworfenen Stab Moses wurde, und das hier das erste Zeichen ist, sofern sie den sinnlichen und körperlichen Menschen bezeichnet: Nr. 6949, somit den ungeistigen und unvernünftigen; denn ein sinnlicher und körperlicher Mensch (d.h. der nur auf das Materielle sieht) ist nicht vernünftig, somit auch nicht geistig; denn er denkt Falsches und will Böses. Wer das tut, ist nicht vernünftig, noch weniger geistig, denn die Anerkennung und der Glaube des Wahren und das Leben des Guten ist das eigentlichste Geistige im Vernünftigen, denn diese stammen aus dem Göttlichen. Aber die Anerkennung und der Glaube des Falschen und das Leben des Bösen ist das Gegenteil. Daß die rein sinnlichen und körperlichen Menschen so geartet sind, sehe man Nr. 6844, 6845, 6948, 6949. Rein sinnliche und körperliche Menschen werden diejenigen, die zuerst das, was der geistigen Welt angehörig, anerkannten, nachher aber es verwarfen und falsche Grundsätze einsogen, und was das Leben betrifft, bloß auf weltliche, körperliche und irdische Dinge ihr Augenmerk richteten und daher glaubten, man müsse sich das Leben recht angenehm und genußreich machen, indem sie sagen: "Was hat der Mensch weiter, solange er lebt? Wenn wir sterben, so sind wir tot; ob es ein Leben nach dem Tode gibt, wer ist von jenseits gekommen und hat es berichtet? Was fortleben wird, wissen wir nicht, wenn das Leben aus dem Menschen entweicht." Bringt man sie durch Vernunftgründe zu einigem Nachdenken über das ewige Leben, so denken sie, es werde ihnen nicht schlimmer gehen als anderen, und alsbald sinken sie in ihren vorigen Lebenszustand zurück. Bei solchen wird der Zugang für das Himmelslicht und seinem Einfluß verschlossen, und das Himmelslicht wird in ihrem Natürlichen wie Finsternis, aber das Weltlicht wie heller Glanz Nr. 6907, und dieser Glanz wird um so strahlender, je mehr das Himmelslicht verfinstert wird. Daher kommt es nun, daß solche nicht anders sehen, als daß das Böse ihres Lebens gut sei, und daß das daher stammende Falsche wahr sei. So kommt es, daß der Mensch sinnlich und körperlich wird, mit einem Wort: wenn einmal der Zugang für den Einfluß des Himmels geöffnet war, und nachher verschlossen wird, dann wird der Mensch gleichsam genötigt, nach unten zu sehen, nicht aber nach oben, und zwar geschieht dies der göttlichen Ordnung gemäß, damit die Wahrheiten, die er einmal anerkannt hatte, und die in seinem inwendigeren Menschen bleiben, nicht mit Falschem besudelt und dadurch entweiht werden. Ebenso verhält es sich mit den Heiden, die von ihrer Religion zurücktreten, jedoch ist ihr Los ein besseres, als das Los derjenigen, die innerhalb der Kirche sind, denn jene haben die Wahrheiten aus dem Wort nicht, daher keine echten Wahrheiten, sondern Wahrheiten, die mit vielen Täuschungen verbunden sind, und die nicht so entweiht werden können. Was die Bedeutung der Stimme betrifft, daß sie die Ankündigung aus dem Wort bezeichne, so merke man, daß Stimme oft gesagt und mit solchen Dingen verknüpft wird, die mit der Stimme nichts gemein haben, wie hier, sofern sie mit dem Zeichen verknüpft wird: "Wenn sie nicht hören die Stimme des ersten Zeichens, so werden sie glauben der Stimme des nachfolgenden Zeichens"; und auch sonst, wie bei Nahum 3/2: "Die Stimme der Geißel und die Stimme des Rädergerassels". Ps.93/3,4: "Erhoben haben die Ströme ihre Stimme, vor den Stimmen vieler großen Wasser". Daß die Stimme die Verkündigung bezeichnet, und in gutem Sinn die Verkündigung aus dem Wort, welche Stimme die Stimme Jehovahs heißt, erhellt: Ps.29/3-5,7-9: "Die Stimme Jehovahs ist in der Macht; die Stimme Jehovahs in Herrlichkeit, die Stimme Jehovahs zerbrechend die Zedern; die Stimme Jehovahs zerhauend Feuerflammen; die Stimme Jehovahs macht erzittern die Wüste; die Stimme Jehovahs macht kreißen die Hindinnen, und entblößt die Wälder". Ps.68/34: "Dem, der einherfährt auf dem Himmel des Himmels des Altertums, (d.h. auf dem obersten, ältesten Himmel), siehe, Er läßt ertönen Seine Stimme, die Stimme der Kraft": hier die Stimme für das göttlich Wahre, somit für das Wort, und für die Verkündigung aus demselben. Was außerdem die Stimme bedeutet, sehe man Nr. 219, und daß die Stimme vom Wahren gesagt wird: Nr. 3563. 6972. "So werden sie glauben der Stimme des nachfolgenden Zeichens", 2. Mose 4/8, bedeutet, so würden sie Glauben schenken der Vorherverkündigung aus dem Wort, daß sie Entweiher des Wahren würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von glauben, sofern es heißt Glauben haben, wovon Nr. 6970; aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie soviel ist als die Kunde, wovon Nr. 6971, somit auch die Vorherverkündigung; und aus der Bedeutung des Aussatzes, der hier das nachfolgende Zeichen ist, sofern er die Entweihung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 6963. Was die Entweihung sei, sehe man Nr. 6959, und in den dort angeführten Stellen. 6973. "Und es soll geschehen, wenn sie auch diesen zwei Zeichen nicht glauben", 2. Mose 4/9, bedeutet, wenn sie gar keinen Glauben hätten, daß solches eintreffen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von glauben, sofern es heißt, Glauben haben, nämlich im geistigen Sinn, wovon Nr. 6970; und aus der Bedeutung der zwei Zeichen, sofern sie ausdrücken, daß sie sinnlich und körperlich und nachher Entweiher des Wahren sein würden, was (auch) durch die Schlange bezeichnet wird, die entstand durch die Hinwerfung des Stabes Moses auf die Erde: Nr. 6971; und durch die Hand, sofern sie, in den Busen gesteckt, aussätzig wurde: Nr. 6963. Somit wird durch nicht glauben diesen zwei Zeichen, bezeichnet, gar keinen Glauben haben, daß solches eintreffen werde. 6974. "Und nicht hören deine Stimme", 2. Mose 4/9, bedeutet, wenn sie auch keinen Gehorsam leisten. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es den Gehorsam bezeichnet, wovon Nr. 2542, 3864, 5017; aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie die Ankündigung und Vorherverkündigung ist, wovon Nr. 6971, 6972; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, dessen Stimme sie hören sollten, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes bezeichnet, d.h. in Ansehung des göttlich Wahren, somit in Ansehung des Wortes; denn in diesem ist das göttlich Wahre. Hieraus wird klar, daß durch: "wenn sie nicht hören deine Stimme", bezeichnet wird, wenn sie auch keinen Gehorsam leisten. Hier und 2. Mose 4/1,8 wird gesagt: "wenn sie nicht glauben", und "wenn sie nicht hören", und doch erscheint beides als dasselbe, denn wer nicht glaubt, der hört auch nicht. Aber es ist doch unterschieden, denn glauben, wodurch der Glaube bezeichnet wird, wird gesagt vom Wahren, das dem Glauben angehört, und bezieht sich so auf das Verstehen. Hören aber, wodurch bezeichnet wird gehorchen, wird gesagt vom Guten, das der Liebtätigkeit angehört, und bezieht sich somit auf das Wollen; denn im Wort, hauptsächlich im prophetischen, wird, wo das Wahre mit besonderen Worten ausgedrückt wird, auch das Gute mit seinen besonderen Worten ausgedrückt, wegen der himmlischen Ehe im einzelnen des Wortes, welche die Ehe des Guten und Wahren ist. Man sehe Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 4138, 6343. 6975. "So nimm von dem Wasser des Stromes", 2. Mose 4/9, bedeutet wißtümlich Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wassers des Stromes, nämlich Ägyptens oder des Nils, sofern sie das wißtümlich Falsche bezeichnen. Daß die Wasser Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 2702, 3424, 4976, und im entgegengesetzten Sinn Falsches: Nr. 790; und daß der Strom Ägyptens das falsche Wißtümliche bezeichnet: Nr. 6693. 6976. "Und gieße es aus auf das Trockene", 2. Mose 4/9, bedeutet das Hineinbringen in das Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgießen, sofern es soviel ist als hineinbringen; und aus der Bedeutung des Trockenen, sofern es das Natürliche bezeichnet. Das Trockene heißt eine dürre Gegend, und auch das Land wird so genannt, und durch Ägyptenland wird das natürliche Gemüt bezeichnet, das im Falschen ist, somit das Natürliche: Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301, und mehr noch durch das Trockene. 6977. "So wird das Wasser, das du genommen hast", 2. Mose 4/9, bedeutet die Umkehrung des Zustandes. Dies erhellt aus dem, was gleich folgt; denn es wird gesagt, es wird zu Blut werden auf dem Trockenen, wodurch die Verfälschung alles Wahren und daher die Beraubung desselben im Natürlichen bezeichnet wird. Wenn dieses geschieht, wird der Zustand ganz umgekehrt. Weil jene Worte die Umkehrung des Zustandes in sich schließen, deshalb wird gesagt, daß sie dieselbe auch bedeuten. Es findet auch wirklich eine gänzliche Umkehrung des Zustandes im Natürlichen statt, wenn dieses von lauter Falschem eingenommen wird. Dieses geschieht selten beim Menschen, solang er in der Welt lebt, aber im anderen Leben mit allen, die in die Hölle geworfen werden. Daß es selten beim Menschen geschieht, solange er in der Welt lebt, kommt daher, weil er alsdann fortwährend in einem Zustand erhalten wird, daß er gebessert werden kann, wenn er nur aus freiem Antrieb vom Bösen abläßt; aber nach dem Tode folgt ihm sein Leben nach, und bleibt in dem Zustand, den er sich während des ganzen Verlaufs seines Lebens in der Welt bereitet hat. Alsdann kann, wer im Bösen ist, nicht mehr gebessert werden. Und damit er keine Gemeinschaft mit irgendeiner Gesellschaft des Himmels habe, wird ihm alles Wahre und Gute benommen, daher bleibt er im Bösen und Falschen, und dieses, nämlich das Böse und Falsche, nimmt dort zu gemäß der Fähigkeit es aufzunehmen, die er sich in der Welt erworben hatte, jedoch darf es nicht über die erworbenen Grenzen hinausgehen. Dies ist die Umkehrung des Zustandes, die hier verstanden wird, und diese bringt es mit sich, daß er in betreff des Inwendigeren nicht mehr gebessert werden kann, sondern nur in betreff des Auswendigeren, nämlich durch Furcht vor Strafen. Wenn er diese oft erduldet hat, enthält er sich endlich; nicht freiwillig, sondern gezwungen, wobei immerhin die Begierde, Böses zu tun, zurückbleibt. Diese Begierde wird durch Schreckmittel im Zaum gehalten, die äußere Mittel der Besserung sind, und zwingend wirken. Dies ist der Zustand der Bösen im anderen Leben. 6978. "Zu Blut werden auf dem Trockenen", 2. Mose 4/9, bedeutet die Verfälschung alles Wahren und daher die Beraubung desselben im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es das vom Herrn ausgehende heilige Wahre ist, und im entgegengesetzten Sinn das verfälschte und entweihte Wahre, wovon Nr. 4735. Wie es sich mit diesem verhält, ist im gleich Vorhergehenden gesagt worden; und aus der Bedeutung des Trockenen, sofern es das Natürliche ist, wovon Nr. 6976. Daß das Blut die Verfälschung des Wahren und daher seine Entweihung bedeutet, erhellt hauptsächlich bei Nahum 3/1-4: "Wehe der Stadt des Blutes, ganz mit Trug und Raub erfüllt, und die nicht weicht von der Beute. Die Stimme der Peitsche, und die Stimme des Rasselns der Räder, und wiehernde Pferde, und hüpfende Wagen; Reiter, die heranziehen, und der Glanz des Schwertes, und der Blitz des Speeres, und die Menge der Durchbohrten, und der Haufe der Leichname, und kein Ende der (toten) Körper, man strauchelt über ihre Leiber; (dies alles) wegen der Menge der Hurereien der Hure, der Lieben, der Meisterin der Zaubereien, die Völkerschaften verkauft durch ihre Hurereien, und die Geschlechter durch ihre Zaubereien": daß durch die Stadt des Blutes die Lehre des Falschen, somit durch Blut das Verfälschte und entweihte Wahre bezeichnet wird, erhellt aus allen Worten ihrer Beschreibung im inneren Sinn, nicht nur in diesen Versen, die angeführt wurden, sondern auch in den folgenden, denn im ganzen Kapitel wird ihre Beschreibung fortgesetzt. Die Stadt bedeutet die Lehre; ganz mit Lüge und Raub erfüllt, bedeutet, mit Falschem und mit Bösem aus dem Falschen. Die Stimme der Peitsche, die Stimme des Rasselns der Räder, bedeutet die Verteidigung des Falschen aus Sinnestäuschungen. Die wiehernden Pferde und die hüpfenden Wagen, bedeuten, vermöge des verkehrten Verständnisses und der gleichen Lehre. Die Reiter, die heranziehen, der Glanz des Schwertes, der Blitz des Speeres bezeichnen den Kampf gegen das Wahre. Die Menge der Durchbohrten bedeutet, als Folge davon unzählig viel Falsches, und die im Falschen. Der Haufe der Leichname und kein Ende der Körper, ist als Folge davon unzählig viel Böses, und die im Bösen. Die Hurereien der Hure bedeuten die Verfälschungen selbst, die Zaubereien desgleichen. 6979. Vers 10-12: Da sprach Mose zu Jehovah: Bitte, o Herr, ich bin kein Mann der Worte, weder seit gestern, noch seit vorgestern, noch seit Du redest zu Deinem Knecht; denn schwer von Mund und schwer von Zunge bin ich. Da sprach Jehovah zu ihm: Wer hat dem Menschen einen Mund gemacht? oder wer macht stumm, oder taub, oder sehend, oder blind? bin nicht Ich es, Jehovah? Und nun gehe, Ich will mit deinem Munde sein, und dich lehren, was du reden sollst. "Da sprach Mose zu Jehovah" bedeutet das Innewerden vom Göttlichen her; "bitte, o Herr" bedeutet das Gewisse; "ich bin kein Mann der Worte" bedeutet, es habe keine Rede; "weder seit gestern, noch seit vorgestern" bedeutet, nicht von Ewigkeit; "noch seit Du redest zu Deinem Knecht" bedeutet, so auch nicht in Ewigkeit, indem das Göttliche ins Menschliche einfließt; "denn schwer von Mund und schwer von Zunge bin ich" bedeutet die Stimme und Rede vom Göttlichen her werde nicht gehört, noch vernommen; "da sprach Jehovah zu ihm" bedeutet den göttlichen Einfluß; "wer hat dem Menschen einen Mund gemacht?" bedeutet das Aussprechen; "oder wer macht stumm" bedeutet das Nicht-Aussprechen; "oder taub" bedeutet das Nicht-Innewerden, und daher den Ungehorsam; "oder sehend, oder blind?" bedeutet den Glauben durch Erkenntnisse, und das Nichtglauben durch Unkenntnis; "bin nicht Ich es, Jehovah?" bedeutet, solches komme aus dem Einfluß des Lebens vom Göttlichen; "und nun gehe" bedeutet das Leben vom Göttlichen; "Ich will mit deinem Munde sein, und dich lehren, was du reden sollst" bedeutet das Göttliche in allem und jedem, was vom Göttlich-Menschlichen ausgeht. 6980. "Da sprach Mose zu Jehovah", 2. Mose 4/10, bedeutet das Innewerden vom Göttlichen her. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es soviel ist, als innewerden, wovon öfters; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn bezeichnet in Ansehung des göttlichen Gesetzes im Menschlichen, als Er in der Welt war, wovon Nr. 6723, 6752, 6771, 6827. Das Göttliche, von dem (alles stammt), wird durch Jehovah bezeichnet. Hieraus wird klar, daß durch "Mose sprach zu Jehovah", bezeichnet wird, der Herr habe vom Göttlichen her ein Innewerden gehabt in (Seinem) Menschlichen. 6981. "Bitte, o Herr", 2. Mose 4/10, bedeutet das Gewisse. Dies erhellt daraus, daß "bitte" eine Formel der Versicherung ist, daß es so sei, somit das Gewisse. 6982. "Ich bin kein Mann der Worte", 2. Mose 4/10, bedeutet, er habe keine Rede. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mannes der Worte, sofern es heißt, er habe keine Fähigkeit zu reden, somit keine Rede. Wie sich dies verhält, soll gesagt werden. Im höchsten Sinn wird hier gehandelt vom Herrn; denn Mose bildet den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes, somit in Ansehung des göttlich Wahren vor. Das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, kann von niemand gehört werden, auch nicht von irgendeinem Engel, denn wenn das Göttliche gehört werden soll, so muß es vorher menschlich werden, und menschlich wird es, wenn es durch die Himmel hindurch geht. Und wenn es durch die Himmel hindurchgegangen ist, so stellt es sich in menschlicher Form dar, und wird zur Rede. Diese Rede wird durch Geister ausgesprochen, die, wenn sie in jenem Zustand sind, der Heilige Geist genannt werden, und von diesem wird gesagt, er gehe vom Göttlichen aus, weil das Heilige des Geistes oder das heilige Wahre, das jener Geist dann redet, vom Herrn ausgeht. Aus diesem kann erhellen, daß das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, für niemand als Sprache oder Rede dargestellt werden kann, es sei denn durch den Heiligen Geist. Dies wird im höchsten Sinn dadurch verstanden, daß Mose, der den Herrn in Ansehung des göttliche Wahren vorbildet, von sich sagt, er sei kein Mann der Worte, und dadurch, daß ihm Aharon, sein Bruder, beigesellt worden ist, der ihm zum Mund sein sollte, und er dem Aharon zum Gott. 6983. "Weder seit gestern, noch seit vorgestern", 2. Mose 4/10, bedeutet, nicht von Ewigkeit nämlich, habe er Rede gehabt. Dies erhellt aus der Bedeutung von gestern und vorgestern, sofern es heißt von Ewigkeit. Diese Bedeutung hat es, weil es eine Zeit bezeichnet, und zwar die vergangene Zeit; und wenn Zeit vom Herrn oder dem Göttlichen gesagt wird, bezeichnet sie keine Zeit, sondern das Ewige. Zwei Dinge gibt es, die der Natur eigen sind, und nicht im Himmel, noch weniger im Herrn stattfinden, nämlich der Raum und die Zeit. Daß diese im Himmel nicht stattfinden, sondern anstatt derselben Zustände sind: anstatt des Raumes der Zustand in betreff des Seins und statt der Zeit der Zustand in betreff des Daseins, sehe man Nr. 2625, 3938. Daß Räume und Zeiten im Himmel Zustände bezeichnen: Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 3387, 3404, 3827, 4321, 4814, 4882, 4901, 4916, 5605, 6110. Im Göttlichen aber, das über den Himmeln ist, gibt es noch weniger Raum und Zeit, und nicht einmal einen Zustand, sondern statt des Raumes ist das Unendliche, und statt der Zeit ist das Ewige. Diese zwei (göttlichen Eigenschaften) sind es, denen die in der Welt befindlichen Zeiten und Räume entsprechen; und die Zustände in Ansehung des Seins und in Ansehung des Daseins in den Himmeln. Daß im Wort durch gestern und vorgestern nicht gestern und vorgestern bezeichnet wird, sondern im allgemeinen die vergangene Zeit, erhellt aus den Stellen, wo sie genannt werden, wie Jos.4/18: "Es kamen die Wasser Jordans wieder an ihren Ort, und flossen wie gestern, vorgestern (d.h. wie immer) an allen seinen Ufern". 1.Sam.10/11: "Es geschah, jeder, der den Saul gekannt hatte, seit gestern und vorgestern, als sie sahen, daß er mit den Propheten weissagte". 2.Sam.5/2: "Die Stämme Israels sagten zu David: Sowohl gestern als vorgestern, als Saul König über uns war, hast du Israel ausgeführt und eingeführt". In diesen Stellen und anderwärts steht gestern und vorgestern für vorhin oder die vergangene Zeit. Weil nun durch gestern und vorgestern die vergangene Zeit bezeichnet, und im höchsten Sinn vom Herrn gehandelt wird, Der in Ansehung des göttlichen Gesetzes oder in Ansehung des göttlich Wahren durch Mose vorgebildet wird, so ist klar, daß durch "seit gestern und seit vorgestern" bezeichnet wird von Ewigkeit her. Das Ewige, das durch gestern bezeichnet wird, wird so ausgedrückt bei Ps.90/4: "Tausend Jahre sind in deinen Augen, wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist". 6984. "Noch seit Du redest zu Deinem Knecht", 2. Mose 4/10, bedeutet; so auch nicht in Ewigkeit, indem das Göttliche ins Menschliche einfließt. Dies erhellt aus der Bedeutung von nun an oder von heute an, sofern es das Ewige bezeichnet, wovon Nr. 2838, 3998, 4304, 6165, somit in Ewigkeit, weil es die folgende Zeit in sich schließt. Aus der Bedeutung von reden, sofern es den Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 2951, 5481, 5743, 5797; daß der Einfluß vom Göttlichen her ist, wird bezeichnet durch: "Du redest", d.h. Jehovah; und aus der Bedeutung des Knechts, sofern er das Menschliche des Herrn bezeichnet, solang es noch nicht göttlich geworden, wovon Nr. 2159; als es aber göttlich geworden, weil eins mit Jehovah, war es der Herr. 6985. "Denn schwer von Mund und schwer von Zunge bin ich", 2. Mose 4/10, bedeutet, die Stimme vom Göttlichen her werde nicht gehört, noch vernommen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundes, sofern er die Stimme bezeichnet, und aus der Bedeutung der Zunge, sofern sie die Rede bezeichnet. Durch den Mund wird die Stimme bezeichnet, weil er das Organ der Stimme ist, und durch die Zunge wird die Rede bezeichnet, weil sie das Organ der Rede ist. Was für ein Unterschied zwischen der Stimme und zwischen der Rede ist, leuchtet jedem ein, wie auch, daß man von der Stimme sagt: gehört werden, und von der Rede: vernommen werden. Dies kann im historischen Buchstabensinn, wo von Mose gehandelt wird, der ein Mensch war, und reden konnte, aber nur schwer, nicht anders ausgedrückt werden, als durch schwer von Mund und schwer von Zunge. Wenn dies in den inneren Sinn übergeht, so wird es von den Engeln gemäß der Beziehung auf das Subjekt vernommen, und wenn es vom Göttlichen gesagt wird, so wird vernommen, daß eine Stimme unmittelbar von Demselben nicht gehört, noch eine Rede vernommen werden könne, sondern mittelbar durch Geister, gemäß dem, was Nr. 6982 gesagt wurde. 6986. "Da sprach Jehovah zu ihm", 2. Mose 4/11, bedeutet den göttlichen Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Er sprach", sofern es den Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 5743, 5797, 6152, 6291; daß es der vom Göttlichen kommende ist, kommt daher, weil Jehovah sprach. 6987. "Wer hat dem Menschen einen Mund gemacht?", 2. Mose 4/11, bedeutet die Aussprache. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundes, sofern er die Stimme bezeichnet, wovon Nr. 6985, und weil die Stimme, so bezeichnet es auch die Aussprache. Was der Mund insbesondere bedeutet, kann nur aus der Entsprechung erhellen; der Mund mit den Lippen entspricht der inwendigeren Rede, die dem Denken angehört; das Denken des Menschen ist ein tätiges und ein leidendes; ein tätiges Denken hat der Mensch, wenn er redet, und kann ein redendes Denken genannt werden; aber ein leidendes Denken hat der Mensch, wenn er nicht redet; was für ein Unterschied zwischen beiden stattfindet, kann einem jedem, wenn er sich darüber besinnt, klar werden. Durch den Mund des Menschen wird das tätige oder redende Denken, somit die Aussprache bezeichnet. Was das tätige Denken, das durch den Mund bezeichnet wird, betrifft, so wisse man, daß dieses Denken wirklich ein in seiner Art redendes ist, und daß es durch die Tätigkeit dieser Rede die ihm entsprechenden Organe des Leibes anregt. Es scheint, als ob die Wörter die Rede im Denken wären, aber es ist eine Täuschung; es ist nur der Sinn der Rede darin, und was für einer es ist, kann der Mensch kaum wissen, denn es ist die Rede des Geistes und diese Rede ist eine allumfassende Rede (Universalsprache), wie sie die Rede der Geister im anderen Leben ist. Wenn diese Rede in die entsprechenden Organe des Leibes einfließt, so stellt sie eine Wörtersprache dar, die sehr verschieden ist vom Denken, das sie hervorbringt; daß sie sehr verschieden ist, erhellt offenbar daraus, daß der Mensch in einer Minute denken kann, was auszusprechen und zu schreiben er Zeiträume braucht; anders wäre es, wenn jenes Denken sich mit Wörtern befassen würde, wie die Rede des Mundes. Von der Entsprechung der Rede des Denkens und der Rede des Mundes kommt es her, daß der Mensch, wenn er nach dem Tode unter die Geister kommt, in der Universalsprache reden kann, also mit Geistern von jedweder Sprache, die sie in der Welt gehabt hatten; ferner, daß er alsdann kaum anders weiß, als daß er dort rede wie in der Welt; während doch die Wörter ihrer Rede keine Wörter sind, wie sie der Mensch in der Welt hat, sondern es sind Vorstellungen, die seinem Denken angehört hatten, und in einer einzigen Vorstellung, liegt sehr vieles; deshalb können die Geister in einem Augenblick aussprechen, was der Mensch kaum in einer halben Stunde, und dennoch liegt mehr in einer einzigen Vorstellung, als irgend durch die körperliche Rede ausgedrückt werden kann. Gleichwohl aber reden die Engel, die im Himmel sind, anders als die Geister; die Rede der Engel im Himmel besteht aus verständigen Vorstellungen, die von den Philosophen immaterielle Ideen genannt werden; hingegen die Rede der Geister besteht aus Vorstellungen der Einbildungskraft, die materielle Ideen genannt werden. Daher liegt in einer einzigen Denkvorstellung der Engel sehr vieles, was die Geister nicht durch mehrere Reihen ihrer Vorstellungen aussprechen können, abgesehen von vielem, was sie gar nicht ausdrücken können; wenn aber der Geist ein Engel wird, so ist er in der Engelsrede, wie der Mensch, wenn er nach dem Tod ein Geist wird, in der Geistersprache ist, aus dem gleichen Grund. Hieraus kann erhellen, was das tätige Denken sei, daß es nämlich die Rede des Menschengeistes ist. 6988. "Oder wer macht stumm", 2. Mose 4/11, bedeutet das Nichtaussprechen. Dies erhellt aus der Bedeutung von stumm, sofern es das Nichtaussprechen bezeichnet; denn es wird dem Mund entgegengesetzt, durch den das Aussprechen bezeichnet wird, wovon Nr. 6987. Hier wird unter dem Aussprechen nicht das Aussprechen der Stimme oder der Rede verstanden, denn dieses Aussprechen ist ein natürliches, sondern unter dem Aussprechen wird verstanden das Bekenntnis des Herrn und die Predigt des Glaubens an Ihn; denn dieses Aussprechen ist ein geistiges. Hieraus wird klar, was durch stumm im inneren Sinn bezeichnet wird, nämlich diejenigen, die den Herrn nicht bekennen können, auch den Glauben an Ihn nicht predigen können, aus Unwissenheit, in welchem Zustand die Heiden außerhalb der Kirche sind, wie auch die Einfältigen innerhalb der Kirche. Daß solche durch den Stummen bezeichnet werden, erhellt bei Jes.35/5,6: "Alsdann wird springen wie ein Hirsch der Lahme und lobsingen die Zunge des Stummen, denn es werden Wasser hervorbrechen in der Wüste, und Ströme im Blachfeld der Wüste": lobsingen wird die Zunge des Stummen, für: sie werden bekennen den Herrn, und was dem Glauben an Ihn angehört. Es werden Wasser hervorbrechen in der Wüste und Ströme im Blachfeld der Wüste, bedeutet die Erkenntnisse des Wahren und Guten für sie. Die Wüste bezeichnet den Zustand der Unkenntnis des Glaubens aus Unwissenheit. Durch die Stummen, die vom Herrn geheilt wurden, werden auch die Heiden bezeichnet, die durch Sein Kommen in die Welt vom Falschen und daher Bösen befreit wurden; so auch bei Matth.9/32,33: "Siehe, sie brachten zu Ihm einen stummen Menschen, der von einem Dämon besessen war, aber nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme". Matth.12/22: "Es ward zu Jesu gebracht ein von einem Dämon Besessener, blind und stumm, und Er heilte ihn, so daß der Blinde und Stumme sowohl redete, als sah"; ebenso durch den Stummen, der ebenfalls von einem Dämon besessen war bei Mark.9/17-30. Man wisse, daß alle vom Herrn geschehenen Wunder den Zustand der Kirche und des durch sein Kommen in die Welt geretteten Menschengeschlechts bezeichneten, daß nämlich alsdann diejenigen von der Hölle befreit wurden, die den Glauben der Liebtätigkeit angenommen haben. Solches schließen die Wunder des Herrn in sich. Im allgemeinen bezeichnen alle Wunder, die im Alten Testament vorkommen, den Zustand der Kirche und des Reiches des Herrn: darin unterscheiden sich die göttlichen Wunder von den teuflischen oder magischen Wundern, mögen sie immerhin in der äußeren Form gleich erscheinen, wie die Wunder der Zauberer in Ägypten. 6989. "Oder taub", 2. Mose 4/11, bedeutet das Nicht-Innewerden des Wahren und daher den Ungehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von taub, sofern es die sind, die nicht innewerden, was wahr ist und daher nicht gehorchen, somit im abstrakten Sinn das Nichtinnewerden des Wahren und daher den Ungehorsam. Daß taub dies bedeutet, hat den Grund, weil das Gehör sowohl dem Innewerden, als dem Gehorsam entspricht. Dem Innewerden, weil man das, was man hört, inwendig inne wird, und dem Gehorsam, weil man daraus erkennt, was zu tun ist. Daß dieses die Entsprechung des Gehörs und auch des Ohres ist, sehe man Nr. 3869, 4652-4660, 5017. Hieraus wird klar, was durch die Tauben bezeichnet wird. Im Wort werden durch die Tauben ebenfalls die Heiden bezeichnet, welche die Wahrheiten des Glaubens nicht wissen, weil sie das Wort nicht haben, und deswegen nicht danach leben können, aber dennoch, wenn sie belehrt sind, dieselben annehmen, und danach leben. Diese werden verstanden bei Jes.35/5: "Alsdann werden aufgetan werden die Augen der Blinden und die Ohren der Tauben werden aufgetan werden". Jes.42/18-20: "Ihr Tauben, höret, und ihr Blinden, schauet sehend". Jes.29/18: "Hören werden an jenem Tag die Tauben die Worte des Buches, und aus der Dunkelheit und aus der Finsternis werden die Augen der Blinden sehen". Jes.43/8,9: "Führe aus das blinde Volk, das Augen hat, und die Tauben, die Ohren haben". Durch die Tauben werden hier verstanden die, welche durch das Kommen des Herrn in den Stand gesetzt werden sollten, die Glaubenswahrheiten anzunehmen, d.h. sie innezuwerden und ihnen zu gehorchen. Ebendieselben werden durch die Tauben, die der Herr geheilt hat, bezeichnet, wovon Mark.7/31-37; 9/25. Weil die Tauben solche bezeichneten, war es denjenigen, bei denen die vorbildliche Kirche eingesetzt war, verboten, dem Tauben zu fluchen, und vor den Blinden einen Gegenstand des Anstoßes hinzulegen: 3. Mose 19/14. 6990. "Oder sehend, oder blind", 2. Mose 4/11, bedeutet den Glauben durch Erkenntnisse und das Nichtglauben durch Unkenntnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt verstehen und Glauben haben, wovon Nr. 897, 2325, 2807, 3863, 3869, 4403-4421, somit den Glauben aus Erkenntnissen; denn in der Grundsprache ist hier ein Wort, das einen Geöffneten, nämlich an den Augen, bedeutet, somit einen Sehenden aus Erkenntnissen; denn die Erkenntnisse öffnen (das Innere). Ferner aus der Bedeutung des Blinden, sofern er das Nichtglauben aus Unkenntnis bezeichnet, weil der Blinde ein Nichtsehender ist. Daß durch Blinde im Wort ebenfalls Heiden bezeichnet werden, die in der Unwissenheit des Wahren, das dem Glauben angehört, leben, weil sie außerhalb der Kirche stehen, und die, wenn sie belehrt werden, den Glauben annehmen, sehe man Nr. 2383. Ebendieselben werden auch durch die Blinden bezeichnet, die der Herr geheilt hat, wovon Matth.9/27-31; 12/22; 20/29-34; 21/14; Mark.8/22-26; 10/46-52; Luk.18/35-43; Joh. Kapitel 9. 6991. "Bin nicht Ich es, Jehovah", 2. Mose 4/11, bedeutet, solches komme aus dem Einfluß des Lebens vom Göttlichen. Dies kann daraus erhellen, daß solches, was durch den Stummen, durch den Tauben und durch den Blinden, wie auch durch den Mund und durch den Sehenden bezeichnet wird, bei dem Menschen aus dem Einfluß des Lebens von Jehovah oder dem Herrn herkommt; denn von diesem kommt sowohl das Gute als das Böse bei einem jeden her, aber das Böse vom Menschen, und das Gute vom Herrn. Daß das Böse vom Menschen herkommt, hat den Grund, weil das Leben, das vom Herrn einfließt, d.h. das Gute und Wahre, vom Menschen in das Böse und Falsche verwandelt wird, somit in das Gegenteil des Lebens, das geistiger Tod genannt wird. Es verhält sich damit wie mit dem Licht der Sonne: je nachdem dieses von den Objekten aufgenommen wird, bildet sich die Beschaffenheit der Farbe, bei dem einen wird sie lebhaft und helle, bei anderen wie tot und finster. Weil es aber den Anschein hat, als ob der Herr auch das Böse herbeiführe, weil Er das Leben gibt, deswegen wird dem Schein gemäß im Wort dem Jehovah oder Herrn das Böse zugeschrieben, wie aus mehreren Stellen erhellen kann; so auch hier, daß er stumm, taub und blind mache, und weil dieses von dem Einfließen des Lebens aus dem Göttlichen herkommt, deshalb wird gesagt, Jehovah tue es; aber der innere Sinn erklärt und lehrt, wie die Sache an sich ist, nicht wie sie erscheint. 6992. "Und nun gehe", 2. Mose 4/12, bedeutet das Leben vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, sofern es das Leben bezeichnet, wovon Nr. 3335, 4882, 5493, 5605; daß es vom Göttlichen (stammt), hat den Grund, weil durch Mose der Herr vorgebildet wird. 6993. "Und Ich will mit deinem Munde sein, und dich lehren, was du reden sollst", 2. Mose 4/12, bedeutet, das Göttliche in allem und jedem, was vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sein mit dem Munde", wenn es von Jehovah gesagt wird, sofern es heißt, mit dem sein, was er ausspricht. Daß durch den Mund das Aussprechen bezeichnet wird, sehe man Nr. 6987, 6988; und weil das zu Mose gesagt wird, durch den der Herr in Ansehung des göttlichen Gesetzes im Göttlich-Menschlichen vorgebildet wird, so wird durch "Ich will mit deinem Munde sein" bezeichnet das Göttliche in dem, was vom Göttlich-Menschlichen ausgeht. Ferner aus der Bedeutung von "dich lehren, was du reden sollst", sofern es heißt ausgehen; denn durch lehren und durch reden wird bezeichnet einfließen, und wenn es vom Göttlichen des Herrn gesagt wird, so heißt es ausgehen; denn vom Göttlich-Menschlichen des Herrn geht eben das göttlich Wahre aus, das der Heilige Geist genannt wird; und weil der Herr, als Er in der Welt war, selbst das göttlich Wahre war, lehrte Er selbst, was dem Glauben und der Liebe angehört, und damals (wurde es) nicht durch den Heiligen Geist (gelehrt), wie Er selbst sagt Joh.7/39: "Der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht war"; nachdem aber der Herr auch in Ansehung des Menschlichen Jehovah, d.h. das göttlich Gute geworden war, was nach der Auferstehung geschah, war Er nicht mehr das göttlich Wahre, sondern dieses ging von Seinem göttlich Guten aus. Daß der Heilige Geist das göttlich Wahre ist, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, und nicht irgendein Geist oder irgendwelche Geister von Ewigkeit her, wird augenscheinlich klar aus den Worten des Herrn in der angeführten Stelle, daß nämlich der Heilige Geist noch nicht war. Sodann daß der eigentliche Geist nicht ausgehen kann, sondern das Heilige des Geistes, d.h. das Heilige, das vom Herrn ausgeht, und der Geist ausspricht; man sehe auch Nr. 6788. Hieraus folgt nun, daß im Herrn die ganze Dreieinigkeit vollkommen ist, nämlich Vater, Sohn und Heiliger Geist, und daß so ein Gott ist, nicht aber drei, von denen man sagt, daß sie als Personen unterschieden seien, und ein göttliches (Wesen) ausmachen. Daß im Wort gesagt ward der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, geschah deshalb, damit die Menschen den Herrn und auch das Göttliche in Ihm anerkennen sollten; denn der Mensch war (damals) in einer solchen Finsternis (wie er es auch noch heutzutage ist), daß er sonst nichts Göttliches im Menschlichen des Herrn anerkannt hätte, denn das wäre ihm, weil ganz unbegreiflich, über allen Glauben hinausgegangen. Und außerdem ist es auch eine Wahrheit, daß eine Dreieinigkeit besteht, aber in einem, nämlich im Herrn; und es wird auch in den christlichen Kirchen anerkannt, daß eine Dreieinigkeit in Ihm wohne in vollkommener Weise. Der Herr hat auch deutlich gelehrt, daß Er mit dem Vater eins sei: Joh.14/9-12; und daß das Heilige, was der Heilige Geist redet, nicht diesem, sondern dem Herrn angehöre: Joh.16/13,14: "Der Paraklet (d.i.Beistand oder Tröster), der Geist der Wahrheit, wird nicht reden von ihm selber, sondern alles, was er hört, wird er reden; derselbe wird Mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen": daß der Paraklet der Heilige Geist sei, wird gesagt Joh.14/26. 6994. Vers 13-17: Und er sprach: Bitte, o Herr, sende doch, durch wessen Hand Du senden willst. Da entbrannte der Zorn Jehovahs wider Mose, und Er sprach: Weiß Ich denn nicht, daß Aharon, dein Bruder, der Levite, reden kann? und siehe, er geht auch aus, dir entgegen, und wird dich sehen, und sich freuen in seinem Herzen. Und du sollst zu ihm reden, und die Worte in seinen Mund legen, und Ich will mit deinem Munde sein, und mit seinem Munde, und euch lehren, was ihr tun sollt. Und er soll für dich zum Volk reden, und es wird geschehen, er wird dein Mund sein, und du wirst sein Gott sein. Und diesen Stab nimm in deine Hand, womit du die Zeichen tun sollst. "Und er sprach: Bitte, o Herr" bedeutet Versicherung; "sende doch, durch wessen Hand Du senden willst" bedeutet das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen ausgeht, solle mittelbar ausgesprochen werden; "da entbrannte der Zorn Jehovahs wider Mose" bedeutet die Milde; "und Er sprach: Weiß Ich denn nicht, daß Aharon, dein Bruder, der Levite" bedeutet die Lehre des Guten und Wahren; "reden kann" bedeutet die Predigt; "und siehe, er geht auch aus, dir entgegen" bedeutet die Aufnahme; "und wird dich sehen" bedeutet das Innewerden; "und sich freuen in seinem Herzen" bedeutet die Regung der Liebe; "und du sollst zu ihm reden" bedeutet den Einfluß: "und die Worte in seinen Mund legen" bedeutet, was er ausspricht, solle vom Göttlich-Menschlichen ausgehen; "und Ich will mit deinem Munde sein" bedeutet das göttlich Wahre solle durch das Göttlich-Menschliche vom Göttlichen Selbst ausgehen; "und mit seinem Munde" bedeutet, auch mit dem, was aus demselben kommt, "und euch lehren, was ihr tun sollt" bedeutet das Göttliche sei so in allem und jedem, was geschehen werde; "und er soll für dich zum Volk reden" bedeutet, er solle die Lehre sein für die geistige Kirche; "und es wird geschehen, er wird dein Mund sein" bedeutet, das göttlich Wahre, das auch mittelbar vom Herrn ausgeht; "und du wirst sein Gott sein" bedeutet das göttlich Wahre, das unmittelbar vom Herrn ausgeht; "und diesen Stab nimm in deine Hand" bedeutet die göttliche Macht in jenem (Wahren); "womit du die Zeichen tun sollst" bedeutet, daher komme Erleuchtung und Bestätigung der Wahrheiten. 6995. "Und er sprach: Bitte, o Herr", 2. Mose 4/13, bedeutet Versicherung. Dies erhellt daraus, daß "bitte" ein Ausdruck der Versicherung ist, daß es so sei, wie Nr. 6981. 6996. "Sende doch, durch wessen Hand du senden willst", 2. Mose 4/13, bedeutet das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen ausgeht, solle mittelbar ausgesprochen werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der dies sagt, sofern er den Herrn in Ansehung des Wortes, d.h. des göttlich Wahren bezeichnet, wovon Nr. 6752; aus der Bedeutung von senden, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es heißt ausgehen, wovon Nr. 2397, 4710; und aus der Bedeutung von "durch eine Hand senden", sofern es heißt durch einen anderen, dem die Macht gegeben werden soll, nämlich das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre auszusprechen, und weil durch einen anderen, dem die Macht gegeben worden, so heißt es mittelbar. Oben, Nr. 6982, 6985 wurde gezeigt, daß das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn unmittelbar ausgehende göttliche Wahre von keinem Menschen, und nicht einmal von einem Engel gehört und vernommen werden kann; deswegen muß eine Vermittlung stattfinden, auf daß es gehört und vernommen werde. Diese Vermittlung geschieht durch den Himmel, und nachher durch Engel und Geister beim Menschen. Dies kann man offenbar daraus abnehmen, daß der Mensch nicht einmal die Geister, die bei ihm sind, miteinander reden hören kann, und wenn er sie hören würde, so würde er sie nicht verstehen können, aus dem Grund, weil die Geisterrede keine menschlichen Worte hat, und alle Sprachen umfaßt. Ferner können auch die Geister die Engel nicht hören, und wenn sie dieselben hörten, würden sie sie nicht verstehen, denn die Engelsrede ist noch umfassender, ja die Engel des inwendigsten Himmels können noch weniger gehört und verstanden werden, weil ihre Rede keine Rede ist, die aus Vorstellungen besteht, sondern aus Gefühlen, die der himmlischen Liebe angehören. Wenn diese Reden dem Menschen so ferne stehen, daß sie von ihm gar nicht gehört und vernommen werden können, wieviel mehr die göttliche Rede, welche die Reden in den Himmeln unendlich übertrifft! Göttliche Rede wird gesagt, es wird aber das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre verstanden. Da es so ist, so kann man erkennen, daß das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, um gehört und vernommen zu werden, zum Menschen durch Vermittlungen gelangen muß. Die letzte Vermittlung geschieht durch den beim Menschen befindlichen Geist, der entweder in sein Denken einfließt, oder durch eine vernehmbare Stimme einwirkt. Daß das vom Herrn unmittelbar ausgehende göttlich Wahre nicht gehört und nicht vernommen werden kann, wird auch klar aus den Entsprechungen und den daher (stammenden) Vorbildungen, sofern nämlich das, was der Mensch redet, ganz anders bei den Geistern dargestellt wird, und was die Geister reden, ganz anders bei den Engeln, wie aus dem geistigen Sinn des Wortes und seinem buchstäblichen Sinn erhellen kann, indem der buchstäbliche Sinn, der dem Menschen angemessen ist, die im geistigen Sinn enthaltenden Dinge bezeichnet und vorbildet. Wenn nun dieser Sinn für den Menschen nicht vernehmbar ist, außer nur, soweit er dargestellt und erklärt werden kann durch solches, was der Welt und Natur angehört, und noch weniger der für die Engel bestimmte (Sinn), wieviel weniger noch das vom Göttlichen des Herrn unmittelbar ausgehende göttlich Wahre, das unendlich weit über den Verstand der Engel hinausgeht, und im Himmel nicht vernehmbar ist, außer insofern es durch den Himmel hindurchgeht, und so eine dem Innewerden derer, die dort sind, angemessene und entsprechende Form annimmt, was durch einen wunderbaren, und für gar niemand begreiflichen Einfluß geschieht. Dies wurde gesagt, damit man wisse, daß das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre von niemand gehört und vernommen werden kann, außer durch Vermittlungen. 6997. "Da entbrannte der Zorn Jehovahs wider Mose", 2. Mose 4/14, bedeutet Milde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zorns Jehovahs, sofern er nicht Zorn, sondern das Gegenteil von Zorn, also Barmherzigkeit, hier Milde ist. Daß Jehovah keinen Zorn hat, wird daraus klar, daß Er die Liebe selbst, das Gute selbst, die Barmherzigkeit selbst ist, und der Zorn das Gegenteil, und auch eine Schwachheit ist, was bei Gott nicht zutreffen kann. Wenn daher im Wort Jehovah oder dem Herrn Zorn beigelegt wird, so werden die Engel keinen Zorn inne, sondern entweder Barmherzigkeit oder die Entfernung der Bösen aus dem Himmel. Hier die Milde, weil es gesagt wird zu Mose, durch den der Herr, da Er in der Welt war, in Ansehung des göttlich Wahren vorgebildet wird. Daß dem Jehovah oder dem Herrn im Wort Zorn zugeschrieben wird, hat den Grund, weil es die allgemeinste Wahrheit ist, daß alles von Gott kommt, also sowohl Böses als Gutes. Aber diese allgemeinste Wahrheit, die für Kinder, Knaben, Einfältige bestimmt ist, muß nachmals erläutert werden, nämlich daß das Böse vom Menschen komme, und daß es nur scheine, als ob von Gott, und daß so gesagt ist, damit man lerne Gott fürchten, um nicht durch das Böse, das man tut, zugrunde zu gehen, und hernach Ihn zu lieben; denn die Furcht muß der Liebe vorausgehen, auf daß in der Liebe eine heilige Furcht sei; denn wenn der Liebe Furcht eingeflößt wird, so wird sie heilig durch das Heilige der Liebe, und dann ist keine Furcht vor dem Herrn da, daß er zürnen und strafen werde, sondern nur, daß man dem Guten selbst entgegenhandle, weil dies Gewissenspein verursachen würde. Außerdem wurden die Juden und Israeliten zur Beobachtung der Satzungen und Gebote in der äußeren Form durch Strafen angehalten, und daher glaubten sie, daß der Herr zürne und strafe, während doch sie selbst es waren, die durch Abgöttereien sich solches zuzogen, und sich vom Himmel trennten. Daher die Strafen, wie auch gesagt wird bei: Jes.59/2: "Eure Missetaten scheiden euch von eurem Gott; und eure Sünden bergen sein Angesicht vor euch". Und weil die Israeliten und Juden nur in Äußerem waren ohne das Inwendige, darum wurden sie in der Meinung erhalten, daß Jehovah zürne und strafe; denn die, welche in Äußerem sind ohne das Inwendige, tun alles aus Furcht, und nichts aus Liebe. Hieraus kann nun erhellen, was durch den Zorn und Grimm Jehovahs im Wort verstanden wird, nämlich die Strafen, wie bei Jes.30/27: "Siehe, der Name Jehovahs kommt von ferne, brennend ist Sein Zorn, und eine schwere Last; Seine Lippen sind voll Unwillen, und Seine Zunge wie ein brennendes Feuer": Zorn bedeutet Rüge, und zugleich Warnung, damit sie nicht durch Böses zugrunde gehen möchten. Jes.54/8: "In der Aufwallung Meines Zornes habe Ich Mein Angesicht einen Augenblick verborgen vor dir": Aufwallung des Zornes bedeutet (hier) die Versuchung, in der das Böse Angst und Pein verursacht. Jerem.21/5,12: "Streiten werde Ich selbst mit euch durch eine ausgestreckte Hand und starken Arm, und im Zorn, und im Grimm, und in großem Unwillen; daß nicht wie Feuer ausbreche Mein Grimm und brenne, daß niemand löschen kann, um der Bosheit willen eurer Werke". Jerem.33/5: "Um sie zu füllen mit Leichen der Menschen, die Ich geschlagen habe in Meinem Zorn und in Meinem Grimm". Zeph.3/8: "Ausschütten werde Ich über sie Meinen Unwillen, alle Hitze Meines Zorns; denn im Feuer Meines Eifers wird verzehrt werden das ganze Land". Ps.78/49: "Er schickte gegen sie die Glut Seines Zorns, Unwillen und Grimm und Angst, und die Sendung böser Engel". Außerdem noch in vielen anderen Stellen, in denen, wie in diesen, unter Zorn, Hitze, Grimm, Feuer, die Bestrafungen und Verdammungen verstanden werden, in die der Mensch sich stürzt, wenn er sich in Böses einläßt; denn nach der göttlichen Ordnung bringt das Gute Belohnung mit sich. Daraus folgt aber, daß das Böse Strafe mit sich bringt, so daß beide miteinander verbunden sind. Strafe und Verdammnis wird auch verstanden unter dem "Tag der Zorns Jehovahs": Jes.13/9,13; Jerem.Klagel.2/1; Zeph.2/3; Joh.Offenb.6/17; 11/18; wie auch unter dem "Wein des Zorns Gottes", und durch "den Kelch des Zorns Gottes": Jerem.25/15,28; Joh.Offenb.14/10; 16/19; wie auch unter der Kelter des Zorns und Grimms Gottes": Joh.Offenb.14/19; 19/15. Daß Strafe und Verdammnis durch Zorn bezeichnet wird, erhellt auch Matth.3/7: "Ihr Otterngezüchte, wer hat euch gezeigt, daß ihr entfliehen werdet dem künftigen Zorn?". Joh.3/36: "Wer dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm". Luk.21/23: "In der letzten Zeit wird große Angst sein auf Erden, und ein Zorn in diesem Volk". In diesen Stellen geht hervor, daß durch den Zorn Jehovahs Strafen und Verdammungen bezeichnet werden. Daß unter dem Zorn Milde und Barmherzigkeit verstanden wird, kommt daher, weil alle Bestrafungen der Bösen aus Barmherzigkeit gegen die Guten geschehen, damit diese von den Bösen nicht beschädigt werden möchten, aber der Herr legt ihnen keine Strafen auf, sondern sie sich selber; denn Böses und Strafen sind im anderen Leben verbunden. Hauptsächlich ziehen sich die Bösen Strafen zu, wenn der Herr Barmherzigkeit an den Guten tut; denn alsdann nimmt ihr Böses zu und daher auch die Strafen; daher kommt es, daß statt des Zorns Jehovahs unter dem die Bestrafungen der Bösen verstanden werden, von den Engeln die Barmherzigkeit verstanden wird. Hieraus kann man die Beschaffenheit des Wortes im Buchstabensinn erkennen, wie auch die Beschaffenheit des göttlich Wahren in seinem Allgemeinsten, daß es nämlich den Scheinbarkeiten gemäß ist; und zwar aus dem Grund, weil der Mensch von solcher Art ist, daß er das, was er sieht und aus einem Sinnlichen begreift, glaubt, und was er nicht sieht, und aus seinem Sinnlichen nicht begreift, nicht glaubt, somit nicht annimmt. Daher kommt es, daß das Wort im Buchstabensinn dem gemäß ist, was erscheint; aber dennoch birgt es in seinem inwendigeren Schoß die echten Wahrheiten, und im inwendigsten Schoß das göttlich Wahre selbst, das unmittelbar vom Herrn ausgeht, somit auch das göttlich Gute, d.h. den Herrn selbst. 6998. "Und Er sprach: Weiß Ich denn nicht, daß Aharon, dein Bruder, der Levite", 2. Mose 4/14, bedeutet die Lehre des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten oder des Priestertums darstellt, hier aber, ehe er ins Priestertum eingeweiht worden, bezeichnet er die Lehre des Guten und Wahren. Deshalb wird auch gesagt, daß er dem Mose zum Mund, und Mose ihm zum Gott sein werde, denn durch Mose wird der Herr in Ansehung des göttlich Wahren vorgebildet, das unmittelbar vom Herrn ausgeht; daher wird durch Aharon das göttlich Wahre vorgebildet, das mittelbar vom Herrn ausgeht. Dieses Wahre ist die Lehre des Guten und Wahren; jenes Wahre, das Mose hier vorbildet, ist das Wahre, das vom Menschen weder gehört, noch vernommen werden kann (Nr. 6982,) aber das Wahre, das Aharon vorbildet, ist das Wahre, das vom Menschen sowohl gehört als vernommen werden kann; daher heißt Aharon der Mund, und Mose sein Gott; und daher heißt Aharon der Levite, denn durch den Leviten wird die Lehre des Guten und Wahren der Kirche bezeichnet, die dem Priestertum Hilfe leistet und dient. HG 6999 6999. "Reden kann", 2. Mose 4/14, bedeutet die Predigt. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es gesagt wird von der Lehre, die durch Aharon vorgebildet wird, sofern es die Predigt ist, denn diese ist Sache der Lehre, d.h. dessen, der die Lehre vorbildet, und der Mund genannt wird, und dieser bezeichnet das Aussprechen: Nr. 6987. 7000. "Und siehe, er geht auch aus dir entgegen", 2. Mose 4/14, bedeutet die Aufnahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen entgegen, sofern es heißt, sich darstellen als bereit aufzunehmen, nämlich das göttlich Wahre, das durch Mose vorgebildet wird, somit die Aufnahme desselben. Von den Engeln und Geistern, die das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre aufnehmen und weiter befördern, wird gesagt, sie gehen aus entgegen, wenn sie vom Herrn als zur Aufnahme bereit dargestellt werden. 7001. "Und wird dich sehen", 2. Mose 4/14, bedeutet das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt verstehen und innewerden, wovon Nr. 2150, 2807, 3764, 3863, 4567, 4723. 7002. "Und sich freuen in seinem Herzen", 2. Mose 4/14, bedeutet das Gefühl der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich freuen im Herzen, sofern es das Liebliche und Angenehme bezeichnet, das aus dem Gefühl stammt, das der Liebe angehört; denn von der Regung der Liebe geht alle Freude aus. Daß Gefühl oder Regung der Liebe von der Lehre des Guten und Wahren gesagt wird, und nicht von denen, die in der Lehre sind, ist der Engelsrede gemäß, denn so reden die Engel, weil sie nicht von Personen reden wollen; denn die Rede von Personen würde die Vorstellungen von der Gesamtanschauung, und ebendamit vom Begreifen unzähliger Dinge abwenden, deswegen schreiben sie der Lehre das Liebliche und Angenehme, wie auch die Regung (Gefühl) und dergleichen zu. Solches liegt auch in der Lehre, wenn der Mensch sich dieselbe aneignet, weil in der Lehre das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist; und in dem vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren ist Liebe, somit auch das Liebliche und Angenehme. 7003. "Und du sollst zu ihm reden", 2. Mose 4/15, bedeutet den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es den Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 2951, 5481, 5743, 5797. 7004. "Und die Worte in seinen Mund legen", 2. Mose 4/15, bedeutet, was er ausspricht, soll vom Göttlich-Menschlichen ausgehen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der die Worte in Aharons Mund legen sollte, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren darstellt, das von Seinem Göttlich-Menschlichen ausgeht, wovon früher; aus der Bedeutung des Mundes, sofern er die Stimme und das Aussprechen bezeichnet, wovon Nr. 6987, somit heißt in den Mund legen, soviel als zum Aussprechen geben. Wenn es aber vom Herrn gesagt wird, so heißt es ausgehen; denn das Wort, das von einem Geist oder Engel verkündigt wird, geht vom Göttlich-Menschlichen des Herrn aus. Aharon nämlich bildet die Lehre des Guten und Wahren vor, die verkündigt wird. Damit verhält es sich in folgender Weise: Vom Herrn geht das göttlich Wahre unmittelbar und mittelbar aus. Das, welches unmittelbar ausgeht, ist über allem Verständnis der Engel; dasjenige aber, das mittelbar ausgeht, ist den Engeln in den Himmeln angemessen, und auch den Menschen, denn es geht durch den Himmel hindurch, und nimmt dadurch die Beschaffenheit der Engel und auch die der Menschen an; aber in dieses Wahre fließt der Herr auch unmittelbar ein, und so führt Er die Engel und Menschen sowohl mittelbar als unmittelbar, man sehe Nr. 6058; denn das Ganze und das Einzelne kommt vom ersten Sein, und die Ordnung ist so eingerichtet, daß das erste Sein in den abgeleiteten Dingen mittelbar und unmittelbar gegenwärtig sein kann, somit in gleicher Weise im Letzten der Ordnung wie im Ersten derselben; denn das göttlich Wahre selbst ist das einzige Substantielle (oder Wesentliche), die abgeleiteten Dinge aber nur Formen, die nach und nach daraus entstanden sind. Hieraus geht auch hervor, daß das Göttliche in das Ganze und Einzelne auch unmittelbar einfließt; denn vom göttlich Wahren ist alles geschaffen. Das göttlich Wahre ist nämlich das einzig Wesentliche: Nr. 6880, von dem somit alles herkommt. Das göttlich Wahre ist es, welches das Wort genannt wird: Joh.1/1,3: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort; alles ist durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist". Durch solchen Einfluß führt der Herr den Menschen vermittelst Seiner Vorsehung, die nicht nur im allgemeinen, sondern auch in allem einzelnen, ja in den allereinzelnsten Dingen waltet; daher wird auch gesagt, daß das, was ausgesprochen wird, vom Göttlich-Menschlichen ausgehen müsse. Daß auch ein unmittelbarer Einfluß stattfindet, wo ein mittelbarer ist, somit im Letzten der Ordnung ebenso wie in ihrem Ersten, wurde mir aus dem Himmel gesagt, und es wurde mir ein lebendiges Innewerden davon verliehen; wie auch, daß das, was durch mittelbaren Einfluß, d.h. durch den Himmel und durch die Engel daselbst geschieht, beziehungsweise sehr wenig sei. Ferner, daß der Herr durch den unmittelbaren Einfluß zugleich den Himmel führe, und durch ihn das Ganze und Einzelne daselbst in seinem Zusammenhang und in seiner Ordnung erhalte. 7005. "Und Ich will mit deinem Munde sein", 2. Mose 4/15, bedeutet, das göttlich Wahre solle durch das Göttlich-Menschliche vom Göttlichen Selbst ausgehen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren bezeichnet, wovon früher; und aus der Bedeutung von sein mit deinem Munde, sofern es heißt, dem göttlich Wahren, das vom Göttlich-Menschlichen ausgeht, innewohnen. Das Göttliche Selbst, das Vater heißt, wird verstanden durch Ich oder Jehovah. Hieraus wird klar, daß durch "Ich will sein mit deinem Munde", bezeichnet wird, daß das göttlich Wahre durch das Göttlich-Menschliche vom Göttlichen Selbst ausgehe, was dasselbe ist, wie daß das Heilige des Geistes vom Sohn ausgehe, und der Sohn vom Vater, gemäß der Lehre der Kirche. Es ist jedoch so zu verstehen, daß dieses Dreieinige im Herrn sei, und eins in Ihm. 7006. "Und mit seinem Munde", 2. Mose 4/15, bedeutet, so auch mit dem, was von demselben (ausgeht). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre des Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 6998; und aus der Bedeutung von "mit seinem Munde sein", sofern es das Göttliche mit jener Lehre und in derselben bezeichnet, und weil jene Lehre aus dem göttlich Wahren ist, das unmittelbar vom Göttlich-Menschlichen ausgeht, wovon Nr. 7005, darum wird durch das sein mit seinem Munde bezeichnet, mit dem, was von demselben (ausgeht). Daß die Lehre des Guten und Wahren vom Göttlich-Menschlichen des Herrn mittelbar und unmittelbar ausgehe, sehe Nr. 7004. 7007. "Und euch lehren, was ihr tun sollt", 2. Mose 4/15, bedeutet, somit sei das Göttliche in allem und jedem, was geschehen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von lehren, sofern es soviel ist als einfließen, und wenn es vom Göttlichen gesagt wird, wie hier, soviel als ausgehen, wie Nr. 6993. Und aus der Bedeutung von "was ihr tun sollt", sofern es heißt, was geschehen wird. Daß es in allem und jedem sei, hat den Grund, weil es vom Göttlichen gesagt wird. Daß das Göttliche in allem und jedem ist, was beim Menschen geschieht, darüber soll hier etwas gesagt werden: Der Mensch meint, es verhalte sich damit ganz anders, weil er denkt, wenn das Göttliche in allem und jedem wäre was geschieht, so würde nichts Böses geschehen, und niemand in Verdammnis kommen. Ferner, die gerechte Sache würde immer triumphieren, die Frommen würden glücklicher in der Welt sein als die Gottlosen und dergleichen mehr. Und weil sie das Gegenteil sehen, glauben sie nicht, daß das Göttliche in allem und jedem sei. Daher kommt es, daß sie sich selbst und ihrer Klugheit das einzelne zuschreiben, und dem Göttlichen bloß die Regierung im allgemeinen, und daß sie das übrige Schicksal und Zufall nennen, was ihnen als blindes Naturspiel erscheint. Aber der Mensch denkt so, weil er die Geheimnisse des Himmels nicht weiß, nämlich, daß der Herr einem jeden seine Freiheit läßt; denn wenn der Mensch nicht in der Freiheit ist, so kann er nicht gebessert werden. Der Zwang bessert nicht, weil dabei nichts einwurzelt; denn der Zwang ist nicht des Menschen Wollen, sondern Freiheit ist sein Wollen, und doch muß das Gute und Wahre, wenn es wie sein Eigen sein soll, in seinem Willen eingewurzelt werden; was außerhalb desselben liegt, gehört dem Menschen nicht an; und weil um dieser Ursache willen ein jeder seiner Freiheit überlassen wird, deshalb darf der Mensch das Böse wollen, und das Böse tun, soweit es äußere Besorgnisse nicht hindern. Und ebendarum freut und rühmt sich der Gottlose dem Anschein nach mehr als der Fromme. Aber der Ruhm und die Freude des Gottlosen ist eine äußere und körperliche, und verwandelt sich im anderen Leben in eine höllische Unseligkeit. Der Ruhm und die Freude des Frommen dagegen ist eine inwendige oder geistige, die bleibt und zur himmlischen Wonne wird. Und außerdem liegt im hohen Rang und im Reichtum nur ein weltliches Glück, aber kein ewiges. Daher wird dieses sowohl den Gottlosen als den Frommen zuteil. Wenn es den Frommen nicht (zuteil wird), so geschieht es, damit er durch solches nicht vom Guten abgelenkt werde. Und weil der Mensch in weltliche Güter und Freuden den göttlichen Segen setzt, darum gerät er, wenn er das Gegenteil sieht, aus Schwachheit in Irrtümer in Beziehung auf die göttliche Vorsehung. Auch schließt er nur aus dem Gegenwärtigen, das er sieht, und bedenkt nicht, daß die göttliche Vorsehung das Ewige im Auge hat. Hauptsächlich aber das, daß alles im Himmel, wie auch in der Hölle in Ordnung sei, damit dadurch der Himmel immerfort einen Menschen darstelle, und die Hölle den Gegensatz bilde, wodurch ein Gleichgewicht entsteht. Und dieses könnte keineswegs der Fall sein, wenn nicht die göttliche Vorsehung im allereinzelnsten waltete, somit, wenn nicht das Göttliche fortwährend des Menschen Freiheit regieren und lenken würde. Übrigens sehe man, was früher von der göttlichen Vorsehung gesagt und gezeigt wurde: Daß nämlich keine allwaltende Vorsehung stattfinden könnte, wenn sie nicht auch im einzelnsten bestünde: Nr. 1919, 4329, 5122 E, 5804 E, 6481-6486, 6490. Daß die Vorsehung des Herrn auf das Ewige abzielt: Nr. 5264, 6491. Daß vom Herrn das Böse vorhergesehen, und das Gute vorgesehen werde: Nr. 5155, 5195, 6489. Daß der Herr das Böse, das Er vorhersieht, zum Guten wende: Nr. 6574. Daß (auch) die zufälligen Ereignisse Sache der Vorsehung seien: Nr. 5508, 6493, 6494. Daß die eigene Klugheit gleich sei einem dünnen Dunstwölkchen in der Atmosphäre, die Vorsehung dagegen gleich der ganzen Atmosphäre: Nr. 6485. Daß viele Sinnestäuschungen gegen die im einzelnen waltende göttliche Vorsehung streiten: Nr. 6481. 7008. "Und er soll für dich zum Volk reden", 2. Mose 4/16, bedeutet, er solle die Lehre sein für die geistige Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, von dem gesagt wird, daß er für Mose zum Volk reden soll, sofern er die Lehre des Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 6998; aus der Bedeutung von reden, sofern es das Bekenntnis und die Predigt bezeichnet, wovon Nr. 6999; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier unter dem Volke verstanden sind, sofern sie die geistige Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426. 7009. "Und es wird geschehen, er wird dein Mund sein", 2. Mose 4/16, bedeutet das Wahre der Lehre, das ebenfalls mittelbar vom Herrn ausgeht. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, der Mose zum Munde sein soll, sofern er die Lehre bezeichnet, wovon Nr. 6998; und aus der Bedeutung von "dem Mose zum Munde sein", sofern es die Verkündigung oder Predigt desselben bezeichnet, wovon Nr. 6987. Es wird gesagt, das Wahre der Lehre, das ebenfalls mittelbar vom Herrn ausgeht, weil das Wahre der Lehre, das durch Aharon vorgebildet wird, ein solches ist, wie es von Engeln und von Menschen gehört und vernommen wird; dieses Wahre ist es, das mittelbar vom Herrn ausgeht. Hingegen das durch Mose vorgebildete Wahre geht unmittelbar vom Herrn aus, und wird weder gehört, noch vernommen von den Menschen, und nicht einmal von den Engeln, man sehe Nr. 6982, 6985, 6996, 7004. 7010. "Und du wirst sein Gott sein", 2. Mose 4/16, bedeutet das göttlich Wahre, das unmittelbar vom Herrn ausgeht. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren darstellt, wovon Nr. 6752; daß es das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, wird dadurch bezeichnet, daß er Aharons Gott sein soll; denn durch Gott wird der Herr in Ansehung des göttlich Wahren bezeichnet, und durch Jehovah der Herr in Ansehung des göttlich Guten. Daß im Wort der Herr Gott heißt, wo vom Wahren die Rede ist, aber Jehovah, wo vom Guten die Rede ist, sehe man Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4402. Daß die Engel Götter heißen wegen der Wahrheiten, in denen sie sind vom Herrn: Nr. 4402; und daß im entgegengesetzten Sinn die Götter der Heiden Falsches bezeichnen: Nr. 4402 E, 4544. 7011. "Und diesen Stab nimm in deine Hand", 2. Mose 4/17, bedeutet die göttliche Macht darinnen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die Macht bezeichnet, wovon Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, und zwar alsdann, wenn er in der Hand ist; denn durch die Hand wird geistige Macht bezeichnet, und durch den Stab natürliche Macht. Wie das Natürliche keine Macht hat, als aus dem Geistigen, so auch der Stab keine, wenn er nicht in der Hand ist; deshalb wird gesagt, er soll ihn in die Hand nehmen. Daß die Hand, wenn sie vom Herrn gesagt wird, die von Seinem göttlich Vernünftigen ausgehende Macht, und der Stab die von Seinem göttlich Natürlichen ausgehende Macht ist, sehe man Nr. 6947. Es wird gesagt, die göttliche Macht darinnen, nämlich in den Wahrheiten, wovon oben, weil Macht vom Wahren gesagt wird: Nr. 3091, 6344, 6423, 6948. 7012. "Womit du die Zeichen tun sollst", 2. Mose 4/17, bedeutet die daher kommende Erleuchtung und Bestätigung der Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeichens, sofern es die Bestätigung der Wahrheiten ist, wovon Nr. 6870. Daß es auch Erleuchtung bezeichnet, kommt daher, weil die Bestätigung der Wahrheiten durch die Erleuchtung vom Herrn geschieht, wenn der Mensch sich mit dem Worte beschäftigt, um die Wahrheit zu erkennen. Was die Erleuchtung betrifft, und die daraus hervorgehende Bestätigung der Wahrheiten, so wisse man, daß diejenigen, die im Äußeren ohne das Inwendige sind, wie es die Juden und Israeliten waren, nicht erleuchtet, und so auch nicht in den Wahrheiten bestärkt werden können. Die aber im Äußeren sind und zugleich im Inwendigen, werden, wenn sie das Wort lesen, erleuchtet, und in der Erleuchtung sehen sie die Wahrheiten, in denen sie nachher mehr und mehr bestärkt werden. Und was merkwürdig ist, einem jeden wird eine solche Erleuchtung zuteil, wie seine Neigung zum Wahren ist, und eine solche Neigung zum Wahren, wie das Gute seines Lebens beschaffen ist. Daher kommt es auch, daß diejenigen, die in keiner Neigung zum Wahren sind um des Wahren willen, sondern nur um eigennützige Zwecke willen, gar nicht erleuchtet werden, wenn sie das Wort lesen, sondern sie werden nur in Lehrmeinungen bestärkt, mögen diese sein, wie sie wollen, ob falsch, wie es die ketzerischen sind, oder den Wahrheiten ganz entgegengesetzt, wie die jüdischen, denn sie suchen nicht das Reich Gottes, sondern die Welt, nicht den Glauben, sondern den Ruhm, somit nicht den himmlischen Reichtum, sondern nur den irdischen. Und wenn es ihnen etwa einfällt, sie möchten die Wahrheit aus dem Wort wissen, so stellen sich ihnen Falschheiten dar anstatt der Wahrheiten und zuletzt leugnen sie alle. Dies wurde gesagt, damit man wisse, was Erleuchtung und die daher stammende Bestätigung des Wahren sei. 7013. Vers 18-20: Und Mose ging hin und kam zurück zu Jethro, seinem Schwäher, und sprach zu ihm: Laß mich doch ziehen, und zurückkehren zu meinen Brüdern, die in Ägypten (sind), und sehen, ob sie noch leben. Und Jethro sprach zu Mose: Gehe hin im Frieden. Und Jehovah sprach zu Mose in Midian: Gehe hin, kehre wieder gen Ägypten, denn gestorben sind alle Männer, die nach deinem Leben trachteten. Da nahm Mose sein Weib und seine Söhne, und ließ sie auf dem Esel reiten, und kehrte wieder gen Ägyptenland. Und Mose nahm den Stab Gottes in seine Hand. "Und Mose ging hin und kam zurück" bedeutet die Fortsetzung des früheren Lebens; "zu Jethro, seinem Schwäher" bedeutet, im einfältig Guten; "und sprach zu ihm: Laß mich doch ziehen, und zurückkehren zu meinen Brüdern, die in Ägypten (sind)" bedeutet die Erhebung zu einem inwendigeren und geistigeren Leben im Natürlichen; "und sehen, ob sie noch leben" bedeutet das Innewerden jenes Lebens; "und Jethro sprach zu Mose: Gehe hin im Frieden" bedeutet Zustimmung und Glückwunsch; "und Jehovah sprach zu Mose in Midian" bedeutet die Erleuchtung und Bestärkung durch das Göttliche in jenem Zustand; "gehe hin, kehre wieder gen Ägypten" bedeutet das geistige Leben im Natürlichen; "denn gestorben sind alle Männer, die nach deinem Leben trachteten" bedeutet die Entfernung des Falschen, welches das Leben des Wahren und Guten zu zerstören suchte; "da nahm Mose sein Weib" bedeutet das beigesellte Gute; "und seine Söhne" bedeutet die Wahrheiten daher; "und ließ sie auf dem Esel reiten" bedeutet das, was der neuen Einsicht dienen sollte; "und kehrte wieder gen Ägyptenland" bedeutet im natürlichen Gemüt; "und Mose nahm den Stab Gottes in seine Hand" bedeutet, dies geschehe aus göttlicher Macht. 7014. "Und Mose ging hin und kam zurück", 2. Mose 4/18, bedeutet die Fortsetzung des früheren Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, sofern es das Leben bezeichnet, wovon Nr. 4882, 5493, 5605; aus der Bedeutung von zurückkommen oder wiederkommen, sofern es heißt da leben, wo vorher; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des Gesetzes oder des Wahren vom Göttlichen bezeichnet, wovon Nr. 6771, 6827. Als Mose auf dem Berg Horeb bei Jehovah war, der in der Flamme erschien, da bildete er den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vor; jetzt aber bei seinem Schwäher Jethro, der das Gute der Kirche bezeichnet, die im Wahren des einfältig Guten ist, bildet er den Herrn vor in Ansehung des Wahren vom Göttlichen her. Hier und anderwärts im Wort werden im inneren Sinn alle Zustände des Lebens des Herrn in der Welt beschrieben, wie Er damals Sein Menschliches göttlich gemacht hat. Daß es aufeinanderfolgende Zustände waren, kann daraus erhellen, daß der Herr als Kind wie ein Kind war, und daß Er späterhin zunahm an Einsicht und Weisheit, und in diese immerfort die göttliche Liebe einpflanzte, bis daß Er auch in Ansehung seines Menschen die göttliche Liebe, d.h. das göttliche Sein oder Jehovah wurde. Und weil der Herr so allmählich das Göttliche anzog, deswegen mußte Er zuerst sich zum Wahren vom Göttlichen, nachher zum göttlich Wahren und endlich zum göttlich Guten machen. Dies waren die Stufen der Verherrlichung des Herrn, die hier und anderwärts im inneren Sinn des Wortes beschrieben werden. 7015. "Zu Jethro, seinem Schwäher", 2. Mose 4/18, bedeutet im einfältig Guten, (nämlich) war die Fortsetzung des Lebens. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, sofern er als Priester von Midian das Gute der Kirche bezeichnete, die im Wahren des einfältig Guten ist, wovon Nr. 6827; dieses Gute wird durch das einfältig Gute verstanden. Und aus der Bedeutung des Schwähers, sofern er der ist, von dem die Verbindung des Guten und Wahren (herkommt), wovon Nr. 6827. HG 7016 7016. "Und sprach: Laß mich doch ziehen und zurückkehren zu meinen Brüdern, die in Ägypten (sind)", 2. Mose 4/18, bedeutet die Erhebung zu einem inwendigeren und geistigeren Leben, somit näher zum Göttlichen; denn wenn vom Herrn, der hier durch Mose vorgebildet wird, gesagt wird gehen und zurückkehren, so wird verstanden, erhoben werden zum göttlichen Sein oder Jehovah, Der in Ihm (war), und von Dem Er (ausging). Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier unter den Brüdern verstanden sind, sofern sie das geistige Reich des Herrn und daher die geistige Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637; und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das Natürliche ist, wovon Nr. 6147, 6252. Hieraus wird klar, daß durch "laß mich ziehen und zurückkehren zu meinen Brüdern, die in Ägypten (sind)", die Erhebung zu einem inwendigeren und geistigeren Leben bezeichnet wird; denn wie das Wohnen Moses in Midian das Leben bei denen bedeutete, die im Wahren des einfältig Guten, somit im einfältig Guten sind (Nr. 7015), so bedeutet jetzt das Wohnen bei den Söhnen Israels das Leben bei denen, die im Wahren und Guten der geistigen Kirche sind. Dieses Leben ist inwendiger und geistiger als das frühere. Daß das Gute und Wahre jener Kirche im Natürlichen ist, sehe man Nr. 4286, 4402. 7017. "Und sehen, ob sie noch leben", 2. Mose 4/18, bedeutet das Innewerden jenes Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt verstehen und innewerden, wovon Nr. 2325, 2807, 3764, 3863, 4403-4421, 4567, 4723, 5400; und aus der Bedeutung von leben, sofern es das geistige Leben bezeichnet, wovon Nr. 5407. Durch das Innewerden jenes Lebens wird das vorausgehende Innewerden verstanden; denn wenn jemand sich etwas vorsetzt, so wird er es als gegenwärtig inne; denn er muß sein Gemüt in den Zustand dieser Sache hineinversetzen; daher kommen Wünsche, und daher der Lustreiz wie von etwas Gegenwärtigem. So verbinden sich die Mittelzwecke mit dem letzten Zweck, und bilden dadurch gleichsam einen Zweck. 7018. "Und Jethro sprach zu Mose: Gehe hin im Frieden", 2. Mose 4/18, bedeutet Zustimmung und Glückwunsch. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jethro sprach zu Mose", sofern es die Antwort ist. Daß es Zustimmung ist, wird bezeichnet durch "gehe hin im Frieden", wie auch, daß es ein Glückwunsch ist. 7019. "Und Jehovah sprach zu Mose in Midian", 2. Mose 4/19, bedeutet die Erleuchtung und Bestärkung durch das Göttliche in jenem Zustand. Dies erhellt daraus, daß Jehovah zu Mose sprach, er solle nach Ägypten zurückkehren, während dies doch schon früher von Jehovah dem Mose befohlen worden war: 2. Mose 3/10 und 2. Mose 4/12; und Mose dem Befehl zufolge sich bereits zur Reise angeschickt hatte. Daraus kann erhellen, daß durch dieses Gebot die Erleuchtung und Bestärkung durch das Göttliche bezeichnet wird. Daß eine Erleuchtung und Bestärkung in diesem Zustand war, nämlich im Zustand des Wahren des einfältig Guten, wird dadurch bezeichnet, daß von Jehovah dieses zu Mose in Midian gesagt wurde. Daß Midian das Wahre des einfältig Guten bedeutet, sehe man Nr. 3242, 4756, 4788, 6773. HG 7020 7020. "Gehe hin, kehre wieder gen Ägypten", 2. Mose 4/19, bedeutet das geistige Leben im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hingehen oder ziehen und zurückkehren, sofern es ein inwendigeres und geistigeres Leben bezeichnet, wovon Nr. 7016, und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das Natürliche vorbildet, wovon Nr. 6147, 6252. 7021. "Denn gestorben sind alle Männer, die nach deinem Leben trachteten", 2. Mose 4/19, bedeutet die Entfernung des Falschen, welches das Leben des Wahren und Guten zu zerstören suchte. Dies erhellt aus der Bedeutung von gestorben sein, sofern es heißt entfernt sein; denn die, welche gestorben sind, sind auch entfernt. Aus der Bedeutung der Ägypter, die hier die Männer sind, sofern sie die bezeichnen, die im Falschen sind, wovon Nr. 6692; und aus der Bedeutung derer, die nach dem Leben trachten, sofern es die bezeichnet, die das Leben zu zerstören suchen; und weil das geistige Leben das Leben des Wahren ist, das dem Glauben angehört, und des Guten, das der Liebtätigkeit angehört, darum wird gesagt das Leben des Wahren und Guten. Hieraus wird klar, daß durch "gestorben sind alle Männer, die nach deinem Leben trachteten", bezeichnet wird die Entfernung des Falschen, welches das Leben des Wahren und Guten zu zerstören suchte. Durch Seele (anima, Leben) wird im Wort alles Lebendige verstanden, und sie wird auch den Tieren beigelegt, aber im eigentlichen Sinn wird dieses Wort von der Seele des Menschen gebraucht, und wenn vom Menschen in verschiedenem Sinn: Der Mensch selbst wird Seele genannt, weil sie sein Leben im allgemeinen bezeichnet; sodann sein verständiges Leben im besonderen, oder den Verstand, und auch sein Willensleben oder den Willen. Aber im geistigen Sinn wird durch Seele verstanden das Leben des Wahren, das dem Glauben angehört, und des Guten, das der Liebtätigkeit angehört; und im allgemeinen der Mensch selbst in Ansehung seines Geistes, der nach dem Tode lebt. In diesem Sinn bei Matth.10/28: "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten können, die Seele aber nicht töten können". Matth.16/26: "Was frommt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber Schaden litte an seiner Seele, oder welches Lösegeld kann er geben für seine Seele". Luk.9/56: "Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erhalten". Hes.13/19: "Ihr habt Mich entheiligt bei Meinem Volk, indem ihr die Seelen tötet, die nicht sterben sollen; und die Seelen lebendig macht, die nicht leben sollen". In diesen Stellen bedeutet Seele das geistige Leben des Menschen, welches das Leben seines Geistes nach dem Tod ist. Die Seele töten, Schaden leiden an der Seele, die Seele verderben, bedeutet geistig sterben oder verdammt werden. 7022. "Da nahm Mose sein Weib", 2. Mose 4/20, bedeutet das beigesellte Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des Gesetzes oder des Wahren vom Göttlichen her darstellt, wovon früher; und aus der Bedeutung des Weibes, sofern sie das beigesellte Gute bezeichnet, wovon Nr. 4510, 4823. Daß im inneren Sinn und auch im höchsten, in dem vom Herrn gehandelt wird, durch das Weib, das Mose hatte, das dem Wahren beigesellte Gute bezeichnet wird, hat den Grund, weil in allem und jedem, was in der geistigen Welt und in der natürlichen sich befindet, das Abbild einer Ehe ist. Das Abbild einer Ehe ist, wo ein Tätiges und Leidendes ist; und ein Tätiges und zugleich ein Leidendes muß da sein, wo etwas entstehen soll. Ohne die Verbindung derselben kann durchaus nichts erzeugt werden. Daß ein Abbild der Ehe in allem ist, kommt daher, weil alles sich bezieht auf das Gute und Wahre, somit auf die himmlische Ehe, welche die des Guten und Wahren ist, und die himmlische Ehe (sich bezieht) auf die göttliche Ehe, welche die des göttlich Guten und des göttlich Wahren ist; und weil nichts entstehen und erzeugt werden kann, wenn nicht ein Tätiges und Leidendes da ist, somit, wenn nicht das Abbild einer Ehe vorhanden ist, so erhellt offenbar, daß das Wahre, das Sache des Glaubens ist, ohne das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist, nichts erzeugen kann; und auch nicht das Gute, das Sache der Liebtätigkeit, ohne das Wahre, das Sache des Glaubens, sondern es muß eine Verbindung beider stattfinden, um Früchte zu erzeugen, und das Leben des Himmels beim Menschen zu bewirken. Daß in allem und jedem das Abbild einer Ehe sei, sehe man Nr. 1432, 2173, 2176, 5194. Daß im einzelnen des Wortes die Ehe des Guten und Wahren sei: Nr. 683, 793, 801, 2516, 2712, 4138 E, 5138, 6343, folglich ist im einzelnen des Wortes der Himmel; denn der Himmel ist eben jene Ehe; und weil im einzelnen des Wortes der Himmel ist, so ist im einzelnen des Wortes der Herr, indem der Herr alles in allem des Himmels ist. Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß das Weib Moses das mit dem Wahren verbundene Gute vorbildet, auch im höchsten Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird, ebenso wie Sarah, die Gattin Abrahams, wovon Nr. 2063, 2065, 2172, 2173, 2198, wie auch Rebecka, die Gattin Jischaks: Nr. 3012, 3013, 3077. 7023. "Und seine Söhne", 2. Mose 4/20, bedeutet die Wahrheiten daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; "daher" wird gesagt, weil sie aus der Ehe (stammen), von der gleich oben. 7024. "Und ließ sie auf dem Esel reiten", 2. Mose 4/20, bedeutet das, was der neuen Einsicht dienen sollte. Dies erhellt aus der Bedeutung von reiten, sofern es dasjenige bezeichnet, was dem Verstand angehört, hier, was der neuen Einsicht angehört, die dem Leben unter den Angehörigen der geistigen Kirche zukommen soll: Nr. 7016; daß reiten dieses bedeutet, hat den Grund, weil das Pferd das Verständnis bezeichnet, worüber man sehe Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 6534; und aus der Bedeutung des Esels, sofern er das Wahre bezeichnet, das dient, hier der neuen Einsicht, wovon Nr. 2781, 5741; und sofern er auch das Wißtümliche ist: Nr. 5492. 7025. "Und kehrte wieder gen Ägyptenland", 2. Mose 4/20, bedeutet im natürlichen Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. 7026. "Und Mose nahm den Stab Gottes in seine Hand", 2. Mose 4/20, bedeutet, das (geschehe) aus göttlicher Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die Macht bezeichnet, wovon Nr. 4013, 4015, 4876, 4936; somit bedeutet der Stab Gottes die göttliche Macht. Daß der Stab die natürliche Macht bezeichnet und die Hand die geistige Macht, und daß das Natürliche Macht hat aus dem Geistigen, daß somit durch den Stab Macht bezeichnet wird, wenn er in der Hand ist, sehe man Nr. 7011. Daß der Stab Macht bedeutet, kommt von den Vorbildern im anderen Leben her, denn dort erscheinen die, welche Zauberei treiben, mit Stäben, die ihnen auch zur Entwicklung von Kräften dienen. Daher hatten auch die ägyptischen Zauberer Stäbe, durch die sie solche Dinge taten, die wie Wunder erschienen; und deshalb legen die Alten in ihren Schriften überall den Zauberern Stäbe bei. Hieraus kann erhellen, daß der Stab das Vorbild der Macht ist, und daß er auch eine wirkliche Entsprechung ist; denn durch Stäbe wird wirklich eine Macht ausgeübt, aber bei den Zauberern ist es ein Mißbrauch der Entsprechung, und sie vermag nichts, außer innerhalb der Höllen, und hier deshalb, weil hier Täuschungen und Phantasien herrschen. Und weil ein wirkliches Entsprechungsverhältnis zwischen Stab und der Macht stattfindet, deswegen wurde dem Mose befohlen, den Stab in die Hand zu nehmen, und mit ihm Wunder zu tun; und deswegen haben auch die Könige ein Zepter, das ein kurzer Stab ist, und durch dasselbe wird die königliche Macht bezeichnet. Die Entsprechung des Stabes und die Macht kommt daher, daß der Stab die Hand und den Arm und so zugleich den Körper unterstützt, und die Hand und der Arm der Macht im Größten Menschen entspricht. Man sehe Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6947, 7011. 7027. Vers 21-23: Und Jehovah sprach zu Mose: Wenn du gehst zurückzukehren nach Ägypten, so siehe zu, daß du alle Wunder, die Ich in deine Hand gelegt habe, vor Pharao tuest; aber Ich werde sein Herz verstocken, und er wird das Volk nicht entlassen. Und sollst zu Pharao sagen: So spricht Jehovah: Mein Sohn, Mein Erstgeborener ist Israel. Und Ich sage dir: Entlasse Meinen Sohn, daß er Mir diene; weigerst du dich aber, ihn zu entlassen, siehe, so werde Ich deinen Sohn, deinen Erstgeborenen, töten. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet das Innewerden vom Göttlichen her; "wenn du gehst zurückzukehren nach Ägypten" bedeutet das geistige Leben im Natürlichen; "so siehe zu, daß du alle Wunder, die Ich in deine Hand gelegt habe" bedeutet die Mittel der Macht aus dem Geistigen alsdann; "vor Pharao tuest" bedeutet, gegen das anfechtende Falsche; "aber Ich werde sein Herz verstocken, und er wird das Volk nicht entlassen" bedeutet die Hartnäckigkeit und daher noch keine Befreiung; "und sollst zu Pharao sagen" bedeutet die Ermahnung; "so spricht Jehovah" bedeutet vom Göttlichen her; "Mein Sohn, Mein Erstgeborener ist Israel" bedeutet daß diejenigen, die im geistig Wahren und Guten sind, an Kindesstatt angenommen seien; "und Ich sage dir" bedeutet den Befehl; "entlasse Meinen Sohn" bedeutet, sie sollten sich der Anfechtung der Wahrheiten der Kirche enthalten; "daß er Mir diene" bedeutet die Erhebung in den Himmel, um sofort nützliche Dienste zu leisten; "weigerst du dich aber, ihn zu entlassen" bedeutet die Hartnäckigkeit bis aufs Äußerste; "siehe, so werde Ich deinen Sohn, deinen Erstgeborenen, töten " bedeutet das Verlöschen des Glaubens ohne Liebtätigkeit, und daher die Verwüstung des Wahren bei ihnen. 7028. "Und Jehovah sprach zu Mose" , 2. Mose 4/21, bedeutet das Innewerden vom Göttlichen her. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon öfters; daß es vom Göttlichen ist, wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah sprach. Daß hier abermals gesagt wird: Jehovah sprach zu Mose, hat den Grund, weil ein neues Innewerden bezeichnet wird, Nr. 2061, 2238, 2260, 2506, 2515, 2552. 7029. "Wenn du gehst zurückzukehren nach Ägypten", 2. Mose 4/21, bedeutet das geistige Leben im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen und zurückkehren, sofern es die Erhebung zu einem inwendigeren und geistigeren Leben ist; und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 7016. 7030. "So siehe zu, daß du alle Wunder, die Ich in deine Hand gelegt habe", 2. Mose 4/21, bedeutet die Mittel der Macht aus dem Geistigen alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wunder, sofern es Mittel der göttlichen Macht sind, wovon Nr. 6910; und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie geistige Macht ist, wovon Nr. 7011. Hieraus wird klar, daß durch "siehe zu, daß du alle Wunder, die Ich in deine Hand gelegt habe", die Mittel der Macht aus dem Geistigen bezeichnet werden. 7031. "Vor Pharao tust", 2. Mose 4/21, bedeutet gegen das anfechtende Falsche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das die Wahrheiten der Kirche anfechtende Falsche bezeichnet, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 6692; du sollst sie tun vor Pharao, bedeutet, gegen jenes Falsche, weil es aus dem Zusammenhang mit dem Vorhergehenden folgt; denn dort werden durch "siehe alle Wunder, die Ich in deine Hand gelegt habe", die Mittel der Macht aus dem Geistigen bezeichnet, somit gegen das anfechtende Falsche. Denn im inneren Sinn folgen die Sachen im Zusammenhang, und denselben werden die Worte im Buchstabensinn angepaßt. 7032. "Aber Ich werde sein Herz verstocken, und er wird das Volk nicht entlassen", 2. Mose 4/21, bedeutet die Hartnäckigkeit und daher noch keine Befreiung. Dies erhellt aus der Bedeutung von verstocken, sofern es Hartnäckigkeit ist; und aus der Bedeutung des Herzens, sofern es der Wille ist, wovon Nr. 2930, 3888; somit wird durch jene Worte die Hartnäckigkeit aus dem Willen heraus bezeichnet, folglich aus der Lust, Böses zu tun; denn was dem Willen angehört, das ist Lust, und diese Lust kommt aus der Liebe. Ferner aus der Bedeutung von "das Volk nicht entlassen", sofern es heißt, aus Hartnäckigkeit nicht befreien wollen, somit noch keine Befreiung. Hier und im Folgenden wird gesagt, daß Jehovah das Herz Pharaos verstockt habe. Es wird aber so gesprochen nach dem Schein und gemäß dem allgemeinen Begriff vom Göttlichen, daß es alles bewirke. Man muß dies ebenso verstehen, wie wenn dem Jehovah oder dem Herrn Böses, Zorn, Grimm, Verwüstung und dergleichen mehr zugeschrieben wird: Nr. 2447, 6071, 6991, 6997. Was die Hartnäckigkeit derjenigen betrifft, die im Falschen und daher im Bösen, und im Bösen und daher im Falschen sind, so merke man, daß es eine unbeschreiblich starke ist. Sie lassen durchaus nicht ab, wenn nicht schwere Strafen und Schreckmittel gegen sie angewendet werden. Ermahnungen und Drohungen fruchten gar nichts. Der Grund ist, weil es die Lust ihres Lebens ist, Böses zu tun. Diese Lust haben sie, während sie in der Welt lebten, hauptsächlich dadurch sich angeeignet, daß sie sich allein liebten, nicht den Nächsten, und daß sie somit keine christliche Liebtätigkeit hatten. Die so gesinnt sind, handeln, weil sie sich nicht vom Herrn führen lassen, nur aus ihrem Eigenwillen, und dieser Wille ist böse durch Vererbung und durch ihr wirkliches Leben. Und die, welche aus eigenem Willen handeln, tun das Böse aus Liebe; denn was dem Willen angehört, ist Sache der Liebe. Daher ist ihnen Böses tun eine Lust, und in dem Maß, als sie in dieser Lust sind, sind sie in der Hartnäckigkeit. Daß es so ist, kommt in der Welt nicht an den Tag, und zwar aus dem Grund, weil sie in der Welt durch die Selbst- und Weltliebe zurückgehalten werden, denn sie fürchten, ihren guten Namen zu verlieren, und dadurch ihr Einkommen und ihre Ehrenstellen, wenn sie offen Böses tun. Auch werden sie durch die Gesetze und die Furcht, ums Leben zu kommen, abgehalten. Wenn aber dergleichen ihnen nicht im Weg stünde, so würden sie alle ins Verderben zu stürzen suchen, die ihnen nicht hold sind, und würden alle ihrer Habe berauben, und ohne Barmherzigkeit jeden ohne Unterschied umbringen. So geartet ist der Mensch innerlich, d.h. in Ansehung seines Geistes, obwohl er in der Welt ganz anders erscheint; das kann man ganz offenbar an denen im anderen Leben sehen. Denjenigen, die in der Welt so geartet waren, wird das Äußere weggenommen, und sie werden ihrem Willen, somit ihren Liebestrieben überlassen; und wenn sie diesen überlassen sind, so empfinden sie in nichts größere Lust als im Bösestun, und das tun sie auch mit einer so großen Hartnäckigkeit, daß sie gar nicht davon ablassen, wenn sie nicht bestraft und hernach in die Hölle versenkt werden. Hieraus kann erhellen, von welcher Art der Mensch ist, wenn er keine Liebtätigkeit gegen den Nächsten hat; wie auch, daß auf einen jeden sein Leben wartet, nicht das bürgerliche Leben, welches das äußere und in der Welt erscheinende war, sondern das geistige Leben, welches das inwendige war, und nicht in der Welt an den Tag kam. 7033. "Und sollst zu Pharao sagen", 2. Mose 4/22, bedeutet die Ermahnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, wenn es auf göttlichen Befehl geschieht, sofern es eine Ermahnung ist. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das die Wahrheiten der Kirche anfechtende Falsche bezeichnet, somit diejenigen, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 6692. 7034. "So spricht Jehovah", 2. Mose 4/22, bedeutet, aus dem Göttlichen nämlich (komme) die Ermahnung, wie aus dem erhellt, was gleich oben gesagt wurde, wie auch aus dem Folgenden. 7035. "Mein Sohn, mein Erstgeborener, ist Israel", 2. Mose 4/22, bedeutet, daß diejenigen, die im geistig Wahren und Guten sind, an Kindes Statt angenommen seien. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, wenn von Jehovah oder dem Herrn die Angehörigen der geistigen Kirche so genannt werden, sofern er einen an Kindes Statt Angenommenen bezeichnet, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung des Erstgeborenen, sofern er den Glauben der tätigen Liebe bezeichnet, welcher der geistigen Kirche angehört, wovon Nr. 367, 2435, 3325, 4925, 4926, 4928, 4930; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern es die geistige Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6637. Daß "Mein Sohn, Mein Erstgeborener", Israel oder diejenigen, die im geistig Wahren und Guten, d.h. die Angehörigen der geistigen Kirche sind, an Kindes Statt angenommen, somit als Söhne anerkannt sind, hat den Grund, weil der Herr durch Sein Kommen in die Welt sie selig gemacht hat. Man sehe Nr. 6854, 6914; ebendarum, sowie wegen des Glaubens an den Herrn, werden sie auch der erstgeborene Sohn genannt. Dieselben werden auch vom Herrn gemeint bei Joh.10/16: "Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stalle sind; auch sie muß Ich herzuführen, und sie werden Meine Stimme hören, und es wird eine Herde, und eine Hirte werden". 7036. "Und Ich sage dir", 2. Mose 4/23, bedeutet den Befehl. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, wenn es von Jehovah geschieht, sofern es dann einen Befehl bezeichnet. 7037. "Entlasse Meinen Sohn", 2. Mose 4/23, bedeutet, sie sollen abstehen von der Anfechtung der Wahrheiten der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das die Wahrheiten der Kirche anfechtende Falsche bezeichnet, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 6692; aus der Bedeutung von "entlasse", sofern es ein Befehl ist, daß sie davon abstehen sollen; und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er die bezeichnet, die im geistig Wahren und Guten und an Kindes Statt angenommen sind, wovon Nr. 7035. Hieraus wird klar, daß durch "entlasse Meinen Sohn", bezeichnet wird, sie sollen sich der Anfechtung derjenigen enthalten, die in den Wahrheiten der geistigen Kirche sind. 7038. "Daß er Mir diene", 2. Mose 4/23, bedeutet die Erhebung in den Himmel, um sodann nützliche Dienste zu leisten. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen dem Jehovah oder dem Herrn, sofern es heißt nützliche Dienste leisten; und weil von denjenigen gehandelt wird, die der geistigen Kirche angehörten, und durch das Kommen des Herrn selig gemacht wurden und von denen unter ihnen, die vor dem Kommen des Herrn auf der unteren Erde waren, und nachher in den Himmel erhoben (Nr. 6854, 6914) und dadurch in den Stand gesetzt wurden, nützliche Dienste zu leisten, deshalb wird durch "sie sollen Mir dienen", bezeichnet die Erhebung in den Himmel, um sofort nützliche Dienste zu leisten. Dem Herrn dienen heißt, nützliche Dienste leisten, weil der wahre Gottesdienst in Nutzleistungen, somit in Übungen der Liebtätigkeit besteht. Wer glaubt, daß dem Herrn dienen im Kirchenbesuch, im Hören der Predigt daselbst und im Beten bestehe, und daß dieses genug sei, täuscht sich sehr. Der eigentliche Dienst des Herrn besteht in der Leistung nützlicher Dienste; und nützliche Dienste sind es, wenn der Mensch, solange er in der Welt lebt, ein jeglicher in seinem Stand, sein Geschäft auf die rechte Weise besorgt, somit dem Vaterland, den Gesellschaften und dem Nächsten dient, von (ganzem) Herzen, und wenn er redlich gegen seinen Nebenmenschen handelt, und mit Überlegung seine Pflichten erfüllt, ein jeder nach seiner Beschaffenheit. Diese nützlichen Dienste sind vorzugsweise Übungen der Liebtätigkeit, und sie sind es, durch die der Herr hauptsächlich verehrt wird. Der Kirchenbesuch, das Anhören der Predigten, und die Gebete sind auch notwendig, aber ohne jene Nutzleistungen haben sie keinen Wert, denn sie sind nicht Sache des Lebens, sondern lehren nur, wie das Leben beschaffen sein soll. Die Engel im Himmel haben alle ihre Seligkeit von den Nutzwirkungen und gemäß denselben, so daß die Nutzwirkungen für sie der Himmel sind. Daß zufolge der göttlichen Ordnung die Seligkeit den Nutzwirkungen gemäß ist, kann man aus dem ersehen, was bei dem Menschen in Entsprechung steht mit dem, was im Größten Menschen sich findet, z.B. Geschmack, Geruch, Gefühl, deren Entsprechung am Ende mehrerer Kapitel gezeigt wurde. Diese Sinne haben ihre Lustreize ganz den nützlichen Diensten gemäß, die sie leisten. Den höchsten Lustreiz gewährt der Sinn der ehelichen Liebe, wegen des größten Nutzzwecks, weil von ihr die Fortpflanzung des menschlichen Geschlechts, und aus dem menschlichen Geschlecht der Himmel herkommt. Darauf folgt der Lustreiz des Geschmacks, der einen solchen Lustreiz in sich hat, weil er der Ernährung und daher der Gesundheit des Leibes dient, wodurch auch die Seele in gesünderer Weise handeln kann. Der Lustreiz des Geruchs ist ein geringerer Lustreiz, weil er nur der Erholung und dadurch ebenfalls der Gesundheit dient. Der Lustreiz des Gehörs und der Lustreiz des Gesichts sind an letzter Stelle, weil sie nur das auffassen, was zu Nutzzwecken dienen soll und mehr dem Verstandesgebiet, als dem Willensgebiet dienstbar sind. Aus diesem und anderen Beispielen wird einigermaßen klar, wie die Nutzwirkungen es sind, gemäß denen vom Herrn die Seligkeit des Himmels verliehen wird; und daß durch sie der Herr hauptsächlich verehrt wird. Daher kommt es, daß Johannes an der Brust des Herrn bei Tische lag und der Herr ihn vor den übrigen liebte, aber nicht ihn als solchen, sondern weil er die Übungen der Liebtätigkeit, d.h. die Nutzwirkungen vorbildete. Daß Johannes diese vorbildete, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und 22 und Nr. 3934. 7038_. "Weigerst du dich aber, ihn zu entlassen", 2. Mose 4/23, bedeutet die Hartnäckigkeit bis aufs Äußerste. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich weigern, ihn zu entlassen, sofern es die Nichtbefreiung aus Hartnäckigkeit bezeichnet, wie Nr. 7032. 7039. "Siehe, so werde Ich deinen Sohn, deinen Erstgeborenen, töten", 2. Mose 4/23, bedeutet das erlöschen des Glaubens ohne Liebtätigkeit, und daher die Verwüstung des Wahren bei ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, sofern es ein Auslöschen bezeichnet; und aus der Bedeutung des erstgeborenen Sohnes, nämlich Pharaos und der Ägypter, sofern er den Glauben ohne Liebtätigkeit bezeichnet, wovon Nr. 3325; denn durch Pharao und durch die Ägypter wurde das der Kirche angehörige Wißtümliche bezeichnet (Nr. 4749, 4964, 6966, 6004), somit das Wißtümliche, das dem Glauben angehört, denn dieses Wißtümliche gehört der Kirche an. Weil sie aber jenes Wißtümliche in Zaubereien verwandelten (Nr. 6592), und daher ihre Werke böse waren und ohne alle Liebtätigkeit, deswegen wird durch ihre Erstgeborenen solches bezeichnet, was der Wissenschaft des Glaubens angehört, somit der Glaube ohne Liebtätigkeit. Daß dieses durch die Erstgeborenen Ägyptens bezeichnet wird, geht aus der Bedeutung der Erstgeborenen Israels hervor, sofern sie den Glauben der Liebtätigkeit bezeichnen, wovon Nr. 7035. Glaube ohne Liebtätigkeit wird gesagt, aber durch den Glauben wird hier verstanden das Wissen solcher Dinge, die dem Glauben angehören, denn es gibt keinen (wahren) Glauben, wo keine Liebtätigkeit ist. Solche Glaubenssachen sind bei denen, die nicht in der Liebtätigkeit sind, nur Gegenstände des Gedächtnisses, und im Gedächtnis unter keiner anderen Form, als ein anderer Gegenstand des Wissens. Und bei ihnen ist keine Kenntnis des Wahren, das dem Glauben angehört, weil es mit Vorstellungen des Falschen verunreinigt ist, und auch als Mittel zur Verteidigung des Falschen dient. Weil es sich mit dem Glauben ohne Liebtätigkeit so verhält, deshalb wird er bei den Bösen im anderen Leben (gleichsam) ausgelöscht, und sie werden ganz abgetötet in Ansehung des Wahren; aus dem Grund, damit die Wahrheiten ihnen nicht als Mittel zum Bösen dienen, und daß nicht so bei ihnen die Hölle in irgendeiner Weise herrsche über solches, was dem Himmel angehört, und damit sie infolgedessen nicht zwischen dem Himmel und der Hölle schweben. Diese Auslöschung und diese Verwüstung des Wahren ist es, was durch die Tötung der Erstgeburt in Ägypten bezeichnet wird. Daß sie hernach im Meer Suph untergingen, bildete den Zustand der Verdammnis und des geistigen Todes vor, in den solche hernach geraten; denn wenn das weggenommen ist, was dem Glauben oder dem Wahren angehört, was gleichsam die Flügel bildete, womit sie sich emporschwangen, dann fallen sie bald wie schwere Massen in die Hölle hinab. 7040. Vers 24-26: Und er war auf dem Wege in der Herberge, da begegnete ihm Jehovah, und suchte ihn zu töten. Da nahm Zippora einen Stein, und beschnitt die Vorhaut ihres Sohnes, und ließ (dieselbe) seine Füße berühren, und sprach: Ein Blutbräutigam bist du mir. Da ließ Er ab von ihm; damals sagte sie Blutbräutigam um der Beschneidung willen. "Und er war auf dem Wege in der Herberge" bedeutet die Nachkommenschaft aus Jakob, sofern sie im Äußeren ohne das Inwendige war; "da begegnete ihm Jehovah" bedeutet, was entgegensteht; "und suchte ihn zu töten" bedeutet, daß bei ihr eine vorbildliche Kirche nicht eingesetzt werden konnte; "da nahm Zippora einen Stein" bedeutet die Beschaffenheit, die von der vorbildlichen Kirche durch das Wahre gezeigt wurde; "und beschnitt die Vorhaut ihres Sohnes" bedeutet die Entfernung unreiner Triebe, und dadurch die Bloßlegung des Inwendigen; "und ließ (dieselbe) seine Füße berühren" bedeutet, es wurde gezeigt, wie beschaffen alsdann das Natürliche sei; "und sprach: Ein Blutbräutigam bist du mir" bedeutet, erfüllt mit aller Gewalttat und Feindseligkeit gegen das Wahre und Gute; "da ließ Er ab von ihm" bedeutet, es sei gestattet worden, daß sie vorbildeten; "damals sagte sie Blutbräutigam um der Beschneidung willen" bedeutet, obwohl das Inwendige voll Gewalttat und Feindseligkeit gegen das Wahre und Gute war, so sei doch die Beschneidung als vorbildliches Zeichen der Reinigung von unsauberen Trieben angenommen worden. 7041. "Und er war auf dem Wege in der Herberge", 2. Mose 4/24, bedeutet die Nachkommenschaft aus Jakob, sofern sie im Äußeren ohne das Inwendige war. Dies kann aus der vorbildlichen Bedeutung Moses hier erhellen. Im Vorhergehenden und im Folgenden wird im inneren Sinn von der geistigen Kirche gehandelt, und diese wird unter den Söhnen Israels verstanden. In diesen drei Versen aber ist von jener Kirche die Rede, daß sie bei den Nachkommen Jakobs hätte eingesetzt werden sollen, aber bei ihnen nicht eingesetzt werden konnte, weil sie im Äußeren waren ohne das Inwendige. Deswegen bildet hier Mose nicht das Gesetz oder das Wort vor, sondern er bildet jene Völkerschaft oder die Nachkommenschaft aus Jakob vor, dessen Führer er werden sollte, somit auch den Gottesdienst jener Völkerschaft; denn überall im Wort bildet der Führer oder der Richter, wie auch der König die Völkerschaft und das Volk vor, dessen Führer, Richter oder König er ist, aus dem Grund, weil er das Haupt derselben ist, man sehe Nr. 4789. Daher kommt es, daß Mose hier nicht genannt, dennoch aber unter den Worten "er war auf dem Wege in der Herberge" gemeint ist, und daß Jehovah ihm alsdann begegnete, und ihn zu töten suchte, da er doch vorher ausdrücklich befohlen hatte, er solle hingehen und nach Ägypten zurückkehren. Dadurch, daß er auf dem Wege war, wird bezeichnet die Einsetzung, und durch die Herberge wird bezeichnet das äußerliche Natürliche oder Sinnliche: Nr. 5495; und weil von der Kirche die Rede ist, die bei jener Nachkommenschaft eingesetzt werden sollte, wird solches bezeichnet, was jene Völkerschaft hatte, nämlich das Äußere ohne das Inwendige, somit auch das äußerliche Natürliche oder Sinnliche, aber als getrennt. Daß das vom Inwendigen getrennte Sinnliche voll von Täuschungen und daher von Falschem ist, und daß es gegen das Wahre und Gute des Glaubens ist, sehe man Nr. 6948, 6949. Ehe das Folgende erklärt wird, sehe man, was in betreff jener Nachkommenschaft früher gezeigt wurde, daß nämlich bei ihr das Vorbild einer Kirche war, aber keine Kirche: Nr. 4281, 4288, 6304. Daß der Gottesdienst bei ihnen nur ein äußerer vom Inwendigen getrennter war, und daß sie zu diesem Gottesdienst durch äußere Mittel angetrieben wurden: Nr. 4281, 4433, 4844, 4847, 4865, 4899, 4903. Daß sie keine Auserwählten waren, sondern hartnäckig darauf bestanden, die Kirche zu sein: Nr. 4290, 4293. Daß sie so geartet waren, daß sie Heiliges vorbilden konnten, obwohl sie in körperlichen und weltlichen Liebestrieben (amoribus) waren: Nr. 4293, 4307. Daß jene Völkerschaft so geartet war von ihren ersten Anfängen an: Nr. 4314, 4316, 4317; und mehreres andere, was in Beziehung auf jene Völkerschaft gezeigt wurde: Nr. 4444, 4459 E, 4503, 4750, 4815, 4818, 4820, 4825, 4832, 4837, 4868, 4874, 4911, 4913, 5057, 6877. 7042. "Da begegnete ihm Jehovah", 2. Mose 4/24, bedeutet, was entgegensteht. Dies erhellt aus der Bedeutung von begegnen, sofern es das Entgegenstehende bezeichnet, nämlich der Einsetzung einer Kirche bei jener Völkerschaft. Daß es ein Gegensatz gegen das Göttliche war, wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah ihm begegnete. Nach dem Buchstabensinn scheint es, als ob Jehovah oder das Göttliche sich entgegengesetzt habe, weil gesagt wird, Jehovah sei ihm begegnet; aber der innere Sinn ist, daß es ein Gegensatz gegen das Göttliche war. Das Göttliche setzt sich keineswegs jemanden entgegen, sondern es ist der Mensch oder die Völkerschaft, die sich dem Göttlichen entgegensetzt, und wenn sie sich widersetzt, weil sie das Göttliche nicht aushält, so scheint es, als ob es ein Widerstand von seiten des Göttlichen wäre. Wie es sich damit verhält, kann man an denen sehen, die ins andere Leben kommen, und in den Himmel zu kommen begehren, und doch nicht so beschaffen sind, daß sie in demselben sein können: Wenn ihnen gestattet wird, was sie begehren, und wenn sie auf dem Wege sind und nahe beim Eingang in den Himmel, dann erscheinen sie sich als Scheusale (monstra), und fangen an, Angst und Pein zu fühlen, weil sie das Wahre und Gute, das dort ist, nicht ertragen können, und nun glauben sie, der Himmel und das Göttliche habe sich ihnen entgegengesetzt, während doch sie es sind, die, weil sie im Gegensatz sind, solches über sich bringen. Hieraus kann auch erhellen, daß das Göttliche sich niemanden entgegensetzt, sondern daß der Mensch es ist, der sich dem Göttlichen widersetzt. HG 7043 7043. "Und suchte ihn zu töten", 2. Mose 4/24, bedeutet, daß bei ihr eine vorbildliche Kirche nicht eingesetzt werden konnte. Dies erhellt aus der Bedeutung von zu töten suchen, sofern es heißt, nicht annehmen, wovon Nr. 3387, 3395, hier also, jene Völkerschaft nicht annehmen oder erwählen, so daß bei ihr eine vorbildliche Kirche eingesetzt würde. Jene Völkerschaft wird durch Mose als ihren künftigen Führer und Oberhaupt immer in diesen drei Versen verstanden, (man sehe Nr. 7041). Daß jene Völkerschaft nicht erwählt wurde, sondern hartnäckig darauf bestand, die Kirche zu sein, sehe man Nr. 4290, 4293. Daß keine Kirche, sondern nur das Vorbild einer Kirche bei ihr eingesetzt wurde: Nr. 4281, 4288, 6304. Daß das Kirchliche und Heilige auch vom Bösen vorgebildet werden kann, weil das Vorbildliche es nicht mit der Person, sondern mit der Sache zu tun hat: Nr. 3670, 4208, 4281. Das gleiche wie hier, wird im inneren Sinn dadurch verstanden, daß Jehovah jene Völkerschaft ganz vertilgen und an deren Statt eine andere Völkerschaft aus Mose erwecken wollte: 4. Mose 14/12; wie auch, daß gesagt wird, Jehovah habe es bereut, jener Völkerschaft das Dasein gegeben und sie ins Land Kanaan eingeführt zu haben. 7044. "Da nahm Zippora einen Stein", 2. Mose 4/25, bedeutet die Beschaffenheit, die von der vorbildlichen Kirche durch das Wahre gezeigt wurde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Zippora hier, sofern sie die vorbildliche Kirche bezeichnet; und aus der Bedeutung des Steins, sofern er das Wahre des Glaubens bezeichnet. Daß die Beschneidung durch steinerne Messer (gladiolos petrarum) geschah, bedeutete, daß die Reinigung von unsauberen Trieben durch die Wahrheiten des Glaubens geschehen sollte: Nr. 2039, 2046, 2799, denn die Beschneidung war ein Vorbild der Reinigung von jenen Trieben: Nr. 2799. Der Grund, warum die Reinigung durch Wahrheiten des Glaubens geschieht, ist der, weil diese lehren, was gut, wie auch, was böse ist, und somit was man tun, und was man nicht tun soll, und wenn der Mensch jene Wahrheiten weiß und danach tun will, dann wird er vom Herrn geführt, und durch Seine göttlichen Mittel gereinigt. Weil die Wahrheiten des Glaubens lehren, was böse und was gut sei, so ist klar, daß durch "Zippora nahm einen Stein", die Beschaffenheit bezeichnet wird, die durch das Wahre gezeigt wird. Daß Zippora die vorbildliche Kirche vorbildet, erhellt aus dem, was in diesen Versen folgt. 7045. "Und beschnitt die Vorhaut ihres Sohnes", 2. Mose 4/25, bedeutet die Entfernung der unreinen Triebe, und dadurch die Bloßlegung des Inwendigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von beschneiden, sofern es heißt entfernen; aus der Bedeutung des Vorhaut, sofern sie die irdische und körperliche Liebe bezeichnet, welche die geistige und himmlische Liebe verunreinigt, wovon Nr. 3412, 4462; und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre der vorbildlichen Kirche bezeichnet. Daß der Sohn das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; und daß es jener Kirche angehört, hat den Grund, weil Zippora jene Kirche vorbildet, und sie ihn ihren Sohn nennt, und durch ihn die Beschaffenheit jener Völkerschaft, und daher die Beschaffenheit ihres Gottesdienstes zeigt. Durch die Vorhaut werden die unreinen Triebe bezeichnet, weil die Lenden samt den Zeugungsgliedern der ehelichen Liebe entsprechen (Nr. 5050-5062); und weil sie der ehelichen Liebe entsprechen, entsprechen sie jeder himmlischen und geistigen Liebe: Nr. 686, 4277, 4280, 5054; darum entspricht die Vorhaut den auswendigsten Trieben, die körperliche und irdischen Triebe genannt werden. Wenn diese Triebe ohne inwendige Triebe sind, die geistige und himmlische Triebe genannt werden, so sind sie unrein, wie bei jener Völkerschaft, die im Äußeren ohne das Inwendige war. Ohne das Inwendige wird gesagt, und dadurch verstanden, daß keine Anerkennung des Wahren und keine Neigung zum Guten, somit kein Glaube und keine Liebtätigkeit (vorhanden war), denn diese gehören dem inwendigen Menschen an, und daraus gehen die Übungen der Liebtätigkeit hervor, die das äußere Gute bilden. Dieses Inwendige, das ohne Glauben und Liebtätigkeit, und doch voll von Bösem und Falschem ist, wird vom Herrn leer genannt: Matth.12/43-45. Deshalb wird gesagt das Äußere ohne das Inwendige. Weil nun durch die Vorhaut die äußerlichsten Triebe bezeichnet werden, deswegen kommt die Beschaffenheit jener Triebe, somit die Bloßlegung des Inwendigen zum Vorschein, wenn dieselben entfernt sind, was dadurch bezeichnet wird, daß Zippora die Vorhaut beschnitt. 7046. "Und ließ (dieselbe) seine Füße berühren", 2. Mose 4/25, bedeutet, es wurde gezeigt, wie beschaffen alsdann das Natürliche sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von berühren lassen, sofern es heißt zeigen, denn durch die Berührung wird gezeigt; und aus der Bedeutung der Füße, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wovon Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4933-4952. Darunter, daß gezeigt wurde, wie beschaffen das Natürliche sei, wird verstanden, wie beschaffen jene Völkerschaft innerlich war, was zum Vorschein kommt, wenn das Auswendigere entfernt wird. Das Inwendigere kann bei dem Menschen in der Welt nicht zum Vorschein kommen, ehe das Auswendigere entfernt ist; denn das Auswendigere stellt sich bei den Bösen ganz anders dar, als das Inwendigere will und denkt; denn der Mensch heuchelt Ehrbarkeit, er heuchelt Gerechtigkeit, wie auch christliche Güte oder Liebtätigkeit, und zwar, damit man glauben soll, er sei innerlich so gesinnt. Den Antrieb, so zu handeln, gibt auch die Furcht vor dem Verlust des Einkommens, des guten Namens und der Ehrenstellung, vor gesetzlichen Strafen und die Sorge für das Leben. Wenn aber diese Rücksichten beseitigt sind, und er aus seinem Inwendigeren heraus handelt, dann raubt er wie wahnsinnig die Güter des anderen, und lechzt nach Mord und Blut, sogar nach dem seiner Mitbürger, wie es in Bürgerkriegen der Fall ist. Daß das Inwendigere solcherart ist, tritt noch offenbarer bei den Bösen im anderen Leben hervor, denn es wird ihnen das Äußere genommen, und ihr Inneres aufgedeckt, (worüber man sehe Nr. 7039,) und dann stellt es sich heraus, daß viele, die in der Welt wie Engel sich zeigten, Teufel sind. Daß das Inwendige in einem solchen Widerspruch mit dem Äußeren steht, ist ein Beweis von der gänzlichen Verkehrung des Zustandes des Menschen: bei demjenigen, der eine redliche, gerechte und gute Gesinnung hat, findet ein solcher Widerspruch nicht statt, ein solcher redet, wie er denkt, und denkt, wie er redet. Ganz anders ist es bei denen, die keine redliche, keine gerechte und keine gute Gesinnung haben, bei diesen steht das Inwendige mit dem Äußeren in Widerspruch. Daß die jüdische Völkerschaft von solcher Art war, wird mit folgenden Worten vom Herrn beschrieben bei Matth.23/25-28: "Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr machet euch gleich den weißgetünchten Gräbern, die von außen zwar schön erscheinen, aber inwendig voller Totengebeine und aller Unreinigkeit sind; so erscheint auch ihr von außen den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Ungerechtigkeit". 7047. "Und sprach: Ein Blutbräutigam bist du mir", 2. Mose 4/25, bedeutet voll von aller Gewalttat und Feindseligkeit gegen das Wahre und Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bräutigams, sofern er hier das Vorbildliche der Kirche oder ihr Äußeres bezeichnet, während die vorbildliche Kirche selbst die Braut ist. Daß Mose in diesen drei Versen jene Völkerschaft, und das Vorbildliche der Kirche bei ihr vorbildet, sehe man Nr. 7041; und daß Zippora die vorbildliche Kirche vorbildet: Nr. 7044. Weil Zippora jene Kirche vorbildet, und Mose ihr Äußeres, deswegen nennt Zippora ihn nicht ihren Gatten oder ihren Mann, sondern Bräutigam, denn die Braut kann etwas ganz anderes vorbilden als der Bräutigam, nicht aber der Mann oder Gatte und die Gattin; denn das eheliche Verhältnis bewirkt Einheit. Und aus der Bedeutung des Blutes, sofern es die der Liebtätigkeit angetane Gewalt bezeichnet, wovon Nr. 374, 1005; und sofern es das verfälschte und entweihte Wahre ist: Nr. 4735, 6978, somit die Feindseligkeit gegen das Wahre und Gute. 7048. "Da ließ Er ab von ihm", 2. Mose 4/26, bedeutet, es sei gestattet worden, daß sie vorbildeten. Dies erhellt aus der Bedeutung von ablassen von ihm, nämlich ihn zu töten, sofern es heißt, es sei gestattet worden, daß sie vorbildeten, denn daß Jehovah ihn zu töten suchte, bezeichnete, daß bei jener Völkerschaft keine vorbildliche Kirche eingesetzt werden konnte: Nr. 7043. Wenn nun jetzt gesagt wird, Er habe von ihm abgelassen, so wird bezeichnet, es sei gestattet worden, daß sie vorbildeten, d.h., daß bei jener Völkerschaft das Vorbildliche der Kirche eingesetzt werde, aber nicht die Kirche. Etwas anderes ist es, die Kirche vorbilden,und etwas anderes, die Kirche sein. Dies erhellt daraus, daß auch Böse die Kirche vorbilden können, aber die Kirche sein, können allein die Guten; denn die Kirche vorbilden ist nur etwas Äußeres, man sehe Nr. 3670, 4208, 4281. 7049. "Damals sagte sie, Blutbräutigam um der Beschneidung willen", 2. Mose 4/26, bedeutet, obwohl das Inwendige voll Gewalttat und Feindseligkeit gegen das Wahre und Gute war, so sei doch die Beschneidung als vorbildliches Zeichen der Reinigung von unsauberen Trieben angenommen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutbräutigams, sofern er bezeichnet voll aller Gewalttat und Feindseligkeit gegen das Wahre und Gute, wovon Nr. 7047; und aus der Bedeutung der Beschneidung, sofern sie das vorbildliche Zeichen der Reinigung von unsauberen Trieben ist, wovon Nr. 2039, 3632, 3412, 3413, 4462, 4486, 4493. Dies wird von der Zippora gesagt, weil jetzt jener Völkerschaft gestattet wurde, die Kirche vorzubilden, was dadurch bezeichnet wird, daß Er davon abgelassen habe, ihn zu töten: Nr. 7048. Die Beschneidung wurde das vorbildliche Zeichen der Reinigung aus dem Grunde, weil durch die Beschneidung der Vorhaut die Entfernung der unreinen Triebe, und dadurch die Bloßlegung des Inwendigen bezeichnet wurde: Nr. 7045; wenn daher auf das Inwendige nicht Rücksicht genommen wird, wie bei jener Völkerschaft, die im Äußeren ohne das Inwendige war, dann bleibt nur die Bedeutung der Beschneidung oder Abschneidung der Vorhaut übrig, sofern sie nämlich die Entfernung der unsauberen Triebe, somit die Reinigung bezeichnet, deshalb konnte jenes zu einem vorbildlichen Zeichen dienen. 7050. "Daß in diesen drei Versen Geheimnisse sind, die man ohne den inneren Sinn gar nicht wissen kann, wird aus dem einzelnen in denselben klar; denn wer würde wissen, was es bedeutet, daß Jehovah, nachdem er dem Mose befohlen hatte, nach Ägypten zu gehen, bald darauf, als er auf dem Weg war, ihm begegnete und ihn zu töten suchte. Wer würde wissen, was es bedeutet, daß Zippora, als sie die Vorhaut ihres Sohnes beschnitten hatte, seine Füße berühren ließ, und zu Mose sagte, er sei ihr ein Blutbräutigam? Wer sieht nicht, daß hierin Geheimnisse verborgen sind, und daß diese lediglich nur aus dem inneren Sinn entdeckt werden können? 7051. Diejenigen, die vom inneren Sinn des Wortes nichts wissen, können nicht anders glauben, als daß die israelitische und jüdische Völkerschaft eine vor jeder anderen Völkerschaft auserwählte, und daher vortrefflicher als die übrigen gewesen sei, wie auch sie selbst glaubten. Und merkwürdigerweise glaubt dies nicht bloß jene Völkerschaft selbst, sondern auch die Christen glauben es, obgleich diese wissen, daß jene Völkerschaft in unsauberen Trieben, in schmutzigem Geiz, im Haß und im Hochmut ist; und außerdem, daß sie die inwendigen Dinge, die sich auf die Liebtätigkeit und den Glauben, und die auf den Herrn sich beziehen, für nichts achten, und sogar verabscheuen. Der Grund, warum auch die Christen glauben, jene Völkerschaft sei vor anderen auserwählt gewesen, liegt darin, daß sie glauben, die Erwählung und Seligmachung des Menschen geschehe aus Barmherzigkeit, wie auch immer der Mensch leben möge, und daß so die Lasterhaften ebenso in den Himmel aufgenommen werden können, wie die Frommen und Rechtschaffenen, indem sie nicht bedenken, daß die Erwählung eine allumfassende ist, d.h. sich auf alle erstreckt, die im Guten leben; und daß jeder Mensch ein Gegenstand der Barmherzigkeit des Herrn ist, wenn er vom Bösen absteht, und im Guten leben will, und so sich vom Herrn führen und wiedergebären läßt, was während seines ganzen Lebens geschieht. Daher kommt es auch, daß die meisten in der Christenheit ebenfalls glauben, jene Völkerschaft werde wiederum erwählt, und alsdann ins Land Kanaan zurückgeführt werden, und zwar auch nach dem Buchstabensinn, wie in diesen folgenden Stellen: Jes.10/20,22,23; 11/11,12; 29/22-24; 43/5,6; 49/6-26; 56/8; 60/4; 61/3-10; Kap.62. Jerem.3/14-19; 15/4,14; 16/13,15; 23/7,8; 24/9,10; 31/31,33; 25/29; 29/14,18; 30/3,8-11; 31/8-10,17; 33/16,20,26. Hes.5/10,12,15; 16/60; 20/41; 22/15,16; 34/12,13; 37/21,22; 38/12; 39/23,27,28. Dan.7/27; 12/7; Hos.3/4,5; Joel Kap.2-4; 3/1; Amos 9/8,9f; Micha 5/7,8. Aufgrund dieser, wie auch anderer Stellen glauben die Christen, jene Völkerschaft werde wieder erwählt und in das Land Kanaan eingeführt werden, obwohl sie wissen, daß jene Völkerschaft den Messias (noch) erwartet, der sie einführen soll; und doch ist ihnen bekannt, daß diese Erwartung eine vergebliche ist, daß das Reich des Messias oder Christi nicht von dieser Welt ist, und daß demnach das Land Kanaan, in das der Messias einführen will, der Himmel ist. Sie bedenken auch nicht, daß im Wort ein geistiger Sinn ist, und daß in diesem Sinn unter Israel nicht verstanden wird Israel, unter Jakob nicht Jakob, unter Jehudah nicht Jehudah, sondern daß durch dieselben das verstanden wird, was sie vorbilden. Sie bedenken auch nicht, was die Geschichte von jener Völkerschaft sagt, wie sie beschaffen war in der Wüste, und hernach im Land Kanaan, nämlich im Herzen götzendienerisch; sodann was die Propheten von ihr und ihrer geistigen Hurerei und Greueln sagen. Ihre Beschaffenheit wird in dem Liede bei Mose beschrieben mit folgenden Worten: 5. Mose 32/20,26-28,33-35: "Verbergen werde Ich Mein Angesicht vor ihnen; Ich will sehen, was ihr Ende sein wird; denn sie sind ein verkehrtes Geschlecht, Söhne, in denen keine Treue; Ich würde sagen, Ich will sie wegwerfen in den äußersten Winkel, und ihr Gedächtnis vertilgen unter den Menschen, wenn nur die Feinde nicht sagen würden: unsere starke Hand und nicht Jehovah hat all dieses getan; denn sie sind ein Volk mit verkehrten Ratschlägen, und keine Einsicht ist in ihnen; vom Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock, und von den Feldern Gomorrahs; ihre Trauben sind Trauben von Galle; ihre Beeren sind voll Bitterkeit; Drachengift ist ihr Wein, und ein grausames Gift der Ottern; ist das nicht bei Mir verborgen, versiegelt in Meinen Schätzen? Mein ist die Rache und Vergeltung; zur Zeit wird ihr Fuß wanken; denn nahe ist der Tag ihres Untergangs, und es eilet heran ihr Verhängnis". Daß Jehovah jenes Lied dem Mose vorgesagt, (d.i. eingegeben) habe, sehe man 5. Mose 31/19,21. Über jene Völkerschaft spricht sich auch der Herr in solcher Weise aus: Joh.8/44: "Ihr seid von eurem Vater, dem Teufel, und das Verlangen eures Vaters wollt ihr tun; derselbe war ein Menschenmörder von Anfang, und in der Wahrheit ist er nicht bestanden". Außerdem noch in vielen anderen Stellen. Daß die Christen, obwohl sie dieses wissen, dennoch glauben, jene Völkerschaft werde sich endlich zum Herrn bekehren, und dann in das Land, wo sie früher gewesen war, eingeführt werden, kommt daher, weil sie den inneren Sinn des Wortes nicht kennen; und weil sie meinen, das Leben des Menschen mache nichts aus, und das Böse, wenn es auch durch fortgesetzte Handlungen eingewurzelt sei, bilde kein Hindernis. Ferner, daß der Mensch durch den Glauben, sogar eines einzigen Stündleins, geistig und wiedergeboren und vom Herrn angenommen werden könne; sodann, daß das Eingelassenwerden in den Himmel bloß Sache der Barmherzigkeit sei, und daß diese einer besonderen Völkerschaft zuteil werde, nicht aber auf gleiche Weise allen in der ganzen Welt, welche die Barmherzigkeit des Herrn aufnehmen. Diejenigen, die so denken, wissen nicht, daß es ganz widergöttlich wäre, wenn die einen als Auserwählte zur Seligkeit und für den Himmel, die anderen als nicht auserwählt zur Verdammnis und für die Hölle geboren würden. So vom Göttlichen denken, wäre entsetzlich, weil es die größte Unbarmherzigkeit sein würde, während doch das Göttliche die Barmherzigkeit selbst ist. Aus diesem kann nun erhellen, daß das israelitische und jüdische Volk kein auserwähltes war, und daß es noch viel weniger auserwählt werden wird; wie auch, daß nichts von der Kirche bei ihm war und sein konnte, sondern nur ein Vorbild derselben; und daß es gleichwohl bis auf diesen Tag erhalten wurde wegen des Wortes des Alten Testaments, worüber man sehe Nr. 3479. 7052. Vers 27-31: Und Jehovah sprach zu Aharon: Gehe hin, Mose entgegen, in die Wüste. Und er ging hin und begegnete ihm auf dem Berg Gottes, und küßte ihn. Da berichtete Mose dem Aharon alle Worte Jehovahs, womit Er ihn gesandt, und alle Zeichen, die Er ihm geboten. Und Mose und Aharon gingen hin, und versammelten alle Ältesten der Söhne Israels. Und Aharon redete alle Worte, die Jehovah zu Mose geredet hatte, und tat die Zeichen vor den Augen des Volkes. Und das Volk glaubte, und sie hörten, daß Jehovah die Söhne Israels heimgesucht, und daß Er ihre Trübsal gesehen habe; und sie neigten sich und beteten an. "Und Jehovah sprach zu Aharon" bedeutet das Wahre der Lehre, und dabei das Innewerden vom Göttlichen her; "Gehe hin, Mose entgegen" bedeutet, es soll mit dem unmittelbar vom Göttlichen ausgehenden Wahren verbunden werden; "in die Wüste" bedeutet da, wo es vorher nicht so ist; "und er ging hin und begegnete ihm auf dem Berg Gottes" bedeutet die Verbindung im Guten der Liebe daselbst; "und küßte ihn" bedeutet die Neigung zur Verbindung; "da berichtete Mose dem Aharon alle Worte Jehovahs" bedeutet den Einfluß des vom Göttlichen des Herrn unmittelbar ausgehenden Wahren in das Wahre, das mittelbar ausgeht, und die Unterweisung im einzelnen der Lehre; "womit Er ihn gesandt" bedeutet das ausgeht; "und alle Zeichen, die Er ihm geboten" bedeutet die Erleuchtung und daher zugleich Bestätigung; "und Mose und Aharon gingen hin" bedeutet das Leben der Verbindung von beiden; "und versammelten alle Ältesten der Söhne Israels" bedeutet die Hauptstücke der Weisheit, welche die geistige Kirche hat; "und Aharon redete alle Worte, die Jehovah zu Mose geredet hatte" bedeutet die Lehre daher vom Göttlichen; "und tat die Zeichen vor den Augen des Volkes" bedeutet die Bestätigung, so daß sie begriffen wurden; "und das Volk glaubte, und sie hörten" bedeutet Glauben und Hoffnung; "daß Jehovah die Söhne Israels heimgesucht" bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche durch das Kommen des Herrn befreit und selig gemacht wurden; "und daß Er ihre Trübsal gesehen habe" bedeutet nach so großen Versuchungen; "und sie neigten sich und beteten an" bedeutet die Demütigung. 7053. "Und Jehovah sprach zu Aharon", 2. Mose 4/27, bedeutet das Wahre der Lehre, und dabei das Innewerden vom Göttlichen her. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er sprach", sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon früher. Jehovah sprach, bedeutet das Innewerden vom Göttlichen her; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre des Wahren und Guten darstellt, wovon Nr. 6998, 7009, somit das Wahre derselben. Alle Lehre nämlich gehört dem Wahren an, denn die Lehre handelt vom Wahren und infolgedessen vom Guten, und heißt die Glaubenslehre. Ferner handelt sie vom Guten und dem daher stammenden Wahren, und dann heißt sie die Lehre der Liebtätigkeit. Aber beide gehören dem Wahren an. 7054. "Gehe hin, Mose entgegen", 2. Mose 4/27, bedeutet, es solle mit dem unmittelbar vom Göttlichen ausgehenden Wahren verbunden werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von entgegengehen, sofern es heißt verbunden werden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das unmittelbar vom Göttlichen ausgehende Wahre darstellt, wovon Nr. 7010. 7055. "In die Wüste", 2. Mose 4/27, bedeutet, wo es vorher nicht so ist, nämlich (keine) Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie ist, wo noch wenig Leben (vorhanden ist), wovon Nr. 1927, somit, wo nichts Gutes und daher Wahres ist: Nr. 4736; denn daher kommt das Leben. Hier (bedeutet es), wo noch keine Verbindung des unmittelbar vom Göttlichen ausgehenden Wahren mit dem mittelbar ausgehenden Wahren stattfand. Daß daselbst die Verbindung geschehen sollte, wird dadurch bezeichnet, daß Aharon dem Mose entgegengehen sollte in die Wüste. Was diese Verbindung betrifft, so wisse man, daß beim Menschen das vom Göttlichen mittelbar ausgehende Wahre vorhanden, und dennoch nicht verbunden sein kann mit dem Wahren, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht. Aber weil dies Geheimnisse sind, so soll es mit Beispielen erläutert werden: Diejenigen, die der bei ihnen begründeten Lehre ihrer Kirche gemäß denken und lehren, und ob sie Wahrheiten seien, nur daher wissen, weil sie aus der Lehre der Kirche stammen und von gelehrten und erleuchteten Männern gelehrt wurden. Solche können das mittelbar vom Göttlichen ausgehende Wahre haben, dennoch aber ist es (bei ihnen) nicht verbunden mit dem Wahren, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, denn wenn es verbunden wäre, dann hätten sie die Neigung, das Wahre zu erkennen um des Wahren willen und hauptsächlich um des Lebens willen. Dadurch wären sie auch begabt mit dem Innewerden, ob die Lehren ihrer Kirche wahr seien, ehe sie dieselben bei sich begründen, und würden im einzelnen sehen, ob die Gründe dafür auch mit der Wahrheit selbst übereinstimmen. Als Beispiel mögen auch dienen die Propheten, durch die das Wort geschrieben wurde. Sie schrieben es so, wie der Geist vom Göttlichen es ihnen vorsagte, denn die Worte selbst, die sie schreiben sollten, wurden ihnen hörbar verkündigt. Bei ihnen war das mittelbar vom Göttlichen, d.h. durch den Himmel ausgehende Wahre, aber darum noch nicht das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausging, denn sie hatten kein Innewerden, was das einzelne im inneren Sinn bedeutete; denn wenn beides verbunden ist, dann findet ein Innewerden statt. Diese Verbindung findet sich selten bei einem Menschen, aber sie findet sich bei allen, die im Himmel, besonders bei denen, die im inwendigsten oder dritten Himmel sind. Sie findet sich beim Menschen nur dann, wenn er insoweit wiedergeboren ist, daß er vom Sinnlichen bis zu seinem Vernünftigen erhoben, und so ins Licht des Himmels, wo die Engel sind, gestellt werden kann. Bei jedem Menschen findet zwar sowohl ein unmittelbarer als mittelbarer göttlicher Einfluß statt (Nr. 6063, 7004), aber eine Verbindung nur bei denjenigen, die ein Innewerden des Wahren aus dem Guten haben, denn diejenigen, bei denen der unmittelbar göttliche Einfluß mit dem mittelbaren verbunden ist, lassen sich vom Herrn führen, die aber, bei denen diese Einflüsse nicht verbunden sind, führen sich selbst, und lieben es so. Aus diesem kann nun erhellen, was hier unter Wüste verstanden wird, daß sie nämlich da ist, wo keine Verbindung. 7056. "Und begegnete ihm auf dem Berg Gottes", 2. Mose 4/27, bedeutet die Verbindung im Guten der Liebe daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von begegnen oder entgegenkommen, sofern es eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 7054; und aus der Bedeutung des Berges Gottes, sofern er das Gute der göttlichen Liebe bezeichnet, wovon Nr. 6829. Es verhält sich damit in folgender Weise: Die Verbindung des unmittelbar vom Göttlichen ausgehenden Wahren mit dem Wahren, das mittelbar ausgeht, kann nur stattfinden im Guten, denn das Gute ist der eigentliche Boden; die Wahrheiten sind Samenkörner, die nirgends denn im Guten, als in ihrem Boden wachsen. Das Gute ist auch die eigentliche Seele des Wahren, wodurch das Wahre, um ein Wahres zu sein, zum Dasein kommt, und wovon es lebt. Das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, wird das Wahre genannt, aber es ist an sich Gutes, weil es vom göttlich Guten ausgeht. Das Wahre heißt es, weil es im Himmel als ein Licht erscheint; aber es ist wie das Frühlingslicht, mit welchem eine alles auf dem Erdreich belebende Wärme vereinigt ist. Hieraus kann auch erhellen, daß die Verbindung des unmittelbar vom Göttlichen ausgehenden Wahren mit dem Wahren, das mittelbar ausgeht, nur stattfinden kann im Guten, folglich nur, wenn der Mensch vom Wahren angeregt wird um des Wahren willen, hauptsächlich um des Guten, somit um des Lebens willen; denn alsdann ist der Mensch im Guten. Wie es sich mit jener Verbindung verhalte, kann man ferner aus Folgendem erkennen: Das vom Göttlichen unmittelbar ausgehende Wahre geht in den Willen des Menschen ein, das ist ein Weg; hingegen das Wahre, das vom Göttlichen mittelbar ausgeht, geht in den Verstand des Menschen ein; deshalb kann keine Verbindung geschehen, wenn der Wille und der Verstand nicht zusammenwirken, nämlich wenn nicht der Wille das Gute will, und der Verstand es durch das Wahre bestätigt. Daher erscheint, wenn die Verbindung vollzogen ist, der Herr als gegenwärtig; Seine Gegenwart wird auch empfunden; wenn aber keine Verbindung da ist, dann ist der Herr gleichsam abwesend, aber Seine Abwesenheit wird nicht empfunden, wenn man nicht aus einigem Innewerden weiß, was Seine Gegenwart ist. 7057. "Und küßte ihn", 2. Mose 4/27, bedeutet die Neigung zur Verbindung, wie aus der Bedeutung von küssen erhellt, sofern es eine Verbindung aus Neigung bezeichnet, wovon Nr. 3573, 3574, 4353, 5929, 6260. 7058. "Da berichtete Mose dem Aharon alle Worte Jehovahs", 2. Mose 4/28, bedeutet den Einfluß des vom Göttlichen des Herrn unmittelbar ausgehenden Wahren in das Wahre, das mittelbar ausgeht, und die Unterweisung im einzelnen der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von berichten sofern es einen Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 5966; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das vom Göttlichen des Herrn unmittelbar ausgehende Wahre darstellt, wovon Nr. 7010, 7054; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er das vom Göttlichen des Herrn mittelbar ausgehende Wahre bezeichnet, wovon Nr. 7009; und aus der Bedeutung aller Worte Jehovahs, sofern sie das einzelne der Lehre sind. Die Unterweisung wird dadurch bezeichnet, daß Mose sie dem Aharon berichtete; denn die Unterweisung geschieht vom Herrn durch den Einfluß, der durch berichten bezeichnet wird. Hieraus wird klar, daß durch "Mose berichtete dem Aharon alle Worte Jehovahs" bezeichnet wird den Einfluß des vom Göttlichen des Herrn unmittelbar ausgehenden Wahren in das Wahre, das mittelbar ausgeht, und die Unterweisung im einzelnen der Lehre. Was die Unterweisung im einzelnen der Lehre betrifft, so findet sie statt, wenn das vom Göttlichen des Herrn unmittelbar ausgehende Wahre verbunden wird mit dem Wahren, das mittelbar ausgeht, denn alsdann findet ein Innewerden statt, man sehe Nr. 7055. Diese Verbindung findet hauptsächlich bei den Engeln statt, die im inwendigsten oder dritten Himmel sind, und himmlische genannt werden. Diese haben ein ganz klares Innewerden von beiderlei Wahrem, und daher von der Gegenwart des Herrn. Der Grund ist, weil sie mehr als andere im Guten sind, denn sie haben das Gute der Unschuld, deswegen sind sie dem Herrn am nächsten und in einem blitzenden und gleichsam flammenden Lichte; denn sie sehen den Herrn als Sonne, deren Lichtstrahlen solcherart sind, infolge der Nähe. Es wird gesagt, das vom Göttlichen des Herrn unmittelbar ausgehende Wahre, obwohl hier im inneren Sinn gehandelt wird vom Herrn, als Er in der Welt war, und als Er Seinen Vater als einen von ihm getrennten anrief; wie sich aber dieses verhalte, wurde früher einigemal gezeigt, daß nämlich das Göttliche Selbst oder Jehovah in Ihm war; denn Er wurde von Jehovah empfangen. Daher nennt Er Ihn Seinen Vater und Sich Seinen Sohn; aber der Herr war alsdann in dem von der Mutter anererbten schwachen Menschlichen, und in dem Maß, als Er in diesem war, erschien Jehovah oder das Göttliche Selbst, das in Ihm war, abwesend, aber in dem Maß, als der Herr im verherrlichten oder göttlich gemachten Menschlichen war, war Jehovah oder das Göttliche Selbst gegenwärtig und im Menschlichen selbst. Hieraus kann man abnehmen, wie es gemeint ist, wenn gesagt wird, daß das Wahre, das vom Göttlichen unmittelbar ausgegangen war, aus dem Göttlichen des Herrn gewesen sei. 7059. "Womit Er ihn gesandt", 2. Mose 4/28, bedeutet, das ausgeht, nämlich das einzelne der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesandt werden, sofern es soviel ist als ausgehen, wovon Nr. 2397, 4710. 7060. "Und alle Zeichen, die Er ihm geboten", 2. Mose 4/28, bedeutet die Erleuchtung und daher zugleich die Bestätigung, wie aus der Bedeutung der Zeichen erhellt, sofern sie die Erleuchtung und Bestätigung der Wahrheiten sind, wovon Nr. 7012. 7061. "Und Mose und Aharon gingen hin", 2. Mose 4/29, bedeutet das Leben der Verbindung von beiden, nämlich des unmittelbar vom Göttlichen ausgehenden Wahren und des Wahren, das mittelbar ausgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, sofern es Leben bezeichnet, wovon Nr. 3335, 3690, 4882, 5493; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das unmittelbar vom Göttlichen ausgehende Wahre darstellt, wovon Nr. 7010, 7054; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er das mittelbar vom Herrn ausgehende Wahre bezeichnet, wovon Nr. 7009. Daher wird nun, weil sie miteinander gingen, das Leben der Verbindung von beiden bezeichnet. 7062. "Und versammelten alle Ältesten der Söhne Israels", 2. Mose 4/29, bedeutet die Hauptstücke der Weisheit, welche die geistige Kirche hat. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ältesten, sofern sie die Hauptstücke der Weisheit bezeichnen, somit das, was mit dem Guten übereinstimmt, wovon Nr. 6524; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die geistige Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637. 7063. "Und Aharon redete alle Worte, die Jehovah zu Mose geredet hatte", 2. Mose 4/30, bedeutet die Lehre daher vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es gesagt wird von der Lehre, die durch Aharon vorgebildet wird, sofern es die Verkündigung und Predigt ist, wovon Nr. 6987, 6999; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er das vom Göttlichen des Herrn mittelbar ausgehende Wahre, somit die Lehre des Wahren und Guten ist, wovon Nr. 6998, 7009; und aus der Bedeutung der Worte, die Jehovah zu Mose geredet hatte, sofern es heißt aus dem Göttlichen, d.h. durch das Wahre, das vom Göttlichen des Herrn unmittelbar ausgeht, welches Wahre durch Mose vorgebildet wird: Nr. 7010, 7054. 7064. "Und tat die Zeichen vor den Augen des Volkes", 2. Mose 4/30, bedeutet die Bestätigung bis dahin, daß sie begriffen wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zeichen, sofern sie die Bestätigung der Wahrheiten und somit die Erkenntnis bezeichnen, wovon Nr. 6870; und aus der Bedeutung der Augen, sofern sie das bezeichnen, was dem inwendigen Gesicht oder Verstand angehört, wovon Nr. 2701, 3820, 4403-4421, 4523-4534; "vor den Augen" heißt also, so daß sie verstanden oder begriffen wurden. 7065. "Und das Volk glaubte, und sie hörten", 2. Mose 4/31, bedeutet Glauben und Hoffnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von Glauben, sofern es soviel ist als glauben im geistigen Sinn, oder der Glaube, wovon Nr. 6956, 6970; und aus der Bedeutung von hören, sofern es ist gehorchen und auch wahrnehmen, wovon Nr. 5017; hier, Hoffnung haben, denn wer im Glauben und Gehorsam ist, bekommt Hoffnung, wenn er die Bestätigungen wahrnimmt, denn die Hoffnung kommt daher. 7066. "Daß Jehovah die Söhne Israels heimgesucht", 2. Mose 4/31, bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche durch das Kommen des Herrn befreit und selig gemacht wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von heimsuchen, sofern es die Befreiung durch das Kommen des Herrn in die Welt bezeichnet, wovon Nr. 6895, somit auch die Seligmachung. Daß die Angehörigen der geistigen Kirche durch das Kommen des Herrn in die Welt an Kindes Statt angenommen und selig gemacht wurden, sehe man Nr. 6854, 6914, 7035. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die geistige Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637. Daß Jehovah im Wort der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6281, 6303. 6905. 7067. "Und daß Er ihre Trübsal gesehen habe", 2. Mose 4/31, bedeutet nach so großen Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Trübsal, sofern sie die Versuchung ist, wovon Nr. 5356; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, wovon Nr. 6426, 6637. Von der Trübsal oder Anfechtung durch Falsches, somit von den Versuchungen derjenigen, die Angehörige der geistigen Kirche waren, vor dem Kommen des Herrn, sehe man Nr. 6854, 6914, 7037. 7068. "Und sie neigten sich und beteten an", 2. Mose 4/31, bedeutet die Demütigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, und von anbeten, sofern es eine Wirkung der Demütigung ist, wovon Nr. 2153, 6266; daß aber "sich neigen" eine äußerliche Demütigung bezeichnet, und Sache derjenigen ist, die im Wahren sind, und daß "sich bücken" eine innere Demütigung bezeichnet, und Sache derjenigen ist, die im Guten sind, sehe man Nr. 5682. Daß es sich so verhält, zeigte sich öfters bei denen, die im Wahren sind, und bei denen, die im Guten: die, welche (bloß) im Wahren sind, erscheinen gleichsam starr, und stehen aufrecht wie verhärtet, und wenn sie sich vor dem Göttlichen demütigen müssen, neigen sie bloß ein wenig den Leib; die hingegen, die im Guten sind, erscheinen gleichsam weich, und wenn sie sich vor dem Herrn demütigen, so bücken sie sich bis zur Erde; denn das Wahre ohne das Gute ist ganz starr, wenn es aber das Gute als Zweck im Auge hat, so fängt dieses Starre an, weich zu werden. Aber das Gute ist an sich weich, und das Wahre, das eingeflößt wird, weil es in demselben gut wird, wird auch weich. Die Ursache ist, weil das Wahre in die himmlische Form nur vom Guten geordnet werden kann. Daher ist es an sich hart; denn die himmlische Form ist höchst frei und widerstandslos; daher ist das Gute, bei dem das Wahre gehörig geordnet ist, ebenso und erscheint weich.   Nr. 7069 - 7086 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 5. Kapitel 1. Und hernach kamen Mose und Aharon, und sagten zu Pharao: So spricht Jehovah, der Gott Israels: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir ein Fest halten in der Wüste. 2. Da sprach Pharao: Wer ist Jehovah, dessen Stimme ich hören soll, Israel zu entlassen? ich kenne den Jehovah nicht, und werde auch Israel nicht entlassen. 3. Und sie sprachen: Der Gott der Hebräer ist uns begegnet, so laß uns doch ziehen drei Tagereisen in die Wüste, und opfern dem Jehovah, unserem Gott, auf daß Er uns nicht überfalle mit der Pest und mit dem Schwert. 4. Da sprach zu ihnen der König von Ägypten: Warum, Mose und Aharon, macht ihr das Volk abwendig von seinen Werken? gehet zu euren Lasten. 5. Und Pharao sprach: Siehe, viel ist schon jetzt des Volkes im Lande, und ihr wollt sie feiern lassen von ihren Lasten. 6. Da gebot Pharao an jenem Tage den Treibern im Volk und seinen Amtleuten, und sprach: 7. Hinfort sollt ihr dem Volk kein Stroh geben Ziegel zu machen, wie gestern und vorgestern, selber sollen sie gehen und sich Stroh zusammenstoppeln. 8. Und das (bestimmte) Maß der Ziegel, das sie gestern und vorgestern machten, sollt ihr ihnen auflegen; nichts sollt ihr davon abziehen; denn sie sind nachlässig, darum schreien sie und sprechen: laß uns ziehen (und) opfern unserem Gott. 9. Schwer soll drücken der Dienst auf die Männer, und sie sollen ihn tun, und sich nicht kehren an Worte der Lüge. 10. Und die Treiber des Volkes und seine Amtleute gingen aus und redeten zum Volk und sagten: So sprach Pharao: Mitnichten gebe ich euch Stroh. 11. Gehet selber, nehmet euch Stroh, wo ihr es findet, doch nichts soll abgezogen werden von eurem Dienst. 12. Und das Volk zerstreute sich in ganz Ägyptenland, um Stoppeln zu sammeln zum Stroh. 13. Und die Treiber drängten und sprachen: Vollendet eure Werke, das Wort des Tages an seinem Tage (d.h. was bestimmt ist für jeden Tag), sowie früher, als Stroh da war. 14. Und es wurden geschlagen die Amtleute der Söhne Israels, welche die Treiber Pharaos über sie gesetzt hatten, indem man sprach: Warum vollendet ihr nicht eure Satzung, Ziegel zu machen, wie gestern und vorgestern, so gestern und heute? 15. Da kamen die Amtleute der Söhne Israels, und schrieen zu Pharao und sprachen: Warum tust du also deinen Knechten? 16. Kein Stroh wird gegeben deinen Knechten, aber die Ziegel, sagen sie zu uns, machet, und siehe, deine Knechte werden geschlagen; und es versündigt sich an uns dein Volk. 17. Er aber sprach: Lässig seid ihr, lässig, deshalb saget ihr: wir wollen gehen (und) opfern dem Jehovah. 18. Und nun gehet und arbeitet, aber Stroh wird euch nicht gegeben, aber das bestimmte Maß der Ziegel sollt ihr geben. 19. Da sahen die Amtleute der Söhne Israels, daß es übel mit ihnen stand, weil man sprach: Ihr sollt nichts abziehen von euren Ziegeln, was für jeden Tag bestimmt ist. 20. Und sie begegneten dem Mose und Aharon, die da standen zu ihrer Begegnung, wenn sie herkämen von Pharao. 21. Und sagten zu ihnen: Jehovah sehe auf euch, und richte, daß ihr stinkend gemacht habt unseren Geruch in den Augen Pharaos, und in den Augen seiner Knechte, um das Schwert zu geben in ihre Hand, uns zu erwürgen. 22. Da wandte sich Mose wieder zu Jehovah und sprach: Herr, warum hast Du übel getan diesem Volk; warum denn hast Du mich gesandt? 23. Und seitdem ich gekommen bin zu Pharao zu reden in Deinem Namen, hat er übel getan diesem Volk, und Dein Volk hast Du nicht befreit.   Inhalt 7087. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn weiter gehandelt von der Anfechtung der Angehörigen der geistigen Kirche durch Falsches. Zuerst wird von denen, die anfochten, gesagt, sie hätten die göttliche Mahnung gar nicht beachtet; zweitens, sie hätten sie nachher noch mehr angefochten, indem sie Täuschungen und erdichtete Falschheiten als Einwürfe gebrauchten, welche die Angehörigen der geistigen Kirche nicht wegzuschaffen vermochten; und daß diese, weil sie sich der Anfechtenden nicht entledigen konnten, es Gott geklagt hätten.   Innerer Sinn 7088. Vers 1-4: Und hernach kamen Mose und Aharon, und sagten zu Pharao: So spricht Jehovah, der Gott Israels: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir ein Fest halten in der Wüste. Da sprach Pharao: Wer ist Jehovah, dessen Stimme ich hören soll, Israel zu entlassen? ich kenne den Jehovah nicht, und werde auch Israel nicht entlassen. Und sie sprachen: Der Gott der Hebräer ist uns begegnet, so laß uns doch ziehen drei Tagereisen in die Wüste, und opfern dem Jehovah, unserem Gott, auf daß Er uns nicht überfalle mit der Pest und mit dem Schwert. Da sprach zu ihnen der König von Ägypten: Warum, Mose und Aharon, macht ihr das Volk abwendig von seinen Werken? gehet zu euren Lasten. "Und hernach kamen Mose und Aharon" bedeutet das göttliche Gesetz und die Lehre daher; "und sagten zu Pharao" bedeutet infolgedessen Ermahnung an diejenigen, die gegen die Wahrheiten der Kirche sind; "so spricht Jehovah, der Gott Israels" bedeutet aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn; "entlaß Mein Volk" bedeutet, sie sollen aufhören, jene anzufechten; "daß sie Mir ein Fest halten in der Wüste" bedeutet, auf daß sie mit Freudigkeit den Herrn verehren im Dunkeln des Glaubens, worin sie sich befinden; "da sprach Pharao" bedeutet das entgegengesetzte Denken; "wer ist Jehovah, dessen Stimme ich hören soll" bedeutet über den Herrn, dessen Ermahnung sie befolgen sollten; "Israel zu entlassen" bedeutet, sie möchten aufhören; "ich kenne den Jehovah nicht" bedeutet, daß sie nichts nach dem Herrn fragen; "und werde auch Israel nicht entlassen" bedeutet, sie würden auch die Anfechtung nicht aufgeben; "und sie sprachen: Der Gott der Hebräer ist uns begegnet" bedeutet der Gott der Kirche habe es selbst befohlen; "so laß uns doch ziehen drei Tagreisen in die Wüste" bedeutet, daß sie in einem vom Falschen ganz entfernten Zustand sein müßten, wie wohl im Dunkeln des Glaubens; "und opfern dem Jehovah, unserem Gott" bedeutet, um den Herrn zu verehren; "auf daß Er uns nicht überfalle mit der Pest und mit dem Schwert" bedeutet, damit sie der Verdammnis des Bösen und Falschen entgehen möchten; "da sprach zu ihnen der König von Ägypten" bedeutet die Antwort von seiten derer, die im Falschen sind; "warum, Mose und Aharon, macht ihr das Volk abwendig von seinen Werken?" bedeutet, durch ihr göttliches Gesetz und ihre Lehre würden sie von ihren Beschwerden nicht befreit werden; "gehet zu euren Lasten" bedeutet, sie müßten in Kämpfen leben. 7089. "Und hernach kamen Mose und Aharon", 2. Mose 5/1, bedeutet das göttliche Gesetz und die Lehre daher. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes bezeichnet, wovon Nr. 6752, und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre des Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 6998. Durch das göttliche Gesetz, das Mose vorbildet, wird das Wort verstanden, wie es in seinem inneren Sinn beschaffen ist, somit wie es in den Himmeln ist; durch die Lehre aber wird das Wort verstanden, wie es in seinem buchstäblichen Sinn beschaffen ist, somit wie es auf Erden ist. Wie sehr beide voneinander verschieden sind, kann aus dem erhellen, was bisher nach dem inneren Sinn des Wortes erklärt wurde. Zur Erläuterung mögen die Zehn Gebote dienen, die vorzugsweise das Gesetz genannt werden: der buchstäbliche Sinn derselben ist: man soll die Eltern ehren, man soll nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen usw.; aber der innere Sinn ist, man soll den Herrn verehren, man soll keinen Haß haben, man soll das Wahre nicht verfälschen, man soll sich nicht anmaßen, was des Herrn ist. So werden diese vier Gebote des Dekalogs im Himmel verstanden; und so auch die übrigen in ihrer Weise. In den Himmeln weiß man nämlich von keinem anderen Vater als vom Herrn; deswegen verstehen sie, statt daß man die Eltern ehren soll, man soll den Herrn verehren. In den Himmeln weiß man auch nicht, was töten heißt, denn sie leben in Ewigkeit; sondern statt töten, verstehen sie hassen und das geistige Leben von jemand beschädigen. In den Himmeln weiß man auch nichts von ehebrechen, daher werden sie statt desselben das Entsprechende inne, nämlich das Wahre nicht verfälschen. Für stehlen werden sie inne, dem Herrn nichts wegnehmen, und sich selbst anmaßen, z.B. das Gute und Wahre. So beschaffen ist dieses Gesetz, und auch das ganze Wort in den Himmeln. Diese Beschaffenheit hat es somit im inneren Sinn, ja dieser ist noch tiefer, denn das meiste, was in den Himmeln gedacht und gesagt wird, fällt nicht in die Worte einer menschlichen Sprache, weil dort die geistige Welt ist, nicht aber die natürliche. Und was der geistigen Welt angehört, geht über das, was der natürlichen Welt angehört, so hinaus, wie das Nichtmaterielle über die Dinge, die materiell sind. Weil aber gleichwohl die materiellen Dinge jenem entsprechen, so kann es durch Materielles ausgedrückt werden, somit durch natürliche Rede, nicht aber durch geistige; denn die geistige Rede besteht nicht aus materiellen, sondern aus geistigen Worten, welche Ideen sind, die sich in der geistigen Sphäre (aura) zu Worten gestalten, und durch allerlei Veränderungen des himmlischen Lichtes dargestellt werden. Dieses Licht ist aber an sich lauter göttliche Einsicht und Weisheit, die vom Herrn ausgeht. Hieraus kann erhellen, was in seinem echten Sinn verstanden wird unter dem göttlichen Gesetz, das Mose vorbildet, und was unter der Lehre, die Aharon (vorbildet). 7090. "Und sagten zu Pharao", 2. Mose 5/1, bedeutet die Ermahnung an diejenigen, die gegen die Wahrheiten der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, das hier, weil es von Mose und Aharon auf göttlichen Befehl geschah, eine Ermahnung bezeichnet, wie auch Nr. 7033; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Wißtümliche bezeichnet, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist, wovon Nr. 6651, 6673, 6683, somit auch diejenigen, die so beschaffen sind. Hier und im Folgenden wird von denjenigen Angehörigen der geistigen Kirche gehandelt, die durch das Kommen des Herrn in die Welt selig gemacht wurden, und die vor Seinem Kommen auf der unteren Erde behalten, und daselbst vom Falschen, d.h. von Höllengeistern, die im Falschen aus dem Bösen sind, beunruhigt worden waren. Jene Erde ist unter den Fußsohlen, rings umgeben von den Höllen. Auf der vorderen Seite von denjenigen, welche die Wahrheiten verfälscht und das Gute verkehrt haben; zur Rechten von denjenigen, welche die göttliche Ordnung umkehren und sich dadurch Macht zu verschaffen suchen. Rückwärts von bösen Genien, welche aus Selbstliebe insgeheim böse Tücke gegen den Nächsten ausgeübt haben. Tief unter ihnen sind solche, die das Göttliche ganz verachtet, und die Natur vergöttert, und so alles Geistige von sich gestoßen haben. Von solchen sind diejenigen umgeben, die auf der unteren Erde sind, wo die Angehörigen der geistigen Kirche vor dem Kommen des Herrn verwahrt und angefochten wurden. Gleichwohl aber wurden sie vom Herrn beschützt und in den Himmel erhoben mit dem Herrn, als Er auferstand. Über diese sehe man was Nr. 6854, 6855, 6914, 6945, 7035 gesagt und gezeigt wurde. Die untere Erde, wo die Angehörigen der geistigen Kirche vor dem Kommen des Herrn verwahrt wurden, wird im Wort einigemal genannt: Jes.44/23: "Lobsinget ihr Himmel, weil Jehovah es vollführt, jubelt ihr unteren Örter der Erde, lasset schallen ihr Berge den Jubelsang, Wald und alle Bäume darin; denn Jehovah hat Jakob erlöst, und in Israel sich verherrlicht": hier von denen, die auf der unteren Erde (waren), daß sie vom Herrn selig gemacht wurden. Jakob und Israel bezeichnen die geistige Kirche, Jakob die äußere Kirche, Israel die innere: Nr. 3305, 4286, 6426. Hes.26/20: "Ich werde dich hinunterstoßen mit denen, die hinunterfahren in die Grube, zum Volk der Vorzeit, und dich wohnen lassen auf der Erde der Unteren, (d.i. in der Unterwelt,) in den Ödungen". Hes.31/14,16: "Zum Land der Unteren inmitten der Söhne des Menschen, zu denen, die hinabfahren in die Grube. Daher werden sich trösten auf der unteren Erde alle Bäume Edens, die Auswahl und das Vornehmste des Libanon, alle, die da Wasser trinken": hier ist die untere Erde der Ort, wo die Angehörigen der geistigen Kirche waren. Auch heutzutage werden diejenigen Angehörigen der Kirche, die ihre Vorstellungen mit weltlichen und irdischen Dingen erfüllten, und dadurch bewirkten, daß die Wahrheiten des Glaubens mit solchen (Vorstellungen) verbunden wurden, in die untere Erde hinabversetzt, und hier sind sie ebenfalls in Kämpfen, und zwar so lange, bis jene weltlichen und irdischen Dinge von den Wahrheiten des Glaubens losgetrennt, und solche (Vorstellungen) eingepflanzt sind, vermöge derer sie nicht mehr damit verbunden werden. Ist es soweit gekommen, dann werden sie von da in den Himmel erhoben; denn ehe solche Dinge weggeschafft sind, können sie keineswegs bei den Engeln sein, denn sie bilden Finsternis und Verunreinigungen, die mit dem Licht und der Reinheit des Himmels nicht zusammenstimmen. Jene weltlichen und irdischen Dinge können eben nur durch Kämpfe gegen das Falsche getrennt und weggeschafft werden, und diese Kämpfe geschehen auf folgende Weise: Die, welche sich dort befinden, werden durch Sinnestäuschungen und die daher kommenden Falschheiten angefochten, die von den umgebenden Höllengeistern ausgesandt werden. Vom Herrn aber werden sie durch den Himmel entfernt, und alsdann zugleich Wahrheiten eingeflößt. Und dieses tritt in Erscheinung wie bei denen, die sich in Kämpfen befinden. Daher kommt es, daß man die geistige Kirche eine kämpfende nennen darf. Aber heutzutage ist sie selten bei jemand eine kämpfende in der Welt, denn der Mensch der Kirche hält, während er in der Welt lebt, den Kampf nicht aus, wegen der Rotte der Bösen, in deren Mitte er ist; und wegen der Schwachheit des Fleisches, worin er sich befindet. Im anderen Leben kann der Mensch kräftig in den Banden des Gewissens gehalten werden, nicht aber ebenso in der Welt, denn wenn er in der Welt in eine Art von Verzweiflung kommt, wie gewöhnlich diejenigen, die in (solchen) Kämpfen sind, dann zerreißt er sogleich jene Bande. Wenn er sie aber zerreißt, dann unterliegt er, und wenn er so unterliegt, dann ist es um seine Seligkeit geschehen. Daher kommt es, daß heutzutage wenige innerhalb der Kirche vom Herrn in Kämpfe für die Wahrheiten gegen das Falsche zugelassen werden. Diese Kämpfe bilden geistige Versuchungen. Man sehe auch, was über die untere Erde und die Abödungen daselbst früher: Nr. 4728, 4940-4951, 6854 gezeigt wurde. 7091. "So spricht Jehovah, der Gott Israels", 2. Mose 5/1, bedeutet, aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn (komme) Ermahnung an diejenigen, die gegen die Wahrheiten der Kirche sind. Dies erhellt daraus, daß durch Jehovah, den Gott Israels, der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden wird. Daß durch Jehovah im Wort der Herr bezeichnet ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6303, 6281, 6905. Gott Israels wird Er genannt, weil durch Israel das geistige Reich des Herrn bezeichnet wird: Nr. 6426, 6637, und weil der Herr durch Sein Kommen in die Welt die Angehörigen dieses Reiches oder dieser Kirche selig gemacht hat: Nr. 6854, 6914, 7035. Daß der Gott Israels der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist, kommt daher, weil die Angehörigen dieser Kirche von allem Geistigen und Himmlischen natürliche Vorstellungen haben, und auch vom Göttlichen, und deshalb könnten sie, wenn sie das Göttliche sich nicht unter dem Bilde eines natürlichen Menschen dächten, mit dem Göttlichen durch keinerlei Neigung verbunden werden, denn wenn sie vom Göttlichen nicht wie von einem natürlichen Menschen dächten, so hätten sie vom Göttlichen entweder gar keine oder abenteuerliche Vorstellungen, und würden so das Göttliche verunreinigen. Daher kommt es, daß durch den Gott Israels der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, und zwar in Ansehung des natürlich Göttlichen verstanden wird. Daß unter Israel und Jakob im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Natürlichen verstanden wird, unter Israel in Ansehung des inneren göttlich Natürlichen und unter Jakob in Ansehung des äußeren göttlich Natürlichen, sehe man Nr. 4570; und daß die Angehörigen der geistigen Kirche durch das Göttlich-Menschliche des Herrn selig gemacht worden sind, und (noch) selig gemacht werden: Nr. 2833, 2834; sodann, daß der Mensch der geistigen Kirche, der Israel, ein inwendiger Natürlicher ist: Nr. 4286, 4402. Hieraus wird nun klar, warum der Herr im Wort Jehovah der Gott Israels, und Jehovah der Heilige Israels heißt. Ein jeder kann wissen, daß eine solche Benennung des Göttlichen sich eben nur auf etwas Heiliges bezieht, das nicht im Buchstabensinn erscheint. Daß der Herr in Ansehung des göttlich Natürlichen unter dem Gott Israels verstanden wird, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, und zwar deutlich aus folgenden: 2. Mose 24/9,10: "Mose und Aharon, Nadab und Abihu und die siebzig Ältesten Israels sahen den Gott Israels, und unter Seinen Füßen war wie ein Werk von Saphirstein und an Klarheit wie die Substanz des Himmels". Daß es der Herr war und nicht Jehovah, Welcher der Vater genannt wird, erhellt aus den Worten des Herrn bei Joh.1/18: "Gott hat niemand je gesehen; Joh.5/37: "weder Seine Stimme habt ihr je gehört, noch Seine Gestalt gesehen". Jes.45/3: "Geben werde Ich dir die Schätze der Finsternis und die in den Schlupfwinkeln verborgenen Güter, auf daß du erkennest, daß Ich Jehovah, Der Ich dich genannt habe mit deinem Namen, Gott Israels". Hes.1/26-28: "Über dem Haupt der Cherubim war wie das Ansehen des Saphirsteins die Ähnlichkeit (die Gestalt) eines Throns; und über der Ähnlichkeit eines Throns eine Ähnlichkeit wie das Ansehen eines Menschen oben auf demselben, und es war anzusehen wie Feuer und Regenbogen und Glanz ringsumher". Hes.1/28; 8/4; 9/3; 10/19,20: "Dies heißt die Herrlichkeit Jehovahs, und des Gottes Israels". Und auch wo die Rede ist vom neuen Tempel bei Hes.43/2; 44/2; außerdem in mehreren anderen Stellen, wie Jes.17/6; 21/10,17; 24/15; 41/17; Ps.41/14; 59/6; 68/9,36; 69/7; 72/18 und anderwärts. Dann auch der Heilige Israels: Jes.1/4; 5/19; 10/20; 17/7; 30/11,12,15; 49/7; 60/9,14; Hes.39/7. Daß der Gott Israels und der Heilige Israels der Herr in Ansehung des Göttlichen-Menschlichen ist, ergibt sich auch daraus, daß Er der Erlöser, der Heiland, der Bildner (Factor) heißt: der Erlöser bei Jes.47/4: "Unser Erlöser ist Jehovah Zebaoth, Sein Name ist der Heilige Israels"; sodann Jes.41/14; 43/14; 48/17; 54/5; der Heiland bei Jes.43/3; der Bildner Jes.45/11. Aus diesen Stellen erhellt auch, daß unter Jehovah im Wort des Alten Testaments kein anderer verstanden wird als der Herr; denn Er heißt Jehovah, der Gott und Heilige Israels, der Erlöser, der Heiland, der Bildner: Jehovah der Erlöser und Heiland: Jes.49/26: "Auf daß alles Fleisch erkenne, daß Ich Jehovah (bin), dein Heiland und dein Erlöser, der Starke Jakobs". Jes.60/16: "Auf daß du wissest, daß Ich Jehovah bin, dein Heiland und dein Erlöser, der Mächtige Israels". Wie auch Jes.43/14; 44/6,24; 54/8; 63/16; Ps.19/15. Daß der Herr Israel, d.h. die Angehörigen der geistigen Kirche selig gemacht hat, Jes.63/7-9: "Der Barmherzigkeit Jehovahs will ich gedenken, des Ruhmes Jehovahs, nach allem, was uns Jehovah erzeigt hat, Der von großer Güte ist dem Hause Israels; Er hat gesagt: gewißlich, Mein Volk sind sie, Söhne, die nicht lügen; und darum ist Er ihnen geworden zum Heiland; in all ihrer Drangsal, war Ihm (auch) Drangsal, und der Engel Seines Angesichts hat sie befreit; um Seiner Liebe und Seiner Huld willen hat Er sie erlöst, und sie angenommen, und sie getragen in allen Tagen der Ewigkeit". 7092. "Entlaß Mein Volk", 2. Mose 5/1, bedeutet, sie sollen aufhören, jene anzufechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, wenn es zu Pharao gesagt wird, durch den das Falsche vorgebildet wird, das die Wahrheiten der Kirche anficht, sofern es heißt, von der Anfechtung ablassen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier unter Mein Volk verstanden sind, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637. 7093. "Daß sie Mir ein Fest halten in der Wüste", 2. Mose 5/1, bedeutet, auf daß sie mit Freudigkeit den Herrn verehren, im Dunkeln des Glaubens, worin sie sich befinden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Fest halten", sofern es die Verehrung mit Freudigkeit bezeichnet, worüber in Folgenden. Daß es der Herr ist, dem sie ein Fest halten sollten, und Der hier verstanden wird unter Mir oder unter Jehovah, sehe man Nr. 7091. Und aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie das Dunkle des Glaubens bezeichnet, wovon Nr. 2708, 7055. Daß die Angehörigen der geistigen Kirche beziehungsweise im Dunkeln des Glaubens sind, sehe man Nr. 2708, 2715, 2716, 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3241, 3246, 3833, 6289, 6500, 6945. Daß durch "ein Fest halten" die Verehrung mit Freudigkeit bezeichnet wird, hat den Grund, weil das Fest drei Tagreisen von Ägypten weg gehalten werden sollte, somit in einem Zustand der Nichtanfechtung von Falschem, d.h. im Zustand der Freiheit; denn wer vom Falschen befreit wird, und von der Drangsal, worin er alsdann sich befindet, der sagt dem Herrn freudigen Dank, somit hält er Ihm ein Fest. Auch wird gesagt, die Feste, die bei jenem Volk eingesetzt worden sind und deren es jährlich drei waren, seien eingesetzt worden zum Andenken an die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten, d.h. im geistigen Sinn zum Andenken an die Befreiung von der Anfechtung von Falschem durch das Kommen des Herrn in die Welt. Darum wurde auch befohlen, sie sollten fröhlich sein; wie erhellt 3. Mose 23/40: "Am Fest der Laubhütten sollet ihr am ersten Tag die Frucht edler Bäume, Palmzweige und Äste dicht belaubter Bäume und Bachweiden nehmen, und fröhlich sein vor Jehovah, euerm Gott, sieben Tage": durch die Frucht edler Bäume, die Palmzweige, die Äste dicht belaubter Bäume und die Bachweiden wird die Freude aus dem Guten und Wahren vom Inwendigsten des Menschen bis zu seinem Äußeren bezeichnet: das Gute der Liebe, welches das Inwendigste ist, wird bezeichnet durch die Frucht edler Bäume, das Gute des Glaubens durch die Palmzweige, das wißtümlich Wahre durch die Äste dicht belaubter Bäume, und das sinnlich Wahre, welches das Äußerste ist, durch die Bachweiden. Daß befohlen wurde, man solle solche (Dinge) nehmen, konnte nicht geschehen ohne Ursache aus der geistigen Welt, und diese Ursache kann nur klar werden aus dem inneren Sinn. Daß sie am Fest der Wochen fröhlich sein sollten, erhellt 5. Mose 16/10,11: "Du sollst das Fest der Wochen feiern Jehovah, deinem Gott, und fröhlich sein vor Jehovah, deinem Gott, du, und dein Sohn, und deine Tochter, und dein Knecht, und deine Magd, und der Levit, der in deinen Toren ist": auch durch diese Worte wird im inneren Sinn bezeichnet die Freudigkeit aus dem Guten und Wahren vom Inwendigsten bis zum Äußeren. Daß an den Festen Fröhlichkeit herrschen sollte, und daß somit ein Fest halten heißt (den Herrn) mit Freudigkeit verehren, erhellt auch aus folgenden Stellen: Jes.30/29: "Gesang wird bei euch sein, wie in einer Nacht, wo man ein Fest feiert". Nahum 2/1: "Siehe, auf den Bergen die Füße des frohen Botschafters, der Frieden verkündigt; feiere deine Feste, Jehudah, erstatte deine Gelübde, denn hinfort wird nicht mehr durch dich hingehen Belial (der Verderber), er wird ganz ausgerottet werden". Sach.8/19: "Das Fasten soll dem Hause Jehudahs zur Freude werden, und zur Fröhlichkeit, und zu guten Festen; jedoch liebet die Wahrheit und den Frieden". Hos.2/11: "Ich will aufhören lassen alle Freude, ihre Feste und ihre Neumonde". Amos 8/10: "Verwandeln werde Ich eure Feste in Trauer, und alle eure Lieder in Wehklagen". Daß ein Fest halten die Verehrung mit Freudigkeit bezeichnet, weil sie von der Knechtschaft in Ägypten befreit wurden, d.h. im geistigen Sinn, weil sie von der Anfechtung durch das Falsche befreit wurden, ist offenbar aus dem Passahfest. Es wurde nämlich angeordnet, daß dasselbe jährlich an dem Tag gefeiert werden sollte, an dem sie aus Ägypten zogen, und zwar wegen der Befreiung der Söhne Israels aus der Knechtschaft, d.h. wegen Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche vom Falschen, somit von der Verdammnis; und weil der Herr durch Sein Kommen sie befreit und mit sich in den Himmel erhoben hat bei Seiner Auferstehung, darum ist auch diese am Passah (Osterfest) geschehen. Dies wird auch bezeichnet durch des Herrn Worte bei Joh.12/31,32: "Jetzt ist das Gericht dieser Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden; Ich aber, wenn Ich erhöht sein werde von der Erde, werde alle zu Mir ziehen". 7094. "Da sprach Pharao", 2. Mose 5/2, bedeutet das entgegengesetzte Denken. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es heißt denken, wovon Nr. 3395. Daß es das entgegengesetzte Denken ist von seiten derer, die anfechten, und durch Pharao vorgebildet werden, erhellt aus dem gleich Folgenden; denn Pharao ließ keineswegs nach, sondern beschwerte die Söhne Israels noch mehr. 7095. "Wer ist Jehovah, Dessen Stimme ich hören soll", 2. Mose 5/2, bedeutet, über den Herrn, dessen Ermahnung sie befolgen sollten, nämlich das entgegengesetzte Denken. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie hier eine Ermahnung bezeichnet, weil sie sich auf das bezieht, was Mose und Aharon zu Pharao gesagt haben, wovon Nr. 7090. Und aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt gehorchen, wovon Nr. 2542, 3869, 5017; somit bedeutet die Stimme hören, der Ermahnung gehorchen oder sie befolgen. Daß der Herr es ist, Dessen Ermahnung er nicht befolgen wollte, hat den Grund, weil durch Jehovah im Wort kein anderer als der Herr verstanden wird, man sehe Nr. 7091. 7096. "Israel zu entlassen", 2. Mose 5/2, bedeutet, sie sollten aufhören. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt aufhören, wie Nr. 7092, nämlich die Angehörigen der geistigen Kirche, die hier das Volk sind, anzufechten. Daß die Söhne Israels die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, sehe man Nr. 6426. 7097. "Ich kenne den Jehovah nicht", 2. Mose 5/2, bedeutet, daß sie nichts nach dem Herrn fragen. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht kennen, sofern es heißt, nichts nach einem fragen, denn wer nichts nach jemand fragt, der sagt, er kenne ihn nicht. Daß durch Jehovah der Herr verstanden wird, sehe man Nr. 7091. Daß Pharao sagt, er kenne den Jehovah nicht, damit verhält es sich in folgender Weise: Die Ägypter kannten Jehovah von Alters her, aus dem Grund, weil die Alte Kirche auch in Ägypten gewesen war, wie offenbar daraus erhellen kann, daß sie die Kenntnis der Vorbilder und Bezeichnungen jener Kirche hatten. Die ägyptischen Hieroglyphen sind nichts anderes, denn durch sie wurden geistige Dinge bezeichnet. Auch wußten sie, daß sie wirklich Entsprechungen waren, und weil sie anfingen, solche bei ihrem Gottesdienst zu brauchen, und sie zu verehren, und zuletzt auch in Zaubereien zu verwandeln, und sich dadurch der teuflischen Rotte in der Hölle anzuschließen, deshalb zerstörten sie die Alte Kirche bei sich ganz und gar. Daher kommt es, daß durch die Ägypter im Wort das verkehrte Wißtümliche der Kirche bezeichnet wird, wie auch das Falsche, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist. Als in Ägypten auf solche Weise die Gottesverehrung verkehrt war, da durften sie auch Jehovah nicht mehr verehren, und zuletzt nicht einmal wissen; daß Jehovah der Gott der Alten Kirche war, und zwar deswegen, damit sie den Namen Jehovahs nicht entweihen möchten. Daß der Name Jehovahs auch zu jener Zeit bekannt war, und zwar, ehe er wieder den Nachkommen Abrahams durch Mose auf dem Berg Horeb verkündigt wurde, erhellt augenscheinlich daraus, daß Bileam, der aus Syrien war, nicht nur den Jehovah kannte, sondern auch Ihn anbetete und Ihm auch opferte: 4. Mose 22/22,24. Hieraus kann man nun erkennen, warum Pharao sagte: "Wer ist Jehovah, dessen Stimme ich hören soll, das Volk zu entlassen? ich kenne den Jehovah nicht". Weil aber durch Pharao diejenigen in den Höllen vorgebildet werden, die im Falschen sind, und die Angehörigen der geistigen Kirche anfechten, darum soll gesagt werden, wie es sich mit diesen verhält: Diejenigen, die in den Höllen sind und die Angehörigen der geistigen Kirche anfechten, bestehen meistens aus solchen, die behaupteten, der Glaube allein mache selig, und doch ein dem Glauben entgegengesetztes Leben führten; und weil nach dem Tode des Leibes das Leben übrigbleibt, so setzten sie auch das Böse, das sie dachten, ins Werk und vollbrachten es. Deshalb wenden sie das, was sie für Gegenstände ihres Glaubens erklärten, entweder dazu an, das Böse ihres Lebens zu beschönigen, oder verwerfen es gänzlich. Damit sie aber die Wahrheiten des Glaubens nicht mißbrauchen, werden sie derselben beraubt, und wenn sie derselben beraubt sind, so ergreifen sie das Falsche, das ganz gegen die Wahrheiten des Glaubens ist, und fechten sofort durch Falsches diejenigen an, die in den Wahrheiten sind. Das ist alsdann ihre Lebenslust. Mehrere von ihnen erlernen auch Zaubereien, um sich eine Macht zu verschaffen. Das tun diejenigen, die durch verschiedene Kunstgriffe, die sie in der Welt ersonnen hatten, den Nächsten betrogen, und weil es ihnen gelang, hernach alles ihrer Klugheit zuschrieben. Diejenigen, die zu solchen geworden sind, erkennen den Vater als Weltschöpfer an, nicht aber den Herrn. Vom Herrn sagen sie, wie hier Pharao von Jehovah: Wer ist Jehovah? ich kenne den Jehovah nicht; ja, wie die allgemeine Himmelssphäre voll von der Anerkennung und Liebe des Herrn ist, so ist die allgemeine Sphäre der Höllen voll von der Leugnung des Herrn und vom Haß gegen Ihn. Auch leiden sie es nicht, daß Er genannt werde. Diese Höllengeister sind von der Art, daß sie durch Ermahnungen und Drohungen sich nicht abhalten lassen, so sehr ist es die Lust ihres Lebens, die Frommen anzufechten, und sie von der Anerkennung des Herrn und vom Glauben an Ihn abzubringen. Ihre Lebenslust wird sogar durch die Ermahnungen, daß sie davon ablassen sollen, gesteigert; denn sie kommen dadurch auf die Meinung, es werde mit denen, die sie anfechten, bald aus sein. Diese nun sind es, die unter Pharao und den Ägyptern insonderheit verstanden werden. 7098. "Und werde auch Israel nicht entlassen", 2. Mose 5/2, bedeutet, sie würden von der Anfechtung nicht ablassen, was sich aus dem ergibt, was Nr. 7092, 7096 gesagt wurde. 7099. "Und sie sprachen: der Gott der Hebräer ist uns begegnet", 2. Mose 5/3, bedeutet, der Gott der Kirche habe es selbst befohlen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hebräer, sofern sie die Angehörigen der Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6675, 6684, 6738; und aus der Bedeutung von begegnen, sofern es heißt befehlen, wovon Nr. 6903. 7100. "So laß uns doch ziehen drei Tagreisen in die Wüste", 2. Mose 5/3, bedeutet, sie müßten in einem vom Falschen ganz entfernten Zustand sein, wiewohl im Dunkeln des Glaubens, man sehe Nr. 6904, wo die gleichen Worte. 7101. "Und opfern dem Jehovah, unserm Gott", 2. Mose 5/3, bedeutet, um den Herrn zu verehren. Man sehe Nr. 6905, wo ebenfalls die gleichen Worte. 7102. "Auf daß Er uns nicht überfalle mit der Pest und mit dem Schwert", 2. Mose 5/3, bedeutet, damit sie der Verdammnis des Bösen und Falschen entgehen möchten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf daß Er uns nicht überfalle", sofern es heißt, damit sie nicht hineingeraten möchten, nämlich in die Verdammnis. Aus der Bedeutung der Pest, sofern sie die Verdammnis des Bösen bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Schwerts, sofern es die Verwüstung des Wahren bezeichnet, sodann die Bestrafung des Falschen, wovon Nr. 2799, somit ebenfalls die Verdammnis; denn die Bestrafung des Falschen, wenn das Wahre verwüstet worden, ist die Verdammnis. Im Wort werden vier Gattungen von Verwüstungen und Bestrafungen erwähnt, nämlich das Schwert, der Hunger, böse wilde Tiere und die Pest. Durch das Schwert wird die Verwüstung des Wahren und die Bestrafung des Falschen bezeichnet; durch den Hunger die Verwüstung des Guten und die Bestrafung des Bösen, durch das böse wilde Tier die Bestrafung des Bösen aus dem Falschen; durch die Pest die Bestrafung des Bösen, das nicht aus dem Falschen, sondern aus dem Bösen (stammt). Und weil die Bestrafung bezeichnet wird, so wird auch die Verdammnis bezeichnet, denn diese ist die Bestrafung derjenigen, die im Bösen beharren. Von diesen vier Gattungen von Strafen heißt es bei Hes.14/21: "Wenn Ich Meine vier bösen Gerichte, Schwert, und Hunger, und böses Wild, und Pest schicken werde über Jerusalem, auszurotten Mensch und Tier". Hes.5/17: "Schicken werde Ich über euch Hunger, und böses Wild, und dich kinderlos machen, und Pest und Blut wird durch dich hingehen, hauptsächlich das Schwert werde Ich bringen über dich". Daß durch die Pest die Bestrafung des Bösen und dessen Verdammnis bezeichnet wird, erhellt aus folgenden Stellen: Hes.33/27: "Die in Wüsteneien werden durch das Schwert sterben, und wer auf dem Felde ist, den werde Ich den wilden Tieren geben, ihn zu fressen, und die in den Festungen und Höhlen, werden an der Pest sterben": in den Wüsteneien durch das Schwert sterben bedeutet, in der Verwüstung des Wahren und daher in der Verdammnis des Falschen sein. Die auf dem Felde sollen den wilden Tieren zu fressen gegeben werden, bedeutet die Verdammnis derjenigen, die im Bösen aus dem Falschen sind. Die in den Festungen und Höhlen an der Pest sterben, für die Verdammnis des Bösen, das durch das Falsche sich bestärkt. Hes.7/15: "Das Schwert draußen, und die Pest und der Hunger drinnen; wer auf dem Felde ist, wird durch das Schwert sterben, wer aber in der Stadt, den werden Hunger und Pest verzehren": Schwert für die Verwüstung des Wahren und Verdammnis des Falschen; Hunger und Pest für die Verwüstung des Guten und Verdammnis des Bösen. Vom Schwert wird gesagt draußen, und vom Hunger und der Pest drinnen, weil die Verwüstung des Wahren außerhalb ist, aber die Verwüstung des Guten innerhalb. Wenn man aber nach dem Falschen lebt, so wird die Verdammnis bezeichnet durch "wer auf dem Felde ist, wird durch das Schwert sterben", und wenn man im Bösen lebt, das durch das Falsche beschönigt wird, dann wird die Verdammnis bezeichnet durch "wer in der Stadt ist, den werden Hunger und Pest verzehren". 3. Mose 26/25,26: "Bringen werde Ich über euch ein Schwert, das da übet die Rache Meines Bundes; wo ihr euch sammelt in eure Städte, werde Ich die Pest senden in eure Mitte, und euch übergeben in die Hand des Feindes; indem Ich euch zerbrechen werde den Stab des Brotes": hier (steht) Schwert ebenfalls für die Verwüstung des Wahren und Verdammnis des Falschen. Pest für die Verdammnis des Bösen. Die Verwüstung des Guten, die durch Hunger bezeichnet wird, wird dadurch beschrieben, daß Er den Stab des Brotes zerbrechen werde. Durch die Städte, in welche sie sich versammeln, wird in gleicher Weise wie oben das Falsche bezeichnet, durch das sie ihr Böses beschönigen. Daß die Städte das Wahre bezeichnen, somit im entgegengesetzten Sinn das Falsche, sehe man Nr. 402, 2268, 2712, 2943, 3216, 4492, 4934. Hes.5/12: "Darum, weil du Mein Heiligtum verunreinigt hast mit allen deinen Greueln, so soll der dritte Teil von dir an der Pest sterben, und vom Hunger verzehrt werden in deiner Mitte; der dritte Teil soll hierauf durchs Schwert fallen rings um dich her; den dritten Teil endlich werde Ich in alle Winde zerstreuen, und das Schwert ziehen hinter ihnen her": Hunger für Verdammnis des Bösen, Schwert für Verdammnis des Falschen; in alle Winde zerstreuen, und das Schwert hinter ihnen herziehen, bedeutet, Wahres zerstören und Falsches ergreifen. Jerem.14/12: "Wenn sie Brandopfer und Speisopfer bringen, so habe Ich kein Gefallen daran, sondern durch das Schwert, Hunger und Pest werde Ich sie verzehren". Jerem.21/6,7,9: "Schlagen werde Ich die Einwohner dieser Stadt, so Mensch als Vieh, durch große Pest werden sie sterben, danach werde Ich Zedekia, den König Jehudahs, und seine Knechte, und das Volk, und die in dieser Stadt übriggeblieben sind von der Pest und vom Schwert und vom Hunger, in die Hand Nebukadnezars geben. Wer in dieser Stadt bleibt, wird sterben durch das Schwert und Hunger und Pest; wer aber hinausgeht und abfällt zu den Chaldäern, die euch belagern, wird leben und seine Seele wird ihm zur Beute werden". Jerem.24/10: "Senden werde Ich unter sie das Schwert, den Hunger und die Pest, bis sie aufgerieben sind aus dem Lande": auch hier wird durch Schwert die Verwüstung des Wahren, durch Hunger die Verwüstung des Guten, durch Pest die Verdammnis bezeichnet; außerdem durch Schwert, Hunger und Pest in folgenden Stellen: Jerem.27/8; 29/17,18; 32/24,36; 34/17; 38/2; 42/17,22; 44/13; Hes.12/16. Weil diese drei in ihrer Ordnung folgen, deswegen wurden diese drei dem David vom Propheten Gad vorgelegt, nämlich: "Ob kommen sollen sieben Jahre Hunger; ob er drei Monate fliehen soll vor den Feinden; und ob drei Tage Pest im Lande (sein solle)": 2.Sam.24/13: fliehen vor den Feinden (steht) für Schwert. Amos 4/10: "Gesandt habe Ich unter euch die Pest in der Weise Ägyptens, erwürgt mit dem Schwert eure Jünglinge, nebst der Erbeutung eurer Rosse": Pest in der Weise Ägyptens, bedeutet die Verwüstung des Guten durch Falsches, das die Weise Ägyptens ist; erwürgt habe Ich mit dem Schwert die Jünglinge nebst der Erbeutung der Rosse, bedeutet die Verwüstung des Wahren; durch Jünglinge werden die Wahrheiten bezeichnet, und durch Rosse das Verständnis: Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 6534. Hes.5/17: "Pest und Blut wird durch dich hingehen". Hes.28/23: "Senden werde Ich über dasselbe (Zidon) Pest und Blut in seinen Gassen": hier steht Pest für das geschändete Gute, und Blut für das verfälschte Wahre. Daß Blut das verfälschte Wahre bedeutet, sehe man Nr. 4735, 6978. Ps.91/5,6: "Nicht darfst du dich fürchten vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der bei Tage fliegt, vor der Pest, die im Dunkeln schleicht, vor dem Tod, der am Mittag verwüstet": Grauen der Nacht für das Falsche, das im Verborgenen ist; Pfeil, der bei Tage fliegt, für das Falsche, das offen hervortritt. Pest, die im Dunkeln schleicht, für das Böse, das im Verborgenen; Tod, der am Mittag verwüstet, für das Böse, das offen auftritt. Daß die Pest das Böse und die Verdammnis des Bösen bedeutet, erhellt daraus, daß der Tod genannt wird, der sich hier von der Pest bloß dadurch unterscheidet, daß es vom Tod heißt, er verwüste am Mittag, und von der Pest, sie schleiche im Dunkeln. Ps.78/50: "Er bahnte seinem Zorn einen Pfad, er hielt ihre Seele nicht vom Tode zurück, und ihr Leben gab er der Pest preis": hier von den Ägyptern. Pest bedeutet alle Gattungen des Bösen und dessen Verdammnis. HG 7103 7103. "Da sprach zu ihnen der König von Ägypten", 2. Mose 5/4, bedeutet die Antwort von seiten derer, die im Falschen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Pharao zu Mose und Aharon (gesprochen wird), sofern es das entgegengesetzte Denken bezeichnet, wie Nr. 7094, somit das Denken, das der Antwort angehört. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos oder des Königs von Ägypten, sofern er das falsche Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 6692, somit auch diejenigen, die im Falschen. 7104. "Warum, Mose und Aharon, macht ihr das Volk abwendig von seinen Werken", 2. Mose 5/4, bedeutet, durch ihr göttliches Gesetz und ihre Lehre würden sie von ihren Beschwerlichkeiten nicht frei werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes bezeichnet, wovon Nr. 6723, 6752; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er den Herrn in Ansehung der Lehre aus demselben bezeichnet, wovon Nr. 6998, 7009; aus der Bedeutung von abwendig machen, sofern es heißt frei machen; und aus der Bedeutung der Werke, sofern es Beschwerlichkeiten sind; denn ihre Werke waren Arbeiten und auch Lasten, wie folgt, somit Beschwerlichkeiten infolge von Kämpfen, die durch Werke und Lasten im inneren Sinn bezeichnet werden. 7105. "Gehet zu euren Lasten", 2. Mose 5/4, bedeutet, sie müßten in Kämpfen leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, sofern es heißt leben, wovon Nr. 3335, 4882, 5493, 5605; und aus der Bedeutung der Lasten, sofern sie Anfechtungen durch Falsches bezeichnen, wovon Nr. 6757, somit Kämpfe dagegen. 7106. Vers 5-9: Und Pharao sprach: Siehe, viel ist schon jetzt des Volkes im Lande, und ihr wollt sie feiern lassen von ihren Lasten. Da gebot Pharao an jenem Tage den Treibern im Volk und seinen Amtleuten, und sprach: Hinfort sollt ihr dem Volk kein Stroh geben Ziegel zu machen, wie gestern und vorgestern, selber sollen sie gehen und sich Stroh zusammenstoppeln. Und das (bestimmte) Maß der Ziegel, das sie gestern und vorgestern machten, sollt ihr ihnen auflegen; nichts sollt ihr davon abziehen; denn sie sind nachlässig, darum schreien sie und sprechen: laß uns ziehen (und) opfern unserem Gott. Schwer soll drücken der Dienst auf die Männer, und sie sollen ihn tun, und sich nicht kehren an Worte der Lüge. "Und Pharao sprach" bedeutet den Willen derjenigen, welche die Wahrheiten der Kirche anfechten; "siehe, viel ist schon jetzt des Volkes im Lande" bedeutet die Menge der Angehörigen der geistigen Kirche; "und ihr wollt sie feiern lassen von ihren Lasten" bedeutet, man habe sie noch nicht genug angefochten; "da gebot Pharao an jenem Tage" bedeutet die Begierde, die Wahrheiten der Kirche anzufechten während jenes Zustandes; "den Treibern im Volk und seinen Amtleuten, und sprach" bedeutet diejenigen, die zunächst anfechten, und die zunächst aufnehmen; "hinfort sollt ihr dem Volk kein Stroh geben" bedeutet das unterste Wißtümliche, welches das allerallgemeinste; "Ziegel zu machen" bedeutet zu dem Erdichteten und Falschen, das hineingebracht werden soll; "wie gestern und vorgestern" bedeutet, nicht wie im früheren Zustand; "selber sollen sie gehen und sich Stroh zusammenstoppeln" bedeutet, sie sollen jenes unterste Wißtümliche sich selbst verschaffen; "und das (bestimmte) Maß der Ziegel, das sie gestern und vorgestern machten, sollt ihr ihnen auflegen" bedeutet das Erdichtete und Falsche soll in derselben Menge, wie früher, hineingebracht werden; "nichts sollt ihr davon abziehen" bedeutet ohne Verminderung; "denn sie sind nachlässig" bedeutet, weil sie nicht genug bekämpft würden; "darum schreien sie und sprechen: laß uns ziehen (und) opfern unserem Gott" bedeutet, darum beschäftigen sie sich so angelegentlich mit dem Gedanken an einen solchen Gottesdienst; "schwer soll drücken der Dienst auf die Männer" bedeutet die Bekämpfung soll noch stärker betrieben werden; "und sie sollen ihn tun" bedeutet, auf daß er seine Wirkung mache; "und sich nicht kehren an Worte der Lüge" bedeutet, damit sie sich nicht wenden zu den Wahrheiten. 7107. "Und Pharao sprach", 2. Mose 5/5, bedeutet den Willen derjenigen, welche die Wahrheiten der Kirche anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es (hier) den Willen bezeichnet, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er diejenigen bezeichnet, welche die Wahrheiten der Kirche anfechten, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, somit die Angehörigen der geistigen Kirche, denn von diesen sagt man, daß sie in den Wahrheiten der Kirche seien. Daß sprechen soviel ist als Wollen oder Wille, hat den Grund, weil es dasjenige, was folgt, in sich schließt; denn wenn einer etwas will, so spricht er es aus. Weil "er sprach" dasjenige in sich schließt, was folgt, daher bedeutet es mancherlei, z.B. einen Befehl: Nr. 7036; eine Ermahnung: Nr. 5012, 7033, 7090; eine Mitteilung: Nr. 3060, 4131, 6228; das Denken: Nr. 7094; im eigentlichen Sinn das Innewerden: Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2862, 3509, 5687. 7108. "Siehe, viel schon ist des Volkes im Lande", 2. Mose 5/5, bedeutet die Menge der Angehörigen der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes im Lande, sofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, wovon Nr. 2928; denn das Volk bedeutet diejenigen, die in den Wahrheiten des Glaubens sind: Nr. 1259, 1260, 3581, und das Land bedeutet die Kirche, wovon Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4447, 4535, 4577. 7109. "Und ihr wollt sie feiern lassen von ihren Lasten", 2. Mose 5/5, bedeutet, man habe sie noch nicht genug angefochten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lasten, sofern es die Anfechtungen durch Falsches sind, und daher Kämpfe, wovon Nr. 6757, 7104, 7105; daher ist feiern lassen von Lasten soviel, als man habe sie noch nicht genug angefochten. 7110. "Da gebot Pharao an jenem Tage", 2. Mose 5/6, bedeutet die Begierde, die Wahrheiten der Kirche anzufechten während jenes Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, sofern es einen Befehl bezeichnet; und weil in dem Befehl der Bösen die Begierde liegt, Böses zu tun, denn daher kommt der Befehl, der von ihnen ausgeht, deshalb wird durch "er gebot", auch die Begierde bezeichnet. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er diejenigen bezeichnet, welche die Wahrheiten der Kirche anfechten, wovon Nr. 6651, 6679, 6683; und aus der Bedeutung des Tages, sofern er den Zustand ausdrückt, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850. 7111. "Den Treibern im Volk und seinen Amtleuten, und sprach", 2. Mose 5/6, bedeutet diejenigen, die zunächst anfechten, und die zunächst aufnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Treiber, sofern es die sind, die zum Dienen nötigen, wovon Nr. 6852; und weil dies durch Anfechtungen geschieht, so werden durch Treiber auch diejenigen bezeichnet, die anfechten, jedoch die, welche zunächst anfechten, von denen unten; und aus der Bedeutung der Amtleute, sofern es diejenigen sind, die zunächst aufnehmen; denn die Amtleute waren aus den Söhnen Israels, die Treiber aber aus den Ägyptern, wie aus dem Folgenden erhellt. Somit sind im inneren Sinn Amtleute diejenigen, welche die Anfechtung zunächst aufnehmen, und Treiber die, welche zunächst anfechten. Welche diese sind, kann man im anderen Leben an denen merken, die anfechten und Falsches und Böses einflößen, und die es aufnehmen und mitteilen. Die, welche anfechten und Falsches und Böses einflößen, sind Höllen, aber um dies bewirken zu können, schicken sie von sich Sendlinge aus, durch die sie wirken; diese erscheinen nicht weit von denen, die angefochten werden. Dies geschieht deswegen, damit die Gedanken und Absichten mehrerer konzentriert werden, sonst würden sie zerstieben. Diese Sendlinge erscheinen an ihren bestimmten Orten in der Geisterwelt; und eben aus den Orten, wo sie erscheinen, kann man erkennen, aus welcher Hölle sie sind. Einige erscheinen über dem Haupte in verschiedener Höhe, und in verschiedener schiefer Richtung; einige neben dem Haupt zur Rechten oder zur Linken, auch hinter demselben. Einige unter dem Haupt bald da, bald dort am Leib, in Flächen vom Haupte an bis zu den Fußsohlen. Dieselben fließen mit solchem ein, was von der Hölle ausgeworfen wird; und was einfließt, fühlt der Geist oder Mensch nicht anders, und weiß daher auch nicht anders, als daß es in ihm selbst sei, d.h., als ob er es selber denke und beabsichtige. Jene Sendlinge werden Subjekte (Träger) genannt; über diese sehe man, was aus Erfahrung Nr. 4403, 5856, 5983-5989 gezeigt wurde. Weil diese zunächst anfechten, werden sie durch Treiber bezeichnet. Die aber von jenen aufnehmen und mitteilen, werden durch Amtleute bezeichnet, und sind vermittelnde Geister; denn die Amtleute waren aus den Söhnen Israels, aber die Treiber von den Ägyptern. Amtleute hießen beim israelitischen und jüdischen Volk solche, die sagen mußten, was man tun sollte, und die befahlen; deshalb saßen sie auch mit den Richtern und Ältesten in den Toren, und sagten dem Volk, was geurteilt wurde, dann auch was vom Führer geboten wurde, wie aus folgenden Stellen erhellen kann: 5. Mose 16/18: "Richter und Amtleute sollst du setzen in allen deinen Toren nach deinen Stämmen, die das Volk richten sollen mit dem Gericht der Gerechtigkeit". 5. Mose 20/5,8,9: "Wenn sie zum Krieg ausziehen werden, soll der Priester zum Volk reden und ermahnen, daß sie sich nicht fürchten sollen, hernach sollen die Amtleute sagen, wer ein Haus gebaut hat, soll wieder umkehren, wie auch die Furchtsamen". Jos.1/10,11: "Josua gebot den Amtleuten, die sollten zum Volk sagen, daß sie eine Zehrung bereiten möchten, ehe sie über den Jordan gingen". Jos.3/2,3: "Am Ende von drei Tagen geschah es, daß die Amtleute durch die Mitte des Lagers gingen, und geboten, daß sie, wenn sie die Lade des Bundes Jehovahs sehen, auch weiter ziehen sollten". Daß die Amtleute Vorgesetzte des Volkes waren, unterschieden von dessen Fürsten, sehe man 5. Mose 1/15; von den Ältesten: 5. Mose 31/28; wie auch von den Richtern: Jos.8/33. 7112. "Hinfort sollt ihr dem Volk kein Stroh geben", 2. Mose 5/7, bedeutet das unterste und allerallgemeinste Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von Spreu oder Stroh (paleae seu straminis), sofern es das wißtümlich Wahre bezeichnet: Nr. 3114, und zwar das unterste und allerallgemeinste Wißtümliche, denn im geistigen Sinn ist die geringste Speise Stroh oder Spreu (stramen seu palea), weil es für die Tiere ist. Unterst Wißtümliches heißt das, welches voll Sinnestäuschungen ist, und das dann die Bösen mißbrauchen, um das Gute und Wahre zu verkehren, und so dem Bösen und Falschen das Wort zu reden, denn jenes Wißtümliche kann wegen der Täuschungen zugunsten der Grundsätze des Falschen und der Begierden des Bösen verwendet werden, denn solcherart ist auch das allerallgemeinste; wenn es nämlich nicht mit weniger allgemeinen und besonderen Wahrheiten erfüllt wird, so kann es dem Falschen und Bösen dienen, sowie es aber mit Wahrheiten erfüllt wird, kann es weniger dienen. Solcherart ist das, wodurch die, welche den alleinigen Glauben in der Welt bekannt haben, im anderen Leben die Frommen anfechten, weil es aber von den Engeln zerstört wird, so wird jetzt gesagt, sie sollten hinfort kein Stroh mehr geben, um Ziegel zu machen, d.h., sie sollten jenes nicht mehr hinzutun zu dem Erdichteten und Falschen, das hineingebracht oder (eingeflößt) würde. Das ist der innere Sinn dieser Worte, der freilich vom Buchstaben entfernt erscheint. Aber man wisse, daß nichts in der natürlichen Welt ist, das nicht irgendeiner Sache in der geistigen Welt entspricht; und die Engel beim Menschen verstehen alles geistig, was der Mensch natürlich (auffaßt). Jene wissen nichts von Stroh und von Ziegeln; solche Dinge waren ihnen bekannt, als sie in der Welt waren, kamen aber in Vergessenheit, als sie in den Himmel kamen, weil sie hier geistige Begriffe annahmen. Daher kommt es, daß die Engel, wenn sie beim Menschen Vorstellungen von solchen Dingen wahrnehmen, sie in das entsprechende Geistige verwandeln. Daß Stroh oder Gras das unterste Wißtümliche bezeichnet, und Ziegel das Erdichtete und Falsche, kann aus mehrerem erhellen, denn Gras und Kraut bezeichnet nichts anderes, wie auch Spreu und Stroh; die Samen aber, Gerste, Weizen und dergleichen, bedeuten das inwendigere Wahre und Gute; und Steine, die nicht bearbeitet sind, bedeuten Wahrheiten. 7113. "Ziegel zu machen", 2. Mose 5/7, bedeutet, zum Erdichteten und Falschen, das eingeflößt werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ziegel machen, sofern es heißt, Falsches erdichten, wovon Nr. 1296, 6669. Im historischen Buchstabensinn heißt es, die Söhne Israels sollten Ziegel machen, als ob sie selbst das Falsche erdichten sollten, aber im inneren Sinn wird bezeichnet, daß die Höllengeister, die im Falschen sind, dasselbe einflößen. Weil nun dieses, wie früher gesagt worden, bei denjenigen zur Erscheinung kommt, die es aufnehmen, so lautet der Buchstabensinn dem Scheine gemäß; er wird jedoch durch den inneren Sinn erklärt. Daß sehr vieles der Art im Buchstabensinn vorkommt, sehe man Nr. 5094, 6400, 6948. 7114. "Wie gestern und vorgestern", 2. Mose 5/7, bedeutet, nicht so wie im früheren Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von gestern und vorgestern, sofern es die Vergangenheit bezeichnet, wovon Nr. 6983; und weil alle Zeiten Zustände bedeuten (Nr. 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 4814, 4882, 4901, 4916), so bedeutet gestern und vorgestern den früheren Zustand. 7115. "Selber sollen sie gehen, und sich Stroh zusammenstoppeln", 2. Mose 5/7, bedeutet, sie sollen jenes unterste Wißtümliche sich selbst verschaffen. Dies erhellt aus der Bedeutung von zusammenstoppeln, sofern es heißt, sich verschaffen; und aus der Bedeutung von Stroh, sofern es das unterste Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 7112. 7116. "Und das Maß der Ziegel, das sie gestern und vorgestern machten, sollt ihr ihnen auflegen", 2. Mose 5/8, bedeutet, das Erdichtete und Falsche soll in derselben Menge, wie früher, beigebracht werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Maßes, sofern es eine Menge bezeichnet, hier ebendieselbe Menge; aus der Bedeutung der Ziegel, sofern sie Erdichtetes und Falsches bezeichnen, wovon Nr. 7113; aus der Bedeutung von gestern und vorgestern, sofern es den früheren Zustand ausdrückt, wovon Nr. 7114; und aus der Bedeutung von "ihnen auflegen", sofern es heißt, hineinbringen oder einflößen, weil es von Erdichtetem und Falschem gesagt wird. Hieraus erhellt, daß durch "das Maß der Ziegel, das sie gestern und vorgestern machten, sollt ihr ihnen auflegen", bezeichnet wird, das Erdichtete und Falsche solle in derselben Menge, wie im früheren Zustand, ihnen beigebracht werden. 7117. "Nichts sollt ihr davon abziehen", 2. Mose 5/8, daß dies bedeutet, ohne Verminderung, erhellt ohne Erklärung. 7118. "Denn sie sind nachlässig", 2. Mose 5/8, bedeutet, weil sie nicht genug bekämpft würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von nachlässig sein, sofern es heißt, nicht genug vom Falschen angefochten, somit nicht genug bekämpft worden sein. Wie es sich damit verhalte, kann man ebenfalls an denen merken, die von Falschem im anderen Leben angefochten werden. Die, welche anfechten, verhindern soviel als möglich, daß die Frommen, die sie anfechten, an den Herrn denken. Sobald ein Gedanke an den Herrn sich offenbarlich einstellt, nehmen sie ihn sogleich weg, was sie geschickt tun können. Weil aber gleichwohl der Gedanke an den Herrn bei denen, die angefochten werden, ein allgemein vorwaltender (universalis), somit ein zu innerlicher ist, als es äußerlich scheint, (denn er fließt durch den Himmel ein,) darum kommen sie, sobald sie nicht angefochten werden, immer wieder auf den Gedanken an den Herrn; denn was aus dem Himmel einfließt, und allgemein regiert, das offenbart sich in aller Freiheit (in omni libero, in jedem freien Zustand); hieraus wird klar, was dieser Worte" denn sie sind nachlässig, darum schreien sie und sprechen: laßt uns ziehen (und) opfern unserem Gott", innerer Sinn ist. 7119. "Darum schreien sie, und sprechen: laß uns gehen (und) opfern unserem Gott", 2. Mose 5/8, bedeutet, darum beschäftigten sie sich so angelegentlich mit dem Gedanken an einen solchen Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, sofern es hier soviel ist als denken, denn durch sprechen und reden wird das Denken bezeichnet: Nr. 2271, 2287, 7094; darum auch durch schreien, aber durch schreien ein starkes und mit der völligen Absicht zu tun verbundenes Denken. Daher wird gesagt, sie beschäftigten sich so angelegentlich mit dem Gedanken. Aus der Bedeutung von "opfern ihrem Gott", sofern es die Verehrung des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 6905, 7101; weil aber Pharao sagt, er kenne den Jehovah nicht: Nr. 7095, 7097, und weil die Ägypter einen Abscheu vor den Opfern hatten: Nr. 1343, ferner weil Mose sagte, sie wollten drei Tagreisen weit ziehen in die Wüste: Nr. 6904, 7100, darum wird gesagt: ein solcher Gottesdienst. 7120. "Schwer soll drücken der Dienst auf die Männer", 2. Mose 5/9, bedeutet, die Bekämpfung soll noch stärker betrieben werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von schwer drücken, sofern es heißt, verstärkt werden; aus der Bedeutung des Dienstes, wenn er von denen genannt wird, die durch Falsches anfechten, sofern er das Streben nach Unterjochung bezeichnet, wovon Nr. 6666, 6670, 6671, somit die Bekämpfung; denn durch die Bekämpfung suchen sie zu unterjochen. Und aus der Bedeutung der Männer, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen. In der Grundsprache gibt es zwei Worte, die den Menschen bedeuten, das eine ist Adam und das andere Enosch: unter dem Menschen, der Adam genannt wird, wird der Mensch der himmlischen Kirche verstanden, aber durch den Menschen, der Enosch genannt wird, wird der Mensch der geistigen Kirche verstanden. Hier werden die Männer ausgedrückt durch Enosch, weil von den Angehörigen der geistigen Kirche gehandelt wird. 7121. "Und sie sollen ihn tun", 2. Mose 5/9, bedeutet, damit er seine Wirkung hervorbringe. Dies erhellt ohne Erklärung. 7122. "Und sich nicht kehren an Worte der Lüge", 2. Mose 5/9, bedeutet, damit sie sich nicht wenden zu den Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich kehren, sofern es heißt, sich wenden; und aus der Bedeutung der Worte der Lüge, wenn es diejenigen sagen, die im Falschen sind, sofern es (alsdann) Wahrheiten sind. Denn die, welche im Falschen sind, nennen die Wahrheiten Falsches, somit Worte der Lüge, das Falsche aber nennen sie wahr, weil sie einen Gegensatz bilden. In diesen Versen ist nun im inneren Sinn die Anfechtung der Frommen im anderen Leben durch das Falsche geschildert, und auch die Art und Weise dargelegt, wie sie angefochten werden. Diese Anfechtung wird zugelassen, damit das Falsche entfernt und das Wahre eingepflanzt werde, was keineswegs ohne Anfechtung geschehen kann; denn dem Menschen hängt nach dem Tode sein ganzes Denken in der Welt an, sein ganzes Streben, sein ganzes Wollen, all sein Reden und all sein Tun, und es wohnt auch seinem Gedächtnisse inne, denn es wird nichts vergessen. Daß aber alles dieses seinen Gedächtnissen, hauptsächlich seinem inwendigeren Gedächtnis, das eigentlich das Gedächtnis seines Geistes ist, eingeprägt sei, sehe man Nr. 2469, 2470, 2474, 2475; und weil es sich so verhält, so muß ihm notwendig Häßliches und Unreines, wie auch Böses und Falsches vom Leben in der Welt her ankleben und bewirken, daß das Wahre, das der Mensch gleichfalls erlernt, und das Gute, das er angenommen hat, sich verbirgt. Denn das Wahre und Gute kann unter solchen (Gegensätzen) nicht hervortreten. Bevor daher das Wahre und Gute erscheinen, und er selbst dadurch denen, die im Himmel sind, beigesellt werden kann, ist es notwendig, daß jenes Böse und Falsche geoffenbart werde, damit er es sieht und es erkennt, und dadurch lernt, was wahr und was gut ist. Dieses kann aber keineswegs geschehen ohne Kampf mit dem Bösen und Falschen in ihm; und dieser Kampf findet auch wirklich statt. Die bösen Geister regen das Falsche und Böse an, und die Engel entschuldigen es, wenn etwa der Zweck ein guter war, und flößen Wahrheiten ein. Dieses wird aber (der Mensch) so inne, als ob es in ihm selbst vorgehe, wie auch die Versuchung beim Menschen, die geradeso gefühlt wird, als ob sie in ihm wäre, während sie doch ein Kampf der Engel mit den bösen Geistern außer ihm ist, worüber Nr. 3927, 4249, 4307, 5036, 6657. Daß sich die Sache so verhält, davon durfte ich mich durch viele Erfahrung mit Gewißheit überzeugen. Dies wurde gesagt, damit man wisse, warum die Anfechtung durch das Falsche über die Angehörigen der geistigen Kirche kommt; und von dieser Anfechtung wurde in diesen Versen im inneren Sinn gehandelt, und wird auch in den folgenden gehandelt. 7123. Vers 10-13: Und die Treiber des Volkes und seine Amtleute gingen aus und redeten zum Volk und sagten: So sprach Pharao: Mitnichten gebe ich euch Stroh. Gehet selber, nehmet euch Stroh, wo ihr es findet, doch nichts soll abgezogen werden von eurem Dienst. Und das Volk zerstreute sich in ganz Ägyptenland, um Stoppeln zu sammeln zum Stroh. Und die Treiber drängten und sprachen: Vollendet eure Werke, das Wort des Tages an seinem Tage (d.h. was bestimmt ist für jeden Tag), sowie früher, als Stroh da war. "Und die Treiber des Volkes und seine Amtleute gingen aus" bedeutet die Aussendung und Gegenwart derer, die zunächst anfechten, und die zunächst aufnehmen; "und redeten zum Volk und sagten" bedeutet das Innewerden; "so sprach Pharao" bedeutet in betreff der Anfechtungen; "mitnichten gebe ich euch Stroh" bedeutet fortan kein allgemeinstes Wißtümliches mehr; "gehet selber, nehmet euch Stroh, wo ihr es findet" bedeutet, sie sollen es sich anderswoher verschaffen, wo sie können; "doch nichts soll abgezogen werden von eurem Dienst" bedeutet das einflößen von Falschem ohne Verminderung; "und das Volk zerstreute sich in ganz Ägyptenland" bedeutet, sie breiteten das natürliche Gemüt überallhin aus; "um Stoppeln zu sammeln zum Stroh" bedeutet, um etwas wißtümlich Wahres zu finden; "und die Treiber drängten" bedeutet die zunächst Anfechtenden bestanden darauf; "und sprachen: Vollendet eure Werke, das Wort des Tages an seinem Tage" bedeutet, sie müßten dem sogenannten Falschen in jedem Zustand dienen; "sowie früher, als Stroh da war" bedeutet, ebenso wie ihren sogenannten Wahrheiten. 7124. "Und die Treiber des Volkes und seine Amtleute gingen aus", 2. Mose 5/10, bedeutet die Aussendung derer, die zunächst anfechten, und die zunächst aufnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen, sofern es die Aussendung bezeichnet, weil diejenigen, die durch die Treiber bezeichnet werden, ausgesandt werden um als Verbindungsmittel zu dienen, wie aus dem erhellen kann, was Nr. 7111 gesagt worden. Daß ausgehen auch heißt, sich einem anderen in einer ihm angemessenen Form gegenwärtig darstellen, sehe man Nr. 5337; somit bedeutet es auch Gegenwart. Aus der Bedeutung der Amtleute, sofern es die sind, die die Anfechtungen zunächst aufnehmen und mitteilen, wovon Nr. 7111. 7125. "Und redeten zum Volk und sagten", 2. Mose 5/10, bedeutet das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2862. 3509, 5687. 7126. "So sprach Pharao", 2. Mose 5/10, bedeutet, in betreff der Anfechtungen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er diejenigen bezeichnet, welche die geistige Kirche anfechten, wovon früher einigemal, somit ist es die Anfechtung. 7127. "Mitnichten gebe ich euch Stroh", 2. Mose 5/10, bedeutet fortan kein allgemeinstes Wißtümliches mehr. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mitnichten geben", sofern es heißt, nicht mehr darreichen; und aus der Bedeutung von Stroh, sofern es das allerallgemeinste Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 7112. Wie es sich hiermit verhält, wurde oben gesagt. Weiter soll nun gesagt werden, daß hauptsächlich solche im anderen Leben Stroh, d.h. das allerallgemeinste Wißtümliche den Frommen, die sie anfechten, entgegenbringen, die der Kirche angehörten und sich beredeten, daß der Glaube allein selig mache, gleichwohl aber kein Leben des Glaubens, sondern ein böses Leben führten. Diese sind dort ebenso beschaffen, wie sie in der Welt waren, sie wissen Bestätigungsgründe für den alleinigen Glauben, durch den, wie sie sagen, der Mensch selig wird, wie er auch immer gelebt haben mag. Aber jene Gründe sind nichts anderes, als Vernünfteleien, die zu der aufgestellten Behauptung passen; denn man kann alles mögliche, auch den falschesten Satz, durch Vernünfteleien begründen, und auch durch rednerische Künste und geschickte Schlußfolgerungen den Einfältigen als wahr darstellen. Dazu brauchen sie hauptsächlich solche Sätze, welche die allerallgemeinsten aus dem Wort sind, die sich ohne den inneren Sinn des Wortes zugunsten einer jeden Meinung deuten lassen. Solche Dinge sind es, die sie ihnen vorhalten, und wodurch sie die Angehörigen der geistigen Kirche anfechten. Aber es ist eben doch nichts anderes als leeres Stroh zum Ziegelmachen, denn das eigentlich Wesentlichste schließen sie aus, nämlich die Liebtätigkeit. Sie sagen zwar, die Liebeswerke seien die Früchte des Glaubens, dennoch aber achten sie diese für nichts und bereden (die Leute), daß der Mensch selig werde allein durch den Glauben, wie auch immer das Leben beschaffen gewesen sei, sogar in der letzten Lebensstunde, somit durch den Glauben ohne seine Früchte, also ohne das Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit. Solange den Frommen im anderen Leben solches vorgehalten wird, haben sie Anlaß zum Kampfe, und können sich auch verteidigen, denn sie sehen, daß es trügerische Vernunftschlüsse sind, wenn das Wesentliche, nämlich die Liebtätigkeit, so ausgeschlossen wird; wie auch wenn sie sehen, daß sie sich um das Leben nichts bekümmern. Das sehen sie aus allem und jedem im anderen Leben, wie am hellen Tage. Solches nun ist es, was unter dem untersten und allerallgemeinsten Wißtümlichen verstanden, und durch Stroh bezeichnet wird. Die, welche sich beredeten, daß der Glaube allein selig mache, und doch ein böses Leben führten, sind in der Hölle ziemlich tief zur Rechten, ein wenig nach vorne, und ich habe gehört, wie sie von da aus die Frommen mit ihren Vernünfteleien anfechten. Aber die Frommen, die vom Herrn durch Engel geführt wurden, wiesen dieselben als grundlos zurück, und deckten auch die Täuschungen auf, die in den vorgebrachten Gründen und Beweisen aus allgemeinen Sätzen des Wortes verborgen waren. 7128. "Gehet selber, nehmet euch Stroh, wo ihr es findet", 2. Mose 5/11, bedeutet, sie sollen es sich anderswoher verschaffen, wo sie könnten. Dies erhellt aus der Bedeutung von nehmen, wo sie es finden, sofern es heißt, sich wo möglich, anderswoher verschaffen; und aus der Bedeutung von Stroh, sofern es das unterste und allerallgemeinste Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 7112, 7127. 7129. "Doch nichts soll abgezogen werden von eurem Dienst", 2. Mose 5/11, bedeutet das Einflößen von Falschem ohne Verminderung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nichts abgezogen werden", sofern es soviel ist als ohne Verminderung; und aus der Bedeutung des Dienstes, sofern er die Bekämpfung durch das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 7120, somit auch die Anfechtung. 7130. "Und das Volk zerstreute sich in ganz Ägyptenland", 2. Mose 5/12, bedeutet, sie breiteten das natürliche Gemüt überallhin aus. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich zerstreuen, sofern es heißt ausbreiten; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Der Mensch hat zwei Gemüter, das eine ist das natürliche Gemüt, und das andere ist das vernünftige Gemüt. Das natürliche Gemüt ist das Gemüt des äußeren Menschen, das vernünftige Gemüt aber ist das Gemüt des inwendigen Menschen. Was dem natürlichen Gemüt angehört, wird Wißtümliches genannt, was aber dem vernünftigen Gemüt angehört, nennt man Vernunftanschauungen (rationes intellectuales); sie unterscheiden sich auch dadurch, daß das, was dem natürlichen Gemüt angehört, meistenteils im Weltlicht ist, welches Licht das Licht der Natur genannt wird; was aber dem vernünftigen Gemüt angehört, ist im Himmelslicht, und dieses Licht ist das geistige Licht. 7131. "Um Stoppeln zu sammeln zum Stroh", 2. Mose 5/12, bedeutet, um etwas wißtümlich Wahres zu finden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stoppeln zum Stroh, sofern sie das wißtümlich Wahre bezeichnen, denn die Stoppeln bezeichnen solches Wahre, das dem Wißtümlichen angemessen ist, das durch Stroh bezeichnet wird. Daß die Stoppeln ein solches Wahres bezeichnen, hat den Grund, weil sie den Halm bilden, an dessen Spitze der Samen sich befindet, und durch die Samen wird im Wort das Wahre und Gute bezeichnet. Somit wird durch den Halm, der darunter ist, das allgemeine Gefäß des Wahren bezeichnet, also das wißtümlich Wahre, denn das Wißtümliche des Glaubens und der Liebtätigkeit sind zwar Wahrheiten, aber allgemeine, und daher aufnehmende Gefäße für besondere und einzelne Wahrheiten. Dies kann auch jedem einleuchten, so z.B. ist es eine wißtümliche Wahrheit, daß die Liebtätigkeit gegen den Nächsten das Wesentliche der Kirche sei; ferner daß kein Glaube möglich sei, wo keine Liebtätigkeit ist; wie auch, daß das Wahre und das Gute verbunden werden können, nicht aber das Wahre und das Böse, auch nicht das Gute und das Falsche; und viele andere Sätze der Art, die wißtümliche Wahrheiten sind. Daß diese aber mit unzähligen (Wahrheiten) bereichert werden können, kann daraus erhellen, daß man ganze Bücher darüber schreiben kann; und gleichwohl können die einzelnen Wahrheiten, welche die inwendigeren des Glaubens sind, gar nicht beschrieben werden, denn dieselben kann man nur im Lichte des Himmels sehen, auch können sie nicht in natürlichen Worten ausgedrückt werden. Diese Wahrheiten verhalten sich, wie die Liebtätigkeit, die eine geistige Regung (affectio) ist, die größtenteils sich nicht mit Worten ausdrücken läßt, nur ihr Allgemeinstes (läßt sich ausdrücken), d.h. das, was ein natürliches Kleid anhat, und mit solchen Dingen verglichen werden kann, die in der Welt sind. Dies wurde gesagt, auf daß man wisse, was das allgemeine Wißtümliche sei. 7132. "Und die Treiber drängten", 2. Mose 5/13, bedeutet die zunächst Anfechtenden bestanden darauf. Dies erhellt aus der Bedeutung der Treiber, sofern es die sind, die zunächst anfechten, wovon Nr. 7111; und aus der Bedeutung von drängen, sofern es heißt, darauf bestehen. 7133. "Und sprachen: Vollendet eure Werke, das Wort des Tages an seinem Tage", 2. Mose 5/13, bedeutet, sie sollen dem sogenannten Falschen in jedem Zustand dienen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "vollenden eure Werke", sofern es heißt, dem Falschen dienen; denn durch Ziegel machen wird Erdichtetes und Falsches, das eingeflößt wird, bezeichnet, man sehe Nr. 7113; und weil dieses die Werke sind, die sie vollenden sollten, so wird bezeichnet, sie sollen demselben dienen. Es wird gesagt: dem sogenannten Falschen, weil die Bösen das Falsche, das sie reden, nicht als falsch anerkennen, sondern als wahr, und aus der Bedeutung des Wortes des Tages an seinem Tage, sofern es heißt in jedem Zustand. Daß Tag soviel ist als Zustand, sehe man Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850. 7134. "Sowie früher, als Stroh da war", 2. Mose 5/13, bedeutet, wie ihre sogenannten Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Stroh, sofern es das allgemeine Wißtümliche bezeichnet, welches das Gefäß des Wahren ist, wovon Nr. 7112, 7131. Es wird gesagt "den sogenannten Wahrheiten", aus dem Grund, weil die Bösen so sagen, welche die Wahrheiten nicht als wahr anerkennen. 7135. Vers 14-18: Und es wurden geschlagen die Amtleute der Söhne Israels, welche die Treiber Pharaos über sie gesetzt hatten, indem man sprach: Warum vollendet ihr nicht eure Satzung, Ziegel zu machen, wie gestern und vorgestern, so gestern und heute? Da kamen die Amtleute der Söhne Israels, und schrieen zu Pharao und sprachen: Warum tust du also deinen Knechten? Kein Stroh wird gegeben deinen Knechten, aber die Ziegel, sagen sie zu uns, machet, und siehe, deine Knechte werden geschlagen; und es versündigt sich (an uns dein Volk). Er aber sprach: Lässig seid ihr, lässig, deshalb saget ihr: wir wollen gehen und opfern dem Jehovah. Und nun gehet und arbeitet, aber Stroh wird euch nicht gegeben, aber das bestimmte Maß der Ziegel sollt ihr geben. "Und es wurden geschlagen die Amtleute der Söhne Israels" bedeutet diejenigen, welche die Anfechtungen zunächst aufnahmen und mitteilten, seien durch das eingeflößte Falsche verletzt worden; "welche die Treiber Pharaos über sie gesetzt hatten" bedeutet die, welche ihnen von den Anfechtern beigegeben wurden; "indem man sprach: Warum vollendet ihr nicht eure Satzung, Ziegel zu machen" bedeutet, daß sie nicht, wie ihnen auferlegt worden, die Einwürfe des Falschen aufnahmen und mitteilten; "wie gestern und vorgestern" bedeutet wie im früheren Zustand; "so gestern und heute" bedeutet den künftigen Zustand daher; "da kamen die Amtleute der Söhne Israels" bedeutet diejenigen, die zunächst aufnahmen und mitteilten; "und schrieen zu Pharao" bedeutet den Unwillen, den sie denen gegenüber bezeugten, die anfochten; "und sprachen: Warum tust du also deinen Knechten" bedeutet, so könnten sie die ihnen gewordene Aufgabe nicht erfüllen; "kein Stroh wird gegeben deinen Knechten" bedeutet Wißtümliches, welches das Wahre enthält, werde nicht mehr dargereicht; "aber die Ziegel, sagen sie zu uns, machet" bedeutet, sie sollten das eingeflößte Falsche dennoch aushalten; "und siehe, deine Knechte werden geschlagen" bedeutet auf diese Weise verletze sie das Falsche; "und es versündigt sich an uns dein Volk" bedeutet dadurch seien jene in der Schuld, weil sie Böses täten; "er aber sprach" bedeutet die Antwort; "lässig seid ihr, lässig" bedeutet, sie seien nicht genug bekämpft worden; "deshalb saget ihr: wir wollen gehen und opfern dem Jehovah" bedeutet, daher komme der Gedanke an einen solchen Gottesdienst; "und nun gehet und arbeitet" bedeutet die Fortdauer der Anfechtung; "aber Stroh wird euch nicht gegeben" bedeutet ohne solches Wißtümliches; "aber das bestimmte Maß der Ziegel sollt ihr geben" bedeutet das Falsche, das in Menge eingeflößt werden soll. 7136. "Und es wurden geschlagen die Amtleute der Söhne Israels", 2. Mose 5/14, bedeutet, diejenigen, welche die Anfechtungen zunächst aufnahmen und mitteilten, seien durch das hereingebrachte Falsche verletzt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von geschlagen werden, sofern es heißt durch Falsches verletzt werden, weil es von den Treibern geschah, durch welche die Anfechter bezeichnet werden; denn geschlagen werden im geistigen Sinn, heißt nicht, geschlagen werden, sondern verletzt werden in Ansehung des Wahren und Guten, d.h. in Ansehung dessen, was dem geistigen Leben angehört; wie auch sterben im geistigen Sinn nicht heißt sterben, sondern des Wahren und Guten beraubt werden, und im Falschen und Bösen sein, und deswegen verdammt werden. Und aus der Bedeutung der Amtleute, sofern es die sind, welche die Anfechtungen zunächst aufnehmen und mitteilen, wovon Nr. 7111; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637, mit welchen diejenigen in Verbindung standen, die durch die Amtleute bezeichnet werden. 7137. "Welche die Treiber Pharaos über sie gesetzt hatten", 2. Mose 5/14, bedeutet diejenigen, die von den Anfechtern hineingebracht wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von setzen über sie, sofern es heißt, hineingebracht werden; weil es (gleichsam) durch ein Hineinwerfen geschieht, worüber folgt. Und aus der Bedeutung der Treiber, sofern es die sind, die anfechten, wovon Nr. 7111. Wie es sich damit verhält, kann man nur aus der Erfahrung über solche Dinge im anderen Leben erkennen: oben wurde gesagt, daß durch Treiber diejenigen bezeichnet werden, die zunächst anfechten, und durch Amtleute die, welche zunächst aufnehmen und mitteilen, man sehe Nr. 7111. Die, welche zunächst aufnehmen und mitteilen, sind einfältige redliche Geister, die hauptsächlich zu solchem Gebrauch dienen. Diese werden von den Anfechtern durch Künste, die nur im anderen Leben bekannt sind, in die Gesellschaft hineingebracht, mit der sie sich eine Gemeinschaft bereiten, und dies geschieht von denjenigen, die anfechten und durch die Treiber bezeichnet werden. Auf diese Weise haben die Höllen eine Gemeinschaft von ihrer Seite, und diejenigen, die angefochten werden, eine Gemeinschaft von der ihrigen. Daß die Sache sich so verhalte, habe ich hundert- wo nicht tausendmal gesehen, und auch erfahren. Hieraus erhellt, daß man das, was im inneren Sinn durch diese Worte bezeichnet wird, nur wissen kann aus der Erfahrung von solchen Dingen im anderen Leben. 7138. "Indem man sprach: Warum vollendet ihr nicht eure Satzung, Ziegel zu machen", 2. Mose 5/14, bedeutet, daß sie nicht, wie ihnen auferlegt worden, die Einwürfe des Falschen aufnehmen und mitteilen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Amtleute, zu denen dieses gesagt wird, sofern sie diejenigen bezeichnen, die zunächst aufnehmen und mitteilen, wovon Nr. 7111; aus der Bedeutung von "vollenden die Satzung", sofern es heißt tun wie ihnen auferlegt worden, und aus der Bedeutung von Ziegel machen, sofern es heißt, Erdichtetes und Falsches aufnehmen, wovon Nr. 7113. 7139. "Wie gestern und vorgestern", 2. Mose 5/14, bedeutet, wie im früheren Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von gestern und vorgestern, sofern es einen früheren Zustand bezeichnet, wovon Nr. 6983, 7114. 7140. "So gestern und heute", 2. Mose 5/14, bedeutet den darauffolgenden künftigen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von gestern, sofern es den früheren Zustand bezeichnet, wie Nr. 7139; und aus der Bedeutung von heute, sofern es das Immerwährende bezeichnet, wovon Nr. 2838, 3998, 4304, 6165, mithin das Fortdauernde, und somit das Zukünftige, das dem früheren gleich ist. 7141. "Da kamen die Amtleute der Söhne Israels", 2. Mose 5/15, bedeutet diejenigen, die zunächst aufnahmen und mitteilten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Amtleute der Söhne Israels, sofern es die sind, welche die Anfechtungen zunächst aufnehmen und mitteilen, wovon Nr. 7136. 7142. "Und schrieen zu Pharao", 2. Mose 5/15, bedeutet den Unwillen, den sie denen gegenüber bezeugten, die anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, sofern es heißt seinen Unwillen bezeugen, nämlich darüber, daß sie geschlagen, d.h. durch hereingeworfenes Falsches verletzt worden seien, und daß kein Stroh zum Ziegelmachen gegeben wurde, d.h. daß sie nur Erdichtetes und Falsches aufnehmen und einflößen sollten; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die anfechten, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 7126. 7143. "Und sprachen: Warum tust du also deinen Knechten", 2. Mose 5/15, bedeutet, so könnten sie die ihnen gewordene Aufgabe nicht erfüllen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Knechtes, sofern er den bezeichnet, der Dienste tut und ein Geschäft verrichtet. Weil ein solcher dienstbar ist (inservit), wird er Knecht genannt, wie hie und da im Wort. Daß Knecht heißt, wer gehorcht, sehe man Nr. 1713; und daß dienen soviel ist als Bemühung: Nr. 3824, 3846; und weil das nun Folgende in sich schließt, daß sie jenen Dienst nicht aushalten können, so ist klar, daß durch "warum tust du also deinen Knechten", bezeichnet wird, so könnten sie die ihnen gewordene Aufgabe nicht erfüllen. 7144. "Kein Stroh wird gegeben deinen Knechten", 2. Mose 5/16, bedeutet Wißtümliches, welches das Wahre enthält, werde nicht mehr dargereicht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Strohs, sofern es das allerallgemeinste Wißtümliche gezeichnet, wovon Nr. 7112, und weil dieses gleich ist den Gefäßen, die mit Wahrheiten erfüllt werden können (Nr. 4345, 4383, 5208, 7131), so wird es Wißtümliches genannt, welches das Wahre enthält. Aus der Bedeutung von nicht gegeben werden, sofern es heißt, nicht dargereicht werden; und aus der Bedeutung der Knechte, sofern es die sind, die Dienste tun und ein Geschäft verrichten, wovon Nr. 7143. 7145. "Aber die Ziegel, sagen sie zu uns, machet", 2. Mose 5/16, bedeutet, sie sollen das hereingebrachte Falsche dennoch aushalten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ziegel machen, sofern es heißt, Erdichtetes und Falsches aufnehmen, das von den Bösen beigebracht wird, (wovon Nr. 7113,) hier es aushalten. 7146. "Und siehe, deine Knechte werden geschlagen", 2. Mose 5/16, bedeutet, so verletze das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung von geschlagen werden, sofern es heißt, durch Falsches verletzt werden, wovon Nr. 7136. 7147. "Und es versündigt sich (an uns) dein Volk", 2. Mose 5/16, bedeutet, dadurch seien jene in der Schuld, weil sie Böses täten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sündigen, sofern es heißt des Bösen schuldig werden, und wenn dies, so sollten sie verdientermaßen Strafe leiden. Wie sich das, was in diesem und in den vorhergehenden Versen steht, überhaupt verhalte, soll gesagt werden: die auf der unteren Erde sind, werden von dem Falschen und Bösen, das von den umgebenden Höllen hineingeworfen (oder eingeflößt) wird, angefochten, aus dem Grund, damit das Böse und Falsche entfernt und das Wahre und Gute eingepflanzt werde, und sie dadurch in einen solchen Zustand versetzt werden, daß sie in den Himmel erhoben werden können, man sehe Nr. 7090, 7122; aber gegen das Ende hin werden sie härter angefochten als vorher; denn alsdann werden ihnen die Wahrheiten entzogen und es wird zugelassen, daß lauter Falsches sie anficht, und zwar bis zur Verzweiflung (nämlich an sich selbst), denn es ist der göttlichen Ordnung gemäß, daß das letzte der Anfechtung und der Versuchung die Verzweiflung ist; man sehe Nr. 1787, 2694, 5279, 5280. Damit dieser Zustand der Angehörigen der geistigen Kirche durch die Söhne Israels vorgebildet würde, ist dieses von Pharao geschehen, und zwar als die Anfechtungen ihrem Ende nahe waren, wo sie nämlich befreit und ins Land Kanaan eingeführt wurden. Man wisse, daß die Anfechtungen in der Weise geschehen, daß Falsches und Böses von den Höllen, dagegen Wahres und Gutes vom Himmel in die Gedanken gebracht, d.h. durch den Himmel vom Herrn (eingeflößt wird); dies geschieht, weil die Menschen und Geister nicht aus sich denken, sondern alles einfließt, obwohl dieses der Empfindung gänzlich widerspricht, und daher unglaublich scheint, so ist es dennoch vollkommen wahr. Über diesen Gegenstand sehe man, was früher aus Erfahrung: Nr. 2886, 4151, 4249, 5846, 5854, 6189-6215, 6307-6327, 6466-6495, 6598-6626 angeführt und gezeigt worden ist. Hieraus kann man erkennen, wie es zu verstehen, daß die Anfechtungen durch Einbringung vom Falschen geschehen, und daß sie gesteigert werden bis zur Verzweiflung. 7148. "Und er sprach", 2. Mose 5/17, bedeutet die Antwort. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es die Antwort ist, wovon Nr. 7103. 7149. "Lässig seid ihr, lässig", 2. Mose 5/17, bedeutet, sie seien noch nicht genug bekämpft worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von lässig sein, sofern es heißt noch nicht genug bekämpft worden sein, nämlich vom Falschen, wovon Nr. 7118. 7150. "Deshalb saget ihr: wir wollen gehen und opfern dem Jehovah", 2. Mose 5/17, bedeutet, daher komme der Gedanke an einen solchen Gottesdienst. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 7119 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 7151. "Und nun gehet und arbeitet", 2. Mose 5/18, bedeutet die Fortdauer der Anfechtung. Dies erhellt aus der Bedeutung von arbeiten (dienen), sofern es heißt angefochten werden durch Falsches, wovon Nr. 7120, 7129; daher bedeutet "gehet, arbeitet", die Fortdauer der Anfechtung; denn sie klagten über den Dienst, aber es wurde geantwortet, sie sollten ihn fortsetzen. 7152. "Aber Stroh wird euch nicht gegeben", 2. Mose 5/18, bedeutet, ohne solches Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von Stroh, sofern es das allgemeinste Wißtümliche bezeichnet, und daher solches, das Wahrheit enthält, wovon Nr. 7112, 7144. Daß sie ohne solches sein sollen, wird dadurch bezeichnet, daß es nicht gegeben werden soll. 7153. "Aber das bestimmte Maß der Ziegel sollt ihr geben", 2. Mose 5/18, bedeutet Falsches, das in Menge hineingebracht werden soll. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7116 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. Dies nun ist in diesen Versen im inneren Sinn enthalten, und erscheint den Menschen vielleicht als unwichtig, wie auch als unzusammenhängend; dennoch aber ist das einzelne wesentlich zur Sache gehörig, um die es sich handelt und auf das schönste zusammenhängend. Daß es so ist, werden die Engel inne, denn sie sehen die Reihen und Verknüpfungen der Sachen im Licht des Himmels, nebst unzähligen Geheimnissen, die sich aus inwendigeren Wahrheiten bilden, und hieraus ergibt sich die schönste und lieblichste Gestaltung der Dinge. Dieses vermag der Mensch durchaus nicht zu ersehen, weil die inwendigeren Wahrheiten ihm verborgen sind. Daher kann er sie auch nicht miteinander verknüpfen, sondern es erscheint ihm als etwas Unzusammenhängendes und daher als unwichtig. 7154. Vers 19-21: Da sahen die Amtleute der Söhne Israels, daß es übel mit ihnen stand, weil man sprach: Ihr sollt nichts abziehen von euren Ziegeln, was für jeden Tag bestimmt ist. Und sie begegneten dem Mose und Aharon, die da standen zu ihrer Begegnung, wenn sie herkämen von Pharao. Und sagten zu ihnen: Jehovah sehe auf euch und richte, daß ihr stinkend gemacht habt unseren Geruch in den Augen Pharaos, und in den Augen seiner Knechte, um das Schwert zu geben in ihre Hand, uns zu erwürgen. "Da sahen die Amtleute der Söhne Israels, daß es übel mit ihnen stand" bedeutet, sie seien nahe an der Verdammnis; "weil man sprach: Ihr sollt nichts abziehen von euren Ziegeln" bedeutet, weil vom Einbringen des Falschen nichts vermindert worden; "was für jeden Tag bestimmt ist" bedeutet in jedem Zustand; "und sie begegneten dem Mose und Aharon" bedeutet den Gedanken an das göttliche Gesetz und daher an die Lehre; "die da standen zu ihrer Begegnung, wenn sie herkämen von Pharao" bedeutet die Offenbarung alsdann, wenn das Falsche nicht so sehr anfocht; "und sagten zu ihnen" bedeutet das Innewerden; "Jehovah sehe auf euch, und richte" bedeutet die göttliche Entscheidung; "daß ihr stinkend gemacht habt unseren Geruch in den Augen Pharaos, und in den Augen seiner Knechte" bedeutet, daß um deswillen alle diejenigen, die im Falschen sind, einen so großen Widerwillen haben in betreff unserer Folgsamkeit; "um das Schwert zu geben in ihre Hand, uns zu erwürgen" bedeutet, daher brennen sie vor Begierde, durch Falsches die Wahrheiten der Kirche zu zerstören. 7155. "Da sahen die Amtleute der Söhne Israels, daß es übel mit ihnen stand", 2. Mose 5/19, bedeutet, sie seien nahe an der Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt wahrnehmen, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; aus der Bedeutung der Amtleute, sofern es die sind, welche die Anfechtungen zunächst aufnehmen und mitteilen, wovon Nr. 7111, 7136; und aus der Bedeutung des Übels (oder Bösen), sofern es die Verdammnis ist, denn das Böse an sich betrachtet ist die Hölle: Nr. 6279, somit die Verdammnis. Übel stehen bedeutet, der Verdammnis nahe sein, weil diejenigen, welche die Anfechtungen zunächst aufnahmen und mitteilten, arg verletzt waren, was dadurch bezeichnet wird, daß sie von den Treibern geschlagen wurden: Nr. 7136, und daß sie durch fortwährend hereingebrachtes Falsches bis zur Verzweiflung angefochten wurden: Nr. 7147. Daher kommt es, daß durch "sie sahen, daß es übel mit ihnen stand" bezeichnet wird, sie merkten, daß sie nahe an der Verdammnis seien; denn die, welche in der Verzweiflung sind, weil sie die Anfälle nicht mehr aushalten zu können glauben, denken, sie müßten sich dem Falschen gleichsam gefangen geben, denn solcherart ist der Zustand der Verzweiflung. Aber dann fangen sie an aufgerichtet und wie aus der Finsternis ins Licht geführt zu werden. 7156. "Weil man sprach: Ihr sollt nichts abziehen von euren Ziegeln", 2. Mose 5/19, bedeutet, weil an dem Einbringen (oder Einflößen) des Falschen nichts gemindert worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nichts abgezogen werden", sofern es heißt, nicht gemindert werden, wie auch Nr. 7129; und aus der Bedeutung von Ziegel machen, sofern es heißt, das hereingebrachte Falsche aushalten, wovon Nr. 7113; 7145. 7157. "Was für jeden Tag bestimmt ist", 2. Mose 5/19, bedeutet in jedem Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "des Tages an seinem Tage" (wie es nach den Worten der Grundsprache heißt), sofern es bezeichnet, in jedem Zustand, wie oben Nr. 7133. 7158. "Und sie begegneten dem Mose und Aharon", 2. Mose 5/20, bedeutet den Gedanken an das göttliche Gesetz und daher an die Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von begegnen, sofern es das Denken bezeichnet, denn hier wird durch begegnen verstanden, daß sie dieselben getroffen und mit ihnen geredet haben, und d.h. im inneren Sinn, denken an das, was sie vorbilden; daß reden soviel ist als denken, sehe man Nr. 2271, 2287, 2619. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz darstellt, wovon Nr. 6752; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre des Guten und Wahren darstellt, wovon Nr. 6998, 7009, 7089. 7159. "Die da standen zu ihrer Begegnung, wenn sie herkämen von Pharao", 2. Mose 5/20, bedeutet die Offenbarung alsdann, wenn das Falsche nicht so sehr anfocht. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dastehen zur Begegnung", wenn es vom göttlichen Gesetz und daher von der Lehre gesagt wird, sofern es die Offenbarung bezeichnet, und aus der Bedeutung von "herkommen von Pharao", sofern es heißt, wenn das Falsche nicht so sehr anfocht. Daß Pharao das anfechtende Falsche bezeichnet, sehe man Nr. 7107, 7110, 7126, 7142. 7159_ "Und sagten zu ihnen", 2. Mose 5/21, bedeutet das Innewerden, dies erhellt aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es heißt innewerden, wovon öfter. 7160. "Jehovah sehe auf euch und richte", 2. Mose 5/21, bedeutet die göttliche Entscheidung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sehe und richte", sofern es die göttliche Entscheidung bezeichnet, denn was Jehovah sieht und richtet, das entscheidet Er; denn durch sehen wird bezeichnet das göttliche Innewerden, eigentlich das Vorhersehen, und durch richten wird bezeichnet die göttliche Anordnung, eigentlich die Vorsehung. Weil dieses im inneren Sinn durch diese Worte bezeichnet wird, war es gebräuchlich zu sagen, wenn durch jemand Schuld sich etwas Böses zutrug, Jehovah möge es sehen und richten. 7161. "Daß ihr stinkend gemacht habt unseren Geruch in den Augen Pharaos und in den Augen seiner Knechte", 2. Mose 5/21, bedeutet, daß um deswillen alle, die im Falschen sind, in betreff unserer Folgsamkeit einen so großen Widerwillen haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von stinkend machen, sofern es einen Widerwillen bezeichnet, worüber folgt, und aus der Bedeutung des Geruchs, sofern er die Empfindung des Angenehmen bezeichnet, wovon Nr. 925, 1514, 1517, 1518, 1529, 3577, 4626, 4628, 4748; und weil der Geruch diese Bedeutung hat, so bezeichnet er auch die Empfindung des Glaubens und der Liebtätigkeit, denn diese sind angenehm: Nr. 1519, 4628, 4748; und weil diese angenehm sind, so ist die Folgsamkeit (oder der Gehorsam) das Angenehmste, denn die Folgsamkeit ist das eigentlich Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit. Daher kommt es, daß durch den Geruch hier die Folgsamkeit bezeichnet wird. Weil Geruch hier alles das bezeichnet, was dem Herrn angenehm ist, so bedeutet Gestank das, was dem Herrn mißfällig ist, mithin den Widerwillen, wie auch den Abscheu. Auch entspricht der Gestank wirklich dem Widerwillen und dem Abscheu, den man vor dem Falschen und Bösen hat. Weil Gestank das bedeutet, was sich auf den Widerwillen bezieht, darum wird er im Wort auch anstatt des Widerwillens genannt, wie bei Samuel: 1.Sam.13/4: "Stinkend wurde Israel bei den Philistern"; 1.Sam.27/12: "Achis sagte von David, er habe sich sehr stinkend gemacht bei seinem Volk in Israel"; 2.Sam.10/6: "Als die Söhne Ammons sahen, daß sie stinkend worden waren bei David"; 2.Sam.16/21: "Achitophel sagte zu Absalon: auf daß ganz Israel höre, daß du stinkend worden seist bei deinem Vater". In diesen Stellen steht stinkend für Widerwillen. Jes.34/3: "Die Durchbohrten der Völkerschaften sollen hingeworfen werden, und der Gestank ihrer Leichen soll aufsteigen, und die Berge sollen zerfließen von Blut": Gestank für abscheuliches Böses. Ebenso Amos 4/10; Ps.38/5,6. "In den Augen Pharaos und in den Augen seiner Knechte", 2. Mose 5/21, bedeutet ein Innewerden aller derer, die im Falschen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Augen, sofern sie das Innewerden bezeichnen, Nr. 4339; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen sind, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 7107, 7110, 7126, 7142. Daß es heißt, ihr Geruch stinke in ihren Augen, kommt daher, weil alle, die im Falschen und Bösen sind, gegen das Gute einen Widerwillen haben und die Wahrheiten für sie stinken. Daß diejenigen, die im Bösen und daher im Falschen sind, einen Gestank verbreiten, erhellt offenbar an den Höllen, die Aashöllen genannt werden, wo die Meuchelmörder und die unversöhnlich Rachgierigen sind, und an den Höllen, die Kothöllen genannt werden, wo die Ehebrecher und solche sind, die schnöde Wollüste zum Zweck hatten. Wenn diese Höllen geöffnet werden, so dünsten unausstehliche Gerüche aus ihnen hervor: Nr. 4631; diese werden aber nur von denen empfunden, denen das Inwendigere, das dem Geist angehört, geöffnet ist. Gleichwohl empfinden diejenigen, die in jenen Höllen sind, jene Übelgerüche als Wohlgerüche, und daher leben sie gerne in diesem Gestank (Nr. 4628), denn sie gleichen denjenigen Tieren, die in Aasen und Exkrementen leben, und dort ihre Lebenslust haben. Wenn dieselben aber aus der Sphäre dieser üblen Dünste hinaus kommen, dann sind die lieblichen und angenehmen Gerüche für sie häßlich und äußerst unangenehm. Hieraus kann erhellen, wie es zu verstehen ist, daß diejenigen, die im Falschen sind, einen so heftigen Widerwillen haben gegen das, was dem göttlichen Gesetz und daher der Lehre angehört, die durch Mose und Aharon vorgebildet werden, von denen es heißt, sie hätten stinkend gemacht ihren Geruch in den Augen Pharaos und in den Augen seiner Knechte. 7162. "Um das Schwert zu geben in ihre Hand, uns zu erwürgen", 2. Mose 5/21, bedeutet, daher brennen sie vor Begierde, durch Falsches die Wahrheiten der Kirche zu zerstören. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, sofern es das kämpfende und verwüstende Falsche bezeichnet, wovon Nr. 2799, 6353, 7102, und aus der Bedeutung von erwürgen, sofern es heißt, dasjenige zerstören, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 6767. Was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, wird bezeichnet durch die Söhne Israels, von denen es heißt, sie würden erwürgt; denn die wesentlichen Stücke der geistigen Kirche, die durch die Söhne Israels bezeichnet wird: Nr. 6637, sind die Liebtätigkeit und der Glaube. 7163. Vers 22,23: Da wandte sich Mose wieder zu Jehovah und sprach: Herr, warum hast Du übel getan diesem Volk; warum denn hast Du mich gesandt? Und seitdem ich gekommen bin zu Pharao zu reden in Deinem Namen, hat er übel getan diesem Volk, und Dein Volk hast Du nicht befreit. "Da wandte sich Mose wieder zu Jehovah und sprach" bedeutet die Klage aus dem göttlichen Gesetz; "Herr, warum hast Du übel getan diesem Volk" bedeutet, daß diejenigen, die im Wahren und Guten sind, zu sehr angefochten werden durch Falsches; "warum denn hast Du mich gesandt" bedeutet, da doch das vom Göttlichen ausgegangene Gesetz anders zu sagen scheine; "und seitdem ich gekommen bin zu Pharao zu reden in Deinem Namen" bedeutet, als der Befehl aus dem, was dem göttlichen Gesetz angehört, denjenigen eröffnet wurde, die im Falschen sind; "hat er übel getan diesem Volk" bedeutet, durch das hineingeworfene Falsche schienen diejenigen verletzt zu werden, die im Wahren und Guten der Kirche sind; "und Dein Volk hast Du nicht befreit" bedeutet, sie seien aus dem Zustand der Anfechtungen durch Falsches nicht herausgekommen. 7164. "Da wandte sich Mose wieder zu Jehovah, und sprach", 2. Mose 5/22, bedeutet die Klage aus dem göttlichen Gesetz. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich wieder wenden zu Jehovah, sofern es heißt, eine Klage vorbringen beim Göttlichen darüber, daß die, welche im Wahren und Guten sind, angefochten werden von denen, die im Falschen und Bösen sind. Daß "sich wieder wenden zu Jehovah" eine Klage bezeichnet, wird aus dem Folgenden klar. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz ist, wovon Nr. 6723, 6752, 6771, 6827, 7014. Daher ist es eine Klage aus dem Wahren, das dem göttlichen Gesetz angehört, darüber, daß diejenigen, die im Falschen sind, über die, welche in den Wahrheiten stehen, eine solche Herrschaft haben. 7165. "Herr, warum hast du übel getan diesem Volk", 2. Mose 5/22, bedeutet, daß diejenigen, die im Wahren und Guten sind, zu sehr angefochten werden durch das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung von übeltun, sofern es heißt zulassen, daß sie zu sehr durch Falsches angefochten werden, denn das heißt im geistigen Sinn übel tun, wenn es bezogen wird auf diejenigen, die im Wahren und Guten sind; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, somit die, welche in den Wahrheiten der Kirche und in dem Guten derselben stehen, wie Nr. 7162. 7166. "Warum denn hast Du mich gesandt", 2. Mose 5/22, bedeutet, da doch das vom Göttlichen ausgegangene Gesetz anders zu sagen scheine. Dies erhellt aus der Bedeutung von "warum denn", sofern es heißt, warum ist es so, während doch anders gesagt wird? Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der dieses von sich sagt, sofern er das Gesetz vom Göttlichen her bezeichnet, wovon Nr. 7164; und aus der Bedeutung von gesandt werden, sofern es heißt, ausgehen, wovon Nr. 4710, 6831. Daher wird durch "warum denn hast Du mich gesandt", bezeichnet, daß das vom Göttlichen ausgegangene Gesetz anders zu sagen scheine. Weil dieses von demjenigen gesagt wird, der über die Anfechtungen durch Falsches klagt, so scheint es, als ob das vom Göttlichen herstammende Gesetz anders sagte, während es doch nicht anders sagt; denn das vom Göttlichen stammende Gesetz ist ein Gesetz der Ordnung, und zwar ein Ordnungs-Gesetz in betreff derjenigen, die im Zustand der Anfechtungen durch Falsches sind, daß sie nämlich angefochten werden müssen bis zur Verzweiflung, und daß, wenn dies nicht geschieht, der Hauptzweck der Anfechtung verfehlt ist. Daß die Versuchung bis zur Verzweiflung gesteigert werde, erhellt offenbar aus der Versuchung des Herrn in Gethsemane: Matth.26/38,39; Mark.14/33-36; Luk.22/44, und auch nachher am Kreuz: Matth.27/46, sofern sie bis zum Zustand der Verzweiflung fortgeführt wurde; und die Versuchung des Herrn ist das Urbild der Versuchung der Gläubigen; darum sagt der Herr, wer Ihm folgen wolle, der müsse sein Kreuz auf sich nehmen: Matth.10/38; 16/24; denn die Verherrlichung des Herrn ist das Urbild der Wiedergeburt des Menschen: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688; und die Wiedergeburt geschieht hauptsächlich durch Versuchungen. 7167. "Und seitdem ich gekommen bin zu Pharao, zu reden in Deinem Namen", 2. Mose 5/23, bedeutet, als der Befehl aus dem, was dem göttlichen Gesetz angehört, denjenigen, die in Falschen sind, eröffnet wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "kommen zu reden", sofern es heißt, einen Befehl überbringen, hier eröffnet werden; denn der Befehl vom Göttlichen her wird nicht offenbarlich denjenigen überbracht, die in den Höllen, sondern es ergeht an sie eine Ermahnung durch Geister, daher wird er ihnen eröffnet oder erscheint ihnen (apparet) wie ein Befehl vom Göttlichen. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 7107, 7110, 7126, 7142; und aus der Bedeutung des Namens Jehovahs, sofern er das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit bezeichnet wodurch der Herr verehrt wird, wovon Nr. 2724, 3006, 6674, somit alles, was dem göttlichen Gesetz angehört; denn das Göttliche enthält nichts anderes, als was sich auf die Liebtätigkeit und den Glauben bezieht. Das göttliche Gesetz ist nämlich das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, und was vom Herrn ausgeht, ist das göttlich Gute und Wahre, und das göttlich Gute ist Liebe und Liebtätigkeit und das göttlich Wahre ist Glaube. 7168. "Hat er übel getan diesem Volk", 2. Mose 5/23, bedeutet, durch das hereingebrachte Falsche schienen diejenigen verletzt zu werden, die im Wahren und Guten der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von übel tun, sofern es heißt, durch hereingebrachtes Falsches verletzen, hier verletzt zu werden scheinen, denn die in der Anfechtung und in der Versuchung sind, können durch das in sie gebrachte Falsche nicht (wirklich) verletzt werden, weil der Herr sie schützt. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, sofern sie die bezeichnen, die in den Wahrheiten der Kirche und ihrem Guten stehen, wie Nr. 7162. 7169. "Und Dein Volk hast Du nicht befreit", 2. Mose 5/23, bedeutet, sie seien aus dem Zustand der Anfechtungen durch Falsches nicht herausgekommen. Dies erhellt aus der Bedeutung von befreit werden, sofern es heißt aus dem Zustand der Anfechtungen durch Falsches herauskommen, denn von den Anfechtungen durch Falsches wird im Vorhergehenden gehandelt. Daher heißt "nicht befreit werden" hier, aus ihnen nicht herauskommen. Daß "Dein Volk" die sind, die im Wahren und Guten der Kirche stehen und angefochten sind, sehe man Nr. 7165, 7168.   Nr. 7170 - 7182 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 6. Kapitel 1. Und Jehovah sprach zu Mose: Nun sollst du sehen, was Ich dem Pharao tun werde; denn durch starke Hand soll er sie entlassen, und durch starke Hand soll er sie wegtreiben aus seinem Lande. 2. Und Gott redete zu Mose und sprach zu ihm: Ich bin Jehovah. 3. Und bin erschienen Abraham, Jischak und Jakob, als Gott Schaddai, und mit Meinem Namen Jehovah bin Ich ihnen nicht bekannt worden. 4. Und habe auch Meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, ihnen das Land Kanaan zu geben, das Land ihrer Pilgerfahrten, darinnen sie Fremdlinge gewesen sind. 5. Auch habe Ich das Seufzen der Söhne Israels gehört, daß die Ägypter sie dienstbar machen; und habe gedacht Meines Bundes. 6. Darum sage den Söhnen Israels: Ich bin Jehovah, und will euch herausführen aus den Lasten der Ägypter, und euch befreien aus ihrem Dienste; und euch erlösen mit ausgestrecktem Arm und großen Gerichten. 7. Und will euch annehmen Mir zum Volk, und will euer Gott sein, und ihr sollt erkennen, daß Ich, Jehovah, euer Gott, es bin, der euch herausführt aus den Lasten Ägyptens. 8. Und will euch bringen zu dem Land, darüber Ich Meine Hand aufgehoben habe, es zu geben dem Abraham, Jischak und Jakob, und will es euch zum Erbe geben, Ich, Jehovah. 9. Und Mose redete so zu den Söhnen Israels, aber sie hörten nicht auf Mose, vor Angst des Geistes und vor hartem Dienst. 10. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 11. Gehe hin, rede zu Pharao, dem König von Ägypten, daß er die Söhne Israels entlassen soll aus seinem Lande. 12. Aber Mose redete vor Jehovah und sprach: Siehe, die Söhne Israels haben nicht auf mich gehört, und wie wird mich Pharao hören, dazu bin ich unbeschnitten an Lippen. 13. Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon und gab ihnen Befehl an die Söhne Israels und an Pharao, den König Ägyptens, um herauszuführen die Söhne Israels aus Ägyptenland. 14. Dies sind die Häupter des Hauses ihrer Väter; die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels, Chanoch und Pallu, Chezron und Karmi; das sind die Familien Rubens. 15. Und die Söhne Schimeons: Jemuel und Jamin und Ohad und Jachin und Zochar und Saul, der Sohn der Kanaanitin; dies sind die Familien Schimeons. 16. Und dies sind die Namen der Söhne Levis nach ihren Geschlechtern: Gerson und Kehath und Merari; und die Jahre des Lebens Levis (waren) hundertsiebenunddreißig Jahre. 17. Die Söhne Gersons: Libni und Simei nach ihren Familien. 18. Und die Söhne Kehats: Amram und Jizhar und Chebron und Ussiel; und die Jahre des Lebens Kehaths (waren) hundertdreiunddreißig Jahre. 19. Und die Söhne Meraris: Machli und Muschi; dies sind die Familien Levis nach ihren Geschlechtern. 20. Und Amram nahm Jochebed, seine Muhme, sich zum Weibe, und sie gebar ihm Aharon und Mose; und die Jahre des Lebens Amrans (waren) hundertsiebenunddreißig Jahre. 21. Und die Söhne Jizhars: Korah und Näpheg und Sichri. 22. Und die Söhne Ussiels: Mischael und Elzaphan und Sithri. 23. Und Aharon nahm Eliseba, die Tochter Amminadabs, die Schwester Nachassons, sich zum Weibe; und sie gebar ihm Nadab und Abihu und Eleasar und Ithamar. 24. Und die Söhne Korahs waren Assir und Elkanah, und Abiasaph; dies sind die Familien der Korahiten. 25. Und Eleasar, der Sohn Aharons nahm von den Töchtern Putiels sich zum Weibe; und sie gebar ihm Pinehas. Dies sind die Häupter der Väter der Leviten nach ihren Familien. 26. Das ist Aharon und Mose, zu denen Jehovah sagte: Führet die Söhne Israels aus Ägyptenland, nach ihren Heeren. 27. Diese redeten zu Pharao, dem König Ägyptens, um die Söhne Israels auszuführen aus Ägypten: eben dieser Mose und Aharon. 28. Und es geschah am Tage, da Jehovah zu Mose redete in Ägyptenland, 29. Da redete Jehovah zu Mose und sprach: Ich bin Jehovah, rede zu Pharao, dem Könige von Ägypten, alles was Ich zu dir rede. 30. Und Mose sprach vor Jehovah: Siehe, ich bin unbeschnitten an Lippen, und wie wird Pharao auf mich hören?   Inhalt 7183. Im vorigen Kapitel war von den Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn die Rede, daß sie nämlich vom Falschen angefochten wurden, und zuletzt wegen dieser Anfechtungen der Verzweiflung nahe waren. Nun werden sie aufgerichtet durch die Hoffnung und Verheißung, daß sie gewiß befreit werden sollten. Von diesem Gegenstand wird im inneren Sinn in diesem Kapitel gehandelt; und diese Dinge werden bezeichnet durch das, was Jehovah zu Mose redete. 7184. Hernach wird das geistige Reich des Herrn beschrieben in Ansehung des Glaubens und in Ansehung der Liebtätigkeit, und sodann in Ansehung der Lehre, wie auch in Ansehung der Aufnahme des göttlichen Gesetzes: Ruben und Schimeon und deren Familien bilden dasjenige vor, was dem Glauben angehört; Levi und dessen Familien das, was der Liebtätigkeit; Aharon und seine Familie das, was der Lehre angehört; und Mose das, was dem göttlichen Gesetz angehört.   Innerer Sinn 7185. Vers 1: Und Jehovah sprach zu Mose: Nun sollst du sehen, was Ich dem Pharao tun werde; denn durch starke Hand soll er sie entlassen, und durch starke Hand soll er sie wegtreiben aus seinem Lande. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Belehrung über das göttliche Gesetz; "nun sollst du sehen, was Ich dem Pharao tun werde" bedeutet ein deutliches Innewerden, was denen geschehen werde, die anfechten; "denn durch starke Hand soll er sie entlassen" bedeutet, daß sie mit aller Kraft und Macht jene fliehen werden; "und durch starke Hand soll er sie wegtreiben aus seinem Lande" bedeutet, daß sie mit aller Kraft und Macht jene aus ihrer Nähe forttreiben werden. 7186. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 6/1, bedeutet die Belehrung über das göttliche Gesetz. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", sofern es die Belehrung aus dem Göttlichen ist, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz bezeichnet, wovon Nr. 6723, 6752, 7014. Jehovah sprach zu Mose, bedeutet die Belehrung über das göttliche Gesetz, weil am Ende des vorigen Kapitels geglaubt wurde, die Angehörigen der geistigen Kirche würden vermöge des göttlichen Gesetzes von den Anfechtungen alsbald befreit werden, während es doch der Ordnung gemäß ist, daß die Bösen, die anfechten, nur nach und nach entfernt, und die Angehörigen der geistigen Kirche nur nach und nach befreit werden können; denn die göttliche Ordnung ist nicht anders. Daher ist auch das göttliche Gesetz nicht anders; denn das ganze göttliche Gesetz ist ein Gesetz der Ordnung, so daß es gleich ist, ob man sagt das göttliche Gesetz oder das Gesetz der göttlichen Ordnung. Über dieses Gesetz werden nun die Angehörigen der geistigen Kirche belehrt, daß sie nämlich zufolge desselben gewiß werden befreit werden, wenn die rechte Zeit und der rechte Zustand da ist. Daß Mose, durch den hier das göttliche Gesetz vorgebildet wird, wie es bei den Angehörigen der geistigen Kirche beschaffen ist, wenn sie im Zustand der Anfechtungen sind, glaubte, dem göttlichen Gesetz zufolge würden sie alsbald von den Anfechtungen befreit werden, erhellt aus dem, was er am Ende des vorigen Kapitels sagte, nämlich "warum hast Du übel getan diesem Volk; warum denn hast Du mich gesandt und hast Dein Volk nicht befreit?", wodurch bezeichnet wird, daß sie durch Falsches gar zu sehr angefochten würden, während doch das vom Göttlichen ausgehende Gesetz anders zu sagen scheine, und daß sie so aus dem Zustand der Anfechtungen noch nicht herausgekommen seien; man sehe Nr. 7165, 7166, 7169. Daß die, welche zur geistigen Kirche gehören und auf der unteren Erde sind, nur allmählich und stufenweise, nicht alsbald von den Anfechtungen befreit werden, kommt daher, daß das anhaftende Böse und Falsche nicht anders entfernt, und Gutes und Wahres an dessen Statt eingeflößt werden kann. Dies geschieht vielmehr durch viele Zustandsveränderungen, somit allmählich und stufenweise. Diejenigen, die glauben, der Mensch könne alsbald in den Himmel eingeführt werden, und daß dieses bloß Sache der Barmherzigkeit des Herrn sei, sind gar sehr im Irrtum. Wenn jenes der Fall wäre, so würden alle, soviel ihrer in der Hölle sind, in den Himmel erhoben; denn des Herrn Barmherzigkeit waltet über alle. Es ist vielmehr der Ordnung gemäß, daß ein jeder sein Leben, das er in der Welt geführt hat, mitbringt, und daß diesem gemäß sein Zustand im anderen Leben sich bestimmt. Ferner, daß die Barmherzigkeit des Herrn bei allen einfließt, daß sie aber auf verschiedene Weise aufgenommen, und von denen, die im Bösen sind, zurückgestoßen wird. Und weil sie sich während ihres Lebens dieses angewöhnt haben, so behalten sie es auch im anderen Leben bei. Auch ist keine Besserung im anderen Leben möglich; denn wie der Baum fällt, so bleibt er liegen. Hieraus erhellt, daß der Ordnung gemäß diejenigen, die zwar im Guten lebten, aber auch noch Grobes und Unreines an sich haben, was den Trieben der Welt- und Selbstliebe angehört, mit dem, was im Himmel ist, nicht verbunden werden können, ehe jenes beseitigt ist. Hieraus wird klar, daß die Befreiung von den Anfechtungen allmählich und stufenweise geschieht. 7187. "Nun sollst du sehen, was Ich dem Pharao tun werde", 2. Mose 6/1, bedeutet das deutliche Innewerden, was denen geschehen wird, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; hier das deutliche Innewerden, weil es von der Belehrung vom Göttlichen her gesagt wird. Aus der Bedeutung von "was Ich tun werde", sofern es heißt, was geschehen wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er diejenigen bezeichnet, die durch eingeflößtes Falsches anfechten, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 7107, 7110, 7126, 7142. 7188. "Denn durch starke Hand soll er sie entlassen", 2. Mose 6/1, bedeutet, daß sie mit aller Kraft und Macht vor jenen fliehen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der starken Hand, sofern sie alle Kraft und Macht bezeichnet; daß die Hand Macht bedeutet, sehe man Nr. 878, 3387, 4931, 5327, 5328, 6947, 7011. Und aus der Bedeutung von "sie entlassen", sofern es heißt, vor ihnen fliehen. Damit verhält es sich in folgender Weise: Wenn die Höllengeister vom Bösestun durch Strafen abgeschreckt werden, so enthalten sie sich endlich der Anfechtung und wollen jene verlassen und entfliehen; weil aber ihre einzige Lebenslust darinnen besteht, Böses zu tun und anzufechten, deshalb können sie sich nicht enthalten, wenn sie nicht alle Kraft und Macht anwenden, sich zu entfernen; denn was jemandes Lebenslust ist, dem kann, weil es Sache seiner Liebe und seines Lebens ist und ihn mit fortreißt, nicht widerstanden werden, wenn nicht das Unangenehme der Strafe die Lust, Böses zu tun, überwiegt. Daher kommen die Strafen der Bösen im anderen Leben. HG 7189 7189. "Und durch starke Hand soll er sie wegtreiben aus seinem Lande", 2. Mose 6/1, bedeutet, daß sie mit aller Kraft und Macht jene aus ihrer Nähe forttreiben werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "durch starke Hand", sofern es soviel ist als: aus aller Kraft und Macht, wovon Nr. 7188; und aus der Bedeutung von "sie wegtreiben", sofern es soviel ist als: sie forttreiben; und aus der Bedeutung "seines Landes", sofern es die Nähe bezeichnet. Daß das Land, wo die Angehörigen der geistigen Kirche von Falschem angefochten werden, nahe bei den Höllen ist, die anfechten, und die untere Erde genannt wird, sehe man Nr. 7090, weshalb "aus seinem Land" soviel ist als aus ihrer Nähe. 7190. Vers 2-8: Und Gott redete zu Mose und sprach zu ihm: Ich bin Jehovah. Und bin erschienen Abraham, Jischak und Jakob, als Gott Schaddai, und mit Meinem Namen Jehovah bin Ich ihnen nicht bekannt worden. Und habe auch Meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, ihnen das Land Kanaan zu geben, das Land ihrer Pilgerfahrten, darinnen sie Fremdlinge gewesen sind. Auch habe Ich das Seufzen der Söhne Israels gehört, daß die Ägypter sie dienstbar machen; und habe gedacht Meines Bundes. Darum sage den Söhnen Israels: Ich bin Jehovah, und will euch herausführen aus den Lasten der Ägypter, und euch befreien aus ihrem Dienste; und euch erlösen mit ausgestrecktem Arm und großen Gerichten. Und will euch annehmen Mir zum Volk, und will euer Gott sein, und ihr sollt erkennen, daß Ich, Jehovah, euer Gott, es bin, der euch herausführt aus den Lasten Ägyptens. Und will euch bringen zu dem Land, darüber Ich Meine Hand aufgehoben habe, es zu geben dem Abraham, Jischak und Jakob, und will es euch zum Erbe geben, Ich, Jehovah. "Und Gott redete zu Mose" bedeutet etwas Neues, das sich aber an das Frühere anschließt; "und sprach zu ihm: Ich bin Jehovah" bedeutet die Bekräftigung von seiten des Göttlichen, die unwiderruflich ist; "und bin erschienen Abraham, Jischak und Jakob, als Gott Schaddai" bedeutet die Versuchungen des Herrn in Ansehung des Menschlichen, und die Versuchungen der Gläubigen, und die nachfolgenden Tröstungen; "und mit Meinem Namen Jehovah bin Ich ihnen nicht bekannt worden" bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche im Zustand der Versuchungen nicht an die göttlichen Dinge der Kirche dachten; "und habe auch Meinen Bund mit ihnen aufgerichtet" bedeutet, es sei dann dennoch Verbindung durch das Göttlich-Menschliche des Herrn vorhanden; "ihnen das Land Kanaan zu geben" bedeutet, kraft welcher sie in den Himmel erhoben würden; "das Land ihrer Pilgerfahrten, darinnen sie Fremdlinge gewesen sind" bedeutet, wo die Gegenstände des Glaubens und der Liebtätigkeit sind, worüber sie belehrt wurden, und wonach sie gelebt haben; "auch habe Ich das Seufzen der Söhne Israels gehört" bedeutet ihren Schmerz wegen des Kampfes; "daß die Ägypter sie dienstbar machen" bedeutet mit denen, die im Falschen sind, und sie zu unterjochen suchen; "und habe gedacht Meines Bundes" bedeutet, es werde ihnen Erledigung davon zuteil, um der Verbindung willen; "darum sage den Söhnen Israels" bedeutet das göttliche Gesetz werde den Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn zu vernehmen gegeben; "Ich bin Jehovah" bedeutet die Bekräftigung von seiten des Göttlichen; "und will euch herausführen aus den Lasten der Ägypter" bedeutet, der Herr werde sie erledigen von den Anfechtungen derer, die im Falschen; "und euch befreien aus ihrem Dienste" bedeutet vollständig von dem Bestreben, sie zu unterjochen; "und euch erlösen mit ausgestrecktem Arm" bedeutet die Ausführung aus der Hölle durch göttliche Macht; "und großen Gerichten" bedeutet nach den Gesetzen der Ordnung vermöge des Göttlich-Menschlichen des Herrn; "und will euch annehmen Mir zum Volk" bedeutet, daß sie denjenigen im Himmel beigesellt werden, die dort dem Herrn dienen; "und will euer Gott sein" bedeutet, sie würden auch das Göttliche aufnehmen; "und ihr sollt erkennen, daß Ich, Jehovah, euer Gott, es bin" bedeutet, dann werde die Wahrnehmung stattfinden, daß der Herr allein Gott sei; "der euch herausführt aus den Lasten Ägyptens" bedeutet, der von den Anfechtungen durch Falsches befreit hat; "und will euch bringen zu dem Land, darüber Ich Meine Hand aufgehoben habe, es zu geben dem Abraham, Jischak und Jakob" bedeutet die Erhebung zum Himmel durch die göttliche Macht, wo das Göttlich-Menschliche des Herrn alles ist; "und will es euch zum Erbe geben" bedeutet das Leben des Herrn daselbst in Ewigkeit; "Ich, Jehovah" bedeutet die Bekräftigung von seiten des Göttlichen. 7191. "Und Gott redete zu Mose", 2. Mose 6/2, bedeutet etwas Neues, das aber an das Frühere sich anschließt. Dies ergibt sich daraus, daß im fortlaufenden Text öfters gelesen wird: Jehovah sprach, und Jehovah redete, so auch in diesem Kapitel Vers 1: Jehovah sprach zu Mose; in diesem Vers: Gott redete zu Mose, ebenso 2. Mose 6/10,13,28,29; in gleicher Weise auch anderwärts. Diese Wiederholung bedeutet nichts anderes, als daß hier etwas Neues beginne, das jedoch an das Vorhergehende angeknüpft werden müsse. Daß Jehovah sprach, einen neuen Gegenstand des Innewerdens (novum perceptionis) bezeichne, sehe man Nr. 2061, 2238, 2260. Man muß wissen, daß das Wort in seiner Grundsprache keine Schlußpunkte hat, weshalb solche Ausdrücke ihre Stelle vertraten, und anstatt der kleineren Schlußpunkte oder Unterscheidungszeichen das "und" diente. Daher kommt letzteres so häufig vor. Auch die Rede der Engel ist fortlaufend, zwar mit Ruhepunkten, aber dabei wird das Vorhergehende mit dem Folgenden in wunderbarer Weise verknüpft; denn die Vorstellungen der Engel sind außerordentlich voll von Sachen, und zwar von unzähligen und unaussprechlichen, die dem Menschen, solange er in der Welt ist, unbegreiflich sind. Daher können die Endpunkte der vorhergehenden Redesätze mit den Anfängen der folgenden vollständig verknüpft, und so aus mehreren Gedankenreihen eine einzige gebildet werden. Und was erstaunlich und unglaublich ist, in der Engelsrede stellt sich die Form des Himmels dar; daher ist in jeder Engelsrede eine Harmonie, wie sie bei Gesängen stattfindet, und wobei ein jeder Schluß in ein einsilbiges Wort, somit in eine Einheit ausläuft. Und es wurde mir gesagt, dies geschehe aus dem Grund, weil alles und jegliches im Himmel auf den einen Gott, als auf seinen Endzweck, sich beziehe. Hieraus konnte auch erhellen, daß alles Denken und daher alles Reden durch den Himmel vom Herrn einfließt, und daß dadurch eine solche Harmonie in die Rede kommt, die sich als Einheit abschließt (cadens in unum). 7192. "Und sprach zu ihm: Ich bin Jehovah", 2. Mose 6/2, bedeutet die Bestätigung (oder Bekräftigung) von seiten des Göttlichen, die unwiderruflich ist. Dies kann ohne Erklärung erhellen, denn von Jehovah, d.h. vom Herrn, kann etwas einzig nur bekräftigt werden bei Ihm selbst; nicht beim Himmel, weil dieser weit unter Ihm ist, noch weniger bei etwas in der Welt, sondern auf daß es eine göttliche Bekräftigung sei, die ewig und unwiderruflich ist, muß sie vom Göttlichen Selbst herkommen. Eine solche Bekräftigung, nämlich Ich (bin) Jehovah, liest man oft bei Mose, wie: 2. Mose 12/12; 3. Mose 18/5,6; 19/12,14,18,28,30,32,37; 20/8; 21/12; 22/2,3,8,30,31,33; 26/2,45; 4. Mose 3/13,41,45. Und bei den Propheten: Spruch Jehovahs, wodurch ebenfalls eine Bekräftigung von seiten des Göttlichen verstanden wird, wie: Jes.3/15; 14/22,23; 17/6; 22/14,25; 43/12; 52/5; Jerem.2/22; 3/1,10,13,20; 8/12; 12/17; 13/25; 16/16; 23/7,24,29,31; 25/7,29 und sonst öfter. Die Bekräftigung von seiten des Göttlichen geschieht auch bei dem Göttlich-Menschlichen, somit ebenfalls bei Ihm selbst: Jes.62/8: "Geschworen hat Gott bei Seiner Rechten und bei dem Arm Seiner Stärke". 7193. "Und bin erschienen Abraham und Jischak und Jakob als Gott Schaddai", 2. Mose 6/3, bedeutet die Versuchungen des Herrn in Ansehung des Menschlichen und die Versuchungen der Gläubigen und die nachherigen Tröstungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erscheinen oder gesehen werden, wenn es von Jehovah gesagt wird, sofern es ein Innewerden vom Göttlichen her bezeichnet, worüber Nr. 2150, 3764, 4567, 5400; aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, Jischaks und Jakobs, sofern sie den Herrn in Ansehung des Göttlichen Selbst und in Ansehung des Göttlich-Menschlichen bezeichnen, wovon Nr. 6804, 6847; weil aber hier Jehovah redet und spricht, Er sei ihnen erschienen, so wird der Herr in Ansehung des Menschlichen bezeichnet, d.h. des Menschlichen, ehe es Göttlich wurde. Durch Abraham wird bezeichnet das Himmlische in jenem Menschlichen, durch Jischak das Geistige und durch Jakob das Natürliche. Daß der Herr in Ansehung des Menschlichen durch jene verstanden wird, nicht in Ansehung des Göttlichen Selbst, auch nicht in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, hat den Grund, weil von den Versuchungen gehandelt wird, und der Herr in Ansehung des Menschlichen ehe es göttlich wurde, versucht werden konnte, nicht aber in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, und noch weniger in Ansehung des Göttlichen Selbst; denn das Göttliche ist außer allen Versuchungen. Die Höllengeister, die versuchen, können nicht einmal den himmlischen Engeln sich nähern, denn sobald sie sich nähern, werden sie von Grauen und Angst ergriffen und sind wie entseelt. Können sie sich diesen nicht nähern, und zwar wegen des Göttlichen, das bei ihnen ist, so können sie noch viel weniger dem Göttlichen sich nähern, das unendlich hoch über dem Engelswesen ist. Hieraus kann erhellen, daß der Herr ein schwaches Menschliches von seiner Mutter angenommen hat, damit er versucht werden, und durch Versuchungen alles im Himmel und auf Erden wieder in Ordnung bringen und zugleich alsdann Sein Menschliches verherrlichen, d.h. göttlich machen konnte. Daß durch den Gott Schaddai die Versuchungen bezeichnet werden, und die Tröstungen hernach, sehe man Nr. 1992, 3667, 4572, 5628. Die nachherigen Tröstungen wird gesagt, weil es der göttlichen Ordnung gemäß ist, daß auf die Versuchungsschmerzen Tröstungen folgen, geradeso wie auf den Abend und die Nacht der Morgen und das Frührot; sie stehen auch in Entsprechung (mit denselben), denn es gibt Zustandswechsel im anderen Leben, wie Zeitenwechsel in der Welt: die Zustände der Versuchungen und Anfechtungen, sodann die Zustände der Abödungen sind dort der Abend und die Nacht, und die Zustände der Tröstungen und heiteren Gefühle (festivitatum) sind dort der Morgen und das Frührot. Daß durch die gleichen Worte, nämlich "Ich bin erschienen Abraham, Jischak und Jakob", auch die Versuchungen der Gläubigen und die nachherigen Tröstungen bezeichnet werden, hat den Grund, weil die Wiedergeburt des Menschen, die mittelst der Versuchungen geschieht, ein Bild der Verherrlichung des Herrn ist: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688; darum wird, was vom Herrn im höchsten Sinn gilt, bei den Gläubigen im bezüglichen inneren Sinn im Wort verstanden. 7194. "Mit Meinem Namen Jehovah bin Ich ihnen nicht bekannt worden", 2. Mose 6/3, bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche im Zustand der Versuchungen nicht an die göttlichen Dinge der Kirche dachten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens Jehovahs, sofern er alles in einer Zusammenfassung bezeichnet, wodurch der Herr verehrt wird (wovon Nr. 2724, 3006, 6674), somit alles Göttliche in der Kirche. Durch den Namen Jehovahs wird eigentlich das Göttlich-Menschliche des Herrn verstanden: Nr. 2628, 6887, und weil durch dieses und von diesem das Ganze des Glaubens und das Ganze der Liebe, das die göttlichen Dinge in der Kirche sind, ausgeht, so ist dieses in einem Inbegriff das Ganze des Gottesdienstes. Ferner aus der Bedeutung von nicht bekannt worden sein, sofern es heißt nicht wissen von, oder nicht denken an dasselbe, d.h. an die göttlichen Dinge in der Kirche, nämlich im Zustand der Versuchungen, die durch den Gott Schaddai bezeichnet werden. Daher wird gesagt, daß dieser dem Abraham, Jischak und Jakob bekannt worden sei, nicht aber mit seinem Namen Jehovah. Dies ist der innere Sinn dieser Worte. Hingegen der äußere oder historische Sinn ist ein anderer: aus diesem Sinn kann erhellen, daß Abraham, Jischak und Jakob nicht den Jehovah verehrt haben, sondern den Gott Schaddai (man sehe Nr. 1992, 3667, 5628), und daß Abraham nichts von Jehovah wußte: Nr. 1356, 2559. Daß aber in den Geschichten von Abraham, Jischak und Jakob Jehovah genannt wird, hat den Grund, weil jenes Wort von Mose geschrieben ist, dem der Name Jehovahs bekannt worden war, und weil in jenen Geschichten Jehovah genannt wird wegen des inneren Sinnes; denn überall im Wort wird Jehovah genannt, wenn vom Guten, das Sache der Liebe, die Rede ist, aber Gott, wenn vom Wahren, das Sache des Glaubens ist: Nr. 709, 732, 1096, 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4402. 7195. "Und habe auch Meinen Bund mit ihnen aufgerichtet", 2. Mose 6/4, bedeutet, daß dennoch damals Verbindung durch das Göttlich-Menschliche (stattgefunden hat). Dies erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, Jischaks und Jakobs, die hier diejenigen sind, mit denen der Bund (aufgerichtet worden), sofern sie das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnen, wovon Nr. 6804, 6847. Hieraus wird klar, welches der nächste innere Sinn dieser Worte sei, daß nämlich eine Vereinigung des Göttlichen Selbst mit dem Göttlich-Menschlichen stattfinde, und der daraus folgende Sinn, daß eine Verbindung des Göttlichen Selbst mit den Angehörigen der geistigen Kirche stattfinde durch das Göttlich-Menschliche; denn (wie früher öfters gezeigt wurde) die Angehörigen der geistigen Kirche sind durch das Göttlich-Menschliche des Herrn selig gemacht worden, man sehe Nr. 6854, 6914, 7035, 7091 E; "dennoch damals" wird gesagt, um es mit dem gleich Vorhergehenden zu verbinden, daß nämlich alsdann eine Verbindung (stattfand), als sie im Zustand der Versuchungen nicht an die göttlichen Dinge in der Kirche dachten, denn im Zustand der Versuchungen ist der Herr gegenwärtiger, als außer demselben, obwohl es anders scheint: man sehe Nr. 840. 7196. "Ihnen das Land Kanaan zu geben", 2. Mose 6/4, bedeutet, kraft welcher sie in den Himmel erhoben wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern es das Reich des Herrn in den Himmeln und auch die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 1607, 3038, 3481, 3705, 4447, 6516. Daß erhoben werden in den Himmel bezeichnet wird durch jenes Land geben, ist klar, denn diejenigen, denen der Himmel gegeben wird, werden erhoben. 7197. "Das Land ihrer Pilgerfahrten, darinnen sie Fremdlinge gewesen sind", 2. Mose 6/4, bedeutet, wo die Gegenstände des Glaubens und der Liebtätigkeit (sich befinden), worüber sie belehrt worden sind, und wonach sie gelebt haben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, sofern es das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden bezeichnet, wovon Nr. 7196, somit auch, was zum Reich des Herrn gehört, und das ist, wie bekannt, Glaube und Liebtätigkeit. Daher wird auch dieses, wo von der Belehrung und vom Leben, welches bezeichnet wird durch "Fremdlinge sein" die Rede ist, durch das Land Kanaan bezeichnet. Ferner aus der Bedeutung von Fremdling sein, sofern es die Belehrung und das Leben bezeichnet, wovon Nr. 1463, 2025, 3672. Hieraus erhellt, daß durch das Land ihrer Pilgerfahrten, worin sie Fremdlinge gewesen sind, bezeichnet wird, da, wo die Gegenstände des Glaubens und der Liebtätigkeit (sich befinden), worüber sie belehrt worden sind, und wonach sie gelebt haben. Damit verhält es sich so: Jedem wird im anderen Leben der Himmel gegeben, je nachdem er Glauben und Liebtätigkeit hat; denn die Liebtätigkeit und der Glaube machen den Himmel bei einem jeden. Wenn aber gesagt wird, die Liebtätigkeit und der Glaube machen den Himmel, so wird das Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens verstanden. Man merke jedoch wohl, daß das Leben, dem der Himmel (wird), ein Leben nach dem Wahren und Guten des Glaubens ist, worüber der Mensch belehrt wurde. Wenn diese nicht die Regeln und Grundsätze seines Lebens sind, so erwartet er den Himmel vergebens, mag er gelebt haben, wie er will; denn ohne jene ist der Mensch wie ein Rohr, das sich nach jedem Wind neigt, weil er sich vom Bösen ebenso wie vom Guten lenken läßt, indem er nichts Wahres und Gutes in sich befestigt hat, wodurch er von den Engeln im Wahren und Guten erhalten, und vom Falschen und Bösen abgebracht werden kann, das die Höllengeister immerfort einflößen. Mit einem Wort, das Leben des christlich Guten ist es, was den Himmel macht, nicht das Leben des natürlich Guten. 7198. "Auch habe Ich das Seufzen der Söhne Israels gehört", 2. Mose 6/5, bedeutet ihren Schmerz wegen des Kampfes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Seufzens, sofern es den Schmerz infolge des Kampfes bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, die vom Falschen angefochten werden, und daher im Kampf stehen. 7199. "Daß die Ägypter sie dienstbar machen", 2. Mose 6/5, bedeutet, mit denen, die im Falschen sind, und sie zu unterjochen suchen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie die bezeichnen, die im Falschen sind, wovon Nr. 6692, 7097, 7107, 7110, 7126, 7142; und aus der Bedeutung von dienstbar machen, sofern es heißt, zu unterjochen suchen, wovon Nr. 6666, 6670, 6671. 7200. "Und habe gedacht Meines Bundes", 2. Mose 6/5, bedeutet, es werde ihnen die Erledigung davon zuteil um der Verbindung willen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gedenken des Bundes, nämlich mit Abraham, Jischak und Jakob ihnen das Land Kanaan zu geben, sofern es die Befreiung und Erledigung von den Anfechtungen bezeichnet, die durch die Dienstbarkeit in Ägypten vorgebildet werden, wie auch die Erhebung zum Himmel; und aus der Bedeutung des Bundes, sofern er die Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 7195. Um der Verbindung willen, wird gesagt, sollen sie befreit und in den Himmel erhoben werden, denn die Verbindung mit dem Herrn geschieht durch Glauben und Liebe, weil die Wahrheiten des Glaubens und das Gute der Liebe vom Herrn ausgehen, und was von Ihm ausgeht, gehört Ihm so sehr an, daß Er selbst es ist. Diejenigen, die jenes aufnehmen, werden daher mit Ihm verbunden, und die mit Ihm verbunden werden, müssen notwendig zu Ihm, d.h. in den Himmel erhoben werden. 7201. "Darum sage den Söhnen Israels", 2. Mose 6/6, bedeutet, das göttliche Gesetz werde den Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn zu vernehmen geben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, zu dem gesagt wird, er solle es den Söhnen Israels sagen, sofern er das göttliche Gesetz bezeichnet, wovon Nr. 6723, 6752; aus der Bedeutung von sagen, sofern es heißt vernehmen, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2506, 2515, 2619, 2862, 3509, 5877; hier zu vernehmen geben, weil es vom göttlichen Gesetz heißt, dieses solle es sagen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637. 7202. "Ich bin Jehovah", 2. Mose 6/6, bedeutet die Bekräftigung von seiten des Göttlichen, wie aus Nr. 7192 erhellt. 7203. "Und will euch herausführen aus den Lasten der Ägypter", 2. Mose 6/6, bedeutet, der Herr werde sie erledigen von den Anfechtungen derer, die im Falschen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausführen, sofern es heißt, erledigen (oder erretten); aus der Bedeutung der Lasten, sofern sie die Anfechtungen durch Falsches und die Kämpfe bezeichnen, wovon Nr. 6757, 7104, 7105; und aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie diejenigen vorbilden, die durch das eingeflößte Falsche anfechten, wovon Nr. 7199. 7204. "Und euch befreien aus ihrem Dienst", 2. Mose 6/6, bedeutet, vollständig von dem Bestreben der Unterjochung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dienstes, sofern er das Streben nach Unterjochung bezeichnet, wovon Nr. 6666, 6670, 6671. 7205. "Und euch erlösen mit ausgestrecktem Arm", 2. Mose 6/6, bedeutet die Ausführung aus der Hölle durch göttliche Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von erlösen, sofern es heißt aus der Hölle herausführen. Daß Erlösung gesagt wird in Beziehung auf die Knechtschaft, das Böse und den Tod, wovon man erledigt werde, somit in Beziehung auf die Hölle; und daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Erlöser heißt, sehe man Nr. 6281. Und aus der Bedeutung des ausgestreckten Arms, sofern er die göttliche Macht bezeichnet. Daß der Arm die Macht bedeutet, sehe man Nr. 478, 4931, 4932, 4934, 4935. Daß aber der ausgestreckte Arm die Allmacht oder die göttliche Macht bezeichnet, hat den Grund, weil durch den Arm, wenn er ausgestreckt in den Himmeln erscheint, die Macht vom Göttlichen her vorgebildet wird; wenn aber nicht ausgestreckt, sondern gebogen, wird die Macht im allgemeinen Sinn vorgebildet; daher nun kommt es, daß die göttliche Macht öfters im Wort durch den ausgestreckten Arm und die starke Hand vorgebildet wird, wie Jerem.27/5: "Ich habe gemacht die Erde, den Menschen und die Tiere, die auf den Angesichten der Erde (d.i. auf dem Erdboden wandeln), durch Meine große Kraft, und durch Meinen ausgestreckten Arm". Jerem.32/17,21: "Ach Herr Jehovih, siehe, Du hast gemacht den Himmel und die Erde, durch Deine große Kraft und durch Deinen ausgestreckten Arm; nicht wunderbar ist für Dich irgendein Wort (oder Werk); und Du hast Dein Volk Israel ausgeführt aus Ägyptenland durch Zeichen und Wunder und durch eine starke Hand und durch einen ausgestreckten Arm". Hes.20/34: "Ausführen will Ich euch aus den Völkern, und euch sammeln aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, durch eine starke Hand und durch einen ausgestreckten Arm". Ps.136/11,12: "Ausgeführt hat Er Israel aus der Mitte der Ägypter durch eine starke Hand und einen ausgestreckten Arm". Und außerdem: 5. Mose 4/34; 5/15; 7/19; 9/29; 11/2; 26/8; 1.Kön.8/42; 2.Kön.17/36. 7206. "Und großen Gerichten", 2. Mose 6/6, bedeutet, nach den Gesetzen der Ordnung aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gerichte, sofern sie Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 2235, 6397; und im höchsten Sinn, wo vom Herrn geredet wird, sind es göttliche Wahrheiten, und diese Wahrheiten sind nichts anderes als Gesetze der Ordnung aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, denn alle Ordnung ist von Ihm, somit auch alle Gesetze der Ordnung. Nach diesen Gesetzen richtet sich der ganze Himmel, folglich auch das Weltall. Die Gesetze der Ordnung oder die Wahrheiten, die vom Herrn ausgehen, und nach denen der ganze Himmel und das Weltall (regiert wird), sind es, die das Wort genannt werden, durch das alle Dinge gemacht sind: Joh.1/1-3, denn das Wort ist das göttlich Wahre, das ausgeht vom göttlich Guten des Göttlich-Menschlichen des Herrn. Daher kommt es, daß alle Dinge in der geistigen Welt, und auch in der natürlichen Welt, sich auf das Wahre beziehen, wie dem, der nachdenkt, einleuchten kann. Unter den großen Gerichten werden im nächsten Sinn hier die Wahrheiten verstanden, nach denen diejenigen gerichtet werden sollen, die durch eingeflößtes Falsches angefochten haben, und die durch die Ägypter und durch Pharao bezeichnet werden; aber es werden auch die Wahrheiten verstanden, nach denen diejenigen gerichtet werden, die von den Anfechtungen befreit werden sollen, und durch die Söhne Israels bezeichnet werden. Kraft dieser Gerichte werden diejenigen verdammt, die im Falschen aus dem Bösen sind, und kraft dieser Gerichte werden selig diejenigen, die in den Wahrheiten aus dem Guten sind. Nicht als ob die Wahrheiten, die vom Herrn ausgehen, jemanden verdammten, denn alle Wahrheiten, die vom Herrn ausgehen, sind aus Seinem göttlich Guten, somit lediglich nur (Ausflüsse) der Barmherzigkeit. Weil jene aber die Barmherzigkeit des Herrn nicht aufnehmen, setzen sie sich selbst der Verdammnis aus, denn sie sind alsdann im Bösen, und das Böse verdammt. Auch machen die Wahrheiten, die vom Herrn ausgehen, nicht selig, wenn der Mensch glaubt, daß er durch die Wahrheiten des Glaubens, die er hat, selig werde, und nicht aus Barmherzigkeit (denn der Mensch ist im Bösen und aus sich in der Hölle), sondern er wird durch die Barmherzigkeit des Herrn vom Bösen abgehalten und im Guten erhalten, und zwar mit starker Kraft. Daß durch die Gerichte beides bezeichnet wird, nämlich sowohl die Verdammnis des Bösen als die Seligmachung der Guten, erhellt aus denjenigen Stellen im Wort, wo vom Letzten Gericht gehandelt wird, wie Matth.25/31-45 und anderwärts. 7207. "Und will euch annehmen Mir zum Volk", 2. Mose 6/7, bedeutet, daß sie denjenigen im Himmel beigesellt werden, die dort dem Herrn dienen. Dies erhellt aus der Bedeutung von annehmen zum Volk, wenn dies von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, sofern es heißt, unter diejenigen aufnehmen, die im Himmel sind; denn die daselbst Befindlichen werden das Volk des Herrn genannt; so auch während sie in der Welt sind, denn mit ihren Seelen sind sie alsdann schon im Himmel, man sehe Nr. 687, 697, 3255, 4067, 4073, 4077. Das durch jene Worte bezeichnet wird, die Angehörigen der geistigen Kirche sollen denjenigen im Himmel beigesellt werden, die dort dem Herrn dienen, kommt daher, weil sie vor dem Kommen des Herrn auf der unteren Erde behalten worden waren, und in den Himmel erhoben wurden, als der Herr auferstand, und alsdann zu denjenigen hinzugetan, die dem Herrn dienen; man sehe Nr. 6854, 6914, 7090 E. 7208. "Und will euer Gott sein", 2. Mose 6/7, bedeutet, sie würden auch das Göttliche aufnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihr Gott sein", wenn dies von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, sofern es heißt, das Göttliche aufnehmen; denn allen denen, die im Himmel sind, wird es gegeben, das Göttliche aufzunehmen, d.h. das göttlich Gute und Wahre, somit Weisheit und Einsicht, mithin Lebensseligkeit aus den Nutzwirkungen, die Übungen der Liebtätigkeit sind. Dies wird bezeichnet durch: Ich will euer Gott sein. 7209. "Und ihr sollt erkennen, daß Ich Jehovah euer Gott, es bin", 2. Mose 6/7, bedeutet, alsdann werde die Wahrnehmung (stattfinden), daß der Herr allein Gott sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, sofern es heißt wahrnehmen. Ich Jehovah euer Gott, bin es, bedeutet, der Herr allein sei Gott, weil durch Jehovah im Wort kein anderer verstanden wird, als der Herr: Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6281, 6303, 6905; und weil man im Himmel weiß und inne wird, daß der Herr der Herr des Himmels ist, und somit auch der Herr des Weltalls, wie Er selbst sagt Matth.28/18: "daß Er alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden habe"; und daß Jehovah keinem anderen Seine Herrlichkeit gebe als Ihm selbst: Jes.42/8; sodann daß Er eins mit dem Vater sei: Joh.14/9-11; und daß der Heilige Geist das Heilige sei, das von Ihm ausgeht: Joh.16/13-15. Somit daß der Herr allein Gott sei. 7210. "Der euch herausführt aus den Lasten Ägyptens", 2. Mose 6/7, bedeutet, der von den Anfechtungen durch Falsches befreit hat. Dies erhellt aus Nr. 7203, wo die gleichen Worte. 7211. "Und will euch bringen zu dem Land, darüber Ich Meine Hand aufgehoben habe, es zu geben dem Abraham, Jischak und Jakob", 2. Mose 6/8, bedeutet, die Erhebung zum Himmel durch die göttliche Macht, wo das Göttlich-Menschliche alles ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bringen zum Land", nämlich Kanaan, sofern es heißt, erheben zum Himmel. Daß das Land Kanaan das Reich des Herrn oder der Himmel ist, sehe man Nr. 7196; aus der Bedeutung von "die Hand aufheben", wenn es in Beziehung auf Jehovah oder den Herrn gesagt wird, sofern es bezeichnet, durch göttliche Macht. Daß die Hand Macht bedeute, sehe man Nr. 878, 4931-4937, 5327, 5328, 6947, 7011. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, Jischaks und Jakobs, sofern sie den Herrn in Ansehung des Göttlichen Selbst und in Ansehung des Göttlich-Menschlichen bezeichnen, wovon Nr. 6804, 6847, hier der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, weil dieses alles im Himmel ist. Der Grund, warum das Göttlich-Menschliche alles im Himmel ist, liegt darin, daß dort niemand, nicht einmal ein Engel des inwendigsten oder dritten Himmels irgendeine Vorstellung vom Göttlichen Selbst, (d.i. vom innersten Wesen der Gottheit) haben kann, nach des Herrn Worten bei Joh.1/18: "Gott hat keiner je gesehen", und Joh.5/37: "nicht die Stimme des Vaters habt ihr je gehört, noch seine Gestalt gesehen"; denn die Engel sind endliche Wesen, und ein endliches Wesen kann keine Vorstellung des Unendlichen haben. Wenn sie daher im Himmel nicht von Gott die Vorstellung einer menschlichen Gestalt hätten, so hätten sie gar keine oder eine unziemliche; und so könnten sie mit dem Göttlichen weder durch Glauben, noch durch Liebe verbunden werden. Da es sich nun so verhält, so werden sie im Himmel das Göttliche in menschlicher Form inne. Daher kommt es, daß das Göttlich-Menschliche in den Himmeln alles ist in den Anschauungen, und daher alles im Glauben und in der Liebe, wodurch Verbindung und somit Seligmachung (stattfindet): Nr. 6700. 7212. "Und will es euch zum Erbe geben", 2. Mose 6/8, bedeutet das Leben des Herrn daselbst in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erbes, wenn es vom Himmel gesagt wird, sofern es das Leben des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 2658; und weil alles, was als Erbe gegeben wird demjenigen angehört, dem es gegeben wird, als bleibendes, im Himmel als ewiges Besitztum, weil sie dort in Ewigkeit leben, so wird das Leben des Herrn daselbst in Ewigkeit bezeichnet. Daß im Himmel das Leben des Herrn ist, daß mithin die, welche sich dort befinden, in Seinem Leben sind, hat den Grund, weil sie dort im Wahren und Guten sind, das vom Herrn ausgeht, und das Gute im Wahren ist der Herr selbst, und das Wahre, in dem das Gute, ist das Leben aus dem Herrn, aus Dem alle leben. Hieraus erhellt, daß die, welche im Guten sind und daher im Wahren (wie es alle sind, die sich in den Himmeln befinden), im Leben des Herrn sind. 7213. "Ich, Jehovah", 2. Mose 6/8, bedeutet die Bekräftigung von seiten des Göttlichen, wie aus Nr. 7192, 7202 erhellt. 7214. Vers 9-13: Und Mose redete so zu den Söhnen Israels, aber sie hörten nicht auf Mose, vor Angst des Geistes und vor hartem Dienst. Und Jehovah redete zu Mose, und sprach: Gehe hin, rede zu Pharao, dem König von Ägypten, daß er die Söhne Israels entlassen soll aus seinem Lande. Aber Mose redete vor Jehovah und sprach: Siehe, die Söhne Israels haben nicht auf mich gehört, und wie wird mich Pharao hören, dazu bin ich unbeschnitten an Lippen. Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon und gab ihnen Befehl an die Söhne Israels und an Pharao, den König Ägyptens, um herauszuführen die Söhne Israels aus Ägyptenland. "Und Mose redete so zu den Söhnen Israels" bedeutet eine Ermahnung vom göttlichen Gesetz an die, welche aus dem geistigen Reich des Herrn sind; "aber sie hörten nicht auf Mose" bedeutet, sie nahmen es nicht im Glauben und Gehorsam an; "vor Angst des Geistes" bedeutet, wegen des Zustandes nahe an der Verzweiflung; "und vor hartem Dienst" bedeutet, wegen der Anfechtungen durch lauter Falsches; "und Jehovah redete zu Mose, und sprach" bedeutet die Fortsetzung; "gehe hin, rede zu Pharao, dem König von Ägypten" bedeutet die Ermahnung an die, welche durch lauter Falsches anfechten; "daß er die Söhne Israels entlassen soll aus seinem Lande" bedeutet, sie sollen weggehen und jene verlassen; "aber Mose redete vor Jehovah und sprach" bedeutet das Gesetz vom Göttlichen und das Denken daraus; "siehe, die Söhne Israels haben nicht auf mich gehört" bedeutet, die Geistigen haben nicht angenommen, was ihnen verkündigt wurde; "und wie wird mich Pharao hören" bedeutet, die im Falschen werden es nicht annehmen; "dazu bin ich unbeschnitten an Lippen" bedeutet, für diese bin ich ein Unreiner; "und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon" bedeutet, von neuem eine Belehrung aus dem göttlichen Gesetz und zugleich aus der Lehre; "und gab ihnen Befehl an die Söhne Israels" bedeutet in betreff des Auftrags an die, welche aus dem geistigen Reich des Herrn sind; "und an Pharao, den König Ägyptens" bedeutet eine Ermahnung an die, welche durch lauter Falsches anfechten; "um herauszuführen die Söhne Israels aus Ägyptenland" bedeutet, daß sie befreit werden sollen. 7215. "Und Mose redete so zu den Söhnen Israels", 2. Mose 6/9, bedeutet eine Ermahnung vom göttlichen Gesetz an die, welche aus dem geistigen Reich des Herrn sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es (hier) eine Ermahnung bezeichnet, denn er redete zu ihnen, was ihm von Jehovah befohlen worden; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz bezeichnet, wovon Nr. 6723, 6752; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie das geistige Reich des Herrn darstellen, wovon Nr. 6426, 6637. 7216. "Aber sie hörten nicht auf Mose", 2. Mose 6/9, bedeutet, sie nahmen es nicht an im Glauben und Gehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt annehmen im Glauben und Gehorsam. Daß hören den Glauben bezeichnet im Wollen und Tun, und den Gehorsam, sehe man Nr. 2542, 3869, 4652-4660, 5017. 7217. "Vor Angst des Geistes", 2. Mose 6/9, bedeutet, wegen des Zustandes nahe an der Verzweiflung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Angst des Geistes, sofern sie einen Zustand nahe an der Verzweiflung bezeichnet; denn die, welche sich in diesem Zustand befinden, sind in der Angst des Geistes (in angustia spiritus); daß dieser Zustand durch die den Söhnen Israels von Pharao aufgelegte Last, sofern sie sich selbst Stroh zum Ziegelmachen verschaffen sollten, bezeichnet wird, wurde am Ende des vorigen Kapitels gezeigt. Daß die Angst des Geistes ein Zustand nahe an der Verzweiflung ist, kann daraus erhellen, daß die, welche sich in einem Zustand nahe an der Verzweiflung befinden, in einer inwendigen Angst und alsdann auch wirklich in einer Beklemmung des Geistes sind. Beklemmung des Geistes im äußeren Sinn ist eine Beengung der Brust, und daher gleichsam Atmungsbeschwerde, im inneren Sinn aber ist es die Angst wegen Beraubung des Wahren, das dem Glauben, und des Guten, das der Liebtätigkeit angehört, und daher ein Zustand nahe an der Verzweiflung. Daß der Zustand der Beengung des Atmens und die Angst wegen Beraubung des Wahren und des Guten der Liebtätigkeit einander entsprechen, wie eine natürliche Wirkung im Leib aus einer geistigen Ursache im Gemüt, kann man aus dem sehen, was Nr. 97, 1119, 3839, 3886, 3887, 3889, 3892 gezeigt wurde. Daß die Beraubung des geistig Wahren und Guten eine solche Angst und folglich eine solche Beklemmung erzeugt, können diejenigen nicht glauben, die nicht im Glauben und in der Liebtätigkeit sind. Diese meinen, deshalb beängstigt zu werden sei eine Schwachheit und Krankheit des Gemütes. Der Grund ist, weil sie in dem Glauben und in der Liebtätigkeit nichts Reales (und Wesentliches) sehen, somit auch nicht in dem, was ihre Seele angeht, und was sich auf den Himmel bezieht, sondern nur im Reichtum und hohem Ansehen, somit in dem, was den Leib und die Welt angeht. Sie denken auch wirklich: Was ist Glauben und Liebtätigkeit? Sind es nicht bloße Worte? Ja, was ist Gewissen? Wegen solcher Dinge beängstigt werden heißt, Angst bekommen wegen solcher Dinge, die der Mensch im Wahn seiner Einbildung in seinem Inneren sieht, und daher meint, sie seien etwas, während sie doch nichts sind. Was aber Reichtum und hohe Stellung ist, das sehen wir mit Augen und fühlen mit Wohlbehagen, daß es (etwas) ist; denn der ganze Leib wird dadurch (gleichsam) ausgedehnt und mit Freude erfüllt. So denken und so reden untereinander die bloß natürlichen Menschen. Anders hingegen die Geistigen: diese haben ihr vorzüglichstes Leben in ihrem Geist, somit in dem, was den Geist angeht, nämlich im Glauben und in der Liebtätigkeit, und darum fühlen sie, wenn sie des Wahren und Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit beraubt zu werden meinen, Angst, wie die, welche sich in Todesangst befinden; denn sie sehen vor sich den geistigen Tod, d.h. die Verdammnis. Solche erscheinen, wie oben gesagt, den bloß Natürlichen als Schwachköpfe und Geisteskranke, aber sie sind stark und gesund. Die hingegen, die bloß natürlich sind, erscheinen sich stark und gesund und sind es auch dem Leibe nach, aber sie sind ganz elend dem Geiste nach, weil geistig tot. Würden sie sehen, wie beschaffen ihr Geist ist, dann würden sie dies anerkennen, aber sie sehen ihn nicht, ehe der Leib hingeschieden ist. 7218. "Und von hartem Dienst", 2. Mose 6/9, bedeutet wegen den Anfechtungen durch lauter Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dienstes, sofern er die Anfechtung durch Falsches bezeichnet, wovon Nr. 7120, 7129, somit bedeutet harter Dienst die Anfechtung durch lauter Falsches; denn die, welche von lauter Falschem angefochten und nicht durch Wahrheiten erquickt werden, durch die das Falsche zerstreut wird (während doch ihr Leben ein Leben des Wahren ist, das dem Glauben und des Guten, das der Liebtätigkeit angehört), sind in der größten Angst, und solang sie sich in diesem Zustand befinden, sind sie gleichsam in einem harten Dienst. Daher kommt es, daß solche Anfechtungen durch harten Dienst bezeichnet werden. Man muß wissen, daß alles Denken einfließt; wenn aber bei den Geistern der Zustand des Abends und der Nacht ist, dann ist ihr Denken in einem Zustand des Zwanges; alsdann werden sie gezwungen, an das Falsche zu denken, was eingeflößt wird, und von diesem Zwang können sie sich schlechterdings nicht loswinden. Hingegen, wenn bei ihnen der Zustand des Morgens und Mittags ist, dann ist ihr Denken in einem freien Zustand; denn alsdann dürfen sie an das denken, was sie lieben, somit an das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit; denn das sind die Gegenstände ihrer Liebe. Daß nur das frei ist, was der Liebe angehört, sehe man Nr. 2870-2893. 7219. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach", 2. Mose 6/10, bedeutet die Fortsetzung, wie aus Nr. 7191 erhellt. 7220. "Gehe hin, rede zu Pharao, dem König von Ägypten", 2. Mose 6/11, bedeutet eine Mahnung an die, welche durch lauter Falsches anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es auf göttlichen Befehl geschieht, sofern es eine Ermahnung bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die mit Falschem anfechten, wovon Nr. 7107, 7110, 7126, 7142; und weil mit lauter Falschem, darum heißt es: Pharao, der König von Ägypten; denn durch König wird im echten Sinn das Wahre, und im entgegengesetzten das Falsche bezeichnet: Nr. 2045, 2069. 7221. "Daß er die Söhne Israels entlasse aus seinem Land", 2. Mose 6/11, bedeutet, sie sollen weggehen und jene verlassen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es hier soviel ist als weggehen und verlassen; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon oft; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es den Zustand der Anfechtungen bezeichnet. Hieraus wird klar, daß durch "er soll die Söhne Israels aus seinem Land entlassen", bezeichnet wird, sie sollten die Angehörigen der geistigen Kirche verlassen und nicht anfechten. 7222. "Aber Mose redete vor Jehovah und sprach", 2. Mose 6/12, bedeutet das Gesetz vom Göttlichen her und das Denken daraus. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es das Denken bezeichnet, wovon Nr. 2271, 2287, 2619; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Gesetz vom Göttlichen her darstellt, wovon Nr. 6771, 6827. 7223. "Siehe, die Söhne Israels haben nicht auf mich gehört", 2. Mose 6/12, bedeutet, die Geistigen haben nicht angenommen, was ihnen verkündigt wurde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Geistigen, d.h. die Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637; und aus der Bedeutung von nicht hören, sofern es heißt, nicht im Glauben und Gehorsam annehmen, worüber Nr. 7216. Daß es sich auf das bezieht, was ihnen verkündigt wurde, nämlich in betreff der Befreiung, ist klar. 7224. "Und wie wird Pharao auf mich hören", 2. Mose 6/12, bedeutet, die im Falschen werden es nicht annehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht hören, sofern es soviel ist, als nicht annehmen, wie Nr. 7223; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen sind, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 7107, 7110, 7126, 7142. Durch Pharao werden diejenigen vorgebildet, die im Falschen sind und anfechten, somit viele; aus dem Grund, weil der König das Haupt des Volkes ist, und daher durch den König das gleiche bezeichnet wird, wie durch das Volk; man sehe Nr. 4789. 7225. "Dazu bin ich unbeschnitten an Lippen", 2. Mose 6/12, bedeutet, für diese bin ich ein Unreiner. Dies erhellt aus der Bedeutung von bevorhautet oder unbeschnitten sein, sofern es soviel ist als unrein; denn durch die Beschneidung wird die Reinigung von unsauberen Trieben, d.h. von den Trieben der Selbst- und Weltliebe bezeichnet; man sehe Nr. 2039, 2632, 2799, 4462, 7045. Daher bildeten die, welche nicht beschnitten waren und Bevorhautete hießen, die von jenen Trieben nicht Gereinigten, somit die Unreinen vor: Nr. 3412, 3413, 4462, 7045. Ferner aus der Bedeutung der Lippen, sofern sie das zur Lehre Gehörige bezeichnen, wovon Nr. 1286, 1288; somit wird durch unbeschnitten an Lippen bezeichnet, unrein sein in Ansehung dessen, was der Lehre angehört; denn unbeschnitten wird sowohl von der Lehre als vom Leben gesagt. Daher wird das Ohr unbeschnitten genannt bei Jerem.6/10: "Über wen soll ich reden und zeugen, daß sie hören, siehe, unbeschnitten ist ihr Ohr, und sie können nicht aufmerken, siehe, das Wort Jehovahs ist geworden zum Spott, sie wollen es nicht". Auch das Herz heißt unbeschnitten bei Jerem.9/25: "Das ganze Haus Israels ist unbeschnittenen Herzens". Hes.44/7,9: "Ihr führet hinein die Söhne des Fremden, Unbeschnittene am Herzen und Unbeschnittene am Fleisch, auf daß sie in Meinem Heiligtum seien". 3. Mose 26/41: "Dann wird gedemütigt werden ihr unbeschnittenes Herz". Aus diesem wird klar, daß bevorhautet oder unbeschnitten soviel ist als unrein; und weil alles Unreine von unreinen Trieben herkommt, nämlich von der Selbstliebe und Weltliebe, deswegen wird durch unbeschnitten das bezeichnet, was den Einfluß des Guten und Wahren hindert. Wo jene Triebe sind, da wird das einfließende Gute und Wahre ausgelöscht, denn es sind Gegensätze, wie es der Himmel und die Hölle sind. Daher wird durch das unbeschnittene Ohr bezeichnet der Ungehorsam, und durch das unbeschnittene Herz die Verwerfung des Guten und Wahren; was hauptsächlich geschieht, wenn jene Triebe sich mit dem Falschen wie mit einer Mauer umgeben haben. Daß Mose als Stotternder sich unbeschnitten an Lippen nennt, hat seinen Grund im inneren Sinn, weil dadurch bezeichnet werden soll, daß die, welche im Falschen sind und durch Pharao vorgebildet werden, nicht hören werden auf das, was ihnen aus dem göttlichen Gesetz gesagt wird, und zwar deshalb, weil die, welche im Falschen sind, die Wahrheiten, die dem göttlichen Gesetz angehören, Falsches, und das Falsche, das den Wahrheiten des göttlichen Gesetzes widerspricht, Wahres nennen, (denn sie befinden sich in vollem Gegensatz). Daher werden von ihnen die Wahrheiten der Lehre nicht anders wahrgenommen, denn als unrein. Auch erscheinen ihnen die himmlischen Triebe als unreine. Wenn sie sich einer himmlischen Gesellschaft nähern, geben sie auch einen argen Gestank von sich, und wenn sie denselben spüren, meinen sie, solcher komme von der himmlischen Gesellschaft her, während er doch von ihnen selbst kommt; denn der üble Geruch wird (von ihnen) nur neben seinem Gegensatz empfunden. 7226. "Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon", 2. Mose 6/13, bedeutet, von neuem eine Belehrung aus dem göttlichen Gesetz und zugleich aus der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es (hier) eine Belehrung von neuem bezeichnet; denn in dem gleich Folgenden werden sie belehrt, was sie tun sollen. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz darstellt, wovon Nr. 6723, 6752; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre des Guten und Wahren darstellt, wovon Nr. 6998. Was für ein Unterschied zwischen dem göttlichen Gesetz und der Lehre sei, sehe man Nr. 7009, 7010, 7089. 7227. "Und gab ihnen Befehl an die Söhne Israels", 2. Mose 6/13, bedeutet, in betreff des Auftrags an die, welche aus dem geistigen Reich des Herrn sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, sofern es einen Auftrag (oder Befehl) bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie diejenigen bezeichnen, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, wovon früher oft. 7228. "Und an Pharao, den König Ägyptens", 2. Mose 6/13, bedeutet eine Ermahnung für die, welche durch lauter Falsches anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es auf göttlichen Befehl zu denjenigen geschieht, die im Falschen sind, sofern es dann eine Ermahnung (oder Warnung) bezeichnet, wovon Nr. 7220; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, wenn er auch König Ägyptens genannt wird, sofern er diejenigen bezeichnet, die mit lauter Falschem anfechten, wovon Nr. 7220. 7229. "Um herauszuführen die Söhne Israels aus Ägyptenland", 2. Mose 6/13, bedeutet, daß sie befreit werden sollen, was ohne Erklärung erhellt. 7230. Vers 14-25: Dies sind die Häupter des Hauses ihrer Väter; die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels, Chanoch und Pallu, Chezron und Karmi; das sind die Familien Rubens. Und die Söhne Schimeons: Jemuel und Jamin und Ohad und Jachin und Zochar und Saul, der Sohn der Kanaanitin; dies sind die Familien Schimeons. Und dies sind die Namen der Söhne Levis nach ihren Geschlechtern: Gerson und Kehath und Merari; und die Jahre des Lebens Levis (waren) hundertsiebenunddreißig Jahre. Die Söhne Gersons: Libni und Simei nach ihren Familien. Und die Söhne Kehats: Amram und Jizhar und Chebron und Ussiel; und die Jahre des Lebens Kehaths (waren) hundertdreiunddreißig Jahre. Und die Söhne Meraris: Machli und Muschi; dies sind die Familien Levis nach ihren Geschlechtern. Und Amram nahm Jochebed, seine Muhme, sich zum Weibe, und sie gebar ihm Aharon und Mose; und die Jahre des Lebens (Amrans) waren hundertsiebenunddreißig Jahre. Und die Söhne Jizhars: Korah und Näpheg und Sichri. Und die Söhne Ussiels: Mischael und Elzaphan und Sithri. Und Aharon nahm Eliseba, die Tochter Amminadabs, die Schwester Nachassons, sich zum Weibe; und sie gebar ihm Nadab und Abihu und Eleasar und Ithamar. Und die Söhne Korahs waren Assir und Elkanah, und Abiasaph; dies sind die Familien der Korahiten. Und Eleasar, der Sohn Aharons nahm von den Töchtern Putiels sich zum Weibe; und sie gebar ihm Pinehas. Dies sind die Häupter der Väter der Leviten nach ihren Familien. "Dies sind die Häupter des Hauses ihrer Väter" bedeutet die Hauptsachen der Kirche; "die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels, Chanoch und Pallu, Chezron und Karmi", bedeuten das, was dem Verstandesglauben angehört; "das sind die Familien Rubens" bedeutet seine Wahrheiten; "und die Söhne Schimeons: Jemuel und Jamin und Ohad und Jachin und Zochar", bedeuten das, was dem Glauben im Tun angehört; "und Saul, der Sohn der Kanaanitin" bedeutet, was dem Wahren im Tun außerhalb der Kirche angehört; "dies sind die Familien Schimeons" bedeutet sein Wahres und Gutes; "und dies sind die Namen der Söhne Levis nach ihren Geschlechtern: Gerson und Kehath und Merari" bedeutet das, was der Liebtätigkeit angehört; "und die Jahre des Lebens Levis (waren) hundertsiebenunddreißig Jahre", bedeuten die Beschaffenheit und den Zustand; "die Söhne Gersons: Libni und Simei nach ihren Familien", bedeuten die erste Klasse der Abstammungen des Guten und Wahren daher; "und die Söhne Kehats: Amram und Jizhar und Chebron und Ussiel", bedeuten die zweite Klasse der Abstammungen des Guten und Wahren daher; "und die Jahre des Lebens Kehaths (waren) hundertdreiunddreißig Jahre", bedeuten die Beschaffenheit und den Zustand; "und die Söhne Meraris: Machli und Muschi", bedeuten die dritte Klasse der Abstammungen des Guten und Wahren; "dies sind die Familien Levis nach ihren Geschlechtern" bedeutet das seien die Gutheiten und Wahrheiten aus der Liebtätigkeit; "und Amram nahm Jochebed, seine Muhme, sich zum Weibe" bedeutet die Verbindung des abgeleiteten Guten mit dem verwandten Wahren; "und sie gebar ihm Aharon und Mose" bedeutet, daher bekamen sie die Lehre der Kirche und das Gesetz vom Göttlichen; "und die Jahre des Lebens Amrans (waren) hundertsiebenunddreißig Jahre" bedeutet die Beschaffenheit und den Zustand; "und die Söhne Jizhars: Korah und Näpheg und Sichri" bedeutet die aufeinanderfolgende Abstammung von der zweiten Klasse, in Ansehung des Guten und daher Wahren; "und die Söhne Ussiels: Mischael und Elzaphan und Sithri" bedeutet die zweite aufeinanderfolgende Abstammung aus ebenderselben Klasse in Ansehung des Guten im Wahren; "und Aharon nahm Eliseba, die Tochter Amminadabs, die Schwester Nachassons, sich zum Weibe" bedeutet die Lehre der Kirche, und wie das Gute und Wahre in derselben verbunden sind; "und sie gebar ihm Nadab und Abihu und Eleasar und Ithamar" bedeutet die Abstammungen des Glaubens und der Liebtätigkeit nach ihrer Beschaffenheit; "und die Söhne Korahs waren Assir und Elkanah, und Abiasaph" bedeutet eine abermalige Abstammung aus der zweiten Klasse; "dies sind die Familien der Korahiten" bedeutet Gutes und Wahres nach ihrer Beschaffenheit; "und Eleasar, der Sohn Aharons" bedeutet die Lehren, die abgeleitet sind aus der eigentlichen Lehre der Liebtätigkeit; "nahm von den Töchtern Putiels sich zum Weibe" bedeutet die Verbindung des Guten und Wahren in jenen Lehren; "und sie gebar ihm Pinehas" bedeutet die Abstammung daher; "dies sind die Häupter der Väter der Leviten nach ihren Familien" bedeutet die Hauptsachen der Kirche in Ansehung der Liebtätigkeit und daher des Glaubens. 7231. Weil dies lauter Namen sind, so wird die Erklärung im einzelnen unterlassen, auch deswegen, weil früher gezeigt wurde, was durch Ruben, Schimeon, Levi, Aharon und Mose vorgebildet wird. Ihre Söhne und Enkel, die hier genannt werden, bezeichnen nichts anderes als Abstammungen. Daß Ruben den Verstandesglauben vorbildet, sehe man Nr. 3861, 3866, 4731, 4734, 4761; daß Schimeon den Glauben im Wollen und Tun vorbildet: Nr. 3869, 3870, 3871, 3872, 4497, 4502, 4503, 5482, 5626, 5630; daß Levi die Liebtätigkeit: Nr. 3875, 3877, 4497, 4502, 4503; daß Aharon die Lehre der Kirche: Nr. 6998, 7009, 7089; und daß Mose das Gesetz vom Göttlichen: Nr. 6771, 6827. Warum hier Ruben, Schimeon und Levi und deren Söhne erwähnt werden, aber nicht die übrigen Stammväter mit deren Söhnen in ihrer Ordnung, kann man nur aus dem inneren Sinn wissen. Daß jene Aufzählung in diesem Kapitel geschehen ist, um die Geburt Aharons und Moses wissen zu lassen, ist klar, aber dazu hätte die Stammtafel Levis genügt; denn darauf hat die des Ruben und Schimeon und ihrer Söhne gar keinen bezug. Aber der Grund, der nur aus dem inneren Sinn ersichtlich ist, liegt darin, daß von der geistigen Kirche die Rede ist, die durch die Söhne Israels vorgebildet wird; diese Kirche nimmt beim Menschen ihren Anfang mit dem Glauben des Wissens und nachher des Verstehens, der durch Ruben und seine Söhne vorgebildet wird. Späterhin, wenn die Kirche beim Menschen wächst, geht jener Glaube in das Wollen und vom Wollen ins Tun über, und alsdann will der Mensch das Wahre, das dem Glauben angehört, und tut es, weil es so im Wort befohlen ist. Diese Entwicklungsstufe des Glaubens wird durch Schimeon vorgebildet. Nachher zeigt sich in seinem Willen, der ein neuer geworden, die Regung der Liebtätigkeit, so daß er das Gute tun will, nicht wie früher aus dem Glauben, sondern aus Liebtätigkeit gegen den Nächsten; denn wenn der Mensch bis zu diesem Punkt wiedergeboren wird, dann ist er ein Mensch der geistigen Kirche; denn alsdann ist die Kirche in ihm. Diese Liebtätigkeit mit ihrer Regung ist es, die durch Levi vorgebildet wird. Daher kommt es, daß die Familien Rubens wie auch Schimeons aufgezählt werden, und zuletzt die Familie Levis, durch den die Liebtätigkeit vorgebildet wird, die das eigentlich Geistige der Kirche ist. Aharon bildet das Äußere jener Kirche vor, und Mose das Inwendige. Das Inwendige der Kirche wird das Gesetz vom Göttlichen her genannt, und das Äußere die Lehre daraus. Das Gesetz vom Göttlichen, welches das Inwendige der Kirche ist, ist auch das Wort im inneren Sinn; und die Lehre daraus ist das Wort im äußeren Sinn. Daß dieses durch Mose und Aharon vorgebildet wird, sehe man Nr. 7089. 7232. Vers 26-30: Das ist Aharon und Mose, zu denen Jehovah sagte: Führet die Söhne Israels aus Ägyptenland, nach ihren Heeren. Diese redeten zu Pharao, dem König Ägyptens, um die Söhne Israels auszuführen aus Ägypten: eben dieser Mose und Aharon. Und es geschah am Tage, da Jehovah zu Mose redete in Ägyptenland, da redete Jehovah zu Mose und sprach: Ich bin Jehovah, rede zu Pharao, dem König Ägyptens, alles was Ich zu dir rede. Und Mose sprach vor Jehovah: Siehe, ich bin unbeschnitten an Lippen, und wie wird Pharao auf mich hören? "Das ist der Aharon und Mose" bedeutet, daß von diesen die Lehre und das göttliche Gesetz bei jenen herkomme; "zu denen Jehovah sagte" bedeutet durch die der Befehl erging; "führet die Söhne Israels aus Ägyptenland" bedeutet, daß die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn befreit werden sollten; "nach ihren Heeren" bedeutet, gemäß den Gattungen und Arten des Guten in den Wahrheiten; "diese redeten zu Pharao, dem König Ägyptens" bedeutet von ihnen gehe die Ermahnung aus an die, welche durch lauter Falsches anfechten; "um die Söhne Israels auszuführen aus Ägypten" bedeutet, sie sollten jene verlassen und nicht mehr anfechten; "eben dieser Mose und Aharon" bedeutet das müsse geschehen kraft des Gesetzes vom Göttlichen und der Lehre von daher; "und es geschah am Tage, da Jehovah zu Mose redete in Ägyptenland" bedeutet den damaligen Zustand der Kirche, als durch das Gesetz vom Göttlichen der Befehl erging an die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn, daß sie noch in der Nähe waren bei denen, die in den Höllen sind; "da redete Jehovah zu Mose und sprach" bedeutet die Belehrung vom Göttlichen her; "Ich bin Jehovah" bedeutet die göttliche Bekräftigung; "rede zu Pharao, dem König von Ägypten, alles was Ich zu dir rede" bedeutet die Weisungen an die, welche durch lauter Falsches anfechten, aus dem, was vom Göttlichen einfließt; "und Mose sprach vor Jehovah" bedeutet das Denken über das göttliche Gesetz bei denen, die im Falschen; "siehe, ich bin unbeschnitten an Lippen" bedeutet, es sei unrein; "und wie wird Pharao auf mich hören" bedeutet, daß darum die, welche im Falschen sind, es nicht annehmen würden. 7233. "Das ist Aharon und Mose", 2. Mose 6/26, bedeutet, daß von diesen die Lehre und göttliche Gesetz bei jenen herkomme. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6998, 7009, 7089; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz bezeichnet, wovon Nr. 6723, 6752. Diese, nämlich das göttliche Gesetz und die Lehre bei den Angehörigen der geistigen Kirche, kommt ursprünglich aus dem Wort her, ist aber gleichwohl dem Glauben und der Liebtätigkeit angemessen, die bei den Stiftern vorhanden waren. "Von diesen" wird gesagt, aber nicht verstanden von Aharon und Mose, sondern von der Liebtätigkeit und dem Glauben, die durch Levi, Schimeon und Ruben vorgebildet werden, über die gleich oben. Was dieses weiter betrifft, so ist zu merken, daß die Lehre der geistigen Kirche nicht die Lehre des eigentlich göttlich Wahren ist, aus dem Grund, weil die Angehörigen der geistigen Kirche kein Innewerden des göttlich Wahren haben, wie Angehörigen der himmlischen Kirche, sondern anstatt dieses Innewerdens ein Gewissen, das aus dem Wahren und Guten gebildet wird, das sie innerhalb ihrer Kirche anerkannt haben, von welcher Art es auch sein mag. Daß die Angehörigen der geistigen Kirche beziehungsweise im Dunkeln sind in betreff der Wahrheiten des Glaubens, sehe man Nr. 86, 2708, 2715, 2716, 2718, 2831, 2935, 2937, 3241, 3246, 3833, 6289, 6500, 6865, 6945; daher kommt es, daß jeder innerhalb der geistigen Kirche das als Wahrheit des Glaubens anerkennt, was die Stifter ausgesprochen haben, und nicht weiter aus dem Wort untersuchen ob es wirklich wahr sei. Und wenn sie es auch untersuchen würden, so würden sie es, wenn sie nicht wiedergeboren und alsdann besonders erleuchtet würden, auch nicht finden. Der Grund ist, weil ihr Verstandesvermögen zwar erleuchtet, aber das neue Willensvermögen von keinem anderen Guten erregt werden kann, als von dem, das durch die Verbindung mit dem innerhalb der Kirche angenommenen Wahren gebildet wurde; denn das eigene Willensvermögen ist bei ihnen verdorben (deperditum) und das neue Willensvermögen ist in dem Verstandesgebiet gebildet worden: man sehe Nr. 863, 875, 1023, 1043, 1044, 1555, 2256, 4328, 5113. Und wenn das eigene Willensvermögen getrennt ist vom neuen Willensvermögen, das im Verstandesgebiet (sich bildet), so ist das Licht daselbst ein schwaches, wie es das nächtliche Licht vom Mond und den Sternen ist im Vergleich mit dem Taglicht von der Sonne. Daher kommt es auch, daß durch den Mond im Wort im inneren Sinn das Gute der geistigen Liebe verstanden wird; und durch die Sonne das Gute der himmlischen Liebe: Nr. 30-38, 1529, 1530, 1531, 2495, 4060. Weil es diese Bewandtnis mit der geistigen Kirche hat, so ist es nicht zu verwundern, daß bei den meisten der Glaube die Hauptsache der Kirche ist, nicht die Liebtätigkeit, wie auch, daß sie keine Lehre der Liebtätigkeit haben. Daß sie ihre Lehren aus dem Wort haben, daraus folgt noch nicht, daß es göttliche Wahrheiten sind; denn aus dem Buchstabensinn des Wortes kann man jede beliebige Lehre herausbringen, und solches aufgreifen, was den Begierden günstig ist, somit auch das Falsche statt des Wahren, wie es die Lehren der Juden, Socinianer und mehrerer anderen sind; nicht aber, wenn die Lehre aus dem inneren Sinn gebildet wird. Innerer Sinn ist nicht bloß derjenige Sinn, der im äußeren Sinn verborgen liegt, wie bisher gezeigt worden, sondern auch der, welcher aus mehreren Stellen des Buchstabensinns, wenn sie miteinander richtig verglichen werden, sich ergibt, und von denjenigen wahrgenommen wird, die in Ansehung des Verstandesvermögens vom Herrn erleuchtet werden; denn der erleuchtete Verstand unterscheidet zwischen scheinbaren Wahrheiten und eigentlichen Wahrheiten, hauptsächlich zwischen Falschem und Wahrem, obwohl er nicht urteilen kann über die eigentlichen Wahrheiten an sich. Aber der Verstand kann nicht erleuchtet werden, wenn man nicht glaubt, daß die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten die Hauptsachen und die wesentlichen Stücke der Kirche sind. Wer von dieser Anerkennung ausgeht, der sieht, wenn er nur selbst in jenen Hauptpunkten lebt, unzählige Wahrheiten, ja sehr viele Geheimnisse, die ihm aufgedeckt werden, und zwar aus inwendiger Anerkennung, je nach dem Grad der Erleuchtung vom Herrn. 7234. "Zu denen Jehovah sagte", 2. Mose 6/26, bedeutet den Befehl. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sagte", sofern es einen Befehl bezeichnet, wovon Nr. 7036. 7235. "Führet die Söhne Israels aus Ägyptenland", 2. Mose 26, bedeutet, daß die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn befreit werden sollen, nämlich von der Nähe derjenigen, die im Falschen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausführen, sofern es heißt befreien; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn bezeichnen, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das bezeichnet, wo Falsches ist, wodurch die Anfechtungen ausgehen. 7236. "Nach ihren Heeren", 2. Mose 6/26, bedeutet nach den Gattungen und Arten des Guten in den Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heeres, sofern es die Wahrheiten bezeichnet, die dem Glauben angehören, wovon Nr. 3448; aber die Gutheiten (bona) der geistigen Kirche sind im Grunde nichts anderes als Wahrheiten (vera); denn diese heißen Gutheiten, wenn man nach denselben lebt. Daher wird durch das Heer, wenn es von den Wiedergeborenen innerhalb der geistigen Kirche gesagt wird, das Gute des Wahren bezeichnet oder das Gute in den Wahrheiten. Es heißt, die Söhne Israels sollen ausgeführt werden nach ihren Heeren, weil dies dann von ihnen gesagt wird, wenn sie ausziehen aus Ägypten. Im inneren Sinn, wenn sie aus den Kämpfen mit dem Falschen hervorgehen, somit, nachdem sie geistige Ritterschaft (mititium) geübt haben. Eigentlich wird darunter, daß sie ausgeführt werden sollen nach ihren Heeren, verstanden, sie sollen unterschieden werden in Ansehung des Guten in den Wahrheiten, somit in Klassen je nach den Arten des Guten, und zwar deswegen, damit sie das Reich des Herrn in den Himmeln vorbilden; in diesen sind alle unterschieden und haben ihre Stelle im Größten Menschen bekommen, je nach der Beschaffenheit des Guten, sowohl im allgemeinen als im besonderen. Aus den Himmeln, sofern daselbst alle in Ansehung des Guten unterschieden sind, kann man ersehen, wie vielfältig und wie verschiedenartig das Gute ist, denn es ist so verschiedenartig, daß durchaus keiner im gleichen Guten ist, wie der andere. Ja, wenn Myriaden von Myriaden sich in Ewigkeit vervielfältigten, würde doch das Gute des einen niemals dem des anderen gleich sein, wie auch kein Angesicht ganz gleich dem anderen. Auch bildet das Gute in den Himmeln die Angesichter der Engel. Diese fortwährende Verschiedenheit hat ihren Grund darin, daß jede Form aus unterschiedenen Mannigfaltigkeiten besteht, denn wenn es zwei ganz gleiche gäbe, dann könnten sie nicht zwei sein, sondern eins. Daher kommt es auch, daß es in der Natur gar nichts gibt, was einem anderen in jeder Beziehung gleich wäre. Was das Gute so verschiedenartig macht, ist das Wahre. Wenn dieses mit jenem verbunden wird, gibt es dem Guten seine Eigenschaft. Das Wahre ist so vielfältig und verschiedenartig, daß es das Gute so mannigfach gestalten kann, weil es unzählige Wahrheiten gibt, und weil die inwendigeren Wahrheiten eine andere Form haben, als die auswendigeren, und auch Täuschungen, die von den äußeren Sinnen (herkommen), sich damit verknüpfen, wie auch Falsches, das von den Begierden (erzeugt wird). Da es nun so unzählige Wahrheiten gibt, so kann man erkennen, daß durch Verbindungen ebenso viele Abarten (varia) entstehen, so daß durchaus nicht eines ganz dasselbe sein kann wie das andere. Das ist dem klar, der da weiß, daß aus nur 23 verschiedenen (Lauten) durch allerlei Verbindungen die Worte aller Sprachen entstehen können, ja sogar mit fortwährender Mannigfaltigkeit, wenn es auch tausend Sprachen gäbe; wieviel mehr aus tausend und aber tausend verschiedenen (Gedanken), wie es die Wahrheiten sind. Dies bestätigt auch die allgemeine Regel in der Welt, daß es so viele Sinne gibt als Köpfe, d.h. so vielerlei Vorstellungen als Menschen. 7237. "Diese redeten zu Pharao, dem König Ägyptens", 2. Mose 6/27, bedeutet, von ihnen gehe die Ermahnung aus an die, welche durch lauter Falsches anfechten, wie aus Nr. 7228 erhellt, wo die gleichen Worte. 7238. "Um die Söhne Israels auszuführen aus Ägypten", 2. Mose 6/27, bedeutet, sie sollten jene verlassen und nicht mehr anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgeführt werden, sofern es soviel ist als befreit werden: Nr. 7235, somit, daß jene sie verlassen und nicht mehr anfechten sollten; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 7235; und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das Falsche bezeichnet, wodurch Anfechtung (entsteht), wovon früher. 7239. "Eben dieser Mose und Aharon", 2. Mose 6/27, bedeutet, das müsse geschehen kraft des Gesetzes vom Göttlichen und der Lehre von daher. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Gesetz vom Göttlichen her bezeichnet, wovon Nr. 6771, 6827; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre von daher bezeichnet, wovon Nr. 6998, 7009, 7089. 7240. "Und es geschah am Tage, da Jehovah redete zu Mose in Ägyptenland", 2. Mose 6/28, bedeutet den damaligen Zustand der Kirche, als durch das Gesetz vom Göttlichen der Befehl erging an die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn, da sie noch in der Nähe waren bei denen, die in den Höllen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, sofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 6110, hier den Zustand der Kirche, weil von diesem die Rede ist; aus der Bedeutung des Redens Jehovahs, sofern es ein Befehl ist, hier an die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Gesetz vom Göttlichen her darstellt, wovon Nr. 6771, 6827; und aus der Bedeutung Ägyptenlands, sofern es den Ort bezeichnet, wo die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn angefochten wurden vom Falschen; daß dieses auf der unteren Erde geschah, die nahe bei den Höllen ist, sehe man Nr. 7090. Das Ägyptenland, wo die Söhne Israels waren, und Gosen genannt wird, bedeutet jene untere Erde, aber das, wo die Ägypter sind, bedeutet die Höllen umher, von denen die Anfechtungen durch Falsches ausgingen. 7241. "Da redete Jehovah zu Mose und sprach", 2. Mose 6/29, bedeutet die Belehrung vom Göttlichen her. Dies erhellt aus der Bedeutung des Redens Jehovahs, sofern es eine abermalige Belehrung bezeichnet, wovon Nr. 7226; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Gesetz vom Göttlichen darstellt, wovon Nr. 6771, 6827. 7242. "Ich bin Jehovah", 2. Mose 6/29, bedeutet die göttliche Bekräftigung. Dies erhellt aus Nr. 7192, 7202. HG 7243 7243. "Rede zu Pharao, dem König von Ägypten, alles, was Ich zu dir rede", 2. Mose 6/29, bedeutet die Weisungen an die, welche durch lauter Falsches anfechten, durch das, was vom Göttlichen einfließt. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es zu denen geschieht, die im Falschen sind, sofern es eine Weisung ist, wie Nr. 7220; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, des Königs von Ägypten, sofern er die bezeichnet, die durch lauter Falsches anfechten, wovon Nr. 7220, 7228; und aus der Bedeutung von "alles, was Ich zu dir rede", sofern es das ist, was vom Göttlichen einfließt. 7244. "Und Mose sprach vor Jehovah", 2. Mose 6/30, bedeutet das Denken über das göttliche Gesetz bei denen, die im Falschen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er sprach", sofern es das Denken bezeichnet, wovon Nr. 7094; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz darstellt, wovon Nr. 6723, 6752. Daß es das Denken über das göttliche Gesetz ist bei denen, die im Falschen sind, ergibt sich aus dem Zusammenhang mit dem Folgenden; denn wenn es heißt "er sprach", und durch dieses das Denken bezeichnet wird, so wird das angedeutet, was folgt; hier, daß das göttliche Gesetz denen, die im Falschen, unrein erscheine. 7245. "Siehe, ich bin unbeschnitten an Lippen", 2. Mose 6/30, bedeutet, es sei unrein, nämlich das göttliche Gesetz, für die, welche im Falschen sind. "Und wie wird Pharao auf mich hören", 2. Mose 6/30, bedeutet, daß deshalb die, welche im Falschen, es nicht annehmen werden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7224 und 7225 gesagt wurde, wo ebendieselben Worte. Daß Mose sich unbeschnitten an Lippen nennt, bedeutet im inneren Sinn, daß das göttliche Gesetz denjenigen, die im Falschen sind, als unrein erscheine, gemäß dem, was Nr. 7225 gezeigt wurde. Im historischen Sinn aber, in dem Mose als das Haupt die Nachkommenschaft aus Jakob und das Kirchliche bei ihnen darstellt, (wie Nr. 7041), bedeutet unbeschnitten an Lippen, daß der Gottesdienst bei jener Völkerschaft so beschaffen war; denn der Gottesdienst war bei jener Völkerschaft unrein, weil sie bloß Äußeres verehrten, und Inwendiges, nämlich den Glauben und die Liebtätigkeit, ganz verwarfen. Ja sie verschmähten schon die Erkenntnisse inwendiger Dinge, wie z.B. alles das, was die (heiligen) Gebräuche bezeichneten und vorbildeten; und weil sie solcherart waren, war ihr Gottesdienst unrein; denn sie verehrten den Jehovah nur aus Selbst- und Weltliebe, nicht aber aus Liebe zu Ihm, und aus Liebe gegen den Nächsten. Dieser Gottesdienst wird im historischen Sinn dadurch bezeichnet, daß Mose sich unbeschnitten an Lippen nennt, aber im inneren Sinn ist die Bedeutung so, wie es Nr. 7225 erklärt wurde.   Nr. 7246 - 7263 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 7. Kapitel 1.Und Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt, und Aharon, dein Bruder, soll dein Prophet sein. 2. Du sollst reden alles, was Ich dir gebieten werde, und Aharon, dein Bruder, soll zu Pharao reden, daß er die Söhne Israels entlasse aus seinem Lande. 3. Aber Ich werde das Herz Pharaos verhärten, und Meiner Zeichen und Meiner Wunder viel machen in Ägyptenland. 4. Und Pharao wird nicht auf euch hören; aber Ich werde Meine Hand legen auf die Ägypter, und Meine Heere, Mein Volk, die Söhne Israels herausführen aus Ägyptenland, durch große Gerichte. 5. Und die Ägypter sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin, wenn Ich Meine Hand ausstrecke über die Ägypter, und die Söhne Israels wegführe aus ihrer Mitte. 6. Und Mose und Aharon taten also, wie Jehovah ihnen geboten hatte, so taten sie. 7. Und Mose war achtzig Jahre alt, und Aharon dreiundachtzig Jahre alt, als sie zu Pharao redeten. 8. Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon, und sprach: 9. Wenn Pharao zu euch redet und spricht: Gebt ein Wunderzeichen für euch, so sprich zu Aharon: Nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao hin, so wird er zu einer Wasserschlange werden. 10. Da gingen Mose und Aharon zu Pharao, und taten so, wie Jehovah geboten hatte, und Aharon warf seinen Stab hin vor Pharao und vor seinen Knechten, und er ward zu einer Wasserschlange. 11. Aber auch Pharao berief Weise und Zauberer, und auch sie, die Wahrsager Ägyptens, taten also mit ihren Beschwörungen. 12. Und sie warfen, ein jeder seinen Stab hin, und sie wurden zu Wasserschlangen; aber der Stab Aharons verschlang ihre Stäbe. 13. Und das Herz Pharaos wurde verhärtet, und er hörte nicht auf sie, wie Jehovah geredet hatte. 14. Und Jehovah sprach zu Mose: Verstockt ist das Herz Pharaos, er weigert sich, das Volk zu entlassen. 15. Gehe hin zu Pharao am Morgen; siehe, er geht hinaus an das Wasser, und stelle dich ihm entgegen am Ufer des Stroms, und den Stab, der in eine Schlange verwandelt worden, nimm in deine Hand. 16. Und sollst zu ihm sagen: Jehovah, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt und gesprochen: Entlasse Mein Volk, daß sie Mir dienen in der Wüste, und siehe, du hast nicht gehört bisher. 17. So spricht Jehovah: Daran wirst du erkennen, daß Ich Jehovah bin; siehe, Ich schlage mit dem Stab, der in Meiner Hand, auf das Wasser, das im Strom, und es wird in Blut verwandelt werden. 18. Und die Fische, die im Strom, werden sterben, und der Strom wird stinken, und den Ägyptern wird ekeln, Wasser zu trinken aus dem Strom. 19. Und Jehovah sprach zu Mose: Sage zu Aharon: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand aus über die Wasser Ägyptens, über ihre Flüsse, über ihre Ströme und über ihre Seen und über alle Sammlung ihrer Wasser, und sie sollen zu Blut werden, und es wird Blut sein in ganz Ägyptenland, sowohl in Holz- als in Stein- (Gefäßen). 20. Da taten Mose und Aharon also, wie Jehovah geboten hatte, und er erhob seinen Stab und schlug die Wasser, die im Strom, vor den Augen Pharaos, und vor den Augen seiner Knechte, und alle Wasser, die im Strom, wurden in Blut verwandelt. 21. Und die Fische im Strom starben, und der Strom stank, und die Ägypter konnten kein Wasser aus dem Strom trinken; und das Blut war in ganz Ägyptenland. 22. Aber die Wahrsager Ägyptens taten auch also mit ihren Beschwörungen; und das Herz Pharaos wurde verhärtet, und er hörte nicht auf sie, wie Jehovah geredet hatte. 23. Und Pharao wandte sich zurück und kam in sein Haus, und nahm auch dies nicht zu Herzen. 24. Und alle Ägypter gruben um den Strom her nach Wasser zum Trinken, denn sie konnten von den Wassern des Stroms nicht trinken. 25. Und sieben Tage wurden erfüllt, seitdem Jehovah den Strom geschlagen hatte. 26. Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe zu Pharao, und sage zu ihm: So spricht Jehovah: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen. 27. Und wenn du dich weigerst, (es) zu entlassen, siehe, so werde Ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen schlagen. 28. Und der Strom wird von Fröschen wimmeln, und sie werden heraufsteigen und in dein Haus kommen, und in das Gemach deines Lagers, und auf dein Bett, und in das Haus deiner Knechte, und in das Haus deines Volks, und in deine Öfen und in deine Backtröge. 29. Und an dich und an dein Volk und an alle deine Knechte werden die Frösche heraufkommen.   Inhalt 7264. Im inneren Sinn wird im Folgenden gehandelt von der Verwüstung und zuletzt von der Verdammnis derjenigen, die im Falschen und Bösen sind. Der Verlauf ihrer Verwüstung wird durch elf Plagen beschrieben, die den Ägyptern und ihrem Land angetan wurden. 7265. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn von den drei ersten Graden der Verwüstung gehandelt: Der erste, der darin besteht, daß bei ihnen lauter Täuschungen zu herrschen anfingen, und infolge davon Falschheiten, wird beschrieben durch die Schlange, in die der Stab Aharons verwandelt wurde. Der zweite, der darin besteht, daß die Wahrheiten selbst bei ihnen zu Falschheiten und die Falschheiten zu Wahrheiten wurden, wird beschrieben durch das Blut, in das die Wasser verwandelt wurden. Der dritte Grad, der darin besteht, daß sie aus Falschem wider Wahres und Gutes der Kirche vernünftelten, wird beschrieben durch die Frösche aus dem Strom.   Innerer Sinn 7266. Vers 1-7: Und Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt, und Aharon, dein Bruder, soll dein Prophet sein. Du sollst reden alles, was Ich dir gebieten werde, und Aharon, dein Bruder, soll zu Pharao reden, daß er die Söhne Israels entlasse aus seinem Lande. Aber Ich werde das Herz Pharaos verhärten, und Meiner Zeichen und Meiner Wunder viel machen in Ägyptenland. Und Pharao wird nicht auf euch hören; aber Ich werde Meine Hand legen auf die Ägypter, und Meine Heere, Mein Volk, die Söhne Israels herausführen aus Ägyptenland, durch große Gerichte. Und die Ägypter sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin, wenn Ich Meine Hand ausstrecke über die Ägypter, und die Söhne Israels wegführe aus ihrer Mitte. Und Mose und Aharon taten also, wie Jehovah ihnen geboten hatte, so taten sie. Und Mose war achtzig Jahre alt, und Aharon dreiundachtzig Jahre alt, als sie zu Pharao redeten. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Belehrung; "siehe, Ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt" bedeutet das göttliche Gesetz und seine Macht über die, welche im Falschen; "und Aharon, dein Bruder, soll dein Prophet sein" bedeutet die Lehre daher; "du sollst reden alles, was Ich dir gebieten werde" bedeutet die Aufnahme des göttlichen Einflusses und die Mitteilung; "und Aharon, dein Bruder, soll zu Pharao reden" bedeutet die Aufnahme des Einflusses daher, und die Mitteilung an die, welche im Falschen; "daß er die Söhne Israels entlasse" bedeutet, daß sie die Anfechtung unterlassen sollen, "aber Ich werde das Herz Pharaos verhärten" bedeutet die Verstockung durch das Böse des Falschen; "und Meiner Zeichen und Meiner Wunder viel machen" bedeutet die Ermahnungen aller Art, an denen es nicht fehlen solle; "in Ägyptenland" bedeutet, wo diejenigen sind, die anfechten; "und Pharao wird nicht auf euch hören" bedeutet die, welche im Falschen, werden sie nicht annehmen; "aber Ich werde Meine Hand legen auf die Ägypter" bedeutet, darum werden sie durch die göttliche Macht genötigt werden; "und Meine Heere, Mein Volk, die Söhne Israels herausführen" bedeutet die im Guten und Wahren sollen befreit werden; "aus Ägyptenland" bedeutet von den Anfechtungen; "durch große Gerichte" bedeutet nach den Gesetzen der Ordnung; "und die Ägypter sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin" bedeutet, sie werden Furcht bekommen vor dem Göttlichen; "wenn Ich Meine Hand ausstrecke über die Ägypter" bedeutet, wenn sie die göttliche Macht an ihnen wahrnehmen; "und die Söhne Israels wegführe aus ihrer Mitte" bedeutet, wenn sie sehen werden, daß die Angehörigen der geistigen Kirche befreit werden; "und Mose und Aharon taten also, wie Jehovah ihnen geboten hatte, so taten sie" bedeutet wie gesagt, so getan; "und Mose war achtzig Jahre alt" bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit des Gesetzes vom Göttlichen her; "und Aharon dreiundachtzig Jahre alt" bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit der Lehre; "als sie zu Pharao redeten" bedeutet, als dieses befohlen wurde. HG 7267 7267. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 7/1, bedeutet Belehrung, hier, wie verfahren werden soll mit denjenigen, die im Falschen sind und anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", sofern es eine Belehrung bezeichnet. 7268. "Siehe, Ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt", 2. Mose 7/1, bedeutet das göttliche Gesetz und seine Macht über die, welche im Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dich zum Gott setzen", sofern es das göttlich Wahre oder, was dasselbe, das göttliche Gesetz, wie auch seine Macht bezeichnet; denn wo im Wort die Rede ist vom Wahren, wie auch von der Macht des Wahren, wird gesagt Gott; wo aber vom Guten, wird gesagt Jehovah; man sehe Nr. 300, 2586, 2769, 2807, 2822, 3910, 3921 E, 4287, 4295, 4402, 7010; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 6651, 6679, 6683. Was die Bedeutung von Gott weiter betrifft, so merke man, daß Gott im höchsten Sinn das Göttliche bezeichnet, das über den Himmeln ist, im inneren Sinn aber das Göttliche, das in den Himmeln. Das Göttliche, das über den Himmeln, ist das göttlich Gute, aber das Göttliche in den Himmeln, ist das göttlich Wahre; denn aus dem göttlich Guten geht das göttlich Wahre hervor und macht den Himmel und ordnet ihn. Was nämlich eigentlich Himmel heißt, ist nichts anderes, als das daselbst gestaltete Göttliche; denn die Engel, die im Himmel, sind menschliche Gestalten, die das Göttliche in sich aufnehmen, und miteinander eine gemeinsame Gestalt bilden, welche die eines Menschen ist. Und weil das göttlich Wahre in den Himmeln es ist, was im Wort des Alten Testaments unter Gott verstanden wird, so kommt es daher, daß in der Grundsprache Gott Elohim in der Mehrzahl heißt, wie auch, daß die Engel in den Himmeln, weil sie die das göttlich Wahre in sich aufnehmende Wesen sind, Götter heißen wie Ps.89/7-9: "Wer im Himmel mag sich vergleichen dem Jehovah, und ähnlich gemacht werden dem Jehovah unter den Söhnen der Götter". Ps.29/1: "Gebt dem Jehovah, ihr Söhne der Götter, gebt dem Jehovah Herrlichkeit und Stärke". Ps.82/6: "Ich habe gesagt: Götter seid ihr, und Söhne des Höchsten ihr alle". Joh.10/34,35: "Jesus sprach: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Götter seid ihr; so hat Er diejenigen Götter genannt, zu denen das Wort geschah". Außerdem in den Stellen, wo der Herr heißt der Gott der Götter, und der Herr der Herren, wie: 1. Mose 46/2,3; 5. Mose 10/17; 4. Mose 16/22; Dan.11/36; Ps.136/2,3. Aus diesen Worten kann man sehen, in welchem Sinn Mose Gott genannt wird, hier der Gott für Pharao, und 2. Mose 4/16 der Gott für Aharon; nämlich weil Mose das göttliche Gesetz, welches das göttlich Wahre ist, und das Wort genannt wird, vorbildete. Daher kommt es auch, daß Aharon hier sein Prophet heißt, und in der vorhin angeführten Stelle sein Mund, d.h., der dem Verständnis angemessen das göttlich Wahre verkündigt, das vom Herrn unmittelbar ausgeht, und alles Verständnis übersteigt. Und weil ein Prophet derjenige ist, der das göttlich Wahre dem Verständnis angemessen lehrt und verkündigt, so bezeichnet der Prophet auch die Lehre der Kirche. Hiervon im gleich Folgenden. 7269. "Und Aharon, dein Bruder, soll dein Prophet sein", 2. Mose 7/1, bedeutet die Lehre daher. Dies erhellt aus der Bedeutung des Propheten, sofern er das Wahre der Lehre bezeichnet, somit die Lehre aus dem Wort, wovon Nr. 2534. Daß Aharon die Lehre der Kirche oder die Lehre des Guten und Wahren, die aus dem Wort ist, vorbildet, sehe man Nr. 6998, 7009, 7089. Weil der Prophet die Lehre bedeutet, daher bezeichnet er im eingeschränkten Sinn einen Lehrenden, gemäß dem, was Nr. 7268 am Ende gesagt wurde. 7270. "Du sollst reden alles, was Ich dir gebieten werde, und Aharon, dein Bruder, soll zu Pharao reden", 2. Mose 7/2, bedeutet die Aufnahme des göttlichen Einflusses und die Mitteilung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der reden soll, sofern er das göttlich Wahre bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die daher stammende Lehre ist, wovon Nr. 7089; aus der Bedeutung von reden, sofern es der Einfluß und die Aufnahme desselben ist, wovon Nr. 5797; und aus der Bedeutung von gebieten, sofern es ebenfalls den Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 5486, 5732, hier die Aufnahme des Einflusses. Hieraus wird klar, daß durch "reden" der mittelbare Einfluß des göttlichen Wahren in die Lehre, d.h. bei dem Lehrenden bezeichnet wird, denn es wird darunter verstanden, daß Mose, der das göttlich Wahre, reden sollte, was Jehovah gebieten würde, zu Aharon, der die Lehre oder der Lehrende ist, somit zu demjenigen, der es mitteilen sollte; und daß durch "gebieten" der unmittelbare göttliche Einfluß in das göttliche Gesetz bezeichnet wird, das vorgebildet wird durch Mose. Wie dieses zu verstehen sei, kann aus dem erhellen, was Nr. 7009, 7010 gesagt wurde, daß nämlich Mose das Wahre vorbildet, das unmittelbar vom Göttlichen, und daß Aharon das Wahre vorbildet, das mittelbar ausgeht. Wer nicht weiß, wie es sich mit der Ordnung in aufeinanderfolgenden Dingen verhält, der weiß auch nicht, wie es sich mit dem Einfluß verhält, deshalb soll es mit wenigem gesagt werden: Das Wahre, das unmittelbar vom Herrn ausgeht, kann, weil es aus dem Göttlich-unendlichen Selbst kommt, durchaus nicht von irgendeinem lebendigen Wesen, das endlich ist, aufgenommen werden, somit auch nicht von irgendeinem Engel. Deshalb hat der Herr nacheinanderfolgende Sphären (oder Substanzen) (successiva) geschaffen, als Mittel, durch die das unmittelbar ausgehende göttlich Wahre mitgeteilt werden könnte. Aber das erste aus diesem Hervorgehende ist vom Göttlichen noch zu voll, als daß es schon von irgendeinem lebendigen Wesen, das endlich ist, somit von einem Engel aufgenommen werden könnte. Deswegen schuf Er noch ein weiter Folgendes, mittels dessen das unmittelbar ausgehende göttlich Wahre einigermaßen aufnahmsfähig wurde; dieses weiter Folgende ist das göttlich Wahre, das im Himmel ist. Die beiden ersten sind über den Himmeln, und sind gleichsam aus einem Flammenmeer hervorstrahlende Gürtel, welche die Sonne umgeben, die der Herr ist. So beschaffen ist die aufeinanderfolgende Ordnung bis zu dem Himmel, der dem Herrn am nächsten und der dritte Himmel ist, wo die Unschuldigen und die Weisen sich befinden. Von da aus setzt sich (die Ordnung) allmählich fort, bis zum letzten Himmel, und vom letzten Himmel bis zum Sinnlichen und Leiblichen des Menschen, das den Einfluß zuletzt aufnimmt. Hieraus ergibt sich, daß ununterbrochene Aufeinanderfolgen stattfinden vom Ersten, d.h. vom Herrn, bis zum Letzten, das beim Menschen ist, ja sogar zum Letzten, das in der Natur ist. Das Letzte, das beim Menschen, wie auch in der Natur, ist beziehungsweise träg und daher kalt, und verhältnismäßig allgemein, und daher dunkel. Hieraus geht auch hervor, daß durch jenes Aufeinanderfolgen ein ununterbrochener Zusammenhang aller Dinge mit dem Ur-Sein stattfindet. Diesem Aufeinanderfolgen gemäß verhält sich der Einfluß; denn das göttlich Wahre, das unmittelbar vom göttlich Guten ausgeht, fließt allmählich ein, und auf seinem Wege, d.h., bei jeder neuen Stufe wird es allgemeiner, somit gröber und dunkler, auch wird es langsamer, somit träger und kälter. Hieraus erhellt, wie beschaffen die göttliche Ordnung der aufeinanderfolgenden (Sphären) und der aus ihnen herkommenden Einflüsse ist. Es ist aber wohl zu merken, daß das göttlich Wahre, das in den dritten Himmel, der dem Herrn am nächsten ist, einfließt, zugleich auch ohne eine aufeinanderfolgende Gestaltung bis in das Letzte der Ordnung einfließt, und hier vom Ersten aus unmittelbar auch das Ganze und Einzelne regiert und besorgt. Dadurch werden die aufeinanderfolgenden Sphären in ihrer Ordnung und in ihrem Zusammenhang erhalten. Daß es sich so verhält, kann man auch einigermaßen ersehen aus dem den Gelehrten in der Welt nicht unbekannten Grundsatze, daß es nur eine einzige Substanz gibt, welche (die wesentliche) Substanz ist, und daß die übrigen Dinge nur Formationen aus dieser Substanz sind, und daß in den Formationen jene einzige Substanz regiert, nicht nur als Form, sondern auch als Nicht-Form (oder Wesen) wie in ihrem Ursprung. Wenn es nicht so wäre, so könnte das Formierte durchaus nicht bestehen und wirken. Doch dieses soll nur für den Einsichtsvolleren gesagt sein. 7271. "Daß er die Söhne Israels entlasse aus seinem Lande", 2. Mose 7/2, bedeutet, sie sollen die Anfechtung aufgeben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, zu dem dieses gesagt werden sollte, sofern er diejenigen bezeichnet, die durch Falsches anfechten, wovon Nr. 7107, 7110, 7126, 7142; aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt, sie sollen es aufgeben; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, wie Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198. 7272. "Aber Ich werde das Herz Pharaos verhärten", 2. Mose 7/3, bedeutet die Verstockung durch das Böse des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von verhärten, sofern es Verstockung bezeichnet. Daß diese durch das Böse des Falschen entsteht, wird durch das Herz Pharaos bezeichnet; denn durch Herz wird im echten Sinn das Gute bezeichnet, das der himmlischen Liebe angehört: Nr. 3313, 3887, 3889; daher ist es im entgegengesetzten Sinn das höllische Böse. Hier ist es das Böse des Falschen, weil durch Pharao diejenigen vorgebildet werden, die im Falschen sind. Das Böse des Falschen ist es, das seinen Ursprung in den Grundsätzen des Falschen hat, wie zum Beispiel: daß man geheiligt werde durch äußere Dinge, wie bei den Israeliten und Juden, durch Opfer, durch Waschungen, durch Besprengung mit Blut, und daß man nicht geheiligt werde durch Liebtätigkeit und Glauben. Ferner daß man auf diese Weise heilig sei, wenn man auch im Haß, in der Rache, in Räubereien, in Grausamkeit und dergleichen lebe. Dieses Böse ist es, welches das Böse des Falschen genannt wird, weil es seinen Ursprung in den Grundsätzen des Falschen hat. Ein zweites Beispiel: wer da glaubt, daß der Glaube allein selig mache, und daß zur Seligkeit die Werke der Liebtätigkeit nichts beitragen, dann auch, wer glaubt, daß er noch in der letzten Todesstunde selig werde, möge er auch während des ganzen Verlaufs seines Lebens gelebt haben, wie er wolle, und diesen Grundsätzen gemäß lebt ohne alle Liebtätigkeit, in der Verachtung anderer, in der Feindschaft und im Haß gegen einen jeden, der ihn nicht verehrt, in der Rachgier, in der Sucht, andere ihrer Güter zu berauben, in der Unbarmherzigkeit, in der Bosheit, im Betrug: (bei einem solchen) ist dieses Böse auch Böses des Falschen, weil er aus dem Falschen sich beredet hat: entweder daß es nichts Böses sei, oder wenn es auch Böses wäre, daß es dennoch abgewaschen werde, wenn er nur vor dem letzten Atemzug aus scheinbarem Vertrauen das Mittleramt des Herrn und die Abwaschung der Sünden durch Sein Leiden am Kreuz bekenne. Ein weiteres Beispiel: Wenn man tote Menschen als Heilige anfleht, und somit sie, wie auch ihre Bilder anbetet, so ist das Böse dieses Gottesdienstes das Böse des Falschen. Die, welche das Böse des Falschen tun, glauben alle, das Falsche sei wahr, und folglich das Böse sei entweder nicht bös, oder nicht verdammlich. Ebenso auch diejenigen, die glauben, die Sünden könnten von Menschen vergeben werden. Ferner die glauben, sie könnten in den Himmel eingeführt werden, in was immer für Sünden sie gewesen sein mögen, d.h. in welcherlei geistigem Gestank und Moderdunst. Mit einem Wort: Böses des Falschen gibt es ebensoviel wie Falsches des Glaubens und des Gottesdienstes. Dieses Böse verdammt, jedoch nicht in dem Grad, wie Böses aus dem Ursprung des Bösen: Böses aus dem Ursprung des Bösen ist das, welches aus der Begierde kommt, die aus der Selbst- und Weltliebe aufsteigt. 7273. "Und Meiner Zeichen und Meiner Wunder viel machen", 2. Mose 7/3, bedeutet, Ermahnungen aller Art, und es werde nicht fehlen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zeichen und Wunder, sofern es Bestätigungen der Wahrheit sind, wovon Nr. 3900, 6870, 7012, wie auch Mittel der göttlichen Macht: Nr. 6910; hier Ermahnungen, denn auf diese Weise sahen sie nicht nur, daß sie im Falschen seien, sondern sie sahen auch die göttliche Macht und wurden dadurch erinnert (gewarnt). Es wird gesagt, daß an diejenigen, die im Falschen sind, Ermahnungen aller Art ergehen, und es werde nichts fehlen, aus dem Grund, weil die Verdammnis derjenigen, die im Bösen sind, nicht in einem Augenblick geschieht, wenn sie ins andere Leben kommen, sondern erst nachdem sie untersucht, d.h. ausgeforscht worden sind. Die Erforschungen geschehen deswegen, damit sie selber wahrnehmen sollen, daß sie notwendig verdammt werden müssen, weil sie nicht anders gelebt haben; sodann auch, auf daß die Geister und Engel wissen, jene seien solcherart gewesen. Somit können sie nicht mehr bei sich selbst noch bei anderen entschuldigt werden. Die Ordnung, nach der sie erforscht werden, ist die Ordnung des göttlich Wahren, die so beschaffen ist, daß gar nichts fehlt. Die Ordnung des göttlich Wahren, die für die Bösen ist, die verdammt werden, ist verschieden von der Ordnung des göttlich Wahren, die für die Guten ist, die selig werden; der Unterschied ist folgender: die Ordnung für die Bösen, die verdammt werden, gehört dem vom göttlich Guten, somit von der Barmherzigkeit getrennten göttlich Wahren an, aus dem Grund, weil sie das göttlich Gute nicht angenommen, und so die Barmherzigkeit verworfen haben. Diese Ordnung aber, die für die Guten ist, die selig werden, gehört dem mit dem göttlich Guten, also mit der Barmherzigkeit verbundenen göttlich Wahren an, aus dem Grund, weil diese das göttlich Gute, somit die Barmherzigkeit des Herrn angenommen haben. Wie die Bösen der Ordnung gemäß stufenweise erforscht werden, so werden sie auch gerichtet und verdammt. Hieraus kann man erkennen, daß alle möglichen Ermahnungen stattfinden, so daß gar nichts fehlt, ehe sie zur Hölle verdammt werden. Dieses ist es, was auch durch die Zeichen und Wunder bezeichnet wird, die in Ägypten geschehen sind, ehe die Erstgeburten umgebracht wurden, und die Ägypter im Meer Suph untergingen; denn das Meer Suph bezeichnet die Hölle. 7274. "In Ägyptenland", 2. Mose 7/3, bedeutet, da wo die sind, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es (den Ort) bezeichnet, wo die sich befinden, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 7240. 7275. "Und Pharao wird nicht auf euch hören", 2. Mose 7/4, bedeutet, die im Falschen sind, werden es nicht annehmen, wie aus Nr. 7224 erhellt, wo die gleichen Worte. 7276. "Aber Ich werde Meine Hand legen auf die Ägypter", 2. Mose 7/4, bedeutet, darum werden sie durch göttliche Macht gezwungen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 4931-4937, 5327, 5328, 7011, 7188, 7189, und, wenn Jehovah von sich redet und sagt "Seine Hand", die göttliche Macht. Ferner aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie diejenigen bezeichnen, die im Falschen sind und anfechten, wovon früher. Hieraus wird klar, daß durch "Ich werde Meine Hand legen auf die Ägypter", bezeichnet wird, die, welche im Falschen sind, werden durch göttliche Macht gezwungen werden. 7277. "Und werde Meine Heere, Mein Volk, die Söhne Israels herausführen", 2. Mose 7/4, bedeutet, die im Guten und Wahren sollen befreit werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausführen, sofern es soviel ist als befreien; aus der Bedeutung des Heeres, sofern es alle Gattungen des Guten in den Wahrheiten bezeichnet; aus der Bedeutung des Volkes, sofern es von denjenigen gesagt wird, die im geistig Wahren und Guten sind, wovon Nr. 1259, 1260, 3295, 3581, 4619, somit die Angehörigen der geistigen Kirche: Nr. 2928, 7207; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, wovon Nr. 7271, somit die, welche im Guten und Wahren sind. 7278. "Aus Ägyptenland", 2. Mose 7/4, bedeutet von den Anfechtungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es (den Ort) bezeichnet, wo die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 7240, 7274, somit auch die Anfechtungen, denn durch Land wird auch die dortige Völkerschaft bezeichnet, und durch die Völkerschaft im inneren Sinn das, was der Völkerschaft eigentümlich ist, darum hier die Anfechtung. 7279. "Durch große Gerichte", 2. Mose 7/4, bedeutet gemäß den Gesetzen der Ordnung, was aus Nr. 7206 erhellt. 7280. "Und die Ägypter sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin", 2. Mose 7/5, bedeutet, sie werden Furcht vor dem Göttlichen haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "erkennen, daß Ich Jehovah", sofern es heißt Furcht vor dem Göttlichen haben, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie diejenigen bezeichnen, die im Falschen sind und anfechten. Was die Furcht betrifft, welche diejenigen, die im Falschen sind und anfechten, vor dem Göttlichen haben werden, so merke man, daß die Furcht das einzige Mittel ist, was die Höllengeister zügelt und in Banden hält; denn die Furcht ist das allgemeine Band, sowohl für die, welche fromm sind, als für die, welche böse. Aber diejenigen, die fromm sind, haben eine inwendige Furcht, nämlich für ihre Seligkeit, daß sie nämlich nicht verloren gehen in betreff ihrer Seelen, und deshalb auch, daß sie nichts gegen ihr Gewissen tun, d.h. gegen das Wahre und Gute, das Sache des Gewissens ist. Infolgedessen fürchten sie sich, etwas gegen Gerechtigkeit und Billigkeit, somit gegen den Nächsten zu tun. Aber diese Furcht wird eine heilige Furcht in dem Maß, als sie sich mit der Regung der Liebtätigkeit verbindet und noch mehr, insoweit sie sich mit der Liebe zum Herrn verbindet, dann wird es eine Furcht, wie sie die (kleinen) Kinder gegen die Eltern haben, die sie lieben. In dem Maß, als sie im Guten der Liebe sind, erscheint dann die Furcht nicht; aber in dem Maß, als sie nicht im Guten sind, kommt sie zum Vorschein und wird zur Angst. Von solcher Art ist die Furcht Gottes, von der im Wort so oft die Rede ist. Hingegen die Furcht, welche die Bösen haben, ist keine innerliche Furcht, nämlich für die Seligkeit, und daher dem Gewissen eigen, denn eine solche Furcht haben sie in der Welt, sowohl durch ihr Leben, als durch die falschen Grundsätze, die für ihr Leben günstig und passend waren, ganz von sich geworfen; sondern statt der innerlichen Furcht haben sie eine äußere, nämlich sie möchten ihrer Ehrenstellen, ihres Einkommens, ihres guten Namens beraubt werden, (oder auch) sie möchten nach den Gesetzen bestraft werden, oder um das Leben kommen. Vor solchen Dingen haben die, welche im Bösen sind, Furcht, solange sie in der Welt sind. Kommen sie aber ins andere Leben, so werden sie, weil sie durch inwendige Furcht nicht in Schranken und Banden gehalten werden können, durch äußere Furcht darin gehalten, die ihnen durch Strafen eingeprägt wird; dadurch bekommen sie Furcht, Böses zu tun, und zuletzt kriegen sie Furcht vor dem Göttlichen, aber wie gesagt eine äußere Furcht, die ohne allen Willen ist, vom Bösestun abzulassen aus Neigung zum Guten, sondern aus der Scheu vor Strafen, vor denen sie zuletzt ein Grauen haben. Hieraus kann nun erhellen, daß die Furcht das einzige Mittel ist, sie in Banden zu halten, und daß die äußere Furcht, welche die Furcht vor Strafen ist, das einzige Mittel ist, die Bösen im Zaum zu halten, und daß dieses die Ursache der Qual der Bösen in der Hölle ist. Denn wenn die Bösen ins andere Leben kommen, wo ihnen die äußeren Bande weggenommen werden, die sie in der Welt gehabt hatten, und sie ihrer Begierden gelassen werden, dann sind sie wie die wilden Tiere, und begehren nichts weiter als zu herrschen, und alle, die ihnen nicht günstig sind, wer sie auch sein mögen, zu verderben, das ist ihre größte Lebenslust; denn in dem Maß, als einer sich selbst liebt, haßt er die anderen, die ihm nicht günstig sind, und in dem Maß, als einer im Haß ist, hat er auch Lust zu verderben, aber in der Welt wird diese geheim gehalten. 7281. "Wenn Ich Meine Hand ausstrecke über die Ägypter", 2. Mose 7/5, bedeutet, wenn sie die göttliche Macht an sich erfahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, wenn sie vom Göttlichen gesagt wird, sofern es die göttliche Macht ist, wovon Nr. 7276; hieraus wird auch klar, was es heißt, zur Rechten Gottes sitzen, daß es nämlich die Allmacht bezeichnet. Ferner aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie diejenigen bezeichnen, die im Falschen sind und anfechten, wovon früher. HG 7282 7282. "Und die Söhne Israels wegführe aus ihrer Mitte", 2. Mose 7/5, bedeutet, und wenn sie sehen werden, daß die Angehörigen der geistigen Kirche befreit werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausführen, sofern es soviel ist als befreien, wie Nr. 7277, und aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 7271. 7283. "Und Mose und Aharon taten es, wie Jehovah geboten hatte, so taten sie", 2. Mose 7/6, bedeutet, was (ihnen) gesagt wurde, sei auch geschehen. Dies kann erhellen ohne Erklärung. 7284. "Und Mose war achtzig Jahre alt", 2. Mose 7/7, bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit des Gesetzes vom Göttlichen her. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Gesetz vom Göttlichen her bezeichnet, wovon Nr. 6771, 6827; und aus der Bedeutung von achtzig Jahren, sofern durch sie die Zustände und die Beschaffenheit des Gesetzes vom Göttlichen her bezeichnet werden, nämlich bei den Angehörigen der geistigen Kirche, zur ersten Zeit ihrer Heimsuchung. Was achtzig insbesondere bedeutet, kann nicht gesagt werden, weil es den ganzen Zustand und die ganze Beschaffenheit des Gesetzes vom Göttlichen her bei ihnen in sich schließt. Daß achtzig den Zustand der Versuchungen bezeichnet, sehe man Nr. 1963; aber dann schließt achtzig das gleiche in sich, was vierzig, weil diese Zahl auch zusammengesetzt ist aus zehn und acht, miteinander multipliziert, so ist auch hieraus die Bedeutung dieser Zahl zu entnehmen. Was zehn, sehe man Nr. 576, 1906, 1988, 2284, 3107, 4638; und was acht: Nr. 2044, 2866. Daß überhaupt alle Zahlen Sachen bedeuten, und zwar die Zustände und die Beschaffenheit der Sachen, sehe man Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 5291, 5335, 5708, 6175. 7285. "Und Aharon dreiundachtzig Jahre alt", 2. Mose 7/7, bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit der Lehre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6998, 7009, 7089, und aus der Bedeutung der Zahl Dreiundachtzig, sofern sie den Zustand und die Beschaffenheit bezeichnet, nämlich jener Lehre. Aber den Zustand und die Beschaffenheit im besonderen kann man nur wissen aus der Zerlegung dieser Zahl in ihre Einheiten, und nachher aus der Anwendung auf diejenigen, bei denen die Lehre ist. Außerdem sehe man über die Zahlen im Wort gleich oben Nr. 7284. 7286. "Als sie zu Pharao redeten", 2. Mose 7/7, bedeutet, als dieses befohlen wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es einen Befehl ausdrückt, wovon Nr. 7240, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 7107, 7110, 7126, 7142. 7287. Vers 8-13: Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon, und sprach: Wenn Pharao zu euch redet und spricht: Gebt ein Wunderzeichen für euch, so sprich zu Aharon: Nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao hin, so wird er zu einer Wasserschlange werden. Da gingen Mose und Aharon zu Pharao, und taten so, wie Jehovah geboten hatte, und Aharon warf seinen Stab hin vor Pharao und vor seinen Knechten, und er ward zu einer Wasserschlange. Aber auch Pharao berief Weise und Zauberer, und auch sie, die Wahrsager Ägyptens, taten also mit ihren Beschwörungen. Und sie warfen, ein jeder seinen Stab hin, und sie wurden zu Wasserschlangen; aber der Stab Aharons verschlang ihre Stäbe. Und das Herz Pharaos wurde verhärtet, und er hörte nicht auf sie, wie Jehovah geredet hatte. "Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon, und sprach" bedeutet Belehrung; "wenn Pharao zu euch redet" bedeutet, wenn sie Zweifel hegten in betreff des Göttlichen; "und spricht: Gebt ein Wunderzeichen" bedeutet, und es deswegen bekräftigt wissen wollen; "so sprich zu Aharon" bedeutet Einfluß und Mitteilung; "nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao hin" bedeutet die Macht, die gezeigt wird; "so wird er zu einer Wasserschlange werden" bedeutet, dadurch, daß lauter Täuschungen und daher Falsches bei ihnen herrschen werden; "da gingen Mose und Aharon zu Pharao, und taten so, wie Jehovah geboten hatte" bedeutet die Wirkung; "und Aharon warf seinen Stab hin vor Pharao und vor seinen Knechten, und er ward zu einer Wasserschlange" bedeutet, daß lauter Täuschungen und daher Falsches bei ihnen herrschten; "aber auch Pharao berief Weise und Zauberer" bedeutet den Mißbrauch der göttlichen Ordnung; "und auch sie, die Wahrsager Ägyptens, taten also mit ihren Beschwörungen" bedeutet, auf solche Weise scheinbar das gleiche durch Verkehrung der Zwecke der Ordnung; "und sie warfen, ein jeder seinen Stab hin, und sie wurden zu Wasserschlangen" bedeutet die Macht vermöge der Ordnung, wonach sie für das Vernehmen des Wahren stumpf wurden; "aber der Stab Aharons verschlang ihre Stäbe" bedeutet, diese Macht sei ihnen genommen worden; "und das Herz Pharaos wurde verhärtet" bedeutet die Verstockung; "und er hörte nicht auf sie" bedeutet, daß, wer im Bösen aus Falschem war, es nicht annahm; "wie Jehovah geredet hatte" bedeutet die Vorhersage. 7288. "Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon, und sprach", 2. Mose 7/8, bedeutet Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", sofern es eine Belehrung bezeichnet, wovon Nr. 6879, 6881, 6883, 6891. 7289. "Wenn Pharao zu euch redet", 2. Mose 7/9, bedeutet, wenn sie Zweifel hegten in betreff des Göttlichen. Dies erhellt aus dem gleich Folgenden, nämlich: "wenn Pharao sagt, gebt ein Wunderzeichen", was offenbar Zweifel in betreff des Göttlichen in sich schließt; denn ein Wunderzeichen wollen, heißt (an etwas) zweifeln, ehe es durch Sinneswahrnehmung bestätigt ist. 7290. "Und spricht: Gebt ein Wunderzeichen für euch", 2. Mose 7/9, bedeutet, und es deswegen bekräftigt wissen wollen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wunder und Zeichen, sofern es Bekräftigungen der Wahrheiten sind, wovon Nr. 3900, 6870. Was die Wunder und Zeichen betrifft, die im Folgenden vorkommen, so ist zu merken, daß sie bei solchen geschehen, die in einem äußeren Gottesdienst waren, und vom inwendigen nichts wissen wollten, denn die in einem solchen Gottesdienst waren, mußten durch äußere Mittel genötigt werden. Daher kommt es, daß beim israelitischen und jüdischen Volk Wunder geschahen; denn sie waren in einem bloß äußeren Gottesdienst, und in keinem inwendigen. Auch mußten sie, da sie in einem inwendigen nicht sein wollten, auch deshalb in einem äußeren Gottesdienst sein, damit sie im Äußeren Heiliges vorbilden konnten, und dadurch eine Gemeinschaft mit dem Himmel möglich war, wie durch eine Art von Kirche; denn Entsprechungen, vorbildliche und bezeichnende Dinge verbinden die natürliche Welt mit der geistigen. Das war der Grund, warum bei jener Völkerschaft so viele Wunder geschahen. Aber bei denjenigen, die in einem inwendigen Gottesdienst, d.h. in der Liebtätigkeit und im Glauben sind, geschehen keine Wunder, denn sie sind ihnen schädlich. Die Wunder nötigen nämlich zum Glauben, und das Erzwungene bleibt nicht, sondern es wird zerstreut. Die inwendigen Dinge des Gottesdienstes, nämlich der Glaube und die Liebtätigkeit, müssen in der Freiheit eingepflanzt werden, denn alsdann werden sie angeeignet, und was so angeeignet wird, das bleibt. Was aber im Zwang angeeignet wird, bleibt außerhalb des inwendigen Menschen im Äußeren; denn in den inwendigen Menschen geht nichts ein, außer durch verständige Vorstellungen, die Vernunftgründe sind, denn der Boden, der es aufnimmt, ist in demselben die erleuchtete Vernunft. Daher kommt es, daß heutzutage keine Wunder geschehen. Daß sie auch schädlich sind, kann eben hieraus erhellen; denn sie nötigen zum Glauben und drängen dem äußeren Menschen Vorstellungen auf, daß es so sei. Wenn der innere Mensch nachher das leugnet, was die Wunder bestätigt haben, dann entsteht ein Gegensatz und Zusammenstoß des inwendigen und äußeren Menschen, und endlich, wenn die Vorstellungen aus den Wundern zerstoben sind, entsteht eine Verbindung des Falschen und Wahren, somit Entweihung. Hieraus wird klar, wie schädlich die Wunder heutzutage in der Kirche sind, in der die inwendigen Dinge des Gottesdienstes aufgedeckt sind. Dies wird auch durch die Worte des Herrn zu Thomas bezeichnet, Joh.20/29: "weil du Mich gesehen hast, Thomas, hast du geglaubt; selig sind, die nicht sehen und (doch) glauben"; somit auch selig, die nicht durch Wunder glauben. Die Wunder sind aber denjenigen nicht schädlich, die in einem äußeren Gottesdienst ohne den inwendigen sind, denn bei diesen kann kein Gegensatz des inwendigen und äußeren Menschen stattfinden, somit auch kein Zusammenstoß; mithin keine Entweihung. Daß die Wunder auch nichts zum Glauben beitragen, kann genugsam daraus erhellen, daß die Wunder beim israelitischen Volk in Ägypten und in der Wüste gar nichts ausgerichtet haben. Obwohl jenes Volk kurze Zeit vorher so viele Wunder in Ägypten gesehen hatte, und nachher das Meer Suph zerteilt, und die Ägypter in demselben untergegangen sah. (Wiewohl sie ferner) die Wolkensäule bei Tag und die Feuersäule bei Nacht vor sich hergehen, das Manna täglich vom Himmel herabregnen sahen, den Berg Sinai rauchen sahen und hörten, daß Jehovah von demselben herabredete, außer mehreren anderen, fielen sie doch trotz allem gänzlich vom Glauben ab, und (wendeten sich) von der Verehrung Jehovahs zur Verehrung des Kalbes: 2. Mose Kapitel 32. Hieraus wird klar, was die Wunder bewirken. Noch weniger würden sie heutzutage ausrichten, wo man nichts aus der geistigen Welt als etwas Wirkliches anerkennt und das Dasein von allem leugnet, wenn man es nicht der Natur zuschreiben kann; denn überall herrscht der Unglaube, der dem göttlichen Einfluß und Walten auf Erden widerspricht. Deshalb würde heutzutage der Mensch der Kirche, auch wenn er die wahrhaftigsten göttlichen Wunder sähe, diese zuerst in die Natur herunterziehen, und sie hier verunreinigen und nachher als Hirngespinste verwerfen, und zuletzt alle diejenigen verspotten, die sie dem Göttlichen und nicht der Natur zuschreiben würden. Daß die Wunder nichts ausrichten, erhellt auch aus den Worten des Herrn Luk.16/31: "Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn einer von den Toten auferstehen würde". 7291. "So sprich zu Aharon", 2. Mose 7/9, bedeutet Einfluß und Mitteilung; nämlich des göttlichen Gesetzes, das Moses vorbildet, in und an die Lehre, die Aharon (vorbildet). Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Mose zu Aharon geschieht, sofern es einen Einfluß und eine Mitteilung bezeichnet, wie Nr. 6291. Hier bedeutet sagen das gleiche was reden; nämlich sowohl den Einfluß als die Mitteilung. Daß das Reden diese Bedeutung hat, sehe man Nr. 7270. Dieser Einfluß und diese Mitteilung kann in den historischen Teilen des Wortes nicht anders ausgedrückt werden, als durch sprechen und reden: das göttliche Gesetz, das Mose vorbildet, floß in die Lehre ein, die Aharon vorbildet, weil das göttliche Gesetz das inwendig Wahre ist, und die Lehre das auswendige. Und es ist allgemeine Regel, daß das Inwendige in das Auswendige einfließt, nicht aber umgekehrt, aus dem Grund, weil Inwendiges beziehungsweise reiner ist und einfach, aber Auswendiges gröber, denn es ist das Allgemeine des Inwendigen. 7292. "Nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao hin", 2. Mose 7/9, bedeutet die Macht, die gezeigt wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er eine Macht bezeichnet, wovon Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 6947, 7011, 7026; und aus der Bedeutung von hinwerfen vor Pharao, sofern es heißt zeigen; denn was vor Augen hingeworfen wird, das wird gezeigt. 7293. "So wird er zu einer Wasserschlange werden", 2. Mose 7/9, bedeutet, dadurch, daß lauter Täuschungen und das daher stammende Falsche bei ihnen herrschen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schlange, sofern sie das Sinnliche und Leibliche bezeichnet, wovon Nr. 6949, daher auch die Täuschungen; denn das Sinnliche und Leibliche, das vom Vernünftigen getrennt, d.h. diesem nicht untergeordnet ist, ist voll von Täuschungen, in dem Grad, daß sie fast nichts anderes sind als Täuschungen; man sehe Nr. 6948, 6949. Es ist eine Wasserschlange, die hier bezeichnet wird, denn in der Grundsprache wird diese Schlange durch das gleiche Wort ausgedrückt, wie der Walfisch, welcher der größte Fisch des Meeres ist, und der Walfisch bedeutet das Wißtümliche im allgemeinen. Wenn daher durch die Ägypter Falsches aus Täuschungen bezeichnet werden, so bedeutet jenes Wort eine Schlange, nämlich eine Wasserschlange, weil sie für den Walfisch steht, der in den Wassern ist, und weil die Wasser Ägyptens Falsches bezeichnen. Daß Pharao oder Ägypten ein Walfisch genannt wird, erhellt bei Hes.29/3: "Rede und sprich: So sprach der Herr Jehovih: siehe, Ich bin wider dich, Pharao, König Ägyptens, du großer Walfisch, der da liegt in der Mitte seiner Ströme". Hes.32/2: "Du Menschenkind, erhebe eine Wehklage über Pharao, den König Ägyptens, und sprich zu ihm, einem jungen Löwen der Völkerschaften bist du gleich geworden; und du bist wie die Walfische in den Meeren, und bist herausgekommen mit deinen Flüssen, hast trübe gemacht deine Flüsse": hier wird durch Walfisch das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet, durch das, weil es aus dem sinnlichen Menschen herkommt, das, was dem Glauben angehört, verkehrt wird. Daß der Walfisch das Wißtümliche im allgemeinen bedeutet, hat den Grund, weil der Fisch das Wißtümliche im besonderen bezeichnet: Nr. 40, 991; und weil die Walfische Wißtümliches bedeuten, das die Wahrheiten des Glaubens verkehrt, so werden durch sie auch bezeichnet Vernunftschlüsse aus Täuschungen, woher Falsches (stammt). Dies wird durch Walfische bezeichnet Ps.74/13: "Du hast durchbrochen mit deiner Stärke das Meer, gebrochen hast du die Köpfe der Walfische auf den Wassern"; ebenso auch durch Leviathan bei Jes.27/1: "An jenem Tage wird Jehovah mit seinem harten, und großen, und starken Schwert Heimsuchung halten über Leviathan, die gerade Schlange, und über Leviathan, die gewundene Schlange, und wird erwürgen die Walfische, die im Meere sind". Ps.74/14: "Zerbrochen hast du die Köpfe Leviathans, gegeben hast du ihn zur Speise dem Volke der Steppen". Leviathan im guten Sinn, bedeutet Vernunftgründe aus Wahrheiten; bei Hiob 40/25-32 und 41/1-26; Vernunftgründe aus Wahrheiten bilden den Gegensatz zu den Vernünfteleien aus Falschem. Und weil durch die Walfische die Vernünfteleien aus Täuschungen bezeichnet werden, welche die Wahrheiten verkehren, so wird durch die Wasserschlangen, die durch das gleiche Wort in der Grundsprache ausgedrückt werden, das aus den Täuschungen stammende Falsche selbst bezeichnet, aus dem Vernünfteleien und Verkehrungen hervorgehen. Falsches wird durch jene Schlangen in folgenden Stellen bezeichnet: Jes.13/22: "Es werden Jim (Schakale) antworten in seinen Palästen, und Schlangen (Drachen) in den Palästen der Wonne". Jes.34/13: "Es werden Dornen wachsen in ihren Palästen, Disteln und Nesseln in ihren Festungen, auf daß es sei die Wohnung der Schlangen, ein Vorhof für die Töchter der Nachteulen". Jes.35/7: "In der Wohnung der Schlangen ist ihre Lagerstätte, Gras statt Rohr und Binse". Jerem.9/10: "Ich will Jerusalem machen zu (Stein-) Haufen, zur Wohnung von Schlangen". Mal.1/3: "Die Berge Esaus habe Ich gemacht zur Wüste, und sein Erbe (gegeben) den Schlangen der Wüste". In diesen Stellen (stehen) Schlangen für Falsches, aus dem Vernünfteleien hervorgehen. Ebendasselbe wird auch durch Drachen bezeichnet; aber die Drachen bedeuten Vernünfteleien aus der Selbst- und Weltliebe, somit aus den Begierden des Bösen, die nicht bloß das Wahre verkehren, sondern auch das Gute. Diese Vernünfteleien gehen von denen aus, die im Herzen das Wahre und Gute des Glaubens leugnen, aber mit dem Munde aus Herrsch- und Habsucht es bekennen. Somit auch von denen, die Wahres und Gutes entweihen. Diese und jene werden verstanden unter "dem Drachen, der alten Schlange, die genannt wird Teufel und Satan, die den ganzen Weltkreis verführt": Joh.Offenb.12/9; und auch unter demselben Drachen, der "das Weib verfolgte, die den Sohn gebar, der entrissen ward zu Gott und zu Seinem Thron": Joh.Offenb.12/5, und der aus seinem Mund Wasser warf wie einen Strom, um das Weib zu ersäufen": Joh.Offenb.12/13,15. Der Sohn, den das Weib gebar, ist das göttlich Wahre, das heutzutage aufgedeckt worden. Das Weib ist die Kirche; die Drachenschlange bezeichnet die, welche verfolgen werden; das Wasser gleich einem Strom, das der Drache auswerfen wird, bedeutet das Falsche aus dem Bösen und die daher stammenden Vernünfteleien, durch die sie das Weib, d.h. die Kirche, zu zerstören suchen. Daß sie aber gar nichts bewirken werden, wird dadurch beschrieben, daß "die Erde dem Weibe half, und die Erde ihren Mund öffnete, und den Strom verschlang, den der Drache auswarf": Joh.Offenb.12/16. 7294. "Da gingen Mose und Aharon zu Pharao, und taten so, wie Jehovah geboten hatte", 2. Mose 7/10, bedeutet die Wirkung; dies kann ohne Erklärung deutlich sein. 7295. "Und Aharon warf seinen Stab hin vor Pharao und vor seinen Knechten, und er ward zu einer Wasserschlange", 2. Mose 7/10, bedeutet, daß lauter Täuschungen und daher Falsches bei ihnen im Schwange gingen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Stab hinwerfen", sofern es soviel ist, als Macht zeigen, wovon Nr. 7292; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos und seiner Knechte, sofern sie diejenigen bezeichnen, die durch Falsches anfechten; und aus der Bedeutung der Wasserschlange, sofern sie die Täuschungen und das daher stammende Falsche bezeichnet, wovon Nr. 7293. Dieses Wunder bedeutet die erste Weisung (oder Mahnung) an diejenigen, die anfechten, daß sie aufhören sollen; denn mit den Bösen, die im anderen Leben die Frommen anfechten, verhält es sich auf folgende Weise: Zuerst, wenn sie aus der Welt dorthin kommen, haben sie gute Geister und Engel bei sich, wie während sie als Menschen im Leibe lebten; denn auch die bösen Menschen haben Engel bei sich, (und zwar) aus dem Grund, damit sie, wenn sie wollen, sich zum Himmel wenden, den Einfluß von daher aufnehmen und gebessert werden können. Deshalb und weil nun das Ganze des Lebens ihnen folgt, werden sie zuerst den Engeln beigesellt. Sind sie aber infolge ihres Lebens in der Welt von der Art, daß sie den Einfluß des Wahren und Guten aus dem Himmel nicht aufnehmen können, dann ziehen sich die Engel und guten Geister nach und nach von ihnen zurück, und so wie sich diese von ihnen zurückziehen, werden sie selbst immer unvernünftiger; denn das Vernünftigsein kommt durch den Himmel vom Herrn. Es ist der erste Grad der Wegnahme und Entziehung des Einflusses des Wahren und Guten, der hier beschrieben wird durch die Verwandlung des Stabes Aharons in eine Schlange, wodurch bezeichnet wird, daß lauter Täuschungen bei ihnen herrschten, und daher Falsches. Der zweite Grad wird beschrieben durch die Verwandlung der Wasser Ägyptens in Blut, wodurch bezeichnet wird, die Wahrheiten selbst seien verfälscht worden; der dritte Grad wird bezeichnet durch das Hervorwimmeln von Fröschen aus den Wassern, wodurch die Vernünfteleien aus lauter Falschem bezeichnet werden, usf. Durch solche Grade werden auch wirklich die Bösen im anderen Leben des Verständnisses des Wahren und Guten beraubt. 7296. "Aber auch Pharao berief Weise und Zauberer", 2. Mose 7/11, bedeutet den Mißbrauch der göttlichen Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Weisen, sofern es die sind, welche die Kenntnis geistiger Dinge und ihrer Entsprechung mit den natürlichen besitzen. Die, welche solche Dinge erforschten und lehrten, hießen bei ihnen Weise, denn es waren geheime Dinge (mystica); und weil die Ägypter sich auf solche Sachen legten, nannten sie sich Söhne der Weisen und der Könige des Altertums, wie erhellt bei Jes.19/11: "Wie saget ihr zu Pharao: ein Sohn der Weisen bin ich, ein Sohn der Könige des Altertums". Die Ägypter nannten die Kenntnisse der Dinge Weisheit, wie auch die Chaldäer: Jerem.50/35; und aus der Bedeutung der Zauberer, sofern es solche sind, welche die göttliche Ordnung, somit die Gesetze der Ordnung verkehren. Daß Zaubereien und magische Künste nichts anderes sind, kann man an den Zauberern und Magiern im andern Leben sehen, wo es deren in Menge gibt; denn diejenigen, die im Leben des Leibes List brauchten, und viele Künste ersannen, um andere zu betrügen, und zuletzt infolge des Gelingens alles der eigenen Klugheit zuschrieben, erlernen im anderen Leben Zauberkünste, die nichts anderes sind als Mißbräuche der göttlichen Ordnung, hauptsächlich der Entsprechungen; denn es ist der göttlichen Ordnung gemäß, daß alles und jedes in Entsprechung steht, z.B. die Hände, Arme, Schultern entsprechen der Macht, und daher auch der Stab. Deswegen bilden sie sich Stäbe; sodann stellen sie auch Schultern, Arme und Hände vorbildlich dar, und üben so eine zauberische Macht aus; so in tausend und abertausend anderen Dingen. Ein Mißbrauch der Ordnung und der Entsprechungen ist es, wenn das, was der Ordnung angehört, nicht zu guten Zwecken angewendet wird, sondern zu bösen Zwecken, wie z.B. zum Zweck des Herrschens über andere, und zum Zweck, sie zu verderben, denn der Zweck der Ordnung ist die Seligmachung, somit allen Gutes tun. Hieraus wird nun klar, was unter dem Mißbrauch der Ordnung verstanden wird, der durch die Zauberer bezeichnet wird. 7297. "Und auch sie, die Wahrsager (magi) Ägyptens, taten also mit ihren Beschwörungen", 2. Mose 7/11, bedeutet, (sie taten) scheinbar das gleiche durch Verkehrung der Zwecke der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auch sie taten", wenn es von den Wahrsagern Ägyptens gesagt wird, sofern es heißt, scheinbar das gleiche darstellen; denn was der Ordnung gemäß erfolgt, wird durch Mißbrauch nicht verändert, sondern es erscheint der äußeren Form nach als das gleiche, nicht aber der inwendigen Form nach, denn es ist gegen die Zwecke der Ordnung. Und aus der Bedeutung der Beschwörungen, sofern durch sie die eigentlichen Künste, die Ordnung zu verkehren, bezeichnet werden. Durch Zaubereien und Beschwörungen wird im Wort, wo sie erwähnt werden, bezeichnet die Kunst, Falsches so darzustellen, daß es als wahr erscheint, und Wahres so darzustellen, daß es als falsch erscheint, was hauptsächlich durch Täuschungen geschieht. Dies wird durch Zaubereien und Beschwörungen in folgenden Stellen bezeichnet: Jes.47/9,12: "Nun aber werden dir kommen diese zwei im Augenblick, an einem Tag, Kinderlosigkeit und Witwenschaft; in ihrer Vollendung werden sie über dich kommen, wegen der Menge deiner Zaubereien, ob der außerordentlichen Größe deiner Beschwörungen; verharre in deinen Beschwörungen, und in der Menge deiner Zaubereien, in denen du dich bemüht hast von deiner Jugend an": hier von Babel und den Chaldäern. Jes.57/3: "Tretet her, ihr Söhne der Zauberin, Same des Ehebrechers, und derer, die gehuret hat". Nahum 3/4: "Wehe der Stadt des Blutes, vor der Menge der Hurereien der Hure, um des Guten willen, der Meisterin in Zaubereien, welche die Völkerschaften verkauft durch ihre Hurereien, und die Familien durch ihre Zaubereien": Stadt des Blutes bedeutet die Verfälschung des Wahren; Hurereien das verfälschte Gute des Wahren; Zaubereien die Künste Falsches als wahr und Wahres als falsch darzustellen. Mal.3/5: "Treten will Ich zu euch ins Gericht, und werde ein eilender Zeuge sein wider die Zauberer, und wider die Ehebrecher und wider die, welche falsch schwören". Joh.Offenb.18/23: "Durch deine Beschwörung sind verführt worden alle Völkerschaften": hier von Babylon. Micha 5/9-11: "Ausrotten werde Ich deine Rosse aus deiner Mitte, und verderben deine Wagen, und ausrotten die Städte deines Landes, und zerstören alle deine Festungen, und ausrotten die Zaubereien aus deiner Hand": hieraus erhellt, daß durch Zaubereien bezeichnet werden die Künste, Wahres als falsch, und Falsches als wahr darzustellen, denn durch die Rosse, die ausgerottet werden sollen, wird das Verständnis bezeichnet: Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 6125, 6534; durch die Wagen, die verdorben werden sollen, werden die Lehren des Wahren bezeichnet: Nr. 2760, 5321; durch die Städte des Landes, die auch ausgerottet werden sollen, werden die Wahrheiten der Kirche bezeichnet; daß Städte Wahrheiten bedeuten: Nr. 2268, 2451, 2712, 2943, 4492, 4493, und daß das Land die Kirche bezeichnet: Nr. 662, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4447, 4535, 5577; durch Festungen werden bezeichnet die Wahrheiten, insofern sie das Gute verteidigen. Hieraus kann man merken, was durch die Zaubereien, die aus der Hand ausgerottet werden sollen, bezeichnet wird, nämlich die Künste, Wahres als falsch und Falsches als wahr darzustellen. Diese Künste entsprechen auch den Phantasien, durch welche die Bösen im anderen Leben das Schöne als häßlich und das Häßliche als schön vor Augen stellen, und diese Phantasien sind ebenfalls Arten von Zauberei, denn sie sind auch Mißbräuche und Verkehrungen der göttlichen Ordnung. 7298. "Und sie warfen ein jeder seinen Stab hin, und sie wurden zu Wasserschlangen", 2. Mose 7/12, bedeutet die Macht vermöge der Ordnung, wonach sie für das Vernehmen des Wahren stumpf wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Stab hinwerfen", sofern es die Erweisung der Macht bezeichnet, wovon Nr. 7292; und aus der Bedeutung der Wasserschlangen, sofern sie das Falsche aus Täuschungen bezeichnen, wovon Nr. 7293, hier Abstumpfung für das Vernehmen des Wahren, denn wie die Täuschungen machen, daß die Wahrheiten nicht vernommen werden, so auch die herbeigeführte Stumpfheit. Solche Stumpfheit wird auch von den Magiern im anderen Leben herbeigeführt, und zwar durch Mißbrauch und Verkehrung der Ordnung; denn sie wissen den Einfluß aus dem Himmel wegzunehmen, und ist dieser weggenommen, so tritt Abstumpfung für das Vernehmen des Wahren ein; und sie wissen auch Täuschungen beizubringen und dieselben lichtvoll darzustellen wie im Licht des Wahren, und dann zugleich die eigentlichen Wahrheiten zu verdunkeln. Auch wissen sie, eine Beredung einzuflößen, und so das Gefühl für das Wahre abzustumpfen. Abgesehen von anderen Verfahrensweisen. Wenn solche Stumpfheit da ist, so erscheint das Falsche als wahr, was durch die Zaubereien und Beschwörungen bezeichnet wird. Aus diesem wird klar, wie die Magier das gleiche scheinbar darstellen können. Außerdem ist zu merken, daß es den Gesetzen der Ordnung gemäß ist, daß niemand augenblicklich vom Wahren überzeugt werden soll, d.h., daß die Wahrheit in einem Augenblick so bestätigt werde, daß keinerlei Zweifel übrig bliebe. Der Grund ist, weil das Wahre, das so eingeprägt wird, nur eine Beredungswahrheit wird, und ohne alle Ausdehnung, wie auch ohne alle Nachgiebigkeit ist. Ein solches Wahres wird im anderen Leben als etwas Hartes vorgebildet, und als etwas, was das Gute nicht bei sich zuläßt, so daß es anwendbar würde. Daher kommt es, daß, sobald irgendeine Wahrheit durch eine deutliche Erfahrung im anderen Leben den guten Geistern vorgestellt wird, gleich darauf irgendein Gegensatz sich einstellt, der einen Zweifel erregt; so werden sie veranlaßt zu denken und zu erwägen, ob es so sei, und sich nach Vernunftgründen umzusehen, und so jene Wahrheit in vernünftiger Weise in ihr Gemüt einzuführen. Dadurch bekommt der geistige Blick in Beziehung auf jene Wahrheit eine Ausdehnung, auch bis zu den Gegensätzen. Infolgedessen sieht und vernimmt man mit dem Verstand die ganze Beschaffenheit des Wahren, und kann sofort aus dem Himmel einen Einfluß empfangen den Zuständen der Dinge gemäß; denn die Wahrheiten nehmen verschiedene Formen an, den Umständen gemäß. Dies ist auch der Grund, warum die Magier das gleiche tun durften, wie das, was Aharon getan hat; denn so wurde bei den Söhnen Israels das Wunder in Zweifel gezogen, ob es göttlich wäre, und dadurch wurde ihnen Anlaß gegeben zu denken und zu erwägen, ob es ein göttliches gewesen sei, und schließlich sich zu versichern, daß es ein solches gewesen sei. 7299. "Aber der Stab Aharons verschlang ihre Stäbe", 2. Mose 7/12, bedeutet, diese Macht sei ihnen genommen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von verschlingen, sofern es heißt wegnehmen; und aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die Macht bezeichnet, wovon Nr. 7292. Den Magiern wird auch wirklich im anderen Leben die Macht genommen, die Ordnung zu mißbrauchen und ihre Gesetze zu verkehren, auf zweierlei Weise: einmal dadurch, daß die Engel aus göttlicher Macht des Herrn ihre Zauberstücke zunichte machen, und zwar (geschieht dieses), wenn sie dieselben ausüben, um den Frommen Böses zu tun; die Macht der Engel vom Herrn ist so groß, daß sie solches alles in einem Augenblick zerstibten. Zweitens dadurch, daß ihnen die Zauberei ganz genommen wird, so daß sie nichts mehr derart darstellen können. 7300. "Und das Herz Pharaos wurde verhärtet", 2. Mose 7/13, bedeutet die Verstockung. Dies erhellt aus der Bedeutung von verhärtet werden in Ansehung des Herzens, sofern es die Verstockung bezeichnet, wie Nr. 7272. 7301. "Und er hörte nicht auf sie", 2. Mose 7/13, bedeutet, die, welche im Bösen aus Falschem waren, nahmen es nicht an. Dies erhellt aus Nr. 7224, 7275; denn durch Pharao, von dem es hier heißt, er habe nicht gehört, werden die vorgebildet, die im Falschen sind und anfechten, und insofern sie anfechten, sind sie im Bösen aus Falschem; denn die Anfechtung ist aus dem Bösen und geschieht durch Falsches. 7302. "Wie Jehovah geredet hatte", 2. Mose 7/13, bedeutet der Vorhersage gemäß; dies erhellt ohne Erklärung. 7303. Vers 14-24: Und Jehovah sprach zu Mose: Verstockt ist das Herz Pharaos, er weigert sich, das Volk zu entlassen. Gehe hin zu Pharao am Morgen; siehe, er geht hinaus an das Wasser, und stelle dich ihm entgegen am Ufer des Stroms, und den Stab, der in eine Schlange verwandelt worden, nimm in deine Hand. Und sollst zu ihm sagen: Jehovah, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt und gesprochen: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen in der Wüste, und siehe, du hast nicht gehört bisher. So spricht Jehovah: Daran wirst du erkennen, daß Ich Jehovah bin; siehe, Ich schlage mit dem Stab, der in Meiner Hand, auf das Wasser, das im Strom, und es wird in Blut verwandelt werden. Und die Fische, die im Strom, werden sterben, und der Strom wird stinken, und den Ägyptern wird ekeln, Wasser zu trinken aus dem Strom. Und Jehovah sprach zu Mose: Sage zu Aharon: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand aus über die Wasser Ägyptens, über ihre Flüsse, über ihre Ströme und über ihre Seen und über alle Sammlung ihrer Wasser, und sie sollen zu Blut werden, und es wird Blut sein in ganz Ägyptenland, sowohl in Holz- als in Stein- (Gefäßen). Da taten Mose und Aharon also, wie Jehovah geboten hatte, und er erhob seinen Stab und schlug die Wasser, die im Strom, vor den Augen Pharaos, und vor den Augen seiner Knechte, und alle Wasser, die im Strom, wurden in Blut verwandelt. Und die Fische im Strom starben, und der Strom stank, und die Ägypter konnten kein Wasser aus dem Strom trinken; und das Blut war in ganz Ägyptenland. Aber die Wahrsager Ägyptens taten auch also mit ihren Beschwörungen; und das Herz Pharaos wurde verhärtet, und er hörte nicht auf sie, wie Jehovah geredet hatte. Und Pharao wandte sich zurück und kam in sein Haus, und nahm auch dies nicht zu Herzen. Und alle Ägypter gruben um den Strom her nach Wasser zum Trinken, denn sie konnten von den Wassern des Stroms nicht trinken. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die göttliche Belehrung; "verstockt ist das Herz Pharaos, er weigert sich, das Volk zu entlassen" bedeutet, daß sie hartnäckig darauf bestanden, diejenigen nicht zu verlassen, die sie anfochten; "gehe hin zu Pharao am Morgen" bedeutet die Erhebung zu stärkeren Beweisgründen; "siehe, er geht hinaus an das Wasser" bedeutet, daß alsdann diejenigen, die anfochten, in Falschem aus Täuschungen waren; "und stelle dich ihm entgegen am Ufer des Stroms" bedeutet den Einfluß dem Zustand gemäß; "und den Stab, der in eine Schlange verwandelt worden, nimm in deine Hand" bedeutet eine der früheren gleiche Macht; "und sollst zu ihm sagen" bedeutet den Befehl; "Jehovah, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt und gesprochen" bedeutet (Mitteilung) vom Göttlichen der Kirche an diejenigen, die anfochten; "entlaß Mein Volk" bedeutet, sie sollen sie freilassen; "daß sie Mir dienen in der Wüste" bedeutet die Gottesverehrung im Dunkeln; "und siehe, du hast nicht gehört bisher" bedeutet den Ungehorsam; "so spricht Jehovah: Daran wirst du erkennen, daß Ich Jehovah bin" bedeutet, sie sollen Furcht haben vor dem Göttlichen; "siehe, Ich schlage mit dem Stab, der in Meiner Hand, auf das Wasser, das im Strom" bedeutet die Macht über das Falsche, das aus Täuschungen kommt; "und es wird in Blut verwandelt werden" bedeutet, sie werden die Wahrheiten verfälschen; "und die Fische, die im Strom, werden sterben" bedeutet das Wißtümliche des Wahren werde ausgelöscht werden; "und der Strom wird stinken" bedeutet den Widerwillen dagegen; "und den Ägyptern wird ekeln, Wasser zu trinken aus dem Strom" bedeutet, so daß sie kaum etwas davon wissen wollten; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Vollstreckung; "sage zu Aharon: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand aus über die Wasser Ägyptens" bedeutet die Macht über das Falsche, das bei den Anfechtenden war; "über ihre Flüsse, über ihre Ströme" bedeutet, über die Lehren; "und über ihre Seen" bedeutet, über das Wißtümliche, das ihnen diente; "und über alle Sammlung ihrer Wasser" bedeutet, wo nur etwas Falsches war; "und sie sollen zu Blut werden" bedeutet, sie werden die Wahrheiten verfälschen; "und es wird Blut sein in ganz Ägyptenland" bedeutet die gänzliche Verfälschung; "sowohl in Holz- als in Stein- (Gefäßen)" bedeutet des Guten, das der Liebtätigkeit, und des Wahren, das dem Glauben angehört; "da taten Mose und Aharon also, wie Jehovah geboten hatte" bedeutet die Verwirklichung; "und er erhob seinen Stab und schlug die Wasser, die im Strom" bedeutet die gewaltige Macht über das Falsche; "vor den Augen Pharaos, und vor den Augen seiner Knechte" bedeutet wahrnehmbar für alle, die anfochten; "und alle Wasser, die im Strom, wurden in Blut verwandelt" bedeutet, daher Verfälschung alles Wahren; "und die Fische im Strom starben" bedeutet, das Wißtümliche des Wahren sei auch ausgelöscht worden; "und der Strom stank" bedeutet den Widerwillen; "und die Ägypter konnten kein Wasser aus dem Strom trinken" bedeutet, sie wollten kaum etwas davon wissen; "und das Blut war in ganz Ägyptenland" bedeutet die gänzliche Verfälschung; "aber die Wahrsager Ägyptens taten auch also mit ihren Beschwörungen" bedeutet, ihre Verfälscher hätten das gleiche nachgebildet durch Mißbrauch der Ordnung; "und das Herz Pharaos wurde verhärtet" bedeutet die Hartnäckigkeit; "und er hörte nicht auf sie" bedeutet die Nichtannahme und den Ungehorsam; "wie Jehovah geredet hatte" bedeutet der Vorhersage gemäß; "und Pharao wandte sich zurück und kam in sein Haus" bedeutet das Denken und die Reflexion aus dem Falschen; "und nahm auch dies nicht zu Herzen" bedeutet das Widerstreben aus dem Willen heraus, und daher Hartnäckigkeit; "und alle Ägypter gruben um den Strom her nach Wasser zum Trinken" bedeutet das Forschen nach dem Wahren, um es auf Falsches anzuwenden; "denn sie konnten von den Wassern des Stroms nicht trinken" bedeutet Nichtanwendung, weil es aus lauter Falschem bestand. 7304. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 7/14, bedeutet die göttliche Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er sprach", wenn von neuem etwas befohlen wird, sofern es eine Belehrung ist, wovon Nr. 7186, 7267, 7288, hier göttliche Belehrung, weil Jehovah sprach, nämlich Belehrung, wie weiter zu verfahren sei. 7305. "Verstockt ist das Herz Pharaos, er weigert sich, das Volk zu entlassen", 2. Mose 7/14, bedeutet, daß sie hartnäckig darauf bestanden, diejenigen nicht zu verlassen, die sie anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung von der Verstockung, sodann Bestärkung und Verhärtung des Herzens, sofern es Hartnäckigkeit (obstinatio) ist, wie Nr. 7272, 7300; und aus der Bedeutung von sich weigern zu entlassen, sofern es ausdrückt nicht verlassen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, von dem dies gesagt wird, sofern er die bezeichnet, die anfochten, wovon früher. 7306. "Gehe hin zu Pharao am Morgen", 2. Mose 7/15, bedeutet die Erhebung zu stärkeren Beweisgründen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hingehen oder hineingehen zu Pharao, sofern es eine Mitteilung ist, wovon Nr. 7000, hier Mitteilung von Beweisgründen, daß es das Göttliche sei, das sie ermahne, von den Anfechtungen abzustehen; und aus der Bedeutung der Frühe oder des Morgens, sofern es der Zustand der Erleuchtung und Offenbarung ist, wovon Nr. 3458, 3723, 5097, 5740, hier Erhebung, weil es von denen gesagt wird, die im Falschen sind, die zwar nicht erleuchtet, wohl aber erhoben werden können in Ansehung des Aufmerkens. Die, welche im Falschen sind, können nicht erleuchtet werden, aus dem Grund, weil das Falsche alles Licht, das erleuchtet, abweist und auslöscht; denn dieses Licht wird nur vom Wahren aufgenommen. 7307. "Siehe, er geht hinaus an das Wasser", 2. Mose 7/15, bedeutet, daß alsdann diejenigen, die anfochten, in Falschem aus Täuschungen waren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die anfechten, wovon früher; und aus der Bedeutung des Wassers, hier des Wassers Ägyptens, sofern es das aus Täuschungen hervorgehende Falsche bezeichnet. Dieses Falsche oder das Falsche von daher wird hier bezeichnet aus dem Grunde, weil durch die Schlange, in die der Stab Aharons verwandelt worden, jenes Falsche bezeichnet wird: Nr. 7293; daß die Wasser Wahrheiten bedeuten und im entgegengesetzten Sinn Falsches, sehe man Nr. 739, 790, 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; daß der Strom Ägyptens das Falsche bezeichnet: Nr. 6693. 7308. "Und stelle dich ihm entgegen am Ufer des Stroms", 2. Mose 7/15, bedeutet den Einfluß, dem Zustand gemäß. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich entgegenstellen, sofern es einen Einfluß bezeichnet; denn wenn es vom göttlichen Gesetz, das durch Mose vorgebildet wird, gesagt wird, daß es sich denen entgegenstellen solle, die im Falschen sind und anfechten (die durch Pharao vorgebildet werden), so kann durch sich entgegenstellen nichts anderes bezeichnet werden, als der Einfluß und infolgedessen die Aufnahme und dadurch die Wahrnehmung. Und aus der Bedeutung des Ufers des Stroms, sofern es den Einfluß des Falschen bezeichnet, in dem die waren, die anfochten. Daß der Strom Ägyptens das Falsche bedeute, sehe man Nr. 6693, hier das Falsche aus Täuschungen: Nr. 7307. Das Ufer aber, das wie das feste Land ist, sofern es umgibt und einschließt, bezeichnet den Zustand jenes Falschen; denn ein jedes Ding hat seinen Zustand, in dem und dem gemäß es ist. 7309. "Und den Stab, der in eine Schlange verwandelt worden, nimm in deine Hand", 2. Mose 7/15, bedeutet eine der früheren gleiche Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die Macht bezeichnet, wovon Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 7026; daß es eine der früheren gleiche Macht sei, wird dadurch bezeichnet, daß er den Stab nehmen sollte, der in eine Schlange verwandelt worden. Und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ebenfalls Macht bezeichnet, aber die geistige Macht, aus der die natürliche Macht stammt, die der Stab ist, wovon Nr. 6947, 7011. 7310. "Und sollst zu ihm sagen", 2. Mose 7/16, bedeutet den Befehl. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, wenn es vom göttlichen Gesetz, das durch Mose vorgebildet wird, geschieht zu denjenigen, die im Falschen sind, und durch Pharao vorgebildet werden, sofern es einen Befehl bezeichnet. 7311. "Jehovah, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt und gesprochen", 2. Mose 7/16, bedeutet (Mitteilung) vom Göttlichen der Kirche an die, welche anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hebräer, sofern sie das bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 5136, 6675, 6684, 6738. Das Göttliche der Kirche ist Jehovah, der Gott der Hebräer; und Jehovah Gott ist der Herr: Jehovah in Ansehung des göttlich Guten und Gott in Ansehung des göttlich Wahren. Und aus der Bedeutung von "er hat mich zu dir gesandt", sofern es heißt an die, welche anfechten. Daß durch Pharao, zu dem Jehovah gesandt hat, die vorgebildet werden, die anfechten, wurde öfters gezeigt. 7312. "Entlasse Mein Volk", 2. Mose 7/16, bedeutet, sie sollen sie frei lassen; dies erhellt ohne Erklärung. 7313. "Daß sie Mir dienen in der Wüste", 2. Mose 7/16, bedeutet die Gottesverehrung im Dunkeln. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen dem Jehovah, sofern es die Gottesverehrung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie das bezeichnet, was nicht bewohnt und nicht angebaut ist, wovon Nr. 2708, 3900; im geistigen Sinn das Dunkle in Ansehung des Guten und Wahren des Glaubens. Daß hier die Wüste ein solches Dunkel bezeichnet, weil im allgemeinen die Angehörigen der geistigen Kirche, die durch die Söhne Israels vorgebildet werden, im Dunkeln sind in Ansehung der Wahrheiten des Glaubens, sehe man Nr. 2715, 2716, 2718, 2831 2849, 2935, 2937, 3833, 4402, 6289, 6500, 6865, 6945, 7233; insbesondere, weil sie im Dunkeln sind, wenn sie aus dem Zustand der Anfechtungen und der Versuchungen herauskommen; denn die, welche in Anfechtungen sind, werden von Falschem umwogt, und werden wie ein Rohr vom Winde hin- und hergetrieben, somit vom Zweifel in die Bejahung und von der Bejahung in den Zweifel. Daher sind sie, wenn sie eben erst aus jenem Zustand herauskommen, im Dunkeln; doch wird dieses Dunkel nach und nach erleuchtet. Weil bei denjenigen, die angefochten werden, ein solcher Zustand stattfindet, deswegen wurden die Söhne Israels in die Wüste geführt, um denjenigen Zustand vorzubilden, in dem die Angehörigen der geistigen Kirche vor dem Kommen des Herrn waren; wie auch denjenigen, in dem die Angehörigen jener Kirche heutzutage sind und in Ansehung des Falschen abgeödet werden. 7314. "Und siehe, du hast nicht gehört bisher", 2. Mose 7/16, bedeutet den Ungehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es den Gehorsam ausdrückt, wovon Nr. 2542, 3869, 5017, 5216, 5471, 5475, somit bedeutet nicht hören den Ungehorsam. 7315. "So spricht Jehovah: Daran wirst du erkennen, daß Ich Jehovah bin", 2. Mose 7/17, bedeutet, sie sollen Furcht haben vor dem Göttlichen. Dies erhellt aus Nr. 7280, wo die gleichen Worte. 7316. "Siehe, Ich schlage mit dem Stab, der in Meiner Hand, auf das Wasser, das im Strom", 2. Mose 7/17, bedeutet, die Macht über das Falsche, das aus Täuschungen kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er eine Macht bezeichnet, wovon Nr. 7309; und aus der Bedeutung der Wasser, die im Strom, sofern sie das Falsche bezeichnen, das aus Täuschungen kommt, wovon Nr. 7307. 7317. "Und es wird in Blut verwandelt werden", 2. Mose 7/17, bedeutet, sie werden die Wahrheiten verfälschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es das verfälschte Wahre bezeichnet, wovon Nr. 4735, 6978; denn Blut im echten Sinn bedeutet das vom Herrn ausgehende Wahre, somit das Heilige des Glaubens; dieses wird durch das Blut im heiligen Abendmahl bezeichnet. Im entgegengesetzten Sinn aber bedeutet Blut die dem göttlich Wahren angetane Gewalt, und weil dies durch Verfälschungen geschieht, so bezeichnet Blut die Verfälschung des Wahren. Aus diesem und aus dem Folgenden kann erhellen, welches insbesondere die sind, die durch Pharao vorgebildet werden, oder die besonders unter denen verstanden werden, die anfechten, daß es nämlich diejenigen innerhalb der Kirche sind, die den Glauben bekannt und auch sich eingeredet haben, daß der Glaube selig mache, und doch den Geboten des Glaubens zuwider lebten. Mit einem Wort die, welche im Beredungsglauben waren, und doch im Leben des Bösen. Wenn diese ins andere Leben kommen, bringen sie die Grundsätze mit, daß sie in den Himmel eingeführt werden müssen, weil sie innerhalb der Kirche geboren und getauft worden seien, und das Wort und die Lehre daraus gehabt haben, die sie bekannten, und hauptsächlich, weil sie den Herrn bekannten, und daß Dieser für ihre Sünden gelitten, und so diejenigen, die innerhalb der Kirche der Lehre gemäß Ihn bekannten, selig gemacht habe. Wenn solche ins andere Leben aus der Welt eben erst kommen, wollen sie nichts von einem Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit wissen, dieses achten sie für nichts; sie sagen, weil sie den Glauben gehabt hätten, so sei alles Böse des Lebens abgewaschen und getilgt durch das Blut des Lammes. Wenn ihnen gesagt wird, das sei gegen die Worte des Herrn Matth.7/22-24,26, wo es heißt: "Viele werden zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben und in Deinem Namen viele Kräfte gewirkt; aber dann werde Ich erklären: Ich kenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Übeltäter; einen jeden, der Meine Worte hört und sie tut, vergleiche Ich einem klugen Mann; hingegen einen jeden, der Meine Worte hört, aber sie nicht tut, vergleiche Ich einem törichten Mann". Luk.13/25-27: "Dann werdet ihr anfangen draußen zu stehen und an die Türe zu klopfen, und sagen: Herr, Herr, tue uns auf, aber Er wird antworten und sagen: Ich weiß nicht woher ihr seid. Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, und auf unseren Gassen hast Du gelehrt; aber Er wird sagen: Ich sage euch, Ich weiß nicht, woher ihr seid, weichet von Mir, all ihr Übeltäter", aber darauf antworten sie, daß durch jene nur die verstanden würden, die im Glauben Wunder getan haben, nicht aber im Glauben der Kirche. Doch nach einiger Zeit fangen sie an einzusehen, daß keine anderen in den Himmel eingelassen werden, als die ein Leben des Glaubens lebten und Liebtätigkeit gegen den Nächsten hatten; und wenn sie das einzusehen beginnen, so fangen sie an, die Lehren ihres Glaubens gering zu schätzen, wie auch den Glauben selbst; denn ihr Glaube war kein Glaube, sondern bloß ein Wissen von Glaubenssachen, und hatte nicht das Leben zum Zweck, sondern nur das Einkommen und Ehrenstellen. Daher kommt es, daß sie alsdann das, was zu ihrer Glaubenswissenschaft gehört hatte, gering schätzen und auch verwerfen; und bald werfen sie sich auf Falsches wider die Wahrheiten des Glaubens. In diesen Zustand verwandelt sich das Leben derer, die den Glauben bekannt, und ein dem Glauben entgegengesetztes Leben gelebt haben. Diese sind es, die im anderen Leben durch Falsches die Frommen anfechten, somit unter Pharao insbesondere verstanden werden. 7318. "Und die Fische, die im Strom, werden sterben", 2. Mose 7/18, bedeutet, das Wißtümliche des Wahren werde ausgelöscht werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fisches, sofern er das Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 40, 991, hier das Wißtümliche des Wahren, weil gesagt wird, sie werden sterben, und weil sie in den Wassern sind, die in Blut verwandelt wurden, wodurch bezeichnet wird, daß es durch Verfälschungen werde ausgelöscht werden. Ferner aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt ausgelöscht werden. Was Verfälschung des Wahren sei, soll durch etliche Beispiele erläutert werden: Das Wahre wird verfälscht, wenn man aus Vernünfteleien schließt und sagt: weil niemand das Gute aus sich tun könne, darum helfe das Gute nichts zur Seligkeit. Das Wahre wird auch verfälscht, wenn man sagt, alles Gute, das der Mensch tut, beziele ihn selbst und geschehe der Wiedervergeltung wegen, und weil es sich so verhalte, brauche man die Werke der Liebtätigkeit nicht zu tun. Das Wahre wird verfälscht, wenn man sagt, weil alles Gute vom Herrn sei, so müsse der Mensch nichts Gutes tun, sondern den Einfluß abwarten. Das Wahre wird verfälscht, wenn man sagt, das Wahre könne beim Menschen vorhanden sein ohne das Gute, das der Liebtätigkeit angehört, somit der Glaube ohne Liebtätigkeit. Das Wahre wird verfälscht, wenn man sagt, es könne niemand in den Himmel kommen, als wer elend sei und arm; auch wenn man sagt, nur wer alle seine Habe den Armen gebe, und so sich selbst in Not und Elend bringe, (komme in den Himmel). Das Wahre wird verfälscht, wenn man sagt, ein jeder, möge er gelebt haben wie er wolle, könne in den Himmel gelassen werden aus Barmherzigkeit. Noch mehr wird das Wahre verfälscht, wenn man sagt, einem Menschen sei Gewalt gegeben, jeden Beliebigen in den Himmel hineinzulassen. Das Wahre wird verfälscht, wenn man sagt, die Sünden werden getilgt und abgewaschen wie Schmutz vom Wasser, und noch mehr wird das Wahre verfälscht, wenn man sagt, ein Mensch habe Macht, Sünden zu vergeben, und wenn sie vergeben seien, so seien sie ganz getilgt, und der Mensch sei rein. Das Wahre wird verfälscht, wenn man sagt, der Herr habe alle Sünden auf sich übergeleitet und so sie weggenommen, und so könne der Mensch selig werden, möge sein Leben beschaffen sein, wie es wolle. Das Wahre wird verfälscht, wenn man sagt, niemand werde selig, als wer innerhalb der Kirche sei. Die Scheingründe, durch welche die Verfälschung geschieht, sind folgende: Die Angehörigen der Kirche sind getauft, sie haben das Wort, wissen vom Herrn, von der Auferstehung, vom ewigen Leben, vom Himmel und von der Hölle, und so wissen sie, was der Glaube ist, durch den sie gerechtfertigt werden können. Dergleichen (Vernünfteleien) gibt es unzählige, denn es gibt auch nicht eine einzige Wahrheit, die nicht verfälscht werden, und keine Verfälschung, die nicht durch Vernünfteleien aus Täuschungen begründet werden könnte. 7319. "Und der Strom wird stinken", 2. Mose 7/18, bedeutet den Widerwillen dagegen. Dies erhellt aus der Bedeutung von stinken, sofern es Widerwillen (oder Abscheu) bezeichnet, wovon Nr. 7161; und aus der Bedeutung des Stroms, hier des Stroms von Ägypten, der in Blut verwandelt wurde, sofern er das verfälschte Wahre bezeichnet. Man merke, daß es im anderen Leben nichts Abscheulicheres gibt und folglich nichts einen ärgeren Gestank verursacht, als das entweihte Wahre. Es verhält sich damit wie mit dem häßlichen Aasgeruch, der entsteht, wenn das lebendige Fleisch abstirbt; denn das Falsche riecht nur übel, wenn es neben das Wahre gestellt wird, und das Böse nur dann, wenn es neben das Gute gestellt wird. Die Beschaffenheit eines jeden Dinges wird nicht von ihm selber, sondern von seinem Gegensatz wahrgenommen. Hieraus kann erhellen, welch üblen Geruch das entweihte Wahre verbreitet. Entweihtes Wahres ist das mit dem Wahren verbundene Falsche, und verfälschtes Wahres ist das Falsche, das mit dem Wahren nicht verbunden, sondern ihm beigesellt ist und über das Wahre herrscht. 7320. "Und den Ägyptern wird ekeln, Wasser zu trinken aus dem Strom", 2. Mose 7/18, bedeutet, so daß sie davon kaum etwas wissen möchten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie diejenigen vorbilden, welche die Wahrheiten verfälschen; aus der Bedeutung von trinken, sofern es soviel ist als in Wahrheiten unterrichtet werden, wovon Nr. 3069, 3772, 4017, 4018. Widerwillen haben zu trinken heißt daher, nicht belehrt werden wollen, somit kaum etwas davon wissen mögen, nämlich von den Wahrheiten. Und aus der Bedeutung der Wasser des Stromes, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 7307, hier die verfälschten Wahrheiten. Hieraus wird klar, daß durch "den Ägypter wird ekeln, Wasser zu trinken aus dem Strom", bezeichnet wird, daß die, welche im Falschen aus Täuschungen sind, kaum etwas von den Wahrheiten wissen wollen, somit daß sie gegen dieselben einen Widerwillen haben. Die Ursache des Widerwillens ist, weil die Wahrheiten, die durch Falsches verkehrt werden, dennoch das Falsche insgeheim und im Stillen bekämpfen, und sich desselben zu entledigen bemühen, und dadurch Schmerz verursachen; denn wenn das Falsche nur ein wenig entfernt wird, nebst dem Glauben daran, so verwerfen (es) die Wahrheiten. 7321. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 7/19, bedeutet die Vollstreckung. Dies erhellt aus dem, was nun folgt, denn "Jehovah sprach" schließt das in sich. 7322. "Sage zu Aharon: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand aus über die Wasser Ägyptens", 2. Mose 7/19, bedeutet die Macht über das Falsche, das bei den Anfechtenden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die natürliche Macht bezeichnet; und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die geistige Macht bezeichnet, wovon Nr. 7309. Den Stab nehmen und die Hand ausstrecken, bedeutet daher geistige Macht ausüben durch das Natürliche. Und aus der Bedeutung der Wasser Ägyptens, sofern sie das Falsche bezeichnen, das anficht, wovon ebenfalls Nr. 7307. 7323. "Über ihre Flüsse, über ihre Ströme", 2. Mose 7/19, bedeutet, über die Lehren des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Flüsse und Ströme, sofern sie die Lehren bezeichnen, denn die Wasser bedeuten Falsches; man sehe Nr. 7307; daher bedeuten die Flüsse und Ströme, die Ansammlungen desselben sind, Lehren, hier die Lehren des Falschen. Daß die Flüsse das bezeichnen, was der Einsicht, hier was dem Wahren angehört, sehe man Nr. 2702, 3051; daher bezeichnen sie im entgegengesetzten Sinn das, was das Gegenteil der Einsicht ist, somit was dem Falschen angehört. 7324. "Und über ihre Seen", 2. Mose 7/19, bedeutet, über ihr Wißtümliches, das ihnen dient. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seen, sofern sie das Wißtümliche bezeichnen, das den Wahrheiten dient, die den Lehren angehören, und im entgegengesetzten Sinn Wißtümliches, das dem Falschen der Lehren dient. Die Seen bedeuten im Wort, wo sie genannt werden, im geistigen Sinn die Einsicht aus den Erkenntnissen des Guten und Wahren, denn Seen werden in demselben als angesammelte Gewässer oder Teiche aufgefaßt, und angesammelte Gewässer und Teiche bezeichnen einen Inbegriff von Erkenntnissen, durch die Einsicht (kommt); wie Jes.35/6,7: "Aus der Wüste werden Wasser hervorbrechen, und Ströme in der Fläche der Wüste, und der dürre Ort wird zum See werden und der Durstige zu Wasserquellen". Jes.41/18: "Ich will Flüsse errichten auf den Höhen, und in die Mitte der Täler Quellen setzen, die Wüste (will Ich machen) zum Wassersee, und das dürre Land zu Wasserquellen": die Wüste zu einem Wassersee machen, bedeutet hier, Erkenntnisse des Guten und Wahren und daher Einsicht geben, wo früher keine waren. Jes.42/15: "Verwüsten werde Ich Berge und Hügel, und alles Kraut verdorren lassen, und die Ströme werde Ich zu Inseln machen und die Seen (oder Teiche) austrocknen": Teiche bedeuten dasselbe. Ps.107/33,35: "Jehovah macht die Flüsse zur Wüste, und die Ausflüsse der Wasser zum trockenen Land, Er macht die Wüste zu einem Wassersee und das trockene Land zu Ausflüssen von Wassern (d.i. Quellen)". Ps.114/7,8: "Vor dem Herrn kreißest du, o Land, vor dem Gott Jakobs, Der die Felsen verwandelt in einen Wassersee, die Kiesel in eine Wasserquelle". Jes.19/6,8,10: "Gemindert und ausgetrocknet sollen die Flüsse Ägyptens werden; darum werden die Fischer trauern und alle, die in den Fluß eine Angel werfen, darum werden ihre Grundfesten zerschlagen sein; alle, die einen Lohn (oder Erwerb) machen aus den Seen der Seele (d.i. aus den Seen voll lebendiger Wesen)": Seen der Seele bedeuten das, was der Einsicht aus Erkenntnissen angehört; weil aber von Ägypten die Rede ist, so bezeichnen die Seen der Seele das, was der Einsicht aus dem Wißtümlichen der Kirche angehört, denn Ägypten bedeutet dieses Wißtümliche. Wißtümliches sind Erkenntnisse, aber auf einer niedrigeren Stufe. Daß die Wasserseen im entgegengesetzten Sinn Böses aus Falschem und daher Unsinnigkeit bezeichnen, erhellt Jes.14/22,23: "Ausrotten werde Ich an Babel Namen und Übriges und Sohn und Enkel, und es machen zum Erbe für den Entenadler, und zu Wasserseen". Und weil Seen oder Teiche im entgegengesetzten Sinn Böses aus Falschem und daher Unsinnigkeiten bezeichnen, so bedeuten sie auch die Hölle, wo solches herrscht, dann aber wird der See Feuerpfuhl genannt, und ein Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt, wie Joh.Offenb.19/20; 20/10,14,15; 21/8. Feuer und Schwefel bedeuten die Selbstliebe und die daher stammenden Begierden; denn die Selbstliebe und ihre Begierden sind nichts anderes als Feuer, kein materielles Feuer, sondern Feuer aus dem geistigen Feuer, welches Feuer (nämlich das geistige) dem Menschen Leben gibt. Daß die Liebestriebe das Feuer bilden, leuchtet jedem ein, der es erwägt; diese Feuer sind es, die verstanden werden unter den heiligen Feuern in den Himmeln, und durch die Feuer der Hölle; denn dort gibt es kein materielles Feuer. 7325. "Und über alle Sammlung ihrer Wasser", 2. Mose 7/19, bedeutet, (überall) wo Falsches ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wasser, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 7307; daher bedeutet Sammlung der Wasser (den Ort), wo Falsches beisammen ist. 7326. "Und sie sollen zu Blut werden", 2. Mose 7/19, bedeutet, daß sie die Wahrheiten verfälschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es die Verfälschung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 7317. Blut im echten Sinn bedeutet das Heilige der Liebe, somit Liebtätigkeit und Glauben; denn diese sind das Heilige der Liebe; somit bedeutet Blut das heilige Wahre, das vom Herrn ausgeht: Nr. 1001, 4735, 6978. Im entgegengesetzten Sinn aber bedeutet Blut die Gewalt, die der Liebtätigkeit angetan wird, wie auch die, welche dem Glauben, somit dem vom Herrn ausgehenden heiligen Wahren angetan wird. Und weil Gewalt angetan wird, wenn man verfälscht, deshalb wird durch Blut die Verfälschung des Wahren bezeichnet, und in höherem Grad die Entweihung des Wahren: diese wurde durch das Essen des Blutes bezeichnet, deshalb wurde dasselbe so streng verboten: Nr. 1003. 7327. "Und es wird Blut sein in ganz Ägyptenland", 2. Mose 7/19, bedeutet die gänzliche Verfälschung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es die Verfälschung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 7326; und aus der Bedeutung von "in ganz Ägyptenland", sofern es soviel ist, als überall. Eine gänzliche Verfälschung findet statt, wenn das Falsche zu regieren anfängt, denn der Mensch lebt alsdann dem angeborenen und wirklich erworbenen Bösen gemäß und empfindet Lust daran. Und weil die Wahrheiten des Glaubens solches verbieten, so hat er einen Widerwillen gegen sie, und wenn er diesen Widerwillen hat, so stößt er die Wahrheiten überall, wo sie sind, von sich zurück, und wenn er sie nicht zurückstoßen kann, so verfälscht er sie. 7328. "Sowohl in Holz- als in Stein- (Gefäßen)", 2. Mose 7/19, bedeutet des Guten das der Liebtätigkeit, und des Wahren das dem Glauben angehört, nämlich die gänzliche Verfälschung desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Holzes, sofern es das Gute bezeichnet das der Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 2784, 2812, 3720; und aus der Bedeutung der Steine, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen die dem Glauben angehören, wovon Nr. 1298, 3720, 6426. 7329. "Da taten Mose und Aharon also, wie Jehovah geboten hatte", 2. Mose 7/20, bedeutet die Verwirklichung. Dies erhellt ohne Erklärung. 7330. "Und er erhob seinen Stab und schlug die Wasser, die im Strom", 2. Mose 7/20, bedeutet die gewaltige Macht über das Falsche. Dies erhellt aus Nr. 7316. Das Gewaltige wird dadurch bezeichnet, daß er den Stab erhob, und so schlug. 7331. "Vor den Augen Pharaos und vor den Augen seiner Knechte", 2. Mose 7/20, bedeutet, wahrnehmbar für alle diejenigen, die anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Augen, sofern sie die Wahrnehmung bezeichnen, wovon Nr. 4083, 4339; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die darstellt, die durch Falsches anfechten, wovon früher. Alle diese werden bezeichnet, wenn gesagt wird: "Vor den Augen Pharaos und vor den Augen seiner Knechte". 7332. "Und alle Wasser, die im Strom, wurden in Blut verwandelt", 2. Mose 7/20, bedeutet die dadurch (sich offenbarende) Verfälschung alles Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wasser, die im Strom, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 7307; und aus der Bedeutung des Blutes, sofern es die Verfälschung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 7317, 7326. Der Grund, weshalb zugelassen wird, daß die, welche im Falschen sind und anfechten, im anderen Leben die Wahrheiten verfälschen, ist der, damit sie nicht durch die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, Gemeinschaft haben mit denen, die im Himmel sind und durch das Böse, das dem Leben angehört, Gemeinschaft haben mit denen, die in der Hölle sind; und somit durch die Wahrheiten sich einiges Licht aus dem Himmel und einige Einsicht verschaffen und bewirken, daß solches dem Bösen dient, das dem Leben angehört, denn sie würden das, was der Einsicht angehört, zugunsten des Bösen anwenden, und so das, was dem Himmel angehört, bei sich dem unterwerfen, was der Hölle angehört. Ferner auch deshalb, damit sie nicht einfältige, redliche Geister verführen, mit denen sie durch die Wahrheiten Gemeinschaft haben. Die Bösen im anderen Leben, bei denen die Wahrheiten noch nicht verfälscht sind, wissen auch wirklich durch diese sich eine Herrschaft zu verschaffen; denn in dem Wahren liegt eine solche Macht, daß man nicht widerstehen kann: Nr. 3091, 6344, 6423, 6948; daher würden sie auch die Wahrheiten mißbrauchen. Übrigens wirken die Wahrheiten bei den Bösen gar nichts zur Besserung ihres Lebens, sondern die Bösen brauchen sie nur als Mittel, Böses zu tun. Abgesehen von diesem Gebrauch sind den Bösen die Wahrheiten ganz verächtlich; sie gleichen schlechten Geistlichen, welche die Wahrheiten der Lehre verspotten würden, wofern sie ihnen nicht als Mittel dienten, sich Einkommen zu verschaffen. Das sind die Gründe, warum den Bösen zugelassen wird, die Wahrheiten bei sich zu verfälschen. 7333. "Und die Fische im Strom starben", 2. Mose 7/21, bedeutet, das Wißtümliche des Wahren sei auch ausgelöscht worden. Dies erhellt aus Nr. 7318, wo die gleichen Worte. 7334. "Und der Strom stank", 2. Mose 7/21, bedeutet den Widerwillen. Dies erhellt aus Nr. 7319. 7335. "Und die Ägypter konnten kein Wasser aus dem Strom trinken", 2. Mose 7/21, bedeutet, sie wollten fast gar nichts davon wissen. Dies erhellt Nr. 7320. 7336. "Und das Blut war in ganz Ägyptenland", 2. Mose 7/21, bedeutet die gänzliche Verfälschung, man sehe Nr. 7327. 7337. "Und die Wahrsager Ägyptens taten auch also mit ihren Beschwörungen", 2. Mose 7/22, bedeutet, ihre Verfälscher hätten das gleiche nachgebildet. Dies erhellt aus der Bedeutung der ägyptischen Magie und der Beschwörungen, sofern sie den Mißbrauch der göttlichen Ordnung bezeichnen, wovon Nr. 5223, 6052, 7296. Was die Wunder betrifft, so merke man, daß die göttlichen Wunder von den magischen Wundern sich unterscheiden, wie der Himmel von der Hölle: Die göttlichen Wunder gehen vom göttlich Wahren aus und schreiten der Ordnung gemäß fort. Die Wirkungen im Letzten sind Wunder, wenn es dem Herrn gefällt, daß sie in dieser Form dargestellt werden. Daher kommt es, daß alle göttlichen Wunder Zustände des Reiches des Herrn in den Himmeln und des Reiches des Herrn auf Erden oder der Kirche vorbilden; das ist die inwendige Form der göttlichen Wunder. So verhält es sich mit allen Wundern in Ägypten, und auch mit den übrigen, die im Wort vorkommen. Auch bezeichneten alle Wunder, die der Herr selbst, als Er in der Welt war, verrichtete, den kommenden Zustand der Kirche, zum Beispiel: Daß die Augen der Blinden, die Ohren der Tauben, die Zungen der Stummen geöffnet wurden, daß die Lahmen gingen, die Krüppel, wie auch die Aussätzigen geheilt wurden, bedeutete, daß solche, die durch Blinde, Taube, Stumme, Lahme, Krüppel, Aussätzige bezeichnet werden, das Evangelium annehmen und geistig geheilt werden sollten; und zwar durch das Kommen des Herrn in die Welt. Von solcher Art sind die göttlichen Wunder in ihrer inwendigen Form. Aber die magischen Wunder schließen gar nichts in sich; sie geschehen von den Bösen, um sich Macht über andere zu verschaffen; und erscheinen in der äußeren Form den göttlichen Wundern ähnlich. Der Grund, warum sie ähnlich erscheinen ist, weil sie aus der Ordnung fließen, und die Ordnung im Letzten, wo die Wunder dargestellt werden, ähnlich erscheint, wie zum Beispiel: Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre hat alle Macht in sich; daher kommt es, daß auch den Wahrheiten im Letzten der Ordnung Macht innewohnt. Darum verschaffen sich die Bösen durch die Wahrheiten Macht und herrschen über andere. Als ferneres Beispiel (diene folgendes): Der Ordnung gemäß ist es, daß die Zustände der Neigung und des Denkens die Vorstellung des Ortes und der Entfernung im anderen Leben machen, und daß man dort so weit voneinander entfernt zu sein scheint, als man in einem verschiedenen Zustand ist. Dieses Ordnungsgesetz bringt es mit sich, daß alle, die im Größten Menschen (sich befinden), voneinander unterschieden sind. Die Magier im andern Leben mißbrauchen dieses Ordnungsgesetz, denn sie bringen bei anderen Zustandsveränderungen hervor, und dadurch versetzen sie dieselben bald in die Höhe, bald in die Tiefe, und bringen sie auch in Gesellschaften, damit sie ihnen als Träger (pro subjectis) dienen. So in unzählig anderen Fällen. Aus diesem erhellt, daß die magischen Wunder, obwohl sie der äußeren Form nach den göttlichen Wundern ähnlich scheinen, dennoch inwendig in sich einen entgegengesetzten Zweck haben, nämlich das, was der Kirche angehört, zu zerstören. Die göttlichen Wunder aber haben in sich den Zweck, das, was der Kirche angehört, zu bauen. Es verhält sich damit, wie mit zwei schönen Weibern, von denen die eine infolge der Unzucht inwendig ganz und gar unrein und faul, die andere aber infolge der Keuschheit oder infolge der echten ehelichen Liebe inwendig durchaus rein ist. Ihre äußeren Formen sind gleich, aber die inwendigen Formen sind verschieden wie Himmel und Hölle. 7338. "Und das Herz Pharaos wurde verhärtet", 2. Mose 7/22, bedeutet die Hartnäckigkeit; man sehe Nr. 7272, 7300. 7339. "Und er hörte nicht auf sie", 2. Mose 7/22, bedeutet die Nichtannahme und den Ungehorsam; man sehe Nr. 7224, 7275, 7301. 7340. "Wie Jehovah geredet hatte", 2. Mose 7/22, bedeutet der Vorhersage gemäß, wie oben, Nr. 7302. 7341. "Und Pharao wandte sich zurück, und kam in sein Haus", 2. Mose 7/23, bedeutet das Denken und die Reflexion aus dem Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich zurückwenden", sofern es das Denken und die Reflexion bezeichnet, denn sich zurückwenden im geistigen Sinn heißt nicht, mit den Augen auf etwas hinsehen, sondern mit dem Gemüt sehen, somit denken und reflektieren. Und aus der Bedeutung des Hauses Pharaos, sofern es das Falsche bezeichnet; denn wenn Pharao das Falsche vorbildet, so hat auch sein Haus dieselbe Bedeutung. In sein Haus kommen, bedeutet daher zum Falschen, und weil durch jene Worte das Denken und die Reflexion aus Falschem bezeichnet wird, so ergibt sich daraus, daß er (die Weisung) nicht zu Herzen nahm, denn wer aus Falschem denkt, nimmt das Göttliche nicht zu Herzen, das die Ermahnungen gibt. 7342. "Und nahm auch dies nicht zu Herzen", 2. Mose 7/23, bedeutet das Widerstreben aus dem Willen heraus, und daher Hartnäckigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "etwas nicht zu Herzen nehmen", sofern es soviel ist als nicht darauf merken. Und weil das Nichtmerken auf göttliche Dinge bei den Bösen vom Widerstreben aus dem Willen herkommt, deswegen wird es durch ebendieselben Worte bezeichnet. Und weil nicht zu Herzen nehmen das gleiche in sich schließt wie verstockt sein, deswegen wird hier auch die Hartnäckigkeit bezeichnet, wie Nr. 7272, 7300, 7338. Was das Widerstreben aus dem Willen betrifft, so wisse man, daß der Wille es ist, was den Menschen regiert. Von einigen wird geglaubt, daß der Verstand regiere, aber der Verstand regiert nur, wenn der Wille sich hinneigt; denn der Verstand begünstigt den Willen. Der Verstand an sich betrachtet ist nämlich im Grunde nichts anderes als die Form des Willens. Wenn gesagt wird der Wille, so wird die Neigung, die Sache der Liebe ist, verstanden, denn der Wille des Menschen ist nichts anderes. Diese Neigung ist es, die den Menschen regiert, denn die Neigung seiner Liebe ist sein Leben. Hat der Mensch Neigung zu sich selbst und zur Welt, dann ist sein ganzes Leben nichts anderes, und er kann ihr nicht widerstreben; denn das hieße, seinem eigentlichen Leben widerstreben; die Grundsätze des Wahren helfen nichts. Wenn die Neigung jener Liebestriebe herrscht, so zieht sie das Wahre auf ihre Seite herüber und verfälscht es dadurch, und wenn es nicht völlig zustimmt, so verwirft sie es. Daher kommt es, daß die Grundsätze des Glaubenswahren gar nichts beim Menschen bewirken, wenn der Herr nicht die Neigung der geistigen Liebe, d.h. der Liebe gegen den Nächsten einflößt. Und in dem Maß als der Mensch diese Neigung aufnimmt, nimmt er auch die Glaubenswahrheiten auf. Die Neigung dieser Liebe ist es, was den neuen Willen macht. Aus diesem kann nun erhellen, daß der Mensch gar kein Wahres zu Herzen nimmt, wenn der Wille widerstrebt. Daher kommt es, daß die Höllischen, weil sie in der Neigung oder Begierde des Bösen sind, die Wahrheiten des Glaubens nicht aufnehmen, folglich nicht gebessert werden können, daher kommt es auch, daß die Bösen, soweit es ihnen möglich ist, die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, verfälschen. 7343. "Und alle Ägypter gruben um den Strom her nach Wasser zum Trinken", 2. Mose 7/24, bedeutet das Forschen nach dem Wahren, um es auf Falsches anzuwenden. Dies erhellt aus der Bedeutung von graben, sofern es die Forschung bezeichnet, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung der Wasser um den Strom her, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen. Daß die Wasser um den Strom her Wahrheiten bezeichnen, hat den Grund, weil dieselben außerhalb des Stroms und nicht zu Blut geworden waren. Daß die Wasser Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 739, 790, 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; und aus der Bedeutung von trinken, sofern es heißt, auf Falsches anwenden, man sehe Nr. 5709; denn wer trinkt, der wendet es auf sich an. Man muß aber wissen, daß die Anwendung sich nach der Beschaffenheit und dem Zustand dessen richtet, der es anwendet: wer in der Neigung zum Wahren ist, der wendet die Wahrheiten auf sich an nach dem Zustand und der Beschaffenheit seiner Neigungen. Wer in der Neigung zum Falschen ist, der verkehrt und verfälscht die Wahrheiten, wenn er sie auf sich anwendet. Dies kann daraus erhellen, daß das göttlich Wahre bei allen einfließt, daß es sich aber bei einem jeden nach dem Zustand und der Beschaffenheit seines Lebens gestaltet, und daß daher die Höllischen es in Falsches verwandeln, gleich wie sie das göttlich Gute in Böses, himmlische Liebestriebe in teuflische Liebestriebe, Barmherzigkeit in Haß und in Grausamkeit, eheliche Liebe in Ehebrüche, somit ins Gegenteil verwandeln, aus dem Grund, weil die Beschaffenheit und der Zustand ihres Lebens das Gegenteil sind. Daher kommt es, daß durch "alle Ägypter gruben um den Strom her nach Wasser zum Trinken", bezeichnet wird das Forschen nach dem Wahren, um es auf Falsches anzuwenden. Daß das Wahre ins Falsche und das Gute ins Böse verwandelt wird bei denen, die in Falschem und Bösen sind, wie auch umgekehrt, ergibt sich aus der allgemeinen Regel, daß den Reinen alles rein und den Unreinen alles unrein ist. Dies kann auch aus dem Gebiet der Natur erläutert werden, wie z.B. mit dem Licht, das von der Sonne kommt. Dieses Licht ist weiß, aber doch gestaltet es sich verschieden je nach den Formen, in die es einfließt, woher auch die Farben kommen, und es wird schön in schönen Formen und unschön in unschönen. Es kann auch erläutert werden mit der Einpfropfung von Zweigen in Bäume: der in den gemeinsamen Stamm eingepfropfte Zweig trägt seine Frucht; deshalb verändert sich der Saft des Baumes, sobald er in den eingepflanzten Zweig einfließt und wird zum Saft des Zweiges, geeignet, dessen Blätter und Früchte hervorzubringen. Ebenso verhält es sich mit dem, was beim Menschen einfließt. Graben bedeutet Forschen aus dem Grund, weil durch Wasser, die Quelle und den Brunnen, die gegraben werden, Wahrheiten bezeichnet werden, die nicht ausgegraben, sondern erforscht werden. Daher wird auch in der Grundsprache durch das gleiche Wort, wenn es auf das Wahre bezogen wird, ein Erforschen bezeichnet. In prophetischen Stellen aber wird anstatt des Wahren entweder Wasser oder Quelle gesagt, und anstatt erforschen graben; denn solcherart ist die prophetische Rede, wie bei Mose erhellt, wo von der Quelle Beer die Rede ist, von der Israel das Lied sang: "Steige auf, du Quell, singet im Wechselgesang über ihn; Quell, den gegraben die Fürsten, ausgegraben die Vornehmsten des Volkes mit dem Zepter, mit ihren Stäben": 4. Mose 21/16-18; durch den Quell wird hier die Lehre des göttlich Wahren bezeichnet, durch graben die Erforschung desselben. 7344. "Denn sie konnten von den Wassern des Stroms nicht trinken", 2. Mose 7/24, bedeutet die Nichtanwendung (oder Unbrauchbarkeit), weil es aus lauter Falschem bestand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht trinken können", sofern es die Nichtanwendung bezeichnet; daß trinken soviel ist als anwenden, sehe man Nr. 7343. Und aus der Bedeutung der Wasser des Stroms, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 7307. Daß durch "nicht trinken können von den Wassern des Stroms" bezeichnet wird, die Wahrheiten könnten nicht angewendet werden auf lauter Falsches, d.h., (sie würden) verfälscht werden durch lauter Falsches, folgt auch aus dem inneren Sinn des gleich Vorhergehenden, nämlich "nach Wasser graben zum Trinken um den Strom her", sofern es bedeutet, forschen nach Wahrheiten, um sie auf Falsches anzuwenden. Daß die Wahrheiten nicht zum Falschen verwendet werden können durch lauter Falsches, hat den Grund, weil Wahres und Falsches ganz entgegengesetzt sind, und Gegensätze nicht zusammengepaßt werden können, wenn nicht Vermittelndes da ist, das verbindet. Das Vermittelnde, das verbindet, sind die Täuschungen der äußeren Sinne, und sind auch das, was im Wort nach dem Anschein gesprochen wird: z.B. daß nichts als Gutes vom Herrn komme, und gar nichts Böses; diese Wahrheit wird verfälscht durch die Täuschung, daß der Herr das Böse wegnehmen könne wenn Er wolle, vermöge der Allmacht, und weil Er es nicht wegnehme, so sei Er die Ursache desselben, und somit komme auch das Böse vom Herrn. (Dies leitet man ab) aus dem, was dem Anscheine nach im Wort gesagt ist, daß nämlich Jehovah oder der Herr zürne, strafe, verdamme, in die Hölle werfe, während doch die Bösen selbst sich dieses antun, und daher sich selbst das Böse der Strafe zuziehen; denn das Böse der Strafe und das Böse der Schuld sind im anderen Leben verbunden. Ebenso in unzähligen anderen Fällen. 7345. Vers 25-29: Und sieben Tage wurden erfüllt, seitdem Jehovah den Strom geschlagen hatte. Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe zu Pharao, und sage zu ihm: So spricht Jehovah: entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen. Und wenn du dich weigerst, es zu entlassen, siehe, so werde Ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen schlagen. Und der Strom wird von Fröschen wimmeln, und sie werden heraufsteigen und in dein Haus kommen und in das Gemach deines Lagers und auf dein Bett und in das Haus deiner Knechte und in das Haus deines Volks und in deine Öfen und in deine Backtröge. Und an dich und an dein Volk und an alle deine Knechte werden die Frösche heraufkommen. "Und sieben Tage wurden erfüllt, seitdem Jehovah den Strom geschlagen hatte" bedeutet das Ende jenes Zustandes, nachdem die Wahrheiten verfälscht worden waren; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet eine neue Belehrung; "gehe zu Pharao, und sage zu ihm" bedeutet einen Befehl an die Anfechtenden; "so spricht Jehovah: entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen" bedeutet, sie sollen die Angehörigen der Kirche in der Freiheit ihren Gott verehren lassen; "und wenn du dich weigerst, es zu entlassen" bedeutet, wofern sie sie nicht freilassen würden; "siehe, so werde Ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen schlagen" bedeutet die Vernünfteleien aus lauter Falschem; "und der Strom wird von Fröschen wimmeln" bedeutet, daß Vernünfteleien aus jenem Falschen (hervorgehen würden); "und sie werden heraufsteigen und in dein Haus kommen und in das Gemach deines Lagers" bedeutet, sie würden das Gemüt bis zum Inwendigen desselben anfüllen; "und auf dein Bett" bedeutet bis zum Inwendigsten; "und in das Haus deiner Knechte und in das Haus deines Volks" bedeutet, alles, was im Natürlichen; "und in deine Öfen und in deine Backtröge" bedeutet in die Lustreize der Begierden; "und an dich und an dein Volk und an alle deine Knechte werden die Frösche heraufkommen" bedeutet die Vernünfteleien aus Falschem würden in allem und jedem sein. 7346. "Und sieben Tage wurden erfüllt, seitdem Jehovah den Strom geschlagen", 2. Mose 7/25, bedeutet das Ende jenes Zustands, nachdem die Wahrheiten verfälscht worden waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sieben Tagen, sofern es eine ganze Periode von Anfang bis zum Ende bezeichnet; somit einen vollen Zustand, wovon Nr. 728, 6508, das gleiche, was eine Woche: Nr. 2044, 3845. Somit sind die erfüllten sieben Tage das Ende einer Periode oder ihres Zustands. Und aus der Bedeutung von "seitdem Jehovah den Strom geschlagen hatte", sofern es heißt, nachdem die Wahrheiten verfälscht worden waren; denn daß der Strom mit dem Stab Aharons geschlagen und die Wasser zu Blut wurden, bedeutet, die Wahrheiten seien verfälscht worden; man sehe Nr. 7316, 7317, 7330, 7332. 7347. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 7/26, bedeutet eine neue Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", wenn etwas von neuem befohlen wird, sofern es heißt eine neue Belehrung, wovon Nr. 7186, 7267, 7304. 7348. "Geh zu Pharao, und sage zu ihm", 2. Mose 7/26, bedeutet einen Befehl an die Anfechtenden. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen oder hineingehen zu jemand und sagen, wenn es von Jehovah aus (geschieht), sofern es einen Befehl bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die durch Falsches anfechten, wovon Nr. 7107, 7110, 7126, 7142. 7349. "So spricht Jehovah: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen", 2. Mose 7/26, bedeutet, sie sollen die Angehörigen der Kirche in der Freiheit ihren Gott verehren lassen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es soviel ist als freilassen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier sind "Mein Volk", sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; und aus der Bedeutung von Mir dienen, sofern es heißt, ihren Gott verehren. Es wird gesagt, verehren in der Freiheit, weil kein Gottesdienst geschehen konnte, während das Falsche anfocht, und weil ein jeder Gottesdienst, wenn er ein rechter Gottesdienst sein soll, in der Freiheit geschehen muß: Nr. 1947, 2875, 2876, 2880, 2881, 3145, 3146, 3158, 4031. 7350. "Und wenn du dich weigerst, es zu entlassen", 2. Mose 7/27, bedeutet, wofern sie dieselben nicht freilassen würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt freilassen, wie Nr. 7349; somit bedeutet: "wenn du dich weigerst zu entlassen", wofern sie dieselben nicht freilassen würden. 7351. "Siehe, so werde Ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen schlagen", 2. Mose 7/27, bedeutet die Vernünfteleien aus lauter Falschem. Dies erhellt aus der Bedeutung der Frösche, sofern sie die Vernünfteleien bezeichnen. "Aus lauter Falschem" wird dadurch bezeichnet, daß der Strom davon wimmelte, wie gleich folgt. Daß der Strom Ägyptens das Falsche bedeutet, sehe man Nr. 6693, 7307, und weil gesagt wird, das ganze Gebiet solle damit geschlagen werden. Auch wird dadurch bezeichnet, daß ihre Vernünfteleien nicht aus verfälschten Wahrheiten, sondern aus lauter Falschem hervorgehen werden. Der Grund ist, weil die Vernünfteleien aus verfälschten Wahrheiten zuletzt in Lästerungen gegen das Wahre und Gute sich verwandeln. Und überdies weisen die eigentlichen Wahrheiten die Verfälschungen von sich ab, denn sie können nicht mit Falschem zusammen sein, und solang sie es sind, streiten sie mit ihm, und machen sich zuletzt davon los und trennen sich davon. Daher kommt es, daß die Bösen im anderen Leben, nachdem sie in die Hölle geworfen sind, nicht mehr aus verfälschten Wahrheiten vernünfteln dürfen, sondern aus lauter Falschem. Daß die Frösche die Vernünfteleien aus Falschem bezeichnen erhellt bei Joh.Offenb.16/13,14: "Ich sah aus dem Mund des Drachen, und aus dem Mund des Tieres, und aus dem Mund des falschen Propheten, drei unreine Geister, gleich Fröschen (hervorgehen); denn sie sind Geister von Dämonen und tun Zeichen, um auszugehen zu den Königen des Landes, und des ganzen Weltkreises, sie zu versammeln zum Krieg des großen Tages des allmächtigen Gottes": daß die Frösche Vernünfteleien aus dem Falschen gegen das Wahre bezeichnen, wird an dieser Stelle aus dem einzelnen klar, denn es wird gesagt, sie seien herausgekommen aus dem Mund des Drachen, aus dem Mund des Tieres, und aus dem Mund des falschen Propheten; sodann, daß sie ausgingen zu den Königen des Landes, sie zu versammeln zum Krieg. Die Könige des Landes bedeuten die Wahrheiten der Kirche. Daß die Könige Wahrheiten bezeichnen, und im entgegengesetzten Sinn Falsches, sehe man Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; und daß das Land die Kirche ist: Nr. 662, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4447, 4535, 5577; daß der Krieg ein geistiger Krieg ist: Nr. 2686, somit gegen Wahres und Gutes des Glaubens. Hieraus wird klar, daß Frösche Vernünfteleien aus Falschem gegen Wahres bedeutet. Ps.105/29,30: "Er verwandelte ihre Wasser in Blut, und tötete ihre Fische; Er ließ in ihr Land Frösche hervorwimmeln, in den Gemächern ihrer Könige": in den Gemächern ihrer Könige wird gesagt, weil die Vernünftelei gegen Wahres aus Falschem verstanden wird, Gemächer der Könige bedeuten die inwendigeren Wahrheiten und im entgegengesetzten Sinn das inwendigere Falsche. Daß die Könige Wahrheiten bezeichnen und im entgegengesetzten Sinn Falsches, sehe man gleich oben. 7352. "Und der Strom wird von Fröschen wimmeln", 2. Mose 7/28, bedeutet, Vernünfteleien aus jenem Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stromes Ägyptens, sofern er das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 6693, 7307; und aus der Bedeutung der Frösche, sofern sie die Vernünfteleien bezeichnen, wovon Nr. 7351. Diese Bedeutung haben die Frösche, weil sie in den Wassern sind, und dort geschwätzig tönen und quacken und auch zu den unreinen (Tieren) gehören. Was die Vernünftelei aus lauter Falschem sei, soll durch einige Beispiele erläutert werden: Aus lauter Falschem vernünftelt, wer alles der Natur zuschreibt, und kaum etwas dem Göttlichen, während doch alles aus dem Göttlichen kommt, und die Natur nur das Werkzeug ist, durch das (es entsteht). Aus lauter Falschem vernünftelt, wer glaubt, daß der Mensch wie ein Tier sei, nur ein vollkommeneres, weil er denken kann, und somit auch, daß der Mensch sterben werde wie ein Tier. Weil ein solcher die Verbindung des Menschen mit dem Göttlichen durch das Denken, das dem Glauben angehört, und durch die Neigung, die der Liebe angehört, leugnet, und daher die Auferstehung und das ewige Leben leugnet, so redet er aus lauter Falschem. Ebenso wer glaubt, daß es keine Hölle gebe. Ferner auch, wer glaubt, daß der Mensch nichts weiter habe als die Lust des Lebens, während er auf der Welt ist, und daß er darum diese Lust genießen müsse, weil er, wenn er stirbt, ganz dem Tode verfalle. Aus lauter Falschem vernünftelt, wer glaubt, daß alles Sache der eigenen Klugheit und des Glücks sei, nicht aber der göttlichen Vorsehung, außer einer ganz allgemeinen. Dann auch, wer glaubt, daß die Religion nichts anders sei, als ein Mittel die Einfältigen in Schranken zu halten. Hauptsächlich vernünfteln aus lauter Falschem die, welche glauben, daß das Wort nicht göttlich sei. Überhaupt vernünfteln alle diejenigen aus lauter Falschem, welche die göttlichen Wahrheiten völlig leugnen. 7353. "Und sie werden heraufsteigen und in dein Haus kommen und in das Gemach deines Lagers", 2. Mose 7/28, bedeutet, sie werden das Gemüt erfüllen und zwar bis zu dessen Inwendigerem. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das Gemüt des Menschen bezeichnet, wovon Nr. 3538, 4973, 5023; und aus der Bedeutung des Gemachs des Lagers, sofern es das Inwendigere des Gemüts bezeichnet. Die Gemächer des Lagers bedeuten das Inwendigere des Gemüts, weil sie das Inwendigere des Hauses sind. Durch die Gemächer wird Inwendiges bezeichnet, und durch die Gemächer des Lagers das noch Inwendigere, in folgenden Stellen: Jes.26/20: "Gehe hin, Volk, gehe ein in deine Gemächer, und schließ die Türe hinter dir, verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis daß der Zorn vorübergeht". Hes.8/12: "Er sprach zu mir: Hast du nicht gesehen, Sohn des Menschen, was die Ältesten der Söhne Israels tun in der Finsternis, ein jeder in den Gemächern seines Götzenbildes?". 5. Mose 32/25: "Draußen wird das Schwert sie aufreiben und in den Gemächern der Schrecken". 2.Kön.6/12: "Elisa, der Prophet in Israel, zeigt dem König Israels die Worte an, die du reden wirst im Gemach deines Lagers". Die Alten verglichen das Gemüt des Menschen mit einem Hause, und das, was inwendig im Menschen, mit den Gemächern. Das menschliche Gemüt ist auch so beschaffen, denn die darin befindlichen Dinge sind fast ebenso abgeteilt wie ein Haus in seine Gemächer; was in der Mitte ist, ist daselbst das Inwendigste, was auf den Seiten das Auswendigere; dieses wurde verglichen mit den Vorhöfen, und was von außen mit dem Inwendigeren zusammenhing, mit den Hallen (oder Säulengängen). 7354. "Und auf dein Bett", 2. Mose 7/28, bedeutet bis zum Inwendigsten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bettes, sofern es das Inwendigste bezeichnet; denn wenn die Gemächer des Lagers das Inwendigere sind, so ist das Lager oder Bett, das darin, das Inwendigste. 7355. "Und in das Haus deiner Knechte und in das Haus deines Volks", 2. Mose 7/28, bedeutet, alles, was im Natürlichen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das Gemüt des Menschen bezeichnet, und weil es von den Ägyptern und von den Knechten Pharaos gesagt wird, so ist es das natürliche Gemüt. Daß das Haus das Gemüt bezeichne, sehe man Nr. 7353. Und aus der Bedeutung der Knechte und des Volkes Pharaos, sofern sie alles bezeichnen, was im Natürlichen ist; was hier zur Begründung des Falschen dient, wird Knechte genannt. Daß das Volk von den Wahrheiten gesagt wird und im entgegengesetzten Sinn vom Falschen, sehe man Nr. 1259, 1260, 3295, 3581, 4619, 6451, 6465. Hieraus wird klar, daß durch "in das Haus der Knechte und des Volkes Pharaos" bezeichnet wird, in alles, was im Natürlichen ist. 7356. "Und in deine Öfen und in deine Backtröge", 2. Mose 7/28, bedeutet in die Lustreize der Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Öfen, sofern sie als das, worin Brot gebacken wird, das auswendigere Gute bezeichnen, und auswendigeres Gutes ist das, welches im Natürlichen ist, und gewöhnlich Lustreiz (oder Angenehmes) genannt wird. Denn wenn das inwendigere Gute, das den Liebestrieben und daher den Neigungen angehört, in das Natürliche einfließt, so wird es dort als Lustreiz empfunden. Dies wird durch die Öfen im guten Sinn bezeichnet; aber im entgegengesetzten, wie hier, werden durch die Öfen die Lustreize der Begierden bezeichnet, d.h. die Lustreize aus den Liebesarten der Hölle, und diese Liebesarten sind Triebe der Selbst- und Weltliebe. Ferner aus der Bedeutung der Backtröge, sofern sie ebenfalls die Lustreize der Begierden im Natürlichen bezeichnen, aber noch auswendigere, weil die Backtröge die Gefäße sind, worin der Teig für das Brot zubereitet wird. Darunter, daß die Vernünfteleien in die Lustreize der Begierden eingehen werden, wird verstanden, es werde die Lust ihres Lebens sein, aus Falschem zu vernünfteln, und dadurch andere zu täuschen und zu verführen. Den Bösen gereicht es auch wirklich zur größten Lust, Falsches zu verbreiten, und es zu begründen, Wahrheiten zu verspotten, hauptsächlich andere zu verführen. Daß der Ofen den Lustreiz der Neigungen bezeichnet, die der Liebtätigkeit und dem Glauben angehören, und im entgegengesetzten Sinn der Lustreiz der Begierden, die der Selbst- und Weltliebe angehören, erhellt bei Hos.7/4,6,7: "Alle sind Ehebrecher, wie ein Ofen, der geheizt ist vom Bäcker, es ruhet der Aufreger vom Kneten des Teigs, sie füllen wie einen Ofen ihre Seele mit Hinterlist, die ganze Nacht schläft ihr Bäcker, aber des Morgens brennt er, wie eine Feuerflamme; alle erglühen wie ein Ofen, und verzehren ihre Richter, all ihre Könige fallen": Ofen für den Lustreiz der Begierden, die sich auf Böses beziehen; brennen, heiß werden, Feuerflamme für die Begierden selbst. Daß das Feuer die Begierde des Bösen bedeutet, sehe man Nr. 1297, 1861, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324 E. Sie verzehren ihre Richter, alle Könige fallen, bedeutet, das Gute und Wahre geht zugrunde. Jeder kann sehen, daß ohne solchen inneren Sinn man nicht erkennen kann, was es heißt: Alle sind Ehebrecher, wie ein Ofen, der geheizt ist vom Bäcker, alle werden heiß wie der Ofen, sie verzehren die Richter, und die Könige fallen. Ofen im guten Sinn bei Jes.31/9: "So spricht Jehovah, der einen Herd hat in Zion, und einen Ofen in Jerusalem": Zion für die himmlische Kirche, somit für das Gute der Liebe, das dieser Kirche eigen ist; Jerusalem für die geistige Kirche, somit für das Gute ihrer Liebe, welches das Gute der Liebtätigkeit und daher des Glaubens ist. Hier bedeutet Ofen den inwendigeren Lustreiz der Neigungen zum Guten und Wahren. Der Ofen hat diese Bedeutung, weil das Brot, das im Ofen gebacken wird, das Gute der himmlischen und geistigen Liebe bezeichnet. Daß das Brot dieses bedeutet, sehe man Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915; und weil die Bedeutung des Ofens daher kommt, darum wurde das Brot, das für die Opfer gebacken und Mincha genannt wurde, und zwar die Mincha (oder Speisopfer), die im Ofen gebacken wurde, unterschieden von der Mincha, die in der Pfanne gebacken wurde, und von der Mincha, die im Topf gebacken wurde: 3. Mose 2/4,5,7; es waren verschiedene Arten des Guten der Liebe, die durch sie bezeichnet wurden. 7357. "Und an dich und an dein Volk und an alle deine Knechte werden die Frösche heraufkommen", 2. Mose 7/29, bedeutet, die Vernünfteleien aus Falschem werden in allem und jedem sein. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7355 gesagt wurde. Alle und jede, die in Ägyptenland, werden bezeichnet durch Pharao, sein Volk und seine Knechte, somit Falsches in allem und jedem. Daß durch Pharao und die Ägypter Falsches bezeichnet wird, wurde oben öfters gezeigt. Man muß wissen, daß die, welche in der Hölle sind, und denen die Wahrheiten, die sie in der Welt gewußt hatten, genommen sind, notwendig Falsches reden müssen; daher kommt es, daß, wenn irgendein solcher redet, (was geschieht, wenn sie in der Geisterwelt erscheinen), man sogleich weiß, daß es falsch ist. Das wissen die Frommen im anderen Leben aus allgemeiner Erfahrung. Daß sie nichts als Falsches reden, wird auch offenbar aus den Worten des Herrn bei Joh.8/44: "Ihr seid von eurem Vater, dem Teufel, und das Verlangen eures Vaters wollt ihr tun; derselbe war ein Menschenmörder von Anfang an, und in der Wahrheit ist er nicht bestanden, denn die Wahrheit ist nicht in ihm; wenn er die Lüge redet, so redet er aus dem Eigenen, weil er Lügen redet, und ein Vater derselben ist". Ein jeder redet nämlich der Neigung seiner Liebe gemäß und gegen dieselbe kann niemand reden, es geschehe denn aus Verstellung, Heuchelei, List und Trug, wie die Bösen zu tun pflegen, wenn sie Wahres reden; aber dieses Wahre, das sie so reden, ist bei ihnen dennoch falsch. Umgekehrt aber können die, welche im Wahren sind aus dem Guten, nicht anders als Wahres reden.   Nr. 7358 - 7377 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 8. Kapitel 1. Und Jehovah sprach zu Mose: Sage zu Aharon: Strecke deine Hand aus mit deinem Stab über die Flüsse, über die Ströme und über die Seen, und laß Frösche heraufkommen über Ägyptenland. 2. Da streckte Aharon seine Hand aus über die Wasser Ägyptens, und die Frösche kamen herauf und bedeckten Ägyptenland. 3. Aber die Zauberer Ägyptens taten auch also mit ihren Beschwörungen und ließen Frösche heraufkommen über Ägyptenland. 4. Und Pharao rief Mose und Aharon und sprach: Flehet zu Jehovah, daß Er die Frösche entferne von mir und von meinem Volk, so will ich das Volk entlassen, daß sie opfern dem Jehovah. 5. Da sprach Mose zu Pharao: Habe die Ehre vor mir (und bestimme), wann ich bitten soll für dich und deine Knechte und dein Volk, daß die Frösche ausgerottet werden von dir und von deinen Häusern; nur im Strom werden sie übrigbleiben. 6. Und er sprach: morgen. Da sprach er: Nach deinem Wort (soll geschehen), auf daß du wissest, es sei keiner, wie Jehovah, unser Gott. 7. Und die Frösche werden zurückweichen von dir und von deinen Häusern und von deinen Knechten und von deinem Volk, nur im Strom werden sie übrigbleiben. 8. Da gingen Mose und Aharon hinweg von Pharao, und Mose schrie zu Jehovah wegen der Frösche, die Er über Pharao gebracht hatte. 9. Und Jehovah tat nach dem Wort Moses; und die Frösche starben weg aus den Häusern, aus den Höfen und aus den Feldern. 10. Und sie sammelten sie haufenweise, und es stank das Land. 11. Da (nun) Pharao sah, daß (ihm) Luft geworden, verstockte er sein Herz, und hörte nicht auf sie, wie Jehovah geredet hatte. 12. Und Jehovah sprach zu Mose: Sage zu Aharon: Strecke deinen Stab aus, und schlage den Staub des Landes, und er soll zu Läusen werden in ganz Ägyptenland. 13. Und sie taten also, und Aharon streckte seine Hand aus mit seinem Stabe und schlug den Staub des Landes, und es waren Läuse an Menschen und Vieh. Aller Staub des Landes ward zu Läusen in ganz Ägyptenland. 14. Und die Zauberer taten (auch) also mit ihren Beschwörungen, um die Läuse hervorzubringen, aber sie konnten nicht; und die Läuse waren an Menschen und Vieh. 15. Da sprachen die Zauberer zu Pharao: Das ist Gottes Finger; aber das Herz Pharaos war verhärtet, und er hörte nicht auf sie, wie Jehovah geredet hatte. 16. Und Jehovah sprach zu Mose: Stehe früh auf am Morgen, und stelle dich vor Pharao; siehe, er geht hinaus an das Wasser, und sage zu ihm: So spricht Jehovah: Entlasse Mein Volk, daß sie Mir dienen. 17. Denn wenn du Mein Volk nicht entlässest, siehe, so will Ich senden über dich und über deine Knechte und über dein Volk und über deine Häuser Ungeziefer; und die Häuser der Ägypter werden voll werden von Ungeziefer und auch das Land worauf sie wohnen. 18. Und Ich will an jenem Tag das Land Gosen, worauf Mein Volk steht, unterscheiden, daß daselbst kein Ungeziefer sein soll, auf daß du wissest, daß Ich Jehovah bin in der Mitte des Landes. 19. Und will eine Erlösung setzen zwischen Meinem Volk und zwischen deinem Volk; morgen soll dies Zeichen geschehen. 20. Und Jehovah tat also, und es kam schweres Ungeziefer in das Haus Pharaos und in das Haus seiner Knechte und in ganz Ägyptenland; das Land verdarb von dem Ungeziefer. 21. Da rief Pharao Mose und Aharon, und sprach: Gehet hin, opfert eurem Gott im Lande. 22. Und Mose sprach: Es ist nicht ratsam, so zu tun, denn Greuel der Ägypter würden wir opfern dem Jehovah, unserem Gott; siehe, würden wir den Greuel der Ägypter opfern vor ihren Augen, würden sie uns nicht steinigen? 23. Drei Tagreisen wollen wir ziehen in die Wüste, und opfern dem Jehovah, unserem Gott, wie Er uns gesagt hat. 24. Da sprach Pharao: Ich will euch entlassen, daß ihr Jehovah, eurem Gott, opfert in der Wüste; nur entfernet euch nicht zu weit; flehet für mich. 25. Und Mose sprach: Siehe, ich gehe hinweg von dir, und will zu Jehovah flehen, daß Er das Ungeziefer entferne von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk, morgen; nur daß Pharao hinfort nicht mehr betrüglich handle, so daß er das Volk nicht entlässet, zu opfern dem Jehovah. 26. Da ging Mose hinweg von Pharao, und flehte zu Jehovah. 27. Und Jehovah tat nach dem Wort Moses, und entfernte das Ungeziefer von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk; nicht eins blieb übrig. 28. Aber Pharao verstockte sein Herz auch diesmal, und entließ das Volk nicht.   Inhalt 7378. In diesem Kapitel ist im inneren Sinn weiter die Rede von der Verwüstung derer, die im Falschen sind und die Frommen anfechten im anderen Leben: die zwei ersten Grade der Verwüstung wurden im vorigen Kapitel, 2. Mose 7. Kapitel beschrieben, dann auch zum Teil der dritte Grad, der darin bestand, daß sie nur aus lauter Falschem vernünfteln konnten. Die Vernünfteleien aus lauter Falschem werden durch die Frösche bezeichnet; von diesen ist in diesem Kapitel weiter die Rede. Und hernach wird gehandelt vom vierten und fünften Grad der Verwüstung derjenigen, die im Falschen sind und die Frommen im anderen Leben anfechten: der vierte Grad besteht darin, daß sie im Bösen waren, und daß alles Gute bei ihnen verdarb, auch alles, was sie vom natürlich Guten hatten; dies wird durch die Läuse vom Staub des Landes bezeichnet. Der fünfte Grad besteht darin, daß sie im Falschen aus jenem Bösen waren, durch das alles Wahre verdorben wurde; dies wird durch das Ungeziefer bezeichnet.   Innerer Sinn 7379. Vers 1-10: Und Jehovah sprach zu Mose: Sage zu Aharon: Strecke deine Hand aus mit deinem Stab über die Flüsse, über die Ströme und über die Seen, und laß Frösche heraufkommen über Ägyptenland. Da streckte Aharon seine Hand aus über die Wasser Ägyptens, und die Frösche kamen herauf und bedeckten Ägyptenland. Aber die Zauberer Ägyptens taten auch also mit ihren Beschwörungen und ließen Frösche heraufkommen über Ägyptenland. Und Pharao rief Mose und Aharon und sprach: Flehet zu Jehovah, daß Er die Frösche entferne von mir und von meinem Volk, so will ich das Volk entlassen, daß sie opfern dem Jehovah. Da sprach Mose zu Pharao: Habe die Ehre vor mir (und bestimme), wann ich bitten soll für dich und deine Knechte und dein Volk, daß die Frösche ausgerottet werden von dir und von deinen Häusern; nur im Strom werden sie übrigbleiben. Und er sprach: morgen. Da sprach er: Nach deinem Wort (soll geschehen), auf daß du wissest, es sei keiner, wie Jehovah, unser Gott. Und die Frösche werden zurückweichen von dir und von deinen Häusern und von deinen Knechten und von deinem Volk, nur im Strom werden sie übrigbleiben. Da gingen Mose und Aharon hinweg von Pharao, und Mose schrie zu Jehovah wegen der Frösche, die Er über Pharao gebracht hatte. Und Jehovah tat nach dem Wort Moses; und die Frösche starben weg aus den Häusern, aus den Höfen und aus den Feldern. Und sie sammelten sie haufenweise, und es stank das Land. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Belehrung; "Sage zu Aharon" bedeutet den Einfluß des inwendigen Gesetzes in das äußere Gesetz; "strecke deine Hand aus mit deinem Stab" bedeutet die Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre; "über die Flüsse, über die Ströme und über die Seen" bedeutet gegen das Falsche; "und laß Frösche heraufkommen über Ägyptenland" bedeutet die Vernünfteleien aus lauter Falschem; "da streckte Aharon seine Hand aus über die Wasser Ägyptens" bedeutet die Wirkung der Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre gegen das Falsche; "und die Frösche kamen herauf" bedeutet die Vernünfteleien aus lauter Falschem; "und bedeckten Ägyptenland" bedeutet das natürliche Gemüt sei so geworden; "aber die Zauberer Ägyptens taten auch also mit ihren Beschwörungen" bedeutet den Mißbrauch der göttlichen Ordnung, wodurch das gleiche in der äußeren Form geschah; "und ließen Frösche heraufkommen über Ägyptenland" bedeutet in Ansehung der Vernünfteleien aus dem natürlichen Gemüt; "und Pharao rief Mose und Aharon" bedeutet die Gegenwart des göttlichen Gesetzes; "und sprach: Flehet zu Jehovah" bedeutet Demütigung infolge des Überdrusses; "daß Er die Frösche entferne von mir und von meinem Volk" bedeutet, daß sie nicht genötigt wären, aus lauter Falschem zu vernünfteln; "so will ich das Volk entlassen, daß sie opfern dem Jehovah" bedeutet, sie würden dann die Angehörigen der geistigen Kirche frei lassen; daß sie ihren Gott verehren könnten; "da sprach Mose zu Pharao" bedeutet die Antwort; "habe die Ehre vor mir" bedeutet, man soll dem göttlichen Gesetz trauen; "(und bestimme), wann ich bitten soll für dich und deine Knechte und dein Volk" bedeutet die Fürbitte für die, welche im Falschen sind und anfechten; "daß die Frösche ausgerottet werden von dir und von deinen Häusern" bedeutet, daß die Vernünfteleien aufhören; "nur im Strom werden sie übrigbleiben" bedeutet, sie werden noch bleiben beim Falschen, wo dieses ist; "und er sprach: morgen" bedeutet auf immer; "da sprach er: Nach deinem Wort (soll geschehen)" bedeutet die Bestätigung sofort; "auf daß du wissest, es sei keiner, wie Jehovah, unser Gott" bedeutet, es sei ein Gott, und keiner außer Ihm; "und die Frösche werden zurückweichen von dir und von deinen Häusern und von deinen Knechten und von deinem Volk" bedeutet, sie sollen nicht genötigt werden, aus lauter Falschem zu vernünfteln; "nur im Strom werden sie übrigbleiben" bedeutet, sie werden noch bleiben beim Falschen, wo dieses; "da gingen Mose und Aharon hinweg von Pharao" bedeutet die Trennung von denen, die aus lauter Falschem vernünftelt haben; "und Mose schrie zu Jehovah wegen der Frösche, die Er über Pharao gebracht hatte" bedeutet die Fürbitte; "und Jehovah tat nach dem Wort Moses" bedeutet, es sei so geschehen nach dem Wort des Herrn; "und die Frösche starben weg aus den Häusern, aus den Höfen und aus den Feldern" bedeutet, es hörten bei ihnen die Vernünfteleien aus lauter Falschem überall im Natürlichen auf; "und sie sammelten sie haufenweise" bedeutet jenes vernünftelnde Falsche wurde bündelweise im Natürlichen geordnet; "und es stank das Land" bedeutet das Garstige und Abscheuliche infolgedessen. 7380. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 8/1, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es eine Belehrung bezeichnet, wovon Nr. 7186; 7304. Was das Sprechen in den historischen Teilen des Wortes bedeute, ergibt sich aus dem, was folgt, denn es schließt dieses in sich. Daß es hier eine Belehrung bedeutet, hat den Grund, weil von Jehovah gesagt wird, was weiter zu tun sei. Auch bildet Mose des göttliche Gesetz vor, durch das von Jehovah die Belehrung geschieht. 7381. "Sage zu Aharon", 2. Mose 8/1, bedeutet den Einfluß des inwendigen Gesetzes in das äußere Gesetz. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz bezeichnet, wovon Nr. 6723. 6752; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre des Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 6998, 7089; die Lehre des Guten und Wahren, die Aharon vorbildet, ist nichts anderes, als das äußere Gesetz, das herkommt vom inwendigen Gesetz, d.h. durch das inwendige Gesetz vom Göttlichen. Und aus der Bedeutung von sagen, sofern es den Einfluß bezeichnet, wie Nr. 6152, 6291, 7291. Daß "sagen" hier den Einfluß bedeutet, hat den Grund, weil es Mose zu Aharon sagen sollte, und Mose das inwendige Gesetz und Aharon das äußere bezeichnet, und der Einfluß vom Göttlichen durch das Inwendige ins Äußere geschieht. Das inwendige Gesetz ist das göttlich Wahre selbst, wie es im Himmel ist, und das äußere Gesetz ist das göttlich Wahre, wie es auf Erden ist. Somit ist das inwendige Gesetz das den Engeln angemessene Wahre, und das äußere Gesetz das den Menschen angemessene Wahre. Weil das inwendige Gesetz, das Mose vorbildet, das den Engeln angemessene Wahre ist, und das äußere Gesetz, das Aharon vorbildet, das den Menschen angemessene Wahre, so darf hier darüber etwas gesagt werden: Das den Engeln angemessene Wahre ist den Menschen meistens unbegreiflich; dies ergibt sich daraus, daß im Himmel solche Dinge gesehen und gesprochen werden, die noch kein Auge gesehen und noch kein Ohr gehört hat. Die Ursache ist, weil das, was bei den Engeln gesprochen wird, geistige Dinge sind, die von natürlichen Dingen abgezogen sind, folglich den Vorstellungen und Worten menschlicher Rede fern liegen; denn der Mensch hat seine Vorstellungen gebildet aus dem, was in der Natur ist, und zwar in der gröberen Natur, d.h. von dem, was er in der Welt und auf der Erde gesehen und sinnlich empfunden hat, und was materielle Dinge sind. Die Vorstellungen des inwendigeren Denkens beim Menschen, obwohl sie über den materiellen Dingen sind, endigen sich (terminantur) dennoch im Materiellen, und wo sie sich endigen, da scheinen sie zu sein. Von daher wird er inne, was er denkt. Hieraus wird klar, wie das Wahre des Glaubens beschaffen ist, welches in das Denken des Menschen fällt, und das äußere Gesetz genannt und durch Aharon vorgebildet wird, und wie es sich mit demselben verhält. Es soll mit folgendem Beispiel erläutert werden: Der Mensch kann ohne die Vorstellung der Zeit und des Raumes gar nicht denken; diese Vorstellung hängt beinahe allem an, was der Mensch denkt. Würde die zeitliche und räumliche Vorstellung dem Menschen weggenommen, so wüßte er nicht, was er denkt, und kaum, ob er denkt. Aber in den Vorstellungen der Engel ist nichts aus Zeit und Raum, sondern an deren Stelle sind Zustände. Die Ursache ist, weil die natürliche Welt sich von der geistigen Welt durch Zeit und Raum unterscheidet. Daß Zeit und Raum in der natürlichen Welt ist, und an deren Stelle Zustände in der geistigen Welt, hat den Grund, weil es in der natürlichen Welt den Anschein hat, als ob die Sonne durch scheinbare Kreisläufe Tage und Jahre mache, und die Tage in vier Zeiten teile: in die Nacht, den Morgen, Mittag und Abend; und die Jahre ebenfalls in vier Zeiten: in den Winter, Frühling, Sommer und Herbst; und zwar auch durch Wechsel des Lichtes und Schattens, der Wärme und der Kälte. Daher kommen die Vorstellungen der Zeit und ihrer Wechsel. Die Vorstellungen des Raumes kommen von der Messung durch Zeiten her. Wo daher das eine ist, da ist auch das andere. In der geistigen Welt aber macht die Sonne des Himmels, aus der das geistige Licht und die geistige Wärme kommt, keine Umdrehungen und Kreisläufe, und führt daher keine Vorstellungen der Zeit und des Raumes herbei. Das Licht, das aus dieser Sonne kommt, ist das göttlich Wahre, und die Wärme, die aus jener Sonne kommt, ist das göttlich Gute; daher kommen die Vorstellungen der Zustände bei den Engeln, des Zustandes der Einsicht und des Glaubens aus dem göttlich Wahren, und des Zustandes der Weisheit und der Liebe aus dem göttlich Guten. Die Wechsel dieser Zustände bei den Engeln sind es, denen in der Welt die Zustände des Lichtes und Schattens, sodann der Wärme und Kälte entsprechen, die der Sonne angehören, wenn sie die Zeiten macht und die Räume mißt. Aus diesem Beispiel kann einigermaßen erhellen, wie beschaffen das inwendige Wahre oder das den Engeln angemessene Wahre ist, welches das inwendige Gesetz genannt wird, und wie beschaffen das äußere Wahre, oder das dem Menschen angemessene Wahre ist, welches das äußere Gesetz heißt. Dann auch, woher es kommt, daß das, was die Engel unter sich reden, für den Menschen unbegreifliche und auch unaussprechliche Dinge sind. 7382. "Strecke deine Hand aus mit deinem Stab", 2. Mose 8/1, bedeutet die Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die geistige Macht bezeichnet, die dem inwendigen Wahren angehört, und aus der vorbildlichen Bedeutung des Stabes, sofern er die natürliche Macht bezeichnet, die dem äußeren Wahren angehört, wovon Nr. 6947, 6948; daß alle Macht in der geistigen Welt dem Wahren angehört, sehe man Nr. 3091, 3387, 4931, 6344, 6423, 6948. Weil Mose das inwendige Gesetz vorbildet, welches dasselbe ist, was das inwendig Wahre, und Aharon das äußere Gesetz vorbildet, welches dasselbe ist, was das äußere Wahre, und weil das inwendige Wahre ins äußere Wahre einfließt, und diesem Macht gibt: Nr. 7381, deswegen wird durch das Wort Moses zu Aharon: "strecke deine Hand aus mit deinem Stab", die Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre bezeichnet. 7383. "Über die Flüsse, über die Ströme und über die Seen", 2. Mose 8/1, bedeutet gegen das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Flüsse und Ströme Ägyptens, sofern sie die Lehren des Falschen bezeichnen, wovon Nr. 7323, und aus der Bedeutung der Seen, sofern sie das Wißtümliche bezeichnen, das ihnen dient, wovon Nr. 7324, somit ist es das Falsche, was durch die Flüsse, Ströme und Seen bezeichnet wird. 7384. "Und laß Frösche heraufkommen über Ägyptenland", 2. Mose 8/1 bedeutet die Vernünfteleien aus lauter Falschem, wovon Nr. 7351, 7352, denn jene entsprechen den Vernünfteleien aus Falschem. Alle und jede Dinge, die in der natürlichen Welt sind, haben nämlich eine Entsprechung mit den Dingen in der geistigen Welt; und zwar aus dem Grund, weil das Natürliche durch das Geistige sein Dasein hat. Daher ist die ganze Natur eine die geistige Welt vorbildende Schaubühne: Nr. 2758, 3483, 4939. 7385. "Da streckte Aharon seine Hand aus über die Wasser Ägyptens", 2. Mose 8/2, bedeutet die Wirkung der Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre gegen das Falsche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre des Wahren und Guten, somit das äußere Wahre darstellt, wovon Nr. 6998, 7009, 7089; aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 4931-4937, hier die Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre, wie Nr. 7382; und aus der Bedeutung der Wasser Ägyptens, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 6693, 7307. Die Wirkung wird dadurch bezeichnet, daß er die Hand ausstreckte, und die Frösche heraufkamen. Hieraus wird klar, daß durch "Aharon streckte seine Hand aus über die Wasser Ägyptens", die Wirkung der Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre gegen das Falsche bezeichnet wird. 7386. "Und die Frösche kamen herauf", 2. Mose 8/2, bedeutet die Vernünfteleien aus lauter Falschem, was aus Nr. 7384 erhellt. 7387. "Und bedeckten Ägyptenland", 2. Mose 8/2, bedeutet, das natürliche Gemüt sei so geworden. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedecken, sofern es, weil es vom natürlichen Gemüt gesagt wird, ausdrückt, es sei mit Falschem und den Vernünfteleien daraus angefüllt worden, somit es sei so geworden. Und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5301. 7388. "Und die Zauberer Ägyptens taten auch also mit ihren Beschwörungen", 2. Mose 8/3, bedeutet den Mißbrauch der göttlichen Ordnung, wodurch in der äußeren Form das gleiche geschah; man sehe Nr. 7296, 7297, 7337, wo das gleiche. 7389. "Und ließen Frösche heraufkommen über Ägyptenland", 2. Mose 8/3, bedeutet, in Ansehung der Vernünfteleien aus dem natürlichen Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Frösche, sofern sie die Vernünfteleien aus lauter Falschem bezeichnen, wovon Nr. 7351, 7352, 7384; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 7387. 7390. "Und Pharao rief Mose und Aharon", 2. Mose 8/4, bedeutet die Gegenwart des göttlichen Gesetzes. Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen, sofern es die Gegenwart bezeichnet, wovon Nr. 6177. Daß rufen eine Gegenwart andeutet, hat den Grund, weil rufen heißt mit jemand reden und ihm mitteilen wollen, was man denkt, und im anderen Leben ist es dem Gesetz der göttlichen Ordnung gemäß, daß derjenige sich gegenwärtig darstellt, mit dem einer reden will, und dem er das mitzuteilen wünscht, was er denkt. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die darstellt, die im Falschen sind und anfechten, wovon früher oft; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das inwendige Gesetz, und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er das äußere Gesetz darstellt, wovon Nr. 7381. 7391. "Und sprach: Flehet zu Jehovah", 2. Mose 8/4, bedeutet die Demütigung infolge des Überdrusses (oder Ekels). Dies erhellt aus der Bedeutung von flehen zu Jehovah, sofern es eine Demütigung bezeichnet, denn wer fleht, ist in der Demütigung; ebenso wer bittet, daß ein anderer für ihn flehen möge. Der Grund, warum flehen dieses bedeutet, liegt darin, daß die Engel nicht auf das Flehen achten, sondern auf die Demütigung, in welcher der Mensch ist, wenn er fleht, denn das Flehen ohne Demütigung ist nur eine tönende Stimme, die nicht zum Gehör und Innewerden der Engel kommt. Daß Überdruß zugrunde liegt, nämlich der Überdruß aus lauter Falschem zu vernünfteln, wird man im gleich Folgenden sehen. 7392. "Daß er die Frösche entferne von mir und von meinem Volk", 2. Mose 8/4, bedeutet, daß sie nicht genötigt wären, aus lauter Falschem zu vernünfteln. Dies erhellt aus der Bedeutung von entfernen, sofern es heißt, nicht genötigt werden; denn die Ursache des Flehens war der Überdruß daran, daß sie genötigt wurden, aus lauter Falschem zu vernünfteln. Und aus der Bedeutung der Frösche, sofern sie Vernünfteleien aus lauter Falschem bezeichnen, wovon Nr. 7351, 7352; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sodann der Ägypter, sofern sie die bezeichnen, die im Falschen sind und anfechten, wovon öfters. Was den Überdruß betrifft, der die Ursache des Flehens oder der Demütigung derer ist, die anfechten, so wisse man, daß derselbe eine unangenehme Empfindung für sie ist; denn durch die Vernünfteleien aus lauter Falschem können sie nicht Böses tun. Das gänzlich Falsche, das die Verneinung des Wahren ist, verlachen nämlich die Frommen, hier die Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn, die sie anfochten. Aber durch das Falsche, das aus Täuschungen und aus Scheinbarkeiten stammt, durch das die Wahrheiten verfälscht werden, und das durch das Blut bezeichnet wurde, in das die Wasser in Ägypten verwandelt worden sind: Nr. 7317, 7326, konnten sie Böses tun, weil die Täuschungen und Scheinbarkeiten verführen; denn sie bilden eine Verschattung und Verhüllung für die Wahrheiten; und weil sie durch die Vernünfteleien aus lauter Falschem, d.h. aus völligen Verneinungen des Wahren, nicht Böses tun können, war es ihnen unangenehm, und darum suchen sie es durch Bitten zu entfernen. Nichts macht nämlich den Höllischen Freude, als Böses zu tun auf alle mögliche Weise; denn Böses tun ist recht eigentlich ihre Lebenslust, so daß es ihr Leben selbst ist. Deshalb empfinden sie, wenn sie nichts Böses tun dürfen, Überdruß. Das ist der Grund, warum Pharao die Plage der Frösche durch Bitten abzuwenden suchte, nicht aber die Plage des Blutes, wovon oben; auch nicht die Plage der Läuse, welche unten vorkommt; denn durch die Plage der Frösche wird bezeichnet die Anfechtung durch Vernünfteleien aus lauter Falschem durch die sie nicht Böses tun können. Durch die Plage des Blutes aber wird bezeichnet die Anfechtung durch Falsches aus Täuschungen und Scheinbarkeiten, welche Anfechtung ihnen angenehm ist, weil sie durch dieselbe Böses tun können. Und durch die Plage der Läuse wird bezeichnet Böses, das ihnen angenehm, weil es böse ist. Alle diejenigen empfinden Lust am Bösestun im anderen Leben, die in der Welt nicht dem Nächsten Gutes tun um des Nächsten willen, nicht dem Vaterland um des Vaterlandes willen, nicht der Kirche um der Kirche willen, sondern um ihrer selbst willen; folglich die, welche nicht das Wahre und Gute tun um des Wahren und Guten willen. Daß es ihnen eine Lust ist, Böses zu tun, kommt in der Welt nicht an den Tag, weil der äußere Mensch dieses verbirgt, aber im anderen Leben, wenn das Äußere weggenommen und der Mensch seinem Inwendigeren überlassen wird, dann tritt jene Lust hervor und offenbart sich. Daher kommt es, daß sie in der Hölle sind; denn alle, die in dieser sind, lieben es, Böses zu tun; alle aber, die im Himmel sind, lieben es, Gutes zu tun. 7393. "So will ich das Volk entlassen, daß sie opfern dem Jehovah", 2. Mose 8/4, bedeutet, sie würden dann den Angehörigen der geistigen Kirche die Freiheit lassen, ihren Gott zu verehren. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt, freilassen, wie Nr. 7312, 7349, 7350; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wie Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; und aus der Bedeutung von opfern dem Jehovah, sofern es heißt, ihren Gott verehren. Daß die Opfer jeden Gottesdienst überhaupt bezeichnet haben, sehe man Nr. 6905; somit (bedeutet es) hier verehren. 7394. "Da sprach Mose zu Pharao", 2. Mose 8/5, bedeutet die Antwort. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, weil es zu Pharao geschah, der soeben geredet hatte, sofern es die Antwort enthält, wie auch Nr. 7103. 7395. "Habe die Ehre vor mir", 2. Mose 8/5, bedeutet, man solle dem göttlich Wahren trauen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Ehre haben", sofern es (hier) heißt trauen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz darstellt, wovon Nr. 6723, 6752; mithin sofern er das göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 6771, 7014, 7382. HG 7396 7396. "(Und bestimme,) wann ich bitten soll für dich und deine Knechte und dein Volk", 2. Mose 8/5, bedeutet die Fürbitte für die, welche im Falschen sind und anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von bitten, weil es für einen anderen geschieht, und somit Fürbitte ist; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7317. Und weil diese durch Pharao vorgebildet werden, so werden, wenn auch seine Knechte und sein Volk beigefügt sind, alle und jede verstanden; denn Knechte sind die, welche einem niederen Stand angehören und dienen, Volk sind die einzelnen. Die Herrschaften und Reiche werden im Himmel als ein Mensch vorgebildet, und die darin befindlichen Gesellschaften werden als die Glieder dieses Menschen dargestellt, der König aber als das Haupt. Diese Vorbildung hat ihren Grund darin, daß der ganze Himmel einen Menschen vorbildet, und die Gesellschaften daselbst seine Glieder, und zwar, je nachdem sie eine Funktion haben. Hieraus kann erhellen, wie schön und lieblich eine Herrschaft, ein Reich und eine Gesellschaft im Himmel sich darstellen wird, wenn ihre Angehörigen durch Liebtätigkeit und Glauben auf gleiche Weise miteinander verbunden sind. Der Herr verbindet auch überall, wo es möglich ist, die Gesellschaften auf solche Weise; denn das göttlich Wahre selbst, das vom Herrn ausgeht, führt diese Ordnung überall ein, wo sie aufgenommen wird; daher kommt diese Ordnung im Himmel. Sie ist auch auf Erden, aber die Gesellschaften, die diese Ordnung bilden, sind in der ganzen Welt zerstreut und bestehen aus denjenigen, die in der Liebe zu Ihm und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind. Aber diese zerstreuten Gesellschaften sind vom Herrn gesammelt, so daß sie ebenfalls, wie die Gesellschaften im Himmel, einen Menschen darstellen. Diese Gesellschaften sind nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch außerhalb derselben, und in ihrer Gesamtheit werden sie genannt die Kirche des Herrn, die in der ganzen Welt zerstreut und aus den Guten gesammelt ist, und auch die Gemeinde (der Heiligen) genannt wird. Diese Gemeinde oder diese Kirche ist das Reich des Herrn auf Erden, das verbunden ist mit dem Reich des Herrn in den Himmeln, und dadurch mit dem Herrn selbst. 7397. "Daß die Frösche ausgerottet werden von dir und von deinen Häusern", 2. Mose 8/5, bedeutet, daß die Vernünfteleien aufhören. Dies erhellt aus der Bedeutung der Frösche, sofern sie die Vernünfteleien aus lauter Falschem bezeichnen, wovon Nr. 7351, 7352, 7384; aus der Bedeutung von ausrotten, sofern es heißt aufhören; denn ausrotten wird gesagt von den Fröschen, aber aufhören von den Vernünfteleien. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, von dem weg die Frösche ausgerottet werden sollen, sofern er diejenigen darstellt, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 7396; und aus der Bedeutung der Häuser, sofern sie das bezeichnen, was dem natürlichen Gemüt angehört. Daß das Haus das natürliche Gemüt bedeutet, sehe man Nr. 4973, 5023, 7353; daher bezeichnen die Häuser das, was in denselben ist. 7398. "Nur im Strom werden sie übrigbleiben", 2. Mose 8/5, bedeutet, sie werden zurückbleiben beim Falschen, wo dieses ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stromes, hier des Stromes Ägyptens, sofern er das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 6693, 7307; und aus der Bedeutung von übrigbleiben, sofern es heißt zurückbleiben. Damit verhält es sich so: Alles, was beim Menschen (in sein Inneres) eingeht, verbleibt bei ihm, hauptsächlich das, was aus Neigung aufgenommen wird. Man glaubt, daß das, was eingeht, ganz vergessen und ausgestoßen sei, wenn der Mensch sich nicht mehr daran erinnert, aber es ist nicht vergessen oder ausgestoßen, sondern es haftet darinnen, entweder im inwendigen Gedächtnis, oder im äußeren unter denjenigen Gegenständen, die zur Gewohnheit worden sind; denn was zur Gewohnheit wird, das ist wie die natürlichen Dinge, die von selbst hervorfließen und nicht erst durch bewußte Reflexion aus dem Gedächtnis hervorgerufen werden. Zum Beispiel die Rede des Menschen, deren Wörter aus dem Gedächtnis von selbst zufließen; auch die Gebärden und Handlungen, sogar die Schritte; und so auch das Denken. Diese Dinge werden von Kindheit an nach und nach aufgenommen, und mit der Zeit zur Gewohnheit, und dann fließen sie von selbst hervor. Hieraus, wie aus anderem dergleichen, ergibt sich, daß alles, was beim Menschen eindringt, und zur anderen Natur geworden, d.h., was man sich angewöhnt hat, nicht mehr als innewohnend wahrgenommen wird, während es doch im Inneren ist. So verhält es sich mit dem Falschen und Bösen, was beim Menschen eindringt, und auch mit dem Wahren und Guten. Das ist es, was ihn bildet und macht, daß er so ist, wie er ist. Daß alles, was der Mensch gesehen, gehört, gedacht, geredet und getan hat, (in seinem Inneren) eingeschrieben ist, sehe man Nr. 2474, 2489. Aus diesem wird nun klar, wie es zu verstehen ist, daß die Vernünfteleien bei dem Falschen, wo dieses sich befindet, zurückbleiben; denn sobald das Falsche beseitigt wird, so bekommt es seine Stelle anderswo im Natürlichen, und mit dem Falschen (bleibt) auch der Trieb und die Begierde zum Vernünfteln; aber nicht wie vorher in der Mitte, unmittelbar unter dem Blick des Gemüts. Daher kommt es, daß, wie im Folgenden erwähnt wird, die Frösche in Haufen gesammelt wurden, und daß das Land davon stank, wodurch bezeichnet wird, daß jenes vernünftelnde Falsche bündelweise im Natürlichen geordnet wurde, und daß daher das Garstige und Abscheuliche (komme), man sehe unten Nr. 7408, 7409. 7399. "Und er sprach: morgen", 2. Mose 8/6, bedeutet auf immer. Dies erhellt aus der Bedeutung von morgen, sofern es heißt auf immer und ewig, wovon Nr. 3998. 7400. "Da sprach er: Nach deinem Wort (soll geschehen)", 2. Mose 8/6, bedeutet die Bestätigung sofort, was ohne Erklärung erhellt. 7401. "Auf daß du wissest, es sei keiner, wie Jehovah, unser Gott", 2. Mose 8/6, bedeutet, es sei nur ein Gott und keiner außer Ihm. Dies ergibt sich daraus, daß, wenn im historischen Sinn gesagt wird, es sei keiner wie Jehovah Gott, im inneren Sinn verstanden wird, es sei kein Gott außer Ihm, und weil keiner außer Ihm, so sei nur ein Gott. Im Wort wird einigemal gesagt, daß keiner sei wie Jehovah Gott, dann auch, daß kein Gott sei wie Er; so wurde im Wort gesagt, weil man zu der Zeit und in dem Land, wo die Kirche war, wie auch in den Ländern, wo die Kirche nicht war, mehrere Götter verehrte, und ein jeder seinen Gott dem Gott des anderen vorzog. Sie unterschieden sie durch Namen und den Gott der Israeliten und Juden durch den Namen Jehovah. Die Juden und Israeliten selbst glaubten, es gebe mehrere Götter, aber Jehovah sei größer als die übrigen wegen der Wunder; deshalb verfielen sie auch, als die Wunder aufhörten, sogleich auf die Verehrung anderer Götter, wie aus den Geschichten des Wortes erhellt. Daß ein Gott sei und keiner außer Ihm, sagten sie zwar mit dem Mund, aber die glaubten es nicht von Herzen; daher nun wird im Wort gesagt, daß Jehovah größer sei, als die übrigen Götter, und keiner wie Er, wie Ps.77/14,15: "Welcher Gott ist groß wie Du, Du bist der Gott, der Wunder tut". Ps.113/5: "Wer ist wie Jehovah, unser Gott". Ps.95/3: "Ein großer Gott ist Jehovah, und ein König, groß über alle Götter". Ps.96/4: "Groß ist Jehovah und sehr gepriesen; zu fürchten ist Er über alle Götter". Deswegen wird Jehovah auch genannt der Gott der Götter und der Herr der Herren: Ps.136/2,3; Dan.2/47; daß dies jedoch im inneren Sinn bedeutet, es sei ein Gott, und keiner außer Ihm, erhellt bei Jes.46/9: "Gedenket an das vorige von Alters her, weil Ich Gott bin, und kein Gott mehr, und keiner wie Ich". 7402. "Und die Frösche werden zurückweichen von dir und von deinen Häusern und von deinen Knechten und von deinem Volk", 2. Mose 8/7, bedeutet, sie sollten nicht genötigt werden, aus lauter Falschem zu vernünfteln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zurückweichens der Frösche, sofern es ausdrückt, nicht genötigt werden aus lauter Falschem zu vernünfteln, wovon Nr. 7392. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die darstellt, die im Falschen sind und anfechten, wovon früher; aus der Bedeutung der Häuser, sofern sie das bezeichnen, was dem natürlichen Gemüt angehört, wovon Nr. 7397; und aus der Bedeutung seiner Knechte und seines Volkes, sofern es alle und jede bezeichnet, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 7396. 7403. "Nur im Strom werden sie übrigbleiben", 2. Mose 8/7, bedeutet, sie werden noch bleiben beim Falschen, wo dieses (sich befindet). Dies erhellt aus Nr. 7398, wo die gleichen Worte. 7404. "Da gingen Mose und Aharon hinweg von Pharao", 2. Mose 8/8, bedeutet die Trennung von denen, die aus lauter Falschem vernünftelt haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinweggehen, sofern es heißt, sich trennen; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und Aharons, sofern sie das göttliche Gesetz darstellen, Mose das inwendige Gesetz und Aharon das äußere, wovon Nr. 7381; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 7396, hier die, welche durch Vernünfteleien aus lauter Falschem anfechten. 7405. "Und Mose schrie zu Jehovah wegen der Frösche, die Er über Pharao gebracht hatte", 2. Mose 8/8, bedeutet die Fürbitte. Dies erhellt aus dem Vorhergehenden, somit ohne weitere Erklärung. 7406. "Und Jehovah tat nach dem Wort Moses", 2. Mose 8/9, bedeutet, es sei so geschehen nach dem Wort des Herrn, denn was Mose erbeten hatte, kam zwar aus dem Mund Moses, aber dennoch vom Herrn; denn alles, was der Mensch denkt und daher redet, und alles, was er will und daher tut, fließt ein; der Mensch ist nur ein aufnehmendes Organ; (man sehe Nr. 6189-6215, 6307-6327, 6466-6495, 6598-6606, 6613-6626;) somit auch das, was Mose redete und tat. Deswegen wird hier durch "Jehovah tat nach dem Wort Moses" bezeichnet, es sei so geschehen nach dem Wort des Herrn. Daß Jehovah im Wort der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6281, 6303, 6905. 7407. "Und die Frösche starben weg aus den Häusern, aus den Höfen und aus den Feldern", 2. Mose 8/9, bedeutet, es hörten bei ihnen die Vernünfteleien aus lauter Falschem überall im Natürlichen auf. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt aufhören; aus der Bedeutung der Frösche, sofern sie Vernünfteleien aus lauter Falschem bezeichnen, wovon oben; aus der Bedeutung der Häuser, sofern sie das bezeichnen, was dem natürlichen Gemüt angehört, wovon Nr. 7397, hier, was das Inwendigere in demselben ist; aus der Bedeutung der Höfe, sofern sie das Auswendigere des natürlichen Gemüts bezeichnen. Daß das Natürliche ein inneres und ein äußeres ist, sehe man Nr. 3293, 3294, 4570, 5118, 5497, 5649. Ferner aus der Bedeutung der Felder, sofern sie das Allgemeinere, somit das noch mehr Auswendige bezeichnen, denn die Felder sind außerhalb der Häuser und Höfe. Somit wird durch "die Frösche starben weg aus den Häusern, aus den Höfen und aus den Feldern" bezeichnet, die Vernünfteleien aus lauter Falschem hörten überall im Natürlichen auf. 7408. "Und sie sammelten sie haufenweise", 2. Mose 8/10, bedeutet, jenes vernünftelnde Falsche wurde bündelweise im Natürlichen geordnet. Dies erhellt aus der Bedeutung von "haufenweise gesammelt werden", sofern es soviel ist als bündelweise geordnet werden. Daß haufenweise gesammelt werden dieses bedeutet, hat den Grund, weil alles, was im Gemüt des Menschen sich befindet, in Reihen und gleichsam in Bündel geordnet ist, (man sehe Nr. 5339, 5530, 5881;) daß eine solche Anordnung stattfindet, erhellt aus der Anordnung aller Teile im Leibe, hier erscheinen die Fasern in Bündeln, die Drüsen in Knäuel geordnet, und zwar überall. Noch vollkommener in den reineren Dingen, die für das bloße Auge nicht sichtbar sind. Jene bündelweise Anordnung stellt sich besonders sichtbar dar im Gehirn, in den beiden Substanzen desselben, von denen eine die Rindensubstanz, die andere die Marksubstanz genannt wird. In ähnlicher Weise verhält es sich bei den reineren und zuletzt bei den reinsten Substanzen, wo die Formen sind, die diese aufnehmen, die eigentlichen Lebensformen. Daß es Formen und Substanzen gibt, die das Leben aufnehmen, kann aus dem einzelnen erhellen, was in dem lebendigen Wesen erscheint, wie auch, daß die aufnehmenden Formen oder Substanzen auf das genaueste für den Einfluß des Lebens eingerichtet sind. Ohne die Aufnahme des Lebens in Substanzen, die Formen sind, gäbe es gar nichts Lebendiges, weder in der natürlichen, noch in der geistigen Welt. Es sind Reihen der reinsten Gewebe (stamina), Bündeln gleich, aus denen jene Formen bestehen. Ebenso verhält es sich mit dem, was darin auf ganz eigentümliche Weise modifiziert wird; denn diese Modifikationen gestalten sich nach den Formen, welche Substanzen sind, in denen sie vor sich gehen und von denen sie herkommen; denn die Substanzen oder Formen sind die bestimmenden Subjekte. Daß die wissenschaftlich Gebildeten das, was zum Leben des Menschen gehört, wie das, was seinem Denken und Wollen angehört, sich ohne aufnehmende Substanzen oder Formen gedacht haben, kam daher, daß sie glaubten, das Leben oder die Seele sei entweder etwas Flammendes oder Ätherisches oder etwas, das nach dem Tode verschwinde. Daher die unsinnige Meinung, die gar viele von ihnen haben, daß es kein Leben nach dem Tod gebe. Aus diesem kann erhellen, wie es zu verstehen ist, daß das vernünftelnde Falsche im Natürlichen bündelweise geordnet wurde. HG 7409 7409. "Und es stank das Land", 2. Mose 8/10, bedeutet das Garstige und Abscheuliche infolgedessen. Dies erhellt aus der Bedeutung von stinken, sofern es das bezeichnet, was garstig und abscheulich ist, wovon Nr. 4516, 7161, 7319; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenlandes, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. 7410. Vers 11-15: Da (nun) Pharao sah, daß (ihm) Luft geworden, verstockte er sein Herz, und hörte nicht auf sie, wie Jehovah geredet hatte. Und Jehovah sprach zu Mose: Sage zu Aharon: Strecke deinen Stab aus, und schlage den Staub des Landes, und er soll zu Läusen werden in ganz Ägyptenland. Und sie taten also, und Aharon streckte seine Hand aus mit seinem Stabe und schlug den Staub des Landes, und es waren Läuse an Menschen und Vieh. Aller Staub des Landes ward zu Läusen in ganz Ägyptenland. Und die Zauberer taten auch also mit ihren Beschwörungen, um die Läuse hervorzubringen, aber sie konnten nicht; und die Läuse waren an Menschen und Vieh. Da sprachen die Zauberer zu Pharao: Das ist Gottes Finger; aber das Herz Pharaos war verhärtet, und er hörte nicht auf sie, wie Jehovah geredet hatte. "Da (nun) Pharao sah, daß (ihm) Luft geworden" bedeutet der Überdruß habe aufgehört; "verstockte er sein Herz" bedeutet die Hartnäckigkeit; "und hörte nicht auf sie" bedeutet den Ungehorsam "wie Jehovah geredet hatte" bedeutet der Vorhersage gemäß; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet, von neuem eine Belehrung; "sage zu Aharon" bedeutet den Einfluß des inwendigen Gesetzes ins äußere Gesetz; "Strecke deinen Stab aus" bedeutet, er soll die göttliche Macht zeigen; "und schlage den Staub des Landes" bedeutet, er solle dasjenige zutage fördern was verdammt ist im Natürlichen; "und er soll zu Läusen werden" bedeutet, es werde Böses daraus entstehen; "in ganz Ägyptenland" bedeutet durch das ganze natürliche Gemüt hindurch; "und sie taten also" bedeutet die Wirkung; "und Aharon streckte seine Hand aus mit seinem Stabe" bedeutet die Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre; "und schlug den Staub des Landes" bedeutet das Verdammte wurde zutage gefördert; "und es waren Läuse an Menschen und Vieh" bedeutet das innere und äußere Böse der Begierden von daher; "aller Staub des Landes ward zu Läusen in ganz Ägyptenland" bedeutet, dasselbe (Böse sei hervorgegangen) aus Verdammtem; "und die Zauberer taten auch also mit ihren Beschwörungen, um die Läuse hervorzubringen" bedeutet den Versuch, die göttliche Ordnung zu verkehren, und das gleiche auch hierin nachzubilden; "aber sie konnten nicht" bedeutet, vergebens; "und die Läuse waren an Menschen und Vieh" bedeutet das innere und äußere Böse der Begierden; "da sprachen die Zauberer zu Pharao" bedeutet das Innewerden und die Mitteilung desselben an die, welche im Bösen; "das ist Gottes Finger" bedeutet, es sei die Macht aus dem Göttlichen; "aber das Herz Pharaos war verhärtet" bedeutet die Hartnäckigkeit; "und er hörte nicht auf sie" bedeutet den Ungehorsam; "wie Jehovah geredet hatte" bedeutet der Vorhersage gemäß. 7411. "Da (nun) Pharao sah, daß (ihm) Luft geworden", 2. Mose 8/11, bedeutet, der Überdruß habe aufgehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von es sei Luft geworden, sofern es heißt, das Unangenehme sei nicht mehr vorhanden, somit es sei kein Überdruß mehr da. Daß es ihnen widrig und unangenehm war, aus lauter Falschem zu vernünfteln, sehe man Nr. 7392. Das Angenehme macht, daß der Mensch frei und voll atmet, das Unangenehme aber, daß er nicht frei und nicht voll (atmet), daher kommt es, daß dadurch, daß ihm Luft geworden, bezeichnet wird, das Unangenehme oder der Überdruß habe aufgehört. 7412. "Verstockte er sein Herz", 2. Mose 8/11, bedeutet die Hartnäckigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von verstockt werden, wie auch von verhärtet und bestärkt werden im Herzen, sofern es die Hartnäckigkeit ausdrückt, wovon Nr. 7272, 7300, 7305. 7413. "Und hörte nicht auf sie", 2. Mose 8/11, bedeutet den Ungehorsam; man sehe Nr. 7224, 7275, 7301, 7339, wo die gleichen Worte. 7414. "Wie Jehovah geredet hatte", 2. Mose 8/11, bedeutet der Vorhersage gemäß; man sehe Nr. 7302, 7340. 7415. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 8/12, bedeutet, von neuem eine Belehrung; man sehe Nr. 7186, 7226, 7267, 7304, 7380. 7416. "Sage zu Aharon", 2. Mose 8/12, bedeutet den Einfluß des inwendigen Gesetzes ins äußere Gesetz; man sehe Nr. 7381. 7417. "Strecke deinen Stab aus", 2. Mose 8/12, bedeutet, er solle die göttliche Macht zeigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausstrecken, sofern es heißt ausüben und zeigen, wie früher; und aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die Macht bezeichnet wovon Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 6947, 7011, 7026. Es war die göttliche Macht, weil Aharon keine Macht hatte, noch weniger im Stab eine solche war, sondern die Macht durch Aharon und seinen Stab ausgeübt wurde. Durch den Stab wurde sie ausgeübt, weil das, was innerhalb der Kirche auf göttlichen Befehl geschah, durch Vorbildliches geschah, dies war nämlich der Fall vor dem Kommen des Herrn; somit durch das Ausstrecken der Hand und des Stabes, weil der Arm und die Hand der Macht entsprechen, und daher auch der Stab. Der Grund, warum vor dem Kommen des Herrn das, was innerhalb der Kirche auf göttlichen Befehl geschah, durch Vorbildliches bewirkt wurde, war der, weil alles und jedes den Herrn und Sein Reich in den Himmeln und Sein Reich auf Erden oder die Kirche vorbildete. Daß es so ist, kann auch aus dem Wort erhellen, in dem alles samt und sonders im höchsten Sinn vom Herrn und im inneren Sinn von Seinem Reich und der Kirche handelt. 7418. "Und schlage den Staub des Landes", 2. Mose 8/12, bedeutet, er soll dasjenige zutage fördern, was verdammt ist im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, sofern es heißt zutage fördern; aus der Bedeutung des Staubes, sofern er das Verdammte bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenlandes, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 7409. Daß der Staub das Verdammte bedeutet, hat den Grund, weil die Orte, wo böse Geister sind, auf den Seiten unter den Fußsohlen als ein Land erscheinen, und zwar als ein unangebautes und dürres Land, unter welchem Land sich einige Höllen befinden. Dieses Land wird das verdammte Land (oder das Land der Verdammnis) genannt, und der Staub daselbst bedeutet das Verdammte. Ich durfte einigemal sehen, daß böse Geister den Staub dort von ihren Füßen abschüttelten, wenn sie einen der Verdammnis übergeben wollten. Es erschien dies rechts, ein wenig nach vorne, auf der Grenzscheide bei der Hölle der Zauberer, da, wo die Geister in ihre Hölle hinabgestürzt werden, die, während sie in der Welt lebten, die Erkenntnis des Glaubens gehabt und doch ein böses Leben geführt hatten. Daher kommt es nun, daß durch den Staub das Verdammte bezeichnet wird, und durch das Abschütteln des Staubes die Verdammnis. Weil dieses bezeichnet wurde, befahl der Herr seinen Jüngern, sie sollten, wenn man sie nicht aufnehme, den Staub der Füße abschütteln, worüber es heißt bei Matth.10/14,15; Mark.6/11; Luk.9/5; 10/10-12: "So man euch nicht aufnimmt, und eure Worte nicht hört, so gehet aus jenem Haus oder Stadt, und schüttelt den Staub von euren Füßen; wahrlich, Ich sage euch, erträglicher wird es gehen dem Lande Sodoms und Gomorrahs am Tage des Gerichts, als solcher Stadt": unter den Jüngern werden hier nicht die Jünger verstanden, sondern alles, was der Kirche angehört, somit alles dem Glauben und der Liebtätigkeit Angehörige: Nr. 2089, 2129 E, 2130 E, 3354, 3858, 3913, 6397. Durch nicht aufnehmen und nicht hören, wird bezeichnet, das Wahre verwerfen, das dem Glauben, und das Gute, das der Liebtätigkeit angehört. Durch das Abschütteln des Staubes der Füße wird die Verdammnis bezeichnet. Daß es Sodom und Gomorrah erträglicher gehen soll, als einer solchen Stadt, hat den Grund, weil durch Sodom und Gomorrah diejenigen verstanden werden, die im Bösen des Lebens sind, die aber vom Herrn und vom Wort nichts gewußt hatten, somit es auch nicht annehmen konnten. Hieraus kann erhellen, daß nicht ein Haus oder eine Stadt, welche die Jünger nicht aufnehmen würde, verstanden wird, sondern diejenigen, die innerhalb der Kirche sind und kein Glaubensleben leben. Jeder kann einsehen, daß nicht eine ganze Stadt deswegen verdammt sein kann, weil sie die Jünger nicht aufnahmen, und die neue Lehre, die sie predigten, nicht sogleich anerkannten. Auch wird das Verdammte bezeichnet durch den Staub, den sie ehemals auf das Haupt legten, wenn sie im Leid und in der Reue waren; wie bei Jerem.Klagel.2/10: "Sie sitzen auf der Erde, es schweigen die Ältesten der Tochter Zions, sie haben Staub gelegt auf ihr Haupt; sie gürteten sich mit Säcken, zur Erde senkten ihr Haupt die Jungfrauen Jerusalems". Hes.27/30: "Sie werden bitterlich schreien, und Staub hinaufbringen auf ihre Häupter; im Staub wälzen sie sich". Micha 1/10: "Weinet doch nicht im Haus Aphras, im Staub wälze dich". Joh.Offenb.18/19: "Sie warfen Staub auf ihre Häupter, und schrieen weinend und klagend". So auch hie und da in den historischen Teilen des Wortes. Durch den Staub auf den Häuptern und durch das Hinwerfen des Leibes und des Hauptes auf die Erde und das Wälzen dort im Staub wurde die Demütigung vorgebildet, die, wenn echter Art, so beschaffen ist, daß sie sich anerkennt und fühlt als verdammt, aber aus der Verdammnis errettet (und wieder angenommen) vom Herrn; man sehe Nr. 2327, 3994, 4347, 5420, 5957. Durch den Staub, zu dem das goldene Kalb zerstoßen und zermalmt wurde, das sie in der Wüste machten, wird ebenfalls das Verdammte bezeichnet, wovon es heißt 5. Mose 9/21: "Eure Sünde, die ihr gemacht habt, das Kalb habe Ich genommen und es mit Feuer verbrannt, und habe es zerstoßen, tüchtig zermalmend, bis daß es zerrieben wurde zu Staub, und seinen Staub habe Ich geworfen in den Bach, der vom Berg herabkommt". Durch Staub wird das Verdammte bezeichnet auch in folgenden Stellen: 1. Mose 3/14: "Jehovah Gott sprach zur Schlange: auf dem Bauche wirst du gehen, und Staub essen alle Tage deines Lebens". Micha 7/14,16,17: "Weide dein Volk, wie in den Tagen des Altertums; sehen werden es die Völkerschaften und zuschanden werden vor all seiner Macht; Staub werden sie lecken wie die Schlange". Jes.65/25: "Die Schlange hat Staub zum Brot". Jes.47/1: "Steige herunter und sitze auf dem Staube, Jungfrau, Tochter Babels". Ps.44/26: "Gebückt ist zum Staub unsere Seele, angeklebt an die Erde unser Bauch". Ps.119/25: "Es klebt am Staub meine Seele, belebe mich". Staub bezeichnet aber im Wort auch das Grab, sodann das Niedrige, wie auch das Zahlreiche. 7419. "Und er soll zu Läusen werden", 2. Mose 8/12, bedeutet, es werde Böses daraus entstehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Läuse, sofern sie Böses bezeichnen; aber was für Böses es ist und aus welchem Ursprung, kann aus der Entsprechung des Bösen mit solchen Dingen erhellen, sofern es hauptsächlich das Böse ist, das im Sinnlichen oder im ganz äußeren Menschen (sich zeigt). Die Entsprechung kommt daher, weil die Läuse in der äußersten Haut sind, und hier im Schmutz und unter dem Grind. Das Sinnliche derer, welche die Erkenntnis des Glaubens hatten, aber ein böses Leben führten, ist auch so beschaffen: wenn ihnen jene Kenntnis weggenommen wird, wie es bei solchen im anderen Leben geschieht, dann zeigt sich ein rohes und stumpfsinniges Gemüt; etliche Mal kamen sie mir zu Gesicht; sie sind garstig und abscheulich. Ihre Anfechtungen durch Böses werden dadurch bezeichnet, daß sie beißen. Daß die Läuse diese Bedeutung haben, kann nicht aus anderen Stellen im Wort begründet werden, denn sie werden bloß bei David erwähnt, wo von Ägypten die Rede ist: Ps.105/31 7420. "In ganz Ägyptenland", 2. Mose 8/12, bedeutet im ganzen natürlichen Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. 7421. "Und sie taten also", 2. Mose 8/13, bedeutet die Wirkung, was ohne Erklärung erhellt. 7422. "Und Aharon streckte seine Hand aus mit seinem Stabe", 2. Mose 8/13, bedeutet die Macht des inwendigen Wahren durch das äußere Wahre. Dies erhellt aus Nr. 7382, wo die gleichen Worte. HG 7423 7423. "Und schlug den Staub des Landes", 2. Mose 8/13, bedeutet, das Verdammte wurde zutage gefördert. Dies erhellt aus Nr. 7418. 7424. "Und es waren Läuse an Menschen und Vieh", 2. Mose 8/13, bedeutet das innere und das äußere Böse der Begierden von daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Läuse, sofern sie das Böse bezeichnen, wovon Nr. 7419; aus der Bedeutung des Menschen, sofern er das Gute bezeichnet, wovon Nr. 4287, 5302, somit im entgegengesetzten Sinn das Böse; und aus der Bedeutung des Viehs, sofern es die Neigung zum Guten und im entgegengesetzten Sinn die Neigung zum Bösen bezeichnet, oder die Begierde, (wovon Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 2179, 2180, 3218, 3519, 5198). Wenn aber Mensch und Vieh genannt wird, dann wird durch den Menschen das inwendigere Gute und im entgegengesetzten Sinn das inwendigere Böse, und durch Vieh das äußere Gute und im entgegengesetzten Sinn das äußere Böse bezeichnet. Der Grund, warum durch den Menschen das inwendigere Gute oder Böse bezeichnet wird, ist der, weil der Mensch ein Mensch ist vermöge seines inwendigen Menschen und seiner Beschaffenheit, nicht aber vermöge des äußeren Menschen. Denn der äußere Mensch ist kein Mensch ohne den inwendigen. Auf daß aber der äußere Mensch auch wirklich Mensch sei, muß er dem inwendigen ganz untergeordnet sein, so daß er nicht aus sich, sondern aus dem inwendigen handelt. Daß durch das Vieh das äußere Gute und im entgegengesetzten Sinn das äußere Böse bezeichnet wird, hat den Grund, weil es bei den Tieren kein Inneres gibt wie bei den Menschen. Das Innere, das sie haben, ist so ins Äußere versenkt, daß es eins ist mit demselben und zugleich abwärts oder zur Erde blickt, ohne alle Erhebung zum Inwendigeren. Böses der Begiedren wird gesagt, weil alles Böse Sache der Begierden ist; denn die Begierden gehen aus den Trieben der Liebe hervor. Das innere Böse ist vom äußeren Bösen dadurch unterschieden, daß das innere Böse dem Denken und Wollen, das äußere Böse aber dem Tun angehört. Daß es ein inneres Böses gibt ohne ein äußeres, wird daraus klar, daß der Mensch böse sein und doch der äußeren Form nach als ein rechtschaffener Mann, ja als ein gläubiger und gewissenhafter Mann erscheinen kann; einige verstehen es auch, sich in Engel des Lichts zu verstellen, während sie doch innerlich Teufel sind. Ein solcher Widerspruch kann stattfinden zwischen der inneren Form, die dem Geist angehört, und der äußeren, die dem Leibe angehört. 7425. "Aller Staub des Landes ward zu Läusen in ganz Ägyptenland", 2. Mose 8/13, bedeutet, daß dieses (Böse) aus Verdammtem (stamme). Dies erhellt aus der Bedeutung des Staubes des Landes, sofern er das Verdammte bezeichnet, wovon Nr. 7418; aus der Bedeutung der Läuse, sofern sie das Böse bezeichnen, wovon Nr. 7419; und aus der Bedeutung Ägyptenlands, sofern es das natürliche Gemüt vorbildet, wovon Nr. 7420. 7426. "Und die Zauberer taten auch also mit ihren Beschwörungen um die Läuse hervorzubringen", 2. Mose 8/14, bedeutet den Versuch, die göttliche Ordnung zu verkehren, und auch hierbei das gleiche nachzubilden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie taten", sofern es nur der Versuch ist, das gleiche zu wirken, denn es folgt, daß sie nicht konnten. Aus der Bedeutung der Zauberer und der Beschwörungen, sofern sie ausdrücken: die göttliche Ordnung verkehren, und das gleiche in der äußeren Form nachbilden, wovon Nr. 7296, 7297, 7337; und aus der Bedeutung von "Läuse hervorbringen", sofern es heißt, dasjenige Böse hervorbringen, das durch die Läuse bezeichnet wird, wovon Nr. 7419. 7427. "Aber sie konnten nicht", 2. Mose 8/14, bedeutet: vergebens. Dies erhellt ohne Erklärung. 7428. "Und die Läuse waren an Menschen und Vieh", 2. Mose 8/14, bedeutet das innere und äußere Böse. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7424 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 7429. "Da sprachen die Zauberer zu Pharao", 2. Mose 8/15, bedeutet das Innewerden und die Mitteilung an die, welche im Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509, 5743; daß es auch Mitteilung bedeutet: Nr. 3060, 4131, 6228, 7291, 7381. Aus der Bedeutung der Zauberer, sofern es die sind, welche die göttliche Ordnung verkehren und das gleiche in der äußeren Form nachbilden, wovon Nr. 7426; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die vorbildet, die im Falschen sind und anfechten, wovon Nr. 6651, 6679, 6683, 7107, 7110, 7126, 7142, 7317; hier die, welche im Bösen sind, weil sie nun im Zustand des Bösen erscheinen, nachdem das vernünftelnde Falsche weggenommen worden, wie aus dem erhellt, was vorhergeht. 7430. "Das ist Gottes Finger", 2. Mose 8/15, bedeutet, es sei eine Macht aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fingers Gottes, sofern er die Macht vom Göttlichen bezeichnet. Daß der Finger die Macht bedeutet, hat den Grund, weil die Finger den Händen angehören, und durch die Hände die Macht bezeichnet wird: Nr. 878, 4931-4937, 6344, 6424, 6948. Daß der Finger die Macht ist, erhellt auch aus folgenden Stellen: Ps.8/4: "Wenn ich schaue die Himmel, das Werk Deiner Finger, den Mond und die Sterne, die Du bereitet hast". Luk.11/20: "Jesus sprach: wenn Ich durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen". Mark.7/32,33: daß Jesus "einem Tauben, der schwer redete, vom Volk besonders nahm, und Seine Finger in seine Ohren legte, und ausspuckend seine Zunge berührte", war ebenfalls ein Vorbild der göttlichen Macht. Daß der Finger die Macht vorbildet, erhellt auch aus den kirchlichen Gebräuchen bei den Juden, sofern Blut getan werden sollte auf den Daumen, und sofern der Priester das Blut mit dem Finger sprengen sollte, wovon es bei Mose also heißt: 2. Mose 29/20: "Du sollst einen Widder schlachten, und von dem Blute tun auf den Daumen der rechten Hand Aharons und seiner Söhne und auf den Daumen seines rechten Fußes". 3. Mose 14/14,16,17: "Der Priester soll nehmen vom Blut des Schuldopfers, und der Priester soll es tun auf den Knorpel des rechten Ohres dessen, der vom Aussatz gereinigt werden soll und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf den Daumen seines rechten Fußes. Hernach soll der Priester seinen rechten Finger ins Öl tauchen, das in seiner linken hohlen Hand, und vom Öl am Finger siebenmal sprengen vor Jehovah; vom Rest des Öls, das in seiner hohlen Hand, soll der Priester tun auf den Knorpel des rechten Ohres dessen, der gereinigt werden soll, und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf den Daumen seines rechten Fußes". 2. Mose 29/12: "Du sollst nehmen vom Blut des Farren und es tun auf die Hörner des Altars mit deinem Finger". Außerdem auch 3. Mose 4/6; 9/9. Daß alles dies Geheimnisse des Himmels und Heiliges bezeichnete, erhellt daraus, daß das Wort einen göttlichen Ursprung hat und bis auf jedes Häkchen eingegeben ist: Luk.16/17; somit auch dieses. Daß der Daumen und der Finger die Macht des Guten durch das Wahre bedeutet, wird aus dem inneren Sinn dieser Stelle klar. Auch wird die Macht durch den Finger bezeichnet Ps.144/1: "Gepriesen sei Jehovah, der meine Hände lehret den Streit und meine Finger den Krieg". Jes.17/8: "Er wird nicht blicken auf die Altäre, das Werk seiner Hände, und auf das, was seine Finger gemacht haben": Altäre für den Gottesdienst im allgemeinen: Nr. 4541; das Werk der Hände und das die Finger gemacht haben, für solches, das aus dem Eigenen stammt, somit was aus eigener Macht (hervorgegangen). 7431. "Aber das Herz Pharaos war verhärtet, und er hörte nicht auf sie", 2. Mose 8/15, bedeutet den Ungehorsam; man sehe Nr. 7224, 7275, 7301, 7339. 7432. "Wie Jehovah geredet hatte", 2. Mose 8/15, bedeutet der Vorhersage gemäß; man sehe Nr. 7302, 7340, 7414. 7433. Vers 16-20: Und Jehovah sprach zu Mose: Stehe früh auf am Morgen, und stelle dich vor Pharao; siehe, er geht hinaus an das Wasser, und sage zu ihm: So spricht Jehovah: Entlasse Mein Volk, daß sie Mir dienen. Denn wenn du Mein Volk nicht entlässest, siehe, so will Ich senden über dich und über deine Knechte und über dein Volk und über deine Häuser Ungeziefer; und die Häuser der Ägypter werden voll werden von Ungeziefer und auch das Land worauf sie wohnen. Und Ich will an jenem Tag das Land Gosen, worauf Mein Volk steht, unterscheiden, daß daselbst kein Ungeziefer sein soll, auf daß du wissest, daß Ich Jehovah bin in der Mitte des Landes. Und will eine Erlösung setzen zwischen Meinem Volk und zwischen deinem Volk; morgen soll dies Zeichen geschehen. Und Jehovah tat also, und es kam schweres Ungeziefer in das Haus Pharaos und in das Haus seiner Knechte und in ganz Ägyptenland; das Land verdarb von dem Ungeziefer. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet abermalige Belehrung; "stehe früh auf am Morgen" bedeutet die Erhebung zu einem noch größeren Zeichen der Macht; "und stelle dich vor Pharao" bedeutet die Erscheinung des Göttlichen bei denen, die im Bösen; "siehe, er geht hinaus an das Wasser" bedeutet, daß sie aus jenem Bösen abermals Falsches denken; "und sage zu ihm: So spricht Jehovah" bedeutet den Befehl; "entlasse Mein Volk, daß sie Mir dienen" bedeutet, sie sollen die Angehörigen der geistigen Kirche ihren Gott in der Freiheit verehren lassen; "denn wenn du Mein Volk nicht entlässest" bedeutet, wenn sie dieselben nicht frei ließen; "siehe, so will Ich senden über dich und über deine Knechte und über dein Volk und über deine Häuser Ungeziefer" bedeutet, so würden sie das böswillige Falsche in allem und jedem haben; "und die Häuser der Ägypter werden voll werden von Ungeziefer und auch das Land worauf sie wohnen" bedeutet das Falsche der Böswilligkeit werde das Ganze des natürlichen Gemüts einnehmen; "und Ich will an jenem Tag das Land Gosen, worauf Mein Volk steht, unterscheiden, daß daselbst kein Ungeziefer sein soll" bedeutet, sie würden durch das Falsche der Böswilligkeit die Angehörigen der geistigen Kirche nicht anfechten können, obwohl sie nahe bei ihnen sein würden; "auf daß du wissest, daß Ich Jehovah bin in der Mitte des Landes" bedeutet die Wahrnehmung daraus, daß der Herr allein der Gott der Kirche sei; "und will eine Erlösung setzen zwischen Meinem Volk und zwischen deinem Volk" bedeutet die Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche von denen, die in den nahen Höllen (sich befinden); "morgen soll dies Zeichen geschehen" bedeutet die Offenbarung der göttlichen Macht dadurch für immer; "und Jehovah tat also" bedeutet wie gesagt, so getan; "und es kam schweres Ungeziefer in das Haus Pharaos und in das Haus seiner Knechte und in ganz Ägyptenland" bedeutet, daß böswilliges Falsches überall bei ihnen hervorbrach; "das Land verdarb von dem Ungeziefer" bedeutet das natürliche Gemüt wurde in betreff des Wahren verdorben. 7434. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 8/16, bedeutet abermalige Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Jehovah zu Mose geschieht, sofern es eine Belehrung bezeichnet, wovon Nr. 7186, 7226, 7267, 7304, 7415; hier eine abermalige Belehrung, weil gesagt wurde, was abermals getan werden sollte. 7435. "Stehe früh auf am Morgen", 2. Mose 8/16, bedeutet die Erhebung zu einem noch größeren Zeichen der Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von früh aufstehen, sofern es eine Erhebung bezeichnet. Daß aufstehen Erhebung bedeutet, sehe man Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 4103, wie auch, daß "frühe" Erhebung bezeichnet: Nr. 7306. Eigentlich wird durch frühe aufstehen der Zustand der Erleuchtung bezeichnet: Nr. 3458, 3723, weil aber eine Erleuchtung, die vom Göttlichen durch den Einfluß des Guten und Wahren geschieht, nicht möglich ist bei den Bösen, die durch Pharao und die Ägypter vorgebildet werden, sondern eine Erhebung zum Aufmerken, deswegen wird durch frühe aufstehen am Morgen, hier eine solche Erhebung bezeichnet; daß es zu einem noch größeren Zeichen der Macht ist, erhellt aus dem Folgenden, wo von einem ganz neuen Zeichen die Rede ist. 7436. "Und stelle dich vor Pharao", 2. Mose 8/16, bedeutet die Erscheinung des Göttlichen bei denen, die im Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich stellen vor jemand", sofern es eine Gegenwart bezeichnet, hier die Erscheinung des Göttlichen, weil Mose sich stellen sollte, der das Wahre vom Göttlichen vorbildet, durch welches das Göttliche erscheint; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen, hier die, welche im Bösen sind, wie Nr. 7429. 7437. "Siehe, er geht hinaus an das Wasser", 2. Mose 8/16, bedeutet, daß sie aus jenem Bösen abermals Falsches denken. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinausgehen, sofern es das aus dem Bösen stammende Denken an Falsches bezeichnet; denn von denen, die im Bösen sind, wird gesagt, sie gehen hinaus, wenn sie aus demselben an Falsches denken, denn das Böse ist, weil es dem Willen angehört, das Inwendigste; außerhalb desselben ist das Falsche, weil das Falsche dem Verstand und daher dem Denken angehört. Dies wird durch ausgehen im geistigen Sinn bezeichnet, wie auch böses Tun aus bösem Willen, wie Mark.7/20-23. Und aus der Bedeutung des Wassers, sofern es Wahres und im entgegengesetzten Sinn Falsches bezeichnet, (wovon Nr. 739, 790, 2702, 3058, 3424, 4676, 5668); und weil das Wasser des Stroms Ägyptens, zu dem Pharao hinausgehen wollte, das Falsche bedeutet: Nr. 7307. Was das vom Bösen ausgehende Denken an Falsches betrifft, so merke man, daß die, welche im Bösen sind, notwendig aus demselben an Falsches denken müssen; denn das Böse gehört ihrem Willen und daher ihrer Liebe an, und das Falsche gehört ihrem Denken und daher ihrem Glauben an. Denn was der Mensch will, das liebt er, und was er liebt, das begründet und verteidigt er, und Böses kann nur durch Falsches begründet und verteidigt werden. Daher wird im Wort, wo das Böse mit einer Stadt verglichen wird, das Falsche mit den Mauern um die Stadt her verglichen. Daß die, welche im Bösen sind, an Falsches denken, um dadurch Böses zu verteidigen, hat den Grund, weil das Böse die eigentliche Lust ihres Lebens ist und zwar so sehr, daß es ihr eigentliches Leben ist. Wenn sie daher von anderen vernehmen, daß es böse sei, so ersinnen sie, damit es nicht als solches erscheine, Falsches, womit sie glauben machen wollen, es sei nicht böse. Wenn aber das Böse nicht wagt, durch Falsches an den Tag zu treten, so verbirgt es sich im Inneren und äußert sich nur, wenn die Furcht vor dem Gesetz oder auch die Furcht vor dem Verlust des guten Namens um des Einkommens willen, oder behufs der Bewerbung um Ehrenstellen aufhört, dann bricht das Böse hervor, entweder durch boshafte Ränke (per artes) oder durch Feindseligkeiten. Aus diesem kann erhellen, daß solche, die im Bösen sind, notwendig vom Bösen aus an Falsches denken müssen. So verhält es sich auch mit denjenigen, die im Stand des Guten sind, daß sie nämlich notwendig aus dem Guten an das Wahre denken müssen; denn das Gute und das Wahre sind verbunden, wie auch das Böse und das Falsche, und zwar so sehr, daß wer von jemand weiß, daß er im Guten ist, wissen kann, daß er auch im Wahren seines Guten ist; und daß, wer im Bösen, auch im Falschen seines Bösen ist, und in dem Maß im Falschen, als er Fähigkeit besitzt zu vernünfteln und zu verdrehen, und als er Furcht hegt vor dem Verlust des guten Namens wegen des Einkommens und der Ehrenstellen, und zwar insoweit als derselbe in der Freiheit Böses zu tun sein will. Es ist merkwürdig, daß solche, wenn sie eine Zeitlang Böses durch Falsches verteidigt haben, alsdann sich bereden, daß das Böse gut und das Falsche wahr sei. 7438. "Und sage zu ihm: So spricht Jehovah", 2. Mose 8/16, bedeutet den Befehl; man sehe Nr. 7036, 7310. 7439. "Entlasse Mein Volk, daß sie Mir dienen", 2. Mose 8/16, bedeutet, sie sollen die Angehörigen der geistigen Kirche, ihren Gott in der Freiheit verehren lassen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen oder fortlassen, sofern es soviel ist als freilassen; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier "Mein Volk" genannt werden, sofern es die Angehörigen der geistigen Kirche sind, wovon Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; und aus der Bedeutung von "dem Jehovah dienen", sofern es heißt verehren. Daß sie ihn in der Freiheit verehren sollten, erhellt aus dem, was folgt: 2. Mose 8/21-23, sodann daraus, daß jede Verehrung, wenn sie wahrhaft eine Verehrung sein soll, in der Freiheit geschehen muß. Daß die Söhne Israels das Volk Jehovahs genannt werden, geschah nicht deswegen, weil sie besser waren als andere Völkerschaften, sondern weil sie das Volk Jehovahs, d.h. die Angehörigen des geistigen Reiches des Herrn vorbildeten. Daß sie nicht besser waren als andere Völkerschaften, kann man an ihrem Leben in der Wüste sehen, sofern sie gar nicht an Jehovah, sondern in ihrem Herzen an die Götter der Ägypter glaubten, wie aus dem goldenen Kalb erhellt, das sie sich machten, und von dem sie sagten, das seien ihre Götter, die sie aus Ägypten geführt haben: 2. Mose 32/8. Man kann es auch sehen an ihrem Leben nachher im Land Kanaan, wovon in den historischen Teilen des Wortes (ehandelt wird) Ferner aus dem, was in den Propheten über sie und zuletzt, was vom Herrn gesagt worden. Daher kommt es, daß wenige von ihnen im Himmel sind; denn im anderen Leben erhielten sie ein ihrem Leben gemäßes Los. Man glaube demnach nicht, daß sie vor anderen zum Himmel auserwählt gewesen seien. Die da meinen, jene seien zum Himmel vor anderen auserwählt gewesen, glauben nicht, daß auf einen jeden sein Leben wartet; auch glauben sie nicht, daß der Mensch während seines ganzen Lebens in der Welt für den Himmel vorbereitet werden muß, und daß dieses durch die Barmherzigkeit des Herrn geschieht, und daß man nicht in den Himmel zugelassen wird aus bloßer Barmherzigkeit, wie man auch immer in der Welt gelebt habe. Eine solche Meinung vom Himmel und von der Barmherzigkeit des Herrn erzeugt nur die Lehre vom alleinigen Glauben und vom Seligwerden durch denselben ohne gute Werke; denn solche Leute bekümmern sich nicht um das Leben. Daher glauben sie auch, das Böse könne abgewaschen werden wie der Schmutz mit Wasser, und daß der Mensch in einem Augenblick ins Leben des Guten versetzt und folglich in den Himmel zugelassen werden könne, indem sie nicht wissen, daß die Bösen, wenn ihnen das Leben des Bösen weggenommen würde, gar kein Leben hätten, wie auch, daß die, welche im Leben des Bösen sind, wenn sie in den Himmel zugelassen würden, die Hölle in sich selbst fühlen würden, und zwar eine um so schlimmere, je tiefer sie in den Himmel (ugelassen würden) Aus diesem kann nun erhellen, daß die Israeliten und Juden keineswegs auserwählt, sondern bloß angenommen wurden, um das vorzubilden, was dem Himmel angehört; und daß dieses im Land Kanaan geschehen mußte, weil die Kirche des Herrn daselbst von den ältesten Zeiten her gewesen war und daher alle Orte daselbst Vorbilder himmlischer und göttlicher Dinge wurden. Auf solche Weise konnte auch das Wort geschrieben werden, in dem die Namen solches bezeichnen sollten, was sich auf den Herrn und sein Reich bezieht. 7440. "Denn wenn du Mein Volk nicht entlässest", 2. Mose 8/17, bedeutet, wenn sie dieselben nicht freiließen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt freilassen; und aus der Bedeutung des Volkes Jehovahs, sofern es die Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn bezeichnet, wie Nr. 7439. 7441. "Siehe, so will Ich senden über dich und über deine Knechte und über dein Volk und über deine Häuser Ungeziefer", 2. Mose 8/17, bedeutet, so würden sie das Falsche der Böswilligkeit in allem und jedem haben. Dies erhellt aus der Bedeutung Pharaos, seiner Knechte und seines Volkes, sofern diese das alles und jedes bezeichnen, was dem natürlichen Gemüt angehört, wovon Nr. 7396; wenn noch beigesetzt wird: "über die Häuser", so wird bezeichnet, auch über das inwendigere dieses Gemüts, wie Nr. 7407. Und aus der Bedeutung des Ungeziefers, sofern es das Falsche desjenigen Bösen ist, das durch das vorige Wunder bezeichnet wurde, somit das Falsche der Böswilligkeit. Was für Falsches und welche Gattung desselben hier durch das Ungeziefer bezeichnet wird, ergibt sich aus dem Bösen, von dem es herkommt. Daß dieses Böse ein solches war, das im Äußersten des natürlichen Gemüts, somit im Sinnlichen sich befindet, sehe man Nr. 7419; das daher kommende Falsche ist von der gleichen Gattung; dieses Falsche ist es, das auch durch die Fliegen Ägyptens bezeichnet wird bei Jes.7/18,19: "Geschehen wird an jenem Tage, zischen wird Jehovah der Fliege am Ende der Ströme Ägyptens und der Biene im Lande Aschur, sie werden kommen und alle sich niederlassen an den Flüssen der Einöden und in den Ritzen der Felsen": die Fliege an der Grenze der Ströme Ägyptens bedeutet Falsches, das im Äußersten des natürlichen Gemüts, somit in dem Sinnlichen wohnt, das dem Körper am nächsten ist. Dieses wird mit einem solchen Insekt verglichen, weil das, was sich hier befindet, sich ebenso verhält wie die Insekten, die in der Luft fliegen, und das Innere nicht nur verdunkelt, sondern auch demselben Schaden bringt; denn was hier sich befindet, besteht größtenteils in Einbildungen und Täuschungen, aus denen Vernünfteleien hervorgehen, die solchen Dingen gleich sind, die in der Luft schweben. Das Ungeziefer dieser Gattung wird bloß bei David erwähnt: Ps.78/45 und 105/31, wo ebenfalls von Ägypten die Rede ist. Man wisse, daß alle geflügelte Geschöpfe im Wort Verständiges und daher Wahres bedeuten und im entgegengesetzten Sinn Falsches, das von unedler und dunkler Art ist, wie das, was dem Sinnlichen eigen ist; denn wenn dieses nicht vom Inwendigen her erleuchtet wird, so ist es ganz im Dunkeln und Finstern, weil es dem Leib am nächsten steht und daher nahe an das Irdische grenzt, wo das Himmlische sich endigt und ins Dunkel versinkt. 7442. "Und die Häuser der Ägypter werden voll Ungeziefer werden, und auch das Land, worauf sie wohnen", 2. Mose 8/17, bedeutet, das Falsche der Böswilligkeit werde das Ganze des natürlichen Gemüts einnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von anfüllen, sofern es heißt einnehmen; aus der Bedeutung des Hauses der Ägypter, sofern es das Inwendigere des natürlichen Gemüts bezeichnet, wovon Nr. 7407; aus der Bedeutung des Ungeziefers, sofern es das Falsche der Böswilligkeit bezeichnet, wovon Nr. 7441; und aus der Bedeutung Ägyptenlands, sofern es das natürliche Gemüt im allgemeinen vorbildet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Wie es sich damit verhält, daß auch das Inwendigere des natürlichen Gemütes vom Falschen des Bösen werde eingenommen werden, das im Äußersten jenes Gemütes ist, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Was durch den Himmel vom Herrn beim Menschen einfließt, das fließt in sein Inneres ein, und dringt weiter bis zum Letzten oder Äußersten, und stellt sich hier dem Menschen fühlbar dar. Folglich fließt es ein bis in das Sinnliche, und durch dieses in das, was dem Leib angehört. Ist nun das Sinnliche angefüllt mit Phantasien, die aus Täuschungen und Scheinbarkeiten, oder gar aus Falschem (stammen), dann wird das Wahre, das einfließt, daselbst in Gleichartiges verwandelt, denn es wird hier der angenommenen Form gemäß aufgenommen: Nr. 7343. Inwieweit hier auch das Wahre in Falsches verwandelt wird, insoweit wird das Innere, das den Durchgang (für den Einfluß) bildet, verschlossen, und öffnet sich zuletzt nur so weit, daß die Fähigkeit zu vernünfteln und Böses durch Falsches zu begründen, hindurchfließen kann. Weil es sich so beim Menschen verhält, so ist notwendig, daß, wenn er wiedergeboren wird, sein Natürliches bis zum Sinnlichen hinab wiedergeboren werde, denn wenn dieses nicht wiedergeboren wird, so findet keine Aufnahme des Wahren und Guten statt, weil, wie oben gesagt wurde, das einfließende Wahre daselbst verkehrt, und dann das Inwendigere verschlossen wird. Deshalb ist dann erst, wenn das Äußere wiedergeboren ist, der ganze Mensch wiedergeboren. Dies wurde bezeichnet durch die Worte des Herrn zu Petrus, als Er dessen Füße wusch, bei Joh.13/9,10: "Simon Petrus sprach: Herr, nicht nur meine Füße sollst du waschen, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sprach zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nicht, denn daß er an den Füßen gewaschen werde, dann ist er ganz rein". Durch die Füße wird das Natürliche bezeichnet: Nr. 2162, 3761, 3986, 4280, 4938-4952. Waschen bedeutet reinigen: Nr. 3147, 5954E. Durch die Hände wird das Inwendigere des Natürlichen bezeichnet und durch das Haupt das Geistige. Hieraus wird klar, was verstanden wird durch "wer gewaschen (gebadet) ist, braucht nicht, denn daß er an den Füßen gewaschen werde, dann ist er ganz rein"; daß nämlich der Mensch alsdann wiedergeboren sei, wenn er auch in betreff des Äußeren, das dem Natürlichen angehört, wiedergeboren ist. Wenn daher der Mensch auch in betreff des Natürlichen wiedergeboren ist, dann ist hier alles dem Inwendigeren untergeordnet, und wenn das Inwendigere einfließt, so fließt es hier wie in sein Allgemeines ein, durch das es sich dem Menschen fühlbar darstellt. Wenn es so beim Menschen steht, dann wird von ihm die Neigung zum Wahren, das dem Glauben angehört, und die Neigung zum Guten, das der Liebtätigkeit angehört, empfunden. Aber das Sinnliche selbst, welches das Letzte des Natürlichen ist, läßt sich nicht leicht wiedergebären, aus dem Grunde, weil es mit materiellen Vorstellungen aus irdischen, leiblichen und weltlichen Dingen ganz angefüllt ist. Deswegen wird der Mensch, der wiedergeboren wird, hauptsächlich heutigen Tages, nicht in betreff des Sinnlichen wiedergeboren, sondern in betreff des Natürlichen, das zunächst über dem Sinnlichen ist, und zu dem er über das Sinnliche emporgehoben wird vom Herrn, wenn er an das Wahre und Gute des Glaubens denkt. Das Vermögen, sich über das Sinnliche zu erheben, ist es, was dem Menschen geschenkt wird, der vom Herrn wiedergeboren wird. Über das Sinnliche, wie beschaffen es sei, und wie das Denken über dasselbe erhoben werde, sehe man Nr. 5084, 5089, 5094, 5125, 5128, 5767, 6183, 6201, 6310, 6311, 6313, 6314, 6316, 6318, 6564, 6598, 6612, 6614, 6622, 6624, 6844, 6845, 6948,6949. 7443. "Und Ich will an jenem Tag das Land Gosen, worauf Mein Volk steht, unterscheiden, daß daselbst kein Ungeziefer sein soll", 2. Mose 8/18, bedeutet, sie würden durch das Falsche der Böswilligkeit (oder Bosheit) die Angehörigen der geistigen Kirche nicht anfechten können, obwohl sie nahe bei ihnen seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von unterscheiden, sofern es soviel ist als trennen, so daß keine Gemeinschaft besteht; aus der Bedeutung des Tages, sofern er einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850; daher bedeutet "unterscheiden an jenem Tage", trennen in jenem Zustand. Aus der Bedeutung des Landes Gosen, sofern es die Mitte oder das Inwendigste im Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 5910, 6028, 6031, 6068, und weil die Söhne Israels in Gosen waren, so bezeichnet es auch die Kirche: Nr. 6649. Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk Jehovahs sind, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, wovon Nr. 7439; und aus der Bedeutung des Ungeziefers, sofern es das Falsche der Böswilligkeit bezeichnet, wovon Nr. 7441. Daß daselbst kein Ungeziefer sein soll, heißt also, sie würden nicht einwirken, mithin nicht anfechten können durch jenes Falsche. Daß sie durch jenes Falsche nicht anfechten konnten, kommt daher, weil jenes Falsche Falsches aus Bösem ist im Äußersten des natürlichen Gemüts oder im Sinnlichen über dieses Sinnliche, somit über das Falsche; in demselbigen können diejenigen, die im Guten und Wahren sind, erhoben werden, gemäß dem, was Nr. 7442 gesagt wurde; und wenn sie erhoben werden, dann werden sie auch von denen, die im Falschen dort sind, getrennt. 7444. "Auf daß du wissest, daß Ich Jehovah bin in der Mitte des Landes", 2. Mose 8/18, bedeutet die Wahrnehmung, daß der Herr allein der Gott der Kirche sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von wissen, sofern es eine Wahrnehmung ist; und aus der Bedeutung der Mitte des Landes, sofern sie da ist, wo das Wahre und Gute bei den Angehörigen der Kirche des Herrn (sich befindet). Das Innerste ist da, wo das Wahre aus dem Guten ist: Nr. 3436, 6068, 6084, 6103; somit wird durch die Mitte des Landes die Kirche bezeichnet; das gleiche wie durch das Land Gosen, wovon Nr. 7443. Durch "Ich bin Jehovah" wird bezeichnet, Er sei allein der Ich bin , somit der alleinige Gott. Daß Jehovah im Wort der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6303, 6905, 6945, 6956. Hieraus wird klar, daß die Worte "auf daß du wissest, Ich sei Jehovah in der Mitte des Landes", die Wahrnehmung bedeutet, der Herr sei allein der Gott der Kirche. 7445. "Und will eine Erlösung setzen zwischen Meinem Volk und zwischen deinem Volk", 2. Mose 8/19, bedeutet die Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche von denen, die in den nahen Höllen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erlösung, sofern sie die Ausführung aus der Hölle ist, wovon Nr. 7205, und sofern sie insbesondere von denen gesagt wird, die aus der Abödung befreit werden: Nr. 2959. Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier unter "Mein Volk" (verstanden werden), sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 7439; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, die hier durch "dein Volk" gemeint sind, sofern es die sind, die in den nahen Höllen sich befinden und anfechten, wovon Nr. 7090. Hieraus wird klar, daß durch "Ich will eine Erlösung setzen zwischen Meinem Volk und zwischen deinem Volk", die Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche von denen, die in den Höllen sind, bezeichnet wird. 7446. "Morgen soll dies Zeichen geschehen", 2. Mose 8/19, bedeutet die Offenbarung der göttlichen Macht dadurch für immer. Dies erhellt aus der Bedeutung von "morgen" sofern es soviel ist als für immer, wovon Nr. 3998; und aus der Bedeutung des Zeichens, sofern es die Bestätigung der Wahrheit und so die Erkenntnis bezeichnet, wovon Nr. 6870, mithin die Offenbarung der göttlichen Macht; denn durch Zeichen wurde ehedem die Wahrheit und zugleich die göttliche Macht geoffenbart. 7447. "Und Jehovah tat also", 2. Mose 8/20, bedeutet: wie gesagt, so getan. Dies erhellt ohne Erklärung. 7448. "Und es kam schweres Ungeziefer in das Haus Pharaos und in das Haus seiner Knechte und in ganz Ägyptenland", 2. Mose 8/20, bedeutet, daß böswilliges Falsches überall bei ihnen hervorbrach. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ungeziefers, sofern es das Falsche der Böswilligkeit bezeichnet, wovon Nr. 7441; und aus der Bedeutung des Hauses Pharaos, des Hauses seiner Knechte und des ganzen Landes, sofern es das Ganze und Einzelne im Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 7396, 7441, 7442. Hier aus dem Ganzen und Einzelnen oder von allen Seiten her, weil bezeichnet wird, daß jenes Falsche hervorgebrochen sei. Daß das Ungeziefer ins Haus kam, bedeutet zunächst, daß das Falsche eindrang wo Böses war, und sich mit dem Bösen verband. Wenn aber das Falsche mit dem Bösen verbunden ist, dann bricht das Böse hervor durch das Falsche. Daher kommt es, daß durch "Ungeziefer kam in das Haus Pharaos und in das Haus seiner Knechte und in ganz Ägyptenland", bezeichnet wird, das böswillige Falsche sei hervorgebrochen und zwar von allen Seiten. 7449. "Das Land verdarb von dem Ungeziefer", 2. Mose 8/20, bedeutet, daß das natürliche Gemüt in betreff alles Wahren verdorben wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von verderben, sofern es soviel ist als zugrunde gerichtet werden; aus der Bedeutung Ägyptenlands, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301; und aus der Bedeutung des Ungeziefers, sofern es das Falsche der Böswilligkeit bezeichnet, wovon Nr. 7441. Es wird gesagt, daß es in betreff alles Wahren verdorben wurde, weil das Wahre durch das Falsche aus dem Bösen ganz verdorben wird. 7450. Vers 21-28: Da rief Pharao Mose und Aharon, und sprach: Gehet hin, opfert eurem Gott im Lande. Und Mose sprach: Es ist nicht ratsam, so zu tun, denn Greuel der Ägypter würden wir opfern dem Jehovah, unserem Gott; siehe, würden wir den Greuel der Ägypter opfern vor ihren Augen, würden sie uns nicht steinigen? Drei Tagreisen wollen wir ziehen in die Wüste, und opfern dem Jehovah, unserem Gott, wie Er uns gesagt hat. Da sprach Pharao: Ich will euch entlassen, daß ihr Jehovah, eurem Gott, opfert in der Wüste; nur entfernet euch nicht zu weit; flehet für mich. Und Mose sprach: Siehe, ich gehe hinweg von dir, und will zu Jehovah flehen, daß Er das Ungeziefer entferne von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk, morgen; nur daß Pharao hinfort nicht mehr betrüglich handle, so daß er das Volk nicht entlässet, zu opfern dem Jehovah. Da ging Mose hinweg von Pharao, und flehte zu Jehovah. Und Jehovah tat nach dem Wort Moses, und entfernte das Ungeziefer von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk; nicht eins blieb übrig. Aber Pharao verstockte sein Herz auch diesmal, und entließ das Volk nicht. "Da rief Pharao Mose und Aharon" bedeutet die Gegenwart des göttlichen Gesetzes; "und sprach: Gehet hin, opfert eurem Gott im Lande" bedeutet, sie wollten nicht hindern, daß jene ihren Gott verehren, aber in der Nähe bei ihnen; "und Mose sprach" bedeutet die Antwort; "es ist nicht ratsam, so zu tun, denn Greuel der Ägypter würden wir opfern dem Jehovah, unserem Gott" bedeutet, es würde das höllisch Garstige und Unsaubere einfließen; "siehe, würden wir den Greuel der Ägypter opfern vor ihren Augen" bedeutet, wenn in ihrer Gegenwart der Gottesdienst durch solches angefochten würde; "würden sie uns nicht steinigen?" bedeutet, so würden sie die Wahrheiten des Glaubens, die dem Gottesdienst angehören, auslöschen; "drei Tagreisen wollen wir ziehen in die Wüste" bedeutet, sie möchten sich ganz entfernen, um in der Freiheit zu sein; "und opfern dem Jehovah, unserem Gott" bedeutet, so würde es (ein rechter) Gottesdienst sein; "wie Er uns gesagt hat" bedeutet, wie Er geboten hatte; "da sprach Pharao: Ich will euch entlassen, daß ihr Jehovah, eurem Gott, opfert in der Wüste" bedeutet, sie wollten es ihnen überlassen, und sie nicht (darum) anfechten, daß sie ihren Gott in der Freiheit verehren; "nur entfernet euch nicht zu weit" bedeutet, obwohl sie in der Nähe wären; "flehet für mich" bedeutet, sie sollten Fürbitte tun; "und Mose sprach: Siehe, ich gehe hinweg von dir" bedeutet die Entfernung der Erscheinung des göttlich Wahren bei ihnen; "und will zu Jehovah flehen" bedeutet Fürbitte; "daß Er das Ungeziefer entferne von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk" bedeutet, auf daß jener Zustand in Ansehung des Falschen der Böswilligkeit ein Ende habe; "morgen" bedeutet auf immer; "nur daß Pharao hinfort nicht mehr betrüglich handle, so daß er das Volk nicht entlässet, zu opfern dem Jehovah" bedeutet, er solle nur nicht durch Lügen täuschen, so daß er sie nicht in der Freiheit ihren Gott verehren lasse; "da ging Mose hinweg von Pharao" bedeutet die Entfernung der Erscheinung des göttlich Wahren bei denen, die im Falschen der Böswilligkeit sind; "und flehte zu Jehovah" bedeutet Fürbitte; "und Jehovah tat nach dem Wort Moses" bedeutet, es sei so geschehen nach dem Wort des Herrn; "und entfernte das Ungeziefer von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk" bedeutet das Ende des Zustands dieses Falschen; "nicht eins blieb übrig" bedeutet völlige Entfernung; "aber Pharao verstockte sein Herz auch diesmal" bedeutet abermals Hartnäckigkeit; "und entließ das Volk nicht" bedeutet, sie ließen die Angehörigen der geistigen Kirche nicht frei. 7451. "Da rief Pharao Mose und Aharon", 2. Mose 8/21, bedeutet die Gegenwart des göttlichen Gesetzes. Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen, sofern es die Gegenwart bezeichnet, wovon Nr. 6177, 7390; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und Aharons, sofern sie das göttliche Gesetz darstellen, Mose das innere Gesetz und Aharon das äußere, wovon Nr. 7381, 7390. 7452. "Und sprach: Gehet hin, opfert eurem Gott im Lande", 2. Mose 8/21, bedeutet, sie wollten nicht hindern, daß jene ihren Gott verehrten, aber in der Nähe bei ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er sprach: gehet hin", sofern es ausdrückt, sie wollten es nicht hindern; aus der Bedeutung von opfern, sofern es soviel ist als verehren, wovon Nr. 7393; und aus der Bedeutung von "im Lande" nämlich in Ägyptenland, sofern es heißt: "in der Nähe". Daß "im Lande" soviel ist als in der Nähe, erhellt aus der Antwort Moses: "es sei nicht ratsam so zu tun, da sie einen Greuel der Ägypter opfern würden vor ihren Augen, sondern sie wollten drei Tagreisen ziehen in die Wüste, und dem Jehovah, ihrem Gott, opfern"; sodann aus der Antwort Pharaos: "sie sollten sich nicht zu weit entfernen": 2. Mose 8/21-24; somit wird durch Land im inneren Sinn verstanden, da wo die sich befinden, die im Falschen sind und anfechten. Über die Nähe derselben sehe man Nr. 7090. 7453. "Und Mose sprach", 2. Mose 8/22; daß dies die Antwort bedeutet, sehe man Nr. 7103, 7394. 7454. "Es ist nicht ratsam so zu tun, denn Greuel der Ägypter würden wir opfern dem Jehovah, unserem Gott", 2. Mose 8/22, bedeutet, es würde Garstiges und Unsauberes aus der Hölle einfließen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht ratsam so zu tun", sofern es ausdrückt, daß es nicht so geschehen könne; aus der Bedeutung des Greuels, sofern es das Garstige und Unsaubere aus der Hölle bezeichnet, und aus der Bedeutung von opfern dem Jehovah Gott, sofern es heißt, ihren Gott verehren, wovon Nr. 7452. Daher wird durch "dem Jehovah Gott einen Greuel der Ägypter opfern", bezeichnet, sie würden Gott verehren mit einem Gottesdienst, den diejenigen verabscheuen würden, die im Falschen sind vermöge eines höllischen Einflusses gegen jenen Gottesdienst, durch den dieser angefochten würde. Wie es sich hiermit verhält, ergibt sich auch wirklich aus dem, was im anderen Leben sich offenbart: ein jeder Geist und noch mehr eine jede Gesellschaft hat nämlich um sich her die Sphäre ihres Glaubens und ihres Lebens, und diese Sphäre ist eine geistige Sphäre. Aus dieser erkennt man den Geist und mehr noch die Gesellschaft, von welcher Beschaffenheit sie ist, denn es wird von denen wahrgenommen, die ein Innewerden haben, bisweilen auf weite Entfernung hin, und zwar, auch wenn sie im Verborgenen sind, und sich weder durch ihr Denken, noch durch ihre Rede mitteilen. Diese geistige Sphäre kann mit der materiellen Sphäre verglichen werden, die den Leib des Menschen in der Welt umgibt, und sich aus den von ihm hervorwallenden Ausdünstungen bildet, und mittels des Geruches von Tieren mit scharfen Sinnen empfunden wird. Über die geistige Sphäre, welche die Geister umgibt, sehe man Nr. 1048, 1053, 1316, 1504, 1519, 2401, 2489, 4464, 5179, 6206 E. Hieraus läßt sich erkennen, daß die höllischen Geister, wenn sie nahe zugegen wären bei denen, die Gottesdienst halten, diese durch ihre Sphäre belästigen würden; denn dann würden diejenigen, die ihren Gottesdienst feiern, das Gefühl des Widrigen und des Abscheus empfinden. Hieraus kann man ersehen, wie es zu verstehen ist, daß das Garstige und Unsaubere aus der Hölle einfließen würde, wenn sie Gott in der Nähe verehrten. Aus dem, was von der geistigen Sphäre, d.h. von der Sphäre des Glaubens und Lebens, die von einem jeden Geist und noch von einer jeden Geistergesellschaft (gleichsam) ausdünstet, kann auch erhellen, daß gar nichts im Verborgenen ist, sondern alles offen zutage liegt, was der Mensch in der Welt gedacht, geredet und getan hat, denn dies ist es, was seine Sphäre bildet. Eine solche Sphäre dringt auch aus dem Geist des Menschen hervor, während er noch im Leibe und in der Welt ist; aus ihr wird auch erkannt, wie er beschaffen ist. Man glaube also ja nicht, daß das, was der Mensch im Verborgenen denkt, und was er im Verborgenen tut, verborgen sei; es ist vielmehr im Himmel so offenbar, wie das, was am hellen Mittag erscheint; nach den Worten des Herrn bei Luk.12/2,3: "Nichts ist verborgen, was nicht geoffenbart werden wird, oder heimlich, was man nicht erkennen wird, darum alles, was ihr in der Finsternis saget, wird im Licht gehört werden, und was ihr ins Ohr redet in den Kammern, wird gepredigt werden auf den Dächern". 7455. "Siehe, würden wir den Greuel der Ägypter opfern vor ihren Augen", 2. Mose 8/22, bedeutet, wenn in ihrer Gegenwart der Gottesdienst durch solches angefochten würde. Dies erhellt aus der Nr. 7454 gegebenen Erklärung. 7456. "Würden sie uns nicht steinigen?", 2. Mose 8/22, bedeutet, so würden sie die Wahrheiten des Glaubens, die dem Gottesdienst angehören, auslöschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von steinigen, sofern es heißt Falsches auslöschen und vertilgen, im entgegengesetzten Sinn aber, wenn es von Bösen geschieht, die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, auslöschen und vertilgen. Wenn höllisch Garstiges und Unsauberes (wovon Nr. 7454), bei denjenigen einflöße, die im Heiligen des Gottesdienstes sind, so würde das Heilige des Gottesdienstes ausgelöscht. Der Grund ist, weil der Mensch, wenn er im Heiligen des Gottesdienstes ist, von solchem abgehalten wird, und die, welche im Guten des Glaubens und Lebens sind, über das Sinnliche erhoben werden, wo solches vorhanden ist. Wenn aber solche Gegenstände einfließen, dann wird das Unsaubere, das im Sinnlichen ist, aufgeregt, von dem dann der Mensch, wenn er im Heiligen des Gottesdienstes ist, abgehalten wird, und über welches, die im Guten sind, erhoben werden; dadurch wird das Heilige des Gottesdienstes ausgelöscht. Dies kann auch aus der Erfahrung erhellen; denn wenn ein unsauberer Gegenstand erscheint und nicht entfernt wird, während der Mensch im Gottesdienst ist, so geht der Gottesdienst so lange verloren und wird ausgelöscht. Dies ist es, was darunter verstanden wird, daß die, welche im Falschen aus Bösem, wenn sie in der Nähe wären, die Wahrheiten des Glaubens, die dem Gottesdienst angehören, auslöschen würden. Was die Bedeutung des Steinigens betrifft, so merke man, daß zwei Todesstrafen bei den Israeliten und Juden bestanden, bei denen das Vorbildliche der Kirche eingesetzt worden war; die eine Todesstrafe war die Steinigung, die andere war das Aufhängen ans Holz. Die Steinigung fand statt, wenn jemand die Wahrheiten des Gottesdienstes, die aufgestellt worden waren, zerstören wollte, und das Aufhängen, wenn jemand das Gute des Lebens zerstören wollte. Daß diejenigen gesteinigt wurden, welche die dem Gottesdienst angehörigen Wahrheiten zerstören wollten, hatte den Grund, weil der Stein das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche bezeichnete: Nr. 643, 1298, 3720, 6426; und daß diejenigen ans Holz gehängt wurden, die das Gute, das dem Leben angehört zerstören wollten, hatte den Grund, weil das Holz das Gute bezeichnete, und im entgegengesetzten Sinn das Böse der Begierden: Nr. 643, 2784, 2812, 3720. Daß die Strafe der Steinigung stattfand, wenn jemand die Wahrheiten, die dem Gottesdienst angehören, zerstörte, erhellt aus folgenden Stellen: Hes.16/40: "Endlich werden sie über dich heraufkommen lassen die Gemeinde, und werden dich steinigen mit Steinen und dich zerhauen mit ihren Schwertern": hier vom verkehrten Jerusalem und von der Zerstörung des Glaubenswahren durch Falsches. Daher wird gesagt, sie werden steinigen mit Steinen, und auch zerhauen mit Schwertern, denn Schwert bedeutet das Wahre, das kämpft und das Falsche zerstört, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, das kämpft und das Wahre zerstört: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102. Hes.23/47: "Laß heraufkommen wider sie die Gemeinde, daß dieselbe sie steinige mit Steinen und sie zerhaue mit ihren Schwertern": hier von Jerusalem und Samaria, durch welche die Kirche bezeichnet wird, durch Jerusalem die himmlisch geistige Kirche, durch Samaria die geistige Kirche, und es wird in jenem Kapitel beschrieben, wie in ihnen das Gute und Wahre des Glaubens zerstört worden sei. 2. Mose 21/28: "Wenn etwa ein Ochse mit dem Horn stößt einen Mann oder ein Weib, daß er stirbt, so soll der Ochs gesteinigt werden": mit dem Horn stoßen einen Mann oder ein Weib, bezeichnet das Falsche, das kämpft und das Wahre und Gute zerstört, denn Horn bedeutet das kämpfende Falsche und auch die Macht des Falschen: Nr. 2832; durch Mann und Frau wird im Wort das Wahre und Gute bezeichnet. Hieraus wird klar, welches der innere Sinn jenes Befehls ist, und welches die Ursache, warum der Ochs gesteinigt werden sollte. 3. Mose 24/16: "Wer den Namen Jehovahs lästert, soll des Todes sterben, steinigen soll ihn die ganze Gemeinde": den Namen Jehovahs lästern, heißt durch böswilliges Falsches dem Wahren und Guten, das dem Gottesdienst angehört, Gewalt antun. Daß der Name Jehovahs alles in einem Inbegriff bezeichnet, wodurch Jehovah verehrt wird, sehe man Nr. 2724, 3006; daß er somit das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit bezeichnet: Nr. 6674. Daher wurde auch "der Sohn eines israelitischen Weibes, der den Namen Jehovahs lästerte, vor das Lager hinausgeführt und gesteinigt": 3. Mose 24/11,14,23. Auch war befohlen, daß die, welche anderen Göttern dienen würden, gesteinigt werden sollten": 5. Mose 17/3,5. Sodann: "die verlocken würden zum Dienst anderer Götter": 5. Mose 13/7-11. Durch den Dienst anderer Götter wird der unheilige Gottesdienst bezeichnet, durch den der wahre Gottesdienst ausgelöscht wird. Daß ein verheiratetes Mädchen, wenn die Jungfrauschaft bei ihr nicht gefunden würde, gesteinigt werden sollte, weil sie eine Torheit in Israel getan: "hurend im Hause ihres Vaters": 5. Mose 22/20,21, hatte den Grund, weil durch Hurerei die Verfälschung des Wahren, somit seine Zerstörung, bezeichnet wurde: Nr. 2466, 4865. Daß, "wenn ein Mann in einer Stadt bei einem Mädchen, die als Jungfrau mit einem Manne verlobt ist, liegen würde, beide gesteinigt werden sollten": 5. Mose 22/23,24, hatte den gleichen Grund, nämlich wegen der Hurerei, denn die Verfälschung des Wahren ist eine geistige Hurerei. Luk.20/5,6: "Sie gedachten bei sich selbst, wenn sie sagen würden, die Taufe Johannis sei vom Himmel gewesen, so würde er sagen: warum habt ihr ihm nicht geglaubt; wenn sie aber sagen würden, von Menschen, so würde alles Volk sie steinigen": auch hier wird Steinigung gesagt, weil gegen das Wahre. Daß die Juden Jesum steinigen wollten, weil Er sagte, ehe Abraham war, sei Er gewesen": Joh.8/58,59, hatte den Grund, weil jene Völkerschaft glaubte, das sei falsch. Ebenso daß sie Jesum steinigen wollten, weil Er sagte: "Er und der Vater seien eins": Joh.10/30-33, denn sie glaubten, das sei eine Lästerung, wie auch dort gesagt wird. Aus diesem wird nun klar, was die Steinigung bedeutet und warum sie befohlen wurde, wie auch, daß die Strafe der Steinigung von alten Zeiten her, weil sie in Ägypten bestand, von den Vorbildungen der Alten Kirche herstammte. 7457. "Drei Tagreisen wollen wir ziehen in die Wüste", 2. Mose 8/23, bedeutet, sie möchten sich ganz entfernen, um in der Freiheit zu sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von "drei Tagreisen in die Wüste ziehen", sofern es heißt, sich ganz entfernen. Daß dies bezeichnet wird, folgt aus dem, was oben im inneren Sinn enthalten ist, daß sie nämlich Gott nicht verehren könnten in der Nähe und Gegenwart derjenigen, die der Hölle angehörten, wovon Nr. 7452, 7454, 7455, 7456; somit daß sie sich entfernen wollten, um in der Freiheit zu sein. 7458. "Und opfern dem Jehovah, unserem Gott", 2. Mose 8/23, bedeutet, so würde es ein (rechter) Gottesdienst sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dem Jehovah opfern", sofern es den Gottesdienst bezeichnet, wovon Nr. 7393, 7452; und daß es ein (rechter) Gottesdienst ist, wenn er in der Freiheit geschieht, sehe man Nr. 7349. 7459. "Wie Er uns gesagt hat", 2. Mose 8/23, bedeutet, so wie Er geboten hatte. Dies erhellt ohne Erklärung. 7460. "Da sprach Pharao: Ich will euch entlassen, daß ihr Jehovah, eurem Gott, opfert in der Wüste", 2. Mose 8/24, bedeutet, sie wollten freilassen und nicht anfechten, damit sie ihren Gott in der Freiheit verehren könnten. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt, freilassen, somit nicht anfechten. Und aus der Bedeutung von "opfern dem Jehovah Gott", sofern es heißt, ihren Gott verehren, wovon Nr. 7458; daß "in der Freiheit", folgt daraus, denn es wird gesagt, sie sollten in der Wüste opfern, also nicht so in der Nähe wie früher. "In der Nähe" bedeutet, nicht in der Freiheit, man sehe Nr. 7454, 7456. 7461. "Nur entfernet euch nicht zu weit", 2. Mose 8/24, bedeutet, obwohl sie in der Nähe bleiben sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich nicht entfernen, sofern es heißt, nicht weit weg sein oder nicht fern von Ägyptenland. 7462. "Flehet für mich", 2. Mose 8/24, bedeutet, sie sollten Fürbitte tun. Dies erhellt aus der Bedeutung von flehen für ihn, wenn es von Pharao zu Mose gesagt wird, sofern es eine Fürbitte bezeichnet, wie Nr. 7396. 7463. "Und Mose sprach: Siehe, ich gehe hinweg von dir", 2. Mose 8/25, bedeutet die Entfernung der Erscheinung des göttlich Wahren bei ihnen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das göttliche Gesetz darstellt, wovon Nr. 6723, 6752, somit auch das göttlich Wahre: Nr. 7014, 7382; und aus der Bedeutung von hinweggehen, sofern es eine Entfernung bezeichnet, wie Nr. 7404; denn dadurch, daß Pharao den Mose und Aharon rief, wird die Gegenwart des göttlich Wahren bezeichnet: Nr. 7451; daher wird hier durch "hinweggehen von ihm" die Entfernung bezeichnet. Was die Gegenwart und Entfernung des göttlich Wahren bei den Bösen betrifft, so merke man, daß ihnen zuweilen das Wahre vom Göttlichen her erscheint, und zwar durch die Gegenwart eines Engels bei ihnen. Aber das Wahre vom Göttlichen her fließt bei ihnen nicht durch das Inwendigere ein, wie bei den Guten, denn das Inwendigere ist bei ihnen verschlossen, sondern es regt nur ihr Äußeres an. Das geschieht, wenn sie in der Furcht sind, und daher in der Demütigung; denn die Gegenwart des Wahren vom Göttlichen erschüttert sie und jagt ihnen eine Art Todesfurcht ein. Wenn aber das Wahre vom Göttlichen her entfernt wird, dann kehren sie in ihren vorigen Zustand zurück und sind ohne Furcht. Dies wird durch die Gegenwart der Erscheinung des göttlich Wahren und durch die Entfernung derselben verstanden. Dies wurde auch durch Pharao vorgebildet, sofern er, als Mose bei ihm gegenwärtig war, sich demütigte und versprach, er wolle das Volk entlassen, daß sie dem Jehovah opfern, sobald aber Mose von ihm hinweggegangen war, sein Herz verstockte: 2. Mose 8/28f; denn Mose bildete das göttliche Gesetz oder das göttlich Wahre vor. Das göttliche Gesetz ist dasselbe wie das göttlich Wahre, weil das göttliche Gesetz das Wort und so das göttlich Wahre bezeichnet. Daß das Gesetz das Wort und so das göttlich Wahre bezeichnet, erhellt aus folgenden Stellen: Joh.10/34: "Jesus sprach: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter. Wenn Er nun diejenigen Götter heißt, zu denen das Wort geschah, und die Schrift darf nicht aufgelöst werden": geschrieben im Gesetz bedeutet, im Wort, denn es steht geschrieben bei David (Ps.82/6). Joh.12/34: "Die Menge sprach: wir haben gehört aus dem Gesetz, daß Christus bleibt in Ewigkeit": auch dieses ist bei David (Ps.89/36 oder 89/37) geschrieben. Joh.15/25: "Jesus sprach: auf daß erfüllet würde das Wort, das geschrieben ist im Gesetz: sie haben Mich gehaßt ohne Ursache": auch dieses bei David (Ps.69/4 oder 69/5). Luk.2/23,24,39: "Geschrieben steht im Gesetz des Herrn, daß jedes Männlein, das den Mutterleib eröffnet, ein dem Herrn Heiliges genannt werden soll; und daß sie geben soll das Opfer, nach dem geschrieben steht im Gesetz des Herrn, ein Paar Turteltauben oder zwei Junge von Tauben": dieses bei Mose (2. Mose 13/1,2; 4. Mose 18/15,16). Luk.10/25,26: "Ein Schriftgelehrter versuchte Jesum und sprach: was soll ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus sprach zu ihm: was ist im Gesetz geschrieben, wie liest du?". Luk.16/16,17: "Das Gesetz und die Propheten (gehen) bis auf Johannes; von da an wird das Reich Gottes verkündet; es ist leichter, daß Himmel und die Erde vergehen, als daß vom Gesetz ein Strichlein falle". Außerdem in den Stellen, wo das Wort genannt wird "das Gesetz und die Propheten": Matth.5/18; 7/12; 11/13; 22/40. Jes.8/16: "Binde zusammen das Zeugnis, versiegle das Gesetz für Meine Lehrlinge": Gesetz für das Wort. Jes.30/9: "Lügenhafte Söhne, Söhne, die nicht hören wollten das Gesetz Jehovahs". Jes.42/4: "Bringen wird Er auf die Erde das Gericht, auf Sein Gesetz werden die Inseln hoffen": hier vom Herrn; Sein Gesetz für das Wort. Jes.42/21: "Jehovah wird groß machen Sein Gesetz". Jerem.26/4,5: "So sprach Jehovah, wenn ihr Mir nicht gehorchet, daß ihr wandelt in Meinem Gesetze, das Ich euch vorgelegt habe, daß ihr hört das Wort Meiner Knechte, der Propheten": hier steht Gesetz für das Wort. Außerdem in vielen anderen Stellen. Hieraus wird klar, daß das Gesetz das Wort ist, und weil das Wort, so ist es das göttlich Wahre, wie Jerem.31/33: "Das ist der Bund, den Ich schließen werde mit dem Hause Israels nach diesen Tagen, spricht Jehovah: geben werde Ich das Gesetz in ihre Mitte, und in ihr Herz werde Ich es schreiben": hier das Gesetz Jehovahs für das göttlich Wahre. Daß das Gesetz im weiten Sinn das ganze Wort ist, im weniger weiten das historische Wort, im noch weniger weiten das Wort, das durch Mose geschrieben ist, und daß es im engeren Sinn die Zehn Gebote sind, sehe man Nr. 6752. Hieraus kann nun erhellen, warum gesagt wird, daß Mose sowohl das göttliche Gesetz, als auch das göttlich Wahre vorbilde. 7464. "Und will zu Jehovah flehen", 2. Mose 8/25, bedeutet Fürbitte, wie Nr. 7396, 7462. 7465. "Daß Er das Ungeziefer entferne von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk", 2. Mose 8/25, bedeutet, auf daß jener Zustand, in Ansehung des Falschen der Böswilligkeit, ein Ende habe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ungeziefers, sofern es das Falsche der Böswilligkeit bezeichnet, wovon Nr. 7441; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen aus Bösem sind und anfechten, wovon früher; und aus der Bedeutung seiner Knechte und seines Volkes, sofern es alle und jede sind, wovon Nr. 7396, 7441. Jenes Falsche der Böswilligkeit von allen und jeden entfernen, die anfechten, heißt diesem Zustand ein Ende machen. Man muß wissen, daß ein jedes in Ägypten geschehene Wunder einen besonderen Zustand bezeichnet, in den diejenigen kommen, die im Falschen sind und anfechten im anderen Leben. Es sind zehn Zustände, in die sie nach und nach kommen, ehe sie alles Wahren ganz entkleidet, somit ehe sie in die Hölle geworfen werden; denn die, welche in der Kenntnis des Glaubens, aber im Bösen des Lebens sind, werden nach dem Tod nicht sogleich in die Hölle geführt, sondern nach und nach. Zuerst werden sie überwiesen, daß sie im Bösen sind und nachher wird ihnen die Kenntnis des Glaubens weggenommen, und zuletzt werden sie dem Bösen ihres Lebens überlassen; dies geschieht durch mehrere nach und nach eintretende Zustände. Eben diese Zustände werden durch die in Ägypten geschehenen Wunder, mithin durch die Plagen beschrieben, welche die Ägypter trafen, ehe sie ins Meer Suph versanken. Diese Geheimnisse kann man ohne Offenbarung nicht wissen. Für die Engel sind es wohlbekannte Sachen. 7466. Daß "morgen", 2. Mose 8/25, bedeutet, auf immer, sehe man Nr. 3998, 7399. 7467. "Nur daß Pharao hinfort nicht mehr betrüglich handle, so daß er das Volk nicht entläßt, zu opfern dem Jehovah", 2. Mose 8/25, bedeutet, er solle nur nicht (wiederum) durch Lügen täuschen, so daß er sie in der Freiheit ihren Gott nicht verehren lasse. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die im Falschen aus Bösem sind und anfechten; aus der Bedeutung von betrüglich handeln, sofern es heißt durch lügen täuschen; aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt, freilassen; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, und aus der Bedeutung von opfern dem Jehovah, sofern es heißt, ihren Gott verehren, wovon Nr. 7393, 7452, 7458. Daß es in der Freiheit geschehen soll, sehe man Nr. 7454, 7456. Hieraus wird klar, daß "nur soll Pharao hinfort nicht mehr betrüglich handeln, so daß er das Volk nicht entläßt zu opfern dem Jehovah" bezeichnet wird, er soll nur nicht durch Lügen täuschen, so daß er die Angehörigen der geistigen Kirche in der Freiheit ihren Gott nicht verehren lasse. HG 7468 7468. "Da ging Mose hinweg von Pharao", 2. Mose 8/26, bedeutet die Entfernung der Erscheinung des göttlich Wahren bei denen, die im Falschen der Böswilligkeit. Dies erhellt aus Nr. 7463. 7469. "Und flehte zu Jehovah", 2. Mose 8/26, bedeutet Fürbitte, wie Nr. 7396, 7462. 7470. "Und Jehovah tat nach dem Wort Moses", 2. Mose 8/27, bedeutet, es sei so geschehen nach dem Wort des Herrn. Dies erhellt aus der Nr. 7406 gegebenen Erklärung. 7471. "Und entfernte das Ungeziefer von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk", 2. Mose 8/27, bedeutet das Ende des Zustandes dieses Falschen. Dies erhellt aus Nr. 7465, wo das gleiche vorkommt. 7472. "Nicht eins blieb übrig", 2. Mose 8/27, bedeutet die völlige Entfernung, was ohne Erklärung erhellt. 7473. "Aber Pharao verstockte sein Herz auch diesmal", 2. Mose 8/28, bedeutet abermals Hartnäckigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung (der Worte): das Herz bestärken, verhärten und verstocken, sofern es die Hartnäckigkeit bezeichnet, wovon Nr. 7272, 7300, 7305. 7474. "Und entließ das Volk nicht", 2. Mose 8/28, bedeutet, sie ließen die Angehörigen der geistigen Kirche nicht frei. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es soviel ist als freilassen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier "das Volk" sind, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. Was die geistige Kirche, die hier durch die Söhne Israels vorgebildet wird, betrifft, so merke man, daß sie eine inwendige und eine äußere ist; und daß diejenigen in der inwendigen Kirche sind, die im Guten der Liebtätigkeit, und diejenigen in der äußeren Kirche sind, die im Guten des Glaubens stehen. Die im Guten der Liebtätigkeit sind diejenigen, die aus der Liebtätigkeit gegen den Nächsten die Wahrheiten sehen, die dem Glauben angehören. Aber die im Guten des Glaubens sind diejenigen, die aus Glauben die Liebtätigkeit zum Zweck haben, somit die, welche das Gute nicht aus Neigung zur Liebtätigkeit tun, sondern aus dem Gehorsam des Glaubens, d.h., weil es so befohlen ist. Diese sind es, die eigentlich hier durch die Söhne Israels vorgebildet werden, denn eben diese werden im anderen Leben von denen, die im Falschen sind, angefochten. Diejenigen aber, die in der Neigung zur Liebtätigkeit sind, können nicht so angefochten werden, denn die Geister, die im Falschen und Bösen sind, können denen nicht nahen, die in jenem Guten sind, weil der Herr in jenem Guten ist. Wenn diese angefochten werden, so geschieht es nur in Beziehung auf die Täuschungen und Scheinbarkeiten, vermöge deren sie etwas für wahr hielten, was nicht wahr ist, sodann in Beziehung auf solche Dinge, welche die Lehre ihrer Kirche als Wahrheiten gelehrt hat, während es doch keine Wahrheiten sind. Bereitwillig verwerfen diese im anderen Leben das Falsche, und nehmen die Wahrheiten an, aus dem Grund, weil das Gute der Liebtätigkeit das Wahre annimmt, da es dieses liebt und nach diesem verlangt. Weil die Anfechtungen so oft genannt worden sind, so soll gesagt werden, was sie sind und wie beschaffen: Die Anfechtungen geschehen durch Einwürfe des Falschen gegen die Wahrheiten, und dieses Falsche wird durch den Einfluß aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn bei denen, die angefochten werden, widerlegt. In einem solchen Zustand werden diejenigen, die in der Abödung bezüglich des Falschen sind, erhalten, bis sie die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, und mehr und mehr inwendigere Wahrheiten sich angeeignet haben, und in dem Maß, als sie diese Wahrheiten sich angeeignet haben, werden sie von der Anfechtung befreit. Anfechtungen sind keine Versuchungen, denn die Versuchungen geschehen mit Gewissensangst. Die in Versuchungen sind, werden im Zustand der Verdammnis erhalten, daher haben sie Angst und Schmerz. Aus diesem wird klar, wie beschaffen die Abödungen im anderen Leben sind, worin die im Guten des Glaubens sich befinden. Diese Abödungen sind Abödungen des Falschen, aber die Abödungen bei denen, die nicht im Guten des Glaubens gewesen sind, sondern nur in einigem Glaubenswahren auf wißtümliche Weise, aber in einem Leben des Bösen, sind Verwüstungen des Wahren. Die, welche in Ansehung des Falschen abgeödet werden, eignen sich nach und nach Wahres und Gutes des Glaubens und der Liebtätigkeit an. Hingegen die, welche in Ansehung des Wahren verwüstet werden, machen sich nach und nach von den Wahrheiten los und nehmen das Böse an, das ihrem Leben eigen war. Hieraus kann erhellen, was im Wort durch Verwüstungen und Abödungen (vastationes et desolationes) verstanden wird.   Nr. 7475 - 7494 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 9. Kapitel 1. Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe zu Pharao, und sage zu ihm: So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen. 2. Denn wenn du dich weigerst es zu entlassen, und du sie weiter hinhältst; 3. Siehe, so wird die Hand Jehovahs sein an deinem Vieh, das auf dem Felde, an den Pferden, an den Eseln, an den Kamelen, an dem Rindvieh, und an der Schafherde, als eine sehr schwere Pest. 4. Und Jehovah wird einen Unterschied machen zwischen dem Vieh Israels und zwischen dem Vieh der Ägypter, und es wird nichts sterben von allem was die Söhne Israels haben. 5. Und Jehovah setzte eine bestimmte Zeit und sprach: Morgen wird Jehovah solches tun im Lande. 6. Und Jehovah tat solches am anderen Morgen, und es starb alles Vieh der Ägypter, und vom Vieh der Söhne Israels starb nicht eines. 7. Da sandte Pharao hin, und siehe, es war nichts gestorben vom Vieh Israels, auch nicht eines; aber das Herz Pharaos war verstockt, und er entließ das Volk nicht. 8. Und Jehovah sprach zu Mose und zu Aharon: Nehmet euch eure Fäuste voll Ruß des Ofens, und Mose streue ihn gen Himmel vor den Augen Pharaos. 9. Und er wird zu Staub werden über ganz Ägyptenland, und wird an Menschen und Vieh zu Geschwüren sein, die mit Blattern ausbrechen in ganz Ägyptenland. 10. Und sie nahmen Ruß des Ofens und stellten sich vor Pharao hin, und Mose streute ihn gen Himmel, da ward er zu Geschwüren mit Blattern, ausbrechend an Menschen und Vieh. 11. Und die Zauberer konnten nicht stehen vor Mose wegen der Geschwüre, denn die Geschwüre waren an den Zauberern und an allen Ägyptern. 12. Und Jehovah verhärtete das Herz Pharaos, und er hörte nicht auf sie, wie Jehovah zu Mose geredet hatte. 13. Und Jehovah sprach zu Mose: Stehe früh auf am Morgen, und trete vor Pharao hin, und sprich zu ihm: So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen. 14. Denn diesmal will Ich alle Meine Plagen kommen lassen über dein Herz, und über deine Knechte, und über dein Volk, auf daß du erkennen mögest, daß keiner ist, wie Ich auf der ganzen Erde. 15. Denn hätte Ich jetzt Meine Hand ausgereckt, und dich und dein Volk mit Pest geschlagen, so würdest du ausgerottet werden aus dem Lande. 16. Aber um deswillen habe Ich dich stehen lassen, auf daß Ich dich sehen lasse Meine Kraft, und damit erzählet werde Mein Name auf der ganzen Erde. 17. Noch erhebst du dich wider Mein Volk, daß du sie nicht entlässest. 18. Siehe, morgen werde Ich regnen lassen einen sehr schweren Hagel, desgleichen nicht gewesen ist in Ägypten von dem Tage an, da es gegründet worden, (und) bis jetzt. 19. Und nun sende hin, versammle dein Vieh, und alles, was du hast auf dem Felde; alle Menschen und alles Vieh, das auf dem Felde gefunden, und nicht eingetan wird ins Haus, sie werden sterben, wenn der Hagel auf sie fällt. 20. Wer nun von den Knechten Pharaos das Wort Jehovahs fürchtete, der ließ seine Knechte und sein Vieh fliehen in die Häuser. 21. Wer aber das Wort Jehovahs nicht zu Herzen nahm, der ließ seine Knechte und sein Vieh auf dem Felde. 22. Da sprach Jehovah zu Mose: Strecke deine Hand aus gen Himmel, daß Hagel komme über ganz Ägyptenland, über die Menschen und über das Vieh, und über alles Kraut des Feldes in Ägyptenland. 23. Und Mose streckte seinen Stab aus gen Himmel, und Jehovah gab Stimmen, und Hagel (d.i. ließ donnern und hageln) und Feuer fuhr auf die Erde, und Jehovah ließ Hagel regnen auf Ägyptenland. 24. Und es war Hagel und zusammengeballtes Feuer inmitten des Hagels, ein sehr schwerer, desgleichen nicht gewesen war in ganz Ägyptenland, seitdem es geworden zu einer Völkerschaft. 25. Und der Hagel schlug in ganz Ägyptenland alles, was auf dem Felde war, vom Menschen bis zum Vieh, und alles Kraut des Feldes schlug der Hagel, und alle Bäume des Feldes zerbrach er. 26. Nur im Lande Gosen, wo die Söhne Israels, war kein Hagel. 27. Da sandte Pharao hin, und rief Mose und Aharon, und sprach zu ihnen: Diesmal habe ich gesündigt; Jehovah ist der Gerechte, aber ich und mein Volk sind Gottlose. 28. Flehet zu Jehovah, und es möge genug sein der Stimmen Gottes, und des Hagels; so will ich euch entlassen, und ihr sollt nicht fernerhin bleiben. 29. Und Mose sprach zu ihm: Sobald ich hinausgehe aus der Stadt, will ich meine Hände ausbreiten zu Jehovah; die Stimmen werden aufhören, und der Hagel wird nicht mehr sein, auf daß du wissest, daß die Erde Jehovah gehöre. 30. Aber du, und deine Knechte, ich weiß es, daß ihr euch noch nicht fürchtet vor dem Angesichte Jehovah Gottes. 31. Und der Flachs und die Gerste wurden geschlagen, denn die Gerste stand in reifenden Ähren, und der Flachs in Knoten (nach anderen in Blütenknopsen). 32. Und der Weizen und der Spelt wurden nicht geschlagen, denn sie waren (noch) verborgen. 33. Und Mose ging von Pharao zur Stadt hinaus und breitete seine Hände aus zu Jehovah; da hörten die Stimmen und der Hagel auf, und der Regen ward nicht (mehr) ausgegossen auf die Erde. 34. Als Pharao sah, daß der Regen aufhörte und der Hagel und die Stimmen, fuhr er fort zu sündigen und verstockte sein Herz, er und seine Knechte. 35. Und es ward verhärtet das Herz Pharaos, und er entließ die Söhne Israels nicht, wie Jehovah geredet hatte durch die Hand Mose.   Inhalt 7495. In diesem Kapitel ist noch weiter die Rede von der Verwüstung derjenigen, welche die Angehörigen der geistigen Kirche anfechten. In diesem Kapitel wird gehandelt vom sechsten, siebenten und achten Zustand oder Grad ihrer Verwüstung, und dieselben werden beschrieben durch die Pest, durch das mit Blattern aufblühende Geschwür und durch den Hagelregen; dadurch wird bezeichnet die Verwüstung in betreff dessen, was bei ihnen der Kirche angehört.   Innerer Sinn 7496. Vers 1-7: Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe zu Pharao, und sage zu ihm: So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen. Denn wenn du dich weigerst es zu entlassen, und du sie weiter hinhältst, siehe, so wird die Hand Jehovahs sein an deinem Vieh, das auf dem Felde, an den Pferden, an den Eseln, an den Kamelen, an dem Rindvieh, und an der Schafherde, als eine sehr schwere Pest. Und Jehovah wird einen Unterschied machen zwischen dem Vieh Israels und zwischen dem Vieh der Ägypter, und es wird nichts sterben von allem was die Söhne Israels haben. Und Jehovah setzte eine bestimmte Zeit und sprach: Morgen wird Jehovah solches tun im Lande. Und Jehovah tat solches am anderen Morgen, und es starb alles Vieh der Ägypter, und vom Vieh der Söhne Israels starb nicht eines. Da sandte Pharao hin, und siehe, es war nichts gestorben vom Vieh Israels, auch nicht eines; aber das Herz Pharaos war verstockt, und er entließ das Volk nicht. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet von neuem eine Belehrung; "gehe zu Pharao, und sage zu ihm" bedeutet die Erscheinung des Wahren vom Göttlichen her bei denjenigen, die anfechten; "so spricht Jehovah, der Gott der Hebräer" bedeutet einen Befehl vom Herrn, dem Gott der Kirche; "entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen" bedeutet, sie sollten die Angehörigen der geistigen Kirche den Herrn verehren lassen; "denn wenn du dich weigerst es zu entlassen, und du sie weiter hinhältst" bedeutet, wenn sie bei der Anfechtung noch ferner beharren würden; "siehe, so wird die Hand Jehovahs sein an deinem Vieh, das auf dem Felde" bedeutet die Verwüstung des Wahren und Guten des Glaubens, das sie von der Kirche her haben, der sie angehörten; "an den Pferden, an den Eseln, an den Kamelen" bedeutet das Verständige und Wißtümliche des Wahren, das dem Glauben angehört; "an dem Rindvieh, und an der Schafherde" bedeutet das Willensgebiet; "als eine sehr schwere Pest" bedeutet das Verderben (oder Zerstörung) im allgemeinen; "und Jehovah wird einen Unterschied machen zwischen dem Vieh Israels und zwischen dem Vieh der Ägypter" bedeutet den Unterschied zwischen dem Wahren und Guten des Glaubens der Angehörigen der geistigen Kirche und dem Wahren und Guten des Glaubens, das von der Kirche her diejenigen haben, die anfechten; "und es wird nichts sterben von allem was die Söhne Israels haben" bedeutet, es werde nicht verdorben werden; "und Jehovah setzte eine bestimmte Zeit" bedeutet die Vorherbestimmung; "und sprach: Morgen wird Jehovah solches tun im Lande" bedeutet, dies werde bei ihnen fortwährend sich begeben in betreff dessen, was dem Wahren und Guten des Glaubens der Kirche angehört. "und Jehovah tat solches am anderen Morgen" bedeutet die Verwirklichung gemäß der Vorherbestimmung; "und es starb alles Vieh der Ägypter" bedeutet die Zerstörung des Wahren und Guten des Glaubens bei denjenigen, die anfechten; "und vom Vieh der Söhne Israels starb nicht eines" bedeutet, nichts vom Glauben wurde bei den Angehörigen der geistigen Kirche zerstört; "da sandte Pharao hin, und siehe, es war nichts gestorben vom Vieh Israels, auch nicht eines" bedeutet, dies sei bekannt geworden denjenigen, die anfechten; "aber das Herz Pharaos war verstockt" bedeutet die Hartnäckigkeit; "und er entließ das Volk nicht" bedeutet, daß sie jene nicht freiließen. 7497. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 9/1, bedeutet, von neuem eine Belehrung, wie Nr. 6879, 6881, 6883, 6891, 7226, 7304, 7380. 7498. "Gehe zu Pharao, und sage zu ihm", 2. Mose 9/1, bedeutet die Erscheinung des Wahren vom Göttlichen her bei denjenigen, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen oder eingehen zu jemand, sofern es eine Gegenwart oder Erscheinung bezeichnet, worüber folgt. Aus der Bedeutung von reden, sofern es eine Mitteilung ausdrückt; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er diejenigen darstellt, die im anderen Leben die Angehörigen der geistigen Kirche anfechten, wovon Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der zu Pharao hineingehen und mit ihm reden sollte, sofern er das Wahre vom Göttlichen her darstellt, wovon Nr. 6771, 6827, 7014, 7382. Daß kommen und hineingehen eine Gegenwart oder Erscheinung bezeichnet, kommt daher, daß diese Worte im geistigen Sinn das bedeuten, was dem Gemüt, folglich was dem Denken angehört, und wenn vom Denken gesagt wird "kommen oder eingehen zu jemand", so heißt es, ihn sich gegenwärtig vorstellen; denn wer an jemand denkt, der stellt ihn sich gegenwärtig vor und was wunderbar ist, im anderen Leben wird derjenige, an den jemand denkt aus dem Verlangen, mit ihm zu reden, auch wirklich gegenwärtig dargestellt. Hieraus wird klar, daß hierbei gerade so, wie der Mensch in der Welt denkt, es sich im anderen Leben darstellt. Aus diesem kann man nun merken, daß durch kommen oder eingehen zu jemand eine Gegenwart oder Erscheinung bezeichnet wird. 7499. "So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer", 2. Mose 9/1, bedeutet einen Befehl vom Herrn, Welcher der Gott der Kirche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es einen Befehl bezeichnet, wovon Nr. 7036, 7107, 7310; aus der Bedeutung der Hebräer, sofern sie die Angehörigen der Kirche vorbilden, somit die Kirche, wovon Nr. 5136, 5236, 6675, 6684, 6738. Daß Jehovah, wo Er im Wort genannt wird, der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6280, 6281, 6303, 6905, 6945, 6956. Der Herr heißt im Wort Jehovah in Ansehung des göttlich Guten; denn das göttlich Gute ist das Göttliche Selbst. Und der Herr wird der Sohn Gottes genannt in Ansehung des göttlich Wahren; denn das göttlich Wahre geht vom göttlich Guten aus, wie der Sohn vom Vater. Und es wird auch gesagt, es werde geboren; wie es sich damit verhält, soll weiter gesagt werden: Als der Herr in der Welt war, machte Er sein Menschliches zum göttlich Wahren, und damals nannte Er das göttlich Gute, das Jehovah ist, Seinen Vater, weil, wie gesagt, das göttlich Wahre ausgeht und geboren wird vom göttlich Guten. Aber nachdem der Herr Sich vollständig verherrlicht hatte, was geschah, als Er die letzte Versuchung am Kreuz bestanden hatte, da machte Er auch Sein Menschliches zum göttlich Guten, d.h. zu Jehovah, und von da an ging selbst das göttlich Wahre von Seinem Göttlich-Menschlichen aus. Dieses göttlich Wahre ist es, was der Heilige Geist genannt wird, und das Heilige, das vom Göttlich-Menschlichen ausgeht. Hieraus erhellt, was verstanden wird durch die Worte des Herrn bei Joh.7/39: "Der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht war". Daß das göttlich Gute es ist, was Vater genannt wird, und das göttlich Wahre, was Sohn, sehe man Nr. 3704. 7500. "Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen", 2. Mose 9/1, bedeutet, sie sollten die Angehörigen der Kirche den Herrn verehren lassen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es soviel ist als gehen lassen, wie früher öfters; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels (die hier sind "Mein Volk"), sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon Nr. 4286, 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; und aus der Bedeutung von "daß sie Mir dienen", sofern es heißt, daß sie den Herrn verehren. Daß dienen heißt verehren, ist klar, und daß Jehovah, Dem sie dienen sollen, der Herr ist, sehe man Nr. 7499. 7501. "Denn wenn du dich weigerst es zu entlassen, und du sie weiter hinhältst", 2. Mose 9/2, bedeutet, wenn sie bei der Anfechtung noch ferner beharren würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich weigern, sofern es heißt beharren; daher sich weigern es zu entlassen heißt, hartnäckig dabei beharren, es nicht freizulassen. Und aus der Bedeutung von hinhalten, sofern es heißt, noch weiter anfechten; denn diejenigen, die angefochten werden, werden von den bösen Geistern, die anfechten, hingehalten. Damit, daß von den bösen Geistern diejenigen hingehalten werden, die angefochten werden, verhält es sich so: Wenn die bösen Geister jemanden angreifen, so wissen sie in seine Lustreize, die den Begierden angehören, und auch in seine angenehmen Empfindungen, die seinen Grundsätzen angehören, einzudringen, somit in dasjenige, was seiner Liebe angehört; und solange sie in solchem Eindringen sind, halten sie denjenigen, den sie anfechten, wie gebunden; er kann nicht loskommen, wie sehr er sich auch bemüht, außer durch die göttliche Hilfe des Herrn, denn die Liebe und das Eindringen in den Lustreiz der Liebe bringt eine Verbindung hervor. Solche List gebrauchen die böse Geister und Genien im anderen Leben. Dies wird auch aus der gleichen Erscheinung in der Welt klar, denn wer bei einem anderen in den Lustreiz, der seiner Liebe angehört, eindringt, der hält ihn gebunden, und leitet ihn auch. 7502. "Siehe, so wird die Hand Jehovahs sein an deinem Vieh, das auf dem Felde", 2. Mose 9/3, bedeutet die Verwüstung des Wahren und Guten des Glaubens, das sie von der Kirche her haben, der sie angehörten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte "die Hand Jehovahs ist an jemand", sofern es eine Plage oder Strafe ausdrückt; denn durch die Hand wird Macht bezeichnet: Nr. 4931-4937, 6292, 6947, 7188, 7189, und durch die Hand Jehovahs Allmacht: Nr. 878, 3387; und weil von denjenigen, die im Äußeren der Kirche sind, infolge des Scheines geglaubt wird, daß jede Plage oder Strafe von Jehovah komme (denn sie schreiben Seiner Macht alles zu), darum wird durch das "Sein der Hand Jehovahs an jemand" die Strafe bezeichnet, hier die Verwüstung, denn die verschiedenen Stufen der Verwüstung derjenigen, die anfochten, waren Strafen; aus der Bedeutung des Viehs, sofern es Wahres und Gutes des Glaubens bezeichnet, wovon Nr. 6016, 6045, 6049; und aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 2971, 3310. Daß das Feld die Kirche bedeutet, hat den Grund, weil die Samen, die in das Feld gebracht werden, Wahrheiten bedeuten, die dem Glauben angehören, und auch, weil die Erzeugnisse, die aus dem Felde kommen, wie Weizen, Geste, Dinkel und dergleichen mehr, Gutes bezeichnen, welches der Liebtätigkeit, und Wahres, das dem Glauben, somit solches, was der Kirche angehört. In betreff dessen, daß die höllischen Geister, welche die Frommen im anderen Leben anfechten, in Ansehung des Glaubenswahren, das der Kirche angehört, verwüstet werden, so merke man, daß diejenigen, welche die Frommen im anderen Leben anfechten, Angehörige der Kirche waren, während sie in der Welt lebten; denn die, welche der Kirche nicht angehörten, können andere, welche zur Kirche gehörten, nicht anfechten, weil das Falsche, das den Wahrheiten der Kirche widerspricht, es ist, durch das sie anfechten; durch solches können diejenigen, die außerhalb der Kirche waren, niemand anfechten, weil sie es nicht gekannt haben. Daß die, welche den Glauben bekannt, aber ein böses Leben geführt haben, im anderen Leben sich zum Falschen wenden, und die Redlichen anfechten, sehe man Nr. 7097, 7127, 7317. Damit nun das Wahre des Glaubens, das sie aus der Lehre ihrer Kirche, während sie in der Welt lebten, hatten (denn sie bringen alles, was sie im Leibesleben wußten, mit ins andere Leben, ohne daß etwas fehlt), ihnen nicht einiges Licht aus dem Himmel verschaffe und sie nicht dasjenige, was dem Himmelslicht angehört, zur Verteidigung des Falschen und Bösen, das der Hölle angehört, anwenden, deshalb wird ihnen solches alles genommen, und werden sie zuletzt dem Bösen ihres Lebens und dem daher stammenden Falschen überlassen. Von solcher Verwüstung (oder Abödung) ist hier die Rede. Diejenigen, die der Kirche angehörten und ein böses Leben führten, werden stufenweise abgeödet, ehe sie in die Hölle hinabgeworfen werden, weil sie die Glaubenswahrheiten kannten, und durch sie mit dem Himmel Gemeinschaft hatten. Die himmlischen Gesellschaften, mit denen sie Gemeinschaft hatten, und auch im anderen Leben haben, können nur nach und nach von ihnen getrennt werden, denn die Ordnung im Himmel vom Herrn ist von solcher Art, daß nichts gewaltsam geschieht, sondern alles in der Freiheit wie von selber; darum werden jene himmlischen Gesellschaften von ihnen nicht losgerissen, sondern sie werden allmählich getrennt, so daß sie von selber auseinanderzugehen scheinen. Aus diesem wird nun klar, wie es sich mit der Verwüstung derer verhält, welche die der Kirche angehörigen Glaubenswahrheiten gewußt, und dennoch ein böses Leben geführt haben. Daß sich die Sache so verhalte, kann niemand wissen, außer durch Offenbarung; denn der Mensch hat keine Kenntnis von den Dingen, die im anderen Leben vorkommen, außer durch Offenbarung. Und weil der Mensch sich wenig bemüht, das Wahre und Gute des Glaubens aus dem Wort zu erforschen (denn er ist in keiner Neigung zum Wahren um des Wahren, noch weniger um des Lebens willen), deshalb werden ihm solche Dinge auch nicht geoffenbart; sie liegen jedoch im Wort, und zwar ihrem ganzen Zusammenhang und Verlauf nach in dessen innerem Sinn. Weil nun der Mensch der Kirche keine Neigung hat, das Wahre aus dem Wort zu erkennen, sondern bloß die Neigung, die Lehren seiner Kirche zu begründen, mögen sie wahr oder falsch sein, um weltlicher Ursachen willen, deshalb weiß er gar nichts vom Zustand nach dem Tod, nichts vom Himmel, und nichts von der Hölle. Er weiß nicht einmal, was beim Menschen den Himmel und was die Hölle macht. Ja (die meisten) sind in solcher Unwissenheit, daß sie lehren und glauben, ein jeglicher könne in den Himmel zugelassen werden; einige meinen, (es geschehe) vermöge der Gewalt, die sie sich angemaßt haben, andere es (geschehe) durch die Barmherzigkeit des Herrn, (möge der Mensch) gelebt haben, wie er wolle. Und nur wenige wissen, daß dem Menschen der Himmel gegeben wird, während er in der Welt lebt, durch ein Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens, und daß dieses Leben fortdauert. Dies wurde gesagt, auf daß man wisse, wie die Menschen der Kirche beschaffen sind, die sich an den Glauben allein halten und um das Leben des Glaubens sich nichts bekümmern; denn diese sind es, die durch die Ägypter hier und im Folgenden vorgebildet werden. 7503. "An den Pferden, an den Eseln, an den Kamelen", 2. Mose 9/3, bedeutet das Verständnis und die wißtümlichen Kenntnisse des Wahren, das dem Glauben angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Pferde, sofern sie das Verständige bezeichnen, wovon Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 6125, 6534; aus der Bedeutung der Esel, sofern sie das bezeichnen, was dem Verständigen dient, somit auch das Wißtümliche, wovon Nr. 5492, 7024; und aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnen, wovon Nr. 3048, 3071, 3143, 3145. Diese drei Tiergattungen bedeuten dasjenige, was dem Verstandesgebiet angehört, die übrigen, die zum Rindvieh und zur Schafherde gehören, bedeuten dasjenige, was dem Willensgebiet angehört. Was das Verstandesgebiet betrifft, so nimmt dieses die Wahrheiten des Glaubens auf; denn der Verstand ist das inwendige Sehvermögen, das vom Licht des Himmels erleuchtet wird, und in dem Maß, als er erleuchtet wird, nimmt er wahr, sieht und anerkennt er die Wahrheiten des Glaubens, wenn (der Mensch) das Wort liest. Daher kommt es, daß diejenigen, die im Innewerden des Glaubenswahren sind, Verständige und Weise und auch Erleuchtete heißen. Daß das Verständige es ist, was das Glaubenswahre aufnimmt, sehe man Nr. 5114, 6125, 6222. 7504. "Am Rindvieh und an der Schafherde", 2. Mose 9/3, bedeutet das Willensgebiet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rindviehs, sofern es das Gute des äußeren Natürlichen bezeichnet, und aus der Bedeutung der Schafherde, sofern sie das Gute des inneren Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 5913; und weil das Gute, so wird das Willensgebiet dadurch bezeichnet, denn alles Gute bezieht sich auf den Willen und alles Wahre auf den Verstand. 7505. "Als eine sehr schwere Pest", 2. Mose 9/3, bedeutet die Zerstörung (oder Vernichtung) im allgemeinen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Pest, sofern sie die Verwüstung des Wahren bezeichnet, und weil gesagt wird eine sehr schwere Pest, wird bezeichnet die (gänzliche) Zerstörung des Wahren. Daß die Pest die Verwüstung des Wahren bedeutet, wird aus folgenden Stellen im Worte klar: Hes.14/21: "Wenn Ich Meine vier bösen Gerichte, Schwert und Hunger, und böses Wild und Pest senden werde über Jerusalem, auszurotten aus ihr Mensch und Tier": ausrotten Mensch und Tier, bedeutet das innere und äußere Gute verwüsten. Hes.7/15: "Das Schwert draußen und die Pest und der Hunger drinnen; wer auf dem Feld, wird durchs Schwert sterben, wer aber in der Stadt, den werden Hunger und Pest fressen": Pest für die Verwüstung des Guten. Hes.5/12: "Darum, weil du Mein Heiligtum verunreinigt hast mit deinen Greueln, so wird das dritte Teil von dir an der Pest sterben und aufgezehrt werden in deiner Mitte": Pest für die Zerstörung des Guten. Amos 4/10: "Ich sandte unter euch die Pest auf dem Wege Ägyptens, Ich erwürgte mit dem Schwert eure Jünglinge, zugleich mit der Gefangennahme eurer Pferde": Pest auf dem Weg Ägyptens, bedeutet die Verwüstung des Guten und Wahren durch Falsches, das durch den Weg Ägyptens bezeichnet wird. Ich erwürgte mit dem Schwert die Jünglinge zugleich mit der Gefangennahme eurer Pferde, bedeutet die Verwüstung des Wahren, die Jünglinge bezeichnen das Wahre, und die Pferde das Verständnis, wie Nr. 7503. Ps.91/5,6: "Du wirst dich nicht fürchten vor dem Grauen der Nacht; vor dem Pfeil der bei Tag fliegt; vor der Pest, die im Dunkeln schleicht, vor dem Tod, der am Mittag verwüstet": die Pest, die im Dunkel schleicht, bedeutet das Böse, das im Verborgenen verwüstet; der Tod, der am Mittag verwüstet, das Böse, das offenbar ist; so auch in anderen Stellen. 7506. "Und Jehovah wird einen Unterschied machen zwischen dem Vieh Israels und zwischen dem Vieh der Ägypter", 2. Mose 9/4, bedeutet den Unterschied zwischen dem Wahren und Guten des Glaubens der Angehörigen der geistigen Kirche, und zwischen dem Wahren und Guten, das diejenigen haben, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von unterscheiden, sofern es einen Unterschied bezeichnet; aus der Bedeutung des Viehs, sofern es das Wahre und Gute des Glaubens bezeichnet, wie Nr. 7502; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, wovon Nr. 7500, und aus der Bedeutung des Viehs der Ägypter, sofern es das Gute und Wahre der Kirche bezeichnet, das diejenigen haben, die anfechten. Daß die Ägypter solche bedeuten, die der Kirche angehörten, und daher die Kenntnis des Wahren und Guten des Glaubens hatten, aber ein Leben des Bösen führten, und die im anderen Leben anfechten, sehe man Nr. 7097, 7127, 7317, 7502. Was den Unterschied betrifft zwischen dem Wahren und Guten des Glaubens derjenigen, die der Kirche angehören und selig werden, und zwischen dem Wahren und Guten des Glaubens derjenigen, die der Kirche angehören und verdammt werden, so soll es mit wenigen Worten gesagt werden: Das Wahre und Gute des Glaubens, das diejenigen haben, die der Kirche angehören und selig werden, kommt aus dem Guten der Liebtätigkeit, und weil die Neigung zur Liebtätigkeit das eigentlich Geistige ist, so ist es geistiges und durch den Himmel vom Herrn einfließendes Wahres und Gutes; denn das Inwendige derer, die es aufnehmen, ist gegen den Himmel offen. Hingegen das Wahre und Gute derer, die der Kirche angehören und verdammt werden, kommt nicht aus dem Guten der Liebtätigkeit, somit ist es nicht geistig; es fließt zwar durch den Himmel ein, aber es wird aufgenommen in der Kälte und Finsternis. In der Kälte, weil das Gute der Liebtätigkeit nicht da ist, in der Finsternis, weil das Licht, womit sie es aufnehmen, dem Winterlicht gleicht, welches Licht gegen das Licht des Himmels wie Finsternis ist. Ihr Inwendiges ist auch nicht gegen den Himmel offen, sondern gegen die Welt hin, auf diese richten sie den Einfluß des Wahren und Guten aus dem Himmel, daher sind auch die Vorstellungen, die sie vom Glaubensguten und Wahren haben, durchaus natürlich, ja materiell, und wenn sie in der geistigen Welt vorgebildet werden, sind sie häßlich und haben keine Ähnlichkeit mit der menschlichen Form. Hingegen die Vorstellungen vom Wahren und Guten des Glaubens bei denjenigen, die der Kirche angehören und selig werden, sind geistig, und obwohl sie in materiellen Dingen, die der Welt angehören, auslaufen (terminantur), so sind sie dennoch davon getrennt, denn sie können über sie erhoben werden. Wenn die Vorstellungen dieser in der geistigen Welt vorgebildet werden, dann sind sie schön, und haben eine Ähnlichkeit mit dem Menschen. Von solcher Art ist der Unterschied (zwischen beiden), mögen sie immerhin in der äußeren Form gleich erscheinen, nämlich in der Rede und Predigt. Die Ursache, warum ein solcher Unterschied stattfindet, ist das Leben; denn das Gute des Lebens, das aus der Liebtätigkeit kommt, bildet, wenn es in das Verständige einfließt, welches das Aufnahmegefäß des Wahren ist, schöne Vorstellungen vom Guten und Wahren des Glaubens, hingegen das Böse des Lebens, das der Liebtätigkeit entgegen ist, bewirkt, wenn es in das Verständige einfließt, häßliche Vorstellungen vom Guten und Wahren des Glaubens, und von solcher Art, daß sie im Himmel nicht anerkannt werden. 7507. "Und es wird nichts sterben von allem, was die Söhne Israels haben", 2. Mose 9/4, bedeutet, es werde nicht zerstört werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht sterben, sofern es heißt nicht zerstört werden; und aus der Bedeutung des Viehs, wovon gesagt wird, es werde nicht sterben, sofern es das Wahre und Gute des Glaubens bezeichnet, wovon Nr. 7502; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen. Das Gute und Wahre des Glaubens, das die Angehörigen der Kirche haben, kann nicht sterben, aus dem Grund, weil es durch die Liebtätigkeit mit dem Göttlichen verbunden ist, und das Göttliche das Leben selbst und ewig ist. Was mit dem Leben selbst und mit dem Ewigen verbunden ist, das kann nicht sterben oder zerstört werden, es bleibt in Ewigkeit, und wird immerfort vervollkommnet. Dagegen was dem Glauben angehört, bei denen, die Angehörige der Kirche sind, und (doch) verdammt werden, das stirbt, weil es nicht mit dem Göttlichen verbunden ist, und daher kein Leben in sich hat; denn es ist gleich den Bildern ohne Leben. Derartiges wird, weil es nicht lebendig ist, im anderen Leben zerstört, d.h. weggenommen. 7508. "Und Jehovah setzte eine bestimmte Zeit", 2. Mose 9/5, bedeutet die Vorherbestimmung. Dies erhellt ohne Erklärung. 7509. "Und sprach: Morgen wird Jehovah solches tun im Lande", 2. Mose 9/5, bedeutet, dies werde bei ihnen immerfort sich begeben in betreff dessen, was dem Wahren und Guten der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von morgen oder des morgenden Tages, sofern es soviel ist als immerfort, wovon Nr. 3998. Daß es dasjenige betrifft, was dem Wahren und Guten der Kirche angehört, wird aus dem Vorhergehenden klar, denn von diesem ist die Rede, daß es nämlich bei denjenigen werde zerstört werden, die unter den Ägyptern verstanden werden; und daß es bei denjenigen verbleiben werde, die durch die Söhne Israels vorgebildet werden. 7510. "Und Jehovah tat solches am anderen Morgen", 2. Mose 9/6, bedeutet die Verwirklichung gemäß der Vorherbestimmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von solches tun, sofern es eine Verwirklichung bezeichnet, und aus der Bedeutung der bestimmten Zeit, die hier die des anderen Morgens ist, sofern sie eine Vorherbestimmung ausdrückt, wie Nr. 7508. Die Vorherbestimmung durch das Göttliche wird, wenn sie sich auf das Immerwährende bezieht, durch den morgenden Tag ausgedrückt. 7511. "Und es starb alles Vieh der Ägypter", 2. Mose 9/6, bedeutet die Zerstörung des Wahren und Guten des Glaubens bei denjenigen, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, nämlich an der Pest, sofern sie ein Zerstören bezeichnet, wie Nr. 7505, 7507; und aus der Bedeutung des Viehs der Ägypter, sofern es das Wahre und Gute der Kirche bezeichnet, bei denjenigen, die anfechten, wie Nr. 7506. 7512. "Und vom Vieh der Söhne Israels starb nicht eines", 2. Mose 9/6, bedeutet, nichts vom Glauben wurde bei den Angehörigen der geistigen Kirche zerstört. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7506, 7507 erklärt wurde. 7513. "Da sandte Pharao hin und siehe, es war nichts gestorben vom Vieh Israels, auch nicht eines", 2. Mose 9/7, bedeutet, dies sei bekannt worden denjenigen, die anfechten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er diejenigen darstellt, die anfechten, wovon Nr. 7498; daß es ihnen bekannt worden sei, nämlich daß nichts vom Guten und Wahren des Glaubens bei den Angehörigen der geistigen Kirche zugrunde gegangen, und daß dadurch bezeichnet wird, daß er hinsandte und fand, es sei nichts vom Vieh Israels gestorben, ist klar. 7514. "Aber das Herz Pharaos war verstockt", 2. Mose 9/7, bedeutet die Hartnäckigkeit, wie Nr. 7272, 7300, 7305. 7515. "Und er entließ das Volk nicht", 2. Mose 9/7, bedeutet, daß sie jene nicht freigelassen haben, nämlich die Angehörigen der geistigen Kirche, die sie anfochten; man sehe Nr. 7474, wo die gleichen Worte. HG 7516 7516. Vers 8-12: Und Jehovah sprach zu Mose und zu Aharon: Nehmet euch eure Fäuste voll Ruß des Ofens, und Mose streue ihn gen Himmel vor den Augen Pharaos. Und er wird zu Staub werden über ganz Ägyptenland, und wird an Menschen und Vieh zu Geschwüren sein, die mit Blattern ausbrechen in ganz Ägyptenland. Und sie nahmen Ruß des Ofens und stellten sich vor Pharao hin, und Mose streute ihn gen Himmel, da ward er zu Geschwüren mit Blattern, ausbrechend an Menschen und Vieh. Und die Zauberer konnten nicht stehen vor Mose wegen der Geschwüre, denn die Geschwüre waren an den Zauberern und an allen Ägyptern. Und Jehovah verhärtete das Herz Pharaos, und er hörte nicht auf sie, wie Jehovah zu Mose geredet hatte. "Und Jehovah sprach zu Mose und zu Aharon" bedeutet von neuem eine Belehrung; "nehmet euch eure Fäuste voll" bedeutet, soviel Macht sei gegeben worden, als aufgenommen werden konnte; "Ruß des Ofens" bedeutet (Macht) das Falsche der Begierden zu erregen durch die Gegenwart bei denjenigen, die anfechten; "und Mose streue ihn gen Himmel" bedeutet, jenes Falsche sei denen im Himmel gezeigt worden; "vor den Augen Pharaos" bedeutet, in seiner Gegenwart; "und er wird zu Staub werden über ganz Ägyptenland" bedeutet die Verdammnis jenes Falschen im natürlichen Gemüt; "und wird an Menschen und Vieh" bedeutet das aus dem inneren und äußeren Bösen (stammt); "zu Geschwüren sein, die mit Blattern ausbrechen" bedeutet die Unsauberkeiten mit den daher kommenden Lästerungen; "in ganz Ägyptenland" bedeutet im ganzen natürlichen Gemüt; "und sie nahmen Ruß des Ofens" bedeutet das Falsche der Begierden; "und stellten sich vor Pharao hin" bedeutet in Gegenwart derjenigen, die anfechten; "und Mose streute ihn gen Himmel" bedeutet, jenes sei denen im Himmel gezeigt worden; "da ward er zu Geschwüren mit Blattern, ausbrechend an Menschen und Vieh" bedeutet Unsauberkeiten mit Lästerungen aus dem inneren und äußeren Bösen; "und die Zauberer konnten nicht stehen vor Mose wegen der Geschwüre" bedeutet, daß nicht gegenwärtig sein konnten die, welche die göttliche Ordnung dadurch mißbrauchten, daß sie das gleiche in der äußeren Form nachbildeten; "denn die Geschwüre waren an den Zauberern" bedeutet die gleichen Unsauberkeiten kamen aus ihnen heraus; "und an allen Ägyptern" bedeutet, wie an denjenigen, die anfochten; "und Jehovah verhärtete das Herz Pharaos" bedeutet, jene wurden hartnäckig; "und er hörte nicht auf sie" bedeutet, sie gehorchten nicht; "wie Jehovah zu Mose geredet hatte" bedeutet der Vorhersage gemäß. 7517. "Und Jehovah sprach zu Mose und zu Aharon", 2. Mose 9/8, bedeutet, von neuem eine Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", sofern es eine Belehrung bezeichnet, wie Nr. 7497. Daß es eine Belehrung von neuem ist, beruht darauf, weil nun von einem neuen Zustand die Rede ist, nachdem der frühere beendigt worden. Die Belehrung, die von Jehovah (kommt), geschieht durch das Wahre, das von Ihm ausgeht. Das Wahre, das von Jehovah ausgeht, wird durch Mose und Aharon vorgebildet: das inwendig Wahre durch Mose, und das äußere durch Aharon: Nr. 7382. 7518. "Nehmet euch eure Fäuste voll", 2. Mose 9/8, bedeutet, soviel Macht sei gegeben worden, als aufgenommen werden konnte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Fäuste oder hohlen Hände, sofern sie die Macht bezeichnen; daß die Fäuste oder hohlen Hände die Macht bedeuten beruht darauf, weil die Hand dieselbe bezeichnet, wovon unten. Soviel als aufgenommen werden kann, wird bezeichnet durch "voll". Was die Bedeutung der Fäuste oder hohlen Hände betrifft, so wisse man, daß die Arme im Größten Menschen der Macht entsprechen; daher bedeuten nicht bloß die Arme selbst die Macht, sondern auch die Schultern, wie auch ebenso die Hände bis zu den Fingern. Daß die Arme Macht bedeuten, sehe man Nr. 878, 4932, 4934, 4935, 7205; die Schultern: Nr. 1085, 4937; die Hände: Nr. 878, 3387, 5327, 5328, 5544, 6292, 6947, 7011, 7188, 7189; auch die Finger: Nr. 7430; über die Entsprechung derselben im allgemeinen: Nr. 4931-4937. Der Grund, warum alles, was zum Arm gehört, der Macht entspricht, ist der, weil der Leib seine Macht dadurch ausübt. Aus diesem kann erhellen, was durch das Sitzen zur Rechten Matth.26/64 bezeichnet wird: "Jesus sprach: Von nun an werdet ihr sehen den Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Macht". Luk.22/69: "Von nun an wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Kraft Gottes". Daß es nämlich die Allmacht bezeichnet, die der Herr hat, deshalb wird gesagt zur Rechten der Macht, und zur Rechten der Kraft; wie auch Ps.89/14: "Du hast einen Arm voller Kraft, stark ist Deine Hand, erhöht wird werden Deine Rechte". Aus diesem erhellt, welches Licht im Wort der innere Sinn gibt, denn wenn man nicht von daher wüßte, daß durch die Rechte die Macht bezeichnet wird, so würde man nach dem Wortlaut verstehen, daß der Herr zur Rechten Jehovahs sitze. 7519. "Ruß des Ofens"; 2. Mose 9/8, bedeutet, (die Macht) Falsches der Begierden zu erregen durch die Gegenwart bei denjenigen, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ruß des Ofens, sofern es das Falsche der Begierden bezeichnet, worüber folgt. Daß es Erregung durch die Gegenwart bei denjenigen ist, die anfechten, erhellt aus demjenigen, was in diesem Vers folgt; denn es wird gesagt, Moses habe ihn gen Himmel gesprengt vor den Augen Pharaos; durch "vor den Augen" wird die Gegenwart bezeichnet, und durch Pharao diejenigen, die anfeinden, wie oft gezeigt worden. Wie es sich hiermit verhält, kann man ohne Offenbarung nicht wissen, denn es sind solche Dinge, die im anderen Leben geschehen, und in der Welt nicht bekannt sind. Solange die bösen oder höllischen Geister vom Himmel entfernt und getrennt sind vom Himmel, d.h. vom Guten der Liebe und Wahren des Glaubens, welches daselbst herrscht, so lange wissen sie nicht, daß sie in Bösem und Falschem sind; denn dann glauben sie, das Falsche sei wahr, und das Böse sei gut. Sobald aber der Himmel ihnen näher kommt, d.h. irgendeine himmlische Gesellschaft, nehmen sie das Falsche und Böse wahr; denn das Wahre des Glaubens, das alsdann einfließt, bewirkt, daß sie das Falsche wahrnehmen. Und das Gute der Liebe, das einfließt, bewirkt, daß sie das Böse wahrnehmen. Ja, je näher der Himmel kommt, oder je gegenwärtiger das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens einfließt, desto heftiger werden sie, weil sie jenes nicht ertragen können, von ihrem Bösen und Falschen ergriffen. Aus diesem nun kann erhellen, warum befohlen wurde, Mose solle Ruß des Ofens nehmen, und ihn gen Himmel streuen, und er solle das vor den Augen Pharaos tun. Dann auch, warum befohlen wurde, er solle den Ruß gen Himmel streuen (oder sprengen), nicht aber Aharon; denn daß der Ruß gen Himmel gesprengt werden sollte, bedeutet den Einfluß des Himmels. Dadurch, daß dieses vor den Augen Pharaos geschehen sollte, wird bezeichnet, in Gegenwart derjenigen, die anfechten. Mose sollte dieses tun und nicht Aharon aus dem Grunde, weil das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, jene Wirkung bei den Bösen darstellt; denn Mose bezeichnet das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, und Aharon das, welches mittelbar (ausgeht); man sehe Nr. 7010. Hieraus wird klar, was im inneren Sinn durch das verstanden wird, was in diesem und in den nächst folgenden Versen enthalten ist, nämlich daß Unsauberes und Schnödes der Begierden mit Lästerungen erregt werden soll, was bezeichnet wird durch die Geschwüre, die mit Blattern ausbrechen; jenes wird erregt, wenn das göttlich Wahre einfließt und der Himmel näher kommt. Jeder kann sehen, daß solches dem Mose von Jehovah keineswegs befohlen worden wäre, wenn kein himmlisches Geheimnis darin läge, nämlich daß Mose Ofenruß nehmen und ihn gen Himmel sprengen sollte. Solche Mittel, eine Wirkung hervorzubringen, würden von Jehovah gar nicht angeordnet, wenn sie nicht etwas Himmlisches enthielten, dem sie entsprechen. Hieraus kann man sehen, wie beschaffen das Wort ist, daß es nämlich ganz voll von Geheimnissen ist, aber von Geheimnissen, die nicht im Buchstabensinn hervortreten. Der Ruß des Ofens bedeutet das Falsche der Begierden aus dem Grunde, weil der Ruß aus verbrannten Dingen kommt. Was verbrannt wird, wie auch das Feuer selbst, bedeutet im Wort im guten Sinn das Gute der himmlischen Neigungen, aber im entgegengesetzten Sinn das Böse der höllischen Begierden. Daß das Feuer dieses bedeutet, sehe man Nr. 934, 1861, 2446, 4906, 5071, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324; und daß die Verbrennung das Böse der Begierden bedeutet: Nr. 1297, 5215; daher kommt es, daß Ruß Falsches bedeutet, denn das Falsche kommt aus dem Bösen der Begierden. Weil das Böse der Begierden durch Feuer bezeichnet wird, wird es auch durch Ofen bezeichnet. Der Ofen ist das Enthaltende, welches öfters das gleiche andeutet wie der Inhalt selbst. Daß der Ofen dieses bedeutet, erhellt aus folgenden Stellen: Mal.3/19: "Siehe, ein Tag kommt, brennend wie ein Ofen, und alle Stolzen und jeder, der Bosheit tut, werden sein wie Stoppeln, und entflammen wird sie der kommende Tag, er wird ihnen nicht lassen Wurzel und Zweige": brennend wie ein Ofen bedeutet die Begierden des Bösen; sie entflammen (steht) für entzünden mit Begierden. 1. Mose 19/28: "Abraham blickte hin gegen das Angesicht Sodoms und Gomorrahs, und gegen das Angesicht des Landes der Ebene, und sah, und es stieg auf ein Rauch, wie der Rauch eines Ofens": Rauch des Ofens für Falsches aus Bösem der Begierden, denn Sodom bedeutet das Böse der Begierden aus der Selbstliebe, und Gomorrah das Falsche daher: Nr. 2220, 2246, 2322. Joh.Offenb.9/2: "Aus dem Brunnen des Abgrunds stieg ein Rauch auf, wie der Rauch eines Ofens": Rauch des Ofens ebenso für Falsches aus dem Bösen der Begierden, Brunnen des Abgrunds für die Hölle. Matth.13/41,42: "Senden wird der Sohn des Menschen seine Engel, die sammeln werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse, und diejenigen, die Unrecht tun, und wird sie werfen in den Feuerofen": Feuerofen für Böses der Begierden; denn das Feuer der Begierden ist es, was im Wort unter dem Höllenfeuer verstanden wird. Die Liebestriebe sind auch nichts anderes als Lebensfeuer, das Fortdauernde der Liebe ist die Begierde. Nahum 3/14,15: "Wasser der Belagerung schöpfe dir, mache stark deine Festungen, gehe hinein in den Kot, und tritt Ton, stelle her den Ziegelofen, daselbst wird das Feuer dich verzehren und das Schwert dich ausrotten": hineingehen in den Kot, bedeutet in das Falsche; Ton treten soviel als das Böse: Nr. 6669; Ziegelofen für Falsches, das sie aussinnen, und von den Bösen hineingeworfen wird: Nr. 1296, 6669, 8113; Feuer für die Begierde des Bösen: Nr. 1861, 2446, 5071, 5215, 6832, 7324; Schwert für Falschheit: Nr. 4499. Jerem.43/9,10: "Nimm in deine Hand große Steine, und verbirg sie im Ton im Ziegelofen, der an der Türe des Hauses Pharaos in Thachpanches, in den Augen der jüdischen Männer, und sprich zu ihnen: Siehe, Ich sende hin und will holen Nebukadnezar, den König Babels, und seinen Thron setzen auf diese Steine, die Ich verborgen habe, so daß er sein Zelt ausspannt auf ihnen; er wird kommen und Ägyptenland schlagen": was dieses bedeutet, kann man auch nicht wissen, ohne den inneren Sinn: große Steine bedeuten Falsches; der Ziegelofen die Begierde zum Falschen aus dem Bösen; Nebukadnezar, der König Babels, ist der Verwüster des Wahren und Guten; daß sein Thron und Zelt auf diesen Steinen sein sollte, heißt, er werde Falsches regieren lassen; Ägyptenland, das er schlagen wird, bezeichnet das natürliche Gemüt. 7520. "Und Mose streue ihn gen Himmel", 2. Mose 9/8, bedeutet, jenes Falsche sei denen im Himmel gezeigt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rußes, sofern er das Falsche bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von streuen gen Himmel, sofern es heißt dieses denen zeigen, die im Himmel sind. Daß streuen hier soviel ist als zeigen, ist klar, denn dadurch kommt es zum Vorschein. Durch den Himmel wird im inneren Sinn verstanden der Engelshimmel. Was dieses bedeute, wird aus dem klar, was Nr. 7519 gesagt wurde, daß nämlich durch das Wahre vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird, das Falsche der Begierden derjenigen, die anfechten, dem Himmel gezeigt und offenbar gemacht worden sei; daher dessen Gegenwart, und infolge der Gegenwart das Eintreten von solchen Dingen bei den Bösen, die durch die mit Blattern ausbrechenden Geschwüre bezeichnet werden. Daß der Ruß das Falsche bedeutet, kann begründet werden aus den Stellen, wo die Asche genannt wird; denn die Asche hat die gleiche Entstehung, daher bedeutet sie das gleiche wie der Ruß; so bei Jes.44/20; 58/5; Jerem.6/26; Hes.27/30; 28/18; Jon.3/6; Ps.102/10,11; Hiob 2/8; 30/19. 7521. "Vor den Augen Pharaos", 2. Mose 9/8, bedeutet in ihrer Gegenwart. Dies erhellt ohne Erklärung. 7522. "Und er wird zu Staub werden über ganz Ägyptenland", 2. Mose 9/9, bedeutet die Verdammnis jenes Falschen im natürlichen Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Staubes, sofern er das Verdammte bezeichnet, wovon Nr. 7418; aus der Bedeutung von Ofenruß, der zu Staub wurde, sofern er das Falsche der Begierden bezeichnet, wovon Nr. 7519, 7520; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt vorbildet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Daß der Staub das Verdammte bedeutet, erhellt außer den aus dem Wort Nr. 7418 angeführten Stellen auch aus der folgenden: 5. Mose 28/15,16,24: "Wenn du nicht gehorchst der Stimme Jehovahs, deines Gottes, wirst du verflucht sein in der Stadt, verflucht auf dem Feld; machen wird Jehovah den Regen deines Landes zu feinem Staub und zu dickem Staub, vom Himmel wird er herabkommen über dich, bis du zugrunde gerichtet wirst". 7523. "Und wird sein an Menschen und Vieh", 2. Mose 9/9, bedeutet, das aus dem inneren und äußeren Bösen (stammt). Dies erhellt aus der Bedeutung des Menschen, sofern er die Neigung zum Guten, und im entgegengesetzten Sinn die Begierde zum Bösen bezeichnet, ebenso das Tier. Aber wenn der Mensch und das Tier genannt wird, dann wird durch den Menschen die innere Neigung oder Begierde und durch das Tier die äußere bezeichnet, worüber man sehe Nr. 7424. Das innere Gute und auch das innere Böse, das durch den Menschen bezeichnet wird, ist das, welches der Absicht oder dem Zweck angehört, denn die Absicht oder der Zweck ist das Inwendigste des Menschen. Aber das äußere Gute, und auch das äußere Böse, das durch das Tier bezeichnet wird, gehört dem Denken, und infolgedessen wenn nichts hindert, der Handlung an. Daß das äußere durch Tier bezeichnet wird, hat den Grund, weil der Mensch in betreff seines äußeren oder natürlichen Menschen eben nur ein Tier ist, denn er hat die gleichen Begierden und auch Vergnügungen, sowie Gelüste und Sinne; und daß das Innere durch den Menschen bezeichnet wird, hat den Grund, weil der Mensch in betreff des inwendigen oder geistigen Menschen ein Mensch ist; denn in diesem hat er solche Neigungen zum Guten und Wahren, wie sie bei den Engeln im Himmel sind finden, und weil er durch diese seinen natürlichen oder tierischen Menschen regiert, der durch Tier bezeichnet wird. Daß das Tier die Neigung zum Guten bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn die Begierde zum Bösen, sehe man Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 2179, 2180, 3218, 3519, 5198; dies ist es, was durch Mensch und Tier auch in folgenden Stellen bezeichnet wird: Jerem.7/20: "Mein Zorn und Mein hitziger Grimm ist ausgeschüttet über diesen Ort, über den Menschen und über das Tier". Jerem.21/6: "Schlagen werde Ich die Einwohner dieser Stadt, und Mensch und Tier, an großer Pest werden sie sterben". Jerem.50/3: "Setzen wird er ihr Land in Verödung, so daß niemand darinnen wohnt; vom Menschen bis zum Tier haben sie sich zertrennt, sind fortgegangen". Hes.14/13,19,21: "Wenn das Land an Mir sündigt, indem es Übertretung begeht, so werde Ich aus demselben ausrotten Mensch und Tier". Hes.25/13: "Ausstrecken werde Ich Meine Hand über Edom, und ausrotten daraus Mensch und Tier, und es zur Wüste machen". Zeph.1/3: "Aufzehren werde Ich Mensch und Tier, aufzehren den Vogel der Himmel, und die Fische des Meeres, und die Ärgernisse samt den Gottlosen, und ausrotten den Menschen von den Oberflächen der Erde". Mensch und Tier bedeutet das innere und das äußere Gute in folgenden Stellen: Jerem.27/5: "Ich habe gemacht die Erde, Mensch und Tier, durch Meine große Kraft". Jerem.31/27: "Siehe, Tage kommen, spricht Jehovah, wo Ich besamen werde das Haus Israels und das Haus Judas mit dem Samen des Menschen und mit dem Samen des Tieres". Jerem.32/43: "Verödung wird sein das Land, so daß kein Mensch und Tier (darinnen)". Jerem.33/10; 51/62: "In den Städten Judas und in den Gassen Jerusalems, die verwüstet sind, kein Mensch und kein Einwohner, und kein Tier". Ps.36/7: "Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, Deine Gerichte eine große Tiefe; Mensch und Tier erhältst Du, Jehovah". Weil durch Mensch und Tier solches bezeichnet wurde, deswegen starben "die Erstgeburten der Ägypter, sowohl der Menschen als der Tiere": 2. Mose 12/29; und darum wurden die Erstgeburten sowohl vom Menschen als vom Tier geheiligt": 4. Mose 18/15; und deshalb wurde auch einem heiligen Brauch gemäß dem König Ninives befohlen, daß sowohl "Mensch als Tier fasten, und auch mit Säcken bedeckt werden sollten": Jon.3/7,8. 7524. "Zu Geschwüren, die mit Blattern ausbrechen", 2. Mose 9/9, bedeutet Unsauberkeiten mit den daraus stammenden Lästerungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschwüre, sofern sie Unsauberkeiten bezeichnen, die aus Bösem kommen; und aus der Bedeutung der Blattern, sofern sie Lästerungen bezeichnen, die von daher kommen. Die Geschwüre beim Menschen an seinem Leib entsprechen den Unsauberkeiten, die aus Bösem kommen, und die Blattern den Lästerungen; und sie würden sich auch an jedem bösen Menschen zeigen, wenn er nicht, solange er in der Welt ist, in einem Zustand wäre, (der ihn befähigt) das Gute und Wahre des Glaubens aufzunehmen. Um dieses Zustands willen wird es vom Herrn verhütet, daß solche nicht aus dem Bösen hervorbrechen. Daß die Geschwüre Unsauberkeiten mit Lästerungen bedeuten, wird auch klar bei Joh.Offenb.16/2,11: "Der erste Engel goß seine Schale aus auf die Erde, und es entstand ein böses und arges Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Tieres hatten. Der fünfte Engel goß seine Schale aus auf den Thron des Tieres, und sie lästerten den Gott des Himmels ob ihrer Beschwerden und ob ihrer Geschwüre". 5. Mose 28/27,34-36: "Schlagen wird dich Jehovah mit dem Geschwür Ägyptens, und mit Feigwarzen, und mit Grind, und mit Krätze, daß du nicht heil werden kannst, da wirst du unsinnig werden von dem Anblick der Augen, womit du es erblicken wirst. Schlagen wird dich Jehovah mit bösem Geschwür auf den Knien und auf den Schenkeln, wovon du nicht heil werden kannst; wegführen wird Jehovah dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einer Völkerschaft, die du nicht kennst": das Geschwür Ägyptens bedeutet die Unsauberkeiten mit Lästerungen; und weil auch Lästerungen bezeichnet werden, wird gesagt, er werde unsinnig werden vom Anblick der Augen; denn wer Gott lästert, der ist unsinnig. Gattungen von Geschwüren sind Feigwarzen, Grind, Krätze, die ebenso viele Gattungen von Falschem aus Bösem bedeuten. Beinahe dasselbe wird bezeichnet durch die Geschwüre auf den Knien und Schenkeln; und weil sie Falsches bedeuten, so folgt gleich darauf: der König, den sie einsetzen, werde weggeführt werden, denn durch den König wird das Wahre bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4581, 4966, 5044, 6148. Die Geschwüre des Aussatzes, als: Geschwulst, Schorf, Blase, Brand, Räude, Flechte, die genannt werden 3. Mose Kapitel 13, bezeichnen ebenfalls solches; denn der Aussatz bedeutet im geistigen Sinn die Entweihung des Wahren: Nr. 6963. Daß auch die Wunden solches bedeuten, wird klar bei Jes.1/6: "Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an ihm, Wunde und Beule und eine frische Plage, sie sind nicht ausgedrückt, und nicht verbunden, und nicht gelindert mit Öl". Ps.38/5,6: "Meine Missetaten sind gegangen über mein Haupt; stinkend, eitrig sind geworden meine Wunden, von wegen meiner Torheit". 7525. "In ganz Ägyptenland", 2. Mose 9/9, bedeutet das natürliche Gemüt; man sehe Nr. 7522. 7526. "Und sie nahmen Ruß des Ofens", 2. Mose 9/10, bedeutet Falsches der Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ofenruß, sofern er das Falsche der Begierden bezeichnet, wovon Nr. 7519. 7527. "Und stellten sich vor Pharao hin", 2. Mose 9/10, bedeutet, in Gegenwart derjenigen, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich hinstellen vor jemand, sofern es soviel ist als in seiner Gegenwart; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die darstellt, die anfechten, wovon Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228. 7528. "Und Mose streute ihn gen Himmel", 2. Mose 9/10, bedeutet, jenes sei denen im Himmel gezeigt worden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7520, wo die gleichen Worte. 7529. "Da ward er zu Geschwüren mit Blattern, ausbrechend an Menschen und Vieh", 2. Mose 9/10, bedeutet die Unsauberkeiten mit Lästerungen aus dem inneren und äußeren Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschwürs mit Blattern, sofern es Falsches mit Lästerungen bezeichnet, wovon Nr. 7524; und aus der Bedeutung von Mensch und Vieh, sofern es das innere und äußere Böse ist, wovon Nr. 7523. 7530. "Und die Zauberer konnten nicht stehen vor Mose wegen der Geschwüre", 2. Mose 9/11, bedeutet, daß nicht gegenwärtig sein konnten die, welche die göttliche Ordnung mißbrauchten dadurch, daß sie das gleiche in der äußeren Form nachbildeten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht stehen können vor jemand", sofern es heißt, nicht gegenwärtig sein können; und aus der Bedeutung der Zauberer, sofern es die sind, welche die göttliche Ordnung dadurch mißbrauchen, daß sie das gleiche in der äußeren Form nachbilden, wovon Nr. 7296, 7337; und aus der Bedeutung des Geschwürs, sofern es Unsauberkeiten mit Lästerungen bezeichnet, wovon Nr. 7524. 7531. "Denn die Geschwüre waren an den Zauberern", 2. Mose 9/11, bedeutet, die gleichen Unsauberkeiten kamen aus ihnen heraus. Dies erhellt aus Nr. 7530. 7532. "Und an allen Ägyptern", 2. Mose 9/11, bedeutet, wie an denjenigen, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie diejenigen vorbilden, die anfechten, wovon Nr. 7097, 7317. 7533. "Und Jehovah verhärtete das Herz Pharaos", 2. Mose 9/12, bedeutet, jene wurden hartnäckig. Dies erhellt aus der Bedeutung des Verhärtet- und Verstocktwerdens des Herzens, sofern es die Hartnäckigkeit bezeichnet, wovon Nr. 7272, 7300, 7305. Daß gesagt wird, Jehovah habe sein Herz verhärtet, bedeutet im inneren Sinn, daß nicht Jehovah, sondern sie selbst ihr Herz verhärtet, d.h. sich selbst verstockt haben; denn das Böse beim Menschen ist es, was ihn gegen göttliche Dinge verhärtet oder störrig macht, und das Böse kommt aus dem Menschen und fließt von der Hölle ein, nicht aber aus dem Himmel. Durch den Himmel vom Herrn fließt eben nur das Gute ein; vom Guten, geschweige vom Guten an sich, kann nichts Böses ausgehen. Das Böse geht aus seinen Entstehungsursachen hervor, nämlich aus dem, was entgegen ist der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten; solche Entstehungsursachen gibt es beim Menschen, aber keineswegs bei Gott. Hieraus wird klar, daß, wo im Wort gesagt, Gott führe Böses herbei, nach dem Schein gesprochen ist; doch hierüber sehe man Nr. 2447, 6991, 6997. 7534. "Und er hörte nicht auf sie", 2. Mose 9/12, bedeutet, sie gehorchten nicht. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht hören auf jemand, sofern es soviel ist als nicht gehorchen, wie auch Nr. 7224, 7275, 7301, 7339, 7413. 7535. "Wie Jehovah zu Mose geredet hatte", 2. Mose 9/12, bedeutet, der Vorhersage gemäß, wie Nr. 7302, 7340, 7414, 7432. 7536. Vers 13-18: Und Jehovah sprach zu Mose: Stehe früh auf am Morgen, und trete vor Pharao hin, und sprich zu ihm: So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer: Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen. Denn diesmal will Ich alle Meine Plagen kommen lassen über dein Herz, und über deine Knechte, und über dein Volk, auf daß du erkennen mögest, daß keiner ist, wie Ich auf der ganzen Erde. Denn hätte Ich jetzt Meine Hand ausgereckt, und dich und dein Volk mit Pest geschlagen, so würdest du ausgerottet werden aus dem Lande. Aber um deswillen habe Ich dich stehen lassen, auf daß Ich dich sehen lasse Meine Kraft, und damit erzählet werde Mein Name auf der ganzen Erde; noch erhebst du dich wider Mein Volk, daß du sie nicht entlässest. Siehe, morgen werde Ich regnen lassen einen sehr schweren Hagel, desgleichen nicht gewesen ist in Ägypten von dem Tage an, da es gegründet worden, (und) bis jetzt. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet abermals eine Belehrung, was zu tun sei; "stehe früh auf am Morgen, und trete vor Pharao hin" bedeutet die Erhöhung der Aufmerksamkeit bei denen, die anfechten, durch die Gegenwart; "und sprich zu ihm: So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer" bedeutet den Befehl vom Herrn, Welcher der Gott der Kirche; "entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen" bedeutet, sie sollen die Angehörigen der geistigen Kirche den Herrn ihren Gott verehren lassen; "denn diesmal will Ich alle Meine Plagen kommen lassen" bedeutet, es sei möglich, daß alle Übel, die kommen würden, zusammen über sie hereinbrächen; "über dein Herz" bedeutet, ins Inwendigste; "und über deine Knechte, und über dein Volk" bedeutet, über alles und jedes; "auf daß du erkennen mögest, daß keiner ist, wie Ich auf der ganzen Erde" bedeutet, daß ihnen dadurch kund werde, der Herr allein sei Gott; "denn hätte Ich jetzt Meine Hand ausgereckt" bedeutet, alle Gemeinschaft könne entzogen werden; "und dich und dein Volk mit Pest geschlagen" bedeutet die gänzliche Abödung dadurch; "so würdest du ausgerottet werden aus dem Lande" bedeutet, dann wäre keine Gemeinschaft mehr durch das, was der Kirche angehört; "aber um deswillen habe Ich dich stehen lassen" bedeutet die Gemeinschaft solle noch fortdauern, und die Zustände sollen der Ordnung gemäß verlaufen; "auf daß Ich dich sehen lasse Meine Kraft" bedeutet, damit sie merkten, wie groß die göttliche Macht sei; "und damit erzählet werde Mein Name auf der ganzen Erde" bedeutet, damit so der Herr als der alleinige Gott da, wo die Kirche ist, anerkannt werde; "noch erhebst du dich wider Mein Volk" bedeutet, weil er noch nicht davon ablasse, diejenigen anzufechten, die im Wahren und Guten seien; "daß du sie nicht entlässest" bedeutet, und er sie noch nicht freigebe; "siehe, morgen werde Ich regnen lassen einen sehr schweren Hagel" bedeutet das Falsche, das alles der Kirche Angehörige bei ihnen zerstöre; "desgleichen nicht gewesen ist in Ägypten von dem Tage an, da es gegründet worden, (und) bis jetzt" bedeutet, eine solche Zerstörung finde bei anderen im natürlichen Gemüt nicht statt. 7537. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 9/13, bedeutet abermals eine Belehrung, was zu tun sei; man sehe Nr. 7517. 7538. "Stehe früh auf am Morgen, und trete vor Pharao hin", 2. Mose 9/13, bedeutet die Erhöhung der Aufmerksamkeit bei denen, die anfechten, durch die Gegenwart. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen früh am Morgen, wovon Nr. 7435; aus der Bedeutung von hintreten vor jemand, sofern es die Gegenwart bezeichnet, wovon Nr. 7527; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die darstellt, die anfechten, wovon Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228. 7539. "Und sprich zu ihm: So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer", 2. Mose 9/13, bedeutet den Befehl vom Herrn, Welcher der Gott der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Jehovah oder dem Herrn zu denjenigen geschieht, die in Bösem sind und anfechten, sofern es ein Befehl ist, wie Nr. 7036, 7310; aus der Bedeutung der Hebräer, sofern sie die Angehörigen der Kirche vorbilden, somit die Kirche, wovon Nr. 6675, 6684, 6738. Daß unter Jehovah, wo Er im Wort genannt wird, der Herr verstanden wird, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6280, 6281, 6303, 6905, 6945, 6956. Jehovah der Gott der Hebräer ist somit der Herr, Welcher der Gott der Kirche. 7540. "Entlaß Mein Volk, daß sie Mir dienen", 2. Mose 9/13, bedeutet, sie sollen die Angehörigen der geistigen Kirche den Herrn ihren Gott verehren lassen; man sehe Nr. 7500, wo die gleichen Worte. 7541. "Denn diesmal will Ich alle Meine Plagen kommen lassen", 2. Mose 9/14, bedeutet, es sei möglich, daß alle Übel, die kommen würden, zusammen über sie hereinbrächen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Plagen, sofern sie Übel sind, hier Übel, die kommen sollen, bis sie ganz in die Hölle geworfen werden, weshalb gesagt wird "alle Plagen"; und aus der Bedeutung von kommen lassen, sofern es heißt hereinbrechen, denn die Plagen oder Übel werden nicht von Jehovah oder dem Herrn hereingesendet, sondern brechen vom Bösen selbst herein; das Böse bringt nämlich im anderen Leben die Strafe mit sich, und trägt sie gleichsam in sich: Nr. 696, 697, 1857, 6559. Daher kommt es, daß durch "Ich sende alle Meine Plagen", bezeichnet wird, alle Übel werden über sie hereinbrechen. Es ist der Ordnung gemäß, daß eine Plage auf die andere folgt, und die Bösen so nach und nach in die Hölle hinabgestürzt werden, weshalb hier gesagt wird, es sei möglich, daß sie zusammen hereinbrächen. Weil der Mensch der Kirche keine Kenntnis vom Zustand des Lebens nach dem Tode hat, so glaubt er, der Mensch werde nach dem Leben im Leibe sogleich entweder in den Himmel erhoben, oder in die Hölle geworfen, während dieses doch allmählich geschieht, obwohl mit vieler Verschiedenheit, in betreff der Zeiten und in betreff der Zustände. Bei den Guten, die in den Himmel erhoben werden sollen, wird allmählich das Böse getrennt und dieselben werden mit Gutem erfüllt, gemäß der Aufnahmsfähigkeit, die sie in der Welt sich verschafft hatten, und bei den Bösen, die in die Hölle geworfen werden sollen, wird allmählich das Gute getrennt, und sie werden allmählich mit Bösem erfüllt, gemäß der Aufnahmsfähigkeit, die sie in der Welt sich verschafft hatten. Außerdem tritt der Mensch im anderen Leben in neue Zustände ein, und es gehen Veränderungen mit ihm vor: diejenigen, die in den Himmel erhoben werden, werden auch nachher, wenn sie erhoben sind, vervollkommnet in Ewigkeit; die aber in die Hölle geworfen werden, haben nachher, wenn sie hinabgeworfen sind, immer ärgere Übel zu erdulden, und zwar, bis sie es nicht mehr wagen, jemanden Böses zuzufügen, und hernach bleiben sie in der Hölle in Ewigkeit. Aus dieser können sie nicht mehr herausgeholt werden, weil ihnen kein Wohlwollen gegen jemand gegeben werden kann, sondern nur, daß sie niemand Böses tun aus Furcht vor Strafe, während die Begierde dazu immer bleibt. 7542. "Über dein Herz", 2. Mose 9/14, bedeutet, ins Inwendigste. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herzens, sofern es dasjenige ist, was dem Willen, somit was der Liebe angehört, wovon Nr. 2930, 3313, 3888, 3889, folglich was dem eigentlichen Leben angehört; denn die Liebe, weil sie Sache des Willens ist, macht das eigentliche Leben. Daher kommt es, daß durch Herz das Inwendigste bezeichnet wird. Das Inwendigste bei den Guten ist die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten; das Inwendigste aber bei den Bösen ist die Selbstliebe und Weltliebe. Dieses Inwendigste ist es, was hier verstanden wird. Was um das Inwendigste herum sich befindet, und gleichsam die Umkreise bildet, ist Böses mit Falschem, das zustimmt; und dieses ist in der Ordnung aufgestellt, in der es zustimmt. Im anderen Leben entwickelt sich dieses, gemäß der Ordnung, in der es aufgestellt ist. Zuerst tritt dasjenige hervor, was die äußersten Umkreise einnimmt, hernach was die inwendigeren, und zuletzt wird das Inwendigste offenbar. Daher kommt es, daß der Mensch im anderen Leben mehrere Zustände durchläuft, und daß die Bösen stufenweise nach und nach in Plagen hineinkommen, ehe sie in die Hölle geworfen werden, gemäß dem gleich oben Gesagten. Das Inwendigste, zu dem sie endlich kommen, ist die eigentliche Hölle bei ihnen, denn es ist das Böse selbst, das ihrer Liebe angehört hatte, somit der Zweck, um deswillen sie alles getan, und den sie in der Welt im Innersten verborgen hatten. HG 7543 7543. "Und über deine Knechte, und über dein Volk", 2. Mose 9/14, bedeutet, über alles und jedes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte und des Volkes, sofern es alle und jede bezeichnet, somit auch alles und jedes, wovon Nr. 7396. 7544. "Auf daß du erkennen mögest, daß keiner ist, wie Ich auf der ganzen Erde", 2. Mose 9/14, bedeutet, daß ihnen dadurch kund werde, der Herr allein sei Gott. Dies erhellt aus dem Nr. 7401 Gesagten. 7545. "Denn hätte Ich jetzt Meine Hand ausgereckt", 2. Mose 9/15, bedeutet, alle Gemeinschaft könne entzogen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie Macht bezeichnet, worüber Nr. 4931-4937, 6292, 6947, 7188, 7189, 7518; und sofern die Hand Jehovahs die Allmacht bezeichnet: Nr. 878, 3387, 7518; daher ist "die Hand ausrecken", soviel als Macht zeigen und aus Allmacht solches tun. Diese Allmacht wird dadurch geschildert, daß Er alle Plagen kommen lassen könnte über sein Herz, über seine Knechte und über sein Volk, wodurch bezeichnet wird, daß dann alle Übel zusammen hereinbrächen, und daß so alle Gemeinschaft entzogen würde mit dem, was dem Himmel angehört. Dieser Beweis der Macht ist es, der hier durch jene Worte bezeichnet wird. Wie es mit dieser Gemeinschaft sich verhält, wurde früher gesagt; daß nämlich diejenigen, welche die Frommen im anderen Leben anfechten, solche sind, die in der Welt zur Kirche gehört, das Wort gelesen, die Lehren ihrer Kirche gewußt und sie auch bekannt, dabei aber ein böses Leben geführt haben. Solange diese im anderen Leben das, was zum Glauben gehört, behalten, haben sie Gemeinschaft mit dem Himmel, und so lange können sie nicht in die Hölle hinabgeworfen werden. Deshalb ist es eben jenes, was ihnen nach und nach weggenommen wird. Ist es nun weggenommen, so haben sie nichts, was sie oben erhält, sondern sie fallen alsdann wie Lasten ohne Stützen, oder wie Vögel, denen die Flügel abgeschnitten sind, hinunter, oder in die Tiefe. Hieraus wird klar, was darunter verstanden wird, daß ihnen die Gemeinschaft entzogen werden könne. 7546. "Und dich und dein Volk mit Pest geschlagen", 2. Mose 9/15, bedeutet, daß dann gänzliche Abödung (stattfände). Dies erhellt aus der Bedeutung der Pest, sofern sie die Verwüstung des Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 7505. Hier gänzliche Abödung, weil gesagt wird, daß Pharao und sein Volk damit geschlagen werden sollte, vorher aber, im dritten Vers das Vieh; daher wird dort durch Pest nicht bezeichnet gänzliche Abödung, sondern Verwüstung im allgemeinen in betreff dessen, was dem Wahren und Guten der Kirche angehört, und was im Äußeren ist. 7547. "So würdest du ausgerottet werden aus dem Lande", 2. Mose 9/15, bedeutet, dann wäre keine Gemeinschaft mehr durch das, was der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgerottet werden, wenn es gesagt wird von dem, was der Kirche angehört, sofern es heißt getrennt werden; und wenn es getrennt wird, oder wenn durch das, was der Kirche angehört, keine Gemeinschaft mehr mit dem Himmel stattfindet, dann fällt jener Mensch in die Hölle, und dies heißt ausgerottet werden, man sehe Nr. 7545. Und aus der Bedeutung des Landes (oder der Erde), sofern es die Kirche ist, wovon Nr. 662, 1066, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2571, 2928, 3355, 4535, 4447, 5577. 7548. "Aber um deswillen habe Ich dich stehen lassen", 2. Mose 9/16, bedeutet, die Gemeinschaft solle noch fortdauern, und die Zustände sollen der Ordnung gemäß verlaufen. Dies erhellt aus der Bedeutung von stehen lassen, wenn es gesagt wird von den Plagen oder Übeln, daß sie nicht zusammen hereinbrechen sollten: Nr. 7541, und von der Gemeinschaft mit dem Himmel, sofern sie ihnen nicht entzogen werden soll: Nr. 7545, sofern es heißt, die Gemeinschaft solle noch fortdauern, mithin die Zustände sollen der Ordnung gemäß verlaufen, d.h. sie, (die Ägypter,) sollten stufenweise allmählich abgeödet werden. 7549. "Auf daß Ich dich sehen lasse Meine Kraft", 2. Mose 9/16, bedeutet, damit sie merkten, wie groß die göttliche Macht sei. Dies erhellt ohne Erklärung. 7550. "Und damit erzählet werde Mein Name auf der ganzen Erde", 2. Mose 9/16, bedeutet, damit so der Herr als der alleinige Gott da, wo die Kirche ist, anerkannt werde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er alles in einem Inbegriff bezeichnet, wodurch der Herr verehrt wird, wovon Nr. 2724, 3006, 6674; und weil das Wesentlichste der Verehrung die Anerkennung ist, daß der Herr der alleinige Gott sei, und daß Sein Menschliches göttlich sei und daß von Ihm das Ganze des Glaubens und der Liebe ausgehe, deswegen wird durch das Erzähltwerden des Namens Jehovah bezeichnet, daß der Herr als der alleinige Gott anerkannt werden müsse. Daß das Göttlich-Menschliche des Herrn der Name Jehovahs sei, sehe man Nr. 2682, 6887. Ferner aus der Bedeutung der Erde (oder des Landes), sofern sie die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 7547. Daß Jehovah oder der Herr hier und in anderen Stellen will, daß Seine Kraft und Macht erscheine, und daß Sein Name erzählt werde, und anderwärts, daß Er demütig verehrt und angebetet werde, gibt den Anschein, als ob Er Seine Herrlichkeit zur Schau tragen wolle, und als ob Er die Anbetung um Seiner selbst willen wünsche. Aber damit verhält es sich ganz anders. Es ist nicht um Seiner selbst, sondern um des Menschengeschlechts willen, nicht aus Selbstverherrlichung, sondern aus Liebe; denn Er will sich mit dem menschlichen Geschlecht verbinden, und ihm Leben und ewige Seligkeit geben; und das kann nicht geschehen, wenn der Mensch nicht in einer demütigen Verehrung ist. Und eine demütige Verehrung ist nicht möglich, wenn der Mensch nicht anerkennt und glaubt, daß er (aus sich) Staub und Asche, d.h. nichts als lauter Böses ist, und daß Jehovah oder der Herr der Größte und der Heiligste ist, und daß er nicht wagen darf, Ihm zu nahen aus sich selbst. Wenn der Mensch in solcher demütigen Verehrung ist, dann kann der Herr mit dem Leben Seiner Liebe einfließen, und den Himmel und die ewige Seligkeit geben. Dies ist auch der Grund, warum Jehovah oder der Herr Seine Macht und Herrlichkeit im Wort so hoch erhebt. 7551. "Noch erhebst du dich wider Mein Volk", 2. Mose 9/17, bedeutet, weil er noch nicht davon ablasse, diejenigen anzufechten, die im Wahren und Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von "noch sich erheben", sofern es heißt, nicht aufhören anzufechten. Denn diejenigen, die anfechten, glauben, daß sie über diejenigen, die angefochten werden, Herr seien, wenn sie sehen, daß dieselben in Angst und noch nicht befreit sind; sie selbst aber gewarnt worden sind. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier sind "Mein Volk", sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche oder was dasselbe, die im Wahren und Guten bezeichnen, wovon Nr. 4286, 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. 7552. "Daß du sie nicht entlässest", 2. Mose 9/17, bedeutet, und er sie noch nicht frei gebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es soviel ist, als freigeben, wie einigemal früher. 7553. "Siehe, morgen werde Ich regnen lassen einen sehr schweren Hagel", 2. Mose 9/18, bedeutet das Falsche, das alles der Kirche Angehörige bei ihnen zerstört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hagelregens, sofern er das Falsche aus dem Bösen bezeichnet, welches das Glaubenswahre und Gute, somit was der Kirche angehört, zerstört. Der Hagelregen hat diese Bedeutung, weil er den Steinen ähnlich ist, und sowohl Menschen als Tiere, wie auch die Erzeugnisse des Feldes zerstört, und auch, weil er kalt ist. Der Regen im allgemeinen bedeutet Segen, und im entgegengesetzten Sinn Fluch: Nr. 2445; wenn Segen, dann bedeutet er den Einfluß und die Aufnahme des Wahren, das dem Glauben, und des Guten, das der Liebtätigkeit angehört, denn das ist Segen. Wenn aber Fluch, dann bedeutet er das Falsche, das gegen das Wahre des Glaubens ist, und das Böse, das gegen des Gute der Liebtätigkeit, denn das ist Fluch. Der Hagelregen aber bedeutet im allgemeinen Fluch, der dem Falschen aus dem Bösen zuteil wird, und zwar dem Falschen aus dem Bösen gegen das Wahre und Gute der Kirche. Dies bedeutet der Hagelregen in folgenden Stellen: Hes.38/22: "Ich werde mit Gog rechten, durch Pest und Blut; und einen überflutenden Regen und Hagelsteine, Feuer und Schwefel werde Ich regnen lassen über ihn, und über seine Flügel, und über viele Völker, die mit ihm": Gog bedeutet den äußeren Gottesdienst, der getrennt ist vom inwendigen, somit auch diejenigen, die das Ganze des Gottesdienstes in das Äußere setzen, nachdem die Liebtätigkeit erloschen ist. Hagelsteine bedeuten Falsches aus dem Bösen. Hes.13/9,11: "Meine Hand soll sein gegen die Propheten, die Eitles schauen, und Lüge wahrsagen; sprich zu denen, die das Untaugliche tünchen, daß es herabfallen wird, kommen wird ein überflutender Regen, und ihr Hagelsteine werdet fallen, und der Sturmwind wird hereinbrechen": die Propheten, die Eitles schauen und Lüge wahrsagen, bedeuten diejenigen, die Böses und Falsches lehren. Das Untaugliche tünchen, ist soviel als Falsches erdichten und wie wahrscheinlich machen; solche werden Hagelsteine genannt von wegen des Falschen; aber der Hagel wird hier und in der oben angeführten Stelle in der Grundsprache mit einem anderen Wort ausgedrückt, das einen großen Hagel bezeichnet. Jes.30/30,31: "Dann wird Jehovah hören lassen die Herrlichkeit Seiner Stimme, und sehen lassen das Senken Seines Arms, im Grimm des Zorns, und mit der Flamme verzehrenden Feuers, mit Zerstäubung und Überflutung, und Hagelsteinen": Hagelstein für die Verwüstung des Wahren durch Falsches. Jes.28/2,17: "Siehe, stark und kräftig ist der Herr, wie eine Flut des Hagels, ein niederschmetternder Sturm, eine Flut gewaltiger überströmender Wasser wird Er hinabwerfen auf die Erde mit der Hand; umreißen wird der Hagel die Zuversicht der Lüge, und den Schutz der Wasser werden sie überfluten": Flut für Versenkung in Falsches, und so für die Verwüstung des Wahren: Nr. 705, 739, 790, 5725, 6853; Hagelflut für die Zerstörung des Wahren durch Falsches. Ps.78/47-49: "Er schlug mit Hagel ihren Weinstock und ihre Maulbeerbäume mit schwerem Hagel. Ihr Vieh gab Er dem Hagel preis, und ihre Herden den glühenden Kohlen (Blitzen). Er sandte aus gegen sie die Glut Seines Zorns". Ps.105/32,33: "Er machte ihre Regen zu Hagel, zu einem flammenden Feuer in ihrem Land, und schlug ihren Weinstock und ihren Feigenbaum, und zerbrach den Baum ihrer Grenze": Hagel und Regen bedeutet die Verwüstung des Wahren und Guten durch Falsches aus dem Bösen, der Weinstock bedeutet das Wahre und Gute der inwendigen Kirche, die Maulbeerbäume und Feigenbäume das Wahre und Gute der äußeren Kirche. Ps.147/16,17: "Welcher Schnee gibt wie Wolle, und den Reif streut wie Staub, der seinen Hagel wirft wie Brocken; vor seinem Frost, wer kann bestehen?": Hagel für Falsches aus Bösem. Ps.18/12-15: "Er machte Finsternis zu seinem Schirm, zu seiner Umgebung wie ein Zelt, die Finsternis der Wasser, die Wolken der Himmel; durch den Glanz vor ihm zerteilten sich die Wolken, mit Hagel und Feuerkohlen; es donnerte in den Himmeln; Jehovah, und der Höchste ließ Seine Stimme hören; Hagel und Feuerkohlen, so daß Er Pfeile sandte und jene zerstreute": Hagel für Falsches aus Bösem, welches das Wahre und Gute verwüstet. Joh.Offenb.8/7: "Der erste Engel posaunte und es ward Hagel, und Feuer, gemengt mit Blut, und fiel auf die Erde, so daß der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verdorrte": Hagel für Falsches aus dem Bösen, Feuer gemengt mit Blut für das Böse der Begierden mit verfälschten Wahrheiten; Bäume, die verbrannten, für die Erkenntnis des Wahren, die vom Bösen der Begierden zerstört wurden. Das grüne Gras, das verdorrte, für das Wißtümliche des Wahren, das ebenso zerstört wurde. Daß Feuer das Böse der Begierden bedeutet, sehe man Nr. 1297, 1861, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324; daß Blut das verfälschte Wahre ist: Nr. 4735, 6978, 7317, 7326; daß Bäume Erkenntnisse bezeichnen: Nr. 2722 E, 2972. Jos.10/11: "Es geschah, als sie flohen vor Israel, vor dem Abhange von Beth-Horon, ließ Jehovah große (Hagel-) Steine aus den Himmeln auf sie fallen bis gen Aseka, daß sie starben, und es starben ihr mehr durch Hagelsteine, als die Söhne Israels mit dem Schwert töteten": hier von den fünf Königen, die gegen Gibeon (auszogen). Durch diese Könige und ihr Volk wurden die vorgebildet, die in Falschem aus Bösem sind, daher starben sie durch Hagelsteine. Die Hagelstücke heißen Steine, weil die Steine auch Falsches bedeuten. Aus diesem wird klar, was durch den Hagel und Hagelregen bezeichnet wird, nämlich das Falsche aus Bösem, und deshalb auch die Verwüstung des Wahren und Guten; denn durch das Falsche aus Bösem geschieht diese Verwüstung. 7554. "Desgleichen nicht gewesen ist in Ägypten von dem Tage an, da es gegründet worden, (und) bis jetzt", 2. Mose 9/18, bedeutet, eine solche Zerstörung komme bei anderen im natürlichen Gemüt nicht vor. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hagelregens, in Beziehung auf den dieses gesagt wird, sofern er die Zerstörung des Wahren durch Falsches bezeichnet, wovon Nr. 7553; aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt vorbildet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Von dem Tag an, da es gegründet worden und bis jetzt, bedeutet, bei anderen komme eine solche (Zerstörung) nicht vor, weil der Tag den Zustand bedeutet, und die Gründung seine Beschaffenheit, und Ägypten das natürliche Gemüt überhaupt. Daß eine solche Zerstörung bei anderen nicht vorkomme, wie bei denjenigen, welche die Frommen im anderen Leben anfechten, hat den Grund, weil diejenigen, die anfechten, in der Welt Angehörige der Kirche waren: Nr. 7317, 7502; es sind diejenigen, die ihr Gedächtnis, das dem natürlichen Gemüt angehört, mit Gegenständen des Glaubens aus dem Wort und aus der Lehre ihrer Kirche angefüllt und doch nicht danach gelebt haben. Wenn solche abgeödet oder verwüstet werden, dann wird das, was dem Glauben angehört, von ihnen genommen, und zugleich gar vieles, was daran hängt, und infolgedessen entstehen tiefe und häßliche Löcher und Gruben; es muß auch notwendig Böses der Begierden, wie auch Falsches mit jenen in einiger Verbindung stehen. Da nun beides nicht beisammen sein kann, so muß offenbar, wenn keine Trennung möglich ist, beides an die Grenzen hinausgeschafft werden. Daher entstehen inwendig Lücken, die übel riechen, denn jeder Übelgeruch kommt aus Bösem, das mit Gutem, und aus Falschem, das mit Wahrem vermengt ist. Dies geschieht aber nicht bei denjenigen, die außerhalb der Kirche sind, denn diese haben nichts von den Wahrheiten des Glaubens aus dem Wort gewußt. Dies wird dadurch bezeichnet, daß keine solche Zerstörung bei anderen im natürlichen Gemüt vorkomme. 7555. Vers 19-21: Und nun sende hin, versammle dein Vieh, und alles, was du hast auf dem Felde; alle Menschen und alles Vieh, das auf dem Felde gefunden, und nicht eingetan wird ins Haus, sie werden sterben, wenn der Hagel auf sie fällt. Wer nun von den Knechten Pharaos das Wort Jehovahs fürchtete, der ließ seine Knechte und sein Vieh fliehen in die Häuser. Wer aber das Wort Jehovahs nicht zu Herzen nahm, der ließ seine Knechte und sein Vieh auf dem Felde. "Und nun sende hin, versammle dein Vieh" bedeutet, daß das Wahre des Guten zusammengenommen werden soll; "und alles, was du hast auf dem Felde" bedeutet, was der Kirche angehört; "alle Menschen und alles Vieh" bedeutet das innere und äußere Gute; "das auf dem Felde gefunden" bedeutet das der Kirche angehört; "und nicht eingetan wird ins Haus" bedeutet das nicht verwahrt wird; "sie werden sterben, wenn der Hagel auf sie fällt" bedeutet, es werde vom Falschen ganz zerstört werden; "wer nun von den Knechten Pharaos das Wort Jehovahs fürchtete" bedeutet dasjenige im natürlichen Gemüt was dem Herrn angehörte; "der ließ seine Knechte und sein Vieh fliehen in die Häuser" bedeutet, es sei verborgen und verwahrt worden im Inwendigeren; "wer aber das Wort Jehovahs nicht zu Herzen nahm" bedeutet, was nicht vom Herrn (war); "der ließ seine Knechte und sein Vieh auf dem Felde" bedeutet, es sei nicht verborgen und verwahrt worden. 7556. "Und nun sende hin, versammle dein Vieh", 2. Mose 9/19, bedeutet, daß das Wahre des Guten zusammengenommen werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von versammeln, sofern es heißt zusammennehmen; und aus der Bedeutung des Viehs, sofern es das Gute des Wahren, und auch das Wahre des Guten bezeichnet, wovon Nr. 6016, 6045. Was das Wahre des Guten und das Gute des Wahren sei, sehe man Nr. 2063, 3295, 3332, 3669, 3688, 3882, 4337, 4353, 4390, 5526, 5733. In diesem und in den beiden folgenden Versen ist von dem Guten und Wahren die Rede, das vom Herrn verwahrt wird auch bei den Bösen; denn das Gute und Wahre, das dem Bösen und Falschen nicht beigesellt ist, das wird nicht verwüstet, sondern vom Herrn im Inwendigeren verborgen, und hernach zum Gebrauch hervorgeholt. Die Aufbewahrung des Guten und Wahren beim Menschen vom Herrn wird durch die Überreste im Wort bezeichnet, worüber man sehe Nr. 468, 530, 560, 561, 576, 661, 798, 1738, 1906, 2284, 5135, 5342, 5344, 5897, 5898, 5899, 6156. 7557. "Und alles, was du hast auf dem Felde", 2. Mose 9/19, bedeutet was der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 2971, 3317, 3766, 4440, 4443, 7502. 7558. "Alle Menschen und alles Vieh", 2. Mose 9/19, bedeutet das innere und äußere Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von Mensch und Vieh, sofern es das innere und äußere Gute bezeichnet, wovon Nr. 7424, 7523. 7559. "Das auf dem Felde gefunden wird", 2. Mose 9/19, bedeutet, das der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 7557. 7560. "Und nicht eingetan wird ins Haus", 2. Mose 9/19, bedeutet, das nicht verwahrt wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht eingetan werden ins Haus", sofern es heißt, nicht verwahrt werden, denn das Haus bedeutet das innere natürliche Gemüt, wo das Gute mit dem Wahren vereint ist. Dann bezeichnet es auch das vernünftige Gemüt, und somit den Menschen selbst, wovon Nr. 3538, 4973, 5023, 7353. Weshalb eingetan werden ins Haus heißt, im Inneren gesammelt und daselbst verborgen werden. Das Gute und Wahre wird inwendig verborgen, und dort aufbewahrt vom Herrn, auch bei den Bösen, damit immerhin noch etwas Menschliches bei ihnen übrig bleibe. Der Mensch ist nämlich ohne jenes kein Mensch. Denn was verborgen und aufbewahrt wird, ist das Gute und Wahre; durch dieses besteht eine Gemeinschaft mit dem Himmel. Und nur in dem Maß als der Mensch Gemeinschaft hat mit dem Himmel, ist er Mensch. Es besteht zwar eine Art von Gemeinschaft der Bösen, auch derer, die in der Hölle sind mit dem Himmel, aber keine Verbindung durch das Gute und Wahre. Sobald nämlich das Gute und das Wahre vom Himmel herabfließt und in die Hölle kommt, wird es in Böses und Falsches verwandelt. Daher wird sogleich die Verbindung aufgehoben. Eine solche Art von Gemeinschaft findet statt. Durch das Gute und Wahre aber, das im Inwendigeren verborgen und aufbewahrt wird, besteht eine Verbindung. Das Gute und Wahre bewirkt jedoch bei den Bösen nichts weiter, als daß sie vernünfteln, aus dem Sinnlichen denken und daher auch reden, und so das Falsche begründen und das Böse verteidigen können. Mehr kann aus dem bei ihnen verborgenen und aufbewahrten Guten und Wahren nicht herausgelassen werden, denn wenn mehr herausgelassen würde, so ginge das Wahre und Gute zugrunde, und so bliebe jenen nichts Menschliches übrig. 7561. "Sie werden sterben, wenn der Hagel auf sie fällt", 2. Mose 9/19, bedeutet, es werde vom Falschen ganz zerstört werden, nämlich was der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hagels, sofern er das Falsche aus dem Bösen bezeichnet, und daher die Verwüstung des Guten und Wahren durch Falsches, wovon Nr. 7553. Und aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt aufhören zu sein, wovon Nr. 494, 6587, 6593; und weil es von der Verwüstung des Guten und Wahren gesagt wird, so bedeutet es zerstört werden. 7562. "Wer nun von den Knechten Pharaos das Wort Jehovahs fürchtete", 2. Mose 9/20, bedeutet dasjenige im natürlichen Gemüt was dem Herrn angehörte. Dies erhellt aus der Bedeutung dessen, der das Wort Jehovahs fürchtet, sofern es dasjenige bezeichnet, was dem Herrn angehört; denn durch einen, der fürchtet, wird im inneren Sinn nicht eine fürchtende Person, sondern eine Sache verstanden. Daß im Himmel die Vorstellung der Person in die Vorstellung der Sache sich verwandelt, sehe man Nr. 5225, 5287, 5434. Deswegen wird durch den das Wort Jehovahs Fürchtenden verstanden das Gute und Wahre, das vom Herrn ist. Ferner aus der Bedeutung der Knechte Pharaos, sofern sie dasjenige darstellen, was dem natürlichen Gemüt angehört. Daß Pharao das Natürliche im allgemeinen vorbildet, sehe man Nr. 5160, 5799; daher bedeuten seine Knechte das, was im Natürlichen, oder was dasselbe, das, was im natürlichen Gemüt ist. Denn was im Natürlichen ist, aus dem der Mensch denkt und schließt, das macht zusammen sein Gemüt aus. Was im natürlichen Gemüt dem Herrn angehört, und was dem Herrn nicht angehört, sehe man unten Nr. 7564. 7563. "Der ließ seine Knechte und sein Vieh fliehen in die Häuser", 2. Mose 9/20, bedeutet, es sei verborgen und verwahrt worden im Inwendigeren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie dasjenige bezeichnen, was im natürlichen Gemüt ist, wie Nr. 7562; aus der Bedeutung des Viehs, sofern es das Gute und Wahre bezeichnet, wovon Nr. 7556; und aus der Bedeutung der Häuser, sofern sie das vorbilden, was inwendig im Menschen ist, wo das Gute und Wahre vom Herrn verborgen und verwahrt wird, wovon Nr. 7560. Hieraus wird klar, daß durch "er ließ seine Knechte und sein Vieh in die Häuser fliehen", bezeichnet wird, das im natürlichen Gemüt befindliche Gute und Wahre, d.h. was dem Herrn angehört, sei gesammelt und verborgen und verwahrt worden im Inwendigeren. 7564. "Wer aber das Wort Jehovahs nicht zu Herzen nahm", 2. Mose 9/21, bedeutet, was nicht vom Herrn war. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7562 erklärt wurde, wonach "der das Wort Jehovahs Fürchtende" bedeutet, was dem Herrn angehört; daher umgekehrt, "wer das Wort Jehovahs nicht zu Herzen nahm" bedeutet, was nicht vom Herrn war. Das Gute und Wahre ist entweder des Herrn oder nicht des Herrn. Des Herrn ist dasjenige, was der Mensch tut um des Nächsten, um des Vaterlandes, um der Kirche, um des Reiches des Herrn willen, somit um des Wahren und Guten selbst willen, vor allem um des Herrn willen. Dieses Gute und Wahre ist des Herrn. Dagegen ist das Wahre und Gute nicht des Herrn, was der Mensch tut um des eigenen Ichs willen als Zweck; und um der Welt willen als Zweck. Dies erscheint zuweilen in der äußeren Form wie jenes, aber der inwendigen Form nach ist es ganz verschieden; denn dieses führt zum eigenen Ich hin, jenes aber vom eigenen Ich weg. Wahres und Gutes, das dem Herrn nicht angehört, ist auch mehrenteils was der Mensch tut im Zustand des Unglücks, der Krankheit, des Schmerzes und der Furcht, und nicht im freien Zustand, denn dieses ist auch um des eigenen Ichs willen. Alles Wahre und Gute fließt zwar vom Herrn ein, wenn aber das Gute und Wahre des Herrn beim Menschen zu ihm selbst hingelenkt wird, dann wird es Eigentum des Menschen, und dessen, wohin es gelenkt wird; denn es wird zum Guten der Selbst- und Weltliebe. Solcherart ist das Gute aller Bösen unter sich. Hieraus wird klar, welches Gute und Wahre verstanden wird unter dem Guten und Wahren des Herrn, und unter dem Guten und Wahren, welches nicht des Herrn. 7565. "Der ließ seine Knechte und sein Vieh auf dem Felde", 2. Mose 9/21, bedeutet, es sei nicht verborgen und verwahrt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gelassen werden auf dem Felde", sofern es heißt, zugrunde gehen durch das Falsche und Böse, das durch den Hagel bezeichnet wird, durch das sie sterben sollten: Nr. 7559, 7560, 7561. Es ist das, was nicht verborgen und verwahrt wurde, und zwar dasjenige Wahre und Gute, das nicht des Herrn ist, wovon Nr. 7564. Durch Knechte werden diejenigen bezeichnet, die im natürlichen Gemüt befangen sind: Nr. 7562, 7563; und durch Vieh das Wahre und Gute, welches, weil es nicht des Herrn ist, im Inneren nicht verborgen werden kann. 7566. Vers 22-26: Da sprach Jehovah zu Mose: Strecke deine Hand aus gen Himmel, daß Hagel komme über ganz Ägyptenland, über die Menschen und über das Vieh, und über alles Kraut des Feldes in Ägyptenland. Und Mose streckte seinen Stab aus gen Himmel, und Jehovah gab Stimmen, und Hagel und Feuer fuhr auf die Erde, und Jehovah ließ Hagel regnen auf Ägyptenland. Und es war Hagel und zusammengeballtes Feuer inmitten des Hagels, ein sehr schwerer, desgleichen nicht gewesen war in ganz Ägyptenland, seitdem es geworden zu einer Völkerschaft. Und der Hagel schlug in ganz Ägyptenland alles, was auf dem Felde war, vom Menschen bis zum Vieh, und alles Kraut des Feldes schlug der Hagel, und alle Bäume des Feldes zerbrach er. Nur im Lande Gosen, wo die Söhne Israels, war kein Hagel. "Da sprach Jehovah zu Mose" bedeutet einen Befehl; "strecke deine Hand aus gen Himmel" bedeutet das Hinwenden und die Annäherung des Himmels; "daß Hagel komme über ganz Ägyptenland" bedeutet das zerstörende Falsche im natürlichen Gemüt; "über die Menschen und über das Vieh" bedeutet das innere und äußere Gute; "und über alles Kraut des Feldes in Ägyptenland" bedeutet alles Wahre der Kirche im natürlichen Gemüt; "und Mose streckte seinen Stab aus gen Himmel" bedeutet die Gemeinschaft mit dem Himmel; "und Jehovah gab Stimmen" bedeutet das Zurückweichen und die Trennung der Gemeinschaft mit denjenigen, die im Guten und Wahren; "und Hagel" bedeutet jenes zerstörende Falsche; "und Feuer fuhr auf die Erde" bedeutet das Böse der Begierden; "und Jehovah ließ Hagel regnen auf Ägyptenland" bedeutet das natürliche Gemüt, wie es vom Falschen des Bösen eingenommen ist; "und es war Hagel und zusammengeballtes Feuer inmitten des Hagels, ein sehr schwerer" bedeutet die Beredungen des Falschen zugleich mit den Begierden des Bösen; "desgleichen nicht gewesen war in ganz Ägyptenland" bedeutet, ein solcher Zustand des natürlichen Gemütes komme bei anderen nicht vor; "seitdem es geworden zu einer Völkerschaft" bedeutet, von dem Tage an, wo es befähigt wurde, das Gute und daher das Wahre aufzunehmen; "und der Hagel schlug in ganz Ägyptenland" bedeutet jenes Falsche zerstörte das, was im natürlichen Gemüt ist; "alles, was auf dem Felde war" bedeutet alles, was der Kirche angehörte; "vom Menschen bis zum Vieh" bedeutet sein inneres und äußeres Gute; "und alles Kraut des Feldes schlug der Hagel" bedeutet, alles Wahre der Kirche sei durch jenes Falsche zerstört worden; "und alle Bäume des Feldes zerbrach er" bedeutet, auch alle Erkenntnisse des Guten und Wahren der Kirche; "nur im Lande Gosen, wo die Söhne Israels, war kein Hagel" bedeutet, da nicht, wo die Angehörigen der geistigen Kirche (waren). 7567. "Da sprach Jehovah zu Mose", 2. Mose 9/22, bedeutet einen Befehl. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es einen Befehl bezeichnet, wovon Nr. 7036, 7107, 7310. 7568. "Strecke deine Hand aus gen Himmel", 2. Mose 9/22, bedeutet das Hinwenden und die Annäherung des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausstrecken der Hand, sofern es heißt hinwenden, denn durch das Ausstrecken der Hand wird die Aufmerksamkeit auf etwas gerichtet und etwas gezeigt. Und aus der Bedeutung des Himmels, sofern es der Engelshimmel ist; und weil der Himmel, wenn er auf etwas hingewendet und ihm etwas gezeigt wird, auch den Blick und das Denken dahin richtet, deshalb wird auch die Annäherung bezeichnet; denn jede Annäherung in der geistigen Welt wird durch die Richtung des Denkens bewirkt. Wie es sich damit verhält, ist zwar Nr. 7519 gesagt worden, weil es aber solche Dinge sind, die in der Welt unbekannt sind, so darf es noch mit wenigen Worten beleuchtet werden: Wenn eine Zustandsveränderung eintreten soll bei den Bösen, die verwüstet werden sollen, wie bei diesen, von denen in diesen Kapiteln die Rede ist, dann geschieht jene Veränderung durch einen gegenwärtigeren, (d.i. stärkeren) Einfluß des Guten und Wahren aus dem Himmel, denn je näher der Himmel ihnen kommt, desto mehr wird das inwendigere Böse und Falsche bei ihnen erregt. Das Gute und Wahre aus dem Himmel dringt nämlich ins Inwendigere, und zwar um so tiefer hinein, je näher jener kommt. Dies ist der Grund, weshalb die Höllischen nicht wagen, sich einer himmlischen Gesellschaft zu nähern, sondern sich so weit als möglich entfernen; man sehe Nr. 4225, 4226, 4299, 4533, 4674, 5057, 5058, 7519. Hieraus wird nun klar, was unter der Hinwendung und Annäherung des Himmels verstanden wird, die dadurch bezeichnet werden, daß Mose seine Hand gen Himmel ausstrecken soll; denn es wird jetzt ein neuer Zustand beschrieben, nämlich der Zustand des Falschen aus dem Bösen, das alles Gute und Wahre zerstört bei denjenigen, die anfechten. Und weil dieser Zustand durch einen gegenwärtigeren Einfluß des Wahren vom Göttlichen, und zugleich durch das Nahekommen des Himmels erfolgt, darum wird zu Mose gesagt, er soll die Hand zum Himmel ausstrecken. 7569. "Daß Hagel komme über ganz Ägyptenland", 2. Mose 9/22, bedeutet das zerstörende Falsche im natürlichen Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hagels, sofern er das Falsche aus Bösem bezeichnet, das zerstört, nämlich alles Gute und Wahre der Kirche, wovon Nr. 7553; und aus der Bedeutung Ägyptenlands, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. 7570. "Über die Menschen und über das Vieh", 2. Mose 9/22, bedeutet das innere und äußere Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von Mensch und Vieh, sofern diese das innere und äußere Gute bezeichnen, wovon Nr. 7424, 7523, 7558. 7571. "Und über alles Kraut des Feldes in Ägyptenland", 2. Mose 9/22, bedeutet alles Wahre der Kirche im natürlichen Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Krautes, sofern es das Wahre bezeichnet, worüber folgt; aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche ist, wovon Nr. 7557; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 7569. Kraut bedeutet das Wahre deshalb, weil das Land die Kirche bedeutet, wie auch das Feld; jedes Erzeugnis aus diesem bedeutet entweder das Wahre, das dem Glauben angehört, oder das Gute, das der Liebtätigkeit angehört, denn beides gehört der Kirche an. Unter "alles Kraut des Feldes" wird im allgemeinen alles verstanden, was aus dem Feld hervorkommt, wie aus dem Gleichnis des Herrn erhellt: Matth.13/24,26: "Das Reich der Himmel ist gleich einem Menschen, der guten Samen sät in sein Feld. Als nun das Kraut aufsproßte, und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut": hier Kraut für das Erzeugnis des Feldes. Daß durch das Kraut hier das Wahre der Kirche, und durch das Unkraut das Falsche bezeichnet wird, ist klar; es ist zwar eine Vergleichung, aber alle Vergleichungen im Wort kommen von Bezeichnungen her: Nr. 3579. Ps.104/14: "Der aufsprossen läßt Gras für das Tier, und Kraut für den Dienst des Menschen, hervorzubringen Brot aus der Erde": auch hier Kraut für das Erzeugnis des Feldes, und durch dieses wird hier im inneren Sinn das Wahre bezeichnet. Ps.23/2: "In den Triften des Krauts, d.i. auf grasreichen Auen, wird Er mich lagern lassen, zu den Wassern der Ruhe wird Er mich leiten, meine Seele wird Er erquicken": Triften des Krauts für geistige Ernährung, welche die der Seele ist, weshalb gesagt wird, meine Seele wird Er erquicken. Jes.15/6; 37/27: "Die Wasser Nimrien werden Verödungen sein, darum daß das Gras verdorrt, das Kraut verzehrt und nichts Grünes da ist". Jes.42/15,16: "Verwüsten werde Ich Berge und Hügel, und all ihr Kraut verdorren lassen, und werde die Flüsse zu Inseln machen, und Ich will die Blinden leiten auf einen Weg, den sie nicht wußten". Jerem.12/4: "Wie lange wird trauern das Land, und das Kraut des ganzen Feldes verdorren; um der Bosheit willen der Bewohner werden verzehrt werden Tiere und Vögel". Jerem.14/5,6: "Die Hirschkuh hat auf dem Felde geboren, aber dasselbe verlassen, weil kein Kraut da war, und die Waldesel standen auf den Hügeln, schnaubten nach Wind, wie die Walfische, darum weil kein Kraut vorhanden war". Joel 2/22: "Fürchtet euch nicht, ihr Tiere meiner Felder, denn es sind voll Kräuter geworden die Wohnungen der Wüste, denn der Baum wird bringen seine Frucht, der Feigenbaum und der Weinstock wird geben seine Kraft". Amos 7/2: "Da die Heuschrecke aufgefressen hatte alles Kraut des Landes, sprach ich: Herr Jehovih, vergib doch, wie soll bestehen Jakob, da er so klein ist". Sach.10/1: "Bittet Jehovah um Regen, in der späten Zeit; Jehovah wird Gewölk machen, und Platzregen ihnen geben, einem jeden Manne Kraut auf dem Felde". Joh.Offenb.9/4: "Der fünfte Engel posaunte, und es wurde gesagt, sie sollen nicht beschädigen das Gras der Erde, noch irgend etwas Grünes, noch irgendeinen Baum". Jeder kann sehen, daß in diesen Stellen nicht Gras und Kraut gemeint ist, sondern statt dessen solches, was der Kirche angehört. Daß durch das Kraut des Landes oder der Erde und das Kraut des Feldes das Wahre, das dem Glauben angehört, verstanden wird, ist klar. Ohne einen solchen geistigen Sinn würde gar niemand wissen, was das bedeutet bei Johannes, daß man, als der fünfte Engel posaunt hatte, sagte, sie sollen nicht beschädigen das Gras der Erde, noch irgend etwas Grünes; und es würde auch niemand wissen, was das heißt, was bei Jeremias vorkommt: "Die Hirschkuh hat auf dem Felde geboren, und es verlassen, weil kein Kraut da war; und die Waldesel haben nach Wind geschnaubt, wie die Walfische, darum, weil kein Kraut (vorhanden war)"; so auch nicht, was sonst an vielen (ähnlichen) Stellen. Hieraus wird klar, wie wenig das Wort verstanden wird, und welch irdische Vorstellung man von sehr vielem, was darin steht, haben muß, wenn man nicht weiß, was es bedeutet; zum mindesten, daß etwas Heiliges im einzelnen liegt. 7572. "Und Mose streckte seinen Stab aus gen Himmel", 2. Mose 9/23, bedeutet die Gemeinschaft mit dem Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausstrecken den Stab, sofern es heißt hinwenden, somit Gemeinschaft haben, gemäß demjenigen, was Nr. 7568 erklärt wurde. Durch Himmel wird der Engelshimmel bezeichnet. 7573. "Und Jehovah gab Stimmen", 2. Mose 9/23, bedeutet das Zurückweichen und die Trennung der Gemeinschaft mit denjenigen, die im Guten und Wahren sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimmen, worunter Donnerstimmen (gemeint) sind, sofern sie göttliche Wahrheiten bezeichnen, welche die im Himmel Befindlichen erleuchten und vervollkommnen, und welche die in der Hölle Befindlichen erschrecken und aböden, und weil sie diese aböden, bedeuten sie das Zurückweichen und die Trennung der Gemeinschaft mit denjenigen, die im Guten und Wahren sind, denn dadurch werden sie abgeödet. Wie es sich damit verhält, wird aus dem klar, was Nr. 7502, 7541, 7542, 7545, 7554 gesagt wurde, daß nämlich diejenigen, die der geistigen Kirche angehört, und daher Erkenntnisse des Wahren und Guten aus dem Wort geschöpft, aber ein böses Leben geführt haben, mit dem Himmel in Gemeinschaft stehen durch das Wahre und Gute, das sie aus der Welt, dadurch, daß sie in der Kirche lebten, mitbrachten (daß der Mensch ins andere Leben alles mitbringt, was er in der Welt wußte, ja alles, was er sah, hörte, dachte, redete, wollte und tat, sehe man Nr. 2474, 2475, 2481-2486, 7398); diese Gemeinschaft ist es, die weggenommen wird, wenn sie abgeödet werden. Und wenn die Gemeinschaft weggenommen ist, dann ist auch das Wahre und Gute mit den Erkenntnissen desselben weggenommen, denn alles, was die Geister und selbst die Engel wissen, fließt durch den Himmel vom Herrn ein, somit durch Gemeinschaften (oder Mitteilung); man sehe Nr. 6053-6058, 6189-6215, 6307-6327, 6466-6495, 6613-6626. Aus diesem wird klar, was durch das Zurückweichen und die Trennung der Gemeinschaft mit denjenigen, die im Wahren und Guten sind, bezeichnet wird. Es verhält sich mit dem göttlich Wahren im Himmel und in der Hölle, (welches Wahre durch Stimmen bezeichnet wird,) wie mit den Donnern auf Erden: die Donner werden auf hohen Bergen nur gehört wie ein sanfter und leiser Ton, dagegen aber unten an der Erde werden sie gehört wie ein fürchterliches Krachen. So ist das göttlich Wahre im Himmel sanft und gelinde, in der Hölle aber ist es fürchterlich. Daß die Stimmen, die Donnerstimmen sind, göttliche Wahrheiten bedeuten, welche die im Himmel Befindlichen erleuchten und vervollkommnen, und welche die in der Hölle Befindlichen erschrecken und aböden, wird aus folgenden Stellen klar: Jes.30/30,31: "Es wird sein eine Freude des Herzens, wie wenn man hinwandelt mit der Pfeife (Flöte), zu kommen auf den Berg Jehovahs, zum Fels Israels, dann wird Jehovah hören lassen die Herrlichkeit Seiner Stimme, und das Senken Seines Armes sehen lassen: im Grimm des Zorns und mit der Flamme verzehrenden Feuers, mit Zerstreuung und Überflutung, und Hagelstein, denn von der Stimme Jehovahs wird Aschur bestürzt werden": hier die Stimme Jehovahs für das göttlich Wahre, das diejenigen, die im Guten sind, erleuchtet und vervollkommnet, aber diejenigen, die im Bösen, erschreckt und abödet. Joel 2/10,11: "Vor Ihm bebte die Erde, Sonne und Mond wurden schwarz, und die Sterne verbargen ihren Glanz; und Jehovah ließ ertönen Seine Stimme vor Seinem Heer, sehr groß ist Sein Heerlager, denn unzählig sind, die Seinen Befehl ausrichten, weil groß ist der Tag Jehovahs, und sehr furchtbar". Joel 4/16: "Jehovah wird aus Zion brüllen, und aus Jerusalem hören lassen Seine Stimme; und erzittern werden die Himmel und die Erde; aber Jehovah ist eine Zuflucht für Sein Volk, und eine Festung für die Söhne Israels": Stimme Jehovahs ebenso für das göttlich Wahre; "aus Jerusalem", weil durch dieses das geistige Reich des Herrn bezeichnet wird, worin diejenigen sind, die im Guten aus dem Wahren, und im Wahren aus dem Guten. Ps.18/14,15: "Es donnerte in den Himmeln Jehovah, und der Höchste ließ hören Seine Stimme, Hagel und Feuerkohlen; so daß Er seine Pfeile sandte, und sie zerstreute, und viele Blitze, und sie verwirrte": Stimme, Hagel und Feuerkohlen geben, bedeutet, die Verwüstung des Wahren und Guten durch Falsches und Böses der Begierden. Ps.77/17-19: "Die Wolken träufelten Wasser, der Himmel ließ hören seine Stimme, und Deine Pfeile fuhren daher, die Stimme Deines Donners in den Weltkreis, Blitze erleuchteten den Weltkreis": Stimme für das göttlich Wahre, das die Angehörigen der Kirche erleuchtet. Ps.29/3-11: "Die Stimme Jehovahs (ist) über den Wassern, der Gott der Herrlichkeit läßt donnern, Jehovah ist über großen Wassern: die Stimme Jehovahs ist in Kraft; die Stimme Jehovahs (ertönt) mit Ehren; die Stimme Jehovahs zerbricht Zedern, zerbrochen hat Jehovah die Zedern des Libanon; die Stimme Jehovahs spaltet Feuerflammen; die Stimme Jehovahs macht zittern die Wüste; die Stimme Jehovahs macht gebären die Hindinnen und entblößt die Wälder": die Stimme Jehovahs bedeutet hier das göttlich Wahre und dessen Macht, somit auch das Wort; denn dieses ist das göttlich Wahre. Joh.Offenb.10/3,4: "Ein starker Engel kam herab und schrie mit großer Stimme; und als er schrie, redeten sieben Donner ihre Stimmen; ich wollte schreiben, aber ich hörte eine Stimme aus dem Himmel zu mir sagen: versiegle, was geredet haben die sieben Donner, und schreibe dies nicht": Stimmen für das göttlich Wahre, Donner für die, welche dasselbe aus dem Himmel auf die Erde führen und bringen. Daß durch Donner und Stimmen göttliche Dinge bezeichnet werden, nicht Donner und Getöne, kann wohl ein jeder sehen, und weil sie göttliche Dinge bezeichnen, und Jehovahs Stimme genannt werden, so ist klar, daß sie das göttlich Wahre vorbilden, daher kam es, daß, als Jehovah auf den Berg Sinai herabkam, und das göttlich Wahre verkündigte, Stimmen, Blitze und Donner geschahen: 2. Mose 19/16; 20/15; und daß Er aus der Mitte des Feuers redete: 5. Mose 4/11,12; 5/19-22. 7574. "Und Hagel", 2. Mose 9/23, bedeutet jenes zerstörende Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hagels, sofern es das Falsche aus Bösem bezeichnet, welches das Gute und Wahre der Kirche zerstört: Nr. 7553. Durch Hagel wird solches Falsche bezeichnet, das Wahres und Gutes der Kirche zerstört, wie auch durch Pest oben in diesem Kapitel; denn es gibt sehr viele Gattungen und Arten des Falschen, wie auch des Bösen, von dem es herstammt. Das Falsche, das durch Hagel bezeichnet wird, gehört zu einer solchen Gattung, die das, was der Kirche angehört, zerstört, und bloß bei denjenigen vorkommen kann, die in der Kirche geboren sind, und in derselben gegen das Wahre und Gute des Glaubens gelebt haben. Daß es Falsches und Böses von mehreren Gattungen und Arten gibt, erhellt daraus, daß die Höllen nach den Gattungen und Arten des Bösen und des daher stammenden Falschen unterschieden sind, und daß es unzählige Höllen gibt. Aus diesem kann erhellen, wie es sich damit verhält, daß durch die Wunder oder Plagen in Ägypten Falsches und Böses bezeichnet wird; nämlich durch Blut, Frösche, Läuse, Ungeziefer, Pest, Blatterngeschwüre, Hagel, Heuschrecken, somit durch ein jedes (Wunder) eine andere Gattung des Falschen und Bösen. 7575. "Und Feuer fuhr auf die Erde", 2. Mose 9/23, bedeutet das Böse der Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feuers, sofern es das Böse der Begierden bezeichnet, wovon Nr. 1297, 1861, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324; und aus der Bedeutung von fahren auf die Erde, sofern es heißt, das natürliche Gemüt bis auf sein Unterstes erfüllen. Daß Ägyptenland das natürliche Gemüt bedeutet, sehe man Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Weil durch Hagel Falsches bezeichnet wird, und durch Feuer das Böse, aus dem es stammt, deswegen wird, wo der Hagel, auch das Feuer erwähnt: Jes.30/30,31; Ps.18/12-15; 78/47-49; Joh.Offenb.8/7; und auch 2. Mose 9/24: "Und es war Hagel und zusammengeballtes Feuer inmitten des Hagels, ein sehr schwerer". 7576. "Und Jehovah ließ Hagel regnen auf Ägyptenland", 2. Mose 9/23, bedeutet das natürliche Gemüt, wie es vom Falschen des Bösen eingenommen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von regnen lassen, sofern es heißt, eingießen, hier eingenommen werden. Regnen wird gesagt vom Wahren und Guten, und im entgegengesetzten Sinn vom Falschen und Bösen, denn Regen bedeutet Segen und auch Fluch: Nr. 2445. Aus der Bedeutung des Hagels, sofern er das Falsche des Bösen bezeichnet, wovon Nr. 7553, 7574; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt vorbildet, wie Nr. 7575. 7577. "Und es war Hagel und zusammengeballtes Feuer inmitten des Hagels, ein sehr schwerer", 2. Mose 9/24, bedeutet die Beredungen des Falschen zugleich mit den Begierden des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hagels, sofern er das Falsche aus dem Bösen bezeichnet, wovon Nr. 7574, hier die Beredung des Falschen, weil gesagt wird, ein sehr schwerer Hagel. Aus der Bedeutung des Feuers, sofern es die Begierden des Bösen ist, wovon Nr. 7575; und aus der Bedeutung von zusammengeballt, sofern es soviel ist, als beisammen sein, und zwar die Begierde des Bösen inwendigst, weil aus ihr das Falsche (hervorgeht). Hier wird der Zustand derjenigen beschrieben, die zur Kirche gehörten, und die Frommen im anderen Leben anfeinden, nämlich wenn sie verwüstet sind in Ansehung dessen, was der Kirche angehört, d.h. in Ansehung des Guten und Wahren, das sie bekannten. Daß nämlich alsdann bei ihnen Beredungen des Falschen zugleich mit Begierden des Bösen herrschen, denn ihr innerer Zustand ist dann so beschaffen. Die Beredungen des Falschen und die Begierden des Bösen sind unzertrennlich, denn wer in Ansehung des Lebens im Bösen ist, der ist im Falschen in Ansehung der Lehre. Es kann zwar denen selbst, die im Bösen des Lebens sind, anders scheinen, denn wenn sie mit dem Mund die Wahrheiten aus dem Wort oder aus der Lehre ihrer Kirche bekennen, so meinen sie, daß sie im Glauben daran seien; es kommt ihnen auch so vor, als ob sie es wären; aber gleichwohl sind sie es nicht, wenn das Leben ein Böses ist. Denn entweder bekennen sie mit dem Mund, wovon sie anders denken, oder denken sie, es sei so, infolge eines Beredungsglaubens, welcher Glauben ein eigennütziger oder ehrgeiziger ist. Wenn daher keine Ehre oder kein Gewinn mehr in Aussicht steht, so fällt jener Glaube hin, und dann ergreifen sie hastig das Falsche, das mit dem Bösen ihrer Begierden übereinstimmt. Falsches, das mit Begierden des Bösen übereinstimmt, ist inwendig bei denen, die böse leben, obwohl sie immerhin glauben, daß es nicht vorhanden sei. Daß es sich so verhält, stellt sich klar heraus im anderen Leben. Wenn dort das Äußere weggenommen ist, und solche ihrem Inwendigeren überlassen sind, alsdann bricht ihr Falsches hervor, sowohl das, welches sie in der Welt gedacht hatten, als auch, welches sie nicht deutlich gedacht hatten; denn dieses bricht aus dem Bösen hervor, das ihrem Leben angehört hatte. Weil das Falsche nichts anderes ist als Böses, das vernünftelt und sich selbst zu beschönigen sucht. Aus diesem kann erhellen, wie beschaffen der Zustand solcher im anderen Leben ist, daß sie nämlich Beredungen des Falschen zugleich mit Begierden des Bösen haben. 7578. "Desgleichen nicht gewesen war in ganz Ägyptenland", 2. Mose 9/24, bedeutet, ein solcher Zustand des natürlichen Gemütes komme bei anderen nicht vor. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7554 erklärt wurde, wo das gleiche. 7579. "Seitdem es geworden zu einer Völkerschaft", 2. Mose 9/24, bedeutet, von dem Tage an, wo es befähigt wurde, das Gute und daher das Wahre aufzunehmen, nämlich das natürliche Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaft, sofern sie das Gute bezeichnet, wovon Nr. 1159, 1259, 1260, 1416, 1849, 4574, 6005; und weil dieses von Ägyptenland gesagt wird, durch welches das dem natürlichen Gemüt angehörige wißtümliche Wahre bezeichnet wird, darum bedeutet Völkerschaft auch das Wahre, das aus dem Guten kommt. Ferner aus der Bedeutung von "seitdem es geworden", sofern es heißt von dem Tage an, wo es dazu fähig wurde. 7580. "Und der Hagel schlug in ganz Ägyptenland", 2. Mose 9/25 bedeutet, jenes Falsche zerstörte das, was im natürlichen Gemüt war. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, sofern es heißt zerstören; aus der Bedeutung des Hagels, sofern er das Falsche aus Bösem ist: Nr. 7553; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 7569. 7581. "Alles, was auf dem Felde war", 2. Mose 9/25, bedeutet alles, was der Kirche angehörte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 7557. 7582. "Vom Menschen bis zum Vieh", 2. Mose 9/25, bedeutet, sein inneres und sein äußeres Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Menschen und des Viehs, sofern es das inwendigere und das äußere Gute bezeichnet, wovon Nr. 7424, 7523. 7583. "Und alles Kraut des Feldes schlug der Hagel", 2. Mose 9/25, bedeutet, alles Wahre der Kirche sei durch jenes Falsche zerstört worden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Krauts des Feldes, sofern es das Wahre der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 7571; und aus der Bedeutung von schlagen, sofern es heißt zerstören; und aus der Bedeutung des Hagels, sofern er das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 7553. 7584. "Und alle Bäume des Feldes zerbrach er", 2. Mose 9/25, bedeutet, auch alle Erkenntnisse des Guten und Wahren der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Baumes, sofern er die Innewerdungen des Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 103, 2163, 2682; und auch die Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 2722 E, 2972. 7585. "Nur im Lande Gosen, wo die Söhne Israels, war kein Hagel", 2. Mose 9/26, bedeutet, da nicht, wo die Angehörigen der geistigen Kirche (waren). Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Gosen, sofern es das Inwendigste im natürlichen Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5910, 6028, 6031, 6068; und auch die Kirche: Nr. 6649; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, wovon Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. 7586. Vers 27-30: Da sandte Pharao hin, und rief Mose und Aharon, und sprach zu ihnen: Diesmal habe ich gesündigt; Jehovah ist der Gerechte, aber ich und mein Volk sind Gottlose. Flehet zu Jehovah, und es möge genug sein der Stimmen Gottes, und des Hagels; so will ich euch entlassen, und ihr sollt nicht fernerhin bleiben. Und Mose sprach zu ihm: Sobald ich hinausgehe aus der Stadt, will ich meine Hände ausbreiten zu Jehovah; die Stimmen werden aufhören, und der Hagel wird nicht mehr sein, auf daß du wissest, daß die Erde Jehovah gehöre. Aber du, und deine Knechte, ich weiß es, daß ihr euch noch nicht fürchtet vor dem Angesichte Jehovah Gottes. "Da sandte Pharao hin, und rief Mose und Aharon" bedeutet die Gegenwart des göttlichen Gesetzes; "und sprach zu ihnen" bedeutet Demütigung; "diesmal habe ich gesündigt" bedeutet die Trennung vom Wahren und Guten; "Jehovah ist der Gerechte, aber ich und mein Volk sind Gottlose" bedeutet das göttlich Gute habe die Bosheit derer, die anfechten, nicht ertragen können, und daher komme dieses; "flehet zu Jehovah" bedeutet, sie möchten Fürbitte tun; "und es möge genug sein der Stimmen Gottes, und des Hagels" bedeutet, wenn jenes Falsche aufhört; "so will ich euch entlassen, und ihr sollt nicht fernerhin bleiben" bedeutet, sie wollten jene freilassen, und sie sollten nicht mehr hingehalten werden; "und Mose sprach zu ihm" bedeutet die Antwort; "sobald ich hinausgehe aus der Stadt" bedeutet die Trennung; "will ich meine Hände ausbreiten zu Jehovah" bedeutet Fürbitte; "die Stimmen werden aufhören, und der Hagel wird nicht mehr sein" bedeutet das Ende jenes Zustandes; "auf daß du wissest, daß die Erde Jehovah gehöre" bedeutet, dadurch werde kund, daß der Herr allein der Gott der Kirche sei; "aber du, und deine Knechte, ich weiß es, daß ihr euch noch nicht fürchtet vor dem Angesichte Jehovah Gottes" bedeutet die, welche anfechten, seien noch nicht in der Furcht vor dem Herrn. 7587. "Da sandte Pharao hin, und rief Mose und Aharon", 2. Mose 9/27, bedeutet die Gegenwart des göttlichen Gesetzes, wie Nr. 7390, 7451, wo das gleiche. 7588. "Und sprach zu ihnen", 2. Mose 9/27, bedeutet Demütigung. Dies erhellt aus dem, was unmittelbar folgt, nämlich: "Diesmal habe ich gesündigt; Jehovah ist der Gerechte, aber ich und mein Volk sind Gottlose", welche Worte Demut ausdrücken, und enthalten sind in "er sprach". 7589. "Diesmal habe ich gesündigt", 2. Mose 9/27, bedeutet die Trennung vom Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sündigen, sofern es heißt Scheidung und Abkehr vom Göttlichen, somit vom Wahren und Guten, wovon Nr. 5229, 5474, 5841; mithin auch Trennung, denn wer sich abwendet vom Wahren und Guten, der trennt sich davon. 7590. "Jehovah ist der Gerechte, aber ich und mein Volk sind Gottlose", 2. Mose 9/27, bedeutet das göttlich Gute habe die Bosheit derer, die anfechten, nicht ertragen können, und daher komme dieses. Dies erhellt daraus, daß Jehovah das göttlich Gute ist, denn durch Jehovah wird verstanden das göttliche Sein, welches das göttlich Gute ist, und durch Gott das göttliche Dasein, welches das göttlich Wahre ist, wovon Nr. 6905. Jehovah heißt gerecht, weil er die Bosheit derer, die anfechten, nicht ertragen kann, denn durch Pharao und sein Volk werden diejenigen bezeichnet, die anfechten, und dadurch, daß sie Gottlose seien, ihre Bosheit. 7591. "Flehet zu Jehovah", 2. Mose 9/28, bedeutet, sie möchten Fürbitte tun. Dies erhellt aus der Bedeutung von flehen, wenn es für einen anderen geschieht, sofern es Fürbitte ist, wie Nr. 7396, 7462. 7592. "Und es möge genug sein der Stimmen Gottes und des Hagels", 2. Mose 9/28, bedeutet, wenn jenes Falsche aufhört. Dies erhellt aus der Bedeutung von "genug sein", sofern gemeint ist, wenn es aufhört; aus der Bedeutung der Stimmen, d.h. Donnerstimmen, sofern sie göttliche Wahrheiten bezeichnen, welche die Bösen erschrecken und aböden, und durch den Einfluß und die Gegenwart das Falsche des Bösen erregen, das durch den Hagel bezeichnet wird, wovon Nr. 7573. Daß der Hagel Falsches ist, das die Wahrheiten zerstört, sehe man Nr. 7553, 7574. 7593. "So will ich euch entlassen, und ihr sollt nicht fernerhin bleiben", 2. Mose 9/28, bedeutet, sie wollten jene freilassen, und sie sollten nicht mehr hingehalten werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, der dieses von sich sagt, sofern er die vorbildet, die anfechten, wovon oft; und aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt freilassen; und aus der Bedeutung von "fernerhin nicht bleiben", sofern es heißt, nicht mehr hingehalten werden. 7594. "Und Mose sprach zu ihm", 2. Mose 9/29, bedeutet die Antwort; dies erhellt ohne Erklärung. 7595. "Sobald ich hinausgehe aus der Stadt", 2. Mose 9/29, bedeutet die Trennung. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinausgehen, sofern es eine Trennung bezeichnet, wovon Nr. 6100, 7404, 7463; und aus der Bedeutung der Stadt, wo Pharao, sofern sie das Falsche bezeichnet, worin diejenigen sind, die anfechten; denn durch Stadt wird die Lehre bezeichnet, und weil die Lehre, so wird auch das Wahre bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 402, 2268, 2451, 2712, 2943, 3216, 4492, 4493. 7596. "Will ich meine Hände ausbreiten zu Jehovah", 2. Mose 9/29, bedeutet Fürbitte. Dies erhellt aus der Bedeutung von die Hände ausbreiten zu Jehovah oder flehen, sofern es eine Fürbitte bezeichnet. Über das Flehen sehe man Nr. 7396, 7462, 7591; denn flehen ist Sache des Mundes oder der Rede, die Hände ausbreiten ist Sache der Gebärde oder der Handlung, die dem Flehen des Herzens entspricht. Es gibt Gebärden oder leibliche Handlungen, die einer jeden Regung des Gemüts entsprechen, wie z.B. der Demut das Niederknien, und der noch tieferen Demut, das Sichniederwerfen zur Erde; dem Flehen aber entspricht die Ausbreitung der Hände gen Himmel, und dergleichen mehr. Jene Gebärden oder Handlungen bezeichnen im Wort die Regungen selbst, denen sie entsprechen, aus dem Grund, weil sie dieselben vorbilden. Hieraus kann man sehen, was die Vorbildungen sind. 7597. "Die Stimmen werden aufhören, und der Hagel wird nicht mehr sein", 2. Mose 9/29, bedeutet das Ende jenes Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimmen, d.h. den Donnerstimmen, sofern sie die göttlichen Wahrheiten bezeichnen, von denen die Bösen abgeödet werden, wovon Nr. 7573; aus der Bedeutung des Hagels, sofern er das Falsche ist, das die Wahrheiten zerstört, wovon Nr. 7553, 7574; und aus der Bedeutung von aufhören, und nicht mehr sein, sofern es das Ende von jenem ausdrückt, somit das Ende jenes Zustandes; denn eine jede Plage bezeichnet einen Zustand der Abödung derjenigen, welche die Frommen im anderen Leben anfechten. 7598. "Auf daß du wissest, daß die Erde Jehovah gehöre", 2. Mose 9/29, bedeutet, dadurch werde kund, daß der Herr allein der Gott der Kirche sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von wissen, sofern es heißt, bekannt sein; aus der Bedeutung der Erde (oder des Landes), sofern sie die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577; und daß Jehovah der Herr sei, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6303, 6905, 6945, 6956. Hieraus wird klar, daß durch "Jehovah gehört die Erde", bezeichnet wird, dem Herrn gehöre die Kirche, somit der Herr sei allein der Gott der Kirche, wie Nr. 7401, 7444, 7544. 7599. "Aber du, und deine Knechte, ich weiß es, daß ihr euch noch nicht fürchtet vor dem Angesichte Jehovah Gottes", 2. Mose 9/30, bedeutet, die, welche anfechten, seien noch nicht in der Furcht vor dem Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos und seiner Knechte, sofern es die sind, die anfechten, wovon früher; und aus der Bedeutung von sich fürchten vor dem Angesicht Jehovahs, sofern es heißt, es sei keine Furcht vor dem Herrn da. Daß Jehovah im Wort der Herr ist, sehe man aus den Nr. 7598 angeführten Stellen. Vor dem Angesicht Jehovahs wird gesagt, weil durch das Angesicht Jehovahs die Barmherzigkeit und daher der Friede und alles Gute bezeichnet wird: Nr. 222, 223, 5585; und im entgegengesetzten Sinn Unbarmherzigkeit, Unfriede und das Nichtgute: Nr. 5585, 5592, 5816, 5823. Daß Unbarmherzigkeit, Unfriede und das Nichtgute durch das Angesicht Jehovahs bezeichnet wird, hat den Grund, weil die Bösen sich von Jehovah oder dem Herrn abwenden; denn sie wenden sich ab vom Guten, das Sache der Liebtätigkeit, und vom Wahren, das Sache des Glaubens, worin der Herr ist; und dann haben sie im Rücken, was dem Herrn angehört, und im Angesicht, was ihnen angehört; und was hinter dem Rücken ist, das sehen sie nicht, und bekümmern sich nichts darum; daher kommt alles Böse, und folglich die Unseligkeit und die Hölle für den Menschen. 7600. Vers 31-35: Und der Flachs und die Gerste wurden geschlagen, denn die Gerste stand in reifenden Ähren, und der Flachs in Knoten. Und der Weizen und der Spelt wurden nicht geschlagen, denn sie waren (noch) verborgen. Und Mose ging von Pharao zur Stadt hinaus, und breitete seine Hände aus zu Jehovah; da hörten die Stimmen und der Hagel auf, und der Regen ward nicht (mehr) ausgegossen auf die Erde. Als Pharao sah, daß der Regen aufhörte und der Hagel und die Stimmen, fuhr er fort zu sündigen und verstockte sein Herz, er und seine Knechte. Und es ward verhärtet das Herz Pharaos, und er entließ die Söhne Israels nicht, wie Jehovah geredet hatte durch (die Hand) Mose. "Und der Flachs" bedeutet das Wahre des auswendigeren Natürlichen; "und die Gerste" bedeutet sein Gutes; "wurden geschlagen" bedeutet zerstört; "denn die Gerste stand in reifenden Ähren, und der Flachs in Knoten" bedeutet, daß jenes Gute und Wahre hervortrat und abwärts blickte; "und der Weizen und der Spelt" bedeutet das Gute des inwendigeren Natürlichen und sein Wahres; "wurden nicht geschlagen" bedeutet, es sei nicht zerstört worden; "denn sie waren (noch) verborgen" bedeutet, weil es nicht hervortrat, und weil es nach innen zu, sich neigte; "und Mose ging von Pharao zur Stadt hinaus" bedeutet Trennung von ihnen; "und breitete seine Hände aus zu Jehovah" bedeutet Fürbitte; "da hörten die Stimmen und der Hagel auf" bedeutet das Ende jenes Zustandes; "und der Regen ward nicht (mehr) ausgegossen auf die Erde" bedeutet, daß jenes Falsche nicht mehr erschien; "als Pharao sah" bedeutet die Wahrnehmung; "daß der Regen aufhörte, und der Hagel, und die Stimmen" bedeutet, daß jener Zustand ein Ende hatte; "fuhr er fort zu sündigen" bedeutet die weitere Entfernung; "und verstockte sein Herz, er und seine Knechte" bedeutet Hartnäckigkeit; "und es ward verhärtet das Herz Pharaos" bedeutet, sie machten sich störrig aus dem Bösen; "und er entließ die Söhne Israels nicht" bedeutet, sie ließen sie nicht frei; "wie Jehovah geredet hatte" bedeutet gemäß der Vorhersage; "durch die Hand Mose" bedeutet, mittels des Gesetzes vom Göttlichen. 7601. "Und der Flachs", 2. Mose 9/31, bedeutet das Wahre des auswendigeren Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Flachses (Leins), sofern er das Wahre bezeichnet, aber das Wahre des äußeren Natürlichen, worüber folgt. Daß das Natürliche ein äußeres und ein inneres ist, sehe man Nr. 4570, 5118, 5497, 5649; daß folglich auch das Wahre und Gute daselbst ein inneres und ein äußeres ist: Nr. 3293, 3294; das Wahre und Gute des äußeren Natürlichen wird durch Flachs und Gerste bezeichnet, aber das Gute und Wahre des inneren Natürlichen durch Weizen und Spelt. In diesem und im folgenden Vers ist die Rede vom Wahren und Guten, das zerstört und verwüstet wurde, und vom Guten und Wahren, das nicht zerstört und verwüstet wurde; somit vom Wahren und Guten, das geborgen und aufbewahrt wurde zum Gebrauch, und von dem, das nicht geborgen und aufbewahrt wurde. Denn wenn die Bösen verwüstet, d.h., wenn sie vom Wahren und Guten getrennt und ihrem Bösen und Falschen überlassen werden, alsdann werden sie verwüstet in Ansehung desjenigen Wahren und Guten, das im äußeren Natürlichen, und hier mit Falschem und Bösem verknüpft ist. Daß dieses Wahre und Gute abwärts sieht, und daher nicht verwahrt werden kann, wird man unten, Nr. 7604, 7607 sehen. Dagegen das Wahre und Gute des inwendigen Natürlichen wird nicht verwüstet, sondern mehr nach innen zu gebracht, und dort für den Gebrauch aufbewahrt. Und alsdann wird die Gemeinschaft zwischen dem inneren und äußeren Natürlichen insoweit verschlossen, daß von jenem nichts Gutes und Wahres ins äußere Natürliche einfließen kann, als nur ein so Allgemeines, daß sie mittels dessen vernünfteln und Beweise zur Begründung des Falschen und Bösen zusammenfügen können. Jenes Gute und Wahre, das aufbewahrt wird, wird im Wort durch Überreste bezeichnet, worüber man sehe Nr. 468, 530, 560, 561, 576, 661, 798, 1738, 1906, 2284, 5135, 5342, 5344, 5897, 5898, 5899, 6156, 7556. Von diesem nun wird in diesen beiden Versen gehandelt, und es wird dadurch bezeichnet, daß der Flachs und die Gerste geschlagen wurde, weil die Gerste in reifenden Ähren, und der Flachs in Knoten stand; und daß der Weizen und der Spelt nicht geschlagen wurden, weil sie (noch) verborgen waren. Daß der Flachs (linum, Lein) das Wahre bedeutet, kommt von den Vorbildern im Himmel her. Im Himmel erscheinen die, welche im Wahren des Natürlichen sind, weiß gekleidet, und dieses Weiß erscheint wie von Leinwand, das Wahre des Natürlichen selbst wird dort auch vorgebildet, wie ein Gewebe aus reinen flächsenen Fäden. Diese Fäden erscheinen wie Seidenfäden, glänzend, schön durchscheinend und weich, und ein Kleid daraus ebenso, wenn das Wahre, das so vorgebildet wird, aus dem Guten ist. Umgekehrt aber erscheinen diese Fäden, die wie Leinen sind, nicht durchscheinend, auch nicht glänzend und weich, sondern wie hart und zerbrechlich, und dennoch weiß, wenn das Wahre, das so vorgebildet wird, nicht aus dem Guten ist. Aus diesem nun kann erhellen, was es bedeutet, daß die Engel, die von den Menschen gesehen wurden, in Leinwandgewändern erschienen sind, wie diejenigen, von denen es heißt: Joh.Offenb.15/6: "Es gingen sieben Engel, welche die sieben Plagen hatten, aus dem Tempel, angetan mit weißer und glänzender Leinwand, und begürtet um ihre Brust mit goldenen Gürteln". Dan.10/5: "Ich hob meine Augen auf, und sah, und siehe, ein Mann, gekleidet in Linnen, dessen Lenden begürtet mit Gold von Uphas". Hes.9/2: "Siehe, sechs Männer kommend vom Weg des oberen Tores, und ein jeder hatte ein Werkzeug der Zerstörung in seiner Hand; aber ein Mann war in ihrer Mitte, gekleidet in Linnen, und (hatte) ein Schreibzeug an seinen Lenden": von welchem Engel noch weiter (gehandelt wird) Hes.9/3,4; 10/2-7. Und Hes.40/3f, von einem Engel, der den neuen Tempel maß, und der "einen leinenen Faden (oder Schnur) und ein Meßrohr in der Hand hatte". Auch die Engel, die im Grabe des Herrn gesehen wurden, erschienen gekleidet in glänzender und blitzender weißer (Leinwand): Matth.28/3; Mark.16/5; Luk.24/4; Joh.20/11,12. Weil die Leinwand das Wahre des äußeren Natürlichen bezeichnete, und das äußere Natürliche es ist, was das Innere bekleidet, deswegen ist es auch dieses Wahre, das durch die Linnen vorgebildet wurde, in das die Engel gekleidet waren; und auch durch die leinenen Kleider, womit Aharon angetan wurde, wenn er im Heiligen diente, wovon 3. Mose 16/3,4: "Wenn Aharon hineingeht ins Heilige, so soll er den heiligen Rock von Leinwand anziehen, und mit einem leinenen Gurt sich gürten, und einen leinenen Bund sich aufsetzen, das sind die Kleider der Heiligkeit". Hes.44/17,18: "Die Priester, Leviten, die Söhne Zadoks, wenn sie eingehen werden zu den Toren des inwendigeren Vorhofs, sollen leinene Kleider anziehen, und es soll keine Wolle auf sie kommen; wenn sie dienen werden in den Toren des inneren Vorhofs und im Inneren, so sollen sie leinene Turbane (Bünde) auf ihrem Haupt haben, und leinene Beinkleider sollen an ihren Lenden sein": hier vom neuen Tempel und vom neuen Jerusalem, unter dem das Reich des Herrn verstanden wird. Darum trugen auch die Priester leinene Ephode, (d.i. Leibröcke): 1.Sam.22/18; und Samuel "diente vor Jehovah als Knabe, begürtet mit einem leinenen Ephod": 1.Sam.2/18; dann auch David, als die Lade in seine Stadt hinüber gebracht wurde, "war umgürtet mit einem leinenen Ephod": 2.Sam.6/14. Aus diesem kann erhellen, warum der Herr, als Er Seinen Jüngern die Füße wusch, "sich mit Leinwand begürtete, und die Füße abwusch mit der Leinwand, womit Er begürtet war": Joh.13/4,5; denn das Waschen der Füße bedeutete die Reinigung von Sünden, die durch Wahrheiten des Glaubens geschieht, weil durch diese der Mensch belehrt wird, wie er leben soll. Durch die Leinwand wird auch in folgenden Stellen das Wahre bezeichnet: Jerem.13/1-7: "Jehovah sprach zu dem Propheten: Gehe hin, kaufe dir einen leinenen Gürtel, und lege ihn auf deine Lenden, aber durchs Wasser sollst du ihn nicht ziehen; nimm deinen Gürtel, und stehe auf, gehe hin zum Euphrat, und verbirg ihn in dem Loch eines Felsen; am Ende vieler Tage, als er den Gürtel wieder nahm, wo er ihn verborgen hatte, siehe, da war der Gürtel verdorben, er war zu nichts nütze": durch den leinenen Gürtel auf den Lenden wurde das Wahre aus dem Guten vorgebildet, wie es beschaffen ist im Anfang, wo die Kirche vom Herrn errichtet wird, und wie beschaffen es nachher wird, daß es nämlich am Ende bei ihnen verdorben und zu nichts nütze ist. Jes.19/9: "Zuschanden sollen werden, die seidene Gewänder machen, und die Teppichweber": hier von Ägypten; Seidengewand machen bedeutet Wahrheiten erdichten. 5. Mose 22/10,11: "Du sollst nicht pflügen mit einem Ochsen und Esel zugleich; du sollst nicht antun ein Kleid, das gemengt ist aus Wolle und Leinwand zugleich": durch den Ochsen wird bezeichnet das Gute des Natürlichen, durch den Esel sein Wahres: ebenso durch Wolle und Leinwand. Daß sie nicht mit einem Ochsen und einem Esel zugleich pflügen, und kein Kleid antun sollten, das gemengt ist aus Wolle und Leinwand zugleich, bezeichnete, daß sie nicht in beiderlei Zustand zugleich sein sollten, nämlich im Guten und von diesem aus auf das Wahre sehen, und zugleich im Wahren und von diesem aus auf das Gute sehen. Dies schließt dasselbe in sich, wie das, was der Herr gesagt hat bei Matth.24/17,18: "Wer auf dem Dach des Hauses, gehe nicht herab, etwas zu holen aus seinem Hause, und wer auf dem Felde, kehre nicht zurück sein Kleid zu nehmen": hierüber sehe man Nr. 3652 E. Denn die, welche aus dem Guten auf das Wahre sehen, sind im inneren Himmel, die aber aus dem Wahren auf das Gute sehen, sind im äußeren Himmel; diese sehen aus der Welt auf den Himmel, jene aus dem Himmel auf die Welt. Daher sind es in gewisser Beziehung Gegensätze, und ebendarum würde, wenn sie beisammen wären, eines das andere zerstören. 7602. "Und die Gerste", 2. Mose 9/31, bedeutet sein Gutes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gerste, sofern sie das Gute des äußeren Natürlichen bezeichnet. Die Gerste hat diese Bedeutung, weil sie ein Felderzeugnis und Getreide ist, das zur Speise dient; denn Getreide im allgemeinen bedeutet das Gute des Wahren: Nr. 3580, 5295, 5410, 5959; insbesondere Gerste und Weizen. Gerste das Gute des äußeren Natürlichen und Weizen das Gute des inneren Natürlichen. Jene Bedeutung hat Gerste bei Joel 1/9-11: "Ausgerottet ist die Mincha (Speisopfer) und das Trankopfer aus dem Hause Jehovahs; es trauern die Priester, die Diener Jehovahs; verwüstet ist das Feld, es trauert das Land; denn verwüstet ist das Getreide, vertrocknet der Most, es schmachtet das Öl; zuschanden worden sind die Ackerleute, es heulen die Weingärtner, ob dem Weizen und ob der Gerste, darum daß verloren ist die Ernte des Feldes": beim Propheten ist hier die Rede von der Verwüstung des Guten und Wahren, wie aus dem Folgenden daselbst klar wird; daher wird durch Getreide, Most, Weizen und Gerste nicht dieses bezeichnet, sondern Geistiges; somit durch Weizen das innere Gute, und durch Gerste das äußere Gute. Ebenso Gerste bei Hes.4/9; 5. Mose 8/8. Richt.7/13: "Als Gideon zum Lager kam erzählte ein Mann seinen Genossen einen Traum und sprach: Siehe, ich habe geträumt und siehe, ein geröstetes Gerstenbrot wälzte sich zum Lager Midians, und kam bis zum Zelt und schlug es, daß es zusammenfiel, und warf es übereinander, und so fiel das Zelt": durch Midian werden bezeichnet, die im Wahren des einfältig Guten sind, und im entgegengesetzten Sinn die, welche nicht im Lebensguten sind: Nr. 3242, 4756, 4788, 6773. Dieses Gute ist das Gute des äußeren Natürlichen, und wird durch Gerstenbrot bezeichnet; dagegen wird das Angenehme der Vergnügungen, wenn man es statt jenes Guten zum Zweck hat, durch das geröstete Gerstenbrot bezeichnet. Es ist hier der Zustand beschrieben, den damals die Midianiter vorbildeten. 7603. "Wurden geschlagen", 2. Mose 9/31, bedeutet zerstört; dies erhellt ohne Erklärung. 7604. "Denn die Gerste stand in reifenden Ähren, und der Flachs in Knoten", 2. Mose 9/31, bedeutet, daß jenes Gute und Wahre hervortrat und abwärts blickte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gerste und des Flachses, sofern es das Gute und Wahre des äußeren Natürlichen ist, wovon Nr. 7601, 7602; und aus der Bedeutung der reifenden Ähren, dann auch der Knoten, sofern sie bezeichnen, daß sie hervortreten. Denn vom Weizen und vom Spelt wird gesagt, daß sie verborgen waren (folg.Vers); d.h., daß sie nicht hervortraten; denn was reif ist, tritt in seinen Ähren und in seinen Knoten (Knospen) hervor, so daß es herabsinkt. Dies bedeutet im geistigen Sinn, in dem vom Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit gehandelt wird, daß es abwärts blicke. Wie es sich damit verhalte, wird aus dem klar, was Nr. 7601 gesagt wurde. Das Gute und Wahre im äußeren Natürlichen bei den Bösen blickt abwärts aus dem Grunde, weil es dort beisammen ist mit Bösem und Falschem und damit verknüpft. Alles Böse und Falsche blickt abwärts, d.h. auswärts zur Erde und zur Welt, daher auch das damit verknüpfte Gute und Wahre, denn das Böse und Falsche zieht es mit sich, und dies geschieht durch die verkehrte Anwendung. Dieses Gute und Wahre ist es, was bei den Bösen verwüstet wird; denn wenn es nicht verwüstet würde, so würde das Gute und Wahre, das vom Herrn im inneren Natürlichen verborgen und aufbewahrt wurde, einfließen, und sich mit demjenigen, das im Äußeren ist, verbinden, und so zusammenwirken. Infolgedessen würde es ebenfalls abwärts gelenkt, und so zugrunde gehen. Der Mensch unterscheidet sich von den unvernünftigen Tieren dadurch, daß er aufwärts, d.h. zum Göttlichen blicken kann; ohne diese Fähigkeit wäre der Mensch wie ein Tier, denn das Tier blickt nur abwärts. Hieraus wird nun klar, warum das Gute und Wahre bei den Bösen, das abwärts blickt, ihnen weggenommen wird, und warum nach dessen Wegnahme die Gemeinschaft mit dem Inwendigeren verschlossen wird, wo Gutes und Wahres vom Herrn verborgen und zum Gebrauch aufbewahrt ist. 7605. "Und der Weizen und der Spelt", 2. Mose 9/32, bedeutet das Gute des inwendigeren Natürlichen und sein Wahres. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weizens, sofern es das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit bezeichnet, wovon Nr. 3941, und weil der Weizen ein edleres Getreide ist als die Gerste, so bedeutet er das Gute des inneren Natürlichen. Ferner aus der Bedeutung des Spelts (oder Dinkels), sofern er das Wahre des inneren Natürlichen bezeichnet, entsprechend dem Guten, das durch Weizen bezeichnet wird. Daß der Dinkel dieses Wahre bedeutet, kann daraus erhellen, daß im Wort, wo vom Guten gehandelt wird, auch vom Wahren die Rede ist, und zwar wegen der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist in den einzelnen Teilen des Wortes, und im höchsten Sinn wegen der Vereinigung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen im Herrn, dem die Ehe des Guten und Wahren im Himmel entspricht, so daß der Herr selbst in Ansehung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen inwendigst im Wort ist; man sehe Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2618, 2712, 2803, 3132, 4138 E, 5502, 6179, 6343. Hieraus wird klar, daß durch den Spelt bezeichnet wird das Wahre, das dem Guten entspricht, das durch den Weizen bezeichnet wird. 7606. "Wurden nicht geschlagen", 2. Mose 9/32, bedeutet, es sei nicht zerstört worden; dies erhellt ohne Erklärung. 7607. "Denn sie waren (noch) verborgen", 2. Mose 9/32, bedeutet, weil es nicht hervortrat, und weil es einwärts sich neigte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie waren verborgen", sofern es heißt, es trat nicht hervor; im geistigen Sinn: weil es im inneren Natürlichen war, und dort nach innen zu sich neigte. Dieses konnte nicht zerstört werden aus dem Grunde, weil es zum Himmel und zum Herrn blickte, was soviel ist als einwärts blicken und nicht zur Erde und zur Welt, denn dies heißt nach außen blicken. Was einwärts blicken und auswärts blicken bedeute, soll mit wenigem gesagt werden: Der Mensch ist so geschaffen, daß er über sich zum Himmel bis zum Göttlichen blicken, aber auch unter sich zur Welt und zur Erde blicken kann. Darin unterscheidet sich der Mensch von den unvernünftigen Tieren. Und zwar blickt der Mensch dann über sich oder zum Himmel bis zum Göttlichen, wenn er zum Zweck hat den Nächsten, das Vaterland, die Kirche, den Himmel, hauptsächlich den Herrn. Unter sich aber blickt er dann, wenn er zum Zweck hat sich selbst und die Welt. Zum Zweck haben, heißt lieben, denn das hat man zum Zweck, was man liebt, und was man liebt, das herrscht in allem (universaliter regnat), d.h. im einzelnen des Denkens und Wollens. Während der Mensch in die eine Richtung blickt, blickt er nicht in die andere; während er nämlich auf die Welt blickt und auf sich selbst, blickt er nicht zum Himmel und zum Herrn, und umgekehrt; denn es sind entgegengesetzte Richtungen. Daraus, daß der Mensch über sich blicken, d.h. ans Göttliche denken und mit dem Göttlichen durch Liebe verbunden werden kann, erhellt offenbar, daß dieses eine Erhebung des Gemüts durch das Göttliche ist; denn es kann gar niemand über sich blicken, es sei denn, daß er gehoben werde von Demjenigen, der oben ist. Hieraus wird auch klar, daß alles Gute und Wahre beim Menschen dem Herrn angehört. Es erhellt auch daraus, daß der Mensch, wenn er unter sich blickt, sich vom Göttlichen trennt, und sein Inneres auf sich selbst und auf die Welt hin richtet, ebenso wie es bei den unvernünftigen Geschöpfen gerichtet ist; und daß er alsdann insoweit das Menschliche auszieht. Aus diesem kann man nun erkennen, was verstanden wird unter einwärts oder über sich, und unter auswärts oder unter sich blicken. 7608. "Und Mose ging von Pharao zur Stadt hinaus", 2. Mose 9/33, bedeutet Trennung von ihnen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7595 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 7609. "Und breitete seine Hände aus zu Jehovah", 2. Mose 9/33, bedeutet Fürbitte; man sehe Nr. 7596. 7610. "Da hörten die Stimmen und der Hagel auf", 2. Mose 9/33, bedeutet das Ende jenes Zustandes, wie oben, Nr. 7597. 7611. "Und der Regen ward nicht mehr ausgegossen auf die Erde", 2. Mose 9/33, bedeutet, daß jenes Falsche nicht mehr erschien. Dies erhellt aus der Bedeutung des Regens, hier des Hagelregens, sofern er das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 7553, 7574; und aus der Bedeutung von nicht mehr ausgegossen werden auf die Erde, sofern es soviel ist als, es nahm ein Ende, somit auch, daß es nicht mehr erschien, nämlich das Falsche, das durch den Hagelregen bezeichnet wird. 7612. "Als Pharao sah", 2. Mose 9/34, bedeutet die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, wovon Nr. 2150, 3764, 4723, 5400. 7613. "Daß der Regen aufhörte, und der Hagel, und die Stimmen", 2. Mose 9/34, bedeutet das Ende jenes Zustandes; wie Nr. 7597, 7610. 7614. "Fuhr er fort zu sündigen", 2. Mose 9/34, bedeutet die weitere Entfernung. Dies erhellt aus der Bedeutung von fortfahren, sofern es heißt weiter und mehr; und aus der Bedeutung von sündigen, sofern es heißt Lossagung, Entfernung und Trennung vom Guten und Wahren, wovon Nr. 5229, 5474, 5841, 7589. 7615. "Und verstockte sein Herz, er und seine Knechte", 2. Mose 9/34, bedeutet Hartnäckigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von verstocken, verhärten und bestärken das Herz, sofern es heißt sich störrig machen, wovon Nr. 7272, 7300, 7305. 7616. "Und es ward verhärtet das Herz Pharaos", 2. Mose 9/35, bedeutet, sie waren störrig (oder widerspenstig) aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Verhärtung des Herzens, sofern es heißt, sich störrig machen, wovon Nr. 7615, wo es heißt, er habe sein Herz verstockt. Der Unterschied ist, daß das Herz verstocken aus dem Falschen, aber das Herz verhärten aus dem Bösen kommt. 7617. "Und er entließ die Söhne Israels nicht", 2. Mose 9/35, bedeutet, daß sie dieselben nicht freiließen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es heißt freilassen, wie früher oft; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, die von jenen angefochten wurden, wovon Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. 7618. "Wie Jehovah geredet hatte", 2. Mose 9/35, bedeutet gemäß der Vorhersage; man sehe Nr. 7302, 7340, 7414, 7432, 7535. 7619. "Durch (die Hand) Mose", 2. Mose 9/35, bedeutet, mittels des Gesetzes vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "durch die Hand jemands", sofern es heißt mittelbar, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Mose, sofern er das Gesetz vom Göttlichen bezeichnet, wovon Nr. 6771, 6827. Reden durch die Hand jemands bedeutet, mittels desselben oder mittelbar, aus dem Grund, weil durch die Hand eine Macht bezeichnet wird, somit durch die Hand jemands eine stellvertretende Macht, was das gleiche ist wie mittelbar; denn was mittelbar geschieht, geschieht durch die Macht eines anderen in ihm. Daher kommt es, daß im Wort diese Redensart vorkommt, wie in den Büchern der Könige, wo es einigemal heißt: "das Wort, das Jehovah geredet hat durch die Hand jemands", z.B. welches Er geredet durch die Hand Achijas, des Propheten": 1.Kön.14/18; durch die Hand Achias, des Scheloniten: 1.Kön.15/29; durch die Hand Jehus des Propheten: 1.Kön.16/7,12; durch die Hand Josuas: 1.Kön.16/34; durch die Hand Elias: 1.Kön.17/16; durch die Hand Jonas des Propheten: 2.Kön.14/25.   Nr. 7620 - 7627 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 10. Kapitel 1. Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe hin zu Pharao, denn Ich habe sein Herz verhärtet, und das Herz seiner Knechte, damit Ich diese Meine Zeichen in seine Mitte setze. 2. Und damit du erzählst vor den Ohren deines Sohnes, und des Sohnes deines Sohnes, was für Werke Ich getan habe an Ägypten, und Meine Zeichen, die Ich gesetzt habe unter ihnen, und ihr erkennet, daß Ich Jehovah bin. 3. Und es kam Mose und Aharon zu Pharao, und sie sprachen zu ihm: So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer: Wie lange weigerst du dich, dich zu demütigen vor Mir? Entlasse Mein Volk, damit sie Mir dienen. 4. Denn wenn du dich weigerst, Mein Volk zu entlassen, siehe, so führe Ich morgen Heuschrecken in deine Grenzen. 5. Und sie sollen bedecken die Oberfläche der Erde, und man wird das Land nicht sehen können, und das Überbleibsel der Rettung, was euch übriggeblieben vom Hagel, sollen sie verzehren, und euch fressen jeden sprossenden Baum vom Felde. 6. Und sie sollen erfüllen deine Häuser und die Häuser aller deiner Knechte, und die Häuser aller Ägypter, wie es nicht gesehen haben deine Väter, noch die Väter deiner Väter, von dem Tage an, da sie auf dem Erdboden gewesen, bis auf diesen Tag. Und er wandte sich und ging fort von Pharao. 7. Und die Knechte Pharaos sprachen zu ihm: Wie lange soll uns dies zum Fallstrick sein? Entlasse die Männer, damit sie Jehovah, ihrem Gott dienen; erkennst du noch nicht, daß Ägypten zugrunde geht? 8. Da führte man Mose und Aharon zu Pharao zurück, und er sprach zu ihnen: Gehet, dienet Jehovah, eurem Gott! Welche aber sind es, die da gehen? 9. Und Moses sprach: Mit unseren Knaben und mit unseren Greisen wollen wir gehen, mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern, mit unseren Schafen und mit unseren Rindern wollen wir gehen, denn wir haben ein Fest Jehovahs. 10. Und er sprach zu ihnen: Jehovah sei so mit euch, wie ich euch und eure Kinder entlassen werde! Sehet nun, daß Böses ist vor euerm Angesichte. 11. Nicht also, sondern ihr junge Männer ziehet hin und dient Jehovah, denn das habt ihr begehrt. Und man trieb sie hinweg von dem Angesichte Pharaos. 12. Und Jehovah sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus über das Land Ägypten, wegen der Heuschrecken, und sie werden heraufkommen über das Land Ägypten, und alles Kraut des Landes fressen, alles, was der Hagel übriggelassen hat. 13. Und Mose streckte seinen Stab aus über das ganze Land Ägypten, und Jehovah führte einen Ostwind über das Land während des ganzen Tages und während der ganzen Nacht; und da der Morgen kam, führte der Ostwind die Heuschrecken her. 14. Und die Heuschrecken kamen herauf über das ganze Land Ägypten, und ließen sich nieder in allen Grenzen Ägyptens sehr schwer (d.i. in sehr großer Menge), vor diesen waren keine Heuschrecken so gewesen wie diese, und nach ihnen werden keine so sein. 15. Und sie bedeckten die ganze Oberfläche des Landes, und verfinsterten das Land, und sie fraßen alles Kraut des Landes, und alle Frucht der Bäume, die der Hagel übriggelassen hatte; und es blieb nichts Grünes an den Bäumen und an dem Kraut des Feldes im ganzen Land Ägypten. 16. Und Pharao rief eilig Mose und Aharon zu sich, und sprach: Ich habe gesündigt an Jehovah, eurem Gott, und an euch. 17. Und nun vergib doch meine Sünde noch diesmal, und flehet zu Jehovah, eurem Gott, daß Er doch von mir nehme diesen Tod. 18. Und er ging fort von Pharao, und flehte zu Jehovah. 19. Und Jehovah wendete einen sehr starken Wind des Meeres (d.i. Westwind) herbei, und dieser trug die Heuschrecken davon, und warf sie in das Schilfmeer. Nicht eine Heuschrecke blieb übrig in allen Grenzen Ägyptens. 20. Aber Jehovah verstockte das Herz Pharaos, daß er die Söhne Israels nicht entließ. 21. Und Jehovah sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus gegen den Himmel, und es soll eine Finsternis kommen über das Land Ägypten, daß man die Finsternis (mit Händen) greifen kann. 22. Und Moses streckte seine Hand aus gegen den Himmel, und es ward eine dichte Finsternis im ganzen Lande Ägypten, drei Tage lang. 23. Keiner sah den anderen, und niemand stand von seinem Platze auf drei Tage lang; aber bei allen Söhnen Israels war Licht in ihren Wohnungen. 24. Und Pharao rief Mose und sprach: Gehet, dienet Jehovah, nur eure Schafe und eure Rinder sollen bleiben, aber eure Kinder sollen mit euch gehen. 25. Und Mose sprach: Du mußt auch in unsere Hand Schlachtopfer und Brandopfer geben, daß wir sie Jehovah, unserem Gott, darbringen. 26. Und auch unser Vieh soll mit uns gehen, es darf keine Klaue zurückgelassen werden, denn von demselben wollen wir nehmen, Jehovah, unserem Gott, zu dienen, und wir wissen nicht, womit wir Jehovah, unserem Gott dienen sollen, bis wir dahin kommen. 27. Aber Jehovah verstockte das Herz Pharaos, und er wollte sie nicht entlassen. 28. Und Pharao sprach zu ihm: Gehe hinweg von mir! Hüte dich, daß du nicht mehr mein Angesicht sehest, denn an dem Tage, wo du mein Angesicht sehen wirst, sollst du sterben. 29. Und Mose sprach: Du hast recht geredet; ich werde hinfort dein Angesicht nicht mehr sehen.   Inhalt 7628. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn noch weiter gehandelt von der Verwüstung derer, welche die Angehörigen der geistigen Kirche anfeinden. Es wird jetzt vom neunten und zehnten Zustand oder Grade der Verwüstung gehandelt, die durch die Heuschrecken und die Finsternis beschrieben werden, durch die das Falsche aus dem Bösen bezeichnet wird, das alles verwüstet, was bei ihnen zur Kirche gehört. 7629. Vers 1-6: Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe hin zu Pharao, denn Ich habe sein Herz verhärtet, und das Herz seiner Knechte, damit Ich diese Meine Zeichen in seine Mitte setze. Und damit du erzählst vor den Ohren deines Sohnes, und des Sohnes deines Sohnes, was für Werke Ich getan habe an Ägypten, und Meine Zeichen, die Ich gesetzt habe unter ihnen, und ihr erkennet, daß Ich Jehovah bin. Und es kam Mose und Aharon zu Pharao, und sie sprachen zu ihm: So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer: Wie lange weigerst du dich, dich zu demütigen vor Mir? Entlasse Mein Volk, damit sie Mir dienen. Denn wenn du dich weigerst, Mein Volk zu entlassen, siehe, so führe Ich morgen Heuschrecken in deine Grenzen. Und sie sollen bedecken die Oberfläche der Erde, und man wird das Land nicht sehen können, und das Überbleibsel der Rettung, was euch übriggeblieben vom Hagel, sollen sie verzehren, und euch fressen jeden sprossenden Baum vom Felde. Und sie sollen erfüllen deine Häuser und die Häuser aller deiner Knechte, und die Häuser aller Ägypter, wie es nicht gesehen haben deine Väter, noch die Väter deiner Väter, von dem Tage an, da sie auf dem Erdboden gewesen, bis auf diesen Tag. Und er wandte sich und ging fort von Pharao. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet den Befehl; "gehe hin zu Pharao" bedeutet Gegenwart des Wahren vom Göttlichen bei denen, die anfechten (oder anfeinden); "denn Ich habe sein Herz verhärtet, und das Herz seiner Knechte" bedeutet, daß sie sich alle gemeinsam verstockt haben; "damit Ich diese Meine Zeichen in seine Mitte setze" bedeutet, damit die Bösen erkennen, daß sie im Bösen sind, und die Guten erleuchtet werden über den Zustand derer, die innerhalb der Kirche ein böses Leben führen; "und damit du erzählst vor den Ohren deines Sohnes, und des Sohnes deines Sohnes, was für Werke Ich getan habe an Ägypten" bedeutet, damit diejenigen, die im Wahren und Guten sind, erkennen, was denen widerfährt, die der Kirche angehören, und (doch) die Redlichen anfeinden; "und Meine Zeichen, die Ich gesetzt habe unter ihnen" bedeutet, damit sie aufgeklärt würden über den Zustand derer, die der Kirche angehören und (dennoch) schlecht leben; "und ihr erkennet, daß Ich Jehovah bin" bedeutet, auf daß ihnen dadurch bekannt werde, daß der Herr der alleinige Gott sei; "und es kam Mose und Aharon zu Pharao" bedeutet die Gegenwart des göttlich Wahren; "und sie sprachen zu ihm" bedeutet die Wahrnehmung; "so spricht Jehovah, der Gott der Hebräer" bedeutet den Befehl vom Herrn, Welcher der Gott der Kirche; "wie lange weigerst du dich, dich zu demütigen vor Mir?" bedeutet den Ungehorsam; "entlasse Mein Volk, damit sie Mir dienen" bedeutet, sie sollten diejenigen freilassen, die der geistigen Kirche angehören, damit sie dem Herrn dienen; "denn wenn du dich weigerst, Mein Volk zu entlassen" bedeutet, wenn sie dieselben nicht freilassen; "siehe, so führe Ich morgen Heuschrecken in deine Grenzen" bedeutet, daß das Falsche ihr Äußerstes einnehmen werde; "und sie sollen bedecken die Oberfläche der Erde" bedeutet daher auch das Letzte des natürlichen Gemütes; "und man wird das Land nicht sehen können" bedeutet die daher kommende Verdunklung des ganzen natürlichen Gemütes; "und das Überbleibsel der Rettung, was euch übriggeblieben vom Hagel, sollen sie verzehren" bedeutet die Vertilgung alles dessen, was etwas vom Wahren hat; "und euch fressen jeden sprossenden Baum vom Felde" bedeutet somit die Vertilgung aller Erkenntnisse, die bei ihnen von der Kirche; "und sie sollen erfüllen deine Häuser und die Häuser aller deiner Knechte, und die Häuser aller Ägypter" bedeutet, daß das Falsche im ganzen wie im einzelnen im Natürlichen von dessen Innerem bis zum Äußeren herrschen werde; "wie es nicht gesehen haben deine Väter, noch die Väter deiner Väter, von dem Tage an, da sie auf dem Erdboden gewesen, bis auf diesen Tag" bedeutet, daß solches Falsche von alter Zeit her in der Kirche nicht gewesen sei, wie hier; "und er wandte sich und ging fort von Pharao" bedeutet die Beraubung der Wahrnehmung und die Trennung. 7630. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 10/1, bedeutet den Befehl, nämlich den, welchen sie dem Pharao überbringen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah zu denen (gesprochen wird), die anfechten, insofern es dann einen Befehl bezeichnet, worüber Nr. 7036, 7107, 7310. 7631. "Gehe hin zu Pharao", 2. Mose 10/1, bedeutet Gegenwart des Wahren vom Göttlichen bei denen, die anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von zu jemandem hingehen oder eintreten, insofern es eine Gegenwart bezeichnet, wie Nr. 5934, 6063, 6089, 7498; aus der vorbildlichen Bedeutung von Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen bezeichnet, worüber Nr. 6771, 6827, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen bezeichnet, die im anderen Leben die Angehörigen der geistigen Kirche anfechten, worüber Nr. 6651, 6679, 6683, 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228. 7632. "Denn Ich habe sein Herz verhärtet, und das Herz seiner Knechte", 2. Mose 10/1, bedeutet, daß sie sich alle gemeinsam verstockt hatten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Herz verhärten", hartnäckig und eigensinnig machen, insofern es ein Verstocken bezeichnet, worüber Nr. 7272, 7300, 7305; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, dessen Herz verhärtet wurde, insofern er die bezeichnet, die anfechten; und wenn es heißt "er und seine Knechte", so bedeutet es alle gemeinsam, denn die Knechte bilden mit ihm das Haus. Wenn gesagt wird, Jehovah habe das Herz Pharaos verhärtet, so bedeutet es im inneren Sinn, daß er selbst sein Herz verhärtet habe. In den alten Zeiten wurde um der Einfältigen willen Jehovah alles Böse zugeschrieben, und zwar aus der Ursache, weil die Einfältigen nicht wissen, und die meisten nicht verstehen konnten, wie das, was geschah, anderswoher kommen könnte, als von Jehovah. Auch nicht, wie es zu verstehen sei, daß Jehovah zulasse, daß die teuflische Rotte Böses tue, ohne daß Er es verhindere, während Er doch selbst alle Macht habe. Weil dies die Einfältigen nicht verstehen könnten, und auch kaum die Verständigen, deshalb wurde gesagt, wie auch von vielen geglaubt, daß von Jehovah auch das Böse herrühre. Es ist dies gewöhnlich so im Wort, dessen Buchstabensinn dem Glauben der Einfältigen angemessen ist. Daß das Böse, das Jehovah im Worte zugeschrieben wird, vom Menschen herrührt, sehe man Nr. 2447, 6071, 6991, 6997, 7533. 7633. "Damit Ich diese Meine Zeichen in seine Mitte setze", 2. Mose 10/1, bedeutet, damit die Bösen erkennen, daß sie im Bösen sind, und die Guten erleuchtet werden über den Zustand derer, die innerhalb der Kirche ein böses Leben führen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zeichen, insofern sie Bestätigungen der Wahrheiten, und also Erkenntnisse bezeichnen, worüber Nr. 6870, und auch Erleuchtungen: Nr. 7012; daher heißt "Zeichen in ihre Mitte setzen", die Bösen sollen erkennen, daß sie im Bösen sind. Daß es auch geschieht, damit die Guten erleuchtet werden über den Zustand derer, die innerhalb der Kirche schlecht leben, ist deutlich aus dem gleich Folgenden, wo es heißt: "und damit du erzählest vor den Ohren deines Sohnes und des Sohnes deines Sohnes, was für Werke Ich getan habe an Ägypten, und Meine Zeichen, die Ich gesetzt habe unter ihnen", wodurch bezeichnet wird, daß die im Wahren und Guten sind, erkennen sollen, was den Angehörigen der Kirche widerfährt, welche die Redlichen anfechten. Daß diejenigen, die im anderen Leben die Redlichen anfechten, solche sind, die der Kirche angehörten und die Gebote des Glaubens kannten, aber doch dagegen lebten, sehe man Nr. 7317, 7502, 7545, 7554. 7634. "Und damit du erzählst vor den Ohren deines Sohnes, und des Sohnes deines Sohnes, was für Werke Ich getan habe an Ägypten", 2. Mose 10/2 bedeutet, damit diejenigen, die im Wahren und Guten sind, erkennen möchten, was denen widerfährt, die der Kirche angehören, und doch die Redlichen anfechten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "vor den Ohren erzählen", insofern es heißt, damit sie es erkennen und wahrnehmen; aus der Bedeutung des Sohnes vom Sohne, insofern es diejenigen sind, die im Wahren und Guten sind. Daß Sohn das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 489, 490, 491, 1147, 2623, 3373; und daß die Söhne der Söhne Abgeleitetes sind: Nr. 6583; hier bedeuten die Söhne die, welche im Wahren sind, und auch im Guten, weil sie die Angehörigen der Kirche bezeichnen, weshalb gesagt wird "der Sohn deines Sohnes", zu Mose, durch den das göttliche Gesetz vorgebildet wurde, welches das vom göttlich Guten des Herrn hervorgehende Wahre ist, somit das göttlich Wahre, mit dem das göttlich Gute vereinigt ist: Nr. 7623, 7624, woraus die Kirche. Und aus der Bedeutung von "was für Werke Ich getan habe an Ägypten", insofern es heißt, was denen begegnet, die im anderen Leben die Redlichen anfechten. Daß "Zeichen" bedeutet, was begegnen wird, und durch Pharao und Ägypten diejenigen bezeichnet werden, die im anderen Leben anfechten, ist deutlich aus dem im vorhergehenden Gesagten. Daß diejenigen, die anfechten, solche sind, die der Kirche angehörten, sehe man Nr. 7633 E. 7635. "Und Meine Zeichen, die Ich gesetzt habe unter ihnen", 2. Mose 10/2, bedeutet, damit sie erleuchtet würden über den Zustand derer, die der Kirche angehören und dennoch schlecht leben. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7633 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 7636. "Und ihr erkennet, daß Ich Jehovah bin", 2. Mose 10/2, bedeutet, auf daß ihnen dadurch bekannt werde, daß der Herr der alleinige Gott sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihr erkennet", insofern es heißt, daß es ihnen bekannt werde, daß Ich Jehovah bin. Dies bedeutet, der Herr sei der alleinige Gott, weil Jehovah heißt: Er Ist, d.h. Der, von dem das Sein und Dasein aller Dinge ist, was nur von dem Einen und Alleinigen möglich ist. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6303, 6905, 6945, 6956; und daß durch diese Worte verstanden wird, daß Er allein Gott sei: Nr. 7401, 7444, 7544, 7598. 7637. "Und es kam Mose und Aharon zu Pharao", 2. Mose 10/3, bedeutet die Gegenwart des göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen oder eintreten, insofern es die Gegenwart bezeichnet, wie Nr. 7631; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und Aharons, insofern sie das göttlich Wahre bezeichnen: Mose das innere, Aharon das äußere, worüber Nr. 7089, 7382. 7638. "Und sie sprachen zu ihm", 2. Mose 10/3, bedeutet die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es soviel ist als wahrnehmen, worüber Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3569, 5743, 5877. Daß "sie sprachen" hier wahrnehmen heißt, kommt daher, weil durch Mose und Aharon das göttlich Wahre vorgebildet wird, und durch "kommen" seine Gegenwart. Aus der Gegenwart des göttlich Wahren entsteht aber die Wahrnehmung. 7639. "So spricht Jehovah, der Gott der Hebräer", 2. Mose 10/3, bedeutet den Befehl vom Herrn, Welcher der Gott der Kirche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah zu denen gesprochen wird, die anfechten, insofern es ein Befehl ist, wie Nr. 7630. Aus der Bedeutung der Hebräer, insofern sie die Angehörigen der Kirche bezeichnen, worüber Nr. 5136, 6675, 6684, 6738; daß Jehovah Gott der Herr sei, sehe man Nr. 7636. 7640. "Wie lange weigerst du dich, dich zu demütigen vor Mir?", 2. Mose 10/3, bedeutet den Ungehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich weigern, sich zu demütigen", insofern es heißt, nicht gehorchen. Diese Bedeutung hat es, weil es zu denen gesagt wird, die im Bösen sind, und die sich nicht vor dem Göttlichen demütigen können; denn zweierlei liegt in der Demut: die Erkenntnis seiner selbst, daß man nichts als Böses sei, und daß man selbst im Vergleich mit dem Göttlichen wie nichts sei; dann die Anerkennung des Göttlichen, daß es lauter Gutes, und daß es unendlich ist. Beides ist nicht möglich bei den Bösen, weil sie in der Selbstliebe sind. Wenn sie sich demütigen, so geschieht es entweder aus Furcht, oder um Ehre und Gewinn zu erlangen, somit demütigen sie sich nur in Ansehung ihres Körpers, und nicht in Ansehung des Geistes, der alsdann bisweilen (innerlich) spottet. So beschaffen ist die Demütigung aus Furcht, und um des Gewinnes und der Ehre willen. Ebenso ist sie auch dem Göttlichen gegenüber, obgleich sie es nicht wissen; denn das Innere bei denen, die im Bösen aus Eigenliebe sind, besteht eben darin, daß sie nur auf sich sehen, und sich zu verherrlichen suchen, und sich abwenden von allen, die ihnen nicht günstig gesinnt sind. Weil keine Demut bei den Bösen möglich ist, daher wird im inneren Sinn durch sich demütigen der Gehorsam bezeichnet, somit bedeutet "du weigerst dich, dich zu demütigen" den Ungehorsam. 7641. "Entlasse Mein Volk, damit sie Mir dienen", 2. Mose 10/3, bedeutet, sie sollten diejenigen freilassen, die der geistigen Kirche angehören, damit sie dem Herrn dienen. Dies erhellt aus dem früheren, Nr. 7500, wo dieselben Worte. 7642. "Denn wenn du dich weigerst, Mein Volk zu entlassen", 2. Mose 10/4, bedeutet, wenn sie dieselben nicht gehen lassen würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, insofern es heißt, gehen lassen, wie öfter im früheren, also bedeutet, sich weigern zu entlassen, sie nicht gehen lassen wollen. 7643. "Siehe, so führe Ich morgen Heuschrecken in deine Grenzen", 2. Mose 10/4, bedeutet, daß das Falsche ihr Äußerstes einnehmen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung der Heuschrecken, insofern sie das Falsche im Äußersten bezeichnen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Grenzen, insofern sie das Äußerste bezeichnen. Und aus der Bedeutung hinzuführen, insofern es einnehmen heißt, weil es vom Falschen gesagt wird. Es wird gesagt, Jehovah führe es herbei, es wird aber darunter verstanden, daß es herbeigeführt werde, nämlich vom Bösen. Es verhält sich damit ebenso, wie mit dem, daß dem Jehovah, d.h. dem Herrn zugeschrieben wird, Er habe das Herz Pharaos verhärtet, während es doch vom Menschen geschieht, d.h. von dem Bösen im ihm; man sehe Nr. 7632. Daß das Böse nicht vom Herrn, sondern vom Menschen entsteht, kommt daher, daß der Mensch das Gute, das vom Herrn einfließt, sich zuschreibt, und anstatt bei allem und jedem auf den Herrn zu sehen, und auf das, was des Herrn ist, nur auf sich sieht. Daher kommt die Begierde, über andere zu herrschen, und alles zu besitzen was den anderen gehört, und daher auch die Verachtung gegen andere, und Haß, Rachsucht und Grausamkeit gegen die, welche nicht günstig und gewogen sind. Daher auch Verachtung alles dessen, was Angehör des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, weil man diese, wenn sie vom Herrn einfließen, dem Eigenen zuwendet, und also vom Herrn abwendet. Hieraus kann man ersehen, daß der Mensch das Gute selbst, das vom Herrn einfließt, in Böses verkehrt. Daher kommt es auch, daß die Bösen im anderen Leben sich so weit als möglich vom Himmel entfernen, denn wenn der Himmel sich ihnen nähert, d.h., wenn das Gute und Wahre stärker einfließt, dann stürzen sie sich desto mehr in das Gegenteil, d.h. in Böses und Falsches; und in dem Grade, als das Böse und Falsche zunimmt, stoßen sie das Wahre von sich ab, und verwüsten sich selbst, und dann stürzen sie sich auch in demselben Grade in das Böse der Strafen, denn das Böse und die Strafen sind im anderen Leben innig verbunden. Der Herr ordnet fortwährend die Himmel, und bringt beständig neue Bewohner des Himmels herbei, denen Er Wohnungen und Erbteil gibt, und wenn Er dieses tut, nähert sich der Himmel, d.h., er fließt stärker ein; daher stürzen sich dann die höllischen Geister noch stärker in das Böse und Falsche und in deren Strafen, und weil in Böses und Falsches, deshalb verwüsten sie sich selbst. Auch hört dies nicht eher bei ihnen auf, als bis sie sich völlig abgeödet und tief in die Höllen gestürzt haben. Daraus kann man ersehen, daß vom Herrn nichts als Gutes hervorgeht, das Böse aber von denen, die im Bösen sind. Hieraus erhellt denn auch, wie es zu verstehen ist, daß von Jehovah, d.h. vom Herrn gesagt wird, Er habe das Herz Pharaos verhärtet, und hier, daß Er die Heuschrecken herbeiführe, durch die das Falsche aus dem Bösen im Äußersten bezeichnet wird. Im Worte wird einige Male, wo von der Verwüstung der Bösen die Rede ist, die Heuschrecke und Grille genannt (unter Grillen \<hebr. Jelek, lat. Bruchus\>, wird wahrscheinlich eine sehr verderbliche Art von Heuschrecken verstanden, Anm.d.Übers.), und unter Heuschrecke wird daselbst im inneren Sinn das Falsche verstanden, welches das Äußerste verstört. Es gibt nämlich, wie früher gezeigt wurde, bei den Menschen ein inneres und ein äußeres Natürliches, das Falsche, das im Äußersten des Natürlichen ist, wird unter Heuschrecke verstanden, und das Böse in demselben unter Grille. Weil unter Heuschrecken das Falsche verstanden wird, was im Äußersten des Natürlichen ist, deshalb heißt es, die Heuschrecken würden herbeigeführt werden in die Grenzen, und die Oberfläche der Erde bedecken; und nachher, 2. Mose 10/14: "Die Heuschrecken kamen herauf über das ganze Land Ägypten, und ließen sich nieder in allen Grenzen Ägyptens, und bedeckten die ganze Oberfläche des Landes": durch Grenzen und durch Oberfläche wird das Äußerste und Letzte bezeichnet, in dem das Innere ruht, d.h. begrenzt wird. Dies wird unter Heuschrecken und (Grillen) auch verstanden bei Ps.78/45,46: "Er sandte über sie Ungeziefer, das sie auffraß, und Frösche, die sie verwüsteten, und den Grillen gab Er ihr Gewächs, und ihre Arbeit (Saat) den Heuschrecken preis". Ps.105/34: "Er sprach, da kamen Heuschrecken und Grillen ohne Zahl": dies wird von Ägypten gesagt und es werden die Grillen genannt, obwohl keine Erwähnung derselben bei Mose geschieht, sondern nur der Heuschrecken. Es wird aber hier auch die Grille genannt, weil durch Grille das Böse bezeichnet wird, und durch Heuschrecke das Falsche, beides im Äußersten des Natürlichen. Wenn aber nur die Heuschrecke genannt wird, so wird das Falsche und Böse zugleich bezeichnet, denn die Heuschrecke ist das Falsche aus dem Bösen: Nahum 3/15-17: "Daselbst wird das Feuer dich verzehren, das Schwert dich aufreiben, es wird dich abfressen wie die Grille, magst du auch zahlreich sein wie die Grillen, zahlreich wie die Heuschrecken; du hast mehr deiner Kaufleute als Sterne am Himmel sind; aber die Grillen breiten sich aus und fliegen davon, deine Gekrönten (d.h. Fürsten) sind wie die Heuschrecken, deine Befehlshaber wie ein Heuschreckenschwarm": es wird hier von der Stadt des Blutes gehandelt, durch welche die Lehre des Falschen bezeichnet wird; und weil das Falsche und Böse sich besonders im Äußersten des Natürlichen vermehrt, denn hier sind die Sinnestäuschungen, die aus den Gegenständen der Welt und der Erde stammen, und auch die sinnlichen Lüste aus den verschiedenen Arten von Begierden, daher kommt es, daß auch die Vermehrung des Bösen und Falschen durch Grille und Heuschrecke beschrieben wird, wie auch Richt.6/5; 7/12 und Jerem.46/23. Daß das Sinnliche, welches das Äußerste des Natürlichen ist, ganz erfüllt ist von Sinnestäuschungen und den daraus stammenden Falschheiten (Irrtümern) sehe man Nr. 5084, 5089, 5094, 6310, 6311, 6313, 6598, 6612, 6614, 6622, 6624, 6948, 6949. Joel 1/4-7: "Was die Raupe übriggelassen hat, frißt die Heuschrecke, und was die Heuschrecke übriggelassen, frißt der Käfer, und was der Käfer übriggelassen, frißt die Grille. Wachet auf, ihr Trunkenen, und weinet, und heulet, alle ihr Weintrinker, wegen des Mostes, denn er ist weggenommen; denn ein Volk wird heraufziehen über mein Land; stark und ohne Zahl; es wird verwüsten meinen Weinstock und zerknicken meinen Feigenbaum". Joel 2/24,25: "Voll sind die Tennen von reiner Frucht, und die Keltern fließen über von Most und Öl; und Ich will euch die Jahre ersetzen, die Heuschrecke und Käfer, Grille und Raupe verzehrt hat": Heuschrecke bedeutet hier das Falsche im Äußersten, welches das Wahre und Gute verwüstet. 5. Mose 28/38,39: "Viel Samen wirst du bringen auf das Feld, aber wenig wirst du einsammeln, denn die Heuschrecke wird es abfressen; Weinberge wirst du pflanzen, aber den Wein wirst du nicht trinken, und wirst ihn nicht einsammeln, denn der Wurm wird ihn verzehren": hier bedeutet Heuschrecke das Falsche aus dem Bösen. Joh.Offenb.9/3-11: "Aus dem Rauche des geöffneten Abgrundes kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpionen der Erde Macht haben. Und es wurde ihnen gesagt, daß sie nicht beschädigen sollten das Gras der Erde, noch etwas Grünes, noch irgendeinen Baum, sondern bloß die Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihren Stirnen haben. Und es ward ihnen gegeben - nicht sie zu töten - sondern fünf Monate lang sie zu quälen. Die Gestalten der Heuschrecken waren ähnlich den zum Krieg gerüsteten Rossen, und auf ihren Köpfen waren wie goldene Kronen, und ihre Angesichter wie der Menschen Angesichter. Und sie hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen, und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rauschen ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen mit vielen Pferden bespannt, die in den Krieg rennen. Und hatten Schwänze, die Skorpionen glichen, und Stacheln waren an ihren Schwänzen, und ihre Gewalt war, fünf Monate lang die Menschen zu beschädigen. Und sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrundes; sein Name ist auf hebräisch Abaddon, und im Griechischen hat er den Namen Apollyon": was alles dieses bedeutet, kann niemand wissen, außer durch den inneren Sinn. Wenn man den inneren Sinn der einzelnen Worte erkannt hat, dann ersieht man deutlich, daß durch die Heuschrecken daselbst die Vernünfteleien aus den Sinnestäuschungen und aus den daher stammenden Falschen, die auch durch die Philosophie bestätigt wurden, bezeichnet werden. Somit wird durch Heuschrecken auch das Falsche bezeichnet, das im Äußersten beim Menschen ist, und das noch mehr als das übrige Falsche irdisch und körperlich ist. Durch dasselbe können die Menschen leicht betrogen und verführt werden; denn der Mensch begreift (leicht), was seinen Sinnen vorliegt, aber nur schwer, was denselben widerspricht. Damit man erkenne, daß Heuschrecken solches bedeuten, darf ich das einzelne jener Stelle erklären: Der Abgrund, aus dem die Heuschrecken (kommen), ist die Hölle, das Gras der Erde, das sie nicht beschädigen sollten, ist das Wißtümliche; der Baum bezeichnet die Erkenntnisse des Guten und Wahren, die Menschen die Neigungen zum Guten. Daß sie diese beschädigen sollten, und nicht das Gras der Erde, noch den Baum, ist deswegen, damit man das Wahre und Gute verstehen könne, obgleich man nicht danach lebt. Die das Siegel Gottes an ihren Stirnen haben, sind die, welche wiedergeboren sind. Daß sie fünf Monate lang diejenigen quälen sollten, die das Siegel Gottes nicht an ihren Stirnen hatten, bedeutet, daß sie verwüstet werden sollten. Daß die Heuschrecken den zum Krieg gerüsteten Rossen ähnlich waren, bedeutet die Vernünfteleien aus dem Falschen, vermittels derer gegen die Wahrheiten der Kirche gekämpft wird. Auf ihren Köpfen waren wie goldene Kronen, und ihre Angesichter wie der Menschen Angesichter, bedeutet, daß die Vernünfteleien als wahrscheinlich und wie aus dem Guten erschienen; und sie hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen, bedeutet das Äußere des Natürlichen oder das Sinnliche, d.h. die Sinnestäuschungen in demselben, die den Anschein des Guten hervorbringen. Eiserne Panzer bedeuten das Äußere, das den Anschein des Wahren gibt. Das Rauschen ihrer Flügel wie das Rasseln der Wagen, mit vielen Pferden bespannt, die in den Krieg rennen, bedeutet das Falsche der Lehrbestimmungen, aus denen und für die sie kämpfen. Die Schwänze, die Skorpionen glichen, und Stacheln an ihren Schwänzen, bedeuten den Schaden, den solches (Falsche) herbeiführt. Der König des Abgrundes ist das höllische Falsche. Abaddon heißt das Verderben; Apollyon bedeutet die Vernünftelei aus dem Falschen, das wie aus dem Wahren erscheint, besonders wenn sie von denen, die für Weise gelten, durch eine verkehrt angewandte Philosophie bestätigt wird, denn die blinde Bewunderung ihrer Weisheit verschafft ihnen Glauben. Durch Heuschrecken im guten Sinn wird das letzte und allgemeinste Wahre bezeichnet, wie auch das Anziehende desselben. Daher dienten dem Johannes "Heuschrecken und wilder Honig zur Nahrung": Matth.3/4; Mark.1/6. Solches diente ihm zur Nahrung, weil Johannes das Wort vorbildete: durch seine Lebensweise wie auch durch seine Kleidung, die aus Kamelhaaren mit einem ledernen Gürtel bestand, bildete er das Wort im äußeren Sinn vor, denn das anziehende Äußere wird durch Heuschrecken und wilder Honig bezeichnet: Nr. 5620, und das äußere Wahre durch die Kleidung aus Kamelhaaren und den ledernen Gürtel: Nr. 3301; daher kommt es auch, daß unter Johannes Elias verstanden wird, der kommen und die Ankunft des Herrn verkündigen sollte. Daß Elias das Wort bezeichnet, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 2762, 5247 E. Daß die Heuschrecken zu den kleinen Tieren gehören, die gegessen werden durften: 3. Mose 11/22. 7644. "Und sie sollen bedecken die Oberfläche der Erde", 2. Mose 10/5, bedeutet das Letzte des natürlichen Gemütes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Oberfläche, insofern sie das Äußere, also das Letzte bezeichnet, und aus der Bedeutung der Erde, hier des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. 7645. "Und man wird das Land nicht sehen können", 2. Mose 10/5, bedeutet die dadurch entstehende Verdunklung des ganzen natürlichen Gemütes. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht sehen können", insofern es eine Verdunklung, d.h. ein Nichtwahrnehmen des Wahren bezeichnet; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wie Nr. 7644. Wie es sich damit verhält, daß durch die Verwüstung des Äußersten im Natürlichen das ganze natürliche Gemüt verdunkelt wird, soll mit wenigem gesagt werden: Das Inwendigere beim Menschen endigt sich in seinem Letzten oder Äußersten, und hier ist das, was bei ihm aufeinanderfolgt, beisammen. Wenn im Letzten nichts als Falsches und Böses ist, dann fließt das Wahre und Gute, das vom Inneren her in das Letzte einfließt, in Böses und Falsches ein, und wird daher hier in solches verkehrt. Daher erscheint nichts als Falsches und Böses im ganzen Natürlichen. Dies wird verstanden unter der Verdunklung des ganzen natürlichen Gemütes, was bezeichnet wird durch "das Land nicht sehen können". Daher kommt es auch, daß die höllischen Geister, wenn sie abgeödet sind, im Äußersten des Natürlichen sich befinden. Ihr Licht, welches das Verstandeslicht genannt wird, ist dem Lichte dieser Welt nicht unähnlich, das im anderen Leben ganz und gar zur Finsternis wird bei der Gegenwart des Himmelslichtes. Wenn das Äußerste des Natürlichen, welches das Sinnliche heißt, mit Sinnestäuschungen und dem Falschen daraus, und von sinnlichen Begierden und dem Bösen daraus angefüllt ist: Nr. 6844, 6845, und weil die Höllen in diesem Licht sind, daher wird dem Menschen, wann er wiedergeboren wird, vom Herrn die Fähigkeit verliehen, sich von jenem Sinnlichen zu dem Inwendigeren zu erheben, man sehe Nr. 6183, 6313, 7442. 7646. "Und das Überbleibsel der Rettung, was euch übriggeblieben vom Hagel, sollen sie verzehren", 2. Mose 10/5, bedeutet die Vertilgung alles dessen, was etwas vom Wahren hat. Dies erhellt aus der Bedeutung von verzehren, insofern es heißt aufgezehrt werden; und aus der Bedeutung des Überbleibsels der Rettung, das übriggeblieben ist vom Hagel, insofern es das von einem früheren Falschen, das durch Hagel bezeichnet wird, nicht verzehrte Wahre ist. Daß der Hagel das Falsche bezeichnet, sehe man Nr. 7553, 7574. Das Falsche, das der Hagel bezeichnet, ist das Falsche im äußeren Natürlichen, hingegen das Falsche, das die Heuschrecke bezeichnet, ist das Falsche im Äußersten desselben; dieses Falsche ist es, welches das allgemeinste Wahre und Gute verzehrt, denn das mehr Äußere ist auch das Allgemeinere, und das Äußerste ist das Allgemeinste; wenn das Allgemeine zerstört ist, wird das Besondere zerstreut, denn das Allgemeine ist das, was enthält, und das Besondere das, was enthalten wird. 7647. "Und euch fressen jeden sprossenden Baum vom Felde", 2. Mose 10/5, bedeutet somit die Vertilgung aller Erkenntnisse derer, die der Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von fressen, insofern es ein Zerstören bezeichnet, wie Nr. 7646; aus der Bedeutung des Baumes, insofern er das Innewerden bezeichnet, wie auch die Erkenntnisse des Wahren und Guten, worüber Nr. 2722 E, 2972; aus der Bedeutung des Feldes, insofern es die Kirche ist, worüber Nr. 2971, 3317, 3766, 4440, 7502, 7571. 7648. "Und sie sollen erfüllen deine Häuser und die Häuser aller deiner Knechte, und die Häuser aller Ägypter", 2. Mose 10/6, bedeutet, daß das Falsche im ganzen wie im einzelnen im Natürlichen von dessen Innerem aus bis zum Äußeren herrschen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "erfüllt werden", insofern es soviel als herrschen ist, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Häuser Pharaos, der Häuser aller seiner Knechte, und der Häuser aller Ägypter, insofern sie das Ganze und Einzelne im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 7353, 7355; hier von seinem Inwendigeren bis zum Äußersten, gemäß dem, was Nr. 7645 erklärt worden. Erfüllt werden ist soviel als herrschen, weil, wenn das Gemüt des Menschen erfüllt ist von Falschem aus dem Bösen, und zwar so sehr, daß es ihm eine Lust ist, durch das Falsche zu verführen und das Böse zu tun, man alsdann sagt, es herrsche bei ihm, und die Neigung selbst die herrschende genannt wird. Allgemein herrschend wird genannt, was das ganze Gemüt des Menschen erfüllt, d.h. sowohl sein Denken als sein Wollen. Das, was der Mensch mehr als alles andere liebt, und als letzten Zweck beabsichtigt, das ist in solcher Weise herrschend, und das liegt auch in dem Allereinzelnsten seines Wollens und Denkens. Was das allgemein Herrschende sei, kann man aus dem Vergnügen erkennen, wenn es gelingt, und aus dem Schmerz, wenn es nicht gelingt. Das, was beim Menschen allgemein herrscht, gestaltet das Bild seines Geistes. Sein Angesicht bildet sich ganz und gar demselben gemäß. Wenn das Vorherrschende Böses und Falsches ist, dann ist die Gestalt seines Geistes teuflisch; wenn aber Gutes und Wahres vorherrscht, dann ist sie engelartig, denn der Geist an sich betrachtet ist die Neigung in ihrer Ausgestaltung, und die herrschende Neigung ist seine eigentlichste Form, und seine übrigen Neigungen schließen sich dieser an. 7649. "Wie es nicht gesehen haben deine Väter, noch die Väter deiner Väter, von dem Tage an, da sie auf dem Erdboden gewesen, bis auf diesen Tag", 2. Mose 10/6, bedeutet, daß solches Falsche von alter Zeit her in der Kirche nicht gewesen sei, wie jetzt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wie sie es nicht gesehen haben", nämlich die Heuschrecken, insofern es ausdrückt, daß solches Falsche nicht gewesen war. (Daß die Heuschrecke das Falsche im Äußersten bezeichnet, sehe man Nr. 7643.) Aus der Bedeutung der Väter und der Väter der Väter, insofern es soviel ist als von alter Zeit her; und aus der Bedeutung des Erdbodens, insofern er die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 566, 1068. "Von dem Tage an, da sie darauf gewesen, bis auf diesen Tag" bedeutet den Zustand, in dem die Kirche von jener Zeit an bis auf diese sich befand. Daß Tage Zustände bedeuten, sehe man Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 3462, 4850. Wie es sich damit verhalte, sehe man Nr. 7686. 7650. "Und er wandte sich und ging fort von Pharao", 2. Mose 10/6, bedeutet die Beraubung der Wahrnehmung und die Trennung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung von Mose, von dem gesagt wird, daß er sich wandte und fortging, insofern er das Wahre vom Göttlichen bezeichnet, und von der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen bezeichnet, die anfechten, worüber Nr. 7631. Aus der Bedeutung von "sich wenden" insofern es eine Beraubung der Wahrnehmung bezeichnet, denn der Mensch wird der Wahrnehmung beraubt, wenn das Wahre vom Göttlichen wegblickt, oder sich abwendet, d.h., wenn der Mensch sich von ihm abwendet. Und aus der Bedeutung von fortgehen, insofern es eine Trennung ausdrückt, worüber Nr. 6100, 7404. 7651. Vers 7-11: Und die Knechte Pharaos sprachen zu ihm: Wie lange soll uns dies zum Fallstricke sein? Entlasse die Männer, damit sie Jehovah, ihrem Gott dienen; erkennst du noch nicht, daß Ägypten zugrunde geht? Da führte man Mose und Aharon zu Pharao zurück, und er sprach zu ihnen: Gehet, dienet Jehovah, eurem Gott! Welche aber sind es, die da gehen? Und Moses sprach: Mit unseren Knaben und mit unseren Greisen wollen wir gehen, mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern, mit unseren Schafen und mit unseren Rindern wollen wir gehen, denn wir haben ein Fest Jehovahs. Und er sprach zu ihnen: Jehovah sei so mit euch, wie ich euch und eure Kinder entlassen werde! Sehet nun, daß Böses ist vor euerm Angesichte. Nicht also, sondern ihr junge Männer ziehet hin und dienet Jehovah, denn das habt ihr begehrt. Und man trieb sie hinweg von dem Angesichte Pharaos. "Und die Knechte Pharaos sprachen zu ihm" bedeutet die Ermahnung von denen, die in der Furcht sind; "wie lange soll uns dies zum Fallstricke sein" bedeutet, daß sie so ergriffen würden von ihrem Bösen; "entlasse die Männer, damit sie Jehovah, ihrem Gott dienen" bedeutet, daß es ratsam sei, sie zu entlassen, damit sie dem Herrn, ihrem Gott, dienen; "erkennst du noch nicht, daß Ägypten zugrunde geht" bedeutet, man könne aus den Tatsachen erkennen, daß alle, die jene Einfältigen angreifen, in die Hölle geworfen werden, aus der kein Entrinnen; "da führte man Mose und Aharon zu Pharao zurück" bedeutet die Gegenwart des göttlich Wahren dadurch; "und er sprach zu ihnen" bedeutet die Geneigtheit; "gehet, dienet Jehovah, eurem Gott" bedeutet, sie sollten entlassen werden, damit sie dem Herrn dienten; "welche aber sind es, die da gehen" bedeutet, ob einige zurückbleiben würden; "und Moses sprach" bedeutet die Antwort; "mit unseren Knaben und mit unseren Greisen wollen wir gehen" bedeutet, die Einfältigen und die Weisen; "mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern" bedeutet die in der Neigung zum Wahren und in der Neigung zum Guten sind; "mit unseren Schafen und mit unseren Rindern wollen wir gehen" bedeutet die im inneren und äußeren Guten sind; "denn wir haben ein Fest Jehovahs" bedeutet die Verehrung des Herrn im ganzen und im einzelnen; "und er sprach zu ihnen" bedeutet die Verhöhnung; "Jehovah sei so mit euch, wie ich euch und eure Kinder entlassen werde" bedeutet, wie der Herr bei ihnen sein würde, wenn sie entlassen würden; "sehet nun, daß Böses ist vor euerm Angesichte" bedeutet, in ihrem Verlangen sei kein Gutes; "nicht also" bedeutet die Verneinung; "sondern ihr junge Männer ziehet hin und dienet Jehovah" bedeutet diejenigen, die im befestigten Wahren seien, sollten entlassen werden, damit sie dem Herrn dienten, "denn das habt ihr begehrt" bedeutet, sie hätten dann, was sie wollten; "und man trieb sie hinweg von dem Angesichte Pharaos" bedeutet der Wille derer, die anfochten, widerstrebte ganz und gar dem göttlich Wahren. 7652. "Und die Knechte Pharaos sprachen zu ihm", 2. Mose 10/7, bedeutet die Ermahnung von denen, die in der Furcht sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von denen ausgeht, die ihren Untergang erkennen, zu denen, die sich hartnäckig widersetzen, insofern es eine Ermahnung ist. Und aus der Bedeutung der Knechte Pharaos, insofern sie diejenigen bezeichnen, die anfeinden, aber aus untergeordneter Stellung und im Zustand der Furcht. Daß sie in Furcht sich befinden, erhellt aus dem von ihnen Gesagten: "Wie lange soll uns dies zum Fallstrick sein? Entlasse die Männer, damit sie Jehovah, ihrem Gott, dienen; erkennst du noch nicht, daß Ägypten zugrunde geht?", daß diese Worte aus der Furcht stammen, ist einleuchtend; dann auch daraus, daß unter den Knechten Pharaos die Bösen verstanden werden, die (das Gute) anfeinden, und daß die Bösen nur dann zum Guten raten, wenn sie in Furcht sind; man sehe Nr. 7280. 7653. "Wie lange soll uns dies zum Fallstrick sein", 2. Mose 10/7, bedeutet, daß sie so ergriffen würden von ihrem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Fallstrick sein", insofern es heißt, von seinem Bösen ergriffen und so in das Übel der Strafe gebracht werden. 7654. "Entlasse die Männer, damit sie Jehovah, ihrem Gott dienen", 2. Mose 10/7, bedeutet, daß es ratsam sei, sie zu entlassen; und aus der Bedeutung von "Jehovah dienen", insofern es heißt, den Herrn, ihren Gott anbeten, wie früher: Nr. 7500, 7540, 7641. 7655. "Erkennst du noch nicht, daß Ägypten zugrunde geht", 2. Mose 10/7, bedeutet, man könne aus den Tatsachen erkennen, daß alle, die jene Einfältigen angreifen, in die Hölle geworfen werden, aus der kein Entrinnen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung (der Worte): "Erkennst du noch nicht?" insofern sie bezeichnen, daß man aus den Tatsachen (etwas) erkennen könne. Aus der Bedeutung von "zugrunde gehen", insofern es heißt, in die Hölle geworfen werden, woraus kein Entrinnen; dies wird durch zugrunde gehen im geistigen Sinn bezeichnet, ebenso auch durch sterben, oder durch den Tod, der die Verdammnis und Hölle bezeichnet; man sehe Nr. 5407, 6119, 7494; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es hier die Anfechtung bezeichnet, worüber Nr. 7278, somit auch diejenigen, die anfechten. Weil aber diese reden, so wird nicht gesagt, daß sie anfechten, sondern daß sie reizen (oder angreifen), denn die Bösen entschuldigen ihr Böses und stellen es als unbedeutend dar; es wird auch nicht gesagt, daß sie diejenigen reizen, die der geistigen Kirche angehören, sondern die Einfältigen, denn die Bösen bezeichnen alle als Einfältige, die der Kirche angehören, und dem Wahren und Guten derselben gemäß leben, oder ein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit (führen). 7656. "Da führte man Mose und Aharon zu Pharao zurück", 2. Mose 10/8, bedeutet die Gegenwart des göttlich Wahren dadurch. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückgeführt werden, insofern es heißt, als gegenwärtig dargestellt werden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und Aharons, insofern sie das göttlich Wahre bezeichnen, Moses das Innere, und Aharon das Äußere, worüber Nr. 7089, 7382. 7657. "Und er sprach zu ihnen", 2. Mose 10/8, bedeutet die Geneigtheit. Dies erhellt aus dem, was folgt, daß er sie nämlich aus Antrieb der Furcht entlassen wollte. Dieser Wille oder Geneigtheit ist enthalten in dem: "er sprach zu ihnen". 7658. "Gehet, dienet Jehovah, eurem Gott", 2. Mose 10/8, bedeutet, sie sollten entlassen werden, damit sie den Herrn verehrten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah dienen", insofern es heißt den Herrn verehren, wie Nr. 7500, 7540, 7641, 7654. Daß "gehet" oder "gehet fort", wenn es von Pharao zu Mose in betreff der Söhne Israels gesagt wird, bedeutet, sie sollten entlassen werden, ist klar. 7659. "Welche aber sind es, die da gehen", 2. Mose 10/8, bedeutet, ob einige zurückbleiben würden. Dies erhellt ohne Erklärung. 7660. "Und Moses sprach", 2. Mose 10/9, bedeutet die Antwort. Dies bedarf keiner Erklärung. 7661. "Mit unseren Knaben und mit unseren Greisen wollen wir gehen", 2. Mose 10/9, bedeutet, die Einfältigen und die Weisen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knaben, wenn sie den Greisen beigefügt werden, insofern es die Einfältigen sind, denn die Greise bezeichnen die Weisen: Nr. 3183, 6524, 6890. 7662. "Mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern", 2. Mose 10/9, bedeutet, die in der Neigung zum Wahren und in der Neigung zum Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie die Wahrheiten der Kirche bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; also auch die Neigungen, weil die Wahrheiten ohne Neigungen nichts sind; und aus der Bedeutung der Töchter, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber Nr. 489, 490, 491, somit die Neigungen zum Guten: Nr. 2363, 3963. 7663. "Mit unseren Schafen und mit unseren Rindern wollen wir gehen", 2. Mose 10/9, bedeutet, die im inneren und äußeren Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafe, insofern sie das innere Gute, und der Rinder, insofern sie das äußere Gute bezeichnen, worüber Nr. 5913, 6048. Unter den Worten in diesem Vers, daß sie gehen wollten mit den Knaben und den Greisen, mit den Söhnen und den Töchtern, und mit den Schafen und den Rindern, wird im inneren Sinn alles das verstanden, was Angehör der äußeren und inneren Kirche ist. Was Angehör der äußeren Kirche ist, wird verstanden unter Knaben, Söhne und Rinder, und was Angehör der inneren ist, unter Greise, Töchter und Schafe; denn die Greise bezeichnen die Weisheit, die Töchter die Neigungen des Guten, und die Schafe das Gute selbst; diese Dinge bilden die innere Kirche. Die Knaben hingegen bezeichnen die Einfalt, die Söhne die Neigungen des Wahren, und die Rinder das äußere Gute, diese bilden die äußere Kirche. 7664. "Denn wir haben ein Fest Jehovahs", 2. Mose 10/9, bedeutet die Verehrung des Herrn im ganzen und im einzelnen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Festes, insofern es den Gottesdienst aus freudigem Herzen bezeichnet, worüber Nr. 7093. Daß es die Verehrung des Herrn ist, kommt daher, weil Jehovah im Worte der Herr ist: Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6303, 6905, 6945, 6956. Daß es den Gottesdienst im ganzen und einzelnen bedeutet, erhellt aus dem eben Vorhergehenden, wo gesagt wird, daß sie mit den Knaben und Greisen gehen würden, mit den Söhnen und Töchtern, und mit den Schafen und Rindern. 7665. "Und er sprach zu ihnen", bedeutet (hier) die Verhöhnung. Dies erhellt aus den Worten, die Pharao spricht: "Jehovah sei so mit euch, wie ich euch und eure Kinder entlassen werde", 2. Mose 10/10, welche Worte eine Verhöhnung enthalten. 7666. "Sehet nun, daß Böses ist vor euerm Angesichte", 2. Mose 10/10, bedeutet, in ihrem Verlangen sei kein Gutes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichts, insofern es das Inwendigere in Ansehung der Neigungen und der Gedanken bezeichnet, worüber Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 3573, 4066, 4796, 4797, 5102, 5165, 5168, 5695, 6604. Und weil das Angesicht die Neigungen bezeichnet, so bedeutet es auch das Verlangen. Deshalb bedeutet "Böses ist vor eurem Angesicht", in ihren Neigungen oder in ihrem Verlangen sei kein Gutes. 7667. "Nicht also", 2. Mose 10/11, bedeutet die Verneinung; dies erhellt ohne Erklärung. 7668. "Sondern ihr junge Männer ziehet hin und dienet Jehovah", 2. Mose 10/11, bedeutet, diejenigen, die im befestigten Wahren seien, sollten entlassen werden, damit sie dem Herrn dienten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ziehet hin", insofern es heißt, sie sollten entlassen werden, wie Nr. 7658; aus der Bedeutung der jungen Männer, insofern diese die befestigten Wahrheiten bezeichnen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "Jehovah dienen", insofern es heißt, den Herrn verehren, wie Nr. 7654, 7856, 7664. Daß die (jungen) Männer diejenigen bezeichnen, die in den befestigten Wahrheiten sind, kommt daher, weil durch Söhne, Knaben, Jünglinge, Männer und Greise dasjenige bezeichnet wird, was Angehör der Einsicht und Weisheit in seiner Ordnung ist. Solches wird statt ihrer im Himmel verstanden, denn diejenigen, die im Himmel sind, bewegen sich in geistigen Vorstellungen, in die nicht eindringen kann, was bloß der Natur und der Welt angehört, wenn es nicht gleichsam ausgezogen wird und in solches übergeht, was mit der Weisheit des Himmels und dem Denken der Engel übereinstimmt. Daher kommt es, daß unter Söhne, Knaben, Jünglinge, Männer, Greise nicht diese selbst im geistigen Sinn verstanden werden können, sondern das Geistige, was mit ihnen in Entsprechung steht, somit das, was Angehör der Einsicht und der Weisheit ist. Daß sie diese Bedeutung haben, geht deutlich aus dem inneren Sinn des Wortes hervor (in den Stellen), wo sie genannt werden. Unter jungen Männern (juvenes) werden im Worte diejenigen verstanden, die einsichtsvoll sind, oder nach den abgezogenen Vorstellungen der Engel die Einsicht; und deshalb wird durch sie auch das befestigte (oder begründete) Wahre verstanden, denn dieses ist Sache der Einsicht. Das Wort, durch das Jünglinge hier in der Grundsprache ausgedrückt wird, ist auch abgeleitet von der Kraft und Macht, die das Wahre aus dem Guten hat, somit das befestigte Wahre. Daher wird dieser Name dem Herrn beigelegt bei Sach.13/7: "Schwert, mache dich auf wider meinen Hirten, und wider den Mann (Jüngling), meinen nächsten; schlage den Hirten, daß die Schafe zerstreut werden"; daß dies in Beziehung auf den Herrn gesagt wurde, sehe man Matth.26/31. Jerem.31/22: "Wie lange willst du noch umherirren, du widerspenstige Tochter? Jehovah hat Neues auf Erden geschaffen, das Weib hat den Mann (Jüngling) umgeben". Jünglinge mit einem anderen Wort in der Grundsprache bedeuten die Einsicht, somit das Wahre derselben: Amos 4/10: "Ich habe geschickt gegen euch die Pest auf dem Wege Ägyptens, Ich habe mit dem Schwert eure Jünglinge getötet, bei der Gefangennehmung eurer Pferde": Weg Ägyptens bedeutet das verkehrte Wißtümliche; Jünglinge, die getötet worden, die dadurch zerstörten Wahrheiten; Gefangennehmung der Pferde das irregeführte Verständnis. Amos 8/12,13: "Sie werden umherschweifen von Meer zu Meer, und von Norden bis zum Osten werden sie umherlaufen, um zu suchen das Wort Jehovahs, und werden es nicht finden, an jenem Tage werden die schönen Jungfrauen verschmachten und die Jünglinge vor Durst (umkommen)": schöne Jungfrauen bedeuten die Neigungen des Wahren, Jünglinge die Einsicht. Verschmachten vor Durst, des Wahren beraubt werden. Deshalb heißt es, sie werden umherlaufen, um zu suchen das Wort Jehovahs, und es nicht finden. Daß hier nicht schöne Jungfrauen, nicht Jünglinge und auch nicht ein Verschmachten vor Durst verstanden wird, ist deutlich. Jerem.9/20: "Es steigt der Tod durch unsere Fenster, und kommt in unsere Paläste, um wegzuraffen die Kinder von den Straßen, die Jünglinge von den Gassen". Jerem.49/26; 50/30: "Wie ist sie so verlassen, die Stadt Meiner Herrlichkeit, die Stadt Meiner Wonne; darum fallen ihre Jünglinge auf ihren Straßen". Jerem.Klagel.1/18: "Höret doch, alle Völker, sehet meinen Schmerz, meine Jungfrauen und meine Jünglinge sind in Gefangenschaft gezogen". An diesen Stellen bedeuten die Jünglinge die Wahrheiten der Einsicht. 7669. "Denn das habt ihr begehrt", 2. Mose 10/11, bedeutet, sie hätten dann, was sie wünschten. Dies erhellt ohne Erklärung. 7670. "Und man trieb sie hinweg von dem Angesichte Pharaos", 2. Mose 10/11, bedeutet, der Wille derer, die anfechten, widerstrebe ganz und gar dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und Aharons, die fortgetrieben wurden, insofern sie das göttlich Wahre bezeichnen, wovon Nr. 7637; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen bezeichnet, die anfechten, worüber Nr. 7631; aus der Bedeutung des Angesichtes, insofern es das Inwendigere bezeichnet in bezug auf die Neigungen, worüber Nr. 7666, somit den Willen; denn die Neigungen sind Angehör des Willens, die Gedanken hingegen des Verstandes. Daß der Wille widerstrebt, wird dadurch ausgedrückt, daß man sie wegtrieb von seinem Angesicht, denn das, was wider den Willen ist oder gegen die Neigungen des Willens, treibt man weg. 7671. Vers 12-15: Und Jehovah sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus über das Land Ägypten, wegen der Heuschrecken, und sie werden heraufkommen über das Land Ägypten, und alles Kraut des Landes fressen, alles, was der Hagel übriggelassen hat. Und Mose streckte seinen Stab aus über das ganze Land Ägypten, und Jehovah führte einen Ostwind über das Land während des ganzen Tages und während der ganzen Nacht; und da der Morgen kam, führte der Ostwind die Heuschrecken her. Und die Heuschrecken kamen herauf über das ganze Land Ägypten, und ließen sich nieder in allen Grenzen Ägyptens sehr schwer (d.i. in sehr großer Menge), vor diesen waren keine Heuschrecken so gewesen wie diese, und nach ihnen werden keine so sein. Und sie bedeckten die ganze Oberfläche des Landes, und verfinsterten das Land, und sie fraßen alles Kraut des Landes, und alle Frucht der Bäume, die der Hagel übriggelassen hatte; und es blieb nichts Grünes an den Bäumen und an dem Kraut des Feldes im ganzen Land Ägypten. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Anweisung; "strecke deine Hand aus" bedeutet die Herrschaft der Macht; "über das Land Ägypten, wegen der Heuschrecken" bedeutet, damit das Falsche das ganze Natürliche derer, die anfeinden, einnehme; "und sie werden heraufkommen über das Land Ägypten" bedeutet, Ergießung in alles daselbst; "und alles Kraut des Landes fressen" bedeutet das Zerstören alles Wahren; "alles, was der Hagel übriggelassen hat" bedeutet das, was früher das Falsche nicht zerstörte; "und Mose streckte seinen Stab aus über das ganze Land Ägypten" bedeutet die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren über das ganze Natürliche derer, die anfeinden (anfechten); "und Jehovah führte einen Ostwind über das Land" bedeutet das Mittel der Zerstörung; "während des ganzen Tages und während der ganzen Nacht" bedeutet das Ganze ihres Innewerdens, sowohl des dunklen als des nicht dunklen bei denen, die anfechten; "und da der Morgen kam" bedeutet den Zustand des Himmels in seiner Ordnung; "führte der Ostwind die Heuschrecken her" bedeutet das dichte Falsche bei denen, die anfechten, durch das Mittel der Zerstörung; "und die Heuschrecken kamen herauf über das ganze Land Ägypten" bedeutet die Ergießung des Falschen in das Ganze ihres Natürlichen; "und ließen sich nieder in allen Grenzen Ägyptens" bedeutet vom Äußersten aus; "sehr schwer" bedeutet, daß es alles und jedes durchdrang; "vor diesen waren keine Heuschrecken so gewesen wie diese, und nach ihnen werden keine so sein" bedeutet, daß solches Falsche von der ersten Zeit der Kirche an nicht dagewesen war, und auch nicht sein wird; "und sie bedeckten die ganze Oberfläche des Landes" bedeutet, sie nahmen das Letzte des natürlichen Gemütes ein; "und verfinsterten das Land" bedeutet, daß das Falsche dahin gebracht wurde, wo das Wahre (war); "und sie fraßen alles Kraut des Landes" bedeutet, daß es, (nämlich das Falsche,) alles Wißtümliche des Wahren zerstörte; "und alle Frucht der Bäume" bedeutet alle Erkenntnisse des Guten; "und es blieb nichts Grünes" bedeutet jede Empfindung des Wahren wurde vertilgt; "an den Bäumen und an dem Kraut des Feldes" bedeutet, von der Erkenntnis und dem Wißtümlichen der Kirche; "im ganzen Land Ägypten" bedeutet, überall im Natürlichen. 7672. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 10/12, bedeutet die Anweisung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn Jehovah zu Mose, durch den das göttlich Wahre vorgebildet wird, (redet,) was geschehen solle, insofern dies eine Anweisung ist, worüber Nr. 6879, 6881, 6883, 6891, 7186, 7267, 7304, 7380. 7673. "Strecke deine Hand aus", 2. Mose 10/12, bedeutet die Herrschaft der Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausstrecken, insofern es von der Herrschaft gesagt wird, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Hand, insofern sie die Macht bezeichnet, worüber Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6292, 6947, 7011, 7188, 7189, 7518. Daß die Hand ausstrecken die Herrschaft der Macht bezeichnet, kommt daher, daß die Hand oder der Arm Macht erhält, wenn sie ausgestreckt wird; wenn daher von Jehovah gesagt wird, Er strecke die Hand oder den Arm aus, so wird dadurch Seine unbegrenzte oder unendliche Macht in ihrer Tätigkeit bezeichnet. Daher kommt es, daß Jehovah, wenn Wunder geschehen sollten, so oft zu Mose sprach, daß er seine Hand oder seinen Stab ausstrecken solle, wie 2. Mose 7/19: "Strecke deine Hand aus über die Gewässer Ägyptens, und sie werden zu Blut werden". 2. Mose 8/1,2: "Strecke deine Hand aus über die Flüsse, und laß Frösche aufsteigen". 2. Mose 8/12: "Strecke deinen Stab aus, und schlage den Staub des Landes, so wird er zu Ungeziefer werden". 2. Mose 9/22,23: "Strecke deine Hand aus gen Himmel, daß ein Hagel komme. Es würde gewiß nicht so gesprochen worden sein, wenn nicht durch die Ausstreckung der Hand im höchsten Sinn die Allmacht Jehovahs bezeichnet würde. Ebenso auch dadurch, daß dem Josua gesagt wurde, er solle seine Lanze ausstrecken, wobei es heißt: Jos.8/18,19,26: "Jehovah sprach zu Josua: Strecke die Lanze, die in deiner Hand ist, gegen Ai aus; als nun Josua die Lanze, die in seiner Hand war, gegen Ai ausstreckte, brach der Hinterhalt eilends hervor von seinem Ort, und sie liefen, sobald er seine Hand ausstreckte, und kamen zur Stadt und nahmen sie ein; Josua zog seine Hand, die er ausgestreckt hatte, mit der Lanze nicht zurück, bis daß verbannt waren alle Einwohner von Ai". Weil dies eine Vorbildung der göttlichen Allmacht war, so hatte es auch Gewalt, wie alles Vorbildliche, das befohlen wurde zu jener Zeit. Auch wird an vielen Stellen die Allmacht dadurch beschrieben, daß Jehovah Seine Hand ausstreckte, ferner durch Seine ausgestreckte Hand und durch Seinen ausgestreckten Arm. Dadurch, daß Jehovah Seine Hand ausstreckte, bei Jes.5/25: "Der Zorn (des Herrn) ist entbrannt gegen Sein Volk, und Er streckt Seine Hand aus über dasselbe, und schlägt es, so daß die Berge beben". Hes.14/9,13: "Ich werde Meine Hand wider ihn ausstrecken, und ihn verderben". Hes.25/7: "Ich werde Meine Hand wider dich ausstrecken, und dich geben zur Beute den Völkern". Hes.25/13,16: "Ich will Meine Hand ausstrecken über Edom, und daraus vertilgen Menschen und Vieh. Ich werde Meine Hand ausstrecken über die Philister, und sie vertilgen". Desgleichen Hes.35/3; Jes.31/3; Zeph.1/4; 2/13. Die Allmacht wird auch durch die ausgestreckte Hand beschrieben bei Jes.14/27: "Die Hand Jehovahs ist ausgestreckt über alle Völker, wer vermag sie zurückzuziehen?". Jerem.21/5: "Ich werde mit euch kämpfen durch (Meine) ausgestreckte Hand, und durch einen starken Arm, im Zorn und im Grimm". Jes.9/11,16; 10/4: "Noch ist Seine Hand ausgestreckt". Ferner durch den ausgestreckten Arm bei Jerem.27/5: "Ich habe die Erde, den Menschen und das Vieh gemacht, durch Meine große Kraft und durch Meinen ausgestreckten Arm". Jerem.32/17: "Du hast den Himmel und die Erde durch Deine große Kraft gemacht, und durch Deinen ausgestreckten Arm, nichts ist unmöglich vor Dir". Daß hier durch den ausgestreckten Arm die Allmacht bezeichnet wird, ist offenbar; ebenso an vielen anderen Stellen, wo gesagt wird: "durch eine starke Hand und ausgestreckten Arm", z.B. 5. Mose 4/34; 5/15; 7/19; 9/29; 11/2; 26/8; 1.Kön.8/42; 2.Kön.17/36; Jerem.32/21; Hes.20/33,34. Es heißt auch von Jehovah, daß Er die Himmel ausbreite, und dann wird durch ausbreiten ebenfalls die Allmacht bezeichnet, insofern sie nämlich die Grenzen des Himmels erweitert, und diejenigen, die dort sind, mit Leben und Weisheit erfüllt; z.B. bei Jes.40/22: "Jehovah breitet die Himmel aus, wie ein dünnes (Gewand), und spannt sie aus wie ein Zelt zur Wohnung". Jes.42/5: "Jehovah breitet die Himmel aus, und dehnt die Erde aus; Er gibt seinen Odem dem Volke auf ihr, und seinen Geist denen, die auf ihr wandeln". Jerem.51/15: "Der die Erde gemacht hat durch Seine Kraft, und den Erdkreis bereitet durch Seine Weisheit, und die Himmel ausbreitet durch Seinen Verstand". Sach.12/1: "Jehovah, der die Himmel ausbreitet, und die Erde gründet, und den Geist des Menschen in seiner Mitte bildet". Und auch an anderen Stellen, z.B. Jes.44/24; 45/12; Ps.104/2. Hieraus kann man ersehen, warum Mose befohlen wurde, seine Hand und seinen Stab auszustrecken, und daß dann Wunder geschahen; und daß also durch das Ausstrecken der Hand die Herrschaft der Macht bezeichnet wird, und im höchsten Sinn die Allmacht. 7674. "Über das Land Ägypten, wegen der Heuschrecken", 2. Mose 10/12, bedeutet, damit das Falsche das ganze Natürliche derer, die anfeinden, einnehme. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301; und weil Ägypten das Natürliche bedeutet: Nr. 6147, 6252. Und aus der Bedeutung der Heuschrecken, insofern sie das Falsche im Äußersten bei denen, die anfeinden, bezeichnen, worüber Nr. 7643. 7675. "Und sie werden heraufkommen über das Land Ägypten", 2. Mose 10/12, bedeutet, Ergießung in alles daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von heraufkommen, insofern es (hier) ein Ergießen bezeichnet; denn die Heuschrecken bedeuten das Falsche im Äußersten, und (das Eindringen) von dem Äußersten gegen das Innere zu, wird heraufkommen genannt; denn das Innere ist dasselbe wie das Obere. Daß zugleich mit dem Äußeren auch das Innere vom Falschen eingenommen wird, sehe man Nr. 7645; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 7694. 7676. "Und alles Kraut des Landes fressen", 2. Mose 10/12, bedeutet das völlige Zerstören alles Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von fressen, insofern es soviel ist als zerstören; aus der Bedeutung des Krautes des Landes, insofern es das Wahre der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 7571. 7677. "Alles, was der Hagel übriggelassen hat", 2. Mose 10/12, bedeutet das, was früher das Falsche nicht zerstörte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er hat übriggelassen", insofern es ausdrückt, er habe nicht zerstört; und aus der Bedeutung des Hagels, insofern er das Falsche aus dem Bösen im äußeren Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 7553, 7574. 7678. "Und Mose streckte seinen Stab aus über das ganze Land Ägypten", 2. Mose 10/13, bedeutet die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren über das ganze Natürliche derer, die anfeinden (anfechten). Dies erhellt aus der Bedeutung von "seinen Stab ausstrecken", insofern es die Herrschaft der Macht bezeichnet, worüber Nr. 7673; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 6752, 7010, 7014, 7382; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das Natürliche derer bezeichnet, die (das Gute) anfeinden, worüber Nr. 7674. Die göttliche Macht, die durch die Hand Moses beschrieben wird, ist die Macht des göttlich Wahren. Daß alle Macht dem Wahren eigen sei, sehe man Nr. 3091, 5623, 6344, 6423, 6948. Ja, so groß ist die Macht des göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten hervorgeht, daß durch dasselbe alles, was im Weltall ist, erschaffen worden ist. Das Wort bedeutet dieses Wahre bei Joh.1/1,3: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort; alle Dinge sind durch dasselbe gemacht". Daher kommt es, daß durch Mose Wunder geschehen sind; denn Mose bildete das göttlich Wahre vor. Es wird von den meisten geglaubt, das Wort oder das göttlich Wahre sei nur eine Rede von Jehovah, und ein Befehl, daß es so geschehen solle, und sonst nichts, es ist aber vielmehr das eigentliche Wesentliche, aus dem und durch das alles (ist). Dieses Sein, das von Ihm selbst hervorgeht, und aus dem alles sein Dasein hat, wird durch das göttlich Wahre verstanden. Dies läßt sich näher erkennen an den Engeln; von ihnen geht eine Sphäre der Liebtätigkeit und des Glaubens aus, die fühlbar wahrgenommen wird, und die auch wunderbare Wirkungen hervorbringt. Hieraus kann man sich einen Begriff vom göttlich Wahren machen, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht. 7679. "Und Jehovah führte einen Ostwind über das Land", 2. Mose 10/13, bedeutet das Mittel der Zerstörung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ostwindes, insofern er ein Mittel der Zerstörung bezeichnet. Der Ostwind hat diese Bedeutung, weil er trocken war und stürmisch, und deshalb die Erzeugnisse jenes Landes austrocknete, auch durch seine Gewalt die Bäume zertrümmerte, und im Meere die Schiffe. Daher wird durch ihn, als durch ein Mittel, die Wirkung der göttlichen Macht beschrieben. Außerdem wird durch "Osten" das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit bezeichnet, weil (Osten) im höchsten Sinn den Herrn bedeutet: Nr. 101, 1250, 3708. Das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit ist in seinem Ursprung, weil göttlich, das Allergelindeste, daher auch bei seinem Fortschreiten in den Himmel. Wenn es sich aber zu den Höllen hinabsenkt, wird es hart und streng, weil es von denen, die dort sind, in solches verkehrt wird. Deshalb quält nicht nur der Einfluß und die Gegenwart dieses göttlich Guten diejenigen, die dort sind, sondern es verwüstet sie auch; und daher rührt es auch, daß der Wind von Osten, oder der östliche Wind, das Mittel der Zerstörung bedeutet. Daß durch diesen Wind ein Mittel der Zerstörung bezeichnet wird, ist aus den Stellen deutlich, wo seiner im Worte Erwähnung geschieht, z.B. Jerem.18/17: "Wie der Ostwind will Ich sie zerstreuen vor dem Feinde". Hes.17/10: "Der gepflanzte Weinstock wird nicht gedeihen; wird er nicht vertrocknen, wenn ihn der Ostwind berührt?". Hes.19/12: "Der Weinstock ist im Zorne ausgerissen und auf die Erde geworfen worden, und der Ostwind hat seine Frucht vertrocknet". Hos.13/15: "Er ist fruchtbar unter seinen Brüdern, aber es kommt der Ostwind, ein Wind Jehovahs erhebt sich aus der Wüste, und es vertrocknet sein Born, und seine Quelle versiegt". Ps.48/8: "Durch den Ostwind wirst du zerbrechen die Schiffe von Tharschisch". Hes.27/26: "In viele Gewässer haben sie dich geführt, die dich verachten, der Ostwind hat dich zertrümmert im Herzen der Meere". Hieraus ist klar, daß der Ostwind ein Mittel der Zerstörung bezeichnet, weil er trocken und stürmisch ist; daher bedeutet er auch ein Mittel der Verwüstung, wie bei Hos.12/2: "Ephraim weidet sich am Winde und läuft dem Ostwind nach, mit jedem Tage vermehrt er Trug und Verwüstung": Ephraim für das Verständnis der Kirche: Nr. 5354, 6222, 6238; sich am Wind weiden, bedeutet, die Lüge vermehren; und dem Ostwind nachlaufen, die Verwüstung vermehren. Der Zustand der Verwüstung und Versuchung wird auch "der Tag des Ostwindes" genannt bei Jes.27/7,8. 7680. "Während des ganzen Tages und während der ganzen Nacht", 2. Mose 10/13, bedeutet das Ganze des Innewerdens, sowohl des dunklen, als des nicht dunklen, bei denen, die anfechten, nämlich, daß es zerstört wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er den Zustand des nicht dunklen Innewerdens bezeichnet; und aus der Bedeutung der Nacht, insofern sie den Zustand eines dunklen Innewerdens bezeichnet; denn die Tageszeiten, als Morgen, Mittag, Abend und Nacht, entsprechen den Erleuchtungen, die Sache der Einsicht und Weisheit sind: Nr. 5672, 6110, und des Innewerdens; so auch im allgemeinen Tag und Nacht. Es wird gesagt Innewerden, nicht Erleuchtung, weil die Bösen, die anfechten, keine Erleuchtung haben, gleichwohl aber ein Innewerden; jedoch nur so lange, als bei ihnen einige Erkenntnis des Wahren und Guten von der Kirche, in der sie gelebt hatten, zurückbleibt; denn durch das Wahre und das Gute haben sie Gemeinschaft mit den Himmelsbewohnern. Wenn sie aber dieser Erkenntnisse beraubt sind, was geschieht, wenn sie abgeödet (oder verwüstet) sind, dann haben sie kein Innewerden mehr. Zwar können auch die Höllischen ihr Böses und auch ihr Falsches begründen, aber das ist kein Innewerden. Innewerden heißt sehen, daß das Wahre wahr ist, und das Gute gut, ferner, daß das Böse bös und das Falsche falsch ist; kein Innewerden aber ist es, wenn man das Wahre als Falsches, und das Gute als Böses ansieht, und umgekehrt, das Böse als Gutes, und das Falsche als Wahres. Diejenigen, die solches tun, haben statt des Innewerdens nur Einbildung (Phantasie), die einen Schein des Innewerdens bildet, indem solche das Böse und Falsche durch solche Dinge zu begründen wissen, die in die Sinne fallen und den Begierden schmeicheln. 7681. "Und da der Morgen kam", 2. Mose 10/13, bedeutet den Zustand des Himmels in seiner Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, insofern er das Reich des Herrn bezeichnet, und im höchsten Sinn den Herrn selbst, worüber Nr. 22, 2333, 2405, 2540, 2780; und auch den Zustand der Erleuchtung: Nr. 3458, 3723, 5740, 5962; hier aber wird durch Morgen der Himmel in seiner Ordnung bezeichnet. Wie sich dies verhalte, kann man aus dem erkennen, was Nr. 7643 gesagt worden ist, daß nämlich die Bösen verwüstet werden, sobald der Herr den Himmel ordnet; denn der Einfluß des Guten und Wahren aus dem Himmel bewirkt Verwüstung bei den Bösen. Deshalb werden, wenn der Herr die Himmel ordnet, die Höllen, die im Entgegengesetzten sind, von selbst auch geordnet, und vom Himmel nach den Graden des Bösen entfernt, und erhalten ihre Stellungen je nach der Beschaffenheit des Bösen. Daraus kann man ersehen, daß vom Herrn nichts als Gutes hervorgeht, das Böse aber von denen stammt, die gegen das Gute sind und zuletzt es nicht ertragen können. Hieraus erhellt, daß durch "da der Morgen kam", hier der Zustand des Himmels in seiner Ordnung bezeichnet wird. 7682. "Führte der Ostwind die Heuschrecken her", 2. Mose 10/13, bedeutet das dichte Falsche bei denen, die anfechten, durch das Mittel der Zerstörung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ostwindes, insofern er das Mittel der Zerstörung bezeichnet, worüber Nr. 7679; und aus der Bedeutung der Heuschrecken, insofern sie das Falsche im Äußersten sind, worüber Nr. 7643, hier das dichte (oder grobe) Falsche, weil das ganze Natürliche von demselben eingenommen ist: Nr. 7645. 7683. "Und die Heuschrecken kamen herauf über das ganze Land Ägypten", 2. Mose 10/14, bedeutet die Ergießung des Falschen in das Ganze ihres Natürlichen. Dies erhellt aus Nr. 7674, 7675, wo das gleiche. 7684. "Und ließen sich nieder in allen Grenzen Ägyptens", 2. Mose 10/14, bedeutet vom Äußersten aus. Dies erhellt aus der Bedeutung der Grenze, insofern sie das Äußerste bezeichnet; daher wird durch "sie ließen sich nieder in allen Grenzen" bezeichnet, daß das Falsche vom Äußersten aus in alle Teile des Natürlichen eindrang, und dann im Äußersten seine Grenze fand, gemäß dem, was Nr. 7645 gezeigt worden ist. 7685. "Sehr schwer", 2. Mose 10/14, bedeutet, daß es alles und jedes durchdrang. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7684 erklärt worden ist. 7686. "Vor diesen waren keine Heuschrecken so gewesen wie diese, und nach ihnen werden keine so sein", 2. Mose 10/14, bedeutet, daß solches Falsche von der ersten Zeit der Kirche an nicht dagewesen sei, und auch nicht da sein werde. Dies erhellt aus der Bedeutung der Heuschrecken, insofern sie das Falsche im Äußersten bezeichnen, worüber Nr. 7643. Daß solches Falsche nicht da gewesen war und nicht sein wird, sehe man auch Nr. 7649. Wie sich dies verhält, soll nun gesagt werden: Im inneren Sinn wird besonders von denen gehandelt, die vor der Ankunft des Herrn in der unteren Erde waren, und nicht in den Himmel erhoben werden konnten, bevor der Herr in die Welt kam und das Menschliche annahm und es göttlich machte, man sehe Nr. 6854, 6914; diese wurden unterdessen von den Bösen, die auch der Kirche angehört und die Glaubenswahrheiten bekannt hatten, jedoch ein Leben des Bösen führten, angefochten. Diejenigen, die vor der Ankunft des Herrn der Kirche angehörten, aber böse waren in Ansehung des Lebens, befanden sich in solchem Falschen, wie es zuvor nicht dagewesen war, und auch nachher nicht sein wird. Die Ursache war, weil diejenigen, die Nephilim, wie auch Enakim und Nephaim genannt wurden, und von der spätesten Nachkommenschaft der Ältesten Kirche stammten, noch nicht in der Hölle eingeschlossen waren, sondern umherschweiften, und wo sie nur immer konnten, ihre greulichen und Tod bringenden Beredungen einflößten; somit auch den Bösen in der Kirche. Daher war bei ihnen solches Falsche. Von den Nephalim und ihren greulichen Beredungen sehe man Nr. 310, 560, 562, 563, 570, 581, 586, 607 E, 660, 805, 808, 1034, 1120, 1265-1272, 1673. Diese wurden vom Herrn, als Er in der Welt war, in die Hölle geworfen, die links nach vorne hin in einiger Entfernung ist. Wenn dies nicht geschehen wäre, so hätten nur sehr wenige errettet werden können, denn das Falsche, das sie einflößten, war mit so greulicher Beredung verbunden und so tödlich, wie es noch nicht gewesen war und nicht mehr sein kann. Von diesem Falschen waren diejenigen durchdrungen, die vor der Ankunft des Herrn diejenigen anfochten, die der geistigen Kirche angehörten. Das ist es, was im inneren Sinn durch jene Worte verstanden wird. Von diesen wird im besonderen gehandelt, im allgemeinen aber von allen, die der Kirche angehören, und die Redlichen im anderen Leben anfechten, deren es heutzutage sehr viele gibt. 7687. "Und sie bedeckten die ganze Oberfläche des Landes", 2. Mose 10/15, bedeutet das Letzte (oder Äußerste) des natürlichen Gemütes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Oberfläche, insofern sie das letzte ist, denn sie bildet vorzüglich das Äußere oder Äußerste des Landes; und aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 7674. 7688. "Und verfinsterten das Land", 2. Mose 10/15, bedeutet, daß das Falsche dahin gebracht wurde, wo vorher das Wahre sich befand. Dies erhellt aus der Bedeutung der Finsternis, insofern sie das Falsche bezeichnet, worüber Nr. 1839, 1860, 4418, 4531; somit bedeutet verfinstert werden, im Falschen sein; und weil von der Verwüstung derer gehandelt wird, die der Kirche angehörten und die Wahrheiten gekannt hatten, während sie doch ein Leben des Bösen führten, wird durch das Verfinstertwerden des Landes bezeichnet, daß das Falsche (eindrang), wo vorher Wahres war. Im inneren Sinn wird das Wahre durch Licht bezeichnet, das Falsche durch Finsternis, denn das Wahre und das Falsche bilden Gegensätze, wie das Licht und die Finsternis. Und diejenigen, die im Wahren sind, haben auch wirklich Licht, die aber, die im Falschen sind, Finsternis. Das Licht, in dem diejenigen sich befinden, die im Falschen sind, wird im anderen Leben Finsternis bei der Gegenwart des Himmelslichtes, und zwar größere Finsternis bei denen, die der Kirche angehörten, weil bei ihnen das Falsche gegen das Wahre des Glaubens kämpfte; nach den Worten des Herrn bei Matth.6/23: "Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird denn die Finsternis sein!". Matth.8/12: "Die Söhne des Reiches aber werden hinausgeworfen werden in die äußerste Finsternis": Söhne des Reiches sind die Angehörigen der Kirche; die äußerste Finsternis bezeichnet das schlimmere Falsche; die äußerste wird gesagt, weil das Falsche im Äußersten das schlimmere ist. Daß das Falsche Finsternis genannt wird, erhellt aus mehreren Stellen im Wort: Joh.3/19: "Das Licht kam in die Welt, aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse". Joh.12/35,46: "Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle. Ich bin gekommen in die Welt als ein Licht, damit keiner, der an Mich glaubt, in der Finsternis bleibe". Jes.5/20: "Wehe denen, die da sagen vom Bösen, es sei gut, und vom Guten, es sei böse, welche die Finsternis zum Licht, und das Licht zur Finsternis machen". Jerem.13/16: "Gebet Jehovah, euerm Gott, die Ehre, ehe Er Finsternis einfallen läßt, und ehe eure Füße straucheln an den Bergen der Dämmerung, dann werdet ihr auf Licht warten, aber Er wird es zum Schatten des Todes machen und zur Finsternis". Hes.32/7,8: "Ich werde die Himmel bedecken, wenn Ich dich vertilgen werde, und die Sterne derselben schwärzen (verdunkeln), die Sonne will Ich mit einer Wolke bedecken, und der Mond wird sein Licht nicht leuchten lassen; alle Leuchter des Lichtes über dir will Ich schwärzen, und Finsternis bringen über dein Land". Joel 2/2 und Amos 5/18,20: "Es kommt der Tag Jehovahs, er ist nahe, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag der Wolken und der Dunkelheit". Zeph.1/15: "Ein Tag des Grimms ist dieser Tag, ein Tag der Verwüstung und Verheerung, ein Tag der Finsternis und des dichten Dunkels". An diesen Stellen bedeutet Finsternis das Falsche. Im Worte bedeutet auch Finsternis die Unkenntnis des Wahren, in der die Heiden sind, die das Wort nicht haben und vom Herrn nichts wissen. 7689. "Und sie fraßen alles Kraut des Landes", 2. Mose 10/15, bedeutet, daß (das Falsche) alles Wißtümliche des Wahren zerstörte. Dies erhellt aus der Bedeutung von fressen, insofern es soviel ist als zerstören; und aus der Bedeutung des Krautes des Landes, insofern es das Wißtümliche des Wahren bezeichnet. Denn durch das Kraut des Ackers wird das Wahre der Kirche bezeichnet: Nr. 7571, weil der Acker die Kirche ist; durch das Kraut des Landes hingegen das Wißtümliche des Wahren, weil das Land hier das natürliche Gemüt bezeichnet, und das Wahre des natürlichen Gemütes ist das Wißtümliche. Und überdies haben die Bösen kein Wahres in ihrem Glauben, sondern nur die Kenntnis des Glaubenswahren. Manche Böse, die in der Kirche sind, überreden sich zwar, daß sie im Glaubenswahren seien, aber sie sind es nicht. Sie sind (vielmehr) im Falschen und gegen das Wahre des Glaubens. Daß sie im Falschen sind, ist bei ihnen verborgen, solange sie in der Welt sind, aber dieses verborgene Falsche tritt hervor und offenbart sich im anderen Leben, wenn sie in Ansehung des Glaubenswahren, das sie (bloß) gewußt hatten, abgeödet werden. 7690. "Und alle Frucht der Bäume", 2. Mose 10/15, bedeutet alle Erkenntnisse des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Frucht, insofern sie die Werke des Glaubens oder der Liebtätigkeit bezeichnet, mithin das Gute; weshalb Frucht bringen vom Guten gesagt wird: Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847; und aus der Bedeutung des Baumes, insofern er das Innewerden, wie auch die Erkenntnisse bezeichnet, worüber Nr. 103, 2163, 2722, 2972. Die Früchte bedeuten die Werke der Liebtätigkeit, mithin das Gute, weil das erste des Baumes der Same ist, aus dem die Frucht kommt, und sein letztes die Frucht, in welcher der Same sich befindet, sein mittleres aber sind die Zweige und Blätter. Ebenso auch das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens: das Gute der Liebe ist das erste, wenn der Mensch wiedergeboren oder gepflanzt wird, und ist auch das letzte; das mittlere aber sind die Glaubenswahrheiten, die aus dem Guten der Liebe, wie aus ihrem Samen (hervorgehen), und beständig das Gute der Liebe als ihr Letztes zum Zweck haben, wie das mittlere des Baumes seine Frucht, in welcher der Same ist. Daß die Früchte das Gute bedeuten, erhellt aus vielen Stellen im Worte, wie bei Matth.3/8,9; 7/16-20; 12/33; 21/43; Luk.3/8,9; 6/43-49; 13/6-10; Joh.15/2-8,16; Jes.37/31; Jerem.17/8; 32/19; Joh.Offenb.22/2. 7691. "Und es blieb nichts Grünes übrig", 2. Mose 10/15, bedeutet, daß jede Empfindung des Wahren vertilgt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von nichts übriglassen, insofern es soviel ist als vertilgen, und aus der Bedeutung des Grünen, insofern es das Wißtümliche und Sinnliche bezeichnet, hier die Empfindung des Wahren, weil durch die Frucht des Baumes die Erkenntnis des Guten bezeichnet wird: Nr. 7690; und weil gesagt wird, alles Grüne an den Bäumen und an dem Kraut des Feldes. Daß "das Grüne" die Empfindung des Wahren bedeutet, kommt daher, weil durch Kraut, Gras, Baumblätter die Wahrheiten bezeichnet werden, daher bezeichnet ihr Grünes die Empfindung des Wahren. Durch Empfindung wird das letzte des Innewerdens bezeichnet. Die Empfindung des Wahren (oder der Sinn für das Wahre), wird auch durch das Grüne bezeichnet: Jes.15/6: "Die Gewässer Nimriens sind Verödungen, denn das Gras ist verdorrt, und das Kraut ist verzehrt, es ist kein Grünes da". Joh.Offenb.9/4: "Der fünfte Engel blies, und es kamen Heuschrecken auf, und es wurde ihnen gesagt, daß sie nicht beschädigen sollten das Gras der Erde, noch etwas Grünes". 7692. "An den Bäumen und an dem Kraut des Feldes", 2. Mose 10/15, bedeutet, von der Erkenntnis und dem Wißtümlichen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Baumes, insofern er die Erkenntnis des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 7690; und aus der Bedeutung des Krautes des Feldes, insofern es das Wißtümliche des Wahren ist, worüber Nr. 7689. 7693. "Im ganzen Land Ägypten", 2. Mose 10/15, bedeutet, überall im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, somit das Natürliche (überhaupt), worüber Nr. 7674. Weil die Heuschrecken, von denen hier gehandelt wird, das Falsche im Äußersten bedeuten, d.h. im Sinnlichen des Menschen, so muß hier gesagt werden, was das Sinnliche ist, damit man daraus erkenne, was das Falsche im Äußersten ist: Ein sinnlicher Mensch, oder ein solcher, der aus dem Sinnlichen denkt und handelt, ist der, welcher nichts glaubt, als was in die äußeren Sinne fällt, und der sich nur durch die Begierden des Körpers, durch sinnliche Vergnügungen und Gelüste leiten läßt, aber nicht durch Vernunftgründe. Für vernünftig hält er nur das, was jenen schmeichelt. Weil der sinnliche Mensch so beschaffen ist, so verwirft er alles Innere, und zuletzt so sehr, daß er dasselbe nicht einmal genannt haben will; deshalb leugnet er auch im Herzen alles, was sich auf den Himmel bezieht. An das Leben nach dem Tode glaubt er gar nicht, weil er das Leben bloß im Körper findet; deshalb glaubt er auch, er werde sterben wie ein Tier. Er denkt gleichsam nur auf der Oberfläche, d.h. im Letzten oder Äußersten, und weiß gar nicht, daß es ein inneres Denken gibt, je nach der Aufnahme des Wahren und Guten. Daß er dies nicht weiß, und nicht einmal, daß es einen inneren Menschen gibt, kommt daher, weil sein Inneres abwärts gerichtet ist, auf das, was der Welt, dem Körper und der Erde angehört, mit dem es übereinstimmt, und das weit entfernt ist, aufwärts oder gen Himmel zu schauen, denn seine Stellung ist ganz entgegengekehrt. Aufwärts oder gen Himmel schauen heißt nicht, an das denken, was des Himmels ist, sondern es zum Zweck haben, d.h., es mehr lieben als alles andere; denn wohin die Liebe sich richtet, dahin wendet sich das Innere des Menschen, und deshalb auch sein Denken. Hieraus kann erhellen, wie das Sinnliche des Menschen beschaffen ist, oder das Natürliche im Letzten, denn ein sinnlicher Mensch heißt der, welcher aus dem Sinnlichen denkt. HG 7694 7694. Vers 16-20: Und Pharao rief eilig Mose und Aharon zu sich, und sprach: Ich habe gesündigt an Jehovah, eurem Gott, und an euch. Und nun vergib doch meine Sünde noch diesmal, und flehet zu Jehovah, eurem Gott, daß Er doch von mir nehme diesen Tod. Und er ging fort von Pharao, und flehte zu Jehovah. Und Jehovah wendete einen sehr starken Wind des Meeres herbei, und dieser trug die Heuschrecken davon, und warf sie in das Schilfmeer. Nicht eine Heuschrecke blieb übrig in allen Grenzen Ägyptens. Aber Jehovah verstockte das Herz Pharaos, daß er die Söhne Israels nicht entließ. "Und Pharao rief eilig Mose und Aharon zu sich" bedeutet die Furcht alsdann vor dem Wahren vom Göttlichen; "und sprach: Ich habe gesündigt an Jehovah, eurem Gott, und an euch" bedeutet das Bekenntnis, daß sie dem Göttlichen und Wahren nicht gehorcht hätten; "und nun vergib doch meine Sünde noch diesmal" bedeutet, man solle doch nicht zurückblicken auf ihren Ungehorsam; "und flehet zu Jehovah, eurem Gott" bedeutet die Fürbitte; "daß Er doch von mir nehme diesen Tod" bedeutet, damit dieses Falsche sie nicht quäle; "und er ging fort von Pharao" bedeutet die Trennung; "und flehte zu Jehovah" bedeutet die Fürbitte; "und Jehovah wendete einen sehr starken Wind des Meeres herbei" bedeutet das Aufhören des göttlichen Einflusses durch den Himmel; "und dieser trug die Heuschrecken davon" bedeutet das Ende dieses Zustandes; "und warf sie in das Schilfmeer" bedeutet in die Hölle; "nicht eine Heuschrecke blieb übrig in allen Grenzen Ägyptens" bedeutet, daß dieses Falsche nicht mehr im Äußersten erschien; "aber Jehovah verstockte das Herz Pharaos" bedeutet, daß diejenigen, die anfochten, sich eigensinnig verhärteten; "daß er die Söhne Israels nicht entließ" bedeutet, so daß sie die Angehörigen der geistigen Kirche nicht freiließen. 7695. "Und Pharao rief eilig Mose und Aharon zu sich", 2. Mose 10/16, bedeutet die Furcht alsdann vor dem Wahren vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von eilen, insofern es die Furcht bezeichnet, denn jede Beschleunigung entsteht aus irgendeiner erregten Empfindung, hier aus der Empfindung der Furcht, wie aus den Worten Pharaos deutlich ist: "Ich habe gesündigt an Jehovah, eurem Gott, und an euch; flehet, daß Er von mir nehme diesen Tod". Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er die bezeichnet, die anfechten, worüber öfter; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und Aharons, insofern sie das Wahre vom Göttlichen bezeichnen: Mose das innere und Aharon das äußere, worüber Nr. 7089, 7382. 7696. "Und sprach: Ich habe gesündigt an Jehovah, eurem Gott, und an euch", 2. Mose 10/16, bedeutet das Bekenntnis, daß sie dem Göttlichen und Wahren nicht gehorcht hätten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sündigen, insofern es heißt, gegen die göttliche Ordnung handeln, worüber Nr. 5076; und sich von derselben, also vom Guten und Wahren, abwenden und trennen: Nr. 5229, 5474, 5841, 7589. Daher bedeutet es auch, dem Göttlichen und Wahren nicht gehorchen, denn wer nicht gehorcht, der wendet sich ab. Das Göttliche ist es, was unter Jehovah, eurem Gott, verstanden wird, wie das Wahre unter Mose und Aharon: Nr. 7695. 7697. "Und nun vergib doch meine Sünde noch diesmal", 2. Mose 10/17, bedeutet, man solle doch nicht auf ihren Ungehorsam zurückblicken. Dies erhellt aus der Bedeutung von vergeben, insofern es heißt, nicht darauf Rücksicht nehmen; denn vergeben heißt, auf jemanden blicken nicht aus dem Bösen, sondern aus dem Guten. Und aus der Bedeutung der Sünde, insofern sie Ungehorsam ist, wie Nr. 7696. 7698. "Und flehet zu Jehovah, eurem Gott", 2. Mose 10/17, bedeutet die Fürbitte. Dies erhellt aus der Bedeutung von zu Jehovah flehen, wenn es für andere geschieht, insofern es dann eine Fürbitte bezeichnet, wie Nr. 7396, 7462. 7699. "Daß Er doch von mir nehme diesen Tod", 2. Mose 10/17, bedeutet, damit dieses Falsche sie nicht quäle. Dies erhellt aus der Bedeutung von: "daß er wegnehme diesen Tod", insofern es bezeichnet, daß es nicht quälen möchte; denn Tod bedeutet Verdammnis und Hölle: Nr. 5407, 6119, mithin auch Qual. Daß die, welche anfechten, um Abwendung des Falschen bitten, kommt daher, weil sie nicht mehr fähig waren, gegen die Glaubenswahrheiten zu vernünfteln, denn sie waren in bezug auf dasselbe abgeödet, und daher war bei ihnen höllisches Dunkel, das sie quälte. Daß es den Höllischen Unlust erregt, aus lauter Falschem zu vernünfteln, Lust hingegen, aus verfälschtem Wahren durch Sinnestäuschungen und Scheinbarkeiten, sehe man Nr. 7392. 7700. "Und er ging fort von Pharao", 2. Mose 10/18, bedeutet die Trennung. Dies erhellt aus der Bedeutung von fortgehen, insofern es eine Trennung bezeichnet, worüber Nr. 6100, 7404. 7701. "Und flehte zu Jehovah", 2. Mose 10/18, bedeutet die Fürbitte, wie Nr. 7698. 7702. "Und Jehovah wendete einen sehr starken Wind des Meeres herbei", 2. Mose 10/19, bedeutet das Aufhören des göttlichen Einflusses durch den Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Windes des Meeres, oder des Westwindes, insofern er das Aufhören des göttlichen Einflusses durch den Himmel bezeichnet, denn durch Ostwind wurde ein Mittel der Zerstörung bezeichnet, vermöge des göttlichen Einflusses durch den Himmel, man sehe Nr. 7643, 7679. Deshalb wird durch den Wind des Meeres oder den Westwind, der dem Ostwind entgegengesetzt ist, das Aufhören dieses Einflusses bezeichnet. 7703. "Und dieser trug die Heuschrecken davon", 2. Mose 10/19, bedeutet das Ende dieses Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Heuschrecken, insofern sie das Falsche im Äußersten bezeichnen, worüber Nr. 7643. Den Zustand dieses Falschen hinwegnehmen, somit das Ende dieses Zustandes, wird bezeichnet durch das Wegtragen der Heuschrecken; ebenso wie früher, wo vom Hagel (die Rede war): Nr. 7597, 7610. 7704. "Und warf sie in das Schilfmeer", 2. Mose 10/19, bedeutet, in die Hölle. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schilfmeeres, insofern es die Hölle bezeichnet, worüber im Folgenden, wo von dem Übergange der Söhne Israels über dieses Meer, und von dem Untergang der Ägypter darin, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gehandelt werden soll. Durch "in die Hölle geworfen werden", wird nicht verstanden, daß das Falsche von denen, die anfochten, weggenommen und anderswohin geworfen worden sei, sondern daß es bei denen, die anfochten blieb, und sie durch dasselbe in die Hölle geworfen wurden, wo gleiches (sich befindet); denn die Bösen werden im anderen Leben durch jeden Zustand des Bösen und Falschen, in den sie kommen, mit den Höllen verbunden, in denen das (ist), was einem solchen Zustand entspricht. Daher findet nach und nach eine Verbindung mit mehreren (Höllen) statt, bevor sie völlig abgeödet sind. Doch hierüber aus Erfahrung an einer anderen Stelle. 7705. "Nicht eine Heuschrecke blieb übrig in allen Grenzen Ägyptens", 2. Mose 10/19, bedeutet, daß dieses Falsche nicht mehr im Äußersten erschien. Dies erhellt aus der Bedeutung der Heuschrecken, insofern sie das Falsche im Äußersten bezeichnen; und weil sie das Falsche im Äußersten bedeuten, Nr. 7643, so wird gesagt "in allen Grenzen Ägyptens", denn die Grenze bezeichnet das Äußerste, und Ägypten das Natürliche. Nicht eine Heuschrecke blieb übrig, bedeutet, daß jenes (Falsche) nicht mehr erschien; dies ist (an sich) klar; ähnliches vom Hagel sehe man Nr. 7611. 7706. "Aber Jehovah verstockte das Herz Pharaos", 2. Mose 10/20, bedeutet, daß diejenigen, die anfochten, sich eigensinnig verhärteten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Herz verstocken", insofern es heißt sich eigensinnig verhärten, worüber Nr. 7272, 7300, 7305. Wenn es heißt, Jehovah verstockte das Herz Pharaos, so bedeutet dies im inneren Sinn, daß er selbst sein Herz verstockte, man sehe Nr. 7632, und daß das Böse, das im Worte Jehovah zugeschrieben wird, vom Menschen stammt: Nr. 2447, 6071, 6991, 6997, 7533. 7707. "Daß er die Söhne Israels nicht entließ", 2. Mose 10/20, bedeutet, so daß sie die Angehörigen der geistigen Kirche nicht freiließen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, insofern es heißt freilassen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wie Nr. 7474, 7515, 7617. 7708. Vers 21-23: Und Jehovah sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus gegen den Himmel, und es soll eine Finsternis kommen über das Land Ägypten, daß man die Finsternis (mit Händen) greifen kann. Und Moses streckte seine Hand aus gegen den Himmel, und es ward eine dichte Finsternis im ganzen Lande Ägypten, drei Tage lang. Keiner sah den anderen, und niemand stand von seinem Platze auf drei Tage lang; aber bei allen Söhnen Israels war Licht in ihren Wohnungen. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Anweisung; "strecke deine Hand aus gegen den Himmel" bedeutet die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren im Himmel; "und es soll eine Finsternis kommen über das Land Ägypten" bedeutet die gänzliche Beraubung des Wahren und Guten; "daß man die Finsternis greifen kann", bezeichnet die Stärke, (wörtl. die Dichtheit) des Falschen aus dem Bösen; "und Moses streckte seine Hand aus gegen den Himmel" bedeutet die Herrschaft des göttlich Wahren im Himmel; "und es ward eine dichte Finsternis im ganzen Lande Ägypten" bedeutet die gänzliche Beraubung des Wahren und Guten; "drei Tage lang" bedeutet den vollen Zustand; "keiner sah den anderen" bedeutet, sie wurden nicht inne das Wahre irgendeines Guten; "und niemand stand von seinem Platze auf" bedeutet, (es war) keine Erhebung des Gemütes (möglich); "drei Tage lang" bedeutet den vollen Zustand; "aber bei allen Söhnen Israels war Licht in ihren Wohnungen" bedeutet bei denen, die der geistigen Kirche angehörten, war allenthalben Erleuchtung in ihrem Gemüte. 7709. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 10/21, bedeutet die Anweisung, wie Nr. 7672. 7710. "Strecke deine Hand aus gegen den Himmel", 2. Mose 10/21, bedeutet die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand ausstrecken", insofern es die Herrschaft der Macht bezeichnet, worüber Nr. 7673; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der die Hand ausstrecken sollte, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 7382, 7673; und aus der Bedeutung des Himmels, insofern der Engelshimmel gemeint ist. Wie es sich damit verhält, daß die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren über den Himmel einen neuen Zustand bei denen, die anfechten, hervorbringen sollte, der durch Finsternis bezeichnet wird, erhellt aus dem, was Nr. 7643, 7679 gezeigt worden ist; daß nämlich der Herr den Himmel fortwährend in Ordnung bringt, und denjenigen, die darin sind, sowie den neu Hinzukommenden, himmlische und geistige Güter gibt. Diese Ordnung macht, daß die Bösen stufenweise verwüstet oder abgeödet werden, denn jenes Gute fließt dann kräftiger bei den Bösen ein, die im Gegensatze sind. Der göttliche Einfluß dringt nämlich bis ins Entgegengesetzte, und erhält dadurch die Hölle im Zusammenhang und in (den gehörigen) Banden; und weil die Bösen alles Gute in Böses verkehren, (so verkehren sie) auch das Gute, das kräftiger einfließt, in ein schlimmeres Böses; und je mehr sie das tun, desto stärker widerstehen sie dem Wahren und Guten, d.h. desto ärger feinden sie es an. Daher kommt es, daß es Stufen der Abödung gibt, bis sie zuletzt endlich in die Hölle geworfen werden, was die letzte Stufe der Abödung ist. Hieraus kann man ersehen, daß vom Herrn nichts als Gutes hervorgeht, und daß Er die Bösen nicht verwüstet, und noch weniger sie in die Hölle wirft, sondern daß sie selbst es tun. 7711. "Und es soll eine Finsternis kommen über das Land Ägypten", 2. Mose 10/21, bedeutet die gänzliche Beraubung des Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Finsternis, insofern sie eine gänzliche Beraubung des Wahren und Guten bezeichnet. Im Worte wird an mehreren Stellen die Finsternis genannt und zugleich dichtes Dunkel, und dann wird die Finsternis vom Falschen, und das dichte Dunkel von dem zugleich (stattfindenden) Bösen gesagt. Das Wort, durch das in diesem Vers das dichte Dunkel (catigo) ausgedrückt wird, bedeutet aber die dichteste Finsternis, durch die im inneren Sinn solches Falsches bezeichnet wird, das aus dem Bösen hervorquillt. Solches Böses entsteht bei denen, die der Kirche angehörten und doch ein Leben des Bösen gegen die Glaubensvorschriften, die sie kannten, geführt haben. Das Böse, aus dem dieses Falsche hervorquillt, ist gegen die Kirche, gegen den Himmel und gegen den Herrn, also ganz und gar gegen das Gute und Wahre. Dieser Zustand wird nun durch die Finsternis beschrieben. Daß im Worte Finsternis und dichtes Dunkel zugleich genannt werden, und daß die Finsternis die Beraubung des Wahren und das dichte Dunkel die Beraubung, sowohl des Wahren als des Guten bezeichnet, kann man aus folgenden Stellen ersehen: Jes.59/9,10: "Das Recht ist ferne von uns, und die Gerechtigkeit erreicht uns nicht; wir harren auf das Licht, aber siehe, da ist Finsternis, und auf hellen Schein, aber wir wandeln in dichter Dunkelheit, wir tappen an der Wand, wie Blinde, und tasten umher, als wären wir ohne Augen; wir straucheln am Mittag, wie in der Dämmerung, unter den Lebenden wie Tote": ferne ist das Recht von uns, und Gerechtigkeit erreicht uns nicht, bedeutet, daß weder Wahres noch Gutes da sei; daß Recht vom Wahren und Gerechtigkeit vom Guten gesagt wird, sehe man Nr. 2235, 3997; auf das Licht harren heißt auf das Wahre (warten) und auf den hellen Schein heißt, auf das Gute des Wahren warten, denn der Glanz des Lichtes stammt vom Guten. Daß Finsternis hier dem Licht und Recht, somit dem Wahren, und dichtes Dunkel dem hellen Schein und der Gerechtigkeit, also dem Guten entgegengesetzt ist, ist an sich deutlich, deshalb bezeichnet die Finsternis die Beraubung des Wahren, und das dichte Dunkel die Beraubung sowohl des Wahren als des Guten. Amos 5/20: "Ist nicht der Tag Jehovahs Finsternis und nicht Licht, und dichtes Dunkel, ohne Glanz?": ebenso zu verstehen. Joel 2/2: "Es kommt der Tag Jehovahs, ein Tag der Finsternis und des dichten Dunkels, ein Tag der Wolken und der Verdunkelung". Zeph.1/15: "Der Tag Jehovahs, ein Tag der Verwüstung und der Abödung, ein Tag der Finsternis und des Dunkels": Finsternis für die Beraubung des Wahren, und Dunkel für die Beraubung des Wahren und des Guten; wenn dichtes Dunkel nichts anderes bedeutete als Finsternis, so wäre hier eine bedeutungslose Wiederholung, was weit entfernt ist vom heiligen Worte. Gewöhnlich stehen zwei Ausdrücke für eine Sache im Worte, von denen der eine sich auf das Wahre oder Falsche, der andere auf das Gute oder Böse bezieht, so bei Jes.8/22: "Man schaut zur Erde, und siehe, Angst und Finsternis - düstere Angst und Dunkel des Anstoßes". Finsternis bedeutet auch die Unkenntnis des Wahren, wie sie bei den Heiden ist, und Dunkel die Unkenntnis des Guten, bei Jes.29/18: "An jenem Tage werden die Tauben hören auf die Worte des Buches, aus der Dunkelheit und aus der Finsternis werden die Augen der Blinden sehen". Jes.58/10: "Wenn du die betrübte Seele sättigst, dann geht dein Licht auf in der Finsternis, und dein Dunkel wird wie der Mittag": daß die Finsternis das Falsche bedeutet, sehe man Nr. 7688. 7712. "Daß man die Finsternis greifen kann", 2. Mose 10/21, bezeichnet die Stärke des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Finsternis greifen", insofern es ausdrückt, daß das Falsche aus dem Bösen so dicht ist, daß nichts Wahres und Gutes erkannt werden kann. Wenn man aber danach sucht, so ist es, wie wenn jemand in der Dunkelheit herumtappt, und allenthalben strauchelt und anstößt. Deshalb wird Jes.8/22 die Dunkelheit "das Dunkel des Anstoßes" genannt, und in folgender Weise beschrieben: Jes.59/9,10: "Wir gehen umher im Dunkel, wir tasten an der Wand wie Blinde, und tappen umher, als wären wir ohne Augen, wir straucheln am Mittag, wie in der Dämmerung, unter den Lebenden wie Tote". 7713. "Und Moses streckte seine Hand aus gegen den Himmel", 2. Mose 10/22, bedeutet die Herrschaft des göttlich Wahren im Himmel; man sehe Nr. 7710, wo die gleichen Worte. 7714. "Und es ward eine dichte Finsternis im ganzen Lande Ägypten", 2. Mose 10/22, bedeutet die gänzliche Beraubung des Wahren und Guten; dies erhellt aus Nr. 7711. 7715. "Drei Tage lang", 2. Mose 10/22, bedeutet den vollen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der drei Tage, insofern sie den vollen Zustand bezeichnen, worüber Nr. 2788, 4495; unter dem vollen Zustand wird der vollständige Zustand von Anfang bis zu Ende verstanden, denn jeder Zustand hat seinen Anfang, seine Zunahme und seinen Gipfel, diese Periode wird unter dem vollen Zustand verstanden, und bezeichnet durch die drei Tage. 7716. "Keiner sah den anderen", 2. Mose 10/23, bedeutet, sie wurden nicht inne das Wahre irgendeines Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es verstehen und innewerden ist, worüber Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, 4403-4421, 4567, 4723, 5400. Aus der Bedeutung von keiner, insofern der Mann das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 3134; und aus der Bedeutung des anderen (oder des Bruders), insofern er das Gute bezeichnet, worüber Nr. 2360, 3303, 3803, 3815, 4121, 5409, 5686, 5692, 6756, und daß Mann, mit Bruder verbunden, das Gute des Wahren bedeutet: Nr. 3459. Hieraus ist deutlich, daß durch "keiner (oder kein Mann) sah den anderen (Bruder)" bezeichnet, daß sie von keinem Guten das Wahre inne wurden. 7717. "Und niemand stand von seinem Platze auf", 2. Mose 10/23, bedeutet, es war keine Erhebung des Gemütes möglich. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, insofern es eine Erhebung gegen das Inwendigere bezeichnet, also des Gemütes, worüber Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 3458, 3723, 4103, 4881, 6010, somit bedeutet "sie standen nicht auf", keine Erhebung sei möglich gewesen. 7718. "Drei Tage lang", 2. Mose 10/23, bedeutet den vollen Zustand; wie Nr. 7715. 7719. "Aber bei allen Söhnen Israels war Licht in ihren Wohnungen", 2. Mose 10/23, bedeutet, bei denen, die der geistigen Kirche angehörten, war allenthalben Erleuchtung in ihrem Gemüte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; aus der Bedeutung des Lichtes, insofern es Erleuchtung ist; denn das Licht, das vom Herrn ist, erleuchtet den Verstand, weil in diesem Licht Einsicht und Weisheit ist, man sehe Nr. 1521, 1524, 1619-1632, 2776, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3339, 3636, 3643, 3993, 4302, 4408, 4413, 4415, 5400, 6608; und aus der Bedeutung der Wohnungen, insofern sie das bezeichnen, was Angehör des Gemütes ist, denn Haus bedeutet das Gemüt des Menschen: Nr. 3538, 4973, 5023, 7353; und Zimmer dessen Inneres: Nr. 7353; Wohnungen aber alles, was Angehör des Gemütes ist. Auch bedeutet wohnen im inneren Sinn leben: Nr. 1293, 3384, 3613, 4451, 6051; daher bezeichnen die Wohnungen den Ort, wo das sich befindet, was dem Leben angehört, d.h., was der Einsicht und Weisheit angehört, daß diese aber Sache des Gemütes sind, ist bekannt. Auch im anderen Leben ist in den Wohnungen oder den Häusern der Engel Licht, je nach der Einsicht und Weisheit ihres Gemütes; und so groß bei ihnen das Licht ist, so groß ist bei denen, die im Entgegengesetzten sind, d.h. bei denen, die (das Gute) angefeindet haben, die Finsternis. 7720. Vers 24-29: Und Pharao rief Mose und sprach: Gehet, dienet Jehovah, nur eure Schafe und eure Rinder sollen bleiben, aber eure Kinder sollen mit euch gehen. Und Mose sprach: Du mußt auch in unsere Hand Schlachtopfer und Brandopfer geben, daß wir sie Jehovah, unserem Gott, darbringen. Und auch unser Vieh soll mit uns gehen, es darf keine Klaue zurückgelassen werden, denn von demselben wollen wir nehmen, Jehovah, unserem Gott, zu dienen, und wir wissen nicht, womit wir Jehovah, unserem Gott dienen sollen, bis wir dahin kommen. Aber Jehovah verstockte das Herz Pharaos, und er wollte sie nicht entlassen. Und Pharao sprach zu ihm: Gehe hinweg von mir! Hüte dich, daß du nicht mehr mein Angesicht sehest, denn an dem Tage, wo du mein Angesicht sehen wirst, sollst du sterben. Und Mose sprach: Du hast recht geredet; ich werde hinfort dein Angesicht nicht mehr sehen. "Und Pharao rief Mose" bedeutet die Gegenwart des göttlichen Gesetzes; "und sprach: Gehet, dienet Jehovah" bedeutet, sie sollten entlassen werden, damit sie dem Herrn, ihrem Gott, dienten; "nur eure Schafe und eure Rinder sollen bleiben" bedeutet, aber nicht aus dem Guten; "aber eure Kinder sollen mit euch gehen" bedeutet aus dem Wahren; "und Mose sprach" bedeutet die Antwort; "du mußt auch in unsere Hand Schlachtopfer und Brandopfer geben" bedeutet, sie sollten alles entlassen, wodurch der Gottesdienst zustande kommen muß; "daß wir sie Jehovah, unserem Gott, darbringen" bedeutet der dem Herrn angenehm ist; "und auch unser Vieh soll mit uns gehen" bedeutet aus dem Guten des Wahren; "es darf keine Klaue zurückgelassen werden" bedeutet, nichts Wahres aus dem Guten dürfe fehlen; "denn von demselben wollen wir nehmen, Jehovah, unserem Gott, zu dienen" bedeutet, aus diesem müsse der Herr verehrt werden; "und wir wissen nicht, womit wir Jehovah, unserem Gott dienen sollen" bedeutet, es sei unbekannt, wie der Gottesdienst vollbracht werden solle; "bis wir dahin kommen" bedeutet, bevor diejenigen von ihnen entfernt seien, die in lauter Falschem aus dem Bösen; "aber Jehovah verstockte das Herz Pharaos" bedeutet, daß sie sich eigensinnig verhärteten gegen das Göttliche; "und er wollte sie nicht entlassen" bedeutet, daß sie nicht Willens seien, sie zu entlassen; "und Pharao sprach zu ihm" bedeutet das Entbrennen des Zornes alsdann gegen das Göttliche; "gehe hinweg von mir!" bedeutet, er wolle nichts von ihm wissen; "hüte dich, daß du nicht mehr mein Angesicht sehest" bedeutet, es solle nicht eindringen in ihre Seele; "denn an dem Tage, wo du mein Angesicht sehen wirst, sollst du sterben" bedeutet, wenn es eindringe in ihre Seele, werde es ausgerottet werden; "und Mose sprach" bedeutet die Antwort; "du hast recht geredet" bedeutet, es verhalte sich in Wahrheit so; "ich werde hinfort dein Angesicht nicht mehr sehen" bedeutet das göttlich Wahre werde nicht mehr in ihre Seele eindringen. 7721. "Und Pharao rief Mose", 2. Mose 10/24, bedeutet die Gegenwart des göttlichen Gesetzes. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu sich rufen", insofern es die Gegenwart bezeichnet, worüber Nr. 6177, 7390, 7451; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttliche Gesetz vorbildet, worüber Nr. 6723, 6752, 7014, 7382. Unter der Gegenwart des göttlichen Gesetzes bei denen, die (das Gute) anfeinden, wird verstanden, daß sie inne werden sollten, woher ihre Plagen kämen, hier, woher das gehäufte Falsche aus dem Bösen, das durch das dichte Dunkel bezeichnet wird. Wenn die Bösen im anderen Leben abgeödet werden, wird ihnen oft gegeben, inne zu werden woher bei ihnen das Übel der Strafe (komme), aus dem Grunde, damit sie erkennen mögen, daß nicht das Göttliche, sondern sie selbst die Schuld tragen. Auch denen, die in der Hölle sind, begegnet oft dergleichen, jedoch nur dann, wenn sie in einem ruhigen Zustande sind. Dies geschieht aus mehreren Gründen, besonders damit sie sich an das Böse erinnern, das sie in der Welt getan haben. 7722. "Und sprach: Gehet, dienet Jehovah", 2. Mose 10/24, bedeutet, sie sollten entlassen werden, damit sie dem Herrn, ihrem Gott, dienten; wie Nr. 7658. 7723. "Nur eure Schafe und eure Rinder sollen bleiben", 2. Mose 10/24, bedeutet, aber nicht aus dem Guten, nämlich, sollten sie dem Herrn dienen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafe, insofern sie das innere Gute bezeichnen, und aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das äußere Gute vorbilden, worüber Nr. 5913, 6048. 7724. "Aber eure Kinder sollen mit euch gehen", 2. Mose 10/24, bedeutet, nur aus dem Wahren (sollten sie dem Herrn dienen). Dies erhellt aus der Bedeutung der Kinder hier, insofern sie das Wahre bezeichnen, denn unter Kinder werden Knaben, Jünglinge, junge Männer verstanden, mit einem Wort ihre Söhne, die das bezeichnen, was der Einsicht angehört, also die Wahrheiten, man sehe Nr. 7668; und aus der Bedeutung von "mit euch gehen", insofern es ausdrückt, sie sollten entlassen werden, um dem Herrn, ihrem Gott, zu dienen. Es muß hier gesagt werden, was es heiße, dem Herrn aus dem Guten dienen, und was, ihm aus dem Wahren ohne das Gute verehren, was hier durch die Schafe und Rinder, die bleiben sollten, und durch die Kinder, die gehen sollten, bezeichnet wird. Der eigentlichste Gottesdienst findet aus dem Guten durch das Wahre statt, denn der Herr ist im Guten gegenwärtig. Der Gottesdienst hingegen aus dem Wahren ohne das Gute ist kein Gottesdienst, sondern nur ein Ritus, (d.h. ein frommer Brauch,) und eine äußere Handlung, ohne inneren Gehalt; denn das Wahre ohne das Gute ist lediglich ein Gegenstand des Wissens. Dieses Wissen muß, damit es zum Glauben werde, sich mit dem Guten verbinden, dann geht es in den inneren Menschen über und wird zum Glauben. Daß Glaube ohne tätige Liebe kein Glaube sei, ist schon öfter gezeigt worden. Hieraus erhellt, was Gottesdienst aus dem Guten ist, und was Gottesdienst aus dem Wahren ohne das Gute. Unter dem Guten, aus dem der Gottesdienst hervorgehen muß, wird das Gute des Lebens verstanden, das geistig geworden ist durch die Verbindung mit dem Wahren; denn das geistig Gute hat seine Beschaffenheit aus dem Wahren, und das Wahre hat sein Wesen aus dem Guten, so daß das Gute die Seele des Wahren ist. Daraus geht wiederum hervor, wie das Wahre ohne das Gute beschaffen sei, daß es nämlich ist, wie ein Körper ohne Seele, somit gleich einem Leichnam. 7725. "Und Mose sprach", 2. Mose 10/25, daß dies die Antwort bedeutet, ist klar. 7726. "Du mußt auch in unsere Hand Schlachtopfer und Brandopfer geben", 2. Mose 10/25, bedeutet, sie sollten alles entlassen, wodurch der Gottesdienst zustande komme. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in die Hand geben", insofern es heißt entlassen; denn durch die Hand wird die Macht bezeichnet, daher wird durch "in die Hand geben" bezeichnet, ihrer Macht übergeben, somit entlassen. Und aus der Bedeutung der Schlachtopfer und der Brandopfer, insofern sie den Gottesdienst im allgemeinen bezeichnen, somit den ganzen Gottesdienst, worüber Nr. 923, 6905. Schlachtopfer und Brandopfer bezeichnen das Ganze des Gottesdienstes, weil der Gottesdienst hauptsächlich durch Opfer ausgeübt wurde, wie man aus den Büchern Moses ersehen kann. Was über die Opfer schon früher bemerkt wurde, sehe man Nr. 922, 923, 1128, 1343, 1823, 2180, 2165, 2187, 2776, 2784, 2805, 2807, 2812, 2818, 2830, 3519, 6905. 7727. "Daß wir sie Jehovah, unserem Gott, darbringen", 2. Mose 10/25, bedeutet, der dem Herrn angenehm ist, nämlich der Gottesdienst. Dies erhellt aus dem Vorhergehenden, nämlich daß durch Schlachtopfer und Brandopfer der Gottesdienst bezeichnet werde: Nr. 7726; und durch Schafe und Rinder, aus denen die Schlachtopfer bestanden, das Gute, aus dem der Gottesdienst stammt: Nr. 7723, 7724. Schlachtopfer und Brandopfer dem Jehovah darbringen, bezeichnet somit den Gottesdienst aus dem Guten, der angenehm (und wohlgefällig ist). Daß Jehovah im Worte der Herr sei, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6280, 6303, 6281, 6905, 6945, 6956. 7728. "Und auch unser Vieh soll mit uns gehen", 2. Mose 10/26, bedeutet aus dem Guten des Wahren müsse der Gottesdienst (hervorgehen). Dies erhellt aus der Bedeutung des Viehs, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 6016, 6045. Es soll mit uns gehen, bedeutet, daß der Gottesdienst aus diesen bestehen, nämlich in Schlachtopfern und Brandopfern, ist an sich klar. 7729. "Es darf keine Klaue zurückgelassen werden", 2. Mose 10/26, bedeutet, nichts Wahres aus dem Guten dürfe fehlen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Klaue, insofern sie das Wahre aus dem Guten bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "nicht zurückgelassen werden", insofern es soviel ist als nicht fehlen, nämlich bei dem Gottesdienst des Herrn. Im nächsten inneren Sinn wird durch die Worte, "keine Klaue darf zurückgelassen werden", ausgedrückt, daß gar nichts fehlen dürfe, weil Klaue das allen Tieren Gemeinsame bezeichnet. Im inwendigeren Sinn aber bedeutet Klaue das Wahre im letzten Grad, also das sinnlich Wahre, welches das unterste ist, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche. Durch die Klaue wird dieses bezeichnet, weil der Fuß das Natürliche bedeutet, und die Fußsohle das letzte des Natürlichen: Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, 5327, 5328. Das gleiche bedeutet Klaue, denn sie ist die Fußsohle der Tiere. Und weil das letzte Natürliche durch Klaue, sowie durch Sohle bezeichnet wird, so bedeutet es auch das Wahre, welches das Letzte des Natürlichen ist. Unter dem Natürlichen ist nämlich hier das (natürlich) Wahre und Gute gemeint, oder im entgegengesetzten Sinn das Falsche und Böse; aus diesem stammt das Natürliche, und ohne diese hat es keinen Wert. Daß durch Klaue, besonders durch die Hufe der Pferde, das Wahre im letzten Grad, also das sinnlich Wahre bezeichnet wird, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche desselben Grades, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.5/28: "Geschärft sind seine Pfeile und gespannt alle seine Bogen, die Hufe ihrer Rosse sind gleich Kieseln zu achten, ihre Räder wie der Sturmwind": wo von dem verheerenden Volke (die Rede ist). Pfeile bedeuten die Lehrbegriffe des Falschen, aus denen gekämpft wird, und Bogen die Lehre: Nr. 2686, 2709; die Rosse bedeuten das Verständnis, hier das verkehrte: Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 6125, 6534. Hieraus geht deutlich hervor, was der Huf der Rosse bedeute, nämlich das Falsche im letzten Grad. Jerem.47/3: "Vor dem Schall des Stampfens der starken Hufe, vor dem Getöse ihrer Wagen, und dem Gerassel ihrer Räder": hier von einem Volk, das die Philister verheert. Schall der starken Hufe, nämlich der Rosse, bedeutet den offenen Kampf des Falschen gegen das Wahre, und der Wagen die Lehre des Falschen. Daß Wagen die Lehre sowohl des Wahren als des Falschen bezeichnet, sehe man Nr. 5321, 5945. Hes.26/10,11: "Von der Menge seiner Rosse wird dich ihr Staub bedecken, vor dem Getöse der Reiter und Räder und Wagen werden erzittern deine Mauern, mit den Hufen seiner Rosse wird er zerstampfen alle deine Straßen": hier von Nebukadnezar bei der Zerstörung von Tyrus. Die Rosse bedeuten das verkehrte Verständnis, wie oben; Reiter (stehen) für das, was solchem Verständnis angehört: Nr. 6534; die Räder des Wagens für das Falsche der Lehre; der Wagen bedeutet die Lehre, wie oben; Straßen die Wahrheiten: Nr. 2336. Hieraus erhellt, daß die Hufe der Rosse das Falsche bezeichnen. Wenn es nicht solches bedeutete, was würde es dann heißen: "Von der Menge seiner Rosse wird dich ihr Staub bedecken; vor dem Getöse der Reiter und Räder und Wagen werden erzittern deine Mauern, mit den Hufen seiner Rosse wird er alle deine Straßen zerstampfen", wären dies ohne den inneren Sinn nicht bloß tönende Worte, während doch ein jedes Wort in der Heiligen Schrift seine Bedeutung hat, weil es vom Göttlichen stammt. Hes.32/12-14: "Sie sollen zerstören den Stolz Ägyptens, damit zerstört werde seine (Volks-) Menge und vertilgen will Ich all sein Vieh bei den großen Wassern, daß keines Menschen Fuß sie mehr trübe, noch die Klaue eines Tieres, alsdann will Ich ihre Gewässer in die Tiefe senden, und ihre Ströme wie Öl fließen lassen": diese Worte würde man nicht verstehen, wenn man nicht wüßte, was Ägypten, was der Fuß des Menschen, was die Tierklaue, was die Wasser, aus denen die Tiere vertilgt werden sollen, und die getrübt werden durch des Menschen Fuß und die Klaue des Tieres, und in die Tiefe geschickt werden sollen. Die Gewässer und Ströme Ägyptens bedeuten die wißtümlichen Wahrheiten, die Klaue des Tieres ist das Falsche im äußersten Natürlichen, welches das wißtümlich Wahre trübt. Micha 4/13: "Stehe auf und drisch, Tochter Zions, denn deine Hörner will Ich von Eisen machen, und deine Klauen will Ich von Erz machen, damit du zermalmest viele Völker": auch dies kann niemand ohne den inneren Sinn verstehen; wenn man nämlich nicht weiß, was das Dreschen, was die Tochter Zions bedeute, was die Hörner, die wie Eisen werden, und die Klauen, die wie Erz werden sollen, mit der zermalmt werden viele Völker. Die Tochter Zions bedeutet die himmlische Kirche: Nr. 2362; die Hörner die Macht des Wahren aus dem Guten: Nr. 2832; das Eisen bedeutet das natürlich Wahre, das stark sein soll zur Zerstörung des Falschen: Nr. 425, 426; die Klaue bedeutet das Wahre aus dem Guten im letzten Grad; das Erz ist das natürlich Gute, das kräftig wirken soll gegen das Böse: Nr. 425, 1551. Sach.11/16: "Einen Hirten will Ich erwecken im Lande, der nicht sieht nach dem Verdorbenen, das durch sein Alter nach Zartem nicht sucht, und das Zerbrochene nicht heilt. Hingegen das Fleisch des Fetten wird er essen, und ihre Klauen abreißen": hier (ist die Rede) von einem törichten Hirten. Das Fleisch des Fetten essen, bedeutet, das Gute in Böses verkehren; die Klauen abreißen aber heißt, Wahres in Falsches verwandeln. Wie sehr die Angehörigen der Alten Kirche an Einsicht die Menschen unserer Zeit übertroffen haben, kann daraus erhellen, daß sie wußten, mit welchen Dingen im Himmel vieles in der Welt in Entsprechung stand, und was sie bedeuteten; und zwar wußten dies nicht nur die, welche der Kirche angehörten, sondern auch die außerhalb der Kirche, wie die in Griechenland, deren Urväter die Dinge durch Sinnbilder (oder Symbole) beschrieben haben, die heutzutage völlig unbekannt sind und daher Fabeln genannt werden. Daß die alten Weisen eine solche Kunde besaßen, erhellt daraus, daß sie den Ursprung der Einsicht und Weisheit durch ein beflügeltes Roß beschrieben, welches sie Pegasus nannten, und welches mit seinem Hufe eine Quelle hervorsprudeln machte, an der neun Jungfrauen (saßen) und zwar auf einem Hügel; denn sie wußten, daß durch Pferd das Verständnis bezeichnet wurde, durch die Flügel desselben das Geistige, durch die Hufe das Wahre des letzten Grades, in dem der Anfang der Einsicht ist, durch die Jungfrauen die Wissenschaften, durch den Hügel ihre Übereinstimmung, und im geistigen Sinn die Liebtätigkeit. So auch im übrigen. Aber solches gehört heutzutage zu den Dingen, die verlorengegangen sind. 7730. "Denn von demselben wollen wir nehmen, Jehovah, unserem Gott, zu dienen", 2. Mose 10/26, bedeutet, aus diesem müsse der Herr verehrt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, in sofern es die Gottesverehrung bezeichnet. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 7727. 7731. "Und wir wissen nicht, womit wir Jehovah, unserem Gott dienen sollen", 2. Mose 10/26, bedeutet, es sei unbekannt, wie der Gottesdienst vollzogen werden solle. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah dienen", insofern es den Gottesdienst des Herrn bezeichnet, wie Nr. 7730. 7732. "Bis wir dahin kommen", 2. Mose 10/26, bedeutet, bevor diejenigen von ihnen entfernt seien, die in lauter Falschem aus dem Bösen sind. Dies erhellt daraus, daß unter "dahin kommen", d.h. in die Wüste, verstanden wird, von den Ägyptern entfernt werden, also von denen, die in lauter Falschem aus dem Bösen sind, und die jetzt durch Ägypter bezeichnet werden. Daß "in die Wüste gehen, um zu opfern" bedeutet, in einem vom Falschen entfernten Zustand sein, sehe man Nr. 6904. 7733. "Aber Jehovah verstockte das Herz Pharaos", 2. Mose 10/27, bedeutet, daß sie sich eigensinnig verhärteten gegen das Göttliche, wie Nr. 7706. 7734. "Und er wollte sie nicht entlassen", 2. Mose 10/27, bedeutet, daß sie nicht Willens seien, sie zu entlassen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht wollen", insofern es heißt, daß sie keine Lust dazu hatten; und aus der Bedeutung von entlassen, insofern es soviel ist, als ziehen lassen, wie auch Nr. 7707, wo gleiches (vorkommt). 7735. "Und Pharao sprach zu ihm", 2. Mose 10/28, bedeutet das Entbrennen des Zornes gegen das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, das, weil es das Folgende in sich schließt, das Entbrennen seines Zornes bezeichnet; denn es folgt: "Pharao sprach zu Mose: Gehe hinweg von mir; hüte dich, daß du nicht mehr mein Angesicht sehest, denn an dem Tage, wo du mein Angesicht sehen wirst, sollst du sterben"; welche Worte den Zorn gegen das göttlich Wahre bezeichnen, das durch Mose vorgebildet wird. 7736. "Gehe hinweg von mir", 2. Mose 10/28, bedeutet, daß sie nichts von demselben wissen wollten, nämlich vom göttlichen Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gehe hinweg von mir", insofern es, wenn es von den Bösen in Hinsicht auf das göttlich Wahre gesagt wird, bedeutet, daß sie nichts von demselben wissen wollen, denn sie verwerfen es. 7737. "Hüte dich, daß du nicht mehr mein Angesicht sehest", 2. Mose 10/28, bedeutet, es solle nicht eindringen in ihre Seele. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Angesicht nicht sehen", insofern es heißt, nicht mehr eindringen in die Seele; denn durch Angesicht wird das Inwendigere bezeichnet: Nr. 1999, 2434, 3527, 3631, 4066, 4796, 4797, 4798, 5102, 5165, 5168, 5695; besonders in bezug auf die Neigungen; somit wird hier durch das Angesicht die Seele bezeichnet. 7738. "Denn an dem Tage, wo du mein Angesicht sehen wirst, sollst du sterben", 2. Mose 10/28, bedeutet, wenn es eindringe in ihre Seele, werde es ausgerottet werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Angesicht sehen", insofern es heißt, in die Seele eindringen: Nr. 7737; und aus der Bedeutung von sterben, insofern es soviel ist als ausgerottet werden. Pharao sagt jetzt, Mose solle von ihm hinweggehen, und er werde sterben, wenn er sein Angesicht sehe, weil nun der Zustand derer, die anfeinden, beschrieben wird, wie sie in lauter Bösem aus dem Falschen sind. Dieses Falsche wird durch Finsternis bezeichnet. Je mehr die Höllischen im Falschen aus dem Bösen sind, desto mehr verabscheuen sie das Wahre, und endlich so sehr, daß sie nicht einmal etwas Wahres hören wollen; denn das Wahre ist gegen das Falsche, und das Falsche ist ihnen lieblich, weil das Böse, aus dem das Falsche stammt, der Lustreiz ihres Lebens ist. Deswegen stoßen sie das Wahre, weil es gegen die Freude und Lust ihres Lebens ist, ganz und gar aus ihrer Seele; und wenn sie es hören, fühlen sie Pein: Nr. 7519. Daher kommt es, daß sie, weil sie in dem Zustand des Falschen aus dem Bösen sind, der durch Finsternis bezeichnet wird, das göttlich Wahre, das durch Mose vorgebildet wird, von sich ferne halten; deswegen sagt nun Pharao zu Mose, er solle von ihm hinweggehen, und nicht sein Angesicht sehen, und daß er sterben würde, wenn er es sehe; und darum antwortet auch Moses: "Du hast recht geredet, ich werde hinfort dein Angesicht nicht mehr sehen". 7739. "Und Mose sprach", 2. Mose 10/29, daß dies die Antwort bedeutet, ist klar. 7740. "Du hast recht geredet, 2. Mose 10/29, bedeutet, es sei in Wahrheit so. Dies erhellt aus der Bedeutung von "recht reden", insofern es heißt, es verhalte sich so. In Wahrheit wird bezeichnet durch "recht": Nr. 5434, 5437. Daß es in Wahrheit so sei, bedeutet, daß sie nun in einem solchen Zustand seien, daß sie nichts anderes verlangen, als nichts vom göttlich Wahren zu wissen, und wenn es eindringen würde in ihre Seele, würden sie es verwerfen, gemäß dem, was Nr. 7738 gezeigt worden ist. 7741. "Ich werde hinfort dein Angesicht nicht mehr sehen", 2. Mose 10/29, bedeutet, das göttlich Wahre werde nicht mehr in ihre Seele eindringen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Angesicht nicht sehen", insofern es heißt, nicht in die Seele eindringen, gemäß Nr. 7737, 7738.   Nr. 7742 - 7762 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 11. Kapitel 1. Und Jehovah sprach zu Mose: Noch eine Plage will Ich über Pharao herbeiführen, und über Ägypten, danach wird er euch fortlassen von hier; sobald er euch ganz entlassen wird, wird er euch sogar forttreiben von hier. 2. Sage doch vor den Ohren des Volkes, daß ein jeder Mann von seinem Gefährten, und eine jede Frau von ihrer Gefährtin, silberne und goldene Gefäße verlange. 3. Und Jehovah gab Gnade dem Volke vor den Augen der Ägypter; auch der Mann Mose war sehr groß im Lande Ägypten, in den Augen der Knechte Pharaos, und in den Augen des Volkes. 4. Und Mose sprach: So spricht Jehovah, um Mitternacht will Ich ausgehen in die Mitte Ägyptens. 5. Und alle Erstgeburt im Lande Ägypten wird sterben, von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter der Mühle steht, und alle Erstgeburt des Viehs. 6. Und es wird ein großes Geschrei sein im ganzen Land Ägypten, wie es nicht gewesen ist, und wie keines mehr sein wird. 7. Aber bei allen Kindern Israels soll nicht ein Hund seine Zunge regen vom Manne an bis zum Vieh, damit ihr erkennet, wie Jehovah einen Unterschied macht zwischen den Ägyptern und zwischen Israel. 8. Da werden alle diese deine Knechte zu mir herabkommen, und vor mir niederfallen und sprechen: Ziehe aus, du und das ganze Volk, das deinen Füßen folgt, alsdann werde ich ausziehen. Hierauf ging er hinweg von Pharao im Entbrennen seines Zornes (d.i. im heftigen Zorn). 9. Und Jehovah sprach zu Mose: Pharao wird nicht auf euch hören, damit vermehrt werden Meine Wunder im Lande Ägypten. 10. Und Mose und Aharon taten alle diese Wunder vor Pharao; aber Jehovah verhärtete das Herz Pharaos; und er entließ nicht die Söhne Israels aus seinem Lande.   Inhalt 7763. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn von der Verdammnis des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens gehandelt, die durch die Erstgeburt Ägyptens bezeichnet wird, die um Mitternacht getötet wurde. Ferner von der Übertragung des wißtümlichen Wahren und Guten auf diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, was bezeichnet wird durch die silbernen und goldenen Gefäße, welche die Söhne Israels entlehnen sollten von den Ägyptern.   Innerer Sinn 7764. Vers 1-3: Und Jehovah sprach zu Mose: Noch eine Plage will Ich über Pharao herbeiführen, und über Ägypten, danach wird er euch fortlassen von hier; sobald er euch ganz entlassen wird, wird er euch sogar forttreiben von hier. Sage doch vor den Ohren des Volkes, daß ein jeder Mann von seinem Gefährten, und eine jede Frau von ihrer Gefährtin, silberne und goldene Gefäße verlange. Und Jehovah gab Gnade dem Volke vor den Augen der Ägypter; auch der Mann Mose war sehr groß im Lande Ägypten, in den Augen der Knechte Pharaos, und in den Augen des Volkes. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Belehrung; "noch eine Plage will Ich über Pharao herbeiführen, und über Ägypten" bedeutet das Ende der Verwüstung, welches die Verdammnis ist; "danach wird er euch fortlassen von hier" bedeutet, dann würden sie freigelassen werden; "sobald er euch ganz entlassen wird, wird er euch sogar forttreiben von hier" bedeutet, daß sie dieselben völlig freilassen und verabscheuen, und ihre Gegenwart fliehen würden; "sage doch vor den Ohren des Volkes" bedeutet Belehrung und Gehorsam; "daß ein jeder Mann von seinem Gefährten, und eine jede Frau von ihrer Gefährtin, silberne und goldene Gefäße verlange" bedeutet, daß das Wißtümliche des Wahren und Guten von den Bösen, die der Kirche angehörten, genommen, und den Guten aus ihr beigelegt werden solle; "und Jehovah gab Gnade dem Volke vor den Augen der Ägypter" bedeutet die Furcht derer, die im Bösen sind, vor denen, die der geistigen Kirche angehören, um der Plagen willen; "auch der Mann Mose war sehr groß im Lande Ägypten" bedeutet, nun sei Hochachtung (entstanden) vor dem göttlich Wahren; "in den Augen der Knechte Pharaos, und in den Augen des Volkes" bedeutet bei denen, die daselbst untertan waren. 7765. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 11/1, bedeutet die Belehrung, wie Nr. 7186, 7267, 7304, 7380. 7766. "Noch eine Plage will Ich über Pharao herbeiführen, und über Ägypten", 2. Mose 11/1, bedeutet das Ende der Verwüstung, welches die Verdammnis ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "noch eine Plage", insofern es das letzte der Verwüstung bezeichnet. Daß durch die dem Lande Ägypten auferlegten Plagen die aufeinanderfolgenden Zustände der Verwüstung bezeichnet werden, erhellt aus der Erklärung des Vorhergehenden. Daß das letzte die Verdammnis ist, nämlich des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens, wird aus dem Folgenden erhellen, denn durch die Tötung der Erstgeburten in Ägypten, wird die Verdammnis dieses Glaubens bezeichnet: durch den Tod die Verdammnis selbst, und durch die Erstgeburten der Glaube. Der Glaube heißt verdammt (oder verworfen), wenn das, was dem Glauben angehört, zur Verteidigung des Falschen und Bösen angewandt wird. Wenn die (Glaubenswahrheiten) dieses verteidigen, dann treten sie auf die Seite desselben, und werden zu Begründungen. Dies geschieht bei denen, die sowohl in der Lehre als im Leben den Glauben von der Liebtätigkeit trennen. Es ist jedoch bei ihnen kein Glaube, sondern nur ein Wissen von solchen Dingen, die sich auf den Glauben beziehen, das von ihnen Glaube genannt wird. Dies wird verstanden unter dem verdammten oder verworfenen Glauben. Überdies sind auch die Menschen selbst, in denen solches, was Angehör des Glaubens ist, dem Falschen und Bösen beigesellt war, nach der Verwüstung in der Verdammnis. Diese Verdammnis wird empfunden durch den üblen Geruch und Gestank, der von ihnen ausdünstet, mehr als aus denen, bei welchen solches, was Angehör des Glaubens ist, nicht gewesen war. Es verhält sich dies im besonderen, wie im allgemeinen. Im allgemeinen, wenn ein böser Geist sich einer himmlischen Gesellschaft naht, wo Liebtätigkeit ist, wird deutlich ein von ihm (ausgehender Gestank) empfunden; ebenso im besonderen, wo in demselben Subjekte sich solches befunden hatte, was Angehör des Himmels, d.h. des Glaubens ist, und zugleich solches, was Angehör der Hölle ist. Hieraus geht nun klar hervor, daß durch "noch eine Plage", die über Pharao und Ägypten verhängt werden sollte, das letzte der Verwüstung bezeichnet wird, das die Verdammnis ist. Durch Pharao werden nämlich diejenigen vorgebildet, die angefochten haben, hier, die verdammt werden; und durch Ägypten wird das natürliche Gemüt bezeichnet: Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301, 6147, 6252. 7767. "Danach wird er euch fortlassen von hier", 2. Mose 11/1, bedeutet, daß man sie dann freilassen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, insofern es heißt freilassen, wie oft im vorigen. 7768. "Sobald er euch ganz entlassen wird, wird er euch sogar forttreiben von hier", 2. Mose 11/1, bedeutet, daß sie dieselben völlig freilassen und verabscheuen, und ihre Gegenwart fliehen würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von ganz entlassen, insofern es heißt völlig freilassen; und aus der Bedeutung "er wird euch sogar forttreiben", insofern es ausdrückt, diejenigen verabscheuen und fliehen, die der geistigen Kirche angehören, und die sie angefochten haben; denn wer die Gegenwart jemandes verabscheut, der flieht sie auch, und treibt jenen von sich fort. Daß sie jetzt diejenigen verabscheuen und fliehen, die der geistigen Kirche angehören, kommt daher, daß das Gute und Wahre, das einfließt, sie nun quält. Es verhält sich damit, wie mit schmerzhaften Geschwüren, die nicht einmal die Berührung mit lauwarmen Wasser, oder den Hauch der Luft vertragen; oder wie mit einem kranken Auge, das nicht einmal die gemilderten Sonnenstrahlen (verträgt). So ist auch bei denen, die anfechten, ihr natürliches Gemüt nun so verwundet; denn sobald sie verwüstet sind, d.h. sobald das, was Sache ihres Glaubens war, verworfen ist, empfinden sie Schmerz bei der geringsten Berührung mit dem Guten und Wahren, daher ihr Abscheu dagegen. 7769. "Sage doch vor den Ohren des Volkes", 2. Mose 11/2, bedeutet Belehrung und Gehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, insofern es eine Belehrung bezeichnet, denn hier sagt Jehovah, was die Söhne Israels tun sollen, wenn sie von Ägypten ausziehen werden. Der Gehorsam wird bezeichnet durch "sagen vor den Ohren", denn die Ohren entsprechen dem Gehorsam, und daher bedeuten sie denselben: Nr. 2542, 3869, 4551, 4652-4660. 7770. "Daß ein jeder Mann von seinem Gefährten, und eine jede Frau von ihrer Gefährtin, silberne und goldene Gefäße verlange", 2. Mose 11/2, bedeutet, daß die wißtümlichen Kenntnisse des Wahren und Guten von den Bösen, die der Kirche angehörten, genommen, und den Guten aus ihr beigelegt werden sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung der silbernen Gefäße und der goldenen Gefäße, insofern sie die wißtümlichen Kenntnisse des Wahren und Guten bezeichnen. Daß Silber das Wahre und Gold das Gute bedeutet, sehe man Nr. 1551, 1552, 2954, 5658, 6112; und daß die Gefäße das Wißtümliche bedeuten: Nr. 3068, 3079. Die wißtümlichen Kenntnisse werden Gefäße des Wahren und Guten genannt, weil sie dieses enthalten. Man glaubt, die wißtümlichen Kenntnisse des Wahren und Guten seien das Wahre und Gute selbst, das dem Glauben angehört, sie sind es aber nicht, sondern die Neigungen zum Wahren und Guten sind es, die den Glauben bewirken; diese fließen in die wißtümlichen Kenntnisse ein, als in ihre Gefäße. Solche (Gefäße) von den Ägyptern verlangen, ist hier offenbar soviel als sie wegnehmen und sich zueignen. Daher wird 2. Mose 3/22 gesagt, sie sollten die Ägypter derselben berauben; und 2. Mose Kapitel 12, daß sie dieselben entwendet hätten. Es wird gesagt, jeder Mann solle von seinem Gefährten und jede Frau von ihrer Gefährtin (dieselben) verlangen, weil Mann sich auf das Wahre und Frau sich auf das Gute bezieht, wie sie dieses auch bedeuten. Wie sich dies verhalte, sehe man in der Erklärung zu 2. Mose 3/22, Nr. 6914, 6917. Aus diesem kann man ersehen, daß die echten wißtümlichen Kenntnisse des Wahren und Guten, die bei den Angehörigen der Kirche waren, welche die Glaubensgeheimnisse wußten, und doch ein böses Leben führten, auf die (Angehörigen) der geistigen Kirche übertragen wurden. Wie diese Übertragung geschehe, sehe man Nr. 6914. Dies wird bezeichnet durch die Worte des Herrn bei Matth.25/25,28-30; Luk.19/24-26: "Der Herr sprach zu dem, der hinging und sein Talent in der Erde verbarg: Nehmet von ihm das Talent (oder Pfund), und gebet es dem, der zehn Talente hat, denn einem jeden, der hat, wird gegeben werden, daß er die Fülle habe, dem aber, der nicht hat, wird auch, was er hat, genommen werden, und den unnützen Knecht werfet hinaus in die äußere Finsternis". Matth.13/12; Mark.4/24,25: "Wer da hat, dem wird gegeben, daß er Überfluß habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat". Die Ursache ist, weil die Erkenntnisse des Guten und Wahren bei den Bösen zu bösen, bei den Guten aber zu guten Zwecken angewendet werden. Die Erkenntnisse sind dieselben, aber die praktische Verwendung bei einem jeden bildet die Beschaffenheit derselben. Es verhält sich damit wie mit den irdischen Reichtümern, diese werden bei dem einen zu guten Zwecken benützt, bei dem anderen zu bösen Zwecken; daher sind die Reichtümer bei einem jeden so, wie der Zweck, zu dem sie angewendet werden. Hieraus wird nun auch klar, daß dieselben Erkenntnisse, sowie auch dieselben Reichtümer, die bei den Bösen waren, bei den Guten sein und zu guten Nutzzwecken dienen können. Aus obigem läßt sich nun erkennen, was dadurch vorgebildet wird, daß den Söhnen Israels geboten wurde, von den Ägyptern silberne und goldene Gefäße zu entlehnen, und sie ihnen dadurch nehmen und somit zu berauben. Solches Entreißen oder Berauben wäre nimmermehr von Jehovah befohlen worden, wenn es nicht solches in der geistigen Welt vorgebildet hätte. Ähnliches liegt in dem, was gesagt wird Jes.23/18: "Zuletzt wird der Kaufhandel von Tyrus und ihr Buhlerlohn dem Jehovah geheiligt sein; man wird ihn nicht zurücklegen, noch aufsparen, sondern ihr Handel wird denen zugute kommen, die vor Jehovah wohnen, damit sie essen bis zur Sättigung, und sich kleiden mit Kostbarem": hier von Tyrus, durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden: Nr. 1201. Der Handelserwerb und der Buhlerlohn bedeuten die zu bösen Zwecken angewandten Erkenntnisse. Daß sie den Guten gegeben werden sollen, die sie zu guten Zwecken anwenden, wird dadurch bezeichnet, daß ihr Erwerb denen zugute kommen solle, die vor Jehovah wohnen, damit sie essen bis zur Sättigung, und sich kleiden mit Kostbarem. Micha 4/13: "Steh auf und drisch, Tochter Zions, denn dein Horn will Ich zu Eisen machen, und deine Klauen zu Erz, daß du zermalmest viele Völker, und ihren Erwerb habe ich dem Jehovah geweiht und ihre Schätze dem Herrn der ganzen Erde": zermalmen viele Völker bedeutet, sie zerstören, die Schätze, die Jehovah und dem Herrn der ganzen Erde geweiht sind, bedeuten die Erkenntnisse des Wahren und Guten. "Daß David dem Jehovah das Silber und Gold weihte, das er von den unterworfenen Völkern genommen hatte, von den Syrern, von Moab, von den Söhnen Ammons, von den Philistern, von Amalek, und von der Beute Hadad-Ezers": 2.Sam.8/11,12; und daß Salomo das von seinem Vater Geheiligte zu den Schätzen im Hause Jehovahs legte": 1.Kön.7/51, hat dieselbe Bedeutung. 7771. "Und Jehovah gab Gnade dem Volke vor den Augen der Ägypter", 2. Mose 11/3, bedeutet die Furcht derer, die im Bösen sind, vor denen, die der geistigen Kirche angehören, um der Plagen willen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6914 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. 7772. "Auch der Mann Mose war sehr groß im Lande Ägypten", 2. Mose 11/3, bedeutet die Achtung oder Ehrfurcht vor dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, worüber öfter; aus der Bedeutung von sehr groß, insofern es sich auf die Achtung bezieht, hier Achtung aus Furcht, weil die Bösen, die in der Hölle sind, für das Göttliche keine andere Achtung haben, als die aus Furcht. Daß "sehr groß" sich auf die Achtung bezieht, ist deutlich, denn es heißt: in den Augen der Knechte, und in den Augen des Volkes. Ferner aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt vorbildet, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301, 6147, 6252. Daraus erhellt, daß durch "der Mann Mose war sehr groß im Lande Ägypten", die Achtung vor dem göttlich Wahren im Gemüte bezeichnet wird, nämlich derer, welche die Guten anfechten. 7773. "In den Augen der Knechte Pharaos, und in den Augen des Volkes", 2. Mose 11/3, bedeutet bei denen, die ihm daselbst untertan waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte und des Volkes, insofern sie die Untertanen bezeichnen, denn durch Pharao werden die Vornehmsten unter denen, die anfochten, vorgebildet, denen die übrigen untergeordnet waren. Daß die Untergebenen bezeichnet werden, kommt daher, daß bei den Bösen, ebenso wie bei den Guten, oder in der Hölle, wie im Himmel eine Regierungsform besteht; es gibt nämlich Herrschaften und Unterordnungen, ohne solche kann keine Gesellschaft eng verbunden sein. Doch verhalten sich die Unterordnungen im Himmel ganz anders, als die Unterordnungen in der Hölle. Im Himmel leben alle als Gleichstehende, denn einer liebt den anderen, wie ein Bruder den anderen. Gleichwohl gibt einer dem anderen soweit den Vorzug vor sich, als dieser ihn an Einsicht und Weisheit übertrifft. Die Liebe selbst zum Guten und Wahren bewirkt, daß jeder sich gleichsam von selbst denen unterordnet, die ihn in der Weisheit des Guten und in der Einsicht des Wahren übertreffen. Die Unterordnungen in der Hölle hingegen bestehen durch Oberherrschaft und daher auch durch strenge Bestrafungen. Der, welcher herrscht, verfährt sehr hart gegen diejenigen, die nicht jedem seiner Winke folgen; denn ein jeder betrachtet den anderen als seinen Feind, dem äußeren Schein nach aber als seinen Freund, wegen des Zusammenhaltens gegen die Gewalttätigkeit der anderen; dieses Zusammenhalten ist wie bei den Räubern. Die Untergebenen streben beständig nach der Herrschaft, und empören sich auch öfters; dann wird der Zustand bei ihnen jammervoll, denn alsdann herrscht Wut und Grausamkeit. Solche Wechsel kommen häufig vor. Hieraus kann man ersehen, wie es sich mit den Unterordnungen im anderen Leben verhält. 7774. Vers 4-8: Und Mose sprach: So spricht Jehovah, um Mitternacht will Ich ausgehen in die Mitte Ägyptens. Und alle Erstgeburt im Lande Ägypten wird sterben, von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter der Mühle steht, und alle Erstgeburt des Viehs. Und es wird ein großes Geschrei sein im ganzen Land Ägypten, wie es nicht gewesen ist, und wie keines mehr sein wird. Aber bei allen Kindern Israels soll nicht ein Hund seine Zunge regen vom Manne an bis zum Vieh, damit ihr erkennet, wie Jehovah einen Unterschied macht zwischen den Ägyptern und zwischen Israel. Da werden alle diese deine Knechte zu mir herabkommen, und vor mir niederfallen und sprechen: Ziehe aus, du und das ganze Volk, das deinen Füßen folgt, alsdann werde ich ausziehen. Hierauf ging er hinweg von Pharao im Entbrennen seines Zornes (d.i. im heftigen Zorn). "Und Mose sprach: So spricht Jehovah" bedeutet Belehrung; "um Mitternacht" bedeutet nach völliger Verwüstung; "will Ich ausgehen in die Mitte Ägyptens" bedeutet, alsdann sei überall die Gegenwart des Göttlichen; "und alle Erstgeburt im Lande Ägypten wird sterben" bedeutet alsdann die Verwerfung des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens; "von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne sitzt" bedeutet die verfälschten Glaubenswahrheiten, die an erster Stelle (sind); "bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter der Mühle steht" bedeutet die verfälschten Glaubenswahrheiten, die an letzter Stelle; "und alle Erstgeburt des Viehs" bedeutet das verkehrte Gute des Glaubens; "und es wird ein großes Geschrei sein im ganzen Land Ägypten" bedeutet die innere Klage; "wie es nicht gewesen ist, und wie keines mehr sein wird" bedeutet der Zustand sei so, daß es seinesgleichen nicht geben könne; "aber bei allen Kindern Israels soll nicht ein Hund seine Zunge regen" bedeutet, daß bei den Angehörigen der geistigen Kirche nicht das geringste von Verdammnis und Klage sei; "vom Manne an bis zum Vieh" bedeutet, weder in betreff des Wahren, noch in betreff des Guten; "damit ihr erkennet, wie Jehovah einen Unterschied macht zwischen den Ägyptern und zwischen Israel" bedeutet, damit bekannt werde, welches der Unterschied sei zwischen denen, die im Bösen, und denen, die im Guten sind; "da werden alle diese deine Knechte zu mir herabkommen" bedeutet diejenigen, die untergeordnet sind; "und vor mir niederfallen" bedeutet die Achtung aus Furcht vor dem göttlich Wahren; "und sprechen: Ziehe aus, du und das ganze Volk, das deinen Füßen folgt" bedeutet die Bitte, daß sich von ihnen entfernen möchten diejenigen, die im Wahren aus dem Göttlichen sind, vom Höchsten bis zum Niedrigsten; "alsdann werde ich ausziehen" bedeutet das göttlich Wahre werde sich entfernen; "hierauf ging er hinweg von Pharao im Entbrennen seines Zornes" bedeutet die Trennung der Gegenwart des göttlich Wahren von denen, die verworfen werden sollten. 7775. "Und Mose sprach: So spricht Jehovah", 2. Mose 11/4, bedeutet Belehrung; wie Nr. 7765. 7776. "Um Mitternacht", 2. Mose 11/4, bedeutet nach völliger Verwüstung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mitternacht, insofern sie die Zeit bezeichnet, wo die dichteste Finsternis, d.h. lauter Falsches ist; denn die Nacht bedeutet den Zustand des Falschen: Nr. 2353, 6000. Die Mitte derselben bezeichnet den höchsten (Grad); somit bedeutet Mitternacht die völlige Verwüstung. 7777. "Will Ich ausgehen in die Mitte Ägyptens", 2. Mose 11/4, bedeutet, alsdann sei überall die Gegenwart des Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in die Mitte ausgehen", wenn es von Jehovah gesagt wird, insofern es die Gegenwart des Göttlichen bezeichnet. Überall wird durch Mitte bezeichnet, wenn es von einem Lande gesagt wird; denn ausgehen in die Mitte Ägyptens bedeutet in das Ganze. 7778. "Und alle Erstgeburt im Lande Ägypten wird sterben", 2. Mose 11/5, bedeutet alsdann die Verwerfung des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es die Verwerfung (oder Verdammung) bezeichnet, worüber Nr. 5407, 6119; und aus der Bedeutung der Erstgeburt, insofern sie den Glauben der Kirche bezeichnet, durch den die Liebtätigkeit wirkt, worüber Nr. 352, 2435, 6344, 7035. Die Erstgeburt aber im Lande Ägypten ist der Glaube ohne Liebtätigkeit, worüber man sehe Nr. 7766. Was den Glauben ohne Liebtätigkeit anbelangt, so muß noch Folgendes bemerkt werden: der Glaube ohne Liebtätigkeit ist kein Glaube, sondern nur ein Wissen von solchen Dingen, die dem Glauben angehören; denn die Glaubenswahrheiten zielen auf die Liebtätigkeit als ihren höchsten Zweck, und nachher gehen sie aus der Liebtätigkeit als aus ihrem ersten Zweck hervor. Daraus erhellt, daß das, was dem Glauben angehört, nicht möglich ist bei denen, die nicht in der Liebtätigkeit sind. Daß jedoch eine Kenntnis der Glaubenswahrheiten bei ihnen stattfinden kann, ist bekannt. Diese Kenntnis ist es, die von ihnen Glaube genannt wird; und wenn die Kenntnisse des Wahren und Guten des Glaubens von ihnen zur Bestärkung des Falschen und Bösen angewendet werden, dann ist nicht mehr Wahres und Gutes des Glaubens in denselben, denn sie nähern sich dem Falschen und Bösen, dem sie dienen, weil sie dann das Falsche und Böse selbst bezwecken, das sie begründen. Das, was dem echten Glauben angehört, blickt aufwärts zum Himmel und zum Herrn, das hingegen, was dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben angehört, blickt abwärts, und wenn es das Böse und Falsche (verteidigt und) begründet, zur Hölle. Hieraus erhellt auch, daß der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube kein Glaube ist. So läßt sich nun erkennen, was unter der Verwerfung des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens verstanden wird, nämlich die Verwerfung des verfälschten Wahren und des verkehrten Guten des Glaubens, denn wenn das Wahre verfälscht ist, dann ist es nicht mehr Wahres, sondern Falsches, und wenn das Gute verkehrt ist, dann ist es nicht Gutes, sondern Böses; und der Glaube selbst ist dann nicht mehr ein Glaube an das Wahre und Gute, sondern an das Falsche und Böse, wie er auch in äußerer Form erscheinen und lauten mag. Und, was ein Geheimnis ist, bei jedem ist der Glaube so beschaffen, wie sein Leben. Wenn also das Leben verurteilt (verworfen) ist, so ist es auch der Glaube, denn er ist ein falscher Glaube, wenn das Leben böse ist. Daß es sich so verhält, erscheint nicht in der Welt, wird aber offenbar im anderen Leben. Wenn dort die Bösen ihrer Kenntnis des Wahren und Guten beraubt werden, dann tritt das Falsche aus dem Bösen hervor, das bei ihnen verborgen lag. Bei einigen Bösen findet eine Selbstberedung statt, daß das Wahre ihres Glaubens Wahrheit sei; diese Beredung halten sie auch für Glauben. Es ist aber kein Glaube, denn infolge seines Zweckes ist ihm die Eigenschaft eingeprägt, als Mittel zu dienen, um Gewinn, Ehrenstellen und Ruhm zu erlangen. Solange solche Wahrheiten als Mittel dienen, werden sie um des Zweckes willen geliebt, der ein böser ist; wenn sie aber nicht mehr dienen, werden sie aufgegeben, ja sogar als Falsches angesehen. Diese Selbstberedung ist es, was Beredungsglaube (d.h. Wahnglaube) genannt wird; und er wird durch die Worte des Herrn verstanden bei Matth.7/22,23: "Viele werden zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt, und in Deinem Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Taten getan? Alsdann aber werde Ich ihnen erklären: Ich kenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Übeltäter". Derselbe Glaube wird auch verstanden unter den Lampen ohne Öl bei den fünf törichten Jungfrauen, die auch sprachen: "Herr, Herr, tue uns auf; Er aber antwortete: Wahrlich, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht": Matth.25/11,12; Lampen bedeuten Glaubenswahrheiten, und Öl das Gute der Liebtätigkeit; also Lampen ohne Öl das Glaubenswahre ohne das Gute der Liebtätigkeit. 7779. "Von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne sitzt", 2. Mose 11/5, bedeutet die verfälschten Glaubenswahrheiten, die an erster Stelle sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erstgeborenen, insofern er den Glauben bezeichnet, worüber Nr. 352, 2435, 6344, 7035; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Wißtümliche im allgemeinen darstellt, das die Wahrheiten der Kirche verdreht, worüber Nr. 6615, 6651, 6679, 6683, 6692; also bedeutet der Erstgeborene Pharaos den Glauben derer, die solches tun, somit den Glauben an die verfälschten Glaubenswahrheiten. Ferner aus der Bedeutung des Thrones, insofern er die Herrschaft des Wahren bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn die Herrschaft des Falschen, worüber Nr. 5313. Unter dem Erstgeborenen Pharaos, der auf seines Vaters Thron sitzen wird, werden die verfälschten Glaubenswahrheiten verstanden, welche die erste Stelle einnehmen. Dies erhellt daraus, daß es heißt: "bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter der Mühle steht", wodurch die verfälschten Glaubenswahrheiten bezeichnet werden, die an letzter Stelle sind. Und überdies bedeutet der Sohn des Königs das Hauptsächliche, weil der König das Haupt ist. Die verfälschten Wahrheiten an erster Stelle sind diejenigen, die als wesentliche anerkannt werden, wie z.B. daß der Glaube selig mache, wie auch immer der Mensch gelebt habe, und daß er den Menschen selig mache auch in der letzten Stunde seines Lebens, und daß dieser dann rein sei von Sünden, so daß (das Böse) also in einem Augenblick entfernt werde, wie der Schmutz an den Händen durch das Wasser. Ferner diejenigen, die bestimmen, daß der Glaube möglich sei ohne Liebtätigkeit, und daß das Leben zur Beseligung des Menschen nichts beitrage. Dann auch, daß ein teuflischer Mensch im Augenblick zu einem Engel Gottes werden könne. Solches und ähnliches ist das verfälschte Wahre an erster Stelle, was daraus zunächst abgeleitet wird, nimmt die zweite Stelle ein, was in entfernter Beziehung steht, steht an letzter Stelle; denn es gibt von jeder Wahrheit Ableitungen, in umfassender und langer Reihenfolge, von denen einige in unmittelbarer, andere in mittelbarer Beziehung stehen. Diejenigen, die nur in einiger Berührung damit stehen, sind die letzten. Daß solches und ähnliches verfälschte Glaubenswahrheiten sind, ist klar und deutlich, denn wer, wenn er richtig denkt, weiß nicht, daß das Leben des Glaubens bewirkt, daß der Mensch geistig wird, nicht aber der Glaube, außer insoweit, als er dem Leben eingepflanzt ist. Das Leben des Menschen ist seine Liebe, und was er liebt, das will und beabsichtigt er; und was er will und beabsichtigt, das tut er. Das ist des Menschen Sein (und Wesen), nicht aber, was er weiß und denkt, aber nicht will. Dieses Sein des Menschen kann keineswegs in ein anderes Sein verwandelt werden durch ein Denken an Vermittlung und Seligmachung, sondern durch die Wiedergeburt, die während eines großen Teiles seines Lebens zustande kommt; denn er muß von neuem empfangen und geboren werden und heranwachsen. Dies geschieht aber nicht durch Denken und Reden, sondern durch Wollen und Handeln. Dies wurde gesagt, weil durch den Erstgeborenen Pharaos und die Erstgeborenen der Ägypter der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube bezeichnet wird. Daß derselbe kein Glaube ist, sondern nur ein Wissen dessen, was Sache des Glaubens ist, wurde im obigen gezeigt. Die Erstgeborenen der Ägypter bildeten diesen Glauben vor, weil die Ägyptern mehr als die übrigen, welche die vorbildliche Kirche nach der Zeit der Sündflut bildeten, in der Kenntnis der kirchlichen Zeremonien und Gebräuche waren: Nr. 4749, 4964, 4966, 6004. Zu jener Zeit bildeten alle kirchlichen Gebräuche geistige Dinge vor, die im Himmel sind. Diese waren den Ägyptern mehr als den anderen bekannt. Aber im Laufe der Zeit fingen sie an, nur die Kenntnisse zu lieben, und dann legten sie, ebenso wie heutzutage, allen Wert in die Kenntnis dessen, was Angehör der Kirche ist, und nicht mehr auf das Leben der Liebtätigkeit. So verkehrten sie die ganze Ordnung der Kirche, wodurch notwendig die Wahrheiten, welche die des Glaubens genannt werden, verfälscht werden mußten; denn die Wahrheiten, die gegen die göttliche Ordnung angewandt werden, was geschieht, wenn man sie zum bösen, oder, wie bei den Ägyptern, zu magischen Künsten (verwendet), sind nicht mehr Wahrheiten bei solchen, sondern nehmen von dem Bösen, wozu sie verwendet werden, die Eigenschaft des Falschen an. Zur Erläuterung mag die Anbetung des Kalbes (oder Stieres) bei den Ägyptern dienen: sie wußten, was das Kalb vorbildete, nämlich das Gute der Liebtätigkeit. Solange sie dies wußten und dachten, wenn sie Kälber sahen oder Kälber bereiteten zu Gastmählern der Liebtätigkeit, wie sie bei den Alten stattfanden, und wenn sie späterhin Kälber zum Opfer darbrachten, so lange dachten sie vernünftig und übereinstimmend mit den Engeln im Himmel, denn bei diesen bedeutet das Kalb das Gute der Liebtätigkeit. Als sie aber anfingen, Kälber aus Gold zu machen, und sie in ihren Tempeln aufzustellen und anzubeten, dachten sie unvernünftig und zusammenstimmend mit den Höllischen. So verkehrten sie das vorbildlich Wahre in vorbildlich Falsches. 7780. "Bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter der Mühle steht", 2. Mose 11/5, bedeutet die verfälschten Glaubenswahrheiten, die an letzter Stelle sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erstgeborenen, insofern er den Glauben bezeichnet, worüber Nr. 7779; und weil er den Glauben bedeutet, so bezeichnet er das Wahre in seiner Zusammenfassung, denn das Wahre ist Sache des Glaubens, weil es geglaubt werden muß. Aus der Bedeutung der Magd, insofern sie die äußere Neigung zum Wahren bezeichnet oder die Neigung zu den Kenntnissen, worüber Nr. 1895, 2567, 3835, 3849. Die Magd aber hinter der Mühle bedeutet eine sehr äußerliche Neigung zu den Kenntnissen, denn "hinter der Mühle" bedeutet, daß es an letzter Stelle sei. Hinter der Mühle wird gesagt, weil Mühle von dem gesagt wird, was Sache des Glaubens ist, denn das Getreide wird durch die Mühle zermalmt zum Mehl, und so zum Brot bereitet, und durch Mehl wird das Wahre bezeichnet, aus dem das Gute hervorgeht, und durch Brot das Gute selbst, das daher stammt. Somit bedeutet bei der Mühle sitzen, solches erlernen und aufnehmen, was dem Glauben, und durch den Glauben der Liebtätigkeit dienen soll. Daher kommt es, daß die Alten, wenn sie die ersten Grundzüge der Glaubenslehre beschrieben, sie dieselben darstellten durch Sitzen bei den Mühlen, und was noch mehr Anfangsgründe waren, durch ein Sitzen hinter den Mühlen. Weil solches bezeichnet wurde, deshalb sagt der Herr, wo Er von der letzten Zeit der Kirche lehrt: Matth.24/41: "Zwei werden mahlen in der Mühle, eine wird angenommen, und die andere zurückgelassen werden"; was niemals gesagt worden wäre, wenn nicht Mühle das bedeutete, was Sache des Glaubens ist. Was Mühle und mahlen im inneren Sinn bedeutet, sehe man Nr. 4335. Was die Glaubenswahrheiten anbelangt, die an erster Stelle und die an letzter sind, so muß man wissen, daß diejenigen Glaubenswahrheiten die erste Stelle einnehmen, die unmittelbar aus dem Guten der Liebtätigkeit hervorgehen, denn sie sind das Gute in seiner Gestaltung. Die Wahrheiten hingegen, welche die letzte Stelle einnehmen, sind nackte Wahrheiten, denn wenn die Wahrheiten mehr und mehr abgeleitet werden, entfernen sie sich bei jedem Schritt weiter vom Guten, und werden zuletzt nackte Wahrheiten. Solche Wahrheiten sind es, die durch die Magd hinter der Mühle bezeichnet werden. 7781. "Und alle Erstgeburt des Viehs", 2. Mose 11/5, bedeutet das verkehrte Gute des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erstgeburt, insofern sie den Glauben bezeichnet, und aus der Bedeutung des Viehs, insofern es die Neigungen zum Guten bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn die Neigungen zum Bösen, worüber Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 2179, 2180, 3519, 5198, 7424. Daß das Vieh diese Bedeutung hat, stammt aus den Vorbildungen im anderen Leben: Nr. 3218; daher wurden auch durch dasselbe solche Dinge bei den Opfern bezeichnet: Nr. 2180, 2805, 2807, 2830, 3519. Weil das Vieh solches bedeutet, darum wird durch die Erstgeburt des Viehs des Gute des Wahren, hier das Verkehrte bezeichnet, weil von den Ägyptern (die Rede ist), die alles Wahre und Gute verkehrten durch Anwendungen zu bösen Nutzzwecken. 7782. "Und es wird ein großes Geschrei sein im ganzen Land Ägypten", 2. Mose 11/6, bedeutet die innere Klage. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschreies, das um gestorbene Erstgeburten, und im inneren Sinn um der Verdammnis willen (erhoben wurde), insofern es die Klage bezeichnet. Daß ein großes Geschrei die innere Klage bedeutet, kommt daher, weil die Klage, je größer sie ist, desto tiefer im Inneren ist. 7783. "Wie es nicht gewesen ist, und wie keines mehr sein wird", 2. Mose 11/6, bedeutet, der Zustand sei so, daß es seinesgleichen nicht geben könne; dies kann aus dem erhellen, was Nr. 7649, 7686 erklärt worden ist. 7784. "Aber bei allen Kindern Israels soll nicht ein Hund seine Zunge regen", 2. Mose 11/7, bedeutet, daß bei den Angehörigen der geistigen Kirche nicht das Geringste von Verdammnis und Klage sein wird. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, welche die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; und aus der Bedeutung von "nicht ein Hund soll seine Zunge regen", insofern es soviel ist als, nicht das Geringste von Verdammnis und von Klage haben, denn es wird dem großen Geschrei entgegengesetzt, das im Lande Ägypten sein wird, und eine tief innere Klage bedeutet: Nr. 7782; und zwar wegen der Verdammnis, die bezeichnet wird durch den Tod der Erstgeburten. Daß nicht das Geringste von Verdammnis bei denen sei, die der geistigen Kirche angehören, d.h., die im Guten dieser Kirche sind, kann nicht so verstanden werden, als ob sie ohne jegliches Böse wären, sondern daß sie vom Bösen abgehalten und im Guten vom Herrn gehalten werden. Ihr Eigenes ist nichts als Böses und Verdammliches, aber das Eigene vom Herrn, das sie empfangen, ist gut, also ohne jegliche Verdammlichkeit. So ist es zu verstehen, daß nichts von Verdammnis sei bei denen, die im Herrn sind. Daß es heißt, kein Hund werde seine Zunge regen, kommt aus der Bedeutung des Hundes. Hund bedeutet die Untersten von allen oder die Geringen in der Kirche, und auch die, welche außerhalb der Kirche sind. Ferner solche, die viel schwätzen von den Dingen der Kirche, und wenig davon verstehen. Und im entgegengesetzten Sinn die, welche dem Glauben der Kirche völlig fremd sind, und dabei die (Wahrheiten) des Glaubens mit Schmähungen überhäufen. Daß Hunde diejenigen bedeuten, die außerhalb der Kirche sind, erhellt Matth.15/26-28 und Mark.7/27,28: "Jesus sprach zu dem kananäischen Weibe: Es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen, und es den Hunden vorzuwerfen; sie aber sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihres Herrn Tisch fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! es geschehe dir, wie du willst. Und das Weib wurde geheilt": hier werden unter Kinder diejenigen verstanden, die innerhalb der Kirche sind, und durch Hunde, die außerhalb. Ebenso durch die Hunde, welche die Wunden des Lazarus leckten: Luk.16/21; denn durch den Reichen werden hier im inneren Sinn diejenigen verstanden, die innerhalb der Kirche sind, und daher Überfluß an geistigen Reichtümern haben, die Erkenntnisse des Wahren und Guten sind. Hunde bedeutet diejenigen, die innerhalb der Kirche an unterster Stelle sind, und die von dem, was Sache der Kirche ist, viel schwätzen, aber wenig verstehen; und im entgegengesetzten Sinn diejenigen, die gegen die Wahrheiten des Glaubens Schmähungen ausstoßen: Jes.56/10: "Blind sind alle seine Wächter, sie wissen nichts; alle ihre Hunde sind stumm und können nicht bellen, sie sehen sich um, liegen da, und schlafen gerne". Ps.59/7,15: "Sie lärmen wie Hunde, durchlaufen die Stadt, denn sie lästern mit ihrem Munde, Schwerter sind auf ihren Lippen". Ps.68/24: "Daß du deinen Fuß badest in Blut, die Zunge deiner Hunde". Matth.7/6: "Gebet nicht das Heilige den Hunden, werfet nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie nicht dieselben zertreten mit ihren Füßen, und sich umwendend euch zerreißen". Daher wird auch das Gemeinste, das man wegwerfen soll, durch einen toten Hund bezeichnet: 1.Sam.24/15; 2.Sam.9/8; 16/9. 7785. "Vom Manne an bis zum Vieh", 2. Mose 11/7, bedeutet, weder in betreff des Wahren, noch in betreff des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mannes, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 3134; und aus der Bedeutung des Viehs, insofern es die Neigung zum Guten bezeichnet, also auch das Gute, worüber Nr. 7781. 7786. "Damit ihr erkennet, wie Jehovah einen Unterschied macht zwischen den Ägyptern und zwischen Israel", 2. Mose 11/7, bedeutet, damit bekannt werde, welches der Unterschied sei zwischen denen, die im Bösen, und denen, die im Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, insofern es soviel ist als bekannt sein (mit etwas); aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen darstellen, die im Bösen sind. Die Ägypter bedeuten im Vorhergehenden die, welche im Falschen sind, nun aber, nachdem sie abgeödet sind in bezug auf die Wahrheiten der Kirche, die sie wußten, werden durch sie diejenigen bezeichnet, die im Bösen sind; denn der Tod der Erstgeborenen bedeutet die Verdammnis (Verwerfung), die den Zustand des Bösen bezeichnet. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, welche die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, worüber Nr. 7784, also die im Guten, denn die, welche der geistigen Kirche angehören, werden durch den Glauben zur Liebtätigkeit geführt, somit durch das Wahre zum Guten. 7787. "Da werden alle diese deine Knechte zu mir herabkommen", 2. Mose 11/8, bedeutet diejenigen, die untergeordnet sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte Pharaos, insofern sie die Untergeordneten vorbilden, worüber Nr. 7773. 7788. "Und vor mir niederfallen", 2. Mose 11/8, bedeutet die Achtung aus Furcht vor dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon öfter; und aus der Bedeutung von niederfallen, insofern es die Demütigung ausdrückt, hier aber, weil es von denen gesagt wird, die im Bösen sind. Die Achtung aus Furcht wird gesagt, weil die Bösen keine andere Achtung vor dem göttlich Wahren, nicht einmal vor dem Göttlichen Selbst haben, als die bei ihnen aus der Furcht entsteht, denn die in den Höllen lieben nur sich, und die nur sich lieben, haben vor anderen keine Achtung; denn alle Achtung vor anderen, auch vor dem Göttlichen Selbst, wenden sie sich zu. Wo Liebe ist, da ist auch Achtung; wo nicht Liebe ist, da ist keine Achtung, außer aus Furcht. Daher kommt es, daß die Bösen im anderen Leben Strafen erleiden, bis sie endlich nicht mehr wagen, gegen die Guten sich aufzulehnen und ihnen zu schaden; denn sie werden durch kein anderes Mittel als durch Furcht abgehalten, Böses zu tun. 7789. "Und sprechen: Ziehe aus, du und das ganze Volk, das deinen Füßen folgt", 2. Mose 11/8, bedeutet die Bitte, daß sich von ihnen entfernen möchten diejenigen, die im Wahren aus dem Göttlichen sind, vom Höchsten bis zum Niedrigsten. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es soviel ist als sich entfernen; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der hier durch "du" gemeint ist, insofern er das göttlich Wahre darstellt; aus der Bedeutung des Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die im Wahren vom Göttlichen sind, denn durch die Söhne Israels, die hier das Volk sind, werden die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, also die, welche im Wahren des Guten und im Guten des Wahren sind, hier die im Wahren vom Göttlichen; denn es heißt das Volk, das deinen Füßen folgt; denn Mose bildet das göttlich Wahre vor. Ferner aus der Bedeutung von "deinen Füßen folgen", insofern es die bezeichnet, die unterhalb, somit die untergeordnet sind; denn die Füße bedeuten das Untergeordnete, weil das Natürliche, denn die natürliche Welt steht unter der geistigen Welt. Daß die Füße das Natürliche bedeuten, sehe man Nr. 2162, 3761, 3986, 4280, 4938-4952. Daher kommt es, daß gesagt wird "das Volk, das deinen Füßen folgt". Dasselbe wird auch bezeichnet durch "vom Höchsten bis zum Niedrigsten", durch Mose das Höchste, weil das göttlich Wahre bezeichnet wird; durch das Volk, das seinen Füßen folgt; alle und jede, die im Wahren vom Göttlichen sind. 7790. "Alsdann werde ich ausziehen", 2. Mose 11/8, bedeutet, das göttlich Wahre werde sich entfernen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es eine Entfernung bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung von Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt. Dies ist die Bedeutung, weil von denen, welche die Redlichen angefochten haben, nach ihrer Verurteilung alles göttlich Wahre sich entfernt; denn dann sind sie im Zustand ihres Bösen, und das Böse verwirft alles göttlich Wahre und löscht es aus. Bevor sie verurteilt wurden, wußten sie zwar die Glaubenswahrheiten, gleichwohl aber hatten sie die Wahrheiten nicht in sich; denn die Wahrheiten waren damals zwar in ihrem Munde, aber nicht in ihrem Herzen, deswegen bleibt, wenn sie in betreff des Wahren abgeödet sind, das Böse, und dann tritt auch das Falsche des Bösen hervor, das in diesem verborgen lag. Obgleich sie nämlich die Wahrheiten bekannten, waren sie doch nicht in ihnen, sondern im Falschen. Auch selbst ihr Bekenntnis des Wahren stammte nicht aus seinem Ursprung, nämlich aus dem Guten, sondern aus dem Bösen, denn es fand bei ihnen statt wegen des Gewinnes, der Ehrenstellen, des Ruhmes, also um ihrer selbst und der Welt willen. Die Wahrheiten, die aus solchem Ursprung stammen, haften nur an der Oberfläche, und daher fallen dieselben, wenn sie abgeödet werden, wie Schuppen ab, und wenn sie abfallen, lassen sie übelriechende und unreine Stellen zurück aus dem Falschen, das aus dem Bösen daselbst hervordringt. So ist das Schicksal derer, welche die Glaubenswahrheiten gekannt, und doch gegen dieselben gelebt haben, gemäß den Worten des Herrn bei Luk.12/47,48: "Der Knecht, der den Willen seines Herrn weiß, und sich nicht bereitet, und auch seinen Willen nicht tut, wird viel Streiche leiden, der ihn aber nicht weiß, wird wenig Streiche erhalten, wenn er auch tut, was der Streiche wert ist". 7791. "Hierauf ging er hinweg von Pharao im Entbrennen seines Zornes", 2. Mose 11/8, bedeutet die Trennung (oder Losreißung) der Gegenwart des göttlich Wahren von denen, die verworfen werden müssen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinweggehen, insofern es soviel ist als sich entfernen; hier sich losreißen, weil es heißt, "im Entbrennen seines Zorns". Zuletzt wenn die Verwerfung (stattfindet), tritt auch wirklich ein Losreißen ein; denn wenn sie anfangen, das göttlich Wahre zu verabscheuen, dann zu fürchten, und endlich vor dessen Gegenwart zu schaudern, dann reißen sie sich von demselben los. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon öfter; und aus der Vorbildung Pharaos, insofern er diejenigen darstellt, welche die Angehörigen der geistigen Kirche anfechten, was auch öfters gesagt wurde, hier aber die, welche verworfen werden müssen; denn die Verwerfung wird dadurch bezeichnet, daß die Erstgeborenen in den Tod gegeben werden: Nr. 7778. Und aus der Bedeutung des Entbrennens des Zorns, insofern es Widerwillen, Abscheu bezeichnet, worüber Nr. 3614, 5034, 5798, und wenn es dem Göttlichen beigelegt wird, wie hier dem göttlich Wahren, das durch Mose vorgebildet wurde, dann wird darunter verstanden, daß nicht das Göttliche sich abwende, sondern die, welche im Bösen sind: Nr. 5798. Entbrennen wird vom Falschen, und Zorn vom Bösen gesagt: Nr. 3614. 7792. Vers 9,10: Und Jehovah sprach zu Mose: Pharao wird nicht auf euch hören, damit vermehrt werden Meine Wunder im Lande Ägypten. Und Mose und Aharon taten alle diese Wunder vor Pharao; aber Jehovah verhärtete das Herz Pharaos; und er entließ nicht die Söhne Israels aus seinem Lande. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Belehrung; "Pharao wird nicht auf euch hören" bedeutet den Ungehorsam; "damit vermehrt werden Meine Wunder im Lande Ägypten" bedeutet, damit sie überzeugt würden, daß sie in keinem Glauben gewesen, sondern im Bösen; "und Mose und Aharon taten alle diese Wunder vor Pharao" bedeutet diese Abödungen und die daraus hervorgehenden Beweise, daß sie im Bösen sind, seien geschehen durch das vom Göttlichen hervorgehende Wahre; "aber Jehovah verhärtete das Herz Pharaos" bedeutet, daß sie hartnäckig wurden; "und er entließ nicht die Söhne Israels aus seinem Lande" bedeutet, daß sie die Angehörigen der geistigen Kirche nicht freiließen. 7793. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 11/9, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah gesagt wird, was geschehen soll, insofern es eine Belehrung bezeichnet. 7794. "Pharao wird nicht auf euch hören", 2. Mose 11/9, bedeutet den Ungehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, insofern es den Gehorsam bezeichnet, worüber Nr. 2542, 3869, 4652-4660, 5017, 7216; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen darstellt, welche die Redlichen im anderen Leben angefochten haben, und nun der Verdammnis anheimgegeben werden müssen. 7795. "Damit vermehrt werden Meine Wunder im Lande Ägypten", 2. Mose 11/9, bedeutet, damit sie überzeugt würden, daß sie in keinem Glauben gewesen, sondern im Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wunder und Zeichen, die in Ägypten geschahen, insofern sie die Abödungen und die daraus hervorgehende Überzeugung bezeichnen, daß sie im Bösen sind, worüber Nr. 7633; denn diese Wunder bedeuten ebenso viele Stufen der Verwüstung oder Abödung derer, die innerhalb der Kirche die Wahrheiten des Glaubens erkannten, und dennoch ein böses Leben führten; und weil eben diese im anderen Leben die Redlichen anfechten, so wird hier der Zustand derselben beschrieben: Nr. 7465. Daß die Wunder vermehrt werden, bedeutet die aufeinanderfolgenden Stufen dieser Zustände. Die Ursache, warum es so viele Stufen sind, liegt darin, daß die Bösen davon überzeugt werden sollen, daß sie im Bösen sind, und daß auch die Guten über den Zustand derer erleuchtet werden sollen, die innerhalb der Kirche schlecht gelebt haben: Nr. 7633. Wären diese Ursachen nicht vorhanden, so könnten die Bösen ohne so viele aufeinanderfolgende Veränderungen ihres Zustandes sogleich verdammt und in die Hölle versenkt werden. Daß die Bösen, bevor sie verurteilt und in die Hölle geschickt werden, so viele Zustände durchlaufen müssen, ist in der Welt ganz und gar unbekannt. Man glaubt, der Mensch werde sogleich entweder verdammt oder selig, und dies geschehe ohne ein bestimmtes Verfahren. Allein die Sache verhält sich anders; dort herrscht Gerechtigkeit, keiner wird verdammt, bevor er selbst erkennt, und innerlich überführt ist, daß er sich im Bösen befindet, und keineswegs im Himmel sein kann. Es wird ihm auch all sein Böses aufgedeckt, gemäß den Worten des Herrn bei Luk.12/2,3,9; Matth.10/26; Mark.4/22: "Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, oder heimlich, das nicht bekannt werde; darum alles, was ihr in der Finsternis geredet, wird man im Lichte hören, und was ihr in den Gemächern ins Ohr gesagt habt, wird man auf den Dächern hören". Und was noch mehr ist, jeder wird auch ermahnt, vom Bösen abzustehen; wenn er aber dies nicht kann wegen der Herrschaft des Bösen, dann wird ihm die Macht genommen, Böses zu tun durch Verfälschungen des Wahren und Erheuchelung des Guten; und zwar geschieht dies allmählich von einer Stufe zur anderen, und endlich folgt die Verdammnis, und die Versenkung in die Hölle. Letzteres geschieht erst dann, wenn er in das Böse seines Lebens gekommen ist. Das Böse des Lebens ist das Böse des Willens und des daraus hervorgehenden Denkens. Der Mensch würde daher, sowie er innerlich ist, auch äußerlich sein, wenn nicht die Gesetze ihn abhielten und die Furcht vor Verlust des Gewinnes, der Ehrenstellen, des guten Rufes, wie auch des Lebens. Das ist das Leben, das jedem nach dem Tode folgt; aber sein äußeres Leben folgt ihm nur soweit nach, als es aus dem inneren hervorgeht; denn der (böse) Mensch erheuchelt im Äußeren das Gegenteil; deswegen zeigt sich, wenn der Mensch nach dem Tode hinsichtlich seines Äußeren abgeödet wird, ganz deutlich, wie er in Ansehung seines Wollens und Denkens beschaffen war. In diesen Zustand wird jeder Böse durch die Stufen der Abödung gebracht; denn jede Abödung im anderen Leben schreitet vom Äußeren zum Inneren fort. Hieraus kann man erkennen, wie die Gerechtigkeit im anderen Leben beschaffen ist, und welches Verfahren stattfindet, bevor der Böse verdammt wird. Daraus geht auch deutlich hervor, daß durch "Meine Wunder werden vermehrt im Lande Ägypten", bezeichnet wird, sie sollten überzeugt werden, daß sie nicht im Glauben, sondern im Bösen standen. Daß die, welche im Bösen sind, keinen Glauben haben, sehe man Nr. 7778. 7796. "Und Mose und Aharon taten alle diese Wunder vor Pharao", 2. Mose 11/10, bedeutet diese Abödungen und die daraus hervorgehenden Beweise, daß sie im Bösen sind, seien geschehen durch das vom Göttlichen hervorgehende Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und Aharons, insofern sie das göttlich Wahre bezeichnen, Mose das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, und Aharon das, welches mittelbar, worüber Nr. 7010, 7089, 7382; ferner aus der Bedeutung der Wunder, die in Ägypten oder vor Pharao geschahen, insofern sie ebenso viele Abödungen derer bezeichnen, die der Kirche angehörten, aber ein böses Leben führten. Daß die Wunder in Ägypten diese Bedeutung haben, läßt sich aus der Bedeutung eines jeden Wunders ersehen. Daß sie auch die Überzeugung bewirken sollten, daß jene nicht im Glauben, sondern im Bösen seien, sehe man Nr. 7795. Es wird gesagt, Moses und Aharon hätten diese Wunder getan, während sie doch nicht von ihnen, sondern vom Göttlichen bewirkt wurden; es wird aber deshalb so gesagt, weil durch Mose und Aharon das göttlich Wahre vorgebildet wird und die Wunder vom Göttlichen geschahen durch das Wahre, das aus jenem hervorgeht; denn alles, was vom Göttlichen Selbst bewirkt wird, geschieht durch das von diesem Selbst hervorgehende Wahre. Das Göttliche Selbst ist das Sein aller Dinge, aber das aus diesem Selbst hervorgehende Wahre, ist das Dasein aller Dinge. Das Gute selbst, welches das göttliche Sein ist, bringt alles durch sein Wahres hervor. Es wird gesagt, die Abödungen seien geschehen durch das Wahre vom Göttlichen, es ist aber so zu verstehen, daß das göttlich Wahre nicht die Ursache ist, (denn das Göttliche verwüstet niemand,) sondern der Böse verwüstet sich selbst, dadurch, daß er sich gegen das göttlich Wahre verstockt, indem er es auslöscht, oder verwirft, oder verkehrt, und weil er das göttlich Gute, das beständig einfließt, in Böses verwandelt; dieses ist alsdann das, was verwüstet. Hieraus erhellt, welches die Ursache sei, nämlich nicht der Einfluß des Guten und Wahren vom Göttlichen, (denn ohne diesen Einfluß gibt es kein Leben,) sondern die Verkehrung desselben in Böses und Falsches, was durch den geschieht, der im Bösen ist. 7797. "Aber Jehovah verhärtete das Herz Pharaos", 2. Mose 11/10, bedeutet, daß sie sich selbst verstockten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Herz verhärten", insofern es heißt sich verstocken, worüber Nr. 7272, 7300, 7305. Daß Jehovah nicht das Herz verhärtet oder Böses tut, obgleich es Ihm im buchstäblichen Sinn zugeschrieben wird, sehe man Nr. 7533, 7632. 7798. "Und er entließ nicht die Söhne Israels aus seinem Lande", 2. Mose 11/10, bedeutet, daß sie die Angehörigen der geistigen Kirche nicht freiließen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, insofern es heißt freilassen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. Ende 2. Mose 11. Kapitel Nr. 7999 - 7821 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 12. Kapitel 1. Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon im Lande Ägypten und sprach: 2. Dieser Monat sei für euch das Haupt (d.i. der Anfang) der Monate, der erste sei er für euch unter den Monaten des Jahres. 3. Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprechet: Am zehnten dieses Monats soll sich jeder ein Lamm nehmen nach dem Hause der Väter (d.i. nach der Zahl der Familien), ein Lamm für jedes Haus. 4. Und wenn ein Haus zu klein ist für das Verzehren eines Lammes, so soll er es nehmen und sein Nachbar, der seinem Hause am nächsten ist, nach der Zahl der Seelen, einen jeden nachdem er isset, sollt ihr zählen für das Lamm. 5. Ein Lamm ohne Fehler, ein Männlein, ein Jahr alt, sollt ihr nehmen, von den Lämmern und Ziegen sollt ihr es nehmen. 6. Und ihr sollt es aufbewahren bis zum vierzehnten Tag dieses Monats; da soll es die ganze Gemeinde des Volkes Israel schlachten zwischen den Abenden (gegen Abend). 7. Und sie sollen von dem Blute nehmen, und es an die beiden Türpfosten streichen, und an die Oberschwelle an den Häusern, in denen sie es essen werden. 8. Und sie sollen das Fleisch essen in dieser Nacht, gebraten am Feuer und mit ungesäuertem Brote, und mit bitteren Kräutern sollen sie es essen. 9. Und ihr sollt es nicht roh essen, noch im Wasser gekocht; sondern am Feuer gebraten, seinen Kopf samt den Schenkeln und Eingeweiden. 10. Und sollt nichts davon übriglassen bis zum Morgen; was aber übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr mit Feuer verbrennen. 11. Und ihr sollt es also essen: Eure Lenden sollen gegürtet sein, eure Schuhe an euern Füßen, und euer Stab in eurer Hand, und sollt es in Eile essen, denn es ist das Passah Jehovahs. 12. Denn Ich will durch das Land Ägypten gehen in dieser Nacht, und alle Erstgeburt im Lande Ägypten schlagen vom Menschen bis zum Vieh; und über alle Götter Ägyptens werde Ich Gericht halten, Ich Jehovah. 13. Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid; und Ich werde das Blut sehen, und an euch vorübergehen, und es wird euch keine Plage vom Verderber treffen, wenn Ich das Land Ägypten schlage. 14. Und dieser Tag soll euch zum Gedächtnis sein, und ihr sollt ihn feiern als ein Fest Jehovahs, in euern Geschlechtern, als ewige Satzung sollt ihr ihn feiern. 15. Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen; schon am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig entfernen aus euern Häusern, denn ein jeder, der Gesäuertes ißt, dessen Seele soll ausgerottet werden aus Israel vom ersten Tage an bis zum siebenten Tage. 16. Und am ersten Tage soll heilige Versammlung bei euch sein, und am siebenten Tage soll auch heilige Versammlung sein, kein Werk soll an denselben getan werden, nur was von jeder Seele gegessen wird, das allein soll bei euch geschehen. 17. Und beobachtet genau die ungesäuerten (Brote), denn an eben diesem Tage habe Ich eure Heere aus dem Lande Ägypten geführt; darum sollt ihr diesen Tag halten in euren Geschlechtern als ewige Satzung. 18. Im ersten (Monate) am vierzehnten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen, bis zum einundzwanzigsten Tage des Monats am Abend. 19. Sieben Tage soll kein Sauerteig gefunden werden in euren Häusern, denn jeder, der gesäuertes (Brot) ißt, dessen Seele soll aus der Gemeinde Israels ausgerottet werden, sei es ein Fremder oder ein Eingeborener des Landes. 20. Kein gesäuertes (Brot) sollt ihr essen, (sondern) in allen euren Wohnungen sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen. 21. Und Moses rief alle Ältesten Israels zu sich, und sprach zu ihnen: Greifet und nehmet euch Schafe nach euren Familien, und schlachtet das Passah. 22. Und nehmet ein Bündel Ysop, und taucht es ins Blut, das im Becken ist, und besprengt die Oberschwelle und die beiden Türpfosten mit dem Blute, das im Becken ist, und niemand soll herausgehen aus der Tür seines Hauses bis zum Morgen. 23. Und Jehovah wird hindurchgehen, die Ägypter zu schlagen, und wenn Er das Blut sehen wird an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten, wird Jehovah vorübergehen an der Tür, und wird dem Verderber nicht gestatten, in eure Häuser zu kommen, um (euch) zu schlagen. 24. Darum bewahret dieses Wort als Satzung für euch und für eure Söhne auf ewig. 25. Und es soll geschehen, wenn ihr in das Land kommen werdet, das Jehovah euch geben wird, wie Er geredet hat, so sollt ihr halten diesen Dienst. 26. Und es soll geschehen, wenn eure Söhne zu euch sagen: Was habt ihr für einen Dienst? 27. Sollt ihr sagen: Es ist das Passahopfer Jehovahs, weil Er vorüberging an den Häusern der Söhne Israels in Ägypten, als Er Ägypten schlug, und unsere Häuser errettete. Da neigte sich das Volk und betete an. 28. Und die Söhne Israels gingen hin und taten also, wie Jehovah Mose und Aharon befohlen hatte; so taten sie. 29. Und es geschah um Mitternacht, da schlug Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten; von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Hause des Gefängnisses war, und alle Erstgeburt des Viehs. 30. Da stand Pharao auf in der Nacht, und alle seine Diener, und alle Ägypter, und es ward ein großes Geschrei in Ägypten; denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war. 31. Und er rief Mose und Aharon in der Nacht und sprach: Machet euch auf, gehet hinweg aus der Mitte meines Volkes, sowohl ihr, als auch die Söhne Israels, und gehet hin und dienet Jehovah, wie ihr gesagt habt. 32. Auch eure Schafe und eure Rinder nehmet mit, wie ihr geredet habt, und geht und segnet auch mich. 33. Und die Ägypter drängten das Volk, sie eilig fortzuschicken aus dem Lande, denn sie sprachen: Wir werden alle sterben. 34. Da trug das Volk seinen Teig, ehe er gesäuert war, ihre Backschüsseln, gebunden in ihre Kleider, auf ihren Schultern. 35. Und die Söhne Israels taten nach den Worten Moses, und verlangten von den Ägyptern silberne und goldene Gefäße, und Kleider. 36. Und Jehovah gab dem Volke Gnade in den Augen der Ägypter, daß sie ihnen liehen, und sie nahmen es den Ägyptern. 37. Da brachen die Söhne Israels auf von Ramses bis Sukkoth, bei sechshunderttausend Mann zu Fuß, ohne die Kinder. 38. Auch viel gemischtes Volk zog mit ihnen und Schafe und Rinder, eine gar große Habe. 39. Und sie bucken aus dem Teig, den sie aus Ägypten gebracht hatten, ungesäuerte Kuchen; denn er war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten getrieben worden, und sich nicht aufhalten konnten; auch Zehrung für den Weg hatten sie sich nicht bereitet. 40. Und die Zeit des Wohnens der Söhne Israels, die sie gewohnt hatten in Ägypten, war vierhundertdreißig Jahre. 41. Und es geschah am Ende der vierhundertdreißig Jahre, auf denselben einen Tag, zog das ganze Heer Jehovahs hinweg aus dem Lande Ägypten. 42. Das ist die Nacht der Feier für Jehovah, weil Er sie herausführte aus dem Lande Ägypten; dies ist die Nacht der Feier für Jehovah, für alle Söhne (Kinder) Israels und ihre Geschlechter. 43. Und Jehovah sprach zu Mose und Aharon: Dies ist die Satzung für das Passah, kein Sohn des Fremden (d.i. kein Fremder) soll davon essen. 44. Aber jeder Knecht, der für Geld erkauft ist, den sollst du beschneiden, und dann esse er davon. 45. Ein Beisasse und Mietling soll nicht davon essen. 46. In einem Hause soll es gegessen werden; du sollst nichts vom Fleische aus dem Hause hinaustragen, und kein Bein an demselben sollt ihr zerbrechen. 47. Die ganze Gemeinde Israels soll solches tun. 48. Und wenn ein Fremdling bei dir sich aufhält, und das Passah Jehovahs halten will, so werde von ihm beschnitten alles Männliche, und dann komme er hinzu, es zu halten, und er soll sein wie ein Eingeborener des Landes, aber kein Unbeschnittener soll davon essen. 49. Ein Gesetz soll sein für den Eingeborenen und für den Fremdling, der in eurer Mitte wohnt. 50. Und alle die Söhne Israels taten also, wie Jehovah Mose und Aharon geboten hatte, so taten sie. 51. Und es geschah an eben diesem Tage, da führte Jehovah die Söhne Israels aus dem Lande Ägypten mit ihrem Heer.   Inhalt 7822. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn von der Befreiung derer gehandelt, die der geistigen Kirche angehören, und von der Verdammnis derer, die in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind. Die Verdammnis dieser und die Befreiung jener wird durch das Passah vorgebildet und der Zustand derer, die befreit wurden, in Ansehung ihrer Liebtätigkeit und ihres Glaubens, durch das Halten der Passahtage. 7823. Im höchsten Sinn wird durch das Passah die Verdammnis der Ungläubigen vorgebildet und die Befreiung der Gläubigen vom Herrn, als Er verherrlicht wurde. Der Zustand derselben, wie er damals war, und wie er späterhin sein wird, sowohl im allgemeinen als in allem einzelnen, wird im höchsten Sinn durch die Passahsatzungen beschrieben.   Innerer Sinn 7824. Vers 1,2: Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon im Lande Ägypten und sprach: Dieser Monat sei für euch das Haupt (d.i. der Anfang) der Monate, der erste sei er für euch unter den Monaten des Jahres. "Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon" bedeutet Belehrung durch das göttlich Wahre; "im Lande Ägypten" bedeutet, als noch diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten, in der Nähe derer waren, die sie anfochten; "und sprach: Dieser Monat sei für euch das Haupt der Monate" bedeutet, dieser Zustand sei der wichtigste unter allen Zuständen; "der erste sei er für euch unter den Monaten des Jahres" bedeutet, dies sei der Anfang, von dem alle folgenden in Ewigkeit (ausgehen). 7825. "Und Jehovah redete zu Mose und zu Aharon", 2. Mose 12/1, bedeutet Belehrung durch das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah über das in der Kirche Einzurichtende (gesprochen wird), insofern es eine Belehrung ist; denn sprechen schließt das Darausfolgende in sich. Und aus der vorbildlichen Bedeutung von Moses und Aharon, insofern sie das göttlich Wahre darstellen, Moses das unmittelbar vom Göttlichen ausgehende Wahre, Aharon das mittelbar ausgehende, worüber Nr. 7009, 7010, 7089, 7382. 7826. "Im Lande Ägypten", 2. Mose 12/1, bedeutet, als noch diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten, in der Nähe derer waren, die sie anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es den Ort bezeichnet, wo die Anfechtenden sind, denn durch Pharao und durch die Ägypter werden diejenigen vorgebildet und bezeichnet, die der Kirche angehörten, aber dabei in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben standen, und im anderen Leben die Frommen anfechten: Nr. 6692, 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7317, und durch das Land Ägypten die Anfechtungen selbst: Nr. 7278; aber durch die Söhne Israels werden diejenigen vorgebildet, die der geistigen Kirche angehörten und angefochten wurden: Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. Daß diese in der Nähe derer waren, die sie im anderen Leben anfochten, sehe man Nr. 7240. Diese Nähe wird dadurch bezeichnet, daß die Söhne Israels in der Mitte des Landes Ägypten waren, nämlich im Lande Gosen, und die Anfechtungen durch die ihnen auferlegten Lasten. Daraus ist nun deutlich, daß "Jehovah redete zu Mose und zu Aharon im Lande Ägypten" bedeutet, die Belehrung durch das göttlich Wahre, als diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten, noch in der Nähe derer waren, die sie anfochten. 7827. "Und sprach: Dieser Monat sei für euch das Haupt (d.i. der Anfang) der Monate", 2. Mose 12/2, bedeutet, dieser Zustand sei der wichtigste unter allen Zuständen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Monats, insofern er das Ende des früheren Zustandes und den Anfang des folgenden bezeichnet, somit einen neuen Zustand, worüber Nr. 3814; und aus der Bedeutung des Hauptes, wenn es von den Monaten des Jahres und im inneren Sinn von den Zuständen des Lebens gesagt wird, insofern es den wichtigsten (derselben) bezeichnet. Hieraus erhellt, daß durch "dieser Monat sei für euch das Haupt der Monate" bezeichnet wird, dieser Zustand sei der wichtigste von allen. Die Ursache, warum dieser Zustand der wichtigste sei, ist in dem nun Folgenden enthalten. 7828. "Der erste sei er für euch unter den Monaten des Jahres", 2. Mose 12/2, bedeutet, dies sei der Anfang, von dem alle folgenden Zustände in Ewigkeit ausgehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "der erste sein", wenn von den Monaten des Jahres, und im inneren Sinn von den Lebenszuständen gesprochen wird, insofern es den Anfang bezeichnet. Aus der Bedeutung der Monate, insofern sie Zustände bezeichnen, worüber Nr. 7827; und aus der Bedeutung des Jahres, insofern es den Zeitraum des Lebens von Anfang bis zu Ende bezeichnet, worüber Nr. 2906; hier aber, weil von denen gesprochen wird, die der geistigen Kirche im anderen Leben angehören, deren Lebenszeit einen Anfang hat aber kein Ende, wird durch Jahr die Zeit des Lebens bezeichnet von Anfang bis in Ewigkeit. Daß das Jahr auch dieses bedeute, sehe man Nr. 2906 zu Ende. Daß dieser Monat das Haupt der Monate wurde, und der erste unter allen, kommt daher, weil durch denselben der Anfang der Befreiung derer bezeichnet wird, die der geistigen Kirche angehören und bis dahin im Zustand der Gefangenschaft waren, weil sie in der unteren Erde zurückgehalten und daselbst von den Bösen angefochten wurden, die durch Pharao und die Ägypter vorgebildet werden. Daß der erste Zustand derselben, als sie befreit wurden, der wichtigste von allen war, und der Anfang, von dem alle folgenden in Ewigkeit abhingen, kommt daher, weil die, welche sich dort befanden, befreit wurden durch die Ankunft des Herrn in der Welt, und daß sie ohne die Ankunft des Herrn in der Welt keineswegs hätten selig werden können; und weil sie damals befreit wurden, als der Herr auferstand. Hieraus erhellt, daß dieser Zustand, nämlich da sie befreit wurden, für sie der wichtigste unter allen Zuständen war. Ebenso auch nachher für alle diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten, die durchaus nicht hätten beseligt werden können, wenn nicht der Herr in die Welt gekommen wäre, und Sein Menschliches verherrlicht, d.h. göttlich gemacht hätte. Daß diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten, vor der Ankunft des Herrn in der unteren Erde zurückgehalten und vom Herrn befreit und beseligt wurden, sehe man Nr. 6854, 6914; und daß im allgemeinen alle, die der geistigen Kirche des Herrn angehören, selig wurden durch die Ankunft des Herrn, Nr. 2661, 2716, 6372, 7035, 7091 E. Daher wird im höchsten Sinn durch diese Worte bezeichnet, daß von der Verherrlichung und Auferstehung des Herrn in Ansehung Seines Menschlichen alle Beseligung ausgehe. 7829. Vers 3-6: Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprechet: Am zehnten dieses Monats soll sich jeder ein Lamm nehmen nach dem Hause der Väter (d.i. nach der Zahl der Familien), ein Lamm für jedes Haus. Und wenn ein Haus zu klein ist für das Verzehren eines Lammes, so soll er es nehmen und sein Nachbar, der seinem Hause am nächsten ist, nach der Zahl der Seelen, einen jeden nachdem er isset, sollt ihr zählen für das Lamm. Ein Lamm ohne Fehler, ein Männlein, ein Jahr alt, sollt ihr nehmen, von den Lämmern und Ziegen sollt ihr es nehmen. Und ihr sollt es aufbewahren bis zum vierzehnten Tag dieses Monats; da soll es die ganze Gemeinde des Volkes Israel schlachten zwischen den Abenden (gegen Abend). "Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprechet" bedeutet den Einfluß nebst der Belehrung aller, die der geistigen Kirche angehören; "am zehnten dieses Monats" bedeutet den Zustand der Einweihung dessen, was im Inneren ist; "soll sich jeder ein Lamm nehmen" bedeutet in bezug auf die Unschuld; "nach dem Hause der Väter, ein Lamm für das Haus" bedeutet, gemäß den besonderen Guten eines jeden; "und wenn ein Haus zu klein ist für das Verzehren eines Lammes" bedeutet, wenn das besondere Gute nicht genügend sei für die Unschuld; "so soll er es nehmen und sein Nachbar, der seinem Hause am nächsten ist" bedeutet die Verbindung mit dem nächsten Guten des Wahren; "nach der Zahl der Seelen, einen jeden nachdem er isset, sollt ihr zählen für das Lamm" bedeutet, so komme die Erfüllung des Guten für die Unschuld aus ebenso vielen Wahrheiten des Guten (zustande), gemäß der Aneignung desselben; "ein Lamm ohne Fehler" bedeutet die unbefleckte Unschuld; "ein Männlein" bedeutet, was dem Glauben der Liebtätigkeit angehört; "ein Jahr alt, sollt ihr nehmen" bedeutet den vollen Zustand; "von den Lämmern und Ziegen sollt ihr es nehmen" bedeutet das innere und äußere Gute der Unschuld; "und ihr sollt es aufbewahren" bedeutet die Zeit und den Zustand der Einweihung; "bis zum vierzehnten Tag dieses Monats" bedeutet, bis zum heiligen Zustand; "da soll es die ganze Gemeinde des Volkes Israel schlachten" bedeutet die Vorbereitung zum gemeinschaftlichen Genusse aller, die der geistigen Kirche angehören; "zwischen den Abenden" bedeutet den letzten und ersten Zustand. 7830. "Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprechet", 2. Mose 12/3, bedeutet den Einfluß nebst der Belehrung aller, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es einen Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 2951, 5481, 5743; daß es auch die Belehrung bezeichnet, nämlich über das bei der Befreiung zu Beobachtende, erhellt aus dem Folgenden. Ferner aus der Bedeutung der Gemeinde Israels, insofern sie alles Wahre und Gute in seiner Zusammenfassung bezeichnet, denn unter der Gemeinde Israel werden alle Stämme verstanden, die das Ganze des Wahren und Guten bedeuten, oder das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit; man sehe Nr. 3858, 3926, 4060, 6335; und weil sie dieses bedeuten, so werden unter der Gemeinde Israels diejenigen verstanden, die der geistigen Kirche angehören: Nr. 6337, denn das Wahre und Gute macht die Kirche aus. Daß durch die Söhne Israels die geistige Kirche vorgebildet wird, sehe man Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. 7831. "Am zehnten dieses Monats", 2. Mose 12/3, bedeutet den Zustand der Einweihung dessen, was im Inneren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des zehnten Tages, insofern er den Zustand des Inneren bezeichnet, denn Tag bedeutet Zustand: Nr. 23, 487, 488, 493, 576, 893, 1738, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672; und zehn bedeutet die Überreste: Nr. 576, 1906, 2284, d.h. das vom Herrn im Inneren des Menschen verborgene Wahre und Gute: Nr. 1050, 1906, 2284, 5135, 5897, 7560, 7564; und weil die Überreste im Inneren sind, und der Mensch durch sie vorbereitet und eingeleitet wird zur Aufnahme des Guten und Wahren vom Herrn, deshalb bedeutet hier der zehnte Tag den Zustand der Einweihung dessen, was im Inneren ist. Daß der Mensch durch die Überreste wiedergeboren und somit eingeweiht wird zur Aufnahme des Einflusses des Guten und Wahren vom Herrn, sehe man Nr. 5342, 5898, 6156, und daß durch sie der Mensch mit dem Himmel in Verbindung steht: Nr. 7560; denn jenes Gute und Wahre ist vom Herrn, und nicht vom Menschen: Nr. 7564. Unter Monat wird der vollständige Zustand von Anfang bis zu Ende verstanden: Nr. 3814; somit der ganze Zustand der Befreiung, der durch Passah in seiner Zusammenfassung bezeichnet wird. Hieraus erhellt, daß durch "im zehnten dieses Monats", der Zustand der Einweihung des Inneren bezeichnet wird. Dieser Zustand der Einweihung des Inneren dauerte vom zehnten Tage jenes Monats bis zum vierzehnten Tage, innerhalb welcher Tage das Passahlamm bewahrt werden sollte. Das Passahlamm bedeutet das Gute der Unschuld, welches das Innerste ist. Es sollte also das Innerste mit dem Inneren, in dem es sich befindet, inzwischen getrennt und abgehalten werden von allem, was befleckt. Dieser Zustand ist der Zustand der Einweihung des Inneren, d.h. der Vorbereitung, um den Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn aufzunehmen. Das ist das Heilige, was enthalten ist in diesen Worten, denn ohne das Heilige, das im Inneren verborgen ist, wäre nicht befohlen worden, daß am zehnten Tage des Monats das Passahlamm genommen und bis zum vierzehnten Tage bewahrt werden sollte, auch nicht, daß es nachher geschlachtet werden sollte zwischen den Abenden, und daß es gegessen werden sollte am Feuer gebraten, nicht im Wasser gekocht, und daß nichts davon übriggelassen werden sollte bis zum Morgen; daß aber das Übriggelassene mit Feuer verbrannt werden sollte. (Ferner) daß sie ihm kein Bein brechen sollten, und mehreres, was Heiliges in sich schließt, das bisher niemand wußte, wie jeder erkennen kann, der darüber nachdenkt. Wie auch, daß dieses Heilige Geistiges ist, das der Kirche und dem Himmel angehört, und sich auf den Herrn bezieht, von Dem alles im Worte ausgegangen ist, d.h. seinen Ursprung hat. 7832. "Soll sich jeder ein Lamm nehmen", 2. Mose 12/3, bedeutet in bezug auf die Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lammes oder der Ziege, welche Tiere hier gemeint sind, insofern sie die Unschuld bezeichnen, das Lamm die Unschuld des inneren Menschen und die Ziege die Unschuld des äußeren: Nr. 3519. 7833. "Nach dem Hause der Väter, ein Lamm für das Haus", 2. Mose 12/3, bedeutet, gemäß dem besonderen Guten eines jeden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses der Väter (oder des Vaterhauses), insofern es das Gute einer Familie bezeichnet, im Unterschied von dem Guten einer anderen, denn durch das Haus des Vaters wird der Mensch bezeichnet in betreff seines inneren Guten: Nr. 3128. Damit verhält es sich auf folgende Weise: Alle Stämme Israels bedeuten alles Wahre und Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit in seiner Zusammenfassung; und jeder Stamm eine Art des Guten oder Wahren, man sehe Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337, 6640; somit wird durch jede Familie innerhalb ihres Stammes ein besonderes Gutes bezeichnet, und daher das Gute der einen besonders, als unterschieden von dem Guten der anderen. Aber durch das Haus der Väter innerhalb der Familie wird das besondere Gute einer Art bezeichnet. Diese Dinge wurden durch Stämme, Familien und Häuser, in welche die Söhne Israels eingeteilt waren, bezeichnet, damit sie den Himmel vorbilden konnten, denn in diesem ist das Gute unterschieden im Allgemeinen, im Besonderen und im Einzelnen und demgemäß sind die Engel verbunden. Man muß wissen, daß das Gute des einen niemals ganz so ist, wie das Gute des anderen, sondern verschieden, ja so verschieden, daß es gesondert ist in allgemeine höhere Arten, und diese in untergeordnete, bis zu den einzelnen, ja allereinzelnsten. Daß das Gute der Liebe und des Glaubens so mannigfaltig ist, sehe man Nr. 684, 690, 3241, 3267, 3744, 3745, 3746, 3986, 4005, 4149, 5598, 7236. Daraus geht nun deutlich hervor, warum befohlen wurde, daß jeder sich ein Lamm nehmen solle nach dem Hause der Väter, ein Lamm für das Haus. 7834. "Und wenn ein Haus zu klein ist für das Verzehren eines Lammes", 2. Mose 12/4, bedeutet, wenn das besondere Gute nicht genügend sei für die Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, insofern es das besondere Gute bezeichnet, worüber Nr. 7833; aus der Bedeutung von zu klein sein, insofern es heißt, nicht genügend sein; und aus der Bedeutung des Lammes, insofern es die Unschuld bezeichnet, worüber auch Nr. 7832. 7835. "So soll er es nehmen und sein Nachbar, der seinem Hause am nächsten ist", 2. Mose 12/4, bedeutet die Verbindung mit dem nächsten Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von nehmen, nämlich mit dem nächsten Nachbar ein Lamm zugleich, insofern es die Verbindung bezeichnet. Und aus der Bedeutung des nächsten Nachbars seines Hauses, insofern es das nächste Gute des Wahren bezeichnet. Daß der nächste Nachbar das Nächste bedeutet, ist klar; und daß das Haus das Gute bedeutet, sehe man Nr. 7833. Es wird gesagt, das Gute des Wahren, weil von denen gehandelt wird, die der geistigen Kirche angehören, bei denen das Gute des Wahren ist, denn das Gute des Wahren ist das Wahre im Willen und in den Handlungen. Wenn nämlich das Wahre des Glaubens mit der Neigung der Liebtätigkeit aufgenommen wird, dann wird es in das Innere des Gemütes eingepflanzt, und wenn das Wahre wieder hervorgerufen wird, wird auch die Neigung, der das Wahre beigesellt war, wieder hervorgerufen und erscheint unter der Gestalt des Guten. Daher kommt es nun, daß das Gute dieser Kirche das Gute des Wahren ist, das auch das geistig Gute genannt wird. 7836. "Nach der Zahl der Seelen, einen jeden, nach dem er isset, sollt ihr zählen für das Lamm", 2. Mose 12/4, bedeutet, so komme die Erfüllung des Guten für die Unschuld aus ebenso vielen Wahrheiten des Guten (zustande), gemäß der Aneignung desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl der Seelen, insofern sie ebenso viele Wahrheiten des Guten bezeichnet; denn Zahl wird im Worte vom Wahren gesagt, und die Seele vom geistig Guten. Aus der Bedeutung von "einen jeden, nach dem er isset", insofern es bezeichnet, gemäß der Aneignung desselben; daß essen die Aneignung bedeutet, sehe man Nr. 3168, 3513, 3596, 3832. Ferner aus der Bedeutung des Lammes, insofern es die Unschuld bezeichnet, wovon Nr. 7832. Die Erfüllung des Guten für die Unschuld wird dadurch bezeichnet, daß man aus dem Hause des nächsten Nachbars nehmen sollte in solcher Zahl, daß es genug sei für ein Lamm; daß Haus das Gute bedeutet, sehe man Nr. 7833. Es wird gesagt, das Wahre des Guten, und darunter das Wahre verstanden, das aus dem Guten stammt; denn wenn die Angehörigen der geistigen Kirche wiedergeboren werden, dann werden sie zu dem Guten der Liebtätigkeit durch das Glaubenswahre hingeleitet. Wenn sie aber in das Gute der Liebtätigkeit eingeführt sind, werden die Wahrheiten, die später daraus hervorgehen, Wahrheiten des Guten genannt. Wie es sich aber mit dem verhalte, was in diesem Vers enthalten ist, kann man durchaus nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie es sich mit den Gesellschaften im Himmel verhält; denn die Zusammengesellungen der Söhne Israels nach Stämmen, Familien und Häusern bildeten jene vor. Mit den Gesellschaften im Himmel verhält es sich auf folgende Weise: Der gesamte Himmel ist eine Gesellschaft, die wie ein Mensch vom Herrn regiert wird. Allgemeine Gesellschaften gibt es dort ebenso viele, als Glieder, Gefäße, Organe im Menschen. Besondere Gesellschaften aber so viele, als es Gefäßchen gibt innerhalb des Umfanges eines jeden Gefäßes, Gliedes oder Organes; und einzelne Gesellschaften so viele, als es kleinere Teile gibt, die den größeren Teil bilden. Daß es so ist, geht deutlich hervor aus den Entsprechungen des Menschen, seiner Glieder, Organe und Gefäße mit dem Größten Menschen, d.h. mit dem Himmel, wovon aus Erfahrung am Ende mehrere Kapitel gehandelt worden ist. Hieraus kann man ersehen, wie es sich mit den Unterscheidungen der Gesellschaften im Himmel verhält. Aber mit jeder Gesellschaft im besonderen verhält es sich auf folgende Weise: Sie besteht aus mehreren Engeln, die übereinstimmen in bezug auf das Gute. Das Gute ist verschieden, denn ein jeder hat sein besonderes Gute, aber dieses verschiedene Gute wird vom Herrn durch Übereinstimmung in eine solche Form gebracht, daß es zusammen ein Gutes darstellt. Solche Gesellschaften bildeten die Häuser der Väter bei den Söhnen Israels vor. Dies ist die Ursache, weshalb die Söhne Israels nicht nur nach Stämmen unterschieden waren, sondern auch nach Familien und Häusern, und daß, wenn sie genannt wurden, die Namen ihrer Väter der Reihe nach bis auf den Stammvater berichtet werden, wie vom Vater Samuels, daß er vom Gebirge Ephraim stammte, daß sein Name war Elkanah, Sohn Jerochams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tochu, des Sohnes Zoph: 1.Sam.1/1. Ferner vom Vater Sauls, daß er von Benjamin (stammte), und daß sein Name war Kis, der Sohn Abiels, des Sohnes Zeror, des Sohnes Bechorath, des Sohnes Aphiach, des Sohnes eines Benjaminiten: 1.Sam.9/1; so von sehr vielen anderen. Eine solche Aufzählung geschah, damit man im Himmel die Beschaffenheit des Guten erkennen konnte, das von dem ersten allmählich abgeleitet und durch denselben vorgebildet wurde. Ferner verhält es sich so im Himmel, daß, wenn eine Gesellschaft nicht vollständig ist, wie sie sein sollte, alsdann anderswoher, aus einer anderen benachbarten Gesellschaft so viele hinzugenommen werden, daß sie die Form dieses Guten erfüllen (vollständig machen), je nach der Notwendigkeit in einem jeden Zustand und dessen Veränderungen; denn die Form des Guten wechselt, sowie sich der Zustand ändert. Man muß aber auch noch wissen, daß im dritten oder innersten Himmel, welcher der nächste ist über dem Himmel worin die Geistigen sind (denn diese bilden den mittleren oder zweiten Himmel), die Unschuld herrscht, denn der Herr, Der die Unschuld selbst ist, fließt unmittelbar in diesen Himmel ein. Aber in den zweiten Himmel, wo die Geistigen sind, fließt der Herr mit der Unschuld mittelbar ein, nämlich durch den dritten Himmel. Dieser Einfluß ist es, durch den die Gesellschaften im zweiten Himmel in bezug auf ihr Gutes verteilt oder geordnet werden. Deswegen werden je nach dem Einfluß der Unschuld die Zustände des Guten verändert; und demzufolge wechseln dort die Verbindungen der Gesellschaften. Hieraus kann erhellen, wie das zu verstehen ist, was in diesem Vers im inneren Sinne liegt, daß nämlich, wenn das besondere Gute von jemanden nicht genügend ist für die Unschuld, eine Verbindung stattfinden muß mit dem nächsten Guten des Wahren, damit das Gute für die Unschuld vervollständigt werde durch so viel Wahrheiten des Guten (als nötig ist), gemäß der Aneignung desselben. 7837. "Ein Lamm ohne Fehler", 2. Mose 12/5, bedeutet die unbefleckte Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lammes, insofern es die Unschuld bezeichnet, worüber Nr. 7832; und aus der Bedeutung von "ohne Fehler", insofern es soviel ist, als ohne Flecken; somit unbefleckt. Daß es ohne Flecken und unbefleckt sein sollte, rührt daher, daß jeder Flecken etwas Falsches oder Böses in der geistigen Welt bedeutet. 7838. "Ein Männlein", 2. Mose 12/5, bedeutet, was dem Glauben der Liebtätigkeit angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Männlichen, insofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 2046, 4005, somit den Glauben der Liebtätigkeit; denn das Glaubenswahre ist nicht Wahres des Glaubens, wenn es nicht mit dem Guten der Liebtätigkeit verbunden, und vor allem aus demselben stammt. Das Passahlamm mußte ein Männlein sein, weil dieses Tier die Unschuld derer bezeichnet, die der geistigen Kirche angehören, und die Angehörigen der geistigen Kirche sind in keinem anderen Guten, als in dem, das an sich das Wahre des Glaubens ist; denn dieses heißt Gutes, wenn es aus der Neigung der Liebtätigkeit in die Handlung übergeht: Nr. 7835. Daher kommt es, daß das Lamm ein Männlein sein sollte. Sonst wurden auch weibliche Lämmer bei den Opfern angewendet, wenn der Gottesdienst aus dem Guten dargestellt wurde. 7839. "Ein Jahr alt, sollt ihr es nehmen", 2. Mose 12/5, bedeutet den vollen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704; und aus der Bedeutung des Jahres, insofern es den vollständigen Zeitraum von Anfang bis zu Ende bezeichnet, worüber Nr. 2906, also den vollen Zustand. Was der volle Zustand sei, soll gesagt werden: Ein voller Zustand wird gesagt, wenn das Gute so ist, daß nichts fehlt, um den Einfluß der Unschuld aufzunehmen. Wenn die Glaubenswahrheiten mit dem Guten der Liebtätigkeit verbunden sind, bewirken sie, daß das Gute solcherart ist, denn das geistig Gute empfängt seine Beschaffenheit von den Glaubenswahrheiten. Dies wird hier verstanden durch den vollen Zustand, der durch den Sohn des Jahres bezeichnet wird. Der Zustand ist aber nicht voll, wenn die Wahrheiten dem Guten noch nicht die Beschaffenheit verliehen haben, daß es den entsprechenden Zustand der Unschuld aufnehmen kann. Damit erst wird dieser Zustand voll, wenn die Wahrheiten vom Guten aus gesehen werden. Noch nicht voll aber ist er, wenn das Gute von den Wahrheiten aus betrachtet wird. In diesem Zustand sind die, welche wiedergeboren werden, in jenem aber die, welche wiedergeboren sind. Jene sind im Wahren, durch welches das Gute, diese hingegen im Wahren, das aus dem Guten (kommt), d.h. jene sind im Gehorsam gegen das Wahre, diese hingegen in der Neigung, das Wahre zu tun, und deshalb sind jene die Menschen der äußeren Kirche, diese aber die der inneren Kirche. Weil durch "ein Jahr alt" (Sohn des Jahres) der volle Zustand bezeichnet wurde, deshalb wurde so oft befohlen, daß ein Lamm oder Böcklein, "ein Jahr alt", geopfert werden sollte; zum Beispiel 2. Mose 29/38; 3. Mose 9/3; 12/6; 14/10; 23/12,18,19; 4. Mose 6/12; 7/15-88; 15/27; 28/9,11; und wo vom neuen Tempel Hes.46/13: "Der Fürst soll ein einjähriges Lamm ohne Fehler Jehovah täglich zum Brandopfer darbringen, an jedem Morgen soll er es tun": wo unter dem neuen Tempel das geistige Reich des Herrn verstanden wird; unter dem Fürsten diejenigen, die in echten Wahrheiten und daraus im Guten sind; unter dem Brandopfer vom Lamme den Gottesdienst des Herrn aus dem Guten der Unschuld; und unter "ein Jahr alt" der volle Zustand. 7840. "Von den Lämmern und Ziegen sollt ihr es nehmen", 2. Mose 12/5, bedeutet das innere und äußere Gute der Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lammes, insofern es das Gute der Unschuld bezeichnet, wovon Nr. 3994; und aus der Bedeutung der Ziege oder des Böckleins, insofern sie das Gute des Wahren bezeichnen, in dem die Unschuld ist, worüber Nr. 3995, 4005, 4006, 4871. Daß Lamm das innere Gute der Unschuld, und Böcklein oder Ziege das äußere Gute der Unschuld bedeutet, sehe man Nr. 3519. Was unter dem inneren und äußeren Guten der Unschuld verstanden wird, soll mit wenigem gesagt werden: In jedem Guten muß Unschuld sein, damit es (wahrhaft) Gutes sei. Ohne Unschuld ist das Gute gleichsam ohne seine Seele. Der Grund ist, weil der Herr durch die Unschuld einfließt, und durch sie das Gute bei denen belebt, die wiedergeboren werden. Das Gute, das die Unschuld belebt, ist ein inneres und ein äußeres. Das innere Gute ist bei denen, die Menschen der inneren Kirche genannt werden, das äußere Gute aber bei denen, die Menschen der äußeren Kirche sind. Menschen der inneren Kirche sind solche, die ihrem Guten durch innere Wahrheiten seine Beschaffenheit gegeben haben, sowie sie im inneren Sinn des Wortes sind. Menschen der äußeren Kirche aber sind solche, die ihrem Guten durch äußere Wahrheiten, sowie sie im Buchstabensinn des Wortes liegen, seine Beschaffenheit gegeben haben. Menschen der inneren Kirche sind die, welche aus der Neigung zur Liebtätigkeit dem Nächsten Gutes tun, Menschen der äußeren Kirche dagegen die, welche es aus Gehorsam (tun). Ein jeder Mensch wird, wenn er wiedergeboren wird, zuerst ein Mensch der äußeren Kirche, nachher aber ein Mensch der inneren Kirche. Die, welche der inneren Kirche angehören, sind in größerer Einsicht und Weisheit, und daher auch inwendiger im Himmel als die, welche der äußeren Kirche angehören. Hieraus ist nun klar, was das innere und äußere Gute der Unschuld ist. 7841. "Und ihr sollt es aufbewahren", 2. Mose 12/6, bedeutet die Zeit und den Zustand der Einweihung. Dies erhellt aus der Bedeutung des zehnten Tages, von dem an das Lamm bis zum vierzehnten Tage bewahrt werden sollte, insofern er den Zustand der Einweihung in das Innere bezeichnet, worüber Nr. 7831. 7842. "Bis zum vierzehnten Tag dieses Monats", 2. Mose 12/6, bedeutet, bis zum heiligen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des vierzehnten Tages, insofern er einen heiligen Zustand bezeichnet. Daß Tag einen Zustand bedeutet, sehe man Nr. 7831. Vierzehn aber bedeutet dasselbe wie sieben. Daß sieben das Heilige bedeutet, sehe man Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268; denn die vervielfältigten Zeiten bedeuten dasselbe wie die einfachen: Nr. 5291, 5335, 5708. Daher kommt es, daß das Passah am vierzehnten Tage des Monats anfangen, sieben Tage dauern und am einundzwanzigsten Tage aufhören sollte, welcher Tag auch das Heilige bedeutet, weil er aus der Multiplikation von drei mit sieben hervorgeht. Daher kam es, daß am ersten Tage vom Passah eine heilige Versammlung war, und auch am einundzwanzigsten Tage eine heilige Versammlung: 2. Mose 12/16. 7843. "Da soll es die ganze Gemeinde des Volkes Israel schlachten", 2. Mose 12/6, bedeutet die Vorbereitung zum gemeinschaftlichen Genusse aller, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlachten, wenn es von dem Lamm oder der Ziege zur Feier des Passah gesagt wird, insofern es die Vorbereitung zum Genusse bezeichnet, nämlich des Guten der Unschuld, das durch Lamm oder Ziege bezeichnet wird; und aus der Bedeutung der ganzen Gemeinde des Volkes Israel, insofern es bezeichnet, in Gemeinschaft von allen, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 7830. Durch Gemeinde des Volkes werden die Wahrheiten des Guten bezeichnet, die bei denen sind, die der Kirche angehören, denn Versammlung wird vom Wahren gesagt: Nr. 6355, und Gemeinde vom Guten. 7844. "Zwischen den Abenden", 2. Mose 12/6, bedeutet den letzten und ersten Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abends, insofern er den Zustand des Falschen bezeichnet und auch den Zustand der Unkenntnis des Wahren; denn alle Tageszeiten, sowie alle Jahreszeiten bedeuten im geistigen Sinn die Zustandswechsel in betreff des Wahren und des Guten: Nr. 5672, 5962, 6110; ihr Ende und ihr Anfang ist der Abend. Wenn daher gesagt wird "zwischen den Abenden", so schließt dies auch alle (dazwischenliegenden) Zustände ein. Somit wird hier durch "zwischen den Abenden" der Zustand der Befreiung bezeichnet bei denen, die im Wahren aus dem Guten sind, und der Zustand der Verdammnis derer, die im Falschen aus dem Bösen sind, und diese Zustände werden bezeichnet durch den Auszug der Söhne Israels aus Ägypten, als die Erstgeborenen daselbst getötet wurden. Daß dies der Abend genannt wird, ist deutlich aus Folgendem bei 5. Mose 16/4,6: "Du sollst das Passah opfern am Abend, wenn die Sonne untergegangen ist zu der Zeit deines Auszugs aus Ägypten". Hieraus erhellt, daß das Ende des Zustandes der Anfechtungen und der Anfang des Zustandes der Befreiung derer, die durch die Söhne Israels vorgebildet werden, unter (den Worten) "zwischen den Abenden" verstanden wird. Für diese hatte von Anfang an ihr Zustand das Streben zum Morgen hin, der die Erhebung in den Himmel bezeichnet; aber auch das Ende des Zustandes der Anfechtungen und der Anfang des Zustandes der Verdammnis derer, die durch die Ägypter vorgebildet werden, wird verstanden unter den Worten "zwischen den Abenden", aber der Zustand dieser strebte der Nacht entgegen, die das Hinabstürzen in die Hölle bezeichnet. Ihr hinabstürzen in die Hölle wird durch das Versinken in das Meer Suph (oder das Schilfmeer) vorgebildet, aber die Erhebung jener in den Himmel wird durch die Einführung in das Land Kanaan vorgebildet. Im Worte wird an mehreren Stellen der Abend genannt, und durch denselben die letzte Zeit der Kirche bezeichnet, und auch ihre erste. Die letzte bei denen, bei welchen die Kirche aufhört, und die erste bei denen, bei welchen sie anfängt. Daher wird vorzüglich durch Abend die Ankunft des Herrn bezeichnet, denn damals war das Ende der früheren Kirche, und der Anfang einer neuen; und der Zustand dieser wird auch Abend genannt, weil der Mensch der Kirche vom dunklen Lichte anfängt und fortschreitet zum hellen, das für ihn der Morgen ist. Daß die Ankunft des Herrn in die Welt durch Abend und Morgen bezeichnet wird, erhellt bei Dan.8/13,14: "Ich hörte einen Heiligen reden (der sprach): Wie lange soll währen dieses Gesicht, vom beständigen Opfer, und der Frevel, die Zertretung des Heiligen und des Heeres? und er sprach zu mir: bis zum Abend, zum Morgen, zweitausenddreihundert (Tage), denn dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden": daß hier unter Abend die letzte Zeit verstanden wird, als die Kirche völlig zugrunde gerichtet war, und der Herr in die Welt kam, und unter Morgen das Licht und die Entstehung einer neuen Kirche durch Ihn, ist klar. Sach.14/7: "Es wird ein Tag sein, der Jehovah bekannt sein wird, nicht Tag noch Nacht, denn um die Zeit des Abends wird Licht sein". Zeph.2/7: "Endlich soll diese Gegend dem Überrest des Hauses Juda gehören, sie sollen darauf weiden, in den Häusern Askalons werden sie am Abend Ruhe haben, wenn Jehovah ihr Gott, sie heimsuchen, und ihre Gefangenschaft zurückführen wird": Abend für den ersten Zustand der entstehenden Kirche. Weil Abend den letzten Zustand der alten Kirche und den Anfang der neuen bedeutete, deshalb wurde befohlen, daß Aharon und seine Söhne "zurichten sollten die Leuchte vom Abend bis zum Morgen vor Jehovah": 2. Mose 27/20,21. Daß der Abend den letzten Zustand der Kirche bedeutet, wenn das Falsche gehäuft ist, weil kein Glaube vorhanden ist, und das Böse gehäuft, weil keine Liebtätigkeit da ist, erhellt bei Jerem.6/4: "Wehe uns, denn der Tag geht unter, und die Schatten des Abends haben sich geneigt". Hes.24/18: "Ich habe zum Volke geredet am Morgen, und mein Weib ist gestorben am Abend": Weib bedeutet die Kirche. Ps.90/6: "Bei der Morgenröte blühet (das Gras) und grünet, am Abend wird es abgeschnitten und verdorrt". 7845. Vers 7-11: Und sie sollen von dem Blute nehmen, und es an die beiden Türpfosten streichen, und an die Oberschwelle an den Häusern, in denen sie es essen werden. Und sie sollen das Fleisch essen in dieser Nacht, gebraten am Feuer und mit ungesäuertem Brote, und mit bitteren Kräutern (Bitterkeiten) sollen sie es essen. Und ihr sollt es nicht roh essen, noch im Wasser gekocht; sondern am Feuer gebraten, seinen Kopf samt den Schenkeln und Eingeweiden. Und sollt nichts davon übriglassen bis zum Morgen; was aber übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr mit Feuer verbrennen. Und ihr sollt es also essen: Eure Lenden sollen gegürtet sein, eure Schuhe an euern Füßen, und euer Stab in eurer Hand, und sollt es in Eile essen, denn es ist das Passah Jehovahs. "Und sie sollen von dem Blute nehmen" bedeutet das heilige Wahre, das dem Guten der Unschuld angehört; "und es an die beiden Türpfosten streichen, und an die Oberschwelle" bedeutet das Wahre und Gute des Natürlichen; "an den Häusern" bedeutet das, was dem Willen des Guten angehört; "in denen sie es essen werden" bedeutet den Genuß; "und sie sollen das Fleisch essen" bedeutet den Genuß des Guten; "in dieser Nacht" bedeutet, wenn die Verdammnis der Bösen stattfindet; "gebraten am Feuer" bedeutet das Gute der Liebe; "und mit ungesäuertem Brot" bedeutet das von allem Falschen Gereinigte; "und mit bitteren Kräutern" bedeutet, bei der Widerwärtigkeit der Versuchungen; "sollen sie es essen" bedeutet den Genuß; "und ihr sollt es nicht roh essen" bedeutet nicht ohne Liebe; "noch im Wasser gekocht" bedeutet, es soll nicht ausgehen vom Wahren; "sondern am Feuer gebraten" bedeutet aus der Liebe; "seinen Kopf samt den Schenkeln und Eingeweiden" bedeutet vom Innersten bis zum Äußeren; "und sollt nichts davon übriglassen bis zum Morgen" bedeutet die Dauer dieses Zustandes vor dem Zustand der Erleuchtung im Himmel; "was aber übrig bleibt bis zum Morgen sollt ihr mit Feuer verbrennen" bedeutet den Zustand der Vermittlungen bis zum Ende durch die Versuchungen; "und ihr sollt es also essen" bedeutet den Genuß im Zustand der Trennung von den Bösen, die angefochten haben, und die Bewahrung alsdann. "eure Lenden sollen gegürtet sein" bedeutet in bezug auf das Innere; "eure Schuhe an euern Füßen" bedeutet, in bezug auf das Äußere; "und euer Stab in eurer Hand" bedeutet, in bezug auf das Mittlere; "und sollt es in Eile essen" bedeutet die Neigung zur Trennung; "denn es ist das Passah Jehovahs" bedeutet die Gegenwart des Herrn, und die Befreiung durch Ihn. 7846. "Und sie sollen von dem Blute nehmen", 2. Mose 12/7, bedeutet das heilige Wahre, das dem Guten der Unschuld angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, insofern es das heilige, vom Herrn ausgehende Wahre bezeichnet, worüber Nr. 4735, 6978, 7317, 7326; und weil es das Blut des Lammes ist, welches das Gute der Unschuld bedeutet: Nr. 3994, so bezeichnet es das heilige Wahre, das dem Guten der Unschuld angehört. 7847. "Und es an die beiden Türpfosten streichen, und an die Oberschwelle", 2. Mose 12/7, bedeutet das Wahre und Gute des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Türpfosten, insofern sie die Wahrheiten des Natürlichen bezeichnen; und aus der Bedeutung der Oberschwelle, insofern sie das Gute desselben bezeichnet. Daß die Pfosten und Oberschwelle solches bedeuten, kommt daher, weil durch das Haus der Mensch selbst, oder dessen Gemüt bezeichnet wird, und durch das, was der Türe angehört, solche Dinge, die zur Einführung dienen. Daß diese das natürlich Wahre und Gute sind, ist klar; denn der natürliche Mensch wird früher unterrichtet, als der vernünftige, und was der Mensch dann lernt, sind natürliche Dinge, denen allmählich Geistiges eingepflanzt wird, was inwendiger ist. Daraus erhellt, wie das Natürliche in Ansehung des Wahren und Guten zur Einführung dient. Überdies bedeuten Oberschwelle und Pfosten das gleiche, wie die Stirn und die Hand beim Menschen. Die Vorstellungen der Engel sind von der Art, daß sie das Natürliche auf solches beziehen, was dem Menschen angehört; der Grund ist, weil die geistige Welt oder der Himmel in der Gestalt des Menschen existiert und daher alle Dinge jener Welt, d.h. alles Geistige, das Wahres und Gutes ist, sich auf jene (Form) bezieht. Was am Ende mehrerer Kapitel, wo von den Entsprechungen (die Rede ist), nachgewiesen wurde. Und weil das Natürliche in den Engelvorstellungen zum Geistigen wird, so geschieht dies auch bei dem Hause, das für sie das Gemüt des Menschen bezeichnet, die Zimmer und Gemächer bedeuten das Innere des Gemütes, die Fenster, Türen, Pfosten und Türschwelle das Äußere des Gemütes, das einführt. Weil die Engelvorstellungen eine solche Beschaffenheit haben, sind sie auch lebendig, und auf diese Weise werden die Dinge, die in der natürlichen Welt tote Gegenstände sind, zu lebendigen Gegenständen, wenn sie in die geistige Welt übergehen, denn alles Geistige ist lebendig, weil es vom Herrn ausgeht. Daß die Pfosten und die Oberschwelle das gleiche bedeuten, wie beim Menschen die Stirne und die Hand, zeigt sich aus Folgendem bei 5. Mose 6/5,8,9; 11/13,18,20: "Du sollst Jehovah, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, und aus ganzer Seele, und aus allen deinen Kräften. Und dies sollst du zum Denkzeichen auf deine Hand binden, und es sei als Stirnband zwischen deinen Augen; und sollst es schreiben auf die Pfosten deines Hauses, und an deine Türen": weil es das gleiche in sich schließt, so wird beides gesagt. Daß die Oberschwelle und die Pfosten im geistigen Sinn das natürlich Gute und Wahre bedeuten, durch das die Einführung zum Geistigen geschieht, erhellt aus der Beschreibung des neuen Tempels bei Hesekiel, durch den die geistige Kirche bezeichnet wird. Dort werden öfters Pfosten und Oberschwellen erwähnt, die auch gemessen wurden, was keineswegs geschehen wäre, wenn sie nicht auch etwas der Kirche und dem Himmel Angehöriges, d.h. etwas Geistiges bedeuteten, wie Folgendes bei diesem Propheten: Hes.45/19: "Und der Priester soll vom Blute des Sündopfers nehmen, und besprengen die Pfosten des Hauses und die vier Ecken des Absatzes am Altare, und die Pfosten des Tores des inneren Vorhofes, am ersten Tage des Monats". Hes.46/2: "Und der Fürst soll hineingehen auf dem Wege der Halle des äußeren Tores und stehenbleiben an den Pfosten des Tores, und die Priester sollen sein Brandopfer verrichten, dann soll er anbeten auf der Schwelle des Tores": daß hier durch den Tempel nicht ein Tempel verstanden wird, sondern die Kirche des Herrn, kann jeder wissen; denn dergleichen Dinge, wie sie hier in mehreren Kapiteln beschrieben worden sind, haben sich niemals zugetragen, und werden sich auch nicht zutragen. Daß im höchsten Sinn unter dem Tempel der Herr verstanden wird in bezug auf Sein Göttlich-Menschliches, lehrt Er selbst Joh.2/19,21,22; daher wird im vorbildlichen Sinn unter dem Tempel Seine Kirche verstanden. Daß der Engel die Oberschwelle dieses neuen Tempels maß, sehe man Hes.40/9,10,14,16,24; 41/21,25; welche Messung ohne alle Bedeutung wäre, wenn nicht die Oberschwellen und auch die Zahlen etwas der Kirche Angehöriges bedeuteten. Weil Pfosten und Oberschwellen das natürlich Wahre und Gute bedeuten, das zur Einführung diente, deswegen wurden sie in diesem neuen Tempel von viereckiger Gestalt gemacht: Hes.41/21; und daher wurden im Tempel Salomos "die Pfosten aus Olivenholz gemacht": 1.Kön.6/31,33; Olivenholz bedeutet das Gute des Wahren, oder das Gute, das der geistigen Kirche angehört. 7848. "An den Häusern", 2. Mose 12/7, bedeutet das, was dem Willen des Guten angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, insofern es den Menschen bezeichnet, worüber Nr. 3128; und auch das Gemüt des Menschen: Nr. 3538, 4973, 5023, 7353; folglich das, was Sache des Willens ist, hier was dem Wollen des Guten angehört. Durch Haus wird auch der Wille bezeichnet, aus dem Grund, weil durch dasselbe der Mensch bezeichnet wird, und der Mensch ist Mensch vorzüglich vermöge seines Wollens. Überdies ist es gleich, ob man sagt, der Mensch oder sein Gemüt, denn der Mensch ist nicht Mensch vermöge der Gestalt seines Körpers, sondern vermöge seines Gemütes, und der Mensch ist so beschaffen, wie sein Gemüt, d.h. wie sein Verstand und sein Wille, besonders aber, wie sein Wille beschaffen ist. 7849. "In denen sie es essen werden", 2. Mose 12/7, bedeutet den Genuß. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 3168, 3513 E, 4745; hier aber den Genuß, weil von dem Zustand der Einweihung gehandelt wird. Damit verhält es sich so: Diejenigen, die vor der Ankunft des Herrn in der unteren Erde in Verwahrung gehalten wurden: Nr. 6854, 6914, 7091 E, 7828, mußten, als sie befreit werden sollten, vorbereitet werden zur Aufnahme des Einflusses des Guten und Wahren vom Herrn, denn sie mußten mitten durch die Hölle hindurchgehen; und damit nicht bei diesem Durchgang von den Höllischen ringsherum Böses und Falsches einfließen möchte, mußten sie vorbereitet werden, damit sie alsdann im vollen Zustand des Wahren und Guten waren. Von diesem Durchgang soll jedoch im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, geredet werden. Diese Vorbereitung oder Einweihung in den Zustand der Aufnahme des Guten und Wahren, wird beschrieben durch das, was sie tun sollten zwischen dem zehnten und vierzehnten Tage des Monats, und was sie beim Essen des Passahlammes beobachten sollten. 7850. "Und sie sollen das Fleisch essen", 2. Mose 12/8, bedeutet den Genuß des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es den Genuß bezeichnet, worüber Nr. 7849; und aus der Bedeutung des Fleisches, insofern es das Eigene des Menschen bezeichnet, wenn es lebendig gemacht ist vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, somit alles himmlisch und geistig Gute beim Menschen, worüber Nr. 3813, 6968. Daß das Fleisch diese Bedeutung hat, war bei den Alten sehr bekannt, heutzutage aber ist es so unbekannt, daß jeder sich wundert, wenn man sagt, daß Fleisch solches bedeutet. Wenn man sagt, dies sei die geistige Entsprechung, so wird es nicht verstanden; sagt man aber, es sei ein Sinnbild, so wird das zwar verstanden, aber in einem anderen Sinn als in dem, der das entsprechende Sinnbildliche hat, nämlich als völlig getrennt, während doch das Geistige oder sinnbildlich Entsprechende mit dem verbunden ist, dem es entspricht, wie das Gesicht des Menschen mit seinem Auge, sein Gehör mit dem Ohr, das Denken, das geistig ist, mit der Form des Inneren im Menschen, und durch sie mit den feinen Organen der Rede, oder wie der Wille, der auch geistig ist, mit den Fasern der Muskeln, durch die eine Handlung (zustande kommt). So verhält sich alles geistig Entsprechende, oder Sinnbildliche zu seinem Natürlichen, mit dem es in Entsprechung steht. Wer könnte sehen, daß unter Fleisch nicht Fleisch, und unter Blut nicht Blut verstanden wird vom Herrn bei Joh.6/53-56: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr nicht essen werdet das Fleisch des Menschensohnes, und trinken Sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch, wer Mein Fleisch isset, und trinket Mein Blut, der hat das ewige Leben, und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Denn Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank": daß unter dem Fleisch (hier) das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn verstanden wird, das aus Seinem Göttlich-Menschlichen, und durch Blut das göttlich Wahre, das aus Seinem göttlich Guten hervorgeht; ferner die wechselseitige (Verbindung) mit dem Menschen, wissen heutzutage wenige, und die es wissen können, wollen es nicht. Daß sie es nicht wissen wollen, kommt daher, weil sie keine Neigung zum Wahren um des Wahren willen haben, sondern um weltlicher Gründe willen, dann auch weil die natürlichen Menschen alles auf natürliche Weise begreifen wollen. Dies wurde gesagt, damit man wisse, was das Essen des Fleisches bei dem Passahmahle bedeutet, und folglich auch bei dem heiligen Abendmahle, das damals gestiftet wurde. Über Brot und Wein, welches das gleiche bedeutet wie Fleisch und Blut im heiligen Abendmahl, sehe man Nr. 2165, 2177, 2187, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915. Daß Fleisch nicht Fleisch ist im geistigen Sinn des Wortes, kann wie aus anderen Stellen, so auch aus Folgendem erhellen: Joh.Offenb.19/17,18: "Kommt und versammelt euch zum Abendmahl des großen Gottes, damit ihr esset das Fleisch der Könige, und das Fleisch der Obersten, und das Fleisch der Starken, und das Fleisch der Rosse, und derer, die auf ihnen sitzen, und das Fleisch aller Freien und Knechte, und der Kleinen und Großen": durch Fleisch werden hier die verschiedenen Arten des Guten bezeichnet. 7851. "In dieser Nacht", 2. Mose 12/8, bedeutet, wenn die Verdammnis der Bösen stattfindet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nacht, insofern sie den Zustand der Verwüstung des Wahren und Guten bezeichnet, worüber Nr. 221, 709, 2353, 7776; somit die Verdammnis, denn wenn kein Wahres und Gutes mehr da ist, sondern nur Falsches und Böses, dann tritt die Verdammnis ein, hier die Verdammnis derer, welche die Angehörigen der geistigen Kirche anfochten. 7852. "Gebraten am Feuer", 2. Mose 12/8, bedeutet das Gute der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des am Feuer Gebratenen, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, denn das Feuer bedeutet die Liebe: Nr. 943, 4906, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324; und das Gebratene das, was von Liebe durchdrungen ist, daher das Gute. Im Worte wird das Gebratene vom Gekochten unterschieden, und durch das Gebratene wird das Gute bezeichnet, weil es durch das Feuer (geschieht), und durch das Gekochte wird das Wahre verstanden, weil es durch das Wasser (geschieht); hier ebenso, denn es heißt: "Ihr sollt es nicht roh essen, noch im Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten": 2. Mose 12/9. Die Ursache ist, weil das Passahlamm das Gute der Unschuld bedeutet, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist. Hieraus erhellt, was unter dem gebratenen Fisch bei Luk.24/42,43 im geistigen Sinn verstanden wird; ferner was unter dem über das Kohlenfeuer gelegten Fisch (verstanden wird), als der Herr den Jüngern erschien, worüber bei Joh.21/9,13 gesagt wird: "Als die Jünger an das Land gestiegen waren, sahen sie ein Kohlenfeuer bereitet, und einen Fisch darauf gelegt und Brot; Jesus kam, und nahm das Brot, und gab es ihnen, und desgleichen auch den Fisch": Fisch bedeutet das natürlich Wahre: Nr. 991; Kohlenfeuer aber das Gute, der darüber liegende Fisch also das Wahre des geistig Guten im Natürlichen. Wer nicht glaubt, daß es einen inneren Sinn des Wortes gebe, der muß notwendig glauben, es liege nichts Geheimes darin, daß, als der Herr den Jüngern erschien, ein Fisch auf dem Kohlenfeuer war, und daß er ihnen vom Herrn zu essen gegeben wurde. Weil durch das am Feuer Gebratene das Gute der himmlischen und geistigen Liebe bezeichnet wird, deshalb wird im entgegengesetzten Sinn durch das am Feuer Gebratene das Böse der Selbstliebe und der Weltliebe bezeichnet: Jes.44/16,19: "Einen Teil des Holzes verbrennt er im Feuer, bei dem anderen Teil ißt er das Fleisch, er brät einen Braten, damit er sich sättige, auch wärmt er sich dabei, und spricht: Bruder, ich habe mich gewärmt, ich habe das Feuer gesehen; einen Teil habe ich mit Feuer verbrannt, auch habe ich auf seinen Kohlen Brot gebacken, ich habe Fleisch gebraten und gegessen": hier von den Anbetern der Götzenbilder. Durch das (gehauene) Bild wird das Falsche des Bösen bezeichnet, das in solcher Weise beschrieben wird; den Braten bereiten, und Fleisch braten bedeutet, Böses tun aus unreiner Liebe. Daß Feuer im entgegengesetzten Sinn das Böse der Selbst- und Weltliebe bezeichnet, oder der Begierden, die diesen Liebesarten eigen sind, sehe man Nr. 1297, 1861, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324, 7575. 7853. "Und mit ungesäuertem Brot", 2. Mose 12/8, bedeutet das von allem Falschen Gereinigte. Dies erhellt aus der Bedeutung des ungesäuerten Brotes oder des Ungegorenen, insofern es das vom Falschen Gereinigte bezeichnet, worüber Nr. 2342. Die Ursache, weshalb ungesäuertes Brot diese Bedeutung hat, ist, weil der Sauerteig das Falsche bedeutet, wovon im Folgenden. 7854. "Und mit bitteren Kräutern", 2. Mose 12/8, bedeutet, bei der Widerwärtigkeit der Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der bitteren Kräuter, oder der Bitterkeiten, insofern sie das Widerwärtige (oder Unangenehme) bezeichnen, hier das der Versuchungen, denn das Gute der Unschuld, das durch das Passahlamm vorgebildet wird, kann niemanden angeeignet werden, außer durch Versuchungen. Durch ungesäuertes Brot wird solches Gute (der Unschuld) bezeichnet, und weil es durch Versuchungen angeeignet wird, so wurde angeordnet, daß sie es mit bitteren Kräutern essen sollten. Und überdies war jenes Brot ihnen ein Brot der Trübsal, wie das Manna: 5. Mose 8/15,16, weil es ohne Sauerteig war, d.h. ohne Falsches aus dem Bösen, denn der Mensch erträgt das reine Wahre und das reine Gute nicht. Daß durch das Bittere die Widerwärtigkeiten bezeichnet werden, erhellt bei Jes.5/20: "Wehe denen, die das Gute böse nennen, und das Böse gut, die das Bittere zum Süßen machen, und das Süße zum Bitteren". Jes.24/9: "Sie werden nicht Wein trinken mit Gesang, und das starke Getränk wird bitter sein den Trinkenden". Daß das Unangenehme der Versuchungen bezeichnet wird durch Bitteres, erhellt aus Folgendem: 2. Mose 15/23-25: "Zuletzt kamen sie nach Mara, konnten aber das Wasser nicht trinken vor Bitterkeit, denn es war bitter; darum murrte das Volk wider Mose, und als dieser zu Jehovah schrie, da zeigte ihm Jehovah ein Holz, das warf er in das Wasser, und das Wasser wurde süß. Daselbst machte (Gott) ihm eine Satzung und ein Recht, indem er ihn daselbst versuchte". Joh.Offenb.8/10,11: "Es fiel vom Himmel ein großer Stern, der wie eine Fackel brannte, der Name des Sternes heißt Wermut, und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter geworden waren": die bitteren Wasser bedeuten hier das Widrige der Versuchungen; die Menschen, die von den Wassern starben, bedeuten die, welche in den Versuchungen unterlagen. 7855. "Sollen sie es essen", 2. Mose 12/8, bedeutet den Genuß; dies erhellt aus Nr. 7849. 7856. "Und ihr sollt es nicht roh essen", 2. Mose 12/9, bedeutet nicht ohne Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es den Genuß bezeichnet, wie Nr. 7849; und aus der Bedeutung von roh, insofern es soviel ist als ohne das Gute der Liebe. Daß roh dieses bedeutet, geht deutlich hervor aus der Bedeutung des am Feuer Gebratenen, insofern es das Gute der Liebe ist, wovon Nr. 7852; daher ist roh, was nicht am Feuer gebraten, somit was ohne Liebe ist. 7857. "Noch im Wasser gekocht", 2. Mose 12/9, bedeutet, daß es nicht hervorgehen soll aus dem Glaubenswahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gewässer, insofern sie die Wahrheiten des Glaubens bedeuten, worüber Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; daher bedeutet das im Wasser Gekochte das, was aus demselben hervorgeht, d.h. das Gute, das aus dem Glaubenswahren (stammt). Dieses Gute wird unterschieden von dem Guten, das aus der Liebe hervorgeht, und das bezeichnet wird durch das am Feuer Gebratenen: Nr. 7852. Alles geistig Gute geht entweder aus dem Glauben hervor, d.h. durch den Glauben, oder es geht aus der Liebe hervor. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann geht das Gute bei ihm aus dem Glaubenswahren hervor, denn dann tut er das Wahre nicht aus Neigung zum Wahren, sondern aus Gehorsam, weil es so geboten ist. Später aber, wenn er wiedergeboren ist, tut er das Gute aus Neigung, also aus Liebe. Diese beiden Zustände bei dem Menschen werden im Worte genau unterschieden, weil der Mensch nicht zugleich in beiden Zuständen sein kann: wer im ersten Zustand ist, kann nicht in den anderen eintreten, bevor er wiedergeboren ist; und wer im anderen Zustand ist, darf sich nicht in den ersten begeben. Wenn jemand sich hineinbegibt, verliert er die Neigung, das Gute aus Liebe zu tun, und fällt zurück in den Zustand des Glaubens, der ihm gedient hatte zur Einführung in das Gute, ja (er fällt) auch aus diesem heraus. Dies wird im inneren Sinn verstanden unter den Worten des Herrn vom Letzten Gericht bei Matth.24/17,18: "Alsdann, wer auf dem Dache ist, steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu holen, und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, seine Kleider zu holen"; und auch "unter dem Weibe Lots, das hinter sich blickte": Luk.17/31,32. Hieraus kann man erkennen, was es heißt, das Gute genießen, das aus der Liebe, nicht aber aus dem Wahren des Glaubens hervorgeht, was dadurch bezeichnet wird, daß sie das Fleisch essen sollten am Feuer gebraten, nicht aber im Wasser gekocht. Weil durch Schlachtopfer und Brandopfer die Verehrung des Herrn aus Glauben und Liebe bezeichnet wurde, (durch Schlachtopfer die aus dem Glauben, und durch Brandopfer die aus der Liebe;) und weil die Verherrlichung des Herrn und die Freude über den Genuß der Güter vom Herrn bezeichnet wurde durch Mahlzeiten von dem zum Opfer Dargebrachten, deshalb wurde es dann erlaubt, das Fleisch zu kochen; denn die Verherrlichung des Herrn und die Freude über den Genuß der Güter geht aus der Neigung des Wahren, das Sache des Glaubens ist, hervor, wie auch jedes Bekenntnis. Daß das Opferfleisch gekocht wurde, sehe man 2. Mose 29/31,32; 1.Sam.2/13,15; 1.Kön.19/21. Solches wird durch Kochen bezeichnet bei Sach.14/21: "An jenem Tage werden alle Töpfe in Jerusalem und in Juda Jehovah Zebaoth geheiligt sein, und alle Opfernden werden kommen, und davon nehmen, und darin kochen". 7858. "Sondern am Feuer gebraten", 2. Mose 12/9, bedeutet, daß es aus der Liebe (hervorgehe). Dies erhellt aus der Bedeutung des am Feuer Gebratenen, insofern es das Gute aus Liebe bezeichnet, wovon Nr. 7852. 7859. "Seinen Kopf samt den Schenkeln und Eingeweiden", 2. Mose 12/9, bedeutet vom Innersten bis zum Äußeren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kopfes, wenn gesagt wird, samt den Schenkeln und Eingeweiden, insofern er das Innerste bezeichnet, denn das Haupt ist das Höchste, und das Höchste ist im geistigen Sinn das Innerste: Nr. 2148, 3084, 4599, 5146. (Daß durch Haupt das Innere, und durch Körper das Äußere bezeichnet wird, sehe man Nr. 6436.) Und aus der Bedeutung der Schenkel, insofern sie das Äußere bezeichnen, denn die Schenkel sind im Verhältnis zum Kopfe das Untere; und wie das Obere das Innere bedeutet, so bedeutet das Untere das Äußere. Ferner aus der Bedeutung der Eingeweide, insofern sie noch untergeordneter sind, als das, was dem Bauche und den Gedärmen angehört. Daß ihnen befohlen wurde, den Kopf samt den Schenkeln und Eingeweiden zu braten, bildete vor, daß das Innere und Äußere verbunden sein, d.h. zusammenwirken müsse. Das Innere ist das, was dem inneren Menschen, das Äußere das, was dem äußeren Menschen angehört, d.h. das Innere ist das, was dem geistigen Menschen, das Äußere das, was dem natürlichen angehört. Diese müssen verbunden sein, d.h. zusammenwirken, damit der Mensch ein Reich des Herrn sei. Getrennt sind sie, wenn der natürliche oder äußere Mensch anders handelt, als der geistige oder innere will. Hieraus kann erhellen, was es bedeutet, daß das Passahlamm am Feuer gebraten werden sollte, der Kopf samt den Schenkeln und Eingeweiden. Unter den Eingeweiden wird das noch mehr Äußerliche des natürlichen Menschen oder das Sinnliche verstanden. Daß ein göttliches Geheimnis in diesen Geboten liegt, kann jeder sehen, denn das Passahlamm war das Allerheiligste in dieser Kirche. Dieses heilige Geheimnis kann nicht erkannt werden, außer durch das geistige Verständnis der Sachen und Worte, das hier so ist (wie oben gesagt wurde). 7860. "Und sollt nichts davon übriglassen bis zum Morgen", 2. Mose 12/10, bedeutet die Dauer dieses Zustandes vor dem Zustand der Erleuchtung im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, insofern er den Himmel und den Zustand der Erleuchtung daselbst bezeichnet, worüber Nr. 2405, 3458, 3723, 5740, 5962. Daß "nichts davon übrig bleibe bis zu dieser Zeit", die Dauer dieses Zustandes bezeichnet, ist deutlich, denn dann muß der frühere Zustand aufhören. Es wird hier, wie früher gezeigt worden, im inneren Sinn, von der Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche von den Anfechtungen gehandelt. Der Zustand ihrer Befreiung wird durch das Passah vorgebildet, aber der Zustand ihrer Erhebung in den Himmel durch die Einführung in das Land Kanaan. Dieser Zustand ist es, der unter Morgen verstanden wird. Diese beiden Zustände sind völlig verschieden, wie die Zustände der Mittel zum Zweck, und der Zustand des Zweckes. Wenn der Zustand des Zweckes eintritt, dann muß das, was im Zustand der Mittel geschieht, vollendet sein. Hieraus erhellt, warum befohlen wurde, daß sie nichts davon übriglassen sollten bis zum Morgen. 7861. "Was aber übrigbleibt bis zum Morgen sollt ihr mit Feuer verbrennen", 2. Mose 12/10, bedeutet den Zustand der Vermittlungen bis zum Ende durch die Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "übrigbleiben bis zum Morgen", insofern es den vermittelnden Zustand bis zum letzten bezeichnet, welches der der Erhebung in den Himmel ist; denn durch Morgen wird die Erhebung in den Himmel bezeichnet und die Erleuchtung daselbst (man sehe Nr. 7860); daher wird durch die Zeit vor dem Morgen der vermittelnde Zustand bezeichnet. In diesem Zustande war es erlaubt, das Übriggebliebene zu genießen, oder es zu essen, nicht aber nachher. Und aus der Bedeutung von "mit Feuer verbrennen", insofern es bedeutet, Versuchungen ertragen. Daß die Versuchungen durch "mit Feuer verbrennen" bezeichnet werden, hat seinen Grund darin, daß die Reinigungen durch das Feuer geschehen; ferner, weil der Mensch, wenn er in Versuchungen kommt, seinen Begierden überlassen ist, die durch Feuer bezeichnet werden. 7862. "Und ihr sollt es also essen", 2. Mose 12/11, bedeutet den Genuß im Zustand der Trennung von den Bösen, die anfechten, und die Bewahrung alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es den Genuß bezeichnet, worüber Nr. 7849. Weil vom Auszug aus Ägypten gehandelt wird, und durch denselben die Trennung von denen, die anfechten, bezeichnet wird, deshalb ist es dieser Zustand, der darunter verstanden wird, daß sie also essen sollten. Daß dadurch auch die Bewahrung bezeichnet wird, ist deutlich. 7863. "Eure Lenden sollen gegürtet sein", 2. Mose 12/11, bedeutet in bezug auf das Innere. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lenden, insofern sie das bezeichnen, was Angehör der ehelichen Liebe ist: Nr. 3021, 4277, 4280, 5050-5062; also das, was sich auf die Liebe zum Guten und Wahren bezieht, denn von diesem geht die eheliche Liebe aus: Nr. 686, 2618, 2727-2759, 4434, 5054. Deshalb, und weil die Lenden oberhalb der Füße sind, die das Äußerliche bezeichnen (wovon weiter unten), wird durch jene das Innere bezeichnet. Daß ihre Lenden gegürtet sein sollten, bedeutet die Befähigung, den Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn aufzunehmen, wie auch, diesem Einfluß gemäß zu handeln. Jedes Gürten und Bekleiden bedeutet den Vorbereitungszustand, um aufzunehmen und zu handeln, denn dann wird alles und jedes in seiner Ordnung gehandelt. Anders aber ist es, wenn man nicht gegürtet ist. 7864. "Eure Schuhe an euren Füßen", 2. Mose 12/11, bedeutet, in bezug auf das Äußere. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schuhe, insofern sie das Äußere oder Letzte des Natürlichen bezeichnen, das im allgemeinen das Innere des Natürlichen umhüllt. Und aus der Bedeutung der Füße, insofern sie das Natürliche bezeichnen, worüber Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952. 7865. "Und euer Stab in eurer Hand", 2. Mose 12/11, bedeutet, in bezug auf das Mittlere. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes in der Hand, wenn von einer Reise oder Wanderung die Rede ist, und die Lenden erwähnt werden, wie auch die Schuhe an den Füßen, die das Innere und Äußere bezeichnen; insofern es hier das Vermittelnde ist. 7866. "Und sollt es in Eile essen", 2. Mose 12/11, bedeutet die Neigung zur Trennung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Eile, insofern sie eine Neigung bezeichnet, weil sie von der Neigung (ausgeht), worüber Nr. 7695; hier die Neigung zur Trennung, weil sie sich von denen (trennen wollen), die anfechten und durch die Ägypter bezeichnet werden. 7867. "Denn es ist das Passah Jehovahs", 2. Mose 12/11, bedeutet die Gegenwart des Herrn, und die Befreiung durch Ihn. Dies erhellt aus dem, was bisher gesagt worden, besonders, was von der Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche durch die Ankunft des Herrn (gesagt wurde): Nr. 6854, 6914, 7035, 7091 E, 7828. Daß Jehovah im Worte der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6281, 6303, 6905. 7868. Vers 12-16: Denn Ich will durch das Land Ägypten gehen in dieser Nacht, und alle Erstgeburt im Lande Ägypten schlagen vom Menschen bis zum Vieh; und über alle Götter Ägyptens werde Ich Gericht halten, Ich Jehovah. Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid; und Ich werde das Blut sehen, und an euch vorübergehen, und es wird euch keine Plage vom Verderber treffen, wenn Ich das Land Ägypten schlage. Und dieser Tag soll euch zum Gedächtnis sein, und ihr sollt ihn feiern als ein Fest Jehovahs in euern Geschlechtern, als ewige Satzung sollt ihr ihn feiern. Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen; schon am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig entfernen aus euern Häusern, denn ein jeder, der Gesäuertes ißt, dessen Seele soll ausgerottet werden aus Israel vom ersten Tage an bis zum siebenten Tage. Und am ersten Tage soll heilige Versammlung bei euch sein, und am siebenten Tage soll auch heilige Versammlung sein, kein Werk soll an denselben getan werden, nur was von jeder Seele gegessen wird, das allein soll bei euch geschehen. "Denn Ich will durch das Land Ägypten gehen" bedeutet die Gegenwart bei denen, die angefochten haben; "in dieser Nacht" bedeutet den Zustand des Bösen derselben; "und alle Erstgeburt im Lande Ägypten schlagen, bedeutet die Verdammnis derer, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind; "vom Menschen bis zum Vieh" bedeutet die inneren und äußeren bösen Begierden derselben; "und über alle Götter Ägyptens werde Ich Gericht halten" bedeutet ihre Falschheiten (Irrtümer), die verworfen werden müssen; "Ich Jehovah" bedeutet den Herrn, daß Er der alleinige Gott sei; "und das Blut" bedeutet das Wahre des Guten der Unschuld; "soll euch zum Zeichen sein an den Häusern" bedeutet, es sei dies ein Zeugnis ihres Verlangens nach dem Guten; "und Ich werde das Blut sehen" bedeutet das Wahrnehmen dieses Wahren von seiten derer, welche die Verdammnis vollziehen; "und an euch vorübergehen" bedeutet, daß die Verdammnis vor ihnen fliehen werde; "und es wird euch keine Plage vom Verderber treffen" bedeutet, daß keine Verdammnis von den Höllen einfließen dürfe; "wenn Ich das Land Ägypten schlage" bedeutet, wenn diejenigen verdammt werden, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind; "und dieser Tag soll euch zum Gedächtnis sein" bedeutet die Beschaffenheit dieses Zustandes beim Gottesdienst; "und ihr sollt ihn feiern als ein Fest Jehovahs" bedeutet die Verehrung des Herrn wegen der Befreiung von der Verdammnis; "in euern Geschlechtern" bedeutet in dem, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist; "als ewige Satzung sollt ihr ihn feiern" bedeutet die Verehrung des Herrn nach der Ordnung des Himmels für diejenigen, die der geistigen Kirche angehören; "sieben Tage" bedeutet das Heilige; "sollt ihr ungesäuertes Brot essen" bedeutet die Reinigung vom Falschen; "schon am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig entfernen aus euern Häusern" bedeutet, daß durchaus nichts Falsches im Guten sein dürfe; "denn ein jeder, der Gesäuertes ißt" bedeutet, der sich das Falsche aneignet; "dessen Seele soll ausgerottet werden aus Israel" bedeutet, daß er getrennt werden solle von denen, die der geistigen Kirche angehören; und daß er verworfen sein werde; "vom ersten Tage an bis zum siebenten Tage" bedeutet den vollständigen heiligen Zustand; "und am ersten Tage soll heilige Versammlung bei euch sein" bedeutet, daß im Anfang alle beisammen sein sollen; "und am siebenten Tage soll auch heilige Versammlung sein" bedeutet, ebenso am Ende des Zustandes; "kein Werkt soll an denselben getan werden" bedeutet die Zurückhaltung alsdann vom Irdischen und Weltlichen; "nur was von jeder Seele gegessen wird" bedeutet, wenn das geistig und himmlisch Gute angeeignet wird; "das allein soll bei euch geschehen" bedeutet, daß sie dann nur nach solchem streben sollen. 7869. "Denn Ich will durch das Land Ägypten gehen", 2. Mose 12/12, bedeutet die Gegenwart bei denen, die angefochten haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von vorübergehen, (wenn gesagt) wird durch das Land und von Jehovah, insofern es die Gegenwart (desselben bezeichnet); und aus der Bedeutung der Ägypter, durch die diejenigen bezeichnet werden, welche die Angehörigen der geistigen Kirche angefochten haben, worüber Nr. 6692, 7097; hier wird das Land Ägypten statt ihrer genannt. 7870. "In dieser Nacht", 2. Mose 12/12, bedeutet den Zustand des Bösen derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nacht, insofern sie den Zustand bezeichnet, wenn nichts als Böses und Falsches vorhanden ist; denn die Nacht wird dem Tage und die Finsternis dem Lichte entgegengesetzt; und durch Tag und Licht wird das Wahre und Gute bezeichnet, weshalb die Nacht auch die letzte Zeit der Kirche bedeutet, denn weil alsdann kein Glaube und keine Liebtätigkeit da ist, so herrscht das Falsche und Böse; man sehe Nr. 2353, 6000. Auch wird durch die Nacht die völlige Abödung bezeichnet: Nr. 7776, wie auch die Verdammnis: Nr. 7851. Hieraus erhellt, daß der Zustand derer, die in der Hölle sind, Nacht genannt wird. Nicht als ob Finsternis der Nacht bei ihnen herrsche, denn sie sehen sich gegenseitig, sondern weil der Zustand des Wahren und Guten, der in den Himmeln ist, Tag genannt wird, deshalb wird der Zustand des Bösen und Falschen Nacht genannt. Es tritt auch wirklich Finsternis bei jenen ein, wenn etwas Licht vom Himmel daselbst einfließt; dann wird nämlich ihr Licht, aus dem sie sehen, zerstreut und in Finsternis verwandelt. Das Licht, aus dem sie sehen, ist zwar aus dem Licht vom Herrn durch den Himmel (denn im anderen Leben kommt kein Licht anderswoher), aber dieses Licht wird bei denen in der Hölle aufgenommen von ihrem Vermögen, das Wahre zu erkennen. Das Vermögen, dasselbe zu erkennen, bleibt bei ihnen, wie bei allen Menschen, wie sehr sie auch im Bösen oder Falschen sein mögen. Wenn aber dieses Himmelslicht von jenem Vermögen aus in ihren Willen übergeht (sie wollen es nämlich nicht erkennen), und somit in das Böse und Falsche, das bei ihnen ist, dann wird das Himmelslicht bei ihnen in ein Licht verkehrt, das dem Lichte eines Kohlenfeuers ähnlich ist; und dieses Licht wird in dichte Finsternis verkehrt vom Himmelslicht, wenn es einfließt. Daß in den Höllen ein Licht ist, wie von einem Kohlenfeuer, sehe man Nr. 1528, 3340, 4418, 4531; und daß dieses Licht in Finsternis verkehrt wird bei der Gegenwart des Himmelslichtes: Nr. 1783, 3412, 4533, 5057, 5058, 6000. Hieraus kann erhellen, daß im anderen Leben jeder Licht empfängt je nach seinem Erkenntnisvermögen, das entweder für das Wahre aus dem Guten gebildet (organisiert) ist, oder für das Falsche aus dem Bösen. 7871. "Und alle Erstgeburt im Lande Ägypten schlagen", 2. Mose 12/12, bedeutet die Verdammnis derer, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, insofern es die Verdammnis bezeichnet, denn schlagen heißt töten oder dem Tode übergeben, und durch Tod wird im geistigen Sinn die Verdammnis bezeichnet; man sehe Nr. 6119. Aus der Bedeutung der Erstgeburt, wenn sie von den Ägyptern gesagt wird, durch die diejenigen vorgebildet werden, die im Falschen aus dem Bösen sind, insofern sie den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben bezeichnet: Nr. 3325, 7039, 7766, 7778, 7779. Daß die Erstgeburt im echten Sinn, wenn sie von der geistigen Kirche gesagt wird, den Glauben der Liebtätigkeit bezeichnet, sehe man Nr. 367, 2435, 3325, 3494, 6344, 7035; daher bedeutet sie im entgegengesetzten Sinn den Glauben ohne Liebtätigkeit. 7872. "Vom Menschen bis zum Vieh", 2. Mose 12/12, bedeutet die inneren und äußeren bösen Begierden derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte "vom Menschen bis zum Vieh", insofern sie die Neigung zum inneren und äußeren Guten bezeichnen, worüber Nr. 7424, 7523; denn durch Mensch wird die Neigung zum inneren Guten, und durch Vieh die Neigung zum äußeren Guten bezeichnet, daher werden im entgegengesetzten Sinn, wie hier, wo von der Erstgeburt der Ägypter gehandelt wird, die bösen Neigungen, oder die inneren und äußeren bösen Begierden bezeichnet. Daß durch Vieh die guten Neigungen, und im entgegengesetzten Sinn die bösen Neigungen oder Begierden bezeichnet werden, sehe man Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 1823, 2179, 2180, 2781, 3218, 3519, 5198. 7873. "Und über alle Götter Ägyptens werde Ich Gericht halten", 2. Mose 12/12, bedeutet ihre Falschheiten (Irrtümer), die verworfen werden sollen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Götter, insofern sie Falschheiten bezeichnen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von Gericht halten, insofern es heißt verwerfen (oder verdammen); denn richten oder Gericht halten, heißt entweder zum Leben oder zum Tode (bestimmen). Zum Leben bedeutet die Seligkeit, zum Tode die Verdammnis. Im Worte werden mehrmals Götter genannt. Wenn Engel so genannt werden, bedeuten sie Wahrheiten: Nr. 4295, 4402, 7268; daher werden im entgegengesetzten Sinn durch die Götter der Heiden die Falschheiten (d.h. Irrtümer), bezeichnet: Nr. 4402, 4544. Die Wahrheiten werden Götter genannt, weil das Wahre aus dem Göttlichen Selbst hervorgeht, und an sich göttlich ist; daher werden diejenigen, die es aufnehmen, Götter genannt, nicht als ob sie Götter wären, sondern insofern das Wahre bei ihnen göttlich ist. Daher kommt es, daß in der Ursprache Gott durch die Mehrzahl Elohim ausgedrückt wird. Das Göttliche Selbst ist (seinem Wesen nach) das göttlich Gute, aber was von Ihm ausgeht, ist das göttlich Wahre, das den ganzen Himmel erfüllt. Weil nun Gott das Wahre bezeichnet, so bedeutet es im entgegengesetzten Sinn das Falsche. 7874. "Ich Jehovah", 2. Mose 12/12, bedeutet den Herrn, daß Er der alleinige Gott sei. Dies kann man aus dem erkennen, was Nr. 7401, 7444, 7544, 7598, 7636 erklärt worden ist. 7875. "Und das Blut", 2. Mose 12/13, bedeutet das Wahre des Guten der Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes des Lammes, insofern es das Wahre des Guten der Unschuld bezeichnet, wie Nr. 7846. 7876. "Soll euch zum Zeichen sein an den Häusern", 2. Mose 12/13, bedeutet, es sei ein Zeugnis ihres Verlangens nach dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Zeichen sein", insofern es ein Zeugnis bezeichnet; und aus der Bedeutung des Verlangens, insofern es das bezeichnet, was sich auf das Wollen des Guten bezieht, wovon Nr. 7848. 7877. "Und Ich werde das Blut sehen", 2. Mose 12/13, bedeutet das Wahrnehmen dieses Wahren von seiten derer, welche die Verdammnis vollziehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es ein Verstehen und Wahrnehmen bezeichnet, worüber Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 4403-4421, 4567, 4723, 5400. Daß es hier das Wahrnehmen von seiten derer, welche die Verdammnis vollziehen, bedeutet, wird im Folgenden gezeigt werden. Und aus der Bedeutung des Blutes, insofern es das Wahre des Guten der Unschuld bezeichnet, wie Nr. 7846. Was das Wahre des Guten der Unschuld sei, soll gesagt werden: Das Gute der Unschuld ist das Gute der Liebe zum Herrn, denn diejenigen, die in dieser Liebe sind, sind in der Unschuld. Daher kommt es, daß diejenigen, die im innersten oder dritten Himmel sind, vor den übrigen in Unschuld sind, weil in der Liebe zum Herrn. Vermöge der Unschuld erscheinen die, welche dort sind, den anderen als Kinder, dennoch aber sind sie die Weisesten unter allen, die im Himmel sind, man sehe Nr. 2306; denn die Unschuld wohnt in der Weisheit: Nr. 2305, 3495, 4797. Das Wahre des Guten der Unschuld, das sich bei ihnen findet, ist nicht das Glaubenswahre, sondern das Gute der Liebtätigkeit, denn diejenigen, die im dritten Himmel sind, wissen nicht was Glaube ist, also auch nicht, was das Wahre desselben, denn sie sind in dem Innewerden des Wahren, das dem Glauben angehört, und vermöge desselben wissen sie sogleich, daß etwas so ist, und stellen auch keine Erörterungen darüber an, ob etwas so sei (oder nicht), noch weniger streiten sie darüber. Was auf diese Weise im Innewerden liegt, fällt nicht in das Wissen. Anders bei den Geistigen, die im zweiten Himmel sind. Diese werden durch das Glaubenswahre zum Guten der Liebtätigkeit geführt, deshalb überlegen sie, ob etwas wahr sei oder nicht, weil sie nicht innewerden, ob es sich so verhalte, daher werden die Wahrheiten bei ihnen zum Wissen und werden Glaubenslehren genannt. Daß die im innersten oder dritten Himmel in einem solchen Zustand sind, daß sie inne werden, was eine Glaubenswahrheit ist, und daher dieselbe nicht auf das Wissen beziehen, sehe man Nr. 202, 337, 2715, 2718, 3246, 4448. Wie es sich damit verhält, daß von Jehovah gesagt wird, "Ich werde sehen", daß Er also von sich redet, und doch das Wahrnehmen derer bezeichnet wird, welche die Verdammnis vollziehen, d.h. den Höllischen, kann aus dem erhellen, was früher gezeigt worden ist, daß nämlich das Böse Jehovah oder dem Herrn zugeschrieben wird, obgleich nichts Böses von Ihm kommt, sondern von der Hölle; man sehe Nr. 2447, 6071, 6991, 6997, 7533, 7632, 7643. Das Böse, das zugelassen wird, scheint von dem selbst auszugehen, der es zuläßt, da er es ja entfernen könnte; so wird auch hier, daß die Erstgeburten der Ägypter getötet wurden, dem Jehovah zugeschrieben, denn es heißt: "Ich will durch das Land Ägypten gehen in dieser Nacht, und alle Erstgeburt im Lande Ägypten schlagen; und es geschah um Mitternacht, da schlug Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten; von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Hause des Gefängnisses war": 2. Mose 12/12,29, und doch wird 2. Mose 12/13 der, welcher dieses tut, der Verderber genannt: "das Blut soll euch zum Zeichen sein an euren Häusern, und Ich werde das Blut sehen, und an euch vorübergehen, und es wird euch keine Plage vom Verderber treffen". Ebenso verhält es sich mit der Abödung der Bösen im anderen Leben, und mit ihrer Verdammnis und ihrem Hinabstürzen in die Hölle, was im inneren Sinn unter den Plagen, unter dem Tod der Erstgeborenen, und unter der Versenkung in das Schilfmeer verstanden wird. Jehovah oder der Herr richtet niemand zugrunde, noch weniger verdammt Er und wirft in die Hölle; sondern der böse Geist ist es, der dieses sich selber tut; es ist das Böse, das in ihm ist. Daher kommt es nun, daß "Ich werde das Blut sehen", das Wahrnehmen von seiten derer bedeutet, welche die Verdammnis vollziehen. Wie es sich mit dieser Zulassung verhält, kann nicht mit wenigem gesagt werden, weil sie viele Geheimnisse in sich schließt. Daß die Gottlosen verdammt und gequält werden, ist nicht eine Zulassung des Herrn, als eines Wollenden, sondern als eines Nichtwollenden, weil Er nicht Hilfe leisten kann, da der Endzweck drängt und entgegensteht, welche die Beseligung des ganzen Menschengeschlechtes ist. Würde Er nämlich Hilfe bringen, so würde Er Böses tun, was ganz gegen das Göttliche ist. Aber hierüber soll anderwärts mehr (gesagt werden), vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn. 7878. "Und an euch vorübergehen", 2. Mose 12/13, bedeutet, daß sie vor ihnen fliehen werde, nämlich die Verdammnis, die von den Höllen ausgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von vorübergehen, wenn es von der Verdammnis gesagt wird, insofern es bezeichnet, vor jemand fliehen. Die Sphäre der Verdammnis, die aus den Höllen aufsteigt, flieht auch wirklich vor denen, die vom Herrn im Wahren und Guten sind; denn die Verdammnis fließt bei denen ein, die im Bösen und Falschen sind, weil diese im Zustand der Aufnahme sind, nicht aber die, welche im Wahren und Guten sind. Es sind eben Gegensätze, von denen der eine den anderen flieht. Alles, was bisher in betreff des Passahlammes angeordnet wurde, über die Zubereitung und das Essen desselben, ferner über das Blut an den Pfosten und an der Oberschwelle, bezieht sich darauf, daß nämlich der Verderber an ihren Häusern vorübergehen solle. Im inneren Sinn aber, daß sie von jeder Verdammnis frei sein sollen. Zu diesem Zwecke, nämlich damit die Verdammnis vor ihnen fliehen, d.h. zurückweichen möge, wurden sie vorbereitet. Der Verlauf dieser Vorbereitung ist es, der im inneren Sinn durch die Verordnungen über das Passahlamm beschrieben worden ist. 7879. "Und es wird euch keine Plage vom Verderber treffen", 2. Mose 12/13, bedeutet, daß keine Verdammnis von den Höllen einfließen solle. Dies erhellt aus der Bedeutung der Plage, insofern sie hier die Verdammnis bezeichnet, denn diese Plage bestand in dem Tode aller Erstgeborenen in Ägypten; daß hierdurch die Verdammnis bezeichnet werde, sehe man Nr. 7778. Und aus der Bedeutung des Verderbens, insofern es die Hölle ist, die diese Verdammnis bewirkt (oder vollzieht). Damit, daß die Hölle die Verdammnis vollzieht, hat es folgende Bewandtnis: Die Abödung der Bösen im anderen Leben wie auch ihre Verdammnis, und das Hinabstürzen derselben in die Hölle, kommt nicht unmittelbar von dem Geiste, der im Bösen ist, sondern geht von den Höllen aus; denn das Böse, das im Bösen ist, entsteht alles durch den Einfluß von den Höllen, und keines ohne Einfluß von daher, und es entsteht je nach dem Zustand des Bösen, in dem die Geister sind, die abgeödet und verdammt werden. Der Zustand des Bösen aber entsteht gemäß der Beraubung des Guten und Wahren; und diesem Zustande gemäß bildet sich die Verbindung mit den Höllen. Auch sind die Höllen immer bereit, Böses zuzufügen, denn Böses auszuüben ist der eigentliche Lustreiz ihres Lebens. Weil die Höllen so geartet sind, deshalb werden sie vom Herrn verschlossen gehalten; denn wenn sie geöffnet würden, ginge das ganze Menschengeschlecht zugrunde. Die Höllen trachten nämlich beständig nach dem Verderben aller. Daß durch die Pest siebzigtausend Männer starben wegen der Volkszählung durch David: 2.Sam. Kapitel 24, und daß in den Lagern der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend in einer Nacht getötet wurden: 2.Kön.19/35, geschah durch die Höllen, weil sie damals geöffnet waren. Ebenso würde es heutigen Tages geschehen, wenn sie geöffnet würden, deshalb werden sie vom Herrn streng verschlossen gehalten. Daß die Verdammnis von den Höllen nicht einfließen kann bei denen, die vom Herrn im Guten und Wahren gehalten werden, was bezeichnet wird durch die Worte: "Es wird euch keine Plage vom Verderber treffen", sehe man Nr. 7878. 7880. "Wenn Ich das Land Ägypten schlage", 2. Mose 12/13, bedeutet, wenn diejenigen verdammt werden, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind. Dies erhellt aus Nr. 7871. 7881. "Und dieser Tag soll euch zum Gedächtnis sein", 2. Mose 12/14, bedeutet die Beschaffenheit dieses Zustandes beim Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672, 5962, 6110; und aus der Bedeutung des Gedächtnisses, insofern es die Beschaffenheit beim Gottesdienst ist, worüber Nr. 6888. 7882. "Und ihr sollt ihn feiern als ein Fest Jehovahs", 2. Mose 12/14, bedeutet die Verehrung des Herrn wegen der Befreiung von der Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Fest feiern dem Jehovah", insofern es die Verehrung des Herrn bezeichnet, und zwar wegen der Befreiung von der Verdammnis, denn deshalb wurde dieser Tag als Fest gefeiert. Daß das Passah angeordnet wurde wegen der Befreiung derer, die der geistigen Kirche des Herrn angehören, sehe man Nr. 7867. 7883. "In euren Geschlechtern", 2. Mose 12/14, bedeutet in dem, was Sache der Liebtätigkeit und des Glaubens ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, insofern sie das bezeichnen, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, worüber Nr. 613, 2020, 2584, 6239. 7884. "Als ewige Satzung sollt ihr ihn feiern", 2. Mose 12/14, bedeutet die Verehrung des Herrn nach der Ordnung des Himmels für diejenigen, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung der ewigen Satzung, insofern sie die Ordnung des Himmels bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Feierns, insofern es die Verehrung des Herrn bezeichnet, wie Nr. 7882. Und weil zu den Söhnen Israels gesagt wird, daß sie jenen Tag feiern sollen, so werden diejenigen verstanden, die der geistigen Kirche angehören. Die ewige Satzung bedeutet die Ordnung des Himmels, weil alle Satzungen, die den Söhnen Israels befohlen wurden, solche waren, die aus der Ordnung des Himmels flossen, daher bildeten sie auch die Dinge vor, die Angehör des Himmels sind. Unter dem Gottesdienst nach der Ordnung des Himmels wird alle Ausübung des Guten nach den Geboten des Herrn verstanden. Heutzutage wird unter Gottesverehrung besonders die Verehrung im Tempel, wie auch durch Gebet am Morgen und Abend, verstanden. Der Gottesdienst besteht jedoch nicht wesentlich in solchem, sondern in einem Leben der Nutzwirkung; ein solcher Gottesdienst ist nach der Ordnung des Himmels. Die mündliche Verehrung ist auch ein Gottesdienst, allein dieser richtet gar nichts aus, wenn nicht der Gottesdienst im Leben dabei ist, denn dieser ist ein Gottesdienst des Herzens, jener aber muß, um Gottesdienst zu sein, aus diesem hervorgehen. 7885. "Sieben Tage", 2. Mose 12/15, bedeutet das Heilige. Dies erhellt aus der Bedeutung (der Zahl) Sieben, insofern sie Heiliges in sich schließt, und der sieben Tage, insofern sie das Heilige bezeichnen. Daß die Siebenzahl Heiliges in sich schließt, sehe man Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268. 7886. "Sollt ihr ungesäuertes Brot essen", 2. Mose 12/15, bedeutet die Reinigung vom Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des ungesäuerten Brotes, insofern es die Reinigung vom Falschen bezeichnet, worüber Nr. 2342. 7887. "Schon am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig entfernen aus euren Häusern", 2. Mose 12/15, bedeutet, daß durchaus nichts Falsches im Guten sein dürfe. Dies erhellt aus der Bedeutung des ersten Tages, insofern er den Anfang dieses Zustandes bezeichnet (daß Tage Zustände sind, sehe man Nr. 7881); aus der Bedeutung des Sauerteiges, insofern er das Falsche bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Hauses, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 2233, 2234, 2559, 3652, 3720, 7833, 7834, 7835, 7848. Hieraus erhellt, daß durch "am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig entfernen aus euren Häusern", bezeichnet wird, daß schon im Anfang dieses Zustandes nichts Falsches im Guten sein dürfe. Mit dem Guten verhält es sich in folgender Weise: Das Gute hat eine unendliche Verschiedenheit und erhält seine Beschaffenheit aus dem Wahren. Daher ist das Gute so beschaffen, wie die Wahrheiten, die eindringen. Die Wahrheiten, die eindringen, sind selten echte, sondern Scheinbarkeiten des Wahren, und (sogar) falsche, gleichwohl aber keine den Wahrheiten entgegengesetzte. Wenn diese in das Gute einfließen (was geschieht, sobald man ihnen gemäß lebt, und zwar aus Unwissenheit, die aus Unschuld hervorgeht), und wenn der Zweck dabei ist, Gutes zu tun, dann werden sie dennoch vom Herrn und im Himmel nicht als Falsches betrachtet, sondern als dem Wahren ähnliches, und je nach der Beschaffenheit ihrer Unschuld als Wahrheiten aufgenommen; dadurch erhält das Gute seine Beschaffenheit. Hieraus kann erhellen, wie es zu verstehen ist, daß nichts Falsches im Guten sein dürfe. 7888. "Denn ein jeder, der Gesäuertes ißt", 2. Mose 12/15, bedeutet, der sich das Falsche aneignet. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es soviel ist als sich aneignen, worüber Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, 3596, 4745; und aus der Bedeutung des Sauerteiges, insofern er das Falsche bezeichnet, wie Nr. 7887. 7889. "Dessen Seele soll ausgerottet werden aus Israel", 2. Mose 12/15, bedeutet, daß er getrennt werden solle von denen, die der geistigen Kirche angehören; und daß er verdammt (oder verworfen) sein werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgerottet werden, insofern es soviel ist als getrennt, und auch verdammt werden. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wie schon öfter (bemerkt wurde). Daß derjenige, der im Guten das Falsche birgt, getrennt und verurteilt werden soll, hat seinen Grund darin, daß das Falsche, das durch Sauerteig bezeichnet wird, das Gute, in dem es ist, so umbildet, daß es notwendig Böses aufnehmen muß von den Höllen, die Verdammnis bewirken. Wenn solche befreit werden sollen von denen, die angefochten haben, alsdann fließt von allen Seiten Verdammnis ein. Die aber, die im echten Guten sind, oder im Guten ohne Falsches, gehen unversehrt mitten durch die Verdammnis hindurch, worüber man sehe Nr. 7878. 7890. "Vom ersten Tage an bis zum siebenten Tage", 2. Mose 12/15, bedeutet den vollständigen heiligen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Tage, insofern sie heilige Zustände bezeichnen, worüber Nr. 7885, und auch den vollen Zustand: Nr. 6508, der auch durch die Woche bezeichnet wird. Daß die Woche eine vollständige größere oder kleinere Periode, von ihrem Anfang an bis zum Ende bezeichnet, sehe man Nr. 2044, 3845. 7891. "Und am ersten Tage soll heilige Versammlung bei euch sein", 2. Mose 12/16, bedeutet, daß im Anfang alle beisammen sein sollen. Dies erhellt aus der Bedeutung des ersten Tages, insofern er den Anfang bezeichnet, nämlich der Befreiung von denen, die angefochten haben, somit von der Verdammnis, und aus der Bedeutung der heiligen Versammlung, insofern sie ausdrückt, daß alle beisammen sein sollen. Die Versammlungen fanden statt, damit die ganze Gemeinde Israels beisammen sei, und so den Himmel vorbilde, denn alle waren damals eingeteilt in Stämme, und die Stämme in Familien, und die Familien in Häuser. Daß der Himmel mit seinen Vereinen (oder Gesellschaften) durch die Stämme, Familien und Häuser der Söhne Israels vorgebildet werden sollte, sehe man Nr. 7836; daher wurden diese Versammlungen heilige genannt, und fanden bei jedem Fest statt: 3. Mose 23/27,36; 4. Mose 28/26; 29/1,7,12; deshalb wurden auch die Feste selbst heilige Versammlungen genannt, denn es war befohlen, daß alle Männer bei denselben zugegen sein sollten. Daß die Feste heilige Versammlungen genannt wurden, erhellt 3. Mose 23/37: "Dies sind die Feste Jehovahs, die ihr als heilige Versammlungen ausrufen sollt, um Jehovah Feuerung darzubringen". Daß dann alle Männer zugegen sein sollten 5. Mose 16/16: "Dreimal im Jahr sollen erscheinen alle deine Mannsleute vor Jehovah, deinem Gott, an dem Orte, den Er wählen wird, am Feste des Ungesäuerten, und am Feste der Wochen, und am Feste der Laubhütten". 7892. "Und am siebenten Tage soll auch heilige Versammlung sein", 2. Mose 12/16, bedeutet, ebenso am Ende des Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages, welcher der letzte des Festes war, insofern er dessen Ende bezeichnet. Was die heilige Versammlung bedeutet, sehe man Nr. 7891. 7893. "Kein Werk soll an demselben getan werden", 2. Mose 12/16, bedeutet die Zurückhaltung alsdann vom Irdischen und Weltlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Werkes, insofern es Arbeiten und Beschäftigungen bezeichnet, die das zum Zweck haben, was der Welt und der Erde angehört. Daß kein Werk an ihnen geschehen solle, bedeutet daher die Enthaltung von solchen Dingen. Daß so strenge untersagt wurde, irgendeine Arbeit an den Festen und Sabbathen zu verrichten, geschah deshalb, damit sie dann in dem vollen vorbildlichen Zustand bleiben möchten, d.h. in solchen Dingen, die Himmlisches und Geistiges vorbildeten. Dieser Zustand wäre aber gestört worden, wenn sie Werke getan hätten, die auf die Welt und die Erde als Zweck gerichtet waren; denn die Vorbildungen der Kirche waren bei den Nachkommen Jakobs angeordnet, damit durch dieselben eine Gemeinschaft des Himmels mit dem Menschen stattfinden konnte; um dieses Zweckes willen besteht die Kirche. Diese Gemeinschaft wäre nicht erlangt worden, wenn nicht bei Todesstrafe verboten worden wäre, irgendein Werk an den Fest- und Sabbathtagen zu verrichten; denn in ihrer Gesinnung war das Weltliche und Irdische eingewurzelt, und in dieses versenkten sie sich mit ganzem Herzen; denn von solcher Beschaffenheit waren sie. Deshalb wäre, wenn sie sich zugleich mit solchen Dingen beschäftigt hätten, die Gemeinschaft durch Vorbildungen völlig unterbrochen und zunichte geworden. Späterhin aber wurden dieselben Feste beibehalten wegen des himmlischen Lebens und wegen der Lehre, damit sie dann lernen möchten, was Glaube und Liebtätigkeit sei. 7894. "Nur was von jeder Seele gegessen wird", 2. Mose 12/16, bedeutet, wenn das geistig und himmlisch Gute angeeignet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, 3596, 4745. Daß das Geistige und Himmlische angeeignet werden sollte, wird unter dem verstanden, was in betreff des Passahlammes angeordnet wurde. 7895. "Das allein soll bei euch geschehen", 2. Mose 12/16, bedeutet, daß sie nur dieses allein tun sollten. Dies erhellt ohne Erklärung. 7896. Vers 17-20: Und beobachtet genau die ungesäuerten (Brote), denn an eben diesem Tage habe Ich eure Heere aus dem Lande Ägypten geführt; darum sollt ihr diesen Tag halten in euren Geschlechtern als ewige Satzung. Im ersten (Monate) am vierzehnten Tage des Monats am Abend sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen, bis zum einundzwanzigsten Tage des Monats am Abend. Sieben Tage soll kein Sauerteig gefunden werden in euren Häusern, denn jeder, der gesäuertes (Brot) ißt, dessen Seele soll aus der Gemeinde Israels ausgerottet werden, sei es ein Fremder oder ein Eingeborener des Landes. Kein gesäuertes (Brot) sollt ihr essen, (sondern) in allen euren Wohnungen sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen. "Und beobachtet genau die ungesäuerten Brote" bedeutet, daß nichts Falsches dabei sein dürfe; "denn an eben diesem Tage habe Ich eure Heere aus dem Lande Ägypten geführt" bedeutet, weil dann ein Zustand der Liebtätigkeit und des Glaubens eintritt, durch den Trennung stattfindet von denen, die im Bösen und Falschen sind; "darum sollt ihr diesen Tag halten in euren Geschlechtern als ewige Satzung" bedeutet den Gottesdienst aus Glauben und Liebtätigkeit nach der Ordnung des Himmels; "im ersten (Monat) am vierzehnten Tage des Monats" bedeutet, zu Anfang des heiligen Zustandes; "am Abend" bedeutet das Ende des früheren Zustandes und den Beginn eines neuen; "sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen" bedeutet die Aneignung des Wahren durch das vom Falschen gereinigte Gute; "bis zum einundzwanzigsten Tage des Monats" bedeutet das Ende dieses heiligen Zustandes; "am Abend" bedeutet das Ende des ersten Zustandes und den Anfang eines neuen; "sieben Tage" bedeutet den vollständigen Zeitraum dieses Zustandes; "soll kein Sauerteig gefunden werden in euren Häusern" bedeutet, daß gar kein Falsches zum Guten hinzukommen dürfe; "denn jeder, der gesäuertes (Brot) ißt, dessen Seele soll aus der Gemeinde Israels ausgerottet werden" bedeutet daß, wer seinem Guten Falsches beifügt, verdammt sei; "sei es ein Fremder oder ein Eingeborener des Landes" bedeutet jeden Angehörigen der Kirche, mag er in derselben geboren sein oder nicht; "kein gesäuertes (Brot) sollt ihr essen" bedeutet, man solle sich durchaus hüten, sich etwas Falsches anzueignen; "in allen euren Wohnungen sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen" bedeutet, daß im Inneren, wo das Gute ist, das Wahre angeeignet werden müsse. 7897. "Und beobachtet genau die ungesäuerten (Brote)", 2. Mose 12/17, bedeutet, daß nichts Falsches dabei sein dürfe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ungesäuerten, insofern es das von allem Falschen Gereinigte bezeichnet, worüber Nr. 2342. 7898. "Denn an eben diesem Tage habe Ich eure Heere aus dem Lande Ägypten geführt", 2. Mose 12/17, bedeutet, weil dann ein Zustand der Liebtätigkeit und des Glaubens eintritt, durch den Trennung stattfindet von denen, die im Bösen und Falschen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 7881; aus der Bedeutung des Heeres, insofern es diejenigen Dinge bezeichnet, die Sache der Liebtätigkeit und des Glaubens sind, wovon Nr. 3448, 7236; aus der Bedeutung von ausführen, insofern es soviel ist als getrennt werden; und aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen vorbilden, die im Bösen und Falschen sind, wovon öfters. 7899. "Darum sollt ihr diesen Tag halten in euren Geschlechtern als ewige Satzung", 2. Mose 12/17, bedeutet den Gottesdienst aus Glauben und Liebtätigkeit nach der Ordnung des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung von halten, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, denn jener Tag wurde gehalten, wenn an demselben das Passah gefeiert wurde. Aus der Bedeutung der Geschlechter, insofern sie das bezeichnen, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 7883; und aus der Bedeutung der ewigen Satzung, insofern sie der göttlichen Ordnung gemäß ist, wovon Nr. 7884. 7900. "Im ersten (Monat) am vierzehnten Tage des Monats", 2. Mose 12/18, bedeutet, zu Anfang des heiligen Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung von "im ersten", insofern es den Anfang bezeichnet, wie Nr. 7881, 7891; und aus der Bedeutung des vierzehnten Tages, insofern er einen heiligen Zustand bezeichnet. Daß die Zahl Vierzehn das Heilige bedeutet, sehe man Nr. 7842; und daß der Tag einen Zustand bedeutet: Nr. 7881. Die Zahl Vierzehn ist heilig, weil sie aus sieben hervorgeht. Wo sieben im Worte genannt wird, bedeutet es das Heilige, denn die einfachen und zusammengesetzten Zahlen schließen das gleiche in sich: Nr. 5291, 5335, 5708. Weil das Passah der heiligste unter den Festtagen war, deshalb wurde befohlen, daß es am vierzehnten Tage des Monats gefeiert werden, sieben Tage dauern, und am einundzwanzigsten Tage (durch den auch das Heilige bezeichnet wird), beendigt werden sollte. Deswegen war auch bestimmt, daß die, welche das Passah nicht am ersten Monat feiern konnten, es im folgenden Monat feiern sollten, auch am vierzehnten Tage, worüber es 4. Mose 9/10,11 heißt: "Wenn jemand unrein ist wegen einer Leiche oder auf einem fernen Wege unter euch oder euren kommenden Geschlechtern, so soll er doch Passah feiern dem Jehovah; im zweiten Monat, am vierzehnten Tage, gegen Abend sollen sie es halten". 7901. "Am Abend", 2. Mose 12/18, bedeutet das Ende des früheren Zustandes und den Beginn eines neuen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abends, insofern er das Ende des vorhergehenden Zustandes und den Beginn eines anderen bezeichnet, worüber Nr. 7844. 7902. "Sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen", 2. Mose 12/18, bedeutet die Aneignung des Wahren durch das vom Falschen gereinigte Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es eine Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, 3596, 4745. Daß es die Aneignung des Wahren durch das Gute ist, hat seinen Grund darin, daß das Wahre vom Guten angeeignet wird, und das Gute, wie früher an mehreren Stellen gezeigt worden, seine Beschaffenheit vom Wahren erhält. Deswegen muß das Wahre, damit es angeeignet werde, vom Guten ausgehen, das Gute aber muß durch das Wahre (angeeignet werden). Ferner aus der Bedeutung des Ungesäuerten, insofern es das von allem Falschen gereinigte Wahre bezeichnet, worüber Nr. 2342. Was das von jedem Falschen gereinigte Wahre anbelangt, so muß man wissen, daß es beim Menschen keineswegs ein (ganz) reines Wahre geben kann, sowohl weil vom Bösen, in dem er ist, und das in ihm haftet, beständig Falsches ausfließt, als auch, weil die Wahrheiten unter sich eine Verknüpfung haben, und deshalb, wenn eine falsch ist, und mehr noch, wenn viele (falsch sind), die übrigen Wahrheiten selbst davon befleckt werden, und etwas vom Falschen annehmen. Dagegen wird das Wahre als vom Falschen gereinigt betrachtet, wenn der Mensch vom Herrn im Guten der Unschuld gehalten werden kann. Unschuld aber ist es, wenn man anerkennt, daß man nichts als Böses in sich habe, und daß alles Gute vom Herrn stamme. Ferner, wenn man glaubt, daß man nichts wisse und nichts innewerde aus sich, sondern aus dem Herrn, also auch das Glaubenswahre. Wenn der Mensch in diesem Zustande ist, dann kann das Falsche von ihm entfernt, und das Wahre vom Herrn eingepflanzt werden. Dieser Zustand ist es, der durch das Ungesäuerte bezeichnet wird, und auch durch das Essen des Passahlammes. 7903. "Bis zum einundzwanzigsten Tage des Monats", 2. Mose 12/18, bedeutet das Ende dieses heiligen Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des einundzwanzigsten Tages, insofern er einen heiligen Zustand und auch das Ende dieses Zustandes bezeichnet. Einen heiligen Zustand bezeichnet er, weil er aus sieben und aus drei in sich multipliziert hervorgeht, und sieben, wie auch drei, das Heilige bedeutet. Daß der einundzwanzigste Tage das Ende dieses Zustandes bedeutet ist klar, weil es der letzte Tag desselben ist. 7904. "Am Abend", 2. Mose 12/18, bedeutet das Ende des ersten Zustandes und den Anfang eines neuen; wie Nr. 7901. 7905. "Sieben Tage", 2. Mose 12/19, bedeutet den vollständigen Zeitraum dieses Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Tage, insofern sie einen heiligen Zustand bezeichnen, wie Nr. 7885; und auch eine vollständige Periode von Anfang bis zu Ende, oder einen vollen Zustand: Nr. 728, 6508; ebenso wie die Woche: Nr. 2044, 3845. Wegen dieser Bedeutung wurde angeordnet, daß dieses Fest sieben Tage dauern sollte. 7906. "Soll kein Sauerteig gefunden werden in euren Häusern", 2. Mose 12/19, bedeutet, daß gar kein Falsches zum Guten hinzukommen solle. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sauerteiges, insofern er das Falsche bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Hauses, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 3652, 3720, 4982, 7833, 7835. Daß der Sauerteig das Falsche bedeutet, kann aus den Stellen erhellen, wo Sauerteig und Gesäuertes, ferner wo Ungesäuertes und Ungegorenes genannt werden, wie: Matth.16/6,12: "Jesus sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer; später erkannten die Jünger, daß Er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer": hier steht Sauerteig offenbar für die falsche Lehre. Weil Sauerteig das Falsche bezeichnete, wurde 2. Mose 23/18; 34/25 verboten, "bei Sauerteig das Blut des Opfers zu opfern"; denn das Blut des Opfers bedeutete das heilige Wahre, also das von allem Falschen reine Wahre: Nr. 4735, 6978, 7317, 7326, 7846, 7850. Ferner wurde bestimmt, daß "das Speisopfer, das geopfert werden sollte auf dem Altar, ungesäuert gebacken werde": 3. Mose 6/9,10; und "daß die Kuchen und Fladen ungesäuert sein sollten": 3. Mose 7/11-13. Was ferner das Gesäuerte und Ungesäuerte anbelangt, so muß man wissen, daß die Reinigung des Wahren vom Falschen beim Menschen durchaus nicht stattfinden kann ohne eine sogenannte Gärung, d.h. ohne Kampf des Falschen mit dem Wahren, und des Wahren mit dem Falschen. Aber nachdem der Kampf stattgefunden und das Wahre gesiegt hat, fällt das Falsche wie Hefe zu Boden, und das Wahre geht gereinigt hervor. So auch der Wein, der nach der Gärung sich klärt, während die Hefe zu Boden sinkt. Diese Gärung oder dieser Kampf entsteht besonders, wenn der Zustand beim Menschen geändert wird, nämlich wenn er anfängt, aus dem Guten der Liebtätigkeit zu handeln, und nicht wie früher aus dem Wahren des Glaubens, denn der Zustand ist noch nicht gereinigt, wenn der Mensch aus dem Glaubenswahren handelt; dann aber ist er gereinigt, wenn er aus dem Guten der Liebtätigkeit (handelt), denn dann handelt er aus dem Willen, vorher aber nur aus dem Verstande. Die geistigen Kämpfe oder Versuchungen sind Gärungen im geistigen Sinn, denn dann will das Falsche sich mit dem Wahren verbinden, die Wahrheiten aber stoßen es zurück und werfen es endlich gleichsam zu Boden, und werden somit geläutert. In diesem Sinn ist zu verstehen, was der Herr vom Sauerteig lehrt bei Matth.13/33: "Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den ein Weib nahm und in drei Seah (Scheffel) Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war": das Mehl ist das Wahre, aus dem das Gute (sich bildet). Hos.7/4: "Alle sind Ehebrecher, wie ein Ofen, geheizt vom Bäcker; es ruht der Aufreger vom Kneten des Teiges an bis zu seiner Gärung". Weil beim Menschen solche Kämpfe, die durch Gärungen bezeichnet werden, in dem Zustand vor dem neuen Leben stattfinden, deshalb wurde geboten, "wenn man am Feste der Erstlinge ein neues Speisopfer darbringe, so solle das Webebrot gesäuert gebacken werden, und dies seien die Erstlinge für Jehovah": 3. Mose 23/16,17. 7907. "Denn jeder, der gesäuertes (Brot) ißt, dessen Seele soll aus der Gemeinde Israels ausgerottet werden", 2. Mose 12/19, bedeutet daß, wer seinem Guten Falsches beifügt, sei verdammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es soviel ist als aneignen, worüber Nr. 2343, 3168, 3513 E, 3596, 4745, also auch verbinden: Nr. 2187, denn wer sich etwas aneignet, verbindet es auch mit sich. Aus der Bedeutung des Gesäuerten, insofern es das Falsche bezeichnet, worüber Nr. 7906; aus der Bedeutung von ausgerottet werden, insofern es heißt getrennt und verdammt werden, worüber Nr. 7889; aus der Bedeutung der Seele, insofern sie der Mensch ist; und aus der Bedeutung der Gemeinde Israels, insofern sie diejenigen vorbildet, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 7830, 7843. Hieraus erhellt, daß "jeder, der gesäuertes Brot ißt, dessen Seele soll ausgerottet werden aus der Gemeinde Israels" bedeutet, wer seinem Guten Falsches beifügt, soll von der geistigen Kirche getrennt, und (somit) verdammt (d.i. ausgeschlossen) werden. 7908. "Sei es ein Fremder oder ein Eingeborener des Landes", 2. Mose 12/19, bedeutet jeden Angehörigen der Kirche, mag er in derselben geboren sein oder nicht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fremden, insofern er den bezeichnet, der im Wahren und Guten der Kirche unterrichtet wird und es aufnimmt, worüber Nr. 1463, 4444; somit den, der nicht innerhalb der Kirche geboren ist, gleichwohl aber sich derselben anschließt, und aus der Bedeutung des Eingeborenen des Landes, insofern er den bezeichnet, der innerhalb der Kirche geboren ist. 7909. "Kein gesäuertes (Brot) sollt ihr essen", 2. Mose 12/20, bedeutet, man solle sich durchaus hüten, sich etwas Falsches anzueignen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sauerteiges, insofern er das Falsche bezeichnet, worüber Nr. 7906; und aus der Bedeutung von essen, insofern es heißt sich aneignen, worüber Nr. 7907. Daß so häufig gesagt wird, das Gesäuerte solle nicht gegessen werden, wie 2. Mose 12/15,17-19, schließt in sich, daß man sich durchaus vor dem Falschen hüten soll. Der Grund dieser Ermahnung ist, daß der Mensch im Guten bleiben soll. Das Falsche stimmt nicht mit dem Guten überein, sondern zerstört das Gute, denn das Falsche ist Sache des Bösen, und das Wahre ist Sache des Guten. Wenn das Falsche angeeignet, d.h. fest geglaubt wird, dann findet keine Aufnahme des Guten der Unschuld statt, und folglich keine Befreiung von der Verdammnis. Etwas anderes ist es, das Falsche sich aneignen, und etwas anderes, es beifügen. Die es nur beifügen, verwerfen, wenn sie im Guten sind, das Falsche, sobald ihnen das Wahre erscheint; diejenigen aber, die sich das Falsche aneignen, behalten es fest, und widerstehen dem Wahren selbst, wenn es erscheint. Daher nun kommt es, daß so häufig gesagt wird, daß sie nichts Gesäuertes essen sollten. 7910. "In allen euren Wohnungen sollt ihr ungesäuertes (Brot) essen", 2. Mose 12/20, bedeutet, daß im Inneren, wo das Gute ist, das Wahre angeeignet werden müsse. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wohnungen, insofern sie das bezeichnen, was Sache des Gemütes ist, also was Sache der Einsicht und Weisheit ist, worüber Nr. 7719, folglich das Innere, denn in diesem ist die Einsicht und Weisheit, und daselbst ist auch das Gute. Ferner aus der Bedeutung von "ungesäuertes (Brot) essen", insofern es heißt, sich das Wahre aneignen, worüber oben mehrmals (gesprochen wurde). In betreff dessen, daß die Aneignung im Inneren geschehe, und daß in demselben auch das Gute sei, merke man, daß bei denen, die im Herrn sind, d.h. in einem Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit, das Gute im Inneren wohnt, und zwar ist es desto reiner und himmlischer, je tiefer im Inneren es ist. Im Äußeren aber wohnt das Wahre bei denen, die nicht im Herrn sind, und je mehr es bei ihnen im Äußeren ist, desto mehr ist es vom Guten entleert. Der Grund ist, weil der Mensch in Ansehung seines Inneren im Himmel, und in Ansehung seines Innersten nahe beim Herrn, in Ansehung des Äußeren aber in der Welt ist. Daher kommt es, daß die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, durch den äußeren Weg eintreten, das Gute aber durch den inneren: Nr. 7756, 7757; wie auch, daß die Aneignung des Wahren im Inneren geschieht, wo das Gute ist. 7911. Vers 21-24: Und Moses rief alle Ältesten Israels zu sich, und sprach zu ihnen: Greifet und nehmet euch Schafe nach euren Familien, und schlachtet das Passah. Und nehmet ein Bündel Ysop, und taucht es ins Blut, das im Becken ist, und besprengt die Oberschwelle und die beiden Türpfosten mit dem Blute, das im Becken ist, und niemand soll herausgehen aus der Tür seines Hauses bis zum Morgen. Und Jehovah wird hindurchgehen, die Ägypter zu schlagen, und wenn Er das Blut sehen wird an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten, wird Jehovah vorübergehen an der Tür, und wird dem Verderber nicht gestatten, in eure Häuser zu kommen, um (euch) zu schlagen. Darum bewahret dieses Wort als Satzung für euch und für eure Söhne auf ewig. "Und Moses rief alle Ältesten Israels zu sich" bedeutet Erleuchtung des Verstandes derer, die der geistigen Kirche angehören, durch den Einfluß und die Gegenwart des göttlich Wahren; "und sprach zu ihnen" bedeutet das Innewerden; "greifet" bedeutet, daß sie sich zwingen sollten; "und nehmet euch Schafe" bedeutet zur Aufnahme des Guten der Unschuld; "nach euren Familien" bedeutet, gemäß dem Guten aus dem Wahren eines jeden; "und schlachtet das Passah" bedeutet die Vorbereitung auf die Gegenwart des Herrn, und auf die Befreiung dadurch; "und nehmet ein Bündel Ysop" bedeutet das äußere Mittel, durch das die Reinigung (bewirkt) wird; "und taucht es ins Blut" bedeutet das heilige Wahre, das dem Guten der Unschuld angehört; "das im Becken ist" bedeutet das heilige Wahre, das im Guten des Natürlichen ist; "und besprengt die Oberschwelle und die beiden Türpfosten" bedeutet das Gute und Wahre des Natürlichen; "mit dem Blute, das im Becken ist" bedeutet das heilige Wahre, das aus dem Guten der Unschuld im Natürlichen ist; "und niemand soll herausgehen aus der Tür seines Hauses" bedeutet, daß sie im Guten bleiben, und dasselbe nicht vom Wahren aus betrachten sollen; "bis zum Morgen" bedeutet bis zum Zustand der Erleuchtung; "und Jehovah wird hindurchgehen" bedeutet die Gegenwart des Göttlichen; "die Ägypter zu schlagen" bedeutet, daß daher die Verdammnis komme bei denen, die als Glieder der Kirche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben standen; "und wenn Er das Blut sehen wird an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten" bedeutet die Wahrnehmung des heiligen Wahren, das aus dem Guten der Unschuld im Natürlichen ist; "wird Jehovah vorübergehen an der Tür" bedeutet, daß die Verdammnis fliehen (d.h. zurückweichen) werde; "und wird dem Verderber nicht gestatten, in eure Häuser zu kommen" bedeutet, das Böse und Falsche aus den Höllen dürfe keineswegs in ihren Willen eindringen; "um euch zu schlagen" bedeutet die Verdammnis, die sie sich selbst zuziehen; "darum bewahret dieses Wort als Satzung für euch und für eure Söhne auf ewig" bedeutet, daß alles dieses nach der göttlichen Ordnung künftighin geschehen solle bei denen, die der geistigen Kirche angehören. 7912. "Und Moses rief alle Ältesten Israels zu sich", 2. Mose 12/21, bedeutet Erleuchtung des Verstandes derer, die der geistigen Kirche angehören, durch den Einfluß und die Gegenwart des göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen, wenn es vom göttlich Wahren gesagt wird, insofern es den Einfluß und die Gegenwart bezeichnet, worüber Nr. 6177, 6840, 7390, 7451, 7721; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttliche Gesetz darstellt, also das Wort und das göttlich Wahre, worüber in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18; ferner Nr. 4859 E, 5922, 6723, 6752, 6771, 6827, 7010, 7014, 7089, 7382; aus der Bedeutung der Ältesten, insofern sie die Hauptstücke der Weisheit und Einsicht bezeichnen, die übereinstimmen mit dem Wahren und Guten, worüber Nr. 6524, 6525, 6890; diese herbeirufen, oder als gegenwärtig darstellen, heißt den Verstand erleuchten; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es die geistige Kirche darstellt, worüber Nr. 4286, 6426, 6637. Hieraus erhellt, daß durch "Moses rief alle Ältesten Israels", bezeichnet wird die Erleuchtung des Verstandes bei den Angehörigen der geistigen Kirche durch den Einfluß und die Gegenwart des göttlich Wahren. 7913. "Und sprach zu ihnen", 2. Mose 12/21, bedeutet das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509, 5687, 5743, 5877, 6251. 7914. "Greifet", 2. Mose 12/21, bedeutet, daß sie sich zwingen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von greifen (oder hervorziehen), wenn es gesagt wird von dem Guten der Unschuld, das diejenigen vom Herrn empfangen sollen, die der geistigen Kirche angehören, indem es dann soviel ist als sich zwingen, denn das Gute der Unschuld, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, wird vom Menschen der geistigen Kirche nicht aufgenommen, wenn er sich nicht zwingt; denn es fällt ihm schwer, zu glauben, daß der Herr der alleinige Gott sei, wie auch, daß Sein Menschliches göttlich sei. Deswegen kann er, weil er nicht im Glauben ist, auch nicht in der Liebe zu Ihm sein, und folglich nicht im Guten der Unschuld, wenn er sich nicht zwingt. Daß der Mensch sich zwingen muß, und daß es, wenn er selbst sich zwingt, mit Freiheit geschieht, nicht aber, wenn er gezwungen wird, sehe man Nr. 1937, 1947. Dies wird bezeichnet durch "greifet", nämlich das Passahlamm. Und dieses Ergreifen desselben schließt offenbar ein Geheimnis in sich, das im Buchstabensinn nicht hervortritt. 7915. "Und nehmet euch Schafe", 2. Mose 12/21, bedeutet zur Aufnahme des Guten der Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung des Passahlammes, welches hier das Schaf ist, insofern es das Gute der Unschuld bezeichnet, worüber Nr. 3519, 3994, 7840. 7916. "Nach euren Familien", 2. Mose 12/21, bedeutet, gemäß dem Guten aus dem Wahren eines jeden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Familien, wenn es von den Söhnen Israels gesagt wird, durch welche die geistige Kirche vorgebildet wird, insofern sie das Gute des Wahren bezeichnen, denn das Gute dieser Kirche heißt das Gute des Wahren. Die Familien haben diese Bedeutung, weil im inneren Sinn nur Geistiges verstanden wird, d.h. solches, was sich auf den Himmel und die Kirche, und somit auf den Glauben und die Liebtätigkeit bezieht. Familien bezeichnen daher in diesem Sinne das, was durch das Wahre aus dem Guten hervorgeht, und somit das Gute des Wahren. 7917. "Und schlachtet das Passah", 2. Mose 12/21, bedeutet die Vorbereitung auf die Gegenwart des Herrn, und auf die Befreiung dadurch. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlachten, insofern es eine Vorbereitung bezeichnet, wie Nr. 7843; und aus der Bedeutung des Passah, insofern es die Gegenwart des Herrn bezeichnet, und die Befreiung derer, die der geistigen Kirche angehören. 7918. "Und nehmet ein Bündel Ysop", 2. Mose 12/22, bedeutet das äußere Mittel, durch das die Reinigung (bewirkt wird). Dies erhellt aus der Bedeutung von Ysop, insofern er das äußere Wahre bezeichnet, das ein Mittel zur Reinigung ist, worüber im Folgenden. Es wird gesagt, sie sollten ein Bündel Ysop nehmen, weil Bündel von den Wahrheiten und ihrer Anordnung gebraucht wird, man sehe Nr. 5530, 5881, 7408. Daß Ysop das äußere Wahre bezeichnet, das als Mittel der Reinigung dient, kommt daher, weil jede geistige Reinigung durch das Wahre bewirkt wird; denn die irdischen und weltlichen Liebesarten (d.i. Neigungen), von denen der Mensch sich reinigen muß, werden nur durch die Wahrheiten erkannt; und wenn diese vom Herrn eingepflanzt werden, dann wird auch zugleich gegen jene Liebesarten, als gegen etwas Unreines und Verdammliches, ein Abscheu eingeflößt, der beweist, daß, wenn dergleichen in das Denken einfließt, auch ein Abscheu und Widerwille dagegen sich einstellt. Auf diese Weise wird der Mensch durch Wahrheiten, als durch äußere Mittel gereinigt, und deshalb wurde bestimmt, daß die Beschneidung mit Messern oder Instrumenten von Stein geschehen sollte. Daß diese Werkzeuge oder Messer von Stein die Glaubenswahrheiten bezeichnen, durch welche die Reinigung bewirkt wird, sehe man Nr. 2799, 7044; und daß die Beschneidung die Reinigung von unreinen Liebesarten vorbildet: Nr. 2039, 2632, 3412, 3413, 4462, 7045. Weil der Ysop diese Bedeutung hatte, deshalb wurde er bei den äußerlichen Reinigungen angewendet, die im inneren Sinn die Reinigung vom Bösen und Falschen bedeuteten, z.B. bei der Reinigung vom Aussatz 3. Mose 14/4-7: "Es nehme der Priester für den, der sich vom Aussatz reinigt, zwei lebendige reine Vögel, und Zedernholz, und Scharlachwolle, und Ysop, und tauche dieses in das Blut eines geschlachteten Vogels, und sprenge es auf den, der sich reinigt". Desgleichen (geschah) auch "bei der Reinigung des Hauses, wenn der Aussatz darinnen war": 3. Mose 14/49-51. Auch bei dem Wasser der Absonderung (oder Reinigung), durch das sie gereinigt werden sollten, wurde "Zedernholz und Ysop" angewendet: 4. Mose 19/6,18: durch Zedernholz wurde das innere geistig Wahre bezeichnet, durch Ysop aber das äußere, somit durch die Zedern ein mehr inneres Reinigungsmittel, und durch Ysop ein mehr äußeres. Daß Ysop ein Mittel der Reinigung bezeichnet, erhellt Ps.51/9: "Reinige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich weißer sei als Schnee": mit Ysop reinigen und rein werden, bedeutet die äußere Reinigung; sich waschen und weißer werden als Schnee die innere Reinigung; Schnee und weiß wird vom Wahren gesagt: Nr. 3301, 3993, 4007, 5319. Daß der Ysop das unterste Wahre bedeutet, und Zeder das höhere, geht deutlich hervor aus 1.Kön.5/13: "Salomo redete vom Holze der Zedern auf dem Libanon, bis zum Ysop, der aus der Mauer hervorwächst": wo die Zeder das innere Wahre, und der Ysop das äußere Wahre des Verständnisses bedeutet. 7919. "Und taucht es ins Blut", 2. Mose 12/22, bedeutet das heilige Wahre, das dem Guten der Unschuld angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, hier des Blutes des Lammes, insofern es das heilige Wahre des Guten der Unschuld bezeichnet, wovon Nr. 7846, 7877. Was das Wahre des Guten der Unschuld sei, sehe man Nr. 7877. 7920. "Das im Becken ist", 2. Mose 12/22, bedeutet, das im Guten des Natürlichen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Beckens, insofern es das natürlich Gute bezeichnet, denn durch Gefäße werden im allgemeinen die wißtümlichen Kenntnisse des Natürlichen bezeichnet: Nr. 3068, weil sie die Aufnahmegefäße für das Gute und Wahre bilden; und weil sie diese Bedeutung haben, so wird durch sie auch das Natürliche bezeichnet, denn die wißtümlichen Kenntnisse gehören dem Natürlichen an, und das Natürliche ist das allgemeine Aufnahmegefäß. Im besonderen aber bedeuten Gefäße aus Holz und aus Erz das Gute des Natürlichen, denn Holz wie auch Erz bezeichnen das Gute; daher kommt es, daß das Becken das Gute des Natürlichen bedeutet. Man muß wissen, daß durch das natürlich Gute etwas anderes bezeichnet wird, als durch das Gute des Natürlichen. Das natürlich Gute hat der Mensch durch Vererbung, das Gute des Natürlichen aber vom Herrn durch die Wiedergeburt. Über das natürlich Gute sehe man Nr. 7197. 7921. "Und besprengt die Oberschwelle und die beiden Türpfosten", 2. Mose 12/22, bedeutet das Gute und Wahre des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Oberschwelle, insofern sie das Gute des Natürlichen bezeichnet; und aus der Bedeutung der Pfosten, insofern sie das Wahre derselben sind, worüber Nr. 7847. 7922. "Mit dem Blut, das im Becken ist", 2. Mose 12/22, bedeutet das heilige Wahre, das dem Guten der Unschuld im Natürlichen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, nämlich des Lammes, insofern es das heilige Wahre bezeichnet, das aus dem Guten der Unschuld (stammt), worüber Nr. 7919; und aus der Bedeutung des Beckens, insofern es das Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 7920. 7923. "Und niemand soll herausgehen aus der Tür seines Hauses", 2. Mose 12/22, bedeutet, daß sie im Guten bleiben, und dasselbe nicht vom Wahren aus betrachten sollen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht herausgehen", insofern es soviel ist, als darinnen bleiben; aus der Bedeutung des Hauses, insofern es das Gute bezeichnet, wovon Nr. 2233, 2234, 2559, 3652, 3720, 7833, 7834, 7835, 7848. Hieraus erhellt, daß durch "niemand soll herausgehen aus der Tür seines Hauses" bezeichnet wird, daß sie im Guten bleiben sollen. Es bedeutet zugleich, daß man das Gute nicht vom Wahren aus betrachten (oder prüfen) soll, weil im Hause bleiben soviel ist, als im Guten (bleiben), aber ausgehen aus der Tür des Hauses heißt, vom Guten zum Wahren (gehen), denn das Gute ist inwendig, das Wahre hingegen mehr im Äußeren: Nr. 7910. Was es heiße, das Gute vom Wahren aus betrachten, sehe man Nr. 5895 E, 5897, 7857. Vom Wahren auf das Gute sehen heißt, vom Äußeren auf das Innere (hinblicken); hingegen vom Guten aus auf das Wahre sehen heißt, vom Inneren auf das Äußere (hinblicken); denn das Gute ist mehr im Inneren, das Wahre mehr im Äußeren. Vom Guten aus auf das Wahre sehen, ist der Ordnung gemäß, denn alles göttliche Einfließen geht durch das Innere zum Äußeren. Aber aus dem Wahren auf das Gute sehen, ist gegen die Ordnung. Deshalb wird bei der Wiedergeburt des Menschen die Ordnung umgekehrt, und das Gute oder die Liebtätigkeit als an erster Stelle stehend betrachtet, das Wahre aber oder der Glaube an der zweiten. 7924. "Bis zum Morgen", 2. Mose 12/22, bedeutet, bis zum Zustand der Erleuchtung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, insofern er den Zustand der Erleuchtung bezeichnet, worüber Nr. 3458, 3723, 5740, 7860. 7925. "Und Jehovah wird hindurchgehen", 2. Mose 12/23, bedeutet die Gegenwart des Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hindurchgehen, nämlich durch das Land Ägypten, wenn es von Jehovah gesagt wird, insofern es die Gegenwart des Göttlichen bezeichnet, worüber Nr. 7869. 7926. "Die Ägypter zu schlagen", 2. Mose 12/23, bedeutet, daß daher die Verdammnis komme bei denen, die als Glieder der Kirche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben standen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, worunter hier der Tod der Erstgeborenen verstanden wird, insofern es die Verdammnis derer bezeichnet, die als Glieder der Kirche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben standen, worüber Nr. 7766, 7778. Durch Ägypten oder Ägypter werden nämlich diejenigen bezeichnet, die in der Kenntnis der kirchlichen Wahrheiten standen, aber das Leben von der Lehre, d.h. die Liebtätigkeit vom Glauben trennten. Die Ägypter waren auch wirklich so geartet, denn sie besaßen die Kenntnis der Dinge, die der Kirche ihrer Zeit, die eine vorbildliche war, angehörten. Sie kannten die Vorbildungen der geistigen Dinge in den natürlichen, die damals die kirchlichen Gebräuche bildeten, daher kannten sie auch die Entsprechungen, wie dies augenscheinlich aus ihren Hieroglyphen hervorgeht, die Bilder von natürlichen Dingen waren, die Geistiges vorbildeten. Deshalb werden durch Ägypter auch diejenigen bezeichnet, welche die Kenntnis der Glaubenswahrheiten haben, aber dabei ein böses Leben führen. Solche werden im anderen Leben in Ansehung aller Gegenstände des Glaubens und der Kirche abgeödet und zuletzt verdammt. Und dies ist die Verdammnis, die im inneren Sinn unter dem Tode der Erstgeborenen in Ägypten verstanden wird. Weil es heißt, Jehovah werde hindurchgehen, um die Ägypter zu schlagen, und dies die göttliche Gegenwart bedeutet, durch welche die Verdammnis derer stattfindet, die als Glieder der Kirche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben stehen, so muß gesagt werden, wie es sich damit verhält: Jehovah oder der Herr stellt Sich nicht gegenwärtig dar bei denen, die in der Hölle sind, um Verdammnis über sie zu verhängen, gleichwohl aber ist es Seine Gegenwart, die sie bewirkt; denn die Höllen streben fortwährend die Guten anzufechten, und bemühen sich auch beständig in den Himmel emporzusteigen und diejenigen zu beunruhigen, die darinnen sind. Sie können jedoch nicht höher steigen, als bis zu denen, die an den äußersten Grenzen des Himmels sind; denn ihre feindliche Gesinnung erzeugt beständig eine Sphäre der Feindschaft und Gewalttätigkeit. Der Herr trägt aber fortwährend Sorge, daß diejenigen, die an den äußersten Grenzen des Himmels sind, in Sicherheit und Ruhe verbleiben. Dies geschieht aber durch Seine Gegenwart bei ihnen, denn wenn die Höllischen sich dahin eindrängen, wo der Herr gegenwärtig ist, d.h. in Seine Gegenwart, dann stürzen sie sich in das Böse, (d.h. in die Qualen) der Verwüstung, und zuletzt in die Verdammnis. Solches bewirkt nämlich die Gegenwart des Herrn, in die sie sich stürzen, wie früher gezeigt worden. Hieraus erhellt, daß der Herr sich nicht gegenwärtig bei ihnen darstellt, um Strafen über sie zu verhängen, sondern daß sie sich selbst in dieselben stürzen. Hieraus geht deutlich hervor, daß vom Herrn nichts als Gutes kommt, alles Böse aber von denen selbst, die im Bösen sind, so daß die Bösen sich selbst in Verwüstung, in Verdammnis und in die Hölle bringen. Und hierdurch kann man erkennen, wie es zu verstehen ist, daß Jehovah hindurchgehen wird, um die Ägypter zu schlagen. 7927. "Und wenn er das Blut sehen wird an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten", 2. Mose 12/23, bedeutet die Wahrnehmung des heiligen Wahren, das aus dem Guten der Unschuld im Natürlichen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es heißt verstehen und wahrnehmen, worüber Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 4403-4421, 4567, 4723, 5400; aus der Bedeutung des Blutes, insofern es das heilige Wahre des Guten der Unschuld bezeichnet, wie Nr. 7919; und aus der Bedeutung der Oberschwelle und der beiden Pfosten, insofern sie das Gute und Wahre des Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 7847. 7928. "Wird Jehovah vorübergehen an der Tür", 2. Mose 12/23, bedeutet, daß dadurch die Verdammnis fliehen, d.h. zurückweichen werde. Dies erhellt aus dem Nr. 7878 Gesagten, wo dieselben Worte sind. 7929. "Und wird dem Verderber nicht gestatten, in eure Häuser zu kommen", 2. Mose 12/23, bedeutet, das Böse und Falsche aus den Höllen dürfe keineswegs in ihren Willen eindringen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Er wird nicht gestatten", insofern es soviel ist, als er werde sich nicht nahen dürfen. Aus der Bedeutung des Verderbers, insofern er die Hölle bezeichnet, worüber Nr. 7879, also das Falsche und Böse, das von den Höllen kommt, denn die Höllen stammen aus dem Falschen und Bösen; und aus der Bedeutung der Häuser, insofern sie das Gebiet des Willens bezeichnen, worüber Nr. 710, 7848; denn durch Haus wird der Mensch bezeichnet, und deshalb auch sein Gemüt, weil der Mensch dadurch zum Menschen wird, daß er das Wahre erkennt, und das Gute will, was Sache des Gemütes ist. Und weil der Mensch ein Mensch ist besonders durch den Teil seines Gemütes, der Wille genannt wird, deshalb bedeutet das Haus auch den Willen, aber was von diesem Gebiet gemeint ist, geht aus dem Zusammenhang im inneren Sinn hervor. 7930. "Um euch zu schlagen", 2. Mose 12/23, bedeutet die Verdammnis, die sie sich selbst zuziehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, welches hier die Verdammnis derer bezeichnet, die als Glieder der Kirche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben standen, worüber Nr. 7879, 7926. Daß die Bösen sich selbst die Verdammnis zuziehen, sehe man Nr. 7926. 7931. "Darum bewahret dieses Wort als Satzung für euch und für eure Söhne auf ewig", 2. Mose 12/24, bedeutet, daß alles dieses nach der göttlichen Ordnung künftighin geschehen solle bei denen, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dieses Wort bewahren auf ewig", insofern es ausdrückt, daß alles dieses künftighin beobachtet werden müsse. Aus der Bedeutung von "als Satzung", insofern es soviel ist als der Ordnung gemäß, worüber Nr. 7884; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, worüber Nr. 4286, 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. Unter Ordnung wird die Ordnung verstanden, die im Himmel besteht, seitdem der Herr vermöge Seines Göttlich-Menschlichen anfing, alles im Himmel und auf Erden in Ordnung zu bringen, was gleich nach der Auferstehung geschah: Matth.28/18. Kraft dieser Ordnung konnten dann die Angehörigen der geistigen Kirche in den Himmel erhoben werden, und ewige Seligkeit genießen, nicht aber nach der vorhergehenden Ordnung; denn der Herr ordnete früher alles durch den Himmel, nachher aber durch Sein Menschliches, das Er in der Welt verherrlicht und göttlich gemacht hatte. Dadurch kommt eine so gewaltige Kraft (zu der früheren) hinzu, daß nicht nur die in den Himmel erhoben werden konnten, die früher nicht hatten erhoben werden können, sondern daß auch die Bösen von allen Seiten zurückwichen, und in ihren Höllen verschlossen wurden. Das ist die Ordnung, die hier verstanden wird. 7932. Vers 25-28: Und es soll geschehen, wenn ihr in das Land kommen werdet, das Jehovah euch geben wird, wie Er geredet hat, so sollt ihr halten diesen Dienst. Und es soll geschehen, wenn eure Söhne zu euch sagen: Was habt ihr für einen Dienst?, sollt ihr sagen: Es ist das Passahopfer Jehovahs, weil Er vorüberging an den Häusern der Söhne Israels in Ägypten, als Er Ägypten schlug; und unsere Häuser errettete. Da neigte sich das Volk und betete an. Und die Söhne Israels gingen hin und taten also, wie Jehovah Mose und Aharon befohlen hatte; so taten sie. "Und es soll geschehen, wenn ihr in das Land kommen werdet, das Jehovah euch geben wird" bedeutet in den Himmel, der ihnen vom Herrn (gegeben ward); "wie Er geredet hat" bedeutet, gemäß der Verheißung im Worte; "so sollt ihr halten diesen Dienst" bedeutet die Verehrung wegen der Befreiung; "und es soll geschehen, wenn eure Söhne zu euch sagen" bedeutet das innere Vernehmen des Wahren, das vom Gewissen ausgeht; "was habt ihr für einen Dienst?" bedeutet, wenn sie in der Verehrung seien; "sollt ihr sagen" bedeutet das Denken; "es ist das Passahopfer Jehovahs" bedeutet die Verehrung des Herrn wegen der Befreiung; "weil Er vorüberging an den Häusern der Söhne Israels" bedeutet, daß die Verdammnis zurückwich vor dem Guten, in dem sie vom Herrn gehalten wurden; "in Ägypten" bedeutet, während sie in der Nähe der Bösen waren; "als Er Ägypten schlug" bedeutet, als diejenigen verdammt wurden, die als Glieder der Kirche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben waren; "und unsere Häuser errettete" bedeutet, daß gleichwohl bei ihnen nichts Verdammliches war, weil sie im Guten vom Herrn (gehalten wurden); "da neigte sich das Volk und betete an" bedeutet die Demut des Mundes und des Herzens; "und die Söhne Israels gingen hin und taten also, wie Jehovah, Mose und Aharon befohlen hatte" bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche dem göttlich Wahren gehorchten; "so taten sie" bedeutet das aus dem Willen hervorgehende Handeln. 7932_. "Und es soll geschehen, wenn ihr in das Land kommen werdet, das Jehovah euch geben wird", 2. Mose 12/25, bedeutet in den Himmel, der ihnen vom Herrn (gegeben ward). Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Kanaan, zu dem sie kommen sollten, insofern es das Reich des Herrn bezeichnet, somit den Himmel, worüber Nr. 1607, 1866, 3038, 3481, 3705, 4116, 4240, 4447, 5757; denn die Söhne Israels bildeten diejenigen vor, die der geistigen Kirche angehörten, und vor der Ankunft des Herrn in der Welt lebten, und die nur durch den Herrn selig werden konnten, und deshalb in der unteren Erde aufbewahrt und zurückgehalten wurden, wo sie inzwischen von den Höllen ringsumher angefochten wurden. Als nun der Herr in die Welt kam, und das Menschliche in Sich göttlich machte, da befreite Er bei Seiner Auferstehung diejenigen, die dort aufbewahrt und zurückgehalten wurden, und erhob sie, nachdem sie die Versuchungen bestanden hatten, in den Himmel. Das ist, was dem inneren Sinn nach im zweiten Buch Mose oder dem Exodus enthalten ist. Durch die Ägypter werden diejenigen bezeichnet, die anfochten, durch das Herausführen von dort die Befreiung, durch das Leben während der vierzig Jahre in der Wüste die Versuchungen, und durch die Einführung in das Land Kanaan die Erhebung in den Himmel. Man sehe was hierüber Nr. 6854, 6914, 7091 E, 7828 berichtet worden. Hieraus erhellt, daß "wenn ihr kommen werdet in das Land" bedeutet, in den Himmel, der ihnen vom Herrn (gegeben wurde). 7933. "Wie Er geredet hat", 2. Mose 12/25, bedeutet, gemäß der Verheißung im Worte. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es vom Herrn gesagt wird in betreff des Himmels, zu dem die Angehörigen der geistigen Kirche kommen sollten, insofern es die Verheißung im Worte bezeichnet; denn im inneren Sinn des Wortes, sowohl in den Büchern Mose, als bei den Propheten, wird von der Befreiung derer gehandelt, die vor der Ankunft des Herrn in der unteren Erde zurückgehalten und von den Bösen angefochten wurden, und von ihrer Erhebung in den Himmel. Und diese werden daselbst verstanden unter den Söhnen Israels. Diese Verheißung ist es, die hier bezeichnet wird durch "wie Jehovah geredet hat". Wenn der Herr mehrmals sagt, daß in Ihm alles erfüllt werden müsse und erfüllt sei, was in der Schrift steht, so schließt dies alles in sich, was im inneren Sinn des Wortes enthalten ist, denn in diesem wird einzig vom Reich des Herrn gehandelt, und im höchsten Sinn vom Herrn selbst; so zum Beispiel bei Luk.24/44,45: "Jesus sprach zu den Jüngern: Das sind die Worte, die Ich zu euch redete, als Ich noch bei euch war, daß alles erfüllt werden müsse, was von Mir geschrieben steht im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen; dann schloß Er ihr Inneres auf, daß sie die Schriften verstanden". Luk.18/31: "Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, wo alles vollendet werden wird, was geschrieben ist durch die Propheten, von des Menschen Sohn". Matth.5/17,18: "Glaubet nicht, daß Ich gekommen sei, das Gesetz und die Propheten aufzulösen; Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, bis daß der Himmel und die Erde vergehen, wird nicht vergehen ein Jota oder Häkchen vom Gesetz, bis daß es alles geschehe". Dieses und was der Herr an anderen Stellen von der Erfüllung des Gesetzes oder der Schrift sagt, schließt alles in sich, was über Ihn im inneren Sinn vorausgesagt worden war, in diesem Sinn bezieht sich alles und jedes bis auf das kleinste Jota, oder bis auf das geringste Häkchen auf den Herrn; weshalb gesagt wird, daß kein Jota oder Häkchen vergehen solle im Gesetz, bis daß es alles geschehe. Luk.16/17: "Es ist leichter, daß Himmel und Erde vergehe, als daß ein Häkchen vom Gesetz falle". Wer nicht weiß, daß alles bis auf das allergeringste im inneren Sinn vom Herrn und von Seinem Reich handelt, und daß daher das Wort hochheilig ist, kann durchaus nicht begreifen, was es bedeuten soll, daß kein Jota und kein Häkchen vergehen soll, und daß eher Himmel und Erde vergehen sollen, denn das, was im äußeren Sinn hervortritt, erscheint nicht so wichtig, aber der Text (der Schrift) ist im Inneren so zusammenhängend, daß nicht einmal ein Wörtchen ohne Unterbrechung des Zusammenhangs weggelassen werden kann. 7934. "So sollt ihr halten diesen Dienst", 2. Mose 12/25, bedeutet die Verehrung (des Herrn) wegen der Befreiung. Dies erhellt aus der Bedeutung von halten, insofern es heißt beobachten, wie Nr. 7931; und aus der Bedeutung von dienen oder Dienst, insofern es die Verehrung des Herrn bezeichnet. 7935. "Und es soll geschehen, wenn eure Söhne zu euch sagen", 2. Mose 12/26, bedeutet das innere Vernehmen des Wahren, das vom Gewissen ausgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, insofern es ein Vernehmen bezeichnet, worüber Nr. 7913; und aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, 4257. Ein inwendiges Innewerden, das im Gewissen stattfindet, wird hier verstanden, weil vom nachherigen oder zukünftigen Zustande derer gehandelt wird, die der geistigen Kirche angehörten und vom Herrn befreit wurden; daß nämlich in ihrem Gemüte die Wahrheit festhaften muß, daß sie ihre Erlösung einzig und allein dem Herrn zu verdanken haben: das Vernehmen dieser Wahrheit ist Sache ihres Gewissens (oder Bewußtseins); denn die, welche der geistigen Kirche angehören, haben kein (eigentliches) Innewerden wie die, welche der himmlischen Kirche angehörten, sondern statt dessen haben sie ein Gewissen. Das Gewissen entsteht und bildet sich bei ihnen aus den Wahrheiten der Kirche, in der sie geboren sind, und die sie in ihrer Kindheit und späterhin aufgenommen, durch ihr Leben befestigt, und so zu ihrem Glauben gemacht haben. Diesen Wahrheiten gemäß handeln heißt, nach dem Gewissen (handeln), und gegen sie handeln, ist gegen das Gewissen. Sie sind gleichsam in ihr inneres Gedächtnis eingeschrieben, und werden zuletzt wie das, was in der Kindheit eingeprägt wurde, was späterhin ganz bekannt und wie angeboren erscheint, ähnlich wie die Sprache, die Gedanken, die Erinnerungen, die mannigfaltigen Reflexionen, und im Äußeren der Gang, die Gebärde, die Miene und vieles, was dem Menschen nicht angeboren, sondern durch Gewohnheit beigebracht ist. Wenn die Glaubenswahrheiten auch so eingeprägt sind, was im inneren Menschen geschieht, dann werden sie ihm auch so vertraut, und zuletzt treiben sie, als wären sie angeboren, den Menschen zu einem demselben gemäßen Denken, Wollen und Handeln an. Ein solches Leben wird Gewissen genannt, und ist das Leben des geistigen Menschen, das in dem Maße wertzuschätzen ist, als die Glaubenswahrheiten, aus denen er denkt, echt sind, und das Gute der Liebtätigkeit, aus denen er handelt, von echter Art ist. Auch aus dem Zusammenhang mit dem Folgenden erhellt, daß durch jene Worte das innere Vernehmen bezeichnet wird, das vom Gewissen ausgeht. 7936. "Was habt ihr für einen Dienst", 2. Mose 12/26, bedeutet, wenn sie in der Verehrung seien, daß nämlich dann das Vernehmen in ihrem Gewissen stattfinde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dienstes, insofern er die Verehrung (des Herrn) bezeichnet, wie Nr. 7934. 7937. "Sollt ihr sagen", 2. Mose 12/27, bedeutet das Denken. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, insofern es ein Denken bezeichnet, worüber Nr. 3395, 7094. Daß sagen hier denken bedeutet, kommt daher, weil durch sagen: Nr. 7935, das innere Vernehmen des Gewissens bezeichnet wurde, und hier die Antwort ist, daß sich das Denken auf das Innewerden des Gewissens richte. 7938. "Es ist das Passahopfer Jehovahs", 2. Mose 12/27, bedeutet die Verehrung des Herrn wegen der Befreiung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Opfers, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, worüber Nr. 922, 6905; und aus der Bedeutung des Passahs, insofern es die Gegenwart des Herrn ausdrückt, und die Befreiung derer, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 7093 E, 7867. 7939. "Weil Er vorüberging an den Häusern der Söhne Israels", 2. Mose 12/27, bedeutet, daß die Verdammnis (oder das Verderben) zurückwich vor dem Guten, in dem sie vom Herrn gehalten wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah wird vorübergehen", insofern es ausdrückt, daß dadurch die Verdammnis zurückweichen werde, wie Nr. 7878, 7928. Aus der Bedeutung der Häuser, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber Nr. 3652, 3720, 4982, 7833, 7834, 7835; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es diejenigen darstellt, die der geistigen Kirche angehören, worüber schon öfter (gehandelt wurde). Es wird gesagt, sie seien im Guten gehalten worden vom Herrn, weil sie, als sie durch die Orte der Verdammnis, d.h. durch die Höllen hindurchgingen (was bei ihrer Befreiung geschah), vom Herrn im Guten gehalten wurden. Zu diesem Zweck wurden sie vorbereitet. Der Hergang dieser Vorbereitung wird beschrieben durch die Satzungen über das Blut, über das Passahlamm und das Essen desselben, worüber in diesem Kapitel: 2. Mose 12/3-11,15-20,22,43-48 (gehandelt wird). Daß sie bei ihrer Befreiung Orte der Verdammnis oder die Höllen durchwandern mußten, wird man im Folgenden sehen. 7940. "In Ägypten", 2. Mose 12/27, bedeutet, während sie in der Nähe der Bösen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie die Bösen vorbilden, welche die Angehörigen der geistigen Kirche anfochten, wovon öfter; daher wird durch Ägypten der Zustand oder Ort bezeichnet, in dem sie sich befanden. Daß sie sich in der Nähe derselben befanden, ist klar, weil sie im Lande Gosen waren. Damit man wisse, wie es sich damit verhalte, sehe man, was Nr. 7932_ gesagt wurde. 7941. "Als Er Ägypten schlug", 2. Mose 12/27, bedeutet, als diejenigen verdammt wurden, die als Glieder der Kirche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Ägypten schlagen", insofern es die Verdammnis derer bezeichnet, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben waren, worüber Nr. 7766, 7778, 7926. 7942. "Und unsere Häuser errettete", 2. Mose 12/27, bedeutet, daß gleichwohl bei ihnen nichts Verdammliches war, weil sie im Guten vom Herrn gehalten wurden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7939 erklärt wurde. 7943. "Da neigte sich das Volk und betete an", 2. Mose 12/27, bedeutet die Demut des Mundes und des Herzens. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, insofern es die äußere Demut, also die des Mundes (oder der Rede) bezeichnet, und aus der Bedeutung von anbeten, insofern es die innere Demut, also die des Herzens bezeichnet, worüber Nr. 5682, 7068. 7944. "Und die Söhne Israels gingen hin und taten also, wie Jehovah, Mose und Aharon befohlen hatte", 2. Mose 12/28, bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche dem göttlich Wahren gehorchten. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen und tun, insofern es soviel ist als gehorchen; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, wovon öfter; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Mose und Aharon, insofern sie das göttlich Wahre vorbilden, Moses das innere und Aharon das äußere, worüber Nr. 7089, 7382. 7945. "So taten sie", 2. Mose 12/28, bedeutet das aus dem Willen hervorgehende Handeln. Dies ergibt sich daraus, daß zweimal gesagt wird "sie taten es", insofern dann das erste das Handeln aus dem Verstand, das zweite das Handeln aus dem Willen bezeichnet; denn im Worte ist es gewöhnlich, daß eine Sache zweimal gesagt wird, dann bezieht sich immer das eine auf das Wahre des Verstandes, und das andere auf das Gute des Willens. Dies hat seinen Grund darin, daß in den einzelnen Teilen des Wortes eine himmlische Ehe ist, nämlich die des Guten und Wahren: Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 4138 E, 5138, 5502, 6343; und im höchsten Sinn die göttliche Ehe, nämlich die des göttlich Guten im Herrn, und des göttlich Wahren, das aus Ihm hervorgeht: Nr. 3004, 5502, 6179. Hieraus kann man erkennen, daß das Wort hochheilig ist. 7946. Vers 29-34: Und es geschah um Mitternacht, da schlug Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten, von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Hause des Gefängnisses war, und alle Erstgeburt des Viehs. Da stand Pharao auf in der Nacht, und alle seine Diener, und alle Ägypter, und es ward ein großes Geschrei in Ägypten; denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war. Und er rief Mose und Aharon in der Nacht und sprach: Machet euch auf, gehet hinweg aus der Mitte meines Volkes, sowohl ihr, als auch die Söhne Israels, und gehet hin und dienet Jehovah, wie ihr gesagt habt. Auch eure Schafe und eure Rinder nehmet mit, wie ihr geredet habt, und geht und segnet auch mich. Und die Ägypter drängten das Volk, sie eilig fortzuschicken aus dem Lande, denn sie sprachen: Wir werden alle sterben. Da trug das Volk seinen Teig, ehe er gesäuert war, ihre Backschüsseln, gebunden in ihre Kleider, auf ihren Schultern. "Und es geschah um Mitternacht, bedeutet einen Zustand von lauter Falschem aus dem Bösen; "da schlug Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten" bedeutet die Verdammnis des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens; "von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne saß" bedeutet die verfälschten Glaubenswahrheiten, die an erster Stelle waren; "bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Hause des Gefängnisses war" bedeutet die verfälschten Glaubenswahrheiten, die an letzter Stelle waren; "und alle Erstgeburt des Viehs" bedeutet das verfälschte Gute des Glaubens; "da stand Pharao auf in der Nacht, und alle seine Diener, und alle Ägypter" bedeutet, daß alle und jeder Verdammte, wenn sie in lauter Falsches vom Bösen eingeführt sind, Abneigung und Furcht vor denen empfinden, die der geistigen Kirche angehören; "und es ward ein großes Geschrei in Ägypten" bedeutet die innere Klage; "denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war" bedeutet, weil ein jeder verdammt (oder verworfen) wurde; "und er rief Mose und Aharon in der Nacht" bedeutet den Zufluß des Wahren vom Göttlichen in jenem Zustand; "und sprach: Machet euch auf, gehet hinweg aus der Mitte meines Volkes" bedeutet, daß sie sich von ihnen entfernen sollten; "sowohl ihr, als auch die Söhne Israels" bedeutet, mit ihrem Wahren aus dem Göttlichen, und mit dem Wahren, durch welches das Gute (sich bildet), wie auch mit dem Wahren, das aus dem Guten (stammt); "und gehet hin und dienet Jehovah" bedeutet, sie sollten den Herrn verehren; "wie ihr gesagt habt" bedeutet nach ihrem Willen; "auch eure Schafe und eure Rinder nehmet mit" bedeutet das innere und äußere Gute der Liebtätigkeit; "wie ihr geredet habt" bedeutet nach ihrem Willen; "und geht" bedeutet, sie sollten sich gänzlich entfernen; "und segnet auch mich" bedeutet, sie sollten Fürbitte tun; "und die Ägypter drängten das Volk, sie eilig fortzuschicken aus dem Lande" bedeutet, daß sie aus Abneigung und Furcht auf ihre Entfernung drangen; "denn sie sprachen: Wir werden alle sterben" bedeutet, auf diese Weise sei die Hölle bei ihnen; "da trug das Volk seinen Teig, ehe er gesäuert war" bedeutet den ersten Zustand des Wahren aus dem Guten, in dem nichts Falsches; "ihre Backschüsseln, gebunden in ihre Kleider" bedeutet die Lustreize der Neigungen, die mit dem Wahren verbunden sind; "auf ihren Schultern" bedeutet gemäß ihrer ganzen Macht. 7947. "Und es geschah um Mitternacht, 2. Mose 12/29, bedeutet einen Zustand von lauter Falschem aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mitternacht, insofern sie die völlige Verwüstung (Abödung) bezeichnet, worüber Nr. 7776, d.h. die Beraubung alles Guten und Wahren, wodurch ein Zustand von lauter Falschem aus dem Bösen (entsteht). Daß es ein Zustand des Bösen war, sehe man Nr. 2353, 6000, 7870. 7948. "Da schlug Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten", 2. Mose 12/29, bedeutet die Verdammnis des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von Plagen, insofern es die Verdammnis bezeichnet, wie Nr. 7871; und aus der Bedeutung der Erstgeburt im Lande Ägypten, insofern sie den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben bezeichnet, worüber Nr. 7039, 7766, 7778. 7949. "Von dem Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne saß", 2. Mose 12/29, bedeutet die verfälschten Glaubenswahrheiten, die an erster Stelle waren. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7779 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. 7950. "Bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Hause des Gefängnisses war", 2. Mose 12/29, bedeutet die verfälschten Glaubenswahrheiten, die an letzter Stelle sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erstgeburt im Lande Ägypten, insofern sie den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben bezeichnet, wie Nr. 7948; somit auch das verfälschte Glaubenswahre, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Gefangenen, der im Hause des Gefängnisses war, insofern er diejenigen bezeichnet, die an letzter Stelle sind, denn er wird dem Erstgeborenen Pharaos entgegengesetzt, der auf seinem Throne saß, der das verfälschte Glaubenswahre an erster Stelle bedeutet: Nr. 7779, 7949. Unter dem Gefangenen im Hause des Gefängnisses wird im nächsten geistigen Sinn derjenige verstanden, der im sinnlichen Körperlichen ist, somit in lauter Finsternis in betreff des Wahren und Guten, weil nicht einmal in der Fähigkeit es so inne zu werden, wie die, welche im inwendigeren Sinnlichen sind. Daher kommt es, daß diejenigen bezeichnet werden, die an letzter Stelle sind. Daß die Erstgeburt im Lande Ägypten das verfälschte Glaubenswahre bedeutet, kommt daher, weil die Erstgeburt Ägyptens den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben bezeichnet: Nr. 7948. Die in einem solchen Glauben sind, befinden sich in lauter Dunkelheit und Finsternis über die Glaubenswahrheiten, denn sie können in keinem Licht sein, also auch in keinem Innewerden, was wahr ist und ob etwas wahr sei; denn alles geistige Licht kommt durch das Gute vom Herrn, also durch die Liebtätigkeit, denn das Gute der Liebtätigkeit ist wie eine Flamme, aus der Licht (kommt), weil das Gute der Liebe angehört, und die Liebe ein geistiges Feuer ist, aus dem Erleuchtung kommt. Wer da glaubt, daß die, welche im Bösen des Lebens sind, zugleich in Erleuchtung in Ansehung der Glaubenswahrheiten sein können, irrt sich ungemein. Solche können in einem Zustand der Begründung sein, d.h., sie können die Glaubenslehren ihrer Kirche begründen, und zwar bisweilen mit Geschick und Geist, aber sie können nicht erkennen, ob das, was sie begründen, wahr ist oder nicht. Daß man auch das Falsche so begründen kann, daß es als Wahres erscheint und daß es sich für den Weisen nicht ziemt zu begründen, sondern (innerlich) zu sehen, ob etwas sich so verhalte, sehe man Nr. 4741, 5033, 6865, 7012, 7680. Wer daher in Ansehung seines Lebens im Bösen ist, der ist auch im Falschen seines Bösen, und glaubt das Wahre nicht, wie sehr er es auch erkennt. Bisweilen meint er es zu glauben, aber er irrt sich. Daß er nicht (wirklich) glaubt, wird ihm im anderen Leben zu erkennen gegeben, wenn sein Innewerden in Übereinstimmung gebracht wird mit seinem Wollen; alsdann wird er das Wahre leugnen, verabscheuen und verwerfen und das Gegenteil, d.h. das Falsche als wahr anerkennen, daher kommt es nun, daß die, welche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, notwendig die Glaubenswahrheiten verfälschen. 7951. "Und alle Erstgeburt des Viehs", 2. Mose 12/29, bedeutet das verfälschte Gute des Glaubens; wie Nr. 7781. 7952. "Da stand Pharao auf in der Nacht, und alle seine Diener, und alle Ägypter", 2. Mose 12/30, bedeutet, daß alle und jeder Verdammte, wenn sie in lauter Falsches vom Bösen eingeführt (oder versetzt) sind, Abneigung und Furcht vor denen empfinden, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nacht, insofern sie einen Zustand von lauter Falschem aus dem Bösen bezeichnet, wie Nr. 7947, und daher die Verdammnis; denn ob man sagt ein Zustand von lauter Falschem aus dem Bösen oder Verdammnis, ist ganz dasselbe; denn die sich in diesem Zustand befinden, sind verdammt. Aus der Bedeutung Pharaos, seiner Diener und aller Ägypter, insofern es alle und jede bezeichnet. Daß es auch bedeutet, sie hätten Abneigung und Furcht vor denen, die der geistigen Kirche angehören, ist klar aus dem Folgenden; denn Pharao rief Mose und Aharon und sprach: "sie sollten hinweggehen aus der Mitte seines Volkes, und die Ägypter trieben sie fort": 2. Mose 12/39. 7953. "Und es ward ein großes Geschrei in Ägypten", 2. Mose 12/30, bedeutet die innere Klage, wie Nr. 7782, wo dieselben Worte. 7954. "Denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war", 2. Mose 12/30, bedeutet, weil ein jeder verdammt war. Dies erhellt aus der Bedeutung von "jedes" Haus, insofern es soviel ist als jeder in demselben; und aus der Bedeutung des Toten, insofern es einen Verdammten bezeichnet, worüber Nr. 5407, 6119, 7494, 7871. 7955. "Und er rief Mose und Aharon in der Nacht", 2. Mose 12/31, bedeutet den Zufluß des Wahren vom Göttlichen in jenem Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er rief", insofern es Gegenwart und Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 6177, 6840, 7390, 7451, 7721; hier Zufluß, weil es von denen gesagt wird, die in einem Zustand der Verdammnis sind, d.h. in einem Zustand von lauter Falschem aus dem Bösen. Diese können keinen Einfluß des Wahren und Guten innerlich aufnehmen, sondern nur äußerlich, was dann Zufluß ist. Aus der vorbildlichen Bedeutung von Moses und Aharon, insofern sie das Wahre vom Göttlichen darstellen, worüber Nr. 6771, 6827. Es wird gesagt, das Wahre vom Göttlichen, nicht das göttlich Wahre, weil es von denen gesagt wird, die in Verdammnis sind. Ferner aus der Bedeutung der Nacht, insofern sie den Zustand der Verdammnis bezeichnet, wovon Nr. 7851, 7870. 7956. "Und sprach: Machet euch auf, gehet hinweg aus der Mitte meines Volkes", 2. Mose 12/31, bedeutet, daß sie sich von ihnen entfernen sollten. Dies erhellt ohne Erklärung. 7957. "Sowohl ihr, als auch die Söhne Israels", 2. Mose 12/31, bedeutet, mit ihrem Wahren aus dem Göttlichen, und mit dem Wahren, durch welches das Gute (sich bildet), und mit dem Wahren, das aus dem Guten (stammt). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung von Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen bezeichnet, worüber Nr. 7955, und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche vorbilden, wovon schon oft (die Rede war); also die in dem Wahren sind, durch welches das Gute (sich bildet), und im Wahren, das aus dem Guten (stammt), denn die geistige Kirche unterscheidet sich vor der himmlischen Kirche dadurch, daß sie durch das Glaubenswahre in das Gute der Liebtätigkeit eingeführt wird, also das Wahre zum Wesentlichen hat. Die Einführung geschieht durch das Wahre, denn durch dasselbe werden sie belehrt, was man tun muß, und wenn sie danach tun, dann wird dieses Wahre Gutes genannt. Aus diesem Guten sehen sie hernach, wenn sie eingeführt sind, das Wahre, dem gemäß sie dann wieder handeln sollen. Daraus erhellt, daß es dasselbe ist, ob man sagt die Angehörigen der geistigen Kirche, oder die, welche im Wahren sind, durch welches das Gute (sich bildet); und im Wahren, das aus dem Guten (hervorgeht). 7958. "Und gehet hin und dienet Jehovah", 2. Mose 12/31, bedeutet, sie sollten den Herrn verehren. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, insofern es heißt verehren. Daß unter Jehovah, wo Er im Worte genannt wird, der Herr verstanden wird, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6281, 6305, 6905. 7959. "Wie ihr gesagt habt", 2. Mose 12/31, bedeutet, nach ihrem Willen. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es den Willen bezeichnet, worüber Nr. 2626. 7960. "Auch eure Schafe und eure Rinder nehmet mit", 2. Mose 12/32, bedeutet das innere und äußere Gute der Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafe, insofern sie das innere Gute der Liebtätigkeit bezeichnen, und aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das äußere Gute der Liebtätigkeit bezeichnen, worüber Nr. 2566, 5913, 6048. 7961. "Wie ihr geredet habt", 2. Mose 12/32, bedeutet, nach ihrem Willen; wie Nr. 7959. 7962. "Und geht", 2. Mose 12/32, bedeutet, sie sollten sich gänzlich entfernen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen oder weggehen, insofern es eine Entfernung bezeichnet; und weil es wiederholt gesagt wird, bedeutet es, sie sollten sich gänzlich entfernen. 7963. "Und segnet auch mich", 2. Mose 12/32, bedeutet, sie sollten Fürbitte tun. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es soviel ist, als sich für jemand verwenden, denn segnen bedeutet hier, sie sollten für ihn bitten. Daß für Pharao bitten soviel ist, als sich für ihn verwenden, sehe man Nr. 7396, 7462. 7964. "Und die Ägypter drängten das Volk, sie eilig fortzuschicken aus dem Lande", 2. Mose 12/33, bedeutet, daß sie aus Abneigung und Furcht auf ihre Entfernung drangen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Volk drängen, sie eilig fortzuschicken", insofern es ein Drängen auf Entfernung bezeichnet. Daß es aus Abneigung und Furcht (geschah), ist offenbar, denn die, welche in lauter Falschem aus dem Bösen sind, verabscheuen diejenigen, die im Wahren aus dem Guten sind, so sehr, daß sie nicht einmal ihre Gegenwart ertragen können. Daher kommt es, daß die, welche im Bösen sind, sich tief in die Hölle hinabstürzen, je nach dem Maße und der Beschaffenheit des Bösen, um ferne zu sein vom Guten, und zwar nicht nur aus Abneigung, sondern auch aus Furcht, denn in der Gegenwart des Guten empfinden sie Qual. 7965. "Denn sie sprachen: Wir werden alle sterben", 2. Mose 12/33, bedeutet, auf diese Weise sei die Hölle bei ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es die Hölle bezeichnet. Daß der Tod im geistigen Sinn die Hölle bedeutet, sehe man Nr. 5407, 6119. 7966. "Da trug das Volk seinen Teig, ehe er gesäuert war", 2. Mose 12/34, bedeutet den ersten Zustand des Wahren aus dem Guten, in dem nichts Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Teiges, insofern er das Wahre aus dem Guten bezeichnet, denn durch Mehl und (namentlich) durch Semmelmehl wird das Wahre bezeichnet, durch Teig das Gute des Wahren aus demselben, und durch Brot, das aus dem Teig (bereitet wird), das Gute der Liebe. Wenn durch Brot das Gute der Liebe bezeichnet wird, alsdann bedeutet das übrige, nämlich der Teig und das Mehl das Gute und Wahre in seiner Ordnung. Daß Brot das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915. Ferner aus der Bedeutung von "ehe es gesäuert war", insofern es bezeichnet, daß nichts Falsches in demselben sei. Daß Sauerteig das Falsche bedeutet, sehe man Nr. 7906. Daß dies der erste Zustand ist, nämlich nach ihrer Befreiung, ist klar, weil es heißt, daß das Volk seinen Teig trug, somit während sie auszogen. Der zweite Zustand wird 2. Mose 12/39 dadurch beschrieben, daß sie den Teig bucken, den sie aus Ägypten mitnahmen, (nämlich) ungesäuerte Kuchen, weil ohne Sauerteig, wodurch bezeichnet wird, daß aus dem Wahren des Guten wiederum Gutes hervorgehen sollte, in dem nichts Falsches sei. Dies sind die beiden Zustände, in denen die Angehörigen der geistigen Kirche, wenn sie im Guten sind, vom Herrn gehalten werden: der erste ist, daß sie aus dem Guten des Willens das Wahre sehen und denken; der zweite, daß sie aus dieser Verbindung des Guten und Wahren Wahres hervorbringen, das durch dieses Wollen und dieses Tun wiederum zum Guten wird; und so ist immerfort ein Hervorbringen und ein Ableiten des Wahren bei denen, die der geistigen Kirche angehören. Dies wird in der geistigen Welt vorbildlich dargestellt durch einen Baum mit Blättern, und Früchten: die Blätter daran bedeuten die Wahrheiten, die Früchte das Gute des Wahren, die Samen das (innere) Gute selbst, aus dem das übrige (hervorgeht). 7967. "Ihre Backschüsseln, gebunden in ihre Kleider", 2. Mose 12/34, bedeutet die Lustreize der Neigungen, die mit dem Wahren verbunden sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Backschüsseln, insofern sie die Lustreize der Neigungen bezeichnen, worüber Nr. 7356; aus der Bedeutung von binden, insofern es ein Anhängen (oder Verbundensein) bezeichnet; und aus der Bedeutung der Kleider, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 1073, 2576, 4545, 4763, 5248, 5319, 5954, 6914, 6918. Was die Lustreize der Neigungen (oder die wonnigen Gefühle) sind, die mit dem Wahren verbunden sind, soll nun gesagt werden: Alle Wahrheiten, die beim Menschen eindringen, sind mit irgendeinem angenehmen Gefühl (oder Lustreiz) verbunden, denn ohne Lustreiz haben die Wahrheiten kein Leben. Aus den Lustreizen, die mit den Wahrheiten verbunden sind, erkennt man, wie es steht mit den Wahrheiten bei den Menschen. Sind es Lustreize böser Neigungen, dann steht es schlecht, wenn es aber Lustreize guter Neigungen sind, dann steht es gut; denn die Engel, die beim Menschen sind, fließen beständig mit guten Neigungen ein, und dann regen sie die Wahrheiten an, die mit jenen verbunden sind; und ebenso umgekehrt, wenn die Wahrheiten nicht mit guten Neigungen verbunden sind, dann bemühen sich die Engel vergebens, das anzuregen, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört. Hieraus kann erhellen, was verstanden wird unter den Lustreizen der Neigungen, die mit dem Wahren verbunden sind, und die dadurch bezeichnet werden, daß die Backschüsseln in ihre Kleider gebunden waren. 7968. "Auf ihren Schultern", 2. Mose 12/34, bedeutet, gemäß ihrer ganzen Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schultern, insofern sie alle Macht bezeichnen, worüber Nr. 1085, 4931-4937. 7969. Vers 35,36: Und die Söhne Israels taten nach den Worten Moses, und verlangten von den Ägyptern silberne und goldene Gefäße, und Kleider. Und Jehovah gab dem Volke Gnade in den Augen der Ägypter, daß sie ihnen liehen, und sie nahmen es den Ägyptern. "Und die Söhne Israels taten nach den Worten Moses" bedeutet, daß sie dem göttlichen Wahren gehorchten; "und verlangten von den Ägyptern silberne und goldene Gefäße, und Kleider" bedeutet, die wißtümlichen Kenntnisse des Wahren und Guten, die den Bösen, die der Kirche angehörten, genommen, und den Guten in derselben zuerkannt werden sollten; "und Jehovah gab dem Volke Gnade in den Augen der Ägypter" bedeutet die Furcht derer, die verworfen wurden, vor den Angehörigen der geistigen Kirche; "daß sie ihnen liehen" bedeutet, daß sie übertragen werden sollten (auf jene); "und sie nahmen es den Ägyptern" bedeutet, daß die, welche in der Verdammnis waren, von solchen Kenntnissen ganz entblößt wurden. HG 7970 7970. Die Erklärung des einzelnen kann hier übergangen werden, weil es schon früher zweimal erklärt worden ist, nämlich 2. Mose 3/21,22: Nr. 6914-6920; und 2. Mose 11/2,3: Nr. 7768-7773. 7971. Vers 37-39: Da brachen die Söhne Israels auf von Ramses bis Sukkoth, bei sechshunderttausend Mann zu Fuß, ohne die Kinder. Auch viel gemischtes Volk zog mit ihnen und Schafe und Rinder, eine gar große Habe. Und sie bucken aus dem Teig, den sie aus Ägypten gebracht hatten, ungesäuerte Kuchen; denn er war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten getrieben worden, und sich nicht aufhalten konnten; auch Zehrung für den Weg hatten sie sich nicht bereitet. "Da brachen die Söhne Israels auf von Ramses bis Sukkoth" bedeutet den ersten Zustand des Auszugs und dessen Beschaffenheit; "bei sechshunderttausend Mann zu Fuß" bedeutet das Ganze des Wahren und Guten des Glaubens in ihrer Zusammenfassung; "ohne die Kinder" bedeutet das Gute der Unschuld; "auch viel gemischtes Volk" bedeutet die Wahrheiten, die nicht echt waren; "zog mit ihnen" bedeutet die beigefügt wurden; "und Schafe und Rinder, eine gar große Habe" bedeutet das Gute, das durch das innere und äußere Wahre in großer Menge erworben war; "und sie bucken aus dem Teig, den sie aus Ägypten gebracht hatten, ungesäuerte Kuchen" bedeutet, daß aus dem Wahren des Guten wiederum Gutes hervorgebracht wurde, in dem kein Falsches war; "denn er war nicht gesäuert" bedeutet im Wahren aus dem Guten sei nichts Falsches; "weil sie aus Ägypten getrieben worden, und sich nicht aufhalten konnten" bedeutet, weil sie entfernt waren von denen, die im Falschen aus dem Bösen waren; "auch Zehrung für den Weg hatten sie sich nicht bereitet" bedeutet, daß sie keine andere Nahrung vom Wahren und Guten bei sich hatten. 7972. "Da brachen die Söhne Israels auf von Ramses bis Sukkoth", 2. Mose 12/37, bedeutet den ersten Zustand des Auszugs und dessen Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen (oder reisen), insofern es die Ordnung und Einrichtung des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 1293, 3335, 4882, 5493, 5605; daher bedeuten die Reisen der Söhne Israels, von denen im 2.Buch Moses (gehandelt wird), die Zustände des Lebens und deren Wechsel vom ersten bis zum letzten. Hier wird daher durch das Aufbrechen der Söhne Israels von Ramses bis nach Sukkoth der erste Zustand und dessen Beschaffenheit bezeichnet; denn die Ortsnamen, sowie auch die Personennamen bedeuten sämtlich Sachen und die Beschaffenheit derselben; man sehe Nr. 768, 1224, 1264, 1876, 1888, 3422, 4298, 4310, 4442, 5095, 6516. 7973. "Bei sechshunderttausend Mann zu Fuß", 2. Mose 12/37, bedeutet das Ganze des Wahren und Guten des Glaubens in ihrer Zusammenfassung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl Sechs mal Hunderttausend, insofern sie das Ganze des Glaubens in einer Zusammenfassung bezeichnet; denn diese Zahl entsteht aus sechs und auch aus zwölf, und zwölf bedeutet das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit: Nr. 577, 2089, 2129 E, 2130 E, 3272, 3858, 3913. Daher kommt es, daß der Söhne Jakobs zwölf waren, und daß die Nachkommen derselben in ebenso viele Stämme eingeteilt waren, wie auch, daß vom Herrn zwölf Apostel angenommen wurden, damit sie nämlich das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit vorbilden könnten. Über die Stämme sehe man Nr. 3858, 3862, 3913, 3926, 4060, 6335, 6337, 6640, 7836, 7891; über die (zwölf) Jünger: Nr. 3354, 3488, 5858 E, 6397. Sechs mal hunderttausend bedeutet ähnliches, weil die größere und kleinere Zahl, d.h. wenn sie multipliziert oder dividiert ist, das gleiche in sich schließt wie die einfachen Zahlen, aus denen sie entstanden: Nr. 5291, 5335, 5708. Dies geht deutlich hervor aus der Zahl Zwölf; mag diese (durch zwei) geteilt sein zu sechs, oder multipliziert zu zweiundsiebzig oder zu hundertvierundvierzig, d.h. zwölf mal zwölf, oder zu 12.000, oder zu 144.000, immer bedeutet sie das gleiche; z.B. 144.000 bei Joh.Offenb.7/4,5f: "Ich hörte die Zahl der Versiegelten 144.000 Versiegelte aus jedem Stamme Israels; aus jedem Stamme 12.000": hier werden unter den Söhnen Israels nicht die Söhne Israels, noch unter den Stämmen die Stämme derselben verstanden, auch nicht unter Zahl eine Zahl, sondern solches, was sie im inneren Sinn bezeichnen, nämlich alles, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, und somit unter einem jeden Stamm insbesondere eine Gattung oder eine Klasse derselben, gemäß dem, was in den Kapiteln 29 und 30 des ersten Buches Mose erklärt worden ist. Joh.Offenb.14/1,3,4: "Siehe das Lamm stand auf dem Berge Zion und mit Ihm 144.000, die den Namen Seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben trugen; und sie sangen ein neues Lied vor dem Throne, und niemand konnte das Lied lernen, als jene 144.000 Erkaufte von der Erde: sie sind es, die dem Lamme nachfolgen, wohin es geht. Sie wurden erkauft von den Menschen, als Erstlinge Gott und dem Lamme": aus dieser Beschreibung geht deutlich hervor, daß die, welche in der Liebtätigkeit sind, unter den 144.000 verstanden werden; auch ist es klar, daß diese Zahl nur den Zustand und die Beschaffenheit derselben bezeichnet, denn diese Zahl bezeichnet das gleiche wie zwölf, weil sie hervorgeht aus der Multiplikation von 12.000 und zwölf, ebenso auch die kleinere Zahl hundertvierundvierzig, welche zwölf mal zwölf ist. Joh.Offenb.21/2,17: "Und er maß die Mauer des heiligen Jerusalems, welches herabstieg von Gott aus dem Himmel, hundertvierundvierzig Ellen, welches ist das Maß eines Menschen, d.h. eines Engels": daß die Mauern des heiligen Jerusalems im geistigen Sinne nicht Mauern bedeuten, sondern das Glaubenswahre, das die (Lehren) der Kirche verteidigt, sehe man Nr. 6419; daher wird auch gesagt, sie betrage hundertvierundvierzig Ellen. Daß es sich so verhält ist offenbar, denn es heißt, es sei das Maß eines Menschen, d.h. eines Engels. Durch den Menschen und durch den Engel wird alles Wahre und Gute des Glaubens bezeichnet. Auch erhellt es aus den zwölf kostbaren Steinen, aus denen der Grund der Mauer bestand, und aus den zwölf Toren, deren jedes aus einer Perle war: Joh.Offenb.21/19-21, denn die kostbaren Steine bedeuten die Glaubenswahrheiten, die aus dem Guten der Liebtätigkeit stammen: Nr. 643, 3720, 6426; ebenso durch das Tor, und durch die Perle. Hieraus ersieht man, daß die größere und kleinere Zahl das gleiche in sich schließt wie die einfache Zahl, aus der sie entstanden ist. Daß alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten, sehe man Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 6175. Hieraus kann nun erkannt werden, daß die Zahl Sechs mal Hunderttausend Mann, die auszogen aus Ägypten, auch dergleichen bedeutet. Daß diese Zahl eine solche Bedeutung hat, kann kaum jemand glauben, aus dem Grunde, weil es sich hier um eine geschichtliche Tatsache handelt, und alles Geschichtliche das Gemüt beständig im äußeren Sinn hält, und vom inneren Sinn abzieht. Aber dennoch bedeutet diese Zahl solche Dinge, denn es gibt kein Wort, ja nicht einmal ein Jota oder ein Titelchen (Häkchen) im Worte, das nicht in sich heilig ist, weil es Heiliges in sich schließt. Daß es im bloßen geschichtlichen Sinn nicht heilig ist, sieht jeder. 7974. "Ohne die Kinder", 2. Mose 12/37, bedeutet das Gute der Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kindes, insofern es das Gute der Unschuld bezeichnet, worüber Nr. 430, 1616, 2126, 2305, 3183, 3494, 4797, 5608. 7975. "Auch viel gemischtes Volk", 2. Mose 12/38, bedeutet das Gute und Wahre, das nicht echt ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des gemischten Volkes, insofern es das nicht echte Gute und Wahre bezeichnet. Wenn nämlich durch die Söhne Israels das echte Gute und Wahre vorgebildet wird, das Angehör der geistigen Kirche ist: Nr. 7957, so wird durch das gemischte, sie begleitende Volk das nicht echte Wahre und Gute bezeichnet, denn mit denen, die der geistigen Kirche angehören, verhält es sich in folgender Weise: Sie haben echtes Gutes und Wahres, aber auch unechtes Gutes und Wahres, denn der Mensch der geistigen Kirche hat kein Innewerden des Guten und Wahren, sondern er erkennt für wahr und gut an, und glaubt, was die Lehrbestimmungen seiner Kirche lehren. Daher rührt es, daß er in sehr vielen nicht echten Wahrheiten ist, folglich auch in ähnlichem Guten, denn das Gute hat seine Beschaffenheit von dem Wahren. Daß die Geistigen in vielen nicht echten Wahrheiten sind, sehe man Nr. 2708, 2715, 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3240, 3241, 3246, 3833, 4402, 4788, 5113, 6289, 6500, 6639, 6865, 6945, 7233; daß sie daher auch unreine Wahrheiten haben: Nr. 6427. Dennoch aber werden sie vom Herrn im ganz echten Guten erhalten, und zwar durch Einfließen in das Innere: Nr. 6499; und dann wird das nicht echte Wahre und Gute von jenem getrennt und auf die Seite gebracht. Dies ist es, was durch "viel gemischtes Volk" bezeichnet wird. Ebenso werden durch dasselbe diejenigen bezeichnet, die mit der Kirche in Verbindung stehen, aber nicht innerhalb derselben leben, wie die Heiden, die in Gehorsam und gegenseitiger Liebtätigkeit untereinander leben. Diese haben keine echten Wahrheiten, weil sie das Wort nicht haben. Diese werden auch, wie die nicht echten Wahrheiten selbst, durch "viel gemischtes Volk" bei Johannes bezeichnet: Joh.Offenb.7/4,9: "Ich hörte die Zahl der Versiegelten; 144.000 Versiegelte aus jedem Stamme Israels. Nach diesem sah ich, und siehe eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Völkerschaften und Stämmen und Völkern und Zungen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, mit weißen Kleidern angetan, und mit Palmen in ihren Händen". 7976. "Zog mit ihnen", 2. Mose 12/38, bedeutet, das beigefügt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit ihnen ziehen", wenn es vom Guten und Wahren gesagt wird, insofern es ausdrückt, daß es beigefügt wurde; denn das nicht echte Gute und Wahre wird zwar vom echten Guten und Wahren beim geistigen Menschen getrennt, aber nicht weggenommen, sondern es bleibt beigefügt an der Seite, wohin es verwiesen wurde: Nr. 7975 E. Ebenso verhält es sich mit der Kirche des Herrn unter den Völkern, die keine echten Wahrheiten haben; sie werden auch wirklich im Himmel denen zugesellt, die im echten Wahren und Guten sind. 7977. "Und Schafe und Rinder, eine gar große Habe", 2. Mose 12/38, bedeutet das Gute, das durch das innere und äußere Wahre in großer Menge erworben war. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafe, insofern sie das innere Gute bezeichnen, und aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das äußere Gute bezeichnen, worüber Nr. 2566, 5913, 6048, 7960. Daß es erworben worden ist, wird durch Habe bezeichnet, denn bei denen, die der geistigen Kirche angehören, ist alles Gute durch das Wahre erworben, weil sie ohne das Glaubenswahre nicht wissen, was das geistig Wahre, und auch nicht, was das geistig Gute ist. Das bürgerlich Wahre, wie auch das sittlich Wahre können sie zwar erkennen, weil es übereinstimmend ist mit den Dingen, die in der Welt sind, und daher haben sie auch ein Innewerden desselben. Dagegen das geistig Wahre und dessen Gutes stimmt nicht mit dem überein, was in der Welt ist, ja in vielen Stücken weicht es ganz davon ab, weshalb man darüber belehrt werden muß. Dies wurde gesagt, damit man wisse, daß alles Gute bei denen, die der geistigen Kirche angehören, durch das Wahre erworben werden müsse. Daß "gar groß" soviel ist als "in großer Menge", ist klar. 7978. "Und sie bucken aus dem Teig, den sie aus Ägypten gebracht hatten, ungesäuerte Kuchen", 2. Mose 12/39, bedeutet, daß aus dem Wahren des Guten wiederum Gutes hervorgebracht wurde, in dem kein Falsches war. Dies erhellt aus der Bedeutung von backen, wenn es vom Wahren des Guten gesagt wird, was bezeichnet wird durch backen, insofern es heißt hervorbringen; aus der Bedeutung des Teiges, insofern er das Wahre des Guten bezeichnet, wovon Nr. 7966; und aus der Bedeutung der ungesäuerten Kuchen, insofern sie das Gute bezeichnen, in dem kein Falsches ist. Daß die ungesäuerten Kuchen das bedeuten, was ohne Falsches ist, sehe man Nr. 2342, 7906. Daß dies der zweite Zustand des Wahren aus dem Guten ist, in dem sie sich befanden, als sie befreit waren, sehe man Nr. 7966, 7972, wo Kuchen Gutes bedeuten, weil sie Brot sind, und Brot im inneren Sinn das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915. Das Brot der Kuchen unterscheidet sich jedoch vom gewöhnlichen Brot dadurch, daß das Brot der Kuchen das Gute der Liebe gegen den Nächsten bedeutet, mithin das geistig Gute, und das gewöhnliche Brot das Gute der Liebe zum Herrn bedeutet, somit das himmlisch Gute. Jenes geistig Gute wird durch das Speisopfer bezeichnet, das dargebracht und verbrannt wurde mit dem Opfer auf dem Altar, denn das Speisopfer wurde zu Kuchen und Fladen gebacken, wie erhellen kann 2. Mose 29/2,3,23,24,34; 3. Mose 2/2f; 6/13,14; 4. Mose 6/15,19; 15/18-21. Das gleiche bedeuten die zwölf Schaubrote, die auch zu Kuchen gebacken wurden, worüber es 3. Mose 24/5-9 heißt: "Nimm feines Mehl und backe es zu zwölf Kuchen, von zwei Zehnteilen soll ein Kuchen sein; und lege sie in zwei Reihen (Schichten), je sechs in einer Schichte, auf einem reinen Tisch vor Jehovah; und lege auf diese Schichte reinen Weihrauch, und er soll bei dem Brote zum Gedächtnis sein, eine Feuerung für Jehovah": hieraus kann erhellen, daß die Brote Heiliges bedeuteten, denn sonst wäre kein solches Gebot gegeben worden; und weil sie das Heilige bedeuten, so werden sie auch das Hochheilige genannt 3. Mose 24/9. Aber diese Brote bedeuteten das Gute der himmlischen Liebe; und daß sie zu Kuchen gebacken wurden, bedeutete das Gute der geistigen Liebe. Hieraus, und aus dem, was in den oben angeführten Stellen beigebracht wurde, kann man ersehen, daß unter Brot im heiligen Abendmahl dasselbe verstanden wird. 7979. "Denn er war nicht gesäuert", 2. Mose 12/39, bedeutet im Wahren aus dem Guten sei nichts Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Teiges, von dem es heißt, er sei nicht gesäuert, insofern er das Wahre des Guten bezeichnet, worüber Nr. 7966; und aus der Bedeutung von "nicht gesäuert", insofern es soviel ist als "ohne Falsches", worüber Nr. 2342, 7906. 7980. "Weil sie aus Ägypten getrieben worden, und sich nicht aufhalten konnten", 2. Mose 12/39, bedeutet, weil sie entfernt waren von denen, die im Falschen aus dem Bösen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von getrieben werden, insofern es heißt entfernt werden, denn wer ausgetrieben wird, der wird entfernt; man sehe Nr. 7964. Aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es diejenigen bezeichnet, die im Falschen aus dem Bösen sind, wovon im vorigen; und aus der Bedeutung von "sich nicht aufhalten können", insofern es die Notwendigkeit der Entfernung bezeichnet. 7981. "Auch Zehrung für den Weg hatten sie sich nicht bereitet", 2. Mose 12/39, bedeutet, daß sie keine andere Nahrung vom Wahren und Guten bei sich hatten, nämlich als die, welche bezeichnet wird durch den ungesäuerten Teig; daß dieser das Wahre des Guten bedeutet, in dem kein Falsches ist, sehe man Nr. 7966. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zehrung, insofern sie die Nahrung (oder Lebensunterhalt) vom Wahren und Guten bezeichnet, worüber Nr. 5490, 5953. 7982. Vers 40-42: Und die Zeit des Wohnens der Söhne Israels, die sie gewohnt hatten in Ägypten, war vierhundertdreißig Jahre. Und es geschah am Ende der vierhundertdreißig Jahre, auf denselben einen Tag, zog das ganze Heer Jehovahs hinweg aus dem Lande Ägypten. Das ist die Nacht der Feier für Jehovah, weil Er sie herausführte aus dem Lande Ägypten; dies ist die Nacht der Feier für Jehovah, für alle Söhne (Kinder) Israels und ihre Geschlechter. "Und die Zeit des Wohnens der Söhne Israels, die sie gewohnt hatten in Ägypten" bedeutet die Dauer der Anfechtungen; "war vierhundertdreißig Jahre" bedeutet die Beschaffenheit und den Zustand derselben; "und es geschah am Ende der vierhundertdreißig Jahre" bedeutet die Zeit der Ankunft des Herrn, als sie befreit wurden; "auf denselben einen Tag" bedeutet, alsdann; "zog das ganze Heer Jehovahs hinweg aus dem Lande Ägypten" bedeutet, daß diejenigen, die im Wahren und Guten waren, und bis dahin zurückgehalten wurden, (nun) erlöst wurden; "das ist die Nacht der Feier für Jehovah" bedeutet die Gegenwart des Herrn bei denen, die im Wahren und Guten, und bei denen, die im Bösen und daher in lauter Falschem waren; "weil Er sie herausführte aus dem Lande Ägypten" bedeutet die Befreiung aus geistiger Gefangenschaft; "dies ist die Nacht der Feier für Jehovah" bedeutet, daß sie alsdann abgehalten wurden von jedem Falschen und Bösen; "für alle Söhne (Kinder) Israels und ihre Geschlechter" bedeutet diejenigen von der geistigen Kirche, bei denen das Gute aus dem Wahren und das Wahre aus dem Guten stammt. 7983. "Und die Zeit des Wohnens der Söhne Israels, die sie gewohnt hatten in Ägypten", 2. Mose 12/40, bedeutet die Dauer der Anfechtungen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wohnens, insofern es einen Zustand des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451, 6051; hier den Zustand der Anfechtungen, denn dies ist der Zustand des Lebens, von dem nun gehandelt wird, und der bezeichnet wird durch die Zahl vierhundertdreißig Jahre, worauf jene Worte sich beziehen. 7984. "War vierhundertdreißig Jahre", 2. Mose 12/40, bedeutet die Beschaffenheit und den Zustand derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von dreißig, insofern (diese Zahl) den vollen Zustand der Überreste bezeichnet, denn diese Zahl geht hervor aus der Multiplikation von drei und zehn; und durch drei wird der volle Zustand bezeichnet: Nr. 2788, 4495, 7715; und durch zehn die Überreste: Nr. 576, 1906, 2284. Was der volle Zustand sei, soll im Folgenden gesagt werden. Und aus der Bedeutung der vierhundert, insofern sie die Dauer der Verwüstung (oder Abödung) bezeichnen, worüber Nr. 2959, 2966, und daher die Verbindung des Guten und Wahren: Nr. 4341. Daß alle Zahlen Sachen und Zustände bedeuten, und die zusammengesetzten Zahlen das gleiche wie die einfachen, aus denen sie zusammengesetzt sind, sehe man Nr. 7973. Was die Abödung betrifft, die durch vierhundert Jahre bezeichnet wird, so ist sie eine zweifache, nämlich die Abödung des Bösen und Falschen, und die Abödung des Guten und Wahren. Bei denen, die verdammt werden, findet eine Abödung des Guten und Wahren statt, aber bei denen, die erlöst werden, eine Abödung des Bösen und Falschen; Abödung ist Beraubung. Daß die Bösen, die der Kirche angehörten, abgeödet wurden in Ansehung alles Guten und Wahren, wurde bisher gezeigt, denn die aufeinanderfolgenden Stufen der Abödung wurden durch die Plagen in Ägypten bezeichnet. Die Guten aber werden abgeödet in Ansehung des Bösen und Falschen: dies wird allmählich bei ihnen getrennt, d.h. auf die Seite gebracht; das Gute und Wahre aber wird in der Mitte vereinigt. Dieses Vereinigen des Guten und Wahren wird unter den Überresten verstanden, und wenn der Zustand der Überreste bei ihnen voll ist, dann werden sie in den Himmel erhoben. Dieser Zustand ist es, der durch dreißig bezeichnet wird, und die Abödung durch vierhundert. Die Zerstörung des Bösen und Falschen, und das Einpflanzen des Guten und Wahren beim Guten geschieht durch Anfechtungen und durch Versuchungen; durch beide wird das Falsche und Böse entfernt, und das Gute und Wahre angezogen, und zwar bis der Zustand voll ist. Was ein voller Zustand ist, soll mit wenigem gesagt werden: Ein jeder, der entweder verdammt oder selig wird, hat ein gewisses Maß, das erfüllt werden kann. Die Bösen, oder die, welche verdammt werden, haben ein gewisses Maß des Bösen und Falschen, und die Guten, oder die, welche selig werden, ein gewisses Maß des Guten und Wahren. Dieses Maß wird bei einem jeden im anderen Leben erfüllt. Aber bei manchen ist das Maß größer, bei manchen kleiner. Dieses Maß wird in der Welt durch die Neigungen erworben, die der Liebe angehören. Je mehr jemand das Böse und das daraus hervorgehende Falsche geliebt hat, ein desto größeres Maß hat er sich erworben; und je mehr jemand das Gute und das Wahre daraus geliebt hat, desto größer ist sein Maß. Die Grenzen und Stufen dieser Ausdehnung des Maßes erscheinen deutlich im anderen Leben, und können dort nicht überschritten werden, wohl aber können sie erfüllt werden, und werden auch wirklich erfüllt, nämlich mit Gutem und Wahrem bei denen, die in der Neigung des Guten und Wahren standen, und mit Bösem und Falschem bei denen, die in der Neigung des Bösen und Falschen. Hieraus erhellt, daß dieses Maß die Fähigkeit ist, das Böse und Falsche aufzunehmen, oder das Gute und Wahre, das in der Welt erworben wird. Dieser Zustand ist es, der verstanden wird unter einem vollen Zustand, und bezeichnet wird durch dreißig. Er wird vom Herrn beschrieben im Gleichnis von den Talenten: Matth.2/14-30; und von den Pfunden: Luk.19/13-25; und zuletzt mit folgenden Worten bei Matth.25/29: "Einem jeglichen, der da hat, wird gegeben werden, daß er die Fülle habe; dem aber, der nicht hat, wird auch, was er hat, genommen werden". Luk.19/24-26: "Zu denen, die dabeistanden, sagte Er: Nehmet ihm das Pfund, und gebet es dem, der zehn Pfunde hat. Sie sprachen zu Ihm: Herr, er hat schon zehn Pfunde. Er aber sprach: Ich sage euch, einem jedem, der da hat, wird gegeben werden; dem aber, der nicht hat, wird auch genommen werden, was er hat". Daß das Maß eines jeden erfüllt werde, lehrt der Herr auch an einer anderen Stelle bei Luk.6/38: "Gebet, so wird euch gegeben, ein gutes, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben". Hieraus erhellt nun, was unter einem vollen Zustand verstanden wird. 7985. Es wird gesagt, die Zeit des Wohnens der Söhne Israels, in der sie gewohnt hatten in Ägypten, sei vierhundertdreißig Jahre gewesen; und ferner, daß am Ende der vierhundertdreißig Jahre, an ebendemselben Tag, das ganze Heer Jehovahs ausgezogen sei aus dem Lande Ägypten, während doch das Wohnen der Söhne Israels vom Hinabziehen Jakobs nach Ägypten bis auf den Auszug seiner Nachkommen nicht mehr als die Hälfte dieser Zeit betragen hat, nämlich zweihundertfünfzehn Jahre, wie ganz deutlich aus den chronologischen Verzeichnissen der Heiligen Schrift hervorgeht, denn Moses war ein Sohn Amrams, und Amram ein Sohn Kehaths, und Kehath ein Sohn Levis, und Kehath kam zugleich mit seinem Vater Levi nach Ägypten: 1. Mose 46/11; das Lebensalter Kehaths war hundertdreiundreißig Jahre: 2. Mose 6/18; und das Lebensalter Amrams, von dem Mose und Aharon stammten, 137 Jahre: 2. Mose 6/20; und Mose war ein Mann von achtzig Jahren, als er vor Pharao stand: 2. Mose 7/7. Es wird nicht erwähnt, in welchem Lebensalter Amram dem Kehath geboren wurde, und auch nicht, in welchem Lebensalter Moses dem Amram geboren ward; daß es aber nicht vierhundertdreißig Jahre waren, kann man deutlich ersehen, denn nicht einmal die sämtlichen Jahre ihrer Lebenszeit betragen vierhundertdreißig, sondern nur dreihundertfünfzig Jahre. Dies kann man ersehen, wenn man die hundertdreiunddreißig Lebensjahre Kehaths zusammenzählt mit den hundertsiebenunddreißig Lebensjahren Amrams, und diese mit den achtzig Jahren des Moses, wo er vor Pharao stand. Weniger (kommt heraus), wenn die Jahre von ihrer Geburt an zusammengezählt werden. Daß es zweihundertfünfzehn Jahre waren, kann man aus den chronologischen Verzeichnissen ersehen. Aber vom Hinabziehen Abrahams nach Ägypten bis zum Auszug der Söhne Israels waren vierhundertdreißig Jahre, worüber man gleichfalls die chronologischen Verzeichnisse nachsehen mag. Hieraus kann nun erhellen, daß unter den vierhundertdreißig Jahren hier die vollständige Periode von Abraham an verstanden wird, und nicht von Jakob an. Daß diese Jahre genannt sind, und Jahre des Wohnens der Söhne Israels in Ägypten genannt werden, ist wegen des inneren Sinnes, in dem durch dieselben der volle Zustand und die Dauer der Abödung derer bezeichnet wird, die der geistigen Kirche angehörten, und in der unteren Erde, bis zur Ankunft des Herrn zurückgehalten und damals befreit wurden, worüber man sehe Nr. 6854, 6914, 7035, 7091, 7828, 7932_. 7986. "Und es geschah am Ende der vierhundertdreißig Jahre", 2. Mose 12/41, bedeutet die Zeit der Ankunft des Herrn, als sie befreit wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von dreißig Jahren und vierhundert Jahren, insofern sie einen vollen Zustand bezeichnen, und die Dauer der Abödung oder der Anfechtung derer, die der geistigen Kirche angehörten, und in der unteren Erde bis zur Ankunft des Herrn zurückgehalten und dann befreit wurden, worüber Nr. 7985 und Nr. 6854, 6914, 7035, 7091, 7828, 7932_; daher bedeutet "am Ende dieser Jahre" die Zeit der Ankunft des Herrn, wo sie selig wurden. 7987. "Auf denselben einen Tag", 2. Mose 12/41, bedeutet, damals. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672, 5962, 7680; daher ist "auf eben diesen Tag" soviel als in diesem Zustand, d.h. damals, nämlich bei der Ankunft des Herrn, die bezeichnet wird durch "am Ende der vierhundertdreißig Jahre", und die Befreiung derer, die der geistigen Kirche angehörten, die bezeichnet wird durch : "das ganze Heer Jehovahs zog aus dem Lande Ägypten. 7988. "Zog das ganze Heer Jehovahs hinweg aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 12/41, bedeutet, daß diejenigen, die im Wahren und Guten waren, und bis dahin zurückgehalten wurden, nun erlöst wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen aus dem Lande Ägypten, insofern es heißt erlöst und befreit werden von den Anfechtungen. Daß ausziehen soviel ist als erlöst werden, ist klar, und daß das Land Ägypten die Anfechtungen bezeichnet, sehe man Nr. 7278. Ferner aus der Bedeutung der Heere Jehovahs, insofern sie das Wahre und Gute der geistigen Kirche bezeichnen, somit diejenigen, die im Wahren und Guten sind, worüber Nr. 3448, 7236. Daß das Wahre und Gute die Heere Jehovahs sind, erhellt Dan.8/9-14: "Es ging ein Horn hervor aus dem kleinen des Ziegenbocks, und wuchs sehr gegen Mittag und gegen Osten und gegen die Zierde (der Erde) und wuchs bis zum Heer des Himmels und warf zu Boden (etliche) vom Heer und von den Sternen und zertrat sie; und es erhob sich bis zu dem Fürsten des Heeres; und das Heer wurde hingegeben samt dem beständigen Opfer wegen seines Frevels, weil es die Wahrheit zu Boden geworfen hatte; dann hörte ich einen Heiligen reden: Wie lange wird das Heilige und das Heer hingegeben zur Zertretung? und er sprach zu mir: bis zum Abend und zum Morgen, zweitausenddreihundert, dann wird das Heilige gerechtfertigt werden": daß hier das Heer das Wahre und Gute bezeichnet, ist ganz offenbar; denn es heißt, daß er vom Heer und von den Sternen zu Boden geworfen habe, und nachher, daß er die Wahrheit zu Boden warf, und daß das Heer hingegeben wurde zur Zertretung bis zum Abend und Morgen, d.h. bis zur Ankunft des Herrn. Weil das Wahre und Gute das Heer Jehovahs ist, daher werden die Engel Seine Heere genannt 1.Kön.22/19: "Micha, der Prophet, sprach: Ich sah Jehovah sitzen auf Seinem Thron und das ganze Himmelsheer neben Ihm stehen". Ps.103/20,21: "Lobet Jehovah, ihr Seine Engel, ihr Mächtigen an Kraft; lobet Jehovah alle Seine Heere, ihr Seine Diener": die Engel werden Heer genannt wegen des Wahren und Guten, in dem sie sind; und nicht nur die Engel wurden das Heer Jehovahs genannt, sondern auch die Leuchten des Himmels, wie Sonne, Mond und Sterne, und zwar darum, weil die Sonne das Gute der Liebe bedeutet, der Mond das Gute des Glaubens, und die Sterne die Erkenntnisse des Guten und Wahren. Daß diese Leuchten Heer genannt werden, ist deutlich zu erkennen 1. Mose 2/1: "Und es wurden vollendet die Himmel und die Erde und all ihre Heere": wo unter Heer alle Leuchten des Himmels verstanden werden, aber im inneren Sinn, nach dem es sich dort von der neuen Schöpfung des Menschen handelt, wird das Wahre und Gute verstanden. Ps.148/2,3: "Lobet Jehovah alle Seine Engel, lobet Ihn alle Seine Heere, lobet Ihn Sonne und Mond, lobet Ihn alle Sterne des Lichtes": daß die Sonne das Gute der Liebe, und der Mond das Gute des Glaubens bezeichnet, sehe man Nr. 1529, 1530, 2441, 2495, 4060, 4696, 5377, 7083; und daß die Sterne die Erkenntnisse des Guten und Wahren bedeuten: Nr. 1808, 2120, 2495, 2849, 4697. Sonne, Mond und Sterne bedeuten das Gute und Wahre, weil der Herr im Himmel die Sonne ist für die Himmlischen, und der Mond für die Geistigen: Nr. 1521, 1529, 1530, 1531, 3636, 3643, 4300, 4321 E, 5097, 7078, 7083, 7171, 7173, und weil die Engelwohnungen wie Sterne leuchten gemäß den Worten bei Dan.12/3: "Dann werden die Verständigen leuchten wie der Glanz des Himmels, und die da viel gerecht machten wie die Sterne von Ewigkeit zu Ewigkeit". Weil die Engel vermöge des Wahren und Guten das Heer Jehovahs genannt werden, wie auch die Sonne, der Mond und die Sterne, und weil alles Wahre und Gute vom Herrn ausgeht, deshalb wird der Herr im Worte Jehovah Zebaoth oder (der Herr) der Heerscharen genannt: Nr. 3448; auch darum wird Er so genannt, weil Er für den Menschen gegen die Höllen kämpft. Hieraus kann man nun erkennen, was im inneren Sinn unter den Heeren Jehovahs verstanden wird. Daß die Söhne Jakobs, die aus Ägypten zogen, dieselben nicht waren, sondern sie nur vorbildeten, erhellt offenbar aus ihrem Leben in Ägypten, indem sie Jehovah nicht kannten, nicht einmal Seinen Namen, bevor er dem Mose aus dem Dornbusch verkündigt worden war: 2. Mose 3/13-16; ferner daraus, daß sie ebenso wie die Ägypter Anbeter eines Kalbes waren, wie man aus 2. Mose Kapitel 32 schließen kann; ferner aus ihrem Leben in der Wüste, indem sie so beschaffen waren, daß sie nicht in das Land Kanaan eingeführt werden konnten. Somit waren sie nichts weniger als die Heere Jehovahs. 7989. "Das ist die Nacht der Feier für Jehovah", 2. Mose 12/42, bedeutet die Gegenwart des Herrn bei denen, die im Wahren und Guten, und bei denen, die im Bösen und daher in lauter Falschem sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nacht, insofern sie einen Zustand der Verdammnis bezeichnet, worüber Nr. 7851, und aus der Bedeutung der Feier für Jehovah, insofern sie die Gegenwart des Herrn und daher den Schutz desselben bezeichnet; denn durch die Gegenwart des Herrn werden diejenigen, die im Guten und daher im Wahren sind, erleuchtet, und diejenigen, die im Bösen und daher im Falschen sind, verfinstert. Ferner werden diejenigen, die in den Himmel erhoben werden sollen, durch die Gegenwart des Herrn aus der Verdammnis herausgeführt, denn sie werden vom Bösen abgehalten, und im Guten gehalten, und zwar mit starker Kraft, vom Herrn. Und durch die Gegenwart des Herrn werden diejenigen, die in die Hölle geworfen werden sollen, in die Verdammnis geführt; denn nach dem Grade der Gegenwart des Herrn sind sie im Bösen: Nr. 7643, 7926. Daher kommt es, daß dieser Zustand und diese Zeit eine Nacht der Feier für Jehovah genannt wird. Die Gegenwart des Herrn wird im Folgenden beschrieben durch die Wolkensäule bei Tage, und die Feuersäule bei Nacht, die sie führen sollte: 2. Mose 13/21; und daß die Gegenwart ebensowohl stattfindet bei denen, die im Guten und Wahren, als bei denen, die im Bösen und Falschen sind, wird dadurch (beschrieben), daß die Säule sich zwischen dem Lager der Israeliten und dem Lager der Ägypter aufstellte; und daß, als Jehovah von da aus auf das Lager der Ägypter blickte, die Ägypter im Schilfmeer ertranken: 2. Mose 14/19,20,24-27. 7990. "Weil Er sie herausführte aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 12/42, bedeutet die Befreiung aus geistiger Gefangenschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausführen, insofern es heißt befreien; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es den Ort bezeichnet, wo sie angefochten wurden von den Bösen, somit, wo sie in geistiger Gefangenschaft waren, gemäß dem, was Nr. 6854, 6914, 7035, 7091, 7828, 7932_, 7985 angeführt worden. In geistiger Gefangenschaft sein, wird von denen gesagt, die in Ansehung ihres Inneren vom Herrn im Guten und Wahren, aber in Ansehung ihres Äußeren von der Hölle in Bösem und Falschem gehalten werden, woher dann ein Kampf des äußeren Menschen mit dem inneren entsteht. In diesem Zustand werden die gehalten, die angefochten werden, und dann kämpft der Herr vermöge Seines Einflusses durch das Innere für sie gegen den Zufluß des Bösen und Falschen von den Höllen. Sie werden dann wie Gefangene gehalten, denn durch den Einfluß vom Herrn wollen sie im Guten und Wahren sein, aber durch den Zufluß von den Höllen glauben sie, es nicht zu können. Dieser Kampf geschieht zu dem Zweck, damit der äußere Mensch zum Gehorsam gegen den inneren gebracht, und so das Natürliche dem Geistigen untergeordnet werde. 7991. "Dies ist die Nacht der Feier für Jehovah", 2. Mose 12/42, bedeutet, daß sie alsdann abgehalten wurden von jedem Falschen und Bösen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7989 von der Nacht der Feier Jehovahs gesagt worden. 7992. "Für alle Söhne Israels und ihre Geschlechter", 2. Mose 12/42, bedeutet die Angehörigen der geistigen Kirche, bei denen das Gute aus dem Wahren und das Wahre aus dem Guten ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche vorbilden, wovon öfters; und aus der Bedeutung der Geschlechter, insofern sie das bezeichnen, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, worüber Nr. 2020, 2584, 6239, somit werden diejenigen bezeichnet, bei denen das Gute aus dem Wahren, und das Wahre aus dem Guten vorhanden ist, denn die Angehörigen der geistigen Kirche werden durch das Glaubenswahre in das Gute der Liebtätigkeit eingeführt, wenn sie aber eingeführt sind, werden sie aus dem Guten zum Wahren geführt. Die aus dem Guten zum Wahren geführt werden, sind die, welche die innere Kirche bilden, die aber durch das Wahre in das Gute eingeführt werden, sind die, welche die äußere bilden. 7993. Vers 43-49: Und Jehovah sprach zu Mose und Aharon: Dies ist die Satzung für das Passah, kein Sohn des Fremden (d.i. kein Fremder) soll davon essen. Aber jeder Knecht, der für Geld erkauft ist, den sollst du beschneiden, und dann esse er davon. Ein Beisasse und Mietling soll nicht davon essen. In einem Hause soll es gegessen werden; du sollst nichts vom Fleische aus dem Hause hinaustragen, und kein Bein an demselben sollt ihr zerbrechen. Die ganze Gemeinde Israels soll solches tun. Und wenn ein Fremdling bei dir sich aufhält, und das Passah Jehovahs halten will, so werde von ihm beschnitten alles Männliche, und dann komme er hinzu, es zu halten, und er soll sein wie ein Eingeborener des Landes, aber kein Unbeschnittener soll davon essen. Ein Gesetz soll sein für den Eingeborenen und für den Fremdling, der in eurer Mitte wohnt. "Und Jehovah sprach zu Mose und Aharon" bedeutet die Belehrung durch das göttlich Wahre; "dies ist die Satzung für das Passah" bedeutet die Gesetze der Ordnung für die, welche von der Verdammnis und von den Anfechtungen befreit worden waren; "kein Sohn des Fremden soll davon essen" bedeutet, daß diejenigen, die nicht im Wahren und Guten sind, von ihnen getrennt seien; "aber jeder Knecht" bedeutet den noch natürlichen Menschen; "der für Geld erkauft ist" bedeutet der etwas geistig Wahres hat; "den sollst du beschneiden" bedeutet die Reinigung von unreinen Liebesarten, "und dann esse er davon" bedeutet in Gemeinschaft mit ihnen; "ein Beisasse und Mietling soll nicht davon essen" bedeutet, daß diejenigen, die nur aus dem angeborenen Natürlichen, und um des Gewinnes willen das Gute tun, nicht mit jenen in Gemeinschaft stehen; "in einem Hause soll es gegessen werden" bedeutet die Vereine der Guten, die so übereinstimmen, daß sie zusammen ein Gutes bilden; "du sollst nichts vom Fleisch aus dem Hause hinaustragen" bedeutet dieses Gute dürfe nicht vermischt werden mit dem Guten eines anderen; "und kein Bein an demselben sollt ihr zerbrechen" bedeutet auch das wißtümlich Wahre müsse vollständig sein; "die ganze Gemeinde Israels soll solches tun" bedeutet, daß dieses ein Gesetz der Ordnung sei für alle, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten sind; "und wenn ein Fremdling bei dir sich aufhält" bedeutet diejenigen, die im Wahren und Guten der Kirche unterrichtet sind und es aufgenommen haben; "und das Passah Jehovahs halten will" bedeutet wenn er mit ihnen zusammen sein will; "so werde von ihm beschnitten alles Männliche" bedeutet, daß sein Wahres von den unreinen Liebesarten gereinigt werden müsse; "und dann komme er hinzu, es zu halten" bedeutet, er werde alsdann in Gemeinschaft mit ihnen sein; "und er soll sein wie ein Eingeborener des Landes" bedeutet, daß er aufgenommen sei wie einer, der in diesem Guten und Wahren ist, und gereinigt von den unreinen Liebesarten; "aber kein Unbeschnittener soll davon essen" bedeutet, daß der, welcher in der Liebe zu sich und zur Welt stehe, nicht mit jenen zusammen sein könne; " ein Gesetz soll sein für den Eingeborenen und für den Fremdling, der in eurer Mitte wohnt" bedeutet, wer durch Belehrung das Wahre und Gute der Kirche angenommen hat, und nach demselben lebt, soll sein wie der, welcher schon durch frühere Belehrung innerhalb der Kirche ist, und ein den Geboten des Glaubens und der Liebtätigkeit angemessenes Leben führt. 7994. "Und Jehovah sprach zu Mose und Aharon", 2. Mose 12/43, bedeutet die Belehrung durch das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", wenn von den Satzungen der Kirche gehandelt wird, insofern es Unterricht oder Belehrung bezeichnet, worüber Nr. 7186, 7267, 7304, 7380, 7517, 7769, 7793, 7825; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Moses und Aharon, insofern sie das göttlich Wahre darstellen, Moses das innere und Aharon das äußere, worüber Nr. 7009, 7010, 7382, 7689. 7995. "Dies ist die Satzung für das Passah", 2. Mose 12/43, bedeutet die Gesetze der Ordnung für die, welche von der Verdammnis und von den Anfechtungen befreit worden waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Satzung, insofern sie das bezeichnet, was aus der Ordnung hervorgeht, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Passahs, insofern es die Gegenwart des Herrn und die Befreiung von der Verdammnis bezeichnet, worüber Nr. 7093 E, 7867. In betreff dessen, was der Ordnung gemäß ist, und durch Satzung bezeichnet wird, muß man wissen, daß alle Satzungen, die den Söhnen Israels befohlen wurden, Gesetze der Ordnung waren in äußerer Form, aber das, was sie vorbildeten und bezeichneten, waren Ordnungsgesetze in innerer Form. Die Gesetze der Ordnung sind Wahrheiten, die aus dem Guten stammen. Der Inbegriff aller Ordnungsgesetze ist das vom göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre. Hieraus erhellt, daß das Göttliche des Herrn im Himmel die Ordnung ist; das göttlich Gute das Wesentliche der Ordnung, und das göttlich Wahre die Form desselben. 7996. "Kein Sohn des Fremden soll davon essen", 2. Mose 12/43, bedeutet, daß diejenigen, die nicht im Wahren und Guten sind, von ihnen getrennt seien. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fremden, insofern er diejenigen bezeichnet, die außerhalb der Kirche sind, und nichts Wahres und Gutes der Kirche anerkennen, wie die Völkerschaften im Lande Kanaan, worüber Nr. 2049, 2115, somit die, welche nicht im Wahren und Guten sind. Und aus der Bedeutung von "nicht davon essen", insofern es heißt, keine Gemeinschaft und Verbindung mit ihnen haben, also getrennt von ihnen (sein). Es wird in dem nun Folgenden von denen gehandelt, die zusammen das Passah essen, und die es nicht (zusammen) essen sollten. Das Passah war nämlich eine Mahlzeit, welche die Zusammengesellungen der Guten im Himmel vorbildete. In den Satzungen, die folgen, wird angegeben, welche sich zusammengesellen können, und welche es nicht können. Im allgemeinen hielt man die Gastmähler, sowohl die Mittags- als die Abendmahlzeiten innerhalb der Kirche, um sich zu vereinigen und zu verbinden in Ansehung der Liebe, und um sich gegenseitig zu unterrichten in dem, was Sache des Glaubens und der Liebe ist, somit in dem, was sich auf den Himmel bezieht, man sehe Nr. 3596, 3832, 5161. Solcherart waren zu jener Zeit die Vergnügungen bei den Gastmählern, und dies war der Zweck, um dessentwillen Mittags- und Abendmahlzeiten gehalten wurden. So wurde der Geist zugleich mit dem Körper übereinstimmend und entsprechend ernährt. Daher hatten jene Menschen Gesundheit und langes Leben, und daher auch Einsicht und Weisheit. Auch hatten sie dadurch Gemeinschaft mit dem Himmel, und einige sogar mit den Engeln. Wie aber alles Innere mit der Zeit verschwand, und in Äußerliches überging, so auch die Zwecke der Gesellschaften und Gastmähler, die heutzutage nicht mehr stattfinden wegen irgendeiner geistigen Verbindung, sondern zum Behuf weltlicher Verbindungen, nämlich des Gewinnes wegen, um Ehrenstellen zu erhaschen, und um Vergnügen zu genießen, daher findet zwar Ernährung des Körpers statt, aber keine Ernährung des Geistes. 7997. Daß das Passahmahl die Gesellschaften der Engel im Himmel in Ansehung des Guten und Wahren vorbildete, sehe man Nr. 7836, 7996, und deshalb wurde angeordnet, daß nicht nur jedes Haus (oder Familie) für sich dabei zusammen sein und essen sollte, sondern auch, daß keine anderen sich vereinigen sollten, als solche, die eine Verbindung der Liebe vorbilden konnten, wie sie bei den himmlischen Gesellschaften ist, und daß somit die anderen getrennt werden sollten. Die, welche getrennt werden sollten, waren die Fremden, denn durch diese wurden diejenigen bezeichnet, die nicht im Wahren und Guten der Kirche waren, ferner die Beisassen und Mietlinge, weil durch sie diejenigen vorgebildet wurden, die nur aus dem angeborenen Natürlichen und um des Gewinnes willen das Gute und Wahre taten oder anpriesen; diese und jene können nicht mit den Engeln im Himmel zusammengesellt werden, sondern wenn es ihnen erlaubt ist herumzuschweifen (was zur ersten Zeit ihrer Ankunft im anderen Leben geschieht, bevor sie die Abödungen des Guten und Wahren erleiden), und sie dabei zu irgendeiner Engelgesellschaft kommen und die Sphäre der Heiligkeit aus dem Wahren des Guten der Unschuld fühlen (das durch das Blut des Passahlammes bezeichnet wird: Nr. 7846, 7877), dann können sie sich nicht nähern, sondern entfliehen schleunigst aus Furcht und Abneigung. 7998. "Aber jeder Knecht", 2. Mose 12/44, bedeutet den noch natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Knechtes, insofern derselbe das Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 3019, 3020, 3192, 3204, 3206, 3209, 5305; somit den natürlichen Menschen. Der natürliche Mensch wird Knecht genannt, weil er geschaffen ist, um dem Geistigen zu dienen, und ihm zu gehorchen, wie der Knecht seinem Herrn. 7999. "Der für Geld erkauft ist", 2. Mose 12/44, bedeutet, der etwas geistig Wahres hat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kaufens, insofern es ein Erwerben und Aneignen bezeichnet, worüber Nr. 4397, 4487, 5374, 5397, 5406, 5410, 5426, und aus der Bedeutung des Goldes (oder Silbers), insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1551, 2954, 5658, hier das geistig Wahre, weil der erkaufte Knecht im inneren Sinn den natürlichen Menschen bedeutet, und darum wird durch den Herrn, der ihn kauft, der geistige Mensch bezeichnet. Wie es sich damit verhält, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie das Geistige sich das Natürliche erkauft, d.h. erwirkt und aneignet: Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann ist zuerst sein Inneres und sein Äußeres, d.h. das Geistige und Natürliche uneinig, denn das Geistige will das, was dem Himmel, das Natürliche aber, was der Welt angehört. Das Geistige fließt aber beständig in das Natürliche ein und bringt es endlich zur Übereinstimmung, das geschieht durch das Wahre; und das, was das Geistige im Natürlichen für sich gewinnt, heißt mit Geld erkauft, d.h. erworben und angeeignet durch das Wahre. 8000. "Den sollst du beschneiden", 2. Mose 12/44, bedeutet die Reinigung von unreinen Liebesarten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Beschneiden, insofern es die Reinigung von der Liebe zu sich und zur Welt bezeichnet, somit von den unreinen Liebesarten (oder Trieben), worüber Nr. 2039, 2056, 2632, 3412, 3413, 4462, 7045. 8001. "Und dann esse er davon", 2. Mose 12/44, bedeutet, in Gemeinschaft mit ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, nämlich das Passahlamm, zugleich mit den anderen, insofern es eine Gemeinschaft und Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 2187, 5643; denn das Passahmahl bildete, wie Nr. 7836, 7850, 7996, 7997 gezeigt worden, die Engelgesellschaften in Ansehung des Guten und Wahren vor; und durch die Satzungen über die Fremden, Knechte, Beisassen, Mietlinge und Fremdlinge, von denen hier die Rede ist, wird im inneren Sinn angezeigt, wer sich zusammengesellen könne, und wer nicht. Daher kommt es, daß essen bedeutet: in Gemeinschaft mit ihnen sein oder zusammengesellt werden, und nicht essen: nicht mit ihnen sein, oder getrennt werden. 8002. "Ein Beisasse und Mietling soll nicht davon essen", 2. Mose 12/45, bedeutet, daß die, welche nur aus dem angeborenen Natürlichen das Gute tun, und um des Gewinnes willen, nicht mit ihnen in Gemeinschaft sein sollen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Beisassen, insofern er diejenigen bezeichnet, die das Gute nur aus ihrer natürlichen Anlage tun (worüber im Folgenden); und aus der Bedeutung von "nicht essen", insofern es heißt, nicht mit ihnen in Gemeinschaft sein, worüber Nr. 8001. Einsasse bezeichnet die, die nur aus natürlicher Anlage das Gute tun, weil die Einsassen aus anderen Völkern stammten, aber Einwohner waren, und mit den Israeliten und Juden in einem Hause wohnten. Zusammenwohnen bedeutet aber im Guten beisammen sein. Weil sie jedoch, wie gesagt, von Völkern außerhalb der Kirche stammten, so ist das Gute, das (durch sie) bezeichnet wird, nicht das Gute der Kirche, sondern das Gute der Nicht-Kirche. Dieses Gute heißt das natürlich Gute, weil es aus Angeborenem und Angeerbtem stammt. Solches Gute hat auch wirklich bei einigen seinen Grund in Kränklichkeit und Schwäche. Dergleichen Gutes wird verstanden unter dem Guten, das diejenigen tun, die durch Beisassen bezeichnet werden. Dieses Gute ist ganz und gar verschieden vom Guten der Kirche, denn durch das Gute der Kirche wird beim Menschen das Gewissen gebildet, das die Grundlage bildet, in die die Engel einfließen, und durch die eine Verbindung mit ihnen möglich ist. Aber durch das natürlich Gute kann keine Grundlage für die Engel gebildet werden. Diejenigen, die in diesem Guten sind, tun das Gute (gleichsam) in Finsternis, aus blindem Trieb, nicht im Lichte des Wahren, zufolge eines Einflusses aus dem Himmel; daher werden sie im anderen Leben wie Spreu vom Winde von jedem fortgerissen, sowohl vom Bösen, als vom Guten, doch mehr vom Bösen, das seinen Vernünfteleien etwas von Neigung und Überredung beizufügen versteht, auch können sie dann nicht von den Engeln abgelenkt werden, denn die Engel wirken nur durch das Wahre und Gute des Glaubens und fließen in die Grundlage ein, die sich inwendig im Menschen aus dem Wahren und Guten des Glaubens gebildet hat. Hieraus erhellt, daß die, welche nur aus dem Natürlichen das Gute tun, den Engeln nicht zugesellt werden können. Über sie und ihr Schicksal im anderen Leben sehe man Nr. 3470, 3471, 3518, 4988, 4992, 5032, 6268, 7197. Daß diejenigen Beisassen sind, die weder in ihrem Lande, noch in ihrem Hause, sondern in einem fremden sich aufhalten, erhellt 3. Mose 25/23: "Das Land soll nicht verkauft werden für immer; denn Mein ist das Land, und Fremdlinge und Beisassen seid ihr bei Mir". Ps.39/13: "Höre meine Bitten, Jehovah, zu meinen Tränen schweige nicht, denn ein Fremdling bin ich bei Dir, ein Beisasse (oder Schutzgenosse), wie alle meine Väter". 1. Mose 23/4: "Abraham sprach zu den Söhnen Heths: Fremdling und Beisasse bin ich bei euch, gebet mir den Besitz eines Grabes" (d.h. ein Erbbegräbnis). Fremdlinge wie Beisasse bedeuten einen Ankömmling und Einwohner aus einem anderen Lande; durch Fremdling werden aber diejenigen bezeichnet, die in den Wahrheiten der Kirche unterrichtet wurden und sie aufnahmen, durch Beisassen dagegen die, welche nicht in den Wahrheiten der Kirche unterrichtet zu werden wünschen, weil sie dieselben nicht aufnehmen wollen. Was die Mietlinge anbelangt, so waren es die, welche um Lohn arbeiteten; sie waren Knechte, aber nicht erkaufte. Daß sie Mietlinge genannt wurden, sehe man 3. Mose 19/13; 25/4-6; 5. Mose 24/14,15. Weil Mietlinge solche waren, die um Lohn arbeiteten, so werden unter ihnen im inneren Sinn diejenigen verstanden, die das Gute um irdischen Gewinnes willen tun, und im noch inwendigeren Sinn die, welche das Gute tun um des Lohnes willen im anderen Leben, die also durch Werke Verdienst erwerben wollen. Die das Gute tun nur um des Gewinnes willen in der Welt können durchaus nicht den Engeln beigesellt werden, denn der Zweck, der sie antreibt, ist die Welt, d.h. Reichtum und Ansehen, nicht aber der Himmel, d.h. die Seligkeit und das Glück ihrer Seelen. Der Zweck ist es, der die Handlungen bestimmt und ihnen ihre Beschaffenheit verleiht. Von denen, die das Gute tun nur um des Gewinnes willen, sagt der Herr Folgendes: Joh.10/11-13: "Ich bin ein guter Hirte, ein guter Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht der Hirte ist, dem die Schafe nicht zu eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläßt die Schafe und flieht, und der Wolf raubt sie, und zerstreut die Schafe. Der Mietling flieht aber, weil er ein Mietling ist". Jerem.46/20,21: "Ein gar schönes Kalb ist Ägypten, vom Norden her kommt sein Verderben. Seine Mietlinge sind gleich Mastkälbern, denn sie wendeten sich, sie flohen allzumal, sie blieben nicht stehen, weil der Tag ihres Unterganges über sie kam". Daß die Beisassen und Mietlinge sich in bezug auf das Heilige nicht mit denen verbinden sollten, die der Kirche angehörten, wird gesagt, 3. Mose 22/10: "Kein Fremder soll das Heilige essen, kein Beisasse eines Priesters und kein Mietling soll das Heilige essen". Und daß aus den Söhnen der Beisassen die Knechte gekauft wurden, die beständig dienen sollten, 3. Mose 25/44-46: "Eure Knechte und eure Mägde, von den Völkern rings um euch her, sollt ihr sie kaufen, und auch von den Söhnen der Beisassen, die bei euch sich aufhalten, mögt ihr sie kaufen, und von ihrem Geschlechte bei euch, obwohl sie es gezeugt haben in eurem Lande, euer Eigentum mögen sie sein und ihr möget sie vererben auf eure Söhne nach euch zum Besitz. Für immer möget ihr über sie herrschen". Durch die Söhne der Beisassen werden die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet, die aus bloß natürlichem Licht stammen. Daß die geistigen Wahrheiten über sie herrschen sollen, wird dadurch bezeichnet, daß die Knechte aus den Söhnen der Beisassen gekauft werden sollten zu ewigem Besitz. Die aber, die das Gute tun um des Lohnes willen im anderen Leben, und die auch durch die Mietlinge bezeichnet werden, unterscheiden sich von denen, über die oben (gesprochen wurde) dadurch, daß sie das Leben und die Seligkeit im Himmel als Zweck vor Augen haben. Weil aber dieser Zweck ihrem Gottesdienst die Richtung gibt, und denselben vom Herrn ab auf sie selbst hinwendet und weil sie darum auch nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind, gegen andere aber nur so weit gut gesinnt sind, als diese gegen sie, so liegt die Selbstliebe in allen ihren Handlungen, nicht aber die Liebe zum Nächsten, und somit ist bei ihnen keine echte Liebtätigkeit. Solche können daher auch nicht mit Engeln zusammengesellt werden, denn die Engel verabscheuen sowohl den Namen als die Vorstellung des Lohnes oder der Vergeltung. Daß man Gutes tun müsse ohne Beabsichtigung des Lohnes, lehrt der Herr Luk.6/32-35; 14/12-14: "Liebet eure Feinde, und tut ihnen wohl, und leihet, auch wo ihr nichts dafür hoffet, dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein". Von welcher Art das verdienstliche Gute sei, sehe man Nr. 1110, 1111, 1774, 1835, 1877, 2027, 2273, 2340, 2373, 2400, 3816, 4007 E, 4174, 4943, 6388, 6389, 6390, 6392, 6393, 6478. Der Herr sagt so oft, daß die, welche Gutes tun, ihren Lohn im Himmel haben werden: Matth.5/11,12; 6/1,2,16; 10/41,42; 20/1-16; Mark.9/41; Luk.6/23,35; 14/14. Joh.4/36, weil der Mensch, bevor er wiedergeboren ist, notwendig an den Lohn dafür denken muß. Anders aber ist es, wenn er wiedergeboren ist, dann wird er unwillig, wenn jemand denkt, daß er dem Nächsten Gutes tue, um des Lohnes willen, denn er fühlt Freudigkeit und Wonne im Wohltun, nicht aber in der Wiedervergeltung. Daß der Lohn im inneren Sinn den Lustreiz der Neigung zur Liebtätigkeit bezeichnet, sehe man Nr. 3816, 3956, 6388, 6478. 8003. "In einem Hause soll es gegessen werden", 2. Mose 12/46, bedeutet die Vereine der Guten, die so übereinstimmen, daß sie zusammen ein Gutes bilden. Dies erhellt daraus, daß das Passahmahl die Gesellschaften (Vereine) der Engel im Himmel vorbildete, und zwar ein jedes Haus der Söhne Israels eine Gesellschaft im besonderen; man sehe Nr. 7836, 7891, 7996, 7997. Die Engelgesellschaften sind alle unter sich unterschieden nach dem Guten, und zwar im allgemeinen, im besonderen und im einzelnen: Nr. 3241, 4625. Diejenigen sind zusammengesellt, die in gleichem Guten sind; diese bilden ein Gutes, weil jede Einheit nicht aus einem, sondern aus vielem besteht; denn aus vielen Verschiedenen, die aber gleichwohl übereinstimmen, bildet sich die Form, welche die Einheit bewirkt, vermöge der Harmonie; im Himmel durch die geistige Harmonie, welche die des Guten der Liebe ist, wie man ersehen kann aus Nr. 3241, 3267, 3744, 3745, 3746, 3986, 4005, 4149, 5598, 7236, 7833, 7836. Hieraus erhellt, daß durch die Worte: "In einem Hause soll es gegessen werden", die Gesellschaften der Guten bezeichnet werden, die so übereinstimmen, daß sie zusammen nur ein Gutes ausmachen. Das Passahessen bedeutet nämlich, sich zusammengesellen, oder in Gemeinschaft mit solchen essen, wie man sehen kann Nr. 8001. 8004. "Du sollst nichts vom Fleisch aus dem Hause hinaustragen", 2. Mose 12/46, bedeutet, dieses Gute dürfe nicht vermischt werden mit dem Guten eines anderen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaustragen aus dem Hause, insofern es heißt, einem anderen zu essen geben, also vermischen mit einem anderen Guten, als das ist, das der eigenen Gesellschaft angehört; und aus der Bedeutung des Fleisches, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 6968, 7850. Denn die Gesellschaften im Himmel sind unterschieden je nach den Verrichtungen aller Glieder, Eingeweide und Organe im Körper, wie am Ende mehrerer Kapitel gezeigt wurde. Die Verrichtung eines jeden Gliedes, Eingeweides und Organes bezieht sich vermöge der Entsprechung auf ein besonderes Gutes, das unterschieden ist von dem anderen. Daraus geht hervor, daß es vielerlei Arten des Guten gibt, und daß diese durchaus nicht vermischt werden dürfen, wenn aus ihnen unterschiedene Formen entstehen sollen, die zusammengenommen die höchst vollkommene Form des Himmels bilden, denn wenn sie vermischt würden, würde der Unterschied aufhören. Dies wird dadurch bezeichnet, daß sie nichts heraustragen sollten von dem Fleisch aus ihren Häusern. 8005. "Und kein Bein an demselben sollt ihr zerbrechen", 2. Mose 12/46, bedeutet, auch das wißtümlich Wahre müsse vollständig sein. Dies erhellt aus der Bedeutung des Beines, insofern es das Letzte ist, in welches das Inwendigere ausläuft wie in seine Grundlage, damit es gestützt werde und keine Zerstreuung stattfinde. Ein solches Letztes (oder Äußerstes) im Geistigen ist das Wißtümliche, denn alles geistig Wahre und Gute fließt der Ordnung nach bis zum Unteren herab und begrenzt sich zuletzt im Wißtümlichen, und stellt sich hier dem Menschen sichtbar dar. Daß "ihr sollt nicht zerbrechen" bedeutet, es solle vollständig (oder unverletzt) sein, ist klar. Das Wißtümliche wird vollständig genannt, wenn es nur solche Wahrheiten zuläßt, die mit seinem Guten übereinstimmen, denn das Wißtümliche ist das allgemeine Aufnahmegefäß. Überdies verhalten sich die wißtümlichen Kenntnisse, wie die Gebeine im Menschen, wenn sie nicht gesund oder nicht in ihrer Ordnung sind, wie z.B. wenn sie verrenkt oder verdreht sind, dann verändert sich die Gestalt des Körpers und in Gemäßheit dessen auch die Handlungen. Die wißtümlichen Wahrheiten bilden die Lehrbestimmungen. 8006. "Die ganze Gemeinde Israels soll solches tun", 2. Mose 12/47, bedeutet, daß dieses ein Ordnungsgesetz sei für alle, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gemeinde Israels, insofern sie alles Wahre und Gute in einer Zusammenfassung bezeichnet: Nr. 7830, somit auch diejenigen, die in dem Wahren sind, durch welches das Gute, und in dem Guten, durch welches das Wahre (sich bildet): Nr. 7957; also auch die Angehörigen der geistigen Kirche. Sie alle sollten das Passah halten, damit sie die Befreiung derer vorbildeten, die der geistigen Kirche angehörten und in der unteren Erde bis zur Ankunft des Herrn zurückgehalten wurden: Nr. 6854, 6914, 7091 E, 7849, 7932; und durch die Gastmähler in einem Hause die Engelgesellschaften im Himmel: Nr. 7836, 7996, 7997; also dadurch, daß die ganze Gemeinde Israels es tun sollte, den ganzen Himmel. Zu jener Zeit bestand nirgends eine Kirche, sondern nur das Vorbildliche der Kirche, wozu die Nachkommen Abrahams aus (dem Geschlechte) Jakob verwendet wurden. Durch die Vorbildungen der Kirche war noch Gemeinschaft mit dem Himmel möglich, und durch den Himmel mit dem Herrn. Daher war es, daß diesem Volke auferlegt wurde, alle Satzungen und alle Gesetze genau zu beobachten, besonders die Satzungen in betreff des Passah, und zwar so sehr, daß, wer rein war und das Passah nicht hielt, ausgerottet werden sollte: 4. Mose 9/13. 8007. "Und wenn ein Fremdling bei dir sich aufhält", 2. Mose 12/48, bedeutet diejenigen, die im Wahren und Guten der Kirche unterrichtet wurden und es aufnahmen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fremdlings, insofern er diejenigen bezeichnet, die unterrichtet wurden, und die Satzungen und Gesetze der Kirche annahmen, worüber Nr. 2025, 4444, 7908. Es wird gesagt: "wenn ein Fremdling bei dir sich aufhält", weil fremd sein bedeutet, unterrichtet werden und danach leben: Nr. 1463, 3672; somit wurden durch die Fremdlinge, die sich bei ihnen aufhielten, nicht nur diejenigen bezeichnet, die im Wahren und Guten der Kirche unterrichtet wurden und es aufnahmen, sondern auch die, welche demselben gemäß lebten. 8008. "Und das Passah Jehovahs halten will", 2. Mose 12/48, bedeutet, wenn er mit ihnen zusammen sein wolle. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Passah Jehovahs halten" oder es essen, insofern es bezeichnet, mit ihnen zusammen (oder in Gemeinschaft) sein, worüber Nr. 8001. 8009. "So werde von ihm beschnitten alles Männliche", 2. Mose 12/48, bedeutet, sein Wahres müsse von den unreinen Liebesarten gereinigt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von beschnitten werden, insofern es soviel ist als gereinigt oder geläutert werden von den unreinen Liebesarten, worüber Nr. 2039, 2056, 2632, 3412, 3413, 4462, 7045; und aus der Bedeutung des Männlichen, insofern es das Glaubenswahre bezeichnet, worüber Nr. 749, 2046, 4005, 7838. 8010. "Und dann komme er hinzu, es zu halten", 2. Mose 12/48, bedeutet, er dürfe dann in Gemeinschaft mit ihnen sein, wie Nr. 8008. 8011. "Und er soll sein wie ein Eingeborener des Landes", 2. Mose 12/48, bedeutet, er werde aufgenommen sein wie einer, der in diesem Guten und Wahren stehe, und gereinigt sei von den unreinen Liebesarten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Eingeborenen des Landes, insofern derselbe denjenigen bezeichnet, der innerhalb der Kirche geboren, und im Wahren und Guten derselben ist, und folglich den, der gereinigt ist von den unreinen Liebesarten. Eingeborene des Landes wird gesagt, weil durch das Land die Kirche bezeichnet wird. Daß das Land im Worte die Kirche bedeute, sehe man Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118, 2571, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577. Das Land bedeutet die Kirche, weil unter Land im Worte das Land Kanaan verstanden wird, und das Land Kanaan das Reich des Herrn und die Kirche bedeutet: Nr. 1413, 1437, 1585, 1607, 1866, 3038, 3481, 3705, 3686, 4116, 4240, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136, 5757, 6516. Wenn im Worte "das ganze Land" gesagt wird, so wird von den Engeln nicht Land, sondern das Volk darinnen verstanden, und wenn (gesagt wird) Volk, so wird die Beschaffenheit des Volkes verstanden in Ansehung seines Geistigen, d.h. in Ansehung dessen, was zur Kirche gehört. Daß die Vorstellung von der Beschaffenheit des Volkes sich einstellt, wenn das Land genannt wird, ist bekannt, denn dies geschieht auch bei den Menschen, und mehr noch bei den Engeln, die über alles Natürliche auf geistige Weise denken. 8012. "Aber kein Unbeschnittener soll davon essen", 2. Mose 12/48, bedeutet, daß diejenigen, die in der Liebe zu sich und zur Welt stehen, nicht (mit den Guten) zusammen sein können. Dies erhellt aus der Bedeutung von unbeschnitten, insofern es den bezeichnet, der in der Liebe zu sich und zur Welt steht, worüber Nr. 2056, 3412, 3413, 7045; und aus der Bedeutung von essen, nämlich das Passah, insofern es soviel ist als mit ihnen sein, worüber Nr. 8001. 8013. " Ein Gesetz soll sein für den Eingeborenen und für den Fremdling, der in eurer Mitte wohnt", 2. Mose 12/49, bedeutet, wer Belehrung erhalten und das Gute und Wahre der Kirche aufgenommen hat, und demgemäß lebt, solle sein wie der, welcher schon durch frühere Belehrung innerhalb der Kirche steht, und ein den Geboten des Glaubens und der Liebtätigkeit angemessenes Leben führt. Dies erhellt aus der Bedeutung von " ein Gesetz soll sein", insofern es das gleiche Recht bezeichnet, somit daß einer gelten soll wie der andere. Aus der Bedeutung des Eingeborenen, insofern er den bezeichnet, der innerhalb der Kirche geboren, und in dem Wahren und Guten derselben ist in bezug auf die Lehre und auf das Leben, worüber Nr. 8011; und aus der Bedeutung des Fremdlings, der in eurer Mitte wohnt, insofern er den bezeichnet, der im Wahren und Guten der Kirche unterrichtet wird und es aufnimmt und danach lebt, worüber Nr. 8007. Es wird gesagt: Nach den Vorschriften des Glaubens und der Liebtätigkeit, wegen des Unterschiedes; denn das Leben vor der Wiedergeburt ist gemäß den Vorschriften des Glaubens; aber nach der Wiedergeburt ist es gemäß den Vorschriften der Liebtätigkeit. Vor der Wiedergeburt weiß niemand aus seinem Gefühl, was Liebtätigkeit sei, sondern nur aus der Lehre; nach den Vorschriften dieser, die man Glaubensvorschriften nennt, lebt man dann. Nach der Wiedergeburt aber weiß man aus innerem Gefühl, was Liebtätigkeit, denn dann liebt man den Nächsten, und will ihm von Herzen wohl, und dann lebt man nach dem (in das Herz) eingeschriebenen Gesetz. Dann handelt man nämlich aus der Neigung der Liebtätigkeit. Dieser Zustand ist ganz verschieden von dem vorhergehenden. Die im ersteren Zustand sind, schweben im Dunkeln in bezug auf das Wahre und Gute des Glaubens, die aber in letzterem Zustand, sind verhältnismäßig im Klaren. Diese sehen die Wahrheiten und begründen sie aus der Erleuchtung, jene aber sehen die Wahrheiten nicht und bestätigen sie auch nicht aus Erleuchtung, sondern aus der Überzeugung von den Lehrbestimmungen der Kirche, daß sie wahr seien. Und weil sie dieselben nicht aus Erleuchtung sehen, so können sie das Falsche ebenso wie das Wahre begründen, und wenn es begründet ist, halten sie es für vollkommen wahr. Hieraus kann erhellen, was verstanden wird unter leben nach den Vorschriften des Glaubens, und was unter leben nach den Vorschriften der Liebtätigkeit. Was die Fremdlinge anbelangt, so ist im Worte öfters befohlen, daß kein Unterschied obwalten solle zwischen den Eingeborenen des Landes und dem Fremdling, der sich bei ihnen aufhält, und zwar deshalb, weil die Heiden, von denen die Fremdlinge stammten, ebenso in den Himmel aufgenommen werden, wie diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, sobald sie unterrichtet sind und die Glaubenswahrheiten aufgenommen haben. Über die Heiden im anderen Leben sehe man Nr. 932, 1032, 1059, 2049, 2284, 2589-2604, 2861, 2863, 4190, 4197. Daher wurde befohlen, daß der Fremdling gehalten werden solle, wie der Eingeborene: 4. Mose 15/14-16: "Wenn ein Fremdling sich bei euch aufhält, und eine Feuerung lieblichen Geruchs für Jehovah darbringt, so soll er tun, wie ihr tut; in der ganzen Gemeinde soll eine Satzung sein für euch, und für den Fremdling, der bei euch sich aufhält; eine ewige Satzung für eure Nachkommen. Wie ihr, so soll der Fremdling sein vor Jehovah; ein Gesetz und ein Recht soll für euch sein und für den Fremdling, der in eurer Mitte wohnt". 3. Mose 19/34: "Wie ein Eingeborener aus euch, soll auch der Fremdling sein, der sich bei euch aufhält". 3. Mose 24/22: " Ein Recht soll bei euch sein, wie für den Fremdling, so für den Eingeborenen". 4. Mose 9/14: "Wenn bei euch ein Fremder sich aufhält, und das Passah Jehovahs halten will, so soll er es halten nach der Satzung des Passah, und nach seinen Gebräuchen halten; eine Satzung soll bei euch sein, sowohl für den Fremdling, als für den Eingeborenen". 8014. Vers 50,51: Und alle die Söhne Israels taten also, wie Jehovah Mose und Aharon geboten hatte, so taten sie. Und es geschah an eben diesem Tage, da führte Jehovah die Söhne Israels aus dem Lande Ägypten mit ihrem Heer. "Und alle die Söhne Israels taten also, wie Jehovah Mose und Aharon geboten hatte" bedeutet die Handlung des Gehorsams gemäß dem göttlich Wahren; "so taten sie" bedeutet die Handlung aus dem Willen; "und es geschah an eben diesem Tage" bedeutet den Zustand der Gegenwart des Herrn; "da führte Jehovah die Söhne Israels aus dem Lande Ägypten" bedeutet, daß der Herr diejenigen von der Verdammnis befreit habe, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten standen; "mit ihrem Heer" bedeutet, sie seien unterschieden nach der Beschaffenheit ihres Guten und Wahren. 8015. "Und alle die Söhne Israels taten also, wie Jehovah Mose und Aharon geboten hatte", 2. Mose 12/50, bedeutet die Handlung des Gehorsams gemäß dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus Nr. 7944, wo das gleiche. 8016. "So taten sie", 2. Mose 12/50, bedeutet die Handlung aus dem Willen. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun, wenn es wiederholt gesagt wird, insofern es die Handlung aus dem Willen bezeichnet, wie Nr. 7945. 8017. "Und es geschah an eben diesem Tage", 2. Mose 12/51, bedeutet den Zustand der Gegenwart des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er Zeit und Zustand bezeichnet, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 7680. Daß es der Zustand der Gegenwart des Herrn ist, kommt daher, daß es der Passahtag war, und durch das Passah die Gegenwart des Herrn bezeichnet wird, und die Befreiung derer, die der geistigen Kirche angehören, von geistiger Gefangenschaft und von der Verdammnis: Nr. 7867. Daß damals eine Befreiung (stattfand) wird durch das in diesem Vers Folgende bezeichnet, daß nämlich "an eben diesem Tage Jehovah die Söhne Israels aus dem Lande Ägypten geführt habe mit ihrem Heer"; daß dies am Tage nach dem Passah gewesen, erhellt 4. Mose 33/3,4: "Sie brachen auf aus Ägypten am fünfzehnten Tage des ersten Monats, am Morgen nach dem Passah, vor den Augen aller Ägypter; während die Ägypter ihre Erstgeborenen begruben, die getötet waren". Daß die Gegenwart des Herrn diejenigen, die im Guten sind, von der Verdammnis befreit, und diejenigen, die im Bösen sind, in die Verdammnis führt, sehe man Nr. 7926, 7989. 8018. "Da führte Jehovah die Söhne Israels aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 12/51, bedeutet, daß der Herr diejenigen befreit habe von der Verdammnis, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen, insofern es heißt befreien; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, oder was dasselbe ist, die, welche im Guten des Wahren, und im Wahren des Guten sind, wovon Nr. 7957, 8006; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die Verdammnis bezeichnet. Daß das Land Ägypten hier die Verdammnis bedeutet, kommt daher, daß durch den damaligen Zustand der Ägypter die Verdammnis bezeichnet wird: Nr. 7766, 7778. Daß der Herr diejenigen von der Verdammnis errettet, die der geistigen Kirche angehören, d.h. die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten, sehe man Nr. 6854, 6914, 7091 E, 7828, 7932. Die Befreiung derselben vom Herrn, als Er auferstand, wird bezeichnet durch das Hinabfahren des Herrn zu den Höllen, und sie wurde geoffenbart durch die Auferweckung der Toten aus den Gräbern, worüber Matth.27/52,53: "Und die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf, und kamen aus ihren Gräbern nach Seiner Auferstehung, und gingen in die heilige Stadt, und erschienen vielen": das Herausgehen aus den Gräbern und das Hineingehen in die heilige Stadt, ferner ihre Erscheinung, dienten als Zeugnis, daß vom Herrn diejenigen befreit wurden, die bis dahin in geistiger Gefangenschaft gehalten waren, und daß sie in den Himmel eingeführt wurden. Der Himmel wird im inneren Sinn durch die heilige Stadt bezeichnet. Daher wird sie die heilige Stadt genannt, während sie doch nicht heilig, sondern unheilig (prophana) war, weil (ihre Bewohner) den Herrn, der durch alle Zeremonien und Gebräuche ihrer Kirche vorgebildet, und im Worte, das sie hatten, beschrieben wurde, als Den, Der der Gott ihrer Kirche war, so grausam behandelten. Das gleiche wird Dan.12/1,2 bezeichnet: "Zu derselben Zeit wird Dein Volk gerettet werden, ein jeder, der sich aufgeschrieben findet in dem Buche, und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden erwachen, diese zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach und ewigen Schande". Hes.37/12-14: "Weissage und sprich: So spricht der Herr Jehovih: Siehe, Ich will eure Gräber öffnen und werde euch heraufführen aus euren Gräbern, Mein Volk, um euch zu führen in das Land Israel, damit ihr erkennet, daß Ich Jehovah bin, wenn Ich eure Gräber öffnen werde, und euch auferwecken werde aus euren Gräbern, Mein Volk, und Ich werde Meinen Geist in euch geben, damit ihr lebet, und werde euch bringen in euer Land, damit ihr erkennet, daß Ich Jehovah bin. Ich habe es geredet, und werde es tun, spricht Jehovah": unter dem Lande Israel oder Kanaan wird der Himmel verstanden: Nr. 8011. Durch diese Worte wird beim Propheten die neue Schöpfung oder Geburt des Menschen beschrieben; und auch die Belebung derer vom Herrn, die der geistigen Kirche angehören. 8019. "Mit ihrem Heer", 2. Mose 12/51, bedeutet, sie seien unterschieden nach der Beschaffenheit ihres Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heeres, insofern es das Gute und Wahre bezeichnet, wovon Nr. 7988. "Mit dem Heer" bedeutet, daß diejenigen, die durch die Söhne Israels vorgebildet werden, unterschieden waren je nach der Beschaffenheit des Guten vom Wahren. Daß alle im anderen Leben nach dem Guten unterschieden und verbunden sind, sehe man Nr. 7833, 7836, 8003. Nach der Beschaffenheit des Guten vom Wahren wird gesagt, weil alles Gute seine Beschaffenheit vom Wahren hat, und dadurch verschieden ist: Nr. 3804, 4149, 5345, 5355, 6916. 8020. Aus den Satzungen und Gesetzen über das Essen des Passahlammes, wovon in diesem Kapitel gehandelt wurde, geht offenbar hervor, daß himmlische Geheimnisse im einzelnen enthalten und verborgen sind, und daß man ohne Erkenntnis aus dem inneren Sinn nichts erkennt, als ein bloßes Zeremoniell in der äußeren Form, aber nichts Himmlisches, und noch weniger Göttliches. So z.B. (weiß man nicht) warum das Passahlamm ein Lamm oder Ziegenböcklein war; warum ein männliches Lamm, und einjährig; warum es geschlachtet werden sollte am vierzehnten Tage des Monats; warum das Blut desselben gesprengt werden sollte an die Pfosten und die Oberschwelle; warum es gegessen werden sollte am Feuer gebraten mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern, und nichts davon roh oder in Wasser gekocht; warum das Haupt samt den Eingeweiden und Schenkeln gebraten werden sollte; warum nichts davon übrigbleiben durfte bis zum Morgen, und warum das Übriggebliebene mit Feuer verbrannt werden sollte; warum sie ungesäuertes Brot essen sollten sieben Tage lang, und warum der ausgerottet werden sollte, der Gesäuertes aß. Warum die Fremdlinge, Beisassen und Mietlinge es nicht essen durften, wohl aber der für Geld erkaufte Knecht, und die Fremden, wenn sie beschnitten wurden, warum es in einem Hause gegessen werden und nichts vom Fleisch hinausgetragen werden sollte; warum kein Bein davon zerbrochen werden durfte: Was dieses und vieles andere in sich schließt, und warum es befohlen wurde, kann man gar nicht wissen, wenn man nicht die Gesetze der Ordnung in der geistigen Welt kennt, denen es entspricht, und wenn man nicht aus dem inneren Sinn weiß, was das einzelne in jener Welt, d.h. im Himmel bedeutet; und besonders, wenn man nicht glaubt, daß in allem etwas Geistiges verborgen ist. Wenn nicht in allem und jedem Geistiges läge, würden die Engel, die bei dem Menschen sind, wenn es vom Menschen gelesen wird, wenig oder nichts vom Worte verstehen; denn die Engel verstehen alles geistig, was im Worte in natürlicher Weise beschrieben ist.   Nr. 8021 - 8037 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 13. Kapitel 1. Und Jehovah redete mit Mose und sprach: 2. Heilige Mir alle Erstgeburt, alles, was die Mutter bricht, bei den Söhnen Israels, bei Menschen und bei Vieh; Mein ist es. 3. Und Mose sprach zum Volke: Gedenket dieses Tages, an dem ihr ausgezogen seid aus Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft; denn mit starker Hand hat Jehovah euch von da herausgeführt; darum soll kein Gesäuertes gegessen werden. 4. Heute ziehet ihr aus im Monat Abib. 5. Und es soll geschehen, wenn dich Jehovah bringen wird in das Land der Kanaaniter, und der Hethiter, und der Amoriter, und der Heviter, und der Jebusiter, das Er euren Vätern geschworen hat, dir zu geben, ein Land, wo Milch und Honig fließt, so sollst du diesen Dienst halten in diesem Monat. 6. Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, aber am siebenten Tage ist ein Fest Jehovahs. 7. Ungesäuertes Brot soll gegessen werden sieben Tage, und man soll bei dir kein gesäuertes Brot sehen, kein Sauerteig soll bei dir gesehen werden in allen deinen Grenzen. 8. Und du sollst deinem Sohne berichten an diesem Tage, und sagen: Es ist um deswillen, was Jehovah an mir getan hat, als ich aus Ägypten zog. 9. Und es sei dir ein Zeichen an deiner Hand, und ein Denkmal zwischen deinen Augen, auf daß das Gesetz Jehovahs in deinem Munde sei, denn mit starker Hand hat dich Jehovah aus Ägypten geführt. 10. Und du sollst diese Satzung halten zur bestimmten Zeit von Jahr zu Jahr. 11. Und es soll geschehen, wenn dich Jehovah eingeführt hat in das Land der Kanaaniter, wie Er dir und deinen Vätern geschworen hat, und es dir gegeben hat. 12. Dann sollst du alles, was die Mutter bricht, Jehovah darbringen, und alle Erstgeburt unter deinem Vieh, was männlich ist, (sollst du) Jehovah (darbringen). 13. Aber alle Erstgeburt vom Esel sollst du lösen mit einem Lamm, und wenn du es nicht lösest, so sollst du ihm das Genick brechen; aber alle Erstgeburt vom Menschen unter deinen Söhnen sollst du lösen. 14. Und es soll geschehen, wenn dein Sohn morgen (d.h. in Zukunft) dich fragt und sagt: Was soll das? so sollst du ihm sagen: Mit starker Hand hat Jehovah uns aus Ägypten geführt, aus dem Hause der Knechtschaft. 15. Denn es geschah, als Pharao verhärtet war, (d.h. sich hartnäckig weigerte,) uns loszulassen, da tötete Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten, von der Erstgeburt des Menschen, bis zur Erstgeburt des Viehs; deswegen opfere ich Jehovah alles Männliche, was die Mutter bricht, und löse alle Erstgeburt meiner Söhne. 16. Und es soll dir ein Zeichen sein an deiner Hand und eine Denkbinde zwischen deinen Augen, denn mit starker Hand hat Jehovah uns aus Ägypten geführt. 17. Und es geschah, als Pharao das Volk entlassen, führte Gott sie nicht auf dem Wege nach dem Land der Philister, obwohl es der nächste war, denn Gott sprach: Es möchte das Volk gereuen, wenn sie einen Krieg sehen, und möchten zurückkehren nach Ägypten. 18. Darum führte Gott das Volk herum auf einem Weg durch die Wüste am Schilfmeer; und gerüstet zogen die Söhne Israels hinauf aus dem Lande Ägypten. 19. Und Moses nahm die Gebeine Josephs mit sich, denn einen Eid hatte er die Söhne Israels schwören lassen, und gesagt: Wenn Gott euch heimsuchen wird, sollt ihr meine Gebeine mit euch von hier hinaufbringen. 20. Und sie brachen auf von Sukkoth und lagerten sich in Etham, am Ende der Wüste. 21. Und Jehovah ging vor ihnen her am Tage in einer Wolkensäule, um sie auf dem Wege zu führen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, so daß sie Tag und Nacht gehen konnten. 22. Niemals wich die Wolkensäule am Tage, noch die Feuersäule bei Nacht von dem Volke.   Inhalt 8038. Es wird in diesem Kapitel im inneren Sinn vom Glauben an den Herrn gehandelt, und von dem ewigen Andenken daran, daß sie von Ihm erlöst wurden von der Verdammnis. Der Glaube an den Herrn wird bezeichnet durch die Heiligung der Erstgeborenen; und das ewige Andenken an die Befreiung vom Herrn durch die Feier des Passah. 8039. Im Verlauf dieses Kapitels und nachher, wird von der weiteren Vorbereitung derer gehandelt, die der geistigen Kirche angehören, und vor der Ankunft des Herrn in der unteren Erde zurückgehalten wurden, bevor sie in den Himmel eingeführt werden konnten. Ferner davon, daß sie um dieses Zweckes willen zuerst mitten durch die Verdammnis sicher hindurchgebracht wurden, und hernach Versuchungen bestehen mußten, fortwährend in der Gegenwart des Herrn. Der Durchgang mitten durch die Verdammnis wird bezeichnet durch den Durchgang durch das Schilfmeer; die Versuchungen, durch das Leben in der Wüste, in die sie geführt wurden, und die Gegenwart des Herrn durch die Wolkensäule am Tag und die Feuersäule bei Nacht.   Innerer Sinn 8040. Vers 1,2: Und Jehovah redete mit Mose und sprach: Heilige Mir alle Erstgeburt, alles, was die Mutter bricht, bei den Söhnen Israels, bei Menschen und bei Vieh; Mein ist es. "Und Jehovah redete mit Mose und sprach" bedeutet Belehrung vom Göttlichen; "heilige Mir alle Erstgeburt" bedeutet, daß der Glaube vom Herrn stamme; "alles, was die Mutter bricht" bedeutet, der aus der Liebtätigkeit (stammt); "bei den Söhnen Israels" bedeutet in der geistigen Kirche; "bei Menschen und bei Vieh" bedeutet das innere und äußere Gute des Glaubens. "Mein ist es" bedeutet, daß es dem Herrn angehöre. 8041. "Und Jehovah redete mit Mose und sprach", 2. Mose 13/1, bedeutet Belehrung vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden und sprechen, wenn von Jehovah über das in der Kirche zu Beobachtende (gesprochen wird), insofern es eine Belehrung bezeichnet, worüber Nr. 7769, 7793, 7825; und weil von Jehovah, so ist es Belehrung vom Göttlichen. Und aus der vorbildlichen Bedeutung von Moses, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 6771, 7014, 7382; daher bedeutet "Jehovah redete zu Mose und sprach", eine Belehrung vom Göttlichen durch das göttlich Wahre. 8042. "Heilige Mir alle Erstgeburt", 2. Mose 13/2, bedeutet, daß der Glaube vom Herrn stamme. Dies erhellt aus der Bedeutung von Jehovah oder dem Herrn heiligen, insofern es heißt, Ihm weihen, d.h. bekennen und anerkennen, daß es von Ihm sei. Und aus der Bedeutung des Erstgeborenen, insofern er den Glauben bezeichnet, worüber Nr. 352, 2435, 6344, 7035. Wenn Glaube gesagt wird, so wird darunter alles Wahre der geistigen Kirche verstanden, und weil alles Wahre der Kirche verstanden wird, so wird auch die geistige Kirche selbst darunter verstanden, denn das Wesentliche dieser Kirche ist das Wahre. Das Gute ist zwar das Wesentliche der Kirche und der eigentliche Erstgeborene: Nr. 2435, 3325, 4925, 4926, 4928, 4930, aber das Gute, das bei denen ist, die der geistigen Kirche angehören, ist an sich das Wahre, denn wenn sie nach dem Wahren ihrer Lehre handeln, dann wird das Wahre Gutes genannt; es ist dann vom Verstand in den Willen übergegangen, und vom Willen in die Handlung. Was aus dem Willen geschieht, heißt Gutes. Dieses Gute ist aber gleichwohl in sich und in seinem Wesen Wahres, weil ihnen die Kirchenlehren als Wahrheiten gelten, und die Lehrbestimmungen in den Kirchen voneinander abweichen, somit also auch die Wahrheiten, und diese dennoch, obwohl sie so verschieden sind, durch das Wollen und Vollbringen zum Guten werden, wie oben gesagt wurde. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, wird er durch den Glauben im Verstand oder in der Lehre zum Glauben im Willen oder im Leben geführt, d.h. durch das Glaubenswahre zum Guten der Liebtätigkeit. Wenn der Mensch im Guten der Liebtätigkeit ist, dann ist er wiedergeboren; und dann erzeugt er aus diesem Guten Wahres, welches das Wahre des Guten heißt. Diese Wahrheiten sind die eigentlichen Glaubenswahrheiten, die unter den Erstgeborenen verstanden werden; denn die Erzeugungen oder Geburten der Wahrheiten aus dem Guten verhalten sich wie die Generationen oder Nachkommenschaften der Söhne und Töchter von ihrem Vater, und später der Enkel und Enkelinnen, dann der Urenkel und Urenkelinnen, usf. Die erste oder unmittelbare Nachkommenschaft oder Generation, welche die der Söhne und Töchter ist, wird durch den Erstgeborenen bezeichnet, soviel ihrer auch sein mögen, nicht aber die zweite und dritte, außer in bezug auf ihre Eltern. Daß jene (Wahrheiten) Jehovah oder dem Herrn geweiht sind, kommt daher, daß alles abgeleitete oder abstammende Wahre und Gute sein Wesen von seinem Ursprung empfängt. In diesem Geistigen hat das Recht der Erstgeborenen seinen Grund, von dem im Worte (die Rede ist). 8043. "Alles, was die Mutter bricht", 2. Mose 13/2, bedeutet (den Glauben), der aus der Liebtätigkeit (hervorgeht). Dies erhellt aus der Bedeutung dessen, was die Mutter bricht, insofern es das bezeichnet, was von dem Wiedergeborenen unmittelbar hervorgeht, also was aus der Liebtätigkeit stammt, gemäß dem, was Nr. 8042 gesagt wurde; denn wer von neuem empfangen wird, kommt gleichsam wieder in den Mutterleib, und wer von neuem geboren wird, geht gleichsam wieder aus dem Mutterleib hervor. Was aber im Mutterleib empfangen, und aus dem Mutterleib geboren wird, ist nicht der Mensch als solcher, sondern es ist der Glaube der Liebtätigkeit, denn dieser bildet das Geistige des Menschen, somit gleichsam den Menschen selbst von neuem, denn sein Leben geht dann daraus hervor. Hieraus kann erhellen, was unter dem, was die Mutter bricht, im geistigen Sinn verstanden wird. Die Engel, die nur in geistigen Vorstellungen sind, verstehen nichts anderes darunter. Was der Mutterleib bedeute, ferner was es heißt, im Mutterleibe sein, und aus dem Mutterleib hervorgehen, sehe man Nr. 3293 E, 3294, 3967, 4904, 4918, 4931, 5052, 5054, 6433. Weil der Mutterleib dies bedeutet, deshalb heißt auch der Herr im Worte der Bildner vom Mutterleibe an, d.h. der Wiedergebärer, wie Jes.44/2,3: "So spricht Jehovah, Der dich gemacht hat, und dein Bildner vom Mutterleibe an, stehet bei dir. Fürchte dich nicht, Mein Knecht Jakob, und Jeschurun, den Ich erwählt habe, denn Ich werde Wasser gießen auf das Dürstende, und Bäche auf das Dürre, Ich werde Meinen Geist über deinen Samen ausgießen, und Segen über deine Kinder": der Herr heißt Schöpfer und Bildner vom Mutterleib an, weil Er den Menschen wiedergebiert, und aus einem natürlichen zu einem geistigen macht. Weil die Wiedergeburt durch das Wahre und Gute geschieht, daher heißt es, "Er werde Wasser auf das Dürstende ausgießen, und Geist über seinen Samen. Das Wasser bedeutet das Wahre, das Sache des Glaubens ist: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 7307; und Geist das Gute der Liebtätigkeit. Ebenso Wasser und Geist bei Joh.3/3-6,10: "Jesus sprach zu Nikodemus: Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, so jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Spricht zu Ihm Nikodemus: Wie kann ein Mensch von neuem geboren werden, wenn er alt ist, kann er auch wieder in den Leib seiner Mutter gehen? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, so jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was vom Fleische geboren ist, das ist Fleisch, aber was vom Geiste geboren wird, das ist Geist. Du bist ein Lehrer in Israel, und weißt das nicht?". Der Herr wird auch an einer anderen Stelle Bildner vom Mutterleib genannt bei Jes.44/24: "So spricht Jehovah, dein Erlöser und dein Bildner vom Mutterleib an: Ich, Jehovah, mache alles, Ich spanne die Himmel aus allein, und breite die Erde aus von Mir selbst": unter Himmel und Erde wird im allgemeinen Sinn die innere und äußere Kirche verstanden: Nr. 82, 1411, 1733, 1850, 3355, 4535; und im besonderen das Innere und Äußere der Kirche bei dem Menschen, der wiedergeboren ist, und durch ausspannen und ausbreiten wird bezeichnet, machen oder erschaffen aus göttlicher Macht: Nr. 7673. Daher wird der Herr der Wiedergebärer, Bildner und Schöpfer genannt, und die Wiedergeburt eine neue Schöpfung. Jes.46/3: "Merket auf Mich, ihr vom Hause Jakobs, und ihr übrigen vom Hause Israels, ihr, die ihr (von Mir) getragen wurdet vom Mutterschoß an, und gehoben vom Mutterleibe an". Ps.71/6: "Auf Dich, Herr Jehovah, wurde ich gelegt vom Mutterleibe an, aus meiner Mutter Schoß hast Du mich herausgeführt, Du (bist) mein Lob immerdar". Hieraus erhellt nun, was bezeichnet wird durch alles, was die Mutter bricht, und folglich auch, was die Erstgeburt im inneren Sinn bedeutet. 8044. "Bei den Söhnen Israels", 2. Mose 13/2, bedeutet, in der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die geistige Kirche bedeuten, worüber Nr. 4286, 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. 8045. "Bei Menschen und bei Vieh", 2. Mose 13/2, bedeutet das innere und äußere Gute des Glaubens, wie Nr. 7224, 7523. 8046. "Mein ist es", 2. Mose 13/2, bedeutet, daß es dem Herrn angehöre. Dies erhellt daraus, daß Jehovah im Worte der Herr ist: Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6281, 6303, 6905, 6945, 6956; deshalb bedeutet "Mein ist es ", daß es dem Herrn angehöre. Daß alles Gute und alles Wahre, somit die Liebtätigkeit und der Glaube vom Herrn stammt, und durchaus nicht vom Menschen, sehe man Nr. 904 E, 2411, 3142, 3147, 3151, 5482, 5649, 6193, 6325, 6466-6495, 6613-6626, 6982, 6985, 6996, 7004, 7055, 7056, 7058, 7270, 7343. 8047. Vers 3-10: Und Mose sprach zum Volke: Gedenket dieses Tages, an dem ihr ausgezogen seid aus Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft; denn mit starker Hand hat Jehovah euch von da herausgeführt; darum soll kein Gesäuertes gegessen werden. Heute ziehet ihr aus im Monat Abib. Und es soll geschehen, wenn dich Jehovah bringen wird in das Land der Kanaaniter, und der Hethiter, und der Amoriter, und der Heviter, und der Jebusiter, das Er euren Vätern geschworen hat, dir zu geben, ein Land, wo Milch und Honig fließt, so sollst du diesen Dienst halten in diesem Monat. Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, aber am siebenten Tage ist ein Fest Jehovahs. Ungesäuertes Brot soll gegessen werden sieben Tage, und man soll bei dir kein gesäuertes Brot sehen, kein Sauerteig soll bei dir gesehen werden in allen deinen Grenzen. Und du sollst deinem Sohne berichten an diesem Tage, und sagen: Es ist um deswillen, was Jehovah an mir getan hat, als ich aus Ägypten zog. Und es sei dir ein Zeichen an deiner Hand, und ein Denkmal zwischen deinen Augen, auf daß das Gesetz Jehovahs in deinem Munde sei, denn mit starker Hand hat dich Jehovah aus Ägypten geführt. Und du sollst diese Satzung halten zur bestimmten Zeit von Jahr zu Jahr. "Und Mose sprach zum Volke" bedeutet Belehrung durch das göttlich Wahre; "gedenket dieses Tages, an dem ihr ausgezogen seid aus Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft" bedeutet, daß man sich vor allem erinnern müsse an jenen Zustand, in dem sie waren, als sie vom Herrn aus der geistigen Gefangenschaft befreit wurden; "denn mit starker Hand hat Jehovah euch von da herausgeführt" bedeutet, daß sie durch die göttliche Macht des Herrn befreit wurden; "darum soll kein Gesäuertes gegessen werden" bedeutet, es solle nichts Verfälschtes angeeignet werden; "heute ziehet ihr aus" bedeutet die Befreiung in Ewigkeit; "im Monat Abib" bedeutet den Anfang des neuen Zustandes; "und es soll geschehen, wenn dich Jehovah bringen wird in das Land der Kanaaniter, und der Hethiter, und der Amoriter, und der Heviter, und der Jebusiter" bedeutet in die Gegend des Himmels, die eingenommen war von denen, die im Bösen und Falschen sind; "das Er euren Vätern geschworen hat, dir zu geben" bedeutet die aus dem Göttlichen (d.i. von Gott), denen verheißen war, die im Guten und Wahren sind; "ein Land, wo Milch und Honig fließt" bedeutet wo Fröhlichkeit und Freude; "so sollst du diesen Dienst halten in diesem Monat" bedeutet den für immer bestehenden Gottesdienst des Herrn um der Befreiung willen; "sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen" bedeutet die Reinigung vom Falschen; "aber am siebenten Tage ist ein Fest Jehovahs" bedeutet den heiligen Gottesdienst des Herrn; "ungesäuertes Brot soll gegessen werden sieben Tage" bedeutet, daß sie gänzlich gereinigt werden sollten vom Falschen; "und man soll bei dir kein gesäuertes Brot sehen" bedeutet, daß durchaus kein Verfälschtes zugelassen werden dürfe; "kein Sauerteig soll bei dir gesehen werden" bedeutet auch nichts Falsches; "in allen deinen Grenzen" bedeutet soweit das Wahre sich erstreckt, das aus dem Guten (stammt); "und du sollst deinem Sohne berichten an diesem Tage, und sagen" bedeutet die innere Wahrnehmung des Wahren, die Sache des Gewissens ist; "es ist um deswillen, was Jehovah an mir getan hat, als ich aus Ägypten zog" bedeutet, daß sie vom Herrn befreit worden seien aus geistiger Gefangenschaft und aus der Verdammnis; "und es sei dir ein Zeichen an deiner Hand" bedeutet, daß es beständig in ihrem Willen sein müsse; "und ein Denkmal zwischen deinen Augen" bedeutet beständig im Verstande; "auf daß das Gesetz Jehovahs in deinem Munde sei" bedeutet damit das göttlich Wahre in allem sei, was daraus hervorgeht; "denn mit starker Hand hat dich Jehovah aus Ägypten geführt" bedeutet aus göttlicher Macht seien sie befreit worden; "und du sollst diese Satzung halten zur bestimmten Zeit von Jahr zu Jahr" bedeutet, daß dieses Ordnungsgesetz in diesem Zustand immerdar (bestehen solle). 8048. "Und Mose sprach zum Volke", 2. Mose 13/3, bedeutet Belehrung durch das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn durch das göttlich Wahre (gesprochen wird) über das, was in der Kirche beobachtet werden soll, insofern es eine Belehrung bezeichnet, worüber Nr. 7186, 7267, 7304, 7380, 7517; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Moses, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 8041. 8049. "Gedenket dieses Tages, an dem ihr ausgezogen seid aus Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft", 2. Mose 13/3, bedeutet, daß man sich vor allem erinnern müsse an jenen Zustand, in dem sie waren, als sie vom Herrn aus der geistigen Gefangenschaft befreit wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gedenke", insofern es heißt, man solle sich erinnern; aus der Bedeutung des Tages, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672, 5962, 7680; aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es soviel ist als befreit werden, denn durch den Auszug der Söhne Israels wird die Befreiung durch den Herrn bezeichnet, nämlich derjenigen, die der geistigen Kirche angehörten, über welche Befreiung man sehe Nr. 6854, 694, 7091 E, 7828, 7932, 8018. Aus der Bedeutung von Ägypten und dem Hause der Knechtschaft, insofern es die geistige Gefangenschaft bezeichnet, denn durch Pharao und die Ägypter wurden diejenigen bezeichnet, die im anderen Leben durch Falsches die Geistigen anfochten: Nr. 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317; daher bedeutet das Land Ägypten die Anfechtung: Nr. 7278, denn die Anfechtung durch Falsches ist nichts anderes als eine geistige Gefangenschaft. Wenn sie nämlich angefochten werden, dann werden sie gleichsam gefangengehalten im Falschen, von dem sie fortwährend befreit zu werden sich bemühen. Daher werden sie auch im Worte "Gebunden in der Grube" genannt: Nr. 6854. Diese geistige Gefangenschaft ist es, die auch durch das Haus der Knechtschaft bezeichnet wird. Daß Knechtschaft die Bekämpfung vom Falschen oder die Anfechtung bezeichne, sehe man Nr. 7120, 7129. 8050. "Denn mit starker Hand hat Jehovah euch von da herausgeführt", 2. Mose 13/3, bedeutet, daß sie durch die göttliche Macht des Herrn befreit worden seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit starker Hand", insofern es die Macht bezeichnet, und wenn es von Jehovah gesagt, die Allmacht. Daß Stärke soviel ist als Macht, ist klar; daß die Hand auch Macht bedeute, sehe man Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6947, 7188, 7189, 7518, 7673. Und aus der Bedeutung von herausführen, insofern es soviel ist als befreien. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 8046. 8051. "Darum soll kein Gesäuertes gegessen werden", 2. Mose 13/3, bedeutet, es solle nichts Verfälschtes angeeignet werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es soviel ist als sich aneignen, worüber Nr. 3168, 3513 E, 3596, 4745; und aus der Bedeutung des Sauerteiges, insofern er das Falsche bezeichnet, worüber Nr. 2342, 7906. Daher bedeutet das Gesäuerte das Verfälschte. Was die Aneignung des Falschen und Verfälschten anbelangt, so muß man wissen, daß das Falsche und Verfälschte von keinem als Falsches und Verfälschtes angeeignet wird, der im Guten ist und im Wahren sein will, sondern von dem, der im Bösen ist, und daher nicht im Wahren sein will. Daß von dem, der im Guten ist, und daher im Wahren sein will, das Falsche nicht als Falsches angeeignet wird, kommt daher, weil er über Gott, über das Reich Gottes und über das geistige Leben richtig denkt, und daher das Falsche so annimmt, daß es nicht gegen jenes ist, sondern gewissermaßen übereinstimmt; dadurch mildert er es, aber das Herbe und Harte desselben in seiner Vorstellung nicht. Wenn dies nicht geschehe, könnte kaum jemand selig werden, denn das Falsche herrscht mehr als das Wahre. Man muß aber wissen, daß die, welche im Guten sind, auch in der Liebe zum Wahren sind, weshalb sie, wenn sie im anderen Leben von den Engeln belehrt werden, das Falsche verwerfen, und das Wahre annehmen, und zwar gemäß dem Grade ihrer Liebe zum Wahren, den sie in der Welt hatten. 8052. "Heute ziehet ihr aus", 2. Mose 13/4, bedeutet die Befreiung in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von heute, insofern es soviel ist als ewig, worüber Nr. 2838, 3998, 4304, 6165, 6984; und aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es heißt errettet werden, wie Nr. 8049. 8053. "Im Monat Abib", 2. Mose 13/4, bedeutet den Anfang eines neuen Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Monats, insofern er das Ende des vorhergehenden Zustandes und den Anfang des folgenden bezeichnet, also auch einen neuen Zustand, worüber Nr. 3814. Daß der Monat Abib der Anfang aller folgenden Zustände sei, erhellt aus dem, was über diesen Monat im vorhergehenden Kapitel gesagt worden, nämlich: "Dieser Monat sei für euch das Haupt der Monate, der Erste sei er für euch unter den Monaten des Jahres": 2. Mose 12/2; man sehe 7827, 7828. 8054. "Und es soll geschehen, wenn dich Jehovah bringen wird in das Land der Kanaaniter, und der Hethiter, und der Amoriter, und der Heviter, und der Jebusiter", 2. Mose 13/5, bedeutet, in die Gegend des Himmels, die eingenommen war von denen, die im Bösen und Falschen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes der Kanaaniter, der Hethiter, der Amoriter, der Heviter und der Jebusiter, insofern es den Himmel bezeichnet, hier die Gegend des Himmels, die von denen, die im Bösen und Falschen sind, eingenommen war. Daß das Land Kanaan das Reich des Herrn im Himmel und auf der Erde, d.h. in der Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 1413, 1437, 1585, 1607, 1866, 3038, 3481, 3686, 3705, 4116, 4240, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136, 5757, 6516. Das Böse und Falsche wird durch die hier genannten Völker bezeichnet, das Böse aus dem Falschen des Bösen durch die Kanaaniter: Nr. 4818; das Falsche, aus dem das Böse hervorgeht, durch die Hethiter: Nr. 2913; das Böse und das Falsche aus demselben durch die Amoriter: Nr. 1857, 6306. Der Götzendienst, in dem noch etwas Gutes durch die Heviter: Nr. 6860; und der Götzendienst, in dem noch etwas Wahres, durch die Jebusiter: Nr. 6860. Daß die Gegend des Himmels, in welche diejenigen kommen, die der geistigen Kirche angehören, vor der Ankunft des Herrn von Bösen und Falschen eingenommen war, sehe man Nr. 6858. Was diesen Gegendstand noch weiter anbelangt, so muß man wissen, daß vor der Ankunft des Herrn der Himmel nicht unterschieden wurde in drei Himmel, nämlich in den innersten oder dritten, in den mittleren oder zweiten, und in den untersten oder ersten, wie nach der Ankunft des Herrn, sondern es war einer; der geistige Himmel war noch nicht. Die Gegend, wo der geistige Himmel sein sollte, war von denen eingenommen, die im Bösen und Falschen waren, aber in einigem Wahren und Guten gehalten werden konnten, (nämlich) durch äußere Mittel, besonders durch Vorstellungen von Hoheit und Würde, ebenso wie es auch in der Welt geschieht; denn hier werden, die im Bösen und Falschen sind, gleichwohl genötigt, das Wahre gleichsam zu denken und zu reden, sowie auch das Gute gleichsam zu wollen und zu tun, durch äußere Mittel, nämlich durch Ehrenstellen und Gewinn. Die Ursache, warum jene Gegend des Himmels damals von solchen eingenommen war, lag darin, daß es an Guten fehlte, und die Angehörigen der geistigen Kirche noch nicht vorbereitet waren, und doch alles von Geistern angefüllt sein mußte, damit ein stetiger Zusammenhang vom Herrn aus bis zum Menschen bestand; denn wäre eine Trennung (oder Kluft) eingetreten, so wäre der Mensch zugrunde gegangen. Auch heutzutage sind einige Gegenden des Himmels von solchen eingenommen, aber die, welche sich daselbst befinden, werden mit starker Hand abgehalten, Böses zu tun. Unmittelbar über dem Haupte sind diejenigen, die mit dem Schein der Unschuld täuschen und verführen, aber über ihnen sind die Himmlischen von der Ältesten Kirche, die sie mit solcher Kraft in Banden halten, daß sie durchaus keinem Böses tun können. Hinter dem Hinterhaupte ist auch heutzutage eine Gegend, die zum Himmel gehörte, von Bösen eingenommen; und auch vorne gegen die linke Seite hin. Die Bösen haben auch beständig das Bestreben, die Gegenden, wo die Guten sind, anzugreifen, und greifen sie auch wirklich an, sobald sie nicht von den Guten angefüllt sind. Dieses Bestreben durfte ich öfters wahrnehmen. Solche Gegenden werden eingenommen, wenn sich in der Welt die Bösen mehren und die Guten vermindern, denn dann treten die bösen Geister zum Menschen hinan und die guten Geister weichen zurück, und in dem Maße als diese zurückweichen, werden die den Menschen zunächst liegenden Gebiete von den Bösen eingenommen, und wenn dies allgemein geschieht, dann wechseln die Bewohner jener Gegenden. Dies geschieht, wenn die Kirche ihrem Ende nahe ist, denn dann herrscht das Böse und Falsche. Aber gegen das Ende der Kirche werden jene herabgestürzt, und die von ihnen eingenommenen Gegenden den Guten gegeben, die inzwischen für den Himmel bereitet wurden. Dies wird verstanden unter Folgendem bei Joh.Offenb.12/7,8: "Es entstand ein Krieg im Himmel, Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, und ihre Stätte ward nicht mehr gefunden im Himmel". Dieser Zustand des Himmels wurde durch das Land Kanaan vorgebildet, insofern jene Völker es in Besitz genommen hatten, und durch die Söhne Israels, insofern sie dieselben daraus vertreiben sollten; denn durch das Land Kanaan wird das Reich des Herrn, somit der Himmel und die Kirche bezeichnet, wie man aus den oben angeführten Stellen ersehen kann. 8055. "Das Er euren Vätern geschworen hat, dir zu geben", 2. Mose 13/5, bedeutet, das vom Göttlichen verheißen war denen, die im Guten und Wahren sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von schwören, wenn es von Jehovah (geschieht), insofern es eine unwiderrufliche Bestätigung vom Göttlichen bezeichnet: Nr. 2842, 3375; daher bedeutet "schwören zu geben", eine Verheißung; und aus der Bedeutung der Väter, insofern es die bezeichnet, die im Guten und Wahren sind; denn durch Väter werden, wenn von der Kirche gehandelt wird, die Alten bezeichnet, oder die alten Kirchen, die im Guten und Wahren standen: Nr. 6050, 6075, 6589, 6876, 6884, 7649. 8056. "Ein Land, wo Milch und Honig fließt", 2. Mose 13/5, bedeutet, wo Fröhlichkeit und Freude (herrscht). Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, wo Milch und Honig fließt, insofern es das Angenehme und Wonnige bezeichnet. Fröhlichkeit und Freude wird gesagt, weil im Worte Fröhlichkeit vom Wahren gesagt wird, und Freude vom Guten, ebenso das Angenehme und Wonnige. Und so wird auch Milch gesagt vom Wahren des Guten, und Honig vom Guten des Wahren. 8057. "So sollst du diesen Dienst halten in diesem Monat", 2. Mose 13/5, bedeutet den für immer bestehenden Gottesdienst des Herrn wegen der Befreiung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dienstes, insofern er den Gottesdienst bezeichnet, z.B. Nr. 7934; und aus der Bedeutung des Monats, insofern er das Ende eines früheren Zustandes und den Anfang eines neuen ausdrückt; und auch (aus der Bedeutung) des Monats Abib, insofern er den Anfang bezeichnet, von dem alle folgenden Zustände ausgehen, worüber Nr. 8053. Daher bedeutet der Monat auch das Fortdauernde. 8058. "Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen", 2. Mose 13/6, bedeutet die Reinigung vom Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Tage, insofern sie das Heilige in sich schließen, worüber Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268; und daß sie den vollen Zustand bedeuten: Nr. 6508. Und aus der Bedeutung von "ungesäuertes Brot essen", insofern es die Aneignung des Wahren und die Reinigung vom Falschen bezeichnet, denn das Ungesäuerte bedeutet das vom Falschen gereinigte Gute; und essen die Aneignung: Nr. 3168, 3513, 3596, 3832, 4745. Das ungesäuerte Brot bedeutet das vom Falschen gereinigte Gute, weil Brot das Gute und Sauerteig das Falsche bezeichnet. 8059. "Aber am siebenten Tage ist ein Fest Jehovahs", 2. Mose 13/6, bedeutet den heiligen Gottesdienst des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "am siebenten Tage", insofern es einen heiligen Zustand bezeichnet. Daß Tag einen Zustand bedeutet, sehe man Nr. 23, 481, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672, 5962; und daß sieben das Heilige bedeutet: Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268. Ferner aus der Bedeutung des Festes Jehovahs, insofern es den Gottesdienst des Herrn bezeichnet. Fest bedeutet Gottesdienst mit freudigem Geist: Nr. 7093; und Jehovah ist der Herr: Nr. 8046. 8060. "Ungesäuertes Brot soll gegessen werden sieben Tage", 2. Mose 13/7, bedeutet, daß sie gänzlich gereinigt werden sollten vom Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ungesäuertes Brot essen", insofern es heißt das vom Falschen gereinigte Gute sich aneignen, wie Nr. 8058. Weil dies wiederholt gesagt wird, so bedeutet es, daß es gänzlich (und vollständig) geschehen müsse. Und aus der Bedeutung der sieben Tage, insofern sie das Heilige bezeichnen, und auch einen vollen Zustand, worüber Nr. 8058. 8061. "Und man soll bei dir kein gesäuertes (Brot) sehen", 2. Mose 13/7, bedeutet, daß durchaus kein Verfälschtes zugelassen werden dürfe, nämlich so, daß es angeeignet wird, gemäß dem was Nr. 8051 erklärt worden ist. Daß dies durchaus nicht geschehen dürfe, wird dadurch bezeichnet, daß es wiederholt gesagt wird. 8062. "Kein Sauerteig soll bei dir gesehen werden", 2. Mose 13/7, bedeutet, auch nichts Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sauerteiges, insofern er das Falsche bezeichnet, worüber Nr. 7906. Das Verfälschte, das durch gesäuertes Brot bezeichnet wird, und das Falsche, das durch Sauerteig bezeichnet wird, unterscheiden sich dadurch voneinander, daß das Verfälschte Wahres ist, das zur Begründung (und Bestätigung) des Bösen verwendet wird, das Falsche aber alles ist, was gegen das Wahre streitet. 8063. "In allen deinen Grenzen", 2. Mose 13/7, bedeutet, soweit das Wahre sich erstreckt, das aus dem Guten stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Grenze, insofern sie die Ausdehnung des Wahren vom Guten bezeichnet, denn alles Wahre hat seine Ausdehnung, die sich bisweilen durch eine Sphäre offenbart; und weil es eine Ausdehnung hat, so hat es auch seine Grenzen. Die Sphäre der Ausdehnung des Wahren ist gemäß der Beschaffenheit und der Quantität des Guten, denn das Gute ist wie eine Flamme, und das Wahre wie ein Licht. Die Sphäre der Ausdehnung in der geistigen Welt dringt zu den Gesellschaften, die ringsumher sich befinden; so weit sich die Sphäre erstreckt, so weit besteht auch Verbindung (und Gemeinschaft), worüber man sehe Nr. 6598-6613. Nach der Sphäre der Ausdehnung im Himmel richtet sich bei einem jeden die Einsicht und Weisheit, wie auch die Glückseligkeit, nämlich gemäß der Größe, zugleich mit der Beschaffenheit (der Sphäre). Hieraus kann man ersehen, was "in allen Grenzen" im geistigen Sinn bedeutet. Hier, daß im Guten nichts Falsches sein dürfe. Das Falsche ist nämlich außerhalb der Sphäre, denn es beginnt da, wo das Wahre aufhört, und wenn es in die Sphäre eintritt, dann wird es angeeignet. Daß es nicht eindringen darf, wird bezeichnet durch: "man soll bei dir kein gesäuertes Brot oder Sauerteig sehen in allen deinen Grenzen". 8064. "Und du sollst deinem Sohne berichten an diesem Tage, und sagen", 2. Mose 13/8, bedeutet, die innere Wahrnehmung des Wahren, die Sache des Gewissens ist. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7935 erklärt worden ist, wo das (gleiche gesagt wird). HG 8065 8065. "Es ist um deswillen, was Jehovah an mir getan hat, als ich aus Ägypten zog", 2. Mose 13/8, bedeutet, daß sie vom Herrn befreit worden seien aus geistiger Gefangenschaft und aus der Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es heißt befreit werden; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die geistige Gefangenschaft und die Verdammnis bezeichnet, wovon Nr. 8049. 8066. "Und es sei dir ein Zeichen an deiner Hand", 2. Mose 13/9, bedeutet, daß es beständig in ihrem Willen sein müsse. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeichens, insofern es eine beständige Erinnerung ist, denn was zum Zeichen und zum Merkmal dient, das besteht der beständigen Erinnerung wegen. Ein Zeichen an ihrer Hand sollte es sein, damit sie, sooft sie die Hand bewegten, oder etwas taten, sich daran erinnerten, und ein Denkmal zwischen ihren Augen (sollte es sein), damit sie, sooft sie etwas betrachteten, dessen (nämlich der Befreiung) eingedenk wären. Und aus der Bedeutung der Hand, insofern sie Macht bedeutet, worüber Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6292, 6947, 7011, 7188, 7189, 7518, 7673. Hier den Willen, weil jede Handlung und Macht der Handlung, die durch die Hand geschieht, vom Willen ausgeht. 8067. "Und ein Denkmal zwischen deinen Augen", 2. Mose 13/9, bedeutet, beständig im Verstande. Dies erhellt aus der Bedeutung des Denkmals, insofern es ebenfalls eine beständige Erinnerung bezeichnet. Es heißt Denkmal, weil dieser Ausdruck im Worte vom Verstandesgebiet, dagegen Zeichen vom Willensgebiet gebraucht wird. Und aus der Bedeutung der Augen, insofern sie sich auf den Verstand beziehen, worüber Nr. 2701, 3820, 4403-4421, 4523-4534, daher wird durch "Denkmal zwischen den Augen" bezeichnet, daß es beständig in ihrem Verstande, d.h. in ihrem Denken sein müsse. Wie es zu verstehen sei, daß es beständig in ihrem Verstande, und beständig in ihrem Willen sein müsse, soll mit wenigem gesagt werden: Was bei dem Menschen durch Glaube und Liebtätigkeit eingeprägt ist, oder was der Mensch völlig glaubt und liebt, das ist beständig in seinem Denken und Wollen; denn er denkt es und will es, obschon er in Vorstellungen und Beschäftigungen mit anderen Dingen ist, und meint, daß jenes alsdann in seinem Gemüte nicht gegenwärtig sei, denn es befindet sich hier unter den anderen, was die Beschaffenheit seines Gemütes bildet. Daß es sich so verhält, zeigt sich deutlich an der geistigen Sphäre, die rings um den Geist oder Engel ist, denn wenn er sich nähert, erkennt man sogleich aus dieser Sphäre, welchen Glauben und welche Liebtätigkeit er hat, und vieles, was ihm am Herzen liegt, obwohl er alsdann nicht daran denkt. Solche Dinge sind es, die das Leben des Gemütes bei einem jeden bilden, und sich beständig in demselben behaupten. Dies kann durch vieles beim Menschen erläutert werden, z.B. durch die verschiedenen Gedanken, Neigungen, und Handlungen, die von Kindheit an eingeprägt wurden, und durch ähnliche Dinge, die beständig gegenwärtig sind und herrschen, auch wenn man nicht mit Bewußtsein daran denkt. So verhält es sich mit der Liebe zum Nächsten, mit der Liebe zum Herrn, mit der Liebe zum Guten und Wahren und mit dem Glauben. Die, welche darinnen leben, wollen und denken es beständig, denn es liegt in ihnen, und wenn es in ihnen liegt, so wird es das allgemein Herrschende genannt; man sehe Nr. 6159, 6571, 7648. 8068. "Auf daß das Gesetz Jehovahs in deinem Munde sei", 2. Mose 13/9, bedeutet, damit das göttlich Wahre in allem sei, was daraus hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gesetzes Jehovahs, insofern es das göttlich Wahre ist, worüber Nr. 7463; und aus der Bedeutung von im Munde sein, insofern es heißt, in allem, was daraus hervorgeht, d.h. aus dem Verstande und dem Willen, denn "im Munde" ist soviel als in der Rede sein, und in der Rede liegen die beiden Fähigkeiten des Gemüts, sowohl des Verstandes-, als des Willensvermögen, das erstere im Sinn der Worte und der Dinge, das letztere in der Neigung, die der Rede ihr Leben gibt. 8069. "Denn mit starker Hand hat dich Jehovah aus Ägypten geführt", 2. Mose 13/9, bedeutet, aus göttlicher Macht seien sie befreit worden. Dies erhellt aus der Bedeutung der starken Hand Jehovahs, insofern sie die göttliche Macht des Herrn bezeichnet, und aus der Bedeutung von herausführen, insofern es soviel ist als befreien, worüber Nr. 8050. 8070. "Und du sollst diese Satzung halten zur bestimmten Zeit von Jahr zu Jahr", 2. Mose 13/10, bedeutet, daß dieses Ordnungsgesetz in diesem Zustand immerdar bestehen solle. Dies erhellt aus der Bedeutung der Satzung, insofern sie ein Gesetz der Ordnung bezeichnet, worüber Nr. 7884, 7995; aus der Bedeutung der Zeit, insofern sie den Zustand ausdrückt, worüber Nr. 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 3404, 3827, 3938, 4814, 4882, 4901, 4916, 6110, 7381; daher bedeutet "zur bestimmten Zeit" in jenem Zustand. Ferner aus der Bedeutung des Jahres, insofern es die vollständige Periode von Anfang bis zu Ende bezeichnet, worüber Nr. 2906. Also ist von Jahr zu Jahr soviel als immerdar. 8071. Vers 11-16: Und es soll geschehen, wenn dich Jehovah eingeführt hat in das Land der Kanaaniter, wie Er dir und deinen Vätern geschworen hat, und es dir gegeben hat, dann sollst du alles, was die Mutter bricht, Jehovah darbringen, und alle Erstgeburt unter deinem Vieh, was männlich ist, (sollst du) Jehovah (darbringen). Aber alle Erstgeburt vom Esel sollst du lösen mit einem Lamm, und wenn du es nicht lösest, so sollst du ihm das Genick brechen; aber alle Erstgeburt vom Menschen unter deinen Söhnen sollst du lösen. Und es soll geschehen, wenn dein Sohn morgen (d.h. in Zukunft) dich fragt und sagt: Was soll das? so sollst du ihm sagen: Mit starker Hand hat Jehovah uns aus Ägypten geführt, aus dem Hause der Knechtschaft. Denn es geschah, als Pharao verhärtet war, (d.h. sich hartnäckig weigerte,) uns loszulassen, da tötete Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten, von der Erstgeburt des Menschen, bis zur Erstgeburt des Viehs; deswegen opfere ich Jehovah alles Männliche, was die Mutter bricht, und löse alle Erstgeburt meiner Söhne, und es soll dir ein Zeichen sein an deiner Hand und eine Denkbinde zwischen deinen Augen, denn mit starker Hand hat Jehovah uns aus Ägypten geführt. "Und es soll geschehen, wenn dich Jehovah eingeführt hat in das Land der Kanaaniter" bedeutet die Gegend des Himmels, die von denen eingenommen war, die im Bösen und Falschen sind; "wie Er dir und deinen Vätern geschworen, und es dir gegeben hat" bedeutet die aus dem Göttlichen denen verheißen ist, die im Guten und Wahren sind; "dann sollst du alles, was die Mutter bricht, Jehovah darbringen" bedeutet der Glaube der Liebtätigkeit, der aus der Wiedergeburt hervorgeht, komme vom Herrn; "und alle Erstgeburt unter deinem Vieh" bedeutet alle Liebtätigkeit, die aus der neuen Geburt hervorgeht; "was männlich ist" bedeutet was Sache des Wahren des Glaubens; "sollst du Jehovah darbringen" bedeutet, daß es dem Herrn gehöre; "aber alle Erstgeburt vom Esel sollst du lösen mit einem Lamm" bedeutet der bloß natürliche Glaube werde dem Herrn nicht geweiht, sondern das Wahre der Unschuld, das darin enthalten; "und wenn du es nicht lösest, so sollst du ihm das Genick brechen" bedeutet, wenn das Wahre der Unschuld nicht darin liege, so müsse es abgesondert und verworfen werden; "aber alle Erstgeburt vom Menschen unter deinen Söhnen sollst du lösen" bedeutet, daß nicht die Wahrheiten des Glaubens dem Herrn geweiht werden sollen, sondern das Gute desselben; "und es soll geschehen, wenn dein Sohn morgen dich fragt" bedeutet das Innewerden aus dem Wahren im Gewissen; "morgen" bedeutet immer wenn es geschieht; "was soll das?" bedeutet die Erforschung, warum es also sei; "so sollst du ihm sagen" bedeutet die Antwort; "mit starker Hand hat Jehovah uns aus Ägypten geführt, aus dem Hause der Knechtschaft" bedeutet, daß sie vermöge der göttlichen Macht des Herrn aus der geistigen Knechtschaft befreit worden seien; "denn es geschah, als Pharao verhärtet war, uns loszulassen" bedeutet, daß sich die verstockten, die durch das Falsche anfochten, damit jene nicht gerettet würden; "da tötete Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten" bedeutet, daß alle verdammt (d.h. verworfen) wurden, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben waren; "von der Erstgeburt des Menschen, bis zur Erstgeburt des Viehs" bedeutet das innere und äußere Falsche des getrennten Glaubens; "deswegen opfere ich Jehovah alles Männliche, was die Mutter bricht" bedeutet, daß deshalb dem Herrn der Glaube der Liebtätigkeit, der aus der neuen Geburt hervorgeht, geweiht werden müsse; "und löse alle Erstgeburt meiner Söhne" bedeutet, daß nicht die Wahrheiten des Glaubens dem Herrn geweiht werden sollen, sondern das Gute desselben; "und es soll dir ein Zeichen sein an deiner Hand" bedeutet es müsse beständig im Willen sein; "und eine Denkbinde zwischen deinen Augen" bedeutet beständig im Verstande; "denn mit starker Hand hat Jehovah uns aus Ägypten geführt" bedeutet, daß sie durch die göttliche Macht des Herrn befreit worden seien. 8072. "Und es soll geschehen, wenn dich Jehovah eingeführt hat in das Land der Kanaaniter", 2. Mose 13/11, bedeutet die Gegend des Himmels, die von denen, die im Bösen und Falschen sind, eingenommen war. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8034, berichtet worden. 8073. "Wie Er dir und deinen Vätern geschworen, und es dir gegeben hat", 2. Mose 13/11, bedeutet, wie aus dem Göttlichen denen verheißen ist, die im Guten und Wahren sind; dies erhellt aus Nr. 8055, wo das gleiche. 8074. "Dann sollst du alles, was die Mutter bricht, Jehovah darbringen", 2. Mose 13/12, bedeutet, der Glaube der Liebtätigkeit, der aus der Wiedergeburt hervorgeht, komme vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von darbringen, insofern es heißt, weihen (oder zusprechen); ebenso wie heiligen: Nr. 8042, und opfern Nr. 8088; und aus der Bedeutung von "was die Mutter bricht", insofern es den Glauben aus der Liebtätigkeit bezeichnet, wie er bei den Wiedergeborenen ist, worüber Nr. 8042, 8043. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 8046. 8075. "Und alle Erstgeburt unter deinem Vieh", 2. Mose 13/12, bedeutet alle Liebtätigkeit, die aus der neuen Geburt hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung dessen, was die Mutter bricht, d.h. der Erstgeburt, insofern es den Glauben der Liebtätigkeit bezeichnet, der Angehör der neuen Geburt ist, worüber Nr. 8043; und aus der Bedeutung des jungen Tieres, insofern es die Neigung zum Guten bezeichnet, worüber Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 1823, 2179, 2180, 3218, 3519, 5198, somit das Gute der Liebtätigkeit. 8076. "Was männlich ist", 2. Mose 13/12, bedeutet, was Sache des Wahren des Glaubens ist, worüber Nr. 2046, 4005, 7838. 8077. "(Sollst du) Jehovah (darbringen)", 2. Mose 13/12, bedeutet, daß es Eigentum des Herrn sei, denn unter Jehovah wird im Worte kein anderer als der Herr verstanden; man sehe Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6281, 6303, 6905, 6945, 6956. Was in diesen beiden Versen enthalten ist, wird nicht ausführlicher erklärt, weil es schon 2. Mose 13/2, Nr. 8042-8045 erklärt worden ist. 8078. "Aber alle Erstgeburt vom Esel sollst du lösen mit einem Lamm", 2. Mose 13/13, bedeutet, der bloß natürliche Glaube werde dem Herrn nicht geweiht, sondern das Wahre der Unschuld, das darin enthalten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erstgeburt, insofern sie das ist, was zuerst hervortritt bei dem Wiedergeborenen oder das Erstgeborene, somit der Glaube. Daß der Glaube das Erstgeborene sei, ist bisher gezeigt worden. Ferner aus der Bedeutung des Esels, insofern er das Natürliche bezeichnet, denn durch Esel wird das Wißtümliche bezeichnet: Nr. 5492, 5741; ferner das Dienende: Nr. 5958, 6389, somit auch das Natürliche; denn die wißtümlichen Kenntnisse gehören dem Natürlichen an, und das Natürliche ist im Verhältnis zum Geistigen das Dienende. Daher wird hier durch die Erstgeburt des Esels der bloß natürliche Glaube bezeichnet (worüber im Folgenden). Aus der Bedeutung von lösen, insofern es soviel ist als anstatt dessen etwas anderes geben. Daß lösen dies bedeutet, erhellt aus dem vollen Sinn der Worte: "Die Erstgeburt des Esels sollst du nicht Jehovah darbringen, sondern lösen mit einem Lamm". Daß Jehovah etwas darbringen soviel ist als dem Herrn weihen, ebenso wie heiligen und opfern, sehe man Nr. 8074, somit heißt nicht darbringen, sondern lösen, Ihm nicht weihen, sondern statt dessen etwas anderes geben. Ferner aus der Bedeutung des Lammes, insofern es das Wahre der Unschuld bezeichnet. Lamm bedeutet das Wahre der Unschuld, weil unter Kleinvieh Lamm oder Ziege verstanden und durch diese die Unschuld bezeichnet wird: Nr. 3519, 3994, 7840; hier das Wahre der Unschuld, weil nicht Lamm oder Ziege, sondern Kleinvieh (pecus) gesagt wird. Hieraus erhellt, daß durch "alle Erstgeburt des Esels sollst du lösen mit einem Lamm" bezeichnet wird, daß der bloß natürliche Glaube dem Herrn nicht geweiht werden solle, sondern das Wahre der Unschuld, das darin (enthalten ist). Der bloß natürliche Glaube ist der Glaube, der nicht auf dem inneren Weg eingeflößt wird, sondern auf dem äußeren, wie z.B. der sinnliche Glaube, der stattfindet, wenn man glaubt, etwas sei so, weil das Auge es sieht und die Hand es berührt. Dieser Glaube ist es, von dem der Herr Joh.20/29, zu Thomas sagt: "Weil du gesehen hast, Thomas, glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben". Ferner der Wunderglaube, der vorhanden ist, wenn man bloß wegen der Wunder glaubt, daß etwas sich so verhalte, über welchen Glauben man sehe Nr. 7290; und auch der Autoritätsglaube, der da ist, wo man glaubt, etwas sei so, weil ein anderer, dem man Glauben schenkt, es gesagt hat. Der geistige Glaube aber ist der, welcher auf innerem und zugleich auf äußerem Wege eingeflößt wird. Das Einflößen auf innerem Wege macht, daß man glaubt, und das, was auf äußerem Wege einfließt, bewirkt dann, daß es bestätigt wird. Das Geistige des Glaubens ist die Neigung zur Liebtätigkeit, und daher die Neigung zum Wahren um des guten Nutzzweckes und um des Lebens willen. Diese (Gefühle) machen, daß der Glaube ein geistiger ist. Das Einflößen des Glaubens auf innerem Wege geschieht durch das Lesen des Wortes, und dann durch Erleuchtung vom Herrn, die gemäß der Beschaffenheit der Neigung gegeben wird, d.h. gemäß des Zweckes, bei dem Streben, die Wahrheit zu erkennen. Hieraus kann man nun ersehen, was der bloß natürliche Glaube ist, und daß dieser Glaube, weil er nicht geistig ist, dem Herrn nicht dargebracht oder geweiht werden kann, d.h., es kann nicht anerkannt und geglaubt werden, daß er vom Herrn sei, denn der Herr fließt durch die Neigung zum Wahren und Guten ein. Daß der Glaube eine innere Neigung sei, sehe man Nr. 8034. Das Wahre der Unschuld, das jenem (natürlichen) Glauben innewohnen und vom Herrn angenommen werden kann, liegt darin, daß man aus Unschuld glaubt, daß etwas so sei. Daraus erhellt nun, wie es zu verstehen ist, daß der bloß natürliche Glaube dem Herrn nicht geweiht werden soll, sondern nur das Wahre der Unschuld, das darin (enthalten ist). 8079. "Und wenn du es nicht lösest, so sollst du ihm das Genick brechen", 2. Mose 13/13, bedeutet, wenn kein Wahres der Unschuld darin enthalten sei, so müsse es abgesondert und verworfen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht lösen, insofern es heißt, dem Herrn nicht weihen, sondern statt dessen etwas anderes geben, wie Nr. 8078; und aus der Bedeutung von "das Genick brechen", insofern es heißt absondern und verwerfen. Das Brechen des Genicks hat diese Bedeutung, weil der Nacken (oder Hals) die Verbindung des Inneren mit dem Äußeren bezeichnet: Nr. 3542, 3603, 3695, 3725, 5320, 5328, 5926, 6033; somit bedeutet das Brechen desselben die Trennung und Verwerfung, nämlich des bloß natürlichen Glaubens, wenn kein Wahres der Unschuld darin (enthalten). 8080. "Aber alle Erstgeburt vom Menschen unter deinen Söhnen sollst du lösen", 2. Mose 13/13, bedeutet, daß nicht die Wahrheiten des Glaubens dem Herrn geweiht werden dürfen, sondern das Gute derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erstgeburt, insofern sie den Glauben bezeichnet, worüber Nr. 352, 2435, 6344, 7035, 8042. Ferner aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie die Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; und aus der Bedeutung von lösen, insofern es heißt, an dessen Statt etwas anderes geben, wie Nr. 8077, 8078; daß es bedeutet, man dürfe sie nicht (dem Herrn) weihen, folgt aus dem vollen Sinn, der in den vorliegenden Worten liegt: "Und alle Erstgeburt des Menschen unter deinen Söhnen sollst du nicht darbringen, d.h. nicht opfern, sondern lösen", nicht darbringen heißt nicht weihen: Nr. 8074, 8078. Hieraus erhellt, daß durch "alle Erstgeburt des Menschen unter deinen Söhnen sollst du lösen", bezeichnet wird, daß nicht die Wahrheiten des Glaubens dargebracht werden sollen, sondern an deren Stelle etwas anderes. Daß dieses andere das Gute des Glaubens ist, kann daraus erhellen, daß durch den Erstgeborenen im allgemeinen das Gute des Glaubens bezeichnet wird, wie Nr. 8042, 8043; wenn aber gesagt wird "die Erstgeburt vom Menschen unter seinen Söhnen", dann ist es das Wahre des Glaubens. Denn im Glauben liegt das Wahre und das Gute. Daß das Gute des Glaubens oder die Liebtätigkeit dieses andere sei, das anstatt der Glaubenswahrheiten dem Herrn geweiht werden soll, kann auch daraus erhellen, daß die Erstgeborenen der Söhne Israels nicht angenommen wurden, sondern an deren Statt die Leviten, und zwar deswegen, weil durch die Leviten das Gute des Glaubens oder die Liebtätigkeit vorgebildet wurde: Nr. 3875, 4497, 4502, 4503. Daß der Stamm Levi angenommen wurde statt aller Erstgeborenen, sehe man 4. Mose 3/12,13,40-51; 8/15-18. Daß das Gute des Glaubens dieses andere ist, das dem Herrn geweiht werden soll, kann auch daraus erhellen, daß der Glaube nicht (wahrer) Glaube ist ohne Liebtätigkeit: Nr. 654, 724, 1162, 1176, 2231, 2343, 2349, 2429, 2839, 2982, 3146, 3325, 3849, 3865, 4368, 5351, 7039, 7082, 7083, 7084, 7342 E, 7950. Ferner daraus, daß das Gute des Glaubens in Wirklichkeit die erste Stelle einnimmt, hingegen das Wahre des Glaubens nur scheinbar: Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 4925, 4926, 4928, 4930, 4977, 5351, 6256, 6269, 6272, 6273; somit daß die Liebtätigkeit der Erstgeborene ist: Nr. 3325, 3494, 4925, 4926, 4928, 4930. Das Wahre des Glaubens für sich allein, ohne dessen Gutes, soll dem Herrn nicht geweiht werden, d.h. Ihm nicht gegeben, oder anerkannt werden, daß es von Ihm komme, weil alles Glaubenswahre kein Leben in sich hat, bevor es zum Guten des Glaubens wird; und das Wahre des Glaubens wird zum Guten des Glaubens dadurch, daß man es will und tut: Nr. 7835. Wenn es so zum Guten des Glaubens wird, dann wird vom Herrn anerkannt, daß es Ihm angehöre, denn der Herr gibt den Glauben nur mittelbar durch das Gute desselben. Alles Glaubenswahre wird auch wirklich bei dem Menschen der geistigen Kirche zum Guten des Glaubens, wenn er wiedergeboren wird, und dann erst wird es Eigentum des Herrn. Das Gesetz von der Lösung der Erstgeborenen vom Menschen wurde zu dem Zweck gegeben, damit sie nicht ihre Söhne opfern möchten, was bei den Heiden in Gebrauch kam, bei denen die Satzungen der Alten Kirche (die eine vorbildliche Kirche war), geblieben, aber im Lauf der Zeiten völlig verfälscht worden waren. Daß die Erstgeborenen Gott geheiligt werden sollten, war nach den Satzungen der Alten Kirche; aber unter Heiligung fingen sie an, eine Opferung zu verstehen. Das gleiche zu tun, waren auch die Nachkommen Jakobs geneigt, deshalb wurde dieses Gesetz vor ihnen erklärt, und damit jenes (Opfern) nicht geschehe, wurden anstatt der Erstgeborenen die Leviten angenommen. Dieses Gesetz wurde erklärt nach seinem entsprechenden Sinn in der geistigen Welt, nach dem nicht die Wahrheiten des Glaubens heilig sind, (also auch nicht geheiligt oder geweiht werden sollen,) sondern das Gute des Glaubens. Die Heiligung faßte man späterhin so auf, daß man den Erstgeborenen vor Jehovah bringen oder darstellen und ein Opfer statt desselben darbringen müsse, gemäß der Stelle bei Luk.2/22-24: "Als erfüllt waren die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses, brachten sie Jesum nach Jerusalem, damit sie Ihn dem Herrn darstellten, wie geschrieben steht im Gesetze des Herrn, daß alles Männliche, was die Mutter bricht, dem Herrn geheiligt genannt werde, und damit sie ein Opfer darbrächten". 8081. "Und es soll geschehen, wenn dein Sohn dich fragt", 2. Mose 13/14, bedeutet das Innewerden aus dem Wahren, das im Gewissen. Dies erhellt aus der Bedeutung von fragen, insofern es ein Erkennen aus dem Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 5597, 5800, 6250; und aus der Bedeutung des Sohnes, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373. Daß es ein Innewerden aus dem Wahren ist, das dem Gewissen angehört, erhellt aus dem, was Nr. 7935 erklärt wurde, wo das gleiche. Es wird gesagt "aus dem Wahren, das Sache des Gewissens ist", weil das Gewissen derer, die der geistigen Kirche angehören, ein Bewußtsein des Wahren ist; denn es bildet sich aus den Lehren der Kirche, die als Wahrheiten geglaubt werden, mögen sie nun wahr sein oder nicht. Aber dann werden sie Sache des Gewissens, wenn sie auch noch nicht Sache des Lebens werden. 8082. "Morgen", 2. Mose 13/14, bedeutet, immer wenn es geschieht. Dies erhellt aus der Bedeutung von morgen oder des morgenden Tages, insofern es das Ewige bezeichnet, worüber Nr. 3998, also auch beständig oder immer, hier immer (oder jedes Mal), wenn es geschieht. 8083. "Was soll das?", bedeutet die Frage, warum es (so geschehe), "so sollst du ihm sagen" 2. Mose 13/14, bedeutet die Antwort; dies erhellt ohne Erklärung. 8084. "Mit starker Hand hat Jehovah uns aus Ägypten geführt, aus dem Hause der Knechtschaft", 2. Mose 13/14, bedeutet, daß sie vermöge der göttlichen Macht des Herrn aus der geistigen Knechtschaft befreit worden seien. Dies erhellt aus Nr. 8049, 8050. 8085. "Denn es geschah, als Pharao verhärtet war, (d.h. sich hartnäckig weigerte), uns loszulassen", 2. Mose 13/15, bedeutet, als sich die verstockten, die durch das Falsche anfochten, damit sie nicht befreit würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich verhärten, sofern es heißt, sich verstocken, worüber Nr. 7272, 7300, 7305; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen bezeichnet, die durch das Falsche anfochten, worüber Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317; und aus der Bedeutung von entlassen, insofern es heißt befreien. 8086. "Da tötete Jehovah alle Erstgeburt im Lande Ägypten", 2. Mose 13/15, bedeutet, daß alle verdammt, d.h. verworfen wurden, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben waren, worüber Nr. 7039, 7779. Daß durch Tod die Verdammnis derer bezeichnet wird, die in jenem Glauben waren und dennoch ein böses Leben führten, sehe man Nr. 7766, 7778. HG 8087 8087. "Von der Erstgeburt des Menschen, bis zur Erstgeburt des Viehs", 2. Mose 13/15, bedeutet das innere und äußere Falsche des getrennten Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erstgeburt Ägyptens, insofern sie den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben bezeichnet, wie Nr. 8086, somit das Falsche des Glaubens. Denn die, welche den Glauben von der Liebtätigkeit sowohl durch die Lehre als durch das Leben trennen, müssen notwendig im Falschen sein, weil das Böse des Lebens beständig einwirkt und das mit ihm übereinstimmende Falsche einredet. Und wenn Wahres dargeboten wird, dann bewirkt es durch eine verkehrte Anwendung, daß es übereinstimmend wird, und verfälscht es somit; und aus der Bedeutung des Menschen und des Viehs, insofern sie das Innere und Äußere bezeichnen, worüber Nr. 4724, 7523. 8088. "Deswegen opfere ich Jehovah alles Männliche, was die Mutter bricht", 2. Mose 13/15, bedeutet, deshalb müsse dem Herrn der Glaube der Liebtätigkeit geweiht werden, der aus der neuen Geburt hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah etwas opfern", insofern es soviel ist als dem Herrn weihen. Opfern bedeutet hier das gleiche wie heiligen: 2. Mose 13/2, und auch wie darbringen: 2. Mose 13/12. Daß Jehovah opfern, bedeutet, dem Herrn etwas weihen, sehe man Nr. 8042, und so auch darbringen: Nr. 8074. Unter weihen wird verstanden, sich nicht selber anmaßen, sondern bekennen und anerkennen, daß es vom Herrn sei. Aus der Bedeutung von dem, was die Mutter bricht, insofern es bezeichnet, was dem Glauben durch die Liebtätigkeit zugeteilt wird, worüber Nr. 8043. Daß dieses aus der neuen Geburt hervorgeht, sehe man Nr. 8042; und aus der Bedeutung des Männlichen, insofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 2046, 4005, 7838. 8089. "Und löse alle Erstgeburt meiner Söhne", 2. Mose 13/15, bedeutet, daß man nicht die Wahrheiten des Glaubens dem Herrn weihen (darbringen) dürfe, sondern das Gute derselben. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8080 erklärt worden ist, wo das gleiche. 8090. "Und es soll dir ein Zeichen sein an deiner Hand" bedeutet, es solle beständig im Willen sein. "Und eine Denkbinde zwischen deinen Augen" bedeutet, beständig im Verstande. "Denn mit starker Hand hat Jehovah uns aus Ägypten geführt", 2. Mose 13/16, bedeutet, daß sie durch die göttliche Macht des Herrn befreit worden seien. Dies erhellt aus dem, was oben zu 2. Mose 13/9 erklärt wurde, wo die gleichen Worte sind, worüber Nr. 8066, 8067, 8069. 8091. Vers 17,18: Und es geschah, als Pharao das Volk entlassen, führte Gott sie nicht auf dem Wege nach dem Land der Philister, obwohl es der nächste war, denn Gott sprach: Es möchte das Volk gereuen, wenn sie einen Krieg sehen, und möchten zurückkehren nach Ägypten. Darum führte Gott das Volk herum auf einem Weg durch die Wüste am Schilfmeer; und gerüstet zogen die Söhne Israels hinauf aus dem Lande Ägypten. "Und es geschah, als Pharao das Volk entlassen" bedeutet, als diejenigen, die anfochten, diejenigen verließen, die der geistigen Kirche angehörten; "führte Gott sie nicht auf dem Wege nach dem Land der Philister" bedeutet, es sei vom Göttlichen vorgesehen worden, daß sie nicht zu dem Wahren des Glaubens übergingen, das nicht aus dem Guten stammt; "obwohl es der nächste war" bedeutet, es werde zuerst begegnen; "denn Gott sprach" bedeutet das göttliche Vorhersehen; "es möchte das Volk gereuen, wenn sie einen Krieg sehen" bedeutet, sie würden vom Wahren durch Bekämpfungen abweichen; "und möchten zurückkehren nach Ägypten" bedeutet, daß sie dadurch in das Falsche geraten würden, das völlig gegen das Wahre und Gute des Glaubens (gerichtet ist); "darum führte Gott das Volk herum auf einem Weg durch die Wüste" bedeutet, daß sie vermöge göttlicher Leitung dahin geführt wurden, daß sie das Wahre und Gute des Glaubens durch Versuchungen bestärkten; "am Schilfmeer" bedeutet die Verdammnis, durch die sie zuerst hindurchgehen mußten; "und gerüstet zogen die Söhne Israels hinauf aus dem Lande Ägypten" bedeutet, daß sie aus dem Zustand der Anfechtungen befreit und dadurch bereitet wurden, Versuchungen auszuhalten. 8092. "Und es geschah, als Pharao das Volk entlassen", 2. Mose 13/17, bedeutet als diejenigen, die anfochten, diejenigen verließen, die der geistigen Kirche angehörten. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, insofern es soviel ist als verlassen; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen bezeichnet, die durch Falsches anfochten, worüber Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317; und aus der Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie diejenigen vorbilden, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 8044. 8093. "Führte Gott sie nicht auf dem Wege nach dem Land der Philister", 2. Mose 13/17, bedeutet, es sei vom Göttlichen vorgesehen worden, daß sie nicht zum Wahren des Glaubens übergingen, das nicht aus dem Guten (stammt). Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott führte sie nicht auf dem Wege", insofern es bedeutet, es sei vom Göttlichen vorgesehen, daß sie nicht übergingen. Denn durch führen wird, wenn es von Gott gesagt wird, die Vorsehung bezeichnet und durch Weg das Wahre: Nr. 627, 2333; hier übergehen zu demselben. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Philister, insofern sie diejenigen bezeichnen, die in dem Wissen der Glaubenskenntnisse sind, aber nicht in einem Leben der Liebtätigkeit, worüber Nr. 1197, 1198, 3412, 3413, mithin die im Glaubenswahren sind, das nicht aus dem Guten stammt. Daß die Philister und ihr Land dieses bedeuten, kann aus den Stellen im Worte erhellen, wo sie genannt werden, besonders Jerem. Kapitel 47, wo sie beschrieben werden; ferner bei Joel 4/4-6 (oder 3/4-6), und auch aus den historischen Teilen des Wortes, wo von den Kriegen zwischen den Söhnen Israels und den Philistern gehandelt wird, und von ihrer Unterwerfung durch die Philister, und jetzt (von der Unterwerfung derselben) durch die Söhne Israels. Durch die Philister werden dort diejenigen vorgebildet, die in einem (von der Liebe) getrennten Glauben sind, oder bei denen das Wissen der Glaubenskenntnisse das Hauptsächliche ist, nicht aber das Leben nach denselben, folglich diejenigen, die glauben und lehren, daß der Glaube allein selig mache. Die Ansicht vom Glauben allein, oder von dem getrennten (Glauben) ist keine neue, oder nur unserer Zeit angehörige, sondern sie war schon in den alten Kirchen, und machte sich immer mehr geltend mit dem Bösen des Lebens. Sie wird auch hie und da im Worte beschrieben, jedoch nur durch Namen: zuerst durch Kain, der seinen Bruder Habel tötete: Nr. 337, 340, 1179; Kain bezeichnet daselbst im inneren vorbildlichen Sinn einen solchen Glauben und Habel die Liebtätigkeit. (Jene Meinung) wird auch durch Cham beschrieben, als er von seinem Vater verflucht wurde: Nr. 1062, 1063; nachher durch Ruben, insofern er das Lager seines Vaters bestieg: Nr. 3870, 4601; und durch Schimeon und Levi, als sie den Hamor und die Männer von Sichem töteten und deshalb von ihrem Vater verflucht wurden: Nr. 3870, 6352. Dieser Glaube wird auch durch die Ägypter beschrieben und durch ihre Erstgeburten, insofern diese getötet: Nr. 7766, 7778, und sie selbst ertränkt wurden im Schilfmeer. Er wird auch beschrieben durch die Philister: Nr. 3412, 3413; und auch durch Tyrus und Zidon hie und da bei den Propheten, bei denen durch die Philister das Wissen der Glaubenskenntnisse und durch Tyrus und Zidon die inneren und äußeren Erkenntnisse selbst bezeichnet werden. Endlich auch durch Petrus, als er dreimal den Herrn verleugnete: Nr. 6000, 6073 E. Man sehe, was über diesen Glauben früher nachgewiesen wurde: Nr. 36, 379, 389, 916, 1017, 1076, 1077, 1162, 1176, 1798, 1799, 1834, 1844, 2049, 2116, 2228, 2231, 2261, 2343, 2349, 2364, 2383, 2385, 2401, 2435, 2982, 3146, 3242, 3325, 3412, 3413, 3416, 3427, 3773, 4663, 4672, 4673, 4683, 4721, 4730, 4766, 4783, 4925, 5351, 5826, 5820, 6269, 6272, 6273, 6348, 6353, 7039, 7097, 7127, 7317, 7502, 7545, 7623-7627, 7724, 7779, 7790, 7950. 8094. "Obwohl es der nächste war", 2. Mose 13/17, bedeutet, er werde zuerst begegnen. Dies erhellt aus der Bedeutung des nächsten (Weges), wenn es vom getrennten Glauben gesagt wird, insofern es heißt, daß er zuerst begegne. Wie das zu verstehen sei, daß die Meinung von dem getrennten Glauben (oder vom Glauben) allein zuerst entgegenkomme, soll mit wenigem gesagt werden: Das Böse des Lebens führt sein Falsches mit sich. Dieses Falsche liegt im Menschen verborgen, der im Bösen des Lebens ist, und er weiß bisweilen nicht, daß es bei ihm ist. Sobald er aber über die Wahrheiten der Kirche denkt und besonders über das Heil, dann tritt jenes Falsche hervor, und offenbart sich, und wenn er das Wahre selbst im allgemeinen nicht leugnen kann, so erklärt er es zugunsten seines Bösen, und verfälscht es dadurch. Und wenn er so über den Glauben und die Liebtätigkeit nachdenkt, die das Wesentliche der Kirche und des Seelenheiles sind, dann kommt ihm alsbald der Glaube entgegen, nicht aber die Liebtätigkeit, weil diese dem Bösen seines Lebens entgegengesetzt ist. Daher entfernt er auch die Liebtätigkeit und erwählt den Glauben allein. Hieraus erhellt, daß das Wahre des Glaubens nahe liegt, nicht aber das Gute des Glaubens, d.h., daß jenes zuerst entgegenkommt, nicht aber dieses. Aus diesem irrtümlichen und falschen Prinzip geht dann vieles hervor, was falsch und irrig ist, so z.B.: daß die guten Werke nichts zur Seligkeit beitragen; daß das Leben dem Menschen nach dem Tode nicht folge; daß alsdann der Mensch selig werde aus bloßer Barmherzigkeit durch den Glauben, wie er auch immer in der Welt gelebt habe; daß der Frevelhafteste in der letzten Stunde seines Lebens selig werde durch den Glauben; daß das Böse abgestreift werde in einem Augenblick; dieses und ähnliches wird infolge jenes Prinzips gedacht und festgesetzt und steht damit in Verbindung wie durch eine Kette. Jene (Lehrmeinungen) würden aber ganz anders aufgefaßt werden, wenn die Liebtätigkeit und das Leben das Prinzip (oder der herrschende Grundsatz) wären. 8095. "Denn Gott sprach", 2. Mose 13/17, bedeutet, das göttliche Vorhersehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott sprach", wenn von dem Zukünftigen (die Rede ist), insofern es dann das göttliche Vorhersehen bezeichnet, wie auch Nr. 5361, 6946. 8096. "Es möchte das Volk gereuen, wenn sie einen Krieg sehen", 2. Mose 13/17, bedeutet, sie würden vom Wahren durch Bekämpfungen abweichen. Diese erhellt aus der Bedeutung von gereuen, insofern es soviel ist als abweichen vom Wahren, (worüber folgen wird,) und aus der Bedeutung des Krieges, insofern er geistige Kämpfe bezeichnet, worüber Nr. 1664, 1788, 2686, somit Bekämpfungen. Gereuen heißt hier vom Wahren abweichen, weil durch den Auszug der Söhne Israels aus Ägypten, durch ihren Aufenthalt in der Wüste und durch die Einführung in das Land Kanaan bezeichnet wird, daß sie beständig zum Guten hingeleitet wurden und dadurch zum Himmel. Daher wird durch gereuen und umkehren nach Ägypten bezeichnet, vom Guten abgehen, somit vom Wahren abweichen; denn Ägypten oder die Ägypter bedeuten diejenigen, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben und gegen die Wahrheiten der Kirche sind: Nr. 6692, 7039, 7097, 7317, 7766, 7926. Was die Bekämpfung anbelangt durch die, welche in dem Glaubenswahren sind, das nicht aus dem Guten stammt, und die durch die Philister bezeichnet werden, so muß man wissen, daß sie im anderen Leben die Redlichen anfechten und beständig das Gute des Glaubens oder die Liebtätigkeit bekämpfen, denn die Grundsätze, die sie in der Welt angenommen haben, nehmen sie mit sich in das andere Leben und behalten sie bei, bis sie endlich abgeödet, d.h. alles Wissens der Glaubenserkenntnisse beraubt sind und in die Hölle gestürzt werden. Heutzutage gibt es eine große Zahl solcher. Sie wohnen zur Rechten nach vorne hin auf einer Fläche unter der Fußsohle; ihre Wohnung ist eine Art von Stadt. Es wurde mir einigemal gegeben, mit ihnen zu reden, und ihre Vernünfteleien über den bloßen Glauben zu hören, die scharfsinnig, und ihre Bekämpfungen der Liebtätigkeit, die hartnäckig sind. Das ist es nun, was im inneren Sinn darunter verstanden wird, daß sie nicht geführt wurden auf dem Wege nach dem Lande der Philister, und daß es sie etwa gereuen möchte, wenn sie einen Krieg sehen. 8097. "Und möchten zurückkehren nach Ägypten", 2. Mose 13/17, bedeutet, sie würden dadurch in Falsches geraten, das völlig gegen alles Wahre und Gute des Glaubens ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägypten, insofern es das bezeichnet, was gegen das Wahre und Gute des Glaubens ist: Nr. 6692, 7039, 7097, 7317, 7766, 7926. Daß dahin umkehren soviel ist, als in Falsches geraten, ist klar. 8098. "Darum führte Gott das Volk herum auf einem Weg durch die Wüste", 2. Mose 13/18, bedeutet, daß sie durch die göttliche Leitung dahin gebracht wurden, daß sie das Wahre und Gute des Glaubens durch Versuchungen befestigten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott führte", insofern es die Vorsehung bezeichnet, wie Nr. 8093, oder was dasselbe ist, die göttliche Leitung; und aus der Bedeutung des Weges durch die Wüste, insofern er die Versuchungen bezeichnet, die sie zu bestehen hatten, die somit zur Bestätigung des Wahren und Guten des Glaubens dienten; denn durch Versuchungen wird es bestätigt. Wüste bedeutet das Unbewohnte und Unbebaute, worüber Nr. 2708, im geistigen Sinne das, in dem kein Gutes und Wahres ist. Ferner, wo das Wahre noch nicht mit dem Guten verbunden ist, somit wird durch Wüste der Zustand derer bezeichnet, bei denen die Verbindung geschehen soll. Und weil die Verbindung nicht anders geschieht als durch Versuchungen, so bedeutet sie auch diese, aber nur dann, wenn die Zahl Vierzig hinzugefügt wird, entweder vierzig Jahre, oder vierzig Monate, oder vierzig Tage; denn vierzig bedeutet Versuchungen und die jedesmalige Dauer derselben: Nr. 730, 862, 2272, 2273. Dies wird bezeichnet durch die Wanderungen der Söhne Israels in der Wüste vierzig Jahre lang; auch die Versuchungen, die sie erduldeten, wurden beschrieben. Daß sie deshalb in die Wüste geführt wurden, um dieselben zu bestehen und vorzubilden, erhellt aus den Worten: 5. Mose 8/2,16: "Gedenke aller Wege, die dich Jehovah, dein Gott, geführt hat, diese vierzig Jahre in der Wüste, um dich zu demütigen und zu versuchen, auf daß du erkennst, was in deinem Herzen ist. Er speiste dich mit Manna in der Wüste, das deine Väter nicht gekannt haben, damit Er dich demütigte und dich versuchte, auf daß Er dir wohl tue in deiner Nachkommenschaft". Weil durch vierzig die Versuchungen und deren Dauer bezeichnet werden und durch Wüste der Zustand derer, die sie bestehen, darum ging auch der Herr, als Er versucht werden sollte, in die Wüste und war vierzig Tage daselbst. Matth.4/1,2f; Luk.4/1,2f; Mark.1/12,13. 8099. "Am Schilfmeer" (oder am Meere Suph), 2. Mose 13/18, bedeutet die Verdammnis, durch die sie zuerst hindurchgehen mußten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schilfmeeres, insofern es die Hölle bezeichnet, wo diejenigen sind, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben, und in einem Leben des Bösen sind. Und weil das Schilfmeer die Hölle bezeichnet, so bedeutet es auch die Verdammnis. Damit, daß sie zuerst durch die Verdammnis durchgehen mußten, verhält es sich in folgender Weise: Diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten und bis zur Ankunft des Herrn in der unteren Erde behalten und dort von denen angefochten wurden, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, (von denen in den vorhergehenden Kapiteln gehandelt worden,) wurden, als sie aus diesem Zustande befreit waren, nicht unmittelbar in den Himmel erhoben, sondern zuvor in einen anderen Zustand der Reinigung geführt, nämlich in den der Versuchungen. Denn das Wahre und Gute des Glaubens kann ohne Versuchungen weder befestigt noch verbunden werden, und bevor es befestigt und verbunden war, konnten jene nicht in den Himmel erhoben werden. Dies wurde vorgebildet durch die Söhne Israels, insofern sie nicht sogleich in das Land Kanaan eingeführt wurden, sondern zuvor in die Wüste, wo sie vierzig Jahre lang blieben, und inzwischen verschiedene Versuchungen bestanden, worüber in den Büchern Mose. Was das anbelangt, daß sie zuerst durch das Schilfmeer hindurchgingen, durch das die Hölle derer bezeichnet wird, die in einem (von der Liebtätigkeit) getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen sind, also mitten durch die Verdammnis, so muß man wissen, daß diese Hölle nach vorne ist, tief unter den Höllen der Ehebrecher, und sich ziemlich weit gegen links ausdehnt; sie ist von den Höllen der Ehebrecher durch Gewässer wie eines Meeres getrennt; zur Rechten daselbst, aber höher, (ist der Ort,) wo diejenigen versammelt werden, die im Wahren des Glaubens, aber nicht im Guten des Glaubens sind, und die durch die Philister bezeichnet werden: Nr. 8096; die untere Erde aber, wo die sind, die angefochten werden, ist unter der Fußsohle ein wenig nach vorne. Diejenigen, die von den Anfechtungen befreit werden, werden nicht rechtshin geführt (denn dort sind die, welche durch Philister bezeichnet werden), sondern werden gegen die linke Seite hin geleitet mitten durch die Hölle, von der oben die Rede war, und dringen nach der linken Seite vor, wo gleichsam eine Wüste ist; daß auf diesem Wege diejenigen hindurchgehen, die von den Anfechtungen erlöst werden, wurde mir zweimal zu sehen gegeben; wenn sie hindurchgehen, werden sie so vom Herrn beschützt, daß nichts Böses, noch weniger etwas von der Verdammnis sie berührt; denn sie sind von einer Schar Engeln umgeben, bei denen der Herr gegenwärtig ist. Dies wurde vorgebildet durch den Durchgang der Söhne Israels durch das Schilfmeer; und dies wird auch verstanden unter Folgendem bei Jes.51/9,10: "Auf, auf, ziehe Stärke an, Arm Jehovahs; warst Du es nicht, Der das Meer austrocknete und die Gewässer des großen Abgrundes, Der die Tiefen des Meeres zum Weg machte, daß die Erlösten hindurchzogen?": der Arm Jehovahs ist der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen; die Gewässer des großen Abgrundes und die Tiefen des Meeres bedeuten die Hölle, wo diejenigen sind, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben und in einem bösen Leben stehen; die Gewässer, wie die des Meeres, in denen sie sind, bedeuten das Falsche, denn das Falsche erscheint im anderen Leben wie dichte und dunkle Wolken, und auch wie Überschwemmungen von Wasser: Nr. 739, 4128, 7307; die Erlösten, die hindurchgingen, sind die, welche vom Herrn befreit worden sind. Jes.63/11: "Jehovah gedachte an die Tage der Vorzeit, an Moses, und an Sein Volk; wo ist, Der euch herausführte aus dem Meere, mit dem Hirten Seiner Herde; wo ist Der, Welcher den Geist Seiner Heiligkeit in Seiner Mitte legte?": in dieser Weissagung wird unter Moses der Herr verstanden, Der auch der Hirte der Herde ist; unter dem Volk, das Er herausführte aus dem Meer, diejenigen, die aus der Verdammnis befreit wurden. Jerem.49/21: "Vom Schall ihres Sturzes bebte die Erde; am Schilfmeer wurde sein Schall gehört": das Schilfmeer bedeutet die Hölle, denn hier wird gehandelt von Edom und dessen Verdammnis und gesagt, daß der Schall (seines Sturzes) gehört worden sei vom Schilfmeer her, während doch nicht diese ertranken in jenem Meer, sondern die Ägypter. Daraus erhellt, daß das Schilfmeer die Hölle und Verdammnis bedeutet. Durch Edom werden hier diejenigen bezeichnet, die aus dem Bösen der Selbstliebe die Glaubenswahrheiten verwerfen und das Falsche festhalten: Nr. 3322. Hieraus kann man nun erkennen, was Schilfmeer im inneren vorbildlichen Sinn bedeutet, und was der Durchzug der Söhne Israels, und das Ertrinken der Ägypter darin, wovon im folgenden Kapitel. 8100. "Und gerüstet zogen die Söhne Israels hinauf aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 13/18, bedeutet, daß sie aus dem Zustand der Anfechtungen erlöst und dadurch bereitet wurden, Versuchungen zu bestehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gerüstet hinaufziehen", insofern es bezeichnet, daß sie bereitet wurden, hier Versuchungen zu bestehen, weil sie durch das Schilfmeer in die Wüste geführt wurden. Daß die Wüste der Zustand der Versuchungen bezeichnet, sehe man Nr. 8098. Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche vorbilden, worüber öfter; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es den Zustand der Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 7278, daher bedeutet heraufziehen, aus demselben errettet oder befreit werden. Hieraus erhellt, daß durch die Worte "die Söhne Israels zogen gerüstet herauf aus dem Lande Ägypten", ausgedrückt wird, daß sie aus dem Zustand der Anfechtungen errettet und dadurch bereitet wurden, Versuchungen zu bestehen. Welcher Unterschied sei zwischen Versuchungen und Anfechtungen, sehe man Nr. 7474. 8101. Vers 19: Und Moses nahm die Gebeine Josephs mit sich, denn einen Eid hatte er die Söhne Israels schwören lassen, und gesagt: Wenn Gott euch heimsuchen wird, sollt ihr meine Gebeine mit euch von hier hinaufbringen. "Und Moses nahm die Gebeine Josephs mit sich" bedeutet das vorbildliche der Kirche, das bei ihnen war; "denn einen Eid hatte er die Söhne Israels schwören lassen, und gesagt" bedeutet die Verpflichtung; "wenn Gott euch heimsuchen wird" bedeutet, wenn das Letzte und Erste der Kirche kommen werde; "sollt ihr meine Gebeine mit euch von hier hinaufbringen" bedeutet wie oben das Vorbildliche der Kirche bei ihnen, aber nicht eine Kirche, die auch im Inneren ist. 8102. Es ist nicht notwendig, dieses weiter zu erklären, weil es schon 1. Mose 50/24,25 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte, man sehe Nr. 6590, 6592. 8102_. Vers 20-22: Und sie brachen auf von Sukkoth und lagerten sich in Etham, am Ende der Wüste. Und Jehovah ging vor ihnen her am Tage in einer Wolkensäule, um sie auf dem Wege zu führen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, so daß sie Tag und Nacht gehen konnten. Niemals wich die Wolkensäule am Tage, noch die Feuersäule bei Nacht von dem Volke. "Und sie brachen auf von Sukkoth und lagerten sich in Etham" bedeutet den Zustand, nachdem sie befreit worden; "am Ende der Wüste" bedeutet den ersten Zustand der Versuchungen; "und Jehovah ging vor ihnen her" bedeutet die beständige Gegenwart des Herrn; "am Tage in einer Wolkensäule" bedeutet, daß der Zustand der Erleuchtung gemäßigt wurde durch das Dunkel des Wahren; "um sie auf dem Wege zu führen" bedeutet die Leitung des Herrn; "und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten" bedeutet, daß der Zustand der Verdunklung gemäßigt wurde durch die Erleuchtung vom Guten; "so daß sie Tag und Nacht gehen konnten" bedeutet, so sei Leben in beiden Zuständen gewesen; "niemals wich die Wolkensäule am Tage, noch die Feuersäule bei Nacht von dem Volke" bedeutet, daß die Gegenwart des Herrn eine fortwährende gewesen. 8103. "Und sie brachen auf von Sukkoth und lagerten sich in Etham", 2. Mose 13/20, bedeutet den Zustand, nachdem sie befreit worden. Dies erhellt daraus, daß die Reisen und Lagerungen der Söhne Israels, nachdem sie aus Ägypten gezogen, die geistigen Zustände derer bedeuten, die von dem Herrn befreit worden sind, worüber oben. Die Veränderungen der Zustände werden bezeichnet durch die Reisen von einem Ort zum anderen und die Aufenthalte daselbst. Hier der zweite Zustand durch das Aufbrechen von Sukkoth nach Etham, weil der erste Zustand durch die Reise von Raamses nach Sukkoth bezeichnet wurde: Nr. 7972. Im inneren Sinn des Wortes werden auch wirklich durch die Reisen die Zustände und Einrichtungen des Lebens bezeichnet: Nr. 1293, 3335, 5605, und durch die Lagerungen die Ordnungen des Wahren und Guten, die Sache des Lebens sind: Nr. 4236. 8104. "Am Ende der Wüste", 2. Mose 13/20, bedeutet den ersten Zustand der Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie einen Zustand bezeichnet um Versuchungen zu bestehen, worüber Nr. 8098; und weil dieser Zustand am Ende der Wüste anfing, deshalb wird durch das Ende der Wüste der erste Zustand bezeichnet. 8105. "Und Jehovah ging vor ihnen her", 2. Mose 13/21, bedeutet die fortwährende Gegenwart des Herrn. Dies erhellt ohne Erklärung. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 8046. 8106. "Am Tage in einer Wolkensäule", 2. Mose 13/21, bedeutet, daß der Zustand der Erleuchtung gemäßigt wurde durch das Dunkel des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "am Tage", insofern es den Zustand der Erleuchtung bezeichnet, denn die Tageszeiten, wie Morgen, Mittag, Abend und Nacht entsprechen den Erleuchtungen, die sich auf die Einsicht und die Weisheit im anderen Leben beziehen: Nr. 5672, 5962, 6110. Daher bedeutet Tag den Zustand der Erleuchtung oder des klaren Innewerdens, und Nacht den Zustand der Nichterleuchtung oder des dunklen Innewerdens: Nr. 7680. Und aus der Bedeutung der Wolke, insofern sie das Dunkle (oder Verdunklung) des Wahren bezeichnet, aus dem Grunde, weil die Wolke die Klarheit des Lichtes von der Sonne wegnimmt und auch mildert. Im Worte wird an mehreren Stellen gesagt, daß Jehovah in einer Wolke erschienen sei, und daß Er umgürtet sei von einer Wolke; ferner, daß eine Wolke unter Seinen Füßen sei; dann wird unter der Wolke die Verdunklung des Wahren verstanden, besonders der Buchstabensinn des Wortes, denn dieser Sinn ist in Verhältnis zum inneren Sinn das Dunkle des Wahren; man sehe die Vorrede zu 1. Mose 18. Kapitel, ferner Nr. 4391, 5922, 6343, 6752. Dies wurde durch die Wolke bezeichnet, als der Herr dem Petrus, Jakobus und Johannes in der Herrlichkeit oder Verklärung erschien: Luk.9/34,35. Als Er vom Berge Sinai dem Volke erschien, und dem Moses, als er daselbst zu Ihm hintrat: 2. Mose 19/9; 20/18; 24/15-18; 34/5; sowie auch dadurch, daß der Herr so oft sagt: "Er werde kommen in den Wolken des Himmels": Matth.24/30; 26/64; Mark.13/26; 14/62; Luk.21/27. Der Buchstabensinn des Wortes wird eine Wolke genannt, weil der innere Sinn, welcher Herrlichkeit genannt wird, von keinem Menschen verstanden werden kann, wenn er nicht wiedergeboren und alsdann erleuchtet worden ist. Wenn der innere Sinn des Wortes oder das göttlich Wahre in seiner Herrlichkeit einem nicht wiedergeborenen Menschen erscheinen würde, so würde er wie eine Finsternis sein, in der er gar nichts sehen könnte, und wodurch er sogar erblinden, d.h. nichts glauben würde. Hieraus kann man erkennen, was die Wolke am Tage bedeutet, nämlich das Dunkle des Wahren, und wo vom Wahren gehandelt wird, der Buchstabensinn. Es wird gesagt, "in der Wolkensäule und Feuersäule", weil die Säule das Feste bedeutet, welches stützt, wie Jerem.1/18; Ps.75/4; Joh.Offenb.3/12; Hiob 9/6; und sie wird vom Natürlichen gesagt, weil das Natürliche dem Geistigen gleichsam als feste Stütze oder Grundlage dient; denn das Geistige endigt im Natürlichen, und ruht in demselben. Daher kommt es, daß die Füße des Engels, der aus dem Himmel herabstieg, "wie Feuersäulen" erschienen: Joh.Offenb.10/1; denn die Füße bedeuten das Natürliche: Nr. 2162, 3144, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, 5327, 5328. 8107. "Um sie auf dem Wege zu führen", 2. Mose 13/21, bedeutet, die göttliche Leitung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf dem Wege führen", wenn es von Jehovah (gesagt wird), insofern es die Vorsehung bezeichnet, und die göttliche Leitung, worüber Nr. 8093, 8098. 8108. "Und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten", 2. Mose 13/21, bedeutet, daß der Zustand der Verdunklung gemäßigt wurde durch die Erleuchtung vom Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nacht, insofern sie den Zustand der Dunkelheit bezeichnet, worüber Nr. 1712, 6000; aus der Bedeutung des Feuers, insofern es das Gute der Liebe ist, worüber Nr. 934, 4906, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 7852; und aus der Bedeutung von erleuchten, insofern es die (innere) Erleuchtung bezeichnet. Daß Jehovah oder der Herr erschien oder voranging in der Wolkensäule am Tage, und in der Feuersäule bei Nacht, geschah deshalb, weil dadurch der Zustand des Himmels vorgebildet wurde; denn in diesem sind beständige Veränderungen und Zustandswechsel, weil die Engel fortwährend vervollkommnet werden, was ohne beständige Zustandswechsel keineswegs geschehen kann. Im allgemeinen verhalten sich diese Veränderungen und Wechsel wie die Zeitenwechsel in der Welt, nämlich wie die Jahreswechsel, welche sind Frühling, Sommer, Herbst, Winter, und wieder Frühling; und wie die Tageswechsel, welche sind Morgen, Mittag, Abend, Nacht, und wieder Morgen. Wenn dort Morgen und Mittag ist, dann findet Erleuchtung des Verstandes vom Herrn statt; alsdann wird jedoch diese Erleuchtung gemäßigt durch eine Verdunklung des Wahren, wie durch eine Wolke, und wenn dort Abend und Nacht ist, findet bei ihnen Verdunklung des Verstandes statt, aber diese wird vom Herrn durch das Gute der Liebe gemäßigt, wie durch ein Feuer, das erleuchtet. Das ist es, was vorgebildet wurde durch die Wolkensäule am Tage, und durch die Feuersäule bei Nacht bei den Söhnen Israels in der Wüste. 8109. "So daß sie Tag und Nacht gehen konnten", 2. Mose 13/21, bedeutet, so sei Leben in beiden Zuständen gewesen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen und reisen, insofern es soviel ist, als leben, worüber Nr. 3335, 3690, 4882, 5493, 5605; und aus der Bedeutung des Tages, insofern er den Zustand der Erleuchtung bezeichnet, und der Nacht, insofern sie den Zustand der Dunkelheit ausdrückt; worüber Nr. 8106, 8108, somit beide Zustände. 8110. "Niemals wich die Wolkensäule am Tage, noch die Feuersäule bei Nacht von dem Volke", 2. Mose 13/22, bedeutet, daß die Gegenwart des Herrn fortdauernd gewesen. Dies erhellt aus dem, was bisher erklärt worden ist; denn dadurch erschienen vor dem Volke die Engel, in deren Mitte der Herr war. x Nr. 8111 - 8124 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 14. Kapitel 1. Und Jehovah redete mit Mose und sprach: 2. Rede mit den Söhnen Israels, daß sie umkehren und sich lagern vor Pi-Chiroth, zwischen Migdal und dem Meere vor Baal-Zephon; diesem gegenüber sollt ihr euch lagern am Meere. 3. Dann wird Pharao sagen von den Söhnen Israels: Sie sind verirrt im Lande, die Wüste hat sie eingeschlossen. 4. Und Ich will das Herz Pharaos verhärten, daß er sie verfolgt, und Ich will Mich verherrlichen an Pharao und an seinem ganzen Heer; damit die Ägypter erkennen, daß Ich Jehovah bin; und sie taten also. 5. Und es wurde dem König von Ägypten angezeigt, daß das Volk geflohen sei; da wandte sich das Herz Pharaos und seiner Knechte gegen das Volk, und sie sprachen: Warum haben wir das getan, daß wir Israel entlassen haben aus unserem Dienst? 6. Da ließ er seinen Wagen anspannen und nahm sein Volk mit sich. 7. Und er nahm sechshundert auserlesene Wagen und alle Wagen Ägyptens, und die vornehmsten Hauptleute über alle die Seinen. 8. Und Jehovah verhärtete das Herz Pharaos, des Königs von Ägypten, und er verfolgte die Söhne Israels; aber die Söhne Israels waren ausgezogen durch eine hohe Hand. 9. Und die Ägypter verfolgten sie und erreichten sie, als sie sich gelagert hatten am Meere, alle Wagenrosse Pharaos, und seine Reiter und sein Heer, bei Pi-Chirot, vor Baal-Zephon. 10. Und Pharao nahte sich, und es erhoben die Söhne Israels ihre Augen, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her; und die Söhne Israels fürchteten sich sehr und riefen zu Jehovah. 11. Und sprachen zu Mose: Waren keine Gräber in Ägypten, daß du uns herausgenommen hast, um zu sterben in der Wüste? Warum hast du uns das getan, daß du uns herausgeführt aus Ägypten? 12. Ist nicht dies das Wort, das wir zu dir in Ägypten geredet haben und sprachen: Laß ab von uns, daß wir dienen den Ägyptern, denn es ist uns besser, den Ägyptern zu dienen, als zu sterben in der Wüste. 13. Und Mose sprach zum Volke: Fürchtet euch nicht, stehet fest, und sehet die Rettung Jehovahs, die Er heute an euch tun wird, denn die Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen in Ewigkeit. 14. Jehovah wird für euch streiten, und ihr sollt stille sein. 15. Und Jehovah sprach zu Mose: Was schreist du zu Mir? Sage den Söhnen Israels, daß sie aufbrechen. 16. Du aber erhebe deinen Stab und recke deine Hand aus über das Meer, und zerteile es, daß die Söhne Israels mitten durch das Meer im Trockenen gehen. 17. Und Ich, siehe, Ich will verhärten das Herz der Ägypter, daß sie hinter ihnen nachkommen, und Ich will Mich verherrlichen an Pharao und an seinem ganzen Heere, an seinen Wagen und an seinen Reitern. 18. Und die Ägypter sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin, wenn Ich Mich verherrliche an Pharao, an seinen Wagen und an seinen Reitern. 19. Da machte sich der Engel Gottes auf, der vor dem Lager der Israeliten herzog, und ging hinter sie, und die Wolkensäule vor ihnen machte sich auf, und trat hinter sie. 20. Und sie kam zwischen das Lager der Ägypter und das Lager Israels, und es war die Wolke und die Finsternis (auf der einen Seite, und auf der anderen) erleuchtete sie die Nacht, und das eine näherte sich nicht dem anderen während der ganzen Nacht. 21. Und Mose reckte seine Hand aus über das Meer, und Jehovah ließ das Meer weggehen durch einen starken Ostwind, während der ganzen Nacht, und Er legte das Meer trocken, und die Wasser zerteilten sich. 22. Und die Söhne Israels gingen mitten durch das Meer im Trockenen; und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken. 23. Aber die Ägypter verfolgten sie und gingen hinein hinter ihnen, alle Pferde Pharaos, seine Wagen und seine Reiter, bis mitten in das Meer. 24. Und es geschah um die Morgenwache, da schaute Jehovah auf das Heer der Ägypter in der Feuer- und Wolkensäule, und verwirrte das Heer der Ägypter. 25. Und stieß die Räder von ihren Wagen und brachte sie ins Gedränge; da sprachen die Ägypter: Lasset uns fliehen vor Israel, denn Jehovah streitet für sie gegen die Ägypter. 26. Und Jehovah sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer, daß die Wasser zurückkehren über die Ägypter, über ihre Wagen und über ihre Reiter. 27. Und Mose reckte seine Hand aus über das Meer, und das Meer kehrte zurück bei Anbruch des Morgens zur Stärke seiner Flut. Aber die Ägypter flohen ihm entgegen, und Jehovah stieß die Ägypter mitten in das Meer. 28. Und die Gewässer kehrten zurück und bedeckten die Wagen und die Reiter, samt dem ganzen Heere Pharaos, das ihnen nachgezogen war in das Meer; so daß nicht einer von ihnen übrigblieb. 29. Aber die Söhne Israels gingen im Trockenen mitten durch das Meer, und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken. 30. Und so rettete Jehovah an diesem Tage Israel aus der Hand der Ägypter, und Israel sah die Ägypter tot am Gestade des Meeres. 31. Und Israel sah die große Hand (d.i. Macht), die Jehovah gegen die Ägypter erzeigt hatte; und das Volk fürchtete Jehovah, und sie glaubten an Jehovah und an Mose, Seinen Knecht.   Inhalt 8125. Es wird in diesem Kapitel im inneren Sinn von der ersten Versuchung derer gehandelt, die der geistigen Kirche angehörten und von ihrer Durchführung mitten durch die Hölle, sowie auch von dem Schutze des Herrn dabei. Und auch wird gehandelt von dem Versinken derer, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben standen, in die Hölle, wo das Falsche aus dem Bösen herrscht. Die Angehörigen der geistigen Kirche werden vorgebildet durch die Söhne Israels; die, welche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben waren, durch die Ägypter. Die erste Versuchung wird beschrieben durch das Murren der Söhne Israels, als sie das Heer Pharaos sahen; die Hölle wird bezeichnet durch das Schilfmeer, durch das die Söhne Israels sicher hindurchgeführt wurden und worin die Ägypter ertranken; das Falsche aus dem Bösen wird bezeichnet durch das Wasser, das sie bedeckte.   Innerer Sinn 8126. Vers 1-4: Und Jehovah redete mit Mose und sprach: Rede mit den Söhnen Israels, daß sie umkehren und sich lagern vor Pi-Chiroth, zwischen Migdal und dem Meere vor Baal-Zephon; diesem gegenüber sollt ihr euch lagern am Meere. Dann wird Pharao sagen von den Söhnen Israels: Sie sind verirrt im Lande, die Wüste hat sie eingeschlossen. Und Ich will das Herz Pharaos verhärten, daß er sie verfolgt, und Ich will Mich verherrlichen an Pharao und an seinem ganzen Heer; damit die Ägypter erkennen, daß Ich Jehovah bin; und sie taten also. "Und Jehovah redete mit Mose und sprach" bedeutet die Belehrung vom Göttlichen durch das göttlich Wahre; "rede mit den Söhnen Israels" bedeutet den Einfluß des göttlich Wahren bei denen, die der geistigen Kirche angehörten; "daß sie umkehren" bedeutet, daß sie noch nicht bereitet waren; "und sich lagern vor Pi-Chiroth, zwischen Migdal und dem Meere vor Baal-Zephon" bedeutet den Beginn des Zustandes (in den sie kamen), um Versuchungen zu erleiden; "diesem gegenüber sollt ihr euch lagern am Meere" bedeutet, daß dadurch der Einfluß der Versuchung eintrat; "dann wird Pharao sagen von den Söhnen Israels" bedeutet das Denken derer, die in Verdammnis waren, über den Zustand derjenigen, die der geistigen Kirche angehörten; "sie sind verirrt im Lande" bedeutet, daß sie im Unklaren seien in betreff der Dinge, die Angehör der Kirche sind; "die Wüste hat sie eingeschlossen" bedeutet, daß Dunkelheit sie umfangen habe; "und Ich will das Herz Pharaos verhärten" bedeutet, daß die, welche im Falschen vom Bösen waren, sich noch mehr verstockten; "daß er sie verfolgt" bedeutet, daß sie sich noch immer bemühen würden, jene zu unterjochen; "und Ich will Mich verherrlichen" bedeutet, daß sie die Wirkung des Göttlichen aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn im Zerstreuen des Falschen sehen sollten; "an Pharao und an seinem ganzen Heer" bedeutet das Versinken in die Hölle derer, die im Falschen aus dem Bösen waren und ihre Bedeckung daselbst vom Falschen, wie von Gewässern; "damit die Ägypter erkennen, daß Ich Jehovah bin" bedeutet, damit daraus bekannt würde, daß der Herr der einzige Gott sei; "und sie taten also" bedeutet den Gehorsam. 8127. "Und Jehovah redete mit Mose und sprach", 2. Mose 14/1, bedeutet die Belehrung vom Göttlichen durch das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er redete", und von "Jehovah sprach", wenn es sich von dem handelt, was geschehen und sich zutragen soll, insofern es Belehrung vom Göttlichen bezeichnet, wie Nr. 7186, 7241, 7267, 7304, 7380, 7517; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in bezug auf das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 6723, 6752, 6771, 6827, 7010, 7014, 7089, 7382; durch das göttlich Wahre (geschieht die Belehrung), weil Mose, durch den das göttliche Wahre vorgebildet wird, zum Volke reden sollte. Das Göttliche Selbst lehrt und redet nicht unmittelbar mit den Menschen und nicht einmal mit den Engeln, sondern mittelbar durch das göttlich Wahre: Nr. 7009; dies wird verstanden unter den Worten des Herrn bei Joh.1/18; 5/37: "Niemand hat Gott jemals gesehen, der eingeborene Sohn, Der im Schoße des Vaters ist, Der hat (Ihn) geoffenbart": unter dem eingeborenen Sohn wird der Herr in Ansehung Seines göttlich Wahren verstanden, deshalb nennt Sich auch der Herr den Sohn des Menschen: Nr. 2628, 2803, 2813, 3704. Der Herr war auch wirklich, als Er in der Welt war, das göttlich Wahre, später aber, als Er verherrlicht ward, wurde Er auch in Ansehung des Menschlichen zum göttlich Guten, und dann ging aus diesem das göttlich Wahre hervor, das der Geist der Wahrheit oder der Heilige Geist ist. 8128. "Rede mit den Söhnen Israels", 2. Mose 14/2, bedeutet den Einfluß des göttlich Wahren bei denen, die der geistigen Kirche angehörten. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es den Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 2951, 5481, 5797, 7270; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. Reden bedeutet aber das Einfließen, weil Mose im inneren, vorbildlichen Sinn das göttlich Wahre bezeichnet und das göttlich Wahre durch Einfließen in die Wahrnehmung und in das Denken eingeht. Denken aus dem Innewerden ist eine innere Rede, der die äußere Rede entspricht, weshalb im inneren Sinn jenes (Denken) unter dieser verstanden wird. 8129. "Daß sie umkehren", 2. Mose 14/2, bedeutet, daß sie noch nicht bereitet seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von umkehren, nämlich vom Wege des Landes der Philister zu dem Weg der Wüste gegen das Schilfmeer hin, insofern es bedeutet, daß sie noch nicht bereitet seien, nämlich zur Einführung in den Himmel, der bezeichnet wird durch ihren Einzug in das Land Kanaan. Wie sich dies verhält, und daß unter umkehren zu verstehen ist, sie seien noch nicht bereitet, kann aus dem erhellen, was 2. Mose 13/18, Nr. 8098, 8099, erklärt und nachgewiesen worden ist, daß sie nämlich nicht eher in den Himmel eingeführt werden konnten, als bis sie Versuchungen erlitten hatten, und der Herr durch dieselben das Wahre und Gute bekräftigt und verbunden hatte. Dies wird hier unter vorbereitet werden verstanden. 8130. "Und sich lagern vor Pi-Chiroth, zwischen Migdal und dem Meere vor Baal-Zephon", 2. Mose 14/2, bedeutet den Beginn des Zustandes, (in den sie kamen,) um Versuchungen zu erleiden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagerns, insofern es die Anordnung des Wahren und Guten bezeichnet, worüber Nr. 4236, 8103 E; hier um Versuchungen zu erleiden. Dieser Zustand ist es, der bezeichnet wird durch die Orte, wo sie lagern sollten. Daß dieser Zustand bezeichnet wird, erhellt aus dem Folgenden, nämlich daraus, daß Pharao mit seinem Heere hernach dort sein Lager aufschlug, und daß durch den Anblick desselben die Söhne Israels in große Angst gerieten, wodurch der erste Zustand der Versuchungen bezeichnet wird. Man sehe das Folgende zu 2. Mose 14/9-12. 8131. "Diesem gegenüber sollt ihr euch lagern am Meere", 2. Mose 14/2, bedeutet, daß dadurch der Einfluß der Versuchung komme. Dies erhellt aus der Bedeutung von "diesem gegenüber", insofern es soviel ist, als vor ihren Augen, und im inneren Sinne, daß daher der Einfluß komme. Aus der Bedeutung des Lagerns, insofern es die Anordnung des Wahren und Guten bezeichnet, um Versuchungen zu erleiden, wie Nr. 8130; und aus der Bedeutung des Schilfmeeres, insofern es die Hölle bezeichnet, wo das Falsche aus dem Bösen (herrscht), worüber Nr. 8099. Wie es zu verstehen sei, daß daher der Einfluß der Versuchung komme, soll mit wenigem gesagt werden: Die Versuchungen bei den Menschen sind geistige Kämpfe zwischen den bösen und guten Geistern. Die Kämpfe entstehen aus dem und über das, was der Mensch getan und gedacht hat und was in seinem Gedächtnis ist. Die bösen Geister klagen an und dringen auf sie ein, die guten hingegen entschuldigen und verteidigen. Diese Kämpfe erscheinen wie im Menschen, denn was aus der geistigen Welt beim Menschen einfließt, stellt sich so dar, als ob es nicht von dorther komme, sondern in ihm selbst wäre; man sehe Nr. 741, 751, 761, 1820, 3927, 4249, 4307, 4572, 6036, 6657, 6666. Ebenso verhält es sich mit den Geistern, wenn sie Versuchungen erleiden; daher wird bei ihnen, wenn sie Versuchungen erleiden sollen, das Inwendige, d.h. das Wahre und Gute vom Herrn in einen solchen Zustand gebracht, daß sie durch den unmittelbaren Einfluß von Ihm, und den mittelbaren durch den Himmel, dem Falschen und Bösen, das von der Hölle ist, widerstehen können, und so derjenige, der in der Versuchung ist, beschützt werden kann. Wenn der Mensch versucht wird, ist er auch wirklich der Hölle nahe, besonders der Hölle, die durch das Schilfmeer bezeichnet wird, denn hier sind diejenigen, die zwar in der Erkenntnis des Wahren standen, aber dabei in einem Leben des Bösen, und daher im Falschen aus dem Bösen waren. Aus den Höllen fließt durch Geister das ein, was dem Menschen Angst in den Versuchungen erregt. Hieraus kann erhellen, was verstanden wird unter dem Einfluß der Versuchung von der Hölle, der dadurch bezeichnet wird, daß sie sich gegenüber am Schilfmeer lagern sollten. 8132. "Dann wird Pharao sagen von den Söhnen Israels", 2. Mose 14/3, bedeutet das Denken derer, die in der Verdammnis waren, über den Zustand derjenigen, die der geistigen Kirche angehörten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, insofern es ein Denken bezeichnet, worüber Nr. 7094, 7107, 7244, 7937; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen darstellt, die durch Falsches anfochten, worüber Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317; hier, die in der Verdammnis sind, d.h. in lauter Falschem aus dem Bösen, denn wer ganz in solchem lebt, ist in der Verdammnis. Dieser Zustand wird durch Pharao und die Ägypter bezeichnet, nachdem bei ihnen die Erstgeburten getötet worden, denn durch das Töten der Erstgeburten wird die Verdammnis bezeichnet: Nr. 7766, 7778; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 8128. 8133. "Sie sind verirrt im Lande", 2. Mose 14/3, bedeutet, daß sie im Unklaren sind in betreff der Dinge, die Angehör der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von verirrt sein, insofern es soviel ist als verwickelt sein, also im Unklaren sein, worüber Nr. 2831; und aus der Bedeutung des Landes, insofern es bezeichnet, was zur Kirche gehört. Daß das Land die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 8011. 8134. "Die Wüste hat sie eingeschlossen", 2. Mose 14/3, bedeutet, daß Dunkelheit sie bedeckt habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von einschließen, wenn es von der Verdunklung gesagt wird, die bezeichnet wird durch die Wüste, insofern es soviel ist als ganz bedecken; und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie die Verdunklung des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 7313. 8135. "Und Ich will das Herz Pharaos verhärten", 2. Mose 14/4, bedeutet, daß die, welche im Falschen vom Bösen waren, sich noch mehr verstockten. Dies erhellt aus der Bedeutung von verhärten, insofern es heißt, sich verstocken, worüber Nr. 7272, 7300, 7305; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen darstellt, die im Falschen vom Bösen, oder was das gleiche, die in der Verdammnis sind, wie Nr. 8132. Das Herz Pharaos wird gesagt, weil unter Herz im echten Sinn das Gute der himmlischen Liebe verstanden wird: Nr. 3313, 3635, 3883-3896, 7542; daher im entgegengesetzten Sinn das Böse, hier das Böse derer, die im Wissen des Glaubens und im Leben des Bösen waren. 8136. "Daß er sie verfolgt", 2. Mose 14/4, bedeutet, daß sie noch immer sich bemühen würden, jene zu unterjochen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie verfolgen", insofern es ausdrückt, sich bestreben, sie zu unterjochen; denn die Absicht bei ihrem Verfolgen war, sie in den Zustand der Knechtschaft zu bringen; und durch dienen wird, wo von den Ägyptern die Rede ist, die Absicht zu unterjochen bezeichnet: Nr. 6666, 6670, 6671. 8137. "Und Ich will Mich verherrlichen", 2. Mose 14/4, bedeutet, daß sie die göttliche Wirkung aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn im Zerstreuen des Falschen sehen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von verherrlichen, wenn von Jehovah oder dem Herrn die Rede ist, insofern es eine göttliche Wirkung bezeichnet, hier aus Seinem Göttlich-Menschlichen, weil der Herr dadurch, daß Er in die Welt kam, und das Menschliche annahm, und dasselbe göttlich machte, alles Böse und Falsche in die Höllen warf, und nicht nur die Himmel in Ordnung brachte, sondern auch diejenigen von der Verdammnis befreite, die der geistigen Kirche angehörten; man sehe Nr. 6854, 6914, 7091, 7828, 7932, 8018; dies wird im allgemeinen bezeichnet durch sich verherrlichen; hier aber bedeutet es, daß diejenigen, welche die Frommen anfochten, in die Hölle geworfen, und dort vom Falschen wie von Meereswogen bedeckt werden sollten, und dies als eine göttliche Wirkung, einzig vermöge der Gegenwart des Herrn. Damit man wisse, wie sich dies verhält, soll es noch weiter erklärt werden: Es gibt so viele Höllen als Arten und Gattungen des Bösen. Eine jede Hölle ist von der anderen getrennt, gleichsam durch Nebel, Wolken oder Gewässer. Das Böse und Falsche im anderen Leben erscheint vor den Augen der Geister wie Nebel und Wolken, und auch wie Gewässer; das Falsche aus dem Bösen derjenigen, die der geistigen Kirche angehörten und ein böses Leben führten, wie Gewässer; das Falsche hingegen aus dem Bösen derer, die der himmlischen Kirche angehört hatten, wie Nebel. In solcher Umhüllung erscheinen diejenigen, die in den Höllen sind, überall aber mit Unterschied in Ansehung des Maßes und der Beschaffenheit, sie ist dicht und dünn, finster und dunkel, je nach der Gattung und Art des Falschen aus dem Bösen. Die Hölle, wo diejenigen sich befinden, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben waren und einen schlechten Lebenswandel geführt hatten, ist gleichsam von Meereswogen überflutet; zwar erscheint das Falsche des Bösen denen, die darinnen sind, nicht als Gewässer, wohl aber denen, die es von außen her betrachten. Oberhalb des Meeres, wo diese sind, befinden sich die Höllen der Ehebrecher. Der Grund, warum diese oberhalb jener sind, liegt darin, daß Ehebrüche im inneren Sinn die Verfälschungen des Guten und die daher kommenden Verkehrungen des Wahren bedeuten, also Böses, aus dem Falsches hervorgeht, das gegen das Wahre und Gute des Glaubens (feindlich ist): Nr. 2466, 2729, 3399; wie beschaffen das Falsche bei denen ist, die in der unteren Hölle sich befinden, und gegen das Wahre der Kirche gelebt hatten, und das Gute derselben für gar nichts achten, und eben deshalb auch alles, was im Worte über das Gute, d.h. über die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und von der Liebe zu Gott gesagt ist, verfälschten und verkehrten, wird später erklärt werden. Was die Verherrlichung an Pharao und an seinem Heere anbelangt, so bedeutet sie hier die Versenkung in jene Hölle, und das Überfluten, gleichsam wie von Meereswogen, bloß vermöge der Gegenwart des Herrn, wie oben gesagt worden; denn die Bösen fliehen die Gegenwart des Herrn, d.h. die Gegenwart des Guten und Wahren, die von Ihm ist, denn beim bloßen Heranfließen desselben entsetzen sie sich und werden gequält, und schon zufolge der Gegenwart desselben werden sie von ihrem Bösen und Falschen überflutet, denn alsdann bricht es aus ihnen hervor; und es umgibt sie und tritt dazwischen, damit nicht das Göttliche einfließe, und sie durch dasselbe gequält werden. Dies ist die göttliche Wirkung, die hier durch die Verherrlichung an Pharao und an seinem Heer bezeichnet wird. Es ist aber eine Wirkung aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, wie oben gesagt worden, weil der Herr dadurch, daß Er in die Welt kam, und das Menschliche annahm und es göttlich machte, alles Böse und Falsche in die Hölle warf, das Wahre und Gute in den Himmeln in Ordnung brachte, und diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten, aus der Verdammnis befreite. 8138. "An Pharao und an seinem ganzen Heer", 2. Mose 14/4, bedeutet das Versinken in die Hölle derer, die im Falschen aus dem Bösen waren und ihre Bedeckung daselbst vom Falschen, wie von Gewässern. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8137 bemerkt worden ist, nämlich daß durch Pharao diejenigen bezeichnet werden, die in die Hölle geworfen wurden, und auch durch sein Heer. Durch Pharao diejenigen, die im Falschen aus dem Bösen waren, und durch sein Heer das Falsche selbst. Daß das Heer das Wahre aus dem Guten bedeutet, sehe man Nr. 3448, 7236, 7988, und daher im entgegengesetzten Sinn das Falsche aus dem Bösen: Nr. 3448. Die Bedeckung vom Falschen wie von Wasser, wird gesagt, weil das Falsche aus dem Bösen, wie es bei denen beschaffen ist, die als Angehörige der geistigen Kirche in einem getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen waren, dort wie Gewässer erscheint: Nr. 8137; daher kommt es auch, daß die Überschwemmungen von Wasser die Abödungen des Wahren, und die Gewässer selbst das Falsche bedeuten: Nr. 705, 739, 756, 6346, 6853, 7307. 8139. "Damit die Ägypter erkennen, daß Ich Jehovah bin", 2. Mose 14/4, bedeutet, dadurch solle bekannt werden, daß der Herr der einzige Gott sei. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7401, 7444, 7544, 7598, 7636, erklärt worden ist, wo das gleiche. 8140. "Und sie taten also", 2. Mose 14/4, bedeutet den Gehorsam. Dies erhellt ohne Erklärung. 8141. Vers 5-9: Und es wurde dem König von Ägypten angezeigt, daß das Volk geflohen sei; da wandte sich das Herz Pharaos und seiner Knechte gegen das Volk, und sie sprachen: Warum haben wir das getan, daß wir Israel entlassen haben aus unserem Dienst? Da ließ er seinen Wagen anspannen und nahm sein Volk mit sich. Und er nahm sechshundert auserlesene Wagen und alle Wagen Ägyptens, und die vornehmsten Hauptleute über alle die Seinen. Und Jehovah verhärtete das Herz Pharaos, des Königs von Ägypten, und er verfolgte die Söhne Israels, aber die Söhne Israels waren ausgezogen durch eine hohe Hand. Und die Ägypter verfolgten sie und erreichten sie, als sie sich gelagert hatten am Meere, alle Wagenrosse Pharaos, und seine Reiter und sein Heer, bei Pi-Chirot, vor Baal- Zephon. "Und es wurde dem König von Ägypten angezeigt, daß das Volk geflohen sei" bedeutet das Denken derer, die in lauter Falschem aus dem Bösen waren, darüber, daß sie völlig getrennt werden sollten; "da wandte sich das Herz Pharaos und seiner Knechte gegen das Volk" bedeutet die Veränderung des Zustandes zum Bösen bei denen, die im Falschen aus dem Bösen waren; "und sie sprachen: Warum haben wir das getan" bedeutet den Vorwurf; "daß wir Israel entlassen haben aus unserem Dienst" bedeutet, daß sie dieselben freigegeben und nicht unterjocht hätten; "da ließ er seinen Wagen anspannen" bedeutet die Lehre des Falschen, welche die des getrennten Glaubens im allgemeinen ist; "und nahm sein Volk mit sich" bedeutet mit dem Ganzen und Einzelnen des Falschen; "und er nahm sechshundert auserlesene Wagen" bedeutet alle und jede Lehren des Falschen, die Angehör des getrennten Glaubens sind in ihrer Ordnung; "und alle Wagen Ägyptens" bedeutet, auch die ihnen dienenden Lehren des Falschen; "und die vornehmsten Hauptleute über alle die Seinen" bedeutet, unter das Allgemeine in Ordnung gebracht; "und Jehovah verhärtete das Herz Pharaos, des Königs von Ägypten" bedeutet die Verstockung aus dem Falschen, das aus dem Bösen stammt; "und er verfolgte die Söhne Israels" bedeutet das Streben, diejenigen zu unterjochen, die in einem mit der Liebtätigkeit verbundenen Glauben waren; "aber die Söhne Israels waren ausgezogen durch eine hohe Hand" bedeutet, während sie doch von dem Streben ihrer Unterjochung befreit waren durch die göttliche Macht; "und die Ägypter verfolgten sie" bedeutet die Wirkung aus dem Streben nach Unterjochung bei denen, die im Falschen aus dem Bösen waren; "und erreichten sie, als sie sich gelagert hatten am Meere" bedeutet die Gemeinschaft nahe bei dem Gebiete der Hölle, wo das Falsche aus dem Bösen; "alle Wagenrosse Pharaos, und seine Reiter und sein Heer" bedeutet alles, was Sache des Falschen ist aus verkehrtem Verständnis; "bei Pi-Chirot, vor Baal-Zephon" bedeutet, von daher Gemeinschaft und Anfang des Zustandes, in dem sie Versuchungen zu erleiden hatten. 8142. "Und es wurde dem König von Ägypten angezeigt, daß das Volk geflohen sei", 2. Mose 14/5, bedeutet das Denken derer, die in lauter Falschem aus dem Bösen waren, darüber, daß sie völlig getrennt werden sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Anzeige über etwas erhalten, insofern es denken und überlegen in sich schließt, worüber Nr. 2862, 5508; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen bezeichnet, die im Falschen aus dem Bösen, worüber Nr. 8132, 8135; und wenn dem König Ägyptens etwas gemeldet wird, so bezeichnet es diejenigen, die in lauter Falschem sind: Nr. 7220, 7228; denn König bedeutet Wahrheiten: Nr. 1672, 2015, 2069, 4575, 4581, 4966, 5044, 6148; daher im entgegengesetzten Sinn das Falsche. Und aus der Bedeutung von fliehen, insofern es soviel ist als getrennt werden. 8143. "Da wandte sich das Herz Pharaos und seiner Knechte gegen das Volk", 2. Mose 14/5, bedeutet die Veränderung des Zustandes zum Bösen bei denen, die im Falschen aus dem Bösen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Herz wendete sich", insofern es eine Veränderung des Zustandes zum Bösen bezeichnet. Daß sich wenden soviel ist als verändert werden, nämlich hier in Ansehung der Gesinnung, also in Ansehung des Zustandes, ist deutlich, und daß das Herz das Böse bedeutet, sehe man Nr. 8135. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen darstellt, die im Falschen aus dem Bösen, worüber Nr. 8132; aus der Bedeutung der Knechte, insofern es diejenigen sind, die eine untergeordnete Stellung haben und dienen, und weil diese, so bezeichnen sie alle und jede, die im Falschen aus dem Bösen waren: Nr. 7396. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen. Daraus geht deutlich hervor, daß durch "es wendete sich das Herz Pharaos und seiner Knechte gegen sein Volk", die Veränderung des Zustandes zum Bösen bezeichnet wird bei allen denen, die im Falschen aus dem Bösen waren, gegen diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten. 8144. "Und sie sprachen: Warum haben wir das getan", 2. Mose 14/5, bedeutet den Vorwurf, nämlich den sie sich selbst machten. Dies erhellt ohne Erklärung. 8145. "Daß wir Israel entlassen haben aus unserem Dienst", 2. Mose 14/5, bedeutet, daß sie dieselben freigegeben und nicht unterjocht hätten. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, insofern es soviel ist als freigeben, und aus der Bedeutung von ihnen zu dienen, wenn es von den Ägyptern rücksichtlich der Söhne Israels gesagt wird, insofern es ausdrückt, von der Bekämpfung durch Falsches und von der Anfechtung, worüber Nr. 7120, 7129, und von der daraus hervorgehenden Unterjochung: Nr. 6666, 6670, 6671. 8146. "Da ließ er seinen Wagen anspannen", 2. Mose 14/6, bedeutet die Lehre des Falschen, welche die des getrennten Glaubens im allgemeinen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wagens, insofern er die Lehre bezeichnet, worüber Nr. 2760, 5321, 5945; hier die Lehre des Falschen, welche die des getrennten Glaubens ist, weil durch die Wagen Pharaos und durch Pharao das Falsche des getrennten Glaubens vorgebildet wird; denn die, welche in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, und zugleich ein schlechtes Leben führen, müssen notwendig im Falschen sein: Nr. 8094. Im Folgenden wird gehandelt von der Sammlung alles Verfälschten aus dem Bösen bei denen, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben und in einem schlechten Lebenswandel gewesen waren. Im Vorhergehenden wurde von der Verwüstung ihrer Glaubenswahrheiten gehandelt, und zuletzt von ihrer Versetzung in einen solchen Zustand, daß sie in lauter Falschem aus dem Bösen waren, also in der Verdammnis. In diesem Kapitel wird nun gehandelt von ihrem Hinabstürzen in die Hölle, denn das Hinabstürzen in die Hölle folgt auf die Verdammnis. Mit diesem Zustand, nämlich mit dem Zustand des Hinabstürzens in die Hölle, verhält es sich in folgender Weise: Wenn es geschehen soll, dann wird alles Falsche, das bei ihnen ist, in eine Masse gesammelt, was bewirkt wird durch das Öffnen aller Höllen, mit denen sie in Verbindung standen, und diese (Masse) strömt auf sie ein. Daher entstehen Verdichtungen des Falschen aus dem Bösen um sie her, die denen, die sie von außenher anblicken, wie Gewässer erscheinen: Nr. 8137, 8138. Es sind Ausströmungen (exhalationes) aus ihrem Leben. Wenn sie von diesen rings umflutet sind, dann sind sie in der Hölle. Daß das Falsche aus dem Bösen zu einer Masse gesammelt wird und sie überflutet, geschieht deswegen, damit sie ganz umgeben werden von dem, was zu ihrem Leben gehörte, und für die Folge darinnen gehalten werden. Die Art ihres Bösen und des daraus hervorgehenden Falschen unterscheidet sie alsdann voneinander, wie auch ihre Hölle von anderen Höllen. Weil es sich hier handelt von der Sammlung alles Falschen aus dem Bösen, das in ihnen ist, deshalb werden in diesem Kapitel die Wagen Pharaos, seine Pferde, Reiter, Heer und Volk so oft erwähnt, denn durch diese Dinge wird alles bezeichnet, was zu ihrem Falschen gehört: 2. Mose 14/7: "Da ließ er seinen Wagen anspannen, und nahm sein Volk mit sich". 2. Mose 14/9: "Er nahm sechshundert auserlesene Wagen und alle Wagen Ägyptens". 2. Mose 14/17: "Und die Ägypter verfolgten sie und erreichten sie, alle Wagenrosse Pharaos, und seine Reiter und sein Heer". 2. Mose 14/18: "Ich will Mich verherrlichen an Pharao, und an seinem ganzen Heere, an seinen Wagen, und an seinen Reitern". 2. Mose 14/23: "Aber die Ägypter verfolgten sie und gingen hinein hinter ihnen, alle Pferde Pharaos, seine Wagen, und seine Reiter". 2. Mose 14/25: "Jehovah stieß die Räder von ihren Wagen". 2. Mose 14/26: "Daß die Wasser zurückkehren über die Ägypter, über ihre Wagen und über ihre Reiter". 2. Mose 14/28: "Und die Gewässer kehrten zurück, und bedeckten die Wagen und die Reiter, samt dem ganzen Heere Pharaos". Dies alles wurde wiederholt, weil von dem Falschen aus dem Bösen gehandelt wird, das gesammelt und über sie ausgegossen wurde; denn durch jene Worte wird alles Falsche aus dem Bösen bezeichnet: durch Pharao und die Ägypter diejenigen selbst, die im Falschen aus dem Bösen waren, durch die Wagen die Lehre des Falschen; durch die Rosse das falsche Wißtümliche aus dem verkehrten Verständnis; durch die Reiter die Vernünfteleien daraus; durch Heer und Reiter das Falsche selbst. 8147. "Und nahm sein Volk mit sich", 2. Mose 14/6, bedeutet, mit dem Ganzen und Einzelnen des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es die Wahrheiten bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, worüber Nr. 1259, 1260, 3295, 3581; hier das Falsche aus dem Bösen, das durch Pharao und die Ägypter vorgebildet wird. Wenn Pharao und seine Knechte, oder Pharao und sein Volk gesagt wird, so bedeutet es alle und jede, die in jenem Falschen sind, wie auch alles und jedes Falsche: Nr. 7396. 8148. "Und er nahm sechshundert auserlesene Wagen", 2. Mose 14/7, bedeutet alle und jede Lehren des Falschen, die dem getrennten Glauben angehören, in ihrer Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl sechshundert, insofern sie alles und jedes Gute und Wahre des Glaubens in einer Zusammenfassung bezeichnet, also im entgegengesetzten Sinn alles und jedes Falsche und Böse des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens. Daß sechshundert diese Bedeutung hat, kann aus dem erhellen, was von der Zahl 600.000, Nr. 7973 gezeigt worden; ferner aus der Bedeutung der Wagen insofern sie die Glaubenslehren bezeichnen, hier die des getrennten Glaubens, von dem Nr. 8146. Durch auserlesene Wagen werden die hauptsächlichen Lehren dieses Glaubens bezeichnet, von denen die übrigen abhängen. Diejenigen, die davon abhängen oder ihnen dienen, werden durch die Wagen Ägyptens bezeichnet, über die im Folgenden. Man muß wissen, daß dies Falsche, das hier durch Pharao, durch sein Heer und sein Volk, ferner durch seine Wagen, Pferde und Reiter bezeichnet wird, hauptsächlich das Falsche derer ist, die in einem Überredungsglauben sind, d.h. solcher, die sich bereden, daß die Kirchenlehre, in der sie sind, Wahrheit sei, dennoch aber ein böses Leben führen. Ein Beredungsglaube kann stattfinden bei einem bösen Leben, nicht aber der seligmachende Glaube, denn der Beredungsglaube ist nur eine Überzeugung, daß alles Wahrheit sei, was zur Kirchenlehre gehört, nicht um des Wahren willen, auch nicht um des Lebens willen, nicht einmal um des Heiles willen (denn daran glauben sie kaum), sondern um des Gewinnes willen, d.h. um Ehrenstellen und Reichtümer zu gewinnen, und auch um des Rufes willen, als Mittel zu jenen; um solche Dinge zu gewinnen, lernen sie die Lehrbestimmungen, also nicht in der Absicht, der Kirche und dem Heil der Seelen, sondern sich und den Ihrigen zu dienen. Daher ist es ihnen einerlei, ob diese Lehrbestimmungen wahr oder falsch sind. Sie kümmern sich nicht darum, noch weniger forschen sie darüber nach, denn sie haben keine Neigung zum Wahren um des Wahren willen, sondern sie begründen sie, wie sie auch sein mögen, und wenn sie sie begründet (bestätigt) haben, überreden sie sich, daß sie wahr seien, bedenken aber nicht, daß man sowohl das Falsche als das Wahre begründen kann: Nr. 4741, 5033, 6865, 7012, 7680, 7950. So entsteht der Beredungsglaube, und weil dieser nicht den Nächsten zum Zweck hat und als solchen ansieht, und auch nicht das Gute desselben, also auch nicht den Herrn, sondern sich und die Welt, d.h. Ehrenbezeugungen und Gewinn, deshalb verbindet er sich mit dem Bösen des Lebens, nicht aber mit dem Guten des Lebens, denn nur der mit diesem verbundene Glaube ist der seligmachende. Dieser Glaube wird vom Herrn gegeben, jener aber ist vom Menschen selbst. Der erste bleibt in Ewigkeit, dieser aber verschwindet im anderen Leben; er verliert sich auch schon in der Welt, wenn er ihnen keinen Gewinn bringt. Solange er aber Gewinn bringt, streiten sie für denselben wie für den Himmel selbst, während sie doch nicht für ihn, sondern für sich kämpfen; denn das, was zum Glauben gehört, die Lehrbestimmungen, ist ihnen nur Mittel zum Zweck, d.h. zum Ansehen und zum Reichtum. Diejenigen, die einen solchen Glauben in der Welt haben, können nur schwer unterschieden werden von denen, die in dem seligmachenden Glauben stehen; denn sie reden und predigen mit der Wärme eines gewissen Eifers für die Lehre, aber es ist eine Wärme aus dem Feuer der Selbstliebe und der Weltliebe. Diese sind es, die besonders durch Pharao und die Ägypter bezeichnet, und im anderen Leben in betreff dieses Glaubens abgeödet werden. Ist ihnen derselbe weggenommen, dann sind sie in lauter Falschem aus dem Bösen, denn das Falsche bricht dann aus dem Bösen hervor. Weil nämlich alles Böse sein Falsches bei sich hat (denn sie sind verbunden), darum erscheint dieses Falsche, sobald sie dem Bösen ihres Lebens überlassen werden; dann ist das Böse gleichsam wie ein Feuer, und das Falsche wie das Licht aus demselben. Diese Art des Bösen und des Falschen ist ganz verschieden von den anderen Arten des Bösen und des daraus hervorgehenden Falschen, sie ist verabscheuungswürdiger als die übrigen, weil sie gegen das Gute und Wahre des Glaubens gerichtet ist, und daher diesem Bösen die Entweihung innewohnt. Die Entweihung ist die Anerkennung des Wahren und Guten, verbunden mit einem Leben, was jenem entgegensteht: Nr. 593, 1008, 1010, 1059, 2051, 3398, 3898, 4289, 4601, 6959, 6963, 6971. 8149. "Und alle Wagen Ägyptens", 2. Mose 14/7, bedeutet, auch die ihnen dienenden Lehren des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wagen Pharaos, insofern sie die hauptsächlichen Lehren des Falschen bezeichnen, von denen die übrigen abhängen. Daher werden durch die Wagen die Lehren des Falschen bezeichnet, die jenen dienen, worüber Nr. 8148, denn der König und seine Wagen bedeutet das Hauptsächliche, aber das Volk oder die Ägypter und ihre Wagen das Untergeordnete. Die Kirchenlehren bei denen, die im Bösen des Lebens sind, heißen Lehrbestimmungen des Falschen, obwohl sie zum größeren oder geringeren Teil wahr sein können; und dies darum, weil die Wahrheiten bei denen, die im Bösen des Lebens sind, soviel an ihnen liegt, nicht Wahrheiten sind, denn durch die Anwendung zum Bösen, das Sache des Lebens ist, nehmen sie das Wesen des Wahren hinweg und geben ihnen die Natur des Falschen, weil sie auf das Böse abzielen, mit dem sie sich verbinden. Mit dem Bösen können aber die Wahrheiten nicht verbunden werden, wenn man sie nicht verfälscht, was durch falsche Deutungen und Verdrehungen geschieht. Daher kommt es, daß die Kirchenlehren bei ihnen, Lehrbestimmungen des Falschen genannt werden, wiewohl sie Wahres enthalten haben. Die Grundregel ist nämlich, daß die Wahrheiten bei denen, die im Bösen des Lebens sind, verfälscht werden, und das Falsche bei denen, die im Guten des Lebens sind, zur Wahrheit wird. Das Falsche wird aber bei diesen zur Wahrheit, weil es so angewendet wird, daß es übereinstimmen kann mit dem Guten, und dadurch die Verkehrtheiten des Falschen abgestreift werden, man sehe Nr. 8051. 8150. "Und die vornehmsten Hauptleute über alle die Seinen", 2. Mose 14/7, bedeutet, unter das Allgemeine in Ordnung gebracht. Dies erhellt aus der Bedeutung der vornehmsten Hauptleute, insofern sie das Allgemeine bezeichnen, unter dem das Besondere steht. Daß die vornehmsten Hauptleute dies bedeuten, kommt daher, weil drei, wovon sie ihren Namen (tertiani, d.h. Dreikämpfer) haben, das Vollständige und Ganze bedeutet: Nr. 2788, 4495, 7715, und die Hauptleute das Vornehmste bezeichnen. Dieses zusammen mit jenem bildet das Allgemeine, denn unter das Allgemeine wird alles und jedes geordnet, was in einem Zusammenhang stehen soll. Die Unterordnung unter das Allgemeine macht, daß alles zusammenwirkt und gleiche Form und Beschaffenheit hat. Daß unter dem Allgemeinen das Besondere, und unter diesem das Einzelne steht, sehe man Nr. 920, 2384, 3739, 4325 E, 4329, 4345, 4383, 5208, 5339, 6115, 6146. 8151. "Und Jehovah verhärtete das Herz Pharaos, des Königs von Ägypten", 2. Mose 14/8, bedeutet die Verstockung durch das Falsche, das aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von das Herz verhärten, insofern es soviel ist als sich verstocken, worüber Nr. 7272, 7300, 7305, 7616. Jehovah verhärtete sein Herz, bedeutet im inneren Sinn, daß die, welche im Bösen und Falschen waren, sich selbst verhärteten, also das Böse und Falsche selbst, worüber man sehe Nr. 2447, 6071, 6991, 6997, 7533, 7643, 7877, 7926. 8152. "Und er verfolgte die Söhne Israels", 2. Mose 14/8, bedeutet das Streben, diejenigen zu unterjochen, die in einem mit der Liebtätigkeit verbundenen Glauben waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von verfolgen, insofern es das Streben zu unterjochen bezeichnet, wie Nr. 8136; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, (wovon öfters); somit diejenigen, die in einem mit der Liebtätigkeit verbundenen Glauben sind, denn die, welche der geistigen Kirche angehören, sind in solchem Glauben sowohl in Ansehung der Lehre als in Ansehung des Lebens. Das Gute des Glaubens oder die Liebtätigkeit ist das Wesentliche, somit an erster Stelle aber bei denen, die der echten geistigen Kirche angehören, aber bei denen, die den von seinem Guten getrennten Glauben haben, sowohl in bezug auf die Lehre, als auch in bezug auf das Leben, ist das Glaubenswahre oder der Glaube das Wesentliche, d.h. an erster Stelle; diese gehören jener Kirche nicht an, denn das Leben macht die Kirche, nicht aber die Lehre, außer insoweit, als sie Sache des Lebens wird. Hieraus erhellt, daß die Kirche des Herrn nicht hier oder dort ist, sondern daß sie allenthalben ist, sowohl innerhalb der Gebiete, wo die Kirche ist, als außerhalb derselben, nämlich da, wo man nach den Vorschriften der Liebtätigkeit lebt. Daher kommt es, daß die Kirche des Herrn über den ganzen Erdkreis zerstreut, und doch nur eine ist, denn wenn das Leben die Kirche ausmacht nicht aber die vom Leben getrennte Lehre, dann ist die Kirche eine, wenn hingegen die Lehre die Kirche ausmacht, dann gibt es viele. 8153. "Aber die Söhne Israels waren ausgezogen durch eine hohe Hand", 2. Mose 14/8, bedeutet, während sie doch von dem Streben ihrer Unterjochung befreit waren durch die göttliche Macht. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, oder die, welche in einem mit der Liebtätigkeit verbundenen Glauben sind, wie Nr. 8152; und aus der Bedeutung der hohen Hand, insofern sie die göttliche Macht bezeichnet, denn Hand bedeutet Macht: Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6292, 6947, 7011, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 8069; und durch das Hohe wird das Göttliche bezeichnet. Das Hohe bedeutet aber das Göttliche, weil unter demselben der Himmel verstanden wird, wo das Göttliche ist. Daher wird im Worte von Jehovah oder dem Herrn gesagt, daß Er in der Höhe wohne, und Er selbst wird der Allerhöchste genannt: Jes.33/5: "Erhaben ist Jehovah, weil Er in der Höhe wohnt". Jes.57/15: "So spricht der Hohe und Erhabene, Der da wohnt in Ewigkeit, und Dessen Name der Heilige ist: Ich wohne im Heiligen und Hohen". Ps.18/17: "Jehovah sandte von der Höhe und errettete mich"; daher wird Jehovah der Höchste genannt: 5. Mose 32/8; Dan.4/14,21,31 (oder 4/17,24,34); 7/18,22,25; Ps.7/18; 9/3; 18/14; 46/5; 50/14; 57/3; 82/6. Weil das Hohe den Himmel bedeutet und das Göttliche in demselben, deshalb wurde der Gottesdienst von denen, die der vorbildlichen Kirche angehörten, auf den Bergen gehalten und an erhabenen Orten, und daher auch auf den Höhen, die sie sich sogar erbauten, worüber hie und da in den historischen und prophetischen Teilen des Wortes, wie bei Hes.16/24,25,31: "Du hast dir Hügel erbaut und Höhen gemacht auf allen Straßen, auf allen Ecken der Straßen hast du deine Höhen errichtet". Das Göttliche wird aber durch das Hohe bezeichnet, weil durch den Sternenhimmel der Engelshimmel bezeichnet wird, und man auch glaubte, daß er dort sei; aber die Weiseren unter ihnen wußten, daß der Himmel nicht in der Höhe ist, sondern da, wo das Gute der Liebe ist, und zwar inwendig im Menschen, wo auch derselbe sein mag. Daß das Hohe das Inwendigere ist, oder das Gute, das darinnen ist, sehe man Nr. 450, 1735, 2148, 4210, 4599. 8154. "Und die Ägypter verfolgten sie", 2. Mose 14/9, bedeutet die Wirkung aus dem Streben nach Unterjochung bei denen, die im Falschen aus dem Bösen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von verfolgen, insofern es ein Streben nach Unterjochung (anderer) bezeichnet, wie Nr. 8152; hier die Wirkung dieses Strebens, weil es wiederholt wird. Und aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen bezeichnen, die im Falschen aus dem Bösen sind, wovon früher oft. 8155. "Und erreichten sie, als sie sich gelagert hatten am Meere", 2. Mose 14/9, bedeutet die Gemeinschaft in der Nähe der Hölle, wo das Falsche aus dem Bösen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von erreichen, insofern es eine Gemeinschaft bezeichnet; denn erreichen oder berühren ist im geistigen Sinn der Einfluß, durch den die Gemeinschaft entsteht, hier die des Falschen aus dem Bösen derer, die durch die Ägypter bezeichnet werden, mit denen, die durch Israel. Daß dort eine Gemeinschaft stattfand, erhellt aus der Versuchung, die sie zuerst dort erlitten, worüber im Folgenden. Jede Versuchung findet statt durch Einfluß von den Höllen, also durch Gemeinschaft: Nr. 8131. Aus der Bedeutung von sich lagern, insofern es die Anordnungen des Wahren und Guten vom Herrn bezeichnet, um Versuchungen zu erdulden: Nr. 8103, 8130, 8131; und aus der Bedeutung des Meeres, hier des Schilfmeeres, insofern es die Hölle bezeichnet, wo das Falsche aus dem Bösen derer ist, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, und in einem Leben des Bösen stehen: Nr. 8099, 8137, 8148. 8156. "Alle Wagenrosse Pharaos, und seine Reiter und sein Heer", 2. Mose 14/9, bedeutet alles, was dem Falschen das aus einem verkehrten Verständnis stammt, angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Rosse, insofern sie das Verständige bezeichnen worüber Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 7024, 8029; hier das verkehrte Verständige, wie es bei denen ist, die im Bösen und daraus im Falschen sind. Aus der Bedeutung der Wagen, insofern sie die Lehren bezeichnen, worüber Nr. 2760, 5321, 5945, 8146; aus der Bedeutung der Reiter, insofern sie das bezeichnen, was Sache des Verständnisses ist, worüber Nr. 6534, hier die falschen Vernünfteleien aus einem verkehrten Verständnis; und aus der Bedeutung des Heeres, insofern es das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 8138. Hieraus erhellt, daß durch die Wagenrosse Pharaos, und seine Reiter, und sein Heer das Wißtümliche, die Vernünfteleien und das Falsche aus einem verkehrten Verständnis bezeichnet wird, somit alles, was Sache des Falschen ist. 8157. "Bei Pi-Chirot, vor Baal-Zephon", 2. Mose 14/9, bedeutet, daß von da aus Gemeinschaft eintrat, und daher der Anfang des Zustandes, in den sie kamen, um Versuchungen zu erleiden. Dies erhellt aus Nr. 8130. 8158. Vers 10-14: Und Pharao nahte sich, und es erhoben die Söhne Israels ihre Augen, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her; und die Söhne Israels fürchteten sich sehr und riefen zu Jehovah. Und sprachen zu Mose: Waren keine Gräber in Ägypten, daß du uns herausgenommen hast, um zu sterben in der Wüste? Warum hast du uns das getan, daß du uns herausgeführt aus Ägypten? Ist nicht dies das Wort, das wir zu dir in Ägypten geredet haben und sprachen: Laß ab von uns, daß wir dienen den Ägyptern, denn es ist uns besser, den Ägyptern zu dienen, als zu sterben in der Wüste. Und Mose sprach zum Volke: Fürchtet euch nicht, stehet fest, und sehet die Rettung Jehovahs, die Er heute an euch tun wird, denn die Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen in Ewigkeit. Jehovah wird für euch streiten, und ihr sollt stille sein. "Und Pharao nahte sich" bedeutet den starken Einfluß des Falschen aus dem Bösen; "und es erhoben die Söhne Israels ihre Augen" bedeutet das Verständige des Gemüts und das Denken; "und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her" bedeutet den beständig zunehmenden Druck des Falschen; "und die Söhne Israels fürchteten sich sehr" bedeutet das Schaudern; "und riefen zu Jehovah" bedeutet das Flehen um Hilfe; "und sprachen zu Mose" bedeutet den Gipfel der Versuchung; wenn Verzweiflung eintritt; "waren keine Gräber in Ägypten, daß du uns herausgenommen hast, um zu sterben in der Wüste?" bedeutet, wenn Verdammnis sein solle, sei es gleich, ob sie durch jenes Falsche der Anfechtenden (verdammt würden), oder durch den Zustand der Versuchungen, in dem sie unterliegen müßten; "warum hast du uns das getan, daß du uns herausgeführt aus Ägypten?" bedeutet, es sei vergeblich, daß sie aus den Anfechtungen des Falschen befreit worden; "ist nicht dies das Wort, das wir zu dir in Ägypten geredet haben und sprachen" bedeutet, solches hätten sie gedacht, als sie vom Falschen angefochten worden wären; "laß ab von uns, daß wir dienen den Ägyptern" bedeutet, man könne sie nicht zurückhalten, sich zu ergeben, "denn es ist uns besser, den Ägyptern zu dienen, als zu sterben in der Wüste" bedeutet die Verdammnis durch die Gewalt des Falschen im Zustande der Anfechtungen sei vorzuziehen der Verdammnis, durch das Unterliegen im Zustande der Versuchungen; "und Mose sprach zum Volke" bedeutet die Erhebung aus dem Zustande der Verzweiflung durch das göttlich Wahre; "fürchtet euch nicht" bedeutet, man dürfe nicht verzweifeln; "stehet fest, und sehet die Rettung Jehovahs" bedeutet die Erlösung kommt vom Herrn allein und durchaus nicht von ihnen; "die Er heute an euch tun wird" bedeutet die in Ewigkeit (fortdauern werde); "denn die Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen in Ewigkeit" bedeutet das Falsche, das einmal entfernt werde, werde für ewig entfernt sein; "Jehovah wird für euch streiten" bedeutet, daß der Herr allein die Versuchungskämpfe aushalte; "und ihr sollt stille sein" bedeutet, daß sie aus eigener Macht gar nichts ausrichten könnten. 8159. "Und Pharao nahte sich", 2. Mose 14/10, bedeutet den starken Einfluß des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen bezeichnet, die im Falschen aus dem Bösen sind, worüber Nr. 8132, 8135, 8146, 8148; und aus der Bedeutung von "sich nahen", insofern es einen Einfluß bezeichnet. Im inneren Sinn wird gehandelt von der ersten Versuchung derjenigen, die befreit wurden, und jede Versuchung geschieht durch einen Einfluß von den Höllen, denn die Geister, die von daher einwirken, erregen im Menschen alles Böse, was er getan und gedacht hat, und ziehen es hervor, und durch dieses klagen sie ihn an und verdammen ihn; dadurch wird sein Gewissen verwundet, und der Geist gerät in Angst. Dies geschieht durch Einfluß aus den Höllen, besonders aus der Hölle, die durch das Schilfmeer vorgebildet wird. Hieraus kann man erkennen, daß durch "sich nahen" im geistigen Sinn, in dem (hier) von den Versuchungen die Rede ist, der Einfluß bezeichnet wird. Weil in den nun folgenden Versen von der ersten Versuchung derer gehandelt wird, die der geistigen Kirche angehörten, so muß man wissen, daß sie die Versuchungen nicht eher aushalten konnten, als bis der Herr sein Menschliches verherrlicht, d.h. göttlich gemacht hatte, und in diesem bei ihnen gegenwärtig sein konnte; vorher würden sie unterlegen sein, denn diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten, wurden einzig und allein durch das Göttlich-Menschliche des Herrn erlöst. Die Versuchungen derer, die der geistigen Kirche angehörten, und die sie bestehen mußten, nachdem der Herr in die Welt gekommen und bei denen Er dann aus dem Göttlich-Menschlichen für sie gegen die Hölle kämpfen konnte, werden verstanden unter Folgendem bei Mal.3/1-4: "Plötzlich wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, Den ihr begehret, siehe, Er kommt, spricht Jehovah Zebaoth; wer wird den Tag Seiner Ankunft ertragen, und wer wird bestehen, wenn Er erscheint? Denn Er ist wie das Feuer des Schmelzers, und wie die Lauge der Walker; Er wird sitzen schmelzend und läuternd das Silber, und Er wird die Söhne Levis läutern, und sie reinigen wie Gold und wie Silber; und sie werden Jehovah Opfer bringen in Gerechtigkeit. Dann wird Jehovah das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein, wie in den Tagen der Vorzeit und wie in den früheren Jahren": hier ist offenbar von der Ankunft des Herrn (die Rede). Die Söhne Levis bezeichnen hier die Angehörigen der geistigen Kirche, denn durch Levi wird die Liebtätigkeit oder das geistig Gute bezeichnet: Nr. 3875, 4497, 4502, 4503, das Feuer des Schmelzers bedeutet die Versuchung, durch welche die Läuterung (geschieht), und diese wird hier darunter verstanden, daß Er sie läutern und reinigen wolle wie Gold und Silber. Das Opfer, das sie Jehovah darbringen sollen, ist der Glaube und die Liebtätigkeit. Die Tage der Vorzeit und die früheren Jahre bedeuten die alten Kirchen, und den damaligen Zustand der Verehrung des Herrn. Was die Versuchungen anbelangt, so verhält es sich mit denselben, wie Nr. 8131 gesagt worden, daß nämlich die Höllen gegen den Menschen kämpfen und der Herr für den Menschen. Auf jegliches Falsche, das die Höllen vorbringen, erfolgt eine Antwort vom Herrn. Das Falsche, das von den Höllen kommt, wird in den äußeren oder natürlichen Menschen gebracht und fließt in denselben ein, aber die Antwort vom Göttlichen fließt in den inneren oder geistigen ein. Das, was vom Göttlichen (einfließt), kommt nicht so zur Wahrnehmung des Menschen, wie jenes; auch erregt es nicht so die einzelnen Gedanken, sondern das Allgemeine derselben, und zwar nur so, daß kaum etwas anderes zur Wahrnehmung gelangt als eine gewisse Hoffnung und durch diese ein (innerer) Trost, in dem jedoch Unzähliges enthalten ist, was der Mensch nicht weiß; es ist solches, was übereinstimmt mit seiner Neigung oder Liebe, besonders mit der Neigung oder Liebe zum Wahren und Guten, aus dem sein Gewissen sich gebildet. Dies wurde deshalb gesagt, damit man wisse, daß durch das Leben der Söhne Israels in der Wüste die Versuchungen in ihrer Reihenfolge beschrieben werden, die diejenigen erlitten, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten und befreit wurden. Diese Versuchungen erlitten sie aber, damit sie noch mehr zum Himmel vorbereitet würden; denn durch die Versuchungen wird, als durch das einzige Mittel, das Gute und Wahre befestigt und verbunden, und durch sie wird die Liebtätigkeit zur Liebtätigkeit des Glaubens, und der Glaube zum Glauben der Liebtätigkeit. Daß die Angehörigen der (geistigen) Kirche Versuchungen zu erleiden haben, wird unter Folgendem verstanden, was der Herr sagte bei Matth.10/38,39; Mark.8/31-38: "Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, und Mir nachfolgt, ist Meiner nicht wert". Matth.16/24,25; Luk.9/23,24: "Er sprach zu seinen Jüngern: Wenn jemand Mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, er nehme sein Kreuz auf sich, und folge Mir nach". Luk.14/27: "Wer nicht sein Kreuz trägt, und Mir nachfolgt, der kann Mein Jünger nicht sein". Mark.10/21: "Jesus sprach zum Reichen: Komm, folge Mir nach, nimm das Kreuz auf dich". Matth.10/34: "Glaubet nicht, daß Ich gekommen sei, den Frieden auf die Erde zu bringen, Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert". Man muß aber wissen, daß in den Versuchungen nicht der Mensch kämpft, sondern der Herr allein für den Menschen, obgleich es scheint, als ob der Mensch kämpfe, und wenn der Herr für den Menschen kämpft, siegt der Herr in jeder Beziehung. Heutigen Tages werden nur wenige in Versuchungen eingeführt, und dies darum, weil sie nicht in einem Leben des Glaubens stehen, und daher auch nicht in einem Gewissen (oder Bewußtsein) des Wahren, und wer nicht in einem Gewissen des Wahren aus dem Guten des Lebens steht, der unterliegt, wodurch dann der folgende Zustand schlimmer wird als der frühere. 8160. "Und es erhoben die Söhne Israels ihre Augen", 2. Mose 14/10, bedeutet das Verständige des Gemüts und das Denken. Dies erhellt aus der Bedeutung der Augen, insofern sie das Verständige des Gemütes bezeichnen, worüber Nr. 2701, 3820, 4403-4421, 4523-4534; daher bedeutet die Augen erheben Anschauung, Wahrnehmung und Denken: Nr. 2789, 2849, 3198, 3202, 4083, 4086, 4339. 8161. "Und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her", 2. Mose 14/10, bedeutet den beständig zunehmenden Druck des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen vorbilden, die im Falschen aus dem Bösen sind, also auch das Falsche selbst aus dem Bösen, worüber Nr. 8132, 8135, 8146, 8148; und aus der Bedeutung von "ihnen nachziehen", insofern es einen Einfluß und eine nähere Gemeinschaft bezeichnet. "Pharao nahte sich" bedeutet den Einfluß des Falschen aus dem Bösen: Nr. 8159, daher wird durch "er zog ihnen nach" ein noch näherer, und somit ein heftigerer Einfluß bezeichnet. Daher kommt es, daß hier der beständig zunehmende Druck des Falschen bezeichnet wird. 8162. "Und die Söhne Israels fürchteten sich sehr", 2. Mose 14/10, bedeutet den Schauder. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich fürchten, wenn es gesagt wird von der Versuchung, insofern es Schauder und Entsetzen bezeichnet. Die Furcht ist aber hier zugleich Schauder, weil, wenn die Versuchung eintritt, das Gewissen durch das Böse und Falsche erschreckt wird, somit der innere Mensch, denn das Gewissen ist Sache des inneren Menschen; daher Schauder oder ein mit der Furcht vor dem geistigen Tode verbundener Abscheu. Dieses Schaudern entsteht aus dem bloßen Einfluß des Falschen und Bösen bei denen, die ein Gewissen haben, denn das Gewissen bildet sich aus dem Wahren und Guten des Glaubens, also aus dem, was das geistige Leben ausmacht. Das Falsche und Böse zerstört dieses Leben, und sucht den Tod hineinzubringen, das ist die Verdammnis, daher dann der Schauder. 8163. "Und riefen zu Jehovah", 2. Mose 14/10, bedeutet das Flehen um Hilfe; dies erhellt ohne Erklärung. 8164. "Und sprachen zu Mose", 2. Mose 14/11, bedeutet den Gipfel der Versuchung und die Verzweiflung. Dies erhellt aus dem Folgenden, denn es liegt schon in dem Worte "sie sprachen", daß die folgenden Worte Worte der Versuchung sind, wenn diese ihren Gipfel erreicht und Verzweiflung eintritt, ist an sich klar. Verzweiflung (oder Hoffnungslosigkeit) wird gesagt, weil diese meistens das Ende ist, oder am Ende der geistigen Versuchung eintritt: Nr. 1787, 2694, 5279, 5280, 7147, 7155, 7166. Weil es heutzutage wenige gibt, die geistige Versuchungen erleiden, und daher unbekannt ist, wie es sich mit denselben verhält, so soll etwas Weiteres darüber gesagt werden: Es gibt geistige Versuchungen und es gibt natürliche Versuchungen. Die geistigen Versuchungen sind die des inneren Menschen, die natürlichen die des äußeren. Bisweilen finden die geistigen Versuchungen ohne die natürlichen Versuchungen statt, bisweilen zugleich mit ihnen. Natürliche Versuchungen sind es, wenn der Mensch leidet in Ansehung seines Körpers, seiner Ehre, seines Vermögens, mit einem Worte in betreff seines natürlichen Lebens, was in Krankheiten, bei Unglücksfällen, Verfolgungen, ungerechten Bestrafungen und dergleichen der Fall ist. Die Beängstigungen, die dann entstehen, sind es, die verstanden werden unter den natürlichen Versuchungen. Diese Versuchungen wirken aber keineswegs auf sein geistiges Leben ein, und können auch nicht Versuchungen, sondern Schmerzen genannt werden, denn sie entstehen aus der Verletzung des natürlichen Lebens, welches das der Liebe zu sich und zur Welt ist. Diese Schmerzen empfinden bisweilen die Gottlosen, die desto mehr leiden und geängstigt werden, je mehr sie sich und die Welt lieben, und somit aus diesen ihr Leben haben. Die geistigen Versuchungen hingegen sind die des inneren Menschen, und greifen sein geistiges Leben an. Die Beängstigungen entstehen alsdann nicht wegen irgendeines Verlustes des natürlichen Lebens, sondern wegen eines Verlustes des Glaubens und der Liebtätigkeit, und demzufolge des Seelenheils. Diese Versuchungen werden aber oft durch natürliche Versuchungen herbeigeführt, denn wenn der Mensch in diesen ist, nämlich in Krankheit, Schmerz, Verlust des Reichtums oder der Ehre und dergleichen, und ihm dann Gedanken kommen über die Hilfe des Herrn, über seine Vorsehung, über den Zustand der Bösen, daß sie sich rühmen und freuen, während die Guten leiden und mannigfache Schmerzen und Verlust erdulden, dann wird die Versuchung eine geistige, verbunden mit der natürlichen Versuchung. Solcherart war die letzte Versuchung des Herrn in Gethsemane, und als Er am Kreuze litt, was die schrecklichste von allen war. Hieraus erhellt, was eine natürliche Versuchung ist, und was eine geistige. Es gibt auch eine dritte Art, nämlich eine schwermütige Beängstigung, die meistens in einem krankhaften Zustande des Körpers oder der Seele ihren Grund hat. In dieser Beängstigung kann etwas von geistiger Versuchung liegen, sie kann aber auch ohne dieselbe sein. 8165. "Waren keine Gräber in Ägypten, daß du uns herausgenommen hast, um zu sterben in der Wüste?", 2. Mose 14/11, bedeutet, wenn Verdammnis sein solle, sei es gleich, ob sie durch jenes Falsche der Anfechtenden komme, oder durch den Zustand der Versuchungen, in dem sie unterliegen müßten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gräber, insofern sie die Verdammnis bezeichnen, worüber Nr. 2916, 4564; aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 7278; denn durch die Ägypter und Pharao werden diejenigen vorgebildet, die im anderen Leben durch Falsches anfechten: Nr. 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7317; aus der Bedeutung von sterben, insofern es gleichfalls die Verdammnis bezeichnet, worüber Nr. 5407, 6119, 7494; und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand der zu erduldenden Versuchungen bezeichnet: Nr. 8098. In der Wüste sterben ist daher soviel als in der Versuchung unterliegen, und dadurch verdammt werden. Hieraus erhellt, daß durch die Worte: "Waren keine Gräber in Ägypten, daß du uns herausgenommen hast, zu sterben in der Wüste", ausgedrückt wird, wenn einmal Verdammnis sein solle, so sei es gleich, ob sie durch jenes Falsche der Anfechtenden, also in dem Zustand, in dem sie früher gewesen, oder durch Versuchungen in denen sie unterliegen müßten, also in dem Zustand, in den sie nachher kamen. Daß dies Worte der Verzweiflung sind, ist deutlich. Bei denen, die in Verzweiflung sind, die das Letzte der Versuchung ist, entstehen auch solche Gedanken, und dann stehen sie gleichsam an einem Abgrund, d.h. nahe dem Hinabsinken zur Hölle. Ein solches Denken schadet ihnen jedoch alsdann nicht, und wird auch nicht von den Engeln beachtet, denn der Mensch hat eine beschränkte Kraft zu kämpfen. Wenn die Versuchung bis zur äußersten Grenze seiner Kraft gelangt, dann erträgt sie der Mensch nicht länger, sondern wanket; dann aber, d.h., wenn er nahe daran ist, zu unterliegen, wird er vom Herrn erhoben und so von der Verzweiflung befreit. Alsdann wird er meistens in einen deutlich fühlbaren Zustand der Hoffnung und des Trostes versetzt, und dadurch auch in Glückseligkeit. Es wird gesagt, Verdammnis trete ein durch den Zustand der Versuchungen, indem sie unterliegen, weil die, welche in Versuchungen unterliegen, in den Zustand der Verdammnis kommen; denn die Versuchungen treten deshalb ein, damit das Wahre und Gute befestigt und verbunden werde, und dadurch auch der Glaube und die Liebtätigkeit. Aber dieser Zweck wird nur erreicht, wenn der Mensch in den Versuchungen siegt, unterliegt er aber, dann wird das Wahre und Gute verworfen, und das Falsche und Böse befestigt, dadurch tritt dann für solche der Zustand der Verdammnis ein. 8166. "Warum hast du uns das getan, daß du uns herausgeführt aus Ägypten?", 2. Mose 14/11, bedeutet, es sei vergeblich, daß sie von den Anfechtungen des Falschen befreit worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "warum hast du uns das getan", insofern es ausdrückt, daß es vergeblich sei; aus der Bedeutung von herausgeführt werden, insofern es soviel ist als befreit werden; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 8165. 8167. "Ist nicht dies das Wort, das wir zu dir in Ägypten geredet haben und sprachen", 2. Mose 14/12, bedeutet, solches hätten sie gedacht, als sie vom Falschen angefochten worden wären. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ist nicht dies das Wort, das wir zu dir geredet haben", insofern es das bezeichnet, was von ihnen gedacht worden, denn "dieses Wort" bedeutet diese Sache oder solches; und reden ist soviel als denken. (Daß reden einen Einfluß und die Aufnahme desselben bezeichnet, sehe man Nr. 5797, 7270, 8128; somit auch denken: Nr. 2271, 2287, 2619.) Und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die Anfechtung durch das Falsche bezeichnet, wie Nr. 8165. 8168. "Laß ab von uns, daß wir dienen den Ägyptern", 2. Mose 14/12, bedeutet, sie wollen sich nicht zurückhalten lassen, sich zu ergeben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "laß ab von uns", insofern es, wenn von den Anfechtungen die Rede ist, soviel ist als nicht verhindern und nicht zurückhalten; und aus der Bedeutung von "den Ägyptern dienen", insofern es ausdrückt, sich als besiegt denen ergeben, die durch Falsches anfechten, somit sich unterwerfen. Die Worte: "laß ab von uns", haben diese Bedeutung, wenn sie im Zustand der Anfechtungen und auch im Zustand der Versuchungen in betreff des Einflusses des göttlich Wahren, das durch Mose vorgebildet wird, gesprochen werden, weil zwei Kräfte oder Mächte in ihnen wirken, eine aus dem Falschen, das aus den Höllen in den äußeren Menschen gebracht wird, und eine, die durch die Wahrheiten vom Herrn in den inneren Menschen eingeflößt wird: Nr. 8164, diese beiden Kräfte wirken gegeneinander. Das Falsche, das von den Höllen eingebracht wird, hat seine Kraft und Macht aus der Selbstliebe und Weltliebe, die im Menschen ist; die Wahrheiten dagegen, die vom Herrn eingeflößt werden, haben ihre Kraft und Macht von der Liebe zum Nächsten und zum Herrn. Wenn der Mensch siegt, dann bekommt immer die innere Kraft und Macht die Oberhand, weil sie eine göttliche ist, und diese läßt auch nicht zu, daß die Kraft oder Macht vom Falschen weiter vermehrt werde, als sie zurückgetrieben werden kann. Wenn daher diese beiden Kräfte wirken, dann zieht die innere Kraft, die vom Herrn ist, den Menschen gleichsam beständig zurück, und verhindert, daß das Falsche ihn hinabziehe und er so unterliege, denn es ist bekannt, daß, wenn zwei Kräfte einander entgegenwirken, die eine zieht und die andere zurückdrängt. Die Kräfte in der geistigen Welt sind die Neigungen der Liebe, die Werkzeuge, durch die sie handeln, sind die Wahrheiten, und auf der entgegengesetzten Seite das Falsche. 8169. "Denn es ist uns besser, den Ägyptern zu dienen, als zu sterben in der Wüste", 2. Mose 14/12, bedeutet, die Verdammnis durch die Gewalt des Falschen im Zustande der Anfechtungen sei vorzuziehen der Verdammnis, die über sie kommen würde durch das Unterliegen im Zustande der Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von besser sein, insofern es ausdrückt, daß es vorzuziehen sei; aus der Bedeutung von "den Ägyptern dienen", insofern es ein Unterliegen durch das Falsche der Anfechtenden bezeichnet, denn dienen bedeutet Unterwerfung: Nr. 6666, 6670, 6671, somit auch ein Unterliegen; hier, durch das Falsche derer, die anfechten. Aus der Bedeutung von sterben, insofern es die Verdammnis ist, wie Nr. 8165, und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand der Versuchungen bezeichnet, worüber Nr. 8098. Hieraus erhellt, daß durch die Worte: "es ist uns besser, den Ägyptern zu dienen, als zu sterben in der Wüste", bezeichnet wird, es sei besser dem Falschen derer, die anfechten zu unterliegen, als den Versuchungen. Daß ein Unterliegen in jenem Zustande besser sei, als ein Unterliegen in dieser, ist auch wirklich wahr, denn ein Unterliegen in Versuchungen heißt, sich befestigen im Falschen und Bösen gegen das Wahre und Gute des Glaubens; aber Unterliegen im Zustand der Anfechtungen heißt zwar auch sich bestärken im Falschen und Bösen, jedoch nicht offenbar gegen das Wahre und Gute des Glaubens. Hieraus erhellt, daß ein Unterliegen in Versuchungen ein Lästern des Wahren und Guten einschließt, und bisweilen eine Entweihung, und die allergrößte und schrecklichste Verdammnis ist die Verdammnis infolge der Entweihung. 8170. "Und Mose sprach zum Volke", 2. Mose 14/13, bedeutet die Erhebung aus dem Zustande der Verzweiflung durch das göttlich Wahre. Dies erhellt aus dem nun Folgenden, was Mose sprach, und was die Erhebung aus dem Zustand der Verzweiflung in sich schließt. "Durch das göttlich Wahre" wird gesagt, weil jede Erhebung im Zustand der Versuchungen durch das göttlich Wahre geschieht. Daß das göttlich Wahre im inneren, vorbildlichen Sinn unter Mose verstanden wird, sehe man Nr. 6752, 7010, 7014, 7089. 8171. "Fürchtet euch nicht", 2. Mose 14/13, bedeutet, man dürfe nicht verzweifeln. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich fürchten, insofern es soviel ist als sich entsetzen, worüber Nr. 7162, hier verzweifeln, denn die geistige Furcht in den Versuchungen ist zuerst ein Entsetzen oder Schaudern, zuletzt aber Verzweiflung. Die geistige Furcht ist die Furcht vor der Verdammnis. 8172. "Stehet fest, und sehet die Rettung Jehovahs", 2. Mose 14/13, bedeutet, die Erlösung kommt vom Herrn allein und durchaus nicht von ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von feststehen und sehen, insofern es soviel ist als Glauben haben. Daß sehen bedeutet verstehen, anerkennen und Glauben haben, sehe man Nr. 897, 2150, 2325, 2807, 3863, 3869, 4403-4421, 5400. Und aus der Bedeutung der Rettung Jehovahs, insofern es die Erlösung vom Herrn ist; hier, wo von der Befreiung aus Versuchungen gehandelt wird, ist es die Erlösung vom Herrn allein und durchaus nicht von ihnen. Daß Jehovah im Worte der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6281, 6303, 6905, 6945, 6956. Es heißt hier, sie sollten glauben, daß die Erlösung vom Herrn komme und durchaus nicht von ihnen, weil dies das Hauptsächliche des Glaubens in den Versuchungen ist. Wer, wenn er versucht wird, glaubt, er könne aus eigenen Kräften widerstehen, der unterliegt, und dies darum, weil er im Falschen ist, und weil er sich dann ein Verdienst zuschreibt, und verlangt, durch sich selbst erlöst zu werden, und dadurch sich für den Einfluß vom Göttlichen verschließt. Wer hingegen glaubt, der Herr widerstehe allein in den Versuchungen, der siegt, denn er ist im Wahren und schreibt dem Herrn das Verdienst zu, und erkennt, daß er vom Herrn allein erlöst werde. Wer im Glauben der Liebtätigkeit ist, der erkennt an, daß er seine ganze Erlösung dem Herrn zu verdanken habe und nicht sich. 8173. "Die Er heute an euch tun wird", 2. Mose 13/13, bedeutet, die in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von heute, insofern es soviel ist als ewiglich, worüber Nr. 2838, 3998, 4304, 6165, 6984. 8174. "Denn die Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen in Ewigkeit", 2. Mose 14/13, bedeutet, das Falsche, das einmal entfernt worden, müsse in Ewigkeit entfernt bleiben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen bezeichnen, die im Falschen aus dem Bösen sind, worüber Nr. 8132, 8135, 8146, 8148, also auch das Falsche aus dem Bösen; und aus der Bedeutung von "nimmermehr sehen", insofern es, wenn es vom Falschen gesagt wird, soviel ist als entfernt werden, denn das Falsche, das bei dem Menschen ist, wird nicht hinausgeworfen, sondern entfernt. Der Mensch wird vom Bösen und dem daraus stammenden Falschen abgehalten und im Guten vom Herrn gehalten: Nr. 1581, 2256, 2269, 2406, 4564, und aus der Bedeutung von "in Ewigkeit", insofern es soviel ist als auf immer und ewig. 8175. "Jehovah wird für euch streiten", 2. Mose 14/14, bedeutet, daß der Herr allein die Versuchungskämpfe aushalte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "für euch streiten", wenn es von Jehovah in den Versuchungen (gesagt wird), insofern es heißt, die Versuchungskämpfe allein aushalten. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 8172. Daß der Herr allein die Versuchungskämpfe aushält und siegt, hat seinen Grund darin, daß das Göttliche allein die Höllen besiegen kann. Wenn nicht das Göttliche gegen sie wirkte, würden sie hervorbrechen wie ein großes Meer, eine Hölle nach der anderen, denen der Mensch durchaus nicht zu widerstehen vermag; und um so weniger, als der Mensch in Ansehung seines Eigenen ganz und gar nichts als Böses, somit eine Hölle ist, aus welcher der Herr ihn alsdann zieht, und von der Er ihn auch in der Folge abhält, man sehe Nr. 1581, 1661, 1692, 6574. 8176. "Und ihr sollt stille sein", 2. Mose 14/14, bedeutet, daß sie aus eigener Kraft gar nichts ausrichten würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von schweigen, insofern es soviel ist als sich ruhig verhalten, und weil hier von den Versuchungen die Rede ist, so heißt es, nicht denken oder glauben, daß man etwas aus eigenen Kräften ausrichten könne. Hierüber sehe man, was Nr. 8172, 8175 gesagt und gezeigt worden ist. Daß man gleichwohl die Hände nicht in den Schoß legen und einen unmittelbaren Einfluß erwarten dürfe, sondern kämpfen müsse wie aus sich, aber dennoch anerkennen und glauben, daß es durch den Herrn (geschehe), sehe man Nr. 1712, 1937, 1947, 2882, 2883, 2891. 8177. Vers 15-18: Und Jehovah sprach zu Mose: Was schreist du zu Mir? Sage den Söhnen Israels, daß sie aufbrechen, du aber erhebe deinen Stab und recke deine Hand aus über das Meer, und zerteile es, daß die Söhne Israels mitten durch das Meer im Trockenen gehen. Und Ich, siehe, Ich will verhärten das Herz der Ägypter, daß sie hinter ihnen nachkommen, und Ich will Mich verherrlichen an Pharao und an seinem ganzen Heere, an seinen Wagen und an seinen Reitern. Und die Ägypter sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin, wenn Ich Mich verherrliche an Pharao, an seinen Wagen und an seinen Reitern. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Ermahnung; "was schreist du zu Mir" bedeutet, eine Fürbitte sei nicht nötig; "sage den Söhnen Israels" bedeutet den Einfluß und die Wahrnehmung; "daß sie aufbrechen" bedeutet das beständig Aufeinanderfolgende, bis sie vorbereitet seien; "du aber erhebe deinen Stab" bedeutet die Macht des göttlich Wahren; "und recke deine Hand aus über das Meer" bedeutet die Herrschaft der (göttlichen) Macht sei auch da, wo die Hölle des Falschen aus dem Bösen; "und zerteile es" bedeutet die dadurch bewirkte Zerstreuung des Falschen; "daß die Söhne Israels mitten durch das Meer im Trockenen gehen" bedeutet, damit die Angehörigen der geistigen Kirche sicher und ohne (schädlichen) Einfluß des Falschen hindurchgehen können; "und Ich, siehe, Ich will verhärten das Herz der Ägypter" bedeutet die Hartnäckigkeit des Falschen aus dem Bösen; "daß sie hinter ihnen nachkommen" bedeutet das Bestreben Gewalt anzutun durch den Einfluß des Falschen vom Bösen; "und Ich will Mich verherrlichen an Pharao und an seinem ganzen Heere, an seinen Wagen und an seinen Reitern" bedeutet, daß sie die Wirkung der Zerstreuung des Falschen und der Vernünfteleien vermöge des göttlich Guten des Göttlich-Menschlichen des Herrn sehen würden; "und die Ägypter sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin" bedeutet, damit es bekannt werde, daß der Herr allein Gott sei, und außer Ihm kein anderer; "wenn Ich Mich verherrliche an Pharao, an seinen Wagen und an seinen Reitern" bedeutet wie oben, dadurch, daß sie die Wirkung der Zerstreuung des Falschen und dessen Lehren und Vernünfteleien durch den Herrn allein sehen würden. 8178. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 14/15, bedeutet die Ermahnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", wenn von der Erhebung und Befreiung aus der Versuchung gehandelt wird, insofern es dann eine Ermahnung bezeichnet, wie Nr. 7033, 7090. 8179. "Was schreist du zu Mir", 2. Mose 14/15, bedeutet, seine Fürbitte sei nicht nötig. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu Jehovah schreien", insofern es soviel ist als Fürbitte tun, nämlich für die Befreiung aus der Versuchung. Daher bedeutet "warum schreist du zu Mir? Warum tust du Fürbitte, wo es keiner Fürbitte bedarf?" Deshalb folgt: "Sage den Söhnen Israels, daß sie aufbrechen", was bedeutet, daß sie Hilfe haben sollten, gleichwohl aber die Versuchung fortdauern werde, bis sie vorbereitet seien. Damit, daß es keiner Fürbitte bedürfe, hat es folgende Bewandtnis: diejenigen, die in Versuchungen sind, pflegen die Hand sinken zu lassen und sich einzig auf das Bitten und Beten zu verlegen, was sie dann mit großem Eifer tun, weil sie nicht wissen, daß die Bitten (allein) nicht wirken, sondern daß man kämpfen müsse gegen das Falsche und Böse, das von den Höllen herbeigebracht wird. Dieser Kampf geschieht aber durch die Wahrheiten des Glaubens; diese helfen, weil sie das Gute und Wahre bestärken, gegen das Falsche und Böse. In den Versuchungskämpfen muß der Mensch auch kämpfen wie aus sich, aber dennoch anerkennen und glauben, daß es vom Herrn sei (Nr. 8176). Wenn der Mensch nicht wie aus sich kämpft, kann ihm das Gute und Wahre, das durch den Himmel vom Herrn einfließt, nicht angeeignet werden; hingegen, wenn er kämpft wie aus sich, und dennoch glaubt, es sei vom Herrn, dann wird es ihm angeeignet. Dadurch bildet sich bei ihm ein neues Eigenes, welches das himmlische Eigene genannt wird, und das der neue Wille ist. Übrigens wissen die, welche in Versuchungen sind und ihr Leben nur durch Beten betätigen, nicht, daß sie, wenn die Versuchungen unterbrochen würden, bevor sie völlig durchgemacht sind, nicht zum Himmel vorbereitet und also auch nicht erlöst werden könnten. Deswegen werden auch die Gebete derer, die in Versuchungen sind, wenig erhört, denn der Herr will den Zweck, nämlich die Erlösung des Menschen, und diesen (Zweck) kennt nur Er selbst, nicht aber der Mensch; auch handelt der Herr nicht um der Gebete willen gegen Seine Absicht, welche die Erlösung ist. Wer in den Versuchungen siegt, der wird auch in jenem Wahren bestärkt, wer aber nicht siegt, der kommt, weil er nicht erhört wird, in Zweifel über die göttliche Hilfe und Macht, und bisweilen unterliegt er dann teilweise, weil er seine Hände sinken läßt (d.h. im Kampfe ermüdet). Hieraus kann erhellen, was darunter verstanden wird, daß die Fürbitte nicht nötig sei, daß man sich nämlich nicht (ausschließlich) auf das Gebet verlassen soll, denn im (rechten) Gebete wird dann immer vermöge des Göttlichen (Einflusses) gedacht und geglaubt, daß der Herr allein weiß, ob es ihm dienlich sei oder nicht, weshalb die Erhörung der Bitte dem Herrn überlassen wird, und dann bittet man so, daß der Wille des Herrn geschehen möge, nicht der eigene, nach den Worten des Herrn in Seiner schwersten Versuchung in Gethsemane: Matth.26/39,42,44. 8180. "Sage den Söhnen Israels", 2. Mose 14/15; bedeutet den Einfluß und die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, wenn vom göttlich Wahren, das durch Mose vorgebildet wird, gesprochen wird zu denen, die der geistigen Kirche angehören, die durch die Söhne Israels vorgebildet werden, insofern es einen Einfluß und die Wahrnehmung aus demselben bezeichnet, wie auch Nr. 2951, 5481, 5797, 7270, 8128. 8181. "Daß sie aufbrechen", 2. Mose 14/15, bedeutet das beständig Aufeinanderfolgende (der Versuchung), bis sie vorbereitet sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen, insofern es das Aufeinanderfolgende und Stetige bezeichnet, worüber Nr. 4375, 4554, 4585, 5996; denn es wird dadurch ausgedrückt, daß sie nicht schreien, d.h. flehen und bitten, sondern ihren Weg fortsetzen sollten bis zum Schilfmeer und hernach durch dasselbe zur Wüste, also durch die Hölle, und diese würden sie in Sicherheit durchwandern unter fortwährend aufeinanderfolgenden Versuchungen, bis daß sie endlich bereitet wären. Daß das Schilfmeer die Hölle bedeutet, sehe man Nr. 8099, 8137, 8148; und die Wüste der Zustand, in dem man Versuchungen erleidet: Nr. 8098. 8182. "Du aber erhebe deinen Stab", 2. Mose 14/16, bedeutet die Macht des göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, insofern er Macht bezeichnet, worüber Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 6947, 7011, 7026; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, zu dem gesagt wird, daß er den Stab erheben solle, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon früher öfters. 8183. "Und recke deine Hand aus über das Meer", 2. Mose 14/16, bedeutet, die Herrschaft der Macht da, wo die Hölle des Falschen aus dem Bösen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand ausrecken", insofern es die Herrschaft der Macht bezeichnet, worüber Nr. 7673; und aus der Bedeutung des Meeres, hier des Schilfmeeres, insofern es die Hölle bezeichnet, in der das Falsche aus dem Bösen derer ist, die der Kirche angehört hatten, worüber Nr. 8099, 8137, 8148. Über diese Hölle soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit, mehr mitgeteilt werden am Ende der letzten Kapitel des zweiten Buches Mose, wo von den Höllen aus Erfahrung die Rede sein wird. 8184. "Und zerteile es", 2. Mose 14/16, bedeutet die dadurch bewirkte Zerstreuung des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zerteilung jenes Meeres, insofern sie die Zerstörung des Falschen aus dem Bösen, das in jener Hölle ist, bezeichnet; denn das Falsche erscheint dort wie Gewässer, gemäß dem, was Nr. 8099, 8137, 8148 gezeigt worden. Wenn nämlich eine Engelsäule, in welcher der Herr gegenwärtig ist, sie durchschreitet, dann weicht das Falsche zurück, und infolgedessen verschwinden daselbst die Gewässer, die das Falsche sind. Hieraus erhellt, daß durch die Zerteilung des Meeres bezeichnet wird die Zerstreuung (oder Zerstörung) des Falschen, das der Hölle angehört, die durch das Schilfmeer vorgebildet wird. 8185. "Daß die Söhne Israels mitten durch das Meer im Trockenen gehen", 2. Mose 14/16, bedeutet, damit diejenigen, die von der geistigen Kirche sind, sicher und ohne (schädlichen) Einfluß des Falschen hindurchgehen können. Dies erhellt aus der Bedeutung von mitten durch das Meer kommen oder hindurchgehen, insofern es hier soviel ist als durchziehen. Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber öfter. Und aus der Bedeutung von "im Trockenen", insofern es soviel ist als sicher und ohne Einfluß des Falschen, denn die Gewässer dieses Meeres bedeuten das Falsche aus dem Bösen: Nr. 8137, 8138. Daher wird durch das Trockene bezeichnet: ohne Falsches. Dasselbe bedeutet trocken und trocken machen bei Ps.74/14,15: "Du zerschlugst die Häupter des Leviathan, Du zerteiltest Quelle und Bach, Du hast die starken Ströme trocken gemacht": die starken Ströme trocken machen bedeutet, das mächtige Falsche zerstreuen. Sach.10/8-12: "Ich will sie sammeln, denn Ich erlöse sie; Ich werde sie zurückführen aus dem Lande Ägypten, und aus Assyrien will Ich sie sammeln; und zum Lande Gilead und zum Libanon will Ich sie führen. Sie werden hindurchgehen durch das Meer der Angst; aber Er wird die Wellen im Meere schlagen, und Er wird austrocknen alle Tiefen des Flusses, und es wird gebeugt werden der Stolz Aschurs, und das Zepter Ägyptens wird weichen; und Ich werde sie stark machen durch Jehovah": hier wird von denen gehandelt, die auf sich und ihre Weisheit vertrauen in geistigen Dingen, sowie auch von der Zerstörung des Falschen durch die Versuchungen. Das Land Ägypten für die wißtümlichen Kenntnisse, Assyrien für die Vernünfteleien daraus. Durch das Meer der Angst gehen, bedeutet die Versuchungen; die Wellen im Meere schlagen und die Tiefen der Flüsse austrocknen bedeutet, das Falsche daraus zerstreuen. Es wird gebeugt werden der Stolz Aschurs und das Zepter Ägyptens weichen bedeutet, daß sie nicht mehr ihrer Weisheit, sondern der Weisheit vom Herrn vertrauen sollten, was bezeichnet wird durch "Ich werde jene stark machen durch Jehovah". Jes.44/26,27: "Ich sage zu Jerusalem: Du sollst bewohnt werden, und zu den Städten Judas: Ihr sollt erbaut werden, und ihre Trümmer will Ich aufrichten. Ich sage zur Tiefe: Trockne aus, und deine Ströme werde Ich versiegen lassen": zur Tiefe sagen, daß sie austrockne und ihre Ströme versiegen lassen bedeutet, das Böse und Falsche zerstreuen. Wo aber die Gewässer das Wahre bezeichnen, da bedeutet das Trockene den Zustand des Nichtwahren, oder das, was ohne Wahrheit ist; wie bei Jes.44/3: "Ich will Wasser gießen auf das Dürstende, und Ströme auf das Trockene": Wasser und Ströme für Wahrheiten, das Trockene für das, wo kein Wahres ist. Jerem.50/35,37,38: "Schwert gegen die Chaldäer und gegen die Bewohner Babels; Schwert gegen seine Rosse und gegen seine Wagen, Dürre über seine Gewässer, daß sie austrocknen": die Chaldäer bedeuten diejenigen, welche die Wahrheiten entweihen, und die Bewohner Babels die, welche das Gute entweihen: Nr. 1182, 1283, 1295, 1304, 1306, 1307, 1308, 1321, 1322, 1326; Schwert für das gegen das Falsche kämpfende Wahre und für das gegen das Wahre kämpfende Falsche, und deshalb für die Verwüstung: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102; Rosse bedeuten das Verständnis: Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 6125, 6534; Wagen die Lehrbestimmungen: Nr. 5321, 8146, 8148; Dürre über die Gewässer, daß sie austrocknen, bedeutet, daß in den Wahrheiten kein Leben sei wegen der Verfälschung. Wo aber das Trockene oder das Trockenmachen im Worte gesagt wird von anderen Dingen, wie von Bäumen, vom Gras, von der Ernte, von den Gebeinen, bedeutet es das Gegenteil von jenem. So wird die Erde selbst trocken genannt im Verhältnis zum Meere, und dann wird das Trockene vom Guten gesagt, und das Meer vom Wahren. 8186. "Und Ich, siehe, Ich will verhärten das Herz der Ägypter", 2. Mose 14/17, bedeutet die Hartnäckigkeit des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Herz verhärten", insofern es die Verstockung bezeichnet, worüber Nr. 7272, 7300, 7305, 7616; aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen bezeichnen, die im Falschen aus dem Bösen sind, worüber Nr. 8132, 8135, 8148. Wenn im Worte gesagt wird, Jehovah verhärte das Herz und führe auch das Böse herbei, wird im inneren Sinn, in dem das eigentlich Wahre in seiner Nacktheit ist, verstanden, daß diejenigen, die im Falschen und Bösen sind, selbst ihr Herz verhärten und sich in das Böse einführen; man sehe Nr. 2447, 6071, 6991, 6997, 7533, 7632, 7877, 7926. 8187. "Daß sie hinter ihnen nachkommen", 2. Mose 14/17, bedeutet das Bestreben Gewalt anzutun durch den Einfluß des Falschen vom Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihnen nachkommen", insofern es den Einfluß des Falschen aus dem Bösen bezeichnet, wie auch das Bestreben zu unterwerfen, also Gewalt anzutun. Denn sich nähern bedeutet Einfluß: Nr. 8159, ihnen nachziehen, bezeichnet den Einfluß und die nähere Gemeinschaft: Nr. 8161, und die Verfolgung bedeutet das Bestreben, (die anderen) zu unterjochen: Nr. 8136, 8152, 8154; daher wird durch "hinter ihnen nachkommen" das Bestreben bezeichnet, Gewalt anzutun durch den Einfluß des Falschen aus dem Bösen. 8188. "Und Ich will Mich verherrlichen an Pharao und an seinem ganzen Heere, an seinen Wagen und an seinen Reitern", 2. Mose 14/17, bedeutet, daß sie die Wirkung der Zerstreuung des Falschen und der Vernünfteleien vermöge des göttlich Guten des Göttlich-Menschlichen des Herrn sehen würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich verherrlichen an Pharao und an seinem ganzen Herr", insofern es das Versinken in die Hölle bezeichnet derer, die im Falschen aus dem Bösen sind, und die Überschwemmung daselbst vom Falschen, wie von Gewässern, einzig durch die Gegenwart des Göttlich-Menschlichen des Herrn, worüber Nr. 8137. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen darstellt, die im Falschen aus dem Bösen sind; aus der Bedeutung des Heeres, insofern es das Falsche bezeichnet; aus der Bedeutung seiner Reiter, insofern sie die falschen Vernünfteleien bezeichnen, worüber Nr. 8146, 8148. 8189. "Und die Ägypter sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin", 2. Mose 14/18, bedeutet, damit es bekannt werde, daß der Herr allein Gott sei, und außer Ihm kein anderer. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7401, 7444, 7544, 7598, 7636 erklärt worden ist, wo das gleiche. 8190. "Wenn Ich Mich verherrliche an Pharao, an seinen Wagen und an seinen Reitern", 2. Mose 14/18, bedeutet, daß sie sehen sollten die Wirkung der Zerstreuung des Falschen und der Lehrbestimmungen und der Vernünfteleien des Falschen aus dem Herrn allein, wie Nr. 8188. 8191. Vers 19-22: Da machte sich der Engel Gottes auf, der vor dem Lager der Israeliten herzog, und ging hinter sie, und die Wolkensäule vor ihnen machte sich auf, und trat hinter sie. Und sie kam zwischen das Lager der Ägypter und das Lager Israels, und es war die Wolke und die Finsternis (auf der einen Seite, und auf der anderen) erleuchtete sie die Nacht, und das eine näherte sich nicht dem anderen während der ganzen Nacht. Und Mose reckte seine Hand aus über das Meer, und Jehovah ließ das Meer weggehen durch einen starken Ostwind, während der ganzen Nacht, und Er legte das Meer trocken, und die Wasser zerteilten sich. Und die Söhne Israels gingen mitten durch das Meer im Trockenen; und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken. "Da machte sich der Engel Gottes auf" bedeutet die Anordnung vom göttlich Wahren; "der vor dem Lager der Israeliten herzog" bedeutet die in betreff des Wahren und Guten der Kirche stattfand; "und ging hinter sie" bedeutet die Beschützung, damit nichts Falsches des Bösen in das Willensgebiet einfließen möge; "und die Wolkensäule vor ihnen machte sich auf, und trat hinter sie" bedeutet die Gegenwart des Herrn beschütze das Willensgebiet, sowie früher das Verstandesgebiet; "und sie kam zwischen das Lager der Ägypter und das Lager Israels" bedeutet, zwischen das Falsche des Bösen von der einen Seite und das Wahre des Guten von der anderen; "und es war die Wolke und die Finsternis" bedeutet die Verdichtung des Falschen aus dem Bösen auf der einen Seite; "und erleuchtete die Nacht" bedeutet die Erleuchtung des Wahren aus dem Guten auf der anderen (Seite); "und das eine näherte sich nicht dem anderen" bedeutet deshalb keine Gemeinschaft; "während der ganzen Nacht" bedeutet im dunklen Zustand; "und Mose reckte seine Hand aus über das Meer" bedeutet die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren über die Hölle; "und Jehovah ließ das Meer weggehen durch einen starken Ostwind" bedeutet das Mittel zur Zerstreuung des Falschen; "während der ganzen Nacht" bedeutet im dunklen Zustand; "und Er legte das Meer trocken" bedeutet die Zerstreuung des Falschen; "und die Wasser zerteilten sich" bedeutet die Trennung vom Wahren und die Entfernung; "und die Söhne Israels gingen mitten durch das Meer im Trockenen" bedeutet das Hineingehen und Durchgehen derer, die der geistigen Kirche angehörten; durch die Hölle, in Sicherheit und ohne Einfluß des Falschen; "und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken" bedeutet, daß sie allenthalben vom Falschen abgehalten wurden. 8192. "Da machte sich der Engel Gottes auf", 2. Mose 14/19, bedeutet die Anordnung vom göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich aufmachen", insofern es hier eine Anordnung ausdrückt. Sich aufmachen bedeutet aber eine Anordnung, weil die Wolkensäule, die ein Chor der Engel war, und früher vor den Söhnen Israels einherging, sich nun zwischen das Lager der Ägypter und zwischen das Lager Israels begab, und so Finsternis brachte über die Ägypter, die Söhne Israels aber erleuchtete. Weil dies so vom Herrn angeordnet wurde, nämlich durch das sich aufmachen des Engels Gottes oder der Säule und durch ihr Dazwischentreten, deshalb wird durch "sich aufmachen" hier eine Anordnung bezeichnet. Aus der Bedeutung des Engels Gottes, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, wie auch Gott selbst, denn im Worte wird, wo vom Wahren gehandelt wird, Gott, wo aber vom Guten (die Rede ist), Jehovah gesagt: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921, 4402, 7010, 7268, 7873. Was die Engel anbelangt, so muß man wissen, daß unter Engel im Worte der Herr verstanden wird: Nr. 1925, 3039, 4085, weshalb der Herr selbst Engel genannt wird: Nr. 6280, 6831. Daher bedeuten Engel das göttlich Wahre, denn das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, macht den Himmel, folglich auch die Engel, die den Himmel bilden; denn in dem Maße, als sie das göttlich Wahre vom Herrn aufnehmen, sind sie Engel. Was auch daraus erhellen kann, daß die Engel durchaus nicht wollen, ja es verabscheuen, daß ihnen etwas Wahres und Gutes beigelegt werde, weil es dem Herrn angehört bei ihnen. Daher kommt es auch, daß gesagt wird, der Herr sei alles in allem des Himmels, und daß man von denen, die im Himmel sind, sagt, sie seien im Herrn. Auch werden die Engel, infolge des göttlich Wahren, das sie vom Herrn erhalten, im Worte Götter genannt: Nr. 4295, 7268, und deshalb ist auch Gott in der Grundsprache ein Wort der Mehrzahl. Überdies muß man wissen, daß im Wort ein Engel genannt wird, und doch mehrere darunter verstanden werden, wie hier, wo gesagt wird "der Engel Gottes", und darunter die Säule verstanden wird, die vor den Söhnen Israels herging und aus mehreren Engeln bestand. Im Worte werden auch Engel mit Namen genannt, z.B. Michael, Raphael und andere; wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, der glaubt, daß Michael oder Raphael ein Engel sei, und zwar der Höchste unter denen, die mit ihm sind, aber durch diese Namen wird im Worte nicht ein Engel verstanden, sondern das Amt der Engel selbst, somit auch das Göttliche des Herrn in Ansehung dieses Amtes. 8193. "Der vor dem Lager der Israeliten herzog", 2. Mose 14/19, bedeutet, die in betreff des Wahren und Guten der Kirche stattfand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagers, insofern es das Wahre und Gute bezeichnet, denn durch Lager wird die ganze Gemeinde Israels bezeichnet, und durch die Gemeinde Israels alles Gute und Wahre in Zusammenfassung: Nr. 7830, 7843; daher bedeutet das Lager auch die Anordnung nach dem Wahren und Guten: Nr. 8103 E, 8130, 8131, 8155. Daß Israel die geistige Kirche bedeutet, ist oft gezeigt worden. 8194. "Und ging hinter sie", 2. Mose 14/19, bedeutet die Beschützung, damit nicht das Falsche des Bösen in das Willensgebiet einfließen möge. Dies erhellt aus der Bedeutung von "hinter den Söhnen Israels gehen", insofern es die Beschützung ausdrückt, damit die Ägypter sie nicht angreifen konnten; im inneren Sinn, damit nicht das Falsche aus dem Bösen, das durch die Ägypter bezeichnet wird, einfließen möge: Nr. 8132, 8135, 8148. "In das Willensgebiet" (wird gesagt), weil im Größten Menschen oder in der geistigen Welt das Willensgebiet an der Rückseite oder nach hinten, und das Verstandesgebiet auf dem Angesichte oder nach vorne sich darstellt. Was den Einfluß in das Willensgebiet und in das Verstandesgebiet des Menschen anbelangt, so muß man wissen, daß vom Herrn besonders Vorsorge getroffen wird, daß nicht die Höllischen in das Willensgebiet des Menschen einfließen, denn wenn sie in sein Willensgebiet einfließen würden nachdem er wiedergeboren oder zur Kirche geworden ist, dann würde es um ihn geschehen sein, denn sein (eigenes) Wollen ist nichts als Böses. Daher kommt es, daß der Mensch der geistigen Kirche wiedergeboren wird vom Herrn in Ansehung seines Verstandesgebietes, und daß in diesem Gebiet ein neuer Wille gebildet wird, der ganz und gar von dem Willensgebiet, das der Mensch aus Angeerbtem hat, getrennt wird, worüber man sehe Nr. 863, 875, 927, 1023, 1043, 1044, 2256, 4328, 4493, 5113. Hieraus kann nun erhellen, woher es kommt, daß durch "er ging hinter sie" bezeichnet wird die Beschützung, daß nicht das Falsche des Bösen in das Willensgebiet einfließen könne. 8195. "Und die Wolkensäule vor ihnen machte sich auf, und trat hinter sie", 2. Mose 14/19, bedeutet, die Gegenwart des Herrn beschütze das Willensgebiet, so wie früher das Verstandesgebiet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolkensäule, insofern sie die Gegenwart des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 8110; sie war ein Engelschor, in dem der Herr (sich befand). Aus der Bedeutung von "vor ihnen", insofern es das Verstandesgebiet bezeichnet, und von "hinter sie", insofern es das Willensvermögen bezeichnet, worüber Nr. 8194. Daß es eine Beschützung bedeutet, ist klar. 8196. "Und sie kam zwischen das Lager der Ägypter und das Lager Israels", 2. Mose 14/20, bedeutet, zwischen das Falsche des Bösen von der einen Seite und das Wahre des Guten von der anderen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagers, insofern es das Gute und Wahre in Zusammenfassung bezeichnet, worüber Nr. 8193, also im entgegengesetzten Sinn auch das Böse und Falsche in Zusammenfassung. Daher bedeutet das Lager der Ägypter das Falsche aus dem Bösen, weil die Ägypter das Falsche aus dem Bösen vorbilden: Nr. 8132, 8135, 8148, und das Lager Israels bedeutet das Gute des Wahren, weil Israel das Wahre vorbildet, das aus dem Guten ist: Nr. 7956. Daß dazwischenkommen soviel ist als verhindern, daß nichts Falsches aus dem Bösen einfließe, ist klar. 8197. "Und es war die Wolke und die Finsternis auf der einen Seite" bedeutet die Verdichtung des Falschen aus dem Bösen; "und auf der anderen erleuchtete sie die Nacht", 2. Mose 14/20, bedeutet die Erleuchtung des Wahren aus dem Guten auf der anderen Seite. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke und der Finsternis, insofern sie die Verdichtung des Falschen aus dem Bösen bezeichnet. Daß die Wolke das Falsche bedeutet, sehe man Nr. 1043, 1047, 8137, 8138; daß auch die Finsternis diese Bedeutung hat: Nr. 1839, 1860, 4418, 5431, 7688, 7711; aus der Bedeutung von "die Nacht erleuchten", insofern es die Erleuchtung des Wahren aus dem Guten bezeichnet. Die Feuersäule bei Nacht bedeutet den Zustand der Verdunklung des Wahren, gemildert durch die Erleuchtung vom Guten, worüber man sehe Nr. 8108. Daß die Säule Finsternis über die Ägypter brachte, die Söhne Israels aber erleuchtete, damit verhält es sich in folgender Weise: Die Gegenwart des Herrn, die hier durch die Säule bezeichnet wird, ist das himmlische Licht selbst. Durch dieses hat der Himmel sein Licht, welches Licht tausendmal heller ist als das Mittagslicht der Welt. Aber ebendasselbe Licht wird zur Finsternis bei den Bösen, auch wenn sie in diesem Lichte sind; und die Finsternis wird um so größer, je dichter das Falsche aus dem Bösen bei ihnen ist. Der Grund davon ist, weil das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, vor den Augen der Engel als Licht erscheint; aber denen, die im Falschen aus dem Bösen sind, kann es nicht als Licht erscheinen, sondern als Finsternis, denn das Falsche ist dem Wahren entgegengesetzt und löscht das Wahre aus. Daher kommt es, daß die Säule, welche die Gegenwart des Herrn war, Wolke und Finsternis über die Ägypter brachte, weil die Ägypter diejenigen darstellen, die im Falschen aus dem Bösen sind, und daß sie die Nacht bei den Söhnen Israels erleuchtete, weil die Söhne Israels diejenigen darstellen, die im Wahren aus dem Guten sind. Daß der Herr jedem nach seiner Beschaffenheit erscheint, sehe man Nr. 1861E, 6832. 8198. "Und das eine näherte sich nicht dem anderen", 2. Mose 14/20, bedeutet, dadurch habe keine Gemeinschaft (stattfinden können). Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich nahen", insofern es Einfluß und Gemeinschaft bezeichnet, worüber Nr. 8159. 8199. "Während der ganzen Nacht", 2. Mose 14/20, bedeutet im dunklen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nacht, insofern sie einen dunklen Zustand in Ansehung des Wahren und Guten des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 1712, 6000; unter Nacht wird hier dieses Dunkel verstanden, das unmittelbar nach den Versuchungen eintritt, denn die daraus befreit werden, kommen zuerst in Dunkelheit, bevor sie in Klarheit kommen, weil das von den Höllen eingebrachte Falsche und Böse eine Zeitlang anklebt, und nur allmählich zerstreut werden kann. 8200. "Und Mose reckte seine Hand aus über das Meer", 2. Mose 14/21, bedeutet die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren über die Hölle, worüber Nr. 7673, 8183; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon öfter; und aus der Bedeutung des Meeres, hier des Schilfmeeres, insofern es die Hölle bezeichnet, worüber Nr. 8099, 8137, 8138. Es wird gesagt die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren, weil alle göttliche Macht durch das Wahre besteht, das vom Herrn ausgeht; dieses hat alles geschaffen, nach den Worten bei Joh.1/3: "Alles ist durch das Wort gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, das gemacht ist". Das Wort ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren; durch dieses Wahre wurde alles geordnet im Himmel und in der Hölle, daher kommt auch alle Ordnung auf Erden; alle Wunder sind durch dasselbe geschehen. Kurz, das göttlich Wahre hat alle Macht in sich, und zwar so sehr, daß es die Macht selber ist. Es gibt einige im anderen Leben, die mehr als andere im Wahren sind; diese haben dadurch eine solche Macht, daß sie die Höllen ohne alle Gefahr durchwandern können. Diejenigen, die in den Höllen sind, fliehen bei ihrer Gegenwart nach allen Seiten. Es gibt auch einige, die durch das Wahre vom Göttlichen eine zauberhafte Macht ausüben; von diesen und jenen soll am Ende der Kapitel, wo von den Höllen gehandelt wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, geredet werden. Diejenigen, die vom Äußeren und Irdischen aus die Ursachen der Dinge anschauen, müssen notwendig glauben, daß das Wahre vom Göttlichen nur etwas Gedachtes aber nichts Wesentliches und Wirkliches sei; es ist aber das eigentlichste Wesentliche, aus dem alle Wesenheiten der Dinge in beiden Welten, nämlich der geistigen und der natürlichen herstammen. 8201. "Und Jehovah ließ das Meer weggehen durch einen starken Ostwind", 2. Mose 14/21, bedeutet das Mittel zur Zerstreuung des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von weggehen lassen, insofern es soviel ist als zerstreuen; aus der Bedeutung des Meeres, insofern es das Falsche bezeichnet; Meer bedeutet hier die Gewässer desselben, die das Falsche bezeichnen, man sehe Nr. 8137, 8138. Und aus der Bedeutung des Ostwindes, insofern er das Mittel der Zerstörung ist, worüber Nr. 7679; hier der Zerstörung des Falschen, also der Zerstreuung desselben. 8202. "Während der ganzen Nacht", 2. Mose 14/21, bedeutet im dunklen Zustand, wie Nr. 8199. 8203. "Und Er legte das Meer trocken", 2. Mose 14/21, bedeutet die Zerstreuung des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Meeres, insofern es das Falsche bezeichnet, wie Nr. 8201; und aus der Bedeutung von trocken legen, insofern es die Zerstreuung des Falschen bezeichnet. Im Trockenen oder Dürren hindurchgehen, bedeutet, wenn von dem Entfernen des Wassers jenes Meeres die Rede ist, in Sicherheit und ohne Einfluß des Falschen; man sehe Nr. 8185. 8204. "Und die Wasser zerteilten sich", 2. Mose 14/21, bedeutet die Trennung vom Wahren und die Entfernung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zerteilung des Wassers, insofern es ein Zerstreuen und Verschwinden des Falschen bezeichnet, worüber Nr. 8184; also Trennung vom Wahren und Entfernung. 8205. "Und die Söhne Israels gingen mitten durch das Meer im Trockenen", 2. Mose 14/22, bedeutet, daß die, welche der geistigen Kirche angehörten, in die Hölle und durch die Hölle gingen in Sicherheit und ohne Einfluß des Falschen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8185 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. 8206. "Und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken", 2. Mose 14/22, bedeutet, daß sie allenthalben vom Falschen abgehalten wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gewässer, nämlich jenes Meeres, insofern sie das Falsche aus dem Bösen bezeichnen, worüber Nr. 3137, 8138; aus der Bedeutung von "ihnen eine Mauer sein", insofern es soviel ist als von ihnen abgehalten werden, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung von "zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken", insofern es soviel ist als allenthalben. Ihnen zur Mauer sein, wenn von den Wassern die Rede ist, durch die Falsches bezeichnet wird, bedeutet, vom Falschen abhalten, weil es sich mit dem Menschen auf folgende Weise verhält: Wenn dieser im Guten und Wahren vom Herrn gehalten wird, dann wird das Falsche und Böse entfernt, und das Entfernte umgibt ihn wie eine Mauer, denn es kann nicht in die Sphäre eindringen wo das Gute und Wahre ist. Der Grund davon ist, weil der Herr im Guten und Wahren gegenwärtig ist, und die Gegenwart des Herrn nach allen Seiten hin das Böse und Falsche entfernt, denn das Gute und Wahre ist dem Bösen und Falschen gänzlich entgegengesetzt, deshalb sie nicht beisammen sein können, ohne daß das eine das andere zerstört. Aber das Gute mit dem Wahren zerstört, d.h. entfernt das Böse mit dem Falschen, weil jenes göttlich ist, und daher alle Macht hat; dieses hingegen höllisch ist und daher keine Macht hat. Jenes wirkt von innen, dieses aber von außen her. Wenn das Böse mit dem Falschen bei den Menschen entfernt wird, umgibt es ihn wie eine Mauer, und hat fortwährend das Bestreben, einzubrechen; es kann jedoch nicht hereinbrechen, weil die Gegenwart des Herrn, die im Guten und Wahren ist, es abhält. Das ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß die Wasser wie eine Mauer ihnen zur Rechten und zur Linken waren. Daß der Mensch vom Bösen und Falschen abgehalten wird dadurch, daß er vom Herrn im Guten und Wahren gehalten wird, sehe man Nr. 1581, 2406, 4564, aber vom Bösen abgehalten und im Guten gehalten werden, kann niemand, der nicht durch Ausübung der Liebtätigkeit in der Welt die Fähigkeit dazu empfangen hat. Das Leben des Guten oder das Leben nach den Wahrheiten des Glaubens bewirkt dies, und daher die Neigung oder die Liebe zum Guten. Wer vermöge seines Lebens Neigung oder Liebe zum Guten hat, kann in der Sphäre des Guten und Wahren sein, keineswegs aber, wer durch sein Leben die Natur des Bösen angenommen hat. 8207. Vers 23-25: Aber die Ägypter verfolgten sie und gingen hinein hinter ihnen, alle Pferde Pharaos, seine Wagen und seine Reiter, bis mitten in das Meer. Und es geschah um die Morgenwache, da schaute Jehovah auf das Heer der Ägypter in der Feuer- und Wolkensäule, und verwirrte das Heer der Ägypter. Und stieß die Räder von ihren Wagen und brachte sie ins Gedränge; da sprachen die Ägypter: Lasset uns fliehen vor Israel, denn Jehovah streitet für sie gegen die Ägypter. "Aber die Ägypter verfolgten sie" bedeutet das Streben des Falschen aus dem Bösen, Gewalt anzutun; "und gingen hinein hinter ihnen" bedeutet das Streben nach Einfluß; "alle Pferde Pharaos, seine Wagen und seine Reiter, bis mitten in das Meer" bedeutet, daß die wißtümlichen Kenntnisse aus dem verkehrten Verständigen, die Lehrbestimmungen des Falschen und die Vernünfteleien die Hölle erfüllten; "und es geschah um die Morgenwache" bedeutet den Zustand der Finsternis und des Untergangs derer, die im Falschen aus dem Bösen, und den Zustand der Erleuchtung und Erlösung derer, die im Wahren und Guten sich befanden; "da schaute Jehovah auf das Heer der Ägypter" bedeutet die daher kommende Ausbreitung des Einflusses des Göttlichen auf diejenigen, die durch Falsches Gewalt anzutun suchten; "in der Feuer- und Wolkensäule" bedeutet die Gegenwart des göttlich Guten und Wahren daselbst; "und verwirrte das Heer der Ägypter" bedeutet, daß dadurch die Ausbreitungen des Falschen aus dem Bösen auf sie zurückfielen; "und stieß die Räder von ihren Wagen" bedeutet die Macht, Falsches beizubringen, sei genommen worden; "und brachte sie ins Gedränge" bedeutet das Widerstreben und die Ohnmacht; "da sprachen die Ägypter" bedeutet das Denken alsdann; "lasset uns fliehen vor Israel" bedeutet die Trennung von denen, die im Guten des Wahren und Wahren des Guten; "denn Jehovah streitet für sie gegen die Ägypter" bedeutet, daß der Herr allein den Kampf gegen das Falsche und Böse aushalte. 8208. "Aber die Ägypter verfolgten sie", 2. Mose 14/23, bedeutet das Streben des Falschen vom Bösen, Gewalt anzutun. Dies erhellt aus der Bedeutung von verfolgen, wenn es von den Ägyptern (gesagt wird), insofern es ein Streben zu unterjochen bezeichnet, worüber Nr. 8136, 8152, 8154, also Gewalt anzutun; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen darstellen, die im Falschen aus dem Bösen sind, worüber Nr. 8132, 8135, 8146, 8148, also auch das Falsche aus dem Bösen. 8209. "Und gingen hinein hinter ihnen", 2. Mose 14/23, bedeutet das Streben nach Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinter ihnen gehen, wenn von denen die Rede ist, die im Falschen aus dem Bösen sind, insofern es das Streben bezeichnet, Gewalt anzutun durch den Einfluß des Falschen aus dem Bösen, worüber Nr. 8187. Ein solches Streben ist es aber, weil die höllischen Genien und Geister den Guten zwar nichts Böses antun können, aber dennoch fortwährend danach streben. Die Sphäre, die von den Höllen aufsteigt, kann man eine Sphäre der Bestrebungen Böses zu tun, nennen. Es ward mir auch einige Male gegeben, diese Sphäre wahrzunehmen. Jenes Bestreben ist ein fortwährendes, und sobald einige Gelegenheit gegeben wird, bricht auch die Wirkung hervor. Diese Sphäre wird aber gehemmt durch die Sphäre der Bestrebungen des Himmels, die vom Herrn, und eine Sphäre des Wohltuns ist, und der, weil vom Göttlichen (ausgehend), alle Macht innewohnt. Dennoch aber wird zwischen diesen Bestrebungen, die einander gerade entgegengesetzt sind, das Gleichgewicht erhalten, und zwar deshalb, damit der Mensch in Freiheit sein und so die Wahl haben und gebessert werden kann; denn alle Besserung (oder Umbildung) findet statt in der Freiheit, keine aber ohne Freiheit. Das geistige Streben ist dasselbe wie der Wille. Wenn der Mensch umgebildet wird, dann wird er im Gleichgewicht gehalten, d.h. in der Freiheit, zwischen dem Wollen des Guten und dem Wollen des Bösen, und in dem Maße, als er sich dem Wollen des Guten nähert, nähert er sich dem Himmel und entfernt sich von der Hölle. Und insoweit erhält der neue Wille, den er dann vom Herrn empfängt, die Oberhand gegen sein eigenes Wollen, das er durch Anerbung von seinen Eltern und nachher durch sein wirkliches Leben erhalten hat. Wenn daher der Mensch insoweit umgebildet ist, daß er das Gute will und davon angeregt wird, dann stößt das Gute das Böse zurück, weil der Herr im Guten gegenwärtig ist; denn das Gute ist vom Herrn, also Ihm selbst eigen, ja Er selbst. Hieraus kann erhellen, wie es sich mit dem Streben der Einflüsse bei dem Menschen verhält. 8210. "Alle Pferde Pharaos, seine Wagen und seine Reiter, bis mitten in das Meer", 2. Mose 14/23, bedeutet, daß die wißtümlichen Kenntnisse aus dem verkehrten Verständigen, die Lehrbestimmungen des Falschen und die Vernünfteleien die Hölle erfüllten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Pferde Pharaos, insofern sie die wißtümlichen Kenntnisse aus dem verkehrten Verständnis bezeichnen; aus der Bedeutung der Wagen Pharaos, insofern sie die Lehren des Falschen bezeichnen; und aus der Bedeutung der Reiter Pharaos, insofern sie die daraus hervorgehenden Vernünfteleien bezeichnen, über das alles Nr. 8146, 8148; und aus der Bedeutung von "bis mitten in das Meer", insofern es soviel ist als die Hölle erfüllen. Daß hier nun wieder die drei Gegenstände erwähnt werden, die das Heer Pharaos bildeten, nämlich die Pferde, die Wagen und die Reiter, kommt daher, weil nun der letzte Zustand der Verwüstung derer vorhanden ist, die als Angehörige der Kirche dennoch in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben, und in einem Leben des Bösen waren, welcher Zustand das Hinabstürzen in die Hölle bewirkt. Dieses Hinabstürzen in die Hölle ist ein Erfülltwerden vom Falschen aus dem Bösen; denn wenn die Bösen in Ansehung alles Wahren und Guten abgeödet und dem Bösen und Falschen ihres Lebens überlassen sind, dann werden die Höllen geöffnet, mit denen sie durch das Böse ihres Lebens Gemeinschaft gehabt hatten, und dadurch stürzt all das Böse, das sie sich angeeignet haben, auf sie los. Das Falsche, das aus dem Bösen hervorquillt, bildet dann eine Sphäre um sie, welche Sphäre wie eine dichte Wolke oder wie Wasser erscheint. Wenn das geschehen ist, dann sind sie in der Hölle, denn dann sind sie von aller Verbindung mit dem Himmel ausgeschlossen, und dann auch von den anderen Höllen getrennt. Dies wird Hinabwerfen in die Hölle genannt. Das ist der Grund, weshalb nun, da sie mitten in das Meer eintraten, die Pferde, Wagen und Reiter erwähnt werden; denn das Schilfmeer bedeutet die Hölle, und die Pferde, Wagen und Reiter alles Falsche (überhaupt) und alles Falsche aus dem Bösen, das nun gegen sie losgelassen wird, damit sie so durch die gesamte Beschaffenheit ihres Falschen aus dem Bösen von den übrigen Höllen getrennt werden. Diese Dinge sind es, von denen in den nun folgenden Versen 24-28 im besonderen gehandelt wird. 8211. "Und es geschah um die Morgenwache", 2. Mose 14/24, bedeutet den Zustand der Finsternis und des Untergangs derer, die im Falschen aus dem Bösen waren, und den Zustand der Erleuchtung und Erlösung derer, die im Wahren und Guten waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Morgenwache, insofern sie den Zustand der Erleuchtung und Erlösung, und im entgegengesetzten Sinn den Zustand der Finsternis und des Untergangs bezeichnet. Die Morgenwache hat aber diese Bedeutung, weil die Zustände des Glaubens und der Liebe im anderen Leben sich wie die Zustände der Tageszeiten in der Welt verhalten, nämlich wie Morgen, Mittag, Abend und Nacht, weshalb auch diese jenen entsprechen: Nr. 2788, 5672, 5962, 6110; die Zustände wechseln auch fast in gleicher Weise. Das Ende und der Anfang dieser Wechsel ist der Morgen, denn dann hört die Nacht auf und beginnt der Tag. In diesem Zustand, dem der Morgen entspricht, beginnen die Guten erleuchtet zu werden in Ansehung dessen, was Sache des Glaubens ist, und erwärmt zu werden, in Ansehung dessen, was Sache der Liebtätigkeit ist. Und umgekehrt beginnen dann die Bösen, vom Falschen verdunkelt und vom Bösen erkältet zu werden, folglich ist der Morgen für diese ein Zustand der Finsternis und des Untergangs und für jene ein Zustand der Erleuchtung und Erlösung. Aus diesen Zuständen im Himmel entstehen die Zustände des Lichtes und der Wärme, dann auch die Zustände der Finsternis und der Kälte auf den Erdkörpern, die in jedem Jahre und an jedem Tage wechseln; denn alles, was in der natürlichen Welt besteht, hat seinen Ursprung und seine Ursache aus dem, was in der geistigen Welt ist, weil eben die ganze Natur nichts ist als eine vorbildliche Schaubühne des Reiches des Herrn: Nr. 3483, 4939, 5173, 5962; daher auch die Entsprechungen. Die Wechsel von Licht und Schatten, dann auch von Wärme und Kälte auf den Erdkörpern rühren zwar von der Sonne her, nämlich von dem Unterschied ihrer Höhen in jedem Jahre und an jedem Tage, und in den (verschiedenen) Gegenden der Erde, aber diese Ursachen, welche die nächsten und in der natürlichen Welt sind, wurden gemäß dem geschaffen, was in der geistigen Welt ist, als durch ihre vorausgehenden Ursachen, welche die nachfolgenden bewirkten, die in der natürlichen Welt sind; denn es gibt nichts im Natürlichen von dem, was in der Ordnung ist, was nicht seine Ursache und seinen Ursprung aus dem Geistigen, d.h. durch das Geistige vom Göttlichen hat. Weil der Morgen den Anfang der Erleuchtung und Erlösung bezüglich des Guten, und den Anfang der Finsternis und des Untergangs bezüglich der Bösen bedeutet, deshalb heißt es hier, daß Jehovah zur Zeit der Morgenwache auf das Lager der Ägypter geschaut und es verwirrt habe, und daß Er dann die Räder von den Wagen gestoßen und sie selbst in die Mitte des Meeres gestürzt habe und umgekehrt, daß Er die Söhne Israels errettet habe. Hieraus kann nun erhellen, was im geistigen Sinn unter Folgendem im Worte zu verstehen ist: Jes.17/11: "Am Tage machst Du Deine Pflanzen wachsen, und am Morgen Deine Samen blühen". Jes.17/14: "Um die Abendzeit, siehe, da ist Schrecken, ehe der Morgen kommt, sind sie nicht mehr". Jes.33/2: "Jehovah, sei Du unser Arm an jedem Morgen, und unser Heil zur Zeit der Angst". Hes.7/5-7: "So spricht der Herr Jehovah: Unglück, ein Unglück, siehe es kommt; das Ende kommt, es kommt das Ende, es kommt der Morgen über dich, Bewohner des Landes, es naht der Tag des Getümmels". Hos.10/15: "Solches hat euch Bethel getan, um eurer argen Bosheit willen, zur Morgenzeit wird vertilgt werden der König Israels". Ps.143/8,9: "Laß mich hören am Morgen Deine Barmherzigkeit; befreie mich von meinen Feinden, Jehovah". Ferner, daß der Herr, "als die Morgenröte aufstieg, Lot errettete und über Sodom und Gomorrah Schwefel und Feuer regnen ließ": 1. Mose 19/15. Weil der Morgen den Zustand der Erleuchtung und Erlösung des Guten bedeutet, und auch den Zustand der Finsternis und des Untergangs der Bösen, deshalb bedeutet der Morgen auch die Zeit des Letzten Gerichtes, wenn die erlöst werden, die im Guten sind, und die zugrunde gerichtet werden, die im Bösen. Demzufolge bedeutet er auch das Ende der früheren Kirche und den Anfang einer neuen Kirche, was beides durch das Letzte Gericht im Wort bezeichnet wird: Nr. 900, 931, 1733, 1850, 2117-2133, 3353, 4057, 4535; dies wird durch Morgen bezeichnet bei Dan.8/14: "Er sprach zu mir, bis zum Abend, am Morgen, zweitausendreihundert, dann wird gerechtfertigt werden das Heilige". Zeph.3/5,6: "Jehovah, am Morgen, ja am Morgen wird Er das Recht ans Licht bringen, und Er wird nicht fehlen; Ich werde vertilgen die Völker und werde zerstören ihre Winkel". Jes.21/11,12: "Zu mir ruft man aus Seir: Wächter, wie viel (ist vorüber) von der Nacht? Wächter, wie viel von der Nacht? Es spricht der Wächter: Es kommt der Morgen und auch die Nacht; wenn ihr fragen wollt, fraget, kehret wieder, kommet". An diesen Stellen (steht) Morgen für die Ankunft des Herrn und der dann erfolgenden Erleuchtung und Erlösung, somit von einer neuen Kirche. Nacht für den Zustand des Menschen und der Kirche, weil sie dann beide in lauter Falschem aus dem Bösen sind. "Morgenwache" wird gesagt, weil die Nacht in mehrere Wachen geteilt wurde, von denen die letzte in der Nacht und zugleich die erste am Tag die Morgenwache war. Die Wächter standen auf den Mauern und sahen sich um ob ein Feind käme, und zeigten durch lautes Rufen an, was sie sahen; unter denselben wird im inneren vorbildlichen Sinn der Herr verstanden und durch die Wache Seine beständige Gegenwart und Beschützung: Nr. 7989, zum Beispiel bei Ps.121/3-6: "Dein Wächter wird nicht schlafen, siehe, der Wächter Israels schläft und schlummert nicht; Jehovah ist dein Wächter, Jehovah ist dein Schatten über deiner rechten Hand, daß dich am Tage die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts, Jehovah bewahrt dich vor allem Bösen, Er bewahrt deine Seele". Auch werden unter den Wächtern die Propheten und Priester verstanden, folglich auch das Wort bei Jes.62/6: "Auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter gestellt, den ganzen Tag und die ganze Nacht sollen sie nicht schweigen, Jehovahs eingedenk". Jerem.31/6: "Es ist ein Tag, da rufen die Wächter auf dem Berge Ephraim: Stehet auf und lasset uns nach Zion hinaufziehen, zu Jehovah, unserem Gott". 8212. "Da schaute Jehovah auf das Heer der Ägypter", 2. Mose 14/24, bedeutet die daher kommende Ausbreitung des Einflusses des Göttlichen auf diejenigen, die durch Falsches Gewalt anzutun suchten. Dies erhellt aus der Bedeutung von schauen, wenn es von Jehovah gesagt wird, insofern es die Ausdehnung Seines Einflusses bezeichnet; denn daß es den Einfluß bedeutet, wenn der Herr auf etwas schaut, ist klar, weil Er Sich dann gegenwärtig darstellt, und ein Innewerden des Guten und Wahren denen gibt, die im Guten und Wahren aus Ihm sind, was durch Einfließen geschieht. Daher kommt es, daß die Engel, wenn sie auf jemand schauen, ihm die Neigung ihres Lebens einflößen. Ferner aus der Bedeutung des Lagers der Ägypter, insofern es das Falsche aus dem Bösen bezeichnet, worüber Nr. 8193, 8196; und weil damals diejenigen, die im Falschen aus dem Bösen waren, die Söhne Israels verfolgten, so bedeutet es auch das Bestreben, durch Falsches Gewalt anzutun: Nr. 8208. 8213. "In der Feuer- und Wolkensäule", 2. Mose 14/24, bedeutet die Gegenwart des göttlich Guten und Wahren bei ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Feuer- und Wolkensäule, insofern sie die Gegenwart des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 8110, folglich des göttlich Guten und Wahren; denn wo der Herr ist, da ist das Gute und Wahre. Was die Feuer- und Wolkensäule im besonderen bedeutet, sehe man Nr. 8106, 8108. 8214. "Und verwirrte das Heer der Ägypter", 2. Mose 14/24, bedeutet, daß dadurch die Ausbreitungen des Falschen aus dem Bösen auf sie zurückfielen. Dies erhellt aus der Bedeutung "von das Heer der Ägypter verwirren", insofern es das Zurückfallen des Falschen aus dem Bösen auf diejenigen bezeichnet, die sich bemühten, es denen einzuflößen, die im Wahren und Guten standen. Dies wird aber durch jene Worte bezeichnet, weil die Gegenwart des Herrn bei den Bösen diese Wirkung hervorbringt; denn die Bösen, die durch das Hineinwerfen (oder Einflößen) des Falschen und Bösen den Guten Gewalt antun wollen, stürzen sich in die Strafe der Wiedervergeltung, die darin besteht, daß das Falsche und Böse, das sie ihnen einzuflößen beabsichtigen, auf sie selbst zurückfällt. Diese Strafe, welche die Strafe der Wiedervergeltung genannt wird, kommt aus folgendem Ordnungsgesetz im Himmel: "Alles, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut auch ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten": Matth.7/12. Deswegen empfangen diejenigen, die das Gute tun aus dem Guten oder aus dem Herzen, Gutes von anderen, und ebenso umgekehrt, die Böses tun aus dem Bösen oder aus dem Herzen, empfangen Böses von anderen. Daher kommt es, daß jedem Guten sein Lohn beigesellt ist und jedem Bösen seine Strafe: Nr. 696, 967, 1857, 6559. Hieraus erhellt nun, daß "Jehovah verwirrte das Heer der Ägypter" bedeutet, die Ausbreitungen des Falschen aus dem Bösen fielen auf sie zurück, daher kam Verwirrung über sie. Daß dies bei den Bösen durch die Gegenwart des Herrn stattfindet, sehe man Nr. 7989. 8215. "Und stieß die Räder von ihren Wagen", 2. Mose 14/25, bedeutet, die Macht, Falsches beizubringen, sei ihnen genommen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von abstoßen, insofern es soviel ist als wegnehmen; aus der Bedeutung der Räder, insofern sie die Macht, fortzuschreiten, bezeichnen, worüber folgen wird; aus der Bedeutung der Wagen Pharaos, insofern sie die Lehren des Falschen bezeichnen, worüber Nr. 8146, 8148, somit das Falsche. Was das Rad im echten (inneren) Sinn bedeutet, kann aus der Bedeutung der Wagen erhellen: die Wagen waren zweierlei Art, es gab solche, auf denen die Waren fortgeschafft wurden, und auch solche, auf denen man kämpfte. Durch die Wagen, auf denen die Waren fortgebracht wurden, werden die Lehrbestimmungen des Wahren bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn die Lehrbestimmungen des Falschen. Durch die Wagen aber, auf denen sie kämpften, werden auch die Lehrbestimmungen in beiderlei Sinn bezeichnet, aber die Kämpfenden, also das Wahre selbst und das Falsche selbst, das zum Kämpfen gerüstet ist. Daraus kann man erkennen, was unter den Rädern der Wagen verstanden wird, nämlich die Macht, weiter fortzuschreiten, hier Falsches einzuflößen und gegen die Wahrheiten zu kämpfen. Weil diese Macht einen Teil des Verständigen des Menschen ist, deshalb wird durch Räder auch das Verstandesgebiet bezeichnet, in betreff dessen, was zur Lehre gehört. Im anderen Leben erscheinen häufig Wagen, beladen mit Waren verschiedener Art und zwar in verschiedener Form und Größe. Durch diese werden, wenn sie erscheinen, die Wahrheiten in ihrer Zusammenfassung bezeichnet, oder die Lehrbestimmungen, die gleichsam zu Aufnahmegefäßen des Wahren dienen, und durch die Waren die Kenntnisse verschiedener Nutzwirkungen. Dergleichen Dinge erscheinen, wenn im Himmel bei den Engeln von den Lehrbestimmungen die Rede ist, denn weil ihre Rede von denen, die unterhalb ihrer sind, nicht verstanden werden kann, so stellt sie sich in vorbildlicher Weise dar, und von einigen durch Wagen, auf denen alle Gegenstände der Rede in bildlicher Form und vor Augen dargestellt werden, wodurch man im Augenblick den Inhalt der Rede verstehen und sehen kann: einiges an der Form des Wagens, einiges an dessen Zusammenfügung, einiges an der Farbe desselben, einiges an seinen Rädern, einiges an den Pferden die ihn ziehen, einiges an den Waren, die der Wagen fährt. Von diesen Vorbildungen kommt es her, daß Wagen im Worte Lehrbestimmungen bedeuten. Hieraus kann einigermaßen ersehen werden, daß die Räder der Wagen die Macht des Verstandes bedeuten, denn wie der Wagen seine Bewegung und sein Fortschreiten durch die Räder hat, so hat das Wahre der Lehre sein Fortschreiten durch die Räder. Diese Bedeutung haben auch die Räder bei Jes.5/28: "Geschärft sind seine Pfeile und gespannt alle seine Bogen, die Hufe seiner Rosse sind Kieseln gleich zu achten; und seine Räder wie der Sturmwind": hier wird von dem Verwüster des Wahren gehandelt; die Pfeile bedeuten das Falsche und die Bogen die Lehre des Falschen: Nr. 2686, 2709; die Hufe der Rosse bezeichnen das sinnlich Wißtümliche aus verkehrtem Verständnis: Nr. 7729; die Räder bedeuten die Macht, das Wahre zu verkehren und zu zerstören wie ein Sturmwind. Hes.1/15-21; 10/9-14: "Ich sah Tiere, und siehe, ein Rad stand auf der Erde bei den Tieren nach seinen vier Formen; das Ansehen der Räder und ihre Arbeit war wie der Blick eines Tharschisch (oder Chrysoliths), und die Gestalt des einen hatte alle viere, und dabei war ihr Ansehen und ihre Arbeit, als ob ein Rad in der Mitte des anderen wäre; sie gingen nach ihren vier Seiten bei ihrem Gange und drehten sich nicht, wenn sie gingen; ihre Felgen waren hoch und furchtbar. Überdies waren ihre Felgen ringsumher voller Augen bei den vieren; und wenn die Tiere gingen, gingen die Räder bei ihnen, der Geist der Tiere war in den Rädern": durch die vier Tiere, die Cherube waren, wird die Vorsehung des Herrn bezeichnet: Nr. 308, durch die Räder die göttliche Einsicht oder Vorhersicht; daher heißt es, daß die Räder zugleich mit den Tieren gingen, und daß ihre Felgen voller Augen waren, ferner daß der Geist der Tiere in ihnen war, d.h. das Wahre der Weisheit. Dan.7/9: "Ich schaute, bis daß Stühle aufgestellt wurden, und der Alte der Tage setzte sich darauf, Sein Kleid war weiß wie Schnee, das Haar Seines Hauptes wie reine Wolle, Sein Thron wie Feuerflammen und die Räder desselben wie brennendes Feuer": der Alte der Tage ist hier der Herr in betreff des göttlich Guten; die gestellten Stühle bedeuten das Falsche; Sein Kleid das göttlich Wahre in äußerer Form, Sein Haupthaar das göttlich Gute in äußerer Form; Sein Thron ist der Himmel und die Kirche; die Räder bedeuten das, was der Weisheit und Einsicht angehört, also das göttlich Wahre; das brennende Feuer das, was der Liebe und Liebtätigkeit angehört. Unter den zehn Gestellen ringsumher im Tempel Salomos waren auch "Räder von Erz (Kupfer), und die Arbeit der Räder war wie die Arbeit der Wagenräder, ihre Achsen und ihre Felgen, ihre Speichen und ihre Naben, alles war gegossen": 1.Kön.7/30-33. Durch diese Gestelle oder Grundlagen wurden die Aufnahmegefäße des Wahren bezeichnet, durch das der Mensch gereinigt und wiedergeboren wird; durch Räder die Verstandeskräfte, durch die das Fortschreiten geschieht. 8216. "Und brachte sie ins Gedränge", 2. Mose 14/25, bedeutet, ihr Widerstreben und ihre Ohnmacht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rades, insofern es die Macht, Falsches beizubringen, bezeichnet, worüber Nr. 8215; ihn ins Gedränge führen, bedeutet daher die Hemmung durch Widerstreben, und die Ohnmacht infolge desselben. 8217. "Da sprachen die Ägypter", 2. Mose 14/25, bedeutet das Denken, nämlich derer, die im Falschen aus dem Bösen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn das Böse hereinbricht, insofern es ein Denken bezeichnet, wie Nr. 7094, 7107, 7244, 7937; und aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen bezeichnen, die im Falschen aus dem Bösen sind, worüber Nr. 8132, 8135, 8146, 8148. 8218. "Lasset uns fliehen vor Israel", 2. Mose 14/25, bedeutet die Trennung von denen, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von fliehen, insofern es eine Trennung bezeichnet, worüber Nr. 4113, 4114, 4120; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, oder was dasselbe, die im Guten des Wahren sind, oder im Wahren des Guten, worüber Nr. 7957. 8219. "Denn Jehovah streitet für sie gegen die Ägypter", 2. Mose 14/25, bedeutet, daß der Herr allein den Kampf wider das Falsche und Böse aushalte. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8175 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. 8220. Vers 26-28: Und Jehovah sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer, daß die Wasser zurückkehren über die Ägypter, über ihre Wagen und über ihre Reiter. Und Mose reckte seine Hand aus über das Meer, und das Meer kehrte zurück bei Anbruch des Morgens zur Stärke seiner Flut. Aber die Ägypter flohen ihm entgegen, und Jehovah stieß die Ägypter mitten in das Meer. Und die Gewässer kehrten zurück und bedeckten die Wagen und die Reiter, samt dem ganzen Heere Pharaos, das ihnen nachgezogen war in das Meer; so daß nicht einer von ihnen übrigblieb. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet den Einfluß; "recke deine Hand aus über das Meer" bedeutet die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren über die Hölle; "daß die Wasser zurückkehren über die Ägypter" bedeutet, das Falsche solle wieder auf sie zurückfließen und diejenigen überfluten, die im Falschen aus dem Bösen sind; "über ihre Wagen und über ihre Reiter" bedeutet die Lehren des Falschen und die Vernünfteleien aus dem verkehrten Verständnis; "und Mose reckte seine Hand aus über das Meer" bedeutet wie oben, die Herrschaft der göttlichen Macht über die Hölle; "und das Meer kehrte zurück bei Anbruch des Morgens zur Stärke seiner Flut" bedeutet das Zurückströmen des Falschen aus dem Bösen auf sie, vermöge der Gegenwart des Herrn; "aber die Ägypter flohen ihm entgegen" bedeutet, daß sie sich selbst in ihr Falsches aus dem Bösen versenkten; "und Jehovah stieß die Ägypter mitten in das Meer" bedeutet, daß sie sich dadurch selbst in die Hölle stürzten, wo das Falsche aus dem Bösen ist; "und die Gewässer kehrten zurück" bedeutet das Zurückfallen des Falschen auf sie; "und bedeckten die Wagen und die Reiter, samt dem ganzen Heere Pharaos" bedeutet, daß ihr Falsches sie verdeckte; "das ihnen nachgezogen war in das Meer" bedeutet, daß es (nämlich das Falsche), sie ganz in Besitz nahm; "so daß nicht einer von ihnen übrigblieb" bedeutet alle und jeden. 8221. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 14/26, bedeutet den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", wenn (die Rede ist) von der Ausübung der Herrschaft der Macht durch das göttlich Wahre, das durch Mose vorgebildet wird, insofern es einen Einfluß bezeichnet, wie auch Nr. 7291, 7381. 8222. "Recke deine Hand aus über das Meer", 2. Mose 14/26, bedeutet die Herrschaft der Macht des göttlich Wahren über die Hölle. Dies erhellt aus dem was Nr. 8200 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. 8223. "Daß die Wasser zurückkehren über die Ägypter", 2. Mose 14/26, bedeutet, das Falsche aus dem Bösen solle wieder auf sie zurückfluten und diejenigen bedecken (oder überfluten), die im Falschen aus dem Bösen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wasser, insofern sie das Falsche bezeichnen, worüber Nr. 6346, 7307, 8137, 8138; daher wird durch "die Wasser sollen zurückkehren", das Zurückfließen oder Zurückfallen des Falschen bezeichnet, hier auch das Überfluten oder Bedecken, weil von den Wassern des Schilfmeeres, (geschehen soll), die das Falsche aus dem Bösen derjenigen bezeichnen, die als Angehörige der Kirche in einem (von der tätigen Liebe) getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen waren. Und aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen vorbilden, die im Falschen aus dem Bösen sind, worüber öfter. Wie es sich damit verhält, daß das Falsche zurückfließen oder zurückfallen sollte auf diejenigen, die beabsichtigten, es über die auszugießen, die im Wahren und Guten standen, und durch die Söhne Israels dargestellt werden, sehe man Nr. 8214, daß nämlich das Böse, das jemand gegen andere beabsichtigt, auf ihn selbst zurückfällt, und daß dies infolge des Gesetzes der göttlichen Ordnung geschehe: "Tue anderen nichts, als was du willst, daß andere dir tun": Matth.7/12. Aus diesem Gesetz, das in der geistigen Welt ein feststehendes und fortwährendes ist, sind die Gesetze der Wiedervergeltung hervorgegangen, die in der vorbildlichen Kirche waren, nämlich folgende: 2. Mose 21/23-25: "Wenn aber Schaden geschehen ist, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule". 3. Mose 24/19,20: "Wenn jemand seinem Nächsten eine Verletzung zufügt, so soll ihm getan werden, wie er getan; Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er einem Menschen eine Verletzung zugefügt, also soll auch ihm zugefügt werden". 5. Mose 19/18,19: "Wenn der Zeuge Lügen ausgesagt hat gegen seinen Bruder, so sollt ihr ihm tun, wie er gedachte, seinem Bruder zu tun". Hieraus geht deutlich hervor, daß diese Gesetze ihren Ursprung haben aus jenem Allgemeinen, das in der geistigen Welt feststehend und ewig ist, daß man nämlich anderen nichts tun soll, außer was man will, daß die anderen uns auch tun. Hieraus erhellt, wie es zu verstehen ist, daß das Falsche aus dem Bösen, das man anderen beizubringen beabsichtigt, auf den Urheber selbst zurückfließt oder zurückfällt. Mit diesem Gesetz verhält es sich aber ferner im anderen Leben auf folgende Weise: Gleiches oder die Vergeltung mit gleichem, wenn es etwas Böses ist, wird von den Bösen vollzogen, und niemals von den Guten, d.h., es kommt aus den Höllen und niemals aus den Himmeln, denn die Höllen oder die Bösen in denselben brennen fortwährend von Begierde, anderen Böses zu tun, weil dies der eigentliche Lustreiz ihres Lebens ist. Sobald es daher gestattet wird, tun sie Böses, ohne sich darum zu bekümmern (wenn sie es tun), mag es ein Böser oder ein Guter sein, ein Freund oder ein Feind. Und weil es dem Gesetz der Ordnung gemäß ist, daß das Böse auf diejenigen selbst zurückfällt, die das Böse beabsichtigen, deshalb stürzen sie sich (auf jene), sobald es infolge des Gesetzes erlaubt wird. Dies tun die Bösen, die in den Höllen sind, niemals die Guten, die in den Himmeln sind; denn diese hegen fortwährend das Verlangen, anderen Gutes zu tun, weil dies der Lustreiz ihres Lebens ist. Sobald ihnen daher Gelegenheit gegeben wird, tun sie Gutes, sowohl den Feinden als den Freunden; ja, sie widerstehen nicht einmal dem Bösen, denn die Gesetze der Ordnung verteidigen und beschützen das Gute und das Wahre. Daher kommt es, daß der Herr sagt: "Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn; Ich aber sage euch, daß man dem Bösen nicht widerstehen soll. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben, und deinen Feind hassen; Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters in den Himmeln": Matth.5/38,39,43-45. Es geschieht oft im anderen Leben, daß die Bösen, wenn sie den Guten Böses zufügen wollen, schwer bestraft werden, und daß das Böse, das sie gegen andere beabsichtigen, auf sie selbst zurückfällt. Dies erscheint dann als Rache von den Guten, es ist aber nicht Rache und kommt auch nicht von den Guten, sondern von den Bösen, denen dann zufolge des Ordnungsgesetzes die Macht dazu gegeben wird. Ja, die Guten wünschen ihnen nicht einmal Böses, aber dennoch können sie das Übel der Strafe nicht entfernen, weil sie dann in der Absicht auf das Gute gehalten werden, gerade wie der Richter, wenn er sieht, daß der Übeltäter bestraft wird, oder wie der Vater, wenn sein Sohn vom Lehrer bestraft wird. Die Bösen, die strafen, tun es aus der Begierde, Böses zu tun, die Guten hingegen aus der Neigung, Gutes zu tun. Hieraus kann erhellen, was unter den Worten des Herrn von der Liebe zu den Feinden bei Matthäus zu verstehen ist, und von dem Gesetz der Wiedervergeltung, das vom Herrn nicht aufgehoben, sondern erklärt wurde, daß nämlich diejenigen, die in himmlischer Liebe sind, keine Freude an Wiedervergeltung oder an Rache haben sollen, sondern am Wohltun, und daß das Ordnungsgesetz, das den Guten schützt, schon von selbst strafe, und zwar durch die Bösen. 8224. "Über ihre Wagen und über ihre Reiter", 2. Mose 14/26, bedeutet die Lehren des Falschen und die Vernünfteleien aus dem verkehrten Verständnis. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wagen Pharaos, insofern sie die Lehren des Falschen bezeichnen, worüber Nr. 8146, 8148, 8215; und aus der Bedeutung der Reiter, insofern sie die Vernünfteleien aus einem verkehrten Verständnis bezeichnen, worüber Nr. 8146, 8148. 8225. "Und Mose reckte seine Hand aus über das Meer", 2. Mose 14/27, bedeutet die Herrschaft der göttlichen Macht über die Hölle, wie Nr. 8200, 8222. 8226. "Und das Meer kehrte zurück bei Anbruch des Morgens zur Stärke seiner Flut", 2. Mose 14/27, bedeutet das Zurückfließen des Falschen aus dem Bösen auf jene, vermöge der Gegenwart des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückfließen, wenn es von dem Falschen aus dem Bösen gesagt wird, das bezeichnet wird durch die Wasser des Schilfmeeres, insofern es ein Zurückfließen oder Zurückfallen auf sie bedeutet, worüber Nr. 6346, 7307, 8137. Aus der Bedeutung von "bei Anbruch des Morgens", insofern es die Gegenwart des Herrn bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung von "zur Stärke seiner Flut", insofern es ausdrückt, nach dem allgemeinen Zustand und der Ordnung in der Hölle. Denn in den Höllen ist die gleiche Ordnung wie in den Himmeln. In den Höllen besteht nämlich eine Zusammengesellung durch das Böse, wie in den Himmeln durch das Gute, allein die Zusammengesellung in den Höllen ist wie die von Räubern. Daß "bei Anbruch des Morgens" die Gegenwart des Herrn bedeutet, kann aus dem erhellen, was oben über die Bedeutung des Morgens, Nr. 8211, nachgewiesen worden ist, daß nämlich der Morgen den Zustand der Finsternis und des Unterganges der Bösen und den Zustand der Erleuchtung und Erlösung der Guten bedeute, und zwar allein infolge der Gegenwart des Herrn: Nr. 7989, 8137, 8138, 8188; und infolge der Gegenwart des Göttlich-Menschlichen selbst: Nr. 8159. Dasselbe, was hier von den Ägyptern, wird von Babel gesagt bei Jerem.51/19-21,24: "Er ist der Schöpfer von allem, besonders vom Herrscherstabe Seines Erbes; Jehovah Zebaoth ist Sein Name; ein Hammer bist Du Mir, Waffen des Kriegs, und durch Dich zerstreue Ich Völker, und verderbe durch Dich Königreiche, und mit Dir zerstöre Ich Roß und Wagen, Ich zerstöre durch Dich den Wagen und den, der darinnen fährt. Aber Ich will vergelten an Babel und allen Bewohnern Chaldäas all das Böse, das sie an Zion getan haben, vor euren Augen": durch Babel werden hier die bezeichnet, die der Kirche angehörten und das Gute entweihten, und durch Chaldäa, die das Wahre (entweihten). Ihr Verständnis und die daraus herstammenden Lehren und Vernünfteleien werden auch hier durch Rosse, Wagen und den, der darinnen fährt, bezeichnet, so auch die Verwüstung durch ihre Zerstörung. Der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, durch dessen Gegenwart die Zerstörung jener bewirkt wurde, wird verstanden unter den Worten: "Er ist der Schöpfer von allem, besonders vom Herrscherstab Seines Erbes, Jehovah Zebaoth ist Sein Name, ein Hammer bist Du Mir, Waffen des Kriegs, durch Dich zerstreue Ich Völker und verderbe durch Dich Königreiche". Die Völker bedeuten das Böse und die Königreiche das Falsche. Hieraus kann auch erhellen, daß das Böse, das sie anderen tun, zurückfließt oder zurückfällt auf sie selbst, denn es wird gesagt, das Böse werde ihnen vergolten werden; wie auch an anderen Stellen, daß am Tage der Heimsuchung Rache und Strafe eintreten werde. 8227. "Aber die Ägypter flohen ihm entgegen", 2. Mose 14/27, bedeutet, daß sie sich selbst in ihr Falsches aus dem Bösen versenkten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dem Meere entgegenfliehen", insofern es soviel ist als sich selbst in das Falsche aus dem Bösen versenken, das durch die Wasser des Meeres bezeichnet wird: Nr. 8226. Es verhält sich damit in folgender Weise: Wer die inneren Ursachen nicht kennt, muß notwendig glauben, daß das Böse, das den Bösen widerfährt, nämlich Strafen, Verwüstungen, Verdammnisse und endlich das Hinabwerfen in die Hölle, von dem Göttlichen ausgehe; so hat es den vollen Anschein, denn dergleichen geschieht infolge der Gegenwart des Göttlichen: Nr. 8137, 8138, 8188. Aber dennoch kommt nichts dergleichen aus dem Göttlichen über sie, sondern von ihnen selbst. Das Göttliche und die Gegenwart desselben hat einzig und allein den Schutz und die Erlösung der Guten zum Zweck. Wenn das Göttliche bei diesen gegenwärtig ist und sie gegen die Bösen schützt, dann entbrennen die Bösen noch mehr gegen sie und gegen das Göttliche Selbst, denn gegen dieses hegen sie den größten Haß; denn wer Haß hat gegen das Gute, hat einen großen Haß gegen das Göttliche. Deshalb brechen sie hervor, und in dem Maße als sie hervorbrechen, stürzen sie sich zufolge des Ordnungsgesetzes in Strafen, Verwüstungen und Verdammnis und endlich in die Hölle. Hieraus kann man erkennen, daß das Göttliche, d.h., der Herr nichts als Gutes tut und niemanden Böses, und daß vielmehr die Bösen selbst sich in solches stürzen. - Das ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß die Ägypter dem Meere entgegenflohen, d.h., daß sie sich selbst in Falsches aus dem Bösen versenkten. Was diese Sache anbetrifft, so soll noch etwas Weiteres darüber gesagt werden: Man glaubt, das Böse komme aus dem Göttlichen auch deshalb, weil das Göttliche es zuläßt und nicht entfernt, und wer etwas zuläßt und nicht wegschafft, wenn er kann, der hat den Anschein, als ob er das wolle, und somit der Urheber desselben sei. Allein das Göttliche läßt (das Böse) zu, weil es dasselbe nicht verhindern und auch nicht entfernen kann, denn das Göttliche will nichts als das Gute. Wenn es daher das Böse, nämlich Strafen, Verwüstungen, Verfolgungen, Versuchungen und dergleichen verhindern und wegschaffen würde, dann würde es das Böse wollen, denn dann könnten jene nicht gebessert werden, und dann würde das Böse einen solchen Zuwachs nehmen, daß es endlich über das Gute herrschen würde. Es verhält sich damit wie mit einem König, welcher die Schuldigen freispricht; ein solcher ist Schuld an dem später von ihnen in seinem Reiche verübten Bösen, und auch Schuld, daß andere dadurch frech werden, wie auch, daß der Böse sich bestärkt in seinem Bösen. Deswegen darf ein gerechter und guter König, wenn er es auch kann, dennoch die Strafen nicht erlassen, denn sonst tut er nicht Gutes, sondern Böses. Man merke also, daß alle Strafen, wie auch die Versuchungen im anderen Leben das Gute zum Zweck haben. 8228. "Und Jehovah stieß die Ägypter mitten in das Meer", 2. Mose 14/27, bedeutet, daß sie sich selbst in die Hölle stürzten, wo das Falsche aus dem Bösen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in das Meer stoßen", insofern es soviel ist, als sich in Falsches aus dem Bösen stürzen, denn dieses Falsche wird durch die Wasser jenes Meeres bezeichnet: Nr. 6346, 7307, 8137, 8138. Daß das Böse, das im Buchstabensinn des Wortes Jehovah, d.h. dem Herrn zugeschrieben wird, von denen selbst herrührt, die im Bösen sind und ganz und gar nicht vom Herrn, und daß das Wort in seinem inneren Sinn so zu verstehen ist, sehe man Nr. 2447, 6071, 6991, 6997, 7533, 7632, 7643, 7679, 7710, 7877, 7926, 8227. 8229. "Und die Gewässer kehrten zurück", 2. Mose 14/28, bedeutet das Zurückfallen des Falschen auf sie. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8223, 8226 erklärt worden ist. 8230. "Und bedeckten die Wagen und die Reiter, samt dem ganzen Heere Pharaos", 2. Mose 14/28, bedeutet, daß ihr Falsches sie verdeckte, oder verbarg. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedecken, insofern es soviel ist als verdecken oder verbergen, und aus der Bedeutung der Wagen und der Pferde Pharaos, insofern sie die Lehren des Falschen und die Vernünfteleien bezeichnen, die gegen das Wahre und Gute kämpfen, im allgemeinen das Falsche aus dem Bösen selbst. Daß die Wagen die Lehren des Falschen und die Reiter die Vernünfteleien aus dem verkehrten Verständnis bedeuten, sehe man Nr. 8146, 8148; und daß sie gegen das Wahre und Gute kämpfen: Nr. 8215. 8231. "Das ihnen nachgezogen war in das Meer", 2. Mose 14/28, bedeutet, daß es sie ganz in Besitz nahm. Dies erhellt aus der Bedeutung von nachziehen, wenn die Rede ist von den Wassern des Meeres, durch die das Falsche aus dem Bösen bezeichnet wird, insofern es soviel ist als in Besitz nehmen. 8232. "So daß nicht einer von ihnen übrigblieb", 2. Mose 14/28, bedeutet alle und jede. Dies erhellt ohne Erklärung. In diesem Verse, 2. Mose 14/28, wurde gehandelt von der Versenkung oder dem Hineinwerfen in die Hölle derer, die im Falschen aus dem Bösen waren. Was aber die Versenkung oder das Hineinwerfen in die Hölle sei, wissen nur wenige. Sie meinen, es sei ein Hinabstürzen in einen gewissen Ort, wo der Teufel mit seiner Rotte sich befinde, und von diesen würden (die Hinabgeworfenen) dort gequält; aber die Sache verhält sich nicht so. Das Hineinwerfen in die Hölle ist (vielmehr) nichts anderes als das Erfülltwerden mit lauter Falschem, das aus dem Bösen stammt, in dem sie während ihres Lebens in der Welt gewesen waren. Wenn sie von diesem dort ganz erfüllt sind, dann sind sie in der Hölle. Das Böse und Falsche selbst, in dem sie alsdann sind, ist es, was sie quält. Aber ihre Qual kommt nicht davon, daß sie von Schmerz ergriffen sind darüber, daß sie Böses getan haben, sondern darüber, daß sie nicht mehr Böses tun können; denn das ist der Lustreiz ihres Lebens. Wenn sie nämlich dort anderen Böses zufügen, werden sie von denen bestraft und gefoltert, denen sie es zufügen. Besonders quälen sie sich gegenseitig infolge ihrer Herrschbegierde und durch ihr Verlangen, die anderen zu unterjochen. Dies geschieht, wenn die anderen sich nicht unterjochen lassen wollen, durch tausendfache Arten von Strafen und Qualen. Aber die Herrschergewalt, nach welcher sie fortwährend streben, unterliegt dort häufigem Wechsel, und daher werden die, welche andere bestraft und gequält hatten, nachher wieder von anderen bestraft und gequält, und zwar so lang, bis sich endlich ihre Leidenschaft gelegt hat, aus Furcht vor der Strafe. Hieraus kann man nun erkennen, woher die Hölle stamme und was sie sei. Das höllische Feuer ist nichts anderes, als die Begierde der Selbstliebe, die (fortwährend) erhitzt und quält: Nr. 6314, 7324, 7575. 8233. Vers 29-31: Aber die Söhne Israels gingen im Trockenen mitten durch das Meer, und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken. Und so rettete Jehovah an diesem Tage Israel aus der Hand der Ägypter, und Israel sah die Ägypter tot am Gestade des Meeres. Und Israel sah die große Hand (d.i. Macht), die Jehovah gegen die Ägypter erzeigt hatte; und das Volk fürchtete Jehovah, und sie glaubten an Jehovah und an Mose, Seinen Knecht. "Aber die Söhne Israels gingen im Trockenen mitten durch das Meer" bedeutet, daß die, welche im Guten des Wahren und im Wahren des Guten standen, ganz sicher und ohne Anfechtung durch jene Hölle hindurchgingen; "und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken" bedeutet, daß sie allenthalben vom Falschen abgehalten wurden, "und so rettete Jehovah an diesem Tage Israel aus der Hand der Ägypter" bedeutet, daß der Herr in diesem Zustand die Angehörigen der geistigen Kirche vor aller Gewalttat von dem Falschen aus Bösem geschützt habe; "und Israel sah die Ägypter tot am Gestade des Meeres" bedeutet den Anblick der Verdammten, die nach allen Seiten zerstreut waren; "und Israel sah die große Hand (d.i. Macht), die Jehovah gegen die Ägypter erzeigt hatte" bedeutet die Anerkennung der Allmacht des Herrn; "und das Volk fürchtete Jehovah" bedeutet die Anbetung; "und sie glaubten" bedeutet den Glauben und das Vertrauen; "an Jehovah und an Mose, Seinen Knecht" bedeutet den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des göttlich Wahren, das von Ihm selbst ausgeht und Ihm dient. 8234. "Aber die Söhne Israels gingen im Trockenen mitten durch das Meer", 2. Mose 14/29, bedeutet, daß die, welche im Guten des Wahren und im Wahren des Guten standen, ganz sicher und ohne Anfechtung durch jene Hölle hindurchgingen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8185 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. Im Guten des Wahren und im Wahren des Guten wird gesagt und darunter die geistige Kirche verstanden; denn die Angehörigen dieser Kirche sind zuerst im Guten des Wahren, hernach im Wahren des Guten. Zuerst tun sie nämlich das Gute, weil das Wahre vorschreibt was man tun müsse, somit aus Gehorsam, hernach aber tun sie das Gute aus Neigung; dann sehen sie das Wahre aus dem Guten und tun es auch. Hieraus erhellt, daß der Mensch der geistigen Kirche, bevor er einen neuen Willen vom Herrn empfängt, d.h. wiedergeboren ist, das Wahre aus Gehorsam tut, nachdem er aber wiedergeboren ist, das Wahre aus Neigung tut, und dann wird das Wahre bei ihm zum Guten, weil es Sache seines Willens ist. Aus Gehorsam handeln heißt nämlich, aus dem Verstande, aber aus Neigung handeln heißt aus dem Willen handeln. Daher kommt es auch, daß diejenigen, die das Wahre aus Gehorsam tun, Menschen der äußeren Kirche, die aber, die es aus Neigung tun, Menschen der inneren Kirche sind. Hieraus erhellt, daß die Angehörigen der geistigen Kirche verstanden werden, wenn gesagt wird, die im Guten des Wahren und ihm Wahren des Guten sind. 8235. "Und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken", 2. Mose 14/29, bedeutet, daß sie allenthalben vom Falschen abgehalten wurden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8206 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. 8236. "Und so rettete Jehovah an diesem Tage Israel aus der Hand der Ägypter", 2. Mose 14/30, bedeutet, daß der Herr in diesem Zustand die Angehörigen der geistigen Kirche vor aller Gewalttat des Falschen aus dem Bösem geschützt habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von retten, insofern es soviel ist als schützen; aus der Bedeutung von "an diesem Tage", insofern es heißt, in diesem Zustand. Daß Tage Zustände bedeuten, sehe man Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850. Aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon öfters; aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen darstellen, die im Falschen aus dem Bösen sind, wovon auch schon öfters. Daraus ergibt sich, daß "erretten aus ihrer Hand" soviel ist als sie beschützen vor der Gewalttat derer, die im Falschen aus dem Bösen sind. 8237. "Und Israel sah die Ägypter tot am Gestade des Meeres", 2. Mose 14/30, bedeutet den Anblick der Verdammten, die nach allen Seiten zerstreut waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es soviel ist als erblicken oder der Anblick; aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen darstellen, die im Falschen vom Bösen sind; aus der Bedeutung der Toten, insofern sie die Verdammten bezeichnen, worüber Nr. 5407, 6119, 7494; und aus der Bedeutung von "am Gestade des Meeres", insofern es soviel ist als an den äußersten Grenzen der Hölle. Daß das Gestade die äußersten Grenzen bezeichnet ist klar, und daß das Meer die Hölle bedeutet, ist früher gezeigt worden. Daher kommt es, daß durch das Sehen dieser Toten am Gestade des Meeres bezeichnet wird der Anblick der Verdammten, die nach allen Seiten zerstreut waren. Weil hier vom Anblick der Verdammten gesprochen wird, so muß erläutert werden, wie es sich damit verhält. Diejenigen, die sich in den Höllen befinden, erscheinen nicht denen, die in einer anderen Hölle sind, nicht einmal denen in der nächsten oder benachbartesten; denn sie sind völlig getrennt. Sie erscheinen jedoch denen, die im Himmel sind, so oft es dem Herrn gefällt; denn der Herr regiert auch die Höllen durch die Engel, denen Er Macht gibt, von dem Orte aus, wo sie sind, alles zu sehen, was dort vorhanden ist. Dies geschieht darum, damit auch dort Ordnung herrsche, und nicht einer dem anderen über das Erlaubte hinaus Gewalt antue. Dieses Amt ist den Engeln übertragen und damit die Herrschaft über die Höllen. In die Höllen hineinzublicken und zu sehen, was dort geschieht, wird zuweilen auch den guten Geistern gestattet, denn es ist der Ordnung gemäß, daß man aus dem Höheren das Tieferstehende sehen kann, nicht aber aus dem Unteren das Höhere. Somit können von denen, die im Himmel sind, die Höllen gesehen werden und die darinnen sind, aber nicht umgekehrt. Daher kommt es, daß man aus dem Guten das Böse sehen kann, nicht aber aus dem Bösen das Gute, denn das Gute ist oberhalb und das Böse unterhalb. 8238. "Und Israel sah die große Hand, die Jehovah gegen die Ägypter erzeigt hatte", 2. Mose 14/31, bedeutet die Anerkennung der Allmacht des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es heißt verstehen, anerkennen und Glauben haben, worüber Nr. 897, 2150, 2325, 2807, 3796, 3863, 3869, 4403-4421, 5400, 6805; aus der Bedeutung der großen, starken, kräftigen, erhabenen Hand, wenn von Jehovah gesprochen wird, d.h. vom Herrn, insofern sie die Allmacht bezeichnet, worüber Nr. 878, 7188, 7189, 8050, 8069, 8153; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen bezeichnen, die in der Verdammnis sind, jetzt aber die, welche in der Hölle sind. 8239. "Und das Volk fürchtete Jehovah", 2. Mose 14/31, bedeutet die Anbetung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah fürchten", insofern es die Verehrung desselben aus Liebe, oder aus Glauben, oder aus Furcht bezeichnet, worüber Nr. 2826, somit Anbetung. 8240. "Und sie glaubten", 2. Mose 14/31, bedeutet den Glauben und das Vertrauen. Dies erhellt aus der Bedeutung von glauben, insofern es soviel ist als Glauben haben und auch Vertrauen, denn wer Glauben hat, der hat auch Vertrauen. Das Vertrauen geht aus der Liebe durch den Glauben hervor, folglich ist das Vertrauen auf Jehovah, d.h. auf den Herrn, nur bei denen möglich, die in der Liebe, nämlich zum Herrn und zu dem Nächsten sind, weil bei den anderen kein Glaube ist. 8241. "An Jehovah und an Mose, Seinen Knecht", 2. Mose 14/31, bedeutet den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des göttlich Wahren, das von Ihm selbst ausgeht und Ihm dient. Dies erhellt daraus, daß unter Jehovah im Worte der Herr verstanden wird; man sehe Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6281, 6303, 6945, 6956; und zwar der Herr in Ansehung des göttlich Guten: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 4402, 6905. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das aus Ihm hervorgehende Wahre darstellt, worüber Nr. 6752, 7014, 7010, 7089, 7382. Es wird gesagt, der Herr in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des göttlich Wahren, weil das göttlich Gute im Herrn und das göttlich Wahre vom Herrn ist. Das göttlich Gute verhält sich zum göttlich Wahren wie das Feuer der Sonne zu dem Lichte aus demselben. Das Licht ist nicht in der Sonne, sondern aus der Sonne. Ferner aus der Bedeutung des Knechtes, insofern er das Dienende bezeichnet. Knecht wird genannt wer Dienste leistet, somit wer dient, man sehe Nr. 7143; deshalb wird der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, als Er in der Welt war, im Worte Knecht genannt: Nr. 3441, denn damals diente Er, wie Er auch selbst sagt: "Wer unter euch groß werden will, der soll euer Diener sein, und wer unter euch der Erste sein will, der soll euer Knecht sein, gleichwie des Menschen Sohn nicht gekommen ist, daß Er sich dienen lasse, sondern daß Er diene": Matth.20/26-28; Luk.22/27; Mark.10/44,45.   Nr. 8242 - 8257 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 15. Kapitel 1. Da sang Moses und die Söhne Israels dieses Lied dem Jehovah, und sprachen diese Worte: Ich will dem Jehovah singen, denn hoch erhaben ist Er; das Roß und seinen Reiter warf Er ins Meer. 2. Meine Stärke und mein Gesang ist Jah, Er ward mir zur Rettung; Er ist mein Gott, darum will ich (Ihm eine Wohnung machen), der Gott meines Vaters, darum will ich Ihn erheben. 3. Jehovah ist der Mann des Krieges, Jehovah ist Sein Name. 4. Die Wagen Pharaos und sein Heer warf Er ins Meer, und die Auswahl seiner vornehmsten Krieger versank im Schilfmeere. 5. Abgründe bedeckten sie, sie sind hinabgesunken in die Tiefen wie Steine. 6. Deine Rechte, Jehovah, hat sich verherrlicht durch ihre Macht; mit Deiner Rechten, Jehovah, zerschlägst Du den Feind. 7. Und in der Größe Deiner Herrlichkeit zertrümmerst Du Deine Widersacher, Du sendest Deinen Grimm aus, und er verzehrt sie wie Stoppeln. 8. Und durch das Schnauben Deiner Nase türmten sich die Wasser auf, es standen die Fluten gleich einem Haufen, es erstarrten die Abgründe im Herzen des Meeres. 9. Es sprach der Feind: Ich will sie verfolgen, ich will sie erreichen, ich will die Beute teilen; sättigen soll sich an ihnen meine Seele, entblößen will ich mein Schwert, meine Hand soll sie austreiben. 10. Du hauchtest mit Deinem Winde, da bedeckte sie das Meer; sie sanken zur Tiefe, wie Blei, in den mächtigen Wassern. 11. Wer ist wie Du unter den Göttern, Jehovah, wer ist wie Du, verherrlicht in Heiligkeit, mit Lobpreisung zu verehren, wundertätig! 12. Du strecktest Deine Rechte aus, da verschlang jene die Erde. 13. Du führtest in Deiner Barmherzigkeit das Volk, Du hast es errettet, durch Deine Kraft hast Du es geleitet zur Wohnung Deiner Heiligkeit. 14. Die Völker hörten es und erbebten, Schmerz ergriff die Bewohner Philistäas. 15. Da wurden bestürzt die Fürsten Edoms, die Mächtigen Moabs, Schrecken erfaßte sie, es verzagten alle Bewohner Kanaans. 16. Angst und Furcht fiel über sie, durch Deinen starken Arm erstarren sie wie Steine, bis hindurchgehen wird Dein Volk, Jehovah, bis hindurchgehen wird das Volk, das Du erworben hast. 17. Du wirst sie hineinführen und sie pflanzen auf den Berg Deines Erbes, an den Ort, den Du bereitet hast zu Deiner Wohnung, Jehovah; zu dem Heiligtum, o Herr, das Deine Hände bereiteten. 18. Jehovah wird herrschen immer und ewiglich. 19. Denn die Rosse Pharaos mit seinen Wagen und mit seinen Reitern kamen in das Meer, und Jehovah führte über sie die Fluten des Meeres zurück; aber die Söhne Israels gingen im Trockenen mitten durch das Meer. 20. Und Mirjam, die Prophetin, die Schwester Aharons, nahm die Pauke in ihre Hand, und alle Frauen zogen aus, ihr nach mit Pauken und mit Reigentanz. 21. Und Mirjam antwortete jenen (d.i. den Männern): Singet dem Jehovah, denn Er ist hoch erhaben, das Roß und seine Reiter warf Er ins Meer. 22. Und Moses ließ Israel aufbrechen vom Schilfmeere, und sie zogen aus zur Wüste Sur und gingen drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser. 23. Da kamen sie nach Mara, aber sie konnten das Wasser nicht trinken, denn es war bitter; deswegen gab man dem Orte den Namen Mara. 24. Und das Volk murrte wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken? 25. Da schrie er zu Jehovah, und Jehovah zeigte ihm ein Holz, und er warf es in das Wasser; da wurde das Wasser süß; daselbst stellte Er ihnen Gesetze und Recht, und versuchte sie allda. 26. Und sprach: Wenn du gehorchen wirst der Stimme Jehovahs, deines Gottes, und wirst tun, was recht ist vor Seinen Augen, und wirst merken auf Seine Gebote, und alle Seine Satzungen halten, so werde Ich keine der Krankheiten, die Ich den Ägyptern auferlegt habe, auf dich legen, denn Ich bin Jehovah, dein Arzt. 27. Und sie kamen nach Elim, und daselbst waren zwölf Wasserbrunnen, und siebzig Palmen, und sie lagerten sich daselbst an dem Wasser.   Inhalt 8258. Im inneren Sinn dieses Kapitels wird der Herr gepriesen, daß Er, nachdem Er Sein Menschliches verherrlicht hatte, die Bösen, welche die Guten im anderen Leben anfochten, in die Höllen stürzte, und die Guten, die angefochten worden waren, in den Himmel erhob. Das ist es, was im inneren Sinn im prophetischen Liede enthalten ist. 8259. Nachher wird im inneren Sinn gehandelt von der zweiten Versuchung derer, die der geistigen Kirche angehörten, was beschrieben wird durch das Murren des Volkes bei Mara, wo die bitteren Wasser waren; und hernach von dem Troste, der bezeichnet wird durch das Lagern bei Elim, wo zwölf Quellen und siebzig Palmen waren.   Innerer Sinn 8260. Vers 1,2: Da sang Moses und die Söhne Israels dieses Lied dem Jehovah, und sprachen diese Worte: Ich will dem Jehovah singen, denn hoch erhaben ist Er; das Roß und seinen Reiter warf Er ins Meer. Meine Stärke und mein Gesang ist Jah, Er ward mir zur Rettung; Er ist mein Gott, darum will ich (Ihm eine Wohnung machen), der Gott meines Vaters, darum will ich Ihn erheben. "Da sang Moses und die Söhne Israels dieses Lied dem Jehovah" bedeutet die Verherrlichung des Herrn, von denen, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten, wegen der Befreiung; "und sprachen diese Worte" bedeutet vermöge des Einfließens; "Ich will dem Jehovah singen" bedeutet, dem Herrn allein gebühre die Ehre; "denn hoch erhaben ist Er" bedeutet, daß Er Sein Göttliches im Menschlichen geoffenbart habe; "das Roß und seinen Reiter warf Er ins Meer" bedeutet dadurch, daß allein vermöge Seiner Gegenwart das Falsche aus dem Bösen verdammt und in die Hölle geworfen wurde; "meine Stärke" bedeutet, daß alle Macht von Ihm komme; "und mein Gesang ist Jah" bedeutet, daß das Ganze des Glaubens und daher auch der Verherrlichung aus dem göttlich Wahren stamme, das von Ihm ausgeht; "Er ward mir zur Rettung" bedeutet, daß von Ihm die Erlösung komme; "darum will ich Ihm eine Wohnung machen" bedeutet, daß Er im Guten, das von Ihm ist, sein müsse, als in Seinem Himmel; "Er ist der Gott meines Vaters" bedeutet, daß kein anderes Göttliches gewesen sei in den alten Kirchen; "darum will ich Ihn erheben" bedeutet, daß auch jetzt Ihm göttliche Verehrung gebühre. 8261. "Da sang Moses und die Söhne Israels dieses Lied dem Jehovah", 2. Mose 15/1, bedeutet die Verherrlichung des Herrn, von denen, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten, wegen der Befreiung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Lied singen", insofern es eine Verherrlichung bezeichnet, worüber folgen wird. Eine Verherrlichung des Herrn bedeutet es, weil unter Jehovah im Worte der Herr verstanden wird: Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6280, 6281, 6905, 6945, 6956; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, denn Mose bildet vereint mit dem Volke diese Kirche vor: Mose ist ihr Haupt, weil er auch das göttlich Wahre vorbildet, und das Volk oder die Söhne Israels die Kirche selbst. Daß die Söhne Israels die Angehörigen der geistigen Kirche vorbilden, sehe man Nr. 6426, 6637, 6862, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. Daß die Verherrlichung des Herrn wegen der Befreiung stattfand, erhellt auch aus dem, was 2. Mose Kapitel 14 gezeigt worden ist, daß nämlich diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten, einzig und allein durch die Ankunft des Herrn in die Welt erlöst wurden; und daß sie so lange in der unteren Erde zurückgehalten und daselbst von den Geistern, die im Falschen aus dem Bösen sind, angefochten und dann befreit wurden vom Herrn, als Er das Menschliche in Sich göttlich machte: Nr. 6914, 7035, 7091 E, 7828, 7932, 8018, 8054. Daß die Angehörigen der geistigen Kirche einzig und allein durch die Ankunft des Herrn in der Welt erlöst wurden, sehe man Nr. 2661, 2716, 2833, 2834, 6372; und daß sie so lange in der unteren Erde zurückgehalten und vom Herrn (erst dann) befreit wurden, als Er Sein Menschliches zum Göttlichen machte: Nr. 6854. Ein Lied singen, bedeutet aber verherrlichen und das Lied somit die Verherrlichung. Weil die Lieder in der Alten Kirche und später in der jüdischen prophetisch waren und vom Herrn handelten, besonders daß Er in die Welt kommen, die teuflische Rotte, die damals mehr als je tobte, zerstören und die Gläubigen von den Angriffen derselben befreien werde; und weil die prophetischen Lieder im inneren Sinn solches enthielten, daher wird durch sie die Verherrlichung des Herrn bezeichnet, d.h. die Verherrlichung desselben aus der Freude des Herzens, denn die Freude des Herzens drückt sich vorzüglich durch den Gesang aus, weil im Liede die Freude gleichsam helltönend aus sich hervorbricht. Daher kommt es, daß Jehovah, d.h. der Herr in den Liedern Held, Kriegsmann, Gott der Heerscharen, Sieger, Kraft, Schutzwehr, Schild, Heil genannt, die teuflische Rotte aber, die zerstört wurde, als der Feind bezeichnet wird, der geschlagen, verschlungen, versenkt, in die Hölle geworfen ist. Diejenigen, die vom inneren Sinn nichts wußten, glaubten früher auch wirklich, daß hier solche Dinge zu verstehen seien, wie sie in der Welt sind, wie z.B. Feinde, Kämpfe, Siege, Verheerungen, Versenkungen, von denen jene Lieder im äußeren Sinne handelten, aber diejenigen, die wußten, daß alle Weissagungen Himmlisches und Göttliches in sich schließen, und daß solches in denselben vorgebildet wird, wußten auch, daß es sich in denselben von der Verdammnis der Ungläubigen handelt und von der Erlösung der Gläubigen durch den Herrn, wenn Er in die Welt kommen werde; und dann hatten diejenigen, die es wußten und darüber dachten und davon angeregt wurden, eine innere Freude, jene hingegen nur eine äußere. Die Engel, die bei dem Menschen sind, waren dann auch zugleich mit ihnen in der Verherrlichung des Herrn, daher empfanden die, welche sangen und welche zuhörten, aus dem Heiligen und Seligen, das aus dem Himmel einfloß, eine himmlische Freude, durch die sie gleichsam in den Himmel erhoben zu sein schienen. Ein solche Wirkung hatten die Gesänge der Kirche bei den Alten, und eine solche Wirkung sollten sie auch heutzutage haben; denn die geistigen Engel werden besonders von den Liedern angeregt, die vom Herrn, Seinem Reich und von der Kirche (handeln). Eine solche Wirkung hatten die kirchlichen Gesänge nicht nur dadurch, daß die Freudigkeit des Herzens durch sie lebendig gemacht wurde, und von dem Inwendigeren bis zu den äußeren Fibern des Körpers herausdrang und diese durch ein freudiges und zugleich heiliges Beben bewegten, sondern auch deshalb, weil die Verherrlichung des Herrn in den Himmeln durch Chöre geschieht und somit durch den harmonischen Gesang vieler. Daher ist auch die Engelrede harmonisch und rhythmisch. (Über die Chöre sehe man Nr. 2595, 2596, 3350, 5182, 8115; über die Engelrede, daß sie rhythmisch, \<d.h. taktmäßig geordnet\> ist: Nr. 1648, 1649, 7191 E). Daher kommt es, daß die Verherrlichungen des Herrn bei den Alten, die der Kirche angehörten, durch Lieder, Psalmen und musikalische Instrumente verschiedener Art stattfanden, denn die Angehörigen der Alten Kirche hatten eine Freude, die alle Freuden übersteigt, durch das Andenken an die (verheißene) Ankunft des Herrn und an die Erlösung des menschlichen Geschlechtes durch Ihn. Daß die prophetischen Gesänge eine Verherrlichung des Herrn im inneren Sinn enthielten, erhellt aus den Liedern im Worte, wie bei Jes.42/6-9f: "Ich Jehovah habe Dich gerufen in Gerechtigkeit; Ich ergreife Deine Hand, Ich schirme Dich, und mache Dich zum Bunde für das Volk und zum Licht der Nationen, um zu öffnen blinde Augen, Gebundene aus dem Gefängnis zu führen, aus dem Kerkerhause, die in Finsternis sitzen. Singet Jehovah ein neues Lied, Seinen Ruhm bis zu den Enden der Erde; es erhebe ihre Stimme die Wüste und ihre Städte; es sollen singen die Felsenbewohner, Jehovah sollen sie die Ehre geben, Jehovah geht hervor wie ein Held, wie ein Kriegsmann wird Er Seinen Eifer erwecken, Er überwältigt Seine Feinde": daß hier vom Herrn gehandelt wird, Der kommen sollte, um diejenigen zu befreien, die in geistiger Gefangenschaft waren, ist deutlich. Deswegen wird gesagt: Singet Jehovah ein neues Lied, und es sollen singen die Felsenbewohner. Jes.49/8-10,13f: "Ich habe Dich gemacht zum Bunde des Volkes, um herzustellen das Land und auszuteilen die verödeten Besitzungen, um den Gefangenen zu sagen: Kommet heraus! und zu denen in der Finsternis: Kommet ans Licht! Auf den Wegen sollen sie weiden und auf allen Hügeln ihre Weide haben. Singet ihr Himmel, und frohlocke du Erde, und ihr Berge erschallet von Jubelgesang; denn Jehovah tröstet Sein Volk und erbarmet Sich Seiner Elenden": auch hier wird von der Ankunft des Herrn und von der Befreiung der Gefangenen gehandelt. Ps.96: "Singet Jehovah ein neues Lied, lobpreiset Seinen Namen, erzählet unter den Völkern Seine Herrlichkeit! Alle Götter der Heiden sind eitel, aber Jehovah hat die Himmel gemacht, Herrlichkeit und Ehre ist vor Ihm, Kraft und Pracht (ist) in Seinem Heiligtume. Gebet Jehovah Ehre und Macht, gebet Jehovah die Ehre Seines Namens. Sprechet unter den Völkern: Jehovah herrschet, darum besteht der Erdkreis und wanket nicht. Jehovah kommt, Er kommt zu richten die Erde". Ps.40/3,4: "Jehovah zog mich heraus aus der Grube des Verderbens, aus kotigem Schlamm; Er stellte auf einen Felsen meine Füße und Er legte ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobgesang auf unseren Gott. Viele werden es sehen und (Ihm) vertrauen": auch hieraus kann man ersehen, daß das Lied die Verherrlichung des Herrn wegen der Befreiung bedeutet, denn die Lieder schlossen die Freude des Herzens und die Lobpreisung des Herrn in sich. Die Freude des Herzens über die Ankunft des Herrn und die Erlösung alsdann und die Lobpreisung für den Sieg über geistige Feinde. Die Freudigkeit des Herzens in Verbindung mit der Lobpreisung des Herrn ist es, was verstanden wird unter Verherrlichung. Daß die Freude des Herzens durch Lieder bezeichnet wurde, zeigt sich deutlich bei Ps.33/2-7: "Preiset Jehovah mit Harfen, auf zehnsaitiger Laute spielet Ihm; singet Ihm ein neues Lied, rühret aufs beste die Saiten mit Posaunenschall! Er sammelt wie Haufen die Gewässer des Meeres, legt in Vorratshäuser die Fluten". Jes.24/8,9: "Es hört auf die Freude der Pauken, es hört auf das Getümmel der Fröhlichen, es endet die Freude der Zither; nicht mehr trinkt man Wein bei Gesang". Amos 8/10: "Ich will eure Feste in Trauer verkehren und alle eure Lieder in Klage". Daß die Verherrlichung oder Erhöhung Jehovahs, d.h. des Herrn, durch Lieder geschah, (erhellt) bei Ps.18/1-4 f: "Der Knecht Jehovahs, David, der geredet hat vor Jehovah die Worte dieses Liedes: Jehovah, meine Stärke, Jehovah, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Fels, auf Den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, meine Zuflucht; den preiswürdigen Jehovah rufe ich an, dann werde ich errettet von meinen Feinden". Ps.28/7,8: "Jehovah ist meine Stärke und mein Schild; darum will ich Ihn preisen mit meinem Liede. Jehovah ist ihre Stärke und die Stärke des Heils Seines Gesalbten". Ps.69/30,31: "Deine Hilfe, o Gott, wird mich in die Höhe führen, ich will den Namen Gottes preisen mit meinem Liede und Ihn verherrlichen im Lobgesang". Daß die Lieder vom Herrn handelten, erhellt auch bei Joh.Offenb.5/9,10: "Die vierundzwanzig Ältesten sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig, das Buch zu empfangen und zu öffnen seine Siegel; denn Du bist getötet worden und hast uns Gott erkauft mit Deinem Blut". Joh.Offenb.15/1,3,4: "Ich sah sieben Engel, die sangen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes, und sprachen: Groß und wundervoll sind Deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger; gerecht und wahrhaft sind Deine Wege, Du König der Heiligen; wer sollte Dich nicht fürchten, o Herr, und Deinen Namen nicht verherrlichen!" Das Lied Moses und des Lammes ist das Lied, das in diesem Kapitel steht; es wird das Lied des Lammes genannt, weil in demselben von der Verherrlichung des Herrn gehandelt wird. 8262. "Und sprachen diese Worte", 2. Mose 15/1, bedeutet, vermöge des Einfließens. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von der Verherrlichung des Herrn durch Lieder die Rede ist, insofern es den Einfluß bezeichnet. Daß sagen auch einfließen bedeutet, sehe man Nr. 5743, 6152, 6291, 7291, 7381, 8221. 8263. "Ich will dem Jehovah singen", 2. Mose 15/1, bedeutet, dem Herrn allein gebühre die Ehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dem Jehovah singen", insofern es soviel ist als den Herrn verherrlichen, worüber Nr. 8261; somit auch, daß Ihm die Ehre gebühre. Ihm allein aber, weil der Herr der Jehovah im Worte ist: Nr. 8261, somit der alleinige Gott. Im Worte wird an vielen Stellen gesagt, daß Gott allein Herrlichkeit und Ehre gebühre. Wer das Innere des Wortes nicht kennt, kann glauben, der Herr wünsche und liebe den Ruhm, wie ein Mensch in der Welt, auch aus dem Grunde, weil er Ihm vor allen im Weltall zukommt; aber der Herr will den Ruhm nicht um Seinetwillen, sondern um des Menschen willen, der Ihn verherrlicht. Der Mensch, der Ihn verherrlicht, tut es aus heiliger Ehrfurcht vor Ihm, weil Er der Höchste ist, und aus Demütigung seiner selbst, weil er im Verhältnis zu Ihm nichts ist, und weil also in der Verherrlichung des Herrn vom Menschen sowohl heilige Ehrfurcht als Demut liegt; darum ist der Mensch alsdann in dem (rechten) Zustand, den Einfluß des Guten vom Herrn aufzunehmen, somit auch die Liebe zu Ihm. Daher kommt es, daß der Herr die Verherrlichung vom Menschen will, man sehe Nr. 4347, 4593, 5957. Daß der Einfluß des Guten vom Herrn in einem demütigen Herzen stattfindet: Nr. 3994, 7478. 8264. "Denn hoch erhaben ist Er", 2. Mose 15/1, bedeutet, daß Er Sein Göttliches im Menschlichen geoffenbart habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich erhöhen", wenn es vom Herrn (gesagt wird), insofern es heißt das Göttliche im Menschlichen offenbaren. "Er ist hoch erhaben" hat aber diese Bedeutung, weil das Göttliche das Erhabenste oder Höchste ist, und der Herr, als Er in der Welt war, das Menschliche in Sich göttlich machte, und dadurch Sich sehr erhöhte. Daß das Hohe im Worte das Göttliche bedeutet, sehe man Nr. 8153. Es wird hier gesagt "hoch erhaben ist Er", und dadurch die Offenbarung des Göttlichen im Menschlichen bezeichnet, weil in diesem Liede vom Herrn gehandelt wird, daß Er nämlich, als Er Sein Menschliches göttlich machte, die Bösen in die Höllen warf, und die Guten in den Himmel erhob: Nr. 8258, und zwar allein durch Seine Gegenwart: Nr. 7989; denn die Bösen in die Höllen werfen, und die Guten in den Himmel erheben, allein durch die Gegenwart, ist ein göttliches (Werk). 8265. "Das Roß und seinen Reiter warf Er ins Meer", 2. Mose 15/1, bedeutet dadurch, daß allein vermöge Seiner Gegenwart das Falsche aus dem Bösen verdammt und in die Hölle geworfen worden sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rosses, insofern es das Falsche, das aus einem verkehrten Verständnis stammt, bezeichnet. Daß Pferd das Verständnis bedeutet, sehe man Nr. 2761, 2762, 3217, 5321. Und im entgegengesetzten Sinn das verkehrte Verständnis. Und weil dieses kein Verständnis ist, so bedeutet Pferd in diesem Sinn das Falsche, und das Pferd Pharaos das wißtümliche Falsche: Nr. 6125, 8146, 8148. Aus der Bedeutung des Reiters, insofern er die Vernünfteleien daraus bezeichnet, worüber Nr. 8146, 8148; und aus der Bedeutung von "ins Meer werfen", insofern es soviel ist als verdammen und in die Hölle werfen. Daß das Meer, hier das Schilfmeer, die Hölle bedeutet, wo das Falsche aus dem Bösen derer ist, die als Angehörige der Kirche in einem getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen waren, sehe man Nr. 8099, 8137, 8148; deshalb wird es das Falsche aus dem Bösen genannt; und daß dieses verdammt und in die Hölle geworfen wurde, allein durch die Gegenwart des Herrn, wurde 2. Mose Kapitel 14 gezeigt, denn die Bösen können die göttliche Gegenwart durchaus nicht ertragen und aushalten, weil sie durch die göttliche Gegenwart geängstigt, gequält und gleichsam entseelt werden. Sie gebärden sich wie diejenigen, die im Todeskampfe sind. Der Grund ist, weil das Göttliche die Allmacht in sich hat, und alles zerstört und ausrottet, was sich ihm entgegensetzt, also das Falsche und das Böse. Daher ist das Leben derer, die im Falschen und Bösen sind, durch die göttliche Gegenwart angegriffen, und fühlt alsdann in sich die Hölle, je nach dem Grade der Gegenwart. Damit aber die, welche im Falschen und Bösen sind, nicht ganz und gar zerstört und gequält werden, so werden sie mit ihrem Falschen und Bösen umhüllt, wie mit Nebeldünsten, die so beschaffen sind, daß sie den göttlichen Einfluß brechen, oder zurückstoßen oder ersticken, wie dies die irdischen Nebel oder Wolken mit den Sonnenstrahlen zu tun pflegen. Dies wird verstanden unter den Worten bei Joh.Offenb.6/16,17: "Und sie sprachen zu den Bergen und Felsen: fallet über uns, und verberget uns vor dem Angesichte Dessen, Der auf dem Throne sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Denn gekommen ist der große Tag Seines Zorns, und wer kann bestehen?": die Berge und Hügel, zu denen sie sagen, daß sie über sie fallen und sie verbergen sollten, bedeuten das Böse und Falsche. Der Zorn des Lammes, bedeutet die Qualen, denn es scheint, als ob das Göttliche sie infolge des Zornes quäle, während es doch das Falsche und Böse selbst ist. Ebenso bei Jes.2/10; Hos.10/8; Luk.23/30. Daß die Verdammnis bloß zufolge der Gegenwart des Herrn eintrete, wird auch durch das Folgende in diesem Liede bezeichnet: "Du sendest Deinen Grimm aus, so vergehen sie wie Stoppeln, und durch das Schnauben Deiner Nase türmten sich die Wasser auf, es standen die Fluten gleich einem Haufen; Du hauchtest mit Deinem Winde, da bedeckte sie das Meer, sie sanken zur Tiefe; Du strecktest Deine Rechte aus, da verschlang sie die Erde": 2. Mose 15/7,8,10,12; ebenso an mehreren anderen Stellen im Worte. 8266. "Meine Stärke", 2. Mose 15/2, bedeutet, daß alle Macht von Ihm komme. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stärke, insofern sie Kraft und Macht ist, und weil gesagt wird "meine Stärke" und zwar in bezug auf Jehovah oder den Herrn, so bedeutet es, daß alle Macht von Ihm kommt. 8267. "Und mein Gesang ist Jah", 2. Mose 15/2, bedeutet, daß das Ganze des Glaubens und daher auch der Verherrlichung aus dem göttlich Wahren stamme, das von Ihm ausgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gesanges, wenn von Jehovah (die Rede ist), insofern er die Verherrlichung des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 8261. Wenn aber vom Menschen, wie hier, so bedeutet er Verherrlichung aus dem Glauben, somit den Glauben, aus dem die Verherrlichung hervorgeht, denn alle Verherrlichung, die vom Menschen kommt, stammt aus dem Glauben an den Herrn, weil der echte Glaube vom Herrn kommt und somit der Herr im Glauben und auch Verherrlichung selbst ist. Die Verherrlichung des Menschen stammt auch deshalb aus dem Glauben, weil das göttlich Wahre, aus dem und durch das der Glaube ist, vor den Augen der Engel als ein Licht erscheint, und wie ein strahlender Glanz des Lichtes. Dieses Strahlenlicht, zugleich mit den prachtvollen Erscheinungen aus dem Lichte im Himmel, wird Verherrlichung (oder Herrlichkeit) genannt, und ist somit nichts anderes, als das göttlich Wahre, und also auch der Glaube. Jah bedeutet aber das göttlich Wahre, hervorgehend vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, weil Jah aus Jehovah abgeleitet ist, und so genannt wird, weil es nicht das Sein, sondern das Dasein aus dem Sein bezeichnet, denn das göttlich Wahre ist das Dasein (existere), aber das göttlich Gute ist das Sein (Esse); man sehe Nr. 6880. Daher wird auch gesagt, mein Lied ist Jah, weil durch Lied der Glaube aus dem göttlich Wahren bezeichnet wird. Jah bedeutet auch das göttlich Wahre bei Ps.68/5: "Singet Gott, lobet Seinen Namen, erhebet Den, Der auf den Wolken einherfährt, denn Jah ist Sein Name, und frohlocket vor Ihm": Gott loben und erheben durch Jah, Seinen Namen, bedeutet, durch das göttlich Wahre. Ps.118/5,13,14,17,19: "In der Angst rief ich zu Jah; es antwortete mir Jah in der Weite (d.h. mit Befreiung), Jehovah hat mir geholfen, meine Kraft und mein Gesang ist Jah; ich werde nicht sterben, sondern leben, und verkündigen die Werke Jahs; ich werde hineingehen durch die Tore der Gerechtigkeit und Jah Dank sagen": hier ist Jah der Herr in Ansehung des göttlich Wahren. Ebenso Jah im Hallelu-Jah: Ps.105/45; 106/1,48; 111/1; 112/1; 113/1,9; 115/17,18; 116/19. 8268. "Er ward mir zur Rettung", 2. Mose 15/2, bedeutet, daß von Ihm die Erlösung (komme); dies erhellt ohne Erklärung. 8269. "Darum will ich Ihm eine Wohnung machen", 2. Mose 15/2, bedeutet, daß Er im Guten, das von Ihm ist, sein müsse, als in Seinem Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wohnung, wenn von Jehovah oder dem Herrn die Rede ist, insofern sie das Gute bezeichnet. Die Wohnung des Herrn bedeutet aber das Gute, weil alles Gute vom Herrn ist, also gehört das Gute dem Herrn an, und zwar so sehr, daß man sagen kann, der Herr ist das Gute. Wenn der Herr in diesem wohnt, so wohnt Er in Seinem Göttlichen, und anderswo kann Er nicht wohnen, nach den Worten des Herrn bei Joh.14/23: "Jesus sprach: Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen": das Gute aus dem Göttlichen wird hier beschrieben durch den Herrn lieben, und Sein Wort halten, denn das Gute ist Sache der Liebe. Es wird gesagt, Sie würden Wohnung bei ihm machen, d.h. im Guten bei ihm. Ferner wird gesagt: als in Seinem Himmel, weil der Himmel die Wohnung Gottes genannt wird und zwar deshalb, weil das Gute, das vom Herrn stammt, im Himmel ist und den Himmel macht. Der Herr ist auch in einem jeden Menschen wie in Seinem Himmel, wenn Er im Guten bei ihm ist, denn der Himmel des Menschen ist das Gute, und durch das Gute ist der Mensch bei den Engeln im Himmel. Hieraus ist nun klar, daß durch "ich will Ihm eine Wohnung machen", bezeichnet wird, daß (der Herr) im Guten, das von Ihm, sein müsse, als in Seinem Himmel. 8270. "Er ist der Gott meines Vaters", 2. Mose 15/2, bedeutet, daß kein anderes Göttliches gewesen sei in den alten Kirchen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaters, insofern er hier die Alte Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6050, 6075, 7649, 8055; daher bedeutet der Gott des Vaters das Göttliche in den alten Kirchen. Daß das Göttliche in jenen Kirchen der Herr war, sehe man Nr. 6846, 6876, 6884; und daß kein anderer unter Jehovah von ihnen verstanden wurde als der Herr: Nr. 1343, 5663. 8271. "Darum will ich Ihn erheben", 2. Mose 15/2, bedeutet, daß auch jetzt Ihm göttliche Verehrung gebühre. Dies erhellt aus der Bedeutung von erheben, wenn vom Menschen gesagt wird, daß er Jehovah erheben wolle, insofern es die Verehrung bezeichnet; denn die göttliche Verehrung besteht in der Erhebung des Herrn im Verhältnis zum Menschen, und diese geschieht je nach dem Grade der eigenen Demütigung vor dem Herrn. Die Demütigung ist das Wesentliche beim Gottesdienst. Wenn der Mensch in diesem Wesentlichen ist, dann ist er befähigt, das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe aufzunehmen, und folglich auch Ihn zu verehren. Wenn dagegen der Mensch sich vor dem Herrn erhebt, dann verschließt er das Innere seines Gemütes für die Aufnahme des Guten und Wahren vom Herrn. Was die Erhöhung bedeutet, wenn vom Herrn gesagt wird, daß Er selbst Sich erhöhe, sehe man Nr. 8264. 8272. Vers 3-5: Jehovah ist der Mann des Krieges, Jehovah ist Sein Name. Die Wagen Pharaos und sein Heer warf Er ins Meer, und die Auswahl seiner vornehmsten Krieger versank im Schilfmeere. Abgründe bedeckten sie, sie sind hinabgesunken in die Tiefen wie Steine. "Jehovah ist der Mann des Krieges" bedeutet, daß der Herr schütze gegen alles Böse und Falsche, das aus den Höllen stammt; "Jehovah ist Sein Name" bedeutet, daß Er allein es ist, von Dem alles kommt; "die Wagen Pharaos und sein Heer warf Er ins Meer" bedeutet das Falsche aus dem Bösen im besonderen und im allgemeinen bei denen, die der Kirche angehörten und in ihr ein Leben des Bösen führten, insofern sie sich bei Seiner Gegenwart in die Höllen stürzten; "und die Auswahl seiner vornehmsten Krieger" bedeutet alles und jedes; "versank im Schilfmeere" bedeutet, daß sie sich verschlossen durch das Falsche aus dem Bösen; "Abgründe bedeckten sie" bedeutet, daß die Verkehrtheiten aus den Begierden sie bedeckten; "sie sind hinabgesunken in die Tiefen wie Steine" bedeutet, daß sie in die unteren Regionen hinabfielen wie durch (eigene) Schwere. 8273. "Jehovah ist der Mann des Krieges", 2. Mose 15/3, bedeutet, daß der Herr schütze gegen alles Böse und Falsche, das aus den Höllen stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kriegsmannes, insofern er den bezeichnet, der gegen das Falsche und Böse, d.h. gegen die Höllen kämpft und sie besiegt. Hier, der den Menschen gegen sie beschützt; denn der Herr kämpft, wie im vorigen gezeigt wurde, allein für den Menschen und beschützt ihn, wenn er von den Höllen angegriffen wird, und zwar fortwährend, besonders in den Versuchungen, die geistige Kämpfe sind. Der Herr wird zunächst deshalb ein Kriegsmann genannt, weil Er, als Er in der Welt war, allein, d.h. aus Sich gegen die Höllen kämpfte, die damals größtenteils offen waren, und alle, die ins andere Leben kamen, anfielen und zu unterjochen suchten. Die teuflische Rotte, d.h. die Höllen, tobten aber damals so sehr, weil das Göttliche, das durch den Himmel hindurchging, und vor der Ankunft des Herrn das Göttlich-Menschliche war, nicht mächtig genug war, gegen das Böse und Falsche, das sich so außerordentlich vermehrt hatte; daher gefiel es dem Göttlichen Selbst, das Menschliche anzunehmen und dieses göttlich zu machen, und damals zugleich durch Kämpfe, die es gegen Sich zuließ, jene teuflische Rotte in die Höllen zu werfen, in dieselben einzuschließen, sie den Himmeln zu unterwerfen und zugleich auch die Himmel selbst in Ordnung zu bringen. Wegen dieser Kämpfe wird der Herr zunächst ein Mann des Krieges genannt, und nachher auch, weil Er, nachdem Er so die Höllen besiegt hatte und die Gerechtigkeit geworden war, vermöge Seiner göttlichen Macht die Menschen schützt, und zwar fortwährend, besonders in den Versuchungskämpfen. Daß der Herr allein und aus Sich gegen die Höllen kämpfte und sie besiegte, wird bei Jesajas in folgender Weise ausgedrückt: Jes.59/14-17: "Zurückgedrängt wurde das Recht, und die Gerechtigkeit stand von ferne; auf der Gasse strauchelte die Wahrheit, und die Redlichkeit konnte nicht Eingang finden, denn die Wahrheit war weggenommen, und wer vom Bösen zurückwich, galt für unsinnig. Jehovah sah es, und es war übel in Seinen Augen, daß kein Recht (da war). Er sah, daß kein Mann (da war), und staunte, daß kein Vertreter (vorhanden war). Daher schaffte Sein Arm Ihm Hilfe, und Seine Gerechtigkeit unterstützte Ihn. Deshalb zog Er Gerechtigkeit an wie einen Panzer, und den Helm des Heils (setzte Er) auf Sein Haupt": es wird hier der Zustand der damaligen Zeit in beiden Welten beschrieben, und daß der Herr aus Sich allein die sinkende Welt errettete. Ebenso an einer anderen Stelle bei Jes.63/1-5: "Wer ist Der, Welcher von Edom kommt, mit bespritzten Kleidern von Bozra, ehrwürdig in Seiner Kleidung und einhergehend in der Größe Seiner Kraft? Ich bin es, Der Gerechtigkeit redet, mächtig zur Rettung. Die Kelter trat Ich allein, und von den Völkern war niemand mit Mir, daher ist ihre Kraft gespritzt auf Meine Kleider; denn ein Tag der Rache war in Meinem Herzen, und das Jahr Meiner Erlösung war gekommen. Ich blickte umher, aber es war kein Helfer, Ich erstaunte, aber es war keiner da, der Beistand leistete; daher schaffte Mein Arm Mir Hilfe". Hieraus kann man erkennen, daß der Herr in der Welt allein gegen die Höllen gekämpft und sie besiegt hat. Mit den Kämpfen und Siegen über die Höllen verhält es sich aber auf folgende Weise: Wer dieselben einmal besiegt hat, der besiegt sie immer, denn durch den Sieg erwirbt er sich Macht über sie, weil er in dem Maße, (als er siegt,) sich selbst stärkt und das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens sich aneignet, gegen das hernach die Höllen nichts mehr wagen. Als der Herr in der Welt war, ließt Er Versuchungskämpfe von allen Höllen gegen Sich zu, und durch dieselben machte Er das Menschliche in Sich göttlich, und brachte damals zugleich die Höllen für immer zum Gehorsam; man sehe Nr. 1663, 1668, 1690, 1692, 1737, 1813, 1820, 2776, 2786, 2795, 2803, 2814, 2816, 4287. Daher kommt es, daß der Herr allein über die Höllen Macht hat in Ewigkeit, und aus göttlicher Macht für den Menschen kämpft. Deshalb wird der Herr jetzt Kriegsmann und auch Held genannt, wie gleichfalls bei Jes.42/13: "Jehovah wird ausziehen wie ein Held, wie ein Mann der Kriege wird Er Seinen Eifer erwecken, Seine Feinde wird Er überwältigen". Ps.24/8,10: "Wer ist der König der Ehren? Jehovah der Starke und Held, Jehovah, der Kriegsheld. Wer ist der König der Ehren? Jehovah Zebaoth (oder der Heerscharen)". Im Worte wird, wo des Krieges Erwähnung geschieht, im inneren Sinn der geistige Krieg verstanden, der gegen das Falsche und Böse, oder was das gleiche ist, der gegen den Teufel, d.h. die Höllen geführt wird: Nr. 1664, 2686. Von den Kriegen oder Kämpfen des Herrn gegen die Höllen wird im inneren Sinn, sowohl in den historischen als in den prophetischen Teilen des Wortes gehandelt. Desgleichen auch von den Kriegen und den Kämpfen des Herrn für den Menschen. Bei den Alten, bei denen die Kirche des Herrn war, gab es auch ein Wort, sowohl ein historisches, als ein prophetisches, das heutzutage nicht mehr vorhanden ist. Das historische Wort wurde das Buch der Kriege Jehovahs und das prophetische Wort Aussprüche (Enuntiata) genannt. Dieses Wort wird erwähnt: 4. Mose 21/14. Daß jene Benennung an dieser Stelle das prophetische bedeutet, ist klar aus der Bedeutung dieses Wortes: 4. Mose 23/7,18; 24/3,15. Unter den Kriegen Jehovahs werden dort die Kämpfe und Siege des Herrn gegen die Höllen verstanden als Er in der Welt war, und nachher auch Seine fortwährenden Kämpfe und Siege für den Menschen, für die Kirche und für Sein Reich, denn die Höllen wollen sich beständig erheben, weil sie nach nichts anderem als nach Herrschaft streben; aber sie werden vom Herrn allein zurückgedrängt. Ihre Versuche, sich hervorzudrängen, erscheinen wie aufsteigende Blasen und wie Erhebungen des Rückens bei dem Menschen, aber sooft sie es versuchen, ebenso oft werden sie tiefer hinabgeworfen. 8274. "Jehovah ist Sein Name", 2. Mose 15/3, bedeutet, daß Er allein es ist, von Dem alles kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens Jehovahs, insofern er das Ganze des Glaubens und der Liebe und das Ganze des Wahren und Guten in ihrer Zusammenfassung bezeichnet, durch das der Herr angebetet wird, worüber Nr. 2724, 3006, 6674; und insofern er im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn bedeutet: Nr. 2628, 6887, aus Dem dieses alles stammt, und auch daraus, daß Jehovah das Sein selbst ist und somit das Sein aller Dinge, erhellt, daß durch "Jehovah ist Sein Name" bezeichnet wird, daß es der Herr allein ist, von Dem alles (kommt). 8275. "Die Wagen Pharaos und sein Heer warf Er ins Meer", 2. Mose 15/4, bedeutet das Falsche aus dem Bösen im besonderen und im allgemeinen bei denen, die der Kirche angehörten und in ihr ein Leben des Bösen führten, daß sie sich nämlich bei Seiner Gegenwart in die Höllen stürzten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wagen, insofern sie das Falsche bezeichnen, worüber Nr. 8146, 8148, 8215; hier das Falsche im besonderen, weil auch das Heer genannt wird, durch welches das Falsche im allgemeinen bezeichnet wird. (Daß Heer das Falsche bedeutet, sehe man Nr. 3448, 8138, 8146, 8148.) Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos und der Ägypter, insofern sie diejenigen bezeichnen, die, obgleich Angehörige der Kirche, dennoch in einem getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen, und deshalb in lauter Falschem aus dem Bösen waren, worüber Nr. 7926, 8132, 8135, 8138, 8148; aus der Bedeutung des Meeres, hier des Schilfmeeres, insofern es die Hölle ist, wo diejenigen sich befinden, die in jenem Falschen sind, worüber Nr. 8099, 8137, 8148; daher bedeutet: "Er warf sie ins Meer", daß Er sie in die Hölle warf, im inneren Sinn aber, daß sie sich selbst, allein durch die Gegenwart des Herrn, hineinstürzten; man sehe Nr. 8265. Hieraus ist klar, daß "die Wagen Pharaos und sein Heer warf Er ins Meer" bedeutet, daß das Falsche aus dem Bösen im besonderen und im allgemeinen bei denen, die als Angehörige der Kirche in einem Leben des Bösen waren, sich bei der Gegenwart des Herrn ins Meer gestürzt habe. 8276. "Und die Auswahl seiner vornehmsten Krieger", 2. Mose 15/4, bedeutet alles und jedes. Dies erhellt aus der Bedeutung der vornehmsten Krieger, insofern sie das Allgemeine bezeichnen, unter dem das Besondere in seiner Reihenfolge steht, worüber Nr. 8150, also alles und jedes, denn wenn das Allgemeine genannt wird, dann wird auch das Besondere verstanden, das unter und in demselben ist, und auch das Einzelne, das unter und in dem Besonderen ist; denn ohne dieses ist das Allgemeine nichts (Bestimmtes), denn davon heißt es eben das Allgemeine, weil es die Zusammenfassung vieler ist. Daher kommt es auch, daß durch die vornehmsten Krieger alles und jedes (einzelne) bezeichnet wird. Es wird gesagt "die Auswahl", und durch diese das Vorzügliche bezeichnet, nämlich das Falsche, unter dem das übrige steht. 8277. "Versank im Schilfmeere", 2. Mose 15/4, bedeutet, daß sie sich verschlossen durch das Falsche aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von versinken, hier in das Schilfmeer, insofern es soviel ist als sich einschließen mit Falschem aus dem Bösen, denn unter den Wassern jenes Meeres wird das Falsche verstanden: Nr. 8137, 8138; und versinken bedeutet eingeschlossen werden, weil die, welche in den Höllen sind, vom Falschen eingeschlossen und umgeben werden, wie die, welche in Wassern versinken. Daß sie sich selbst versenken oder einschließen, sehe man Nr. 7926, 8227, 8228. 8278. "Abgründe bedeckten sie", 2. Mose 15/5, bedeutet, daß die Verkehrtheiten oder Irrtümer aus den Begierden sie bedeckten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Abgründe, insofern sie Verkehrtheiten (Falsitutes) aus den Begierden bezeichnen. Durch Abgründe werden im Worte Gewässer und Wassermassen in den Tiefen verstanden, und durch Gewässer im guten Sinne das Wahre, und im entgegengesetzten Sinne das Falsche: Nr. 739, 790, 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; und durch die Tiefen werden die Höllen bezeichnet. Daher kommt es, daß durch Abgründe die Verkehrtheiten aus den Begierden, wie auch die Höllen bezeichnet werden. Daß unter den Abgründen im Worte die Gewässer der Tiefen und die Wassermassen verstanden werden, erhellt Hes.31/4: "Die Wasser machten, daß die Zeder wuchs, und der Abgrund (oder Tiefe) machte sie hoch, so daß er mit seinen Fluten rings um ihre Pflanzungen ging, und seine Kanäle sandte zu allen Bäumen des Feldes". Ps.78/15,16: "Er spaltete Felsen in der Wüste, und tränkte sie mit großen Tiefen (Fluten), Er ließ Bäche hervorgehen aus Felsen und Wasser herabfließen gleich Strömen". 5. Mose 8/7: "Ein gutes Land, ein Land mit Wasserbächen, Quellen und Tiefen (oder Fluten), die aus dem Tale und vom Berge hervorströmten". In diesen Stellen stehen Abgründe (oder Tiefen) für Wassermassen; und die Gewässer in Menge oder Tiefen bedeuten die Glaubenswahrheiten in Fülle. Er tränkte sie mit großen Tiefen aus dem Felsen, bedeutet die Glaubenswahrheiten ohne Mangel, denn Fels bedeutet den vom Herrn kommenden Glauben, also den Herrn in Ansehung des Glaubens. Die Tiefen, die aus dem Tal und vom Berge hervorströmen, bedeuten die Glaubenswahrheiten, die aus der Liebe hervorgehen. Daher kommen sie auch bei den Segnungen Josephs vor: 1. Mose 49/25; 5. Mose 33/13: "Die Segnungen der Tiefe, die unten liegt". Daß die Abgründe (oder Tiefen) die aus den Begierden hervorgehenden Verkehrtheiten bedeuten, und daher auch die Höllen, erhellt Jes.51/9-11: "Mache Dich auf, wie in den Tagen der Vorzeit, der Geschlechter des Altertums; bist Du es nicht, der das Meer austrocknet, die Gewässer des großen Abgrundes und die Tiefen des Meeres zum Wege macht, damit die Erlösten hindurchgehen?". Jes.63/13,14: "Jehovah, Der die Wasser spaltete vor ihnen, Der sie führte durch die Abgründe (oder Tiefen), wie das Roß in der Wüste, daß sie nicht strauchelten". Hes.26/19: "So spricht der Herr Jehovih: Wenn Ich dich machen werde zu einer verwüsteten Stadt, gleich den Städten, die nicht bewohnt werden, wenn Ich die Tiefe (oder Abgrund) aufsteigen lasse gegen dich, und große Gewässer dich bedecken". Joh.Offenb.9/1,2,11: "Und ich sah einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war; und ihm (dem Engel) wurde der Schlüssel zum Brunnen des Abgrundes gegeben; und er öffnete den Brunnen des Abgrundes". Joh.Offenb.11/7: "Das Tier, das aus dem Abgrunde aufsteigt, wird Krieg mit ihnen führen". Joh.Offenb.17/8: "Das Tier, das du gesehen, war und ist nicht, und wird aufsteigen aus dem Abgrund und ins Verderben gehen". In diesen Stellen stehen Abgründe für Höllen, also auch für die Verkehrtheiten (oder Falsches) aus den Begierden, denn diese sind in den Höllen und machen sie. Weil die Abgründe solches bedeuten, so werden durch sie auch die Versuchungen bezeichnet, denn die Versuchungen geschehen durch das Falsche und Böse, das von den Höllen eingeflößt wird. Diesen Sinn haben sie bei Jonas 2/6: "Die Gewässer umgaben mich bis an die Seele, Abgründe umringten mich". Ps.42/8: "Ein Abgrund ruft den anderen; beim Rauschen deiner Wasserfälle, alle deine Wogen und Wellen gehen über mich". Ps.71/20: "Du hast mich sehen lassen viele und große Angst, so belebe mich nun wieder, und laß mich umkehren und aufsteigen aus den Abgründen der Erde". 8279. "Sie sind hinabgesunken in die Tiefen wie Steine", 2. Mose 15/5, bedeutet, daß sie in die unteren Regionen hinabfielen wie durch eigene Schwere. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabsinken, nämlich in die Tiefe, wie durch (eigene) Schwere, insofern es soviel ist als hinabfallen. Aus der Bedeutung der Tiefen, insofern sie die unteren Regionen bezeichnen, wo die Höllen sind, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "wie Steine", insofern es soviel ist als aus eigener Schwere. "Wie Steine" wird gesagt, weil durch Stein im echten Sinn das Wahre bezeichnet wird, worüber Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798, 6426; daher im entgegengesetzten Sinn das Falsche; denn das Falsche aus dem Bösen ist so beschaffen, daß es nach unten fällt, wie das Schwere in der Welt. Das Wahre aus dem Guten dagegen ist so beschaffen, daß es nach oben steigt, wie das Leichte in der Welt. Daher kommt es, daß die Bösen, solange sie noch nicht abgeödet sind in Ansehung des Wahren, in einer Gegend oberhalb der Höllen sich befinden; sobald sie aber abgeödet, d.h. der Wahrheiten beraubt sind, ist es, als ob ihnen die Flügel abgeschnitten wären, und dann sinken sie wie Gewichte hinab, und um so tiefer, je schlimmer ihr Falsches aus dem Bösen ist. Daher werden durch Tiefen, ebenso wie durch Abgründe, die Höllen bezeichnet; aber durch die Tiefen die Höllen in bezug auf das Böse, und durch Abgründe die Höllen in bezug auf das Falsche, das aus jenem hervorgeht. Jerem.49/8,30: "Fliehet, wendet um, gehet hinab in die Tiefe, um daselbst zu wohnen". Ps.69/2,3,15,16: "Die Gewässer gingen mir ans Leben, ich wurde versenkt in den Schlamm der Tiefe und konnte nicht stehen; ich kam in die Tiefen der Gewässer, und die Flut überströmte mich, rette mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke: laß mich errettet werden von meinen Hassern und aus den Tiefen der Gewässer, damit die Flut der Wasser mich nicht bedecke und die Tiefe mich nicht verschlinge, und die Grube sich nicht über mir schließe". Micha 7/19: "Er wird alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen". Daß Tiefe bedeutet die Hölle in bezug auf das Böse, weil es den Gegensatz bildet zum Hohen, welches den Himmel bedeutet und vom Guten gesagt wird: Nr. 8153; das Böse entspricht auch dem Schweren auf Erden, das vermöge seines Gewichtes abwärts fällt, somit auch die Schwere des Steines, denn durch Stein wird das Falsche bezeichnet. 8280. Vers 6-10: Deine Rechte, Jehovah, hat sich verherrlicht durch ihre Macht; mit Deiner Rechten, Jehovah, zerschlägst Du den Feind. Und in der Größe Deiner Herrlichkeit zertrümmerst Du Deine Widersacher, Du sendest Deinen Grimm aus, und er verzehrt sie wie Stoppeln. Und durch das Schnauben Deiner Nase türmten sich die Wasser auf, es standen die Fluten gleich einem Haufen, es erstarrten die Abgründe im Herzen des Meeres. Es sprach der Feind: Ich will sie verfolgen, ich will sie erreichen, ich will die Beute teilen; sättigen soll sich an ihnen meine Seele, entblößen will ich mein Schwert, meine Hand soll sie austreiben. Du hauchtest mit Deinem Winde, da bedeckte sie das Meer; sie sanken zur Tiefe, wie Blei, in den mächtigen Wassern. "Deine Rechte, Jehovah, hat sich verherrlicht durch ihre Macht" bedeutet die erzeigte Allmacht des Herrn; "mit Deiner Rechten, Jehovah, zerschlägst Du den Feind" bedeutet die Wirkung der Allmacht auf das Böse und das Falsche aus demselben, deren Macht zunichte gemacht wird; "und in der Größe Deiner Herrlichkeit zertrümmerst Du Deine Widersacher" bedeutet, daß das Entgegengesetzte als nichtig von dem Göttlichen verworfen werde; "Du sendest Deinen Grimm aus" bedeutet die Wut der Begierden und das Bestreben der Bösen, Gewalt anzutun; "und er verzehrt sie wie Stoppeln" bedeutet, dadurch komme Verwüstung und Verdammnis aus ihnen selbst; "und durch das Schnauben Deiner Nase türmten sich die Wasser auf" bedeutet das Falsche sei zu einer Masse gesammelt worden durch die Gegenwart des Himmels; "es standen die Fluten gleich einem Haufen" bedeutet, daß die fortwährend nach dem Bösen Strebenden nicht im geringsten anfechten konnten; "es erstarrten die Abgründe im Herzen des Meeres" bedeutet, daß die gänzlichen Verkehrtheiten aus dem Bösen der Begierden ihrer Eigenliebe keineswegs hervorbrechen konnten; "es sprach der Feind" bedeutet das Denken derer, die im Bösen und daraus im Falschen waren, vor der Ankunft des Herrn; "ich will sie verfolgen" bedeutet die Anfechtung; "ich will sie erreichen" bedeutet die Unterjochung; "ich will die Beute teilen" bedeutet die Dienstbarkeit; "sättigen soll sich an ihnen meine Seele" bedeutet den Lustreiz; "entblößen will ich mein Schwert" bedeutet den fortwährenden Kampf des Falschen aus dem Bösen; "meine Hand soll sie austreiben" bedeutet, der Himmel werde durch ihre Macht zerstört werden; "Du hauchtest mit Deinem Winde" bedeutet die Gegenwart des Herrn mit den Engeln; "da bedeckte sie das Meer" bedeutet, daß alles Falsche sie bedeckte; "sie sanken zur Tiefe, wie Blei" bedeutet, daß das Böse sie nach unten zog, wie die Schwere in der Welt; "in den mächtigen Wassern" bedeutet die Umströmung von der unermeßlichen Menge des Falschen. 8281. "Deine Rechte, Jehovah, hat sich verherrlicht durch ihre Macht", 2. Mose 15/6, bedeutet die erzeigte Allmacht des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Rechten Jehovahs insofern sie die Allmacht bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "verherrlicht durch ihre Macht", insofern es soviel ist als erzeigt; denn die göttliche Macht erzeigt sich durch ihre Stärke, vermöge der sie sich verherrlicht. Die Rechte Jehovahs bedeutet die Allmacht, weil im Worte durch Hand die Macht bezeichnet wird, und somit durch die Rechte eine überaus große Macht. Wenn daher Hand oder die Rechte in Beziehung auf Jehovah gesagt wird, so bedeutet es die göttliche Macht oder Allmacht. Daß die Hand und die Rechte Macht bedeutet, sehe man Nr. 878, 4931-4937, 6292, 6947, 7188, 7189, 7518; und daß sie, wenn von Jehovah gesprochen wird, die Allmacht bedeutet: Nr. 3387, 7518, 7673, 8050, 8069, 8153. Daß die Rechte Jehovahs die göttliche Macht oder Allmacht bezeichnet, erhellt auch aus folgenden Stellen im Wort: Matth.26/64; Mark.14/62: "Jesus sprach: "Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels". Luk.22/69: "Von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes". Ps.110/1,4,5; Matth.22/43,44: "Spruch Jehovahs zu meinem Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten, bis daß Ich lege Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße; Du bist ein Priester in Ewigkeit, nach der Weise Melchisedeks. Der Herr zu Deiner Rechten zerschmettert Könige am Tage des Zorns". Wer nicht weiß, daß die Rechte, wenn von Jehovah die Rede ist, die Allmacht bedeutet, muß notwendig bei diesen Worten des Herrn auf die Vorstellung kommen, daß der Herr zur Rechten Seines Vaters sitzen und die Herrschaft haben werde, wie einer, der zur Rechten eines Königs auf Erden sitzt; aber der innere Sinn lehrt, was bei diesen Stellen unter dem Sitzen zur Rechten zu verstehen ist, nämlich die göttliche Allmacht. Deshalb wird auch gesagt, sitzen zur Rechten der Macht, und zur Rechten der Kraft Gottes. Daß der Herr es ist, der die Allmacht hat, ist klar, denn es wird vom Herrn gesprochen, und unter dem Herrn wird bei David der Herr in Ansehung des göttlich Wahren verstanden, und auch unter dem Sohn des Menschen bei den Evangelisten, denn das göttlich Wahre hat die Allmacht aus dem göttlich Guten. Daß das göttlich Wahre die Allmacht habe, sehe man Nr. 6948, 8200; daß im allgemeinen die Macht dem Wahren aus dem Guten angehört: Nr. 3091, 3563, 4931, 6344, 6423; und daß daher Hand vom Wahren gesagt wird: Nr. 3091, 3563, 4931; und daß der Sohn des Menschen das göttlich Wahre bedeutet, das vom Herrn hervorgeht: Nr. 2159, 2803, 2813, 3704. Die göttliche Macht oder Allmacht wird auch in folgenden Stellen durch die Rechte bezeichnet: Ps.20/7: "Nun weiß ich, daß Jehovah Seinem Gesalbten hilft, Ihm antwortet im Himmel, durch die Kräfte des Heils Seiner Rechten". Ps.80/15,16: "Jehovah, schaue herab vom Himmel, und siehe, und blicke auf diesen Weinstock, und den Schößling, den Deine Rechte gepflanzt hat, und auf den Sohn, den Du Dir bestimmt hast". Ps.89/14: "Du hast einen Arm voller Kraft, stark ist Deine Hand, erhaben Deine Rechte". Ps.118/14-16: "Meine Stärke und mein Gesang ist Jehovah; Er ward mir zur Rettung; die Stimme des Jubels und des Heils ist in den Zelten der Gerechten, die Rechte Jehovahs tut mächtige Taten, die Rechte Jehovahs ist erhöht, die Rechte Jehovahs tut mächtige Taten". In diesen Stellen steht die Rechte Jehovahs für die Allmacht und im höchsten Sinn für den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren. Dieses zeigt sich noch deutlicher an einer anderen Stelle: Ps.80/18: "Deine Hand, Jehovah, möge sein über den Mann Deiner Rechten, für den Sohn des Menschen, Den Du Dir bestimmt hast": Mann der Rechten Jehovahs und Sohn des Menschen, bedeutet den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren. Ps.44/3,4: "Mit Deiner Hand vertriebst Du Völkerschaften, nicht mit ihrem Schwerte nahmen sie das Land ein, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern Deine Rechte und Dein Arm und das Licht Deines Angesichtes": das Licht des Angesichtes Jehovahs ist das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten, also auch die Rechte und der Arm. Jes.62/8: "Gott hat geschworen bei Seiner Rechten und bei dem Arm Seiner Stärke": auch hier steht die Rechte Gottes und Arm Seiner Stärke für den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren; denn Jehovah oder der Herr schwört bei nichts anderem als bei Sich: Nr. 2842, somit bei dem göttlich Wahren, denn dieses ist Er selbst, weil es von Ihm ist. Daher kommt es, daß im Worte hie und da der Herr nicht nur die Rechte und der Arm Jehovahs genannt wird, sondern auch die Stärke, durch die Er die Feinde zerschmettert, und auch der Hammer, z.B. Jerem.51/19-21f. Der Herr kam auch wirklich in die Welt, und wurde in derselben das göttlich Wahre, und hernach das göttlich Gute, aus dem das göttlich Wahre (hervorgeht), damit Er alles Böse und Falsche in die Höllen einschließen, und auch das Gute und Wahre in den Himmeln sammeln, und daselbst in die göttliche Ordnung bringen konnte. Hieraus kann man erkennen, daß die Rechte Jehovahs im Worte die Allmacht bedeutet, die das Göttliche hat durch das göttlich Wahre. Die Rechte bedeutet aber eine sehr große Macht aus dem Grunde, weil diejenigen, die im Größten Menschen oder Himmel die Schultern, Arme und Hände darstellen, mächtig sind vermöge des Wahren, das aus dem Guten stammt, d.h. vermöge des Glaubens, der aus der Liebe stammt: Nr. 4931-4937, 7518. 8282. "Mit Deiner Rechten, Jehovah, zerschlägst Du den Feind", 2. Mose 15/6, bedeutet die Wirkung der Allmacht auf das Böse und dem daraus hervorgehenden Falschen, deren Macht zunichte gemacht wird. Dies erhellt aus der Bedeutung der Rechte Jehovahs, insofern sie die Allmacht des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 8281; aus der Bedeutung von zerschlagen, insofern es soviel ist als vernichten; und aus der Bedeutung des Feindes, insofern er das Böse und Falsche ist, denn nichts anderes wird im geistigen Sinn unter Feinden, Widersachern und Hassern im Worte verstanden. Feinde, Widersacher und Hasser heißen sie, nicht als ob der Herr ihnen Feind wäre oder Haß gegen sie hegte, sondern weil sie Hasser und Feinde gegen das Göttliche sind. Aber wenn sie sich selbst zugrunde richten und in die Verdammnis und Hölle stürzen, scheint es, als ob dies aus dem Göttlichen käme. Mit diesem Schein oder dieser Täuschung verhält es sich so, wie wenn jemand die Sonne täglich um unsere Erde ihren Kreislauf vollbringen sieht, und daher glaubt, daß diese Bewegung der Sonne angehöre, während sie doch der Erde angehört. Auch verhält es sich so, wie wenn jemand, der gegen die Gesetze sündigt, und deswegen vom König oder Richter verurteilt und bestraft wird, glaubt, dieses komme vom König oder Richter, obwohl es doch von ihm selbst ausgeht, indem er gegen die Gesetze handelt. Desgleichen wie wenn jemand sich ins Wasser oder ins Feuer, oder gegen ein gezücktes Schwert oder einen feindlichen Haufen stürzt, und nun glauben wollte, daß sein Verderben von diesen Dingen herkomme, während es doch von ihm selbst kommt. So verhält es sich mit denen, die im Bösen sind, wenn sie sich gegen das Göttliche erheben und sich mitten in das Böse hineinstürzen. 8283. "Und in der Größe Deiner Herrlichkeit zertrümmerst Du Deine Widersacher", 2. Mose 15/7, bedeutet, daß das Entgegengesetzte als nichtig von dem Göttlichen verworfen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung der Größe der Herrlichkeit, insofern sie das Göttliche ist in Ansehung der Macht über das, was sich demselben entgegensetzt; aus der Bedeutung von zertrümmern, insofern es heißt, als nichtig verwerfen; und aus der Bedeutung der Widersacher, insofern sie diejenigen bezeichnen, die sich entgegenstellen, also auch das Entgegengesetzte. 8284. "Du sendest Deinen Grimm aus", 2. Mose 15/7, bedeutet die Wut der Begierden und das Bestreben der Bösen, Gewalt anzutun. Dies erhellt aus der Bedeutung des Grimmes, wenn er Jehovah oder dem Herrn zugeschrieben wird, insofern es die Zerstörung und Bestrafung der Bestrebungen derjenigen bezeichnet, die sich dem Göttlichen widersetzen, und denen Gewalt antun wollen, die vom Göttlichen beschützt werden. Daß dieses als Zorn und Grimm des Göttlichen erscheint, und doch in ihnen selbst liegt, sehe man Nr. 5798, 6071, 6997; daß nicht nur Zorn und Grimm, sondern auch alles Böse, das sie tun, dem Göttlichen zugeschrieben wird, obwohl es doch von (den Bösen) selbst ausgeht: Nr. 2447, 6071, 6991, 6997, 7533, 7632, 7643, 7679, 7710, 7877, 7926, 8223, 8227, 8228; daß die Sphäre der Bestrebungen Böses zu tun, fortwährend von den Höllen ausgeht, und die Sphäre der Bestrebungen Gutes zu tun, fortwährend von den Himmeln: Nr. 8209. 8285. "Und er verzehrt sie wie Stoppeln", 2. Mose 15/7, bedeutet, dadurch komme Verwüstung und Verdammnis aus ihnen selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von verzehren, insofern es soviel ist als aufreiben und im geistigen Sinn verwüsten und verdammen, denn das Vernichten derer, die im Bösen sind, ist Verwüstung und Verdammnis, weil sie dann in keinerlei Wahren sind, sondern in lauter Falschem aus dem Bösen, daher kein geistiges Leben mehr haben. Wie Stoppeln heißt es, weil dadurch vollständige Verheerung, d.h. Verwüstung bezeichnet wird. 8286. "Und durch das Schnauben Deiner Nase türmten sich die Wasser auf", 2. Mose 15/8, bedeutet, das Falsche sei zu einer Masse gesammelt worden durch die Gegenwart des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schnaubens der Nase, insofern es den Himmel bezeichnet, worüber folgen wird; aus der Bedeutung des Auftürmens oder Aufhäufens, insofern es soviel ist, als zu einer Masse sammeln; und aus der Bedeutung der Wasser, insofern sie das Falsche bezeichnen, worüber Nr. 7307, 8137, 8138. Daß die Verdammnis und das Hineinstürzen in die Hölle die Sammlung alles Falschen aus dem Bösen bezeichnet, und die Anfüllung mit demselben, sehe man Nr. 8146, 8210, 8232; und daß dies allein durch die Gegenwart des Herrn geschieht: Nr. 8265. Das Schnauben der Nase Jehovahs oder des Herrn bedeutet aber den Himmel, weil darunter der Odem des Lebens verstanden wird, somit das göttliche Leben. Und weil dieser das Leben des Himmels macht, so wird durch das Schnauben der Nase Jehovahs (hier) der Himmel bezeichnet. Daher kommt es auch, daß dasselbe Wort in der Grundsprache Wind und Geist bedeutet. Daß durch das Schnauben Jehovahs oder Seinen Odem das Leben des Himmels bezeichnet wird, und des Menschen, der im Himmel ist, d.h. des Wiedergeborenen, erhellt Ps.33/6: "Durch das Wort Jehovahs sind die Himmel gemacht worden, und durch den Geist (Hauch) Seines Mundes all Sein Heer". Ps.104/29,30: "Du sammelst ihren Hauch, so vergehen sie und kehren zurück zu ihrem Staube, Du sendest Deinen Geist (Hauch), so werden sie geschaffen". Hes.37/3,9,10: "Jehovah sprach zu mir: Werden diese Gebeine wieder leben? Ferner sprach Er: Weissage zum Winde, weissage, Menschensohn, und sprich zum Winde: So spricht der Herr Jehovih: Von den vier Winden komme, o Geist, und hauche diese Gebeine an, damit sie leben! Und es kam Geist in sie, und sie lebten wieder auf". Joh.Offenb.7/1: "Ich sah vier Engel an den vier Ecken der Erde stehen. Diese hielten die vier Winde der Erde, daß kein Wind blies über das Land, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum": hier bedeutet Wind das Leben des Himmels, d.h. das Göttliche, wie auch Hiob 33/4: "Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Hauch Schaddais belebte mich". Weil der Wind das Leben bedeutete, darum sagte der Herr, als Er über die Wiedergeburt des Menschen lehrte, Joh.3/8: "Der Geist (Wind) bläst, wohin er will, und du hörst sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, woher er kommt oder wohin er geht; also ist es bei einem jeden, der vom Geiste wiedergeboren ist". Und weil durch den Wind Jehovahs oder Seinen Odem das Leben aus dem Göttlichen bezeichnet wurde, deshalb wird, 1. Mose 2/7, wo vom neuen Leben Adams gehandelt wird, gesagt, daß Jehovah in seine Nase den Lebensodem hauchte, und der Mensch zur lebenden Seele wurde": "in die Nase" wird gesagt, weil durch sie das Atmen (stattfindet) und durch das Atmen das Leben, wie Jes.2/24: "Lasset ab von dem Menschen, in dessen Nase Odem des Lebens". Jerem.Klagel.4/20: "Der Odem unserer Nase (d.h. der Geist unseres Lebens), Jehovahs Gesalbter, ist gefangen in ihren Gruben, von Dem wir sagten: In Seinem Schatten werden wir leben unter den Völkern": Jehovahs Gesalbter für den Herrn; Odem unserer Nase bedeutet das Leben von Ihm. Hiob 27/3: "Wie lange ist meine Seele in mir, und der Wind Gottes in meiner Nase". Weil nun durch den "Wind der Nase Jehovahs" das Leben, das vom Herrn ausgeht, und also im allgemeinen Sinn der Himmel bezeichnet wird, und weil durch die Gegenwart des Herrn, oder durch die Gegenwart des Himmels, in dem der Herr ist, das Böse und Falsche in die Hölle geworfen wird: Nr. 8265, deshalb wird auch jene Wirkung durch den Wind der Nase Jehovahs bezeichnet, wie Ps.18/9,16; 2.Sam.22/16: "Es zeigten sich die Täler des Meeres, es enthüllten sich die Grundfesten des Erdkreises vor dem Schelten Jehovahs, vor dem Schnauben Seiner Nase". Jes.30/33: "Das Schnauben Jehovahs zündet ihn an wie ein Schwefelstrom". Jes.40/24: "Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm gewurzelt in der Erde, so haucht Er sie an, und sie verdorren, wie Spreu führt sie der Sturm hinweg". Ps.147/18: "Er sendet Sein Wort und schmelzt sie; Er läßt Seinen Wind wehen, so fließt das Wasser". Daher kommt es auch, daß durch Nase, wenn von Jehovah oder dem Herrn (die Rede ist), der Grimm bezeichnet wird, also Bestrafung, Verheerung und Verdammnis derer, die im Bösen und Falschen sind, z.B. 4. Mose 25/4; 5. Mose 7/4; Richt.2/14; Jes.9/11; Jerem.4/8; Hos.14/5; Ps.6/2; 86/15; 103/8; 145/8 und an mehreren anderen Stellen. Ferner wird durch Schnauben oder Hauchen der Nase auch ein Zürnen bezeichnet: 5. Mose 4/21; Jes.12/1; Ps.2/12; 60/3; 79/5; 85/4. 8287. "Es standen die Fluten gleich einem Haufen", 2. Mose 15/8, bedeutet, daß die fortwährend nach dem Bösen Strebenden nicht im geringsten anfechten konnten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wie ein Haufe stehen", wenn es sich vom Falschen aus dem Bösen handelt, insofern es soviel ist, als fortwährend das Böse anstreben, denn wenn die Fluten wie ein Haufe stehen, dann drohen sie und sind im Streben hereinzubrechen, werden aber von einer stärkeren Kraft zurückgehalten. Und aus der Bedeutung der Fluten, insofern sie das Falsche aus dem Bösen bezeichnen, ebenso wie die Wasser: Nr. 7307, 8137, 8138; sie heißen jedoch hier Fluten, wegen ihres Strebens einzufließen, d.h. anzufechten. 8288. "Es erstarrten die Abgründe im Herzen des Meeres", 2. Mose 15/8, bedeutet, daß die gänzlichen Verkehrtheiten aus dem Bösen der Begierden ihrer Eigenliebe keineswegs hervorbrechen konnten. Dies erhellt aus der Bedeutung von erstarrt sein, wenn von denen, die in den Höllen, die Rede ist, insofern es soviel ist als nicht hervorbrechen können; aus der Bedeutung der Abgründe, insofern sie Verkehrtheiten aus den Begierden und auch die Höllen bezeichnen, worüber Nr. 8278, 8279; und aus der Bedeutung des Herzens des Meeres, insofern es das Böse der Eigenliebe und das daraus hervorgehende Falsche bezeichnet, denn das Herz bedeutet im echten Sinn das himmlisch Gute, welches das der Liebe zum Herrn ist, worüber Nr. 3635, 3883-3896, 7542; deshalb im entgegengesetzten Sinn das Böse der Eigenliebe, denn dieses Böse ist dem Guten der Liebe zum Herrn entgegengesetzt, und das Böse der Liebe zur Welt ist dem geistig Guten, welches das der Liebe zum Nächsten ist, entgegengesetzt. Hieraus geht deutlich hervor, daß "die Abgründe erstarrten im Herzen des Meeres" bedeutet, daß die gänzlichen Verkehrtheiten aus dem Bösen der Begierden ihrer Eigenliebe keineswegs hervorbrechen konnten. Sie konnten nicht hervorbrechen, weil die Abgründe und das Herz des Meeres die Höllen bedeuten, wo die Verkehrtheiten aus den Begierden oder das Falsche aus dem Bösen sich befindet; und weil sie hier von ihrem Falschen aus dem Bösen ganz umgeben sind, können sie nicht mehr hervorbrechen, weil hier das Göttliche des Herrn dem Falschen entgegensteht. 8289. "Es sprach der Feind", 2. Mose 15/9, bedeutet das Denken derer, die im Bösen und daraus im Falschen, vor der Ankunft des Herrn, waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "es sprach", insofern es ein Denken bezeichnet, wie Nr. 3395, 4937, 7244; und aus der Bedeutung des Feindes, insofern er diejenigen bezeichnet, die im Falschen und Bösen sind, denn die Feinde sind im geistigen Sinn nichts anderes: Nr. 8282; es bedeutet aber das Denken derer, (die) vor der Ankunft des Herrn (in den Höllen waren), weil damals die teuflische Rotte fast ganz frei wütete, und alle anfocht und zu unterjochen strebte. Ihre Gedanken zu jener Zeit werden 2. Mose 15/9 beschrieben durch die Worte: "Ich will sie verfolgen, ich will sie erreichen, ich will die Beute teilen, sättigen soll sich an ihnen meine Seele, entblößen will ich mein Schwert, meine Hand soll sie austreiben". Dieses ihr Rühmen wurde jedoch in Klagen verwandelt, als der Herr in die Welt kam. Dies wird im gleich folgenden Vers, 2. Mose 15/10, beschrieben durch die Worte: "Du hauchtest mit Deinem Winde, da bedeckte sie das Meer; sie sanken zur Tiefe wie Blei". Über die Verwandlung des Zustandes bei ihnen infolge der Ankunft des Herrn sehe man Nr. 5854, 6914, 7091, 7828, 7932, 8018, 8054. 8290. "Ich will sie verfolgen", 2. Mose 15/9, bedeutet die Anfechtung. Dies erhellt aus der Bedeutung von verfolgen, wenn es von denen, die im Bösen sind, gesagt wird, in betreff derer, die im Guten sind, insofern es ein Anfechten und ein Streben, zu unterjochen, bezeichnet. 8291. "Ich will sie erreichen", 2. Mose 15/9, bedeutet die Unterjochung. Dies erhellt aus der Bedeutung von erreichen, wenn diejenigen, die im Bösen sind, es in bezug auf diejenigen sagen, die im Guten sind, insofern es dann ein Unterjochen bezeichnet. 8292. "Ich will die Beute teilen", 2. Mose 15/9, bedeutet die Dienstbarkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Beute, insofern es diejenigen sind, die unterjocht wurden, daher bedeutet die Beute teilen, jene zu Knechten machen und unter sich verteilen; somit bezeichnet es die Dienstbarkeit. 8293. "Sättigen soll sich an ihnen meine Seele", 2. Mose 15/9, bedeutet den Lustreiz; dies erhellt ohne Erklärung. Es wird gesagt "sättigen soll sich an ihnen meine Seele", weil der eigentliche Lustreiz derer, die in der Hölle sind, darin besteht, anderen Böses zu tun; bei einigen ohne allen Zweck, nur um ihrer Lust willen, bei einigen in der Absicht, sie zu Knechten zu machen, die sie nachher grausam behandeln wollen. Daß diejenigen, die in einem Leben des Bösen waren, im anderen Leben einen solchen Lustreiz haben, kann kaum jemand glauben, ja nicht einmal sie selbst, denn solange sie in der Welt sind, werden sie durch die Furcht vor den Strafen des Gesetzes, vor Verlust der Ehrenstellen, des Reichtums, des Rufes und auch des Lebens in Schranken gehalten. Diese Furcht bewirkt dann, daß sie sich im Äußeren des Bösen enthalten, und daher meinen sie, daß sie nicht so beschaffen seien. Wenn aber die Erwägungen hinsichtlich des Verlustes des Lebens, des Reichtums, der Ehren, des Rufes ihnen genommen werden, wie es im anderen Leben geschieht, und sie ihrem Bösen überlassen bleiben, dann offenbart sich der Lustreiz Böses zu tun, der in ihrem Willen verborgen lag, und sich nur zeigte, sooft sie jene Befürchtungen entfernen konnten. Dieser Lustreiz macht dann ihr Leben, und dieses Leben ist ein höllisches Leben. 8294. "Entblößen will ich mein Schwert", 2. Mose 15/9, bedeutet den fortwährenden Kampf des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, insofern es das Wahre bezeichnet, das gegen das Falsche und Böse kämpft, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, das gegen das Wahre und Gute kämpft, worüber Nr. 2799, 4499; und aus der Bedeutung von "entblößen" oder aus der Scheide ziehen, insofern es den fortwährenden Kampf bezeichnet, bis der Feind niedergestreckt ist. Der fortwährende Kampf wird durch ein aus der Scheide gezogenes oder entblößtes Schwert bezeichnet: 3. Mose 26/33: "Ich will euch zerstreuen unter die Völker, und hinter euch das Schwert entblößen". Hes.12/14: "Ihre ganze Schar will Ich in alle Winde zerstreuen, und das Schwert hinter ihnen aus der Scheide ziehen". Hes.21/7-9: "So spricht Jehovah: Siehe, Ich bin gegen dich, Ich will Mein Schwert aus seiner Scheide ziehen und will aus dir vertilgen den Gerechten und den Gottlosen; es wird Mein Schwert ausgehen aus seiner Scheide gegen alles Fleisch, von Süden bis nach Norden; damit alles Fleisch erkenne, daß Ich, Jehovah, das Schwert gezogen habe aus seiner Scheide, und es soll nicht wieder dahin zurückkehren": das Schwert aus der Scheide ziehen oder entblößen bedeutet hier, nicht aufhören zu kämpfen, bis die Feinde niedergestreckt sind, also einen beständigen Kampf. Ein fortwährender Kampf gegen das Böse und Falsche wird auch bezeichnet durch das aus der Scheide gezogene Schwert des Heerführers Jehovahs, der dem Josua erschien, als er in das Land Kanaan kam: Jos.5/13, das bedeutet, daß sie gegen die dortigen Völkerschaften kämpfen und sie vertilgen sollten. Durch die Völkerschaften, die damals das Land Kanaan in Besitz hatten, werden diejenigen bezeichnet, die vor der Ankunft des Herrn die Gegend des Himmels einnahmen, die später denen, die dem geistigen Reiche des Herrn angehörten, gegeben wurde: Nr. 6914, 8054. 8295. "Meine Hand soll sie austreiben", 2. Mose 15/9, bedeutet, der Himmel werde durch ihre Macht zerstört werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von austreiben, insofern es soviel ist als hinabstürzen und dadurch zerstören, und aus der Bedeutung der Hand, insofern sie die Macht bezeichnet, worüber Nr. 878, 4931-4937, 6292, 6947, 7188, 7189, 7518. Der Himmel ist aber gemeint, weil gesagt wird, seine Hand solle sie vertreiben, also aus dem Himmel, denn die Bösen sind, wenn ihnen der Zügel frei gelassen wird, so verwegen und unverschämt, daß sie meinen, sie können den Himmel selbst zerstören. Alle nämlich in den Höllen bilden einen Gegensatz zum Himmel, weil sie gegen das Gute und Wahre sind, und daher in fortwährender Begierde, es zu zerstören, und soweit es ihnen zugelassen wird, soweit versuchen sie es auch: Nr. 8273 E. Das Verlangen, den Himmel zu zerstören, oder diejenigen, die darin sind, herabzustürzen, äußert sich nicht durch einen feindlichen Einfall wie auf Erden, denn ein solcher Einfall oder solch ein Kampf ist im anderen Leben nicht möglich, sondern es geschieht durch die Zerstörung der Wahrheiten des Glaubens und des Guten der Liebe, denn das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe bilden den Himmel. Darin bestehen die Kämpfe und Kriege im anderen Leben. Wie furchtbar und schrecklich sie aber sind, soll am Ende der Kapitel gezeigt werden, wo vermöge der Barmherzigkeit des Herrn von den Höllen gehandelt werden soll. Auch der Krieg, von dem Joh.Offenb.12/7,8 gesagt wird: "Es entstand ein Krieg im Himmel, Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen und der Drache stritt und seine Engel, aber sie siegten nicht", ist ebenso zu verstehen. 8296. "Du hauchtest mit Deinem Winde", 2. Mose 15/10, bedeutet die Gegenwart des Herrn mit den Engeln. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8286 erklärt worden ist. 8297. "Da bedeckte sie das Meer", 2. Mose 15/10; bedeutet, daß alles Falsche in ihnen sie umhüllte. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedecken, insofern es soviel ist als umhüllen, und aus der Bedeutung des Meeres, nämlich hier die Gewässer des Schilfmeeres, insofern diese das Falsche aus dem Bösen, und dieses Meer die Hölle bezeichnet, worüber Nr. 8099, 8137, 8138, 8148. Daß sie hier ganz umhüllt sind vom Falschen aus dem Bösen, sehe man Nr. 8210, 8232. 8298. "Sie sanken zur Tiefe, wie Blei", 2. Mose 15/10, bedeutet, daß das Böse sie nach unten gezogen habe, wie das Schwere auf der Welt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tiefe, insofern sie das Untere und die Höllen in Ansehung des Bösen bezeichnet, worüber Nr. 8279. Zur Tiefe sinken bedeutet daher, vom Bösen dahin gezogen werden. Daß die Bösen infolge ihres Bösen zu den Höllen hinabsinken, wie schwere Körper in der Welt, sehe man Nr. 8279. Wie Blei wird gesagt, weil Blei das Böse bedeutet. 2. Mose 15/5 aber wurde gesagt: "sie sanken in die Tiefe des Meeres wie Steine", weil Steine dort das Falsche bedeuten. Beides ist schwer, sowohl das Falsche als das Böse, und deshalb sinkt beides hinab; aber dennoch ist es das Böse, das im geistigen Sinn die Schwere bewirkt und so gleichsam durch seine Schwere hinabsinkt, nicht aber das Falsche durch sich selbst, sondern durch das Böse, das in demselben ist, denn das Falsche hat aus sich selbst kein Gewicht, sondern aus dem Bösen hat es die Eigenschaft, daß es hinabsinkt. Man merke wohl, daß alle Metalle Gutes oder Wahres bedeuten, und im entgegengesetzten Sinn Böses oder Falsches. Das Blei, weil es unedler ist als die anderen Metalle, bedeutet das Böse, welches das Unterste ist, wie das Böse des äußeren Natürlichen; im guten Sinn dagegen bedeutet es das Gute desselben Grades, z.B.: Jerem.6/28-30: "Sie sind alle abtrünnig und widerspenstig, Verleumder, Erz und Eisen, insgesamt sind sie Übeltäter. Der Blasebalg glüht, vom Feuer ist das Blei verzehrt, vergebens schmelzt man immer, die Bösen werden nicht ausgeschieden. Verworfenes Silber nennt man sie, denn Jehovah hat sie verworfen". Hes.22/18: "Menschensohn, das Haus Israel ist Mir zu Schlacken geworden; sie sind alle Erz, und Zinn, und Eisen, und Blei mitten im Ofen, zu Silberschlacken sind sie geworden". 8299. "In den mächtigen Wassern", 2. Mose 15/10, bedeutet die Umströmung von der unermeßlichen Menge des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wasser, insofern sie das Falsche aus dem Bösen bezeichnen, worüber Nr. 8297. Daher bedeuten die mächtigen Wasser das Falsche in einer unermeßlichen Menge. Daß sie davon umflossen oder umhüllt sind, sehe man Nr. 8210, 8232. 8300. Vers 11-13: Wer ist wie Du unter den Göttern, Jehovah, wer ist wie Du, verherrlicht in Heiligkeit, mit Lobpreisung zu verehren, wundertätig! Du strecktest Deine Rechte aus, da verschlang jene die Erde. Du führtest in Deiner Barmherzigkeit das Volk, Du hast es errettet, durch Deine Kraft hast Du es geleitet zur Wohnung Deiner Heiligkeit. "Wer ist wie Du unter den Göttern, Jehovah" bedeutet, daß alles Wahre des Guten vom Göttlich-Menschlichen ausgeht; "wer ist wie Du, verherrlicht in Heiligkeit" bedeutet, von Ihm sei alles Heilige; "mit Lobpreisung zu verehren" bedeutet, daß Ihm allein Ruhm und Danksagung gebühre; "wundertätig" bedeutet, daß von Ihm alle Mittel sind, durch welche die Macht wirkt; "Du strecktest Deine Rechte aus" bedeutet, daß hierdurch die Herrschaft der Macht über alles erscheine; "da verschlang jene die Erde" bedeutet, daß durch die bloße Gegenwart ihnen Verdammnis und Hölle zuteil geworden; "Du führtest in Deiner Barmherzigkeit das Volk" bedeutet den göttlichen Einfluß bei denen, die das Böse gemieden, und dadurch das Gute aufgenommen hatten; "Du hast es errettet" bedeutet, Er habe sie von der Hölle befreit; "durch Deine Kraft hast Du es geleitet zur Wohnung Deiner Heiligkeit" bedeutet, die göttliche Macht des Herrn habe sie in den Himmel erhoben, nämlich in das Göttliche daselbst. 8301. "Wer ist wie Du unter den Göttern, Jehovah", 2. Mose 15/11, bedeutet, daß alles Wahre des Guten vom Göttlich-Menschlichen ausgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Götter, insofern sie die Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 4402, 7268, 7873; hier die Wahrheiten aus dem Guten, weil eine Vergleichung mit Jehovah stattfindet, denn es wird gesagt: Wer ist wie Du unter den Göttern, Jehovah? Daß Jehovah im Worte der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6280, 6281, 6303, 6905, 6945, 6956. Das Göttlich-Menschliche wird aber hier unter Jehovah verstanden, weil in diesem Gesange gehandelt wird von der Erlösung derer, die der geistigen Kirche angehörten, durch das Kommen des Herrn in die Welt, und zwar durch Sein Göttlich-Menschliches; man sehe Nr. 2661, 2716, 2833, 2834, 6372, 6854, 6914, 7035, 7091 E, 7828, 7932, 8018, 8054. Durch jene Worte wird bezeichnet, daß alles Wahre des Guten vom Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgehe, weil Wahrheiten von einem jeden ausgehen können, das Wahre des Guten aber von niemanden, als vom Herrn, folglich (auch) von denen, die im Guten sind von dem Herrn. Vom Guten getrennte Wahrheiten denken und reden auch diejenigen, die in einem Beredungsglauben und dabei in einem Leben des Bösen sind, und auch viele andere innerhalb der Kirche; aber diese Wahrheiten stammen nicht vom Guten, somit gehen sie nicht vom Herrn aus, sondern von ihnen selbst. Daß die aus dem Guten stammenden Wahrheiten vom Herrn ausgehen, kann daraus erhellen, daß der Herr das Gute selbst ist, weil Er die Liebe selbst ist; von dieser geht das Wahre aus wie das Licht von dem Feuer der Sonne. Und dieses Wahre ist wie das Licht zur Zeit des Frühlings und des Sommers, das die Wärme in sich schließt und bewirkt, daß alles auf Erden gleichsam Leben empfängt. Das Wahre hingegen, das nicht aus dem Guten stammt, ist wie das Licht zur Winterszeit, wenn alles auf Erden erstirbt. Die Götter bedeuten aber die Wahrheiten des Guten, weil unter Götter im guten Sinn die Engel verstanden werden, die auch Götter heißen, weil sie die Substanzen oder Formen sind, die das Wahre aufnehmen, in dem das Gute vom Herrn ist. Wie die Engel das Wahre des Guten vom Herrn bezeichnen, so wird dasselbe auch unter Götter an folgenden Stellen verstanden: Ps.82/1,6: "Gott stehet in der Gemeinde Gottes, in der Mitte der Götter hält Er Gericht; Ich habe gesagt, ihr seid Götter, und Söhne des Höchsten ihr alle": daß hier unter den Göttern die Wahrheiten zu verstehen sind, die vom Herrn ausgehen, erhellt daraus, daß zuerst die Gemeinde Gottes in der Einzahl genannt wird, und nachher "in der Mitte der Götter" gesagt wird. Daß (der Ausdruck) "Gott" im Worte gebraucht wird, wo es sich vom Wahren handelt, sehe man Nr. 2769, 2807, 2822, 3921, 4287, 4402, 7010; und daß Gott im höchsten Sinn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist: Nr. 7268. Ps.138/1: "Ich preise Dich von meinem ganzen Herzen, vor den Göttern will ich Dir lobsingen". Ps.86/8: "Keiner ist wie Du unter den Göttern, o Herr". Ps.95/3: "Ein großer Gott ist Jehovah, und ein großer König über alle Götter". Ps.97/9: "Du, Jehovah, bist erhaben über die ganze Erde, sehr erhöht bist Du über alle Götter". Ps.135/5: "Ich weiß, daß Jehovah groß ist, und unser Herr größer als alle Götter". Daher wird auch Jehovah der Herr der Herren, und der Gott der Götter genannt: 5. Mose 10/17; Jos.22/22; Ps.136/2. Es wird aber oft gesagt, Jehovah sei über alle Götter, und der Gott der Götter, weil zu jener Zeit viele Götter verehrt wurden, und die Völker nach den Göttern, die sie verehrten, unterschieden wurden, und weil jedes Volk glaubte, sein Gott sei der Höchste von allen; weshalb auch in allen Gemütern der Gedanke einer Mehrheit von Göttern wohnte, und man darüber stritt, welcher unter ihnen der größere sei, wie man aus den historischen Teilen des Wortes an vielen Stellen ersehen kann, und diese Meinung lebte auch vor anderen in den Gemütern der Juden. Deshalb wird im Worte so oft gesagt, Jehovah sei größer als alle Götter, und Er sei der König und der Gott der Götter. Daß diese Meinung von mehreren Göttern in den Gemütern der Juden mehr als bei anderen Völkern vorhanden war, kann man deutlich aus ihrem häufigen Abfall zur Verehrung anderer Götter erkennen, worüber oftmals in den historischen Teilen des Wortes (gehandelt wird), z.B.: Richt.2/10-13,17,19; 3/5-7; 8/27,33; 10/6,10,13; 18/14,17,18,20,25,31; 1.Sam.7/3,4; 8/8; 1.Kön.14/23,24; 16/31-33; 18/20f; 21/26; 22/54; 2.Kön.16/1,10f; 17/7,15-17; 21/3-7,21; 23/4,5,7,8,10-13 und anderwärts. Dieses Volk war so unverständig, daß es den alleinigen Jehovah mit dem Munde pries, dennoch aber andere Götter im Herzen anerkannte, was deutlich daraus erhellen kann, daß sie, nachdem sie so viele Wunder in Ägypten und auch später noch gesehen hatten, (nämlich) wie das Meer vor ihnen sich teilte und das Heer Pharaos ertrank, eine Wolken- und Feuersäule beständig erschien, Manna täglich vom Himmel regnete, und sogar die Gegenwart Jehovahs in so großer Majestät und unter so großem Schrecken auf dem Berge Sinai sich offenbarte, und nachdem sie das Bekenntnis abgelegt hatten, Jehovah sei allein Gott, dennoch nach einigen Wochen, bloß weil Moses verzog, (aus Erz) gegossene Götter verlangten um sie anzubeten, und dieselben, als sie von Aharon gemacht waren, mit göttlicher Verehrung feierten, mit Festen, Brandopfer und Schlachtopfer und Reigentanz. Daraus kann man erkennen, daß in ihren Herzen die Verehrung mehrerer Götter haftete. Daß dieses Volk mehr als jedes andere Volk auf der ganzen Erde so beschaffen war, erhellt auch bei Jerem.2/11,12,28: "Hat wohl ein Volk seine Götter vertauscht? Mein Volk aber hat die Herrlichkeit seines Gottes vertauscht mit dem, das nicht helfen kann; staunet darüber, ihr Himmel, schaudert und entsetzt euch sehr! Denn so viel deiner Städte, so viel sind deiner Götter, o Juda". Die natürliche Beschaffenheit dieses Volkes ist auch eine solche, daß es vor allen anderen Völkern das Äußerliche verehrt, somit die Götzenbilder, und daß es vom Inneren ganz und gar nichts wissen will, denn sie sind unter allen Völkern die geizigsten, und ein Geiz, der wie der ihrige ist, daß man nämlich Gold und Silber um des Goldes und Silbers willen liebt, ist die allerirdischste Leidenschaft und zieht das Gemüt ganz und gar in das Körperliche, versenkt es in dasselbe und verschließt das Innere so sehr, daß durchaus nichts von Glauben und Liebe aus dem Himmel eindringen kann. Hieraus erhellt, wie sehr die irren, die glauben, daß dieses Volk wiederum auserwählt werde, oder daß die Kirche des Herrn nach Verwerfung der übrigen Völker wieder auf sie übergehen werde, während man doch eher Steine zum Glauben an den Herrn bekehren kann, als sie. Man glaubt, die Kirche werde wieder auf sie übergehen, weil in den prophetischen Teilen des Wortes an vielen Stellen gesagt wird, sie würden wieder zurückkehren, aber man weiß nicht, daß an diesen Stellen unter Juda, unter Jakob und unter Israel nicht dieses Volk verstanden wird, sondern eben diejenigen, bei denen die Kirche ist. 8302. "Wer ist wie Du, verherrlicht in Heiligkeit", 2. Mose 15/11, bedeutet, daß von Ihm alles Heilige stamme. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wer ist wie Du, verherrlicht in Heiligkeit", insofern es ausdrückt, daß niemand so heilig sei; im inneren Sinn aber, daß von Ihm alles Heilige komme, weil Er die Heiligkeit selbst ist. Unter dem Heiligen wird das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre verstanden. Dieses heißt heilig, und wird auch unter dem Heiligen Geist verstanden, der deswegen Geist der Wahrheit genannt wird: Joh.14/16,17; 15/26,27; 16/13, und "vom Herrn gesandt": Joh.14/26,27, und (von dem gesagt wird), er werde vom Herrn nehmen, was er verkündigen solle: Joh.16/15. Weil Heiligkeit vom göttlich Wahren gesagt wird, das vom Herrn ausgeht, deshalb werden die Engel, weil sie dasselbe aufnehmen, "Heilige" genannt: Matth.25/31; Mark.8/38; Luk.9/26; und auch die Propheten, besonders das Wort, welches das göttlich Wahre selbst ist. Auch der Herr wird wegen des göttlich Wahren, das Er selbst ist, weil es von Ihm ist, der Heilige Israels, der Heilige Jakobs und der Heilige Gottes genannt. 8303. "Mit Lobpreisung zu verehren", 2. Mose 15/11, bedeutet, daß Ihm allein Ruhm und Danksagung gebühre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Lobpreisung zu verehren", wenn es von Jehovah (gesagt wird), insofern es ausdrückt, daß Er zu preisen und anzubeten sei; somit auch, daß Ihm allein Ruhm und Lobpreisung gebühre. 8304. "Wundertätig", 2. Mose 15/11, bedeutet, daß von Ihm alle Mittel sind, durch welche die Macht (wirkt). Dies erhellt aus der Bedeutung des Wunderbaren und der Wunder, insofern sie Mittel der göttlichen Macht sind, worüber Nr. 6910, daß die Wunder Mittel der göttlichen Macht sind, kommt daher, weil (die Menschen) durch sie dahin gebracht wurden, daß sie glaubten, daß Jehovah der Höchste der Götter sei, ja daß kein Gott außer Ihm, und Er daher allein anzubeten sei. Und diejenigen, die diese Wahrheit aufgenommen hatten, wurden nachher in die Wahrheiten Seines Dienstes eingeführt, die Mittel der Macht sind, denn im geistigen Sinn liegt alle Macht in den Wahrheiten, die vom Göttlichen kommen: Nr. 3091, 6344, 6423, 6948, 8200. Macht im geistigen Sinn heißt, die höllische Rotte in die Flucht schlagen und von sich ausstoßen, was einzig durch die Wahrheiten geschieht. Daher kommt es nun, daß durch "wundertätig" ausgedrückt wird, vom Herrn seien alle Mittel, durch welche die Macht wirkt. Die Mittel göttlicher Macht werden auch durch Wunder bezeichnet bei Ps.105/1-5: "Singet Jehovah, spielet Ihm, denket nach über alle Seine Wunder, rühmet euch des Namens Seiner Heiligkeit; suchet Jehovah und Seine Stärke, suchet Sein Antlitz allezeit; gedenket Seiner Wunder, Seiner Zeichen und der Gerichte Seines Mundes". Daß alle Macht in dem Glaubenswahren vom Herrn liege, geht deutlich hervor aus den Worten des Herrn zu Petrus, Matth.16/18,19: "Ich sage dir, Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich bauen Meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen; und Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben": durch Petrus wird hier der Glaube vorgebildet, und durch Fels wird im Worte der Glaube bezeichnet, unter dem Schlüssel aber wird die Macht verstanden; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22; ferner Nr. 4738 E, 6344 E. 8305. "Du streckest Deine Rechte aus", 2. Mose 15/12, bedeutet, daß hierdurch die Herrschaft der Macht über alles erscheine. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausstrecken, insofern es gesagt wird von der Herrschaft der Macht, und wenn von Jehovah die Rede ist, von der Allmacht, worüber Nr. 7673; und aus der Bedeutung der Rechten, insofern sie die göttliche Macht bezeichnet, worüber Nr. 8281. Daß es bedeutet, hierdurch erscheine die Herrschaft der Macht über alles, erhellt aus dem nun Folgenden, daß "die Erde sie verschlang", welches bedeutet, daß allein vermöge der Gegenwart des Herrn die Verdammnis oder die Hölle über sie gekommen sei. 8306. "Da verschlang jene die Erde", 2. Mose 15/12, bedeutet, daß durch die bloße Gegenwart bei ihnen die Verdammnis und die Hölle über sie gekommen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von "verschlungen werden von der Erde", insofern es die Verdammnis und die Hölle bezeichnet; denn das Verschlingen bedeutet das Hineinfallen oder Hinabstürzen in die Hölle. Die Hölle ist auch wirklich tief unten, weil am weitesten entfernt von der Sonne des Himmels, die der Herr ist; hier ist das Höchste. Die Entfernungen von hier aus finden statt nach der Beschaffenheit und der Menge des Bösen und Falschen. Daher kommt es, daß der Himmel oben und die Hölle unten erscheint. Daß, wo diejenigen sich befinden, die im Falschen vom Bösen, und somit in der Verdammnis sind, erscheint auch gleichsam ein wüstes Land, das die verfluchte Erde genannt wird; unter diese hinab werden diejenigen geworfen, die in die Hölle kommen: Nr. 7418. Daß dies durch die bloße Gegenwart des Herrn geschehe, sehe man Nr. 8265. Daher kommt es nun, daß durch "es verschlang sie die Erde", die Verdammnis und die Hölle bezeichnet wird, wie deutlich gesagt wird 4. Mose 16/30-33: "Mose sprach zu der Gemeinde in betreff Noachs, Dathans und Abirams: Wenn aber Jehovah etwas Wunderbares schafft, so daß die Erde ihren Mund auftut und sie verschlingt, nebst allem was ihnen gehört, daß sie lebendig zur Hölle fahren, so werdet ihr erkennen, daß diese Männer Jehovah erzürnt haben. Und es spaltete sich die Erde unter ihnen, und die Erde tat ihren Mund auf, und verschlang sie, und sie und alle, die ihnen angehörten, fuhren lebendig hinab zur Hölle" (oder Unterwelt). 8307. "Du führtest in Deiner Barmherzigkeit das Volk", 2. Mose 15/13, bedeutet den göttlichen Einfluß bei denen, die das Böse gemieden, und dadurch das Gute aufgenommen hatten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in Barmherzigkeit führen", insofern es soviel ist als das Göttliche aufnehmen, und weil diejenigen das Göttliche aufnehmen, die sich vom Bösen enthalten, so bedeutet es den göttlichen Einfluß bei ihnen. Mit der Barmherzigkeit vom Herrn verhält es sich in folgender Weise: Die Barmherzigkeit des Herrn ist fortwährend bei einem jeden Menschen, denn der Herr will alle Menschen, so viele ihrer sind, selig machen. Aber diese Barmherzigkeit kann nicht einfließen, bevor das Böse entfernt worden, denn das Böse und das aus diesem stammende Falsche steht entgegen und verhindert. Sobald aber das Böse entfernt wird, fließt die Barmherzigkeit ein, d.h. das Gute aus der Barmherzigkeit des Herrn, welches Liebtätigkeit und Glaube ist. Hieraus kann erhellen, daß die Barmherzigkeit des Herrn eine allgemeine ist, d.h. gegen alle, und auch eine besondere gegen diejenigen, die vom Bösen abstehen. Der Mensch kann aus sich vom Bösen abstehen, aber das Gute kann er nicht aus sich aufnehmen. Der Mensch kann aber aus sich vom Bösen abstehen, weil der Herr beständig in den Willen des Menschen mit diesem Bestreben einfließt, und dadurch ihm Freiheit gibt vom Bösen abzustehen, wie auch sich zum Guten hinzuwenden. Der Herr gibt ihm auch die Fähigkeit das Wahre zu verstehen, wenn er es aber nicht versteht, so liegt der Grund darin, daß er es nicht verstehen will, und dies wegen des Bösen seines Lebens; denn das Falsche verteidigt das Böse, und das Wahre verdammt es. Daher kommt es, daß dem Menschen das geistig Gute vom Herrn nicht gegeben werden kann, mithin, daß er nicht aus Barmherzigkeit geführt werden kann, wenn er nicht vom Bösen absteht. 8308. "Du hast es errettet", 2. Mose 15/13, bedeutet, Er habe sie von der Hölle befreit. Dies erhellt aus der Bedeutung von erretten, insofern es soviel ist als aus der Hölle befreien, worüber Nr. 7205, 7445. 8309. "Durch Deine Kraft hast Du es geleitet zur Wohnung Deiner Heiligkeit", 2. Mose 15/13, bedeutet, die göttliche Macht des Herrn habe sie in den Himmel erhoben, und in das Göttliche daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von "durch Seine Kraft führen", wenn es von der Erhebung in den Himmel durch den Herrn gesagt wird, insofern es soviel ist als erheben vermögen der göttlichen Macht; (daß Kraft soviel ist als Macht, ist klar.) Und aus der Bedeutung der Wohnung der Heiligkeit, insofern sie den Himmel bezeichnet, wo das Göttliche ist, denn die Heiligkeit wird vom göttlich Wahren gesagt, das vom Herrn ausgeht: Nr. 8302, und dieses göttlich Wahre macht den Himmel. Daß die Wohnung Jehovahs oder des Herrn der Himmel ist, und auch das Gute, weil im Guten der Himmel ist, erhellt aus folgenden Stellen: 5. Mose 26/15: "Schaue herab aus der Wohnung Deiner Heiligkeit, aus dem Himmel, und segne Dein Volk Israel". Jes.63/15: "Schaue vom Himmel herab und siehe aus der Wohnung Deiner Heiligkeit und Deiner Zierde". Ps.132/4-7: "Ich will keinen Schlaf geben meinen Augen, bis ich gefunden habe eine Stätte für Jehovah, Wohnungen für den Starken Jakobs; siehe, wir hörten von Ihm in Ephrata, wir fanden Ihn auf dem Felde des Waldes, wir werden eingehen in Seine Wohnungen". Daß die Wohnung Jehovahs, d.h. des Herrn im Guten sei, bei Sach.2/14,15: "Frohlocke und freue dich, du Tochter Zions, siehe Ich komme, zu wohnen in deiner Mitte. Es werden viele Völker Jehovah anhangen an jenem Tage, und sie werden Mein Volk sein, denn Ich will in dir wohnen". Hes.37/26,27: "Ich werde Mein Heiligtum in ihre Mitte setzen ewiglich, darum wird Meine Wohnung bei ihnen sein": das Heiligtum ist da, wo das göttlich Wahre ist, in dem das göttlich Gute (wohnt). 8310. Vers 14-16: Die Völker hörten es und erbebten, Schmerz ergriff die Bewohner Philistäas. Da wurden bestürzt die Fürsten Edoms, die Mächtigen Moabs, Schrecken erfaßte sie, es verzagten alle Bewohner Kanaans. Angst und Furcht fiel über sie, durch Deinen starken Arm erstarren sie wie Steine, bis hindurchgehen wird Dein Volk, Jehovah, bis hindurchgehen wird das Volk, das Du erworben hast. "Die Völker hörten es" bedeutet alle überall, die im Falschen aus dem Bösen; "und erbebten" bedeutet den Schrecken; "Schmerz ergriff die Bewohner Philistäas" bedeutet das Verzweifeln daran, ihre Herrschaft zu erweitern, von seiten derer, die in einem vom Guten getrennten Glauben waren; "da wurden bestürzt die Fürsten Edoms" bedeutet das gleiche bei denen, die in einem Leben des Bösen aus Eigenliebe waren; "die Mächtigen Moabs" bedeutet die, welche in einem Leben des Falschen aus jener Liebe waren; "Schrecken erfaßte sie" bedeutet, daß sie nichts zu tun wagten; "es verzagten alle Bewohner Kanaans" bedeutet das gleiche bei denen, die der Kirche angehörten, und dennoch das Gute verkehrten und das Wahre verfälschten; "Angst und Furcht fiel über sie" bedeutet, daß sie ohne alle Hoffnung auf Herrschaft waren; "durch Deinen starken Arm" bedeutet vermöge der Allmacht; "erstarren sie wie Steine" bedeutet das Hinabsinken wie etwas Schweres, "bis hindurchgehen wird Dein Volk" bedeutet, daß ohne Gefahr der Anfechtung alle errettet werden, welche die Fähigkeit haben das Wahre des Guten und das Gute des Wahren aufzunehmen; "bis hindurchgehen wird das Volk" bedeutet, daß hierdurch errettet werden sollen, die im Wahren und Guten waren und der Kirche angehörten; "das Du erworben hast" bedeutet die so ein Eigentum des Herrn wurden. 8311. "Die Völker hörten es", 2. Mose 15/14, bedeutet, alle überall, die im Falschen aus dem Bösen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Völker, insofern sie diejenigen bezeichnen, die in den Wahrheiten aus dem Guten, und im entgegengesetzten Sinn, die im Falschen aus dem Bösen sind, worüber Nr. 1259, 1260, 3295, 3581, 4619. Es wird gesagt "im Falschen aus dem Bösen", um sie zu unterscheiden von denen, die im Falschen sind, und dennoch im Guten. Im Falschen und zugleich im Guten sind innerhalb der Kirche die, welche in Irrlehren sind und dabei ein gutes Leben führen, und außerhalb der Kirche alle, die im Guten sind. Aber das Falsche bei ihnen verdammt nicht, wenn es nicht ein solches Falsches ist, das gegen das Gute streitet, und das eigentliche Leben des Guten zerstört. Das Falsche aber, das nicht gegen das Gute ist, ist zwar an sich Falsches, aber in Beziehung auf das Gute des Lebens, gegen welches es nicht ist, legt es die Beschaffenheit des Bösen fast ab, was durch die Anwendung auf das Gute geschieht; denn ein derartiges Falsche kann zum Guten und zum Bösen angewendet werden: wenn zum Guten, dann wird es gelinde, wenn hingegen zum Bösen, dann wird es hart. Das Falsche kann nämlich ebenso zum Guten angewendet werden, wie das Wahre zum Bösen, denn alle Wahrheiten werden verfälscht durch Anwendung zum Bösen. Als Beispiel diene Folgendes: Daß der Glaube allein selig mache, ist an sich falsch, besonders bei den Bösen, die so das Gute der Liebtätigkeit ausschließen, als ob es ganz und gar nichts zum Heil beitrage. Aber dieses Falsche wird bei denen gemildert, die im Guten des Lebens sind, denn sie wenden es zum Guten, indem sie sagen, der Glaube allein mache selig, aber ein Glaube, der nicht verbunden sei mit seiner Frucht, sei kein Glaube, folglich nicht ohne das Gute; so auch im übrigen. Im nun Folgenden wird von allen gehandelt, die im Falschen aus dem Bösen, und im Bösen aus dem Falschen waren, und in die Hölle geworfen wurden, als der Herr in die Welt kam. Es gibt nämlich sehr viele Arten des Bösen, und daher auch des Falschen, denn jede Art des Bösen hat ihr Falsches, das sich zugesellt, weil das Falsche vom Bösen hervorgebracht wird, und das Böse in seiner Form ist, ganz so wie der Verstand beim Menschen die Form seines Willens ist, denn der Wille kommt durch den Verstand an das Licht, gestaltet sich, gewinnt eine Form, und stellt sich durch Bilder dar, und diese durch Vorstellungen, und diese wiederum durch Worte. Dies wird bemerkt, damit man wisse, daß es viele Arten des Bösen und des Falschen aus diesem gebe. Dieselben wurden zuerst durch die Ägypter beschrieben, aber in diesen Versen durch die Bewohner Philistäas durch die Fürsten Edoms, die Mächtigen Moabs, und durch die Bewohner Kanaans, von denen gesagt wird, Angst und Furcht habe sie ergriffen, weil sie hörten, daß diejenigen in die Hölle geworfen wurden, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen waren, und durch die Ägypter bezeichnet wurden; und daß diese gleichfalls in die Hölle geworfen werden müßten, damit diejenigen, die im Wahren und Guten waren, sicher und unverletzt hindurchgehen und zum Himmel geführt werden könnten. Dieses letzte wird bezeichnet durch die Worte der folgenden Verse 16 und 17: "Angst und Furcht fiel über sie, durch Deinen starken Arm erstarren sie wie Steine, bis hindurchgehen wird Dein Volk, Jehovah, bis hindurchgehen wird das Volk, das Du erworben hast. Du wirst sie hineinführen, und sie pflanzen auf den Berg Deines Erbes, an den Ort, den Du bereitet hast zu Deiner Wohnung". 8312. "Und erbebten", 2. Mose 15/14, bedeutet den Schrecken; dies erhellt ohne Erklärung. 8313. "Schmerz ergriff die Bewohner Philistäas", 2. Mose 15/14, bedeutet, das Verzweifeln daran, ihre Herrschaft zu erweitern, von seiten derer, die in einem vom Guten getrennten Glauben waren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schmerzes, insofern er ihre Verzweiflung ausdrückt darüber, daß sie ihre Herrschaft nicht mehr erweitern konnten (worüber folgen wird); und aus der Bedeutung der Bewohner Philistäas, insofern sie diejenigen vorbilden, die im bloßen Glauben sind, getrennt von dem Guten der Liebtätigkeit, worüber Nr. 1197, 1198, 3412, 3413, 8093, 8096, 8099. Sie werden von den Ägyptern dadurch unterschieden, daß sie das Gute der tätigen Liebe ausschließen, indem sie glauben, daß der Mensch ohne dasselbe durch den Glauben selig werde. Aus dieser ihrer Hauptlehre entstehen viele Irrtümer, z.B. daß die Seligmachung Sache der Barmherzigkeit sei, wie auch immer der Mensch gelebt habe; daß durch den Glauben alle Sünde und alles Böse abgewaschen werde, und daß dadurch der Mensch gerechtfertigt einhergehe. Ferner, daß die Beseligung in einem Augenblick geschehen könne, durch die Zuversicht des Glaubens, sogar in der Todesstunde, und daß folglich nicht die himmlische Gesinnung der Liebe den Himmel bei dem Menschen bilde. Dieses sind die Philister und sie werden Unbeschnittene genannt wegen des Bösen ihrer Selbst- und Weltliebe, worin ihr Leben besteht. Der Schmerz bedeutet aber hier Verzweiflung, weil ein sehr hoher Grad des Schmerzes verstanden wird, wie bei den Gebärenden. Jenes Wort bedeutet auch in der Grundsprache einen solchen Schmerz. Verzweiflung oder der höchste Grad des Schmerzes wird auch im Worte durch den Schmerz einer Gebärenden beschrieben: Ps.48/6,7: "Die Könige versammelten sich, Angst ergriff sie, Schmerz wie der einer Gebärenden". Jerem.22/23: "Der du wohnest auf dem Libanon, und nistest auf den Zedern, wie bejammernswert wirst du sein, wenn dich die Schmerzen ankommen werden, Schmerzen wie die einer Gebärenden". Jerem.50/43: "Wenn der König von Babel ihre Kunde hört, dann sinken erschlafft seine Hände, Angst ergreift ihn, Schmerz wie der einer Gebärenden". Jes.13/6-8: "Nahe ist der Tag Jehovahs, wie eine Verheerung von Schaddai, darum werden alle Hände schlaff, und jedes Menschenherz verzagt, sie sind bestürzt, Wehen und Schmerzen ergreifen sie, sie kreißen wie eine Gebärerin". Jerem.6/22-24: "Siehe, ein Volk kommt von Norden her, eine große Nation steht auf von den Grenzen der Erde; Bogen und Spieße führen sie, sie sind grausam und ohne Erbarmen, ihre Stimme brauset wie das Meer, auf Rossen reiten sie, gerüstet wie ein Mann zum Kriege, wider dich, du Tochter Zions; wir hören das Gericht von ihnen, es sinken unsere Hände, Angst ergreift uns, Schmerz gleich wie der einer Gebärenden": es wird hier von der Verwüstung des Wahren bei denen, die im Bösen sind, gehandelt. Volk von Norden her steht für diejenigen, die im Falschen aus dem Bösen sind. Eine große Nation von den Grenzen der Erde, für die, welche in einem dem Guten völlig entgegengesetzten Bösen sind. Bogen und Spieße führen sie, bedeutet, daß sie aus einer falschen Lehre kämpfen; ihre Stimme brauset wie das Meer, bedeutet die Vernünfteleien aus derselben. Sie reiten auf Rossen, bedeutet, ihre Beweisführung erscheine wie aus dem Verständigen; gerüstet wie ein Mann zum Kriege, bezeichnet die Begierde, gegen das Wahre zu kämpfen. Tochter Zions bedeutet die Kirche, wo das Gute ist; Angst ergreift sie, bedeutet den Schmerz darüber, daß die Wahrheiten angefochten werden; Schmerz wie der einer Gebärenden, bedeutet die Verzweiflung darüber, daß das Gute verletzt werden soll. Daraus geht deutlich hervor, daß Schmerz hier die Verzweiflung über die Verletzung des Guten bedeutet. "Der Schmerz ergreift die Bewohner Philistäas" bedeutet aber Verzweiflung oder das Aufgeben der Hoffnung, die Herrschaft zu erweitern, weil die Philister, d.h. diejenigen, welche die Seligmachung aus dem Glauben allein ohne das Gute der Liebtätigkeit als Dogma annehmen, im anderen Leben fortwährend nach Herrschaft streben, indem sie gegen die anderen kämpfen, und zwar solange sie noch nicht abgeödet sind in Ansehung ihrer Glaubenserkenntnisse; denn jeder behält im anderen Leben die Grundzüge seines Glaubens, die er im Leben des Leibes hatte, und nur diejenigen setzen dieselben in Wahrheiten um, die im Guten des Lebens waren; denn das Gute verlangt nach dem Wahren und nimmt es bereitwillig auf, weil es mit ihm gleichartig ist. Diejenigen hingegen, die im Bösen des Lebens waren, verändern sich nicht, sie sind gleichsam hart. Auch verwerfen sie die Wahrheiten, und sind im Dunkeln, so daß sie dieselben nicht einmal sehen. Sie sehen nur, was ihre Grundsätze bestätigt, aber nichts, was dagegen ist. Gleichwohl aber glauben solche, daß sie die Verständigsten von allen seien, während sie nichts verstehen, als aus einem vorgefaßten Grundsatz zu vernünfteln. Diese sind es daher, welche die Liebtätigkeit am meisten bekämpfen, und sogleich die, welche herrschen wollen; denn die, welche Liebtätigkeit haben, sind demütig und wollen gleichsam als die niedrigsten allen dienen. Aber die, welche einen Glauben ohne Liebtätigkeit haben, sind hochmütig, und wollen als die Höchsten von allen bedient werden, deshalb setzen sie auch den Himmel in die Ehre der Herrschaft, und weil sie sich für verständiger als alle anderen halten, so meinen sie, sie würden Erzengel werden, und dann würden viele andere ihnen dienen. Dies meinen sie nach den Worten bei Dan.12/3: "Die Verständigen werden glänzen wie der Glanz der Himmelsfeste, und die, welche viele gerecht machen, wie die Sterne von Ewigkeit zu Ewigkeit"; aber statt des Glanzes ist Finsternis bei ihnen. 8314. "Da wurden bestürzt die Fürsten Edoms", 2. Mose 15/15, bedeutet das gleiche bei denen, die in einem Leben des Bösen aus Eigenliebe waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Fürsten, insofern sie die Vornehmsten bezeichnen, also alle und jede (worüber folgen wird); und aus der vorbildlichen Bedeutung Edoms, insofern es diejenigen bezeichnet, die aus Eigenliebe das Falsche ergreifen und das Wahre verwerfen. In einem von der Person absehenden Sinn (bezeichnen sie) das Böse der Eigenliebe, von dem das Falsche beigesellt (oder angenommen), das Wahre aber verworfen wird. Somit werden auch diejenigen bezeichnet, die im Leben des Bösen aus dieser Liebe sind, nämlich aus der Selbstliebe. Was die Fürsten (duces, Anführer) anbelangt, so werden durch sie die Vornehmsten bezeichnet, und in dem von der Person absehenden Sinn das Vornehmste, somit das Ganze und das Einzelne; denn wenn die Fürsten genannt werden, so bedeuten sie das Allgemeine, unter dem das übrige steht, oder das Vornehmste, wie die vornehmsten Krieger: Nr. 8150, 8276; und sie werden vom Guten gesagt, wie im entgegengesetzten Sinn vom Bösen. Durch das Vornehmste (principes) wird aber auch das Allgemeine bezeichnet, unter dem das übrige steht, oder das Hauptsächliche: Nr. 1482, 2089, 5044; aber es wird vom Wahren gesagt. Man merke wohl, daß es im Worte Ausdrücke gibt, die sich auf die Klasse der geistigen Dinge beziehen, und solche, die sich auf die himmlischen Dinge beziehen, d.h., die solches ausdrücken, was dem Wahren oder dem Glauben angehört - und andere, die solches ausdrücken, was dem Guten oder der Liebe angehört. Auch gibt es Worte, die auf beide Arten angewendet werden. Wer dies weiß, kann bei dem ersten Anschauen oder Lesen des Wortes, besonders in der Grundsprache, erkennen, wo im inneren Sinn von solchen Dingen gehandelt wird, die Sache des Wahren, oder von solchen, die Sache des Guten sind. So verhält es sich auch mit der Bedeutung der Vornehmsten und Fürsten. Die Vornehmsten bedeuten das Hauptsächliche, und dieses Wort wird von den Glaubenswahrheiten gebraucht. Die Fürsten aber bedeuten das Vorzüglichste, und dieses Wort wird vom Guten der Liebe gebraucht, im entgegengesetzten Sinn aber bezeichnen die Vornehmsten (principes) das Falsche des Glaubens, und die Fürsten (duces) das Böse der Liebe. Daher kommt es, daß die in Edom regierten, Fürsten (duces) genannt wurden, wie deutlich ist aus 1. Mose 36/15-19,21,29,30,40-43; die Ursache ist, weil Edom das Gute der himmlischen Liebe bedeutet, und im entgegengesetzten Sinn das Böse der Eigenliebe; aber bei den Söhnen Jischmaels wurden die, welche den Oberbefehl über die anderen hatten, nicht Fürsten (duces) genannt, sondern Häupter oder Vornehmste (principes): 1. Mose 25/16, weil durch Jischmael diejenigen bezeichnet werden, die im Wahren sind: Nr. 3263, 3268, 4744. Aus dieser Ursache wurden auch diejenigen Vornehmste (principes) genannt, die in Israel den Oberbefehl hatten: 4. Mose 7/2,10,18,24,30,36,42,48,54; denn durch Israel wurden diejenigen vorgebildet, die im Wahren und Guten des Glaubens waren; hingegen diejenigen, die in Judah den Oberbefehl hatten, wurden Fürsten (Heerführer, duces) genannt, weil durch Judah diejenigen vorgebildet wurden, die im Guten der Liebe waren, wie Sach.9/7: "Er wird sein wie ein Fürst (dux) in Judah". Sach.12/5,6: "Dann werden die Fürsten (duces) Judahs sprechen in ihrem Herzen: Stark sind die Einwohner Jerusalems durch Jehovah Zebaoth, ihren Gott; an jenem Tage werde Ich die Fürsten (duces) Judahs machen gleich einem Feuerofen in dem Holze". 8315. "Die Mächtigen Moabs", 2. Mose 15/15, bedeutet die, welche in einem Leben des Falschen waren aus jener Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mächtigen, insofern sie das bezeichnen, was regiert und die Oberhand hat; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moabs, insofern es diejenigen bezeichnet, die im natürlich Guten sind, und sich leicht verführen lassen, worüber Nr. 2468, somit die, welche dadurch in einem Leben des Falschen sind. Denn diejenigen, die im natürlich Guten sind, und nicht im Guten aus dem Glaubenswahren, und somit auch nicht im geistig Guten, lassen sich leicht verleiten, jedes beliebige Falsche zu glauben, und daher auch danach zu leben. Sie werden vom Wahren zum Falschen besonders durch das hingeleitet, was ihren Trieben schmeichelt. Diese sind es, die unter Moab verstanden werden. Daß diejenigen, die im natürlich Guten, nicht aber im geistig Guten sind, durchaus nicht durch irgendwelchen Einfluß aus dem Himmel geführt werden können, sehe man Nr. 3470, 3471, 3518, 4988, 4992, 5032, 6208, 7197, 8002. Das Wort, durch das die Mächtigen in der Grundsprache ausgedrückt werden, wird von denen gebraucht, die im Wahren sind aus dem Guten, und im entgegengesetzten Sinn, die im Falschen sind aus dem Bösen, in diesem Sinn steht dieses Wort bei Hes.31/11; 2.Kön.24/15. 8316. "Schrecken erfaßte sie", 2. Mose 15/15, bedeutet, daß sie nichts (zu tun) wagten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ausdrucks, von Schrecken erfaßt werden, insofern es soviel ist als nichts (zu tun) wagen; denn bei denen, die im Schrecken sind, erstarrt das Blut, zieht sich zurück in die Venen, und der Blutumlauf hört auf. Daher erschlaffen die Nerven und die Kräfte sinken, so daß sie nichts (zu tun) wagen. 8317. "Es verzagten alle Bewohner Kanaans", 2. Mose 15/15, bedeutet das gleiche bei denen, die der Kirche angehörten, und dennoch das Gute verkehrten und das Wahre verfälschten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Bewohner Kanaans, insofern sie diejenigen darstellen, die der Kirche angehören, und in dieser das Gute verkehrten und das Wahre verfälschten. Durch die Bewohner Kanaans werden aber die Angehörigen der Kirche bezeichnet, weil die Kirche des Herrn in den ältesten Zeiten im Lande Kanaan gewesen war; man sehe Nr. 3686, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136, 6516. Durch dieselben werden aber auch diejenigen bezeichnet, die das Gute verkehrten und das Wahre verfälschten, weil durch die Völker daselbst, welche die Söhne Israels austreiben sollten, das Böse und auch das Falsche des Glaubens vorgebildet wurde, man sehe Nr. 8054; und zwar deshalb, weil sie früher der Kirche angehört hatten. 8318. "Angst und Furcht fiel über sie", 2. Mose 15/16, bedeutet, daß sie ohne alle Hoffnung auf Herrschaft waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von Angst und Furcht, wenn es von denen gesagt wird, die in der Selbstliebe und im Falschen und Bösen daraus sind, und die durch die Fürsten Edoms und die Mächtigen Moabs bezeichnet werden, insofern es ausdrückt, daß sie alle Hoffnung auf die Herrschaft aufgaben; denn die, welche im Bösen der Selbstliebe sind, begehren beständig zu herrschen. Wenn aber der Schrecken vor dem siegreichen Feind sie überfällt, dann sinkt ihre Hoffnung auf Herrschaft darnieder. Man muß wissen, daß das Böse aus einem zweifachen Ursprung hervorgeht, nämlich aus der Selbstliebe und aus der Weltliebe. Die, welche im Bösen aus Selbstliebe sind, lieben nur sich allein und verachten alle übrigen, ausgenommen diejenigen, die eins mit ihnen ausmachen, wobei sie jedoch nicht diese, sondern sich lieben, weil sie sich in ihnen sehen. Das Böse aus diesem Ursprung ist das allerschlimmste, denn nicht nur verachten sie alle anderen neben sich, sondern sie verfolgen sie auch mit Tadel, und hassen sie aus unbedeutender Ursache, und dann trachten sie dieselben zu verderben. So wird dann Rache und Grausamkeit der Lustreiz ihres Lebens. Die im Bösen dieser Liebe sind, befinden sich tief in der Hölle, je nach der Beschaffenheit und der Größe dieser Liebe. Die aber im Bösen aus der Weltliebe sind, hegen auch Geringschätzung gegen den Nächsten, und schätzen ihn nur nach seinem Wohlstand, somit sein Vermögen, nicht aber ihn selbst. Solche begehren alles zu besitzen, was des Nächsten ist. Wenn sie in dieser Begierde sind, dann sind sie ohne alle Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, denn dem Nächsten seine Güter zu rauben ist der Lustreiz ihres Lebens, besonders bei denen, die einem schmutzigen Geiz frönen, die nämlich Gold und Silber um des Goldes und Silbers willen lieben, nicht aber wegen der Nutzleistung aus ihnen. Diejenigen, bei denen das Böse dieser Liebe herrscht, sind gleichfalls in den Höllen, aber nicht in so tiefen, wie diejenigen, die im Bösen der Selbstliebe sind. Außer diesen beiden Ursprüngen des Bösen gibt es noch einen dritten, der darin besteht, daß man das Böse tut aus Grundsätzen einer falschen Religion. Aber dieses Böse wird nur bei denen als Böses anerkannt, die in der Liebe zu sich und zur Welt sind, nicht aber bei denen, die in der Liebe zum Nächsten und zu ihrem Gott sind; denn ihr Zweck ist das Gute, und der Zweck gibt dem übrigen seine Beschaffenheit, man sehe Nr. 8311. 8319. "Durch Deinen starken Arm", 2. Mose 15/16, bedeutet, vermöge der Allmacht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Armes, insofern er Macht bezeichnet, worüber Nr. 878, 4931-4937; und wenn er vom Göttlichen gesagt wird, bedeutet er die Allmacht. 8320. "Erstarren sie wie Steine", 2. Mose 15/16, bedeutet, das Hinabsinken wie etwas Schweres. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8279, 8298 erklärt worden ist. 8321. "Bis hindurchgehen wird Dein Volk", 2. Mose 15/16, bedeutet, daß ohne Gefahr der Anfechtung alle errettet werden, welche die Fähigkeit haben das Wahre des Guten und das Gute des Wahren aufzunehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hindurchgehen, insofern es soviel ist als ohne Gefahr der Anfechtung errettet werden, denn wenn diejenigen in die Hölle geworfen und entfernt sind, die im Falschen aus dem Bösen sind, und sie anfochten, dann sind nicht mehr solche vorhanden, die entgegenstehen durch das Einflößen von Falschem und Bösem, und dadurch die Aufnahme des Guten und Wahren vom Herrn verhindern. Das ist es, was hindurchgehen hier bedeutet, denn solange die Bösen nicht in die Hölle geworfen waren, konnte kaum jemand hindurchgehen, d.h. errettet werden, denn alsdann erregten die Bösen fortwährend das Böse und Falsche bei denen, die in das andere Leben kamen, und zogen sie so vom Guten und Wahren ab. Damit nun diejenigen, die im Guten und Wahren sich befanden, von solchen befreit würden, kam der Herr in die Welt, und als Er in der Welt war, unterjochte Er dieselben durch fortwährende gegen Sich zugelassene Versuchungen und durch beständige Siege über dieselben, und bewirkte nachher durch Seine Gegenwart, daß sie in die Hölle geworfen wurden, wo sie, besessen von ihrem Bösen und Falschen, in Ewigkeit in Banden gehalten werden. Unter Volk werden hier diejenigen verstanden, welche die Fähigkeit haben, das Wahre des Guten und das Gute des Wahren aufzunehmen; denn Volk bedeutet im allgemeinen diejenigen, die im Wahren und Guten des Glaubens stehen: Nr. 1259, 1260, 3295, 3581, 4619; hier bedeutet es Israel, d.h. diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, oder was das gleiche ist, die im Wahren des Guten und im Guten des Wahren sind: Nr. 7957, 8234. Es wird gesagt "in der Fähigkeit, das Wahre des Guten und das Gute des Wahren aufzunehmen", weil keine anderen diese Fähigkeit besitzen, als die, welche ein Leben der Liebtätigkeit geführt haben; dieses Leben gibt jene Fähigkeit. In großem Irrtum sind diejenigen, die glauben, daß der Glaube ohne Liebtätigkeit diese Beschaffenheit verleihen könne, denn der Glaube ohne Liebtätigkeit ist hart und widerstrebend, und stößt allen Einfluß vom Herrn zurück. Aber die Liebtätigkeit mit dem Glauben ist nachgiebig und weich, und nimmt den Einfluß auf. Daher kommt es, daß die Liebtätigkeit jene Fähigkeit verleiht, nicht aber der Glaube ohne Liebtätigkeit. Und weil nur die Liebtätigkeit diese Fähigkeit verleiht, deshalb macht sie auch selig; denn diejenigen, die selig werden, erlangen die Seligkeit nicht durch Liebtätigkeit aus sich, sondern durch die Liebtätigkeit vom Herrn, folglich durch die Fähigkeit, sie aufzunehmen. 8322. "Bis hindurchgehen wird das Volk", 2. Mose 15/16, bedeutet, daß hierdurch alle errettet werden sollen, die im Wahren und Guten stehen und der Kirche angehören. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8321 erklärt worden ist. 8323. "Das Du erworben hast", 2. Mose 15/16, bedeutet die, welche so ein Eigentum des Herrn wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von erwerben, insofern es heißt, jemandes Eigentum werden. Hier aber, weil von denen gehandelt wird, die im Wahren und Guten sind, und zu deren Erlösung der Herr in die Welt kam, werden eben diese bezeichnet, insofern sie ein Eigentum des Herrn sind. An anderen Stellen werden sie die Erkauften genannt, wie bei Jes.51/10,11: "Warst Du es nicht, der das Meer austrocknete, die Gewässer der großen Flut, Der des Meeres Tiefen zu einem Weg machte, daß durchzogen die Erkauften (oder Erlösten) Jehovahs? So kehren (einst) die Erkauften Jehovahs zurück". 8324. Vers 17-19: Du wirst sie hineinführen und sie pflanzen auf den Berg Deines Erbes, an den Ort, den Du bereitet hast zu Deiner Wohnung, Jehovah; zu dem Heiligtum, o Herr, das Deine Hände bereiteten. Jehovah wird herrschen immer und ewiglich. Denn die Rosse Pharaos mit seinen Wagen und mit seinen Reitern kamen in das Meer, und Jehovah führte über sie die Fluten des Meeres zurück; aber die Söhne Israels gingen im Trockenen mitten durch das Meer. "Du wirst sie hineinführen" bedeutet die Erhebung; "und sie pflanzen" bedeutet die Wiedergeburt sei fortdauernd; "auf den Berg Deines Erbes" bedeutet den Himmel, wo das Gute der Liebtätigkeit ist; "an den Ort, Deiner Wohnung" bedeutet, wo der Herr ist; "den Du bereitet hast, Jehovah" bedeutet, daß es vom Herrn allein geschehe; "zu dem Heiligtum, o Herr, das Deine Hände bereiteten" bedeutet den Himmel, wo diejenigen sind, die im Glaubenswahren vom Herrn; "Jehovah wird herrschen immer und ewiglich" bedeutet, daß der Herr allein der Herr des Himmels und der Erde sei; "denn die Rosse Pharaos mit seinen Wagen und mit seinen Reitern" bedeutet alles Falsche aus dem verkehrten Verständnis bei denen, die in einem getrennten Glauben und in einem bösen Leben waren; "kamen in das Meer" bedeutet die Verdammnis; "und Jehovah führte über sie die Fluten des Meeres zurück" bedeutet das Falsche aus dem Bösen, das sie den Guten beizubringen beabsichtigten, sei auf sie selbst zurückgefallen, vermöge der Gegenwart des Herrn bei denen, die im Guten; "aber die Söhne Israels gingen im Trockenen mitten durch das Meer" bedeutet, daß diejenigen, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten standen, sicher hindurchgingen durch die Gegend dieser Hölle. 8325. "Du wirst sie hineinführen", 2. Mose 15/17, bedeutet die Erhebung. Dies erhellt aus der Bedeutung von hineinführen, wenn (gemeint ist) zum Himmel, insofern es eine Erhebung bezeichnet. Erhebung wird gesagt, weil der Himmel vor dem äußeren Blick der Geister in der Höhe ist, vor dem inneren Blick aber, wie die Engel ihn haben, ist der Himmel im Inneren, denn alles Innere im anderen Leben stellt sich vorbildlich als oben dar und das Äußere als unten; daher erscheint der Himmel oben und die Hölle unten: Nr. 2148, 3084, 4599, 5146. Es sind nämlich die Zustände des Wahren und Guten, und im entgegengesetzen Sinn die Zustände des Falschen und Bösen, die durch Höhe und Tiefe, und überhaupt durch Entfernungen und Orte im anderen Leben vorgebildet werden, man sehe Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381. Schon allein aus dieser Erfahrung kann man schließen, wie schwer der natürliche Mensch das Geistige begreift, folglich auch das, was sich auf den Himmel bezieht. Wer kann es fassen, daß es weder Zeit noch Raum im Himmel gibt, sondern statt dessen Zustände, daß nämlich Zustände des Guten oder Zustände des Seins durch den Raum, und Zustände des Wahren oder Zustände des Daseins durch die Zeit (dargestellt werden)? Glaubt nicht der bloß natürliche Mensch, daß da gänzliche Leerheit und das Nichts sei, wo weder Zeit noch Raum ist? Hieraus erhellt, daß der natürliche Mensch, wenn er den Schluß zieht, man dürfe nichts glauben, als was man begreift, sich in ungeheure Irrtümer stürzt. Wie es sich aber mit den Raum- und Zeitverhältnissen verhält, so verhält es sich auch mit vielem anderen, so z.B. muß der natürliche Mensch notwendig in leere Phantasien über das Göttliche verfallen, wenn er von der Zeit aus denkt, was Gott gemacht habe vor der Erschaffung der Welt, d.h., was Er getan habe von Ewigkeit bis dahin; und aus dieser Verwicklung kann man sich nicht herauswinden, wenn man nicht die Vorstellungen von Zeit und Raum entfernt. Wenn die Engel über dies Ewige denken, dann denken sie niemals darüber aus der Zeit, sondern aus dem Zustand. Im anderen Leben erscheinen zwei Bildsäulen, teils wie von Fleisch, teils wie von Stein; sie stehen an den Grenzen des erschaffenen Weltalls vorne gegen links. Von diesen sagt man, daß sie diejenigen verschlingen, die darüber nachdenken, was Gott von Ewigkeit her getan habe, bevor Er die Welt schuf. Das Verschlingen bildet vor, daß der Mensch, weil er nicht anders denken kann, als aus Raum und Zeit, sich nicht aus sich selber hier herausfinden könne, sondern nur durch das Göttliche, und dies geschieht entweder durch die Zerstreuung dieses Gedankens, oder durch die Entfernung der Vorstellungen der Zeit. 8326. "Und sie pflanzen", 2. Mose 15/17, bedeutet, die Wiedergeburt sei fortdauernd. Dies erhellt aus der Bedeutung von pflanzen, insofern es soviel ist, als wiedergebären, denn die Wiedergeburt verhält sich wie eine Pflanzung; wenn nämlich ein Baum gepflanzt wird, wächst er empor zu Zweigen, Blättern und Früchten, und aus den Samen der Früchte wachsen wieder neue Bäume, und so fort. Ebenso verhält es sich mit der Wiedergeburt des Menschen, weshalb auch der Mensch im Wort mit einem Baum verglichen wird, der wiedergeborene Mensch aber mit einem Garten oder Paradiese. Die Glaubenswahrheiten bei ihm werden mit den Blättern verglichen und das Gute der Liebtätigkeit mit den Früchten, die Samen, aus denen neue Bäume entstehen, mit den Wahrheiten, die aus dem Guten, oder, was das gleiche, der Glaube, der aus der Liebtätigkeit (hervorgeht). Es wird gesagt, die Wiedergeburt sei eine fortwährende, weil die Wiedergeburt im Menschen einen Anfang hat, aber niemals aufhört, sie wird beständig vervollkommnet, nicht nur während er in der Welt lebt, sondern auch im anderen Leben in Ewigkeit. Dennoch kann er niemals zu einer solchen Vollkommenheit gelangen, daß er mit dem Göttlichen verglichen werden könnte. 8327. "Auf den Berg Deines Erbes", 2. Mose 15/17, bedeutet den Himmel, wo das Gute der Liebtätigkeit ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges des Erbes, insofern er den Himmel bezeichnet, denn durch Berg wird das Gute der Liebe bezeichnet: Nr. 795, 796, 2722, 4210, 6435; und durch Erbe das Leben eines anderen; hier des Herrn, somit das Leben des Guten und Wahren vom Herrn; denn die, welche in diesem Leben sind, werden Erben des Reiches und Söhne genannt: Nr. 2658, 2851, 3672, 7212. Weil dies bezeichnet wird durch den Berg des Erbes, so bedeutet er auch den Himmel; denn der Himmel ist Himmel aus dem Guten der Liebe und ist das Erbe bei denen, die dem Herrn angehören. 8328. "An den Ort, Deiner Wohnung", 2. Mose 15/17, bedeutet, da, wo der Herr ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ortes, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 8325, hier den Zustand des Guten aus dem Göttlichen, weil der Himmel darunter verstanden wird; und aus der Bedeutung der "Wohnung Jehovahs", oder "zu Deiner Wohnung", insofern es die Stätte bezeichnet, wo der Herr ist. Daß wohnen vom Guten gesagt wird, sehe man Nr. 2712, 3613, und daß die Wohnung Jehovahs das Gute ist, daher der Himmel: Nr. 8269, 8309; daß Jehovah der Herr im Worte ist, sehe man Nr. 8261. Vom Herrn wird öfters gesagt "der Vater, der in den Himmeln ist", und dann wird das Göttliche im Himmel darunter verstanden, somit das Gute, aus dem der Himmel ist. Das Göttliche an sich betrachtet, ist über den Himmeln, aber das Göttliche in den Himmeln ist das Gute, das im Wahren ist, das vom Göttlichen hervorgeht; dies wird verstanden unter dem Vater in den Himmeln: Matth.5/45,48; 6/1: "Damit ihr Söhne seid des Vaters, der in den Himmeln ist; damit ihr vollkommen seid, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist". Matth.6/9: "Unser Vater, der Du bist in den Himmeln, geheiliget werde Dein Name". Matth.7/21: "Wer den Willen tut des Vaters, der in den Himmeln ist"; und außerdem Matth.10/32,33; 16/17; 18/10,14,19. Das Göttliche in den Himmeln ist das Gute im göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht; aber das Göttliche über den Himmeln ist das göttlich Gute selbst (oder an sich). Durch den Ort Deiner Wohnung wird der Himmel bezeichnet, wo das göttlich Wahre ist, das vom Herrn ausgeht, denn dieses macht den Himmel. Wie es sich mit dem göttlichen Wahren verhält, das vom Herrn ausgeht, insofern es das Gute im Himmel ist, läßt sich erläutern durch die Vergleichung mit der Sonne und mit dem Licht, das von der Sonne ausgeht. In der Sonne ist ein Feuer, aber von der Sonne geht das Licht aus, und dieses Licht hat die Wärme in sich, durch welche die Gärten aufblühen und wie Paradiese werden. Das Sonnenfeuer selbst geht nicht auf die Erde über, denn es würde alles verbrennen und verzehren, wohl aber das Licht, in dem die Wärme vom Feuer der Sonne enthalten ist. Dieses Licht ist im geistigen Sinn das göttlich Wahre, die Wärme aber ist das Gute im Wahren aus dem göttlich Guten, und das daraus hervorgehende Paradies ist der Himmel. 8329. "Den Du bereitet hast, Jehovah", 2. Mose 15/17, bedeutet, daß es vom Herrn allein (geschehe). Dies erhellt aus der Bedeutung von bereiten, wenn von der Wiedergeburt und dem Himmel (die Rede ist), insofern es bezeichnet, daß es vom Herrn allein (geschehe); denn das Ganze der Wiedergeburt und das Ganze des Himmels ist vom Herrn. 8330. "Zu dem Heiligtum, o Herr, das Deine Hände bereiteten", 2. Mose 15/17, bedeutet den Himmel, wo diejenigen sind, die im Glaubenswahren vom Herrn (stehen). Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligtumes, insofern es den Himmel bezeichnet, wo das Glaubenswahre ist, worüber im Folgenden, und aus der Bedeutung von "Deine Hände haben es bereitet", insofern es ausdrückt, daß es vom Herrn (bereitet sei). Vom Heiligtum wird aber gesagt, daß die Hände es bereiteten, weil die Hände vom Wahren gesagt werden und Macht bedeuten. Daß die Hände vom Wahren gesagt werden, sehe man Nr. 3091, 8281; und daß sie die Macht bedeuten: Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 6292, 6947, 7011, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 8069, 8153, 8281; ebenso wie das Heiligtum, das hier vom Wahren gesagt wird: Nr. 8302. Die vorhergehenden Worte aber, "der Ort Deiner Wohnung, den Du Dir bereitet hast, Jehovah", werden vom Guten gesagt, weil sie sich auf den Berg des Erbes beziehen, der den Himmel bedeutet, in dem das Gute der Liebtätigkeit ist: Nr. 8327. Daß es Ausdrücke gibt, die im Worte vom Guten gebraucht werden, und Ausdrücke, die vom Wahren gebraucht werden, sehe man Nr. 8314. Was der Himmel ist, in dem das Gute der Liebtätigkeit wohnt, das durch den Berg des Erbes bezeichnet wird, und was der Himmel ist, in dem das Wahre des Glaubens wohnt, das durch Heiligtum bezeichnet wird, soll mit wenigem gesagt werden: Der Himmel, in dem das Gute der Liebtätigkeit wohnt, ist der, in dem die mehr Innerlichen sind, die dem geistigen Reich des Herrn angehören; und der Himmel, in dem das Wahre des Glaubens wohnt, ist der, in dem die mehr Äußerlichen sind, die diesem Reiche angehören. Die mehr Innerlichen sind in der Liebtätigkeit selbst, und aus dieser im Glauben; die mehr Äußerlichen aber sind im Glauben, aber noch nicht in der Liebtätigkeit. Diese tun das Gute aus Gehorsam, jene hingegen aus (innerer) Neigung. Hieraus erhellt, was unter dem Himmel verstanden wird, in dem das Gute der Liebtätigkeit, und was unter dem Himmel, in dem das Glaubenswahre (wohnt). Was das Heiligtum anbelangt, so ist es im höchsten Sinn das Glaubenswahre vom Herrn, und daher im vorbildlichen Sinn das geistige Reich des Herrn, dann auch die geistige Kirche und daher auch der wiedergeborene Mensch, der die Kirche ist; und daher ist es auch in einem davon abgezogenen Sinn das Glaubenswahre, also der Glaube selbst. Was das Heilige bedeutet, sehe man Nr. 8302. Daher kommt es nun, daß der Himmel aus dem Glaubenswahren, das vom Herrn ausgeht, Heiligtum genannt wird: Ps.20/2,3: "Es erhöre dich Jehovah am Tage der Angst, Er sende dir Hilfe aus dem Heiligtume, und unterstütze dich aus Zion": Heiligtum hier für den Himmel, wo das Glaubenswahre, Zion für den Himmel, wo das Gute der Liebe ist. Ps.68/25,36: "Sie sahen Deine Schritte, Gott, die Schritte meines Gottes, meines Königs im Heiligtum; schrecklich ist Gott, aus den Heiligtümern der Gott Israels": Heiligtum bedeutet den Himmel, wo das Wahre des Glaubens, daher wird Gott gesagt und nicht Jehovah, dann auch König, weil Gott gesagt wird, wo vom Wahren gehandelt wird, und Jehovah, wo vom Guten: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4402, 7010, 7268; und weil König das Wahre bedeutet: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. Ps.102/19-21: "(Das Volk) preise Jehovah, denn Er blicket herab von der Höhe Seines Heiligtumes, Jehovah schaut vom Himmel auf die Erde, daß Er höre das Seufzen des Gebundenen, daß Er befreie die Söhne des Todes": Heiligtum bedeutet auch hier den Himmel in bezug auf das Glaubenswahre. Ps.150/1: "Lobet Gott in Seinem Heiligtum, lobet Ihn in der Feste Seiner Stärke": loben im Heiligtum, bedeutet, durch das Wahre des Glaubens, das vom Herrn ist, loben in der Feste Seiner Stärke, bedeutet durch das Gute der Liebtätigkeit, das vom Herrn. 8331. "Jehovah wird herrschen immer und ewiglich", 2. Mose 15/18, bedeutet, daß der Herr allein der Herr des Himmels und der Erde sei. Dies ergibt sich daraus, daß nur von Jehovah, d.h. vom Herrn, gesagt werden kann, Er herrsche immer und ewiglich, aber von den Engeln, daß sie zwar herrschen werden, jedoch aus dem Herrn; somit ist es dennoch allein der Herr durch sie. Bei den Alten, die der Kirche angehörten, war es gebräuchlich zu sagen: Gott herrsche, ferner Gott wird herrschen in Ewigkeit; dadurch wurde bezeichnet, daß es gut um die Kirche stehe, weil in ihr damals das Gute und Wahre vom Göttlichen war. Im allgemeinen bedeutet es, daß Jehovah allein Gott sei; und die belehrt worden über die Ankunft des Herrn, (sagten,) der Herr allein sei der Herr des Himmels und der Erde, weil es in der Kirche bei den Alten gebräuchlich war zu sagen: Gott wird herrschen, deshalb hatten auch einige Psalmen bei David die Überschrift: Jehovah wird herrschen, z.B. Ps.93/1; 97/1; 99/1; und Ps.146/10: "Jehovah wird herrschen in Ewigkeit, Dein Gott, Zion, von Geschlecht zu Geschlecht, Hallelujah". Jes.52/7: "Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße derer, die Heil verkünden, die zu Zion sprechen: Dein Gott wird herrschen": hier vom Herrn. Joh.Offenb.11/15: "Die Reiche der Welt sind unseres Herrn und Seines Christus geworden, und Er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit". Joh.Offenb.19/6: "Ich hörte eine Stimme, die sprach: Hallelujah! Denn es regiert der Herr Gott". Hieraus geht auch deutlich hervor, daß diese Worte Worte der Freude waren, daher auch der Ausruf Hallelujah, und darum wird gesagt: Wie lieblich sind die Füße derer, die Heil verkündigen, die da sprechen: Dein Gott herrscht. Daß der Herr der Herr des Himmels und der Erde ist, erhellt bei Matth.28/18: "Jesus sprach zu Seinen Jüngern: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden". 8332. "Denn die Rosse Pharaos mit seinen Wagen und mit seinen Reitern", 2. Mose 15/19, bedeutet alles Falsche aus dem verkehrten Verständnis bei denen, die in einem getrennten Glauben und in einem bösen Leben waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Rosse Pharaos, ferner seiner Wagen und seiner Reiter, insofern es alles Falsche aus dem verkehrten Verständnis bezeichnet, worüber Nr. 8146, 8148; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos und der Ägypter, insofern sie diejenigen darstellen, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben und in einem bösen Leben (waren), worüber Nr. 7926, 8148. 8333. "Kamen in das Meer", 2. Mose 15/19, bedeutet die Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schilfmeeres, insofern es die Hölle bezeichnet, worüber Nr. 8099, 8137, 8138; hier die Verdammnis, weil gesagt wird, daß sie in das Meer kamen, und hernach, daß Jehovah über sie die Fluten des Meeres zurückführte, was bedeutet, daß sie in die Hölle hinabsanken; denn man kommt erst in die Verdammnis, bevor man in die Hölle sinkt. 8334. "Und Jehovah führte über sie die Fluten des Meeres zurück", 2. Mose 15/19, bedeutet das Falsche aus dem Bösen, das sie den Guten beizubringen beabsichtigten, sei auf sie selbst zurückgefallen, vermöge der Gegenwart des Herrn bei denen, die im Guten waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah führte über sie die Fluten des Meeres zurück", insofern es bedeutet, das Falsche aus dem Bösen, das sie den Guten beizubringen beabsichtigten, sei auf sie selbst zurückgefallen. Daß das Falsche aus dem Bösen in eine Masse gesammelt und über die ausgegossen werde, die im Bösen sind, und daß sie davon ganz umhüllt werden, sehe man Nr. 8146. Daß das Falsche aus dem Bösen, das sie für andere beabsichtigen, nach dem Gesetz der Ordnung auf sie zurückfällt: Nr. 8214, 8223, 8226, 8232; daß die Umhüllung mit dem Falschen des Bösen das Hineinstürzen in die Hölle bedeute: Nr. 8210, und daß dies allein infolge der Gegenwart des Herrn bei den Guten geschehe, wenn Er sie schützt und ihnen den Himmel und die himmlische Freude schenkt: Nr. 8137 E, 8265. 8335. "Aber die Söhne Israels gingen im Trockenen mitten durch das Meer", 2. Mose 15/19, bedeutet, daß diejenigen, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten standen, sicher hindurchgingen durch die Gegend dieser Hölle. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8099 und 8185 erklärt worden ist. 8336. Vers 20,21: Und Mirjam, die Prophetin, die Schwester Aharons, nahm die Pauke in ihre Hand, und alle Frauen zogen aus, ihr nach mit Pauken und mit Reigentanz. Und Mirjam antwortete jenen (d.i. den Männern): Singet dem Jehovah, denn Er ist hoch erhaben, das Roß und seine Reiter warf Er ins Meer. "Und Mirjam, die Prophetin, die Schwester Aharons, nahm die Pauke in ihre Hand" bedeutet die Verherrlichung des Herrn aus dem Guten des Glaubens; "und alle Frauen zogen aus, ihr nach" bedeutet alles Gute des Wahren; "mit Pauken und mit Reigentanz" bedeutet die Feier aus Freude und Fröhlichkeit; "und Mirjam antwortete jenen" bedeutet das Wechselseitige; "singet dem Jehovah" bedeutet, daß dem Herrn allein Ehre (gebühre); "denn Er ist hoch erhaben" bedeutet, daß Er Sein Göttliches im Menschlichen offenbarte; "das Roß und seine Reiter warf Er ins Meer" bedeutet, darum daß einzig infolge Seiner Gegenwart das Falsche des Glaubens und das Böse des Lebens sich in die Hölle gestürzt habe. 8337. "Und Mirjam, die Prophetin, die Schwester Aharons, nahm die Pauke in ihre Hand", 2. Mose 15/20, bedeutet die Verherrlichung des Herrn aus dem Guten des Glaubens. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Mirjams, insofern sie das Gute des Glaubens bezeichnet, denn Moses bildet das Wahre des Glaubens vor, das unmittelbar vom Herrn ausgeht, also das innere Wahre, Aharon aber das Wahre des Glaubens, das mittelbar vom Herrn ausgeht, also das äußere Wahre: Nr. 7009, 7089, 7382; daher bedeutet Mirjam das Gute des Glaubens, das mittelbar vom Herrn ausgeht; denn wenn die Männer das Wahre vorbilden, so bilden ihre Frauen das Gute vor: Nr. 6014. Weil Mirjam mit den Frauen das äußere Gute vorbildet, deshalb wird hinzugefügt "die Schwester Aharons" und nicht gesagt die Schwester Moses. Das Gute und das Wahre verhalten sich auch (zueinander) wie Schwester und Bruder: Nr. 3160, doch muß man wissen, daß die Frauen das Gute vorbilden und die Männer das Wahre, wenn von der geistigen Kirche gehandelt wird; daß aber die Frauen das Wahre, und die Männer das Gute vorbilden, wo von der himmlischen Kirche gehandelt wird: Nr. 4823. Aus der Bedeutung der Prophetin, insofern sie das Lehrende bezeichnet, worüber Nr. 2534, 7269; hier das den Herrn Preisende, oder was dasselbe ist, das, was Ihn verherrlicht aus dem Guten des Glaubens, weil sie dem Jehovah sang, wie Mose und die Männer aus Israel. Daß singen soviel ist als verherrlichen, sehe man Nr. 8261, 8263, 8267. Ferner aus der Bedeutung von "die Pauke in ihre Hand nehmen", insofern es soviel ist als verherrlichen aus dem Guten des Glaubens; denn die Pauke wird vom geistig Guten gesagt, oder was dasselbe ist, vom Guten des Glaubens: Nr. 4138. Ehemals wurden beim Gottesdienst mehrere Arten musikalischer Instrumente angewendet, aber mit vielem Unterschied; im allgemeinen wurden durch Blasinstrumente die Neigungen des Guten, und durch Saiteninstrumente die Neigungen des Wahren ausgedrückt, und zwar vermöge der Entsprechung ihres Tones mit den Neigungen. Es ist bekannt, daß durch einige Arten musikalischer Instrumente diese, durch einige wieder andere Neigungen ausgedrückt werden, und daß sie, wenn alles harmonisch zusammenwirkt, wirklich diese Neigungen erregen. Wer der Musik kundig ist, weiß dies und benützt es auch zweckdienlich. Die Ursache dieser Erscheinung liegt in der Natur der Töne selbst und in ihrer Übereinstimmung mit den Neigungen. Die Menschen haben dies zuerst nicht durch Wissenschaft und Kunst, sondern durch das Gehör und dessen feinen Sinn erlernt; daraus geht hervor, daß es nicht in der natürlichen Welt seinen Ursprung hatte, sondern in der geistigen Welt, und zwar in der Entsprechung der Dinge, die in der natürlichen Welt in ihrer Ordnung sind, mit den Dingen der geistigen Welt. Die harmonischen Töne und ihre Mannigfaltigkeit entsprechen den Zuständen der Freude und der Fröhlichkeit im Geistigen, und die Zustände der Freude und der Fröhlichkeit entstehen in derselben aus den Neigungen, die in jener Welt Neigungen des Guten und Wahren sind. Hieraus kann man erkennen, daß die musikalischen Instrumente dem Lustreiz und der Annehmlichkeit der geistigen und himmlischen Neigungen entsprechen, und daß einige Instrumente diesen, andere jenen Neigungen entsprechen; man sehe, was hierüber Nr. 418, 419, 420, 4138 gesagt und gezeigt worden ist. Was die Pauke im besonderen anbelangt, so entspricht sie dem geistig Guten, d.h. dem Guten des Wahren. Die Ursache liegt darin, daß die Pauke weder ein Saiteninstrument, noch ein Blasinstrument ist, sondern weil sie durch eine (angespannte) Haut ihre Töne hervorbringt, so ist sie gleichsam ein zusammenhängendes Saiteninstrument, und ihre Töne sind auch tiefer und stärker als die der Saiteninstrumente. Dies kann man auch aus dem Worte erkennen, wo Pauken genannt werden, wie Jes.24/8: "Es wird aufhören die Freude der Pauken, es wird aufhören das Getümmel der Fröhlichen, es wird aufhören die Freude der Zither": Freude der Pauke bedeutet den Lustreiz der Neigungen des Guten des Glaubens, Freude der Zither aber den Lustreiz der Neigung des Glaubenswahren. Jerem.31/4: "Ich will dich wieder aufbauen, daß du gebauet bleibst, Tochter Israels! Du wirst dich wieder schmücken mit deinen Pauken und hinausziehen zum Reigentanz der Fröhlichen": sich mit Pauken schmücken, bedeutet, Gott verherrlichen aus dem geistig Guten, denn es wird gehandelt von der geistigen Kirche, die durch die Jungfrau Israels bezeichnet ist. Hes.28/13: "In Eden, in dem Garten Gottes warst du; das Werk deiner Pauken und deiner Pfeifen bei dir wurde bereitet an dem Tage, da du erschaffen wurdest": wo von Tyrus (die Rede ist), durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden, und durch Pauken und Pfeifen die Neigungen derselben und deren Freude. Ps.68/25,26: "Sie schauen Deinen Einzug, o Gott, den Einzug meines Gottes im Heiligtum; voran gingen die Sänger, und danach die Saitenspieler, in der Mitte der paukenschlagenden Jungfrauen". Ps.81/2,3: "Jubelt dem Gotte Jakobs, erhebet Gesang und schlaget die Pauken, (spielet auf) der lieblichen Zither und Harfe". Ps.149/1,3: "Singet Jehovah ein neues Lied, sie sollen lobpreisen Seinen Namen im Reigentanz, mit der Pauke und mit der Zither sollen sie Ihm spielen": lobsingen mit der Pauke bedeutet hier verherrlichen aus dem Lustreiz der Neigung, (d.i. aus dem freudigen Gefühl) des Guten des Glaubens, und loben mit der Zither für das Annehmliche der Neigung des Glaubenswahren. Ps.150/3-5: "Lobet Gott mit Pauken und Reigentanz, lobet Ihn mit Saitenspiel und Flöten, lobet Ihn mit hellklingenden Cymbeln, lobet Ihn mit schallenden Cymbeln": Ihn mit Pauken und Reigentanz loben, bedeutet, aus dem Guten und Wahren des Glaubens; mit Saitenspiel und Flöten, bedeutet, aus dem Wahren und dem daraus stammenden Guten. Weil alle Instrumente in Entsprechung standen mit dem Lustreiz und dem Angenehmen der geistigen und himmlischen Neigungen, deshalb ist auch bei vielen Psalmen Davids in der Aufschrift angegeben, wie sie gespielt werden sollen, z.B. auf Neginoth, auf Nechiloth, nach der Oktave, auf Schigajon, Gitthith, Muthlebben, Scheminith, Schoschannim, Machalath. 8338. "Und alle Frauen zogen aus, ihr nach", 2. Mose 15/20, bedeutet alles Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Frauen, insofern sie die Neigungen zum Guten bezeichnen, wenn die Männer die Neigungen zum Wahren vorbilden, worüber Nr. 8337. 8339. "Mit Pauken und mit Reigentanz", 2. Mose 15/20, bedeutet die Feier aus Freude und Fröhlichkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Pauke, insofern sie die Neigung des geistig Guten bezeichnet, oder das Gute des Wahren und zugleich dessen Lustreiz oder Freude, worüber Nr. 8337; und aus der Bedeutung des Reigentanzes, insofern er von der Neigung des geistig Wahren gesagt wird, und dessen Annehmlichkeit oder Fröhlichkeit bedeutet, worüber im Folgenden. In alten Zeiten bezeugte man die Fröhlichkeit des Herzens nicht nur durch musikalische Instrumente und durch Lieder, sondern auch durch Reigentanz; denn die Freude des Herzens oder die innere Freude zeigte sich am Körper durch verschiedene Handlungen, z.B. durch Gesang und auch durch Reigentanz, weil in den alten Zeiten die Freuden, welche die übrigen übertrafen, geistige Freuden waren, d.h. aus den Neigungen der geistigen Liebe hervorgingen, oder des Guten und Wahren, deshalb war es damals auch gestattet, mit dem Gesang und der Musik Reigentänze zu verbinden, und auch in dieser Weise seine Freude zu bezeugen. Daher kommt es, daß Reigentänze im Worte erwähnt und durch sie die freudigen Gefühle der Neigungen zum Wahren oder des Glaubens aus dem Guten oder der Liebtätigkeit bezeichnet werden, wie Jerem.31/4,12,13: "Du wirst dich wieder mit deinen Pauken schmücken und hinausziehen im Reigentanz der Fröhlichen. Ihre Seele wird sein wie ein wasserreicher Garten, und sie werden ferner nicht mehr schmachten; freuen wird sich dann die Jungfrau beim Reigentanz, und Jünglinge und Greise miteinander". Jerem.Klagel.5/15: "Es wird aufhören die Freude unseres Herzens, in Trauer ist verwandelt unser Reigentanz". Ps.30/12: "Du hast mir meine Klage in Reigentanz verwandelt". Ps.149/3; 150/4: "Sie sollen loben Seinen Namen mit Reigentanz, mit Pauken und Zithern Ihn lobsingen". Daß auch die Heiden bei ihrem Gottesdienste spielten und Reigentänze aufführten, erhellt aus 2. Mose 32/6,19. Freude und Fröhlichkeit wird gesagt, weil Freude im Worte vom Guten und Fröhlichkeit vom Wahren gebraucht wird; weshalb im Worte öfters Freude und Fröhlichkeit und beides zugleich gesagt wird: Jes.22/13: "Siehe, Freude und Fröhlichkeit, Schlachten der Rinder". Jes.35/10: "Freude und Fröhlichkeit werden sie erlangen, und Traurigkeit und Seufzen wird schwinden". Jes.31/3,11: "Freude und Fröhlichkeit wird man finden in Zion, Dank- und Lobgesänge". Jerem.33/11: "Die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut". Sach.8/19: "Das Fasten des zehnten Monats soll dem Hause Judahs zur Freude und Fröhlichkeit werden". Ps.51/10: "Laß mich hören Freude und Fröhlichkeit". Weil Freude vom Guten, und Fröhlichkeit vom Wahren gesagt wird, so wird an diesen Stellen beides gesagt, sonst würde schon das eine Wort genügend sein. Solcherart ist die heilige Rede im Worte, und zwar deshalb, weil bei ihr im einzelnen die himmlische Ehe ist, d.h. die des Guten und Wahren: Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 4138 E, 5138, 5502, 7945. 8340. "Und Mirjam antwortete jenen (d.i. den Männern)", 2. Mose 15/21, bedeutet das Wechselseitige, (d.h. den Wechselgesang). Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten, wenn von der Verherrlichung des Herrn durch Gesänge gehandelt wird, insofern es das Wechselseitige bezeichnet. Bei den Alten war es im heiligen Gottesdienst gebräuchlich, in Chören zu singen, so daß immer einer oder einige antworteten, wodurch das Wechselseitige vorgebildet wurde, und die Antworten, welche die Kirche aus dem Himmel, und der Himmel vom Herrn empfängt. Solches wird ausgedrückt bei Hos.14/9: "Ich, ich will (Ephraim) antworten und auf ihn schauen". 4. Mose 21/17: "Damals sang Israel dieses Lied: Steig herauf, Brunnen, antwortet ihm", (d.h. singet ihm entgegen). 8341. "Singet dem Jehovah", 2. Mose 15/21, bedeutet, daß dem Herrn allein Ehre (gebühre). Dies erhellt aus dem, was Nr. 8263 erklärt worden ist, wo dieselben Worte. HG 8342 8342. "Denn Er ist hoch erhaben", 2. Mose 15/21, bedeutet, daß Er Sein Göttliches im Menschlichen offenbarte. Dies erhellt aus Nr. 8264, wo dieselben Worte. 8343. "Das Roß und seine Reiter warf Er ins Meer", 2. Mose 15/21, bedeutet darum, daß einzig infolge Seiner Gegenwart das Falsche des Glaubens und das Böse des Lebens sich in die Hölle gestürzt habe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rosses und der Reiter, insofern sie das Falsche aus dem Bösen bezeichnen, worüber Nr. 8146, 8148; und aus der Bedeutung von ins Meer stürzen, insofern es soviel ist als in die Hölle, worüber Nr. 8099, 8137, 8138; daß dies allein infolge der Gegenwart des Herrn geschehen sei, sehe man Nr. 8137 E, 8265. Es wird gesagt, das Falsche und Böse habe sich in die Hölle gestürzt, aus dem Grunde, weil es das Falsche und Böse selbst ist, das sich in die Hölle stürzt, und diejenigen mit sich zieht, in denen es haftet, denn die Menschen werden durch das Böse des Lebens zu Formen des Falschen aus dem Bösen. Deshalb werden, wenn das Böse selbst mit dem Falschen sich hinabstürzt, auch die Formen, in denen es haftet, zugleich mit hinabgezogen; denn das Falsche und Böse sind Aushauchungen (oder Ausflüsse) von den Höllen und fließen bei denen ein, die durch das Böse des Lebens ihr Inneres zu aufnehmenden Formen gemacht haben. Daß das Ganze des Denkens und Wollens einfließt, das Gute aus dem Himmel, das Böse aber aus der Hölle, sehe man Nr. 2886, 2887, 2888, 4151, 4249, 5846, 6189, 6191, 6193, 6203, 6206, 6213, 6324, 6325, 7147, 7343; daher kommt es, daß gesagt wird, das Falsche des Glaubens und das Böse des Lebens stürze sich in die Hölle; und deshalb denken und sprechen die Engel, wenn sie über die Höllen denken und reden, über das Falsche und Böse ohne Hinblick auf die, welche darinnen sind; denn die Engel beseitigen immer die Vorstellungen der Personen und bleiben in den Vorstellungen der Sachen: Nr. 5225, 5287, 5434. 8344. Vers 22-26: Und Moses ließ Israel aufbrechen vom Schilfmeere, und sie zogen aus zur Wüste Sur und gingen drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser. Da kamen sie nach Mara, aber sie konnten das Wasser nicht trinken, denn es war bitter; deswegen gab man dem Orte den Namen Mara. Und das Volk murrte wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken? Da schrie er zu Jehovah, und Jehovah zeigte ihm ein Holz, und er warf es in das Wasser; da wurde das Wasser süß; daselbst stellte Er ihnen Gesetze und Recht, und versuchte sie allda. Und sprach: Wenn du gehorchen wirst der Stimme Jehovahs, deines Gottes, und wirst tun, was recht ist vor Seinen Augen, und wirst merken auf Seine Gebote, und alle Seine Satzungen halten, so werde Ich keine der Krankheiten, die Ich den Ägyptern auferlegt habe, auf dich legen, denn Ich bin Jehovah, dein Arzt. "Und Moses ließ Israel aufbrechen vom Schilfmeere" bedeutet das Aufeinanderfolgende nach der Ordnung des göttlich Wahren, nachdem sie durch die Gegend der Hölle gegangen; "und sie zogen aus zur Wüste Sur" bedeutet den Zustand der Versuchung, in den sie nachher geführt wurden; "und gingen drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser" bedeutet, daß die Wahrheiten mangelten, und zuletzt gänzlich fehlten; "da kamen sie nach Mara" bedeutet den Zustand der Versuchung; "aber sie konnten das Wasser nicht trinken, denn es war bitter" bedeutet, daß die Wahrheiten ihnen widerwärtig erschienen, weil sie ohne Neigung zum Guten waren; "deswegen gab man dem Orte den Namen Mara" bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit dieser Versuchung; "und das Volk murrte wider Mose" bedeutet die Betrübnis infolge des Herben der Versuchung; "und sprach: Was sollen wir trinken" bedeutet, daß sie die Wahrheiten nicht ertrugen, weil sie ihnen widerwärtig waren wegen Mangel an Neigung zu denselben; "da schrie er zu Jehovah" bedeutet die Anrufung des Herrn wegen ihrer Betrübnis; "und Jehovah zeigte ihm ein Holz" bedeutet, daß der Herr Gutes einflößte; "und er warf es in das Wasser" bedeutet, daß Er dadurch die Wahrheiten anregte; "da wurde das Wasser süß" bedeutet, daß dadurch die Wahrheiten ihnen angenehm wurden; "daselbst stellte Er ihnen Gesetze und Recht" bedeutet das Wahre der Ordnung sei alsdann geoffenbart worden; "und versuchte sie allda" bedeutet in Ansehung der Versuchungen im allgemeinen; "und sprach" bedeutet Belehrung; "wenn du gehorchen wirst der Stimme Jehovahs, deines Gottes" bedeutet den Glauben an die Gebote des Herrn; "und wirst tun, was recht ist vor Seinen Augen" bedeutet das Leben nach denselben; "und wirst merken auf Seine Gebote" bedeutet den Gehorsam und ein Leben gemäß dem Guten des Glaubens, welches das Inwendigere der Kirche ist; "und alle Seine Satzungen halten" bedeutet das Leben nach den Glaubenswahrheiten, die das Äußere der Kirche sind; "so werde Ich keine der Krankheiten, die Ich den Ägyptern auferlegt habe, auf dich legen" bedeutet, daß sie abgehalten werden sollten von dem Bösen, das bei denen eintritt, die in einem getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen sich befinden; "denn Ich bin Jehovah, dein Arzt" bedeutet, daß der Herr allein vor dem Bösen bewahre. 8345. "Und Moses ließ Israel aufbrechen vom Schilfmeere", 2. Mose 15/22, bedeutet das Aufeinanderfolgende nach der Ordnung des göttlich Wahren, nachdem sie durch die Gegend der Hölle gegangen. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen, insofern es das Aufeinanderfolgende und Fortgesetzte bezeichnet, in betreff des Lebens und dessen Ordnung, worüber Nr. 4375, 4554, 4585, 5996, 8181; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 7010, 7014, 7382. "Mose ließ aufbrechen" bedeutet daher das Aufeinanderfolgende nach der Ordnung des göttlich Wahren. Aus der vorbildlichen Bedeutung (der Söhne) Israels, insofern sie diejenigen darstellten, die der geistigen Kirche angehörten, und in der unteren Erde zurückgehalten wurden bis zur Ankunft des Herrn und dann befreit wurden, worüber Nr. 6854, 6914, 7828, 7932, 8018, 8321; und aus der Bedeutung des Schilfmeeres, insofern es die Hölle bezeichnet, wo diejenigen sind, die der Kirche angehörten, und dennoch in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben und in einem bösen Leben waren, worüber Nr. 8099, 8137, 8148. Daß sie, als sie befreit wurden, durch die Hölle geführt wurden, die durch das Schilfmeer bezeichnet wird, sehe man Nr. 8099. 8346. "Und sie zogen aus zur Wüste Sur", 2. Mose 15/22, bedeutet, den Zustand der Versuchung, in den sie nachher geführt wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es soviel ist als hindurchgeführt werden; und aus der Bedeutung der Wüste Sur, insofern sie den Zustand bezeichnet, in dem sie diese Versuchung zu bestehen hatten. Daß die Wüste dieses bedeute, sehe man Nr. 6828, 8098, und daß Sur das Wißtümliche der Kirche bezeichne, das noch kein Leben verlangt hat: Nr. 1928, somit solches, das Leben erhalten soll durch Versuchungen; denn das geistige Leben wird durch Versuchungen erworben, die geistige Kämpfe, d.h. Kämpfe gegen das Böse und Falsche sind, und durch Sieg in diesen Kämpfen. Daß die Angehörigen der geistigen Kirche nach der Ankunft des Herrn in der Welt Versuchungen erduldeten, und daß sie es früher nicht konnten, sehe man Nr. 8159. 8347. "Und gingen drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser", 2. Mose 15/22, bedeutet, daß die Wahrheiten mangelten, und zuletzt gänzlich fehlten. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei Tagen, insofern sie das Volle bezeichnen, worüber Nr. 2788, 4495, 7715; aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand der Versuchungen bezeichnet, worüber Nr. 8346; aus der Bedeutung des Wassers, insofern es die Glaubenswahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668. Es war kein Wasser zu finden, bedeutet daher, daß an Wahrheiten Mangel war; daß sie (zuletzt) völlig fehlten, wird bezeichnet durch "drei Tage gehen". "In der Wüste" wird gesagt, weil sie daselbst versucht wurden, wie nun folgt. 8348. "Da kamen sie nach Mara", 2. Mose 15/23, bedeutet den Zustand der Versuchung. Dies erhellt daraus, daß sie daselbst versucht wurden, was auch im Folgenden gesagt wird mit den Worten: "Daselbst stellte Er ihnen Gesetze und Recht, und versuchte sie allda": 2. Mose 15/25. 8349. "Aber sie konnten das Wasser nicht trinken, denn es war bitter", 2. Mose 15/23, bedeutet, daß die Wahrheiten ihnen widerwärtig erschienen, weil sie ohne Neigung zum Guten waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von Wasser trinken, insofern es soviel ist als die Wahrheiten aufnehmen und sie dem Guten unterordnen, worüber Nr. 3069, 5709; aus der Bedeutung des Wassers, insofern es die Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 8347; und aus der Bedeutung von bitter, insofern es soviel ist als widerwärtig, worüber Nr. 7854. Hieraus erhellt, daß "sie konnten das Wasser nicht trinken, denn es war bitter" bedeutet, daß die Wahrheiten ihnen widerwärtig erschienen. Dies war deshalb, weil sie ohne Neigung zum Guten waren, denn jeder Lustreiz zum Wahren stammt aus dem Guten. Die Neigung zum Wahren hat aber ihren Ursprung aus dem Guten, weil das Gute das Wahre, und das Wahre das Gute liebt, denn beides ist wie durch eine Ehe verbunden. Es ist bekannt, daß jeder belehrt werden will in den Dingen, die er liebt und zum Zweck hat. Wer das Gute liebt, d.h., wer Gott von Herzen verehren und dem Nächsten Gutes tun will, der liebt es auch in den Dingen belehrt zu werden, die dahin führen, also in den Wahrheiten. Hieraus kann erhellen, daß jede Neigung zum Wahren aus dem Guten stammt. Es gibt zwar solche, die schlecht leben, und doch in den Wahrheiten unterrichtet werden wollen, aber diese haben keine Neigung zum Wahren, sondern bloß eine Neigung, die Kirchenlehren zu begründen, um des eigenen Ruhmes, d.h. des Rufes, der Ehre, des Gewinnes willen. Die echte Neigung zum Wahren besteht darin, daß man wissen will, was wahr ist, um des Lebens in der Welt und um des ewigen Lebens willen. Solche geraten in Versuchungen, wenn ihnen die Wahrheiten zu mangeln beginnen, und mehr noch, wenn die Wahrheiten, die sie wissen, ihnen widerwärtig erscheinen. Diese Versuchung hat ihren Ursprung daher, daß die Verbindung mit dem Guten unterbrochen ist. Diese Verbindung wird unterbrochen, sobald der Mensch in sein Eigenes kommt, denn dadurch verfällt er in das Böse der Selbst- und Weltliebe. Wenn er aus diesem Zustand wieder herauskommt, werden ihm die Wahrheiten angenehm; dies wird im Folgenden darunter verstanden, daß das bittere Wasser durch das hineingeworfene Holz genießbar wurde, denn Holz bedeutet des Gute. 8350. "Deswegen gab man dem Orte den Namen Mara", 2. Mose 15/23, bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit dieser Versuchung. Dies erhellt daraus, daß die Namen, die den Sachen im Worte beigelegt werden, die Beschaffenheit und den Zustand der Sache, von der gehandelt wird, ausdrücken: Nr. 2643, 3422, 4298, 4442; hier bedeutet also Mara die Beschaffenheit und den Zustand der Versuchung, von der in diesen Versen gehandelt wird, Mara bedeutet auch das Bittere. 8351. "Und das Volk murrte wider Mose", 2. Mose 15/24, bedeutet die Betrübnis (oder Kummer) infolge des Herben der Versuchung. Dies erhellt aus der Bedeutung von murren, insofern es die Klagen bezeichnet, wie sie in Versuchungen stattfinden, somit die Betrübnis infolge des Herben der Versuchung. Die Versuchungen, die diejenigen erlitten, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten, nachdem sie von den Anfechtungen befreit waren; ferner auch die Versuchungen, die diejenigen noch erdulden sollten, die dieser Kirche angehörten, werden beschrieben durch das Murren der Söhne Israels in der Wüste; und weil die geistigen Versuchungen gewöhnlich bis zur Verzweiflung fortgesetzt werden: Nr. 1787, 2694, 5279, 5280, 7147, 7166, 8165, deshalb bedeutet murren die Klagen oder Beschwerden aus Betrübnis (oder Kummer) in den Versuchungen, z.B. 2. Mose 16/2,3; 17/3; 4. Mose 14/27,29,36; 16/11. Wider Mose heißt es, weil wider das Göttliche, denn durch Mose wird das göttlich Wahre vorgebildet: Nr. 6723, 6752, 6771, 6827, 7010, 7014, 7089, 7382. Was die Versuchungen anbelangt, die diejenigen erlitten, die der geistigen Kirche angehörten, und die sie noch erleiden sollten, so muß man wissen, daß der Glaube bei denen, die der geistigen Kirche angehören, auf keine andere Weise eingepflanzt werden kann, als durch Versuchungen, somit auch die Liebtätigkeit; denn in den Versuchungen ist der Mensch im Kampfe wider das Falsche und Böse. Dieses, nämlich das Falsche und Böse, fließt in den äußeren Menschen von den Höllen her ein, das Gute und Wahre hingegen fließt durch den inneren (Menschen) vom Herrn ein, somit infolge eines Kampfes des inneren Menschen mit dem äußeren, der Versuchung genannt wird, und soweit der äußere Mensch alsdann zum Gehorsam unter den inneren gebracht wird, soweit wird Glaube und Liebtätigkeit eingepflanzt; denn das Äußere oder Natürliche des Menschen ist ein Aufnahmegefäß für das Wahre und Gute durch das Innere. Wenn das Aufnahmegefäß nicht angemessen ist, nimmt es nichts auf, was vom Inneren einfließt, es verwirft es entweder, oder zerstört oder erstickt es, wodurch die Wiedergeburt gehemmt wird. Daher kommt es, daß Versuchung eintreten muß, damit der Mensch wiedergeboren werde, was durch Einpflanzung des Glaubens und der Liebtätigkeit geschieht, und so durch die Bildung eines neuen Willens und eines neuen Verständnisses. Deswegen heißt auch die Kirche des Herrn die kämpfende; man sehe, was hierüber Nr. 3928, 4249, 4341, 4572, 5356, 6574, 6611, 6657, 7090 E, 7122, 8159, 8168, 8179, 8273 gesagt und gezeigt worden ist. 8352. "Und sprach: Was sollen wir trinken", 2. Mose 15/24, bedeutet, daß sie die Wahrheiten nicht ertrugen, weil sie ihnen widerwärtig waren wegen des Mangels an Neigung zu denselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von trinken, insofern es soviel ist als belehrt werden in den Wahrheiten, und sie aufnehmen, wie auch von ihnen angeregt werden, und infolgedessen dieselben aneignen, worüber Nr. 3069, 3168, 3772, 4017, 4018. Hier aber heißt es, sie nicht ertragen, weil sie ihnen widerwärtig waren, infolge des Mangels an Neigung zum Guten, was durch das bittere Wasser bezeichnet wird, gemäß dem, was Nr. 8349 erklärt worden ist. Diese Versuchung besteht darin, daß die Menschen klagen und betrübt sind darüber, daß die Wahrheiten, die ihnen früher lieb waren, und dadurch das geistige Leben oder das himmlische Leben bei ihnen bildeten, ihnen nun widerwärtig erscheinen, und zwar so sehr, daß sie dieselben kaum ertragen können. Der bloß natürliche Mensch glaubt, daß so etwas keinen Schmerz verursachen könne, denn er denkt: "Was kümmern mich die Wahrheiten, ob sie angenehm oder unangenehm sind? Sind sie (mir) unangenehm, so verwirft man sie." Aber der geistige Mensch fühlt ganz anders; es ist die Lust seines Lebens, in den Wahrheiten unterrichtet zu werden, und Erleuchtung zu erhalten über die Dinge, die seine Seele, und somit sein geistiges Leben betreffen. Fehlt es ihm daran, dann wankt und leidet dieses Leben, und darum fühlt er Schmerz und Angst. Der Grund ist, weil die Neigung zum Guten beständig durch den inneren Menschen vom Herrn einfließt, und im äußeren das Übereinstimmende erregt, was früher ein angenehmes Gefühl und Neigung zum Wahren bewirkt hatte. Wenn nun dieses vom Bösen der Eigenliebe und Weltliebe bekämpft wird, das er früher auch als Lustreiz empfunden hatte, dann entsteht ein Streit der Lustreize oder Neigungen, woraus Angst, und infolgedessen Betrübnis und Klage entsteht. Es soll noch mit wenigem gesagt werden, wie es sich mit der Versuchung verhält, die aus dem Mangel an Wahrem entsteht: Die Nahrung des geistigen Lebens ist das Gute und das Wahre, wie die Nahrung des natürlichen Lebens Speise und Trank ist. Wenn das Gute mangelt, ist es, als ob die Speise fehlte, und wenn das Wahre mangelt, so ist es, als ob es an Trank fehlte. Die Betrübnis hierüber verhält sich wie das schmerzliche Gefühl, das Hunger und Durst hervorruft. Dieser Vergleich geht aus der Entsprechung hervor, denn die Speise entspricht dem Guten, und der Trank dem Wahren, und weil hier ein Entsprechungsverhältnis besteht, so ernährt auch wirklich die Speise und der Trank den Körper besser und angemessener, wenn der Mensch während seines Mittagsmahls oder Frühstücks zugleich das angenehme Gefühl der Unterhaltung mit anderen genießt, nämlich über Gegenstände, die er liebt, als wenn er allein und ohne Verkehr bei Tische sitzt. Wenn der Mensch in diesem Zustand ist, dann sind bei ihm die Gefäße zur Aufnahme der Speise gleichsam zusammengezogen, wenn er aber in jenem Zustande ist, dann sind dieselben geöffnet; solches bewirkt die Entsprechung der geistigen Speise mit der natürlichen. Es wird gesagt, der Lustreiz, (d.h. das angenehme Gefühl) der Unterhaltung mit anderen über Gegenstände, die er liebt, weil sich alles auf das Gute und Wahre bezieht, denn es gibt nichts auf der Welt, das sich nicht auf beides bezöge. Auf das Gute beim Menschen bezieht sich das, was er liebt, und auf das Wahre das, was über das Gute belehrt, und sich dadurch mit demselben verbindet. 8353. "Da schrie er zu Jehovah", 2. Mose 15/25, bedeutet die Anrufung des Herrn wegen ihrer Betrübnis (oder des Kummers). Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, insofern es eine Anrufung bezeichnet, worüber Nr. 6801; und auch eine innere Klage: Nr. 7782; daher bedeutet es auch eine Anrufung aus Betrübnis (oder Kummer). Daß Jehovah im Worte der Herr sei, sehe man Nr. 8261. 8354. "Und Jehovah zeigte ihm ein Holz", 2. Mose 15/25, bedeutet, daß der Herr Gutes einflößt. Dies erhellt aus der Bedeutung von zeigen, wenn es von Jehovah, d.h. vom Herrn (gesagt wird), insofern es soviel ist, als ein Innewerden verleihen, das, weil es durch Einfluß geschieht, ein Eingeben oder Einflößen ist. Und aus der Bedeutung des Holzes, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 643, 2784, 2812, 3720. 8355. "Und er warf es in das Wasser", 2. Mose 15/25, bedeutet, daß er dadurch die Wahrheiten anregte. Dies erhellt aus der Bedeutung von Holz ins Wasser werfen, wenn unter Holz das Gute und unter Wasser das Wahre verstanden wird, insofern es soviel ist, als das Wahre anregen durch das Gute. Daß Holz das Gute bedeutet, sehe man Nr. 8354; und daß Wasser das Wahre bedeutet: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8349. 8356. "Da wurde das Wasser süß", 2. Mose 15/25, bedeutet, daß dadurch die Wahrheiten ihnen angenehm wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von süß, insofern es das Angenehme bezeichnet, denn das Süße im geistigen Sinn ist das Süße des Lebens, was eins ist mit dem Angenehmen. Und aus der Bedeutung des Wassers, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr.8355. Damit verhält es sich in folgender Weise: Der Mensch wird vom Wahren angeregt durch das Gute, denn Gutes und Wahres ist verbunden wie durch eine Ehe, darum liebt das eine das andere wie der Gatte seine Gattin. Daher wird auch die Verbindung des Guten und Wahren im Worte mit einer Ehe verglichen, und das Wahre und Gute, was daraus entsteht, wird Söhne und Töchter genannt. Hieraus kann man ersehen, daß der Lustreiz der Neigung zum Wahren nur im Guten seinen Grund hat. Dies geht deutlich aus der Erfahrung hervor, denn wer im Guten des Lebens ist, d.h., wer Gott und den Nächsten liebt, der liebt auch die Wahrheiten des Glaubens. Daher kommt es, daß, solange das Gute einfließt und aufgenommen wird, auch das Wahre als etwas Angenehmes erscheint; sobald aber das Gute nicht einfließt, d.h., sobald das Böse anfängt die Oberhand zu bekommen und den Einfluß des Guten zu hemmen, dann wird das Wahre sogleich als etwas Widerwärtiges empfunden, denn das Wahre und das Böse stoßen sich gegenseitig ab und verabscheuen sich gegenseitig. Hieraus kann nun erhellen, warum befohlen wurde, in das bittere Wasser Holz zu werfen, dann auch, warum jenes Wasser durch das hineingeworfene Holz süß wurde. Dies wäre keineswegs vom Herrn befohlen worden, wenn es nicht solches bedeutete, denn Gott konnte auch ohne Vermittlung des Holzes das Wasser süß machen. 8357. "Daselbst stellte Er ihnen Gesetze und Recht", 2. Mose 15/25, bedeutet, das Wahre der Ordnung sei alsdann geoffenbart worden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Satzung (oder des Gesetzes), insofern es das äußere Wahre der Kirche bezeichnet; und aus der Bedeutung des Rechtes, insofern es das innere Wahre der Kirche bezeichnet. Jemanden Gesetz und Recht stellen, heißt daher, etwas nach den Wahrheiten ordnen, folglich diese offenbaren. Satzung oder Gesetz bedeutet aber das äußere Wahre der Ordnung, weil das ganze Äußere der Kirche Gesetz, und das ganze innere Wahre der Ordnung Recht genannt wird. 8358. "Und versuchte sie allda", 2. Mose 15/25, bedeutet, in Ansehung der Versuchungen im allgemeinen. Dies erhellt aus dem Vorhergehenden und Nachfolgenden. In dem Vorhergehenden wurde von der ersten Versuchung in der Wüste gehandelt, in dem Nachfolgenden aber wird von der Belehrung gehandelt, wie sie leben sollen, um nicht in den Versuchungen zu unterliegen. 8359. "Und sprach", 2. Mose 15/26, bedeutet Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah über das Wahre der Ordnung in Ansehung der Versuchungen gesprochen wird, insofern es eine Belehrung ist, wie auch Nr. 6879, 6881, 6883, 6891, 7186, 7267, 7304, 7380, 7517, 8127. 8360. "Wenn du gehorchen wirst der Stimme Jehovahs, deines Gottes", 2. Mose 15/26, bedeutet den Glauben an die Gebote des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehorchen, insofern es ein Wahrnehmen und Glauben ist, worüber Nr. 3921, 5017, 7216; und aus der Bedeutung der Stimme Jehovahs, insofern sie eine Ankündigung aus dem Worte bezeichnet, also ein Gebot des Herrn, worüber Nr. 6971. 8361. "Und wirst tun, was recht ist vor Seinen Augen", 2. Mose 15/26, bedeutet das Leben nach denselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von recht tun, insofern es heißt leben nach den Vorschriften des Wahren; und aus der Bedeutung vor den Augen Jehovahs, insofern es soviel ist als vor dem Herrn, also nach Seinen Geboten; denn der Herr ist in Seinen Vorschriften, wenn man nach ihnen lebt. Daß er vor den Augen des Herrn sei, sagt man auch von dem, der im Glauben an Ihn ist. Was das Hören der Stimme anbelangt, so bedeutet es eigentlich den Gehorsam: Nr. 2542, 3869, 5017; aber wenn auch das Tun hinzugesetzt wird, wie hier, dann bedeutet Hören den Glauben und Tun das Leben, wie auch erhellen kann aus den Worten des Herrn: Matth.7/24,26: "Ein jeglicher, der diese Meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne gleich; ein jeder aber, der sie hört und nicht tut, einem törichten Mann". Luk.6/47: "Jeder, der zu Mir kommt, und Meine Worte hört und sie tut, will Ich euch zeigen, wem er ähnlich ist". Luk.8/15: "Der Samen, der in das Gute Land fällt, sind diejenigen, die mit einfältigem und gutem Herzen das Wort hören, bewahren und Frucht bringen in Geduld". Luk.8/21: "Jesus sprach: Meine Mutter und Meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und es tun". An diesen Stellen ist hören soviel als wahrnehmen, verstehen und Glauben haben, und tun bedeutet danach leben. Wenn aber hören gesagt wird, und nicht zugleich tun, dann bedeutet hören den Glauben im Willen und in der Handlung, also den Gehorsam. Die Ursache ist, weil das, was gehört wird, in das innere Gesicht übergeht, welches der Verstand ist, und hier wird es aufgenommen vom Willen, und geht so durch einen Kreislauf in die Handlung über; daher liegt in dem Ausdruck "auf die Stimme hören" schon von Natur die Bedeutung des Gehorsams, wie auch in den Worten "hören" und "auf jemand hören", man sehe Nr. 4652-4660. 8362. "Und wirst merken auf Seine Gebote", 2. Mose 15/26, bedeutet den Gehorsam und ein Leben gemäß dem Guten des Glaubens, welches das Inwendigere der Kirche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufmerken, insofern es den Gehorsam und das Leben bezeichnet; und aus der Bedeutung der Gebote, insofern sie die inneren Wahrheiten des Wortes sind, worüber Nr. 3382, also die Glaubenswahrheiten, die das Innere der Kirche bilden; diese heißen dann das Gute des Glaubens, denn sie bilden die Bestimmungen des Willens (voluntates). 8363. "Und alle Seine Satzungen halten", 2. Mose 15/26, bedeutet das Leben nach den Glaubenswahrheiten, die das Äußere der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von halten, insofern es auch soviel ist als leben; und aus der Bedeutung der Satzungen, insofern sie die äußeren Wahrheiten des Wortes bezeichnen, worüber Nr. 3382, 8357, also die Glaubenswahrheiten, die das Äußere der Kirche sind. An vielen Stellen im Worte werden Satzungen und Gebote genannt, und wenn beides zusammen genannt wird, dann bedeutet Satzung das Äußere der Kirche und Gebot das Innere derselben. 8364. "So werde Ich keine der Krankheiten, die Ich den Ägyptern auferlegt habe, auf dich legen", 2. Mose 15/26, bedeutet, daß sie abgehalten werden sollten von dem Bösen, das bei denen ist, die in einem getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Krankheit, insofern sie das Böse bezeichnet, worüber im Folgenden; aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen bezeichnen, die in einem getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen sind, worüber Nr. 7097, 7317, 7926, 8148; und aus der Bedeutung von nicht auf dich legen, wenn von der Krankheit die Rede ist, durch die das Böse bezeichnet wird, insofern es bedeutet, daß sie vom Bösen abgehalten werden sollten, denn Jehovah, d.h., der Herr legt nichts Böses auf, sondern hält den Menschen davon ab, und hält ihn im Guten: Nr. 929, 1581, 2256, 2406, 4564, 8206. Daher kommt es, daß "Krankheit nicht auf sie legen" bedeutet, daß sie abgehalten werden sollen vom Bösen. Die Krankheit bedeutet das Böse, weil es im inneren Sinn solches bedeutet, was das geistige Leben angreift. Die Krankheiten, die dieses angreifen, sind das Böse und heißen Begierden und Lüste. Glaube und Liebtätigkeit machen das geistige Leben aus, dieses Leben erkrankt, wenn das Falsche anstatt des Glaubenswahren, und das Böse anstatt des Guten der Liebtätigkeit eintritt, denn diese führen jenes Leben zum Tode, welcher der geistige Tod heißt, und die Verdammnis ist, sowie die Krankheiten das natürliche Leben zu seinem Tode bringen. Daher kommt es, daß die Krankheiten im inneren Sinn das Böse bedeuten, und die Krankheiten der Ägypter das Böse, in das sich diejenigen stürzten, die in einem getrennten Glauben und in einem Leben des Bösen waren, wodurch sie die Rechtschaffenen anfochten. Dieses Böse wurde im Vorhergehenden (eschrieben) wo von den Plagen in Ägypten gehandelt wurde. Das Böse wird unter Krankheiten auch anderwärts im Worte verstanden, z.B.: 5. Mose 7/11,15: "Wenn du halten wirst die Gebote und Satzungen und Rechte, die ich dir heute gebiete, so wird Jehovah alle Krankheit von dir fernhalten, und keine der bösen Seuchen Ägyptens, die du kennst, wird Er auf dich legen, sondern wird sie über deine Hasser bringen". 5. Mose 28/15,20-22,27,28,34,35,60,61,65: "Wenn du nicht gehorchen wirst der Stimme Jehovahs, deines Gottes, so daß du darauf achtest, zu halten alle Seine Gebote und Seine Satzungen, so wird Jehovah über dich kommen lassen Fluch, Verwirrung und Unsegen in jedem Unternehmen deiner Hände, das du tust, bis du zugrunde gehst um der Bosheit deiner Handlungen willen, wodurch du mich verlassen hast; Jehovah wird dir anhängen die Pest, bis Er dich vertilgt hat aus dem Lande. Schlagen wird dich Jehovah mit Schwindsucht, und mit Fieber, und mit Hitze, mit Entzündung, Dürre, mit Brand und mit Verwelkung des Getreides. Diese werden dich verfolgen, bis du zugrunde gehst. Jehovah wird dich schlagen mit den Geschwüren Ägyptens, und mit Feigwarzen, mit Krätze und mit Grind, daß du nicht geheilt werden kannst. Jehovah wird dich schlagen mit Wahnsinn und mit Blindheit und mit Stumpfsinn des Herzens, du wirst wahnsinnig werden über den Anblick deiner Augen. Jehovah wird dich schlagen mit bösem Geschwür an den Knien und an den Schenkeln, von dem du nicht geheilt werden kannst, von deiner Fußsohle bis zu deinem Scheitel. Er wird über dich bringen alle Seuchen Ägyptens, auch alle Krankheiten und alle Plagen, die nicht in dem Buche dieses Gesetzes geschrieben sind. Jehovah wird dir geben ein verzagtes Herz, ein Hinschmachten der Augen und Schmerzen der Seele". Alle hier genannten Krankheiten bedeuten geistige Krankheiten, die das Böse sind, durch welches das Willensleben des Guten zerstört wird, und das Falsche, durch welches das Verstandesleben des Wahren zerstört wird, kurz alles, was das geistige Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit zerstört. Die natürlichen Krankheiten entsprechen auch solchen Dingen, denn alle Krankheit im menschlichen Geschlecht rührt daher, weil aus der Sünde: Nr. 5712, 5726. Jede einzelne Krankheit entspricht auch ihrem besonderen Bösen. Die Ursache ist, weil das Ganze des menschlichen Lebens aus der geistigen Welt stammt, wenn daher sein geistiges Leben erkrankt, so wird auch von diesem aus das Böse in das natürliche Leben hinübergeleitet, und wird hier zur Krankheit; man sehe, was von der Entsprechung der Krankheiten mit dem Bösen aus Erfahrung: Nr. 5711-5727, gesagt wurde. Das gleiche wird auch in anderen Stellen durch Krankheiten bezeichnet, z.B.: 2. Mose 23/25: "Ihr sollt Jehovah, eurem Gott, dienen, damit Er segne dein Brot und dein Wasser, und Ich die Krankheit ferne halte aus deiner Mitte". 3. Mose 26/15,16: "Wenn ihr Meine Satzungen verwerfet, und eure Seele Meine Rechte verachtet, so daß ihr nicht haltet alle Meine Gebote, indem ihr Meinen Bund brechet, so will Ich über euch bestellen Schrecken, Schwindsucht und hitziges Fieber, die machen, daß eure Augen erlöschen, und die Seele verschmachtet": dergleichen (Übel) bedeuten die Abnahme des Wahren und die Zunahme des Falschen, hitziges Fieber bezeichnet die Begierde des Bösen. Jes.1/5,6: "Warum mehret ihr den Abfall? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist schwach, von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes, Wunde und Narbe und frischer Schlag, nicht ausgedrückt, nicht verbunden und nicht mit Öl erweicht": daß hier unter Krankheit, Wunde, Narbe und Schlag die Sünden verstanden werden, ist für jedermann klar. Hes.34/4: "Wehe euch Hirten Israels, die schwachen Schafe stärket ihr nicht, die Kranken heilet ihr nicht, und das Verwundete verbindet ihr nicht". Ps.38/5-8: "Meine Missetaten gehen mir über das Haupt; es stinken und eitern meine Beulen um meiner Torheit willen, denn meine Eingeweide sind voll Brand, und nichts Gesundes ist an meinem Fleische". Weil durch Krankheiten die Fehler und Übel des geistigen Lebens bezeichnet werden, deshalb bedeuten auch die verschiedenen Arten von Krankheiten die verschiedenen Arten der Fehler und des Bösen dieses Lebens; daß durch Pest die Verheerung des Guten und Wahren bezeichnet wird, sehe man Nr. 7102, 7505; und durch Aussatz die Entweihung des Wahren: Nr. 6963. Daß im allgemeinen durch Krankheiten die Sünden bezeichnet werden, kann man auch ersehen bei Jes.53/3-5: "Ein Mann der Schmerzen und vertraut mit Krankheit, deshalb verbirgt man gleichsam das Angesicht vor Ihm; verachtet war Er, daß wir auf Ihn keine Rücksicht nahmen; gleichwohl nahm Er unsere Krankheiten auf Sich und trug unsere Schmerzen, und durch Seine Wunden ward uns Heilung gegeben": wo vom Herrn (die Rede ist). Weil die Krankheiten die Ungerechtigkeit und das Böse des geistigen Lebens vorbildeten, darum wird durch Krankheiten, die der Herr heilt, die Befreiung von den verschiedenen Arten des Bösen und Falschen bezeichnet, welche die Kirche und das menschliche Geschlecht anfochten, und den geistigen Tod herbeigeführt hätten, denn die göttlichen Wunder unterscheiden sich von anderen Wundern dadurch, daß sie die Zustände der Kirche und des Reiches des Herrn berücksichtigen und darstellen. Deswegen waren die Wunder des Herrn vorzugsweise Heilungen von Krankheiten. Dies wird verstanden unter den Worten des Herrn zu den von Johannes gesandten Jüngern: Matth.11/4,5: "Saget dem Johannes, was ihr sehet und höret, die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt". Daher kommt es, daß so oft gesagt wird, der Herr habe alle Krankheit und alles Siechtum geheilt: Matth.4/23; 9/35; 14/14,35,36; Luk.4/40; 5/15; 6/17; 7/21; Mark.1/32-34; 3/10. 8365. "Denn Ich bin Jehovah, dein Arzt", 2. Mose 15/26, bedeutet, daß der Herr allein vor dem Bösen bewahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von heilen, insofern es soviel ist als Heilung bringen und vor Krankheit bewahren, denn wenn Krankheiten Böses bedeuten, so bedeutet heilen die Genesung und Bewahrung vor ihnen; wie auch öfters im Worte, z.B. 5. Mose 32/39: "Ich, Ich töte und belebe, schlage und heile". Jerem.17/14: "Heile mich Jehovah, damit ich heil werde, bewahre mich, damit ich bewahrt werde". Jerem.30/17: "Ich will dir Genesung bringen und von deinen Plagen dich heilen". Ps.41/4,5: "Sein ganzes Lager wendest du bei seiner Krankheit; ich sprach: Jehovah, erbarme Dich mein, heile meine Seele, denn ich habe gesündigt gegen Dich". So noch an vielen anderen Stellen: Jes.6/10; 53/5; 57/18,19; Jerem.3/22; 17/14; Hos.6/1; 7/1; 11/3; 14/5; Sach.11/16; Ps.30/2 und anderwärts; und weil heilen dies bedeutet, nennt auch der Herr Sich einen Arzt: "Die Gesunden bedürfen nicht des Arztes, sondern die Kranken, Ich bin nicht gekommen, die Gerechten zur Buße zu rufen, sondern die Sünder": Matth.9/12,13; Mark.2/17; Luk.5/31,32. 8366. Vers 27: Und sie kamen nach Elim, und daselbst waren zwölf Wasserbrunnen, und siebzig Palmen, und sie lagerten sich daselbst an dem Wasser. "Und sie kamen nach Elim" bedeutet den Zustand der Erleuchtung und Neigung, somit des Trostes nach der Versuchung; "und daselbst waren zwölf Wasserbrunnen" bedeutet, daß ihnen daselbst Wahrheiten in aller Fülle zuteil wurden; "und siebzig Palmen" bedeutet, ebenso das Gute des Wahren; "und sie lagerten sich daselbst an dem Wasser" bedeutet, daß nach der Versuchung die Glaubenswahrheiten geordnet wurden durch das Gute der Liebe. 8367. "Und sie kamen nach Elim", 2. Mose 15/27, bedeutet den Zustand der Erleuchtung und Neigung, somit des Trostes nach der Versuchung. Dies erhellt aus der Bedeutung von Elim, daß es den Zustand und die Beschaffenheit der Sache, von der gehandelt wird, in sich schließt und bezeichnet, wie alle anderen Orte, zu denen die Söhne Israels kamen, sehe man Nr. 2643, 3422, 4298, 4442: hier den Zustand nach der Versuchung, nämlich den Zustand der Erleuchtung und der Neigung, somit des Trostes; denn nach jeder geistigen Versuchung kommt Erleuchtung und Neigung, somit Angenehmes und Wonniges; Angenehmes aus der Erleuchtung durch das Wahre, und das Wonnige aus der Neigung zum Guten. Daß auf Versuchungen Tröstung folgt, sehe man Nr. 4572, 5246, 5628, 6829. Der Grund davon ist, weil durch die Versuchungen das Wahre und Gute eingepflanzt und verbunden wird; dadurch wird der Mensch in Ansehung seines Geistes tiefer in den Himmel eingeführt, und zu den himmlischen Gesellschaften, mit denen er früher in Verbindung war. Wenn die Versuchung beendigt ist, eröffnet sich die Verbindung mit dem Himmel, die vorher zum Teil aufgehoben war, daher Erleuchtung und Neigung, ferner Angenehmes und Wonniges; denn die Engel, mit denen Verbindung verliehen wird, fließen alsdann durch das Wahre und durch das Gute ein. Die Erleuchtung durch das Wahre und das angenehme Gefühl aus derselben wird bezeichnet durch die zwölf Wasserbrunnen, denn Brunnen oder Quellen bedeuten Wahrheiten, die Neigung zum Wahren aus dem Guten und das wonnige Gefühl derselben wird bezeichnet durch die siebzig Palmen, worüber im Folgenden. 8368. "Und daselbst waren zwölf Wasserbrunnen", 2. Mose 15/27, bedeutet, daß ihnen daselbst Wahrheiten in aller Fülle zuteil wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von 12, insofern es das Ganze in seiner Zusammenfassung bezeichnet, worüber Nr. 2089, 2129, 2130, 3272, 3858, 3913, 7973; also in aller Fülle; und aus der Bedeutung der Quellen oder Brunnen, insofern sie die Wahrheiten des Glaubens bezeichnen, worüber Nr. 2702, 3069, 3424, 4861. Hieraus erhellt, daß durch die zwölf Wasserbrunnen die Wahrheiten in aller Fülle bezeichnet werden. Hieraus folgt, daß diese Worte auch die Erleuchtung und das angenehme Gefühl derselben bedeuten, denn wer Wahrheiten in Fülle hat, der hat auch Erleuchtung, und wer Erleuchtung hat, der hat, wenn er das Wahre aus Neigung wünscht, eine angenehme Empfindung. 8369. "Und siebzig Palmen", 2. Mose 15/27, bedeutet, ebenso das Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von siebzig, insofern es das Ganze in seiner Zusammenfassung bezeichnet, wie auch zwölf, worüber Nr. 7973; und aus der Bedeutung der Palmen, insofern sie das geistig Gute der Kirche bezeichnen, welches das Gute des Wahren ist; und weil Palmen das Gute bedeutet, so bedeuten sie auch die Neigung zum Guten und das wonnige Gefühl aus ihr, denn aus der Neigung zum Guten stammt jedes freudige Gefühl. Weil dies durch Palmen bezeichnet wurde, deshalb wurden auch Palmen bei den heiligen Festlichkeiten verwendet, z.B. beim Feste der Laubhütten, nach den Worten bei Mose: 3. Mose 23/40: "Am ersten Tage sollt ihr Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmzweige und Äste von dichtbelaubten Bäumen und Bachweiden, und sieben Tage fröhlich sein vor Jehovah, eurem Gott": die Früchte der schönen (edlen) Bäume bedeuten das himmlisch Gute; Palmen das geistig Gute oder Gute des Wahren. Die Äste des dichtbelaubten Baumes das wißtümliche Wahre, und Bachweiden das unterste natürliche Wahre; somit wird durch diese vier Stücke alles Gute und Wahre in seiner Ordnung bezeichnet. Daß die Palmen die heilige Festfeier, die aus dem Guten stammte, bedeuteten, erhellt auch aus Folgendem: Joh.12/12,13: "Viel Volkes war zum Fest gekommen, und da sie hörten, daß Jesus nach Jerusalem käme, nahmen sie Palmenzweige, und gingen Ihm entgegen, und riefen: Hosianna! Gesegnet sei, Der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels". Joh.Offenb.7/9: "Ich sah, und siehe, eine große Schar stand vor dem Throne und vor dem Lamme, angetan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen". Joel 1/12: "Vertrocknet steht der Weinstock da, es verwelkt der Feigenbaum, der Granatbaum und auch der Palmbaum; vertrocknet ist alle Freude bei den Menschenkindern". Ps.92/13: "Der Gerechte wird blühen wie eine Palme, wie eine Zeder auf dem Libanon wird er wachsen": hier Palme für das Gute und Zeder für das Wahre. Weil die Palme das Gute bedeutet, bedeutet sie auch die Weisheit, denn die Weisheit ist Sache des Guten. Dies bedeuteten auch die Palmen, die zusammen mit den Cheruben und den Blumen geschnitzt waren über den Wänden des Tempels; denn der Tempel bedeutete den Herrn selbst, und im vorbildlichen Sinn den Himmel: Nr. 2777, 3720; die Cherube, die Palmen und Blumen an den Wänden bedeuteten die Vorsehung, die Weisheit und die Einsicht, die vom Herrn sind, somit alles, was Angehör des Himmels ist. Daß diese Dinge an den Wänden des Tempels in erhabener Arbeit waren, erhellt aus 1.Kön.6/29,32: "Salomo ließ an allen Wänden des Hauses ringsum eingegrabenes Schnitzwerk machen von Cherubim und Palmenzweigen und aufbrechenden Blumen; und über den Flügeltüren von Olivenholz machte er Schnitzwerk von Cherubim und Palmenzweigen und aufbrechenden Blumen, und überzog sie mit Gold, so daß die Cherubim und die Palmenzweige mit Gold bedeckt wurden": durch diese Schnitzwerke wurde der Zustand des Himmels vorgebildet, durch die Cherubim die Vorsehung des Herrn, also daß alles von Ihm (komme); daß die Cherubim die Vorsehung bedeuten, sehe man Nr. 308; durch die Palmen die Weisheit, die dem Guten beigefügt wird vom Herrn, und durch Blumen die Einsicht, die dem Wahren von Ihm zugeteilt wird. Das Gold, mit dem die Cherubim und Palmen bedeckt wurden, bedeutete des Gute der Liebe, das in den Himmeln das allgemein Herrschende ist. Daß Gold das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 113, 1551, 1552, 5658; daher wird auch, wo vom neuen Tempel, durch den der Himmel des Herrn bezeichnet wird, bei Hesekiel die Rede ist, gesagt, daß "Cherubim und Palmen allenthalben an den Wänden waren": Hes.41/17,18,20,25,26. 8370. "Und sie lagerten sich daselbst an dem Wasser", 2. Mose 15/27, bedeutet, daß nach der Versuchung die Glaubenswahrheiten geordnet wurden durch das Gute der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich lagern", insofern es die Ordnung des Wahren und Guten bezeichnet, worüber Nr. 8103 E, 8130, 8131, 8155; und aus der Bedeutung des Wassers, insofern es die Glaubenswahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668. Durch "sich lagern an dem Wasser" wird bezeichnet, daß die Glaubenswahrheiten durch das Gute der Liebe geordnet wurden, weil durch Lager das Wahre und Gute bezeichnet wird: Nr. 8193, 8196, und durch "sich lagern" die Ordnung desselben. Am Wasser bedeutet, gemäß den Wahrheiten, die vom Göttlichen (stammen). Es wird gesagt "durch das Gute der Liebe", weil jegliche Anordnung der Wahrheiten durch das Gute der Liebe zustande kommt, denn unter und nach dem Guten fügen sich die Wahrheiten, und bilden mit dem Guten gleichsam einen Leib. Zum Bild des Menschen, in dem sie sind, wird gesagt, weil es das Bild des geistigen Menschen ist, das der eigentliche Mensch ist, denn er ist der innere Mensch, und dieser ist ganz und gar nach der Ordnung der Wahrheiten vom Guten bei ihm gebildet. Daher kommt es, daß wenn Engel gegenwärtig sind, eine Sphäre des Guten der Liebe aus ihnen hervorgeht und die, welche zugegen sind, anregt, und daß die Glaubenswahrheiten aus ihren Gesichtern hervorleuchten. In der geistigen Welt erscheinen dergleichen Dinge und werden deutlich wahrgenommen. Es wird gesagt, diese Anordnung geschehe nach der Versuchung, weil das Gute und das Wahre dem Menschen durch Versuchungen zwar eingepflanzt, jedoch erst später geordnet wird; denn der Zustand der Versuchung ist ein aufgeregter, aber der Zustand nach der Versuchung ist ein ruhiger, in der Ruhe geschieht die Ordnung. Deshalb folgt auch auf die Versuchungen ein angenehmes Gefühl infolge der Erleuchtung vom Wahren, und ein Wonnegefühl infolge der Neigung zum Guten, worüber Nr. 8367.   Nr. 8371 - 8394 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 16. Kapitel 1. Und sie brachen auf von Elim, und die ganze Gemeinde der Söhne Israels kam zur Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai war, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats, nachdem sie ausgezogen waren aus dem Lande Ägypten. 2. Und es murrte die ganze Gemeinde der Söhne Israels wider Mose und wider Aharon in der Wüste. 3. Und die Söhne Israels sprachen zu ihnen: Wären wir doch gestorben durch die Hand Jehovahs im Lande Ägypten, als wir bei den Fleischtöpfen saßen, und unser Brot aßen bis zur Sättigung; denn ihr habt uns ausgeführt in diese Wüste, um diese ganze Versammlung durch Hunger zu töten. 4. Und Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und sammeln nach Bedarf Tag für Tag, damit Ich es versuche, ob es wandle in Meinem Gesetz oder nicht. 5. Und es soll geschehen am sechsten Tage, da sollen sie zubereiten, was sie eingebracht haben, und es soll das Doppelte sein von dem, was sie täglich sammeln. 6. Und Mose und Aharon sprachen zu allen Söhnen Israels: Am Abend sollt ihr erkennen, daß Jehovah euch ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten. 7. Und am Morgen sollt ihr sehen die Herrlichkeit Jehovahs, weil Er selbst gehört hat euer Murren gegen Jehovah; denn was sind wir, daß ihr gegen uns murret? 8. Und Mose sprach: Jehovah wird euch am Abend Fleisch zu essen geben, und Brot am Morgen zur Sättigung; denn Jehovah hat euer Murren gehört, mit dem ihr wider Ihn gemurret habt, was sind wir? Nicht wider uns ist euer Murren, sondern wider Jehovah. 9. Und Mose sprach zu Aharon: Sage der ganzen Gemeinde der Söhne Israels: Tretet herzu vor Jehovah, denn Er hat euer Murren gehört. 10. Und es geschah, als Aharon zur ganzen Gemeinde der Söhne Israels redete, da blickten sie gegen die Wüste hin, und siehe, die Herrlichkeit Jehovahs erschien in einer Wolke. 11. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 12. Ich habe das Murren der Söhne Israels gehört; rede zu ihnen und sprich: Gegen Abend werdet ihr Fleisch essen und gegen Morgen werdet ihr euch sättigen mit Brot, und sollt erkennen, daß Ich Jehovah, euer Gott, bin. 13. Und es geschah am Abend, da kamen Wachteln herauf und bedeckten das Lager, und am Morgen war ein Erguß von Tau rings um das Lager. 14. Und als der Erguß des Taues aufstieg, siehe, da lag auf der Oberfläche der Wüste Feines und Rundes, fein wie Reif auf der Erde. 15. Und die Söhne Israels sahen es, und einer sprach zum anderen: Man hu? (Was ist das?) Denn sie wußten nicht, was es war. Mose aber sprach zu ihnen: Das ist das Brot, das Jehovah euch zu essen gibt. 16. Das ist das Wort, das Jehovah befohlen hat: Sammelt davon ein jeder für seinen Mundbedarf, einen Gomer aufs Haupt; nach der Zahl eurer Seelen, ein jeder für die, so in seinem Zelte sind, sollt ihr es nehmen. 17. Und die Söhne Israels taten also, und sie sammelten, indem der eine viel, der andere wenig sammelte. 18. Und da sie maßen mit dem Gomer, da hatte nicht Überfluß, der viel gesammelt hatte und nicht Mangel, der wenig gesammelt hatte. Ein jeder hatte gesammelt nach dem Bedarf seines Mundes. 19. Und Mose sprach zu ihnen: Keiner lasse davon übrig bis zum Morgen. 20. Aber sie hörten nicht auf Mose, und (einige) Männer ließen davon übrig bis zum Morgen. Da wuchsen Würmer darin, und es wurde faul; und Mose zürnte über sie. 21. Und sie sammelten es alle Morgen, jeder nach seinem Mundbedarf, wenn aber die Sonne heiß wurde, zerschmolz es. 22. Und es geschah, am sechsten Tage sammelten sie das Doppelte an Brot, zwei Gomer für einen jeden; und alle Obersten der Gemeinde kamen und zeigten es Mose an. 23. Und er sprach zu ihnen: Das ist es, was Jehovah geredet hat: Morgen ist die Ruhe, der heilige Sabbath Jehovahs; was ihr backen wollt, das backet, und was ihr sieden wollt, das siedet, alles übrige legt zurück, um es zu bewahren bis zum (nächsten) Morgen. 24. Und sie legten es zurück bis zum Morgen, wie ihnen Mose geboten hatte, und es ward nicht faul und war auch kein Wurm darinnen. 25. Und Mose sprach: Esset es heute, denn es ist heute der Sabbath Jehovahs; heute werdet ihr es nicht auf dem Felde finden. 26. Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebenten Tag, am Sabbath, wird es nicht dort sein. 27. Und es geschah am siebenten Tage gingen aus dem Volke (einige) aus, um zu sammeln und fanden nichts. 28. Da sprach Jehovah zu Mose: Wie lange wollt ihr euch weigern, Meine Gebote zu halten und Meine Gesetze? 29. Sehet doch, daß Jehovah euch den Sabbath gegeben hat; deswegen gibt Er euch am sechsten Tage Brot für zwei Tage. Bleibet ruhig, jeder für sich, keiner gehe aus seinem Orte am siebenten Tage. 30. Und das Volk ruhte am siebenten Tage. 31. Und das Haus Israel nannte seinen Namen Man, und es war wie weißer Koriandersamen, und sein Geschmack wie Kuchen mit Honig. 32. Und Mose sprach: Das ist das Wort, das Jehovah befohlen hat: Füllet einen Gomer davon zur Aufbewahrung für eure Nachkommen, damit sie das Brot sehen, womit Ich euch in der Wüste gespeist habe, als Ich euch ausführte aus dem Lande Ägypten. 33. Und Mose sprach zu Aharon: Nimm einen Krug und tue einen Gomer voll Man hinein, und stelle es hin vor Jehovah, zur Aufbewahrung für eure Nachkommen. 34. Wie Jehovah Mose geboten hatte, so stellte Aharon es hin vor das Zeugnis (d.i. die Bundeslade) zur Aufbewahrung. 35. Und die Söhne Israels aßen Man vierzig Jahre, bis sie in das Land kamen, in das bewohnte Land; sie aßen Man, bis sie kamen zu der Grenze des Landes Kanaan. 36. Und ein Gomer ist der zehnte Teil eines Epha.   Inhalt 8395. Im vorhergehenden Kapitel wurde von der zweiten Versuchung derjenigen gehandelt, die der geistigen Kirche angehörten, und diese bestand darin, daß das Wahre als widerwärtig empfunden wurde. In diesem Kapitel aber wird im inneren Sinn von der dritten Versuchung gehandelt, die darin besteht, daß am Guten Mangel ist. Durch den Mangel an Brot und Fleisch, worüber die Söhne Israels murrten, wird der Mangel an Gutem bezeichnet. Der Trost nach der Versuchung wird beschrieben und bezeichnet durch das Manna, das sie bekamen, und durch die Wachteln. Das Manna bedeutet das geistig Gute; daß dies ihnen beständig vom Herrn gegeben wurde, ohne alle Sorge und Mühe ihrerseits, wird dadurch bezeichnet, daß sie täglich Manna erhielten, und daß, wenn sie mehr sammelten, Würmer darin entstanden.   Innerer Sinn HG 8396 8396. Vers 1: Und sie brachen auf von Elim, und die ganze Gemeinde der Söhne Israels kam zur Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai war, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats, nachdem sie ausgezogen waren aus dem Lande Ägypten. "Und sie brachen auf von Elim" bedeutet die Aufeinanderfolge; "und die ganze Gemeinde der Söhne Israels kam zur Wüste Sin" bedeutet, in einen anderen Zustand der Versuchung; "die zwischen Elim und Sinai war" bedeutet das Stetige und die Beschaffenheit; "am fünfzehnten Tage des zweiten Monats" bedeutet den Zustand in dieser Beziehung; "nachdem sie ausgezogen waren aus dem Lande Ägypten" bedeutet im Vergleich mit dem Zustand derselben, als sie befreit wurden von den Anfechtungen. 8397. "Und sie brachen auf von Elim", 2. Mose 16/1, bedeutet die Aufeinanderfolge. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen, insofern es das Aufeinanderfolgende und Stetige bezeichnet, worüber Nr. 4375, 4554, 4585, 5996, 8181, 8345; und aus der Bedeutung von Elim, insofern es den Zustand der Erquickung (oder des Trostes) nach der Versuchung bezeichnet, worüber Nr. 8367. Deshalb wird durch (die Worte) "sie brachen auf von Elim", die Aufeinanderfolge des Lebens in Ansehung des Zustandes der Versuchung bezeichnet, denn diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, werden, wenn sie Versuchungen erleiden, von einer Versuchung in die andere geführt. Diese Aufeinanderfolge ist es, die hier durch aufbrechen bezeichnet wird. Aufbrechen bedeutet aber die aufeinanderfolgenden Zustände des Lebens, weil es weder Raum noch Zeit im anderen Leben gibt, sondern statt dessen Zustände: Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5695, 7381. Folglich werden durch Bewegungen nicht Bewegungen, und durch Aufbrechen nicht Aufbrechen bezeichnet, sondern Veränderungen und Aufeinanderfolge der Zustände. 8398. "Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels kam zur Wüste Sin", 2. Mose 16/1, bedeutet, in einen anderen Zustand der Versuchung. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen, insofern es einen Haltepunkt (statio) in der Aufeinanderfolge bezeichnet, der durch das Aufbrechen: Nr. 8397 ausgedrückt wird. Aus der Bedeutung der Gemeinde der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 7843; aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand der Versuchungen bezeichnet, worüber Nr. 8098; und aus der Bedeutung von Sin, insofern es die Beschaffenheit dieses Zustandes ausdrückt, denn die Namen schließen die ganze Beschaffenheit des Zustandes der Sache in sich, von der gehandelt wird, wie oben gezeigt worden. Aus der Versuchung, die durch das Murren über Mangel an Brot und Fleisch bezeichnet wird, und aus dem hernach erfolgenden Trost, der durch Manna und Wachteln bezeichnet wird, kann man ersehen, was Sin bedeutet, nämlich das Gute aus dem Wahren. Daher bedeutet Sin (eine Stadt in Ägypten, von der die Wüste Sin ihren Namen hatte) im entgegengesetzten Sinn das Böse aus dem Falschen: Hes.30/15-18: "Ich will Meinen Zorn ausschütten über Sin, die Feste Ägyptens, und ausrotten die Volksmenge von No, und Ich will ein Feuer erwecken in Ägypten. Sin soll heftig erbeben, und No erbrochen werden, und Noph täglich von Feinden (bedrängt sein), die Jünglinge von Aven und Bi-Pesech sollen durch das Schwert fallen, und sie (die Frauen) sollen in Gefangenschaft kommen; und in Tachphanhos soll der Tag sich verfinstern, wenn Ich daselbst das Joch Ägyptens zerbreche": es wird hier von denen gehandelt, die in wißtümlichen Kenntnissen sind, und aus diesen das Falsche ausbrüten, aus dem Böses kommt. Ägypten bedeutet hier das Wißtümliche, Sin das Böse, das aus dem Falschen, und No das Falsche, aus dem Böses kommt. Daß hier ein höherer Sinn verborgen liegt, als der, welcher im Buchstabensinn hervortritt, kann einem jeden schon daraus erhellen, daß das Wort göttlich ist. Wäre kein höherer Sinn in demselben, dann wäre kaum irgendein Sinn darinnen, den man begreifen könnte, weniger noch ein Sinn, in dem Heiliges enthalten wäre. Daraus geht offenbar hervor, daß die Namen in demselben Sachen bedeuten, und daß aus diesen sich ein allgemeiner Sinn ergibt, der würdig ist des Wortes, das aus Jehovah ist. Wer das Wort als göttlich anerkennt, kann dies durchaus nicht leugnen, wenn er nur aus der Vernunft denken, oder aus einem einigermaßen erleuchteten Verstand Schlußfolgen ziehen will. 8399. "Die zwischen Elim und Sinai war", 2. Mose 16/1, bedeutet das Stetige und die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von Elim und aus der Bedeutung von Sinai, aus der sich ergibt, was dieses Dazwischenliegende bedeutet, denn Elim bedeutet wegen der Quellen und Palmen daselbst das Wahre und Gute, das in dem Trost nach der Versuchung liegt, man sehe 2. Mose 15/27, und Sinai bedeutet wegen des Gesetzes, das auf demselben verkündigt wurde, das Gute und das Wahre aus demselben. Das Stetige und die Beschaffenheit, die durch sie bezeichnet wird, ist daher das Gute, das aus dem Wahren hervorgeht. Das Gute, das aus dem Wahren hervorgeht, ist das Gute, das in dem geistigen Menschen ist vor der Wiedergeburt, denn alsdann tut er das Gute aus dem Wahren, d.h., weil es so befohlen ist, somit aus Gehorsam. Aber das Gute, aus dem das Wahre kommt, ist das Gute, das bei dem geistigen Menschen nach der Wiedergeburt ist, denn dann tut er das Gute aus Neigung. Das erstere Gute wird bezeichnet durch Sin, das spätere durch Sinai. 8400. "Am fünfzehnten Tage des zweiten Monats", 2. Mose 16/1, bedeutet den Zustand in dieser Beziehung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl Fünfzehn, aus der Bedeutung des Tages und aus der Bedeutung des Monats. Monat bedeutet das Ende eines früheren, und den Anfang eines folgenden Zustandes, somit einen neuen Zustand: Nr. 3814; Tag bedeutet den Zustand im allgemeinen: Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 7680; und der fünfzehnte bedeutet das Neue, denn durch vierzehn (Tage) oder zwei Wochen wird eine vollständige Periode bezeichnet, d.h. ein Zustand vom Anfang bis zu seinem Ende: Nr. 728, 2044, 3845. Daher wird durch fünfzehn das Neue bezeichnet, hier das Neue des Lebens, welches durch das Manna ausgedrückt wird, das sie vom Himmel bekamen; denn Manna bedeutet das Gute des Wahren, welches das Leben des geistigen Menschen ist. Durch fünfzehn wird nämlich das bezeichnet, wie durch acht, denn der achte Tag ist der erste Tag der folgenden Woche. Daß acht jeden Anfang bezeichnet, somit das Neue, das von einem früheren verschieden ist, sehe man Nr. 2044, 2866; und daß alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten: Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 6175. 8401. "Nachdem sie ausgezogen waren aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 16/1, bedeutet in Vergleich mit dem Zustand derselben, als sie befreit wurden von den Anfechtungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen und geführt werden, insofern es soviel ist als befreit werden; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die Anfechtungen bezeichnet von seiten derer, die im Bösen und daraus im Falschen sind, worüber Nr. 7278. 8402. Vers 2,3: Und es murrte die ganze Gemeinde der Söhne Israels wider Mose und wider Aharon in der Wüste. Und die Söhne Israels sprachen zu ihnen: Wären wir doch gestorben durch die Hand Jehovahs im Lande Ägypten, als wir bei den Fleischtöpfen saßen, und unser Brot aßen bis zur Sättigung; denn ihr habt uns ausgeführt in diese Wüste, um diese ganze Versammlung durch Hunger zu töten. "Und es murrte die ganze Gemeinde der Söhne Israels" bedeutet die Betrübnis und daher die Klage über die Schwere der Versuchung; "wider Mose und wider Aharon" bedeutet das göttlich Wahre; "in der Wüste" bedeutet den Zustand der Versuchung; "und die Söhne Israels sprachen zu ihnen" bedeutet das Denken infolge ihrer Angst; "wären wir doch gestorben durch die Hand Jehovahs im Lande Ägypten" bedeutet, es wäre besser gewesen, wenn sie vom Herrn zurückgelassen worden wären im Zustand der Anfechtungen; "als wir bei den Fleischtöpfen saßen" bedeutet das Leben nach Willkür, so wie sie es wünschten; "und unser Brot aßen bis zur Sättigung" bedeutet, auf diese Weise könnten sie das Gute der Vergnügungen genießen, soviel sie wollten; "denn ihr habt uns ausgeführt" bedeutet, nachdem sie befreit worden; "in diese Wüste" bedeutet den Zustand der Versuchung; "um diese ganze Versammlung durch Hunger zu töten" bedeutet, daß sie wegen Mangel an Freude und an Gutem umkommen würden. 8403. "Und es murrte die ganze Gemeinde der Söhne Israels", 2. Mose 16/2, bedeutet die Betrübnis und daher die Klage über die Schwere der Versuchung. Dies erhellt aus der Bedeutung von murren, insofern es ein Betrübtsein infolge der bitteren Versuchung und Klage bezeichnet, worüber Nr. 8351. Die Gemeinde der Söhne Israels bedeutet die Angehörigen der geistigen Kirche: Nr. 8398. Es wird hier von der dritten Versuchung gehandelt, die wegen Mangel an Vergnügen und an Gutem eintritt, und diese Versuchung folgt der Reihe nach auf die frühere, die wegen Mangel an Wahrem stattfand. Diejenigen, die nicht belehrt sind über die Wiedergeburt des Menschen, meinen, daß der Mensch ohne Versuchung wiedergeboren werden könne, und einige, daß er wiedergeboren sei, wenn er eine Versuchung bestanden habe. Allein man muß wissen, daß ohne Versuchung niemand wiedergeboren wird, und daß mehrere Versuchungen aufeinanderfolgen; und zwar aus dem Grund, weil die Wiedergeburt den Zweck hat, daß das Leben des alten Menschen sterbe, und ein neues Leben, welches das himmlische ist, einfließe. Daraus kann erhellen, daß notwendig ein Kampf stattfinden muß; denn das Leben des alten Menschen widersteht und will sich nicht zerstören lassen, und das Leben des neuen Menschen kann nicht eindringen, wenn nicht das Leben des alten zerstört ist. Hieraus erhellt, daß von beiden Seiten ein Kampf entsteht, und zwar ein heftiger, weil es sich um das Leben handelt. Wer aus einer erleuchteten Vernunft denkt, kann durch dieselbe sehen und wahrnehmen, daß der Mensch nicht ohne Kampf, d.h. ohne geistige Versuchung wiedergeboren werden kann, wie auch, daß er nicht durch eine, sondern durch viele Versuchungen wiedergeboren wird, denn es gibt sehr viele Arten des Bösen, die den Lustreiz seines früheren Lebens, d.h. sein altes Leben ausmachten. Dieses Böse kann nicht alles auf einmal und zu gleicher Zeit bezwungen werden, weil es hartnäckig an ihm haftet, denn es ist im Menschen von seinen Vorfahren her seit vielen Jahrhunderten eingewurzelt, somit ihm angeboren und durch das von ihm selbst begangene Böse von Kindheit an verstärkt worden. All dieses Böse steht mit dem himmlischen Guten, das eingeflößt werden und das neue Leben bilden soll, im stärksten Gegensatz. 8404. "Wider Mose und wider Aharon", 2. Mose 16/2, bedeutet das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darstellt, somit das innere; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er das mittelbar vom Herrn ausgehende Wahre darstellt, somit das äußere, worüber Nr. 7009, 7089, 7382. 8405. "In der Wüste", 2. Mose 16/2, bedeutet den Zustand der Versuchung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand bezeichnet, in dem Versuchungen erduldet werden müssen, worüber Nr. 6828, 8098. 8406. "Und die Söhne Israels sprachen zu ihnen", 2. Mose 16/3, bedeutet das Denken infolge ihrer Angst. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es sich auf Dinge bezieht, die den Geist anregen, insofern es dann ein Denken bezeichnet, wie auch Nr. 3395, 7094, 7244, 7973. Daß es infolge ihrer Angst war, ist deutlich, weil in der Versuchung. 8407. "Wären wir doch gestorben durch die Hand Jehovahs im Lande Ägypten", 2. Mose 16/3, bedeutet, es wäre besser gewesen, wenn sie vom Herrn im Zustand der Anfechtungen gelassen worden wären. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wären wir doch", insofern es bezeichnet, es wäre nützlicher oder besser gewesen. Aus der Bedeutung von "durch die Hand Jehovahs sterben", insofern es soviel ist, als vom Herrn verlassen sein. Sterben bedeutet im geistigen Sinn, im Bösen und daraus im Falschen sein, und deshalb in Verdammnis: Nr. 5407, 6119, 7494; und wenn gesagt wird "sterben durch die Hand Jehovahs", so bedeutet es, verlassen sein vom Herrn, denn die von Ihm verlassen werden, d.h., die Ihn verlassen, stürzen sich in Böses und in das Falsche aus demselben, somit in Verdammnis; (daß Jehovah im Worte den Herrn bezeichnet, ist früher wiederholt nachgewiesen worden). Und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es den Zustand der Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 8401. Daß diejenigen, die der geistigen Kirche angehören und durch die Söhne Israels vorgebildet werden, bevor sie vom Herrn befreit wurden, von denen angefochten wurden, die im Falschen aus dem Bösen waren und durch Pharao und die Ägypter vorgebildet werden, sehe man Nr. 6854, 6914, 7474, 7828, 7932, 8018, 8099, 8159, 8321. 8408. "Als wir bei den Fleischtöpfen saßen", 2. Mose 16/3, bedeutet das Leben nach Willkür, so wie sie es wünschten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Topfes, insofern er das bezeichnet, was das Gute enthält, und im entgegengesetzten Sinn (das Gefäß), welches das Böse enthält, worüber im Folgenden. Und aus der Bedeutung des Fleisches, insofern es das himmlische Eigene, somit das Gute, und im entgegengesetzten Sinn das Eigene des Menschen, somit das Böse bezeichnet, worüber auch folgen wird. Und weil durch Fleisch das Eigene bezeichnet wird, so bedeutet "sitzen bei den Fleischtöpfen" ein Leben nach Willkür, so wie man es wünschte; denn dieses Leben ist das Leben des Eigenen. Der Topf bedeutet das Gefäß für das Gute und im entgegengesetzten Sinn das Gefäß für das Böse, weil das Fleisch, das in demselben gekocht wird, das Gute, und im entgegengesetzten Sinn das Böse bedeutet. Und weil der Topf solches bedeutet, bezeichnet er auch das Körperliche oder Natürliche des Menschen, indem dieses der Behälter (oder Gefäß) des Guten oder des Bösen ist. Daher wird im allgemeinen Sinn durch Topf der Mensch, und in einem noch allgemeineren das Volk oder die Stadt bezeichnet, und alsdann bedeutet das Fleisch das Gute oder das Böse in ihnen: Hes.11/3,7: "Die Männer, die Ungerechtes denken und bösen Rat halten in dieser Stadt, sprechen: Es ist nicht an der Zeit (Häuser zu bauen); sie selbst (die Stadt) ist der Topf, wir sind das Fleisch, deswegen spricht der Herr Jehovih also: Eure Durchbohrten (Getöteten), die ihr in die Mitte der Stadt gelegt habt, sind das Fleisch, und sie ist der Topf": hier steht Topf für die Stadt oder das Volk in ihr, und Fleisch für das Böse; denn die Durchbohrten, die Fleisch genannt werden, sind die, bei denen das Gute und Wahre vertilgt worden: Nr. 4503. Hes.24/3-6: "Mache ein Gleichnis wider das Haus des Aufruhrs, und sage zu ihnen: So spricht der Herr Jehovih: setze den Topf zu, setze ihn zu, und wirf auch Stücke hinein, alle guten Stücke, Lenden und Schulter, und fülle ihn mit auserlesenen Knochen; es spricht der Herr Jehovih: Wehe der Blutstadt, dem Topfe, in dem Schaum ist, und von dem der Schaum nicht weggegangen": hier steht Topf für die Stadt oder das Volk in ihr, bei dem das Böse der Entweihung des Guten ist. Das Gute, welches das Fleisch in ihr ist, sind Lenden und Schulter, das Böse ist der Schaum davon, die Entweihung des Guten ist der bleibende Schaum, daher sie auch Blutstadt genannt wird. Jerem.1/11-14: "Jehovah sprach zu Jeremia: Was siehst du? Ich erwiderte: Ich sehe einen überwallenden Topf, dessen vordere Seite nach Norden steht. Dann sprach Jehovah: Von Norden her wird das Unglück ausbrechen über alle Bewohner des Landes": der überwallende Topf (steht) für das Volk, das von Falschheiten eingenommen war; Norden für das Sinnenhafte und Körperliche des Menschen, aus dem Böses hervorquillt. Es wird hier vom Ende der Kirche gehandelt, wenn das Äußerliche, somit das Sinnliche und Körperliche, und zugleich mit denselben das Falsche und Böse herrscht; denn die Kirche des Herrn geht allmählich vom Inneren zum Äußeren über und geht dann zugrunde. Sach.14/20,21: "An jenem Tage wird auf den Schellen der Rosse stehen: dem Jehovah heilig, und die Töpfe im Hause Jehovahs werden sein wie die Schalen vor dem Altare; und jeder Topf in Jerusalem und in Juda wird Jehovah Zebaoth heilig sein, und alle Opfernden werden kommen und von denselben nehmen, und in ihnen kochen": hier wird von der Erlösung der Gläubigen gehandelt: die Gläubigen sind die Töpfe, so genannt wegen der Aufnahme des Guten vom Herrn, daher werden die Töpfe "dem Jehovah heilig" genannt. Die Schellen der Rosse, auf denen "heilig dem Jehovah" steht, sind die Wahrheiten, die dem Guten entsprechen. Weil die Töpfe Aufnahmegefäße und Behälter des Guten bedeuten, deshalb waren sie auch wie die übrigen Altargefäße "aus Erz verfertigt": 2. Mose 38/3, Erz bedeutet nämlich das natürlich Gute: Nr. 425, 1551. Durch den Topf wird auch die Lehre bezeichnet, weil sie das Gute und Wahre der Kirche enthält. Die Lehre wird auch durch den Topf bezeichnet, in dem auf Befehl des Elisa ein Gemüse gekocht wurde für die Söhne der Propheten, wovon 2.Kön.4/38-42: "Elisa kehrte nach Gilgal zurück, als Hunger im Lande war, und die Söhne der Propheten vor ihm wohnten. Er sprach zu seinem Knaben: Setze den großen Topf zu und koche ein Gemüse für die Söhne der Propheten. Da ging einer hinaus auf das Feld, um Kräuter zu sammeln, und fand wilde Reben, und sammelte von denselben wilde Gurken (Koloquinten), und zerschnitt sie in den Gemüsetopf. Als sie aber von dem Gemüse aßen, riefen sie aus: Der Tod ist in dem Topfe, Mann Gottes; er aber sprach: So bringet Mehl her, und er warf es in den Topf und sprach: Schütte es aus vor den Leuten, daß sie essen: und alsdann war nichts Böses in dem Topfe". Man muß wissen, daß alle göttlichen Wunder solche Dinge in sich schließen, die sich auf das Reich des Herrn und die Kirche beziehen: Nr. 7337, 8364, und daß Elisa das Wort des Herrn vorbildet: Nr. 2762, und die Propheten die Lehre daraus: Nr. 2534, 7269; hieraus erhellt, was in betreff der Kirche vorgebildet wurde durch dieses Wunder, nämlich daß das verfälschte Gute der Kirche wieder zum Guten wurde durch das Wahre aus dem Worte. Hunger bedeutet Mangel an den Erkenntnissen des Wahren und Guten, der Topf bezeichnet die Lehre, das Gemüse das Gute der äußerlichen Gebräuche in der jüdischen Kirche, die Koloquinten von den wilden Reben bedeuten die Verfälschung, das Mehl bezeichnet das Wahre aus dem Worte: Nr. 2177, durch das jenes Verfälschte, das der Tod im Topfe ist, zum Guten wird. Daß Töpfe die Behälter des Guten bedeuten, kommt daher, weil sie zu den Gefäßen im Haushalt gehörten, in denen die Speisen bereitet wurden, und durch die Speise und alle Arten derselben werden solche Dinge bezeichnet, welche die Seele ernähren, somit die Neigungen des Guten und Wahren: Nr. 681, 1480, 3114, 4792, 5147, 5293, 5340, 5342, 5576, 5410, 5915. 8409. Weil das Fleisch das Eigene in beiderlei Sinn bedeutet, und im höchsten Sinn das göttlich Eigene des Herrn, welches Sein Göttlich-Menschliches ist, somit das Gute Seiner Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, deshalb bedeutet Fleisch in dem Sinn, der sich auf den Menschen bezieht, das vom Eigenen des Herrn belebte Eigene, d.h. das Eigene des Herrn bei den Menschen, somit das Gute der Liebe zu Ihm. Über die Bedeutung des Fleisches in diesem Sinn sehe man Nr. 3813, 7850. Im entgegengesetzten Sinn aber bedeutet Fleisch das Eigene des Menschen, somit das Böse der Selbstliebe, und daher die Begierde dieser Liebe, oder der Lüste: Nr. 999, 3813. Daß das Eigene des Menschen nichts als Böses ist, sehe man Nr. 210, 215, 694, 874-876, 987, 1043, 1044, 1047, 3812 E, 5660, 5786. Daß das Fleisch das Eigene des Menschen bedeutet, somit das Böse jeder Art, erhellt auch aus folgenden Stellen: Jes.49/26: "Und Ich will deine Dränger speisen mit ihrem eigenen Fleisch, und wie von Most sollen sie von ihrem eigenen Blute trunken werden": mit seinem Fleisch speisen bedeutet anfüllen mit seinem Bösen. Jerem.17/5: "Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt, und hält Fleisch für seinen Arm, von Jehovah aber mit seinem Herzen zurückweicht": Fleisch halten für seinen Arm, bedeutet, der eigenen Macht vertrauen, daher ist auch "das Fleisch seines Armes essen", soviel als auf sich vertrauen: Jes.9/19. Jes.31/3: "Ägypten ist ein Mensch und nicht Gott, und seine Rosse sind Fleisch, nicht Geist": die Rosse Ägyptens bedeuten die wißtümlichen Kenntnisse aus einem verkehrten Verständnis: Nr. 6125; Fleisch (steht) für das Tote, Geist für das Lebendige, daher werden die Söhne Ägyptens "stark an Fleisch" genannt: Hes.16/26. Tod wird das Fleisch genannt wegen des Bösen, denn aus dem Bösen kommt der geistige Tod, der Geist aber wird das Lebendige genannt wegen des Guten, denn aus dem Guten kommt das geistige Leben. Daher kommt es, daß Fleisch und Geist einander entgegengestellt werden im Worte: Joh.3/6: "Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist". Joh.6/63: "Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch ist nichts nütze; die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben". 1. Mose 6/3: "Jehovah sprach: Nicht wird Mein Geist den Menschen hinfort zurechtweisen, darum, daß er Fleisch ist": Fleisch bedeutet hier das Eigene des Menschen. Matth.16/17: "Jesus sprach: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut haben es (dir) nicht geoffenbart, sondern Mein Vater, der im Himmel ist". Joh.1/12,13: "Allen, die Ihn aufnahmen, gab Er Macht Söhne Gottes zu sein, die an Seinen Namen glauben; die nicht aus dem Geblüte, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind": Wille des Fleisches (steht) für das Eigene des Willens, Wille eines Mannes für das Eigene des Verstandes, Söhne Gottes für die Wiedergeborenen und die; welche wiedergeboren werden; sie alle werden lebendig gemacht aus dem Eigenen des Herrn, welches das Fleisch und der Leib des Herrn, und das göttlich Gute selbst ist. Weil Fleisch im entgegengesetzten Sinn das Eigene des Menschen, somit das Böse bedeutet, darum bedeutet es auch die Begehrlichkeit; denn das Leben des Fleisches, das dem Körper eigen ist, besteht nur in sinnlichen Vergnügungen, in Befriedigung der Begierden und Begehrlichkeit (oder böse Lust). Daß Fleisch die Begehrlichkeit (oder böse Lust) bedeutet, erhellt aus Folgendem: 3. Mose 11/4,6,18,20,33,34: "Und das Gesindel, das unter dem Volke war, hatte (böse) Gelüste, weshalb die Söhne Israels wiederum weinten und sprachen: Wer wird uns Fleisch zu essen geben? Nun aber ist unsere Seele trocken, (d.i. matt,) es ist nichts da, unsere Augen sehen nichts als dieses Man. Da sprach Jehovah zu Mose: Sage dem Volke: Heiliget euch auf morgen, da werdet ihr Fleisch essen; denn ihr habt geweint vor den Ohren Jehovahs und gesprochen: wer gibt uns Fleisch zu essen?, denn es ging uns besser in Ägypten. Jehovah wird euch Fleisch zu essen geben, einen ganzen Monat hindurch, bis es euch zur Nase herausgeht, und zum Ekel wird. Das Fleisch war noch zwischen ihren Zähnen, und noch nicht aufgezehrt, da entbrannte der Zorn Jehovahs über das Volk; und Jehovah schlug das Volk mit einer sehr großen Plage. Deshalb nannte man den Namen dieses Orts Gräber des Gelüstes (oder Lustgräber), weil man daselbst die lüsternen im Volke begrub". Hieraus ergibt sich nun deutlich, was durch das Sitzen bei den Fleischtöpfen im Lande Ägypten bezeichnet wird, nämlich das Leben nach Willkür, so wie man es wünschte, somit das Leben des Eigenen. 8410. "Und unser Brot aßen bis zur Sättigung", 2. Mose 16/3, bedeutet, auf diese Weise könnten sie das Gute der Vergnügungen genießen, soviel sie wollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 3168, 3513 E, 3596, 4745; und auch den Genuß: Nr. 7849. Aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das Gute des himmlischen Lebens bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Gute des natürlichen Lebens, das vom himmlischen getrennt ist, somit das Gute der (sinnlichen) Vergnügungen; denn unter Brot wird im geistigen Sinn das Hauptsächliche (und Wichtigste) verstanden, was die Seele ernährt, und das geistige Leben derselben erhält. Daß dies aber das Gute der Liebe ist, erhellt aus dem himmlischen Leben, das einzig und allein aus diesem Guten besteht. Aber im entgegengesetzten Sinn wird unter Brot das Hauptsächliche verstanden, das diejenigen ernährt, die in der Hölle sind, und das Leben derselben erhält; daß dies das Böse der Selbst- und Weltliebe ist, erhellt aus dem Leben der Hölle, das einzig und allein in diesem besteht. Dieses Böse ist für sie das Gute, denn nichts ist ihnen angenehmer und lieblicher. Dies wird verstanden unter dem Guten der (sinnlichen) Vergnügungen, und aus der Bedeutung von "bis zur Sättigung", insofern es ausdrückt, soviel sie wollten, denn der Wille ist es, der mit Gutem gesättigt wird bei den Guten und mit Bösem bei den Bösen. 8411. "Denn ihr habt uns ausgeführt", 2. Mose 16/3, bedeutet, nachdem sie befreit worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen, hier aus dem Lande Ägypten, insofern es soviel ist als befreien, nämlich aus dem Zustand der Anfechtungen. 8412. "In diese Wüste", 2. Mose 16/3, bedeutet den Zustand der Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie einen Zustand bezeichnet, in dem man Versuchungen zu erdulden hat, worüber Nr. 8098. 8413. "Um diese ganze Versammlung durch Hunger zu töten", 2. Mose 16/3, bedeutet, daß sie wegen Mangel an Freude und an Gutem umkommen würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, insofern es soviel ist, als des Lebens berauben, hier (das Leben), das aus der Freude und dem Guten hervorgeht, denn in diesem besteht das Leben des Menschen, worüber Nr. 3607, 6767; aus der Bedeutung der Versammlung, insofern sie diejenigen bezeichnet, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 7843, und aus der Bedeutung des Hungers, insofern er einen Mangel des Guten ausdrückt, worüber Nr. 5893; hier des Guten der Vergnügungen, das durch Brot bezeichnet wird: Nr. 8410; denn wenn das, was das geistige Leben oder das Leben des Geistes nährt, weggenommen wird, entsteht Hunger. Wie es sich damit verhält, soll mit wenigem gesagt werden: Wenn das Gute der Liebtätigkeit, welches das geistige Leben ausmacht, eingeflößt werden soll, dann wird die Lust zu Vergnügungen entfernt, die das natürliche Leben ausgemacht hatte. Wenn diese Lust entfernt wird, gerät der Mensch in Versuchung; er glaubt nämlich, wenn ihm die Lust der Vergnügungen genommen werde, so werde er seines ganzen Lebens beraubt, denn sein natürliches Leben besteht in diesem Lustreiz oder Guten, wie er es nennt; aber er weiß nicht, daß, wenn dieses aus seinem Leben entfernt wird, ihm statt dessen vom Herrn ein geistiger Lustreiz und geistig Gutes eingeflößt wird. Dieses Gute ist es, das durch Manna bezeichnet wird. Das erste Gute oder der erste Lustreiz wird verstanden unter Fleisch und Brot im Lande Ägypten und die Beraubung desselben unter dem Hunger. Aber es ist wohl zu beachten, daß der Mensch, der wiedergeboren wird, nicht des Lustreizes der Vergnügungen des Leibes und der Seele beraubt wird, denn diesen Lustreiz genießt er nach der Wiedergeburt in vollem Maße, und vollständiger als vorher, jedoch in umgekehrter Weise: der Lustreiz der Vergnügungen bildete vor der Wiedergeburt das Ganze seines Lebens, nach der Wiedergeburt aber macht das Gute der Liebtätigkeit das Ganze seines Lebens aus, und dann dient der Lustreiz der Vergnügungen als Mittel und als unterste Grundlage, in die das geistig Gute mit seiner Glückseligkeit und Wonne ausläuft. Wenn daher die Ordnung umgekehrt werden soll, dann muß zuerst der Lustreiz der (sinnlichen) Vergnügungen sterben, und zunichte werden, und statt dessen wird ein neuer Lustreiz aus geistigem Ursprung eingeflößt. 8414. Vers 4,5: Und Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und sammeln nach Bedarf Tag für Tag, damit Ich es versuche, ob es wandle in Meinem Gesetz oder nicht. Und es soll geschehen am sechsten Tage, da sollen sie zubereiten, was sie eingebracht haben, und es soll das Doppelte sein von dem, was sie täglich sammeln. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet den Trost vom Herrn; "siehe, Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen" bedeutet das himmlisch Gute solle einfließen; "und das Volk soll hinausgehen" bedeutet das Leben aus demselben; "und sammeln nach Bedarf Tag für Tag" bedeutet fortwährend nach Bedürfnis; "damit Ich es versuche" bedeutet, es müsse hierdurch an den Tag kommen; "ob es wandle in Meinem Gesetz oder nicht" bedeutet, ob sie ein Leben des Wahren und Guten führen können; "und es soll geschehen am sechsten Tage" bedeutet, am Ende eines jeden Zustandes; "da sollen sie zubereiten, was sie eingebracht haben" bedeutet die Anordnung des angeeigneten Guten; "und es soll das Doppelte sein von dem, was sie täglich sammeln" bedeutet, es müsse verbunden werden. 8415. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 16/4, bedeutet den Trost vom Herrn. Dies erhellt aus dem Folgenden, denn die Worte, die Jehovah sprach, enthalten den Trost nach der Versuchung. Daß nach der Versuchung Trost eintrete, sehe man Nr. 8367, 8370. 8416. "Siehe, Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen", 2. Mose 16/4, bedeutet, das himmlisch Gute solle einfließen. Dies erhellt aus der Bedeutung von regnen, insofern es den Segen bezeichnet, worüber Nr. 2445. Daß regnen den Segen bedeutet, kommt daher, daß der Regen vom Himmel herabfällt und das Land fruchtbar macht, wie das göttlich Gute und Wahre aus dem Himmel bei den Menschen ist und Segen bringt. Daraus kann erhellen, daß regnen im nächsten Sinn das Einfließen bezeichnet, denn alles Gute und Wahre vom Göttlichen fließt ein. Ferner aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das himmlisch Gute ist, worüber im Folgenden. 8417. "Und das Volk soll hinausgehen", 2. Mose 16/4, bedeutet das Leben aus demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, insofern es das Leben bezeichnet, worüber Nr. 1293, 3335, 4882, 5493, 5605; ebenso hier hinausgehen, insofern es soviel ist als gehen, um Manna zu sammeln. Über die Bedeutung von gehen, daß es nämlich das Leben bezeichnet, sehe man auch unten Nr. 8420. 8418. "Und sammeln nach Bedarf Tag für Tag", 2. Mose 16/4, bedeutet fortwährend nach Bedürfnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von sammeln, insofern es soviel ist als aufnehmen, denn wenn regnen den Einfluß bedeutet, nämlich des Guten vom Göttlichen, dann bedeutet sammeln das Aufnehmen, weil sich beides entspricht. Aus der Bedeutung des Bedarfs, insofern er die Sache bezeichnet von der die Rede ist, hier Brot oder Manna aus dem Himmel; und aus der Bedeutung Tag für Tag, insofern es ausdrückt, fortwährend nach Bedürfnis. Fortwährend wird gesagt, weil sie es täglich erhielten; daß täglich fortwährend bedeutet, sehe man Nr. 2838; und nach Bedürfnis wird gesagt, weil sie so viel sammelten, als sie täglich bedurften, und nicht mehr, für jeden nämlich einen Gomer. 8419. "Damit Ich es versuche", 2. Mose 16/4, bedeutet, es müsse hierdurch an den Tag kommen. Dies erhellt aus der Bedeutung von versuchen, insofern es hier soviel ist als erforschen, denn es folgt, ob es wandle in Meinem Gesetz oder nicht. 8420. "Ob es wandle in Meinem Gesetz oder nicht", 2. Mose 16/4, bedeutet, ob sie ein Leben des Wahren und Guten führen können. Dies erhellt aus der Bedeutung von wandeln, insofern es soviel ist als Leben, worüber Nr. 519, 1794; und aus der Bedeutung des Gesetzes, insofern es das Wort bezeichnet, worüber Nr. 2606, 3382, 6752; und weil es das Wort ist, so ist es auch das göttlich Wahre: Nr. 7463; also auch die Lehre des Guten und Wahren. Daher wird durch wandeln im Gesetze Jehovahs bezeichnet, ein Leben des Wahren und Guten führen gemäß der Lehre. Daß im Gesetz wandeln soviel ist, als nach dem Gesetz leben, ist jedem bekannt, weil in der gewöhnlichen Rede so gesagt wird. Hieraus kann erhellen, daß wandeln leben ist; dann auch, daß schon in dem Worte "wandeln" die Bedeutung des geistigen Sinnes liegt, ebenso auch in vielen anderen Ausdrücken. Dies kommt aber nur aus dem Einfließen der geistigen Welt in die Denkvorstellungen, und dadurch in die Worte; denn wer würde ohne jenen Einfluß jemals statt leben "wandeln" sagen, z.B. wandeln im Gesetze, in den Satzungen, in den Geboten, in der Furcht Gottes? Ebenso verhält es sich mit gehen, insofern es leben bedeutet, worüber Nr. 8417; wie auch mit reisen, fortschreiten, in der Fremde leben. Daß diese Ausdrücke ein Leben bezeichnen, kommt daher, weil es in der geistigen Welt keine Räume gibt, sondern statt derselben Lebenszustände: Nr. 2625, 2684, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882,5605, 7381. 8421. "Und es soll geschehen am sechsten Tage", 2. Mose 16/5, bedeutet, am Ende eines jeden Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 3462, 3785, 4850, 7680; und aus der Bedeutung des sechsten, insofern er das Ende des Zustandes bezeichnet. Der sechste Tag bedeutet aber das Ende des Zustandes, weil sieben Tage oder eine Woche eine vollständige Periode oder einen vollen Zustand bedeuten: Nr. 2044, 3845, 6508; deshalb bedeutet der Tag, der dem siebenten vorausgeht, oder der sechste Tag das Ende dieses Zustands, und der folgende Tag oder der achte den Anfang irgendeines Zustands: Nr. 2044, 8400. 8422. "Da sollen sie zubereiten, was sie eingebracht haben", 2. Mose 16/5, bedeutet, die Anordnung des angeeigneten Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von zubereiten, wenn es von dem angeeigneten Guten gesagt wird, insofern es die Anordnung bezeichnet; und aus der Bedeutung von "was sie eingebracht haben", wenn Manna darunter verstanden wird, das das Gute bedeutet, insofern es das Gute bezeichnet, das angeeignet war. Das Sammeln des Manna an jedem Tage bedeutet die Aufnahme des Guten, und das Essen desselben die Aneignung; daher bedeutet zubereiten, was sie eingebracht hatten, die Anordnung des angeeigneten Guten. Diese Anordnung geschieht aber vom Herrn am Ende eines jeden Zustandes, der durch den sechsten Tag bezeichnet wird. Auf die Anordnung folgt dann die Verbindung, die durch den siebenten Tag bezeichnet wird. 8423. "Und es soll das Doppelte sein von dem, was sie täglich sammeln", 2. Mose 16/5, bedeutet, daß es verbunden werden müsse. Dies erhellt aus der Bedeutung von doppelt sein, insofern es ausdrückt, verbunden werden. Dies wird aber durch das Doppelte bezeichnet, weil zwei eine Verbindung ausdrückt, worüber Nr. 1686, 3519, 5194; und aus der Bedeutung von sammeln, insofern es soviel ist als aufnehmen, wie Nr. 8418; und aus der Bedeutung von täglich, oder an jedem Tage, insofern es soviel ist als fortwährend, wie Nr. 8418. Zwei bedeutet Verbindung, weil alles im Universum sich auf zwei Dinge bezieht, nämlich auf das Gute und Wahre, oder was das gleiche, auf Liebe und Glaube; denn das Gute ist Sache der Liebe und das Wahre Sache des Glaubens. Daher sind auch zwei Dinge im Menschen, die sein Leben ausmachen, nämlich der Wille und der Verstand. Der Wille bei dem Menschen ist gebildet zur Aufnahme des Guten oder der Liebe, und der Verstand zur Aufnahme des Wahren oder des Glaubens. Die Verbindung dieser beiden wird Ehe genannt, denn wenn diese beiden miteinander verbunden sind, verhalten sie sich wie Ehegenossen: sie lieben sich gegenseitig, empfangen und gebären; die Kinder derselben werden Früchte genannt. Hieraus ergibt sich nun deutlich, warum zwei oder das Doppelte eine Verbindung bedeutet, denn ohne die Verbindung dieser beiden wird nirgends etwas geboren oder hervorgebracht. Ich will noch hinzufügen, daß man hieraus deutlich erkennen kann, daß der Glaube ohne Liebe oder Liebtätigkeit keine Frucht hervorbringen kann, sondern daß die Frucht aus der Verbindung beider hervorgehen muß. 8424. Vers 6-8: Und Mose und Aharon sprachen zu allen Söhnen Israels: Am Abend sollt ihr erkennen, daß Jehovah euch ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten. Und am Morgen sollt ihr sehen die Herrlichkeit Jehovahs, weil Er selbst gehört hat euer Murren gegen Jehovah; denn was sind wir, daß ihr gegen uns murret? Und Mose sprach: Jehovah wird euch am Abend Fleisch zu essen geben, und Brot am Morgen zur Sättigung; denn Jehovah hat euer Murren gehört, mit dem ihr wider Ihn gemurret habt, was sind wir? Nicht wider uns ist euer Murren, sondern wider Jehovah. "Und Mose und Aharon sprachen zu allen Söhnen Israels" bedeutet die Belehrung durch das göttlich Wahre; "am Abend sollt ihr erkennen, daß Jehovah euch ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten" bedeutet, am Ende des früheren Zustandes werde ihnen die Offenbarung gegeben, daß sie befreit seien; "und am Morgen sollt ihr sehen die Herrlichkeit Jehovahs" bedeutet, bei Anfang eines neuen Zustandes werde die Ankunft des Herrn stattfinden; "weil Er selbst gehört hat euer Murren" bedeutet ihre Klagen würden aufhören; "gegen Jehovah; denn was sind wir, daß ihr gegen uns murret" bedeutet, daß diese (Klagen) wider das Göttliche seien, nicht wider diejenigen, die es vorbildlich darstellten; "und Mose sprach" bedeutet die Belehrung; "Jehovah wird euch am Abend Fleisch zu essen geben" bedeutet, am Ende des Zustandes werde das Gute durch den Lustreiz desselben angeeignet werden; "und Brot am Morgen zur Sättigung" bedeutet, zu Anfang des neuen Zustandes würden sie so viel Gutes haben, als sie aufnehmen könnten; "denn Jehovah hat euer Murren gehört" bedeutet, dadurch würden die Klagen aufhören; "mit dem ihr wider Ihn gemurret habt" bedeutet, dieselben seien wider das Göttliche gewesen, "was sind wir? Nicht wider uns ist euer Murren" bedeutet, nicht wider diejenigen, die das Göttliche vorbildlich darstellten; "sondern wider Jehovah" bedeutet, daß sie sich künftighin davor hüten sollten. 8425. "Und Mose und Aharon sprachen zu allen Söhnen Israels", 2. Mose 16/6, bedeutet die Belehrung durch das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es sich handelt von dem, was von Jehovah befohlen wurde für die, welche der geistigen Kirche angehören, insofern es dann eine Belehrung ist, worüber Nr. 7769, 7793, 7825, 8041; aus der vorbildlichen Bedeutung von Mose und Aharon, insofern sie das göttlich Wahre darstellen, Mose das innere und Aharon das äußere, worüber Nr. 7009, 7089, 7382; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. 8426. "Am Abend sollt ihr erkennen, daß Jehovah euch ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 16/6, bedeutet, am Ende des ersten Zustandes werde ihnen die Offenbarung gegeben, daß sie befreit seien. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abends, insofern er das Ende des vorhergehenden Zustandes bezeichnet, worüber folgen wird; aus der Bedeutung von erkennen, insofern es soviel ist, als geoffenbart werden, denn was Jehovah zu erkennen gibt, wird Offenbarung genannt; und aus der Bedeutung von ausführen, insofern es heißt befreit werden, wie oft im vorigen, hier von den Anfechtungen, die durch das Land Ägypten bezeichnet werden: Nr. 7278. "Am Abend" bedeutet das Ende des vorhergehenden Zustandes, weil die Zustandsveränderungen im anderen Leben sich wie die Tageszeiten in der Welt verhalten, nämlich wie Morgen, Mittag, Abend und Nacht oder Dämmerung, und wiederum Morgen. Man muß wissen, daß in der geistigen Welt fortwährend Veränderungen der Zustände eintreten, und daß alle, die sich dort befinden, dieselben durchmachen. Der Grund ist, damit sie beständig vervollkommnet werden, denn ohne Zustandswechsel, oder ohne die der Ordnung nach beständig aufeinanderfolgenden Veränderungen können die, welche sich dort befinden, nicht vervollkommnet werden. Die Zustandswechsel, die der Ordnung nach aufeinanderfolgen, wie die Tageszeiten und Jahreszeiten, kehren niemals ganz als dieselben wieder, sondern in verschiedener Weise. Der Anfang eines jeden Zustandes entspricht dem Morgen auf Erden, und wird auch mehrmals im Worte unter Morgen verstanden, hingegen das Ende eines jeden Zustandes entspricht dem Abend, und wird auch öfters im Worte Abend genannt. Wenn Morgen ist, dann sind sie in der Liebe, wenn Mittag im Lichte oder im Wahren, wenn aber der Abend eintritt im Dunkeln in Ansehung des Wahren, und im Lustreiz der natürlichen Liebe; dieser Lustreiz ist es, der durch die Wachteln bezeichnet wird, die sie am Abend erhielten: 2. Mose 16/13, das Gute aber wird durch das Manna bezeichnet, das sie an jedem Morgen erhielten: 2. Mose 16/13-15. Hieraus kann erhellen, was Abend bedeutet, nämlich das Ende des Zustandes der Sache, von der es sich handelt, daher auch das Ende des Zustandes einer Kirche. Man sehe jedoch, was im vorigen über die Bedeutung des Abends nachgewiesen worden ist, daß es im anderen Leben Wechsel der Zustände gibt, wie in der Welt Wechsel der Zeiten: Nr. 5672, 5962, 6110. Daß der Abend das Ende der früheren Kirche und der Morgen den Anfang einer neuen bedeutet, sehe man Nr. 2323, 7844; daß es im Himmel einen Abend und eine Dämmerung vor dem Morgen gebe, aber keine Nacht, wie in der Hölle: Nr. 6110. 8427. "Und am Morgen sollt ihr sehen die Herrlichkeit Jehovahs", 2. Mose 16/7, bedeutet, bei Anfang eines neuen Zustandes werde die Ankunft des Herrn stattfinden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, insofern er den Anfang eines neuen Zustandes bezeichnet, worüber Nr. 8426; und aus der Bedeutung der Herrlichkeit Jehovahs, insofern sie die Gegenwart und Ankunft Desselben bezeichnet. Die Herrlichkeit bedeutet aber die Gegenwart und Ankunft des Herrn, weil Herrlichkeit im höchsten Sinn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, und das göttlich Wahre vor den Augen der Engel als Licht und Glanz von der Sonne, die der Herr ist, erscheint. Daß die Herrlichkeit das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bedeutet, sehe man Nr. 5922, 8267; und daß sie die Einsicht und Weisheit vom göttlich Wahren bezeichnet: Nr. 4809; und deshalb auch den inneren Sinn des Wortes, weil er das göttlich Wahre in der Herrlichkeit ist: Nr. 5922. Es wird gesagt, daß sie am Morgen die Herrlichkeit Jehovahs sehen sollten, weil der Aufgang der Sonne und das Licht aus ihr, das im Himmel das äußere und innere Gesicht der Engel erleuchtet, und folglich auch die Gegenwart und Ankunft des Herrn, Der im Himmel als Sonne ist, der Morgenzeit auf Erden entspricht, und hier durch Morgen bezeichnet wird. Dieses Licht aus der Sonne, welches das vom Herrn hervorgehende göttlich Wahre ist, und somit der Herr selbst, ist die Herrlichkeit. Hieraus erhellt, daß durch die Herrlichkeit die Gegenwart und Ankunft des Herrn bezeichnet wird. Daß diese durch Herrlichkeit bezeichnet werden, ergibt sich auch aus mehreren Stellen im Worte: 2. Mose 24/15-18: "Eine Wolke bedeckte den Berg, und die Herrlichkeit Jehovahs ruhte auf dem Berge Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage, das Ansehen der Herrlichkeit Jehovahs war wie verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Augen der Söhne Israels": es ist klar, daß die Gegenwart Jehovahs, d.h. des Herrn, die wie eine Wolke und wie Feuer auf dem Berge erschien, hier die Herrlichkeit Jehovahs genannt wird. 2. Mose 40/34,35: "Die Wolke bedeckte das Versammlungszelt, und die Herrlichkeit Jehovahs erfüllte die Stiftshütte, auch konnte Moses nicht eintreten in das Versammlungszelt, weil die Wolke auf demselben ruhte, und die Herrlichkeit Jehovahs die Stiftshütte erfüllte": auch hier wird die Gegenwart des Herrn, die als eine Wolke erschien, Herrlichkeit genannt. 4. Mose 14/10-12: "Die Herrlichkeit Jehovahs erschien im Versammlungszelt vor allen Söhnen Israels"; desgleichen 4. Mose 16/19; 27/7. 1.Kön.8/10,11: "Es erfüllte eine Wolke das Haus Jehovahs, so daß die Priester nicht stehen konnten, ihren Dienst zu verrichten vor der Wolke, denn die Herrlichkeit Jehovahs erfüllte das Haus Jehovahs". Joh.Offenb.15/8: "Und der Tempel ward erfüllt mit Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von Seiner Kraft, so daß niemand hineingehen konnte in den Tempel". Joh.Offenb.21/10,11,23: "Und er zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, herabsteigend aus dem Himmel von Gott, und erfüllt von der Herrlichkeit Gottes; und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, daß sie in ihr leuchten, denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm": hier bedeutet die Herrlichkeit Gottes offenbar das Licht vom Herrn, welches das von Ihm ausgehende göttlich Wahre ist, somit die Gegenwart des Herrn, denn in dem Wahren, das vom Herrn ausgeht, ist Er gegenwärtig. Daß die Herrlichkeit Jehovahs Seine Gegenwart bedeutet, erhellt auch: 2. Mose 33/18-23: "Mose sprach zu Jehovah: Zeige mir doch Deine Herrlichkeit! Er sprach zu ihm: Ich will alles Gute an dir vorübergehen lassen, und wenn vorübergehen wird Meine Herrlichkeit, so will Ich dich in eine Kluft des Felsens stellen, und will Meine Hand über dich decken, bis Ich vorübergegangen sein werde; wenn Ich aber Meine Hand wegziehen werde, wirst du Mich von hinten sehen, Mein Angesicht aber kann man nicht sehen": auch hier bedeutet die Herrlichkeit Jehovahs offenbar seine Gegenwart. Matth.24/3,30: "Die Jünger sprachen zu Jesu: Sage uns, welches wird das Zeichen Deiner Ankunft sein? Jesus sprach: Alsdann wird das Zeichen des Menschensohnes erscheinen, und sie werden kommen sehen den Menschensohn auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit": es wird hier gehandelt von der letzten Zeit der früheren und dem Anfang einer neuen Kirche. Der Menschensohn bedeutet das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, die Wolken des Himmels das Wort im Buchstabensinn, die Kraft und Herrlichkeit den inneren Sinn, somit das göttlich Wahre, das alsdann erscheinen wird. Die Ankunft des Herrn bedeutet die Anerkennung des göttlich Wahren von denen, die der neuen Kirche angehören, und die Verleugnung von seiten derer, die der alten Kirche angehören; man sehe Nr. 4060. Daß der Herr in Ansehung des göttlich Wahren die Herrlichkeit sei, erhellt bei Jes.40/3,5: "Die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg Jehovahs, es wird sich offenbaren die Herrlichkeit Jehovahs, sehen wird es alles Fleisch zugleich": hier vom Herrn, Der die Herrlichkeit ist. Joh.1/14: "Das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit". Joh.12/41: "So sprach Jesaja, als er Seine Herrlichkeit sah, und von Ihm redete": hier Herrlichkeit für den Herrn. 4. Mose 14/21: "So wahr Ich lebe, und die Herrlichkeit Jehovahs die ganze Erde erfüllen wird": hier die Herrlichkeit Jehovahs für die Ankunft des Herrn und die Erleuchtung durch das göttlich Wahre, das von Ihm ist. Die Herrlichkeit bedeutet das Göttliche des Herrn bei Jes.42/8: "Ich, Jehovah, das ist Mein Name, und Meine Herrlichkeit will Ich keinem anderen geben". Mark.8/38: "Wann des Menschen Sohn kommen wird in der Herrlichkeit Seines Vaters mit Seinen heiligen Engeln". Luk.24/26: "So mußte Christus leiden und eingehen in Seine Herrlichkeit". Weil durch die Herrlichkeit Jehovahs der Herr in Ansehung des göttlich Wahren bezeichnet wird, darum wird auch durch Herrlichkeit die göttliche Weisheit und Einsicht bezeichnet, die dem göttlich Wahren vom Herrn angehört. Die Weisheit und Einsicht vom Göttlichen wird verstanden unter der Herrlichkeit bei Hes.1/28; 8/4; 9/3; 10/4,18,19; 11/22,23; und sie wird daselbst wie durch einen Regenborgen vorgebildet, wie er in einer Wolke sich zeigt. 8428. "Weil Er selbst gehört hat euer Murren", 2. Mose 16/7, bedeutet, ihre Klagen würden aufhören. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, wenn von Jehovah die Rede ist, insofern es soviel ist als sich erbarmen und Hilfe schaffen, somit, daß die Klagen aufhören werden; und aus der Bedeutung des Murrens, insofern es die Betrübnis über das Herbe der Versuchung, und daher auch die Klagen bezeichnet, worüber Nr. 8351. 8429. "Gegen Jehovah; denn was sind wir, daß ihr gegen uns murret?", 2. Mose 16/7, bedeutet, daß sie wider das Göttliche waren, nicht wider diejenigen, die es vorbildeten. Dies erhellt daraus, daß Jehovah das Göttliche ist, hier das göttlich Wahre, das Mose und Aharon vorbildlich darstellten; und aus der Bedeutung des Murrens, insofern es die Klage bezeichnet, wie Nr. 8428; und weil gesagt wird, sie hatten wider Jehovah gemurret, und nicht wider Mose und Aharon, so wird damit bezeichnet, daß es wider das göttlich Wahre gerichtet sei, das durch Mose und Aharon vorgebildet wird, Nr. 8425 und nicht wider diejenigen, die es vorbildlich darstellen, weshalb es auch heißt: "Was sind wir? nicht wider uns ist euer Murren"; denn die Person, die das Göttliche vorbildlich darstellt, ist verhältnismäßig nichts. Überdies murren diejenigen, die gegen eine Person murren, die das Göttliche vorbildet, wenn sie aus dem Göttlichen redet, nicht wider die Person, sondern wider das Göttliche. 8430. "Und Mose sprach", 2. Mose 16/8, bedeutet die Belehrung, wie Nr. 8425. 8431. "Jehovah wird euch am Abend Fleisch zu essen geben", 2. Mose 16/8, bedeutet, am Ende des Zustandes werde das Gute durch den Lustreiz desselben angeeignet werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abends, insofern er das Ende eines Zustandes bezeichnet, worüber Nr. 8426; aus der Bedeutung des Fleisches, insofern es das lebendig gemachte Eigene bezeichnet, oder das himmlische Eigene, das dem Menschen vom Herrn gegeben wird, somit das Gute der Liebe, worüber Nr. 148, 149, 780, 3813, 7850, 8409; hier aber das Gute des Glaubens, weil es das Fleisch von Vögeln oder Geflügel war, Wachteln (Seluv) genannt; denn Geflügel bedeutet das Geistige oder was Sache des Glaubens ist; daher wird durch das Fleisch desselben ein solches Gute bezeichnet; hier das Gute des natürlichen Menschen oder der Lustreiz (desselben). Man merke wohl, daß Manna das Gute des inneren oder geistigen Menschen bedeutet, Wachteln dagegen das Gute des äußeren oder natürlichen Menschen, das Lustreiz (jucundum) genannt wird. Daß diese Dinge solches bedeuten, ergibt sich daraus, daß das Manna zur Zeit des Morgens gegeben wurde, die Wachteln hingegen zur Abendzeit. Daß es zur Zeit des Morgens gegeben wurde, bedeutet das geistig Gute, und daß es zur Abendzeit gegeben wurde, bedeutet das natürlich Gute oder den Lustreiz, denn der Zustand des Morgens tritt im anderen Leben ein, wenn das geistig Gute oder das Innere des Menschen im hellen (Lichte), und das natürlich Gute oder das Äußere des Menschen im Dunkeln ist; der Zustand des Abends dagegen, wenn das natürlich Gute oder das Äußere des Menschen im Hellen, das geistig Gute aber oder des Innere des Menschen im Dunkeln ist. Diese Wechsel folgen in dieser Weise aufeinander, damit der Mensch sich vervollkommne, besonders damit ihm das Gute angeeignet werde, das im Abendzustand durch den Lustreiz geschieht. 8432. "Und Brot am Morgen zur Sättigung", 2. Mose 16/8, bedeutet, zu Anfang des neuen Zustandes würden sie so viel Gutes haben, als sie aufnehmen könnten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915, 8410; hier aber das Gute des Wahren, insofern es das Gute der geistigen Kirche ist, weil unter dem Brot das Manna verstanden wird, wovon im Folgenden. Aus der Bedeutung von früh oder am Morgen, insofern er den Anfang eines neuen Zustandes bezeichnet, wie Nr. 8427; und aus der Bedeutung von "zum satt werden oder bis zur Sättigung", insofern es ausdrückt, soviel man wolle, wovon Nr. 8410; hier soviel als sie aufnehmen könnten, denn das Gute vom Herrn wird nicht nach dem Maß gegeben, wie man wünscht, sondern nur in dem Maße, als man es aufnehmen kann; Böses hingegen wird gegeben, soviel man will. 8433. "Denn Jehovah hat euer Murren gehört", 2. Mose 16/8, bedeutet, dadurch würden die Klagen aufhören. Dies erhellt aus Nr. 8428, wo die gleichen Worte. 8434. "Mit dem ihr wider Ihn gemurret habt" bedeutet, dieselben seien wider das Göttliche gewesen; und "was sind wir? Nicht wider uns ist euer Murren", 2. Mose 16/8, bedeutet, nicht wider diejenigen, die das Göttliche vorbildlich darstellten. Dies erhellt aus Nr. 8429, wo die gleichen Worte. 8435. "Sondern wider Jehovah", 2. Mose 16/8, bedeutet, daß sie sich künftighin davor hüten sollten. Dies erhellt daraus, daß wiederholt gesagt wird, ihre Klagen seien wider Jehovah gewesen, d.h. wider das Göttliche; daher kommt es, daß unter diesen Worten nun zu verstehen ist, sie möchten sich künftighin vor solchen Klagen bei den Versuchungen hüten. 8436. Vers 9-12: Und Mose sprach zu Aharon: Sage der ganzen Gemeinde der Söhne Israels: Tretet herzu vor Jehovah, denn Er hat euer Murren gehört. Und es geschah, als Aharon zur ganzen Gemeinde der Söhne Israels redete, da blickten sie gegen die Wüste hin, und siehe, die Herrlichkeit Jehovahs erschien in einer Wolke. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Ich habe das Murren der Söhne Israels gehört; rede zu ihnen und sprich: Gegen Abend werdet ihr Fleisch essen und gegen Morgen werdet ihr euch sättigen mit Brot, und sollt erkennen, daß Ich Jehovah, euer Gott, bin. "Und Mose sprach zu Aharon" bedeutet den Einfluß des göttlich Wahren, das unmittelbar vom Herrn ausgeht, durch das göttlich Wahre, das mittelbar (von Ihm) ausgeht; "sage der ganzen Gemeinde der Söhne Israels" bedeutet die Belehrung; "tretet herzu vor Jehovah" bedeutet den Zustand der Aufnahme und die Anwendung desselben; "denn Er hat euer Murren gehört" bedeutet, wegen ihrer Betrübnis in der Versuchung, daß Er Hilfe bringen möge; "und es geschah, als Aharon zur ganzen Gemeinde der Söhne Israels redete" bedeutet Belehrung vom Göttlichen durch den Einfluß; "da blickten sie gegen die Wüste hin" bedeutet die Erinnerung an den Zustand der Versuchung, in dem sie gewesen; "und siehe, die Herrlichkeit Jehovahs erschien in einer Wolke" bedeutet die Gegenwart des Herrn in dem Wahren, das zur Wahrnehmung geeignet war; "und Jehovah redete zu Mose und sprach" bedeutet das vom Göttlichen des Herrn ausgehende Wahre, in dem die Gegenwart des Herrn; "Ich habe das Murren der Söhne Israels gehört" bedeutet die Klagen wegen der Versuchung würden aufhören; "rede zu ihnen und sprich" bedeutet Belehrung durch Einfluß; "gegen Abend werdet ihr Fleisch essen" bedeutet, am Ende des Zustandes werde das Gute durch den Lustreiz desselben angeeignet werden; "und gegen Morgen werdet ihr euch sättigen mit Brot" bedeutet, im Anfang des neuen Zustandes würden sie so viel Gutes haben, als sie aufnehmen könnten; "und sollt erkennen, daß Ich Jehovah, euer Gott, bin" bedeutet, sie sollten erkennen, daß der Herr der alleinige Gott sei. 8437. "Und Mose sprach zu Aharon", 2. Mose 16/9, bedeutet den Einfluß des göttlich Wahren, das unmittelbar vom Herrn ausgeht, durch das göttlich Wahre, das mittelbar von Ihm ausgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom göttlich Wahren geschieht, das unmittelbar vom Herrn ausgeht und durch Mose vorgebildet wird; durch das göttlich Wahre, das mittelbar ausgeht und durch Aharon vorgebildet wird, insofern es den Einfluß bezeichnet. Daß sprechen auch einfließen bedeutet, sehe man Nr. 5743, 6152, 6291, 7291, 7381, 8221, 8262; und daß Mose das unmittelbar vom Herrn ausgehende Wahre, und Aharon das mittelbar ausgehende vorbildet: Nr. 7009, 7010, 7089, 7382. Was das unmittelbar vom Herrn ausgehende und das mittelbar ausgehende Wahre sei, sehe man Nr. 7055, 7056, 7058. 8438. "Sage der ganzen Gemeinde der Söhne Israels", 2. Mose 16/9, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom göttlich Wahren geschieht zu denen, die der Kirche angehören, über das, was geschehen solle infolge eines göttlichen Gebotes, insofern es eine Belehrung bezeichnet, wie auch Nr. 7186, 7267, 7304, 7380, 7517, 8127; und aus der Bedeutung der Gemeinde der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, worüber Nr. 7843. 8439. "Tretet herzu vor Jehovah", 2. Mose 16/9, bedeutet den Zustand der Aufnahme und die Anwendung desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "vor Jehovah treten", insofern es den Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 8159, und daher auch die Aufnahme; denn die Aufnahme ist das Entgegenkommen für den Einfluß, weil beides sich gegenseitig entspricht. Inwieweit der Mensch den göttlichen Einfluß aufnimmt, insoweit nähert er sich Ihm, wie man sagt. Das Herzutreten vor Jehovah ist im geistigen Sinn nichts anderes, denn es geschieht durch Glaube und Liebe, und weil sowohl der Glaube als die Liebe von Jehovah ist, d.h. vom Herrn, darum bedeutet auch das Herzutreten vor Ihn die Aufnahme des von Ihm einfließenden Guten und Wahren. Daß es auch die Anwendung desselben bezeichnet, kommt daher, daß die Aufnahme nichts Wirkliches ist, wenn sie nicht zugleich Anwendung ist, nämlich zu einer Nutzleistung, denn der Einfluß vom Göttlichen geht zuerst in die Wahrnehmung, die Sache des Verstandes beim Menschen ist, von da in den Willen, und dann in die Handlung über, d.h. in ein gutes Werk, das die Nutzleistung ist, und hier endigt er. Wenn der Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn diesen Weg durchmacht, dann wird das Gute und Wahre dem Menschen angeeignet, denn dann geht der Einfluß bis in das Letzte der Ordnung, d.h. bis in das Letzte der Natur, wohin aller göttliche Einfluß strebt. Der Mensch, bei dem der göttliche Einfluß so eindringt, kann ein Weg zum Himmel genannt werden. Hieraus kann nun erhellten, daß durch Herzutreten vor Jehovah der Zustand der Aufnahme und Anwendung desselben bezeichnet wird. Dieser Zustand der Aufnahme des Guten wird durch das Manna, und der des Lustreizes durch Wachteln bezeichnet. 8440. "Denn Er hat euer Murren gehört", 2. Mose 16/9, bedeutet, wegen ihrer Betrübnis in der Versuchung, daß Er Hilfe schaffen möge. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, wenn von Jehovah die Rede ist, insofern es soviel ist, als sich erbarmen und Hilfe schaffen, daher auch aufhören lassen, worüber Nr. 8428; und aus der Bedeutung des Murrens, insofern es die Betrübnis (oder den Schmerz) in der Versuchung und die Klage bezeichnet, worüber Nr. 8351, 8428, 8433. 8441. "Und es geschah, als Aharon zur ganzen Gemeinde der Söhne Israels redete", 2. Mose 16/10, bedeutet Belehrung vom Göttlichen durch den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es vom Göttlichen geschieht durch das mittelbar vom Herrn ausgehende Wahre, das durch Aharon vorgebildet wird, insofern es eine Belehrung durch Einfließen bezeichnet; denn der göttliche Einfluß geht in das Wahre beim Menschen, das ihm gelehrt worden ist. Daß reden Einfließen bedeutet, sehe man Nr. 2951, 5481, 5797, 7270, 8128; und daß es eine Belehrung bezeichnet: Nr. 7226, 7241. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er das mittelbar vom Herrn ausgehende Wahre darstellt, worüber Nr. 7009, 7382. 8442. "Da blickten sie gegen die Wüste hin", 2. Mose 16/10, bedeutet die Erinnerung an den Zustand der Versuchung, in dem sie gewesen. Dies erhellt aus der Bedeutung von auf etwas hinblicken, insofern es ein Denken und Überlegen bezeichnet, worüber Nr. 7341, daher auch eine Erinnerung, denn derjenige, der denkt und erwägt, erinnert sich auch; und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand bezeichnet, in dem man Versuchungen zu bestehen hat, worüber Nr. 6828, 8098. 8443. "Und siehe, die Herrlichkeit Jehovahs erschien in einer Wolke", 2. Mose 16/10, bedeutet die Gegenwart des Herrn in dem Wahren, das zur Wahrnehmung geeignet ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herrlichkeit Jehovahs, insofern sie die Gegenwart und Ankunft des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 8427; und aus der Bedeutung der Wolke, insofern sie den Buchstabensinn des Wortes bezeichnet, worüber in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 4391, 5922, 6343 E, 6752, 8106, somit auch das Wahre, das für die Fassungskraft geeignet ist; denn das Wort im Buchstaben ist ein solches Wahres. Aber die Herrlichkeit, die in der Wolke ist, bedeutet das göttlich Wahre, das noch nicht so für die Wahrnehmung geeignet ist, weil es erhaben ist über die Sinnestäuschungen und Scheinbarkeiten, somit bezeichnet sie auch den inneren Sinn des Wortes: Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, Nr. 5922, 8427. Die Herrlichkeit bezeichnet aber den inneren Sinn des Wortes, weil in diesem Sinn von der Kirche und dem Reich des Herrn gehandelt wird, und im höchsten Sinn vom Herrn selbst; in diesem Sinn bedeutet sie auch das eigentlichste göttlich Wahre. Das göttlich Wahre hat nicht eine, sondern viele Abstufungen: das göttlich Wahre in seiner ersten und auch in seiner zweiten Abstufung ist das, welches unmittelbar vom Herrn ausgeht. Dieses geht über die Fassungskraft der Engel hinaus. Das göttlich Wahre im dritten Grade, wie es im innersten oder dritten Himmel ist, ist von der Art, daß der Mensch nichts davon erfassen kann. Das göttlich Wahre in der vierten Abstufung ist so beschaffen, wie es in der Mitte oder im zweiten Himmel ist, und auch dieses kann von keinem Menschen verstanden werden. Das göttlich Wahre aber in der fünften Abstufung ist so, wie es im untersten oder ersten Himmel ist. Dieses kann einigermaßen von dem Menschen, jedoch nur von einem erleuchteten, erfaßt werden, gleichwohl aber ist es von der Art, daß ein großer Teil desselben nicht durch menschliche Worte ausgedrückt werden kann, und wenn es in die Vorstellungen fällt, bewirkt es die Fähigkeit, inne zu werden und auch zu glauben, daß es sich so verhalte. Hingegen das göttlich Wahre in seiner sechsten Abstufung ist von der Art, wie es bei dem Menschen ist, und für die Fassungskraft desselben geeignet, somit ist es der Buchstabensinn des Wortes. Dieser Sinn oder dieses Wahre wird durch die Wolke vorbildlich dargestellt, und die inneren Wahrheiten durch die Herrlichkeit in der Wolke. Daher kommt es, daß Jehovah, d.h. der Herr so oft dem Mose und den Söhnen Israels in einer Wolke erschien, z.B.: 2. Mose 24/15,16; 40/34,35; 1.Kön.8/10,11; Matth.24/30 und anderwärts. Die Erscheinung des Herrn geschieht somit durch das göttlich Wahre und ist auch das göttlich Wahre. Daß die Wolke das für die Wahrnehmung geeignete Wahre bezeichnet, kommt von den vorbildlichen Darstellungen im anderen Leben: hier erscheint die Engelsrede der oberen Himmel denen, die unterhalb sind, wie ein Licht, und auch wie ein Glanz aus dem Lichte, aber die Rede der Engel des unteren Himmels erscheint wie eine helle Wolke in verschiedenen Formen, dicht oder durchsichtig, je nach der Beschaffenheit der Wahrheiten. Hieraus kann man erkennen, daß durch die in der Wolke erscheinende Herrlichkeit Jehovahs die Gegenwart des Herrn in dem für die Wahrnehmung geeigneten Wahren bezeichnet wird. 8444. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach", 2. Mose 16/11, bedeutet das vom Göttlichen des Herrn ausgehende Wahre, in dem die Gegenwart des Herrn ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es Einfluß und Belehrung bezeichnet, wie Nr. 8441; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das vom Göttlichen des Herrn ausgehende Wahre darstellt, worüber Nr. 6752, 6771, 6827, 7010, 7014, 7089, 7382. Die Gegenwart des Herrn im Wahren vom Göttlichen wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah mit Mose aus einer Wolke redete, in der die Herrlichkeit Jehovahs erschien, denn die Herrlichkeit Jehovahs ist die Gegenwart des Herrn in dem von Ihm ausgehenden Wahren: Nr. 8427. 8445. "Ich habe das Murren der Söhne Israels gehört", 2. Mose 16/12, bedeutet, die Klagen wegen der Versuchung würden aufhören, wie Nr. 8428, 8433, wo die gleichen Worte. 8446. "Rede zu ihnen und sprich", 2. Mose 16/12, bedeutet Belehrung durch Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden in den historischen Teilen des Wortes, insofern es eine Belehrung bezeichnet, wie Nr. 8014; und von sprechen, insofern es den Einfluß bedeutet: Nr. 6291, 7291, 7381, 8221, 8262. 8447. "Gegen Abend werdet ihr Fleisch essen", 2. Mose 16/12, bedeutet, am Ende des Zustandes werde das Gute durch den Lustreiz desselben angeeignet werden; man sehe Nr. 8431, wo die gleichen Worte. 8448. "Und gegen Morgen werdet ihr euch sättigen mit Brot", 2. Mose 16/12, bedeutet, im Anfang des neuen Zustandes würden sie so viel Gutes haben, als sie aufnehmen könnten; wie Nr. 8432. 8449. "Und sollt erkennen, daß Ich Jehovah, euer Gott, bin", 2. Mose 16/12, bedeutet, sie sollten erkennen, daß der Herr der alleinige Gott sei. Dies erhellt aus dem, was im vorigen, Nr. 7401, 7444, 7544, 7598, 7636 gesagt und gezeigt worden ist. 8450. Vers 13-15: Und es geschah am Abend, da kamen Wachteln herauf und bedeckten das Lager, und am Morgen war ein Erguß von Tau rings um das Lager. Und als der Erguß des Taues aufstieg, siehe, da lag auf der Oberfläche der Wüste Feines und Rundes, fein wie Reif auf der Erde. Und die Söhne Israels sahen es, und einer sprach zum anderen: Man hu? (Was ist das?) Denn sie wußten nicht, was es war. Mose aber sprach zu ihnen: Das ist das Brot, das Jehovah euch zu essen gibt. "Und es geschah am Abend" bedeutet das Ende des Zustandes; "da kamen Wachteln herauf" bedeutet den natürlichen Lustreiz, durch den das Gute (angeeignet wird); "und bedeckten das Lager" bedeutet, daß er das Natürliche des Menschen erfüllte; "und am Morgen" bedeutet den Anfang eines neuen Zustandes; "war ein Erguß von Tau rings um das Lager" bedeutet, daß sich anschließende Wahre des Friedens; "und als der Erguß des Taues aufstieg" bedeutet das Einfließen des Wahren; "siehe, da lag auf der Oberfläche der Wüste" bedeutet das neue Willensgebiet; "Feines und Rundes" bedeutet das Gute des Wahren in seiner ersten Gestaltung; "fein wie Reif auf der Erde" bedeutet das in der Form des Guten bestehende und fließende Wahre; "und die Söhne Israels sahen es" bedeutet die Wahrnehmung; "und einer sprach zum anderen" bedeutet das Erstaunen; "Man hu? (Was ist das?) Denn sie wußten nicht, was es war" bedeutet, wegen des Nichtkennens; "Mose aber sprach zu ihnen" bedeutet die Belehrung durch das Wahre vom Göttlichen; "das ist das Brot, das Jehovah euch zu essen gibt" bedeutet, dies sei das Gute, das angeeignet werden und ihr Leben bilden müsse; im höchsten Sinn bedeutet es: Das ist der Herr in euch. 8451. "Und es geschah am Abend", 2. Mose 16/13, bedeutet das Ende des Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abends, insofern er das Ende eines Zustandes bezeichnet, worüber Nr. 8426. 8452. "Da kamen Wachteln herauf", 2. Mose 16/13, bedeutet den natürlichen Lustreiz, durch den das Gute (angeeignet wird). Dies erhellt aus der Bedeutung der Wachteln, insofern sie den natürlichen Lustreiz bezeichnen. Daß die Wachteln (Seluv) den natürlichen Lustreiz bedeuten, kommt daher, daß es Seevögel waren und durch Seevogel das Natürliche, und durch das Fleisch desselben, nach dem man sich sehnte, der Lustreiz bezeichnet wird, worüber Nr. 8431. Durch diesen Vogel wird aber auch das Gute bezeichnet, weil er des Abends gegeben wurde; denn wenn im anderen Leben der Zustand eintritt, der dem Abend entspricht, dann werden die guten Geister, und auch die Engel in den Zustand der natürlichen Neigungen versetzt, in dem sie waren, als sie in der Welt lebten, folglich in die Lustreize ihres natürlichen Menschen. Die Ursache ist, damit so das Gute (angeeignet werde), d.h., damit sie dadurch vervollkommnet werden: Nr. 8426. Alle werden aber vervollkommnet durch die Einpflanzung des Glaubens und der Liebtätigkeit in den äußeren oder natürlichen Menschen, denn wenn sie nicht in diesen eingepflanzt werden, kann das Gute und Wahre nicht vom inneren oder geistigen Menschen her, d.h. vom Herrn durch denselben einfließen, denn es findet keine Aufnahme statt, und wenn keine Aufnahme da ist, hört der Einfluß auf und geht verloren, ja der innere Mensch wird sogar verschlossen. Hieraus erhellt, daß das Natürliche durchaus so eingerichtet werden muß, daß es zum Aufnahmegefäß wird. Dies geschieht durch die Lustreize (oder angenehmen Empfindungen), denn das Gute, das Sache des natürlichen Menschen ist, wird Lustreiz genannt, weil es (als solcher) empfunden wird. Daß die Wachtel den natürlichen Lustreiz bedeutet, kommt daher, daß sie ein Seevogel war, denn es heißt, daß sie vom Meer hergetrieben worden sei: "Es fuhr ein Wind aus von Jehovah, und trieb Wachteln vom Meere her, und warf sie nieder auf das Lager": 4. Mose 11/31. Auch bedeutet der Seevogel und das Fleisch desselben den natürlichen Lustreiz, und im entgegengesetzten Sinn den Lustreiz der (bösen) Begierde. Dies bedeutet Wachtel im Folgenden: 4. Mose 11/5,6,31-34: "Und das Gesindel, das unter dem Volke war, hatte lüsterne Begierden, und sie wollten Fleisch haben, und sprachen: Nun ist unsere Seele verschmachtet, es ist nichts da, nur auf dieses Man sind unsere Augen gerichtet. Und ein Wind fuhr aus von Jehovah, und trieb Wachteln vom Meere her, und warf sie nieder auf das Lager, da machte sich das Volk auf diesen ganzen Tag und die ganze Nacht, und den ganzen folgenden Tag und sammelte die Wachteln; wer das wenigste bekam, sammelte doch zehn Gomer; und sie breiteten sich dieselben auseinander rings um das Lager, das Fleisch war noch zwischen ihren Zähnen und nicht aufgezehrt, da entbrannte der Zorn Jehovahs über das Volk, und Jehovah schlug das Volk mit einer sehr großen Plage, und man nannte den Namen dieses Ortes Lustgräber, denn daselbst begrub man die Lüsternen unter dem Volke": hier (steht) Wachtel für den Lustreiz der Begierde. Dieser wird ein Lustreiz der Begierde genannt, wenn die Lust irgendeiner körperlichen oder weltlichen Liebe herrscht, und den ganzen Menschen einnimmt, so daß sie das Gute und Wahre des Glaubens bei ihm zerstört. Dieser Lustreiz ist es, der beschrieben wird, und um deswillen sie mit einer großen Plage geschlagen wurden. Der natürliche Lustreiz aber, der in diesem Kapitel durch die Wachteln bezeichnet wird, die dem Volke am Abend gegeben wurden, ist nicht ein Lustreiz der Begierde, sondern der Lustreiz des natürlichen oder äußeren Menschen, der dem Guten des geistigen oder inneren (Menschen) entspricht. Dieser Lustreiz trägt in sich das geistig Gute; in dem Lustreiz der Begierde aber, von dem 4. Mose Kapitel 11 handelt, liegt höllisches Böses. Beide werden Lustreiz genannt und auch als solcher empfunden, sie sind aber außerordentlich verschieden, denn der eine trägt den Himmel in sich, der andere die Hölle; auch wird der eine dem Menschen zum Himmel, der andere zur Hölle, wenn das Äußere (oder der Leib) abgelegt wird. Sie verhalten sich wie zwei Frauen, die von gleich schönem Angesicht und gefälliger Lebensart der äußeren Form nach erscheinen, der inneren Form nach aber gänzlich ungleich sind, indem die eine keusch und gesund, die andere üppig und unrein, somit die eine in Ansehung ihres Geistes engelartig, die andere in Ansehung ihres Geistes teuflisch ist. Wie sie aber beschaffen sind, erscheint erst dann, wenn das Äußere entfernt und das Innere offenbart wird. Dies wurde gesagt, damit man wisse, was der natürliche Lustreiz ist, in dem das Gute liegt, und der durch Wachteln in diesem Kapitel bezeichnet wird, und was der natürliche Lustreiz ist, in dem das Böse liegt, und der 4. Mose Kapitel 11 durch Wachteln bezeichnet wird. 8453. "Und bedeckten das Lager", 2. Mose 16/13, bedeutet, daß er (der natürliche Lustreiz) das Natürliche des Menschen erfüllte. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedecken, insofern es ein Erfüllen bezeichnet, und aus der Bedeutung des Lagers, insofern es das Gute und Wahre bezeichnet, worüber Nr. 8193, 8196, hier das Natürliche, welches das enthaltende (Gefäß) ist, denn das Natürliche enthält das Gute und Wahre, und ohne diese (beide) ist das Natürliche nicht lebendig, aber auch das Gute und Wahre des äußeren oder natürlichen Menschen ist nichts ohne das Natürliche. Daher kommt es, daß Lager, welches das Wahre und Gute bedeutet, auch das Natürliche bedeutet, in dem dasselbe ist. 8454. "Und am Morgen", 2. Mose 16/13, bedeutet den Anfang eines neuen Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, insofern er den Anfang eines neuen Zustandes bezeichnet, worüber Nr. 8427. 8455. "War ein Erguß von Tau rings um das Lager", 2. Mose 16/13, bedeutet, daß sich anschließende Wahre des Friedens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Taues, insofern er das Wahre des Friedens bezeichnet, worüber Nr. 3579. Der Tau bedeutet aber das Wahre des Friedens, weil er am Morgen vom Himmel herabkommt, und auf den Gefilden wie ein feiner Regen erscheint und auch in höherem Grade als der Regen etwas Sanftes und Angenehmes in sich trägt, wodurch das Gras und das Getreide erquickt werden, und der Morgen den Zustand des Friedens bezeichnet: Nr. 2780. Was der Friede ist, sehe man Nr. 2780, 3696, 4681, 5662, daß er sich nämlich verhält wie die Morgenröte auf der Erde, welche die Gemüter mit einem allgemeinen Wohlgefühl erfreut. Das Wahre des Friedens aber ist wie das Licht der Morgenröte; dieses Wahre, welches das Wahre des Friedens genannt wird, ist das eigentliche göttlich Wahre im Himmel vom Herrn, und regt auch in allgemeiner Weise alle an, die sich daselbst befinden, und macht auch den Himmel zum Himmel; denn im Frieden liegt das Vertrauen auf den Herrn, daß Er alles regiere und für alles sorge, und alles zu einem guten Ende führe. Wenn der Mensch in diesem Glauben lebt, dann ist er im Frieden, weil er dann nichts fürchtet, und keine Besorgnisse über die Zukunft ihm Unruhe macht. In diesen Zustand kommt der Mensch in dem Maße, als er in die Liebe zum Herrn kommt. Diesen Zustand des Friedens entfernt aber jedes Böse, besonders das Selbstvertrauen. Man glaubt, der Böse lebe in Frieden, wenn er Freude und Ruhe darüber empfindet, daß ihm alles glückt. Dies ist aber nicht Friede, sondern nur ein Lustreiz und eine Befriedigung der Begierden, die dem Zustand des Friedens scheinbar ähnlich ist. Weil aber dieser Lustreiz dem Lustreiz des Friedens entgegengesetzt ist, so verwandelt er sich im anderen Leben in Unlust, denn diese liegt inwendig in ihm verborgen; im anderen Leben wird (nämlich) das Äußere allmählich bis auf das Innerste abgelegt. Der Friede ist aber das Innerste in jedem Lustreiz, auch in der Unlust bei dem Menschen, der im Guten ist; und inwieweit derselbe das Äußere auszieht, insoweit offenbart sich der Zustand des Friedens, und soweit wird er von dem Gefühl des Glücks, der Wonne und der Seligkeit durchdrungen, das seinen Ursprung vom Herrn selbst hat. Vom Zustand des Friedens, der im Himmel ist, kann man sagen, er sei von der Art, daß er gar nicht mit Worten beschrieben werden kann und auch durch keine irdische Vorstellung in den Gedanken und der Wahrnehmung des Menschen eingeht, solange er in der Welt ist; er ist über alle (irdische) Empfindung erhaben. Die Ruhe der Seele, die Zufriedenheit und die Freude über glückliche Erfolge sind nichts dagegen, denn diese regen nur das Äußere an, der Friede aber regt das Allerinnerste an, nämlich die Ursubstanzen und die Prinzipien derselben bei dem Menschen, und von da aus verbreitet und ergießt er sich in die aus den Ursubstanzen hervorgehenden Gebilde, und teilt ihnen das Gefühl des Angenehmen mit, und erfüllt die inneren Keime der Vorstellungen, somit auch die Zwecke im Leben des Menschen mit Freude und Glückseligkeit, und macht dadurch das Gemüt des Menschen zu einem Himmel. 8456. "Und als der Erguß des Taues aufstieg", 2. Mose 16/14, bedeutet das Einflößen des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufsteigen, das hier soviel ist als verschwinden, und darum nicht mehr vor dem Blick erscheinen; und aus der Bedeutung des Taues, insofern er das Wahre des Friedens bezeichnet, worüber gleich oben. Das Liegen desselben auf dem Manna bedeutet das Einflößen des Wahren, denn das Wahre des Friedens ist das vom Herrn im Himmel ausgehende göttlich Wahre, und weil dieses das Innerste ist, so dringt es ein in das Wahre, das unter ihm ist, und macht es lebendig, wie der Tau das Gras und die Saaten zu beleben pflegt, auf die er des Morgens fällt. Wenn das Wahre, das unter ihm ist, von demselben belebt worden, dann steigt das Wahre des Friedens empor, d.h., es hört dem Anschein nach auf, und dann erblickt man das Wahre, das von ihm Leben empfangen hat. Auf solche Weise entsteht das Wahre des Glaubens, denn alles Wahre der Lehre oder des Wortes wird nicht eher zum Wahren bei dem Menschen, als bis es aus dem Göttlichen Leben empfangen hat, und es empfängt sein Leben durch Einflößen des vom Herrn ausgehenden Wahren, welches das Wahre des Friedens heißt. Dieses Wahre ist nicht das Glaubenswahre, sondern es ist das Leben oder die Seele des Glaubenswahren, und ordnet alles, was in dem Wahren ist, das man das Glaubenswahre nennt, zu einer himmlischen Form, und nachher auch die Wahrheiten selbst unter sich. Hieraus kann man erkennen, wie es sich mit dem Einflößen des Wahren bei dem Menschen durch das Wahre des Friedens verhält. Man merke auch wohl, daß das Untere oder Äußere bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, allmählich Leben von dem Höheren oder Inneren empfängt, also das Glaubenswahre vom Wahren des Friedens, und dieses vom Herrn selbst. Das Einflößen des Lebens vom Herrn bei denen, die wiedergeboren werden, findet in aufeinanderfolgender Ordnung von Ihm aus statt, also durch das Innerste, und dann durch das Innere in das Äußere; daher ist bei den Wiedergeborenen das Innere geöffnet bis zum Herrn, bei denen aber, die nicht wiedergeboren sind, ist es verschlossen. 8457. "Siehe, da lag auf der Oberfläche der Wüste", 2. Mose 16/14, bedeutet das neue Willensgebiet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie hier das neue Willensgebiet bezeichnet, das durch das Einflößen des Wahren (gebildet wurde); denn der neue Wille wird vom Guten durch das Wahre bei dem Menschen der geistigen Kirche gebildet, und erscheint bei ihm gleichsam als Gewissen, und daß dies ein Bewußtsein des Wahren ist, erhellt aus dem, was von der Wiedergeburt des geistigen Menschen im vorigen gezeigt wurde. Die Wüste bedeutet eigentlich das Unangebaute und Unbewohnte, im geistigen Sinne aber bedeutet sie (den Ort), wo nichts Gutes und Wahres, also auch kein Leben ist: Nr. 1927, 2708, 3900; wenn daher gesagt wird, daß Tau auf der Oberfläche der Wüste erschien, und unter dem Tau Manna, so wird durch Wüste das neue Willensgebiet bezeichnet. 8458. "Feines und Rundes", 2. Mose 16/14, bedeutet das Gute des Wahren in seiner ersten Gestaltung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feinen, insofern es vom Wahren gesagt wird, und aus der Bedeutung des Runden, das vom Guten gesagt wird. Daher wird Feines und Rundes vom Guten des Wahren gesagt. Gutes des Wahren wird das Gute bei dem Menschen der geistigen Kirche genannt, es ist aber nicht nur in Ansehung seines Ursprungs, sondern auch in Ansehung seines Wesens das Wahre. Es erscheint als Wahres, wird aber als Gutes empfunden. Daher bildet es als Wahres das Verstandesgebiet des Gemüts, und als Gutes bildet es das neue Willensgebiet. Das Verstandesgebiet unterscheidet sich nämlich vom Willensgebiet beim Menschen dadurch, daß das Verstandesgebiet sich die Gegenstände in ihrer Form darstellt, so daß es dieselben im Lichte schaut, das Willensgebiet aber von ihnen angeregt wird, so daß es sie zugleich als einen Lustreiz fühlt, somit als etwas Gutes, und zwar gemäß der Beschaffenheit ihrer Form. Daß das Feine vom Wahren, und das Runde vom Guten gesagt wird, hat seinen Grund in den Erscheinungen des Wahren und Guten im anderen Leben. Wenn das Wahre und Gute sichtbar wird, was im anderen Leben ganz deutlich vor den Augen der Geister und Engel geschieht, dann stellt sich das Wahre in vereinzelter Menge dar, somit als groß oder als klein, je nach der Beschaffenheit des Wahren; auch stellt sich das Wahre als etwas Ewiges dar in verschiedener Form und auch als etwas Weißes. Das Gute aber stellt sich dar als zusammenhängendes Ganzes, somit nicht als groß oder klein. Das Gute stellt sich auch dar als etwas Rundes, das gleichmäßig ist in seiner Form, und in Ansehung der Farbe als blau, gelb oder rot. Daß das Gute und Wahre so erscheinen, wenn sie sichtbar dargestellt werden, kommt von dem Unterschied beider in Ansehung der Beschaffenheit, die so in ihrer natürlichen Form hervortritt und sich darstellt, wenn sie sichtbar wird. Daher kommt es, daß die Dinge, die sich in der Welt zu solchen Formen gestalten, entweder Wahres oder Gutes bedeuten, denn es gibt nichts im Weltall, was sich nicht in Ansehung seiner Beschaffenheit auf das Gute oder auf das Wahre bezöge. 8459. "Fein wie Reif auf der Erde", 2. Mose 16/14, bedeutet das in der Form des Guten bestehende und fließende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feinen (oder Kleinen), das vom Wahren gesagt wird, worüber gleich oben; und aus der Bedeutung von "wie Reif", insofern es soviel ist als in der Form des Guten. Das Gute des Wahren, welches das Gute des Menschen der geistigen Kirche ist, Nr. 8458, wird mit dem Reif verglichen wegen seiner Gleichmäßigkeit im Vergleich mit dem Schnee. Schnee wird wegen seiner Klarheit und weißen Farbe vom Wahren gesagt, aber Reif wegen seiner Gleichmäßigkeit vom Wahren, das zum Guten geworden, und welches das Gute des Wahren ist. Daß Schnee vom Wahren gesagt wird, erhellt aus folgenden Stellen: Mark.9/3: "Als Jesus verklärt wurde, wurden sein Kleider glänzend, sehr weiß, wie Schnee". Matth.28/2,3: "Das Ansehen des Engels am Grabe war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee". Joh.Offenb.1/13,14: "Ich sah in der Mitte der sieben Leuchter Einen, gleich einem Menschensohne, Sein Haupt und Seine Haare waren weiß wie weiße Wolle und wie Schnee". Jerem.Klagel.4/7: "Ihre Nasiräer waren weißer als Schnee, heller als Milch". Ps.51/9: "Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich weißer werde als Schnee". Dan.7/9: "Ich sah, daß Stühle gestellt wurden und ein Greis setzte sich darauf; sein Kleid war weiß wie Schnee, und sein Haupthaar wie reine Wolle". In diesen Stellen wird Schnee vom Wahren gesagt, wegen seiner weißen Farbe, und mit dieser werden die Kleider verglichen, weil Kleider im geistigen Sinn Wahrheiten bedeuten: Nr. 4545, 4763, 5248, 5319, 5954, 6914, 6917, 6918. Hieraus ist deutlich, was der Reif bedeutet, nämlich das Wahre in Form des Guten. Das Wahre in der Form des Guten wird bestehend und fließend genannt, weil das Wahre die Form des Guten ist, und das Gute das Leben und gleichsam die Seele dieser Form ist. 8460. "Und die Söhne Israels sahen es", 2. Mose 16/15, bedeutet die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es soviel ist als verstehen und wahrnehmen, worüber Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 4403-4421, 4567. 8461. "Und einer sprach zum anderen", 2. Mose 16/15, bedeutet das Erstaunen. Dies geht daraus hervor, daß "sprechen" auch das, was folgt in sich schließt, hier daß sie erstaunten, als sie das Manna sahen, denn sie sprachen: Man hu, (d.i. Was ist das?), weil sie nicht wußten, was es war; und aus der Bedeutung von "einer zum anderen", insofern es das Wechselseitige bezeichnet, worüber Nr. 4725. 8462. "Man hu? (Was ist das?) Denn sie wußten nicht, was es war", 2. Mose 16/15, bedeutet, wegen des Nichtkennens. Dies erhellt daraus, daß Man in seiner Sprache (das Fragende) was? ist, also ein Nichtkennen ausdrückt. Das Brot, das den Söhnen Israels in der Wüste gegeben wurde, aber Manna genannt, weil dieses Brot das Gute der Liebtätigkeit bedeutet, das durch das Glaubenswahre erzeugt wird. Dieses Gute ist dem Menschen vor der Wiedergeburt ganz und gar unbekannt, und man weiß nicht einmal, daß es ein solches gibt. Vor der Wiedergeburt glaubt nämlich der Mensch, daß es außer dem Lustreiz der Selbstliebe und der Weltliebe, die er Gutes nennt, gar nichts Gutes geben könne, das nicht aus jenen stamme, oder so beschaffen sei. Wenn man ihm dann sagt, es gebe ein inneres Gutes, das, solange die Lüste der Selbst- und Weltliebe herrschen, nicht zur Wahrnehmung, und folglich nicht zur Kenntnis gelangen könne, und dies sei das Gute, in dem die guten Geister und die Engel sind, dann staunt er als über etwas ganz Unbekanntes und Unmögliches, während doch dieses Gute die Lustreize der Selbst- und Weltliebe unendlich übertrifft. Daß diejenigen, die in der Liebe zu sich und zur Welt sind, nicht wissen, was Liebtätigkeit und Glaube ist, noch was es heißt, das Gute ohne Wiedervergeltung tun, und daß eben dieses den Himmel im Menschen macht; ferner daß sie glauben, es bleibe ihnen keine Freude und kein Leben übrig, wenn sie des Lustreizes jener Triebe beraubt würden, während doch dann erst die himmlische Freude beginnt, sehe man Nr. 8037. Hieraus erhellt nun deutlich, daß das Man so genannt wurde wegen der Worte: was ist das? 8463. "Mose aber sprach zu ihnen", 2. Mose 16/15, bedeutet die Belehrung durch das Wahre vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es eine Belehrung bezeichnet, wie Nr. 7769, 7793, 7825, 8041; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre des Gesetzes vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 6771, 6827. 8464. "Das ist das Brot, das Jehovah euch zu essen gibt", 2. Mose 16/15, bedeutet, dies sei das Gute, das angeeignet werden und ihr Leben bilden müsse; im höchsten Sinn bedeutet es: Das ist der Herr in euch. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das himmlische und geistige Gute bezeichnet, und im höchsten Sinn den Herrn, worüber Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915; hier das geistig Gute, d.h. das Gute des Menschen der geistigen Kirche, welches das Gute des Wahren ist, worüber Nr. 8458. Weil dieses Brot das Manna war, so folgt, daß Manna dieses Gute bedeutet, und dies erhellt auch aus der Beschreibung desselben in 2. Mose 16/31: "Daß es war wie weißer Koriandersamen, und sein Geschmack wie Kuchen mit Honig"; und auch aus dessen Beschreibung 4. Mose 11/7,8: "Und das Man war wie Koriandersamen, und sein Aussehen wie das Aussehen des Bedellion; man zermalmte es mit Mühlsteinen, oder zerstieß es im Mörser, und kochte es in Töpfen, und machte Kuchen daraus; und sein Geschmack war wie der Geschmack der Ölkuchen": aus dem einzelnen dieser Stelle zeigt sich deutlich, daß Manna im geistigen Sinn das Gute des Wahren, d.h. das Gute der geistigen Kirche bezeichnet. Darum wird es auch Getreide des Himmels genannt: Ps.78/23,24: "Er gebot dem Gewölke oben, und öffnete die Türen des Himmels, und ließ Manna über sie regnen, Getreide des Himmels gab Er ihnen": daß Getreide das Gute des Wahren bedeutet, sehe man Nr. 5295, 5410. Manna (steht) auch für das Gute des Wahren, das denen gegeben wird, die Versuchungen erdulden und in denselben siegen: Joh.Offenb.2/17: "Dem Überwinder will Ich zu essen geben von dem verborgenen Manna; und will ihm einen weißen Stein geben". Daß Manna im höchsten Sinn den Herrn in uns bedeutet, erhellt aus den Worten des Herrn selbst bei Joh.6/49-51,58: "Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben; dies aber ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, damit, wer davon isset, nicht sterbe; Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brote essen wird, der wird ewiglich leben": hieraus geht deutlich hervor, daß Manna im höchsten Sinn den Herrn bedeutet: der Grund ist, weil Manna das Gute des Wahren bezeichnet und alles Gute vom Herrn, und daher der Herr in dem Guten das Gute selbst ist. Daß dieses Gute ihnen angeeignet werden und ihr Leben ausmachen müsse, wird bezeichnet durch das Essen: Nr. 3168, 3513 E, 3596, 4745; denn das Gute, das vom Herrn ist, macht das Leben des Himmels bei dem Menschen, und nährt und erhält es dann auch. 8465. Vers 16-18: Das ist das Wort, das Jehovah befohlen hat: Sammelt davon ein jeder für seinen Mundbedarf, einen Gomer aufs Haupt; nach der Zahl eurer Seelen, ein jeder für die, so in seinem Zelte sind, sollt ihr es nehmen. Und die Söhne Israels taten also, und sie sammelten, indem der eine viel, der andere wenig sammelte. Und da sie maßen mit dem Gomer, da hatte nicht Überfluß, der viel gesammelt hatte und nicht Mangel, der wenig gesammelt hatte. Ein jeder hatte gesammelt nach dem Bedarf seines Mundes. "Das ist das Wort, das Jehovah befohlen hat" bedeutet den Befehl darüber vom Göttlichen; "Sammelt davon ein jeder für seinen Mundbedarf" bedeutet die Aufnahme und Aneignung nach der Fähigkeit eines jeden; "einen Gomer aufs Haupt" bedeutet das Maß für einen jeden; "nach der Zahl eurer Seelen" bedeutet das Maß für alle in der Gesellschaft; "ein jeder für die, so in seinem Zelte sind, sollt ihr es nehmen" bedeutet die gegenseitige Mitteilung und daher das gemeinschaftliche Gute; "und die Söhne Israels taten also" bedeutet die Wirkung; "und sie sammelten, indem der eine viel, der andere wenig sammelte" bedeutet die Aufnahme je nach dem Vermögen einer jeden Gesellschaft; "und da sie maßen mit dem Gomer" bedeutet das Vermögen zur Aufnahme des Guten; "da hatte nicht Überfluß, der viel gesammelt hatte und nicht Mangel, der wenig gesammelt hatte" bedeutet, daß einem jeden das gerechte Maß zuteil wurde, im Besonderen und im Allgemeinen; "ein jeder hatte gesammelt nach dem Bedarf seines Mundes" bedeutet die Aufnahme nach der Fähigkeit eines jeden. 8466. "Das ist das Wort, das Jehovah befohlen hat", 2. Mose 16/16, bedeutet den Befehl darüber vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wortes, insofern es die Sache bezeichnet, von der gehandelt wird; und aus der Bedeutung von befehlen, wenn es von Jehovah (geschieht), insofern es einen Befehl (oder ein Gebot) bezeichnet. 8467. "Sammelt davon ein jeder für seinen Mundbedarf", 2. Mose 16/16, bedeutet die Aufnahme und Aneignung nach der Fähigkeit eines jeden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sammeln, wenn es sich von dem Guten des Wahren handelt, welches durch Manna bezeichnet wird, insofern es soviel ist als aufnehmen; und aus der Bedeutung von "jeder für seinen Mundbedarf", insofern es die Aneignung nach der Fähigkeit eines jeden bezeichnet; denn nach dem Mundbedarf heißt, wenn von der Speise gehandelt wird, nach dem, was die Ernährung erfordert, wenn es aber vom Guten des Wahren gesagt wird, so bedeutet es, nach der Fähigkeit der Aufnahme und Aneignung, denn durch essen wird im geistigen Sinn die Aneignung bezeichnet: Nr. 3168, 3513, 3596, 4745. 8468. "Einen Gomer aufs Haupt", 2. Mose 16/16, bedeutet das Maß für einen jeden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gomers, insofern er das genügende Maß bezeichnet, worüber folgen wird, und aus der Bedeutung von "aufs Haupt", insofern es soviel ist als für einen jeden. Der Gomer bedeutet aber ein genügendes Maß, weil er der zehnte Teil eines Epha war, wie aus dem letzten Vers 2. Mose Kapitel 16 deutlich ist, und zehn das Volle bedeutet: Nr. 3107; daher bedeutet der zehnte Teil ein genügendes Maß, hier für jeden, was durch "aufs Haupt" ausgedrückt wird. Der Gomer wird nur in diesem Kapitel so genannt, sonst Chomer, welches ein Maß war, das zehn Epha enthielt und daher das Volle bedeutet, z.B.: Hos.3/2: "Ich gewann ein ehebrecherisches Weib um fünfzehn Silberstücke und um einen Chomer Gerste, und um einen halben Chomer Gerste": unter dem ehebrecherischen Weibe wird hier das Haus Israel verstanden, im geistigen Sinn die Kirche daselbst; daß sie um ihren vollen Wert gewonnen worden sei, wird bezeichnet durch fünfzehn Silberstücke und durch den Chomer Gerste. Fünfzehn Silberstücke werden vom Wahren gesagt und einen Chomer Gerste vom Guten. Hes.45/10,11,13,14: "Richtige Waage und richtiges Epha und richtiges Bath sollt ihr haben; das Epha und das Bath sollen einerlei Maß halten; das Bath soll den zehnten Teil vom Chomer und das Epha soll auch den zehnten Teil vom Chomer halten; nach dem Chomer soll euer Maß sich richten; das ist die Abgabe, die ihr geben sollt, den sechsten Teil eines Epha vom Chomer Weizen oder Gerste; und der vorgeschriebene Teil des Öles soll sein von einem Bath Öl, der zehnte Teil eines Bath vom Kor; zehn Bath ein Chomer, denn zehn Bath machen einen Chomer": hier wird von der neuen Erde und von dem neuen Tempel gehandelt, der das geistige Reich des Herrn bedeutet. Ein jeder kann sehen, daß daselbst keine Chomer waren, auch kein Epha, kein Bath und kein Kor, und auch kein Weizen, keine Gerste und kein Öl. Daraus erhellt, daß durch diese Dinge solches bezeichnet wird, was in dem besagten Reiche ist. Daß dies aber geistige Dinge sind, ist klar, somit solche, die sich auf das Gute der Liebtätigkeit oder auf das Wahre des Glaubens beziehen. Chomer wird vom Guten gesagt, weil es das Maß für Weizen und Gerste war, ebenso das Epha; aber Bath wird vom Wahren gesagt, weil es das Maß für den Wein war, auch für Öl, welches das Gute der Liebe bedeutet. Es wird gesagt, daß das Bath einen Chomer betragen solle, ebenso wie das Epha, was im geistigen Sinn ausdrückt, daß alles in jenem (Reich) sich auf das Gute beziehe, wie auch, daß das Wahre darin auch das Gute sein werde; und daß es in vollem Maße vorhanden sein werde, denn Chomer bedeutet das Volle. Jes.5/9,10: "Die vielen Häuser sollen zur Wüste werden, die großen und schönen, so daß kein Bewohner darinnen ist, denn zehn Morgen Weinberg sollen nur ein Bath geben, und ein Chomer Aussaat soll nur ein Epha geben": hier zehn Morgen für das Volle und auch für viel; ebenso Chomer. Aber Bath und Epha für wenig, denn wenn zehn viel ist, so bedeutet der zehnte Teil wenig. 3. Mose 27/16: "Und wenn jemand vom Felde seines Eigentums etwas dem Jehovah heiliget, so soll sich deine Schätzung richten nach seiner Aussaat. Die Aussaat von einem Chomer Gerste zu fünfzig Seckel Silbers": hier Aussaat von einem Chomer und auch fünfzig Seckel für das Volle der Schätzung, weil Chomer das Volle bedeutet, bedeuten zehn Chomer das Übermaß und den Überfluß: 4. Mose 11/32. 8469. "Nach der Zahl eurer Seelen", 2. Mose 16/16, bedeutet das Maß für alle in der Gesellschaft, nämlich das Gute des Wahren, das durch Manna bezeichnet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl der Seelen, insofern es ein genügendes Maß für alle in der Gesellschaft bezeichnet; denn wenn durch einen Gomer aufs Haupt ein genügendes Maß für einen jeden bezeichnet wird, so wird durch "nach der Zahl eurer Seelen" das Maß für alle in der Gesellschaft bezeichnet. Es wird hier vom Guten gehandelt, das bei denen ist, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, weil dieses Gute durch Manna bezeichnet wird, und einem jeden im genügenden Maß gegeben werden soll, wie auch einer jeden Gesellschaft; denn jedes Haus von den Söhnen Israels bildete eine Gesellschaft im Himmel vor: Nr. 7836, 7891, 7996, 7997. Mit den Gesellschaften in den Himmeln verhält es sich in folgender Weise: Der Himmel besteht aus unzähligen Gesellschaften, die unter sich verschieden sind. Eine jede Gesellschaft hat ein gemeinsames Gutes, das unterschieden ist von dem Guten der anderen Gesellschaften. Auch jeder in der Gesellschaft hat sein besonderes Gutes, unterschieden von dem Guten eines jeden anderen in derselben Gesellschaft. Aus dem unterschiedenen und somit verschiedenen aber dennoch übereinstimmenden Guten derer, die in derselben Gesellschaft sind, bildet sich die Form, welche die himmlische Form genannt wird. Der ganze Himmel besteht aus solchen Formen. Die Verbindungen derselben werden Formen genannt in bezug auf das Gute, aber Gesellschaften in Beziehung auf die Personen. Dies wurde vorbildlich dargestellt durch die Unterscheidungen (oder Einteilung) der Söhne Israels in Stämme, Familien und Häuser. 8470. "Ein jeder für die, so in seinem Zelte sind, sollt ihr es nehmen", 2. Mose 16/16, bedeutet die gegenseitige Mitteilung und daher das gemeinschaftliche Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, insofern es die Gesellschaft in Ansehung des Guten bezeichnet. Zelt bedeutet hier das gleiche wie Haus, denn wenn sie umherzogen, lebten sie in Zelten. Daß jeder für die nehmen sollte, die darin wohnten, bedeutet die Mitteilung, also auch das gemeinschaftliche Gute. Weil hierdurch solches bezeichnet wird, was in den Gesellschaften im Himmel besteht, wie Nr. 8469 gesagt wurde, so soll noch gesagt werden, wie es sich damit verhält, damit man erkenne, was unter gegenseitiger Mitteilung in derselben Gesellschaft zu verstehen ist, und wie es sich verhält mit dem gemeinsamen Guten daraus, das dadurch bezeichnet wird, daß jeder für die, so in seinem Zelte sind, nehmen sollte: Ein jeder in einer Gesellschaft im Himmel teilt sein Gutes allen mit, die in der Gesellschaft sind, und alle daselbst teilen es mit jedem einzelnen, daher ist das Gute bei allen gemeinschaftlich, d.h. ein gemeinsames Gutes. Dieses Gute teilt sich dem gemeinsamen Guten anderer Gesellschaften mit, daraus entsteht ein noch allgemeineres Gutes und endlich das allerallgemeinste. Eine solche Mitteilung findet im Himmel statt, und daher kommt es, daß sie eins sind, ganz und gar wie die Organe, Glieder und Eingeweide im Menschen, die, obgleich verschieden und unähnlich, dennoch durch solche Mitteilung sich als eins darstellen. Eine solche Mitteilung der Güter ist aber einzig und allein durch die Liebe möglich, die eine geistige Verbindung ist. Das Allgemeine, was alles und jedes bildet und ordnet, ist das göttlich Gute der göttlichen Liebe vom Herrn. 8471. "Und die Söhne Israels taten also", 2. Mose 16/17, bedeutet die Wirkung; dies erhellt ohne Erklärung. 8472. "Und sie sammelten, indem der eine viel, der andere wenig sammelte", 2. Mose 16/17, bedeutet, die Aufnahme je nach dem Vermögen einer jeden Gesellschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung von sammeln, insofern es soviel ist als aufnehmen, wie Nr. 8467; und aus der Bedeutung von "der eine viel, der andere wenig", insofern es ausdrückt, nach dem Vermögen einer jeden Gesellschaft. Wie es sich damit verhalte, läßt sich aus dem entnehmen, was in jenen Gesellschaften im Himmel sich zeigt, denn Manna bedeutet die himmlische Speise, und himmlische Speise ist das Gute und Wahre; aber das Gute und Wahre im Himmel ist der Herr, weil es von ihm (stammt). Hieraus kann erhellen, daß das, was hinsichtlich des Manna verordnet wurde, solche Dinge bedeutet, die in den besagten Gesellschaften sich finden. Damit verhält es sich aber in folgender Weise: Das göttlich Gute, das vom Herrn ausgeht, wird allen im Himmel im allgemeinen und einzelnen mitgeteilt, doch allenthalben nach der Fähigkeit es aufzunehmen, denn einige nehmen wenig auf, und andere viel. Diejenigen, die wenig aufnehmen, sind an den Grenzen des Himmels, diejenigen aber, die viel (aufnehmen), sind im Inneren daselbst. Jeder ist hier in dem Vermögen, aufzunehmen nach der Beschaffenheit und dem Maße des in der Welt erworbenen Guten. Der Unterschied dieses Vermögens ist es, der durch "viel und wenig" bezeichnet wird. 8473. "Und da sie maßen mit dem Gomer", 2. Mose 16/18, bedeutet das Vermögen zur Aufnahme des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gomers, insofern er ein genügendes Maß bezeichnet, worüber Nr. 8472, also auch das Vermögen. 8474. "Da hatte nicht Überfluß, der viel gesammelt hatte und nicht Mangel, der wenig gesammelt hatte", 2. Mose 16/18, bedeutet, daß einem jeden das gerechte Maß im besonderen und im allgemeinen zuteil wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht Überfluß haben und auch nicht Mangel haben, insofern es soviel ist als ein richtiges (oder gerechtes) Maß haben; und aus der Bedeutung von viel und wenig, insofern es den Unterschied des Vermögens bezeichnet, worüber Nr. 8472; hier nach dem Vermögen eines jeden im besonderen und allgemeinen. 8475. "Ein jeder hatte gesammelt nach dem Bedarf seines Mundes", 2. Mose 16/18, bedeutet die Aufnahme nach der Fähigkeit eines jeden. Dies erhellt aus Nr. 8467, wo dieselben Worte. 8476. Vers 19,20: Und Mose sprach zu ihnen: Keiner lasse davon übrig bis zum Morgen. Aber sie hörten nicht auf Mose, und einige Männer ließen davon übrig bis zum Morgen. Da wuchsen Würmer darin und es wurde faul; und Mose zürnte über sie. "Und Mose sprach zu ihnen" bedeutet die Ermahnung; "keiner lasse davon übrig bis zum Morgen" bedeutet, daß sie nicht aus sich für die Erwerbung (jenes Guten) sorgen sollten; "aber sie hörten nicht auf Mose" bedeutet, daß sie nicht Glauben hatten und daher keinen Gehorsam; "und (einige) Männer ließen davon übrig bis zum Morgen" bedeutet den Mißbrauch des göttlich Guten, das sie aus sich erwerben wollten; "da wuchsen Würmer darin" bedeutet, dadurch sei es unrein geworden; "es wurde faul" bedeutet, deshalb auch höllisch; "und Mose zürnte über sie" bedeutet, daß sie dadurch das göttlich Wahre von sich wendeten. 8477. "Und Mose sprach zu ihnen", 2. Mose 16/19, bedeutet die Ermahnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende in sich schließt, hier die Ermahnung, nichts übrig zu lassen bis zum Morgen. Daß sprechen auch eine Ermahnung bedeutet sehe man Nr. 7090, 3178. 8478. "Keiner lasse davon übrig bis zum Morgen", 2. Mose 16/19, bedeutet, daß sie nicht aus sich für die Erwerbung (jenes Guten) sorgen sollten. Dies erhellt daraus, daß ihnen das Manna jeden Morgen gegeben wurde, und daß in dem, was übrigblieb, Würmer wuchsen; dies bedeutet, daß der Herr täglich für die Bedürfnisse sorgt, und daß sie somit nicht aus sich für die Erwerbung derselben sorgen sollten. Dies wird auch unter dem täglichen Brot verstanden im Gebet des Herrn, und auch unter den Worten des Herrn: Matth.6/25-34: "Sorget nicht für eure Seele, was ihr essen oder trinken werdet; noch für euren Leib, was ihr anziehen werdet; warum sorget ihr für die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Darum sorget nicht und sprechet: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden? denn nach allem solchen trachten die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, daß ihr alles bedürfet. Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit, so wird euch dieses alles hinzugelegt werden. Darum sorget nicht für den anderen Morgen! denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen"; desgleichen Luk.12/11,12,22-31. In diesem Verse, 2. Mose 16/19 und im Folgenden ist im inneren Sinn von der Sorge für den morgenden Tag die Rede, und daß diese Sorge nicht nur verboten, sondern auch verdammungswürdig sei. Daß sie verboten ist, wird dadurch bezeichnet, daß sie von dem Manna nichts übriglassen sollten auf den Morgen; und daß sie verdammungswürdig sei, wird dadurch bezeichnet, daß in dem Übriggebliebenen Würmer entstanden, und daß es faul wurde. Wer diese Sache bloß nach dem Buchstabensinn betrachtet, könnte glauben, daß man alle Sorge für den morgenden Tag ablegen, und somit seine Bedürfnisse täglich aus dem Himmel erwarten müsse; wer aber die Sache tiefer (anschaut) als nach dem Buchstabensinn, und auch wer sie nach dem inneren Sinn betrachtet, der kann wissen, was unter der Sorge für den morgenden Tag zu verstehen ist. Es wird darunter nicht die Sorge verstanden sich Lebensmittel und Kleidung oder auch Vermögen für die zukünftige Zeit zu erwerben; denn es ist nicht gegen die Ordnung für sich und die Seinigen zu sorgen; sondern diejenigen haben Sorge für den morgenden Tag, die mit ihrem Schicksal nicht zufrieden sind, die nicht auf das Göttliche, sondern auf sich vertrauen, und die nur das Weltliche und Irdische, nicht aber das Himmlische vor Augen haben. Bei diesen herrscht in allen Stücken die Sorge für das Zukünftige, die Begierde, alles zu besitzen und über alle zu herrschen, die immer mehr sich entzündet und wächst mit der Zunahme (ihres Vermögens) und endlich über alles Maß hinausgeht. Sie fühlen Schmerz, wenn sie nicht erlangen, was sie begehren, und ängstigen sich, wenn sie irgend Verlust erleiden. Es gibt auch keinen Trost für sie, denn sie zürnen alsdann gegen das Göttliche, sie verwerfen es zugleich samt ihrem ganzen Glauben, und stoßen Verwünschungen aus. So sind diejenigen beschaffen, bei denen die Sorge für den morgenden Tag herrscht. Ganz anders aber ist es bei denen, die auf Gott vertrauen. Obwohl diese auch Sorge für den morgenden Tag haben, haben sie dennoch keine, denn sie denken an den morgenden Tag nicht mit Besorgnis, noch weniger mit Ängstlichkeit; sie sind guten Mutes, mögen sie erreichen, was sie wünschen, oder nicht. Bei Verlusten fühlen sie keinen Schmerz, sie sind zufrieden mit ihrem Schicksal. Werden sie reich, so hängen sie ihr Herz nicht an den Reichtum; gelangen sie zu Ehren, so halten sie sich nicht für würdiger als andere; werden sie arm, so betrüben sie sich nicht darüber. Sind sie in niedriger Stellung, so sind sie nicht mißmutig. Sie wissen, daß denen, die auf Gott vertrauen, alles dient zur Erlangung einer ewigen Glückseligkeit, und daß alles, was ihnen in der Zeit begegnet, dennoch dazu beitragen muß. Man merke aber, daß die göttliche Vorsehung eine allesumfassende ist, d.h. auch im allereinzelnsten (waltet), und daß diejenigen, die mit dem Strom der Vorsehung gehen, beständig zur Glückseligkeit geleitet werden, wie auch immer die Mittel erscheinen mögen, und daß sie mit dem Strome der Vorsehung gehen, die auf Gott vertrauen, und demselben alles zuschreiben, daß aber diejenigen nicht mit dem Strom der Vorsehung gehen, die auf sich allein vertrauen, und sich alles zuschreiben; solche befinden sich im Gegensatze desselben, indem sie dem Göttlichen die Vorsehung absprechen und sich dieselbe anmaßen. Auch merke man sich: Inwieweit jemand mit dem Strome der Vorsehung geht, insoweit ist er im Zustand des Friedens. Ferner, inwieweit jemand im Zustand des Friedens ist aus dem Guten des Glaubens, insoweit ist er in der göttlichen Vorsehung. Solche allein wissen und glauben, daß die göttliche Vorsehung des Herrn in allem und jedem walte, auch in dem allereinzelnsten. Nachweisungen hierüber sehe man Nr. 1919 E, 4329, 5122 E, 5894 E, 6058, 6481-6486, 6490, 7004, 7007; und daß die göttliche Vorsehung das Ewige im Auge habe: Nr. 6491. Diejenigen aber, die im Gegensatz damit stehen, dulden kaum, daß man die Vorsehung nenne, sondern beziehen alles und jedes auf ihre Klugheit, und wenn nicht auf diese, so beziehen sie es auf das Glück oder den Zufall. Einige auf das Fatum (Verhängnis), das sie nicht aus dem Göttlichen, sondern aus der Natur ableiten. Diejenigen aber, die nicht sich oder der Natur alles zuschreiben, nennen sie einfältig. Hieraus kann man wieder ersehen, wie beschaffen diejenigen sind, die für den morgenden Tag sorgen, und wie diejenigen, die nicht für den morgenden Tag sorgen. 8479. "Aber sie hörten nicht auf Mose", 2. Mose 16/20, bedeutet, daß sie nicht Glauben hatten und daher keinen Gehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, insofern es soviel ist als vernehmen, Glauben haben und gehorchen, worüber Nr. 5017, 7216, 8361. 8480. "Und einige Männer ließen davon übrig bis zum Morgen", 2. Mose 16/20, bedeutet den Mißbrauch des göttlich Guten, indem sie es aus sich erwerben wollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von übriglassen bis zum Morgen, insofern es soviel ist als aus sich selbst sorgen für Erwerbung des Guten, worüber Nr. 8478, folglich ist es ein Mißbrauch des göttlich Guten. Mißbrauch wird gesagt, wenn das gleiche im Letzten hervortritt, aber aus entgegengesetztem Ursprung. Aus entgegengesetztem Ursprung geht das Gute hervor, wenn es von Menschen, nicht vom Herrn kommt, denn der Herr ist das Gute selbst, also ist von Ihm alles Gute. Das Gute, das von Ihm ist, hat in sich das Göttliche, somit ist es gut von seinem Innersten und ersten Sein her. Hingegen das Gute, das von Menschen ist, ist nicht gut, weil der Mensch aus sich nichts als Böses ist; daher ist das Gute, das von ihm ist, in seinem ersten (oder innersten) Wesen Böses, obwohl es in seiner äußeren Form als Gutes erscheinen kann. Es verhält sich damit wie mit Blumen auf Gemälden im Vergleich mit denen, die im Garten wachsen: diese Blumen sind vom Innersten aus schön, denn je tiefer hinein man sie öffnet, desto schöner sind sie; hingegen die Blumen auf Gemälden sind nur in der äußeren Form schön, und in Ansehung des Inneren nichts als unreiner Stoff und eine Anhäufung irdischer, durcheinanderliegender Teile. Was auch der Herr lehrt, wenn Er sagt, Matth.6/29: "Salomo in aller seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine der Lilien des Feldes". So verhält es sich mit dem Guten, das vom Menschen ist, in Vergleich mit dem Guten, das vom Herrn stammt; daß diese beiden Arten des Guten unter sich so sehr verschieden sind, kann der Mensch nicht wissen, weil er nach dem Äußeren urteilt, die Engel aber nehmen genau wahr, woher das Gute beim Menschen stammt und wie es beschaffen ist. Die Engel beim Menschen sind und wohnen gleichsam im Guten vom Herrn; aber im Guten von dem Menschen können sie nicht sein; sie entfernen sich von demselben so weit als möglich, denn vom innersten her ist es böse. Das Gute vom Herrn hat in sich den Himmel, weil es in der Form des Himmels ist, und in seinem Innersten den Herrn selbst birgt; denn in allem Guten, das vom Herrn ausgeht, ist Sein Bild, und daher das Bild des Himmels. Hingegen in dem Guten, das von dem Menschen ausgeht, ist das Bild des Menschen, und weil der Mensch aus sich nichts als Böses ist, ist es ein Bild der Hölle. So groß ist der Unterschied zwischen dem Guten vom Herrn und dem Guten vom Menschen. Das Gute vom Herrn ist bei denen, die den Herrn über alles lieben, und den Nächsten wie sich selbst; aber das Gute vom Menschen ist bei denen, die sich über alles lieben und den Nächsten neben sich verachten. Diese sind es, die auch Sorge für den morgenden Tag haben, weil sie auf sich vertrauen; jene aber sind die, welche keine Sorge für den morgenden Tag haben, weil sie dem Herrn vertrauen, worüber Nr. 8478. Die dem Herrn vertrauen, empfangen beständig Gutes von Ihm, denn was ihnen auch widerfährt, mag es als Glück oder Unglück erscheinen, es ist dennoch Gutes, denn es führt als Mittel zu ihrer ewigen Seligkeit. Die aber sich selbst vertrauen, ziehen sich beständig Böses zu, denn alles, was ihnen begegnet, wenn es auch glücklich und heilbringend erscheint, ist dennoch Böses, und führt daher als Mittel zu ihrer ewigen Unseligkeit. Das ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß sie nichts übriglassen sollten bis zum Morgen, und daß das Übriggelassene von Würmern erfüllt und faul wurde. 8481. "Da wuchsen Würmer darin", 2. Mose 16/20, bedeutet, dadurch sei es unrein geworden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Würmer erzeugen", insofern es soviel ist als "Unreines hervorbringen", denn die Würmer entstehen aus Unreinem und Verfaultem. Das Falsche des Bösen, das dem Guten aus dem Eigenen innewohnt, wird mit Würmern verglichen, weil es sich ebenso verhält, denn es nagt und plagt. Zwei Dinge gibt es, welche die Hölle ausmachen, wie es zwei Dinge gibt, die den Himmel ausmachen. Die beiden, die den Himmel ausmachen, sind das Gute und das Wahre, und die beiden, welche die Hölle ausmachen, sind das Böse und das Falsche, folglich sind es die beiden im Himmel, welche die Seligkeit desselben ausmachen, und die beiden in der Hölle, welche die Qual derselben ausmachen. Die Qual in der Hölle durch das Falsche wird mit einem Wurm verglichen, und die Qual durch das Böse in ihr wird mit dem Feuer verglichen: Jes.66/22-24: "Wie der neue Himmel und die neue Erde, die Ich schaffen will, vor Mir bestehen wird, spricht Jehovah, so wird euer Same und euer Name bestehen; zuletzt wird es geschehen, von Neumond zu Neumond und von Sabbath zu Sabbath werden sie vor Mir stehen (anzubeten); und sie werden hinausgehen und die Leichname derer schauen, die gegen Mich frevelten, denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen, und sie werden ein Abscheu sein allem Fleisch". Ebenso vom Herrn bei Mark.9/44,46,48: "Wo ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht erlischt": hier von der Gehenna oder der Hölle. Das Unreine des Falschen wird auch bei Mose mit einem Wurm verglichen: 5. Mose 28/39: "Weinberge wirst du pflanzen und bauen, aber Wein wirst du nicht trinken, denn verzehren wird es der Wurm": Wein für das Wahre aus dem Guten, und im entgegengesetzten Sinn für das Falsche aus dem Bösen: Nr. 6377. 8482. "Und es wurde faul", 2. Mose 16/20, bedeutet, deshalb auch höllisch. Dies erhellt aus der Bedeutung von "faul werden", insofern es das höllische Unreine bezeichnet. Faul werden wird hier vom Bösen gesagt, und Würmer vom Falschen, denn wenn das Gute zum Bösen wird, verhält es sich wie Fleisch oder wie Brot, wenn es verfault. Das Falsche aus diesem Bösen ist wie Würmer, die in demselben infolge der Fäulnis erzeugt werden. 8483. "Und Mose zürnte über sie", 2. Mose 16/20, bedeutet, daß sie dadurch das göttlich Wahre von sich wendeten. Dies erhellt aus der Bedeutung von zürnen oder zornig werden, wenn es in Beziehung auf Mose gesagt wird, der das göttlich Wahre vorbildet, insofern es ein Abwenden von demselben bezeichnet, worüber Nr. 5034, 5798; und daß dieses Abwenden als vom Herrn ausgehend erscheint, während es im Menschen ist: Nr. 5798. Im Worte wird oft Jehovah Zorn und Grimm, ja Wut gegen den Menschen zugeschrieben, während bei Jehovah gegen den Menschen nur reine Liebe und reine Barmherzigkeit waltet und nichts von Zorn ist. Dieses wird im Worte nach dem Anschein gesagt, denn wenn die Menschen gegen das Göttliche sind und daher sich für den Einfluß der Liebe und Barmherzigkeit verschließen, stürzen sie sich in das Böse der Strafe und somit in die Hölle. Dies erscheint wie Unbarmherzigkeit und wie Rache vom Göttlichen wegen des Bösen, das sie getan haben, während doch nichts Derartiges im Göttlichen ist, sondern nur dem Bösen selbst innewohnt. Man sehe jedoch, was hierüber früher gezeigt worden ist: Nr. 1857, 2447, 6071, 6832, 6991, 6997, 7533, 7632, 7643, 7679, 7710, 7877, 7926, 8197, 8214, 8223, 8226, 8227, 8228, 8282. Hieraus erhellt, daß durch "Mose zürnte über sie", ausgedrückt wird, daß sie sich abwendeten vom göttlich Wahren. 8484. Vers 21-24: Und sie sammelten es alle Morgen, jeder nach seinem Mundbedarf, wenn aber die Sonne heiß wurde, zerschmolz es. Und es geschah, am sechsten Tage sammelten sie das Doppelte an Brot, zwei Gomer für einen jeden; und alle Obersten der Gemeinde kamen und zeigten es Mose an. Und er sprach zu ihnen: Das ist es, was Jehovah geredet hat: Morgen ist die Ruhe, der heilige Sabbath Jehovahs; was ihr backen wollt, das backet, und was ihr sieden wollt, das siedet, alles übrige legt zurück, um es zu bewahren bis zum (nächsten) Morgen. Und sie legten es zurück bis zum Morgen, wie ihnen Mose geboten hatte, und es ward nicht faul und war auch kein Wurm darinnen. "Und sie sammelten es alle Morgen" bedeutet die fortwährende Aufnahme des Guten vom Herrn; "jeder nach seinem Mundbedarf" bedeutet, bei jedem nach dem Vermögen der Aneignung; "wenn aber die Sonne heiß wurde, zerschmolz es" bedeutet, daß es hinschwindet nach dem Grade der Zunahme der Begierde; "und es geschah, am sechsten Tage" bedeutet am Ende eines jeden Zustandes; "sammelten sie das Doppelte an Brot" bedeutet die Verbindung infolge des empfangenen Guten; "zwei Gomer für einen jeden" bedeutet das Vermögen alsdann; "und alle Obersten der Gemeinde kamen und zeigten es Mose an" bedeutet das Nachdenken aufgrund der wichtigsten Wahrheiten; "und er sprach zu ihnen" bedeutet die Belehrung; "das ist es, was Jehovah geredet hat" bedeutet den Einfluß vom Göttlichen; "die Ruhe" bedeutet den Zustand des Friedens, wenn keine Versuchung stattfindet; "der heilige Sabbath Jehovahs, morgen" bedeutet die Verbindung des Guten und Wahren auf ewig; "was ihr backen wollt, das backet" bedeutet die Vorbereitung zur Verbindung des Guten; "und was ihr sieden wollt, das siedet" bedeutet die Vorbereitung zur Verbindung des Wahren; "alles übrige legt zurück, um es zu bewahren bis zum (nächsten) Morgen" bedeutet den Genuß alles Guten und Wahren alsdann, wie aus dem Eigenen; "und sie legten es zurück bis zum Morgen" bedeutet den künftigen Genuß; "wie ihnen Mose geboten hatte" bedeutet nach der Belehrung vom göttlich Wahren; "und es ward nicht faul und war auch kein Wurm darinnen" bedeutet, daß nichts Unreines darinnen war, weil es (ihnen) so vom Herrn angeeignet worden. 8485. "Und sie sammelten es alle Morgen", 2. Mose 16/21, bedeutet die fortwährende Aufnahme des Guten vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von sammeln, nämlich das Manna, insofern es die Aufnahme des Guten bezeichnet, wie Nr. 8467, 8472; und aus der Bedeutung von "alle Morgen" oder "an jedem einzelnen Morgen", insofern es das Fortwährende bezeichnet, denn alle Morgen bedeutet an jedem morgenden Tag, und dieser bedeutet das Ewige: Nr. 3998, also auch beständig und fortwährend. 8486. "Jeder nach seinem Mundbedarf", 2. Mose 16/21, bedeutet, bei jedem nach dem Vermögen der Aneignung. Dies erhellt aus Nr. 8467, wo die gleichen Worte. 8487. "Wenn aber die Sonne heiß wurde, zerschmolz es", 2. Mose 16/21, bedeutet, daß es hinschwinde nach dem Grade der Zunahme der Begierde. Dies erhellt aus der Bedeutung von Heißwerden in der Sonne, insofern es die wachsende Begierde bezeichnet, worüber folgen wird, und aus der Bedeutung von schmelzen, insofern es soviel ist als hinschwinden. "Die Sonne wurde heiß" bedeutet aber die wachsende Begierde, weil die Sonne im guten Sinn die himmlische Liebe bedeutet, und zwar darum, weil der Herr die Sonne ist im anderen Leben, und die Wärme, die aus ihr kommt, das Gute des Lebens, und das Licht das Wahre des Glaubens ist. Daß der Herr die Sonne ist, und daher die himmlische Liebe, sehe man Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 2120, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, 4321 E, 4696, 5084, 5097, 5377, 7078, 7083, 7171, 7173, 7270; daher bedeutet die Sonne im entgegengesetzten Sinn die Selbstliebe und die Weltliebe, und die Wärme oder Hitze aus der Sonne bedeutet in diesem Sinn die Begierde. Wie es sich damit verhält, daß das Gute des Wahren, das durch Manna bezeichnet wird, hinschwinde nach dem Grade der wachsenden Begierde, was dadurch bezeichnet wird, daß es schmolz, wenn die Sonne heiß wurde, soll mit wenigem gesagt werden: Das Gute des Wahren oder das geistig Gute wird zwar dem Menschen der geistigen Kirche gegeben, wenn er wiedergeboren wird, aber weil dieses Gute allen Lustreiz der Selbst- und Weltliebe auslöscht, der früher ihr Leben gewesen war (denn diese bilden einen Gegensatz), deshalb kann dieses reine Gute des Wahren nicht lange bei einem solchen Menschen bleiben, sondern es wird vom Herrn durch die Lustreize der Liebesarten gemildert, die sein früheres Leben ausmachten. Würde nämlich jenes Gute nicht so ermäßigt, so würde es ihm zur Unlust werden und Widerwillen erregen. Solcherart ist das himmlische Gute zuerst bei denen, die wiedergeboren werden. In dem Maße, als die Lustreize der Selbst- und Weltliebe entstehen, schwindet daher das Gute der himmlischen Liebe, denn sie sind, wie gesagt, einander entgegengesetzt, und so auch umgekehrt. Daher kommt es, daß es im Himmel Zustandswechsel gibt, denen die Zeitenwechsel in der Welt entsprechen, Nr. 8426, und daß sie (daselbst) abwechselnd in die Lustreize ihrer natürlichen Vergnügungen versetzt werden, denn ohne solche Zustandsveränderungen würde das Gute der himmlischen Liebe gleichsam trocken und wertlos erscheinen. Anders aber, wenn es sofort oder allmählich durch die natürlichen Lustreize ermäßigt wird. Daher kommt es, daß im Anfang, als den Söhnen Israels an jedem Morgen Manna gegeben wurde, ihnen auch Wachteln am Abend gegeben wurden, denn Wachteln bedeuten den natürlichen Lustreiz und auch den Lustreiz der Begierde, Nr. 8452. Man muß jedoch wissen, daß die Begierden, in welche diejenigen, die im Himmel sind, zurückversetzt werden, wenn bei ihnen Abend ist, keine dem himmlisch Guten entgegengesetzten Begierden sind, sondern es sind Begierden, die einigermaßen mit jenem Guten übereinstimmen, es sind nämlich die Begierden, wohl zu tun in reichlichem Maße, und dadurch einigen Ruhm zu erlangen, worin jedoch Wohlwollen liegt und das Bestreben zu dienen. Es sind auch Lustreize der Prachtliebe in bezug auf die Ausschmückung des Hauses, auf den Schmuck der Kleider und dergleichen mehr; es sind überhaupt solche Dinge, die das Gute der himmlischen Liebe zwar nicht zerstören, gleichwohl aber es verdunkeln, und endlich werden sie, in dem Grade, als der Mensch wiedergeboren wird, zu den letzten Unterlagen des himmlisch Guten; dann heißen sie aber nicht mehr Begierden, sondern Annehmlichkeiten. Daß das Gute der himmlischen Liebe ohne Ermäßigung durch solche Dinge gleichsam vertrocknet und dann als etwas Geringes verschmäht wird, wird dadurch bezeichnet, daß die Söhne Israels, als ihnen keine Wachteln mehr gegeben wurden, das Manna eine trockene Speise und eine schlechte Speise nannten, worüber es heißt 4. Mose 11/4,6: "Das Gesindel, das unter ihnen war, hatte lüsterne Begierden, deshalb auch die Söhne Israels wieder weinten und sprachen: Wer gibt uns Fleisch zu essen? Nun vertrocknet (d.i. verschmachtet) unsere Seele; es ist nichts da; nur auf dieses Man sind unsere Augen gerichtet". 4. Mose 21/5: "Es redete das Volk wider Gott und wider Mose: Warum habt ihr uns heraufgeführt aus Ägypten, daß wir sterben in der Wüste, denn kein Brot ist da und kein Wasser, und schon hat unsere Seele Ekel vor dieser schlechten Speise". 5. Mose 8/3: "Jehovah betrübte dich und ließ dich Hunger leiden und speisete dich mit Manna, das du nicht kanntest, noch deine Väter kannten, um dich zu lehren, daß nicht vom Brote allein der Mensch lebe, sondern von allem, was durch den Mund Jehovahs geht". Wie das Manna, so bedeutet auch das ungersäuerte Brot das Gute, das frei von Falschem ist: Nr. 8058; dieses Brot wird aus dem gleichen Grunde "Brot des Elendes" genannt: 5. Mose 16/3. Hieraus kann man nun erkennen, wie es zu verstehen sei, daß das Gute des Wahren verschwinde (oder abnehme), je nach dem Grade der wachsenden Begierde, was dadurch bezeichnet wird, daß das Manna schmolz, als die Sonne heiß wurde. 8488. "Und es geschah, am sechsten Tage", 2. Mose 16/22, bedeutet am Ende eines jeden Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des sechsten Tages, insofern er das Ende eines jeden Zustandes bezeichnet, worüber Nr. 8421. 8489. "Sammelten sie das Doppelte an Brot", 2. Mose 16/22, bedeutet die Verbindung infolge des empfangenen Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Manna sammeln, insofern es die Aufnahme des Guten bezeichnet. Daß sammeln die Aufnahme bezeichnet, sehe man Nr. 8467, 8472, und Manna das Gute des Wahren: Nr. 8464. Ferner aus der Bedeutung des Doppelten, insofern es eine Verbindung ausdrückt, worüber Nr. 8423. HG 8490 8490. "Zwei Gomer für einen jeden", 2. Mose 16/22, bedeutet das Vermögen (oder die Fähigkeit) alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gomers, insofern er das genügende Maß bezeichnet, somit das Vermögen, worüber Nr. 8468, 8473, hier das genügende Maß und die Fähigkeit der Verbindung. Der siebente Tag oder der Sabbath bedeutet nämlich die Verbindung des Guten und Wahren. 8491. "Und alle Obersten der Gemeinde kamen und zeigten es Mose an", 2. Mose 16/22, bedeutet das Nachdenken aufgrund der wichtigsten Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten der Gemeinde, insofern sie die Hauptwahrheiten bezeichnen: Nr. 1482, 2089, 5044; und aus der Bedeutung von anzeigen, insofern es ein Nachdenken bezeichnet, worüber Nr. 2862, 5508. 8492. "Und er sprach zu ihnen", 2. Mose 16/23, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende in sich schließt, hier die Belehrung, nämlich wie es zu halten sei mit dem Sammeln des Manna am Tage vor dem Sabbath. Daß sprechen auch eine Belehrung ausdrückt, sehe man Nr. 6879, 6881, 6883, 6891, 7186, 7267, 7304, 7380. 8493. "Das ist es, was Jehovah geredet hat", 2. Mose 16/23, bedeutet den Einfluß vom Göttlichen. Dies erhellt daraus, daß Jehovah oder der Herr durch das Einfließen lehrt, und daß dies in den historischen Teilen des Wortes durch sprechen und reden ausgedrückt wird. Daß reden auch in anderen Stellen den Einfluß bezeichnet, sehe man Nr. 2951, 5481, 5797, 7270, 8128. 8494. "Die Ruhe", 2. Mose 16/23, bedeutet den Zustand des Friedens, wenn keine Versuchung stattfindet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ruhe, wie sie an den Sabbathtagen war, insofern diese den Zustand des Friedens vorbildlich darstellte, in dem die Verbindung des Guten und Wahren stattfindet. Aber die sechs Tage, die dem siebenten oder dem Sabbath vorangingen, bildeten den Kampf und die Arbeit vor, somit die Versuchungen, die dem Zustand des Friedens vorausgehen, denn nach den Versuchungen tritt der Zustand des Friedens ein, und alsdann die Verbindung des Guten und Wahren. Daß die sechs Tage, die dem siebenten, d.h. dem Sabbath vorangehen, den Kampf und die Arbeit bezeichneten, sehe man Nr. 720, 737, 900; daß nach den Versuchungen Ruhe und Friede eintrete: Nr. 3696, 4572, 5246, 6829, 8367, 8370E; und daß der Sabbath die Verbindung des Guten und Wahren bedeutet, wird man in dem nun Folgenden sehen. 8495. "Der heilige Sabbath Jehovahs, morgen", 2. Mose 16/23, bedeutet die Verbindung des Guten und Wahren auf ewig. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sabbaths, insofern er die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von morgen, insofern es soviel ist, als auf ewig, worüber Nr. 3998. Wer nicht weiß, was der Sabbath vorbildete und daher auch bedeutete, kann auch nicht wissen, warum er für das Allerheiligste gehalten wurde. Er wurde aber für das Heiligste gehalten, weil er im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen und Göttlich-Menschlichen im Herrn vorbildlich darstellte, und im bezüglichen Sinn die Verbindung des Göttlich-Menschlichen des Herrn mit dem menschlichen Geschlechte; deshalb war der Sabbath das Allerheiligste. Und weil er dies vorbildlich darstellte, so bildete er auch den Himmel vor in Ansehung der Verbindung des Guten und Wahren, welche Verbindung die himmlische Ehe genannt wird. Und weil die Verbindung des Guten und Wahren vom Herrn allein bewirkt wird, und keineswegs vom Menschen, und weil sie im Zustande des Friedens hergestellt wird, deshalb war es auf das strengste verboten, daß der Mensch alsdann irgendein Werk verrichtete, und zwar so sehr, daß die Seele dessen, der es dennoch tat, ausgerottet wurde, worüber gesagt wird: 2. Mose 31/14: "Den Sabbath sollt ihr halten, denn er ist heilig bei euch, wer ihn entweiht, der soll des Todes sterben; ein jeder, der ein Werk an ihm verrichtet, dessen Seele soll ausgerottet werden aus der Mitte seines Volkes": deshalb wurde schon der gesteinigt, der an diesem Tage Holz sammelte: 4. Mose 15/32-37. Darum ist auch das Gebot vom Sabbath das dritte Gebot in dem Dekalog, und folgt unmittelbar auf die beiden Gebote von der heiligen Verehrung Jehovahs: 2. Mose 20/8; 5. Mose 5/12; daher wurde auch der Sabbath ein "ewiger Bund" genannt: 2. Mose 31/16; denn Bund bedeutet eine Verbindung: Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804. Hieraus kann nun erhellen, was im inneren Sinn unter dem verstanden wird, das in folgenden Stellen vom Sabbath gesagt wird: Jes.56/2-7: "Selig der Mann, der den Sabbath hält, daß er ihn nicht entheiligt. So spricht Jehovah zu den Verschnittenen: Die Meine Sabbathe halten, und erwählen was Mir wohlgefällt, und Meinen Bund halten, denen will Ich in Meinem Hause und innerhalb Meiner Mauern Ort und Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter; einen ewigen Namen gebe Ich ihnen, der nicht vertilgt wird. Jeder, der Meinen Sabbath hält, daß er ihn nicht entheiligt, und Meinen Bund hält, den will Ich führen auf den Berg Meiner Heiligkeit, und ihn erfreuen in Meinem Bethause": hieraus erhellt, daß unter denen, die den Sabbath heiligen, diejenigen verstanden werden, die in Verbindung mit dem Herrn sind. Daß sie im Himmel sein werden, wird dadurch bezeichnet, daß ihnen "im Hause Jehovahs ein Ort und Name, besser als Söhne und Töchter, ein ewiger Name, der nicht ausgelöscht wird", gegeben werden soll, und daß sie "hingeführt werden sollen auf den Berg der Heiligkeit". Jes.58/13,14: "Wenn du vom Sabbath deinen Fuß abhältst, daß er nicht deinen Willen tut am Tage Meiner Heiligkeit, sondern nennest den Sabbath deine Wonne, dem Jehovah heilig und ehrwürdig, und ehrst ihn, daß du an demselben nicht deine Wege gehst und nicht dein Verlangen suchst, oder eitle Reden führst, dann wirst du deine Lust haben an Jehovah, und Ich werde dich genießen lassen das Erbe Jakobs": hier zeigt sich ganz klar, was dadurch vorbildlich dargestellt wurde, daß sie am Sabbathtage kein Werk verrichten durften, nämlich daß sie nichts aus dem Eigenen tun sollten, sondern aus dem Herrn; denn dies ist der Zustand der Engel im Himmel. Daß sie nichts aus sich oder aus ihrem Eigenen wollen und tun, und auch nicht einmal denken und reden, darinnen besteht ihre Verbindung mit dem Herrn. Das Eigene, aus dem sie nicht handeln sollten, wird dadurch bezeichnet, daß sie nicht ihren Willen tun, nicht ihre Wege gehen, nicht ihr Verlangen suchen und auch nicht eitle Reden führen sollten. Dieser Zustand bei den Engeln ist der eigentliche himmlische Zustand, und wenn sie in ihm sind, dann haben sie Frieden und Ruhe, und auch der Herr hat Seine Ruhe (in ihnen); denn wenn sie mit Ihm verbunden sind, dann hat Er keine Mühe mehr mit ihnen, weil sie dann im Herrn sind. Dies bedeuten die Worte: Du wirst den Sabbath nennen deine Wonne, dem Jehovah heilig, und wirst deine Lust haben an Jehovah. Die Ruhe des Herrn wird dadurch bezeichnet, daß Er nach den sechs Schöpfungstagen am siebenten Tage ruhte: 1. Mose 2/2. Das gleiche wird verstanden unter folgenden Worten: Jerem.17/24,25: "Wenn ihr auf Mich höret, so daß ihr keine Last einführet durch die Tore dieser Stadt am Sabbathtage, und den Sabbathtag heiliget, daß ihr an demselben kein Werk verrichtet, dann werden einziehen durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten, die auf Davids Throne sitzen, zu Wagen und zu Roß, sie und ihre Fürsten, die Männer Judas und die Bewohner Jerusalems, und diese Stadt soll bewohnt werden ewiglich": Werk am Sabbath bedeutet alles, was aus dem Eigenen ist. Der Zustand derer, die nicht aus dem Eigenen, sondern aus dem Herrn geführt werden, wird dadurch beschrieben, daß Könige und Fürsten, die auf Davids Throne sitzen, zu Wagen und zu Roß einziehen werden durch die Tore der Stadt. Durch Könige werden die Glaubenswahrheiten bezeichnet, durch Fürsten die Hauptstücke derselben, durch das Sitzen auf Davids Thron, daß sie vom Herrn stammen. Durch Wagen und Rosse die Lehrbestimmungen und das Verständnis des Glaubens. Man muß wissen, daß alles, was aus dem Eigenen des Menschen kommt, Böses ist, und was aus dem Herrn, Gutes; daß bei denen, die vom Herrn geführt werden, alles einfließt bis auf das Geringste des Lebens, sowohl im Verstandes als im Willensgebiet, also auch alles und jedes des Glaubens und der Liebtätigkeit, darüber sehe man, was ausführlich aus Erfahrung nachgewiesen worden ist: Nr. 2886, 2887, 2888, 6053-6058, 6189-6215, 6307-6327, 6466-6495, 6598-6626, 6982, 6985, 6996, 7004, 7055, 7056, 7058, 7147, 7270. Daß der Sabbath ein Vorbild der Verbindung des Herrn mit dem menschlichen Geschlecht sein sollte, erhellt Hes.20/12; 2. Mose 31/13: "Meine Sabbathe habe Ich ihnen gegeben, daß sie zum Zeichen seien zwischen Mir und zwischen ihnen, um zu erkennen, daß Ich Jehovah, sie heilige". Daher wurde auch verboten, "Feuer anzuzünden am Sabbathtage": 2. Mose 35/3, weil durch Feuer das Ganze des Lebens bezeichnet wird, und durch Feuer anzünden das, was dem Leben aus dem Eigenen angehört. Aus dem Gesagten erhellt, daß der Herr ein Herr des Sabbaths ist, nach Seinen Worten bei Matth.12/1-9; und warum viele Heilungen vom Herrn am Sabbathtage vollbracht wurden: Matth.12/10-14; Mark.3/1-9; Luk.6/6-12; 13/10-18; 14/1-7; Joh.5/9-19; 7/22,23; 9/14,16, denn die Krankheiten, von denen der Herr sie heilte, bedeuteten geistige Krankheiten, die vom Bösen stammen: Nr. 7337, 8364. 8496. "Was ihr backen wollt, das backet" bedeutet die Vorbereitung zur Verbindung des Guten, "und was ihr sieden wollt, das siedet", 2. Mose 16/23, bedeutet die Vorbereitung zur Verbindung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von backen, insofern es, weil es durch Feuer geschieht, die Vorbereitung zur Verbindung des Guten bezeichnet; und aus der Bedeutung von sieden, insofern es, weil es durch Wasser geschieht, die Vorbereitung zur Verbindung des Wahren bezeichnet; denn durch Wasser wird das Glaubenswahre bezeichnet: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; und durch Feuer das Gute der Liebe: Nr. 934, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 7852. Daß es eine Vorbereitung zur Verbindung bedeutet ist klar, denn was gebacken und gesotten wurde, das wurde für den folgenden Sabbathtag vorbereitet, durch den die Verbindung bezeichnet wird, wie gleich oben gezeigt worden ist, denn es war verboten, am Sabbathtag Feuer anzuzünden: 2. Mose 35/3, so daß sie alsdann weder backen noch sieden sollten. Daß backen vom Brot und Speisopfer gesagt wurde, was durch Feuer geschah, sehe man Jes.44/15,19; 1.Sam.28/24; Hes.46/20; 3. Mose 6/10; und daß sieden vom Fleisch gesagt wurde, das mit Wasser gekocht wird: 2. Mose 29/31; 3. Mose 6/21; 1.Sam.2/13,15. 8497. "Alles übrige legt zurück, um es zu bewahren bis zum (nächsten) Morgen", 2. Mose 16/23, bedeutet den Genuß alles Guten und Wahren alsdann, wie aus dem Eigenen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das übrige zurücklegen bis zum Morgen", insofern es den Genuß am Sabbathtage bezeichnet. Es bedeutet aber den Genuß des Guten und Wahren, weil das übrige von dem, was gebacken und gesotten wurde, zurückgelegt und dann gegessen werden sollte; denn durch backen wird die Vorbereitung des Guten, und durch sieden die Vorbereitung des Wahren bezeichnet, wie Nr. 8496 gezeigt worden ist. Durch das Essen aber wird das Genießen und die Aneignung bezeichnet: Nr. 3168, 3513 E, 3596, 3832, 4745, 7849. Ferner aus der Bedeutung von "für euch bis zum Morgen", insofern es bedeutet, wie aus dem Eigenen. Daß diese Worte solches bedeuten, kommt daher, weil das Gute und Wahre, das vom Herrn einfließt, verbunden und gleichsam angeeignet wird. Solcherart ist die Verbindung des Himmels, d.h. derer, die im Himmel sind, mit dem Herrn. "Wie aus dem Eigenen" wird gesagt, weil das Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit weder einem Menschen, noch einem Engel als ihr Eigenes gegeben werden kann; denn die Menschen und die Engel sind nur aufnehmende oder zur Aufnahme des Lebens eingerichtete Formen, somit ist es das Gute und Wahre vom Herrn. Das Leben selbst hat keine andere Quelle, und weil das Leben vom Herrn ist, kann es nur so angeeignet werden, daß es wie das Eigene erscheint. Doch bemerken diejenigen, die im Herrn sind, deutlich, daß das Leben einfließt, folglich auch das Gute und Wahre, denn dies ist Sache des Lebens. Daß das Leben so erscheint, als ob es ihnen eigen wäre, hat seinen Grund darin, daß der Herr aus göttlicher Liebe all das Seinige dem Menschen geben und mit ihm verbinden will, und auch soweit es möglich ist, verbindet. Dieses Eigene, das vom Herrn gegeben wird, heißt das himmlische Eigene, worüber man sehe Nr. 731, 1937, 1947, 2882, 2883, 2891, 3812 E, 5660. 8498. "Und sie legten es zurück bis zum Morgen", 2. Mose 16/24, bedeutet den künftigen Genuß. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8497 erklärt worden ist. 8499. "Wie ihnen Mose geboten hatte", 2. Mose 16/24, bedeutet nach der Belehrung vom göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, insofern es eine Belehrung bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon öfter. 8500. "Und es ward nicht faul und war auch kein Wurm darinnen", 2. Mose 16/24, bedeutet, daß nichts Unreines darinnen war, weil es so vom (Göttlichen) angeeignet wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von faul werden, insofern es das höllisch Unreine bezeichnet, das vom Bösen gesagt wird, worüber Nr. 8482; und aus der Bedeutung des Wurmes, insofern er auch das höllisch Unreine bezeichnet, jedoch das, was vom Falschen ausgesagt wird, worüber Nr. 8481. Daß dergleichen in dem liegt, was vom Eigenen ist, hingegen das Himmlische und Göttliche in dem, was vom Herrn ist, sehe man Nr. 8478. 8501. Vers 25-27: Und Mose sprach: Esset es heute, denn es ist heute der Sabbath Jehovahs; heute werdet ihr es nicht auf dem Felde finden. Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebenten Tag, am Sabbath, wird es nicht dort sein. Und es geschah am siebenten Tage gingen aus dem Volke (einige) aus, um zu sammeln und fanden nichts. "Und Mose sprach" bedeutet die Belehrung über diese Sache; "esset es heute" bedeutet die Aneignung für die Ewigkeit; "denn es ist heute der Sabbath Jehovahs" bedeutet, weil das Gute mit dem Wahren vom Herrn verbunden ist; "heute werdet ihr es nicht auf dem Felde finden" bedeutet, daß man alsdann nicht mehr das Gute vermittelst des Wahren erwerben könne; "sechs Tage sollt ihr es sammeln" bedeutet die Aufnahme des Wahren, bevor es mit dem Guten verbunden wird; "aber am siebenten Tag, am Sabbath" bedeutet, daß nachher die Verbindung eintrete; "wird es nicht dort sein" bedeutet, daß das Gute dann nicht mehr durch das Wahre erworben werde; "und es geschah am siebenten Tage" bedeutet den Zustand des verbundenen Guten und Wahren; "gingen aus dem Volke (einige) aus, um zu sammeln und fanden nichts" bedeutet, daß sie es erwerben wollten, es aber ihnen nicht gestattet wurde. 8502. "Und Mose sprach", 2. Mose 16/25, bedeutet die Belehrung über diese Sache. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende in sich schließt, hier die Belehrung über das Manna, daß sie es nicht finden würden am Sabbathtage. 8503. "Esset es heute", 2. Mose 16/25, bedeutet die Aneignung für die Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 3168, 3513, 3596, 4745; und aus der Bedeutung von heute, insofern es soviel ist, als in Ewigkeit, worüber Nr. 2838, 3998, 4304, 6165, 6984. 8504. "Denn es ist heute der Sabbath Jehovahs", 2. Mose 16/25 bedeutet, weil das Gute mit dem Wahren vom Herrn verbunden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sabbaths, insofern er die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8495; und aus der Bedeutung von heute, insofern es ausdrückt in Ewigkeit, worüber Nr. 8503. Daß Jehovah im Worte der Herr ist, wurde schon öfters nachgewiesen. 8505. "Heute werdet ihr es nicht auf dem Felde finden", 2. Mose 16/25, bedeutet, daß dann das Gute nicht mehr durch das Wahre erworben werden könne. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht finden, wenn es von dem Guten, das durch das Wahre (erworben wird), gesagt wird, insofern es soviel ist, als nicht mehr erwerben; und aus der Bedeutung des Feldes, insofern es den Menschen bezeichnet, hier das Gemüt des Menschen, dem das Gute durch das Wahre eingepflanzt wird; denn der Mensch wird ein Acker oder Feld genannt, weil er das Wahre des Glaubens, das der Same ist, aufnimmt, und Frucht aus dem Samen hervorbringt, die das Gute ist. Wie es sich damit verhält, soll mit wenigem gesagt werden: Vor der Wiedergeburt handelt der Mensch aus dem Wahren, er wirkt aber durch dasselbe das Gute, denn das Wahre wird bei ihm dann zum Guten, wenn es Sache des Willens und dadurch des Lebens wird. Nach der Wiedergeburt aber handelt er aus dem Guten, und durch dieses werden dann die Wahrheiten erworben. Um es noch deutlicher zu machen: vor der Wiedergeburt handelt der Mensch aus Gehorsam, aber nach der Wiedergeburt aus Neigung. Diese beiden Zustände verhalten sich umgekehrt zueinander, denn im ersteren Zustande herrscht das Wahre vor, im letzteren aber das Gute, oder im ersteren Zustand sieht der Mensch abwärts oder rückwärts, im späteren hingegen aufwärts oder vorwärts. Wenn ein Mensch im letzteren Zustand ist, nämlich wenn er aus Neigung handelt, dann ist es ihm nicht mehr erlaubt, rückwärts zu schauen und das Gute aus dem Wahren zu tun, denn dann fließt der Herr in das Gute ein und führt ihn durch das Gute. Würde er dann zurückschauen oder das Gute durch das Wahre tun, so würde er aus dem Seinigen handeln; denn wer aus dem Wahren handelt, führt sich selbst, hingegen wer aus dem Guten, wird vom Herrn geführt. Das ist es, was unter den Worten des Herrn bei Matth.24/15,17,18 zu verstehen ist: "Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, dann steige, wer auf dem Dache ist, nicht herunter etwas aus seinem Hause zu holen, und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück seine Kleider zu holen", und bei Luk.17/31,32: "An jenem Tage, wer auf dem Dache ist und sein Gerät im Hause hat, der steige nicht hinab, es zu holen, und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück; erinnert euch an Lots Weib". Wie es sich weiter damit verhält, sehe man in dem, was Nr. 3652, 5895, 5897, 7923 erklärt worden ist, und was weiter unten, Nr. 8506, 8510 gesagt werden wird. Dies ist es, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch die Worte: "Das Manna wird nicht gefunden werden auf dem Felde am siebenten Tage," und dadurch, daß einige vom Volk ausgingen, um zu sammeln, und nichts fanden. 8506. "Sechs Tage sollt ihr es sammeln", 2. Mose 16/26, bedeutet die Aufnahme des Wahren, bevor es mit dem Guten verbunden wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs Tagen, insofern sie den Zustand des Kampfes und der Arbeit bezeichnen, worüber Nr. 8494; hier den Zustand der Aufnahme des Wahren, oder den Zustand, wenn das Gute durch das Wahre erworben wird, worüber Nr. 8505; denn in diesem Zustand ist Mühe und Kampf. Während dieses Zustandes wird der Mensch in Versuchungen versetzt, die in Kämpfen mit dem Bösen und Falschen bei ihm bestehen, und dann kämpft der Herr für den Menschen und auch zugleich mit ihm. Aber nach diesem Zustand tritt der Zustand der Verbindung des Guten und Wahren ein, somit der Zustand der Ruhe auch für den Herrn. Dieser Zustand ist es, der vorbildlich dargestellt wurde durch die Ruhe am siebenten Tage oder am Sabbath. Daß dann Ruhe für den Herrn eintritt, kommt daher, weil dann das Gute mit dem Wahren verbunden ist. Der Mensch ist alsdann im Herrn, und wird vom Herrn ohne Mühe und Kampf geführt. Dieser Zustand ist es, der verstanden wird unter dem zweiten Zustand, von dem Nr. 8505 gehandelt wurde. 8507. "Aber am siebenten Tag, am Sabbath", 2. Mose 16/26, bedeutet, daß nachher die Verbindung eintrete. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages oder des Sabbaths, insofern er die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8496 8508. "Wird es nicht dort sein", 2. Mose 16/26, bedeutet, daß das Gute dann nicht mehr durch das Wahre erworben werde. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8505 erklärt worden. 8509. "Und es geschah am siebenten Tage", 2. Mose 16/27, bedeutet den Zustand der Verbindung des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages oder Sabbaths, insofern er die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, wie Nr. 8507. 8510. "Gingen aus dem Volke (einige) aus, um zu sammeln und fanden nichts", 2. Mose 16/27, bedeutet, daß sie es erwerben wollten, es aber ihnen nicht gestattet wurde. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8505 erklärt worden ist. Daselbst wurde deutlich nachgewiesen, was es heißt, aus dem Glaubenswahren handeln, und was es heiße, aus dem Guten der Liebtätigkeit, daß nämlich, wer aus dem Glaubenswahren handelt, noch nicht in der Ordnung des Himmels sei, aber wer aus dem Guten der Liebtätigkeit handelt, in der Ordnung ist. Denn die Ordnung, in welcher der Mensch vom Herrn geführt wird, kommt durch das Wollen des Menschen zustande, folglich durch das Gute, denn dies ist Sache des Willens. Dann dient sein Verstehen, folglich sein Wahres, denn dies gehört dem Verstande an. Wenn dieser Zustand eintritt, dann ist Sabbath, denn dann ist Ruhe für den Herrn. Dieser Zustand findet statt, wenn das Gute mit dem Wahren verbunden ist. Daß dieser Zustand auch die Ruhe des Herrn ist, kann daraus erhellen, daß Jehovah oder der Herr nach den sechs Tagen der Schöpfung und der Arbeit am siebenten Tage von allem Werke ruhte: 1. Mose 2/2; dieser Zustand ist der Zustand des Himmels. Daher kommt es, daß der Himmel selbst Sabbath genannt wird, oder daß im Himmel ewiger Sabbath ist. Daß unter der Schöpfung in 1. Mose Kapitel 1 die neue Schöpfung oder Wiedergeburt verstanden wird, und unter den sechs Tagen die Versuchungen und Kämpfe während derselben, darüber sehe man, was zu 1. Mose Kapitel 1 und 2 dort erklärt worden ist. 8511. Vers 28-31: Da sprach Jehovah zu Mose: Wie lange wollt ihr euch weigern, Meine Gebote zu halten und Meine Gesetze? Sehet doch, daß Jehovah euch den Sabbath gegeben hat; deswegen gibt Er euch am sechsten Tage Brot für zwei Tage. Bleibet ruhig, jeder für sich, keiner gehe aus seinem Orte am siebenten Tage. Und das Volk ruhte am siebenten Tage. Und das Haus Israel nannte seinen Namen Man, und es war wie weißer Koriandersamen, und sein Geschmack wie Kuchen mit Honig. "Da sprach Jehovah zu Mose" bedeutet die Erscheinung des Göttlichen sei verdunkelt worden; "wie lange wollt ihr euch weigern, Meine Gebote zu halten und Meine Gesetze" bedeutet, deshalb, weil sie sich nicht der göttlichen Ordnung gemäß benahmen; "sehet doch" bedeutet, sie sollten aufmerken und überlegen; "daß Jehovah euch den Sabbath gegeben hat" bedeutet die Verbindung des Guten und Wahren vom Herrn; "deswegen gibt Er euch am sechsten Tage Brot für zwei Tage" bedeutet, daß Er ihnen deshalb bis zum Ende des ersten Zustandes soviel Gutes durch das Wahre gebe, damit dadurch die Verbindung zustande komme; "bleibet ruhig, jeder für sich" bedeutet den Zustand des Friedens; "keiner gehe aus seinem Orte am siebenten Tage" bedeutet, man müsse dann in dem Zustande verbleiben; "und das Volk ruhte am siebenten Tage" bedeutet die vorbildliche Darstellung der Verbindung des Guten und Wahren im Zustande des Friedens; "und das Haus Israel nannte seinen Namen Man" bedeutet dessen Beschaffenheit in bezug auf sie; "und es war wie weißer Koriandersamen" bedeutet, das Wahre in demselben sei rein; "und sein Geschmack wie Kuchen mit Honig" bedeutet das Gute sei lieblich, wie auch, daß aus dem Wahren durch den Lustreiz Gutes geworden sei. 8512. "Da sprach Jehovah zu Mose", 2. Mose 16/28, bedeutet die Erscheinung des Göttlichen sei verdunkelt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach", insofern es das Folgende in sich schließt, hier, daß sie die Gebote und Gesetze nicht hielten, und daß also die Erscheinung des Göttlichen bei ihnen verdunkelt wurde. Dies geschieht nämlich, wenn man nicht nach den göttlichen Geboten lebt, denn wenn man nach ihnen lebt, dann lebt man nach der göttlichen Ordnung. Die göttlichen Gebote sind nämlich Wahres und Gutes, das der Ordnung gemäß ist; und wenn man nach der Ordnung lebt, dann lebt man im Herrn, denn der Herr ist die Ordnung selbst. Daraus folgt, daß wer nicht nach den Geboten und Gesetzen lebt, die der göttlichen Ordnung gemäß sind, nicht im Herrn lebt, und folglich bei ihm das Göttliche verdunkelt wird. Unter leben nach der Ordnung wird hier verstanden, vom Herrn durch das Gute geführt werden. Man lebt noch nicht nach der Ordnung, wenn man durch das Wahre geführt wird, und wenn der Mensch durch das Wahre geführt wird, erscheint der Herr nicht, deswegen wandelt der Mensch alsdann auch in einem Dunkel, in dem er das Gute nicht sieht. Anders aber ist es, wenn der Mensch durch das Gute geführt wird, dann sieht er im Lichte. 8513. "Wie lange wollt ihr euch weigern, Meine Gebote zu halten und Meine Gesetze?", 2. Mose 16/28, bedeutet, deswegen, weil sie sich nicht der göttlichen Ordnung gemäß benahmen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8512 erklärt worden ist. Damit man wisse, was es heiße, sich der göttlichen Ordnung gemäß benehmen, und was es heiße sich nicht derselben gemäß benehmen, soll es noch (weiter) erklärt werden: Alles, was nach der göttlichen Ordnung geschieht, ist inwendig offen bis zum Herrn, und hat daher den Himmel in sich; alles dagegen, was nicht nach der göttlichen Ordnung geschieht, ist inwendig verschlossen und hat daher den Himmel nicht in sich. Die göttliche Ordnung besteht deshalb darin, daß der Herr durch das Innere des Menschen in das Äußere desselben einfließt, somit durch den Willen des Menschen in das Tun oder Handeln desselben; dies geschieht, wenn der Mensch im Guten ist, d.h., wenn er in der Neigung ist, Gutes zu tun um des Guten willen, und nicht um seinetwillen. Wenn der Mensch es aber tut um seinetwillen und nicht um des Guten willen, dann ist sein Inneres verschlossen, und er kann nicht durch den Himmel vom Herrn geführt werden, sondern wird von sich selbst geführt. Die Liebe bestimmt, von wem er geführt wird, denn einen jeden führt seine Liebe. Wer sich mehr liebt, als den Nächsten, führt sich selbst; wer aber das Gute liebt, den führt das Gute, folglich der Herr, von dem das Gute (stammt). Hieraus kann man ersehen, welcher Unterschied ist zwischen einem Leben nach der Ordnung, und einem Leben nicht nach der Ordnung. Wie man leben muß, damit es der Ordnung gemäß sei, lehrt das Wort und die Glaubenslehre aus dem Wort. Wer nicht weiter sieht als auf das Äußere, kann solche Dinge gar nicht begreifen, er weiß nicht, was das Innere ist, und kaum, daß es ein Inneres gibt, noch weniger, daß das Innere geöffnet werden könne, und daß, wenn es offen ist, der Himmel in ihm ist. Besonders die Weltklugen befinden sich in solcher Unwissenheit; auch die unter ihnen, die ein Inneres annehmen, haben von demselben entweder keine oder eine alberne Vorstellung. Daher kommt es, daß sie nur wenig glauben, und ihre Kenntnisse dazu anwenden, um zu beweisen, daß alles von der Natur herkomme. 8514. "Sehet doch", 2. Mose 16/29, bedeutet, sie sollten aufmerken und überlegen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es soviel ist als verstehen, worüber Nr. 2325, 3863, 4403-4421, 5114, und daher auch ein Innewerden bezeichnet: Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400, und auch ein Überlegen: Nr. 6836, 6839. 8515. "Daß Jehovah euch den Sabbath gegeben hat", 2. Mose 16/29, bedeutet die Verbindung des Guten und Wahren vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sabbaths, insofern er die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8495, daß diese vom Herrn ist, wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah (den Sabbath) gegeben hat, denn Jehovah im Worte ist der Herr. 8516. "Deswegen gibt Er euch am sechsten Tage Brot für zwei Tage", 2. Mose 16/29, bedeutet, daß Er ihnen deshalb bis zum Ende des ersten Zustandes soviel Gutes durch das Wahre gebe, damit dadurch die Verbindung zustande komme. Dies erhellt aus der Bedeutung des sechsten Tages, insofern er das Ende des früheren Zustandes bezeichnet, worüber Nr. 8421; aus der Bedeutung des Manna, welches hier Brot ist, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8462, 8464; und aus der Bedeutung des Sabbaths, für den das Manna auch am sechsten Tage gegeben wurde, somit Brot für zwei Tage, insofern er die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8495. Oben wurde nachgewiesen, daß, weil der Sabbath die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnete, und weil am siebenten Tage kein Manna gefunden wurde, hierdurch bezeichnet werde, daß der Mensch, wenn er in jener Verbindung ist, aus dem Guten handelt und nicht mehr aus dem Wahren, wie auch, daß er nicht mehr aus dem Wahren handeln dürfe, Nr. 8510; weil dies aber paradox erscheint, so soll es noch mit wenigem erklärt werden: Ein jeder muß zum christlich Guten, das Liebtätigkeit genannt wird, durch das Glaubenswahre geführt werden, denn das Glaubenswahre muß ihn nicht nur lehren was Liebtätigkeit ist, sondern auch, wie sie beschaffen sein muß. Und wenn er dies nicht vorher aus der Lehre seiner Kirche lernt (denn aus sich selber kann er es keineswegs wissen), kann er nicht vorbereitet und befähigt werden, dieses Gute aufzunehmen. Als Beispiel möge Folgendes dienen: Aus der Glaubenslehre muß er wissen, daß es nicht Liebtätigkeit ist, wenn man das Gute um seinetwillen tut, oder um der Belohnung willen, und daß man somit nicht durch die Werke der Liebtätigkeit die Seligkeit verdiene. Er muß auch wissen, daß alles Gute der Liebtätigkeit vom Herrn ist, und keineswegs von ihm selbst, und noch vieles andere, was ihn lehrt, worin die Liebtätigkeit bestehe und wie sie beschaffen sei. Hieraus kann man erkennen, daß der Mensch nicht anders zum christlich Guten geführt werden kann, als durch die Glaubenswahrheiten. Ferner muß der Mensch wissen, daß die Wahrheiten nicht aus sich in das Gute eindringen, sondern daß das Gute die Wahrheiten sich anpaßt und mit sich verbindet, denn die Glaubenswahrheiten liegen im Gedächtnis des Menschen wie in einem Felde, das vor dem inneren Blick ausgebreitet ist. Durch dieses innere Schauen fließt das Gute vom Herrn ein, und wählt aus ihnen die übereinstimmenden Wahrheiten und verbindet sich mit denselben. Die Wahrheiten, die unterhalb liegen, können nicht in das Gute, das oberhalb ist, einfließen, denn dies ist ganz gegen die Ordnung, auch ist es unmöglich, daß das Untere in das Obere einfließe, Nr. 5259. Hieraus kann man nun erkennen, wie das christlich Gute beim Menschen entsteht, wenn er wiedergeboren wird, und daher auch, wie der Mensch sein muß, wenn er wiedergeboren ist, daß er nämlich alsdann aus dem Guten handelt, nicht aus dem Wahren, d.h., daß er vom Herrn durch das Gute geführt wird, und nicht mehr durch das Wahre, denn er ist dann in der Liebtätigkeit, d.h. in der Neigung, jenes Gute zu tun. Alle, die im Himmel sind, werden so geführt, denn dies ist der göttlichen Ordnung gemäß, dadurch fließt alles, was sie denken und tun, gleichsam von selbst und mit Freiheit hervor. Ganz anders aber wäre es, wenn sie aus dem Wahren denken und aus demselben handeln würden, denn dann würden sie denken, ob es recht sei, so zu tun oder nicht, und so am einzelnen haften und dadurch das Licht bei sich verdunkeln, und zuletzt würden sie handeln nach dem, was sie selbst lieben, also nach dem Einfluß von dem, was ihren Trieben günstig erscheint; d.h. aber von sich und nicht vom Herrn geführt werden. Hieraus erhellt wiederum, warum das Gute dann nicht mehr erworben werden dürfe durch das Wahre, was dadurch bezeichnet wird, daß sie an sechs Tagen Manna sammeln sollten, und daß es am siebenten Tage nicht gefunden würde, worüber Nr. 8505, 8506, 8510. 8517. "Bleibet ruhig, jeder für sich", 2. Mose 16/29, bedeutet den Zustand des Friedens. Dies erhellt aus der Bedeutung von ruhig bleiben, insofern es den Zustand des Friedens bezeichnet, wovon Nr. 8494. Daß sie am Sabbath ruhig bleiben, und dann kein Werk tun, ja nicht einmal Feuer anmachen sollten, um sich ihr Essen zu bereiten, war eine vorbildliche Darstellung des Zustandes des Friedens, in dem die Verbindung des Guten und Wahren vom Herrn stattfindet, denn alle Verbindung des Guten und Wahren geschieht in diesem Zustand. Wenn der Mensch im Zustand des Friedens ist, dann wird er auch vom Herrn durch das Gute geführt. Würde alsdann der Mensch sich selbst führen, wenn auch durch das Wahre, so würde der Zustand des Friedens verschwinden, und dadurch keine Verbindung (mehr sein), man sehe Nr. 8516. 8518. "Keiner gehe aus seinem Orte am siebenten Tage", 2. Mose 16/29, bedeutet, man müsse dann in dem Zustande verbleiben. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8494, 8517 erklärt worden ist. 8519. "Und das Volk ruhte am siebenten Tage", 2. Mose 16/30, bedeutet die vorbildliche Darstellung der Verbindung des Guten und Wahren im Zustande des Friedens. Dies erhellt aus Nr. 8494, 8517. 8520. "Und das Haus Israel nannte seinen Namen Man", 2. Mose 16/31, bedeutet dessen Beschaffenheit in bezug auf sie. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Ausdrucks "einen Namen nennen", insofern es die Beschaffenheit der Sache bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421, 6674; daß sie es Man nannten, weil sie es nicht kannten, und daß es das Gute des Wahren bedeute, welches das Gute der Angehörigen der geistigen Kirche ist, sehe man Nr. 8462, 8464. 8521. "Und es war wie weißer Koriandersamen", 2. Mose 16/31, bedeutet, das Wahre in demselben sei rein. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, insofern er das Glaubenswahre ist, worüber Nr. 255, 1940, 2048, 3038, 3310, 3373. Koriandersamen wird gesagt, weil dieser weiß ist, denn das Weiße wird vom Wahren gesagt, und das Wahre wird auch als etwas Weißes vorbildlich dargestellt: Nr. 3301, 3993, 4007, 5319. Es wird nun das Gute des Wahren beschrieben, das durch Manna bezeichnet wird, sowohl wie das Wahre in demselben beschaffen ist, als auch wie das Gute in demselben ist. Die Beschaffenheit des Wahren wird dadurch beschrieben, daß es wie weißer Koriandersamen war, und die Beschaffenheit des Guten dadurch, daß sein Geschmack wie Kuchen mit Honig war. Das Gute des Wahren, welches das Gute bei denen ist, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, ist ganz verschieden von dem Guten derer, die dem himmlischen Reich des Herrn angehören; das Gute des Wahren, das diejenigen haben, die dem geistigen Reiche angehören, ist in ihr Verstandesgebiet eingepflanzt, denn in diesem Teil (des Gemütes) wird vom Herrn ein neuer Wille eingepflanzt, der von der Art ist, daß der Mensch handeln will nach dem Wahren, das er aus der Lehre seiner Kirche geschöpft hat, und wenn er dieses Wahre will und tut, dann wird es bei ihm zum Guten, und wird das geistig Gute und auch das Gute des Wahren genannt. Daß dies wirklich das Wahre sei, glaubt er zwar, weil er der Lehre Glauben schenkt, aber ein Innewerden, ob es wahr ist, hat er nicht, wenn er dasselbe nicht etwa zu haben vermeint, weil er es bei sich teils aus dem Buchstabensinn des Wortes, teils aus trügerischen Vorstellungen, die seiner vorgefaßten Meinung günstig sind, begründet hat, wobei er aber nicht bedenkt, daß man alles so sehr begründen kann, daß es als Wahres erscheint, auch selbst das Falsche: Nr. 4741, 5033, 6865, 7012, 7680, 7950. Daher kommt es, daß alle insgesamt glauben, ihre Dogmen seien Wahrheiten, sogar die Socinianer, ja auch die Juden. Hieraus geht deutlich hervor, wie beschaffen das Wahre ist, das in Gutes umgewandelt wird bei vielen, die der Kirche angehören. Von diesen können nur diejenigen erkennen, ob die Lehre ihrer Kirche wahr sei, die in der Neigung zum Wahren sind wegen der Nutzleistung im Leben. Diejenigen, die dieses zum Zweck haben, werden beständig vom Herrn erleuchtet, nicht nur während sie in der Welt leben, sondern auch nachher. Diese allein sind es, die das (Wahre) aufnehmen können, denn der Herr führt sie durch das Gute, und läßt ihnen durch dasselbe das Wahre sehen und dadurch glauben. Hieraus erhellt, woher und wie beschaffen das Gute ist, das diejenigen haben, die dem geistigen Reiche des Herrn angehören. Das Gute aber, das diejenigen haben, die dem himmlischen Reiche des Herrn angehören, ist nicht ihrem Verstandesgebiet eingepflanzt, sondern ihrem Willensgebiet. Die in diesem Guten sind, erkennen aus einem inneren Innewerden, das vom Herrn stammt, ob etwas wahr ist (oder nicht). Über das Gute des einen und des anderen, und über den Unterschied desselben, sehe man Nr. 2046, 2088, 2227, 2669, 2715, 2718, 3235, 3240, 3241, 3246, 4138, 4493, 5113, 6500, 6865, 7233, 7977, 7992. 8522. "Und sein Geschmack wie Kuchen mit Honig", 2. Mose 16/31, bedeutet das Gute sei lieblich, wie auch, daß aus dem Wahren durch den Lustreiz Gutes geworden sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschmackes, insofern er von den Lustreizen, (d.h. von den lieblichen Empfindungen) des Guten gesagt wird, weil er der Lust zur Weisheit entspricht, worüber Nr. 3502, 4793. Aus der Bedeutung des Kuchens, insofern er das geistig Gute bezeichnet, worüber Nr. 7978, und aus der Bedeutung des Honigs, insofern er den natürlichen Lustreiz bezeichnet, worüber Nr. 5620, 6857. Hieraus folgt, daß "sein Geschmack war wie Kuchen mit Honig" bedeutet, das Gute sei lieblich (anziehend), weil es durch den Lustreiz aus dem Wahren gebildet worden sei. Es wird hier das geistig Gute beschrieben, woher und wie es entsteht und somit wie es beschaffen ist, daß nämlich dieses Gute seinem ersten Ursprung nach Wahres sei, daß es aber zum Guten werde dadurch, daß es aus dem Willen, somit aus der Neigung in die Tat übergeht; denn alles, was der Mensch aus Neigung will, wird als Gutes wahrgenommen. Aber dieses Gute kann nicht anders als durch Lustreize entstehen, die im natürlichen Menschen wirken. Durch diese wird der geistige Mensch (in jenes Gute) eingeführt, und wenn er eingeführt ist, hat er eine Empfindung davon. Dies ist es nun, was dadurch bezeichnet wird, daß der Geschmack des Manna wie Kuchen mit Honig war. 8523. Vers 32-34: Und Mose sprach: Das ist das Wort, das Jehovah befohlen hat: Füllet einen Gomer davon zur Aufbewahrung für eure Nachkommen, damit sie das Brot sehen womit Ich euch in der Wüste gespeist habe, als Ich euch ausführte aus dem Lande Ägypten. Und Mose sprach zu Aharon: Nimm einen Krug und tue einen Gomer voll Man hinein, und stelle es hin vor Jehovah zur Aufbewahrung für eure Nachkommen. Wie Jehovah Mose geboten hatte, so stellte Aharon es hin, vor das Zeugnis zur Aufbewahrung. "Und Mose sprach: Das ist das Wort, das Jehovah befohlen hat" bedeutet einen Befehl; "füllet einen Gomer davon" bedeutet den höchsten Grad des Vermögens; "zur Aufbewahrung für eure Nachkommen" bedeutet bei denen, die der geistigen Kirche angehören; "damit sie das Brot sehen, womit Ich euch in der Wüste gespeist habe" bedeutet das Gute des Wahren, als sie im Zustand der Versuchungen waren; "als Ich euch ausführte aus dem Lande Ägypten" bedeutet, nachdem sie befreit waren von den Anfechtungen; "und Mose sprach zu Aharon" bedeutet den Einfluß; "nimm einen Krug" bedeutet das Wahre; "und tue einen Gomer voll Man hinein" bedeutet so viel Gutes, als es fassen kann; "und stelle es hin vor Jehovah" bedeutet, es solle in der Gegenwart des Göttlichen sein; "zur Aufbewahrung für eure Nachkommen" bedeutet, damit es ein Maß sei für die Angehörigen der geistigen Kirche; "wie Jehovah Mose geboten hatte" bedeutet nach dem Befehl; "so stellte Aharon es hin vor das Zeugnis zur Aufbewahrung" bedeutet in der Gegenwart des Göttlichen. 8524. "Und Mose sprach: Das ist das Wort, das Jehovah befohlen hat", 2. Mose 16/32, bedeutet einen Befehl. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wortes Jehovahs, das Er befohlen hat, insofern es einen göttlichen Befehl enthält, wie auch Nr. 8466. 8525. "Füllet einen Gomer davon", 2. Mose 16/32, bedeutet den höchsten Grad des Vermögens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gomers, insofern er das genügende Maß und Vermögen für einen bezeichnet, worüber Nr. 8468, 8473; und weil Gomer das genügende Maß, oder das Maß des Aufnahmsvermögens für einen bezeichnet, so bedeutet es auch für denselben den höchsten Grad dieses Vermögens. 8526. "Zur Aufbewahrung für eure Nachkommen", 2. Mose 16/32, bedeutet bei denen, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nachkommen, insofern sie das bezeichnen, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, worüber Nr. 613, 2020, 2584, 6239; daher bedeuten sie im bestimmten Sinn diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, weil diese im Glauben und in der Liebtätigkeit sind, und durch die Söhne Israels vorgebildet werden, deren Nachkommen hier gemeint sind. Zur Aufbewahrung für sie, bedeutet, damit es ihnen ein Gedenkzeichen sei. 8527. "Damit sie das Brot sehen, womit Ich euch in der Wüste gespeist habe", 2. Mose 16/32, bedeutet das Gute des Wahren, als sie im Zustand der Versuchungen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Manna, das hier das Brot ist, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8462, 8464; und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand bezeichnet, in dem man Versuchungen zu bestehen hat, worüber Nr. 8098. 8528. "Als Ich euch ausführte aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 16/32, bedeutet, nachdem sie befreit waren von den Anfechtungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen, insofern es soviel ist als befreien; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 7278. Das Land Ägypten bedeutet die Anfechtungen, weil durch Ägypter und Pharao diejenigen bezeichnet werden, die im anderen Leben die Rechtschaffenen anfochten, und sie auch heutzutage noch anfechten: Nr. 7097, 7220, 7228, 7317, 8148. 8529. "Und Mose sprach zu Aharon", 2. Mose 16/33, bedeutet den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn vom inneren göttlich Wahren, das durch Mose vorgebildet wird, zu dem äußeren göttlich Wahren, das durch Aharon vorgebildet wird, (geredet wird), insofern es einen Einfluß bezeichnet, denn der göttliche Einfluß geht durch das Wahre, das unmittelbar vom Herrn ausgeht, in das Wahre, das mittelbar (vom Ihm ausgeht). Daß Mose und Aharon im vorbildlichen Sinn diese beiden Arten des Wahren bedeuten, sehe man Nr. 7009, 7010, 7382. 8530. "Nimm einen Krug", 2. Mose 16/33, bedeutet das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kruges, insofern er hier das Wahre bezeichnet. Der Krug bedeutet aber das Wahre, weil er das Gefäß war, welches das Manna aufnahm, durch welches das Gute bezeichnet wird, und alles Wahre gleichsam ein Gefäß des Guten ist, weshalb auch im allgemeinen durch Gefäße Wahrheiten bezeichnet werden: Nr. 3068, 3079, 3316, 4318, folglich auch durch Gefäße im besonderen, und hier durch den Krug. Daß die Wahrheiten Aufnahmegefäße für das Gute sind, kann aus verschiedenen Dingen in der Natur erläutert werden, z.B. vom Licht, das die Wärme von der Sonne aufnimmt; Licht bedeutet auch das Wahre, und die Wärme im Licht bedeutet das Gute. Ebenso verhält sich das Wahre und Gute, sie verhalten sich auch zueinander wie die Kleider zum Leibe, und wie der Körper zur Seele. Ferner verhalten sie sich, wie das Blutgefäß und die Fasern desselben zu dem davon eingeschlossenen Blut und dem Lebensgeist. Ferner wie die Lunge zum Herzen, somit auch wie das Atmen der Lunge zu den Schlägen des Herzens. Sie verhalten sich mit einem Worte wie jede organische Form des Körpers zu dem innewohnenden Leben. Aus diesen Vergleichungen kann man erkennen, wie das Wahre ohne das Gute beschaffen ist, oder wie der Glaube ohne Liebtätigkeit, daß er nämlich so ist, wie organische Formen des Körpers, die kein Leben haben, und wie das Atmen der Lungen ohne Herzschlag, oder wie die Lunge ohne das Herz; wie ein Blutgefäß und dessen Fasern ohne Blut und Lebensgeist, und wie ein Körper ohne Leben. Folglich ist er wie etwas Unbelebtes, und wenn anstatt des Guten Böses vorhanden ist, so ist er wie ein Leichnam. 8531. "Und tue einen Gomer voll Man hinein", 2. Mose 16/33, bedeutet, so viel Gutes, als es fassen kann. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Gomer voll", insofern es bezeichnet, soviel als es fassen kann; und aus der Bedeutung des Man, insofern es das geistig Gute oder das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8462, 8464. 8532. "Und stelle es hin vor Jehovah", 2. Mose 16/33, bedeutet, es solle in der Gegenwart des Göttlichen sein; dies erhellt ohne Erklärung. 8533. "Zur Aufbewahrung für eure Nachkommen", 2. Mose 16/33, bedeutet, damit es ein Maß sei für die Angehörigen der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von einem Gomer Man, das zur Aufbewahrung zurückgestellt werden sollte, insofern es ausdrückt, so viel als genügt, worüber Nr. 8468, somit auch ein Maß, nämlich, wieviel Gutes diese Kirche haben sollte. Daß "eure Nachkommen" die Angehörigen der geistigen Kirche bedeuten, sehe man Nr. 8526. Was das Maß oder den Grad des Guten in der Kirche anbelangt, so muß man wissen, daß dieselben das Gute im anderen Leben bezeichnen in Ansehung der Qualität und der Quantität, und daß sie bei einem jeden bestimmt werden, während er in der Welt lebt. Sie werden aber bestimmt nach der Beschaffenheit und nach dem Maße des Glaubens und der Liebtätigkeit bei einem jeden im Leben. Die Beschaffenheit und das Maß des Guten eines jeden im anderen Leben zeigt sich, wenn der Herr es zugibt, deutlich vor den Engeln, denn es kann im Lichte des Himmels sichtbar dargestellt werden, nicht aber im Lichte der Welt; ebenso im allgemeinen, nämlich das Gute der Kirche. Das Maß und die Beschaffenheit des Guten, das jeder einzelne und das die Kirche hat, wird durch Gewichte und Maße im Worte vorbildlich dargestellt, hier das Maß des Guten der geistigen Kirche, die durch die Söhne Israels vorgebildet wird, durch den Gomer Manna, das zur Aufbewahrung vor Jehovah zurückgestellt wurde. 8534. "Wie Jehovah Mose geboten hatte", 2. Mose 16/34, bedeutet nach dem Befehl. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, wenn es von Jehovah (gesagt wird), insofern es einen Befehl bezeichnet, wie Nr. 8466, 8524. HG 8535 8535. "So stellte Aharon es hin vor das Zeugnis (d.i. die Bundeslade) zur Aufbewahrung", 2. Mose 16/34, bedeutet, in der Gegenwart des Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinstellen zur Aufbewahrung, insofern es soviel ist als zum Gedächtnis (oder Denkzeichen), wie Nr. 8526 E, 8533, und aus der Bedeutung von "vor das Zeugnis"; insofern es ausdrückt, in der Gegenwart des Göttlichen. Daß das Zeugnis das Göttliche bedeutet, erhellt aus dem vorhergehenden, wo von Mose und Aharon gesagt wird: "Er solle es vor Jehovah stellen": Nr. 8532, also vor das Göttliche. Zeugnis bedeutet aber das Göttliche, weil unter Zeugnis im allgemeinen Sinn das Wort verstanden wird, und weil das Wort das göttlich Wahre ist, somit auch der Herr. Daß Er das Wort ist, zeigt sich deutlich bei Joh.1/1,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns". Daß das Zeugnis den Herrn bezeichnet in Ansehung des göttlich Wahren, erhellt aus der Lade, in der das Gesetz von Sinai lag, welches man das Zeugnis nennt. Daß von daher die ganze Heiligkeit der Stiftshütte stammte, und daß das Zeugnis das göttlich Heilige selbst war, geht deutlich daraus hervor, daß über demselben der Sühndeckel (oder Gnadenstuhl) mit den Cherubim war, und ganz nahe außerhalb des Vorhanges die goldenen Tische mit den Broten und mit den Leuchtern waren; und daß das Allerheiligste des Gottesdienstes hier von Aharon vollzogen wurde. Ferner daraus, daß Jehovah nachher mit Mose dort redete über dem Gnadenstuhl zwischen den beiden Cherubim also von dem Zeugnis her, worüber man sehe 2. Mose 25/16,21,22; 40/20. 8536. Vers 35,36: Und die Söhne Israels aßen Man vierzig Jahre, bis sie in das Land kamen, in das bewohnte Land; sie aßen Man, bis sie kamen zu der Grenze des Landes Kanaan. Und ein Gomer ist der zehnte Teil eines Epha. "Und die Söhne Israels aßen Man vierzig Jahre" bedeutet die Aneignung des Guten aus dem Wahren während des Zustandes aller ihrer Versuchungen; "bis sie in das Land kamen, in das bewohnte Land" bedeutet, bevor sie zum Himmel kamen, wo allenthalben Gutes ist; "sie aßen Man, bis sie kamen zu der Grenze des Landes Kanaan" bedeutet, daß die Aneignung des Guten aus dem Wahren bei ihnen stattfand, bis sie zur Gegend des Himmels kamen; "und ein Gomer ist der zehnte Teil eines Epha" bedeutet das Maß des Guten alsdann. 8537. "Und die Söhne Israels aßen Man vierzig Jahre", 2. Mose 16/35, bedeutet die Aneignung des Guten aus dem Wahren während des Zustandes aller ihrer Versuchungen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198; aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 3168, 3513 E, 3596, 4745; und aus der Bedeutung der vierzig Jahre, insofern sie den Zustand der Versuchungen bezeichnen. Daß Jahre Zustände bedeuten, sehe man Nr. 482, 487, 488, 493, 893; und daß vierzig die Versuchungen bedeutet: Nr. 730, 862, 2272, 2273, 8098. 8538. "Bis sie in das Land kamen, in das bewohnte Land", 2. Mose 16/35, bedeutet, bevor sie zum Himmel kamen, wo allenthalben Gutes ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Kanaan, insofern es das Reich des Herrn vorbildet, also den Himmel, worüber Nr. 1607, 3038, 3481, 3686, 3705, 4240, 4447, 5136; der Himmel wird ein bewohntes Land genannt, wegen des Guten, denn bewohnt bedeutet lebendig aus dem Guten: Nr. 2268, 2451, 2712, 3613, 8269, 8309. 8539. "Sie aßen Man, bis sie kamen zu der Grenze des Landes Kanaan", 2. Mose 16/35, bedeutet, daß die Aneignung des Guten aus dem Wahren bei ihnen stattfand, bis sie zur Gegend des Himmels kamen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Manna, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet; aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, wie Nr. 8537; aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es der Himmel ist: Nr. 8538. Somit bedeutet die Grenze des Landes Kanaan den Eingang zum Himmel, oder die Gegend, wo der Himmel anfängt. Hieraus erhellt, daß durch "sie aßen Man, bis sie zur Grenze des Landes Kanaan kamen", bezeichnet wird, daß das Gute des Wahren bei ihnen bis zur Gegend des Himmels angeeignet werden sollte. Wie es sich damit verhält, geht deutlich aus dem hervor, was früher über die Erwerbung des Guten durch das Wahre gesagt wurde, daß nämlich vor der Wiedergeburt alles Gute durch das Wahre erworben werde, hingegen nach der Wiedergeburt der Mensch vom Herrn durch das Gute geführt werde. Ferner daß der frühere Zustand bezeichnet wird durch die sechs Tage, die dem siebenten vorangehen, der spätere Zustand aber durch den siebenten Tag oder den Sabbath bezeichnet wird. Daraus ergibt sich deutlich, daß der frühere Zustand durch das Herumziehen der Söhne Israels in der Wüste während der vierzig Jahre vorgebildet wurde, der spätere Zustand aber durch ihre Einführung in das Land Kanaan. Es verhält sich nämlich damit in folgender Weise: Der Mensch ist (noch) außerhalb des Himmels, solange er aus dem Wahren handelt und nicht aus dem Guten. Er kommt aber dann in den Himmel, wenn (er) aus dem Guten (handelt); denn dann wird er vom Herrn nach der Ordnung des Himmels geleitet; in diese kommt er nicht, somit auch nicht in den Himmel wo die Ordnung ist, bevor er bereitet ist, nämlich zum Guten durch das Wahre. Über diese beiden Zustände sehe man, was Nr. 7923, 8505, 8506, 8510, 8512, 8516 gezeigt worden ist. 8540. "Und ein Gomer ist der zehnte Teil eines Epha", 2. Mose 16/36, bedeutet das Maß des Guten alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung eines Gomers, weil er der zehnte Teil eines Epha war, insofern er ein genügendes Maß bezeichnet, denn zehn bedeutet das Volle: Nr. 3107, daher der zehnte Teil ein genügendes Maß: Nr. 8468. Ferner aus der Bedeutung eines Epha, insofern es das Gute bezeichnet. Epha bedeutet aber das Gute, weil mit demselben und mit dem Chomer das Trockene gemessen wurde, das zur Speise diente, wie Weizen, Gerste, Semmelmehl, und das, was zur Speise dient, das Gute bedeutet. Mit dem Bath und Hin aber wurde das Flüssige gemessen, das zu Getränken diente, daher bedeuten diese Maße Wahrheiten; das Enthaltende nimmt diese Bedeutung von seinem Inhalte an. Daß das Epha als Maß gebraucht wurde, erhellt aus folgenden Stellen: 3. Mose 19/36: "Ein richtiges Epha und ein richtiges Hin sollt ihr haben". Hes.45/11: "Ein Maß für das Epha und Bath, weil ein Chomer der zehnte Teil eines Epha ist". Hes.45/10: "Richtige Waage und richtiges Epha und richtiges Bath sollt ihr haben". Ebenso bedeutet es ein Maß bei Amos 8/5. Daß Epha das Gute bedeutet, erhellt aus den Stellen, wo vom Speisopfer gehandelt wird, wozu das gewöhnliche Mehl oder Semmelmehl mit dem Epha abgemessen wurde, z.B.: 3. Mose 5/11; 4. Mose 5/15; 28/5; Hes.45/24; 46/7,11; und Speisopfer bedeutet das Gute bei: Sach.5/5-11: "Der Engel redete mit mir, und sprach zu mir: Hebe doch deine Augen auf, und siehe, was das ist, das hervorkommt; und ich sprach: Was ist das? Und er sprach: Ein Epha ist es, was da hervorkommt. Und er sprach: Dieses ist ihr Anblick im ganzen Lande. Und siehe! ein Zentner Blei wird in die Höhe gehoben, und zugleich ein Weib, mitten auf dem Epha sitzend. Und er sprach: Das ist das Böse, und er warf sie mitten in das Epha hinein, und legte das Gewicht von Blei auf die Öffnung desselben. Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe! es traten zwei Weiber hervor, und Wind war in ihren Flügeln, und ihre beiden Flügel waren wie Storchflügel, und sie trugen das Epha fort zwischen Erde und Himmel. Und ich sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Wohin bringen sie das Epha? Er sprach zu mir: Um ihm ein Haus zu bauen im Lande Sinear; dort wird es aufgerichtet werden, und wird bleiben auf seinem Sitze (oder Gestelle)". Was dies bedeutet, kann durchaus niemand wissen, außer durch den inneren Sinn, indem er daraus erkennt, was das Epha ist, und was das Weib in dessen Mitte, was das Gewicht von Blei auf der Öffnung des Epha, wie auch, was Sinear bedeutet. Aus der Erklärung des einzelnen ergibt sich, daß die Entweihung bezeichnet wird, die zu jener Zeit in der Kirche war; denn Epha bedeutet das Gute, das Weib das Böse, was ausdrücklich gesagt wird. Das Gewicht von Blei ist das Böse, welches das Falsche verschließt, denn der Stein (oder das Gewicht) ist das äußere Wahre und daher im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 643, 1298, 3720, 6426, und Blei bezeichnet das Böse: Nr. 8298; somit bedeutet das Weib in der Mitte des Epha, über dessen Öffnung das Gewicht (oder Stein) von Blei gelegt wurde, das Böse, das im Guten vom Falschen verschlossen ist, was dasselbe ist wie Entweihung; denn Entweihtes ist das mit dem Guten verbundene Böse: Nr. 6348. Die zwei Weiber, die das Epha zwischen Erde und Himmel forttragen, bedeuten die Kirchen: Nr. 252, 253, durch die das Entweihte beseitigt wurde. Sinear, wohin das Weib im Epha geführt wurde, bedeutet den äußeren Gottesdienst, in dem das Innere entweiht ist: Nr. 1183, 1292.   Nr. 8541 - 8553 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 17. Kapitel 1. Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels zog aus von der Wüste Sin, gemäß ihren Reisezügen nach dem Munde Jehovahs; und sie lagerten sich in Rephidim; es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken. 2. Und es haderte das Volk mit Mose, und sie sprachen: Gebet uns Wasser, damit wir trinken; und Mose sprach zu ihnen: Was hadert ihr mit mir, was versuchet ihr Jehovah? 3. Und es dürstete das Volk allda nach Wasser, und das Volk murrte wider Mose und sprach: Warum hast du uns heraufkommen lassen aus Ägypten, daß du mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben lässest? 4. Und Mose schrie zu Jehovah, und sprach: Was soll ich tun mit diesem Volke: Wenig fehlt, so steinigen sie mich. 5. Und Jehovah sprach zu Mose: Ziehe hin vor dem Volke und nimm mit dir von den Ältesten Israels, und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast, nimm in deine Hand und gehe. 6. Siehe, Ich will daselbst stehen vor dir auf dem Felsen in Horeb; da sollst du den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus demselben hervorkommen, daß das Volk trinke; und Mose tat also vor den Augen der Ältesten Israels. 7. Und er nannte den Namen des Ortes Massa und Meriba, wegen des Haderns der Söhne Israels, und weil sie Jehovah versucht hatten, indem sie sprachen: Ist Jehovah in unserer Mitte oder nicht? 8. Und Amalek kam und kämpfte mit Israel in Rephidim. 9. Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer, ziehe aus und kämpfe gegen Amalek; morgen werde ich auf dem Gipfel des Hügels stehen, mit dem Stabe Gottes in meiner Hand. 10. Und Josua tat, wie Mose zu ihm gesagt hatte, daß er kämpfe gegen Amalek, und Mose, Aharon und Hur stiegen auf den Gipfel des Hügels. 11. Und es geschah, wenn Mose seine Hand erhob, da siegte Israel, und wenn er seine Hand sinken ließ, da siegte Amalek. 12. Aber die Hände Moses wurden schwer; da nahmen sie einen Stein und legten denselben unter ihn, und er setzte sich darauf, und Aharon und Hur unterstützten seine Hände, der eine hier, der andere dort; und so geschah es, daß seine Hände stark blieben, bis die Sonne unterging. 13. Und Josua schlug Amalek und sein Volk mit der Schärfe des Schwertes. 14. Und Jehovah sprach zu Mose: Schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch, und lege es in die Ohren Josuas, denn ich will das Andenken Amaleks gänzlich vertilgen unter dem Himmel. 15. Und Mose baute einen Altar, und nannte den Namen desselben Jehovah Nissi (d.i. mein Panier). 16. Und er sprach: Weil die Hand Amaleks gegen den Thron Jahs ist, darum wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht.   Inhalt 8554. Im vorhergehenden Kapitel wurde im inneren Sinn von der dritten Versuchung gehandelt, insofern es am Guten fehlte. Nachdem ihnen dieses gegeben worden, wird im inneren Sinn in diesem Kapitel von der vierten Versuchung gehandelt, daß es ihnen nämlich am Wahren fehlte. Diese Versuchung wird bezeichnet durch das Murren der Söhne Israels darüber, daß sie nicht Wasser hatten, deswegen wurde ihnen vom Herrn das Wahre des Glaubens gegeben, welches durch das Wasser aus dem Felsen Horeb bezeichnet wird. 8555. Nachher wird gehandelt von dem Kampfe des Falschen aus dem Bösen wider das Wahre und Gute des Glaubens. Derselbe wird vorgebildet durch den Kampf Amaleks wider Israel. Daß diejenigen, die im Wahren und Guten des Glaubens sind, siegen, wenn sie aufblicken zum Herrn, und daß sie unterliegen, wenn sie abwärts blicken, wird dadurch vorgebildet, daß die Söhne Israels siegten, solange Mose seine Hände erhoben hielt, und daß sie unterlagen, wenn er sie sinken ließ.   Innerer Sinn 8556. Vers 1-3: Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels zog aus von der Wüste Sin, gemäß ihren Reisezügen nach dem Munde Jehovahs; und sie lagerten sich in Rephidim. Es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken. Und es haderte das Volk mit Mose und sie sprachen: Gebet uns Wasser, damit wir trinken; und Mose sprach zu ihnen: Was hadert ihr mit mir, was versuchet ihr Jehovah? Und es dürstete das Volk allda nach Wasser, und das Volk murrte wider Mose und sprach: Warum hast du uns heraufkommen lassen aus Ägypten, daß du mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben lässest. "Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels zog aus" bedeutet den Fortschritt des geistigen Lebens; "von der Wüste Sin" bedeutet vom Zustand der Versuchung in bezug auf das Gute; "gemäß ihren Reisezügen" bedeutet, gemäß der Ordnung des Lebens, um Leben des Himmels aufzunehmen; "nach dem Munde Jehovahs" bedeutet vermöge der Versuchung des Herrn; "und sie lagerten sich in Rephidim" bedeutet die Anordnung des Inwendigen, um Versuchungen zu erleiden in Ansehung des Wahren; ihre Beschaffenheit ist Rephidim; "es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken" bedeutet den Mangel an Wahrem und daher an Erquickung; "und es haderte das Volk mit Mose" bedeutet die heftige Beschwerde gegen das göttlich Wahre; "und sie sprachen: Gebet uns Wasser, damit wir trinken" bedeutet das brennende Verlangen nach Wahrem; "und Mose sprach zu ihnen" bedeutet die Antwort durch den Einfluß in das Denken; "was hadert ihr mit mir" bedeutet, sie sollten gemäßigter sein mit ihrer Beschwerde; "was versuchet ihr Jehovah" bedeutet, daß sie wider das Göttliche (murrten); an Dessen Hilfe sie verzweifelten; "und es dürstete das Volk allda nach Wasser" bedeutet die Zunahme des Verlangens nach Wahrem; "und das Volk murrte wider Mose" bedeutet den höheren Grad der Betrübnis; "warum hast du uns heraufkommen lassen aus Ägypten" bedeutet, warum sind wir befreit worden aus den Anfechtungen; "daß du mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben lässest" bedeutet, aus Mangel an Wahrem ersterbe alles geistige Leben. 8557. "Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels zog aus", 2. Mose 17/1, bedeutet den Fortschritt des geistigen Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es das Aufeinanderfolgende und Fortgesetzte des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 4375, 4554, 4585, 5996, 8181, 8345, 8397; hier die Aufeinanderfolge oder den Fortschritt des geistigen Lebens, d.h. dessen Zunahme, insofern diese fortwährend durch Versuchungen zustande kommt. Das geistige Leben wächst aber durch Versuchungen, weil durch sie die Glaubenswahrheiten befestigt und mit dem Guten der Liebtätigkeit verbunden werden. Daß die Gemeinde der Söhne Israels die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 7830, 7843. 8558. "Von der Wüste Sin", 2. Mose 17/1, bedeutet, vom Zustand der Versuchung in Ansehung des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand der Versuchungen bezeichnet, worüber Nr. 6828, 8098; und aus der Bedeutung von Sin, insofern es die Beschaffenheit und den Zustand der Versuchung in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 8398. 8559. "Gemäß ihren Reisezügen", 2. Mose 17/1, bedeutet, gemäß der Ordnung des Lebens, um das Leben des Himmels aufzunehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Reisezüge, insofern sie das Fortschreitende des geistigen Lebens bezeichnen, worüber Nr. 8557, somit die Ordnung dieses Lebens: Nr. 1293. Daß es bedeutet, um Leben vom Himmel aufzunehmen, kommt daher, daß dieses Leben dem Menschen vom Herrn durch Versuchungen gegeben wird, die durch die Reisezüge der Söhne Israels in der Wüste beschrieben werden. Leben des Himmels heißt, vom Herrn durch das Gute geführt werden. Damit der Mensch zu diesem Leben gelange, muß das Gute durch das Wahre eingepflanzt werden, d.h. die Liebtätigkeit durch den Glauben; solange dies geschieht, ist der Mensch auf dem Weg zum Himmel, aber noch nicht im Himmel. Und damit alsdann die Glaubenswahrheiten befestigt und auch mit dem Guten verbunden werden, wird der Mensch in Versuchungen versetzt, denn sie sind die Mittel der Verbindung des Guten und Wahren. Daher wird der Mensch, wenn er im Guten ist, d.h. in der Neigung, das Gute um des Guten willen, also um des Nächsten willen zu tun, alsdann in den Himmel erhoben, denn er ist in der Ordnung des Himmels, und wird durch das Gute vom Herrn geführt. Hieraus kann man erkennen, was unter dem Leben des Himmels verstanden wird. 8560. "Nach dem Munde Jehovahs", 2. Mose 17/1, bedeutet, vermöge der Vorsehung des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundes Jehovahs, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, demgemäß sie geführt wurden; denn der Mund Jehovahs bedeutet hier den göttlichen Ausspruch, und die Führung nach demselben, insofern dies die Vorsehung bezeichnet. Die göttliche Vorsehung unterscheidet sich von jeder anderen Führung und Leitung dadurch, daß die Vorsehung beständig das Ewige im Auge hat, und beständig zum Heile führt, und zwar durch verschiedene Zustände, bald durch frohe, bald durch traurige, die der Mensch zwar durchaus nicht begreifen kann, die aber dennoch alle zu seinem Leben in Ewigkeit beitragen. Solches wird bezeichnet durch die Reisezüge nach dem Munde Jehovahs. Daß Jehovah im Worte der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2004, 2005, 2018, 2025, 2156, 2329, 2447, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6303, 6281, 6905. 8561. "Und sie lagerten sich in Rephidim", 2. Mose 17/1, bedeutet die Anordnung des Inneren, um Versuchungen zu erleiden in Ansehung des Wahren; ihre Beschaffenheit wird durch Rephidim bezeichnet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagerns, insofern es die Anordnung des Wahren und Guten bei den zu erleidenden Versuchungen bezeichnet, worüber Nr. 8130, 8131, 8155; hier um eine Versuchung zu erleiden in Ansehung des Wahren, die dadurch vorgebildet wird, daß sie kein Wasser hatten, worüber im Folgenden. Die Anordnung des Inneren wird gesagt, weil das Wahre und Gute das Innere (oder Inwendige) des Menschen der Kirche bilden. Daß Rephidim die Beschaffenheit dieser Versuchung bedeutet, kommt daher, daß die Ortsnamen die Beschaffenheit des Zustandes der Sache bedeuten, von der es sich handelt, hier die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung in Ansehung des Wahren, weil von dieser Sache hier gehandelt wird. 8562. "Es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken", 2. Mose 17/1, bedeutet den Mangel an Wahrem und daher an Erquickung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wassers, insofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; und aus der Bedeutung von trinken, insofern es soviel ist als in den Glaubenswahrheiten unterrichtet werden und sie aufnehmen, worüber Nr. 3069, 3772, 4017, 4018; hier erquickt werden, denn so wie das Wasser und der Trank das natürliche Leben erquicken, so (erquicken) die Wahrheiten und Erkenntnisse des Wahren das geistige Leben; denn wer im geistigen Leben ist, wünscht die Erhaltung desselben durch solche Dinge, die himmlische Speise und Trank genannt werden, und diese sind das Gute und Wahre des Glaubens, ebenso wie die, welche im natürlichen Leben sind, die Erhaltung desselben wünschen durch solche Dinge, die natürliche Speise und Trank sind. Jetzt handelt es sich aber von der Versuchung in Ansehung des Wahren, weil kurz vorher von der Versuchung in Ansehung des Guten gehandelt wurde, nach welcher Versuchung sie das Manna erhielten, wodurch das Gute bezeichnet wird, denn wenn der Mensch mit Gutem vom Herrn beschenkt wird, dann fühlt er das Verlangen nach Wahrem, und dieses Verlangen entbrennt je nach dem Mangel desselben, denn das Gute begehrt fortwährend das Wahre; jede echte Neigung zum Wahren stammt aus dem Guten. Es verhält sich damit wie mit der Speise, weil auch diese ohne Trank nicht zur Ernährung des natürlichen Lebens dienen kann, und die Speise den Trank erfordert, damit sie mit diesem sich verbinden, und dadurch Nutzen gewähren könne. Dies ist nun die Ursache, warum die Versuchung in Ansehung des Wahren unmittelbar auf die Versuchung in Ansehung des Guten folgt. Die Versuchung greift (immer) das an, was der Mensch liebt und wünscht: Nr. 4274, 4299. 8563. "Und es haderte das Volk mit Mose", 2. Mose 17/2, bedeutet die heftige Beschwerde gegen das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von hadern, insofern es eine heftige Beschwerde bezeichnet, denn wer in der Versuchung hadert, der beklagt sich heftig. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 6723, 6752, 6774, 6827, 7010, 7089, 7382. 8564. "Und sie sprachen: Gebet uns Wasser, damit wir trinken", 2. Mose 17/2, bedeutet das brennende Verlangen nach Wahrem. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8562 über die Bedeutung des Wassers und Trinkens gezeigt worden ist. 8565. "Und Mose sprach zu ihnen", 2. Mose 17/2, bedeutet die Antwort durch den Einfluß in das Denken. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom göttlich Wahren ausgeht, das durch Mose vorbildlich dargestellt wird, insofern es eine Antwort bezeichnet, und weil jede Antwort vom Göttlichen durch Einfließen geschieht, und zwar in das Denken, darum hat es diese Bedeutung. 8566. "Was hadert ihr mit mir", 2. Mose 17/2, bedeutet, sie sollten gemäßigter sein in ihrer Beschwerde. Dies erhellt aus der Bedeutung von hadern, insofern es eine heftige Beschwerde bezeichnet, wie Nr. 8563; daß sie gemäßigter sein sollten, liegt auch darinnen, denn es wird gesagt, daß sie dadurch Jehovah versuchen. 8567. "Was versuchet ihr Jehovah", 2. Mose 17/2, bedeutet, daß sie wider das Göttliche (murrten); an Dessen Hilfe sie verzweifelten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah versuchen", insofern es soviel ist, als wider das Göttliche sich beschweren. Daß dieses bis zum Verzweifeln an Seiner Hilfe geht, kommt daher, daß die Beschwerden oder Klagen bei Versuchungen solches in sich schließen, denn die Versuchungen sind ein beständiges Verzweifeln an dem Heile. Zuerst leise, nach und nach aber heftig hervortretend, so daß zuletzt ein Zweifeln entsteht, welches die Gegenwart des Göttlichen und Seine Hilfe fast gänzlich leugnet. Das geistige Leben wird meistens bis zu diesem Äußersten in den Versuchungen gebracht, weil dadurch das natürliche Leben erstirbt, denn alsdann wird mitten in der Verzweiflung das Innerste vom Herrn im Kampfe wider das Falsche gehalten; deshalb wird auch jene Verzweiflung bald durch Tröstungen zerstreut, die vom Herrn eingeflößt werden, denn nach jeder geistigen Versuchung (kommt) Trost und gleichsam ein neues Leben. Daß die Versuchungen bis zur Verzweiflung geführt werden, sehe man Nr. 1787, 2694, 5279, 5280, 7147, 7155, 7166, 8165; und daß nach den Versuchungen der Trost erscheint: Nr. 3696, 4572, 5246, 6829, 8367, 8370 E. 8568. "Und es dürstete das Volk allda nach Wasser", 2. Mose 17/3, bedeutet die Zunahme (oder Vermehrung) des Verlangens nach Wahrem. Dies erhellt aus der Bedeutung von dürsten, insofern es soviel ist als begehren und sich sehnen, und weil es vom Wahren gesagt wird, wie hungern vom Guten. Ferner aus der Bedeutung des Wassers, insofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 8562. Daß dürsten soviel ist als begehren und sich sehnen, nämlich nach Wahrem, das durch Wasser bezeichnet wird, geht deutlich aus vielen Stellen im Worte hervor: Amos 8/11-13: "Siehe, es werden Tage kommen, wo Ich einen Hunger senden werde in das Land, nicht Hunger nach Brot und nicht Durst nach Wasser, sondern zu hören die Worte Jehovahs. Und man wird gehen von einem Meere bis zum anderen, und von Mitternacht bis zum Morgen, um das Wort Jehovahs zu suchen, aber es nicht finden; an demselben Tage werden schöne Jungfrauen und Jünglinge vor Durst verschmachten": das Verlangen nach Erkenntnis des Wahren wird hier durch das Dürsten beschrieben. Das Verlangen nach Wahrem wird bezeichnet durch (die Worte): "Ich will einen Durst senden, nicht Durst nach Wasser, sondern die Worte Jehovahs zu hören". Der Mangel an Wahrem und die dadurch entstehende Beraubung des geistigen Lebens wird beschrieben durch die Worte: "An demselben Tage werden schöne Jungfrauen und Jünglinge vor Durst verschmachten". Schöne Jungfrauen bezeichnen diejenigen, die in den Neigungen zum Guten sind, und Jünglinge, die in den Neigungen zum Wahren sind. Jes.55/1,2: "Ihr Dürstenden alle kommet zum Wasser, und die ihr kein Geld habt, kommet, kaufet und esset; kommet und kaufet ohne Geld und ohne Bezahlung, Wein und Milch": alle ihr Dürstenden, kommet zum Wasser, bedeutet offenbar das Verlangen nach den Glaubenswahrheiten; kaufen ohne Bezahlung Wein und Milch, heißt, sich vom Herrn, also umsonst das Wahre und Gute des Glaubens verschaffen. Daß Wasser das Wahre des Glaubens bedeutet, sehe man oben Nr. 8562; und daß Wein das Gute des Glaubens ist: Nr. 6377, und auch Milch: Nr. 2184, daß hier unter kommen zum Wasser und Wein und Milch kaufen, nicht Wein und Milch verstanden wird, sondern solche Dinge, die Sache des Himmels und der Kirche sind, kann jedem klar sein. Joh.Offenb.21/6: "Ich will dem Dürstenden geben vom Quell des Wassers des Lebens umsonst": Quell des Wassers des Lebens bedeutet das Wahre und Gute des Glaubens. Der Dürstende bezeichnet den, der sich danach sehnt aus Neigung, gemäß den Worten des Herrn bei Joh.4/13,14: "Jesus sprach zum samaritischen Weibe: Ein jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; wer aber trinken wird von dem Wasser, das Ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt": Wasser bedeutet hier offenbar das Glaubenswahre aus dem Wort, also vom Herrn; nicht dürsten heißt hier, daß es ihm nicht mehr an Wahrem fehlen werde. Joh.6/35: "Jesus sprach: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu Mir kommt, der wird nicht hungern; und wer an Mich glaubt, wird nicht dürsten in Ewigkeit". Joh.7/37,38: "Jesus rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke. Jeder, der an Mich glaubt, aus dessen Leibe werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen": dürsten (steht) für nach Wahrem verlangen, trinken für unterrichtet werden; Ströme lebendigen Wassers für das göttlich Wahre, das vom Herrn allein (kommt). Jes.21/14: "Bringet Wasser entgegen dem Dürstenden, ihr Bewohner von Thema, begegnet mit Brot dem Herumirrenden": dem Dürstenden Wasser entgegenbringen bedeutet, den Verlangenden in den Wahrheiten unterrichten und dadurch das Leben seiner Seele erquicken. Jes.32/6: "Der Tor wird Torheit reden, und sein Herz wird Unrecht tun, Heuchelei zu üben, und Verkehrtes zu reden wider Jehovah, um darben zu lassen die Seele des Hungernden, und dem Durstenden den Trank zu versagen": der Hungernde bedeutet den, der Verlangen hat nach Gutem, und der, welcher nach Trank dürstet, den, der sich nach Wahrem sehnt. Jes.41/17,18: "Die Armen und Dürftigen suchen nach Wasser, aber es ist keines da; ihre Zunge schmachtet vor Durst; Ich will Flüsse öffnen auf den Hügeln, und Quellen machen inmitten der Täler, die Wüste will Ich zu einem Wassersee machen, und das dürre Land zu Wasserquellen": nach Wasser suchen bedeutet offenbar nach Wahrem suchen, vor Durst schmachten, des geistigen Lebens beraubt sein aus Mangel an Wahrem; Flüsse, Quellen, Wasserseen und Wasserbäche bezeichnen Glaubenswahrheiten, in denen sie unterrichtet werden sollen. Jes.48/20,21: "Sprechet, Jehovah hat erlöset Jakob, Seinen Knecht; dann werden sie nicht dürsten; Er wird sie führen in den Wüsten, Wasser aus dem Felsen läßt Er für sie fließen, Er spaltet den Felsen, daß die Wasser hervorfließen": sie werden nicht dürsten, bedeutet, daß bei ihnen kein Mangel an Wahrem sein solle; Wasser hier offenbar für Glaubenswahrheiten. Jes.49/10: "Sie sollen nicht hungern, noch dürsten, weder Glut, noch Sonne soll sie treffen, denn ihr Erbarmer wird sie führen, und auch zu Wasserquellen wird Er sie leiten": sie werden nicht hungern, bedeutet, daß sie nicht Mangel an Gutem haben werden; sie werden nicht dürsten, bezeichnet, daß sie keinen Mangel an Wahrem haben werden; Wasserquellen (steht) für Erkenntnisse des Wahren aus dem Worte. 5. Mose 8/15: "Jehovah, Der dich führte durch die große und schreckliche Wüste, wo Schlangen, Feuerottern, Skorpione und Dürre und kein Wasser ist, Der dir Wasser hervorbrachte aus felsiger Klippe". Jes.35/4,6,7: "Sehet, euer Gott wird kommen, dann werden in der Wüste Wasser hervorbrechen, und Flüsse in der Ebene der Wüste; der dürre Ort wird zum See werden, und das durstige Land zu Wasserquellen": Wasser in der Wüste, die hervorbrechen sollen, Flüsse, Seen, Wasserquellen (stehen) offenbar für Glaubenswahrheiten und deren Erkenntnisse, die vom Herrn ausgehen, wenn Er in die Welt kommen wird. Ps.63/2: "Gott, mein Gott, des Morgens suche ich Dich, es dürstet meine Seele nach Dir, nach Dir verlangt mein Fleisch, im dürren Lande schmachtend ohne Wasser": hier wird dürsten vom Wahren gesagt, schmachtend ohne Wasser, bedeutet, daß keine Wahrheiten vorhanden sind. Durst bedeutet den Mangel an Wahrem und daher Beraubung des geistigen Lebens. Jes.5/13: "Darum wird mein Volk ins Elend wandern aus Mangel an Erkenntnis; seine Edlen leiden Hunger, und seine Reichen verschmachten vor Durst". Jes.50/2: "Ich mache Ströme zur Wüste, ihre Fische faulen, darum, daß kein Wasser da ist, und sie werden sterben vor Durst". Hieraus kann nun erhellen, was in diesem Kapitel dadurch bezeichnet wird, daß "kein Wasser da war für das Volk zum Trinken": 2. Mose 17/1; dadurch, daß sie sprachen: "Gebet uns Wasser, damit wir trinken": 2. Mose 17/2; durch: "Es dürstete das Volk allda nach Wasser": 2. Mose 17/3; "daß Wasser aus dem Felsen kam": 2. Mose 17/6; folglich wird durch ihr Murren über Mangel an Wasser die Versuchung wegen Mangel an Wahrem bezeichnet, denn wenn der Mensch in Versuchung gerät wegen Mangel an Wahrem, dann wird er in einem heftigen Verlangen danach gehalten, und zugleich in Verzweiflung hinsichtlich seines ewigen Heiles deswegen; das bewirkt dann Schmerz, Betrübnis und Klage. 8569. "Und das Volk murrte wider Mose", 2. Mose 17/3, bedeutet den höheren Grad der Betrübnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von murren, insofern es Betrübnis (und Schmerz) infolge der Bitterkeit der Versuchung bezeichnet, worüber Nr. 8351. Daß ein höherer Grad der Betrübnis gemeint ist, erhellt aus den Worten Moses, als er zu Jehovah rief: "Wenig fehlt, so steinigen sie mich": 2. Mose 17/4. 8570. "Warum hast du uns heraufkommen lassen aus Ägypten", 2. Mose 17/3, bedeutet, warum sind wir befreit worden aus den Anfechtungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von heraufkommen lassen oder heraufführen, insofern es soviel ist als befreien; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 7278; denn die Ägypter bedeuten diejenigen, die im anderen Leben die Angehörigen der Kirche anfechten: Nr. 6854, 6914, 7474, 7828, 7932, 8018, 8099, 8159, 8321. 8571. "Daß du mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben lässest", 2. Mose 17/3, bedeutet, aus Mangel an Wahrem ersterbe alles geistige Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es soviel ist als umkommen, hier in Ansehung des geistigen Lebens; und aus der Bedeutung von "mich, meine Söhne und mein Vieh", insofern es das Ganze des geistigen Lebens bezeichnet; denn durch mich oder den Menschen der Kirche wird das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens, durch Söhne die inneren Glaubenswahrheiten und durch Vieh die äußeren Wahrheiten, aus denen das Gute kommt, bezeichnet, also das Ganze des geistigen Lebens. Denn das geistige Leben besteht aus dem Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens und aus dem inneren und äußeren Wahren des Glaubens. Daß der Mensch das Gute bedeutet, sehe man Nr. 4287, daß die Söhne Glaubenswahrheiten bedeuten: Nr. 489, 491, 533, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704; und daß durch Vieh die Wahrheiten bezeichnet werden, aus denen das Gute (hervorgeht): Nr. 6016, 6045, 6049; ferner aus der Bedeutung des Durstes, insofern er den Mangel an Wahrem bezeichnet, worüber Nr. 8568. 8572. Vers 4-6: Und Mose schrie zu Jehovah und sprach: Was soll ich tun mit diesem Volk: Wenig fehlt, so steinigen sie mich. Und Jehovah sprach zu Mose: Ziehe hin vor dem Volke und nimm mit dir von den Ältesten Israels, und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast, nimm in deine Hand und gehe. Siehe, Ich will daselbst stehen vor dir auf dem Felsen in Horeb, da sollst du den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus demselben hervorkommen, daß das Volk trinke; und Mose tat also vor den Augen der Ältesten Israels. "Und Mose schrie zu Jehovah und sprach" bedeutet die innere Klage und Vermittlung; "was soll ich tun mit diesem Volk" bedeutet für diejenigen, die so heftige Beschwerde führen wegen des Nicht-Empfangens des Wahren; "wenig fehlt, so steinigen sie mich" bedeutet, es sei nahe daran, daß sie dem Wahren vom Göttlichen Gewalt antäten; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Hilfe; "ziehe hin vor dem Volke" bedeutet, er solle sie führen und belehren; "und nimm mit dir von den Ältesten Israels" bedeutet von den wichtigsten Wahrheiten; "und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast" bedeutet die göttliche Macht, kraft derer das Falsche zerstreut wurde; "nimm in deine Hand und gehe" bedeutet, mit dieser versehen, solle er den Befehl vollziehen; "siehe, Ich will daselbst stehen vor dir auf dem Felsen in Horeb" bedeutet den Herrn in Ansehung der Glaubenswahrheiten; "da sollst du den Felsen schlagen" bedeutet, sie sollten fortfahren, Ihn zu bitten; "und es wird Wasser aus demselben hervorkommen" bedeutet, von Ihm würden die Glaubenswahrheiten (gegeben werden); "daß das Volk trinke" bedeutet, die sie erquicken und ihnen geistiges Leben geben sollten; "und Mose tat also vor den Augen der Ältesten Israels" bedeutet die Wirkung durch die hauptsächlichsten Wahrheiten. 8573. "Und Mose schrie zu Jehovah und sprach", 2. Mose 17/4, bedeutet die innere Klage und Vermittlung. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, wenn es wegen der göttlichen Hilfe (geschieht), die das Volk wegen des heftigen Schmerzes verlangte, insofern es eine innere Klage bezeichnet, wie auch Nr. 1782; und auch eine Vermittlung, wie Nr. 8179. Weil "Mose schrie zu Jehovah" Vermittlung (oder Fürbitte) vom göttlich Wahren, das durch Mose vorgebildet wird, bedeutet, so soll mit wenigem gesagt werden, was die Vermittlung ist und wie es sich mit ihr verhält: Diejenigen, die nicht wissen, was die Vermittlung ist, können sich keine andere Vorstellung davon machen, als daß der Herr beständig den Vater bitte und Sich für den Sünder verwende, der demütig bittet und Buße verspricht. Ja, die Einfältigen denken sogar, daß der Herr bei dem Vater sitze und mit Ihm über den Sünder spreche, und daß Er Ihn bitte, Er möge Ihm denselben überlassen, damit er in Seinem Reiche sei und die ewige Seligkeit genieße. Eine solche Vorstellung haben die meisten von der Vermittlung (oder Fürbitte), von der im Worte die Rede ist, wo gesagt wird, der Herr werde Seinen Vater für sie bitten. Wer kann aber nicht sehen, daß dies nach den Vorstellungen des menschlichen Denkens gesagt wurde, denn zu jener Zeit konnte ein jeder, wie auch die meisten heutzutage, nicht anders über das himmlische Reich denken, als wie man über ein irdisches Reich denkt; denn aus diesem wird die Vorstellung von jenem entnommen. Dies zeigt sich ganz deutlich sogar bei den Aposteln des Herrn: Jakobus und Johannes, die baten, daß einer zur Rechten und der andere zur Linken in Seinem Reiche sitzen möge: Mark.10/35-37; und auch bei den übrigen Aposteln. Weil nämlich unter ihnen ein Streit entstanden war, wer unter ihnen der Größte sein werde im Reiche des Herrn, sprach der Herr zu ihnen, sie würden essen und trinken an Seinem Tische in Seinem Reiche, und auf Stühlen sitzen, um zu richten die zwölf Stämme Israels: Luk.22/24,30; daß sie also mit Ihm herrschen würden. Daß dies aber nach ihrer Vorstellung und also nach ihrer Fassungskraft gesagt wurde, und im inneren Sinn etwas anderes bedeutet, was damals nicht so offen verkündigt werden konnte, ist klar. Was die zwölf Stühle, auf denen die Apostel (sitzen sollten), bedeuten, sehe man Nr. 2129, 6397. Mit der Vermittlung verhält es sich aber in folgender Weise: In jeder Liebe liegt eine Vermittlung, und somit auch in jeder Barmherzigkeit; denn die Barmherzigkeit ist Sache der Liebe. Daß derjenige, der liebt, oder sich erbarmt, beständig vermittelt, kann aus Beispielen erhellen: der Ehemann, der seine Frau liebt, will, daß sie von anderen wohlwollend aufgenommen werde, und daß man ihr Gutes erzeige; er sagt es zwar nicht mit deutlichen Worten, aber er denkt es beständig, somit bittet er fortwährend im Stillen darum und tritt vermittelnd für sie ein. Ebenso machen es die Eltern für ihre Kinder, die sie lieben; und ebenso handeln die, welche in der Liebtätigkeit sind, für den Nächsten; und die, welche in der Freundschaft sind, für den Freund. Hieraus kann man ersehen, daß Vermittlung beständig in jeder Liebe liegt. Ebenso verhält es sich mit der Fürbitte oder Vermittlung des Herrn für das menschliche Geschlecht, und besonders für diejenigen, die im Guten und Wahren des Glaubens sind, denn auf diese ist die göttliche, d.h. die unendliche Liebe und die göttliche, d.h. unendliche Barmherzigkeit gerichtet; aber sie bittet nicht den Vater für sie und vermittelt dadurch (denn dies würde ein Verfahren ganz nach menschlicher Weise sein), sondern sie entschuldigt beständig und vergibt fortwährend, denn sie erbarmt sich fortwährend. Und dies geschieht im Herrn selbst, denn der Herr und der Vater sind eins: Joh.14/8-12. Ein Geheimnis, das noch tiefer in dem Wort "Vermittlung" verborgen liegt, soll auch mitgeteilt werden: Das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, vermittelt beständig in solcher Weise, weil es von der göttlichen Liebe ausgeht. Der Herr war, als Er in der Welt lebte, das göttlich Wahre, seitdem Er aber verherrlicht worden ist (was geschah, als Er auferstand), ist Er das göttlich Gute: Nr. 7499. Das göttlich Gute ist es, das im Worte im inneren Sinn unter dem Vater verstanden wird, und das göttlich Wahre unter dem Sohn: Nr. 2803, 3704, 7499; und weil im göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten hervorgeht, eine fortwährende Vermittlung liegt, deshalb wird gesagt, der Sohn bitte den Vater und trete für den Menschen vermittelnd ein. Dieses kann von dem Menschen leicht begriffen werden, jenes aber nur mit Mühe. 8574. "Was soll ich tun mit diesem Volk", 2. Mose 17/4, bedeutet für diejenigen, die so heftige Beschwerde führen wegen des Nicht-Empfangens des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "was soll ich tun mit diesem Volk", insofern es solches in sich schließt; denn das Hadern des Volkes wider Mose bedeutet die heftige Beschwerde: Nr. 8563, 8566; und daß sie kein Wasser zu trinken hatten, bedeutet den Mangel an Wahrem: Nr. 8562, 8568. 8575. "Wenig fehlt, so steinigen sie mich", 2. Mose 17/4, bedeutet, es sei nahe daran, daß sie dem Wahren vom Göttlichen Gewalt antäten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wenig fehlt", insofern es soviel ist, als es ist nahe daran; und aus der Bedeutung von steinigen, insofern es eine Bestrafung bezeichnet wegen Gewalttat an dem Wahren, das Angehör des Gottesdienstes war, worüber Nr. 7456; hier (bedeutet es) im entgegengesetzten Sinn, dem Wahren vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird, Gewalt antun. Daß Mose das Wahre vom Göttlichen bezeichnet, ist öfters gezeigt worden. 8576. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 17/5, bedeutet die Hilfe. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende in sich schließt, hier, daß die Wahrheiten gegeben werden sollten, über deren Mangel sie sich so heftig beklagten, und die durch Wasser vom Horeb bezeichnet werden; somit schließt das Sprechen hier die Hilfe in sich. 8577. "Ziehe hin vor dem Volke", 2. Mose 17/5, bedeutet, er solle sie führen und belehren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "vor jemand einherziehen", insofern es soviel ist als es führen, und somit auch ein Lehren bezeichnet; denn wer lehrt, der führt in geistiger Weise. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber schon öfter. 8578. "Und nimm mit dir von den Ältesten Israels", 2. Mose 17/5, bedeutet, von den wichtigsten Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ältesten Israels, insofern sie die Hauptstücke der Weisheit und Einsicht bezeichnen, die mit dem Guten und Wahren übereinstimmen, worüber Nr. 6524, 6525, 6890, 7912; also die wichtigsten Wahrheiten; denn diese sind Sache der Einsicht und Weisheit. 8579. "Und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast", 2. Mose 17/5, bedeutet die göttliche Macht, kraft derer das Falsche zerstreut wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, insofern er eine Macht bezeichnet, worüber Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 6947, 7011, 7026; hier die göttliche Macht, weil durch Mose, dem der Stab gehörte, der Herr in Ansehung des göttlich Wahren vorgebildet wurde. Ferner aus der Bedeutung des Stromes, hier des Stromes Ägyptens, insofern er das Falsche bezeichnet, worüber Nr. 6693. "Womit du den Strom geschlagen hast", wird gesagt, um die Zerstreuung des Falschen auszudrücken, denn durch die göttliche Macht, vermittelst welcher das Wahre gegeben wird, wird auch das Falsche zerstreut. Das Wahre, das gegeben wird, wird durch das Wasser aus dem Felsen in Horeb bezeichnet. 8580. "Nimm in deine Hand und gehe", 2. Mose 17/5, bedeutet, mit dieser (Macht) versehen, solle er den Befehl vollziehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in die Hand nehmen", nämlich den Stab, insofern es ausdrückt mit jener Macht versehen oder ausgerüstet werden. Daß "gehe hin" bedeutet, er solle den Befehl vollziehen, erhellt ohne Erklärung. 8581. "Siehe, Ich will daselbst stehen vor dir auf dem Felsen in Horeb", 2. Mose 17/6, bedeutet den Herrn in Ansehung der Glaubenswahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Felsens, insofern er den Glauben bezeichnet, hier den Glauben vom Herrn, oder den Herrn in Ansehung des Glaubens; denn Jehovah, d.h. der Herr sagt, siehe, Ich will auf dem Felsen stehen. Und aus der Bedeutung des Horeb, insofern er das göttliche Gesetz bezeichnet. Daher wird durch jene Worte der Herr bezeichnet in Ansehung der Glaubenswahrheiten, die aus Seinem Gesetz oder dem Worte sind. Daß der Fels den Herrn in Ansehung des Glaubens bedeutet, und in Beziehung auf den Menschen den Glauben vom Herrn, erhellt aus mehreren Stellen im Worte: 5. Mose 32/3,4,13,15,18,30,31,37: "Gebet Ehre unserm Gott, dem Felsen, vollkommen ist Sein Werk; Er ließ einherfahren (Sein Volk) auf den Höhen der Erde, Er speiste es mit den Früchten des Feldes, ließ es Honig saugen aus dem Felsen und Öl aus dem Kieselfelsen; als aber Jeschurun fett ward, schlug er aus, verließ Gott, Der ihn gemacht hatte, und verachtete den Fels seines Heils; den Felsen, der dich gezeugt, verließest du; und vergessen hast du Gottes, deines Bildners; ihr Fels verkaufte sie und Jehovah schloß sie ein; denn nicht wie unser Fels ist ihr Fels; dann wird man sagen: wo sind ihre Götter, der Fels, auf den sie trauten": hieraus ist deutlich, daß es Jehovah, d.i. der Herr ist, Der Fels genannt wird. Daß es Jehovah oder der Herr ist in Ansehung des Glaubens, geht hier deutlich aus dem einzelnen im inneren Sinn hervor. Dan.2/34,35,44,45: "Du schautest, bis sich ein Stein losriß, nicht durch Menschenhand, und er schlug die Bildsäule an ihre Füße von Eisen und Ton, und zermalmte sie, da wurden zugleich zermalmt das Eisen, der Ton, das Erz, das Silber und das Gold und wurden wie Spreu von den Sommertennen; so daß der Wind sie wegführte, und man keine Stätte für sie fand; der Stein aber, der die Bildsäule geschlagen, wurde zu einem großen Felsen, und erfüllte die ganze Erde; und der Gott des Himmels wird ein Reich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen soll, und Dessen Herrschaft wird keinem anderen Volk überlassen werden, zermalmen und vernichten wird es alle diese Reiche, es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen, darum, daß du gesehen hast, wie sich vom Felsen ein Stein losriß, nicht durch Menschenhand, und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte": es wird hier vom Herrn und von Seinem Reich gehandelt; unter dem Stein wird der Glaube verstanden und unter dem Felsen der Herr in Ansehung des Glaubens. Daß dies durch Stein und Fels bezeichnet wird, ist dem, der es überlegt, deutlich. Auch bedeutet Stein im Wort das Glaubenswahre, man sehe Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798, 6426; darum wird auch der Herr in Ansehung des göttlich Wahren der Stein Israels genannt: Nr. 6426. Der Fels bedeutet aber den Herrn in Ansehung des Glaubenswahren, weil unter Felsen auch die Schutzwehr gegen das Falsche verstanden wird. Die wahre Schutzwehr ist das Glaubenswahre; denn durch dieses wird gekämpft sowohl gegen das Falsche als gegen das Böse. Hieraus kann auch erhellen, daß unter dem Felsen der Herr in Ansehung des Glaubens verstanden wird und auch der Glaube, der vom Herrn (stammt), in den Worten, die der Herr zu Petrus geredet: Matth.16/18,19: "Ich aber sage dir, du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich bauen Meine Gemeinde, und die Pforten des Hades (oder Hölle) sollen sie nicht überwältigen, und Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du lösen wirst auf Erden, soll auch im Himmel gelöst sein": daß der Felsen hier den Herrn in Ansehung des Glaubens bezeichnet und den Glauben, der vom Herrn ist, und daß Petrus diesen Glauben vorbildlich darstellt, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22, ferner Nr. 3750, 4738, 6000, 6073 E, 6344 E. Es muß auch jedem, der aus gesunder Vernunft denkt, klar sein, daß die Macht, den Guten den Himmel zu öffnen und die Hölle vor ihnen zu verschließen, und dagegen den Bösen die Hölle zu öffnen und ihnen den Himmel zu verschließen, dem Herrn allein angehört. Sie gehört aber auch dem Glauben, weil der Glaube vom Herrn ist, also auch dem Herrn angehört, d.h. der Herr selbst in ihm ist. Im anderen Leben wirkt auch in der Tat alle Macht durch das Glaubenswahre aus dem Guten: Nr. 4931, 6344, 6423, 8200, 8304. Wer aus der Vernunft denkt, kann auch den Schluß ziehen, daß die Gemeinde oder Kirche des Herrn nicht auf irgendeinen Menschen, also nicht auf Petrus, sondern auf den Herrn selbst, somit auf den Glauben an Ihn erbaut worden ist. Hieraus kann man ersehen, in welche und in wie große Irrtümer diejenigen verfallen, die sich streng an den Buchstabensinn des Wortes halten, und wie begierig die Vorsteher der Kirche es ergreifen, daß solche Macht dem Petrus gegeben worden sei und folglich auch denen, die sich seine Nachfolger nennen; denn es schmeichelt ihrer Liebe, und wie schwer sie sich überzeugen lassen, daß es anders zu verstehen ist; denn jeder will sich die höchste Macht verschaffen. Aus diesem geht auch deutlich hervor, wie notwendig es ist, daß man wisse, was der Felsen, was die Schlüssel, was die Pforten der Hölle und vieles andere im inneren Sinn bedeuten. Daß Jehovah ein Fels genannt und dann (immer) der Herr in Ansehung des Glaubens zu verstehen ist, erhellt auch aus vielen anderen Stellen im Wort, wie z.B. aus den folgenden, die ich ohne weitere Erklärung anführen darf: Jes.16/1: "Schicket die Lämmer des Landesbeherrschers von dem Felsen gegen die Wüste hin zum Berge Zions". Jes.17/10: "Vergessen hast du den Gott deines Heils, und des Felsen deiner Zuflucht hast du nicht gedacht". Jes.31/9: "Aschur wird fallen durch das Schwert nicht eines Mannes, auch sein Fels wird vergehen aus Schrecken darüber". Jes.42/11: "Es mögen singen die Felsbewohner, von dem Gipfel der Berge mögen sie rufen". Jes.51/1: "Höret auf Mich, die ihr nach Gerechtigkeit strebt und Jehovah suchet, schauet auf den Fels, aus dem ihr gehauen seid". Jerem.48/28: "Verlasset die Städte und wohnet auf dem Felsen, ihr Bewohner Moabs". Jerem.51/25,26: "Ich will wider dich sein, du verheerender Berg, der du die ganze Erde verheerest, und Ich will Meine Hand ausstrecken wider dich und dich herabwälzen von dem Felsen und dich machen zu einem Berge der Verbrennung, daß man nicht von dir nehme einen Eckstein, noch einen Grundstein": von Babel. Ps.40/3: "Er führte mich herauf aus der Grube des Verderbens, aus kotigem Schlamm, und stellte auf den Felsen meine Füße". Ps.61/3: "Von den Enden der Erde schreie ich zu dir, wenn mein Herz verschmachtet, zu einem Felsen, der mir zu hoch ist, führst Du mich". Ps.81/17: "Ich speiste sie mit dem Fette des Weizens, und mit Honig aus dem Felsen sättigte Ich sie". Weil der Fels den Herrn in Ansehung des Glaubens und den Glauben vom Herrn bedeutete, darum geschahen auch die Wunder auf dem Felsen, wovon es im Buche der Richter heißt: Richt.6/20,21: "Der Engel Jehovahs sprach zu Gideon: Nimm das Fleisch und das Ungesäuerte, und lege es auf den Felsen und gieße die Brühe aus darüber; und es stieg Feuer empor aus dem Felsen, und verzehrte das Fleisch und das Ungesäuerte". Richt.13/19,20: "Manoah, der Vater Simsons, nahm ein Ziegenböcklein, und opferte es auf dem Felsen; da tat der Engel etwas Wunderbares und stieg auf in der Flamme": was dies bedeutet, kann man erkennen, wenn es aus dem inneren Sinn erklärt wird, (nämlich) was Gideon vorbildlich darstellte, und was Manoah, der Vater Simsons; ferner was das Fleisch und das Ungesäuerte und die Brühe; ferner, was das Ziegenböcklein und das Feuer bezeichnet, denn alles und jedes bildete vor und war bezeichnend. Aus der Bedeutung des Felsens, insofern er den Glauben bezeichnet, kann man auch erkennen, was darunter verstanden wird, daß Moses, als er Jehovah sehen sollte, in eine Felsenkluft gestellt wurde: 2. Mose 33/20-23, denn die Felsenkluft bedeutet das Dunkle des Glaubens. Daß der Felsen auf dem Horeb, aus dem Wasser kam, den Herrn bedeutet, ist in den Kirchen bekannt. Daß er aber den Herrn in Ansehung des Glaubens und auch den Glauben vom Herrn bedeutet, ist nun gezeigt worden. Dasselbe, was durch den Felsen auf dem Horeb, wird auch bezeichnet durch Folgendes bei Jes.48/20,21: "Saget: Jehovah hat erlöst Seinen Knecht Jakob, dann wird man nicht dürsten; in den Wüsten wird Er sie führen, Wasser aus dem Felsen wird Er für sie fließen lassen, Er wird den Felsen spalten, daß Wasser herausfließen". Daß dem Volk aus keinem anderen Felsen Wasser gegeben wurde, als aus dem auf dem Horeb, kommt daher, daß Horeb das göttliche Gesetz bedeutet. Durch Horeb wird aber das göttliche Gesetz bezeichnet, weil dort das göttliche Gesetz verkündigt wurde; und auch der Glaube vom Herrn stammt aus dem göttlichen Gesetz, d.h. aus dem Wort, denn durch dieses lehrt der Herr, was Glaube ist und gibt auch den Glauben. 8582. "Da sollst du den Felsen schlagen", 2. Mose 17/6, bedeutet, sie sollten fortfahren, Ihn zu bitten, nämlich den Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, insofern es hier soviel ist als im Bitten beharren, aber aus demütigem Herzen. Daß "den Felsen schlagen" bedeutet, inständig bitten aus demütigem Herzen, kann daraus erhellen, daß dem Mose, weil er den Felsen mit hartem Herzen schlug, und auf diese Weise heftig (das Wasser) begehrte, angekündigt wurde, er werde das Volk nicht in das Land Kanaan einführen, wie er selbst erzählt 4. Mose 20/10-12: "Mose und Aharon versammelten die Gemeinde vor dem Felsen; und sprach zu ihnen: Höret doch, ihr Widerspenstigen, werden wir wohl aus diesem Felsen Wasser für euch hervorbringen? Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen zweimal mit seinem Stabe; da kam (dennoch) viel Wasser heraus; alsdann sprach Jehovah zu Mose und Aharon: darum, daß ihr nicht an Mich geglaubt und Mich nicht geheiligt habt vor den Augen der Söhne Israels, sollt ihr die Gemeinde nicht bringen in das Land, das Ich ihnen geben will". 8583. "Und es wird Wasser aus demselben hervorkommen", 2. Mose 17/6, bedeutet, daß von Ihm würden die Glaubenswahrheiten (gegeben werden). Dies erhellt aus der Bedeutung des Felsen, aus dem die Wasser herauskommen, insofern er den Herrn bezeichnet in Ansehung des Glaubens, worüber Nr. 8581; und aus der Bedeutung der Wasser, insofern sie die Glaubenswahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568. 8584. "Daß das Volk trinke", 2. Mose 17/6, bedeutet, die sie erquicken und ihnen geistiges Leben geben sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von trinken, insofern es heißt in den Glaubenswahrheiten unterrichtet werden, so daß sie geistiges Leben geben und erquicken, worüber Nr. 8562. 8585. "Und Mose tat also vor den Augen der Ältesten Israels", 2. Mose 17/6, bedeutet die Wirkung durch die wichtigsten Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Mose tat also", insofern es die Wirkung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Ältesten Israels, insofern sie die wichtigsten Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 8578. Vorher wurde gesagt, daß Mose von den Ältesten Israels mit sich nahm, und jetzt, daß er es vor den Augen der Ältesten Israels tat, weil der Glaube durch die Wahrheiten gegeben wird, und zwar durch die Hauptwahrheiten; denn aus diesen kommt Erleuchtung, so daß die Wahrheiten, die aus ihnen hervorgehen und untergeordnete heißen, deutlich und klar erkannt werden. 8586. Vers 7: Und er nannte den Namen des Ortes Massa und Meriba, wegen des Haderns der Söhne Israels und weil sie Jehovah versucht hatten, indem sie sprachen: Ist Jehovah in unserer Mitte oder nicht? "Und er nannte den Namen des Ortes Massa" bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung; "und Meriba" bedeutet die Beschaffenheit der Beschwerde; "wegen des Haderns der Söhne Israels" bedeutet die Beschwerde wegen der Heftigkeit der Versuchung (die so groß war), daß sie beinahe unterlagen; "und weil sie Jehovah versucht hatten" bedeutet, daß es wider das Göttliche war, an Dessen Hilfe sie verzweifelten; "indem sie sprachen: Ist Jehovah in unserer Mitte oder nicht?" bedeutet, daß sie beinahe glaubten, der Herr bringe den Seinigen keine Hilfe. 8587. "Und er nannte den Namen des Ortes Massa", 2. Mose 17/7, bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Namen" und "Namen nennen", insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2628, 2724, 3006, 3421, 6674, 6887; und aus der Bedeutung des Ortes, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321 4882, 5605, 7381; daß es die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung bedeutet, kommt daher, daß von der Versuchung gehandelt wird. Die Beschaffenheit ihres Zustandes wird durch Massa bezeichnet. Massa bedeutet auch in der Ursprache Versuchung. Über die Beschaffenheit derselben soll im Folgenden gesprochen werden. 8588. "Und Meriba", 2. Mose 17/7, bedeutet die Beschaffenheit der Beschwerde. Dies erhellt daraus, daß Meriba in der Grundsprache Streit oder Hadern bedeutet, und Hadern bedeutet Beschwerde: Nr. 8563, 8566; weil auch die Namen die Beschaffenheit einer Sache bezeichnen: Nr. 8587, deshalb bedeutet Meriba hier die Beschaffenheit der Beschwerde. Was diese Versuchung selbst und ihre Beschaffenheit anbelangt, so muß man wissen, daß hier solche (Menschen) beschrieben werden, die in den Versuchungen beinahe unterliegen, indem sie nämlich wider den Himmel und auch wider das Göttliche Selbst Klage führen, und zuletzt beinahe nicht mehr an die göttliche Vorsehung glauben. Dies wird im inneren Sinn durch das Vorhergehende bezeichnet, wie auch durch das in diesem Verse Folgende, und zwar ist es die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung, die durch Massa, und die Beschaffenheit der Beschwerde in der Versuchung, die durch Meriba bezeichnet wird. Daß diese Beschaffenheit hier durch Meriba bezeichnet wird, zeigt sich deutlich bei Ps.81/8: "In der Angst riefest du zu Mir und Ich errettete dich, Ich erhörte dich im Verborgenen, Ich prüfte dich an den Wassern Meribas". Aber im inneren historischen Sinn, in dem vom Religionszustande des israelitischen Volkes gehandelt wird, wird beschrieben, wie dieses Volk beschaffen war gegen Jehovah, daß es Ihn nämlich nicht mit demütigem Flehen um Hilfe bitten wollte, sondern dieselbe mit Heftigkeit begehrte, und dies darum, weil sie Jehovah nicht als den höchsten Gott von Herzen, sondern nur mit dem Munde anerkannten, wenn sie (Seine) Wunder sahen. Daß sie Ihn nicht von Herzen anerkannten, zeigt sich offenbar bei dem ägyptischen Kalbe, das sie sich machten und anbeteten, indem sie sagten, dies wären ihre Götter. Ferner (erkennt man es) an ihrem oft wiederholten Abfall, worüber Nr. 8301. Das ist es, was im inneren historischen Sinn hier beschrieben wird. Im inneren geistigen Sinn aber wird die Beschaffenheit der Versuchung bei denen beschrieben, die zum Äußersten derselben geführt werden, bevor sie befreit werden. Daß die Beschaffenheit des israelitischen Volkes und ihres religiösen Zustandes durch den Streit mit Mose bei Massa und Meriba beschrieben wird, erhellt auch bei Ps.95/8-11: "Verhärtet nicht euer Herz wie in Meriba, wie am Tage von Massa in der Wüste, wo Mich eure Väter versuchten; sie versuchten Mich, obwohl sie Meine Werke sahen; vierzig Jahre lang hatte Ich Verdruß an diesem Geschlecht; und Ich sprach: Es ist ein Volk von irrendem Herzen und Meine Wege kennen sie nicht, darum habe Ich geschworen in Meinem Zorn: sie sollen nicht zu Meiner Ruhe kommen". 5. Mose 6/16; 9/22,24: "Ihr sollet Jehovah, euern Gott, nicht versuchen, wie ihr Ihn versucht habt in Massa". 5. Mose 33/8,9: "Von Levi sprach Er: Deine Thummim und Urim, (d.i. dein Recht und Licht) bleibe bei dem heiligen Manne, Den du versuchtest bei Massa, mit Dem du strittest bei den Wassern Meribas": der heilige Mann bedeutet hier den Herrn, Den sie versuchten und Den Mose und Aharon nicht heiligten; im inneren historischen Sinn aber, in dem vom religiösen Zustand des Volkes Israel die Rede ist, wird durch Mose und Aharon nicht das göttlich Wahre vorgebildet, sondern der Religionszustand dieses Volkes, dessen Führer und Häupter sie waren: Nr. 7041. Weil ihr religiöser Sinn so beschaffen war, wie oben gesagt wurde, darum wurde ihnen auch angekündigt, daß sie das Volk nicht in das Land Kanaan einführen sollten, worüber es heißt: 4. Mose 20/12,13; 27/14: "Jehovah sprach zu Mose und Aharon: Darum, daß ihr nicht an Mich geglaubt habt und Mich nicht geheiligt vor den Augen der Söhne Israels, sollt ihr diese Gemeinde nicht in das Land führen, das Ich denselben gegeben habe, das ist das Wasser Meriba, wo die Söhne Israels mit Jehovah haderten". 4. Mose 20/24: "Aharon wird gesammelt werden zu seinem Volke und nicht in das Land kommen, das Ich den Söhnen Israels geben werde, darum, daß ihr widerspenstig waret gegen Mein Wort bei dem Wasser Meriba". Desgleichen Mose: 5. Mose 32/50,51. Daß bei diesem Volke gleichwohl ein vorbildlicher Gottesdienst angeordnet wurde, geschah deswegen, weil der vorbildliche Gottesdienst bei jedem Volke eingeführt werden konnte, das den äußeren Gottesdienst heilig hielt und beinahe abgöttisch verehrte; denn das Vorbildliche hat nicht die Person im Auge, sondern die Sache: Nr. 1361, und im Charakter dieses Volkes lag es mehr als bei allen anderen Völkern, vor allem das Äußere als etwas Heiliges und Göttliches zu verehren, ohne alles Innere; wie auch ihre Väter Abraham, Jischak und Jakob als höhere Wesen zu verehren, und nachher auch Moses und David. Überdies hielten sie jeden Stein und jedes Stück Holz, das zu ihrem Gottesdienste geweiht war, für heilig und göttlich, z.B. die Bundeslade, die Tische, den Leuchter, den Altar, die Gewänder Aharons, die Urim und Thummim und nachher den Tempel. Durch solche Dinge fand zu jener Zeit vermöge der Vorsehung des Herrn eine Gemeinschaft der Engel des Himmels mit dem Menschen statt; denn es muß irgendwo eine Kirche geben oder ein Vorbild der Kirche, damit eine Gemeinschaft des Himmels mit dem menschlichen Geschlecht bestehe. Und weil dieses Volk mehr als jedes andere den Gottesdienst in äußerliche Dinge setzen und so das Vorbildliche der Kirche darstellen konnte, deshalb wurde es hierzu verwendet. Die Gemeinschaft mit den Engeln im Himmel fand zu jener Zeit durch vorbildliche Darstellung in folgender Weise statt: Ihr äußerer Gottesdienst wurde in Verbindung gebracht mit den engelartigen Geistern, die einfältigen Gemütes sind und nicht über das Innere nachdenken, gleichwohl aber innerlich gut sind. Solche sind es, die im Größten Menschen den Häutchen entsprechen. Diese achten gar nicht auf das Innere des Menschen, sondern nur auf dessen Äußeres. Wenn dies heilig erscheint, denken sie auch heilig darüber. Die inwendigeren Engel des Himmels schauten in diesen Geistern die Dinge, die vorgebildet wurden, somit das Himmlische und Göttliche, dem sie entsprachen, denn bei diesen konnten sie sein und diese Dinge sehen, nicht aber den Menschen, außer durch jene, denn die Engel wohnen bei den Menschen im Inwendigen, wo aber kein Inwendiges ist, wohnen sie in dem Inneren der einfältigen Geister; denn die Engel verstehen nur die geistigen und himmlischen Dinge, die das Innere in den vorbildlichen Darstellungen sind. Aus diesem wenigen kann erhellen, wie die Gemeinschaft mit dem Himmel durch ein solches Volk hergestellt werden konnte. Man sehe aber, was hierüber schon früher nachgewiesen wurde, nämlich daß bei den Juden das Heilige des Gottesdienstes auf wunderbare Weise in den Himmel erhoben wurde außerhalb ihrer: Nr. 4307; daß die Nachkommen Jakobs das Heilige vorbilden konnten, wie sie auch immer beschaffen sein mochten, wenn sie nur die befohlenen Zeremonien genau beobachteten: Nr. 3147, 3479, 3480, 3881 E, 4208, 4281, 4288, 4289, 4293, 4307, 4444, 4500, 4680, 4825, 4844, 4847, 4899, 4912, 6304, 6306, 7048, 7051, 8301 E. 8589. "Wegen des Haderns der Söhne Israels", 2. Mose 17/7, bedeutet die Beschwerde wegen der Heftigkeit der Versuchung, (die so groß war,) daß sie beinahe unterlagen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Haderns, insofern es eine heftige Beschwerde ausdrückt, worüber Nr. 8563. Daß sie beinahe unterlagen, erhellt aus der Beschaffenheit ihres Haderns, indem sie nämlich Mose fast gesteinigt hätten, und auch Jehovah versuchten, und sprachen: "Ist Jehovah in unserer Mitte (oder nicht?)". 8590. "Und weil sie Jehovah versucht hatten", 2. Mose 17/7, bedeutet, daß es wider das Göttliche war, an dessen Hilfe sie verzweifelten. Dies erhellt aus Nr. 8567, wo dieselben Worte. 8591. "Indem sie sprachen: Ist Jehovah in unserer Mitte oder nicht?", 2. Mose 17/7, bedeutet, daß sie beinahe glaubten, der Herr bringe den Seinigen keine Hilfe; dies erhellt ohne Erklärung. 8592. Vers 8,9: Und Amalek kam und kämpfte mit Israel in Rephidim. Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer, ziehe aus und kämpfe gegen Amalek; morgen werde ich auf dem Gipfel des Hügels stehen, mit dem Stabe Gottes in meiner Hand. "Und Amalek kam" bedeutet das Falsche aus dem inwendigeren Bösen; "und kämpfte mit Israel in Rephidim" bedeutet, daß sie dieselben angriffen, während sie eine schwere Versuchung aushielten; "da sprach Mose zu Josua" bedeutet den göttlichen Einfluß in das kämpfende Wahre; "erwähle uns Männer" bedeutet, daß es die Wahrheiten zum Kampfe ordnen solle; "ziehe aus und kämpfe gegen Amalek" bedeutet, wider das Falsche aus dem inwendigeren Bösen; "morgen werde ich auf dem Gipfel des Hügels stehen" bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren mit dem Guten der Liebtätigkeit, und den daraus hervorgehenden Einfluß; "mit dem Stabe Gottes in meiner Hand" bedeutet, daß dadurch die Macht (entstehe). 8593. "Und Amalek kam", 2. Mose 17/8, bedeutet das Falsche aus dem inwendigeren Bösen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung von Amalek, insofern es (d.h. dieses Volk) das Falsche aus dem inwendigeren Bösen bezeichnet, worüber im Folgenden. Welche und wie beschaffen diejenigen sind, die sich im Falschen aus dem inwendigeren Bösen befinden, soll zuerst gesagt werden. Das inwendigere Böse ist dasjenige, das tief innen im Menschen liegt, verborgen in seinem Willen und dadurch in seinem Denken, und wovon im Äußeren, z.B. in seinen Handlungen, in seiner Rede, in seinem Angesicht keine Spur erscheint. Diejenigen, die in einem solchen Bösen sind, befleißigen sich in jeder Weise und mit aller Kunst, es zu verbergen und zu verstecken unter dem Anschein des Ehrenhaften und Gerechten, und unter dem Anschein der Nächstenliebe. Gleichwohl aber denken sie bei sich auf nichts anderes, als wie sie Böses zufügen können, und soweit als möglich tun sie es durch andere, wobei sie sich hüten, daß es nicht als von ihnen herrührend erscheine. Das Böse selbst beschönigen sie, so daß es nicht als Böses erscheint. Es ist der höchste Lustreiz ihres Lebens, solche Dinge auszusinnen und im Verborgenen ins Werk zu setzen. Dies wird das inwendigere Böse genannt. Die in diesem Bösen sind, heißen böse Genien, und sind im anderen Leben völlig von denen getrennt, die im äußeren Bösen sind und Geister heißen. Jene, nämlich die bösen Genien, haben ihre Hölle hinter dem Menschen, d.h. in seinem Rücken, und daselbst in verschiedenen Höhlen. Die bösen Geister hingegen haben sie vor dem Menschen und auch zu den Seiten desselben. Jene Genien gehören im Größten Menschen zur Gegend des kleinen Gehirns und auch zu dem Teile des Rückenmarkes, der seine Fasern und Nerven zu den Organen mit unwillkürlicher Bewegung sendet. Was ferner das Falsche aus diesem Bösen anbelangt, so ist es nicht wie das Falsche aus dem Bösen der bösen Geister, denn es ist an sich Böses; die in diesem Bösen sind, fallen nicht das Wahre des Glaubens an, sondern das Gute des Glaubens. Sie wirken nämlich durch böse Neigungen, durch die sie die guten Gedanken verdrehen, und dies auf eine fast unbegreifliche Weise. Weil sie so beschaffen sind, werden ihre Höllen gänzlich von den Höllen der bösen Geister getrennt, und zwar so sehr, daß sie kaum Gemeinschaft (mit ihnen) haben, und dies darum, damit sie getrennt werden von den Menschen der geistigen Kirche; denn wenn sie von ihren Höllen her einfließen würden, so wäre es um den Menschen dieser Kirche geschehen, sie würden nämlich auf ganz verborgene Weise in das Gewissen einfließen und es verkehren, und zwar durch Einflößung böser Neigungen. Diese höllischen Genien greifen den Menschen keineswegs offen an, auch nicht, wenn er die Kraft besitzt, Widerstand zu leisten, sondern wenn es scheint, daß der Mensch nahe daran ist, zu unterliegen, dann sind sie plötzlich bei der Hand und drängen ihn, daß er völlig fällt. Dies wird auch dadurch vorbildlich dargestellt, daß Amalek gerade jetzt Israel anfiel; und auch nachher, als die Söhne Israels sich Jehovah widersetzten, und sich fürchteten vor den Völkern im Lande Kanaan: 4. Mose 14/43,45: "Damals zog auch Amalek mit den Kanaanitern herab vom Berge und sie schlugen die Söhne Israels bis nach Horma". Hieraus kann erhellen, wie diejenigen beschaffen sind, die unter Amalek vorbildlich dargestellt werden, und warum der Urteilsspruch Jehovahs über sie war, daß beständig Krieg gegen sie sein und ihr Andenken vertilgt werden solle unter dem Himmel. Demzufolge heißt es 2. Mose 17/16: "Weil die Hand der Bösen gegen den Thron Jahs ist, wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht". 5. Mose 25/17-19: "Gedenke, was Amalek dir getan hat, als du auszogst aus Ägypten, wie er dir begegnete auf dem Wege, und deine Nachhut schlug, alle Schwachen hinter dir her, als du müde und matt warst, und (wie es) Gott nicht fürchtete; wenn dir Jehovah, dein Gott, Ruhe geben wird, sollst du vertilgen das Andenken Amaleks unter dem Himmel; du sollst es nicht vergessen". 1.Sam.Kap.15: "Es wurde von Jehovah durch Samuel dem Saul gesagt: "Ich habe beschlossen, heimzusuchen, was Amalek Israel getan hat, das sich ihm in den Weg stellte, als es auszog aus Ägypten; darum ziehe hin und schlage Amalek, und verbanne, (d.i. vertilge) alles, was sein ist, und schone seiner nicht, sondern töte (alle) vom Manne bis zum Weibe, vom Kinde bis zum Säugling, vom Ochsen bis zum Schaf, vom Kamel bis zum Esel. Aber Saul verschonte den König Agag, und die besten Schafe und Rinder, und auch die von zweiter Güte, und die Widder, und alles was auserlesen war; darum wurde dem Saul angekündigt, daß er von nun an nicht mehr König über Israel sein sollte". Daß das Andenken Amaleks ausgelöscht und alles, was sein war, vertilgt werden sollte, bedeutet, daß die bösen Genien durchaus nicht Gemeinschaft haben sollten mit denen, die der geistigen Kirche angehörten, denn sie haben nur mit denen Gemeinschaft, die nicht im Wahren sind, sondern das Falsche aus böser Neigung begünstigen. Wer kann da nicht sehen, daß Jehovah ohne eine tiefer liegende Ursache nimmermehr gesagt haben würde, es solle ein ewiger Krieg wider Amalek sein, und das Andenken desselben unter dem Himmel vertilgt werden, und alles, was sein ist, verbannt werden, und daß dies gleichwohl nicht geschehen ist. Der tiefer liegende Grund, warum dies gesagt und getan wurde, ist enthalten in den Worten Samuels an Agag, den König der Amalekiter, den Saul verschonte: 1.Sam.15/32,33: "Agag, der König der Amalekiter, ging mit Freudigkeit zu Samuel; aber Samuel sprach: Weil dein Schwert die Weiber ihrer Kinder beraubt hat, so soll deine Mutter vor andern Frauen ihrer Kinder beraubt werden, und Samuel hieb ihn in Stücken vor Jehovah": mit Freudigkeit gehen, bedeutet das äußere Einschmeichelnde was solche in Gegenwart anderer haben; dein Schwert hat die Weiber ihrer Kinder beraubt, bedeutet, daß ihr Falsches den guten Neigungen Gewalt antue; deine Mutter soll der Kinder beraubt werden vor den Weibern, bedeutet, daß bei ihnen die böse Neigung vom Willensgebiet und nicht vom Verstandesgebiet aus herrschen werde; und Samuel hieb ihn in Stücke vor Jehovah, bedeutet, daß sie getrennt wurden von denen, die vom Verstand aus im Falschen aus dem Bösen sind, also die Genien von den Geistern, wie oben gesagt worden. Daß die Weiber die Neigungen bedeuten, sehe man Nr. 568, 6014, 8337; daß das Schwert das kämpfende und verwüstende Falsche bezeichnet: Nr. 2799, 4499, 7102. 8594. "Und kämpfte mit Israel in Rephidim", 2. Mose 17/8, bedeutet, daß sie dieselben angriffen, während sie eine schwere Versuchung aushielten. Dies erhellt aus der Bedeutung von kämpfen, insofern es soviel ist als angreifen durch Falsches aus inwendigerem Bösen; und aus der Bedeutung von Rephidim, insofern es die Beschaffenheit der Versuchung in Ansehung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8561. Was unter diesem zu verstehen ist, erhellt aus dem, was Nr. 8593 gesagt wurde, daß nämlich diejenigen, die durch Amalek vorgebildet werden, im anderen Leben die anfallen, die in Versuchungen stehen, wenn sie schon nahe daran sind, zu unterliegen. 8595. "Da sprach Mose zu Josua", 2. Mose 17/9, bedeutet den göttlichen Einfluß in das kämpfende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es hier den Einfluß bezeichnet, weil er sich auf das kämpfende Wahre bezieht, das durch Josua vorbildlich dargestellt wird. Den göttlichen Einfluß bedeutet es, weil unter Mose das göttlich Wahre vorgebildet wird, d.h. das Wahre, das unmittelbar vom Herrn ausgeht. Dieses Wahre, weil es das reine Göttliche ist, fließt in alle Glaubenswahrheiten ein, und macht, daß sie Wahrheiten sind. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, insofern er das kämpfende Wahre bezeichnet. Daß Josua das kämpfende Wahre bezeichnet, erhellt daraus, daß ihm befohlen wurde, wider Amalek zu kämpfen, d.h. wider das Falsche aus dem inwendigeren Bösen. Wider dieses muß das Wahre kämpfen, das durch den Einfluß des göttlich Wahren zum kämpfenden geworden ist. Das göttlich Wahre selbst, das unmittelbar vom Herrn ausgeht, ist nicht kämpfend, sondern friedlich, denn es ist der Friede selbst, indem es vom göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn ausgeht. Damit es aber zum kämpfenden werde, fließt es bei solchen Engeln ein, die in brünstigen Eifer für das Wahre und Gute sind, und von diesem Eifer angeregt kämpfen. Daher stammt das kämpfende Wahre, das durch Josua vorbildlich dargestellt wird. Weil dieses Wahre durch Josua vorgebildet wird, deshalb wurde er auch nach Mose zum Anführer der Söhne Israels ersehen, und führte sie in das Land Kanaan ein, und kämpfte mit den Völkerschaften daselbst. Daher erschien ihm auch, als er in das Land Kanaan kam, ein Engel Jehovahs mit einem entblößten Schwert in der Hand, und nannte sich den Fürsten des Heeres Jehovahs: Jos.5/13-15. Das entblößte Schwert in der Hand bedeutet das kämpfende göttlich Wahre in seiner Macht, daß das Schwert das kämpfende Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 2799, 4499; daß das entblößte Schwert das fortwährend gegen das Falsche und Böse kämpfende bedeutet: Nr. 8294, und daß die Hand Macht bezeichnet: Nr. 878, 4931-4937, 7518, 8050, 8153; daß ferner die Völkerschaften im Lande Kanaan Falsches und Böses bedeuten, gegen das man kämpfen muß: Nr. 8054. 8596. "Erwähle uns Männer", 2. Mose 17/9, bedeutet, daß es die Wahrheiten zum Kampfe ordnen solle. Dies erhellt aus der Bedeutung der Männer, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 265, 749, 1007, 3134; sie zum Kampfe ordnen, wird dadurch bezeichnet, daß Josua sie auswählen sollte; denn wenn unter Josua das kämpfende göttlich Wahre vorbildlich dargestellt wird, dann werden durch die Männer, die er erwählt und sich beifügt, die zum Kampfe geordneten Wahrheiten bezeichnet. 8597. "Ziehe aus und kämpfe gegen Amalek", 2. Mose 17/9, bedeutet, wider das Falsche aus dem inwendigeren Bösen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks, insofern es das Falsche aus inwendigerem Bösen bezeichnet, worüber Nr. 8593. 8598. "Morgen werde ich auf dem Gipfel des Hügels stehen", 2. Mose 17/9, bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren mit dem Guten der Liebtätigkeit, und den daraus hervorgehenden Einfluß. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der auf dem Gipfel des Hügels stehen sollte, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon öfters; aus der Bedeutung von stehen, insofern es soviel ist, als verbunden werden und einfließen. Stehen bedeutet hier verbunden werden, weil er damals auf dem Gipfel des Hügels sein sollte, und Hügel das Gute der Liebtätigkeit bedeutet; es bedeutet aber auch einfließen, weil er von dort aus den Kampf überblickte und auch anordnete, was dadurch bezeichnet wird, daß Israel siegte wenn er seine Hand erhob, und Amalek siegte wenn er seine Hand sinken ließ. Ferner aus der Bedeutung des Hügels, insofern er das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 6435. Wie es sich verhält mit der Verbindung und dem Einfluß des Guten der Liebtätigkeit in das kämpfende Wahre, soll mit wenigem gesagt werden: Das göttlich Wahre wird zum Kämpfenden durch die Verbindung mit denen, die im Eifer sind, wie oben gesagt worden. Diejenigen, die im Eifer sind, kämpfen, aber nicht aus irgendeiner Unfreundlichkeit oder Feindseligkeit, sondern vielmehr aus Liebtätigkeit; denn der Eifer unterscheidet sich vom Zorn dadurch, daß der Eifer das Gute der Liebtätigkeit in sich trägt. Wenn daher der Eifer kämpft, so entfernt er nur diejenigen, die im Falschen und Bösen sind, damit sie diejenigen, die im Guten und Wahren sind, nicht verletzen. Der Zorn aber entfernt sie nicht nur, sondern verfolgt sie auch aus Haß und Rachsucht; der Eifer wünscht aus der Liebtätigkeit, die in ihm liegt, auch denen Gutes, die im Bösen und Falschen sind, und tut es (ihnen) auch, soweit sie den Guten nicht schaden. Aber der Zorn wünscht aus dem Haß und der Rachsucht, die in ihm liegen, allen Böses, mit denen er kämpft, sie mögen gut oder böse sein. Hieraus kann man erkennen, was unter dem Einfluß des Guten der Liebtätigkeit in das kämpfende Wahre verstanden wird. Daß der Eifer Gutes in sich trägt und der Zorn Böses, sehe man Nr. 4164, 4444. 8599. "Mit dem Stabe Gottes in meiner Hand", 2. Mose 17/9, bedeutet, daß dadurch die Macht entstehe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes Gottes, insofern er die göttliche Macht bezeichnet, worüber Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 7026; und aus der Bedeutung der Hand, insofern sie ebenfalls Macht bedeutet: Nr. 8595. "Der Stab Gottes in meiner Hand" wird gesagt, weil durch Stab die äußere, und durch Hand die innere Macht bezeichnet wird, oder Stab die natürliche Macht und Hand die geistige bedeutet: Nr. 6947, 7011. Es wird gesagt, daß dadurch Macht entstehe, weil dem kämpfenden Wahren die Macht aus dem Guten innewohnt, denn alle Macht, die das Wahre hat, stammt aus dem Guten, das in demselben liegt. Der Grund ist, weil das Göttliche in dem Guten liegt, und durch das Gute in dem Wahren, nicht aber im Wahren ohne das Gute. Daß das Wahre alle Macht aus dem Guten hat, sehe man Nr. 3563, 4931; und daß das Gute alle Macht aus dem Göttlichen hat, ist (an sich) klar. 8600. Vers 10-13: Und Josua tat, wie Mose zu ihm gesagt hatte, daß er kämpfe gegen Amalek; und Mose, Aharon und Hur stiegen auf den Gipfel des Hügels. Und es geschah, wenn Moses seine Hand erhob, da siegte Israel, und wenn er seine Hand sinken ließ, da siegte Amalek. Aber die Hände Moses wurden schwer; da nahmen sie einen Stein und legten denselben unter ihn, und er setzte sich darauf, und Aharon und Hur unterstützten seine Hände, der eine hier, der andere dort; und so geschah es, daß sein Hände stark blieben, bis die Sonne unterging. Und Josua schlug Amalek und sein Volk, mit der Schärfe des Schwertes. "Und Josua tat, wie Mose zu ihm gesagt hatte" bedeutet den Erfolg, sobald das kämpfende Wahre vom göttlichen Wahren geordnet worden war; "daß er kämpfe gegen Amalek" bedeutet gegen das Falsche vom inwendigeren Bösen; "und Mose, Aharon und Hur" bedeutet die göttlichen Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung; "stiegen auf den Gipfel des Hügels" bedeutet im Guten der Liebtätigkeit; "und es geschah, wenn Moses seine Hand erhob" bedeutet, wenn der Glaube bei den Angehörigen der geistigen Kirche auf den Herrn hinblickte; "da siegte Israel" bedeutet, daß dann das kämpfende Wahre siegte; "und wenn er seine Hand sinken ließ" bedeutet, wenn der Glaube bei ihnen abwärts, oder vom Herrn hinweg auf sich und auf die Welt blickte; "da siegte Amalek" bedeutet, daß dann das Falsche siegte; "aber die Hände Moses wurden schwer" bedeutet, daß die Macht, zum Herrn aufzublicken, fehlte; "da nahmen sie einen Stein" bedeutet das göttlich Wahre im Letzten der Ordnung, "und legten denselben unter ihn, und er setzte sich darauf" bedeutet die Entsprechung mit dem ersten Wahren der Ordnung; "und Aharon und Hur" bedeutet die Wahrheiten in ihrer Ordnung; "unterstützten seine Hände" bedeutet die Unterstützung des kämpfenden Wahren; "der eine hier, der andere dort" bedeutet von allen Seiten; "und so geschah es, daß sein Hände stark blieben" bedeutet die Stärke der Macht alsdann; "bis die Sonne unterging" bedeutet, wenn jener Zustand aufhörte; "und Josua schlug Amalek und sein Volk" bedeutet die Verminderung der Macht bei denen, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind; "mit der Schärfe des Schwertes" bedeutet durch das kämpfende Wahre. 8601. "Und Josua tat, wie Mose zu ihm gesagt hatte", 2. Mose 17/10, bedeutet den Erfolg, sobald das kämpfende Wahre vom göttlichen Wahren geordnet worden war. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun, insofern es den Erfolg bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, insofern er das kämpfende Wahre darstellt, worüber Nr. 8595; und aus der Bedeutung von "wie Mose zu ihm gesagt hatte", insofern es heißt, sobald es vom göttlich Wahren geordnet worden, denn durch Mose wird das göttlich Wahre vorbildlich dargestellt; und er sprach, bedeutet, daß es von demselben geordnet werde. 8602. "Daß er kämpfe gegen Amalek", 2. Mose 17/10, bedeutet, gegen das Falsche vom inwendigeren Bösen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks, insofern er das Falsche aus dem inwendigeren Bösen bezeichnet, worüber Nr. 8593. 8603. "Und Mose, Aharon und Hur", 2. Mose 17/10, bedeutet die göttlichen Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 7010; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er das mittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 7009; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Hur, insofern er das durch jenes wieder unmittelbar hervorgehende göttlich Wahre bezeichnet. So stehen die Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung. Was die Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung sind, soll mit wenigem gesagt werden: Alles und jedes in der ganzen Natur entsteht aus einem Inwendigeren nach seiner Ordnung. Es sind (lauter) Ableitungen und Aufeinanderfolgen. Allein das Inwendigere hängt mit dem Äußeren nicht in stetiger Weise zusammen, sondern es ist gesondert, und nur durch Ausläufer, wie durch Fasern verbunden, durch die Gemeinschaft (oder Mitteilung) stattfindet. Wie die Ableitungen (derivationes), und die daraus sich bildenden Aufeinanderfolgen im allgemeinen beschaffen sind, läßt sich für die Vorstellung an den Früchten, z.B. in Zitronen, Äpfeln und ähnlichen nachweisen: ihr Äußerstes bilden die Schalen, die sie umgeben, das Inwendigere bildet das Fleisch, das (von jenem) umgeben wird, noch inwendiger sind die Samenkörner, die von außen mit Kapseln und dann noch mit Häuten umgeben sind. Unter diesen ist das innere Fleisch, in dem die erste Form, gleichsam wie die Seele liegt, aus der wiederum neue Bäume und neue Früchte entstehen. Diese Bestandteile stehen alle in aufeinanderfolgender Ordnung und sind voneinander unterschieden, und zugleich verbunden. Der Verkehr des Inneren mit dem Äußeren findet auf wunderbar Weise vermittelst faserartiger Übergänge statt. Im Anfang, wenn diese Teile gebildet werden, hängen sie beinahe zusammen, aber im Verlauf der Zeit werden sie getrennt; denn die erste Form, die als die innerste im Samen liegt, muß, bevor sie zu einer gleichen Form, wie die ihrer Eltern, ausgedehnt werden kann, allmählich erschlossen werden. Und wenn sie geöffnet wird und anfängt zu wachsen, setzen sich die fleischigen Teile an, von denen sie umgeben wird. Sie dienen zuerst als Boden, hernach zum fruchtbarmachenden Safte. Nach dieser Zeit, die gleichsam die Zeit ihres Aufenthaltes im Mutterschoße ist, wird sie geboren, und dann bleibt sie im Boden des Landes, dem sie als Samen eingepflanzt ist. Hieraus kann man sich eine Vorstellung bilden, wie es sich mit den in aufeinanderfolgender Ordnung abgeleiteten Dingen verhält. Wie es sich aber im Pflanzenreich verhält, so verhält es sich auch im Tierreich, jedoch in diesem viel vollkommener. Im Tierreich gibt es äußere, inwendige und innerste Dinge, gleichfalls in aufeinanderfolgender Ordnung. Sie sind voneinander geschieden und doch auch verbunden. Aber sie unterscheiden sich (vom Pflanzenreich) darin, daß die Formen im Tierreich zur Aufnahme des Lebens erschaffen sind, daher sind sie gleichsam Aufnahmsformen des Lebens in aufeinanderfolgender Ordnung, somit auch das Leben, das daraus hervorgeht; denn die Formen oder Substanzen, die das Leben aufnehmen, sind die Träger desselben, und was aus den Veränderungen und Modifikationen derselben hervorgeht, sind Kräfte, die Leben genannt werden können, weil sie lebensvolle Kräfte sind. Hieraus kann nun erhellen, was das göttlich Wahre in aufeinanderfolgender Ordnung ist, denn alles was Sache des Lebens ist, bezieht sich auf das Wahre und seine Vervollkommnung auf das Gute, und im entgegengesetzten Sinn auf das Falsche, und seine Unvollkommenheit auf das Böse. Die Übergänge von dem einen zum anderen in aufeinanderfolgender Ordnung werden auch Grade genannt. "Stiegen auf den Gipfel des Hügels", 2. Mose 17/10, bedeutet im Guten der Liebtätigkeit; man sehe Nr. 8598. (Diese Stelle fehlt im lateinischen Text und dürfte auf diese Weise zu ergänzen sein. Anm.d.Übers.). 8604. "Und es geschah, wenn Moses seine Hand erhob", 2. Mose 17/11, bedeutet, wenn der Glaube bei den Angehörigen der geistigen Kirche auf den Herrn hinblickte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon öfter; und aus der Bedeutung von "die Hand erheben", insofern es heißt, die geistige Macht nach oben richten, also zum Herrn. Daß Hand die geistige Macht bedeutet, sehe man Nr. 6947, 7011, und weil die geistige Macht der Glaube ist; denn alle Macht in der geistigen Welt, d.h. gegen das Falsche aus dem Bösen, ist Angehör des Wahren aus dem Guten, oder des Glaubens aus der Liebtätigkeit: Nr. 3563, 4932. Was es heiße, auf den Herrn blicken, und was es heiße, auf die Welt und auf sich, also von sich aufwärts und von sich unterwärts blicken, sehe man Nr. 7814-7821. Von sich aufwärts blicken, heißt nämlich auf den Nächsten, auf das Vaterland, auf die Kirche, auf den Himmel, also auf den Herrn blicken: Nr. 7814, 7815, 7817; von sich abwärts blicken, heißt auf die Welt und auf sich blicken: Nr. 7817. Daß aufwärts und abwärts blicken heißt, etwas zum Zweck haben und es über alles lieben, sehe man Nr. 7818. Der Mensch unterscheidet sich von den Tieren dadurch, daß er aufwärts und abwärts blicken kann. Wenn er aufwärts schaut, ist er ein Mensch, aber wenn abwärts, ist er ein Tier: Nr. 7821. Nach oben schauen heißt, zum Herrn erhoben werden: Nr. 7816, denn der Herr fließt bei jedem Menschen durch das Wahre ein, das von Ihm ausgeht. Durch dieses gibt Er dem Menschen Leben, denn das vom Herrn ausgehende Licht, ist das göttlich Wahre, und ist das Leben: Joh.1/4. Dieses göttlich Wahre, das vom Herrn ist, fließt in das Gute bei dem Menschen ein, und zieht durch dasselbe den Menschen zu Sich; denn das Leben, das vom Herrn kommt, ist anziehend, weil es aus der Liebe stammt. Alle Liebe hat nämlich eine Anziehungskraft in sich, weil sie verbunden werden will, bis (zwei) eins sind. Wenn daher der Mensch im Guten ist, und aus dem Guten im Wahren, dann wird er vom Herrn angezogen und mit Ihm verbunden. Dies wird verstanden unter aufwärts blicken zum Herrn. Wenn der Mensch nicht im Guten ist, und somit nicht im Wahren aus dem Guten, dann wird er zwar auch vom Herrn angezogen, kann aber nicht erhoben werden, denn das Böse und das daraus hervorgehende Falsche wenden ihn ab. Dies wird verstanden unter abwärts sehen, oder auf sich und auf die Welt (blicken). Daß der Herr den Menschen zu sich ziehen muß, lehrt der Herr selbst bei Joh.12/32: "Ich aber, wenn Ich erhöhet bin über die Erde, werde alle zu Mir selbst ziehen". Hieraus kann man nun erkennen, wie es zu verstehen ist, daß, wenn der Glaube auf den Herrn schaute, das kämpfende Wahre siegte, und wenn der Glaube vom Herrn ab auf sich und auf die Welt blickte, alsdann das Falsche siegte, was dadurch bezeichnet wird, daß, wenn Mose seine Hand erhob, Israel obsiegte, und wenn er seine Hand sinken ließ, Amalek siegte. 8605. "Da siegte Israel", 2. Mose 17/11, bedeutet, daß dann das kämpfende Wahre siegte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Oberhand haben" (praevalere), insofern es soviel ist, als siegen; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Israel, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, hier diejenigen, die aus den Wahrheiten gegen das aus dem inwendigeren Bösen stammende Falsche kämpfen. 8606. "Und wenn er seine Hand sinken ließ", 2. Mose 17/11, bedeutet, wenn der Glaube bei ihnen abwärts, oder vom Herrn hinweg auf sich und auf die Welt hinblickte. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8604 erklärt worden ist. Daß der Glaube, der auf den Herrn blickt, siegt, kommt daher, weil alsdann der Herr kämpft; denn der Herr ist der Glaube, weil der Glaube von Ihm ist. Der Glaube dagegen, der vom Herrn auf sich und auf die Welt blickt, unterliegt, weil der Mensch dann aus sich kämpft. 8607. "Da siegte Amalek", 2. Mose 17/11, bedeutet, daß dann das Falsche siegte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Oberhand behalten" (praevalere), insofern es soviel ist, als siegen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks, insofern es das Falsche aus dem inwendigeren Bösen bezeichnet, worüber Nr. 8593. Daß bald Israel, bald Amalek siegte, bildete vor, daß die Angehörigen der geistigen Kirche nicht in dem Glauben stehen können, der beständig auf den Herrn blickt, sondern daß sie abwechselnd in dem Glauben stehen, der auf sich und auf die Welt blickt; denn diejenigen, die dieser Kirche angehören, sind noch im Dunkeln und dadurch schwach im Glauben. Daß sie so beschaffen sind, sehe man Nr. 2708, 2715, 2718, 2831, 2935, 2937, 3833, 6289, 6500, 6639, 6865, 6945, 7233; daher kommt es, daß Amalek nicht von Josua, und auch nachher weder von den Richtern, noch von den Königen im Lande Kanaan ausgerottet wurde, wie sehr auch befohlen war, daß es vertilgt werden sollte: Nr. 8593. 8608. "Aber die Hände Moses wurden schwer", 2. Mose 17/12, bedeutet, daß die Macht, zum Herrn aufzublicken, fehlte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hände, insofern sie die Macht des Glaubens bezeichnen, worüber Nr. 8604; und aus der Bedeutung der schweren (Hände), d.h., daß die Kraft, die Hände zu erheben, abnahm, insofern es bezeichnet, daß die Macht zum Herrn aufzublicken, fehlte; denn "die Hand erheben" bedeutet den Glauben, der zum Herrn aufsieht: Nr. 8604; und die Hand sinken lassen, den Glauben, der vom Herrn abwärts blickt: Nr. 8606. 8609. "Da nahmen sie einen Stein", 2. Mose 17/12, bedeutet, das göttlich Wahre im Letzten der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Steines, insofern er das Wahre bezeichnet: Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3789, 3798, 6426; hier das Wahre im Letzten der Ordnung, weil derselbe unter ihn gelegt wurde, und er sich darauf setzte. Der gemeine Stein bedeutet auch wirklich das untere Wahre, und der kostbare Stein (oder Edelstein), das obere oder inwendige Wahre. Was das Wahre im Letzten der Ordnung sei, kann aus dem erhellen, was von den Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung: Nr. 8603 gesagt worden ist, daß es nämlich innere und äußere Wahrheiten gebe, welche letztere verstanden werden unter den Wahrheiten im Letzten der Ordnung. 8610. "Und legten denselben unter ihn, und er setzte sich darauf", 2. Mose 17/12, bedeutet die Entsprechung mit dem ersten Wahren der Ordnung. Dies kann man daraus ersehen, daß dieser Stein dem Mose zur Stütze diente, und durch Mose das Wahre im Ersten der Ordnung vorgebildet wird, oder das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre. Wenn diesem Wahren das Wahre im Letzten der Ordnung entspricht, dann wird es unterstützt, denn dann wirken sie als eins. Das Innere verbindet sich nämlich mit dem Äußeren, und endlich mit dem Letzten durch die Entsprechungen, dann hat das erste Wahre seine Kraft im Letzten, weil es in demselben ist und durch dasselbe handelt. Wenn aber keine Entsprechung besteht, findet Trennung statt, und dadurch hat das erste Wahre keine Kraft im Letzten. Was Entsprechung sei, kann man aus dem ersehen, was am Ende mehrerer Kapitel ausführlich über die Entsprechung aller Dinge im Menschen mit dem Größten Menschen berichtet worden ist. 8611. "Und Aharon und Hur", 2. Mose 17/12, bedeutet die Wahrheiten in ihrer Ordnung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons und Hurs, insofern sie die unteren Wahrheiten in der aufeinanderfolgenden Ordnung bezeichnen, in bezug auf das Wahre im Ersten der Ordnung, das durch Mose vorgebildet wird, worüber Nr. 8603. 8612. "Unterstützten seine Hände", 2. Mose 17/12, bedeutet die Unterstützung der Macht des kämpfenden Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hände, insofern sie die Macht bezeichnen, worüber Nr. 878, 4931-4937, 7518, 8050, 8153; hier die Macht des kämpfenden Wahren, das vorgebildet wird durch Josua: Nr. 8595. Daß die Unterstützung des kämpfenden Wahren dadurch bezeichnet wird, daß Aharon und Hur die Hände Moses unterstützten, kommt daher, weil Josua durch die Erhebung der Hände Moses siegte. 8613. "Der eine hier, der andere dort", 2. Mose 17/12, bedeutet von allen Seiten. Dies erhellt daraus, daß "der eine hier, der andere dort" bedeutet, zur Rechten und zur Linken, und daß im geistigen Sinn zur Rechten und zur Linken soviel ist, als von allen Seiten, denn rechts und links bezeichnen keine Richtung nach einer bestimmten Himmelsgegend hin, sondern nach jeder; denn beide sind da, wohin sich auch immer der Mensch wendet. Mehr noch in der geistigen Welt, wo die Raumbestimmungen sich ganz anders verhalten, als in der natürlichen, denn was zur Rechten ist, erscheint dort rechts bei jeder Wendung oder Umdrehung, ebenso was zur Linken ist; man sehe Nr. 4321, 4882. 8614. "Und so geschah es, daß sein Hände stark blieben", 2. Mose 17/12, bedeutet die Stärke der Macht alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hände, insofern sie Macht bezeichnen, worüber Nr. 8612, daher wird die Stärke der Macht dadurch bezeichnet, daß die Hände stark blieben durch die Unterstützung. 8615. "Bis die Sonne unterging", 2. Mose 17/12, bedeutet, (die Zeit), wenn jener Zustand aufhörte, nämlich der Zustand des Kampfes mit dem Falschen aus dem inwendigeren Bösen. Dies erhellt daraus, daß die Tageszeiten vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang, und wiederum bis zum Aufgang, Zustandsveränderungen bedeuten, denen man im anderen Leben unterworfen ist. Das Ende dieses Zustandes wird durch die Zeit des Sonnenunterganges bezeichnet. Daher bedeutet "bis die Sonne unterging", daß jener Zustand aufhörte. Daß die Tageszeiten vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang Zustände und deren Veränderungen bedeuten, sehe man Nr. 5672, 5962, 6110, 8426. Jeder, der überlegt, kann einsehen, daß das, was in diesen Versen erzählt wird, Geheimnisse enthält, die in den Buchstaben nicht hervortreten, z.B. daß Mose auf dem Hügel stehen und einen Stab in der Hand haben sollte; daß Josua siegte, wenn Mose die Hand erhob, und Amalek siegte, wenn Mose die Hand sinken ließ. Daß sie einen Stein unter ihn legten, auf den er sich setzte, und daß Aharon und Hur seine Hände unterstützten, und zwar bis die Sonne unterging. Wenn nicht alles und jedes (von diesen Dingen) dem, was im Himmel ist, entsprochen hätte, so würde es durchaus nichts zum Kampfe mit Amalek haben beitragen können. In den Entsprechungen liegt alle Kraft, und zwar so sehr, daß, was auf Erden nach den Entsprechungen geschieht, auch im Himmel gilt, denn die Entsprechungen sind aus dem Göttlichen. Diejenigen, die im Guten der Liebe und des Glaubens sind, stehen in der Entsprechung, und das Göttliche wirkt alles bei ihnen; denn aus dem Göttlichen ist das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens. Alle im Worte vorkommenden Wunder wurden durch Entsprechungen vollbracht. Das Wort ist so geschrieben, daß das einzelne darin bis auf das allerkleinste den Dingen entspricht, die im Himmel sind; dadurch hat das Wort göttliche Kraft, und verbindet den Himmel mit der Erde. Die Engel, die im Himmel sind, werden von dem Heiligen, das im inneren Sinn ist, angezogen, dies geschieht durch die Entsprechung der einzelnen Dinge in demselben. 8616. "Und Josua schlug Amalek und sein Volk", 2. Mose 17/13, bedeutet die Verminderung der Macht bei denen, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen (oder schwächen, debilitare), insofern es eine Verminderung der Macht bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks und seines Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind. 8617. "Mit der Schärfe des Schwertes", 2. Mose 17/13, bedeutet, durch das kämpfende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, insofern es das kämpfende Wahre bezeichnet, worüber Nr. 2799, 8294. 8618. Vers 14-16: Und Jehovah sprach zu Mose: Schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch, und lege es in die Ohren Josuas, denn Ich will das Andenken Amaleks gänzlich vertilgen unter dem Himmel. Und Mose baute einen Altar, und er nannte den Namen desselben Jehovah Nissi (d.i. mein Panier). Und er sprach: Weil die Hand (Amaleks) gegen den Thron Jahs ist, darum wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet eine Belehrung; "schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch" bedeutet zum ewigen Andenken; "und lege es in die Ohren Josuas" bedeutet zum Gehorsam für das gegen dieses Falsche kämpfende Wahre; "denn Ich will das Andenken Amaleks gänzlich vertilgen unter dem Himmel" bedeutet, daß dieses Falsche völlig entfernt werden müsse, so daß es nicht mehr kämpfen kann; "und Mose baute einen Altar" bedeutet zum heiligen Gottesdienst und Andenken; "und er nannte den Namen desselben Jehovah Nissi" bedeutet den fortwährenden Krieg und Schutz des Herrn gegen diejenigen, die im Falschen des inwendigeren Bösen sind; "und er sprach: Weil die Hand (Amaleks) gegen den Thron Jahs ist" bedeutet, weil sie dem geistigen Reich des Herrn Gewalt antun wollten; "darum wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht" bedeutet, daß sie unterjocht und in die Hölle geworfen wurden, von wo sie niemals herauskommen können, zufolge der göttlichen Macht des Herrn. 8619. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 17/14, bedeutet eine Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende einschließt; und weil in diesem Moses unterrichtet wird über das, was geschehen sollte, so bezeichnet es eine Belehrung. 8620. "Schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch", 2. Mose 17/14, bedeutet, zum ewigen Andenken. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gedächtnisses, insofern es das bezeichnet, woran man sich erinnern, oder was in Andenken bleiben soll, worüber Nr. 8066, 8067; und aus der Bedeutung von "in ein Buch schreiben", insofern es ausdrückt, daß man sich fortwährend daran erinneren soll. Dies wird bezeichnet durch "in ein Buch schreiben" bei Jes.30/8: "Komm, schreibe dieses auf eine Tafel vor ihnen, und verzeichne es in ein Buch, damit es bleibe für künftige Tage, für immer und ewig". Weil durch "in ein Buch zu schreiben", ein Sicherinnern oder Gedenken bezeichnet wird, darum wird von den Gläubigen gesagt, sie seien in das Buch des Lebens geschrieben, denn das göttliche Gedenken bedeutet Erlösung, und das Nichtgedenken oder Vergessen Verdammnis. Von dem Buche des Lebens heißt es bei Dan.7/9,10: "Der Hochbetagte und das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden geöffnet". Dan.12/1: "An jenem Tage wird errettet werden Dein Volk, ein jeder, der geschrieben erfunden wird in dem Buche". Ps.69/28,29: "Füge Missetat zu ihrer Missetat, und laß sie nicht gelangen zu Deiner Gerechtigkeit; sie mögen ausgelöscht werden aus dem Buche des Lebens und nicht aufgeschrieben werden mit den Gerechten". Joh.Offenb.3/5: "Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden, und Ich werde seinen Namen nicht vertilgen aus dem Buche des Lebens". Joh.Offenb.21/26,27: "In das neue Jerusalem werden nur die eingehen, die geschrieben stehen im Buche des Lammes". Joh.Offenb.20/12-15: "Ich sah, daß die Bücher geöffnet wurden, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das des Lebens; und es wurden gerichtet die Toten nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken; sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken; und wenn jemand nicht gefunden ward, geschrieben im Buch des Lebens, der ward in den Feuerpfuhl geworfen"; und außerdem Joh.Offenb.13/8; 17/8. Wer nicht aus dem inneren Sinn weiß, was das Buch des Lebens ist, und was die Bücher bedeuten, nach denen gerichtet werden soll, kann keine andere Vorstellung haben, als daß es im Himmel solche Bücher gebe, und daß in denselben die Taten aller geschrieben stehen, und so das Gedächtnis derselben bewahrt werde, während doch unter Bücher in den genannten Stellen nicht Bücher verstanden werden, sondern das Andenken an alles, was sie getan haben; denn jeder bringt in das andere Leben die Erinnerung an alle seine Taten mit sich, somit das Buch seines Lebens: Nr. 2474. Aber einen jeglichen zu richten nach seinen Taten vermag niemand, als allein der Herr, denn alle Handlungen gehen aus den Grundursachen hervor, die tief im Inneren verborgen liegen, nach diesen Grundursachen (oder Zwecken) wird der Mensch gerichtet, diese weiß niemand als der Herr; deshalb ist Er allein Richter; was auch unter Folgendem verstanden wird: Joh.Offenb.5/1-9: "Ich sah in der Rechten Dessen, Der auf dem Throne saß, ein inwendig und auswendig beschriebenes, mit sieben Siegeln versiegeltes Buch. Auch sah ich einen starken Engel, der mit lauter Stimme rief: Wer ist würdig das Buch zu öffnen, und dessen Siegel zu lösen? Und einer von den Ältesten sprach zu mir: Siehe, überwunden hat der Löwe, der aus dem Stamme Judahs ist, die Wurzel Davids, das Buch zu öffnen, und zu lösen dessen sieben Siegel. Er nahm das Buch, und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig das Buch zu öffnen und zu lösen seine Siegel". Hieraus kann erhellen, daß unter dem geschriebenen Buch die Vergegenwärtigung der Taten eines jeden verstanden wird. Eben dieses auch unter dem Buch bei Ps.139/16: "In deinem Buche wurden alle Tage aufgezeichnet, die bestimmt waren". 8621. "Und lege es in die Ohren Josuas", 2. Mose 17/14, bedeutet, zum Gehorsam für das gegen dieses Falsche kämpfende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in die Ohren legen", insofern es ausdrückt, um zu gehorchen. Daß die Ohren den Gehorsam bezeichnen, sehe man Nr. 2524, 3869, 4652-4660. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, insofern er das gegen das Falsche aus dem inwendigeren Bösen kämpfende Wahre bezeichnet, worüber Nr. 8595. 8622. "Denn Ich will das Andenken Amaleks gänzlich vertilgen unter dem Himmel", 2. Mose 17/14, bedeutet, daß dieses Falsche völlig entfernt werden müsse, so daß es nicht mehr kämpfen kann. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aus dem Andenken vertilgen", insofern es soviel ist, als entfernen, worüber folgen wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks, insofern es diejenigen darstellt, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind, worüber Nr. 8593. Das Andenken Amaleks vertilgen bedeutet, das Falsche aus dem inwendigeren Bösen völlig entfernen, weil dasselbe zwar entfernt, aber nicht vertilgt werden kann; denn dieses Falsche ist in den höllischen Genien, die in Ewigkeit leben: Nr. 8593. Aber diese Genien werden vom Herrn entfernt, damit sie nicht in diejenigen einfließen, die der geistigen Kirche angehören. Der Grund ist, weil sie nicht wie die höllischen Geister in das Denken des Verstandes, also auch nicht in die Kenntnisse des Glaubens einfließen, sondern in die Neigungen des Willens, und somit in die Triebe der Liebtätigkeit; und dies in so heimlicher Weise, daß durchaus keine Spur erscheint, daß es von ihnen herrührt. Deshalb könnte, wenn sie einflößen, der Mensch der geistigen Kirche durchaus nicht erlöst werden, weil sie die Neigungen des Guten und Wahren verkehren und völlig verderben würden. Darum müssen diese höllischen Genien entfernt werden, damit sie nicht in Gemeinschaft kommen mit den Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn. Überdies muß man wissen, daß bei dem Menschen der geistigen Kirche ein neuer Wille in das Verstandesgebiet eingepflanzt ist: Nr. 895, 927, 1023, 1043, 1044, 2256, 4328, 4493, 5113; diesen Willen würden jene Genien völlig zerstören, wenn es ihnen gestattet würde einzufließen. Sie würden auch in das Erbböse des alten Willens eindringen und es wieder aufschließen, während es doch verschlossen worden ist. Daß es verschlossen worden, sehe man Nr. 986, 1667, 2308. Diese höllischen Genien werden darum entfernt, damit sie nicht einfließen, weil ihr Falsches, welches das Falsche aus einem inwendigeren Bösen ist, zugleich Böses ist, und zwar ein solches Böses, daß es nicht in das Verstandesgebiet, sondern in das Willensgebiet einfließen kann, und weil der neue Wille, wie oben bemerkt wurde, in das Verstandesgebiet des Menschen der geistigen Kirche eingepflanzt ist, darum wurden sie von dem Einfluß in denselben entfernt. Zu diesem Zweck bewirkt auch der Herr, daß solche Genien in Ansehung ihres ganzen Verstandesvermögens abgeödet (oder verwüstet) werden. Zu solchen Genien werden nach dem Tode die Menschen, die beständig auf Böses dachten gegen den Nächsten und ihre Gedanken an dergleichen Dingen ergötzten, und die auch wirklich ihren Nebenmenschen Böses zufügten, aber heimlich und durch andere, wobei sie sich sehr hüteten, daß man nicht erfuhr, daß es von ihnen herkam. Im Äußeren erschienen sie übrigens bescheiden, höflich und freundlich gesinnt, ja sogar auch christlich in ihrer Rede und in ihrem Leben, aber sie waren Heuchler und in ihrem Inneren arglistige Tiger. 8623. "Und Mose baute einen Altar", 2. Mose 17/15, bedeutet, zum heiligen Gottesdienst und Andenken. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altars, insofern er eine vorzügliche Vorbildung des Herrn ist, worüber Nr. 2777, 2811, 4489, und daher das Heilige des Gottesdienstes bezeichnet: Nr. 4541. Daß es auch bedeutet zum Andenken, kommt daher, daß in alten Zeiten Haufen errichtet wurden zum Zeugnis und Gedächtnis einer Sache, die festbleiben und an die man sich erinneren sollte. Späterhin wurden auch Altäre (errichtet): Nr. 4192. Hier zum Andenken daran, daß, weil die Hand (Amaleks) gegen den Thron Jahs war, der Krieg Jehovahs gegen ihn von Geschlecht zu Geschlecht dauern sollte. Daß Altäre auch zum Zeugnis und Andenken errichtet wurden, erhellt aus dem Altar, den die Rubeniten, die Gadditen und der halbe Stamm Menasche am Jordan errichteten, in betreff dessen sie zu den Söhnen Israels sagten, sie wollten (mit Unrecht) deshalb Krieg mit ihnen führen, weil sie ihn (den Altar) zum Zeugnis errichtet hätten, daß sie Jehovah verehren wollten, nicht durch Brandopfer und Schlachtopfer auf demselben, sondern auf dem Altare, der vor der Wohnung Jehovahs war. Darum nannten sie diesen Altar "Zeuge zwischen uns und zwischen euch, daß Jehovah Gott ist": Jos.22/10-34. 8624. "Und nannte den Namen desselben Jehovah Nissi (d.i. mein Panier)", 2. Mose 17/15, bedeutet den fortwährenden Krieg und Schutz des Herrn gegen diejenigen, die im Falschen des inwendigeren Bösen sind. Dies erhellt daraus, daß die Namen, die von den Alten in der Kirche gegeben wurden, die Beschaffenheit und den Zustand der Sache, von der es sich handelte, bezeichneten, und daß sie auch das gleiche durch die Namen selbst ausdrückten: Nr. 340, 1946, 3422, 4298. Die Beschaffenheit und der Zustand der Sache, von der hier gehandelt wird, ist von der Art, daß Krieg Jehovahs gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht sein muß; im inneren Sinn, daß beständiger Krieg sein muß gegen diejenigen, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind. Dies wird auch bezeichnet durch Jehovah Nissi. Jehovah Nissi bedeutet in der Grundsprache Jehovah meine Kriegsfahne oder mein Panier, und durch Panier oder Kriegsfahne wird im Worte die Zusammenberufung zum Krieg bezeichnet; und weil Krieg Jehovahs gesagt wird, so bedeutet es auch den von Ihm ausgehenden Schutz. Daß Kriegsfahne oder Panier die Zusammenberufung zum Krieg bedeutet, erhellt daraus, daß man, wenn Zusammenberufungen stattfanden, sei es zum Aufbruch oder zu Festen oder zum Krieg, die Posaune ertönen ließ, und dann auch das Panier oder die Kriegsfahne auf den Bergen erhob (d.i. aufpflanzte). Daß sie die Posaune ertönen ließen, sehe man 4. Mose 10/1-11; daß sie das Panier oder die Kriegsfahne erhoben, aus folgenden Stellen: Jerem.4/5,6: "Verkündigt es in Juda, und laßt es hören zu Jerusalem, und sprechet, und blaset die Posaune im Lande, rufet laut und sprechet: Versammelt euch und laßt uns in die festen Städte ziehen, pflanzet Panier auf nach Zion hin, kommet zusammen, haltet euch nicht auf". Jes.18/3: "Ihr Weltbewohner alle und ihr Insassen des Landes, wenn das Panier erhoben wird, dann merket auf, und wenn die Posaune geblasen wird, dann höret". Jes.5/26: "Er hat Panier errichtet für die Völker in der Ferne, und (eines) derselben herbeigelockt von den Grenzen der Erde, und siehe, schnell und eilend kommt es daher". Jes.13/2: "Auf hohen Bergen erhebet das Panier, mit lauter Stimme rufet ihnen zu, winket mit der Hand, damit sie einziehen in die Tore der Fürsten". Jes.49/22: "So spricht der Herr Jehovih: Siehe, Ich erhebe Meine Hand gegen die Völkerschaften hin, und für die Nationen erhebe Ich Mein Panier, damit sie deine Söhne auf dem Arme herzubringen, und deine Töchter auf der Schulter herbeitragen". Hieraus geht deutlich hervor, daß durch Panier eine Versammlung bezeichnet wird. Daß das Panier oder Feldzeichen, wenn vom Herrn gesagt, auch Schutz bedeutet, erhellt Jes.59/19: "Sie werden sich fürchten vom Niedergang (der Sonne) den Namen Jehovahs, und vom Sonnenaufgang Seine Herrlichkeit, wenn die Bedrängnis kommen wird wie ein Strom; der Geist Jehovahs wird das Panier dagegen erheben; dann wird für Zion ein Erlöser kommen". Jes.11/10: "An jenem Tage wird es geschehen, daß die Völker die Wurzel Jischai suchen werden, die steht zum Panier der Völker, und seine Ruhe (Wohnung) wird Herrlichkeit sein". Weil das Feldzeichen, das in der Grundsprache mit demselben Wort ausgedrückt wird, wie das Panier eine Versammlung bedeutete und auch Schutz, wenn es vom Herrn gesagt wurde, deshalb wurde ausdrücklich befohlen, daß eine eherne Schlange als Panier aufgerichtet werden sollte, worüber es heißt: 4. Mose 21/8,9: "Jehovah sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange, und stelle sie auf zum Zeichen; und es wird geschehen, ein jeder, der gebissen worden ist, und sie ansieht, wird leben. Und Mose machte eine eherne Schlange, und stellte sie auf zum Zeichen; und es geschah, wenn eine Schlange einen Mann gebissen hatte, und er sah die eherne Schlange an, wurde er wieder gesund": daß die eherne Schlange den Herrn vorbildete, sehe man Joh.3/14,15; daß sie auch den Schutz vorbildete, ist klar, denn die Genesung durch das Ansehen der Schlange auf dem Panier bezeichnete die Heilung von dem Bösen des Falschen durch das gläubige Hinblicken auf den Herrn; denn der Herr sagt in der angeführten Stelle bei Joh.3/14: "Gleich wie Moses eine Schlange in der Wüste erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, damit ein jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe". 8625. "Und er sprach: Weil die Hand (Amaleks) gegen den Thron Jahs ist", 2. Mose 17/16, bedeutet, weil sie dem geistigen Reich des Herrn Gewalt antun wollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand gegen jemanden erheben", insofern es ausdrückt, Gewalt antun; und aus der Bedeutung des Thrones Jahs, insofern er das geistige Reich des Herrn bezeichnet. Der Thron Jahs (oder Jehovahs) bezeichnet aber das geistige Reich des Herrn, weil Thron vom Königlichen des Herrn gesagt wird, und dem Königlichen des Herrn Sein geistiges Reich entspricht. Zwei Dinge sind es, die vom Herrn ausgesagt werden, nämlich das Priestertum und das Königtum. Seinem Priestertum entspricht das himmlische Reich, und dem Königtum das geistige Reich, denn der Herr heißt Priester vermöge des göttlich Guten, und König vermöge des göttlich Wahren. Dieses göttlich Wahre liegt im Namen Christus, und das göttlich Gute im Namen Jesus; man sehe Nr. 1728, 2015, 3004, 3009, 6148. Thron wird vom Königlichen des Herrn gesagt, daher von Seinem geistigen Reich, ebenso Jah. Was der Thron bedeutet, sehe man Nr. 5313, und was Jah: Nr. 8267. Was die Sache selbst anbelangt, daß nämlich diejenigen, die durch Amalek vorgebildet werden, d.h. die höllischen Genien, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind, dem geistigen Reich des Herrn Gewalt antun wollen, so ist es Nr. 8593, 8622 erklärt worden. Diejenigen, die im Falschen dieses Bösen waren, konnten von denen, die der geistigen Kirche angehörten, nicht getrennt werden bevor der Herr in die Welt kam, und das Menschliche in Sich göttlich machte; dann aber wurden sie in eine Hölle eingeschlossen, aus der sie niemals herauskommen können. Auch wurde ihnen die Gemeinschaft mit anderen, die durch Einfluß stattfindet, ganz und gar genommen, denn der Mensch der geistigen Kirche ist im Dunkeln in Ansehung des Glaubenswahren, und erkennt es als wahr an, weil es die Kirche dafür erklärt, nicht aber, weil er es als Wahres innegeworden ist. Dieses Wahre wird bei ihnen zum Guten, und daher zur Sache des Gewissens. Könnten die bösartigen Genien in dieses Dunkle einfließen, so würden sie das Gewissen auf tausendfache Weise zerstören, denn sie wirken nicht auf die darin enthaltenen Glaubenswahrheiten ein, sondern auf die Neigungen selbst; und wo sie nur etwas von einer Neigung zum Guten wahrnehmen, verkehren sie dieselbe augenblicklich, und so heimlich, daß es durchaus nicht zur Wahrnehmung gelangen kann. Sie greifen die Zwecke selbst an, kurz, ihre Bosheit kann nicht beschrieben werden, wohl aber kann sie verglichen werden mit einem unsichtbaren tödlichen Gift, das bis in das Mark selbst eindringt. Mehreres von diesen Genien wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, am Ende der Kapitel aus Erfahrung gesagt werden. 8626. "Darum wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht", 2. Mose 17/16 bedeutet, daß sie unterjocht und in die Hölle geworfen wurden, aus der sie niemals herauskommen können, vermöge der göttlichen Macht des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kriegs Jehovahs, insofern er das Hineinwerfen in die Hölle bezeichnet; und aus der Bedeutung von "Geschlecht zu Geschlecht", insofern es soviel ist, als fortwährend, also, daß sie niemals wieder von da herauskommen können. Daß dies vermöge der göttlichen Macht des Herrn geschah, sehe man Nr. 8625. Der Krieg Jehovahs bedeutet aber ein Hineinwerfen in die Hölle, weil der Krieg Jehovahs ein beständiger Sieg ist. Die höllischen Genien können gegen Jehovah, d.h. gegen den Herrn durchaus keinen Krieg führen und kämpfen, sondern es scheint ihnen nur, als ob sie kämpften, ja auch bisweilen, als ob sie siegten, wenn sie diejenigen, die im Bösen sind, unterjochen; gleichwohl aber haben sie gar keine Macht gegen das Göttliche. Das geringste der göttlichen Macht bezwingt im Augenblick auf jeden Wink die ganze teuflische Rotte, wenn es auch Myriaden von Myriaden wären. Aber der Herr gestattet ihnen insoweit einzuwirken, als Nutzen daraus hervorgeht, und ihr Böses vom Herrn in Gutes verwandelt werden kann, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle. Hieraus kann einigermaßen erhellen, daß "Krieg Jehovahs gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht" die Unterjochung und das Werfen in die Hölle bedeutet, aus der sie niemals wieder herauskommen können, zufolge der göttlichen Macht des Herrn.   Nr. 8627 - 8640 abgedruckt in Band   Des zweiten Buches Mose 18. Kapitel 1. Und Jethro, der Priester Midians, der Schwiegervater Moses, hörte alles, was Gott an Mose und an Israel, seinem Volke, getan hatte, und daß Jehovah Israel aus Ägypten geführt hatte. 2. Da nahm Jethro, der Schwiegervater Moses, Zippora, die Frau des Mose, nach ihrer Entlassung, 3. Und ihre beiden Söhne, von denen der eine den Namen Gersom hatte; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande. 4. Und der Name des anderen war Elieser; denn der Gott meines Vaters (sprach er) war meine Hilfe und errettete mich von dem Schwerte Pharaos. 5. Und es kam Jethro, der Schwiegervater Moses, und seine Söhne und seine Frau zu Mose in die Wüste, wo er sich gelagert hatte, an den Berg Gottes. 6. Und er sprach zu Mose: Ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir, und deine Frau, und ihre beiden Söhne mit ihr. 7. Da ging Moses hinaus seinem Schwiegervater entgegen und neigte sich vor ihm und küßte ihn; und sie fragten einander um ihr Wohlbefinden (oder Frieden) und kamen in das Zelt. 8. Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was Jehovah getan hatte an Pharao und an den Ägyptern um Israels willen, alle Mühseligkeit, die ihnen auf dem Wege begegnet war, und daß Jehovah sie errettet hatte. 9. Und Jethro freute sich über all das Gute, das Jehovah an Israel getan hatte, indem er es errettete aus der Hand der Ägypter. 10. Und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehovah, der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand Pharaos, der Sein Volk gerettet hat aus der Hand der Ägypter. 11. Nun weiß ich, daß Jehovah größer als alle Götter sich erwiesen hat, darum, daß jene (die Ägypter) gefrevelt haben gegen sie (d.h. gegen die Israeliten). 12. Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm Brandopfer und Schlachtopfer (und brachte sie) Gott dar; und Aharon und alle Ältesten Israels kamen, um das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses vor Gott. 13. Und es geschah des anderen Morgens, da saß Moses, um das Volk zu richten, und das Volk stand vor Mose vom Morgen bis zum Abend. 14. Und der Schwiegervater des Mose sah alles, was dieser dem Volke tat, und sprach: Was ist es, das du dem Volke tust? Warum sitzest du allein, und das ganze Volk steht vor dir vom Morgen bis zum Abend? 15. Und Moses sprach zu seinem Schwiegervater: Das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen. 16. Wenn unter ihnen eine Sache ist, kommt es zu mir, und ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten und zeige ihnen die Rechte Gottes und Sein Gesetz. 17. Und es sprach der Schwiegervater Moses zu ihm: Die Sache, die du tust, ist nicht gut. 18. Du ermüdest dich selbst und auch das Volk, das bei dir ist; denn das Werk ist zu schwer, du kannst es nicht allein ausrichten. 19. So höre nun auf meine Stimme: Ich will dir raten, und Gott möge mit dir sein; komme für das Volk vor Gott und bringe die Sachen vor Gott. 20. Und lehre sie die Satzungen und Gesetze, und tue ihnen den Weg kund, den sie gehen sollen, und das Werk, das sie tun sollen. 21. Du aber ersehe dir aus dem ganzen Volke tüchtige Männer, die Gott fürchten, Männer der Wahrheit, die eigenen Gewinn hassen, und setze sie über sie als Oberste über tausend, als Oberste über hundert, als Oberste über fünfzig und als Oberste über zehn. 22. Und sie sollen das Volk richten zu jeder Zeit, und es soll geschehen, alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen und alle geringen Sachen sollen sie richten, so wirst du es dir erleichtern und sie tragen mit dir. 23. Wenn du dieses tust und Gott dir befehlen wird, so kannst du bestehen; und auch dieses ganze Volk wird an seinen Ort kommen im Frieden. 24. Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters, und tat alles, was er gesagt hatte. 25. Und Moses erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, zu Obersten über tausend, zu Obersten über hundert, zu Obersten über fünfzig und zu Obersten über zehn. 26. Daß sie das Volk richteten zu jeder Zeit, die schwierige Sache vor Mose brächten und alle geringen Sachen selbst richteten. 27. Und Moses entließ seinen Schwiegervater, und derselbe begab sich in sein Land.   Inhalt 8641. Im inneren Sinn wird in diesem Kapitel von den Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung, von der ersten bis zur letzten gehandelt, und daß sie vom göttlich Guten geordnet werden. Das Wahre im ersten Grad wird durch Mose vorbildlich dargestellt; darauf die Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung durch die Obersten über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn; und das göttlich Gute, von dem diese Ordnung ausgeht, wird durch Jethro, den Schwiegervater Moses, vorgebildet.   Innerer Sinn 8642. Vers 1-5: Und Jethro, der Priester Midians, der Schwiegervater Moses, hörte alles, was Gott an Mose und an Israel, seinem Volke, getan hatte, und daß Jehovah Israel aus Ägypten geführt hatte. Da nahm Jethro, der Schwiegervater Moses, Zippora, die Frau des Mose, nach ihrer Entlassung, und ihre beiden Söhne, von denen der eine den Namen Gersom hatte; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande. Und der Name des anderen war Elieser; denn der Gott meines Vaters (sprach er) war meine Hilfe und errettete mich von dem Schwerte Pharaos. Und es kam Jethro, der Schwiegervater Moses, und seine Söhne und seine Frau zu Mose in die Wüste, wo er sich gelagert hatte, an den Berg Gottes. "Und Jethro, der Priester Midians, der Schwiegervater Moses, hörte" bedeutet das göttlich Gute; der Schwiegervater Moses, bedeutet dasjenige, durch welches das Gute mit dem göttlich Wahren verbunden wurde; "alles was Gott an Mose und an Israel, seinem Volke, getan hatte" bedeutet das Innewerden der Dinge, die an denen geschahen, die dem geistigen Reich des Herrn angehörten; "und daß Jehovah Israel aus Ägypten geführt hatte" bedeutet, daß sie vom Herrn aus den Anfechtungen befreit wurden; "da nahm Jethro, der Schwiegervater Moses, Zippora, die Frau des Mose" bedeutet das Gute, das vom Göttlichen verbunden wurde mit dem göttlich Wahren; "nach ihrer Entlassung" bedeutet die bisherige Trennung in Beziehung auf den Zustand derer, die der geistigen Kirche angehörten; "und ihre beiden Söhne" bedeutet das Gute des Wahren; "von denen der eine den Namen Gersom hatte; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande" bedeutet die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren bei denen, die außerhalb der Kirche sind; "und der Name des anderen war Elieser" bedeutet die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren bei denen, die innerhalb der Kirche sind; "denn der Gott meines Vaters (sprach er) war meine Hilfe" bedeutet die Barmherzigkeit und Gegenwart des Herrn in der Kirche; "und errettete mich von dem Schwerte Pharaos" bedeutet die Befreiung vom Falschen derer, die anfochten; "und es kam Jethro, der Schwiegervater Moses" bedeutet das göttlich Gute; "und seine Söhne" bedeutet das Gute des Wahren; "und seine Frau" bedeutet das mit dem göttlich Wahren verbundene Gute; "zu Mose in die Wüste" bedeutet die Verbindung in dem Zustand vor der Wiedergeburt, als Versuchungen stattfanden; "wo er sich gelagert hatte, an den Berg Gottes" bedeutet, neben dem Guten des Wahren. 8643. "Und Jethro, der Priester Midians, hörte", 2. Mose 18/1, bedeutet das göttlich Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, des Priesters Midians, insofern er das Gute der Kirche darstellt, die im Wahren des einfachen Guten ist, worüber Nr. 7015; hier aber bezeichnet er das göttlich Gute, weil Moses, dessen Schwiegervater er war, das göttlich Wahre vorbildlich darstellte; denn wenn der Schwiegersohn das Wahre vorbildet, dann bildet der Schwiegervater das Gute in einem höheren Grade vor, denn er ist Vater seines Weibes. Daß das göttlich Gute hier durch Jethro vorgebildet wird, kommt daher, weil in diesem Kapitel gehandelt wird von der Anordnung der Wahrheiten beim Menschen der geistigen Kirche, die aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre entsteht, denn alle Anordnung geschieht vom Guten durch das Wahre. Diese Ordnung findet beim Menschen der geistigen Kirche statt, wenn er anfängt, nicht mehr aus dem Wahren, sondern aus dem Guten zu handeln; denn dieser Zustand ist sein zweiter Zustand, der eintritt, nachdem er Versuchungen erlitten hat; denn wenn er aus dem Wahren handelt, dann wird er versucht zu dem Zweck, damit die Wahrheiten bei ihm befestigt werden; wenn diese befestigt sind, dann werden sie vom Herrn in Ordnung gebracht, und wenn sie in Ordnung gebracht sind, dann tritt er in den zweiten Zustand ein, der darin besteht, daß er die Wahrheiten will und sie tut; dadurch werden sie Sache des Lebens und heißen Gutes. Über diese Anordnung im Folgenden. 8644. "Der Schwiegervater Moses", 2. Mose 18/1, bedeutet dasjenige, wodurch das Gute verbunden ist mit dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwiegervaters, insofern er das Gute bezeichnet, aus dem das Gute stammt, das mit dem Wahren verbunden ist, worüber Nr. 6827; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 6752, 6771, 7010, 7014, 7382; der Schwiegervater bedeutet aber das Gute, aus dem das mit dem Wahren verbundene Gute stammt, weil die Frau das Gute bedeutet, wenn der Mann das Wahre bedeutet: Nr. 2517, 4510, 4823. Weil in dem Folgenden gehandelt wird von der Verbindung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren, damit dadurch eine Anordnung stattfinde bei dem Menschen der Kirche, so muß man wissen, daß ein Unterschied ist zwischen dem göttlich Guten und dem göttlich Wahren, daß nämlich das göttlich Gute im Herrn ist und das göttlich Wahre vom Herrn. Diese beiden verhalten sich wie das Feuer der Sonne und das Licht aus ihr. Das Feuer ist in der Sonne und das Licht von der Sonne; in diesem ist kein Feuer, sondern Wärme. Der Herr ist auch wirklich im anderen Leben die Sonne und auch das Licht. Innerhalb der Sonne daselbst, die Er selber ist, ist das göttliche Feuer, welches das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist; von dieser Sonne kommt das göttliche Licht, welches das göttlich Wahre vom göttlich Guten ist. In diesem göttlich Wahren ist auch das göttlich Gute, doch nicht so, wie es in der Sonne ist, sondern es ist für die Aufnahme im Himmel eingerichtet, (d.i. gemäßigt); denn wenn es nicht für die Aufnahme eingerichtet wäre, könnte der Himmel nicht bestehen. Kein Engel könnte die Flamme aus der göttlichen Liebe ertragen; er würde augenblicklich verzehrt werden, wie wenn die Flamme der Weltsonne unmittelbar den Menschen berührte. Wie aber das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn für die Aufnahme eingerichtet wird, kann von niemandem erkannt werden, nicht einmal von den Engeln im Himmel, weil es eine Einrichtung oder Anpassung des Unendlichen für das Endliche ist; und das Unendliche ist so beschaffen, daß es allen Verstand des Endlichen übersteigt und zwar so weit, daß, wenn der Verstand des Endlichen seinen Blick darauf richten will, dieser wie in eine Tiefe des Meeres fällt und untergeht. Daß der Herr die Sonne im Himmel ist, und daß die Sonne daselbst das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe ist und das Licht aus derselben das göttlich Wahre, aus dem die Einsicht stammt, sehe man Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3094, 3138, 3190, 3195, 3222, 3223, 3225, 3339, 3341, 3636, 3643, 3993, 4180, 4302, 4408, 4409, 4415, 4523, 4533, 4696, 7083, 7071, 7114, 7270, 8197. 8645. "Alles was Gott an Mose und an Israel, seinem Volke, getan hatte", 2. Mose 18/1, bedeutet das Innewerden der Dinge, die an denen geschehen waren, die dem geistigen Reich des Herrn angehörten. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, nämlich alles, was Gott getan hatte, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 5017, 8361; aus der Bedeutung von "alles, was Gott getan hatte", insofern es bezeichnet, was vom Göttlichen geschehen ist, und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, das hier Mose und das Volk ist, an dem Er das alles getan hatte, insofern es diejenigen bezeichnet, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; denn Mose bildet zugleich mit dem Volk dieses Reich vor: Mose als das Haupt und das Volk als das, was dem Haupt unterworfen ist; somit bildet Mose auch den Herrn vor in Ansehung des göttlich Wahren; denn aus diesem ist das geistige Reich. 8646. "Und daß Jehovah Israel aus Ägypten geführt hatte", 2. Mose 18/1, bedeutet, daß sie vom Herrn aus den Anfechtungen befreit wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausführen, insofern es soviel ist als befreien; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es diejenigen bezeichnet, die dem geistigen Reich angehören, wie Nr. 8645; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die Anfechtungen vom Falschen bezeichnet, worüber Nr. 7278. Ägypten bedeutet die Anfechtungen, weil durch die Ägypter und Pharao diejenigen bezeichnet werden, die durch Falsches im anderen Leben die Angehörigen der geistigen Kirche anfochten: Nr. 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317, 8148. 8647. "Da nahm Jethro, der Schwiegervater Moses, Zippora, die Frau des Mose", 2. Mose 18/2, bedeutet das Gute, das vom Göttlichen verbunden war mit dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, des Schwiegervaters Moses, insofern er das göttlich Gute bezeichnet, von dem das Gute stammt, das mit dem Wahren verbunden ist, hier das göttlich Wahre, das durch Mose vorgebildet wird, worüber Nr. 8643, 8644. Aus der vorbildlichen Bedeutung Zipporas, der Frau Moses, insofern sie das göttlich Gute bezeichnet; denn die Ehen stellen die Verbindung des Guten und Wahren vorbildlich dar. In der himmlischen Kirche stellt der Ehemann das Gute dar und die Ehefrau das Wahre aus demselben; aber in der geistigen Kirche bildet der Mann das Wahre und seine Gattin das Gute vor. Hier die Ehefrau Moses das Gute, weil vom geistigen Reich gehandelt wird; man sehe Nr. 2517, 4510, 4823, 7022. 8648. "Nach ihrer Entlassung", 2. Mose 18/2, bedeutet die bisherige Trennung in Beziehung auf den Zustand derer, die der geistigen Kirche angehörten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Entlassung, insofern sie eine Trennung bezeichnet; daß es in Beziehung auf den Zustand derer ist, die der geistigen Kirche angehörten, kommt daher, daß im ersten Zustand derer, die der geistigen Kirche angehören, das Gute nicht erscheint, sondern nur das Wahre. Wie sich dies verhält, kann man aus dem erkennen, was früher über die beiden Zustände derer, die der geistigen Kirche angehören, gezeigt worden ist, daß nämlich im ersten Zustand aus dem Wahren gehandelt wird, nicht aus dem Guten, im zweiten hingegen aus dem Guten. Im ersten Zustand, wenn aus dem Wahren und nicht aus dem Guten gehandelt wird, ist das Gute gleichsam abwesend, und ist wie eine entlassene Ehefrau. Im zweiten Zustand dagegen, wenn aus dem Guten gehandelt wird, ist das Gute gegenwärtig und wie eine mit ihrem Manne verbundene Ehefrau. Das ist es, was im inneren Sinn unter "nach ihrer Entlassung" verstanden wird. Ferner muß man wissen, daß dieses sich nur auf diejenigen bezieht, die der geistigen Kirche angehören; denn das Wahre, das vom Herrn hervorgeht, ist immer mit seinem Guten verbunden, jedoch im ersten Zustand, der vor der Wiedergeburt ist, wird nicht das Gute, sondern das Wahre aufgenommen, obwohl beides durch den Himmel vom Herrn einfließt. Im anderen Zustand aber, der nach der Wiedergeburt eintritt, wird das mit dem Guten verbundene Wahre aufgenommen. Von dem, was beim Menschen geschieht, wird oft gesagt, es geschehe beim Herrn, weil es so erscheint; ebenso verhält es sich mit vielem anderen, wie z.B. daß der Herr Böses tue, strafe, in die Hölle werfe; dies alles wird vom Herrn gesagt, weil es dem Anschein nach so ist, während doch alles Böse, das dem Menschen geschieht, vom Menschen herkommt. Dergleichen gibt es vieles im Worte, was jedoch für den, der die Schrift aus Neigung zum Wahren und um des praktischen Guten willen erforscht, klar und deutlich ist, weil er vom Herrn erleuchtet wird. 8649. "Und ihre beiden Söhne", 2. Mose 18/3, bedeutet das Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2159, 2623, 3704, 4257; hier das Gute des Wahren. Und weil gesagt wird "die Söhne der Ehefrau", wie aus der Grundsprache deutlich ist, ebenso wie 2. Mose 18/6, darum, weil Ehefrau das mit dem Wahren verbundene Gute bedeutet: Nr. 8647, weshalb durch die Söhne hier das Gute des Wahren bezeichnet wird. Gutes des Wahren sind die Wahrheiten, die Sache des Willens und daher des Lebens geworden sind und den neuen Willen bei dem Menschen der geistigen Kirche bilden. 8650. "Von denen der eine den Namen Gersom hatte; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande", 2. Mose 18/3, bedeutet die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren bei denen, die außerhalb der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und einen Namen nennen, insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421, 6674. Diese Beschaffenheit wird durch die Worte beschrieben, die Moses damals sprach, nämlich: "Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande". Diese Worte bedeuten das Gute des Wahren bei denen, die außerhalb der Kirche sind, weil durch Fremdling diejenigen bezeichnet werden, die außerhalb der Kirche geboren, aber doch in den kirchlichen Dingen unterrichtet sind. Und durch "ein fremdes Land" wird bezeichnet ein Ort, wo keine Kirche. Daß Fremdling diejenigen bedeutet, die außerhalb der Kirche sich befinden, aber in kirchlichen Dingen unterrichtet sind, sehe man Nr. 1463, 4444, 7908, 8007, 8013. Fremdes Land aber bedeutet, wo keine echte Kirche ist, weil durch Land die Kirche bezeichnet wird: Nr. 662, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577, und durch fremd (ein Land), wo nicht das echte ist, denn die Kirche des Herrn ist über den ganzen Erdkreis zerstreut, also auch bei den Heiden: Nr. 2049, 2284, 2589-2604. Daß auch Mose, als Gersom geboren wurde, außerhalb seiner Kirche war, und bei denen, die im Guten des einfachen Wahren sich befanden, die durch die Midianiter bezeichnet werden, sehe man Nr. 6793-6796. 8651. "Und der Name des anderen war Elieser", 2. Mose 18/4, bedeutet die Beschaffenheit des Guten vom Wahren bei denen, die innerhalb der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und einen Namen nennen, insofern es die Beschaffenheit bezeichnet wie Nr. 8650. Es bedeutet aber die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren, weil die beiden Söhne das Gute des Wahren bedeuten: Nr. 8649; daß es die Beschaffenheit dieses Guten aus dem Wahren bei denen, die innerhalb der Kirche sind, bedeutet, erhellt aus den Worten, die Moses von diesem Sohne sprach, als er geboren wurde, nämlich "der Gott meines Vaters war meine Hilfe, und errettete mich vor dem Schwerte Pharaos" und daraus, daß die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren, das bezeichnet ist durch den Namen des ersten Sohnes oder Gersoms, sich auf diejenigen bezieht, die außerhalb der Kirche sind: Nr. 8650. 8652. "Denn der Gott meines Vaters (sprach er) war meine Hilfe", 2. Mose 18/4, bedeutet die Barmherzigkeit und Gegenwart des Herrn in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaters, insofern er die Kirche bezeichnet in Ansehung des Guten: Nr. 5581, und zwar die Alte Kirche: Nr. 6050, 6075, 6846, und daß der Gott des Vaters das Göttliche der Alten Kirche bezeichnet, das der Herr war: Nr. 6846, 6876, 6884. Ferner aus der Bedeutung der Hilfe, wenn sie vom Herrn gesagt wird, insofern sie die Barmherzigkeit bezeichnet, denn die Hilfe von Ihm beruht auf der Barmherzigkeit und auch auf der Gegenwart; denn wo Aufnahme der Barmherzigkeit ist, da ist Gegenwart, die vorzüglich in der Kirche ist, weil in ihr das Wort ist und durch das Wort die Gegenwart des Herrn. 8653. "Und errettete mich von dem Schwerte Pharaos", 2. Mose 18/4, bedeutet die Befreiung vom Falschen derer, die anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, insofern es das kämpfende Wahre bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn das kämpfende und verwüstende Falsche, worüber Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen darstellt, die durch das Falsche im anderen Leben die Redlichen anfochten: Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317. 8654. "Und es kam Jethro, der Schwiegervater Moses", 2. Mose 18/5, bedeutet das göttlich Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung von Jethro und Mose, insofern jener das göttlich Gute und dieser das göttlich Wahre darstellt; und aus der Bedeutung des Schwiegervaters, worüber Nr. 8643, 8644. 8655. "Und seine Söhne", 2. Mose 18/5, bedeutet das Gute des Wahren; man sehe Nr. 8649. 8656. "Und seine Frau", 2. Mose 18/5, bedeutet das Gute, das mit dem göttlich Wahren verbunden ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Ehefrau des Mose, insofern sie das Gute bezeichnet, das vom Göttlichen mit dem göttlich Wahren verbunden ist, worüber Nr. 8647. 8657. "Zu Mose in die Wüste", 2. Mose 18/5, bedeutet die Verbindung in dem Zustand vor der Wiedergeburt, wenn Versuchungen eintreten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu Mose kommen", insofern es eine Verbindung ausdrückt, nämlich des von Jethro vorgebildeten göttlich Guten mit dem von Mose vorgebildeten göttlich Wahren; und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand bezeichnet, in dem Versuchungen zu bestehen sind, worüber Nr. 6828, 8098; somit den Zustand vor der Wiedergeburt. Daß es zwei Zustände gibt, in die diejenigen eingehen, die wiedergeboren werden und die geistige Kirche bilden, und daß sie, wenn sie im ersten Zustand sind, Versuchungen erleiden, sehe man Nr. 8643. Der erste Zustand wird beschrieben durch den Zustand der Söhne Israels in der Wüste, und der spätere Zustand durch ihren Zustand im Lande Kanaan unter Josua. 8658. "Wo er sich gelagert hatte, an den Berg Gottes", 2. Mose 18/5, bedeutet, neben dem Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich lagern", insofern es die Anordnung des Wahren und Guten bezeichnet, welche die Kirche bei dem Menschen bildet, worüber Nr. 8103 E, 8130, 8131, 8155; und aus der Bedeutung des Bergs Gottes, insofern er das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 795, 796, 2722, 4210, 6435, 8327, hier das Gute des Wahren, weil vom Guten derer gehandelt wird, die der geistigen Kirche angehören und durch die Söhne Israels vorgebildet werden. Ihr Gutes ist das Gute des Wahren. Dieses Gute ist auch das Gute der Liebtätigkeit; daher heißt es auch der Berg Gottes, weil Gott gesagt wird, wo vom Wahren, und Jehovah, wo vom Guten die Rede ist: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4295, 4402, 7268, 7873. Hieraus erhellt, daß durch "gelagert am Berg Gottes" bezeichnet wird die Anordnung des Guten und Wahren der Kirche neben dem Guten des Wahren. Was hierunter zu verstehen ist, soll auch mit wenigem gesagt werden: Wenn der Mensch im ersten Zustand ist, nämlich wenn er aus dem Wahren, aber noch nicht aus dem Guten handelt, d.h. aus dem Glauben und noch nicht aus der Liebtätigkeit, dann ist er in dem Zustand, wo er Versuchungen zu erleiden hat; durch diese wird er nach und nach zu dem anderen Zustand gebracht, nämlich daß er aus dem Guten, d.h. aus der Liebtätigkeit und ihrer Neigung handelt. Daher wird, wenn er diesem Zustand nahe kommt, von ihm gesagt, er lagere sich am Berg Gottes, d.h. nahe bei dem Guten, aus dem er nachher handelt. Dies wird gesagt, weil in dem nun Folgenden gehandelt wird von der neuen Aufstellung oder Anordnung der Wahrheiten, um in jenen Zustand einzugehen, und in diesen Zustand kommt auch wirklich der Mensch der Kirche, nachdem er Versuchungen bestanden hat und bevor das göttliche Gesetz seinem Herzen eingeschrieben wird. In dem Vorhergehenden wurde von den Versuchungen gehandelt, aber in dem nun Folgenden wird von dem Gesetz gehandelt, das vom Berge Sinai aus verkündigt wurde; der Berg Sinai bedeutet das Gute, in dem das Wahre ist. 8659. Vers 6,7: Und er sprach zu Mose: Ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir, und deine Frau, und ihre beiden Söhne mit ihr. Da ging Moses hinaus seinem Schwiegervater entgegen und neigte sich vor ihm und küßte ihn; und sie fragten einander um ihr Wohlbefinden (oder Frieden) und kamen in das Zelt. "Und er sprach zu Mose" bedeutet den Einfluß und das Innewerden durch denselben; "ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir, und deine Frau, und ihre beiden Söhne mit ihr" bedeutet das göttlich Gute in seiner Ordnung; "da ging Moses hinaus seinem Schwiegervater entgegen" bedeutet die Anschließung des göttlich Wahren an das göttlich Gute; "und neigte sich vor ihm" bedeutet das Einlassen; "und küßte ihn" bedeutet die Verbindung; "und sie fragten einander um ihr Wohlbefinden (oder Frieden)" bedeutet den gegenseitigen göttlich himmlischen Zustand; "und kamen in das Zelt" bedeutet das Heilige der Vereinigung. 8660. "Und er sprach zu Mose", 2. Mose 18/6, bedeutet den Einfluß und das Innewerden durch denselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom göttlich Guten zum göttlich Wahren in betreff der Anordnung der Wahrheiten geschieht, insofern es einen Einfluß bezeichnet, und weil den Einfluß, so bezeichnet es auch das Innewerden; denn das Innewerden kommt aus dem Einfluß. Daß sprechen in Beziehung auf den Einwirkenden einen Einfluß, und in Beziehung auf den Aufnehmenden die Aufnahme bedeutet, sehe man Nr. 5743. 8661. "Ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir, und deine Frau, und ihre beiden Söhne mit ihr", 2. Mose 18/6, bedeutet das göttlich Gute in seiner Ordnung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, des Schwiegervaters Moses, insofern er das göttlich Gute darstellt, worüber Nr. 8643, 8644; aus der vorbildlichen Bedeutung Zipporas, der Ehefrau des Mose, insofern sie das mit dem göttlich Wahren verbundene Gute bezeichnet, worüber Nr. 8647; und aus der vorbildlichen Bedeutung ihrer Söhne, insofern sie das Gute des Wahren bezeichnen, worüber Nr. 8649, 8650, 8651; somit bedeutet es das Gute in seiner Ordnung. Das Gute in der Ordnung ist das innere und äußere in aufeinanderfolgender Ordnung gemäß den Graden (oder Stufen), worüber man sehe Nr. 3691, 4154, 5114, 5145, 5146, 8603. 8662. "Da ging Moses hinaus seinem Schwiegervater entgegen", 2. Mose 18/7, bedeutet die Anschließung des göttlich Wahren an das göttlich Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von entgegengehen, insofern es ein Anschließen bezeichnet. Entgegengehen bedeutet aber eine Anschließung, weil gleich folgt, daß er ihn küßte, was die Verbindung ausdrückt, und das Anschließen der Verbindung vorausgeht. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 8644; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, welcher der Schwiegervater ist, insofern er das göttlich Gute darstellt, worüber Nr. 8643, 8644. 8663. "Und neigte sich vor ihm", 2. Mose 18/7, bedeutet das Einlassen, oder Einführen; Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, insofern es Demut und Unterwerfung bezeichnet, worüber Nr. 2153, 5682, 7068; hier aber Einlassung, weil es von dem göttlich Wahren in bezug auf das göttlich Gute gesagt wird. 8664. "Und küßte ihn", 2. Mose 18/7, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, insofern es eine Verbindung aus Neigung bezeichnet, worüber Nr. 3573, 3574, 4215, 4353, 5929, 6260. 8665. "Und sie fragten einander um ihr Wohlbefinden (oder Frieden)", 2. Mose 18/7, bedeutet den gegenseitigen göttlich himmlischen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "jemand um sein Wohlbefinden (oder Frieden) fragen", insofern es eine Zusammengesellung in betreff des göttlich himmlischen Zustandes bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "einander", insofern es soviel ist als gegenseitig. Jemand um sein Wohlbefinden (oder Frieden) fragen, bedeutet aber eine Zusammengesellung in betreff des göttlich himmlischen Zustandes, weil im inneren Sinn "nach dem Wohlbefinden oder Frieden fragen" soviel ist als über das Leben und dessen Gedeihen und Glückseligkeit fragen. Aber im höchsten Sinn, in dem von dem göttlich Guten und göttlich Wahren gehandelt wird, bedeutet das Fragen um den Frieden die Zusammengesellung in Ansehung des himmlischen Zustandes; denn im höchsten Sinn bedeutet der Friede den Herrn und daher den Zustand des innersten Himmels, wo diejenigen sich befinden, die in der Liebe zum Herrn und daher in der Unschuld sind. Sie sind auch wirklich mehr als die übrigen im Frieden, weil im Herrn. Ihr Zustand heißt der göttlich himmlische. Daher kommt es, daß unter Frieden (oder Wohlbefinden) hier dieser Zustand verstanden wird. Was Friede im höchsten und im inneren Sinn bedeutet, sehe man Nr. 3780, 4681, 5662, 8455. 8666. "Und kamen in das Zelt", 2. Mose 18/7, bedeutet das Heilige der Vereinigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, insofern es das Heilige der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 4128, somit das Heilige der Vereinigung, weil die Liebe Vereinigung ist. In das Zelt kommen, bedeutet daher aus heiliger Liebe vereinigt werden. Es wird in diesem Vers von der Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren gehandelt; und weil jede Vereinigung zuerst durch den Einfluß des einen auf den anderen und das aus demselben hervorgehende Innewerden, hernach durch die Anschließung, dann durch das Einführen und zuletzt durch die Verbindung geschieht, deswegen wird zuerst der Einfluß und das Innewerden aus demselben beschrieben: Nr. 8660, hernach die Anschließung: Nr. 8662, dann die Einlassung (oder Einführung): Nr. 8663, zuletzt die Verbindung: Nr. 8664, und endlich die Vereinigung durch die Liebe. 8667. Vers 8-11: Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was Jehovah getan hatte an Pharao und an den Ägyptern um Israels willen, alle Mühseligkeit, die ihnen auf dem Wege begegnet war, und daß Jehovah sie errettet hatte. Und Jethro freute sich über all das Gute, was Jehovah an Israel getan hatte, indem Er es errettete aus der Hand der Ägypter. Und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehovah, Der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand Pharaos, Der Sein Volk gerettet hat aus der Hand der Ägypter. Nun weiß ich, daß Jehovah größer als alle Götter sich erwiesen hat, darum, daß jene (die Ägypter) gefrevelt haben gegen sie, (d.h. gegen die Israeliten). "Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was Jehovah getan hatte an Pharao und an den Ägyptern" bedeutet das Innewerden damals vom göttlich Wahren in betreff der Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn gegen diejenigen, die im Falschen waren und anfochten; "um Israels willen" bedeutet für diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten; "alle Mühseligkeit, die ihnen auf dem Wege begegnet war" bedeutet die Arbeit (oder Mühe) in den Versuchungen; "und daß Jehovah sie errettet hatte" bedeutet die Befreiung vermöge der göttlichen Hilfe des Herrn; "und Jethro freute sich über all das Gute, was Jehovah an Israel getan hatte" bedeutet den Zustand des göttlich Guten, wenn alles guten Erfolg hat; "indem Er es errettete aus der Hand der Ägypter" bedeutet, wegen der Befreiung von dem Angriff der Anfechtenden; "und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehovah" bedeutet das göttlich Gute; "Der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter, und aus der Hand Pharaos" bedeutet die Befreiung von dem Angriff der Anfechtenden; "Der Sein Volk gerettet hat aus der Hand der Ägypter" bedeutet die Barmherzigkeit gegen die, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten waren; "nun weiß ich, daß Jehovah größer als alle Götter sich erwiesen hat" bedeutet den Herrn, daß nämlich kein Gott sei außer Ihm; "darum, daß jene (die Ägypter) gefrevelt haben gegen sie (die Israeliten)" bedeutet, wegen des Bestrebens über diejenigen zu herrschen, die der Kirche angehörten. 8668. "Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was Jehovah getan hatte an Pharao und an den Ägyptern", 2. Mose 18/8, bedeutet das Innewerden damals vom göttlich Wahren in betreff der Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn gegen diejenigen, die im Falschen waren und anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Mose erzählte", insofern es ein Innewerden vom göttlich Wahren bezeichnet; daß erzählen ein Innewerden bedeutet: Nr. 3209, und daß Mose das göttlich Wahre bedeutet: Nr. 6752, 6771, 7010, 7014, 7382; aus der vorbildlichen Bedeutung des Schwiegervaters Moses, insofern er das göttlich Gute bezeichnet, aus dem das mit dem göttlich Wahren verbundene Gute stammt, worüber Nr. 8643, 8644; aus der Bedeutung von "alles, was Jehovah getan hat", insofern es das bezeichnet, was den Söhnen Israels in Ägypten und nachher in der Wüste begegnet war, und weil dieses im inneren Sinn das in sich schließt, was an denen geschehen, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten und in der unteren Erde zurückgehalten wurden, bis der Herr Sein Menschliches in sich verherrlichte; deshalb bedeuten diese Worte ein Innewerden in betreff der Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn. Daß diejenigen, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten, in der unteren Erde zurückgehalten und vermöge der Macht des Göttlich-Menschlichen errettet wurden, sehe man Nr. 6854, 7035, 7091 E, 7828, 8018, 8054, 8099, 8321; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos und der Ägypter, welche diejenigen bezeichnen, die im Falschen waren und anfochten, worüber Nr. 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317. 8669. "Um Israels willen", 2. Mose 18/8, bedeutet für diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es diejenigen bezeichnet, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. 8670. "Alle Mühseligkeit, die ihnen auf dem Wege begegnet war", 2. Mose 18/8, bedeutet die Arbeit (oder Mühe) in den Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mühsal, insofern sie eine Arbeit oder Mühe bezeichnet. Daß Mühsal Arbeit bedeutet, kommt daher, daß sie von den Versuchungen gesagt wird, denn während dieser haben diejenigen, die versucht werden, Arbeit und Mühe gegen das Falsche und Böse, und auch die Engel haben Arbeit mit ihnen, damit sie im Glauben und dadurch in der Macht zu siegen, gehalten werden. Ferner aus der Bedeutung von "die ihnen auf dem Wege begegnet ist", insofern es ausdrückt in betreff der Versuchungen, nämlich die Arbeit; denn auf dem Wege bedeutet in der Wüste, wo sie Versuchungen erduldeten, worüber im vorigen. 8671. "Und daß Jehovah sie errettet hatte", 2. Mose 18/8, bedeutet die Befreiung vermöge der göttlichen Hilfe des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von erretten; insofern es eine Befreiung bezeichnet. Daß Jehovah der Herr im Worte ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 1815, 2447, 2921, 3035, 5041, 5663, 6280, 6303, 6905. 8672. "Und Jethro freute sich über all das Gute, was Jehovah an Israel getan hatte", 2. Mose 18/9, bedeutet den Zustand des göttlich Guten, wenn alles guten Erfolg hat. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, insofern er das göttlich Gute darstellt, worüber Nr. 8643; aus der Bedeutung von sich freuen über all das Gute, wenn es vom göttlich Guten gesagt wird, das durch Jethro vorbildlich dargestellt wird, insofern es den Zustand dieses Guten bezeichnet; denn der Zustand des Göttlichen, wenn dem Himmel und den Engeln in ihm, wie auch der Kirche und den Menschen in ihr Gutes geschieht, wird im Worte durch Freude ausgedrückt, aber die Beschaffenheit dieser Freude ist unbegreiflich, weil sie dem Unendlichen eigen ist. Daß es auch eine unendliche Freude gibt wegen der Aufnahme des Guten von denen, die im Himmel und in der Kirche sind, kann man erkennen aus der göttlichen Liebe, die gegen das menschliche Geschlecht unendlich ist: Nr. 8644; denn alle Freude ist Sache der Liebe. Hieraus erhellt, daß durch "Jethro freute sich über das Gute, was Jehovah an Israel getan hatte", der Zustand des göttlich Guten, wenn alles guten Erfolg hat, bezeichnet wird; denn unter Israel werden diejenigen verstanden, die dem geistigen Reich und der geistigen Kirche des Herrn angehören: Nr. 8669, und bei diesen hatte alles guten Erfolg; denn sie wurden befreit von den Anfechtungen und hernach siegten sie in den Versuchungen, wie oben beschrieben worden ist. 8673. "Indem Er es errettete aus der Hand der Ägypter", 2. Mose 18/9, bedeutet, wegen der Befreiung von dem Angriff der Anfechtenden. Dies erhellt aus der Bedeutung von erretten, insofern es eine Befreiung bezeichnet, wie Nr. 8671; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen darstellen, die durch Falsches anfochten, worüber Nr. 8668. 8674. "Und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehovah", 2. Mose 18/10, bedeutet, daß vom Herrn alles Gute komme. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gepriesen sei Jehovah", insofern es ausdrückt, vom Herrn komme alles Gute, worüber Nr. 1096, 1422, 3140; daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 8671. Gepriesen sei Jehovah, bedeutet aber, daß vom Herrn alles Gute komme, weil die Lobpreisung (oder der Segen) bei dem Menschen alles Gute des ewigen Lebens in sich schließt, d.h. das Gute der Liebe zum Herrn und zum Nächsten: Nr. 3406, 4981; dieses Gute macht das ewige Leben bei dem Menschen. 8675. "Der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand Pharaos", 2. Mose 18/10, bedeutet die Befreiung von dem Angriff der Anfechtenden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8671, 8673 erklärt worden ist. 8676. "Der Sein Volk gerettet hat aus der Hand der Ägypter", 2. Mose 18/10, bedeutet die Barmherzigkeit gegen die, welche im Guten des Wahren und im Wahren des Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von retten, insofern es eine Befreiung bezeichnet, wie Nr. 8675; aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen vorbilden, die durch Falsches anfochten, worüber Nr. 8668; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, das hier das Volk Jehovahs ist, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, worüber Nr. 8645; somit die, welche im Guten des Wahren und im Wahren des Guten sind: Nr. 7957, 8234, es bedeutet, durch die Barmherzigkeit des Herrn, weil gesagt wird: "Gepriesen sei Jehovah, Der uns gerettet hat", und weil "gepriesen sei Jehovah" bedeutet, daß von Ihm alles Gute durch Seine göttliche Liebe komme: Nr. 8674. Barmherzigkeit ist aber die göttliche Liebe, durch die dem Menschen, der in dem Zustand des Elends ist, weil er aus sich ganz im Bösen und in der Hölle ist, Gutes zuteil wird. 8677. "Nun weiß ich, daß Jehovah größer als alle Götter sich erwiesen hat", 2. Mose 18/11, bedeutet den Herrn, daß nämlich kein Gott sei außer Ihm. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7401, 7444, 7544, 7598, 7636, 8274 gesagt und gezeigt worden ist. 8678. "Darum, daß jene (die Ägypter) gefrevelt haben gegen sie (die Israeliten)", 2. Mose 18/11, bedeutet, wegen des Bestrebens über diejenigen zu herrschen, die der geistigen Kirche angehörten, worüber folgen wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die es sind, an denen sie gefrevelt haben, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 8645. Freveln (superbire) bedeutet aber das Bestreben und die Kraft zu herrschen, weil dieses Bestreben und aus diesem die Kraft in jedem Hochmut liegt; denn Hochmut (oder Frevel) ist es, sich selbst mehr als andere zu lieben, sich ihnen vorzuziehen und über andere herrschen zu wollen, und die, welche solches wollen, verachten auch wirklich die anderen in Vergleich mit sich und verfolgen auch aus Haß und Rachsucht die, welche sich (ihnen) vorziehen oder ihnen nicht huldigen. Die Eigenliebe, die Hochmut ist, hat diese Beschaffenheit, daß sie, je weiter man ihr den Zügel läßt, desto weiter um sich greift und bis zum höchsten Grad der Möglichkeit anwächst, zuletzt bis zum göttlichen Thron, so daß sie an Gottes Statt sein will. So sind alle beschaffen, die in der Hölle sind; daß sie so beschaffen sind, erkennt man aus ihren Bestrebungen, wie auch aus dem feindlichen Haß und der schrecklichen Rachsucht des einen gegen den anderen um der Herrschaft willen. Dieses Bestreben ist es, das vom Herrn in Schranken gehalten wird; und es wird verstanden unter dem Kopfe der Schlange, den der Same des Weibes zertreten sollte: Nr. 257; solche werden auch unter Luzifer verstanden: Jes.14/12-29: "Wie bist du vom Himmel gefallen, Luzifer, du Sohn der Morgenröte, du bist zur Erde herabgeschmettert, geschwächt bist du unter den Völkern; wohl sprachst du in deinem Herzen: Zum Himmel will ich aufsteigen, über die Sterne Gottes will ich meinen Thron erhöhen, ich will sitzen auf dem Berge der Versammlung, auf der Seite gegen Mitternacht; ich will aufsteigen zu den Höhen der Wolken, ich will gleich werden dem Allerhöchsten; aber zur Hölle bist du hinabgeworfen, an den Seiten der Grube, du bist herausgeworfen aus deinem Grabe wie ein verabscheuter Zweig, wie ein Kleid der Erschlagenen, die mit dem Schwerte durchbohrt sind, die hinabsteigen zu den Steinen der Grube, wie ein zertretenes Aas". Daß der Hochmut des Herzens, der die Eigenliebe ist, das Göttliche von sich zurückweist und den Himmel von sich entfernt, kann man deutlich erkennen an dem Zustand der Aufnahme des Göttlichen und des Himmlischen, welches der Zustand der Liebe zum Nächsten und der Zustand der Demütigung gegen Gott ist: inwieweit der Mensch sich vor Gott demütigen kann und inwieweit er den Nächsten wie sich lieben kann, und noch mehr als sich, wie es im Himmel geschieht, insoweit nimmt er das Göttliche auf, und insoweit ist er dadurch im Himmel. Hieraus erhellt, in welchem Zustand diejenigen sind, die sich mehr als ihren Nächsten lieben und sich hochmütig über ihn erheben, d.h., die in der Eigenliebe sind; nämlich, daß sie in einem dem Himmel und dem Göttlichen entgegengesetzten Zustand sind, somit in dem Zustand, in dem sich die Höllischen befinden. Man sehe, was von der Eigenliebe Nr. 2041, 2045, 2051, 2057, 2219, 2363, 2364, 2444, 3413, 3610, 4225, 4750, 4776, 4947, 5721, 6667, 7178, 7364, 7255, 7366-7377, 7488, 7489, 7490, 7491, 7492, 7494, 7643, 7819, 7820, 8318, 8487 gesagt und gezeigt worden ist. 8679. Vers 12: Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm Brandopfer und Schlachtopfer (und brachte sie) Gott dar; und Aharon und alle Ältesten Israels kamen, um das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses vor Gott. "Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm Brandopfer und Schlachtopfer (und brachte sie) Gott dar" bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe und dem Wahren des Glaubens; "und Aharon und alle Ältesten Israels" bedeutet die vornehmsten Stücke der Kirche; "kamen, um das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses vor Gott" bedeutet die Aneignung derselben aus dem göttlich Guten. 8680. "Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm Brandopfer und Schlachtopfer (und brachte sie) Gott dar", 2. Mose 18/12, bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe und dem Wahren des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brandopfers und Schlachtopfers, insofern sie Vorbilder der himmlischen und geistigen Dinge waren, die zum inneren Gottesdienste gehören, die Brandopfer Vorbildungen der himmlischen Dinge, d.h. des Guten der Liebe, und die Schlachtopfer Vorbildungen der geistigen Dinge, d.h. des Wahren des Glaubens, worüber Nr. 922, 923, 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519, 6905. Daß die Brandopfer das vorbildeten, was sich auf das Gute der Liebe bezieht, und Schlachtopfer das, was sich auf das Wahre des Glaubens bezieht, erhellt aus ihrer Einrichtung, indem nämlich beim Brandopfer alles verzehrt werden sollte, sowohl das Fleisch als das Blut, bei den Schlachtopfern aber das Fleisch gegessen werden sollte, wie man ersehen kann aus 3. Mose Kapitel 1-5; 4. Mose Kapitel 28 und 5. Mose 12/27, wo es heißt: "Du sollst deine Brandopfer das Fleisch und das Blut opfern auf dem Altare Jehovahs, deines Gottes, aber das Blut der Schlachtopfer soll ausgegossen werden auf den Altar Jehovahs, deines Gottes, und das Fleisch sollst du essen". Daß jene beiden Dinge durch Brandopfer und Schlachtopfer vorgebildet werden sollten, war deswegen, weil Brandopfer und Schlachtopfer den ganzen Gottesdienst im allgemeinen vorbildeten: Nr. 923, 6905; und der Gottesdienst im allgemeinen sich gründet auf Liebe und Glaube; denn ohne diese gibt es keinen Gottesdienst, sondern nur gottesdienstliche Gebräuche, wie bei dem äußeren Menschen, der ohne Inneres, somit ohne Leben ist. 8681. "Und Aharon und alle Ältesten Israels", 2. Mose 18/12, bedeutet die vornehmsten Stücke der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er das Wahre der Lehre bezeichnet, worüber Nr. 6998, 7009, 7089, 7382; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ältesten Israels, insofern sie die vorzüglichsten Wahrheiten der Kirche bezeichnen, die mit dem Guten übereinstimmen, worüber Nr. 6524, 8578, 8585; denn Israel bedeutet die Kirche: Nr. 8645. 8682. "Kamen, um das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses vor Gott", 2. Mose 18/12, bedeutet die Aneignung derselben aus dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 3168, 3513 E, 3596, 3832, 4745; und aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 2165, 2177, 3464, 3735, 4211, 4217, 4735, 5915; daß es aus dem göttlich Guten ist, wird dadurch ausgedrückt, daß sie Brot essen sollten vor Gott. Unter Brot wird hier jede Speise, die sie damals nahmen, verstanden, besonders das Opferfleisch; denn wenn sie Schlachtopfer darbrachten, wurde das Fleisch derselben am Altar gegessen. Daß durch Brot jeder Gottesdienst im allgemeinen bezeichnet wird, sehe man Nr. 2165. Die Ursache, weshalb man das Opferfleisch essen sollte, war, damit dadurch die Aneignung des himmlisch Guten vorgebildet würde, wie auch die Zusammengesellung aus Liebe; denn das Opferfleisch, das sie dann aßen, bedeutet das Gute der Liebe. Deswegen war es ihnen ein heiliges Gastmahl. Daß Fleisch auch das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 7850. Hieraus kann erhellen, was vom Herrn darunter verstanden wurde, als Er sagte, daß sie Sein Fleisch essen sollten: Joh.6/53-56; ferner als Er das heilige Abendmahl einsetzte, daß das Brot Sein Leib sei: Matth.26/26. Was hierunter verstanden ist, kann durchaus keiner erkennen, wenn er nicht weiß, was der innere Sinn ist und daß in diesem Sinn Himmlisches und Geistiges verstanden wird, anstatt des Natürlichen, und daß das Natürliche jenem entspricht, und es den Entsprechungen gemäß bezeichnet; sonst könnte es durchaus keinem klar sein, warum das heilige Abendmahl gestiftet wurde und was das Heilige am Brot sei und warum das Brot der Leib und auch das Fleisch sei; außer unzähligem anderen. 8683. Vers 13-16: Und es geschah des anderen Morgens, da saß Moses, um das Volk zu richten, und das Volk stand vor Mose vom Morgen bis zum Abend. Und der Schwiegervater des Mose sah alles, was dieser dem Volke tat, und sprach: Was ist es, das du dem Volke tust? Warum sitzest du allein, und das ganze Volk steht vor dir vom Morgen bis zum Abend? Und Moses sprach zu seinem Schwiegervater: Das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen. Wenn unter ihnen eine Sache ist, kommt es zu mir, und ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten, und zeige ihnen die Rechte Gottes und Sein Gesetz. "Und es geschah des anderen Morgens" bedeutet das Ewige; "da saß Moses, um das Volk zu richten" bedeutet die Bestimmung (oder Anordnung) des göttlich Wahren bei den Angehörigen der geistigen Kirche in dem Zustande, bevor sie aus dem Guten (handeln); "und das Volk stand vor Mose" bedeutet den Gehorsam alsdann aus dem göttlich Wahren; "vom Morgen bis zum Abend" bedeutet in jedem Zustande damals, sowohl innerlich als äußerlich; "und der Schwiegervater des Mose sah alles, was dieser dem Volke tat" bedeutet die Allwissenheit des göttlich Guten; "und sprach: Warum sitzest du allein" bedeutet ohne Einfluß des Wahren aus dem Guten von einer anderen Seite; "und das ganze Volk steht vor dir vom Morgen bis zum Abend" bedeutet, daß alsdann von da aus alles, was dem Willen angehört, ausgehe in jeden Zustand, für die, welche der geistigen Kirche angehören; "und Moses sprach zu seinem Schwiegervater" bedeutet das Wechselseitige, das in der Antwort liegt; "das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen" bedeutet, daß sie nicht aus anderen Gründen wollen und handeln sollen, als deshalb, weil das Wort so gesagt hat; "wenn unter ihnen eine Sache ist" bedeutet in allem, was (ihnen) begegnet; "kommt es zu mir, und ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten" bedeutet, daß sie alsdann gemäß dem geoffenbarten Wahren bestimmt werden; "und zeige ihnen die Rechte Gottes und Sein Gesetz" bedeutet, daß sie dadurch belehrt werden, was wahr und was gut sei. 8684. "Und es geschah des anderen Morgens", 2. Mose 18/13, bedeutet das Ewige. Dies erhellt aus der Bedeutung von morgen oder des morgenden Tages, insofern es das Ewige bezeichnet, worüber Nr. 3998. 8685. "Da saß Moses, um das Volk zu richten", 2. Mose 18/13, bedeutet die Bestimmung (oder Anordnung) des göttlich Wahren bei den Angehörigen der geistigen Kirche in dem Zustande, bevor sie aus dem Guten handeln. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 7010, 7382; und aus der Bedeutung von richten, insofern es eine Bestimmung (oder Anordnung) bezeichnet. Richten bedeutet hier eine Bestimmung, weil das göttlich Wahre niemanden richtet, sondern nur einfließt und geneigt macht, daß man es aufnehme; infolge der Aufnahme bildet sich dann das Urteil gemäß den Gesetzen der Ordnung. Dies wird verstanden unter dem Gerichte des Herrn: Matth.25/31-46; Joh.5/22,26,27,30; 9/39. Daß dies verstanden wird, erhellt aus den Worten des Herrn, wo Er sagt, "daß Er niemanden richte: Joh.3/17-21; 8/15; 12/47,48. Aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, das hier das Volk ist, insofern es Angehörige der geistigen Kirche bezeichnet, wovon Nr. 8645. Hieraus erhellt, daß durch "Mose saß, um das Volk zu richten" die unmittelbar vom Herrn hervorgehende Bestimmung des göttlich Wahren bei denen, die der geistigen Kirche angehören, bezeichnet wird; daß es im Zustand geschieht, ehe sie aus dem Guten (handeln), erhellt aus dem Folgenden: Es gibt nämlich zwei Zustände beim Menschen, der wiedergeboren und dadurch eine Kirche wird; im ersten Zustand handelt er aus dem Wahren, im zweiten aus dem Guten, worüber Nr. 8516, 8539, 8643, 8648, 8658. In beiden Zuständen wird der Mensch vom Herrn geführt, jedoch im ersten durch unmittelbaren Einfluß, im anderen aber sowohl durch unmittelbaren als durch mittelbaren Einfluß. Über den unmittelbaren und mittelbaren Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn sehe man Nr. 6472-6478, 6982, 6985, 6996, 7054-7058, 7270. Der unmittelbare Einfluß wird dadurch vorgebildet, daß Mose das Volk allein richtete, dagegen der sowohl unmittelbare als mittelbare dadurch, daß Oberste über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn erwählt wurden, welche die geringfügigen Sachen richten, die wichtigen Sachen aber vor Mose bringen sollten, worüber im Folgenden. Allein dies sind Geheimnisse, die kaum jemand verstehen kann, außer wer in der Erleuchtung vom Herrn ist und durch die Erleuchtung im Innewerden. Jene Einflüsse und ihre Wirkung können zwar beschrieben werden, gleichwohl fallen sie nicht auf die rechte Art in das Denken, außer wenn ein Innewerden aus dem Himmel vorhanden ist; und das Innewerden aus dem Himmel ist nur bei denen möglich, die in der Liebe zum Wahren aus dem Guten sind; und auch dann nicht, wenn sie nicht in der Liebe zum Wahren aus dem echten Guten sind. 8686. "Und das Volk stand vor Mose", 2. Mose 18/13, bedeutet den Gehorsam alsdann gegen das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wie Nr. 8685; daher bedeutet "vor ihm stehen" das göttlich Wahre befragen, von demselben Antwort erwarten und danach handeln, d.h. gehorchen. Hierdurch wird im inneren Sinn der erste Zustand beschrieben, in dem der Mensch, der wiedergeboren wird, vom Herrn durch das Wahre geführt wird; das Wahre, durch das er geführt wird, ist das Wort; denn dies ist das göttlich Wahre. 8687. "Vom Morgen bis zum Abend", 2. Mose 18/13, bedeutet, in jedem Zustande damals, sowohl innerlich als äußerlich. Dies erhellt aus der Bedeutung von Morgen und Abend, insofern es geistige Zustände sind, die aufeinanderfolgen, wie die Zustände der Zeiten in der Welt, nämlich wie Morgen, Mittag, Abend, Nacht und wieder Morgen. Daß diese Zeiten den Zustandswechseln im anderen Leben entsprechen, sehe man Nr. 5672, 5962, 6110, 8426. Es bedeutet aber innerlich und äußerlich, weil sie (nämlich die Engel und Geister) im anderen Leben innerlich im Guten und Wahren sind, wenn im Zustand des Morgens, d.h. in dem Zustand, welcher der Zeit des Morgens entspricht, hingegen äußerlich im Guten und Wahren, wenn in dem Zustand des Abends; denn wenn sie im Zustand des Abends sind, dann sind sie in ihrem natürlichen Lustreiz, wenn aber im Morgenzustand, dann sind sie in ihrem geistigen Lustreiz; man sehe Nr. 8431, 8452. 8688. "Und der Schwiegervater des Mose sah alles, was dieser dem Volke tat", 2. Mose 18/14, bedeutet die Allwissenheit des göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "alles sehen, was er tat", wenn es vom göttlich Guten gesagt wird, das durch Jethro, den Schwiegervater Moses, vorgebildet wird, insofern es die Allwissenheit bezeichnet; denn sehen heißt im inneren Sinn einsehen und innewerden: Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 4403-4421, 5400; aber im höchsten Sinn, wo vom Herrn gehandelt wird, bedeutet es Voraussicht und Vorsehung: Nr. 2837, 2839, 3854, 3863. Alles sehen, was er tat, bedeutet daher die Allwissenheit. 8689. "Und sprach: Warum sitzest du allein", 2. Mose 18/14, bedeutet, ohne Einfluß des Wahren aus dem Guten von einer anderen Seite. Dies erhellt aus der Bedeutung von "allein sitzen", wenn es gesagt wird von dem unmittelbar vom Herrn hervorgehenden göttlich Wahren, das durch Mose vorgebildet wird, insofern es den Einfluß von Ihm allein bezeichnet, und nicht zugleich von anderer Seite. Wie dies sich verhält, kann aus dem, was Nr. 8685 gesagt worden ist, erkannt werden. 8690. "Und das ganze Volk steht vor dir vom Morgen bis zum Abend", 2. Mose 18/14, bedeutet, daß alsdann von daher alle Willensbestimmung komme in jedem Zustand bei denen, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, das hier das Volk ist, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, worüber Nr. 8645; aus der Bedeutung von "vor Mose stehen", insofern es den Gehorsam gegen das göttlich Wahre ausdrückt, worüber Nr. 8686. Und weil es den Gehorsam bedeutet, so ist es Sache des Willens; denn der Gehorsam kommt aus dem Willen; es gibt aber einen Willen, das Wahre zu tun infolge eines Befehls, aber nicht aus Neigung, und dieser Wille ist Gehorsam; ferner aus der Bedeutung von "vom Morgen bis zum Abend", insofern es heißt in jedem Zustande, innerlich und äußerlich, worüber Nr. 8687. Es wird hier vom ersten Zustand gehandelt, in dem der Mensch vor der Wiedergeburt ist, der darin besteht, daß er das Gute aus Gehorsam und noch nicht aus Neigung tut, aber dieses Gute ist das Wahre, das er tut, weil er es nur infolge eines Befehls, also noch aus Zwang tut, nicht aber aus Freiheit. Aus Freiheit handelt er, wenn er es aus Neigung tut, denn alles, was aus einer Neigung fließt, die der Liebe angehört, ist frei. Wenn der Mensch im ersten Zustande ist, dann fließt der Herr zwar unmittelbar ein und regt an, aber der unmittelbare Einfluß des Herrn kommt noch nicht zur Wahrnehmung, weil er im Innersten des Menschen ist. Hingegen der unmittelbare und zugleich mittelbare Einfluß des Herrn gelangt zur Wahrnehmung und bewirkt die Neigung, denn er wirkt nicht nur auf das Innerste des Menschen, sondern auch auf das Mittlere und Äußere desselben. Von diesem Zustand wird in den folgenden Versen dieses Kapitels gehandelt, von jenem aber in den Versen, in denen von Mose gesagt wird, daß er allein richte; man sehe Nr. 8685. 8691. "Und Moses sprach zu seinem Schwiegervater", 2. Mose 18/15, bedeutet das Wechselseitige, das in der Antwort liegt. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es hier die Antwort bezeichnet, denn Mose antwortet seinem Schwiegervater. Das Wechselseitige wird aber bezeichnet, weil durch Mose das mit dem göttlich Guten verbundene und vereinte göttlich Wahre dargestellt wird: Nr. 8664, 8666; und wenn Verbindung und Vereinigung stattfindet, dann besteht Wechselseitigkeit, denn das Gute agiert (oder wirkt) und das Wahre reagiert (oder wirkt zurück); die Reaktion bildet das Wechselseitige, das in der Antwort liegt. So verhält es sich auch im allgemeinen mit dem Guten und Wahren bei dem Menschen, in dem beide verbunden sind. 8692. "Das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen", 2. Mose 18/15, bedeutet, daß sie nicht aus anderen Gründen wollen und handeln sollen, als darum, weil das Wort so gesagt hat. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, also das Wort, wovon Nr. 5922, 6723, 6752, und aus der Bedeutung von "das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen", insofern es soviel ist, als sich befragen, was das Göttliche vorschreibe, somit was sie wollen und tun sollen. 8693. "Wenn unter ihnen eine Sache ist", 2. Mose 18/16, bedeutet in allem, was ihnen begegnet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sache (oder des Wortes), insofern sie etwas bezeichnet, was jemand widerfährt. "In allem" wird gesagt, weil das Volk nur zu ihm kam, und dadurch wird bezeichnet, daß das göttlich Wahre bei jeder Sache befragt werden sollte. 8694. "Kommt es zu mir, und ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten", 2. Mose 18/16, bedeutet, daß alsdann nach dem geoffenbarten Wahren darüber bestimmt werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu mir kommen", wenn von dem göttlich Wahren (die Rede ist), das durch Mose vorgebildet wird, insofern es heißt, fragen, was man wollen und tun solle, wie Nr. 8692; aus der Bedeutung von richten zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten, insofern es eine über die Wahrheiten getroffene Bestimmung bezeichnet. Daß richten soviel ist als bestimmen (anordnen), sehe man Nr. 8685; daß es gemäß dem geoffenbarten Wahren geschieht, ergibt sich aus dem früheren, denn es wird gleich oben gesagt, daß das Volk zu ihm komme, um Gott zu fragen, und weiter unten, daß er ihnen die Rechte und Gesetze Gottes zeige. Unter der Offenbarung wird die Erleuchtung beim Lesen des Wortes verstanden und das Innewerden alsdann. Denn die, welche im Guten sind, und nach Wahrheit verlangen, werden in solcher Weise aus dem Worte belehrt. Die aber nicht im Guten sind, können nicht aus dem Worte belehrt, sondern nur in solchen Dingen begründet werden, in denen sie von Kindheit an unterrichtet worden sind, mögen es Wahrheiten oder Irrtümer sein. Der Grund, warum bei denen, die im Guten sind, eine Offenbarung stattfindet, und bei denen, die im Bösen sind, keine Offenbarung, liegt darin, daß alles und jedes im Worte im inneren Sinn sich auf den Herrn und auf Sein Reich bezieht, und daß die Engel, die beim Menschen sind, das Wort nach dem inneren Sinn vernehmen; dieses teilt sich dem Menschen mit, der im Guten ist und das Wort liest, und dabei das Wahre aus Neigung wünscht, und daraus erhält er Erleuchtung und Innewerden; denn bei denen, die im Guten und daraus in der Neigung zum Wahren sind, ist das Fassungsvermögen des Gemüts gegen den Himmel zu geöffnet, und ihre Seele, d.h. ihr innerer Mensch ist in Gesellschaft mit den Engeln. Anders aber bei denen, die nicht im Guten sind, also nicht aus einer demselben entspringenden Neigung das Wahre wünschen, ihnen ist der Himmel verschlossen. Wie jedoch bei denen, die im Guten, und aus demselben in der Neigung zum Wahren sind, die Offenbarung beschaffen ist, kann nicht beschrieben werden; es ist keine ganz deutliche und auch keine ganz verborgene; sie besteht aber gleichsam in einem Bestimmen und in einer Geneigtheit, aus dem Inneren (anzuerkennen), daß etwas wahr sei, und in einer ungünstigen Stimmung, wenn es nicht wahr ist. Wenn eine günstige Neigung vorhanden ist, dann beruhigt und erheitert sich das Gemüt, und in diesem Zustand liegt die Anerkennung dessen, was Sache des Glaubens ist. Die Ursache dieser Erscheinung liegt in dem Einflusse des Himmels vom Herrn, denn durch den Himmel vom Herrn kommt das Licht, das den Verstand, der das Auge des inneren Gesichtes ist, erfüllt und erleuchtet. Was dann in diesem Licht erscheint, ist wahr; denn dieses Licht ist selbst das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht; daß dies auch das Licht im Himmel ist, wurde schon öfters nachgewiesen. 8695. "Und zeige ihnen die Rechte Gottes und Sein Gesetz", 2. Mose 18/16, bedeutet, daß sie dadurch belehrt werden, was wahr und was gut ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von zeigen (oder kundgeben), insofern es soviel ist als lehren; aus der Bedeutung der Rechte, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 2235, 6397; und aus der Bedeutung des Gesetzes, insofern es die Wahrheiten des Guten bezeichnet. Daß die Gesetze Wahrheiten des Guten sind, hat seinen Grund darin, daß das Gesetz im weiteren Sinn das ganze Wort bedeutet, im weniger weiten Sinn das historische Wort, im engeren Sinn das durch Mose geschriebene Wort, und im engsten Sinn die Zehn Gebote der Gesetzestafeln; man sehe Nr. 6752. Weil nun das Wort das göttlich Wahre ist, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, deshalb sind die Gesetze die Wahrheiten des Guten. Wahrheiten des Guten sind aber die Wahrheiten, die aus dem Guten kommen und in sich gut sind, weil sie ihren Ursprung aus dem Guten haben. 8696. Vers 17-23: Und es sprach der Schwiegervater Moses zu ihm: Die Sache, die du tust, ist nicht gut. Du ermüdest dich selbst und auch das Volk, das bei dir ist; denn das Werk ist zu schwer, du kannst es nicht allein ausrichten. So höre nun auf meine Stimme: Ich will dir raten, und Gott möge mit dir sein; komme für das Volk vor Gott und bringe die Sachen vor Gott. Und lehre sie die Satzungen und Gesetze, und tue ihnen den Weg kund, den sie gehen sollen, und das Werk, das sie tun sollen. Du aber ersehe dir aus dem ganzen Volke tüchtige Männer, die Gott fürchten, Männer der Wahrheit, die eigenen Gewinn hassen, und setze sie über sie als Oberste über tausend, als Oberste über hundert, als Oberste über fünfzig und als Oberste über zehn. Und sie sollen das Volk richten zu jeder Zeit, und es soll geschehen, alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen und alle geringen Sachen sollen sie richten, so wirst du es dir erleichtern und sie tragen mit dir. Wenn du dieses tust und Gott dir befehlen wird, so kannst du bestehen; und auch dieses ganze Volk wird an seinen Ort kommen im Frieden. "Und es sprach der Schwiegervater Moses zu ihm" bedeutet das Voraussehen; "die Sache, die du tust, ist nicht gut" bedeutet, es müsse eine Veränderung eintreten; "du ermüdest dich selbst und auch das Volk, das bei dir ist" bedeutet, so werde das als Samen eingestreute Wahre verlorengehen; "denn das Werk ist zu schwer" bedeutet, es sei nicht möglich, weil nicht gemäß der Ordnung; "du kannst es nicht allein ausrichten" bedeutet ohne Einfluß des Wahren vom Göttlichen von anderer Seite; "so höre nun auf meine Stimme" bedeutet die Zustimmung zufolge der Vereinigung; "ich will dir raten, und Gott möge mit dir sein" bedeutet, daß es aus dem Göttlichen sei; "komme für das Volk vor Gott" bedeutet das unmittelbar vom Herrn hervorgehende Wahre, "und bringe die Sachen vor Gott" bedeutet die Vermittlung und Vertretung; "und lehre sie die Satzungen und Gesetze" bedeutet aus dem unmittelbaren Wahren vom Herrn komme das äußere und innere Gute und Wahre der Kirche; "und tue ihnen den Weg kund, den sie gehen sollen" bedeutet das Licht der Einsicht und das Leben aus demselben; "und das Werk, das sie tun sollen" bedeutet den Glauben in der Tat; "du aber ersehe dir aus dem ganzen Volke" bedeutet das Erwählen der dienenden Wahrheiten; "tüchtige Männer, die Gott fürchten" bedeutet solche, mit denen das Gute vom Göttlichen verbunden werden kann; "Männer der Wahrheit, die eigenen Gewinn hassen" bedeutet, welche die reinen Wahrheiten haben ohne weltlichen Zweck; "und setze sie über sie als Oberste über tausend" bedeutet die Hauptwahrheiten, die auf der ersten Stufe unter dem unmittelbaren Wahren vom Göttlichen stehen; "als Oberste über hundert" bedeutet die Hauptwahrheiten, die auf der zweiten Stufe stehen; "als Oberste über fünfzig" bedeutet die in der Mitte stehenden Hauptwahrheiten; "und als Oberste über zehn" bedeutet die Hauptwahrheiten auf der dritten Stufe; "und sie sollen das Volk richten zu jeder Zeit" bedeutet diese Bestimmung solle für immer gelten; "und es soll geschehen, alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen" bedeutet, alles komme vom unmittelbaren Wahren durch das Göttliche; "und alle geringen Sachen sollen sie richten" bedeutet, nach dem Anschein komme das Einzelne und Besondere von einer anderen Seite; "so wirst du es dir erleichtern und sie tragen mit dir" bedeutet, hieraus entstünden Verrichtungen und Ämter für sie; "wenn du dieses tust und Gott dir befehlen wird" bedeutet, so (komme alles) aus dem Göttlichen; "so kannst du bestehen" bedeutet, so habe (der Herr) Wohnung bei ihnen; "und auch dieses ganze Volk wird an seinen Ort kommen im Frieden" bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche im Guten seien, und somit aus dem Guten geführt werden müßten. 8697. "Und es sprach der Schwiegervater Moses zu ihm", 2. Mose 18/17, bedeutet das Voraussehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom göttlich Guten gesagt wird, das durch Jethro, den Schwiegervater Moses, vorgebildet wird, insofern es ein Voraussehen bezeichnet, wie auch Nr. 5361, 6936. 8698. "Die Sache, die du tust, ist nicht gut", 2. Mose 18/17, bedeutet, es müsse eine Veränderung eintreten. Dies erhellt aus dem Folgenden. 8699. "Du ermüdest dich selbst und auch das Volk, das bei dir ist", 2. Mose 18/18, bedeutet, so werde das als Samen eingestreute Wahre verlorengehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ermüden, insofern es heißt, nach und nach aufgerieben werden und somit verlorengehen. Das eingestreute Wahre wird bezeichnet, weil unter Mose das Wahre vom Göttlichen verstanden wird, und unter Volk die Aufnehmenden; wie dies sich verhält, wird im Folgenden gesagt werden. 8700. "Denn das Werk ist zu schwer", 2. Mose 18/18, bedeutet, es sei nicht möglich, weil nicht der Ordnung gemäß. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Werk ist zu schwer", insofern es ausdrückt, es sei nicht möglich. Daß das schwere Werk hier das Unmögliche bedeutet, erhellt aus dem Vorhergehenden, wo es heißt, daß er sich selbst und das Volk bei ihm ermüde, wodurch bezeichnet wird, daß das als Same eingestreute Wahre verlorengehen werde; und auch aus dem Folgenden: "du kannst es nicht allein ausrichten", und hernach: "wenn du das tust, so kannst du bestehen", worunter die Unmöglichkeit verstanden wird, wenn keine Veränderung geschehe. Daß es nicht möglich sei, weil nicht der Ordnung gemäß, kommt daher, daß im anderen Leben alles das möglich ist, was der Ordnung gemäß ist. Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist es, das die Ordnung macht und die Ordnung selbst ist; daher ist alles möglich, was dem göttlich Wahren gemäß ist, weil es der Ordnung gemäß ist, und alles unmöglich, was gegen das göttlich Wahre ist, weil es gegen die Ordnung ist. Daß es so ist, kann einleuchtender aus Beispielen erhellen: Es ist der Ordnung gemäß, daß diejenigen selig werden, die gut gelebt haben, und die verdammt werden, die schlecht (gelebt haben); daher ist es unmöglich, daß diejenigen, die gut gelebt haben, in die Hölle geworfen, und die schlecht gelebt haben, in den Himmel erhoben werden; folglich ist es auch unmöglich, daß diejenigen, die in der Hölle sind, aus bloßer Barmherzigkeit des Herrn von dort in den Himmel eingeführt und beseligt werden, denn die Aufnahme der Barmherzigkeit des Herrn während des Lebens in der Welt ist es, wodurch jeder beseligt werden kann. Diejenigen, die sie in dieser Zeit aufnehmen, sind im anderen Leben in der Barmherzigkeit des Herrn, denn sie besitzen dann auch dort die Fähigkeit, sie aufzunehmen. Sie anderen zu geben, und im allgemeinen jedem nach Belieben, wenn sie nur Glauben haben und sich so von den Sünden gereinigt glauben, ist unmöglich, weil es gegen die Ordnung ist, d.h. gegen das Göttliche, das die Ordnung selbst ist. Der Ordnung gemäß ist es, daß Glaube und Liebtätigkeit in der Freiheit und nicht im Zwange eingepflanzt werden, wie auch, daß der Glaube und die Liebtätigkeit, die in der Freiheit eingepflanzt werden, bleiben, nicht aber, wenn es durch Zwang geschieht. Der Grund ist, weil das, was in Freiheit eingepflanzt wird, in die Neigung und in den Willen des Menschen eingeflößt und so angeeignet wird, nicht aber, was im Zwang. Infolgedessen ist es unmöglich, daß der Mensch selig werde, wenn ihm nicht, weil er im Bösen geboren ist, freisteht, Böses zu tun, oder vom Bösen abzustehen; wenn er aus sich in dieser Freiheit vom Bösen absteht, dann wird die Neigung zum Wahren und Guten vom Herrn eingeflößt, dadurch erlangt er die Freiheit das aufzunehmen, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, denn die Freiheit bezieht sich auf die Neigung. Hieraus erhellt, daß es unmöglich ist, den Menschen zur Seligkeit zu zwingen. Wäre dies möglich, dann könnten alle Menschen in der Welt selig werden. Es ist ferner der Ordnung gemäß, daß im anderen Leben alle nach Maßgabe ihres Lebens, das sie sich in der Welt angeeignet haben, zusammengesellt werden, die Bösen mit den Bösen und die Guten mit den Guten; daher ist es nicht möglich, daß Böse und Gute beisammen sind. Es ist auch nicht möglich, daß sich im Guten befindet, wer böse ist; denn das Gute und das Böse ist einander entgegengesetzt, und das eine zerstört das andere. Hieraus ergibt sich denn auch, daß es nicht möglich ist, daß die, welche in der Hölle sind, selig werden, und daß es also keine Seligmachung aus bloßer Barmherzigkeit gibt, wie auch immer der Mensch gelebt habe. Die in der Hölle sind und daselbst Pein leiden, schreiben dem Göttlichen ihre Qualen zu, indem sie sagen, Gott könne dieselben wegnehmen, wenn Er wolle, denn Er sei allmächtig; Er wolle es aber nicht, und daher habe Er die Schuld; denn wer könne und nicht wolle, der habe, sagen sie, die Schuld. Aber solche Qualen wegzunehmen, ist unmöglich, weil es gegen die Ordnung ist, denn wenn sie weggenommen würden, so würden die Bösen gegen die Guten sich erheben, selbst die Engel unterjochen und den Himmel zerstören. Das Göttliche will aber nichts als das Gute, nämlich die Glückseligkeit der Guten, und deswegen die Zügelung und zugleich die Besserung der Gottlosen. Solange dieser Zweck besteht, der ein Zweck der göttlichen Liebe und der Barmherzigkeit selbst ist, ist es nicht möglich, daß jene Qualen in der Hölle aufgehoben werden. Aus diesen Beispielen kann erhellen, daß alles das unmöglich ist, was gegen die Ordnung ist, wie sehr möglich es auch denen erscheint, welche die Geheimnisse des Himmels nicht kennen. 8701. "Du kannst es nicht allein ausrichten", 2. Mose 18/18, bedeutet, ohne Einfluß des Wahren aus dem Guten von anderer Seite. Dies erhellt aus der Bedeutung von "es allein tun", wenn es vom göttlich Wahren gesagt wird, das durch Mose vorgebildet wird, insofern es den Einfluß des Wahren aus diesem allein, und nicht zugleich von anderer Seite her bezeichnet. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was vom unmittelbaren Einfluß des göttlich Wahren und von seinem unmittelbaren und zugleich mittelbaren Einfluß Nr. 8685 gesagt worden ist, daß nämlich der Einfluß des göttlich Wahren im ersten Zustand des Menschen, wenn er wiedergeboren wird, unmittelbar ist, daß aber der unmittelbare und zugleich der mittelbare Einfluß im zweiten Zustand eintritt, nämlich wenn er wiedergeboren ist. Wenn der unmittelbare Einfluß stattfindet, fließt der Herr zwar mit dem Guten und Wahren ein, aber dann wird der Mensch nicht das Gute, sondern nur das Wahre inne; deshalb wird der Mensch alsdann durch das Wahre geführt, aber nicht in gleicher Weise durch das Gute. Wenn aber zugleich ein mittelbarer Einfluß stattfindet, dann nimmt er das Gute wahr, denn der mittelbare Einfluß ist im äußeren Sinnlichen des Menschen; daher kommt es, daß der Mensch alsdann durch das Gute vom Herrn geleitet wird. Im allgemeinen muß man wissen, daß der Mensch nicht früher wiedergeboren ist, als bis er aus der Neigung zum Guten handelt, denn dann will er das Gute, und es ist ihm eine Lust und eine Wonne, es zu tun. Wenn er in diesem Zustand ist, dann ist sein Leben das Leben des Guten, und er ist im Himmel, denn das durchweg Herrschende im Himmel ist das Gute. Das Glaubenswahre aber führt den Menschen zum Guten, mithin zum Himmel. Aber es bringt ihn nicht in den Himmel hinein. Der Grund ist, weil im anderen Leben alle nach dem Leben des Willens, nicht nach dem Leben des Verstandes zusammengesellt werden, denn wo der Wille ist, da ist auch der Verstand, nicht aber umgekehrt. So ist es im Himmel, und so in der Hölle. Diejenigen, die böse sind, werden nicht früher in die Hölle geschickt, als bis sie im Bösen ihres Lebens sind, denn wenn sie in demselben sind, sind sie auch im Falschen ihres Bösen. Ebenso ist es bei denen, die im Guten sind; auch sie sind dort im Wahren ihres Guten. Alle werden im anderen Leben in einen solchen Zustand gebracht, daß sie ein ungeteiltes Gemüt haben, daß sie nämlich, was sie wollen auch denken, nicht aber anders denken, als sie wollen. In der Welt verhält es sich jedoch anders; hier kann der Mensch anders denken, ja sogar anders verstehen, als er will; aber nur aus dem Grunde, damit er gebessert werden, d.h. das Gute einsehen kann, obgleich er das Böse will, und so durch die Einsicht dahin gebracht werden kann, daß er das Gute will. Im anderen Leben hingegen wird jeder nach dem Willen geführt, den er sich in der Welt angeeignet hat. 8702. "So höre nun auf meine Stimme", 2. Mose 18/19, bedeutet die Zustimmung infolge der Vereinigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf die Stimme hören", insofern es den Gehorsam bezeichnet, hier aber die Zustimmung, weil es von Jethro gesagt wird, durch den das göttlich Gute vorgebildet wird, das mit dem göttlich Wahren vereinigt ist, das durch Mose vorgebildet wird. Daß sie vereinigt sind, sehe man Nr. 8666; daher bedeutet "höre auf meine Stimme" die Zustimmung infolge der Vereinigung. Man muß wissen, daß, wenn das Gute und Wahre verbunden sind, Übereinstimmung herrscht in allem und jedem, nämlich des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten. Die Ursache ist, weil das Gute dem Wahren angehört und das Wahre dem Guten, und so alle beide eins sind; denn was das Gute will, das bestätigt das Wahre, und was das Wahre als wahr erkennt, das will das Gute, und so geschieht beides zugleich. Es verhält sich damit ebenso wie mit dem Willen und dem Verstande: was der Wille will und liebt, das denkt und bestätigt der Verstand, und umgekehrt. Daß dies sich ähnlich verhält wie jenes, kommt daher, daß das Gute Sache des Willens und das Wahre Sache des Verstandes ist. In solchem Zustand sind die, welche durch das Gute vom Herrn geführt werden, worüber Nr. 8701. HG 8703 8703. "Ich will dir raten, und Gott möge mit dir sein", 2. Mose 18/19, bedeutet, es sei aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von raten, wenn es vom göttlich Guten (gesagt wird), das vorgebildet wird durch Jethro, insofern es die Entscheidung vom Göttlichen und somit aus dem Göttlichen bezeichnet; und aus der Bedeutung von "Gott wird mit dir sein", welches gleichfalls ausdrückt aus dem Göttlichen. Allein der Ausdruck "aus dem Göttlichen", was durch "raten" bezeichnet wird, bezieht sich auf das göttlich Gute, das durch Jethro vorbildlich dargestellt wird, hingegen der Ausdruck "aus dem Göttlichen" das durch "Gott wird mit dir sein", bezeichnet wird, bezieht sich auf das göttlich Wahre, das durch Mose vorbildlich dargestellt wird. 8704. "Komme für das Volk vor Gott", 2. Mose 18/19, bedeutet das unmittelbar vom Herrn hervorgehende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "für das Volk vor Gott sein", wenn es von dem göttlich Wahren (gesagt wird), das durch Mose vorgebildet wird, insofern es soviel ist, als "zunächst bei dem Herrn", weil unmittelbar von Ihm ausgehend. Was dies in sich schließe, wird aus dem nun Folgenden erhellen. 8705. "Und bringe die Sachen vor Gott", 2. Mose 18/19, bedeutet die Vermittlung und Vertretung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Sache vor Gott bringen", wenn es von dem göttlich Wahren gesagt wird, insofern es ein Vermitteln bei dem Göttlichen Selbst und ein Vertreten bezeichnet, denn wer vermittelt und vertritt, der bringt die Sache vor den, der die Hilfe bringt. Die Vermittlung und Vertretung ist aber Sache des göttlich Wahren, weil dieses dem göttlich Guten, das der Herr selbst ist, am nächsten steht; und das göttlich Wahre steht dem göttlich Guten, das der Herr ist, am nächsten, weil dieses unmittelbar von Ihm ausgeht. Wie es sich mit der Vermittlung und der Vertretung des Herrn verhalte, soll, weil Gelegenheit gegeben ist, hier gesagt werden: Diejenigen, die glauben, daß es drei Personen gebe, die das Göttliche bilden und zusammen ein Gott genannt werden, haben aus dem Buchstabensinn des Wortes keine andere Vorstellung von der Vermittlung und der Vertretung, als daß der Herr zur Rechten Seines Vaters sitze, und mit Ihm rede wie ein Mensch mit dem anderen, und die Gebete der Menschen bei dem Vater vorbringe, und Ihn bitte, daß Er um Seinetwillen, weil Er gelitten habe und gekreuzigt worden sei für das menschliche Geschlecht, verzeihen und Sich erbarmen möge. Eine solche Vorstellung von der Vertretung und Vermittlung hat jeder Einfältige aus dem Buchstabensinn des Wortes. Man merke aber, daß der Buchstabensinn der Fassungskraft der Einfältigen angemessen ist, damit sie in die inneren Wahrheiten selbst eingeführt werden können; denn die Einfältigen können sich keine andere Vorstellung vom himmlischen Reich machen, als wie von einem irdischen Reich, und keine andere vom Vater, als wie von einem König auf Erden, und vom Herrn, wie von dem Sohn des Königs, welcher der Erbe des Reiches ist. Daß die Einfältigen sich eine solche Vorstellung machen, erhellt deutlich aus der Vorstellung der Apostel des Herrn selbst über Sein Reich; denn zuerst glaubten sie, wie die übrigen Juden, daß der Herr, weil Er der Messias sei, der größte König auf Erden sein und sie auf den Gipfel des Ruhmes über alle Völkerschaften und Völker auf dem ganzen Erdkreis erheben werde; als sie aber vom Herrn selbst hörten, daß Sein Reich nicht auf Erden, sondern im Himmel sei, konnten sie nicht anders denken, als daß Sein Reich im Himmel ganz so sein werde wie ein Reich auf Erden, weshalb auch Jakobus und Johannes die Bitte stellten, daß einer von ihnen zu Seiner Rechten und der andere zu Seiner Linken in Seinem Reich sitzen dürfte, und die übrigen Apostel, die ebenfalls in Seinem Reich groß sein wollten, wurden darüber entrüstet und stritten untereinander, wer unter ihnen in demselben der Größte sein werde. Und weil eine solche Vorstellung fest in ihnen haftete und nicht ausgetrieben werden konnte, so sagte der Herr ihnen auch, sie würden auf zwölf Thronen sitzen, zu richten die zwölf Stämme Israels, (man sehe Mark.10/37,41; Luk.22/24,30; Matth.19/28). Damals aber wußten sie nicht, was unter den zwölf Thronen, den zwölf Stämmen und dem Gerichte vom Herrn verstanden wurde. Hieraus kann man erkennen, wie die Vorstellung von der Vermittlung und Vertretung des Herrn beim Vater beschaffen ist und woher sie stammt. Wer aber das Innere des Wortes kennt, der hat einen ganz anderen Begriff von der Vermittlung des Herrn und Seiner Vertretung, nämlich, daß er nicht vertritt wie ein Sohn bei seinem Vater, der ein König ist auf Erden, sondern wie der Gott des Weltalls bei Sich und wie Gott von Sich; denn der Vater und Er selbst sind nicht zwei, sondern eins, wie Er selbst lehrt Joh.14/8-11. Er wird aber Mittler und Vertreter (oder Fürsprecher) genannt, weil unter dem Sohn das göttlich Wahre und unter dem Vater das göttlich Gute verstanden wird: Nr. 2803, 2813, 3704, und weil die Vermittlung stattfindet durch das göttlich Wahre, denn nur durch dieses ist ein Zugang zum göttlich Guten möglich. Zu dem göttlich Guten kann man nämlich nicht kommen, weil es wie das Feuer der Sonne ist, sondern zu dem göttlich Wahren, weil es wie das Licht von jenem ist, und dem Blick des Menschen, der im Glauben steht, Durchgang und Zutritt verstattet (erlaubt): Nr. 8644 E. Hieraus kann erhellen, was Vermittlung und Vertretung sei. Ferner muß man wissen, woher es kommt, daß der Herr, Der das göttlich Gute selbst und die Sonne des Himmels selbst ist, Mittler und Vertreter bei dem Vater genannt wird: der Herr war, als Er in der Welt lebte und bevor Er völlig verherrlicht wurde, das göttlich Wahre, weshalb Er damals die Vermittlung bildete, und bei dem Vater, d.h. bei Seinem göttlich Guten die Menschen vertrat: Joh.14/16,17; 17/9,15,17. Aber nachdem Er in Ansehung des Menschlichen verherrlicht ist, heißt Er deshalb Mittler und Vertreter, weil keiner über das Göttliche Selbst denken kann, ohne sich eine Vorstellung des Göttlich-Menschlichen zu bilden; noch weniger kann jemand durch Liebe mit dem Göttlichen Selbst verbunden werden, ohne eine solche Vorstellung. Wenn jemand ohne die Vorstellung des Göttlich-Menschlichen über das Göttliche Selbst denkt, so denkt er unbestimmt, und eine unbestimmte Vorstellung ist keine; oder er faßt eine Vorstellung vom Göttlichen aus dem schaubaren Weltall, wobei er keinen Zweck hat, oder nur einen dunklen (unbestimmten); und diese Vorstellung verbindet sich mit der Vorstellung der Naturverehrer, und haftet auch an der Natur, und zerfällt dadurch in nichts. Hieraus erhellt, daß auf diese Weise keine Verbindung mit dem Göttlichen, weder durch den Glauben, noch durch die Liebe stattfinden kann. Jede Verbindung erfordert nämlich einen Gegenstand, und je nach der Beschaffenheit des Gegenstandes findet die Verbindung statt. Daher kommt es, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen Mittler und Vertreter genannt wird. Aber Er vermittelt und vertritt bei Sich selber. Daß das Göttliche Selbst durch keine andere Vorstellung erfaßt werden kann, erhellt aus den Worten des Herrn: Joh.1/18: "Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, Der im Schoße des Vaters ist, Der hat Ihn uns kund getan". Joh.5/37: "Ihr habt nie die Stimme des Vaters gehört, noch Sein Angesicht gesehen". Dennoch aber, was merkwürdig ist, denken alle, die aus sich oder aus dem Fleische an Gott denken, unbestimmt an Ihn, d.h. ohne irgendwelche bestimmte Vorstellung. Diejenigen dagegen, die nicht aus sich und auch nicht aus dem Fleische, sondern aus dem Geiste an Gott denken, denken in bestimmter Weise an Ihn, d.h., sie bilden sich eine Vorstellung des Göttlichen unter menschlicher Gestalt. So denken die Engel im Himmel an das Göttliche, und so dachten die Weisen bei den Alten, denen auch das Göttliche Selbst, wenn Es erschien, als Gott-Mensch erschien; denn das durch den Himmel dringende Göttliche ist der Gott-Mensch. Der Grund davon ist, weil der Himmel der Größte Mensch ist, wie am Ende mehrerer Kapitel gezeigt wurde. Hieraus erhellt, wie die Weisen der Welt beschaffen sind, und wie die Weisen des Himmels; daß nämlich die Weisen der Welt die Vorstellung des Menschlichen von sich fern halten. Daher kommt es, daß zwischen ihrem Geist und dem Göttlichen keine Vermittlung stattfindet, wodurch Finsternis bei ihnen herrscht. Hingegen die Weisen des Himmels haben die Vorstellung des Göttlichen im Menschlichen; dadurch ist der Herr für sie eine Vermittlung, und daher kommt auch Licht für ihren Verstand. 8706. "Und lehre sie die Satzungen und Gesetze", 2. Mose 18/20, bedeutet, daß vom unmittelbaren Wahren des Herrn das äußere und innere Gute und Wahre der Kirche komme. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, von dem gesagt wird, daß er lehren solle, insofern er das unmittelbar vom Herrn ausgehende Wahre bezeichnet, worüber Nr. 7010, 7382; aus der Bedeutung der Satzungen, insofern sie das äußere Gute und Wahre der Kirche bezeichnen, worüber Nr. 3382, 8362; und aus der Bedeutung der Gesetze, insofern sie das innere Gute und Wahre der Kirche sind, worüber Nr. 8695. 8707. "Und tue ihnen den Weg kund, den sie gehen sollen", 2. Mose 18/20, bedeutet das Licht der Einsicht und das Leben daraus. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weges, insofern er von dem Verständnis des Wahren gesagt wird, worüber Nr. 627, 2333; hier in einem inwendigeren Grade, weil es von dem Verständnis gesagt wird, das der Mensch der geistigen Kirche aus dem unmittelbaren Einfluß des Wahren vom Herrn empfängt. Aus diesem kommt keine Wahrnehmung des Wahren, sondern ein Licht, das die Fähigkeit einzusehen verleiht. Mit diesem Licht verhält es sich wie mit dem Licht des Gesichts: damit das Auge die entgegentretenden Gegenstände sehe, muß ein Licht da sein, aus dem eine allgemeine Erleuchtung stattfindet. In diesem Licht sieht das Auge, und unterscheidet die Gegenstände, und wird von der Schönheit und der Anmut derselben, die aus ihrer Übereinstimmung mit der Ordnung hervorgeht, angeregt. Ebenso verhält es sich mit dem Gesicht des inneren Auges, welches das des Verstandes ist: damit dieses sehe, muß auch ein Licht da sein, durch das eine allgemeine Erleuchtung stattfindet, und in dem die Gegenstände erscheinen, aus dem sich Einsicht und Weisheit bildet. Dieses Licht kommt vom göttlich Wahren, das unmittelbar vom Herrn ausgeht; man sehe Nr. 8644. Die vorkommenden Gegenstände erscheinen in diesem Licht schön und angenehm, je nach ihrer Übereinstimmung mit dem Guten eines jeden. Ferner aus der Bedeutung von "auf dem sie gehen sollen" nämlich im Lichte, insofern aus diesem das Leben kommt. Daß "gehen" im inneren Sinn das Leben bedeutet, sehe man Nr. 3335, 4882, 5493, 5605, 8417, 8420. 8708. "Und das Werk, das sie tun sollen", 2. Mose 18/20, bedeutet den Glauben in der Tat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Werkes, das sie tun sollen, insofern es ein Tun bezeichnet, hier ein Tun aus dem Lichte der Einsicht, also aus dem Glauben; denn der Glaube vom Herrn ist im Lichte der Einsicht, worüber Nr. 8707. Soviel der Mensch aus den Glaubenswahrheiten aufnimmt, soweit tritt er in jenes Licht ein und wird in den Himmel erhoben. Aber die Aufnahme der Glaubenswahrheiten findet nicht statt durch bloße Anerkennung, sondern durch die mit dem Leben verbundene Anerkennung, d.h., so daß sie anerkannt werden durch die Tat. Diese Aufnahme ist es, die verstanden wird unter dem Werk, das sie tun sollen. 8709. "Du aber ersehe dir aus dem ganzen Volke", 2. Mose 18/21, bedeutet das Erwählen der dienenden Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von ersehen, insofern es soviel ist, als erwählen; und aus der Bedeutung des Volkes, insofern es von den Wahrheiten gesagt wird, worüber Nr. 1259, 1260, 3581, 4619; hier von den Wahrheiten, die dem unmittelbar vom Herrn ausgehenden Wahren, das durch Mose vorbildlich dargestellt wird: Nr. 7010, dienen, denn die Obersten, die er auswählen sollte, sollten ihm dienen. Daß Oberste dienende Wahrheiten bedeuten, sehe man unten. 8710. "Tüchtige Männer, die Gott fürchten", 2. Mose 18/21, bedeutet solche, mit denen das Gute vom Göttlichen verbunden werden kann. Dies erhellt aus der Bedeutung der tüchtigen Männer, insofern es solche sind, die Kräfte besitzen aus den Wahrheiten, die aus dem Guten stammen; denn durch Mann wird das Wahre bezeichnet: Nr. 3134, 5502, und durch Tüchtigkeit die Kräfte daraus. In der Grundsprache wird auch Stärke durch dasselbe Wort ausgedrückt, durch das hier Tüchtigkeit. Daß dies Kräfte sind aus den Wahrheiten, die aus dem Guten kommen, kommt daher, weil von ihnen auch gesagt wird: "die Gott fürchten", und durch Gottesfürchtige werden die bezeichnet, die im Guten sind aus dem Göttlichen, denn die Gottesfurcht ist der Gottesdienst aus dem Guten des Glaubens und aus dem Guten der Liebe: Nr. 2826, 5459. 8711. "Männer der Wahrheit, die eigenen Gewinn hassen", 2. Mose 18/21, bedeutet solche, bei denen die Wahrheiten rein, ohne weltlichen Zweck sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Männer der Wahrheit, insofern sie die reinen Wahrheiten bezeichnen. Daß Männer der Wahrheit reine Wahrheiten bedeuten, kommt daher, daß durch Männer Wahrheiten: Nr. 3134, 5502, und durch die Wahrheiten der Glaube bezeichnet wird: Nr. 3121; somit bedeuten die Männer der Wahrheit die Glaubenswahrheiten, d.h. die reinen Wahrheiten. Und aus der Bedeutung von "die eigenen Gewinn hassen", insofern es einen Abscheu vor den Überredungen aus dem Falschen und Bösen bezeichnet; denn durch hassen wird der Abscheu und durch Gewinn das Falsche und Böse bezeichnet, das überredet und vom Wahren und Guten abzieht. Gewinn bedeutet im allgemeinen alles Falsche aus dem Bösen, das die Urteile des Verstandes verkehrt, und weil dies bei denen stattfindet, die das Weltliche zum Zweck haben, deshalb werden durch die, welche eigenen Gewinn hassen, solche bezeichnet, die ohne weltlichen Zweck sind. Daß der Gewinn alles Falsche aus dem Bösen bedeutet, das die Urteile des Verstandes verkehrt und vom Wahren und Guten abzieht, kann jedem einleuchten, der darüber nachdenkt. In diesem Sinn wird Gewinn auch öfters im Worte erwähnt, wie Jes.33/15; 56/11; 57/17; Jerem.6/13; 8/10; 22/17; Hes.22/27; 33/31; Ps.119/36. 8712. "Und setze sie über sie als Oberste über tausend", 2. Mose 18/21, bedeutet die Hauptwahrheiten, die auf der ersten Stufe unter dem unmittelbaren Wahren vom Göttlichen stehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie Hauptwahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 1482, 2089, 5044; hier die Wahrheiten aus dem Guten, weil diese Obersten unter Mose standen, durch den das vom göttlich Guten hervorgehende göttlich Wahre vorbildlich dargestellt wird; und aus der Bedeutung von "über tausend", insofern es die bezeichnet, die auf der ersten Stufe stehen; denn tausend bedeutet viele, oder im abstrakten Sinn vieles, und auch wo vieles ist, oder solche, die über viele gesetzt sind, und daher in höherer Würde stehen, als die, welche über wenige gesetzt sind. Hier also die, welche auf der ersten Stufe stehen, denn die auf einer tieferen Stufe Stehenden waren die Obersten über hundert, über fünfzig und über zehn. Daß tausend im inneren Sinn nicht tausend bedeutet, sondern viele oder vieles, sehe man Nr. 2575. 8713. "Als Oberste über hundert", 2. Mose 18/21, bedeutet die Hauptwahrheiten auf der zweiten Stufe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie die Hauptwahrheiten bezeichnen, wie Nr. 8712; und aus der Bedeutung von hundert, insofern es viele oder vieles bezeichnet, aber auf der zweiten Stufe, weil tausend die erste Stufe ausdrückt. Daß hundert viel bedeutet, sehe man Nr. 4400. 8714. "Als Oberste über fünfzig", 2. Mose 18/21, bedeutet die Hauptwahrheiten, die in der Mitte stehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie die Hauptwahrheiten bezeichnen, wie Nr. 8712, 8713; und aus der Bedeutung von 50, insofern es bezeichnet, was in der Mitte steht, nämlich zwischen den Wahrheiten aus dem Guten, die auf der zweiten Stufe stehen, und denen, die auf der dritten Stufe stehen, welche Oberste über hundert und Oberste über zehn heißen. Daß fünfzig das Mittlere bedeutet, kommt daher, weil durch fünfzig sowohl vieles als etwas bezeichnet wird, ebenso wie durch fünf, das die Bedeutung von viel hat, man sehe Nr. 5708, 5956; daß es auch "etwas" bedeutet: Nr. 4638, 5291. Wenn daher fünfzig zwischen hundert und zehn genannt wird, so bedeutet es das Mittlere. Mittleres ist aber dasjenige, das zu dem einen Teil hinzutritt und von dem anderen ausgeht, und somit zwischen dem, was auf der ersten Stufe, und dem, was auf der nachfolgenden als Ursache der Verbindung steht. 8715. "Und als Oberste über zehn", 2. Mose 18/21, bedeutet die Hauptwahrheiten auf der dritten Stufe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie hier die Hauptwahrheit bezeichnen, wie oben; und aus der Bedeutung der Zahl Zehn, insofern sie gleichfalls "vieles" bezeichnet, doch auf einer niedrigeren Stufe, weil unter hundert. Daß eine Dekade oder zehn auch "vieles" bedeutet, sehe man Nr. 3107, 4638. Daß Oberste über tausend, über hundert und über zehn aufgestellt wurden, bildete, von jeder Zahl abgesehen, "viel" vor, das auf erster, zweiter und dritter Stufe steht, wie auch an anderen Stellen des Wortes, z.B. wo ein Herr von seinem Knecht sagte, daß er ihm zehntausend Talente schuldig sei, und daß dessen Mitknecht ihm hundert Denare schuldig sei: Matth.18/24,28; ebenso von dem König, der mit einem anderen König Krieg beginnen wollte und überlegte, ob er vermöge, mit zehntausend dem anderen entgegenzurücken, der mit zwanzigtausend kam: Luk.14/31; ebenso bei Johannes: "Ein Engel kam herab vom Himmel, ergriff den Drachen, und band ihn tausend Jahre, und warf ihn in den Abgrund, damit er nicht mehr verführe die Völkerschaften, bis vollendet würden tausend Jahre; und die übrigen von den Toten lebten nicht wieder auf, bis daß vollendet waren tausend Jahre. Dies ist die erste Auferstehung": Joh.Offenb.20/1-3,5: hier bedeutet tausend nicht 1000, sondern viel, abgesehen von jeder Zahl. Ebenso bei Mose: "Jehovah erweist Seine Barmherzigkeit an tausend Geschlechtern, die Ihn lieben": 2. Mose 20/6; 5. Mose 5/9,10; 7/9; Jerem 32/18. Ps.105/8: "Er gedenkt an das Wort, das Er geboten auf tausend Geschlechter". Ps.91/7: "Ob auch tausend fallen an deiner Seite, und zehntausend zu deiner Rechten, dir wird es nicht nahen". Ps.68/18: "Der Wagen Gottes sind zweimal zehntausend, Tausende der Wiederholung". Ps.144/13: "Unsere Herden (mögen sein) zu tausenden, und zehntausend auf unseren Straßen". Ps.90/4: "Tausend Jahre sind vor Deinen Augen wie ein Tag". Ebenso verhält es sich mit hundert und mit zehn; denn kleinere Zahlen, mit der gleichen Zahl multipliziert, bedeuten dasselbe, wie die größeren: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973; daß hundert und zehn auch "viel" bedeuten, sehe man Nr. 3107, 4400, 4638. 8716. "Und sie sollen das Volk richten zu jeder Zeit", 2. Mose 18/22, bedeutet, diese Bestimmung gelte für immer. Dies erhellt aus der Bedeutung von richten, insofern es eine Bestimmung über die Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 8685; und aus der Bedeutung von "zu jeder Zeit", insofern es bedeutet "auf immer". 8717. "Und es soll geschehen, alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen", 2. Mose 18/22, bedeutet, alles komme von dem Wahren, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbar vom Göttlichen ausgehende Wahre darstellt, worüber Nr. 7010, 7382. Daß alles von demselben (komme), wird bezeichnet durch "alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen". Es scheint nach dem Buchstabensinn, als ob alles zu dem göttlich Wahren hingeführt werden solle, weil aber alles vom Herrn kommt durch das von Ihm ausgehende Wahre, denn das Ganze des Lebens ist von Ihm, deshalb bedeutet es im inneren Sinn nicht "zu Ihm", sondern "von Ihm". Es verhält sich damit wie mit dem Einfluß: 3721, 5119, 5259, 5779, 6322; es wurde nämlich gezeigt, daß der Einfluß nicht vom Äußeren in das Innere, sondern vom Inneren in das Äußere gehe. Die Ursache ist, weil alles Äußere gebildet ist, um dem Inneren zu dienen, sowie die werkzeuglichen Ursachen ihren prinzipiellen Ursachen, denn jene Ursachen sind tot ohne diese. Man muß wissen, daß im inneren Sinn die Sachen so dargelegt werden, wie sie an sich beschaffen sind, nicht wie sie im Buchstabensinn erscheinen. Eine Sache an sich ist es, daß der Herr durch das von Ihm ausgehende Wahre alles bis auf das allereinzelnste regiert, nicht wie ein König in der Welt, sondern als Gott im Himmel und im Universum. Ein König in der Welt bekümmert sich nur um das Allgemeine, und seine Obersten und Beamten um das Besondere; anders ist es bei Gott, denn Gott sieht alles, und weiß alles von Ewigkeit, Er sieht alles vor in Ewigkeit, und erhält aus Sich alles in seiner Ordnung. Daraus erhellt, daß der Herr nicht nur für das Universelle Sorge trägt, sondern auch für das Besondere und Allereinzelnste, anders als ein König in der Welt. Seine Anordnung (oder Bestimmung) ist eine unmittelbare durch das göttlich Wahre aus Ihm, und ist auch eine mittelbare durch den Himmel. Aber die mittelbare Bestimmung durch den Himmel geht ebenso wie die unmittelbare von Ihm aus, denn was aus dem Himmel kommt, das kommt durch den Himmel von Ihm. Daß es wirklich so ist, wissen die Engel im Himmel nicht nur, sondern nehmen es auch in sich wahr. Daß die göttliche Bestimmung oder Vorsehung des Herrn in allem und jedem ist, ja im allereinzelnsten, wie sehr es auch dem Menschen anders erscheint, sehe man Nr. 4329, 5122 E, 5904, 6058, 6481-6487. 6490. 6491. Aber dies geht schwer in die Vorstellung eines Menschen ein, und am schwersten bei denen, die auf ihre eigene Klugheit vertrauen; denn diese schreiben alles, was ihnen Glückliches begegnet, sich selbst zu, und das übrige dem Schicksal oder Zufall, und nur weniges der göttlichen Vorsehung; somit schreiben sie die Ereignisse nur toten Ursachen zu und keiner lebendigen Ursache. Sie sagen zwar, wenn die Dinge sich glücklich gestalten, sie seien von Gott, ja sogar alles komme von Ihm, aber wenige, und kaum einige glauben es von Herzen. Ebenso tun diejenigen, die alles Glück in weltliche und körperliche Dinge setzen, nämlich in Ehrenstellen und Reichtümer, und dabei glauben, daß dies allein göttliche Segnungen seien. Wenn sie nun sehen, daß viele von den Bösen an solchen Dingen Überfluß haben, mehr als die Guten, dann verwerfen sie von Herzen die göttliche Vorsehung im einzelnen und leugnen sie, indem sie nicht bedenken, daß es göttlicher Segen ist, in Ewigkeit glücklich zu sein, und daß der Herr die Dinge, die nur für den Augenblick sind, wie dies verhältnismäßig bei allen weltlichen Dingen der Fall ist, nur als Mittel für das Ewige betrachtet. Deswegen gibt auch der Herr den Guten, die Seine Barmherzigkeit zu rechter Zeit aufnehmen, solche Dinge, die zur Seligkeit ihres ewigen Lebens dienen, Reichtümer und Ehrenstellen denen, welchen sie nicht schaden, aber keine Reichtümer und Ehrenstellen denen, welchen sie schaden. Gleichwohl aber gibt Er diesen zu seiner Zeit anstatt der Ehrenstellen und Reichtümer (den Sinn) sich über weniges zu freuen, und zufriedener zu sein, als die Reichen und Hochgeehrten. 8718. "Und alle geringen Sachen sollen sie richten", 2. Mose 18/22, bedeutet, daß dem Anschein nach einiges Einzelne und Besondere anderswoher komme. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8717 erklärt wurde, nämlich, daß durch "alle großen Sachen sollen sie vor Mose bringen", bezeichnet werde, daß alles und jedes bis auf das allereinzelnste vom Herrn sei. Daraus folgt auch, daß jede geringe Sache, d.h. die besonderen und die einzelnen Dinge von Ihm sind. Daß sie nur dem Anschein nach anderswoher kommen, wird man unten sehen. 8719. "So wirst du es dir erleichtern und sie tragen mit dir", 2. Mose 18/22, bedeutet, auf solche Weise entstünden Verrichtungen und Ämter für sie. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dir erleichtern" (oder abwälzen), insofern es soviel ist, als auf andere hinleiten. Ferner aus der Bedeutung von "mit jemanden tragen", insofern es ausdrückt, ihm behilflich sein (oder unterstützen). Durch jene Worte wird ausgedrückt, daß auf solche Weise Verrichtungen und Ämter für jene entstünden, weil der Herr alles und jedes tut: unmittelbar aus Sich, aber mittelbar durch den Himmel. Er wirkt aber mittelbar durch den Himmel, nicht als ob Er der Hilfe der Engel bedürfte, sondern damit diese daselbst Verrichtungen und Ämter, und infolgedessen Leben und Glückseligkeit je nach den Ämtern und Nutzleistungen empfangen. Daher kommt es, daß sie dem Anschein nach aus sich handeln, dabei aber ein Innewerden haben, daß es aus dem Herrn sei. Dies wird dadurch bezeichnet, daß Mose sich es erleichtern sollte, und die Obersten, indem sie die geringen Sachen richten, mit ihm tragen sollten. Daß der Herr nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar einfließt und nicht nur in das Erste, sondern auch in das Mittlere und in das Letzte der Ordnung, sehe man Nr. 6982, 6985, 6996, 7004, 7007. 8720. "Wenn du dieses tust und Gott es dir befehlen wird", 2. Mose 18/23, bedeutet, so komme alles aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wenn Gott befiehlt, daß du diese Sache tust", insofern es ausdrückt, wenn so (alles) vom Göttlichen (ausgeht). 8721. "So kannst du bestehen", 2. Mose 18/23, bedeutet, auf diese Weise habe (der Herr) eine Wohnung bei ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "so kannst du bestehen", insofern es bezeichnet, eine Wohnung haben bei denen, die der geistigen Kirche angehören. Diese Bedeutung hat es, weil der Mensch dieser Kirche, wenn das Wahre nur unmittelbar vom Göttlichen einflöße und nicht mittelbar durch den Himmel, nur durch das Wahre geführt werden könnte, nicht aber durch das Gute, wie aus dem erhellen kann, was Nr. 8685, 8701 gezeigt worden ist. Wenn er aber nicht auch durch das Gute geführt würde, könnte er nicht im Himmel sein, also könnte der Herr keine Wohnung bei ihm haben, denn die Wohnung des Herrn bei dem Menschen ist in dem Guten bei ihm, nicht aber in dem Wahren, außer durch das Gute. 8722. "Und auch dieses ganze Volk wird an seinen Ort kommen im Frieden", 2. Mose 18/23, bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche im Guten sein, somit aus dem Guten geführt werden müssen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die der geistigen Kirche angehören, weil unter Volk die Söhne Israels verstanden werden, durch welche die geistige Kirche vorgebildet wird. Aus der Bedeutung von "an seinen Ort kommen", insofern es ausdrückt, in den Zustand (gelangen), zu dem sie geführt werden müssen, nämlich zu dem Zustand des Guten, denn die Angehörigen der geistigen Kirche werden durch das Wahre zum Guten geführt, und wenn sie zum Guten gelangen, dann kommen sie an ihren Ort. Daß Ort einen Zustand bedeutet, sehe man Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381. Ferner aus der Bedeutung des Friedens, insofern er das Göttliche im Guten bezeichnet, denn der Friede ist im höchsten Sinn der Herr, und daher kommt es, daß das Gute im Innersten anregt und das Wohnen der Seligkeit ausmacht bei denen, die im Guten sind. Solange der Mensch im Wahren ist und noch nicht im Guten, ist er in Unruhe; wenn er aber im Guten ist, dann ist er in der Ruhe, und somit im Frieden. Die Ursache ist, weil die bösen Geister das Gute nicht angreifen können, sondern bei der ersten Wahrnehmung desselben fliehen, aber das Wahre können sie angreifen. Daher kommt es, daß die, die im Guten sind, auch im Frieden sind. Dies wird dadurch bezeichnet, daß das ganze Volk an seinen Ort im Frieden kommen sollte. Was es heißt, vom Herrn durch das Wahre geführt zu werden, und was durch das Gute, sehe man Nr. 8516, 8539, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701. 8723. Vers 24-27: Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters, und tat alles, was er gesagt hatte. Und Moses erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, zu Obersten über tausend, zu Obersten über hundert, zu Obersten über fünfzig und zu Obersten über zehn. Daß sie das Volk richteten zu jeder Zeit, die schwierige Sache vor Mose brächten und alle geringe Sache selbst richteten. Und Moses entließ seinen Schwiegervater, und derselbe begab sich in sein Land. "Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters, und tat alles, was er gesagt hatte" bedeutet die Wirkung gemäß der Anordnung des göttlich Guten; "und Moses erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel" bedeutet die Wahl der Wahrheiten, mit denen das Gute bei den Angehörigen der geistigen Kirche verbunden werden konnte, "und machte sie zu Häuptern über das Volk" bedeutet den Einfluß in jene Wahrheiten; "zu Obersten über tausend, zu Obersten über hundert, zu Obersten über fünfzig und zu Obersten über zehn" bedeutet die wichtigsten Wahrheiten, wie sie in stufenweiser Reihenfolge untergeordnet sind dem Wahren, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht; "daß sie das Volk richteten zu jeder Zeit" bedeutet die beständige Abhängigkeit von diesen; "die schwierige Sache vor Mose brächten" bedeutet die Vermittlung und Vertretung; "und alle geringe Sache selbst richteten" bedeutet den Anschein, als ob einiges besondere und einzelne anderswoher komme; "und Moses entließ seinen Schwiegervater" bedeutet den angemessenen Zustand des göttlich Wahren; "und derselbe begab sich in sein Land" bedeutet zum Göttlichen Selbst. 8724. "Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters, und tat alles, was er gesagt hatte", 2. Mose 18/24, bedeutet die Wirkung gemäß der Anordnung des göttlich Guten. Dies erhellt ohne Erklärung, denn durch Jethro, den Schwiegervater des Mose, wird das göttlich Gute vorgebildet: Nr. 8643; und durch Mose das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten hervorgeht: Nr. 8644. Das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, tut nichts aus sich, sondern aus dem göttlich Guten, welches das Göttliche Selbst ist, denn das göttlich Gute ist das Sein, das göttlich Wahre aber ist das Dasein aus demselben. Das Sein muß daher dem Dasein innewohnen, damit dieses etwas sei, und etwas aus demselben entstehe. Als der Herr in der Welt war, war Er das göttlich Wahre, und damals war das göttlich Gute in Ihm der Vater; als Er aber verherrlicht wurde, ward Er auch in Ansehung des Menschlichen selbst zum göttlich Guten. Das göttlich Wahre, das jetzt von Ihm ausgeht, wird der Paraklet (Beistand) oder Geist der Wahrheit genannt. Wer diese beiden Geheimnisse kennt, der kann, wenn er in der Erleuchtung vom Herrn ist und das Wort liest, vieles verstehen, was der Herr selbst vom Vater und von Sich geredet hat, wie auch vom Paraklet, dem Geist der Wahrheit, was außerdem unbegreifliche Mysterien (Geheimnisse) enthalten würde, zum Beispiel: Joh.5/19,26: "Jesus sprach: Der Sohn kann nichts aus Sich selber tun, außer was Er den Vater tun sieht; denn was Dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn; und wie der Vater das Leben hat in Sich selber, so hat Er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in Sich selber". Joh.7/39: "Der Heilige Geist war noch nicht, denn Jesus war noch nicht verklärt". Joh.16/7,13: "Wenn Ich nicht hingehe, so kommt der Paraklet (Beistand) nicht zu euch, wenn Ich aber hingehe, will Ich ihn zu euch senden; dieser, der Geist der Wahrheit, wird nicht aus sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden. Derselbe wird Mich verherrlichen, denn von dem Meinigen wird er es nehmen". Und mehr dergleichen anderwärts. 8725. "Und Moses erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel", 2. Mose 18/25, bedeutet, die Wahl der Wahrheiten, mit denen das Gute bei den Angehörigen der geistigen Kirche verbunden werden konnte. Dies erhellt aus der Bedeutung der tüchtigen Männer, insofern sie die Wahrheiten bezeichnen, mit denen das Gute verbunden werden kann, worüber Nr. 8710; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, wovon Nr. 8645. Es wird gesagt, die Wahl der Wahrheiten, mit denen das Gute verbunden werden kann, weil es Wahrheiten gibt, mit denen das Gute noch nicht verbunden werden kann, und Wahrheiten, mit denen es geschehen kann. Die Wahrheiten, mit denen es verbunden werden kann, sind begründete (oder befestigte) Wahrheiten, und solche, die mit mehreren zusammengesellt sind, auch mit solchen, die das Auge des Verstandes erfreuen. Auf diese Weise dringen diese Wahrheiten in die Neigung ein, die bewirkt, daß der Mensch sie will. Wenn dies geschieht, dann verbindet sich das Gute mit ihnen, denn das Wahre wollen und dann gemäß demselben handeln, bewirkt, daß es zum Guten wird. Ferner muß man wissen, daß das Gute nicht eher mit dem Wahren verbunden wird, als bis dieses Wahre vom Falschen, das aus dem Bösen stammt, gereinigt worden ist, und nicht, bevor es in Zusammenhang getreten ist mit allen Wahrheiten des Glaubens bei dem, der wiedergeboren werden soll. Und diesen Zusammenhang und die Reinigung der Wahrheiten sehen die Engel durch den Herrn und haben ein klares und deutliches Innewerden davon, obgleich der Mensch nichts dergleichen bei sich fühlt oder wahrnimmt. 8726. "Und machte sie zu Häuptern über das Volk", 2. Mose 18/25, bedeutet den Einfluß in diese Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der tüchtigen Männer, die es sind, die er zu Häuptern über das Volk machte, insofern sie die Wahrheiten bezeichnen, mit denen das Gute verbunden werden kann, worüber Nr. 8725. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbare Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber öfter; und aus der Bedeutung von "sie zu Häuptern machen", insofern es heißt einfließen und dadurch befähigen, daß das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, vermittelst jener, den Menschen der Kirche durch das Gute leiten kann. Wie es sich damit verhält, kann man aus dem ersehen, was früher erklärt worden, daß nämlich der Mensch, der wiedergeboren wird, zuerst durch das Glaubenswahre geführt wird, wenn er aber wiedergeboren ist, durch das Gute der Liebtätigkeit: Nr. 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701; und daß im ersten Zustand, nämlich wenn er durch das Wahre geführt wird, der Herr durch das unmittelbar von Ihm ausgehende göttlich Wahre einfließt, dagegen im zweiten Zustand, nämlich wenn er durch das Gute geführt wird, der Herr sowohl durch das unmittelbar als durch das mittelbar von Ihm ausgehende Wahre einfließt: Nr. 8685, 8701; und daß der mittelbare Einfluß ebensowohl vom Herrn ist, als der unmittelbare: Nr. 8717. Das ist es, was in diesem Vers im inneren Sinn beschrieben wird. Der mittelbare Einfluß des Wahren vom Göttlichen wird durch die Worte bezeichnet, daß Mose sie zu Häuptern über das Volk machte. 8727. "Zu Obersten über tausend, zu Obersten über hundert, zu Obersten über fünfzig und zu Obersten über zehn", 2. Mose 18/25, bedeutet die Hauptwahrheiten, wie sie in stufenweiser Reihenfolge untergeordnet sind dem Wahren, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8712-8715, 8717, 8718, 8722, bemerkt worden ist. 8728. "Daß sie das Volk richteten zu jeder Zeit", 2. Mose 18/26, bedeutet, die beständige Abhängigkeit von diesem. Dies erhellt aus der Bedeutung von richten, insofern es die Aufstellung der Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 8685; hier die untergeordnete Aufstellung, die eine Abhängigkeit ausdrückt; denn die Obersten, die das Volk richten sollten, vertraten die Stelle des Mose bei geringen Sachen. Im inneren Sinn (bedeutet es), daß die Wahrheiten in stufenweiser Reihenfolge vom Inneren bis zum Äußeren, den unmittelbar vom Göttlichen ausgehenden Wahren untergeordnet sind, und durch diese der Herr mittelbar einwirkt; aber in dem auf die Personen gerichteten Sinn sind es die Engel und Engelsgesellschaften, die in solcher Unterordnung und Abhängigkeit sind, denn durch diese wirkt der Herr mittelbar und regiert die Menschen. Gleichwohl aber sind es nicht die Engel, die regieren, sondern es ist der Herr durch sie; man sehe Nr. 8718, 8719. Was diese Sache noch weiter betrifft, so muß man wissen, daß auch einiges von den Engeln selbst kommt, die bei dem Menschen sind; aber alles Gute und Wahre, das Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit wird, d.h. Sache des neuen Lebens bei dem Menschen, kommt allein vom Herrn, aber auch durch die Engel von Ihm. Desgleichen jede Anordnung für diesen Zweck, wenn sie fortdauernd ist. Was von den Engeln selbst kommt, ist solches, was sich der Neigung des Menschen anschmiegt, und an sich nicht gut ist, aber dennoch zur Einführung des Guten und Wahren vom Herrn dienen kann. Daß "zu jeder Zeit" soviel ist, als beständig, erhellt ohne Erklärung. 8729. "Die schwierige Sache vor Mose brächten", 2. Mose 18/26, bedeutet die Vermittlung und Vertretung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8705 erklärt worden ist. Hier heißt es, daß sie die Sache vor Mose bringen sollten, dort aber, daß Mose sie vor Gott bringen sollte. Beides schließt aber das gleiche in sich. 8730. "Und alle geringen Sachen selbst richten", 2. Mose 18/26, bedeutet den Anschein, als ob einiges besondere und einzelne anderswoher komme; wie Nr. 8718, wo die gleichen Worte sind. 8731. "Und Moses entließ seinen Schwiegervater", 2. Mose 18/27, bedeutet den angemessenen Zustand des göttlich Wahren. Dies erhellt daraus, daß, sobald alles in Ordnung gebracht, d.h. angemessen eingerichtet ist, wenn nämlich das mittelbare Wahre dem unmittelbaren Wahren vom Göttlichen untergeordnet ist, das Ende des Zustandes eintritt. Dies wird dadurch beschrieben, daß Mose seinen Schwiegervater entließ, denn der Anfang dieses Zustandes wird dadurch beschrieben, daß Jethro zu Mose kam, und sie sich dadurch zu jenem Zweck vereinigten. Daß nicht früher von Jehovah befohlen wurde, daß Oberste aufgestellt wurden, die gleichfalls das Volk richten sollten, sondern daß es auf den Rat und das Zureden Jethros geschah, war deshalb, damit die Dinge, von denen in diesem Kapitel gehandelt worden, völlig in ihrer Ordnung vorgebildet würden; denn im Vorhergehenden wurde von dem ersten Zustand gehandelt, in dem sich die Angehörigen der geistigen Kirche, die wiedergeboren werden, befinden, nämlich wenn sie vom Herrn durch das Wahre geführt werden. Diesem Zustand folgt dann der zweite, der darin besteht, daß sie vom Herrn durch das Gute geführt werden. Diese Wendung oder Umänderung des einen Zustandes in den anderen ist es, die in diesem Kapitel durch Jethro beschrieben wird. 8732. "Und derselbe begab sich in sein Land", 2. Mose 18/27, bedeutet, zum Göttlichen Selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich in sein Land begeben", insofern es soviel ist als zum früheren Zustand, somit zum Göttlichen (zurückkehren). Überdies bedeutet Land im inneren Sinn die Kirche, also auch das Reich des Herrn im Himmel; man sehe Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577, 8011. Durch Land wird aber im höchsten Sinn das Göttliche bezeichnet, weil Jethro das göttlich Gute, also das Göttliche Selbst vorbildete. Zu diesem zurückzukehren läßt sich im historischen Buchstabensinn nicht anders ausdrücken als durch "sich in sein Land begeben". Die Bezeichnungen im Worte sind nämlich immer der vorgebildeten Sache angemessen, wobei jedoch die Bedeutung bleibt, welche dem Ausdruck im eigentlichen Sinn zukommt; so z.B. die Bedeutung des Landes, das eigentlich die Kirche bedeutet, aus dem Grunde, weil diejenigen, die im Himmel sind, nicht an ein Land denken, wenn sie das Wort lesen, sondern an den geistigen Zustand des Volkes, das in dem Land ist, also an die daselbst bestehende Religion. Wenn daher ein Land gelesen wird, wo die Kirche ist, dann haben sie die Vorstellung von der Kirche daselbst, und zugleich mit dieser die Vorstellung vom Reich des Herrn, also auch vom Himmel, und mit der Vorstellung des Himmels auch die des Göttlichen in demselben. Wenn aber die vorgebildete Sache sich auf einen anderen heiligen Gegenstand in der Kirche oder im Himmel bezieht, dann kann dieser Gegenstand unter Land verstanden werden, z.B. die Liebe, die Liebtätigkeit, das Gute, der Glaube. Daraus erhellt, daß immerhin die Bedeutung bleibt, die dem Worte im eigentlichen Sinn zukommt, wie z.B. wenn das Gute, oder die Liebe oder die Liebtätigkeit bezeichnet wird, dennoch im Ganzen die Bedeutung der Kirche bleibt, denn jene Dinge sind das Wesentliche der Kirche, und machen, daß sie eine Kirche ist.   Nr. 8733 - 8747 abgedruckt in Band   Des zweiten Buches Mose 19. Kapitel 1. Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten, an diesem Tage, kamen sie in die Wüste Sinai. 2. Und sie waren ausgezogen von Rephidim, und kamen in die Wüste Sinai, und lagerten in der Wüste, und Israel lagerte daselbst am Berge. 3. Und Mose stieg hinauf zu Gott; und Jehovah rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakobs, und verkünden den Söhnen Israels. 4. Ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern, und wie Ich euch getragen habe auf Adlersflügeln, und habe euch zu Mir geführt. 5. Und nun, wenn ihr auf Meine Stimme hören, und Meinen Bund halten werdet, so sollt ihr Mir zum Eigentum sein vor allen Völkern, denn Mein ist die ganze Erde. 6. Und ihr sollt Mir ein priesterliches Königreich und ein heiliges Volk sein; das sind die Worte, die du reden sollst zu den Söhnen Israels. 7. Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes, und legte ihnen alle diese Worte vor, die Jehovah ihm geboten hatte. 8. Und es antwortete das ganze Volk zugleich und sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun; und Mose brachte die Worte des Volkes vor Jehovah. 9. Und Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke, damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede, und auch dir glaube ewiglich; und Mose verkündigte die Worte des Volkes vor Jehovah. 10. Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe zum Volke und heilige sie heute und morgen, und sie sollen ihre Kleider waschen. 11. Und sollen bereit sein auf den dritten Tag, denn am dritten Tage wird Jehovah hinabsteigen vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai. 12. Und mache Schranken für das Volk ringsumher, und sprich: Hütet euch, daß ihr nicht hinansteiget auf den Berg, noch sein Ende berühret, denn jeder, der den Berg berührt, soll des Todes sterben. 13. Keine Hand soll ihn berühren, sondern er soll gesteinigt oder erschossen werden, sei es ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht leben; beim Blasen des Jobelhornes sollen sie den Berg hinaufsteigen. 14. Und Mose stieg vom Berge hinab zum Volk, und heiligte das Volk, und sie wuschen ihre Kleider. 15. Und er sprach zum Volke: seid bereit auf den dritten Tag, und nahet euch keinem Weibe. 16. Und es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, da waren (Donner-) Stimmen und Blitze, und eine schwere Wolke auf dem Berge, und sehr starker Posaunenschall; da erbebte das ganze Volk, das im Lager war. 17. Und Mose ließ das Volk herausgehen, Gott entgegen aus dem Lager, und sie stellten sich an den Fuß des Berges. 18. Und der ganze Berg Sinai rauchte, um deswillen, daß Jehovah auf denselben herabstieg im Feuer, und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens, und der ganze Berg erbebte sehr. 19. Und der Posaunenschall wurde immer stärker; Mose redete und Gott antwortete ihm mit (lauter) Stimme. 20. Und Jehovah stieg hinab auf den Berg Sinai, auf den Gipfel des Berges, und Jehovah rief Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf. 21. Und Jehovah sprach zu Mose: Steige hinab, warne das Volk, daß sie nicht durchbrechen zu Jehovah, um zu sehen, und viele von ihnen fallen. 22. Und auch die Priester, die hinzutreten zu Jehovah, sollen sich heiligen, damit Jehovah sie nicht zerschmettere. 23. Und Mose sprach zu Jehovah: das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn Du hast uns gewarnt und gesprochen: Mache Schranken um den Berg und heilige ihn. 24. Und Jehovah sprach zu ihm: Gehe, steige hinab; aber du und Aharon mit dir sollt heraufsteigen, und die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu Jehovah, damit Er sie nicht zerschmettere. 25. Und Mose stieg hinab zum Volk und sprach mit ihnen.   Inhalt 8748. In dem, was folgt, wird im inneren Sinn von der Offenbarung des göttlich Wahren vom Herrn aus dem Himmel gehandelt, und zwar in diesem Kapitel von der Vorbereitung zur Aufnahme desselben.   Innerer Sinn 8749. Vers 1,2: Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten, an diesem Tage, kamen sie in die Wüste Sinai. Und sie waren ausgezogen von Rephidim, und kamen in die Wüste Sinai, und lagerten in der Wüste, und Israel lagerte daselbst am Berge. "Im dritten Monat" bedeutet das Volle des Zustandes; "nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten" bedeutet, nachdem die Angehörigen der geistigen Kirche befreit worden waren von den Anfechtungen; "an diesem Tage" bedeutet alsdann; "kamen sie in die Wüste Sinai" bedeutet den Zustand des Guten, in dem die Glaubenswahrheiten eingepflanzt werden müssen; "und sie waren ausgezogen von Rephidim" bedeutet den stetigen Zusammenhang des Lebens mit dem früheren Zustand; "und kamen in die Wüste Sinai" bedeutet den Zustand des Guten, in den die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen; "und lagerten in der Wüste" bedeutet die Zubereitung in demselben; "und Israel lagerte daselbst am Berge" bedeutet die Zubereitung bei denen, die der geistigen Kirche angehören, durch das himmlische göttlich Gute. 8750. "Im dritten Monat", 2. Mose 19/1, bedeutet das Volle des Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Monats, insofern er einen Zustand bezeichnet, denn alle Zeiten, wie Tage, Wochen, Monate und Jahre bedeuten Zustände: Nr. 2788; und aus der Bedeutung von drei und des dritten, insofern sie das Volle bezeichnen, worüber Nr. 1825, 2788, 4495, 5159; daher bedeutet "im dritten Monat" im vollen Zustand. Was das Volle des Zustandes sei, soll mit wenigem gesagt werden: Ein jeder Zustand hat seinen Anfang, seinen Fortgang und sein Ende; wenn der Zustand zu seinem Ende gelangt, dann ist er voll, und heißt ein voller. Im anderen Leben wird alles bemessen nach den Fortschritten des Zustandes und den aufeinanderfolgenden Veränderungen derselben, von Anfang bis zu Ende, wie in der natürlichen Welt nach Zeiten. Der Grund davon liegt darin, daß es im Himmel keine Zeiten gibt, sondern anstatt derselben Zustände, und zwar deshalb, weil die Sonne im anderen Leben, die der Herr ist, beständig an ihrem Orte bleibt, und nicht so wie in der Welt durch ein tägliches, scheinbares Fortschreiten den Tag in Morgen, Mittag, Abend und Nacht teilt, und auch nicht durch ein jährliches scheinbares Fortschreiten das Jahr in Frühling, Sommer, Herbst und Winter teilt; daher kommt es, daß es im Himmel keine Zeiten gibt, sondern statt dessen Zustände. Weil aber im innersten der Sphäre des Himmels ein gewisses Fortschreiten gemäß der göttlich himmlischen Form stattfindet, von dem niemand ein Innewerden hat, und diesem Fortschreiten gemäß die Zustände aller im Himmel Veränderungen erleiden, so ist die Folge davon, daß die Engel abwechselnd im Guten der Liebe und im Wahren des Glaubens sind, und auch im Dunkeln (oder Verschattung) in bezug auf beides. Daher kommt es, daß die Zustände daselbst in Entsprechung stehen mit den Zeiten in der Welt, nämlich der Zustand des Guten der Liebe mit dem Morgen, der Zustand des Glaubenswahren mit dem Mittag, und die dunklen Zustände mit dem Abend und der Nacht. Überdies ist auch die Wärme, die dort aus der Sonne kommt, das Gute der Liebe und das Licht, das dort aus der Sonne kommt, das Wahre des Glaubens. Daher kommt es auch, daß die Wärme in der Welt in Entsprechung steht mit der Liebe, die darum auch geistige Wärme heißt, wie auch das Licht in der Welt in Entsprechung steht mit dem Glauben, der deshalb geistiges Licht genannt wird. Es gibt im allgemeinen zwei Lebenszustände, nämlich einen Zustand des Denkens, der den Verstand betrifft, und einen Zustand der Neigung, der den Willen betrifft. Der Zustand des Denkens, der dem Verstande angehört, bezieht sich auf das Wahre des Glaubens; dieser Zustand ist es, der von dem Licht aus der himmlischen Sonne, die der Herr ist, erleuchtet wird. Auch das Verstandeslicht im Menschen stammt aus diesem Licht. Der Zustand der Neigung aber, der dem Willen angehört, bezieht sich auf das Gute der Liebtätigkeit. Die Wärme des Willens oder die Liebe im Menschen stammt auch wirklich aus der Wärme jener Sonne im Himmel, die der Herr ist. Hieraus kann man nun erkennen, wie es sich mit den Zuständen und den Veränderungen derselben im anderen Leben verhält, und was unter dem Vollen des Zustandes zu verstehen ist, was durch den dritten Monat bezeichnet wird. Unter diesem Zustand, von dem das Volle ausgesagt wird, ist der erste Zustand zu verstehen, den diejenigen durchmachten, die der geistigen Kirche angehörten. Daß diese zwei Zustände durchzumachen haben, den ersten, wenn sie durch das Wahre vom Herrn geführt werden, und den zweiten, wenn durch das Gute von Ihm, sehe man Nr. 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701: hier wird das Volle des ersten Zustandes verstanden, der im Vorhergehenden beschrieben worden ist; jetzt aber wird der zweite Zustand beschrieben. 8751. "Nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 19/1, bedeutet, nachdem die, welche der geistigen Kirche angehörten, von den Anfechtungen befreit waren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ausziehens, insofern es heißt befreit werden; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 6426, 6637, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 7278. Was Anfechtungen sind, sehe man Nr. 7474; und daß die, welche der geistigen Kirche angehörten, bis zur Ankunft des Herrn in der unteren Erde aufbehalten, und vom Herrn befreit wurden: Nr. 6854, 6914, 7035, 7091, 7474, 7878, 7932, 8018, 8054, 8099. 8752. "An diesem Tage", 2. Mose 19/1, bedeutet alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von "an diesem Tage", insofern es ausdrückt alsdann, denn durch Tag wird ein Zustand bezeichnet: Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 7680; deshalb bedeutet "an diesem Tage" alsdann, wenn die Fülle des Zustandes eingetreten ist. 8753. "Kamen sie in die Wüste Sinai", 2. Mose 19/1, bedeutet den Zustand des Guten, in dem die Glaubenswahrheiten eingepflanzt werden müssen. Die Wüste bedeutet hier das Gute, dem die Wahrheiten noch nicht eingepflanzt sind, und Sinai die Wahrheiten selbst; denn die Wüste bedeutet mehreres: Nr. 3900, im allgemeinen das Unbewohnte und Unbebaute, also im geistigen Sinn das Gute, in dem noch nicht das Wahre, denn das Gute ohne Wahrheiten ist geistig unbebaut; daher bedeutet die Wüste den neuen Willen, der noch nicht durch die Glaubenswahrheiten gestaltet ist: Nr. 8457. Was den Berg Sinai anbetrifft, so bedeutet er im höchsten Sinn das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten, der Berg das göttlich Gute und Sinai das göttlich Wahre; im inneren Sinn das Glaubenswahre aus dem Guten. Dieses Glaubenswahre sollte dem Guten eingepflanzt werden, weil das Gesetz noch nicht von demselben herab verkündigt worden war. Der Berg Sinai hat aber diese Bedeutung, weil von demselben herab das Gesetz vom Herrn verkündigt wurde, und das Gesetz ist das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten, und ist auch das Glaubenswahre aus dem Guten: Nr. 6752, 7463, 8695. Daher kam es, daß die Söhne Israels in der Wüste an jenem Berge lagern mußten, denn von demselben herab wurden nicht nur die Zehn Gebote, die im engeren Sinn das Gesetz sind, verkündigt, sondern auch alle Satzungen der Kirche, die, weil sie vorbildeten, das geistige und himmlische Wahre und Gute des Reiches des Herrn in sich enthielten. Daß das Gesetz von dort her verkündigt wurde, erhellt aus 2. Mose Kapitel 20, und auch die Satzungen der Kirche: 2. Mose Kapitel 21; 3. Mose 7/37,38; 27/34. Dasselbe bedeutet Sinai bei Ps.68/8-10: "Gott, da Du auszogst vor Deinem Volke her, da Du einherschrittest in der Wüste, da erbebte die Erde, auch die Himmel träufelten vor Gott; dieser Sinai war Gott, dem Gotte Israels; einen Regen der Güte lässest Du herabträufeln, o Gott": hier bedeutet Sinai das Wahre aus dem Guten, denn dieses wird dadurch bezeichnet, daß die Himmel träufelten vor Gott, und daß Gott einen Regen der Güte herabträufeln läßt. Richt.5/4-7: "Jehovah, als Du auszogst von Seir, als Du einherschrittest aus dem Gefilde Edoms, da bebte die Erde, die Himmel träufelten und auch die Wolken träufelten Wasser, Berge zerflossen vor Jehovah, der Sinai selbst vor Jehovah, dem Gotte Israels; in den Tagen Samgars, des Sohnes Amaths, in den Tagen Jaels fehlten Wege, und die auf Pfaden wandelten, gingen krumme Wege; es fehlten Dörfer (besser wird das hebr. Wort durch "Führer" übersetzt: Anm.d.Übers.) in Israel; sie fehlten, bis ich, Deborah, aufstand, bis ich auftrat als Mutter Israels": hier (steht) auch Sinai für das Gesetz oder das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten, durch das die Glaubenswahrheiten dem Guten (des Menschen) eingepflanzt sind; und dies wird auch dadurch bezeichnet, daß die Himmel träufelten, und daß die Wolken Wasser träufelten. Daß die Glaubenswahrheiten fehlten und verkehrt wurden, wird dadurch bezeichnet, daß die Wege fehlten, und daß die, welche auf Pfaden wandelten, auf krummen Wegen gingen. Daß Wege, Pfade, Dörfer (Führer) Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 627, 2333, 3123, 3477; denn in diesem prophetischen Liede der Deborah und des Barak wird von der Verkehrung der kirchlichen Wahrheiten und deren Wiederherstellung gehandelt. 5. Mose 33/2: "Jehovah kam vom Sinai und ging ihnen auf von Seir; Er erglänzte vom Berge Paran und kam aus den Myriaden der Heiligkeit, zu Seiner Rechten (hatte Er) das Feuer des Gesetzes für sie": hier werden die Söhne Jakobs von Moses vor seinem Tode gesegnet, und dieser beginnt die Weissagung seines Segens mit "Jehovah kam vom Sinai", und Sinai bedeutet hier die Glaubenswahrheiten in ihrer Zusammenfassung. In solcher Weise begann er (seinen Spruch), weil die Söhne Jakobs alles Wahre und Gute des Glaubens bedeuten: Nr. 3858, 3862, 3926, 3939, 6335, ebenso die Söhne Israels: Nr. 5414, 5951, 5879. 8754. Es soll hier noch einiges gesagt werden von dem Guten, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden sollen und das hier durch die Wüste Sinai bezeichnet wird. Daß der Mensch, der wiedergeboren wird, zuerst durch das Wahre vom Herrn und nachher durch das Gute geführt wird, sehe man Nr. 7923, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701. Durch das Wahre wird der Mensch, der wiedergeboren wird, deshalb geführt, damit er zum Guten gelangen kann, d.h., damit er es erkennen, dann es wollen und zuletzt es tun kann. Aber wenn er durch das Wahre zum Guten geführt wird, kommt er zuerst zu dem Guten, dem die Glaubenswahrheiten noch nicht eingepflanzt sind; denn die Wahrheiten können nicht eher eingepflanzt werden, als bis er im Guten ist, vorher werden sie zwar gewußt, weil sie im Gedächtnis sind, sie sind aber dann noch nicht im Guten, sondern außerhalb des Guten. Nachher, wenn der Mensch das neue Leben aufnimmt (und dies nimmt er erst dann auf, wenn er im Guten ist), werden die Glaubenswahrheiten eingepflanzt und gehen im inneren Menschen mit dem Guten gleichsam eine Ehe ein. Dieses Gute, dem die Glaubenswahrheiten noch nicht eingepflanzt sind, das aber gleichwohl zubereitet ist, um sie aufzunehmen, wird hier unter der Wüste Sinai verstanden. Es wird kein anderes Gute verstanden als das christlich Gute, worüber man sehe Nr. 8635, 8636, 8637, 8638. 8755. "Und sie waren ausgezogen von Rephidim", 2. Mose 19/2, bedeutet den stetigen Zusammenhang des Lebens mit dem früheren Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es den stetigen Zusammenhang des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 4375, 4554, 4585, 5996, 8181, 8345, 8397, 8557; und aus der Bedeutung von Rephidim, insofern es die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung in Ansehung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8561, somit bedeutet es die Beschaffenheit des früheren Zustandes, worüber Nr. 8754; denn im früheren Zustand hat der Mensch der geistigen Kirche Versuchungen zu bestehen; deshalb besteht mit diesem Zustand ein stetiger Zusammenhang des Lebens, was durch ausziehen von Rephidim bezeichnet wird. 8756. "Und kamen in die Wüste Sinai", 2. Mose 19/2, bedeutet zu dem Zustand des Guten, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen. Dies erhellt aus Nr. 8753, wo die gleichen Worte, und aus der Beschaffenheit dieses Guten: Nr. 8754. 8757. "Und lagerten in der Wüste", 2. Mose 19/2, bedeutet die Zubereitung in derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich lagern, insofern es die Anordnung des Wahren und Guten des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 8103E; somit auch die Zubereitung; und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand des Guten bezeichnet, in dem die Glaubenswahrheiten noch nicht sind, wovon Nr. 8753. 8758. "Und Israel lagerte daselbst am Berge", 2. Mose 19/2, bedeutet die Zubereitung bei denen, die der geistigen Kirche angehören, durch das himmlische göttlich Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von lagern, insofern es eine Zubereitung bezeichnet, wie Nr. 8757; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es diejenigen bezeichnet, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 8751; und aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet, worüber Nr. 4210, 6435, 8327. Unter dem himmlischen göttlich Guten wird das göttlich Gute im Himmel verstanden; denn das göttlich Gute an sich ist weit über dem Himmel. 8759. Vers 3-8: Und Mose stieg hinauf zu Gott; und Jehovah rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakobs, und verkünden den Söhnen Israels. Ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern, und wie Ich euch getragen habe auf Adlersflügeln, und habe euch zu Mir geführt. Und nun, wenn ihr auf Meine Stimme hören und Meinen Bund halten werdet, so sollt ihr Mir zum Eigentum sein vor allen Völkern, denn Mein ist die ganze Erde. Und ihr sollt Mir ein priesterliches Königreich und ein heiliges Volk sein; das sind die Worte, die du reden sollst zu den Söhnen Israels. Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes, und legte ihnen alle diese Worte vor, die Jehovah ihm geboten hatte. Und es antwortete das ganze Volk zugleich und sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun; und Mose brachte die Worte des Volkes vor Jehovah. "Und Mose stieg hinauf zu Gott" bedeutet das Wahre vom Göttlichen, das unterhalb des Himmels ist und mit dem göttlich Wahren, das im Himmel ist, sich verbindet; "und Jehovah rief ihm vom Berge zu" bedeutet die Vereinigung des göttlich Guten im Himmel mit dem göttlich Wahren daselbst; "so sollst du sagen zu dem Hause Jakobs und verkünden den Söhnen Israels" bedeutet die Beseligung derer, die der äußeren und inneren geistigen Kirche angehören; "ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern" bedeutet die Erinnerung an alles, was den Bösen, die anfochten, widerfuhr; "und wie Ich euch getragen habe auf Adlersflügeln" bedeutet, daß sie durch Wahrheiten zum himmlischen Lichte erhoben wurden; "und habe euch zu Mir geführt" bedeutet, dadurch zum Guten der Liebe, das im Himmel; "und nun, wenn ihr auf Meine Stimme hören werdet" bedeutet die Aufnahme des Wahren; "und Meinen Bund halten" bedeutet das Leben im Guten und daher die Verbindung; "so sollt ihr Mir zum Eigentum sein vor allen Völkern" bedeutet, daß dann das göttlich Wahre bei ihnen mehr als bei anderen sein werde; "denn Mein ist die ganze Erde" bedeutet, daß der Herr alle Macht habe im Himmel und auf Erden; "und ihr sollt Mir ein priesterliches Königreich sein" bedeutet, daß dann das Gute des Wahren bei ihnen sein werde; "und ein heiliges Volk" bedeutet, dadurch auch das geistige Reich; "das sind die Worte, die du reden sollst zu den Söhnen Israels" bedeutet den Einfluß zur Aufnahme des Wahren im Guten; "und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes" bedeutet die Erwählung derer, die vorzugsweise in der Einsicht des Wahren standen; "und legte ihnen alle diese Worte vor" bedeutet den Vorschlag zugleich mit dem Einfluß; "die Jehovah ihm geboten hatte" bedeutet aus dem Göttlichen; "und es antwortete das ganze Volk zugleich" bedeutet die Aufnahme; "und sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun" bedeutet gemäß dem Einfluß vom Göttlichen; "und Mose brachte die Worte des Volkes vor Jehovah" bedeutet die Entsprechung und Verbindung. 8760. "Und Mose stieg hinauf zu Gott", 2. Mose 19/3, bedeutet das Wahre vom Göttlichen, das unterhalb des Himmels ist und mit dem göttlich Wahren, das im Himmel ist, sich verbindet. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 6771, 6827, 7014; hier das Wahre vom Göttlichen, das unterhalb des Himmels ist, und dies darum, weil er nun die Söhne Israels als ihr Haupt vorbildet, somit diejenigen, die der geistigen Kirche angehören und noch nicht im Himmel sind, weil noch nicht in dem von den Wahrheiten gebildeten Guten: Nr. 8753, 8754. Aus der Bedeutung von aufsteigen, insofern es heißt sich verbinden, denn wer zum Göttlichen aufsteigt, der verbindet sich mit demselben, wie auch unter aufsteigen in den Himmel verstanden wird, sich mit dem Herrn verbinden, und so auch umgekehrt unter hinabsteigen aus dem Himmel. Das göttlich Wahre im Himmel, mit dem die Verbindung stattfindet, wird verstanden unter Gott, denn der Herr heißt im Worte Gott aus dem göttlich Wahren, und Jehovah aus dem göttlich Guten: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4402, 7010, 7268, 7873, 8301; und weil hier von der Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten gehandelt wird, deshalb wird in diesem Vers zuerst Gott gesagt und gleich darauf Jehovah, in den Worten: "Mose stieg auf zu Gott, und Jehovah rief ihm vom Berge zu". Es wird gesagt das göttlich Wahre im Himmel und nachher das göttlich Gute im Himmel, und zwar deshalb, weil das Göttliche Selbst weit über den Himmeln ist, nicht nur das göttlich Gute selbst, sondern auch das göttlich Wahre selbst, das unmittelbar vom göttlich Guten ausgeht. Daß diese weit über dem Himmel sind, kommt daher, daß das Göttliche in Sich das Unendliche ist, und das Unendliche nicht mit dem Endlichen verbunden werden kann, also auch nicht mit den Engeln im Himmel, außer durch Bekleidung mit etwas Endlichem, und somit durch eine passende Zubereitung zur Aufnahme. Das göttlich Gute selbst an sich ist auch wirklich eine unendliche Flamme der Glut, d.h. der Liebe, und diese Flamme kann kein Engel im Himmel aushalten; denn er würde verzehrt werden wie ein Mensch, wenn ihn die Flamme der Sonne ohne vermittelnde Ermäßigung durchdringen würde. Auch das Licht aus der Flamme der göttlichen Liebe, die das göttlich Wahre ist, würde, wenn es ohne Milderung seines feurigen Glanzes einflöße, alle, die im Himmel sind, blenden. Hieraus kann man erkennen, welcher Unterschied stattfindet zwischen dem göttlich Guten und göttlich Wahren über den Himmeln und zwischen dem göttlich Guten und dem göttlich Wahren in den Himmeln, von dem hier gehandelt wird. 8761. "Und Jehovah rief ihm vom Berge zu", 2. Mose 19/3, bedeutet die Vereinigung des göttlich Guten im Himmel mit dem göttlich Wahren daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihm zurufen" oder jemanden zu sich rufen, wenn es von dem Göttlichen gesagt wird, insofern es eine Verbindung bezeichnet, hier eine Vereinigung, weil es vom göttlich Guten mit dem göttlich Wahren gesagt wird, die durch die Verbindung eins ausmachen. Daß jemand zu sich rufen Verbindung und auch Gegenwart bedeutet, sehe man Nr. 6047, 6177, 7390, 7451, 7721; daß es das göttlich Gute ist, mit dem die Verbindung stattfindet, kommt daher, daß Jehovah gesagt wird, worüber Nr. 8760, und aus der Bedeutung des Berges, insofern er das göttlich Gute im Himmel bezeichnet, worüber Nr. 8758; hier den Himmel, denn ob man sagt "das göttlich Gute im Himmel" oder "der Himmel", ist gleich, weil der Himmel aus demselben sein Dasein hat. Es verhält sich damit, wie mit allem, was abgesehen von seinen Subjekten (oder Trägern) gedacht wird, wenn man es nennt, so sind zugleich auch die Subjekte genannt, in denen es ist; z.B. wenn man sagt das Glaubenswahre oder das Gute der Liebtätigkeit, so wird auch der Mensch der Kirche verstanden, in dem es ist; noch mehr im Himmel, denn dort ist das mit dem göttlich Wahren vereinte göttlich Gute alles in allem, also das Leben oder die Seele des Himmels. 8762. "So sollst du sagen zu dem Hause Jakobs und verkünden den Söhnen Israels", 2. Mose 19/3, bedeutet die Beseligung derer, die der äußeren und inneren geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen und verkündigen, insofern es hier die Beseligung ausdrückt; denn was jetzt von Jehovah durch Mose gesagt und verkündet wird, schließt die Beseligung in sich. Aus der Bedeutung des Hauses Jakobs und der Söhne Israels, insofern diese die äußere und innere Kirche vorbilden, worüber Nr. 3305, 4286. Was die äußere Kirche und was die innere sei, ist früher an einigen Stellen gesagt worden, daß nämlich das Äußere der Alten Kirche alles dasjenige war, was das Innere vorbildete, und daß das Innere der Kirche war, was durch das Äußere vorgebildet wurde. Diejenigen z.B., die den Gottesdienst in Opfer, Gebräuche und Satzungen setzten, die geistige und himmlische Dinge im Reiche des Herrn vorbildeten, waren im Äußeren, hingegen diejenigen, die den Gottesdienst zugleich in die himmlischen und geistigen Dinge setzten, die dadurch vorgebildet wurden, waren im Inneren. Ebenso heutzutage diejenigen, die den Gottesdienst darein setzen, die Kirchen zu besuchen, Predigten anzuhören, zum heiligen Abendmahl zu gehen, und zwar mit Andacht, und nichts weiter darüber zu denken, als daß sie besucht werden müssen, weil es so angeordnet und befohlen sei, gehören der äußeren Kirche an. Diejenigen dagegen, die glauben, daß solches zu beobachten sei, zugleich aber, daß das Wesentliche des Gottesdiensts das Leben des Glaubens sei, d.h. die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Liebe zum Herrn, gehören der inneren Kirche an. Somit gehören auch die der äußeren Kirche an, die nur aus Gehorsam des Glaubens dem Nächsten Gutes tun und den Herrn verehren; der inneren Kirche dagegen die, welche aus Liebe dem Nächsten Gutes tun und den Herrn verehren. So auch im übrigen. Es soll sich jedoch bei einem jeden, der der Kirche angehört, beides finden, nämlich das Äußere und das Innere, wenn nicht beides da ist, so hat er kein geistiges Leben in sich, denn das Innere ist wie die Seele, und das Äußere wie der Leib der Seele. Die aber nur der äußeren Kirche angehören, sind in Klarheit über das Äußere derselben, aber im Dunkeln über das Innere. Hingegen die, welche der inneren Kirche angehören, haben Klarheit über das Innere und sind im Dunkeln über das Äußere. Die, welche im Äußeren und nicht zugleich im Inneren sind, gehören der Kirche nicht an; in beiden zugleich sind aber alle diejenigen, die im Guten des Lebens sind gemäß den Lehrbestimmungen ihrer Kirche. Hingegen im Äußeren ohne das Innere sind diejenigen, die zwar den Gottesdienst üben, jedoch nicht zugleich im Guten des Lebens nach den Lehrbestimmungen der Kirche sind. Es gibt nur wenige, die dieses wissen, und zwar deshalb, weil sie allen Gottesdienst, und daher alles Heil in den Glauben setzen, und gar nicht in die Liebtätigkeit, daher kommt es auch, daß sie, wenn sie an die ewige Seligkeit denken, diese als ein Leben der Frömmigkeit und nicht als ein Leben der Liebtätigkeit betrachten, worüber man sehe Nr. 8252-8257. 8763. "Ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern", 2. Mose 19/4, bedeutet die Erinnerung an alles, was den Bösen, die anfochten, widerfuhr. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihr habt gesehen", insofern es eine Erinnerung ausdrückt; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie die Bösen bezeichnen, die anfochten, worüber Nr. 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7317. Hieraus erhellt, daß durch "ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern", die Erinnerung an alles das bezeichnet wird, was denen widerfuhr, die anfochten. 8764. "Und wie Ich euch getragen habe auf Adlersflügeln", 2. Mose 19/4, bedeutet, daß sie durch Wahrheiten zum himmlischen Lichte erhoben wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "jemanden auf Adlersflügeln tragen", insofern es heißt, in die Höhe bis zum himmlischen Licht erhoben werden; denn durch tragen wird das Erhobenwerden, durch Flügel die geistigen Wahrheiten und durch Adler das Vernünftige in bezug auf das Wahre bezeichnet. Daß der Adler dieses bedeutet, sehe man Nr. 3901, denn die Adler steigen in die Höhe. Die Alten verstanden nämlich unter dem sichtbaren Himmel den Engelshimmel; auch glaubten die Einfältigen, daß daselbst die Wohnung der Engel sei, wie auch, daß in der Höhe, weil näher an der Sonne und den Sternen, das eigentliche Himmelslicht sei; daher kommt es, daß "auf Adlersflügeln getragen werden" bedeutet, in die Höhe zu jenem Lichte (erhoben werden). Die Erhebung zu diesem geschieht aber durch Glaubenswahrheiten, weil das Wahre des Glaubens es ist, was den Menschen bis zum Himmel erhebt, wo das Gute desselben ist. Der Adler aber bedeutet das Vernünftige in Ansehung des Wahren, weil das Vernünftige des Menschen seinen Himmel ausmacht, und das Natürliche im Vergleich damit, wie die Erde ist, denn das Vernünftige macht den inneren Menschen aus und das Natürliche den äußeren. Die Flügel bedeuten geistige Wahrheiten, weil die Vögel im allgemeinen das Verstandesmäßige und die Gedanken bezeichnen: Nr. 40, 745, 776, 3219, 5149, 7441; daher bedeuten Flügel geistige Wahrheiten, weil alle Einsicht aus ihnen hervorgeht. Ein Verstand aus dem Falschen, wie durchdringend und scharf er auch scheinen mag, ist kein Verstand; denn der Verstand sieht aus dem Lichte des Himmels, und das Licht des Himmels ist das geistig Wahre, d.h. das Glaubenswahre. Deswegen ist, wo kein Glaubenswahres ist, kein Licht, sondern Finsternis, und ein Verstand im Finstern ist Unverstand. Die Flügel bedeuten auch die Macht, die das geistig Wahre aus seinem Guten hat, denn die Flügel bei den Vögeln sind wie die Hände und Arme bei den Menschen, und durch Arme und Hände wird die Macht bezeichnet: Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6292, 6947, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281, 8305; daß die Macht dem geistig Wahren aus dem Guten angehört, sehe man Nr. 3563, 4931, 5623, 6344, 6423. Daß die Flügel geistige Wahrheiten oder Glaubenswahrheiten bedeuten, die Macht aus dem Guten haben, erhellt auch aus anderen Stellen im Worte. Wenn daher dem Göttlichen Flügel zugeschrieben werden, wird durch diese das göttlich Wahre bezeichnet, das allmächtig ist, z.B. wo von den Cherubim die Rede ist, durch welche die Vorsehung des Herrn bezeichnet wird: Hes.1/4,6,23,24; 3/13; 10/5,21: "Jeder Cherub hatte vier Gesichter, und vier Flügel ein jeder; ihre Flügel waren aufrecht gegeneinander gerichtet, und jeder hatte Flügel, die ihre Leiber bedeckten, und ich hörte das Rauschen ihrer Flügel, wie das Rauschen großer Gewässer, wie die Stimme Schaddais (d.i. des Allmächtigen); wenn sie gingen, war es ein Geräusch, wie das Getümmel eines Heerlagers; und wenn sie stillstanden, ließen sie ihre Flügel sinken; und ich hörte das Rauschen ihrer Flügel, wie sie einander gegenseitig berührten, und das Rasseln der Räder neben ihnen. Das Rauschen der Flügel der Cherubim ward gehört bis zum Äußersten des Vorhofes, wie die Stimme des Gottes Schaddai. Eine Gestalt wie Menschenhände war unter ihren Flügeln". Daß hier die Flügel das göttlich Wahre bezeichnen, erhellt aus dem einzelnen der Beschreibung, sowohl daraus, daß die Flügel gegeneinander gerichtet waren, als auch, daß sie die Leiber bedeckten, und daß ihr Rauschen gehört wurde wie das Rauschen großer Gewässer, wie das Rasseln von Rädern und wie die Stimme Schaddais, und daß eine Gestalt wie Menschenhände unter ihren Flügeln war. Daß die Flügel gegeneinander gerichtet waren, bildete die Zusammengesellung aller im Göttlichen vor; daß sie den Körper bedeckten, bedeutete, daß das göttlich Wahre das göttlich Gute, von dem es ausging, bedecken sollte, denn das göttlich Gute ist eine Flamme, und das göttlich Wahre ist das Licht daraus; dieses geht ringsum und bedeckt folglich jenes. Die Flamme selbst erscheint nicht im Himmel, sondern nur das Licht, in dem die Flamme ist, die dadurch als Wärme, welche Liebe ist, empfunden wird. Daß das Rauschen gehört wurde, wie das Rauschen großer Gewässer, bedeutet die Beschaffenheit des göttlich Wahren im Himmel; ebenso daß ihr Rauschen war wie das Rasseln von Rädern, und wie die Stimme Schaddais, denn Rauschen und Stimme werden dem göttlich Wahren beigelegt. Daher heißt es auch das Rauschen großer Gewässer, weil Wasser Wahrheiten bezeichnet: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8137, 8138, 8568. Ferner das Rasseln von Rädern, weil Räder die Wahrheiten der Lehrbestimmungen bedeuten, und dies darum, weil Wagen die Lehren des Wahren bezeichnen: Nr. 5321, 5945, 8146, 8148, 8215; so auch die Stimme des Gottes Schaddai, weil Gott Schaddai das Wahre bedeutet, das in den Versuchungen Vorwürfe macht, und nachher tröstet: Nr. 1992, 4572, 5628. Die Gestalt wie Menschenhände unter den Flügeln bedeutete die Allmacht, die dem göttlich Wahren angehört, weil die Hände Macht bezeichnen und im höchsten Sinn Allmacht, wenn sie dem Herrn zugeschrieben werden. Hieraus kann man auch erkennen, was unter den Flügeln der Cherubim vorgebildet wurde, die auf dem Gnadenstuhle über der Bundeslade waren, und daß sie nach oben ausgebreitet waren, und den Gnadenstuhl bedeckten: 2. Mose 25/20; dann auch, was die Cherubim auf den Teppichen und auf dem Vorhange der Stiftshütte vorbilden sollten, und auch im Tempel Salomos; desgleichen, was in betreff des neuen Hauses gesagt wird, worüber Hes.41/18-20. Ferner, was die vier Tiere um den Thron bedeuten, deren jedes "für sich sechs Flügel ringsherum hatte": Joh.Offenb.4/8; und was die Seraphim bedeuten, die oberhalb des Thrones standen, "von denen jeder sechs Flügel hatte": Jes.6/1,2. Daß die Flügel im inneren Sinn geistige Wahrheiten oder Glaubenswahrheiten bedeuten, erhellt bei Hes.17/1-8: "So spricht der Herr Jehovih: Ein großer Adler mit großen Flügeln, langen Schwingen, voller Federn, und bunt von Farben, kam auf den Libanon, und nahm einen Zedernzweig und brachte ihn in ein Land des Handels; hernach nahm er von dem Samen des Landes und legte ihn in ein Saatfeld und brachte ihn an ein großes Wasser, derselbe keimte, und wurde zu einem üppigen Weinstock. Und es war ein anderer Adler mit großen Flügeln und voller Federn, und siehe, dieser Weinstock wendete seine Wurzeln zu jenen, und streckte seine Ranken nach ihm aus, auf einem guten Felde, an vielem Wasser; er war gepflanzt, um Zweige zu treiben und Frucht zu tragen, damit er zu einem herrlichen Weinstock werde": Diese Weissagung beschreibt die Errichtung der geistigen Kirche vom Herrn. Der Adler ist der Glaube in derselben, die großen Flügel und die langen Schwingen sind die Glaubenswahrheiten; bunt von Farben bedeutet das Wißtümliche. Das Wachstum jener (Kirche) wird beschrieben durch den Zedernzweig aus dem Libanon, durch das Land des Handels, den Samen des Landes im Saatfeld an dem großen Wasser; daher ist die Kirche selbst der Weinstock. Daß der Weinstock die geistige Kirche bedeutet, sehe man Nr. 1069, 5113; und daß er auch die äußere Kirche bedeutet: Nr. 6375. Hingegen der herrliche Weinstock, von dem anderen Adler, bedeutet die innere Kirche: Nr. 6376, denn das Äußere der Kirche wird durch den einen Adler und das Innere derselben durch den anderen beschrieben. Nachher wird daselbst bei dem Propheten beschrieben, wie diese bei den Alten errichtete Kirche bei den Juden verkehrt wurde. Ebenso wird durch Flügel das Glaubenswahre bezeichnet bei Ps.68/14: "Wenn ihr ruhtet zwischen den Viehhürden, (da waren) Flügel der Tauben, mit Silber überzogen, und ihre Schwingen mit gelbem Golde": die Flügel der Taube bedeuten die Glaubenswahrheiten; daß die Taube den Glauben bezeichnet, sehe man Nr. 870; sie heißen mit Silber überzogen, weil Silber das Wahre aus dem Guten bedeutet: Nr. 1551, 2954, 5658, 6914, 6917, 7999. Daß die Flügel das göttlich Wahre bezeichnen, erhellt auch aus folgenden Stellen: Jes.40/31: "Die auf Jehovah harren, bekommen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler". Ps.18/11; 104/3: "Gott fuhr einher auf einem Cherub und flog, und schwebte auf den Flügeln des Windes": es wird hier vom göttlich Wahren und dessen Macht gehandelt. Ps.91/4: "Jehovah wird dich bedecken mit Seinem Flügel, und unter Seinem Fittich wirst du Zuflucht haben, Schild und Schirm ist Seine Wahrheit": von den Flügeln Jehovahs bedeckt werden, und unter Seinen Fittichen Zuflucht haben, bedeutet den Schutz und das Vertrauen des Glaubens. Ps.17/8: "Verborgen werden unter dem Schatten der Flügel Gottes"; Ps.36/8; 57/2; 61/5: "In dem Schatten Seiner Flügel vertrauen"; Ps.63/8: "In dem Schatten Seiner Flügel singen". Wie die meisten Worte auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch die Flügel, und in diesem Sinn bedeuten die Flügel das Falsche: Joh.Offenb.9/2,9: "Aus dem Rauch des Brunnen des Abgrundes kamen Heuschrecken, und das Rauschen ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen mit vielen Pferden bespannt, die in den Krieg rennen": hier bedeuten Flügel das gegen das Wahre kämpfende Falsche, denn Heuschrecken bezeichnen das Falsche im Äußersten: Nr. 7643. 8765. "Und habe euch zu Mir geführt", 2. Mose 19/4, bedeutet, dadurch zum Guten der Liebe, das im Himmel ist. Dies erhellt daraus, daß Jehovah, Welcher sagt, sie seien zu Ihm geführt worden, das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921, 4402, 7010, 7268, 7873, 8301, 8760; hier das göttlich Gute der göttlichen Liebe im Himmel: Nr. 8761. Wie dies mit dem Vorhergehenden zusammenhängt, ist deutlich, denn in dem eben Vorhergehenden wird durch "Ich habe euch getragen auf Adlersflügeln" bezeichnet, daß sie durch Wahrheiten zum Licht des Himmels erhoben worden seien, und durch diese Worte: "Ich habe euch zu Mir geführt", wird bezeichnet, zum göttlich Guten der Liebe im Himmel, weil der Mensch durch die Glaubenswahrheiten zum Guten, also zum Himmel und zum Herrn in demselben geführt wird; denn der Mensch ist nicht eher im Himmel, also nicht früher bei dem Herrn, als bis er im Guten ist, d.h. in der Neigung der Liebtätigkeit. Diejenigen, die das Heil in den Glauben allein setzen, und nicht zugleich in das Leben des Glaubens, d.h. in das Leben der Liebtätigkeit, meinen, daß jeder in den Himmel und zum Herrn kommen könne, wie er auch immer gelebt habe, denn sie wissen nicht, was das Leben des Menschen ist. Und weil sie es nicht wissen, glauben sie, es sei nichts. Wenn sie daher gefragt werden, ob ein Böser unter Guten sein könne, sagen sie, er könne es durch die Barmherzigkeit Gottes, weil dies ein Werk der Allmacht sei. Ja sogar, wenn sie gefragt werden, ob der Teufel zu einem Engel des Himmels werden könne, bejahen sie es, wenn er nur den Glauben annehmen wolle, und zweifeln nicht daran, daß er ihn annehmen könne; wenn man ihnen aber sagt, das Böse könne nicht in Gutes umgewandelt werden, also die Hölle nicht in den Himmel bei den Menschen, und es sei unmöglich, weil gegen die Ordnung, und somit gegen das göttlich Wahre und gegen Gott selbst, Der die Ordnung ist, so antworten sie, dies seien Vernünfteleien über die Seligkeit, um die sie sich nichts bekümmerten. Hieraus und aus unzähligem anderen kann man erkennen, in welche Finsternis über das Seelenheil und das ewige Leben die Lehre von dem alleinigen Glauben führt. 8766. "Und nun, wenn ihr hören werdet auf Meine Stimme", 2. Mose 19/5, bedeutet die Aufnahme des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, insofern es den Gehorsam bezeichnet, worüber Nr. 2542, 3869, 4652-4660, und weil den Gehorsam, so bedeutet es auch die Aufnahme: Nr. 5471, 5475, 7216; und aus der Bedeutung der Stimme Jehovahs, insofern sie das Wort bedeutet, also das göttlich Wahre, worüber Nr. 219, 220, 6971, 7573. 8767. "Und Meinen Bund halten", 2. Mose 19/5, bedeutet das Leben im Guten und daher die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Meinen Bund halten", insofern es soviel ist als nach den Geboten leben, also im Guten, und dadurch mit dem Herrn verbunden werden. Den Bund halten bedeutet aber, nach den Geboten leben, also im Guten sein und dadurch mit dem Herrn verbunden werden, weil unter den Bundesverträgen alles verstanden wurde, was befohlen war, und Zeugnisse, Rechte, Gesetze und Satzungen genannt wurde, besonders die Zehn Gebote. Diese und jene wurden auch Bund genannt, weil dieser durch sie geschlossen wurde. Diese halten, bedeutet aber, danach leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "halten" im Worte, denn es wird oftmals gesagt "die Gebote hören und sie halten" und dabei wird durch hören bezeichnet, sie im Glauben aufnehmen, und durch halten, sie im Leben aufnehmen, d.h. danach leben. Den Bund halten heißt aber auch verbunden werden, weil durch Bund im allgemeinen Sinn eine Verbindung bezeichnet wird: Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804; der Grund ist, weil, wer nach den Geboten lebt, mit dem Herrn verbunden wird, denn sie lehren das Leben, und geben auch Leben, und dadurch öffnen sie den Weg zum Himmel und den Aufblick zum Herrn. 8768. "So sollt ihr Mir zum Eigentum sein vor allen Völkern", 2. Mose 19/5, bedeutet, daß dann das göttlich Wahre bei ihnen mehr als bei anderen sein werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Volk Jehovahs oder des Herrn sein", insofern es soviel ist als dem Herrn angehören, denn das Eigentum bedeutet Vermögen und somit Besitz. Es bezeichnet aber diejenigen, die das Wort haben, weil die, welche das Wort haben, d.h. wo die Kirche ist, vor anderen Angehörige des Herrn genannt werden. Dies erhellt aus den Worten des Herrn bei Joh.1/11; 10/2-4. Daß diejenigen Eigentum genannt werden, die der Kirche angehören, somit die, bei denen das Wort ist, erhellt: Ps.135/4: "Jah (oder Jehovah) erwählte Sich Jakob und Israel zu Seinem Eigentum": daß Jakob und Israel diejenigen bezeichnen, die der Kirche angehören und bei denen das Wort ist, ist klar. 5. Mose 7/6; 14/2: "Ein heiliges Volk bist du Jehovah, deinem Gotte, dich hat Jehovah, dein Gott, erwählt, damit du Ihm seiest zum Volke des Eigentums vor allen Völkern, die auf der Erde sind". Diejenigen, die das Wort haben, sind aber vor anderen Eigentum und Besitz (des Herrn), weil sie das Wahre und Gute des Glaubens kennen, und deshalb können sie auch mehr als die anderen ein Leben des Himmels führen und dadurch mit dem Herrn verbunden werden, denn das Gute, das den Himmel bei dem Menschen bildet, hat seine Beschaffenheit durch die Glaubenswahrheiten. Somit wird das Gute himmlischer oder göttlicher bei denen, welche die echten Wahrheiten haben. Diese Wahrheiten sind aber aus dem Worte, jedoch nur, wenn sie gehalten werden, d.h., wenn nach ihnen gelebt wird. Daß es so ist, erhellt bei 5. Mose 26/17,18: "Du hast heute vor Jehovah bezeugt, daß Er dein Gott sei, auf Dessen Wegen du wandeln sollst, und willst halten Seine Satzungen, Seine Gebote und Seine Rechte, und gehorchen Seiner Stimme; und Jehovah hat dir heute bezeugt, daß du Ihm sein sollst ein Volk des Eigentums, wie Er zu dir geredet hat, und daß du halten sollst alle Seine Gebote". 8769. "Denn Mein ist die ganze Erde", 2. Mose 19/5, bedeutet, daß der Herr alle Macht habe im Himmel und auf Erden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erde, insofern sie im inneren Sinn das Reich des Herrn auf Erden und auch das Reich des Herrn im Himmel bezeichnet: Nr. 1413, 1607, 4447; daß es der Herr ist, der alle Macht hat, kommt daher, weil unter Jehovah im Wort der Herr verstanden wird, man sehe Nr. 1343, 1736, 2921, 3035, 5663, 6281, 6303. Daß der Herr alle Macht im Himmel und auf Erden habe, lehrt Er selbst bei Matth.28/16,18; man sehe auch Nr. 8331. 8770. "Und ihr sollt Mir ein priesterliches Königreich sein", 2. Mose 19/6, bedeutet, daß dann auch das Gute des Wahren (bei ihnen sein werde). Dies erhellt aus der Bedeutung des priesterlichen Königreiches, insofern es hier das geistig Gute bezeichnet, welches das Gute des Wahren ist, d.h. das Gute, in das der Mensch der geistigen Kirche durch das Wahre eingeführt wird. Daß das priesterliche Königreich dieses Gute bedeutet, kommt daher, daß es zum Hause Jakobs und zu den Söhnen Israels gesagt wird, durch welche die äußere und innere geistige Kirche vorgebildet wird, durch das Haus Jakobs die äußere und durch die Söhne Israels die innere: Nr. 8762. Königreich bedeutet auch das Wahre: Nr. 1672, 2547, 4691, und Priester das Gute, denn das Priesterliche des Herrn, das durch die Priester vorgebildet wurde, bedeutet das göttlich Gute, und das Königliche des Herrn, das durch die Könige vorgebildet worden, bedeutet das göttlich Wahre: Nr. 1728, 2015 E, 3670, 6148. In der vorbildlichen Kirche bei den Nachkommen Jakobs war zuerst das Reich der Richter, dann das Reich der Priester und zuletzt das Reich der Könige; und durch das Reich der Richter wurde das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten vorgebildet. Aber durch das Reich der Priester, die auch Richter waren, wurde das göttlich Gute, aus dem das göttlich Wahre ist, vorgebildet; und durch das Reich der Könige wurde das göttlich Wahre ohne das göttlich Gute vorgebildet. Als aber dem Königtum auch etwas vom Priesteramt beigegeben wurde, da wurde auch durch die Könige das göttlich Wahre vorgebildet, in dem so viel Gutes war, als dem Könige vom Priestertum beigegeben war. Dies alles wurde in der jüdischen Kirche eingeführt, damit dadurch die Zustände des Himmels vorgebildet werden konnten, denn in diesem gibt es zwei Reiche, eines, welches das himmlische Reich, und ein anderes, welches das geistige Reich genannt wird. Das himmlische Reich ist es, welches das Priestertum genannt wird, und das geistige Reich, welches das königliche Amt des Herrn genannt wird; in diesem herrscht das göttlich Wahre, in jenem das göttlich Gute. Und weil das Vorbildliche des himmlischen Reiches unterzugehen begann, als sie um einen König baten, darum wurden, damit dennoch die Vorbildung des Reiches des Herrn in den Himmeln fortgesetzt würde, damals die Juden von den Israeliten getrennt, und durch das jüdische Reich das himmlische Reich des Herrn und durch das israelitische Reich Sein geistiges Reich vorgebildet. Diejenigen, die dieses wissen, können auch die Ursachen erkennen, warum die Regierungsformen bei den Nachkommen Jakobs nach und nach verändert wurden. Auch wurde, als sie um einen König baten, ihnen von Jehovah durch Samuel gesagt, daß sie dadurch Jehovah verworfen hätten, damit Er nicht über sie herrsche: 1.Sam.8/7, auch wurde ihnen alsdann das Recht eines Königs erklärt: 1.Sam.8/11f, wodurch das göttlich Wahre ohne das Gute beschrieben wird. Die das, was oben bemerkt wurde, wissen, können auch verstehen, warum dem David etwas vom Priestertum bewilligt wurde, und warum nach Salomos Zeit das Reich in zwei geteilt wurde, nämlich in das jüdische Reich und in das israelitische Reich. Über die beiden Reiche im Himmel sehe man Nr. 3635, 3883-3896, 4112, 4113, 4138. 8771. "Und ein heiliges Volk", 2. Mose 19/6, bedeutet, somit das geistige Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die im Guten sind, worüber Nr. 1259, 1260, 1416, 1849, 6005, und aus der Bedeutung des Heiligen, insofern es vom Wahren des Guten gesagt wird, worüber Nr. 6788, 7499, 8127 E, 8302, 8330; daher bedeutet das heilige Volk das Gute, aus dem das Wahre stammt. Es wird gesagt ein priesterliches Reich und ein heiliges Volk, und beides bedeutet das geistige Reich, jedoch mit Unterschied. Das priesterliche Reich bedeutet diejenigen, die im Guten aus dem Wahren sind, das heilige Volk aber bedeutet diejenigen, die im Guten und aus diesem im Wahren sind. Diejenigen, die im Guten aus dem Wahren sind, blicken durch das Wahre zum Herrn auf, die aber, die im Guten sind und daraus im Wahren, sind im Herrn und sehen durch Ihn das Wahre. So folgt es auch aufeinander bei denen, die wiedergeboren werden und denen das geistige Reich, d.h. das Leben des Himmels vom Herrn eingepflanzt wird, denn durch das Wahre werden sie in das Gute eingeführt, somit in den Himmel; denn der Himmel ist das Gute, und wenn sie im Himmel sind, dann schauen sie in diesen und von diesem aus das Wahre. 8772. "Das sind die Worte, die du reden sollst zu den Söhnen Israels", 2. Mose 19/6, bedeutet den Einfluß, um das Wahre im Guten aufzunehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es vom Göttlichen ausgeht, insofern es einen Einfluß bezeichnet, wie Nr. 2951, 5481, 5743, 5797, 6152, 6291, 8128, 8660; dieser findet aber statt, um das Wahre im Guten aufzunehmen, weil es von den Söhnen Israels gesagt wird, durch die die geistige Kirche bezeichnet wird, und die geistige Kirche ist bei denen, die in dem Guten sind, in dem das Wahre ist. Wie es sich mit dem Guten verhält, in dem das Wahre ist, soll mit wenigem gesagt werden: Wer die Bildung des Guten aus dem Wahren kennt, der kennt die wesentlichsten Himmelsgeheimnisse; denn er kennt die Geheimnisse der Neubildung des Menschen, d.h. die Bildung des Himmels oder des Reiches des Herrn bei ihm. Alles christliche Gute oder geistig Gute hat in sich das Glaubenswahre, denn die Beschaffenheit dieses Guten kommt von den Glaubenswahrheiten. Das Gute, das nicht von den Glaubenswahrheiten seine Beschaffenheit hat, ist kein christlich Gutes, sondern es ist natürlich Gutes, das kein ewiges Leben gibt. Der Grund davon ist, weil das natürlich Gute an sich nur ein natürliches Leben hat, und dieses Leben ist dem der Tiere nicht unähnlich, die ja auch im Guten sind, wenn sie zahm sind; allein die Tiere können kein geistiges Leben aufnehmen. Hieraus erhellt, daß das geistige Leben nur durch die Glaubenswahrheiten erworben wird. Dieses Leben, nämlich das geistige Leben, wird zuerst erworben durch das Wissen der Glaubenswahrheiten, hernach durch die Anerkennung derselben, und zuletzt dadurch, daß man sie glaubt. Wenn sie nur gewußt werden, dann sind sie gleichsam vor der Türe, wenn sie anerkannt werden, dann sind sie im Vorhof, wenn sie aber geglaubt werden, dann sind sie im Wohnzimmer. So gehen sie vom Äußeren allmählich zum Inneren hin. Im inneren Menschen ist das Gute, das beständig vom Herrn einfließt und sich hier mit den Wahrheiten verbindet und macht, daß sie zum Glauben und hernach zur Liebtätigkeit werden. Dieses Gute zieht das Wahre an sich, denn es hat ein Verlangen danach, damit es durch dasselbe sich eine Beschaffenheit erwerbe und Bestand habe, und wenn so die Wahrheiten mit dem Guten verbunden sind, dann ist der Mensch wiedergeboren, denn dann sieht er nicht mehr aus dem Wahren, was er glauben und was er tun soll, sondern aus dem Guten, weil er vom Wahren durchdrungen ist und es in sich hat. Auch bekümmert er sich nicht um andere Wahrheiten, als um die, welche er selbst aus seinem Guten sehen kann, und er sieht sie beständig in Menge, denn sie werden beständig aus dem Guten erzeugt wie die Kinder von den Eltern. Diese Kinder stammen aus einer solchen Ehe des Guten und Wahren, welche die himmlische Ehe genannt wird. Die Wahrheiten, die daraus hervorgebracht werden, tragen das Gute in sich, weil sie aus demselben geboren sind. Sie treten allmählich in das Gute ein und erweitern es und vervollkommnen es, und zwar in Ewigkeit. Hieraus kann erhellen, wie es sich verhält mit den beiden Zuständen bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, worüber Nr. 7992, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701; ferner Nr. 8516, 8539, 8722. 8773. "Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes", 2. Mose 19/7, bedeutet die Erwählung derer, die vorzugsweise in dem Verständnis des Wahren sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von zu sich rufen, insofern es eine Erwählung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Ältesten des Volkes, insofern sie diejenigen vorbilden, die vorzugsweise in dem Verständnis des Wahren sind, und in dem von der Person abgezogenen Sinn die Hauptwahrheiten, worüber Nr. 6524, 6525, 6890, 8578, 8585. Mit denen, die in einem noch nicht durch die Wahrheiten gebildeten Guten sind (von welchem Guten in diesem Kapitel gehandelt wird), verhält es sich auf folgende Weise: Sie werden vom Herrn zuerst durch die Hauptwahrheiten gebildet, d.h. durch allgemeine Wahrheiten, in denen und von denen die übrigen sind. Hauptwahrheiten sind, daß Gott Einer ist; daß der Herr als Mensch geboren wurde, um das menschliche Geschlecht selig zu machen; daß es einen Himmel und eine Hölle gibt; daß in den Himmel kommt, wer gut gelebt hat, und in die Hölle, wer schlecht (gelebt hat). Ferner, daß die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten die Gebote sind, von denen die übrigen abhängen, und daß diese Liebe nur durch den Glauben gegeben werden kann. Diese und ähnliche sind die Hauptwahrheiten, die vom Herrn zuerst dem Guten beim Menschen, der wiedergeboren wird, eingepflanzt werden. Wenn diese Wahrheiten eingepflanzt und Eigentum des Guten geworden sind, dann werden auch die übrigen eingepflanzt, und in den allgemeinen oder Hauptwahrheiten und zugleich unter ihnen gemäß der himmlischen Form geordnet, und so bewirken sie stufenweise, daß in einem solchen Menschen ein Leben des Himmels (entsteht), und er selbst gleichsam ein Himmel in kleinem Abbilde wird, d.h. daß alles, was seinem Verstande und seinem Willen angehört, bei ihm in Zusammengesellung ist mit dem Guten und Wahren bei den Engeln, und also mit den Engeln selbst. 8774. "Und legte ihnen alle diese Worte vor", 2. Mose 19/7, bedeutet den Vorschlag nebst dem Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihnen die Worte vorlegen", insofern es einen Vorschlag bezeichnet. Daß es zugleich mit dem Einfluß geschieht, kommt daher, daß durch reden, wenn vom Göttlichen, der Einfluß bezeichnet wird, wie Nr. 8772. 8775. "Die Jehovah ihm geboten hatte", 2. Mose 19/7, bedeutet, aus dem Göttlichen. Dies erhellt ohne Erklärung. 8776. "Und es antwortete das ganze Volk zugleich", 2. Mose 19/8, bedeutet die Aufnahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten, insofern es die Aufnahme bezeichnet, wenn das Reden der Worte den Einfluß bedeutet: Nr. 8772. Daß antworten auch sonst die Aufnahme bezeichnet, sehe man Nr. 2941, 2957, denn es ist ein wechselseitiger Einfluß: Nr. 2919, 4096, 8340. 8777. "Und sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun", 2. Mose 19/8, bedeutet gemäß dem Einfluß vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "tun, wie Jehovah geredet hat", insofern es bezeichnet dem göttlichen Einfluß gemäß, denn reden bedeutet Einfluß: Nr. 8772, und Jehovah das Göttliche. 8778. "Und Mose brachte die Worte des Volkes vor Jehovah", 2. Mose 19/8, bedeutet die Entsprechung und Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Worte vor Jehovah bringen", insofern es eine Entsprechung und die daraus hervorgehende Verbindung bezeichnet, denn es wird von einem Bund gehandelt, der mit dem Volke geschlossen werden soll, und weil Bündnisse durch beiderseitige Einwilligung geschlossen werden, deshalb geschieht hier ähnliches; daß nämlich Jehovah vorschlägt und das Volk antwortet, hier durch Mose, durch den das mit dem göttlich Wahren im Himmel verbundene Wahre vom Göttlichen vorgebildet wird: Nr. 8760, das vermittelnd ist. Aber ein Bund mit dem Menschen kann nicht anders geschlossen werden als dadurch, daß der Einfluß des Wahren vom Göttlichen aufgenommen wird, und alsdann durch Entsprechung. Denn wenn Oberes in Unteres einfließt, kann es nicht anders aufgenommen werden. Was die Entsprechung sei und die Aufnahme durch sie, kann aus dem erhellen, was am Ende mehrerer Kapitel von der Entsprechung aller im Menschen befindlichen Dinge mit dem, was im Himmel ist, gezeigt wurde, wie auch ebendaselbst, daß alle Verbindung der natürlichen Dinge mit den geistigen, und im allgemeinen der Unteren mit den Oberen durch sie zustande kommt. Es ist nämlich keine Entsprechung möglich, wenn nicht das Untere durch Unterordnung dem Oberen unterworfen ist; wenn es aber unterworfen ist, dann wirkt das Obere im Unteren ganz wie die Ursache in ihrer Wirkung. Hieraus kann man ersehen, wie es sich mit dem Gegenseitigen des Menschen verhält, wenn das Göttliche einfließt und mit der Verbindung, die hier im Buchstabensinn beschrieben wird durch die Art und Weise, in der die Bündnisse geschlossen werden, daß nämlich Jehovah durch einen Vermittler (internuntius) mit dem Volke spricht, und der Vermittler die Antwort zurückbringt; denn nur so kann die Verbindung mit dem Göttlichen vom Menschen begriffen werden. 8779. Vers 9: Und Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke, damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede, und auch dir glaube ewiglich; und Mose verkündigte die Worte des Volkes vor Jehovah. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet den Einfluß des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen in betreff der Offenbarung; "siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke" bedeutet, daß dieses in ganz natürlicher Weise geschehen werde; "damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede" bedeutet, damit diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, das Göttliche begreifen; "und auch dir glaube ewiglich" bedeutet, damit der Glaube an das Wahre dauernd sein möge; "und Mose verkündigte die Worte des Volkes vor Jehovah" bedeutet die Entsprechung und Verbindung. 8780. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 19/9, bedeutet den Einfluß des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen in betreff der Offenbarung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von einer Offenbarung vom Göttlichen gehandelt wird, insofern es einen Einfluß bezeichnet. Daß sprechen auch in anderen Stellen den Einfluß bezeichnet, sehe man Nr. 5743, 7291, 7381, 8221, 8262, 8660; daß Jehovah das Göttliche ist, von dem die Offenbarung kommt, ist klar; und daß Mose das Wahre vom Göttlichen darstellt, durch das (die Offenbarung) kommt: Nr. 6771, 6827, 7014. Daß es ein Einfluß ist in bezug auf die Offenbarung, erhellt aus dem Folgenden, wo es heißt: "Ich, Jehovah, komme zu dir in einer dichten Wolke, damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede und auch dir glaube ewiglich"; durch diese Worte wird die Offenbarung bezeichnet und auch die Beschaffenheit derselben. Durch Offenbarung wird hier im inneren Sinn keine Offenbarung verstanden, wie sie dem israelitischen Volke vom Berge Sinai herab zuteil wurde, daß nämlich der Herr mit lauter Stimme redete und das umherstehende Volk hörte; es wird vielmehr eine Offenbarung verstanden, die nicht mit lauter Stimme geschieht, sondern inwendig im Menschen. Diese Offenbarung geschieht durch die Erleuchtung des inneren Gesichtes, d.h. des Verstandes, wenn der Mensch, der in der Neigung zum Wahren aus dem Guten ist, das Wort liest. Diese Erleuchtung kommt dann aus dem Licht des Himmels, das vom Herrn als der Sonne daselbst ausgeht. Durch dieses Licht wird der Verstand ebenso erleuchtet wie das äußere Gesicht, welches das des Auges ist, von dem Licht aus der Sonne der Welt. Wenn der Verstand von diesem göttlichen Licht erleuchtet wird, dann wird er als Wahrheit inne, was wahr ist, erkennt es innerlich an und sieht es gleichsam. So ist die Offenbarung bei denen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Guten sind, wenn sie das Wort lesen. Diejenigen dagegen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Bösen sind, d.h. nur um der Ehrenstellen, des Gewinnes, des guten Rufes und ähnlicher Dinge willen die Wahrheiten zu wissen begehren, sehen sie nicht, sondern sehen nur das, was die Lehre ihrer Kirche bestätigt, sei es nun wahr oder falsch. Das Licht, das sie alsdann erleuchtet, ist kein göttliches Licht aus dem Himmel, sondern ein sinnliches Licht, wie es bei den Höllischen ist, und dieses Licht wird bei der Gegenwart des Himmelslichtes zu lauter Finsternis; wenn solche das Wort lesen, sind sie ganz blind für das Wahre, das nicht mit ihrer Lehre übereinstimmt. Wenn z.B. diejenigen, die in den Glauben allein das Heil setzen, das Wort lesen, so achten sie ganz und gar nicht auf das, was in demselben von der Liebe und Liebtätigkeit gesagt wird, ja, sie sehen es gar nicht, denn es fällt in den Schatten ihres Gesichtes, wie etwas, was auf der Seite oder hinter dem Rücken ist. Ebenso wie das jüdische Volk, das sich allen übrigen im ganzen Weltkreise vorzieht, aber nicht sieht, daß es der Herr ist, der bei den Propheten verstanden wird, wie deutlich es auch gesagt wird. Der Grund ist, weil sie nur das sehen, was ihre Lehre vom Messias bestätigt, nämlich daß er kommen werde als ein großer Held, größere Wunder tun werde als Moses und sie in das Land Kanaan einführen werde, und daß sie dann alle mit großer Pracht einziehen und die Bitten der Völker hören werden, die den Saum ihrer Kleider ergreifen, um sie begleiten zu dürfen. Weil dieses ihre Lehre ist, so sehen sie nichts vom Herrn. Es ist ihnen wie Finsternis; und so verhält es sich auch mit ihren übrigen Irrtümern. Hieraus kann man erkennen, wie es sich mit der Offenbarung des Wahren aus dem Worte verhält. 8781. "Siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke", 2. Mose 19/9, bedeutet, daß dieses in einer höchst natürlichen Weise geschehen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu dir kommen", wenn es von Jehovah zu Mose gesagt wird, durch den das Wahre vom Göttlichen, das der geistigen Kirche angehört, vorgebildet wird: Nr. 8760, insofern es eine Offenbarung bezeichnet. Und aus der Bedeutung der dichten Wolke, insofern sie ausdrückt, daß es in ganz natürlicher Weise geschehe, nämlich so, wie das Wort des Alten Testamentes im Buchstaben ist. Daß die Wolken das Wort im Buchstabensinn bezeichnen, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343 E, 6752, 8106, 8443. Die Dichtigkeit bedeutet das Dunkle, wie nämlich das Denken des Menschen, aus dem bloß sinnlichen, d.h. aus dem ganz natürlichen Lichte beschaffen ist; und in dieser waren zu jener Zeit die Nachkommen Jakobs und auch heutigen Tages die Juden in betreff des Göttlichen, denn das Göttliche kann keinem anders erscheinen, als gemäß dem Zustand seines Lebens und der daraus hervorgehenden Auffassung. Daher ist das himmlische Licht für die, welche in der Selbstliebe und Weltliebe befangen sind, was bei jenem Volke mehr als bei anderen der Fall war, wie eine dichte Wolke. Das Wort im Buchstabensinn, besonders das prophetische, erscheint auch wirklich nicht anders im Verhältnis zu seinem inneren Sinn. In seinem inneren Sinn aber ist es ein Licht, ähnlich wie das Licht der Sonne oberhalb der Wolken, und dieses Licht wird im Worte Herrlichkeit genannt. Deshalb wird auch im Wort gesagt, Jehovah fahre auf den Wolken, reite und fliege auf ihnen, habe Seine Gewalt auf ihnen, und der Herr werde kommen auf den Wolken des Himmels, und dergleichen mehr, was nimmermehr von Jehovah, d.h. vom Herrn gesagt worden wäre, wenn es nicht das Licht des Wahren bezeichnete, in dem Er selbst im Himmel ist, und die Wolken den Schatten des Wahren, in dem diejenigen sich befinden, die unterhalb sind. 8782. "Damit das Volk höre; wenn Ich mit dir rede", 2. Mose 19/9, bedeutet, damit diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, das Göttliche begreifen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, insofern es soviel ist als wahrnehmen, worüber Nr. 5017, somit begreifen. Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber öfter; und aus der Bedeutung von "wenn Ich mit dir rede", insofern es das göttlich Wahre bezeichnet; denn die Stimme Jehovahs ist das göttlich Wahre: Nr. 219, 220, 3563, 6971, also auch seine Rede. 8783. "Und auch dir glaube ewiglich", 2. Mose 19/9, bedeutet, damit der Glaube an das Wahre dauernd sein möge. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 6771, 6827, 7014; aus der Bedeutung von glauben, insofern es den Glauben bezeichnet; und aus der Bedeutung von ewiglich, insofern es soviel ist als andauernd. Es verhält sich aber damit auf folgende Weise: Das göttlich Wahre wird von keinem aufgenommen, wenn es nicht seiner Fassungskraft angemessen ist, somit nur dann, wenn es in natürlicher Form und Art erscheint, denn der menschliche Geist begreift zuerst nichts als Irdisches und Weltliches und gar nichts Geistiges und Himmlisches; deswegen würde er das Geistige und Himmlische, wenn es nackt hingestellt würde, verwerfen, als ob es nichts wäre, gemäß den Worten des Herrn bei Joh.3/12: "Wenn ihr nicht glaubet, wenn Ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn Ich euch von himmlischen Dingen sage?". Noch weniger diejenigen, die vor der Ankunft des Herrn lebten, die zuletzt in solcher Blindheit waren, daß sie, weil sie nichts (Geistiges) wissen wollten, auch nichts wußten von dem Leben nach dem Tode, von dem inneren Menschen, von der Liebtätigkeit und dem Glauben und von anderen himmlischen Dingen. Sie verwarfen solches, weil sie Widerwillen dagegen hatten; denn wer das Irdische und Weltliche zu seinem Zwecke macht, d.h. über alles liebt, der hat einen Widerwillen gegen das Geistige und hat beinahe schon vor dem Namen einen Abscheu. Fast ebenso ist es heutzutage: Die Gelehrten der Welt glauben zwar, daß sie das Wort besser auffassen könnten, wenn das Himmlische nackt dargelegt und nicht so einfach geschrieben wäre, aber sie irren sich sehr. Sie würden es dann noch mehr als die Einfältigen verworfen haben, weil sie kein Licht, sondern nur Finsternis in demselben gesehen hätten; denn diese bringt die menschliche Gelehrsamkeit mit sich bei denen, die ihrer Einsicht vertrauen und daher sich über andere erheben. Daß solches den Weisen verborgen und den Unmündigen, d.h. den Einfältigen geoffenbart ist, lehrt der Herr bei Matth.11/25,26 und Luk.10/21. Es geht auch deutlich daraus hervor, daß gerade die Gelehrten die sogenannten Atheisten und Naturalisten sind, das weiß die Welt und sie selbst wissen es auch. 8784. "Und Mose verkündigte die Worte des Volkes vor Jehovah", 2. Mose 19/9, bedeutet die Entsprechung und Verbindung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8778 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte sind. 8785. Vers 10-13: Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe zum Volke und heilige sie heute und morgen, und sie sollen ihre Kleider waschen. Und sollen bereit sein auf den dritten Tag, denn am dritten Tage wird Jehovah hinabsteigen vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai. Und mache Schranken für das Volk ringsumher, und sprich: Hütet euch, daß ihr nicht hinaufsteiget auf den Berg, noch sein Ende berühret, denn jeder, der den Berg berührt, soll des Todes sterben. Keine Hand soll ihn berühren, sondern er soll gesteinigt oder erschossen werden, sei es ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht leben; beim Blasen des Jobelhornes sollen sie den Berg hinaufsteigen. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet eine Offenbarung in betreff der Vorbereitung; "gehe zum Volke" bedeutet die Verbindung; "und heilige sie heute und morgen" bedeutet die Umhüllung des Inneren, so daß sie jetzt und nachher im Heiligen des Glaubens erscheinen können; "und sie sollen ihre Kleider waschen" bedeutet die Reinigung der Wahrheiten; "und sollen bereit sein auf den dritten Tag" bedeutet die Vorbereitung sei dann vollständig; "denn am dritten Tage" bedeutet am Ende, wenn sie bereit seien zur Aufnahme; "wird Jehovah hinabsteigen vor den Augen des ganzen Volkes" bedeutet die Ankunft des Herrn und alsdann die Erleuchtung; "auf den Berg Sinai" bedeutet in das Gute, dem das Wahre eingepflanzt werden müsse; "und mache Schranken für das Volk ringsumher" bedeutet die Ausbreitung gegen den Himmel hin dürfe nicht weiter gehen als bis zu den geistigen Sphären des Guten; "und sprich: Hütet euch, daß ihr nicht hinaufsteiget auf den Berg" bedeutet, durchaus nicht bis zu den himmlischen Gesellschaften, die in dem Guten der Liebe sind; "noch sein Ende berühret" bedeutet, nicht einmal bis zu dem Dazwischenliegenden; "denn jeder, der den Berg berührt, soll des Todes sterben" bedeutet, wer von der geistigen Kirche bis zu den himmlischen Gesellschaften vordringe, der gehe zugrunde; "keine Hand soll ihn berühren" bedeutet diejenigen, die durch Selbstvertrauen sich eindrängen; "sondern er soll gesteinigt werden" bedeutet, ihre Glaubenswahrheiten würden zugrunde gehen; "oder erschossen werden" bedeutet, auch das geistig Gute; "sei es ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht leben" bedeutet, das Gute und Wahre verliere sein geistiges Leben; "beim Blasen des Jobelhornes" bedeutet diejenigen, die ein Innewerden des allgemeinen himmlisch Guten haben; "sollen sie den Berg hinaufsteigen" bedeutet die Ausbreitung bis zu den Himmlischen. 8786. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 19/10, bedeutet eine Offenbarung in betreff der Vorbereitung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Jehovah gesagt wird, insofern es eine Offenbarung vom Göttlichen bezeichnet. Daß es eine Offenbarung in Beziehung auf die Vorbereitung sei, erhellt aus dem Folgenden, denn in demselben wird davon gehandelt, wie sie zur Aufnahme des Wahren vom Göttlichen vorbereitet werden müssen. 8787. "Gehe zum Volke", 2. Mose 19/10, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der jetzt eintretenden vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, das unterhalb des Himmels ist, worüber Nr. 8760; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, zu dem er gehen sollte, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon öfter. Zum Volke gehen, wenn es von Jehovah gesagt wird, bedeutet die Verbindung, weil das Wahre vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird, das Göttliche vermittelt, wenn es den Angehörigen der Kirche (zuteil wird); denn um die Verbindung herzustellen, die hier durch den Bund zwischen Jehovah und dem Volke vorgebildet wird, muß eine Vermittlung eintreten. Daher wird auch durch Mose das Wahre vom Göttlichen unterhalb des Himmels, das verbunden ist mit dem göttlich Wahren im Himmel, vorgebildet: Nr. 8760; und zwar wegen der Vermittlung. 8788. "Und heilige sie heute und morgen", 2. Mose 19/10, bedeutet die Umhüllung des Inneren, so daß sie jetzt und nachher im Heiligen des Glaubens erscheinen können. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es soviel ist als zubereiten, daß sie im Heiligen in Ansehung des Äußeren erscheinen können; und weil dies durch die Umhüllung des Inneren geschieht, deshalb wird auch dieses unter heiligen verstanden. Daß heute und morgen soviel ist als jetzt und nachher, ist klar. Wie es sich damit verhalte, soll mit wenigem gesagt werden: Die bei den Juden errichtete Kirche war nicht Kirche in Beziehung auf sie selbst, sondern nur ein Vorbild der Kirche; denn damit eine Kirche da sei, muß bei dem Menschen der Kirche Glaube an den Herrn sein und auch Liebe zu Ihm, wie auch Liebe gegen den Nächsten; diese Dinge bilden die Kirche. Sie waren aber nicht bei dem Volke, das Jakob genannt wurde, denn dieses erkannte den Herrn nicht an, somit wollte es auch nichts vom Glauben an Ihn und noch weniger von der Liebe zu ihm oder zum Nächsten hören; denn es war in der Selbstliebe und Weltliebe, welche Arten der Liebe ganz und gar der Liebe zum Herrn und der Liebe zum Nächsten entgegengesetzt sind. Ein solches Wesen war bei diesem Volke eingewurzelt von ihren ersten Eltern (Stammvätern) her. Daher kommt es, daß bei diesem Volke keine (wahre) Kirche errichtet sondern nur das, was zur Kirche gehört, vorgebildet werden konnte. Eine Kirche wird vorgebildet, wenn der Mensch den Gottesdienst in äußerliche Dinge setzt, aber in solche, die den himmlischen Dingen entsprechen, alsdann wird durch das Äußere das Innere vorgebildet, und das Innere tritt im Himmel hervor, wodurch dann eine Verbindung stattfindet. Damit nun das Volk der Israeliten (die Kirche) vorbilden konnte, wurde das Innere derselben, weil es ohne Glauben und ohne Liebe zum Himmel und zugleich voller Eigenliebe und Weltliebe war, umhüllt. Auf diese Weise konnte das Äußere mit den Geistern, und durch diese mit den Engeln ohne das Innere in Verbindung treten. Wäre daher ihr Inneres nicht verhüllt worden, so wäre auch dieses an den Tag getreten, und dann wäre das Vorbildliche zugrunde gegangen, weil Häßliches hervorgebrochen und (alles) befleckt (und verunreinigt) hätte. Dieses Volk konnte mehr als jedes andere so umhüllt werden, weil es mehr als die anderen das Äußere anbetete und in dieses das Heilige, ja sogar das Göttliche setzte. Hieraus kann man erkennen, was unter heiligen verstanden wird, nämlich die Umhüllung des Inneren, damit sie im Heiligen des Glaubens erscheinen können, aber nicht für sie selbst (oder die Umhüllung), sondern für die Engel bei ihnen. Man sehe was über dieses Volk und über die Errichtung der Kirche bei ihnen früher nachgewiesen worden ist: Nr. 4208, 4281, 4288, 4289, 4293, 4307, 4314, 4316, 4317, 4429, 4433, 4444, 4459, 4844, 4847, 4865, 4899, 4911, 4912, 4500, 7048, 7051, 8588. Daß die Heiligungen bei ihnen nichts anderes waren, als Scheinbarkeiten des Heiligen im Äußeren, jedoch ohne irgend etwas Heiliges in ihnen, kann aus den religiösen Gebräuchen ersehen werden, durch die sie geheiligt wurden, nämlich durch Opfer, durch Waschungen, Blutbesprengungen und Salbungen, lauter Dinge, die das Innere gar nicht berühren. 8789. "Und sie sollen ihre Kleider waschen", 2. Mose 19/10, bedeutet die Reinigung der Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Waschen, insofern es ein Vorbild der Reinigung von geistiger Unsauberkeit ist, worüber Nr. 3147, 5954E; und aus der Bedeutung der Kleider, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 4545, 4763, 5248, 5319, 5954, 6914, 6918. 8790. "Und sollen bereit sein auf den dritten Tag", 2. Mose 19/11, bedeutet, die vollständige Vorbereitung. Dies erhellt aus der Bedeutung von bereit sein, insofern es eine Vorbereitung durch Heiligung bezeichnet, worüber gleich oben; und aus der Bedeutung des dritten Tages, insofern er einen vollen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 7715, also die vollständige Vorbereitung. 8791. "Denn am dritten Tage", 2. Mose 19/11, bedeutet am Ende, wenn sie bereit seien zur Aufnahme. Dies erhellt aus dem nun Folgenden. 8792. "Wird Jehovah hinabsteigen vor den Augen des ganzen Volkes", 2. Mose 19/11, bedeutet die Ankunft des Herrn und die Erleuchtung alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabsteigen, wenn es von Jehovah gesagt wird, d.h. vom Herrn, insofern es Seine Gegenwart durch Einfluß bezeichnet, also die Ankunft; diese Ankunft des Herrn wird verstanden unter dem Hinabsteigen Jehovahs vor den Augen des ganzen Volkes. Die Erscheinung Jehovahs war vor den Augen des ganzen Volkes in äußerer Gestalt, weil es Seine Gegenwart nicht anders wahrnehmen konnte; denn das Innere desselben war ohne das Gute und Wahre, in dem der Herr bei anderen gegenwärtig ist: Nr. 8787. Die Erleuchtung, die alsdann stattfand, wird bezeichnet durch "vor den Augen des ganzen Volkes", denn das Auge ist im inneren Sinn der Verstand, und daher bedeutet das Sehen des Auges die Wahrnehmung des Glaubens, die aus dem Himmelslichte ist. "Vor den Augen" bedeutet daher die Erleuchtung. Daß das Auge den Verstand und das Sehen desselben die Wahrnehmung des Glaubens bezeichnet, sehe man Nr. 4403-4421, 4523-4534. 8793. "Auf den Berg Sinai", 2. Mose 19/11, bedeutet in das Gute, dem das Wahre eingepflanzt werden muß. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er das Gute bezeichnet, in das die Glaubenswahrheiten eingepflanzt werden sollen, worüber Nr. 8753. Von dem Wahren, das dem Guten eingepflanzt werden muß, wird in dem folgenden Kapitel gehandelt werden. Die Zehn Gebote, die damals vom Berge Sinai herab verkündigt wurden, sind die inneren Wahrheiten, und die Gesetze und Satzungen, die ihnen in den folgenden Kapiteln geboten werden, sind die äußeren Wahrheiten; durch diese und jene wird das Wahre bezeichnet, das dem Guten eingepflanzt werden muß. 8794. "Und mache Schranken für das Volk ringsumher", 2. Mose 19/12, bedeutet, die Ausbreitung gegen den Himmel solle nicht weiter gehen als bis zu den geistigen Sphären des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schranken setzen ringsumher, insofern es die Ausbreitung der Sphäre zum Himmel bis zu gewissen Grenzen bezeichnet, die durch das Gute eines jeden bestimmt sind. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie diejenigen darstellen, die in dem geistig Guten sind, in welches das Wahre eingepflanzt werden soll; denn dieser Zustand des Guten bei denen, die der geistigen Kirche angehören, wird in diesem Kapitel, Nr. 8753, und in dem folgenden Kapitel beschrieben. Daher kommt es, daß durch "mache Schranken für das Volk ringsumher" bezeichnet wird, die Ausbreitung zum Himmel solle nicht weiter gehen als bis zu den geistigen Sphären des Guten. Was durch die Ausbreitung zum Himmel bis zu den geistigen Sphären des Guten verstanden wird, kann von niemand erkannt werden außer durch Offenbarung. Es verhält sich aber damit in folgender Weise: Alles Gute, das dem Menschen durch die Wiedergeburt vom Herrn gegeben wird, hat eine Ausbreitung bis zu den Gesellschaften im Himmel. Diese Ausbreitung ist bei einem jeden in betreff des Maßes und der Beschaffenheit verschieden: in betreff des Maßes, wenn sie zu den entfernteren Grenzen dringt; in betreff der Beschaffenheit, wenn sie mehr dem Inneren oder mehr dem Äußeren des Himmels zugewendet ist. Das Gute selbst fließt bei dem Menschen vom Herrn ein durch himmlische Gesellschaften (oder Vereine), die rings um ihn sind. Es gibt kein Gutes ohne Einfluß durch (solche) Gesellschaften. Die Gesellschaften des Himmels stehen in einem ununterbrochenen Zusammenhang ringsumher und nirgends erscheint eine Kluft (oder Lücke). Ebenso verhält es sich mit allem und jedem, was dem Guten angehört und seine Beschaffenheit bildet. Wenn daher der Mensch wiedergeboren wird, so besteht die Bereicherung mit Gutem in nichts anderem, als in der Einführung in Engelsvereine und in der Verbindung mit ihnen. Man sehe auch Nr. 4067, 4073, 4077, 6598-6613. Dies wurde (mir) auch durch lebendige Erfahrung öfter gezeigt. Es wurde nämlich bisweilen (die Verbindung) mit gewissen Gesellschaften aufgehoben und alsdann blieb nur so viel Leben und solches Leben zurück, als das Maß und die Beschaffenheit der Ausbreitung zu den übrigen Gesellschaften war, und wenn die Verbindung mit mehreren Gesellschaften aufgehoben wurde, dann geriet das Leben in Not und begann gleichsam zu erlöschen. Ein jeder Engel, Geist und Mensch hat eine geistige Sphäre, und zwar gemäß seiner Ausbreitung zu den Gesellschaften; diese Ausbreitung geht nicht bis in die Gesellschaften selbst hinein, sondern nur bis in die Sphäre ihres Guten. Dies sind Geheimnisse, die dem Menschen (hienieden) unbekannt, aber im anderen Leben höchst bekannt sind. Die Ursache, daß sie dem Menschen unbekannt sind, liegt darin, daß der Mensch heutzutage glaubt, er habe das Leben in sich selber, und er könne daher ohne Zusammengesellung mit Geistern und Engeln leben, also ohne Verbindung mit dem Himmel. Hierin täuscht er sich aber ganz und gar, denn alles Leben des Menschen kommt vom Herrn durch Gesellschaften. Ferner muß man wissen, daß die Ausbreitung des Lebens derer, die der geistigen Kirche angehören, bis zu den Engelssphären im zweiten Himmel geht, welcher der geistige heißt, nicht aber bis zum dritten Himmel, wo die Himmlischen sind. Der Grund ist, weil der Mensch der geistigen Kirche das Göttliche nicht aufnehmen kann, wie es im innersten oder dritten ist, wo die Himmlischen sind, sondern bloß in so allgemeiner Weise, daß es nicht zu ihrer Wahrnehmung gelangt, und dies darum, weil die Geistigen nicht einmal zur ersten Grenze des Guten, in dem die Himmlischen sind, gelangen können: Nr. 2718, 3833, 6500, 8521. Hieraus erhellt, was darunter verstanden wird, daß die Ausbreitung gegen den Himmel hin nicht über die geistigen Sphären des Guten hinausgehen solle, was dadurch bezeichnet wird, daß er Schranken für das Volk ringsherum machen sollte; dann auch, was unter dem Folgenden verstanden wird. Man merke aber auch, daß, wie diejenigen, die im Guten sind, nach der Beschaffenheit und dem Maße ihres Guten eine Ausbreitung (ihrer Sphäre) bis zu den Engelsgesellschaften haben; ebenso diejenigen, die im Bösen sind, nach der Beschaffenheit und dem Maß ihres Bösen eine Ausbreitung bis zu den höllischen Gesellschaften haben; und ferner, daß ein jeder im anderen Leben unter diejenigen kommt, mit denen er im Leben des Leibes in Verbindung gestanden war. Die herrschende Liebe eines jeden bestimmt dieses, denn sie ist es, welche die Lebenssphäre eines jeden bildet, und sich je nach ihrer Beschaffenheit und ihrem Maße ausbreitet. 8795. "Und sprich: Hütet euch, daß ihr nicht hinaufsteiget auf den Berg", 2. Mose 19/12, bedeutet, durchaus nicht bis zu den himmlischen Gesellschaften, die in dem Guten der Liebe sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufsteigen, insofern es ausdrückt, zum Göttlichen (vordringen), das im oberen Himmel ist; und aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Gute der Liebe daselbst bezeichnet, worüber Nr. 4210, 6435, 8327, 8758. Wie es sich damit verhält, erhellt aus dem, was Nr. 8794 erklärt worden ist. 8796. "Noch sein Ende berühret", 2. Mose 19/12, bedeutet, nicht einmal zu dem Dazwischenliegenden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Endes, insofern es das Dazwischenliegende bezeichnet, denn das himmlische Reich des Herrn, d.h. der innerste oder dritte Himmel ist von dem geistigen Reich, das der zweite oder mittlere Himmel ist, durch ein Dazwischenliegendes unterschieden. Durch dieses fließt das himmlische Reich in das geistige Reich ein, nicht aber umgekehrt; denn jeder Einfluß geht durch Vermittlung vom Inneren zum Äußeren, nicht aber vom Äußeren zum Inneren: Nr. 5259, 5779, woraus erhellt, daß das Dazwischenliegende die äußerste Grenze bildet, und daß diejenigen, die im geistigen Reich sind, nicht einmal bis zu den ersten Grenzen des himmlischen Reiches hinanreichen können: Nr. 2718, 3833, 6500, 8521. Daher kommt es, daß durch "hütet euch, daß ihr nicht sein Ende berührt" bezeichnet wird, daß keine Ausbreitung sein dürfe zu den himmlischen Gesellschaften, die in dem Guten der Liebe sind, nicht einmal zu dem Dazwischenliegenden. 8797. "Denn jeder, der den Berg berührt, soll des Todes sterben", 2. Mose 19/12, bedeutet, daß, wer von der geistigen Kirche bis zu den himmlischen Gesellschaften vordringe, zugrunde gehe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 8795. Hier das göttlich Gute der göttlichen Liebe im innersten Himmel, weil das Volk unterhalb das geistige Reich des Herrn vorbildete, das der mittlere Himmel ist. Aus der Bedeutung von berühren, insofern es heißt bis dahin dringen, hier sich hineindrängen, worüber folgen wird. Und aus der Bedeutung von "des Todes sterben", insofern es soviel ist als zugrunde gehen. Es verhält sich damit in folgender Weise: Diejenigen, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, können nicht in das himmlische Reich einfließen, weil dasselbe höher oder inwendiger ist und jenes unterhalb oder äußerlicher; denn was äußerlicher oder unterhalb ist, kann nicht in das, was oberhalb oder inwendiger ist, einfließen: Nr. 5259, 5779. Dennoch geschieht es bisweilen, daß solche, die im unteren Himmel sind, in den höheren Himmel hinaufzusteigen begehren, und zwar aus einer schlimmen Begierde, die aus Stolz, aus Herrschsucht oder aus Neid hervorgegangen ist. Die nun solches versuchen, werden zuweilen eingelassen, aber dann erleiden sie Hartes, sie werden von Angst ergriffen und zuletzt von Schmerz und auch von Blindheit, wobei ihre Einsicht und ihre Glückseligkeit verlorengeht. Deshalb stürzen sie wie dem Tode nahe hinaus und kommen nicht eher wieder zu Atem, als bis sie aus dem Himmel hinabgestürzt sind. Ein solches Schicksal wird denen zuteil, die aus einem unteren Himmel durch die Begierde des Stolzes, der Herrschsucht oder des Neides in einen oberen Himmel eindringen. Der Grund ist, weil das Gute der Liebe in einem solchen Himmel verhältnismäßig wie ein verzehrendes Feuer ist, und das Glaubenswahre daselbst wie ein feuriges Licht, welches das Gesicht derer blendet, die hineindringen. Diese Dinge sind es, die im inneren Sinn darunter verstanden werden, daß das israelitische Volk den Berg Sinai, wo Jehovah war, nicht berühren durfte. Ebenso würde es sich mit denen verhalten, die in dem himmlischen Reich sind, wenn sie etwa versucht würden, zum Göttlichen aufzusteigen. Desgleichen mit denen, die unterhalb des Himmels sind, wenn sie in den Himmel aufzusteigen begehren. Daß solche Hartes erleiden, sehe man Nr. 4225, 4226, 4299, 5057, 5058. 8798. "Keine Hand soll ihn berühren", 2. Mose 19/13, bedeutet diejenigen, die durch irgendein Selbstvertrauen sich eindrängen. Dies erhellt aus der Bedeutung von berühren, nämlich den Berg, insofern es bezeichnet, sich eindrängen in das himmlische göttlich Gute, worüber Nr. 8797; und aus der Bedeutung der Hand, insofern sie die Macht bezeichnet, worüber Nr. 4931-4937, 5327, 5328, 6292, 6947, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281; daher auch das Vertrauen auf sich selbst: Nr. 878, 5544. 8799. "Sondern er soll gesteinigt werden", 2. Mose 19/13, bedeutet, daß seine Glaubenswahrheiten zugrunde gehen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von steinigen, insofern es die Strafe für das Falsche und die Verletzung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 5156, 7456, 8575. Daß diese Strafe diejenigen trifft, die vermöge ihres Selbstvertrauens in einen Himmel, der oberhalb ist, zum Göttlichen aufsteigen wollen, kommt daher, weil dann alle Einsicht, die sie früher hatten, zugrunde geht. Daß sie dann mit Blindheit geschlagen werden, sehe man Nr. 8797. 8800. "Oder erschossen werden", 2. Mose 19/13, bedeutet, auch das geistig Gute gehe zugrunde. Dies erhellt aus der Bedeutung von erschießen, insofern es ausdrückt zugrunde gehen in Ansehung des geistig Guten, denn durch den Bogenschützen wird der geistige Mensch bezeichnet Nr. 2686, 2709, 6422. 8801. "Sei es ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht leben", 2. Mose 19/13, bedeutet, daß das Gute und Wahre sein geistiges Leben verliere. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tieres, insofern es die Neigung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 776, 2179, 2180, 3218, 3519, 5198, 7523; aus der Bedeutung des Mannes (oder Menschen), insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 3134, 3459, 7716; und aus der Bedeutung von leben, insofern es das geistige Leben bezeichnet, worüber Nr. 5890. Daher heißt "nicht leben", es verlieren. Das Gute und Wahre verliert sein Leben, wenn man den Einfluß vom Herrn nicht mehr empfindet (oder inne wird), denn daraus hat beides sein Leben. Das Gute und Wahre selbst erscheint alsdann zwar dem äußeren Anschein nach als Gutes und Wahres, jedoch nur wie ein Gemaltes, das an sich nicht lebendig ist. HG 8802 8802. "Beim Blasen des Jobelhornes", 2. Mose 19/13, bedeutet diejenigen, die ein allgemeines Innewerden des himmlisch Guten haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "beim Blasen des Jobelhornes", oder was dasselbe ist, "beim Hören des Schalles der Posaune", insofern es ein allgemeines Innewerden des himmlisch Guten bezeichnet, denn durch Hören wird das Innewerden bezeichnet: Nr. 5017, 8361, und Jobelhorn oder Schall der Posaune bedeutet das himmlisch Gute. Die Ursache, warum durch Schall der Posaune oder des Jobelhornes das himmlisch Gute bezeichnet wird, liegt darin, daß die musikalischen Instrumente vermöge ihres Tones den Neigungen des Guten und Wahren entsprechen, die Saiteninstrumente den Neigungen des Wahren und die Blasinstrumente den Neigungen des Guten: Nr. 418, 419, 420, 4138, 8337. Weil die Posaune ein Blasinstrument war und einen starken Ton hatte, entsprach sie den Neigungen des himmlisch Guten, weshalb auch das Jubeljahr danach benannt war, durch das die Ehe des Guten und Wahren im innersten Himmel vorgebildet wurde. Daher kommt es nun, daß durch Blasen des Jobelhornes diejenigen bezeichnet werden, die ein allgemeines Innewerden des himmlisch Guten haben. Unter denen, die ein allgemeines Innewerden des himmlisch Guten haben, werden diejenigen verstanden, welche die Vermittler sind zwischen dem himmlischen und dem geistigen Reiche des Herrn, durch die deshalb der Einfluß, die Mitteilung und Verbindung stattfindet, man sehe Nr. 8787, 8796. Diese haben eine Ausbreitung bis zu den himmlischen Gesellschaften, was dadurch bezeichnet wird, daß sie den Berg hinaufsteigen sollten. Diese Vermittler werden durch Mose vorgebildet: Nr. 8787 und auch durch Aharon, denen es gestattet wurde, den Berg hinaufzusteigen: 2. Mose 19/24f. Was die Ausbreitung (der Sphären) bis zu den Engelsgesellschaften ist, und daß dieselbe so beschaffen ist wie das Gute eines jeden, sehe man Nr. 8794. Ein allgemeines Innewerden findet aber bei denen statt, die im geistig Guten sind und den allgemeinen Einfluß des Guten aus dem oberen Himmel, hier aus dem innersten Himmel aufnehmen können; solche werden verstanden unter denen, die den Berg hinaufsteigen sollen beim Blasen des Jobelhornes. 8803. "Sollen sie den Berg hinaufsteigen", 2. Mose 19/13, bedeutet die Ausbreitung bis zu den Himmlischen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8794, 8795 und auch Nr. 8802 gesagt und gezeigt worden ist. 8804. Vers 14,15: Und Mose stieg vom Berge hinab zum Volk, und heiligte das Volk, und sie wuschen ihre Kleider. Und er sprach zum Volke: seid bereit auf den dritten Tag, und nahet euch keinem Weibe. "Und Mose stieg vom Berge hinab zum Volk" bedeutet das Hinzuwenden und die Vorbereitung durch das Wahre vom Göttlichen zur Aufnahme der Wahrheiten im Guten; "und heiligte das Volk" bedeutet die Umhüllung des Inneren, so daß sie im Heiligen des Glaubens erscheinen konnten; "und sie wuschen ihre Kleider" bedeutet die Reinigung der Glaubenswahrheiten; "und er sprach zum Volke: seid bereit auf den dritten Tag" bedeutet die volle Vorbereitung; "und nahet euch keinem Weibe" bedeutet die Reinigung des Guten des Glaubens. 8805. "Und Mose stieg vom Berge hinab zum Volk", 2. Mose 19/14, bedeutet das Hinzuwenden und die Vorbereitung durch das Wahre vom Göttlichen zur Aufnahme der Wahrheiten im Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabsteigen, wenn es von Mose gesagt wird, durch den das Wahre vom Göttlichen vorgebildet wird, insofern es das Hinzuwenden bezeichnet und auch die Vorbereitung durch dasselbe. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 8760, 8787, und auch das Vermittelnde: Nr. 8787, somit auch das Vorbereitende und Hinzuwendende. Aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Göttliche im Himmel bezeichnet, somit den Himmel; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, also die, welche im Wahren sind, durch welches das Gute (sich gestaltet), und in dem Guten, aus dem das Wahre (hervorgeht). Hier in dem Guten, in dem die Wahrheiten aufgenommen werden müssen. Es ist wichtig zu wissen, was insonderheit durch den Berg Sinai bezeichnet wird, ferner, was durch das Volk Israel vorgebildet wird, und auch, was durch Mose in diesem Kapitel und in den folgenden Büchern des zweiten Buches Mose (vorgebildet wird). Der Berg Sinai bedeutet insbesondere den Himmel, aus dem die Wahrheiten vom Herrn einfließen, daher wird dadurch, daß Jehovah hinabstieg auf diesen Berg, Seine Gegenwart im Himmel ausgedrückt, und weil der Himmel, in dem Jehovah, d.h. der Herr ist, durch den Berg Sinai bezeichnet wird, so bedeutet dieser auch die Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren daselbst, denn dadurch ist der Himmel ein Himmel. Durch das Volk oder Israel neben diesem Berge wird die geistige Kirche vorgebildet in Ansehung des Guten, in das die Glaubenswahrheiten eingepflanzt werden müssen. Es wurde schon früher gezeigt, daß bei den Angehörigen der geistigen Kirche zwei Zustände eintreten, ein früherer, wenn sie durch die Wahrheiten zum Guten geführt werden, und ein späterer, wenn sie im Guten sind und daraus im Wahren. Hier, wenn sie in dem Guten sind, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen. Dies ist der mittlere Zustand zwischen dem früheren und dem späteren. Die Wahrheiten aber, die dem Guten eingepflanzt werden müssen, sind in dem enthalten, was vom Berge Sinai herab durch den Herrn verkündigt und von Mose dem Volke mitgeteilt wurde. Durch Mose wird in diesem Kapitel, sowie in den folgenden, das Wahre vom Göttlichen unterhalb des Himmels vorgebildet, das verbunden ist mit dem göttlich Wahren im Himmel, und daher das Vermittelnde zwischen dem Göttlichen im Himmel und zwischen dem Guten, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen und welches das der geistigen Kirche ist, somit das Vermittelnde zwischen dem Herrn und dem Volke. Dies zu wissen ist wichtig wegen des Verständnisses dessen, was im zweiten Buch Mose folgt. Hieraus kann auch erhellen, daß durch "Mose stieg hinab vom Berge zum Volk", das Hinzuwenden und die Vorbereitung durch das Wahre vom Göttlichen zur Aufnahme des Wahren im Guten bezeichnet wird. 8806. "Und heiligte das Volk", 2. Mose 19/14, bedeutet die Umhüllung des Inneren, so daß sie im Heiligen des Glaubens erscheinen konnten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8788 erklärt worden ist. Daselbst ist nämlich erklärt, was die Heiligung bei dem israelitischen Volke war, nämlich eine Umhüllung des Inneren, damit sie in Ansehung des Äußeren im Heiligen erscheinen konnten, wenn sie den vorbildlichen Gottesdienst feierten, und daß, wenn ihr Inneres alsdann nicht umhüllt gewesen wäre, sie nicht nur durch unreine Gedanken und böse Neigungen das Heilige des Gottesdienstes befleckt, sondern es sogar völlig vernichtet haben würden, und zwar so sehr, daß nichts Himmlisches und Geistiges, das durch die äußeren Dinge vorgebildet wurde, im Himmel durch dieselben wahrgenommen worden wäre. Weil aber unter den Söhnen Israels hier diejenigen verstanden werden, die der geistigen Kirche angehören, so soll mit wenigen Worten gesagt werden, was unter der Heiligung derselben verstanden wird: Die Angehörigen der geistigen Kirche, die ein Leben des Wahren und aus diesem ein Leben des Guten führen, werden vom Bösen abgehalten und durch den Herrn im Guten festgehalten. Das Gute, das vom Herrn stammt, ist das Heilige bei ihnen. Inwieweit sie daher das Gute vom Herrn aufnehmen, insoweit sind sie im Heiligen, und sie nehmen so viel Gutes vom Herrn auf, d.h., sie sind so weit im Heiligen, als sie ein gutes Leben nach den echten Glaubenswahrheiten führen und so weit sie glauben, daß alles Gute, das sie dann denken und tun, vom Herrn sei. Dann wird auch das Böse bei ihnen getrennt, so daß es ganz und gar nicht erscheint, besonders, was sie durch Vererbung von ihren Eltern haben, denn dieses ist häßlich, weil es seit mehreren Jahrhunderten bei den Voreltern allmählich angehäuft und so auf die Nachkommenschaft gebracht wurde. Dieses Innere ist es, was bei denen, die der geistigen Kirche angehören, verborgen und gleichsam umhüllt wird: Nr. 966, 1667, 2307, 2308, 3701, 4317, 8550; daher kommt es, daß ihr ganzes Willensgebiet, das sie durch Vererbung haben, verdorben ist. Deswegen wird bei ihnen ein neuer Wille im Verstandesgebiet durch die Glaubenswahrheiten vom Herrn gebildet. Das ist der Grund, weshalb sie, wenn sie wiedergeboren werden, durch die Wahrheiten zum Guten geführt und nachher, wenn sie wiedergeboren sind, vom Guten in die Wahrheiten des Guten geführt werden. Hieraus erhellt, wie der neue Wille bei ihnen vom Herrn geschaffen wird. Daß dieser im Verstandesgebiet gebildet wird bei denen, die der geistigen Kirche angehören, sehe man Nr. 863, 875, 895, 927, 1023, 1043, 1044, 1555, 2256, 4328, 4493, 5713, 6125. 8807. "Und sie wuschen ihre Kleider", 2. Mose 19/14, bedeutet die Reinigung der Glaubenswahrheiten. Dies erhellt aus Nr. 8789, wo die gleichen Worte. 8808. "Und er sprach zum Volke: seid bereit auf den dritten Tag", 2. Mose 19/15, bedeutet die vollständige Vorbereitung. Dies erhellt aus Nr. 8790, wo die gleichen Worte. 8809. "Und nahet euch keinem Weibe", 2. Mose 19/15, bedeutet die Reinigung des Guten des Glaubens. Dies erhellt daraus, daß die Ehen bei dem israelitischen Volke unrein waren, weil ihr Inneres abscheulich war, denn die eheliche Liebe stammt aus der Ehe des Guten und Wahren, weshalb diejenigen, die in betreff ihres Inneren nicht im Guten und Wahren sind, auch nicht in einer reinen Ehe sein können, und diejenigen, die in Ansehung ihres Inneren sich im Bösen und Falschen befinden, wie dieses Volk, in einer unreinen Ehe sind. Daher kommt es, daß "sich nicht einem Weibe nahen" soviel ist, als sich vom Unreinen enthalten. Daß die eheliche Liebe aus der himmlischen Ehe stammt, welche die des Guten und Wahren ist, sehe man Nr. 2727-2759, 2803, 3132, 4434, 4835; und daß bei dem von Jakob abstammenden Volke nichts Eheliches war und es ihnen daher gestattet wurde, mehrere Frauen zu nehmen: Nr. 3246. Was aber diejenigen betrifft, die der geistigen Kirche angehören und hier durch die Söhne Israels vorgebildet werden, so sind sie in keinem (wahrhaft) Ehelichen, ehe bei ihnen das Wahre dem Guten eingepflanzt worden ist. Bevor dies geschieht, ist zwar eine Ehe vorhanden, aber keine reine; denn vorher ist in dem Inneren keine Ehe des Guten und Wahren. Daher kommt es, daß durch "nicht nahen einem Weibe" im inneren Sinn die Reinigung in Ansehung des Guten des Glaubens bezeichnet wird, denn es wird in diesem Kapitel von dem Guten gehandelt, dem das Wahre noch nicht eingepflanzt worden ist, und in den folgenden von der Einpflanzung. 8810. Vers 16-19: Und es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, da waren (Donner=) Stimmen und Blitze, und eine schwere Wolke auf dem Berge, und sehr starker Posaunenschall; da erbebte das ganze Volk, das im Lager war. Und Mose ließ das Volk herausgehen, Gott entgegen aus dem Lager, und sie stellten sich an den Fuß des Berges. Und der ganze Berg Sinai rauchte, um deswillen, daß Jehovah auf denselben herabstieg im Feuer, und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens, und der ganze Berg erbebte sehr. Und der Posaunenschall wurde immer stärker; Mose redet und Gott antwortet ihm mit (lauter) Stimme. "Und es geschah am dritten Tag" bedeutet am Ende der Reinigung; "als es Morgen wurde" bedeutet den Zustand, wenn sie im Guten waren; "da waren (Donner=) Stimmen und Blitze" bedeutet den göttlichen Zustand, in dem die Offenbarung (eintrat); "und eine schwere Wolke auf dem Berge" bedeutet den göttlichen Zustand bezüglich derjenigen, die aufnehmen sollten; "und sehr starker Posaunenschall" bedeutet den himmlischen Zustand ringsumher; "da erbebte das ganze Volk, das im Lager war" bedeutet ein heiliges Zittern (oder Beben) bei denen, die aufnehmen sollten, "und Mose ließ das Volk herausgehen, Gott entgegen aus dem Lager" bedeutet die Macht des Wahren vom Göttlichen, um sie zu bereiten, damit sie das Göttliche im Guten, das sie hatten, aufnehmen konnten; "und sie stellten sich an den Fuß des Berges" bedeutet fern vom Guten der himmlischen Liebe; "und der ganze Berg Sinai rauchte" bedeutet die Erscheinung des himmlisch Guten im größten Dunkel; "um deswillen, daß Jehovah auf denselben herabstieg im Feuer" bedeutet, weil das Göttliche Selbst in der himmlischen Liebe war; "und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens" bedeutet ein Dunkel wie das Dunkel aus den Begierden; "und der ganze Berg erbebte sehr" bedeutet die große Bewegung des Himmels; "und der Posaunenschall wurde immer stärker" bedeutet das allgemeine der Offenbarung durch den Engelshimmel; "Mose redet und Gott antwortet ihm mit (lauter) Stimme" bedeutet, durch den Einfluß des Wahren vom Göttlichen, in dem das Göttliche Selbst war. 8811. "Und es geschah am dritten Tag", 2. Mose 19/16, bedeutet, am Ende der Reinigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des dritten Tages, insofern er das Ende des Zustandes der Vorbereitung zur Aufnahme bezeichnet, wie Nr. 8791, also das Ende der Reinigung. 8812. "Als es Morgen wurde", 2. Mose19/16, bedeutet den Zustand, wenn sie im Guten waren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, insofern er den Zustand des Guten der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 8426. Daraus, daß Jehovah, d.h. der Herr auf den Berg Sinai am dritten Tage herabstieg, und zwar am Morgen des Tages, ergibt sich ganz deutlich, daß dies die Vorbildung irgendeiner göttlichen Sache im Himmel war, die niemand erkennen kann außer durch die Entsprechung solcher Dinge, die in der natürlichen Welt existieren, mit denen, die in der geistigen Welt sind, und durch die Bedeutung derselben, z.B. hier, was Morgen und was "am dritten Tag" bedeutet. Der dritte Tag bedeutet das Ende eines früheren Zustandes, weil durch drei das Vollständige vom Anfang bis zu Ende bezeichnet wird: Nr. 8790; der Morgen bedeutet den Zustand des Guten der Liebe, weil die Sonne, die im anderen Leben den Engeln und dem ganzen Himmel Licht verleiht, der Herr ist, und das Feuer darinnen Seine göttliche Liebe, die allem Lebendigen seine Lebenswärme gibt; und das Licht in ihr das göttlich Wahre, das alle erleuchtet, die es aufnehmen. Ganz anders als die Sonne der Welt, deren Feuer ein (irdisches) Feuer ist und nicht Liebe, und deren Licht ein (irdisches) Licht und nicht Wahres. Hieraus kann man erkennen, von welcher Art die Wirkungen des Feuers und des Lichtes aus der Sonne der Welt sind, und von welcher Art die Wirkungen des Feuers und des Lichtes aus der Sonne des Himmels sind, daß nämlich aus jener eine Wärme und ein Licht ohne Leben, aus dieser hingegen Wärme und Licht mit Leben ausgeht. Das, was aus der Sonne des Himmels hervorgeht, heißt darum Geistiges, weil es Leben in sich hat, und das, was aus der Sonne der Welt ist, heißt Natürliches, und hat kein Leben in sich. Das Leben, das bei den lebendigen Wesen in der Wärme und aus der Wärme empfunden wird, ist nicht aus der Wärme der Sonne der Welt, sondern aus der Wärme der Sonne des Himmels. Wenn diese Wärme in die Wärme der Welt einfließt, dann ruft sie diese Wirkung hervor und wird im Körper wie elementarische Wärme empfunden, aber sie ist in diesem die Lebenswärme, die ihren Ursprung aus der Liebe hat, die eine Wärme aus der himmlischen Sonne ist. Daß die Lebenswärme ihren Ursprung anderswoher hat, und daß er in der Liebe ist, je nach dem Maße und der Beschaffenheit derselben, kann jeder wissen, wenn er nur gehörig nachdenken will. Diejenigen ausgenommen, die nichts Inneres im Menschen anerkennen und alles der Natur zuschreiben. Wenn also die Wärme aus der himmlischen Sonne, die der Herr ist, das Gute der Liebe ist, und das Licht aus derselben das Wahre des Glaubens, so kann man erkennen, was durch Morgen, durch Mittag, durch Abend und durch Nacht im anderen Leben bezeichnet wird, daß es nämlich Zustände des Guten und des Wahren sind oder der Liebe und des Glaubens. Der Morgen der Zustand des Guten der Liebe, der Mittag der Zustand des Wahren des Glaubens, und der Abend und die Nacht die Beraubung derselben, die Unwissenheit und Blindheit ist in den Dingen, die Sache des Glaubens sind, wie auch Erstarrung und Kälte in denen, die Sache der himmlischen Liebe sind. Übrigens verhält es sich ebenso mit der Sonne des Himmels wie mit der Sonne der Welt, indem sie unbeweglich ist, und nicht durch irgendeinen Umlauf jene Zustände hervorbringt, sondern diejenigen, die ringsumher sind, bewirken dieselben, wie die Erde (durch ihre Bewegung) um die Sonne und zugleich um ihre Achse; daher der Anschein, als ob diese Veränderungen von der Sonne herrührten, obwohl sie doch nicht von der Sonne, sondern durch den um sie herumwandelnden Erdkörper entstehen; so auch im Himmel. Die Veränderungen der Zustände daselbst, denen Morgen, Mittag, Abend und Nacht entsprechen, stammen nicht von jener Sonne her (denn die Sonne entsendet immer Wärme und Licht, d.h. das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens), sondern diese Veränderungen finden bei denen statt, die sie aufnehmen: nämlich bei den Engeln und Geistern, die nach bestimmtem Wechsel ihrem Leben gemäß bald im Morgen sind, d.h. im Guten der Liebe, bald im Mittag, d.h. im Glaubenswahren, bald im Abend und in der Nacht, d.h. im Schatten und in der Erstarrung in bezug auf diese Dinge. Daß die Sache sich ebenso in der Welt verhält, wie im Himmel, mit dem Unterschied, daß in der Welt Zustände der Zeiten sind, die aufeinanderfolgen, im Himmel dagegen Zustände des Lebens, kommt daher, weil alles, was in der Welt ist, nach dem Bilde dessen, was im Himmel ist, geschaffen ist, denn das Natürliche entsteht aus dem Geistigen, wie die Wirkung aus ihren Ursachen, daher kommt die Entsprechung aller Dinge in der Welt mit denen, die im Himmel sind, und daher ist die ganze Natur ein vorbildlicher Schauplatz vom Reich des Herrn: Nr. 3483, 4939, 8211. 8813. "Da waren (Donner=) Stimmen und Blitze", 2. Mose 19/16, bedeutet den göttlichen Zustand, in dem die Offenbarung (gegeben wurde). Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimmen, unter denen das Rollen des Donners gemeint ist, insofern sie die göttlichen Wahrheiten bezeichnen; und aus der Bedeutung des Blitzes, insofern er den rötlichen Schimmer und den Glanz bezeichnet, der jenen Wahrheiten eigen ist, denn die göttlichen Wahrheiten glänzen und scheinen rötlich infolge des flammigen Lichtes aus der Sonne des Himmels. Daher kommt es, daß durch Donnerstimmen und Blitze der göttliche Zustand bezeichnet wird, in dem die Offenbarung (gegeben wurde). Der göttliche Zustand dadurch, daß solches aus dem Himmel herabkommt, und die Offenbarung dadurch, daß Donnerstimmen und Blitze die göttlichen Wahrheiten bedeuten. Daß durch die (Donner=) Stimmen, welche die Blitze aus dem Himmel begleiten, göttliche Wahrheiten bezeichnet werden, sehe man Nr. 7573; und daß die Blitze den Glanz derselben bezeichnet, der den inneren Blick des Menschen blendet, und diejenigen, die im Wahren und Guten sind, erleuchtet; diejenigen aber, die im Falschen aus dem Bösen sind, niederschmettert, erhellt aus den Stellen im Worte, wo Blitze genannt werden, wie Ps.77/18,19: "Wasser ergossen die Wolken, (Donner=) Stimmen gingen hervor aus dem Äther, und Deine Pfeile flogen, Deine Donnerstimmen im Weltkreis, es erleuchteten die Blitze den Weltkreis, es erbebte und zitterte die Erde": hier steht Donnerstimme für das göttlich Wahre: Nr. 7573; Blitz für dessen Glanz, und Weltkreis für die Kirche. "Es erleuchteten die Blitze den Weltkreis" bedeutet daher die Erleuchtung der Kirche vom göttlich Wahren. Ps.97/4,5: "Seine Blitze erleuchteten den Weltkreis, die Erde sah es und zitterte, die Berge zerschmolzen wie Wachs vor Jehovah". Ps.135/7; Jerem.10/13; 51/16: "Was Jehovah will, das tut Er in den Himmeln und auf der Erde, in den Meeren und in allen Abgründen, Er läßt die Dünste aufsteigen vom Ende der Erde, und bereitet die Blitze zum Regen": Blitze zum Regen für den Glanz des aus dem Himmel herabsteigenden Wahren. Joh.Offenb.11/19; 16/18: "Es erfolgten Blitze, Stimmen und Donner": Stimmen, Blitze und Donner bedeuten die göttlichen Wahrheiten, welche die Guten erleuchten und die Bösen erschrecken. Hes.1/13,14: "Das Ansehen dieser Tiere (die Cherube waren), war wie glühende Feuerkohlen, wie das Ansehen von Fackeln, und es fuhr zwischen den Tieren wie ein Feuerglanz, und aus dem Feuer gingen Blitze hervor, und die Tiere liefen vor- und rückwärts gleich der Gestalt des Blitzes": hier Feuer für das Gute der Liebe und der aus dem Feuer hervorgehende Blitz für das göttlich Wahre daraus. Hier wird durch die Cherube die göttliche Vorsehung des Herrn beschrieben, die das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre ist. Dan.10/5,6: "Da war Einer in Leinwand gekleidet, und seine Lenden mit Gold von Uphas umgürtet, und sein Leib war wie Chrysolith, sein Antlitz wie die Erscheinung des Blitzes, und seine Augen wie Feuerfackeln": sein Antlitz wie die Erscheinung des Blitzes, bedeutet die Liebe zum Wahren, denn das Wahre, das aus der Liebe ist, trägt etwas Flammiges aus dem Feuer mit sich, das der Blitz ist. Sach.9/14: "Jehovah wird über ihnen erscheinen und wie ein Blitz wird Sein Pfeil fliegen, und der Herr Jehovah wird in die Posaune stoßen, und wird auf den Stürmen des Mittags einherfahren": der Pfeil, der wie ein Blitz fährt, bedeutet das göttlich Wahre, das blendet und durchdringt; daß der Pfeil das Wahre der Lehre bedeutet, sehe man Nr. 2686, 2709; somit bedeutet Pfeil von Jehovah das göttlich Wahre. Nahum 3/3: "Der Glanz des Schwertes, das Blitzen der Lanze, und die Menge der Erschlagenen". 5. Mose 32/41: "Ich habe geschärft den Blitz Meines Schwertes": beides bedeutet das Durchdringen des göttlich Wahren bei den Bösen, das Schwert (steht) für das kämpfende Wahre: Nr. 2799, 8294, und der Blitz für den Glanz desselben, der den Verstand blendet, und ihn der Fähigkeit beraubt, das Wahre zu sehen; ebenso Hes.21/20,33. Hieraus erhellt auch, daß unter Blitz das göttlich Wahre verstanden wird, bei Matth.28/3 und Luk.17/24. 8814. "Und eine schwere Wolke auf dem Berge", 2. Mose 19/16, bedeutet den göttlichen Zustand in Beziehung auf die, welche aufnehmen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, insofern sie das Wahre bezeichnet, das angemessen eingerichtet ist für die, welche es aufnehmen sollen, somit das Wort im Buchstaben, worüber Nr. 8443, 8781; hier das göttlich Wahre, das dem von Jakob stammenden Volke angepaßt wurde; und weil dieses in großer Finsternis war in Ansehung des göttlich Wahren, deshalb wird gesagt "eine schwere Wolke" und weiter oben "eine dichte Wolke": 2. Mose 19/9; und unterhalb "Feuerrauch wie der Rauch eines Ofens": 2. Mose 19/18. In welch großer Finsternis sie waren, kann man aus dem erkennen, was oben von diesem Volk: Nr. 8788 berichtet worden ist, und auch daraus, daß ihnen nicht enthüllt wurde, was dem inneren Menschen angehörte, sondern nur, was Sache des Äußeren war; denn sie begriffen das Innere nicht, und wollten es nicht begreifen, weil es den Trieben ihrer Liebe entgegen war, die von der Art waren, daß sie vor allen in der Welt die Höchsten sein wollten und auch die Reichsten, und daß alle anderen Völker im Vergleich mit ihnen wie nichts sein sollten: wo eine solche Art der Liebe herrscht, da können die Triebe der himmlischen Liebe nicht aufgenommen werden, denn diese werden von jener ausgerottet und erstickt. Das ist der Grund, weshalb Jehovah, d.h. der Herr, ihnen in einer dichten und schweren Wolke erschien, gerade so wie es sich im anderen Leben verhält. Diejenigen, die im Falschen aus dem Bösen stehen, sind von einer dichten und schwarzen Wolke nach der Art und dem Maße ihres Bösen umgeben. Dies tritt dort einem jeden deutlich vor Augen, und doch leuchtet dort die Sonne fortwährend. Hierüber sehe man, was im vorigen: Nr. 6832, 8137, 8138. Überhaupt erscheint das Göttliche im anderen Leben einem jeden je nach der Beschaffenheit seines Glaubens und seiner Liebe. 8815. "Und sehr starker Posaunenschall", 2. Mose 19/16, bedeutet den himmlischen Zustand ringsherum. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schalles oder Tones der Posaune, insofern er das Wahre des himmlisch Guten bezeichnet. Der Schall bedeutet das Wahre und die Posaune das himmlisch Gute, wie Nr. 8802. Daß es den himmlischen Zustand ringsumher bedeutet, hat seinen Grund darin, daß das Göttliche im Himmel in der Mitte oder im Innersten ist, d.h. im Höchsten daselbst; dagegen ist der Himmel in bezug auf die Engel ringsumher oder außerhalb, d.h. unterhalb, denn was ringsumher ist, das ist auch außerhalb, und was außerhalb ist, das ist auch unterhalb. Das göttlich Wahre selbst im Himmel wird durch (Donner=) Stimmen und Blitze bezeichnet, aber das himmlisch Wahre bei den Engeln, das verbunden ist mit dem Göttlichen, und unterhalb oder ringsumher ist, wird durch den Schall der Posaune bezeichnet; ebenso auch bei Sach.9/14: "Jehovah wird über ihnen erscheinen, und wie ein Blitz wird Sein Pfeil fliegen, und der Herr Jehovah wird in die Posaune stoßen, und wird auf den Stürmen des Mittags einherfahren". Ps.47/6: "Gott fährt empor mit Jubelklang, Jehovah mit Posaunenschall": Jubelklang für das Wahre des geistig Guten, Posaunenschall für das Wahre des himmlisch Guten. Das göttlich Wahre, das durch den Himmel hindurch geht, wird auch verstanden unter den "Posaunen, welche die Engel bliesen": Joh.Offenb.8/2,6-8,12,13; 9/14; auch wurde das göttlich Wahre aus dem Himmel vorgebildet durch "die sieben Posaunen, welche die sieben Priester bliesen vor der Lade oder vor Jehovah, als die Mauern Jerichos fielen": Jos. Kapitel 6; ferner durch die Posaunen, in welche die dreihundert Männer stießen, die bei Gideon waren um das Lager Midians, des Amalekiters, und der Söhne des Ostens": Richt. Kapitel 7: die Posaunen brachten diese Wirkung hervor, weil sie das göttlich Wahre im Himmel vorbildeten, das so beschaffen ist, daß es die Guten vervollkommnet und die Bösen zerstört. Die Guten vervollkommnet es, weil sie das göttlich Gute, das im Wahren ist, aufnehmen, die Bösen aber zerstört es, weil sie das göttlich Gute, das darin ist, nicht aufnehmen. Die Mauern Jerichos bedeuteten das Falsche, welches das Böse verteidigt, und Midian, Amalek und die Söhne des Ostens, um deren Lager die dreihundert Männer Gideons die Posaunen bliesen, bedeuteten diejenigen, die im Bösen waren und aus diesem im Falschen. 8816. "Da erbebte das ganze Volk, das im Lager war", 2. Mose 19/16, bedeutet das heilige Erzittern bei denen, die aufnehmen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von erbeben, insofern es ein heiliges Zittern (oder Schaudern) bezeichnet; und aus der Bedeutung des Volkes, das in dem Lager war, insofern es diejenigen bezeichnet, die das göttlich Wahre aufnehmen sollen. Im Worte wird hie und da gesagt, wenn Jehovah hinabfahre, dann erzittere die Erde, und die Berge zerflössen, z.B. Ps.47/18,19; 97/4,5; 104/32, und anderwärts, und dadurch wird die Erschütterung aller bei der göttlichen Gegenwart bezeichnet, denn das Göttliche ist so, daß niemand es aushält, wenn es nicht in eine Art von Wolke (gehüllt), und so der Aufnahme angepaßt ist, denn es ist wie das Feuer in der Sonne, das den, der nackt hineinfiele, augenblicklich verzehren würde. Die Aufnahme verhält sich aber je nach dem Guten bei einem jeden, diejenigen, die im Guten sind, erzittern zwar bei der Gegenwart des Göttlichen, dies ist jedoch ein heiliges Erbeben, das der Aufnahme vorangeht. Hingegen diejenigen, die im Bösen sind, geraten bei der göttlichen Gegenwart in Schrecken, und fliehen deshalb, dann hüllen sie sich in ihr Falsches, wie in eine dunkle Wolke, und verbergen sich. Dies wird bezeichnet durch die Felsenhöhlen, in die sie sich dann zurückziehen. Hieraus kann man erkennen, was bezeichnet wird durch "es erbebte das ganze Volk, das im Lager war". 8817. "Und Mose ließ das Volk herausgehen, Gott entgegen aus dem Lager", 2. Mose 19/17, bedeutet die Macht des Wahren vom Göttlichen, um sie zu bereiten, damit sie das Göttliche im Guten, das sie hatten, aufnehmen konnten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Volk hinausgehen lassen Gott entgegen", insofern es die Macht bezeichnet, sie zu bereiten das Göttliche aufzunehmen, denn es wird im Folgenden von dem Gesetze gehandelt, das auf dem Berge Sinai verkündigt wurde, und dieses (Gesetz) ist das Göttliche, das sie aufnehmen sollten, denn das Gesetz ist das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten. Daher kommt es, daß "hinausgehen lassen Ihm entgegen" die Macht bezeichnet, sie vorzubereiten zur Aufnahme vermittelst des Wahren vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird: Nr. 8760, 8787, 8805. 8818. "Und sie stellten sich an den Fuß des Berges", 2. Mose 19/17, bedeutet fern vom Guten der himmlischen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er den Himmel bezeichnet, und somit auch das göttlich Gute, das vereinigt ist mit dem göttlich Wahren daselbst, worüber Nr. 8805; und aus der Bedeutung von "sich an den Fuß stellen", insofern es soviel ist als fern oder entfernt von demselben. Es wird hier im inneren historischen Sinn das israelitische Volk verstanden, welches ohne das Gute der himmlischen Liebe war (man sehe Nr. 8788, 8806), und darum weit davon entfernt war. Deshalb wird auch weiter unten gesagt, daß Mose das Volk und auch die Priester beschwor, die Schranken nicht zu durchbrechen und den Berg nicht zu berühren, damit sie nicht sterben möchten: 2. Mose 19/21,22,24,25. Aber im inneren Sinn, in dem von den Angehörigen der geistigen Kirche gehandelt wird, wird dadurch, daß sie sich unten am Berg aufstellten, bezeichnet, daß es nicht erlaubt sei, aus Selbstvertrauen zu einem höheren Himmel hinaufzusteigen, und daß sie sterben würden, wenn sie hinaufstiegen, worüber Nr. 8794, 8797. 8819. "Und der ganze Berg Sinai rauchte", 2. Mose 19/18, bedeutet die Erscheinung des himmlisch Guten im größten Dunkel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er das himmlisch Gute bezeichnet, wie Nr. 8818, und aus der Bedeutung von rauchen, insofern es die Erscheinung im Dunkeln bezeichnet. Unter dem Dunklen wird das Dunkle des Glaubens verstanden, wie es bei denen beschaffen ist, die der geistigen Kirche angehören, im Vergleich mit denen, die der himmlischen Kirche angehören: Nr. 2708, 2715, 2718, 2831, 2935, 2937, 3241, 3833, 6289. Unter dem größten Dunkel, das dadurch bezeichnet wird, daß der ganze Berg Sinai rauchte, und durch das, was etwas weiter unten gesagt wird, daß Rauch aufstieg wie der Rauch aus einem Ofen, wird das Dunkel verstanden, in dem das israelitische Volk war, vor dem die Erscheinung stattfand; denn Jehovah oder der Herr erscheint einem jeden nach seiner Beschaffenheit: Nr. 8788, 8814; somit als die Liebe und als das Licht des Wahren denen, die im Guten sind, hingegen als ein Feind und Rächer denen, die im Bösen sind. Daß Er dem israelitischen Volke so erschien, erhellt auch aus anderen Stellen: 2. Mose 24/16,17: "Der Anblick der Herrlichkeit Jehovahs war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges, vor den Augen der Söhne Israels". 5. Mose 4/11,12; 5/19: "Ihr tratet hinzu und standet unten am Berge, und der Berg brannte im Feuer bis hoch in den Himmel, Dunkel und Wolken und Finsternis, und Jehovah redete zu euch aus der Mitte des Feuers". 5. Mose 5/20-22: "Und es geschah, als ihr die Stimme hörtet aus der Mitte des Dunkels, und der Berg im Feuer brannte, da tratet ihr zu mir und sprachet: Warum sollen wir sterben, denn dieses große Feuer wird uns zerstören; wenn wir noch weiter hören die Stimme Jehovahs, unseres Gottes, so werden wir sterben". Daß die Sache sich so verhält, kommt daher, daß niemand Gott auf andere Weise sehen kann, als dem Zustand gemäß, in dem er sich befindet, wer z.B. im Hasse ist, sieht Ihn aus dem Hasse, wer in der Unbarmherzigkeit, sieht Ihn in Unbarmherzigkeit, und umgekehrt: wer in der Liebtätigkeit und Barmherzigkeit ist, sieht Ihn aus diesem (Zustand) heraus, und so auch in diesem. Es verhält sich dies wie die Lichtstrahlen, die, wenn sie in häßliche Formen fallen, in häßliche Farben verkehrt werden, dagegen, wenn sie in schöne Formen fallen, in schöne Farben verwandelt werden. Daß der Rauch das Dunkle des Wahren und auch das Finstere des Falschen bezeichnet, erhellt bei Jes.9/17,18; 34/9,10; Joel 3/3,4; Hos.13/1,3; Joh.Offenb.9/17,18; 18/2,18; 19/3. 8820. "Um deswillen, daß Jehovah auf denselben herabstieg im Feuer", 2. Mose 19/18, bedeutet, weil das Göttliche daselbst in der himmlischen Liebe (war). Dies erhellt aus der Bedeutung des Feuers, in dem Jehovah (herabstieg), insofern es die himmlische göttliche Liebe bezeichnet. Daß das Feuer die Liebe bedeutet, sehe man Nr. 934, 4906, 5071 E, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, hier die himmlische göttliche Liebe, d.h. die göttliche Liebe, so wie sie in dem Himmel ist, in dem die himmlischen Engel sind. 8821. "Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens", 2. Mose 19/18, bedeutet ein Dunkel wie das Dunkel aus den Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauches, insofern er das Dunkel bezeichnet, worüber Nr. 8819, und aus der Bedeutung des Ofens, insofern er die Begierde bezeichnet, worüber Nr. 7519. Warum aber der Herr, während Er in der himmlischen Liebe war, den Söhnen Israels so erschien, sehe man Nr. 8819, ferner 1861 E, 6832. 8822. "Und der ganze Berg erbebte sehr", 2. Mose 19/18, bedeutet die Erschütterung des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung von erbeben, insofern es eine Erschütterung ausdrückt, und aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 8805. Daß bei der Gegenwart des Herrn eine Erschütterung stattfindet, sehe man Nr. 8816. 8823. "Und der Posaunenschall wurde immer stärker", 2. Mose 19/19, bedeutet das allgemeine der Offenbarung durch den Engelshimmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Posaunenschalles, insofern er das himmlische oder den Engeln angemessene Wahre bezeichnet, das mit dem Göttlichen verbunden ist, worüber Nr. 8815, somit eine allgemeine Offenbarung, denn das göttlich Wahre ist die Offenbarung, und das, welches vermittelst des Himmels geoffenbart wird, ist das Allgemeine im Verhältnis zum göttlich Wahren selbst im Himmel; es ist nämlich außerhalb oder ringsumher: Nr. 8815, und was ringsumher und außerhalb ist, das ist allgemein im Verhältnis zu dem, was in der Mitte oder innerhalb ist. Und aus der Bedeutung von "immer stärker werden", insofern es die Zunahme desselben bezeichnet, denn es verhält sich dies wie ein Schall oder Ton, der in der Höhe, wo eine reinere Atmosphäre ist, leise tönt, aber wenn er in die untere Region herabkommt, wo die Atmosphäre dichter ist, stärker und volltönender wird. So das göttlich Wahre und das göttlich Gute; diese sind in der höchsten Region ruhig und ohne alles Getöse, wenn sie sich aber in die untere Region hinabsenken, werden sie stufenweise unruhiger und endlich geräuschvoll. Dies wurde auch vom Herrn dem Elias gezeigt, als er auf dem Horeb war: 1.Kön.19/11,12: "Gehe hinaus und stell dich auf den Berg vor Jehovah, und siehe, Jehovah ging vorüber. Und ein großer starker Wind, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach, ging vor Jehovah her; aber Jehovah war nicht im Winde, und nach dem Winde kam ein Erdbeben, aber Jehovah war nicht im Erdbeben, und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, aber Jehovah war nicht im Feuer. Endlich nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Säuseln". 8824. "Mose redet und Gott antwortet ihm mit (lauter) Stimme", 2. Mose 19/19, bedeutet, durch den Einfluß des Wahren vom Göttlichen, in dem das Göttliche Selbst war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 8760, 8787, 8805; aus der Bedeutung von reden, insofern es den Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 5797, 7270, 8128, und aus der Bedeutung von antworten mit (lauter) Stimme, insofern es das innere göttlich Wahre bezeichnet. Diese Bedeutung hat ihren Grund darin, daß die göttlichen Antworten Wahrheiten sind, denen das Göttliche Selbst innewohnt. 8825. Vers 20-25: Und Jehovah stieg hinab auf den Berg Sinai, auf den Gipfel des Berges, und Jehovah rief Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf. Und Jehovah sprach zu Mose: Steige hinab, warne das Volk, daß sie nicht durchbrechen zu Jehovah, um zu sehen, und viele von ihnen fallen. Und auch die Priester, die hinzutreten zu Jehovah, sollen sich heiligen, damit Jehovah sie nicht zerschmettere. Und Mose sprach zu Jehovah: das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn Du hast uns gewarnt und gesprochen: Mache Schranken um den Berg und heilige ihn. Und Jehovah sprach zu ihm: Gehe, steige hinab; aber du und Aharon mit dir sollt heraufsteigen, und die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu Jehovah, damit Er sie nicht zerschmettere. Und Mose stieg hinab zum Volk und sprach mit ihnen. "Und Jehovah stieg hinab auf den Berg Sinai" bedeutet die Gegenwart des Herrn im Himmel; "auf den Gipfel des Berges" bedeutet im Innersten; "und Jehovah rief Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf" bedeutet die Verbindung des Wahren vom Göttlichen daselbst; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Ermahnung vom Göttlichen; "steige hinab, warne das Volk, daß sie nicht durchbrechen zu Jehovah, um zu sehen" bedeutet, damit nicht diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, begehren in den Himmel (zu kommen), wo das himmlisch Göttliche ist; "und viele von ihnen fallen" bedeutet, daß sie dadurch zugrunde gehen würden; "und auch die Priester, die hinzutreten zu Jehovah, sollen sich heiligen" bedeutet diejenigen, die im geistig Guten sind, in dem das Göttliche ist, sollen bedeckt werden; "damit Jehovah sie nicht zerschmettere" bedeutet, daß nicht dadurch eine Lostrennung vom Guten (entstehe); "und Mose sprach zu Jehovah" bedeutet das Denken des Wahren vom Göttlichen; "das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen" bedeutet, daß sie sich nicht bis zum himmlischen Reich erheben können; "denn Du hast uns gewarnt" bedeutet, weil es vom Göttlichen verboten sei; "und gesprochen: Mache Schranken um den Berg" bedeutet, dadurch, daß die geistige Sphäre des Guten nach unten aufhöre; "und heilige ihn" bedeutet, daß sie dadurch vom Göttlichen abgehalten werden sollten; "und Jehovah sprach zu ihm" bedeutet, daß dennoch eine Ermahnung stattfinde; "gehe, steige hinab" bedeutet den Einfluß; "aber du und Aharon mit dir sollt heraufsteigen" bedeutet die Verbindung mit dem inneren und äußeren Wahren vom Göttlichen; "und die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu Jehovah" bedeutet, die im geistig Guten und Wahren sind, sollen nicht begehren in den himmlischen Himmel (einzudringen); "damit Er sie nicht zerschmettere" bedeutet die Lostrennung vom Wahren und Guten; "und Mose stieg hinab zum Volk" bedeutet den Einfluß des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen; "und sprach mit ihnen" bedeutet, hierdurch habe eine Ermahnung (stattgefunden). 8826. "Und Jehovah stieg hinab auf den Berg Sinai", 2. Mose 19/20, bedeutet, die Gegenwart des Herrn im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 8805, daher bedeutet auf den Berg hinabsteigen die Gegenwart daselbst. Daß es die Gegenwart des Herrn bedeutet kommt daher, daß Jehovah im Worte der Herr ist. 8827. "Auf den Gipfel des Berges", 2. Mose 19/20, bedeutet, im Innersten, nämlich des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges, insofern er den Himmel bezeichnet, wie Nr. 8826. Daß der Gipfel des Berges den innersten Himmel bedeutet kommt daher, daß der Gipfel das Höchste desselben ist und das Höchste (zugleich) das Innerste: Nr. 1735, 2148, 4210, 4599, 8153. Es gibt drei Himmel, nämlich den untersten, welcher der erste genannt wird, den mittleren, welcher der zweite heißt, und den innersten, welcher der dritte genannt wird. In diesem Himmel ist mehr Göttliches als in den beiden unteren, denn hier sind sie (d.h. die Engel) unter dem unmittelbaren Blick des Herrn, weil diejenigen, die sich hier befinden, in der Liebe zum Herrn und daher mehr als die anderen im Frieden und in der Unschuld sind. Die Engel daselbst werden himmlische Engel genannt und die Engel des zweiten Himmels geistige Engel. Deshalb wird das Göttliche in jenem Himmel das himmlisch Göttliche, aber das Göttliche in diesem das geistig Göttliche genannt. Hieraus kann man erkennen, was es bedeutet, daß Jehovah auf den Gipfel des Berges hinabstieg. 8828. "und Jehovah rief Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf", 2. Mose 19/20, bedeutet die Verbindung des Wahren vom Göttlichen daselbst. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8760, 8761 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. Hier wird die Verbindung mit dem himmlisch Göttlichen bezeichnet, d.h. mit dem Göttlichen des innersten Himmels. 8829. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 19/21, bedeutet die Ermahnung vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende in sich schließt, das eine Ermahnung ist, daß sie die Schranken, die um den Berg gezogen waren, nicht durchbrechen sollten. 8830. "Steige hinab, warne das Volk, daß sie nicht durchbrechen zu Jehovah, um zu sehen", 2. Mose 19/21, bedeutet, damit nicht diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, begehren, in den Himmel (zu dringen), wo das himmlisch Göttliche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von gewarnt werden, insofern es eine Ermahnung bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon öfter. Aus der Bedeutung von durchbrechen, nämlich die Schranken, insofern es heißt begehren, in den höheren Himmel (einzudringen); und aus der Bedeutung von "Jehovah zu sehen", insofern es ausdrückt, um das Göttliche inne zu werden, denn unter Jehovah auf dem Gipfel des Berges wird das Göttliche im innersten Himmel verstanden, welcher der himmlische Himmel heißt: Nr. 8827. Und unter sehen wird das Innewerden verstanden: Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400. 8831. "Und viele von ihnen fallen", 2. Mose 19/21, bedeutet, daß sie dadurch zugrunde gehen würden. Dies erhellt ohne Erklärung. 8832. "Und auch die Priester, die hinzutreten zu Jehovah, sollen sich heiligen", 2. Mose 19/22, bedeutet diejenigen, die im geistig Guten sind, in dem das Göttliche ist, sollen bedeckt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Priester, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber Nr. 1728, 2015 E, 6148; hier das geistig Gute, weil durch die Söhne Israels, deren Priester es waren, die Angehörigen der geistigen Kirche vorgebildet wurden, somit die, welche im Guten durch das Wahre und im Wahren aus dem Guten waren: Nr. 7957, 8234. Aus der Bedeutung von hinzutreten vor Jehovah, wenn es von den Priestern (gesagt wird), durch die das Gute bezeichnet wird, insofern es ausdrückt (zu dem nahen), in dem das Göttliche ist; und aus der Bedeutung von "geheiligt werden", insofern es soviel ist als bedeckt (oder geschützt) werden in Ansehung des Inneren, worüber Nr. 8788, 8806. HG 8833 8833. "Damit Jehovah sie nicht zerschmettere", 2. Mose 19/22, bedeutet, daß nicht dadurch eine Lostrennung vom Guten eintrete. Dies erhellt aus der Bedeutung von zerschmettern (oder einen Riß) machen, insofern es die Trennung des Wahren vom Guten bezeichnet, worüber Nr. 4926. hier die Lostrennung vom Guten, weil es von den Priestern gesagt wird, durch die das Gute bezeichnet wird: Nr. 8832. 8834. "Und Mose sprach zu Jehovah", 2. Mose 19/23, bedeutet das Denken des Wahren vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es aus dem Wahren vom Göttlichen (geschieht), das durch Mose vorbildlich dargestellt wird, insofern es ein Denken bezeichnet, wie auch Nr. 3395, 7107, 7244, 7937. Es wird gesagt, das Denken des Wahren vom Göttlichen, und darunter verstanden das Denken dessen, was das Wahre vom Göttlichen vorbildet. Die Ursache, warum so gesagt wird, liegt auch darin, daß das Wahre beim Menschen denkt und der Mensch, in dem der Gedanke ist, vermittelst des Wahren denkt; denn der Herr fließt durch das Gute in das Wahre ein und gibt dadurch dem Menschen Leben. Dies Leben erscheint im Menschen als sein eigenes, es ist aber Eigentum des Herrn im Wahren aus dem Guten bei ihm. Weil es sich so verhält, reden die Engel auf diese Weise, denn sie schreiben das Denken, abgesehen von der Person, dem Wahren aus dem Guten zu. Hieraus erhellt, wie die Engelsrede beschaffen ist und daß es eine Rede voller Weisheit ist. 8835. "Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen", 2. Mose 19/23, bedeutet, daß sie sich nicht zum himmlischen Reich erheben können. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes oder der Söhne Israels, insofern sie die bezeichnen, die dem geistigen Reich angehören; aus der Bedeutung von hinaufsteigen, insofern es heißt sich erheben; und aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er das himmlische Reich bezeichnet, worüber Nr. 8794, 8797. 8836. "Denn Du hast uns gewarnt", 2. Mose 19/23, bedeutet, weil es vom Göttlichen verboten sei. Dies erhellt ohne Erklärung. 8837. "Und gesprochen: Mache Schranken um den Berg", 2. Mose 19/23, bedeutet, dadurch, daß die geistige Sphäre nach unten aufhöre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Schranken um den Berg machen", insofern es bezeichnet, daß die Ausbreitung in den Himmel nicht über die geistigen Sphären des Guten hinausgehe, worüber Nr. 8794-8797. 8838. "Und heilige ihn", 2. Mose 19/23, bedeutet, daß sie dadurch vom Göttlichen abgehalten werden sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es heißt das Innere umhüllen, damit das Äußere im Heiligen erscheinen könne, worüber Nr. 8788, 8806, somit auch vom Göttlichen abgehalten werden, damit man nicht verletzt werde, denn wenn (das Innere) nicht umhüllt würde, so würde das Göttliche hineindringen und es zerstören; denn die Göttliche Gegenwart ist wie ein verzehrendes Feuer für die, welche nicht umhüllt (oder bedeckt) sind. Daher kommt es, daß selbst die Engel von einer Wolke umhüllt sind: Nr. 6849. Hieraus kann man erkennen, was unter verhüllt werden verstanden wird; daß aber durch geheiligt werden dieses bezeichnet wird, kommt daher, daß sie, (nämlich die Menschen), im Heiligen erscheinen können, wenn sie umhüllt sind, denn dann kann das Göttliche einfließen, und den Zustand des Guten und die Form des Wahren in ihnen herstellen, was ohne Umhüllung nicht geschehen könnte. 8839. "Und Jehovah sprach zu ihm", 2. Mose 19/24, bedeutet, daß dennoch eine Ermahnung stattfinde. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah zu Mose (gesagt wird), daß er das Volk warnen solle, nicht durchzubrechen, um Ihn zu sehen, insofern es eine Ermahnung ist. Es wird gesagt, die Ermahnung solle dennoch stattfinden, weil Moses sagte, sie seien in dieser Beziehung schon ermahnt worden, und daß verboten sei, es zu tun. 8840. "Gehe, steige hinab", 2. Mose 19/24, bedeutet den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen und zum Volke hinabsteigen, um es zu ermahnen, wenn (es gesagt wird) vom Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird, insofern es einen Einfluß bedeutet, nämlich des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen. 8841. "Aber du und Aharon mit dir sollt heraufsteigen", 2. Mose 19/24, bedeutet die Verbindung mit dem inneren und äußeren Wahren vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von heraufsteigen, nämlich zu Jehovah, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 8760; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Mose und Aharon, insofern sie das innere und äußere Wahre vom Göttlichen darstellen, Mose das innere und Aharon das äußere, worüber Nr. 7089, 7382. 8842. "Und die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu Jehovah", 2. Mose 19/24, bedeutet, die im geistig Guten und Wahren sind, sollen nicht begehren in den himmlischen Himmel einzudringen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8830, 8832 gesagt worden ist, wo die gleichen Worte. 8843. "Damit Er sie nicht zerschmettere", 2. Mose 19/24, bedeutet die Lostrennung vom Wahren und Guten, wie Nr. 8833; hier auch vom Wahren, weil es auch vom Volke gesagt wird. 8844. "Und Mose stieg hinab zum Volk", 2. Mose 19/25, bedeutet den Einfluß des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen, wie Nr. 8840. 8845. "Und sprach mit ihnen", 2. Mose 19/24, bedeutet, hierdurch habe eine Ermahnung stattgefunden; wie Nr. 8839.   Nr. 8846 - 8858 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 18. Kapitel 1. Und Jethro, der Priester Midians, der Schwiegervater Moses, hörte alles, was Gott an Mose und an Israel, seinem Volke, getan hatte, und daß Jehovah Israel aus Ägypten geführt hatte. 2. Da nahm Jethro, der Schwiegervater Moses, Zippora, die Frau des Mose, nach ihrer Entlassung, 3. Und ihre beiden Söhne, von denen der eine den Namen Gersom hatte; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande. 4. Und der Name des anderen war Elieser; denn der Gott meines Vaters (sprach er) war meine Hilfe und errettete mich von dem Schwerte Pharaos. 5. Und es kam Jethro, der Schwiegervater Moses, und seine Söhne und seine Frau zu Mose in die Wüste, wo er sich gelagert hatte, an den Berg Gottes. 6. Und er sprach zu Mose: Ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir, und deine Frau, und ihre beiden Söhne mit ihr. 7. Da ging Moses hinaus seinem Schwiegervater entgegen und neigte sich vor ihm und küßte ihn; und sie fragten einander um ihr Wohlbefinden (oder Frieden) und kamen in das Zelt. 8. Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was Jehovah getan hatte an Pharao und an den Ägyptern um Israels willen, alle Mühseligkeit, die ihnen auf dem Wege begegnet war, und daß Jehovah sie errettet hatte. 9. Und Jethro freute sich über all das Gute, das Jehovah an Israel getan hatte, indem er es errettete aus der Hand der Ägypter. 10. Und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehovah, der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand Pharaos, der Sein Volk gerettet hat aus der Hand der Ägypter. 11. Nun weiß ich, daß Jehovah größer als alle Götter sich erwiesen hat, darum, daß jene (die Ägypter) gefrevelt haben gegen sie (d.h. gegen die Israeliten). 12. Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm Brandopfer und Schlachtopfer (und brachte sie) Gott dar; und Aharon und alle Ältesten Israels kamen, um das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses vor Gott. 13. Und es geschah des anderen Morgens, da saß Moses, um das Volk zu richten, und das Volk stand vor Mose vom Morgen bis zum Abend. 14. Und der Schwiegervater des Mose sah alles, was dieser dem Volke tat, und sprach: Was ist es, das du dem Volke tust? Warum sitzest du allein, und das ganze Volk steht vor dir vom Morgen bis zum Abend? 15. Und Moses sprach zu seinem Schwiegervater: Das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen. 16. Wenn unter ihnen eine Sache ist, kommt es zu mir, und ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten und zeige ihnen die Rechte Gottes und Sein Gesetz. 17. Und es sprach der Schwiegervater Moses zu ihm: Die Sache, die du tust, ist nicht gut. 18. Du ermüdest dich selbst und auch das Volk, das bei dir ist; denn das Werk ist zu schwer, du kannst es nicht allein ausrichten. 19. So höre nun auf meine Stimme: Ich will dir raten, und Gott möge mit dir sein; komme für das Volk vor Gott und bringe die Sachen vor Gott. 20. Und lehre sie die Satzungen und Gesetze, und tue ihnen den Weg kund, den sie gehen sollen, und das Werk, das sie tun sollen. 21. Du aber ersehe dir aus dem ganzen Volke tüchtige Männer, die Gott fürchten, Männer der Wahrheit, die eigenen Gewinn hassen, und setze sie über sie als Oberste über tausend, als Oberste über hundert, als Oberste über fünfzig und als Oberste über zehn. 22. Und sie sollen das Volk richten zu jeder Zeit, und es soll geschehen, alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen und alle geringen Sachen sollen sie richten, so wirst du es dir erleichtern und sie tragen mit dir. 23. Wenn du dieses tust und Gott dir befehlen wird, so kannst du bestehen; und auch dieses ganze Volk wird an seinen Ort kommen im Frieden. 24. Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters, und tat alles, was er gesagt hatte. 25. Und Moses erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, zu Obersten über tausend, zu Obersten über hundert, zu Obersten über fünfzig und zu Obersten über zehn. 26. Daß sie das Volk richteten zu jeder Zeit, die schwierige Sache vor Mose brächten und alle geringen Sachen selbst richteten. 27. Und Moses entließ seinen Schwiegervater, und derselbe begab sich in sein Land.   Inhalt 8641. Im inneren Sinn wird in diesem Kapitel von den Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung, von der ersten bis zur letzten gehandelt, und daß sie vom göttlich Guten geordnet werden. Das Wahre im ersten Grad wird durch Mose vorbildlich dargestellt; darauf die Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung durch die Obersten über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn; und das göttlich Gute, von dem diese Ordnung ausgeht, wird durch Jethro, den Schwiegervater Moses, vorgebildet.   Innerer Sinn 8642. Vers 1-5: Und Jethro, der Priester Midians, der Schwiegervater Moses, hörte alles, was Gott an Mose und an Israel, seinem Volke, getan hatte, und daß Jehovah Israel aus Ägypten geführt hatte. Da nahm Jethro, der Schwiegervater Moses, Zippora, die Frau des Mose, nach ihrer Entlassung, und ihre beiden Söhne, von denen der eine den Namen Gersom hatte; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande. Und der Name des anderen war Elieser; denn der Gott meines Vaters (sprach er) war meine Hilfe und errettete mich von dem Schwerte Pharaos. Und es kam Jethro, der Schwiegervater Moses, und seine Söhne und seine Frau zu Mose in die Wüste, wo er sich gelagert hatte, an den Berg Gottes. "Und Jethro, der Priester Midians, der Schwiegervater Moses, hörte" bedeutet das göttlich Gute; der Schwiegervater Moses, bedeutet dasjenige, durch welches das Gute mit dem göttlich Wahren verbunden wurde; "alles was Gott an Mose und an Israel, seinem Volke, getan hatte" bedeutet das Innewerden der Dinge, die an denen geschahen, die dem geistigen Reich des Herrn angehörten; "und daß Jehovah Israel aus Ägypten geführt hatte" bedeutet, daß sie vom Herrn aus den Anfechtungen befreit wurden; "da nahm Jethro, der Schwiegervater Moses, Zippora, die Frau des Mose" bedeutet das Gute, das vom Göttlichen verbunden wurde mit dem göttlich Wahren; "nach ihrer Entlassung" bedeutet die bisherige Trennung in Beziehung auf den Zustand derer, die der geistigen Kirche angehörten; "und ihre beiden Söhne" bedeutet das Gute des Wahren; "von denen der eine den Namen Gersom hatte; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande" bedeutet die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren bei denen, die außerhalb der Kirche sind; "und der Name des anderen war Elieser" bedeutet die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren bei denen, die innerhalb der Kirche sind; "denn der Gott meines Vaters (sprach er) war meine Hilfe" bedeutet die Barmherzigkeit und Gegenwart des Herrn in der Kirche; "und errettete mich von dem Schwerte Pharaos" bedeutet die Befreiung vom Falschen derer, die anfochten; "und es kam Jethro, der Schwiegervater Moses" bedeutet das göttlich Gute; "und seine Söhne" bedeutet das Gute des Wahren; "und seine Frau" bedeutet das mit dem göttlich Wahren verbundene Gute; "zu Mose in die Wüste" bedeutet die Verbindung in dem Zustand vor der Wiedergeburt, als Versuchungen stattfanden; "wo er sich gelagert hatte, an den Berg Gottes" bedeutet, neben dem Guten des Wahren. 8643. "Und Jethro, der Priester Midians, hörte", 2. Mose 18/1, bedeutet das göttlich Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, des Priesters Midians, insofern er das Gute der Kirche darstellt, die im Wahren des einfachen Guten ist, worüber Nr. 7015; hier aber bezeichnet er das göttlich Gute, weil Moses, dessen Schwiegervater er war, das göttlich Wahre vorbildlich darstellte; denn wenn der Schwiegersohn das Wahre vorbildet, dann bildet der Schwiegervater das Gute in einem höheren Grade vor, denn er ist Vater seines Weibes. Daß das göttlich Gute hier durch Jethro vorgebildet wird, kommt daher, weil in diesem Kapitel gehandelt wird von der Anordnung der Wahrheiten beim Menschen der geistigen Kirche, die aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre entsteht, denn alle Anordnung geschieht vom Guten durch das Wahre. Diese Ordnung findet beim Menschen der geistigen Kirche statt, wenn er anfängt, nicht mehr aus dem Wahren, sondern aus dem Guten zu handeln; denn dieser Zustand ist sein zweiter Zustand, der eintritt, nachdem er Versuchungen erlitten hat; denn wenn er aus dem Wahren handelt, dann wird er versucht zu dem Zweck, damit die Wahrheiten bei ihm befestigt werden; wenn diese befestigt sind, dann werden sie vom Herrn in Ordnung gebracht, und wenn sie in Ordnung gebracht sind, dann tritt er in den zweiten Zustand ein, der darin besteht, daß er die Wahrheiten will und sie tut; dadurch werden sie Sache des Lebens und heißen Gutes. Über diese Anordnung im Folgenden. 8644. "Der Schwiegervater Moses", 2. Mose 18/1, bedeutet dasjenige, wodurch das Gute verbunden ist mit dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwiegervaters, insofern er das Gute bezeichnet, aus dem das Gute stammt, das mit dem Wahren verbunden ist, worüber Nr. 6827; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 6752, 6771, 7010, 7014, 7382; der Schwiegervater bedeutet aber das Gute, aus dem das mit dem Wahren verbundene Gute stammt, weil die Frau das Gute bedeutet, wenn der Mann das Wahre bedeutet: Nr. 2517, 4510, 4823. Weil in dem Folgenden gehandelt wird von der Verbindung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren, damit dadurch eine Anordnung stattfinde bei dem Menschen der Kirche, so muß man wissen, daß ein Unterschied ist zwischen dem göttlich Guten und dem göttlich Wahren, daß nämlich das göttlich Gute im Herrn ist und das göttlich Wahre vom Herrn. Diese beiden verhalten sich wie das Feuer der Sonne und das Licht aus ihr. Das Feuer ist in der Sonne und das Licht von der Sonne; in diesem ist kein Feuer, sondern Wärme. Der Herr ist auch wirklich im anderen Leben die Sonne und auch das Licht. Innerhalb der Sonne daselbst, die Er selber ist, ist das göttliche Feuer, welches das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist; von dieser Sonne kommt das göttliche Licht, welches das göttlich Wahre vom göttlich Guten ist. In diesem göttlich Wahren ist auch das göttlich Gute, doch nicht so, wie es in der Sonne ist, sondern es ist für die Aufnahme im Himmel eingerichtet, (d.i. gemäßigt); denn wenn es nicht für die Aufnahme eingerichtet wäre, könnte der Himmel nicht bestehen. Kein Engel könnte die Flamme aus der göttlichen Liebe ertragen; er würde augenblicklich verzehrt werden, wie wenn die Flamme der Weltsonne unmittelbar den Menschen berührte. Wie aber das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn für die Aufnahme eingerichtet wird, kann von niemandem erkannt werden, nicht einmal von den Engeln im Himmel, weil es eine Einrichtung oder Anpassung des Unendlichen für das Endliche ist; und das Unendliche ist so beschaffen, daß es allen Verstand des Endlichen übersteigt und zwar so weit, daß, wenn der Verstand des Endlichen seinen Blick darauf richten will, dieser wie in eine Tiefe des Meeres fällt und untergeht. Daß der Herr die Sonne im Himmel ist, und daß die Sonne daselbst das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe ist und das Licht aus derselben das göttlich Wahre, aus dem die Einsicht stammt, sehe man Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3094, 3138, 3190, 3195, 3222, 3223, 3225, 3339, 3341, 3636, 3643, 3993, 4180, 4302, 4408, 4409, 4415, 4523, 4533, 4696, 7083, 7071, 7114, 7270, 8197. 8645. "Alles was Gott an Mose und an Israel, seinem Volke, getan hatte", 2. Mose 18/1, bedeutet das Innewerden der Dinge, die an denen geschehen waren, die dem geistigen Reich des Herrn angehörten. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, nämlich alles, was Gott getan hatte, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 5017, 8361; aus der Bedeutung von "alles, was Gott getan hatte", insofern es bezeichnet, was vom Göttlichen geschehen ist, und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, das hier Mose und das Volk ist, an dem Er das alles getan hatte, insofern es diejenigen bezeichnet, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; denn Mose bildet zugleich mit dem Volk dieses Reich vor: Mose als das Haupt und das Volk als das, was dem Haupt unterworfen ist; somit bildet Mose auch den Herrn vor in Ansehung des göttlich Wahren; denn aus diesem ist das geistige Reich. 8646. "Und daß Jehovah Israel aus Ägypten geführt hatte", 2. Mose 18/1, bedeutet, daß sie vom Herrn aus den Anfechtungen befreit wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausführen, insofern es soviel ist als befreien; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es diejenigen bezeichnet, die dem geistigen Reich angehören, wie Nr. 8645; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die Anfechtungen vom Falschen bezeichnet, worüber Nr. 7278. Ägypten bedeutet die Anfechtungen, weil durch die Ägypter und Pharao diejenigen bezeichnet werden, die durch Falsches im anderen Leben die Angehörigen der geistigen Kirche anfochten: Nr. 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317, 8148. 8647. "Da nahm Jethro, der Schwiegervater Moses, Zippora, die Frau des Mose", 2. Mose 18/2, bedeutet das Gute, das vom Göttlichen verbunden war mit dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, des Schwiegervaters Moses, insofern er das göttlich Gute bezeichnet, von dem das Gute stammt, das mit dem Wahren verbunden ist, hier das göttlich Wahre, das durch Mose vorgebildet wird, worüber Nr. 8643, 8644. Aus der vorbildlichen Bedeutung Zipporas, der Frau Moses, insofern sie das göttlich Gute bezeichnet; denn die Ehen stellen die Verbindung des Guten und Wahren vorbildlich dar. In der himmlischen Kirche stellt der Ehemann das Gute dar und die Ehefrau das Wahre aus demselben; aber in der geistigen Kirche bildet der Mann das Wahre und seine Gattin das Gute vor. Hier die Ehefrau Moses das Gute, weil vom geistigen Reich gehandelt wird; man sehe Nr. 2517, 4510, 4823, 7022. 8648. "Nach ihrer Entlassung", 2. Mose 18/2, bedeutet die bisherige Trennung in Beziehung auf den Zustand derer, die der geistigen Kirche angehörten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Entlassung, insofern sie eine Trennung bezeichnet; daß es in Beziehung auf den Zustand derer ist, die der geistigen Kirche angehörten, kommt daher, daß im ersten Zustand derer, die der geistigen Kirche angehören, das Gute nicht erscheint, sondern nur das Wahre. Wie sich dies verhält, kann man aus dem erkennen, was früher über die beiden Zustände derer, die der geistigen Kirche angehören, gezeigt worden ist, daß nämlich im ersten Zustand aus dem Wahren gehandelt wird, nicht aus dem Guten, im zweiten hingegen aus dem Guten. Im ersten Zustand, wenn aus dem Wahren und nicht aus dem Guten gehandelt wird, ist das Gute gleichsam abwesend, und ist wie eine entlassene Ehefrau. Im zweiten Zustand dagegen, wenn aus dem Guten gehandelt wird, ist das Gute gegenwärtig und wie eine mit ihrem Manne verbundene Ehefrau. Das ist es, was im inneren Sinn unter "nach ihrer Entlassung" verstanden wird. Ferner muß man wissen, daß dieses sich nur auf diejenigen bezieht, die der geistigen Kirche angehören; denn das Wahre, das vom Herrn hervorgeht, ist immer mit seinem Guten verbunden, jedoch im ersten Zustand, der vor der Wiedergeburt ist, wird nicht das Gute, sondern das Wahre aufgenommen, obwohl beides durch den Himmel vom Herrn einfließt. Im anderen Zustand aber, der nach der Wiedergeburt eintritt, wird das mit dem Guten verbundene Wahre aufgenommen. Von dem, was beim Menschen geschieht, wird oft gesagt, es geschehe beim Herrn, weil es so erscheint; ebenso verhält es sich mit vielem anderen, wie z.B. daß der Herr Böses tue, strafe, in die Hölle werfe; dies alles wird vom Herrn gesagt, weil es dem Anschein nach so ist, während doch alles Böse, das dem Menschen geschieht, vom Menschen herkommt. Dergleichen gibt es vieles im Worte, was jedoch für den, der die Schrift aus Neigung zum Wahren und um des praktischen Guten willen erforscht, klar und deutlich ist, weil er vom Herrn erleuchtet wird. 8649. "Und ihre beiden Söhne", 2. Mose 18/3, bedeutet das Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2159, 2623, 3704, 4257; hier das Gute des Wahren. Und weil gesagt wird "die Söhne der Ehefrau", wie aus der Grundsprache deutlich ist, ebenso wie 2. Mose 18/6, darum, weil Ehefrau das mit dem Wahren verbundene Gute bedeutet: Nr. 8647, weshalb durch die Söhne hier das Gute des Wahren bezeichnet wird. Gutes des Wahren sind die Wahrheiten, die Sache des Willens und daher des Lebens geworden sind und den neuen Willen bei dem Menschen der geistigen Kirche bilden. 8650. "Von denen der eine den Namen Gersom hatte; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande", 2. Mose 18/3, bedeutet die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren bei denen, die außerhalb der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und einen Namen nennen, insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421, 6674. Diese Beschaffenheit wird durch die Worte beschrieben, die Moses damals sprach, nämlich: "Ich bin ein Fremdling gewesen in einem fremden Lande". Diese Worte bedeuten das Gute des Wahren bei denen, die außerhalb der Kirche sind, weil durch Fremdling diejenigen bezeichnet werden, die außerhalb der Kirche geboren, aber doch in den kirchlichen Dingen unterrichtet sind. Und durch "ein fremdes Land" wird bezeichnet ein Ort, wo keine Kirche. Daß Fremdling diejenigen bedeutet, die außerhalb der Kirche sich befinden, aber in kirchlichen Dingen unterrichtet sind, sehe man Nr. 1463, 4444, 7908, 8007, 8013. Fremdes Land aber bedeutet, wo keine echte Kirche ist, weil durch Land die Kirche bezeichnet wird: Nr. 662, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577, und durch fremd (ein Land), wo nicht das echte ist, denn die Kirche des Herrn ist über den ganzen Erdkreis zerstreut, also auch bei den Heiden: Nr. 2049, 2284, 2589-2604. Daß auch Mose, als Gersom geboren wurde, außerhalb seiner Kirche war, und bei denen, die im Guten des einfachen Wahren sich befanden, die durch die Midianiter bezeichnet werden, sehe man Nr. 6793-6796. 8651. "Und der Name des anderen war Elieser", 2. Mose 18/4, bedeutet die Beschaffenheit des Guten vom Wahren bei denen, die innerhalb der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und einen Namen nennen, insofern es die Beschaffenheit bezeichnet wie Nr. 8650. Es bedeutet aber die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren, weil die beiden Söhne das Gute des Wahren bedeuten: Nr. 8649; daß es die Beschaffenheit dieses Guten aus dem Wahren bei denen, die innerhalb der Kirche sind, bedeutet, erhellt aus den Worten, die Moses von diesem Sohne sprach, als er geboren wurde, nämlich "der Gott meines Vaters war meine Hilfe, und errettete mich vor dem Schwerte Pharaos" und daraus, daß die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren, das bezeichnet ist durch den Namen des ersten Sohnes oder Gersoms, sich auf diejenigen bezieht, die außerhalb der Kirche sind: Nr. 8650. 8652. "Denn der Gott meines Vaters (sprach er) war meine Hilfe", 2. Mose 18/4, bedeutet die Barmherzigkeit und Gegenwart des Herrn in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaters, insofern er die Kirche bezeichnet in Ansehung des Guten: Nr. 5581, und zwar die Alte Kirche: Nr. 6050, 6075, 6846, und daß der Gott des Vaters das Göttliche der Alten Kirche bezeichnet, das der Herr war: Nr. 6846, 6876, 6884. Ferner aus der Bedeutung der Hilfe, wenn sie vom Herrn gesagt wird, insofern sie die Barmherzigkeit bezeichnet, denn die Hilfe von Ihm beruht auf der Barmherzigkeit und auch auf der Gegenwart; denn wo Aufnahme der Barmherzigkeit ist, da ist Gegenwart, die vorzüglich in der Kirche ist, weil in ihr das Wort ist und durch das Wort die Gegenwart des Herrn. 8653. "Und errettete mich von dem Schwerte Pharaos", 2. Mose 18/4, bedeutet die Befreiung vom Falschen derer, die anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, insofern es das kämpfende Wahre bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn das kämpfende und verwüstende Falsche, worüber Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er diejenigen darstellt, die durch das Falsche im anderen Leben die Redlichen anfochten: Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317. 8654. "Und es kam Jethro, der Schwiegervater Moses", 2. Mose 18/5, bedeutet das göttlich Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung von Jethro und Mose, insofern jener das göttlich Gute und dieser das göttlich Wahre darstellt; und aus der Bedeutung des Schwiegervaters, worüber Nr. 8643, 8644. 8655. "Und seine Söhne", 2. Mose 18/5, bedeutet das Gute des Wahren; man sehe Nr. 8649. 8656. "Und seine Frau", 2. Mose 18/5, bedeutet das Gute, das mit dem göttlich Wahren verbunden ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Ehefrau des Mose, insofern sie das Gute bezeichnet, das vom Göttlichen mit dem göttlich Wahren verbunden ist, worüber Nr. 8647. 8657. "Zu Mose in die Wüste", 2. Mose 18/5, bedeutet die Verbindung in dem Zustand vor der Wiedergeburt, wenn Versuchungen eintreten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu Mose kommen", insofern es eine Verbindung ausdrückt, nämlich des von Jethro vorgebildeten göttlich Guten mit dem von Mose vorgebildeten göttlich Wahren; und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand bezeichnet, in dem Versuchungen zu bestehen sind, worüber Nr. 6828, 8098; somit den Zustand vor der Wiedergeburt. Daß es zwei Zustände gibt, in die diejenigen eingehen, die wiedergeboren werden und die geistige Kirche bilden, und daß sie, wenn sie im ersten Zustand sind, Versuchungen erleiden, sehe man Nr. 8643. Der erste Zustand wird beschrieben durch den Zustand der Söhne Israels in der Wüste, und der spätere Zustand durch ihren Zustand im Lande Kanaan unter Josua. 8658. "Wo er sich gelagert hatte, an den Berg Gottes", 2. Mose 18/5, bedeutet, neben dem Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich lagern", insofern es die Anordnung des Wahren und Guten bezeichnet, welche die Kirche bei dem Menschen bildet, worüber Nr. 8103 E, 8130, 8131, 8155; und aus der Bedeutung des Bergs Gottes, insofern er das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 795, 796, 2722, 4210, 6435, 8327, hier das Gute des Wahren, weil vom Guten derer gehandelt wird, die der geistigen Kirche angehören und durch die Söhne Israels vorgebildet werden. Ihr Gutes ist das Gute des Wahren. Dieses Gute ist auch das Gute der Liebtätigkeit; daher heißt es auch der Berg Gottes, weil Gott gesagt wird, wo vom Wahren, und Jehovah, wo vom Guten die Rede ist: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4295, 4402, 7268, 7873. Hieraus erhellt, daß durch "gelagert am Berg Gottes" bezeichnet wird die Anordnung des Guten und Wahren der Kirche neben dem Guten des Wahren. Was hierunter zu verstehen ist, soll auch mit wenigem gesagt werden: Wenn der Mensch im ersten Zustand ist, nämlich wenn er aus dem Wahren, aber noch nicht aus dem Guten handelt, d.h. aus dem Glauben und noch nicht aus der Liebtätigkeit, dann ist er in dem Zustand, wo er Versuchungen zu erleiden hat; durch diese wird er nach und nach zu dem anderen Zustand gebracht, nämlich daß er aus dem Guten, d.h. aus der Liebtätigkeit und ihrer Neigung handelt. Daher wird, wenn er diesem Zustand nahe kommt, von ihm gesagt, er lagere sich am Berg Gottes, d.h. nahe bei dem Guten, aus dem er nachher handelt. Dies wird gesagt, weil in dem nun Folgenden gehandelt wird von der neuen Aufstellung oder Anordnung der Wahrheiten, um in jenen Zustand einzugehen, und in diesen Zustand kommt auch wirklich der Mensch der Kirche, nachdem er Versuchungen bestanden hat und bevor das göttliche Gesetz seinem Herzen eingeschrieben wird. In dem Vorhergehenden wurde von den Versuchungen gehandelt, aber in dem nun Folgenden wird von dem Gesetz gehandelt, das vom Berge Sinai aus verkündigt wurde; der Berg Sinai bedeutet das Gute, in dem das Wahre ist. 8659. Vers 6,7: Und er sprach zu Mose: Ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir, und deine Frau, und ihre beiden Söhne mit ihr. Da ging Moses hinaus seinem Schwiegervater entgegen und neigte sich vor ihm und küßte ihn; und sie fragten einander um ihr Wohlbefinden (oder Frieden) und kamen in das Zelt. "Und er sprach zu Mose" bedeutet den Einfluß und das Innewerden durch denselben; "ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir, und deine Frau, und ihre beiden Söhne mit ihr" bedeutet das göttlich Gute in seiner Ordnung; "da ging Moses hinaus seinem Schwiegervater entgegen" bedeutet die Anschließung des göttlich Wahren an das göttlich Gute; "und neigte sich vor ihm" bedeutet das Einlassen; "und küßte ihn" bedeutet die Verbindung; "und sie fragten einander um ihr Wohlbefinden (oder Frieden)" bedeutet den gegenseitigen göttlich himmlischen Zustand; "und kamen in das Zelt" bedeutet das Heilige der Vereinigung. 8660. "Und er sprach zu Mose", 2. Mose 18/6, bedeutet den Einfluß und das Innewerden durch denselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom göttlich Guten zum göttlich Wahren in betreff der Anordnung der Wahrheiten geschieht, insofern es einen Einfluß bezeichnet, und weil den Einfluß, so bezeichnet es auch das Innewerden; denn das Innewerden kommt aus dem Einfluß. Daß sprechen in Beziehung auf den Einwirkenden einen Einfluß, und in Beziehung auf den Aufnehmenden die Aufnahme bedeutet, sehe man Nr. 5743. 8661. "Ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir, und deine Frau, und ihre beiden Söhne mit ihr", 2. Mose 18/6, bedeutet das göttlich Gute in seiner Ordnung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, des Schwiegervaters Moses, insofern er das göttlich Gute darstellt, worüber Nr. 8643, 8644; aus der vorbildlichen Bedeutung Zipporas, der Ehefrau des Mose, insofern sie das mit dem göttlich Wahren verbundene Gute bezeichnet, worüber Nr. 8647; und aus der vorbildlichen Bedeutung ihrer Söhne, insofern sie das Gute des Wahren bezeichnen, worüber Nr. 8649, 8650, 8651; somit bedeutet es das Gute in seiner Ordnung. Das Gute in der Ordnung ist das innere und äußere in aufeinanderfolgender Ordnung gemäß den Graden (oder Stufen), worüber man sehe Nr. 3691, 4154, 5114, 5145, 5146, 8603. 8662. "Da ging Moses hinaus seinem Schwiegervater entgegen", 2. Mose 18/7, bedeutet die Anschließung des göttlich Wahren an das göttlich Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von entgegengehen, insofern es ein Anschließen bezeichnet. Entgegengehen bedeutet aber eine Anschließung, weil gleich folgt, daß er ihn küßte, was die Verbindung ausdrückt, und das Anschließen der Verbindung vorausgeht. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 8644; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, welcher der Schwiegervater ist, insofern er das göttlich Gute darstellt, worüber Nr. 8643, 8644. 8663. "Und neigte sich vor ihm", 2. Mose 18/7, bedeutet das Einlassen, oder Einführen; Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, insofern es Demut und Unterwerfung bezeichnet, worüber Nr. 2153, 5682, 7068; hier aber Einlassung, weil es von dem göttlich Wahren in bezug auf das göttlich Gute gesagt wird. 8664. "Und küßte ihn", 2. Mose 18/7, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, insofern es eine Verbindung aus Neigung bezeichnet, worüber Nr. 3573, 3574, 4215, 4353, 5929, 6260. 8665. "Und sie fragten einander um ihr Wohlbefinden (oder Frieden)", 2. Mose 18/7, bedeutet den gegenseitigen göttlich himmlischen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "jemand um sein Wohlbefinden (oder Frieden) fragen", insofern es eine Zusammengesellung in betreff des göttlich himmlischen Zustandes bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "einander", insofern es soviel ist als gegenseitig. Jemand um sein Wohlbefinden (oder Frieden) fragen, bedeutet aber eine Zusammengesellung in betreff des göttlich himmlischen Zustandes, weil im inneren Sinn "nach dem Wohlbefinden oder Frieden fragen" soviel ist als über das Leben und dessen Gedeihen und Glückseligkeit fragen. Aber im höchsten Sinn, in dem von dem göttlich Guten und göttlich Wahren gehandelt wird, bedeutet das Fragen um den Frieden die Zusammengesellung in Ansehung des himmlischen Zustandes; denn im höchsten Sinn bedeutet der Friede den Herrn und daher den Zustand des innersten Himmels, wo diejenigen sich befinden, die in der Liebe zum Herrn und daher in der Unschuld sind. Sie sind auch wirklich mehr als die übrigen im Frieden, weil im Herrn. Ihr Zustand heißt der göttlich himmlische. Daher kommt es, daß unter Frieden (oder Wohlbefinden) hier dieser Zustand verstanden wird. Was Friede im höchsten und im inneren Sinn bedeutet, sehe man Nr. 3780, 4681, 5662, 8455. 8666. "Und kamen in das Zelt", 2. Mose 18/7, bedeutet das Heilige der Vereinigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, insofern es das Heilige der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 4128, somit das Heilige der Vereinigung, weil die Liebe Vereinigung ist. In das Zelt kommen, bedeutet daher aus heiliger Liebe vereinigt werden. Es wird in diesem Vers von der Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren gehandelt; und weil jede Vereinigung zuerst durch den Einfluß des einen auf den anderen und das aus demselben hervorgehende Innewerden, hernach durch die Anschließung, dann durch das Einführen und zuletzt durch die Verbindung geschieht, deswegen wird zuerst der Einfluß und das Innewerden aus demselben beschrieben: Nr. 8660, hernach die Anschließung: Nr. 8662, dann die Einlassung (oder Einführung): Nr. 8663, zuletzt die Verbindung: Nr. 8664, und endlich die Vereinigung durch die Liebe. 8667. Vers 8-11: Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was Jehovah getan hatte an Pharao und an den Ägyptern um Israels willen, alle Mühseligkeit, die ihnen auf dem Wege begegnet war, und daß Jehovah sie errettet hatte. Und Jethro freute sich über all das Gute, was Jehovah an Israel getan hatte, indem Er es errettete aus der Hand der Ägypter. Und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehovah, Der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand Pharaos, Der Sein Volk gerettet hat aus der Hand der Ägypter. Nun weiß ich, daß Jehovah größer als alle Götter sich erwiesen hat, darum, daß jene (die Ägypter) gefrevelt haben gegen sie, (d.h. gegen die Israeliten). "Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was Jehovah getan hatte an Pharao und an den Ägyptern" bedeutet das Innewerden damals vom göttlich Wahren in betreff der Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn gegen diejenigen, die im Falschen waren und anfochten; "um Israels willen" bedeutet für diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten; "alle Mühseligkeit, die ihnen auf dem Wege begegnet war" bedeutet die Arbeit (oder Mühe) in den Versuchungen; "und daß Jehovah sie errettet hatte" bedeutet die Befreiung vermöge der göttlichen Hilfe des Herrn; "und Jethro freute sich über all das Gute, was Jehovah an Israel getan hatte" bedeutet den Zustand des göttlich Guten, wenn alles guten Erfolg hat; "indem Er es errettete aus der Hand der Ägypter" bedeutet, wegen der Befreiung von dem Angriff der Anfechtenden; "und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehovah" bedeutet das göttlich Gute; "Der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter, und aus der Hand Pharaos" bedeutet die Befreiung von dem Angriff der Anfechtenden; "Der Sein Volk gerettet hat aus der Hand der Ägypter" bedeutet die Barmherzigkeit gegen die, die im Guten des Wahren und im Wahren des Guten waren; "nun weiß ich, daß Jehovah größer als alle Götter sich erwiesen hat" bedeutet den Herrn, daß nämlich kein Gott sei außer Ihm; "darum, daß jene (die Ägypter) gefrevelt haben gegen sie (die Israeliten)" bedeutet, wegen des Bestrebens über diejenigen zu herrschen, die der Kirche angehörten. 8668. "Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was Jehovah getan hatte an Pharao und an den Ägyptern", 2. Mose 18/8, bedeutet das Innewerden damals vom göttlich Wahren in betreff der Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn gegen diejenigen, die im Falschen waren und anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Mose erzählte", insofern es ein Innewerden vom göttlich Wahren bezeichnet; daß erzählen ein Innewerden bedeutet: Nr. 3209, und daß Mose das göttlich Wahre bedeutet: Nr. 6752, 6771, 7010, 7014, 7382; aus der vorbildlichen Bedeutung des Schwiegervaters Moses, insofern er das göttlich Gute bezeichnet, aus dem das mit dem göttlich Wahren verbundene Gute stammt, worüber Nr. 8643, 8644; aus der Bedeutung von "alles, was Jehovah getan hat", insofern es das bezeichnet, was den Söhnen Israels in Ägypten und nachher in der Wüste begegnet war, und weil dieses im inneren Sinn das in sich schließt, was an denen geschehen, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten und in der unteren Erde zurückgehalten wurden, bis der Herr Sein Menschliches in sich verherrlichte; deshalb bedeuten diese Worte ein Innewerden in betreff der Macht des Göttlich-Menschlichen des Herrn. Daß diejenigen, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten, in der unteren Erde zurückgehalten und vermöge der Macht des Göttlich-Menschlichen errettet wurden, sehe man Nr. 6854, 7035, 7091 E, 7828, 8018, 8054, 8099, 8321; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos und der Ägypter, welche diejenigen bezeichnen, die im Falschen waren und anfochten, worüber Nr. 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7317. 8669. "Um Israels willen", 2. Mose 18/8, bedeutet für diejenigen, die der geistigen Kirche angehörten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es diejenigen bezeichnet, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223. 8670. "Alle Mühseligkeit, die ihnen auf dem Wege begegnet war", 2. Mose 18/8, bedeutet die Arbeit (oder Mühe) in den Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mühsal, insofern sie eine Arbeit oder Mühe bezeichnet. Daß Mühsal Arbeit bedeutet, kommt daher, daß sie von den Versuchungen gesagt wird, denn während dieser haben diejenigen, die versucht werden, Arbeit und Mühe gegen das Falsche und Böse, und auch die Engel haben Arbeit mit ihnen, damit sie im Glauben und dadurch in der Macht zu siegen, gehalten werden. Ferner aus der Bedeutung von "die ihnen auf dem Wege begegnet ist", insofern es ausdrückt in betreff der Versuchungen, nämlich die Arbeit; denn auf dem Wege bedeutet in der Wüste, wo sie Versuchungen erduldeten, worüber im vorigen. 8671. "Und daß Jehovah sie errettet hatte", 2. Mose 18/8, bedeutet die Befreiung vermöge der göttlichen Hilfe des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von erretten, insofern es eine Befreiung bezeichnet. Daß Jehovah der Herr im Worte ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 1815, 2447, 2921, 3035, 5041, 5663, 6280, 6303, 6905. 8672. "Und Jethro freute sich über all das Gute, was Jehovah an Israel getan hatte", 2. Mose 18/9, bedeutet den Zustand des göttlich Guten, wenn alles guten Erfolg hat. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jethros, insofern er das göttlich Gute darstellt, worüber Nr. 8643; aus der Bedeutung von sich freuen über all das Gute, wenn es vom göttlich Guten gesagt wird, das durch Jethro vorbildlich dargestellt wird, insofern es den Zustand dieses Guten bezeichnet; denn der Zustand des Göttlichen, wenn dem Himmel und den Engeln in ihm, wie auch der Kirche und den Menschen in ihr Gutes geschieht, wird im Worte durch Freude ausgedrückt, aber die Beschaffenheit dieser Freude ist unbegreiflich, weil sie dem Unendlichen eigen ist. Daß es auch eine unendliche Freude gibt wegen der Aufnahme des Guten von denen, die im Himmel und in der Kirche sind, kann man erkennen aus der göttlichen Liebe, die gegen das menschliche Geschlecht unendlich ist: Nr. 8644; denn alle Freude ist Sache der Liebe. Hieraus erhellt, daß durch "Jethro freute sich über das Gute, was Jehovah an Israel getan hatte", der Zustand des göttlich Guten, wenn alles guten Erfolg hat, bezeichnet wird; denn unter Israel werden diejenigen verstanden, die dem geistigen Reich und der geistigen Kirche des Herrn angehören: Nr. 8669, und bei diesen hatte alles guten Erfolg; denn sie wurden befreit von den Anfechtungen und hernach siegten sie in den Versuchungen, wie oben beschrieben worden ist. 8673. "Indem Er es errettete aus der Hand der Ägypter", 2. Mose 18/9, bedeutet, wegen der Befreiung von dem Angriff der Anfechtenden. Dies erhellt aus der Bedeutung von erretten, insofern es eine Befreiung bezeichnet, wie Nr. 8671; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen darstellen, die durch Falsches anfochten, worüber Nr. 8668. 8674. "Und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehovah", 2. Mose 18/10, bedeutet, daß vom Herrn alles Gute komme. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gepriesen sei Jehovah", insofern es ausdrückt, vom Herrn komme alles Gute, worüber Nr. 1096, 1422, 3140; daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 8671. Gepriesen sei Jehovah, bedeutet aber, daß vom Herrn alles Gute komme, weil die Lobpreisung (oder der Segen) bei dem Menschen alles Gute des ewigen Lebens in sich schließt, d.h. das Gute der Liebe zum Herrn und zum Nächsten: Nr. 3406, 4981; dieses Gute macht das ewige Leben bei dem Menschen. 8675. "Der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand Pharaos", 2. Mose 18/10, bedeutet die Befreiung von dem Angriff der Anfechtenden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8671, 8673 erklärt worden ist. 8676. "Der Sein Volk gerettet hat aus der Hand der Ägypter", 2. Mose 18/10, bedeutet die Barmherzigkeit gegen die, welche im Guten des Wahren und im Wahren des Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von retten, insofern es eine Befreiung bezeichnet, wie Nr. 8675; aus der Bedeutung der Ägypter, insofern sie diejenigen vorbilden, die durch Falsches anfochten, worüber Nr. 8668; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, das hier das Volk Jehovahs ist, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, worüber Nr. 8645; somit die, welche im Guten des Wahren und im Wahren des Guten sind: Nr. 7957, 8234, es bedeutet, durch die Barmherzigkeit des Herrn, weil gesagt wird: "Gepriesen sei Jehovah, Der uns gerettet hat", und weil "gepriesen sei Jehovah" bedeutet, daß von Ihm alles Gute durch Seine göttliche Liebe komme: Nr. 8674. Barmherzigkeit ist aber die göttliche Liebe, durch die dem Menschen, der in dem Zustand des Elends ist, weil er aus sich ganz im Bösen und in der Hölle ist, Gutes zuteil wird. 8677. "Nun weiß ich, daß Jehovah größer als alle Götter sich erwiesen hat", 2. Mose 18/11, bedeutet den Herrn, daß nämlich kein Gott sei außer Ihm. Dies erhellt aus dem, was Nr. 7401, 7444, 7544, 7598, 7636, 8274 gesagt und gezeigt worden ist. 8678. "Darum, daß jene (die Ägypter) gefrevelt haben gegen sie (die Israeliten)", 2. Mose 18/11, bedeutet, wegen des Bestrebens über diejenigen zu herrschen, die der geistigen Kirche angehörten, worüber folgen wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die es sind, an denen sie gefrevelt haben, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 8645. Freveln (superbire) bedeutet aber das Bestreben und die Kraft zu herrschen, weil dieses Bestreben und aus diesem die Kraft in jedem Hochmut liegt; denn Hochmut (oder Frevel) ist es, sich selbst mehr als andere zu lieben, sich ihnen vorzuziehen und über andere herrschen zu wollen, und die, welche solches wollen, verachten auch wirklich die anderen in Vergleich mit sich und verfolgen auch aus Haß und Rachsucht die, welche sich (ihnen) vorziehen oder ihnen nicht huldigen. Die Eigenliebe, die Hochmut ist, hat diese Beschaffenheit, daß sie, je weiter man ihr den Zügel läßt, desto weiter um sich greift und bis zum höchsten Grad der Möglichkeit anwächst, zuletzt bis zum göttlichen Thron, so daß sie an Gottes Statt sein will. So sind alle beschaffen, die in der Hölle sind; daß sie so beschaffen sind, erkennt man aus ihren Bestrebungen, wie auch aus dem feindlichen Haß und der schrecklichen Rachsucht des einen gegen den anderen um der Herrschaft willen. Dieses Bestreben ist es, das vom Herrn in Schranken gehalten wird; und es wird verstanden unter dem Kopfe der Schlange, den der Same des Weibes zertreten sollte: Nr. 257; solche werden auch unter Luzifer verstanden: Jes.14/12-29: "Wie bist du vom Himmel gefallen, Luzifer, du Sohn der Morgenröte, du bist zur Erde herabgeschmettert, geschwächt bist du unter den Völkern; wohl sprachst du in deinem Herzen: Zum Himmel will ich aufsteigen, über die Sterne Gottes will ich meinen Thron erhöhen, ich will sitzen auf dem Berge der Versammlung, auf der Seite gegen Mitternacht; ich will aufsteigen zu den Höhen der Wolken, ich will gleich werden dem Allerhöchsten; aber zur Hölle bist du hinabgeworfen, an den Seiten der Grube, du bist herausgeworfen aus deinem Grabe wie ein verabscheuter Zweig, wie ein Kleid der Erschlagenen, die mit dem Schwerte durchbohrt sind, die hinabsteigen zu den Steinen der Grube, wie ein zertretenes Aas". Daß der Hochmut des Herzens, der die Eigenliebe ist, das Göttliche von sich zurückweist und den Himmel von sich entfernt, kann man deutlich erkennen an dem Zustand der Aufnahme des Göttlichen und des Himmlischen, welches der Zustand der Liebe zum Nächsten und der Zustand der Demütigung gegen Gott ist: inwieweit der Mensch sich vor Gott demütigen kann und inwieweit er den Nächsten wie sich lieben kann, und noch mehr als sich, wie es im Himmel geschieht, insoweit nimmt er das Göttliche auf, und insoweit ist er dadurch im Himmel. Hieraus erhellt, in welchem Zustand diejenigen sind, die sich mehr als ihren Nächsten lieben und sich hochmütig über ihn erheben, d.h., die in der Eigenliebe sind; nämlich, daß sie in einem dem Himmel und dem Göttlichen entgegengesetzten Zustand sind, somit in dem Zustand, in dem sich die Höllischen befinden. Man sehe, was von der Eigenliebe Nr. 2041, 2045, 2051, 2057, 2219, 2363, 2364, 2444, 3413, 3610, 4225, 4750, 4776, 4947, 5721, 6667, 7178, 7364, 7255, 7366-7377, 7488, 7489, 7490, 7491, 7492, 7494, 7643, 7819, 7820, 8318, 8487 gesagt und gezeigt worden ist. 8679. Vers 12: Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm Brandopfer und Schlachtopfer (und brachte sie) Gott dar; und Aharon und alle Ältesten Israels kamen, um das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses vor Gott. "Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm Brandopfer und Schlachtopfer (und brachte sie) Gott dar" bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe und dem Wahren des Glaubens; "und Aharon und alle Ältesten Israels" bedeutet die vornehmsten Stücke der Kirche; "kamen, um das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses vor Gott" bedeutet die Aneignung derselben aus dem göttlich Guten. 8680. "Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm Brandopfer und Schlachtopfer (und brachte sie) Gott dar", 2. Mose 18/12, bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe und dem Wahren des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brandopfers und Schlachtopfers, insofern sie Vorbilder der himmlischen und geistigen Dinge waren, die zum inneren Gottesdienste gehören, die Brandopfer Vorbildungen der himmlischen Dinge, d.h. des Guten der Liebe, und die Schlachtopfer Vorbildungen der geistigen Dinge, d.h. des Wahren des Glaubens, worüber Nr. 922, 923, 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519, 6905. Daß die Brandopfer das vorbildeten, was sich auf das Gute der Liebe bezieht, und Schlachtopfer das, was sich auf das Wahre des Glaubens bezieht, erhellt aus ihrer Einrichtung, indem nämlich beim Brandopfer alles verzehrt werden sollte, sowohl das Fleisch als das Blut, bei den Schlachtopfern aber das Fleisch gegessen werden sollte, wie man ersehen kann aus 3. Mose Kapitel 1-5; 4. Mose Kapitel 28 und 5. Mose 12/27, wo es heißt: "Du sollst deine Brandopfer das Fleisch und das Blut opfern auf dem Altare Jehovahs, deines Gottes, aber das Blut der Schlachtopfer soll ausgegossen werden auf den Altar Jehovahs, deines Gottes, und das Fleisch sollst du essen". Daß jene beiden Dinge durch Brandopfer und Schlachtopfer vorgebildet werden sollten, war deswegen, weil Brandopfer und Schlachtopfer den ganzen Gottesdienst im allgemeinen vorbildeten: Nr. 923, 6905; und der Gottesdienst im allgemeinen sich gründet auf Liebe und Glaube; denn ohne diese gibt es keinen Gottesdienst, sondern nur gottesdienstliche Gebräuche, wie bei dem äußeren Menschen, der ohne Inneres, somit ohne Leben ist. 8681. "Und Aharon und alle Ältesten Israels", 2. Mose 18/12, bedeutet die vornehmsten Stücke der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er das Wahre der Lehre bezeichnet, worüber Nr. 6998, 7009, 7089, 7382; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ältesten Israels, insofern sie die vorzüglichsten Wahrheiten der Kirche bezeichnen, die mit dem Guten übereinstimmen, worüber Nr. 6524, 8578, 8585; denn Israel bedeutet die Kirche: Nr. 8645. 8682. "Kamen, um das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses vor Gott", 2. Mose 18/12, bedeutet die Aneignung derselben aus dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 3168, 3513 E, 3596, 3832, 4745; und aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 2165, 2177, 3464, 3735, 4211, 4217, 4735, 5915; daß es aus dem göttlich Guten ist, wird dadurch ausgedrückt, daß sie Brot essen sollten vor Gott. Unter Brot wird hier jede Speise, die sie damals nahmen, verstanden, besonders das Opferfleisch; denn wenn sie Schlachtopfer darbrachten, wurde das Fleisch derselben am Altar gegessen. Daß durch Brot jeder Gottesdienst im allgemeinen bezeichnet wird, sehe man Nr. 2165. Die Ursache, weshalb man das Opferfleisch essen sollte, war, damit dadurch die Aneignung des himmlisch Guten vorgebildet würde, wie auch die Zusammengesellung aus Liebe; denn das Opferfleisch, das sie dann aßen, bedeutet das Gute der Liebe. Deswegen war es ihnen ein heiliges Gastmahl. Daß Fleisch auch das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 7850. Hieraus kann erhellen, was vom Herrn darunter verstanden wurde, als Er sagte, daß sie Sein Fleisch essen sollten: Joh.6/53-56; ferner als Er das heilige Abendmahl einsetzte, daß das Brot Sein Leib sei: Matth.26/26. Was hierunter verstanden ist, kann durchaus keiner erkennen, wenn er nicht weiß, was der innere Sinn ist und daß in diesem Sinn Himmlisches und Geistiges verstanden wird, anstatt des Natürlichen, und daß das Natürliche jenem entspricht, und es den Entsprechungen gemäß bezeichnet; sonst könnte es durchaus keinem klar sein, warum das heilige Abendmahl gestiftet wurde und was das Heilige am Brot sei und warum das Brot der Leib und auch das Fleisch sei; außer unzähligem anderen. 8683. Vers 13-16: Und es geschah des anderen Morgens, da saß Moses, um das Volk zu richten, und das Volk stand vor Mose vom Morgen bis zum Abend. Und der Schwiegervater des Mose sah alles, was dieser dem Volke tat, und sprach: Was ist es, das du dem Volke tust? Warum sitzest du allein, und das ganze Volk steht vor dir vom Morgen bis zum Abend? Und Moses sprach zu seinem Schwiegervater: Das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen. Wenn unter ihnen eine Sache ist, kommt es zu mir, und ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten, und zeige ihnen die Rechte Gottes und Sein Gesetz. "Und es geschah des anderen Morgens" bedeutet das Ewige; "da saß Moses, um das Volk zu richten" bedeutet die Bestimmung (oder Anordnung) des göttlich Wahren bei den Angehörigen der geistigen Kirche in dem Zustande, bevor sie aus dem Guten (handeln); "und das Volk stand vor Mose" bedeutet den Gehorsam alsdann aus dem göttlich Wahren; "vom Morgen bis zum Abend" bedeutet in jedem Zustande damals, sowohl innerlich als äußerlich; "und der Schwiegervater des Mose sah alles, was dieser dem Volke tat" bedeutet die Allwissenheit des göttlich Guten; "und sprach: Warum sitzest du allein" bedeutet ohne Einfluß des Wahren aus dem Guten von einer anderen Seite; "und das ganze Volk steht vor dir vom Morgen bis zum Abend" bedeutet, daß alsdann von da aus alles, was dem Willen angehört, ausgehe in jeden Zustand, für die, welche der geistigen Kirche angehören; "und Moses sprach zu seinem Schwiegervater" bedeutet das Wechselseitige, das in der Antwort liegt; "das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen" bedeutet, daß sie nicht aus anderen Gründen wollen und handeln sollen, als deshalb, weil das Wort so gesagt hat; "wenn unter ihnen eine Sache ist" bedeutet in allem, was (ihnen) begegnet; "kommt es zu mir, und ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten" bedeutet, daß sie alsdann gemäß dem geoffenbarten Wahren bestimmt werden; "und zeige ihnen die Rechte Gottes und Sein Gesetz" bedeutet, daß sie dadurch belehrt werden, was wahr und was gut sei. 8684. "Und es geschah des anderen Morgens", 2. Mose 18/13, bedeutet das Ewige. Dies erhellt aus der Bedeutung von morgen oder des morgenden Tages, insofern es das Ewige bezeichnet, worüber Nr. 3998. 8685. "Da saß Moses, um das Volk zu richten", 2. Mose 18/13, bedeutet die Bestimmung (oder Anordnung) des göttlich Wahren bei den Angehörigen der geistigen Kirche in dem Zustande, bevor sie aus dem Guten handeln. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 7010, 7382; und aus der Bedeutung von richten, insofern es eine Bestimmung (oder Anordnung) bezeichnet. Richten bedeutet hier eine Bestimmung, weil das göttlich Wahre niemanden richtet, sondern nur einfließt und geneigt macht, daß man es aufnehme; infolge der Aufnahme bildet sich dann das Urteil gemäß den Gesetzen der Ordnung. Dies wird verstanden unter dem Gerichte des Herrn: Matth.25/31-46; Joh.5/22,26,27,30; 9/39. Daß dies verstanden wird, erhellt aus den Worten des Herrn, wo Er sagt, "daß Er niemanden richte: Joh.3/17-21; 8/15; 12/47,48. Aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, das hier das Volk ist, insofern es Angehörige der geistigen Kirche bezeichnet, wovon Nr. 8645. Hieraus erhellt, daß durch "Mose saß, um das Volk zu richten" die unmittelbar vom Herrn hervorgehende Bestimmung des göttlich Wahren bei denen, die der geistigen Kirche angehören, bezeichnet wird; daß es im Zustand geschieht, ehe sie aus dem Guten (handeln), erhellt aus dem Folgenden: Es gibt nämlich zwei Zustände beim Menschen, der wiedergeboren und dadurch eine Kirche wird; im ersten Zustand handelt er aus dem Wahren, im zweiten aus dem Guten, worüber Nr. 8516, 8539, 8643, 8648, 8658. In beiden Zuständen wird der Mensch vom Herrn geführt, jedoch im ersten durch unmittelbaren Einfluß, im anderen aber sowohl durch unmittelbaren als durch mittelbaren Einfluß. Über den unmittelbaren und mittelbaren Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn sehe man Nr. 6472-6478, 6982, 6985, 6996, 7054-7058, 7270. Der unmittelbare Einfluß wird dadurch vorgebildet, daß Mose das Volk allein richtete, dagegen der sowohl unmittelbare als mittelbare dadurch, daß Oberste über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn erwählt wurden, welche die geringfügigen Sachen richten, die wichtigen Sachen aber vor Mose bringen sollten, worüber im Folgenden. Allein dies sind Geheimnisse, die kaum jemand verstehen kann, außer wer in der Erleuchtung vom Herrn ist und durch die Erleuchtung im Innewerden. Jene Einflüsse und ihre Wirkung können zwar beschrieben werden, gleichwohl fallen sie nicht auf die rechte Art in das Denken, außer wenn ein Innewerden aus dem Himmel vorhanden ist; und das Innewerden aus dem Himmel ist nur bei denen möglich, die in der Liebe zum Wahren aus dem Guten sind; und auch dann nicht, wenn sie nicht in der Liebe zum Wahren aus dem echten Guten sind. 8686. "Und das Volk stand vor Mose", 2. Mose 18/13, bedeutet den Gehorsam alsdann gegen das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wie Nr. 8685; daher bedeutet "vor ihm stehen" das göttlich Wahre befragen, von demselben Antwort erwarten und danach handeln, d.h. gehorchen. Hierdurch wird im inneren Sinn der erste Zustand beschrieben, in dem der Mensch, der wiedergeboren wird, vom Herrn durch das Wahre geführt wird; das Wahre, durch das er geführt wird, ist das Wort; denn dies ist das göttlich Wahre. 8687. "Vom Morgen bis zum Abend", 2. Mose 18/13, bedeutet, in jedem Zustande damals, sowohl innerlich als äußerlich. Dies erhellt aus der Bedeutung von Morgen und Abend, insofern es geistige Zustände sind, die aufeinanderfolgen, wie die Zustände der Zeiten in der Welt, nämlich wie Morgen, Mittag, Abend, Nacht und wieder Morgen. Daß diese Zeiten den Zustandswechseln im anderen Leben entsprechen, sehe man Nr. 5672, 5962, 6110, 8426. Es bedeutet aber innerlich und äußerlich, weil sie (nämlich die Engel und Geister) im anderen Leben innerlich im Guten und Wahren sind, wenn im Zustand des Morgens, d.h. in dem Zustand, welcher der Zeit des Morgens entspricht, hingegen äußerlich im Guten und Wahren, wenn in dem Zustand des Abends; denn wenn sie im Zustand des Abends sind, dann sind sie in ihrem natürlichen Lustreiz, wenn aber im Morgenzustand, dann sind sie in ihrem geistigen Lustreiz; man sehe Nr. 8431, 8452. 8688. "Und der Schwiegervater des Mose sah alles, was dieser dem Volke tat", 2. Mose 18/14, bedeutet die Allwissenheit des göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "alles sehen, was er tat", wenn es vom göttlich Guten gesagt wird, das durch Jethro, den Schwiegervater Moses, vorgebildet wird, insofern es die Allwissenheit bezeichnet; denn sehen heißt im inneren Sinn einsehen und innewerden: Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 4403-4421, 5400; aber im höchsten Sinn, wo vom Herrn gehandelt wird, bedeutet es Voraussicht und Vorsehung: Nr. 2837, 2839, 3854, 3863. Alles sehen, was er tat, bedeutet daher die Allwissenheit. 8689. "Und sprach: Warum sitzest du allein", 2. Mose 18/14, bedeutet, ohne Einfluß des Wahren aus dem Guten von einer anderen Seite. Dies erhellt aus der Bedeutung von "allein sitzen", wenn es gesagt wird von dem unmittelbar vom Herrn hervorgehenden göttlich Wahren, das durch Mose vorgebildet wird, insofern es den Einfluß von Ihm allein bezeichnet, und nicht zugleich von anderer Seite. Wie dies sich verhält, kann aus dem, was Nr. 8685 gesagt worden ist, erkannt werden. 8690. "Und das ganze Volk steht vor dir vom Morgen bis zum Abend", 2. Mose 18/14, bedeutet, daß alsdann von daher alle Willensbestimmung komme in jedem Zustand bei denen, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, das hier das Volk ist, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, worüber Nr. 8645; aus der Bedeutung von "vor Mose stehen", insofern es den Gehorsam gegen das göttlich Wahre ausdrückt, worüber Nr. 8686. Und weil es den Gehorsam bedeutet, so ist es Sache des Willens; denn der Gehorsam kommt aus dem Willen; es gibt aber einen Willen, das Wahre zu tun infolge eines Befehls, aber nicht aus Neigung, und dieser Wille ist Gehorsam; ferner aus der Bedeutung von "vom Morgen bis zum Abend", insofern es heißt in jedem Zustande, innerlich und äußerlich, worüber Nr. 8687. Es wird hier vom ersten Zustand gehandelt, in dem der Mensch vor der Wiedergeburt ist, der darin besteht, daß er das Gute aus Gehorsam und noch nicht aus Neigung tut, aber dieses Gute ist das Wahre, das er tut, weil er es nur infolge eines Befehls, also noch aus Zwang tut, nicht aber aus Freiheit. Aus Freiheit handelt er, wenn er es aus Neigung tut, denn alles, was aus einer Neigung fließt, die der Liebe angehört, ist frei. Wenn der Mensch im ersten Zustande ist, dann fließt der Herr zwar unmittelbar ein und regt an, aber der unmittelbare Einfluß des Herrn kommt noch nicht zur Wahrnehmung, weil er im Innersten des Menschen ist. Hingegen der unmittelbare und zugleich mittelbare Einfluß des Herrn gelangt zur Wahrnehmung und bewirkt die Neigung, denn er wirkt nicht nur auf das Innerste des Menschen, sondern auch auf das Mittlere und Äußere desselben. Von diesem Zustand wird in den folgenden Versen dieses Kapitels gehandelt, von jenem aber in den Versen, in denen von Mose gesagt wird, daß er allein richte; man sehe Nr. 8685. 8691. "Und Moses sprach zu seinem Schwiegervater", 2. Mose 18/15, bedeutet das Wechselseitige, das in der Antwort liegt. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es hier die Antwort bezeichnet, denn Mose antwortet seinem Schwiegervater. Das Wechselseitige wird aber bezeichnet, weil durch Mose das mit dem göttlich Guten verbundene und vereinte göttlich Wahre dargestellt wird: Nr. 8664, 8666; und wenn Verbindung und Vereinigung stattfindet, dann besteht Wechselseitigkeit, denn das Gute agiert (oder wirkt) und das Wahre reagiert (oder wirkt zurück); die Reaktion bildet das Wechselseitige, das in der Antwort liegt. So verhält es sich auch im allgemeinen mit dem Guten und Wahren bei dem Menschen, in dem beide verbunden sind. 8692. "Das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen", 2. Mose 18/15, bedeutet, daß sie nicht aus anderen Gründen wollen und handeln sollen, als darum, weil das Wort so gesagt hat. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, also das Wort, wovon Nr. 5922, 6723, 6752, und aus der Bedeutung von "das Volk kommt zu mir, um Gott zu fragen", insofern es soviel ist, als sich befragen, was das Göttliche vorschreibe, somit was sie wollen und tun sollen. 8693. "Wenn unter ihnen eine Sache ist", 2. Mose 18/16, bedeutet in allem, was ihnen begegnet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sache (oder des Wortes), insofern sie etwas bezeichnet, was jemand widerfährt. "In allem" wird gesagt, weil das Volk nur zu ihm kam, und dadurch wird bezeichnet, daß das göttlich Wahre bei jeder Sache befragt werden sollte. 8694. "Kommt es zu mir, und ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten", 2. Mose 18/16, bedeutet, daß alsdann nach dem geoffenbarten Wahren darüber bestimmt werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu mir kommen", wenn von dem göttlich Wahren (die Rede ist), das durch Mose vorgebildet wird, insofern es heißt, fragen, was man wollen und tun solle, wie Nr. 8692; aus der Bedeutung von richten zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten, insofern es eine über die Wahrheiten getroffene Bestimmung bezeichnet. Daß richten soviel ist als bestimmen (anordnen), sehe man Nr. 8685; daß es gemäß dem geoffenbarten Wahren geschieht, ergibt sich aus dem früheren, denn es wird gleich oben gesagt, daß das Volk zu ihm komme, um Gott zu fragen, und weiter unten, daß er ihnen die Rechte und Gesetze Gottes zeige. Unter der Offenbarung wird die Erleuchtung beim Lesen des Wortes verstanden und das Innewerden alsdann. Denn die, welche im Guten sind, und nach Wahrheit verlangen, werden in solcher Weise aus dem Worte belehrt. Die aber nicht im Guten sind, können nicht aus dem Worte belehrt, sondern nur in solchen Dingen begründet werden, in denen sie von Kindheit an unterrichtet worden sind, mögen es Wahrheiten oder Irrtümer sein. Der Grund, warum bei denen, die im Guten sind, eine Offenbarung stattfindet, und bei denen, die im Bösen sind, keine Offenbarung, liegt darin, daß alles und jedes im Worte im inneren Sinn sich auf den Herrn und auf Sein Reich bezieht, und daß die Engel, die beim Menschen sind, das Wort nach dem inneren Sinn vernehmen; dieses teilt sich dem Menschen mit, der im Guten ist und das Wort liest, und dabei das Wahre aus Neigung wünscht, und daraus erhält er Erleuchtung und Innewerden; denn bei denen, die im Guten und daraus in der Neigung zum Wahren sind, ist das Fassungsvermögen des Gemüts gegen den Himmel zu geöffnet, und ihre Seele, d.h. ihr innerer Mensch ist in Gesellschaft mit den Engeln. Anders aber bei denen, die nicht im Guten sind, also nicht aus einer demselben entspringenden Neigung das Wahre wünschen, ihnen ist der Himmel verschlossen. Wie jedoch bei denen, die im Guten, und aus demselben in der Neigung zum Wahren sind, die Offenbarung beschaffen ist, kann nicht beschrieben werden; es ist keine ganz deutliche und auch keine ganz verborgene; sie besteht aber gleichsam in einem Bestimmen und in einer Geneigtheit, aus dem Inneren (anzuerkennen), daß etwas wahr sei, und in einer ungünstigen Stimmung, wenn es nicht wahr ist. Wenn eine günstige Neigung vorhanden ist, dann beruhigt und erheitert sich das Gemüt, und in diesem Zustand liegt die Anerkennung dessen, was Sache des Glaubens ist. Die Ursache dieser Erscheinung liegt in dem Einflusse des Himmels vom Herrn, denn durch den Himmel vom Herrn kommt das Licht, das den Verstand, der das Auge des inneren Gesichtes ist, erfüllt und erleuchtet. Was dann in diesem Licht erscheint, ist wahr; denn dieses Licht ist selbst das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht; daß dies auch das Licht im Himmel ist, wurde schon öfters nachgewiesen. 8695. "Und zeige ihnen die Rechte Gottes und Sein Gesetz", 2. Mose 18/16, bedeutet, daß sie dadurch belehrt werden, was wahr und was gut ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von zeigen (oder kundgeben), insofern es soviel ist als lehren; aus der Bedeutung der Rechte, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 2235, 6397; und aus der Bedeutung des Gesetzes, insofern es die Wahrheiten des Guten bezeichnet. Daß die Gesetze Wahrheiten des Guten sind, hat seinen Grund darin, daß das Gesetz im weiteren Sinn das ganze Wort bedeutet, im weniger weiten Sinn das historische Wort, im engeren Sinn das durch Mose geschriebene Wort, und im engsten Sinn die Zehn Gebote der Gesetzestafeln; man sehe Nr. 6752. Weil nun das Wort das göttlich Wahre ist, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, deshalb sind die Gesetze die Wahrheiten des Guten. Wahrheiten des Guten sind aber die Wahrheiten, die aus dem Guten kommen und in sich gut sind, weil sie ihren Ursprung aus dem Guten haben. 8696. Vers 17-23: Und es sprach der Schwiegervater Moses zu ihm: Die Sache, die du tust, ist nicht gut. Du ermüdest dich selbst und auch das Volk, das bei dir ist; denn das Werk ist zu schwer, du kannst es nicht allein ausrichten. So höre nun auf meine Stimme: Ich will dir raten, und Gott möge mit dir sein; komme für das Volk vor Gott und bringe die Sachen vor Gott. Und lehre sie die Satzungen und Gesetze, und tue ihnen den Weg kund, den sie gehen sollen, und das Werk, das sie tun sollen. Du aber ersehe dir aus dem ganzen Volke tüchtige Männer, die Gott fürchten, Männer der Wahrheit, die eigenen Gewinn hassen, und setze sie über sie als Oberste über tausend, als Oberste über hundert, als Oberste über fünfzig und als Oberste über zehn. Und sie sollen das Volk richten zu jeder Zeit, und es soll geschehen, alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen und alle geringen Sachen sollen sie richten, so wirst du es dir erleichtern und sie tragen mit dir. Wenn du dieses tust und Gott dir befehlen wird, so kannst du bestehen; und auch dieses ganze Volk wird an seinen Ort kommen im Frieden. "Und es sprach der Schwiegervater Moses zu ihm" bedeutet das Voraussehen; "die Sache, die du tust, ist nicht gut" bedeutet, es müsse eine Veränderung eintreten; "du ermüdest dich selbst und auch das Volk, das bei dir ist" bedeutet, so werde das als Samen eingestreute Wahre verlorengehen; "denn das Werk ist zu schwer" bedeutet, es sei nicht möglich, weil nicht gemäß der Ordnung; "du kannst es nicht allein ausrichten" bedeutet ohne Einfluß des Wahren vom Göttlichen von anderer Seite; "so höre nun auf meine Stimme" bedeutet die Zustimmung zufolge der Vereinigung; "ich will dir raten, und Gott möge mit dir sein" bedeutet, daß es aus dem Göttlichen sei; "komme für das Volk vor Gott" bedeutet das unmittelbar vom Herrn hervorgehende Wahre, "und bringe die Sachen vor Gott" bedeutet die Vermittlung und Vertretung; "und lehre sie die Satzungen und Gesetze" bedeutet aus dem unmittelbaren Wahren vom Herrn komme das äußere und innere Gute und Wahre der Kirche; "und tue ihnen den Weg kund, den sie gehen sollen" bedeutet das Licht der Einsicht und das Leben aus demselben; "und das Werk, das sie tun sollen" bedeutet den Glauben in der Tat; "du aber ersehe dir aus dem ganzen Volke" bedeutet das Erwählen der dienenden Wahrheiten; "tüchtige Männer, die Gott fürchten" bedeutet solche, mit denen das Gute vom Göttlichen verbunden werden kann; "Männer der Wahrheit, die eigenen Gewinn hassen" bedeutet, welche die reinen Wahrheiten haben ohne weltlichen Zweck; "und setze sie über sie als Oberste über tausend" bedeutet die Hauptwahrheiten, die auf der ersten Stufe unter dem unmittelbaren Wahren vom Göttlichen stehen; "als Oberste über hundert" bedeutet die Hauptwahrheiten, die auf der zweiten Stufe stehen; "als Oberste über fünfzig" bedeutet die in der Mitte stehenden Hauptwahrheiten; "und als Oberste über zehn" bedeutet die Hauptwahrheiten auf der dritten Stufe; "und sie sollen das Volk richten zu jeder Zeit" bedeutet diese Bestimmung solle für immer gelten; "und es soll geschehen, alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen" bedeutet, alles komme vom unmittelbaren Wahren durch das Göttliche; "und alle geringen Sachen sollen sie richten" bedeutet, nach dem Anschein komme das Einzelne und Besondere von einer anderen Seite; "so wirst du es dir erleichtern und sie tragen mit dir" bedeutet, hieraus entstünden Verrichtungen und Ämter für sie; "wenn du dieses tust und Gott dir befehlen wird" bedeutet, so (komme alles) aus dem Göttlichen; "so kannst du bestehen" bedeutet, so habe (der Herr) Wohnung bei ihnen; "und auch dieses ganze Volk wird an seinen Ort kommen im Frieden" bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche im Guten seien, und somit aus dem Guten geführt werden müßten. 8697. "Und es sprach der Schwiegervater Moses zu ihm", 2. Mose 18/17, bedeutet das Voraussehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom göttlich Guten gesagt wird, das durch Jethro, den Schwiegervater Moses, vorgebildet wird, insofern es ein Voraussehen bezeichnet, wie auch Nr. 5361, 6936. 8698. "Die Sache, die du tust, ist nicht gut", 2. Mose 18/17, bedeutet, es müsse eine Veränderung eintreten. Dies erhellt aus dem Folgenden. 8699. "Du ermüdest dich selbst und auch das Volk, das bei dir ist", 2. Mose 18/18, bedeutet, so werde das als Samen eingestreute Wahre verlorengehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ermüden, insofern es heißt, nach und nach aufgerieben werden und somit verlorengehen. Das eingestreute Wahre wird bezeichnet, weil unter Mose das Wahre vom Göttlichen verstanden wird, und unter Volk die Aufnehmenden; wie dies sich verhält, wird im Folgenden gesagt werden. 8700. "Denn das Werk ist zu schwer", 2. Mose 18/18, bedeutet, es sei nicht möglich, weil nicht der Ordnung gemäß. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Werk ist zu schwer", insofern es ausdrückt, es sei nicht möglich. Daß das schwere Werk hier das Unmögliche bedeutet, erhellt aus dem Vorhergehenden, wo es heißt, daß er sich selbst und das Volk bei ihm ermüde, wodurch bezeichnet wird, daß das als Same eingestreute Wahre verlorengehen werde; und auch aus dem Folgenden: "du kannst es nicht allein ausrichten", und hernach: "wenn du das tust, so kannst du bestehen", worunter die Unmöglichkeit verstanden wird, wenn keine Veränderung geschehe. Daß es nicht möglich sei, weil nicht der Ordnung gemäß, kommt daher, daß im anderen Leben alles das möglich ist, was der Ordnung gemäß ist. Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist es, das die Ordnung macht und die Ordnung selbst ist; daher ist alles möglich, was dem göttlich Wahren gemäß ist, weil es der Ordnung gemäß ist, und alles unmöglich, was gegen das göttlich Wahre ist, weil es gegen die Ordnung ist. Daß es so ist, kann einleuchtender aus Beispielen erhellen: Es ist der Ordnung gemäß, daß diejenigen selig werden, die gut gelebt haben, und die verdammt werden, die schlecht (gelebt haben); daher ist es unmöglich, daß diejenigen, die gut gelebt haben, in die Hölle geworfen, und die schlecht gelebt haben, in den Himmel erhoben werden; folglich ist es auch unmöglich, daß diejenigen, die in der Hölle sind, aus bloßer Barmherzigkeit des Herrn von dort in den Himmel eingeführt und beseligt werden, denn die Aufnahme der Barmherzigkeit des Herrn während des Lebens in der Welt ist es, wodurch jeder beseligt werden kann. Diejenigen, die sie in dieser Zeit aufnehmen, sind im anderen Leben in der Barmherzigkeit des Herrn, denn sie besitzen dann auch dort die Fähigkeit, sie aufzunehmen. Sie anderen zu geben, und im allgemeinen jedem nach Belieben, wenn sie nur Glauben haben und sich so von den Sünden gereinigt glauben, ist unmöglich, weil es gegen die Ordnung ist, d.h. gegen das Göttliche, das die Ordnung selbst ist. Der Ordnung gemäß ist es, daß Glaube und Liebtätigkeit in der Freiheit und nicht im Zwange eingepflanzt werden, wie auch, daß der Glaube und die Liebtätigkeit, die in der Freiheit eingepflanzt werden, bleiben, nicht aber, wenn es durch Zwang geschieht. Der Grund ist, weil das, was in Freiheit eingepflanzt wird, in die Neigung und in den Willen des Menschen eingeflößt und so angeeignet wird, nicht aber, was im Zwang. Infolgedessen ist es unmöglich, daß der Mensch selig werde, wenn ihm nicht, weil er im Bösen geboren ist, freisteht, Böses zu tun, oder vom Bösen abzustehen; wenn er aus sich in dieser Freiheit vom Bösen absteht, dann wird die Neigung zum Wahren und Guten vom Herrn eingeflößt, dadurch erlangt er die Freiheit das aufzunehmen, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, denn die Freiheit bezieht sich auf die Neigung. Hieraus erhellt, daß es unmöglich ist, den Menschen zur Seligkeit zu zwingen. Wäre dies möglich, dann könnten alle Menschen in der Welt selig werden. Es ist ferner der Ordnung gemäß, daß im anderen Leben alle nach Maßgabe ihres Lebens, das sie sich in der Welt angeeignet haben, zusammengesellt werden, die Bösen mit den Bösen und die Guten mit den Guten; daher ist es nicht möglich, daß Böse und Gute beisammen sind. Es ist auch nicht möglich, daß sich im Guten befindet, wer böse ist; denn das Gute und das Böse ist einander entgegengesetzt, und das eine zerstört das andere. Hieraus ergibt sich denn auch, daß es nicht möglich ist, daß die, welche in der Hölle sind, selig werden, und daß es also keine Seligmachung aus bloßer Barmherzigkeit gibt, wie auch immer der Mensch gelebt habe. Die in der Hölle sind und daselbst Pein leiden, schreiben dem Göttlichen ihre Qualen zu, indem sie sagen, Gott könne dieselben wegnehmen, wenn Er wolle, denn Er sei allmächtig; Er wolle es aber nicht, und daher habe Er die Schuld; denn wer könne und nicht wolle, der habe, sagen sie, die Schuld. Aber solche Qualen wegzunehmen, ist unmöglich, weil es gegen die Ordnung ist, denn wenn sie weggenommen würden, so würden die Bösen gegen die Guten sich erheben, selbst die Engel unterjochen und den Himmel zerstören. Das Göttliche will aber nichts als das Gute, nämlich die Glückseligkeit der Guten, und deswegen die Zügelung und zugleich die Besserung der Gottlosen. Solange dieser Zweck besteht, der ein Zweck der göttlichen Liebe und der Barmherzigkeit selbst ist, ist es nicht möglich, daß jene Qualen in der Hölle aufgehoben werden. Aus diesen Beispielen kann erhellen, daß alles das unmöglich ist, was gegen die Ordnung ist, wie sehr möglich es auch denen erscheint, welche die Geheimnisse des Himmels nicht kennen. 8701. "Du kannst es nicht allein ausrichten", 2. Mose 18/18, bedeutet, ohne Einfluß des Wahren aus dem Guten von anderer Seite. Dies erhellt aus der Bedeutung von "es allein tun", wenn es vom göttlich Wahren gesagt wird, das durch Mose vorgebildet wird, insofern es den Einfluß des Wahren aus diesem allein, und nicht zugleich von anderer Seite her bezeichnet. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen; was vom unmittelbaren Einfluß des göttlich Wahren und von seinem unmittelbaren und zugleich mittelbaren Einfluß Nr. 8685 gesagt worden ist, daß nämlich der Einfluß des göttlich Wahren im ersten Zustand des Menschen, wenn er wiedergeboren wird, unmittelbar ist, daß aber der unmittelbare und zugleich der mittelbare Einfluß im zweiten Zustand eintritt, nämlich wenn er wiedergeboren ist. Wenn der unmittelbare Einfluß stattfindet, fließt der Herr zwar mit dem Guten und Wahren ein, aber dann wird der Mensch nicht das Gute, sondern nur das Wahre inne; deshalb wird der Mensch alsdann durch das Wahre geführt, aber nicht in gleicher Weise durch das Gute. Wenn aber zugleich ein mittelbarer Einfluß stattfindet, dann nimmt er das Gute wahr, denn der mittelbare Einfluß ist im äußeren Sinnlichen des Menschen; daher kommt es, daß der Mensch alsdann durch das Gute vom Herrn geleitet wird. Im allgemeinen muß man wissen, daß der Mensch nicht früher wiedergeboren ist, als bis er aus der Neigung zum Guten handelt, denn dann will er das Gute, und es ist ihm eine Lust und eine Wonne, es zu tun. Wenn er in diesem Zustand ist, dann ist sein Leben das Leben des Guten, und er ist im Himmel, denn das durchweg Herrschende im Himmel ist das Gute. Das Glaubenswahre aber führt den Menschen zum Guten, mithin zum Himmel. Aber es bringt ihn nicht in den Himmel hinein. Der Grund ist, weil im anderen Leben alle nach dem Leben des Willens, nicht nach dem Leben des Verstandes zusammengesellt werden, denn wo der Wille ist, da ist auch der Verstand, nicht aber umgekehrt. So ist es im Himmel, und so in der Hölle. Diejenigen, die böse sind, werden nicht früher in die Hölle geschickt, als bis sie im Bösen ihres Lebens sind, denn wenn sie in demselben sind, sind sie auch im Falschen ihres Bösen. Ebenso ist es bei denen, die im Guten sind; auch sie sind dort im Wahren ihres Guten. Alle werden im anderen Leben in einen solchen Zustand gebracht, daß sie ein ungeteiltes Gemüt haben, daß sie nämlich, was sie wollen auch denken, nicht aber anders denken, als sie wollen. In der Welt verhält es sich jedoch anders; hier kann der Mensch anders denken, ja sogar anders verstehen, als er will; aber nur aus dem Grunde, damit er gebessert werden, d.h. das Gute einsehen kann, obgleich er das Böse will, und so durch die Einsicht dahin gebracht werden kann, daß er das Gute will. Im anderen Leben hingegen wird jeder nach dem Willen geführt, den er sich in der Welt angeeignet hat. 8702. "So höre nun auf meine Stimme", 2. Mose 18/19, bedeutet die Zustimmung infolge der Vereinigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf die Stimme hören", insofern es den Gehorsam bezeichnet, hier aber die Zustimmung, weil es von Jethro gesagt wird, durch den das göttlich Gute vorgebildet wird, das mit dem göttlich Wahren vereinigt ist, das durch Mose vorgebildet wird. Daß sie vereinigt sind, sehe man Nr. 8666; daher bedeutet "höre auf meine Stimme" die Zustimmung infolge der Vereinigung. Man muß wissen, daß, wenn das Gute und Wahre verbunden sind, Übereinstimmung herrscht in allem und jedem, nämlich des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten. Die Ursache ist, weil das Gute dem Wahren angehört und das Wahre dem Guten, und so alle beide eins sind; denn was das Gute will, das bestätigt das Wahre, und was das Wahre als wahr erkennt, das will das Gute, und so geschieht beides zugleich. Es verhält sich damit ebenso wie mit dem Willen und dem Verstande: was der Wille will und liebt, das denkt und bestätigt der Verstand, und umgekehrt. Daß dies sich ähnlich verhält wie jenes, kommt daher, daß das Gute Sache des Willens und das Wahre Sache des Verstandes ist. In solchem Zustand sind die, welche durch das Gute vom Herrn geführt werden, worüber Nr. 8701. HG 8703 8703. "Ich will dir raten, und Gott möge mit dir sein", 2. Mose 18/19, bedeutet, es sei aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von raten, wenn es vom göttlich Guten (gesagt wird), das vorgebildet wird durch Jethro, insofern es die Entscheidung vom Göttlichen und somit aus dem Göttlichen bezeichnet; und aus der Bedeutung von "Gott wird mit dir sein", welches gleichfalls ausdrückt aus dem Göttlichen. Allein der Ausdruck "aus dem Göttlichen", was durch "raten" bezeichnet wird, bezieht sich auf das göttlich Gute, das durch Jethro vorbildlich dargestellt wird, hingegen der Ausdruck "aus dem Göttlichen" das durch "Gott wird mit dir sein", bezeichnet wird, bezieht sich auf das göttlich Wahre, das durch Mose vorbildlich dargestellt wird. 8704. "Komme für das Volk vor Gott", 2. Mose 18/19, bedeutet das unmittelbar vom Herrn hervorgehende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "für das Volk vor Gott sein", wenn es von dem göttlich Wahren (gesagt wird), das durch Mose vorgebildet wird, insofern es soviel ist, als "zunächst bei dem Herrn", weil unmittelbar von Ihm ausgehend. Was dies in sich schließe, wird aus dem nun Folgenden erhellen. 8705. "Und bringe die Sachen vor Gott", 2. Mose 18/19, bedeutet die Vermittlung und Vertretung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Sache vor Gott bringen", wenn es von dem göttlich Wahren gesagt wird, insofern es ein Vermitteln bei dem Göttlichen Selbst und ein Vertreten bezeichnet, denn wer vermittelt und vertritt, der bringt die Sache vor den, der die Hilfe bringt. Die Vermittlung und Vertretung ist aber Sache des göttlich Wahren, weil dieses dem göttlich Guten, das der Herr selbst ist, am nächsten steht; und das göttlich Wahre steht dem göttlich Guten, das der Herr ist, am nächsten, weil dieses unmittelbar von Ihm ausgeht. Wie es sich mit der Vermittlung und der Vertretung des Herrn verhalte, soll, weil Gelegenheit gegeben ist, hier gesagt werden: Diejenigen, die glauben, daß es drei Personen gebe, die das Göttliche bilden und zusammen ein Gott genannt werden, haben aus dem Buchstabensinn des Wortes keine andere Vorstellung von der Vermittlung und der Vertretung, als daß der Herr zur Rechten Seines Vaters sitze, und mit Ihm rede wie ein Mensch mit dem anderen, und die Gebete der Menschen bei dem Vater vorbringe, und Ihn bitte, daß Er um Seinetwillen, weil Er gelitten habe und gekreuzigt worden sei für das menschliche Geschlecht, verzeihen und Sich erbarmen möge. Eine solche Vorstellung von der Vertretung und Vermittlung hat jeder Einfältige aus dem Buchstabensinn des Wortes. Man merke aber, daß der Buchstabensinn der Fassungskraft der Einfältigen angemessen ist, damit sie in die inneren Wahrheiten selbst eingeführt werden können; denn die Einfältigen können sich keine andere Vorstellung vom himmlischen Reich machen, als wie von einem irdischen Reich, und keine andere vom Vater, als wie von einem König auf Erden, und vom Herrn, wie von dem Sohn des Königs, welcher der Erbe des Reiches ist. Daß die Einfältigen sich eine solche Vorstellung machen, erhellt deutlich aus der Vorstellung der Apostel des Herrn selbst über Sein Reich; denn zuerst glaubten sie, wie die übrigen Juden, daß der Herr, weil Er der Messias sei, der größte König auf Erden sein und sie auf den Gipfel des Ruhmes über alle Völkerschaften und Völker auf dem ganzen Erdkreis erheben werde; als sie aber vom Herrn selbst hörten, daß Sein Reich nicht auf Erden, sondern im Himmel sei, konnten sie nicht anders denken, als daß Sein Reich im Himmel ganz so sein werde wie ein Reich auf Erden, weshalb auch Jakobus und Johannes die Bitte stellten, daß einer von ihnen zu Seiner Rechten und der andere zu Seiner Linken in Seinem Reich sitzen dürfte, und die übrigen Apostel, die ebenfalls in Seinem Reich groß sein wollten, wurden darüber entrüstet und stritten untereinander, wer unter ihnen in demselben der Größte sein werde. Und weil eine solche Vorstellung fest in ihnen haftete und nicht ausgetrieben werden konnte, so sagte der Herr ihnen auch, sie würden auf zwölf Thronen sitzen, zu richten die zwölf Stämme Israels, (man sehe Mark.10/37,41; Luk.22/24,30; Matth.19/28). Damals aber wußten sie nicht, was unter den zwölf Thronen, den zwölf Stämmen und dem Gerichte vom Herrn verstanden wurde. Hieraus kann man erkennen, wie die Vorstellung von der Vermittlung und Vertretung des Herrn beim Vater beschaffen ist und woher sie stammt. Wer aber das Innere des Wortes kennt, der hat einen ganz anderen Begriff von der Vermittlung des Herrn und Seiner Vertretung, nämlich, daß er nicht vertritt wie ein Sohn bei seinem Vater, der ein König ist auf Erden, sondern wie der Gott des Weltalls bei Sich und wie Gott von Sich; denn der Vater und Er selbst sind nicht zwei, sondern eins, wie Er selbst lehrt Joh.14/8-11. Er wird aber Mittler und Vertreter (oder Fürsprecher) genannt, weil unter dem Sohn das göttlich Wahre und unter dem Vater das göttlich Gute verstanden wird: Nr. 2803, 2813, 3704, und weil die Vermittlung stattfindet durch das göttlich Wahre, denn nur durch dieses ist ein Zugang zum göttlich Guten möglich. Zu dem göttlich Guten kann man nämlich nicht kommen, weil es wie das Feuer der Sonne ist, sondern zu dem göttlich Wahren, weil es wie das Licht von jenem ist, und dem Blick des Menschen, der im Glauben steht, Durchgang und Zutritt verstattet (erlaubt): Nr. 8644 E. Hieraus kann erhellen, was Vermittlung und Vertretung sei. Ferner muß man wissen, woher es kommt, daß der Herr, Der das göttlich Gute selbst und die Sonne des Himmels selbst ist, Mittler und Vertreter bei dem Vater genannt wird: der Herr war, als Er in der Welt lebte und bevor Er völlig verherrlicht wurde, das göttlich Wahre, weshalb Er damals die Vermittlung bildete, und bei dem Vater, d.h. bei Seinem göttlich Guten die Menschen vertrat: Joh.14/16,17; 17/9,15,17. Aber nachdem Er in Ansehung des Menschlichen verherrlicht ist, heißt Er deshalb Mittler und Vertreter, weil keiner über das Göttliche Selbst denken kann, ohne sich eine Vorstellung des Göttlich-Menschlichen zu bilden; noch weniger kann jemand durch Liebe mit dem Göttlichen Selbst verbunden werden, ohne eine solche Vorstellung. Wenn jemand ohne die Vorstellung des Göttlich-Menschlichen über das Göttliche Selbst denkt, so denkt er unbestimmt, und eine unbestimmte Vorstellung ist keine; oder er faßt eine Vorstellung vom Göttlichen aus dem schaubaren Weltall, wobei er keinen Zweck hat, oder nur einen dunklen (unbestimmten); und diese Vorstellung verbindet sich mit der Vorstellung der Naturverehrer, und haftet auch an der Natur, und zerfällt dadurch in nichts. Hieraus erhellt, daß auf diese Weise keine Verbindung mit dem Göttlichen, weder durch den Glauben, noch durch die Liebe stattfinden kann. Jede Verbindung erfordert nämlich einen Gegenstand, und je nach der Beschaffenheit des Gegenstandes findet die Verbindung statt. Daher kommt es, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen Mittler und Vertreter genannt wird. Aber Er vermittelt und vertritt bei Sich selber. Daß das Göttliche Selbst durch keine andere Vorstellung erfaßt werden kann, erhellt aus den Worten des Herrn: Joh.1/18: "Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, Der im Schoße des Vaters ist, Der hat Ihn uns kund getan". Joh.5/37: "Ihr habt nie die Stimme des Vaters gehört, noch Sein Angesicht gesehen". Dennoch aber, was merkwürdig ist, denken alle, die aus sich oder aus dem Fleische an Gott denken, unbestimmt an Ihn, d.h. ohne irgendwelche bestimmte Vorstellung. Diejenigen dagegen, die nicht aus sich und auch nicht aus dem Fleische, sondern aus dem Geiste an Gott denken, denken in bestimmter Weise an Ihn, d.h., sie bilden sich eine Vorstellung des Göttlichen unter menschlicher Gestalt. So denken die Engel im Himmel an das Göttliche, und so dachten die Weisen bei den Alten, denen auch das Göttliche Selbst, wenn Es erschien, als Gott-Mensch erschien; denn das durch den Himmel dringende Göttliche ist der Gott-Mensch. Der Grund davon ist, weil der Himmel der Größte Mensch ist, wie am Ende mehrerer Kapitel gezeigt wurde. Hieraus erhellt, wie die Weisen der Welt beschaffen sind, und wie die Weisen des Himmels; daß nämlich die Weisen der Welt die Vorstellung des Menschlichen von sich fern halten. Daher kommt es, daß zwischen ihrem Geist und dem Göttlichen keine Vermittlung stattfindet, wodurch Finsternis bei ihnen herrscht. Hingegen die Weisen des Himmels haben die Vorstellung des Göttlichen im Menschlichen; dadurch ist der Herr für sie eine Vermittlung, und daher kommt auch Licht für ihren Verstand. 8706. "Und lehre sie die Satzungen und Gesetze", 2. Mose 18/20, bedeutet, daß vom unmittelbaren Wahren des Herrn das äußere und innere Gute und Wahre der Kirche komme. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, von dem gesagt wird, daß er lehren solle, insofern er das unmittelbar vom Herrn ausgehende Wahre bezeichnet, worüber Nr. 7010, 7382; aus der Bedeutung der Satzungen, insofern sie das äußere Gute und Wahre der Kirche bezeichnen, worüber Nr. 3382, 8362; und aus der Bedeutung der Gesetze, insofern sie das innere Gute und Wahre der Kirche sind, worüber Nr. 8695. 8707. "Und tue ihnen den Weg kund, den sie gehen sollen", 2. Mose 18/20, bedeutet das Licht der Einsicht und das Leben daraus. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weges, insofern er von dem Verständnis des Wahren gesagt wird, worüber Nr. 627, 2333; hier in einem inwendigeren Grade, weil es von dem Verständnis gesagt wird, das der Mensch der geistigen Kirche aus dem unmittelbaren Einfluß des Wahren vom Herrn empfängt. Aus diesem kommt keine Wahrnehmung des Wahren, sondern ein Licht, das die Fähigkeit einzusehen verleiht. Mit diesem Licht verhält es sich wie mit dem Licht des Gesichts: damit das Auge die entgegentretenden Gegenstände sehe, muß ein Licht da sein, aus dem eine allgemeine Erleuchtung stattfindet. In diesem Licht sieht das Auge, und unterscheidet die Gegenstände, und wird von der Schönheit und der Anmut derselben, die aus ihrer Übereinstimmung mit der Ordnung hervorgeht, angeregt. Ebenso verhält es sich mit dem Gesicht des inneren Auges, welches das des Verstandes ist: damit dieses sehe, muß auch ein Licht da sein, durch das eine allgemeine Erleuchtung stattfindet, und in dem die Gegenstände erscheinen, aus dem sich Einsicht und Weisheit bildet. Dieses Licht kommt vom göttlich Wahren, das unmittelbar vom Herrn ausgeht; man sehe Nr. 8644. Die vorkommenden Gegenstände erscheinen in diesem Licht schön und angenehm, je nach ihrer Übereinstimmung mit dem Guten eines jeden. Ferner aus der Bedeutung von "auf dem sie gehen sollen" nämlich im Lichte, insofern aus diesem das Leben kommt. Daß "gehen" im inneren Sinn das Leben bedeutet, sehe man Nr. 3335, 4882, 5493, 5605, 8417, 8420. 8708. "Und das Werk, das sie tun sollen", 2. Mose 18/20, bedeutet den Glauben in der Tat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Werkes, das sie tun sollen, insofern es ein Tun bezeichnet, hier ein Tun aus dem Lichte der Einsicht, also aus dem Glauben; denn der Glaube vom Herrn ist im Lichte der Einsicht, worüber Nr. 8707. Soviel der Mensch aus den Glaubenswahrheiten aufnimmt, soweit tritt er in jenes Licht ein und wird in den Himmel erhoben. Aber die Aufnahme der Glaubenswahrheiten findet nicht statt durch bloße Anerkennung, sondern durch die mit dem Leben verbundene Anerkennung, d.h., so daß sie anerkannt werden durch die Tat. Diese Aufnahme ist es, die verstanden wird unter dem Werk, das sie tun sollen. 8709. "Du aber ersehe dir aus dem ganzen Volke", 2. Mose 18/21, bedeutet das Erwählen der dienenden Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von ersehen, insofern es soviel ist, als erwählen; und aus der Bedeutung des Volkes, insofern es von den Wahrheiten gesagt wird, worüber Nr. 1259, 1260, 3581, 4619; hier von den Wahrheiten, die dem unmittelbar vom Herrn ausgehenden Wahren, das durch Mose vorbildlich dargestellt wird: Nr. 7010, dienen, denn die Obersten, die er auswählen sollte, sollten ihm dienen. Daß Oberste dienende Wahrheiten bedeuten, sehe man unten. 8710. "Tüchtige Männer, die Gott fürchten", 2. Mose 18/21, bedeutet solche, mit denen das Gute vom Göttlichen verbunden werden kann. Dies erhellt aus der Bedeutung der tüchtigen Männer, insofern es solche sind, die Kräfte besitzen aus den Wahrheiten, die aus dem Guten stammen; denn durch Mann wird das Wahre bezeichnet: Nr. 3134, 5502, und durch Tüchtigkeit die Kräfte daraus. In der Grundsprache wird auch Stärke durch dasselbe Wort ausgedrückt, durch das hier Tüchtigkeit. Daß dies Kräfte sind aus den Wahrheiten, die aus dem Guten kommen, kommt daher, weil von ihnen auch gesagt wird: "die Gott fürchten", und durch Gottesfürchtige werden die bezeichnet, die im Guten sind aus dem Göttlichen, denn die Gottesfurcht ist der Gottesdienst aus dem Guten des Glaubens und aus dem Guten der Liebe: Nr. 2826, 5459. 8711. "Männer der Wahrheit, die eigenen Gewinn hassen", 2. Mose 18/21, bedeutet solche, bei denen die Wahrheiten rein, ohne weltlichen Zweck sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Männer der Wahrheit, insofern sie die reinen Wahrheiten bezeichnen. Daß Männer der Wahrheit reine Wahrheiten bedeuten, kommt daher, daß durch Männer Wahrheiten: Nr. 3134, 5502, und durch die Wahrheiten der Glaube bezeichnet wird: Nr. 3121; somit bedeuten die Männer der Wahrheit die Glaubenswahrheiten, d.h. die reinen Wahrheiten. Und aus der Bedeutung von "die eigenen Gewinn hassen", insofern es einen Abscheu vor den Überredungen aus dem Falschen und Bösen bezeichnet; denn durch hassen wird der Abscheu und durch Gewinn das Falsche und Böse bezeichnet, das überredet und vom Wahren und Guten abzieht. Gewinn bedeutet im allgemeinen alles Falsche aus dem Bösen, das die Urteile des Verstandes verkehrt, und weil dies bei denen stattfindet, die das Weltliche zum Zweck haben, deshalb werden durch die, welche eigenen Gewinn hassen, solche bezeichnet, die ohne weltlichen Zweck sind. Daß der Gewinn alles Falsche aus dem Bösen bedeutet, das die Urteile des Verstandes verkehrt und vom Wahren und Guten abzieht, kann jedem einleuchten, der darüber nachdenkt. In diesem Sinn wird Gewinn auch öfters im Worte erwähnt, wie Jes.33/15; 56/11; 57/17; Jerem.6/13; 8/10; 22/17; Hes.22/27; 33/31; Ps.119/36. 8712. "Und setze sie über sie als Oberste über tausend", 2. Mose 18/21, bedeutet die Hauptwahrheiten, die auf der ersten Stufe unter dem unmittelbaren Wahren vom Göttlichen stehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie Hauptwahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 1482, 2089, 5044; hier die Wahrheiten aus dem Guten, weil diese Obersten unter Mose standen, durch den das vom göttlich Guten hervorgehende göttlich Wahre vorbildlich dargestellt wird; und aus der Bedeutung von "über tausend", insofern es die bezeichnet, die auf der ersten Stufe stehen; denn tausend bedeutet viele, oder im abstrakten Sinn vieles, und auch wo vieles ist, oder solche, die über viele gesetzt sind, und daher in höherer Würde stehen, als die, welche über wenige gesetzt sind. Hier also die, welche auf der ersten Stufe stehen, denn die auf einer tieferen Stufe Stehenden waren die Obersten über hundert, über fünfzig und über zehn. Daß tausend im inneren Sinn nicht tausend bedeutet, sondern viele oder vieles, sehe man Nr. 2575. 8713. "Als Oberste über hundert", 2. Mose 18/21, bedeutet die Hauptwahrheiten auf der zweiten Stufe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie die Hauptwahrheiten bezeichnen, wie Nr. 8712; und aus der Bedeutung von hundert, insofern es viele oder vieles bezeichnet, aber auf der zweiten Stufe, weil tausend die erste Stufe ausdrückt. Daß hundert viel bedeutet, sehe man Nr. 4400. 8714. "Als Oberste über fünfzig", 2. Mose 18/21, bedeutet die Hauptwahrheiten, die in der Mitte stehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie die Hauptwahrheiten bezeichnen, wie Nr. 8712, 8713; und aus der Bedeutung von 50, insofern es bezeichnet, was in der Mitte steht, nämlich zwischen den Wahrheiten aus dem Guten, die auf der zweiten Stufe stehen, und denen, die auf der dritten Stufe stehen, welche Oberste über hundert und Oberste über zehn heißen. Daß fünfzig das Mittlere bedeutet, kommt daher, weil durch fünfzig sowohl vieles als etwas bezeichnet wird, ebenso wie durch fünf, das die Bedeutung von viel hat, man sehe Nr. 5708, 5956; daß es auch "etwas" bedeutet: Nr. 4638, 5291. Wenn daher fünfzig zwischen hundert und zehn genannt wird, so bedeutet es das Mittlere. Mittleres ist aber dasjenige, das zu dem einen Teil hinzutritt und von dem anderen ausgeht, und somit zwischen dem, was auf der ersten Stufe, und dem, was auf der nachfolgenden als Ursache der Verbindung steht. 8715. "Und als Oberste über zehn", 2. Mose 18/21, bedeutet die Hauptwahrheiten auf der dritten Stufe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie hier die Hauptwahrheit bezeichnen, wie oben; und aus der Bedeutung der Zahl Zehn, insofern sie gleichfalls "vieles" bezeichnet, doch auf einer niedrigeren Stufe, weil unter hundert. Daß eine Dekade oder zehn auch "vieles" bedeutet, sehe man Nr. 3107, 4638. Daß Oberste über tausend, über hundert und über zehn aufgestellt wurden, bildete, von jeder Zahl abgesehen, "viel" vor, das auf erster, zweiter und dritter Stufe steht, wie auch an anderen Stellen des Wortes, z.B. wo ein Herr von seinem Knecht sagte, daß er ihm zehntausend Talente schuldig sei, und daß dessen Mitknecht ihm hundert Denare schuldig sei: Matth.18/24,28; ebenso von dem König, der mit einem anderen König Krieg beginnen wollte und überlegte, ob er vermöge, mit zehntausend dem anderen entgegenzurücken, der mit zwanzigtausend kam: Luk.14/31; ebenso bei Johannes: "Ein Engel kam herab vom Himmel, ergriff den Drachen, und band ihn tausend Jahre, und warf ihn in den Abgrund, damit er nicht mehr verführe die Völkerschaften, bis vollendet würden tausend Jahre; und die übrigen von den Toten lebten nicht wieder auf, bis daß vollendet waren tausend Jahre. Dies ist die erste Auferstehung": Joh.Offenb.20/1-3,5: hier bedeutet tausend nicht 1000, sondern viel, abgesehen von jeder Zahl. Ebenso bei Mose: "Jehovah erweist Seine Barmherzigkeit an tausend Geschlechtern, die Ihn lieben": 2. Mose 20/6; 5. Mose 5/9,10; 7/9; Jerem 32/18. Ps.105/8: "Er gedenkt an das Wort, das Er geboten auf tausend Geschlechter". Ps.91/7: "Ob auch tausend fallen an deiner Seite, und zehntausend zu deiner Rechten, dir wird es nicht nahen". Ps.68/18: "Der Wagen Gottes sind zweimal zehntausend, Tausende der Wiederholung". Ps.144/13: "Unsere Herden (mögen sein) zu tausenden, und zehntausend auf unseren Straßen". Ps.90/4: "Tausend Jahre sind vor Deinen Augen wie ein Tag". Ebenso verhält es sich mit hundert und mit zehn; denn kleinere Zahlen, mit der gleichen Zahl multipliziert, bedeuten dasselbe, wie die größeren: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973; daß hundert und zehn auch "viel" bedeuten, sehe man Nr. 3107, 4400, 4638. 8716. "Und sie sollen das Volk richten zu jeder Zeit", 2. Mose 18/22, bedeutet, diese Bestimmung gelte für immer. Dies erhellt aus der Bedeutung von richten, insofern es eine Bestimmung über die Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 8685; und aus der Bedeutung von "zu jeder Zeit", insofern es bedeutet "auf immer". 8717. "Und es soll geschehen, alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen", 2. Mose 18/22, bedeutet, alles komme von dem Wahren, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbar vom Göttlichen ausgehende Wahre darstellt, worüber Nr. 7010, 7382. Daß alles von demselben (komme), wird bezeichnet durch "alle großen Sachen sollen sie vor dich bringen". Es scheint nach dem Buchstabensinn, als ob alles zu dem göttlich Wahren hingeführt werden solle, weil aber alles vom Herrn kommt durch das von Ihm ausgehende Wahre, denn das Ganze des Lebens ist von Ihm, deshalb bedeutet es im inneren Sinn nicht "zu Ihm", sondern "von Ihm". Es verhält sich damit wie mit dem Einfluß: 3721, 5119, 5259, 5779, 6322; es wurde nämlich gezeigt, daß der Einfluß nicht vom Äußeren in das Innere, sondern vom Inneren in das Äußere gehe. Die Ursache ist, weil alles Äußere gebildet ist, um dem Inneren zu dienen, sowie die werkzeuglichen Ursachen ihren prinzipiellen Ursachen, denn jene Ursachen sind tot ohne diese. Man muß wissen, daß im inneren Sinn die Sachen so dargelegt werden, wie sie an sich beschaffen sind, nicht wie sie im Buchstabensinn erscheinen. Eine Sache an sich ist es, daß der Herr durch das von Ihm ausgehende Wahre alles bis auf das allereinzelnste regiert, nicht wie ein König in der Welt, sondern als Gott im Himmel und im Universum. Ein König in der Welt bekümmert sich nur um das Allgemeine, und seine Obersten und Beamten um das Besondere; anders ist es bei Gott, denn Gott sieht alles, und weiß alles von Ewigkeit, Er sieht alles vor in Ewigkeit, und erhält aus Sich alles in seiner Ordnung. Daraus erhellt, daß der Herr nicht nur für das Universelle Sorge trägt, sondern auch für das Besondere und Allereinzelnste, anders als ein König in der Welt. Seine Anordnung (oder Bestimmung) ist eine unmittelbare durch das göttlich Wahre aus Ihm, und ist auch eine mittelbare durch den Himmel. Aber die mittelbare Bestimmung durch den Himmel geht ebenso wie die unmittelbare von Ihm aus, denn was aus dem Himmel kommt, das kommt durch den Himmel von Ihm. Daß es wirklich so ist, wissen die Engel im Himmel nicht nur, sondern nehmen es auch in sich wahr. Daß die göttliche Bestimmung oder Vorsehung des Herrn in allem und jedem ist, ja im allereinzelnsten, wie sehr es auch dem Menschen anders erscheint, sehe man Nr. 4329, 5122 E, 5904, 6058, 6481-6487. 6490. 6491. Aber dies geht schwer in die Vorstellung eines Menschen ein, und am schwersten bei denen, die auf ihre eigene Klugheit vertrauen; denn diese schreiben alles, was ihnen Glückliches begegnet, sich selbst zu, und das übrige dem Schicksal oder Zufall, und nur weniges der göttlichen Vorsehung; somit schreiben sie die Ereignisse nur toten Ursachen zu und keiner lebendigen Ursache. Sie sagen zwar, wenn die Dinge sich glücklich gestalten, sie seien von Gott, ja sogar alles komme von Ihm, aber wenige, und kaum einige glauben es von Herzen. Ebenso tun diejenigen, die alles Glück in weltliche und körperliche Dinge setzen, nämlich in Ehrenstellen und Reichtümer, und dabei glauben, daß dies allein göttliche Segnungen seien. Wenn sie nun sehen, daß viele von den Bösen an solchen Dingen Überfluß haben, mehr als die Guten, dann verwerfen sie von Herzen die göttliche Vorsehung im einzelnen und leugnen sie, indem sie nicht bedenken, daß es göttlicher Segen ist, in Ewigkeit glücklich zu sein, und daß der Herr die Dinge, die nur für den Augenblick sind, wie dies verhältnismäßig bei allen weltlichen Dingen der Fall ist, nur als Mittel für das Ewige betrachtet. Deswegen gibt auch der Herr den Guten, die Seine Barmherzigkeit zu rechter Zeit aufnehmen, solche Dinge, die zur Seligkeit ihres ewigen Lebens dienen, Reichtümer und Ehrenstellen denen, welchen sie nicht schaden, aber keine Reichtümer und Ehrenstellen denen, welchen sie schaden. Gleichwohl aber gibt Er diesen zu seiner Zeit anstatt der Ehrenstellen und Reichtümer (den Sinn) sich über weniges zu freuen, und zufriedener zu sein, als die Reichen und Hochgeehrten. 8718. "Und alle geringen Sachen sollen sie richten", 2. Mose 18/22, bedeutet, daß dem Anschein nach einiges Einzelne und Besondere anderswoher komme. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8717 erklärt wurde, nämlich, daß durch "alle großen Sachen sollen sie vor Mose bringen", bezeichnet werde, daß alles und jedes bis auf das allereinzelnste vom Herrn sei. Daraus folgt auch, daß jede geringe Sache, d.h. die besonderen und die einzelnen Dinge von Ihm sind. Daß sie nur dem Anschein nach anderswoher kommen, wird man unten sehen. 8719. "So wirst du es dir erleichtern und sie tragen mit dir", 2. Mose 18/22, bedeutet, auf solche Weise entstünden Verrichtungen und Ämter für sie. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dir erleichtern" (oder abwälzen), insofern es soviel ist, als auf andere hinleiten. Ferner aus der Bedeutung von "mit jemanden tragen", insofern es ausdrückt, ihm behilflich sein (oder unterstützen). Durch jene Worte wird ausgedrückt, daß auf solche Weise Verrichtungen und Ämter für jene entstünden, weil der Herr alles und jedes tut: unmittelbar aus Sich, aber mittelbar durch den Himmel. Er wirkt aber mittelbar durch den Himmel, nicht als ob Er der Hilfe der Engel bedürfte, sondern damit diese daselbst Verrichtungen und Ämter, und infolgedessen Leben und Glückseligkeit je nach den Ämtern und Nutzleistungen empfangen. Daher kommt es, daß sie dem Anschein nach aus sich handeln, dabei aber ein Innewerden haben, daß es aus dem Herrn sei. Dies wird dadurch bezeichnet, daß Mose sich es erleichtern sollte, und die Obersten, indem sie die geringen Sachen richten, mit ihm tragen sollten. Daß der Herr nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar einfließt und nicht nur in das Erste, sondern auch in das Mittlere und in das Letzte der Ordnung, sehe man Nr. 6982, 6985, 6996, 7004, 7007. 8720. "Wenn du dieses tust und Gott es dir befehlen wird", 2. Mose 18/23, bedeutet, so komme alles aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wenn Gott befiehlt, daß du diese Sache tust", insofern es ausdrückt, wenn so (alles) vom Göttlichen (ausgeht). 8721. "So kannst du bestehen", 2. Mose 18/23, bedeutet, auf diese Weise habe (der Herr) eine Wohnung bei ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "so kannst du bestehen", insofern es bezeichnet, eine Wohnung haben bei denen, die der geistigen Kirche angehören. Diese Bedeutung hat es, weil der Mensch dieser Kirche, wenn das Wahre nur unmittelbar vom Göttlichen einflöße und nicht mittelbar durch den Himmel, nur durch das Wahre geführt werden könnte, nicht aber durch das Gute, wie aus dem erhellen kann, was Nr. 8685, 8701 gezeigt worden ist. Wenn er aber nicht auch durch das Gute geführt würde, könnte er nicht im Himmel sein, also könnte der Herr keine Wohnung bei ihm haben, denn die Wohnung des Herrn bei dem Menschen ist in dem Guten bei ihm, nicht aber in dem Wahren, außer durch das Gute. 8722. "Und auch dieses ganze Volk wird an seinen Ort kommen im Frieden", 2. Mose 18/23, bedeutet, daß die Angehörigen der geistigen Kirche im Guten sein, somit aus dem Guten geführt werden müssen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die der geistigen Kirche angehören, weil unter Volk die Söhne Israels verstanden werden, durch welche die geistige Kirche vorgebildet wird. Aus der Bedeutung von "an seinen Ort kommen", insofern es ausdrückt, in den Zustand (gelangen), zu dem sie geführt werden müssen, nämlich zu dem Zustand des Guten, denn die Angehörigen der geistigen Kirche werden durch das Wahre zum Guten geführt, und wenn sie zum Guten gelangen, dann kommen sie an ihren Ort. Daß Ort einen Zustand bedeutet, sehe man Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381. Ferner aus der Bedeutung des Friedens, insofern er das Göttliche im Guten bezeichnet, denn der Friede ist im höchsten Sinn der Herr, und daher kommt es, daß das Gute im Innersten anregt und das Wohnen der Seligkeit ausmacht bei denen, die im Guten sind. Solange der Mensch im Wahren ist und noch nicht im Guten, ist er in Unruhe; wenn er aber im Guten ist, dann ist er in der Ruhe, und somit im Frieden. Die Ursache ist, weil die bösen Geister das Gute nicht angreifen können, sondern bei der ersten Wahrnehmung desselben fliehen, aber das Wahre können sie angreifen. Daher kommt es, daß die, die im Guten sind, auch im Frieden sind. Dies wird dadurch bezeichnet, daß das ganze Volk an seinen Ort im Frieden kommen sollte. Was es heißt, vom Herrn durch das Wahre geführt zu werden, und was durch das Gute, sehe man Nr. 8516, 8539, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701. 8723. Vers 24-27: Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters, und tat alles, was er gesagt hatte. Und Moses erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, zu Obersten über tausend, zu Obersten über hundert, zu Obersten über fünfzig und zu Obersten über zehn. Daß sie das Volk richteten zu jeder Zeit, die schwierige Sache vor Mose brächten und alle geringe Sache selbst richteten. Und Moses entließ seinen Schwiegervater, und derselbe begab sich in sein Land. "Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters, und tat alles, was er gesagt hatte" bedeutet die Wirkung gemäß der Anordnung des göttlich Guten; "und Moses erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel" bedeutet die Wahl der Wahrheiten, mit denen das Gute bei den Angehörigen der geistigen Kirche verbunden werden konnte, "und machte sie zu Häuptern über das Volk" bedeutet den Einfluß in jene Wahrheiten; "zu Obersten über tausend, zu Obersten über hundert, zu Obersten über fünfzig und zu Obersten über zehn" bedeutet die wichtigsten Wahrheiten, wie sie in stufenweiser Reihenfolge untergeordnet sind dem Wahren, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht; "daß sie das Volk richteten zu jeder Zeit" bedeutet die beständige Abhängigkeit von diesen; "die schwierige Sache vor Mose brächten" bedeutet die Vermittlung und Vertretung; "und alle geringe Sache selbst richteten" bedeutet den Anschein, als ob einiges besondere und einzelne anderswoher komme; "und Moses entließ seinen Schwiegervater" bedeutet den angemessenen Zustand des göttlich Wahren; "und derselbe begab sich in sein Land" bedeutet zum Göttlichen Selbst. 8724. "Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters, und tat alles, was er gesagt hatte", 2. Mose 18/24, bedeutet die Wirkung gemäß der Anordnung des göttlich Guten. Dies erhellt ohne Erklärung, denn durch Jethro, den Schwiegervater des Mose, wird das göttlich Gute vorgebildet: Nr. 8643; und durch Mose das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten hervorgeht: Nr. 8644. Das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, tut nichts aus sich, sondern aus dem göttlich Guten, welches das Göttliche Selbst ist, denn das göttlich Gute ist das Sein, das göttlich Wahre aber ist das Dasein aus demselben. Das Sein muß daher dem Dasein innewohnen, damit dieses etwas sei, und etwas aus demselben entstehe. Als der Herr in der Welt war, war Er das göttlich Wahre, und damals war das göttlich Gute in Ihm der Vater; als Er aber verherrlicht wurde, ward Er auch in Ansehung des Menschlichen selbst zum göttlich Guten. Das göttlich Wahre, das jetzt von Ihm ausgeht, wird der Paraklet (Beistand) oder Geist der Wahrheit genannt. Wer diese beiden Geheimnisse kennt, der kann, wenn er in der Erleuchtung vom Herrn ist und das Wort liest, vieles verstehen, was der Herr selbst vom Vater und von Sich geredet hat, wie auch vom Paraklet, dem Geist der Wahrheit, was außerdem unbegreifliche Mysterien (Geheimnisse) enthalten würde, zum Beispiel: Joh.5/19,26: "Jesus sprach: Der Sohn kann nichts aus Sich selber tun, außer was Er den Vater tun sieht; denn was Dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn; und wie der Vater das Leben hat in Sich selber, so hat Er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in Sich selber". Joh.7/39: "Der Heilige Geist war noch nicht, denn Jesus war noch nicht verklärt". Joh.16/7,13: "Wenn Ich nicht hingehe, so kommt der Paraklet (Beistand) nicht zu euch, wenn Ich aber hingehe, will Ich ihn zu euch senden; dieser, der Geist der Wahrheit, wird nicht aus sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden. Derselbe wird Mich verherrlichen, denn von dem Meinigen wird er es nehmen". Und mehr dergleichen anderwärts. 8725. "Und Moses erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel", 2. Mose 18/25, bedeutet, die Wahl der Wahrheiten, mit denen das Gute bei den Angehörigen der geistigen Kirche verbunden werden konnte. Dies erhellt aus der Bedeutung der tüchtigen Männer, insofern sie die Wahrheiten bezeichnen, mit denen das Gute verbunden werden kann, worüber Nr. 8710; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, wovon Nr. 8645. Es wird gesagt, die Wahl der Wahrheiten, mit denen das Gute verbunden werden kann, weil es Wahrheiten gibt, mit denen das Gute noch nicht verbunden werden kann, und Wahrheiten, mit denen es geschehen kann. Die Wahrheiten, mit denen es verbunden werden kann, sind begründete (oder befestigte) Wahrheiten, und solche, die mit mehreren zusammengesellt sind, auch mit solchen, die das Auge des Verstandes erfreuen. Auf diese Weise dringen diese Wahrheiten in die Neigung ein, die bewirkt, daß der Mensch sie will. Wenn dies geschieht, dann verbindet sich das Gute mit ihnen, denn das Wahre wollen und dann gemäß demselben handeln, bewirkt, daß es zum Guten wird. Ferner muß man wissen, daß das Gute nicht eher mit dem Wahren verbunden wird, als bis dieses Wahre vom Falschen, das aus dem Bösen stammt, gereinigt worden ist, und nicht, bevor es in Zusammenhang getreten ist mit allen Wahrheiten des Glaubens bei dem, der wiedergeboren werden soll. Und diesen Zusammenhang und die Reinigung der Wahrheiten sehen die Engel durch den Herrn und haben ein klares und deutliches Innewerden davon, obgleich der Mensch nichts dergleichen bei sich fühlt oder wahrnimmt. 8726. "Und machte sie zu Häuptern über das Volk", 2. Mose 18/25, bedeutet den Einfluß in diese Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der tüchtigen Männer, die es sind, die er zu Häuptern über das Volk machte, insofern sie die Wahrheiten bezeichnen, mit denen das Gute verbunden werden kann, worüber Nr. 8725. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbare Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber öfter; und aus der Bedeutung von "sie zu Häuptern machen", insofern es heißt einfließen und dadurch befähigen, daß das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, vermittelst jener, den Menschen der Kirche durch das Gute leiten kann. Wie es sich damit verhält, kann man aus dem ersehen, was früher erklärt worden, daß nämlich der Mensch, der wiedergeboren wird, zuerst durch das Glaubenswahre geführt wird, wenn er aber wiedergeboren ist, durch das Gute der Liebtätigkeit: Nr. 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701; und daß im ersten Zustand, nämlich wenn er durch das Wahre geführt wird, der Herr durch das unmittelbar von Ihm ausgehende göttlich Wahre einfließt, dagegen im zweiten Zustand, nämlich wenn er durch das Gute geführt wird, der Herr sowohl durch das unmittelbar als durch das mittelbar von Ihm ausgehende Wahre einfließt: Nr. 8685, 8701; und daß der mittelbare Einfluß ebensowohl vom Herrn ist, als der unmittelbare: Nr. 8717. Das ist es, was in diesem Vers im inneren Sinn beschrieben wird. Der mittelbare Einfluß des Wahren vom Göttlichen wird durch die Worte bezeichnet, daß Mose sie zu Häuptern über das Volk machte. 8727. "Zu Obersten über tausend, zu Obersten über hundert, zu Obersten über fünfzig und zu Obersten über zehn", 2. Mose 18/25, bedeutet die Hauptwahrheiten, wie sie in stufenweiser Reihenfolge untergeordnet sind dem Wahren, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8712-8715, 8717, 8718, 8722, bemerkt worden ist. 8728. "Daß sie das Volk richteten zu jeder Zeit", 2. Mose 18/26, bedeutet, die beständige Abhängigkeit von diesem. Dies erhellt aus der Bedeutung von richten, insofern es die Aufstellung der Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 8685; hier die untergeordnete Aufstellung, die eine Abhängigkeit ausdrückt; denn die Obersten, die das Volk richten sollten, vertraten die Stelle des Mose bei geringen Sachen. Im inneren Sinn (bedeutet es), daß die Wahrheiten in stufenweiser Reihenfolge vom Inneren bis zum Äußeren, den unmittelbar vom Göttlichen ausgehenden Wahren untergeordnet sind, und durch diese der Herr mittelbar einwirkt; aber in dem auf die Personen gerichteten Sinn sind es die Engel und Engelsgesellschaften, die in solcher Unterordnung und Abhängigkeit sind, denn durch diese wirkt der Herr mittelbar und regiert die Menschen. Gleichwohl aber sind es nicht die Engel, die regieren, sondern es ist der Herr durch sie; man sehe Nr. 8718, 8719. Was diese Sache noch weiter betrifft, so muß man wissen, daß auch einiges von den Engeln selbst kommt, die bei dem Menschen sind; aber alles Gute und Wahre, das Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit wird, d.h. Sache des neuen Lebens bei dem Menschen, kommt allein vom Herrn, aber auch durch die Engel von Ihm. Desgleichen jede Anordnung für diesen Zweck, wenn sie fortdauernd ist. Was von den Engeln selbst kommt, ist solches, was sich der Neigung des Menschen anschmiegt, und an sich nicht gut ist, aber dennoch zur Einführung des Guten und Wahren vom Herrn dienen kann. Daß "zu jeder Zeit" soviel ist, als beständig, erhellt ohne Erklärung. 8729. "Die schwierige Sache vor Mose brächten", 2. Mose 18/26, bedeutet die Vermittlung und Vertretung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8705 erklärt worden ist. Hier heißt es, daß sie die Sache vor Mose bringen sollten, dort aber, daß Mose sie vor Gott bringen sollte. Beides schließt aber das gleiche in sich. 8730. "Und alle geringen Sachen selbst richten", 2. Mose 18/26, bedeutet den Anschein, als ob einiges besondere und einzelne anderswoher komme; wie Nr. 8718, wo die gleichen Worte sind. 8731. "Und Moses entließ seinen Schwiegervater", 2. Mose 18/27, bedeutet den angemessenen Zustand des göttlich Wahren. Dies erhellt daraus, daß, sobald alles in Ordnung gebracht, d.h. angemessen eingerichtet ist, wenn nämlich das mittelbare Wahre dem unmittelbaren Wahren vom Göttlichen untergeordnet ist, das Ende des Zustandes eintritt. Dies wird dadurch beschrieben, daß Mose seinen Schwiegervater entließ, denn der Anfang dieses Zustandes wird dadurch beschrieben, daß Jethro zu Mose kam, und sie sich dadurch zu jenem Zweck vereinigten. Daß nicht früher von Jehovah befohlen wurde, daß Oberste aufgestellt wurden, die gleichfalls das Volk richten sollten, sondern daß es auf den Rat und das Zureden Jethros geschah, war deshalb, damit die Dinge, von denen in diesem Kapitel gehandelt worden, völlig in ihrer Ordnung vorgebildet würden; denn im Vorhergehenden wurde von dem ersten Zustand gehandelt, in dem sich die Angehörigen der geistigen Kirche, die wiedergeboren werden, befinden, nämlich wenn sie vom Herrn durch das Wahre geführt werden. Diesem Zustand folgt dann der zweite, der darin besteht, daß sie vom Herrn durch das Gute geführt werden. Diese Wendung oder Umänderung des einen Zustandes in den anderen ist es, die in diesem Kapitel durch Jethro beschrieben wird. 8732. "Und derselbe begab sich in sein Land", 2. Mose 18/27, bedeutet, zum Göttlichen Selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich in sein Land begeben", insofern es soviel ist als zum früheren Zustand, somit zum Göttlichen (zurückkehren). Überdies bedeutet Land im inneren Sinn die Kirche, also auch das Reich des Herrn im Himmel; man sehe Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577, 8011. Durch Land wird aber im höchsten Sinn das Göttliche bezeichnet, weil Jethro das göttlich Gute, also das Göttliche Selbst vorbildete. Zu diesem zurückzukehren läßt sich im historischen Buchstabensinn nicht anders ausdrücken als durch "sich in sein Land begeben". Die Bezeichnungen im Worte sind nämlich immer der vorgebildeten Sache angemessen, wobei jedoch die Bedeutung bleibt, welche dem Ausdruck im eigentlichen Sinn zukommt; so z.B. die Bedeutung des Landes, das eigentlich die Kirche bedeutet, aus dem Grunde, weil diejenigen, die im Himmel sind, nicht an ein Land denken, wenn sie das Wort lesen, sondern an den geistigen Zustand des Volkes, das in dem Land ist, also an die daselbst bestehende Religion. Wenn daher ein Land gelesen wird, wo die Kirche ist, dann haben sie die Vorstellung von der Kirche daselbst, und zugleich mit dieser die Vorstellung vom Reich des Herrn, also auch vom Himmel, und mit der Vorstellung des Himmels auch die des Göttlichen in demselben. Wenn aber die vorgebildete Sache sich auf einen anderen heiligen Gegenstand in der Kirche oder im Himmel bezieht, dann kann dieser Gegenstand unter Land verstanden werden, z.B. die Liebe, die Liebtätigkeit, das Gute, der Glaube. Daraus erhellt, daß immerhin die Bedeutung bleibt, die dem Worte im eigentlichen Sinn zukommt, wie z.B. wenn das Gute, oder die Liebe oder die Liebtätigkeit bezeichnet wird, dennoch im Ganzen die Bedeutung der Kirche bleibt, denn jene Dinge sind das Wesentliche der Kirche, und machen, daß sie eine Kirche ist.   Nr. 8733 - 8747 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 19. Kapitel 1. Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten, an diesem Tage, kamen sie in die Wüste Sinai. 2. Und sie waren ausgezogen von Rephidim, und kamen in die Wüste Sinai, und lagerten in der Wüste, und Israel lagerte daselbst am Berge. 3. Und Mose stieg hinauf zu Gott; und Jehovah rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakobs, und verkünden den Söhnen Israels. 4. Ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern, und wie Ich euch getragen habe auf Adlersflügeln, und habe euch zu Mir geführt. 5. Und nun, wenn ihr auf Meine Stimme hören, und Meinen Bund halten werdet, so sollt ihr Mir zum Eigentum sein vor allen Völkern, denn Mein ist die ganze Erde. 6. Und ihr sollt Mir ein priesterliches Königreich und ein heiliges Volk sein; das sind die Worte, die du reden sollst zu den Söhnen Israels. 7. Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes, und legte ihnen alle diese Worte vor, die Jehovah ihm geboten hatte. 8. Und es antwortete das ganze Volk zugleich und sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun; und Mose brachte die Worte des Volkes vor Jehovah. 9. Und Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke, damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede, und auch dir glaube ewiglich; und Mose verkündigte die Worte des Volkes vor Jehovah. 10. Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe zum Volke und heilige sie heute und morgen, und sie sollen ihre Kleider waschen. 11. Und sollen bereit sein auf den dritten Tag, denn am dritten Tage wird Jehovah hinabsteigen vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai. 12. Und mache Schranken für das Volk ringsumher, und sprich: Hütet euch, daß ihr nicht hinansteiget auf den Berg, noch sein Ende berühret, denn jeder, der den Berg berührt, soll des Todes sterben. 13. Keine Hand soll ihn berühren, sondern er soll gesteinigt oder erschossen werden, sei es ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht leben; beim Blasen des Jobelhornes sollen sie den Berg hinaufsteigen. 14. Und Mose stieg vom Berge hinab zum Volk, und heiligte das Volk, und sie wuschen ihre Kleider. 15. Und er sprach zum Volke: seid bereit auf den dritten Tag, und nahet euch keinem Weibe. 16. Und es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, da waren (Donner-) Stimmen und Blitze, und eine schwere Wolke auf dem Berge, und sehr starker Posaunenschall; da erbebte das ganze Volk, das im Lager war. 17. Und Mose ließ das Volk herausgehen, Gott entgegen aus dem Lager, und sie stellten sich an den Fuß des Berges. 18. Und der ganze Berg Sinai rauchte, um deswillen, daß Jehovah auf denselben herabstieg im Feuer, und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens, und der ganze Berg erbebte sehr. 19. Und der Posaunenschall wurde immer stärker; Mose redete und Gott antwortete ihm mit (lauter) Stimme. 20. Und Jehovah stieg hinab auf den Berg Sinai, auf den Gipfel des Berges, und Jehovah rief Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf. 21. Und Jehovah sprach zu Mose: Steige hinab, warne das Volk, daß sie nicht durchbrechen zu Jehovah, um zu sehen, und viele von ihnen fallen. 22. Und auch die Priester, die hinzutreten zu Jehovah, sollen sich heiligen, damit Jehovah sie nicht zerschmettere. 23. Und Mose sprach zu Jehovah: das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn Du hast uns gewarnt und gesprochen: Mache Schranken um den Berg und heilige ihn. 24. Und Jehovah sprach zu ihm: Gehe, steige hinab; aber du und Aharon mit dir sollt heraufsteigen, und die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu Jehovah, damit Er sie nicht zerschmettere. 25. Und Mose stieg hinab zum Volk und sprach mit ihnen.   Inhalt 8748. In dem, was folgt, wird im inneren Sinn von der Offenbarung des göttlich Wahren vom Herrn aus dem Himmel gehandelt, und zwar in diesem Kapitel von der Vorbereitung zur Aufnahme desselben.   Innerer Sinn 8749. Vers 1,2: Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten, an diesem Tage, kamen sie in die Wüste Sinai. Und sie waren ausgezogen von Rephidim, und kamen in die Wüste Sinai, und lagerten in der Wüste, und Israel lagerte daselbst am Berge. "Im dritten Monat" bedeutet das Volle des Zustandes; "nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten" bedeutet, nachdem die Angehörigen der geistigen Kirche befreit worden waren von den Anfechtungen; "an diesem Tage" bedeutet alsdann; "kamen sie in die Wüste Sinai" bedeutet den Zustand des Guten, in dem die Glaubenswahrheiten eingepflanzt werden müssen; "und sie waren ausgezogen von Rephidim" bedeutet den stetigen Zusammenhang des Lebens mit dem früheren Zustand; "und kamen in die Wüste Sinai" bedeutet den Zustand des Guten, in den die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen; "und lagerten in der Wüste" bedeutet die Zubereitung in demselben; "und Israel lagerte daselbst am Berge" bedeutet die Zubereitung bei denen, die der geistigen Kirche angehören, durch das himmlische göttlich Gute. 8750. "Im dritten Monat", 2. Mose 19/1, bedeutet das Volle des Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Monats, insofern er einen Zustand bezeichnet, denn alle Zeiten, wie Tage, Wochen, Monate und Jahre bedeuten Zustände: Nr. 2788; und aus der Bedeutung von drei und des dritten, insofern sie das Volle bezeichnen, worüber Nr. 1825, 2788, 4495, 5159; daher bedeutet "im dritten Monat" im vollen Zustand. Was das Volle des Zustandes sei, soll mit wenigem gesagt werden: Ein jeder Zustand hat seinen Anfang, seinen Fortgang und sein Ende; wenn der Zustand zu seinem Ende gelangt, dann ist er voll, und heißt ein voller. Im anderen Leben wird alles bemessen nach den Fortschritten des Zustandes und den aufeinanderfolgenden Veränderungen derselben, von Anfang bis zu Ende, wie in der natürlichen Welt nach Zeiten. Der Grund davon liegt darin, daß es im Himmel keine Zeiten gibt, sondern anstatt derselben Zustände, und zwar deshalb, weil die Sonne im anderen Leben, die der Herr ist, beständig an ihrem Orte bleibt, und nicht so wie in der Welt durch ein tägliches, scheinbares Fortschreiten den Tag in Morgen, Mittag, Abend und Nacht teilt, und auch nicht durch ein jährliches scheinbares Fortschreiten das Jahr in Frühling, Sommer, Herbst und Winter teilt; daher kommt es, daß es im Himmel keine Zeiten gibt, sondern statt dessen Zustände. Weil aber im innersten der Sphäre des Himmels ein gewisses Fortschreiten gemäß der göttlich himmlischen Form stattfindet, von dem niemand ein Innewerden hat, und diesem Fortschreiten gemäß die Zustände aller im Himmel Veränderungen erleiden, so ist die Folge davon, daß die Engel abwechselnd im Guten der Liebe und im Wahren des Glaubens sind, und auch im Dunkeln (oder Verschattung) in bezug auf beides. Daher kommt es, daß die Zustände daselbst in Entsprechung stehen mit den Zeiten in der Welt, nämlich der Zustand des Guten der Liebe mit dem Morgen, der Zustand des Glaubenswahren mit dem Mittag, und die dunklen Zustände mit dem Abend und der Nacht. Überdies ist auch die Wärme, die dort aus der Sonne kommt, das Gute der Liebe und das Licht, das dort aus der Sonne kommt, das Wahre des Glaubens. Daher kommt es auch, daß die Wärme in der Welt in Entsprechung steht mit der Liebe, die darum auch geistige Wärme heißt, wie auch das Licht in der Welt in Entsprechung steht mit dem Glauben, der deshalb geistiges Licht genannt wird. Es gibt im allgemeinen zwei Lebenszustände, nämlich einen Zustand des Denkens, der den Verstand betrifft, und einen Zustand der Neigung, der den Willen betrifft. Der Zustand des Denkens, der dem Verstande angehört, bezieht sich auf das Wahre des Glaubens; dieser Zustand ist es, der von dem Licht aus der himmlischen Sonne, die der Herr ist, erleuchtet wird. Auch das Verstandeslicht im Menschen stammt aus diesem Licht. Der Zustand der Neigung aber, der dem Willen angehört, bezieht sich auf das Gute der Liebtätigkeit. Die Wärme des Willens oder die Liebe im Menschen stammt auch wirklich aus der Wärme jener Sonne im Himmel, die der Herr ist. Hieraus kann man nun erkennen, wie es sich mit den Zuständen und den Veränderungen derselben im anderen Leben verhält, und was unter dem Vollen des Zustandes zu verstehen ist, was durch den dritten Monat bezeichnet wird. Unter diesem Zustand, von dem das Volle ausgesagt wird, ist der erste Zustand zu verstehen, den diejenigen durchmachten, die der geistigen Kirche angehörten. Daß diese zwei Zustände durchzumachen haben, den ersten, wenn sie durch das Wahre vom Herrn geführt werden, und den zweiten, wenn durch das Gute von Ihm, sehe man Nr. 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701: hier wird das Volle des ersten Zustandes verstanden, der im Vorhergehenden beschrieben worden ist; jetzt aber wird der zweite Zustand beschrieben. 8751. "Nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 19/1, bedeutet, nachdem die, welche der geistigen Kirche angehörten, von den Anfechtungen befreit waren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ausziehens, insofern es heißt befreit werden; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber Nr. 6426, 6637, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 7278. Was Anfechtungen sind, sehe man Nr. 7474; und daß die, welche der geistigen Kirche angehörten, bis zur Ankunft des Herrn in der unteren Erde aufbehalten, und vom Herrn befreit wurden: Nr. 6854, 6914, 7035, 7091, 7474, 7878, 7932, 8018, 8054, 8099. 8752. "An diesem Tage", 2. Mose 19/1, bedeutet alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von "an diesem Tage", insofern es ausdrückt alsdann, denn durch Tag wird ein Zustand bezeichnet: Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 7680; deshalb bedeutet "an diesem Tage" alsdann, wenn die Fülle des Zustandes eingetreten ist. 8753. "Kamen sie in die Wüste Sinai", 2. Mose 19/1, bedeutet den Zustand des Guten, in dem die Glaubenswahrheiten eingepflanzt werden müssen. Die Wüste bedeutet hier das Gute, dem die Wahrheiten noch nicht eingepflanzt sind, und Sinai die Wahrheiten selbst; denn die Wüste bedeutet mehreres: Nr. 3900, im allgemeinen das Unbewohnte und Unbebaute, also im geistigen Sinn das Gute, in dem noch nicht das Wahre, denn das Gute ohne Wahrheiten ist geistig unbebaut; daher bedeutet die Wüste den neuen Willen, der noch nicht durch die Glaubenswahrheiten gestaltet ist: Nr. 8457. Was den Berg Sinai anbetrifft, so bedeutet er im höchsten Sinn das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten, der Berg das göttlich Gute und Sinai das göttlich Wahre; im inneren Sinn das Glaubenswahre aus dem Guten. Dieses Glaubenswahre sollte dem Guten eingepflanzt werden, weil das Gesetz noch nicht von demselben herab verkündigt worden war. Der Berg Sinai hat aber diese Bedeutung, weil von demselben herab das Gesetz vom Herrn verkündigt wurde, und das Gesetz ist das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten, und ist auch das Glaubenswahre aus dem Guten: Nr. 6752, 7463, 8695. Daher kam es, daß die Söhne Israels in der Wüste an jenem Berge lagern mußten, denn von demselben herab wurden nicht nur die Zehn Gebote, die im engeren Sinn das Gesetz sind, verkündigt, sondern auch alle Satzungen der Kirche, die, weil sie vorbildeten, das geistige und himmlische Wahre und Gute des Reiches des Herrn in sich enthielten. Daß das Gesetz von dort her verkündigt wurde, erhellt aus 2. Mose Kapitel 20, und auch die Satzungen der Kirche: 2. Mose Kapitel 21; 3. Mose 7/37,38; 27/34. Dasselbe bedeutet Sinai bei Ps.68/8-10: "Gott, da Du auszogst vor Deinem Volke her, da Du einherschrittest in der Wüste, da erbebte die Erde, auch die Himmel träufelten vor Gott; dieser Sinai war Gott, dem Gotte Israels; einen Regen der Güte lässest Du herabträufeln, o Gott": hier bedeutet Sinai das Wahre aus dem Guten, denn dieses wird dadurch bezeichnet, daß die Himmel träufelten vor Gott, und daß Gott einen Regen der Güte herabträufeln läßt. Richt.5/4-7: "Jehovah, als Du auszogst von Seir, als Du einherschrittest aus dem Gefilde Edoms, da bebte die Erde, die Himmel träufelten und auch die Wolken träufelten Wasser, Berge zerflossen vor Jehovah, der Sinai selbst vor Jehovah, dem Gotte Israels; in den Tagen Samgars, des Sohnes Amaths, in den Tagen Jaels fehlten Wege, und die auf Pfaden wandelten, gingen krumme Wege; es fehlten Dörfer (besser wird das hebr. Wort durch "Führer" übersetzt: Anm.d.Übers.) in Israel; sie fehlten, bis ich, Deborah, aufstand, bis ich auftrat als Mutter Israels": hier (steht) auch Sinai für das Gesetz oder das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten, durch das die Glaubenswahrheiten dem Guten (des Menschen) eingepflanzt sind; und dies wird auch dadurch bezeichnet, daß die Himmel träufelten, und daß die Wolken Wasser träufelten. Daß die Glaubenswahrheiten fehlten und verkehrt wurden, wird dadurch bezeichnet, daß die Wege fehlten, und daß die, welche auf Pfaden wandelten, auf krummen Wegen gingen. Daß Wege, Pfade, Dörfer (Führer) Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 627, 2333, 3123, 3477; denn in diesem prophetischen Liede der Deborah und des Barak wird von der Verkehrung der kirchlichen Wahrheiten und deren Wiederherstellung gehandelt. 5. Mose 33/2: "Jehovah kam vom Sinai und ging ihnen auf von Seir; Er erglänzte vom Berge Paran und kam aus den Myriaden der Heiligkeit, zu Seiner Rechten (hatte Er) das Feuer des Gesetzes für sie": hier werden die Söhne Jakobs von Moses vor seinem Tode gesegnet, und dieser beginnt die Weissagung seines Segens mit "Jehovah kam vom Sinai", und Sinai bedeutet hier die Glaubenswahrheiten in ihrer Zusammenfassung. In solcher Weise begann er (seinen Spruch), weil die Söhne Jakobs alles Wahre und Gute des Glaubens bedeuten: Nr. 3858, 3862, 3926, 3939, 6335, ebenso die Söhne Israels: Nr. 5414, 5951, 5879. 8754. Es soll hier noch einiges gesagt werden von dem Guten, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden sollen und das hier durch die Wüste Sinai bezeichnet wird. Daß der Mensch, der wiedergeboren wird, zuerst durch das Wahre vom Herrn und nachher durch das Gute geführt wird, sehe man Nr. 7923, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701. Durch das Wahre wird der Mensch, der wiedergeboren wird, deshalb geführt, damit er zum Guten gelangen kann, d.h., damit er es erkennen, dann es wollen und zuletzt es tun kann. Aber wenn er durch das Wahre zum Guten geführt wird, kommt er zuerst zu dem Guten, dem die Glaubenswahrheiten noch nicht eingepflanzt sind; denn die Wahrheiten können nicht eher eingepflanzt werden, als bis er im Guten ist, vorher werden sie zwar gewußt, weil sie im Gedächtnis sind, sie sind aber dann noch nicht im Guten, sondern außerhalb des Guten. Nachher, wenn der Mensch das neue Leben aufnimmt (und dies nimmt er erst dann auf, wenn er im Guten ist), werden die Glaubenswahrheiten eingepflanzt und gehen im inneren Menschen mit dem Guten gleichsam eine Ehe ein. Dieses Gute, dem die Glaubenswahrheiten noch nicht eingepflanzt sind, das aber gleichwohl zubereitet ist, um sie aufzunehmen, wird hier unter der Wüste Sinai verstanden. Es wird kein anderes Gute verstanden als das christlich Gute, worüber man sehe Nr. 8635, 8636, 8637, 8638. 8755. "Und sie waren ausgezogen von Rephidim", 2. Mose 19/2, bedeutet den stetigen Zusammenhang des Lebens mit dem früheren Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es den stetigen Zusammenhang des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 4375, 4554, 4585, 5996, 8181, 8345, 8397, 8557; und aus der Bedeutung von Rephidim, insofern es die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung in Ansehung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8561, somit bedeutet es die Beschaffenheit des früheren Zustandes, worüber Nr. 8754; denn im früheren Zustand hat der Mensch der geistigen Kirche Versuchungen zu bestehen; deshalb besteht mit diesem Zustand ein stetiger Zusammenhang des Lebens, was durch ausziehen von Rephidim bezeichnet wird. 8756. "Und kamen in die Wüste Sinai", 2. Mose 19/2, bedeutet zu dem Zustand des Guten, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen. Dies erhellt aus Nr. 8753, wo die gleichen Worte, und aus der Beschaffenheit dieses Guten: Nr. 8754. 8757. "Und lagerten in der Wüste", 2. Mose 19/2, bedeutet die Zubereitung in derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich lagern, insofern es die Anordnung des Wahren und Guten des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 8103E; somit auch die Zubereitung; und aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand des Guten bezeichnet, in dem die Glaubenswahrheiten noch nicht sind, wovon Nr. 8753. 8758. "Und Israel lagerte daselbst am Berge", 2. Mose 19/2, bedeutet die Zubereitung bei denen, die der geistigen Kirche angehören, durch das himmlische göttlich Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von lagern, insofern es eine Zubereitung bezeichnet, wie Nr. 8757; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern es diejenigen bezeichnet, die der geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 8751; und aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet, worüber Nr. 4210, 6435, 8327. Unter dem himmlischen göttlich Guten wird das göttlich Gute im Himmel verstanden; denn das göttlich Gute an sich ist weit über dem Himmel. 8759. Vers 3-8: Und Mose stieg hinauf zu Gott; und Jehovah rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakobs, und verkünden den Söhnen Israels. Ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern, und wie Ich euch getragen habe auf Adlersflügeln, und habe euch zu Mir geführt. Und nun, wenn ihr auf Meine Stimme hören und Meinen Bund halten werdet, so sollt ihr Mir zum Eigentum sein vor allen Völkern, denn Mein ist die ganze Erde. Und ihr sollt Mir ein priesterliches Königreich und ein heiliges Volk sein; das sind die Worte, die du reden sollst zu den Söhnen Israels. Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes, und legte ihnen alle diese Worte vor, die Jehovah ihm geboten hatte. Und es antwortete das ganze Volk zugleich und sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun; und Mose brachte die Worte des Volkes vor Jehovah. "Und Mose stieg hinauf zu Gott" bedeutet das Wahre vom Göttlichen, das unterhalb des Himmels ist und mit dem göttlich Wahren, das im Himmel ist, sich verbindet; "und Jehovah rief ihm vom Berge zu" bedeutet die Vereinigung des göttlich Guten im Himmel mit dem göttlich Wahren daselbst; "so sollst du sagen zu dem Hause Jakobs und verkünden den Söhnen Israels" bedeutet die Beseligung derer, die der äußeren und inneren geistigen Kirche angehören; "ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern" bedeutet die Erinnerung an alles, was den Bösen, die anfochten, widerfuhr; "und wie Ich euch getragen habe auf Adlersflügeln" bedeutet, daß sie durch Wahrheiten zum himmlischen Lichte erhoben wurden; "und habe euch zu Mir geführt" bedeutet, dadurch zum Guten der Liebe, das im Himmel; "und nun, wenn ihr auf Meine Stimme hören werdet" bedeutet die Aufnahme des Wahren; "und Meinen Bund halten" bedeutet das Leben im Guten und daher die Verbindung; "so sollt ihr Mir zum Eigentum sein vor allen Völkern" bedeutet, daß dann das göttlich Wahre bei ihnen mehr als bei anderen sein werde; "denn Mein ist die ganze Erde" bedeutet, daß der Herr alle Macht habe im Himmel und auf Erden; "und ihr sollt Mir ein priesterliches Königreich sein" bedeutet, daß dann das Gute des Wahren bei ihnen sein werde; "und ein heiliges Volk" bedeutet, dadurch auch das geistige Reich; "das sind die Worte, die du reden sollst zu den Söhnen Israels" bedeutet den Einfluß zur Aufnahme des Wahren im Guten; "und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes" bedeutet die Erwählung derer, die vorzugsweise in der Einsicht des Wahren standen; "und legte ihnen alle diese Worte vor" bedeutet den Vorschlag zugleich mit dem Einfluß; "die Jehovah ihm geboten hatte" bedeutet aus dem Göttlichen; "und es antwortete das ganze Volk zugleich" bedeutet die Aufnahme; "und sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun" bedeutet gemäß dem Einfluß vom Göttlichen; "und Mose brachte die Worte des Volkes vor Jehovah" bedeutet die Entsprechung und Verbindung. 8760. "Und Mose stieg hinauf zu Gott", 2. Mose 19/3, bedeutet das Wahre vom Göttlichen, das unterhalb des Himmels ist und mit dem göttlich Wahren, das im Himmel ist, sich verbindet. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 6771, 6827, 7014; hier das Wahre vom Göttlichen, das unterhalb des Himmels ist, und dies darum, weil er nun die Söhne Israels als ihr Haupt vorbildet, somit diejenigen, die der geistigen Kirche angehören und noch nicht im Himmel sind, weil noch nicht in dem von den Wahrheiten gebildeten Guten: Nr. 8753, 8754. Aus der Bedeutung von aufsteigen, insofern es heißt sich verbinden, denn wer zum Göttlichen aufsteigt, der verbindet sich mit demselben, wie auch unter aufsteigen in den Himmel verstanden wird, sich mit dem Herrn verbinden, und so auch umgekehrt unter hinabsteigen aus dem Himmel. Das göttlich Wahre im Himmel, mit dem die Verbindung stattfindet, wird verstanden unter Gott, denn der Herr heißt im Worte Gott aus dem göttlich Wahren, und Jehovah aus dem göttlich Guten: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4402, 7010, 7268, 7873, 8301; und weil hier von der Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten gehandelt wird, deshalb wird in diesem Vers zuerst Gott gesagt und gleich darauf Jehovah, in den Worten: "Mose stieg auf zu Gott, und Jehovah rief ihm vom Berge zu". Es wird gesagt das göttlich Wahre im Himmel und nachher das göttlich Gute im Himmel, und zwar deshalb, weil das Göttliche Selbst weit über den Himmeln ist, nicht nur das göttlich Gute selbst, sondern auch das göttlich Wahre selbst, das unmittelbar vom göttlich Guten ausgeht. Daß diese weit über dem Himmel sind, kommt daher, daß das Göttliche in Sich das Unendliche ist, und das Unendliche nicht mit dem Endlichen verbunden werden kann, also auch nicht mit den Engeln im Himmel, außer durch Bekleidung mit etwas Endlichem, und somit durch eine passende Zubereitung zur Aufnahme. Das göttlich Gute selbst an sich ist auch wirklich eine unendliche Flamme der Glut, d.h. der Liebe, und diese Flamme kann kein Engel im Himmel aushalten; denn er würde verzehrt werden wie ein Mensch, wenn ihn die Flamme der Sonne ohne vermittelnde Ermäßigung durchdringen würde. Auch das Licht aus der Flamme der göttlichen Liebe, die das göttlich Wahre ist, würde, wenn es ohne Milderung seines feurigen Glanzes einflöße, alle, die im Himmel sind, blenden. Hieraus kann man erkennen, welcher Unterschied stattfindet zwischen dem göttlich Guten und göttlich Wahren über den Himmeln und zwischen dem göttlich Guten und dem göttlich Wahren in den Himmeln, von dem hier gehandelt wird. 8761. "Und Jehovah rief ihm vom Berge zu", 2. Mose 19/3, bedeutet die Vereinigung des göttlich Guten im Himmel mit dem göttlich Wahren daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihm zurufen" oder jemanden zu sich rufen, wenn es von dem Göttlichen gesagt wird, insofern es eine Verbindung bezeichnet, hier eine Vereinigung, weil es vom göttlich Guten mit dem göttlich Wahren gesagt wird, die durch die Verbindung eins ausmachen. Daß jemand zu sich rufen Verbindung und auch Gegenwart bedeutet, sehe man Nr. 6047, 6177, 7390, 7451, 7721; daß es das göttlich Gute ist, mit dem die Verbindung stattfindet, kommt daher, daß Jehovah gesagt wird, worüber Nr. 8760, und aus der Bedeutung des Berges, insofern er das göttlich Gute im Himmel bezeichnet, worüber Nr. 8758; hier den Himmel, denn ob man sagt "das göttlich Gute im Himmel" oder "der Himmel", ist gleich, weil der Himmel aus demselben sein Dasein hat. Es verhält sich damit, wie mit allem, was abgesehen von seinen Subjekten (oder Trägern) gedacht wird, wenn man es nennt, so sind zugleich auch die Subjekte genannt, in denen es ist; z.B. wenn man sagt das Glaubenswahre oder das Gute der Liebtätigkeit, so wird auch der Mensch der Kirche verstanden, in dem es ist; noch mehr im Himmel, denn dort ist das mit dem göttlich Wahren vereinte göttlich Gute alles in allem, also das Leben oder die Seele des Himmels. 8762. "So sollst du sagen zu dem Hause Jakobs und verkünden den Söhnen Israels", 2. Mose 19/3, bedeutet die Beseligung derer, die der äußeren und inneren geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen und verkündigen, insofern es hier die Beseligung ausdrückt; denn was jetzt von Jehovah durch Mose gesagt und verkündet wird, schließt die Beseligung in sich. Aus der Bedeutung des Hauses Jakobs und der Söhne Israels, insofern diese die äußere und innere Kirche vorbilden, worüber Nr. 3305, 4286. Was die äußere Kirche und was die innere sei, ist früher an einigen Stellen gesagt worden, daß nämlich das Äußere der Alten Kirche alles dasjenige war, was das Innere vorbildete, und daß das Innere der Kirche war, was durch das Äußere vorgebildet wurde. Diejenigen z.B., die den Gottesdienst in Opfer, Gebräuche und Satzungen setzten, die geistige und himmlische Dinge im Reiche des Herrn vorbildeten, waren im Äußeren, hingegen diejenigen, die den Gottesdienst zugleich in die himmlischen und geistigen Dinge setzten, die dadurch vorgebildet wurden, waren im Inneren. Ebenso heutzutage diejenigen, die den Gottesdienst darein setzen, die Kirchen zu besuchen, Predigten anzuhören, zum heiligen Abendmahl zu gehen, und zwar mit Andacht, und nichts weiter darüber zu denken, als daß sie besucht werden müssen, weil es so angeordnet und befohlen sei, gehören der äußeren Kirche an. Diejenigen dagegen, die glauben, daß solches zu beobachten sei, zugleich aber, daß das Wesentliche des Gottesdiensts das Leben des Glaubens sei, d.h. die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Liebe zum Herrn, gehören der inneren Kirche an. Somit gehören auch die der äußeren Kirche an, die nur aus Gehorsam des Glaubens dem Nächsten Gutes tun und den Herrn verehren; der inneren Kirche dagegen die, welche aus Liebe dem Nächsten Gutes tun und den Herrn verehren. So auch im übrigen. Es soll sich jedoch bei einem jeden, der der Kirche angehört, beides finden, nämlich das Äußere und das Innere, wenn nicht beides da ist, so hat er kein geistiges Leben in sich, denn das Innere ist wie die Seele, und das Äußere wie der Leib der Seele. Die aber nur der äußeren Kirche angehören, sind in Klarheit über das Äußere derselben, aber im Dunkeln über das Innere. Hingegen die, welche der inneren Kirche angehören, haben Klarheit über das Innere und sind im Dunkeln über das Äußere. Die, welche im Äußeren und nicht zugleich im Inneren sind, gehören der Kirche nicht an; in beiden zugleich sind aber alle diejenigen, die im Guten des Lebens sind gemäß den Lehrbestimmungen ihrer Kirche. Hingegen im Äußeren ohne das Innere sind diejenigen, die zwar den Gottesdienst üben, jedoch nicht zugleich im Guten des Lebens nach den Lehrbestimmungen der Kirche sind. Es gibt nur wenige, die dieses wissen, und zwar deshalb, weil sie allen Gottesdienst, und daher alles Heil in den Glauben setzen, und gar nicht in die Liebtätigkeit, daher kommt es auch, daß sie, wenn sie an die ewige Seligkeit denken, diese als ein Leben der Frömmigkeit und nicht als ein Leben der Liebtätigkeit betrachten, worüber man sehe Nr. 8252-8257. 8763. "Ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern", 2. Mose 19/4, bedeutet die Erinnerung an alles, was den Bösen, die anfochten, widerfuhr. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihr habt gesehen", insofern es eine Erinnerung ausdrückt; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie die Bösen bezeichnen, die anfochten, worüber Nr. 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7317. Hieraus erhellt, daß durch "ihr habt gesehen, was Ich getan habe an den Ägyptern", die Erinnerung an alles das bezeichnet wird, was denen widerfuhr, die anfochten. 8764. "Und wie Ich euch getragen habe auf Adlersflügeln", 2. Mose 19/4, bedeutet, daß sie durch Wahrheiten zum himmlischen Lichte erhoben wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "jemanden auf Adlersflügeln tragen", insofern es heißt, in die Höhe bis zum himmlischen Licht erhoben werden; denn durch tragen wird das Erhobenwerden, durch Flügel die geistigen Wahrheiten und durch Adler das Vernünftige in bezug auf das Wahre bezeichnet. Daß der Adler dieses bedeutet, sehe man Nr. 3901, denn die Adler steigen in die Höhe. Die Alten verstanden nämlich unter dem sichtbaren Himmel den Engelshimmel; auch glaubten die Einfältigen, daß daselbst die Wohnung der Engel sei, wie auch, daß in der Höhe, weil näher an der Sonne und den Sternen, das eigentliche Himmelslicht sei; daher kommt es, daß "auf Adlersflügeln getragen werden" bedeutet, in die Höhe zu jenem Lichte (erhoben werden). Die Erhebung zu diesem geschieht aber durch Glaubenswahrheiten, weil das Wahre des Glaubens es ist, was den Menschen bis zum Himmel erhebt, wo das Gute desselben ist. Der Adler aber bedeutet das Vernünftige in Ansehung des Wahren, weil das Vernünftige des Menschen seinen Himmel ausmacht, und das Natürliche im Vergleich damit, wie die Erde ist, denn das Vernünftige macht den inneren Menschen aus und das Natürliche den äußeren. Die Flügel bedeuten geistige Wahrheiten, weil die Vögel im allgemeinen das Verstandesmäßige und die Gedanken bezeichnen: Nr. 40, 745, 776, 3219, 5149, 7441; daher bedeuten Flügel geistige Wahrheiten, weil alle Einsicht aus ihnen hervorgeht. Ein Verstand aus dem Falschen, wie durchdringend und scharf er auch scheinen mag, ist kein Verstand; denn der Verstand sieht aus dem Lichte des Himmels, und das Licht des Himmels ist das geistig Wahre, d.h. das Glaubenswahre. Deswegen ist, wo kein Glaubenswahres ist, kein Licht, sondern Finsternis, und ein Verstand im Finstern ist Unverstand. Die Flügel bedeuten auch die Macht, die das geistig Wahre aus seinem Guten hat, denn die Flügel bei den Vögeln sind wie die Hände und Arme bei den Menschen, und durch Arme und Hände wird die Macht bezeichnet: Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6292, 6947, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281, 8305; daß die Macht dem geistig Wahren aus dem Guten angehört, sehe man Nr. 3563, 4931, 5623, 6344, 6423. Daß die Flügel geistige Wahrheiten oder Glaubenswahrheiten bedeuten, die Macht aus dem Guten haben, erhellt auch aus anderen Stellen im Worte. Wenn daher dem Göttlichen Flügel zugeschrieben werden, wird durch diese das göttlich Wahre bezeichnet, das allmächtig ist, z.B. wo von den Cherubim die Rede ist, durch welche die Vorsehung des Herrn bezeichnet wird: Hes.1/4,6,23,24; 3/13; 10/5,21: "Jeder Cherub hatte vier Gesichter, und vier Flügel ein jeder; ihre Flügel waren aufrecht gegeneinander gerichtet, und jeder hatte Flügel, die ihre Leiber bedeckten, und ich hörte das Rauschen ihrer Flügel, wie das Rauschen großer Gewässer, wie die Stimme Schaddais (d.i. des Allmächtigen); wenn sie gingen, war es ein Geräusch, wie das Getümmel eines Heerlagers; und wenn sie stillstanden, ließen sie ihre Flügel sinken; und ich hörte das Rauschen ihrer Flügel, wie sie einander gegenseitig berührten, und das Rasseln der Räder neben ihnen. Das Rauschen der Flügel der Cherubim ward gehört bis zum Äußersten des Vorhofes, wie die Stimme des Gottes Schaddai. Eine Gestalt wie Menschenhände war unter ihren Flügeln". Daß hier die Flügel das göttlich Wahre bezeichnen, erhellt aus dem einzelnen der Beschreibung, sowohl daraus, daß die Flügel gegeneinander gerichtet waren, als auch, daß sie die Leiber bedeckten, und daß ihr Rauschen gehört wurde wie das Rauschen großer Gewässer, wie das Rasseln von Rädern und wie die Stimme Schaddais, und daß eine Gestalt wie Menschenhände unter ihren Flügeln war. Daß die Flügel gegeneinander gerichtet waren, bildete die Zusammengesellung aller im Göttlichen vor; daß sie den Körper bedeckten, bedeutete, daß das göttlich Wahre das göttlich Gute, von dem es ausging, bedecken sollte, denn das göttlich Gute ist eine Flamme, und das göttlich Wahre ist das Licht daraus; dieses geht ringsum und bedeckt folglich jenes. Die Flamme selbst erscheint nicht im Himmel, sondern nur das Licht, in dem die Flamme ist, die dadurch als Wärme, welche Liebe ist, empfunden wird. Daß das Rauschen gehört wurde, wie das Rauschen großer Gewässer, bedeutet die Beschaffenheit des göttlich Wahren im Himmel; ebenso daß ihr Rauschen war wie das Rasseln von Rädern, und wie die Stimme Schaddais, denn Rauschen und Stimme werden dem göttlich Wahren beigelegt. Daher heißt es auch das Rauschen großer Gewässer, weil Wasser Wahrheiten bezeichnet: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8137, 8138, 8568. Ferner das Rasseln von Rädern, weil Räder die Wahrheiten der Lehrbestimmungen bedeuten, und dies darum, weil Wagen die Lehren des Wahren bezeichnen: Nr. 5321, 5945, 8146, 8148, 8215; so auch die Stimme des Gottes Schaddai, weil Gott Schaddai das Wahre bedeutet, das in den Versuchungen Vorwürfe macht, und nachher tröstet: Nr. 1992, 4572, 5628. Die Gestalt wie Menschenhände unter den Flügeln bedeutete die Allmacht, die dem göttlich Wahren angehört, weil die Hände Macht bezeichnen und im höchsten Sinn Allmacht, wenn sie dem Herrn zugeschrieben werden. Hieraus kann man auch erkennen, was unter den Flügeln der Cherubim vorgebildet wurde, die auf dem Gnadenstuhle über der Bundeslade waren, und daß sie nach oben ausgebreitet waren, und den Gnadenstuhl bedeckten: 2. Mose 25/20; dann auch, was die Cherubim auf den Teppichen und auf dem Vorhange der Stiftshütte vorbilden sollten, und auch im Tempel Salomos; desgleichen, was in betreff des neuen Hauses gesagt wird, worüber Hes.41/18-20. Ferner, was die vier Tiere um den Thron bedeuten, deren jedes "für sich sechs Flügel ringsherum hatte": Joh.Offenb.4/8; und was die Seraphim bedeuten, die oberhalb des Thrones standen, "von denen jeder sechs Flügel hatte": Jes.6/1,2. Daß die Flügel im inneren Sinn geistige Wahrheiten oder Glaubenswahrheiten bedeuten, erhellt bei Hes.17/1-8: "So spricht der Herr Jehovih: Ein großer Adler mit großen Flügeln, langen Schwingen, voller Federn, und bunt von Farben, kam auf den Libanon, und nahm einen Zedernzweig und brachte ihn in ein Land des Handels; hernach nahm er von dem Samen des Landes und legte ihn in ein Saatfeld und brachte ihn an ein großes Wasser, derselbe keimte, und wurde zu einem üppigen Weinstock. Und es war ein anderer Adler mit großen Flügeln und voller Federn, und siehe, dieser Weinstock wendete seine Wurzeln zu jenen, und streckte seine Ranken nach ihm aus, auf einem guten Felde, an vielem Wasser; er war gepflanzt, um Zweige zu treiben und Frucht zu tragen, damit er zu einem herrlichen Weinstock werde": Diese Weissagung beschreibt die Errichtung der geistigen Kirche vom Herrn. Der Adler ist der Glaube in derselben, die großen Flügel und die langen Schwingen sind die Glaubenswahrheiten; bunt von Farben bedeutet das Wißtümliche. Das Wachstum jener (Kirche) wird beschrieben durch den Zedernzweig aus dem Libanon, durch das Land des Handels, den Samen des Landes im Saatfeld an dem großen Wasser; daher ist die Kirche selbst der Weinstock. Daß der Weinstock die geistige Kirche bedeutet, sehe man Nr. 1069, 5113; und daß er auch die äußere Kirche bedeutet: Nr. 6375. Hingegen der herrliche Weinstock, von dem anderen Adler, bedeutet die innere Kirche: Nr. 6376, denn das Äußere der Kirche wird durch den einen Adler und das Innere derselben durch den anderen beschrieben. Nachher wird daselbst bei dem Propheten beschrieben, wie diese bei den Alten errichtete Kirche bei den Juden verkehrt wurde. Ebenso wird durch Flügel das Glaubenswahre bezeichnet bei Ps.68/14: "Wenn ihr ruhtet zwischen den Viehhürden, (da waren) Flügel der Tauben, mit Silber überzogen, und ihre Schwingen mit gelbem Golde": die Flügel der Taube bedeuten die Glaubenswahrheiten; daß die Taube den Glauben bezeichnet, sehe man Nr. 870; sie heißen mit Silber überzogen, weil Silber das Wahre aus dem Guten bedeutet: Nr. 1551, 2954, 5658, 6914, 6917, 7999. Daß die Flügel das göttlich Wahre bezeichnen, erhellt auch aus folgenden Stellen: Jes.40/31: "Die auf Jehovah harren, bekommen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler". Ps.18/11; 104/3: "Gott fuhr einher auf einem Cherub und flog, und schwebte auf den Flügeln des Windes": es wird hier vom göttlich Wahren und dessen Macht gehandelt. Ps.91/4: "Jehovah wird dich bedecken mit Seinem Flügel, und unter Seinem Fittich wirst du Zuflucht haben, Schild und Schirm ist Seine Wahrheit": von den Flügeln Jehovahs bedeckt werden, und unter Seinen Fittichen Zuflucht haben, bedeutet den Schutz und das Vertrauen des Glaubens. Ps.17/8: "Verborgen werden unter dem Schatten der Flügel Gottes"; Ps.36/8; 57/2; 61/5: "In dem Schatten Seiner Flügel vertrauen"; Ps.63/8: "In dem Schatten Seiner Flügel singen". Wie die meisten Worte auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch die Flügel, und in diesem Sinn bedeuten die Flügel das Falsche: Joh.Offenb.9/2,9: "Aus dem Rauch des Brunnen des Abgrundes kamen Heuschrecken, und das Rauschen ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen mit vielen Pferden bespannt, die in den Krieg rennen": hier bedeuten Flügel das gegen das Wahre kämpfende Falsche, denn Heuschrecken bezeichnen das Falsche im Äußersten: Nr. 7643. 8765. "Und habe euch zu Mir geführt", 2. Mose 19/4, bedeutet, dadurch zum Guten der Liebe, das im Himmel ist. Dies erhellt daraus, daß Jehovah, Welcher sagt, sie seien zu Ihm geführt worden, das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921, 4402, 7010, 7268, 7873, 8301, 8760; hier das göttlich Gute der göttlichen Liebe im Himmel: Nr. 8761. Wie dies mit dem Vorhergehenden zusammenhängt, ist deutlich, denn in dem eben Vorhergehenden wird durch "Ich habe euch getragen auf Adlersflügeln" bezeichnet, daß sie durch Wahrheiten zum Licht des Himmels erhoben worden seien, und durch diese Worte: "Ich habe euch zu Mir geführt", wird bezeichnet, zum göttlich Guten der Liebe im Himmel, weil der Mensch durch die Glaubenswahrheiten zum Guten, also zum Himmel und zum Herrn in demselben geführt wird; denn der Mensch ist nicht eher im Himmel, also nicht früher bei dem Herrn, als bis er im Guten ist, d.h. in der Neigung der Liebtätigkeit. Diejenigen, die das Heil in den Glauben allein setzen, und nicht zugleich in das Leben des Glaubens, d.h. in das Leben der Liebtätigkeit, meinen, daß jeder in den Himmel und zum Herrn kommen könne, wie er auch immer gelebt habe, denn sie wissen nicht, was das Leben des Menschen ist. Und weil sie es nicht wissen, glauben sie, es sei nichts. Wenn sie daher gefragt werden, ob ein Böser unter Guten sein könne, sagen sie, er könne es durch die Barmherzigkeit Gottes, weil dies ein Werk der Allmacht sei. Ja sogar, wenn sie gefragt werden, ob der Teufel zu einem Engel des Himmels werden könne, bejahen sie es, wenn er nur den Glauben annehmen wolle, und zweifeln nicht daran, daß er ihn annehmen könne; wenn man ihnen aber sagt, das Böse könne nicht in Gutes umgewandelt werden, also die Hölle nicht in den Himmel bei den Menschen, und es sei unmöglich, weil gegen die Ordnung, und somit gegen das göttlich Wahre und gegen Gott selbst, Der die Ordnung ist, so antworten sie, dies seien Vernünfteleien über die Seligkeit, um die sie sich nichts bekümmerten. Hieraus und aus unzähligem anderen kann man erkennen, in welche Finsternis über das Seelenheil und das ewige Leben die Lehre von dem alleinigen Glauben führt. 8766. "Und nun, wenn ihr hören werdet auf Meine Stimme", 2. Mose 19/5, bedeutet die Aufnahme des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, insofern es den Gehorsam bezeichnet, worüber Nr. 2542, 3869, 4652-4660, und weil den Gehorsam, so bedeutet es auch die Aufnahme: Nr. 5471, 5475, 7216; und aus der Bedeutung der Stimme Jehovahs, insofern sie das Wort bedeutet, also das göttlich Wahre, worüber Nr. 219, 220, 6971, 7573. 8767. "Und Meinen Bund halten", 2. Mose 19/5, bedeutet das Leben im Guten und daher die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Meinen Bund halten", insofern es soviel ist als nach den Geboten leben, also im Guten, und dadurch mit dem Herrn verbunden werden. Den Bund halten bedeutet aber, nach den Geboten leben, also im Guten sein und dadurch mit dem Herrn verbunden werden, weil unter den Bundesverträgen alles verstanden wurde, was befohlen war, und Zeugnisse, Rechte, Gesetze und Satzungen genannt wurde, besonders die Zehn Gebote. Diese und jene wurden auch Bund genannt, weil dieser durch sie geschlossen wurde. Diese halten, bedeutet aber, danach leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "halten" im Worte, denn es wird oftmals gesagt "die Gebote hören und sie halten" und dabei wird durch hören bezeichnet, sie im Glauben aufnehmen, und durch halten, sie im Leben aufnehmen, d.h. danach leben. Den Bund halten heißt aber auch verbunden werden, weil durch Bund im allgemeinen Sinn eine Verbindung bezeichnet wird: Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804; der Grund ist, weil, wer nach den Geboten lebt, mit dem Herrn verbunden wird, denn sie lehren das Leben, und geben auch Leben, und dadurch öffnen sie den Weg zum Himmel und den Aufblick zum Herrn. 8768. "So sollt ihr Mir zum Eigentum sein vor allen Völkern", 2. Mose 19/5, bedeutet, daß dann das göttlich Wahre bei ihnen mehr als bei anderen sein werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Volk Jehovahs oder des Herrn sein", insofern es soviel ist als dem Herrn angehören, denn das Eigentum bedeutet Vermögen und somit Besitz. Es bezeichnet aber diejenigen, die das Wort haben, weil die, welche das Wort haben, d.h. wo die Kirche ist, vor anderen Angehörige des Herrn genannt werden. Dies erhellt aus den Worten des Herrn bei Joh.1/11; 10/2-4. Daß diejenigen Eigentum genannt werden, die der Kirche angehören, somit die, bei denen das Wort ist, erhellt: Ps.135/4: "Jah (oder Jehovah) erwählte Sich Jakob und Israel zu Seinem Eigentum": daß Jakob und Israel diejenigen bezeichnen, die der Kirche angehören und bei denen das Wort ist, ist klar. 5. Mose 7/6; 14/2: "Ein heiliges Volk bist du Jehovah, deinem Gotte, dich hat Jehovah, dein Gott, erwählt, damit du Ihm seiest zum Volke des Eigentums vor allen Völkern, die auf der Erde sind". Diejenigen, die das Wort haben, sind aber vor anderen Eigentum und Besitz (des Herrn), weil sie das Wahre und Gute des Glaubens kennen, und deshalb können sie auch mehr als die anderen ein Leben des Himmels führen und dadurch mit dem Herrn verbunden werden, denn das Gute, das den Himmel bei dem Menschen bildet, hat seine Beschaffenheit durch die Glaubenswahrheiten. Somit wird das Gute himmlischer oder göttlicher bei denen, welche die echten Wahrheiten haben. Diese Wahrheiten sind aber aus dem Worte, jedoch nur, wenn sie gehalten werden, d.h., wenn nach ihnen gelebt wird. Daß es so ist, erhellt bei 5. Mose 26/17,18: "Du hast heute vor Jehovah bezeugt, daß Er dein Gott sei, auf Dessen Wegen du wandeln sollst, und willst halten Seine Satzungen, Seine Gebote und Seine Rechte, und gehorchen Seiner Stimme; und Jehovah hat dir heute bezeugt, daß du Ihm sein sollst ein Volk des Eigentums, wie Er zu dir geredet hat, und daß du halten sollst alle Seine Gebote". 8769. "Denn Mein ist die ganze Erde", 2. Mose 19/5, bedeutet, daß der Herr alle Macht habe im Himmel und auf Erden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erde, insofern sie im inneren Sinn das Reich des Herrn auf Erden und auch das Reich des Herrn im Himmel bezeichnet: Nr. 1413, 1607, 4447; daß es der Herr ist, der alle Macht hat, kommt daher, weil unter Jehovah im Wort der Herr verstanden wird, man sehe Nr. 1343, 1736, 2921, 3035, 5663, 6281, 6303. Daß der Herr alle Macht im Himmel und auf Erden habe, lehrt Er selbst bei Matth.28/16,18; man sehe auch Nr. 8331. 8770. "Und ihr sollt Mir ein priesterliches Königreich sein", 2. Mose 19/6, bedeutet, daß dann auch das Gute des Wahren (bei ihnen sein werde). Dies erhellt aus der Bedeutung des priesterlichen Königreiches, insofern es hier das geistig Gute bezeichnet, welches das Gute des Wahren ist, d.h. das Gute, in das der Mensch der geistigen Kirche durch das Wahre eingeführt wird. Daß das priesterliche Königreich dieses Gute bedeutet, kommt daher, daß es zum Hause Jakobs und zu den Söhnen Israels gesagt wird, durch welche die äußere und innere geistige Kirche vorgebildet wird, durch das Haus Jakobs die äußere und durch die Söhne Israels die innere: Nr. 8762. Königreich bedeutet auch das Wahre: Nr. 1672, 2547, 4691, und Priester das Gute, denn das Priesterliche des Herrn, das durch die Priester vorgebildet wurde, bedeutet das göttlich Gute, und das Königliche des Herrn, das durch die Könige vorgebildet worden, bedeutet das göttlich Wahre: Nr. 1728, 2015 E, 3670, 6148. In der vorbildlichen Kirche bei den Nachkommen Jakobs war zuerst das Reich der Richter, dann das Reich der Priester und zuletzt das Reich der Könige; und durch das Reich der Richter wurde das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten vorgebildet. Aber durch das Reich der Priester, die auch Richter waren, wurde das göttlich Gute, aus dem das göttlich Wahre ist, vorgebildet; und durch das Reich der Könige wurde das göttlich Wahre ohne das göttlich Gute vorgebildet. Als aber dem Königtum auch etwas vom Priesteramt beigegeben wurde, da wurde auch durch die Könige das göttlich Wahre vorgebildet, in dem so viel Gutes war, als dem Könige vom Priestertum beigegeben war. Dies alles wurde in der jüdischen Kirche eingeführt, damit dadurch die Zustände des Himmels vorgebildet werden konnten, denn in diesem gibt es zwei Reiche, eines, welches das himmlische Reich, und ein anderes, welches das geistige Reich genannt wird. Das himmlische Reich ist es, welches das Priestertum genannt wird, und das geistige Reich, welches das königliche Amt des Herrn genannt wird; in diesem herrscht das göttlich Wahre, in jenem das göttlich Gute. Und weil das Vorbildliche des himmlischen Reiches unterzugehen begann, als sie um einen König baten, darum wurden, damit dennoch die Vorbildung des Reiches des Herrn in den Himmeln fortgesetzt würde, damals die Juden von den Israeliten getrennt, und durch das jüdische Reich das himmlische Reich des Herrn und durch das israelitische Reich Sein geistiges Reich vorgebildet. Diejenigen, die dieses wissen, können auch die Ursachen erkennen, warum die Regierungsformen bei den Nachkommen Jakobs nach und nach verändert wurden. Auch wurde, als sie um einen König baten, ihnen von Jehovah durch Samuel gesagt, daß sie dadurch Jehovah verworfen hätten, damit Er nicht über sie herrsche: 1.Sam.8/7, auch wurde ihnen alsdann das Recht eines Königs erklärt: 1.Sam.8/11f, wodurch das göttlich Wahre ohne das Gute beschrieben wird. Die das, was oben bemerkt wurde, wissen, können auch verstehen, warum dem David etwas vom Priestertum bewilligt wurde, und warum nach Salomos Zeit das Reich in zwei geteilt wurde, nämlich in das jüdische Reich und in das israelitische Reich. Über die beiden Reiche im Himmel sehe man Nr. 3635, 3883-3896, 4112, 4113, 4138. 8771. "Und ein heiliges Volk", 2. Mose 19/6, bedeutet, somit das geistige Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die im Guten sind, worüber Nr. 1259, 1260, 1416, 1849, 6005, und aus der Bedeutung des Heiligen, insofern es vom Wahren des Guten gesagt wird, worüber Nr. 6788, 7499, 8127 E, 8302, 8330; daher bedeutet das heilige Volk das Gute, aus dem das Wahre stammt. Es wird gesagt ein priesterliches Reich und ein heiliges Volk, und beides bedeutet das geistige Reich, jedoch mit Unterschied. Das priesterliche Reich bedeutet diejenigen, die im Guten aus dem Wahren sind, das heilige Volk aber bedeutet diejenigen, die im Guten und aus diesem im Wahren sind. Diejenigen, die im Guten aus dem Wahren sind, blicken durch das Wahre zum Herrn auf, die aber, die im Guten sind und daraus im Wahren, sind im Herrn und sehen durch Ihn das Wahre. So folgt es auch aufeinander bei denen, die wiedergeboren werden und denen das geistige Reich, d.h. das Leben des Himmels vom Herrn eingepflanzt wird, denn durch das Wahre werden sie in das Gute eingeführt, somit in den Himmel; denn der Himmel ist das Gute, und wenn sie im Himmel sind, dann schauen sie in diesen und von diesem aus das Wahre. 8772. "Das sind die Worte, die du reden sollst zu den Söhnen Israels", 2. Mose 19/6, bedeutet den Einfluß, um das Wahre im Guten aufzunehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es vom Göttlichen ausgeht, insofern es einen Einfluß bezeichnet, wie Nr. 2951, 5481, 5743, 5797, 6152, 6291, 8128, 8660; dieser findet aber statt, um das Wahre im Guten aufzunehmen, weil es von den Söhnen Israels gesagt wird, durch die die geistige Kirche bezeichnet wird, und die geistige Kirche ist bei denen, die in dem Guten sind, in dem das Wahre ist. Wie es sich mit dem Guten verhält, in dem das Wahre ist, soll mit wenigem gesagt werden: Wer die Bildung des Guten aus dem Wahren kennt, der kennt die wesentlichsten Himmelsgeheimnisse; denn er kennt die Geheimnisse der Neubildung des Menschen, d.h. die Bildung des Himmels oder des Reiches des Herrn bei ihm. Alles christliche Gute oder geistig Gute hat in sich das Glaubenswahre, denn die Beschaffenheit dieses Guten kommt von den Glaubenswahrheiten. Das Gute, das nicht von den Glaubenswahrheiten seine Beschaffenheit hat, ist kein christlich Gutes, sondern es ist natürlich Gutes, das kein ewiges Leben gibt. Der Grund davon ist, weil das natürlich Gute an sich nur ein natürliches Leben hat, und dieses Leben ist dem der Tiere nicht unähnlich, die ja auch im Guten sind, wenn sie zahm sind; allein die Tiere können kein geistiges Leben aufnehmen. Hieraus erhellt, daß das geistige Leben nur durch die Glaubenswahrheiten erworben wird. Dieses Leben, nämlich das geistige Leben, wird zuerst erworben durch das Wissen der Glaubenswahrheiten, hernach durch die Anerkennung derselben, und zuletzt dadurch, daß man sie glaubt. Wenn sie nur gewußt werden, dann sind sie gleichsam vor der Türe, wenn sie anerkannt werden, dann sind sie im Vorhof, wenn sie aber geglaubt werden, dann sind sie im Wohnzimmer. So gehen sie vom Äußeren allmählich zum Inneren hin. Im inneren Menschen ist das Gute, das beständig vom Herrn einfließt und sich hier mit den Wahrheiten verbindet und macht, daß sie zum Glauben und hernach zur Liebtätigkeit werden. Dieses Gute zieht das Wahre an sich, denn es hat ein Verlangen danach, damit es durch dasselbe sich eine Beschaffenheit erwerbe und Bestand habe, und wenn so die Wahrheiten mit dem Guten verbunden sind, dann ist der Mensch wiedergeboren, denn dann sieht er nicht mehr aus dem Wahren, was er glauben und was er tun soll, sondern aus dem Guten, weil er vom Wahren durchdrungen ist und es in sich hat. Auch bekümmert er sich nicht um andere Wahrheiten, als um die, welche er selbst aus seinem Guten sehen kann, und er sieht sie beständig in Menge, denn sie werden beständig aus dem Guten erzeugt wie die Kinder von den Eltern. Diese Kinder stammen aus einer solchen Ehe des Guten und Wahren, welche die himmlische Ehe genannt wird. Die Wahrheiten, die daraus hervorgebracht werden, tragen das Gute in sich, weil sie aus demselben geboren sind. Sie treten allmählich in das Gute ein und erweitern es und vervollkommnen es, und zwar in Ewigkeit. Hieraus kann erhellen, wie es sich verhält mit den beiden Zuständen bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, worüber Nr. 7992, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701; ferner Nr. 8516, 8539, 8722. 8773. "Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes", 2. Mose 19/7, bedeutet die Erwählung derer, die vorzugsweise in dem Verständnis des Wahren sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von zu sich rufen, insofern es eine Erwählung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Ältesten des Volkes, insofern sie diejenigen vorbilden, die vorzugsweise in dem Verständnis des Wahren sind, und in dem von der Person abgezogenen Sinn die Hauptwahrheiten, worüber Nr. 6524, 6525, 6890, 8578, 8585. Mit denen, die in einem noch nicht durch die Wahrheiten gebildeten Guten sind (von welchem Guten in diesem Kapitel gehandelt wird), verhält es sich auf folgende Weise: Sie werden vom Herrn zuerst durch die Hauptwahrheiten gebildet, d.h. durch allgemeine Wahrheiten, in denen und von denen die übrigen sind. Hauptwahrheiten sind, daß Gott Einer ist; daß der Herr als Mensch geboren wurde, um das menschliche Geschlecht selig zu machen; daß es einen Himmel und eine Hölle gibt; daß in den Himmel kommt, wer gut gelebt hat, und in die Hölle, wer schlecht (gelebt hat). Ferner, daß die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten die Gebote sind, von denen die übrigen abhängen, und daß diese Liebe nur durch den Glauben gegeben werden kann. Diese und ähnliche sind die Hauptwahrheiten, die vom Herrn zuerst dem Guten beim Menschen, der wiedergeboren wird, eingepflanzt werden. Wenn diese Wahrheiten eingepflanzt und Eigentum des Guten geworden sind, dann werden auch die übrigen eingepflanzt, und in den allgemeinen oder Hauptwahrheiten und zugleich unter ihnen gemäß der himmlischen Form geordnet, und so bewirken sie stufenweise, daß in einem solchen Menschen ein Leben des Himmels (entsteht), und er selbst gleichsam ein Himmel in kleinem Abbilde wird, d.h. daß alles, was seinem Verstande und seinem Willen angehört, bei ihm in Zusammengesellung ist mit dem Guten und Wahren bei den Engeln, und also mit den Engeln selbst. 8774. "Und legte ihnen alle diese Worte vor", 2. Mose 19/7, bedeutet den Vorschlag nebst dem Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihnen die Worte vorlegen", insofern es einen Vorschlag bezeichnet. Daß es zugleich mit dem Einfluß geschieht, kommt daher, daß durch reden, wenn vom Göttlichen, der Einfluß bezeichnet wird, wie Nr. 8772. 8775. "Die Jehovah ihm geboten hatte", 2. Mose 19/7, bedeutet, aus dem Göttlichen. Dies erhellt ohne Erklärung. 8776. "Und es antwortete das ganze Volk zugleich", 2. Mose 19/8, bedeutet die Aufnahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten, insofern es die Aufnahme bezeichnet, wenn das Reden der Worte den Einfluß bedeutet: Nr. 8772. Daß antworten auch sonst die Aufnahme bezeichnet, sehe man Nr. 2941, 2957, denn es ist ein wechselseitiger Einfluß: Nr. 2919, 4096, 8340. 8777. "Und sprach: Alles, was Jehovah geredet hat, wollen wir tun", 2. Mose 19/8, bedeutet gemäß dem Einfluß vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "tun, wie Jehovah geredet hat", insofern es bezeichnet dem göttlichen Einfluß gemäß, denn reden bedeutet Einfluß: Nr. 8772, und Jehovah das Göttliche. 8778. "Und Mose brachte die Worte des Volkes vor Jehovah", 2. Mose 19/8, bedeutet die Entsprechung und Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Worte vor Jehovah bringen", insofern es eine Entsprechung und die daraus hervorgehende Verbindung bezeichnet, denn es wird von einem Bund gehandelt, der mit dem Volke geschlossen werden soll, und weil Bündnisse durch beiderseitige Einwilligung geschlossen werden, deshalb geschieht hier ähnliches; daß nämlich Jehovah vorschlägt und das Volk antwortet, hier durch Mose, durch den das mit dem göttlich Wahren im Himmel verbundene Wahre vom Göttlichen vorgebildet wird: Nr. 8760, das vermittelnd ist. Aber ein Bund mit dem Menschen kann nicht anders geschlossen werden als dadurch, daß der Einfluß des Wahren vom Göttlichen aufgenommen wird, und alsdann durch Entsprechung. Denn wenn Oberes in Unteres einfließt, kann es nicht anders aufgenommen werden. Was die Entsprechung sei und die Aufnahme durch sie, kann aus dem erhellen, was am Ende mehrerer Kapitel von der Entsprechung aller im Menschen befindlichen Dinge mit dem, was im Himmel ist, gezeigt wurde, wie auch ebendaselbst, daß alle Verbindung der natürlichen Dinge mit den geistigen, und im allgemeinen der Unteren mit den Oberen durch sie zustande kommt. Es ist nämlich keine Entsprechung möglich, wenn nicht das Untere durch Unterordnung dem Oberen unterworfen ist; wenn es aber unterworfen ist, dann wirkt das Obere im Unteren ganz wie die Ursache in ihrer Wirkung. Hieraus kann man ersehen, wie es sich mit dem Gegenseitigen des Menschen verhält, wenn das Göttliche einfließt und mit der Verbindung, die hier im Buchstabensinn beschrieben wird durch die Art und Weise, in der die Bündnisse geschlossen werden, daß nämlich Jehovah durch einen Vermittler (internuntius) mit dem Volke spricht, und der Vermittler die Antwort zurückbringt; denn nur so kann die Verbindung mit dem Göttlichen vom Menschen begriffen werden. 8779. Vers 9: Und Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke, damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede, und auch dir glaube ewiglich; und Mose verkündigte die Worte des Volkes vor Jehovah. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet den Einfluß des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen in betreff der Offenbarung; "siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke" bedeutet, daß dieses in ganz natürlicher Weise geschehen werde; "damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede" bedeutet, damit diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, das Göttliche begreifen; "und auch dir glaube ewiglich" bedeutet, damit der Glaube an das Wahre dauernd sein möge; "und Mose verkündigte die Worte des Volkes vor Jehovah" bedeutet die Entsprechung und Verbindung. 8780. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 19/9, bedeutet den Einfluß des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen in betreff der Offenbarung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von einer Offenbarung vom Göttlichen gehandelt wird, insofern es einen Einfluß bezeichnet. Daß sprechen auch in anderen Stellen den Einfluß bezeichnet, sehe man Nr. 5743, 7291, 7381, 8221, 8262, 8660; daß Jehovah das Göttliche ist, von dem die Offenbarung kommt, ist klar; und daß Mose das Wahre vom Göttlichen darstellt, durch das (die Offenbarung) kommt: Nr. 6771, 6827, 7014. Daß es ein Einfluß ist in bezug auf die Offenbarung, erhellt aus dem Folgenden, wo es heißt: "Ich, Jehovah, komme zu dir in einer dichten Wolke, damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede und auch dir glaube ewiglich"; durch diese Worte wird die Offenbarung bezeichnet und auch die Beschaffenheit derselben. Durch Offenbarung wird hier im inneren Sinn keine Offenbarung verstanden, wie sie dem israelitischen Volke vom Berge Sinai herab zuteil wurde, daß nämlich der Herr mit lauter Stimme redete und das umherstehende Volk hörte; es wird vielmehr eine Offenbarung verstanden, die nicht mit lauter Stimme geschieht, sondern inwendig im Menschen. Diese Offenbarung geschieht durch die Erleuchtung des inneren Gesichtes, d.h. des Verstandes, wenn der Mensch, der in der Neigung zum Wahren aus dem Guten ist, das Wort liest. Diese Erleuchtung kommt dann aus dem Licht des Himmels, das vom Herrn als der Sonne daselbst ausgeht. Durch dieses Licht wird der Verstand ebenso erleuchtet wie das äußere Gesicht, welches das des Auges ist, von dem Licht aus der Sonne der Welt. Wenn der Verstand von diesem göttlichen Licht erleuchtet wird, dann wird er als Wahrheit inne, was wahr ist, erkennt es innerlich an und sieht es gleichsam. So ist die Offenbarung bei denen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Guten sind, wenn sie das Wort lesen. Diejenigen dagegen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Bösen sind, d.h. nur um der Ehrenstellen, des Gewinnes, des guten Rufes und ähnlicher Dinge willen die Wahrheiten zu wissen begehren, sehen sie nicht, sondern sehen nur das, was die Lehre ihrer Kirche bestätigt, sei es nun wahr oder falsch. Das Licht, das sie alsdann erleuchtet, ist kein göttliches Licht aus dem Himmel, sondern ein sinnliches Licht, wie es bei den Höllischen ist, und dieses Licht wird bei der Gegenwart des Himmelslichtes zu lauter Finsternis; wenn solche das Wort lesen, sind sie ganz blind für das Wahre, das nicht mit ihrer Lehre übereinstimmt. Wenn z.B. diejenigen, die in den Glauben allein das Heil setzen, das Wort lesen, so achten sie ganz und gar nicht auf das, was in demselben von der Liebe und Liebtätigkeit gesagt wird, ja, sie sehen es gar nicht, denn es fällt in den Schatten ihres Gesichtes, wie etwas, was auf der Seite oder hinter dem Rücken ist. Ebenso wie das jüdische Volk, das sich allen übrigen im ganzen Weltkreise vorzieht, aber nicht sieht, daß es der Herr ist, der bei den Propheten verstanden wird, wie deutlich es auch gesagt wird. Der Grund ist, weil sie nur das sehen, was ihre Lehre vom Messias bestätigt, nämlich daß er kommen werde als ein großer Held, größere Wunder tun werde als Moses und sie in das Land Kanaan einführen werde, und daß sie dann alle mit großer Pracht einziehen und die Bitten der Völker hören werden, die den Saum ihrer Kleider ergreifen, um sie begleiten zu dürfen. Weil dieses ihre Lehre ist, so sehen sie nichts vom Herrn. Es ist ihnen wie Finsternis; und so verhält es sich auch mit ihren übrigen Irrtümern. Hieraus kann man erkennen, wie es sich mit der Offenbarung des Wahren aus dem Worte verhält. 8781. "Siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke", 2. Mose 19/9, bedeutet, daß dieses in einer höchst natürlichen Weise geschehen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu dir kommen", wenn es von Jehovah zu Mose gesagt wird, durch den das Wahre vom Göttlichen, das der geistigen Kirche angehört, vorgebildet wird: Nr. 8760, insofern es eine Offenbarung bezeichnet. Und aus der Bedeutung der dichten Wolke, insofern sie ausdrückt, daß es in ganz natürlicher Weise geschehe, nämlich so, wie das Wort des Alten Testamentes im Buchstaben ist. Daß die Wolken das Wort im Buchstabensinn bezeichnen, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343 E, 6752, 8106, 8443. Die Dichtigkeit bedeutet das Dunkle, wie nämlich das Denken des Menschen, aus dem bloß sinnlichen, d.h. aus dem ganz natürlichen Lichte beschaffen ist; und in dieser waren zu jener Zeit die Nachkommen Jakobs und auch heutigen Tages die Juden in betreff des Göttlichen, denn das Göttliche kann keinem anders erscheinen, als gemäß dem Zustand seines Lebens und der daraus hervorgehenden Auffassung. Daher ist das himmlische Licht für die, welche in der Selbstliebe und Weltliebe befangen sind, was bei jenem Volke mehr als bei anderen der Fall war, wie eine dichte Wolke. Das Wort im Buchstabensinn, besonders das prophetische, erscheint auch wirklich nicht anders im Verhältnis zu seinem inneren Sinn. In seinem inneren Sinn aber ist es ein Licht, ähnlich wie das Licht der Sonne oberhalb der Wolken, und dieses Licht wird im Worte Herrlichkeit genannt. Deshalb wird auch im Wort gesagt, Jehovah fahre auf den Wolken, reite und fliege auf ihnen, habe Seine Gewalt auf ihnen, und der Herr werde kommen auf den Wolken des Himmels, und dergleichen mehr, was nimmermehr von Jehovah, d.h. vom Herrn gesagt worden wäre, wenn es nicht das Licht des Wahren bezeichnete, in dem Er selbst im Himmel ist, und die Wolken den Schatten des Wahren, in dem diejenigen sich befinden, die unterhalb sind. 8782. "Damit das Volk höre, wenn Ich mit dir rede", 2. Mose 19/9, bedeutet, damit diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, das Göttliche begreifen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, insofern es soviel ist als wahrnehmen, worüber Nr. 5017, somit begreifen. Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber öfter; und aus der Bedeutung von "wenn Ich mit dir rede", insofern es das göttlich Wahre bezeichnet; denn die Stimme Jehovahs ist das göttlich Wahre: Nr. 219, 220, 3563, 6971, also auch seine Rede. 8783. "Und auch dir glaube ewiglich", 2. Mose 19/9, bedeutet, damit der Glaube an das Wahre dauernd sein möge. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 6771, 6827, 7014; aus der Bedeutung von glauben, insofern es den Glauben bezeichnet; und aus der Bedeutung von ewiglich, insofern es soviel ist als andauernd. Es verhält sich aber damit auf folgende Weise: Das göttlich Wahre wird von keinem aufgenommen, wenn es nicht seiner Fassungskraft angemessen ist, somit nur dann, wenn es in natürlicher Form und Art erscheint, denn der menschliche Geist begreift zuerst nichts als Irdisches und Weltliches und gar nichts Geistiges und Himmlisches; deswegen würde er das Geistige und Himmlische, wenn es nackt hingestellt würde, verwerfen, als ob es nichts wäre, gemäß den Worten des Herrn bei Joh.3/12: "Wenn ihr nicht glaubet, wenn Ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn Ich euch von himmlischen Dingen sage?". Noch weniger diejenigen, die vor der Ankunft des Herrn lebten, die zuletzt in solcher Blindheit waren, daß sie, weil sie nichts (Geistiges) wissen wollten, auch nichts wußten von dem Leben nach dem Tode, von dem inneren Menschen, von der Liebtätigkeit und dem Glauben und von anderen himmlischen Dingen. Sie verwarfen solches, weil sie Widerwillen dagegen hatten; denn wer das Irdische und Weltliche zu seinem Zwecke macht, d.h. über alles liebt, der hat einen Widerwillen gegen das Geistige und hat beinahe schon vor dem Namen einen Abscheu. Fast ebenso ist es heutzutage: Die Gelehrten der Welt glauben zwar, daß sie das Wort besser auffassen könnten, wenn das Himmlische nackt dargelegt und nicht so einfach geschrieben wäre, aber sie irren sich sehr. Sie würden es dann noch mehr als die Einfältigen verworfen haben, weil sie kein Licht, sondern nur Finsternis in demselben gesehen hätten; denn diese bringt die menschliche Gelehrsamkeit mit sich bei denen, die ihrer Einsicht vertrauen und daher sich über andere erheben. Daß solches den Weisen verborgen und den Unmündigen, d.h. den Einfältigen geoffenbart ist, lehrt der Herr bei Matth.11/25,26 und Luk.10/21. Es geht auch deutlich daraus hervor, daß gerade die Gelehrten die sogenannten Atheisten und Naturalisten sind, das weiß die Welt und sie selbst wissen es auch. 8784. "Und Mose verkündigte die Worte des Volkes vor Jehovah", 2. Mose 19/9, bedeutet die Entsprechung und Verbindung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8778 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte sind. 8785. Vers 10-13: Und Jehovah sprach zu Mose: Gehe zum Volke und heilige sie heute und morgen, und sie sollen ihre Kleider waschen. Und sollen bereit sein auf den dritten Tag, denn am dritten Tage wird Jehovah hinabsteigen vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai. Und mache Schranken für das Volk ringsumher, und sprich: Hütet euch, daß ihr nicht hinaufsteiget auf den Berg, noch sein Ende berühret, denn jeder, der den Berg berührt, soll des Todes sterben. Keine Hand soll ihn berühren, sondern er soll gesteinigt oder erschossen werden, sei es ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht leben; beim Blasen des Jobelhornes sollen sie den Berg hinaufsteigen. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet eine Offenbarung in betreff der Vorbereitung; "gehe zum Volke" bedeutet die Verbindung; "und heilige sie heute und morgen" bedeutet die Umhüllung des Inneren, so daß sie jetzt und nachher im Heiligen des Glaubens erscheinen können; "und sie sollen ihre Kleider waschen" bedeutet die Reinigung der Wahrheiten; "und sollen bereit sein auf den dritten Tag" bedeutet die Vorbereitung sei dann vollständig; "denn am dritten Tage" bedeutet am Ende, wenn sie bereit seien zur Aufnahme; "wird Jehovah hinabsteigen vor den Augen des ganzen Volkes" bedeutet die Ankunft des Herrn und alsdann die Erleuchtung; "auf den Berg Sinai" bedeutet in das Gute, dem das Wahre eingepflanzt werden müsse; "und mache Schranken für das Volk ringsumher" bedeutet die Ausbreitung gegen den Himmel hin dürfe nicht weiter gehen als bis zu den geistigen Sphären des Guten; "und sprich: Hütet euch, daß ihr nicht hinaufsteiget auf den Berg" bedeutet, durchaus nicht bis zu den himmlischen Gesellschaften, die in dem Guten der Liebe sind; "noch sein Ende berühret" bedeutet, nicht einmal bis zu dem Dazwischenliegenden; "denn jeder, der den Berg berührt, soll des Todes sterben" bedeutet, wer von der geistigen Kirche bis zu den himmlischen Gesellschaften vordringe, der gehe zugrunde; "keine Hand soll ihn berühren" bedeutet diejenigen, die durch Selbstvertrauen sich eindrängen; "sondern er soll gesteinigt werden" bedeutet, ihre Glaubenswahrheiten würden zugrunde gehen; "oder erschossen werden" bedeutet, auch das geistig Gute; "sei es ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht leben" bedeutet, das Gute und Wahre verliere sein geistiges Leben; "beim Blasen des Jobelhornes" bedeutet diejenigen, die ein Innewerden des allgemeinen himmlisch Guten haben; "sollen sie den Berg hinaufsteigen" bedeutet die Ausbreitung bis zu den Himmlischen. 8786. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 19/10, bedeutet eine Offenbarung in betreff der Vorbereitung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Jehovah gesagt wird, insofern es eine Offenbarung vom Göttlichen bezeichnet. Daß es eine Offenbarung in Beziehung auf die Vorbereitung sei, erhellt aus dem Folgenden, denn in demselben wird davon gehandelt, wie sie zur Aufnahme des Wahren vom Göttlichen vorbereitet werden müssen. 8787. "Gehe zum Volke", 2. Mose 19/10, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der jetzt eintretenden vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, das unterhalb des Himmels ist, worüber Nr. 8760; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, zu dem er gehen sollte, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon öfter. Zum Volke gehen, wenn es von Jehovah gesagt wird, bedeutet die Verbindung, weil das Wahre vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird, das Göttliche vermittelt, wenn es den Angehörigen der Kirche (zuteil wird); denn um die Verbindung herzustellen, die hier durch den Bund zwischen Jehovah und dem Volke vorgebildet wird, muß eine Vermittlung eintreten. Daher wird auch durch Mose das Wahre vom Göttlichen unterhalb des Himmels, das verbunden ist mit dem göttlich Wahren im Himmel, vorgebildet: Nr. 8760; und zwar wegen der Vermittlung. 8788. "Und heilige sie heute und morgen", 2. Mose 19/10, bedeutet die Umhüllung des Inneren, so daß sie jetzt und nachher im Heiligen des Glaubens erscheinen können. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es soviel ist als zubereiten, daß sie im Heiligen in Ansehung des Äußeren erscheinen können; und weil dies durch die Umhüllung des Inneren geschieht, deshalb wird auch dieses unter heiligen verstanden. Daß heute und morgen soviel ist als jetzt und nachher, ist klar. Wie es sich damit verhalte, soll mit wenigem gesagt werden: Die bei den Juden errichtete Kirche war nicht Kirche in Beziehung auf sie selbst, sondern nur ein Vorbild der Kirche; denn damit eine Kirche da sei, muß bei dem Menschen der Kirche Glaube an den Herrn sein und auch Liebe zu Ihm, wie auch Liebe gegen den Nächsten; diese Dinge bilden die Kirche. Sie waren aber nicht bei dem Volke, das Jakob genannt wurde, denn dieses erkannte den Herrn nicht an, somit wollte es auch nichts vom Glauben an Ihn und noch weniger von der Liebe zu ihm oder zum Nächsten hören; denn es war in der Selbstliebe und Weltliebe, welche Arten der Liebe ganz und gar der Liebe zum Herrn und der Liebe zum Nächsten entgegengesetzt sind. Ein solches Wesen war bei diesem Volke eingewurzelt von ihren ersten Eltern (Stammvätern) her. Daher kommt es, daß bei diesem Volke keine (wahre) Kirche errichtet sondern nur das, was zur Kirche gehört, vorgebildet werden konnte. Eine Kirche wird vorgebildet, wenn der Mensch den Gottesdienst in äußerliche Dinge setzt, aber in solche, die den himmlischen Dingen entsprechen, alsdann wird durch das Äußere das Innere vorgebildet, und das Innere tritt im Himmel hervor, wodurch dann eine Verbindung stattfindet. Damit nun das Volk der Israeliten (die Kirche) vorbilden konnte, wurde das Innere derselben, weil es ohne Glauben und ohne Liebe zum Himmel und zugleich voller Eigenliebe und Weltliebe war, umhüllt. Auf diese Weise konnte das Äußere mit den Geistern, und durch diese mit den Engeln ohne das Innere in Verbindung treten. Wäre daher ihr Inneres nicht verhüllt worden, so wäre auch dieses an den Tag getreten, und dann wäre das Vorbildliche zugrunde gegangen, weil Häßliches hervorgebrochen und (alles) befleckt (und verunreinigt) hätte. Dieses Volk konnte mehr als jedes andere so umhüllt werden, weil es mehr als die anderen das Äußere anbetete und in dieses das Heilige, ja sogar das Göttliche setzte. Hieraus kann man erkennen, was unter heiligen verstanden wird, nämlich die Umhüllung des Inneren, damit sie im Heiligen des Glaubens erscheinen können, aber nicht für sie selbst (oder die Umhüllung), sondern für die Engel bei ihnen. Man sehe was über dieses Volk und über die Errichtung der Kirche bei ihnen früher nachgewiesen worden ist: Nr. 4208, 4281, 4288, 4289, 4293, 4307, 4314, 4316, 4317, 4429, 4433, 4444, 4459, 4844, 4847, 4865, 4899, 4911, 4912, 4500, 7048, 7051, 8588. Daß die Heiligungen bei ihnen nichts anderes waren, als Scheinbarkeiten des Heiligen im Äußeren, jedoch ohne irgend etwas Heiliges in ihnen, kann aus den religiösen Gebräuchen ersehen werden, durch die sie geheiligt wurden, nämlich durch Opfer, durch Waschungen, Blutbesprengungen und Salbungen, lauter Dinge, die das Innere gar nicht berühren. 8789. "Und sie sollen ihre Kleider waschen", 2. Mose 19/10, bedeutet die Reinigung der Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Waschen, insofern es ein Vorbild der Reinigung von geistiger Unsauberkeit ist, worüber Nr. 3147, 5954E; und aus der Bedeutung der Kleider, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 4545, 4763, 5248, 5319, 5954, 6914, 6918. 8790. "Und sollen bereit sein auf den dritten Tag", 2. Mose 19/11, bedeutet, die vollständige Vorbereitung. Dies erhellt aus der Bedeutung von bereit sein, insofern es eine Vorbereitung durch Heiligung bezeichnet, worüber gleich oben; und aus der Bedeutung des dritten Tages, insofern er einen vollen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 7715, also die vollständige Vorbereitung. 8791. "Denn am dritten Tage", 2. Mose 19/11, bedeutet am Ende, wenn sie bereit seien zur Aufnahme. Dies erhellt aus dem nun Folgenden. 8792. "Wird Jehovah hinabsteigen vor den Augen des ganzen Volkes", 2. Mose 19/11, bedeutet die Ankunft des Herrn und die Erleuchtung alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabsteigen, wenn es von Jehovah gesagt wird, d.h. vom Herrn, insofern es Seine Gegenwart durch Einfluß bezeichnet, also die Ankunft; diese Ankunft des Herrn wird verstanden unter dem Hinabsteigen Jehovahs vor den Augen des ganzen Volkes. Die Erscheinung Jehovahs war vor den Augen des ganzen Volkes in äußerer Gestalt, weil es Seine Gegenwart nicht anders wahrnehmen konnte; denn das Innere desselben war ohne das Gute und Wahre, in dem der Herr bei anderen gegenwärtig ist: Nr. 8787. Die Erleuchtung, die alsdann stattfand, wird bezeichnet durch "vor den Augen des ganzen Volkes", denn das Auge ist im inneren Sinn der Verstand, und daher bedeutet das Sehen des Auges die Wahrnehmung des Glaubens, die aus dem Himmelslichte ist. "Vor den Augen" bedeutet daher die Erleuchtung. Daß das Auge den Verstand und das Sehen desselben die Wahrnehmung des Glaubens bezeichnet, sehe man Nr. 4403-4421, 4523-4534. 8793. "Auf den Berg Sinai", 2. Mose 19/11, bedeutet in das Gute, dem das Wahre eingepflanzt werden muß. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er das Gute bezeichnet, in das die Glaubenswahrheiten eingepflanzt werden sollen, worüber Nr. 8753. Von dem Wahren, das dem Guten eingepflanzt werden muß, wird in dem folgenden Kapitel gehandelt werden. Die Zehn Gebote, die damals vom Berge Sinai herab verkündigt wurden, sind die inneren Wahrheiten, und die Gesetze und Satzungen, die ihnen in den folgenden Kapiteln geboten werden, sind die äußeren Wahrheiten; durch diese und jene wird das Wahre bezeichnet, das dem Guten eingepflanzt werden muß. 8794. "Und mache Schranken für das Volk ringsumher", 2. Mose 19/12, bedeutet, die Ausbreitung gegen den Himmel solle nicht weiter gehen als bis zu den geistigen Sphären des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schranken setzen ringsumher, insofern es die Ausbreitung der Sphäre zum Himmel bis zu gewissen Grenzen bezeichnet, die durch das Gute eines jeden bestimmt sind. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie diejenigen darstellen, die in dem geistig Guten sind, in welches das Wahre eingepflanzt werden soll; denn dieser Zustand des Guten bei denen, die der geistigen Kirche angehören, wird in diesem Kapitel, Nr. 8753, und in dem folgenden Kapitel beschrieben. Daher kommt es, daß durch "mache Schranken für das Volk ringsumher" bezeichnet wird, die Ausbreitung zum Himmel solle nicht weiter gehen als bis zu den geistigen Sphären des Guten. Was durch die Ausbreitung zum Himmel bis zu den geistigen Sphären des Guten verstanden wird, kann von niemand erkannt werden außer durch Offenbarung. Es verhält sich aber damit in folgender Weise: Alles Gute, das dem Menschen durch die Wiedergeburt vom Herrn gegeben wird, hat eine Ausbreitung bis zu den Gesellschaften im Himmel. Diese Ausbreitung ist bei einem jeden in betreff des Maßes und der Beschaffenheit verschieden: in betreff des Maßes, wenn sie zu den entfernteren Grenzen dringt; in betreff der Beschaffenheit, wenn sie mehr dem Inneren oder mehr dem Äußeren des Himmels zugewendet ist. Das Gute selbst fließt bei dem Menschen vom Herrn ein durch himmlische Gesellschaften (oder Vereine), die rings um ihn sind. Es gibt kein Gutes ohne Einfluß durch (solche) Gesellschaften. Die Gesellschaften des Himmels stehen in einem ununterbrochenen Zusammenhang ringsumher und nirgends erscheint eine Kluft (oder Lücke). Ebenso verhält es sich mit allem und jedem, was dem Guten angehört und seine Beschaffenheit bildet. Wenn daher der Mensch wiedergeboren wird, so besteht die Bereicherung mit Gutem in nichts anderem, als in der Einführung in Engelsvereine und in der Verbindung mit ihnen. Man sehe auch Nr. 4067, 4073, 4077, 6598-6613. Dies wurde (mir) auch durch lebendige Erfahrung öfter gezeigt. Es wurde nämlich bisweilen (die Verbindung) mit gewissen Gesellschaften aufgehoben und alsdann blieb nur so viel Leben und solches Leben zurück, als das Maß und die Beschaffenheit der Ausbreitung zu den übrigen Gesellschaften war, und wenn die Verbindung mit mehreren Gesellschaften aufgehoben wurde, dann geriet das Leben in Not und begann gleichsam zu erlöschen. Ein jeder Engel, Geist und Mensch hat eine geistige Sphäre, und zwar gemäß seiner Ausbreitung zu den Gesellschaften; diese Ausbreitung geht nicht bis in die Gesellschaften selbst hinein, sondern nur bis in die Sphäre ihres Guten. Dies sind Geheimnisse, die dem Menschen (hienieden) unbekannt, aber im anderen Leben höchst bekannt sind. Die Ursache, daß sie dem Menschen unbekannt sind, liegt darin, daß der Mensch heutzutage glaubt, er habe das Leben in sich selber, und er könne daher ohne Zusammengesellung mit Geistern und Engeln leben, also ohne Verbindung mit dem Himmel. Hierin täuscht er sich aber ganz und gar, denn alles Leben des Menschen kommt vom Herrn durch Gesellschaften. Ferner muß man wissen, daß die Ausbreitung des Lebens derer, die der geistigen Kirche angehören, bis zu den Engelssphären im zweiten Himmel geht, welcher der geistige heißt, nicht aber bis zum dritten Himmel, wo die Himmlischen sind. Der Grund ist, weil der Mensch der geistigen Kirche das Göttliche nicht aufnehmen kann, wie es im innersten oder dritten ist, wo die Himmlischen sind, sondern bloß in so allgemeiner Weise, daß es nicht zu ihrer Wahrnehmung gelangt, und dies darum, weil die Geistigen nicht einmal zur ersten Grenze des Guten, in dem die Himmlischen sind, gelangen können: Nr. 2718, 3833, 6500, 8521. Hieraus erhellt, was darunter verstanden wird, daß die Ausbreitung gegen den Himmel hin nicht über die geistigen Sphären des Guten hinausgehen solle, was dadurch bezeichnet wird, daß er Schranken für das Volk ringsherum machen sollte; dann auch, was unter dem Folgenden verstanden wird. Man merke aber auch, daß, wie diejenigen, die im Guten sind, nach der Beschaffenheit und dem Maße ihres Guten eine Ausbreitung (ihrer Sphäre) bis zu den Engelsgesellschaften haben; ebenso diejenigen, die im Bösen sind, nach der Beschaffenheit und dem Maß ihres Bösen eine Ausbreitung bis zu den höllischen Gesellschaften haben; und ferner, daß ein jeder im anderen Leben unter diejenigen kommt, mit denen er im Leben des Leibes in Verbindung gestanden war. Die herrschende Liebe eines jeden bestimmt dieses, denn sie ist es, welche die Lebenssphäre eines jeden bildet, und sich je nach ihrer Beschaffenheit und ihrem Maße ausbreitet. 8795. "Und sprich: Hütet euch, daß ihr nicht hinaufsteiget auf den Berg", 2. Mose 19/12, bedeutet, durchaus nicht bis zu den himmlischen Gesellschaften, die in dem Guten der Liebe sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufsteigen, insofern es ausdrückt, zum Göttlichen (vordringen), das im oberen Himmel ist; und aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Gute der Liebe daselbst bezeichnet, worüber Nr. 4210, 6435, 8327, 8758. Wie es sich damit verhält, erhellt aus dem, was Nr. 8794 erklärt worden ist. 8796. "Noch sein Ende berühret", 2. Mose 19/12, bedeutet, nicht einmal zu dem Dazwischenliegenden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Endes, insofern es das Dazwischenliegende bezeichnet, denn das himmlische Reich des Herrn, d.h. der innerste oder dritte Himmel ist von dem geistigen Reich, das der zweite oder mittlere Himmel ist, durch ein Dazwischenliegendes unterschieden. Durch dieses fließt das himmlische Reich in das geistige Reich ein, nicht aber umgekehrt; denn jeder Einfluß geht durch Vermittlung vom Inneren zum Äußeren, nicht aber vom Äußeren zum Inneren: Nr. 5259, 5779, woraus erhellt, daß das Dazwischenliegende die äußerste Grenze bildet, und daß diejenigen, die im geistigen Reich sind, nicht einmal bis zu den ersten Grenzen des himmlischen Reiches hinanreichen können: Nr. 2718, 3833, 6500, 8521. Daher kommt es, daß durch "hütet euch, daß ihr nicht sein Ende berührt" bezeichnet wird, daß keine Ausbreitung sein dürfe zu den himmlischen Gesellschaften, die in dem Guten der Liebe sind, nicht einmal zu dem Dazwischenliegenden. 8797. "Denn jeder, der den Berg berührt, soll des Todes sterben", 2. Mose 19/12, bedeutet, daß, wer von der geistigen Kirche bis zu den himmlischen Gesellschaften vordringe, zugrunde gehe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 8795. Hier das göttlich Gute der göttlichen Liebe im innersten Himmel, weil das Volk unterhalb das geistige Reich des Herrn vorbildete, das der mittlere Himmel ist. Aus der Bedeutung von berühren, insofern es heißt bis dahin dringen, hier sich hineindrängen, worüber folgen wird. Und aus der Bedeutung von "des Todes sterben", insofern es soviel ist als zugrunde gehen. Es verhält sich damit in folgender Weise: Diejenigen, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, können nicht in das himmlische Reich einfließen, weil dasselbe höher oder inwendiger ist und jenes unterhalb oder äußerlicher; denn was äußerlicher oder unterhalb ist, kann nicht in das, was oberhalb oder inwendiger ist, einfließen: Nr. 5259, 5779. Dennoch geschieht es bisweilen, daß solche, die im unteren Himmel sind, in den höheren Himmel hinaufzusteigen begehren, und zwar aus einer schlimmen Begierde, die aus Stolz, aus Herrschsucht oder aus Neid hervorgegangen ist. Die nun solches versuchen, werden zuweilen eingelassen, aber dann erleiden sie Hartes, sie werden von Angst ergriffen und zuletzt von Schmerz und auch von Blindheit, wobei ihre Einsicht und ihre Glückseligkeit verlorengeht. Deshalb stürzen sie wie dem Tode nahe hinaus und kommen nicht eher wieder zu Atem, als bis sie aus dem Himmel hinabgestürzt sind. Ein solches Schicksal wird denen zuteil, die aus einem unteren Himmel durch die Begierde des Stolzes, der Herrschsucht oder des Neides in einen oberen Himmel eindringen. Der Grund ist, weil das Gute der Liebe in einem solchen Himmel verhältnismäßig wie ein verzehrendes Feuer ist, und das Glaubenswahre daselbst wie ein feuriges Licht, welches das Gesicht derer blendet, die hineindringen. Diese Dinge sind es, die im inneren Sinn darunter verstanden werden, daß das israelitische Volk den Berg Sinai, wo Jehovah war, nicht berühren durfte. Ebenso würde es sich mit denen verhalten, die in dem himmlischen Reich sind, wenn sie etwa versucht würden, zum Göttlichen aufzusteigen. Desgleichen mit denen, die unterhalb des Himmels sind, wenn sie in den Himmel aufzusteigen begehren. Daß solche Hartes erleiden, sehe man Nr. 4225, 4226, 4299, 5057, 5058. 8798. "Keine Hand soll ihn berühren", 2. Mose 19/13, bedeutet diejenigen, die durch irgendein Selbstvertrauen sich eindrängen. Dies erhellt aus der Bedeutung von berühren, nämlich den Berg, insofern es bezeichnet, sich eindrängen in das himmlische göttlich Gute, worüber Nr. 8797; und aus der Bedeutung der Hand, insofern sie die Macht bezeichnet, worüber Nr. 4931-4937, 5327, 5328, 6292, 6947, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281; daher auch das Vertrauen auf sich selbst: Nr. 878, 5544. 8799. "Sondern er soll gesteinigt werden", 2. Mose 19/13, bedeutet, daß seine Glaubenswahrheiten zugrunde gehen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von steinigen, insofern es die Strafe für das Falsche und die Verletzung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 5156, 7456, 8575. Daß diese Strafe diejenigen trifft, die vermöge ihres Selbstvertrauens in einen Himmel, der oberhalb ist, zum Göttlichen aufsteigen wollen, kommt daher, weil dann alle Einsicht, die sie früher hatten, zugrunde geht. Daß sie dann mit Blindheit geschlagen werden, sehe man Nr. 8797. 8800. "Oder erschossen werden", 2. Mose 19/13, bedeutet, auch das geistig Gute gehe zugrunde. Dies erhellt aus der Bedeutung von erschießen, insofern es ausdrückt zugrunde gehen in Ansehung des geistig Guten, denn durch den Bogenschützen wird der geistige Mensch bezeichnet Nr. 2686, 2709, 6422. 8801. "Sei es ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht leben", 2. Mose 19/13, bedeutet, daß das Gute und Wahre sein geistiges Leben verliere. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tieres, insofern es die Neigung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 776, 2179, 2180, 3218, 3519, 5198, 7523; aus der Bedeutung des Mannes (oder Menschen), insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 3134, 3459, 7716; und aus der Bedeutung von leben, insofern es das geistige Leben bezeichnet, worüber Nr. 5890. Daher heißt "nicht leben", es verlieren. Das Gute und Wahre verliert sein Leben, wenn man den Einfluß vom Herrn nicht mehr empfindet (oder inne wird), denn daraus hat beides sein Leben. Das Gute und Wahre selbst erscheint alsdann zwar dem äußeren Anschein nach als Gutes und Wahres, jedoch nur wie ein Gemaltes, das an sich nicht lebendig ist. HG 8802 8802. "Beim Blasen des Jobelhornes", 2. Mose 19/13, bedeutet diejenigen, die ein allgemeines Innewerden des himmlisch Guten haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "beim Blasen des Jobelhornes", oder was dasselbe ist, "beim Hören des Schalles der Posaune", insofern es ein allgemeines Innewerden des himmlisch Guten bezeichnet, denn durch Hören wird das Innewerden bezeichnet: Nr. 5017, 8361, und Jobelhorn oder Schall der Posaune bedeutet das himmlisch Gute. Die Ursache, warum durch Schall der Posaune oder des Jobelhornes das himmlisch Gute bezeichnet wird, liegt darin, daß die musikalischen Instrumente vermöge ihres Tones den Neigungen des Guten und Wahren entsprechen, die Saiteninstrumente den Neigungen des Wahren und die Blasinstrumente den Neigungen des Guten: Nr. 418, 419, 420, 4138, 8337. Weil die Posaune ein Blasinstrument war und einen starken Ton hatte, entsprach sie den Neigungen des himmlisch Guten, weshalb auch das Jubeljahr danach benannt war, durch das die Ehe des Guten und Wahren im innersten Himmel vorgebildet wurde. Daher kommt es nun, daß durch Blasen des Jobelhornes diejenigen bezeichnet werden, die ein allgemeines Innewerden des himmlisch Guten haben. Unter denen, die ein allgemeines Innewerden des himmlisch Guten haben, werden diejenigen verstanden, welche die Vermittler sind zwischen dem himmlischen und dem geistigen Reiche des Herrn, durch die deshalb der Einfluß, die Mitteilung und Verbindung stattfindet, man sehe Nr. 8787, 8796. Diese haben eine Ausbreitung bis zu den himmlischen Gesellschaften, was dadurch bezeichnet wird, daß sie den Berg hinaufsteigen sollten. Diese Vermittler werden durch Mose vorgebildet: Nr. 8787 und auch durch Aharon, denen es gestattet wurde, den Berg hinaufzusteigen: 2. Mose 19/24f. Was die Ausbreitung (der Sphären) bis zu den Engelsgesellschaften ist, und daß dieselbe so beschaffen ist wie das Gute eines jeden, sehe man Nr. 8794. Ein allgemeines Innewerden findet aber bei denen statt, die im geistig Guten sind und den allgemeinen Einfluß des Guten aus dem oberen Himmel, hier aus dem innersten Himmel aufnehmen können; solche werden verstanden unter denen, die den Berg hinaufsteigen sollen beim Blasen des Jobelhornes. 8803. "Sollen sie den Berg hinaufsteigen", 2. Mose 19/13, bedeutet die Ausbreitung bis zu den Himmlischen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8794, 8795 und auch Nr. 8802 gesagt und gezeigt worden ist. 8804. Vers 14,15: Und Mose stieg vom Berge hinab zum Volk, und heiligte das Volk, und sie wuschen ihre Kleider. Und er sprach zum Volke: seid bereit auf den dritten Tag, und nahet euch keinem Weibe. "Und Mose stieg vom Berge hinab zum Volk" bedeutet das Hinzuwenden und die Vorbereitung durch das Wahre vom Göttlichen zur Aufnahme der Wahrheiten im Guten; "und heiligte das Volk" bedeutet die Umhüllung des Inneren, so daß sie im Heiligen des Glaubens erscheinen konnten; "und sie wuschen ihre Kleider" bedeutet die Reinigung der Glaubenswahrheiten; "und er sprach zum Volke: seid bereit auf den dritten Tag" bedeutet die volle Vorbereitung; "und nahet euch keinem Weibe" bedeutet die Reinigung des Guten des Glaubens. 8805. "Und Mose stieg vom Berge hinab zum Volk", 2. Mose 19/14, bedeutet das Hinzuwenden und die Vorbereitung durch das Wahre vom Göttlichen zur Aufnahme der Wahrheiten im Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabsteigen, wenn es von Mose gesagt wird, durch den das Wahre vom Göttlichen vorgebildet wird, insofern es das Hinzuwenden bezeichnet und auch die Vorbereitung durch dasselbe. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 8760, 8787, und auch das Vermittelnde: Nr. 8787, somit auch das Vorbereitende und Hinzuwendende. Aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Göttliche im Himmel bezeichnet, somit den Himmel; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, also die, welche im Wahren sind, durch welches das Gute (sich gestaltet), und in dem Guten, aus dem das Wahre (hervorgeht). Hier in dem Guten, in dem die Wahrheiten aufgenommen werden müssen. Es ist wichtig zu wissen, was insonderheit durch den Berg Sinai bezeichnet wird, ferner, was durch das Volk Israel vorgebildet wird, und auch, was durch Mose in diesem Kapitel und in den folgenden Büchern des zweiten Buches Mose (vorgebildet wird). Der Berg Sinai bedeutet insbesondere den Himmel, aus dem die Wahrheiten vom Herrn einfließen, daher wird dadurch, daß Jehovah hinabstieg auf diesen Berg, Seine Gegenwart im Himmel ausgedrückt, und weil der Himmel, in dem Jehovah, d.h. der Herr ist, durch den Berg Sinai bezeichnet wird, so bedeutet dieser auch die Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren daselbst, denn dadurch ist der Himmel ein Himmel. Durch das Volk oder Israel neben diesem Berge wird die geistige Kirche vorgebildet in Ansehung des Guten, in das die Glaubenswahrheiten eingepflanzt werden müssen. Es wurde schon früher gezeigt, daß bei den Angehörigen der geistigen Kirche zwei Zustände eintreten, ein früherer, wenn sie durch die Wahrheiten zum Guten geführt werden, und ein späterer, wenn sie im Guten sind und daraus im Wahren. Hier, wenn sie in dem Guten sind, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen. Dies ist der mittlere Zustand zwischen dem früheren und dem späteren. Die Wahrheiten aber, die dem Guten eingepflanzt werden müssen, sind in dem enthalten, was vom Berge Sinai herab durch den Herrn verkündigt und von Mose dem Volke mitgeteilt wurde. Durch Mose wird in diesem Kapitel, sowie in den folgenden, das Wahre vom Göttlichen unterhalb des Himmels vorgebildet, das verbunden ist mit dem göttlich Wahren im Himmel, und daher das Vermittelnde zwischen dem Göttlichen im Himmel und zwischen dem Guten, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen und welches das der geistigen Kirche ist, somit das Vermittelnde zwischen dem Herrn und dem Volke. Dies zu wissen ist wichtig wegen des Verständnisses dessen, was im zweiten Buch Mose folgt. Hieraus kann auch erhellen, daß durch "Mose stieg hinab vom Berge zum Volk", das Hinzuwenden und die Vorbereitung durch das Wahre vom Göttlichen zur Aufnahme des Wahren im Guten bezeichnet wird. 8806. "Und heiligte das Volk", 2. Mose 19/14, bedeutet die Umhüllung des Inneren, so daß sie im Heiligen des Glaubens erscheinen konnten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8788 erklärt worden ist. Daselbst ist nämlich erklärt, was die Heiligung bei dem israelitischen Volke war, nämlich eine Umhüllung des Inneren, damit sie in Ansehung des Äußeren im Heiligen erscheinen konnten, wenn sie den vorbildlichen Gottesdienst feierten, und daß, wenn ihr Inneres alsdann nicht umhüllt gewesen wäre, sie nicht nur durch unreine Gedanken und böse Neigungen das Heilige des Gottesdienstes befleckt, sondern es sogar völlig vernichtet haben würden, und zwar so sehr, daß nichts Himmlisches und Geistiges, das durch die äußeren Dinge vorgebildet wurde, im Himmel durch dieselben wahrgenommen worden wäre. Weil aber unter den Söhnen Israels hier diejenigen verstanden werden, die der geistigen Kirche angehören, so soll mit wenigen Worten gesagt werden, was unter der Heiligung derselben verstanden wird: Die Angehörigen der geistigen Kirche, die ein Leben des Wahren und aus diesem ein Leben des Guten führen, werden vom Bösen abgehalten und durch den Herrn im Guten festgehalten. Das Gute, das vom Herrn stammt, ist das Heilige bei ihnen. Inwieweit sie daher das Gute vom Herrn aufnehmen, insoweit sind sie im Heiligen, und sie nehmen so viel Gutes vom Herrn auf, d.h., sie sind so weit im Heiligen, als sie ein gutes Leben nach den echten Glaubenswahrheiten führen und so weit sie glauben, daß alles Gute, das sie dann denken und tun, vom Herrn sei. Dann wird auch das Böse bei ihnen getrennt, so daß es ganz und gar nicht erscheint, besonders, was sie durch Vererbung von ihren Eltern haben, denn dieses ist häßlich, weil es seit mehreren Jahrhunderten bei den Voreltern allmählich angehäuft und so auf die Nachkommenschaft gebracht wurde. Dieses Innere ist es, was bei denen, die der geistigen Kirche angehören, verborgen und gleichsam umhüllt wird: Nr. 966, 1667, 2307, 2308, 3701, 4317, 8550; daher kommt es, daß ihr ganzes Willensgebiet, das sie durch Vererbung haben, verdorben ist. Deswegen wird bei ihnen ein neuer Wille im Verstandesgebiet durch die Glaubenswahrheiten vom Herrn gebildet. Das ist der Grund, weshalb sie, wenn sie wiedergeboren werden, durch die Wahrheiten zum Guten geführt und nachher, wenn sie wiedergeboren sind, vom Guten in die Wahrheiten des Guten geführt werden. Hieraus erhellt, wie der neue Wille bei ihnen vom Herrn geschaffen wird. Daß dieser im Verstandesgebiet gebildet wird bei denen, die der geistigen Kirche angehören, sehe man Nr. 863, 875, 895, 927, 1023, 1043, 1044, 1555, 2256, 4328, 4493, 5713, 6125. 8807. "Und sie wuschen ihre Kleider", 2. Mose 19/14, bedeutet die Reinigung der Glaubenswahrheiten. Dies erhellt aus Nr. 8789, wo die gleichen Worte. 8808. "Und er sprach zum Volke: seid bereit auf den dritten Tag", 2. Mose 19/15, bedeutet die vollständige Vorbereitung. Dies erhellt aus Nr. 8790, wo die gleichen Worte. 8809. "Und nahet euch keinem Weibe", 2. Mose 19/15, bedeutet die Reinigung des Guten des Glaubens. Dies erhellt daraus, daß die Ehen bei dem israelitischen Volke unrein waren, weil ihr Inneres abscheulich war, denn die eheliche Liebe stammt aus der Ehe des Guten und Wahren, weshalb diejenigen, die in betreff ihres Inneren nicht im Guten und Wahren sind, auch nicht in einer reinen Ehe sein können, und diejenigen, die in Ansehung ihres Inneren sich im Bösen und Falschen befinden, wie dieses Volk, in einer unreinen Ehe sind. Daher kommt es, daß "sich nicht einem Weibe nahen" soviel ist, als sich vom Unreinen enthalten. Daß die eheliche Liebe aus der himmlischen Ehe stammt, welche die des Guten und Wahren ist, sehe man Nr. 2727-2759, 2803, 3132, 4434, 4835; und daß bei dem von Jakob abstammenden Volke nichts Eheliches war und es ihnen daher gestattet wurde, mehrere Frauen zu nehmen: Nr. 3246. Was aber diejenigen betrifft, die der geistigen Kirche angehören und hier durch die Söhne Israels vorgebildet werden, so sind sie in keinem (wahrhaft) Ehelichen, ehe bei ihnen das Wahre dem Guten eingepflanzt worden ist. Bevor dies geschieht, ist zwar eine Ehe vorhanden, aber keine reine; denn vorher ist in dem Inneren keine Ehe des Guten und Wahren. Daher kommt es, daß durch "nicht nahen einem Weibe" im inneren Sinn die Reinigung in Ansehung des Guten des Glaubens bezeichnet wird, denn es wird in diesem Kapitel von dem Guten gehandelt, dem das Wahre noch nicht eingepflanzt worden ist, und in den folgenden von der Einpflanzung. 8810. Vers 16-19: Und es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, da waren (Donner=) Stimmen und Blitze, und eine schwere Wolke auf dem Berge, und sehr starker Posaunenschall; da erbebte das ganze Volk, das im Lager war. Und Mose ließ das Volk herausgehen, Gott entgegen aus dem Lager, und sie stellten sich an den Fuß des Berges. Und der ganze Berg Sinai rauchte, um deswillen, daß Jehovah auf denselben herabstieg im Feuer, und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens, und der ganze Berg erbebte sehr. Und der Posaunenschall wurde immer stärker; Mose redet und Gott antwortet ihm mit (lauter) Stimme. "Und es geschah am dritten Tag" bedeutet am Ende der Reinigung; "als es Morgen wurde" bedeutet den Zustand, wenn sie im Guten waren; "da waren (Donner=) Stimmen und Blitze" bedeutet den göttlichen Zustand, in dem die Offenbarung (eintrat); "und eine schwere Wolke auf dem Berge" bedeutet den göttlichen Zustand bezüglich derjenigen, die aufnehmen sollten; "und sehr starker Posaunenschall" bedeutet den himmlischen Zustand ringsumher; "da erbebte das ganze Volk, das im Lager war" bedeutet ein heiliges Zittern (oder Beben) bei denen, die aufnehmen sollten, "und Mose ließ das Volk herausgehen, Gott entgegen aus dem Lager" bedeutet die Macht des Wahren vom Göttlichen, um sie zu bereiten, damit sie das Göttliche im Guten, das sie hatten, aufnehmen konnten; "und sie stellten sich an den Fuß des Berges" bedeutet fern vom Guten der himmlischen Liebe; "und der ganze Berg Sinai rauchte" bedeutet die Erscheinung des himmlisch Guten im größten Dunkel; "um deswillen, daß Jehovah auf denselben herabstieg im Feuer" bedeutet, weil das Göttliche Selbst in der himmlischen Liebe war; "und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens" bedeutet ein Dunkel wie das Dunkel aus den Begierden; "und der ganze Berg erbebte sehr" bedeutet die große Bewegung des Himmels; "und der Posaunenschall wurde immer stärker" bedeutet das allgemeine der Offenbarung durch den Engelshimmel; "Mose redet und Gott antwortet ihm mit (lauter) Stimme" bedeutet, durch den Einfluß des Wahren vom Göttlichen, in dem das Göttliche Selbst war. 8811. "Und es geschah am dritten Tag", 2. Mose 19/16, bedeutet, am Ende der Reinigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des dritten Tages, insofern er das Ende des Zustandes der Vorbereitung zur Aufnahme bezeichnet, wie Nr. 8791, also das Ende der Reinigung. 8812. "Als es Morgen wurde", 2. Mose19/16, bedeutet den Zustand, wenn sie im Guten waren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, insofern er den Zustand des Guten der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 8426. Daraus, daß Jehovah, d.h. der Herr auf den Berg Sinai am dritten Tage herabstieg, und zwar am Morgen des Tages, ergibt sich ganz deutlich, daß dies die Vorbildung irgendeiner göttlichen Sache im Himmel war, die niemand erkennen kann außer durch die Entsprechung solcher Dinge, die in der natürlichen Welt existieren, mit denen, die in der geistigen Welt sind, und durch die Bedeutung derselben, z.B. hier, was Morgen und was "am dritten Tag" bedeutet. Der dritte Tag bedeutet das Ende eines früheren Zustandes, weil durch drei das Vollständige vom Anfang bis zu Ende bezeichnet wird: Nr. 8790; der Morgen bedeutet den Zustand des Guten der Liebe, weil die Sonne, die im anderen Leben den Engeln und dem ganzen Himmel Licht verleiht, der Herr ist, und das Feuer darinnen Seine göttliche Liebe, die allem Lebendigen seine Lebenswärme gibt; und das Licht in ihr das göttlich Wahre, das alle erleuchtet, die es aufnehmen. Ganz anders als die Sonne der Welt, deren Feuer ein (irdisches) Feuer ist und nicht Liebe, und deren Licht ein (irdisches) Licht und nicht Wahres. Hieraus kann man erkennen, von welcher Art die Wirkungen des Feuers und des Lichtes aus der Sonne der Welt sind, und von welcher Art die Wirkungen des Feuers und des Lichtes aus der Sonne des Himmels sind, daß nämlich aus jener eine Wärme und ein Licht ohne Leben, aus dieser hingegen Wärme und Licht mit Leben ausgeht. Das, was aus der Sonne des Himmels hervorgeht, heißt darum Geistiges, weil es Leben in sich hat, und das, was aus der Sonne der Welt ist, heißt Natürliches, und hat kein Leben in sich. Das Leben, das bei den lebendigen Wesen in der Wärme und aus der Wärme empfunden wird, ist nicht aus der Wärme der Sonne der Welt, sondern aus der Wärme der Sonne des Himmels. Wenn diese Wärme in die Wärme der Welt einfließt, dann ruft sie diese Wirkung hervor und wird im Körper wie elementarische Wärme empfunden, aber sie ist in diesem die Lebenswärme, die ihren Ursprung aus der Liebe hat, die eine Wärme aus der himmlischen Sonne ist. Daß die Lebenswärme ihren Ursprung anderswoher hat, und daß er in der Liebe ist, je nach dem Maße und der Beschaffenheit derselben, kann jeder wissen, wenn er nur gehörig nachdenken will. Diejenigen ausgenommen, die nichts Inneres im Menschen anerkennen und alles der Natur zuschreiben. Wenn also die Wärme aus der himmlischen Sonne, die der Herr ist, das Gute der Liebe ist, und das Licht aus derselben das Wahre des Glaubens, so kann man erkennen, was durch Morgen, durch Mittag, durch Abend und durch Nacht im anderen Leben bezeichnet wird, daß es nämlich Zustände des Guten und des Wahren sind oder der Liebe und des Glaubens. Der Morgen der Zustand des Guten der Liebe, der Mittag der Zustand des Wahren des Glaubens, und der Abend und die Nacht die Beraubung derselben, die Unwissenheit und Blindheit ist in den Dingen, die Sache des Glaubens sind, wie auch Erstarrung und Kälte in denen, die Sache der himmlischen Liebe sind. Übrigens verhält es sich ebenso mit der Sonne des Himmels wie mit der Sonne der Welt, indem sie unbeweglich ist, und nicht durch irgendeinen Umlauf jene Zustände hervorbringt, sondern diejenigen, die ringsumher sind; bewirken dieselben, wie die Erde (durch ihre Bewegung) um die Sonne und zugleich um ihre Achse; daher der Anschein, als ob diese Veränderungen von der Sonne herrührten, obwohl sie doch nicht von der Sonne, sondern durch den um sie herumwandelnden Erdkörper entstehen; so auch im Himmel. Die Veränderungen der Zustände daselbst, denen Morgen, Mittag, Abend und Nacht entsprechen, stammen nicht von jener Sonne her (denn die Sonne entsendet immer Wärme und Licht, d.h. das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens), sondern diese Veränderungen finden bei denen statt, die sie aufnehmen: nämlich bei den Engeln und Geistern, die nach bestimmtem Wechsel ihrem Leben gemäß bald im Morgen sind, d.h. im Guten der Liebe, bald im Mittag, d.h. im Glaubenswahren, bald im Abend und in der Nacht, d.h. im Schatten und in der Erstarrung in bezug auf diese Dinge. Daß die Sache sich ebenso in der Welt verhält, wie im Himmel, mit dem Unterschied, daß in der Welt Zustände der Zeiten sind, die aufeinanderfolgen, im Himmel dagegen Zustände des Lebens, kommt daher, weil alles, was in der Welt ist, nach dem Bilde dessen, was im Himmel ist, geschaffen ist, denn das Natürliche entsteht aus dem Geistigen, wie die Wirkung aus ihren Ursachen, daher kommt die Entsprechung aller Dinge in der Welt mit denen, die im Himmel sind, und daher ist die ganze Natur ein vorbildlicher Schauplatz vom Reich des Herrn: Nr. 3483, 4939, 8211. 8813. "Da waren (Donner=) Stimmen und Blitze", 2. Mose 19/16, bedeutet den göttlichen Zustand, in dem die Offenbarung (gegeben wurde). Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimmen, unter denen das Rollen des Donners gemeint ist, insofern sie die göttlichen Wahrheiten bezeichnen; und aus der Bedeutung des Blitzes, insofern er den rötlichen Schimmer und den Glanz bezeichnet, der jenen Wahrheiten eigen ist, denn die göttlichen Wahrheiten glänzen und scheinen rötlich infolge des flammigen Lichtes aus der Sonne des Himmels. Daher kommt es, daß durch Donnerstimmen und Blitze der göttliche Zustand bezeichnet wird, in dem die Offenbarung (gegeben wurde). Der göttliche Zustand dadurch, daß solches aus dem Himmel herabkommt, und die Offenbarung dadurch, daß Donnerstimmen und Blitze die göttlichen Wahrheiten bedeuten. Daß durch die (Donner=) Stimmen, welche die Blitze aus dem Himmel begleiten, göttliche Wahrheiten bezeichnet werden, sehe man Nr. 7573; und daß die Blitze den Glanz derselben bezeichnet, der den inneren Blick des Menschen blendet, und diejenigen, die im Wahren und Guten sind, erleuchtet; diejenigen aber, die im Falschen aus dem Bösen sind, niederschmettert, erhellt aus den Stellen im Worte, wo Blitze genannt werden, wie Ps.77/18,19: "Wasser ergossen die Wolken, (Donner=) Stimmen gingen hervor aus dem Äther, und Deine Pfeile flogen, Deine Donnerstimmen im Weltkreis, es erleuchteten die Blitze den Weltkreis, es erbebte und zitterte die Erde": hier steht Donnerstimme für das göttlich Wahre: Nr. 7573; Blitz für dessen Glanz, und Weltkreis für die Kirche. "Es erleuchteten die Blitze den Weltkreis" bedeutet daher die Erleuchtung der Kirche vom göttlich Wahren. Ps.97/4,5: "Seine Blitze erleuchteten den Weltkreis, die Erde sah es und zitterte, die Berge zerschmolzen wie Wachs vor Jehovah". Ps.135/7; Jerem.10/13; 51/16: "Was Jehovah will, das tut Er in den Himmeln und auf der Erde, in den Meeren und in allen Abgründen, Er läßt die Dünste aufsteigen vom Ende der Erde, und bereitet die Blitze zum Regen": Blitze zum Regen für den Glanz des aus dem Himmel herabsteigenden Wahren. Joh.Offenb.11/19; 16/18: "Es erfolgten Blitze, Stimmen und Donner": Stimmen, Blitze und Donner bedeuten die göttlichen Wahrheiten, welche die Guten erleuchten und die Bösen erschrecken. Hes.1/13,14: "Das Ansehen dieser Tiere (die Cherube waren), war wie glühende Feuerkohlen, wie das Ansehen von Fackeln, und es fuhr zwischen den Tieren wie ein Feuerglanz, und aus dem Feuer gingen Blitze hervor, und die Tiere liefen vor- und rückwärts gleich der Gestalt des Blitzes": hier Feuer für das Gute der Liebe und der aus dem Feuer hervorgehende Blitz für das göttlich Wahre daraus. Hier wird durch die Cherube die göttliche Vorsehung des Herrn beschrieben, die das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre ist. Dan.10/5,6: "Da war Einer in Leinwand gekleidet, und seine Lenden mit Gold von Uphas umgürtet, und sein Leib war wie Chrysolith, sein Antlitz wie die Erscheinung des Blitzes, und seine Augen wie Feuerfackeln": sein Antlitz wie die Erscheinung des Blitzes, bedeutet die Liebe zum Wahren, denn das Wahre, das aus der Liebe ist, trägt etwas Flammiges aus dem Feuer mit sich, das der Blitz ist. Sach.9/14: "Jehovah wird über ihnen erscheinen und wie ein Blitz wird Sein Pfeil fliegen, und der Herr Jehovah wird in die Posaune stoßen, und wird auf den Stürmen des Mittags einherfahren": der Pfeil, der wie ein Blitz fährt, bedeutet das göttlich Wahre, das blendet und durchdringt; daß der Pfeil das Wahre der Lehre bedeutet, sehe man Nr. 2686, 2709; somit bedeutet Pfeil von Jehovah das göttlich Wahre. Nahum 3/3: "Der Glanz des Schwertes, das Blitzen der Lanze, und die Menge der Erschlagenen". 5. Mose 32/41: "Ich habe geschärft den Blitz Meines Schwertes": beides bedeutet das Durchdringen des göttlich Wahren bei den Bösen, das Schwert (steht) für das kämpfende Wahre: Nr. 2799, 8294, und der Blitz für den Glanz desselben, der den Verstand blendet, und ihn der Fähigkeit beraubt, das Wahre zu sehen; ebenso Hes.21/20,33. Hieraus erhellt auch, daß unter Blitz das göttlich Wahre verstanden wird, bei Matth.28/3 und Luk.17/24. 8814. "Und eine schwere Wolke auf dem Berge", 2. Mose 19/16, bedeutet den göttlichen Zustand in Beziehung auf die, welche aufnehmen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, insofern sie das Wahre bezeichnet, das angemessen eingerichtet ist für die, welche es aufnehmen sollen, somit das Wort im Buchstaben, worüber Nr. 8443, 8781; hier das göttlich Wahre, das dem von Jakob stammenden Volke angepaßt wurde; und weil dieses in großer Finsternis war in Ansehung des göttlich Wahren, deshalb wird gesagt "eine schwere Wolke" und weiter oben "eine dichte Wolke": 2. Mose 19/9; und unterhalb "Feuerrauch wie der Rauch eines Ofens": 2. Mose 19/18. In welch großer Finsternis sie waren, kann man aus dem erkennen, was oben von diesem Volk: Nr. 8788 berichtet worden ist, und auch daraus, daß ihnen nicht enthüllt wurde, was dem inneren Menschen angehörte, sondern nur, was Sache des Äußeren war; denn sie begriffen das Innere nicht, und wollten es nicht begreifen, weil es den Trieben ihrer Liebe entgegen war, die von der Art waren, daß sie vor allen in der Welt die Höchsten sein wollten und auch die Reichsten, und daß alle anderen Völker im Vergleich mit ihnen wie nichts sein sollten: wo eine solche Art der Liebe herrscht, da können die Triebe der himmlischen Liebe nicht aufgenommen werden, denn diese werden von jener ausgerottet und erstickt. Das ist der Grund, weshalb Jehovah, d.h. der Herr, ihnen in einer dichten und schweren Wolke erschien, gerade so wie es sich im anderen Leben verhält. Diejenigen, die im Falschen aus dem Bösen stehen, sind von einer dichten und schwarzen Wolke nach der Art und dem Maße ihres Bösen umgeben. Dies tritt dort einem jeden deutlich vor Augen, und doch leuchtet dort die Sonne fortwährend. Hierüber sehe man, was im vorigen: Nr. 6832, 8137, 8138. Überhaupt erscheint das Göttliche im anderen Leben einem jeden je nach der Beschaffenheit seines Glaubens und seiner Liebe. 8815. "Und sehr starker Posaunenschall", 2. Mose 19/16, bedeutet den himmlischen Zustand ringsherum. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schalles oder Tones der Posaune, insofern er das Wahre des himmlisch Guten bezeichnet. Der Schall bedeutet das Wahre und die Posaune das himmlisch Gute, wie Nr. 8802. Daß es den himmlischen Zustand ringsumher bedeutet, hat seinen Grund darin, daß das Göttliche im Himmel in der Mitte oder im Innersten ist, d.h. im Höchsten daselbst; dagegen ist der Himmel in bezug auf die Engel ringsumher oder außerhalb, d.h. unterhalb, denn was ringsumher ist, das ist auch außerhalb, und was außerhalb ist, das ist auch unterhalb. Das göttlich Wahre selbst im Himmel wird durch (Donner=) Stimmen und Blitze bezeichnet, aber das himmlisch Wahre bei den Engeln, das verbunden ist mit dem Göttlichen, und unterhalb oder ringsumher ist, wird durch den Schall der Posaune bezeichnet; ebenso auch bei Sach.9/14: "Jehovah wird über ihnen erscheinen, und wie ein Blitz wird Sein Pfeil fliegen, und der Herr Jehovah wird in die Posaune stoßen, und wird auf den Stürmen des Mittags einherfahren". Ps.47/6: "Gott fährt empor mit Jubelklang, Jehovah mit Posaunenschall": Jubelklang für das Wahre des geistig Guten, Posaunenschall für das Wahre des himmlisch Guten. Das göttlich Wahre, das durch den Himmel hindurch geht, wird auch verstanden unter den "Posaunen, welche die Engel bliesen": Joh.Offenb.8/2,6-8,12,13; 9/14; auch wurde das göttlich Wahre aus dem Himmel vorgebildet durch "die sieben Posaunen, welche die sieben Priester bliesen vor der Lade oder vor Jehovah, als die Mauern Jerichos fielen": Jos. Kapitel 6; ferner durch die Posaunen, in welche die dreihundert Männer stießen, die bei Gideon waren um das Lager Midians, des Amalekiters, und der Söhne des Ostens": Richt. Kapitel 7: die Posaunen brachten diese Wirkung hervor, weil sie das göttlich Wahre im Himmel vorbildeten, das so beschaffen ist, daß es die Guten vervollkommnet und die Bösen zerstört. Die Guten vervollkommnet es, weil sie das göttlich Gute, das im Wahren ist, aufnehmen, die Bösen aber zerstört es, weil sie das göttlich Gute, das darin ist, nicht aufnehmen. Die Mauern Jerichos bedeuteten das Falsche, welches das Böse verteidigt, und Midian, Amalek und die Söhne des Ostens, um deren Lager die dreihundert Männer Gideons die Posaunen bliesen, bedeuteten diejenigen, die im Bösen waren und aus diesem im Falschen. 8816. "Da erbebte das ganze Volk, das im Lager war", 2. Mose 19/16, bedeutet das heilige Erzittern bei denen, die aufnehmen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von erbeben, insofern es ein heiliges Zittern (oder Schaudern) bezeichnet; und aus der Bedeutung des Volkes, das in dem Lager war, insofern es diejenigen bezeichnet, die das göttlich Wahre aufnehmen sollen. Im Worte wird hie und da gesagt, wenn Jehovah hinabfahre, dann erzittere die Erde, und die Berge zerflössen, z.B. Ps.47/18,19; 97/4,5; 104/32, und anderwärts, und dadurch wird die Erschütterung aller bei der göttlichen Gegenwart bezeichnet, denn das Göttliche ist so, daß niemand es aushält, wenn es nicht in eine Art von Wolke (gehüllt), und so der Aufnahme angepaßt ist, denn es ist wie das Feuer in der Sonne, das den, der nackt hineinfiele, augenblicklich verzehren würde. Die Aufnahme verhält sich aber je nach dem Guten bei einem jeden, diejenigen, die im Guten sind, erzittern zwar bei der Gegenwart des Göttlichen, dies ist jedoch ein heiliges Erbeben, das der Aufnahme vorangeht. Hingegen diejenigen, die im Bösen sind, geraten bei der göttlichen Gegenwart in Schrecken, und fliehen deshalb, dann hüllen sie sich in ihr Falsches, wie in eine dunkle Wolke, und verbergen sich. Dies wird bezeichnet durch die Felsenhöhlen, in die sie sich dann zurückziehen. Hieraus kann man erkennen, was bezeichnet wird durch "es erbebte das ganze Volk, das im Lager war". 8817. "Und Mose ließ das Volk herausgehen, Gott entgegen aus dem Lager", 2. Mose 19/17, bedeutet die Macht des Wahren vom Göttlichen, um sie zu bereiten, damit sie das Göttliche im Guten, das sie hatten, aufnehmen konnten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Volk hinausgehen lassen Gott entgegen", insofern es die Macht bezeichnet, sie zu bereiten das Göttliche aufzunehmen, denn es wird im Folgenden von dem Gesetze gehandelt, das auf dem Berge Sinai verkündigt wurde, und dieses (Gesetz) ist das Göttliche, das sie aufnehmen sollten, denn das Gesetz ist das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten. Daher kommt es, daß "hinausgehen lassen Ihm entgegen" die Macht bezeichnet, sie vorzubereiten zur Aufnahme vermittelst des Wahren vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird: Nr. 8760, 8787, 8805. 8818. "Und sie stellten sich an den Fuß des Berges", 2. Mose 19/17, bedeutet fern vom Guten der himmlischen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er den Himmel bezeichnet, und somit auch das göttlich Gute, das vereinigt ist mit dem göttlich Wahren daselbst, worüber Nr. 8805; und aus der Bedeutung von "sich an den Fuß stellen", insofern es soviel ist als fern oder entfernt von demselben. Es wird hier im inneren historischen Sinn das israelitische Volk verstanden, welches ohne das Gute der himmlischen Liebe war (man sehe Nr. 8788, 8806), und darum weit davon entfernt war. Deshalb wird auch weiter unten gesagt, daß Mose das Volk und auch die Priester beschwor, die Schranken nicht zu durchbrechen und den Berg nicht zu berühren, damit sie nicht sterben möchten: 2. Mose 19/21,22,24,25. Aber im inneren Sinn, in dem von den Angehörigen der geistigen Kirche gehandelt wird, wird dadurch, daß sie sich unten am Berg aufstellten, bezeichnet, daß es nicht erlaubt sei, aus Selbstvertrauen zu einem höheren Himmel hinaufzusteigen, und daß sie sterben würden, wenn sie hinaufstiegen, worüber Nr. 8794, 8797. 8819. "Und der ganze Berg Sinai rauchte", 2. Mose 19/18, bedeutet die Erscheinung des himmlisch Guten im größten Dunkel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er das himmlisch Gute bezeichnet, wie Nr. 8818, und aus der Bedeutung von rauchen, insofern es die Erscheinung im Dunkeln bezeichnet. Unter dem Dunklen wird das Dunkle des Glaubens verstanden, wie es bei denen beschaffen ist, die der geistigen Kirche angehören, im Vergleich mit denen, die der himmlischen Kirche angehören: Nr. 2708, 2715, 2718, 2831, 2935, 2937, 3241, 3833, 6289. Unter dem größten Dunkel, das dadurch bezeichnet wird, daß der ganze Berg Sinai rauchte, und durch das, was etwas weiter unten gesagt wird, daß Rauch aufstieg wie der Rauch aus einem Ofen, wird das Dunkel verstanden, in dem das israelitische Volk war, vor dem die Erscheinung stattfand; denn Jehovah oder der Herr erscheint einem jeden nach seiner Beschaffenheit: Nr. 8788, 8814; somit als die Liebe und als das Licht des Wahren denen, die im Guten sind, hingegen als ein Feind und Rächer denen, die im Bösen sind. Daß Er dem israelitischen Volke so erschien, erhellt auch aus anderen Stellen: 2. Mose 24/16,17: "Der Anblick der Herrlichkeit Jehovahs war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges, vor den Augen der Söhne Israels". 5. Mose 4/11,12; 5/19: "Ihr tratet hinzu und standet unten am Berge, und der Berg brannte im Feuer bis hoch in den Himmel, Dunkel und Wolken und Finsternis, und Jehovah redete zu euch aus der Mitte des Feuers". 5. Mose 5/20-22: "Und es geschah, als ihr die Stimme hörtet aus der Mitte des Dunkels, und der Berg im Feuer brannte, da tratet ihr zu mir und sprachet: Warum sollen wir sterben, denn dieses große Feuer wird uns zerstören; wenn wir noch weiter hören die Stimme Jehovahs, unseres Gottes, so werden wir sterben". Daß die Sache sich so verhält, kommt daher, daß niemand Gott auf andere Weise sehen kann, als dem Zustand gemäß, in dem er sich befindet, wer z.B. im Hasse ist, sieht Ihn aus dem Hasse, wer in der Unbarmherzigkeit, sieht Ihn in Unbarmherzigkeit, und umgekehrt: wer in der Liebtätigkeit und Barmherzigkeit ist, sieht Ihn aus diesem (Zustand) heraus, und so auch in diesem. Es verhält sich dies wie die Lichtstrahlen, die, wenn sie in häßliche Formen fallen, in häßliche Farben verkehrt werden, dagegen, wenn sie in schöne Formen fallen, in schöne Farben verwandelt werden. Daß der Rauch das Dunkle des Wahren und auch das Finstere des Falschen bezeichnet, erhellt bei Jes.9/17,18; 34/9,10; Joel 3/3,4; Hos.13/1,3; Joh.Offenb.9/17,18; 18/2,18; 19/3. 8820. "Um deswillen, daß Jehovah auf denselben herabstieg im Feuer", 2. Mose 19/18, bedeutet, weil das Göttliche daselbst in der himmlischen Liebe (war). Dies erhellt aus der Bedeutung des Feuers, in dem Jehovah (herabstieg), insofern es die himmlische göttliche Liebe bezeichnet. Daß das Feuer die Liebe bedeutet, sehe man Nr. 934, 4906, 5071 E, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, hier die himmlische göttliche Liebe, d.h. die göttliche Liebe, so wie sie in dem Himmel ist, in dem die himmlischen Engel sind. 8821. "Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens", 2. Mose 19/18, bedeutet ein Dunkel wie das Dunkel aus den Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauches, insofern er das Dunkel bezeichnet, worüber Nr. 8819, und aus der Bedeutung des Ofens, insofern er die Begierde bezeichnet, worüber Nr. 7519. Warum aber der Herr, während Er in der himmlischen Liebe war, den Söhnen Israels so erschien, sehe man Nr. 8819, ferner 1861 E, 6832. 8822. "Und der ganze Berg erbebte sehr", 2. Mose 19/18, bedeutet die Erschütterung des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung von erbeben, insofern es eine Erschütterung ausdrückt, und aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 8805. Daß bei der Gegenwart des Herrn eine Erschütterung stattfindet, sehe man Nr. 8816. 8823. "Und der Posaunenschall wurde immer stärker", 2. Mose 19/19, bedeutet das allgemeine der Offenbarung durch den Engelshimmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Posaunenschalles, insofern er das himmlische oder den Engeln angemessene Wahre bezeichnet, das mit dem Göttlichen verbunden ist, worüber Nr. 8815, somit eine allgemeine Offenbarung, denn das göttlich Wahre ist die Offenbarung, und das, welches vermittelst des Himmels geoffenbart wird, ist das Allgemeine im Verhältnis zum göttlich Wahren selbst im Himmel; es ist nämlich außerhalb oder ringsumher: Nr. 8815, und was ringsumher und außerhalb ist, das ist allgemein im Verhältnis zu dem, was in der Mitte oder innerhalb ist. Und aus der Bedeutung von "immer stärker werden", insofern es die Zunahme desselben bezeichnet, denn es verhält sich dies wie ein Schall oder Ton, der in der Höhe, wo eine reinere Atmosphäre ist, leise tönt, aber wenn er in die untere Region herabkommt, wo die Atmosphäre dichter ist, stärker und volltönender wird. So das göttlich Wahre und das göttlich Gute; diese sind in der höchsten Region ruhig und ohne alles Getöse, wenn sie sich aber in die untere Region hinabsenken, werden sie stufenweise unruhiger und endlich geräuschvoll. Dies wurde auch vom Herrn dem Elias gezeigt, als er auf dem Horeb war: 1.Kön.19/11,12: "Gehe hinaus und stell dich auf den Berg vor Jehovah, und siehe, Jehovah ging vorüber. Und ein großer starker Wind, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach, ging vor Jehovah her; aber Jehovah war nicht im Winde, und nach dem Winde kam ein Erdbeben, aber Jehovah war nicht im Erdbeben, und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, aber Jehovah war nicht im Feuer. Endlich nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Säuseln". 8824. "Mose redet und Gott antwortet ihm mit (lauter) Stimme", 2. Mose 19/19, bedeutet, durch den Einfluß des Wahren vom Göttlichen, in dem das Göttliche Selbst war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt, worüber Nr. 8760, 8787, 8805; aus der Bedeutung von reden, insofern es den Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 5797, 7270, 8128, und aus der Bedeutung von antworten mit (lauter) Stimme, insofern es das innere göttlich Wahre bezeichnet. Diese Bedeutung hat ihren Grund darin, daß die göttlichen Antworten Wahrheiten sind, denen das Göttliche Selbst innewohnt. 8825. Vers 20-25: Und Jehovah stieg hinab auf den Berg Sinai, auf den Gipfel des Berges, und Jehovah rief Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf. Und Jehovah sprach zu Mose: Steige hinab, warne das Volk, daß sie nicht durchbrechen zu Jehovah, um zu sehen, und viele von ihnen fallen. Und auch die Priester, die hinzutreten zu Jehovah, sollen sich heiligen, damit Jehovah sie nicht zerschmettere. Und Mose sprach zu Jehovah: das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn Du hast uns gewarnt und gesprochen: Mache Schranken um den Berg und heilige ihn. Und Jehovah sprach zu ihm: Gehe, steige hinab; aber du und Aharon mit dir sollt heraufsteigen, und die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu Jehovah, damit Er sie nicht zerschmettere. Und Mose stieg hinab zum Volk und sprach mit ihnen. "Und Jehovah stieg hinab auf den Berg Sinai" bedeutet die Gegenwart des Herrn im Himmel; "auf den Gipfel des Berges" bedeutet im Innersten; "und Jehovah rief Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf" bedeutet die Verbindung des Wahren vom Göttlichen daselbst; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Ermahnung vom Göttlichen; "steige hinab, warne das Volk, daß sie nicht durchbrechen zu Jehovah, um zu sehen" bedeutet, damit nicht diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, begehren in den Himmel (zu kommen), wo das himmlisch Göttliche ist; "und viele von ihnen fallen" bedeutet, daß sie dadurch zugrunde gehen würden; "und auch die Priester, die hinzutreten zu Jehovah, sollen sich heiligen" bedeutet diejenigen, die im geistig Guten sind, in dem das Göttliche ist, sollen bedeckt werden; "damit Jehovah sie nicht zerschmettere" bedeutet, daß nicht dadurch eine Lostrennung vom Guten (entstehe); "und Mose sprach zu Jehovah" bedeutet das Denken des Wahren vom Göttlichen; "das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen" bedeutet, daß sie sich nicht bis zum himmlischen Reich erheben können; "denn Du hast uns gewarnt" bedeutet, weil es vom Göttlichen verboten sei; "und gesprochen: Mache Schranken um den Berg" bedeutet, dadurch, daß die geistige Sphäre des Guten nach unten aufhöre; "und heilige ihn" bedeutet, daß sie dadurch vom Göttlichen abgehalten werden sollten; "und Jehovah sprach zu ihm" bedeutet, daß dennoch eine Ermahnung stattfinde; "gehe, steige hinab" bedeutet den Einfluß; "aber du und Aharon mit dir sollt heraufsteigen" bedeutet die Verbindung mit dem inneren und äußeren Wahren vom Göttlichen; "und die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu Jehovah" bedeutet, die im geistig Guten und Wahren sind, sollen nicht begehren in den himmlischen Himmel (einzudringen); "damit Er sie nicht zerschmettere" bedeutet die Lostrennung vom Wahren und Guten; "und Mose stieg hinab zum Volk" bedeutet den Einfluß des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen; "und sprach mit ihnen" bedeutet, hierdurch habe eine Ermahnung (stattgefunden). 8826. "Und Jehovah stieg hinab auf den Berg Sinai", 2. Mose 19/20, bedeutet, die Gegenwart des Herrn im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 8805, daher bedeutet auf den Berg hinabsteigen die Gegenwart daselbst. Daß es die Gegenwart des Herrn bedeutet kommt daher, daß Jehovah im Worte der Herr ist. 8827. "Auf den Gipfel des Berges", 2. Mose 19/20, bedeutet, im Innersten, nämlich des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges, insofern er den Himmel bezeichnet, wie Nr. 8826. Daß der Gipfel des Berges den innersten Himmel bedeutet kommt daher, daß der Gipfel das Höchste desselben ist und das Höchste (zugleich) das Innerste: Nr. 1735, 2148, 4210, 4599, 8153. Es gibt drei Himmel, nämlich den untersten, welcher der erste genannt wird, den mittleren, welcher der zweite heißt, und den innersten, welcher der dritte genannt wird. In diesem Himmel ist mehr Göttliches als in den beiden unteren, denn hier sind sie (d.h. die Engel) unter dem unmittelbaren Blick des Herrn, weil diejenigen, die sich hier befinden, in der Liebe zum Herrn und daher mehr als die anderen im Frieden und in der Unschuld sind. Die Engel daselbst werden himmlische Engel genannt und die Engel des zweiten Himmels geistige Engel. Deshalb wird das Göttliche in jenem Himmel das himmlisch Göttliche, aber das Göttliche in diesem das geistig Göttliche genannt. Hieraus kann man erkennen, was es bedeutet, daß Jehovah auf den Gipfel des Berges hinabstieg. 8828. "und Jehovah rief Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf", 2. Mose 19/20, bedeutet die Verbindung des Wahren vom Göttlichen daselbst. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8760, 8761 erklärt worden ist, wo die gleichen Worte. Hier wird die Verbindung mit dem himmlisch Göttlichen bezeichnet, d.h. mit dem Göttlichen des innersten Himmels. 8829. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 19/21, bedeutet die Ermahnung vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende in sich schließt, das eine Ermahnung ist, daß sie die Schranken, die um den Berg gezogen waren, nicht durchbrechen sollten. 8830. "Steige hinab, warne das Volk, daß sie nicht durchbrechen zu Jehovah, um zu sehen", 2. Mose 19/21, bedeutet, damit nicht diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, begehren, in den Himmel (zu dringen), wo das himmlisch Göttliche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von gewarnt werden, insofern es eine Ermahnung bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, wovon öfter. Aus der Bedeutung von durchbrechen, nämlich die Schranken, insofern es heißt begehren, in den höheren Himmel (einzudringen); und aus der Bedeutung von "Jehovah zu sehen", insofern es ausdrückt, um das Göttliche inne zu werden, denn unter Jehovah auf dem Gipfel des Berges wird das Göttliche im innersten Himmel verstanden, welcher der himmlische Himmel heißt: Nr. 8827. Und unter sehen wird das Innewerden verstanden: Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400. 8831. "Und viele von ihnen fallen", 2. Mose 19/21, bedeutet, daß sie dadurch zugrunde gehen würden. Dies erhellt ohne Erklärung. 8832. "Und auch die Priester, die hinzutreten zu Jehovah, sollen sich heiligen", 2. Mose 19/22, bedeutet diejenigen, die im geistig Guten sind, in dem das Göttliche ist, sollen bedeckt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Priester, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber Nr. 1728, 2015 E, 6148; hier das geistig Gute, weil durch die Söhne Israels, deren Priester es waren, die Angehörigen der geistigen Kirche vorgebildet wurden, somit die, welche im Guten durch das Wahre und im Wahren aus dem Guten waren: Nr. 7957, 8234. Aus der Bedeutung von hinzutreten vor Jehovah, wenn es von den Priestern (gesagt wird), durch die das Gute bezeichnet wird, insofern es ausdrückt (zu dem nahen), in dem das Göttliche ist; und aus der Bedeutung von "geheiligt werden", insofern es soviel ist als bedeckt (oder geschützt) werden in Ansehung des Inneren, worüber Nr. 8788, 8806. HG 8833 8833. "Damit Jehovah sie nicht zerschmettere", 2. Mose 19/22, bedeutet, daß nicht dadurch eine Lostrennung vom Guten eintrete. Dies erhellt aus der Bedeutung von zerschmettern (oder einen Riß) machen, insofern es die Trennung des Wahren vom Guten bezeichnet, worüber Nr. 4926. hier die Lostrennung vom Guten, weil es von den Priestern gesagt wird, durch die das Gute bezeichnet wird: Nr. 8832. 8834. "Und Mose sprach zu Jehovah", 2. Mose 19/23, bedeutet das Denken des Wahren vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es aus dem Wahren vom Göttlichen (geschieht), das durch Mose vorbildlich dargestellt wird, insofern es ein Denken bezeichnet, wie auch Nr. 3395, 7107, 7244, 7937. Es wird gesagt, das Denken des Wahren vom Göttlichen, und darunter verstanden das Denken dessen, was das Wahre vom Göttlichen vorbildet. Die Ursache, warum so gesagt wird, liegt auch darin, daß das Wahre beim Menschen denkt und der Mensch, in dem der Gedanke ist, vermittelst des Wahren denkt; denn der Herr fließt durch das Gute in das Wahre ein und gibt dadurch dem Menschen Leben. Dies Leben erscheint im Menschen als sein eigenes, es ist aber Eigentum des Herrn im Wahren aus dem Guten bei ihm. Weil es sich so verhält, reden die Engel auf diese Weise, denn sie schreiben das Denken, abgesehen von der Person, dem Wahren aus dem Guten zu. Hieraus erhellt, wie die Engelsrede beschaffen ist und daß es eine Rede voller Weisheit ist. 8835. "Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen", 2. Mose 19/23, bedeutet, daß sie sich nicht zum himmlischen Reich erheben können. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes oder der Söhne Israels, insofern sie die bezeichnen, die dem geistigen Reich angehören; aus der Bedeutung von hinaufsteigen, insofern es heißt sich erheben; und aus der Bedeutung des Berges Sinai, insofern er das himmlische Reich bezeichnet, worüber Nr. 8794, 8797. 8836. "Denn Du hast uns gewarnt", 2. Mose 19/23, bedeutet, weil es vom Göttlichen verboten sei. Dies erhellt ohne Erklärung. 8837. "Und gesprochen: Mache Schranken um den Berg", 2. Mose 19/23, bedeutet, dadurch, daß die geistige Sphäre nach unten aufhöre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Schranken um den Berg machen", insofern es bezeichnet, daß die Ausbreitung in den Himmel nicht über die geistigen Sphären des Guten hinausgehe, worüber Nr. 8794-8797. 8838. "Und heilige ihn", 2. Mose 19/23, bedeutet, daß sie dadurch vom Göttlichen abgehalten werden sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es heißt das Innere umhüllen, damit das Äußere im Heiligen erscheinen könne, worüber Nr. 8788, 8806, somit auch vom Göttlichen abgehalten werden, damit man nicht verletzt werde, denn wenn (das Innere) nicht umhüllt würde, so würde das Göttliche hineindringen und es zerstören; denn die Göttliche Gegenwart ist wie ein verzehrendes Feuer für die, welche nicht umhüllt (oder bedeckt) sind. Daher kommt es, daß selbst die Engel von einer Wolke umhüllt sind: Nr. 6849. Hieraus kann man erkennen, was unter verhüllt werden verstanden wird; daß aber durch geheiligt werden dieses bezeichnet wird, kommt daher, daß sie, (nämlich die Menschen), im Heiligen erscheinen können, wenn sie umhüllt sind, denn dann kann das Göttliche einfließen, und den Zustand des Guten und die Form des Wahren in ihnen herstellen, was ohne Umhüllung nicht geschehen könnte. 8839. "Und Jehovah sprach zu ihm", 2. Mose 19/24, bedeutet, daß dennoch eine Ermahnung stattfinde. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah zu Mose (gesagt wird), daß er das Volk warnen solle, nicht durchzubrechen, um Ihn zu sehen, insofern es eine Ermahnung ist. Es wird gesagt, die Ermahnung solle dennoch stattfinden, weil Moses sagte, sie seien in dieser Beziehung schon ermahnt worden, und daß verboten sei, es zu tun. 8840. "Gehe, steige hinab", 2. Mose 19/24, bedeutet den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen und zum Volke hinabsteigen, um es zu ermahnen, wenn (es gesagt wird) vom Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird, insofern es einen Einfluß bedeutet, nämlich des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen. 8841. "Aber du und Aharon mit dir sollt heraufsteigen", 2. Mose 19/24, bedeutet die Verbindung mit dem inneren und äußeren Wahren vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von heraufsteigen, nämlich zu Jehovah, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 8760; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Mose und Aharon, insofern sie das innere und äußere Wahre vom Göttlichen darstellen, Mose das innere und Aharon das äußere, worüber Nr. 7089, 7382. 8842. "Und die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu Jehovah", 2. Mose 19/24, bedeutet, die im geistig Guten und Wahren sind, sollen nicht begehren in den himmlischen Himmel einzudringen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8830, 8832 gesagt worden ist, wo die gleichen Worte. 8843. "Damit Er sie nicht zerschmettere", 2. Mose 19/24, bedeutet die Lostrennung vom Wahren und Guten, wie Nr. 8833; hier auch vom Wahren, weil es auch vom Volke gesagt wird. 8844. "Und Mose stieg hinab zum Volk", 2. Mose 19/25, bedeutet den Einfluß des Göttlichen durch das Wahre vom Göttlichen, wie Nr. 8840. 8845. "Und sprach mit ihnen", 2. Mose 19/24, bedeutet, hierdurch habe eine Ermahnung stattgefunden; wie Nr. 8839.   Nr. 8846 - 8858 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 20. Kapitel 1. Und Gott redete alle diese Worte und sprach: 2. Ich bin Jehovah, dein Gott, Der dich ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft. 3. Du sollst keine anderen Götter haben vor Meinem Angesichte. 4. Du sollst dir kein geschnitztes Bild, noch irgendein Gleichnis machen, weder dessen, was im Himmel oben, noch dessen, was auf Erden unten, noch dessen, was in den Wassern unter der Erde ist. 5. Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen; denn Ich bin Jehovah, dein Gott, ein eifriger Gott, heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen bis in das dritte und vierte Glied bei denen, die Mich hassen. 6. Und Barmherzigkeit erweisend an den Tausenden die Mich lieben und Meine Gebote halten. 7. Du sollst den Namen Jehovahs, deines Gottes, nicht ins Eitle führen; denn nicht ungestraft wird Jehovah denjenigen lassen, der Seinen Namen ins Eitle führt. 8. Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn heiligest. 9. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun. 10. Aber der siebente Tag ist ein Sabbath für Jehovah, deinen Gott; da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. 11. Denn in sechs Tagen hat Jehovah den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete Jehovah den Sabbath und heiligte ihn. 12. Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage sich verlängern im Lande, das Jehovah, dein Gott, dir geben wird. 13. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 14. Du sollst dich nicht gelüsten lassen des Hauses deines Nächsten; du sollst dich nicht gelüsten lassen des Weibes deines Nächsten, noch seines Knechtes, noch seiner Magd noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch irgend etwas, was dein Nächster hat. 15. Und das ganze Volk sah die Donnerstimmen und die Flammen, und den Schall der Posaunen, und den rauchenden Berg, und das Volk sah es, und sie erschraken, und standen von ferne. 16. Und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, so wollen wir darauf hören; aber Gott möge nicht mit uns reden, damit wir nicht sterben. 17. Und Mose sprach zum Volke: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, daß Er euch versuche, und damit Seine Furcht vor euerm Angesichte sei, auf daß ihr nicht sündiget. 18. Und das Volk stand von ferne, aber Mose trat hinzu in das dichte Dunkel, worinnen Gott war. 19. Und Jehovah sprach zu Mose: So sollst du sprechen zu den Söhnen Israels: Ihr habt gesehen, daß Ich aus dem Himmel mit euch geredet habe. 20. Ihr sollt nicht neben Mir machen silberne Götter und goldene Götter; ihr sollt sie euch nicht machen. 21. Einen Altar von Erde sollst du Mir machen, und darauf opfern deine Brandopfer und deine Dankopfer, deine Schafe und deine Rinder; an jedem Orte, wo Ich ein Gedächtnis Meines Namens stiften werde, will Ich zu dir kommen und dich segnen. 22. Und wenn du Mir einen Altar von Stein errichtest, sollst du ihn nicht bauen von behauenen Steinen, denn wenn du mit deinem Meißel darüber fährst, so wirst du ihn entweihen. 23. Und du sollst nicht auf Stufen zu Meinem Altar hinansteigen, damit deine Blöße nicht aufgedeckt werde über ihm.   Inhalt 8859. Es wird in diesem Kapitel im inneren Sinn von den göttlichen Wahrheiten gehandelt, die dem Guten bei denen, die der geistigen Kirche des Herrn angehören, eingepflanzt werden sollen. Die Zehn Gebote des Dekalogs sind diese Wahrheiten, die Gebote über die Opfer und den Altar, die in diesem Kapitel folgen, sind die äußeren Wahrheiten des Gottesdienstes.   Innerer Sinn 8860. Vers 1: Und Gott redete alle diese Worte und sprach . Bedeutet die göttlichen Wahrheiten für die, welche in den Himmeln, und für die, welche auf Erden sind. 8861. "Und Gott redete alle diese Worte und sprach", 2. Mose 20/1, daß hierdurch die göttlichen Wahrheiten für die, welche in den Himmeln und für die, welche auf Erden sind, bezeichnet werden, erhellt aus der Bedeutung der Worte, die Gott redete, insofern sie göttliche Wahrheiten sind; denn was Gott redet, ist nichts als Wahres. Daher wird auch das göttlich Wahre das Wort genannt, und das Wort ist der Herr: Joh.1/1; und dies aus dem Grunde, weil der Herr selbst das göttlich Wahre war, während Er in der Welt war, und nachher, als Er verherrlicht wurde, zum göttlich Guten ward, und weil jetzt aus Ihm selbst alles göttlich Wahre hervorgeht. Dieses göttlich Wahre ist das Licht für die Engel, und dieses Licht ist es auch, das unser inneres Auge, nämlich den Verstand erleuchtet. Weil aber dieses Auge nicht das Natürliche, sondern das Geistige sieht, so hat es die Wahrheiten zu seinem Gegenstand, (und zwar) die geistigen, welche die des Glaubens genannt werden, im Verstande. Im Natürlichen aber hat es die Wahrheiten des bürgerlichen Lebens zum Gegenstand, die sich auf das Gerechte beziehen, und auch die Wahrheiten des moralischen Zustandes, die sich auf das Redliche und Rechtschaffene beziehen, und zuletzt die natürlichen Wahrheiten, die erschlossen werden aus den Gegenständen der äußeren Sinne, besonders des Gesichts. Hieraus kann man ersehen, in welcher Ordnung die Wahrheiten aufeinanderfolgen, und daß alle und jede ihren Ursprung aus den göttlichen Wahrheiten haben, welche die inneren Prinzipien (oder Ausgangspunkte) von allen sind. Auch die Formen, in denen sie erscheinen, haben in jenen ihren Ursprung, denn sie sind zur Aufnahme und zum Bewahren jener geschaffen. Hieraus kann man erkennen, was darunter verstanden wird, daß alle Dinge durch das Wort erschaffen sind, bei Joh.1/1-3, denn das göttlich Wahre ist das eigentlichst Wesentliche, und das einzige Substantielle, durch das alles (besteht). 8862. Unter den Worten, die Jehovah geredet hat, werden die göttlichen Wahrheiten verstanden für die, welche im Himmel, und für die, welche auf Erden sind, weil die Zehn Gebote, die der Dekalog genannt werden, wie auch die Satzungen, die vom Berge Sinai verkündigt und befohlen wurden, solche Wahrheiten sind, die nicht nur für diejenigen gelten, die auf Erden sind, sondern auch für diejenigen, die im Himmel sind; denn alle Worte, d.h. alle Wahrheiten, die vom Herrn ausgehen, sind nicht nur für die Menschen, sondern zugleich auch für die Engel, sie gehen nämlich durch den Himmel hindurch und kommen so auf die Erde hinab. Aber im Himmel lauten sie nicht wie auf Erden, denn dort sind sie in geistiger Form, auf Erden hingegen in natürlicher Form. Wie diejenigen, die in geistiger Form sind, beschaffen sind, im Vergleich mit denen, die in natürlicher Form sind, erhellt aus den einzelnen des Wortes im inneren und im äußeren Sinn. Im inneren Sinn sind sie geistige, aber im äußeren Sinn, welcher der Buchstabensinn ist, sind sie natürliche Wahrheiten. Diese sind für die auf Erden Lebenden, jene aber für die in den Himmeln. Daß es so ist, kann man daraus ersehen, daß das Wort vom Göttlichen Selbst ausgesandt, und so durch den Himmel zur Erde hindurchgedrungen ist, und daß es, wenn es auf die Erde kommt, die Wahrheit ist, die dem menschlichen Geschlecht angemessen ist, das im Irdischen und Körperlichen lebt. In den Himmeln aber den Engeln angemessen ist, die im Geistigen und Himmlischen leben, und weil das Wort so beschaffen ist, ist es in sich heilig, denn es enthält Himmlisches und Göttliches in seinem Inneren. Dies kann man ganz deutlich aus den Zehn Geboten des Dekalogs erkennen. Jeder kann wissen, daß diese Gebote von der Art sind, wie sie allenthalben auf Erden bekannt waren, wie z.B., daß man die Eltern ehren solle, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsches Zeugnis reden dürfe; folglich hätte das israelitische Volk dieselben schon aus dem natürlichen Licht wissen können, denn wo ist ein Volk, das solches nicht wüßte? - Und doch stieg Jehovah selbst herab, um sie zu verkündigen, und verkündigte sie aus einem Feuer, das bis zum Herzen des Himmels brannte. Daraus kann man erkennen, daß diese Gebote in ihrem Schoße mehr enthalten, als was im Buchstaben erscheint, nämlich solches, was zugleich für die Himmel ist, und was die Himmel erfüllt. Alles im Worte ist so beschaffen, weil es vom Göttlichen stammt. Daraus ist klar, woher es kommt, daß das Wort heilig ist, und was darunter verstanden wird, daß das Wort bis zu jedem Jota und Strichlein und bis auf jedes Häkchen eingegeben ist: Matth.5/18; Luk.16/17. Wie die Gebote des Dekaloges im geistigen Sinne, d.h., wie sie in den Himmeln beschaffen sind, wird man daher in dem Folgenden sehen. HG 8863 8863. Vers 2-7: Ich bin Jehovah, dein Gott, Der dich ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft. Du sollst keine anderen Götter haben vor Meinem Angesichte. Du sollst dir kein geschnitztes Bild, noch irgendein Gleichnis machen, weder dessen, was im Himmel oben, noch dessen, was auf Erden unten, noch dessen, was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen; denn Ich bin Jehovah, dein Gott, ein eifriger Gott, heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen bis in das dritte und vierte Glied bei denen, die Mich hassen. Und Barmherzigkeit erweisend an den Tausenden, die Mich lieben und Meine Gebote halten. Du sollst den Namen Jehovahs, deines Gottes, nicht ins Eitle führen; denn nicht ungestraft wird Jehovah denjenigen lassen, der Seinen Namen ins Eitle führt. "Ich bin Jehovah, dein Gott" bedeutet, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, überall in allem und jedem des Guten und Wahren regiere. "Der dich ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft" bedeutet, von Ihm sei die Befreiung aus der Hölle; "du sollst keine anderen Götter haben vor Meinem Angesichte" bedeutet, daß man nicht von anderswoher über die Wahrheiten denken solle, als aus dem Herrn; "du sollst dir kein geschnitztes Bild machen" bedeutet, nicht aus eigener Einsicht; "noch irgendein Gleichnis" bedeutet ein Bild von dem, was vom Göttlichen stammt; "weder dessen, was im Himmel oben, noch dessen, was auf Erden unten" bedeutet, was im geistigen Lichte und was im natürlichen Lichte ist; "noch dessen, was in den Wassern unter der Erde ist" bedeutet, was im sinnlich Körperlichen ist; "du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen" bedeutet, ihnen gebühre keine göttliche Verehrung; "denn Ich bin Jehovah, dein Gott" bedeutet das Göttliche vom Herrn sei in allem und jedem; "ein eifriger Gott" bedeutet, daß daher das Falsche und Böse komme; "heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen" bedeutet, daher komme die Erzeugung des Falschen aus dem Bösen; "bis in das dritte und vierte Glied" bedeutet in langer Reihe und Verbindung; "bei denen, die Mich hassen" bedeutet die, welche das Göttliche des Herrn gänzlich verwerfen; "und Barmherzigkeit erweisend an den Tausenden" bedeutet das Gute und das Wahre werde ihnen zuteil in Ewigkeit; "die Mich lieben" bedeutet, die das Gute der Liebe aufnehmen; "und Meine Gebote halten" bedeutet, die das Wahre des Glaubens aufnehmen; "du sollst den Namen Jehovahs, deines Gottes, nicht ins Eitle führen" bedeutet die Entweihungen und Lästerungen des Wahren und Guten des Glaubens; "denn nicht ungestraft wird Jehovah denjenigen lassen, der Seinen Namen ins Eitle führt" bedeutet, daß dies nicht vergeben werden könne. 8864. "Ich bin Jehovah, dein Gott", 2. Mose 20/2, bedeutet, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, überall in allem und jedem des Guten und Wahren regiere. Dies erhellt daraus, daß im Worte kein anderer unter Jehovah verstanden wird, als der Herr: Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 3448, 5663, 6280, 6281, 6303, 8274; ebenso unter Jehovah Zebaoth, unter dem Herrn Jehovih, unter Jehovah Gott: Nr. 2921, 3023, 3448, 6303; und auch daraus, daß der Herr wegen des göttlich Guten, welches das göttliche Sein ist, Jehovah genannt wird, Gott aber wegen des göttlich Wahren, welches das göttliche Dasein ist: Nr. 6905; ferner Nr. 709, 732, 1096, 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4402. Daß es das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, das hier unter Jehovah Gott verstanden wird, hat seinen Grund darin, daß der Herr in bezug auf dasselbe im Worte sowohl unter Jehovah, als unter Gott verstanden wird, nämlich das göttlich Gute, das Er selbst auch in Ansehung des Menschlichen ist, unter Jehovah, und das göttlich Wahre, das Er selbst ist, weil es von Ihm ausgeht, unter Gott. Das Göttlich-Menschliche des Herrn wird ferner unter Jehovah Gott verstanden, weil das Göttliche Selbst, das im Herrn ist, im Himmel nicht gesehen, und nicht einmal wahrgenommen werden, also auch nicht in Glauben und in Liebe aufgenommen werden kann, sondern nur das Göttlich-Menschliche. Daß das Göttliche Selbst keine Gemeinschaft haben kann mit den Engeln im Himmel und noch weniger mit den Menschen auf Erden, außer durch das Göttlich-Menschliche, ist in den Kirchen aus den Worten des Herrn bei den Evangelisten bekannt, wo Er sagt, Er selbst sei die Türe und der Mittler, indem niemand zum Vater kommen könne als durch Ihn, und niemand den Vater gesehen habe, nicht einmal irgendwelche Gestalt desselben. Hieraus geht deutlich hervor, daß es der Herr ist, Der hier unter Jehovah Gott verstanden wird. Daß auch Er es ist, Der das menschliche Geschlecht erlöst und von der Hölle befreit hat, ist gleichfalls bekannt. Dies wird durch die nachfolgenden Worte bezeichnet, nämlich: "Der dich ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft": 2. Mose 20/2. Hieraus erhellt nun, daß Jehovah Gott, der vom Berge Sinai redete, der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist. Dies ist aber das erste, was vom Berge Sinai herab vom Herrn gesprochen wird, weil es das allgemein Herrschende sein sollte in allem und jedem was nun folgt. Denn was zuerst gesagt wird, das soll auch bei dem Folgenden im Gedächtnis behalten und als das Allgemeine angesehen werden, was in jenem sein muß. Was das allgemein Herrschende sei, wird man im Folgenden sehen. Was vom Herrn gesagt wird, ist alles von dieser Art, daß nämlich, was zuerst gesagt wird, im Folgenden herrschen und dieses in sich enthalten muß, und somit der Reihe nach, was im Zusammenhang damit steht. Was in diesem Kapitel folgt, sind die Gebote des Dekaloges, die innere Wahrheiten sind, und dann die Satzungen, die äußere Wahrheiten sind. In diesen und jenen muß der Herr herrschen in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen, denn sie sind aus Ihm und sind Er selbst; denn die echten Wahrheiten gehen alle von Ihm aus, und was von Ihm ausgeht, das ist Er selbst. Daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen in allem und jedem des Glaubens herrschen muß, ist auch in den Kirchen bekannt, denn es wird gelehrt, daß ohne den Herrn kein Heil sei, und daß alles Wahre und Gute des Glaubens von Ihm komme, und daß somit, weil der Glaube von Ihm ausgeht, Er selbst der Glaube bei dem Menschen ist, und wenn Er der Glaube ist, so ist Er auch alles Wahre, das die Lehre des Glaubens, die aus dem Worte stammt, enthält. Daher kommt es auch, daß der Herr das Wort genannt wird. Daß das, was vorhergeht, im Folgenden herrschen und mit demselben im Zusammenhang stehen muß, wie oben gesagt wurde, erhellt aus allem, was der Herr gesagt hat, besonders aus Seiner Rede, die das Gebet des Herrn genannt wird. In diesem steht alles in solchem Zusammenhang, daß es gleichsam eine Säule bildet, die vom Höchsten bis zum Untersten hinabsteigt, und in deren Inneren alles enthalten ist, was der Reihenfolge nach vorausgeht. Was in ihm das erste ist, das ist das Innerste, und was der Ordnung gemäß aufeinanderfolgt, das schließt sich aufeinanderfolgend dem Innersten an, und wächst dadurch. Das Innerste herrscht durchwaltend in dem, was ringsherum liegt, d.h. in allem und jedem, denn dadurch ist es das Wesentliche des Daseins von allem. 8865. Was unter dem allgemein Herrschenden verstanden wird, kann aus dem erhellen, was Nr. 8853-8858 gesagt und gezeigt worden ist, daß nämlich das allgemein Herrschende beim Menschen das sei, was in allem und jedem seines Denkens und in allem und jedem seines Willens ist, und was daher sein eigentliches Gemüt oder Leben bildet. Auf solche Weise muß der Herr beim Menschen herrschen, denn so herrscht der Herr bei den Engeln im Himmel, von denen deshalb gesagt wird, sie seien im Herrn. Der Herr bekommt die Herrschaft, wenn man nicht nur glaubt, daß alles Gute und Wahre von Ihm sei, sondern auch liebt, daß es so ist. Die Engel sind nicht nur im Glauben, daß es so sei, sondern auch im Innewerden; daher kommt es, daß ihr Leben das Leben des Herrn in ihnen ist. Das Leben ihres Willens ist das Leben der Liebe vom Herrn, und das Leben ihres Verstandes ist das Leben des Glaubens vom Herrn. Hieraus wird klar, was es bedeutet, daß der Herr alles in allem des Himmels und daß Er selbst der Himmel sei. Wenn der Herr beim Menschen der Kirche, wie bei den Engeln des Himmels in allem herrscht, dann ist der Herr in allem Wahren und Guten des Glaubens bei ihm, wie das Herz in allen Blutgefäßen, weil diese von jenem ihren Ursprung und ihr Blut haben, das ihr Leben ist. Man muß ferner wissen, daß solche Geister und solche Engel bei dem Menschen sind, wie sein allgemein Herrschendes ist. Der Grund ist, weil das allgemein Herrschende bei einem jeden das Sein des Lebens ist: Nr. 8853-8858. Alle Heiterkeit und alle Zufriedenheit, die der Mensch hat, auch wenn er an andere Dinge denkt, stammt daher, denn in demselben wohnen die Engel und Geister, die bei ihm sind, und haben gleichsam ihre Wohnstätte daselbst. Ihre Freude fließt bei dem Menschen ein und bewirkt jene Stimmung. Daß sie daher stammt, gelangt nicht zur Wahrnehmung des Menschen, weil der Mensch nicht weiß, daß sein Leben einfließt, noch was das allgemein Herrschende seines Lebens macht, wie er auch nicht weiß, daß, wenn dieser Teil seines Lebens berührt wird, es so ist, als ob sein Augapfel berührt würde, was Freude erregt, wenn das Auge von schönen Gegenständen berührt wird, Schmerz aber, wenn von unschönen. Daß es deshalb das Allgemeine heißt, weil es alles einzelne im Inbegriff umfaßt, und daß es somit das allgemein Herrschende ist, weil es in allem und jedem ist, sehe man Nr. 1919 E, 5949, 6159, 6338, 6482, 6483, 6571, 7648, 8067. 8866. "Der dich ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft", 2. Mose 10/2, bedeutet, von Ihm sei die Befreiung aus der Hölle. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen, insofern es eine Befreiung bezeichnet, und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die Anfechtungen von den Höllischen bezeichnet, worüber Nr. 7240, 7278; und aus der Bedeutung von "aus dem Hause der Knechtschaft", insofern es die geistige Gefangenschaft bezeichnet, worüber Nr. 8049. Daß das Haus der Knechtschaft eine geistige Gefangenschaft und auch die Hölle bedeutet, kommt daher, daß es Knechtschaft ist von denen, die in der Hölle sind, gefangen gehalten und geführt zu werden; Freiheit aber, vom Herrn geführt zu werden: Nr. 892, 905, 2870-2875, 2882, 2884, 2892, 2893, 6205, 8209. Daß diejenigen, die der geistigen Kirche angehören und durch die Söhne Israels vorgebildet werden, aus der Hölle vom Herrn befreit wurden, dadurch, daß Er in die Welt kam und Sein Menschliches Göttlich machte, sehe man Nr. 6854, 6914, 7035, 7828, 7932, 8018, 8321. 8867. "Du sollst keine anderen Götter haben vor Meinem Angesichte", 2. Mose 20/3, bedeutet, daß man nicht von anderswoher über die Wahrheiten denken solle, als aus dem Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Götter, insofern sie das Wahre bezeichnen, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, worüber Nr. 4402, 4544, 7268, 7873, 8301; und aus der Bedeutung des Angesichtes, wenn es von Gott gesagt wird, insofern es Liebe, Barmherzigkeit, Friede und das Gute bezeichnet, worüber Nr. 222, 223, 2434, 5585, also den Herrn selbst, denn der Herr selbst ist es, von dem diese Güter kommen. Du sollst keine anderen Götter haben vor Meinem Angesicht bedeutet, daß man nicht anderswoher über die Wahrheiten denken dürfe, als aus dem Herrn, auch aus dem Grund, weil das Göttlich-Menschliche des Herrn, das bezeichnet wird durch Ich, Jehovah, dein Gott, zuerst gesagt wird, und deshalb die erste Stelle in der Ordnung einnimmt, und durchwaltend in den einzelnen Wahrheiten, die folgen, herrschen muß: Nr. 8864, 8865; weshalb dann alles das innerlich wahrgenommen wird, was man vermeiden muß, weil es zerstört und beraubt, so daß der Herr nicht allgemein herrschen kann in allen und jeden Wahrheiten, die in den vom Berg Sinai verkündigten und befohlenen Geboten und Satzungen enthalten sind. Das erste, was zerstören würde, findet statt, wenn man über die Wahrheiten anderswoher denken wollte, als aus dem Herrn, was dadurch bezeichnet wird, daß sie keine anderen Götter haben sollten vor dem Angesichte des Herrn; das übrige, das jenes allgemein Herrschende zerstören würde, ist in dem enthalten, was der Ordnung nach folgt, daß sie sich nämlich kein geschnitztes Bild machen sollten, noch irgendein Gleichnis, weder dessen, was im Himmel oben, noch dessen, was auf Erden unten, noch dessen, was in den Wassern ist, und daß sie solche Dinge nicht anbeten, noch ihnen dienen sollten. Denn "Ich Jehovah, bin dein Gott", wodurch bezeichnet wird, daß der Herr in allem und jedem sein muß. 8868. Es soll auch noch in Kürze von den Wahrheiten gesprochen werden, die anderswoher sind, als aus dem Herrn. Im allgemeinen sind es diejenigen, in denen der Herr nicht ist. Der Herr ist aber nicht in den Wahrheiten bei dem Menschen, wenn dieser Ihn selbst und Sein Göttliches leugnet, und auch, wenn er Ihn zwar anerkennt, aber dennoch glaubt, das Gute und Wahre sei nicht von Ihm, sondern aus ihm selber, und daher sich selbst Gerechtigkeit zuschreibt. Der Herr ist auch nicht in den Wahrheiten, die zwar aus dem Worte entnommen werden, besonders aus dem Buchstabensinn desselben, aber zugunsten der eigenen Herrschaft und des eigenen Gewinns ausgelegt und dadurch verkehrt werden. Diese sind zwar an sich Wahrheiten, weil aus dem Worte, aber dennoch nicht Wahrheiten, weil sie falsch ausgelegt und dadurch verdreht werden. Dies wird vom Herrn verstanden unter Folgendem: Matth.24/23-26: "Wenn jemand sagen sollte: Siehe, hier ist Christus, oder da, so glaubet es nicht; denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder tun, um, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten irre zu führen!", man sehe Nr. 3900. Luk.21/8: "Sehet zu, daß euch niemand verführe, denn viele werden in Meinem Namen kommen und sagen, Ich sei es, und die Zeit sei nahe; darum folget ihnen nicht nach". Die Wahrheiten, die vom Herrn stammen, sind auch ihrer inneren Form nach Wahrheiten vom Herrn; aber die Wahrheiten, die nicht vom Herrn sind, erscheinen nur in der äußeren Form als Wahrheiten, nicht aber in der inneren Form, denn inwendig sind sie entweder Eitles oder Falsches oder Böses. Damit etwas wirklich wahr sei, muß Leben in ihm sein, denn ein Wahres ohne Leben ist kein Glaubenswahres beim Menschen, und das Leben kommt nirgends anders her, als aus dem Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn. Wenn daher der Herr nicht im Wahren ist, so ist das Wahre ohne Leben, also kein Wahres. Wenn aber Falsches darin ist, oder Böses, dann ist das Wahre selbst beim Menschen Falsches oder Böses, denn was inwendig ist, macht das Wesen aus, und leuchtet auch im anderen Leben durch das Äußere hindurch. Hieraus kann man nun erkennen, wie es zu verstehen ist, daß man nicht anderswoher als aus dem Herrn über die Wahrheiten denken dürfe. Weil nur wenige wissen, wie es sich mit den Wahrheiten verhält, die in der inneren Form Wahrheiten sind, und somit aus dem Herrn leben, soll etwas darüber aus Erfahrung gesagt werden: Im anderen Leben wird bei einem jeden, der redet, deutlich wahrgenommen, was inwendig in den Worten seiner Rede verborgen liegt, wie auch, ob etwas Verschlossenes oder Offenes in denselben ist, und dann, welche Neigung darinnen liegt. Wenn eine Neigung zum Guten, so ist etwas Weiches inwendig, wenn aber eine Neigung zum Bösen, so ist etwas Hartes inwendig (in der Rede), usf. Bei den Engeln des Himmels ist das Ganze ihrer Rede offen bis zum Herrn hinauf, was man deutlich wahrnimmt, und auch hört vermöge der Weichheit und ihrer Beschaffenheit: daher weiß man auch, was inwendig in den Wahrheiten verborgen liegt, ob der Herr, oder nicht. Die Wahrheiten, in denen der Herr ist, sind lebendige Wahrheiten, hingegen die Wahrheiten, in denen der Herr nicht ist, sind Wahrheiten, die nicht leben. Die lebendigen sind Glaubenswahrheiten aus der Liebe zum Herrn und aus der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Die unbelebten sind nicht Wahrheiten, weil inwendig in ihnen die Selbstliebe und die Liebe zur Welt ist. Hieraus können die Geister und Engel im anderen Leben erkannt werden, denn die Wahrheiten sind bei einem jeden seinem Leben gemäß, d.h. dem gemäß, was allgemein bei ihm herrscht. 8869. "Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen", 2. Mose 20/4, bedeutet, nicht aus eigener Einsicht. Dies erhellt aus der Bedeutung des geschnitzten Bildes, insofern es bezeichnet, was nicht aus dem Herrn, sondern aus dem Eigenen des Menschen stammt. Was aus der eigenen Einsicht kommt, wird durch das geschnitzte Bild bezeichnet, und was aus dem eigenen Willen kommt, durch das gegossene Bild. Dieses oder jenes zu seinem Gott haben oder anbeten heißt, das, was aus dem Eigenen hervorgeht, über alles lieben. Die das tun, glauben gar nicht, daß vom Göttlichen irgendwelche Einsicht und Weisheit einfließe, denn sie schreiben sich selbst alles zu. Das übrige, was ihnen begegnet, beziehen sie auf das Glück oder den Zufall. Die göttliche Vorsehung leugnen sie in solchen Dingen ganz und gar; sie meinen, wenn etwas Göttliches dabei sei, so liege es in der Ordnung der Natur, der sie alles zuschreiben. Sie sagen zwar mit dem Munde, daß ein Gott als Schöpfer solches der Natur eingeprägt habe, gleichwohl aber leugnen sie im Herzen, daß es einen Gott über der Natur gebe. Von solcher Art sind diejenigen, die sich oder ihrer Klugheit und Einsicht alles, dem Göttlichen aber nichts, von Herzen zuschreiben; und diejenigen unter ihnen, die sich lieben, beten das Ihrige an, und wollen auch von anderen angebetet werden, ja sogar als Götter, was sie auch offen bekennen würden, wenn die Kirche es nicht verböte. Das sind die Bildschnitzer, die Schnitzbilder selbst aber sind das, was sie aus dem Eigenen ausbrüten und als Göttliches verehrt haben wollen. Daß solche Dinge unter den Schnitzbildern im Worte bezeichnet werden, erhellt aus den Stellen, wo sie genannt werden: Jerem.10/14; 51/17: "Töricht ist jeder Mensch geworden, in seinem Wissen, zuschanden wird jeder Künstler ob seines Schnitzbildes; denn Trug ist sein Gußwerk und kein Atem darinnen": weil Schnitzbild das bedeutet, was nicht vom Herrn, sondern aus der eigenen Einsicht hervorgeht, darum heißt es, jeder Mensch sei töricht geworden in seinem Wissen und zuschanden werden jeder Künstler ob seines Schnitzbildes; und weil in dem, was von der eigenen Einsicht ausgebrütet wird, kein geistiges Leben ist, das einzig vom Herrn stammt, deshalb wird auch gesagt, es sei kein Atem darinnen. Hab.2/18,19: "Was nützt das Schnitzbild, daß sein Bildner es verfertigt, das Gußgebild und der Lügenlehrer, daß der Bildner seines Gebildes darauf vertrauet, und stumme Götzen macht, in deren Mitte kein Atem ist": hier bedeutet Schnitzbild das, was aus eigener Einsicht ausgebrütet wird und worin kein Leben vom Herrn ist. Jerem.50/38,39: "Dürre kommt über ihre Gewässer, daß sie vertrocknen, denn es ist ein Land der Schnitzbilder, und ihrer Greuel rühmen sie sich, darum sollen Ziim und Jim (Steppentiere und Schakale) daselbst wohnen, und die Töchter der Eule daselbst hausen": hier von Chaldäa und Babel. Die Dürre über ihre Gewässer, daß sie vertrocknen, bedeutet die Wahrheiten, in denen kein Leben ist; Ziim und Jim sollen daselbst wohnen, und die Töchter der Eule, bedeutet das Böse und Falsche, somit alles, was im Inneren dem Tode angehört. Daher kommt es, daß es ein "Land der Schnitzbilder" genannt wird. Jes.44/9-11: "Die Verfertiger der Schnitzbilder sind alle eitel, und ihr Köstlichstes ist nichts nütze; sie selbst sind ihre Zeugen; sie sehen nichts und erkennen nichts": die Verfertiger der Schnitzbilder bezeichnen diejenigen, die Lehren ausbrüten, die nicht aus den Wahrheiten des Wortes stammen, sondern aus der eigenen Einsicht, von denen gesagt ist, daß ihr Köstlichstes nichts nütze ist, und daß sie weder sehen noch erkennen. Es wird hier in dem Folgenden: Jes.44/12-16 gehandelt von der Kunst zu erdichten und durch Vernünfteleien aus der eigenen Einsicht solches auszubrüten, von dem sie wollen, daß es als Göttliches anerkannt werde, worüber zuletzt gesagt wird: Jes.44/17,18: "Das übrige macht er zu einem Gott, zu seinem Schnitzbild; er betet es an, fällt vor ihm nieder, und doch erkennen sie nicht, und sehen es nicht ein, und ihre Augen sehen nicht, damit sie nicht verstehen mit ihrem Herzen": daß sie nicht erkennen, nicht verstehen und nicht sehen, bedeutet, daß kein Wahres und Gutes darinnen sei, denn alles, was aus der eigenen Einsicht hervorgeht, ist innerlich nicht Wahres und Gutes, sondern Falsches und Böses, denn es geht aus dem Eigenen hervor. Daß dieses von der Wurzel aus Böses ist, sehe man Nr. 210, 215, 694, 874, 875, 876, 987, 1023, 1044, 1047, 1581, 3812 E, 4328, 5660, 5786, 8480. Jes.40/18-20: "Wem wollet ihr Gott nachbilden, und welches Bild mit Ihm vergleichen? Der Künstler gießt ein Bild, und der Schmelzer (Goldschmied) überzieht es mit Gold und schmelzt Ketten von Silber daran; wer aber arm ist in seinen Gaben, wählt ein Holz, das nicht fault, dann sucht er sich einen geschickten Künstler, ein Schnitzbild zu bereiten, das nicht wanket": das Bild, das der Künstler gießt, bedeutet die falsche Lehre aus dem Eigenen; der Goldschmied überzieht es mit Gold und schmelzt silberne Ketten daran, bedeutet, daß er Vernünfteleien anstellt, damit das Falsche der Lehre als Wahres erscheine. Jes.42/6-8: "Ich, Jehovah, habe dich gerufen in Gerechtigkeit, um die blinden Augen zu öffnen, den Gebundenen aus dem Kerker zu führen, aus dem Hause des Verschlusses, die da sitzen in Finsternissen; Ich, Jehovah, das ist Mein Name, und Meine Ehre will Ich keinem anderen geben, noch Meinen Ruhm den Schnitzbildern" (d.i. den Götzen): hier vom Herrn, daß Er Jehovah ist, und von Ihm alle Weisheit kommt, und nichts derselben vom Menschen. Daß hier vom Herrn gehandelt wird, ist klar. Daß Er selbst hier Jehovah ist, ist gleichfalls deutlich, denn es wird gesagt, Jehovah habe Ihn gerufen in Gerechtigkeit und dann: "Ich, Jehovah, das ist Mein Name, und Meine Ehre will Ich keinem anderen geben"; daß von Ihm alle Weisheit des Lebens kommt, wird dadurch bezeichnet, daß Er die blinden Augen öffnen, den Gebundenen aus dem Kerker führen soll, und aus dem Hause des Verschlusses, die da sitzen in Finsternis. Daß nichts von der Weisheit von dem Menschen kommt, wird bezeichnet durch "Meinen Ruhm will Ich nicht geben den Schnitzbildern". Durch Schnitzbilder wird bezeichnet, was der eigenen Einsicht angehört auch in folgenden Stellen: Jes.21/9: "Es kommt reisige Mannschaft, Reiter auf Rossen, paarweis; und er antwortete und sprach: Gefallen ist Babel alle seine Schnitzbilder hat man zu Boden geschmettert". Jes.30/22: "Dann werdet ihr für unrein erklären den Überzug eurer silbernen Götzenbilder, und die Bekleidung eures goldenen Gußbildes; du wirst sie zerstreuen als etwas Unreines, Kot wird man sie nennen". Jerem.8/19: "Warum reizten sie Mich zum Zorn durch ihre Schnitzbilder, durch die Nichtigkeiten (oder Götzen) der Fremdlinge?". Hos.11/2: "Wenn man ihnen rief, wandten sie sich ab; sie opfern den Baals (Götzen) und räuchern den Schnitzbildern". 5. Mose 27/15: "Verflucht ist der Mann, der ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, einen Greuel vor Jehovah, ein Werk der Hände des Künstlers". 8870. "Noch irgendein Gleichnis", 2. Mose 20/4, bedeutet, ein Bild dessen, was vom Göttlichen stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gleichnisses, insofern es ein Bild bezeichnet; daß es das Bild dessen bedeutet, was vom Herrn stammt, ist deutlich aus dem Vorhergehenden und dem Folgenden. Aus dem Vorhergehenden, weil sie keine anderen Götter haben sollen vor dem Angesichte Gottes Jehovahs, und weil sie sich kein Schnitzbild machen sollten, wodurch Wahrheiten bezeichnet werden, die anderswoher als aus dem Göttlichen (stammt), und doch sich ähnlich (wie die göttlichen) darstellen. Und aus dem, was folgt: "weder dessen, was in den Himmeln, noch dessen, was auf Erden, noch in den Wassern", worunter solches verstanden wird, was überall vom Göttlichen stammt. Was unter dem Bilde dessen, was vom Göttlichen stammt, verstanden wird, soll hier gesagt werden, weil in den nachfolgenden Worten dieses Verses und im Anfang des folgenden davon gehandelt wird: Das Bild dessen, was vom Göttlichen stammt, wird von den Menschen gemacht, wenn sie mit dem Munde Göttliches reden, und auch solche Werke tun, die von dem Göttlichen befohlen sind, und so zu dem Glauben verleiten, als ob sie im Guten und Wahren seien, während sie doch ganz anderes im Herzen denken, und auch nichts als Böses wollen. Solche sind Heuchler, Scheinheilige, Arglistige; diese sind es, die ein Bild dessen machen, was vom Göttlichen stammt. Im anderen Leben machen die bösen Geister ein Bild dessen, was vom Göttlichen stammt, indem sie eine Ähnlichkeit und einen Anschein desselben im Äußeren darstellen, in dem inwendig nichts Göttliches ist. Diese (Kunst) lernen die Heuchler, die Scheinheiligen und Arglistigen im anderen Leben. Im allgemeinen aber alle, die aus häufiger Übung die Gewohnheit angenommen haben, anders zu reden als zu denken, und anders zu handeln als zu wollen. Einige wollen sich dadurch einen guten Namen erwerben, um als gut zu erscheinen und zu täuschen, einige tun es um zu herrschen. Solche Dinge geschehen auch daselbst durch Mißbrauch der Entsprechungen. Es wird ihnen aber allmählich das Äußere genommen, durch das sie solches erheucheln was Sache der Liebtätigkeit und des Glaubens ist; denn dann handeln sie aus ihrer eigenen Natur, die sie in der Welt angenommen haben, und nicht mehr aus irgendwelcher Verstellung und Heuchelei. Wenn diejenigen, die so geartet sind, bemerken, daß ihnen das Äußere genommen werden soll, sagen sie, wenn ihnen das Äußere gelassen würde, könnten sie sich ebenso wie ihre Genossen im anderen Leben benehmen und dem Anschein nach Gutes tun, wie früher in der Welt; es kann jedoch nicht geschehen, weil durch das Äußere, das dem Anschein nach gut ist, sie in irgendeiner Weise mit dem Himmel Gemeinschaft hätten, nämlich mit denen, die dort in den Umkreisen sind und zu den Einfältigen gehören, die im Größten Menschen den Häutchen entsprechen; durch ihr Inneres aber hätten sie Gemeinschaft mit den Höllen. Und weil das Böse, das inwendig ist, herrscht, indem es Sache des Willens ist, und das Gute, das im Äußeren erheuchelt wird, dient, um dem Bösen die Herrschaft zu verschaffen, darum ist es gegen die göttliche Ordnung selbst, ihnen die Freiheit zu lassen, mit Verstellung und Heuchelei so zu handeln wie in der Welt, und deswegen wird ihnen solches genommen, und sie selbst werden auf das eigentlich Böse ihres Willens beschränkt. 8871. "Weder dessen, was im Himmel oben, noch dessen, was auf Erden unten", 2. Mose 20/4, bedeutet dessen, was im geistigen Lichte und was im natürlichen Lichte ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ähnlichkeit dessen, was im Himmel oben ist, insofern es das bezeichnet, was im geistigen Licht erscheint und gesehen wird, d.h. alle Gegenstände, die sich auf das Gute und Wahre beziehen, das Sache des Glaubens, der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und der Liebe zum Herrn ist. Solches vorspiegeln und erheucheln, heißt eine Ähnlichkeit oder Gleichnis dessen machen, was im Himmel oben ist. Und aus der Bedeutung der Ähnlichkeit dessen, was auf Erden unten ist, insofern es das bezeichnet, was im natürlichen Licht erscheint und gesehen wird, d.h. solche Dinge, die sich auf das bürgerliche und moralische Gute und Wahre beziehen. Solches vorspiegeln und erheucheln, heißt eine Ähnlichkeit oder Gleichnis dessen machen, was auf Erden unten ist. Im Buchstabensinn werden solche Dinge verstanden, die am Himmel erscheinen, z.B. die Sonne, der Mond, die Sterne; und solche, die auf Erden erscheinen, wie z.B. die verschiedenen Tierarten, sowohl fliegende, als gehende und kriechende; aber im inneren Sinn werden solche Dinge verstanden, die durch jene bezeichnet werden, und die sich alle auf das Gute und Wahre beziehen, wie oben gesagt wurde. Dieses wird noch weiter bei Mose mit folgenden Worten beschrieben: 5. Mose 4/16-28: "(Hütet euch), daß ihr euch kein Schnitzbild machet, ein Gleichnis irgendeines Bildes, die Gestalt eines Mannes oder eines Weibes, die Gestalt irgendeines Tieres auf Erden, die Gestalt irgendeines geflügelten Vogels der unter dem Himmel fliegt; die Gestalt eines Gewürmes auf dem Erdboden, eines Fisches im Wasser unter der Erde; und daß du deine Augen nicht erhebest zum Himmel, und schauest die Sonne und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, und lassest dich verführen, daß du sie anbetest und ihnen dienst. Hütet euch, daß ihr nicht vergesset den Bund Jehovahs, eures Gottes, den Er mit euch geschlossen hat, und euch ein Schnitzbild irgendeiner Gestalt machet; denn Jehovah, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifriger Gott. Wenn ihr Söhne und Enkel zeuget, und eingewöhnt seid im Lande, und tuet übel und machet euch ein Schnitzbild irgendeiner Gestalt, so rufe ich heute den Himmel und die Erde zu Zeugen gegen euch auf, daß ihr schnell umkommen werdet aus dem Lande; Jehovah wird euch zerstreuen unter die Völker, und daselbst werdet ihr Göttern dienen, dem Werke von Menschenhänden aus Holz und Stein". Daß es ihnen so streng verboten wurde, ein Bildnis irgendeiner Sache in den Himmeln und auf Erden zu machen, geschah besonders deswegen, weil dieses Volk, das von Jakob abstammte, außerordentlich geneigt war, äußere Dinge zu verehren. Der Grund davon war, weil sie nichts wissen wollten vom Inneren der Kirche, was Sache des Glaubens und der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, deshalb würden sie, wenn es ihnen gestattet worden wäre, sich Gleichnisse oder Bilder von den Dingen zu machen, vor ihnen niedergefallen sein und sie als Götter angebetet haben, wie sich dies offenbar zeigt an dem goldenen Kalb, das sie sich inmitten so vieler Wunder machten, und auch an ihrem häufigen Abfall von der Verehrung Gottes zum Götzendienst. Gleichwohl aber wird im inneren Sinn nicht solches verstanden, sondern das, was oben erklärt wurde. 8872. "Noch dessen, was in den Wassern unter der Erde ist", 2. Mose 20/4, bedeutet, was im sinnlich Körperlichen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von der Ähnlichkeit dessen, was in den Wassern unter der Erde ist, insofern es dasjenige bezeichnet, was unterhalb im natürlichen Licht ist. Daß es das bezeichnet, was im sinnlich Körperlichen ist, erhellt aus den aufeinanderfolgenden Stufen des Lichtes, welches das Verstandeslicht im Menschen ist: auf der ersten Stufe ist bei dem Menschen, was im geistigen Lichte ist, und durch die Dinge, die oben im Himmel sind, bezeichnet wird; auf der zweiten Stufe ist das, was im natürlichen Lichte ist, und durch die Dinge unten auf Erden bezeichnet wird; und auf der dritten Stufe ist das, was im sinnlich Körperlichen ist, und durch die Dinge bezeichnet wird, die in den Wassern unter der Erde sind. Was das sinnlich Körperliche ist, und wie beschaffen, sehe man Nr. 5084, 5089, 5094, 5125, 5128, 5580, 5767, 6183, 6201, 6310, 6311, 6312-6316, 6318, 6598, 6612, 6614, 6622, 6624, 6844, 6845, 6948, 6949, 7442, 7693. Auf das sinnlich Körperliche beziehen sich die wißtümlichen Kenntnisse, die zunächst aus einer Erfahrung der äußeren Sinne hervorgehen und auch auf ihre Lustreize. Beides ist gut bei den Guten, weil es zum Guten angewendet wird, aber böse bei den Bösen, weil es zum Bösen angewendet wird. Durch solches (Wißtümliche) täuschen, wie es die Heuchler, die Scheinheiligen und Arglistigen zu tun pflegen, heißt eine Ähnlichkeit oder Gleichnis dessen machen, was in den Wassern unter der Erde ist. 8873. "Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen", 2. Mose 20/5, bedeutet, ihnen gebühre keine göttliche Verehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich beugen oder anbeten, insofern es die Demut bezeichnet, worüber Nr. 2153, 5682, 6266, 7068; und aus der Bedeutung von dienen, insofern es eine Unterwerfung bezeichnet, worüber Nr. 5164. Eine göttliche Verehrung ist gemeint, weil Demut und Unterwerfung das Wesentliche des Gottesdienstes ist, denn ein Gottesdienst ohne sie ist kein Gottesdienst, sondern ein Gebärdenspiel zur Nachahmung derer, die im wahren Gottesdienste sind. In solchen Gebärden ist kein Leben, denn das Leben vom Herrn fließt nur in ein demütiges und gebeugtes Herz ein, weil nur dieses zur Aufnahme geschickt ist. Der Grund davon ist, weil, wenn das Herz wahrhaft demütig ist, keine Selbstliebe und keine Weltliebe hindernd entgegensteht. Beides wird hier gesagt, weil anbeten den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe und dienen den Gottesdienst aus dem Wahren des Glaubens bezeichnet. 8874. "Denn Ich bin Jehovah, dein Gott", 2. Mose 20/5, bedeutet das Göttliche vom Herrn sei in allem und jedem. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8864, 8865 erklärt worden ist. 8875. "Ein eifriger Gott", 2. Mose 20/5, bedeutet, daß daher das Falsche und Böse komme. Dies erhellt daraus, daß ein eifriger Gott im eigentlichen Sinn das göttlich Wahre des göttlich Guten bedeutet, denn Gott wird vom Wahren gesagt: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4287, 4402, 7010, 7268, 8301, und eifrig vom Guten, wie man unten sehen wird. Aber ein eifriger Gott in bezug auf diejenigen, die das göttlich Wahre vom göttlich Guten des Herrn nicht aufnehmen, bedeutet das Falsche und Böse; denn die, welche im Gegensatze stehen, werden das göttlich Wahre als Falsches inne und das göttlich Gute als Böses. Ein jeder nämlich sieht es gemäß seiner Beschaffenheit. Daher kommt es, daß der Eifer des Herrn, der an sich Liebe und Erbarmen ist, ihnen als Zorn erscheint, denn wenn der Herr aus Liebe und Barmherzigkeit die Seinigen im Himmel schützt, werden diejenigen, die im Bösen sind, unwillig und zürnen auf die Guten, und stürzen sich in die Sphäre des göttlich Wahren und göttlich Guten, mit dem Streben, diejenigen, die darinnen sind, zu verderben, und dann wirkt das göttlich Wahre des göttlich Guten auf sie ein und macht, daß sie Qualen fühlen, wie sie in der Hölle sind. Daher kommt es, daß sie dem Göttlichen Grimm und Zorn zuschreiben und auch alles Böse, während doch im Göttlichen durchaus nichts von Zorn oder von Bösem ist, sondern lauter Milde und Barmherzigkeit. Hieraus wird klar, warum der Eifrige das Falsche und Böse, und der Eifer den Zorn bedeutet; man sehe, was hierüber früher gezeigt worden ist, nämlich: Daß Grimm und Zorn dem Herrn zugeschrieben werden, während sie doch in denen sind, die im Bösen stehen, oder im Zorn wider das Göttliche: Nr. 5798, 6997, 8284, 8483. Daß die Übel, die Bestrafungen und Verwüstungen ebenfalls dem Herrn zugeschrieben werden, während doch in dem Herrn nichts als Liebe und Barmherzigkeit ist, sehe man Nr. 2447, 6071, 6559, 6991, 6997, 7533, 7632, 7643, 7679, 7710, 7877, 7926, 8214, 8223, 8226, 8227, 8228, 8282, 8632. Daß die Bösen sich selbst verwüsten, und sich in die Verdammnis und in die Hölle stürzen, dadurch daß sie versuchen, das Gute und das Wahre zu zerstören: Nr. 7643, 7679, 7710, 7926, 7989. Daß der Herr einem jeden seiner Beschaffenheit gemäß erscheint: Nr. 1861 E, 6832, 8197. Daß der Eifer des Herrn Liebe und Barmherzigkeit ist, und daß, wenn der Herr die Guten wider die Bösen beschützt, dies ihnen als Feindseligkeit und auch als Zorn erscheint, erhellt aus folgenden Stellen im Worte: Daß der Eifer des Herrn Liebe und Barmherzigkeit ist: Jes.63/15: "Blicke herab aus den Himmeln und schaue her von der Wohnung Deiner Heiligkeit! Wo ist Dein Eifer und Deine Stärke? Dein herzliches Mitleid und Deine Erbarmungen halten sich zurück gegen mich": Eifer bedeutet hier Barmherzigkeit, die ein herzliches Mitleid ist und vom Guten gesagt wird, denn es wird gesagt, Dein Eifer und Deine Stärke, wo Eifer vom Guten gesagt wird und Stärke vom Wahren, und ebenso herzliches Mitleid vom Guten und Erbarmungen vom Wahren. Desgleichen steht Wohnung der Heiligkeit für den Himmel, wo diejenigen sind, die dem himmlischen Reich angehören, und Wohnungen der Pracht für den Himmel, wo diejenigen sind, die dem geistigen Reich angehören. Hieraus geht auch deutlich hervor, daß im Worte, wo vom Guten die Rede ist, auch vom Wahren gesprochen wird, wegen der himmlischen Ehe des Guten und Wahren in allem einzelnen des Wortes, somit der Herr in Ansehung Seiner beiden Namen Jesus und Christus, welche die göttliche Ehe im Herrn bedeuten, worüber man sehe Nr. 683, 793, 801, 2516, 4138 E, 5183, 5502, 6343, 8339 E, 7945, 8339. Jes.9/5,6: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, die Herrschaft ruhet auf Seiner Schulter, Sein Name heißt Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Friedefürst; der Vermehrung der Herrschaft und des Friedens wird kein Ende sein; der Eifer Jehovahs wird es tun": hier vom Herrn und Seiner Ankunft. Der Eifer Jehovahs wird es tun, bedeutet, daß Er es tue aus dem glühenden Verlangen, das Menschengeschlecht zu beseligen. Jes.37/32: "Aus Jerusalem werden die Übriggebliebenen ausgehen, und die Geretteten vom Berge Zion; der Eifer Jehovahs wird solches tun": der Eifer Jehovahs wird solches tun, bedeutet, aus Liebe und Barmherzigkeit (werde es geschehen). Hes.39/25: "So spricht der Herr Jehovih: Nun werde Ich die Gefangenschaft Jakobs zurückführen, und Mich erbarmen des ganzen Hauses Israel, und Ich will eifern für den Namen Meiner Heiligkeit": eifern bedeutet sich erbarmen. Ps.69/10: "Der Eifer um Dein Haus hat mich verzehrt": hier vom Herrn. Der Eifer um das Haus Jehovahs bedeutet die Liebe zu denjenigen, die das Gute und Wahre aufnehmen, denn sie sind das Haus Jehovahs. Daß der Eifer oder die Barmherzigkeit des Herrn, wenn Er die Guten beschützt, als Feindseligkeit erscheint: Jes.42/13: "Jehovah wird ausziehen wie ein Held, wie ein Kriegsmann erweckt Er Seinen Eifer, Er wird rufen und schreien, und Sich mächtig beweisen gegen Seine Feinde". Joel 2/18: "Jehovah wird eifern für Sein Land, und Sein Volk verschonen". Daß der Eifer des Herrn Zorn und Grimm genannt wird, weil die Barmherzigkeit den Bösen so erscheint: 5. Mose 6/14,15: "Ihr sollt nicht anderen Göttern nachgehen, von den Göttern der Völker rings um euch her, denn ein eifriger Gott ist Jehovah, dein Gott, in deiner Mitte; damit nicht der Zorn Jehovahs, deines Gottes, wider dich entbrenne, und Er dich vertilge vom Erdboden". 5. Mose 32/16,21: "Sie reizten Ihn zum Eifer durch fremde (Götter), brachten Ihn durch Greuel zum Zorn; sie opferten den Dämonen, sie erregten Meinen Eifer durch Nichtgötter, zum Zorn reizten sie Mich durch ihre Eitelkeiten". Hes.5/13: "Dann wird vollendet werden Mein Zorn, und Meinen Grimm werde Ich ruhen lassen auf ihnen, und soll Mich nicht gereuen, auf daß sie erkennen, daß Ich, Jehovah, geredet habe in Meinem Eifer, wenn Ich vollendet habe Meinen Grimm an ihnen". Sach.1/14,15; 8/2: "Es sprach zu mir der Engel Jehovahs, der mit mir redete: Rufe und sprich: So spricht Jehovah Zebaoth: Ich habe geeifert für Jerusalem und für Zion mit großem Eifer; denn mit großer Entrüstung bin Ich entrüstet wider die sicheren Völker". Zeph.3/8: "Ich werde über sie ausgießen Meine Entrüstung, allen Grimm Meines Zorns; denn im Feuer Meines Zorns soll das ganze Land verzehrt werden". 5. Mose 29/20: "Ihm wird Jehovah nicht vergeben wollen, sondern der Zorn Jehovahs und Sein Eifer wird rauchen (erglühen) wider solchen Mann, und aller Fluch wird auf ihm ruhen". Ps.79/5,6: "Wie lange, Jehovah, wirst Du zürnen immerfort, wird brennen wie Feuer Dein Eifer? Schütte aus Deinen Zorn über die Völker, die Dich nicht kennen". Desgleichen wird der Eifer Jehovahs als Zorn aufgefaßt Ps.37/1; Hes.16/42; 23/25; 38/19. Hieraus kann man ersehen, was der Eifer Jehovahs oder der eifrige Gott ist, daß er nämlich im echten Sinn Liebe und Barmherzigkeit bedeutet; aber im nicht echten (uneigentlichen) Sinn, wie er denen erscheint, die im Bösen und Falschen sind, Zorn und Verwüstung. Man muß wissen, daß besonders dann Jehovah, d.h. der Herr, ein Eifernder oder Rächer genannt wird, wenn das verdorben wird, was bei dem Menschen der Kirche allgemein herrschen soll, nämlich das Göttliche, das vor allem geliebt, erwogen und gefürchtet werden muß; wenn dieses verdorben oder zerstört ist, dann tritt anstatt des himmlischen Lichtes lauter Finsternis ein, denn es findet kein weiterer Einfluß des Göttlichen statt, weil keine Aufnahme; daher kommt es, daß gesagt wird: "Ich Jehovah, dein Gott, bin ein eifriger Gott, heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen bis in das dritte und vierte Glied, bei denen, die Mich hassen"; und zwar, wenn sie andere Götter anbeten, oder sich ein Schnitzbild oder Gleichnisse machen würden, denn diese zerstören das Göttliche, das allgemein herrschen muß. Darum wird an einer anderen Stelle bei Mose gesagt: "Hütet euch, daß ihr euch nicht irgendein Bildnis einer Gestalt machet, denn Jehovah Gott ist ein verzehrendes Feuer, ein eifriger Gott": 5. Mose 4/23,24. 2. Mose 34/14: "Du sollst keinen anderen Gott anbeten, denn Jehovah; Sein Name ist Eiferer, ein eifriger Gott ist Er". Bei dem israelitischen Volke war dieses Verehren der Bilder so strenge untersagt, weil die Anbetung anderer Götter, der Schnitzbilder und Götzenbilder, alles Vorbildliche der Kirche bei ihnen zerstörte; denn im Himmel ist Jehovah, d.h. der Herr, das allgemein Herrschende, Sein Göttliches erfüllt alles daselbst und macht das Leben aller. Wenn anderes statt des Göttlichen verehrt würde, dann ginge alles Vorbildliche zugrunde, und dadurch auch die Verbindung mit dem Himmel. 8876. "Heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen", 2. Mose 20/5, bedeutet, daher komme die Erzeugung des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Missetat der Väter heimsuchen", insofern es die Erzeugung des Bösen bezeichnet. Heimsuchen bedeutet aber Erzeugung, weil von dem Zustand derer gehandelt wird, die das Göttliche gänzlich von sich zurückweisen, und daher nicht mehr Aufnahmeorgane des Guten, sondern des Bösen sind, und zwar fortwährend; denn bei solchen wächst das Böse beständig, was eben Erzeugung ist. Daß der Vater das Gute und im entgegengesetzten Sinn das Böse bedeutet, sehe man Nr. 3703, 5902, 6050, 7833, 7834. Ferner aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 1147, 2623, 3373, daher im entgegengesetzten Sinn das Falsche. Im nächsten Sinn wird unter "heimsuchen die Missetat der Väter an den Söhnen" nicht verstanden, daß die Söhne die Strafe für die Missetat ihrer Väter büßen sollen, denn dies wäre gegen das Göttliche: 5. Mose 24/16, sondern daß das Böse bei den Vätern zunehme, und so durch Vererbung auf die Kinder übertragen werde, und daraus allmählich eine Anhäufung des Bösen entstehe: Nr. 2910, 3701, 4317, 8550, 8551. Im geistigen Sinn werden aber unter den Vätern nicht Väter, sondern das Böse verstanden, und unter den Söhnen nicht Söhne, sondern das Falsche, daher wird durch diese Worte die fortwährende Erzeugung des Falschen aus dem Bösen bezeichnet. 8877. "Bis in das dritte und vierte Glied", 2. Mose 20/5, bedeutet in langer Reihe und Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, insofern es das Volle von Anfang bis zu Ende bezeichnet, worüber Nr. 2788, 4495, 7715, somit in langer Reihe; deshalb bezeichnen die Söhne bis in das dritte Glied das Falsche in langer Reihe. Daß die Söhne Falsches bedeuten, sehe man Nr. 8876. Und aus der Bedeutung von vier, insofern es eine Verbindung bezeichnet, ebenso wie zwei, worüber Nr. 1686, 5194, 8423. Daher bedeuten die Söhne im vierten Glied das Falsche, das in langer Reihenfolge verbunden ist. Daß die Söhne bis in das dritte und vierte Glied dies bedeuten, könnte als paradox (widersinnig) oder als etwas dem Sinn des Wortes Fernliegendes erscheinen, aber man muß wissen, daß Zahlen im inneren Sinn nicht Zahlen bedeuten, sondern Sachen, man sehe Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 6175. 8878. "Bei denen, die Mich hassen", 2. Mose 20/5, bedeutet, welche das Göttliche des Herrn gänzlich verwerfen. Dies erhellt aus der Bedeutung von denen, die Gott hassen, insofern sie diejenigen bezeichnen, die im Bösen und daraus im Falschen sind; denn sie sind es, die das Göttliche des Herrn verwerfen. Und wieweit sie im Bösen und daraus im Falschen sind, insoweit verwerfen sie es nicht nur, sondern hassen es auch. Es ist aber das Göttliche des Herrn, das sie verwerfen, weil diejenigen, die im Bösen leben, nicht im himmlischen Lichte sind, sondern im natürlichen Licht, und zuletzt im sinnlichen Lichte, das aus dem Körperlichen stammt. In diesem Licht können solche das Menschliche des Herrn durchaus nicht anders ansehen als wie ein (gemeines) Menschliches, denn sie können nicht begreifen, was das Göttlich-Menschliche sei, weil sie über das Göttliche eine ganz inhaltlose und leere Vorstellung haben. Wenn man ihnen sagt, das Göttliche Selbst sei die göttliche Liebe, und die göttliche Liebe sei das Sein alles Lebens, und der Herr sei von der Empfängnis her diese Liebe gewesen, die somit das innerste Sein Seines Lebens war, also Jehovah, und daß Er nach Seinem Bilde Sein Menschliches verherrlicht, d.h. göttlich gemacht habe, so können es zwar diejenigen, die einigen Scharfsinn haben, einigermaßen begreifen, gleichwohl aber glauben sie es nicht, denn wenn sie aus dem Verstandeslicht, in dem sie sich alsdann befinden, in ihr natürliches und sinnliches Licht herabsinken, geraten sie in lauter Dunkelheit über diese Wahrheit, und daher in Verleugnung derselben. 8879. "Und Barmherzigkeit erweisend an den Tausenden", 2. Mose 20/6, bedeutet, das Gute und das Wahre werde ihnen zuteil in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Barmherzigkeit, insofern sie den Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn bezeichnet, und daher das geistige Leben, das durch die Wiedergeburt verliehen wird, worüber Nr. 6180, 6307; denn vom Herrn wird aus Barmherzigkeit solches gegeben, was zum ewigen Leben und zur ewigen Seligkeit gehört; ferner aus der Bedeutung von 1000, insofern es soviel ist, als sehr viel; und wenn es von der göttlichen Barmherzigkeit gesagt wird, bedeutet es in Ewigkeit, worüber Nr. 2575, 8715. 8880. "Die Mich lieben", 2. Mose 20/6, bedeutet, die das Gute der Liebe aufnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung derer, die Jehovah, d.h. den Herrn lieben, insofern es diejenigen sind, die das Gute der Liebe aufnehmen; denn die den Herrn lieben, lieben nicht aus sich, sondern vom Herrn, indem alles Gute von Ihm einfließt, und diejenigen lieben Ihn, die vom Bösen abstehen, denn das Böse widersteht, und stößt den Einfluß des Guten vom Herrn zurück. Deswegen wird, wenn das Böse entfernt worden, das Gute aufgenommen, das beständig vom Herrn hinzutritt und einzudringen sucht. 8881. "Und Meine Gebote halten", 2. Mose 20/6, bedeutet, die das Wahre des Glaubens aufnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gebote, insofern sie die Glaubenswahrheiten sind, worüber Nr. 3382, 8362. Diese halten ist aber soviel, als sie aufnehmen, weil die Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten genannt werden, um dem Glauben anzugehören und um im Menschen zu leben, auch vom Herrn einfließen müssen. Sie werden zwar vom Menschen gelernt und in das Gedächtnis niedergelegt, solange aber der Mensch sie nicht will, und daher sie nicht tut, sind sie nicht lebendig. Wenn sie aber aus dem Gedächtnis entnommen und durch den Verstand in den Willen, d.h. durch das Denken der Neigung und dadurch der Tat eingepflanzt werden, dann werden sie lebendig und gehören dem Glauben an. Dies geschieht aber vom Herrn, wenn der Mensch vom Bösen absteht, wie Nr. 8880 gesagt wurde. 8882. "Du sollst den Namen Jehovahs, deines Gottes, nicht ins Eitle führen", 2. Mose 20/7, bedeutet die Entweihungen und Lästerungen des Wahren und Guten des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens Gottes, insofern er im Inbegriff alles bezeichnet, wodurch der Herr verehrt wird, also alles Wahre und Gute des Glaubens, worüber Nr. 2724, 3006, 6674; und aus der Bedeutung von "ins Eitle führen", insofern es soviel ist, als entweihen und lästern. Durch "den Namen Gottes ins Eitle führen" wird im eigentlichen Sinn bezeichnet das Wahre in Böses verkehren, d.h. glauben, daß es wahr sei, und dennoch im Bösen leben. Auch bedeutet es, das Gute in Falsches verkehren, d.h. heilig leben, und doch nicht glauben. Beides ist Entweihung: Nr. 4601; denn glauben ist Sache des Verstandes, und leben ist Sache des Willens. Darum ist bei denen, die anders glauben als leben, das Denken und Wollen geteilt; weil aber der Wille beständig in den Verstand einfließt, (denn der Verstand ist die Form des Willens, d.h., der Wille offenbart sich darinnen im Licht,) daher kommt es, daß, wenn der Mensch anders glaubt, als er lebt, das Wahre und das Böse, oder das Gute und das Falsche sich verbinden, also das, was dem Himmel bei dem Menschen angehört mit dem, was der Hölle angehört. Diese Verbindung kann aber nicht anders gelöst und der Mensch nicht geheilt werden, außer durch eine Zertrennung, die das ganze geistige Leben mit hinwegnimmt. Deswegen werden solche in die schrecklichsten Höllen gebracht, wo sie auf schreckliche Weise gequält werden. Das ist es, was unter den Worten des Herrn verstanden wird: Matth.12/31,32: "Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, die Lästerung des Geistes aber wird den Menschen nicht vergeben werden. Wenn jemand etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben werden, wer aber etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird es nicht vergeben werden, weder in dieser, noch in der zukünftigen Welt". Luk.11/24-26: "Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandert er dürre Stätten, und sucht Ruhe, und wenn er sie nicht findet, spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, von wo ich ausgegangen bin, und wenn er kommt, findet er es gefegt und geschmückt; dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die ärger sind als er selbst, und wenn sie hineingegangen sind, wohnen sie daselbst, und dann wird das letzte dieses Menschen schlimmer als das erste": durch diese Worte wird die Entweihung des Wahren vom Herrn beschrieben. Der unreine Geist fährt aus, bedeutet die Anerkennung und den Glauben an das Wahre. Unter dem mit Besen gefegten Haus wird das Leben gegen die Wahrheiten verstanden, siehe Nr. 3142, 5023, unter der Wiederkehr mit sieben anderen der Zustand der Entweihung. Das ist es, was bezeichnet wird durch "den Namen Gottes ins Eitle führen". Daß ein solcher Zustand beim Menschen nicht geheilt, und somit nicht vergeben werden kann, wird auch durch die dort unmittelbar folgenden Worte bezeichnet, nämlich: "Jehovah wird den nicht ungestraft lassen, der Seinen Namen ins Eitle führt"; worunter verstanden wird, daß es nicht vergeben werden könne. Was Entweihung sei, und bei wem sie stattfinde, sehe man übrigens Nr. 593, 1003, 1008, 1010, 1059, 1327, 1328, 2051, 2426, 3398, 3399, 3402, 3489, 6348, 6595, 6960, 6963, 6971, 8394. Durch "den Namen Gottes ins Eitle führen", wird auch die Lästerung bezeichnet, die stattfindet, wenn das, was dem Worte oder der Glaubenslehre angehört, somit was heilig ist, verspottet, und auf unreine irdische Dinge angewendet, und dadurch in Schmutz gezogen wird, worüber Nr. 4050, 5390. Durch das Führen des Namens Gottes ins Eitle wird aber auch in bezug auf das israelitische Volk, welches das Gute und Wahre des Glaubens, das durch den Namen Gottes bezeichnet wird, nicht anerkannte, die Anwendung des Namens Jehovahs, und der Gebote und Satzungen, die ihnen befohlen waren, auf den Götzendienst verstanden; wie sie es z.B. in der Wüste taten bei der Verehrung des goldenen Kalbes, dem sie nicht nur Brandopfer und Schlachtopfer darbrachten, deren geheiligte Überreste sie aßen, sondern dessen Feier sie auch das Fest Jehovahs nannten, worüber gesagt wird: 2. Mose 32/4-6: "Aharon machte aus Gold ein gegossenes Kalb, und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt haben; und als Aharon dieses sah, baute er einen Altar vor ihm, und rief aus und sprach: Ein Fest Jehovahs ist morgen! Da machten sie sich den anderen Tag früh auf, und brachten Brandopfer und opferten Dankopfer". Daß denen, die auf solche Weise den Namen Gottes ins Eitle führten, nicht vergeben werden konnte, (was dadurch bezeichnet wird, daß sie nicht ungestraft gelassen werden sollten,) erhellt aus den Worten, die Jehovah damals über dieselben zu Mose sprach, die also lauten: 2. Mose 32/33,34: "Wer gegen Mich gesündigt hat, den will Ich auslöschen aus Meinem Buche; du aber gehe hin, führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe; aber am Tage Meiner Heimsuchung will Ich an ihnen heimsuchen ihre Sünden". HG 8883 8883. "Denn nicht ungestraft wird Jehovah denjenigen lassen, der Seinen Namen ins Eitle führt", 2. Mose 20/7, bedeutet, daß dies nicht vergeben werden könne. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8882 erklärt worden ist. 8884. Vers 8-11: Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun. Aber der siebente Tag ist ein Sabbath für Jehovah, deinen Gott; da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat Jehovah den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete Jehovah den Sabbath und heiligte ihn. "Gedenke" bedeutet, es sei beständig in deinem Denken; "des Sabbathtages" bedeutet im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen Selbst mit dem Göttlich-Menschlichen des Herrn; im inneren Sinn die Verbindung des Göttlich-Menschlichen mit dem Himmel, somit den Himmel, und dadurch die Ehe des Guten und Wahren in ihm. "daß du ihn heiligest" bedeutet, in keiner Weise soll eine Verletzung stattfinden; "sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun" bedeutet den Kampf, der vorhergeht und auf diese Ehe vorbereitet; "aber der siebente Tag ist ein Sabbath für Jehovah, deinen Gott" bedeutet das eingepflanzte Gute und dadurch die Ehe; "da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist" bedeutet, dann sei der Himmel und die Seligkeit in allem und jedem, das im Inneren und Äußeren des Menschen ist; "denn in sechs Tagen hat Jehovah den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was darinnen ist" bedeutet die Wiedergeburt und Belebung dessen, was im inneren und im äußeren Menschen ist; "und alles was darinnen ist" bedeutet, alles dessen was in diesen ist; "und ruhte am siebenten Tage" bedeutet, dann sei Friede und das Gute der Liebe vorhanden; "darum segnete Jehovah den Sabbath" bedeutet, dann finde die himmlische Ehe statt durch den Herrn; "und heiligte ihn" bedeutet, daß sie durchaus nicht verletzt werden können. 8885. "Gedenke", 2. Mose 20/8, bedeutet, es sei beständig in deinem Denken. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gedenken, wenn es von dem gesagt wird, was durchaus nicht vergessen werden darf, insofern es das bezeichnet, was beständig im Denken ist. Beständig im Denken ist aber das, was allgemein darinnen herrscht; und im Menschen herrscht allgemein das, was beständig in seinen Gedanken ist, auch wenn er über andere Dinge nachdenkt oder in Geschäften ist. Das Denken des Menschen schließt vieles zugleich in sich, denn es ist die Form vieler Dinge, die allmählich eingedrungen sind. Was zur deutlichen Wahrnehmung gelangt, das ist dann in der Mitte und so im Lichte des inneren Gesichtes, und das übrige liegt dann an den Seiten ringsumher. Was in den Umkreisen sich befindet, das ist im Dunkeln und wird nicht offenbar, außer wenn solche Gegenstände entgegentreten, mit denen es in Verbindung steht; was aber noch entfernter liegt und nicht auf gleichem Grunde ruht, sondern sich abwärts wendet, ist das, was der Mensch verwirft und verabscheut. Von solcher Art ist das Böse und Falsche bei den Guten, und das Gute und Wahre bei den Bösen. Im eigentlichen Denken des Menschen ist nur das, was beständig in demselben vorhanden ist, d.h. was allgemein darinnen herrscht, und sein Innerstes bildet. Von diesem aus blickt der Mensch auf das, was nicht beständig in ihm ist, d.h. auf das, was noch nicht allgemein herrscht, als auf etwas außer ihm und auch unter ihm Liegendes, was noch nicht mit ihm verwandt ist, und aus diesem kann er sich dann wählen und sich beigesellen, was mit seinem Innersten übereinstimmt, und wenn es beigesellt und zuletzt verbunden ist, so wird dadurch sein Innerstes, d.h. das allgemein Herrschende verstärkt. Dies geschieht durch neue Wahrheiten bei den Guten, und durch neues Falsches, oder durch die Verkehrte Anwendung der Wahrheiten bei den Bösen. Ferner merke man: Was allgemein herrscht, ist das, was dem Willen selbst eingeprägt ist, denn der Wille selbst ist das Innerste des Menschen, weil er aus seiner Liebe gebildet ist. Alles nämlich, was der Mensch liebt, das will er, und was er über alles liebt, das will er am innigsten. Der Verstand aber dient dazu, um vor den anderen zu offenbaren, was der Mensch will, d.h., was er liebt, und dient auch dazu, um den Willen anderer durch verschieden geformte Vorstellungen zur Zustimmung zu bewegen. Wenn dies geschieht, dann fließt auch wirklich aus dem Willen die Liebe oder die Neigung in die Gedankenvorstellungen ein, und bewegt und belebt sie durch eine gewisse Begeisterung. Diese Verstandesvorstellungen machen bei den Guten eins aus mit den Neigungen ihres Willens; anders aber ist es bei den Bösen, denn bei diesen stimmt das Denken und das Wollen zwar aufs innigste überein, indem ihr Verstand das Böse, das der Wille wünscht, denkt als das Falsche, das mit ihrem Bösen übereinstimmt, allein diese Übereinstimmung stellt sich nicht deutlich vor den Menschen in der Welt dar, weil sie von Kindheit an lernen, anders zu reden, als sie denken, und anders zu handeln als sie wollen. Kurz, sie lernen ihren inneren Menschen von dem äußeren zu trennen und in letzterem einen anderen Willen und auch ein anderes Denken zu bilden, als das, was in dem inneren Menschen ist, und so vermittelst des äußeren Gutes zu heucheln, ganz entgegen ihrem inneren Menschen, der in demselben Augenblick das Böse will und auch denkt, ohne daß man es merkt. Wie aber der innere Wille und das innere Denken beschaffen ist, zeigt sich im anderen Leben wie im hellen Lichte, denn dort wird das Äußere weggenommen und das Innere bloßgelegt. 8886. "Des Sabbathtages", 2. Mose 20/8, bedeutet im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen Selbst mit dem Göttlich-Menschlichen des Herrn; im inneren Sinn die Verbindung des Göttlich-Menschlichen mit dem Himmel, also den Himmel, und somit die Ehe des Guten und Wahren in ihm. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8495 gezeigt worden ist. Weil der Sabbath solches bedeutet, darum war er in der vorbildlichen Kirche das Allerheiligste, und das, woran man beständig denken, d.h. was allgemein herrschen sollte. Daß dieses das Leben des Menschen ausmacht, sehe man Nr. 8853-8858, 8885. Das israelitische Volk dachte zwar weder an die Vereinigung des Göttlichen und des Göttlich-Menschlichen des Herrn, noch an Seine Vereinigung mit dem Himmel, noch an die Verbindung des Guten und Wahren im Himmel, was alles durch den Sabbath bezeichnet wurde, weil es ganz und gar im Äußeren ohne das Innere war, aber es wurde ihm eingeprägt, den Sabbath für das Heiligste zu halten, damit im Himmel jenes Göttliche und Himmlische vorgebildet werden konnte. Wie es sich damit verhalten habe, erhellt aus dem, was über dieses Volk und über das vorbildliche der Kirche bei demselben Nr. 3147, 3479, 3480, 3881 E, 4208, 4281, 4288, 4289, 4293, 4307, 4444, 4580, 4680, 4825, 4844, 4847, 4891, 4912, 6304, 6306, 7048, 7051, 8301 E gezeigt worden ist. 8887. "Daß du ihn heiligest", 2. Mose 20/8, bedeutet, in keiner Weise soll eine Verletzung desselben eintreten. Dies erhellt aus dem, was über den Sabbath befohlen wurde, worüber Nr. 8495 und aus dem, was über die Heiligung des Sabbaths hier folgt, nämlich: "Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun, aber die siebente Tag ist ein Sabbath für Jehovah, deinen Gott, da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist; denn in sechs Tagen hat Jehovah den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage, darum segnete Jehovah den Sabbath und heiligte ihn"; woraus erhellt, daß den Sabbath heiligen bedeutet, ihn in keiner Weise verletzen. Im inneren Sinn aber, daß in keiner Weise verletzt werden dürfe, was durch den Sabbath vorgebildet wurde, nämlich die Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit Seinem menschlichen Wesen; dann die Vereinigung des letzteren mit den Himmeln, und deshalb die Vereinigung des Guten und Wahren in diesen: Nr. 8886; denn wenn diese verletzt werden, dann geht bei dem Menschen das geistige Leben zugrunde, und es entsteht ein bloß natürliches, hernach ein sinnliches Leben; dann aber wird das Falsche anstatt des Wahren und das Böse anstatt es Guten ergriffen, denn diese beiden sind es, die dann allgemein bei ihm herrschen. 8888. "Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun", 2. Mose 20/9, bedeutet den Kampf, der vorhergeht und auf diese Ehe vorbereitet. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs Tagen, insofern sie die Zustände des Kampfes bezeichnen. Daß sechs den Kampf bedeutet, sehe man Nr. 720, 737, 900; und daß die Tage Zustände bedeuten: Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 4850, 5672, 5962, 6110, 8426. Ferner aus der Bedeutung von arbeiten und sein Werk verrichten, insofern es heißt, das tun, was für das Leben notwendig ist, hier für das geistige Leben, d.h. für das Leben im Himmel. Außerdem wird unter dem Kampf, der vorhergeht und für die himmlische Ehe vorbereitet, der geistige Kampf oder die Versuchung verstanden, denn bevor der Mensch in die himmlische Ehe eintritt, d.h., bevor er wiedergeboren ist, steht er in einem Kampf wider das Böse und Falsche in ihm. Dies muß nämlich entfernt werden, ehe das Wahre und Gute, das vom Herrn ist, aufgenommen werden kann. Jenes, nämlich das Böse und Falsche, wird durch die Glaubenswahrheiten entfernt, denn durch sie lernt der Mensch nicht nur was gut ist, sondern wird auch zum Guten hingeführt. Dies ist der erste Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, und wird der Zustand genannt, welcher der himmlischen Ehe vorangeht und auf sie vorbereitet. Wenn aber der Mensch im Guten ist und durch das Gute vom Herrn geführt wird, dann ist er in der himmlischen Ehe, somit im Himmel, denn die himmlische Ehe ist der Himmel. Der erste Zustand wird durch die sechs Tage bezeichnet, die dem siebenten vorangehen, und der spätere Zustand durch den siebenten Tag. Von diesen beiden Zuständen beim Menschen sehe man Nr. 7923, 8505, 8506, 8510, 8512, 8516, 8539, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701, 8722. Weil durch Sabbath die himmlische Ehe bezeichnet wird, die der Himmel ist, deshalb wird das Reich des Herrn in den Himmeln der ewige Sabbath genannt, somit die ewige Ruhe und der ewige Friede, wo also nicht mehr sechs Tage der Arbeit sind. 8889. "Aber der siebente Tag ist ein Sabbath für Jehovah, deinen Gott", 2. Mose 20/10, bedeutet das eingepflanzte Gute und dadurch die Ehe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sabbathes, insofern er die himmlische Ehe bezeichnet, worüber Nr. 8886, somit das Gute, das durch die Wahrheiten eingepflanzt und nachher von ihnen gestaltet wurde. Denn das Gute bei dem Menschen ist nicht eher ein geistig Gutes, als bis es von den Wahrheiten seine Form erhalten hat, und wenn es gestaltet ist, dann findet die himmlische Ehe statt, denn diese ist die Verbindung des Guten und Wahren, und der Himmel selbst bei dem Menschen. Daher kommt es auch, daß der siebente Tag einen heiligen Zustand bedeutet. Daß der Tag einen Zustand bedeutet, sehe man Nr. 8888, und daß sieben das Heilige bezeichnet: Nr. 395, 433, 716, 881, 5265. 8890. "Da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist", 2. Mose 20/10, bedeutet, alsdann sei der Himmel und die Seligkeit in allem und jedem, das im Inneren und Äußeren des Menschen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "kein Werk tun", insofern es die Ruhe und den Frieden bezeichnet, somit den Himmel; denn wenn sich der Mensch im Himmel befindet, ist er frei von aller Sorge, Unruhe und Beängstigung, und wenn er von diesen frei ist, genießt er die Seligkeit. Ferner aus der Bedeutung von "du, dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, und dein Fremdling, der in deinen Toren ist", insofern es alles und jedes bezeichnet, das im Inneren und Äußeren des Menschen ist. Durch "du" wird nämlich der Mensch selbst bezeichnet, durch Sohn sein Verstandesvermögen, durch Tochter sein Willensvermögen, beides im inneren Menschen; durch Knecht wird das Natürliche in Ansehung des Wahren, und durch Magd das Natürliche in Ansehung des Guten bezeichnet, somit beides im äußeren Menschen. Durch Vieh wird die Neigung im allgemeinen, und durch den Fremdling in den Toren das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet, somit alles und jedes einzelne. Der Sohn bedeutet aber das Verstandesvermögen, weil er das Wahre bezeichnet, denn die Wahrheiten bilden das Verstandesgebiet; und die Tochter bedeutet das Willensvermögen, weil sie das Gute bezeichnet, denn das Gute bildet des Willensgebiet. Daß der Sohn das Wahre bedeutet, somit auch das Verstandesgebiet, sehe man Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257; daß die Tochter das Gute bedeutet, somit auch das Willensgebiet: Nr. 489, 490, 491, 2362, 3024; daß der Knecht das Natürliche bedeutet in Ansehung des Wahren: Nr. 3019, 3020, 3409, 5305, 7998; daß die Magd das Natürliche bedeutet in Ansehung des Guten: Nr. 2567, 3835, 3849; daß das Vieh die Neigung im allgemeinen bedeutet: Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 2179, 2180, 3218, 5198, 7523, 7872; und daß der Fremdling denjenigen bezeichnet, der in den Wahrheiten der Kirche unterrichtet wird: Nr. 1463, 4444, 8007, 8013, daher bedeutet der Fremdling in den Toren, das Wißtümliche im allgemeinen, denn das Wißtümliche im allgemeinen ist in den Toren, d.h. am Eingang zu den Wahrheiten der Kirche. HG 8891 8891. "Denn in sechs Tagen hat Jehovah den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles was darinnen ist", 2. Mose 20/11, bedeutet die Wiedergeburt und Belebung dessen, was im inneren und im äußeren Menschen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der sechs Tage, insofern sie die Zustände des Kampfes bezeichnen, worüber Nr. 8888; und wenn es von Jehovah, d.h. von dem Herrn gesagt wird, bezeichnen sie die Arbeit an dem Menschen, bevor er wiedergeboren wird: Nr. 8510. Aus der Bedeutung des Himmels und der Erde, insofern sie die Kirche oder das Reich des Herrn im Menschen bezeichnen, den Himmel im inneren und die Erde im äußeren (Menschen), worüber Nr. 82, 1411, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355 E, 4535; somit bezeichnen sie den wiedergeborenen Menschen, d.h. denjenigen, der das neue Leben erlangt hat und lebendig gemacht ist. Ferner aus der Bedeutung des Meeres, insofern es das Sinnliche bezeichnet, das dem Körperlichen des Menschen anhängt, worüber Nr. 8872. In diesem Vers, 2. Mose 20/11, wird von der Heiligung des siebenten Tages gehandelt oder von der Einsetzung des Sabbaths, und sie wird dadurch beschrieben, daß: "Jehovah in sechs Tagen den Himmel und die Erde gemacht hat, das Meer und alles was darinnen ist und am siebenten Tage ruhte; daher segnete Jehovah den siebenten Tag und heiligte ihn". Diejenigen, die nicht über den Buchstabensinn hinausdenken, können nicht anderes glauben, als daß die Schöpfung, die im ersten und zweiten Kapitel der Genesis beschrieben wird, die Schöpfung des Weltalls sei, und daß es sechs Tage waren, innerhalb welcher der Himmel, die Erde, das Meer und alles was darinnen ist und zuletzt der Mensch nach dem Bilde Gottes erschaffen wurde. Wer aber könnte, wenn er das einzelne erwägt, nicht einsehen, daß hier nicht die Schöpfung des Weltalls gemeint ist, denn es kommen hier solche Dinge vor, von denen man durch den gesunden Menschenverstand (ex sensu comuni) wissen kann, daß sie sich nicht so verhalten können, z.B. daß es Tage gab, ehe Sonne und Mond (geschaffen) waren, daß Licht und Finsternis da war, daß Kräuter und Bäume hervorsprossen, und daß gleichwohl durch jene Leuchten das Licht gegeben und ein Unterschied zwischen Licht und Finsternis gebildet wurde und so die Tage entstanden. Auch in dem Darauffolgenden findet sich ähnliches, was kaum jemand, der einigermaßen innerlich denkt, als möglich anerkennen kann, wie z.B. daß das Weib aus der Rippe des Mannes gebaut wurde, ferner, daß zwei Bäume im Paradies standen, von denen die Früchte des einen zu essen verboten waren, und daß von dem einen herab die Schlange mit der Gattin des Menschen, der doch der Weiseste unter allen Sterblichen war, geredet, und durch diese Rede, die aus dem Munde einer Schlange kam, beide verführt habe; daß ferner das ganze menschliche Geschlecht mit seinen tausendmal Tausenden deshalb zur Hölle verdammt worden sei. Solche und ähnliche Dinge müssen notwendig beim ersten Nachdenken denen paradox (widersinnig) erscheinen, die an der Heiligkeit des Wortes einigermaßen zweifeln, und sie dann zur Leugnung alles Göttlichen in ihm hinführen. Man wisse jedoch, daß alles und jedes in demselben bis auf das kleinste Jota göttlich ist und Geheimnisse in sich schließt, die vor den Engeln im Himmel wie in hellem Tageslicht klar hervortreten. Der Grund ist, weil die Engel den Sinn des Wortes nicht nach dem Buchstaben sehen, sondern nach dem, was darinnen liegt, und dies ist das Geistige und Himmlische, und in diesem das Göttliche. Wenn das erste Kapitel der Genesis gelesen wird, vernehmen sie keine andere Schöpfung, als die neue des Menschen, die Wiedergeburt genannt wird. Diese ist es, die darin beschrieben ist, und zwar durch das Paradies die Weisheit des von neuem geborenen Menschen, durch die beiden Bäume in der Mitte desselben die zwei Vermögen dieses Menschen, nämlich das Wollen des Guten durch den Baum des Lebens und das Verständnis des Wahren durch den Baum der Erkenntnis. Und es wurde verboten, von diesem Baum zu essen, weil der wiedergeborene oder von neuem geschaffene Mensch nicht mehr durch das Verständnis des Wahren, sondern durch das Wollen des Guten geführt werden soll, und im entgegengesetzten Fall sein neues Leben zugrunde geht. Man sehe hierüber Nr. 202, 337, 2454, 2715, 3246, 3652, 4448, 5895 E, 5897 E, 7877, 7923, 7992, 8505, 8506, 5810, 8512, 8516, 8539, 8643, 8648, 8658, 8690, 8701, 8722. Hieraus folgt, daß unter Adam oder dem Menschen und unter Eva seinem Weibe in jenem Kapitel eine neue Kirche zu verstehen ist, und unter dem Essen von dem Baum der Erkenntnis der Fall dieser Kirche von dem Guten zum Wahren, folglich von der Liebe zum Herrn und zum Nächsten zum Glauben ohne dieselbe, und zwar durch die Vernünftelei aus dem eigenen Verstande. Daß solche Vernünftelei durch die Schlange bezeichnet wird, sehe man Nr. 195, 196, 197, 6398, 6399, 6949, 7293. Hieraus erhellt, daß die Geschichte von der Schöpfung, vom ersten Menschen und vom Paradies eine geschichtartige Einkleidung ist, die Himmlisches und Göttliches in sich enthält, und zwar gemäß einer in den alten Kirchen angenommenen Sitte; und diese Sitte drang von diesen aus zu vielen, die außerhalb der Kirche waren, indem sie ebenso Geschichten bildeten, und in dieselben Geheimnisse einkleideten, was man deutlich aus den Schriften der ältesten Zeiten ersehen kann. In den alten Kirchen war nämlich bekannt, was die Dinge, die in der Welt sind, im Himmel bedeuten. Auch legten sie auf geschichtliche Vorgänge keinen so großen Wert, daß sie dieselben beschrieben, sondern sie beschrieben das, was sich auf den Himmel bezog. Dies beschäftigte ihren Geist, weil sie innerlicher dachten, als es heutzutage geschieht, und dadurch mit den Engeln verkehrten. Deshalb machte es ihnen Vergnügen, solche Dinge in Geschichten aneinanderzureihen. Aber bei dem, was in den Kirchen für heilig gelten sollte, wurden sie vom Herrn geleitet, deshalb bildeten sie solche Geschichten, die vollständig in Entsprechung standen. Hieraus kann man erkennen, was im ersten Vers des ersten Kapitels der Genesis unter Himmel und Erde verstanden wird, nämlich die innere und äußere Kirche. Daß diese durch Himmel und Erde bezeichnet werden, erhellt auch aus den Stellen bei den Propheten, wo von einem neuen Himmel und einer neuen Erde die Rede ist. Daß darunter eine neue Kirche verstanden wird, sehe man Nr. 82, 1411, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355 E, 4535. Hieraus wird nun klar, daß durch die Worte: "In sechs Tagen machte Jehovah den Himmel und die Erde und das Meer", die Wiedergeburt bezeichnet wird, und die geistige Belebung dessen, was im inneren und im äußeren Menschen ist. 8892. "Und alles was darinnen ist", 2. Mose 20/11, bedeutet, alles dessen was in denselben ist, nämlich die Belebung. Dies erhellt ohne Erklärung. 8893. "Und ruhte am siebenten Tage", 2. Mose 20/11, bedeutet, daß dann der Friede und das Gute der Liebe (vorhanden sei). Dies erhellt aus der Bedeutung von ruhen, insofern es den Frieden bezeichnet; und aus der Bedeutung des siebenten Tages, insofern er den Zustand der himmlischen Liebe bezeichnet, worüber Nr. 84-87; und daher das Heilige: Nr. 395, 433, 716, 5265, 5268. Die Ruhe am siebenten Tage bedeutet den Frieden und das Gute der Liebe, weil der Mensch, bevor er wiedergeboren oder von neuem erschaffen ist, in Unruhe und Aufregung lebt; denn dann kämpft sein natürliches Leben mit dem geistigen Leben, indem jenes über dieses herrschen will. Deshalb hat alsdann der Herr Arbeit, denn Er kämpft für den Menschen wider die Höllen, die ihn angreifen. Sobald aber das Gute der Liebe eingepflanzt ist, hört der Kampf auf und es wird Ruhe; denn dann wird er in den Himmel eingeführt und vom Herrn nach den dort bestehenden Gesetzen der Ordnung, somit in Frieden geleitet. Dies wird bezeichnet durch die Ruhe Jehovahs am siebenten Tage. 8894. "Darum segnete Jehovah den Sabbath", 2. Mose 20/11, bedeutet, dann finde die himmlische Ehe statt durch den Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es soviel ist, als in die himmlische Ordnung gebracht, und mit dem Guten der Liebe begabt werden, worüber Nr. 3017, 3406, 4981, 8674; und aus der Bedeutung des siebenten Tages, insofern er den Zustand der himmlischen Liebe bezeichnet, worüber Nr. 84-87, somit die himmlische Ehe, denn die himmlische Ehe ist die Verbindung des Guten und Wahren, die der Himmel im Menschen ist. Daß der Sabbath diese Ehe bezeichnet, sehe man Nr. 8495, 8510. 8895. "Und heiligte ihn", 2. Mose 20/11, bedeutet, daß diese (Ehe) durchaus nicht verletzt werden könne. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, wenn von der himmlischen Ehe bei dem wiedergeborenen Menschen gehandelt wird, insofern es ausdrückt, daß sie unverletzlich sei, worüber Nr. 8887, denn das Heilige des Herrn bei den Menschen kann nicht verletzt werden, also auch der Mensch nicht, der das Heilige vom Herrn aufnimmt, d.h., der im Guten der Liebe und daher im Himmel ist. 8896. Vers 12: Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage sich verlängern im Lande, das Jehovah, dein Gott, dir geben wird. "Ehre deinen Vater und deine Mutter" bedeutet die Liebe zum Guten und Wahren; im höchsten Sinn (die Liebe) zum Herrn und zu Seinem Reich; "damit deine Tage sich verlängern im Lande" bedeutet den daraus hervorgehenden Zustand des Lebens im Himmel; "das Jehovah, dein Gott, dir geben wird" bedeutet, wo das Göttliche ist, damit ein Einfluß von demselben stattfinde. 8897. "Ehre deinen Vater und deine Mutter", 2. Mose 20/12, bedeutet die Liebe zum Guten und Wahren; im höchsten Sinn die Liebe zum Herrn und zu Seinem Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung von ehren, insofern es soviel ist, als lieben, denn die Ehre ist im geistigen Sinn Liebe; und zwar deshalb, weil im Himmel einer den anderen liebt, und wenn er ihn liebt, ihn auch ehrt, denn in der Ehre liegt auch die Liebe. Eine Ehre ohne Liebe wird dort verweigert, ja verworfen, weil sie ohne Leben aus dem Guten ist. Ferner aus der Bedeutung des Vaters, insofern er das Gute bezeichnet, worüber Nr. 3703, 5581, 5902, 6050, 7833, 7834; und im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des göttlich Guten: Nr. 15, 1729, 2005, 2803, 3704, 7499, 8328. Der Herr wird im höchsten Sinn durch Vater bezeichnet, weil Er selbst den Menschen ein neues Leben gibt, und durch dieses bewirkt, daß der Mensch Sohn und Erbe Seines Reiches ist. Und aus der Bedeutung der Mutter, insofern sie das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 3703, 5581; und im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, somit Sein Reich; denn das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, macht den Himmel. Das göttlich Wahre des Herrn macht aber den Himmel, weil der Herr in Ansehung des göttlich Guten im anderen Leben die Sonne ist, und in Ansehung des göttlich Wahren das Licht. Dieses göttliche Licht aus dem Herrn als Sonne ist es, das die Engelsgemüter erleuchtet, sie mit Einsicht und Weisheit erfüllt, und macht, daß sie Engel des Lichtes sind. Das göttlich Gute ist im göttlich Wahren wie die Wärme aus der Sonne in dem Licht zur Zeit des Frühlings und des Sommers in der Welt. 8898. "Damit deine Tage sich verlängern im Lande", 2. Mose 20/12, bedeutet den daraus hervorgehenden Zustand des Lebens im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich verlängern, insofern es vom Guten und dessen Vermehrung gesagt wird, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung von "deine Tage", insofern sie Lebenszustände bezeichnen, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672, 5962, 6110, 7680, 8426; und aus der Bedeutung des Landes (hier des Landes Kanaan, weil es zu den Söhnen Israels gesagt wird), das Jehovah, dein Gott, dir geben wird, insofern es das Reich des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 1413, 1437, 1607, 1866, 3038, 3481, 3686, 3705, 4240, 4447. Daß sich verlängern vom Guten und dessen Vermehrung gesagt wird, kommt daher, weil die Verlängerung der Tage die Dauer der Lebenszeit bedeutet, und es im Himmel weder Zeit noch Raum gibt, sondern statt dessen Zustände. Weil nun "sich verlängern" von dem Zustand in Ansehung des Guten gesagt wird, deshalb bedeutet es die Vermehrung desselben. Daß Länge vom Guten und Breite vom Wahren gesagt wird, sehe man Nr. 1613, 4482; und daß im Himmel keine Räume sind, sowie auch keine Zeiten, sondern statt dessen Zustände: Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 3404, 3938, 4321, 4814, 4882, 4901, 4918, 5605, 6110, 7218, 7381. 8899. "Das Jehovah, dein Gott, dir geben wird", 2. Mose 20/12, bedeutet, wo das Göttliche ist, und ein Einfluß desselben. Dies geht daraus hervor, weil es vom Himmel gesagt wird, der hier durch das Land bezeichnet wird: Nr. 8898; deshalb bedeutet "Jehovah Gott" das Göttliche in demselben, und "geben" den Einfluß; denn der Himmel ist im allgemeinen bei allen, und im besonderen bei einem jeden die Aufnahme des Einflusses vom Göttlichen. Daß solches durch das Gebot über die Verehrung der Eltern bezeichnet wird, kann befremdend erscheinen, weil es vom Buchstabensinn abweicht, allein man muß wissen, daß die Gebote des Dekaloges zur Richtschnur dienen, sowohl für diejenigen, die in der Welt sind, als für die, die im Himmel sind. Der Buchstaben- oder äußere Sinn für diejenigen, die in der Welt sind, und der geistige oder innere Sinn für diejenigen die im Himmel sind, und daher beiderlei Sinn, sowohl der äußere als der innere, für diejenigen, die, während sie in der Welt sind, auch im Himmel sind, d.h. für diejenigen, die im Guten des Lebens stehen gemäß den Wahrheiten der Glaubenslehre. Daß die Gebote des Dekaloges auch für diejenigen sind, die sich im Himmel befinden, geht deutlich hervor aus dem inneren Sinn alles dessen, was im Worte ist, und ganz offenbar aus dem Umstand, daß, was Jehovah Gott, d.h. der Herr, selbst redet, nicht nur für die Menschen oder für die Welt ist, sondern auch für die Engel, ja für den ganzen Himmel, denn das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, durchfließt den Himmel und dringt bis zum Menschen hindurch. So auch die Zehn Gebote, die der Herr selbst vom Berge Sinai herab gesprochen hat. Weil sie nicht nur für diejenigen, die in der Welt sind, sondern auch für diejenigen, die im Himmel sind, verkündigt wurden, deshalb konnten sie nicht von beiden Seiten auf gleiche Weise vernommen werden, z.B. das Gebot, daß sie Vater und Mutter ehren sollten, damit ihre Tage verlängert würden in dem Lande, das Jehovah Gott ihnen geben würde, denn im Himmel kommen nicht Eltern und Kinder zusammen wie auf Erden, weil dort der Herr die Stelle des Vaters und Sein Reich die Stelle der Mutter vertritt, auch kann von denen, die im Himmel sind, nicht gesagt werden, daß ihre Tage sich verlängern, weil sie dort in Ewigkeit leben; auch kann da nicht ein Land verstanden werden, wie in diesem Gebote das Land Kanaan, sondern statt dessen das himmlische Kanaan oder der Himmel. Weil unter Vater und Mutter der Herr und Sein Reich verstanden wird, darum ist dieses Gebot das vierte in der Ordnung und übertrifft die nachfolgenden an Heiligkeit. Das Gebot von der Verehrung Jehovahs, d.h. des Herrn, ist das erste und zweite, weil das allerheiligste, darauf folgt das Gebot vom Sabbath, weil durch dasselbe im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen Selbst mit dem Göttlich-Menschlichen im Herrn bezeichnet wird. Nach diesem kommt das Gebot von dem Ehren der Eltern, weil durch dasselbe die Liebe zum Herrn und daher auch die Liebe zum Guten und Wahren, das vom Herrn stammt, bezeichnet wird. Weil solches durch dies Gebot bezeichnet wird, deshalb wird die Verachtung der Eltern unter die Verbrechen gerechnet, die durch Blutvergießen bezeichnet werden: Hes.22/6,7; und darum wurden die ungehorsamen und widerspenstigen Söhne gesteinigt: 5. Mose 21/18-22. 8900. Daß unter dem Vater der Herr verstanden wird und unter der Mutter Sein Reich, ist Nr. 8897 gezeigt worden; damit jedoch das Gemüt nicht etwa in Zweifel gerate, ob wirklich unter Mutter im inneren Sinn das Reich des Herrn oder der Himmel verstanden werde, darf ich dem oben Gesagten noch Folgendes hinzufügen: Im Worte wird unter Mutter die Kirche verstanden: Nr. 289, 4257, 5581, und diese wird auch deshalb bald die Braut, bald das Weib des Herrn genannt; und weil das Reich des Herrn dasselbe ist wie Seine Kirche, nur mit dem Unterschied, daß das Reich des Herrn auf Erden die Kirche heißt, deshalb wird dasselbe auch durch Mutter bezeichnet. Die von dieser Mutter geborenen Söhne sind daher die Wahrheiten und werden Söhne des Reiches genannt: Matth.13/38; Nr. 3373. Das Reich des Herrn ist auch wirklich das Vaterland aller, die demselben angehören, und das Vaterland ist die Mutter im natürlichen Sinn, wie die Kirche im geistigen. 8901. Vers 13: Du sollst nicht töten. Bedeutet, niemanden des geistigen Lebens berauben. Ferner, den Glauben und die Liebtätigkeit nicht auslöschen, wie auch, keinen Haß gegen den Nächsten haben. 8902. "Du sollst nicht töten", 2. Mose 20/13, bedeutet, niemanden des geistigen Lebens berauben; ferner, den Glauben und die Liebtätigkeit nicht auslöschen, wie auch, keinen Haß gegen den Nächsten haben, erhellt aus der Bedeutung von töten, insofern es soviel ist, als des geistigen Lebens berauben. Dies bedeutet aber töten im inneren Sinn, weil in diesem Sinn von dem geistigen Leben oder von dem Leben des Himmels bei dem Menschen gehandelt wird; und weil das geistige Leben oder das Leben des Himmels bei dem Menschen das Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, deshalb wird auch durch nicht töten bezeichnet, bei niemand den Glauben und die Liebtätigkeit auslöschen. Daß "nicht töten" im inneren Sinn auch bedeutet, keinen Haß gegen den Nächsten haben, kommt daher, weil derjenige, der Haß hegt, beständig töten will, und auch mit der Tat töten würde, wenn er nicht durch die Furcht vor Strafe, vor Verlust des Lebens, des Rufes und anderes dergleichen abgehalten würde; denn der Haß stammt aus dem Bösen, als das Gegenteil der Liebtätigkeit, und trachtet nach nichts anderem , als nach dem Morde dessen, gegen den er Haß hegt: in dieser Welt nach dem Morde seines Leibes, in der anderen Welt nach dem Morde seiner Seele. Dies wird verstanden unter den Worten des Herrn: Matth.5/21-26: "Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt wurde: Du sollst nicht töten, wer aber tötet, soll dem Gerichte verfallen sein. Ich aber sage euch: Ein jeder, der seinem Bruder zürnt ohne Ursache, soll dem Gerichte verfallen sein; wer zu seinem Bruder sagt: Raka, soll dem hohen Rat verfallen sein; wer aber sagt: du Narr! der soll der Feuerhölle verfallen sein": unter "seinem Bruder zürnen ohne Ursache" wird verstanden, Haß gegen den Nächsten hegen, und die Grade der Steigerung derselben werden beschrieben durch Raka zu ihm sagen, und ihn einen Narren nennen. Daß Zorn ein Abwenden von der Liebtätigkeit ist, und aus dem Bösen stammt, und somit auch Haß ist, sehe man Nr. 357, 4164, 5034, 5798, 5887, 5888. Daß töten im inneren Sinn bedeutet jemand des geistigen Lebens berauben, daher den Glauben und die Liebtätigkeit auslöschen, erhellt fast aus allen Stellen im Worte, wo das Töten erwähnt oder genannt wird: Jes.13/9-18: "Siehe, der Tag Jehovahs kommt grausam, voll Grimmes und brennenden Zornes, daß er das Land zur Wüste mache und die Sünder aus demselben vertilge; dann werden die Sterne des Himmels und seine Gestirne nicht leuchten in ihrem Lichte, die Sonne wird verdunkelt werden bei ihrem Aufgang und der Mond seinen Schein nicht erglänzen lassen. Ich werde die Bosheit heimsuchen auf dem Erdkreis und an den Gottlosen ihre Missetat, seltener will Ich die Menschen machen als reines Gold, und die Söhne des Menschen als Gold von Ophir. Jeder, den man findet, wird durchbohrt werden, und jeder, der sich versammelt, wird durch das Schwert fallen; ihre Kinder wird man zerschmettern vor ihren Augen; ihre Häuser werden geplündert und ihre Weiber geschändet werden, die Bogen der Feinde werden die Jünglinge niederschmettern, und ihr Auge der Kinder nicht schonen": es wird hier von der letzten Zeit der Kirche gehandelt, wenn kein Glaube und keine Liebtätigkeit mehr sein wird, und diese Zeit ist der Tag Jehovahs, der grausame, voller Grimm und brennenden Zornes. Jeder kann sehen, daß hier etwas anderes zu verstehen ist, als die nackten Worte besagen, was aber darunter zu verstehen ist, kann er nur aus der Bedeutung der Worte im geistigen Sinn erkennen. Daß in diesem Sinn das Land die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 566, 662, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577, 8011, 8732. Das Land zur Wüste machen und die Sünder aus demselben vertilgen, bedeutet daher, daß der Mensch der Kirche alsdann ohne Glauben und ohne Liebtätigkeit sei; daß die Sterne und Gestirne Erkenntnisse des Wahren und Guten bedeuten, sehe man Nr. 2120, 2495, 2849, 4697; und es wird gesagt, daß sie nicht leuchten in ihrem Lichte, wenn sie nicht mehr vom Lichte des Himmels, das durch den Glauben der Liebtätigkeit einfließt, erleuchtet werden; daß die Sonne die Liebe zum Herrn bedeutet, und der Mond den Glauben an Ihn: Nr. 2120, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, 4321, 4696, 5097, 5377 E, 7078, 7083, 7171, 7173, 8644, 8812. Daß die Sonne verdunkelt wird bei ihrem Aufgang, bedeutet daher, daß die Liebe zum Herrn bei dem Menschen nicht mehr bestehen könne; und daß der Mond seinen Schein nicht erglänzen lasse bedeutet, daß auch keine Liebtätigkeit und kein Glaube bestehe, und somit der Mensch nicht mehr wiedergeboren werden könne. Die Menschen seltener machen als reines Gold, und die Söhne des Menschen als Gold von Ophir, bedeutet, daß man das Gute und das Wahre nicht mehr sehe, denn der Mensch bedeutet das Gute der Kirche: Nr. 4287, 8547, und der Sohn des Menschen das Wahre aus dem Guten; im höchsten Sinn das aus dem Herrn hervorgehende göttlich Wahre: Nr. 1729, 1733, 2813, 5104. Ein jeder, den man findet, wird durchgebohrt werden bedeutet, daß alle durch das Böse des Falschen zugrunde gehen werden, und jeder, der sich versammelt, wird durch das Schwert fallen bedeutet, daß sie durch das Falsche zugrunde gehen. Daß durchbohrt werden bedeutet, zugrunde gehen durch das Böse des Falschen: Nr. 4503; und durch das Schwert fallen, zugrunde gehen durch das Falsche: Nr. 2799; 4499, 7102, 8294. Die Kinder werden zerschmettert bedeutet, daß man die Unschuld gänzlich austilgen werde, denn Kinder bedeuten Unschuld: Nr. 430, 2126, 3183, 3494, 5608. Die Frauen werden geschändet werden bedeutet, das Gute des Wahren werde verkehrt werden von dem Bösen des Falschen, denn die Frauen bedeuten das Gute des Wahren: Nr. 2517, 4510, 4823, 7022; und schänden heißt verkehren: Nr. 2466, 4865. Die Bogen werden die Jünglinge niederstrecken bedeutet, die Wahrheiten des Guten würden durch die Lehre des Falschen aus dem Bösen zugrunde gehen; denn der Bogen bedeutet die Lehre des Wahren, und im entgegengesetzten Sinn die Lehre des Falschen: Nr. 2686, 6422, 8800; die Jünglinge bezeichnen die begründeten Wahrheiten: Nr. 2668. Und der Söhne wird ihr Auge nicht schonen bedeutet, daß auch der, welcher die Wahrheiten versteht, sie dennoch auslöschen werde, denn die Söhne bedeuten Wahrheiten: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2803, 2813, 3373, 4257, 5542, und das Auge das Verständnis des Wahren: Nr. 2701, 4403-4421, 4523-4534. Hieraus geht nun deutlich hervor, was unter dieser Weissagung verstanden wird, nämlich daß, wenn die Kirche zu ihrem Ende gelangt ist, alles Wahre und alles Gute zugrunde gehen werde. Dies erhellt auch daraus, daß durchbohrt, zerschmettert, überhaupt getötet werden, das Erlöschen des Glaubens und der Liebtätigkeit bedeutet. Jerem.12/3,4: "Reiße sie hinweg wie Schafe zum Schlachten und weihe sie zum Tage des Würgens. Wie lange soll das Land trauern und das Gras des ganzen Feldes verwelken? Wegen der Bosheit seiner Bewohner sollen vertilgt werden die Tiere und die Vögel": der Tag des Würgens für die Zeit der verwüsteten Kirche, d.h. ihre letzte Zeit, wenn kein Glaube mehr ist, weil keine Liebtätigkeit vorhanden ist. Das Land wird trauern, bedeutet die Kirche. Das Gras des ganzen Feldes wird verwelken bedeutet, alles Wahre der Kirche werde zugrunde gehen. Vertilgt werden die Tiere und die Vögel, bedeutet die Vertilgung des Guten und Wahren. Daß das Land die Kirche bezeichnet, sehe man gleich oben; daß das Gras des Feldes das Wahre der Kirche bedeutet: Nr. 7571; daß das Feld die Kirche ist: Nr. 2971, 3310, 3766, daß die Tiere das Gute und die Neigungen des Guten bezeichnen: Nr. 5149, 7441. Hieraus kann man erkennen, was der innere Sinn dieser Worte ist, wie auch, daß Geistiges und Heiliges der Kirche und des Himmels in dem einzelnen liegt; und daß man ohne den inneren Sinn durchaus nicht verstehen würde, was der Tag des Würgens ist, und was es heißt, daß das Land trauern und das Gras des ganzen Feldes verwelken werde, und daß alsdann die Tiere und Vögel vertilgt werden sollen. Sach.11/4: "So spricht Jehovah, dein Gott: Weide die Schafe des Würgens, die ihre Besitzer würgen, ohne sich schuldig zu fühlen": Schafe des Würgens steht für diejenigen, die im einfältig Guten stehen, und bei denen die Glaubenswahrheiten nicht durch ihre Schuld ausgerottet werden, sondern durch die Schuld derer, die lehren. Jes.27/6,7; 26/21: "In den kommenden Tagen wird Jakob Wurzel schlagen, sprossen und blühen wird Israel, so daß der Erdkreis mit Früchten erfüllt wird; schlug er wohl (Israel), wie er seine Dränger schlug, oder ward es erwürget, wie die Getöteten jener gewürgt wurden? Siehe, Jehovah geht hervor aus Seinem Wohnsitze, um heimzusuchen die Missetat der Erde, alsdann wird die Erde ihr Blut enthüllen, und nicht mehr verheimlichen ihre Erschlagenen": auch hier wird im inneren Sinn von der letzten Zeit der Kirche gehandelt, wenn eine neue Kirche errichtet werden soll, während die alte zugrunde geht. Jakob steht für diejenigen, die in der äußeren Kirche sind; Israel für diejenigen, die in der inneren. Der Erdkreis für die Kirche im allgemeinen, die Erde für die alte Kirche. Die Erschlagenen für diejenigen, bei denen kein Glaube ist, weil keine Liebtätigkeit. Jes.14/19,20: "Du bist herausgeworfen aus deinem Grabe wie ein verabscheuter Zweig, wie ein Kleid der Erwürgten, der mit dem Schwert Durchbohrten; du wirst nicht mit ihnen vereint werden im Grabe, denn du hast dein Land zugrunde gerichtet, dein Volk hast du getötet": die Erwürgten sind diejenigen, die des geistigen Lebens beraubt wurden; du hast dein Volk getötet bedeutet, daß er das Wahre und Gute des Glaubens zerstört habe. Es ist hier die Rede von Babel, durch das die Entweihung des Guten bezeichnet wird: Nr. 1182, 1283, 1295, 1306, 1307, 1308, 1321, 1322, 1326; wie auch die Verwüstung desselben: Nr. 1327 E. Jerem.4/31; 5/1: "Ich habe die Stimme der Tochter Zions gehört, sie seufzt mit ausgebreiteten Händen: Wehe mir, denn meine Seele ist ermattet von den Würgern; laufet durch die Straßen Jerusalems, und sehet doch und erkennet, und forschet auf ihren Wegen, ob ihr einen Mann findet, ob einer Gerechtigkeit übt und nach Wahrheit fragt": die Tochter Zions bedeutet die himmlische Kirche; die Würger sind diejenigen, die das Gute und Wahre zerstören; ein Mann, der Gerechtigkeit übt, bedeutet diejenigen, die im Wahren sind aus dem Guten. Hes.13/19: "Ihr habt Mich entweiht (entheiligt) bei Meinem Volke für eine handvoll Gerste und für einige Stücke Brot, um die Seelen zu töten, die nicht sterben sollen, und um die Seelen zu beleben, die nicht leben sollen": die Seelen töten, bedeutet hier offenbar, des geistigen Lebens berauben. Weil töten auch dieses bedeutete, deshalb kamen auf dem Berge Ebal Verwünschungen vor gegen den, der seinen Gefährten im Verborgenen tötet, und Geschenke nimmt, um zu töten die Seele des unschuldigen Blutes: 5. Mose 27/24,25. Matth.24/9: "Bei der Vollendung des Zeitlaufes werden sie euch überantworten in Trübsal und euch töten, und ihr werdet gehasset werden von allen Völkern um Meines Namens willen". Joh.16/2,3: "Jesus sprach zu Seinen Jüngern: Es kommt die Stunde, daß, wer euch tötet meinen wird, er leiste Gott einen heiligen Dienst; und das werden sie tun, weil sie weder Meinen Vater, noch Mich erkennen": hier wird auch durch töten bezeichnet, des geistigen Lebens berauben, d.h. des Glaubens und der Liebe, denn durch Jünger wird alles bezeichnet, was zum Wahren und Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit gehört: Nr. 3488, 3858 E, 6397. Daß nicht die Jünger, zu denen der Herr hier redete, verstanden werden, ergibt sich deutlich daraus, daß hier von der Vollendung des Zeitlaufs geredet wird, wo der Herr wiederkommen sollte in den Wolken des Himmels, worüber die Jünger Ihn befragten, und durch den die letzte Zeit der Kirche verstanden wird, zu der die Jünger nicht mehr leben konnten; man sehe Nr. 3488. Mark.13/12: "Es wird ein Bruder den andern zum Tode überantworten, und der Vater seine Kinder; die Kinder werden sich empören wider die Eltern, und sie töten": hier wird auch von den letzten Zeiten gehandelt, wo gleichfalls durch töten bezeichnet wird, des Wahren und des Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit, somit des geistigen Lebens berauben. Luk.11/49,51: "Ich will Propheten und Apostel zu ihnen schicken, aber von denselben werden sie etliche töten und verfolgen; vom Blut Habels bis zum Blute Sacharias, des Propheten, wird von diesem Geschlechte das Blut der Propheten gefordert werden": Propheten und Apostel im geistigen Sinn bedeuten das Wahre und Gute der Kirche; töten bedeutet dasselbe austilgen. Das Blut Habels bedeutet die Vertilgung der Liebtätigkeit. Daß die Propheten die Wahrheiten der Lehre aus dem Worte bedeuten, sehe man Nr. 2534, 7269; daß das Blut Habels die Austilgung der Liebtätigkeit bezeichnet: Nr. 374. Joh.Offenb.18/24: "Das Blut der Propheten und der Heiligen ist in Babel gefunden worden, und derer, die erwürgt wurden auf Erden": auch hier bedeutet das Blut der Heiligen und Propheten die Ausrottung des Guten und Wahren des Glaubens und der Liebtätigkeit. Die Erwürgten sind diejenigen, die in Ansehung des geistigen Lebens zugrunde gingen. Daß das Blut die an der Liebtätigkeit verübte Gewalttat bezeichnet, sowie auch alles Böse im allgemeinen, sehe man Nr. 374, 1005; wie auch die Entweihung des Wahren im besonderen: Nr. 4735, 6978, 7317, 7326. Weil durch den Getöteten oder Erschlagenen die Vernichtung des Guten und Wahren bezeichnet wird, und in der jüdischen Kirche alle Einrichtungen geistige und himmlische Vorbildungen dessen waren, was im Reich des Herrn ist, und im höchsten Sinn Vorbilder des Göttlichen im Herrn, deshalb wurde, für den Fall, daß ein Erschlagener auf dem Felde liegend gefunden wurde, folgendes Sühneverfahren dem Volke befohlen: 5. Mose 21/1-8: sie sollten nämlich messen gegen die Stätte hin, vom Erschlagenen aus, der auf dem Felde lag, und die Ältesten der nächsten Stadt sollten eine junge Kuh (Kalbin) nehmen, die noch keine Arbeit getan und noch kein Joch getragen hatte, und sie an einen schnell strömenden Fluß bringen, und die Priester, die Söhne Levis, sollten ihr daselbst den Hals abhauen, alsdann sollten die Ältesten der Stadt ihre Hände waschen über der jungen Kuh und sprechen: "Unsere Hände haben dies Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben es nicht gesehen", und dadurch werde das Blut gesühnt. Wer könnte jemals wissen, warum ein solches Verfahren wegen eines auf einem Felde liegenden Erschlagenen angeordnet worden sei, wenn er nicht aus dem inneren Sinn wüßte, was ein auf dem Felde liegender Durchbohrter (Erschlagener), was die nächste Stadt, die junge Kuh, der strömende Fluß, das Waschen der Hände und das übrige dort Vorkommende bedeutet? Der Erschlagene auf dem Felde bedeutet das vernichtete Wahre und Gute: Nr. 4503, das Feld die Kirche: Nr. 2971, 3310, 3766; die Stadt die Lehre des Wahren: Nr. 402, 2449, 2943, 3216, 4492, 4493; die Ältesten der Stadt die mit dem Guten übereinstimmenden Wahrheiten: Nr. 6524, 6525, 8578, 8585; die junge Kuh, die noch kein Joch getragen, das noch nicht befestigte Wahre (was eine junge Kuh bedeutet, sehe man Nr. 1824, 1825); das Waschen der Hände über der jungen Kuh an dem schnell strömenden Flusse, die Reinigung von dem Bösen, weil es verübt wurde aus ungemäßigtem Eifer eines Menschen, der nicht wußte, was das Wahre ist. Hieraus, wie aus dem übrigen, kann man erkennen, welche und wie viele Geheimnisse im einzelnen des Wortes enthalten sind, die nicht einmal als Geheimnisse erscheinen würden, wenn man glaubte, daß der Buchstabensinn das Ganze des Wortes sei, und daß somit nichts Heiligeres und Himmlischeres inwendig in demselben verborgen liege, während doch der Buchstabensinn für den Menschen in der Welt, d.h. für den natürlichen Menschen, der innere Sinn aber für den Menschen im Himmel, d.h. für den geistigen Menschen ist. Hieraus erhellt, was das Gebot "du sollst nicht töten" in sich schließt, nämlich daß man keinen Menschen töten dürfe, weder in betreff seines Körpers, noch in betreff seiner Seele; daß also der Mensch nicht nur des Lebens in der Welt, sondern auch besonders des Lebens im Himmel nicht beraubt werden dürfe. Wenn dieses Gebot nicht auch zugleich obiges in sich schlösse, so wäre es nicht von Jehovah selbst, d.h. vom Herrn, mit lauter Stimme auf dem Berge Sinai mit so großen Wundern verkündigt worden; denn alle Völker und Nationen wissen ohne unmittelbare Offenbarung, und ihre Gesetze sprechen es auch bestimmt aus, daß man keinen Menschen töten dürfe, wie auch, daß man die Ehe nicht brechen, nicht stehlen, kein falsches Zeugnis reden dürfe. Es ist auch nicht glaublich, daß das israelitische Volk so albern gewesen sei, daß es allein nicht gewußt hätte, was alle auf dem ganzen Erdkreis wußten. Aber das geoffenbarte Wort birgt, weil es von dem Göttlichen Selbst ausgeht, Höheres und Allgemeineres in seinem Schoße, nämlich solches, was dem Himmel angehört, somit das, was nicht nur das Leben des Leibes, sondern auch das Leben der Seele oder das ewige Leben betrifft. Dadurch unterscheidet sich das Wort und ist so hoch erhaben über alle anderen Schriften. 8903. Vers 13: Du sollst nicht ehebrechen . Bedeutet, man dürfe das, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, nicht verkehren, somit das Wort nicht anwenden zur Bestätigung des Bösen und Falschen, und auch die Gesetzte der Ordnung nicht verkehren. 8904. Daß dies Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen", 2. Mose 20/13, dieses in sich schließe, erhellt aus der Bedeutung von ehebrechen, buhlen und Unzucht treiben, insofern es im geistigen oder inneren Sinn soviel ist, als das Gute verkehren und die Wahrheiten verfälschen, die zur Lehre vom Glauben und der Liebtätigkeit gehören; und weil dies durch ehebrechen bezeichnet wird, so bedeutet es auch das Wort zur Bestätigung (oder Begründung) des Bösen und Falschen anwenden; denn das Wort ist seinem innersten Wesen nach die Lehre des Glaubens und der Liebtätigkeit, und die Verkehrung des Wahren und Guten in ihm ist eine Anwendung desselben auf das Falsche und Böse. Daß dieses durch ehebrechen und buhlen im geistigen Sinn bezeichnet wird, weiß kaum jemand heutzutage, und dies darum, weil heutzutage nur von wenigen innerhalb der Kirche erkannt wird, was das Geistige ist und in welcher Weise es sich vom Natürlichen unterscheidet, und weil fast niemand weiß, daß eine Entsprechung zwischen beiden stattfindet, und zwar eine solche, daß das Bild des einen in dem anderen sich darstellt, d.h. das Geistige im Natürlichen vorgebildet wird; und daß folglich das Geistige gleichsam die Seele ist, und das Natürliche gleichsam der Leib desselben und so durch Einfließen und Verbindung beide ein Ganzes bilden, wie im wiedergeborenen Menschen der innere Mensch, der auch der geistige genannt wird, und der äußere, der auch der natürliche heißt. Weil man nun über solche Dinge heutzutage in Unwissenheit ist, deshalb kann man auch nicht wissen, was ehebrechen noch weiter bedeutet, als sich in Ansehung des Fleisches auf unrechtmäßige Weise verbinden. Weil man hierüber heutzutage in Unwissenheit ist, so darf ich die Ursache nachweisen, warum ehebrechen im geistigen Sinn die Verkehrung dessen bedeutet, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, somit die Verkehrung des Guten und die Verfälschung des Wahren. Der Grund davon, der heutzutage verborgen ist, liegt darin, daß die eheliche Liebe aus der Ehe des Guten und Wahren stammt, welche die himmlische Ehe genannt wird. Die Liebe, die vom Herrn einfließt, und die zwischen dem Guten und Wahren im Himmel stattfindet, verwandelt sich in die eheliche Liebe auf Erden und zwar durch Entsprechung. Daher kommt es, daß die Verfälschung des Wahren Hurerei und die Verkehrung des Guten Ehebruch im inneren Sinn ist; und daher kommt es auch, daß wer nicht im Guten und Wahren des Glaubens ist, auch nicht in echter ehelicher Liebe sein kann. Dann auch, daß die, welche in Ehebrüchen den Lustreiz ihres Lebens finden, nichts mehr vom Glauben aufnehmen können. Ich habe von den Engeln sagen hören, daß, sobald jemand einen Ehebruch auf Erden begeht, und seine Lust daran findet, ihm der Himmel verschlossen wird, d.h., daß derselbe sich weigert, noch irgend etwas von Glauben und der Liebtätigkeit aufzunehmen. Heutzutage werden aber in den Reichen, wo die Kirche ist, von den meisten die Ehebrüche für nichts geachtet, weil die Kirche an ihrem Ende steht, und daher kein Glaube mehr ist, weil keine Liebtätigkeit; denn das eine entspricht dem anderen. Wo kein Glaube ist, da vertritt das Falsche die Stelle des Wahren, und das Böse die Stelle des Guten, und daher kommt es, daß die Ehebrüche nicht mehr als Verbrechen angesehen werden; denn wenn der Himmel beim Menschen verschlossen ist, fließt solches von der Hölle ein. Man sehe, was hierüber schon früher gesagt und gezeigt worden ist: Nr. 2727-2759, 4434, 4835, 4837. Daß buhlen und ehebrechen im inneren oder geistigen Sinn bedeutet, das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit verfälschen und verkehren, wie auch das Falsche und Böse durch verkehrte Anwendungen aus dem Worte begründen, kann man aus den einzelnen Stellen im Worte erkennen, wo ehebrechen, buhlen und huren genannt werden, wie aus folgenden Stellen erhellen wird: Hes.Kap.16: "Menschensohn, tue Jerusalem seine Greuel kund (und sprich): du triebst Hurerei um deines Namens willen, und verschwendetest deine Hurereien an einen jeglichen, der vorüberzog; du nahmst von deinen Kleidern, und machtest dir bunte Höhen, und hurtest auf ihnen; du nahmst die Gefäße deines Schmuckes, die von Meinem Golde und aus Meinem Silber waren, das Ich dir gegeben, und machtest dir männliche Gebilde daraus, und du triebst Hurerei mit ihnen. Du nahmst deine Söhne und deine Töchter, die du Mir geboren hattest und opfertest sie; war etwa noch zu wenig deiner Hurereien? Du hurtest mit den Söhnen Ägyptens, deinen Nachbarn, die groß waren, dem Fleische nach, und vermehrtest deine Hurerei, um Mich zu reizen; und du hurtest mit den Söhnen Aschurs (Assyriens), weil du nicht satt wurdest, auch mit diesen hurtest du und wurdest doch nicht gesättigt; und du machtest viel deine Hurerei, bis zu dem Kaufmannslande Chaldäa, und wurdest doch dadurch nicht satt. Ein ehebrecherisches Weib nimmt Fremde anstatt ihres Mannes, und allen Huren gibt man Lohn; du aber gibst Belohnungen allen deinen Buhlen, und beschenkst sie, damit sie zu dir kommen ringsumher zu deinen Hurereien; darum, du Hure, höre das Wort Jehovahs: Ich will dich richten nach dem Rechte der Ehebrecherinnen und derer, die Blut vergießen": Wer könnte nicht sehen, daß unter Hurerei hier die Verfälschungen des Wahren und die Verkehrungen des Guten bezeichnet werden; und wer kann hier ein einziges Wort verstehen, wenn er nicht weiß, daß Hurerei solches bedeutet, wie auch wenn er nicht weiß, was die Söhne Ägyptens, die Söhne Aschurs und Chaldäa bedeuten, mit denen, wie hier gesagt wird, Jerusalem Hurerei getrieben hat. Daß es nicht mit diesen Völkern selbst Unzucht trieb, ist offenbar. Es muß daher gesagt werden, was diese Dinge im inneren Sinn bedeuten: Unter Jerusalem wird hier die verdorbene Kirche verstanden. Die Kleider bezeichnen die Wahrheiten, die verkehrt werden; daher bedeuten die bunten Höhen das Falsche, das anerkannt wird, die Söhne Ägyptens das Wißtümliche, die Söhne Aschurs die Vernünfteleien, Chaldäa die Entweihung des Wahren. Daß die Kleider Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 1073, 2576, 4545, 4763, 5248, 5319, 5954, 6914, 6918; daß die Höhen den Gottesdienst bedeuten, und hier bunte Höhen den Gottesdienst im Falschen: Nr. 796. Die Gefäße des Schmuckes aus Gold und Silber sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren; daß Gefäße Erkenntnisse bedeuten, sehe man Nr. 3068, 3079; daß Gold das Gute bezeichnet: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917; Silber das Wahre des Guten: Nr. 1551, 2048, 2954, 5658. Männliche Gebilde bedeuten die Scheinbarkeiten und Ähnlichkeiten des Wahren: Nr. 2046. Die Söhne und Töchter, die sie geboren hatten, sind das Wahre und Gute, das sie verkehrten. Daß Söhne Wahrheiten bedeuten: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373; die Töchter das Gute: Nr. 489, 2362, 3024; die Söhne Ägyptens das Wißtümliche, durch welche die Verkehrung bewirkt wird: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 2588 E, 4749, 4964, 4967, 5700, 5702, 6004, 6015, 6125, 6651, 6679, 6683, 6692, 6750, 7296, 7779, 7926. Daß Aschur die Vernünftelei bezeichnet, durch die mittelst der wißtümlichen Kenntnisse die Wahrheiten des Glaubens verdreht, und das Gute desselben verkehrt wird: Nr. 119, 1186. Die Hurerei vermehren bis zum Lande Chaldäa bedeutet, (die Verfälschung) bis zur Entweihung des Wahren treiben; Chaldäa bedeutet die Entweihung des Wahren: Nr. 1368. Hieraus wird klar, warum jenes Weib eine Ehebrecherin und Hure genannt wird. Ebenso wird auch von Babylon Joh.Offenb.17/1,2,5; 14/8; 18/3, gesagt: "Es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir das Gericht der großen Hure zeigen, die auf vielen Wassern sitzt, und mit der gehurt haben die Könige der Erde, und von dem Weine ihrer Hurerei sind trunken worden die Bewohner der Erde; die große Babylon, sie war die Mutter der Hurereien und der Greuel der Erde": daß Babylon diejenigen bezeichnet, die das Wahre und Gute der Kirche um ihrer Herrschaft und ihres Vorteils willen verdrehen und zwar bis zur Entweihung, erhellt aus der Bedeutung Babels: Nr. 1182, 1283, 1295, 1304, 1306, 1307, 1308, 1321, 1322, 1326, 1327 E; deshalb wird auch Babel Hure und Mutter der Hurereien genannt. Diejenigen, die vom inneren Sinn nichts wissen, werden glauben, daß die Könige der Erde, die mit ihr gehurt haben, Könige oder Reiche auf Erden bedeuten; sie bedeuten jedoch weder Könige noch Reiche, sondern die Glaubenswahrheiten der Kirche, mit denen huren soviel ist, als sie verfälschen. Daß die Könige die Wahrheiten des Glaubens bezeichnen, sehe man Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 6148; und daß die Erde die Kirche bedeutet: Nr. 566, 662, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577, 8011, 8732. Die Bewohner der Erde sind trunken worden von dem Weine ihrer Hurerei bedeutet, daß die Angehörigen der Kirche in Irrtümer und Unsinn (deliria) verfallen sind durch falsche Vernünfteleien und durch verkehrte Deutungen des Wortes, denn trunken werden heißt, durch falsche Vernunftschlüsse und verkehrte Auslegungen des Wortes geleitet werden: Nr. 1072. Der Wein bedeutet das Falsche aus dem Bösen: Nr. 6377; der Wein der Hurerei ist daher das Falsche, das aus der Verfälschung des Wahren hervorgeht. Daß die Erde die Kirche bezeichnet, ist oben gezeigt worden. Sitzen auf vielen Wassern, wird gesagt, weil (es bedeutet) über vielem Falschen, denn Wasser bedeuten im echten Sinn das Wahre, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 729, 790, 8137, 8138, 8568. Daß ehebrechen und huren soviel ist, als das Gute und Wahre der Kirche verkehren, erhellt offenbar auch aus einer andern Stelle: Hes.Kap.23: "Es waren zwei Weiber, Töchter einer Mutter, die Hurerei trieben in Ägypten, in ihrer Jugend hurten sie. Ohola ist Samaria, und Oholiba Jerusalem. Ohola hurte hinter mir, und entbrannte gegen ihre Buhlen, die Assyrer, die sich nahten, gekleidet in blauen Purpur, Landpfleger und Statthalter, sie alle Jünglinge, lieblich anzusehen, Reisige auf Rossen reitend; und sie gab sich ihnen hin zur Hurerei, den Auserwählten unter allen Söhnen Assyriens; dennoch ließ sie nicht ab von ihren Hurereien mit Ägypten, denn bei ihnen hatte sie gelegen in ihrer Jugend. Oholiba trieb ihre Buhlerei noch ärger, als jene, und ihre Hurereien ärger als die Hurereien ihrer Schwester, sie verliebte sich in die Söhne Aschurs; sie vermehrte noch ihre Hurereien, und als sie Männer sah, die auf die Wand gemalt waren, Bilder der Chaldäer, gemalt mit roter Farbe, da entbrannte sie gegen dieselben bei dem Erblicken ihrer Augen; es kamen auch zu ihr die Söhne Babels zum Beilager der Liebe; sie verunreinigten sie durch ihre Hurerei; aber sie vermehrte ihre Hurereien, indem sie gedachte der Tage ihrer Jugend, da sie gehurt hatte im Lande Ägypten; sie entbrannte gegen ihre Buhlen": auch hier kann jedermann sehen, daß unter den Hurereien geistige Hurereien zu verstehen sind, d.h. die Verkehrungen des Guten und die Verfälschungen des Wahren der Kirche, wie auch, daß der Inhalt (dieser Stelle) im inneren Sinn nicht deutlich hervortritt, wenn man nicht weiß, was durch die Söhne Ägyptens, durch die Assyrer oder die Söhne Aschurs, durch Chaldäa und Babylon bezeichnet wird; denn daß nicht jene Völkerschaften selbst gemeint sind, sondern solches, was dem Falschen angehört, ist klar; denn die Bewohner von Samaria und Jerusalem haben mit ihnen nicht Hurerei getrieben. Was aber durch Ägypten, Assyrien, Chaldäa und Babylon bezeichnet wird, sehe man gleich oben nachgewiesen. Daß Hurereien und Ehebrüche im inneren Sinn Verfälschungen und Verkehrungen des Guten und Wahren bedeutet, somit auch das Verderben derselben, erhellt auch aus folgenden Stellen: Hos.2/2-12: "Rechtet mit eurer Mutter, rechtet, denn sie ist nicht Mein Weib und Ich bin nicht ihr Mann; auf daß sie wegtue die Hurereien von ihrem Angesichte, und ihren Ehebruch von ihren Brüsten; ihrer Söhne will Ich Mich nicht erbarmen, weil sie Söhne der Hurerei sind; denn gehurt hat ihre Mutter, indem sie sprach: ich will nachgehen meinen Buhlen, die mir mein Brot geben und mein Wasser, meine Wolle und mein Leinen, mein Öl und mein Getränk. Aber Ich will verwüsten ihren Weinstock und ihren Feigenbaum, von denen sie sagt: mein Hurenlohn sind sie, den mir meine Buhlen gegeben": unter Mutter wird hier im inneren Sinn die Kirche verstanden: Nr. 289, 2691, 2717, 4257, 5581, 8897; desgleichen unter dem Weibe: Nr. 252, 253, 409, 749, 770; von dem gesagt wird, sie sei nicht Eheweib, weil sie im verkehrten Wahren, d.h. im Falschen sei. Unter den Söhnen die Wahrheiten der Kirche, hier aber das Falsche, weil sie Söhne der Hurerei genannt werden: Nr. 489, 491, 533, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257. Was Brot, Wasser, Wolle und Leinen, Öl und Getränk, ferner Weinstock und Feigenbaum bedeuten, ist an seinem Orte gezeigt worden, daß sie nämlich das Gute der Liebe und Liebtätigkeit bedeuten, ferner das innere und äußere Gute und Wahre des Glaubens, im entgegengesetzten Sinn aber das Böse und Falsche; denn das Gute wird zum Bösen und das Wahre wird zum Falschen, wenn es verkehrt wird. Was Brot bedeutet, sehe man Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4217, 4735, 4976, 5915, 6118, 6409; was Wasser: Nr. 739, 790, 8137, 8138, 8568; was Leinen: Nr. 7601; was Öl: Nr. 886, 3728, 4582; was Getränk: Nr. 3069, 3168, 3772, 8562; was Weinstock: Nr. 1069, 5113, 6376; was Feigenbaum: Nr. 4231, 5113. Hurenlohn bedeutet das Falsche der Lehre, das man für Wahres verkauft. Hos.4/12-14: "Mein Volk fragt das Holz, und sein Stab soll ihm Antwort geben, denn der Geist der Hurerei hat sie verführt und sie haben gehurt fern von ihrem Gott; auf den Gipfeln der Berge opfern sie und auf den Hügeln räuchern sie, deshalb huren eure Töchter, und eure Schwiegertöchter treiben Ehebruch. Wenn du, Israel, hurst, so versündige sich doch Juda nicht; sollte Ich es nicht heimsuchen an euren Töchtern, daß sie huren, und an euern Schwiegertöchtern, daß sie Ehebruch treiben, denn sie sondern sich ab, mit den Huren und mit Buhlerinnen opfern sie": huren fern von ihrem Gott bedeutet, das Wahre verkehren, denn Gott bedeutet im inneren Sinn das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 4295, 4402, 4544, 7010, 7268, 7873, 8301, 8867; Berge und Hügel bezeichnen Arten der Liebe, hier die Liebe zu sich und zur Welt: Nr. 795, 796, 1691, 2722, 6435; das Holz, das befragt wird, bedeutet das Gute des Lustreizes irgendeiner Begierde: Nr. 643; der Stab, der antwortet, die eingebildete Macht aus dem eigenen Verständnis: Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 7011, 7026. Weil Götter im echten Sinn Wahrheiten bedeuten und im entgegengesetzten Sinn Falsches, deshalb wird das Verfälschen der Wahrheiten und das Verkehren des Guten bezeichnet durch: "fremden Göttern nachhuren", z.B. dem Baal, dem Moloch, den Götzen: Hes.6/9; 3. Mose 20/5 und anderwärts. Hieraus kann man nun erkennen, was unter Ehebrüchen und Hurereien im inneren Sinn verstanden wird in folgenden Stellen: Jes.57/3-5: "Tretet hierher, ihr Söhne der Zauberin, Same des Ehebrechers und der Hure; über wen macht ihr euch lustig, wider wen sperrt ihr den Mund auf, und strecket die Zunge aus? Seid ihr nicht Kinder des Abfalls, Samen der Lüge, die ihr entbrannt seid für die Götzen unter jedem grünen Baume?". Jes.23/17,18: "Es wird geschehen, nach siebzig Jahren wird Jehovah Tyrus heimsuchen, daß es wiederkehre zu seinem Hurenlohn, und buhlt mit allen Reichen der Erde auf dem ganzen Erdboden". Jerem.3/1-10: "Ein Mann hat seine Ehefrau entlassen, und sie ging von ihm und wurde eines anderen Mannes; sie hat gehurt mit vielen Gefährten; du hast entweiht das Land mit deinen Hurereien und deiner Bosheit; hast du nicht gesehen, was die abtrünnige Israel getan hat? Sie ging auf jeden hohen Berg und unter jeden grünen Baum, und trieb Hurerei daselbst; auch die treulose Juda, ihre Schwester, ging hin und hurte gleichfalls, so daß sie durch den Ruf ihrer Hurerei das ganze Land entweihte. Sie trieb Ehebruch mit Stein und Holz". Jerem.13/25,27: "Das ist dein Los, weil du Meiner vergessen, und dich auf Lüge verlassen hast; deine Ehebrüche und dein Wiehern, dein Frevel deiner Hurerei auf den Hügeln im Felde, deine Greuel habe Ich gesehen; wehe dir, Jerusalem". Jerem.23/9,10f: "Wider die Propheten: das Land ist voll von Ehebrechern, denn wegen des Fluches trauert das Land; dürre sind die Weiden der Wüste; denn sowohl die Propheten als die Priester üben Heuchelei; bei den Propheten Jerusalems habe Ich auch eine schreckliche Verstockung gesehen, indem sie ehebrechen und mit Lügen umgehen; sie stärken die Hände des Bösen; die Geschichte ihres Herzens reden sie, und nicht aus dem Munde Jehovahs". Jerem.29/23: "Sie haben Torheiten begangen in Israel, sie haben gebuhlt mit den Weibern ihrer Genossen, und haben trügliche Worte geredet in Meinem Namen, die Ich ihnen nicht geboten habe": hieraus geht deutlich hervor, daß ehebrechen und buhlen bedeutet, aus dem Herzen, d.h. aus dem Eigenen, mithin so, wie die Liebe zu sich und zur Welt es eingibt, die Wahrheiten des Wortes erklären und verdrehen, somit lügen, d.h. Falsches reden, wie deutlich gesagt wird. Hos.9/1: "Freue dich nicht, Israel, denn du hast gehurt fern von deinem Gott, du hast den Hurenlohn geliebt auf allen Getreidetennen". Hos.1/2: "Es sprach Jehovah zu Hosea: Geh, nimm dir ein Hurenweib und Hurenkinder, denn das Land treibt große Hurerei hinter Jehovah". Nahum 3/4: "Wehe der Stadt des Blutes! Wegen der vielen Hurerei der Hure, der anmutigen, der Meisterin in Zaubereien, die Völker verkaufte durch ihre Hurereien, und Familien durch ihre Zaubereien". 4. Mose 14/33,34: "Eure Söhne sollen weiden in der Wüste vierzig Jahre, und sollen eure Hurereien tragen vierzig Jahre, nach der Zahl der Tage, in denen ihr das Land ausgekundschaftet; je ein Tag auf ein Jahr sollt ihr tragen eure Missetaten". Weil die Hurereien im Lande den Verfälschungen des Wahren und den Verkehrungen des Guten entsprechen, darum "war Todesstrafe den Ehebrechern bestimmt": 3. Mose 20/10; und wenn "die Tochter eines Priesters sich durch Hurerei entweihte, sollte sie verbrannt werden": 3. Mose 21/9; ferner war befohlen, daß "keine Tochter in Israel der Hurerei ausgesetzt werden sollte": 3. Mose 19/29; desgleichen, daß "kein uneheliches Kind kommen sollte in die Versammlung Jehovahs, nicht einmal das zehnte Geschlecht desselben": 5. Mose 23/3; und daß "kein Hurenlohn hineingetragen werden sollte in das Haus Jehovahs, weil es ein Greuel wäre": 5. Mose 23/19. Hieraus kann man nun vollständig erkennen, was ehebrechen bedeutet, nämlich im äußeren Sinn Ehebrüche begehen, im inneren vorbildlichen Sinn Götzenbilder und andere Götter verehren durch die zur Kirche gehörenden Gegenstände; folglich den äußeren und inneren Götzendienst. Im inneren geistigen Sinn aber werden dadurch die Entweihungen des Guten und die Verkehrungen des Wahren bezeichnet. Hieraus erhellt ganz offenbar, woher es kommt, daß die Ehebrüche schon an sich Frevel sind, und Greuel genannt werden, nämlich deshalb, weil sie der Ehe des Bösen und Falschen entsprechen, das die höllische Ehe ist, und umgekehrt, warum die echten Ehen heilig sind, nämlich deswegen, weil sie der Ehe des Guten und Wahren, welches die himmlische Ehe ist, entsprechen. Die echte eheliche Liebe stammt aus der Ehe des Guten und Wahren, also aus dem Himmel, d.h. vermittelst des Himmels vom Herrn; hingegen die Liebe zum Ehebruch aus der Ehe des Falschen und Bösen, somit aus der Hölle, d.h. vom Teufel. 8905. Vers 13: Du sollst nicht stehlen. Bedeutet, daß man niemanden seiner geistigen Güter berauben, und nicht sich zuschreiben soll, was dem Herrn angehört. 8906. "Du sollst nicht stehlen", 2. Mose 20/13, bedeutet, daß man niemanden seiner geistigen Güter berauben, und nicht sich zuschreiben soll, was dem Herrn angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von stehlen, insofern es heißt, jemanden seine geistigen Güter nehmen. Dies wird aber durch stehlen bezeichnet, weil Reichtümer und Schätze im geistigen Sinn Erkenntnisse des Guten und Wahren bedeuten, und im allgemeinen alles, was zum Glauben und zur Liebtätigkeit gehört, d.h. was Sache des geistigen Lebens beim Menschen ist. Deshalb bedeutet stehlen im geistigen Sinne, jemand dieser Güter berauben. Und weil alle geistigen Güter, d.h. das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit einzig vom Herrn stammt, und gar nichts vom Menschen, so wird durch stehlen auch bezeichnet, sich das zuschreiben, was Eigentum des Herrn ist. Die solches tun, werden auch wirklich Diebe und Räuber genannt: Joh.10/1-13: "Wahrlich, Ich sage euch, wer nicht durch die Tür in den Schafstall eingeht, sondern anderswoher einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber; der aber durch die Türe eingeht, ist der Hirte der Schafe. Ich bin die Türe; wenn jemand durch Mich eingeht, der wird selig werden, und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu würgen und zu verderben. Ich aber bin gekommen, auf daß sie das Leben und volle Genüge haben": durch die Türe eingehen in den Schafstall, bedeutet, durch den Herrn, denn der Herr ist die Türe, wie Er selbst sagt. Schafe sind die, welche in der Liebtätigkeit und daher im Glauben stehen; diese gehen durch den Herrn ein, wenn sie anerkennen, daß von Ihm allein alles kommt, was zum Glauben und zur Liebtätigkeit gehört; denn dies fließt alsdann von Ihm ein. Dieses aber anderen zuschreiben, und besonders sich selbst, bedeutet, es rauben, somit töten und verderben. Diejenigen, die sich selbst zuschreiben, was des Herrn ist, setzen auch ein Verdienst in ihre Werke, und machen sich selbst zur Gerechtigkeit worüber Nr. 1110, 1877, 2027, 2273, 2340, 2373, 2400, 3816, 4007 E, 4174, 4943, 6388, 6389, 6390, 6392, 6393, 6478. Dies nun heißt stehlen im geistigen Sinn, und die Engel verstehen es auch so, wenn vom Menschen im Worte der Ausdruck "stehlen" gelesen wird. Ähnliches wird auch durch stehlen bezeichnet bei Hos.7/1-3: "Als Ich Israel heilte, da offenbarte sich die Missetat Israels und das Böse Samariens; denn sie haben Trug geübt, und Diebe kommen, und eine Schar von Räubern verbreitet sich nach außen. Nun aber umgeben sie ihre Werke vor Meinem Angesicht; durch ihre Bosheit erfreuen sie den König und durch ihren Trug die Fürsten". Joel 2/1-10: "Es kommt der Tag Jehovahs, vor Ihm her verzehrt das Feuer, und hinter ihm lodert die Flamme. Wie der Garten Eden ist das Land vor Ihm, aber hinter Ihm öde Wüste. Wie das Ansehen der Pferde ist sein Ansehen, und wie Reiter rennen sie; gleich dem Gerassel von Wagen tönt es auf den Gipfeln der Berge. In der Stadt laufen sie hin und her; auf der Mauer laufen sie; sie steigen in die Häuser, und durch die Fenster dringen sie ein, gleich dem Diebe; vor ihnen bebet die Erde, zittert der Himmel, Sonne und Mond verfinstern sich und die Sterne verlieren ihren Glanz": hier wird von der Verödung der Kirche gehandelt, wenn das Falsche einbricht und das Wahre zerstört; dieses Falsche wird durch die Diebe bezeichnet, die in die Häuser einsteigen und durch die Fenster eindringen. Wer sollte sich nicht wundern, daß gesagt wird, der Tag Jehovahs werde sein wie das Ansehen der Pferde, und sie würden dann rennen wie Reiter, in der Stadt hin- und herlaufen, auf der Mauer laufen, in die Häuser steigen, durch die Fenster eindringen, die Erde werde beben, der Himmel zittern, Sonne und Mond sich verfinstern und die Sterne ihren Glanz verlieren? Wer vom inneren Sinn nichts weiß, und in seinem Herzen die Heiligkeit des Wortes in Zweifel zieht, der sagt: dies sind nur Worte, die nichts Göttliches in sich bergen, und er wird sie sogar leere Redensarten nennen; wer hingegen glaubt, daß das Wort hochheilig sei, weil es Göttlich ist, und dabei erkennt, daß es einen inneren Sinn gibt, der von der Kirche, vom Himmel und vom Herrn selbst handelt, der wird bekennen, daß alle einzelnen Worte desselben von besonderem Gewichte sind. Es soll daher in Kürze erklärt werden, was die Worte und Aussprüche an dieser Stelle bedeuten: Der Tag Jehovahs ist der letzte Zustand oder die letzte Zeit der Kirche, wenn kein Wahres mehr, sondern anstatt des Wahren nur Falsches vorhanden ist. Das Feuer, das vor Ihm her verzehrt, ist die Begierde des Bösen; die Flamme, die hinter Ihm, bedeutet die Begierde des Falschen daraus. Das Ansehen der Pferde bezeichnet den Verstand, der aus dem Falschen wie aus dem Wahren Vernünfteleien (und falsche Schlüsse) bildet; die Reiter, die laufen, sind die Vernünftler; die Wagen bedeuten die Lehren des Falschen. Die Stadt ist die Lehre selbst; die Mauer, auf der sie laufen, bezeichnet das falsche Wesentliche; das Haus, in das sie einsteigen ist das Willensgebiet des Menschen; die Fenster, durch die sie eindringen, bezeichnen das Verstandesgebiet. Der Dieb ist das Falsche, der das Wahre raubt; die Erde, die vor Ihm erbebt, ist die Kirche, wie auch der Himmel, der zittert. Die Sonne bedeutet die Liebe zum Herrn; der Mond den Glauben an Ihn; diese verfinstern (oder schwärzen sich), wenn sie nicht mehr erscheinen; die Sterne sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren, die kein Licht mehr haben aus dem Glauben und der Liebe, somit aus dem Himmel, was dadurch bezeichnet wird, daß sie ihren Glanz verlieren. Hieraus kann man erkennen, was jene Worte im allgemeinen enthalten, und auch, in welchem Sinn jener Tag oder der letzte Zustand der Kirche ein Dieb genannt wird, der in die Häuser einsteigt und durch die Fenster eindringt, daß nämlich alsdann das Falsche den ganzen Menschen und dadurch sowohl sein Willens- als sein Verstandesgebiet einnehmen, und so alles Wahre und Gute wegnehmen wird. Das gleiche wird durch Dieb bezeichnet bei Obadja, Vers 5: "Es sprach der Herr Jehovih zu Edom: Wenn Diebe oder Verstörer des Nachts über dich kommen, wie wirst du verheert werden! Würden sie nicht stehlen, soviel ihnen genügte?" Gleiches wird durch Dieb oder durch den Stehlenden bezeichnet bei Sach.5/1-4; Ps.50/17-19; Matth.6/19,20. So wie alle vom Herrn den Söhnen Israels befohlenen Satzungen in den Ordnungsgesetzen, die im Himmel herrschen, gegründet sind, d.h. ihr Dasein und ihr Wesen aus der geistigen Welt haben, so auch die Satzungen, die in betreff der Diebe aufgestellt wurden, z.B.: 2. Mose 21/37 (oder 22/1): "Wer ein Rind stiehlt und es verkauft, der soll fünffachen Ersatz leisten; wer aber dein Schaf stiehlt, vierfachen". 2. Mose 22/1-3: "Wenn der Dieb beim Einbruch erschlagen wird, so ist es keine Blutschuld; wenn aber die Sonne darüber aufgegangen ist, so ist es Blutschuld; der Dieb soll erstatten oder verkauft werden. Wenn das Gestohlene gefunden wird in seiner Hand, soll er das Doppelte erstatten". 2. Mose 21/16: "Wer einen Mann gestohlen hat und ihn verkauft, der soll, wenn derselbe noch gefunden wird in seiner Hand, des Todes sterben". 5. Mose 24/7: "Wenn ein Mann gefunden wird, der eine Seele von seinen Brüdern, von den Söhnen Israels gestohlen hat, und Gewinn aus ihm zieht, indem er ihn verkauft, so soll dieser Dieb sterben, auf daß du das Böse entfernst aus deiner Mitte": die Männer von den Söhnen Israels sind im inneren Sinn die, welche in dem Wahren und im Guten des Glaubens sind, somit im abstrakten Sinn die Wahrheiten und das Gute des Glaubens: Nr. 5414, 5879, 7951; einen Mann von den Söhnen Israels stehlen, heißt daher jenes rauben, und ihn verkaufen heißt, dasselbe entfremden und auch machen, daß es diene; denn die Wahrheiten und Güter des Glaubens sind in einem Zustand der Freiheit, weil vom Herrn, und dienen nur dem Herrn; allein wenn sie entfremdet werden, dann kommen sie in den Zustand der Knechtschaft, denn dann dienen sie irgendeinem Bösen der Selbstliebe oder Weltliebe, also irgendeiner fleischlichen Begierde. Hieraus erklärt sich die Ableitung und Entsprechung dieses Gesetzes; und weil dann das Wahre und das Gute der Kirche aus einem Freien ein Knecht, und somit aus einem Lebendigen ein Totes wird, deshalb ist die Strafe, d.h. die Wirkung der Tod. 8907. Vers 13: Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Bedeutet, man solle nicht gut nennen, was böse ist, und nicht wahr, was falsch ist, also auch umgekehrt, das Böse nicht gut, und das Falsche nicht wahr nennen. 8908. "Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten", 2. Mose 20/13, daß dies bedeutet, man solle nicht gut nennen, was böse ist, und nicht wahr, was falsch ist, also auch umgekehrt, das Böse nicht gut, und das Falsche nicht wahr nennen, erhellt aus der Bedeutung des falschen Zeugen, insofern es eine Bestätigung des Falschen bezeichnet. Daß der Zeuge eine Bestätigung bezeichnet, sehe man Nr. 4197, und daß Lüge und Falschheit das Falsche des Glaubens bedeutet, wird aus dem Folgenden klar werden. Reden wider den Nächsten heißt, auf solche (lügenhafte) Weise mit jemand reden, denn unter dem Nächsten wird jeder Mensch verstanden, und im besonderen ein jeder, der im Guten ist; im abstrakten Sinne aber das Gute selbst: Nr. 3419, 5025, 6704, 6706-6711, 6818, 8123. Nicht falsches Zeugnis reden wider den Nächsten heißt daher im inneren Sinn, nicht Falsches reden mit jemand, d.h. nicht sagen, das Gute sei böse und das Wahre sei falsch, und auch nicht umgekehrt. Wie sich dies verhält, soll mit wenigem erklärt werden: Alle, bei denen die Selbstliebe oder die Weltliebe herrscht, d.h. die hohen Rang oder Ehrenstellen oder Reichtum oder Gewinn als Zweck im Auge haben, machen sich kein Gewissen daraus, zu sagen und zu bereden, daß ungerecht sei, was gerecht ist, und gerecht sei, was ungerecht ist, und so als falsche Zeugen aufzutreten. Der Grund, warum sie so beschaffen sind, liegt darin, daß ihr Wille den Trieben und Begierden jener Liebe ganz unterworfen und von diesen ganz und gar eingenommen und besessen ist. Alsdann kann ihr Verstand, oder die andere Seite ihres Gemütes zwar sehen, was gerecht oder ungerecht ist, aber er will es nicht sehen; denn der Wille herrscht über den Verstand und überredet ihn durch seinen Einfluß, und macht ihn zuletzt auch blind. Solche Menschen haben auch kein Gewissen und erkennen nicht, daß das Gewissen darin besteht, daß man gerecht nennt, was gerecht ist, aus keinem anderen Grunde, als weil es gerecht ist, d.h. aus Liebe zum Gerechten. Diejenigen, die in der Welt so beschaffen sind, sind auch im anderen Leben ebenso beschaffen, jedoch mit dem Unterschied, daß sie dann nicht das Gerechte für ungerecht erklären, sondern das Gute des Glaubens Böses, und das Wahre Falsches nennen, denn das Gerechte in der bürgerlichen Welt entspricht dem Guten und Wahren in der geistigen Welt. Dieses tun sie aber ohne Gewissen und auch ohne Scham, weil sie diese Art und Gewohnheit im Leben des Leibes angenommen haben. An vielen Stellen im Worte wird die Lüge genannt, und durch dieselbe allenthalben im inneren Sinn das Falsche und das Böse des Glaubens bezeichnet, und durch den falschen Zeugen, der auch ein Zeuge der Gewalttätigkeit heißt, wird die Bestätigung des Falschen bezeichnet, sei es nun vor dem Gericht, oder vor einem jeden anderen, oder inwendig vor sich selbst, indem man sich durch seine Gedanken beredet, z.B. 2. Mose Kapitel 23; 3. Mose 19/11-16; 5. Mose 19/16-20. Daß Lüge im geistigen Sinn das Böse und Falsche bezeichnet, das dem Glauben angehört, erhellt aus folgenden Stellen: Joh.8/44: "Ihr seid aus euerm Vater, dem Teufel, und die Gelüste eures Vaters wollt ihr tun; derselbe war ein Menschenmörder von Anfang, und ist nicht bestanden in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm; wenn er Lügen redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und ein Vater der Lüge": Lüge bedeutet hier das Falsche des Glaubens, denn es wird von den Juden gehandelt, die den Herrn nicht anerkennen wollten; Teufel bedeutet hier im geistigen Sinn das Falsche, und der Vater desselben ist das Böse; denn das Falsche stammt von dem Bösen, wie der Sohn vom Vater. Das Falsche, das vom Teufel ausgeht, ist das Falsche des Glaubens, und das Böse ist das Böse der Selbstliebe und der Liebe zur Welt. Jes.16/6: "Moab ist sehr hochmütig, sein Stolz, sein Hochmut, sein Zorn und seine Lügen sind ohne Grund": Lügen für das Falsche des Glaubens, weil Moab diejenigen bezeichnet, die im Bösen der Selbstliebe sind, und daher die Wahrheiten verfälschen: Nr. 2486, 8315. Jes.28/15: "Wir haben mit dem Tode einen Bund geschlossen, und mit der Hölle ein Verständnis gemacht; wir haben die Lüge zu unserer Zuflucht gemacht, und uns verborgen in Falschheit". Jes.30/9: "Ein Volk des Aufruhrs ist es, lügenhafte Söhne, Söhne, die das Gesetz Jehovahs nicht hören wollten". Jerem.9/4: "Einer spottet des anderen, die Wahrheit reden sie nicht, sie lehren ihre Zunge, Lügen zu reden". Jerem.23/32: "Siehe, Ich will an die, welche lügenhafte Träume weissagen, und dieselben erzählen, auf daß sie Mein Volk verführen durch ihre Lügen". Jerem.50/36: "Das Schwert wider die Lügner, daß sie zu Narren werden". Hes.13/6-9: "Sie schauen Eitelkeit (Trug) und Wahrsagerei der Lüge, und sprechen: Jehovah hat es gesagt; während doch Jehovah sie nicht geschickt hat. Deshalb spricht der Herr Jehovih also: Darum, weil ihr Eitles redet und Lügen schauet, darum will Ich wider euch sein". Nahum 3/1: "Wehe der Blutstadt, sie ist voller Lüge und Raub". Zeph.3/13: "Die übrigen von Israel werden nichts Verkehrtes tun und keine Lügen reden, auch wird nicht in ihrem Munde die Sprache des Truges gefunden werden; sie werden weiden und Ruhe finden". Joh.Offenb.22/15: "Draußen aber sind die Hunde, die Zauberer, die Hurer, die Mörder, die Götzendiener, und jeder, der die Lüge liebt und tut". In diesen, sowie in vielen anderen Stellen, bedeutet Lüge das Falsche und Böse des Glaubens. 8909. Vers 14: Du sollst dich nicht gelüsten lassen des Hauses deines Nächsten; du sollst dich nicht gelüsten lassen des Weibes deines Nächsten, noch seines Knechtes, noch seiner Magd noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch irgend etwas, was dein Nächster hat. Bedeutet, man solle sich hüten vor der Liebe zu sich und zur Welt, und also auch davor, daß nicht das Böse, das in den vorhergehenden Geboten enthalten ist, Sache des Willens werde, und sodann als Tat hervorgehe. 8910. "Du sollst dich nicht gelüsten lassen des Hauses deines Nächsten; du sollst dich nicht gelüsten lassen des Weibes deines Nächsten, noch seines Knechtes, noch seiner Magd noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch irgend etwas, was dein Nächster hat", 2. Mose 20/14, bedeutet, man solle sich hüten vor der Liebe zu sich und zur Welt, und also auch davor, daß nicht das Böse, das in den vorhergehenden Geboten enthalten ist, Sache des Willens werde, und sodann als Tat hervorgehe. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich gelüsten lassen, insofern es soviel ist, als aus böser Liebe etwas wollen. Sich gelüsten lassen hat diese Bedeutung, weil alle Begierde aus einer gewissen Liebe hervorgeht, denn man begehrt nichts, was man nicht liebt, und daher bezeichnet auch die Begierde das Fortdauernde der Liebe, hier der Liebe zu sich oder zur Welt, und ist gleichsam das Leben ihres Atmens; denn was die böse Liebe atmet, heißt Begierde (concupiscentiae), dagegen was die gute Liebe atmet, wird Verlangen (desiderium) genannt. Die Liebe selbst bezieht sich auf den einen Teil des Gemütes, der Wille genannt wird, denn was der Mensch liebt, das will er auch. Die Begierde hingegen bezieht sich auf beide Teile des Gemütes, nämlich sowohl auf den Willen, als auf den Verstand; eigentlich aber ist sie Sache des Willens im Verstande. Hieraus erhellt, woher es kommt, daß durch die Worte: "Du sollst dich nicht gelüsten lassen dessen, was dein Nächster hat" bezeichnet wird, man solle sich hüten, daß es nicht Gegenstand des Willens werde, denn was Sache des Willens wird, das wird dem Menschen angeeignet, weil der Wille der Mensch selbst ist. Man glaubt in der Welt, das Denken sei der Mensch, aber es sind zwei Vermögen, die das Leben des Menschen ausmachen, der Verstand und der Wille. Zum Verstand gehört das Denken, zum Willen die Neigung, die aus der Liebe stammt. Das Denken ohne eine aus der Liebe hervorgehende Neigung bewirkt kein Leben des Menschen, sondern das Denken aus einer Neigung der Liebe, somit der Verstand aus dem Willen. Daß diese beiden unter sich unterschieden sind, ist einem jeden, der nachdenkt, daraus klar, daß der Mensch einsehen und wahrnehmen kann, daß etwas, das er will, böse ist, und daß etwas, was er will oder nicht will, gut ist. Hieraus erhellt, daß der Wille der eigentliche Mensch ist, nicht aber der Gedanke, außer insofern er aus dem Willen in denselben eingeht. Daher kommt es, daß, was in das Denken des Menschen eingeht, aber nicht durch dasselbe in den Willen, ihn nicht unrein macht, sondern das, was durch den Gedanken in den Willen eintritt; dies macht aber den Menschen unrein, weil es ihm dann angeeignet wird und ihm gehört; denn der Wille ist, wie gesagt, der eigentliche Mensch, und was Sache des Willens wird, das geht, wie man sagt, in das Herz ein und aus demselben hervor; was aber nur Sache des Gedankens ist, davon wird gesagt, daß es in den Mund eingehe, aber durch den Bauch in den Abort geworfen werde, nach den Worten des Herrn: Matth.15/11,17-19: "Nicht das, was in den Mund eingehet, macht den Menschen unrein, sondern was aus dem Munde herausgeht, das macht den Menschen unrein." Alles, was zum Mund eingehet, das gehet in den Bauch und wird in den Abort ausgeworfen; was aber aus dem Munde herauskommt, das gehet aus dem Herzen hervor, und das macht den Menschen unrein; denn aus dem Herzen kommen arge Gedanken hervor: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsches Zeugnis, Lästerung. Hieraus, wie aus allem übrigen kann man ersehen, wie die Rede des Herrn beschaffen war, daß nämlich Inneres und Geistiges gemeint war, aber durch Äußeres und Natürliches ausgedrückt wurde, und zwar gemäß den Entsprechungen. Der Mund entspricht nämlich dem Denken, wie auch alles, was zum Munde gehört, als Lippen, Zunge, Kehle; das Herz aber entspricht der Neigung der Liebe, somit dem Willen. Daß eine Entsprechung des Herzens mit solchem stattfindet, sehe man Nr. 2930, 3313, 3883-3896, 7542; in den Mund eingehen, bedeutet daher, in den Gedanken eingehen, und aus dem Mund ausgehen, heißt aus dem Willen hervorgehen; in den Bauch gehen und in den Abort oder in die Grube geworfen werden, bedeutet in die Hölle geworfen werden; denn der Bauch entspricht dem Weg zur Hölle, und der Abort oder die Grube entspricht der Hölle; die Hölle wird auch wirklich im Worte Grube genannt. Hieraus wird klar, was es bedeutet, daß alles, was in den Mund eingehet, in den Bauch kommt, und in den Abort geworfen wird; daß nämlich das Böse und Falsche von der Hölle in das Denken des Menschen hineingebracht, und wieder dahin zurückgewiesen werde. Dieses kann den Menschen nicht verunreinigen, weil es zurückgewiesen wird. Denn der Mensch kann nicht abstehen vom Denken des Bösen, wohl aber vom Tun desselben; sobald er aber das Böse vom Denken aus in den Willen aufnimmt, dann geht es nicht von ihm weg, sondern dringt in ihn ein, und das heißt in das Herz eingehen. Was von diesem ausgeht, macht ihn unrein, weil das, was der Mensch will, in Rede und Tat übergeht, insoweit es nicht die äußeren Bande verbieten, nämlich die Furcht vor dem Gesetze, vor dem Verlust des guten Namens, der Ehre, des Gewinnes, des Lebens. Hieraus erhellt nun, daß durch "laß dich nicht gelüsten" bezeichnet wird, man solle sich hüten, daß das Böse nicht Sache des Willens werde, und dann aus demselben hervorgehe. Daß die Begierde Sache des Willens, somit des Herzens ist, erhellt auch aus den Worten des Herrn bei Matth.5/27,28: "Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen": unter begehren wird hier verstanden, es wollen und auch tun, wenn nicht Besorgnisse, nämlich äußere Bande abhielten. Deshalb wird gesagt, wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der habe mit ihr in seinem Herzen die Ehe gebrochen. Die Begierde des Bösen wird auch verstanden unter dem rechten Auge, das Ärgernis gibt, und die Begierde des Falschen unter der rechten Hand, die Ärgernis gibt, in den Worten des Herrn bei Matth.5/29,30: "Ärgert dich dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf es von dir; denn es ist dir besser, daß eines deiner Glieder verlorengehe, und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde; ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir; denn es ist dir besser, daß eines deiner Glieder verlorengehe, und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde": hieraus geht wieder deutlich hervor, auf welche Weise der Herr geredet hat, nämlich aus dem Göttlichen, wie überall anderwärts im Worte, daß Er somit Inneres und Himmlisches durch Äußeres oder Natürliches den Entsprechungen gemäß ausgedrückt habe. Hier die Neigung zum Bösen oder die Begierde nach demselben durch das rechte Auge, das Ärgernis gibt, und die Neigung zum Falschen oder die Begierde nach demselben durch die rechte Hand, die Ärgernis gibt, denn das Auge entspricht dem Glauben: das linke Auge dem Wahren des Glaubens, und das rechte Auge dem Guten des Glaubens; im entgegengesetzten Sinn aber dem Bösen des Glaubens, also das rechte Auge, das ärgert, der Begierde zum Bösen: Nr. 4403-4421, 4523-4534. Die Hand aber entspricht der Macht des Wahren: die rechte Hand der Macht des Wahren aus dem Guten, im entgegengesetzten Sinn der Macht des Falschen aus dem Bösen, somit die rechte Hand, die ärgert, der Begierde nach demselben: Nr. 3091, 3563, 4937, 8281. Die Gehenna (oder Feuerhölle) ist die Hölle der Begierden. Jeder kann sehen, daß hier unter dem rechten Auge nicht das rechte Auge verstanden wird, und auch nicht, daß es ausgerissen werden solle; ferner, daß unter der rechten Hand nicht die rechte Hand zu verstehen ist, und daß sie nicht abgehauen werden soll, sondern etwas anderes, was man nicht erkennen kann, wenn man nicht weiß, was das Auge bedeutet, und insbesondere das rechte Auge; ferner, was die Hand, und insbesondere was die rechte Hand, und was das Ärgern bedeutet, und man kann auch nicht wissen, was es bedeutet, außer durch den inneren Sinn. Weil aus einem bösen Willen, somit aus einem solchen Herzen die Begierden kommen, und aus dem Herzen oder Willen Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsches Zeugnis hervorgeht, nach den Worten des Herrn bei Matth.15/19, somit solches, was in den vorhergehenden Geboten des Dekaloges enthalten ist, deshalb wird gesagt, daß "laß dich nicht gelüsten dessen, was dein Nächster hat" bedeutet, man solle sich hüten, daß nicht das Böse, das in den vorhergehenden Geboten enthalten ist, Sache des Willens werde und dann aus demselben hervorgehe. Laß dich nicht gelüsten dessen, was dem Nächsten gehört, bedeutet aber auch, man solle sich hüten vor der Liebe zu sich und zur Welt, weil aus diesen alles Böse der Begierde wie aus seiner Quelle entspringt; man sehe Nr. 2045, 7178, 7255, 7366-7377, 7488, 8318, 8678. 8911. Aus dem, was bisher gesagt worden ist, kann man erkennen, wie es sich mit dem Menschen und dessen Leben verhält, daß nämlich der Mensch so beschaffen ist, wie sein Wille, und daß er auch nach dem Tode so bleibt, weil der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern die Fortsetzung desselben ist. Da nun der Mensch so beschaffen ist, wie sein Wille, weil der Wille der eigentliche Mensch ist, deshalb bedeutet nach den Taten gerichtet werden soviel als nach seinem Willen gerichtet werden, denn der Wille und die Tat sind nicht unterschieden; es sind nur äußere Bande, als die Furcht vor dem Gesetz, vor Verlust der Ehre, des Gewinnes, des guten Namens, des Lebens, die abhalten. Gleichwohl ist im Willen die Tat und in der Tat der Wille. Es verhält sich dies wie das Streben und die Bewegung. Die Bewegung ist nichts als ein fortgesetztes Streben, denn wenn das Streben aufhört, hört auch die Bewegung auf, weshalb nichts Wesentliches in der Bewegung ist, als das Streben. Das wissen auch die Gelehrten, denn es ist ein anerkannter und feststehender Lehrsatz. Das Streben im Menschen ist der Wille und die Bewegung in ihm ist die Tat; so heißen sie bei dem Menschen, weil in ihm Streben und Bewegung lebendig sind. Gerichtet werden nach dem Willen ist soviel als gerichtet werden nach der Liebe, und auch soviel, als gerichtet werden nach den Lebenszwecken, oder auch gerichtet werden nach dem Leben, denn der Wille des Menschen ist seine Liebe und auch sein Lebenszweck, somit das eigentlichste Leben. Daß es so ist, erhellt aus den früher angeführten Worten des Herrn, daß jeder, der ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, schon die Ehe mit ihr gebrochen habe in seinem Herzen: Matth.5/27,28. Ferner, daß einen Menschen töten, nicht nur heißt, es wirklich tun, sondern auch, es tun wollen, was bezeichnet wird durch zürnen und ihm Schmach antun: Matth.5/21; denn der Mensch wird auch wirklich nach seinen Taten gerichtet, aber nur insoweit und in solcher Weise, wie die Taten aus seinem Willen hervorgegangen sind. 8912. Es soll mit wenigem erklärt werden, was unter dem hier Genannten, nämlich unter dem Hause, dem Weibe, dem Knechte, der Magd, dem Ochsen und Esel, dessen man sich nicht gelüsten soll, im inneren Sinn verstanden wird; sie bezeichnen alles Gute und Wahre des Glaubens in einer Zusammenfassung, was man keinem nehmen und dem man keinen Schaden zufügen soll; und sie bedeuten dasselbe, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch den Sabbath heiligen, Vater und Mutter ehren, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsches Zeugnis geben, lauter Dinge, die sich auf die Liebe und den Glauben im inneren Sinn beziehen, wie dies im Vorhergehenden gezeigt wurde: unter Haus wird alles Gute im allgemeinen verstanden, unter Weib alles Wahre im allgemeinen, unter Knecht die Neigung zum geistig Wahren, unter Magd die Neigung zum geistig Guten, unter dem Ochsen die Neigung des natürlich Guten, und unter Esel die Neigung des natürlich Wahren. Diese Dinge sind es, nach denen man sich nicht soll gelüsten lassen, d.h., die man niemanden rauben, oder denen man keinen Schaden zufügen soll. Daß dies im inneren Sinn verstanden wird, kommt daher, daß das Wort in diesem Sinn für diejenigen (bestimmt) ist, die im Himmel sind, denn diese fassen das Wort nicht in natürlicher, sondern in geistiger Weise auf, somit (denken sie) nicht an Haus, Weib, Knecht, Magd, Ochse und Esel, sondern an (geistige) Dinge, die jenen entsprechen, nämlich an das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens; mit einem Wort, der äußere oder Buchstabensinn ist für diejenigen, die in der Welt sind, aber der innere Sinn für diejenigen, die im Himmel sind, doch auch für diejenigen, die in der Welt sind, aber nur in dem Maße, als sie zugleich im Himmel sind, d.h., als sie in der Liebtätigkeit und im Glauben sind. 8913. Vers 15-17: Und das ganze Volk sah die Donnerstimmen und die Flammen, und den Schall der Posaunen, und den rauchenden Berg, und das Volk sah es, und sie erschraken, und sie standen von ferne. Und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, so wollen wir darauf hören; aber Gott möge nicht mit uns reden, damit wir nicht sterben. Und Mose sprach zum Volke: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, daß Er euch versuche, und damit Seine Furcht vor euerm Angesichte sei, auf daß ihr nicht sündiget. "Und das ganze Volk sah die Donnerstimmen und die Flammen" bedeutet das Innewerden der göttlichen Wahrheiten aus dem Guten; "und den Schall der Posaunen" bedeutet, daß dieselben durch den Himmel hindurchgehen; "und den rauchenden Berg" bedeutet das eigentliche Gute des Wahren, was man nicht wahrnehmen kann, außer in seiner äußeren Form; "und das Volk sah es, und sie erschraken" bedeutet das Erbeben, das stattfindet, wenn jenes aufgenommen wird; "und sie standen von ferne" bedeutet die Entfernung vom Inneren; "und sprachen zu Mose" bedeutet die Klage; "rede du mit uns, so wollen wir darauf hören" bedeutet die Aufnahme des Wahren in angemessener Form, dem sie dann gehorchen wollten; "aber Gott möge nicht mit uns reden" bedeutet das Wahre in einer nicht angemessenen Form; "damit wir nicht sterben" bedeutet, daß sonst das Leben des Himmels bei ihnen zugrunde gehen würde; "und Mose sprach zum Volke" bedeutet die Belehrung; "fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, daß Er euch versuche" bedeutet, daß das Leben des Himmels nicht zugrunde gehen werde; nur solle man wissen, daß es sei und wie es beschaffen sei; "und damit Seine Furcht vor euerm Angesichte sei, auf daß ihr nicht sündiget" bedeutet, dadurch (entstehe) eine heilige Furcht vor dem Göttlichen, und daher die Erhaltung des geistigen Lebens. 8914. "Und das ganze Volk sah die Donnerstimmen und die Flammen", 2. Mose 20/15, bedeutet das Innewerden der göttlichen Wahrheiten aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es heißt verstehen und innewerden, worüber Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, 3869, 4403-4421, 4567, 4723, 5400; aus der Bedeutung der Donnerstimmen oder des Donners, insofern sie die göttlichen Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 7573, 8813; und aus der Bedeutung der Flammen oder Blitze, insofern sie den Glanz bezeichnen, der den Wahrheiten aus dem Guten der Liebe eigen, und zugleich blendend und durchdringend ist, worüber Nr. 8813. Unter den göttlichen Wahrheiten aus dem Guten werden hier alle Gebote des Dekalogs verstanden, die von dem Berge Sinai herab verkündigt wurden, mitten unter Donnerstimmen und Blitzen, und diese stellten sich damals ein, weil der Donner die göttlichen Wahrheiten bezeichnete, die daher auch Donnerstimmen genannt werden, und weil die Blitze den Glanz bezeichneten, der den Wahrheiten aus dem Guten eigen ist, und der daher auch Fackeln oder Flammen genannt wird. Daß Flammen das göttlich Wahre bedeuten, die aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgehen, sehe man Nr. 6832. 8915. "Und den Schall der Posaunen", 2. Mose 20/15, bedeutet, daß dieselben durch den Himmel (herabkamen), nämlich die göttlichen Wahrheiten aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schalles der Posaune, insofern er den Zustand des Engelshimmels bezeichnet, daß dieser nämlich rings um das Göttliche her ist, und das göttlich Wahre aus demselben hervorgeht, worüber Nr. 8815, 8823. Hieraus kann man ersehen, was die Worte des Herrn bedeuten, wo Er über die Vollendung des Zeitlaufs oder über die letzte Zeit der Kirche vorhersagt, daß dann "der Herr Seine Engel aussenden werde mit lautem Posaunenschall und sie würden Seine Auserwählten versammeln aus den vier Winden": Matth.24/31. Wer nicht weiß, daß alle Worte des Herrn in ihrem Inneren auch Himmlisches und Göttliches verbergen, d.h., daß ein innerer Sinn in ihnen sei, der muß glauben, daß, wenn das Jüngste Gericht eintritt, Engel erscheinen, und es ankündigen und auch die Erwählten versammeln werden mit lautem Posaunenschall. Daß aber unter Pauken- oder Posaunenschall daselbst nicht ein wirklicher Pauken- oder Posaunenschall verstanden wird, sondern das göttlich Wahre durch den Himmel in seiner inneren Form und dessen Verkündigung, sehe man Nr. 4060; ferner 8815 und 8823. 8916. "Und den rauchenden Berg", 2. Mose 20/15, bedeutet, das eigentliche Gute des Wahren sei nicht wahrnehmbar, außer in seiner äußeren Form. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges, hier des Berges Sinai, insofern er das mit dem göttlich Wahren in Himmel vereinigte göttlich Gute bezeichnet, worüber Nr. 8805; und aus der Bedeutung des Rauchenden, insofern es ausdrückt, in der äußeren Form. Diese Bedeutung hat das Rauchende, weil das göttlich Wahre oder das Wort in seiner inneren Form wie ein Licht und wie eine Flamme ist, in seiner äußeren Form aber wie eine Wolke und wie ein Rauch, und dies deshalb, weil das göttlich Wahre oder das Wort seiner inneren Form nach so beschaffen ist, wie es im Himmel ist, also so, wie es im Lichte desselben erscheint, dagegen seiner äußeren Form nach so beschaffen, wie es in der Welt ist, als so, wie es im Lichte dieser erscheint. Das Licht der Welt ist aber im Vergleich mit dem Lichte des Himmels wie eine Wolke, oder im Vergleich mit der Flamme wie ein Rauch. Das göttlich Wahre oder das Wort in seiner inneren Form ist der innere Sinn desselben, und in der äußeren ist es der äußere oder Buchstabensinn. Daß dieser Sinn oder der buchstäbliche ein Wolke genannt wird, sehe man in der Vorrede zu 2. Mose Kapitel 18 und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343, 6752, 8106, 8781; durch Rauch aber wird er bezeichnet, weil unter Rauch das Dunkle des Wahren bezeichnet wird: Nr. 8819. Daß der Berg rauchend erschien vor den Söhnen Israels, geschah nicht, weil das Göttliche dort so beschaffen war, sondern weil das Göttliche einem jeden gemäß Beschaffenheit dessen erscheint, der es sieht; und die Beschaffenheit derer, die es sahen, war von der Art, daß sie den ganzen Gottesdienst in das Äußere setzten, und nichts desselben in das Innere; und daß sie daher das Wort bloß nach seinem Buchstabensinn verstanden. Deswegen konnte das Göttliche in betreff des Wahren, das verkündigt wurde, ihnen nicht anders erscheinen als wie Rauch, d.h. wie etwas Dunkles; und darum wird auch gesagt, daß sie von Ferne standen, wodurch bezeichnet wird, daß sie vom Inneren entfernt waren. Hierüber soll jedoch weiter unten (mehr gesagt werden). 8917. "Und das Volk sah es, und sie erschraken", 2. Mose 20/15, bedeutet das Erbeben, das stattfindet, wenn sie aufgenommen werden, nämlich die göttlichen Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von erschrecken (oder erschüttert) werden, insofern es ein Zittern oder Erbeben bezeichnet; hier das Zittern, wie es stattfindet, wenn die göttlichen Wahrheiten aufgenommen werden. Über dieses Erbeben sehe man Nr. 5459, 8816. 8918. "Und sie standen von ferne", 2. Mose 20/15, bedeutet die Entfernung vom Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ferne stehen", insofern es hier ausdrückt, entfernt vom Inneren, weil vom Berge Sinai, durch den der Himmel und das Göttliche in ihm bezeichnet wird: Nr. 8805. Ob man sagt entfernt vom Göttlichen, oder von Himmel, oder vom Inneren, ist dasselbe, denn der Himmel ist im Inneren, weil das Innere des Menschen im Lichte des Himmels ist und das Äußere im Lichte der Welt; oder was dasselbe ist, die Seele oder der Geist des Menschen ist im Himmel, aber der Körper in der Welt; der Himmel ist dem Göttlichen näher als der Welt, weil in jenem das Göttliche des Herrn herrscht und alles in allem ist. In betreff der Bedeutung des Fernen merke man, daß das Ferne im geistigen Sinn nicht den Raum zum Gegenstand hat, sondern das Göttliche, somit das Gute und Wahre; die Entfernung vom wesentlichen Guten, das vom Göttlichen ausgeht, bildet die scheinbaren Entfernungen im Himmel. In diesem erscheinen die Engelsgesellschaften voneinander geschieden, ja sogar fernliegend, allein das Denkbild dieses Raumes kommt aus der Entfernung vom Guten und Wahren, das vom Göttlichen des Herrn (ausgeht). Dies muß notwendig vielen in der Welt seltsam, ja sogar widersinnig erscheinen, und zwar deshalb, weil die Gedanken und die Vorstellungen derselben beim Menschen auf Raum und Zeit gegründet sind, so sehr, daß der Mensch ohne sie nicht denken kann. Wenn man daher Zeit und Raum von dem Gedanken des Menschen wegnimmt, so nimmt er fast gar nichts wahr. - Gleichwohl aber denken die Engel im Himmel gänzlich ohne Vorstellung von Zeit und Raum, und doch so vollständig, daß ihre Gedanken die Gedanken des Menschen an Einsicht und Weisheit tausendmal, ja myriadenmal übertreffen; und was wunderbar ist, wenn sich bei ihnen eine Vorstellung aus Zeit und Raum einstellt, so kommt sogleich Schatten und dichtes Dunkel über ihr Gemüt, weil sie alsdann aus dem Himmelslicht in das natürliche Licht herabsinken, das für sie dichtes Dunkel ist. Daß keine Räume und Zeiten im anderen Leben sind, sondern Zustände, oder daß die Erscheinungen jener aus den Zustandswechseln in betreff des Guten und Wahren herrühren, sehe man Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 3404, 4321, 4882, 5605, 7381. Hieraus wird nun deutlich klar, was "von ferne stehen" im geistigen Sinn bedeutet, nämlich die Entfernung vom Himmel, wo das Göttliche ist, hier die Entfernung vom Inneren, weil jenes Volk, das damals fern vom Berge Sinai stand, sehr weit vom Inneren entfernt war, denn es war nur im Äußeren und setzte in dieses den ganzen Gottesdienst. Dieses zu tun, war auch wirklich jenem Volke erlaubt, weil es so das Himmlische und Göttliche vorbilden konnte; denn zum Vorbilden wird nur das Äußere erfordert, und es ist möglich auch ohne das Innere: Nr. 3147, 3670, 4208, 4281, 4288, 4307, 8588. Daß Ferne bedeutet die Entfernung vom Guten und Wahren, das vom Göttlichen ausgeht, somit (die Entfernung) vom Inneren auch in folgenden Stellen: Luk.16/23,26: "Der Reiche in der Hölle erhob seine Augen, und sah Abraham von ferne, und Lazarus in seinem Schoß. Abraham sprach zu ihm: Zwischen uns und euch ist eine große Kluft befestigt, daß die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, und ebensowenig können die, welche dort sind, zu uns kommen": unter Abraham wird nicht Abraham verstanden, (denn dieser ist im Himmel unbekannt); sondern im höchsten Sinne der Herr, und im bezüglichen Sinn diejenigen im Himmel, die im Guten der Liebe und des Glaubens an den Herrn sind: Nr. 1834, 1876, 1965, 1989, 2011, 3245, 3305 E, 6098, 6185, 6276, 6894. Von denen, die in der Hölle sind, wird gesagt, daß sie diejenigen, die im Himmel sind, von ferne sehen, weil sie in einem vom Guten und Wahren sehr entfernten Zustand sind. Die große Kluft zwischen ihnen bezeichnet die Entfernung vom Guten, die auch die Erscheinung einer dazwischenliegenden Kluft bewirkt. Die, welche aus der Vorstellung des Raumes denken, wie es alle Menschen in der Welt tun, haben keine andere Wahrnehmung, als daß die Hölle in weiter Entfernung vom Menschen sei, und so auch der Himmel; allein die Sache verhält sich anders: die Hölle und der Himmel sind nahe beim Menschen, ja im Menschen. Die Hölle im bösen Menschen und der Himmel im guten Menschen. Ein jeder kommt auch nach dem Tode in die Hölle oder in den Himmel, in dem er in der Welt war; aber dann verändert sich der Zustand: die Hölle, die in der Welt nicht wahrgenommen wurde, wird (jetzt) wahrnehmbar, und der Himmel, der gleichfalls in der Welt nicht wahrgenommen wurde, wird wahrnehmbar; der Himmel voll von jeder Glückseligkeit und die Hölle voll von jeder Unseligkeit. Daß der Himmel in uns ist, lehrt der Herr bei Luk.17/21: "Das Reich Gottes ist inwendig in euch". Jes.13/5; Jerem.5/15: "Sie kommen aus einem fernen Lande, von den äußersten Enden der Himmel". Jes.33/13: "Höret, ihr Fernen, was Ich getan, und erkennt, ihr Nahen, Meine Kraft". Jes.43/6,8; 49/12: "Ich werde sprechen zur Mitternacht: Gib her! Und zum Mittag: Halte nicht zurück! Führe her Meine Söhne aus der Ferne, und Meine Töchter von den Enden der Erde; führe heraus das blinde Volk, das Augen hat, und die Tauben, die Ohren haben". Jes.49/1; Jerem.31/10: "Merket auf Mich, ihr Inseln, höret zu, ihr Völker aus der Ferne". Jerem.8/19: "(Man hört) das Klagegeschrei der Tochter Meines Volkes aus fernem Lande; ist denn Jehovah nicht in Zion, ist sein König nicht in ihm?" Jerem.12/2: "Jehovah, Du hast sie gepflanzt, auch schlugen sie Wurzel; Du bist jedoch nahe ihrem Munde, aber ferne von ihren Nieren". Jerem.23/23: "Bin Ich ein Gott aus der Nähe und nicht auch ein Gott aus der Ferne". In allen diesen Stellen bedeutet das Ferne die Entfernung vom Guten. 8919. "Und sprachen zu Mose", 2. Mose 20/16, bedeutet die Klage. Dies erhellt aus dem, was in diesem Vers folgt; denn was sie sprachen, waren Klagen. 8920. "Rede du mit uns, so wollen wir darauf hören", 2. Mose 20/16, bedeutet die Aufnahme des Wahren in angemessener Form, dem sie dann gehorchen würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es Einfluß und Mitteilung bezeichnet, worüber Nr. 2951, 3060, 4131, 5481, 5797, 6225, 7270, 8128; daher bedeutet es auch Aufnahme; denn was einfließt und mitgeteilt wird, das wird aufgenommen. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der reden sollte, insofern er das Wahre vom Göttlichen unterhalb des Himmels vorbildet, das mit dem göttlich Wahren im Himmel verbunden wird, also das Vermittelnde zwischen dem Herrn und dem Volke, worüber Nr. 8760, 8787, 8805; daher kommt es, daß Mose hier das Wahre in einer angemessenen Form bezeichnet. Was das Wahre in angemessener Form anbelangt, so muß man wissen, daß das göttlich Wahre, wenn es durch die Himmel zu den Menschen herabstieg, (sowie das Wort herabgestiegen ist), auf dem Wege allen angepaßt wurde, sowohl denen, die in den Himmeln sind, als denen, die auf Erden sind. Das göttlich Wahre ist aber in einer ganz anderen Form in den Himmeln, als auf der Welt. In den Himmeln ist es so beschaffen, wie der innere Sinn des Wortes, in der Welt aber so, wie der Buchstabensinn desselben. Ja in den Himmeln selbst ist es in verschiedenen Formen, in einer anderen im innersten oder dritten Himmel, in einer anderen im mittleren oder zweiten und in einem anderen im ersten oder letzten (untersten). Die Form des göttlich Wahren, (d.h. das Innewerden, das Denken und die Verkündigung desselben) in dem innersten oder dritten Himmel übertrifft diese in dem mittleren oder zweiten so sehr, daß sie in diesem nicht begriffen werden kann, so göttlich und hoch erhaben ist sie; denn sie enthält zahlloses, was im zweiten Himmel nicht ausgesprochen werden kann. Sie besteht aus lauter Zustandsveränderungen in betreff der Neigungen der Liebe. Die Form des göttlich Wahren im mittleren oder zweiten Himmel übertrifft aber ebenso die in dem ersten oder letzten (untersten) Himmel, und mehr noch die Form des göttlich Wahren in der Welt. Daher kommt es, daß das, was in jenen Himmeln verkündigt wird, so beschaffen ist, daß kein menschlicher Geist es wahrnimmt, kein Ohr es hört; wie diejenigen aus Erfahrung wissen, die in den Himmel erhoben worden sind. Die dieses nicht wissen, glauben, daß man in den Himmeln nicht anders denke und nicht anders rede, als auf Erden. Dies glauben sie aber, weil sie nicht wissen, daß das Innere des Menschen in einem weit erhabeneren Zustand ist, als das Äußere desselben, und daß das Denken und die Rede derer, die in den Himmeln sind, himmlisch und geistig, auf Erden aber natürlich ist, wobei der Unterschied so groß ist, daß er nicht durch Worte beschrieben werden kann. Aber über jene Arten der Rede sehe man Nr. 1634-1650, 1757, 1758, 1759, 1876, 2157, 2472, 2476, 3342, 3343, 3344, 3345, 4104, 4609, 5225, 5287, 6040, 6982, 7002, 7089, 7131, 7191, 7381, 8343, 8733, 8734. Hieraus wird auch klar, daß das göttlich Wahre oder das Wort nicht begriffen werden könnte, wenn es nicht in einer angemessenen Form erscheinen würde, wenn es nämlich in einer höheren (Form erschiene), als der Zustand der Auffassung ist, so würde es nicht in den Verstand, also auch nicht in den Glauben fallen. Daher kommt es, daß das göttlich Wahre dem Menschen so gegeben wurde, wie das Wort im Buchstabensinn ist; denn wenn es so erscheinen würde, wie es im Himmel ist, würde es kein Mensch begreifen, sondern sogleich bei der ersten Anschauung und bei der ersten Wahrnehmung verwerfen, weil es sich nicht vereinigen ließe mit dem, was Sache des natürlichen Lichtes ist. Und überdies würde es voll von Geheimnissen sein, die auf keine Weise in eine Vorstellung des Menschen eingehen könnten, weil sie den Scheinbarkeiten und Sinnestäuschungen, die aus der Welt, vermittelst des äußeren Sinnlichen, herkommen, ganz entgegen sein würden. Abgesehen von den tieferen Geheimnissen, die inwendig in jenen Geheimnissen in vielfacher Reihenfolge verborgen liegen, und die gar nicht ausgedrückt werden können, außer durch Veränderungen und Wechsel der Zustände des Lichtes und des himmlischen Feuers, vermittelst derer die Rede und das Denken der Engel bewirkt wird. 8921. "Aber Gott möge nicht mit uns reden", 2. Mose 20/16, bedeutet das Wahre in einer nicht angemessenen Form. Dies erhellt aus dem Vorhergehenden, denn Mose bedeutet das göttlich Wahre unterhalb des Himmels, das verbunden ist mit dem göttlich Wahren im Himmel, also das Vermittelnde zwischen dem Herrn und dem Volke, daher das göttlich Wahre in angemessener Form, wie Nr. 8920 gezeigt worden ist. Somit bedeutet "Gott möge nicht mit uns reden" das göttlich Wahre in einer nicht angemessenen Form; denn unter Gott wird hier der Herr in Ansehung des göttlich Wahren im Himmel verstanden: Nr. 8805; somit das göttlich Wahre selbst; was auch der Grund ist, daß hier Gott und nicht Jehovah gesagt wird; denn im Wort wird, wo Gott gesagt wird, der Herr in Ansehung des göttlich Wahren verstanden, aber wo Jehovah (gesagt wird), der Herr in Ansehung des göttlich Guten: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4295, 4402, 7091, 7268, 7873, 8301, 8867. 8922. "Damit wir nicht sterben", 2. Mose 20/16, bedeutet, sonst würde das Leben des Himmels bei ihnen zugrunde gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es heißt, geistig sterben, worüber Nr. 6119; somit zugrunde gehen in betreff des Lebens vom Himmel. Daß das göttlich Wahre in einer nicht angepaßten Form dieses bewirkt, erhellt aus dem, was Nr. 8920 gezeigt wurde, denn das Wahre in einer nicht angemessenen Form, so wie es im Himmel ist, geht über die Fassungskraft (des Menschen) hinaus, und was über diese hinausgeht, wird nicht aufgenommen, was aber nicht aufgenommen wird, fließt nicht in den Glauben, somit auch nicht in das Leben des Glaubens ein, welches das Leben des Himmels ist; denn der Mensch wird wiedergeboren, d.h., er nimmt das Leben des Himmels auf, vermittelst des göttlich Wahren, das Sache des Glaubens ist: Nr. 2046, 2063, 2189, 2979, 3155, 3876, 3877, 5912, 6247, 8635-8640, 8772. 8923. "Und Mose sprach zum Volke", 2. Mose 20/17, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, hier von seiten Moses zum Volke, insofern es eine Belehrung bezeichnet; denn was er spricht ist eine Belehrung über das, worüber sie klagten. Ebenso wird an anderen Stellen durch sprechen eine Belehrung bezeichnet, wenn über eine in Frage stehende Sache Belehrung erteilt wird, z.B. Nr. 7169, 7193, 7825, 8041. 8924. "Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, daß Er euch versuche", 2. Mose 20/17, bedeutet, daß das Leben des Himmels nicht zugrunde gehen werde, nur solle man wissen, daß es sei und wie es beschaffen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von fürchten, nämlich daß sie sterben würden, insofern es heißt, sie würden zugrunde gehen in Ansehung des himmlischen Lebens: Nr. 8922; und aus der Bedeutung von "euch versuchen", insofern es soviel ist als lehren, daß es ein Leben des Himmels gibt und wie es beschaffen ist. Daß versuchen dies bedeutet, kommt daher, daß jede geistige Versuchung den Menschen über dergleichen belehrt und ihn darin bestärkt; denn die Versuchungen finden deshalb statt, damit der Glaube an das Wahre und die Neigung zum Wahren, und nachher die Neigung zum Guten eingepflanzt werde und Wurzel schlage, und so der Mensch ein neues Leben empfange, welches das Leben des Himmels ist, denn die Versuchungen sind Kämpfe mit dem Bösen und Falschen, und wenn der Mensch diese besiegt, dann wird es befestigt, denn er kämpft aus den Wahrheiten und für das Wahre wider das Falsche und Böse. Daß er aus den Wahrheiten und für die Wahrheiten kämpft, fühlt der Mensch alsdann nicht, weil die Wahrheiten im Inneren sind, und deshalb nicht deutlich zur Sinneswahrnehmung gelangen, (die dem Äußeren angehört). Daß es aber aus ihnen und für sie geschieht, geht daraus hervor, daß es ein Kampf ist und hernach ein Sieg, die beide nicht möglich sind, als durch einen Zusammenstoß des einander Entgegengesetzten. Diese Gegensätze sind das Böse und das Gute, sowie das Falsche und das Wahre. Man muß jedoch wissen, daß nicht der Mensch kämpft, sondern der Herr für den Menschen, und zwar wider die Höllen, die dann den Menschen anzugreifen und zu unterjochen streben: Nr. 840, 1661, 1692, 8159, 8168, 8172 8175, 8176. Hieraus wird klar, daß "fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, daß Er euch versuche" bedeutet, es sei nicht zu befürchten, daß das himmlische Leben zugrunde gehen werde, sondern es geschehe, damit sie belehrt würden und erkennen möchten, daß es ein Leben des Himmels gebe, und wie es beschaffen sei. Über die Versuchungen sehe man jedoch, was früher gesagt und gezeigt wurde: Nr. 2272, 2768, 3318, 3927, 3928, 4249, 4341, 4572, 5036, 5246, 5356, 6144, 6574, 6611, 6657, 6663, 6666, 6829, 8131, 8273, 8351, 8367, 8370 E, 8403, 8567. 8925. "Und damit Seine Furcht vor euerm Angesichte sei, auf daß ihr nicht sündiget", 2. Mose 20/17, bedeutet, dadurch entstehe eine heilige Furcht vor dem Göttlichen, und aus dieser die Erhaltung des geistigen Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung der Furcht Gottes, insofern sie eine heilige Furcht vor dem Göttlichen bezeichnet, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung des Angesichtes, insofern es das Innere bezeichnet, worüber Nr. 1999, 2434, 3527, 4066, 4796, 4797, 5102, 5585, 5592; die Furcht Gottes vor Seinem Angesichte bedeutet daher eine heilige Furcht im Inneren vor dem Göttlichen. Ferner aus der Bedeutung von "auf daß ihr nicht sündiget", insofern es eine Bewahrung des geistigen Lebens bezeichnet, denn das geistige Leben wird durch das Nichtsündigen bewahrt. Sündigen heißt Böses und Falsches mit Absicht und Willen tun und denken; denn was mit Absicht und Willen geschieht, das geht aus dem Herzen hervor und macht den Menschen unrein: Matth.15/11,17-19, und vernichtet folglich das geistige Leben in ihm. Man sehe auch Nr. 8910. Was die heilige Furcht anbelangt, die durch die Furcht Gottes im Worte bezeichnet wird, so wisse man, daß diese Furcht Liebe ist, aber eine Liebe, wie die der Kinder gegen die Eltern, der Eltern gegen die Kinder, und der Ehegatten gegeneinander, die fürchten, etwas zu tun, was mißfällt, und somit irgendwie die Liebe verletzt. Eine solche Furcht wird in die Liebe eingepflanzt, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und weil diese Furcht mit der Liebe übereinstimmt und inwendig in der Liebe sein kann und tatsächlich in ihr wohnt und mit ihr vereint ist, deshalb wird sie eine heilige Furcht genannt, und ist die Furcht, zu sündigen oder wider die Gebote, also wider den Herrn zu handeln. Diese Liebe ist aber bei einem jeden verschieden nach der Beschaffenheit und dem Maße seiner Liebe; man sehe, was hierüber gezeigt wurde Nr. 2826, 3718, 3719, 5459, 7280, 7788. 8926. Vers 18-20: Und das Volk stand von ferne, aber Mose trat hinzu in das dichte Dunkel, worinnen Gott war. Und Jehovah sprach zu Mose: So sollst du sprechen zu den Söhnen Israels: Ihr habt gesehen, daß Ich aus dem Himmel mit euch geredet habe. Ihr sollt nicht neben Mir machen silberne Götter und goldene Götter; ihr sollt sie euch nicht machen. "Und das Volk stand von ferne" bedeutet die Entfernung vom inneren Wahren; "aber Mose trat hinzu in das dichte Dunkel, worinnen Gott war" bedeutet, es habe dennoch eine Verbindung des Wahren vom geistig Guten mit dem göttlich Wahren (stattgefunden); "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet eine weitere Belehrung; "so sollst du sprechen zu den Söhnen Israels" bedeutet zu denen, die der geistigen Kirche angehören; "ihr habt gesehen, daß Ich aus dem Himmel mit euch geredet habe" bedeutet, das Ganze des Wortes bestehe durch den Einfluß vom Göttlichen durch den Himmel; "ihr sollt nicht neben Mir machen silberne Götter und goldene Götter" bedeutet, sie sollten ganz und gar abstehen von solchen Dingen, die in der äußeren Form als wahr und gut erscheinen, aber in der inneren falsch und böse sind; "ihr sollt sie euch nicht machen" bedeutet, man solle sich sorgfältig davor hüten. 8927. "Und das Volk stand von ferne", 2. Mose 20/18, bedeutet die Entfernung vom inneren Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von ferne stehen, insofern es eine Entfernung vom Inneren bezeichnet, worüber Nr. 8918. 8928. "Aber Mose trat hinzu in das dichte Dunkel, worinnen Gott war", 2. Mose 20/18, bedeutet, es habe dennoch eine Verbindung des Wahren vom geistig Guten mit dem göttlich Wahren (stattgefunden). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre unterhalb des Himmels vorbildet, das verbunden ist mit dem göttlich Wahren im Himmel und daher das Vermittelnde ist, worüber Nr. 8760, 8787, 8805; also das Wahre des geistig Guten; denn dieses ist das göttlich Wahre unterhalb des Himmels, in dem die geistige Kirche ist, die durch die Söhne Israels vorgebildet wird. Dieses Wahre bildet Mose vor als das Haupt dieser Kirche: Nr. 7041. Aus der Bedeutung von hinzutreten, insofern es eine Verbindung bezeichnet, denn zum Göttlichen hinzutreten heißt, mit demselben verbunden werden. Ferner aus der Bedeutung des Dunkels, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet in bezug auf diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, wie auch in bezug auf jenes Volk, dem Mose als Führer vorstand. Daß das göttlich Wahre diesem und jenem als dunkel erscheint, kommt daher, daß sie nicht im Lichte sind in Ansehung des göttlich Wahren. Was zuerst diejenigen betrifft, die der geistigen Kirche angehören, so glauben dieselben, sie seien im Licht, daß sie aber doch im Dunkeln, ja in dichtem Dunkel sind bezüglich des göttlich Wahren, erhellt daraus, daß sie nicht aus einem inwendigen Innewerden wissen, es sei wahr, was die Kirche sagt, sondern bloß daraus, weil die Kirche es sagt; dieses begründen sie bei sich, mag es nun falsch oder wahr sein. Wer aber nicht in einem inwendigen Innewerden über das göttlich Wahre ist, der ist im Dunkeln, oder was dasselbe ist, für ihn ist das göttlich Wahre im Dunkeln. Als Beispiel diene Folgendes: Die, welche der geistigen Kirche angehören, wissen nicht und wollen nicht wissen, daß ein innerer Sinn im Worte ist; und wenn sie es etwa glauben sollten, so geschieht es nicht aus einem inwendigen Innewerden, daß es sich so verhalte, sondern durch Überredung von anderen. Als Beispiel möge auch Folgendes dienen: Diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, sagen, der Glaube sei das einzige Mittel zur Seligkeit, auch ohne Liebtätigkeit und ihrem Guten; dies glauben sie, weil die Kirche es sagt, und sie gelangen nicht zu diesem Lichte des Innewerdens, daß kein Glaube vorhanden ist wo keine Liebtätigkeit ist, und daß eins dem anderen angehört wie Gatte und Gattin, und daß also die Liebtätigkeit das Wesentliche der Kirche ist, weil Sache des Guten. Hieraus wird auch deutlich, in welchem Dunkel oder in welcher Finsternis die geistige Kirche ist; und weil die Angehörigen derselben sich in einem solchen Zustand befinden, darum trennen sie die Kirche in so viele Kirchen, als es verschiedene Lehren über die Glaubenswahrheiten gibt, was nicht der Fall sein würde, wenn sie im Lichte wären; denn wer im Lichte ist, bezweifelt niemals, und noch weniger leugnet er, daß die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten das Wesentliche der Kirche sind, und daß alle Wahrheiten des Wortes, somit auch die des Glaubens, sich auf jene gründen. Ebenso verhält es sich mit den übrigen (Lehren), die davon abhängen, und Glaubenswahrheiten genannt werden. Dies ist jedoch noch deutlicher gezeigt worden: Nr. 2708, 2715, 2831, 2849, 2935, 2937, 3241, 3246, 6289, 6427, 6865, 6945, 7233. Daß diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, nicht bis zur ersten Schwelle der Weisheit oder bis zum ersten Grade des Lichtes gelangen, in dem diejenigen stehen, die der himmlischen Kirche angehören, sehe man Nr. 2718, 3833, 6500. Es wird gesagt, Mose sei in das Dunkel eingetreten, als er zu Gott hinzutrat, aus dem weiteren Grunde, weil Mose als Führer das israelitische und jüdische Volk vorbildete, das in solchem Dunkel über die inneren Wahrheiten war, daß es dieselben gar nicht kannte; denn es setzte den ganzen Gottesdienst und alles Göttliche in das Äußere; daher kommt es, daß das Göttliche ihnen als dichtes Dunkel erschien. Es ist nämlich einem jeden bekannt, daß das Göttliche keineswegs im Dunkeln ist, sondern im Lichte, denn das Göttliche ist selber das Licht. Es wird daher nur Dunkel genannt in Beziehung auf diejenigen, die in keinem Lichte sind, denn ihnen erscheinen die göttlichen Wahrheiten, die das Licht des Himmels ausmachen, nicht anders weil sie nicht geglaubt, ja sogar geleugnet werden; auch erscheint das Göttliche einem jeden nach der Beschaffenheit seines Lebens und seines Glaubens, somit als Licht denjenigen, die im Lichte sind, und als Finsternis denen, die im Dunkel sind. Daß das israelitische und das jüdische Volk so beschaffen war, sehe man Nr. 3479, 3769, 4281, 4293, 4307, 4314, 4316, 4433, 4680, 4825, 4832, 4844, 4847, 4865, 4903, 6304; und daß der Herr auf dem Berge Sinai ihm im Rauch, in der Wolke und in dichtem Dunkel erschien, gemäß der Beschaffenheit desselben: Nr. 1891 E, 6832, 8814, 8819. 8929. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 20/19, bedeutet eine weitere Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es eine Belehrung bezeichnet, denn sprechen schließt das Folgende in sich, hier die Belehrung, wie auch anderwärts: Nr. 6879, 6881, 6883, 6891, 7186, 7267, 7304, 7380, 8127. 8930. "So sollst du sprechen zu den Söhnen Israels", 2. Mose 20/19, bedeutet zu denen, die der geistigen Kirche angehören. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche vorbilden, worüber Nr. 6426, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223, 7957, 8234, 8805. 8931. "Ihr habt gesehen, daß Ich aus dem Himmel mit euch geredet habe", 2. Mose 20/19, bedeutet, das Ganze des Wortes (komme) vermittelst des Einflusses vom Göttlichen durch den Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aus dem Himmel reden", wenn Jehovah zu denen (spricht), die der Kirche angehören, und durch die Söhne Israels vorgebildet werden: Nr. 8930; insofern es das göttlich Wahre bezeichnet oder das Wort, das vom Göttlichen durch den Himmel kommt, denn was Jehovah redet, das ist das göttlich Wahre, somit das Wort, das in der Kirche ist; und was Er redet, das geht durch den Himmel hindurch. Man muß wissen, daß der Himmel nicht an einem bestimmten oder begrenzten Orte ist, also nicht, wie die gewöhnliche Meinung ist, in der Höhe, sondern der Himmel ist, wo das Göttliche ist, also bei einem jeden und in einem jeden, der in der Liebtätigkeit und im Glauben ist; denn die Liebtätigkeit und der Glaube sind der Himmel, weil sie vom Göttlichen ausgehen, und in demselben wohnen auch wirklich die Engel. Daß der Himmel ist, wo das Göttliche, d.h. der Herr, erhellt auch daraus, daß der Berg Sinai, von dem herab der Herr redete, hier Himmel genannt wird, und aus diesem Grund wird auch durch den Berg Sinai der Himmel bezeichnet, aus dem das göttlich Wahre (kommt): Nr. 8805. Das Ganze des Wortes wird aber bezeichnet, weil Jehovah oder der Herr nun anfing, das Wort zu offenbaren, das dem menschlichen Geschlechte zur Lehre und zum Leben dienen sollte, zuerst durch Mose und nachher durch die Propheten. Damit sie aber erkennen möchten, daß das Wort vom Göttlichen durch den Himmel sei, deshalb wollte der Herr selbst herniedersteigen und mit lauter Stimme die Zehn Gebote verkündigen, und dadurch zeigen, daß auch die nachfolgenden Teile des Gesetzes, d.h. des Wortes, ebenso vermittelst des Einflusses vom Göttlichen durch den Himmel (kommen würden). 8932. "Ihr sollt nicht neben Mir machen silberne Götter und goldene Götter", 2. Mose 20/20, bedeutet, sie sollten ganz und gar abstehen von solchen Dingen, die in der äußeren Form als wahr und gut erscheinen, aber in der inneren falsch und böse sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von Götter machen, insofern es soviel ist als sie verehren; denn wer sich Götter macht, tut es um ihrer Verehrung willen. Aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das Wahre bezeichnet und daher im entgegengesetzten Sinn das Falsche, und aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute bezeichnet und daher im entgegengesetzten Sinn das Böse, worüber Nr. 113, 1551, 1552, 2954, 5658, 6914, 6917, 7999. Daß sie das bezeichnen, was als Wahres und Gutes in der äußeren Form erscheint, aber in der inneren Falsches und Böses ist, kommt daher, daß gesagt wird: "neben Mir machen", d.h. neben Jehovah Gott, denn das göttlich Wahre und Gute selbst ist im Inneren, und ist auch im Äußeren; allein in diesem ist das göttlich Wahre und Gute in vorbildlichen Darstellungen (oder Typen), denn das Äußere stellt durch den Typus das Innere dar und bildet es vor. Das Äußere ist aber Falsches und Böses, wenn es, vom Inneren getrennt, für heilig gehalten oder verehrt wird, es erscheint aber gleichwohl als Wahres und Gutes, weil es dieses vorbildet. Dies wird bezeichnet durch "silberne Götter und goldene Götter machen neben Jehovah Gott". Dieses Gebot folgt aber unmittelbar auf die Zehn Gebote, weil das israelitische und jüdische Volk von der Art war, daß es das Äußere, das von dem Inneren getrennt war, als heilig ansah und völlig als Göttlich verehrte: Nr. 3479, 3769, 4281, 4293, 4307, 4314, 4316, 4433, 4680, 4825, 4832, 4844, 4847, 4865, 4903, 6304, 6832, 8814, 8819. Damit man noch weiter erkenne, welche und was für Dinge es sind, die in ihrer äußeren Form als wahr und gut erscheinen, inwendig aber falsch und böse sind, mögen als Beispiel dienen: Alle Zeremonien der jüdischen Kirche, z.B. Opfer, Räucherungen, Waschungen und dergleichen mehr. Diese Gebräuche waren in der äußeren Form Wahres und Gutes, nicht an sich, sondern weil sie sinnbildlich (oder typisch) inneres Wahres und Gutes darstellten oder vorbildeten, was der Liebe zum Herrn und dem Glauben an Ihn angehört; wenn aber solche Dinge in der äußeren Form für heilig gehalten, und mehr noch, wenn sie verehrt wurden, wie es von den Juden und Israeliten geschah, als sie Götzendiener geworden waren, und jene Dinge zur Verehrung fremder Götter anwandten, dann blieb denselben von dem Wahren und Guten, das sie sinnbildlich darstellten oder vorbildeten, nichts übrig als der äußere Schein, weil sie der inneren Form nach Falsches und Böses waren. Ebenso verhielt es sich mit den übrigen Dingen, die vorbildliche Typen der himmlischen und göttlichen Dinge bei jenem Volke waren. Sobald nämlich die äußeren Dinge, die Inneres vorbildeten, zur Verehrung fremder Götter angewendet wurden, so wurden sie zu Götzenbilder, die sie verehrten, oder zu Göttern von Silber und Gold, die sie neben Jehovah Gott machten; denn dann erschienen sie in der äußeren Form als Wahres und Gutes, in der inneren aber waren sie Falsches und Böses. Im allgemeinen bedeuten silberne und goldene Götter alles Falsche und daraus hervorgehende Böse des Gottesdienstes, das dem Wahren und Guten ähnlich gemacht wird durch falsche Anwendungen und Deutung des Wortes, und zugleich durch Vernünfteleien aus eigener Einsicht; und solche Dinge werden durch silberne und goldene Götter bezeichnet in folgenden Stellen: Jes.2/20,21: "An jenem Tage werden die Menschen ihre silbernen Götzen und goldenen Götzen, die sie sich gemacht haben, um sie anzubeten, den Maulwürfen und Fledermäusen hinwerfen, um zu kriechen in die Felsenspalten und Steinschluchten": Maulwürfe und Fledermäuse bedeuten diejenigen, die im Dunkeln, d.h., die im Falschen und daraus im Bösen sind. Jes.31/7: "An jenem Tage wird ein jeglicher seine silbernen Götzen und seine goldenen Götzen wegwerfen, die eure Hände gemacht haben zur Sünde": welche die Hände gemacht haben, bedeutet, die aus eigener Einsicht (stammen). Jes.40/19: "Das Gußbild gießt ein Künstler und ein Schmelzer überzieht es mit Gold, und silberne Ketten schmelzt er daran": Gußbilder (stehen) für das, was aus dem Eigenen (stammt): Nr. 8869; mit Gold überziehen bedeutet machen, daß es in äußerer Form als gut erscheint; Ketten von Silber daran schmelzen, bedeutet machen, daß es mit dem Wahren gleichsam durch Verknüpfung zusammenhängt. Daß Gold das Gute und Silber das Wahre bedeutet, sehe man an den oben angeführten Stellen. Jerem.10/3,4: "Eitelkeit sind die Satzungen der Völker, denn (ihre Götter sind) Holz, das man im Walde gehauen, ein Werk der Hände des Künstlers, mit Gold und Silber schmückt er es; mit Nägeln und Hammer befestigt er es, auf daß es nicht wanke". Hos.13/2: "Die von Ephraim fahren fort zu sündigen und machen sich Gußbilder, Götzen aus Silber, nach ihrer Einsicht, das Ganze ein Werk der Künstler": Ephraim bedeutet das Verständige der Kirche: Nr. 5354, 6222, 6234, 6238, 6267; Gußbild aus Silber bedeutet das Falsche, das als Wahres erscheint; weshalb gesagt wird, "nach ihrer Einsicht"; das Ganze ein Werk der Künstler, bedeutet, daß alles durch Vernünfteleien aus dem Eigenen (stamme). Hab.2/19: "Wehe dem, der zum Holze spricht: Erwache! zum stummen Stein: Stehe auf. Sollte der lehren? Siehe, er ist befestigt mit Gold und Silber, aber, es ist kein Geist in seiner Mitte": Holz für das Böse, Stein für das Falsche; befestigt mit Gold und Silber bedeutet den Anschein des Guten und Wahren durch die Anwendungen. Dan.5/2-4,23: "Belsazar befahl, als der Wein ihm gut schmeckte, man solle die goldenen und silbernen Gefäße herbeibringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte, damit der König und seine Großen, seine Weiber und Kebsweiber daraus tränken; und sie tranken Wein und priesen ihre Götter von Gold und Silber, von Erz, Eisen, Holz und Stein": die goldenen und silbernen Gefäße aus dem Tempel zu Jerusalem bildeten das Gute und Wahre der Kirche und des Reiches des Herrn vor, Wein daraus trinken, bedeutet, jenes entweihen durch Böses und Falsches, was durch die goldenen und silbernen Götter bezeichnet wird. Ps.115/4,5; 135/15,16: "Ihre Götzen sind Silber und Gold, das Werk von Menschenhänden, sie haben einen Mund und reden nicht, Augen, aber sie sehen nicht": Silber und Gold, das die Götzen sind, für das Falsche und Böse; Werk der Menschenhände für das, was aus der eigenen Einsicht stammt. 5. Mose 7/25,26: "Die geschnitzten Götterbilder der Völker sollt ihr mit Feuer verbrennen. Du sollst nicht begehren das Silber und Gold an denselben, es für dich zu nehmen, denn ein Greuel ist es Jehovah, deinem Gott; darum sollst du keinen Greuel in dein Haus bringen, daß es dir ein Bann werde, wie jenes; mit Grauen sollst du es verabscheuen": Silber und Gold an den Schnitzbildern bedeutet das Falsche und Böse, das als Wahres und Gutes verehrt wird gemäß dem Anschein, den man ihm gegeben hat. 8933. "Ihr sollt sie euch nicht machen", 2. Mose 20/20, bedeutet, man solle sich sorgfältig davor hüten. Dies erhellt daraus, daß zweimal gesagt wird, man solle es nicht tun, das Abermalige oder die Wiederholung drückt aus "ganz und gar", d.h. man solle sich sorgfältig davor hüten. 8934. Vers 21-23: Einen Altar von Erde sollst du Mir machen, und darauf opfern deine Brandopfer und deine Dankopfer, deine Schafe und deine Rinder; an jedem Orte, wo Ich ein Gedächtnis Meines Namens stiften werde, will Ich zu dir kommen und dich segnen. Und wenn du Mir einen Altar von Stein errichtest, sollst du ihn nicht bauen von behauenen Steinen, denn wenn du mit deinem Meißel darüber fährst, so wirst du ihn entweihen. Und du sollst nicht auf Stufen zu Meinem Altar hinansteigen, damit deine Blöße nicht aufgedeckt werde über ihm. "Einen Altar von Erde sollst du Mir machen" bedeutet das vorbildliche des Gottesdienstes im allgemeinen aus dem Guten; "und darauf opfern deine Brandopfer und deine Dankopfer" bedeutet den Gottesdienst im besonderen nach dem Zustand des geistigen Lebens bei einem jeden; "deine Schafe und deine Rinder" bedeutet das innere und äußere Gute; "an jedem Orte, wo Ich ein Gedächtnis Meines Namens stiften werde" bedeutet den Zustand des Glaubens an den Herrn bei einem jeden; "will Ich zu dir kommen und dich segnen" bedeutet die Gegenwart des Göttlichen alsdann und den Einfluß; "und wenn du Mir einen Altar von Stein errichtest" bedeutet das Vorbildliche des Gottesdienstes im allgemeinen aus dem Wahren; "sollst du ihn nicht bauen von behauenen Steinen" bedeutet nicht aus eigener Einsicht; "denn wenn du mit deinem Meißel darüber fährst" bedeutet, wenn aus dem Eigenen; "so wirst du ihn entweihen" bedeutet, daß es dann kein Gottesdienst sei; "und du sollst nicht auf Stufen zu Meinem Altar hinansteigen" bedeutet, keine Erhebung zu dem Inneren, das himmlisch ist; "damit deine Blöße nicht aufgedeckt werde über ihm" bedeutet, die Vorstellung ihres Denkens über diese Dinge sei voll von Falschem, was dann sich offenbaren werde. 8935. "Einen Altar von Erde sollst du Mir machen", 2. Mose 20/21, bedeutet das vorbildliche des Gottesdienstes im allgemeinen aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares, insofern er das wichtigste Vorbild des Herrn ist, und daher auch Seiner Verehrung, worüber Nr. 921, 2777, 2811, 4489, 4541; und aus der Bedeutung der Erde, insofern sie das Gute bezeichnet. Die Erde bedeutet aber das Gute aus dem Grunde, weil durch die Erde die Kirche, die im Guten ist, bezeichnet wird: Nr. 566; deshalb erhielt Adam seinen Namen von der Erde (Adamah): 1. Mose 2/7; 3/19, denn durch ihn wird der Mensch der himmlischen Kirche oder der Kirche, die im Guten ist, bezeichnet: Nr. 478, 479. Zweierlei ist es, was die Verehrung des Herrn ausmacht: das Gute und das Wahre. Der Gottesdienst aus dem Guten wurde vorgebildet durch den Altar von Erde, und der Gottesdienst aus dem Wahren durch den Altar von Steinen. Von beiden Altären wird hier gehandelt. Diese beiden, aus denen der Gottesdienst besteht, werden Glaube und Liebtätigkeit genannt. Der Gottesdienst aus dem Wahren bezieht sich auf den Glauben, und der Gottesdienst aus dem Guten auf die Liebtätigkeit. Mit dem Gottesdienst aus dem Glauben und aus der Liebtätigkeit, oder aus dem Wahren und aus dem Guten verhält es sich auf folgende Weise: Bevor der Mensch wiedergeboren ist, ist er im Gottesdienst aus dem Wahren, wenn er aber wiedergeboren ist, ist er im Gottesdienst aus dem Guten; denn ehe der Mensch wiedergeboren ist, wird er durch das Wahre zum Guten geführt, d.h. durch den Glauben zur Liebtätigkeit. Wenn er aber wiedergeboren ist, ist er im Guten und daraus im Wahren, d.h. in der Liebtätigkeit und daraus im Glauben: Nr. 8516, 5839, 8643, 8648, 8658. Diese beiden Gottesdienste sind es, die vorgebildet werden durch die Altäre von Erde und von Stein. Daß der Altar das wichtigste Vorbild des Gottesdienstes des Herrn ist, kommt daher, daß Brandopfer und Schlachtopfer auf ihm dargebracht wurden; und diese waren es, in denen hauptsächlich der Gottesdienst des hebräischen und daher auch des israelitischen und jüdischen Volkes bestand: Nr. 923, 1343, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519, 6905. 8936. "Und du sollst darauf opfern deine Brandopfer und deine Dankopfer", 2. Mose 20/21, bedeutet den Gottesdienst im besonderen nach dem Zustand des geistigen Lebens bei einem jeden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brandopfer und der Schlachtopfer, insofern sie den ganzen inneren Gottesdienst im allgemeinen bezeichnen, mit Abwechslung nach den verschiedenen Arten des Himmlischen und Geistigen, d.h. des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens an den Herrn: Nr. 922, 923, 2165, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519, 6905; also nach dem ganzen Zustand des geistigen Lebens im besonderen. Daher kam es, daß so verschiedene Arten von Schlachtopfern angeordnet waren, nämlich außer den täglichen Opfern auch solche für die Sabbathe, für die Feste, für die Neumonde, für Einweihungen, für Heiligungen, wie auch für jede Schuld, Sünde, Reinigung, Heilung und Geburt. Daher kam es auch, daß, je nach dem Zustand, verschiedene Arten von Tieren angewendet wurden, nämlich Rinder, Stiere, Lämmer, Widder, Ziegen, Böcke, durch die im besondern das mannigfache Gute des geistigen Lebens bezeichnet wurde. 8937. "Deine Schafe und deine Rinder", 2. Mose 20/21, bedeutet das innere und äußere Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafe, insofern sie das innere Gute bezeichnen; und aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das äußere Gute bezeichnen, worüber Nr. 2566, 5913. Das Kleinvieh bedeutet das innere Gute, weil zu diesem die Lämmer, Schafe, Böcke, Ziegen, Widder und Ziegenböcke gehören, wodurch solches bezeichnet wird, was der Unschuld und der himmlischen und geistigen Liebe im inneren Menschen angehört; und die Rinder bedeuten das äußere Gute, weil zu den Rindern die Ochsen, Stiere und Kälber gehören, durch die solches bezeichnet wird, was dem Guten und Wahren im äußeren Menschen angehört. Was die Ochsen bedeuten, sehe man Nr. 2180, 2566, 2781; was die Stiere und Kälber: Nr. 1824, 2830; was die Lämmer: Nr. 3519, 3994, 7840; was die Schafe: Nr. 4169; was die Böcke und Ziegen: Nr. 3519, 4005, 4006, 4871; was die Widder: Nr. 2830, 4170; und was die Ziegenböcke: Nr. 4169 E, 4769. 8938. "An jedem Orte, wo Ich ein Gedächtnis Meines Namens stiften werde", 2. Mose 20/21, bedeutet den Zustand des Glaubens (an den Herrn) bei einem jeden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ortes, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 3404, 4321, 4882, 5605, 7381; somit bedeutet "an jedem Orte" den Zustand eines jeden, oder bei einem jeden; hier den Zustand des Glaubens, weil der Name Jehovah alles, wodurch der Herr verehrt wird, in einer Zusammenfassung bezeichnet, somit das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit: Nr. 2724, 3006, 6674; ein Gedächtnis des Namens Jehovahs Gottes stiften, findet daher bei dem statt, in dessen Herzen Liebtätigkeit und Glauben vom Herrn ist. Nach dem Buchstabensinn sollten sie Brandopfer und Dankopfer opfern, somit ihre Schafe und ihre Rinder in Jerusalem, das der Ort war, den der Herr Sich zu Seinem Dienste erwählt hatte, und wo Er also ein Gedächtnis Seines Namens stiftete. Nach dem inneren Sinn aber wird nicht ein Ort verstanden, sondern ein jeder Mensch, bei dem Glaube und Liebtätigkeit vorhanden ist; denn durch Ort wird im inneren Sinn nicht ein Ort, sondern ein Zustand, auch nicht durch Name ein Name, sondern der Glaube und Gottesdienst bezeichnet, somit wird darunter ein Mensch verstanden, der in einem Zustand der Aufnahme des Glaubens vom Herrn ist. Überdies wurden in Jerusalem, das der Ort war, in dem der Herr durch Brandopfer und Dankopfer verehrt wurde, alle Dinge der Kirche vorgebildet; daher wird durch Jerusalem im Worte, und durch das neue Jerusalem in der Offenbarung die Kirche des Herrn bezeichnet; und die Kirche des Herrn ist bei einem jeden, der in dem Zustand der Aufnahme der Liebtätigkeit und des Glaubens vom Herrn ist; denn der Mensch selbst ist die Kirche, und mehrere, bei denen die Kirche ist, bilden gemeinsam eine Kirche. Hieraus wird auch klar, daß durch "an jedem Orte, wo Ich ein Gedächtnis Meines Namens stiften werde", der Zustand des Glaubens bei einem jeden bezeichnet wird. 8939. "Will Ich zu dir kommen und dich segnen", 2. Mose 20/21, bedeutet die Gegenwart des Göttlichen alsdann und den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von zu jemanden kommen, wenn es von Jehovah gesagt wird, insofern es die Gegenwart bezeichnet, wie auch Nr. 5934, 6063, 6089; und aus der Bedeutung von segnen, wenn es von Jehovah (geschieht), insofern es ausdrückt, mit Glauben und Liebtätigkeit begabt werden, worüber Nr. 2846, 3406, 4981, 6091, 6099, 8674; somit auch einfließen; denn der Glaube und die Liebtätigkeit fließen vom Herrn bei dem Menschen ein. Diese sind ein Segen im inneren Sinn, denn sie sind es, die den Menschen in Ewigkeit glücklich und selig machen. Während der Mensch in der Welt lebt, nennt er Segen, was ihn in der Zeit glücklich und selig macht, nämlich Reichtum und Ehrenstellen; aber nicht das Zeitliche wird im Worte nach seinem inneren Sinn verstanden, sondern das Ewige, in Vergleich mit dem das Zeitliche unbedeutend ist; denn zwischen dem Zeitlichen und Ewigen findet kein Verhältnis statt, nicht einmal, wenn es Tausende oder Myriaden von Jahren sind, denn diese nehmen ein Ende; das Ewige hingegen hat kein Ende; deshalb ist nur das Ewige wahrhaft, denn was ohne Ende ist, das ist, weil es das Sein vom Göttlichen hat, das unendlich ist. Das Unendliche in Ansehung der Zeit ist das Ewige; aber was zeitlich ist, ist beziehungsweise nicht wahrhaft, weil es, wenn es ein Ende hat, nicht mehr ist. Hieraus wird auch klar, daß Segen im geistigen Sinn das ist, was in sich das Sein vom Göttlichen hat, somit was Sache des ewigen Lebens und demnach Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist. Daß der irdische Segen nichts bedeute im Verhältnis zu dem himmlischen Segen, der ewig ist, lehrt der Herr bei Matth.16/2,6, (indem Er sagt): "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und Schaden litte an seiner Seele"; ein Mensch aber, der im Weltlichen und Irdischen ist, begreift dieses Wort nicht, weil das Weltliche und Irdische es ersticken, und machen, daß man nicht einmal glaubt, daß es ein ewiges Leben gibt. Ich kann aber versichern, daß der Mensch, sobald er stirbt, im anderen Leben ist, und als Geist unter Geistern lebt; und daß er dann sich und den anderen dort ganz wie ein Mensch in der Welt erscheint, mit jedem inneren und äußeren Sinn begabt: Nr. 1881, daß demnach der Tod des Leibes nur ein Abwerfen dessen ist, was in der Welt zum Nutzen und zu den Verrichtungen gedient hatte, und daß überhaupt der Tod selbst eine Fortsetzung des Lebens ist, aber in der anderen Welt, die vor den Augen des irdischen Körpers unsichtbar, dort aber sichtbar ist, und in einem Lichte, welches das Mittagslicht der Welt tausendfach übertrifft. Weil ich dies aus lebendiger und jetzt noch fortdauernder Erfahrung so vieler Jahre weiß, darum behaupte ich es. Ich rede noch und habe geredet mit fast allen, die ich in der Welt gekannt habe und die gestorben sind. Mit einigen zwei oder drei Tage nach ihrem Verscheiden; und mehrere unter ihnen waren sehr unwillig darüber, daß sie nicht geglaubt hatten, daß etwas von ihrem Leben nach dem Tode fortbestehen werde; mit ihnen habe ich nicht nur einen Tag, sondern monate- und jahrelang geredet. Auch wurde mir gegeben, die aufeinanderfolgenden Zustände ihres Lebens zu sehen, die entweder zur Hölle hin oder zum Himmel fortschritten. Wer daher in Ewigkeit selig sein will, der wisse und glaube, daß er nach dem Tode leben werde. Dies möge er bedenken und beherzigen, denn es ist Wahrheit. Er möge aber auch wissen und glauben, daß das Wort die einzige Lehre ist, die lehrt, wie der Mensch leben muß in der Welt, damit er auf ewig glückselig sei. 8940. "Und wenn du Mir einen Altar von Stein errichtest", 2. Mose 20/22, bedeutet das Vorbildliche des Gottesdienstes im allgemeinen aus dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares, insofern er das Vorbildliche des Gottesdienstes im allgemeinen bezeichnet, worüber Nr. 921, 2777, 2811, 4489; und aus der Bedeutung der Steine, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798, 6426, 8609. Es gibt eine Verehrung des Herrn aus dem Guten und eine aus dem Wahren. Die Verehrung des Herrn aus dem Guten wurde durch einen Altar von Erde vorgebildet, und die Verehrung Desselben aus dem Wahren durch einen Altar von Stein. Über diesen und jenen Gottesdienst sehe man Nr. 8935. Weil der Altar von Stein den Gottesdienst aus dem Wahren bezeichnete, darum wurde (den Israeliten) befohlen, daß ein solcher Altar errichtet werden sollte, sobald sie den Jordan überschreiten und in das Land Kanaan kommen würden, und daß auf demselben die Gebote des Gesetzes geschrieben werden sollten; d.h. die göttlichen Wahrheiten aus dem Himmel; denn durch die Zehn Gebote werden alle göttlichen Wahrheiten in ihrer Gesamtheit bezeichnet. Über diesen Altar heißt es: 5. Mose 27/1-8; Jos.8/30-32: "Wenn du über den Jordan gegangen bist, sollst du große Steine aufrichten und sie mit Kalk verkitten; darauf sollst du dann alle Worte des Gesetzes schreiben. Nachher sollst du daselbst Jehovah, deinem Gott, einen Altar erbauen, einen Altar von Steinen, die du mit keinem Eisen bearbeiten sollst. Von unbehauenen Steinen sollst du den Altar Jehovahs, deines Gottes, erbauen, und auf demselben Brandopfer und Dankopfer darbringen; und auf die Steine des Altars sollst du die Worte des Gesetzes schreiben, gut eingegraben". Die Worte des Gesetzes sollten aber deshalb auf die Steine des Altars geschrieben werden, weil Steine Wahrheiten bedeuten, und der steinerne Altar den Gottesdienst aus den Wahrheiten. Das war auch der Grund, weshalb die Zehn Gebote, welche die göttlichen Wahrheiten in ihrer Zusammenfassung bezeichneten, auf steinernen Tafeln geschrieben waren. Daß dies geschehen sollte, sobald sie den Jordan überschritten, hatte seinen Grund darin, daß der Jordan, der gegen die Wüste hin die erste und letzte Grenze des Landes Kanaan war, die Einführung in die Kirche oder in den Himmel bezeichnete, die durch die Erkenntnisse des Wahren und Guten geschieht, somit durch das Wahre aus dem Wort: Nr. 4255; denn alle Flüsse, welche die Grenzen jenes Landes bildeten, bezeichneten das erste und letzte vom Reiche des Herrn: Nr. 4116, 4240. Durch die Steine des Altares werden auch die Glaubenswahrheiten bezeichnet bei Jes.27/9: "Er wird die Sünde entfernen, wenn Er alle Steine des Altares gemacht haben wird, wie zerstreute Kalksteine": hier (ist die Rede) von der Verwüstung der Kirche. Die Steine des Altares wie zerstreute Kalksteine bedeuten, daß die Glaubenswahrheiten des Gottesdienstes so sein würden. Was die Altäre im allgemeinen anbelangt, so waren sie von Erde, von Steinen, von Erz, von Holz und auch von Gold; von Erz, Holz und Gold, weil diese das Gute bezeichneten. Über den Altar von Erz sehe man Hes.9/2; über den Altar von Holz Hes.41/22; und über den Altar von Gold, der ein Rauchaltar war: 1.Kön.6/22; 7/48; Joh.Offenb.8/3. Daß Erz das Gute bedeutet, sehe man Nr. 425, 1551; ebenso das Holz: Nr. 643, 2784, 2812, 3720, 8354; ferner das Gold: Nr. 113, 1551, 1552, 5658. 8941. "Sollst du ihn nicht bauen von behauenen Steinen", 2. Mose 20/22, bedeutet nicht aus eigener Einsicht. Dies erhellt aus der Bedeutung der behauenen Steine, insofern sie das bezeichnen, was aus eigener Einsicht hervorgeht; denn Steine bedeuten Wahrheiten: Nr. 8940; und sie behauen oder sie zubereiten heißt, die Wahrheiten oder solches, was den Wahrheiten ähnlich ist, ausbrüten oder erdichten aus dem Eigenen oder aus der eigenen Einsicht. Denn was aus dem Eigenen oder aus der eigenen Einsicht ausgebrütet oder erdichtet wird, hat Leben aus dem Menschen, welches Leben kein Leben ist, denn das Eigene des Menschen ist nichts als Böses: Nr. 210, 215, 694, 874, 875, 876, 987, 1047, 5660, 5786, 8480. Hingegen, was nicht aus dem Eigenen, sondern aus dem Göttlichen ist, das hat Leben in sich, denn vom Göttlichen kommt alles Leben. Es wird hier von dem Gottesdienste des Herrn aus dem Wahren gehandelt, weil dieser Gottesdienst durch den steinernen Altar bezeichnet wird: Nr. 8940. Die Wahrheiten, aus denen der Herr verehrt werden soll, sind nur aus dem Worte zu entnehmen, denn im einzelnen desselben ist Leben vom Göttlichen. Wenn aber die Wahrheiten dem Eigenen entnommen werden, dann bezwecken und beabsichtigen sie Ansehen und Hoheit über alle in der Welt, und auch Besitz von Land und Reichtümern vor allen anderen, weshalb sie Eigenliebe und Weltliebe in sich tragen, und somit alles Böse in Zusammenfassung: Nr. 3318, 7488. Die Wahrheiten aus dem Worte dagegen bezwecken und beabsichtigen das ewige Leben, und haben in sich die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Nächsten, somit alles Gute in Zusammenfassung. Wenn die Wahrheiten aus dem Eigenen oder aus der eigenen Einsicht ausgebeutet werden, herrschen sie über das Wahre, das vom Göttlichen stammt, denn dieses wird gebraucht, um jene zu begründen, während doch im Gegenteil die Wahrheiten vom Göttlichen herrschen, und die aus der eigenen Einsicht dienen sollen. Die aus dem Eigenen oder aus der eigenen Einsicht stammen, heißen auch Wahrheiten, sind aber keine Wahrheiten. Sie erscheinen nur als Wahrheiten in der äußeren Form, denn durch Anwendungen aus dem Buchstabensinn des Wortes und durch Vernünfteleien werden sie zwar den Wahrheiten ähnlich gemacht, aber der inneren Form nach sind sie Falsches. Welche diese sind und wie sie beschaffen sind, sehe man Nr. 8932. Es gibt in der Welt zwei religiöse Richtungen (religiosa), die aus der eigenen Einsicht stammen: eine, in der die Selbstliebe und die Weltliebe alles ist, und diese religiöse Richtung wird im Worte Babel genannt. Im Inneren ist sie unrein und gemein aus der Liebe zu sich und zur Welt, im äußeren aber heilig aus dem Worte, das man angewendet hat, um sie zu begründen. Die andere religiöse Richtung ist die, in der das Licht der Natur alles ist. Die Anhänger dieser Richtung erkennen nichts als wahr an, was sie nicht begreifen. Einige derselben erkennen zwar das Wort an, gebrauchen es aber nur zur Bestärkung (ihrer Meinungen), somit zum dienen. Einige aber erkennen das Wort gar nicht an, sondern setzen das Göttliche in die Natur; weil nämlich ihr Licht der Natur angehört, wird es auch zur Natur hingezogen und kann nicht vom Lichte des Himmels erleuchtet werden, da sie das Wort, aus dem alle Erleuchtung kommt, verwerfen. Diejenigen, die dieser oder jener religiösen Richtung folgen, sind in der Hölle, weil sie des himmlischen Lebens unteilhaftig sind, das sie nicht aufnehmen können, weil sie das Wort verworfen haben; und auch diejenigen unter ihnen, die das Wort zur Begründung anwenden, achten das Wort für nichts in ihrem Herzen, sondern, weil es beim Volke in Ansehen steht, benutzen sie es nur zu der Dienstleistung, daß ihre Erdichtungen aus eigener Einsicht dadurch Geltung erlangen. Hieraus kann man erkennen, was es im inneren Sinn bedeutet, daß der Altar nicht aus behauenen Steinen erbaut werden sollte. Durch den behauenen Stein wird auch wirklich das bezeichnet, was aus der eigenen Einsicht hervorgeht, und zwar in folgenden Stellen: Jes.9/8,9: "Erfahren soll es das Volk, Ephraim und die Bewohner Samariens, die im Stolz und Übermut des Herzens sprechen: Die Ziegelsteine sind eingefallen; so wollen wir mit behauenen Steinen bauen". Jerem.Klagel.3/8,9: "Wenn ich auch rufe und schreie, so verstopft Er meine Gebete; Er vermauert mit behauenen Steinen meine Wege, und verkehrt meine Pfade". Amos 5/11: "Weil ihr den Geringen niedertretet, und Geschenke von Getreide ihm entreißet, darum werdet ihr Häuser bauen aus behauenen Steinen, aber nicht darinnen wohnen": behauene Steine bedeuten hier das, was in Sachen des Glaubens aus der eigenen Einsicht stammt. Weil solches durch den behauenen Stein bezeichnet wurde, deshalb wurde zuerst im Lande Kanaan von den Söhnen Israels, als sie den Jordan überschritten, ein Altar von unbehauenen Steinen errichtet; denn durch das Überschreiten des Jordans wurde die Einführung in das Reich des Herrn vorgebildet, die durch die Glaubenswahrheiten bewirkt wird. Von diesem Altare heißt es Jos.8/30,31; 5. Mose 27/1-8: "Josua baute einen Altar dem Gotte Israels auf dem Berge Ebal, wie Mose, der Knecht Jehovahs, den Söhnen Israels geboten hatte; einen Altar von unbehauenen Steinen, über die er kein Eisen gebracht hatte". Der Tempel zu Jerusalem wurde ebenfalls aus ganzen, nicht behauenen Steinen erbaut, worüber gesagt wird: 1.Kön.6/7: "Das Haus selbst, da es erbaut wurde, ward erbaut von ganzen Steinen, wie sie herzugebracht wurden; denn weder Hammer, noch Meißel, noch irgendein eisernes Werkzeug wurde gehört in dem Hause, als es erbaut wurde": durch den Tempel des Herrn wurde nämlich der Herr in Ansehung des göttlich Wahren vorgebildet. Daß der Herr durch den Tempel vorgebildet wurde, lehrt Er selbst Joh.2/19,21,22; und zwar in Ansehung des Wahren, weil dasselbe darinnen gelehrt wurde. Deshalb wurde er auch aus Steinen erbaut, denn durch Steine wurde das göttlich Wahre bezeichnet: Nr. 8940; weshalb auch der Herr selbst der Stein Israels genannt wurde: Nr. 6426. Hieraus wird nun klar, was der Stein des Altars, wie auch, was der Stein des Tempels bezeichnet. Ferner, daß die Steine ganz (unversehrt) sein mußten, und nicht behauen werden durften; nämlich, daß die Religion aus den Wahrheiten, die vom Herrn stammen, somit aus dem Worte gebildet werden muß, und nicht aus der eigenen Einsicht. Was aus der eigenen Einsicht herkommt, wird auch bei Jesaja beschrieben: Jes.40/19,20: "Das Gußbild macht der Künstler und der Schmelzer überzieht es mit Gold, und schmelzt silberne Ketten daran; er sucht einen geschickten Künstler, um das Schnitzbild zu bereiten": Schnitzbild für die Religion aus dem Eigenen, das aufgestellt wird, um es als Göttliches anzubeten: Nr. 8869. Künstler steht für diejenigen, die (Glaubenslehren) aus dem Eigenen ausbrüten und erdichten; daß diese den Wahrheiten ähnlich erscheinen, wird dadurch beschrieben, daß er es mit Gold überzieht und silberne Ketten daran schmelzt, und einen geschickten Künstler sucht. Jes.44/9,11-13: "Die Götzenbildner sind alle eitel; alle ihre Genossen müssen sich schämen und die Künstler selber; er bereitet das Eisen mit der Zange, bearbeitet es mit Kohlen und formt es mit scharfen Hämmern; so bereitet er es durch die Stärke seines Armes; er bearbeitet das Holz, zieht die Schnur, und zeichnet es nach dem Richtmaß, er bildet es nach seinen Winkeln, und bestimmt es mit dem Zirkel, damit er es mache zur Gestalt eines Mannes, nach der Schönheit eines Menschen, daß es wohne im Hause": auch hier wird die Religion beschrieben, die aus eigener Einsicht gebildet ist. Jerem.10/3,4: "Die Satzungen der Heiden sind nichtig; man fällt Holz aus dem Walde (und macht) mit dem Beil ein Werk der Hände des Künstlers, er schmückt es mit Silber und Gold; befestigt es mit Nägeln und Hämmern". Hos.13/2: "Dennoch fahren sie fort zu sündigen, und machen sich ein Gußbild aus Silber und Götzen nach ihrer Einsicht, das Ganze ein Werk des Künstlers". Die Religion, die aus der eigenen Einsicht ausgebrütet wird, und nicht aus dem Wort, wird im inneren Sinn unter Götzen, fremden Göttern, unter Gußbildern und unter Schnitzbildern verstanden; denn was aus dem Eigenen stammt, ist nichts anderes; es ist an sich tot und wird doch als etwas Lebendiges angebetet. 8942. "Denn wenn du mit deinem Meißel darüber fährst", 2. Mose 20/22, bedeutet, wenn aus dem Eigenen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Meißels, insofern er das erdichtete Wahre bezeichnet, somit was aus dem Eigenen stammt; denn der Meißel ist ein Eisen, mit dem die Steine behauen und zu einer Form zugerichtet werden. Hier bezeichnet er das Eigene des Menschen; denn dieses richtet es zu, damit das, was als Religion gelten soll, in der Form des Wahren erscheinen möge. Statt des Meißels wird an einigen Stellen das Eisen gesagt, und an anderen das Beil, z.B. 5. Mose 27/5; Jos.8/30,31; 1.Kön.6/7; Jes.44/10-12; Hos.13/2; Jerem.10/3,4; und durch diese Werkezuge wird solches bezeichnet, was von der eigenen Einsicht ausgeht und erdichtet ist. 8943. "So wirst du ihn entweihen", 2. Mose 20/22, bedeutet, daß es dann kein Gottesdienst sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von entweihen, insofern es heißt, machen, daß es kein Gottesdienst mehr ist; denn was aus der eigenen Einsicht stammt, das ist in sich ohne Leben, ja geistig tot; denn das Eigene des Menschen ist nichts als Böses. Wenn daher aus demselben ein Gottesdienst angeordnet wird, so ist dieser Gottesdienst nichts anderes als ein Götzendienst, ein Anbeten der Schnitzbilder und Gußbilder, in denen kein Atem, d.h. kein Leben ist. Was aber aus dem Worte ist, das dient allein zum Gottesdienst, denn es ist in sich lebendig; es ist nämlich inwendig im einzelnen des Wortes ein geistiger Sinn, der vom Reich des Herrn handelt, und im Inneren dieses Sinnes ist das Göttliche, weil das Wort in seinem innersten Sinn vom Herrn allein handelt. Hieraus stammt die Heiligkeit und das Leben des Wortes und nirgends andersher. Das Wort ist wie ein göttlicher Mensch: der Buchstabensinn ist gleichsam der Körper desselben, der innere Sinn aber ist gleichsam seine Seele. Hieraus erhellt, daß der Buchstabensinn durch den inneren Sinn lebt. Es scheint, als ob der Buchstabensinn durch den inneren Sinn verschwinde oder ersterbe, allein das Gegenteil ist der Fall: er verschwindet nicht, noch weniger erstirbt er, sondern er lebt durch den inneren Sinn. Hieraus kann man nun erkennen, daß der wahrhafte Gottesdienst aus dem hervorgeht, was aus dem Worte stammt, und keineswegs aus dem, was aus der eigenen Einsicht stammt; daher kommt es, daß durch "wenn du mit dem Meißel über den Altar fährst, so wirst du ihn entweihen" bezeichnet wird, wenn du nicht aus dem Worte, sondern aus eigener Einsicht das bildest, was zum Gottesdienst gehört, so ist es kein Gottesdienst. 8944. Man glaubt in der Welt, daß der Mensch aus dem natürlichen Licht, also ohne Offenbarung, vieles, was zur Religion gehört, wissen könne, z.B. daß es einen Gott gebe, daß man Ihn verehren und auch lieben müsse; ferner, daß der Mensch nach dem Tode fortleben werde und mehreres andere, was davon abhängt; und dies sei doch solches, was aus der eigenen Einsicht kommt. Ich bin jedoch durch vielfache Erfahrung belehrt worden, daß der Mensch ohne Offenbarung aus sich ganz und gar nichts über das Göttliche weiß, und nichts von dem, was zum himmlischen und geistigen Leben gehört, denn der Mensch wird in das Böse der Selbstliebe und Weltliebe geboren, das von der Art ist, daß es für den Einfluß aus dem Himmel verschließt, für den Einfluß aus der Hölle aber aufschließt, und somit den Menschen blind macht und dahin bringt, daß er leugnet, daß es ein Göttliches, einen Himmel und eine Hölle, und ein Leben nach dem Tode gibt. Dies zeigt sich deutlich an den Gelehrten dieser Welt, die das Licht ihrer Natur durch die Wissenschaften über das Licht anderer erheben. Daß diese mehr als andere das Göttliche leugnen und statt des Göttlichen die Natur anerkennen, ist bekannt. Wie auch, daß sie das Leben nach dem Tode, den Himmel und die Hölle leugnen, wenn sie aus ihrem Herzen und nicht aus ihrer Lehre reden. Demzufolge (leugnen sie) alles, was zum Glauben gehört und nennen es Bande für das gemeine Volk. Hieraus erhellt, wie das Licht der Natur ohne Offenbarung ist. Es wurde (mir) auch gezeigt, daß mehrere, die eine natürliche Theologie geschrieben und aus dem Lichte ihrer Natur in geschickter Weise begründet hatten, was zur Lehre ihrer Kirche gehörte, im anderen Leben mehr als andere dasselbe im Herzen leugnen, und auch das Wort selbst, das sie gänzlich zu zerstören suchen, denn im anderen Leben sprechen die Herzen. Es wurde auch gezeigt, daß dieselben keinen Einfluß aus dem Himmel, sondern nur aus der Hölle aufnehmen können. Hierdurch wurde klar, wie das Naturlicht ohne Offenbarung beschaffen ist, und somit auch das, was aus der eigenen Einsicht stammt. Zweierlei aber trat mir entgegen, was mein Gemüt über diesen Gegenstand in Zweifel versetzte: das erste war, daß die Alten, die Heiden waren, dennoch wußten, daß es ein Göttliches gebe, daß man dasselbe verehren müsse, und daß der Mensch in betreff seiner Seele unsterblich sei; das andere war, daß auch heutzutage mehrere Völker, die keine Offenbarung haben, solches wissen. Was aber die Alten anbelangt, so wußten diese es nicht aus dem Lichte ihrer Natur, sondern aus einer Offenbarung, die von der Kirche aus bis zu ihnen gedrungen war; denn die Kirche des Herrn war von den ältesten Zeiten her im Lande Kanaan gewesen: Nr. 3686, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136, 6516; von da aus verbreitete sich das, was zur Verehrung Gottes gehörte, ringsum zu den Völkern, und auch zu den benachbarten Griechen, und von diesen zu den Italienern oder Römern; daher hatten diese und jene Kenntnisse von einem höchsten Wesen und von der Unsterblichkeit der Seele, worüber auch ihre Gelehrten geschrieben haben. Was die Heiden heutigen Tages anbelangt, die auch wissen, daß es ein göttliches Wesen und ein Leben nach dem Tode gibt, so haben sie dies nicht aus dem Lichte ihrer Natur, sondern aus der Religion, die sie von den Alten, (d.h. von den Menschen der Alten Kirche) angenommen hatten, und dieses hatte seine Grundlage in dem, was auf verschiedenem Wege von der Kirche aus, wo eine Offenbarung war, sich weiter verbreitet hatte. Es geschah dies durch die göttliche Vorsehung des Herrn; und gemäß dieser nehmen auch diejenigen unter ihnen, die aus ihrer Religion das Göttliche über alles anerkennen, und gegen ihren Nächsten die Pflichten der Liebtätigkeit erfüllen, im anderen Leben, sobald sie belehrt werden, die Glaubenswahrheiten auf und werden selig: Nr. 2589-2604. 8945. "Und du sollst nicht auf Stufen zu Meinem Altar hinansteigen", 2. Mose 20/23, bedeutet, keine Erhebung zu dem Inneren, das himmlisch ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinansteigen auf Stufen, insofern es ausdrückt, sich erheben zu einem Höheren oder Inwendigeren. Ob man sagt zu einem Inwendigeren oder Höheren, ist dasselbe, denn das Inwendigere erscheint als das Höhere: Nr. 2148, 3084, 4210, 4599. Und aus der Bedeutung des Altares, insofern er das hauptsächlich Vorbildende des Herrn ist, worüber Nr. 921, 2777, 2811; somit bedeutet "auf Stufen hinansteigen zu Meinem Altare", sich zum Herrn erheben, folglich zu dem Inneren, das himmlisch ist; denn der Herr ist gegenwärtiger im Inneren. Himmlisch heißt, was im innersten Himmel ist, geistig aber, was im mittleren. Der Himmel ist nämlich in zwei Reiche eingeteilt: in das himmlische Reich und in das geistige Reich. Diejenigen, die sich im himmlischen Reich befinden, sind im innersten oder dritten Himmel, also dem Herrn näher; denn die hier sind, stehen in der Liebe zum Herrn und in der Unschuld, und daher mehr als alle anderen in der Weisheit. Aber die, welche im geistigen Reich sind, befinden sich in dem mittleren oder zweiten Himmel, also entfernter vom Herrn; die hier sind, stehen in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und durch die Liebtätigkeit sind sie bei dem Herrn. Über diese beiden Reiche und deren Unterschied sehe man Nr. 2048, 2088, 2227, 2507, 2669, 2708, 2715, 2718, 3235, 3246, 3374, 3887, 4448, 4585, 4938, 4939, 5113, 5922, 6367, 6435, 7877. Es soll mit wenigem erklärt werden, wie es sich mit der Erhebung gegen das Innere hin, d.h. zum Himmlischen verhält, das bezeichnet wird durch "auf Stufen hinansteigen zum Altare": Niemand darf im anderen Leben höher in den Himmel erhoben werden, als nach dem Grade des Guten, in dem er ist; denn wenn er höher (erhoben wird), dann wird das Unreine in ihm, d.h. das Böse seiner Liebe und das Falsche aus demselben offenbar. Je inwendiger nämlich etwas ist, desto reiner und heiliger ist es im Himmel. Diejenigen, die in einem unreinen Zustand sind, werden in einer untergeordneteren Sphäre gehalten, wo das Unreine nicht bemerkt wird und nicht erscheint, denn sie sind in einem gröberen Guten und in einem dunkleren Wahren. Bisweilen kommt es vor, daß die, welche in den Himmel kommen, in einen inwendigeren Himmel zu kommen wünschen, sie glauben, daß sie dann eine größere Freude genießen würden. Damit ihnen diese Begierde (die ihnen anhängt), genommen werde, werden sie auch wirklich in einen inwendigeren Himmel erhoben. Allein wenn sie dahin kommen, fangen sie an, durch das Böse ihrer verschiedenen Neigungen gequält zu werden, dieselben gelangen dann zur Wahrnehmung; und sie selbst werden auch durch das Falsche, das aus dem Bösen bei ihnen herrührt, entstellt. Wenn sie dies wahrnehmen, stürzen sie sich aus dem inneren Himmel herab, und gelangen nicht eher zu einem ruhigen und friedlichen Zustand, als bis sie auf ihren früheren Wohnplatz zurückgekehrt sind. Dies ist es, was bezeichnet wird durch die Worte: "Du sollst nicht auf Stufen zu Meinem Altare hinansteigen, damit deine Blöße nicht aufgedeckt werde über ihm". Ebenso verhält es sich mit denen, die unterhalb des Himmels sind. Wenn diese, bevor sie zubereitet sind, in den Himmel zu steigen begehren, so fühlen sie, wenn sie dahin erhoben werden, eine fast höllische Qual und kommen sich selbst wie Leichname vor. Das Leben selbst leidet bei ihnen Not, wie bei denen, die in Todesnöten sind. Deshalb stürzen sie sich schleunigst herab und begehren nachher nicht mehr, über den Zustand des Lebens, in dem sie sich befinden, emporzusteigen. Man muß wissen, daß im anderen Leben der Himmel niemanden vom Herrn verweigert wird, und daß alle, so viele nur immer wollen, zugelassen werden können. (Der Himmel besteht aus Engelsgesellschaften, die im Guten der Liebe gegen den Nächsten, und in der Liebe zum Herrn sind.) In solche Gesellschaften werden sie eingelassen, wenn sie in den Himmel kommen. Aber wenn die Sphäre ihres Lebens, d.h., wenn das Leben ihrer Liebe nicht übereinstimmt, dann entsteht ein Kampf (in ihnen), und durch diesen geraten sie in Angst und stürzen sich hinab. Auf diese Weise werden sie über das Leben des Himmels belehrt, und über ihren eigenen Lebenszustand, im Verhältnis zu jenem, wie auch darüber, daß der Himmel keinem zuteil wird durch bloße Aufnahme oder Einlassung, wie die gewöhnliche Meinung in der Welt ist, sondern daß der Mensch durch sein Leben in der Welt eine solche Beschaffenheit annehmen muß, daß er mit denen, die im Himmel sind, zusammenleben kann. Man sehe jedoch, was hierüber aus Erfahrung früher gesagt und gezeigt worden: Nr. 3938, 4225, 4226, 4229, 4674, 5057, 5058, 7186, 7519, 8794, 8797. Diese Dinge sind es, die bezeichnet werden durch das Gebot: "Du sollst nicht auf Stufen zum Altare hinangehen, damit nicht deine Blöße aufgedeckt werde über ihm", wie auch durch das ähnliche Gebot 2. Mose 28/42,43. Es wird gesagt, auf Stufen hinansteigen, weil die Erhebung zum Inneren in der geistigen Welt, wo das Himmlische und Geistige sich in Formen darstellt die den weltlichen ähnlich sind, als ein Hinansteigen auf Stufen erscheint; eine solche Vorbildung wurde mir öfter zu sehen gegeben. Daher kam es auch, daß dem Jakob im Traum die Engel erschienen, auf Leiterstufen zum Herrn hinansteigend: 1. Mose 28/12; und darum wird auch im Worte das Hinansteigen zum Höheren, d.h. zum Inneren durch Stufen bezeichnet; z.B. bei Hes.40/6,22,26,31,34 und Amos 9/6: "Der Herr Jehovih Zebaoth bauet in den Himmeln Seine Stufen". 8946. "Damit deine Blöße nicht aufgedeckt werde über ihm", 2. Mose 20/23, bedeutet, die Vorstellung ihres Denkens über diese Dinge sei voll von Falschem, was dann offenbar werde. Dies erhellt aus der Bedeutung der Blöße, insofern sie das bezeichnet, was ohne Wahrheit ist, worüber Nr. 5433, somit eine Vorstellung des Denkens, die voll von Falschem ist. Und aus der Bedeutung von aufgedeckt werden, insofern es heißt offenbar werden. Wie es sich damit verhält, wurde gleich oben Nr. 8945 erklärt, daß nämlich der Mensch, Geist oder Engel so erscheine, wie er beschaffen ist in betreff seines zweifachen Lebens, d.h. in betreff des Lebens seines Denkens über die Wahrheiten und in betreff des Lebens seines Willens in Beziehung auf das Gute, wenn er tiefer in den Himmel erhoben wird; denn je tiefer (oder inwendiger) in den Himmeln, desto reiner ist das Gute und das Wahre. Damit daher das Falsche des Denkens und das Böse des Willens nicht erscheinen möge, sondern verborgen bleibe, werden sie in unteren (Sphären) zurückgehalten, wo sie verhältnismäßig in einem dunkleren Lichte sind. Hieraus kann man auch erkennen, was darunter zu verstehen ist, daß niemand Jehovah sehen könne und leben. Jehovah ist nämlich die reine Liebe, und von Ihm ist das reine Licht, in diesem gesehen werden, heißt zugrunde gehen. Deshalb werden auch selbst die Engel im Himmel von einer Wolke bedeckt: Nr. 6849; und deshalb auch alle, die in der Hölle sind, von dichten Nebeln umhüllt: Nr. 3340, 8137, 8138; 8814, 8819; denn Nebel bedeutet das Falsche.   Nr. 8947 - 8969 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 21. Kapitel 1. Und dies sind die Rechte, die du ihnen vorlegen sollst. 2. Wenn du einen hebräischen Knecht kaufst, so soll er sechs Jahre dienen, und im siebenten soll er frei ausgehen umsonst. 3. Wenn er nur mit seinem Körper (d.i. ledig) gekommen ist, soll er (nur) mit seinem Körper ausgehen; wenn er aber eines Weibes Mann ist, so soll sein Weib mit ihm ausgehen. 4. Wenn sein Herr ihm ein Weib gegeben hat und sie hat ihm Söhne oder Töchter geboren, so sollen das Weib und die Kinder seines Herrn sein, und er soll ausgehen (nur) mit seinem Körper (d.i. für sich allein). 5. Wenn aber der Knecht spricht, und sagt: Ich liebe meinen Herrn, mein Weib und meine Kinder, ich will nicht frei ausgehen, 6. So soll sein Herr ihn vor Gott führen und ihn zu einer Türe oder einem Pfosten bringen, und sein Herr soll ihm das Ohr mit einem Pfriemen durchbohren, daß er ihm diene auf immer. 7. Und wenn jemand seine Tochter als Magd verkauft, so soll sie nicht ausgehen, wie die Knechte ausgehen. 8. Wenn sie mißfällig ist in den Augen ihres Herrn, so daß er sie nicht zum Weibe nimmt; so soll er sie loskaufen lassen; einem fremden Volke sie zu verkaufen soll er keine Macht (Recht) haben, wenn er treulos gegen sie handelt. 9. Wenn er sie aber seinem Sohne zum Weibe gibt, soll er ihr tun nach dem Recht der Töchter. 10. Nimmt er aber eine andere für denselben, so soll er ihre Nahrung, ihre Bekleidung und die eheliche Pflicht gegen sie nicht vermindern. 11. Tut er diese drei Dinge nicht an ihr, so soll sie frei ausgehen ohne Geld. 12. Wer einen Menschen (Mann) schlägt, daß er stirbt, der soll des Todes sterben. 13. Wenn er aber ihm nicht nachgestellt hat, und Gott hat es seiner Hand begegnen lassen, so will Ich dir einen Ort bestimmen wohin er fliehen soll. 14. Wenn aber jemand mit Vorsatz gefrevelt hat gegen seinen Nächsten, um ihn mit List zu töten, so sollst du ihn von Meinem Altare wegnehmen, damit er sterbe. 15. Und wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll des Todes sterben. 16. Und wer einen Mann stiehlt und ihn verkauft, und derselbe wird in seiner Hand gefunden, der soll des Todes sterben. 17. Und wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. 18. Und wenn Männer miteinander hadern, und der eine schlägt den andern mit einem Stein oder mit der Faust, so daß er nicht stirbt, sondern bettlägerig wird. 19. So soll, wenn er wieder aufkommt und umhergeht an seinem Stabe, der, welcher ihn schlug, ungestraft bleiben; nur sein Versäumnis soll er ihm vergüten, und ihn heilen lassen. 20. Und wenn ein Mann seinen Knecht oder seine Magd mit einem Stabe schlägt, und derselbe stirbt unter seiner Hand, so soll es mit Strafe gerochen werden. 21. Wenn derselbe jedoch einen Tag oder zwei (am Leben) bleibt, so soll es nicht gestraft werden, denn es ist sein Geld. 22. Und wenn Männer miteinander streiten, und ein schwangeres Weib verletzen, daß ihre Frucht von ihr geht, aber keine Beschädigung geschehen ist, so soll er (der Täter) um Geld gestraft werden, so viel der Mann des Weibes ihm auferlegt, und er soll es vor Schiedsrichtern geben. 23. Wenn aber Beschädigung geschehen ist, so sollst du geben Seele um Seele. 24. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß. 25. Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Schlag um Schlag. 26. Und wenn jemand das Auge seines Knechtes oder das Auge seiner Magd schlägt, und es verdirbt, soll er ihn freilassen, um seines Auges willen. 27. Und wenn er einen Zahn seines Knechtes oder einen Zahn seiner Magd ausschlägt, soll er ihn in Freiheit setzen um das Zahnes willen. 28. Und wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, daß er stirbt, so soll man den Ochsen steinigen, und sein Fleisch nicht essen; der Herr des Ochsen aber soll ungestraft bleiben. 29. Wenn aber der Ochse schon früherhin stößig war, und man hat es seinem Herrn bezeugt, und derselbe hat ihn nicht verwahrt, so daß er einen Mann oder ein Weib tötete, so soll der Ochse gesteinigt werden, und sein Herr soll auch sterben. 30. Wenn man ihm aber ein Lösegeld auferlegt, so soll er als Lösegeld für seine Seele geben, alles, was ihm auferlegt worden. 31. Wenn er einen Sohn oder eine Tochter mit seinem Horn stößt, so soll ihm nach demselben Rechte geschehen. 32. Wenn aber der Ochse einen Knecht oder eine Magd mit dem Horn stößt, so soll (der Besitzer) ihrem Herrn dreißig Sekel Silber geben, und der Ochse soll gesteinigt werden. 33. Und wenn jemand eine Grube (oder Zisterne) öffnet, oder wenn jemand eine Grube gräbt, und sie nicht zudeckt, und es fällt ein Ochse oder ein Esel hinein. 34. So soll der Herr der Grube Ersatz leisten, und dem Besitzer das Geld bezahlen, das Tote aber soll ihm gehören. 35. Und wenn der Ochse des einen den Ochsen des anderen durch einen Stoß verletzt, daß er stirbt, so sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen, und das Geld teilen, und den toten sollen sie auch teilen. 36. Wenn aber bekannt ist, daß der Ochse schon früher stößig gewesen, seit gestern und vorgestern, und sein Herr hat ihn nicht verwahrt, so soll er Ochsen für Ochsen erstatten, der tote aber soll ihm gehören. 37. Wenn jemand einen Ochsen oder ein Schaf gestohlen und es geschlachtet oder verkauft hat, so soll er fünf Ochsen erstatten für einen Ochsen, und vier Schafe für ein Schaf.   Inhalt 8970. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn von denen gehandelt, die das Wahre des Glaubens oder das Gute der Liebtätigkeit bei sich oder bei anderen verletzen oder zerstören; welche Strafe und was für eine Wiedererstattung (zu leisten sei). Solches schließen in demselben die Rechte oder Gesetze über die Knechte, und über die Tötung oder Beschädigung, die an Genossen oder Sklaven (Knechten) begangen wurde, in sich, wie auch die über stößige Ochsen und über die Grube.   Innerer Sinn 8971. Daß das Wort heilig ist, ja das Allerheiligste, ist jedem innerhalb der Kirche bekannt. Dies erkennen diejenigen, die in den Glaubenswahrheiten und in einem Leben nach denselben sind, nicht nur an, sondern nehmen es auch innerlich wahr; denn sie werden beständig in der Vorstellung des Heiligen gehalten, wenn sie das Wort lesen. Diejenigen hingegen, die nicht in den Glaubenswahrheiten sind und in einem Leben denselben gemäß, erkennen das Heilige im Worte nicht an, und noch weniger nehmen sie es innerlich wahr. Sie sehen nichts Höheres in demselben, als in jeder anderen Schrift; und diejenigen, die im Herzen die Heiligkeit des Wortes leugnen, sagen sogar bei sich, wenn sie es lesen, die Schriften der Menschen seien schöner geschrieben, weil in Ansehung des Buchstabensinnes in einem schöneren Stil verfaßt. Dies wurde mir durch lebendige Erfahrung bezeugt durch solche im anderen Leben, die in ihrem Herzen geleugnet hatten, daß das Wort von Gott eingegeben (inspiriert) sei. Wenn man ihnen aber sagte, daß das Wort heilig und göttlich sei bis auf jedes Jota und bis auf das allerkleinste Häkchen darinnen, blieben sie stehen und fragten verwundert, woher dies komme. Und wenn man ihnen weiter sagte und auch lebendig (anschaulich) zeigte, daß alles, was im Worte ist, in sich einen geistigen Sinn enthalte, der nicht im Buchstaben erscheine, daß aber dieser Sinn des Wortes den Engeln im Himmel erscheine, wenn das Wort von einem Menschen gelesen werde, erkannten sie es zwar an, weil es bewiesen wurde, erklärten jedoch, dies hätten sie in der Welt nicht gewußt, und seien daher ohne Schuld, weil sie es nicht gewußt hätten. Als dieselben aber erforscht wurden, erkannte man, daß sie nach aller Willkür ohne alle Bande des Gewissens gelebt, und daher in ihrem Herzen das Göttliche, den Himmel und die Hölle, das Leben nach dem Tode und das übrige des Glaubens geleugnet hatten, und daß dies die Ursache gewesen, warum sie die Heiligkeit des Wortes nicht anerkannten. Und weiter wurde bezeugt, daß alle diejenigen, die in den Glaubenswahrheiten und in einem Leben ihnen gemäß gewesen, das Wort für heilig achteten und dies auch bei sich inne wurden, wenn sie es lasen. Dadurch wurden jene überführt, daß die Ursache nicht im Worte, sondern in ihnen selbst lag. Bei denen, die in einem Leben des Guten sind, ist nämlich das Innere gegen den Himmel zu geöffnet, aus dem das Heilige des Wortes von den Engeln einfließt. Bei denen aber, die in einem Leben des Bösen sind, ist das Innere gegen den Himmel zu verschlossen, aber gegen die Hölle hin geöffnet, aus der das Gegenteil einfließt. Als Beispiel mögen die Rechte der Gesetze in diesem Kapitel über die Knechte, die Mägde und über die Ochsen dienen: diejenigen, welche die Heiligkeit des Wortes leugnen, weil sie in einem Leben des Bösen sind, werden sagen, daß sie in diesen Rechten oder Gesetzen nichts Göttliches erblicken, z.B. daß der Knecht, der nicht frei ausgehen will, zu einer Tür oder einem Pfosten geführt werden, und sein Herr ihm das Ohr mit einem Pfriemen durchbohren, und er dadurch dienen solle auf immer; daß ferner, wenn ein geschlagener Knecht einen oder zwei Tage lebe, sein Herr, der ihn geschlagen, nicht bestraft werden soll, weil jener sein Geld (oder Besitz) sei; sowie auch, daß ein Knecht frei sein solle um des Auges und um des Zahnes willen; daß ein stößiger Ochse gesteinigt werden solle; abgesehen von dem übrigen, was in demselben enthalten ist. Diejenigen, welche die Heiligkeit des Wortes in ihrem Herzen leugnen, sehen diese Dinge als des (göttlichen) Wortes nicht würdig an, und noch weniger würdig, daß sie von Jehovah selbst vom Berge Sinai herab verkündigt würden; ebenso auch das übrige im Worte, sowohl in dem historischen als in dem prophetischen. Die Ursache, warum sie es so sehen, liegt aber darin, daß ihnen der Himmel wegen ihres bösen Lebens verschlossen ist, und dadurch haben sie ein verkehrtes Innewerden. Ganz anders ist es bei denen, die in einem Leben des Guten sind. Woher die Heiligkeit des Wortes kommt, die aus dem Himmel einfließt, geht deutlich aus allem hervor, was bisher über den inneren Sinn des Wortes gesagt und nachgewiesen worden ist, daß nämlich das Wort allein einen inneren Sinn habe, und daß dieser Sinn von solchen Dingen handle, die sich auf den Himmel und auf das ewige Leben beziehen, und im Innersten vom Herrn allein, somit von heiligen Dingen, ja vom Göttlichen Selbst, was das Allerheiligste ist. Daß ferner dieser Sinn den Engeln, die bei dem Menschen sind, erscheine, wenn er das Wort liest, und daß folglich ein Einfließen des Heiligen und ein Innewerden desselben bei denen sei, die in einem Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit stehen. Was die Rechte oder Gesetze von den Knechten, Mägden, Ochsen in diesem Kapitel anbelangt, so enthalten sie im inneren Sinn solches, was der göttlichen Ordnung gemäß ist in betreff derer, die im Glaubenswahren sind, wie auch in betreff derjenigen, die das verletzen oder zerstören was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört und was sich auf die Liebe zum Herrn und im innersten Sinn auf den Herrn selbst bezieht. Hieraus kann ein jeder erkennen, wie heilig jene Rechte an sich sind, wie wenig es auch im Buchstaben so erscheint. 8972. Vers 1: "Und dies sind die Rechte, die du ihnen vorlegen sollst". Bedeutet die äußeren Wahrheiten, wie sie im bürgerlichen Staate, wo eine vorbildliche Kirche ist, sein sollen und die aus den inneren Wahrheiten fließen, die der Ordnung im Himmel angehören. Daß dies durch "die Rechte" bezeichnet wird, die den Söhnen Israels vorgelegt werden sollten, erhellt aus der Bedeutung der Rechte, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 2235, 6397, 7206, 8685, 8695. Die Rechte bedeuten aber Wahrheiten, weil jedes Recht (und Urteil) durch Wahrheiten stattfindet. Daher wird durch Recht sprechen im Worte bezeichnet, das Wahre tun, d.h. nach den Wahrheiten richten. Aber durch Rechte in der Mehrheit werden (zunächst) die bürgerlichen Gesetze bezeichnet, somit die äußerlichen Wahrheiten, wie sie im bürgerlichen Staate bestehen; wo eine vorbildliche Kirche ist, wird hinzugefügt aus dem Grunde, weil sie (hier) im Inneren diejenigen Wahrheiten enthalten und in sich schließen, die der Ordnung im Himmel angehören, wie man dies aus ihrem inneren Sinne ersehen kann. Die Gesetze, die vom Herrn den Söhnen Israels gegeben und befohlen worden sind, wurden unterschieden in Gebote, Rechte und Satzungen. Gebote hießen die, welche sich auf das Leben, Rechte die, welche sich auf den bürgerlichen Zustand, und Satzungen die, welche sich auf den Gottesdienst bezogen. Was die Rechte im besonderen anbelangt, so sind es solche, wie sie in diesem Kapitel und auch in einigen der folgenden enthalten sind. Sie gelten als Gesetze in der Kirche, wo das Innere, das dem Himmel und der Kirche angehört, durch Äußeres vorgebildet wurde; sie gelten aber nicht als Gesetze in der Kirche, wo das Innere nicht mehr durch das Äußere vorgebildet wurde, wie in der christlichen Kirche. Der Grund ist, weil dem Menschen dieser Kirche das Innere offenbart wurde, und deshalb die Gemeinschaft mit dem Himmel durch das Innere zustande kommt, nicht mehr durch das Äußere wie früher. Dies ist auch der Grund, weshalb der Mensch der christlichen Kirche nicht verpflichtet ist, dasjenige in der äußeren Form zu beobachten (befolgen), was Rechte und Satzungen genannt wird, wohl aber in der inneren Form. Gleichwohl verbleibt jenen ihre Heiligkeit, weil sie in sich Heiliges enthalten, wie auch alles und jedes im Worte (heilig ist), was in betreff der Opfer befohlen wurde. Obwohl diese (Satzungen) aufgehoben sind, so bilden sie doch heilige Bestandteile des Wortes vermöge des Göttlichen, das in ihnen liegt und was sie vorbildeten, denn wenn sie von einem christlichen Menschen gelesen werden, wird das Göttliche, das in ihnen ist und das sie vorbildeten, in den Himmeln wahrgenommen, und erfüllt die Engel mit Heiligem und auch zugleich den Menschen, der es liest, vermittelst des Einflusses von den Engeln, und mehr noch, wenn der Mensch selbst alsdann zugleich über das Göttliche denkt, das in ihnen liegt. Hieraus erhellt, daß auch das Wort des Alten Testamentes hochheilig ist. Daß die Gesetze, die den Söhnen Israels vom Herrn gegeben und befohlen worden sind, eingeteilt waren in Gebote, die sich auf das Leben, in Rechte, die sich auf den bürgerlichen Staat, und in Satzungen, die sich auf den Gottesdienst bezogen, ist deutlich: 5. Mose 5/28,30: "Jehovah sprach zu Mose: Gehe und sprich zu ihnen: Begebet euch zurück in eure Zelte, du aber bleibe hier stehen bei Mir, damit Ich dir sage alle Gebote und Satzungen und Rechte, die du sie lehren sollst, daß sie danach tun". 5. Mose 6/1: "Das sind die Gebote, Satzungen und Rechte, die Jehovah, euer Gott, geboten hat, euch zu lehren". 5. Mose 7/11: "Darum sollst du beobachten (halten) die Gebote und Satzungen und Rechte, die Ich dir heute gebiete, sie zu tun". Ps.89/31-33: "Wenn seine Söhne Mein Gesetz verlassen und nicht wandeln in Meinen Rechten, wenn sie Meine Satzungen entweihen und Meine Gebote nicht halten, so will Ich heimsuchen mit der Rute ihre Übertretung". Außerdem wurden auch alle Gesetze, insofern sie der vorbildlichen Kirche angehörten, im allgemeinen Rechte und Satzungen genannt, z.B.: 5. Mose 5/1,8: "Und nun Israel, höre auf die Satzungen und Rechte, die Ich euch lehren will, daß ihr danach tut. Welches ist das große Volk, das so gerechte Satzungen und Rechte hätte, wie dieses ganze Gesetz, das Ich euch heute vorlegen werde". Hes.5/6,7: "Jerusalem verkehrte Meine Rechte in Gottlosigkeit mehr als die Völker (Heiden), und Meine Satzungen mehr als die Länder ringsumher; denn sie verwarfen Meine Rechte, und wandelten nicht in Meinen Satzungen". Hes.18/9: "In Meinen Satzungen sollen sie wandeln und Meine Rechte halten, auf daß sie die Wahrheit tun". Und ebenso häufig an anderen Stellen, z.B. 3. Mose 18/5; 19/37; 20/22; 25/18; 26/15; 5. Mose 26/17; Hes.11/12,20; 20/11,13,25; 37/24. 8973. Vers 2-6: Wenn du einen hebräischen Knecht kaufst, so soll er sechs Jahre dienen, und im siebenten soll er frei ausgehen umsonst. Wenn er (nur) mit seinem Körper (d.i. ledig) gekommen ist, soll er (nur) mit seinem Körper ausgehen; wenn er aber eines Weibes Mann ist, so soll sein Weib mit ihm ausgehen. Wenn sein Herr ihm ein Weib gegeben hat und sie hat ihm Söhne oder Töchter geboren, so sollen das Weib und die Kinder seines Herrn sein, und er soll ausgehen (nur) mit seinem Körper (d.i. für sich allein). Wenn aber der Knecht spricht, und sagt: Ich liebe meinen Herrn, mein Weib und meine Kinder, ich will nicht frei ausgehen, so soll sein Herr ihn vor Gott führen und ihn zu einer Türe oder einem Pfosten bringen, und sein Herr soll ihm das Ohr mit einem Pfriemen durchbohren, daß er ihm diene auf immer. "Wenn du einen hebräischen Knecht kaufst" bedeutet diejenigen innerhalb der Kirche, die in den Wahrheiten der Lehre sind, aber nicht im Guten gemäß denselben, "so soll er sechs Jahre dienen" bedeutet den Zustand der Arbeit und des Kampfes und der daraus hervorgehenden Befestigung des Wahren; "und im siebenten soll er frei ausgehen umsonst" bedeutet den Zustand der Befestigung des Wahren ohne Mühe seinerseits; "wenn er (nur) mit seinem Körper gekommen ist" bedeutet das Wahre ohne den Lustreiz desselben; "soll er (nur) mit seinem Körper ausgehen" bedeutet den Zustand des Wahren ohne Lustreiz auch nach dem Kampfe; "wenn er aber eines Weibes Mann ist" bedeutet das Wahre mit hinzugeselltem Lustreiz; "so soll sein Weib mit ihm ausgehen" bedeutet den Zustand des Wahren in Verbindung mit seinem Lustreiz auch nach dem Kampfe; "wenn sein Herr ihm ein Weib gegeben hat" bedeutet das dem Wahren während des Kampfes vom Geistigen beigesellte Gute; "und sie hat ihm Söhne oder Töchter geboren" bedeutet das davon abgeleitete Wahre und Gute; "so sollen das Weib und die Kinder seines Herrn sein" bedeutet, daß das dem Wahren vom Geistigen zugesellte Gute mit dem davon abgeleiteten Guten und Wahren nicht dem Wahren angeeignet sein werde; "und er soll ausgehen (nur) mit seinem Körper" bedeutet den Zustand nach dem Kampfe, der nur ein Zustand der Befestigung und Einpflanzung des Wahren ist; "wenn aber der Knecht spricht" bedeutet das Denken alsdann aus dem eingepflanzten Wahren; "und sagt: Ich liebe meinen Herrn, mein Weib und meine Kinder" bedeutet den Lustreiz der Erinnerung an die geistigen Güter; "ich will nicht frei ausgehen" bedeutet die Lust am Gehorsam; "so soll sein Herr ihn vor Gott führen", bedeutet den Zustand, in den er dann eintritt nach der göttlichen Ordnung; "und ihn zu einer Türe oder einem Pfosten bringen" bedeutet den Zustand der Gemeinschaft des befestigten und eingepflanzten Wahren mit dem geistig Guten; "und sein Herr soll ihm das Ohr mit einem Pfriemen durchbohren" bedeutet die Vorbildung des Gehorsams; "daß er ihm diene auf immer" bedeutet in Ewigkeit. 8974. "Wenn du einen hebräischen Knecht kaufst", 2. Mose 21/2, bedeutet diejenigen innerhalb der Kirche, die in den Wahrheiten der Lehre sind, aber nicht im Guten ihnen gemäß. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, insofern es soviel ist als sich erwerben und aneignen, worüber Nr. 4397, 5374, 5397, 5406, 5410, 5426, 7999; und aus der Bedeutung des hebräischen Knechtes, insofern er diejenigen innerhalb der Kirche bezeichnet, die in den Wahrheiten der Lehre, und nicht im Guten ihnen gemäß sind, denn Knecht wird von denjenigen gesagt, die im Wahren sind, aber nicht im entsprechenden Guten und im allgemeinen von dem Wahren in bezug auf das Gute: Nr. 3409; und hebräisch von denen, die zur Kirche gehören, und von denen, die Dienste leisten, somit von denen, die zur Kirche gehören; man sehe Nr. 5136, 5236, 6675, 6684; daß es auch von denen gesagt wird, die Dienste leisten: Nr. 1703, 1741, 5013. Weil in dem nun Folgenden von den Knechten und Mägden aus den Söhnen Israels gehandelt wird, soll gesagt werden, was diese Dinge dem inneren Sinn nach in sich schließen: Ein jeder kann sehen, daß sie Geheimnisse des Himmels enthalten, weil sie von Jehovah vom Berge Sinai mündlich dem Mose gesagt und anbefohlen wurden, und weil sie zunächst auf die Worte des Dekaloges folgen. Ohne solche Geheimnisse wären sie nur bürgerliche und gerichtliche Gesetze, wie die der anderen Völker auf Erden, in denen kein Geheimnis des Himmels verborgen liegt. Allein die Geheimnisse, die sie enthalten, sind nur den Engeln in den Himmeln offenbar, somit nicht den Menschen, außer durch den inneren Sinn; denn dieser Sinn lehrt, wie die Engel das Wort auffassen, und somit lehrt er die Geheimnisse, die dem Worte innewohnen. Welche und von welcher Art diese Geheimnisse sind, wird im Folgenden aus der Erklärung des einzelnen erhellen. Damit man sich eine allgemeine Vorstellung davon bilde, soll mit wenigem gesagt werden, was im besonderen unter hebräischen Knechten im inneren Sinn verstanden wird. In der geistigen Kirche, welche die Söhne Israels vorbildeten, gibt es zweierlei Arten von Menschen, es gibt solche, die im Glaubenswahren sind, aber nicht im entsprechenden Guten des Leben, und es gibt solche, die im Guten der Liebtätigkeit und im entsprechenden Glaubenswahren sind. Diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit und im entsprechenden Glaubenswahren sind, bilden die eigentliche Kirche, und sind Menschen der inneren Kirche; im inneren Sinn des Wortes sind es diejenigen, die Söhne Israels genannt werden. Diese sind aus sich frei, weil sie im Guten sind, denn diejenigen, die durch das Gute vom Herrn geführt werden, sind frei: Nr. 892, 905, 2870-2893. Diejenigen aber, die im Glaubenswahren sind und nicht im entsprechenden Guten des Lebens, sind die Menschen der äußeren geistigen Kirche. Sie sind es, die im inneren Sinn des Wortes unter den hebräischen Knechten verstanden werden. Daß diese durch Knechte vorgebildet werden, hat seinen Grund darin, daß dasjenige, was zur äußeren Kirche gehört, verhältnismäßig nichts anderes als das Dienende (Knechtische) ist. Ebenso auch das Wahre des Glaubens im Verhältnis zum Guten der Liebtätigkeit, denn das Wahre des Glaubens dient nur dazu, den Menschen der Kirche in das Gute der Liebtätigkeit einzuführen. Überdies muß man wissen, daß der, welcher das Ganze der Kirche, also das Ganze des Seelenheils in das Glaubenswahre und nicht in das Gute der Liebtätigkeit setzt, und auch wer allein aus Gehorsam und nicht aus Liebesneigung das Gute tut, nicht wiedergeboren werden kann, wie die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind, d.h., die aus Liebesneigung das Gute tun. Sie können zwar gebessert, aber nicht wiedergeboren werden; von ihrer Besserung wird im inneren Sinn gehandelt, hier in den Gesetzen über die Knechte und die Mägde. Die Geheimnisse in betreff dieser Besserung sind heutigen Tages niemanden bekannt, und zwar deswegen, weil es fast allenthalben innerhalb der Kirche unbekannt ist, was das Glaubenswahre zum Seelenheil beiträgt, und was das Gute der Liebtätigkeit, ja sogar, was Liebtätigkeit ist, wie auch, daß die Liebtätigkeit und der Glaube unter sich eine Ehe bilden müssen, damit etwas von der Kirche im Menschen entstehe; denn die Ehe des Guten und Wahren ist die Kirche selbst, weil sie der Himmel im Menschen ist: Nr. 2173, 2618, 2728, 2729, 2803, 3132, 3155, 4434, 4823, 5194, 5502, 6179. 8975. "So soll er sechs Jahre dienen", 2. Mose 21/2, bedeutet den Zustand der Arbeit und einigen Kampfes und der daraus hervorgehenden Befestigung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der sechs Jahre, insofern sie den Zustand der Arbeit und des Kampfes bezeichnen. Daß die (Zahl) Sechs Arbeit und Kampf bedeutet, sehe man Nr. 737, 900, 8888; und daß die Jahre Zustände bedeuten: Nr. 487, 488, 493, 893, 7839; sie bedeuten aber hier die Befestigung des Wahren, weil das geistig Wahre, welches das Wahre des Glaubens genannt wird, durch Arbeit und Kampf befestigt wird. "Einigen Kampfes" wird gesagt, weil diejenigen, die im Glaubenswahren und nicht in einem entsprechenden Guten sind, nicht in einen schweren Kampf, d.h. in Versuchung geführt werden, weil sie unterliegen würden; denn der Herr kann nicht durch das Gute bei ihnen einfließen, und sie so wider das Böse und Falsche, das in den Versuchungen angreift, verteidigen. Sie sind nur äußere Menschen und alles, was vom Herrn einfließt, das fließt durch den inneren Menschen in den äußeren ein. Wenn sie nicht im Guten der Liebtätigkeit sind, so ist der innere Mensch nicht offen, denn das Gute ist es, das ihn öffnet, und dieses wohnt in demselben. 8976. "Und im siebenten soll er frei ausgehen umsonst", 2. Mose 21/2, bedeutet den Zustand der Befestigung des Wahren ohne Mühe von seiner Seite. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages, insofern es den Zustand der Verbindung bezeichnet, denn durch das siebente Jahr wird das gleiche bezeichnet, wie durch den siebenten Tag oder Sabbath. Daß durch diesen die Verbindung des Guten und Wahren oder die himmlische Ehe, somit der Zustand des Friedens, der auf den Zustand der Knechtschaft folgt, bezeichnet wird, sehe man Nr. 8414, 8495, 8590, 8888, 8890, 8893. Weil aber hier von denen gehandelt wird, die im Wahren, aber nicht in dem entsprechenden Guten des Lebens sind, bedeutet das siebente Jahr den Zustand des befestigten Wahren. Der Grund ist, weil bei diesen keine Verbindung des Wahren und Guten stattfindet, wie bei denen, die im Guten der Liebtätigkeit sind und im vorbildlichen Sinn unter den Söhnen Israels verstanden werden, sondern statt jener die Befestigung des Wahren. Ferner aus der Bedeutung von "umsonst", insofern es ausdrückt ohne die Bemühung von ihrer Seite; denn das Glaubenswahre wird bei denen, die in der Arbeit und in einigem Kampfe sind, vom Herrn ohne irgendeine Bemühung ihrerseits befestigt. Das gleiche bedeutet "umsonst" bei Joh.Offenb.21/6: "Dem Dürstenden will Ich vom Quell des Wassers des Lebens umsonst geben". Joh.Offenb.22/17: "Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme, und wer will, der nehme Wasser des Lebens umsonst". Jes.55/1: "Alle, die ihr dürstet, kommt zum Wasser, und wer kein Geld hat, kommet, kaufet und esset; ja kommet, kaufet ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch": Wasser bedeutet die Wahrheiten aus dem Wort, Wein das Wahre des Guten aus demselben, und Milch das Gute des Wahren. 8977. "Wenn er (nur) mit seinem Körper gekommen ist", 2. Mose 21/3, bedeutet das Wahre ohne seinen Lustreiz. Dies erhellt aus der Bedeutung des Körpers, insofern er das Wahre allein bezeichnet, somit das Wahre ohne seinen Lustreiz. Unter Körper wird nämlich der Knecht allein ohne Weib verstanden, somit ohne Lustreiz; denn das Weib des Knechtes bedeutet den mit dem Wahren verbundenen Lustreiz, wie aus dem Folgenden erhellen wird. Mit diesem Geheimnis verhält es sich auf folgende Weise: Die Menschen der äußeren Kirche, die unter den hebräischen Knechten vorgebildet wurden, bezeichnen diejenigen, die das Wahre ohne irgendeinen Lustreiz lernen, sondern nur aus dem Grunde, weil es das Wahre der Kirche ist, durch das sie, wie sie glauben, selig werden können. Diese Notwendigkeit ist es, die ihnen gebietet, dasselbe zu lernen, und es zu wissen. Diese sind es, die im inneren Sinn unter den Knechten verstanden werden, die nur mit ihrem Körper kommen und auch mit ihrem Körper (allein frei) ausgehen. Bei ihnen wird bloß das Wahre befestigt. Solche befinden sich im anderen Leben am Eingang zum Himmel und nicht im Himmel selbst. Sie werden Hautgefäße genannt, weil sie im Größten Menschen der Haut entsprechen: Nr. 5553-5559. Diejenigen aber, die im Wahren sind, dem sein Lustreiz beigesellt ist, sind die, welche im inneren Sinn unter den Knechten verstanden werden, die mit dem Weibe kommen; denn das Weib bedeutet das Gute, sobald der Mann das Wahre ist, hier aber den Lustreiz desselben, denn dieser vertritt die Stelle des Guten im Menschen der äußeren Kirche. Das Gute, das derselbe besitzt, stammt nicht aus geistigem, sondern aus natürlichem Ursprung, denn es hat einen Beigeschmack von dem Lustreiz, danach zu leben und es zu lehren wegen des Gewinnes oder der Ehre, folglich um des eigenen Ichs willen. Aus diesem Grunde wird es Lustreiz, aber nicht Gutes genannt. Es erscheint zwar als Gutes der äußeren Form nach, aber weil es ein natürlich Gutes ist, d.h. seinen Ursprung aus der Welt und nicht aus dem Himmel hat, wird es Lustreiz genannt. Aber das Gute aus geistigem Ursprung wird im inneren Sinn unter dem Weibe verstanden, das der Herr seinem Knecht gibt. Dieses kann aber nicht verbunden werden, und deswegen wurde angeordnet, daß, wenn der Knecht frei ausgehen will, das Weib und auch dessen Söhne und Töchter Eigentum des Herrn sein sollten, denn das geistig Gute ist Gutes nicht um des Gewinnes oder der Ehre willen, sondern um der Kirche und des Wohls des Nächsten willen. Dieses Gute kann nicht verbunden werden mit denen, die nur der äußeren Kirche angehören, denn es ist das eigentliche Gute der Liebtätigkeit und entspringt aus der Neigung der Liebe; denn diejenigen, die im Äußeren der Kirche sind, können nicht anders von den Glaubenswahrheiten angeregt werden, als hauptsächlich um ihrer Person willen, und erst an zweiter Stelle um der Kirche willen. Und solche können zwar dem Wahren gemäß handeln, also Gutes tun, jedoch nicht aus Neigung, sondern aus Gehorsam. Diese sind es, die im inneren Sinn unter denjenigen verstanden werden, die auf immer dienen wollen. Das sind die Geheimnisse, die im inneren Sinn in den Satzungen in betreff der Knechte enthalten sind. Sie können aber nur von denen begriffen werden, die im Guten der Liebtätigkeit sind, nicht aber von denen, die im Glaubenswahren ohne dieses Gute sind. Die Ursache ist, weil diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, im Lichte des Himmels stehen und aus diesem das sehen, was im Lichte der Welt ist. Diejenigen hingegen, die im Glaubenswahren sind und nicht im Guten der Liebtätigkeit, stehen im Lichte der Welt, aus dem sie nicht sehen können, was im Lichte des Himmels ist; denn das Licht des Himmels ist oberhalb, d.h. innerhalb, aber das Licht der Welt ist unterhalb oder außerhalb. Vom Höheren oder Inwendigeren kann das Untere oder Äußere gesehen werden, nicht aber umgekehrt; denn der Himmel kann in die Welt einfließen, nicht aber die Welt in den Himmel: Nr. 3721, 5119, 5259, 5779, 6322. 8978. "Soll er (nur) mit seinem Körper ausgehen", 2. Mose 21/3, bedeutet den Zustand des Wahren ohne Lustreiz auch nach dem Kampfe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Körpers, insofern er das Wahre ohne seinen Lustreiz bezeichnet, worüber Nr. 8977; und aus der Bedeutung von ausgehen, insofern es ausdrückt, (daß es geschehe) nachdem er sechs Jahre gedient hat, somit den Zustand nach dem Kampfe bezeichnet; denn durch den Knechtsdienst während der sechs Jahre wird der Zustand der Arbeit und des Kampfes bezeichnet: Nr. 8975. Wie es sich damit verhält, geht deutlich aus dem hervor, was Nr. 8977 gesagt worden ist. HG 8979 8979. "Wenn er aber eines Weibes Mann ist", 2. Mose 21/3, bedeutet das Wahre in Verbindung mit seinem Lustreiz. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mannes, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung des Weibes, insofern es das Gute bezeichnet, hier aber den Lustreiz, worüber auch im Folgenden. Daß Mann (dominus) das Wahre bezeichnet, kommt daher, daß hier unter Mann (oder Herr) der Knecht als der Mann des Weibes verstanden wird, und im inneren Sinn durch Knecht, sowie auch durch den Mann (vir) eines Weibes, das Wahre bezeichnet wird. Daß der Knecht (diese Bedeutung hat), sehe man Nr. 8974, und auch der Mann: Nr. 3134, 3309, 3459, 7716. Daß das Weib den Lustreiz (des Wahren) bezeichnet, kommt daher, daß das Weib eines Mannes im inneren Sinn das Gute bedeutet: Nr. 915, 2517, 4823, 6014, 8337; weil aber durch den Knecht aus dem israelitischen Volke der Mensch der äußeren Kirche vorbildlich dargestellt wird, der zwar das Wahre der Lehre hat, aber nicht das entsprechende Gute: Nr. 8974, weil er das Wahre nicht um des Wahren willen, noch das Gute um des Guten willen tut, sondern um dafür belohnt zu werden, deswegen liegt in dem Wahren und Guten, das er tut, die Vorstellung seines Ichs. Diese Vorstellung geht aber nicht vom Guten aus, sondern von dem Lustreiz; denn im geistigen Sinn wird nichts anderes gut genannt, als was der Liebe zum Herrn und der Liebe zum Nächsten angehört. Dieses Gute erscheint zwar auch wie ein Lustreiz im natürlichen Menschen, aber das Geistige, was darin ist, macht, daß es Gutes ist. Um noch völliger zu erkennen, wie es sich damit verhalte, muß man wohl merken, daß der Mensch der inneren Kirche aus Liebtätigkeit handelt, also aus der Neigung der Liebe zum Nächsten; der Mensch der äußeren Kirche aber handelt nicht aus dem Guten der Liebtätigkeit, sondern aus dem Wahren des Glaubens, also nicht aus der Neigung der Liebe zum Nächsten, sondern aus Gehorsam, weil es so befohlen ist. Daher kommt es, daß der Mensch der inneren Kirche frei ist, hingegen der Mensch der äußeren Kirche verhältnismäßig ein Knecht; denn wer aus der Neigung der Liebe handelt, der handelt aus der Freiheit: Nr. 2870-2893. Wer hingegen aus Gehorsam, der handelt nicht aus der Freiheit, denn gehorchen ist nicht Freiheit. Dies ist der Grund, weshalb der, welcher aus dem Guten der Liebtätigkeit handelt, der wahre Mensch der geistigen Kirche ist; dieser wird daher im Worte durch Israel vorgebildet. Wer aber nicht aus dem Guten der Liebtätigkeit, sondern aus dem Wahren des Glaubens handelt, ist nicht der wahre Mensch der geistigen Kirche, sondern verhältnismäßig ein Knecht derselben; er wurde daher durch den Knecht vorgebildet, der ein hebräischer Knecht genannt wurde, weil er von den Söhnen Israels erkauft war. 8980. "So soll sein Weib mit ihm ausgehen", 2. Mose 21/3, bedeutet den Zustand des Wahren in Verbindung mit dem Lustreiz auch nach dem Kampfe. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen, nämlich aus der Dienstbarkeit, insofern es den Zustand nach dem Kampf bezeichnet: Nr. 8975; und aus der Bedeutung des Weibes, insofern es den verbundenen Lustreiz bezeichnet, worüber Nr. 8979. Hieraus erhellt, welche Menschen hier durch Knechte vorgebildet sind, nämlich diejenigen, die im Glauben an die Lehren ihrer Kirche sind, aber nicht in dem entsprechenden Guten, sondern in dem Lustreiz, der das entsprechende Gute fälschlich nachahmt. Ihre Knechtschaft bei ihrem Herrn bezeichnet den Zustand derselben, bevor sie in den Himmel eingelassen werden können; aber ihr Ausgang aus der Knechtschaft bedeutet ihren Zustand, wenn sie in den Himmel aufgenommen werden. Weil sie jedoch nur in dem Glauben ihrer Kirchenlehre sind und nicht in dem entsprechenden Guten, somit nicht im Wahren des Guten, d.h. im Glauben der Liebtätigkeit, deshalb können sie nicht tiefer in den Himmel eingelassen werden, als bis zu dessen Eingang; denn diejenigen, die im Eingang zum Himmel sind, haben durch das Wahre des Glaubens Gemeinschaft mit denen, die im Himmel sind, aber durch den mit dem Wahren verbundenen Lustreiz haben sie auch Gemeinschaft mit denen, die außerhalb des Himmels sind. Ebenso wie die Häute oder Membranen, die den Körper umgeben; diese haben durch den Tastsinn Gemeinschaft mit der Welt, und durch die Verknüpfung ihrer Fasern auch mit dem Leben der Seele im Körper. Daher kommt es, daß diejenigen, die am Eingang zum Himmel sich befinden und durch die hebräischen Knechte vorgebildet werden, im Größten Menschen die Hautgefäße (cuticutares) genannt werden, worüber man sehe Nr. 5552-5559. Von diesen gibt es jedoch mehrere Gattungen und Arten, wie bei den Häuten oder Membranen im Körper. Diese sind teils solche, die den ganzen Körper umgeben, teils solche, welche die inwendigeren Teile im allgemeinen umgeben, z.B. das Bauchfell, Rippenfell, Zwerchfell; teils auch solche, die im besonderen einzelne Eingeweide desselben umgeben. Alle diese sind verhältnismäßig dienstbar oder Knechte. 8981. "Wenn sein Herr ihm ein Weib gegeben hat", 2. Mose 21/4, bedeutet das dem Wahren während des Kampfes vom Geistigen beigesellte Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn, insofern er hier das Geistige bezeichnet, denn unter dem Herrn wird hier einer von den Söhnen Israels verstanden, und die Söhne Israels bedeuten diejenigen, die wahre Menschen der geistigen Kirche sind, d.h., die aus dem Gefühl der Liebe, oder was dasselbe ist, die aus Liebtätigkeit das Gute tun. Daß die Söhne Israels Menschen der geistigen Kirche vorbilden, sehe man Nr. 6426, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223, 7957, 8234, 8805; demnach wird durch dieselben im abstrakten Sinn das geistig Wahre und Gute bezeichnet: Nr. 5414, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5833, 5879. Daher kommt es, daß durch Herr hier des Geistige bezeichnet wird. Ferner aus der Bedeutung von "ihm zum Weibe geben", insofern es soviel ist, als das Gute dem Wahren beigesellen, denn geben, in Beziehung auf das Weib, bedeutet beigesellen, und der Knecht bezeichnet den, der im Wahren der Lehre, aber nicht im entsprechenden Guten ist: Nr. 8974. Das Weib aber bezeichnet den Lustreiz: Nr. 8980, hier jedoch das Gute, weil es gegeben ist, d.h. beigesellt ist vom Geistigen; denn alles, was vom Geistigen kommt, heißt gut, weil das Geistige an sich das Gute der Liebtätigkeit ist. Daß das Weib das Gute bezeichnet, sehe man Nr. 915, 2517, 4823, 6014, 8337. Daß es während des Kampfes geschieht, kommt daher, daß gesagt wird, wenn sein Herr ihm ein Weib gegeben habe, solle dasselbe nach der Dienstzeit dem Herrn gehören, woraus deutlich zu ersehen ist, daß das Weib dem Knecht angehörte während er im Dienste war, und nicht nachher, also während des Kampfes und nicht nach dem Kampf, denn die Dienstbarkeit der sechs Jahre bedeutet Arbeit und Kampf: Nr. 8975. Wer könnte nicht erkennen, daß in dieser Satzung ein Geheimnis liegt, das nur demjenigen bekannt sein kann, dem es offenbart worden? Denn es scheint der äußeren Form nach wider die göttliche Gerechtigkeit, daß das dem Knechte gegebene Weib Eigentum des Herrn verbleiben sollte, wenn jener frei aus dem Dienste gehen würde; während doch das Weib auf immer ihrem Manne angehören soll. Dergleichen gibt es noch vieles andere, was von Jehovah den Söhnen Israels geboten wurde, z.B. daß sie von Ägypten goldene und silberne Gefäße und Kleider erbitten und sie dadurch derselben berauben sollten, außer anderem dergleichen, worüber an seinem Orte. Obwohl aber, wie gesagt, solche Dinge der äußeren Form nach gegen die göttliche Gerechtigkeit zu sein scheinen, sind sie es doch nicht, denn sie fließen aus den Gesetzen der göttlichen Ordnung im Himmel, und diese Gesetze sind die wesentlichen Gesetze der Gerechtigkeit. Aber diese Gesetze treten nicht klar hervor, wenn sie nicht durch den inneren Sinn aus dem Buchstabensinn entwickelt werden. Das Gesetz aber, aus dem jene Satzung fließt, ist dieses: Diejenigen, die von Kindheit an im Äußeren der Kirche sind, können nicht mit dem geistig Guten verbunden werden, sondern es kann ihnen nur beigesellt werden, solange sie im Kampfe sind; und nach dem Kampfe weicht es wieder zurück. Damit sich deutlich zeige, wie es sich damit verhält - (denn es ist ein Geheimnis) - soll es mit wenigem gesagt werden: Diejenigen, die von Kindheit an wenig an das ewige Leben, d.h. an das Heil ihrer Seele gedacht haben, sondern nur an das weltliche Leben und dessen Gedeihen, gleichwohl aber ein moralisch gutes Leben geführt und auch an die Wahrheiten ihrer Kirchenlehre geglaubt haben, können, wenn sie in das reifere Alter gelangt sind, nicht anders gebessert werden als durch Beigesellung des geistig Guten, wenn sie im Kampfe sind. Sie behalten aber gleichwohl dieses Gute nicht, sondern befestigen durch dasselbe nur die Wahrheiten ihrer Lehre. Sie sind aber so beschaffen, weil sie in ihrem früheren Leben den Trieben der Liebe zur Welt nachhingen, und wenn diese eingewurzelt sind, dulden sie nicht, daß das geistig Gute sich mit dem Wahren verbinde; denn die Triebe jener Liebe widerstreben durchaus diesem Guten; dennoch aber kann das geistig Gute die Gedanken beschäftigen, wenn die Triebe dieser Liebe ruhen, was geschieht, sobald (diese Menschen) in Angst, in Unglücksfällen, in Krankheiten und ähnlichem sich befinden; alsdann fließt die Neigung ein, aus Liebtätigkeit Gutes zu tun. Diese Neigung dient jedoch nur dazu, die Lehrwahrheiten zu bestärken und tiefer einwurzeln zu lassen, sie kann aber nicht mit dem Wahren verbunden werden. Der Grund ist, weil diese einfließende Neigung der Liebtätigkeit nur das Verstandesgebiet des Gemütes erfüllt, aber nicht in dessen Willensgebiet eintritt, und was nicht in das Willensgebiet eintritt, das wird nicht angeeignet, somit auch nicht verbunden, denn die Verbindung des Guten und Wahren beim Menschen findet statt, wenn das Wahre in den Willen eintritt, folglich wenn der Mensch es will, und aus dem Wollen es tut. Dann erst wird das Wahre zum Guten, oder was dasselbe ist, der Glaube zur Liebtätigkeit. Dies kann aber nicht bei denen geschehen, die von Kindheit an den Trieben der Liebe zur Welt nachhingen, und doch in dem Wahren ihrer Kirchenlehre sind, denn ihr Willensgebiet ist von den Trieben jener Liebe eingenommen, die dem geistig Guten gänzlich entgegengesetzt sind und es verwerfen. Sie lassen dasselbe bloß in das Verstandesgebiet des Geistes ein, d.h. in ihr Denken, wenn die Triebe jener Liebe zum Schweigen gebracht sind, das wie gesagt, im Zustande der Krankheit oder des Unglücks, oder der Angst geschieht, somit während der Arbeit und in einer Art von Kampf. Dies ist das Geheimnis, das in dieser Satzung verborgen liegt; und weil diese Satzung so das vorbildliche des göttlichen Ordnungsgesetzes war, in betreff derer, die im Wahren der Lehre, aber nicht in dem entsprechenden Guten sind, deshalb war sie in der vorbildlichen Kirche übereinstimmmend mit der göttlichen Gerechtigkeit auch in ihrer äußeren Form. 8982. "Und sie hat ihm Söhne oder Töchter geboren", 2. Mose 21/4, bedeutet das davon abgeleitete Wahre und Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257; und aus der Bedeutung der Töchter, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber Nr. 489, 490, 491, 2362, 3024. Daß sie das abgeleitete Wahre und Gute bedeuten, ist klar, weil unter dem Weibe, von der sie als Mutter waren geboren, das geistig Gute verstanden wird: Nr. 8981, und durch Geburten im inneren Sinn Ableitungen bezeichnet werden: Nr. 1330, 3263, 3279. 8983. "So sollen das Weib und die Kinder (Eigentum) seines Herrn sein", 2. Mose 21/4, bedeutet, daß das dem Wahren vom Geistigen zugesellte Gute mit dem davon abgeleiteten Guten und Wahren jenem Wahren nicht angeeignet werden darf. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weibes, insofern es das dem Wahren während des Kampfes zugesellte geistig Gute bezeichnet, worüber Nr. 8981; aus der Bedeutung der Kinder, insofern sie das abgeleitete Wahre und Gute bezeichnen, worüber Nr. 8982; und aus der Bedeutung von "Eigentum seines Herrn sein", insofern es ausdrückt, daß sie dem Geistigen gehören sollen, von dem sie sind, und nicht dem Wahren; denn der Herr bedeutet das Geistige: Nr. 8981, und der Knecht das Wahre ohne das entsprechende Gute: Nr. 8974. Somit bedeutet es, daß sie diesem Wahren nicht angeeignet sein können, denn Mann und Weib bedeutet im inneren Sinn die Verbindung des Wahren und Guten, weil die Ehe auf Erden die himmlische Ehe vorbildet, welche die des Guten und Wahren ist, und die eheliche Liebe auch wirklich dieser Ehe entspricht: Nr. 2727-2759, 2803. Aber zwischen dem Knecht und dem ihm von seinem Herrn gegebenen Weibe findet keine Ehe statt, sondern nur eine Verknüpfung, wie die eines Nebenweibes mit dem Manne. Diese Verknüpfung entspricht aber nicht der himmlischen Ehe, weshalb sie auch gelöst wird, wenn der Knecht frei ausgeht, indem dann das Weib mit den Kindern Eigentum des Herrn wird. Eine solche Verknüpfung findet aber deshalb statt, weil das Wahre, das durch den Knecht vorgebildet wird, im äußeren Menschen ist, und das Gute, das durch das Weib (vorgebildet wird), im inneren Menschen ist. Das Gute des inneren Menschen kann aber nicht verbunden werden mit dem Wahren des äußeren Menschen, wenn nicht vorher die Verbindung im Inneren stattgefunden hat. Dies kann nicht geschehen, weil der Knecht den bloß äußeren Menschen vorbildet, der das entsprechende Gute nicht hat, und dem es auch nicht angeeignet werden kann. Daß das Gute des inneren Menschen mit dem Wahren des äußeren nicht verbunden werden kann, wenn nicht vorher die Verbindung im Inneren stattgefunden hat, kann aus dem erhellen, was über die Wiedergeburt des Menschen: Nr. 3321, 3469, 3493, 3573, 3616, 3882, 4353 gesagt worden ist, denn die Wiedergeburt ist eben die Verbindung des Guten und Wahren. 8984. "Und er soll ausgehen nur mit seinem Körper", 2. Mose 21/4, bedeutet den Zustand nach dem Kampfe, der nur ein Zustand der Befestigung und Einpflanzung des Wahren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen, nämlich aus der Knechtschaft, insofern es den Zustand nach dem Kampf bezeichnet, wovon Nr. 8980; und aus der Bedeutung von "mit seinem Körper", insofern es ausdrückt, mit dem Wahren ohne das Gute, wovon Nr. 8977, 8978. Es bedeutet aber den Zustand der Befestigung und Einpflanzung des Wahren, weil dieser durch das Ausgehen im siebenten Jahr bezeichnet wird: Nr. 8976; hier, weil das geistig Gute, das durch das Weib vorgebildet wird, dazu gedient hat, jenes (Wahre) zu befestigen und auch neue (Wahrheiten) einzupflanzen: Nr. 8981. 8985. "Wenn aber der Knecht spricht und sagt", 2. Mose 21/5, bedeutet das Denken alsdann aus dem eingepflanzten Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Denken bezeichnet, worüber Nr. 7094, 7107, 7244; und aus der Bedeutung des Knechtes, insofern er das Wahre ohne das entsprechende Gute bezeichnet, worüber Nr. 8974; hier jenes befestigte und eingepflanzte Wahre, weil es von dem Knechte gesagt wird, wenn er im Begriff ist frei auszugehen: Nr. 8984. Es wird gesagt, der Knecht bedeute das Wahre, es wird jedoch darunter der Mensch verstanden, der im Wahren ohne das entsprechende Gute ist. Die Ursache, weshalb der Knecht das Wahre genannt wird und nicht der Mensch, der in solchem Wahren ist, liegt darin, daß die abstrakte, d.h., die von der Person absehende Rede, die Engelsrede ist; denn im Himmel denkt man über die Sache ohne Rücksicht auf die Person. Wenn nämlich dort auch an die Person gedacht wird, so wird die Gesellschaft, die in solcher Sache ist, aufgeregt, und dadurch das Denken dorthin gerichtet und daselbst festgehalten; denn im Himmel ist Gegenwart wo der Gedanke ist, und die Gegenwart würde die Gedanken derer, die in der Gesellschaft sind, auf sich lenken und dadurch den Einfluß vom Göttlichen stören. Anders aber ist es, wenn sie ohne Absehen auf die Person über eine Sache denken; dann verbreitet sich der Gedanke allenthalben hin, gemäß der himmlischen Form, die der vom Göttlichen ausgehende Einfluß hervorbringt, und zwar ohne Störung irgendeiner Gesellschaft; denn dann dringt er in die allgemeinen Sphären der Gesellschaften ein, und dann berührt oder bewegt er keinen in der Gesellschaft, und lenkt somit niemanden ab von der Freiheit des Denkens, gemäß dem Einfluß vom Göttlichen. Kurz, das abstrakte Denken kann den ganzen Himmel durchdringen, ohne daß irgendwo ein Aufenthalt stattfindet, hingegen das auf eine Person oder einen Ort gerichtete Denken wird festgehalten und zum Stillstand gebracht. 8986. "Ich liebe meinen Herrn, mein Weib und meine Kinder", 2. Mose 21/5, bedeutet den Lustreiz (oder das Angenehme) der Erinnerung an die geistigen Güter. Dies erhellt aus der Bedeutung von lieben, insofern es hier den Lustreiz der Erinnerung bezeichnet, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung des Herrn, insofern Er das geistig Gute bezeichnet, von dem (jene stammen), worüber Nr. 8981; aus der Bedeutung des Weibes, insofern es das vom Geistigen beigesellte Gute bezeichnet, worüber Nr. 8981; und aus der Bedeutung der Kinder, insofern sie das davon abgeleitete Gute und Wahre bezeichnen, worüber Nr. 8982. Daher bedeuten Mann, Ehefrau und Kinder zusammengenommen, die geistigen Güter. Daß der Lustreiz der Erinnerung an diese Güter durch lieben bezeichnet wird, kommt daher, weil durch die hebräischen Knechte diejenigen vorgebildet wurden, die innerhalb der Kirche in den Wahrheiten der Lehre, aber nicht in dem entsprechenden Guten sind: Nr. 8974, 8976; solche können nicht vom Wahren um des Guten willen angeregt werden, sondern um des Lustreizes willen, und deshalb bedeutet hier lieben, weil es von solchen gesagt wird, den Lustreiz der Erinnerung. 8987. "Ich will nicht frei ausgehen", 2. Mose 21/5, bedeutet die Lust am Gehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von frei ausgehen, insofern es den Zustand nach dem Kampf bezeichnet, der nur ein Zustand der Befestigung und Einpflanzung des Wahren ist, worüber Nr. 8976, 8980, 8984; Denn die Knechtschaft, die sechs Jahre war und auch Woche genannt wird (1. Mose 29/27,28), bedeutet Arbeit oder einigen Kampf, wie er bei denen stattfindet, die in den Wahrheiten und nicht im entsprechenden Guten sind, und im geistigen Sinn unter den hebräischen Knechten verstanden werden. Diese sind so beschaffen, daß sie nicht wiedergeboren, sondern nur gebessert werden können; denn wiedergeboren werden, wird von denen gesagt, die durch die Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten heißen, sich vom Herrn zum Guten des geistigen Lebens führen lassen. Hingegen gebessert werden von denen, die durch die Glaubenswahrheiten nicht zum Guten des geistigen Lebens geführt werden können, sondern nur zu einem Lustreiz (oder zum Guten) des natürlichen Lebens. Diejenigen, die sich wiedergebären lassen, handeln aus Neigung nach den Vorschriften des Glaubens, aber diejenigen, die sich nicht wiedergebären lassen, sondern nur gebessert werden, handeln nicht aus Neigung, sondern aus Gehorsam. Der Unterschied ist dieser: Diejenigen, die aus Neigung handeln, handeln aus dem Herzen, und somit aus freiem Willen, demnach tun sie auch das Wahre um des Wahren willen und das Gute um des Guten willen, und dadurch üben sie die Liebtätigkeit um des Nächsten willen. Die aber, die aus Gehorsam handeln, handeln nicht in gleicher Weise aus dem Herzen, demnach auch nicht aus freiem Willen; wenn sie auch glauben, aus dem Herzen und aus freiem Willen zu handeln, so geschieht es doch nur wegen einigen Ruhmes ihres Ichs, der bewirkt, daß es so wahrgenommen wird. Auch tun sie nicht das Wahre um des Wahren willen, und das Gute um des Guten willen, sondern wegen des Lustreizes, der in jenem Ruhme liegt. So üben sie auch nicht die Liebtätigkeit gegen den Nächsten um des Nächsten willen, sondern um gesehen zu werden und Lohn zu empfangen. Hieraus kann man erkennen, welche es sind, und wie beschaffen, die durch die Söhne Israels und durch die hebräischen Knechte vorgebildet wurden. Heutzutage ist jedoch in der Kirche die Kenntnis dieses Unterschiedes verlorengegangen; der Grund ist, weil heutzutage die Kirche vom Glauben Eigenschaft und Namen empfängt, und nicht von der tätigen Liebe. Auch wissen nur wenige, was der Glaube ist; die meisten glauben, der Glaube bestehe darin, daß man weiß, was die Lehre der Kirche enthält und sich davon überzeugt, daß es wahr sei; nicht aber darin, daß man jenen (Lehren) gemäß lebt. Das Leben nach denselben nennen sie ein moralisches Leben, das sie von der Kirchenlehre trennen, und mit dem Namen Moraltheologie belegen. Die Gelehrten aber meinen, der Glaube sei das Vertrauen oder die Zuversicht, daß sie selig würden dadurch, daß der Herr für sie gelitten und sie von der Hölle losgekauft habe, und diejenigen, die dieses Vertrauen haben, werden, wie sie sagen, dadurch selig, somit durch den Glauben allein. Sie erwägen aber hierbei nicht, daß es keine Zuversicht des Glaubens geben kann, außer bei denen, die ein Leben der tätigen Liebe führen. Dies sind die Ursachen, weshalb die Kenntnis vom Unterschied zwischen denen, die im Glaubenswahren und nicht im entsprechenden Guten des Lebens sind, und denen, die in einem den Glaubenswahrheiten entsprechenden Guten sind, verlorengegangen, und weil diese Kenntnis verlorengegangen ist, muß das, was von denen, die im Wahren sind und nicht im Guten, und die durch die hebräischen Knechte bezeichnet werden, notwendig als fremdartig erscheinen. 8988. "So soll sein Herr ihn vor Gott führen", 2. Mose 21/6, bedeutet den Zustand, in den er dann eintritt gemäß der göttlichen Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu Gott führen", wenn von denen gehandelt wird, die in den Wahrheiten sind, aber nicht im Guten sein können, insofern es soviel ist als bewirken, daß sie in einem Zustand gemäß der göttlichen Ordnung eintreten. Durch hinzuführen wird nämlich das Eintreten und durch Gott die göttliche Ordnung bezeichnet, worüber folgen wird. Daß dies bezeichnet wird, erhellt aus dem, was in diesem Vers folgt, denn hier wird der Zustand derer beschrieben, die in den Wahrheiten sind, aber nicht in dem entsprechenden Guten, daß es nämlich ein Zustand des beständigen Gehorsams ist; denn diejenigen, die sich in diesem Zustand befinden, sind im Verhältnis zu denen, die in einem den Wahrheiten entsprechenden Guten sind, in der Knechtschaft. Weil diese aus dem Guten handeln, so handeln sie aus Neigung, und die aus Neigung handeln, handeln aus ihrem Willen, somit aus sich heraus, weil das, was Sache des Willens bei dem Menschen ist, sein Eigen ist, denn der Wille ist das Sein des Lebens bei dem Menschen. Diejenigen aber, die bloß aus Gehorsam handeln, handeln nicht aus ihrem Willen, sondern nach dem Willen ihres Herrn, also nicht aus sich, sondern aus Antrieb eines anderen. Deswegen sind sie verhältnismäßig in Knechtschaft. Aus dem Wahren handeln und nicht aus dem Guten heißt, bloß aus dem Verstandesgebiet handeln, denn die Wahrheiten beziehen sich auf das Verstandesgebiet, und das Gute auf das Willensgebiet; und aus dem Verstandesgebiet handeln und nicht aus dem Willensgebiet heißt, aus dem handeln, was draußen steht und dient; denn der Verstand ist dem Menschen gegeben, daß er die Wahrheiten aufnehme und sie in den Willen einführe, so daß sie zum Guten werden; denn wenn die Wahrheiten zur Sache des Willens werden, werden sie Gutes genannt. Hingegen dem Herrn dienen, indem man das Gute tut nach Seinen Geboten, und dadurch Gehorsam übt, heißt nicht Knecht sein, sondern frei sein, denn die eigentlichste Freiheit des Menschen besteht darin, daß er vom Herrn geführt werde: Nr. 892, 905, 2870, 2872; der Herr flößt nämlich in den Willen des Menschen selbst das Gute ein, und wenn (der Mensch) aus diesem handelt, so wird es, obgleich es vom Herrn ist, dennoch so wahrgenommen, als ob er aus sich selbst, somit aus freiem Willen handelte. Diese Freiheit besitzen alle, die im Herrn sind, und sie ist verbunden mit unaussprechlicher Seligkeit. Daß Gott hier die göttliche Ordnung bedeutet, kommt daher, daß im Worte "Gott" gesagt wird, wo vom Wahren, und "Jehovah", wo vom Guten die Rede ist: Nr. 2769, 2807, 2822, 3921, 4402, 7010, 7268, 8867. Deswegen ist das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, im höchsten Sinn Gott, und Sein göttlich Gutes, von dem das göttlich Wahre ausgeht, ist Jehovah. Der Grund ist, weil das göttlich Gute das Sein selbst ist, und das göttlich Wahre das Dasein aus demselben; denn was hervorgeht, das besteht aus diesem. Ebenso verhält es sich mit dem Guten und Wahren im Himmel, oder bei den Engeln, und ebenso in der Kirche bei den Menschen. Das Gute in demselben ist das Sein selbst, und das Wahre ist das Dasein daraus, oder was dasselbe ist, die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Nächsten ist das eigentliche Sein des Himmels und der Kirche, aber der Glaube ist das Dasein aus demselben. Hieraus wird klar, woher es kommt, daß Gott auch die göttliche Ordnung bedeutet, denn das vom Herrn hervorgehende göttlich Wahre ist es, das die Ordnung im Himmel macht, so daß es die Ordnung selber ist. Daß das göttlich Wahre die Ordnung ist, sehe man Nr. 1728, 1919, 7995, 8700. Wenn daher der Mensch oder Engel das göttlich Wahre vom Herrn im Guten aufnimmt, dann ist bei ihm die Ordnung, die in den Himmeln ist, und folglich der Himmel oder das Reich des Herrn im besonderen, und dies insoweit, als er aus den Wahrheiten im Guten ist, und nachher insoweit, als er in den Wahrheiten aus dem Guten ist. Und was ein Geheimnis ist, die Engel selbst erscheinen in menschlicher Form in den Himmeln ganz gemäß den Wahrheiten, die bei ihnen im Guten sind, in Schönheit und Glanz gemäß der Beschaffenheit des Guten aus den Wahrheiten. Und ebenso die Menschen der Kirche in Ansehung ihrer Seele im Himmel. Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre selbst bringt dies mit sich, wie aus dem erhellen kann, was vom Himmel als vom Größten Menschen und von dessen Entsprechung mit dem einzelnen im Menschen am Ende mehrerer Kapitel gezeigt worden ist. Dieses Geheimnis ist es, das unter folgenden Worten verstanden wird: Joh.Offenb.21/17: "Er maß die Mauer des heiligen Jerusalem, hundertvierundvierzig Ellen, das Maß eines Menschen, welches das eines Engels ist". Wer könnte jemals diese Worte verstehen, wenn er nicht weiß, was das heilige Jerusalem bedeutet, was ihre Mauer, was das Maß und die Zahl Hundertvierundvierzig, und dadurch was der Mensch, das ist der Engel bedeutet. Durch das neue und heilige Jerusalem wird aber die neue Kirche des Herrn bezeichnet, die auf die jetzt bestehende christliche folgen wird: Nr. 2117; die Mauer bedeutet die Glaubenswahrheiten, die diese Kirche verteidigen müssen: Nr. 6419; messen und Maß bezeichnet den Zustand in Ansehung des Wahren: Nr. 3104; die Zahl Hundertvierundvierzig bedeutet das gleiche wie zwölf; denn hundertvierundvierzig ist eine zusammengesetzte Zahl aus zwölf mit zwölf multipliziert. Daß durch diese Zahlen alles Wahre in Zusammenfassung bezeichnet wird, sehe man Nr. 7973. Hieraus wird klar, was das Maß eines Menschen, das ist eines Engels bedeutet, nämlich das vom Herrn hervorgehende Wahre selbst in seiner Form, die, wie oben gesagt, die des Engel-Menschen im Himmel ist. Hieraus erhellt auch das Geheimnis, das diese Worte in sich schließen, daß nämlich durch dieselben die Wahrheiten der Kirche, die auf die jetzt bestehende christliche folgen wird, beschrieben werden. Daß es Wahrheiten aus dem Guten sind, wird in dem zunächst darauffolgenden Verse beschrieben mit den Worten: "Und der Bau ihrer Mauer war von Jaspis, und die Stadt von reinem Golde, wie reines Glas", Joh.Offenb.21/18: Jaspis bedeutet das Wahre, wie es in jener Kirche beschaffen sein wird, denn Steine bedeuten im allgemeinen Wahrheiten: Nr. 1298, 3720, 6426, und Edelsteine Wahrheiten vom Herrn: Nr. 643; Gold bedeutet das Gute der Liebe und der Weisheit: Nr. 113, 1551, 1552, 5658. Wer würde jemals erraten, daß solches in diesen Worten enthalten ist; und wer kann nicht hieraus sehen, daß unzählige Geheimnisse im Worte verborgen liegen, die keinem jemals erscheinen, außer durch den inneren Sinn; und daß durch diesen wie mit einem Schlüssel die göttlichen Wahrheiten, wie sie im Himmel sind, erschlossen werden, folglich der Himmel und der Herr selbst, Der alles in allem des Wortes in dessen innerstem Sinn ist?. 8989. "Und ihn zu einer Türe oder einem Pfosten bringen", 2. Mose 21/6, bedeutet den Zustand des befestigten und eingepflanzten Wahren, zugleich mit dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tür, insofern sie die Einführung des Wahren zum Guten bezeichnet, worüber Nr. 2356, 2385; hier des befestigten und eingepflanzten Wahren, das durch den hebräischen Knecht nach den sechs Jahren der Knechtschaft bezeichnet wird: Nr. 8976, 8984. Und weil die Türe die Einführung bezeichnet, so drückt sie auch eine Gemeinschaft aus, denn vermittelst der Türe steht ein Zimmer mit dem anderen in Verbindung. Ferner aus der Bedeutung des Pfostens, insofern er die Verbindung dieses Wahren mit dem Guten bezeichnet, denn der Pfosten steht zwischen zwei Zimmern und verbindet dieselben. Wer kann nicht sehen, daß dieser heilige Gebrauch (oder Ritus) in betreff der verbleibenden Knechte Geheimnisse enthält, und zwar göttliche Geheimnisse? Denn er ist ja von Jehovah vom Berge Sinai herab diktiert und anbefohlen worden. Diejenigen, die nicht glauben, daß etwas Heiligeres und Göttlicheres im Worte ist, als was im Buchstabensinn erscheint, werden sich wundern, daß dieses und mehreres, was in diesem Kapitel und in den folgenden enthalten ist, mit lauter Stimme von Jehovah diktiert (oder vorgesprochen) wurde, denn es erscheint im Buchstaben so wie das, was in den Gesetzen der Heiden steht, z.B. in betreff der Knechte, daß derjenige unter ihnen, der nicht aus der Knechtschaft heraustreten will, zu einer Tür oder einem Pfosten geführt werden, und ihm von seinem Herrn das Ohr mit einem Pfriemen durchbohrt werden soll. Diese Anordnung verrät im Buchstabensinn nichts Göttliches, und dennoch ist es ganz besonders göttlich; allein das wird nur durch den inneren Sinn klar. Der innere Sinn ist, daß diejenigen, die nur in den Wahrheiten sind und nicht im entsprechenden Guten, gleichwohl aber in dem Lustreiz der Erinnerung an das geistig Gute: Nr. 8986, 8987, einige Gemeinschaft und Verbindung mit dem geistig Guten haben. Dies wurde dadurch vorgebildet, daß dem Knechte das Ohr an einer Tür oder einem Pfosten von seinem Herrn durchbohrt werden sollte; denn die Türe bedeutet die Gemeinschaft, der Pfosten die Verbindung, das Ohr den Gehorsam, und durchbohren mit einem Pfriemen bildet den Zustand vor, in dem er verbleiben will. So werden es die Engel inne, die bei dem Menschen sind, wenn dieser jenes Wort liest; denn die Engel denken weder an eine Tür, noch an einen Pfosten, noch an ein Ohr und dessen Durchbohrung, und nicht einmal an einen Knecht, sondern statt dessen an die obenbesagte Gemeinschaft und Verbindung. Die Engel besitzen das Verständnis solcher Dinge, weil sie im Lichte sind; und ihnen stellt sich nur das Geistige und Himmlische dar, nicht aber das Natürliche und Weltliche, wie es im Buchstabensinn des Wortes ist; denn der Buchstabensinn des Wortes ist natürlich und weltlich, sein innerer Sinn aber ist geistig und himmlisch; dieser ist für die Menschen, und jener für die Engel. Daher findet durch das Wort Gemeinschaft und Verbindung des Himmels mit dem Menschen statt. Damit die Geheimnisse, die in diesem Verfahren mit den bei ihrem Herrn verbleibenden Knechten enthalten sind, noch deutlicher werden, soll gesagt werden, woher es kommt, daß die Türe und der Pfosten eine Gemeinschaft und Verbindung bedeuten: Die Engel und Geister haben Wohnungen, die ganz wie die in der Welt erscheinen: Nr. 1116, 1626, 1627, 1628, 1631, 4622; und was ein Geheimnis ist, alle und jede Gegenstände, die in ihren Wohnungen erscheinen, sind Bezeichnungen (oder Sinnbilder) von geistigen Dingen. Sie gehen auch hervor aus geistigen Dingen, die im Himmel und von daher in ihren Gemütern sind. Die Gemeinschaften des Wahren mit dem Guten stellen sich daselbst durch Türen dar und die Verbindungen durch Pfosten; anderes durch die Zimmer selbst, durch die Vorhallen, durch die Fenster und durch verschiedene Verzierungen. Daß es sich so verhält, kann heutzutage der Mensch, besonders der, welcher bloß natürlich ist, nicht glauben, weil es nicht deutlich vor den Sinnen seines Körpers erscheint; dennoch aber ist aus dem Worte bekannt, daß solche Dinge von den Propheten gesehen wurden, wenn ihr Inneres gegen den Himmel hin erschlossen war; auch von mir wurden sie tausendmal wahrgenommen und gesehen. Oftmals habe ich auch (die Engel) sagen hören, daß die Türen ihrer Zimmer geöffnet seien, wenn mir ihre Gedanken mitgeteilt wurden, und verschlossen, wenn sie nicht mitgeteilt wurden. Daher kommt es auch, daß Türen im Worte genannt werden, wo von einer Gemeinschaft die Rede ist, z.B. Jes.26/20: "Auf, mein Volk, geh in deine Kammern, und schließe die Türe hinter dir zu, verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis daß der Zorn vorübergehe": die Türe hinter sich schließen, bis daß der Zorn vorübergehe, bedeutet keine Gemeinschaft mit dem Bösen haben, das unter Zorn zu verstehen ist: Nr. 3614, 5034, 5798, 6358, 6359, 6997, 8284, 8483. Mal.1/9,10: "Wird er auf euch achten? spricht Jehovah Zebaoth; wer ist unter euch, der vielmehr die Türen verschlösse, daß ihr nicht vergeblich Feuer anzündet auf Meinem Altare": die Türen verschließen bedeutet hier, keine Gemeinschaft haben mit heiligen oder göttlichen Dingen. Sach.11/1: "Öffne, o Libanon, deine Türen, damit das Feuer deine Zedern verzehre": die Türen öffnen bedeutet, Zugang oder Gemeinschaft gewähren. Ps.78/23: "Er gebot den Wolken oben; Er tat auf die Türen des Himmels": auftun die Türen des Himmels bedeutet, Gemeinschaft verleihen mit den Wahrheiten und dem Guten, das vom Herrn im Himmel ist. Ps.84/11: "Ich will lieber stehen an der Türe im Hause meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Gottlosen": an der Türe stehen bedeutet, von außen her Gemeinschaft haben mit dem Guten, das unter dem Hause Gottes zu verstehen ist: Nr. 3720. Ps.24/7,9: "Erhebet ihr Tore, eure Häupter, erhebet euch, ihr Pforten der Welt, daß einziehe der König der Herrlichkeit": die Pforten der Welt erheben bedeutet, die Herzen dem Herrn, Welcher der König der Herrlichkeit ist, öffnen und zu Ihm erheben, und so Gemeinschaft verschaffen, d.h., damit Er einfließe mit dem Guten der Liebtätigkeit und dem Wahren des Glaubens; der Herr wird König der Herrlichkeit genannt wegen des Wahren, das aus dem Guten ist. Jes.45/1-3: "So spricht Jehovah zu Kores, Seinem Gesalbten, dessen Rechte Ich gefaßt habe, um vor ihm zu stürzen die Völker; und zu entgürten die Lenden der Könige, auf daß vor ihm die Türen geöffnet werden und die Tore nicht verschlossen bleiben. Ich will vor dir hergehen, und die Höcker eben machen; Ich will dir geben die Schätze der Finsternis und die verborgenen Reichtümer der Schlupfwinkel, damit du erkennst, daß Ich Jehovah bin, Der dich gerufen hat bei deinem Namen, der Gott Israels": hier vom Herrn in Ansehung Seines Menschlichen, der im vorbildlichen Sinn durch Kores bezeichnet wird; vor ihm die Türen öffnen bedeutet, Zugang zum Göttlichen Selbst verleihen; daher kommt es, daß Er auch in Ansehung des Menschlichen Gott heißt, hier der Gott Israels. Joh.Offenb.3/8: "Siehe, Ich habe vor dir eine offene Türe gegeben, die niemand zuschließen kann, denn du hast eine geringe Kraft, und hast Mein Wort gehalten": eine offene Türe geben bedeutet, Gemeinschaft mit dem Himmel. Joh.Offenb.4/1: "Nach diesem sah ich, und siehe, eine geöffnete Türe im Himmel; ich hörte: Steige hier herauf, und Ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll": die Türe bezeichnet hier offenbar eine Gemeinschaft, weil von einer Offenbarung die Rede ist, die er aus dem Himmel empfangen soll. Auch hieraus erhellt, daß durch die Türe hier eine Gemeinschaft vorgebildet wird, wie oben gesagt wurde. Joh.Offenb.3/20: "Siehe! Ich stehe vor der Tür und klopfe an; wenn jemand Meine Stimme hört und die Türe auftut, werde Ich zu ihm eingehen und Abendmahl mit ihm halten, und er mit Mir": auch hier bedeutet offenbar die Türe den Zugang und die Gemeinschaft mit dem Himmel, wo der Herr ist, und dadurch mit dem Herrn. Matth.25/10-12: "Es kam der Bräutigam, und die Jungfrauen gingen mit ihm hinein zur Hochzeit und die Tür ward verschlossen; zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, tue uns auf! Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht": was dies im inneren Sinn bedeute, sehe man Nr. 4635-4638, die Jungfrauen bedeuten nämlich diejenigen, die innerhalb der Kirche sind; Öl in den Lampen haben bedeutet, das Gute der Liebtätigkeit in dem Glaubenswahren; und nicht Öl in den Lampen haben heißt, das Glaubenswahre haben, aber nicht das Gute der Liebtätigkeit in demselben. Diesen wird, heißt es, die Türe verschlossen, weil sie keine Gemeinschaft mit dem Himmel haben, d.h. durch den Himmel mit dem Herrn. Die Gemeinschaft mit dem Himmel und durch den Himmel kommt zustande durch das Gute der Liebtätigkeit und der Liebe, nicht aber durch das Wahre, welches das Glaubenswahre genannt wird, wenn es kein Gutes in sich hat; deswegen werden diese törichte Jungfrauen genannt, jene aber kluge Jungfrauen. Luk.13/24-26: "Viele werden trachten hineinzukommen, werden es aber nicht können; wenn der Hausvater aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, da werdet ihr anfangen, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen, und werdet sagen: Herr, Herr, tue uns auf; aber Er wird antworten und zu euch sagen: Ich weiß nicht, woher ihr seid; dann werdet ihr anheben zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, und auf unseren Straßen hast Du gelehrt; doch Er wird euch sagen: Ich weiß nicht, woher ihr seid, weichet von Mir alle ihr Übeltäter": auch hier bedeutet die Türe offenbar den Zugang und die Gemeinschaft, wie oben; daß diejenigen, denen die Tür verschlossen ist und die anklopfen aber nicht eingelassen werden, solche sind, welche die Wahrheiten aus dem Worte kennen, aber nicht in dem Guten der Liebtätigkeit sind, wird dadurch bezeichnet, daß sie vor dem Herrn essen und trinken und den Herrn auf ihren Straßen lehren hören und doch nicht ein Leben des Glaubens führen; denn die, welche kein solches Leben führen, sind die Übeltäter. Joh.10/1,2,9: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer nicht durch die Türe in den Schafstall eingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und Räuber; der aber durch die Türe eingeht, ist der Hirte der Schafe; Ich bin die Tür, wenn jemand durch Mich eingeht, der wird selig werden": eingehen durch die Tür heißt, durch das Wahre des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit und der Liebe, somit zum Herrn (kommen); denn der Herr ist das Gute selbst und ist auch das Wahre, das einführt, somit auch die Türe, weil der Glaube von Ihm kommt. Daß die Türe Gemeinschaft bedeutet, scheint eine bildliche Redensart oder ein Gleichnis zu sein; allein im Worte gibt es keine bildlichen Redensarten oder bloße Gleichnisse, sondern nur wirkliche Entsprechungen. Auch die Gleichnisse werden in demselben aus solchen gebildet, was entsprechend ist; wie man dies erkennen kann aus dem, was von der Türe gesagt wurde, daß nämlich bei den Engeln und Geistern im Himmel wirklich Türen erscheinen, und das Öffnen und Verschließen derselben je nach den Gemeinschaften; und so ist es auch in dem übrigen. 8990. "Und sein Herr soll ihm das Ohr mit einem Pfriemen durchbohren", 2. Mose 21/6, bedeutet eine Vorbildung des Gehorsams. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ohres, insofern es den Gehorsam bezeichnet, worüber Nr. 2542, 3869, 4551, 4652-4660; und aus der Bedeutung von "mit einem Pfriemen durchbohren", nämlich an einer Tür oder an einem Pfosten, insofern es soviel ist als anheften; hier, weil vom Gehorsam gehandelt wird, bedeutet es, zu etwas bestimmen, und deshalb folgt, daß er auf immer dienen, d.h. gehorchen müsse. Hier wird klar, daß die Durchbohrung des Ohres mit einem Pfriemen an einer Tür oder an einem Pfosten von seinem Herrn eine Vorbildung des Gehorsams ist. Wie es sich damit verhält, kann aus dem Vorhergehenden erhellen, daß nämlich diejenigen, die bloß in den Wahrheiten sind, und nicht in dem entsprechenden Guten, nicht frei sind, sondern Knechte; denn nur die, welche aus dem Guten oder aus der Liebtätigkeit handeln, sind Freie. Diese handeln nämlich aus sich, weil aus dem Guten oder aus der Liebtätigkeit handeln, soviel ist als aus dem Herzen handeln, d.h. aus dem Willen, also aus dem Seinigen, denn nur das ist Eigentum des Menschen, was aus seinem Willen hervorgeht; und was aus dem Willen geschieht, das kommt, wie man sagt, aus dem Herzen. Diejenigen dagegen, die bloß in den Glaubenswahrheiten sind und nicht im Guten der Liebtätigkeit, sind verhältnismäßig Knechte, denn sie handeln nicht aus sich, weil sie das Gute, aus dem sie handeln sollten, nicht in sich haben, sondern außerhalb ihrer, und sie tun nur dann (Gutes), wenn sie sich daran erinnern. Diejenigen, die bis an ihr Lebensende so beschaffen sind, bleiben daher nach dem Tode in diesem Zustand und können nicht in den Zustand gebracht werden, daß sie aus dem Gefühl der Liebtätigkeit, somit aus dem Guten handeln, sondern sie handeln nur aus Gehorsam. Diese stellen im Größten Menschen, welcher der Himmel ist, diejenigen Dinge dar, die im Inwendigeren dienen, so wie die Membranen und Häute: Nr. 8977, 8980. Hieraus kann man erkennen, wie es sich mit dem bloßen Glauben verhält, und auch mit denen, die nach ihrer Lehre dem Glauben die erste Stelle einräumen, dem Guten der Liebtätigkeit aber die zweite, ja sogar die letzte Stelle anweisen. Diejenigen, die dies in der Wirklichkeit, d.h. im Leben selbst tun, sind im vorbildlichen Sinn die hebräischen Knechte. Hieraus kann man auch schließen, wie es sich mit denen verhält, die alles Heil in die Glaubenswahrheiten setzen und gar nicht in das Gute der Liebtätigkeit, nämlich in die Wirklichkeit oder im Leben selbst, daß sie nämlich nicht in den Himmel eingehen können; denn im Himmel herrscht das Gute und nicht das Wahre ohne das Gute. Auch ist das Wahre nicht Wahres und der Glaube nicht Glaube, außer bei denen, die im Guten sind. Daß die Durchbohrung des Ohres mit einem Pfriemen von seite des Herrn ein Vorbild des Gehorsams ist, geht auch deutlich daraus hervor, daß das Anheften des Ohres an eine Tür soviel ist, als machen, daß der Knecht acht gebe auf das, was sein Herr, der im Zimmer ist, befiehlt, somit bedeutet es, immer hören und gehorchen, hier aber im geistigen Sinn dem gehorchen, was das Gute will und befiehlt; denn der Herr des Knechtes bildet das geistig Gute vor: Nr. 8981, 8986. Weil Ohr das Hören des Gehorsams bedeutet, deshalb hat die menschliche Redeweise "jemand am Ohr zupfen" ihren Ursprung aus der geistigen Welt, indem es soviel ist, als machen, daß jemand aufmerke und sich an etwas erinnere; desgleichen gebraucht man "auf jemanden hören und zuhören" für gehorchen, denn bei sehr vielen Redensarten ist der innere Sinn vermöge der Entsprechungen aus der geistigen Welt geflossen. Ebenso redet man von einem geistigen Licht und von dem Sehen aus demselben, insofern es das bedeutet, was Sache des Glaubens ist, wie auch von einem geistigen Feuer und von dem Leben aus demselben, insofern es bezeichnet, was Sache der Liebe ist. Das Durchbohren des Ohres sollte aber mit einem Pfriemen geschehen, weil Pfriemen das gleiche bedeutet, wie Pflock oder Nagel, nämlich ein Anheften oder Anfügen, und im geistigen Sinn die Bestimmung zu etwas. Der Pfriemen war aber ein Werkzeug der Diener, und diente daher dazu, um die Bestimmung zum beständigen Gehorsam von seiten des Knechtes vorzubilden. Daß Pflöcke oder Nägel ein Anheften oder Anfügen bedeuten, erhellt aus den Stellen, wo sie genannt werden, z.B. Jes.22/23; 33/20; 41/7; 54/2; Jerem.10/4; 2. Mose 27/19; 38/31; 4. Mose 3/37; 4/32. 8991. "Daß er ihm diene auf immer", 2. Mose 21/6, bedeutet, in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, insofern es soviel ist als gehorchen, denn die Knechte sind es, die gehorchen, und die Herren, die befehlen. Daß diejenigen, die unter den Knechten vorgebildet wurden, solche waren, die das Gute aus Gehorsam taten, nicht aber aus der Neigung der Liebtätigkeit, erhellt aus dem Vorhergehenden; ferner aus der Bedeutung von "auf immer" insofern es soviel ist als in Ewigkeit. Das Fortwährende bedeutet hier im Buchstabensinn die Knechtschaft bei seinem Herrn bis zum Ende seines Lebens, im inneren oder geistigen Sinn aber bedeutet es die Ewigkeit, weil es den Zustand nach dem Tode bezeichnet. Es wird gesagt in Ewigkeit, weil diejenigen, die das Gute aus Gehorsam des Glaubens und nicht aus Neigung der Liebtätigkeit tun, und die durch die Knechte vorgebildet werden, im anderen Leben niemals zum Zustande des Guten gebracht werden können, d.h. dazu, daß sie aus dem Guten handeln; denn einen jeden erwartet sein Leben nach dem Tode; wie der Mensch ist, wenn er stirbt, so bleibt er, nach dem Sprichwort: wie der Baum fällt, so liegt er. Es ist aber nicht gemeint, daß der Mensch so beschaffen bleibe, wie er in den Stunden des Todes ist, sondern so, wie er durch den ganzen Verlauf seines Lebens beschaffen ist, wenn er stirbt. Diejenigen, die sich während des Lebens in der Welt daran gewöhnt haben, bloß aus Gehorsam das Gute zu tun und nicht aus Liebtätigkeit, bleiben deshalb so in Ewigkeit; sie werden zwar vervollkommnet in betreff des Gehorsams, aber sie gelangen nicht zu einem Gefühl der Liebtätigkeit. 8992. Vers 7-11: Und wenn jemand seine Tochter als Magd verkauft, so soll sie nicht ausgehen, wie die Knechte ausgehen. Wenn sie mißfällig ist in den Augen ihres Herrn, so daß er sie nicht zum Weibe nimmt, so soll er sie loskaufen lassen; einem fremden Volke sie zu verkaufen soll er keine Macht (Recht) haben, wenn er treulos gegen sie handelt. Wenn er sie aber seinem Sohne zum Weibe gibt, soll er ihr tun nach dem Recht der Töchter. Nimmt er aber eine andere für denselben, so soll er ihre Nahrung, ihre Bekleidung und die eheliche Pflicht gegen sie nicht vermindern. Tut er diese drei Dinge nicht an ihr, so soll sie frei ausgehen ohne Geld. "Und wenn jemand seine Tochter als Magd verkauft" bedeutet die Neigung des Wahren aus natürlichem Lustreiz; "so soll sie nicht ausgehen, wie die Knechte ausgehen" bedeutet, der Zustand sei nicht gleich dem Wahren ohne Neigung; "wenn sie mißfällig ist in den Augen ihres Herrn" bedeutet, wenn die Neigung des Wahren aus dem natürlichen Lustreiz nicht mit dem geistig Wahren übereinstimmt; "so daß er sie nicht zum Weibe nimmt" bedeutet, so daß sie nicht verbunden werden kann; "so soll er sie loskaufen lassen" bedeutet die Entfremdung von jenem Wahren; "einem fremden Volke sie zu verkaufen soll er keine Macht haben" bedeutet nicht mit denen, die nicht aus dem Glauben der Kirche stammen; "wenn er treulos gegen sie handelt" bedeutet, dasselbe sei gegen die Gesetze der göttlichen Ordnung; "wenn er sie aber seinem Sohne zum Weibe gibt" bedeutet, wenn sie übereinstimmt mit dem abgeleiteten Wahren, so daß sie mit demselben verbunden werden kann; "soll er ihr tun nach dem Recht der Töchter" bedeutet, sie soll wie eine echte Neigung zum Wahren (angesehen) sein; "nimmt er aber eine andere für denselben" bedeutet die Verbindung mit der Neigung zum Wahren aus einem anderen Stamme; "so soll er ihre Nahrung, ihre Bekleidung und die eheliche Pflicht gegen sie nicht vermindern" bedeutet, keine Beraubung des inneren Lebens, das die Nahrung ist, solle eintreten, auch keine des äußeren Lebens, das die Kleidung ist, somit auch keine Beraubung der Verbindung, welche die eheliche Pflicht ist; "tut er diese drei Dinge nicht an ihr" bedeutet die Beraubung derselben; "so soll sie frei ausgehen ohne Geld" bedeutet, dadurch entstehe Entfernung ohne das damit verbundene Wahre. 8993. "Und wenn jemand seine Tochter als Magd verkauft", 2. Mose 21/7, bedeutet die Neigung des Wahren aus natürlichem Lustreiz. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter eines Mannes, insofern sie die Neigung zum Wahren bezeichnet; denn Tochter bedeutet Neigung, worüber Nr. 2362, 3963, und der Mann aber das Wahre: Nr. 3134, sowie auch der Israelite, der hier unter Mann verstanden wird: Nr. 5414, 5879, 5951, 7957, 8234; und aus der Bedeutung der Magd, insofern sie die äußere oder natürliche Neigung bezeichnet, worüber Nr. 2567, 3835, 3849; daher bedeutet die Tochter eines Mannes, die als Magd verkauft ist, die Neigung des Wahren aus dem Lustreiz der natürlichen Neigung. Unter natürlichem Lustreiz wird der aus der Liebe zu sich und zur Welt fließende Lustreiz verstanden. In einer solchen Neigung zum Wahren sind diejenigen, welche die Kirchenlehren, die man Glaubenswahrheiten nennt, wegen des Gewinnes oder wegen der Ehrenstellen erlernen, aber nicht um des Lebens willen. Solche Neigungen des Wahren, die nicht aus dem geistig Guten, sondern aus natürlichem Lustreiz fließen, werden vorgebildet durch die Tochter eines israelitischen Mannes, die als Magd oder Sklavin verkauft worden ist, denn alles das, was seinen Ursprung in der Liebe zu sich oder zur Welt hat, ist nicht frei, sondern knechtisch. Was frei und was knechtisch ist, sehe man Nr. 892, 905, 1947, 2870-2893, 6205. Wie es sich mit den Neigungen zum Wahren verhält, die aus jenen Arten der Liebe entspringen, wird im inneren Sinn in dem nun Folgenden beschrieben. Man merke wohl, daß die echte Neigung zum Wahren darin besteht, daß man die Glaubenswahrheiten an sich will und zu erkennen sich sehnt, um des guten Gebrauchs willen, als Zweck und um des Lebens willen. Die unechte Neigung des Wahren aber besteht darin, daß man die Wahrheiten um seiner selbst willen, somit um Ehrenstellen zu erlangen und sich Gewinn zu verschaffen, will und wünscht. Diejenigen, die eine Neigung zum Wahren aus solchem Ursprung haben, bekümmern sich nicht darum, ob die Wahrheiten, die sie wissen, echt sind, wenn sie nur so sind, daß sie als Wahrheiten ausgegeben werden können, deshalb beschäftigen sie sich nur damit, die Lehren der Kirche, in der sie geboren sind, zu begründen, mögen dieselben wahr oder unwahr sein. Sie sind auch wirklich im Finstern in betreff der Wahrheiten selbst; denn die weltlichen Zwecke, nämlich die verschiedenen Arten des Gewinnes und die körperlichen (äußerlichen) Zwecke, nämlich die Ehrenstellen, machen sie ganz blind. Diejenigen dagegen, die in der echten Neigung zum Wahren sind, d.h., die das Wahre zu wissen wünschen um des guten Gebrauchs und um des Lebens willen, bleiben auch bei den Lehren ihrer Kirche, bis sie zu dem Alter gelangen, in dem sie aus sich zu denken beginnen. Alsdann forschen sie in der (Hl.) Schrift und flehen den Herrn um Erleuchtung an, und wenn sie erleuchtet werden, freuen sie sich von Herzen; denn sie wissen, daß sie, wenn sie geboren worden wären, wo eine andere Kirchenlehre, ja sogar wo die größten Ketzereien herrschen, ohne Erforschung der Schrift aus echter Neigung zum Wahren in denselben geblieben wären; z.B. wenn sie als Juden oder Socinianer (Religionsgemeinschaft, Polen 17. Jhdt.) geboren worden wären. Hieraus erhellt, wer und von welcher Art diejenigen sind, die in der echten Neigung zum Wahren sind, und welche und wie beschaffen diejenigen sind, die in der unechten Neigung zum Wahren sind. Diejenigen, welche die echte Neigung zum Wahren haben, sind im vorbildlichen Sinn die Töchter der israelitischen Männer, aber diejenigen, die eine unechte Neigung zum Wahren haben, sind im vorbildlichen Sinn die Mägde unter den Töchtern Israels. 8994. "So soll sie nicht ausgehen, wie die Knechte ausgehen", 2. Mose 21/7, bedeutet, der Zustand sei nicht ähnlich dem Wahren ohne Neigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen, nämlich aus der Knechtschaft, insofern es den Zustand nach dem Kampf oder der Arbeit bezeichnet, worüber Nr. 8980, 8984; und aus der Bedeutung der Knechte, insofern es diejenigen sind, die in den Wahrheiten, aber nicht im entsprechenden Guten sind, worüber Nr. 8974, also die, welche im Wahren ohne Neigung sind. Hieraus erhellt, daß durch "nicht ausgehen, wie die Knechte ausgehen" ein Zustand bezeichnet wird, der dem Wahren ohne Neigung nicht gleich ist. Wie es sich damit verhält, soll mit wenigem gesagt werden: Es gibt solche, die im Wahren sind, aber nicht in der Neigung zu demselben, und es gibt solche, die auch zugleich in der Neigung zu demselben sind. Jene wurden vorgebildet durch die Knechte aus den Söhnen Israels, diese aber durch die Mägde, auch aus den Söhnen Israels. Durch die Mägde wurden jedoch nicht diejenigen vorgebildet, die in echter Neigung zum Wahren sind, sondern die in der unechten sind, wie aus dem ersehen werden kann, was Nr. 8993 gezeigt worden ist. Der Unterschied zwischen denjenigen, die im Wahren ohne die Neigung zu demselben sind, und durch Knechte vorgebildet wurden, und denen, die in der Neigung zum Wahren sind und durch Mägde (vorgebildet wurden), ist derselbe, wie zwischen dem Wissen und dem Wollen des Wahren. Das Wahre wissen, bezieht sich nur auf das Verstandesgebiet, aber das Wahre wollen, auf das Willensgebiet, deshalb ist der Unterschied so, wie zwischen Wissen und Neigung. Die im Wissen des Wahren und Guten sind, und im vorbildlichen Sinn Knechte oder Männer sind, werden vom Wahren und Guten nicht angeregt, sondern nur vom Wissen desselben, demnach haben sie Freude an den Wahrheiten wegen der Erkenntnis derselben. Diejenigen aber, die in der Neigung zum Wahren und Guten sind, und im vorbildlichen Sinn die Mägde oder Weiber sind, werden nicht vom Wissen angeregt, sondern von dem Wahren und Guten selbst, wenn sie dasselbe bei anderen hören und wahrnehmen. Diese Art der Anregung oder Neigung ist bei guten Frauen gewöhnlich; aber die Neigung zur Erkenntnis des Wahren ist bei den Männern gewöhnlich. Daher kommt es, daß diejenigen, die in einem geistigen Innewerden sind, die Frauen lieben, die von den Wahrheiten angeregt werden, die Frauen dagegen, die nur in dem Wissen derselben sind, nicht lieben. Es ist nämlich der göttlichen Ordnung gemäß, daß die Männer in den Kenntnissen, die Frauen aber nur in den Neigungen dazu sind, damit sie sich nicht selber wegen ihrer Kenntnisse lieben, sondern die Männer, woraus das eheliche Verhältnis sich bildet. Daher kommt es auch, daß von den Alten gesagt wurde, die Frauen sollten schweigen in der Kirche (oder Gemeinde). Weil es sich nun so verhält, deshalb werden die Kenntnisse und die Erkenntnisse durch Männer, und die Neigungen durch Frauen vorgebildet, hier durch die Mägde die Neigungen zum Wahren, die aus den Lustreizen der natürlichen Liebesarten hervorgehen. Weil solche ganz anderer Natur sind als die, welche von den Kenntnissen angeregt werden, darum verhält es sich ganz anders mit den Mägden als mit den Knechten. Das ist es nun, was dadurch bezeichnet wird, daß die Magd nicht ausgehen sollte, wie die Knechte ausgehen. Man merke jedoch, daß dies sich so verhält bei denen, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, umgekehrt aber bei denen, die dem himmlischen Reich angehören; in diesem sind die Männer in der Neigung, die Frauen aber in den Erkenntnissen das Guten und Wahren; dadurch bildet sich bei ihnen das eheliche Verhältnis. 8995. "Wenn sie mißfällig ist in den Augen ihres Herrn", 2. Mose 21/8, bedeutet, wenn die Neigung des Wahren aus dem natürlichen Lustreiz nicht mit dem geistig Wahren übereinstimmt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Magd, von der gesagt wird, sie sei mißfällig, insofern sie die Neigung aus natürlichem Lustreiz bezeichnet, worüber Nr. 8993, 8994; und aus der Bedeutung des Mißfälligen, wenn es von dieser Neigung in bezug auf das geistig Wahre (gesagt wird), insofern es heißt, nicht übereinstimmen, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung von "in den Augen", insofern es ausdrückt im Innewerden, worüber Nr. 2829, 3529, 4083, 4339; und aus der Bedeutung des Herrn, insofern er das geistig Wahre bezeichnet, worüber Nr. 2981. Wie es sich damit verhält, soll nun gesagt werden: Daß die Magd die Neigung zum Wahren aus den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe bezeichnet, wurde Nr. 8993, 8994 bemerkt, und daß diese Neigung mit dem geistig Wahren verbunden werden kann, läßt sich daraus ersehen, daß die Neigung zum geistig Wahren eine innere Neigung oder im inneren Menschen ist, hingegen die Neigung zum Wahren aus natürlichem Lustreiz im äußeren Menschen ist; die innere Neigung, welche die des geistigen Menschen ist, wird beständig mit der äußeren Neigung, welche die des natürlichen Menschen ist, verbunden, jedoch nur so, daß die innere Neigung zum Wahren herrschend ist und die äußere Neigung dienend; denn es ist der göttlichen Ordnung gemäß, daß der geistige Mensch über den natürlichen herrsche: Nr. 8961, 8967. Und wenn der geistige Mensch herrscht, dann sieht der Mensch aufwärts, was sich dadurch vorbildlich darstellt, daß man den Kopf im Himmel hat. Wenn hingegen der natürliche Mensch herrscht, dann sieht der Mensch nach unten, was dadurch vorgebildet wird, daß man den Kopf in der Hölle hat. Damit dieses noch deutlicher werde, soll noch Folgendes darüber gesagt werden: Die meisten Menschen denken bei dem Wahren, das sie lernen, und dem Guten, das sie tun, auch an den Gewinn oder die Ehre, die sie in ihrem Vaterlande dadurch erlangen; wenn man aber dies zum Zweck hat, dann herrscht der natürliche Mensch und der geistige dient. Betrachtet man es aber nicht als Zweck, sondern nur als Mittel zum Zweck, dann herrscht der geistige Mensch und der natürliche dient, ganz dem gemäß, was Nr. 7819, 7820 gesagt worden ist. Wenn nämlich Gewinn und Ehre als Mittel zum Zweck betrachtet werden und nicht als Zweck, dann hat man nicht den Gewinn oder die Ehre im Auge, sondern den Zweck oder die Nutzleistung. Wer z.B. Reichtümer begehrt und sich dieselben erwirbt um der Nutzleistung willen, die er über alles liebt, der hat dann seine Freude nicht an den Reichtümern um des Reichtums willen, sondern um der Nutzleistung willen. Die Nutzzwecke selbst bilden dann auch wirklich das geistige Leben bei dem Menschen, und der Reichtum dient nur als Mittel; man sehe Nr. 6933-6938. Hieraus kann man ersehen, wie der natürliche Mensch beschaffen sein muß, damit er mit dem geistigen verbunden werden könne, daß er nämlich Gewinn und Ehrenstellen, somit Reichtümer und Würden als Mittel und nicht als Zweck betrachten muß; denn was von dem Menschen als Zweck angesehen wird, das bildet sein innerstes Leben, weil er das über alles liebt; und was man liebt, das hat man zum Zweck. Wer nicht weiß, daß der Zweck, oder was dasselbe, daß die Liebe das geistige Leben des Menschen ausmacht, und daß folglich der Mensch ist, wo seine Liebe ist, im Himmel, wenn seine Liebe himmlisch, in der Hölle, wenn sie höllisch ist, der kann nicht begreifen, wie es sich damit verhält; er kann (vielmehr) meinen, daß der Lustreiz der natürlichen Liebesarten, welche die der Selbst- und Weltliebe sind, mit dem geistig Wahren und Guten übereinstimmen können; denn er weiß nicht, daß der Mensch, wenn er wiedergeboren wird, ganz umgewandelt werden muß, und daß er, wenn er umgewandelt ist, den Kopf im Himmel hat, ehe er aber umgewandelt wurde, den Kopf in der Hölle hatte. Der Kopf war in der Hölle, als er die Lustreize der Selbst- und der Weltliebe zum Zweck hatte, aber der Kopf ist im Himmel, wenn jene als Mittel zum Zweck betrachtet werden; denn der Zweck, der die Liebe ist, lebt einzig und allein bei dem Menschen, die Mittel zum Zweck aber leben nicht aus sich, sondern empfangen ihr Leben vom Zweck, weshalb die Mittel im Verhältnis zum Endzweck Mittelzwecke genannt werden, und diese haben nur soweit Leben, als sie den Endzweck, welcher der hauptsächlichste ist, im Auge haben. Daher kommt es, daß der Mensch, wenn er wiedergeboren ist, und somit die Liebe zum Nächsten und die Liebe zu Gott zum Zweck hat, alsdann die Liebe zu sich und zur Welt als Mittel betrachtet. Wenn der Mensch so beschaffen ist und zum Herrn aufblickt, so hält er sich für nichts und ebenso die Welt, und wenn er auf sich einige Rücksicht nimmt, so tut er es nur, damit er dem Herrn dienen kann. Vorher aber hatte das Gegenteil stattgefunden: wenn er auf sich blickte, achtete er den Herrn für nichts, und wenn er einige Rücksicht auf Ihn nahm, so geschah es, damit ihm dadurch Gewinn und Ehre zuteil würde. Hieraus kann man erkennen, welches Geheimnis in den Satzungen liegt, die rücksichtlich der Mägde und Töchter Israels aufgestellt wurden, daß sie nämlich, wiewohl sie Sklavinnen waren, gleichwohl, wenn sie gut waren, an den Herrn, von dem sie gekauft waren, oder an seinen Sohn verheiratet wurden, daß sie aber, wenn sie mißfällig waren, nicht verheiratet, sondern losgekauft oder verkauft wurden, gemäß dem, was in diesen Versen enthalten ist. Auch Mägde zu heiraten, oder sie als Nebenweiber zu haben, war in der vorbildlichen Kirche, zumal in der jüdischen und israelitischen erlaubt und zwar deswegen, weil die Ehefrau die Neigung des geistig Wahren vorbildete, hingegen die Magd die Neigung des natürlich Wahren, jene also das Innere der Kirche bei dem Menschen, diese aber das Äußere. Dies wurde durch Hagar, die Abraham zum Weibe nahm, wie auch durch die beiden Mägde, die Jakob heiratete, vorgebildet. Hieraus erhellt nun, was unter der Magd, wenn sie mißfällig ist, so daß man sie nicht zum Weibe nehmen kann, im vorbildlichen inneren Sinn zu verstehen ist, daß nämlich die Neigung, wenn sie aus dem natürlichen Lustreiz stammt, und also Magd ist, nicht mit dem Geistigen übereinstimmt, was besonders deshalb der Fall ist, weil sie dann herrschen wollte, und nach Geist und Herz so beschaffen sein würde, daß man sie nicht dahin bringen könnte, den Herrn zu lieben. Außerdem verhält sich auch die Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung der Neigung aus dem natürlichen Lustreiz mit dem geistigen gemäß der Beschaffenheit beider. Aber diese Neigungsverschiedenheiten einzeln aufzuführen, würde zu weitläufig sein. Daß die Magd auch ein unterstützendes Mittel bezeichnet, das der Verbindung des inneren und äußeren Menschen dient, sehe man Nr. 3913, 3917, 3931. 8996. "So daß er sie nicht zum Weibe nimmt", 2. Mose 21/8, bedeutet, so daß sie nicht verbunden werden könne. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Weibe nehmen", insofern es ausdrückt, verbunden werden, denn die, welche sich verheiraten, werden miteinander verbunden. Durch Heiraten wird im inneren Sinn eigentlich bezeichnet die Zusammenstimmung der Seelen oder Gemüter, die der ehelichen Verbindung vorangeht; und weil die Zusammenstimmung in der geistigen Welt verbindet und die Nichtzusammenstimmung trennt, daher wird hier durch "zum Weibe nehmen" bezeichnet, verbunden werden. 8997. "So soll er sie loskaufen lassen", 2. Mose 21/8, bedeutet die Entfremdung von jenem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von losgekauft werden von dem, der verkauft hat, oder von einem anderen, somit verkauft werden vom Herrn, insofern es eine Entfremdung von jenem geistig Wahren bezeichnet. Daß verkauft werden Entfremdung bedeutet, sehe man Nr. 4098, 4752, 4758, 5886, und daß der Herr das geistig Wahre ist: Nr. 8981, 8995. 8998. "Einem fremden Volke sie zu verkaufen soll er keine Macht (Recht) haben", 2. Mose 21/8, bedeutet, nicht denen, die nicht aus dem Glauben der Kirche (stammen). Dies erhellt aus der Bedeutung des Fremden, insofern er diejenigen bezeichnet, die außerhalb der Kirche stehen, somit die nicht aus dem Glauben der Kirche (stammen), worüber Nr. 2049, 2115, 7996; und aus der Bedeutung von verkaufen, insofern es soviel ist als entfremden, worüber Nr. 8997. Es verhält sich damit auf folgende Weise: Diejenigen, die innerhalb der Kirche geboren sind und von Kindheit an die Grundsätze des Wahren der Kirche eingesogen haben, sollen keine Ehe eingehen mit denen, die außerhalb der Kirche sind, und daher solches, was nicht zur Kirche gehört, in sich aufgenommen haben. Der Grund ist, weil zwischen solchen keine Verbindung in der geistigen Welt besteht; denn in dieser Welt wird jeder mit anderen zusammengesellt je nach dem Guten und dem daraus stammenden Wahren. Und weil unter solchen keine Verbindung in der geistigen Welt besteht, so soll auch keine Verbindung derselben auf Erden stattfinden, denn die Ehen an sich betrachtet, sind Verbindungen der Seelen und Gemüter, deren geistiges Leben aus den Wahrheiten und dem Guten des Glaubens in der Liebtätigkeit stammt. Deswegen werden auch im Himmel die Ehen auf Erden unter denen, die verschiedener Religion sind, für frevelhaft gehalten, und mehr noch (die Ehen) unter denen, die der Kirche angehören, mit solchen, die außerhalb der Kirche sind. Dies war auch die Ursache, weshalb dem jüdischen und israelitischen Volke verboten war, Ehen mit den Heiden einzugehen: 5. Mose 7/3,4; und daß es als ganz ruchlos angesehen wurde, mit ihnen in Unzucht zu leben: 4. Mose 25/1-9. Dies erhellt noch deutlicher aus dem Ursprung der ehelichen Liebe, insofern sie aus der Ehe des Guten und Wahren stammt: Nr. 2727-2759. Wenn die eheliche Liebe aus dieser abgeleitet ist, dann ist sie der Himmel selbst im Menschen. Dieser wird aber zerstört, wenn zwei Ehegatten ungleichen Herzens sind wegen ihres ungleichen Glaubens. Daher kommt es nun, daß die Magd von den Töchtern Israels, d.h. von denen, die der Kirche angehören, nicht einem fremden Volke verkauft werden durfte, d.h. nicht denen, die außerhalb der Kirche standen, denn diese würden sie nachher geheiratet, d.h. sich mit ihr verbunden, und dadurch die Dinge der Kirche entweiht haben. Deshalb wird gesagt, daß sie treulos handeln. 8999. "Wenn er treulos gegen sie handelt", 2. Mose 21/8, bedeutet, dasselbe sei gegen die Gesetze der göttlichen Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von treulos handeln, insofern es soviel ist als gegen das göttlich Wahre, oder, was dasselbe ist, gegen die Gesetze der göttlichen Ordnung. Daß dies durch treulos handeln bezeichnet wird, erhellt aus dem, was gleich oben, Nr. 8998 bemerkt worden ist. Die Gesetze der göttlichen Ordnung sind die Wahrheiten im Himmel; denn die göttliche Ordnung stammt aus dem göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht: Nr. 8700, 8988. Treulos handeln ist eine oft vorkommende Redeweise im Worte, die im inneren Sinn bedeutet, gegen das Wahre und Gute im Himmel, oder was dasselbe ist, gegen die göttliche Ordnung handeln, z.B. Jes.21/2; 33/1; 48/8; Jerem.3/20; 5/11; 12/1,6; Hos.5/7; 6/7; Mal.2/10,11,14,15; Ps.78/57; 119/158. 9000. "Wenn er sie aber seinem Sohne zum Weibe gibt", 2. Mose 21/9, bedeutet, wenn sie übereinstimmt mit dem abgeleiteten Wahren, so daß sie mit demselben verbunden werden könne. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257; hier das abgeleitete Wahre, weil durch den Herrn, welcher der Vater ist, das oberste Wahre bezeichnet wird, aus dem das übrige abgeleitet wird: Nr. 8981. Ferner aus der Bedeutung von "zum Weibe nehmen", insofern es bezeichnet, verbunden werden, wovon Nr. 8996. 9001. "Soll er ihr tun nach dem Recht der Töchter", 2. Mose 21/9, bedeutet, sie soll wie eine echte Neigung zum Wahren (angesehen) sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nach dem Recht", insofern es ausdrückt, nach gleichem Recht; denn durch Recht wird das äußere Wahre bezeichnet, oder das Recht, wie es im bürgerlichen Worte ist, wo eine vorbildliche Kirche besteht: Nr. 8972; und aus der Bedeutung der Tochter, insofern sie die Neigung zum Wahren bezeichnet, worüber Nr. 2362, 3024, 3963, hier die echte Neigung zum Wahren, denn durch Magd wird die Neigung zum Wahren aus natürlichem Lustreiz bezeichnet: Nr. 8993, also die nicht echte, bevor sie verheiratet ist entweder an den Herrn oder an den Sohn. Wenn sie aber verheiratet, d.h. dem geistig Wahren verbunden ist, das durch den Herrn und den Sohn bezeichnet wird, dann wird sie wie eine echte (Neigung), denn dann ist das Natürliche dem geistig Wahren untergeordnet, und wenn es untergeordnet ist, dann ist es nicht mehr unabhängig oder selbständig, sondern dem geistig Wahren angehörig, dem es untergeordnet ist. Dadurch wird das Natürliche wie das Geistige, weil es übereinstimmend mit ihm wirkt. Auch wird das Leben des geistig Wahren auf das Natürliche übertragen und macht es lebendig. Aber die Verheiratung oder Verbindung mit der Magd unterscheidet sich von der Verbindung mit der Tochter dadurch, daß diese Verbindung im inneren Menschen stattfindet, jene dagegen im äußeren. 9002. "Nimmt er aber eine andere für denselben", 2. Mose 21/10, bedeutet die Verbindung mit der Neigung zum Wahren aus einem anderen Stamme. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine andere nehmen oder heiraten", insofern es soviel ist als verbunden werden, wie Nr. 8996; denn die Ehe, die hier unter der Verheiratung verstanden wird, ist im geistigen Sinn die Verbindung eines Lebens mit dem anderen. Der göttlichen Ordnung gemäß besteht eine Verbindung des Lebens aus dem Wahren des Glaubens mit dem Leben aus dem Guten der Liebtätigkeit; daher (stammt) jede geistige Verbindung, aus der als aus ihrem Ursprung eine natürliche Verbindung entsteht. Durch "eine andere nehmen" wird die Verbindung mit der Neigung zum Wahren aus einem anderen Stamme bezeichnet, denn die Magd, (von der oben die Rede war,) bedeutet die Neigung zum Wahren aus dem natürlichen Lustreiz: Nr. 8993; daher bedeutet die andere die Neigung zum Wahren aus einem anderen Stamme. Was die Neigung aus einem anderen Stamme sei, kann man daraus erkennen, daß jede Neigung, die aus einer Liebe stammt, von der weitesten Ausdehnung ist, und zwar so sehr, daß sie über alles menschliche Erkennen hinausgeht. Der menschliche Verstand dringt nicht einmal soweit, daß er die Arten ihrer Verschiedenheiten erkennt, noch weniger die Gattungen dieser Arten, und noch weniger das Besondere derselben und das Einzelne des Besonderen; denn alles, was im Menschen ist, besonders was seiner Neigung oder Liebe angehört, ist von unendlicher Mannigfaltigkeit, was man ganz deutlich daraus ersehen kann, daß die Neigung zum Guten und Wahren, die der Liebe zum Herrn und der Liebe zum Nächsten angehört, den ganzen Himmel ausmacht, und gleichwohl alle, die in den Himmeln sind (und es sind Myriaden daselbst), in betreff des Guten untereinander verschieden sind, und verschieden sein müssen, auch wenn sie zu unzähligen Myriaden von Myriaden vermehrt würden, denn im ganzen Weltall kann es nicht eines geben, das ganz und gar mit einem anderen gleich wäre; und was für sich besteht, muß mannigfach sein, d.h. verschieden von den anderen, damit es etwas für sich sei; man sehe Nr. 684, 690, 3241, 3744, 3745, 3986, 4005, 4149, 5598, 7236, 7833, 7836, 8003. Hieraus kann man einigermaßen erkennen, was unter der Neigung aus einem anderen Stamme verstanden wird, nämlich eine Neigung, die von einer anderen verschieden ist, aber gleichwohl mit ebendemselben geistig Wahren verbunden werden kann. Solche Neigungen, die durch Mägde vorgebildet werden, die an einen Mann verheiratet sind, gehören einer und derselben Art an; es besteht jedoch im besonderen eine Verschiedenheit unter ihnen, die man eine spezifische Verschiedenheit nennt. Dieses könnte durch mancherlei Beispiele erläutert werden, doch geht der allgemeine Begriff aus dem nun Gesagten deutlich hervor. Um die Verbindungen und Unterordnungen solcher Neigungen unter einem geistig Wahren vorzubilden, war es dem israelitischen und jüdischen Volke erlaubt, mehrere Nebenweiber zu haben, z.B. Abraham: 1. Mose 25/6, ferner David, Salomon und andere; denn alles, was diesem Volke erlaubt war, geschah um der Vorbildung willen, damit sie nämlich das Innere der Kirche ganz durch Äußeres vorbilden konnten: Nr. 3246. Als aber das Innere der Kirche vom Herrn aufgeschlossen wurde, hörten die Vorbildungen des Inneren durch äußere Dinge auf, weil der Mensch der Kirche alsdann das Innere aufnehmen und durch dasselbe den Herrn verehren konnte, nämlich durch das, was Angehör des Glaubens und der Liebe ist. Deswegen war es alsdann nicht mehr erlaubt, mehrere Frauen zu haben und auch nicht Kebsweiber neben den Frauen, man sehe Nr. 865, 2727-2759, 3246, 4837. 9003. "So soll er ihre Nahrung, ihre Bekleidung und die eheliche Pflicht gegen sie nicht vermindern", 2. Mose 21/10, bedeutet, keine Beraubung des inneren Lebens, das die Nahrung ist, solle eintreten, auch keine des äußeren Lebens, das die Kleidung ist, somit auch keine Beraubung der Verbindung, welche die eheliche Pflicht ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nahrung, insofern sie den Unterhalt des inneren Lebens bezeichnet; denn Nahrung oder Speise und Trank bedeuten im geistigen Sinn die Erkenntnisse des Guten und Wahren: Speise die Erkenntnisse des Guten: Nr. 5147, und Trank die Erkenntnisse des Wahren: Nr. 3168, 3772. Nahrung bezeichnet daher alles, was das geistige Leben des Menschen ernährt: Nr. 5293, 5576, 5579, 5915, 8562. Aus der Bedeutung der Bedeckung oder Bekleidung, insofern sie den Unterhalt des äußeren Lebens bezeichnet, denn Bedeckung oder das Kleid bedeutet im geistigen Sinn die untergeordneten wißtümlichen Kenntnisse. Sie sind es, die das äußere Leben des Menschen in geistiger Weise unterhalten: Nr. 5248, 6918. Aus der Bedeutung der ehelichen Pflicht, insofern sie die Verbindung bezeichnet; und aus der Bedeutung von nicht vermindern, insofern es heißt nicht berauben. Damit verhält es sich in folgender Weise: Die natürliche Neigung, die mit dem geistig Wahren verbunden ist, und durch die von dem Sohne zum Weibe genommenen Magd bezeichnet wird, erfordert beständig ihren Lebensunterhalt vom geistig Wahren, mit dem sie verbunden ist; denn ohne diesen Unterhalt geht die Neigung zugrunde. Es verhält sich mit der Neigung des Menschen wie mit dem Menschen selbst, der stirbt, wenn er nicht durch Nahrung erhalten wird. Auch ist der Mensch in Ansehung seines Inneren nichts als Neigung. Der gute Mensch ist die Neigung zum Guten und daraus zum Wahren, der böse dagegen die Neigung zum Bösen und daraus zum Falschen. Dies erkennt man besonders an dem Menschen, wenn er ein Geist wird: die Lebenssphäre, die dann aus ihm hervorströmt, ist entweder die einer Neigung zum Guten oder einer Neigung zum Bösen. Seine Nahrung oder seinen Unterhalt empfängt er dann nicht mehr aus natürlicher Speise und natürlichem Trank, sondern aus Geistigem, das bei dem bösen Geiste das Falsche aus dem Bösen ist, und bei dem guten Geiste das Wahre aus dem Guten. Auch ist die Ernährung der menschlichen Gemüter, während sie im Körper und in der Welt leben, keine andere. Daher kommt es, daß alles, was zur Nahrung gehört, als Brot, Fleisch, Wein, Wasser und vieles andere, dem geistigen Sinne nach im Worte solches bezeichnet, was zur geistigen Nahrung gehört. Hieraus geht auch deutlich hervor, was unter den Worten des Herr verstanden wird: Matth.4/4: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Worte, das aus dem Munde Gottes geht". Ferner was unter Seinen Worten zu verstehen ist bei Luk.22/30: "Ihr werdet essen und trinken an Meinem Tische in Meinem Reiche". Matth.26/29: "Ich sage euch aber, daß Ich von nun an nicht mehr trinken werde von diesem Gewächs des Weinstockes, bis zu jenem Tage, da Ich es neu mit euch trinken werde im Hause Meines Vaters": dies sagte Er, nachdem Er das heilige Abendmahl eingesetzt hatte, in dem Brot und Wein das bezeichnet, was der Liebe und dem Glauben angehört, ebenso wie Fleisch und Blut. Hieraus kann man klar ersehen, was unter dem Fleische und unter dem Blute des Herrn zu verstehen ist bei Joh.6/49-58, und durch Folgendes: Joh.6/55: "Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank". Daß das Fleisch im Worte das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 3813, 7850; und Blut das Gute des Glaubens: Nr. 4735, 6978, 7317, 7326, 7850, 7846, 7877; ebenso Brot und Wein: Nr. 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915, 6118, 6377. 9004. "Tut er diese drei Dinge nicht an ihr", 2. Mose 21/11, bedeutet die Beraubung derselben. Dies erhellt ohne Erklärung. 9005. "So soll sie frei ausgehen ohne Geld", 2. Mose 21/11, bedeutet, Entfremdung oder Entfernung von jenem, ohne das mit ihr verbundene Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen, hier aus dem Dienste und aus der Verbindung (copulatio), insofern es das Verlassen ihres Herrn und Mannes bezeichnet, also Entfremdung. Und aus der Bedeutung von "frei ohne Geld", insofern es bezeichnet ohne das mit ihr verbundene Wahre. Daß Geld (oder Silber) das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 8932. Wie es sich damit verhält, ergibt sich aus dem, was gleich oben Nr. 9003 gezeigt worden ist, daß nämlich die natürliche Neigung, die mit dem geistig Wahren verbunden ist, und die durch die dem Sohne zum Weibe genommene Magd bezeichnet wird, durchaus nicht ohne den Unterhalt vom Geistigen bestehen kann; daher löst sich die Verbindung, wenn jene nicht unterhalten wird, und sie wird (dem Wahren) entfremdet. Dies geschieht aber, wenn das Wahre nicht mit ihr verbunden bleibt, weil sie sich alsdann einem anderen zugesellt, was nicht stattfinden kann, wenn sie ihr Leben aus einem anderweitigen Wahren schöpft. Solches bedeuten diese Worte, weil es sich mit den Zusammengesellungen in der geistigen Welt in solcher Weise verhält. 9006. Vers 12-15: Wer einen Menschen (Mann) schlägt, daß er stirbt, der soll des Todes sterben. Wenn er aber ihm nicht nachgestellt hat, und Gott hat es seiner Hand begegnen lassen, so will Ich dir einen Ort bestimmen, wohin er fliehen soll. Wenn aber jemand mit Vorsatz gefrevelt hat gegen seinen Nächsten, um ihn mit List zu töten, so sollst du ihn von Meinem Altare wegnehmen, damit er sterbe. Und wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll des Todes sterben. "Wer einen Menschen (Mann) schlägt, daß er stirbt" bedeutet die Verletzung des Glaubenswahren, und den daraus hervorgehenden Verlust des geistigen Lebens; "der soll des Todes sterben" bedeutet die Verdammnis; "wenn er aber ihm nicht nachgestellt hat" bedeutet, wenn er es nicht mit Willen und Vorbedacht getan; "und Gott hat es seiner Hand begegnen lassen" bedeutet, wenn es als Zufall erscheint; "so will Ich dir einen Ort bestimmen, wohin er fliehen soll" bedeutet den Zustand des Schuldlosen und dadurch von der Strafe Befreiten; "wenn aber jemand mit Vorsatz gefrevelt hat gegen seinen Nächsten" bedeutet das vorhergehende Denken aus bösem Willen; "um ihn mit List zu töten" bedeutet die daraus hervorgehende Bosheit und das heftige Verlangen, den Nächsten des ewigen Lebens zu berauben; "so sollst du ihn von Meinem Altare wegnehmen, damit er sterbe" bedeutet die Verdammnis, auch wenn er zum Gottesdienst des Herrn seine Zuflucht nimmt und um Vergebung fleht und Buße verspricht; "und wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt" bedeutet die Lästerung des Herrn und Seines Reiches; "der soll des Todes sterben" bedeutet die Verdammnis. 9007. "Wer einen Menschen (Mann) schlägt, daß er stirbt", 2. Mose 21/12, bedeutet die Verletzung des Glaubenswahren, und den daraus hervorgehenden Verlust des geistigen Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, insofern es heißt, durch Falsches verletzen: Nr. 7136, 7146; aus der Bedeutung des Menschen (oder Mannes), insofern er das Glaubenswahre bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung von sterben, insofern es heißt, des geistigen Lebens beraubt werden, worüber Nr. 5407, 6119, 7494. Im inneren Sinn wird nämlich kein anderes Leben verstanden, im äußeren Sinn aber das natürliche Leben. Durch die Verletzung des Glaubenswahren geht das geistige Leben zugrunde, weil das mit dem Wahren vereinigte Gute dieses Leben ausmacht. Wenn daher das Wahre weggenommen wird, fällt das Gute und so das geistige Leben danieder. Daß der Mann das Glaubenswahre bezeichnet, kommt aber daher, daß man im Himmel nicht auf die Person achtet, noch auf etwas zur Person Gehörendes, sondern auf die von der Person abstrahierten Dinge: Nr. 4380, 8343, 8985. Daher werden sie (dort) keinen Mann inne wo er im Worte genannt wird, (denn der Mann ist eine Person), sondern statt dessen seine Beschaffenheit, zufolge der er Mann ist, nämlich seine Geistesfähigkeit; und mit dieser werden sie das Glaubenswahre inne, denn dasselbe gehört zu dieser Fähigkeit und erleuchtet dieselbe nicht nur, sondern bildet sie auch. Wie unter "Mann" im Himmel das Verstandesvermögen des Menschen verstanden wird, so wird unter "Mensch" sein Willensvermögen begriffen, weil der Mensch ein Mensch ist vermöge seines Willens, ein Mann aber vermöge seines Verstandes. Und weil der Wille der eigentliche Mensch ist, daher bezeichnet Mensch das Gute der Liebe, denn dieses gehört zum Willen, vervollkommnet und bildet ihn. Daß der Mann das Verstandesvermögen und daher das Glaubenswahre bezeichnet, sehe man Nr. 158, 265, 749, 1007, 2517, 3134, 3309, 3459, 4823, 7716; und daß der Mensch das Gute der Liebe bezeichnet, Nr. 768, 4287, 7523, 8547, 8988. 9008. "Der soll des Todes sterben", 2. Mose 21/12, bedeutet die Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von "des Todes sterben", insofern es die Verdammnis bezeichnet, worüber Nr. 5407, 6119, 7494. Der Tod bedeutet aber die Verdammnis, weil bei denen, die verdammt sind, das Glaubenswahre und das Gute der Liebe erloschen sind; denn diese (beiden) sind es, die das eigentlichste Leben des Menschen bilden, weil sie aus dem Herrn stammen, von Dem allein das Leben kommt. Wenn diese erloschen sind, tritt an ihre Stelle Falsches und Böses, das, weil es dem Wahren und Guten, d.h. dem Leben entgegengesetzt ist, den Tod herbeiführt, nämlich den geistigen Tod, der Verdammnis, Hölle und ewige Unseligkeit ist. Gleichwohl aber leben auch diejenigen, die im Bösen und Falschen oder in der Hölle sind, weil sie als Menschen geboren sind, und darum die Fähigkeit besitzen, Leben vom Herrn aufzunehmen, und auch wirklich soviel Leben vom Herrn aufnehmen, daß sie denken, vernünfteln und reden, und dadurch das Böse bei sich so darstellen können, daß es als Gutes, und das Falsche, daß es als Wahres erscheint, und auf diese Weise können sie sich den Schein des Lebens geben. 9009. "Wenn er aber ihm nicht nachgestellt hat", 2. Mose 21/13, bedeutet, wenn er es nicht mit Willen und Vorbedacht (getan hat). Dies erhellt aus der Bedeutung von nachstellen, insofern es soviel ist, als mit Nachdenken handeln und also mit Vorbedacht, denn das Böse, das der Nachsteller tun will, sieht er im Geiste voraus. Und weil er solches Böse mit Vorbedacht tut, tut er es auch mit Willen, denn aus diesem geht es hervor. Es gibt Böses, das aus dem Willen des Menschen hervorgeht, jedoch nicht mit Vorbedacht, und es gibt solches, das aus dem Willen und zugleich mit Vorbedacht hervorgeht. Was mit Willen und Vorbedacht geschieht, ist viel schlimmer, als was nicht mit Vorbedacht geschieht, denn der Mensch erkennt zuvor, daß es Böses ist, und kann daher davon abstehen, will aber nicht, und dadurch begründet er es bei sich, und das so begründete Böse wird zu (anderen) Natur, so daß es nachher kaum ausgerottet werden kann; denn dann zieht es Geister aus der Hölle an sich, die nachher schwer zu entfernen sind. Das Böse, das aus dem einen Teil des Gemütes hervorgeht und nicht zugleich aus dem anderen, z.B. was aus dem Verstandesgebiet und nicht zugleich aus dem Willensgebiet, wurzelt nicht tief ein und wird dem Menschen nicht angeeignet. Das allein wurzelt ein und wird angeeignet, was vom Verstandesgebiet in das Willensgebiet übergeht, oder was dasselbe ist, was vom Gedanken, der Sache des Verstandes ist, in die Neigung, die Sache des Willens ist, und von da aus in die Tat übergeht. Was in den Willen eintritt, von dem sagt man, daß es in das Herz eindringe. Das Böse aber, das nur aus dem Willen hervorgeht, also nicht aus vorhergehendem Nachdenken, ist solches, wozu der Mensch aus dem anererbten (Bösen) hinneigt, oder aus einem früheren Handeln aus demselben; dies wird dem Menschen nicht angerechnet, wenn er es nicht in seinem Verstande begründet hat: Nr. 966, 2308, 8806. Wenn es aber in diesem begründet ist, dann ist es dem Menschen (gleichsam) eingeschrieben; es wird sein Eigenes und wird ihm angerechnet. Dieses Böse kann jedoch bei dem Menschen in seinem Verstandesgebiet nicht (eher) begründet werden, als bis er in reiferem Alter steht, nämlich dann, wenn er aus sich zu denken und verständig zu werden beginnt, denn vorher schenkte er nicht sich selbst Glauben, sondern seinen Lehrern und Eltern. Hieraus wird klar, was durch "wenn er nicht nachgestellt hat" bezeichnet wird, nämlich, wenn er es nicht mit Willen und Vorbedacht (getan hat). 9010. "Und Gott hat es seiner Hand begegnen lassen", 2. Mose 21/13, bedeutet, wenn es als ein Zufall erscheint. Dies erhellt aus dem Begriff von Zufall bei den Alten, der war, daß derselbe von Gott herrühre, deshalb drückten sie den Zufall dadurch aus, daß sie sagten, Gott habe es der Hand begegnen lassen; denn die, welche den alten Kirchen angehörten wußten, daß die Vorsehung des Herrn in allem und jedem waltet und daß auch das Zufällige, d.h. was als Zufall erschien, von der Vorsehung ausging, und deswegen schrieben die Einfältigen, die nicht unterscheiden konnten, zwischen dem was aus Zulassung und dem was nach dem Wohlgefallen (Gottes) geschah, dem Herrn sowohl das Gute als das Böse zu, weil sie wußten, daß alles Gute von Ihm komme, das Böse aber nur dem Anschein nach. Wenn nämlich der Mensch Böses tut und sich durch dasselbe vom Herrn abwendet, so scheint es, als ob der Herr Sich abwende, denn dann erscheint ihm der Herr im Rücken und nicht vor dem Gesichte. Daher kommt es nun, daß wenn einer jemanden aus Zufall getötet hat, also ohne Vorbedacht und Wille, dies dadurch ausgedrückt wird, (daß man sagt), Gott habe es seiner Hand begegnen lassen. Daß die Vorsehung des Herrn in allem und jedem waltet, sehe man Nr. 1919 E, 4329, 5122, 5155, 5195, 5894 E, 6058, 6481-6487, 6489, 6491, 7004, 7007, 8478, 8717. Daß die zufälligen Dinge oder die Zufälle auch unter der Vorsehung stehen: Nr. 5508, 6493, 6494. Daß das Böse dem Herrn zugeschrieben wird, während es doch vom Menschen herrührt: Nr. 2447, 5798, 6071, 6832, 6991, 6997, 7533, 7877, 7926, 8197, 8227, 8228, 8282, 8284, 8483, 8632. 9011. "So will Ich dir einen Ort bestimmen, wohin er fliehen soll", 2. Mose 21/13, bedeutet den Zustand des Schuldlosen und dadurch von der Strafe Befreiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ortes, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 3404, 4321, 4882, 5605, 7381; und aus der Bedeutung der Freistatt (Asyl) oder des Ortes, wohin der fliehen soll, der unversehens oder durch Zufall jemand getötet hat, insofern er den Zustand der Schuldlosigkeit und der Befreiung von Strafe bezeichnet, denn die, welche jemanden zufällig getötet hatten, d.h. ohne Vorsatz, also nicht mit Vorbedacht, und nicht aus einer bösen Willensneigung, hatten keine Schuld für ihre Person; wenn daher solche zu dem Orte des Asyls gelangten, waren sie frei von Strafe. Durch sie wurden diejenigen vorgebildet, die ohne Vorsatz jemand in Ansehung seines Wahren und des Guten des Glaubens verletzten, und dadurch sein geistiges Leben auslöschen, weil sie in einem schuldfreien und daher straflosen Zustand sind, wie es auch diejenigen sind, die allen Glauben an ihre Religion haben, auch wenn sie im Falschen ist, und aus dieser wider das Wahre und Gute des Glaubens vernünfteln und dadurch (andere) bereden, wie dies bisweilen Irrlehrer zu tun pflegen, die sehr gewissenhaft, und daher auch sehr eifrig sind. Daß diese vorgebildet wurden durch solche, die zu den Freistätten flohen erhellt 4. Mose 35/11,12,22,23: "Erwählet euch passende Städte, die euch Zufluchtsstätten seien, daß dahin fliehe ein Totschläger, der eine Seele (Person) getötet hat aus Versehen; wenn er unversehens, nicht aus Feindschaft, ihn stieß, oder irgendein Werkzeug auf ihn warf, ohne Absicht, oder mit irgendeinem Steine, wodurch man getötet werden kann (ihn traf), daß er starb, während er doch nicht sein Feind war, noch seinen Schaden suchte". 5. Mose 19/4,5: "Das ist die Sache in betreff des Totschlägers, der dahin fliehen soll, daß er am Leben bleibe, wenn er seinen Nächsten erschlagen hat ohne sein Wissen, da er ihn nicht gehasset, weder gestern, noch vorgestern; er ging etwa mit seinem Nächsten in den Wald um Holz zu hauen; und seine Hand holte aus mit der Axt, um den Baum zu fällen; und das Eisen fuhr vom Stiele, und traf seinen Nächsten, daß er starb. Ein solcher soll in eine dieser Städte fliehen, damit er lebe": es wird hier der Zustand eines Schuldlosen und von der Strafe Befreiten beschrieben, der jemanden durch das Falsche seines Glaubens, das er für Wahrheiten hielt, oder durch (falsches) Wißtümliches aus Sinnestäuschungen beschädigt, und dadurch dem inneren oder geistigen Leben desselben Schaden zugefügt hat; um dies zu bezeichnen, wird dieser Irrtum oder Zufall durch irgendein Werkzeug beschrieben, z.B. durch einen Stein, den er auf seinen Nächsten fallen ließ, daß er starb, wie auch durch eine Axt oder ein Eisen, das aus dem Stiele herausfuhr, als zwei zusammen im Walde Holz fällten. Der Grund, weshalb es durch solches bezeichnet wird, liegt darin, daß das Werkzeug das Wißtümliche bedeutet, der Stein das Wahre des Glaubens und im entgegengesetzten Sinn das Falsche; ebenso das Eisen der Axt; und Holz fällen bedeutet einen Streit (führen) über das Gute in betreff der Religion. Ein jeder kann sehen, daß der aus Versehen geschehene Mord nicht ohne geheime Ursache beschrieben wurde durch das Eisen der Axt, das im Walde seinem Stiele entfuhr, weil ja ein solches Versehen selten und kaum einmal in vielen Jahren vorzukommen pflegt. Dieses Versehen wurde aber durch solches beschrieben, wegen des inneren Sinnes, in dem der Schaden beschrieben wird, der von einem anderen durch das Falsche des Glaubens, das er nach seiner Religion für Wahrheit hielt, einer Seele zugefügt wurde; denn wer durch Falsches, das er für Wahrheit hält, Schaden zufügt, verursacht den Schaden nicht vorsätzlich, sondern mit gutem Gewissen, weil aus dem Glauben an seine Religion, und daher aus Eifer. Damit dieses im inneren Sinn durch diejenigen bezeichnet wurde, die aus Versehen ihren Nächsten töteten, wurde es, wie gesagt, durch einen Stein beschrieben, durch das Fällen des Holzes im Walde, und durch das Eisen der Axt, das dem Stiel entfuhr und auf den Nächsten fiel, denn der Stein bezeichnet das Wahre des Glaubens im natürlichen Menschen, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche; man sehe Nr. 643, 1298, 3720, 6426, 8609, 8941; ebenso das Eisen: Nr. 425, 426. Das Eisen der Axt, das seinem Stiele entfiel, bezeichnet das von seinem Guten getrennte Wahre, denn Holz bedeutet das Gute: Nr. 643, 2812, 3720, 8354; Holz hauen bedeutet Verdienst in die Werke setzen: Nr. 1110, 4943, 8740; aber Holz im Walde fällen bedeutet, dieses und ähnliches besprechen und Erörterungen darüber anstellen, denn der Wald bedeutet die Gegenstände der Religion. Solches wird durch "Holz fällen mit Äxten im Walde" bezeichnet. Jerem.46/22,23: "Die Söldner Ägyptens werden mit Macht gehen, sie werden kommen mit ihren Äxten, wie Holzhacker, sie werden seinen Wald umhauen, spricht Jehovah": Holz fällen im Walde bedeutet hier, einer falschen Religion gemäß handeln, und das zerstören, was der Kirche angehört; denn die Kirche wird Wald, Garten und Paradies genannt. Wald wegen ihrer Kenntnisse (oder ihres Wissens), Garten zufolge der Einsicht, und Paradies zufolge der Weisheit: Nr. 3220, denn die Bäume bezeichnen das Innewerden des Guten und Wahren, wie auch die Erkenntnisse desselben: Nr. 103, 2163, 2722, 2972, 4552, 7690, 7692; und weil Wald die Kirche bezeichnet in betreff ihres Wissens, also in betreff des Äußeren, so bezeichnet er auch die Religion. Die Kirche wird in betreff ihres Wissens oder in betreff des Äußeren durch Wald bezeichnet bei Ps.96/12: "Das Feld möge jauchzen und alles, was auf demselben ist, es mögen singen alle Bäume des Waldes". Ps.132/6: "Siehe, wir haben von Ihm gehört in Ephrata, wir fanden Ihn in den Feldern des Waldes": dies vom Herrn. Jes.10/17-20,34: "Das Licht Israels wird zum Feuer werden und sein Heiliger zur Flamme, diese wird verbrennen die Herrlichkeit seines Waldes und seinen Karmel; von der Seele bis zum Fleisch wird er ihn verzehren; daher wird die Zahl der übrigen Bäume des Waldes (gering sein), so daß ein Knabe sie aufzeichnen kann; durch das Eisen wird er umhauen das Dickicht des Waldes, und der Libanon wird fallen durch einen Mächtigen": Wald für die Kirche in Ansehung der Erkenntnisse des Wahren, Karmel für die Kirche in Ansehung der Erkenntnisse des Guten; ebenso Libanon und Hermon; die Bäume des Waldes für die Erkenntnisse wie oben. Die Zahl wird so sein, daß ein Knabe sie aufzeichnen kann, bedeutet, es werden nur wenig (Erkenntnisse) sein; das Dickicht des Waldes für das Wißtümliche: Nr. 2831. Jes.37/24: "Du sprachst: Mit der Menge meiner Wagen will ich ersteigen die Höhen der Berge, an den Seiten des Libanons; daselbst will ich umhauen seine hohen Zedern, die Auswahl seiner Tannen, dann werde ich kommen bis zu seiner äußersten Höhe zu dem Walde seines Karmels". Jerem.21/14: "Ich will euch heimsuchen nach der Frucht eurer Werke, und Ich will ein Feuer anzünden in seinem Wald". Hes.21/2,3: "Weissage wider den Wald des Feldes gegen Mittag, und sprich zum Walde des Mittags: siehe, Ich will in dir ein Feuer anzünden, das soll alle Bäume verzehren". Micha 7/14: "Weide Dein Volk mit Deinem Stabe, die Herde Deines Erbes, das allein wohnt im Walde in der Mitte des Karmels". Wer sieht nicht, daß an diesen Stellen unter Wald nicht ein Wald zu verstehen ist, noch unter Libanon und Karmel, welche Waldgebirge sind, der Libanon und Karmel, sondern etwas zur Kirche Gehöriges? Was von der Kirche (zu verstehen sei), war aber bisher verborgen, weil der innere Sinn verborgen war. Es ist jedoch zu verwundern, daß in einem so gelehrten Weltteil, wie es Europa vor den übrigen ist, und wo das Wort ist, in dessen einzelnem ein innerer Sinn liegt, keine Kenntnis desselben vorhanden ist. Und doch war dieselbe bei den Alten in Chaldäa, in Assyrien, in Ägypten und auch in Arabien vorhanden gewesen, und von hier aus in Griechenland, in deren Büchern, Sinnbildern und Hieroglyphen noch jetzt dergleichen gefunden wird. Die Kenntnis dieser Wissenschaft ging aber verloren, weil man nicht glaubt, daß das Geistige etwas Wirkliches ist. 9012. "Wenn aber jemand mit Vorsatz gefrevelt hat gegen seinen Nächsten", 2. Mose 21/14, bedeutet das vorhergehende Denken aus bösem Willen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Vorsatz freveln", insofern es ausdrückt, nach vorausgehendem Denken handeln; denn wer sich Böses vornimmt, der denkt vorher darüber nach, und weil es Böses ist, was er tut, so geht es aus dem Willen hervor, weil das Tun des Bösen hier seinen Ursprung hat. Das Falsche aber, durch welches das Böse bestärkt, verteidigt und somit befördert wird, gehört dem Denken an, und geht somit aus einem schlimmen oder verkehrten Verstande hervor. Daß der Mensch schuldig ist, wenn er das Böse aus beidem, nämlich aus dem Verstande und aus dem Willen tut, sehe man Nr. 9009. 9013. "Um ihn mit List zu töten", 2. Mose 21/14, bedeutet die daraus hervorgehende Bosheit und das Verlangen, den Nächsten des ewigen Lebens zu berauben. Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, insofern es heißt, dem Nächsten Glauben und Liebtätigkeit nehmen, und ihn dadurch des geistigen Lebens, welches das ewige Leben ist, berauben, worüber Nr. 6767, 8902; und aus der Bedeutung der List, insofern sie die Bosheit bezeichnet, die aus dem Willen kommt, nach vorausgehendem Denken oder Überlegung, somit aus Vorsatz. Das Böse geschieht aus Feindschaft, oder aus Haß, oder aus Rachsucht und zwar sowohl mit List als ohne List, aber das Böse, was durch List geschieht, ist das schlimmste, weil die List wie ein Gift ist, das höllisches Verderben erzeugt und dadurch zerstört; denn es dringt durch das ganze Gemüt bis zu dem Inneren desselben. Der Grund ist, weil der, welcher List übt, das Böse überlegt und durch dasselbe seinen Verstand ernährt und erfreut, und so alles in demselben zerstört was menschlich ist, d.h. was dem Leben aus dem Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit angehört. Diejenigen, die den Nächsten in der Welt in betreff des Weltlichen und Irdischen mit List bestricken, tun es auch im anderen Leben in betreff des Geistigen und Himmlischen; und weil sie dies im Verborgenen tun, werden sie in die Höllen verwiesen, die nach hinten liegen, und zwar um so tiefer, je größer die Bosheit und Schädlichkeit ihrer List ist. Hierdurch werden sie von denen getrennt, die an der Vorderseite liegen; diese heißen Geister, jene aber Genien: Nr. 5035, 5977, 8593, 8622, 8625. Die Genien werden nicht bei den Menschen zugelassen, wie die Geister, weil jene in die Neigung des Willens einfließen, indem sie gegen das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit wirken, und zwar so heimlich, daß man es gar nicht bemerken kann; und auf diese Weise zerstören sie das Wahre des Glaubens. Sie machen sich in den Höllen vor ihren Gefährten unsichtbar, denn diejenigen, die heimlich in der Welt gehandelt haben, können sich im anderen Leben unsichtbar machen, aber wenn sie erscheinen, erscheinen sie unter sich wie Menschen. Allein wenn sie von den Engeln angesehen werden, erscheinen sie als Schlangen, denn sie haben die Natur der Schlangen, und was von ihnen ausgeht, ist wie Gift, und ist auch wirklich ein geistiges Gift. Deswegen bedeutet Gift im Worte List, und giftige Schlangen, wie Nattern, Ottern, Vipern, bezeichnen die Arglistigen: Ps.58/3,5: "Im Herzen übet ihr Unrecht; ihr Gift ist wie das Gift der Schlange, wie das der tauben Otter". Ps.140/3,4: "Sie denken Böses im Herzen, sie spitzen ihre Zunge gleich der Schlange, Gift der Otter ist unter ihren Lippen". Jes.59/5: "Sie legen Otterneier und weben Spinnengewebe, wer von ihren Eiern ißt, der stirbt". Hiob 20/16: "Gift der Ottern saugt er, ihn tötet die Zunge der Natter". 5. Mose 32/33: "Gift der Drachen ist ihr Wein und schreckliche Galle der Natter". Matth.23/29,33: "Wehe euch, Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, ihr Schlangen und Otterngezüchte, wie wollet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?". Die List heißt Heuchelei, wenn (die Menschen) die Frömmigkeit im Munde führen, und die Gottlosigkeit im Herzen haben, oder Liebtätigkeit im Munde, aber Haß im Herzen, oder Unschuld in Gesicht und Benehmen, aber Grausamkeit in der Seele und in der Brust, somit bei denen, die durch Unschuld, Liebtätigkeit und Frömmigkeit täuschen, diese sind Schlangen und Vipern im inneren Sinn, weil solche, wie oben gesagt wurde, im Lichte des Himmels, von den Engeln gesehen, als Schlangen und Vipern erscheinen, die unter den Wahrheiten Böses verbergen, d.h., die das Wahre arglistig verdrehen, um Böses zu tun; denn sie verbergen gleichsam das Gift unter ihren Zähnen und töten dadurch. Die aber, die durch den Herrn im Glauben des Wahren und im Leben des Guten stehen, können von ihrem Gift nicht verletzt werden, denn sie sind vom Herrn in einem Licht, in dem die Arglistigen wie Schlangen erscheinen und ihre Tücken als Gift. Daß sie durch den Herrn in Sicherheit sind, wird verstanden unter den Worten des Herrn an Seine Jünger: Luk.10/19: "Siehe, Ich gebe euch Macht, auf Schlangen und Skorpionen zu treten". Mark.16/18: "Diese Zeichen werden die Gläubigen begleiten: sie werden Schlangen in die Hand nehmen, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden". Jes.11/8: "Der Säugling wird spielen an dem Loche der Otter". Diejenigen, die tiefer von geistiger Arglist, d.h. von Heuchelei durchdrungen sind, werden unter denen verstanden, die wider den Heiligen Geist reden, und die keine Vergebung erlangen: Matth.12/31-34: "Darum sage Ich euch: alle Sünde und Lästerung wird dem Menschen vergeben werden; die Lästerung des Geistes aber wird dem Menschen nicht vergeben werden. Und wer irgendein Wort redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben werden, wer aber irgend redet wider den Heiligen Geist, dem wird es nicht vergeben werden, weder in dieser Welt, noch in der zukünftigen. Entweder denket euch einen guten Baum, so ist seine Frucht gut, oder denket euch einen schlechten Baum, so ist seine Frucht schlecht. Ihr Otterngezüchte, wie könnet ihr Gutes reden, da ihr böse seid?": reden wider den Heiligen Geist heißt, über das, was dem Herrn, Seinem Reich und der Kirche angehört; wie auch über das was zum Worte gehört Gutes reden und Böses denken, und Gutes tun, aber Böses wollen; denn dann ist inwendig in den Wahrheiten, die sie reden, Falsches verborgen, und in dem Guten, das sie tun, Böses, und dies ist das verborgene Gift. Daher werden sie Otterngezüchte genannt. Im anderen Leben ist es dem Bösen erlaubt, Böses und auch Falsches zu reden, aber nicht Gutes und Wahres (zu reden), weil dort alle genötigt werden, aus dem Herzen zu reden, und ihr Gemüt nicht zu teilen. Die anderes tun, werden von den übrigen getrennt und in Höllen verborgen, aus denen sie niemals herauskommen können. Daß es solche sind, die unter den wider den Heiligen Geist Redenden verstanden werden, erhellt aus den Worten des Herrn: "Entweder denket euch einen guten Baum, so ist sein Frucht gut, oder denket euch einen schlechten Baum, so ist seine Frucht schlecht; wie könnet ihr Gutes reden, da ihr böse seid?": Matth.12/31-34. Der Heilige Geist ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, somit das heilige Göttliche selbst, das auf diese Weise innerlich gelästert und entweiht wird. Daß ihnen nicht vergeben wird, kommt daher, weil die Heuchelei oder Arglist in betreff des heilig Göttlichen das Innere des Menschen vergiftet, und alles geistige Leben bei ihm zerstört, wie oben gesagt wurde, und zwar zuletzt so sehr, daß nichts Unverdorbenes bei ihnen zu finden ist; denn die Vergebung der Sünden ist die Trennung des Bösen vom Guten und das Zurückwerfen des Bösen auf die Seiten: Nr. 8393, was nicht bei dem geschehen kann, bei dem alles Gute zerstört ist. Daher wird gesagt, "es wird ihm nicht vergeben, weder in dieser Welt, noch in der zukünftigen". Solche werden auch verstanden unter dem, "der kein hochzeitliches Kleid anhatte, und der an Händen und Füßen gebunden in die äußerste Finsternis geworfen wurde": Matth.22/11-13; man sehe Nr. 2132. Daß Arglist im Worte die Heuchelei bezeichnet, erhellt aus folgenden Stellen: Jerem.9/3-5: "Hütet euch ein jeglicher vor seinem Freunde und trauet keinem Bruder; denn jeder Bruder sucht dem anderen ein Bein zu unterschlagen, und ein Freund hintergeht den anderen, und Wahrheit reden sie nicht; ihre Zunge haben sie gelehrt, Lügen zu reden; du wohnst mitten unter dem Truge; wegen ihrer Arglist weigern sie sich, Mich zu erkennen, spricht Jehovah". Ps.5/7: "Du vertilgst die Lügenredner, den Blutgierigen und Arglistigen verabscheut Jehovah". Ps.32/2: "Selig der Mann, dem Jehovah die Missetat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist". Ps.120/2: "Befreie meine Seele von der Lippe der Lüge, von der Zunge des Trugs". Ebenso Ps.52/4; 109/2. 9014. "So sollst du ihn von Meinem Altare wegnehmen, damit er sterbe", 2. Mose 21/14, bedeutet die Verdammnis, auch wenn er zum Gottesdienst des Herrn seine Zuflucht nimmt und um Vergebung fleht und Buße verspricht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares Jehovahs, insofern er das wichtigste Vorbild des Gottesdienstes des Herrn ist, worüber Nr. 921, 2777, 2811, 4541, 8935, 8940; und weil er ein Vorbild des Gottesdienstes war, deshalb ist zum Altar fliehen soviel als zum Herrn fliehen, um Vergebung flehen und auch Buße versprechen, denn das eine folgt dem anderen. Und aus der Bedeutung von sterben, insofern es die Verdammnis bezeichnet, worüber Nr. 5407, 6119, 9008. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was Nr. 9013 gezeigt worden ist, daß nämlich der Trug (oder die Arglist) in geistigen Dingen, d.h. die Heuchelei, nicht vergeben werden kann. Der Grund ist, weil die Arglist gleichsam ein Gift ist, das bis in das Innere dringt und alles ertötet, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, und die Überreste zerstört, nämlich das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit, das vom Herrn im Inneren des Menschen aufbewahrt wurde, und wenn dieses zerstört ist, dann ist kein geistiges Leben mehr vorhanden. Über die Überreste sehe man Nr. 468, 530, 560, 561, 562, 563, 660, 661, 798, 1050, 1738, 1906, 2284, 5135, 5342, 5344, 5897, 5898, 6156, 7560, 7564. Wenn daher solche den Herrn um Vergebung anflehen und Buße versprechen, was durch das Fliehen zum Altar bezeichnet wird, flehen und versprechen sie gar nicht aus dem Herzen, sondern nur mit dem Munde; daher werden sie nicht erhört, denn der Herr sieht auf das Herz und nicht auf die Worte, die dem Herzen ferne liegen und Ihm fremd sind. Daher erlangen sie keine Vergebung, weil bei ihnen keine Buße möglich ist. Die meisten innerhalb der Kirche glauben, daß die Vergebung der Sünden ein Abstreifen oder Abwaschen derselben sei, wie das des Schmutzes durch Wasser, und daß sie nach der Vergebung der Sünden rein und lauter einhergehen. Eine solche Meinung herrscht besonders bei denen, die dem Glauben allein alle Erlösungskraft zuschreiben. Allein man möge wissen, daß es sich mit der Sündenvergebung ganz anders verhält: Der Herr vergibt einem jeden seine Sünden, weil Er eben die Barmherzigkeit selber ist, gleichwohl aber sind sie deshalb noch nicht vergeben, wenn nicht der Mensch ernstlich Buße tut, von dem Bösen absteht, und nachher ein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit führt, und zwar bis an sein Lebensende. Wenn dies geschieht, dann empfängt der Mensch geistiges Leben, das man das neue Leben nennt, vom Herrn. Wenn er von diesem Leben aus auf das Böse seines früheren Lebens hinblickt und Abscheu und Schauder vor demselben empfindet, dann erst wird das Böse vergeben, denn dann wird der Mensch im Wahren und Guten vom Herrn festgehalten und vom Bösen abgehalten. Hieraus wird klar, was Vergebung der Sünden ist, und daß sie nicht innerhalb einer Stunde oder eines Jahres gegeben werden kann. Daß es so ist, weiß auch die Kirche; denn es wird denen, die zum heiligen Abendmahl gehen gesagt, daß ihnen die Sünden vergeben werden, wenn sie ein neues Leben anfangen, vom Bösen abstehen und es verabscheuen. Hieraus ergibt sich nun deutlich, wie es sich mit den Heuchlern verhält, die sich durch ihre Arglist mit Bösem in Ansehung ihres Inneren angefüllt haben, daß sie nämlich keine Buße tun können; denn sogar die Überreste des Guten und Wahren sind bei ihnen verzehrt und zugrunde gegangen, und mit diesen alles geistige Leben, und weil sie keine Buße tun können, kann ihnen auch nicht vergeben werden. Dies wird dadurch bezeichnet, daß die, welche ihren Nächsten durch List töten, vom Altar genommen werden sollen, um sie zum Tode zu führen. Ihre Verdammnis wird durch die Weissagungen Davids über Joab, als dieser den Abner durch List getötet hatte, in Folgendem beschrieben: 2.Sam.3/27,29: "Es soll im Hause Joabs nicht fehlen an solchen, die an Fluß leiden, und aussätzig sind, die am Stab gehen, durch das Schwert fallen, und Mangel an Brot leiden": am Fluß leiden, bedeutet die Entweihung des Guten der Liebe; der Aussätzige bezeichnet die Entweihung des Glaubenswahren: Nr. 6963; der am Stabe geht oder hinkt, bezeichnet diejenigen, bei denen alles Gute zugrunde gegangen ist: Nr. 4302, 4314; der durch das Schwert fällt, diejenigen, die beständig durch das Falsche sterben: Nr. 4499, 6353, 7102, 8294; der Mangel an Brot hat, diejenigen, die alles geistigen Lebens beraubt sind, denn das Brot bezeichnet die Ernährung des geistigen Lebens vermittelst des Guten: Nr. 6118, 8410. Weil nun solche durch Joab bezeichnet werden, darum wurde Joab auf Befehl Salomos am Altare getötet, wohin er geflohen war: 1.Kön.2/18-32. 9015. "Und wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt", 2. Mose 21/15, bedeutet die Lästerung des Herrn und Seines Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, insofern es heißt, durch Falsches verletzen, worüber Nr. 7136, 7146, 9007; wenn es aber in Beziehung auf den Herrn und Sein Reich gesagt wird, so bedeutet es lästern. Aus der Bedeutung des Vaters, insofern er den Herrn bezeichnet, und der Mutter, insofern sie Sein Reich bezeichnet, worüber Nr. 8897, wo das vierte Gebot erklärt und gezeigt worden ist, was im inneren Sinn unter "Vater und Mutter ehren" zu verstehen ist, daß es nämlich bedeutet, den Herrn und Sein Reich lieben und daher im bezüglichen Sinn das Gute und Wahre lieben. Daher bedeutet auch "den Vater und die Mutter schlagen", im bezüglich Sinn das Gute und Wahre der Kirche lästern. 9016. "Der soll des Todes sterben", 2. Mose 21/15 bedeutet die Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es die Verdammnis bezeichnet, wovon Nr. 9008. 9017. Vers 16,17: Und wer einen Mann stiehlt und ihn verkauft, und derselbe wird in seiner Hand gefunden, der soll des Todes sterben. Und wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. "Und wer einen Mann stiehlt und ihn verkauft" bedeutet die Anwendung des Glaubenswahren zum Bösen und die Entfremdung; "und derselbe wird in seiner Hand gefunden" bedeutet, dennoch Anerkennung desselben; "der soll des Todes streben" bedeutet die Verdammnis; "und wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht" bedeutet, jegliche Leugnung des Herrn und Seines Reiches von denen, die der Kirche angehören und dadurch Entweihung des Guten und Wahren der Kirche; "der soll des Todes sterben" bedeutet die Verdammnis. 9018. "Und wer einen Mann stiehlt und ihn verkauft", 2. Mose 21/16, bedeutet die Anwendung des Glaubenswahren zum Bösen und die Entfremdung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Mann stehlen", insofern es die Anwendung des Glaubenswahren zum Bösen bezeichnet. Daß der Mann (hier der Mann aus den Söhnen Israels) das Glaubenswahre bedeutet, sehe man Nr. 5414, 5979, 5951, 7957, 9007; und daß stehlen die Anwendung desselben zum Bösen (bezeichnet): Nr. 5135. Und aus der Bedeutung von verkaufen, insofern es eine Entfremdung bezeichnet, worüber Nr. 4098, 4752, 4758, 5886. HG 9019 9019. "Und derselbe wird in seiner Hand gefunden", 2. Mose 21/16, bedeutet, und dennoch Anerkennung desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gefunden werden in seiner Hand", wenn es vom Glaubenswahren gesagt wird, insofern es die Anerkennung bezeichnet; denn wenn es mit einigem Glauben anerkannt wird, so wird es bei ihm gefunden. In seiner Hand, bedeutet bei ihm. 9020. "Der soll des Todes sterben", 2. Mose 21/16, bedeutet die Verdammnis; man sehe Nr. 9008. Daß diejenigen verdammt sind, die das Glaubenswahre zum Bösen anwenden und jenes dadurch von sich entfremden (zurückstoßen), hat seinen Grund darin, daß sie es früher anerkannt hatten; denn wenn man das einmal anerkannte Glaubenswahre nachher zum Bösen anwendet, wird es mit dem Falschen aus dem Bösen vermischt, wodurch Entweihung (entsteht). Daß dies Entweihung ist, sehe man aus der unten angeführten Stelle Nr. 9021. Damit man dies besser verstehe, möge es durch ein Beispiel erläutert werden: Die, welche nach Willkür das, was des Herrn ist, austeilen wollen, besonders das, was Sache des himmlischen Lebens bei dem Menschen ist, in der Absicht, um über alle zu herrschen und die (Güter der) Welt zu gewinnen, sind, wenn sie aus den Worten des Herrn die Bestätigung dafür entnehmen, Diebe im geistigen Sinn; denn sie stehlen die Wahrheiten aus dem Wort und wenden sie zum Bösen an. Es ist aber Böses, weil sie Herrschaft und Gewinn zum Zweck haben und nicht das Heil der Seelen. Wenn aber dieselben die Wahrheiten aus dem Worte, die sie zum Bösen anwenden, früher ohne den Zweck des Herrschens oder des Gewinnes anerkannt hatten, dann entweihen sie dieselben, denn dadurch vermischen sie das Falsche aus dem Bösen mit den Wahrheiten. Solche können keineswegs der Verdammnis entfliehen, denn durch jenes Verfahren berauben sie sich alles geistigen Lebens. Daß sie sich dieses Lebens berauben, geht deutlich daraus hervor, daß sie, wenn sie sich selber überlassen aus sich denken und unter sich reden, keinen Glauben an die Wahrheiten haben, und weder an den Herrn glauben, noch an den Himmel, noch an die Hölle. Gleichwohl aber führen sie dieselben mehr als andere im Munde, weil die heftige Begierde nach Herrschaft und Gewinn sie dazu als zu Mitteln für ihre Zwecke antreibt. Diese (Unsitte) herrscht besonders im christlichen Heidentum, wo Götzenbilder heiliggesprochener Menschen zur Anbetung ausgestellt werden, vor denen man die Knie beugt und sich niederwirft, was sie selber auch tun aus List, um zu täuschen und zu bereden. 9021. "Und wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht", 2. Mose 21/17, bedeutet, jegliche Leugnung des Herrn und Seines Reiches von denen, die der Kirche angehören und dadurch Entweihung des Guten und Wahren der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von fluchen, insofern es eine Abwendung und Trennung bezeichnet, worüber Nr. 245, 379, 1423, 3530, 3584, 5071, daher auch jegliche Leugnung; denn wer sich vom Herrn abwendet und absondert, der leugnet Ihn im Herzen. Aus der Bedeutung des Vaters und der Mutter, insofern sie den Herrn und Sein Reich bezeichnen, und im bezüglichen Sinn das Gute und Wahre, das vom Herrn (ausgeht), worüber Nr. 8897, 9015. Daß es von denen geschieht, die innerhalb der Kirche sind, kommt daher, daß die Gebote, Rechte und Satzungen, die durch den Herrn vom Berge Sinai herab verkündigt wurden, insbesondere für die Söhne Israels (bestimmt) waren, bei denen damals das Vorbildliche der Kirche angeordnet wurde, und durch die daher die Kirche bezeichnet wurde: Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223, 7957, 8234, 8805. Deshalb wird auch durch "dem Vater und der Mutter fluchen" die Entweihung bezeichnet; denn die, welche innerhalb der Kirche auf jede Weise den Herrn und das, was Seinem Reiche und Seiner Kirche angehört, leugnen, entweihen. Daß diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, das Heilige entweihen können, nicht aber diejenigen, die außerhalb derselben sind, sehe man Nr. 1008, 1010, 1059, 2051, 3398, 3399, 3898, 4289, 4601, 6348, 6959, 6963, 6971, 8882. Daher kommt es, daß die Leugnung des Herrn keine Entweihung bei denen ist, die außerhalb der Kirche sind, wie bei den Heiden, Mohammedanern und Juden. 9022. "Der soll des Todes sterben", 2. Mose 21/17, bedeutet die Verdammnis, wie Nr. 9008, 9016; 9020. Wie das einzelne im inneren Sinn zusammenhängt, erhellt aus dem, was oben gesagt und gezeigt worden ist; denn im inneren Sinn wird der Reihe nach von der Leugnung, Lästerung und Entweihung des Wahren und Guten, das vom Herrn ausgeht, gehandelt; im äußeren Sinn aber erscheint keine solche Reihenfolge, denn in demselben wird von Verschiedenem gehandelt, nämlich von denen, die einen Mann schlagen, daß er stirbt, von denen, die einen anderen mit List töten, von denen, die den Vater und die Mutter schlagen, von denen, die einen Mann stehlen und verkaufen, ferner von denen, die dem Vater und der Mutter fluchen. Solche Beschaffenheit hat das Wort im einzelnen, daß nämlich im inneren Sinn die Sachen der Ordnung nach und wie an einer Kette aufeinanderfolgen, obgleich im äußeren Sinn, d.h. im Buchstabensinn die Sachen zerstreut und mehrfach zerteilt sind. 9023. Vers 18-21: Und wenn Männer miteinander hadern, und der eine schlägt den andern mit einem Stein oder mit der Faust, so daß er nicht stirbt, sondern bettlägrig wird, so soll, wenn er wieder aufkommt und umhergeht an seinem Stabe, der, welcher ihn schlug, ungestraft bleiben; nur sein Versäumnis soll er ihm vergüten, und ihn heilen lassen. Und wenn ein Mann seinen Knecht oder seine Magd mit einem Stabe schlägt und derselbe stirbt unter seiner Hand, so soll es mit Strafe gerochen werden. Wenn derselbe jedoch einen Tag oder zwei am Leben bleibt, so soll es nicht gestraft werden, denn es ist sein Geld. "Und wenn Männer miteinander hadern" bedeutet, wenn sie Streit untereinander haben über die Wahrheiten; "und der eine schlägt den andern mit einem Stein oder mit der Faust" bedeutet die Schwächung der (einen Wahrheit) durch irgendeine wißtümliche oder allgemeine Wahrheit; "so daß er nicht stirbt" bedeutet, so daß sie nicht ausgelöscht wird; "sondern bettlägrig wird" bedeutet abgesondert im Natürlichen; "so soll, wenn er wieder aufkommt und umhergeht an seinem Stabe" bedeutet die Lebenskräfte in (dem Wahren); "der, welcher ihn schlug, ungestraft bleiben" bedeutet nicht schuldig sein des Bösen; "nur sein Versäumnis soll er ihm vergüten" bedeutet die Entschädigung; "und ihn heilen lassen" bedeutet die Wiederherstellung; "und wenn ein Mann seinen Knecht oder seine Magd mit einem Stabe schlägt" bedeutet, wenn jemand innerhalb der Kirche das wißtümliche Wahre oder die Neigung zu demselben aus eigener Macht schlecht behandelt; "und derselbe stirbt unter seiner Hand" bedeutet, so daß es ausgelöscht wird durch seine Anschauung; "so soll es mit Strafe gerochen werden" bedeutet die Todesstrafe; "wenn derselbe jedoch einen Tag oder zwei (am Leben) bleibt" bedeutet den Zustand des bleibenden Lebens in seiner Vollständigkeit; "so soll es nicht gestraft werden" bedeutet, keine Todesstrafe; "denn es ist sein Geld" bedeutet aus dem Eigenen erworben. 9024. "Und wenn Männer miteinander hadern", 2. Mose 21/18, bedeutet, wenn sie Streit untereinander haben über die Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von hadern, insofern es soviel ist als streiten, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung der Männer, insofern es die Verständigen sind, und solche, welche die Wahrheiten kennen. Und im abstrakten Sinn das Verstandesvermögen und die Wahrheiten, worüber Nr. 3134, 9007; daher bedeutet das Hadern der Männer den Streit über die Wahrheiten unter denen, die der Kirche angehören, und im abstrakten Sinn, über sie im Inneren. Denn hadern bedeutet im geistigen Sinn, über solche Dinge streiten, die der Kirche und somit dem Glauben angehören. Im Worte wird nichts anderes unter hadern verstanden, denn das Wort ist geistig und handelt von geistigen Dingen, d.h. von solchen, die sich auf den Herrn, auf Sein Reich im Himmel und auf Erden, d.h. auf die Kirche beziehen. Daß hadern im Worte einen Streit über die Wahrheiten und im allgemeinen für die Wahrheiten wider das Falsche bedeutet, wie auch die Verteidigung und Befreiung vom Falschen, erhellt aus folgenden Stellen: Jerem.25/31,32: "Es dringet das Getöse bis an das Ende der Erde, denn einen Streit hat Jehovah mit den Völkern; Er wird rechten mit allem Fleisch; die Gottlosen wird Er dem Schwerte hingeben; siehe, Böses (Unheil) wird ausgehen von Volk zu Volk, und ein großer Sturm wird sich erheben von den Grenzen der Erde": hier wird prophetisch der verkehrte Zustand der Kirche beschrieben. Das Getöse bedeutet den Kampf für das Falsche gegen das Wahre und für das Böse gegen das Gute. Die Erde ist die Kirche. Der Streit Jehovahs gegen die Völker ist der Kampf des Herrn für das Wahre gegen das Falsche, und für das Gute gegen das Böse, somit auch die Verteidigung. Die Völker bedeuten das Falsche und Böse. Das Schwert bezeichnet das Falsche, das kämpft und siegt; der große Sturm bedeutet das herrschende Falsche; die Grenzen der Erde bedeuten die Stelle, wo das Falsche aus dem Bösen hervorbricht. Jerem.50/34: "Jehovah wird ihren Streit führen, damit Er Ruhe gebe dem Lande": den Streit führen, bedeutet, das Wahre wider das Falsche verteidigen und befreien; das Land bezeichnet die Kirche, die Frieden hat wenn sie im Guten und daraus im Wahren ist. Jerem.Klagel.3/58: "Du, o Herr, führtest den Streit meiner Seele, Du rettetest mein Leben": den Streit der Seele führen, bedeutet, verteidigen und befreien vom Falschen. Ps.119/154: "Führe meinen Streit und erlöse mich, mache mich lebendig nach Deinem Wort": den Streit führen, bedeutet auch hier befreien vom Bösen. Micha 6/1: "Streite mit den Bergen, auf daß die Hügel Deine Stimme hören": streiten mit den Bergen, bedeutet streiten und verteidigen wider die Hochmütigen, wie auch wider das Böse der Selbstliebe. Die Hügel, welche die Stimme hören sollen, sind die Demütigen, und die, welche Liebtätigkeit üben. Jes.57/16: "Ich will nicht ewiglich streiten, und nicht beständig zürnen": streiten bedeutet, wider das Falsche kämpfen. Hos.12/3: "Jehovah führt Streit mit Juda": mit gleicher Bedeutung. So auch anderwärts. 9025. "Und der eine schlägt den anderen mit einem Stein, oder mit der Faust", 2. Mose 21/18, bedeutet die Schwächung der einen (Wahrheit) durch irgendeine wißtümliche oder allgemeine Wahrheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, insofern es soviel ist, als verletzen, worüber Nr. 7136, 7146, 9007; hier schwächen, weil von wißtümlichen Wahrheiten die Rede ist; aus der Bedeutung des Steines, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798, 6426, 8941; daß er das Wahre im Letzten der Ordnung bedeutet, d.h. im Natürlichen, somit Wißtümlichen, sehe man Nr. 8609; und aus der Bedeutung der Faust, insofern sie das allgemein Wahre bezeichnet, denn die Hand bedeutet die Macht des Wahren: Nr. 3091, 4931, 7188, 7189; daher bedeutet die Faust die volle Macht aus dem allgemeinen Wahren. Es wird das allgemeine Wahre genannt, weil es angenommen und allenthalben gültig ist. Mit der Faust schlagen, bedeutet daher, mit voller Kraft und Macht, im geistigen Sinne, vermittelst des Wahren aus dem Guten, und im entgegengesetzten Sinn vermittelst des Falschen aus dem Bösen. In diesem Sinn heißt es Jes.58/4: "Siehe, zum Streit und Hader fastet ihr, um zu schlagen mit boshafter Faust": schlagen mit boshafter Faust bedeutet, mit aller Kraft durch das Falsche aus dem Bösen (verletzen). Was es bedeute, irgendeine Wahrheit der Kirche durch wißtümliches oder allgemeines Wahres schwächen, soll nun erklärt werden: Unter wißtümlichen Wahrheiten werden die Wahrheiten verstanden, die aus dem Buchstabensinn entnommen werden. Die daher stammenden allgemeinen Wahrheiten sind es, die beim Volke aufgenommen und in die gewöhnliche Rede übergegangen sind. Solcher Wahrheiten gibt es sehr viele und sie haben große Kraft und Bedeutung. Allein der Buchstabensinn des Wortes ist für die Einfältigen, für diejenigen, die in die inneren Glaubenswahrheiten erst eingeleitet werden, und für diejenigen, die das Innere nicht begreifen, denn er ist dem Anscheine gemäß, wie dieser sich vor dem sinnlichen Menschen darstellt, somit seiner Fassungskraft gemäß. Daher kommt es, daß in demselben vielfach nicht Übereinstimmendes und gleichsam Widersprechendes erscheint, wie z.B., daß der Herr in Versuchungen führe, und anderwärts, daß Er nicht hineinführe; daß den Herrn etwas gereue, und anderwärts, daß Ihn nichts gereue; daß der Herr aus Zorn und Grimm handle, und an anderen Stellen, daß Er aus lauter Güte und Barmherzigkeit handle; daß die Seelen gleich nach dem Tode ins Gericht kommen, und anderwärts, daß es zur Zeit des Letzten Gerichtes geschehe und dergleichen mehr. Solche Meinungen werden, weil sie dem Buchstabensinn des Wortes entnommen sind, wißtümliche Wahrheiten genannt, und unterscheiden sich von den Glaubenswahrheiten, die der Lehre der Kirche angehören; diese gehen nämlich aus jenen durch Erklärung hervor; denn wenn dieselben erklärt werden, wird der Mensch der Kirche unterrichtet, daß im Worte der Fassungskraft und dem Anschein gemäß auf solche Weise gesprochen worden ist. Daher kommt es auch, daß die Kirchenlehren in sehr vielen Stücken vom Buchstabensinn des Wortes abweichen. Man merke aber, daß es die Lehre der Kirche ist, die hier der innere Sinn genannt wird; denn im inneren Sinn sind die Wahrheiten so beschaffen, wie sie die Engel im Himmel haben. Unter den Priestern und unter den Angehörigen der Kirche gibt es solche, die die Wahrheiten der Kirche aus dem Buchstabensinn des Wortes lehren und lernen, und solche, die sie gemäß der aus dem Worte geschöpften Lehre lehren und lernen, die die Glaubenslehre der Kirche genannt wird; diese unterscheiden sich von jenen sehr in betreff der Auffassung. Das gemeine Volk kann sie jedoch nicht unterscheiden, weil diese und jene fast in gleicher Weise aus dem Worte reden; aber jene, die nur den Buchstabensinn des Wortes ohne Anleitung durch die Lehre der Kirche lehren und lernen, begreifen nichts, als was sich auf den natürlichen oder äußeren Menschen bezieht. Diejenigen hingegen, die dasselbe gemäß der wahren Lehre aus dem Worte tun, verstehen auch das, was sich auf den geistigen oder inneren Menschen bezieht. Der Grund ist, weil das Wort im äußeren oder Buchstabensinn natürlich, aber im inneren Sinne geistig ist, jener Sinn wird im Worte eine Wolke genannt, dieser aber die Herrlichkeit in der Wolke: Nr. 5922, 6343, 6752, 8106, 8781. Hieraus kann man nun erkennen, was unter dem Streiten über die Wahrheiten im Menschen, und durch die Schwächung der einen durch irgendein wißtümliches oder allgemeines Wahres zu verstehen ist. Das wißtümliche und allgemeine Wahre ist aber, wie gesagt, das Wahre aus dem Buchstabensinn des Wortes, und weil dieser nicht übereinstimmend und dem Anschein nach gleichsam widersprechend ist, muß er notwendig zuweilen die geistigen Wahrheiten oder die Lehren der Kirche schwächen. Diese werden geschwächt, wenn die Gedanken durch Stellen im Worte, die sich widersprechen, in Zweifel geraten; über diesen Zustand in betreff der Glaubenswahrheiten beim Menschen wird hier im inneren Sinn gehandelt. 9026. "So daß er nicht stirbt", 2. Mose 21/18, bedeutet, so daß sie nicht ausgelöscht wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es heißt, aufhören ein solcher zu sein (wie man ist), worüber Nr. 494, 6587, 6593, demzufolge ausgelöscht werden. Hier aber, nicht ausgelöscht oder vernichtet werden. Weil hier im inneren Sinn gehandelt wird von der Übereinstimmung der Glaubenswahrheiten mit denen, die dem Buchstabensinn des Wortes angehören, und weil diejenigen, die dem Buchstabensinn angehören, nicht vernichtet werden können, weil sie Wahrheiten im Letzten der Ordnung sind, deshalb ist hier nicht die Rede vom schlagen eines Mannes, wodurch er stirbt, sondern nur vom Schlagen eines Mannes, durch das er nicht stirbt. Was nämlich dem Buchstabensinn des Wortes angehört, kann zwar geschwächt, aber nicht vernichtet werden; auch kann es, nachdem es geschwächt worden, abgesondert, und nachher durch Erklärung wiederhergestellt werden. Dies wird durch das bezeichnet, was über den Mann, der von einem anderen geschlagen wird, aber wieder aufkommt und an seinem Stabe einhergeht, verordnet worden ist. Wer das Innere des Wortes erwägt, kann sehen, daß wegen einer geheimen Ursache, die nur ein vom Lichte des Himmels erleuchteter Verstand fassen kann, vom Herrn befohlen worden ist, daß der Schlagende als schuldlos angesehen werden soll, wenn der Geschlagene von seinem Bette wieder aufgestanden und an seinem Stabe einhergegangen ist. Und mehr noch, daß vom Herrn befohlen wurde, daß, wer seinen Knecht schlägt, so daß derselbe nicht binnen einem oder zwei Tage stirbt, nicht gestraft werden soll, weil es sein Geld ist, während es doch die Beraubung eines Menschenlebens ist; denn obgleich er Knecht ist, ist der doch ein Mensch. Allein die geheime Ursache, warum es so vom Herrn befohlen wurde, wird nur durch den inneren Sinn klar, in dem von den aus dem Worte geschöpften Wahrheiten der Kirche die Rede ist, mit denen es sich in solcher Weise verhält, wenn durch den Mann, der seinen Knecht und seine Magd schlägt, solche Dinge verstanden werden, die im geistigen Sinn entsprechen, und nun erklärt werden. Bei dem israelitischen Volke war eine vorbildliche Kirche errichtet worden, d.h. eine Kirche, in der die inneren Dinge, die sich auf den Himmel und auf die Kirche beziehen, durch äußere Dinge vorgebildet werden sollten; deshalb wurden solche Dinge angeordnet und auch befohlen, die, nachdem die innere Kirche vom Herrn eröffnet und offenbart worden, nicht mehr als Gesetze gelten; denn jetzt soll der Mensch ein inneres Leben, d.h. ein Leben des Glaubens und der tätigen Liebe führen, und dabei ein äußeres Leben, in dem das innere das Leben bildet. 9027. "Sondern bettlägrig wird", 2. Mose 21/18, bedeutet abgesondert im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich niederlegen, insofern es soviel ist als getrennt werden; und aus der Bedeutung des Bettes, insofern es das Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 6188, 6226, 6463; wie es sich damit verhält, wird aus dem Folgenden klar werden. 9028. "So soll, wenn er wieder aufkommt und umhergeht an seinem Stabe", 2. Mose 21/19, bedeutet die Lebenskräfte in ihm, (d.h. in dem Wahren). Dies erhellt aus der Bedeutung von aufkommen (oder aufstehen), insofern es eine Erhebung in sich schließt, hier das geistig Wahre zur Übereinstimmung mit dem wißtümlichen Wahren; aus der Bedeutung von einhergehen, insofern es soviel ist als leben, worüber Nr. 519, 1794, 8417, 8420; und aus der Bedeutung des Stabes, insofern er die Kräfte bezeichnet, denn der Stock (baculus) bedeutet die Macht des Wahren, also seine Kräfte: Nr. 4876, 4936, 6947, 7011, 7026; ebenso Stab (scipis), aber mit Anwendung auf die, welche sich noch schwach fühlen. In diesem Sinn wird auch gesagt: Ps.18/19,20: "Sie überfielen mich am Tage meines Unglücks; aber Jehovah ward mir zum Stabe, und führte mich heraus ins Freie": der (Tag) des Unglücks bedeutet den Zustand der Schwäche in Ansehung des Glaubens an das Wahre; (Jehovah ward) zum Stabe, bezeichnet die Macht alsdann; herausführen ins Freie, bedeutet in die Wahrheiten des Glaubens. Daß herausführen ins Freie diese Bedeutung hat, sehe man Nr. 4482. Jes.3/1: "Der Herr Jehovah Zebaoth nimmt aus Jerusalem und Juda Stütze und Stab, jede Stütze des Brotes und jede Stütze des Wassers": Stütze und Stab nehmen bedeutet, die Macht und die Lebenskräfte aus dem Wahren und Guten (nehmen); Stütze des Brotes steht für die Macht aus dem Guten, Stütze des Wassers für die Macht aus dem Wahren. Stab wird in der Grundsprache von anlehnen und stützen abgeleitet, was in der geistigen Welt durch das Wahre und Gute geschieht. 9029. "Der, welcher ihn schlug, ungestraft bleiben", 2. Mose 21/19, bedeutet, er solle nicht schuldig sein des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ungestraft bleiben, insofern es heißt, nicht schuldig sein des Bösen, denn es wird von denen gehandelt, die aus einigem geistig Wahren, das das Wahre der Glaubenslehre aus dem Worte ist, irgendein wißtümlich Wahres betrachten, welches das Wahre aus dem Buchstabensinn des Wortes ist. Weil aber keine Übereinstimmung erscheint, wird das geistig Wahre geschwächt und eine zeitlang getrennt, jedoch nicht geleugnet oder vernichtet. Von diesen wird gesagt, daß sie nicht Schuld tragen am Bösen. Und aus der Bedeutung von schlagen, insofern es soviel ist als schwächen, wie Nr. 9025. HG 9030 9030. "Nur sein Versäumnis soll er ihm vergüten", 2. Mose 21/19, bedeutet die Entschädigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von Versäumnis (vergüten), insofern es eine Entschädigung bezeichnet, hier des geistig Wahren, das durch das wißtümliche Wahre geschwächt wurde. Geistig Wahres wird aber das Wahre genannt, das vereint mit dem Guten das innere Leben des Menschen bildet, das wißtümliche Wahre dagegen ist das Wahre, welches das Leben des äußeren Menschen bildet; dieses Wahre stammt aus dem Buchstabensinn des Wortes, jenes aber aus dem inneren Sinn des Wortes, also auch aus der echten Lehre des Glaubens der Kirche, denn diese Lehre ist die Lehre des inneren Sinnes. 9031. "Und ihn heilen lassen", 2. Mose 21/19, bedeutet die Wiederherstellung, nämlich durch die Auslegung; denn alles, was im Buchstabensinn des Wortes enthalten ist, stimmt überein, wenn es innerlich (und geistig) betrachtet wird. Es verhält sich damit, wie wenn im Worte von der Sonne gesagt wird, sie gehe auf und gehe unter, während sie doch weder auf- noch untergeht, sondern dies nur für die Bewohner der Erde so erscheint, weil die Erde sich täglich um ihre Achse dreht; diese natürliche Wahrheit liegt in der ersteren verborgen, die dem Anschein gemäß aus dem äußeren Sehen hervorgeht. Wenn im Worte gegen diesen Anschein gesprochen worden wäre, so würde es das gemeine Volk nicht begreifen, und was das Volk nicht begreift, glaubt es nicht. Ebenso verhält es sich mit der Sonne des Himmels, die der Herr ist, von dieser wird auch gesagt, daß sie aufgehe, aber in den Herzen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und auch wenn er im Guten des Glaubens und der Liebe ist, und daß sie untergeht, wenn der Mensch im Bösen und daraus im Falschen ist. Gleichwohl aber ist der Herr beständig im Aufgang, weshalb Er auch der Aufgang (Ortus) genannt wird, und niemals im Untergang. Auch wendet Er Sich nicht vom Menschen ab, sondern der Mensch von Ihm. Dadurch entsteht der Anschein, als ob der Herr Sein Angesicht abwende und das Böse herbeiführe; deshalb wird auch wirklich im Worte so gesprochen; und es ist auch eine Wahrheit, aber nur eine scheinbare, somit nicht in Widerspruch mit der ersteren. Hieraus kann man nun erkennen, was durch "heilen lassen" im inneren Sinn bezeichnet wird, nämlich die Wiederherstellung des geistig Wahren, das durch die richtige Auslegung des wißtümlich Wahren oder des Buchstabensinnes des Wortes zustande kommt. Ebenso verhält es sich mit jeder Wahrheit, die dem Buchstabensinn entnommen ist, denn diese erscheint im natürlichen Licht, welches das des sinnlichen Menschen ist, so, wie sie im Worte ausgedrückt ist, weil der Buchstabensinn der natürliche und für den sinnlichen Menschen (bestimmt) ist. Wenn aber dieselbe (Wahrheit) in das Licht des Himmels gestellt wird, dann erscheint sie dem inneren Sinn gemäß (denn dieser Sinn ist geistig und für den himmlischen Menschen), weil das, was dem natürlichen Licht angehört, im Licht des Himmels verschwindet. Das natürliche Licht ist nämlich ein Schatten oder eine Wolke, und das Himmelslicht wie die Herrlichkeit und der Glanz nach Entfernung der Wolke. Deshalb wird auch wirklich der Buchstabensinn des Wortes eine Wolke, und der innere Sinn eine Herrlichkeit genannt. Man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 4391, 5922, 6343, 8106, 8443, 8781. Durch heilen lassen wird aber im geistigen Sinn die Wiederherstellung bezeichnet, weil die Krankheit und Beschwerde des Körpers die Schwäche des inneren Menschen bezeichnen. Die Schwäche desselben tritt ein, wenn er krank ist in Ansehung seines Lebens, das ein geistiges Leben ist, somit wenn er sich vom Wahren zum Falschen hinwendet und vom Guten zum Bösen. Wenn das geschieht, dann kränkelt sein Leben, und wenn er sich ganz vom Wahren und Guten abwendet, dann erstirbt es, und der Tod desselben wird geistiger Tod genannt, d.h. Verdammnis. Weil es sich mit dem Leben des inneren Menschen so verhält, deshalb wird das, was sich auf die Krankheiten und den Tod in der natürlichen Welt bezieht, im Wort von den Krankheiten des geistigen Lebens und von dem Tode desselben gesagt. Desgleichen auch die Heilungen der Krankheiten oder die Genesungen: Jes.19/22: "Jehovah schlägt Ägypten, Er schlägt und heilt; darum wird es sich zu Jehovah bekehren, und Er wird Sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen". Jes.53/5: "Er ist durchbohrt um unserer Sünde willen, geschlagen ob unserer Missetat; die Züchtigung zu unserem Frieden liegt auf Ihm, und durch Seine Wunde ist uns Heilung gegeben": hier vom Herrn. Jerem.33/6: "Siehe, Ich will ihr Heilung und Heilmittel verschaffen, und will sie heilen, und will ihnen offenbaren die Fülle des Friedens und die Wahrheit". Jerem.3/22: "Kehret zurück, ihr abtrünnigen Söhne, so will Ich eure Übertretungen heilen". Jerem.46/11: "Gehe hin nach Gilead, und hole Balsam, o Jungfrau, Tochter Ägyptens, vergebens häufst du die Heilmittel, es ist keine Heilung für dich". Hes.47/12: "An dem Flusse, an seinem Ufer, auf dieser und jener Seite, werden Bäume zur Speise wachsen, ihre Blätter fallen nicht ab, und ihre Früchte hören nicht auf; alle Monate wachsen sie wieder, denn seine Gewässer kommen aus dem Heiligtum hervor, daher dienen seine Früchte zur Speise, und seine Blätter zu Heilmitteln": Frucht, die zur Speise dient, bedeutet das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit, das zur Ernährung des geistigen Lebens dient. Blätter, die zu Heilmitteln dienen, bedeuten die Glaubenswahrheiten, die diesem Leben zur Stärkung der Wiederherstellung dienen. Daß die Frucht das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit bedeutet, sehe man Nr. 3146, 7690, und daß die Blätter das Glaubenswahre bedeuten: Nr. 885. Weil Krankheiten und Körperbeschwerden, wie auch Heilungen und Heilmittel im Worte nicht vom natürlichen Leben ausgesagt werden, sondern von einem anderen Leben, das vom natürlichen unterschieden ist, so ergibt sich daraus für den, der einigermaßen nachdenkt, daß der Mensch ein anderes Leben hat, welches das seines inneren Menschen ist. Diejenigen, die grobsinnliche Vorstellungen über das Leben des Menschen hegen, glauben, daß er kein anderes Leben habe, als das seines Körpers, welches das Leben des äußeren oder natürlichen Menschen ist; solche begreifen nicht, was das Leben des inneren Menschen, ja, was der innere Mensch sei. Wenn ihnen gesagt wird, daß dieses Leben ein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, und daß der innere Mensch der Geist (des Menschen) ist, der nach dem Tode lebt und der eigentliche Mensch ist, wundern sie sich noch mehr; und diejenigen unter ihnen, die nur für ihren Körper und nicht für ihre Seele leben, und somit bloß natürliche Menschen sind, begreifen nichts von dem, was vom Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit, und vom inneren Menschen gesagt wird; denn sie können nur aus dem natürlichen Licht, und gar nicht aus dem geistigen Licht denken. Deswegen bleiben sie auch nach dem Tode grobsinnlich in betreff ihres Denkens und leben im Schatten des Todes, d.h. im Falschen aus dem Bösen; auch sind sie ganz verfinstert und blind für das Licht des Himmels. 9032. In diesen beiden Versen wurde vom geistig Wahren gehandelt, oder vom Wahren der Glaubenslehre aus dem Worte, insofern es geschwächt ist durch das wißtümliche Wahre, d.h. durch das Wahre des Buchstabensinnes des Wortes. Weil man aber im allgemeinen glaubt, daß das Wahre der Glaubenslehre der Kirche eins und dasselbe sei mit dem Wahren des Buchstabensinnes des Wortes, so möge die Sache durch ein Beispiel erläutert werden: Eine echte Wahrheit der Kirchenlehre ist es, daß die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Liebe zum Herrn die Kirche beim Menschen bilden, und daß diese beiden Arten der Liebe vom Herrn durch den Glauben, d.h. durch die Glaubenswahrheiten aus dem Worte eingeflößt werden, folglich nicht der Glaube allein. Wer in dieser Wahrheit steht und das Wort um Rat fragt, findet allenthalben Bestätigung; wenn er aber auf Aussprüche über den Glauben stößt, bei denen nicht zugleich der Liebe Erwähnung geschieht, so wird er irre, und beginnt über die Wahrheit seiner Glaubenslehre zu zweifeln. Dadurch wird jene Wahrheit eine Zeitlang geschwächt und von den übrigen, die ihm unzweifelhaft sind, getrennt. Zur Erläuterung mögen die Worte des Herrn über den Glauben dienen: Mark.16/16: "Wer da glaubt und getauft wird, wird selig werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden". Weil hier vom Glauben und nicht zugleich von der Liebe die Rede ist, kann das Gemüt in Zweifel geraten über die Wahrheit der Lehre, daß die himmlische Liebe, die durch die Glaubenswahrheiten eingeflößt wird, die Kirche ausmache. Wenn aber jene wißtümliche Wahrheit, d.h. das Wahre des Buchstabensinnes innerlicher aufgefaßt wird, so ergibt sich deutlich: daß sie dennoch mit dem Wahren der Lehre übereinstimmt, denn getauft werden bedeutet im inneren Sinn, wiedergeboren werden: Nr. 4255, 5120; und wiedergeboren werden heißt, in das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit durch die Glaubenswahrheiten eingeführt werden: Nr. 8548-8553, 8635-8640, 8742-8747. Hieraus erhellt, daß das Wahre, das dem Buchstabensinn des Wortes entnommen ist, mit dem Wahren der Lehre übereinstimmt, wenn man nur versteht, was durch getauft werden bezeichnet wird, und daß gesagt wird, "wer nicht glaubt, wird verdammt werden", weil ein solcher nicht getauft, d.h. nicht wiedergeboren, also nicht in die Kirche eingeführt werden, noch weniger selbst zur Kirche werden kann: Denn die Taufe ist das Symbol (d.h. das entsprechende Zeichen) der Wiedergeburt, und somit der Einführung in die Kirche, d.h. in das Gute durch die Wahrheiten aus dem Worte. Hieraus erhellt nun, wie das zu verstehen ist, was im inneren Sinn bezeichnet wird unter dem Manne, der einen anderen mit einem Steine oder mit der Faust schlägt, so daß er nicht stirbt, sondern bettlägerig wird, und daß er, wenn dieser aufkommt und umhergeht an seinem Stabe, zwar ungestraft sein, jedoch ihm Ersatz geben soll für die Versäumnis und ihn heilen lassen: 2. Mose 21/18; im inneren Sinn bedeutet es nämlich: Wenn eine Wahrheit der Glaubenslehre der Kirche durch eine wißtümliche Wahrheit aus dem Buchstabensinn des Wortes geschwächt, jedoch nicht vernichtet worden sei, so müsse sie ersetzt und wiederhergestellt werden und zwar vermittelst einer richtigen Auslegung. 9033. In diesen beiden Versen wurde gehandelt von der Schwächung des geistig Wahren, d.h. des Wahren der Glaubenslehre der Kirche, in den beiden nun folgenden Versen aber ist die Rede von der Schwächung des wißtümlich Wahren, das dem Buchstabensinn des Wortes angehört, von seiten des geistig Wahren, das der Glaubenslehre der Kirche angehört. Dieses scheint zwar das gleiche zu sein, wie das erstere, es ist aber gleichwohl demselben nicht gleich, es soll daher auch hier ein Beispiel zur Erläuterung dienen: Es ist eine geistige oder echte Wahrheit der Glaubenslehre der Kirche, daß der Herr niemanden straft, weil Er die Barmherzigkeit selbst ist, daher tut Er alles, was Er tut, aus Barmherzigkeit, und durchaus nichts aus Zorn und Rache, und doch sagt der Herr bei Matth.10/28: "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten können; fürchtet euch aber vielmehr vor Dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle". Hier wird von Gott gesagt, daß man Ihn fürchten solle, weil Er Leib und Seele verderben könne in der Hölle, während Er doch niemanden verdirbt. Aber dennoch ist jenes eine Wahrheit, und deswegen soll sie nicht ausgelöscht, d.h. geleugnet werden, denn wenn sie geleugnet wird, geht der Glaube an das Wort zugrunde, und wenn dieser zugrunde geht, kann der Mensch nicht geistig leben; denn der Mensch hat das geistige Leben durch den Glauben aus dem Worte. Es verhält sich aber damit in folgender Weise: Es ist ein Gesetz der göttlichen Ordnung, daß das Gute seinen Lohn, somit den Himmel in sich trägt. Daher kommt es, daß auch das Böse seine Strafe, somit die Hölle in sich trägt. Das erstere Gesetz ist vom Herrn, weil der Herr für alle das Gute will, das letztere aber nicht in gleicher Weise, weil der Herr für niemand Böses will; allein dennoch geschieht es so, nicht aus dem Herrn sondern aus dem Menschen, der im Bösen ist, demnach geschieht es aus dem Bösen. Es wird jedoch dem Herrn im Buchstabensinn des Wortes zugeschrieben, weil es so erscheint. Weil es aber ein scheinbar Wahres ist, darf es nicht geleugnet, d.h. nicht ausgelöscht werden, denn dadurch würde der Glaube an das Wort vernichtet werden, den die Einfältigen haben. Man sehe Nr. 2447, 6071, 6991, 6997, 7533, 7632, 7643, 7679, 7710, 7877, 7926, 8197, 8227, 8228, 8282, 8483, 8631, 8632, 9010. 9034. "Und wenn ein Mann seinen Knecht oder seine Magd mit einem Stabe schlägt", 2. Mose 21/20, bedeutet, wenn jemand innerhalb der Kirche das wißtümliche Wahre oder die Neigung zu demselben aus eigener Macht schlecht behandelt. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, insofern es heißt schlecht behandeln, denn schlagen wird von jeder Beschädigung gesagt. Aus der Bedeutung des Mannes, hier eines Mannes aus den Söhnen Israels, insofern er diejenigen bezeichnet, die der Kirche angehören, und daher im geistig Wahren, d.h. im Wahren der Glaubenslehre aus dem Worte sind, worüber Nr. 6426, 6437, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223, 7957, 8234, 8805. Aus der Bedeutung des Knechts, insofern er das wißtümliche Wahre bezeichnet, welches das Wahre des Wortes ist, aber in seinem Buchstabensinn, worüber folgen wird. Aus der Bedeutung der Magd, insofern sie die natürliche Neigung bezeichnet, somit die Neigung zu den wißtümlichen Kenntnissen, weil diese im Natürlichen sind, worüber Nr. 1895, 2567, 3835, 3849, 8933, 8994; und aus der Bedeutung des Stabes, insofern er die Macht des Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 4876, 4936, 6947, 7011, 7026; hier die eigene Macht, weil es ein erkaufter Knecht ist, von dem geredet wird. Hieraus erhellt, daß durch die Worte: "wenn ein Mann seinen Knecht oder seine Magd schlägt" bezeichnet wird, wenn jemand innerhalb der Kirche das wißtümliche Wahre des Wortes oder dessen Neigung schlimm behandelt. Der Knecht bezeichnet aber das Wahre des Buchstabensinnes des Wortes, weil durch Knecht im allgemeinen das Untere oder Äußere bezeichnet wird, indem dieses dem Höheren oder Inwendigeren dient: Nr. 2541, 5161, 5164, 5936, 7143, daher bedeutet Knecht das Natürliche, weil es dem Geistigen dient: Nr. 3019, 3020, 5305, 7998, folglich das wißtümlich Wahre, das dem Buchstabensinn des Wortes angehört, denn jenes dient dem geistig Wahren, das dem inneren Sinn angehört. Das Wahre des inneren Sinnes des Wortes ist aber dasselbe, wie das echte Wahre der Glaubenslehre der Kirche. Auf welche Weise das Wahre des Buchstabensinnes im Worte dem geistigen Sinne dient, soll mit wenigem gesagt werden: Vom Menschen (oder Angehörigen) der Kirche wird zuerst das Wahre aus dem Buchstabensinn des Wortes erlernt, welches das allgemeine Wahre ist und angemessen der Fassungskraft des äußeren Menschen, der im natürlichen Licht sich befindet. Dieses Wahre wird auf äußerem Wege, nämlich vermittelst des Gehörs aufgenommen und in das Gedächtnis des äußeren Menschen niedergelegt, wo auch die verschiedenen wißtümlichen Kenntnisse aus der Welt sich befinden: Nr. 2469-2491. Diese im Gedächtnis niedergelegten Dinge werden später dem Blick oder der Anschauung des inneren Menschen vorgelegt, der aus dem Licht des Himmels sieht; dieser ruft dann vermöge einer Auswahl diejenigen Wahrheiten hervor, die mit dem Guten übereinstimmen, das vom Herrn auf dem inneren Weg der Seele einfließt, und das der Mensch aufgenommen hat; hier verbindet der Herr die Wahrheiten mit dem Guten. Die Wahrheiten, die so im Inneren des Menschen verbunden sind, heißen geistige Wahrheiten, und das Gute, mit dem die Wahrheiten verbunden sind, das geistig Gute. Dieses durch die Wahrheiten gebildete Gute ist es, was das geistige Leben des Menschen ausmacht. Die Wahrheiten selbst werden hier Glaubenswahrheiten genannt, und das Gute wird das Gute der Liebtätigkeit genannt. Das Gute, dem auf diese Weise die Wahrheiten eingepflanzt sind, ist die Kirche bei den Menschen. Hieraus wird klar, wie die Wahrheiten des Buchstabensinnes des Wortes zur Bildung der geistigen Wahrheiten dienen, im allgemeinen zur Bildung des Glaubens und der Liebtätigkeit, die das geistige Leben ausmachen, und dieses Leben besteht darin, daß man von den Wahrheiten um des Guten willen angeregt wird, und ebenso von dem Guten aus den Wahrheiten, und zuletzt darin, daß man von den Wahrheiten aus dem Guten angeregt wird. 9035. "Und derselbe stirbt unter seiner Hand", 2. Mose 21/20, bedeutet, so daß es ausgelöscht wird durch seine Anschauung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es soviel ist als ausgelöscht (vernichtet) werden, wie Nr. 9026; und aus der Bedeutung von "unter seiner Hand", insofern es ausdrückt, unter seiner Anschauung, denn durch Hand wird die Macht des geistig Wahren bezeichnet: Nr. 5327, 5328, 7011, somit auch die der Anschauung, denn die Anschauung findet durch jenes Wahre statt, und ist eine Wahrnehmung. Denn die Wahrheiten des Buchstabensinnes im Worte, die in das Gedächtnis des natürlichen Menschen niedergelegt sind, bilden hier gleichsam ein Feld für die Anschauung (oder Betrachtung) des inneren Menschen, in den Licht aus dem Himmel einfließt; aus diesem Felde wählt der innere Mensch dasjenige aus, was, wie oben gesagt, mit dem Guten in ihm übereinstimmt. Vergleichsweise wie das Auge aus einem Gartenfelde solches wählt, was zum Bedarf seines Lebens beiträgt. 9036. "So soll es mit Strafe gerochen werden", 2. Mose 21/20, bedeutet die Todesstrafe. Dies erhellt aus der Bedeutung von strafen oder Rache nehmen, insofern es eine Todesstrafe bezeichnet; hier die Strafe des geistigen Todes, oder der Verdammnis, denn das Wahre des Buchstabensinnes des Wortes wird ausgelöscht (oder vernichtet) und mit ihm der Glaube am Worte. Wie es sich damit verhält, sehe man Nr. 9033, und auch unten Nr. 9039. 9037. "Wenn derselbe jedoch einen Tag oder zwei am Leben (bleibt)", 2. Mose 21/21, bedeutet den Zustand des bleibenden Lebens in seiner Vollständigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er einen Lebenszustand bezeichnet, worüber Nr. 893, 2788, 3785, 4850; und aus der Bedeutung von 2, insofern es den darauffolgenden Zustand bezeichnet: Nr. 1335, also den vollen Zustand, nämlich der Anschauung, denn wenn im Worte ein Tag genannt wird, oder eine Woche, ein Monat, ein Jahr, dann wird der ununterbrochene Verlauf der Zeit oder des Zustandes: Nr. 2906 bezeichnet, und wenn zwei hinzugefügt wird, bedeutet es bis zu seiner Vollständigkeit. 9038. "So soll es nicht gestraft werden", 2. Mose 21/21, bedeutet, es solle keine Todesstrafe eintreten. Dies erhellt aus der Bedeutung von strafen, insofern es die Todesstrafe bezeichnet, wie Nr. 9036. 9039. "Denn es ist sein Geld", 2. Mose 21/21, bedeutet aus dem Eigenen erworben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geldes (oder Silbers), insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917; hier, weil vom gekauften Knecht gehandelt wird, bezeichnet es das vom Eigenen erworbene Wahre. Vom Eigenen erworben heißt das Wahre, das durch Ableitung aus angenommenen Grundsätzen oder Prinzipien gewonnen wurde, und wovon man glaubt, es sei Wahres aus dem Eigenen, und es ist doch kein Wahres. Ein solches Wahres haben die, die ohne erleuchtet zu sein vom Himmelslicht das Wort erklären, d.h., die dasselbe nicht aus Neigung zum Wahren und um des Guten des Lebens willen lesen, denn diese werden nicht erleuchtet. Wenn ein solches Wahres nach vollständiger Anschauung (oder Prüfung) als nichtig erklärt (oder ausgelöscht) wird, so ist es keine Todesstrafe, d.h. Verdammnis, weil es kein göttlich geistig Wahres ist. Wenn es aber ausgelöscht wird vor der vollständigen Anschauung, dann tritt Verdammnis ein, denn es ist eine Verwerfung des Glaubenswahren selbst. Was nämlich für jemand Gegenstand des Glaubens geworden ist, darf, auch wenn es nicht wahr ist, nicht verworfen werden, außer infolge vollständiger Anschauung. Geschieht es vorher, so wird der Keim seines geistigen Lebens vernichtet. Deswegen bricht der Herr auch niemals ein solches Wahres bei dem Menschen (mit Gewalt), sondern biegt es um soweit als möglich. Dies soll jedoch durch ein Beispiel näher beleuchtet werden: Wer da glaubt, die Herrlichkeit des Himmels und die Wonne desselben bestehe im Herrschen über viele, und aus diesem angenommenen Grundsatz die Worte des Herrn erklärt von den Knechten, die zehn und fünf Pfunde gewonnen hatten, daß sie nämlich über zehn Städte und über fünf Städte Macht haben sollten: Luk.19/11, sowie auch aus der Rede des Herrn zu Seinen Jüngern, daß sie sitzen würden auf Stühlen und richten die zwölf Stämme Israels: Luk.22/30, der ist im Irrtum. Wenn ein solcher seinen Glauben, der ein Glaube an das Wahre aus dem Buchstabensinn des Wortes ist, aufgibt vor der vollständigen Anschauung oder Prüfung, dann erleidet er Schaden an seinem geistigen Leben. Tut er es aber nach vorhergegangener vollständiger Anschauung, dann legt er es aus nach den Worten des Herrn: "Wer unter euch der Größte sein will, der soll der Kleinste sein, und wer der Erste sein will, der soll aller Knecht sein": Matth.20/26-28; Mark.10/42; Luk.22/24-27. Wenn er dann seinen Glauben an die Herrlichkeit und himmlische Wonne, die aus der Herrschaft über viele hervorgeht, aufgibt, dann erleidet er keinen Schaden an seinem geistigen Leben, denn durch die Städte, über die diejenigen Macht haben sollen, die Pfunde gewonnen haben, werden die Wahrheiten des Glaubens bezeichnet: Nr. 2268, 2449, 2712, 2943, 3216, und daher Einsicht und Weisheit; ebenso durch die Stühle (oder Throne), auf denen die Jünger sitzen sollten: Nr. 2129, 6397. Diejenigen, die im Himmel durch die Glaubenswahrheiten mehr als andere Einsicht und Weisheit besitzen, sind von solcher Demut durchdrungen, daß sie dem Herrn alle Macht zuschreiben und sich selbst gar nichts. Deswegen suchen sie keine Herrlichkeit und Wonne im Herrschen, sondern im Dienen. Und wenn sie in diesem Zustand sind, haben sie mehr als andere Herrschaft und auch Herrlichkeit und Freude; jedoch nicht vermöge der Herrschaft, sondern durch ihr Gefühl der Liebe und Liebtätigkeit, das sie antreibt, anderen zu dienen; denn der Herr fließt mit Macht bei denen ein, die demütig sind, aber nicht bei den Hochmütigen, weil jene seinen Einfluß aufnehmen, diese dagegen ihn zurückstoßen: Nr. 7489, 7491, 7492. 9040. Vers 22-27: Und wenn Männer miteinander streiten, und ein schwangeres Weib verletzen, daß ihre Frucht von ihr geht, aber keine Beschädigung geschehen ist, so soll er (der Täter) um Geld gestraft werden, so viel der Mann des Weibes ihm auferlegt, und er soll es vor Schiedsrichtern geben. Wenn aber Beschädigung geschehen ist, so sollst du geben Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Schlag um Schlag. Und wenn jemand das Auge seines Knechtes oder das Auge seiner Magd schlägt, und es verdirbt, soll er ihn freilassen, um seines Auges willen. Und wenn er einen Zahn seines Knechtes oder einen Zahn seiner Magd ausschlägt, soll er ihn in Freiheit setzen um das Zahnes willen. "Und wenn Männer miteinander streiten" bedeuten einen heftigen Kampf unter den Wahrheiten; "und ein schwangeres Weib verletzen" bedeutet die Verletzung des Guten aus dem Wahren; "daß ihre Frucht von ihr geht" bedeutet, wenn es dennoch im Natürlichen befestigt ist; "aber keine Beschädigung geschehen ist" bedeutet, daß auf diese Weise keine Verletzung stattfinde; "so soll er (der Täter) um Geld gestraft werden" bedeutet die Besserung; "so viel der Mann des Weibes ihm auferlegt" bedeutet, bis es übereinkommt mit dem Wahren des Guten, "und er soll es vor Schiedsrichtern geben" bedeutet, nach Recht und Billigkeit; "wenn aber Beschädigung geschehen ist" bedeutet die Verletzung; "so sollst du geben Seele um Seele" bedeutet das Gesetz der Ordnung: Du sollst dem Nächsten also tun, wie du willst, daß er dir tue, und folglich, dir soll geschehen, wie du dem anderen tust; die Seele bedeutet das geistige Leben; "Auge um Auge" bedeutet, wenn etwas im inneren Verstandesvermögen (verletzt wurde); "Zahn um Zahn" bedeutet, wenn etwas im äußeren Verstandesvermögen; "Hand um Hand" bedeutet, wenn etwas von der Macht des geistig Wahren; "Fuß um Fuß" bedeutet, wenn etwas von der Macht des natürlich Wahren; "Brandmal um Brandmal" bedeutet, wenn etwas von der Neigung, die der Liebe im Inneren des Willensgebietes angehört; "Wunde um Wunde" bedeutet, wenn etwas von der Neigung, die der Liebe im Äußeren des Willensgebietes angehört; Schlag um Schlag" bedeutet, wenn etwas von der Neigung im Verstandesvermögen, nämlich vernichtet oder verletzt wird; "und wenn jemand das Auge seines Knechtes schlägt" bedeutet, wenn der innere Mensch das Glaubenswahre im Äußeren oder Natürlichen (verletzt); "oder das Auge seiner Magd schlägt" bedeutet, oder wenn er die Neigung des Wahren in demselben verletzt; "und es verdirbt" bedeutet, wenn er es zerstört hat; "soll er ihn freilassen, um seines Auges willen" bedeutet, daß es nicht mehr dem Inneren dienen könne; "und wenn er einen Zahn seines Knechtes oder einen Zahn seiner Magd ausschlägt" bedeutet, wenn er das Wahre oder die Neigung zu demselben im Sinnlichen zerstört; "soll er ihn in Freiheit setzen um das Zahnes willen" bedeutet, daß es nicht mehr dem Inneren dienen könne. 9041. "Und wenn Männer miteinander streiten", 2. Mose 21/22, bedeuten einen heftigen Kampf unter den Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von streiten, insofern es einen heftigen Kampf bezeichnet; und aus der Bedeutung der Männer, hier von den Söhnen Israels, insofern sie diejenigen bezeichnen, die der Kirche angehören und in den Wahrheiten derselben sind, im abstrakten Sinn die Wahrheiten der Kirche, wovon Nr. 9034. 9042. "Und ein schwangeres Weib verletzen", 2. Mose 21/22, bedeutet die Verletzung des Guten aus dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von verletzen (oder schlagen), insofern es eine Verletzung bezeichnet; und aus der Bedeutung eines schwangeren Weibes, insofern es die Gestaltung des Guten aus dem Wahren bezeichnet. Diese Bedeutung hat das schwangere Weib, weil die Wiedergeburt des Menschen, die eine Geburt des geistigen Lebens bei ihm ist, im inneren Sinne des Wortes verstanden wird unter der Geburt seines natürlichen Lebens, das er von den Eltern hat; denn wenn der Mensch von neuem geboren wird, dann wird er zuerst empfangen, hernach gleichsam im Mutterleib getragen und zuletzt geboren; und weil die Wiedergeburt oder die Geburt seines geistigen Lebens die Verbindung des Wahren und Guten ist, d.h. des Glaubens und der Liebtätigkeit, deshalb wird durch das Tragen im Mutterleibe die Einführung des Wahren in das Gute bezeichnet. Hieraus erhellt, was durch das schwangere Weib bezeichnet wird, nämlich der Zustand der Bildung des Guten aus den Wahrheiten. Daß der Mutterleib ist, wo das empfangene Wahre und Gute liegt, sehe man Nr. 4918, 6433; daß im Mutterleib sein, und aus dem Mutterleib herausgehen, soviel ist als wiedergeboren werden: Nr. 4904, 8043; und daß Zeugungen und Geburten sich auf den Glauben und die Liebtätigkeit beziehen: Nr. 613, 1145, 1255, 2020, 2584, 6239. Der Zustand der Bildung des Guten aus den Wahrheiten wird auch wirklich durch Schwangerschaft bezeichnet: Jerem.31/8: "Siehe, Ich bringe sie herbei aus dem Lande des Nordens, und sammle sie von den Enden der Erde; unter ihnen (sind) Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende allzumal": hier ist im inneren Sinn die Rede von der neuen Kirche vom Herrn, und in diesem Sinn wird durch das Führen aus dem Lande des Nordens bezeichnet, daß sie aus dem Dunklen des Glaubens (herauskommen sollen): Nr. 3708. Die Enden der Erde, von denen sie gesammelt werden sollten, bedeuten den Ort, wo das Wahre und Gute der Kirche seinen Anfang nimmt, denn die Erde bedeutet die Kirche: Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577, 8011, 8732; die Enden derselben bezeichnen den Ort, wo ihr Erstes und Letztes ist; durch die Blinden werden diejenigen bezeichnet, die in Unkenntnis des Wahren sind und doch, wenn sie belehrt werden, das Wahre aufnehmen: Nr. 2383, 6990; durch die Lahmen diejenigen, die im Guten sind, aber nicht in dem echten, wegen ihrer Unkenntnis des Wahren: Nr. 4302; durch Schwangere diejenigen, bei denen das Gute durch die Wahrheiten gebildet wird; und durch Gebärende diejenigen, bei denen das Glaubensleben zur Tat wird: Nr. 3905, 3915, 3919. Daß solche Dinge hier bezeichnet werden, kann auch daraus erhellen, daß es sonst überflüssig und auch bedeutungslos wäre, zu sagen "Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende allzumal". 9043. "Daß ihre Frucht von ihr geht", 2. Mose 21/22, bedeutet, wenn (das Gute) dennoch im Natürlichen befestigt ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausgehen, wenn von der Bildung des Guten aus den Wahrheiten die Rede ist, insofern es das Heraustreten vom inneren oder geistigen Menschen in den äußeren oder natürlichen bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung der Frucht, insofern sie das Gute aus den Wahrheiten bezeichnet, das in wißtümlicher Weise und durch Wahrnehmung anerkannt, und dadurch befestigt wurde; denn unter gebären wird im geistigen Sinn verstanden, durch Glaube und Tat anerkennen: Nr. 3905, 3915, 3919, 6585. Es verhält sich damit in folgender Weise: Der Mensch, der von neuem empfangen, und gleichsam im Mutterleib getragen und geboren wird, d.h. derjenige, der wiedergeboren wird, empfängt zuerst aus der Lehre seiner Kirche oder aus dem Wort das, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist; dies legt er dann unter den wißtümlichen Kenntnissen in seinem Gedächtnis nieder, das dem äußeren oder natürlichen Menschen angehört. Von diesem aus wird es in den inneren Menschen gebracht und in dem Gedächtnis desselben niedergelegt. (Daß der Mensch zwei Gedächtnisse hat, sehe man Nr. 2469-2494.) Dies ist der Anfang des geistigen Lebens bei dem Menschen, allein alsdann ist der Mensch noch nicht wiedergeboren. Damit er wiedergeboren sei, muß der äußere oder natürliche Mensch im Gehorsam stehen, und dadurch in Übereinstimmung mit seinem inneren Menschen sein. Daß der Mensch nicht wiedergeboren sei, bevor sein äußerer oder natürlicher Mensch auch wiedergeboren ist, sehe man Nr. 8742-8747; und daß der äußere Mensch durch den inneren vom Herrn wiedergeboren wird: Nr. 3286, 3321, 3493, 4588, 5651, 5299, 8746; daß ferner der ganze Mensch wiedergeboren ist, wenn es sein natürlicher ist: Nr. 7442, 7443. Weil nun das, was sich auf die Wiedergeburt bezieht, im Worte durch solches ausgedrückt wird, was Sache der Zeugung oder Geburt des Menschen von seinen Eltern in der Welt ist, so kann man aus dem oben beschriebenen Verlauf der Wiedergeburt erkennen, was durch Empfängnis, durch Tragen im Mutterleib, durch Ausgehen aus dem Mutterleib und durch Geburt im geistigen Sinn verstanden und bezeichnet wird, daß nämlich aus dem Mutterleib ausgehen das Ausgehen vom inneren Menschen in den äußeren oder natürlichen bezeichnet, und daß die Geburt das geistig Gute, d.h. das Gute der Liebtätigkeit aus den Glaubenswahrheiten bedeutet. Wenn das Gute im Natürlichen ist, dann ist der Mensch ein neuer. Sein Leben kommt dann aus dem Guten und die Form desselben aus den Wahrheiten vom Guten, und er ist wie ein Engel, denn die Engel haben ihr Leben aus dem Guten und ihre Form aus dem Wahren, welches dann die menschliche Form ist. Doch dies ist für den natürlichen Menschen etwas Unbegreifliches (paradoxon). 9044. "Aber keine Beschädigung geschehen ist", 2. Mose 21/22, bedeutet, daß auf diese Weise keine Verletzung stattfinde, nämlich im Natürlichen; dies erhellt ohne Erklärung. 9045. "So soll er (der Täter) um Geld gestraft werden", 2. Mose 21/22, bedeutet eine Besserung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "um Geld strafen", insofern es eine Besserung bezeichnet, denn die Strafe findet statt wegen der Besserung. 9046. "So viel der Mann des Weibes ihm auferlegt", 2. Mose 21/22, bedeutet, bis es übereinkommt mit dem Wahren des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "soviel als er ihm auferlegt", wenn es sich von einer Strafe handelt, insofern es eine Verbesserung bis zur Genugtuung (Befriedigung) bezeichnet, also bis man übereinkommt, worüber folgen wird. Aus der Bedeutung des Herrn, nämlich das Weibes oder ihres Mannes, insofern er das Wahre bezeichnet; und aus der Bedeutung des Weibes insofern es das Gute bezeichnet, denn der Herr oder Mann eines Weibes bedeutet im geistigen Sinn des Wortes das Wahre, und das Weib das Gute, weil durch die Ehe des Mannes mit dem Weibe die Ehe des Wahren und Guten vorgebildet wird: Nr. 915, 2517, 4510, 4823. Unter der Verbesserung, bis man übereinkommt, wird verstanden die Wiederherstellung der Verletzung, die durch die unzeitige Geburt geschah; im geistigen Sinn durch die Geburt oder Hervorrufung des Guten aus dem Wahren vom inneren Menschen in den äußeren oder natürlichen in der unrechten Ordnung. Die Wiederherstellung findet statt, wenn sie hernach übereinkommen, und sie kommen überein, wenn der äußere oder natürliche Mensch nicht aus sich, sondern aus dem inneren handelt, oder der geistige im natürlichen, wie die Seele in ihrem Körper. Wenn dies geschieht, dann lebt der äußere oder natürliche Mensch aus dem Leben des inneren, welches das neue Leben oder das Leben des Wiedergeborenen ist. 9047. "Und er soll es vor Schiedsrichtern geben", 2. Mose 21/22, bedeutet nach Recht und Billigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schiedsrichter, insofern es diejenigen sind, die nach Recht und Billigkeit entscheiden und beschließen. Deshalb bedeutet vor die Schiedsrichter bringen oder in Gegenwart der Richter (beschließen), nach (Recht und) Billigkeit, also nicht mehr und nicht weniger. Wenn mehr, sollen sie es ausgleichen, und ebenso, wenn weniger. 9048. "Wenn aber Beschädigung geschehen ist", 2. Mose 21/23, bedeutet, wenn eine Verletzung stattgefunden; man sehe Nr. 9044. 9049. "So sollst du geben Seele um Seele", 2. Mose 21/23, bedeutet das Gesetz der Ordnung, (das sagt): Du sollst dem Nächsten also tun, wie du willst, daß er dir tue, und folglich, dir soll geschehen, wie du dem anderen tust. Dies erhellt daraus, daß "Seele um Seele geben, Auge um Auge, Zahn um Zahn", und so ferner, bedeutet, es solle dir geschehen, wie du dem anderen getan hast. Dies Gesetz wurde aber den Söhnen Israels gegeben, weil das gleiche Gesetz in der geistigen Welt besteht: wer dort einem anderen von Herzen Gutes tut, empfängt das gleiche Gute; wer aber dem anderen Böses tut, empfängt dadurch das gleiche Böse; denn das Gute aus dem Herzen ist mit seiner Belohnung verbunden, und das Böse aus dem Herzen mit seiner Bestrafung. Daher empfangen die Guten den Himmel und die Bösen die Hölle. Daß es sich so verhält, wurde mir aus vieler Erfahrung zu wissen gegeben. Es verhält sich aber damit auf folgende Weise: Wenn jemand das Gute von Herzen tut, dann fließt aus dem Himmel von allen Seiten Gutes in das Herz und in die Seele dessen, der es tut, und erfüllt ihn mit Begeisterung, und alsdann wird zugleich das Gefühl der Liebe zu dem Nächsten vermehrt, und mit diesem Gefühl der Lustreiz, der eine himmlische und unaussprechliche Wonne ist. Daß es so geschieht, hat seinen Grund darin, daß das Gute der Liebe vom Herrn im Himmel das allgemein Herrschende ist, und beständig in dem Grade einfließt, in dem es gegen den anderen ausgeübt wird. Ebenso verhält es sich mit dem Bösen: wenn jemand einem anderen von Herzen Böses tut, dann fließt aus der Hölle von allen Seiten Böses in das Herz dessen ein, der es tut, und regt ihn gewaltig auf. Alsdann wird zugleich der Trieb der Selbstliebe vermehrt, und mit ihm der Lustreiz des Hasses und der Rache gegen diejenigen, die sich nicht unterwerfen. Der Grund, warum es so geschieht, liegt darin, daß das Böse der Selbstliebe in der Hölle das allgemein Herrschende ist und beständig nach dem Grad einfließt, in dem es gegen den anderen ausgeübt wird; wenn dies aber geschieht, treten sogleich die Strafgeister (punitores) hinzu, die ihn übel behandeln. Dadurch wird das Böse mit seinem Lustreiz in Zaum gehalten. Dies kommt daher, weil die Gesetze der Ordnung im anderen Leben nicht aus Büchern gelehrt und hernach in dem Gedächtnisse aufbewahrt sind, wie bei den Menschen in der Welt, sondern in die Herzen eingeschrieben sind; die Gesetze des Bösen in das Herz der Bösen und die Gesetze des Guten in das Herz der Guten; denn ein jeder Mensch trägt im anderen Leben das in sich, was er während seines Lebens in der Welt in sein Herz gelegt hat, nämlich Böses bei den Bösen und Gutes bei den Guten. Das Gesetz der Ordnung, aus dem dies alles fließt, ist dasselbe, das der Herr gelehrt hat: Matth.7/12; Luk.6/31: "Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut auch ihr ihnen, denn das ist das Gesetz und die Propheten". Die Ordnung kommt vom göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht. Die Gesetze der Ordnung sind im Himmel Wahrheiten aus dem Guten, in der Hölle aber Wahrheiten, die vom Guten getrennt sind. Sie sind getrennt, aber nicht vom Herrn, sondern von dem Menschen, denn das Gute wird getrennt dadurch, daß man es nicht aufnimmt. Dies Gesetz, das man das des Vergeltungsrechtes (juritations) nennt, wird auf folgende Weise beschrieben: 3. Mose 24/17-21: "Und der Mann, der die Seele irgendeines Mannes schlägt, der soll des Todes sterben; und wer die Seele des Viehs erschlägt, soll erstatten, Seele um Seele; wenn jemand seinem Nächsten eine Verletzung zufügt, so soll ihm geschehen, wie er getan hat: Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn, wie er eine Verletzung einem Menschen zugefügt hat, so soll sie ihm zugefügt werden, wer ein Vieh erschlägt, soll es erstatten, und wer einen Menschen tötet, der soll getötet werden". Weil das Böse seine Strafe bei sich hat, deshalb wird vom Herrn gesagt, daß man dem Bösen nicht widerstehen solle, und zugleich wird auch erklärt, wie es sich mit diesem Gesetz in der geistigen Welt bei denen verhält, die im Guten sind in bezug auf diejenigen, die im Bösen sind, in folgenden Worten: Matth.5/38-42: "Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: Auge um Auge, und Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, daß man dem Bösen nicht widerstehen soll, sondern dem, der dir einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete auch den anderen dar, und dem, der mit dir rechten und deinen Rock nehmen will, dem lasse auch den Mantel, und wenn dich jemand nötigt zu einer Meile, so gehe zwei (Meilen) mit ihm; gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der von dir entlehnen will". Wer könnte nicht sehen, daß diese Worte nicht nach dem Buchstabensinn zu verstehen sind, denn wer würde den linken Backen dem darbieten, der ihm einen Streich auf den rechten Backen gegeben; und wer dem den Mantel lassen, der den Rock nehmen will; und wer das Seinige allen geben, die bitten; und wer wird dem Bösen nicht widerstehen? Allein niemand kann dies verstehen, der nicht weiß, was der rechte und linke Backen bedeutet, was der Rock und der Mantel, ferner was die Meile, wie auch was das Entlehnen bedeutet, nebst dem übrigen. Es handelt sich hier um das geistige Leben oder das Leben des Glaubens, nicht um das natürliche Leben, welches das Leben der Welt ist. Der Herr offenbart in diesem Kapitel und in dem folgenden das Innere des Himmels, aber durch solches, was in der Welt ist. Durch solche (Ausdrücke) tat Er es aber, damit nicht die Weltmenschen es verstünden, sondern nur die himmlischen Menschen. Die Weltmenschen sollten es nicht verstehen, damit sie nicht das Innere des Wortes entweihen möchten, denn dadurch würden sie sich in die allerschrecklichste Hölle stürzen, nämlich in die Hölle der Entweiher des Wortes. Deswegen wurde vom Herrn gesagt: Luk.8/10: "Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören". Joh.12/40: "Jesajas sagte: Er hat ihre Augen verblendet, und ihr Herz verstockt, damit sie mit ihren Augen nicht sehen, und mit dem Herzen nicht verstehen, und sich bekehren, und Ich sie heile": es wird gesagt. "damit Ich sie nicht heile", weil diejenigen, die geheilt werden und wieder in das Falsche und Böse zurückfallen, eine Entweihung begehen. Es sind diejenigen, die verstanden werden bei Matth.12/43-45. Es soll aber jetzt gesagt werden, was unter den oben angeführten Worten des Herrn im inneren Sinn verstanden wird. In diesem Sinn wird in jener Stelle von denen gehandelt, die durch das Falsche die Glaubenswahrheiten zerstören wollen, somit das geistige Leben bei dem Menschen, wenn er in Versuchungen ist und in Verfolgungen; und bei den guten Geistern, wenn sie Anfechtungen von bösen Geistern erleiden: Durch den "Backen" wird die Neigung des inneren Wahren bezeichnet; durch den "rechten Backen" die Neigung des Wahren aus dem Guten; durch das "Geben eines Backenstreichs" wird die Handlung bezeichnet, wodurch eine Verletzung desselben stattfindet. Durch "Rock und Mantel" wird das Wahre in seiner äußeren Form bezeichnet: Nr. 4677, 4741, 4742; durch "rechten" wird das Streben, es zu zerstören bezeichnet; durch die "Meile" wird dasjenige bezeichnet was zum Wahren führt, weil durch die Meile dasselbe wie durch den Weg ausgedrückt wird. Daß der Weg das bezeichnet, was zum Wahren führt, sehe man Nr. 627, 2333, 3477. Durch "leihen" wird das Unterrichten bezeichnet. Hieraus erhellt, was es bedeutet, "einem jeden geben, der da bittet", nämlich alle (Wahrheiten) seines Glaubens an den Herrn bekennen; und "dem Bösen soll man nicht widerstehen", weil das Böse denen nichts schadet, die im Wahren und Guten sind, denn sie sind geschützt durch den Herrn. Das ist es, was unter jenen Worten des Herrn verborgen liegt, und weil dieses gemeint ist, sagt der Herr nun: "Ihr habt gehört, daß gesagt wurde, Auge um Auge, und Zahn und Zahn", aber nicht mehr; weil durch Auge das Wahre im Inneren des Glaubens bezeichnet wird, und durch Zahn das Wahre im Äußeren des Glaubens, wie man im Folgenden sehen wird. Hieraus erhellt, auf welche Weise der Herr, als Er in der Welt war, geredet hat, nämlich wie überall im Worte des Alten Testamentes zugleich für die Engel im Himmel und für die Menschen in der Welt; denn Seine Rede war in sich göttlich und himmlisch, weil aus dem Göttlichen, und durch den Himmel. Was Er aber redete, wurde durch solches dargestellt, das in der Welt entspricht, und was entspricht, lehrt der innere Sinn. Daß "einen Streich geben" oder "auf den Backen schlagen" bedeutet die Wahrheiten zerstören, geht deutlich hervor aus den Stellen im Worte, wo "den Backen schlagen" vorkommt, und weil es im echten Sinn die Zerstörung des Wahren bezeichnet, deshalb bedeutet es im entgegengesetzten Sinn die Zerstörung des Falschen. In diesem Sinn kommt es vor bei Ps.3/8: "Du schlägst alle meine Feinde auf den Backen, Du zerschmetterst die Zähne der Gottlosen". Micha 4/14: "Mit der Rute schlägt man den Richter Israels auf den Backen". Jes.30/28: "Um zu legen den Zaum des Verführers an die Backen der Nationen"; denn das Angesicht bedeutet die Neigungen: Nr. 4796, 4797, 4799, 5102, 5695, 6604; daher bezeichnen die Teile, die zum Gesicht gehören solches, was sich auf die Neigungen bezieht, und den Verrichtungen und Nutzzwecken jener entspricht, z.B. das Auge dem Verständnis des Wahren, die Nase dem Innewerden des Wahren; das, was zum Munde gehört, nämlich die Wangen, die Lippen, der Gaumen, die Zunge, bedeutet das, was zur Verkündigung des Wahren gehört: Nr. 4796-4805. 9050. Daß die Seele das geistige Leben bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Seele, insofern sie das Leben des Menschen bezeichnet, nämlich das Leben seines Glaubens, welches das geistige Leben ist. Im Worte wird an vielen Stellen Herz und Seele genannt, und daselbst durch Herz das Leben der Liebe und durch Seele das Leben des Glaubens bezeichnet. Der Mensch hat nämlich zwei Vermögen, die Leben vom Herrn aufnehmen, das eine wird Wille genannt, das andere Verstand; zu dem Vermögen, das der Wille genannt wird, gehört die Liebe, denn das Gute der Liebe bildet sein Leben; zu dem Vermögen aber, das der Verstand genannt wird, gehört der Glaube, denn die Glaubenswahrheiten machen sein Leben aus. Dennoch bilden diese beiden Leben bei dem Menschen nur eins, und wenn sie eins sind, dann ist das, was Sache des Glaubens ist, auch Sache der Liebe, denn es wird geliebt; und umgekehrt, was Sache der Liebe ist, ist auch Sache des Glaubens, weil es geglaubt wird. Solches Leben haben alle im Himmel. Im Worte wird aber das Leben der Liebe, oder was dasselbe ist, der Wille, das Herz genannt, und das Leben des Glaubens, oder was dasselbe ist, der Verstand, wird Seele genannt, weil diejenigen, die in der Liebe zum Herrn sind, und Himmlische genannt werden, im Größten Menschen oder im Himmel das Gebiet (provinciam) des Herzens bilden, und diejenigen, die im Glauben an den Herrn und dadurch in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, das Gebiet der Lungen bilden, man sehe Nr. 3635, 3883-3896; daher kommt es, daß das Herz im Worte die Liebe bedeutet, die das Leben des Willens ist, und die Seele den Glauben, der das Leben des Verstandes ist: Nr. 2930, 7542, 8910; denn (das Wort) Seele wird in der Grundsprache von atmen hergeleitet, das Sache der Lungen ist. Der Glaube gehört zum Verstandesvermögen, weil dieses vom Herrn erleuchtet wird, wenn der Mensch den Glauben aufnimmt; dadurch empfängt er Licht oder Innewerden des Wahren in solchen Dingen, die zum Glauben gehören, wenn er das Wort liest. Und die Liebe bezieht sich auf das Willensvermögen, weil dieses vom Herrn entflammt wird, wenn der Mensch die Liebe aufnimmt; dadurch empfängt er ein (inneres) Lebensfeuer und ein fühlbares Innewerden des Guten. Hieraus kann man erkennen, was im Worte eigentlich unter Herz und unter Seele verstanden wird, wie in den folgenden Stellen: 5. Mose 6/5,6: "Du sollst Jehovah, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele und aus allen deinen Kräften". 5. Mose 10/12; 11/13: "Du sollst Jehovah, deinen Gott, lieben und Ihm dienen aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele". 5. Mose 26/16: "Du sollst die Satzungen und Rechte halten und sie tun von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele". Matth.22/37; Mark.12/30,32; Luk.10/27: "Jesus sprach: Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, und mit deiner ganzen Kraft und mit deinen Gedanken": Herz bedeutet das Leben der Liebe und Seele das Leben des Glaubens, die Kraft das, was aus dem Leben der Liebe hervorgeht, also was aus dem Herzen oder Willen, und der Gedanke das, was aus dem Leben des Glaubens, also was aus der Seele oder dem erleuchteten Verstande hervorgeht. Jes.44/20: "Das getäuschte Herz führt ihn irre, daß er nicht errettet seine Seele, und nicht spricht: Habe ich nicht Lüge (Trug) in meiner Rechten?". Jerem.32/41: "Ich will Mich freuen über sie, ihnen Gutes zu tun und will sie pflanzen in dieses Land, in Wahrheit, mit Meinem ganzen Herzen und mit Meiner ganzen Seele": hier von Jehovah, d.h. dem Herrn. Herz wird gesagt wegen des göttlich Guten, das Sache der Liebe oder Barmherzigkeit ist, und Seele wegen des göttlich Wahren, das Sache des Glaubens bei dem Menschen ist. Daß solches durch Herz und Seele im Worte bezeichnet wird, wissen heutzutage nur wenige innerhalb der Kirche, aus dem Grunde, weil sie nicht bedacht haben, daß der Mensch zwei Vermögen hat, die unter sich unterschieden sind, nämlich den Willen und den Verstand, und daß diese beiden Vermögen nur ein Gemüt bilden müssen, damit der Mensch ein wahrer Mensch sei. Auch haben sie nicht bedacht, daß alles im Weltall, sowohl im Himmel als in der Welt, sich auf das Gute und Wahre bezieht, und daß diese verbunden sein müssen, um etwas zu sein und hervorzubringen. Aus der Unkenntnis dieser Dinge ging es hervor, daß man den Glauben von der Liebe trennte; denn wer diese allgemeinen Gesetze nicht kennt, kann nicht wissen, daß der Glaube sich auf das Wahre und die Liebe sich auf das Gute bezieht; und daß, wenn sie nicht verbunden sind, sie nichts sind, denn der Glaube ohne Liebe ist kein Glaube, und die Liebe ohne Glauben ist keine Liebe, weil die Liebe ihre Beschaffenheit vom Glauben, und der Glaube sein Leben von der Liebe hat, daher ist der Glaube ohne die Liebe tot, aber der Glaube mit der Liebe lebendig. Daß es so ist, kann man aus dem einzelnen im Worte erkennen, denn wo vom Glauben gehandelt wird, wird auch von der Liebe gehandelt, damit so eine Ehe des Guten und Wahren, d.h. der Himmel, und im höchsten Sinn der Herr, in allem und jedem einzelnen in demselben sei. Daß es eine solche gibt, sehe man Nr. 339, 683, 793, 801, 2516, 3712, 4138, 5138, 5502, 6343, 7945, 8339. Hieraus wird nun klar, woher es kommt, daß der Mensch der Kirche bisher nicht wußte, was im Worte unter Herz und unter Seele zu verstehen ist. Daß die Seele im Worte das Leben des Glaubens bezeichnet, kann man deutlich aus den Stellen ersehen, wo von der Seele die Rede ist, z.B. in den folgenden: 5. Mose 24/6: "Du sollst nicht zum Pfande nehmen die Mühle oder den Mühlstein, denn damit nimmst du die Seele selbst zum Pfande": es wird gesagt, daß der die Seele zum Pfande nehme, der den Mühlstein nimmt, weil im inneren Sinn der Mühlstein dasjenige bedeutet, was Sache des Glaubens ist: Nr. 7780. Jes.29/8: "Es wird sein, wie wenn der Hungrige träumt, daß er esse; aber wenn er erwacht, ist seine Seele nüchtern, oder wie wenn der Dürstende träumt, daß er trinke, aber wenn er erwacht, siehe, so ist er erschöpft, und seine Seele lechzet": die nüchterne Seele und die lechzende Seele bedeutet das Verlangen, das Gute und Wahre des Glaubens zu lernen. Jes.58/10: "Wenn du dem Hungrigen deine Seele gibst, und die betrübte Seele sättigst": den Hungrigen seine Seele geben, bedeutet, denjenigen in den Glaubenswahrheiten unterrichten, der sich danach sehnt; die betrübte Seele sättigen, heißt, im Guten des Glaubens unterrichten. Jerem.4/30: "Obschon du dich in Purpur kleidest, ob du dich schmückest mit goldenem Schmuck, und deine Augen färbst mit Schminken, so machst du dich doch vergeblich schön. Die Liebhaber werden dich verabscheuen und deiner Seele nachstellen": Seele bedeutet hier das Leben des Glaubens, somit den Glauben selbst bei dem Menschen, weil dieser sein geistiges Leben ausmacht. Daß es der Glaube ist, der unter Seele verstanden wird, geht aus dem einzelnen in diesem Vers deutlich hervor. Jerem.31/12,25: "Sie werden kommen und jubeln auf der Höhe Zions, und herzuströmen zu Jehovahs Gütern, zu Weizen und Most, zu Öl und zu den jungen Schafen und Rindern; und ihre Seele wird sein wie ein wasserreicher Garten. Die ermattete Seele will Ich erquicken und jede Seele, die bekümmert ist": Seele bedeutet das Glaubensleben bei dem Menschen der Kirche, von dem gesagt wird, daß er wie ein Garten werden soll, weil durch Garten die Einsicht aus den Glaubenswahrheiten bezeichnet wird: Nr. 100, 108, 2702; und es wird gesagt, daß die Seele erquickt (bewässert) werden soll, weil erquicken bedeutet unterrichtet werden. Jerem.Klagel.5/9: "Mit Gefahr unserer Seelen bringen wir Brot herbei wegen des Schwertes der Wüste": die Gefahr der Seelen bezeichnet die Gefahr, den Glauben, und daher das geistige Leben zu verlieren; denn das Schwert der Wüste bedeutet das gegen die Glaubenswahrheiten kämpfende Falsche: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294. Hes.27/13: "Javan, Thubal und Meschech waren deine Handelsherren, mit Menschenseelen und mit ehernen Gefäßen betrieben sie deinen Handel": Menschenseele bedeutet das innere Glaubenswahre aus dem Guten, die ehernen Gefäße bezeichnen das äußere Glaubenswahre aus dem Guten, denn die Gefäße bedeuten die äußeren oder wißtümlichen Wahrheiten: Nr. 3068, 3079, und Erz das natürlich Gute: Nr. 425, 1551; wenn man nicht wüßte, daß die Menschenseele den Glauben bedeutet, könnte man nicht verstehen, was es heiße, mit Menschenseelen und mit ehernen Gefäßen handeln. Hes.47/9: "Jede lebendige Seele, die sich regt, wird leben, wohin die Flüsse kommen, deshalb werden der Fische sehr viel werden, weil diese Wasser dahin kommen, und (die Wasser des Meeres) gesund werden": hier vom neuen Tempel, d.h. von der neuen geistigen Kirche, die vom Herrn gerichtet wird. Die lebendige Seele, die sich regt, bedeutet die wißtümlichen Wahrheiten des Glaubens, die vielen Fische bezeichnen das Wißtümliche: Nr. 40, 991. Die Flüsse bezeichnen das, was Sache der Einsicht ist, die aus den Glaubenswahrheiten kommt: Nr. 2702, 3051. Auch hier könnte man ohne inneren Sinn nicht wissen, was es bedeutet, daß viele Fische dadurch entstehen, daß die Flüsse dorthin kommen. Ps.69/2: "Rette mich, o Gott, denn es dringen die Wasser bis an meine Seele". Jonas 2/6: "Es umgaben mich Wasser bis an meine Seele": Wasser hier für das Falsche und auch für die Versuchungen, die durch das beigebrachte Falsche entstehen: Nr. 705, 739, 756, 790, 8137, 8138. Jerem.5/29: "So spricht Jehovah: Sollte an einem Volke, wie dieses, Meine Seele nicht Rache nehmen?". Jerem.6/8: "Nimm Zucht an, o Jerusalem, daß nicht Meine Seele sich von dir wende und Ich dich zur Wüste mache": Seele bedeutet, wenn vom Herrn (die Rede ist), das göttlich Wahre. Joh.Offenb.16/3: "Und der zweite Engel goß seine Schale aus über das Meer, und es ward Blut, wie eines Toten, und jede lebendige Seele starb im Meere": Meer für die wißtümlichen Kenntnisse in ihrer Zusammenfassung: Nr. 28; Blut für die Wahrheiten des Glaubens aus dem Guten und im entgegengesetzen Sinn für die verfälschten und entweihten Glaubenswahrheiten: Nr. 4735, 6978, 7317, 7326, daher bedeutet die lebende Seele das Leben aus dem Glauben. Matth.6/25: "Sorget nicht für eure Seele, was ihr essen und was ihr trinken werdet": Seele für die Glaubenswahrheiten; essen und trinken bedeutet, im Guten und Wahren des Glaubens unterrichtet werden, denn im inneren Sinn wird hier vom geistigen Leben und dessen Ernährung gehandelt. Matth.10/39: "Wer seine Seele finden will, wird sie verlieren, und wer seine Seele verliert um Meinetwillen, wird sie finden": Seele für das Glaubensleben, wie es bei den Gläubigen ist, und im entgegengesetzten Sinn für das Leben des Unglaubens, wie es bei den Ungläubigen ist. Luk.21/19: "Fasset eure Seelen in Geduld": die Seelen fassen, bedeutet, dasjenige ergreifen, was Sache des Glaubens und daher des geistigen Lebens ist. Ebenso an mehreren anderen Stellen. 9051. "Auge um Auge", 2. Mose 21/24, bedeutet, wenn etwas im inneren Verstandesvermögen verletzt worden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Auges, insofern es den Verstand bezeichnet, hier den inneren Verstand, dessen Leben das Leben des Glaubens ist. Der Mensch hat einen äußeren und einen inneren Verstand; der äußere Verstand ist, wo das Denken ist, das zur Wahrnehmung gelangt; aber der innere Verstand ist, wo das Denken ist, das nicht zur Wahrnehmung gelangt, gleichwohl aber zur Wahrnehmung der Engel. Dieser Verstand ist es, der vom Herrn erleuchtet wird, wenn der Mensch den Glauben aufnimmt; denn dieser Verstand ist im Lichte des Himmels, und in demselben ist das geistige Leben, das sich ihm nicht so ganz offenbart in der Welt, sondern erst im anderen Leben, wenn der Mensch ein Engel wird unter den Engeln im Himmel. Mittlerweile liegt jenes Leben inwendig im Denken des äußeren Verstandes verborgen, und bringt daselbst eine heilige Stimmung und Ehrfurcht hervor für den Herrn, für die Liebe zu Ihm und den Glauben an Ihn, für das Wort und für das übrige der Kirche. Das Auge bezeichnet aber den Verstand, weil das Auge dem Verstand entspricht, denn der Verstand sieht aus dem Licht des Himmels, aber das Auge aus dem Lichte der Welt; die Dinge, die jenes Auge oder der Verstand sieht, sind geistige, und das Gebiet seiner Anschauung ist das Wißtümliche, das im Gedächtnis des Menschen ist, aber was das äußere Auge sieht, sind irdische Dinge, und das Gebiet seiner Anschauung ist alles, was in der Welt erscheint. Daß das Auge im geistigen Sinn den Verstand bedeutet und auch den Glauben, weil dieser das Leben des inneren Verstandes bildet, sehe man Nr. 2701, 4403-4421, 4523-4534. Wer nicht weiß, daß unter Auge im Worte der Verstand zu verstehen ist, kann nicht wissen, was die Worte bedeuten, die der Herr vom Auge bei den Evangelisten Matth.5/29; Mark.9/47, gesprochen hat, nämlich folgende: "Wenn aber dein rechtes Auge dich ärgert, so reiß es aus, denn es ist dir besser, einäugig einzugehen in das Reich Gottes, als zwei Augen zu haben und in das höllische Feuer geworfen zu werden": jedermann weiß, daß das Auge, auch wenn es Ärgernis gibt, nicht ausgerissen werden darf, und daß niemand einäugig in das Reich Gottes eingeht; sondern durch das rechte Auge wird das Falsche des Glaubens in betreff des Herrn bezeichnet, das ist es, was ausgerissen werden soll. Ferner Matth.6/12,23; Luk.21/34: "Die Leuchte des Leibes ist das Auge; wenn nun dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht (oder hell) sein, ist aber dein Auge böse (verdorben), so wird dein ganzer Leib verfinstert sein; wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!": auch hier wird unter Auge nicht das Auge verstanden, sondern das Verständnis des Glaubenswahren, daher wird das Auge die Leuchte des Leibes genannt und gesagt, "wenn das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!", denn Finsternis bedeutet im geistigen Sinn das Falsche des Glaubens: Nr. 1839, 1860, 4418, 4531, 7688, 7711. So auch Matth.1/3-5: "Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, und wirst den Balken in deinem Auge nicht gewahr?": den Splitter sehen im Auge des Bruders, bedeutet, etwas Irriges (sehen) in Ansehung des Verständnisses des Wahren; der Balken, der im eigenen Auge ist, bedeutet das sehr große Böse des Falschen, denn das Holz bezeichnet im inneren Sinn das Gute und im entgegengesetzten Sinn das Böse: Nr. 643, 2784, 2812, 3720, 8354; das Gute wird auch wirklich im anderen Leben durch einen Balken vorgebildet, weshalb diejenigen, die Gutes bei sich erdichten (oder erheucheln), einen Balken zu tragen scheinen und dadurch sicher einhergehen. Was sollte ohne diese Bedeutung des Auges und des Balkens es heißen, einen Balken im Auge sehen? Wenn man nicht weiß, daß das Auge im Worte das Verständnis des Wahren bedeutet, das der Glaube ist, kann man auch nicht wissen, was es in sich schließt, daß der Herr, als Er den Blinden heilte, "auf die Erde spuckte, einen Teig aus dem Speichel machte, und zu ihm sprach: Wasche dich im Teich Siloah": Joh.9/6,7. Weil alle Wunder des Herrn, wie alle göttlichen Wunder, solche Dinge in sich schließen, die sich auf das Reich des Herrn und auf die Kirche beziehen: Nr. 7337, 8364, so ist es auch hier der Fall. 9052. "Zahn um Zahn", 2. Mose 21/24, bedeutet, wenn etwas im äußeren Verstandesvermögen (verletzt wurde). Dies erhellt aus der Bedeutung des Zahnes, insofern er das äußere Verstandesvermögen bezeichnet, und daher das natürlich Wahre, denn dieses macht das Leben dieses Verstandes. Daß die Zähne dies bedeuten, kommt daher, daß sie die Speise, die zur Ernährung dienen soll, wie in einer Mühle zermalmen und dadurch zubereiten. Hier die Speise, die zur Ernährung der Seele dienen soll. Die Speise, welche die Seele ernährt, ist aber Einsicht und Weisheit; diese wird zuerst aufgenommen, zermalmt und zubereitet durch die Erkenntnisse des Wahren und Guten im Natürlichen. Daß die Einsicht und Weisheit geistige und himmlische Speise genannt wird, sehe man Nr. 56-58, 680, 1480, 4792, 5147, 5293, 5340, 5342, 5576, 5579, 5915, 8562, 9003. Hieraus erklärt sich, woher es kommt, daß die Zähne den äußeren Verstand bedeuten. Was aber der äußere Verstand ist, kann aus dem erhellen, was Nr. 9051 vom Verstand des Inneren gezeigt worden ist. Daß die Zähne das natürlich Wahre bedeuten, das Sache des äußeren Verstandes ist, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, das dieses Wahre zerstört, erhellt aus folgenden Stellen im Worte; daß sie das natürlich Wahre (bezeichnen): 1. Mose 49/12: "Rot sind ihre Augen vom Wein, und weiß ihre Zähne von Milch": auch hier werden Augen und Zähne zugleich genannt. Es ist hier die Rede von Juda, unter dem der Herr in Ansehung des göttlich Himmlischen verstanden wird: Nr. 6363. Die Augen bedeuten den göttlichen Verstand des Herrn: Nr. 6379, und die Zähne Sein göttlich Natürliches: Nr. 6380, also auch das göttlich Wahre im Natürlichen. Amos 4/6: "Ich machte eure Zähne leer in allen euren Städten, und machte Mangel des Brotes an allen euren Orten": die Leerheit der Zähne bedeutet den Mangel an Wahrem und der Mangel an Brot den Mangel an Gutem. Hieraus erklärt sich auch, was das Zähneknirschen bedeutet, das denen zuteil wird, die in der Hölle sind: Matth.8/12; 13/42,50; 22/13; 25/30; Luk.13/28, insofern es den Zusammenstoß des Falschen mit den Wahrheiten des Glaubens bezeichnet, denn die Zähne bedeuten im entgegengesetzten Sinn das Falsche, welches das Wahre zerstört: Ps.3/8: "Erhebe Dich, Jehovah, hilf mir, mein Gott, denn Du schlägst alle meine Feinde auf den Backen, die Zähne der Gottlosen zerschmetterst Du": die Zähne der Gottlosen zerschmettern, bedeutet, das Falsche (vernichten), durch das sie die Wahrheiten zerstören. Ps.57/5: "Meine Seele liegt mitten unter Löwen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zunge ein scharfes Schwert": Löwenzähne bedeuten das Falsche, das die Wahrheiten zerstört, und die Löwen bezeichnen das Falsche aus dem Bösen in seiner Macht: Nr. 6367, 6369. Ps.58/7: "Zerstöre, o Gott, ihre Zähne in ihrem Rachen, das Gebiß der jungen Löwen wende ab". Joel 1/6,7: "Ein Volk zog herauf ber mein Land, mächtig und ohne Zahl, seine Zähne sind Löwenzähne, und sein Gebiß wie das der grausamen Löwin; es verwüstet meinen Weinstock und macht zu Schaum (d.h. vernichtet) meinen Feigenbaum": Zähne und Gebiß (stehen) für das Falsche, das die Wahrheiten der Kirche zerstört; der Weinstock ist die geistige Kirche: Nr. 1069, 5113, 6376, und der Feigenbaum das natürlich Gute derselben: Nr. 217, 4231, 5113. Daß die Zähne dieses bedeuten, geht auch daraus deutlich hervor, daß sie dem Volke zugeschrieben werden, das zerstören soll. Joh.Offenb.9/7,8: "Und die Gestalten der Heuschrecken waren gleich wie Rosse, die zum Krieg gerüstet sind; sie hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen": die Heuschrecken bezeichnen diejenigen, die im äußeren Falschen sind: Nr. 7643; hieraus erhellt, daß die Zähne das Falsche bedeuten, das die Wahrheiten zerstört. 9053. "Hand um Hand", 2. Mose 21/24, bedeutet, wenn sie etwas von der Macht des geistig Wahren nämlich verletzt oder zerstört haben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, insofern sie die Macht aus dem Wahren bezeichnet: Nr. 3091, 3387, 4931-4937, 6292, 6947, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 7153, 8281; daß es hier die Macht aus dem geistig Wahren bedeutet, sehe man Nr. 5327, 5328, 7011. 9054. "Fuß um Fuß", 2. Mose 21/24, bedeutet, wenn etwas von der Macht des natürlich Wahren (verletzt wurde). Dies erhellt aus der Bedeutung des Fußes, insofern er das Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952; daß es hier die Macht des natürlich Wahren bedeutet: Nr. 5327, 5328. 9055. "Brandmal um Brandmal", 2. Mose 21/25, bedeutet, wenn etwas von der Neigung, die der Liebe im Inneren des Willensgebietes angehört verletzt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brandmals, insofern es eine Verletzung oder Zerstörung des Guten der Liebe bezeichnet. Es wird gesagt "im Willensgebiet", weil das Gute der Liebe Sache des Willens, und das Wahre des Glaubens Sache des Verstandes ist: Nr. 9050, 9051; das Innere im Willensgebiet ist gemeint, weil die Wunde, von der folgt, die Verletzung oder Vertilgung dessen bedeutet, was der Liebe im äußeren Willensgebiet angehört. Es wird nämlich hier, wie im Vorhergehenden, von den Verletzungen gehandelt, die sowohl im inneren als im äußeren Menschen stattfinden; denn die Verletzung des inneren Verstandes wird durch das Auge bezeichnet und die des äußeren durch den Zahn, die Verletzung der Macht des inneren Wahren des Menschen durch die Hand und die Macht des äußeren durch den Fuß, wie gezeigt worden ist. Somit wird hier die Verletzung des inneren Willensgebietes des Menschen durch das Brandmal und die des äußeren durch die Wunde bezeichnet. Der Mensch hat ein inneres und ein äußeres Willensgebiet, wie er auch ein inneres und ein äußeres Verstandesgebiet besitzt, worüber Nr. 9050, 9051. Das innere Willensgebiet ist da, wo das innere Verstandesvermögen sich befindet, und das äußere Willensgebiet ist da, wo das äußere Verstandesvermögen ist, indem sie verbunden sein müssen, denn wo Wahres ist, da ist auch Gutes, und wo Gutes ist, da ist auch Wahres, weil das Wahre ohne das Gute kein Wahres, und das Gute ohne das Wahre kein Gutes ist; denn das Gute ist das Sein des Wahren, das Wahre aber ist das Dasein (die Form) des Guten. Mit dem Verstande und dem Willen des Menschen verhält es sich in gleicher Weise, denn der Verstand ist bestimmt zur Aufnahme des Wahren, und der Wille zur Aufnahme des Guten. Hieraus erhellt, daß dem Menschen, wenn er wiedergeboren wird, vom Herrn ein neuer Verstand gegeben wird durch die Glaubenswahrheiten, und ein neuer Wille durch das Gute der Liebtätigkeit, und daß beide vorhanden und auch verbunden sein müssen, damit der Mensch wiedergeboren sei. Das Brandmal bedeutet aber die Verletzung des Guten der Liebe, weil Feuer Liebe bedeutet: Nr. 934, 2446, 4906, 5071, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324 E, 7575, 7852; und weil die Verletzung des Guten der Liebe die Begierde aus der Eigenliebe ist, daß diese Brandmal genannt wird, sehe man Nr. 1297, 5215. Die Begierde wird auch bei Jesajas durch Brandmal bezeichnet: Jes.3/24: "Statt des Wohlgeruchs wird Moder sein, statt des Gürtels ein Strick, statt Haargeflecht Kahlheit, statt des weiten Mantels Umgürtung mit dem Sack, und statt der Schönheit Brandmal": hier von der Tochter Zions, durch welche die himmlische Kirche bezeichnet wird, d.h. die Kirche, die in der Liebe zum Herrn ist. Brandmal bedeutet hier das Böse der Begierde aus der Selbstliebe. Wer nicht weiß, daß ein innerer Sinn im Worte ist, glaubt, daß der hoffärtige Schmuck der Töchter Zions, der Jes.3/16-24 erwähnt wird, nur diesen als solchen bezeichne und daß wegen dieser Dinge bei den Töchtern Zions das jüdische und israelitische Volk bestraft und durch das Schwert fallen sollte, wie Jes.3/25,26 gesagt wird. Allein die Sache verhält sich ganz anders, es sind die geistigen und himmlischen Dinge dieser Kirche, die durch jenen Schmuck bezeichnet werden. Daß unter der Tochter Zions im Worte keine (wirkliche) Tochter Zions zu verstehen ist, kann jeder einsehen, der das Wort liest, wenn er nur die Stellen bei dem Propheten, wo Zion und die Tochter Zions genannt werden, zu Rate zieht und erwägt. Aus diesen wird er erkennen, daß die Tochter Zions die Kirche ist. 9056. "Wunde um Wunde", 2. Mose 21/25, bedeutet, wenn etwas von der Neigung, die der Liebe im Äußeren des Willensgebietes angehört, (verletzt wurde). Dies erhellt aus der Bedeutung der Wunde, insofern sie eine Verletzung der Neigung (oder des Gefühls) der Liebe bezeichnet, und weil der Liebe, auch das Willensgebiet, denn die Liebe ist Sache des Willens. Eine (Neigung) des äußeren Willens ist aber gemeint, weil durch Brandmal die Verletzung einer Neigung im inneren Willensgebiet bezeichnet wird, worüber Nr. 9055. Im Worte wird zwischen Wunde und Schlag unterschieden: Wunde wird von der Verletzung des Guten gesagt, und Schlag von der Verletzung des Wahren, wie: Jes.1/6: "Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes da; Wunde und Strieme und frischer Schlag, nicht ausgedrückt und nicht verbunden und nicht erweicht mit Öl": hier wird Wunde von dem zerstörten Guten gesagt, und Strieme von dem zerstörten Wahren. 9057. Schlag um Schlag", 2. Mose 21/25, bedeutet, wenn etwas von der Neigung im Verstandesvermögen, nämlich vernichtet oder verletzt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schlags (oder der Strieme), insofern sie die Zerstörung oder Verletzung einer Neigung im Verstandesgebiet, d.h. einer Neigung des Wahren bezeichnet. Schlag (Strieme) wird in der Grundsprache durch ein Wort ausgedrückt, das einen blauen Flecken durch Ansammlung von Blut oder Eiter bedeutet, und Blut bedeutet im inneren Sinn das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebe, und im entgegengesetzten Sinn das verfälschte und entweihte Wahre: Nr. 4735, 6978, 7317, 7326. Daher bedeutet Schlag das verletzte oder zerstörte Wahre. Dies wird auch durch Schläge (plagus) bezeichnet in Joh.Offenb.9/20; 11/6; 13/12; 15/1,6,8; 16/21; 18/8; ferner unter Schlägen bei Jerem.30/12,14,17; 50/13; Sach.14/12-15; Ps.38/6; Luk.10/30-35, wo von demjenigen die Rede ist, der unter die Straßenräuber fiel, die ihm Streiche (Schläge) versetzten und ihn halb tot liegen ließen; und daß der Samariter seine Streiche (Wunden) verband, Öl und Wein darauf goß, ihn auf sein Lasttier hob und ihn in eine Herberge führte. Wer den inneren Sinn des Wortes versteht, kann wissen, warum der Herr sagte, der Samariter habe die Wunden (plagus) verbunden, Öl und Wein darauf gegossen, und ihn auf sein Tier gesetzt; denn unter Samariter wird in diesem Sinn derjenige verstanden, der in der Neigung zum Wahren ist, durch Wunden verbinden, wird die Heilung dieser verletzten Neigung, durch Öl und Wein aufgießen, das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens bezeichnet, und auf sein Tier setzen, bedeutet, ihn vermöge seines Verstandes unterstützen (aufhelfen). Es wurde somit durch diese Worte die Liebtätigkeit gegen den Nächsten in natürlicher Weise für die Menschen in der Welt beschrieben und in geistiger Weise für die Engel im Himmel. In natürlicher Weise im Buchstabensinn und in geistiger Weise im inneren Sinn. Daß der Samariter den bezeichnet, der in der Neigung zum Wahren ist, kommt daher, daß Samaria diese Neigung im Worte bedeutet. Daß Öl das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 886, 3728, 4582; und der Wein das Gute des Glaubens: Nr. 1798, 6377; daß das Lasttier (jumentum) das Verstandesvermögen bezeichnet: Nr. 2761, 2762, 2781, 3217, 5321, 5741, 6125, 6401, 6534, 7024, 8146, 8148. Auf diese Weise redete der Herr, aber wenige begreifen dies, denn sie glauben, solches sei nur gesagt worden, um ein Gleichnis geschichtartig einzukleiden, allein auf diese Weise würden die Worte nicht aus dem Göttlichen stammen. Alle Worte aus dem Göttlichen haben nämlich solches in sich, was sich auf den Himmel und die Kirche bezieht, und zwar in einem jeden Jota (oder Buchstaben); man sehe Nr. 9049. 9058. "Und wenn jemand das Auge seines Knechtes", 2. Mose 21/26, bedeutet, wenn der innere Mensch das Glaubenswahre im Äußeren verletzt. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, insofern es heißt verletzen, wie oben. Aus der Bedeutung des Mannes, hier des Mannes aus den Söhnen Israels, insofern er diejenigen bezeichnet, die der Kirche angehören, und daher im geistig Wahren sind, welches das Wahre des Glaubens ist, worüber Nr. 9034, somit den inneren Menschen, denn das Glaubenswahre ist im inneren Menschen und macht sein Leben aus, welches das geistige Leben genannt wird. "Innerer Mensch" wird gesagt wegen seiner Beziehung auf den äußeren, der durch Knecht bezeichnet wird. Aus der Bedeutung des Auges, insofern es das innere Verstandesvermögen und daher das Glaubenswahre bezeichnet, worüber Nr. 9051; und aus der Bedeutung des Knechtes, insofern er das wißtümliche Wahre im äußeren Menschen bezeichnet, worüber Nr. 1895, 2567, 3835, 3849, 8993, 8994; also auch der äußere oder natürliche Mensch: Nr. 5305, 7998, 8974. Im Buchstabensinn wird Mann und Knecht gesagt, und als zwei verstanden, aber im inneren Sinn, in dem der Mann den inneren Menschen und der Knecht den äußeren bezeichnet, sind sie in einem. Die Ursache ist, weil im inneren Sinn nicht auf die Personen, sondern auf die Sachen Rücksicht genommen wird: Nr. 5225, 5287, 5434, 8343, 8985, 9007. 9059. "Oder das Auge seiner Magd schlägt", 2. Mose 21/26, bedeutet, oder wenn er die Neigung des Wahren in demselben verletzt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Auges, insofern es das Verstandesvermögen und daher das Glaubenswahre bezeichnet, wie Nr. 9058; und aus der Bedeutung der Magd, insofern sie die Neigung des natürlich Wahren bezeichnet, wovon Nr. 2567, 3835, 3849, 8993. 9060. "Und es verdirbt", 2. Mose 21/26, bedeutet, wenn er es zerstört hat. Dies erhellt aus der Bedeutung von verderben, wenn vom Glaubenswahren die Rede, das durch Auge bezeichnet wird, insofern es soviel ist als zerstören. 9061. "Soll er ihn freilassen, um seines Auges willen", 2. Mose 21/26, bedeutet, daß es nicht mehr dem Inneren dienen könne. Dies erhellt aus der Bedeutung von freilassen, insofern es heißt, aus der Knechtschaft (oder aus dem Dienst) entlassen; und aus der Bedeutung von "um des Auges willen", das er dem Knechte verdorben hat, insofern es ausdrückt, wegen des Glaubenswahren, das im äußeren oder natürlichen Menschen zerstört wurde; denn das Auge bedeutet das Verständnis und daher das Glaubenswahre: Nr. 9057, 9058; verderben heißt zerstören: Nr. 9060; und der Knecht bezeichnet den äußeren oder natürlichen Menschen: Nr. 9058. Wie sich dies verhalte, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie es sich mit dem inneren Menschen in Beziehung auf den äußeren verhält. Der innere Mensch kann kein geistiges Leben führen, wenn der äußere nicht übereinstimmt. Deswegen kann der Mensch nicht wiedergeboren werden, wenn nicht auch der natürliche Mensch wiedergeboren wird. Hieraus folgt, daß das Glaubenswahre, wenn es im natürlichen oder äußeren Menschen zerstört ist, dem inneren (Menschen) nicht mehr dienen kann. Es verhält sich dies, wie das äußere Gesicht in Beziehung auf das innere Gesicht. Wenn das äußere Gesicht verletzt ist, kann es dem inneren nicht mehr dienen, denn wenn das äußere Gesicht die Gegenstände verkehrt, dann muß auch das innere Gesicht durch jenes nur auf verkehrte Weise sehen. Es verhält sich auch wie mit den übrigen Gliedern, die dem Willen unterworfen sind, z.B. mit den Armen, Händen, Fingern, Füßen; wenn diese verdreht (oder verkehrt) sind, so muß der Wille notwendig in verkehrter Weise durch dieselben handeln. Ebenso verhält es sich mit dem natürlichen oder äußeren Menschen in Beziehung auf den inneren: wenn die wißtümlichen Wahrheiten im äußeren oder natürlichen Menschen verkehrt oder zerstört sind, kann der innere (Mensch) das Wahre nicht sehen, somit nur in verkehrter und falscher Weise denken und wahrnehmen. Hieraus wird klar, warum der natürliche Mensch wiedergeboren werden muß, damit der Mensch wiedergeboren sei. Hierüber sehe man auch, was früher nachgewiesen wurde: Nr. 3286, 3321, 3469, 3493, 3573, 3620, 3623, 3679, 4588, 4618, 4667, 5165, 5168, 5427, 5428, 5477, 6299, 6564, 8742-8747, 9043. 9062. "Und wenn er einen Zahn seines Knechtes oder einen Zahn seiner Magd ausschlägt", 2. Mose 21/27, bedeutet, wenn er das Wahre oder die Neigung zu demselben im Sinnlichen zerstört hat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zahns, insofern er das äußere Verstandesvermögen und daher das Wahre im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 9052; und aus der Bedeutung von ausschlagen, insofern es heißt zerstören. Was das Sinnliche sei und wie beschaffen, sehe man Nr. 4009, 5077, 5079, 5084, 5089, 5091, 5125, 5128, 5580, 5767, 6183, 6201, 6310, 6311, 6313, 6315, 6316, 6564, 6598, 6612, 6614, 6622, 6624, 6948, 6949, 7693. 9063. "Soll er ihn in Freiheit setzen um das Zahnes willen", 2. Mose 21/27, bedeutet, daß es nicht mehr dem Inneren dienen könne. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in Freiheit setzen", insofern es heißt, aus der Knechtschaft entlassen, also nicht mehr dienen, wie Nr. 9061. Und aus der Bedeutung des Zahnes, insofern er das Sinnliche bezeichnet, wovon Nr. 9062. Wie es sich damit verhält, kann man aus dem erkennen, was über den inneren Zustand des Menschen, wenn der äußere verletzt worden, Nr. 9061 gezeigt worden ist; in gleicher Weise verhält es sich mit der Verletzung des Sinnlichen, denn dieses ist das Letzte im natürlichen Menschen. Daß auch dieses wiedergeboren werden müsse, damit der Mensch völlig wiedergeboren sei, sehe man Nr. 6844, 6845, 7645. Daß die Satzungen, die in betreff des Auges und des Zahnes des Knechtes oder der Magd aufgestellt wurden, Geheimnisse in sich schließen, die niemand verstehen kann, außer durch den inneren Sinn, kann einem jeden klar sein, denn was könnte es ohne einen geheimen Grund bedeuten, anzuordnen, daß die Knechte um eines Auges oder Zahnes willen freigegeben werden sollten, und nicht auch wegen anderer Glieder wenn dieselben verdorben würden? Diese geheime Ursache wird jedoch nur klar, wenn man weiß, was im geistigen Sinn durch Auge und durch Zahn bezeichnet wird. Wenn man dies weiß, dann tritt auch ans Licht, warum eine solche Satzung aufgestellt wurde. 9064. Vers 28-36: Und wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, daß er stirbt, so soll man den Ochsen steinigen, und sein Fleisch nicht essen; der Herr des Ochsen aber soll ungestraft bleiben. Wenn aber der Ochse schon früherhin stößig war, und man hat es seinem Herrn bezeugt, und derselbe hat ihn nicht verwahrt, so daß er einen Mann oder ein Weib tötete, so soll der Ochse gesteinigt werden, und sein Herr soll auch sterben. Wenn man ihm aber ein Lösegeld auferlegt, so soll er als Lösegeld für seine Seele geben, alles, was ihm auferlegt worden. Wenn er einen Sohn oder eine Tochter mit seinem Horn stößt, so soll ihm nach demselben Rechte geschehen. Wenn aber der Ochse einen Knecht oder eine Magd mit dem Horn stößt, so soll der Besitzer ihrem Herrn dreißig Sekel Silber geben, und der Ochse soll gesteinigt werden. Und wenn jemand eine Grube (oder Zisterne) öffnet, oder wenn jemand eine Grube gräbt, und sie nicht zudeckt, und es fällt ein Ochse oder ein Esel hinein, so soll der Herr der Grube Ersatz leisten, und dem Besitzer das Geld bezahlen, das Tote aber soll ihm gehören. Und wenn der Ochse des einen den Ochsen des anderen durch einen Stoß verletzt, daß er stirbt, so sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen, und das Geld teilen, und den toten sollen sie auch teilen. Wenn aber bekannt ist, daß der Ochse schon früher stößig gewesen, seit gestern und vorgestern, und sein Herr hat ihn nicht verwahrt, so soll er Ochsen für Ochsen erstatten, der tote aber soll ihm gehören. "Und wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt" bedeutet, wenn eine Neigung des Bösen im Natürlichen das Wahre oder Gute des Glaubens verletzt hat; "daß er stirbt" bedeutet, so daß sie es zerstört hat; "so soll man den Ochsen steinigen" bedeutet die Strafe für das Zerstören des Wahren und Guten des Glaubens; "und sein Fleisch nicht essen" bedeutet, daß dieses Böse durchaus nicht angeeignet, sondern ausgestoßen werden soll; "der Herr des Ochsen aber soll ungestraft bleiben" bedeutet, das Böse komme nicht vom inneren Menschen, weil aus dem Willensgebiet und nicht aus dem Verstandesgebiet; "wenn aber der Ochse schon früherhin stößig war" bedeutet, wenn die Neigung zum Bösen schon länger bestanden hat; "und man hat es seinem Herrn bezeugt" bedeutet, und dieselbe übergegangen ist in das Verstandesgebiet; "und derselbe hat ihn nicht verwahrt" bedeutet, daß keine Unterdrückung stattfand; "so daß er einen Mann oder ein Weib tötete" bedeutet, wenn sie dann das Wahre und Gute des Glaubens zerstört hat; "so soll der Ochse gesteinigt werden" bedeutet die Strafe für das zerstörte Wahre; "und sein Herr soll auch sterben" bedeutet die Verdammnis des inneren Menschen; "wenn man ihm aber ein Lösegeld auferlegt" bedeutet, damit er von der Verdammnis frei werde; "so soll er als Lösegeld für seine Seele geben" bedeutet das Schwere der Buße; "alles, was ihm auferlegt worden" bedeutet, je nach der Beschaffenheit der Neigung zum Bösen aus dem Verstandesvermögen; "wenn er einen Sohn oder eine Tochter mit seinem Horn stößt" bedeutet den Angriff durch die Neigung des Bösen gegen das vom Inneren abgeleitete Wahre und Gute des Glaubens; "so soll ihm nach demselben Rechte geschehen" bedeutet die gleiche Strafe; "wenn aber der Ochse einen Knecht oder eine Magd mit dem Horn stößt" bedeutet, wenn die Neigung des Bösen das Wahre oder Gute im Natürlichen zerstört hat; "so soll der Besitzer ihrem Herrn dreißig Sekel Silber geben" bedeutet, daß der innere Mensch es vollständig wiederherstellen solle; "und der Ochse soll gesteinigt werden" bedeutet die Strafe für das Zerstören des Wahren und Guten im Natürlichen; "und wenn jemand eine Grube oder Zisterne öffnet" bedeutet, wenn jemand Falsches von einem anderen aufnimmt; "oder wenn jemand eine Grube gräbt" bedeutet, oder wenn er selbst es erdachte; "(und sie nicht zudeckt,) und es fällt ein Ochse oder ein Esel hinein" bedeutet, daß es das Gute oder Wahre im Natürlichen verkehrte; "so soll der Herr der Grube Ersatz leisten" bedeutet, daß derjenige, bei dem das Falsche ist, verbessern soll; "und dem Besitzer das Geld bezahlen" bedeutet, (es solle geschehen) durch das Wahre bei dem, dessen Gutes oder Wahres im Natürlichen verkehrt wurde; "das Tote aber soll ihm gehören" bedeutet, daß das Böse oder Falsche ihm verbleiben werde; "und wenn der Ochse des einen den Ochsen des anderen durch einen Stoß verletzt, daß er stirbt" bedeutet, so daß die gute Neigung zugrunde geht; "so sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen" bedeutet, daß die Neigung der einen (Wahrheit), welche die der anderen verletzt hat, entfernt werden solle; "und das Geld teilen" bedeutet das Wahre derselben solle zerstreut werden; "und den toten (Ochsen) sollen sie auch teilen" bedeutet, auch die verletzende Neigung; "wenn aber bekannt ist, daß der Ochse schon früher stößig gewesen" bedeutet, wenn früher bekannt gewesen, daß die Neigung so beschaffen war; "und sein Herr hat ihn nicht verwahrt" bedeutet, und wenn er sie nicht in Banden (oder in Zaum) gehalten hat; "so soll er Ochsen für Ochsen erstatten" bedeutet den vollen Ersatz; "der tote (Ochse) aber soll ihm gehören" bedeutet, statt der verletzenden Neigung. 9065. "Und wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt", 2. Mose 21/28, bedeutet, wenn eine Neigung des Bösen im Natürlichen das Wahre oder Gute des Glaubens verletzt. Dies erhellt aus der Bedeutung von stoßen mit dem Horn, insofern es ein Verletzen bezeichnet, denn das Horn bedeutet die Macht des Falschen aus dem Bösen: Nr. 2832, und stoßen bedeutet verletzen. Aus der Bedeutung des Ochsen, insofern er die Neigung des Guten im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 2180, 2566, 2781, 2830, 5913, 8937; daher im entgegengesetzten Sinn die Neigung des Bösen im Natürlichen. Aus der Bedeutung des Mannes, insofern er das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 9034, und aus der Bedeutung des Weibes, insofern es das Gute des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 4823, 6014, 8337. 9066. "Daß er stirbt", 2. Mose 21/28, bedeutet, so daß sie es zerstört; dies erhellt ohne Erklärung. 9067. "So soll man den Ochsen steinigen", 2. Mose 21/28, bedeutet die Strafe für das Zerstören des Wahren und Guten des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von steinigen, worüber Nr. 5156, 7456, 8575, 8799. 9068. "Und sein Fleisch nicht essen", 2. Mose 21/28, bedeutet, daß dieses Böse durchaus nicht angeeignet, sondern ausgestoßen werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es ein Aneignen und Verbinden bezeichnet, worüber Nr. 2187, 2343, 3168, 3513, 3596, 3832, 4745, 5643, 8001; daher ist nicht gegessen werden, soviel als nicht angeeignet, sondern ausgestoßen werden. Man soll es aber nicht aneignen, sondern ausstoßen, weil es ein solches Böses ist, welches das Wahre und Gute des Glaubens der Kirche zerstört. Und aus der Bedeutung des Fleisches, insofern es das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Böse der Selbstliebe, worüber Nr. 3813, 7850, 8409, 8431. 9069. "Der Herr des Ochsen aber soll ungestraft bleiben", 2. Mose 21/28, bedeutet, das Böse komme nicht vom inneren Menschen, weil aus dem Willensgebiet und nicht aus dem Verstandesgebiet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn des Ochsen, insofern er den inneren oder geistigen Menschen bezeichnet; denn der Ochse bedeutet die Neigung des Bösen im äußeren oder natürlichen Menschen: Nr. 9065; daher ist der Herr des Ochsen der innere Mensch. Dieser ist der Herr des äußeren oder natürlichen, denn er kann über die Neigungen des Bösen im Natürlichen herrschen, und herrscht auch darüber, wenn der natürliche untergeordnet ist, wie es bei den Wiedergeborenen der Fall ist. Und aus der Bedeutung von "ungestraft", insofern es soviel ist als ohne Schuld. Als Ursache wird angegeben, daß das Böse nicht aus dem Willensgebiet, sondern aus dem Verstandesgebiet hervorging; denn das Böse aus dem Willensgebiet und nicht zugleich aus dem Verstandesgebiet verdammt nicht, denn der Mensch sieht es nicht, überlegt also auch nicht, ob es Böses sei. Deswegen ist er sich desselben nicht bewußt. Solches Böse ist das Böse aus Angeerbtem (Hang), bevor der Mensch unterrichtet worden ist, daß es böse ist, und auch, nachdem er darüber belehrt ist und bloß in einem äußeren oder körperlichen Leben steht und nicht zugleich in einem inneren Leben, das Sache des Verstandes ist. Denn sehen und verstehen, daß etwas böse sei und es dennoch tun, macht den Menschen schuldig, wie der Herr lehrt bei Joh.9/40,41: "Die Pharisäer sprachen: Sind wir auch blind? Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wäret, hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber saget, daß ihr sehet, bleibet eure Sünde". Daß niemand wegen des angeerbten Bösen bestraft werde, sondern wegen des eigenen Bösen, sehe man Nr. 966, 1667, 2307, 2308, 8806. Solches Böses ist es, das bezeichnet wird durch den Ochsen, der einen Mann oder ein Weib stößt, bevor der Herr des Ochsen gewußt hat, daß er stößig sei. In dem nun folgenden Vers wird von dem Bösen gehandelt, dessen sich der Mensch bewußt ist, und das bezeichnet wird durch den stößigen Ochsen, von dem sein Herr es wußte, und ihn doch nicht verwahrte, deshalb wurde als Strafe bestimmt, daß der Ochse gesteinigt werden und der Mensch sterben soll, wenn nicht Ersatz geleistet wird. 9070. "Wenn aber der Ochse schon früherhin stößig war", 2. Mose 21/29, bedeutet, wenn die Neigung zum Bösen schon länger bestanden hat. Dies erhellt aus der Bedeutung des stößigen Ochsen, insofern er die Neigung zum Bösen bezeichnet, worüber Nr. 9065; und aus der Bedeutung von "früherhin", insofern es den vorhergehenden Zustand und die vorhergehende Zeit bezeichnet, worüber Nr. 6983, 7114, also daß sie schon früher und längere Zeit dagewesen sei. 9071. "Und man hat es seinem Herrn bezeugt", 2. Mose 21/29, bedeutet, und dieselbe übergegangen ist in das Verstandesgebiet. Dies erhellt aus der Bedeutung von bezeugt sein, insofern es soviel ist, als bekannt gemacht, und somit übergegangen in das Bewußtsein im Gebiet des Verstandes; denn der Verstand ist das innere Sehen des Menschen, der Wille ohne dieses Sehen ist blind, und wenn daher das Böse, das Sache des Willensgebietes ist, in das Verstandesgebiet übergeht, so kommt es aus dem Dunkel an das Licht. 9072. "Und derselbe hat ihn nicht verwahrt", 2. Mose 21/29, bedeutet, daß keine Unterdrückung stattfand. Dies erhellt aus der Bedeutung von verwahren, wenn es gesagt wird vom Bösen des Willens, welches in das Licht des Verstandes gedrungen ist, insofern es die Hemmung oder Unterdrückung bezeichnet, denn dem Menschen ist der Verstand gegeben, damit er das Böse sehe und es dann unterdrücke. 9073. "So daß er einen Mann oder ein Weib tötete", 2. Mose 21/29, bedeutet, wenn sie dann das Wahre und Gute des Glaubens zerstört hat. Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, insofern es soviel ist als zerstören; aus der Bedeutung des Mannes, insofern er das Wahre des Glaubens bezeichnet, und des Weibes, insofern es das Gute des Glaubens bezeichnet, wie Nr. 9065. 9074. "So soll der Ochse gesteinigt werden", 2. Mose 21/29, bedeutet die Strafe für das zerstörte Wahre; wie Nr. 9067. 9075. "Und sein Herr soll auch sterben", 2. Mose 21/29, bedeutet die Verdammnis des inneren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn des Ochsen, insofern er den inneren Menschen bezeichnet, wovon Nr. 9069; und aus der Bedeutung von sterben, insofern es die Verdammnis bezeichnet, wovon Nr. 9008. Der Ochse sollte aber gesteinigt werden, und sein Herr sollte sterben, wenn es ihm bekannt gewesen, daß sein Ochse stößig war, und er ihn nicht verwahrt hatte, weil die geistige Bedeutung dieses Urteils oder Gesetzes ist, daß der Mensch, der weiß, was böse ist, und es nicht unterdrückt, schuldig ist; denn er billigt es, und löscht somit das Licht des Wahren aus und damit den Glauben an das Wahre in seinem Bewußtsein. Wenn dieser aber ausgelöscht (oder zerstört) ist, wird das Gute vom Herrn nicht aufgenommen; dadurch kann der innere Mensch nicht aufgeschlossen, und somit auch nicht mit geistigem Leben, welches das Leben des Wahren und Guten des Glaubens ist, erfüllt werden. Ist aber der Mensch in einem solchen Zustand, dann lebt er ein natürliches Leben, das im äußeren Menschen ist. Allein dieses Leben ist tot, ohne das geistige Leben; daher dann die Verdammnis: Nr. 7494. 9076. "Wenn man ihm aber ein Lösegeld auferlegt", 2. Mose 21/30, bedeutet, damit er von der Verdammnis frei werde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lösegeldes, insofern es bezweckt, daß er von der Verdammnis frei werde; denn Lösegelder wurden denen auferlegt, die nicht mit Vorsatz oder Arglist Böses taten, und es gab deren verschiedene, die damals Loskaufungen der Seele genannt wurden, weil durch sie das Leben losgekauft wurde. Allein diese äußerlichen Vorgänge bildeten etwas Inneres vor: das Lösegeld bezeichnete nämlich die Befreiung von der Verdammnis, und daher die Loskaufung, die Verbesserung des geistigen Lebens vermöge tatwirklicher Buße. Weil das Lösegeld die Befreiung von der Verdammnis bedeutete, deshalb bezeichnete es auch die Vergebung der Sünden und daher auch die Reinigung. 9077. "So soll er als Lösegeld für seine Seele geben", 2. Mose 21/30, bedeutet das Schwere der Buße. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lösegeldes, insofern es ausdrückt, daß man etwas anderes hergebe, um Befreiung zu erhalten. Was Lösegeld (oder Loskaufung) nach seiner verschiedenen Bedeutung ist, sehe man Nr. 2954, 2959, 2966, 6281, 7205, 7445, 8078, 8079, 8080. Daß hier durch das Lösegeld für die Seele das Schwere der Buße bezeichnet wird, kommt daher, daß von der Befreiung von der Verdammnis gehandelt wird, und der Mensch von der Verdammnis nicht befreit werden kann, außer durch die Entfernung des Bösen, und die Entfernung des Bösen nicht möglich ist, außer durch tatwirkliche Buße, die sich im Leben zeigt; und beides kommt zustande durch geistige Versuchungen, die das Schwere der Buße sind. Daß die Befreiung von der Verdammnis oder was dasselbe ist, die Befreiung von den Sünden die Entfernung des Bösen sei, und daß diese durch die Buße (oder Änderung) des Lebens bewirkt wird, sehe man Nr. 8389-8394, 8958-8969; und daß dann Versuchungen eintreten: Nr. 8958-8969. 9078. "Alles, was ihm auferlegt worden", 2. Mose 21/30, bedeutet, je nach der Beschaffenheit der Neigung zum Bösen aus dem Verstandesvermögen. Dies erhellt aus dem, was soeben von dem Lösegeld und von der Loskaufung gesagt worden ist, denn das Böse des Willens, das vom Verstande erkannt, aber nicht unterdrückt wurde, war es, was gesühnt und durch etwas in gleichem Verhältnis Entsprechendes losgekauft werden mußte, also gemäß der Beschaffenheit der Neigung zum Bösen, das aus dem Verstande (hervorgegangen war). 9079. "Wenn er einen Sohn oder eine Tochter mit seinem Horn stößt", 2. Mose 21/31, bedeutet den Angriff durch die Neigung des Bösen gegen das vom Inneren abgeleitete Wahre und Gute des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit dem Horn stoßen", insofern es eine Verletzung bezeichnet, wie Nr. 9065, somit einen Angriff. Aus der Bedeutung des Sohnes, insofern er das Wahre des Glaubens, und der Tochter, insofern sie das Gute des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 489, 490, 491, 533, 1147, 2362, 2623. Das Wahre und Gute ist aber vom Inneren abgeleitet, weil das Innere gleichsam wie Vater und Mutter ist, von denen das Gute und Wahre wie Söhne und Töchter erzeugt wird, denn das Gute und Wahre verhält sich bei dem wiedergeborenen Menschen wie Abstammungen oder Geschlechter. Es gibt solches, das die Stelle der Eltern vertritt, und solches, das die Stelle der Kinder oder der Schwiegersöhne und Schwiegertöchter, der Enkel und Enkelinnen, und so ferner, einnimmt. Es gibt daher Blutsverwandtschaften und Verschwägerungen, und auch Familien in vielfältiger Ordnung. In solcher Weise sind die Gesellschaften im Himmel geordnet, und so auch das Wahre und Gute bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, und dadurch wird er auch ein Himmel in kleinster Form. Und was ein Geheimnis ist: das Gute und Wahre bei dem Menschen liebt sich gegenseitig, und erkennt sich gemäß der Liebe an und gesellt sich daher zusammen. Dies kommt her von den Engelsgesellschaften, in denen sie sich lieben, anerkennen und zusammengesellen nach den Ähnlichkeiten und der Verwandtschaft des Guten; und was wunderbar ist, wenn solche, die sich früher niemals gesehen haben, in gleichem Guten sind und zusammenkommen, so ist es, als ob sie sich von Kindheit an gekannt hätten; daher kommt es auch, daß das Gute und Wahre sich gemäß der Form des Himmels bei dem Menschen verbinden und in ihm ein Bild des Himmels herstellen. Allein dies geschieht vom Herrn, sowohl im Himmel als im Engel-Menschen, d.h. in dem Menschen, der wiedergeboren und zum Engel wird. 9080. "So soll ihm nach demselben Rechte geschehen", 2. Mose 21/31, bedeutet die gleiche Strafe. Dies erhellt ohne Erklärung. 9081. "Wenn aber der Ochse einen Knecht oder eine Magd mit dem Horn stößt", 2. Mose 21/32, bedeutet, wenn die Neigung des Bösen das Wahre oder Gute im Natürlichen zerstört hat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Knechtes, insofern er das Wahre im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 3019, 3020, 5305, 7998; aus der Bedeutung der Magd, insofern sie die Neigung des Wahren in demselben bezeichnet, worüber Nr. 1895, 2567, 3835, 3849, 8993, 8994; und aus der Bedeutung des Stoßens mit dem Horn, insofern es ein Zerstören bezeichnet. Mit dem Horn stoßen, wird im Worte gesagt von der Zerstörung des Falschen durch die Macht des Wahren, und im entgegengesetzten Sinn von der Zerstörung des Wahren durch die Macht des Falschen; und dies darum, weil durch Horn die Macht des Wahren aus dem Guten und die des Falschen aus dem Bösen bezeichnet wird: Nr. 2832: Hes.34/21: "Mit der Seite und mit der Schulter dränget ihr, und mit euren Hörnern stoßet ihr alle Schwachen": hier von denen, die mit aller Gewalt und Macht das Wahre und Gute der Kirche durch trügerische Vernünfteleien aus dem Sinnlichen zerstören; mit der Seite und Schulter drängen, heißt mit aller Kraft und Gewalt: Nr. 1085, 4931-4937. Hieraus erhellt auch, warum gesagt wird "mit dem Horn stoßen" 5. Mose 33/17: "Der Erstgeborene seines Tieres, Hoheit ist ihm, und wie Hörner des Einhorns (oder Büffels) sind seine Hörner; mit ihnen stößt er die Völker allzumal bis an die Grenzen der Erde": dies steht in der Weissagung des Mose über Joseph, in der unter Joseph im inneren Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Geistigen verstanden wird, und im vorbildlichen Sinn sein geistiges Reich. Die Hörner des Einhorns (Büffels) bezeichnen die Macht aus dem Guten und Wahren des Glaubens; die Völker stoßen, bedeutet auch hier, das Falsche durch das Wahre zerstören; die Grenzen der Erde bedeuten, allenthalben, wo die Kirche ist. Ps.44/6: "Du selbst bist mein König, Gott, mit Dir stoßen wir unsere Feinde nieder": die Feinde mit dem Horn niederstoßen, bedeutet hier, das Falsche durch die Macht des Wahren und Guten des Glaubens zerstören. Wer könnte nicht einsehen, daß an diesen Stellen nicht gesagt worden wäre, "mit dem Horn stoßen", da von Menschen die Rede ist, wenn nicht wegen der Bedeutung des Hornes, insofern es eine Macht bedeutet. 9082. "So soll der Besitzer ihrem Herrn dreißig Sekel Silber geben", 2. Mose 21/32, bedeutet, daß der innere Mensch es vollständig wiedererstatten solle. Dies erhellt aus der Bedeutung der dreißig Sekel Silber, insofern sie die volle Wiedererstattung des Beschädigten durch das Wahre bezeichnen, denn Silber bedeutet das Wahre aus dem Guten: Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 7999, 8932; dreißig bedeutet das Volle: Nr. 5335, 7984; und der Besitzer, der wiedererstattet, ist der innere Mensch: Nr. 9069, also die Glaubenswahrheiten aus dem Worte, denn sie bilden das Leben des inneren Menschen. 9083. "Und der Ochse soll gesteinigt werden", 2. Mose 21/32, bedeutet die Strafe für das Zerstören des Wahren und Guten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von steinigen, insofern es die Strafe für die Zerstörung des Wahren und Guten des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 5156, 7456, 8575, 8799. Im Natürlichen ist es, weil der Ochse gesteinigt werden soll, durch den die Neigung des Bösen im Natürlichen, die zerstört wurde, bezeichnet wird. 9084. "Und wenn jemand eine Grube (oder Zisterne) öffnet", 2. Mose 21/33, bedeutet, wenn jemand Falsches von einem anderen aufnimmt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Grube, insofern sie das Falsche bezeichnet, worüber Nr. 4728, 4744, 5038; und aus der Bedeutung von öffnen, wenn es in bezug auf das Falsche gesagt wird, insofern es soviel ist als aufnehmen, hier von einem anderen, weil folgt: "oder wenn jemand eine Grube gräbt", was bedeutet, aus sich aufnehmen oder erdichten. 9085. "Oder wenn jemand eine Grube gräbt", 2. Mose 21/33, bedeutet, oder wenn er selbst es erdacht hat. Dies erhellt aus der Bedeutung der Grube, insofern sie das Falsche bezeichnet, und aus der Bedeutung von graben, insofern es heißt, aus sich aufnehmen oder erdichten, worüber Nr. 9084. 9086. "Und es fällt ein Ochse oder ein Esel hinein", 2. Mose 21/33, bedeutet, daß es das Gute oder Wahre im Natürlichen verkehrt. Dies erhellt aus der Bedeutung von fallen, insofern es soviel ist als verkehren, worüber folgen wird; aus der Bedeutung des Ochsen, insofern er die Neigung des Guten im Natürlichen bezeichnet, somit das Gute in demselben, worüber Nr. 9065; und aus der Bedeutung des Esels, insofern er das Wahre im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 2781, 5492, 5741, 7024, 8078. Daß "in die Grube fallen", wenn es vom Guten und Wahren im Natürlichen gesagt wird, das durch Ochse und Esel bezeichnet wird, verkehren bedeutet, erhellt aus dem, was im folgenden Vers enthalten ist; in diesem handelt es sich nämlich von der Verbesserung durch das Wahre, die bei dem verkehrten Guten und Wahren möglich ist, nicht aber, wenn es zerstört ist; denn wenn das Gute oder Wahre verkehrt wird, bleibt es dennoch, obwohl es auf verkehrte Weise erklärt wurde. Fallen bedeutet auch durch Irrtum ausgleiten (straucheln). Weil dieses durch "in die Grube fallen" bezeichnet wurde, sprach der Herr: Luk.14/5: "Wer von euch, dessen Esel oder Ochse in den Brunnen fällt, zieht denselben nicht sogleich heraus am Sabbathtage?": dies sagte der Herr, als Er einen Wassersüchtigen am Sabbathtage heilte. Der Sabbath war hochheilig in dieser Kirche, weil er die himmlische Ehe bezeichnete, welche die Verbindung des Guten und Wahren aus dem Herrn ist: Nr. 8495, 8510; daher fanden die Heilungen vom Herrn am Sabbathtage statt; denn die (äußere) Heilung schloß die Heilung des geistigen Lebens in sich, und die Wassersucht (bedeutet) die Verkehrung des Wahren und Guten, somit war die Heilung die Verbesserung und Wiederherstellung des verdrehten Wahren; denn alle Wunder des Herrn schlossen in sich und bedeuteten Zustände der Kirche: Nr. 8364; wie im allgemeinen alle göttlichen Wunder: Nr. 7337. Daher kommt es nun, daß der Herr sagte: "Wer unter euch, dessen Esel oder Ochse in den Brunnen fällt, zieht ihn nicht sogleich heraus am Sabbathtage?" wodurch im geistigen Sinn das oben Gesagte bezeichnet wurde, denn alles, was der Herr geredet hat, hat Er aus dem Göttlichen geredet, und wenn aus dem Göttlichen (geredet wird), dann ist ein innerer Sinn im einzelnen: Nr. 9049, 9063. Durch Brunnen wird hier das gleiche bezeichnet, wie durch die Grube, nämlich das Falsche: Nr. 1688. Und weil die Grube das Falsche bedeutet, darum sagte auch der Herr, als er von dem Falschen der Kirche redete: Matth.15/14: "Wenn ein Blinder einem Blinden den Weg weiset, so werden beide in die Grube fallen": blind ist, wer in Irrtümern ist. In die Grube fallen, heißt das Wahre verkehren. Dieses wurde gleichnisweise gesagt, aber alle Gleichnisse im Worte sind aus dem Sinnbildlichen genommen: Nr. 3579, 8989. Wer da glaubt, daß das heilig Göttliche im Worte nicht tiefer verborgen liege, als in dem Sinn, der im Buchstaben erscheint, sieht in diesem und in den übrigen Aussprüchen des Wortes das Heilige aus keinem anderen Grunde, als aus dem Glauben, daß alles in demselben von Gott eingegeben sei, und daß unerklärliche Geheimnisse darin enthalten seien. Diejenigen aber, die diesen Glauben nicht haben, verachten das Wort schon deshalb, weil der Stil desselben viel weniger erhaben erscheint, als der Stil, der nach dem Geiste der Welt gebildet ist, wie er sich bei vielen alten und neueren Schriftstellern findet. Sie mögen aber wissen, daß heilig Göttliches in allem und jedem des Wortes verborgen liegt, welches aber darin besteht, daß alles und jedes vom Herrn, von Seinem Reich und Seiner Kirche handelt. Diese Dinge sind hochheilig, weil sie Göttliches sind vom Herrn, und in diesen ist ewiges Leben gemäß den Worten des Herrn: Joh.6/63: "Die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben". Diese hochheiligen göttlichen Dinge zeigen sich klar und deutlich vor den Engeln im Himmel, weil sie das Wort nicht natürlich nach dem Buchstabensinn, sondern geistig nach dem inneren Sinn auffassen. Nach diesem Sinn würden auch die Menschen das Wort auffassen, wenn sie ein engelmäßiges Leben führten, nämlich ein Leben des Glaubens und der Liebe. Was aber im inneren Sinn des Wortes enthalten ist, ist nichts anderes, als was die echte Lehre der Kirche lehrt. Die echte Kirchenlehre lehrt den Herrn, die Liebe zu Ihm und die Liebe zum Guten, das von Ihm stammt. Diese Liebe ist die Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 6709, 6710, 8123. Die, welche dieses Leben führen, werden vom Herrn erleuchtet, und sehen das Heilige des Wortes; keineswegs aber die anderen. Man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18. 9087. "So soll der Herr der Grube Ersatz leisten", 2. Mose 21/34, bedeutet, daß derjenige, bei dem das Falsche ist, es verbessern soll. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn der Grube, insofern er denjenigen bezeichnet, bei dem das Falsche ist; denn die Grube bedeutet das Falsche: Nr. 9084, 9086; und aus der Bedeutung von Ersatz leisten, insofern es heißt verbessern. Daß Ersatz leisten diese Bedeutung hat, kommt daher, weil die Strafe auch Besserung bedeutet: Nr. 9045; und das Geld, das er als Ersatz geben sollte, bedeutet das Wahre, durch das die Besserung bewirkt wird, worüber im Folgenden. 9088. "Und dem Besitzer das Geld bezahlen", 2. Mose 21/34, bedeutet, (es solle geschehen) durch das Wahre bei dem, dessen Gutes oder Wahres im Natürlichen verkehrt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geldes, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1551, 2048, 5658, 6112, 6914, 6917, 7999, und weil Geld geben bedeutet, loskaufen durch das Wahre: Nr. 2954. Ferner aus der Bedeutung seines Besitzers, nämlich dessen Ochse oder Esel in die Grube gefallen ist, insofern er denjenigen bezeichnet, dessen Gutes oder Wahres im Natürlichen verkehrt wurde, denn Ochse bedeutet das Gute im Natürlichen, und Esel das Wahre in demselben: Nr. 9065; und in die Grube fallen, bedeutet, verkehren: Nr. 9086. Es verhält sich damit in folgender Weise: wenn das Gute oder Wahre durch das Falsche verkehrt wird, dann muß das Verkehrte durch das Wahre verbessert werden. Innerhalb der Kirche durch das Wahre aus dem Wort, oder aus der Lehre, die aus dem Worte geschöpft ist. Der Grund davon ist, weil das Wahre lehrt, was Böses und was Falsches ist, und dadurch der Mensch es sieht und anerkennt. Und wenn er es sieht und anerkennt, dann kann es verbessert werden, denn der Herr fließt beim Menschen in das ein, was der Mensch weiß, nicht aber in das, was er nicht weiß. Deswegen verbessert Er auch das Böse und Falsche nicht eher, als bis der Mensch belehrt worden, daß es Böses und Falsches ist. Daher kommt es, daß diejenigen, die Buße tun sollen, ihr Böses sehen und anerkennen, und dadurch ein Leben des Wahren führen müssen: Nr. 8388-8392. Ebenso verhält es sich mit den Reinigungen vom Bösen der Selbst- und der Weltliebe. Die Reinigungen von diesen Liebesarten sind nicht möglich, außer durch Glaubenswahrheiten, die lehren, daß aus jenen Liebesarten alle (bösen Begierden) stammen. Deshalb geschah auch die Beschneidung beim israelitischen und jüdischen Volke mit einem steinernen Messer, denn die Beschneidung bedeutete die Reinigung von jenen unreinen Liebesarten, und das steinerne Messer, mit dem sie geschah, bezeichnet das Glaubenswahre: Nr. 2799, 7044. Durch die Glaubenswahrheiten wird der Mensch auch wirklich wiedergeboren: Nr. 8635-8640, 8772, dies wurde durch die Waschungen, vermittelst der sie ehemals gereinigt wurden, bezeichnet; und dasselbe wird auch heutzutage durch das Taufwasser bezeichnet, denn die Wasser bedeuten die Wahrheiten des Glaubens, durch die das Böse entfernt wird: Nr. 739, 2702, 3058, 3424, 4976, 7307, 8568; und die Taufe bedeutet die Wiedergeburt: Nr. 4255, 5120. Hieraus erhellt, wie irrig diejenigen denken, die glauben, daß das Böse oder die Sünden beim Menschen abgestreift werden, wie der Schmutz am Körper durch Wasser abgewaschen wird. Und daß diejenigen in bezug auf das Innere rein waren, die ehemals nach den Satzungen der Kirche mit Wasser gewaschen wurden. Wie auch, daß sie heutzutage selig werden, wenn sie getauft werden, während doch die Waschungen ehemals nur die innere Reinigung vorbildeten, und die Taufe die Wiedergeburt bedeutet. Das Wasser bei derselben bedeutet die Glaubenswahrheiten, durch die der Mensch gereinigt und wiedergeboren wird, denn durch sie wird das Böse entfernt. Die Taufe ist für diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, weil diese das Wort haben, in dem die Glaubenswahrheiten sind, durch die der Mensch wiedergeboren wird. 9089. "Das Tote aber soll ihm gehören", 2. Mose 21/34, bedeutet, daß das Böse oder Falsche ihm verbleiben werde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Toten, wenn es vom Guten oder Wahren im Natürlichen gesagt wird, das durch Ochse oder Esel bezeichnet wird, insofern es das Böse oder das Falsche bezeichnet. Wenn nämlich das Gute stirbt, tritt das Böse an seine Stelle, und wenn das Wahre stirbt, tritt das Falsche an seine Stelle. Weil das Tote das Böse und Falsche bedeutet, deshalb werden diejenigen, die das Böse wollen und das Falsche glauben, Tote genannt: Nr. 7494. Und aus der Bedeutung von "ihm gehören", insofern es heißt, bei ihm bleiben. Damit verhält es sich in folgender Weise: Wenn jemand durch Falsches das Gute bei sich oder bei anderen zerstört, so tut er es aus dem Bösen, somit aus dem Willen durch den Verstand, denn alles Böse geht vom Willen aus und alles Falsche vom Verstand. Was durch beide geschieht, das bleibt, denn es durchdringt das ganze Leben des Menschen. Anders ist es, wenn das Böse vom Willen ausgeht und nicht zugleich vom Verstand: Nr. 9009. Hieraus erhellt, weshalb angeordnet wurde, daß das Tote ihm gehören solle. 9090. "Und wenn der Ochse des einen den Ochsen des anderen durch einen Stoß verletzt hat", 2. Mose 21/35, bedeutet zwei Wahrheiten, deren Neigungen verschieden sind, so daß die Neigung der einen die der anderen verletzt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "durch einen Stoß verletzen", insofern es die Verletzung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9057; aus der Bedeutung des Ochsen, insofern er die Neigung des Guten bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn die Neigung des Bösen im Natürlichen, worüber Nr. 9065; und aus der Bedeutung des Mannes, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 9034. Daher werden durch den einen und den anderen (oder durch Mann und Gefährte) zwei Wahrheiten bezeichnet. Verschiedene Neigungen werden aber bezeichnet, weil die Ochsen, durch die jene Neigungen bezeichnet werden, sich (gegenseitig) verletzen, denn was verschieden ist, das feindet sich an, nicht aber, was nicht verschieden ist. Wer nicht weiß, wie es sich mit den Vorbildungen und Entsprechungen verhält, wird sich wundern, daß der Ochse die Neigung des Guten oder Bösen bei den Menschen bezeichnen könne, weil es ein Tier ist; allein er möge wissen, daß alle Tiere solches vorbilden, was sich auf ein Gefühl oder eine Neigung bezieht. Dies ist in der geistigen Welt etwas ganz Bekanntes, denn dort erscheinen häufig Tiere verschiedener Art, z.B. Ochsen, Stiere, Kühe, Pferde, Maultiere, Esel, Schafe, Ziegen, Böcke, Lämmer, dann auch böse Tiere, z.B. Tiger, Panther, Bären, Hunde, Schweine, Schlangen; und auch Tiere, die man auf unserer Erde nirgends gesehen hat. Außerdem auch Vögel verschiedener Art. Daß solche Dinge dort erscheinen, geht über den Glauben derer hinaus, die meinen, daß nichts existiere, was sie nicht mit den leiblichen Augen sehen; dieselben glauben aber auch nicht, daß es Geister oder Engel gebe, und noch weniger, daß diese sich als Menschen erscheinen, sich gegenseitig sehen, miteinander reden und sich berühren. Der Grund ist, weil sie so sinnlich und körperlich sind, daß sie glauben, nur der Körper habe Leben; daher kommt es, daß solches über ihren Glauben hinausgeht. Allein solche Dinge habe ich nicht nur tausendmal gesehen, sondern ich bin auch über die erschienen Tiere belehrt worden, woher sie kommen, und was sie bedeuten; und so auch, daß die Neigungen des Guten im Natürlichen, wenn sie in Tierformen dargestellt werden, als zahme Ochsen erscheinen, und die Neigungen des Bösen als wilde Ochsen, die übrigen Neigungen aber in anderen Tiergestalten. Daher kommt es, daß die verschiedenen Arten der Tiere bei den Menschen solche Dinge bedeuten, denen sie entsprechen. Hierüber sehe man aber, was früher gezeigt worden ist: Nr. 142, 143, 246, 714, 715, 716, 719, 1823, 2179, 2180, 2781, 2805, 2807, 2830, 3218, 3519, 5198, 7523. 9091. "Daß er stirbt", 2. Mose 21/35, bedeutet, so sehr, daß die gute Neigung zugrunde geht. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es heißt, zugrunde gehen, und aus der Bedeutung des Ochsen, der durch den Stoß gestorben, den er von dem anderen Ochsen erhielt, insofern er eine gute Neigung bezeichnet, worüber Nr. 9090. 9092. "So sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen", 2. Mose 21/35, bedeutet, daß die Neigung der einen (Wahrheit), welche die der anderen verletzt hat, entfernt werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, insofern es soviel ist als entfernen, worüber Nr. 4098, 4752, 4758, 5886; und aus der Bedeutung des lebenden Ochsen, insofern er die Neigung des Wahren bezeichnet, das die Neigung eines anderen Wahren verletzt hat, worüber Nr. 9090. 9093. "Und das Geld teilen", 2. Mose 21/35, bedeutet, das Wahre derselben solle zerstreut werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von teilen, insofern es soviel ist als austreiben und zerstreuen, worüber Nr. 6360, 6361; und aus der Bedeutung des Geldes (oder Silbers), insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1551, 2048, 5658, 6112, 6917, 7999. Teilen bedeutet aber zerstreuen, weil das, was verbunden war, wenn es geteilt wird, auch zerstreut wird; gleichwie derjenige, der sein Herz oder sein Gemüt teilt, es auch zerstört, denn das Gemüt des Menschen ist aus zwei zusammengesellt, der eine Teil desselben heißt Verstand, der andere Wille. Wer diese beiden Teile scheidet, der zerstört das, was dem einen (der beiden) Teile angehört, denn der eine lebt durch den anderen, daher geht auch der andere zugrunde. Ebenso ist es bei dem, der das Wahre vom Guten scheidet, oder, was dasselbe ist, den Glauben von der Liebtätigkeit. Wer das tut, vernichtet beide. Kurz, alles was eins sein muß, geht zugrunde, wenn es geteilt wird. Diese Teilung wird verstanden unter den Worten des Herrn bei Luk.16/13: "Niemand kann zwei Herrn dienen, entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird den einen vorziehen und den anderen verachten; ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon": d.h. durch den Glauben dem Herrn dienen und durch die Liebe der Welt, somit das Wahre anerkennen und das Böse tun. Wer das tut, hat ein geteiltes Gemüt und daraus geht die Zerstörung desselben hervor. Hieraus erhellt, woher es kommt, daß teilen soviel ist als zerstreuen (und zerstören). Dies erkennt man auch (aus den Worten) bei Matth.24/51: "Der Herr desselbigen Knechtes wird kommen an einem Tage, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, da er es nicht weiß, und wird ihn zerscheitern (zerteilen) und ihm seinen Teil geben mit den Heuchlern": zerscheitern bedeutet hier trennen und entfernen vom Guten und Wahren: Nr. 4424, also zerstören. 1. Mose 49/7: "Verflucht sei ihr Zorn, weil er so heftig ist, und ihr Grimm, weil er so hart ist; ich will sie zerteilen in Jakob, und zerstreuen in Israel": dies (steht) in der Weissagung Israels über Schimeon und Levi. Durch Schimeon und Levi werden daselbst diejenigen vorgebildet, die in einem von der tätigen Liebe getrennten Glauben sind: Nr. 6352. Durch Jakob und Israel die äußere und innere Kirche und auch der äußere und innere Mensch: Nr. 4286, 4598, 5973, 6360, 6361. Sie in Jakob zerteilen, heißt sie austreiben aus der äußeren Kirche, und sie zerstreuen in Israel, heißt sie austreiben aus der inneren Kirche, somit das Gute und Wahre der Kirche bei ihnen zerstören. Daß zerteilen dies bedeutet, erhellt auch aus den Worten, die an der Wand geschrieben wurden, als der König von Babel Belsazar zusammen mit seinen Großen, seinen Frauen und Kebsweibern Wein aus den goldenen und silbernen Gefäßen des Tempels zu Jerusalem trank. Es war geschrieben: Dan.5/2-4,25,28: "Gezählt, gezählt, gewogen und zerteilt": und zerteilt bedeutet hier getrennt von dem Reich. Hier zeigt sich deutlich, wie zu jener Zeit alles vorbildlich war. Es wird hier die Entweihung des Guten und Wahren beschrieben, die durch Babel bezeichnet wird. Daß Babel Entweihung bedeutet, sehe man Nr. 1182, 1283, 1295, 1304-1308, 1321, 1322, 1326. Die goldenen und silbernen Gefäße bedeuten das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens vom Herrn: Nr. 1551, 1552, 5658, 6914, 6917. Die Entweihung wird bezeichnet durch das Trinken aus denselben, und durch das dabei stattfindende Preisen der goldenen, silbernen, ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter, wie man Dan.5/4 liest, die das Böse und Falsche in seiner Reihenfolge bezeichnen: Nr. 4402, 4544, 7873, 8941. Durch den Tempel zu Jerusalem, aus dem die Gefäße waren, wird im höchsten Sinn der Herr bezeichnet, im vorbildlichen Sinn Sein Reich und die Kirche: Nr. 3720. Das zerteilte Reich Belsazars bezeichnete die Zerstörung des Guten und Wahren, und daß er selbst in jener Nacht starb, die Beraubung des Lebens des Wahren und Guten, somit die Verdammnis, denn zerteilt werden, heißt zerstreut (zerstört) werden. Der König bedeutet das Wahre des Guten: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; das gleiche bedeutet das Königreich: Nr. 1672, 2547, 4691; getötet werden heißt, des Lebens des Wahren und Guten beraubt werden: Nr. 3607, 6767, 8902; und die Nacht, in der er getötet wurde, bezeichnet den Zustand des Bösen und Falschen: Nr. 2353, 7776, 7851, 7870, 7947. Hieraus ergibt sich deutlich, daß hier alles vorbildlich war. Man liest bei Ps.22/19: "Sie haben Meine Kleider unter sich geteilt, und über Mein Gewand das Los geworfen". Matth.27/35: "Sie teilten die Kleider, indem sie das Los darüber warfen, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten". Joh.19/23,24: "Die Kriegsknechte nahmen die Kleider und machten vier Teile, und auch den Leibrock (tunica); der Leibrock war aber ungenäht, von oben an gewebt durchaus; und sie sprachen: Wir wollen ihn nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll; auf daß die Schrift erfüllt würde". Wer dies liest und nichts vom inneren Sinn des Wortes weiß erkennt nicht, daß etwas Geheimnisvolles darin verborgen liege, während doch in allem einzelnen ein göttliches Geheimnis ist. Das Geheimnis, d.h. der geheime Sinn war, daß die göttlichen Wahrheiten von den Juden zerstört wurden, denn der Herr war das göttlich Wahre, weshalb Er selber das Wort heißt: Joh. Kapitel 1. Das Wort bedeutet das göttlich Wahre; Seine Kleider bilden die Wahrheiten in ihrer äußeren Form vor, und der Leibrock in ihrer inneren Form. Die Teilung der Kleider bildete die Zerstörung der Glaubenswahrheiten durch die Juden vor. Daß die Kleider Wahrheiten in ihrer äußeren Form bedeuten, sehe man Nr. 2576, 5248, 5954, 6918; und daß der Leibrock das Wahre in seiner inneren Form bezeichnet: Nr. 4677. Die Wahrheiten in ihrer äußeren Form sind so, wie sie im Buchstabensinn des Wortes sind, aber die Wahrheiten in ihrer inneren Form sind so, wie sie im geistigen Sinn des Wortes sind. Die Teilung der Kleider in vier Teile bedeutet die völlige Zerstörung, ebenso auch die Teilung bei Sach.14/4 und anderwärts. Desgleichen die Teilung in zwei Teile, wie von dem Vorhang im Tempel gelesen wird: Matth.27/51; Mark.15/38. In gleicher Weise bildete damals auch das zerreißen der Felsen: Matth.27/51, die Zerstörung aller Glaubenswahrheiten vor, denn der Fels ist der Herr in Ansehung des Glaubens, und somit auch der Glaube, der vom Herrn stammt. 9094. "Und den toten (Ochsen) sollen sie auch teilen", 2. Mose 21/35, bedeutet, auch die verletzende Neigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Toten, insofern es das Böse und Falsche bezeichnet, wovon Nr. 9008; daher wird durch den toten Ochsen die Neigung des Bösen und Falschen im Natürlichen bezeichnet, somit die verletzende Neigung, weil das Böse durch das Falsche verletzt. Und aus der Bedeutung von teilen, insofern es soviel ist als zerstören, wie Nr. 9093. Wie es sich mit dem verhält, was in diesem Vers dem inneren Sinn nach enthalten ist, läßt sich nur schwer in faßlicher Weise erklären. Es sind (nämlich) solche Dinge, die zwar von den Engeln begriffen werden können, aber von den Menschen nur einigermaßen; denn die Engel sehen die Geheimnisse des Wortes in dem Licht, das vom Herrn ist, und in dem sich Unzähliges sichtbar darstellt, was sich nicht durch Worte der Sprache und nicht einmal durch Denkbilder darstellen läßt bei dem Menschen, solange er im Körper lebt. Der Grund ist, weil beim Menschen das Licht des Himmels in das Licht der Welt einfließt, und dadurch in solches daselbst, was das Licht des Himmels entweder auslöscht (oder verwirft) oder verdunkelt und dadurch schwächt. Von solcher Art sind die Sorgen der Welt und für den Körper, besonders die, welche aus der Selbst- und Weltliebe fließen. Daher kommt es, daß das, was zur Engelsweisheit gehört, größtenteils unaussprechlich und auch unbegreiflich ist. Gleichwohl aber kommt der Mensch nach der Ablegung seines Körpers, d.h. nach dem Tode in solche Weisheit; doch nur derjenige Mensch, der ein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit vom Herrn in der Welt aufgenommen hat; denn die Befähigung, jene Weisheit aufzunehmen, liegt im Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit. Daß es unaussprechliche Dinge sind, welche die Engel im Lichte des Himmels sehen und denken, wurde mir aus vieler Erfahrung zu wissen gegeben, denn wenn ich in dieses Licht erhoben war, so glaubte ich alles zu verstehen, was die Engel daselbst redeten; wenn ich aber dann wieder in das äußere oder natürliche Licht des Menschen versetzt war, und in diesem Lichte mich dessen erinneren wollte, was ich in jenem gehört hatte, konnte ich es nicht durch Worte ausdrücken, und nicht einmal durch Denkvorstellungen begreifen, außer wenigem, und auch dieses wenige nur dunkel. Hieraus erhellt, daß das, was im Himmel gesehen und gehört wird, solche Dinge sind, die kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat. Solche Dinge sind es, die tief im inneren Sinn des Wortes verborgen liegen. Ebenso verhält es sich mit den Dingen, die dem inneren Sinn nach in diesem und in dem folgenden Vers enthalten sind. Was in denselben faßlich erklärt werden kann, ist Folgendes: Alle Wahrheiten beim Menschen haben ihr Leben aus den Neigungen, welche einer bestimmten Liebe angehören. Alle Wahrheit ohne ein solches Leben ist wie ein Ton, der ohne bestimmte Vorstellung aus dem Munde hervorgeht, oder wie der Ton eines Automaten. Hieraus geht deutlich hervor, daß das Verstandesleben des Menschen aus seinem Willensleben kommt, folglich das Leben des Wahren aus dem Leben des Guten, denn das Wahre bezieht sich auf den Verstand und das Gute auf den Willen. Wenn nun zwei Wahrheiten vorhanden sind, die nicht aus derselben gemeinsamen Neigung leben, sondern aus verschiedenen, so müssen sie notwendig zerstört werden, denn sie stoßen sich gegenseitig zurück. Und wenn die Wahrheiten zerstört werden, werden auch ihre Neigungen zerstört, denn die gemeinsame Neigung ist es, unter der alle Wahrheiten beim Menschen zusammengesellt werden. Diese gemeinsame Neigung ist das Gute. Das ist es, was gesagt werden kann von dem, was im inneren Sinn verstanden wird unter dem Ochsen der beiden Männer, von denen der eine den des anderen mit seinem Stoße verletzt, daß er stirbt; und darunter, daß alsdann der lebende Ochse verkauft, das Geld aber, und auch der tote (Ochse) geteilt werden soll. Wer, welcher der Kirche angehört, wüßte nicht, daß in allem und jedem des Wortes Göttliches ist? Wer kann jedoch Göttliches in diesen Gesetzen über die in die Grube fallenden Ochsen und Esel, und über die stößigen Ochsen sehen, wenn er sie nur nach dem Buchstabensinn betrachtet und erklärt? Dann aber sind sie göttlich, auch im Buchstabensinn, wenn dieser zugleich nach dem inneren Sinn betrachtet und erklärt wird; denn in diesem Sinn handelt alles und jedes des Wortes vom Herrn, von Seinem Reich und von der Kirche, also von göttlichen Dingen. Damit nämlich etwas göttlich und heilig sei, muß es von göttlichen und heiligen Dingen handeln; die Sache, von der gehandelt wird, bewirkt dieses. Die weltlichen und auf das Recht sich beziehenden Dinge, wie die Rechte, Satzungen und Gesetze, die durch den Herrn vom Berge Sinai verkündigt wurden, und die in diesem und in den folgenden Kapiteln des 2.Buches Mose enthalten sind, sind göttlich und heilig vermöge der Inspiration (oder Eingebung); allein die Inspiration ist kein bloßes Vorsagen, sondern ein Einfluß aus dem Göttlichen. Was aus dem Göttlichen einfließt, das geht durch den Himmel hindurch, und ist hier Himmlisches und Geistiges; wenn es aber in die Welt kommt, wird es ein Weltliches, das inwendig jenes enthält. Hieraus erhellt, woher das Göttliche stammt, und wo das Göttliche im Worte ist, und auch, was Inspiration (oder Eingebung) ist. 9095. "Wenn aber bekannt ist, daß der Ochse schon früher stößig gewesen", 2. Mose 21/36, bedeutet, wenn früher bekannt gewesen, daß die Neigung so beschaffen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von bekannt oder bezeugt sein, insofern es bezeichnet, daß etwas in den Verstand (oder ins Bewußtsein) gekommen sei, wie Nr. 9071; denn was aus dem Willen in jenen übergeht, das wird bekannt. Und aus der Bedeutung von "daß der Ochse schon früher stößig gewesen", insofern es ausdrückt, daß die Neigung schon früher so beschaffen gewesen, wie auch Nr. 9070. 9096. "Und sein Herr hat ihn nicht verwahrt", 2. Mose 21/36, bedeutet, und wenn er sie nicht in Banden oder (in Zaum) gehalten hat. Dies erhellt aus der Bedeutung von verwahren, insofern es heißt, in Banden halten, nämlich die Neigung des Bösen im Natürlichen, die sonst das Glaubenswahre verletzen würde. Es bedeutet aber, in Banden halten, weil durch bekannt werden bezeichnet wird, in den Verstand übergehen: Nr. 9095, und der Verstand es ist, der das Böse sieht. Was aber gesehen wird, das kann im Zaum und in Banden gehalten werden, nicht vom Verstand, sondern durch den Verstand vom Herrn; denn der Herr fließt beim Menschen in das ein, was ihm bekannt ist, nicht aber in das, was ihm nicht bekannt ist. Unter "in Banden halten" wird verstanden verhindern und bezähmen. Die Bande sind im geistigen Sinn nichts anderes als die Neigungen der Liebe, denn diese sind es, die den Menschen führen und in Zaum halten. Wenn böse Neigungen ihn führen, dann müssen die Neigungen des Wahren aus dem Guten ihn bezähmen, und in Zaum halten. Die inneren Bande beim Menschen sind die Neigungen des Wahren und des Guten. Diese werden auch die Bande des Gewissens genannt. Die äußeren Bande hingegen sind die Neigungen der Selbst- und Weltliebe, denn diese leiten den Menschen im Äußeren. Wenn diese aus den inneren Banden, d.h. aus den Neigungen zum Wahren und Guten stammen, dann sind sie gut, denn dann liebt der Mensch sich und die Welt nicht seiner selbst wegen und um der Welt willen, sondern um der guten Nutzwirkungen willen, die er aus sich und aus der Welt (leisten) will: Nr. 7819, 7820, 8995. Wenn sie aber nicht von daher stammen, sind sie böse und werden Begierden genannt, denn dann liebt der Mensch sich selbst um seinetwillen und die Welt um der Welt willen. Hieraus kann man wissen, was unter inneren und äußeren Banden zu verstehen ist, deren schon oft Erwähnung geschah. Doch die sogenannten Bande sind nur Bande im Verhältnis zu ihrem Gegensatze, denn wer etwas tut aus der Neigung der Liebe zum Guten, der handelt aus Freiheit. Wer aber etwas tut aus der Neigung der Liebe zum Bösen, der glaubt zwar aus Freiheit zu handeln, er handelt aber nicht aus Freiheit, weil er aus den Begierden handelt, die aus der Hölle stammen. Nur der ist frei, der in der Neigung des Guten ist, weil er vom Herrn geführt wird, was der Herr auch lehrt: Joh.8/31-34,36: "Wenn ihr in Meinen Worten bleibt, dann seid ihr wahrhaft Meine Jünger, und erkennt die Wahrheit, und die Wahrheit wird euch frei machen. Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht, wenn euch aber der Sohn frei macht, dann seid ihr wahrhaft frei". Daß es Freiheit ist, vom Herrn geführt zu werden, und Knechtschaft von höllischen Begierden geführt zu werden, sehe man Nr. 892, 905, 2870-2893, 6205, 6477, 8209; der Herr flößt nämlich Neigungen zum Guten ein und Abscheu gegen das Böse; daher ist Gutes tun Freiheit vor Ihm, und Böses tun völlige Knechtschaft. Wer da glaubt, daß die christliche Freiheit sich weiter ausdehne, der ist in großem Irrtum. 9097. "So soll er Ochsen für Ochsen erstatten", 2. Mose 21/36, bedeutet den vollen Ersatz (leisten). Dies erhellt aus der Bedeutung von erstatten, insofern es heißt, Ersatz leisten. Das Völlige wird bezeichnet durch "Ochsen für Ochsen" und aus der Bedeutung des Ochsen, insofern er die Neigung im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 9065. 9097_ "Der tote (Ochse) aber soll ihm gehören", 2. Mose 21/36, bedeutet, anstatt der verletzten Neigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ochsen, insofern er hier die Neigung des Bösen bezeichnet; denn durch das Tote wird das Böse und Falsche bezeichnet gemäß dem, was Nr. 9089 (bemerkt wurde). Wie es sich damit verhält, was dem inneren Sinn nach in diesem Vers enthalten ist, kann aus dem geschlossen werden, was Nr. 9094 erklärt wurde. 9098. Vers 37: Wenn jemand einen Ochsen oder ein Schaf gestohlen und es geschlachtet oder verkauft hat, so soll er fünf Ochsen erstatten für einen Ochsen, und vier Schafe für ein Schaf. "Wenn jemand einen Ochsen oder ein Schaf gestohlen hat" bedeutet, wer jemanden sein äußeres oder inneres Gute genommen hat; "und es geschlachtet hat" bedeutet, und es ausgelöscht (oder zerstört); "oder verkauft hat" bedeutet, oder wenn er es (ihm) entfremdet hat; "so soll er fünf Ochsen erstatten für einen Ochsen" bedeutet eine Strafe, die dem vielen (des Schadens) entspricht; "und vier Schafe für ein Schaf" bedeutet eine Strafe, die dem Vollen entspricht. 9099. "Wenn jemand einen Ochsen oder ein Schaf gestohlen hat", 2. Mose 21/37, bedeutet, wer jemanden sein äußeres oder inneres Gute genommen. Dies erhellt aus der Bedeutung von stehlen, insofern es ausdrückt, jemanden seine geistigen Güter nehmen, worüber Nr. 5135, 8906. Aus der Bedeutung des Ochsen, insofern er die Neigung des Guten im Natürlichen bezeichnet, also das äußere Gute, worüber Nr. 2180, 2566, 2781, 2830, 5913, 8937. Und aus der Bedeutung des Schafes, insofern es das innere Gute bezeichnet; denn was zu dem Kleinvieh gehört, bedeutet dasjenige, was Sache des inneren Guten ist, und was zu den Rindern gehört, das was Sache des äußeren Guten ist: Nr. 2566, 5913, 6048, 8937. 9100. "Und es geschlachtet hat", 2. Mose 21/37, bedeutet, und es ausgelöscht (oder zerstört) hat. Dies erhellt ohne Erklärung. 9101. "Oder verkauft hat", 2. Mose 21/37, bedeutet, oder wenn er es (ihm) entfremdet hat. Dies erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, insofern es soviel ist als entfremden, worüber Nr. 4098; 4752, 4758, 5886, 6143. 9102. "So soll er fünf Ochsen erstatten für einen Ochsen", 2. Mose 21/37, bedeutet eine Strafe, die dem vielen des Schadens entspricht. Dies erhellt aus der Bedeutung von 5, insofern es soviel ist als einiges, worüber Nr. 4638, 5291, und auch das viele bezeichnet: Nr. 5708, 5956. Und aus der Bedeutung von erstatten, insofern es Verbesserung: Nr. 9087 und auch Wiederherstellung bezeichnet: Nr. 9097; es bedeutet aber auch Strafe, weil der Mensch, wenn das entfremdete Gute verbessert oder wiederhergestellt werden muß, Hartes erleidet, denn er wird entweder dem Bösen überlassen, somit auch der Strafe des Bösen, weil das Böse seine Strafe bei sich hat: Nr. 8214, oder in Versuchungen versetzt, durch die das Böse bezähmt oder entfernt wird, und welche die Strafe bilden, die hier durch Ersatz bezeichnet wird. Die Strafe ist aber auch eine entsprechende, weil das Böse der Strafe und das Böse der Schuld einander entsprechen: Nr. 1857, 6559, 8214. 9103. "Und vier Schafe für ein Schaf", 2. Mose 21/37, bedeutet eine Strafe, die dem Vollen entspricht. Dies erhellt aus der Bedeutung von vier, insofern es eine Verbindung bezeichnet, denn vier bedeutet das gleiche wie zwei, weil jene Zahl aus dieser hervorgeht, denn sie ist das Doppelte von dieser. Daß zwei eine Verbindung bedeutet, sehe man Nr. 5194, 8423, und deshalb auch vier: Nr. 1686, 8877. Daß diese Zahlen auch bedeuten bis zum Vollen, folgt daraus, denn das Verbundene ist das Volle; und aus der Bedeutung des Schafes, insofern es das innere Gute bezeichnet, worüber Nr. 9099. Die entsprechende Strafe wird bezeichnet durch erstatten, nämlich vier Schafe für ein Schaf: Nr. 9102. Das innere Gute ist das, welches Liebtätigkeit im inneren Menschen genannt wird, und das äußere Gute ist die Liebtätigkeit im äußeren; dieses Gute lebt von jenem, denn das Gute der Liebtätigkeit im inneren Menschen ist das Gute des geistigen Lebens, und das Gute der Liebtätigkeit im äußeren (Menschen) ist das Gute des natürlichen Lebens aus jenem. Dieses Gute gelangt in die Empfindung des Menschen als Lustreiz, jenes aber dringt nicht zur Empfindung, sondern nur zum Innewerden, daß es so sein müsse, und macht die Seele zufrieden. Im anderen Leben aber kommt es auch zur Empfindung. Die Ursache, weshalb fünf Ochsen erstattet werden sollten für einen Ochsen, und vier Schafe für ein Schaf, kann von niemand erkannt werden, der nicht weiß, was der Diebstahl im geistigen Sinn bedeutet, wie auch, was der Ochse und das Schaf. Was diese zusammen bedeuten, ist erklärt worden, nämlich das Wegnehmen oder das Entfremden des äußeren und inneren Guten. Das Wegnehmen geschieht durch das Böse, und das Entfremden durch das Falsche; deshalb wird ihre Strafe und Wiedererstattung durch fünf und vier bezeichnet. Daß alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten, sehe man Nr. 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 6175. Hier die Sachen, welche die Wiederstattung in sich schließen, nämlich die Zahl Fünf für die Wiederstattung des äußeren Guten in Verlauf von vielem, und die Zahl Vier die Wiedererstattung des inneren Guten bis zum Vollen. Das innere Gute muß aber bis zum Vollen erstatten werden, weil dieses Gute das geistige Leben des Menschen ausmacht; und wenn das geistige Leben nicht bis zum Vollen (oder vollständig) wiederhergestellt wird, so kann das äußere Gute, welches das natürliche Leben ausmacht, nicht wiederhergestellt werden, weil dieses Leben durch jenes wiederhergestellt wird, wie man dies an der Wiedergeburt des Menschen ersehen kann. Daß der äußere Mensch durch den inneren wiedergeboren wird, sehe man Nr. 9043, 9046, 9061; aber das Gute im äußeren oder natürlichen Menschen kann nicht bis zum Vollen wiederhergestellt werden, weil hier die Verletzung gleichsam als Narbe verbleibt, die sich verhärtet. Das ist es, was diese Zahlen in sich schließen. Es soll nun noch mit wenigem gesprochen werden über die Wiederherstellung des äußeren Guten, welches das natürliche Leben des Menschen ausmacht, durch das innere Gute, das sein geistiges Leben ausmacht. Das Natürliche des Menschen sieht die Sachen im Lichte der Welt, welches das natürliche Licht genannt wird; der Mensch erwirbt sich dieses Licht durch die Gegenstände, die durch das Gesicht und das Gehör eindringen, somit durch die Gegenstände, die aus der Welt stammen; dadurch sieht sie der Mensch in seinem Inneren beinahe ebenso, wie sie das Auge sieht. Die Gegenstände, die durch diese Sinne eindringen, erscheinen ihm zuerst als Angenehmes und Reizendes. Späterhin macht der Mensch in seinen Jugendjahren einen Unterschied zwischen den Lustreizen, wodurch er sie unterscheiden lernt, und zwar stufenweise immer genauer. Wenn aber das Licht des Himmels in diese Dinge einließt, dann fängt der Mensch an, sie geistig zu sehen und zuerst zwischen den nützlichen und den nicht nützlichen zu unterscheiden; dann beginnt er das Wahre zu erkennen; denn was ihm nützlich ist, das gilt ihm als wahr, und was ihm nicht nützlich ist, als nicht wahr. Diese Erkenntnis wächst je nach dem Einfluß des Lichtes vom Himmel, bis er zuletzt nicht nur zwischen den Wahrheiten unterscheidet, sondern auch zwischen dem Wahren in diesen Wahrheiten; und zwar desto klarer, je mehr die Gemeinschaft (und der Verkehr) zwischen dem inneren und dem äußeren Menschen eröffnet wird; denn das Licht des Himmels fließt durch den inneren Menschen vom Herrn in den äußeren ein. Dadurch bekommt nun der Mensch ein Innewerden; dies ist jedoch noch kein geistiges Innewerden; dieses Innewerden geht nicht aus natürlichen Wahrheiten hervor, sondern aus geistigen Wahrheiten; geistige Wahrheiten sind aber die, welche Glaubenswahrheiten genannt werden. Das geistige Innewerden geht aber aus diesen Wahrheiten hervor, weil das Licht des Himmels das vom Herrn hervorgehende göttlich Wahre ist, und dieses leuchtet wie ein Licht vor den Augen der Engel, und leuchtet auch in ihrem Verstande, und gibt ihnen Einsicht und Weisheit, jedoch mit Verschiedenheit, je nach der Aufnahme desselben im Guten. Deswegen müssen die Erkenntnisse von geistigen Dingen beim Menschen in seinem Natürlichen sein, damit ein geistiges Innewerden stattfinde; und diese geistigen Erkenntnisse müssen aus einer Offenbarung herkommen. Wenn das Licht des Himmels in diese einfließt, fließt es in sein Eigenes sein, denn jenes Licht ist, wie gesagt, das vom Herrn hervorgehende göttlich Wahre; man sehe Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3138, 3167, 3195, 3222, 3223, 3341, 3636, 3643, 4180, 4302, 4408, 4415, 4527, 5400, 6032, 6313, 6608. Hierdurch empfängt der Mensch Einsicht und Weisheit in solchen Dingen, die Sache des ewigen Lebens sind, und jene nehmen zu, je nach der Aufnahme dieses Lichtes, d.h. der Glaubenswahrheiten, im Guten. Das Gute ist die Liebtätigkeit. Daß der natürliche oder äußere Mensch durch den inneren wiedergeboren und auch gebessert und wiederhergestellt wird, kann man aus dem bereits Gesagten erkennen; denn was in äußeren oder natürlichen Menschen ist, lebt aus dem Licht des Himmels; denn dieses Licht ist lebendig, weil es vom Herrn hervorgeht, Der das Leben selber ist. Es lebt aber nicht aus dem natürlichen Licht, denn dieses Licht ist an sich tot. Damit also das, was in diesem Licht ist, Leben habe, muß ein Einfluß des lebendigen Lichtes vom Herrn durch den inneren Menschen stattfinden. Dieser Einfluß richtet sich aber nach den analogen und entsprechenden Erkenntnissen des Wahren im Natürlichen und nach dem Gehorsam (oder der Willfährigkeit) in demselben. Hieraus erhellt nun, daß das Äußere oder Natürliche des Menschen durch sein Inneres wiedergeboren werden muß. In gleicher Weise muß das geraubte und entfremdete Gute im Natürlichen verbessert und wiederhergestellt werden.   Nr. 9104 - 9122 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 22. Kapitel 1. Wenn ein Dieb im Einbruch ergriffen wird, und er wird geschlagen, daß er stirbt, so ist es ihm kein Blut (so ist es für den Täter keine Blutschuld). 2. Ist (aber) die Sonne über ihm aufgegangen, so ist es ihm Blut (Blutschuld); (der Dieb) soll bezahlen (vollen Ersatz leisten); hat er nichts, so soll er verkauft werden für seinen Diebstahl. 3. Wird das Gestohlene in seiner Hand gefunden, es sei Ochse, oder Esel, oder Schaf lebendig, so soll er es doppelt bezahlen. 4. So ein Mann ein Feld, oder einen Weinberg abödet (abweidet), und sein Vieh hineinläßt, daß es abödet im Feld eines anderen, so soll er es vom Besten seines Feldes und vom Besten seines Weinbergs wiedererstatten. 5. So ein Feuer auskommt und ergreift Dornen, so daß ein Garbenhaufe, oder die stehende Saat, oder das Feld verzehrt wird, so soll der wiedererstatten, der den Brand angezündet hat. 6. So ein Mann seinem Genossen Silber oder Gefäße gibt zur Aufbewahrung, und es wird gestohlen aus dem Haus des Mannes, so soll, wenn der Dieb ergriffen wird, dieser es zweifach wiedererstatten. 7. Wird der Dieb nicht ergriffen, so soll der Herr des Hauses vor Gott (vor Gericht) gebracht werden, (um zu schwören) ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen. 8. Über jede Sache des Vergehens, über Ochs, über Esel, über Schaf, über Kleid, über alles Verlorene, wovon man sagt, daß es dies sei, bis zu Gott soll die Sache der beiden kommen; der, den Gott verurteilt, soll das Doppelte erstatten seinem Genossen. 9. So ein Mann seinem Genossen einen Esel, oder einen Ochsen, oder ein Schaf und irgendein Tier gibt zur Aufbewahrung, und es stirbt, oder wird zerbrochen (verdorben), oder gefangen weggeführt, so daß es niemand sieht; 10. So soll der Eid Jehovahs sein zwischen ihnen beiden, ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen, und der Herr (oder Eigentümer) es genommen, dann soll er es nicht wiedererstatten. 11. Ist es aber gestohlen worden bei ihm weg (aus seinem Hause), so soll er es seinem Herrn (oder Eigentümer) erstatten. 12. Ist es zerrissen worden, so soll er es als Zeugen bringen; das Zerrissene soll er nicht erstatten. 13. Und so ein Mann (etwas) entlehnt hat von seinem Genossen, und es wird beschädigt oder stirbt, wenn sein Herr nicht dabei ist, so soll er es erstatten; 14. Ist sein Herr dabei, soll er es nicht erstatten; ist er ein Taglöhner, so soll er kommen für seinen Lohn. 15. Und so ein Mann eine Jungfrau beredet, die nicht verlobt ist, und liegt bei ihr, so soll er sie durch Morgengabe sich erwerben zum Weibe. 16. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so soll er Silber bezahlen je nach der Morgengabe (Kaufpreis) der Jungfrauen. 17. Eine Zauberin sollst du nicht leben lassen. 18. Jeder, der bei einem Tier liegt, soll des Todes sterben. 19. Wer den Göttern opfert, außer dem Jehovah allein, der soll verbannt werden. 20. Und den Fremdling sollst du nicht bedrängen noch unterdrücken, denn ihr seid Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. 21. Witwen und Waisen sollt ihr nicht bedrücken. 22. Wenn du sie bedrückst, und wenn sie zu Mir schreien, so werde Ich ihr Geschrei erhören. 23. Und Mein Zorn wird entbrennen, und Ich werde euch töten mit dem Schwert, und eure Weiber werden Witwen, und eure Söhne Waisen werden. 24. Wenn du Silber (oder Geld) leihst Meinem Volke, dem armen bei dir, so sollst du ihm nicht sein wie ein Wucherer; ihr sollt ihm nicht Zins auflegen. 25. Wenn du das Kleid deines Genossen zum Pfande nimmst, so sollst du, bis die Sonne untergeht, es ihm zurückgeben. 26. Denn es ist seine Decke allein; es ist sein Kleid für seine Haut, worin er schlafen soll; und es soll geschehen, wenn er zu Mir schreien wird, so werde Ich hören, denn Ich bin barmherzig. 27. Gott sollst du nicht fluchen, und einen Fürsten unter deinem Volk sollst du nicht verwünschen. 28. Die Erstlinge deines Getreides und die Erstlinge deines Weins sollst du nicht verzögern (zurückhalten); den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du Mir geben. 29. Also sollst du tun mit deinem Ochsen und mit deiner Schafherde; sieben Tage soll es bei seiner Mutter sein, am achten Tage sollst du es Mir geben. 30. Und Männer der Heiligkeit (heilige Leute) sollt ihr Mir sein, und Fleisch, das auf dem Felde zerrissen ist, sollt ihr nicht essen; dem Hunde sollt ihr es vorwerfen.   Inhalt 9123. Im inneren Sinn wird in diesem Kapitel gehandelt von den Schäden, die auf verschiedene Art dem Wahren des Glaubens und dem Guten der Liebtätigkeit zugefügt werden, und von deren Besserung und Wiedergutmachung (oder Ersatz); wie auch von der Hilfe, die geleistet werden soll, wenn es ausgelöscht (zerstört) wird. Hernach wird von der Belehrung in den Wahrheiten des Glaubens gehandelt, und zuletzt vom Lebenszustand des Menschen, wenn er im Guten der Liebtätigkeit ist.   Innerer Sinn 9124. Vers 1-3: Wenn ein Dieb im Einbruch ergriffen wird, und er wird geschlagen, daß er stirbt, so ist es ihm kein Blut (so ist es für den Täter keine Blutschuld). Ist aber die Sonne über ihm aufgegangen, so ist es ihm Blut (Blutschuld); (der Dieb) soll bezahlen (vollen Ersatz leisten); hat er nichts, so soll er verkauft werden für seinen Diebstahl. Wird das Gestohlene in seiner Hand gefunden, es sei Ochse, oder Esel, oder Schaf lebendig, so soll er es doppelt bezahlen. "Wenn ein Dieb im Einbruch ergriffen wird" bedeutet, wenn nicht zum Vorschein kommt, daß das Gute und Wahre weggenommen wird; "und er wird geschlagen, daß er stirbt" bedeutet, wenn es dann so beschädigt wird, daß es ausgelöscht wird; "so ist es ihm kein Blut" bedeutet, er sei nicht schuldig, Gewalt angetan zu haben; "ist aber die Sonne über ihm aufgegangen" bedeutet, wenn er klar sieht aus seinem Inneren; "so ist es ihm Blut" bedeutet, er sei schuldig; "(der Dieb) soll bezahlen" bedeutet die Besserung und Vergütung des weggenommenen Wahren und Guten; "hat er nichts" bedeutet, wenn nichts übrig ist; "so soll er verkauft werden für seinen Diebstahl" bedeutet die Entfremdung; "wird das Gestohlene in seiner Hand gefunden" bedeutet, wenn vom Wahren und Guten etwas übrig ist, womit Ersatz geleistet werden kann; "es sei Ochse, oder Esel" bedeutet, vom äußeren Guten oder Wahren; "oder Schaf" bedeutet, vom inneren Wahren und Guten; "lebendig" bedeutet, sofern geistiges Leben darin ist; "so soll er es doppelt bezahlen" bedeutet die vollständige Ersatzleistung. 9125. "Wenn ein Dieb im Einbruch ergriffen wird", 2. Mose 22/1, bedeutet, wenn nicht zum Vorschein kommt, daß das Gute und Wahre weggenommen wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Einbruchs, sofern er bezeichnet, Böses tun im Verborgenen, und wenn es vom Dieb gesagt wird, die Wegnahme des Guten oder Wahren durch das Falsche aus dem Bösen, und zwar so, daß sie nicht zum Vorschein kommt, worüber folgt. Und aus der Bedeutung des Diebes, sofern er den bezeichnet, der das Gute und Wahre wegnimmt, wovon Nr. 5135, 8906, 9018, 9020; und im abgezogenen Sinn das weggenommene Wahre oder Gute. Im abgezogenen Sinn wird gesagt, weil die Engel, die im inneren Sinn des Wortes sind, bei ihrem Denken von den Personen absehen: Nr. 5225, 5287, 5434 8343, 8985, 9007; auch das Wort hat in diesem Sinn die Sachen als Gegenstand, ohne Rücksicht auf Personen und auf Orte. Daß der Einbruch bedeutet Böses tun im Verborgenen, und wenn es vom Dieb gesagt wird, die Wegnahme des Guten oder Wahren durch das Falsche aus dem Bösen, so daß sie nicht zum Vorschein kommt, geht daraus hervor, daß hier unterschieden wird zwischen einem Diebstahl, der durch Einbruch geschieht, und zwischen einem Diebstahl, der geschieht, wenn die Sonne aufgegangen ist, wovon im folgenden Vers. Daß der Einbruch diese Bedeutung hat, erhellt auch aus den Stellen im Wort, wo er vorkommt: Jerem.2/34: "Auch in deinen Fittichen ist gefunden worden das Blut armer, unschuldiger Seelen; nicht im Einbruch habe Ich es gefunden, sondern auf allem ist es": hier von unsauberen und daher bösen Trieben. Nicht im Einbruch habe ich es gefunden, bedeutet, nicht durch Nachforschung im Verborgenen; daher wird gesagt, auf allem ist es, d.h., es kommt überall zum Vorschein. Hes.8/7,8: "Er führte mich hinein in die Türe des Vorhofs; da sah ich, und siehe, ein Loch in der Wand; er sprach zu mir: Wohlan, brich hinein in die Wand; ich brach nun hinein in die Wand, siehe, da war eine Türe": hier von den Greueln des Hauses Israel, die sie im Verborgenen taten. In die Wand hineinbrechen heißt, im Verborgenen hineingehen, und sehen, was sie tun. Amos 9/2: "Wenn sie hineinbrechen in die Hölle, soll von dannen Meine Hand sie holen; und wenn sie steigen in den Himmel, so will Ich sie von da herunter werfen": hineinbrechen in die Hölle heißt, sich daselbst verbergen, somit in dem Falschen aus dem Bösen; denn die Hölle ist das Falsche aus dem Bösen, weil dasselbe dort regiert. Das Falsche wird dort die Finsternis genannt, in der sie sich vor dem Himmelslicht verbergen, denn das Himmelslicht, welches das göttlich Wahre vom Herrn ist, fliehen sie. Hiob 24/15-17: "Das Auge des Ehebrechers hat acht auf die Dämmerung, und er spricht: Mich sieht kein Auge, und legt eine Hülle auf sein Angesicht, in der Finsternis bricht er in die Häuser ein; bei Tag verschließen sie sich, sie kennen das Licht nicht; der Morgen ist ihnen gleich dem Schatten des Todes, denn sie kennen die Schrecken des Todesschattens": hier steht in die Häuser einbrechen offenbar für: die Güter des anderen im Verborgenen rauben, denn es heißt, er bricht in der Finsternis in die Häuser ein, er hat acht auf die Dämmerung, daß ihn kein Auge sehen soll, er verhüllt sein Angesicht, er kennt das Licht nicht. Ferner, der Morgen ist ihnen gleich dem Todesschatten. Daß ins Haus einbrechen heißt, das Gut eines anderen im Verborgenen wegnehmen, kommt von den Vorbildern im anderen Leben her, wenn dort bei den Engeln die Rede ist vom Falschen, welches das Wahre im Verborgenen zerstört, so wird unten, wo die Reden der Engel sichtbar dargestellt werden, dieses durch das Durchgraben einer Wand vorgebildet; und umgekehrt, wenn bei den Engeln die Rede ist vom Wahren, das dem Guten sich nähert und mit ihm sich verbindet, so wird dieses durch eine offene Türe vorgebildet, durch die man eintreten kann. Daher kommt es, daß der Herr, Der den Vorbildern im Himmel gemäß und nach Entsprechungen geredet hat, weil aus dem Göttlichen spricht: Joh.10/12: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer nicht durch die Türe eingeht in den Schafstall, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Mörder; wer aber durch die Türe eingeht, ist ein Hirte der Schafe". Luk.12/39: "Das sollt ihr wissen, wenn der Hausvater wüßte, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er sicherlich wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen": ein Dieb ist auch hier, wer durch Falsches das Gute des Glaubens zerstört. Ins Haus einbrechen bedeutet, dies im Verborgenen tun, weil es geschieht, wenn der Hausvater nicht wacht. Daher kommt es auch, daß "kommen wie ein Dieb" heißt, unerkannt kommen, weil nicht durch die Türe, sondern anderswoher. Joh.Offenb.3/3: "Wenn du nicht wachst, so werde Ich über dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, zu welcher Stunde Ich über dich kommen werde". Joh.Offenb.16/15: "Siehe, Ich komme wie ein Dieb; selig ist, wer da wachet": kommen wie ein Dieb, heißt unerkannt und unerwartet kommen. Daß in Beziehung auf den Herrn so gesprochen wird, hat den Grund, weil verstanden wird, daß beim Menschen die Türe durch das Falsche des Bösen geschlossen ist. 9126. "Und er wird geschlagen, daß er stirbt", 2. Mose 22/1, bedeutet, wenn es dann so beschädigt wird, daß es ausgelöscht wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von geschlagen werden, wenn es auf das Wahre und Gute sich bezieht, sofern es heißt verletzt oder beschädigt werden, wie Nr. 9034, 9058; und aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt, ausgelöscht (oder vertilgt) werden. Daß das Wahre und Gute hier verstanden wird, hat den Grund, weil durch Dieb oder Diebstahl das bezeichnet wird, was weggenommen wurde, somit das Gute und Wahre, wie auch im Folgenden: 2. Mose 22/3: "Wird das Gestohlene in seiner Hand gefunden, es sei Ochs, oder Esel, oder Schaf, lebendig": Ochs, Esel und Schaf bedeuten das äußere und innere Gute und Wahre, und sie werden Gestohlenes genannt, weil sie in der Hand des Diebes sind. Ebenso "Silber und Gefäße": 2. Mose 22/6, die gleichfalls innere und äußere Wahrheiten bezeichnen. Durch Dieb wird das gleiche wie durch Diebstahl bezeichnet, weil Dieb in dem von der Person abgezogenen Sinn den Diebstahl bedeutet, d.h. das weggenommene Wahre und Gute, man sehe Nr. 9125. 9127. "So ist es ihm kein Blut", 2. Mose 22/1, bedeutet, er sei nicht schuldig, Gewalt angetan zu haben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es im höchsten Sinn das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre, und daher im inneren Sinn das Wahre des Guten bezeichnet, wovon Nr. 4735, 6978, 6378, 7317, 7326, 7846, 7850, 7877; demnach wird durch Blutvergießen bezeichnet, dem göttlich Wahren oder dem Wahren des Guten, wie auch dem Guten selbst Gewalt antun; denn wer dem Wahren Gewalt antut, der tut auch dem Guten Gewalt an, weil das Wahre so verbunden ist mit dem Guten, daß das eine dem anderen angehört. Deshalb wird, wenn dem einen Gewalt angetan wird, sie auch dem anderen angetan. Hieraus folgt, daß durch "so ist es ihm kein Blut" bezeichnet wird, nicht schuldig sein, dem Wahren und Guten Gewalt angetan zu haben. Wer vom inneren Sinn des Wortes nichts weiß, meint nicht anders, als daß durch Blut im Worte Blut bezeichnet werde, und daß durch Blut vergießen nur bezeichnet werde, einen Menschen töten; aber im inneren Sinn handelt es sich nicht um das Leben des Leibes, sondern um das Leben der Seele des Menschen, d.h. um sein geistiges Leben, das er in Ewigkeit leben muß. Dieses Leben wird im Wort, im Buchstabensinn, durch solches beschrieben, was dem Leben des Leibes angehört, nämlich durch Fleisch und Blut; und weil das geistige Leben des Menschen entsteht und besteht durch das Gute, das der Liebtätigkeit und durch das Wahre, das dem Glauben angehört, deswegen wird das Gute, das der Liebtätigkeit angehört, unter Fleisch verstanden, und das Wahre, das dem Glauben angehört, unter Blut im inneren Sinn des Wortes. Und in noch inwendigerem Sinn, das Gute der Liebe zum Herrn unter Fleisch, und das Gute der Liebe gegen den Nächsten unter Blut. Im höchsten Sinn aber, in dem allein vom Herrn gehandelt wird, bedeutet Fleisch das göttlich Gute des Herrn, somit den Herrn selbst in Ansehung des göttlich Guten, und Blut das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, somit den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren. Dieses wird durch Fleisch und Blut im Himmel verstanden, wenn der Mensch das Wort liest. Ebenso wenn der Mensch zum heiligen Abendmahl geht; aber bei diesem ist Brot das Fleisch, und das Blut ist Wein, weil durch Brot ganz das gleiche bezeichnet wird, was durch Fleisch, und durch Wein ganz das gleiche, was durch Blut. Die aber, die sinnlich sind, wie die meisten Menschen in der Welt heutzutage, begreifen das nicht; sie mögen also in ihrem Glauben bleiben, nur sollen sie glauben, daß im heiligen Abendmahl und im Worte etwas Heiliges ist, weil vom Göttlichen. Wenn sie auch nicht wissen, worin dasselbe liegt, sollen doch diejenigen, die eines tieferen Innewerdens fähig sind, d.h., die ihre Gedanken über das Sinnliche erheben können, erwägen, ob Blut durch Blut und Fleisch durch Fleisch verstanden werde: Hes.39/17-21: "Menschensohn, so sprach der Herr Jehovah, sage zu allen Vögeln des Himmels, zu allem Wild des Feldes: versammelt euch und kommet, sammelt euch umher zu Meinem Opfer, das Ich euch opfere, dem großen Opfer auf den Bergen Israels, daß ihr Fleisch esset und Blut trinket, Fleisch der Starken sollt ihr essen, und Blut der Fürsten der Erde, und Blut bis zur Trunkenheit von Meinem Opfer, das Ich euch opfern will; ihr sollt gesättigt werden an Meinem Tisch, mit Roß und Wagen, und Starken, und allem Manne des Krieges; so will Ich Meine Herrlichkeit erzeigen unter den Völkerschaften". Joh.Offenb.19/17,18: "Ich sah einen Engel stehen in der Sonne, der schrie mit großer Stimme, und sprach zu allen Vögeln, die in der Mitte des Himmels fliegen: Versammelt euch zum Abendmahl des großen Gottes, daß ihr esset Fleisch der Könige, und Fleisch der Obersten, und Fleisch der Starken, und Fleisch der Rosse, und derer, die darauf sitzen, und Fleisch aller Freien und Knechte, der kleinen und der großen". Daß in diesen Stellen unter Fleisch nicht Fleisch verstanden wird, und unter Blut nicht Blut, ist augenscheinlich klar; ebenso nun auch unter dem Fleisch und Blut des Herrn: Joh.6/50-58: "Das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch; wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr nicht esset das Fleisch des Menschensohnes, und trinket Sein Blut, werdet ihr kein Leben haben in euch. Wer Mein Fleisch ißt, und Mein Blut trinkt, hat ewiges Leben; und Ich werde ihn aufwecken am jüngsten Tage; denn Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank; wer Mein Fleisch ißt und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm; dieses Brot ist es, das vom Himmel herabkommt". Daß das Fleisch des Herrn das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe bedeutet, und das Blut das von Seinem göttlich Guten ausgehende göttlich Wahre, kann daraus erhellen, daß sie das sind, was das geistige Leben des Menschen nährt; daher wird auch gesagt, "Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank", wie auch, "das ist das Brot, das vom Himmel herabkommt". Und weil der Mensch durch Liebe und Glauben mit dem Herrn verbunden wird, darum wird auch gesagt: "Wer Mein Fleisch ißt, und Mein Blut trinkt, bleibt in Mir und Ich in ihm". Aber, wie oben gesagt wurde, nur diejenigen begreifen dieses Wort, die mit ihrem Denken sich über das leiblich Sinnliche erheben können. Hauptsächlich die, welche im Glauben und in der Liebe zum Herrn sind, denn diese werden vom Herrn über das sinnliche Leben zum Leben ihres Geistes erhoben, somit vom Weltlicht ins Himmelslicht, und in diesem Licht verschwinden die materiellen Dinge, die Gegenstände des leiblichen Denkens sind. Wer also weiß, daß das Blut das göttlich Wahre vom Herrn ist, der kann auch wissen, daß durch Blutvergießen im Worte nicht bezeichnet wird, einen Menschen töten, oder des leiblichen Lebens berauben, sondern ihn an der Seele töten, oder um das Leben der Seele bringen, d.h. sein geistiges Leben zerstören, das aus dem Glauben und der Liebe zum Herrn kommt. Daß das Blut, wenn ein in unrechtmäßiger Weise vergossenes verstanden wird, das durch Falsches aus dem Bösen zerstörte göttlich Wahre bedeutet, wird aus folgenden Stellen klar: Jes.4/4: "Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions waschen, und das Blut Jerusalems aus ihrer Mitte abwischen wird durch den Geist des Gerichts und durch den Geist der Reinigung". Jes.59/3,7: "Eure Hände sind befleckt mit Blut, und eure Finger mit Missetat; ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, unschuldiges Blut zu vergießen; ihre Gedanken sind Gedanken der Missetat". Jerem.2/34: "Auch in deinen Fittichen ist gefunden worden das Blut armer, unschuldiger Seelen". Jerem.Klagel.4/13,14: "Wegen der Sünden der Propheten, der Missetaten der Priester, die inmitten Jerusalems vergossen haben das Blut der Gerechten, sind irre gegangen die Blinden auf den Gassen, und sind befleckt mit Blut; was sie nicht können, rühren sie an mit den Kleidern". Hes.16/6,9: "Ich ging an dir vorüber und sah dich zertreten in deinem Blute; und sprach: In deinem Blute lebe; Ich wusch dich mit Wasser, und wischte dein Blut von dir ab, und salbte dich mit Öl". Hes.22/2-4,6,9: "Du Sohn des Menschen, wirst du nicht zanken mit der Stadt der Blutschulden? Zeige ihr an alle ihre Greuel; durch dein Blut, das du vergossen hast, bist du schuldig geworden, und durch die Götzen, die du gemacht hast, bist du befleckt; siehe, die Fürsten Israels, ein jeder nach seinem Arm, sind in dir gewesen, und haben Blut vergossen; Männer der Verleumdung sind in dir gewesen, Blut zu vergießen, und an den Bergen haben sie in dir gegessen". Joel 3/3,4: "Ich werde Wunderzeichen geben im Himmel und auf Erden, Blut, und Feuer, und Rauchsäule; die Sonne soll verwandelt werden in Finsternis, und der Mond in Blut, ehe daß kommt der große und schreckliche Tag". Joh.Offenb.6/12: "Die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack, und der Mond ward ganz wie Blut". Joh.Offenb.8/8: "Der zweite Engel posaunte, und wie ein großer mit Feuer brennender Berg ward geworfen ins Meer, und der dritte Teil des Meeres ward Blut". Joh.Offenb.16/3,4: "Der zweite Engel goß seine Schale aus ins Meer, und es ward Blut wie eines Toten, daher starb alle lebende Seele im Meer. Der dritte Engel goß seine Schale aus in die Ströme und in die Wasserquellen, und es ward Blut". In diesen Stellen wird unter Blut nicht verstanden Blut des leiblichen Lebens des Menschen, das vergossen worden, sondern Blut des geistigen Lebens, welches das göttlich Wahre ist und dem durch das Falsche aus dem Bösen Gewalt angetan wurde. Das gleiche wird durch Blut verstanden bei Matth.23/35: "Kommen wird über euch das gerechte Blut, das vergossen ward auf Erden, vom Blut des gerechten Habel bis zum Blut des Zacharias, den ihr getötet habt zwischen dem Tempel und Altar": wodurch bezeichnet wird, daß die Wahrheiten des Wortes von den Juden von der ersten Zeit an bis zur gegenwärtigen so sehr verletzt worden seien, daß sie nichts inwendiges und himmlisch Wahres anerkennen wollten, darum erkannten sie auch den Herrn nicht an; daß sie Sein Blut vergossen, bezeichnete die völlige Verwerfung des göttlich Wahren, denn der Herr war das göttlich Wahre selbst, welches das Wort ist, das Fleisch wurde: Joh.1/1,14. Die völlige Verwerfung des göttlich Wahren, das vom Herrn, und das der Herr war, wird durch Folgendes verstanden: Matth.27/24,25: "Pilatus wusch die Hände vor dem Volke, und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Gerechten, ihr möget zusehen; und das ganze Volk antwortete: Sein Blut sei über uns und über unseren Kindern"; deshalb wird dieses auf folgende Weise beschrieben bei Joh.19/34,35: "Einer der Kriegsknechte stach mit der Lanze in Seine Seite, und alsbald kam heraus Blut und Wasser; der es gesehen, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, daß er Wahrheit sagt, auf daß ihr glaubet": daß auch Wasser herauskam hat den Grund, weil durch Wasser das äußere göttlich Wahre bezeichnet wird, wie es als das Wort im Buchstaben beschaffen ist. Daß Wasser das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568. Aus diesem wird auch klar, was bezeichnet wird durch gereinigt werden durch das Blut des Herrn, sofern es heißt durch Aufnahme des Glaubenswahren von Ihm: Nr. 7918, 9088; so wird auch klar, was bezeichnet wird durch Folgendes: Joh.Offenb.12/11: "Sie haben den Drachen überwunden durch das Blut des Lammes, und durch das Wort Seines Zeugnisses": durch das Blut des Lammes heißt, durch das göttlich Wahre, das vom Herrn, und das auch das Wort des Zeugnisses ist. Das Blut des Lammes ist das unschuldige Blut, denn das Lamm bedeutet die Unschuld: Nr. 3519, 3994, 7840. Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre im Himmel hat inwendigst in sich Unschuld, denn es regt keine anderen an, als die, welche in der Unschuld sind: Nr. 2526, 2780, 3111, 3183, 3495, 3994, 4797, 6013, 6107, 6765, 7836, 7840, 7877, 7902. 9128. "Ist aber die Sonne über ihm aufgegangen", 2. Mose 22/2, bedeutet, wenn er klar sieht vom Inneren aus, nämlich den Diebstahl der geschieht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Aufgehens der Sonne, sofern es soviel ist, als gesehen werden im Licht, somit klar. Hier, daß das Gute und Wahre weggenommen werde, was durch den Diebstahl bezeichnet wird: Nr. 9125. Daß "ist die Sonne aufgegangen" dieses bedeutet, hat den Grund, weil durch den im Einbruch ergriffenen Dieb, von dem im vorigen Vers (die Rede war), die Wegnahme des Guten und Wahren im Verborgenen bezeichnet wird somit wenn es nicht gesehen wird: Nr. 9125. Es wird gesagt, vom "Inneren aus", weil solches vom inwendigen Menschen gesehen wird. Weil es wichtig ist, so soll gesagt werden, wie es sich mit dem Sehen vom Inneren aus verhält: Der Mensch sieht bei sich, ob gut oder böse sei, mithin ob wahr oder falsch sei, was er denkt und will, und daher was er redet und tut. Das ist aber durchaus nicht möglich, wenn es der Mensch nicht von seinem Inneren aus sieht. Vom Inneren aus sehen heißt, durch das Sehvermögen des inwendigen Menschen im äußeren. Damit verhält es sich wie mit dem Sehen des Auges: das Auge kann nicht sehen, was in ihm ist, sondern was außer ihm; daher kommt es, daß der Mensch das Gute und das Böse sieht, das in ihm ist, gleichwohl aber sieht dieses der eine Mensch besser als der andere, und einige sehen es gar nicht. Die es sehen, sind die, welche das Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit vom Herrn empfangen haben, denn dieses Leben ist das inwendige Leben oder das Leben des inwendigen Menschen. Weil solche vermöge des Glaubens im Wahren und vermöge der Liebtätigkeit im Guten sind, können sie das Böse und das Falsche, das bei ihnen ist, sehen; denn aus dem Guten kann man das Böse, und aus dem Wahren das Falsche sehen, nicht aber umgekehrt. Der Grund ist, weil das Gute und Wahre im Himmel ist, und im Lichte desselben, das Böse und Falsche aber in der Hölle ist, und in der Finsternis derselben. Hieraus wird klar, daß die, welche im Bösen und daher im Falschen sind, das Gute und Wahre nicht sehen können, und nicht einmal das Böse und Falsche, das bei ihnen ist; folglich können diese auch nicht vom Inneren aus sehen. Es ist aber zu merken, daß vom Inneren aus sehen soviel ist, als vom Herrn aus sehen, denn mit dem Gesicht verhält es sich wie mit allen Dingen, die ein Dasein haben, daß nämlich nichts von sich sein Dasein hat, sondern von einem Früheren oder Höheren, somit endlich vom Ersten und Höchsten. Der Erste und Höchste ist aber der Herr. Wer dies begreift, kann auch begreifen, daß das Ganze des Lebens beim Menschen vom Herrn ist; und daß, weil die Liebtätigkeit und der Glaube das eigentlichste Leben des Menschen macht, das Ganze der Liebtätigkeit und das Ganze des Glaubens vom Herrn ist. Wer die Gabe des Denkens und Innewerdens in höherem Maße als andere besitzt, der kann auch eben hieraus entnehmen, daß der Herr alles und jedes bis auf das einzelnste sieht, was beim Menschen ist. Dagegen das Böse und Falsche hat sein Dasein nicht von einem Höheren als es ist, sondern von einem Niedrigeren; folglich hat es sein Dasein nicht vom Herrn, sondern von der Welt, denn der Herr ist oben und die Welt ist unten. Deshalb ist der inwendige Mensch bei denen, die im Bösen und daher im Falschen sind, nach oben verschlossen und nach unten offen; daher kommt es, daß sie alles verkehrt sehen, die Welt als das Ganze und den Himmel als nichts. Deswegen erscheinen sie auch vor den Engeln als verkehrt, so daß sie die Füße oben und den Kopf unten haben, von solcher Art sind alle in der Hölle. 9129. "So ist es ihm Blut", 2. Mose 22/2, bedeutet, dann ist er schuldig. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es die dem Guten und Wahren angetane Gewalt bezeichnet, somit auch, schuldig sein jener Gewalttat, wovon Nr. 9127. 9130. "(Der Dieb) soll bezahlen", 2. Mose 22/2, bedeutet die Besserung und Vergütung des weggenommenen Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von bezahlen, sofern es Besserung und Vergütung bezeichnet, wovon Nr. 9087, 9097. 9131. "Hat er nichts", 2. Mose 22/2, bedeutet, wenn nichts übrig ist, nämlich vom weggenommenen Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wenn er nichts hat", nämlich der Dieb, sofern es bedeutet, wenn nichts von dem weggenommenen Guten und Wahren übrig ist. Daß das Gestohlene das weggenommene Gute und Wahre bedeutet, sehe man Nr. 9125, und daß durch den Dieb das gleiche bezeichnet wird, was durch das Gestohlene: Nr. 9125, 9126. 9132. "So soll er verkauft werden für seinen Diebstahl", 2. Mose 22/2, bedeutet die Entfremdung. Dies erhellt aus der Bedeutung von verkauft werden, sofern es eine Entfremdung bezeichnet, wovon Nr. 4752, 4758, 5886, hier des weggenommenen Guten und Wahren, von dem nichts übrig ist: Nr. 9131. Und aus der Bedeutung von "für den Diebstahl", sofern es die Besserung und die Vergütung durch ein anderes Gutes oder Wahres anstatt des weggenommenen bezeichnet, was durch bezahlen ausgedrückt wird: Nr. 9130; denn der Dieb wurde verkauft, damit das Gestohlene bezahlt würde. Mit dem, was in diesem Vers steht, verhält es sich so: Wer sieht, daß das Gute oder Wahre, das bei ihm ist, durch das Falsche aus dem Bösen weggenommen wird, der ist schuldig ihm Gewalt angetan zu haben, denn es geschieht mit seinem Wissen. Was nämlich mit Bewußtsein geschieht, das kommt aus dem Willen und zugleich aus dem Verstand, somit aus dem ganzen Menschen, denn der Mensch ist Mensch durch beides; und was aus beiden geschieht, das geschieht aus dem Falschen, das aus dem Bösen ist. Aus dem Falschen, weil aus dem Verstand, und aus dem Bösen, weil aus dem Willen; dadurch kommt der Mensch in Schuld. Daß dem Menschen das angeeignet wird, was aus seinem Verstand und zugleich aus seinem Willen kommt, sehe man Nr. 9009, 9069, 9071; und daß der Mensch schuldig wird, wenn er nicht durch seinen Verstand das Böse des Willens, wenn er es sieht, unterdrückt: Nr. 9075. 9133. "Wird das Gestohlene in seiner Hand gefunden", 2. Mose 22/3, bedeutet, wenn vom Wahren und Guten etwas übrig ist, womit Ersatz geleistet werden kann. Dies erhellt aus der Bedeutung von gefunden werden, wenn es sich auf das weggenommene Gute oder Wahre, das durch das Gestohlene bezeichnet wird, bezieht, sofern es heißt "übrig sein". Aus der Bedeutung von "in seiner Hand", sofern es heißt, in seiner Macht. Daß die Hand Macht bedeutet, sehe man Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6947, 7011, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281; daß "in seiner Hand" auch soviel ist als bei ihm, wird man unten sehen. Ferner aus der Bedeutung des Gestohlenen, sofern es das weggenommene Gute oder Wahre bezeichnet, wovon Nr. 9125. Hieraus erhellt, daß "wird das Gestohlene in seiner Hand gefunden", heißt, wenn von dem Guten oder Wahren etwas übrig ist. Daß es auch heißt: womit Ersatz geleistet werden kann, beruht darauf, daß von der Vergütung des weggenommenen Guten und Wahren in diesem Vers die Rede ist, damit hat es aber folgende Bewandtnis: Wenn die allgemeine Neigung zum Guten bleibt, alsdann ist immer etwas übrig, wodurch das besondere Gute, das weggenommen worden, wieder ersetzt werden kann, denn von dem allgemeinen Guten hängen die besonderen Arten des Guten und Wahren ab; man sehe Nr. 920, 1040, 1316, 4269, 4325, 4329, 4345, 4383, 5208, 6115, 7131. Daß "in seiner Hand" bedeutet, alles was bei ihm ist, beruht darauf, daß durch Hand eine Macht bezeichnet wird, und alles, was in der Macht jemands steht, bei ihm ist; daher wird auch durch Hand, hauptsächlich durch die rechte Hand, ausgedrückt: "er selbst". Hieraus kann erhellen, was bezeichnet wird durch "sitzen zur Rechten des Vaters", wo es sich auf den Herrn bezieht, sofern es heißt: alles beim Vater sein, somit Er selbst sein; was soviel ist, als Er sei im Vater und der Vater in Ihm, und all das Seine sei des Vaters, und alles, was der Vater hat, sei Sein, was auch der Herr lehrt bei Joh.14/8-11 und 17/10,11. 9134. "Es sei Ochse, oder Esel", 2. Mose 22/3, bedeutet, vom äußeren Guten oder Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ochsen, sofern er das Gute des Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 2180, 2566, 2781, 2830, 5913, 8937; und aus der Bedeutung des Esels, sofern er das Wahre des Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 2781, 5492, 5741. Das Gute des Natürlichen ist das äußere Gute, und das Wahre des Natürlichen ist das äußere Wahre. 9135. "Oder Schaf", 2. Mose 22/3, bedeutet, vom inneren Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schafes, sofern es das geistige Wahre und Gute bezeichnet, somit das innere Wahre und Gute, wovon Nr. 6016, 6045, 6049. Im Wort ist bald von Herden, bald von Schafen die Rede, und im inneren Sinn wird durch Herden das innere Gute und das daher stammende Wahre bezeichnet, aber durch Schafe wird das innere Wahre und das daher stammende Gute bezeichnet. Was aber für ein Unterschied zwischen demselben stattfindet, kann man nicht erkennen, wenn man nicht weiß, wie es sich mit den zwei Zuständen des Menschen, vor und nach der Wiedergeburt verhält. Der vorhergehende Zustand ist es, wenn er durch Wahrheiten des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit geführt wird, der nachfolgende Zustand aber ist es, wenn er im Guten der Liebtätigkeit ist, und daher auch in den Wahrheiten des Glaubens. Durch den vorhergehenden Zustand wird der Mensch in die Kirche eingeführt, auf daß er eine Kirche werde, und wenn er eine Kirche geworden ist, dann ist er im nachfolgenden Zustand. Das Gute und Wahre bei ihm im nachfolgenden Zustand wird bezeichnet durch diese Herden, aber das Wahre und Gute bei ihm im vorhergehenden Zustand wird bezeichnet durch Schafe. Daher kommt es, daß hier das Wahre an erster Stelle genannt wird, und das Gute an zweiter. Über diese zwei Zustände beim Menschen, der wiedergeboren, oder was dasselbe, der eine Kirche wird, sehe man Nr. 7623, 7992, 8505, 8506, 8510, 8512, 8516, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701, 8772, 8995, 9088, 9089. Das Gute und Wahre, das im äußeren oder natürlichen Menschen ist, wird das äußere genannt, und das im inwendigen oder geistigen Menschen ist, heißt das innere. Dieses ist aber das innere und jenes das äußere, weil der inwendige Mensch aus dem Himmel, der äußere aber aus der Welt weise ist, denn der Himmel ist innerhalb des Menschen, und die Welt außerhalb. "Sei es Ochs oder Esel, oder Schaf" wird gesagt, weil alles äußere Gute und Wahre, und alles innere Wahre und Gute bezeichnet werden soll. Das Gute schreitet auch wirklich fort zum Wahren im äußeren Menschen, und vom Wahren zum Guten im Inneren, gemäß der göttlichen Ordnung im Himmel. 9136. "Lebendig", 2. Mose 22/3, bedeutet, sofern geistiges Leben darin ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lebens, sofern es das geistige Leben bezeichnet, welches das Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, wovon Nr. 5407, 5890. Lebendig sind daher die, welche geistiges Leben in sich haben. 9137. "So soll er es doppelt bezahlen", 2. Mose 2/3, bedeutet die vollständige Ersatzleistung. Dies erhellt aus der Bedeutung von doppelt, sofern es soviel ist als vollständig, wovon Nr. 9103; und aus der Bedeutung von bezahlen, sofern es die Ersatzleistung bezeichnet: Nr. 9087. 9138. Vers 4,5: So ein Mann ein Feld, oder einen Weinberg abödet (abweidet), und sein Vieh hineinläßt, daß es abödet im Feld eines anderen, so soll er es vom Besten seines Feldes und vom Besten seines Weinbergs wiedererstatten. So ein Feuer auskommt und ergreift Dornen, so daß ein Garbenhaufe, oder die stehende Saat, oder das Feld verzehrt wird, so soll der wiedererstatten, der den Brand angezündet hat. "So ein Mann ein Feld, oder einen Weinberg abödet" bedeutet, die Beraubung des Guten und Wahren der Kirche durch Begierden; "und sein Vieh hineinläßt" bedeutet, wenn er es tut, ohne dessen recht bewußt zu sein; "daß es abödet im Feld eines anderen" bedeutet die Verzehrung des zusammenhängenden Guten; "so soll er es vom Besten seines Feldes und vom Besten seines Weinbergs wiedererstatten" bedeutet die Vergütung durch Gutes und Wahres, das noch unverletzt ist; "so ein Feuer auskommt" bedeutet den Zorn aus der Neigung zum Bösen; "und ergreift Dornen" bedeutet, der sich in Falsches hineinwirft; "so daß ein Garbenhaufe verzehrt wird" bedeutet die Beschädigung des aufgenommenen Guten und Wahren des Glaubens; "oder die stehende Saat, oder das Feld" bedeutet, auch des Wahren und Guten des Glaubens in der Empfängnis; "so soll der wiedererstatten, der den Brand angezündet hat" bedeutet die Vergütung des durch Zorn aus Neigung zum Bösen Weggenommenen. 9139. "So ein Mann ein Feld, oder einen Weinberg abödet", 2. Mose 22/4, bedeutet die Beraubung des Guten und Wahren der Kirche durch Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung von aböden, sofern es soviel ist als berauben durch Begierden, wovon unten Nr. 9141. Aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, wovon Nr. 2791, 3766, 4982, 7502, somit das Gute der Kirche; und aus der Bedeutung des Weinbergs, sofern er die Kirche in Ansehung des Wahren ist, somit das Wahre der Kirche. Daß das Feld die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, beruht darauf, daß alles, was dem Feld angehört, z.B. Weizen und Gerste, inneres und äußeres Gutes der Kirche bedeutet: Nr. 3941, 7602, 7605; und daß der Weinberg die Kirche in Ansehung des Wahren ist, beruht darauf, daß der Wein, der dem Weinberg angehört, das Wahre des Guten bedeutet: Nr. 1071, 6377. Daß das Feld und der Weinberg diese Bedeutung haben, schreibt sich von den Vorbildern in der geistigen Welt her, denn vor den Geistern erscheinen Felder voll Weizen und Gerste, wenn bei den Engeln, die in einem oberen Himmel sind, von einer Gemeinde, die im Guten steht, die Rede ist; und es erscheinen Weinberge voll Trauben, mit Keltern darin, wenn bei den Engeln von einer Gemeinde, die im Wahren des Guten steht, die Rede ist. Diese Vorbilder kommen nicht daher, daß auf Erden dergleichen Dinge sind, sondern von Entsprechungen, sofern Weizen und Geste, oder das Brot daraus, den Leib nähren, wie das Gute der Liebe und Liebtätigkeit die Seele nährt, und der Wein ebenso wie der Trank. Daher kommt es, daß das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens im Wort Speise und Trank heißt. Es ist auch wirklich in diesem Sinn himmlische Speise und Trank: Nr. 56-58, 680, 681, 1973, 1974, 4459, 4792, 5147, 5293, 5576, 5579, 5915, 8562. Daß der Weinberg die Kirche in Ansehung des Guten und Wahren des Glaubens bedeutet, welche die geistige Kirche genannt wird, erhellt aus den Stellen im Wort, wo er genannt wird: Jerem.12/10,11: "Viele Hirten haben meinen Weinberg verdorben, mein Feld zertreten, sie haben das liebliche Feld gemacht zur Wüste der Verödung, sie haben ihn (den Weinberg) zur Einöde gemacht": wo Weinberg und Feld offenbar die Kirche bedeutet, und weil die Kirche eine Kirche ist vermöge des Wahren und Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit ist klar, daß der Weinberg hier die Kirche bezeichnet in Ansehung des Wahren, und das Feld dieselbe in Ansehung des Guten. Jes.3/14: "Jehovah kommt zum Gericht mit den Ältesten seines Volkes und dessen Fürsten, ihr habt angezündet den Weinberg": auch hier steht Weinberg offenbar für die Kirche in Ansehung des Guten und Wahren des Glaubens, denn die Ältesten, mit denen Jehovah zum Gericht kommen wird, bezeichnen das Gute der Kirche: Nr. 6524, 6525, und Fürsten die Wahrheiten derselben: Nr. 5044. Jes.5/1,2: "Singen will ich Meinem Geliebten ein Lied meines Freundes, von Seinem Weinberg, einen Weinberg hatte mein Geliebter im Horn des Ölsohnes (auf einem fetten Hügel), den Er umzäunte und bepflanzte mit edlen Reben": hier vom Herrn, welcher der Geliebte und Freund ist. Der Weinberg ist Seine geistige Kirche, die edle Rebe ist das Gute des Glaubens dieser Kirche, das Horn des Ölsohnes ist das Gute des Glaubens der Kirche aus dem Guten der Liebe. Wer nichts vom inneren Sinn des Wortes weiß, kann durchaus nicht wissen, was der Weinberg im Horn des Ölsohnes bedeutet, und doch liegt in diesen Worten ein solches Geheimnis, das mit Worten nicht ausgedrückt werden kann; es wird durch sie vollständig beschrieben die Verbindung des geistigen Reichs des Herrn mit Seinem himmlischen Reich, d.h. die Verbindung des zweiten Himmels mit dem dritten, folglich die Verbindung des Guten des Glaubens an den Herrn, das dem Geistigen Reich angehört, mit dem Guten der Liebe an den Herrn, das dem himmlischen Reich angehört. Der Weinberg ist das geistige Reich. Im Horn bedeutet in der Macht, somit in ihm; der Ölsohn bedeutet das äußere Gute der Liebe des himmlischen Reichs. Das himmlische Reich, das der innerste Himmel des Herrn ist, wird Ölbaum oder Ölberg genannt, weil das Öl das Gute der himmlischen Liebe ist: Nr. 886, 4582, 4638. Man merke, daß das Reich des Herrn auf Erden die Kirche ist. Daß es zwei Reiche gibt, ein himmlisches Reich und ein geistiges Reich, und daß das geistige Reich den zweiten Himmel bildet, und das himmlische Reich den dritten Himmel, sehe man Nr. 3887, 4138, 4279, 4286. Über die Verbindung Nr. 6435. Jes.27/2,3: "An jenem Tage (singet vom) Weinberg des lauteren Weines, und antwortet ihm: Ich Jehovah, behüte ihn, in den rechten Augenblicken will Ich ihn befruchten": Weinberg des lauteren Weins bedeutet die geistige Kirche. Amos 5/17,18: "In allen Weinbergen ist Klage; ich werde durch dich hingehen, wehe denen, die nach dem Tag Jehovahs verlangen; was soll euch der Tag Jehovahs? Er ist (ein Tag) der Finsternis und nicht des Lichts": hier von der letzten Zeit der Kirche, wo nichts Gutes und Wahres des Glaubens mehr da ist, und diese Zeit ist der Tag Jehovahs, der (ein Tag) der Finsternis und nicht des Lichtes ist. Daher wird gesagt, in allen Weinbergen sei Klage. Joh.Offenb.14/18,19: "Der Engel legte seine Sichel an die Erde, und schnitt den Weinstock der Erde, er warf (die Trauben) in die große Kelter des Zorns Gottes": den Weinstock der Erde schneiden heißt, das Wahre und Gute der Kirche verzehren, die Erde bedeutet hier die Kirche. Aus diesem kann erhellen, warum der Herr das Himmelreich so oft mit einem Weinberg verglichen hat, wie Matth.Kap.20; 21/28,29,33-41; Mark.12/1-13; und warum der Herr Sich einen Weinstock nannte: Joh.15/1-5: "Gleichwie die Rebe keine Frucht bringen kann von sich selber, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, ohne Mich könnt ihr nichts tun": der Weinstock bedeutet den Glauben an den Herrn, mithin den Herrn in Ansehung des Glaubens; denn der Herr ist der Glaube, weil der Glaube von Ihm ist; der (rechte) Glaube ist nämlich nur der Glaube, der von Ihm kommt; daher kommt es auch, daß der Weinstock den Glauben an Ihn bedeutet. 9140. "Und sein Vieh hineinläßt", 2. Mose 22/4, bedeutet, wenn er es tut, ohne daß er dessen recht bewußt wäre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Viehs, sofern es die Lust oder Begierde des Leibes bezeichnet. Daß es wenig Bewußtsein ausdrückt hat den Grund, weil der Mensch, wenn er in jener Lust ist, die Vernunft wenig um Rat fragt, und so sich nicht recht bewußt ist. Alle Tiere, zu welcher Gattung und Art sie auch gehören mögen, bezeichnen Triebe: sanfte und nützliche Tiere die guten Triebe, wilde und unnütze Tiere aber die bösen Triebe: Nr. 45, 46, 142, 143, 714-719, 1823, 2180, 2781, 3218, 3519, 5198, 7523, 7872, 9090; wenn das Tier Vieh genannt wird, bedeutet es bloß leibliche Triebe, die wenig Vernunft in sich haben. Je mehr nämlich der Mensch aus dem Leibe handelt, desto weniger handelt er aus der Vernunft, denn der Leib ist in der Welt, somit entfernt vom Himmel, wo die echte Vernunft ist. Das Vieh heißt in der Grundsprache so von der Unvernunft und Dummheit, somit wegen seines geringen Bewußtseins, wie bei Jes.19/11; Ps.49/11; 73/22; Jerem.51/17 und anderwärts. 9141. "Daß es abödet im Feld eines anderen", 2. Mose 22/4, bedeutet die Verzehrung des zusammenhängenden Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von aböden, sofern es heißt, durch Begierden berauben, somit verzehren, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "im Feld eines anderen", sofern es das zusammenhängende Gute bezeichnet, denn das Feld ist die Kirche, und was im Feld (wächst), ist Gutes: Nr. 9139; somit bedeutet "was im Feld eines anderen ist" das Nahverwandte, das zusammenhängt; denn das Gute im Menschen verhält sich wie die Geschlechter auf Erden, und daher steht es miteinander mehr oder weniger in einem Verwandtschaftsverhältnis und Zusammenhang: Nr. 9079. Was nicht im gleichen Hause, oder in der gleichen Familie beisammen, aber dennoch verwandt ist, wird verstanden unter "im Feld eines anderen sein". Daß aböden bedeutet, durch Begierden berauben, und so verzehren, hat den Grund, weil durch das Wort, womit in der Grundsprache das Aböden ausgedrückt wird, eigentlich ein Anzünden und Verbrennen bezeichnet wird, daher auch abweiden und verzehren; und weil hiervon dieses Wort abgeleitet wird, so wird durch aböden hier die Verzehrung bezeichnet, die durch Begierden geschieht; denn die Begierden sind beim Menschen ein Feuer, das verzehrt. Der Mensch hat nämlich ein Lebensfeuer und ein Lebenslicht: das Lebensfeuer ist seine Liebe, und das Lebenslicht ist sein Glaube. Die Liebe zum Guten, d.h., die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Nächsten machen das Lebensfeuer beim guten Menschen und beim Engel des Himmels, und die Liebe zum Wahren und der Glaube des Wahren machen das Lebenslicht bei ihnen. Hingegen die Liebe zum Bösen, d.h., die Selbstliebe und die Weltliebe machen das Lebensfeuer beim bösen Menschen und beim Geist der Hölle, sowie die Liebe zum Falschen und der Glaube des Falschen das Lebenslicht bei ihnen machen. Die Liebe zum Bösen wird aber im Wort ein verzehrendes Feuer genannt, weil es dasjenige verbrennt und verzehrt, was der Liebe zum Guten und Wahren angehört. Daß das verzehrende Feuer diese Bedeutung hat, sehe man Nr. 1297, 1861, 5215, 9055. Daß eine Verzehrung durch Begierden durch jenes Wort in der Grundsprache bezeichnet wird, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.3/14: "Jehovah wird zum Gericht kommen mit den Ältesten Seines Volkes, und dessen Fürsten, ihr habt verzehrt (angezündet) den Weinberg". Jes.30/33: "Der Hauch Jehovahs, gleich einem Schwefelstrom, verzehrt ihn (zündet ihn an)": Schwefelstrom bedeutet Falsches aus Bösem der Selbst- und Weltliebe: Nr. 2446. Hes.39/9,10: "Hinausgehen werden die Einwohner der Städte Israels, und werden anzünden und verbrennen die Waffen, Schild und Wehr, samt Bogen und Pfeilen, zugleich mit dem Stab in der Hand, und mit dem Spieß; anzünden werden sie damit ein Feuer sieben Jahre lang, daß sie nicht dürfen Holz holen vom Felde, und aus den Wäldern hauen": auf diese Weise wird die Verzehrung und Abödung des Guten und Wahren durch Begierden beschrieben; aber niemand wird dies sehen, der nicht weiß, was bezeichnet wird durch die Einwohner der Städte Israels, ferner durch Waffen, Schild, Wehr, Bogen mit Pfeilen, durch Stab der Hand, und Spieß, durch sieben Jahre, und durch Holz vom Felde und aus den Wäldern. Daß die Einwohner das Gute bedeuten, sehe man Nr. 2268, 2451, 2463, 2712; daß die Städte Wahrheiten bezeichnen, und daher Lehren aus dem Wort: Nr. 2268, 2449, 2943, 3216, 4492; daß Israel die Kirche ist: Nr. 4286, 6426, 6637; daher bedeuten die Einwohner der Städte Israels das Gute der Kirchenlehren, und im entgegengesetzten Sinn dasselbe, verwandelt in Böses und Falsches. Daß Schild, Wehr, Pfeile, die dem Bogen angehören, Wahrheiten der Lehre aus dem Wort bedeuten, durch die Schutz vor dem Falschen des Bösen (bezweckt wird): Nr. 2686, 2709, 6421; daß der Stab in der Hand die Macht des Wahren aus dem Guten ist: Nr. 4876, 7026; der Spieß ebenso, aber eine inwendigere Macht. Daß sieben Jahre einen vollen Zustand bezeichnet, somit vollständig: Nr. 6508, 8976; daher bedeutet "sieben Jahre lang ein Feuer anzünden", vollständig durch Begierden verzehren. Holz vom Feld bezeichnet das innere Gute der Kirche: Nr. 3720, 8354, und daß das Feld die Kirche ist, sehe man Nr. 2971, 3766, 7502, 7571; und Holz aus den Wäldern bezeichnet das äußere Gute: Nr. 3220, 9011. Hat man dieses erkannt, so kann man erkennen, daß durch jene prophetischen Worte beschrieben wird die Verzehrung alles dessen, was der Kirche angehört, durch Begierden, bis nichts Gutes und Wahres der inneren und äußeren Kirche mehr übrig ist, was dadurch bezeichnet wird, daß sie sieben Jahre ein Feuer anzünden werden, so daß sie kein Holz vom Feld holen und aus den Wäldern hauen. Durch das gleiche Wort wird auch die Verzehrung des Guten und Wahren der Kirche bezeichnet bei Mal.3/19: "Siehe, es kommt ein Tag, der brennt wie ein Ofen; da werden alle mutwilligen Sünder, und jeder Täter der Bosheit, Stoppeln sein, und verzehren (anzünden) wird sie der kommende Tag, spricht Jehovah Zebaoth, der ihnen nicht lassen wird Wurzel oder Zweig": der kommende Tag ist die letzte Zeit der Kirche, wo die Selbst- und Weltliebe regieren, und alles Wahre und Gute der Kirche verzehren wird, bis nichts im Inwendigen des Menschen und in seinem Äußeren übrig ist. Dies wird bezeichnet durch "er wird ihnen nicht lassen Wurzel oder Zweig". Die Wurzel des Guten und Wahren ist im Inwendigen des Menschen, und der Zweig ist im Äußeren. Hieraus erhellt nun, daß durch aböden die Verzehrung durch Begierden bezeichnet wird, ebenso anderwärts im Wort. 9142. "So soll er es vom Besten seines Feldes und vom Besten seines Weinbergs wiedererstatten", 2. Mose 22/4, bedeutet die Vergütung durch Gutes und Wahres, das noch unverletzt ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feldes, sofern es das Gute der Kirche bezeichnet, und aus der Bedeutung des Weinbergs, sofern er das Wahre der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 9139. Das Beste bedeutet, was nach der Verzehrung noch unverletzt ist; und aus der Bedeutung von wiedererstatten, sofern es die Vergütung bezeichnet, wovon Nr. 9087. 9143. "So ein Feuer auskommt", 2. Mose 22/5, bedeutet den Zorn aus der Neigung zum Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feuers, sofern es die Liebe bezeichnet, hier die Liebe zum Bösen, und die Neigung dazu, wovon Nr. 9141. Neigung zum Bösen wird gesagt, weil durch die Neigung das Fortwährende der Liebe verstanden wird. Daß das Feuer den Zorn aus der Neigung zum Bösen bedeutet, beruht darauf, daß der Zorn daher kommt; denn wenn das, was der Mensch liebt, bekämpft wird, so bricht ein Feuer aus, und brennt gleichsam. Daher kommt es, daß der Zorn im Worte durch Feuer beschrieben, und von ihm gesagt wird, daß er brenne: Ps.18/9: "Rauch ging auf aus Seiner Nase, und Feuer aus Seinem Mund, Kohlen brannten aus Ihm". Ps.2/12: "Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, denn bald wird brennen sein Zorn". Jes.33/14: "Wer wird uns bleiben beim verzehrenden Feuer; wer wird uns bleiben bei den Glutöfen der Ewigkeit". Jes.42/25: "Ausgeschüttet hat Er über ihn die Hitze Seines Zorns, ihn in Flammen gesetzt ringsum, aber er erkannte es nicht, (Er hat) ihn angezündet, und doch nahm er es nicht zu Herzen". Jes.66/15: "Siehe, Jehovah wird im Feuer kommen, und gleich dem Sturmwind (sind) Seine Wogen, zu vergelten in der Hitze Seines Zorns, und Sein Schelten (wird sein) in Feuerflammen". 5. Mose 9/15,19: "Ich wandte mich und ging herab vom Berg; da brannte der Berg mit Feuer, ich fürchtete mich wegen des Zorns und der Hitze, womit Jehovah erzürnt war gegen uns". In diesen und in mehreren anderen Stellen wird der Zorn durch Feuer beschrieben. Der Zorn wird zwar dem Jehovah, d.h. dem Herrn beigelegt, er ist aber im Menschen: Nr. 5798, 6997, 8282, 8483; daß der Herr auf dem Berg Sinai dem israelitischen Volk der Beschaffenheit gemäß und deshalb im Feuer, Rauch und Dunkel erschienen ist, sehe man Nr. 6832. Man wisse aber, daß der Zorn ein Feuer ist, das aus der Neigung zum Bösen ausbricht, der Eifer aber ein Feuer, das aus der Neigung zum Guten ausbricht: Nr. 4164, 4444, 8598; darum wird der Eifer durch Feuer beschrieben: 5. Mose 4/24: "Jehovah, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifernder Gott". Zeph.3/8: "Ausschütten werde Ich über sie alle Hitze Meines Zorns, denn im Feuer Meines Eifers wird verzehrt werden das ganze Land". Daß der Eifer Jehovahs Liebe und Barmherzigkeit bedeutet, und daß er Zorn heißt, weil er den Bösen, wenn sie in die Strafen ihres Bösen hineinkommen, als Zorn erscheint: Nr. 8875. 9144. "Und ergreift Dornen", 2. Mose 22/5, bedeutet, der sich in Falsches hineinwirft. Dies erhellt aus der Bedeutung von ergreifen, wenn es gesagt wird vom Zorn, der aus der Neigung zum Bösen kommt, sofern es heißt, sich in Falsches hineinwerfen, und es dadurch anzünden; und aus der Bedeutung der Dornen, sofern sie das Falsche bezeichnen, worüber folgt. Wie es sich damit verhalte, soll zuerst gesagt werden: Die Liebe im Menschen ist sein Lebensfeuer: Nr. 9055. Die Liebe zum Bösen, welche Selbst- und Weltliebe ist, ist ein verzehrendes Feuer, denn es verzehrt das Gute und Wahre, das dem eigentlichen Leben angehört. Dieses Feuer macht das Willensleben des Menschen, und das Licht aus diesem Feuer sein Verstandesleben. Solange das böse Feuer in seinem Willen eingeschlossen ist, befindet sich der Verstand im Licht, und daher in der Fähigkeit, das Gute und Wahre wahrzunehmen; wenn aber jenes Feuer sein Licht in den Verstand ergießt, dann verschwindet das vorige Licht, und der Mensch wird verfinstert in Ansehung des Wahrnehmungsvermögens für das Gute und Wahre; und zwar um so mehr, je mehr die Selbst- und Weltliebe, die jenes Feuer ist, erstarkt, und zuletzt so sehr, daß es alles Wahre und mit dem Wahren das Gute erstickt und auslöscht. Wird jene Liebe bekämpft, dann bricht das Feuer aus dem Willen in den Verstand aus, und gestaltet sich hier zur Flamme. Diese Flamme ist es, was Zorn genannt wird. Daher kommt es, daß man vom Menschen sagt, er werde hitzig, er entbrenne und werde entflammt, wenn er zornig wird. Diese Flamme greift das Wahre und Gute an, das im Verstand sich befindet, und verbirgt es nicht nur, sondern verzehrt es auch. Und, was ein Geheimnis ist, wenn jenes böse Feuer aus dem Willen in den Verstand ausbricht, dann wird der Verstand nach oben verschlossen, und nach unten geöffnet, d.h., er wird verschlossen, wo er zum Himmel blickt, und aufgeschlossen, wo er zur Hölle blickt. Daher kommt es, daß alsdann Böses und Falsches einfließt, das zur Flamme wird, wenn ein böser Mensch in die Zorneshitze kommt. Es verhält sich damit ebenso wie mit einer Nervenfaser im Leib, wenn diese mit einer Nadelspitze berührt wird, so zieht sie sich sogleich zusammen und schließt sich, und will dadurch verhüten, daß die Verletzung tiefer eindringt, und das Leben in seinen Anfängen bedroht. Das Falsche erscheint auch wirklich, wenn es sichtbar dargestellt wird, wie stachelig. Der Zustand eines bösen Menschen, wenn er zornig ist, verhält sich auch ebenso wie der Rauch, der, wenn man ihm Feuer nahe bringt, zur Flamme wird; denn das Falsche des Bösen im Verstand ist wie Rauch, und der Zorn ist wie die Flamme des angezündeten Rauchs; sie entsprechen auch. Daher kommt es, daß der Rauch im Worte das Falsche bezeichnet, und seine Flamme den Zorn: Ps.18/9: "Rauch ging auf aus Seiner Nase, und Feuer aus Seinem Munde, glühende Kohlen brannten in Ihm". Jes.9/17,18: "Es brennt wie Feuer die Bosheit, Dorngestrüpp und Stachelgebüsch verzehrt sie, und zündet an das Dickicht des Waldes und sie erheben sich im Aufwirbeln des Rauchs, in der Hitze Jehovahs Zebaoth": Rauch ist hier das Falsche, aus dem, wenn es angezündet wird, Zorn kommt. Daß der Rauch das Falsche bedeutet, sehe man Nr. 1861. Aus diesem wird nun klar, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch: "so ein Feuer auskommt, und ergreift Dornen, so daß ein Garbenhaufe, oder die stehende Saat verzehrt wird", nämlich: wenn die Neigung zum Bösen in Zorn ausbricht, und sich in Falsches der Begierden wirft, so verzehrt sie das Wahre und Gute des Glaubens. Wer es erwägt, kann sehen, daß dieses Gesetz einen Grund hat, der innerlich verborgen liegt und nicht erscheint; denn ein Gesetz über ein Feuer, das Dornen ergreift, und sofort einen Garbenhaufen oder eine stehende Saat verzehrt, wurde nirgends sonst gegeben, weil so etwas gar selten vorkommt. Daß aber das Feuer der Bosheit und des Zorns das Falsche der Begierden ergreift und anzündet, und so das Wahre und Gute, das der Kirche angehört, verzehrt, kommt alle Tage vor. Daß Dornen Falsches der Begierden bedeuten, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.32/13: "Auf dem Land Meines Volkes wachsen Dorn und Hecken empor": Land ist die Kirche, Dorn und Hecke ist Falsches und daher Böses. Jes.33/12: "Euer Geist ist ein Feuer, das euch verzehren wird, so werden die Völker verbrannt zu Kalk, abgehauene Dornen, die vom Feuer angezündet werden": Dornen, die vom Feuer angezündet werden, bedeutet Falsches, das aufflammt, und Wahres und Gutes verzehrt. Hes.28/24: "Dem Hause Israel wird nicht mehr bleiben ein Stachelzweig, der sticht, und ein Dorn, der wehe tut": Stachelzweig der sticht, (steht) für das Falsche der Begierden der Selbstliebe, Dorn für das Falsche der Begierden der Weltliebe. Hos.2/5,6: "Gehuret hat eure Mutter, darum verzäune Ich deinen Weg mit Dornen, daß sie ihre Pfade nicht finden wird": Wege und Pfade für Wahrheiten, und Dornen für Falsches anstatt derselben. Hos.10/8: "Verdorben sollen werden die Höhen Aven, die Sünde Israels, Disteln und Dornen werden emporwachsen auf ihren Altären": Disteln und Dornen für das Böse und Falsche, welches das Gute und Wahre des Gottesdienstes verwüstet. Ps.118/12: "Sie umgaben mich wie Bienen, sie erloschen wie ein Feuer von Dornen": Feuer von Dornen für die Begierde des Bösen. Matth.7/16: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen; liest man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?": von Dornen Trauben lesen, ist soviel als vom Falschen der Begierden Gutes des Glaubens und der Liebtätigkeit (verlangen). Daß Trauben jenes Gute bedeuten, sehe man Nr. 1071, 5117, 6378. Mark.4/7,18,19: "Ein anderer Same fiel unter die Dornen, aber die Dornen wuchsen auf und erstickten ihn, daß er keine Frucht brachte". Die unter die Dornen gesät werden, sind diejenigen, die das Wort hören, aber die Sorgen dieser Welt, und der Betrug des Reichtums, und die auf das übrige gerichteten Begierden dringen hinein und ersticken das Wort, daß es unfruchtbar wurde: hier wird erklärt was es heißt, unter die Dornen gesät werden, somit, was die Dornen sind. Das gleiche wird bezeichnet durch säen unter die Dornen, und Dornen ernten bei Jerem.4/3: "So spricht Jehovah zu den Männern von Juda und Jerusalem: Pflüget euch den Neubruch und sät nicht unter die Dornen"; "sie säten Weizen und ernteten Dornen": Jerem.12/12,13. Das Falsche der Begierden, die durch Dornen bezeichnet werden, ist das Falsche, das begründet was der Welt und ihren Vergnügungen angehört, denn dieses Falsche entflammt sich und lodert mehr als anderes, weil es von den Begierden des Körpers herkommt, die empfunden werden; darum verschließt es auch den inwendigen Menschen, so daß er keinen Sinn hat für das Seelenheil und das ewige Leben. Daß "auf das Haupt des Herrn bei Seiner Kreuzigung eine von Dornen geflochtene Krone gesetzt, und Er alsdann als König der Juden begrüßt wurde, und sagte: "Siehe, der Mensch": Joh.19/2,3,5, bildete vor, wie das göttliche Wort damals in der jüdischen Kirche beschaffen war, nämlich erstickt durch das Falsche der Begierden. Der König der Juden, als der Er damals begrüßt wurde, bezeichnete das göttlich Wahre. Daß durch den König im Wort das Wahre vom Göttlichen her bezeichnet wird, sehe man Nr. 1672, 2015, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044, 6148; und das gleiche durch den Gesalbten, der im hebräischen der Messias, und im griechischen Christus heißt: Nr. 3004, 3008, 3009, 3732. Daß durch Juda im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Guten, und im inneren Sinn in Ansehung des Wortes und somit in Ansehung der Lehre aus dem Wort verstanden wird: Nr. 3881; und daß Pilatus, als der Herr eine solche Krone auf dem Haupt hatte, sagte: "Siehe, der Mensch", bedeutete: Siehe, so beschaffen ist heutzutage das göttlich Wahre in der Kirche, denn das vom Herrn im Himmel ausgehende göttlich Wahre ist Mensch; daher ist der Himmel der Größte Mensch, und zwar vermöge des Einflusses und vermöge der Entsprechung, was am Ende mehrerer Kapitel zeigt wurde, man sehe Nr. 1871, 1276, 2996, 2998, 3624-3649, 3741-3750, 7396, 8547, 8988. Daher wurde auch die himmlische Kirche des Herrn Mensch genannt: Nr. 478, 479; diese Kirche war es, welche die Juden vorbildeten: Nr. 6363, 6364, 8770. Hieraus wird klar, was durch die Dornenkrone, sodann durch den Gruß: Judenkönig, wie auch was durch: Siehe, der Mensch; und auch, was durch die Überschrift am Kreuz: Jesus Nazarenus, König der Juden: Joh.19/19,20, bezeichnet wurde, nämlich daß das göttlich Wahre oder das Wort so angesehen und behandelt worden sei bei den Juden, bei denen die Kirche war. Daß alles, was dem Herrn von den Juden geschah, als Er gekreuzigt wurde, die Zustände ihrer Kirche in Ansehung des göttlich Wahren oder des göttlichen Wortes bezeichnete, sehe man Nr. 9093, daß der Herr das Wort war, erhellt bei Joh.1/1,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit": das Wort ist das göttlich Wahre. 9145. "So daß ein Garbenhaufe verzehrt wird", 2. Mose 22/5, bedeutet die Beschädigung des aufgenommenen Guten und Wahren des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Garbenhaufens, sofern er das aufgenommene Wahre und Gute des Glaubens bezeichnet. Daß der Garbenhaufe dieses bedeutet, hat den Grund, weil es die bereits gesammelte Saat bedeutet, und durch die stehende Saat das Wahre und Gute des Glaubens in der Empfängnis bezeichnet wird, wovon in dem gleich folgenden Absatz. 9146. "Oder die stehende Saat, oder das Feld", 2. Mose 22/5, bedeutet, auch des Wahren und Guten des Glaubens in der Empfängnis. Dies erhellt aus der Bedeutung der Saat, sofern sie das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, somit das Gute der Kirche, wovon Nr. 9139. Die Saat bezeichnet das Wahre des Glaubens, weil das, was der Saat angehört, wie Weizen und Gerste, und daher das Brot, Gutes der Kirche bedeutet: Nr. 3941, 7602. Gutes der Kirche ist, was der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und der Liebe zum Herrn angehört. Dieses Gute ist das Sein und die Seele des Glaubens, denn durch dieses ist der Glaube ein Glaube, und empfängt er sein Leben. Daß die stehende Saat das Wahre des Glaubens in der Empfängnis bezeichnet, hat den Grund, weil sie noch nicht in Garbenhaufen gesammelt und in die Scheunen gebracht ist; deshalb bedeutet die Saat, wenn sie steht oder noch im Werden ist, das Wahre des Glaubens in der Empfängnis. Das gleiche wird durch die Saat bezeichnet bei Hos.8/4,7: "Was Israel betrifft, sie haben einen König gemacht, aber ohne Mich, Fürsten haben sie gemacht, aber ohne Mein Wissen; ihr Silber und ihr Gold haben sie zu Götzen gemacht; denn sie säen Wind, Sturm werden sie ernten; eine stehende Saat haben sie nicht, das Gewächs wird kein Mehl geben; und wenn es doch gibt, werden Fremde es verschlingen": hier ist die Rede vom Wahren und Guten des Glaubens, das durch Eitles und Falsches zerstreut wurde. Daß davon die Rede ist, ergibt sich aus dem Sachzusammenhang. Was aber davon gesagt wird, erhellt aus dem inneren Sinn, denn in diesem Sinn wird unter König verstanden das Wahre des Glaubens der Kirche im Inbegriff: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044, 6148; unter den Fürsten die vornehmsten Wahrheiten: Nr. 1482, 2049, 5044. Hieraus wird klar, was darunter verstanden wird, daß "Israel einen König machte, aber ohne Mich, sie machten Fürsten ohne Mein Wissen", denn Israel ist die Kirche: Nr. 4286, 6426, 6637. Durch Silber wird hier bezeichnet das Wahre des Guten und im entgegengesetzten Sinn das Falsche des Bösen: Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 8932; durch Gold das Gute und im entgegengesetzten Sinn das Böse: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932; durch Götzen die Verehrung aus Falschem und Bösem: Nr. 8941. Hieraus erhellt auch, was bezeichnet wird durch "sie machten ihr Silber und ihr Gold zu Götzen". Durch den Wind, den sie säen, wird das Gehaltlose bezeichnet, durch den Sturm, den sie ernten werden, die daraus entstehende Verwirrung in der Kirche. Durch die stehende Saat, die sie nicht haben, das Wahre des Glaubens in der Empfängnis. Durch das Gewächs, das kein Mehl geben wird die Unfruchtbarkeit, durch die Fremden, die es verschlingen werden, das Falsche, das es verzehren wird. 9147. "So soll der wiedererstatten, der den Brand angezündet hat", 2. Mose 22/5, bedeutet die Vergütung des durch Zorn aus Neigung zum Bösen Weggenommenen. Dies erhellt aus der Bedeutung von wiedererstatten, sofern es eine Vergütung bezeichnet, wovon Nr. 9087, und aus der Bedeutung des Feuers, das auskommt, sofern es den Zorn aus der Neigung zum Bösen bezeichnet, wovon Nr. 9143, daher bedeutet anzünden die Wegnahme oder Verzehrung dadurch, und der Brand bedeutet das Weggenommene oder Verzehrte. 9148. Vers 6-14: So ein Mann seinem Genossen Silber oder Gefäße gibt zur Aufbewahrung, und es wird gestohlen aus dem Haus des Mannes, so soll, wenn der Dieb ergriffen wird, dieser es zweifach wiedererstatten. Wird der Dieb nicht ergriffen, so soll der Herr des Hauses vor Gott (vor Gericht) gebracht werden, (um zu schwören), ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen. Über jede Sache des Vergehens, über Ochs, über Esel, über Schaf, über Kleid, über alles Verlorene, wovon man sagt, daß es dies sei, bis zu Gott soll die Sache der beiden kommen; der, den Gott verurteilt, soll das Doppelte erstatten seinem Genossen. So ein Mann seinem Genossen einen Esel, oder einen Ochsen, oder ein Schaf, und irgendein Tier gibt zur Aufbewahrung, und es stirbt, oder wird zerbrochen (verdorben), oder gefangen weggeführt, so daß es niemand sieht, so soll der Eid Jehovahs sein zwischen ihnen beiden, ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen, und der Herr (oder Eigentümer) es genommen, dann soll er es nicht wiedererstatten. Ist es aber gestohlen worden bei ihm weg (aus seinem Hause), so soll er es seinem Herrn (oder Eigentümer) erstatten. Ist es zerrissen worden, so soll er es als Zeugen bringen; das Zerrissene soll er nicht erstatten. Und so ein Mann etwas entlehnt hat von seinem Genossen, und es wird beschädigt oder stirbt, wenn sein Herr nicht dabei ist, so soll er es erstatten. Ist sein Herr dabei, soll er es nicht erstatten; ist er ein Taglöhner, so soll er kommen für seinen Lohn. "So ein Mann seinem Genossen Silber oder Gefäße gibt zur Aufbewahrung" bedeutet das Wahre aus dem Guten und das entsprechende Wißtümliche im Gedächtnis; "und es wird gestohlen aus dem Haus des Mannes" bedeutet den Verlust desselben sofort; "wenn der Dieb ergriffen wird" bedeutet die Erinnerung, "so soll dieser es zweifach wiedererstatten" bedeutet die vollständige Vergütung; "wird der Dieb nicht ergriffen" bedeutet, wenn keine Erinnerung an das Abhandengekommene da ist; "so soll der Herr des Hauses vor Gott gebracht werden" bedeutet die Untersuchung aus dem Guten; "um zu schwören ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen" bedeutet, ob es in dieses Hineingekommen sei; "über jede Sache des Vergehens" bedeutet jede mögliche Beschädigung und jeden möglichen Verlust; "über Ochs, über Esel, über Schaf" bedeutet des äußeren und inneren Guten und Wahren; "über Kleid" bedeutet des sinnlich Wahren; "über alles Verlorene wovon man sagt, daß es dies sei" bedeutet alles Unentschiedene; "bis zu Gott soll die Sache der beiden kommen, der, den Gott verurteilt" bedeutet die Untersuchung und Entscheidung durch das Wahre; "soll das Doppelte erstatten seinem Genossen" bedeutet die vollständige Wiedergutmachung; "so ein Mann seinem Genossen einen Esel, oder einen Ochsen, oder ein Schaf, und irgendein Tier gibt zur Aufbewahrung" bedeutet das äußere und innere Wahre und Gute, und alles, was der Neigung dazu angehört, im Gedächtnis; "und es stirbt, oder wird zerbrochen (verdorben)" bedeutet den Verlust oder Verletzung; "oder gefangen weggeführt" bedeutet die Entfernung; "so daß es niemand sieht" bedeutet, wovon das Gemüt nichts weiß; "so soll der Eid Jehovahs sein zwischen ihnen beiden" bedeutet die Untersuchung darüber durch Wahrheiten aus dem Wort im ganzen und einzelnen; "ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen, und der Herr es genommen" bedeutet die Verbindung mit dem Guten; "dann soll er es nicht wiedererstatten" bedeutet die Nichtverletzung; "ist es aber gestohlen worden bei ihm weg" bedeutet, wenn ein Verlust stattgefunden hat; "so soll er es seinem Herrn erstatten" bedeutet die Ersatzleistung dafür; "ist es zerrissen worden" bedeutet die Beschädigung ohne Verschuldung; "so soll er es als Zeugen bringen" bedeutet, um es zu beweisen; "das Zerrissene soll er nicht erstatten" bedeutet keine Strafe; "und so ein Mann etwas entlehnt hat von seinem Genossen" bedeutet das Wahre von einer anderen Sippschaft (oder Gattung); "und es wird beschädigt oder stirbt" bedeutet, wenn es verletzt oder ausgelöscht wird; "wenn sein Herr nicht dabei ist" bedeutet, wenn das Gute jenes Wahren nicht dabei war; "so soll er es erstatten" bedeutet die Vergütung; "ist sein Herr dabei, soll er es nicht erstatten" bedeutet, wenn das Gute des Wahren dabei war, so findet keine Vergütung statt; "ist er ein Taglöhner" bedeutet, wenn man das Gute der Gewinnsucht zum Zweck hat; "so soll er kommen für seinen Lohn" bedeutet die Unterwerfung und Dienstbarkeit. 9149. "So ein Mann seinem Genossen Silber oder Gefäße gibt zur Aufbewahrung", 2. Mose 22/6, bedeutet das Wahre aus dem Guten und das entsprechende Wißtümliche im Gedächtnis. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre aus dem Guten bezeichnet, wovon Nr. 1551, 2954, 5658, 6914, 6917, 7999, 8932; aus der Bedeutung der Gefäße, sofern sie das Wißtümliche bezeichnen, wovon Nr. 3068. Daß es ein entsprechendes Wißtümliches ist, hat den Grund, weil alle geistigen Wahrheiten in das Wißtümliche niedergelegt werden, als in ihre Gefäße: Nr. 3079, und alles Wißtümliche den Wahrheiten entspricht, die darin enthalten sind. Und aus der Bedeutung von "zur Aufbewahrung", sofern es heißt, im Gedächtnis; denn aufbewahrt werden im geistigen Sinn, in dem von Wahrheiten und von Wißtümlichem gehandelt wird, bedeutet, im Gedächtnis behalten werden, weil in diesem solches aufbewahrt wird. Daß ein Mann seinem Genossen (etwas) zur Aufbewahrung gibt, bedeutet, es bei sich im Gedächtnis niederlegen, denn was im Buchstabensinn gesagt wird von dem einen und dem anderen, wie hier Mann und Genosse, wird im inneren Sinn von einem verstanden, weil die zwei Wahrheiten, sowohl das Wahre als das entsprechende Wißtümliche im Menschen Mann und Genosse sind. 9150. "Und es wird gestohlen aus dem Haus des Mannes", 2. Mose 22/6, bedeutet den Verlust desselben sofort. Dies erhellt aus der Bedeutung des Diebstahls, sofern er die Wegnahme solcher Dinge bezeichnet, die das geistige Leben des Menschen ausmachen, mithin der Wahrheiten und des Wißtümlichen, das durch Silber und Gefäße bezeichnet wird: Nr. 9149, und aus der Bedeutung des Hauses, sofern es (der Ort) ist, wo etwas aufbewahrt wird. Daher kommt es, daß das Haus verschiedene Dinge bezeichnet, nämlich die Kirche, das Gute in ihr, ferner den Menschen, wie auch seine beiden Gemüter: das natürliche und das vernünftige, hier aber das Gedächtnis, weil darin wie in seinem Hause das Wahre und Wißtümliche ist. Daß das Haus verschiedenes bedeutet, sehe man Nr. 3128, 3142, 3538, 3652, 3720, 3900, 4973, 4982, 5023, 5640, 6690, 7353, 7848, 7929. 9151. "Wenn der Dieb ergriffen wird", 2. Mose 22/6, bedeutet, die Erinnerung. Dies erhellt aus der Bedeutung von ergriffen werden, wenn es gesagt wird vom Wahren und Wißtümlichen, das im Gedächtnis abhanden kommt, sofern es eine Erinnerung bezeichnet, und aus der Bedeutung des Diebes, sofern er das bezeichnet, was weggenommen worden; denn durch Dieb wird das gleiche bezeichnet, wie durch Diebstahl: Nr. 9125, 9126. 9152. "So soll dieser es zweifach wiedererstatten", 2. Mose 22/6, bedeutet die vollständige Vergütung. Dies erhellt aus der Bedeutung von erstatten, sofern es eine Vergütung bezeichnet, wovon Nr. 9087; und aus der Bedeutung von zweifach, sofern es soviel ist als vollständig, wovon Nr. 9103. In diesem und in den folgenden Versen bis zum 14.Vers ist im inneren Sinn die Rede von dem Verlust des Glaubenswahren beim Menschen, somit von dem Verlust des geistigen Lebens und von seiner Wiederherstellung, denn der Mensch wird durch Glaubenswahrheiten in das Gute der Liebtätigkeit eingeführt und dadurch geistig. Aber diese Dinge, wovon im gleich Folgenden im inneren Sinn gehandelt wird, sind dem Menschen größtenteils unbekannt. Der Grund davon ist, weil man nichts vom geistigen Leben weiß, somit auch nicht, daß dieses Leben das innere Leben ist und unterschieden vom natürlichen Leben, welches das äußere ist. Auch weiß man nicht, daß dieses Leben dem Menschen vom Herrn gegeben wird durch die Aufnahme des Glaubenswahren im Guten der Liebtätigkeit. Daher kommt es, daß, was vom Verlust dieses Lebens und von seiner Wiederherstellung gesagt wird, in die Finsternis beim Menschen fällt, weil in das, was man nicht weiß. Aber dennoch bilden solche Dinge die Engelsweisheit, denn sie sind dem Licht angemessen, in dem die Engel sind. Deshalb schließen sich dem Menschen der Kirche, der im Guten des Glaubens ist, die Engel an, wenn er das Wort liest, und haben eine Freude am Menschen, weil an der Weisheit, die durch das Wort bei ihnen alsdann vom Herrn einfließt. Daher kommt die Verbindung des Himmels mit dem Menschen, die ohne das Wort nicht stattfände; denn das Wort ist so beschaffen, daß in seiner Grundsprache kein Strichlein oder Jota ist, das die Engel nicht anregt, und sie mit dem Menschen verbindet. Daß dem so ist, kann ich versichern, weil es mir aus dem Himmel gezeigt wurde. 9153. "Wird der Dieb nicht ergriffen", 2. Mose 22/7, bedeutet, wenn keine Erinnerung an das Abhandengekommene da ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wird der Dieb ergriffen", sofern es heißt, wenn eine Erinnerung an das Abhandengekommene da ist, wovon Nr. 9151; hier keine Erinnerung, weil gesagt wird "wenn er nicht ergriffen wird". 9154. "So soll der Herr des Hauses vor Gott gebracht werden", 2. Mose 22/7, bedeutet die Untersuchung aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gebracht werden vor Gott", sofern es ausdrückt, es solle eine Untersuchung vorgenommen werden, wovon gleich unten, Nr. 9160, und aus der Bedeutung des Herrn des Hauses, sofern er das Gute bezeichnet, aus dem es geschehen soll. Daß der Herr des Hauses das Gute ist, hat den Grund, weil von den aus dem Gedächtnis abhanden gekommenen Wahrheiten und wißtümlichen Kenntnissen die Rede ist, die durch das Silber und die Gefäße bezeichnet werden, die zur Aufbewahrung gegeben, aber gestohlen wurden: Nr. 9149, 9150, weil diese dem Guten eigen sind und im Guten, darum bedeutet der Herr des Hauses das Gute, dem sie angehören und bei dem sie sind. Das Gute heißt Herr, weil die Wahrheiten und die wißtümlichen Kenntnisse im Guten sind als in ihrem Hause; man sehe Nr. 3652, wo erklärt werden die Worte des Herrn: Matth.24/17: "Wer auf dem Dache des Hauses, soll nicht hinabsteigen, etwas aus dem Hause zu holen". Daß über das aus dem Gedächtnis abhanden gekommene Wahre und Wißtümliche eine Untersuchung anzustellen ist aus dem Guten, damit verhält es sich in folgender Weise: Das Gute bei dem Menschen ist es, was alle Wahrheiten in sich aufnimmt, denn das Gute hat seine Qualität von den Wahrheiten, und in dem Maß als die Wahrheiten Gutes in sich wie auch um sich haben, leben die Wahrheiten. Es verhält sich dies wie mit einem Nerven oder mit einem Gefäß in einem lebendigen Wesen: soviel Geist ein Nerv in sich hat, und soviel Blut ein Gefäß in sich hat, soviel Leben haben sie. Desgleichen je nachdem ein Blutgefäß Nerven um sich her hat, worin Geist ist. Die gleiche Bewandtnis hat es mit dem Wahren und Guten: das Wahre ohne das Gute ist wie ein Nerv ohne Geist und wie eine Vene oder Arterie ohne Blut. Wie beschaffen solche sind, (nämlich leblos, also unnütz in einem lebendigen Wesen), kann jeder einsehen. Ebenso verhält es sich mit dem Glauben ohne Liebtätigkeit. Weil das Gute seine Qualität von den Wahrheiten hat, so hat das Gute auch die Form von ihnen, denn wo eine Form ist, da ist auch eine (bestimmte) Qualität, und wo keine Form, da ist auch keine Qualität. Es verhält sich damit auch ebenso wie mit dem Geist und Blut in einem lebendigen Wesen: der Geist bekommt durch die Nerven seine Richtungsbestimmungen, somit die Form, ebenso das Blut durch die Gefäße. Hieraus wird klar, daß das Wahre ohne das Gute kein Leben, und das Gute ohne das Wahre keine Qualität hat, daß folglich der Glaube ohne Liebtätigkeit kein lebendiger Glaube ist. Unter Glauben wird hier verstanden der Glaube des Wahren, und durch Liebtätigkeit das Leben des Guten. Hieraus kann erhellen, wie es zu verstehen ist, daß die abhanden gekommenen Wahrheiten und wißtümlichen Kenntnisse aus dem Guten zu erforschen sind, daß nämlich der Mensch, wenn er im Guten ist, d.h. in der Neigung das Gute zu tun, alsdann in die Erinnerung an alle Wahrheiten kommt, die in das Gute hineingekommen waren; daß aber, wenn er vom Guten abkommt, alsdann die Wahrheiten verschwinden, denn das Falsche des Bösen ist es, was sie gleichsam wegstiehlt. Die verschwundenen Wahrheiten kommen jedoch wieder ins Bewußtsein, wenn der Mensch in die Neigung zum Guten oder Wahren durch das Leben zurückkehrt. Daß es so ist, kann jeder, der darüber nachdenkt, durch Erfahrung bei sich und bei anderen wissen. Hieraus wird klar, was es heißt, aus dem Guten nach den Wahrheiten und wißtümlichen Kenntnissen forschen, die aus dem Gedächtnis oder dem Gemüt des Menschen abhanden gekommen sind. 9155. "Ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen", 2. Mose 22/7, bedeutet, ob es in dieses hinein gekommen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ob er nicht seine Hand gelegt habe", sofern es ausdrückt, ob das Gute es in seinen Besitz und unter seine Macht gebracht habe, und aus der Bedeutung von "an die Habe des Genossen", sofern es das Wahre und Wißtümliche bezeichnet, das abhanden gekommen; denn das Silber und die Gefäße, die zur Aufbewahrung gegeben, aber gestohlen wurden, sind es, welche die Habe des Genossen genannt werden. Daß Silber und Gefäße Wahrheiten und Wißtümer bedeuten, sehe man Nr. 9149. Hieraus wird klar, daß durch "ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe des Genossen" bezeichnet wird, ob nicht das Gute die Wahrheiten und Wißtümer, die abhanden gekommen, in seinen Besitz und unter seine Macht gebracht habe; somit ob diese nicht vorher ins Gute hineingekommen seien, gemäß dem, was Nr. 9154 gezeigt wurde. Daß die Hand Macht bedeutet, sehe man Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5296, 6292, 7188, 7189, 7518, 7673, 8153; daß "in der Hand" das bezeichnet, was bei jemand und in jemand ist: Nr. 9133. 9156. "Über jede Sache des Vergehens", 2. Mose 22/8, bedeutet jede mögliche Beschädigung und jeden möglichen Verlust. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vergehens, sofern es alles bezeichnet, was gegen das Wahre des Glaubens ist, somit was dieses verletzt oder auslöscht, mithin jede mögliche Beschädigung und jeden möglichen Verlust desselben. Im Wort wird das Böse bald Sünde genannt, bald Missetat, bald Vergehen (Übertretung); was aber insbesondere unter dieser und jener verstanden werde, wird nur im inneren Sinn klar: Übertretung heißt, was gegen die Wahrheiten des Glaubens geschieht; Missetat, was gegen das Gute des Glaubens geschieht, Sünde, was gegen das Gute der Liebtätigkeit und der Liebe geschieht. Die beiden ersten gehen aus einem verkehrten Verstand, diese aber aus einem bösen Willen hervor: Ps.51/4,5: "Wasche mich von meiner Missetat, und von meiner Sünde reinige mich; denn meine Übertretungen erkenne ich, und meine Sünde ist vor mir immerdar": Missetat (steht) für das Böse gegen das Gute des Glaubens, Sünde für das Böse gegen das Gute der Liebtätigkeit und der Liebe, und Übertretung für das Böse gegen das Wahre des Glaubens. Weil die letztere das von dem verkehrten Verstand ausgehende Böse ist, und somit durch die Wahrheiten des Glaubens erkannt wird, darum wird gesagt "meine Übertretungen erkenne ich". Ps.25/6,7: "Gedenke Deiner Barmherzigkeit, Jehovah, und Deiner Erbarmungen; der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen wollest Du nicht gedenken": Sünden für Böses aus üblem Willen, und Übertretungen für Böses aus verkehrtem Verstand. Jes.50/1: "Siehe, wegen der Missetaten seid ihr verkauft, und wegen der Übertretungen ist eure Mutter entlassen worden": Missetaten für Böses gegen das Gute, und Übertretungen für Böses gegen das Wahre des Glaubens der Kirche; die Mutter ist die Kirche, die entlassen heißt, wenn sie vom Wahren des Glaubens sich entfernt. Micha 1/5,13: "Um der Übertretung Jakobs willen ist das alles, und um der Sünde willen des Hauses Israels; was ist die Übertretung Jakobs? Ist es nicht Samaria? Dieses ist der Anfang der Sünde der Tochter Zions, weil in dir gefunden worden sind die Übertretungen Israels": Sünde ist hier gleichfalls, was gegen das Gute der Liebtätigkeit und der Liebe, und Übertretung, was gegen das Wahre des Glaubens (geschieht), denn Samaria bedeutet die Kirche des verkehrten Glaubens, und ebenso Israel. Weil die Übertretungen das sind, was gegen die Wahrheiten des Glaubens ist, so sind es auch die Vergehungen und Abweichungen, die auch in der Grundsprache durch das gleiche Wort bezeichnet werden, wie erhellt: Ps.5/11: "Um der Menge ihrer Übertretungen willen verstoße die, welche Dir widerspenstig sind": widerspenstig sein wird gesagt, wenn Abweichung und Übertretung da ist. Jes.57/4,5: "Seid ihr nicht Kinder der Übertretung, ein Samen der Lüge? die ihr entbrannt seid für die Götter unter jedem grünen Baum, die ihr die Kinder schlachtet in den Flüssen": daß Übertretungen das Böse gegen die Wahrheiten des Glaubens ist, wird aus dieser Stelle augenscheinlich klar: Kinder der Übertretung bedeuten das Falsche, das die Wahrheiten des Glaubens zerstört; darum werden sie ein Samen der Lüge genannt, denn die Lüge ist das Falsche: Nr. 8908; und darum wird von ihnen gesagt, sie seien entbrannt für die Götter unter jedem grünen Baum, wodurch im inneren Sinn der Gottesdienst aus Falschem bezeichnet wird, denn Götter bedeuten Falsches: Nr. 4402, 4544, 7873, 8867. Der grüne Baum bezeichnet das Innewerden des Falschen aus dem verkehrten Verstand: Nr. 2722, 4552; und darum wird auch gesagt, ihr schlachtet die Kinder in den Flüssen, wodurch die Auslöschung der Glaubenswahrheiten durch das Falsche verstanden wird; denn schlachten bedeutet auslöschen. Die Kinder oder Söhne sind die Wahrheiten des Glaubens: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2813, 3373; und die Flüsse bedeuten das Falsche: Nr. 6693. 9157. "Über Ochs, über Esel, über Schaf", 2. Mose 22/8, bedeutet des äußeren und inneren Guten und Wahren, nämlich dessen Beschädigung oder Verlust. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ochsen und Esels, sofern sie das äußere Gute und Wahre bezeichnen; und aus der Bedeutung des Schafes, sofern es das innere Wahre und Gute bezeichnet, wovon Nr. 9135. HG 9158 9158. "Über Kleid", 2. Mose 22/8, bedeutet, des sinnlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kleides, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 4545, 4763, 5319, 5954, 6914, 6917. Im allgemeinen bedeutet Kleid das äußere oder untere Wahre, das Inneres oder Oberes bedeckt: Nr. 297, 2576, 5248, 6918; hier also das sinnlich Wahre, denn dieses ist das äußerlichste oder unterste: Nr. 5081, 5125, 5767, 6564, 6614. Daß die Kleider Wahrheiten bedeuten, kommt von den Vorbildern im anderen Leben her, denn alle Geister und Engel erscheinen bekleidet je nach den Wahrheiten des Glaubens bei ihnen: Nr. 165, 5248, 5954. 9159. "Über alles Verlorene, wovon man sagt, daß es dies sei", 2. Mose 22/8, bedeutet, alles Unentschiedene. Dies erhellt aus der Bedeutung des Verlorenen, sofern es alles bezeichnet, was eine Beschädigung oder einen Verlust erlitten hat, und aus der Bedeutung der Worte "wovon man sagt, daß es dies sei", sofern sie das Unentschiedene ausdrücken; denn "wovon man sagt, daß es dies sei" bedeutet, ob es so oder nicht so sei, und daß es deshalb zur Untersuchung und Entscheidung komme. 9160. "Bis zu Gott soll die Sache der beiden kommen, der, den Gott verurteilt", 2. Mose 22/8, bedeutet die Untersuchung und Entscheidung durch das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bis zu Gott soll die Sache kommen", sofern es die Untersuchung durch das Wahre bezeichnet, worüber im Folgenden, und aus der Bedeutung von verurteilen, sofern es die Entscheidung und Zuerkennung der Strafe bezeichnet für den, welcher sich vergangen hat. Daß "bis zu Gott soll die Sache kommen" die Untersuchung durch das Wahre bedeutet, kommt daher, daß "zu Gott" soviel ist als zu den Richtern, die aus dem Wahren darüber eine Untersuchung anstellen sollten; darum wird auch gesagt, "den Gott verurteilen (condemnaverint)" in der Mehrzahl. Gott heißt auch wirklich in der Grundsprache El in der Einzahl, aber häufiger Elohim in der Mehrzahl, aus dem Grund, weil das vom Herrn im Himmel ausgehende göttlich Wahre bei den Engeln mannigfaltig geteilt ist, denn so viele Engel sind, so viele sind es, die das göttlich Wahre aufnehmen, ein jeder auf seine Weise: Nr. 3241, 3744, 3745, 3746, 3986, 4149, 5598, 7236, 7833, 7836; daher kommt es, daß die Engel Götter heißen: Nr. 4295, 4402, 7268, 7873, 8301; wie auch Richter, weil diese nicht aus sich, sondern aus dem Herrn urteilen sollten. Auch richteten sie nach dem Gesetz Mose, somit aus dem Wort, das vom Herrn ist. Auch heutigen Tages richtet man aus dem Herrn, wenn gemäß den Wahrheiten aus dem Gewissen. Der Herr wird im Wort Gott genannt wegen des göttlich Wahren, das von Ihm ausgeht, und Jehovah wegen des göttlich Guten: Nr. 4402, 6303, 6905, 7268, 8988. Daher kommt es, daß wo im Wort vom Guten die Rede ist, Jehovah gesagt wird, und wo vom Wahren, Gott: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921, 4402, 7268, 8988; und daß somit Gott das Wahre ist: Nr. 4287, 7010, 7268. Hieraus wird nun klar, was bezeichnet wird durch "wenn der Dieb nicht ergriffen wird, so soll der Herr des Hauses vor Gott gebracht werden": 2. Mose 22/7, und hier "bis zu Gott soll die Sache der beiden kommen, den Gott verurteilt, soll erstatten"; sodann was durch Gott bezeichnet wird in folgenden Stellen: 2. Mose 4/16: "Aharon soll für dich reden zum Volk, und es soll geschehen, er soll dein Mund sein, und du sollst sein Gott sein". Daß Mose das göttlich Wahre oder das Gesetz, und der Mund die aus demselben kommende Lehre bezeichnet, die Aharon vorbildete, sehe man Nr. 7010. 2. Mose 7/1, Nr. 7268: "Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich habe dich zu Gott gemacht dem Pharao, und Aharon, dein Bruder, soll dein Prophet sein". 1.Sam.9/9: "Ehemals sagte in Israel jedermann, wenn er ging Gott zu fragen: Kommet, laßt uns hingehen zum Seher, denn heutzutage nennt man Propheten, was vormals ein Seher hieß": Seher und Prophet bezeichnet das göttlich Wahre, und daher die Lehre des Wahren und Guten: Nr. 2534, 7269. 9161. "Soll das Doppelte erstatten seinem Genossen", 2. Mose 22/8, bedeutet die vollständige Wiedergutmachung. Dies erhellt aus der Bedeutung von erstatten, sofern es soviel ist als wieder gut machen (ersetzen), wovon Nr. 9097, und aus der Bedeutung von doppelt, sofern es soviel ist als vollständig, wovon Nr. 9103. 9162. "So ein Mann seinem Genossen einen Esel, oder einen Ochsen, oder ein Schaf, und irgendein Tier gibt zur Aufbewahrung", 2. Mose 22/9, bedeutet das äußere und innere Wahre und Gute, und alles, was der Neigung dazu angehört, im Gedächtnis. Dies erhellt aus der Bedeutung des Esels, Ochsen und Schafes, sofern sie das äußere und innere Wahre bezeichnen, wovon Nr. 9135; aus der Bedeutung des Tieres, sofern es die Neigung zum Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 716, 719, 1823, 2179, 2180, 2781, 3218, 3519, 5198, 7424, 7523, 9090; und aus der Bedeutung von gegeben werden zur Aufbewahrung, sofern es soviel ist als niedergelegt und behalten werden im Gedächtnis, wovon Nr. 9149. Daß der Mann und der Genosse nicht den einen und den anderen bedeutet, sondern zwei in einem, sehe man Nr. 9149. 9163. "Und es stirbt, oder wird zerbrochen (verdorben)", 2. Mose 22/9, bedeutet den Verlust oder Verletzung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es eine Auslöschung (Vertilgung) und einen Verlust bezeichnet; und aus der Bedeutung von zerbrochen werden, sofern es eine Verletzung ausdrückt. Bruch und zerbrochen werden bedeutet im Wort die Zerstreuung und auch Verletzung (oder Beschädigung); dies hat seinen Grund in der geistigen Welt, wo alles und jedes verbunden ist, gemäß der Aufnahme des göttlich Wahren vom Herrn, somit gemäß der Aufnahme der Ordnung, die in alles und jedes gebracht wird durch das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht: Nr. 8700, 8988. Daher kommt es, daß die Wahrheiten beim Menschen im Zusammenhängen miteinander stehen gemäß der Aufnahme derselben im Guten. Die Wahrheiten, die so zusammenhängen, machen eins aus. Deshalb werden die Wahrheiten, wenn sie im allgemeinen gebrochen werden, samt dem Guten zerstreut, und wenn sie im besonderen gebrochen werden, so werden die Wahrheiten zerstreut, die sich in demselben befinden; denn wenn sie im Zusammenhang sind, besteht eine durch die andere; wenn sie aber zerbrochen werden, so trennt sich eine von der anderen. Daher kommt es, daß durch zerbrochen werden im Wort bezeichnet wird eine Zerstreuung (oder Zerstiebung), wie auch durch geteilt werden: Nr. 9093; desgleichen auch eine Verletzung. Zerstreuung nämlich, wenn das Ganze, und Verletzung, wenn ein Teil gebrochen wird, wie aus folgenden Stellen im Worte erhellt: Jes.8/15; 28/13: "Anstoßen werden sich unter ihnen viele und werden fallen, und zerbrochen werden": anstoßen bedeutet Ärgernis nehmen, und daher vom Wahren in das Falsche geraten, fallen und zerbrochen werden, bedeutet zerstreut werden, hier im allgemeinen. Hes.30/22: "Siehe, Ich bin gegen Pharao, den König Ägyptens; Ich werde zerbrechen seine Arme, den starken und den zerbrochenen": Pharao, der König Ägyptens für das Wißtümliche, welches das Wahre und Gute des Glaubens verkehrt und zerstört: Nr. 6651, 6679, 6683, 6692. Die Arme zerbrechen, bedeutet ihre Kräfte, somit sie selber zerstreuen: Nr. 4932; den starken und den zerbrochenen, bedeutet das, was keine Beschädigung erlitten hat und Widerstand leistet, und das, was beschädigt worden und keinen Widerstand leistet. Luk.20/17,18: "Es steht geschrieben: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist geworden zum Haupt der Ecke (Eckstein); jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerbrochen werden, und auf wen er fällt, den wird er zermalmen": der Stein bedeutet den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren: Nr. 6426. Zerbrochen werden, weil es sich auf die Wahrheiten von Ihm bezieht, bedeutet zerstreut, somit zerstört werden, und zugleich mit den Wahrheiten auch das, was dem geistigen Leben angehört. Dies geschieht bei denjenigen, die den Herrn leugnen, und die Wahrheiten von Ihm verwerfen, denn diese sind es, die den Stein verwerfen. Jerem.17/18: "Laß kommen über sie den Tag des Bösen, mit zweifacher Zerbrechung zerbrich sie": mit zweifacher Zerbrechung zerbrechen, (steht) für gänzlich zerstören. Jes.38/13: "Ich habe geharret bis zum Morgen; wie ein Löwe hat er zerbrochen alle meine Gebeine", vom Tag bis zur Nacht wirst du ein Ende mit mir machen". Jerem.Klagel.3/4: "Er hat alt gemacht mein Fleisch, und meine Haut, und zerbrochen meine Gebeine". 2. Mose 12/46: "Du sollst nichts hinaustragen aus dem Hause vom Fleisch des Passahlammes, und kein Bein an ihm zerbrechen": Beine zerbrechen, bedeutet die Wahrheiten vom Göttlichen zerstören, welche die letzten in der Ordnung sind, auf den das innere Wahre ruht, und von denen es gestützt wird; denn wenn jene zerstört werden, so fällt auch das, was darauf gebaut ist. Die der Ordnung nach letzten Wahrheiten sind die Wahrheiten des Buchstabensinnes des Wortes, in denen die Wahrheiten des inneren Sinnes enthalten sind, und auf denen dieselben ruhen wie die Säulen auf ihrer Unterlage. Daß die Gebeine Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 3812, 6592, 8005. Hieraus erhellt deutlich, was vorgebildet und bezeichnet wurde durch das, was vom Herrn erzählt wird: Joh.19/33,36: "Sie kamen zu Jesu, und als sie sahen, daß Er gestorben war, zerbrachen sie Seine Gebeine nicht; dies geschah aber, auf daß die Schrift erfüllt würde: Ihr sollt Ihm kein Bein zerbrechen"; der Grund war, weil Er das göttlich Wahre selbst war, sowohl im ersten, als im letzten der Ordnung. Jes.30/26: "Verbinden wird Jehovah den Bruch Seines Volkes, und die Wunde, die ihm geschlagen worden, wird Er heilen". Jerem.6/13,14: "Der Prophet bis zum Priester, jeder geht mit Lüge um, und sie heilen den Bruch meines Volkes durch eine wertlose Sache (oberflächlich und schlecht)". Jerem.8/21: "Ob dem Bruch Meines Volkes bin Ich gebrochen, und gehe im Trauergewand einher". Ps.60/4: "Erschüttert hast du das Land und es zerbrochen; heile seine Brüche". Sach.11/16: "Ich werde einen Hirten im Land erwecken, das Zerbrechen wird er nicht heilen, das Bestehende (oder Gesunde) nicht erhalten". Nahum 3/19: "Keine Narbe hat dein Bruch, verzweifelt ist dein Schaden". In diesen Stellen bezeichnet Bruch den Schaden, der dem Wahren und Guten des Glaubens, somit der Kirche, zugefügt wurde. Heilen bedeutet bessern und wiederherstellen. Das gleiche wurde dadurch bezeichnet, daß ein Mann, der einen Bruch des Fußes, oder einen Bruch der Hand hatte, nicht herzutreten sollte, das Brot Gottes zu opfern: 3. Mose 21/17,19; und dadurch, daß etwas Zerbrochenes dem Jehovah nicht sollte dargebracht werden auf dem Altare: 3. Mose 22/22; denn das Zerbrochene bezeichnete das Zerstörte. Beschädigung wird auch bezeichnet durch Riß, wie Jes.22/9: "Die Risse des Hauses Davids habt ihr gesehen, daß daran sehr viel sind". Amos 9/11: "An jenem Tage werde Ich aufrichten das zerfallene Zelt Davids, und erneuern seine Risse, sein Zerstörtes wieder herstellen, und es bauen, wie in den Tagen der Ewigkeit (in der fernen Vorzeit)": Haus Davids und Zelt Davids für die Kirche des Herrn, denn David bezeichnet im prophetischen Wort den Herrn: Nr. 1888. 9164. "Oder gefangen weggeführt", 2. Mose 22/9, bedeutet die Entfernung. Dies erhellt aus der Bedeutung von gefangen weggeführt werden, sofern es eine Entfernung bezeichnet, wenn es vom Guten und Wahren beim Menschen gesagt wird. Damit verhält es sich in folgender Weise: Wenn der Mensch im Wahren aus dem Guten ist, alsdann ist das Wahre, das er mit dem größten Glauben erfaßt, in der Mitte und daran schließen sich die Wahrheiten, an die er weniger Glauben hat, und zuletzt die zweifelhaften. Auf den Grenzen umher ist das Falsche, das jedoch nicht in der gleichen Reihe mit den Wahrheiten sich befindet, und nicht aufrecht zum Himmel steht, wie die Wahrheiten des Guten, sondern abwärts geneigt ist, und zur Hölle sieht, soweit es vom Bösen ausgeht. Wenn aber das Falsche an die Stelle des Wahren tritt, dann wird die Ordnung umgekehrt, und die Wahrheiten gehen auf die Seiten und bilden die Umgebungen, und das Falsche des Bösen nimmt die Mitte ein. Hieraus erhellt, was durch die Entfernung verstanden wird, worüber man auch sehe Nr. 3436, 6084, 6103. Eine solche Entfernung wird aber durch "gefangen weggeführt werden" bezeichnet, weil das Falsche, wenn es die Wahrheiten gefangen nimmt, in solcher Weise sie wegführt. Solches wird auch durch gefangengenommen oder weggeführt werden bezeichnet bei Jerem.22/22: "Alle deine Hirten wird der Wind weiden, und deine Liebhaber werden in die Gefangenschaft weggeführt werden". Jerem.48/46,47: "Wehe dir, Moab, zugrunde gegangen ist das Volk des Kanosch, denn weggeführt sind worden deine Söhne in die Gefangenschaft, und deine Töchter in die Gefangenschaft, doch will Ich wiederbringen die Gefangenschaft Moabs am Ende der Tage": die Söhne, die weggeführt worden in die Gefangenschaft, bedeuten das Wahre, und die Töchter das Gute. Luk.21/24: "Sie werden fallen durch den Mund des Schwertes, und gefangen geführt werden unter alle Völkerschaften, und zuletzt wird Jerusalem zertreten sein von den Völkerschaften": hier von der Vollendung des Zeitlaufs, welche die letzte Zeit der Kirche ist; fallen durch den Mund des Schwertes heißt, zugrunde gehen durch Falsches, denn Schwert bedeutet das gegen das Wahre kämpfende Falsche: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294. Die Völkerschaften, unter die sie werden gefangen geführt werden, und von denen die Kirche zertreten werden wird, sind das Böse, aus dem Falsches hervorgeht; man sehe Nr. 1259, 1260, 1849, 1868, 6306; und daß Jerusalem, das alsdann zertreten sein wird, die Kirche ist: Nr. 2117, 3654. 9165. "So daß es niemand sieht", 2. Mose 22/9, bedeutet, wovon das Gemüt nichts weiß. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt verstehen, wie auch Glauben haben, wovon Nr. 2325, 2807, 3863, 3869, 4403-4421, 5114, 5400; und weil der Verstand das Gesicht des Gemütes ist, daher bedeutet sehen, daß das Gemüt (einer Sache) bewußt ist; hier aber, daß das Gemüt nichts davon weiß, weil gesagt wird: "so daß es niemand sieht". 9166. "So soll der Eid Jehovahs sein zwischen ihnen beiden", 2. Mose 22/10, bedeutet die Untersuchung darüber durch Wahrheiten aus dem Wort im ganzen und einzelnen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Eides, sofern es die Bestätigung durch Wahrheiten ist, wovon Nr. 2842, 3037, 3375. Daher bedeutet der Eid Jehovahs (die Untersuchung) durch Wahrheiten aus dem Wort, denn in diesem sind die Wahrheiten Jehovahs oder die göttlichen Wahrheiten. Und aus der Bedeutung von "ihnen beiden", sofern es ausdrückt, im ganzen und einzelnen, denn "zwischen beiden" bedeutet im inneren Sinn nicht zwischen zweien, sondern im ganzen und einzelnen; zwei bezeichnet nämlich die Verbindung in eins: Nr. 1686, 3519, 5194, 8423; somit bedeutet es alles, was in einem ist, somit das Ganze und Einzelne in demselben. Daß man unter zwei im Himmel solches versteht, kommt daher, daß wenn bei den Engeln von zwei Wahrheiten die Rede ist, die nicht miteinander übereinstimmen, sich unterhalb ihrer zwei Geister darstellen, die miteinander streiten, und welche die Träger mehrerer Gesellschaften sind. Dann erscheint das Ganze und Einzelne, was der einen Wahrheit angehört, bei dem einen Geist, und das Ganze und Einzelne, was der anderen Wahrheit angehört, bei dem anderen, dadurch wird man inne, wie sie verbunden werden können. Daß es so ist, davon durfte ich mich durch Erfahrung überzeugen. Daher kommt es, daß durch zwei auch das Volle bezeichnet wird: Nr. 9103. Bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft war es aber erlaubt, bei Jehovah zu schwören, weil sie nicht innere, sondern äußere Menschen waren, und beim Gottesdienst nur das Äußere ohne das Innere auffaßten. Daß sie von solcher Art waren, sehe man Nr. 4281, 4293, 4429, 4433, 4680, 4844, 4847, 4865, 4903, 6304, 8588, 8788, 8806. Wenn die Bekräftigung des Wahren in den vom Inwendigen getrennten äußeren Menschen fällt, so geschieht sie durch einen Eid; anders aber, wenn sie in den äußeren durch den inwendigeren fällt, denn im inwendigen (Menschen) erscheint das Wahre in seinem Licht, aber im äußeren ohne den inwendigen erscheint das Wahre in der Finsternis. Daher kommt es, daß die himmlischen Engel, die im innersten oder dritten Himmel sind, weil im höchsten Licht, die Wahrheiten nicht einmal durch Vernunftgründe beweisen, noch weniger streiten und vernünfteln sie darüber, sondern sie sagen nur: ja oder nein. Der Grund ist, weil sie dieselben vom Herrn her innewerden und sehen. Daher kommt es, daß der Herr sich über die Eidschwüre in folgender Weise ausgesprochen hat: Matth.5/33-37: "Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst nicht schwören, aber dem Herrn (sollst du) deine Eidschwüre lösen (halten); Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist Seiner Füße Schemel; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt eines großen Königs; auch sollst du nicht schwören bei deinem Haupt, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja, nein, nein, was darüber ist, das ist vom Bösen": diese Worte besagen, daß die göttlichen Wahrheiten vom Herrn, und nicht vom Menschen bekräftigt werden sollen. Dies geschieht aber, wenn es innerliche Menschen sind und nicht äußere; denn die äußeren Menschen bekräftigen sie durch Eidschwüre, die innerlichen aber durch Vernunftgründe. Menschen, die noch innerlicher sind, bekräftigen sie gar nicht, sondern sagen nur, daß es so sei, oder nicht so sei. Äußere Menschen sind die, welche natürliche Menschen genannt werden, die innerlichen werden geistige Menschen genannt; und die noch innerlicheren werden himmlische Menschen genannt. Daß diese, nämlich die himmlischen, aus dem Herrn inne werden, ob etwas wahr sei oder nicht, sehe man Nr. 2708, 2718, 3246, 4448, 7877. Hieraus erhellt was es in sich schließt, wenn der Herr sagt: "Ihr sollt überhaupt nicht schwören"; sodann: "Eure Rede sei ja, ja, nein, nein". Es soll aber erklärt werden, warum auch gesagt wird, sie sollen nicht schwören beim Himmel, noch bei der Erde, noch bei Jerusalem, noch bei ihrem Haupte, und daß eine über ja, ja, nein, nein hinausgehende Rede vom Bösen sei: Schwören beim Himmel heißt, beim göttlich Wahren, somit beim Herrn (schwören), denn der Himmel ist nicht Himmel aus den Engeln, an sich betrachtet, sondern aus dem vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren, somit aus dem Herrn in ihnen; denn das Göttliche in ihnen macht, daß sie Engel des Himmels sind und heißen. Daher kommt es, daß gesagt wird, diejenigen, die im Himmel sind, seien im Herrn, wie auch, daß der Herr alles im ganzen und im einzelnen des Himmels sei, ferner daß die Engel göttliche Wahrheiten sind, weil Empfänger des göttlich Wahren vom Herrn. Daß der Himmel nur vermöge des Göttlichen des Herrn in ihm Himmel ist und heißt, sehe man Nr. 552, 3038, 3700; daß die Engel göttliche Wahrheiten sind: Nr. 4295, 4402, 7268, 7873, 8301; und daß unter Engel im Wort etwas vom Herrn verstanden wird: Nr. 1925, 2821, 3039, 4085, 4295, 6280; weil aber der Himmel der Herr ist in Ansehung des göttlich Wahren, darum wird gesagt, man solle nicht schwören beim Himmel, weil er der Thron Gottes sei, denn der Thron Gottes bedeutet das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht: Nr. 5313, 6397, 9039. Schwören aber bei der Erde heißt, bei der Kirche (schwören), somit beim göttlich Wahren in ihr, denn wie der Himmel der Herr ist vermöge des göttlich Wahren, das von Ihm ausgeht, so ist Er auch die Kirche, insofern die Kirche der Himmel des Herrn oder Sein Reich auf Erden ist. Daß die Erde im Wort die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 662, 1066, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 4535, 4447, 5577, 8011, 8732; und weil die Erde die Kirche bedeutet, wo das Göttliche des Herrn unterhalb des Himmels ist, darum wird gesagt, man solle nicht schwören bei der Erde, weil sie der Schemel der Füße Gottes sei. Schemel der Füße bezeichnet das göttlich Wahre unterhalb des Himmels, wie es das Wort im buchstäblichen Sinn ist; denn auf dieses stützt sich und auf ihm steht gleichsam das göttlich Wahre im Himmel, welches das Wort im inneren Sinn ist. Jenes Wahre wird durch Schemel der Füße bezeichnet bei Ps.99/5; 132/7; bei Jes.60/13 und bei Jerem.Klagel.2/1. Schwören bei Jerusalem aber heißt, bei der Lehre des Wahren aus dem Wort, denn Jerusalem im weiten Sinn bedeutet die Kirche: Nr. 2117, 3654. Wenn aber zuerst die Erde genannt wird, welche die Kirche bedeutet, und nachher Jerusalem, dann bedeutet Jerusalem die Lehre der Kirche, mithin die Lehre des göttlich Wahren aus dem Wort. Ebendeshalb heißt sie die Stadt des großen Königs; denn durch Stadt wird im Wort in dessen innerem Sinn die Lehre des Wahren bezeichnet, man sehe Nr. 402, 2449, 2943, 3216, 4478, 4492, 4493. Schwören bei seinem Haupt heißt aber, bei dem Wahren schwören, das der Mensch selbst für wahr hält, und zum Gegenstand seines Glaubens macht; denn das macht beim Menschen das Haupt, und wird auch durch Haupt bezeichnet bei Jes.15/2; 29/10; Hes.7/18; 13/18; 16/12; 29/18; Matth.6/17 und anderwärts. Daher wird auch gesagt, "weil du kein einziges Haar weiß oder schwarz machen kannst"; denn Haar bedeutet das Wahre des äußeren oder natürlichen Menschen: Nr. 3301, wie es diejenigen haben, die im Wahren des Glaubens sind, nicht darum weil sie inne werden, daß es wahr sei, sondern darum, weil die Lehre der Kirche so lehrt. Und weil sie das nicht anderswoher wissen können, wird gesagt, man soll nicht dabei schwören, weil sie das Haar nicht weiß oder schwarz machen können. Das Haar weiß machen heißt, von sich aus das Wahre als wahr erklären, und das Haar schwarz machen heißt, von sich aus das Falsche als falsch ansehen; denn das Weiße wird gesagt vom Wahren: Nr. 3301, 3993, 4007, 5319, und daher das Schwarze vom Falschen. Hieraus erhellt nun, was darunter verstanden wird, daß man überhaupt nicht schwören soll, weder beim Himmel, noch bei der Erde, auch nicht bei Jerusalem, noch bei seinem Haupt, nämlich: Das göttlich Wahre soll nicht bestätigt werden vom Menschen, sondern vom Herrn beim Menschen. Deswegen wird auch zuletzt gesagt: "Eure Rede sei ja, ja, nein, nein, was darüber ist, das ist vom Bösen", denn die, welche vom Herrn das Wahre innewerden und sehen, bestätigen es nicht anders; und so machen es auch die Engel des innersten oder dritten Himmels, die himmlische Engel genannt werden, von denen oben. Daß eine Rede, die darüber hinausgeht, aus dem Bösen ist, hat seinen Grund darin, daß, was darüber ist, nicht aus dem Herrn ist, sondern aus dem Eigenen des Menschen, also aus dem Bösen, denn das Eigene des Menschen ist lediglich böse, man sehe Nr. 210, 215, 874, 875, 876, 987, 1023, 1044, 1047, 3812, 4328, 5660, 8941, 8944. Hieraus erhellt abermals, wie der Herr geredet hat, nämlich so, daß in allem und jedem ein innerer Sinn ist, denn Er hat aus dem Göttlichen geredet, mithin ebensowohl für die Engel, als für die Menschen, denn die Engel fassen das Wort nach seinem inneren Sinn auf. 9167. "Ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen, und der Herr es genommen", 2. Mose 22/10, bedeutet die Verbindung unter (und mit) dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ob er nicht seine Hand gelegt habe an die Habe seines Genossen", wenn es vom äußeren und inneren Wahren und Guten gesagt wird, sofern es ausdrückt, ob es in das Gute eingegangen sei, wovon Nr. 9155, somit, ob es unter dem Guten verbunden sei (was die Verbindung unter dem Guten ist, sehe man Nr. 8154). Und aus der Bedeutung des Herrn, sofern er das Gute bezeichnet, wovon Nr. 9154. Ob sein Herr es nicht genommen habe, heißt also: ob das Gute es nicht durch Verbindung zu dem Seinigen gemacht habe. Der Herr bedeutet aber das Gute, weil das Gute beim geistigen Menschen die erste Stelle einnimmt, und das Wahre die zweite, und was die erste Stelle einnimmt, daß ist der Herr. Wirklich sind auch gemäß der Beschaffenheit des Guten alle Wahrheiten beim Menschen geordnet, wie vom Herrn des Hauses. Daher kommt es, daß unter Herr im Wort der Herr in Ansehung des göttlich Guten, und unter Gott, König und Meister der Herr in Ansehung des göttlich Wahren verstanden wird: 5. Mose 10/17: "Jehovah, euer Gott, Er ist der Gott der Götter, und der Herr der Herren". Joh.Offenb.17/14: "Das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der Herr der Herren, und der König der Könige". Joh.Offenb.19/16: "Er hat auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte einen geschriebenen Namen: König der Könige und Herr der Herren". Daß der Herr Gott heißt in Ansehung des göttlich Wahren, sehe man Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 4402, 7268, 8988, wie auch, daß er König heißt in Ansehung des göttlich Wahren: Nr. 2015, 3009, 3670, 4581, 4966, 5068, 6148. Hieraus ergibt sich klar, daß der Herr auch Herr heißt in Ansehung des göttlich Guten, denn wo im Wort vom Wahren die Rede ist, da ist auch vom Guten die Rede: Nr. 683, 793, 801, 2516, 2618, 2712, 2803, 4094, 4138, 5138, 5502, 6343, 8339. Joh.13/13,14: "Ihr nennt Mich Meister und Herr, und saget recht, denn Ich bin es; Ich habe eure Füße gewaschen, euer Herr und Meister": der Herr heißt auch hier Herr wegen des göttlich Guten, und Meister wegen des göttlich Wahren. Mal.3/1: "Plötzlich wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, den ihr verlanget": hier vom Kommen des Herrn, wo er Herr heißt wegen des göttlich Guten und Engel wegen des göttlich Wahren: Nr. 1925, 2821, 3039, 4085, 4295, 6280. Daher kommt es, daß im Alten Testament so häufig gesagt wird Herr Jehovah, und zwar im Gebet, wodurch bezeichnet wird, o guter Jehovah: Nr. 1793, 2921; und daß im Neuen Testament Herr gesagt wird für Jehovah: Nr. 2921. Hieraus kann man auch ersehen, was verstanden wird unter folgenden Worten: Matth.6/24: "Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben": die zwei Herren sind das Gute und das Böse; denn der Mensch muß entweder im Guten sein oder im Bösen; in beidem zugleich kann er nicht sein, in mehreren Wahrheiten kann er sein, wenn sie geordnet sind unter einem Guten; denn das Gute macht den Himmel beim Menschen, das Böse aber die Hölle. Er muß entweder im Himmel sein oder in der Hölle, nicht aber in beiden, auch nicht zwischen beiden. Hieraus erhellt nun, was im Wort unter Herr verstanden wird. 9168. "Dann soll er es nicht wiedererstatten", 2. Mose 22/10, bedeutet die Nichtverletzung. Dies erhellt aus der Bedeutung von wiedererstatten, sofern es eine Besserung und auch eine Wiederherstellung bezeichnet, wovon Nr. 9087, 9097. Nicht wiedererstatten bezeichnet daher die Nichtwiederherstellung und Nichtbesserung, weil keine Verletzung stattgefunden hat. 9169. "Ist es aber gestohlen worden", 2. Mose 22/11, bedeutet, wenn ein Verlust stattgefunden hat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Diebstahls, sofern er die Wegnahme des Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 9125, somit einen Verlust. 9170. "So soll er es seinem Herrn erstatten", 2. Mose 22/11, bedeutet die Ersatzleistung dafür. Dies erhellt aus der Bedeutung von erstatten, sofern es eine Ersatzleistung bezeichnet, wovon Nr. 9087, und aus der Bedeutung des Herrn, sofern er das Gute bezeichnet, wovon Nr. 9167 somit wird durch "er soll es seinem Herrn erstatten" bezeichnet, das Wahre soll dem Guten wieder ersetzt werden für dasjenige, das abhanden gekommen. 9171. "Ist es zerrissen worden", 2. Mose 22/12, bedeutet die unverschuldete Beschädigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zerrissenen, sofern es die Beschädigung bezeichnet, die vom Falschen, das vom Bösen kommt, ohne seine Schuld zugefügt wurde, wovon Nr. 4171, 5828. 9172. "So soll er es als Zeugen bringen", 2. Mose 22/12, bedeutet, um es zu beweisen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeugen, sofern es den Beweis ausdrückt, wovon Nr. 4197. 9173. "Das Zerrissene soll er nicht erstatten", 2. Mose 22/12, bedeutet keine Strafe (geben), nämlich für die unverschuldete Beschädigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zerrissenen, sofern es die unverschuldete Beschädigung bezeichnet, wie Nr. 9171; und aus der Bedeutung von erstatten, sofern es die Strafe ausdrückt, wovon Nr. 9102; hier keine Strafe, weil es heißt, er soll es nicht erstatten. 9174. "Und so ein Mann etwas entlehnt hat von seinem Genossen", 2. Mose 22/13, bedeutet das Wahre von einer anderen Sippschaft (oder Gattung). Dies erhellt aus der Bedeutung von entlehnen, sofern es heißt das Wahre anderswoher empfangen als von sich, somit das Wahre von einer anderen Sippschaft. Daß entlehnen oder borgen diese Bedeutung hat, beruht darauf, daß es in der geistigen Welt kein anderes Gutes gibt, das von anderen erbeten und gegeben wird, als solches, das der Einsicht und Weisheit angehört. Es gibt zwar sehr viele andere Gegenstände, die sichtbar vorhanden sind, ja unzählige, aber sie sind Erscheinungen aus dem, was der Einsicht und Weisheit angehört. Hieraus erhellt, daß entlehnen soviel ist als von einem anderen belehrt werden und so Wahrheiten oder Erkenntnisse des Guten und Wahren anderswoher als von sich empfangen. Wie es sich aber damit verhält, soll weiter erklärt werden: Es wird vom Menschen gesagt, er empfange die Wahrheiten aus sich, wenn er sie aus den Wahrheiten, die bei ihm sind, erschließt. Diese verbindet er alsdann mit den früheren, wenn er aber das tut, so läßt er keine anderen Wahrheiten zu, als die unter dem gleichen Guten zusammenstimmen; denn das Gute ist es, was die Wahrheiten in Reihen ordnet, und sie verknüpft. Das Gute ist nämlich gleichsam die Seele im Menschen, und die Wahrheiten sind gleichsam das, womit die Seele sich bekleidet, und wodurch sie wirkt. Daß alles und jedes im Menschen aus seiner Seele lebt, ist bekannt, somit auch die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, aus dem Guten der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten. Ist dieses Gute nicht die Seele des Menschen, sondern das Gute der Selbstliebe oder der Weltliebe, dann ist der Mensch kein Mensch, sondern ein wildes Tier, und erscheint auch im anderen Leben im Himmelslicht als ein wildes Tier, obwohl er in seinem eigenen Licht, das beim Himmelslicht Finsternis wird, als ein Mensch erscheint. Aber man merke, daß der Herr die Wahrheiten nach dem Guten des Lebens des Menschen ordnet. Hingegen wird vom Menschen gesagt, er empfange die Wahrheiten anderswoher, wenn er von einem anderen belehrt wird; wenn dieselben nicht unter dem Guten zusammenstimmen, worin er ist, so werden sie zwar in seinem Gedächtnis unter den Wißtümern niedergelegt, werden aber nicht sein Eigen, d.h. Sache seines Glaubens, weil sie von einer anderen Sippschaft sind. Diese Wahrheiten sind es, von denen in diesem und im folgenden Vers gehandelt wird. Wo im Worte gesagt wird entlehnen und leihen, wird bezeichnet, belehrt werden und belehren aus einer Regung der Liebtätigkeit: Matth.5/42: "Gib jedem, der dich bittet, und wer von dir entlehnen will, den weise nicht ab": daß hier unter bitten nicht verstanden wird bitten, ist klar, denn es wird gesagt, jedem Bittenden gib, somit auch nicht durch entlehnen wollen und lehnweise empfangen; denn wenn jedem Bittenden gegeben würde, und auch jedem, der entlehnen will, so würde der Mensch aller seiner Güter beraubt. Weil aber der Herr aus dem Göttlichen geredet hat, so ist unter bitten und entlehnen wollen, und durch leihen und lehnsweise empfangen eine Mitteilung himmlischer Güter verstanden, die den Erkenntnissen des Guten und Wahren angehören. Mit dieser Mitteilung verhält es sich nämlich in folgender Weise: Je mehr ein Engel einem anderen gibt aus Regung der Liebtätigkeit, desto mehr fließt bei ihm aus dem Gemeinvermögen vom Himmel, d.h. vom Herrn bei ihm ein: Nr. 6478, somit wird ein Engel dadurch, daß er einem Bittenden gibt, seiner Güter nicht beraubt, sondern damit bereichert; ebenso auch der Mensch, wenn er einem anderen aus Regung der Liebtätigkeit Gutes tut. Liebtätigkeit aber ist es, den Guten geben, und keine Liebtätigkeit ist es, den Bösen geben, was sie bitten und begehren: Nr. 8120, nach folgenden Worten: Ps.37/21: "Der Gottlose borgt, aber er erstattet es nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt". Luk.6/34,35: "Wenn ihr denjenigen leihet, von denen ihr es wieder zu nehmen hoffet, welchen Dank habt ihr? Vielmehr liebet eure Feinde, und tut wohl, und leihet, wo ihr nichts davon hoffet; alsdann wird euer Lohn groß sein; und ihr werdet Söhne des Höchsten sein": auch hier wird unter leihen verstanden Gutes tun aus Regung der Liebtätigkeit, somit Güter des Himmels mitteilen, wie auch Güter der Welt, aber diese um jener willen als Zweck. Regung der Liebtätigkeit ist es, Gutes mitteilen ohne den Zweck der Wiedervergeltung; aber keine Regung der Liebtätigkeit ist es, Gutes mitteilen um der Wiedervergeltung willen als Zweck; man sehe Nr. 2373, 2400, 3816, 3956, 4943, 6388, 6389, 6390, 6392, 6393, 6478, 8002. Die Feinde lieben, und den Bösen wohl tun, ist Regung der Liebtätigkeit, aber man liebt die Feinde und tut ihnen wohl, wenn man sie belehrt, wie auch, wenn man sie durch zweckmäßige Mittel bessert: Nr. 8121. Die Übung der Liebtätigkeit wird auch durch leihen bezeichnet: 5. Mose 28/12: "Wenn du der Stimme Jehovahs gehorchst, und dich bemühst Seine Gebote zu halten, wirst du vielen Völkern leihen, du aber wirst nicht borgen": vielen Völkern leihen heißt, Überfluß haben an Gütern der Einsicht und Weisheit, und aus dem Überfluß mitteilen, und anderer nicht bedürfen, weil ihm alles vom Herrn gegeben wird. Ps.112/5: "Glücklich ist der Mann, der barmherzig ist und leiht, er wird seine Worte im Gericht behaupten, denn er wird in Ewigkeit nicht wanken": durch barmherzig sein und leihen wird somit der Zustand derjenigen beschrieben, die in echter Liebtätigkeit sind; ebenso Ps.37/21; außerdem auch anderwärts. 9175. "Und es wird beschädigt oder stirbt", 2. Mose 22/13, bedeutet, wenn es verletzt oder ausgelöscht wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von beschädigt (zerbrochen) werden, sofern es soviel ist als verletzt werden, wovon Nr. 9163; und aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt ausgelöscht (vernichtet) werden. 9176. "Wenn sein Herr nicht dabei ist", 2. Mose 22/13, bedeutet, wenn das Gute jenes Wahren nicht dabei ist im allgemeinen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn, sofern er das Gute bezeichnet, wovon Nr. 9167; und aus der Bedeutung von "nicht bei ihm", sofern es heißt, nicht mit dabei im allgemeinen. Wie es sich mit diesem verhält, kann aus dem erhellen, was über die Wahrheiten im Guten Nr. 9154 gezeigt wurde, daß nämlich alle Wahrheiten im allgemeinen geordnet sind unter dem Guten. Es wird aber hier von den geliehenen Wahrheiten, d.h. von solchen gehandelt, die man von einem anderen aufgenommen hat, man sehe Nr. 9174; diese Wahrheiten haben entweder ihr Gutes bei sich, oder haben es nicht bei sich. Die, welche ihr Gutes bei sich haben, sind solche, die, wenn sie gehört werden, anregen, die es aber nicht (bei sich) haben, sind solche, die alsdann nicht anregen. Die Wahrheiten, die ihr Gutes bei sich haben, werden verstanden unter dem Geliehenen, das nicht verletzt wird oder stirbt, wenn der Herr dabei ist. Die Wahrheiten aber, die ihr Gutes nicht bei sich haben, werden verstanden unter Geliehenem, das verletzt wird oder stirbt, wenn der Herr nicht dabei ist. Diese Wahrheiten können zwar beschrieben werden, aber nur für die Fassungskraft derjenigen, die im Licht des Himmels vom Herrn sind; die anderen, die aus dem Licht der Welt, d.h. aus dem natürlichen Licht sehen, können sie nicht begreifen, weil sie in Beziehung auf himmlische Dinge in Finsternis sind; und wenn sie auch meinen, es zu begreifen, so geschieht es nur aus Täuschungen und aus materiellen Vorstellungen, die mehr verdunkeln und in Schatten einhüllen, als erleuchten. Es genügt zu wissen, daß (hier) von Glaubenswahrheiten gehandelt wird, die mit ihrem Guten verbunden sind, und die nicht verbunden sind. Die nicht verbundenen Wahrheiten sind die, welche man von anderen erlernt, und die nicht tiefer eingehen, als ins Gedächtnis, und hier als Wißtümliches bleiben, aber nicht unter den Wahrheiten aufgenommen werden, die im allgemeinen dem Guten untergeordnet sind. Aus diesem kann man einigermaßen erkennen, in welcherlei (Erkenntnissen) die Engelsweisheit besteht, denn die Engel begreifen nicht nur wie es sich damit verhält, sondern auch zugleich unzählig vieles davon, somit Dinge, von denen der Mensch nicht einmal weiß, daß sie sind, geschweige, was sie sind. Denn die Engel sind im Himmelslicht, und das Himmelslicht hat unendlich vieles in sich; denn das Himmelslicht ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre. 9177. "So soll er es erstatten", 2. Mose 22/13, bedeutet die Vergütung. Dies erhellt aus der Bedeutung von erstatten, sofern es eine Vergütung (oder Ersatz) bezeichnet, wovon Nr. 9087. 9178. "Ist sein Herr dabei, soll er es nicht erstatten", 2. Mose 22/14, bedeutet, wenn das Gute des Wahren dabei ist, so findet keine Vergütung statt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wenn der Herr nicht dabei", sofern es heißt, wenn das Gute des Wahren nicht mit dabei ist, wovon Nr. 9176; und aus der Bedeutung von erstatten, sofern es eine Vergütung bezeichnet, wie Nr. 9177; somit bedeutet nicht erstatten die Nichtvergütung. 9179. "Ist er ein Taglöhner", 2. Mose 22/14, bedeutet, wenn man das Gute der Gewinnsucht zum Zweck hat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Taglöhners, sofern er den bezeichnet, der das Gute tut um des Guten der Gewinnsucht oder um des Lohnes willen, wovon Nr. 8002, somit bedeutet er im abgezogenen Sinn das Gute der Gewinnsucht oder den Lohn. 9180. "So soll er kommen für seinen Lohn", 2. Mose 22/14, bedeutet die Unterwerfung und Dienstbarkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen für den Lohn, sofern es ausdrückt, sich unterwerfen und dienen. Damit verhält es sich so: Die, welche aus dem Wort, oder aus der Lehre der Kirche, oder auch sonst irgendwoher, ja auch aus sich selbst durch Schlüsse Wahrheiten lernen und schöpfen um das Vorteils willen, d.h. um Ehren oder Vermögen zu gewinnen, oder auch um den Himmel zu verdienen, sind es, die im inneren Sinn verstanden werden unter den Taglöhnern, die für ihren Lohn kommen, d.h., die sich unterwerfen und dienen müssen; denn die Vorteile sollen für die Menschen der Kirche an letzter Stelle sein, nicht an erster. Sind sie an letzter Stelle, dann sind sie Knechte, wenn aber an erster, sind sie Herrn. Wer an erster Stelle auf Vorteile sieht, der ist ein umgekehrter Mensch, und wird auch ein umgekehrter im anderen Leben, mit dem Kopf in der Hölle, vorgebildet. Wer aber an erster Stelle auf die Liebtätigkeit und den Glauben, somit auf den Herrn und den Nächsten sieht, der ist ein aufrechter Mensch, und wird auch im anderen Leben als ein aufrechter, mit dem Kopf im Himmel, dargestellt. Hieraus erhellt, was verstanden wird unter dem Guten, das um des Vorteils willen geschieht, und daß dieses unterworfen werden und dienen müsse, was bezeichnet wird durch "ist ein Taglöhner dabei", sofern er kommen muß für seinen Lohn. 9181. Vers 15,16: Und so ein Mann eine Jungfrau beredet, die nicht verlobt ist, und liegt bei ihr, so soll er sie durch Morgengabe sich erwerben zum Weibe. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so soll er Silber bezahlen je nach der Morgengabe (Kaufpreis) der Jungfrauen. "Und so ein Mann eine Jungfrau beredet, die nicht verlobt ist" bedeutet das Gute, das nicht verbunden ist mit dem Wahren; "und liegt bei ihr" bedeutet die unrechtmäßige Verbindung; "so soll er sie durch Morgengabe sich erwerben zum Weibe" bedeutet das Pfand der Einwilligung zu einer rechtmäßigen Verbindung; "weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben" bedeutet, wenn das innere Gute keine Verbindung zuläßt; "so soll er Silber bezahlen je nach der Morgengabe der Jungfrauen" bedeutet, ein anderes übereinstimmendes Wahre an jenes statt. 9182. "Und so ein Mann eine Jungfrau beredet, die nicht verlobt ist", 2. Mose 22/15, bedeutet das Gute, das nicht verbunden ist mit dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von bereden, wenn es von einem Mann und einer Jungfrau gesagt wird, sofern es heißt, zu einer Verbindung verlocken. Aus der Bedeutung des Mannes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 3134, 7716, 9007; aus der Bedeutung der Jungfrau, sofern sie die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, wovon Nr. 3081, 4638; somit das Gute, das die Kirche (hat). Und aus der Bedeutung von verlobt sein, sofern es die Verbindung ausdrückt. Mit wenigen Worten soll hier gesagt werden, woher das Gesetz über die unrechtmäßige Verbindung, von der jetzt gehandelt wird, seinem Grund und Ursprung nach kommt: Alle den Söhnen Israels gegebenen Gesetze haben im Himmel ihren Grund, und von den dort geltenden Ordnungsgesetzen ihren Ursprung. Alle Gesetze der Ordnung im Himmel sind aus dem göttlich Wahren und Guten, das vom Herrn ausgeht; daher stammen die Gesetze des Guten der Liebe und des Glaubenswahren. Die Verbindung des Guten und Wahren im Himmel wird die himmlische Ehe genannt, und dies wird in den Ehen auf Erden vorgebildet, wie auch durch die Ehen im Wort bezeichnet. Hieraus erhellt, was die unrechtmäßigen Verbindungen, wie auch, was die Hurereien und Ehebrüche in sich schließen. In diesen beiden Versen wird von einer unrechtmäßigen Verbindung gehandelt, die nachher entweder eine rechtmäßige (werden muß), oder aufgelöst wird. Von einer unrechtmäßigen Verbindung, die eine rechtmäßige werden muß, wird in diesem Vers gehandelt; und von einer unrechtmäßigen Verbindung, die nachher aufgelöst wird, wird im folgenden Vers gehandelt. Eine unrechtmäßige Verbindung ist eine solche, die nicht aus ehelicher Neigung, sondern aus jeder anderen Neigung, z.B. aus Neigung zur Schönheit, aus Neigung zum Gewinn, aus Neigung zum Stande der Person, wie auch, die aus Lüsternheit zustande kommt. Diese Verbindungen sind schon in ihrem Anfang unrechtmäßig, aus dem Grund, weil es äußere Dinge sind, welche die Verbindung bewirken, und nicht zugleich innere. Gleichwohl aber können jene Dinge das Mittel sein, durch die nachher eine rechtmäßige Verbindung zustande kommt, was geschieht, wenn die Gemüter sich verbinden. Es ist aber auch möglich, daß keine Verbindung dadurch zustande kommt, was der Fall ist, wenn die Gemüter sich trennen. Daß dies sich so verhält, ist in der Welt allgemein bekannt. Eine rechtmäßige Verbindung, welche die der Gemüter ist, kommt zustande, wenn beide in gleichem Guten und Wahren sind; denn das Gute und das Wahre machen das Leben des Menschen. Das sittlich und bürgerlich Gute und Wahre das Leben des äußeren Menschen, und das geistig Gute und Wahre das Leben des inwendigen Menschen. Man merke, daß das Leben des Menschen nirgend anderswoher kommt, als aus dem Guten und Wahren; denn gut heißt alles das, was der Mensch liebt, und wahr alles das, was der Mensch glaubt. Oder was dasselbe, gut heißt alles das, was der Mensch will, und wahr alles das, was der Mensch versteht. Hieraus erhellt, daß eine rechtmäßige Verbindung zustande kommt, wenn der eine der Ehegatten im Wahren ist, und die andere im entsprechenden Guten; denn so wird in ihnen beiden die himmlische Ehe vorgebildet, welche die des Guten und Wahren ist. Daher kommt es, daß die eheliche Liebe aus jener Verbindung hernieder kommt; man sehe Nr. 2727-2759, 2803, 3132, 4434, 4835. Aus diesen Vorbemerkungen kann man entnehmen, wie es sich mit den Verbindungen verhält, von denen in diesem und im folgenden Vers gehandelt wird. Die Verlobungen vor den Ehen waren von alten Zeiten her gebräuchlich und bildeten die erste Verbindung vor, die dem inwendigen Menschen angehörte ohne den äußeren. Die Ehen selbst nachher bildeten die zweite Verbindung vor, welche die des inwendigen Menschen mit dem äußeren ist; denn wenn der Mensch durch Gutes und Wahres des Glaubens wiedergeboren wird, so wird zuerst der inwendige Mensch wiedergeboren, und nachher der äußere, weil dieser von jenem: Nr. 3286, 3321, 3493, 3882, 8746. Hieraus erhellt, was durch die Verlobung und durch das Verlobtwerden, wie auch, was durch den Bräutigam und die Braut im Wort bezeichnet wird. Durch die Verlobung nämlich die Verbindung des Wahren und Guten im inwendigen Menschen, und durch den Bräutigam, wo vom Herrn und von der Kirche die Rede ist, das Gute, und durch die Braut das Wahre; z.B. in folgenden Stellen: Jerem.2/2: "Ich gedachte an die innige Zuneigung deiner Jugend, an die Liebe deiner Verlobungen, da du Mir nachgingst in der Wüste, in einem nicht besäten Lande": hier von der Alten Kirche, und von deren Herstellung durch den Herrn. Die Liebe der Verlobungen bedeutet die Neigung zum geistigen Leben, das sich durch die Wahrheiten des Glaubens und das Gute der Liebe bildet. Der Zustand des Verlangens, da sie noch nichts davon wußten und es noch entbehren mußten, wird bezeichnet durch das Mir nachgehen in der Wüste in einem nicht besäten Lande. Hos.2/18,19: "Schließen werde Ich für sie an jenem Tage einen Bund mit dem Wild des Feldes, und mit den Vögeln des Himmels, und dem Gewürm der Erde; und den Bogen und das Schwert und den Krieg werde Ich zerbrechen, und dich Mir verloben in Gerechtigkeit und Gericht, in Barmherzigkeit und Erbarmung": hier wird von der Herstellung einer neuen Kirche gehandelt. Einen Bund schließen mit dem Wild des Feldes, mit den Vögeln, und mit dem Gewürm der Erde, bedeutet die Verbindung des Herrn durch das innere und äußere Gute und Wahre beim Menschen. Der Bund bedeutet die Verbindung: Nr. 665, 666; 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778. Das Wild des Feldes bezeichnet das Leben aus dem Guten: Nr. 841, 908; der Vogel das Leben des Wahren: Nr. 40, 745, 776, 991, 3219, 5149, 7441; das Gewürm der Erde das Gute und Wahre des äußeren und sinnlichen Menschen: Nr. 746, 909. Der Bogen, das Schwert und den Krieg zerbrechen heißt, die Lehre und die Kräfte des Falschen zerstören. Der Bogen bedeutet die Lehre des Falschen: Nr. 2686, 2709; das Schwert das Falsche, das gegen das Wahre kämpft: Nr. 2799, 4499, 6363, 7102; der Krieg ist der Kampf selbst, oder der geistige Kampf: Nr. 1664, 2686, 8273; jenes zerbrechen, heißt es zerstören. Verloben in Gerechtigkeit und in Gericht, heißt verbunden werden mit dem Herrn im Guten und Wahren. Verloben bedeutet sich verbinden; Gerechtigkeit wird gesagt vom Guten und Gericht vom Wahren: Nr. 2235. Verloben in Barmherzigkeit und Erbarmung bedeutet, aus Liebe gegen diejenigen, die im Guten, und in der Liebe gegen die, welche in den Wahrheiten sind. Die Barmherzigkeit des Herrn wird gesagt in bezug auf diejenigen, die in Ermangelung und doch im Verlangen nach dem Guten sind, und Erbarmungen in bezug auf die, welche in Unwissenheit und doch im Verlangen nach dem Wahren sind. Hieraus erhellt, daß Verlobung die Verbindung des Guten und Wahren beim Menschen vom Herrn bedeutet. Jeder kann sehen, daß solches in dieser Stelle bezeichnet wird, denn schon das natürliche Gefühl sagt, daß Jehovah keinen Bund mit dem Wild des Feldes, mit dem Vogel und mit dem Gewürm der Erde schließt, sondern mit denjenigen, die im Guten und Wahren des Glaubens sind, also mit dem Guten und Wahren beim Menschen, mithin, daß solches in jener Weissagung verborgen liegt. Mal.2/11: "Treulos gehandelt hat Juda, denn es hat die Heiligkeit Jehovahs entweiht, weil es geliebt und mit sich verlobt hat die Tochter eines fremden Gottes": sich verloben mit der Tochter eines fremden Gottes, heißt, verbunden werden mit dem Bösen des Falschen, der fremde Gott ist das Falsche: Nr. 4402, 6544, 7873. Daß der Bräutigam, wo vom Herrn und von der Kirche gehandelt wird, das Gute bezeichnet und die Braut das Wahre, bei Jes.61/10: "Jehovah hat mich bekleidet mit den Kleidern des Heils, mit dem Rock der Gerechtigkeit mich bedeckt; wie der Bräutigam seinen Turban aufsetzt, und wie die Braut sich schmückt mit ihrem Geschmeide". Joh.Offenb.21/1,2: "Ich sah die heilige Stadt Jerusalem herabkommen von Gott aus dem Himmel, bereitet wie eine Braut, die geschmückt ist für ihren Gatten". Joh.Offenb.21/9,10: "Der Engel sprach: Komm, ich will dir zeigen die Braut, des Lammes Gemahlin": Braut bedeutet hier die Kirche. Matth.9/15; Luk.5/34,35: "Jesus sprach zu den Jüngern Johannis: Können die Söhne der Hochzeit trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist; es werden aber Tage kommen, wo ihnen der Bräutigam wird weggenommen werden, und dann werden sie fasten": Söhne der Hochzeit heißen diejenigen, die in den Wahrheiten der Kirche sind und das Gute aufnehmen, denn das Gute, das vom Herrn kommt, ist der Bräutigam. Die Söhne der Hochzeit trauern nicht, solange der Bräutigam mit ihnen ist, heißt, sie sind in einem glücklichen und seligen Zustand, also beim Herrn, wenn in den mit ihrem Guten verbundenen Wahrheiten. Sie werden fasten, wenn ihnen der Bräutigam weggenommen wird, heißt, in einem unseligen Zustand, wenn das Gute mit den Wahrheiten nicht mehr verbunden ist. Dies ist der letzte Zustand der Kirche, jenes aber der erste Zustand. Das gleiche wird bezeichnet durch den Bräutigam, dem zu begegnen die zehn Jungfrauen ausgingen, bei Matth.25/1-12, denn die Jungfrauen, die Öl in den Lampen hatten, sind die, welche das Gute in ihren Wahrheiten haben; die aber kein Öl in ihren Lampen hatten, sind die, welche das Gute nicht in ihren Wahrheiten haben, man sehe Nr. 4638; und daß das Öl das Gute der Liebe sei: Nr. 886, 3722, 4582. Joh.3/28,29: "Johannes sprach: Ich bin nicht Christus, sondern vor Ihm hergesandt. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam, der Freund aber des Bräutigams, der steht und Ihn hört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams": Braut (steht) für das Wahre, das dem Glauben der Kirche angehört, und Bräutigam für das Gute, das der Gegenstand der Liebe der Kirche ist, beides vom Herrn; somit bedeutet es den Menschen der Kirche, bei dem das Gute mit den Wahrheiten verbunden ist. Hieraus erhellt auch, was im inneren Sinn durch die Freude und die Stimme des Bräutigams und der Braut verstanden wird, bei Jes.62/5; Jerem.7/34; 16/9; 25/10; 33/11; Joh.Offenb.18/23, nämlich der Himmel und die Seligkeit infolge der Verbindung des Guten und Wahren beim Menschen und Engel. 9183. "Und liegt bei ihr", 2. Mose 22/15, bedeutet die unrechtmäßige Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von liegen bei einer nicht verlobten Jungfrau, sofern es eine unrechtmäßige Verbindung ist; denn durch verlobt werden wird die Verbindung des inwendigen Menschen bezeichnet, durch liegen aber die Verbindung des äußeren, wovon Nr. 9182. 9184. "So soll er sie durch Morgengabe sich erwerben zum Weibe", 2. Mose 22/15, bedeutet das Pfand der Einwilligung von seiner Seite zu einer rechtmäßigen Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Morgengabe, sofern sie das Pfand der Einwilligung ist, wovon Nr. 4456; und aus der Bedeutung von "zum Weibe", sofern es ausdrückt zu einer rechtmäßigen Verbindung; denn eine zum Weibe nehmen heißt, sich rechtmäßig verbinden. Eine unrechtmäßige Verbindung im geistigen Sinn ist die Verbindung des Wahren mit einer Neigung, die aus dem Lustreiz des Gewinnes oder aus dem Lustreiz der Ehre kommt. In solcher Neigung sind diejenigen, welche die Wahrheiten der Kirche wegen jener Lustreize erlernen. Aber diese Verbindung schadet denjenigen nicht, die nachher vom Herrn wiedergeboren werden, sofern jene Neigungen zwar dableiben, aber untergeordnet sind unter die Neigung zum Wahren wegen des Guten der Nutzleistung des Lebens, und dienen; denn sie sind an letzter Stelle, obwohl es vorher den Anschein hatte, als ob sie an erster Stelle gewesen seien. Wenn nämlich der Mensch wiedergeboren wird, so wird die Ordnung seines Lebens umgekehrt; auf solche Art wird aus einer unrechtmäßigen Verbindung eine rechtmäßige. Dieses ist aber möglich, weil die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, durch das Gehör eingehen, somit durch den äußeren Menschen, und der äußere Mensch nur Sinn hat für das, was der Welt angehört, und auf das eigene Ich sich bezieht, nämlich für die Lustreize aus gewinnsüchtigen und aus ehrgeizigen Bestrebungen. Wenn aber der inwendige Mensch durch die Wiedergeburt geöffnet ist, dann fließt durch ihn vom Herrn das Gute ein, das die Wahrheiten des Glaubens, die durch den äußeren hereingekommen sind, an Kindes Statt annimmt und mit sich verbindet; und der Verbindung gemäß wird die Ordnung umgekehrt, d.h. an die letzte Stelle wird gesetzt, was an erster gewesen war. Alsdann zieht der Herr alles zu sich, was dem Leben beim Menschen angehört, so daß er aufwärts blickt. Dann betrachtet der Mensch das, was dem Herrn und dem Himmel angehört, als Zweck, und den Herrn selbst als Hauptzweck von allem, und das Frühere, nämlich die Lustreize des Gewinnes und der Ehre, als Mittel zu jenem Zweck. Es ist bekannt, daß die Mittel nirgend anderswoher Leben haben als aus dem Zweck, und ohne Zweck keines (haben). Wenn also die Lustreize des Gewinnes und der Ehre Mittel geworden sind, dann haben sie Leben vom Leben aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, denn der Hauptzweck ist der Herr. Wenn der Mensch in einer solchen Lebensordnung ist, dann wird ihm auch Gewinn und Ehre zum Segen. Wenn er aber in der umgekehrten Ordnung ist, wird ihm Gewinn und Ehre zum Fluch. Daß alles zum Segen wird, wenn der Mensch in der Ordnung des Himmels ist, lehrt der Herr bei Matth.6/33: "Suchet zuerst das Reich der Himmel und seine Gerechtigkeit, so wird euch alles zugelegt werden". 9185. "Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben", 2. Mose 22/16, bedeutet, wenn das innere Gute keine Verbindung zuläßt. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich weigern, sofern es heißt, nicht zulassen. Aus der Bedeutung von "sie ihm zu geben", nämlich zum Weibe, sofern es eine rechtmäßige Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 9184; und aus der Bedeutung des Vaters, sofern er das Gute ist, wovon Nr. 3703, 3704, 5581, 5902, 6050, 7499, 8328, 8897, und auch das innere Gute bezeichnet, denn vom inneren Guten als Vater und vom inneren Wahren als Mutter werden die äußeren Wahrheiten und die guten Triebe empfangen und geboren, die deswegen im Wort Söhne und Töchter genannt werden. 9186. "So soll er Silber bezahlen je nach der Morgengabe der Jungfrauen", 2. Mose 22/16, bedeutet, ein anderes übereinstimmendes Wahre an jenes Statt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917; aus der Bedeutung von bezahlen, sofern es heißt, an die Stelle des anderen setzen; denn wer eine Morgengabe bezahlt und die Jungfrau nicht bekommt, der gibt etwas anderes für sie; und aus der Bedeutung der Morgengabe der Jungfrauen, sofern sie das Pfand der Einwilligung zur Verbindung ist, wovon Nr. 9184. Dieses Pfand ist das mit dem inneren Guten übereinstimmende Wahre; denn die Morgengabe war fünfzig Sekel Silber, die dem Vater des Mädchens gegeben wurden: 5. Mose 22/29, somit Wahrheiten, die zur völligen Verbindung einleiten; denn das Silber bedeutet das Wahre, wie hier oben gezeigt wurde, und fünfzig das Völlige: Nr. 2252; hier, andere Wahrheiten anstatt der früheren, und zwar solche, die mit dem Guten übereinstimmen. Wie es sich damit verhalte, erhellt aus dem, was oben gezeigt wurde. Diesem ist noch Folgendes beizufügen: Wenn eine unrechtmäßige Verbindung eine rechtmäßige werden soll, so muß das Gute, das durch den inwendigen Menschen vom Herrn einfließt, das Wahre, das durch den äußeren, d.h. durch sein Gehör hereinkommt, mit sich verbinden; wenn dieses Wahre nicht mit jenem Guten übereinstimmt, dann muß an desselben Stelle ein anderes Wahres, das zur Verbindung überein- oder zusammenstimmt, gesetzt werden; dies könnte durch Beispiele erläutert werden; weil aber die Verbindung des Guten und Wahren im Dunkel liegt, darum, weil man das Gute der Liebe aus den Wahrheiten des Glaubens entfernt und es den Wahrheiten weit nachsetzt und beinahe hinter den Rücken wirft, darum würde dieser Gegenstand durch Beispiele nicht klarer werden. Überhaupt kann niemand den inneren Sinn des Wortes, somit auch nicht die Gegenstände der Engelsweisheit begreifen, als wer weiß und versteht, daß alles und jegliches im Himmel sich auf das Gute und Wahre bezieht, und daß dort nichts existiert, was nicht aus der Verbindung des einen mit dem anderen hervorgeht. Hieraus folgt, daß diejenigen in der Finsternis sind, die das eine vom anderen trennen, nämlich das Wahre, das dem Glauben angehört, vom Guten, das der Liebtätigkeit angehört, wie diejenigen tun, die sagen, daß der Mensch durch den Glauben allein, oder allein durch das Vertrauen, das dem Glauben angehört, selig werde. Weil diese alles auf den Glauben und nichts auf die Liebtätigkeit beziehen, so können sie gar nichts von den himmlischen Dingen, die den inneren Sinn des Wortes enthalten, begreifen; denn sie sind in der Finsternis über das Gute, somit auch in der Finsternis über die Verbindung des Guten und Wahren, folglich über das Wahre selbst, denn dieses ist alsdann in die gleiche Finsternis eingehüllt. Daher so viele und so große Irrtümer und Ketzereien. Über diese Wahrheiten werden nur die wenigen erleuchtet, die in der Lehre und zugleich im Leben des Wahren sind. Die im alleinigen Glauben sind, mögen wissen, daß alle Denkvorstellungen der Engel, die im zweiten Himmel sind und geistige genannt werden, aus Wahrem herkommen, die durch das Leben zum Guten wurde, und daß alle Denkvorstellungen der Engel, die im dritten Himmel sind und himmlische genannt werden, aus dem Guten herkommen; und daß diese daher in der Weisheit selbst sind, über die, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo Wunderbares gesagt werden wird. 9187. Vers 17-19: Eine Zauberin sollst du nicht leben lassen. Jeder, der bei einem Tier liegt, soll des Todes sterben. Wer den Göttern opfert, außer dem Jehovah allein, der soll verbannt werden. "Eine Zauberin" bedeutet diejenigen, bei denen etwas von der Kirche verbunden ist mit Falschem des Bösen der Selbstliebe; "sollst du nicht leben lassen" bedeutet die Beraubung des geistigen Lebens; "jeder, der bei einem Tier liegt" bedeutet die Verbindung mit Bösem der Begierden der Selbstliebe; "soll des Todes sterben" bedeutet Verdammnis; "wer den Göttern opfert" bedeutet die Verehrung des Falschen aus dem Bösen; "der soll verbannt werden" bedeutet Ausstoßung; "außer dem Jehovah allein" bedeutet, der Herr, Welcher der alleinige und einzige Gott ist, soll verehrt werden. 9188. "Eine Zauberin", 2. Mose 22/17, bedeutet diejenigen, bei denen etwas von der Kirche verbunden ist mit Falschem des Bösen der Selbstliebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zaubereien, sofern sie das Falsche des Bösen der Selbstliebe bezeichnen, verbunden mit solchem, was der Kirche angehört. Zwei Dinge machen den Himmel, somit das geistige Leben beim Menschen: das Wahre des Glaubens an den Herrn und das Gute der Liebe zu Ihm; und zwei Dinge machen die Hölle, somit den geistigen Tod beim Menschen: das Falsche des Glaubens und das Böse der Selbstliebe. Diese zwei sind verbunden bei denen, die in der Hölle sind, und machen die höllische Ehe; jene zwei aber sind verbunden bei denen, die im Himmel sind, und machen die himmlische Ehe. Der Herr hält den Menschen, soweit es möglich, ab von der Verbindung des Wahren und Guten mit dem Falschen und Bösen, weil diese Verbindung eine Entweihung ist; aber dennoch können mehrere von den Angehörigen der Kirche nicht davon abgehalten werden; der Grund ist, weil sie von ihrer Kindheit an solches, was der Kirche angehört, aus dem Wort und aus der Lehre aus dem Wort aufgefaßt, und einige von ihnen sich dasselbe eingeprägt und zu Gegenständen ihres Glaubens gemacht haben. Wenn diese ein reiferes Alter erreicht hatten, wo sie nicht mehr wie früher aus anderen, sondern aus sich selbst zu denken anfingen, dann achteten sie das, was Sache ihres Glaubens geworden war, für nichts, und ergriffen statt dessen Falsches, und machten es sich auch zu eigen. Diese sind es, die Wahres mit Falschem bei sich verbunden haben, denn die Wahrheiten, die einmal Gegenstand des Glaubens geworden sind, bleiben und können nicht ausgetilgt werden; und das Falsche, das hernach Glaubenssache wird, verbindet sich mit jenen. Diese Verbindung ist es, die im inneren Sinn durch Zauberei bezeichnet wird. Jenes Falsche ist aber Falsches des Bösen der Selbstliebe, weil alles Böse vornehmlich aus dieser Liebe entspringt, und mit dem Bösen zugleich auch das Falsche, weil beides zusammenhängt. Hieraus erhellt, daß bei solchen das geistige Leben nichts ist, weil zerstört durch Falsches des Bösen; und in dem Maß, als sie jenes Falsche mit Wahrem verbunden haben, haben sie das geistige Leben bei sich ausgelöscht. Und weil sie so tot anstatt lebendig geworden sind, wird gesagt: "du sollst sie nicht leben lassen". Daß jene Verbindung durch Zauberei im Wort bezeichnet wird, erhellt bei Jes.47/8-14: "Sie sprach: Ich werde nicht sitzen als Witwe, und Kinderlosigkeit nicht erfahren, aber diese beiden werden über dich kommen plötzlich an einem Tag, Kinderlosigkeit und Witwenschaft, wegen der Menge deiner Zaubereien, wegen der Größe deiner Beschwörungen. Du hast dich verlassen auf deine Bosheit und gesagt: Niemand sieht mich. Deine Weisheit und deine Wissenschaft hat dich verführt, da du sprachst in deinem Herzen: Ich bin es und niemand sonst wie ich; darum wird Unheil über dich kommen, das du nicht wegzuzaubern weißt, und Unglück auf dich fallen, das du nicht vermagst zu sühnen. Plötzlich wird über dich die Verwüstung kommen, wider dein Vermuten, beharre nur bei deinen Beschwörungen, und in der Menge deiner Zaubereien, womit du dich bemüht hast von deiner Jugend an. Du bist ermüdet von der Menge deiner Beratungen, so mögen sie nun aufstehen und dich retten, die Forscher des Himmels, die Sternseher, und die Kenner der Neumonde, von dem, was über dich kommen wird. Siehe, sie sind geworden wie Stoppeln, Feuer hat sie versengt, sie erretten ihre Seele nicht aus der Hand der Flamme": Daß Zauberer diejenigen sind, die Falsches des Bösen der Selbstliebe mit Glaubenswahrheiten verbinden, und so zugrunde gehen, erhellt aus dem einzelnen dieser Stelle, wenn man es im inneren Sinne betrachtet; denn sie werden hier beschrieben. Das Erlöschen ihres geistigen Lebens wird beschrieben durch Witwenschaft und Kinderlosigkeit: Witwenschaft bedeutet die Beraubung des Wahren und dadurch des Guten; Kinderlosigkeit die Beraubung des Wahren und Guten. Der Ursprung des Falschen, sofern es aus dem Bösen der Selbstliebe kommt, wird beschrieben durch die Worte: "Deine Weisheit und deine Wissenschaft hat dich verführt, da du sagtest in deinem Herzen: Ich bin es und niemand sonst wie ich", und das eigentliche Böse der Selbstliebe durch die Worte: "Siehe, sie sind geworden wie Stoppeln, Feuer hat sie versengt, sie erretten ihre Seele nicht aus der Hand der Flamme": Feuer und Flamme bedeutet die Selbstliebe. Daß das Ganze des geistigen Lebens ausgelöscht sei durch die Worte: "Unheil wird über dich kommen, das du nicht weißt wegzuzaubern, und Unglück wird auf dich fallen, das du nicht vermagst zu sühnen": jene werden Himmelsforscher, Sternseher und Kenner der Neumonde genannt, weil sie in Äußerem ohne das Inwendige sind, denn solche sehen vom äußeren Menschen her und nichts vom Inwendigen aus, somit aus dem natürlichen Licht, und nichts aus dem geistigen Licht; denn der Himmel, die Sterne und die Neumonde bedeuten Erkenntnisse und Wißtümliches; hier, was von der Welt aus betrachtet wird, und nicht vom Himmel aus. Daß Zaubereien solches Falsche bedeuten, erhellt auch bei Micha 5/10,11: "Ausrotten werde Ich die Städte deines Landes, und zerstören alle deine Festungen, ausrotten die Zaubereien aus deiner Hand, und Zeichendeuter werden nicht bei dir sein": Städte des Landes bedeuten die falschen Lehren ihrer Kirche, die Zaubereien genannt werden, weil sie die Wahrheiten des Glaubens zerstören. Nahum 3/4: "Wegen der Menge der Hurereien der Hure, der anmutigen, der Meisterin in Zaubereien, welche die Völkerschaften verkaufte durch ihre Hurereien, und die Nationen durch ihre Zaubereien": Hurereien bedeuten die Verkehrungen des Wahren, Zaubereien das daher stammende Falsche. 2.Kön.9/22: "Joram sprach zu Jehu: Ist es Friede, Jehu? Dieser sprach: Was Friede, bei den Hurereien deiner Mutter Isabel, und ihren vielen Zaubereien". Daß Zaubereien diejenigen bezeichnen, die aus sich selbst gelehrt sind, auf sich allein vertrauen, weil sie sich selber lieben, und als höhere Wesen verehrt werden wollen, erhellt auch aus den Stellen, wo offenbar gehandelt wird, von dem Kommen des Herrn, Der sie belehren und die Zauberer hinauswerfen werde; denn wer im Wahren und Guten des Glaubens gelehrt sein will, muß vom Herrn gelehrt sein, und keineswegs von sich selbst; darum heißt es bei Mal.3/1,4,5: "Siehe, Ich sende Meinen Engel, der den Weg vor Mir her bereiten wird; und eilends wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, nach Dem ihr verlanget, und werde zu euch treten zum Gericht; und werde ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, und wider die Ehebrecher, und die falsch schwören": Zauberer für die, welche aus sich selbst gelehrt sind, und so die Wahrheiten, die vom Herrn kommen, zerstören; Ehebrecher für die, welche Gutes zerstören, und die falsch schwören für die, welche Falsches begründen. Daß der Herr es ist, Der sie hinauswerfen wird, ist klar, denn es heißt: "Er wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, und der Engel des Bundes". 5. Mose 18/9-19: "Wenn du ins Land kommst, das Jehovah Gott dir geben wird, so soll niemand in dir gefunden werden, der seinen Sohn oder Tochter durch das Feuer führt, der Wahrsagereien treibt, und die Höllen fragt, kein Vogelschauer, und kein Zauberer, und kein Beschwörer, noch der einen Wahrsagergeist (Pytho) fragt und kein Zeichendeuter, noch der sich bei Toten befragt; denn ein Greuel für Jehovah ist jeder, der solches tut; und um dieser Greuel willen vertreibt sie Jehovah, dein Gott, vor dir her. Einen Propheten aus deiner Mitte, von deinen Brüdern, wie mich, wird dir erwecken Jehovah, dein Gott, Dem sollt ihr gehorchen. Jehovah sprach am Horeb: einen Propheten werde Ich ihnen erwecken aus der Mitte ihrer Brüder, wie dich; und werde Meine Worte geben in Seinen Mund, daß er zu ihnen rede alles, was Ich Ihm gebieten werde, darum wird es geschehen, ein Mann, der nicht gehorchen wird Meinen Worten, die er reden wird in Meinem Namen, von dem werde Ich es fordern": durch die Wahrsager, Vogelschauer, Zauberer und die übrigen, die dort genannt werden, werden im inneren Sinn solche verstanden, die Wahres und Gutes der Kirche durch verkehrt angewandtes Wißtümliches zerstören, somit die, welche aus eigener Einsicht und durch Falsches aus Bösem der Triebe der Selbst- und Weltliebe, also aus der Begierde nach Gewinn und Ehre lernen und lehren, und nicht aus Neigung zum Wahren des Glaubens und Guten des Lebens, und weil alles Falsche der Lehre und Böse des Lebens daher kommt, darum wird von einem Propheten gesagt, der kommen und lehren werde. Daß dieser Prophet der Herr ist, ist in der Kirche bekannt, und war euch bei den Juden und Heiden zu jener Zeit bekannt, wie erhellt bei Matth.21/11; Luk.1/76; 7/16; 13/33; Mark.6/4. Vom Herrn wird man aber gelehrt, wenn man nicht um des eigenen Ichs und der Welt willen, sondern um des Guten und Wahren selbst willen das Wort liest, denn alsdann wird man erleuchtet. Wenn aber um des eigenen Ichs und der Welt willen, dann wird man verblendet. Der Prophet bezeichnet einen Lehrenden, und in dem von der Person abgezogenen Sinn die Lehre: Nr. 2534, 7269, somit den Herrn in Ansehung des Wortes oder des göttlich Wahren. 9189. "Sollst du nicht leben lassen", 2. Mose 22/17, bedeutet die Beraubung des geistigen Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "leben lassen", sofern es heißt, begaben mit geistigem Leben, wovon Nr. 5890, somit ist "nicht leben lassen" soviel als des geistigen Lebens berauben. Daß diejenigen, sich des geistigen Lebens berauben, die mit den Wahrheiten des Glaubens Falsches aus dem Bösen der Selbstliebe verbinden und durch Zauberer bezeichnet werden, sehe man Nr. 9188. 9190. "Jeder, der bei einem Tier liegt", 2. Mose 22/18, bedeutet die Verbindung mit Bösem der Begierden der Selbstliebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "beiliegen", sofern es heißt, sich verbinden; und aus der Bedeutung des Tieres, sofern es bei Guten einen guten Trieb, bei Bösen aber einen bösen Trieb bezeichnet, wovon Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 2781, 3518, 5198, 7424, 7523, 7872, 9090; somit Begierden; hier die Begierden der Selbstliebe. Böse Triebe werden Begierden genannt. 9191. "Soll des Todes sterben", 2. Mose 22/18, bedeutet Verdammnis, d.h. Verwerfung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es die Verdammnis bezeichnet, wovon Nr. 5407, 6119, 9008. 9192. "Wer den Göttern opfert", 2. Mose 22/19, bedeutet die Verehrung des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von opfern, sofern es eine Verehrung bezeichnet. Opfer bedeutet aber Verehrung, weil die Opfer die Hauptsache des Gottesdienstes bei dem israelitischen und jüdischen Volk waren: Nr. 923, 6905, 8680, 8936, und aus der Bedeutung der Götter, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 4402 E, 4544, 7873, 8941. Verehrung des Falschen aus dem Bösen wird gesagt, weil sie der Verehrung der Wahrheiten aus dem Guten entgegengesetzt wird; denn die Vorschriften für jeden Gottesdienst sind die Lehren, die Wahrheiten sind, sofern sie aus dem Guten, und Falsches, sofern sie aus dem Bösen kommen. Die Wahrheiten haben nämlich ihr Wesen und Leben vom Guten, und umgekehrt haben sie ihren Tod vom Bösen. Hiermit verhält es sich aber in folgender Weise: Es gibt Menschen, die in den echten Wahrheiten sind; es gibt andere, die in nicht echten Wahrheiten; und wieder andere, die im Falschen sind; und dennoch werden diejenigen, die in den echten Wahrheiten sind, oft verdammt, und die in den nicht echten Wahrheiten und auch die, welche im Falschen sind, werden oft selig. Dies wird den meisten als eine widersinnige Behauptung (paradoxon) vorkommen, aber dennoch ist es Wahrheit. Die Erfahrung selbst hat es bestätigt, denn es wurden in der Hölle solche gesehen, die vor anderen unterrichtet waren in den Wahrheiten aus dem Wort und aus der Lehre ihrer Kirche, sowohl Geistliche als andere. Und umgekehrt wurden im Himmel solche gesehen, die in Nichtwahrheiten und auch solche, die in Falschem waren, sowohl Christen als Heiden. Der Grund, warum jene in der Hölle sich befanden, war, weil sie zwar in den Wahrheiten in Ansehung der Lehre waren, aber zugleich im Bösen in Ansehung des Lebens. Diese aber befanden sich im Himmel, weil sie zwar in Nichtwahrheiten in Ansehung der Lehre, gleichwohl aber im Guten in Ansehung des Lebens waren. Einige neuangekommene Geister, mit denen ich reden durfte, verwunderten sich, daß solche, die vor anderen im Wort und in der Lehre ihrer Kirche bewandert waren, unter den Verdammten sich befanden, während sie doch von ihnen geglaubt hatten, sie würden helle Lichter im Himmel sein, gemäß den Worten bei Dan.12/3: "Die Verständigen werden glänzen wie der Glanz des Himmelsgewölbes, und die, welche viele gerecht machten, wie Sterne von Ewigkeit zu Ewigkeit"; aber es wurde ihnen gesagt, Verständige seien solche, die im Wahren sind, und Wahrheiten lehren, und die Gerechtmachenden solche, die im Guten sind und zum Guten führen, und ebendarum habe der Herr gesagt: "die Gerechten würden glänzen wie die Sonne im Reich Seines Vaters": Matth.13/43. Daß Gerechtigkeit vom Guten gesagt wird, und daher Gerechte von denen, die im Guten sind, sehe man Nr. 2235. Ferner wurde gesagt, daß jene Gelehrten in Ansehung der Lehre, die aber Böse waren in Ansehung des Lebens, vom Herrn gemeint sind: Matth.7/22,23: "Viele werden zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Kräfte gewirkt? Aber dann werde Ich ihnen bekennen: Ich kenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Übeltäter". Luk.13/26,27: "Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, in unseren Gassen hast Du uns gelehrt; aber Er wird sagen: Ich sage euch, Ich kenne euch nicht, woher ihr seid; weichet von Mir, alle ihr Übeltäter". Und daß solche auch verstanden seien unter den törichten Jungfrauen, die kein Öl hatten in den Lampen, von denen es heißt: Matth.25/11,12: "Zuletzt kamen jene Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, tue uns auf; Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht": Öl in den Lampen haben heißt, das Gute in den Wahrheiten des Glaubens der Kirche (haben): Nr. 4638. Daß Öl das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 886, 4582. Sodann, daß solche, die in Nichtwahrheiten sind, ja, die im Falschen aus Unwissenheit, und doch im Guten sind, und daher in der Neigung das Wahre zu wissen, vom Herrn gemeint seien bei Matth.8/11,12: "Ich sage euch: viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und bei Tische liegen mit Abraham und Jischak und Jakob im Himmelreich; die Söhne des Reiches aber werden hinausgeworfen werden in die äußere Finsternis". Luk.13/29,30: "Sie werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und von Mittag, und bei Tische liegen im Reiche Gottes; und siehe, es gibt Letzte, welche die Ersten sein werden, und es gibt Erste, welche die Letzten sein werden": daß die Heiden, die im Guten sind, obgleich aus Unwissenheit in Nichtwahrheiten, in den Himmel aufgenommen werden, sehe man Nr. 2589-2604, 2861, 2863, 3263, 4190, 4197. Hieraus kann man nun ersehen, daß durch die, welche den Göttern opfern, solche bezeichnet werden, die in der Verehrung des Falschen aus dem Bösen sind, und daß diese es sind, die verbannt, d.h. hinausgeworfen werden; denn das Falsche aus dem Bösen ist Böses in seiner Gestaltung. Wenn nämlich das Böse sich im Licht zeigt und sich gestaltet, heißt es das Falsche. Daher kommt es, daß solche, die im Bösen sind in Ansehung des Lebens, obwohl in Wahrheiten in Ansehung der Lehre, dennoch in Falschem ihres Bösen sind. Daß es so ist, offenbart sich klar im anderen Leben; wenn solche sich selbst überlassen werden, denken sie aus dem Bösen gegen die Wahrheiten, die sie gewußt und bekannt hatten, somit Falsches. Ebenso tun dieselben in der Welt, wenn sie sich selbst überlassen ihren Gedanken sich hingeben; denn alsdann verkehren sie entweder die Wahrheiten, oder leugnen sie dieselben, um das Böse ihres Lebens zu beschönigen. Diejenigen hingegen, die im Guten sind, und doch in Nichtwahrheiten, ja, die sich in Falschem befinden aus Unwissenheit, wie es viele gibt innerhalb der Kirche und auch viele außerhalb der Kirche, die Heiden genannt werden, sehen zwar ihr Falsches als wahr an, weil aber dieses Falsche vom Guten ausgeht, lenken sie es zum Guten. Darum ist nichts Bösartiges darinnen, wie es in dem Falschen ist, das vom Bösen kommt. Und weil eben dadurch das Falsche sanft und lenksam ist, so sind sie fähig, Wahrheiten anzunehmen, und nehmen sie auch an, wenn sie von Engeln belehrt sind. Dieses Falsche kann verglichen werden mit Speisen, die dem Anschein nach unrein, aber dennoch schmackhaft sind. Hingegen das Falsche aus Bösem kann verglichen werden mit unreinen Speisen, die inwendig verdorben sind. Die Wahrheiten aber aus dem Bösen können verglichen werden mit Speisen, die dem Anschein nach rein, aber inwendig bösartig, und, wenn Heuchelei dabei ist, giftig sind, wie der Herr lehrt: Matth.23/27: "Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr gleich seid den weißgetünchten Gräbern, die auswendig zwar schön erscheinen, inwendig aber voll sind von Totenbeinen und aller Unreinigkeit". 9193. "Der soll verbannt werden", 2. Mose 22/19, bedeutet Ausstoßung. Dies erhellt aus der Bedeutung von verbannt werden, wenn es sich auf solche bezieht, die in der Verehrung des Falschen aus dem Bösen sind, sofern es soviel ist, als ausgestoßen werden, nämlich aus der Kirche. Daß die Ausstoßung aus der Kirche, und somit die Ausrottung solches Falschen durch verbannt werden bezeichnet wird, erhellt: 5. Mose 13/14-18: "Wenn Männer Belials aus deiner Mitte ausgegangen, und die Bewohner ihrer Stadt aufgefordert und gesagt haben: Kommt und laßt uns anderen Göttern dienen, die ihr nicht kennt; und wenn dies Wahrheit und eine gewisse Sache ist, so ist ein Greuel geschehen in deiner Mitte. Schlagen sollst du die Einwohner dieser Stadt mit dem Mund des Schwertes, so daß du sie verbannst, und jeden, der in ihr ist, wie auch ihre Tiere, mit dem Mund des Schwertes. Alle Ihre Beute sollst du zusammentragen in die Mitte der Gasse, und sollst die Stadt mit Feuer verbrennen, und alle ihre Beute vor Jehovah, deinem Gott, auf daß sie ein (Schutt-) Haufen sei ewiglich, und nicht mehr gebaut werde, und zwar so, daß nichts von dem Verbannten an deiner Hand hängen bleibe": daß das Falsche aus dem Bösen es ist, was durch das Verbannte bezeichnet wird, erhellt aus dem einzelnen dieser Stelle im inneren Sinn; denn die Städte, die verbannt werden sollten, sind die Lehren, hier die falschen Lehren: Nr. 2712, 2943, 3216. Der Mund des Schwertes, womit Menschen und Tiere geschlagen werden sollen, bedeutet das Wahre, das kämpft und das aus dem Bösen kommende Falsche zerstört: Nr. 2799, 4499, 7102, 8294. Die Gasse, in deren Mitte die Beute zusammengetragen werden sollte, bedeutet das Wahre der Lehre, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche der Lehre: Nr. 2336. Das Feuer, womit die Beute samt der Stadt verbrannt werden sollte, ist das Böse der Selbstliebe: Nr. 1297, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324. Hieraus erhellt, daß Verbannung soviel ist, als Ausstoßung aus der Kirche und Ausrottung; darum wurde auch befohlen, daß die Völkerschaften im Lande Kanaan verbannt werden sollten: 5. Mose 7/2,24-26, denn aus diesen Völkerschaften bestand früher die Kirche in jenem Land, deshalb hatten sie auch Altäre und opferten auch: Nr. 3686, 4447, 4516, 4517, 5136, 6306, 6516, 8054, als sie aber den vorbildlichen Gottesdienst, den die Alte Kirche hatte, in Götzendienst verwandelten, und so die Wahrheiten verfälschten und das Gute schändeten: Nr. 8317, wurde befohlen, daß sie dem Bann übergeben werden sollten, nicht nur die Menschen, sondern auch die Städte und was in den Städten war. Die Ursache war, weil alles bei ihnen Falsches aus dem Bösen vorbildete: die Städte die Lehren des Falschen selbst, die Tiere böse Neigungen, Gold und Silber ihr Böses und Falsches, ebenso die übrigen Dinge. Hauptsache im Gottesdienst der Alten Kirche war, Gott unter menschlicher Gestalt, somit den Herrn zu verehren; als sie aber vom Guten zum Bösen sich wendeten, fingen sie an, die Vorbilder selbst zu verehren, z.B. Sonne, Mond und Sterne, sodann Haine, Bildsäulen und Gott unter allerlei Bildern, somit Äußeres ohne das Innere. Das geschieht, wenn der inwendige Mensch verschlossen ist. Verschlossen wird er aber durch ein Leben im Bösen, denn durch das Gute fließt der Herr ein, und öffnet den inwendigen Menschen, daher wird er durch das Böse verschlossen; ist dieser verschlossen, so werden die Wahrheiten in Falsches verkehrt, und wo sie bleiben, dienen sie bloß dem Bösen, das der Selbst- und Weltliebe angehört. Hauptsache des inneren Gottesdienstes ist es, den Herrn anerkennen als den alleinigen und einzigen Gott, und zugleich, daß von Ihm alles Gute und Wahre kommt. Die, welche in der Kirche Ihn nicht anerkennen, können nicht im Guten sein, somit auch nicht im Wahren. Diejenigen aber erkennen Ihn an, die im Glauben sind und zugleich im Guten des Lebens, nicht aber die, welche im Bösen des Lebens sind: Nr. 8878. Daß den Herrn anerkennen und verehren heißt, nach Seinen Geboten leben, d.h. ein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit führen, sehe man Nr. 8252-8257. Ein Leben des Glaubens ist, die Gebote tun aus Gehorsam, und ein Leben der Liebtätigkeit ist, die Gebote tun aus Liebe. 9194. "Außer dem Jehovah allein", 2. Mose 22/19, bedeutet, der Herr, Welcher der alleinige und einzige Gott ist, soll verehrt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von opfern, hier dem Jehovah allein, sofern es den Gottesdienst bezeichnet, wovon Nr. 9192. "Dem Jehovah" ist aber soviel als dem Herrn, weil durch Jehovah im Wort kein anderer verstanden wird als der Herr, man sehe Nr. 1343, 1736, 2921, 3023, 3035, 4692, 5663, 6303, 6905, 8864; daß das Göttliche, das Er den Vater nannte, das göttlich Gute in Ihm ist: Nr. 2803, 3704, 7499, 8897; daß also der Herr der alleinige und einzige Gott ist: Nr. 1607, 2149, 2156, 2329, 2447, 2751, 3194, 3704, 3712, 3938, 4577, 4687, 5321, 6280, 6371, 6849, 6993, 7014, 7182, 7209, 8241, 8724, 8760, 8864, 8865. 9195. Vers 20-23: Und den Fremdling sollst du nicht bedrängen noch unterdrücken, denn ihr seid Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Witwen und Waisen sollt ihr nicht bedrücken. Wenn du sie bedrückst, und wenn sie zu Mir schreien, so werde Ich ihr Geschrei erhören. Und Mein Zorn wird entbrennen, und Ich werde euch töten mit dem Schwert, und eure Weiber werden Witwen, und eure Söhne Waisen werden. "Und den Fremdling sollst du nicht bedrängen noch unterdrücken" bedeutet, daß die, welche im Wahren und Guten des Glaubens unterrichtet werden wollen, durch das Falsche des Glaubens und durch das Böse des Lebens nicht angefochten werden dürfen; "denn ihr seid Fremdlinge gewesen in Ägyptenland" bedeutet, sie seien vor dem Falschen und Bösen beschützt worden, als sie von den höllischen Geistern angefochten worden; "Witwen" bedeutet solche, die im Guten ohne das Wahre sind, gleichwohl aber nach dem Wahren verlangen; "und Waisen" bedeutet solche, die im Wahren sind, aber noch nicht im Guten, gleichwohl aber nach dem Guten verlangen; "sollt ihr nicht bedrücken" bedeutet, sie sollen nicht betrogen werden; "wenn du sie bedrückst" bedeutet, wenn sie betrogen werden; "und wenn sie zu Mir schreien" bedeutet das Flehen zum Herrn um Hilfe; "so werde Ich ihr Geschrei erhören" bedeutet, es soll ihnen geholfen werden; "und Mein Zorn wird entbrennen" bedeutet den Zustand derer, die das tun; "und Ich werde euch töten mit dem Schwert" bedeutet, daß sie sich des Guten und Wahren durch das Falsche berauben; "und eure Weiber werden Witwen" bedeutet das Gute werde bei ihnen zugrunde gehen; "und eure Söhne Waisen werden" bedeutet, alsdann auch zugleich das Wahre. 9196. "Und den Fremdling sollst du nicht bedrängen noch unterdrücken", 2. Mose 22/20, bedeutet, daß die, welche im Wahren und Guten des Glaubens unterrichtet werden wollen, durch das Falsche des Glaubens und durch das Böse des Lebens nicht angefochten werden dürfen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fremdlings, sofern er den bezeichnet, der belehrt werden will in dem, was der Kirche angehört, somit im Wahren und Guten des Glaubens, und der es annimmt und danach lebt, wovon Nr. 1463, 8007, 8013. Der Fremdling hat diese Bedeutung, weil reisen bedeutet belehrt werden und auch leben: Nr. 2025, 3672, 6095. Und aus der Bedeutung von nicht bedrängen, wenn es sich auf diejenigen bezieht, die im Wahren und Guten des Glaubens belehrt werden wollen, sofern es heißt, durch das Falsche des Glaubens nicht angefochten werden; und aus der Bedeutung von nicht unterdrücken, wenn es sich auf ebendieselben bezieht, sofern es heißt, durch das Böse des Lebens nicht anfechten; denn diejenigen, die solche durch Falsches anfechten, bedrängen sie, und die sie durch Böses anfechten, unterdrücken sie. 9197. "Denn ihr seid Fremdlinge gewesen in Ägyptenland", 2. Mose 22/20, bedeutet, sie seien vor dem Falschen und Bösen beschützt worden, als sie von den höllischen Geistern angefochten wurden. Dies erhellt aus dem, was über die Bedrängnis und Unterdrückung der Söhne Israels in Ägypten, und von ihrer Beschützung und endlichen Ausführung von da, in 2. Mose Kapitel 7-11,13,14 gesagt worden, wo gezeigt wurde, daß die Bedrängnisse und Bedrückungen der Söhne Israels in Ägypten bezeichneten die Anfechtungen der Gläubigen, die der geistigen Kirche angehörten, durch Höllengeister, vor dem Kommen des Herrn, und daß die Beschützung und Ausführung der Söhne Israels aus Ägyptenland bezeichnete die Beschützung und Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche vom Herrn, als Er in der Welt war und als Er auferstand. Es würde jedoch zu weit führen, wenn man dieses einzeln noch einmal auseinandersetzten wollte; man sehe, was bei den obengenannten Kapiteln gezeigt wurde, hauptsächlich Nr. 6854, 6914, 7035, 7091, 7474 7828, 7932_, 8018, 8054, 8099, 8159, 8321. 9198. "Witwen", 2. Mose 22/21, bedeutet solche, die im Guten ohne das Wahre sind, gleichwohl aber nach dem Wahren verlangen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Witwe, sofern sie das Gute ohne das Wahre bezeichnet, das jedoch nach dem Wahren verlangt. Daß die Witwe dies bedeutet, hat den Grund, weil durch den Mann das Wahre und durch sein Weib das Gute bezeichnet wird; deshalb bedeutet das Weib eines Mannes, wenn sie eine Witwe geworden ist, das Gute ohne das Wahre. Aber in einem noch inwendigeren Sinne bedeutet die Witwe des Wahre ohne das Gute; der Grund ist, weil der Gatte in diesem Sinne das Gute und seine Gattin das Wahre bedeutet, man sehe Nr. 3236, 4510, 4823. In diesem Sinn wird der Herr wegen des göttlich Guten Gemahl und Bräutigam genannt und Sein Reich, wie auch die Kirche, wird wegen der Aufnahme des göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht, Gattin und Braut genannt: Nr. 9182. Weil aber hier nicht von der himmlischen Kirche des Herrn, sondern von der geistigen gehandelt wird, so wird durch Witwe bezeichnet, wer im Guten und nicht im Wahren ist, und dennoch nach dem Wahren verlangt. Ebenso verhält es sich mit den Waisen; diese bedeuten im innersten oder himmlischen Sinn diejenigen, die im Guten sind und nach dem Wahren verlangen; man sehe, was über die Bedeutung der Witwe und der Waise im himmlischen Sinn angeführt und erklärt wurde Nr. 4844. Diesem darf noch beigefügt werden, was der Herr von der Witwe zu Sarepta sagt bei: Luk.4/25,26: "Wahrlich, Ich sage euch: Es ist kein Prophet angenehm in seinem Vaterlande; in Wahrheit sage Ich euch: viele Witwen waren in den Tagen des Elias in Israel, da der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate, während ein großer Hunger war im ganzen Lande, doch zu keiner derselben wurde Elias gesandt, als gen Sarepta bei Zidon, zu einem verwitweten Weibe". Weil der Herr alles, was Er geredet hat, aus dem Göttlichen redete, darum hat es einen inneren Sinn, und in diesem Sinn wird gehandelt vom Herrn selbst, von Seinem Reich und von der Kirche. Was nun in diesem Sinne vom Herrn verstanden wurde durch das, was Er von der Witwe in Sarepta bei Zidon geredet hat, wird offenbar, wenn man es entwickelt: "Kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterland" bedeutet, der Herr und das von Ihm kommende göttlich Wahre werde weniger aufgenommen und geliebt innerhalb der Kirche, als außerhalb derselben. Er redete zu den Juden, bei denen damals die Kirche war. Daß der Herr bei ihnen weniger Aufnahme fand, als bei den Völkerschaften, die außerhalb der Kirche waren, ist bekannt. Ebenso in der heutigen Kirche, die von Ihm den Namen der christlichen hat; in dieser ist zwar der Herr angenommen samt der Lehre, gleichwohl aber von wenigen mit Anerkennung des Herzens, und von noch wenigeren aus Neigung der Liebe. Anders wurde Er aufgenommen von den bekehrten Völkerschaften außerhalb der Kirche; diese verehren und beten Ihn an als ihren einzigen Gott, und sagen mit dem Mund und denken mit dem Herzen, daß sie Ihn als Gott anerkennen, weil Er in menschlicher Gestalt erschienen ist: Nr. 5256. Das Gegenteil findet innerhalb der Kirche statt: hier wird Er, weil Er als Mensch geboren wurde, nicht leicht als Gott von Herzen anerkannt. Solche setzen Sein Menschliches ihrem Menschlichen gleich, obwohl sie wissen, daß Sein Vater Jehovah war, und kein Mensch. Hieraus erhellt, was im inneren Sinne gemeint ist durch die Worte: "Kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande". Prophet in diesem Sinne ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, somit in Ansehung der Lehre der Kirche. Daß Prophet einen Lehrenden bedeutet, und im abgezogenen Sinn die Lehre, und wenn vom Herrn die Rede ist, das göttlich Wahre oder das Wort, sehe man Nr. 9188. "Viele Witwen waren in den Tagen des Elias in Israel" bezeichnet im inneren Sinn den damaligen Zustand der Anerkennung des göttlich Wahren aus dem Wort in der Kirche, denn Witwen sind, die im Guten ohne das Wahre, wie oben gesagt wurde. Elias bedeutet den Herrn in Ansehung des Wortes. Die Tage des Elias bezeichnen den damaligen Zustand der Aufnahme des göttlich Wahren aus dem Wort; und Israel ist die Kirche. Daß Elias den Herrn in Ansehung des Wortes vorbildete, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 2762, 5247, 8029; daß die Tage Zustände bedeuten: Nr. 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 6110, 8426, und daß Israel die Kirche ist: Nr. 4286, 6426, 6637, 8805. "Da der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate" bedeutet die völlige Verwüstung der inneren Kirche, denn der Himmel ist das Innere der Kirche. Drei Jahre und sechs Monate bedeuten im vollen Maß. Daß der Himmel das Innere der Kirche bedeutet, sehe man Nr. 1733, 1850, 3355, 4535, dieser heißt verschlossen, wenn er verwüstet oder nicht mehr ist. Daß drei Jahre und sechs Monate bedeuten im vollen Maß, erhellt aus der Bedeutung von tausendzweihundertsechzig Tagen in Joh.Offenb.11/3; 12/6, die drei Jahre und sechs Monate machen, sofern sie bedeuten, im vollen Maß oder bis zum Ende. Ebenso aus der Bedeutung von dreieinhalb Tagen: Joh.Offenb.11/9-11; sodann aus der Bedeutung von "eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit": Joh.Offenb.12/14 und bei Dan.12/7; sofern sie bedeuten, im vollen Maß oder bis zum Ende. "Während ein großer Hunger war im ganzen Lande" bedeutet die Verwüstung auch der äußeren Kirche, denn Hunger bezeichnet den Mangel und die Verödung des Wahren und Guten: Nr. 3364, 5277, 5279, 5281, 5300, 5360, 5376, 5415, 5576, 6110, 7102; und Land bedeutet die äußere Kirche: Nr. 1262, 1413, 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4535, 5577, 8011, 8732. "Doch zu keiner derselben wurde Elias gesandt" bedeutet den Herrn in Ansehung des Wortes, somit das Wort des Herrn; nicht zu anderen, weil es anderswo nicht aufgenommen wurde; denn Elias ist, wie oben gesagt wurde, der Herr in Ansehung des Wortes. "Als gen Sarepta bei Zidon zu einem verwitweten Weibe" bedeutet, als zu denen, die im Guten sind und nach dem Wahren verlangen. Sarepta bei Zidon wird gesagt, weil Zidon die Erkenntnisse des Guten und Wahren bedeuten: Nr. 1201, daß ein verwitwetes Weib bedeutet, wer im Guten ist und nach dem Wahren verlangt, erhellt aus dem bisherigen, hauptsächlich aus dem, was über dieselbe im 1.Buch der Könige erwähnt wird, wo Folgendes vorkommt: 1.Kön.17/9-15: "Elias kam gen Sarepta bei Zidon zu einem verwitweten Weibe, damit sie ihn versorge; er sagte zu ihr, sie solle ihm ein wenig Wasser holen, daß er trinke; nachher, sie solle ein Stück Brot für ihn in die Hand nehmen; sie sprach, sie habe so wenig Mehl im Kad, und so wenig Öl im Krug, daß es nur für sie und ihren Sohn einen Kuchen gebe. Elias sprach: Mache mir einen kleinen Kuchen zuerst, und bringe mir ihn heraus, und dir und deinem Sohn mache hernach. Sie machte es so, und der Kad Mehl ward nicht verzehrt, und der Ölkrug hatte nicht Mangel": der Gehorsam und das Verlangen des Guten nach dem Wahren wird dadurch beschrieben, daß sie dem Propheten, wie ihr befohlen worden, Wasser gab, und hierauf von ihrem Wenigen zuerst für ihn einen Kuchen machte und nachher für sich selbst und ihren Sohn; und daß ihr infolgedessen das Gute des Wahren reichlich beschert wurde, dadurch, daß der Kad Mehl nicht verzehrt ward und der Ölkrug nicht Mangel hatte; denn das Wasser bedeutet im inneren Sinn das Wahre: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568; daß Mehl ist das Wahre aus dem Guten: Nr. 2177; das Öl ist das Gute der Liebe: Nr. 886, 4582, 4638; und der daraus bereitete Kuchen ist das mit seinem Guten verbundene Wahre: Nr. 7978. Hieraus erhellt deutlich, daß Witwe den bezeichnet, der im Guten ist und nach dem Wahren verlangt. Das Gute und sein Verlangen nach dem Wahren wird dadurch beschrieben, daß sie an dem Propheten größere Liebtätigkeit bewies, als gegen sich selbst und ihren Sohn; der Prophet bezeichnet die Lehre des Wahren, wie oben gezeigt wurde. Hieraus erhellt die Beschaffenheit des Wortes, daß es nämlich Geheimnisse des Himmels in sich birgt, die im Buchstaben nicht erscheinen, während doch in allem, was der Herr selbst redete, als Er in der Welt war, und was Er vorher durch die Propheten geredet hat, himmlische und ganz göttliche und über den Buchstabensinn erhabene Dinge enthalten sind; und zwar nicht bloß in den einzelnen Worten, sondern auch in den einzelnen Silben der Worte, ja sogar in den einzelnen Häkchen einer jeden Silbe. Wer glaubt aber, daß es so sei? Und doch ist es eine gewisse Wahrheit (Gewißheit), die mir vollständig bezeugt und ganz unzweifelhaft geworden ist, worüber, nach der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. 9199. "Und Waisen", 2. Mose 22/21, bedeutet solche, die im Wahren sind, aber noch nicht im Guten, gleichwohl aber nach dem Guten verlangen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Waise, sofern sie diejenigen bezeichnet, die im Wahren sind und nach dem Guten verlangen. Daß solche durch Waisen bezeichnet werden, hat den Grund, weil Söhne, die keinen Vater und Mutter mehr haben, somit, die des inneren Guten und Wahren beraubt sind, Waisen sind, denn durch Vater wird im Wort das inwendigere Gute bezeichnet und durch Mutter das mit diesem Guten verbundene Wahre: Nr. 5581; durch Söhne aber wird das Wahre bezeichnet, das davon abgeleitet ist. Daß Söhne Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 489, 491, 533, 1147, 2813, 3373, 6383, und daß hier durch Waisen Söhne bezeichnet werden, aber keine Töchter, erhellt aus dem folgenden 23.Vers, wo es heißt: "Und eure Söhne werden Waisen werden". Daß verwaiste Söhne solche bedeuten, die nach dem Guten verlangen, hat den Grund, weil sie alsdann an ihres Vaters Statt den Herrn haben: Ps.68/6: "Vater der Waisen und Richter der Witwen ist Gott in der Wohnung Seiner Heiligkeit". Daß die Waisen solche bezeichnen, die in den Glaubenswahrheiten der Kirche aus dem Wort belehrt worden sind, und durch dieselben nachher zum Guten geführt werden, erhellt auch aus den Worten des Herrn bei Joh.14/16-18,24-26: "Ich will den Vater bitten, daß Er euch einen anderen Paraklet (Beistand) gebe, damit er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt; ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und unter euch ist; Ich werde auch nicht Waisen lassen, Ich werde zu euch kommen, dieses habe Ich zu euch geredet, bei euch bleibend, der Paraklet aber, der Heilige Geist, derselbe wird euch alles lehren". Daß Waisen diejenigen bedeuten, die in Wahrheiten sind und nach dem Guten verlangen, kann aus dem einzelnen an dieser Stelle erhellen, denn unter dem Paraklet wird verstanden das göttlich Wahre, das der Herr war, als Er in der Welt sich befand, und das vom Herrn ausgeht, nachdem Er Sein Menschliches verherrlicht hat und aus der Welt gegangen ist; darum sagt Er, Er werde den Paraklet (oder Beistand) senden, und Er selbst werde kommen. Den Paraklet senden ist soviel als erleuchten und in den Wahrheiten des Glaubens belehren. Zu ihnen kommen aber bedeutet zum Guten führen. Darum sagt Er: "Ich will euch nicht Waisen lassen". Es wurde gesagt, daß unter dem Paraklet das göttlich Wahre verstanden werde, das der Herr war, während Er in der Welt Sich befand, und das vom Herrn ausgeht, nachdem Er Sein Menschliches verherrlicht hat und aus der Welt gegangen ist; daß dieses so ist, hat der Herr einigemal offenbar gelehrt; aber diejenigen, die das Göttliche in Personen teilen, und nicht als Wesenheiten unterscheiden, die in einem vereinigt sind, begreifen das nicht, denn das Wort wird vom Menschen nach vorgefaßten Meinungen erklärt und begriffen. So auch, wo der Herr sagt, "Er sei im Vater, und der Vater in Ihm; Er und der Vater seien eins" ; sodann, "alles das Seine sei des Vaters, und alles des Vaters sei Sein": Joh.10/30; 14/1-11,20; 16/15; 17/10. Das oben Gesagte soll jedoch noch weiter erklärt werden: Daß durch den Paraklet das göttlich Wahre verstanden wird, erhellt aus des Herrn Worten selbst, denn er wird genannt der Geist der Wahrheit, und es wird auch gesagt: "Der Paraklet, der Heilige Geist, wird euch alles lehren". Daß der Herr das göttlich Wahre war, während Er in der Welt Sich befand, ergibt sich ebenfalls aus den Worten des Herrn daselbst, denn Er sagt, Er werde einen anderen Beistand senden (d.h. an Seiner Statt), oder den Geist der Wahrheit, und von Sich: "sie kennen Ihn, weil Er bei ihnen bleibe, und unter ihnen sei"; wie auch: "Ich sage euch die Wahrheit: wenn Ich nicht hingehe, so wird der Paraklet nicht zu euch kommen, wenn Ich aber hingehe, so werde Ich ihn zu euch senden": Joh.16/7 und anderwärts; das sagt Er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an Ihn glaubten, "denn der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht war": Joh.7/39. Und abermals anderwärts: "Er sei der Weg und die Wahrheit": Joh.14/6; sodann: "Er sei das Wort, und Gott sei das Wort, und das Wort sei Fleisch geworden": Joh.1/1-3,14, das Wort ist das göttlich Wahre. Daß der Herr während Seines Aufenthaltes in der Welt das göttlich Wahre war, sehe man Nr. 3195, 4687, 4727, 6716, 6864, 7499, 8127, 8724. Und daß das göttlich Wahre vom Herrn ausgeht, nachdem Er Sein Menschliches verherrlicht hat und aus der Welt gegangen ist, erhellt ebenfalls aus den Worten des Herrn Joh.16/7: "Wenn Ich hingehe, werde Ich den Geist der Wahrheit zu euch senden": senden heißt ausgehen und hervorgehen: Nr. 2397, 4710; wie auch Joh.16/7,13-15: "Wenn derselbige kommt, wird er euch lehren in aller Wahrheit; denn er wird nicht aus ihm selbst reden, sondern alles, was er hören wird, wird er reden, derselbe wird Mich verherrlichen, weil er es aus dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird". Daß der Herr nach Seinem Hingang aus der Welt das göttlich Gute, auch in Ansehung des Menschlichen, geworden ist, sehe man Nr. 3704, 3712, 3737, 3969, 4577, 5704, 6864, 7014, 7499, 8241, 8724, 8760, 9167; und daß alsdann vom göttlich Guten, das Er selbst, das göttlich Wahre ausgehe wie von der Sonne das Licht der Welt: Nr. 3636, 3643, 3969, 5704, 7083, 8127; diesem möge beigefügt werden, was Nr. 9194 angeführt wurde. 9200. "Sollt ihr nicht bedrücken", 2. Mose 22/21, bedeutet, sie sollen nicht betrogen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedrücken, wenn es auf diejenigen sich bezieht, die in den Wahrheiten belehrt und zum Guten geführt werden wollen, sofern es heißt betrügen, hier aber nicht betrügen, weil gesagt wird: "ihr sollt sie nicht bedrücken". Im Wort werden hie und da nebeneinander genannt der Fremdling, die Waise und die Witwe: Ps.146/7-9: "Jehovah behütet die Fremdlinge, die Waisen und die Witwen". Jerem.22/3: "Die Fremdlinge, die Waisen und Witwen sollt ihr nicht betrügen". Hes.22/6,7: "Gegen den Fremdling übten sie Unterdrückung aus in dir, die Waisen und die Witwen haben sie betrogen in dir". 5. Mose 24/17; 27/19: "Beuget nicht das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe". 5. Mose 24/19-22; 26/12,13: "Das Übriggelassene auf den Feldern, Ölgärten und Weinbergen soll sein für den Fremdling, für die Waise und für die Witwe". 5. Mose 10/18: "Jehovah schafft Recht den Waisen und den Witwen, und liebt den Fremdling". 2. Mose 22/21: "Den Fremdling sollst du nicht bedrängen und nicht bedrücken; Witwen und Waisen sollt ihr nicht bedrücken". Diese drei fallen, wenn sie so zusammen genannt werden, in einen Sinn bei den Engeln, nämlich in diesen, daß bei denen, die in der Kirche sind, das Gute und das Wahre verbunden werden soll nach der Ordnung, somit wechselseitig das Wahre mit dem Guten und das Gute mit dem Wahren; denn unter Fremdling werden diejenigen verstanden, die in dem, was zur Kirche gehört, unterrichtet werden wollen, unter Witwen die Verbindung des Guten mit dem Wahren, und unter Waisen die Verbindung des Wahren mit dem Guten, welche Verbindung eine wechselseitige ist. Ebenso verhält es sich mit dem übrigen im Wort, das, wenn es nach dem inneren Sinne erklärt wird, als zerstreut erscheint, bei den Engeln aber zu einem Sinn, ja zu einer Vorstellung verbunden ist. 9201. "Wenn du sie bedrückst", 2. Mose 22/22, bedeutet, wenn sie betrogen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedrücken, sofern es soviel ist als (um etwas) betrügen, wie Nr. 9200. 9202. "Und wenn sie zu Mir schreien", 2. Mose 22/22, bedeutet das Flehen zum Herrn um Hilfe. Dies erhellt ohne Erklärung. Ein angelegentliches Flehen wird im Wort durch Schreien ausgedrückt, weil ein, wenn auch leises Flehen derjenigen, die von Herzen flehen, wie ein Schreien im Himmel gehört wird. Dies geschieht, wenn die Menschen nur denken, und mehr noch, wenn sie seufzen aus aufrichtigem Herzen. Dies wurde durch das Schreien in der vorbildlichen Kirche vorgebildet; und eben daher wurde es bei den Juden ein (religiöser) Brauch. Ebenso verhält es sich mit denen, die lehren; diese werden im Himmel als Schreiende gehört, nicht nur die Gedanken, sondern hauptsächlich die Regungen, die sich auf das Gute und Wahre beziehen, reden im Himmel. Daß diese reden und wenn sie heftig sind, schreien, davon durfte ich mich durch Erfahrung überzeugen, wovon, durch die göttliche Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Aber die Regungen des Bösen und Falschen werden im Himmel gar nicht gehört, auch wenn der Mensch, der aus jenen fleht, laut schreit, und auch dabei seine Hände kräftig zusammendrückt, und sie samt den Augen zum Himmel aufhebt; sie werden in der Hölle gehört, und zwar ebenfalls als Geschrei, wenn sie heftig sind. 9203. "So werde Ich ihr Geschrei erhören", 2. Mose 22/22, bedeutet, es soll ihnen geholfen werden, was ohne Erklärung erhellt. 9204. "Und Mein Zorn wird entbrennen", 2. Mose 22/23, bedeutet den Zustand derer, die jenes tun. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zorns, wenn er dem Jehovah, das ist dem Herrn zugeschrieben wird, sofern er Gnade und Barmherzigkeit bezeichnet, wovon Nr. 6997, 8875; daß es aber der Zustand derer ist, die jenes tun, nämlich der Zustand derjenigen, die den Fremdling, die Waisen und die Witwe bedrängen und bedrücken, hat den Grund, weil der Zorn bei ihnen ist, und es alsdann scheint, als ob er beim Herrn wäre. Daß dem Herrn Zorn zugeschrieben wird, während er doch beim Menschen ist, sehe man Nr. 6997, 8284, 8483, 8875. Daß überhaupt das Böse, das dem Herrn im Wort zugeschrieben wird, bei denen ist, die im Bösen sind: Nr. 1861, 2447, 6071, 6832, 6991, 7533, 7632, 7643, 7679, 7710, 7926, 8197, 8227, 8228, 8282. 9205. "Und Ich werde euch töten mit dem Schwert", 2. Mose 22/23, bedeutet, daß sie sich des Guten und Wahren durch das Falsche berauben. Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, wenn es sich auf diejenigen bezieht, die solche betrügen, die im Guten und Wahren sind, und durch Witwen, Waisen und Fremdlinge bezeichnet werden, sofern es ausdrückt, sie dessen berauben. Daß töten bedeutet, des geistigen Lebens berauben, sehe man Nr. 3607, 6768, 8902. Ferner aus der Bedeutung des Schwertes, sofern es das kämpfende und das Falsche zerstörende Wahre ist, und im entgegengesetzten Sinn das kämpfende und das Wahre zerstörende Falsche, wovon Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294, somit heißt hier töten mit dem Schwert, des Guten und Wahren berauben durch Falsches. 9206. "Und eure Weiber werden Witwen", 2. Mose 22/23, bedeutet, das Gute werde bei ihnen zugrunde gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Weiber, sofern sie das Gute bezeichnen, wovon Nr. 6014, 8337. Die Weiber bedeuten aber das Gute, weil durch die Ehe des Mannes und Weibes die Verbindung des Wahren und Guten vorgebildet wird. Daß durch den Mann das Wahre, und durch das Weib das Gute bezeichnet wird, sehe man Nr. 4510, 4823. Und aus der Bedeutung der Witwen, sofern sie die bezeichnen, die im Guten sind und nicht im Wahren, aber doch nach Wahrem verlangen: Nr. 9198, hier aber die, welche nicht nach Wahrem verlangen, weil es sich auf die Bösen bezieht, welche die Witwen bedrängen; daher kommt es, daß hier solche verstanden werden, bei denen das Gute zugrunde geht. Damit verhält es sich in folgender Weise: Die, welche im Guten sind, und nicht nach dem Wahren verlangen, sind nicht (wahrhaft) im Guten; der Grund ist, weil das Gute gut wird durch das Wahre, denn das Gute bekommt seine Beschaffenheit von den Wahrheiten. Das mit dem Wahren verbundene Gute ist es, das unter dem geistig Guten verstanden wird. Wenn daher das Wahre beim Menschen verlorengeht, so geht auch das Gute verloren; und umgekehrt, wenn das Gute verlorengeht, geht auch das Wahre verloren, denn die Verbindung löst sich und wird zunichte, man sehe Nr. 3804, 4149, 4301, 4302, 5835, 6917, 7835, 8349, 8356. Daher wird das Gute daran erkannt, daß es nach dem Wahren verlangt und vom Wahren angeregt wird, um eines guten Nutzzweckes, somit um des Lebens willen. Das Verlangen selbst, oder die Neigung selbst zum Wahren um des Lebens willen, ist an sich betrachtet, die Neigung zur Verbindung. Es verhält sich damit, wie mit der Speise oder dem Brot, sofern sie nach Wasser oder nach Wein verlangen, um der Verbindung willen, denn wenn sie verbunden sind, nähren sie. Es verhält sich auch wie mit dem Licht und der Wärme, das mit der Wärme verbundene Licht treibt alles auf der Erde hervor und ins Wachstum, wenn aber die Verbindung zunichte wird, so geht das, was hervorgekommen und gewachsen ist, zugrunde. Wie es sich mit dem Guten verhält, so verhält es sich mit allem Angenehmen, Lieblichen, Süßen, Zusammenstimmenden und Harmonischen; es ist so beschaffen, nicht aus sich, sondern aus dem, was in ihm ist. Die Verbindung macht, daß es so beschaffen ist, und es ist so beschaffen, je nach der Verbindung. Was aber darinnen auf das Gute, und was auf das Wahre sich bezieht, können die Verständigen wissen, wenn sie es erwägen, denn alle Dinge, die in der Welt, und auch, die im Himmel sind, somit die im Universum sind, beziehen sich auf das Gute und auf das Wahre. Alles, was von ihnen erzeugt ist, auf beides zusammen, somit auf ihre Verbindung. Daher kommt es, daß die Alten alles mit Ehen verglichen, man sehe Nr. 54, 55, 1432, 5194, 7022; und daß im einzelnen des Wortes eine Ehe des Guten und Wahren ist: Nr. 683, 793, 801, 2516, 2712, 4138, 5138, 5502, 6343, 7945, 8339. 9207. "Und eure Söhne Waisen werden", 2. Mose 22/23, bedeutet, alsdann werde zugleich das Wahre zugrunde gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Waisen, sofern es die sind, die im Wahren, aber noch nicht im Guten sind, gleichwohl aber nach dem Guten verlangen, wovon Nr. 9198, hier die im Wahren sind, aber nicht nach dem Guten verlangen, somit die, bei denen es zugrunde geht; denn es wird von den Bösen gesagt, ihre Söhne würden zu Waisen werden. Daß die Wahrheiten zugrunde gehen bei denen, die nicht nach dem Guten verlangen, erhellt aus dem, was Nr. 9206 über die Verbindung des Guten und Wahren gesagt wurde. Wie es sich mit dieser Verbindung verhält, soll weiter gesagt werden: Die Wahrheiten, die mit dem Guten verbunden sind, haben immer in sich ein Verlangen, das Gute zu tun, und zugleich dadurch sich noch inniger mit dem Guten zu verbinden. Oder was dasselbe ist, diejenigen, die in den Wahrheiten sind, verlangen immer das Gute zu tun und so dieses mit ihren Wahrheiten zu verbinden. Deshalb sind die, welche glauben, sie seien in den Wahrheiten, aber nicht verlangen das Gute zu tun, nicht in Wahrheiten, d.h. im Glauben daran, mögen sie immerhin meinen, daß sie darin seien. Dies wird vom Herrn beschrieben durch das Salz: Matth.5/13,14: "Ihr seid das Salz der Erde; wenn nun das Salz dumm (geschmacklos) wird, womit soll man es salzen? Er wird zu nichts mehr nützen, als daß es hinausgeworfen, und von den Leuten zertreten werde": das sagt der Herr zu den Jüngern und zum Volk. Unter dem Salz der Erde wird das Wahre der Kirche verstanden, das nach dem Guten verlangt. Unter dem dumm gewordenen Salz wird das Wahre verstanden, das ohne Verlangen nach dem Guten ist. Daß ein solches Wahre zu nichts tauge, wird dadurch beschrieben, daß das dumm gewordene Salz zu nichts weiter nütze, als daß es hinausgeworfen und zertreten werde. Nach dem Guten verlangen, heißt verlangen, das Gute zu tun, und so mit dem Guten verbunden werden: Mark.9/49,50: "Ein jeder muß mit Feuer gesalzen werden, und jedes Opfer wird mit Salz gesalzen werden. Das Salz ist gut, wenn aber das Salz geschmacklos wird, womit wollt ihr es dann würzen? Habt Salz in euch, und pfleget des Friedens untereinander": mit Feuer gesalzen werden, bedeutet das Verlangen des Guten nach dem Wahren, und mit Salz gesalzen werden, das Verlangen des Wahren nach dem Guten. Das geschmacklose Salz ist das Wahre ohne Verlangen nach dem Guten; Salz in sich haben, bedeutet ein solches Verlangen. Luk.14/34,35: "Jeder unter euch, der nicht entsagt aller seiner Habe, kann nicht Mein Jünger sein: das Salz ist gut, wenn aber das Salz dumm (geschmacklos) geworden ist, womit soll man es würzen? Weder in das Land noch in den Mist taugt es, man wirft es hinaus": Salz steht hier ebenfalls für das Wahre, das nach dem Guten verlangt; und das dumm gewordene Salz für das Wahre, das ohne Verlangen nach dem Guten ist. Untauglich in das Land und in den Mist, ist soviel als zu gar keinem Nutzzweck dienlich, weder zu einem guten, noch zu einem bösen. Die, welche in einem solchen Wahren sich befinden, sind es, die Laue genannt werden, was aus dem Vorhergehenden (Luk.14/34,35) erhellt: "daß ein Jünger des Herrn nicht sein kann, wer nicht aller seiner Habe entsagt": d.h., wer den Herrn nicht über alles liebt; denn die, welche den Herrn lieben, aber auch im gleichen Grad sich selbst, sind es, die Laue genannt werden, und die weder zu einem guten, noch zu einem bösen Nutzzweck taugen. 3. Mose 2/13: "Jede Gabe deiner Mincha (Speisopfer) soll mit Salz gesalzen werden; und du sollst nicht fehlen lassen das Bundessalz deines Gottes auf deiner Mincha; auf jeder deiner Gabe sollst du Salz opfern": daß in jeder Gabe Salz sein sollte, bedeutet das Verlangen des Wahren nach dem Guten und des Guten nach dem Wahren solle in jedem Gottesdienst sein. Daher wird auch jenes Salz genannt "das Salz des Bundes deines Gottes"; denn Bund bedeutet Verbindung: Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 2037, 6804, 8767, 8778, und Salz bedeutet das Verlangen nach Verbindung. Wenn das eine mit dem anderen wechselseitig verbunden zu werden verlangt, d.h. das Gute mit dem Wahren und das Wahre mit dem Guten, alsdann sehen sie aufeinander. Wenn aber das Wahre sich losreißt vom Guten, dann wenden sie sich voneinander ab, und sehen rückwärts oder hinter sich. Dies wird bezeichnet durch Lots Weib, das zur Salzsäule wurde: Luk.17/31,32: "Wer auf dem Hause ist, und seine Geräte im Hause hat, soll nicht hinabgehen, sie zu holen, und ebenso wer auf dem Felde ist, soll nicht umkehren zu dem, was hinter ihm ist; gedenket an Lots Weib": daß dies bedeutet hinter sich oder rückwärts blicken, sehe man Nr. 3652, 5895, 5897, 7857, 7923, 8505, 8506, 8510, 8516. Das Salz bedeutet aber das Verlangen nach dem Wahren, weil das Salz das Land fruchtbar, und die Speise schmackhaft macht, und weil im Salz etwas Feuriges und zugleich ein Verbindungstrieb liegt, wie dem Wahren ein brennendes Verlangen nach dem Guten, und zugleich ein Verbindungstrieb innewohnt. Die Salzsäule bedeutet die Trennung vom Wahren, denn das Salz bezeichnet im entgegengesetzten Sinn die Zerstörung und Verwüstung des Wahren, wie bei Zeph.2/9; Hes.47/11; Jerem.17/6; Ps.107/33,34; 5. Mose 29/22; Richt.9/45; 2.Kön.2/19-22. Dies wurde angeführt, auf daß man wisse, was unter dem Verlangen des Wahren nach Gutem, und unter dem Verlangen des Guten nach dem Wahren verstanden wird, das durch Waise und Witwe bezeichnet wird. 9208. Vers 24-26: Wenn du Silber (oder Geld) leihst Meinem Volke, dem armen bei dir, so sollst du ihm nicht sein wie ein Wucherer; ihr sollt ihm nicht Zins auflegen. Wenn du das Kleid deines Genossen zum Pfande nimmst, so sollst du, bis die Sonne untergeht, es ihm zurückgeben. Denn es ist seine Decke allein; es ist sein Kleid für seine Haut, worin er schlafen soll; und es soll geschehen, wenn er zu Mir schreien wird, so werde Ich hören, denn Ich bin barmherzig. "Wenn du Silber (oder Geld) leihst Meinem Volke, dem armen bei dir" bedeutet die Belehrung derer, die in der Unkenntnis des Wahren sind, gleichwohl aber Lernbegierde haben; "so sollst du ihm nicht sein wie ein Wucherer" bedeutet, so soll es aus Liebtätigkeit geschehen; "ihr sollt ihm nicht Zins auflegen" bedeutet, nicht wegen eines Gewinnes davon; "wenn du das Kleid deines Genossen zum Pfande nimmst" bedeutet, falls das wißtümlich Wahre durch Täuschungen aus Sinnlichem zerstreut wird; "so sollst du, bis die Sonne untergeht, es ihm zurückgeben" bedeutet, es solle wiedererstattet werden vor dem Zustand des Schattens aus Lustreizen äußerer Liebestriebe; "denn es ist seine Decke allein" bedeutet, weil das Sinnliche die Unterlage des Inneren bildet; "es ist sein Kleid für seine Haut" bedeutet, daß es auch das Äußere bekleide; "worin er schlafen soll" bedeutet die Ruhe darauf; "und es soll geschehen, wenn er zu Mir schreien wird" bedeutet das Flehen zum Herrn; "so werde Ich hören" bedeutet die Hilfe; "denn Ich bin barmherzig" bedeutet, von Ihm komme alle Hilfe aus Barmherzigkeit. 9209. "Wenn du Silber (oder Geld) leihst Meinem Volke, dem armen bei dir", 2. Mose 22/24, bedeutet die Belehrung derer, die in der Unkenntnis des Wahren sind, gleichwohl aber Lernbegierde haben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1551, 2048, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 7999, 8932; aus der Bedeutung von leihen, sofern es heißt, Himmelsgüter mitteilen aus Regung der Liebtätigkeit, wovon Nr. 9174, somit belehren; aus der Bedeutung des Volkes, sofern es die bezeichnet, die in den Wahrheiten sind, hier in der Unkenntnis des Wahren, weil es das arme Volk heißt. Daß Volk diejenigen heißen, die in den Wahrheiten sind, sehe man Nr. 1259, 1260, 2928, 3295, 3581, 7207; und aus der Bedeutung von arm, sofern es die bedeutet, die in der Unkenntnis des Wahren, und dennoch in der Begierde zu lernen sind, denn diese befinden sich in geistiger Armut, und müssen belehrt werden. Im Wort wird oft gesagt, man solle den Armen und Bedürftigen wohltun; diejenigen, die nur in äußere Wahrheiten eingeführt sind, aber noch nicht in die inneren Wahrheiten, glauben, man müsse allen wohltun, die irgendeiner Hilfe bedürfen, hauptsächlich den Bettlern, die sich vor anderen arm nennen; diejenigen, die dies aus Gehorsam tun, weil es so befohlen ist, tun wohl daran, denn durch dieses Äußere werden sie in das Inwendigere der Liebtätigkeit und Barmherzigkeit eingeleitet. Das Innere der Liebtätigkeit und Barmherzigkeit ist aber, genau sehen, wer und wie beschaffen diejenigen sind, denen man wohltun soll, und auf welche Weise es bei einem jeden geschehen muß. Diejenigen jedoch, die in das Innere der Liebtätigkeit und Barmherzigkeit eingeführt sind, wissen, daß das eigentlich Inwendigste darin besteht, dem inneren Menschen wohlzuwollen und wohlzutun, und also mit solchen Dingen, die dem geistigen Leben frommen, und daß das Äußere darin besteht, dem äußeren Menschen wohlzutun, also mit solchen Dingen, die dem leiblichen Leben dienlich sind. Dies jedoch immer mit einer solchen Klugheit, daß, wenn man dem Äußeren wohltut, auch alsdann zugleich dem Inneren eine Wohltat geschieht; denn wer dem Äußeren wohltut, und dem Inneren übel tut, der übt keine Liebtätigkeit. Deshalb soll, wenn das eine geschieht, auch das andere (als Zweck) ins Auge gefaßt werden. Das Äußere der Liebtätigkeit ist, was im äußeren oder buchstäblichen Sinn des Wortes dadurch beschrieben wird, daß man den Armen und Bedürftigen wohltun soll; aber das Innere der Liebtätigkeit ist, was im inneren oder geistigen Sinn beschrieben wird, denn in diesem Sinn wird der in Armut und Dürftigkeit befindliche innere Mensch gemeint, dem man wohltun soll, denn unter den Armen und Bedürftigen werden in diesem Sinn diejenigen verstanden, die in Mangel und Unkenntnis des Guten und Wahren sind, und dennoch nach dem Wahren und Guten verlangen. Wie diesen geholfen werden soll, lehrt das Wort ebenfalls im Buchstaben, hauptsächlich das Wort, das der Herr selbst gelehrt hat, als Er in der Welt war, denn der Herr offenbarte alsdann solches, was dem inneren Menschen angehört, wie bei den Evangelisten überall zutage tritt. Gleichwohl aber redete Er so, daß das einzelne zugleich einen inwendigen Sinn hatte, der für die Engel ist, und zugleich für den Menschen der inneren Kirche; denn der innere Sinn enthält solches, was die echte Lehre der Kirche lehrt. Als Beispiel mag dienen, was der Herr zu den Jüngern sagte, die der Täufer Johannes sandte, um zu fragen, ob er der Herr sei, der da kommen sollte; diesen wurde geantwortet: Luk.7/20,22: "Gehet hin, und verkündiget dem Johannes wieder, was ihr gesehen und gehört habt: Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören, den Armen wird das Evangelium gepredigt": dieses wurde für den äußeren und zugleich für den inneren Menschen gesagt; für den äußeren, daß solche Wunder geschehen seien, für den inneren, daß die Kirche hergestellt werde bei solchen, die im geistigen Sinn blind, lahm, aussätzig, taub und arm sind; also bei den Heiden, die in der Unkenntnis des Guten und Wahren sind, und dennoch danach verlangen; denn blind heißen die, welche in der Unkenntnis des Wahren sind: Nr. 6990; lahm, die im Guten sind, das aber nicht echt ist, wegen der Unkenntnis des Wahren: Nr. 4302; aussätzig die, welche unrein sind, und doch verlangen rein zu werden; taub, die nicht im Glauben des Wahren sind, weil nicht im Innewerden desselben; arm aber die, welche das Wort nicht haben, und so nichts vom Herrn wissen, und dennoch verlangen, belehrt zu werden, weshalb gesagt wird, daß diesen das Evangelium gepredigt werde. Daß unter den Armen und Dürftigen diejenigen verstanden werden, die außerhalb der Kirche in der Unkenntnis des Wahren sind, weil sie das Wort nicht haben, dennoch aber verlangen, belehrt zu werden, und durch das, was sie wissen, doch in einigem Guten sind; und solche innerhalb der Kirche, die aus verschiedenen Ursachen das Wahre nicht wissen, aber doch aus irgendeinem Guten nach demselben verlangen, erhellt aus den Stellen, wo die Armen und Dürftigen im Wort genannt werden: Ps.70/6: "Ich bin dürftig und arm; Gott eile zu mir; meine Hilfe und mein Erretter, Jehovah": dies redete David, der nicht arm und dürftig war, woraus erhellt, daß geistige Armut und Dürftigkeit verstanden wurde. Ps.40/18: "Ich bin dürftig und arm, Herr, gedenke mein, meine Hilfe und mein Erretter". Ps.72/2-4: "Gott wird sein Volk richten in Gerechtigkeit, und seine Dürftigen in Gericht; die Berge werden Frieden bringen dem Volk, und die Hügel in Gerechtigkeit; Er wird richten die Dürftigen des Volkes, erhalten die Söhne des Armen, zermalmen den Unterdrücker": die Dürftigen sind hier die, welche in geistiger Dürftigkeit sind, und somit im Hunger, d.h. im Verlangen, in den Wahrheiten unterrichtet zu werden. Ps.35/10: "Alle meine Gebeine sollen sagen: Jehovah, wer ist wie Du, der den Dürftigen errettet von dem, der stärker ist als er, und den Dürftigen und Armen von denen, die ihn berauben": Gebeine bedeuten die wißtümlichen Wahrheiten: Nr. 8005; Dürftige steht hier für diejenigen, die in wenig Wahrem sind, und Arme für diejenigen, die in wenig Gutem und durch Böses und Falsches angefochten werden; wegen dieser Anfechtungen sind die Dürftigen auch Bedrängte in der Grundsprache; denn bedrängt werden heißt angefochten werden durch Falsches: Nr. 9196. Ps.10/9: "Der Gottlose lauert im Zelt, zu berauben den Dürftigen, er beraubt den Dürftigen und zieht ihn in sein Netz". Jes.58/7,8: "Ist nicht das ein Fasten: dem Hungrigen das Brot brechen, und die heimatlosen Dürftigen einführen ins Haus". Jes.49/13: "Getröstet hat Jehovah Sein Volk, und Seiner Dürftigen wird Er Sich erbarmen". Zeph.3/12: "Ich will übriglassen in deiner Mitte ein dürftiges und schwaches Volk, die auf den Namen Jehovahs hoffen". In diesen Stellen bedeuten Dürftige solche, die in der Unkenntnis des Wahren sind und belehrt zu werden verlangen. 9210. "So sollst du ihm nicht sein wie ein Wucherer", 2. Mose 22/24, bedeutet, es solle aus Liebtätigkeit geschehen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wucherers, sofern er den bezeichnet, der das Gute tut um des Gewinnes willen; denn ein Wucherer leiht einem anderen Geldsummen um des Zinses willen, und leistet einem anderen Hilfe um der Vergeltung (oder Belohnung) willen. Und weil die echte Liebtätigkeit nicht auf den Gewinn oder Belohnung sieht als Zweck, sondern auf das Wohl des Nächsten, darum wird durch "du sollst nicht sein, wie ein Wucherer" bezeichnet, es solle aus Liebtätigkeit geschehen. Wer nicht weiß, was die christliche Liebtätigkeit ist, der kann glauben, sie bestehe nicht nur darinnen, den Dürftigen und Armen zu geben, sondern auch dem Mitbürger, dem Vaterland und der Kirche Gutes tun, um irgendeiner Ursache willen, oder wegen irgendeines Zweckes. Aber man wisse, daß es der Zweck ist, der allen Handlungen des Menschen ihre Eigenschaft gibt. Hat der Mensch den Zweck oder die Absicht Gutes zu tun, um seines Rufes willen, damit er Ehrenstellen oder Gewinn erlange, dann ist das Gute, das er tut, nicht gut, weil er es tut um seiner selbst willen, somit auch aus sich. Ist aber sein Zweck, Gutes zu tun um des Mitbürgers, des Vaterlandes oder der Kirche willen, somit um des Nächsten willen, dann ist das Gute, das er tut, gut, denn er tut es um des Guten selbst willen, das überhaupt der eigentliche Nächste ist: Nr. 5025, 6706, 6711, 6712, 8123; somit auch um des Herrn willen, denn ein solches Gute ist nicht vom Menschen, sondern vom Herrn, und was vom Herrn ist, das ist des Herrn. Dieses Gute ist es, was vom Herrn verstanden wird bei Matth.25/40: "Alles, was ihr getan habt einem von diesen Meinen geringsten Brüdern, das habt ihr Mir getan". Wie es sich mit dem Guten verhält, so verhält es sich auch mit dem Wahren: diejenigen, die das Wahre tun um des Wahren willen, die tun es auch um des Herrn willen, weil aus dem Herrn. Das Wahre tun um des Wahren willen, heißt das Gute tun; denn das Wahre wird gut, wenn es vom Verstand in den Willen eingeht, und vom Willen ausgeht ins Tun. Auf solche Weise das Gute tun, ist christliche Liebtätigkeit. Diejenigen, die das Gute aus christlicher Liebtätigkeit tun, sehen auch zuweilen auf den daraus entstehenden guten Namen, um der Ehre oder um des Gewinnes willen, jedoch ganz anders, als die, welche jenes als Zweck ansehen, denn sie sehen auf das Gute und Gerechte als das Wesentliche und Einzige, somit als die höchste Stelle einnehmend, und dann erst auf den Gewinn und die Ehre, und den daraus hervorgehenden guten Namen als auf beziehungsweise unwesentliche Dinge, somit an unterster Stelle. Wenn solche das Gerechte und das Gute im Auge haben, sind sie wie diejenigen, die in der Schlacht fürs Vaterland kämpfen, und alsdann um ihr Leben, und also auch um ihre Würde und ihr Vermögen in der Welt sich nichts bekümmern, indem sie diese Dinge alsdann beziehungsweise für nichts achten. Die aber, die auf sich selbst und auf die Welt an erster Stelle sehen, sind von der Art, daß sie das Gerechte und das Gute nicht einmal sehen, weil sie sich selbst und den Gewinn im Auge haben. Aus diesem erhellt, was es heiße, das Gute tun um des eigenen Ich oder um der Welt willen, und was es heiße, das Gute tun um des Herrn oder um des Nächsten willen, und was für ein Unterschied dazwischen liegt. Der Unterschied ist so groß, wie zwischen zwei Gegensätzen, somit wie zwischen Himmel und Hölle. Wirklich sind auch die, welche um des Nächsten und des Herrn willen das Gute tun, im Himmel; die aber, die es um ihrer selbst und um der Welt willen (tun), sind in der Hölle; denn die, welche um des Nächsten und des Herrn willen das Gute tun, lieben den Herrn über alles und den Nächsten wie sich selbst, und diese Gebote sind die vornehmsten von allen Geboten: Mark.12/28-31. Die aber, die um ihrer selbst und um der Welt willen alles tun, lieben sich selbst über alles, somit mehr als Gott, und verachten nicht nur den Nächsten, sondern hassen ihn auch, wenn er nicht übereinstimmend mit ihnen handelt und sich ihnen ganz hingibt. Dies wird verstanden unter dem, was der Herr lehrt bei Matth.6/24: "Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten; ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon". Es gibt Menschen, die beiden dienen, aber die sind es, die Laue genannt werden, die weder kalt noch warm sind, und ausgespien werden: Joh.Offenb.3/15,16. Hieraus erhellt nun, was vorgebildet wurde durch Wucherer, die Zins nahmen, nämlich diejenigen, die um des Gewinnes willen das Gute tun. Hieraus erhellt auch, warum gesagt ist, daß man nicht sein soll wie ein Wucherer, und dem Bruder keinen Zins auflegen soll, bei Mose, wie auch anderwärts: 5. Mose 23/20,21; 3. Mose 25/36-38: "Dem Bruder sollst du nicht auflegen Zins des Silbers, Zins der Speise, Zins irgendeiner Sache, die aufgelegt wird; einem Fremden magst du Zins auflegen; auf daß dich segne Jehovah, dein Gott, in allem da du die Hand anlegst auf dem Lande, dahin du kommst, um es zu besitzen": dem Bruder Zins des Silbers auflegen heißt, um des Gewinnes willen Wahrheiten leihen oder lehren. Zins der Speise auflegen, heißt um des Gewinnes willen Gutes des Wahren leihen, denn Silber bedeutet das Wahre: Nr. 1551, 2954, 5658, 6914, 6917; und Speise bedeutet das Gute des Wahren: Nr. 5147, 5293, 5340, 5342, 5576, 5410, 5426, 5487, 5582, 5588, 5655, 5915, 8562. Daß Jehovah diejenigen, die das nicht tun segne in allem, da sie ihre Hand anlegen im Lande, bedeutet, sie seien in der Neigung zum Guten und Wahren, somit in der Seligkeit, welche die Engel im Himmel haben; denn in dieser Neigung oder im Guten dieser Liebe hat der Mensch den Himmel: Nr. 6478, 9174. Den Fremden durfte aber Zins aufgelegt werden, weil durch die Fremden solche bezeichnet werden, die nichts Gutes und Wahres anerkennen und aufnehmen: Nr. 7996, die also bloß um des Gewinnes willen das Gute tun. Diese müssen dem Menschen dienen, weil sie beziehungsweise Knechte sind: Nr. 1097. Ps.15/2,5: "Wer untadelig wandelt, und wer Gerechtigkeit tut, und Wahrheit redet in seinem Herzen, sein Silber nicht auf Zins gibt, und kein Geschenk gegen den Unschuldigen nimmt; wer das tut, wird nicht wanken ewiglich": sein Silber auf Zins geben, heißt bloß um des Gewinnes willen lehren, somit das Gute tun des Lohnes halber. Hes.18/8: "Der gerechte Mann, der Recht und Gerechtigkeit tut, auf Zins nicht gibt, und keinen Wucher nimmt". Hes.18/17: "Wer vom Dürftigen seine Hand hält, Zins und Wucher nicht nimmt, Meine Rechte tut, in Meinen Satzungen wandelt, der wird immerdar leben". Hes.22/12: "Sie nahmen Geschenke in dir, um Blut zu vergießen; Zins und Wucher hast du genommen, und Gewinn hast du erhascht von deinen Genossen durch Gewalttat": dies von der Stadt der Blutschulden, durch die das Falsche bezeichnet wird, welches das Wahre und Gute zerstört: Nr. 9127; Zins und Wucher nehmen, heißt um des Gewinnes und des Lohnes willen das Gute tun, also nicht aus Liebtätigkeit. Daß die echte Liebtätigkeit nicht nach Verdienst strebt, sehe man Nr. 2371, 2373, 2400, 4007, 4174, 4943, 6388, 6389, 6390, 6392, 6478. 9211. "Ihr sollt ihm nicht Zins auflegen", 2. Mose 22/24, bedeutet, also nicht wegen eines daraus hervorgehenden Gewinnes. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Zins auf jemanden legen", sofern es soviel ist, als das Gute um des Gewinnes willen tun, wovon Nr. 9210; hier, nicht um des Gewinnes willen, weil gesagt wird: "ihr sollt ihm nicht Zins auflegen". Aus diesem Gesetz über den Wucher und Zins kann man sehen, wie es sich mit den Gesetzen, welche Rechte (judicia) genannt wurden, beim israelitischen Volk verhält, daß sie nämlich aufhörten zugleich mit den Opfern und übrigen Gebräuchen, als der Herr in die Welt kam und das Innere des Gottesdienstes und überhaupt das Innere des Wortes aufschloß. Der innere Gehalt jenes Gesetzes ist, man solle dem Nächsten Gutes tun von Herzen, und glauben, daß in dem, was man aus sich tut, kein Verdienst sei, sondern nur in dem, was man aus dem Herrn tut, Der bei dem Menschen ist, denn allein der Herr selbst hat verdient, und ist allein die Gerechtigkeit. Und wenn der Mensch das glaubt, setzt er in das, was von ihm getan wird, kein Verdienst und Lohn, sondern er schreibt alles Gute dem Herrn zu, und weil es der Herr aus göttlicher Barmherzigkeit tut, so schreibt ein solcher Mensch alles der Barmherzigkeit allein zu. Daher kommt es auch, daß, wer vom Herrn geführt wird, gar nicht an den Lohn denkt, und dennoch von Herzen dem Nächsten Gutes tut. Dies ist das Innere, aus dem das Gesetz über die Zinsen bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft hervorgegangen ist. Wenn daher der Mensch im Inneren ist, so hört jenes Gesetz auf, zugleich mit den anderen ähnlichen, die Rechte genannt wurden, denn die israelitische und jüdische Völkerschaft war bloß im Äußerlichen, welches das Inwendige vorbildete; daher war jenes Gesetz für jene Völkerschaft damals verbindlich, ist aber nicht verbindlich für die Christen, denen das Inwendige (der innere Gehalt) vom Herrn geoffenbart worden ist. Daß es so ist, weiß der Mensch der Kirche heutigen Tages, deshalb sind die Wuchergesetze in jetziger Zeit von ganz anderer Art. Aber die Heiligkeit jenes Gesetzes hört darum doch nicht auf, d.h. jenes Wort ist darum doch nicht aufgehoben, sondern seine Heiligkeit bleibt wegen des Inneren, das darin enthalten ist. Dieses heilige Innere regt die Engel immer noch an, wenn dieses Wort gelesen wird. Man hüte sich doch ja zu glauben, die Gesetze des Lebens, wie sie in den Zehn Geboten und sonst hie und da im Alten Testament sich finden, seien abgeschafft, denn sie sind sowohl ihrer inneren als ihrer äußeren Form nach bestätigt, aus dem Grund, weil (beide Formen) nicht getrennt werden können. 9212. "Wenn du das Kleid deines Genossen zum Pfande nimmst", 2. Mose 22/25, bedeutet, falls das wißtümlich Wahre durch Täuschungen aus Sinnlichem zerstreut wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Pfand nehmen", sofern es heißt, für mitgeteiltes Gutes eine Versicherung (tesserum) annehmen; denn das Pfand ist eine Versicherung für das Gute, das geliehen wird. Wenn anstatt dessen Geistiges verstanden wird, dann heißt Gutes mitteilen soviel, als in den Wahrheiten unterrichten, und die Versicherung oder das Pfand ist hier das sinnlich Wahre, denn durch das Kleid, das zum Pfand gegeben wird, wird hier das Letzte des Natürlichen bezeichnet, welches das Sinnliche ist. Weil dieses voll von Täuschungen ist, und die Täuschungen die Wahrheiten auslöschen, deswegen wird durch "das Kleid deines Genossen zum Pfand nehmen" bezeichnet die Zerstörung der Wahrheiten durch Täuschungen aus Sinnlichem. Daß dieses bezeichnet wird, erhellt aus dem Sachzusammenhang des Folgenden im inneren Sinn. Durch Kleid wird im allgemeinen alles bezeichnet, was etwas anderes bekleidet, somit alles, was beziehungsweise mehr auswenig ist. Daher wird der äußere oder natürliche Mensch im Vergleich mit dem inwendigen oder geistigen ein Kleid genannt; ebenso wird das Wahre im Vergleich mit dem Guten ein Kleid genannt, weil das Wahre das Gute bekleidet. Ebenso das wißtümlich Wahre im Vergleich mit dem Wahren des Glaubens, das dem inwendigen Menschen angehört. Das Sinnliche, welches das Letzte des Lebens ist beim Menschen, ist ein Kleid im Vergleich mit dem wißtümlich Wahren. Daß die Kleider das Untere bezeichnen, welches das Obere bedeckt, oder was dasselbe ist, das Äußere, welches das Innere bedeckt, sehe man Nr. 2576, 5248; daß es im allgemeinen die Wahrheiten sind: Nr. 4545, 4763, 5319, 5954, 6914, 6917, 9093; daß es die wißtümlichen Wahrheiten sind: Nr. 6918; und daß es das Sinnliche ist: Nr. 9158; daß das Sinnliche das Letzte des Lebens beim Menschen ist: Nr. 4009, 5077, 5125, 5128, 5767, 5774, 6201, 6313, 7442, 7693; und daß das Sinnliche in Täuschungen befangen ist: Nr. 5084, 5089, 6201, 6948, 6949, 7442. Daß Kleider Wahrheiten bedeuten, kommt von den Vorbildern im anderen Leben her. Hier erscheinen die Engel und Geister mit Kleidern angetan, gemäß den Zuständen des Glaubens oder des Wahren, in dem sie sind, und ihre Kleider wechseln gemäß den Veränderungen dieses Zustandes. Die, welche im echten Wahren sind, erscheinen mit weißen Kleidern angetan, und die, welche in Wahrheiten aus dem Guten, mit glänzenden Kleidern. Die aber, die im Guten sind, wie die Engel des innersten Himmels, die Himmlische genannt werden, erscheinen nackt. Daher nun kommt es, daß die Kleider Wahrheiten bedeuten, und daß durch Kleider im Wort Wahrheiten bezeichnet werden, wie aus den früher gezeigten Stellen erhellen kann, denen folgende aus den Evangelisten beigefügt werden dürfen: Matth.17/2: "Als Jesus verwandelt wurde, glänzte Sein Angesicht wie die Sonne, und Seine Kleider wurden wie das Licht": durch Angesicht wird im Wort das Innere bezeichnet, hauptsächlich die Neigungen: Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 3573, 4066, 4796, 4797, 5102, 5695, 6604, 6848, 6849; und durch das Angesicht Gottes das Gute selbst: Nr. 222, 223, 5585; durch die Sonne die göttliche Liebe: Nr. 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, 4321, 4696, 7083, 8644. Hieraus wird klar, was es bedeutet, daß der Herr im Angesicht leuchtete wie die Sonne, daß nämlich Sein Inneres das Gute der göttlichen Liebe sei. Daß Seine Kleider wurden wie das Licht, bedeutet das von Ihm ausgehende göttlich Wahre; dieses erscheint auch wirklich im Himmel als Licht: Nr. 1521, 1619-1632, 3195, 3222, 3485, 3636, 3643, 4415, 5400, 8644. Matth.21/1,7,8: "Als Jesus nahe zu Jerusalem kam, brachten sie eine Eselin und ein Füllen, und legten ihre Kleider auf dieselben, und setzten Ihn darauf, aber sehr viele vom Volke breiteten ihre Kleider auf den Weg; andere aber hieben Zweige von den Bäumen, und breiteten sie auf den Weg": auf der Eselin und ihrem Füllen reiten, war das Vorbild des höchsten Richters und Königs, man sehe Nr. 2781, wie auch aus dem erhellt, was Matth.21/5: "Saget der Tochter Zions: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig, sitzend auf einer Eselin und auf einem Füllen, dem Sohn der Lasttragenden", sodann Mark.11/1-12; Luk.19/28-41; Joh.12/12-16; Sach.9/9,10, wo es vom Herrn heißt, Er reite auf einem Esel, und auf einem Füllen, dem Sohn der Eselin, und hier wird Er König genannt und beigefügt, daß Seine Herrschaft sein werde vom Meer bis zum Meer und vom Strom bis zu den Enden der Erde. Daß der höchste Richter auf einer Eselin ritt und seine Söhne auf jungen Eseln, sehe man Richt.5/9,10; 10/3,4; 12/14; und daß der König auf einer Mauleselin ritt, und die Söhne des Königs auf Maultieren: 1.Kön.1/33,38,44,45; 2.Sam.13/29. Daß die Jünger auf die Eselin und ihr Füllen ihre Kleider legten, bildete vor, daß die Wahrheiten in ihrem ganzen Inbegriff dem Herrn als dem höchsten Richter und König unterworfen seien, denn die Jünger bildeten die Kirche des Herrn in Ansehung des Wahren und Guten vor, man sehe Nr. 2129, 3488, 3858, 6397; und ihre Kleider die Wahrheiten selbst: Nr. 4545, 4763, 5319, 5954, 6914, 6917, 9093; ebenso, daß der Volkshaufe seine Kleider auf den Weg breitete, und auch Baumzweige. Sie breiteten sie aber auf den Weg auch deshalb, weil durch den Weg das Wahre bezeichnet wird, durch das der Mensch der Kirche geführt wird, man sehe Nr. 627, 2333, 3477; daß sie auch Baumzweige darüber breiteten, kam daher, weil die Bäume Wahrnehmungen und auch Gedanken des Wahren und Guten bedeuteten: Nr. 2682, 2722, 2972, 4552, 7692; daher bedeuten Zweige die Wahrheiten selbst. Daß es so geschah, hatte seinen Grund auch in dem üblichen Brauch, daß, wenn die höchsten Richter und Könige in ihrem feierlichen Aufzug ritten, alsdann die Vornehmsten des Volkes auf die Eselinnen und Maultiere ihre Kleider legten, und das eigentliche Volk seine Kleider auf den Weg breitete, oder anstatt derselben Baumzweige, denn das Richterliche bedeutet im Himmel das göttlich Wahre aus dem Guten, und das Königliche das göttlich Wahre: Nr. 1728, 2015, 2069, 3009, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. Luk.5/36: "Niemand setzt ein Stück von einem neuen Kleide auf ein altes Kleid, denn sonst reißt das neue, und zu dem alten paßt nicht ein Stück des neuen": der Herr bediente sich dieses Gleichnisses, um das Wahre der neuen Kirche und das Wahre der alten Kirche zu beschreiben, denn das Kleid bedeutet das Wahre, das eine an das andere annähen und anflicken, heißt, beides zerstören; denn das Wahre der neuen Kirche ist das innere Wahre, somit das Wahre für den inneren Menschen, aber das Wahre der alten Kirche ist das äußere Wahre, somit das Wahre für den äußeren Menschen. In diesem Wahren befand sich die jüdische Kirche, denn diese bildete durch äußere Dinge die inneren vor, aber die Kirche der jetzigen Zeit ist in den inneren Wahrheiten, die vorgebildet wurden, denn der Herr hat diese Wahrheiten geoffenbart. Daß diese zu den äußeren nicht so passen, daß sie beisammen sein könnten, wird durch jene Worte des Herrn bezeichnet. Auch hieraus erhellt, daß das Kleid das Wahre der Kirche bezeichnet. Joh.21/18: "Jesus sprach zu Petrus: Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, da du jung warst, gürtetest du deine Lenden, und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, so wirst du deine Hand ausstrecken, und ein anderer wird deine Lenden gürten, und dich führen, wohin du nicht willst": wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, kann nicht wissen, was dieses in sich schließt; daß es Geheimnisse sind, ist offenbar. Im inneren Sinn wird durch Petrus der Glaube der Kirche bezeichnet; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und 22. und Nr. 3750, 6000, 6073. Daher wird durch Petrus, als er jung war, der Glaube der Kirche bezeichnet, wie er in seinem Anfang ist, und durch Petrus als Greis der Glaube der Kirche, wie er an seinem Ende ist. Hieraus wird klar, was es bedeutet: "als du jung warst, gürtetest du deine Lenden, und wandeltest, wohin du wolltest", daß nämlich der Glaube der Kirche in seinem Anfang der Glaube das Wahren aus dem Guten sei, somit der Glaube der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und der Liebe zum Herrn, und daß alsdann der Mensch der Kirche aus Freiheit das Gute tue, weil aus dem Herrn, denn die Lenden bedeuten das Gute der Liebe: Nr. 3021, 3294, 4280, 4575, 5050-5062, weshalb die Lenden gürten soviel ist, als das Gute mit Wahrheiten bekleiden. Wandeln heißt leben: Nr. 519, 1794, 8417, 8420; wandeln wohin man will, heißt daher, in der Freiheit leben; denn diejenigen leben in der Freiheit oder handeln aus Freiheit, die im Glauben sind aus Liebe zum Herrn und Liebtätigkeit gegen den Nächsten, weil sie vom Herrn geführt werden: Nr. 892, 905, 2870-2893, 6325, 9096. "Wenn du alt wirst, so wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird deine Lenden gürten, und dich führen wohin du nicht willst" bedeutet, daß der Glaube der Kirche an ihrem Ende untergehen, und alsdann das Falsche des Bösen aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe an seine Stelle treten und ihn in knechtische Abhängigkeit bringen werde. Dieses Geheimnis ist es, das in diesen Worten des Herrn verborgen liegt, und nur aus ihrem inneren Sinn ersehen werden kann. Hieraus erhellt abermals, in welcher Weise der Herr geredet hat, nämlich so, daß im einzelnen ein innerer Sinn lag, und zwar zu dem Zweck, damit der Himmel mit der Welt verbunden wäre durch das Wort; denn ohne Wort gibt es keine Verbindung, d.h. ohne das geoffenbarte göttlich Wahre, und wenn keine Verbindung da ist, so geht das Menschengeschlecht zugrunde. 9213. "So sollst du, bis die Sonne untergeht, es ihm zurückgeben", 2. Mose 22/25, bedeutet, es solle wiedererstattet werden vor dem Zustand des Schattens aus Lustreizen äußerer Triebe (amorum). Dies erhellt aus der Bedeutung des Ein- oder Untergehens der Sonne, sofern es den Zustand des Schattens bezeichnet, der aus den Lustreizen äußerer Triebe hervorgeht. Damit verhält es sich in folgender Weise: Im Himmel gibt es Wechsel der Wärme in betreff dessen, was dem Guten der Liebe angehört, und des Lichtes in betreff dessen, was dem Wahren des Glaubens angehört, somit Wechsel der Liebe und des Glaubens. Auch in der Hölle gibt es Wechsel, die aber jenen entgegengesetzt sind, weil dort Liebe zum Bösen und Glaube des Falschen ist. Diese Wechsel entsprechen dem Wechsel der Jahreszeiten auf der Erde, welche sind Frühling, Sommer, Herbst und Winter, und dann wieder Frühling usw.; aber in der geistigen Welt sind anstatt der Jahreszeiten Zustände, denn es sind keine Wechsel der Wärme und des Lichtes, sondern der Liebe und des Glaubens. Man merke aber, daß diese Wechsel nicht gleich sind bei dem einen wie bei dem anderen, sondern sie sind bei einem jeden verschieden je nach dem Zustand seines Lebens, den er sich in der Welt verschafft hat. Der Untergang der Sonne im Himmel entspricht dem Zustand des Schattens in betreff der Wahrheiten des Glaubens, und dem Zustand der Kälte in betreff des Guten der Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten; denn dann kommen sie (die Engel) in die Lustreize der äußeren Triebe, die einen Schatten in betreff des Glaubens mit sich bringen. Wenn nämlich der Engel oder Geist im Äußeren ist, so ist er auch im Schatten; wenn er aber im Inneren ist, dann ist er in den Lustreizen und Seligkeiten himmlischer Triebe, und alsdann zugleich in den Wonnen des Glaubens oder im Licht des Wahren. Diese Zustände sind es, die den Frühlingszeiten und den Sommerzeiten auf der Erde entsprechen. Hieraus kann nun erkannt werden, woher es kommt, daß das Eingehen oder Untergehen der Sonne den Zustand des Schattens aus den Lustreizen äußerer Triebe bezeichnet. Über diese Wechsel sehe man auch, was Nr. 5097, 5672, 5962, 6110, 7083, 8426, 8615, 8644, 8812 gezeigt wurde. Aus dem oben Gesagten kann man sehen, was darunter verstanden wird, daß die durch Täuschungen aus Sinnlichem zerstörten wißtümlichen Wahrheiten wiedererstattet werden sollen vor dem Zustand des Schattens aus den Lustreizen äußerer Triebe, was bezeichnet wird durch: "wenn du das Kleid deines Genossen zum Pfande nimmst, so sollst du, bis die Sonne untergeht, es ihm wieder zurückgeben"; es wird nämlich verstanden, daß die durch Täuschungen abhanden gekommenen Wahrheiten wiedererstattet werden sollen, solange der Mensch noch im Lichte des Wahren ist, denn alsdann kann er sie wiedererlangen und auch das durch Täuschungen hereingekommene Falsche abtreiben; nicht aber, wenn er im Zustand des Schattens aus den Lustreizen äußerer Triebe ist, weil diese Lustreize jene (Wahrheiten) verwerfen, und der Schatten sie nicht aufnimmt, somit die Täuschungen hängenbleiben und angeeignet werden. Die äußeren oder dem äußeren Menschen angehörigen Lustreize sind aber von solcher Art, weil sie mit der Welt zusammenhängen, und auch von ihrer Wärme erregt und gleichsam lebendig gemacht werden. Anders die inwendigen oder dem inwendigen Menschen angehörigen Lustreize oder Wohlgefühle; diese hängen mit dem Himmel zusammen, und werden auch von seiner Wärme, welche die Liebe vom Herrn ist, erregt und lebendig gemacht. Dieses Recht oder dieses Gesetz wird anderwärts bei Mose so dargestellt: 5. Mose 24/6: "Du sollst nicht zum Pfand nehmen eine Mühle oder einen Mühlstein, denn die Seele nimmt ein solcher zum Pfande": durch Mühle wird solches bezeichnet, was dazu dient, sich Glauben und nachher Liebtätigkeit zu erwerben: Nr. 7780, und durch Seele das Leben des Glaubens aus der Liebtätigkeit: Nr. 9050. Hieraus erhellt, was es bedeutet: "nicht zum Pfand nehmen eine Mühle, denn die Seele nimmt ein solcher zum Pfand". 5. Mose 24/17: "Du sollst nicht beugen das Recht des Fremdlings und des Waisen, auch sollst du nicht zum Pfand nehmen das Kleid der Witwe": das Kleid der Witwe zum Pfand nehmen, heißt, die Wahrheiten, die nach dem Guten verlangen, auf irgendeine Weise wegnehmen, denn Kleid bedeutet das Wahre, wie Nr. 9212; und eine Witwe ist, die im Guten sich befindet und nach Wahrheiten verlangt, oder im abgezogenen Sinn das nach Wahrheiten verlangende Gute: Nr. 9198; denn wenn das Wahre weggenommen wird, geht das Gute mit seinem Verlangen zugrunde. 5. Mose 24/10-13: "Wenn du deinem Genossen etwas leihst, so sollst du nicht hineingehen in sein Haus, ein Pfand zu nehmen, (sondern) draußen sollst du stehen. Der Mann aber, dem du geliehen hast, soll das Pfand herausbringen. Ist dieser Mann dürftig, so sollst du nicht liegen auf seinem Pfande, du sollst ihm vielmehr das Pfand wiedergeben beim Untergang der Sonne, auf daß er in seinem Kleide liege, und dich segne, und es wird eine Gerechtigkeit sein vor deinem Gott": daß der Gläubiger draußen stehen und das Pfand zu ihm herausgebracht werden sollte, bezeichnet, in welcher Weise den mitgeteilten Wahrheiten geantwortet werden soll, denn durch leihen wird die Mitteilung des Wahren bezeichnet, und durch das Nehmen eines Pfandes die Antwort. Daß dieses bezeichnet wird, kann niemand wissen, außer durch solche Dinge, die im anderen Leben vorkommen, somit wenn er nicht weiß, was es heißt, hineingehen ins Haus, und was es bedeutet, draußen stehen, und so auch, was das Herausbringen bedeutet. Die, welche im anderen Leben in das Haus eines anderen hineingehen, und in einem Zimmer miteinander reden, teilen dadurch ihre Gedanken allen mit, die daselbst sich befinden, so daß sie gar nicht anders wissen, als daß sie selbst solches aus sich denken. Wenn sie aber draußen stehen, alsdann werden die Gedanken zwar vernommen, aber wie von einem anderen, und nicht wie von ihnen selbst. Dies geschieht alltäglich im anderen Leben, darum erscheinen die, welche einer Meinung und einer Ansicht sind, beisammen in einem Haus, und mehr noch, wenn in einem Zimmer des Hauses; und wenn dieselben nicht übereinstimmen, dann verschwinden sie aus den Augen derer, die nicht übereinstimmen. Solche Erscheinungen kommen überall und immer vor im anderen Leben. Der Grund ist, weil die Gleichheit der Gedanken verbindet und Gegenwart bewirkt; denn das Denken ist ein inwendiges Sehen, und es gibt dort keine örtlichen Entfernungen, wie in der Welt. Hieraus leuchtet ein, was es heißt, nicht ins Haus hineingehen, sondern draußen stehen und ein Pfand nehmen, daß es nämlich bedeutet, einen anderen nicht verpflichten oder ihn antreiben, seine Wahrheiten zu bestätigen, sondern ihn anhören und seine Antworten nehmen, wie sie an sich sind; denn wer den anderen verpflichtet und ihn antreibt, daß er seine Wahrheiten bestätigen soll, der macht, daß der andere nicht aus sich denkt oder redet, sondern aus ihm: und wenn jemand aus einem anderen denkt und redet, so werden die Wahrheiten, die bei ihm sind, verwirrt, und er wird doch nicht gebessert; ausgenommen bei einem solchen, der sie noch nicht weiß. Hieraus wird wiederum klar, daß im einzelnen des Wortes Dinge sind, die solchen entsprechen, die in der geistigen Welt sind. 9214. "Denn es ist seine Decke allein", 2. Mose 22/26, bedeutet, weil das Sinnliche die Unterlage des Inneren bildet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Decke oder des Kleides, sofern sie das Sinnliche bezeichnet, wovon Nr. 9212. Daß das Sinnliche die Unterlage des Inneren ist, weil das Letzte des Lebens des Menschen, sehe man ebenfalls daselbst. 9215. "Es ist sein Kleid für seine Haut", 2. Mose 22/26, bedeutet, daß es auch das Äußere bekleide. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kleides, sofern es das Sinnliche im allgemeinen bezeichnet, oder die sinnlichen Wahrnehmungen, wie oben, und aus der Bedeutung der Haut, sofern sie das Äußere bezeichnet, das auch das Innere bekleidet, aber doch innerhalb des Sinnlichen. Was die Haut ist, und welche (Geister) im anderen Leben der Haut entsprechen, sehe man Nr. 3540, 5552-5559, 8977, 8080. Das Natürliche des Menschen ist ein inneres, ein äußeres oder mittleres, und ein äußerstes. Das innere Natürliche hat Gemeinschaft mit dem Himmel, das mittlere oder äußere Natürliche hat einerseits Gemeinschaft mit dem inneren und durch dieses mit dem Himmel, und andererseits mit dem äußersten und durch dieses mit der Welt, man sehe Nr. 4009, 4570, 5118, 5126, 5497, 5649, 5707. Das äußerste Natürliche ist das Sinnliche, das hier durch das Kleid bezeichnet wird; dieses nimmt die Gegenstände der Welt auf, und dient dadurch dem inneren. Dieses allein wird Decke genannt, weil es das Letzte ist, somit das Gemeinsame für alles. Das äußere oder mittlere Natürliche ist es, was durch die Haut bezeichnet wird. Hieraus wird klar, daß durch "sein Kleid für seine Haut" bezeichnet wird, daß das Sinnliche auch das Äußere bekleide. Daß das Sinnliche das Letzte des Lebens des Menschen bezeichnet, somit die gemeinsame Decke, sehe man Nr. 4009, 5077, 5125, 5128, 5767, 5774, 6201. 6313, 7442, 7693. 9216. "Worin er schlafen soll", 2. Mose 22/26, bedeutet die Ruhe auf demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlafen, sofern es soviel ist als ruhen, hier auf dem äußeren Sinnlichen, das durch das Kleid bezeichnet wird: Nr. 9212, denn es wird gesagt, das Kleid, worin er schlafen soll. Wie es zu verstehen ist, daß das Innere seine Ruhe habe auf dem Sinnlichen, soll gesagt werden: Das Sinnliche ist das Letzte des Lebens des Menschen, wie oben gezeigt wurde. Was das Letzte ist, das enthält alles Inwendigere, und bildet das Allgemeine desselben, denn in diesem endigt es sich, und somit ruht es auf demselben; so z.B. die Haut, welche die letzte Decke des Leibes ist, in diese endigen sich die inneren Teile des Leibes, weil sie dieselben enthält, somit ruhen sie auf ihr. Ebenso im Leibe das Bauchfell, weil dieses die Eingeweide des Unterleibes enthält, so ruhen diese auch auf ihm und haben auch einen gemeinsamen Zusammenhang mit demselben; ebenso das Rippenfell in Beziehung auf die Eingeweide der Brusthöhle. In gleicher Weise verhält es sich mit allem, was dem eigentlichen Leben des Menschen angehört, z.B. mit dem, was sich auf seinen Verstand und auf seinen Willen bezieht; auch dieses stuft sich ordnungsmäßig ab vom Inneren zum Äußeren. Das Äußere bildet das Wißtümliche mit seinem Ansprechenden, und das Äußerste bildet das Sinnliche, das Gemeinschaft hat mit der Welt durch Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch und Gefühl; auf diesem ruht das Innere, denn in dieses läuft es aus. Das ist es, was im geistigen Sinn durch die Decke oder das Kleid, worin er schlafen soll, bezeichnet wird. Daß das Sinnliche das Kleid oder die Decke ist, kommt von den Entsprechungen her, denn wie Nr. 9212 gesagt wurde, die Geister und Engel erscheinen mit Kleidern angetan, den Wahrheiten ihres Glaubens gemäß. Mit glänzenden die, welche in Wahrheiten aus dem Guten sind, z.B. die Engel am Grabe des Herrn: Luk.24/4; Matth.28/3; und auch mit weißen Byssusgewändern, wie diejenigen, von denen in der Joh.Offenb.19/14 die Rede ist, und andere mit Kleidern von verschiedener Farbe. Außerdem ist zu merken, daß alles und jedes vom Ersten oder Innersten an allmählich zu seinem Letzten fortschreitet und hier ruht. Das Frühere oder Innere hängt auch mit dem Letzten in der aufeinanderfolgenden Ordnung zusammen. Wenn daher das Letzte sich losreißt, so verschwindet auch das Innere. Darum gibt es auch drei Himmel: der innerste oder dritte Himmel fließt in den mittleren oder zweiten Himmel ein, der mittlere oder zweite Himmel fließt in den ersten oder untersten Himmel ein, und dieser fließt wieder beim Menschen ein, daher ist das menschliche Geschlecht das Letzte in der Ordnung, in das der Himmel ausläuft und worin er ruht. Deshalb sorgt auch der Herr aus Seinem Göttlichen immer dafür, daß bei dem menschlichen Geschlecht eine Kirche sei, in der das göttlich Wahre geoffenbart ist, und dieses ist auf unserer Erde das Wort. Durch dieses findet ein stetiger Zusammenhang des menschlichen Geschlechts mit den Himmeln statt. Daher kommt es, daß die einzelnen Teile des Wortes einen inneren Sinn enthalten, der für den Himmel ist und so beschaffen, daß er die Gemüter der Engel mit den Gemütern der Menschen so innig verbindet, daß sie zusammenwirken. Hieraus wird wiederum klar, wie es sich mit dem Ruhen des Inneren auf dem Letzten verhält. 9217. "Wenn er zu Mir schreien wird", 2. Mose 22/26, bedeutet das Flehen zum Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schreien zu Jehovah, sofern es ein Flehen zum Herrn bezeichnet, wie Nr. 9202. 9218. "So werde Ich hören", 2. Mose 22/26, bedeutet die Hilfe; wie Nr. 9203. 9219. "Denn Ich bin barmherzig", 2. Mose 22/26, bedeutet, von Ihm komme alle Hilfe aus Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von barmherzig sein, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es heißt von Ihm komme alle Hilfe. Aus Barmherzigkeit (wird gesagt), weil alles, was vom Herrn kommt, aus Barmherzigkeit geschieht, denn das eigentlichste Sein des Herrn ist die göttliche Liebe, und die Liebe wird Barmherzigkeit genannt, wenn sie sich denen erweist, die sich im Elend befinden, somit in Beziehung auf das ganze menschliche Geschlecht, denn dieses ist in Elend und Not. Das Eigene desselben ist nämlich nichts als Böses: Nr. 210, 215, 874, 875, 876, 987, 1581, 3660, 5786, 8480. 9220. Vers 27-30: Gott sollst du nicht fluchen, und einen Fürsten unter deinem Volk sollst du nicht verwünschen. Die Erstlinge deines Getreides und die Erstlinge deines Weins sollst du nicht verzögern (zurückhalten); den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du Mir geben. Also sollst du tun mit deinem Ochsen und mit deiner Schafherde; sieben Tage soll es bei seiner Mutter sein, am achten Tage sollst du es Mir geben. Und Männer der Heiligkeit sollt ihr Mir sein, und Fleisch, das auf dem Felde zerrissen ist, sollt ihr nicht essen; dem Hunde sollt ihr es vorwerfen. "Gott sollst du nicht fluchen" bedeutet, man dürfe die göttlichen Wahrheiten nicht lästern; "und einen Fürsten unter deinem Volk sollst du nicht verwünschen" bedeutet, auch nicht die Lehre des Wahren; "die Erstlinge deines Getreides und die Erstlinge deines Weins sollst du nicht verzögern (zurückhalten)" bedeutet, weil alles Gute und Wahre des Glaubens vom Herrn ist, soll man es Ihm zueignen, nicht sich selber, "den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du Mir geben" bedeutet, alles dem Glauben Angehörige, das durch jenes vermittelt wird; "also sollst du tun mit deinem Ochsen und mit deiner Schafherde" bedeutet in betreff des äußeren und des inneren Guten; "sieben Tage soll es bei seiner Mutter sein" bedeutet seinen ersten Zustand bei den Wahrheiten; "am achten Tage sollst du es Mir geben" bedeutet den Anfang des folgenden Zustandes, wo man aus dem Guten lebt und alsdann beim Herrn ist; "und Männer der Heiligkeit sollt ihr Mir sein" bedeutet den Zustand des Lebens alsdann aus dem Guten; "und Fleisch, das auf dem Felde zerrissen ist, sollt ihr nicht essen" bedeutet das verfälschte Gute des Glaubens solle nicht damit verbunden werden; "dem Hunde sollt ihr es vorwerfen" bedeutet, es sei unrein. 9221. "Gott sollst du nicht fluchen", 2. Mose 22/27, bedeutet, man dürfe die göttlichen Wahrheiten nicht lästern. Dies erhellt aus der Bedeutung von fluchen, sofern es soviel ist als lästern; denn die, welche lästern, fluchen auch. Daß man die göttlichen Wahrheiten nicht lästern dürfe (wird gesagt), weil Gott im inneren Sinne das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist; wenn daher im Wort gehandelt wird vom Wahren, so wird der Herr Gott genannt, und wenn vom Guten, so wird Er Jehovah genannt: Nr. 2769, 2807, 2822, 3921, 4287, 4402, 7010, 7268, 8988, 9160; infolgedessen sind auch die Engel Wahrheiten, weil Aufnehmer des göttlich Wahren vom Herrn: Nr. 4295, 4402, 7268, 7873, 8301, 8867, 8192; desgleichen auch die Richter: Nr. 9160. 9222. "Und einen Fürsten unter deinem Volk sollst du nicht verwünschen", 2. Mose 22/27, bedeutet, auch die Lehre des Wahren dürfe man nicht lästern. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fürsten, sofern er die vornehmsten Wahrheiten der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 5044. Aus der Bedeutung des Volkes, sofern es die bezeichnet, die in den Wahrheiten der Lehre sind, wovon Nr. 1259, 1260, 2928, 3295, 3581, 7207; und aus der Bedeutung von verwünschen, sofern es soviel ist als lästern. Wie dieses zusammenhängt, erhellt aus dem inneren Sinn, durch "Gott nicht fluchen" wird nämlich bezeichnet, das göttlich Wahre nicht lästern, und durch "den Fürsten nicht verwünschen" wird bezeichnet, die Lehre des Wahren nicht lästern. Das göttlich Wahre ist das Wort, und die Lehre der Kirche ist das Wahre aus ihm. Mit wenigen Worten soll gesagt werden, wie es sich mit der Lästerung des göttlich Wahren verhält: Das göttlich Wahre ist das Wort, und auch die Lehre aus dem Wort. Die, welche dieses im Herzen leugnen, lästern es, obwohl sie es mit dem Munde loben und predigen. In der Leugnung liegt die Lästerung verborgen, die auch ausbricht, wenn sie sich selbst überlassen denken, hauptsächlich im anderen Leben, denn dort wird das Äußere abgetan und die Herzen reden. Die, welche das Wort lästern oder leugnen, können nichts Wahres und Gutes des Glaubens aufnehmen, denn das Wort lehrt, daß der Herr ist, daß ein Himmel und eine Hölle, daß ein Leben nach dem Tode ist, daß der Glaube und die Liebtätigkeit ist und anders mehr, wovon man ohne das Wort oder eine Offenbarung gar nichts wissen würde: Nr. 8944. Ebendarum können die, welche das Wort leugnen, nichts annehmen, was das Wort lehrt, denn wenn sie es lesen oder es hören, tritt die Leugnung entgegen, die das Wahre entweder auslöscht oder ins Falsche verkehrt. Deswegen ist das allererste beim Menschen der Kirche, daß er das Wort glaubt, und dieses Haupterfordernis hat der, welcher im Wahren des Glaubens und Guten der Liebtätigkeit ist. Bei denen aber, die im Bösen der Selbst- und Weltliebe sind, ist der Hauptgrundsatz (oder das Prinzip), das Wort nicht zu glauben, denn sie verwerfen es, sobald sie daran denken, und lästern es auch. Wenn der Mensch sehen würde, wie große und welch schreckliche Lästerungen gegen das Wort bei denjenigen sind, die sich im Bösen jener Triebe befinden, so würde ihm grauen. Solange der Mensch in der Welt ist, weiß er es selbst nicht, weil sie sich hinter den Vorstellungen des wirklichen Denkens verbergen, das sich in der Rede mit anderen Menschen kundgibt; dennoch aber werden sie im anderen Leben offenbar und erscheinen grauenhaft. Es gibt zweierlei Lästerungen: erstlich solche, die aus dem Verstande und nicht zugleich aus dem Willen hervorgehen, zweitens solche, die aus dem Willen hervorgehen durch den Verstand; diese Lästerungen sind es, die so grauenvoll sind, jene aber nicht. Die, welche aus dem Willen durch den Verstand hervorgehen, stammen aus dem Bösen des Lebens; die aber, welche bloß aus dem Verstand und nicht zugleich aus dem Willen hervorgehen, stammen aus dem Falschen der Lehre, oder aus den Täuschungen der äußeren Sinne, die den in der Unwissenheit befangenen Menschen betrügen. Dies wurde gesagt, auf daß man wisse, wie es sich mit der Lästerung des göttlich Wahren, d.h. des Wortes und der Lehre aus demselben verhält, die durch "Gott fluchen" und "den Fürsten des Volkes verwünschen" bezeichnet wird. 9223. "Die Erstlinge deines Getreides und die Erstlinge deines Weins sollst du nicht verzögern", 2. Mose 22/28, bedeutet, weil alles Gute und Wahre des Glaubens vom Herrn stammt, so soll man es Ihm zueignen, nicht sich selber. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erstlinge, sofern sie das bezeichnen, was an erster Stelle sein soll, somit von allem das Vornehmste, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung des Getreides, sofern es das Gute des Wahren des Glaubens bezeichnet, wovon Nr. 5295, 5410, 5959; und aus der Bedeutung des Weins, sofern er das Wahre des Guten, somit das Wahre des Guten des Glaubens bezeichnet, wovon Nr. 1798 und 6377; und aus der Bedeutung von nicht verzögern (oder zurückhalten), wenn es sich auf das Gute und Wahre des Glaubens bezieht, sofern es soviel ist, als zueignen aus Neigung; denn was nicht langsam, sondern eilend geschieht, das geschieht aus Neigung der Liebe: Nr. 7695, 7866, es bedeutet aber dem Herrn zueignen, weil die Erstlinge wie auch die Erstgeburten dem Jehovah, und von Jehovah dem Aharon und seinem Samen gegeben wurden. Unter Jehovah wird im Wort der Herr verstanden: Nr. 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6303, 6945, 6956, 8274, 8864. Wenn daher die Erstlinge des Getreides und des Weins das Gute und Wahre des Glaubens bedeuten, so wird verstanden, es solle dem Herrn zugeeignet werden, weil es von Ihm ist. Daß alles Denken und Wollen beim Menschen einfließt, und alles Gute und Wahre vom Herrn kommt, sehe man Nr. 2886, 2887, 2888, 3142, 3147, 4151, 4249, 5119, 5147, 5150, 5259, 5482, 5649, 5779, 5854, 5893, 6027, 6982, 6985, 6996, 7004, 7055, 7056, 7058, 7270, 7343, 8321, 8685, 8701, 8717, 8728, 8823, 8864, 9110, 9111; und das gleiche durch Erfahrung bestätigt: Nr. 6053-6058, 6189-6215, 6307-6327, 6466-6495, 6598-6626. Die Erstlinge, die dem Herrn dargebracht werden mußten, waren die Erstlinge der Ernte und die Erstlinge der Weinlese, dann auch die Erstlinge der Schafschur, wie auch die Erstlinge des Obstes. Die Erstlinge der Ernte waren geröstete und grüne Ähren, sodann eine Garbe, die geschwungen werden sollte, und hernach (Getreide) aus der Tenne, woraus Kuchen gemacht wurden. Die Erstlinge der Weinlese aber waren die Erstlinge des Weins, Mosts und Öls, und außer diesen waren es auch die Erstlinge der Schafschur, und auch die Erstlinge des Obstes, diese wurden in einem Korb dargebracht. Außerdem wurden auch alle Erstgeburten dem Herrn dargebracht. Von diesen wurden die Erstgeborenen der Menschen gelöst, sodann auch die Erstgeburten der Tiere, die nicht als Opfer dargebracht wurden, z.B. der Esel, Maultiere, Pferde und dergleichen. Die Erstlinge und die Erstgeburten wurden dem Jehovah dargebracht, und von Jehovah dem Aharon und seinem Samen gegeben, weil Aharon und seine Söhne, die das Amt des Hohenpriesters verwalteten, den Herrn vorbildeten. Durch die Erstlinge des Getreides und des Weins werden in diesem Vers alle Erstlinge der Ernte und der Weinlese verstanden, wovon gleich oben; denn in der Grundsprache wird gesagt, die Fülle (des Getreides) und die (Tränen des Weins); die Fülle bezeichnet die reiche und auch eingebrachte Ernte, und Tränen das, was herabträufelt. Was die Erstlinge insbesondere vorbildeten (denn alle den Söhnen Israels vom Herrn gebotenen Sitten und Bräuche bildeten das Innere der Kirche vor), kann aus den Gegenständen erhellen, von denen die Erstlinge gegeben wurden, wenn man sie im inneren Sinn betrachtet. Daß Getreide das Gute des Glaubens und Wein das Wahre des Glaubens bedeutet, sehe man in den oben angeführten Stellen. Daß die Erstlinge dem Jehovah gegeben werden sollten, bezeichnete, es solle der erste Grundsatz der Kirche sein, alles Gute und Wahre des Glaubens dem Herrn zuzueignen und nicht sich selbst; dem Herrn zueignen heißt, wissen, anerkennen und glauben, daß es vom Herrn ist, und nichts von (dem Menschen) selbst, denn wie oben gezeigt wurde, das Ganze des Glaubens ist vom Herrn. Die Erstlinge haben aber diese Bedeutung, weil sie Opfer und Gaben waren, welche die Danksagung für den Ertrag, und die Anerkennung der Segnungen von Jehovah, d.h. vom Herrn, ausdrückten, mithin die Anerkennung, daß alles von Ihm sei. Im inneren Sinn die Anerkennung des Guten und Wahren des Glaubens, das durch die Ernte, das Getreide, Öl, Most, Wein, Wolle und Früchte bezeichnet wird, von denen die Erstlinge gegeben wurden. Über diese Erstlinge sehe man 2. Mose 23/19; 34/26; 3. Mose 23/10,11,20; 4. Mose 15/19-21; 18/12,13; 5. Mose 18/4; 26/1-11. Das gleiche wird durch die Erstlinge bezeichnet bei Hes.20/40 und bei Micha 7/1,2. 9224. "Den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du Mir geben", 2. Mose 22/28, bedeutet, alles dem Glauben Angehörige, das durch jenes vermittelt wird, solle man dem Herrn zueignen, und nicht sich selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erstgeborenen der Söhne, sofern er alles bezeichnet, was dem Glauben der Kirche angehört, wovon Nr. 2435, 6344, 7035, 7039, 7778, 8042, und aus der Bedeutung von "Mir geben" sofern es heißt, dem Herrn zuerkennen; denn durch Jehovah wird im Wort der Herr verstanden. Alles dem Glauben Angehörige, das durch den Erstgeborenen der Söhne bezeichnet wird, ist das, was aus dem Guten der Liebtätigkeit hervorgeht, denn der Glaube hat aus diesem Guten sein Dasein. Die Wahrheiten, mögen sie aus dem Wort oder aus der Lehre der Kirche genommen werden, können nämlich durchaus nicht Eigentum des Glaubens werden, wenn kein Gutes da ist, dem sie eingepflanzt werden. Der Grund ist, weil der Verstand zuerst die Wahrheiten aufnimmt, indem er sie sieht und in den Willen einführt. Und wenn sie im Willen sind, dann sind sie im Menschen, denn der Wille ist der Mensch selbst. Deshalb befindet sich in großem Irrtum, wer da meint, der Glaube sei ein (wahrer) Glaube beim Menschen, ehe er (die Wahrheiten) will, und aus dem Wollen sie tut. Die Wahrheiten des Glaubens selbst haben auch wirklich vorher kein Leben. Alles, was dem Willen angehört, wird gut genannt, weil es geliebt wird, und so wird auch das Wahre zum Guten oder der Glaube zur Liebtätigkeit im Willen. Zwei Streitigkeiten sind es, welche die Kirche von den ersten Zeiten her angefochten haben, der eine Streit besteht darüber, ob der Glaube das Erstgeborene der Kirche sei oder ob die Liebtätigkeit; der andere darüber, ob der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube selig mache. Der Grund, warum jene Streitigkeiten entstanden, lag darin, daß die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sein sollen, vom Menschen wahrgenommen werden, nicht aber das Gute, das der Liebtätigkeit angehört, ehe der Mensch wiedergeboren ist. Denn die Wahrheiten des Glaubens kommen auf dem äußeren Wege herein, nämlich durch das Gehör, und lassen sich im Gedächtnis nieder, und erscheinen daher im Verstand. Das Gute der Liebtätigkeit aber fließt auf dem inneren Weg ein, nämlich durch den inwendigen Menschen, aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, und deswegen kommt es nicht zum Bewußtsein, ehe die Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten heißen, anfangen geliebt zu werden um eines guten Nutzzweckes und um des Lebens willen, was geschieht, wenn sie Sache des Willens werden. Daher nun kommt es, daß man behauptete, das Erstgeborene der Kirche sei der Glaube, und daß man diesem auch das Erstgeburtsrecht, d.h. das Recht des Vorrangs und der Überordnung über das Gute der Liebtätigkeit zuerkannte, während doch das Gute der Liebtätigkeit in Wirklichkeit das Frühere und Höhere ist, und das Wahre des Glaubens nur scheinbar; man sehe Nr. 3325, 3494, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 4925, 4926, 4928, 4930, 4977, 5351, 6256, 6269, 6272, 6273. Der Mensch war aber hierüber im Dunkeln, weil er nicht erkannt hatte, daß alles im Weltall sich auf das Wahre und auf das Gute bezieht, und sich auf beides beziehen muß, damit es etwas (Wirkliches) sei. Auch hatte er nicht erkannt, daß im Menschen zwei Vermögen sind, der Verstand und der Wille; und daß das Wahre sich auf den Verstand und das Gute sich auf den Willen bezieht, und daß, wenn nicht auf beides, es dem Menschen nicht angeeignet ist. Weil diese (Wahrheiten) im Dunkel waren und doch die Denkvorstellungen des Menschen sich auf dieselben gründen, darum konnte der Irrtum dem natürlichen Menschen nicht klar gemacht werden; während doch, wenn er einmal geoffenbart worden wäre, der Mensch wie am hellen Tage aus dem Wort, das der Herr selbst geredet hat, Unzähliges über das Gute der Liebtätigkeit gesehen hätte, (namentlich) daß dieses die Hauptsache der Kirche sei, und daß der Glaube nirgends anders als in diesem Guten wohne. Das Gute der Liebtätigkeit ist aber, Gutes tun aus dem Gutwollen. Er hätte dann auch die Irrtümer gesehen, welche die Lehre des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens mit sich bringt, z.B. daß der Mensch das Böse wollen und das Wahre glauben, und folglich das Wahre mit dem Bösen übereinstimmen könne; dann auch, daß der Glaube das Leben des Himmels machen könne bei einem Menschen, der ein höllisches Leben hat, folglich daß das eine Leben in das andere verwandelt werden könne, und daß somit die, welche in der Hölle sind, in den Himmel erhoben, und unter den Engeln ein dem früheren Leben entgegengesetztes Leben führen können; wobei sie nicht bedachten, daß ein Leben führen, das dem Leben, das der Mensch in der Welt sich angeeignet hatte, entgegengesetzt ist, nichts anderes wäre, als des Lebens beraubt werden; und daß die, welche es versuchen, denen gleichen, die im Todeskampfe sind, und unter schrecklichen Qualen ihr Leben endigen. Solche Irrtümer und noch gar viele andere bringt die Lehre des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens mit sich. 9225. "Also sollst du tun mit deinem Ochsen und mit deiner Schafherde", 2. Mose 22/29, bedeutet in betreff des äußeren und des inneren Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ochsen, sofern er das äußere Gute bezeichnet, und aus der Bedeutung der Herde, als des inneren Guten, wovon Nr. 5913, 8937, 9135. 9226. "Sieben Tage soll es bei seiner Mutter sein", 2. Mose 22/29, bedeutet seinen ersten Zustand bei den Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Tage, sofern sie den ersten Zustand derjenigen bezeichnen, die wiedergeboren werden, denn Tage bedeuten Zustände: Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672, 5962, 8426, 9213; und sieben bedeutet, vom Anfang bis zum Ende, somit das Volle: Nr. 728, 6508. Und aus der Bedeutung der Mutter, sofern sie die Kirche in Ansehung des Wahren ist, somit auch das Wahre der Kirche, wovon Nr. 289, 2691, 2717, 3703, 4257, 5581, 8897. Hieraus folgt, daß durch "sieben Tage soll es bei seiner Mutter sein" bezeichnet wird der erste Zustand, vollständig oder ganz vom Anfang bis zum Ende, solange man in den Wahrheiten ist. Wie es sich damit verhält, wird im folgenden Artikel gesagt werden. 9227. "Am achten Tage sollst du es Mir geben", 2. Mose 22/29, bedeutet den Anfang des folgenden Zustandes, wo man aus dem Guten lebt, weil man alsdann beim Herrn ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des achten Tages, sofern er den Anfang des folgenden Zustandes bezeichnet, wovon Nr. 2044, 4800; und aus der Bedeutung von "dem Jehovah geben", sofern es soviel ist, als der Herr, denn unter Jehovah wird der Herr verstanden: Nr. 1736, 2921, 3023, 3035, 5663, 6303, 6945, 6956, 8274, 8864. Es wird gesagt, "wenn man aus dem Guten lebt, weil man dann beim Herrn ist", weil im inneren Sinn von den zwei Zuständen des Menschen, der wiedergeboren wird, die Rede ist, und der erste Zustand (eingetreten) ist, wenn er durch die Wahrheiten des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit geführt wird; der zweite Zustand aber, wenn er in diesem Guten ist, weil er alsdann beim Herrn ist, darum wird dies durch "du sollst es Mir geben" bezeichnet. Daß beim Menschen zwei Zustände eintreten, wenn er wiedergeboren wird, der erste, wenn er durch das Glaubenswahre zum Guten der Liebtätigkeit hingeleitet wird, und der zweite, wenn er im Guten der Liebtätigkeit ist, sehe man Nr. 7923, 7992, 8505, 8506, 8510, 8512, 8516, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701; und daß der Mensch im Himmel ist, somit bei dem Herrn, wenn er im Guten der Liebtätigkeit ist: Nr. 8516, 8539, 8722, 8772, 9139. Mit wenigen Worten soll noch gesagt werden, wie es sich mit diesen zwei Zuständen beim Menschen, der wiedergeboren wird, verhält: Oben Nr. 9224 wurde gezeigt, daß die Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten genannt werden, auf dem äußeren Weg beim Menschen eindringen, und das Gute, das der Liebtätigkeit und der Liebe angehört, auf dem inneren Weg. Der äußere Weg geht durch das Gehör ins Gedächtnis, und vom Gedächtnis in seinen Verstand, denn der Verstand ist das innere Sehen des Menschen. Auf diesem Wege dringen die Wahrheiten ein, die Glaubenswahrheiten werden sollen, zu dem Zweck, damit sie in den Willen eingeführt und so dem Menschen angeeignet werden mögen. Das Gute, das vom Herrn auf dem inwendigen Weg einfließt, fließt in den Willen ein, denn der Wille ist das Innere des Menschen. Das Gute, das vom Herrn ist, kommt auf der Grenzscheide daselbst den Wahrheiten entgegen, die auf dem äußeren Weg hereingekommen sind, und durch die Verbindung (mit demselben) bewirkt es, daß die Wahrheiten zu Gutem werden, und in dem Maße, als dieses geschieht, wird die Ordnung umgekehrt, d.h. insoweit wird der Mensch nicht durch Wahrheiten geführt, sondern durch das Gute; mithin wird er insoweit vom Herrn geführt. Aus diesem kann erhellen, wie der Mensch aus der Welt erhoben wird in den Himmel, wenn er wiedergeboren wird, denn alles, was durch das Gehör eindringt, kommt aus der Welt herein, und was im Gedächtnis niedergelegt ist, und in diesem vor dem Verstand erscheint, das ist im Licht der Welt, welches das natürliche Licht genannt wird. Was aber durch den Willen hereinkommt, oder was Sache des Willens wird, ist im Licht des Himmels. Das Licht des Himmels ist das Wahre des Guten vom Herrn; wenn dieses von da ins Tun hinausgeht, kommt es wieder in das Licht der Welt; aber in diesem Licht erscheint es alsdann unter einer ganz anderen Gestalt: vorher war nämlich in allem inwendig die Welt, nachher aber ist in allem inwendig der Himmel. Hieraus wird auch klar, warum der Mensch nicht eher im Himmel ist, als wenn er die Wahrheiten deshalb tut, weil er sie will, somit aus der Regung der Liebtätigkeit. 9228. Daß sieben eine vollständige Periode vom Anfang bis zum Ende bezeichnet, somit das Volle, erhellt aus mehreren Stellen im Wort: Jes.30/26: "Es wird das Licht des Mondes sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird sein siebenfältig, wie das Licht von sieben Tagen, am Tage wo Jehovah verbinden wird den Bruch seines Volkes": hier ist die Rede von der Seligkeit der Gläubigen, und von ihrer Einsicht und Weisheit im Reich des Herrn. Der Mond ist der Glaube vom Herrn, somit der Glaube an den Herrn, und die Sonne ist die Liebe vom Herrn, somit die Liebe zum Herrn: Nr. 30-38, 1521, 1529, 1530, 1531, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, 4321, 4696, 5377, 7078, 7083, 7171, 8644. Das siebenfältige Licht der Sonne; sowie das Licht von sieben Tagen ist der volle Zustand der Einsicht und Weisheit aus der Liebe und dem Glauben an den Herrn. Hes.39/9,12: "Es werden ausgehen die Bewohner der Städte Israels, und anzünden und verbrennen die Waffen, den Schild und die Tartsche, samt dem Bogen und den Pfeilen, mit dem Stab in der Hand, und mit dem Speer. Sie werden damit anzünden ein Feuer sieben Jahre lang, so daß sie kein Holz vom Feld herzubringen, noch aus den Wäldern hauen, und werden reinigen das Land sieben Monate": hier ist die Rede von der Zerstörung des Falschen. Die Waffen, die aufgezählt werden, bedeuten das Falsche, womit die Bösen gegen die Wahrheiten der Kirche kämpfen. Ein Feuer damit anzünden sieben Jahre lang, bedeutet die völlige Zerstörung durch die Begierden der Selbst- und Weltliebe, so daß sie kein Holz vom Feld herzubringen, noch aus den Wäldern hauen, bedeutet, bis daß nichts Gutes übrigbleibt, weder im inwendigen Menschen, noch im äußeren. Das Land reinigen sieben Monate, bedeutet die völlige Wiederherstellung des Guten und Wahren in der Kirche. Die Waffen sind die Wahrheiten, die gegen das Falsche kämpfen, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, das gegen das Wahre kämpft. Bogen mit Pfeilen sind die Lehren des Wahren, und im entgegengesetzten Sinn die Lehren des Falschen. Der Stab in der Hand ist die Macht des Wahren, und im entgegengesetzten Sinn die Macht des Falschen. Anzünden und verbrennen heißt, durch die Begierden der Selbst- und Weltliebe verwüsten. Holz aus dem Feld bedeutet das innere Gute der Kirche, und aus den Wäldern das Wißtümliche des Guten und Wahren; und das Land ist die Kirche. Dies wurde in sehr vielen Stellen gezeigt, und ein jeder kann sehen, daß hier etwas anderes bezeichnet wird, als was im Buchstaben steht, z.B. daß sie die Waffen verbrennen, und ein Feuer sieben Jahre lang anzünden werden; ferner, kein Holz aus dem Feld herzubringen, noch aus den Wäldern hauen. Daß gleichwohl heilige und göttliche Dinge bezeichnet werden, weiß man, weil das Wort heilig und aus dem Göttlichen stammt; aber was für heilige und göttliche Dinge in jenen Worten enthalten sind, kann man gar nicht wissen, wenn man nicht weiß, was die Waffen, was die sieben Jahre, und die sieben Monate, was das Holz aus dem Feld und das Holz aus den Wäldern bedeutet. Hieraus wird klar, daß jene prophetischen Worte ohne Kenntnis des inneren Sinnes durchaus nicht begriffen werden. Ps.119/164: "Siebenmal des Tages lobe ich Dich ob den Rechten Deiner Gerechtigkeit". Ps.79/12: "Vergilt den Nachbarn siebenfältig in ihren Busen": siebenfältig heißt völlig. 3. Mose 26/18,21,24,28: "Das sie siebenfältig gestraft werden sollen, wenn sie die Gebote und Satzungen übertreten würden". Wer nicht weiß, daß sieben eine ganze Periode vom Anfang bis zum Ende, und daher das Volle bezeichnet, wird glauben, daß sieben Wochen, sieben Zeiten bedeuten. Dan.9/25: "Wisse und vernimm, vom Ausgang des Wortes bis zur Wiederherstellung und Erbauung Jerusalems, bis zum Messias, dem Fürsten, sind es sieben Wochen": aber sieben Wochen bis zum Messias, dem Fürsten, bezeichnen das, was in Beziehung auf den Herrn gesagt wird, daß Er kommen werde in der Fülle der Zeiten; somit bezeichnen sie eine ganze Periode. Hieraus wird klar, daß "die sieben Geister vor dem Thron Gottes": Joh.Offenb.1/4; das "mit sieben Siegeln versiegelte Buch": Joh.Offenb.5/1; und die "sieben Engel, welche die sieben Schalen haben, das die letzten sieben Plagen sind": Joh.Offenb.15/1,6,7; 21/9, nicht sieben Geister, nicht sieben Siegel, nicht sieben Engel, sieben Schalen und sieben Plagen sind, die bezeichnet werden, sondern daß sie alles bis zum Vollen bedeuten. Ebenso, daß "die Unfruchtbare wird sieben gebären": 1.Sam.2/5, nicht sieben bedeutet, sondern viel bis zum Vollen. Weil sieben solches bezeichnet, darum wurde verordnet, daß "der Priester sieben Tage mit Kleidern angetan werden sollte, wenn er eingeweiht wurde": 2. Mose 29/30; daß "seine Hände sieben Tage gefüllt werden sollten": 2. Mose 29/35; "der Altar sieben Tage geheiligt werden sollte": 2. Mose 29/37; daß "die, welche zum Priestertum eingeweiht wurden, sieben Tage nicht aus dem Zelt hinausgehen sollten": 3. Mose 8/33,34; ebenso: "der unreine Geist, der vom Menschen hinausgegangen ist, und mit sieben anderen zurückkommt": Matth.12/43-45; Luk.11/26. Ferner: daß, "wenn der Bruder siebenmal des Tages sündigt, und siebenmal sich bekehrt, ihm vergeben werden soll": Luk.17/4; daß das Herz Nebukadnezars entmenscht, und ihm ein tierisches Herz gegeben werden sollte, bis "sieben Zeiten vorübergegangen sein würden": Dan.4/12,22,29. Daher kam es auch, daß Hiobs Freunde "sieben Tage und sieben Nächte bei ihm auf der Erde saßen, und nichts zu ihm redeten": Hiob 2/13. Daß siebzig ebenfalls das Volle bedeutet, sehe man Nr. 6508; sodann auch die Woche: Nr. 2044, 3845. Hieraus kann nun erhellen, daß durch den achten Tag der Anfang des folgenden Zustands bezeichnet wird. 9229. "Und Männer der Heiligkeit sollt ihr Mir sein", 2. Mose 22/30, bedeutet den Zustand des Lebens, das alsdann aus dem Guten (hervorgeht). Dies erhellt aus der Bedeutung der Männer der Heiligkeit, sofern es die bezeichnet, die vom Herrn geführt werden; denn das vom Herrn ausgehende Göttliche ist das Heilige selbst: Nr. 6788, 7499, 8127, 8302, 8806; daher werden die, welche dasselbe im Glauben und auch in Liebe aufnehmen, heilig genannt. Wer glaubt, daß der Mensch aus einem anderen Grund heilig ist, und daß etwas anderes bei ihm heilig sei, als was vom Herrn ist, und aufgenommen wird, befindet sich in einem großen Irrtum, denn das, was dem Menschen angehört und sein Eigenes genannt wird, das ist böse. Daß das Eigene des Menschen lediglich nur böse ist, sehe man Nr. 210, 215, 694, 874, 875, 876, 987, 1047, 4328, 5660, 5786, 8480, 8944; und daß nur in dem Maß, als ein Mensch von seinem Eigenen abgehalten werden kann, der Herr gegenwärtig sein kann, daß ein Mensch also insoweit Heiligkeit hat: Nr. 1023, 1044, 1581, 2256, 2388, 2406, 2411, 8206, 8393, 8988, 9014. Daß der Herr allein der Heilige ist, und daß allein das heilig ist, was vom Herrn ausgeht, somit das, was der Mensch vom Herrn aufnimmt, erhellt aus dem Wort überall: Joh.17/19: "Ich heilige Mich selbst, daß auch sie geheiligt seien in der Wahrheit": Sich selbst heiligen heißt, Sich göttlich machen durch eigene Macht; daher heißen "in der Wahrheit geheiligt" die, welche das von Ihm ausgehende göttlich Wahre im Glauben und Leben aufnehmen. Deshalb hat auch der Herr nach der Auferstehung, als Er mit Seinen Jüngern redete "sie angehaucht und zu ihnen gesagt: "Empfanget den Heiligen Geist": Joh.20/22; das Anhauchen war das Vorbild der Belebung durch Glauben und Liebe, wie auch 1. Mose 2/7: "Jehovah hauchte in Seine Nase den Odem des Lebens, und es ward der Mensch zu einer lebenden Seele"; ebenso Ps.33/6; 104/29,30; Hiob 32/8; 33/4; Joh.3/8. Ebendarum wird auch vom Wort gesagt, es sei eingegeben (inspiratum), weil es vom Herrn ist, und diejenigen, die das Wort geschrieben haben, wurden Inspirierte (von Gott Begeisterte) genannt. Daß das Atmen, somit das Anhauchen dem Leben des Glaubens entspreche, sehe man Nr. 97, 1119, 1120, 3883-3896; daher ist (das Wort) Geist im Worte vom Wind hergeleitet, und das Heilige vom Herrn wird "der Wind Jehovahs" genannt: Nr. 8286; und daher ist der Heilige Geist das vom Herrn ausgehende Heilige: Nr. 3704, 4673, 5307, 6788, 6982, 6993, 8127, 8302, 9199. So wird auch Joh.1/33 gesagt, daß "der Herr mit dem Heiligen Geist taufe", und bei Luk.3/16: "daß Er mit dem Heiligen Geist und Feuer taufe": taufen bedeutet im inneren Sinn wiedergebären: Nr. 4255, 5120, 9088. Taufen mit dem Heiligen Geist (und Feuer) heißt wiedergebären durch das Gute der Liebe. Daß das Feuer das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 934, 4906, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324. Joh.Offenb.15/4: "Wer sollte Dich nicht fürchten, o Herr, und nicht verherrlichen Deinen Namen, denn Du bist allein heilig". So sagt der Engel in Beziehung auf den Herrn bei Luk.1/35: "Aus dir wird das Heilige geboren werden". Dan.4/10: "Sehend war ich in Gesichten meines Haupts auf meinem Lager, und siehe, ein Wächter und Heiliger kam vom Himmel herab": das Heilige und der Heilige steht hier für den Herrn. Weil der Herr allein der Heilige ist, darum wird Er der Heilige Israels, der Erlöser, der Heiland, der Wiedergebärer im Alten Testament genannt, wie Jes.1/4; 5/19,24; 10/20; 12/6, 17/7; 29/19; 30/11,12,15; 31/1; 37/23; 41/14,16,20; 43/3,14; 45/11; 47/4; 48/17; 49/7; 54/5; 55/5; 60/9,14; Jerem.50/29; 51/5; Hes.39/7; Ps.71/22; 78/41; 89/19. Und darum wird der Herr im Himmel und der Himmel selbst die "Wohnung der Heiligkeit" genannt: Jerem.31/23; Jes.63/15; Jerem.25/30, ferner "Heiligtum": Hes.11/16; 24/21, und auch "Berg der Heiligkeit": Ps.3/5; und darum hieß die Mitte des Zeltes, wo die Lade stand, in der das Gesetz war, "das Allerheiligste": 2. Mose 26/33,34; denn durch das Gesetz in der Lade inmitten des Zeltes wurde der Herr in Ansehung des Wortes vorgebildet. Das Gesetz bedeutet nämlich das Wort: Nr. 6752, 7463. Aus diesem kann erhellen, woher es kommt, daß die Engel heilig heißen: Matth.25/31; Mark.8/38; Luk.9/26; Ps.149/1; Dan.8/13; und auch die Propheten": Luk.1/70; wie auch die "Apostel": Joh.Offenb.18/20; nicht als ob sie heilig wären aus sich, sondern aus dem Herrn, Der allein heilig ist, und von Dem allein das Heilige (stammt); denn durch die Engel werden Wahrheiten bezeichnet, weil sie Aufnahmegefäße sind für das Wahre, das vom Herrn ausgeht: Nr. 1925, 4085, 4295, 4402, 7268, 7873, 8192, 8301. Durch die Propheten wird die Lehre des Wahren bezeichnet, das durch das Wort vom Herrn (mitgeteilt) wird: Nr. 2534, 7269; und durch die Apostel alles Wahre und Gute des Glaubens, das vom Herrn kommt, im Inbegriff: Nr. 3488, 3858, 6397. Die Heiligungen beim israelitischen und jüdischen Volk fanden statt, damit der Herr, Der allein heilig ist, vorgebildet wurde, und das Heilige, das von Ihm allein (ausgeht). Daher die Heiligung Aharons und seiner Söhne: 2. Mose 29/1-9; die Heiligung ihrer Kleider: 2. Mose 29/21; die Heiligung des Altares, damit er die Heiligkeit der Heiligkeiten (das Allerheiligste) sein sollte: 2. Mose 29/37; die Heiligung des Zeltes der Zusammenkunft, der Lade des Zeugnisses, des Tisches, aller Geräte, des Rauchaltars, des Brandopferaltars und seiner Geräte, und des Waschbeckens mit seinem Gestell: 2. Mose 30/26-31; 3. Mose 8/10,11,30. Daß der Herr das Heilige selbst ist, das vorgebildet wurde, erhellt aus den Worten des Herrn, im inneren Sinn betrachtet bei Matth.23/17-19: "Ihr Toren und Blinde, was ist größer: das Gold, oder der Tempel der das Gold heiligt? Und was ist größer, die Opfergabe oder der Altar der die Opfergabe heiligt?": durch den Tempel wurde der Herr selbst vorgebildet und auch durch den Altar, und durch das Gold wurde das Gute bezeichnet, das vom Herrn ist, und durch die Opfergabe oder das Opfer wurde bezeichnet, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört vom Herrn. Daß der Herr durch den Tempel vorgebildet wurde, sehe man Nr. 2777, 3720, und durch den Altar: Nr. 2777, 2811, 4489, 8935, 8940; daß durch das Gold das Gute vom Herrn vorgebildet wurde: Nr. 1551, 1552, 5658; und durch das Opfer der Gottesdienst aus Glauben und Liebtätigkeit, die vom Herrn: Nr. 922, 923, 2805, 2807, 2830, 6905, 8680, 8682, 8936. Aus diesem erhellt nun, woher es kommt, daß die Söhne Israels ein heiliges Volk genannt wurden: 5. Mose 26/16,19 und anderwärts. Hier aber Männer der Heiligkeit, nämlich deswegen, weil in allen Einzelheiten ihres Gottesdienstes das Göttliche des Herrn und himmlische und geistige Dinge Seines Reichs und Seiner Kirche vorgebildet wurden; deshalb hießen sie heilig im vorbildlichen Sinn. Sie selbst waren darum nicht heilig, weil sich die Vorbilder auf die heiligen Dinge bezogen, die vorgebildet wurden, aber nicht auf die Person, die vorbildete; man sehe Nr. 605, 1097, 1361, 3147, 3881, 4208, 4281, 4288, 4292, 4307, 4444, 4500, 6304, 7048, 7439, 8588, 8788, 8806. Daher kommt es auch, daß Jerusalem die heilige (Stadt) und Zion der Berg der Heiligkeit genannt wurde: Sach.8/3 und anderwärts; sodann bei Matth.27/52,53: "Und die Gräber wurden geöffnet, und viele Leiber der verstorbenen Heiligen wurden auferweckt, und gingen hervor aus ihren Gräbern nach der Auferstehung des Herrn, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen": Jerusalem wird hier die heilige Stadt genannt, während sie doch vielmehr eine unheilige war, weil der Herr damals in ihr gekreuzigt wurde, und darum wird sie Sodom und Ägypten genannt bei Joh.Offenb.11/8: "Ihre Leiber lagen auf der Gasse der großen Stadt, die genannt wird geistig Sodom und Ägypten, wo auch unser Herr gekreuzigt ist"; aber heilig wird sie deswegen genannt, weil sie das Reich des Herrn und der Kirche bezeichnen sollte: Nr. 402, 2117, 3654. Die Erscheinung der verstorbenen Heiligen daselbst, die einigen im Gesicht zuteil wurde, bezeichnete das Seligwerden der Angehörigen der geistigen Kirche und ihre Erhebung ins heilige Jerusalem, d.h. in den Himmel, während sie bis zu jener Zeit in der unteren Erde zurückgehalten wurden, worüber Nr. 6854, 6914, 7091, 7828, 7932_, 8049, 8054, 8159, 8321. 9230. "Und Fleisch, das auf dem Felde zerrissen ist, sollt ihr nicht essen", 2. Mose 22/30, bedeutet, das verfälschte Gute des Glaubens solle nicht damit verbunden werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fleisches, sofern es das Gute bezeichnet, wovon Nr. 7850, 9127; aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, somit das Gute der Kirche, wovon Nr. 2971, 3766, 7502, 7571, 9139, 9141; aus der Bedeutung von zerrissen, sofern es soviel ist als durch Falsches zerstört, somit auch verfälscht, wovon Nr. 5828; und aus der Bedeutung von essen, sofern es heißt aneignen und verbinden, wovon Nr. 2187, 3168, 3513, 3596, 4745, 5643, 8001. Hieraus erhellt, daß durch "Fleisch, das auf dem Felde zerrissen ist, sollt ihr nicht essen" bezeichnet wird: das Gute der Kirche, oder das Gute des Glaubens, das verfälscht worden, soll nicht angeeignet oder verbunden werden. Mit wenigen Worten soll hier gesagt werden, was das Gute des Glaubens ist, und was das Wahre des Glaubens. Gutes des Glaubens wird alles der Kirche Angehörige genannt, was sich auf das Leben und die Nutzanwendung dessen bezieht, was die Glaubenslehre der Kirche lehrt. Kurz was sich bezieht auf das Wollen und das Tun desselben aus Gehorsam; denn das Wahre des Glaubens der Kirche wird durch das Wollen und Tun desselben zum Guten. Wahres der Glaubens dagegen heißt alles das, was noch nicht die Nutzanwendung oder das Leben zum Zweck hat, mithin was man nur weiß und im Gedächtnis behält, und so mit dem Verstand begreift, und dadurch belehrt wird. Solange nämlich die Wahrheiten der Kirche nicht weiter gehen, sind sie nur Kenntnisse und Wißtümliches und im Vergleich mit dem Guten außerhalb des Menschen selbst. Das Gedächtnis und der Verstand des Menschen sind nämlich gleichsam die Vorhöfe, und der Wille gleichsam das Wohnzimmer; denn der Wille ist der eigentliche Mensch. Hieraus erhellt, was das Wahre des Glaubens und was das Gute des Glaubens ist. Aber das Gute, das der Mensch im ersten Zustand tut, wenn er wiedergeboren wird, wird das Gute des Glaubens genannt; hingegen das Gute, das der Mensch im zweiten Zustand tut, wenn er nämlich wiedergeboren ist, wird das Gute der Liebtätigkeit genannt. Wenn daher der Mensch das Gute tut aus dem Guten des Glaubens, so tut er es aus Gehorsam, wenn er aber das Gute tut aus dem Guten der Liebtätigkeit, dann tut er es aus Neigung. Über diese zwei Zustände im Menschen, der wiedergeboren wird, sehe man Nr. 7923, 7992, 8505, 8506, 8510, 8512, 8516, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701, 9224, 9227. 9231. "Dem Hunde sollt ihr es vorwerfen", 2. Mose 22/30, bedeutet, es sei unrein. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hunde, sofern sie die bezeichnen, die das Gute des Glaubens unrein machen durch Verfälschungen; denn alle Tiere im Wort bedeuten solche Triebe und Neigungen, die beim Menschen sind: sanfte und nützliche Tiere gute Triebe und Neigungen, wilde und unnütze Tiere aber böse Triebe und Neigungen. Der Grund, warum solches durch Tiere bezeichnet wird, ist, weil der äußere oder natürliche Mensch die gleichen Triebe und Neigungen und auch die gleichen Begierden und die gleichen Sinne hat, wie die Tiere; aber der Unterschied ist, daß der Mensch ein Inneres hat, welches der inwendige Mensch genannt wird. Dieser ist vom äußeren darin unterschieden, daß er das, was in diesem existiert, sehen, es regieren und bezähmen kann; wie er auch in den Himmel bis zum Herrn erhoben, und so mit Ihm verbunden werden kann durch das Denken und die Neigung, mithin durch Glauben und Liebe. Auch darin ist er vom äußeren unterschieden, daß er von ihm nach dem Tod getrennt wird, und hernach ewig lebt; dadurch unterscheidet sich der Mensch von den Tieren. Aber das sehen diejenigen nicht ein, die bloß natürliche und sinnliche Menschen sind, denn ihr inwendiger Mensch ist gegen den Himmel zu verschlossen; deshalb wissen sie zwischen dem Menschen und dem Tier keinen anderen Unterschied zu machen, als daß der Mensch reden kann, was die bloß sinnlichen Menschen auch nur gering anschlagen. Die Hunde bezeichnen aber diejenigen, die das Gute des Glaubens durch Verfälschungen unrein machen, weil die Hunde Unreines essen, und auch die Menschen anbellen und beißen. Daher kommt es auch, daß die Heiden, die außerhalb der Kirche in Falschem aus dem Bösen waren, von den Juden Hunde genannt, und für sehr gemein gehalten wurden. Daß sie Hunde genannt wurden, erhellt aus den Worten des Herrn zu dem griechischen syrophönizischen Weibe, deren Tochter von einem Dämon übel geplagt wurde: Matth.15/26,27; Mark.7/26,27: "Es ist nicht fein, daß man das Brot der Söhne nehme, und es den Hunden vorwerfe; sie aber sprach: ja, Herr, aber doch essen auch die Hunde von den Brosamen, die vom Tische ihrer Herren fallen": daß hier durch die Hunde diejenigen bezeichnet werden, die außerhalb der Kirche waren, und durch die Söhne die, welche innerhalb der Kirche, ist klar. Luk.16/19-21: "Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und Byssus, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden; es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Türe, mit Geschwüren behaftet, und wünschte sich zu sättigen mit den Brosamen, die vom Tische des Reichen fielen; es kamen jedoch die Hunde und leckten seine Geschwüre": durch den mit Purpur und Byssus bekleideten Reichen werden die bezeichnet, die innerhalb der Kirche sind; Purpur und Byssus, womit er bekleidet war, bedeuten die Erkenntnisse des Guten und Wahren aus dem Wort. Durch den Armen werden die bezeichnet, die außerhalb der Kirche sind, sodann die, welche innerhalb der Kirche, aber in wenig Gutem sind aus Unkenntnis des Wahren, und dennoch belehrt zu werden wünschen: Nr. 9209. Lazarus wurde er genannt wegen des Lazarus, der vom Herrn auferweckt wurde, von dem es heißt, der Herr habe ihn geliebt: Joh.11/1-3,36; und er sei Sein Freund gewesen: Joh.11/11; und er sei mit dem Herrn zu Tische gelegen: Joh.12/2. Daß er sich sättigen wollte von den Brosamen, die vom Tische des Reichen fielen, bezeichnete seinen Wunsch, einige Wahrheiten von denen zu erlernen, die innerhalb der Kirche Überfluß daran hatten. Die Hunde, die seine Geschwüre leckten, bedeuten die, welche außerhalb der Kirche im Guten sind, wiewohl es kein echtes Glaubensgutes ist. Die Geschwüre lecken heißt, sie heilen, so gut sie es können. Joh.Offenb.22/15: "Draußen sind die Hunde, die Zauberer und die Hurer": Hunde, Zauberer und Hurer für diejenigen, die das Gute und Wahre des Glaubens verfälschten, von denen gesagt wird, sie seien draußen, indem sie außerhalb des Himmels und der Kirche sind. Daß das verfälschte und dadurch unrein gewordene Gute durch Hunde bezeichnet wird, erhellt auch Matth.7/6: "Gebet das Heilige nicht den Hunden, werfet eure Perlen nicht vor die Schweine". 5. Mose 23/19: "Du sollst nicht hineinbringen den Lohn einer Hure und den Preis eines Hundes in das Haus Jehovahs für irgendein Gelübde, denn beides ist ein Greuel vor deinem Gott": Hurenlohn bedeutet die verfälschten Wahrheiten des Glaubens. Daß Hurerei die Verfälschung des Glaubenswahren bedeutet, sehe man Nr. 2466, 2729, 4865, 8904. Ps.22/17,21: "Umgeben haben mich Hunde, die Rotte der Bösewichte haben mich umringt, durchbohrend meine Hände und meine Füße; befreie vom Schwert meine Seele, und aus der Hand des Hundes meine einzige": Hunde hier für diejenigen, die das Gute des Glaubens zerstören, und die deswegen Rotte der Bösewichter genannt werden. Befreien vom Schwert die Seele, bedeutet, vom Falschen, welches das Wahre des Glaubens verwüstet. Daß das Schwert das Falsche ist, welches das Wahre des Glaubens verwüstet, sehe man Nr. 2799, 4499, 6353, 8294, und daß die Seele das Leben des Glaubens bedeutet: Nr. 9050. Hieraus erhellt auch, daß "aus der Hand des Hundes die einzige befreien" soviel ist als (die Seele) vom Falschen erretten, welches das Gute des Glaubens verwüstet. Daß "sie geschleift und gefressen werden sollen von den Hunden": 1.Kön.14/11; 16/4; 21/23,24; 2.Kön.9/10,36; Jerem.15/3 bedeutete, sie sollen durch Unreines zugrunde gehen. Daß sich (manche) mit toten Hunden verglichen: 1.Sam.24/15; 2.Sam.3/8; 9/8; 16/9; bezeichnete, daß man sie für die Allergeringsten halten müsse, die man verwerfen sollte. Was durch Hunde ferner bezeichnet wird, sehe man Nr. 7784.   Nr. 9232 - 9245 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 23. Kapitel 1. Du sollst nicht erheben (ausbringen) ein Gerücht der Nichtigkeit (d.i. falsches Gerücht); deine Hand sollst du nicht bieten dem Gottlosen, ein Zeuge der Gewalttat zu sein. 2. Du sollst nicht folgen der Menge zum Bösen, und sollst nicht antworten bei einer Streitsache, daß du dich der Menge nach neigst, das Recht zu verkehren. 3. Auch den Armen sollst du nicht begünstigen in seiner Streitsache. 4. Wenn du den Ochsen deines Feindes oder seinen Esel antriffst, so er umherirrt, so sollst du ihn demselben wieder zurückführen. 5. Wenn du den Esel deines Hassers liegen siehst unter seiner Last, und hast es versäumt, ihn zu entledigen, so sollst du ihn gleichwohl entledigen mit jenem (d.h. ihm beistehend). 6. Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Streitsache. 7. Vom Wort der Lüge sollst du dich fernhalten, und den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht töten; denn einen Gottlosen werde Ich nicht rechtfertigen (nicht ungestraft lassen). 8. Und Geschenk sollst du nicht annehmen; denn das Geschenk macht blind die, welche offene Augen haben, und verkehrt die Worte der Gerechten. 9. Und einen Fremdling sollst du nicht unterdrücken; dieweil ihr kennt die Seele des Fremdlings; denn ihr seid Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. 10. Und sechs Jahre sollst du dein Land besäen, und einsammeln seinen Ertrag. 11. Und im siebenten sollst du es ruhen und freilassen, und es sollen essen die Dürftigen deines Volkes, und ihr Übriggelassenes soll essen das Wild des Feldes; also sollst du (auch) tun mit deinem Weinberg, (und) deinem Ölgarten. 12. Sechs Tage sollst du deine Werke tun, aber am siebenten Tag sollst du feiern, auf daß dein Ochs und dein Esel ausruhe, und sich erquicke der Sohn deiner Magd und der Fremdling. 13. Und alles, was Ich zu euch gesagt habe, sollt ihr halten, und den Namen anderer Götter sollt ihr nicht erwähnen, und er soll nicht gehört werden von deinem Munde. 14. Dreimal sollst du Mir ein Fest feiern im Jahre. 15. Das Fest des Ungesäuerten sollst du halten; sieben Tage sollst du Ungesäuertes essen, wie Ich dir geboten habe, zur bestimmten Zeit des Monats Abib, denn in demselben bist du aus Ägypten gezogen; und man soll nicht leer erscheinen vor Meinem Angesichte. 16. Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Werke, die du gesät hast auf dem Felde, und das Fest der Einsammlung am Ausgang des Jahres, wenn du deine Werke eingesammelt hast vom Felde. 17. Dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Herrn Jehovah. 18. Du sollst nicht opfern über Gesäuertem das Blut Meines Opfers, und das Fett Meines Festes soll nicht über Nacht bleiben bis zum Morgen. 19. Das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes; du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter. 20. Siehe, Ich sende Meinen Engel vor dir her, dich zu behüten auf dem Wege, und dich zu bringen an den Ort, den Ich bereitet habe. 21. Hüte dich vor seinem Angesichte, und höre auf seine Stimme, erbittere Ihn nicht; denn er wird eure Übertretungen nicht tragen (vergeben), denn Mein Name ist in seiner Mitte. 22. Wenn du aber hören wirst auf seine Stimme, und tun alles, was Ich reden werde, so werde Ich ein Feind sein deinen Feinden, und ein Widersacher deinen Widersachern. 23. Wenn Mein Engel vor dir hergehen und dich bringen wird zu den Amoritern und Hetitern, und Pheresitern, und Kanaanitern, Hevitern und Jebusitern, und Ich sie ausrotten werde, 24. So sollst du nicht anbeten ihre Götter, und ihnen nicht dienen, und nicht tun nach ihren Werken, sondern du sollst sie zerstören, und ihre Bildsäulen zerbrechen. 25. Und Jehovah, eurem Gotte, sollt ihr dienen: so wird Er segnen dein Brot und dein Wasser, und Ich werde entfernen (alle) Krankheit aus deiner Mitte. 26. Keine Fehlgebärende noch Unfruchtbare soll in deinem Lande sein, die Zahl deiner Tage werde Ich voll machen. 27. Meinen Schrecken werde Ich vor dir hersenden, und verwirren alles Volk, zu dem du kommen wirst, und allen deinen Feinden will Ich den Nacken wenden lassen vor dir. 28. Und Ich werde Hornissen vor dir hersenden, daß sie vertreiben vor dir die Heviter, die Kanaaniter und die Hetiter. 29. Ich will sie nicht vor dir vertreiben in einem Jahr, auf daß das Land nicht verödet werde und sich wider dich mehre das Wild des Feldes. 30. Nach und nach will Ich sie vertreiben vor dir, bis du fruchtbar wirst und das Land besitzest. 31. Und Ich will deine Grenze setzen vom Meere Suph bis zum Meere der Philister, und von der Wüste bis zum Strom; denn Ich will in eure Hand geben die Einwohner des Landes, und sie austreiben vor dir. 32. Du sollst mit ihnen und ihren Göttern keinen Bund schließen. 33. Sie sollen nicht wohnen in deinem Lande, daß sie dich nicht sündigen machen an Mir; denn wenn du ihren Göttern dienen wirst, so wird es dir zum Fallstrick sein.   Inhalt 9246. In diesem Kapitel ist im inneren Sinn die Rede davon, daß man das Falsche der Lehre und das Böse des Lebens meiden soll; und daß alsdann das Wahre der Lehre und das Gute des Lebens eingepflanzt, und dadurch der Mensch der Kirche vom Herrn wiedergeboren werde.   Innerer Sinn 9247. Vers 1-3: "Du sollst nicht erheben (ausbringen) ein Gerücht der Nichtigkeit (d.i. falsches Gerücht); deine Hand sollst du nicht bieten dem Gottlosen, ein Zeuge der Gewalttat zu sein. Du sollst nicht folgen der Menge zum Bösen, und sollst nicht antworten bei einer Streitsache, daß du dich der Menge nach neigst, das Recht zu verkehren. Auch den Armen sollst du nicht begünstigen in seiner Streitsache. "Du sollst nicht erheben (ausbringen) ein Gerücht der Nichtigkeit" bedeutet die Nichtbeachtung der Falschheiten; "deine Hand sollst du nicht bieten dem Gottlosen" bedeutet die Nichtbefolgung der Bosheiten; "ein Zeuge der Gewalttat zu sein" bedeutet das Nichtbestätigen solcher Dinge, die gegen das Gute der Liebtätigkeit sind; "du sollst nicht folgen der Menge zum Bösen" bedeutet das Nichtgesellen zu solchem; "und sollst nicht antworten bei einer Streitsache, daß du dich der Menge nach neigst, das Recht zu verkehren" bedeutet das Nichtgesellen zu denen, die Gutes und Wahres in Böses und Falsches umwandeln, und umgekehrt; "auch den Armen sollst du nicht begünstigen in seiner Streitsache" bedeutet, man solle dem Falschen keinen Vorschub leisten, in dem die sind, die in der Unkenntnis des Wahren. 9248. "Du sollst nicht erheben (ausbringen) ein Gerücht der Nichtigkeit", 2. Mose 23/1, bedeutet die Nichtbeachtung der Falschheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "erheben ein Gerücht", sofern es heißt hören und tun, somit beachten (auscuttare); denn Gerücht wird in der Grundsprache ausgedrückt durch ein Wort, welches das Hören bezeichnet. Und aus der Bedeutung der Nichtigkeit, sofern sie die Falschheit bezeichnet, und zwar die Falschheit der Lehre und der Religion, wie aus den folgenden Stellen erhellen kann: Hes.12/24: "Es soll kein Gesicht der Nichtigkeit mehr sein, noch schmeichlerische Wahrsagerei inmitten des Hauses Israel": Gesicht der Nichtigkeit bedeutet eine falsche Offenbarung. Hes.13/6-9: "Sie haben Nichtigkeit geschaut, und Wahrsagerei der Lüge; darum weil ihr Nichtigkeit redet, und Lüge schauet; siehe, so bin Ich wider euch, auf daß Meine Hand sei gegen die Propheten, die Nichtigkeit schauen, und Lüge wahrsagen": die Propheten, von denen hier gesagt wird, daß sie Nichtigkeit schauen und Lüge wahrsagen, bedeuten die Lehrer, und im abgezogenen Sinn die Lehre: Nr. 2534, 7269; und von den Propheten wird gesagt, daß sie schauen, deshalb wurden sie auch in alten Zeiten Seher genannt: 1.Sam.9/9; und auch, daß sie wahrsagen; durch schauen oder durch das Gesicht wird, wenn von Propheten die Rede ist, im inneren Sinn eine Offenbarung bezeichnet, die sich auf die Lehre bezieht, und durch wahrsagen oder durch Wahrsagung eine Offenbarung, die sich auf das Leben bezieht. Und weil Nichtigkeit das Falsche der Lehre bedeutet und Lüge das Falsche des Lebens, darum wird gesagt: "sie haben Nichtigkeit geschaut und Wahrsagerei der Lüge". Hes.21/34: "In deinem Schauen ist Nichtigkeit, in deinem Wahrsagen Lüge". Sach.10/2: "Die Theraphim reden Bosheit, und die Wahrsager schauen Lüge, und reden Träume der Nichtigkeit". Jerem.Klagel.2/14: "Die Propheten haben Nichtigkeit geschaut". Daß Nichtigkeit das Falsche der Lehre und Religion bedeutet, erhellt auch bei Hos.12/12: "Nichtigkeit sind sie geworden, in Gilgal opfern sie Rinder". Jerem.18/15: "Sie haben Mein vergessen, Mein Volk, der Nichtigkeit haben sie geräuchert". Ebenso: Jes.5/18; 30/28; 59/4; Ps.12/3; 119/37,38; 144/7,9. 9249. "Deine Hand sollst du nicht bieten dem Gottlosen", 2. Mose 23/1, bedeutet die Nichtbefolgung der Bosheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand bieten", sofern es den Gehorsam bezeichnet; denn durch Hand wird die Macht bezeichnet: Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 6292, 7188, 7189, 7518, 7673, 8153, 8281; und sofern es heißt, was bei ihm steht, also soweit er selbst vermag: Nr. 9133; daher ist einem die Hand bieten soviel als zusammenwirken mit jemand, und wenn es infolge der Bosheit geschieht, die durch den Gottlosen bezeichnet wird, so heißt es befolgen, denn die Bosheit beredet und führt. Und aus der Bedeutung des Gottlosen, sofern er einen Boshaften bezeichnet, und im abgezogenen Sinn die Bosheit. Im abgezogenen Sinn wird gesagt, weil die Engel, die im inneren Sinn des Wortes sind, d.h., die das Wort geistig innewerden, ohne Rücksicht auf die Person denken und reden: Nr. 4380, 8343, 8985, 9007; bei ihnen verwandelt sich die Vorstellung der Person in die Vorstellung der Sache: Nr. 5225, 5287, 5434. 9250. "Ein Zeuge der Gewalttat zu sein", 2. Mose 23/1, bedeutet das Nichtbestätigen solcher Dinge, die gegen das Gute der Liebtätigkeit sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeugen, sofern er eine Bestätigung bezeichnet, wovon Nr. 4197, 8908, und aus der Bedeutung der Gewalttat, sofern sie die Zerstörung des Guten der Liebtätigkeit bezeichnet, wovon Nr. 6353; somit bedeutet Zeuge der Gewalttat eine Bestätigung gegen das Gute der Liebtätigkeit. 9251. "Du sollst nicht folgen der Menge zum Bösen", 2. Mose 23/2, bedeutet das Nichtgesellen zu solchem, nämlich zu dem, was oben erwähnt wurde, d.h. zur Beachtung der Falschheiten, zur Befolgung der Bosheiten und zur Bestätigung solcher Dinge, die gegen das Gute der Liebtätigkeit sind. Dieses ist das Böse, das gemeint wird. Durch "folgen der Menge" wird bezeichnet, zusammen sein mit der Menge, somit sich zu ihr gesellen, denn in der Grundsprache heißt es, einem nachgehen und nachwandeln, und bedeutet, mit jemand zusammen sein und ihm folgen, somit auch sich zu jemand gesellen, wie Jerem.7/9; 11/10; 1.Sam.17/13; 1.Kön.14/8; 5. Mose 4/3; 8/19 und anderwärts. 9252. "Und sollst nicht antworten bei einer Streitsache, daß du dich der Menge nach neigst, das Recht zu verkehren", 2. Mose 23/2, bedeutet das Nichtgesellen zu denen, die Gutes und Wahres in Böses und Falsches umwandeln, und umgekehrt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "antworten bei einer Streitsache", sofern es heißt, in Beziehung auf das Gerechte und Billige, und auf das Gute und Wahre, über das gestritten wird, wovon Nr. 9024; denn antworten heißt, seine Meinung sagen und urteilen. Aus der Bedeutung von "sich neigen der Menge nach", sofern es eine Übereinstimmung und dadurch Zusammengesellung mit der Menge bezeichnet; und aus der Bedeutung von verkehren, sofern es heißt, das Wahre in Falsches und das Gute in Böses umwandeln und umgekehrt. 9253. "Auch den Armen sollst du nicht begünstigen in seiner Streitsache", 2. Mose 23/3, bedeutet, man solle dem Falschen keinen Vorschub leisten, in dem die sind, die sich in der Unkenntnis des Wahren befinden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Armen, sofern durch denselben diejenigen bezeichnet werden, die nur wenige Wahrheiten haben, und auch im Falschen aus Unwissenheit sind. Unter diesen wollen aber diejenigen, die im Guten sind, in den Wahrheiten unterrichtet werden; hingegen die, welche im Bösen sind, wollen nicht belehrt werden, denn bei denen, die im Guten sind, kann das Falsche zum Wahren hingelenkt und zuletzt zerstreut werden; aber bei denen, die im Bösen sind, kann das Falsche nicht zum Wahren gelenkt, somit auch nicht zerstreut werden. Von diesen Armen wird gesagt, daß man sie nicht begünstigen soll in ihrer Streitsache, d.h., man soll ihrem Falschen keinen Vorschub leisten; denn durch begünstigen wird bezeichnet, Vorschub leisten, und durch Streitsache der Streit des Wahren gegen das Falsche, und des Falschen gegen das Wahre. Daß unter den Armen die verstanden werden, die nur wenige Wahrheiten haben, und im Falschen aus Unwissenheit sind, sehe man Nr. 9209; und daß das Falsche bei denen, die im Guten sind, sanft und biegsam, bei denen aber, die im Bösen, rauh und unbeugsam sei: Nr. 4736, 6359, 8051, 8149, 8296, 8311, 8318. 9254. Vers 4-9: Wenn du den Ochsen deines Feindes oder seinen Esel antriffst, so er umherirrt, so sollst du ihn demselben wieder zurückführen. Wenn du den Esel deines Hassers liegen siehst unter seiner Last, und hast es versäumt, ihn zu entledigen, so sollst du ihn gleichwohl entledigen mit jenem (d.h. ihm beistehend). Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Streitsache. Vom Wort der Lüge sollst du dich fernhalten, und den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht töten; denn einen Gottlosen werde Ich nicht rechtfertigen (nicht ungestraft lassen). Und Geschenk sollst du nicht annehmen; denn das Geschenk macht blind die, welche offene Augen haben, und verkehrt die Worte der Gerechten. Und einen Fremdling sollst du nicht unterdrücken; dieweil ihr kennt die Seele des Fremdlings; denn ihr seid Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. "Wenn du den Ochsen deines Feindes oder seinen Esel antriffst, so er umherirrt" bedeutet das nicht echte Gute und das nicht echte Wahre bei denen, die außerhalb der Kirche sind; "so sollst du ihn demselben wieder zurückführen" bedeutet die Belehrung und Besserung; "wenn du den Esel deines Hassers liegen siehst unter seiner Last" bedeutet das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmende Falsche, durch das sie zugrunde gehen würden; "und hast es versäumt ihn zu entledigen" bedeutet die Nichtaufnahme des Wahren; "so sollst du ihn gleichwohl entledigen mit jenem" bedeutet, man solle sie dennoch ermahnen und zu bessern suchen; "du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Streitsache" bedeutet die Nichtzerstörung des wenigen Wahren bei denen, die in Unwissenheit sind; "vom Wort der Lüge sollst du dich fernhalten" bedeutet den Abscheu vor dem Falschen aus dem Bösen; "und den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht töten" bedeutet den Abscheu vor der Zerstörung des inneren und äußeren Guten; "denn einen Gottlosen werde Ich nicht rechtfertigen" bedeutet, eine solche Bosheit sei gegen die göttliche Gerechtigkeit; "und Geschenk sollst du nicht annehmen" bedeutet den Abscheu vor jeder Gewinnsucht; "denn das Geschenk macht blind die, welche offene Augen haben" bedeutet das Streben nach Gewinn mache, daß das Wahre nicht erscheine; "und verkehrt die Worte der Gerechten" bedeutet, (es bewirke,) daß jenes Streben als Wahres des Guten (erscheine); "und einen Fremdling sollst du nicht unterdrücken" bedeutet, daß die, welche in den Wahrheiten der Kirche belehrt zu werden wünschen, nicht angefochten werden sollen durch das Böse des Lebens; "dieweil ihr kennt die Seele des Fremdlings" bedeutet ihr Verlangen und ihr Leben; "denn ihr seid Fremdlinge gewesen in Ägyptenland" bedeutet, sie seien vor dem Falschen und Bösen beschirmt worden, als sie von Höllengeistern angefochten wurden. 9255. "Wenn du den Ochsen deines Feindes oder seinen Esel antriffst, so er umherirrt", 2. Mose 23/4, bedeutet das nicht echte Gute und das nicht echte Wahre bei denen, die außerhalb der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feindes, sofern er die bezeichnet, die außerhalb der Kirche sind, von denen weiter unten; aus der Bedeutung des Ochsen, sofern er das Gute des äußeren Menschen bezeichnet, und aus der Bedeutung des Esels, sofern er das Wahre des äußeren Menschen bezeichnet, wovon Nr. 2781, 9135, aber hier das nicht echte Gute und Wahre, wie es sich bei denen befindet, die außerhalb der Kirche sind, und durch den Feind bezeichnet werden. Daß die, welche außerhalb der Kirche sind, unter dem Feind verstanden werden, hat den Grund, weil sie in Beziehung auf das Gute und Wahre des Glaubens anderer Meinung sind; denn sie haben das Wort nicht, und darum wissen sie nichts vom Herrn und vom Glauben und von der christlichen Liebtätigkeit, die allein vom Herrn (stammen). Daher kommt es, daß das Wahre ihres Glaubens nicht echt ist, und auch nicht das Gute ihrer Liebtätigkeit. Deshalb leben sie auch im anderen Leben nicht zusammen mit den Angehörigen der Kirche, sondern getrennt von ihnen. Im anderen Leben gesellen sich nämlich alle zusammen gemäß dem Guten und dem daraus stammenden Wahren, denn dieses bewirkt geistiges Leben und Verbindung. Gleichwohl halten die, welche im Himmel sind, die, welche außerhalb der Kirche stehen, nicht für Feinde, sondern belehren sie und führen sie zum christlichen Guten, und dieses nehmen auch diejenigen an, die in Untertänigkeit, Gehorsam und in einer Art von gegenseitiger Liebtätigkeit unter sich nach ihrer Religion in der Welt gelebt haben. Im Buchstabensinn aber werden sie Feinde genannt, wegen der geistigen Meinungsverschiedenheit, die, wie gesagt, in Beziehung auf das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit stattfindet. Man sehe, was aus Erfahrung über den Zustand und das Los der Völkerschaften außerhalb der Kirche im anderen Leben Nr. 2589-2604, 2861, 2863, 4190, 4197 gezeigt wurde. Daß man ebendieselben für Freunde halten, belehren und bessern soll, wird im inneren Sinn verstanden unter den Worten: "Du sollst denselben zurückführen", worüber im Folgenden. Nun ist noch beizufügen, daß durch die Tiere verschiedener Gattung im Worte Triebe und Neigungen bezeichnet werden, wie sie der Mensch mit den Tieren gemein hat, und im geistigen Sinne Neigungen zum inneren und äußeren Guten und Wahren; man sehe Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 776, 2179, 2180, 2781, 3218, 3519, 5198, 9090; und daß darum die Tiere bei den Opfern verwendet wurden ihrer Bedeutung gemäß: Nr. 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519. Daher kommt es, daß durch dieses sittliche Gesetz über die Zurückführung der irrenden Ochsen und Esel im geistigen Sinn solche Dinge bezeichnet werden, die der Kirche angehören, und somit sich auf die gegenseitige Liebe oder Liebtätigkeit gegen diejenigen beziehen, die von den Wahrheiten der Kirche abweichen. 9256. "So sollst du ihn demselben wieder zurückführen", 2. Mose 23/4, bedeutet die Belehrung und Besserung. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückführen, wenn es sich auf diejenigen bezieht, die außerhalb der Kirche im nicht echten Guten und Wahren sind, sofern es soviel ist als belehren und bessern; denn dadurch werden sie zurückgeführt. Daß man denen wohl tun soll, die außerhalb der Kirche sind, wird auch verstanden unter dem Worte des Herrn bei Matth.5/43-47: "Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben; Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen; denn wenn ihr liebet, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßet, was tut ihr Sonderliches?" Auch hier werden durch Feinde und Hassende im geistigen Sinn die verstanden, die anderer Meinung sind in Beziehung auf Gutes und Wahres des Glaubens; im allgemeinen die, welche außerhalb der Kirche sind, weil die jüdische Völkerschaft diese als Feinde betrachtete, die man dem Untergang weihen und ungestraft töten dürfe. Daß diese im geistigen Sinn durch Feinde verstanden werde, ist klar, weil gesagt wird: "Wenn ihr nur eure Brüder grüßet, was tut ihr Sonderliches?" Denn Brüder wurden alle genannt, die von Jakob abstammten, somit die, welche innerhalb der Kirche waren. Was ferner diejenigen betrifft, die außerhalb der Kirche sind und Heiden genannt werden, so sind sie zwar im Falschen der Lehre, aber aus Unwissenheit, weil sie das Wort nicht haben. Gleichwohl aber bekommen sie, wenn sie unterrichtet sind, ein klareres Innewerden, und daher ein inwendigeres Gefühl vom himmlischen Leben, als die Christen. Der Grund ist, weil sie sich nicht gegen die Wahrheiten des Glaubens bestärkt haben, wie sehr viele Christen. Deshalb ist ihr inwendiger Mensch nicht verschlossen, sondern, wie bei den Kindern, leicht zu öffnen und empfänglich fürs Wahre. Denn die, welche sich gegen das Wahre und Gute des Glaubens bestärkt haben (wie alle tun, die ein böses Leben führen), verschließen bei sich den inwendigen Mensch nach oben und öffnen ihn nach unten; daher blickt ihr inwendiger Mensch nur auf das, was unten ist, d.h. auf den äußeren oder natürlichen Menschen, und durch diesen auf das, was in der Welt ist, und auf das, was ihren Leib umgibt und auf der Erde ist; und wenn dies der Fall ist, dann blicken sie abwärts, d.h. zur Hölle hin. Bei solchen kann der inwendige Mensch nicht nach dem Himmel zu geöffnet werden, wenn nicht die Verneinungen des Wahren und die Bejahungen des Falschen, die ihn verschlossen haben, entfernt werden, und diese müssen noch in der Welt entfernt und zerstreut werden; das kann aber nur geschehen durch eine gänzliche Umwandlung des Lebens, somit im Verlauf mehrerer Jahre. Denn das Falsche ordnet sich reihenweise zusammen und bildet unter sich ein zusammenhängendes System, und gestaltet das eigentliche natürliche Gemüt und seine Anschauung in Beziehung auf das, was der Kirche und dem Himmel angehört. Daher kommt es, daß alles, was sich auf Glauben und Liebtätigkeit, d.h. auf die Lehre der Kirche oder auf das Wort bezieht, im allgemeinen alles Himmlische und Göttliche, für sie Finsternis ist, und umgekehrt das Weltliche und Irdische ihnen als Licht erscheint. Hieraus erhellt, daß bei solchen ein Zerstören des Falschen soviel ist, als das Leben selbst zerstören, und daß, wenn sie ein neues Leben bekommen sollen, das Falsche nach und nach ausgerottet und an dessen Statt Wahres und Gutes eingepflanzt werden muß, was ebenfalls ein zusammenhängendes System unter sich bilden und reihenweise geordnet werden muß. Dies wird unter der gänzlichen Umwandlung des Lebens verstanden, die nur in einer Zeit von mehreren Jahren geschehen kann. Wer daher glaubt, der Mensch könne in einem Augenblick ein neuer werden, befindet sich in einem großen Irrtum. Die aber, die sich gegen das Gute und Wahre des Glaubens nicht bestärkt haben (wie dies der Fall ist bei denen, die außerhalb der Kirche sind), und doch in einer Art von Glauben und Liebtätigkeit nach ihrer Religion gelebt haben, konnten nicht durch Verneinungen des Wahren und durch Begründungen des Falschen gegen das Wahre des Glaubens aus dem Wort bei sich den inwendigen Menschen verschließen; deshalb wird auch, wenn nicht in der Welt, so doch im anderen Leben ihr Inwendiges nach oben geöffnet, das ist gegen den Himmel hin, und zum Herrn, und alsdann wird zugleich alles Irdische und Weltliche, das sie vom Leben in der Welt her mitgebracht haben, mit erhoben, so daß es mit jenem vereint nach oben blickt; dadurch werden sie fähig, das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit vom Herrn aufzunehmen, und so mit Einsicht und Weisheit erfüllt und mit ewiger Seligkeit begnadigt zu werden. Ein solches Los haben alle, die ihrer Religion gemäß im Guten gelebt haben, und deshalb ist die Kirche des Herrn über den ganzen Erdkreis verbreitet. Die eigentliche Kirche des Herrn auf Erden verhält sich aber wie der "Größte Mensch" in den Himmeln; ihr Herz und Lunge ist da, wo das Wort ist, und die übrigen Glieder und Eingeweide, die vom Herzen und von der Lunge ihr Leben erhalten, sind da, wo das Wort nicht ist. Hieraus kann man auch erkennen, was der Grund ist, warum die neue Kirche immer bei den Völkerschaften errichtet wird, die außerhalb der Kirche sind: Nr. 2986, 4747, was geschieht, wenn die alte Kirche sich den Himmel verschlossen hat, wie oben gesagt wurde. Daher kommt es, daß die Kirche vom jüdischen Volk zu den Heiden verpflanzt wurde, und daß auch die heutzutage bestehende Kirche ebenfalls jetzt zu den Heiden verpflanzt wird. Daß die Kirche zu solchen Völkerschaften, die den Herrn anerkennen, verpflanzt werde, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, wie aus den folgenden: Jes.9/1,2: "Das Volk, das in der Finsternis wandelt, schauet ein großes Licht, die da wohnen im Lande des Todesschatten, ein Licht erglänzt über sie"; du machest des Volkes viel, du machest groß seine Freude". Jes.11/10: "Geschehen wird es an jenem Tage; die Wurzel Isais, die steht zum Zeichen der Völker, werden die Völkerschaften suchen, und Seine Ruhe wird Herrlichkeit sein". Jes.42/6,7: "Ich Jehovah habe Dich gerufen in Gerechtigkeit und werde Deine Hand ergreifen, denn Ich werde Dich behüten und Dich setzen zum Bund dem Volke, zum Licht der Völkerschaften, zu öffnen die blinden Augen, auszuführen aus dem Gefängnis die Gebundenen, aus dem Hause des Verschlusses die Sitzenden in der Finsternis". Jes.55/4,5: "Siehe, zum Zeugen für die Völker habe Ich Ihn gegeben, zum Fürsten und Gesetzgeber der Völkerschaften; siehe, eine Völkerschaft, die Du nicht kennst, wirst Du rufen, und eine Völkerschaft, die Dich nicht kennt, wird zu Dir eilen, um Jehovahs, Deines Gottes willen, und wegen des Heiligen in Israel". Jes.60/3-5: "Die Völkerschaften werden in Deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz Deines Aufgangs; hebe auf Deine Augen ringsumher, alle versammeln sich und kommen zu Dir, Deine Söhne kommen von ferne und Deine Töchter werden zur Spitze von den Ammen herbeigetragen; dann wirst Du sehen und überströmen, und Dein Herz wird sich verwundern und sich erweitern, daß sich zu Dir bekehret die Menge des Meeres, die Heerscharen der Völkerschaften werden kommen". In den Weissagungen Schimeons von dem neugeborenen Herrn, bei Luk.2/30-32: "Meine Augen haben das Heil Gottes gesehen, das Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker, ein Licht zur Offenbarung der Völkerschaften". In allen diese Stellen ist die Rede vom Herrn, daß die Heiden zu Ihm kommen werden; und sie kommen zu Ihm, wenn sie Ihn als ihren Gott anerkennen, und, was wunderbar ist, die Heiden beten den einigen Gott unter menschlicher Gestalt an; wenn sie daher vom Herrn hören, nehmen und erkennen sie Ihn an; eine neue Kirche kann auch wirklich bei keinen anderen errichtet werden. Daß bei solchen die Kirche errichtet werde, erhellt ferner aus den Worten des Herrn Matth.21/42,43: "Habt ihr nicht gelesen in den Schriften: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist geworden zum Haupt der Ecke (zum Eckstein); darum sage Ich euch: das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einem Volke gegeben werden, das Früchte bringt": der Stein ist der Herr: Nr. 6426; die Bauleute sind die Angehörigen der Kirche; daß diese die Letzten und die Heiden die Ersten sein werden bei Luk.13/29,30: "Sie werden kommen vom Aufgang und vom Niedergang, von Mitternacht und vom Mittag, die zu Tische liegen im Reich Gottes, und siehe, es sind die Letzten, welche die Ersten sein werden, und es sind die Ersten, welche die Letzten sein werden". 9257. "Wenn du den Esel deines Hassers liegen siehst unter seiner Last", 2. Mose 23/5, bedeutet das Falsche, das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmt, und durch das sie zugrunde gehen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Esels, sofern er das wißtümliche Wahre bezeichnet, somit im entgegengesetzten Sinn das wißtümliche Falsche, wovon Nr. 2781, 5492, 5741, 8078. Aus der Bedeutung des Hassers, wenn vom Falschen die Rede ist, sofern er das bezeichnet, was gegen das Gute der Kirche ist, somit was nicht damit übereinstimmt; denn Haß bedeutet im geistigen Sinn die Abneigung und den Zwiespalt, der zwischen dem Wahren und Falschen ist, wie auch zwischen dem Guten und Bösen: Nr. 3605, 4681, 4684. Und aus der Bedeutung von liegen unter einer Last, sofern es soviel ist als zugrunde gehen. Hieraus wird klar, daß durch den Esel des Hassers das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmende Falsche bezeichnet wird, durch das sie zugrunde gehen werden. 9258. "Und hast es versäumt, ihn zu entledigen", 2. Mose 23/5, bedeutet die Nichtaufnahme des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von versäumen (oder unterlassen) zu entledigen, sofern es soviel ist, als nicht belehren und bessern, hier nicht belehrt werden können, somit das Wahre nicht aufnehmen, weil es vom Falschen gesagt wird, das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmt; dieses Falsche ist aber so beschaffen. Daß entledigen im geistigen Sinn dies bedeutet, erhellt daraus, daß die Worte sich an die Sache anschließen, somit bezieht sich entledigen im Buchstabensinne auf die Last, unter welcher der Esel liegt, und im inneren Sinn auf das Falsche, das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmt; deshalb wird in diesem Sinn bezeichnet die Nichtentfernung vom Falschen durch Besserung, somit auch die Nichtaufnahme des Wahren, durch das die Besserung oder die Entledigung (bewirkt wird). Es gibt Falsches, das mit dem Guten der Kirche übereinstimmt, und es gibt Falsches, das nicht damit übereinstimmt. Falsches, das übereinstimmt ist solches, in dem das Gute verborgen liegt und das daher durch das Gute zum Wahren umgelenkt werden kann. Falsches aber, das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmt, ist solches, in dem das Böse verborgen liegt, und das somit nicht zum Wahren umgelenkt werden kann. Mit dem Guten, das inwendig verborgen liegt in den echten Wahrheiten oder in den nicht echten Wahrheiten, die oben Falsches genannt wurden; und mit dem Bösen, das inwendig in dem Falschen oder auch in dem Wahren liegt, verhält es sich wie mit dem Fruchtkeim im Samen einer Frucht. Wenn eine Frucht entsteht, alsdann streben alle ihre Fibern auf den Keim des Samens hin, und mit dem sie durchdringenden Saft nähren und bilden sie ihn. Wenn der aber gebildet ist, dann treten die Fibern zurück und führen den Saft vom Samen weg; dann modert und fault die Frucht und dient hernach dem Keim als Boden. Ebenso verhält es sich mit dem Samen selbst, wenn sein Keim in der Erde von neuem sich zu entwickeln anfängt. Der Keim in den Pflanzen entspricht dem Guten im Menschen, der Samen selbst entspricht dem Inwendigen, und das Fleisch der Frucht um den Samen her entspricht dem Äußeren. Wenn das Inwendige des Menschen von neuem gebildet oder wiedergeboren wird, alsdann sind die wißtümlichen Kenntnisse und Wahrheiten, die dem äußeren Menschen angehören, gleich den Fibern der Frucht, durch die der Saft ins Inwendige gebracht wird, und die auch nachher, wenn der Mensch wiedergeboren ist, getrennt werden und als Boden dienen. Das gleiche geschieht mit dem Inwendigen des Menschen, dem der Same entspricht; alsdann bringt das Gute, das so gebildet worden ist, einen neuen Menschen hervor, wie der Keim im Samen einen neuen Baum oder eine neue Pflanze. Dadurch wird alles neu, und nachher vermehrt und befruchtet es sich in Ewigkeit. Daher wird der neue Mensch wie ein Garten und Paradies, womit er auch im Wort verglichen wird. Dies wird verstanden durch die Worte des Herrn: Matth.13/32: "Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Acker säte, und das kleiner ist als alle Samen; wenn es aber ausgewachsen ist, so wird es größer als die Kohlkräuter, und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten". Aus diesem läßt sich erkennen, wie es sich mit den echten und nicht echten Wahrheiten verhält, in denen das Gute inwendig ist, daß nämlich das Gute, wenn es gebildet ist, alsdann solche Wahrheiten hervorbringt, die mit dem Guten übereinstimmen; und wenn diese auch keine echten Wahrheiten sind, so werden sie dennoch als echte Wahrheiten angenommen, weil sie ihre Kraft aus dem Guten haben, denn aus diesem bekommen sie ihr Wesen und Leben. Das Gute befruchtet und entwickelt sich nämlich durch die Wahrheiten, und in der Entwicklung hat es immerfort ein Bestreben, ein neues Gutes, worin der gleiche Keim liegt, zu erzeugen; geradeso wie der gleiche Keim des Samens in der Pflanze oder im Baum tut, indem er aus der Erde hervortritt, um neue Früchte und neue Samen zu schaffen. Es finden jedoch dabei immer Verschiedenheiten statt, die sich nach dem Guten richten, das durch das Leben der Liebtätigkeit gemäß den Geboten des Glaubens gebildet wird. Aus dem Gegensatz kann man sehen, wie es sich mit dem Falschen verhält, in dem das Böse ist, daß es nämlich den Bäumen gleicht, die böse Früchte bringen, und die man ausrotten und ins Feuer werfen muß, nach den Worten des Herrn: Matth.7/17-20; 12/33: "Jeder gute Baum bringt gute Früchte, ein fauler Baum aber bringt böse Früchte. Ein guter Baum kann keine bösen Früchte bringen und ein fauler Baum kann keine guten Früchte bringen. Ein jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen". Joh.15/4-6: "Jesus sprach: Wie eine Rebe keine Frucht bringen kann von sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt: Ich bin der Weinstock, ihr die Reben; wer in Mir bleibt und Ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne Mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in Mir bleibt, wird hinausgeworfen werden, wie eine Rebe, und sie wird verdorren, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und wird verbrannt". Hieraus erhellt, daß alles Gute, das eine Frucht bringen soll, vom Herrn sein muß, und daß es, wenn nicht von Ihm, auch nicht gut ist. 9259. "So sollst du ihn gleichwohl entledigen mit jenem", 2. Mose 23/5, bedeutet, man solle sie (dennoch) ermahnen und zu bessern suchen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entledigen, wenn es sich auf das Falsche bezieht, das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmt, sofern es eine Besserung bezeichnet, wie Nr. 9258, hier das Bestreben zu bessern und die Ermahnung, weil ein solches Falsches nicht leicht gebessert wird. Falsches, das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmt, ist alles, was gegen den Herrn ist und gegen das Gute der Liebe zu Ihm, wie auch gegen das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Daß solches, was oben erklärt worden ist, in diesen beiden Gesetzen oder Rechten inwendig verborgen liegt, erhellt auch daraus, daß das, was sie im Buchstaben enthalten, selten vorkommt, nämlich, daß man den irrenden Ochsen oder Esel eines Feindes antrifft, und daß man den Esel eines Hassers unter der Last liegen sieht, und daß es daher keine so große Bedeutung hat, daß es unter den Gesetzen und Rechten vom Berge Sinai herab wäre verkündigt worden. Aber das, was sie in ihrem Inneren enthalten, macht, daß sie zu den wichtigsten Rechten gehören, denn sie enthalten, daß man die Heiden lieben, sie in den Glaubenswahrheiten belehren und in Beziehung auf das Leben bessern soll. Dieser innere Gehalt dieser Gesetze konnte aber dem israelitischen und jüdischen Volke nicht dargelegt werden, weil sie im Äußeren waren, ohne (Sinn für) das Innere; und weil sie von ihren Vätern überkommen hatten, daß sie alle haßten und für Feinde und Gegner hielten, die nicht zu ihren Brüdern gehörten, d.h., die nicht von Jakob abstammten. Über die Juden, und von welcher Art sie waren, sehe man Nr. 4307, 4314, 4316, 4317, 4429, 4433, 4444, 4825, 4903, 6304, 8588, 8788, 8806, 8871. 9260. "Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Streitsache", 2. Mose 23/6, bedeutet die Nichtzerstörung des wenigen Wahren bei denen, die in Unwissenheit sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von beugen, sofern es heißt verkehren, und dadurch zerstören. Aus der Bedeutung des Rechts, sofern es das Richtige und Wahre bezeichnet, wovon Nr. 2235, 2335, 5068, 6997, 7206, 8685, 8695, 8972. Aus der Bedeutung des Armen, sofern er den bezeichnet, der nur wenig Wahres hat aus Unwissenheit, und doch belehrt zu werden wünscht, wovon Nr. 9209. Und aus der Bedeutung der Streitsache, sofern sie ein Hadern bezeichnet, wovon Nr. 5963, 9024, in seiner Streitsache heißt hier, in seiner Sache in betreff des wenigen Wahren, für das er streitet. 9261. "Vom Wort der Lüge sollst du dich fernhalten", 2. Mose 23/7, bedeutet den Abscheu vor dem Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lüge, sofern sie das Falsche aus dem Bösen bezeichnet, wovon Nr. 8908, 9248; daß sie das Falsche aus dem Bösen bedeutet, kommt daher, weil man dieses Falsche fernhalten muß; denn es hat sein Wesen aus dem Bösen, und das Böse und das Gute sind Gegensätze, weil das Böse aus der Hölle stammt und das Gute aus dem Himmel und daselbst vom Herrn. Aber das nicht aus dem Bösen kommende Falsche, welches das Falsche der Unwissenheit ist, ist kein solches; man sehe Nr. 1679, 2863, 4551, 4552, 4729, 4736, 6359, 7272, 7574, 8149, 8311, 8318, 9258. Ferner aus der Bedeutung von "sich ferne halten", sofern es heißt Abscheu haben. Daß das Sichfernhalten soviel ist als Abscheu, hat seinen Grund in den Entfernungen, die in der geistigen Welt erscheinen, indem sich dieselben verhalten je nach den Ungleichheiten, Meinungsverschiedenheiten und Abneigungen in den Dingen, die sich auf das geistige Leben beziehen; denn diejenigen, die dort an einem Orte erscheinen, sind im gleichen Zustand der Neigungen und daher auch der Gedanken. Sobald sie aber verschiedener Meinung sind, trennen und entfernen sie sich voneinander, und das geschieht je nach dem Grad der Meinungsverschiedenheit. Dies kommt daher, weil die Räume, wie auch die Zeiten, in der geistigen Welt Zustände sind, und daher die Entfernungen Verschiedenheiten der Zustände. Gleichwohl aber erscheinen dort dem äußeren Gesicht die Zustände als Räume und ihre Verschiedenheiten als Entfernungen. Daß die Räume und Entfernungen, wie auch die Zeiten, Zustände bezeichnen, sehe man Nr. 1273-1277, 1376-1396, 2625, 3356, 3387, 3404, 3638-3641, 4321, 4882, 7381, 9104; daß es aber dennoch Scheinbarkeiten von Räumen und Entfernungen sind, die jedoch von den Veränderungen des Zustandes im Inneren herkommen: Nr. 5605. Hieraus erhellt nun, daß Entfernungen im inneren Sinn ein Abscheu bezeichnet. 9262. "Und den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht töten", 2. Mose 23/7, bedeutet den Abscheu vor der Zerstörung des inneren und äußeren Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Unschuldigen, sofern er den bezeichnet, der im inneren Guten ist, somit im abgezogenen Sinn das innere Gute, worüber folgt; aus der Bedeutung des Gerechten, sofern er den bezeichnet, der im äußeren Guten ist, und im abgezogenen Sinn das äußere Gute; denn das Gerechte wird vom Guten der Liebe gegen den Nächsten gesagt, und das Unschuldige vom Guten der Liebe zum Herrn; das Gute der Liebe gegen den Nächsten ist das äußere Gute, und das Gute der Liebe zum Herrn ist das innere Gute; ferner aus der Bedeutung von töten, sofern es soviel ist als zerstören. Daß das Gerechte das Gute der Liebe gegen den Nächsten ist, wird man ebenfalls unten sehen. Das Unschuldige ist das Gute der Liebe zum Herrn, weil diejenigen in der Unschuld sind, die den Herrn lieben. Unschuld ist, von Herzen anerkennen, daß man von sich aus nur das Böse will und nur das Falsche inne wird; und daß alles Gute, das der Liebe angehört, und alles Wahre, das dem Glauben angehört, vom Herrn allein ist. Das können nur die von Herzen anerkennen, die mit dem Herrn durch die Liebe verbunden sind. Von solcher Art sind die, welche im inwendigsten Himmel sind, der daher der Himmel der Unschuld genannt wird. Deshalb ist das Gute, das sie haben, das innere Gute, denn es ist das vom Herrn ausgehende göttlich Gute der Liebe, das die, welche im Himmel der Unschuld sind, aufnehmen. Sie erscheinen daher auch nackt und auch wie Kinder. Das ist auch der Grund, warum die Unschuld durch die Nacktheit vorgebildet wird und auch durch die Kindheit; daß durch die Nacktheit, sehe man Nr. 165, 213, 214, 8375; und durch die Kindheit: Nr. 430, 1616, 2280, 2305, 2306, 3183, 3494, 4563, 4797, 5608. Aus dem, was über die Unschuld gesagt wurde, kann erhellen, daß das Göttliche des Herrn nicht aufgenommen werden kann, außer in der Unschuld; daher kommt es, daß das Gute nicht gut ist, wenn nicht Unschuld in demselben ist: Nr. 2526, 2780, 3994, 6765, 7840, 7887, d.h. die Anerkennung, daß aus dem Eigenen nur Böses und Falsches kommt, und daß vom Herrn alles Gute und Wahre stammt; jenes und dieses glauben, und es auch wollen, ist Unschuld. Das Gute der Unschuld ist daher das eigentliche göttlich Gute vom Herrn beim Menschen; daher kommt es, daß der Unschuldige denjenigen bezeichnet, der im inneren Guten ist, und im abgezogenen Sinn das innere Gute. Weil durch die Unschuldigen oder durch die Unschuld das göttlich Gute, das vom Herrn ist, bezeichnet wird, darum war es ein höchst ruchloses Verbrechen, unschuldiges Blut zu vergießen, und wenn es geschah, war das ganze Land in Verdammnis, bis es gesühnt war, wie aus dem Untersuchungs- und Reinigungsverfahren erhellen kann, wenn irgendein Erschlagener im Lande gefunden wurde, worüber 5. Mose 21/1-10: "Wenn man einen Erschlagenen findet im Lande auf dem Felde liegen, und man nicht weiß, wer ihn erschlagen hat, dann sollen die Ältesten der Stadt und die Richter hinausgehen und gegen die Städte hin messen, die rings um den Erschlagenen liegen; es soll aber geschehen, die Ältesten der Stadt, die dem Erschlagenen die nächste ist, sollen eine junge Kuh nehmen, durch die keine Arbeit geschehen, und die an keinem Joch gezogen hat; und die Ältesten dieser Stadt sollen die junge Kuh in ein unfruchtbares Tal, das nicht angebaut und besät wird, hinabführen, und daselbst der jungen Kuh im Tal den Hals abschneiden; hernach sollen die Priester, die Söhne Levis, hinzutreten, und alle Ältesten dieser Stadt, die bei dem Erschlagenen stehen, und sollen ihre Hände waschen über der jungen Kuh, der im Tal der Hals abgeschnitten worden, und sollen antworten und sprechen: Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben es nicht gesehen; vergib Deinem Volk Israel, das Du erlöset hast, Jehovah, und lege nicht unschuldiges Blut inmitten Deines Volks Israel, so wird für sie das Blut gesühnt werden; Du aber wirst hinwegtun das unschuldige Blut aus Deiner Mitte, wenn Du tust, was recht ist in den Augen Jehovahs". Ein jeder kann sehen, daß dieser Untersuchungs- und Reinigungsprozeß in betreff des im Lande vergossenen unschuldigen Blutes Geheimnisse des Himmels in sich schließt, die man durchaus nicht wissen kann, wenn man nicht weiß, was bezeichnet wird durch den Erschlagenen auf dem Felde, durch die junge Kuh, mit der keine Arbeit geschehen, und die an keinem Joch gezogen hat, durch das unfruchtbare Tal, das nicht bebaut und besät wird, durch das Abschneiden des Halses der jungen Kuh in jenem Tal, durch das Waschen der Hand über der jungen Kuh, und so fort. Wäre dieses befohlen worden, ohne daß es Geheimnisse bezeichnet hätte, so würde es für das Wort nicht passen, das von Gott vorgesprochen und bis auf jedes Wort und Jota inspiriert (oder eingegeben) ist; denn ohne eine tiefere Bedeutung wäre ein solches (Verfahren) nur ein Brauch gewesen, der keine Heiligkeit, ja kaum irgendeine Bedeutung gehabt hätte; gleichwohl aber erhellt aus dem inneren Sinn, was für Geheimnisse darin verborgen liegen, wenn man nämlich weiß, daß durch den Erschlagenen im Lande, der auf dem Felde liegt, das Wahre und Gute bezeichnet wird, das ausgelöscht worden ist in der Kirche, wo das Gute (war); daß durch die dem Erschlagenen nächste Stadt das Wahre der Lehre der Kirche bezeichnet wird, deren Gutes ausgelöscht worden; durch die junge Kuh, durch die keine Arbeit geschehen ist, und die an keinem Joch gezogen hat, das Gute des äußeren oder natürlichen Menschen, der noch kein Falsches des Glauben und kein Böses der Liebe aufgenommen hat; durch das unfruchtbare Tal, das nicht angebaut und besät wird, das natürliche Gemüt, das durch Wahres und Gutes des Glaubens wegen Unwissenheit noch nicht gebildet ist; durch das Abschneiden des Halses die Sühnung wegen Nicht-Schuld, weil aus Unwissenheit; durch das Waschen der Hand die Reinigung von jenem ruchlosen Verbrechen. Hat man dieses erkannt, so ergibt sich deutlich, daß durch unschuldiges Blut vergießen bezeichnet wird das göttlich Wahre und Gute vom Herrn, somit den Herrn selbst, beim Menschen der Kirche austilgen. Man muß wissen, daß durch dieses ganze Verfahren im Himmel ein solches Verbrechen vorgebildet wurde als ohne Schuld geschehen, weil aus Unwissenheit, in der Unschuld liegt, und daher als etwas nicht Böses; das einzelne bei diesem Verfahren, bis auf die kleinsten Umstände, bildete etwas Wesentliches dieser Sache vor; was es aber vorbildete, erhellt aus dem inneren Sinn. Daß der Erschlagene das ausgelöschte Wahre und Gute bedeutet, sehe man Nr. 4503; daß das Land die Kirche beutet: Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577, 8011, 8732; daß das Feld die Kirche in Ansehung des Guten, somit das Gute der Kirche bedeutet: Nr. 2971, 3310, 3766, 4982, 7502, 7571, 9139; daß die Stadt die Lehre des Wahren, somit das Wahre der Lehre der Kirche bedeutet: Nr. 402, 2268, 2449, 2712, 2943, 3216, 4492, 4493; daß der Ochse das Gute des äußeren oder natürlichen Menschen bedeutet: Nr. 2180, 2566, 2781, 9134; daher die junge Kuh das kindlich Gute: Nr. 1824, 1825; daß noch keine Arbeit durch sie geschehen, und sie noch nicht am Joch gezogen, bedeutet offenbar, daß es dem Bösen und Falschen noch nicht gedient habe, aus Unwissenheit; denn arbeiten und am Joch ziehen bedeutet dienen; das Tal bedeutet das untere Gemüt, welches das natürliche Gemüt genannt wird: Nr. 3417, 4715; unfruchtbar heißt, ohne Wahres und Gutes: Nr. 3908; somit bezeichnet das Tal, das nicht angebaut und besät wird, das natürliche Gemüt, das noch nicht durch Wahres und Gutes gebildet, somit noch in der Unwissenheit ist; der Same, womit es besät wird, ist das Wahre des Glaubens: Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3038, 3373, 3671, 6158; das Abschneiden des Halses bedeutet aber die Sühnung, aus dem Grunde, weil durch die Schlachtungen verschiedener Tiere, sowie durch die Opfer die Sühnungen bezeichnet wurden; das Waschen der Hand bedeutet die Reinigung vom Falschen und Bösen: Nr. 3147; hier also die Reinigung von jenem ruchlosen Verbrechen; denn Blut vergießen bezeichnet im allgemeinen, dem Guten und Wahren Gewalt antun: Nr. 9127, somit bedeutet unschuldiges Blut vergießen das Göttliche vom Herrn beim Menschen, somit den Herrn selbst bei ihm austilgen; denn das Wahre und Gute beim Menschen ist der Herr selbst, weil es von Ihm ist. Das gleiche wird bezeichnet durch unschuldiges Blut vergießen im 5. Mose 19/10; 27/25; Jes.59/3,7; Jerem.2/34; 7/6; 19/4; 22/3,17; Joel 4/19; Ps.94/21. Der Unschuldige im nächsten Sinn bedeutet den, der ohne Schuld und ohne Böses ist, was ehemals durch das Waschen der Hände bezeugt wurde: Ps.26/6; 73/13; Matth.27/24; Joh.18/38; 19/4. Dies kommt daher, weil das Gute vom Herrn beim Menschen ohne Schuld und ohne Böses ist; dieses Gute ist das Gute der Unschuld im inneren Sinn, wie gezeigt wurde; aber das Gute, das ohne Schuld und Böses im äußeren Menschen ist, d.h. das äußere Gute, wird das Gerechte genannt; wie auch Ps.94/20,21: "Du wirst dich nicht verbinden mit dem Thron des Verderbens; derer, die sich zusammenrotten wider die Seele des Gerechten, und unschuldiges Blut verdammen". 9263. Im Wort wird oftmals gesagt: der Gerechte, die Gerechtigkeit und rechtfertigen; was aber im besonderen darunter verstanden wird, ist noch nicht bekannt; der Grund ist, weil man bisher noch nicht wußte, daß die einzelnen Ausdrücke im Worte solches bezeichnen, was der inneren Kirche und was dem Himmel angehört, somit was dem inwendigen Menschen angehört, denn im inwendigen Menschen ist das Innere der Kirche und der Himmel. Ferner, daß jenes Innere im Wort von seinem Äußeren, das dem Buchstaben angehört, sich unterscheidet, wie das Geistige vom Natürlichen, oder das Himmlische vom Irdischen, und der Unterschied derselben so groß ist, daß der natürliche Mensch kaum eine Ähnlichkeit wahrnimmt, obwohl eine volle Übereinstimmung stattfindet. Weil man dieses nicht wußte, so konnte man auch nicht wissen, was der Gerechte, die Gerechtigkeit und die Rechtfertigung im geistigen und himmlischen Sinn im Wort bedeuten. Von den Predigern wird geglaubt, gerecht und gerechtfertigt sei der, welcher die Wahrheiten des Glaubens aus der Lehre der Kirche und aus dem Wort weiß, und dadurch im Vertrauen oder in der Zuversicht ist, daß er selig werde durch die Gerechtigkeit des Herrn, und daß der Herr die Gerechtigkeit dadurch erlangt habe, daß Er das Ganze des Gesetzes erfüllte, und daß Er dadurch ein Verdienst erworben habe, daß Er das Kreuz erduldete, und dadurch den Menschen sühnte und erlöste. Durch diesen Glauben allein, glaubt man, werde der Mensch gerechtfertigt, und diese seien es, die im Wort Gerechte genannt würden. Aber nicht diese werden im Wort Gerechte genannt, sondern die, welche im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind aus dem Herrn; denn der Herr allein ist der Gerechte, weil Er allein die Gerechtigkeit ist. Soviel daher der Mensch Gutes vom Herrn aufnimmt, d.h., soviel und welcherlei vom Herrn er in sich hat, insoweit ist er ein Gerechter und gerechtfertigt. Der Herr ist die Gerechtigkeit geworden dadurch, daß Er Sein Menschliches durch eigene Macht göttlich machte. Dieses Göttliche ist bei dem Menschen, der es aufnimmt, die Gerechtigkeit des Herrn bei ihm, und ist eigentlich das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten; denn der Herr ist im Guten der Liebe und dadurch im Wahren des Glaubens, weil der Herr die göttliche Liebe selbst ist. Das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist das äußere Gute, das durch den Gerechten bezeichnet wird, und das Gute der Liebe zum Herrn ist das innere Gute, das durch das Unschuldige bezeichnet wird, wovon im vorigen Abschnitt. Daß das Gute der Liebe gegen den Nächsten vom Herrn, das Gerechte im eigentlichen Sinne ist, kann aus den Stellen im Wort erhellen, wo der Gerechte, die Gerechtigkeit und die Rechtfertigung genannt werden: Matth.25/37-40,46: "Dann werden Ihm die Gerechten antworten, und sagen: Wann haben wir Dich hungrig gesehen, und haben Dich gespeist oder durstig, und haben Dich getränkt? Wann haben wir Dich gesehen einen Fremdling, und haben Dich zu uns genommen, oder nackt, und haben Dich bekleidet? Wann haben wir Dich krank gesehen, oder im Gefängnis und sind zu Dir gekommen? Aber der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, Ich sage euch, inwieweit ihr es getan habt einem von diesen Meiner geringsten Brüder, habt ihr es Mir getan; und die Gerechten werden eingehen ins ewige Leben": hier werden die Gerechte genannt, die das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, das hier aufgezählt wird, geleistet haben; und daß das Gute der Liebtätigkeit der Herr bei ihnen ist, wird deutlich gesagt: "inwieweit ihr es getan habt einem von diesen Meiner geringsten Brüder, habt ihr Mir es getan"; man sehe Nr. 4807-4810, 4954-4959, 5063-5071; in jener Stelle werden sie auch Schafe genannt, denn durch Schafe werden die bezeichnet, die im Guten der Liebtätigkeit sind vom Herrn: Nr. 4169. Aber durch die Böcke, die zur Linken stehen und verdammt werden, werden die bezeichnet, die in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind: Nr. 4169, 4769. Jene werden auch anderwärts durch die Gerechten bezeichnet: Matth.13/49: "Die Engel werden ausgehen, und die Bösen scheiden aus der Mitte der Gerechten". Luk.14/14: "Es wird dir vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten". Hieraus wird klar, was bezeichnet wird durch: "Die Gerechten werden leuchten wie die Sonne am Himmel": Matth.13/43; nämlich die, welche im Guten der Liebe vom Herrn sind; denn der Herr ist die Sonne im anderen Leben, und daß dort vom Herrn, als der Sonne, das Gute der Liebe ausgeht, sehe man Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, 4321, 4696, 5097, 7078, 7083, 7171, 7173, 7270, 8487, 8812; daher wird der Herr "die Sonne der Gerechtigkeit" genannt: Mal.4/2. Dan.12/3: "Die Verständigen werden glänzen wie der Glanz des Firmaments, und die, welche viele rechtfertigen (oder gerecht machen), wie die Sterne von Ewigkeit zu Ewigkeit": Verständige sind die, welche im Wahren und Guten des Glaubens sind; die Rechtfertigenden die, welche durch das Wahre und Gute des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit führen. Wie die Sterne leuchten oder glänzen heißt, in der Einsicht des Wahren und in der Weisheit des Guten sein, und daher in der ewigen Seligkeit; denn die Sterne bedeuten die Erkenntnisse des Guten und Wahren, durch die Einsicht und Weisheit (erworben) wird: Nr. 2495, 2849, 4697. Der Gerechte wird auch durch Folgendes geschildert bei Ps.37/16-34: "Jehovah erhält die Gerechten; der Gerechte erbarmt sich und gibt, der Gerechte erbarmt sich und leiht täglich; die Gerechten werden das Land besitzen, der Mund des Gerechten geht um mit Weisheit und seine Zunge redet das Recht, das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen": d.h. das Gute der Liebtätigkeit, das Sache des Gerechten ist. Daß dieses Gute der Liebtätigkeit vom Herrn stammt, so daß es (Eigentum) des Herrn ist beim Menschen, ist der Kirche bekannt. Der Gerechte wird auch geschildert bei Hes.18/5-9,21; 33/15-20. Hieraus kann erhellen, was durch den Gerechten und durch die Gerechtigkeit in folgenden Stellen bezeichnet wird: Matth.5/6: "Selig sind die, welche hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden". Matth.10/41: "Wer einen Propheten aufnimmt in Namen eines Propheten, wird den Lohn eines Propheten empfangen, und wer einen Gerechten aufnimmt im Namen eines Gerechten, wird den Lohn eines Gerechten empfangen". Matth.13/17: "Viele Propheten und Gerechte verlangten zu sehen, was ihr sehet, haben es aber nicht gesehen". Matth.23/29,35: "Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr bauet die Gräber der Propheten, und schmücket die Grabmäler der Gerechten; es wird über euch kommen alles gerechte Blut, das vergossen ist vom Blut des gerechten Habels an": Propheten bedeuten die, welche Wahres und Gutes des Glaubens lehren, und im abgezogenen Sinn die Lehren des Glaubens: Nr. 2534, 7269. Und der Gerechte bedeutet die, welche ein Leben der Liebtätigkeit leben, und im abgezogenen Sinn das Gute der Liebtätigkeit. Daß Habel, der ein Gerechter genannt wird, das Gute der Liebtätigkeit vorbildet, sehe man Nr. 342, 374. Jes.57/1: "Der Gerechte kommt um, und niemand nimmt es zu Herzen, und die Männer der Heiligkeit (die Frommen) werden weggerafft, und man sieht es nicht ein; denn um des Bösen willen wird weggerafft der Gerechte". Jes.60/21: "Deine Völker werden alle gerecht sein, ewiglich werden sie das Land besitzen". Jes.45/8,19: "Träufelt, ihr Himmel, von oben, und die Wolken sollen strömen von Gerechtigkeit; die Erde tue sich auf, daß sie Heil bringe, und Gerechtigkeit sprosse zugleich hervor; Ich Jehovah rede Gerechtigkeit, und verkünde das Richtige": Gerechtigkeit steht für das, was vom Guten der Liebe herkommt; das Richtige für das, was zu den Glaubenswahrheiten gehört. Jes.56/1: "So spricht Jehovah: Haltet das Recht und übet Gerechtigkeit; denn nahe ist Mein Heil und Meine Gerechtigkeit, daß sie geoffenbart werde": durch Recht wird bezeichnet das Wahre, das dem Glauben angehört, und durch Gerechtigkeit das Gute, das der Liebtätigkeit angehört; deshalb wird gesagt, Gerechtigkeit üben. Daß die Gerechtigkeit das Gute der Liebtätigkeit vom Herrn ist, wird verstanden unter den Worten "nahe ist Meine Gerechtigkeit, daß sie geoffenbart werde". Auch sonst wird öfters gesagt, Recht und Gerechtigkeit, und durch Recht wird das Wahre, und durch Gerechtigkeit das Gute bezeichnet: Jerem.22/3,13,15: "So spricht Jehovah: Tuet Recht und Gerechtigkeit, und rettet den Beraubten aus der Hand des Unterdrückers; wehe dem, der sein Haus baut mit Ungerechtigkeit, und seine Gemächer mit Unrecht. Hat dein Vater nicht gegessen und getrunken, und Recht und Gerechtigkeit geübt? Darum ging es ihm wohl": Recht für das, was dem Glauben angehört, und Grechtigkeit für das, was dem Guten angehört. Hes.33/14,16,19: "Wenn der Gottlose sich bekehrt von seiner Sünde, und Recht und Gerechtigkeit tut, so werden alle seine Sünden, die er gesündigt hat, ihm nicht gedacht werden, Recht und Gerechtigkeit hat er getan, darum soll er leben; so sich der Gottlose bekehrt von seiner Gottlosigkeit, und tut Recht und Gerechtigkeit, so soll er um deswillen leben". Ebenso: Jes.56/1; 9/6; 16/5; 26/7,9; 33/5,15; 58/2; Jerem.9/23; 23/5; 33/15; Hos.2/19,20; Amos 5/24; 6/12; Ps.36/6,7; 119/164,172. Recht und Gerechtigkeit wird gesagt, weil im Wort, wo vom Wahren, auch vom Guten die Rede ist, wegen der himmlischen Ehe im einzelnen desselben, das die Ehe des Guten und Wahren ist, wovon Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 7945, 5138, 5502, 6343, 7945, 8339. Weil Gerechtigkeit Sache des Guten, und Recht Sache des Wahren ist, wird auch sonst gesagt: "Gerechtigkeit und Wahrheit": Sach.8/8, Ps.15/2; 36/6,7; 85/12,13. 9264. "Denn einen Gottlosen werde Ich nicht rechtfertigen", 2. Mose 23/7, bedeutet, eine solche Bosheit sei gegen die göttliche Gerechtigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von rechtfertigen, sofern es heißt, für schuldlos erklären und freisprechen, hier aber, nicht freisprechen, weil es heißt: "Ich werde nicht rechtfertigen". Daß rechtfertigen auch heißt für schuldlos erklären und freisprechen, erhellt aus der gerichtlichen Bedeutung dieses Wortes, wie auch bei Matth.12/37: "Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden". Luk.16/15: "Ihr seid es, die ihr euch rechtfertigt vor den Menschen, Gott aber kennt eure Herzen". Und aus der Bedeutung des Gottlosen, sofern er die Bosheit bezeichnet, wovon Nr. 9249. Die Bosheit, von der hier gesagt wird, daß sie gegen die göttliche Gerechtigkeit sei, ist, das innere und äußere Gute zerstören, was bezeichnet wird durch "den Unschuldigen und Gerechten töten", wovon Nr. 9262, 9263; und jenes wird zerstört, wenn das göttlich Wahre und Gute, das vom Herrn kommt, geleugnet wird. Alsdann wird es beim Menschen vernichtet, somit der Herr selbst, von Dem alles Gute, das gut ist, und alles Wahre, das wahr ist, ausgeht, und wenn es vernichtet ist, so hat der Mensch kein geistiges Leben mehr, somit kein Heil. Vernichtet wird aber dieses Wahre und Gute, wenn das Göttliche des Herrn, und auch, wenn das Wort geleugnet wird; denn dieses ist das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht und vom Herrn handelt. Dieses leugnen, nachdem man es vorher anerkannt und im Glauben angenommen hatte, und dadurch vernichten, ist die Sünde gegen den Heiligen Geist, die nicht vergeben wird: Matth.12/31; denn der Heilige Geist ist eben das göttlich Wahre und Gute, weil es das vom Herrn ausgehende Heilige ist: Nr. 9222. Eben diese (Sünde) wird auch bezeichnet durch das vergießen des unschuldigen Blutes, wovon gleich oben. Daß aber diese Bosheit nicht vergeben wird, weil sie gegen die göttliche Ordnung ist, wird bezeichnet durch: "Ich werde den Gottlosen nicht rechtfertigen". 9265. "Und Geschenk sollst du nicht annehmen", 2. Mose 23/8, bedeutet den Abscheu vor jeder Gewinnsucht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschenkes, sofern es alles Weltliche bezeichnet, das geliebt wird, sei es nun Vermögen, oder eine Würde, oder guter Name, oder etwas anderes, das dem natürlichen Menschen schmeichelt. Dieses wird im allgemeinen Gewinnsucht (oder Eigennutz) genannt, und im inneren Sinn verstanden unter dem Geschenk, das verblendet und verkehrt. Ferner aus der Bedeutung von "nicht annehmen", sofern es soviel ist als verschmähen, denn wenn man keinen Abscheu davor hat, so wird es dennoch (innerlich) beabsichtigt und angenommen. Alsdann aber hat man einen Abscheu davor, wenn man das Himmlische und Göttliche mehr liebt als das Weltliche und Irdische; denn in dem Maß, als man das eine liebt, wird das andere gehaßt: nach den Worten des Herrn bei Luk.16/13: "Kein Knecht kann zwei Herren dienen, denn er wird den einen hassen und den anderen lieben, ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon": hassen heißt Abscheu haben, denn Abscheu ist Sache des Hasses, und Haß ist das Gegenteil von Liebe; daher wird gesagt: "er wird den anderen lieben". Hieraus erhellt, daß durch "Geschenk sollst du nicht annehmen", der Abscheu vor aller Gewinnsucht bezeichnet wird. 9266. "Denn das Geschenk macht blind die, welche offene Augen haben", 2. Mose 23/8, bedeutet, die eigennützigen Absichten machen, daß das Wahre nicht erscheint. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschenkes, sofern es jeden Eigennutz bezeichnet, wovon Nr. 9265; aus der Bedeutung von blind machen, wenn von Wahrheiten die Rede ist, sofern es heißt, machen, daß sie nicht erscheinen; und aus der Bedeutung derer, die offene Augen haben oder der Sehenden, sofern es die bezeichnet, welche die Wahrheiten wissen, und wohl einsehen, was wahr ist; denn durch sehen wird bezeichnet: das Wahre wissen, einsehen und anerkennen, und auch Glauben haben: Nr. 897, 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, 3869, 4403-4421, 5114, 5286, 5400, 6805, 8688, 9128. Deshalb werden die, welche offene Augen haben, anderwärts Weise genannt: "Geschenk macht die Augen der Weisen blind": 5. Mose 16/19. 9267. "Und verkehrt die Worte der Gerechten", 2. Mose 23/8, bedeutet, (machen), daß es erscheint, als Wahres des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Worte der Gerechten verkehren", sofern es heißt (machen), daß es (das Falsche des Eigennutzes) dem Wahren des Guten ähnlich erscheint; denn "die Worte" bedeuten die Sachen selbst, somit Wahrheiten, und die Gerechten sind die, welche im Guten stehen: Nr. 9263. Daß die Worte Wahrheiten bedeuten, beruht darauf, daß Wort in der Grundsprache das bezeichnet, was etwas ist, und was wirklich existiert, daher bezeichnet es auch das Wahre, denn auf das Wahre bezieht sich alles, was aus dem Sein wirklich existiert. Daher kommt es auch, daß das göttlich Wahre Wort heißt. 9268. "Und einen Fremdling sollst du nicht unterdrücken", 2. Mose 23/9, bedeutet, die, welche in den Wahrheiten der Kirche belehrt zu werden wünschen, sollen durch das Böse des Lebens nicht angefochten werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fremdlings, sofern er den bezeichnet, der in den Wahrheiten der Kirche belehrt zu werden wünscht, worüber Nr. 8007, 8013, 9196; und aus der Bedeutung von unterdrücken, sofern es heißt, durch das Böse des Lebens anfechten, wovon Nr. 9196. 9269. "Dieweil ihr kennt die Seele des Fremdlings", 2. Mose 23/9, bedeutet ihr Verlangen und ihr Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seele, wenn von denen die Rede ist, die in den Wahrheiten des Glaubens belehrt zu werden wünschen, und hier durch Fremdlinge bezeichnet werden, sofern sie das Verlangen und das Leben derselben bezeichnet; denn die Seele ist das Leben aus dem Glauben: Nr. 9050; und das Verlangen ist das Lebenstätige selbst, denn es stammt aus der Neigung zum Guten, und aus der Neigung zum Guten lebt das Wahre des Glaubens. 9270. "Denn ihr seid Fremdlinge gewesen in Ägyptenland", 2. Mose 23/9, bedeutet, sie seien vor dem Falschen und Bösen beschirmt worden, als sie von Höllengeistern angefochten wurden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9197 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 9271. Vers 10-13: Und sechs Jahre sollst du dein Land besäen, und einsammeln seinen Ertrag. Und im siebenten sollst du es ruhen und frei lassen, und es sollen essen die Dürftigen deines Volkes, und ihr Übriggelassenes soll essen das Wild des Feldes; also sollst du auch tun mit deinem Weinberg, und deinem Ölgarten. Sechs Tage sollst du deine Werke tun, aber am siebenten Tag sollst du feiern, auf daß dein Ochs und den Esel ausruhe, und sich erquicke der Sohn deiner Magd, und der Fremdling. Und alles, was Ich zu euch gesagt habe, sollt ihr halten, und den Namen anderer Götter sollt ihr nicht erwähnen, und er soll nicht gehört werden von deinem Munde. "Und sechs Jahre sollst du dein Land besäen" bedeutet den ersten Zustand, wenn der Mensch der Kirche im Wahren und Guten des Glaubens belehrt wird; "und einsammeln seinen Ertrag" bedeutet das Gute des Wahren, das daraus hervorgeht; "und im siebenten sollst du es ruhen und frei lassen" bedeutet den zweiten Zustand, wenn der Mensch der Kirche im Guten ist, und so in der Stille des Friedens; "und es sollen essen die Dürftigen deines Volkes" bedeutet die Verbindung durch das Gute der Liebtätigkeit mit denen, die in wenigen Wahrheiten sind, aber gleichwohl belehrt zu werden wünschen; "und ihr Übriggelassenes soll essen das Wild des Feldes" bedeutet (eine Verbindung) durch diese mit denen, die in den Lustreizen des äußeren Wahren sind; "also sollst du auch tun mit deinem Weinberg, und deinem Ölgarten" bedeutet, so sei es mit dem geistig Guten und mit dem himmlisch Guten; "sechs Tage sollst du deine Werke tun" bedeutet den Zustand der Arbeit und des Kampfes, während man im Äußeren ist, das mit dem Inneren verbunden werden soll; "aber am siebenten Tag sollst du feiern" bedeutet den Zustand des Guten, wenn (der Mensch) im Inneren ist, und die Stille des Friedens alsdann; "auf daß dein Ochs und dein Esel ausruhe" bedeutet die Ruhe für das äußere Gute und Wahre zugleich; "und sich erquicke der Sohn deiner Magd, und der Fremdling" bedeutet den Lebenszustand derjenigen, die im Wahren und Guten sind außerhalb der Kirche; "und alles, was Ich zu euch gesagt habe, sollt ihr halten" bedeutet die Gebote, Rechte und Satzungen solle man tun; "und den Namen anderer Götter sollt ihr nicht erwähnen" bedeutet, man solle nicht denken aus der Lehre des Falschen; "und er soll nicht gehört werden von deinem Munde" bedeutet, man solle nicht gehorchen mit irgendeiner Zustimmung. 9272. "Und sechs Jahre sollst du dein Land besäen", 2. Mose 23/10, bedeutet den ersten Zustand, wenn der Mensch der Kirche im Wahren und Guten des Glaubens belehrt wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs Jahren, sofern es den ersten Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, bezeichnet, worüber unten, Nr. 9274; und aus der Bedeutung von "das Land besäen", sofern es heißt, wenn das Wahre und Gute des Glaubens eingepflanzt wird. Das Land besäen hat aber diese Bedeutung, weil alles, was dem Felde, der Saat und seinem Ertrag angehört, solches bezeichnet, was der Kirche im allgemeinen und dem Menschen der Kirche im besonderen angehört, d.h. dem Menschen, der durch das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit vom Herrn wiedergeboren ist. Daher kommt es, daß das Feld und der Boden im Wort diejenigen in der Kirche bezeichnet, die das Wahre und Gute des Glaubens aufnehmen sollen, wie das Feld die Samen. Deshalb wird auch im Wort so oft das Feld, der Same, die Saat, die Ernte, der Ertrag, das Getreide und der Weizen erwähnt, und daher auch das Brot, außer dem übrigen, was dem Feld angehört. Wer nicht weiß, wie es sich mit dem Zustand des Himmels verhält, glaubt nicht anders, als daß diese Ausdrücke im Wort bloß bildliche Redensarten und Vergleichungen seien; allein es sind wirkliche Entsprechungen, denn wenn bei den Engeln die Rede ist von der Wiedergeburt des Menschen vom Herrn durch das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit, dann erscheinen unten in der Geisterwelt Felder, Fluren, Neubrüche und auch Ernten; und zwar aus dem Grund, weil sie entsprechen. Wer dieses weiß, kann auch erkennen, daß solche Dinge in der Welt den Entsprechungen gemäß geschaffen worden sind; denn die ganze Natur, d.h. der Himmel mit Sonne, Mond, Gestirnen und die Erde mit den Gegenständen ihrer drei Reiche, entsprechen solchen Dingen, die in der geistigen Welt sind: Nr. 2993, 5116, 5377; und dadurch ist die Natur eine das Reich des Herrn darstellende Schaubühne: Nr. 3483; und dadurch besteht auch alles, was in der natürlichen Welt ist: Nr. 2987, 2989, 2990, 2991, 3002, 8211. Hieraus erhellt, woher es kommt, daß das, was dem Feld angehört, d.h., was man ins Feld sät, und was man vom Feld erntet, solche Dinge bezeichnet, die der Kirche im allgemeinen und im besonderen angehören. Daß auch die Vergleichungen im Wort ihren Grund in dem haben, was entspricht, sehe man Nr. 3579, 8989. Daß das Land oder Feld besäen, bedeutet, das Wahre und Gute des Glaubens, das der Kirche angehört, lehren und lernen, und daß der Ertrag das daher kommende Gute des Wahren bezeichnet, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen: Jes.17/10,11: "Weil du vergessen hast des Gottes deines Heils, darum wirst du lustige Pflanzen setzen, aber du wirst (das Feld) bepflanzen mit der Rebe des Fremden, am Tage wirst du deine Pflanze wachsen lassen, und am Morgen wird dein Same aufblühen, aber der Erntehaufen am Tage des Besitzes wird verzweifelter Schmerz sein": hier wird solches erwähnt, was auf dem Erdreich wächst; daß jedoch Heiliges der Kirche darunter verstanden wird, ist klar, nämlich unter dem Setzen lustiger Pflanzen das, was den Neigungen schmeichelt; und unter dem Bepflanzen des Landes mit der Rebe des Fremden (wird verstanden), unechte Wahrheiten lehren. Jerem.4/3,4: "So spricht Jehovah zu den Männern von Juda und Jerusalem: Pflüget euch ein neues (Feld) um, und säet nicht unter die Dornen, beschneidet euch dem Jehovah, und tut weg die Vorhaut eures Herzens": daß "unter die Dornen säen" bedeutet, Wahrheiten lehren und lernen, die aber die Sorgen der Welt, den Betrug des Reichtums und die Begierde ersticken und unfruchtbar machen, lehrt der Herr bei Mark.4/7,18,19; deshalb wird gesagt, sie sollen sich dem Jehovah beschneiden und die Vorhaut des Herzens wegtun heißt, sie sollen sich von solchen Dingen reinigen, die das Wahre und Gute des Glaubens ersticken und unfruchtbar machen. Daß beschneiden dieses bedeutet, sehe man Nr. 2039, 2056, 2632, 3412, 3413, 4462, 7045. Das gleiche wird durch Weizen säen und Dornen ernten bezeichnet bei Jerem.12/13. Micha 6/13,15: "Ich bin müde dich zu schlagen, zu verwüsten um deiner Sünden willen, du wirst säen, aber nicht ernten; du wirst Oliven keltern, aber dich nicht mit Öl salben; und Most (bereiten), aber keinen Wein trinken": säen und nicht ernten bedeutet, belehrt werden in den Wahrheiten des Glaubens, aber ohne Erfolg; Oliven keltern, aber sich nicht salben bedeutet, belehrt werden über das Gute des Lebens, aber doch nicht danach leben; Most keltern, aber keinen Wein trinken bedeutet, belehrt werden über die Wahrheiten, die aus dem Guten stammen, aber sich dennoch dieselben nicht aneignen. Daß solche Dinge der Kirche oder des Himmels durch jenes bezeichnet werden, erhellt aus dem, was vorhergeht, daß sie nämlich so verwüstet werden sollen um ihrer Sünden willen; denn ein Gottloser und Sünder empfängt zwar Belehrung, aber er legt es nur unter seine wißtümlichen Kenntnisse, die er aus dem Gedächtnis hervorholt, um Ruhm, Ehrenstellen und Reichtum zu erjagen, also, damit es zu einem bösen Gebrauch und Zweck diene. Dadurch verliert das Wahre und Gute, in dem der Mensch unterrichtet worden ist, das Leben des Himmels, und wird tot und zuletzt auch todbringend. Jes.32/20: "Selig seid ihr, die ihr säet an allen Wassern, die ihr hinausschicket den Fuß des Ochsen und des Esels": säen an allen Wassern bedeutet, belehrt werden in allen möglichen Wahrheiten, die nutzdienlich sind; den Fuß des Ochsen und des Esels hinausschicken, bedeutet, in äußerem Guten und Wahren belehrt werden. Jes.27/6; 30/20-26: "Die kommenden (Geschlechter) wird Jakob wurzeln lassen, aufsprossen und blühen wird Israel, so daß die Räume des Erdkreises angefüllt werden mit Früchten. Deine Lehrer werden nicht mehr genötigt werden zu fliehen, und deine Augen werden deine Lehrer sehen, und deine Ohren werden hören das Wort hinter dir hersagen: Das ist der Weg, auf diesem gehet; dann wird Jehovah geben den Regen für deinen Samen, womit du das Land besäen wirst, und das Brot vom Ertrag des Landes, und es wird fett sein und reich. Dein Vieh wird an jenem Tag weiden auf weiter Aue und die Ochsen und Esel, die das Land bearbeiten, werden lauteres Futter essen, das Licht des Mondes wird sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenfach sein, wie das Licht von sieben Tagen, an dem Tage, wo Jehovah den Bruch Seines Volkes verbinden, und die Wunde seines Schlags heilen wird". Daß Jehovah Regen für den Samen geben wird, womit man das Land besäen soll, und das Brot vom Ertrag des Landes, daß das Vieh weiden soll auf weiter Aue; die Ochsen und Esel, die das Land bearbeiten, lauteres Futter essen werden; das Licht des Mondes sein wird, wie das Licht der Sonne, und letzteres siebenfach, daß alles dieses solche Dinge bedeutet, die sich auf die Kirche beziehen, ist für jeden klar, und deutlich, der darüber nachdenkt, wie auch, daß es die Belehrung im Wahren und Guten des Glaubens bezeichnet, denn es wird gesagt: "Deine Augen werden hinsehen auf deine Lehrer und deine Ohren werden das Wort sagen hören: Das ist der Weg, auf diesem gehet"; denn Lehrer sind die, welche belehren und der Weg, auf dem sie gehen sollen, ist das Wahre der Lehre und das Gute des Lebens. Was aber das einzelne besonders bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Regens, des Samens, des Ertrages, des Landes, des Viehs, der weiten Aue, der Ochsen und der Esel, die das Land bearbeiten, des Futters, das sie essen werden. Sodann aus der Bedeutung des Lichtes des Mondes und der Sonne, wie auch des Siebenfachen, und der sechs Tage; und weil solches, was der Kirche, d.h., was der Lehre und dem Leben angehört, dadurch bezeichnet wird, so folgt, daß dieses geschehen wird an dem Tage, wo Jehovah den Bruch Seines Volkes verbinden, und die Wunde seines Schlags heilen wird. Bruch des Volkes bedeutet das Falsche der Lehre, das durch die Unredlichkeit der Lehrer, durch die (bösen) Begierden und aus anderen Ursachen allmählich eindringt. Die Wunde seines Schlags bedeutet das Böse des Lebens, das daher kommt. Weil bei dem israelitischen und jüdischen Volk alles ein Vorbild von himmlischen und göttlichen Dingen war, so waren es auch die Felder und ihre Erzeugnisse, sodann die Weinberge, Ölgärten und alle Pflanzungen, wie auch die Rinderherden und Ochsen, außerdem auch die Berge, Hügel, Täler und die übrigen Dinge, die sich ihren Sinnen darstellten. Daher kam es auch, daß sie mit solchen Dingen reichlich begabt wurden, wenn sie die Satzungen und Rechte hielten und taten, gemäß den Verheißungen hie und da im Worte, wie: 3. Mose 26/3,4: "Wenn ihr in Meinen Satzungen wandelt, und Meine Gebote haltet und sie tut, so werde Ich euren Regen geben zu seiner Zeit, und das Land wird seinen Ertrag geben, und der Baum des Feldes wird seine Frucht geben". Sach.8/12,13: "Der Weinstock wird seine Frucht geben, und das Land wird seinen Ertrag geben, und die Himmel werden ihren Tau geben, daher soll es geschehen, wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Völkerschaften, so werdet ihr ein Segen sein". Das Gegenteil trat ein, wenn sie andere Götter verehrten, denn alsdann bildeten sie nicht mehr Himmlisches und Göttliches vor, sondern Höllisches und Teuflisches. Deshalb war alsdann keine Fruchtbarkeit mehr und kein Ertrag, sondern Verzehrung und Verwüstung, gemäß folgenden Worten: 5. Mose 1/17: "Wenn ihr anderen Göttern dienet, so wird der Zorn Jehovahs gegen euch entbrennen; Er wird den Himmel verschließen, daß kein Regen ist und die Erde ihr Gewächs nicht gibt". 5. Mose 32/15,17,22: "Als Jeschurum fett wurde, schlug er hinten aus, und verließ Gott; sie opfern den Dämonen, den Göttern, die sie nicht kannten, daher ist ein Feuer angezündet in Meinem Zorn, und wird brennen bis zur untersten Hölle, und wird verzehren das Land und sein Gewächs". Aus diesem erhellt nun, was durch das Besäen des Landes und durch seinen Ertrag bezeichnet wird, wie auch der Grund dieser Bedeutung. Es erhellt auch, was durch dasselbe bezeichnet wird in folgenden Stellen: Ps.107/35-37: "Jehovah macht die Wüste zu einem Wassersee, und das Land der Dürre zu Wasserquellen. Er läßt die Hungrigen daselbst wohnen, daß sie Felder besäen, und Weinberge pflanzen, und die Frucht des Ertrages bringen". Ps.67/6-8: "Es werden Dir danksagen alle Völker, das Land wird geben seinen Ertrag, segnen wird uns Gott". 5. Mose 32/12,13: "Jehovah läßt einherfahren Sein Volk auf den Höhen des Landes, und speiset es mit dem Ertrag der Felder, läßt es Honig saugen aus den Klippen der Felsen, und Öl aus dem Gestein des Felsen". 9273. "Und einsammeln seinen Ertrag", 2. Mose 23/10, bedeutet das Gute des Wahren, das daraus hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von einsammeln, sofern es heißt, nach der Belehrung sich aneignen, denn wenn besäen bedeutet, in den Wahrheiten des Glaubens belehren und belehrt werden, wie gleich oben gezeigt wurde, dann heißt einsammeln, sich dasselbe aneignen. Die Aneignung geschieht, wenn die Wahrheiten, die Gegenstand der Lehre waren, zur Sache des Lebens werden. Wenn sie zur Lebenssache werden, dann werden sie Gutes des Wahren genannt; das ist es was hier durch den Ertrag bezeichnet wird. 9274. "Und im siebenten sollst du es ruhen und frei lassen", 2. Mose 23/11, bedeutet den zweiten Zustand, wenn der Mensch der Kirche im Guten ist, und dadurch in der Stille des Friedens. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Jahres oder des Sabbaths, sofern es den (Zustand) bezeichnet, wo der Mensch im Guten ist, und durch das Gute vom Herrn geführt wird, wovon Nr. 8495, 8510, 8890, 8893; aus der Bedeutung von "das Land ruhen lassen", oder es nicht besäen, sofern es heißt, nicht durch Wahrheiten, wie früher, geführt werden. Und aus der Bedeutung von "es frei lassen", sofern es heißt, in der Stille des Friedens sein. Daß der Sabbath auch wirklich das Vorbild war des Zustandes des Friedens, in dem Verbindung eintritt, sehe man Nr. 8494; denn durch das Ruhenlassen und Freilassen des Feldes oder des Feierns desselben wurde die Ruhe, die Stille und der Friede vorgebildet, der denen zuteil wird, die im Guten sind vom Herrn. Daß es zwei Zustände für den Menschen gibt, der wiedergeboren und eine Kirche wird, nämlich der erste, wenn er durch Wahrheiten des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit geführt wird, und der zweite, wenn er im Guten der Liebtätigkeit ist, sehe man Nr. 7923, 7992, 8505, 8506, 8512, 8513, 8516, 8539, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701, 8772, 9139, 9224, 9227, 9230. Daß der Mensch, der wiedergeboren und eine Kirche wird, in diese zwei Zustände kommt, war bisher unbekannt, weil der Mensch der Kirche nicht unterschieden hatte zwischen dem Wahren und dem Guten, somit auch nicht zwischen dem Glauben und der Liebtätigkeit. Ferner weil er die zwei Vermögen des Menschen, die der Verstand und der Wille sind, nicht genau ins Auge gefaßt hatte, daß nämlich der Verstand das Wahre und Gute sieht, und daß der Wille davon angeregt wird und es liebt. Aus diesem Grunde konnte er auch nicht wissen, daß der erste Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, darin besteht, daß er die Wahrheiten erlernt und sie sieht, und den anderen Zustand darin, daß er sie will und liebt, und daß sie dem Menschen nicht eher angeeignet sind, als bis er das will und liebt, was er gelernt und gesehen hat; denn der Wille ist der eigentliche Mensch, und der Verstand ist sein Diener. Wenn dies bekannt gewesen wäre, so hätte man auch wissen und wahrnehmen können, daß dem Menschen, der wiedergeboren wird, sowohl ein neuer Verstand als ein neuer Wille vom Herrn geschenkt wird, und daß er kein neuer (Mensch) ist, wofern er nicht mit beiden beschenkt ist; denn der Verstand ist nur das Sehen der Dinge, die der Mensch will und liebt, und daher ist er nur ein Diener. Hieraus folgt, daß der erste Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, von der Art ist, daß er durch Wahres zum Guten, und der andere Zustand, daß er durch das Gute geführt wird. Ferner folgt daraus, daß wenn er sich in diesem Zustand befindet, die Ordnung eine umgekehrte ist, und er alsdann vom Herrn geführt wird, mithin daß er alsdann im Himmel ist, und dadurch in der Ruhe des Friedens. Dieser Zustand ist es, der verstanden wird unter dem siebenten Tag und unter dem siebenten Jahr, wie auch unter dem Jubeljahr, d.h. unter dem Sabbath und unter dem Sabbath der Sabbathe, und auch unter dem, daß das Land alsdann ruhen sollte, gemäß den folgenden Worten: 3. Mose 25/3-5: "Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen, und sechs Jahre sollst du deinen Weinberg beschneiden, und seinen Ertrag einsammeln, aber im siebenten Jahr soll der Sabbath der Sabbath sein für das Land, ein Sabbath für Jehovah. Dein Feld sollst du nicht besäen, und deinen Weinberg nicht beschneiden, das von selbst Wachsende deiner Ernte sollst du nicht einernten". Und das Jubeljahr betreffend, 3. Mose 25/11,12: "Im Jubeljahr sollt ihr nicht säen, und weder ernten, was von selbst wächst, noch sollt ihr nicht ablesen die ungeschnittenen Weinstöcke". Wer nichts von diesen beiden Zuständen weiß, kann auch vieles, was im Worte vorkommt, nicht erkennen; denn im Worte, hauptsächlich im prophetischen, wird der eine und der andere Zustand mit genauer Unterscheidung beschrieben, ja er kann auch den inneren Sinn des Wortes nicht begreifen, und auch vieles nicht, was in seinem buchstäblichen Sinn vorkommt, z.B. das, was der Herr von der letzten Zeit der heutigen Kirche vorhergesagt hat, welche die Vollendung des Zeitlaufs genannt wird: Matth.24/16-18: "Alsdann sollen, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen; wer auf dem Hause (Dach) ist, soll nicht hinabgehen etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Feld ist, soll nicht umkehren, seine Kleider zu holen". Luk.17/31,32: "An jenem Tage soll, wer auf dem Hause (Dach) ist, und seine Geräte im Hause hat, nicht hinabgehen, sie zu holen; und wer auf dem Feld ist, soll ebenso nicht zurückkehren in das, was hinter ihm; gedenket an das Weib Lots": daß hier der zweite Zustand beschrieben wird, und daß man von diesem aus nicht zu dem früheren zurückgehen soll, sehe man Nr. 3650-3655, 5895, 5897, 8505, 8506, 8510, 8512, 8516. Daß diese Zustände unterschieden sind, deuten auch folgende Worte an: 5. Mose 22/8-12; 3. Mose 19/19: "Wenn du ein neues Haus machst, so sollst du ein Geländer machen für dein Dach. Du sollst deinen Weinberg und dein Feld nicht besäen mit mancherlei. Du sollst nicht pflügen mit einem Ochsen und mit einem Esel zugleich. Du sollst nicht anziehen ein Kleid von Wolle und Leinen zugleich gemengt": dadurch wird bezeichnet, daß wer im Zustand des Wahren, d.h. im ersten Zustand ist, nicht sein kann im Zustand des Guten, d.h. im zweiten Zustand, und so auch nicht umgekehrt. Der Grund ist, weil der eine Zustand die Umkehrung des anderen ist; denn im ersten Zustand blickt der Mensch von der Welt aus zum Himmel, im anderen aber blickt er vom Himmel aus auf die Welt. Im ersten Zustand nämlich geht das Wahre durch den Verstand in den Willen ein, und wird hier zum Guten, weil zur Sache der Liebe, im anderen Zustand aber geht vom Himmel das dadurch gewordene Gute durch den Willen in den Verstand, und erscheint hier in der Form des Glaubens. Dieser Glaube ist der seligmachende, weil er aus dem Guten der Liebe, d.h. durch das Gute der Liebe vom Herrn kommt, denn dieser Glaube ist die Liebtätigkeit in ihrer Form oder (Gestaltung). 9275. "Und es sollen essen die Dürftigen deines Volkes", 2. Mose 23/11, bedeutet die Verbindung durch das Gute der Liebtätigkeit mit denen, die in wenigen Wahrheiten sind, aber gleichwohl belehrt zu werden wünschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es eine Mitteilung und Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 2187, 3596, 5643, 8001; und aus der Bedeutung der Dürftigen, sofern sie diejenigen bezeichnen, die in wenigen Wahrheiten aus Unwissenheit sind und dennoch belehrt zu werden wünschen, wovon Nr. 9253; und aus der Bedeutung des Volkes, hier des Volkes Israel, sofern es die Angehörigen der Kirche vorbildet, wovon Nr. 4286, 6426, 6637, 8805. Hieraus erhellt, daß durch "es sollen essen die Dürftigen deines Volkes", die Verbindung der Kirche mit denen bezeichnet wird, die in wenigen Wahrheiten sind, gleichwohl aber belehrt zu werden wünschen. Es wird gesagt, Verbindung durch das Gute der Liebtätigkeit, weil dieses Gute verbindet, wovon im gleich folgenden Abschnitt. 9276. "Und ihr Übriggelassenes soll essen das Wild des Feldes", 2. Mose 23/11, bedeutet, durch diese (soll Verbindung) eintreten mit denjenigen, die in den Lustreizen des äußeren Wahren sind. Dies erhellt aus der Bedeutung ihres Übriggelassenen, nämlich der Dürftigen des Volkes, sofern es das bezeichnet, was sie zurückgelassen haben, somit was hinter ihnen ist. Hier aber, was durch sie (geschieht), weil von der Verbindung mit denen die Rede ist, die in wenigen Wahrheiten sind, und zwar mit denen, die in den Lustreizen des äußeren Wahren sind. Daß die Verbindung der Kirche mit diesen durch jene geschieht, wird man unten sehen. Aus der Bedeutung von essen, sofern es eine Mitteilung und Verbindung bezeichnet, wie Nr. 9275; und aus der Bedeutung des Wildes des Feldes, sofern es die bezeichnet, die in den Lustreizen des äußeren Wahren sind; denn die Tiere bezeichnen im Wort die Neigungen zum Wahren und Guten: die Tiere, die zum Kleinvieh gehören, die Neigungen zum inwendigen Wahren und Guten, und die Tiere, die dem Rindvieh angehören, die Neigungen zum äußeren Wahren und Guten. Die wilden Tiere aber solche Neigungen, die sich auf das äußerste Wahre beziehen, denn diese Neigungen sind im Vergleich mit den inwendigen Neigungen wild, weil es Neigungen zu sinnlichen Dingen sind, die Vergnügungen und Lüste genannt werden. Daß es aber mehr Lustreize des Wahren als des Guten sind, hat den Grund, weil das Sinnliche, das mit der Welt durch den Leib unmittelbare Gemeinschaft hat, kaum etwas vom geistigen Guten in sich hat, denn die fleischlichen und weltlichen Triebe haben hier hauptsächlich ihren Sitz. Daß die Tiere im Wort die Neigungen zum Wahren und Guten bezeichnen, sehe man Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 1823, 2180, 2781, 3218, 3519, 5198, 9090: daß die dem Kleinvieh angehörigen Tiere die Neigungen zum inwendigen Wahren und Guten bezeichnen, und die zum Rindvieh gehören, die Neigungen zum äußeren Wahren und Guten: Nr. 5913, 8937, 9135; daß das Sinnliche mit der Welt Gemeinschaft hat und das Äußerste bildet: Nr. 4009, 5077, 5089, 5094, 5125, 5128, 5767, 6183, 6201, 6310, 6311, 6313, 6315, 6318, 6564, 6598, 6612, 6614, 6622, 6624, 6844, 6845, 6948, 6949, 7442, 7693, 9212, 9216. Aus dem, was in diesen Abschnitten gezeigt wurde, kann man entnehmen, wie das Sinnliche des Menschen beschaffen ist im Vergleich mit dem Inneren desselben, daß es nämlich ist wie ein wildes Tier. In diesem Vers ist im inneren Sinne die Rede von denen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, sodann von denen, die in wenigen Wahrheiten sind, aber dennoch belehrt zu werden wünschen, endlich von denen, die in den Lustreizen des äußeren Wahren sind. Diese drei Gattungen von Menschen machen zusammen die Kirche aus. Die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind, bilden das Innere der Kirche, die aber in wenigen Wahrheiten sind und belehrt zu werden wünschen, somit die, welche in der Neigung zum Wahren aus dem Guten sind, bilden das Äußere der Kirche, die aber, die in den Lustreizen des äußeren Wahren sind, sind die Äußersten und bilden gleichsam den Umkreis und die Einschließung der Kirche. Die Verbindung des Himmels mit dem Menschengeschlecht, d.h. die Verbindung des Herrn durch den Himmel mit demselben, geschieht durch diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, somit durch das Gute der Liebtätigkeit, denn in diesem ist der Herr gegenwärtig. Der Herr ist nämlich dieses Gute selbst, weil es von Ihm ausgeht. Durch dieses Gute verbindet sich der Herr mit denen, die in der Neigung zum Wahren sind, denn die Neigung zum Wahren kommt vom Guten her, und das Gute ist vom Herrn; durch diese wiederum ist der Herr bei denen, die in den Lustreizen des äußeren Wahren sind, denn die Lustreize bei diesen kommen größtenteils aus der Selbst- und Weltliebe, und haben wenig vom geistig Guten in sich. Von solcher Art ist die Gemeinschaft des Himmels mit dem Menschen, d.h. so beschaffen ist die Gemeinschaft des Herrn durch den Himmel mit ihm, folglich ist auch die Verbindung so beschaffen. Daß die Gemeinschaft und Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht eine solche ist, erhellt daraus, daß von solcher Art der Einfluß bei einem jeden Menschen der Kirche ist (unter einem Menschen der Kirche wird derjenige verstanden, die im Guten der Liebtätigkeit ist und daher in den Wahrheiten des Glaubens vom Herrn, denn die Liebtätigkeit, aus welcher der Glaube stammt, ist die Kirche selbst beim Menschen, weil beide vom Herrn sind), denn der Herr fließt in dieses Gute ein, das sein Inwendiges ist, und durch dasselbe in die Neigung zum Wahren, das sein Äußeres ist, und durch diese Neigung in die Lustreize des äußeren Wahren, die im Äußersten sind. Wie es sich mit dem Menschen der Kirche im besonderen verhält, so verhält es sich auch mit der Kirche im allgemeinen, d.h. mit allen, welche die Kirche des Herrn zusammen bilden. Der Grund hiervon ist, weil die ganze Kirche vor dem Herrn wie ein Mensch ist; denn der Himmel des Herrn, mit dem die Kirche eins ausmacht, ist vor Ihm wie ein Mensch, wie man aus dem ersehen kann, was in betreff des Himmels als des Größten Menschen am Ende mehrerer Kapitel der Genesis, 1. Mose Kapitel 1 gezeigt wurde. Weil es so ist, so verhält es sich mit dem Menschen der Kirche ebenso, denn der Mensch der Kirche im besonderen ist ein Himmel, eine Kirche und ein Reich des Herrn im kleinsten Abbild. Mit der Kirche verhält es sich ferner wie mit dem Menschen selbst, insofern bei ihm zwei Quellen des Lebens sind, nämlich das Herz und die Lunge. Bekanntlich ist sein erstes Lebensorgan das Herz und sein zweites Lebensorgan die Lunge, und aus diesen beiden Quellen lebt alles und jedes, was im Menschen ist. Das Herz des Größten Menschen, d.h. des Himmels und der Kirche, bilden aber diejenigen, die in der Liebe zum Herrn sind und in der Liebe gegen den Nächsten, also abgesehen von den Personen die Liebe des Herrn und die Liebe des Nächsten. Die Lunge aber im Größten Menschen, d.h. im Himmel und in der Kirche, bilden diejenigen, die vom Herrn in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und daher im Glauben sind, somit abgesehen von den Personen die Liebtätigkeit und der Glaube vom Herrn. Aber die übrigen Eingeweide und Glieder in jenem Größten Menschen bilden diejenigen, die im äußeren Guten und Wahren sind, somit abgesehen von den Personen das äußere Gute und Wahre, durch welches das inwendige Wahre und Gute eingeführt werden kann. Wie nun das Herz zuerst in die Lunge einfließt, und durch diese in die Eingeweide und Glieder des Leibes, so auch der Herr durch das Gute der Liebe in die inneren Wahrheiten und durch diese in das äußere Wahre und Gute. Hieraus kann man ersehen, daß auf Erden durchaus eine Kirche sein muß, und daß ohne sie das Menschengeschlecht zugrunde gehen müßte, denn dann wäre es, wie ein Mensch, wenn er stirbt, d.h., wenn die Lunge und das Herz aufhören, sich zu bewegen. Aus diesem Grund wird vom Herrn vorgesehen, daß auf Erden immer eine Kirche sich befindet, wo der Herr geoffenbart ist durch das göttlich Wahre, das von Ihm kommt. Dieses göttlich Wahre ist auf unserer Erde das Wort. Daß es so ist, glaubt heutzutage kaum jemand, weil man nicht glaubt, daß alles Leben des Menschen durch den Himmel vom Herrn kommt, denn der Mensch meint, das Leben sei in ihm, und dieses könne bestehen ohne Zusammenhang mit dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, während doch diese Meinung eine grundfalsche ist. Hieraus wird nun klar, wie es zu verstehen ist, daß eine Verbindung durch das Gute der Liebtätigkeit besteht mit denen, die in wenigen Wahrheiten sind und doch belehrt zu werden wünschen, und durch diese mit denen, die in den Lustreizen des äußeren Wahren sind, was bezeichnet wird durch das "Ruhen- und Freilassen des Landes im siebenten Jahr, und daß alsdann die Dürftigen deines Volkes essen sollen, und ihr Übriggelassenes essen soll das Wild des Feldes". Aber über das oben Erwähnte sehe man, was früher gezeigt wurde, nämlich daß der Himmel vor dem Herrn wie ein Mensch sei, und daß ebendarum der Himmel der Größte Mensch heiße: Nr. 1276, 2996, 2998, 3624-3649, 3741-3751. 4218-4228, 2998, 3624-3649, 3741-3751, 4218-4228; ebenso die Kirche des Herrn, weil das Reich des Herrn auf Erden die Kirche ist, die eins macht mit dem Reich des Herrn in den Himmeln: Nr. 4060, 7396, 9216, daß der Mensch der Kirche ein Himmel und eine Kirche im besonderen sei: Nr. 1900, 1902, 3624-3631, 3634, 3884, 4292, 4523, 4524, 4625, 6013, 6057. Daß diejenigen, die in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten sind, das Gebiet des Herzens im Größten Menschen, und die, welche in der Liebtätigkeit und daher im Glauben vom Herrn sind, das Gebiet der Lunge bilden: Nr. 3635, 3883-3896. Daß alles Leben des Menschen durch den Himmel vom Herrn einfließe: Nr. 2536, 2706, 2886-2889, 2893, 3001, 3318, 3484, 3742, 3743, 4151, 5846, 5850, 5986, 6053-6058, 6189-6215, 6307-6327, 6466-6495, 6598-6626, 6982, 6985-6996, 7004, 7055, 7056, 7058, 7147, 7270, 7343, 8321, 8685, 8701, 8717, 8728, 9110, 9111, 9216. Daß ein Zusammenhang des Himmels mit dem Menschen stattfinde: Nr. 9216; und daß ohne eine Kirche auf Erden das Menschengeschlecht zugrunde gehen würde: Nr. 468, 637, 2853, 4545. 9277. "Also sollst du auch tun mit deinem Weinberg, und deinem Ölgarten", 2. Mose 23/11, bedeutet, so sei es mit dem geistig Guten und mit dem himmlisch Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weinberges, sofern er die geistige Kirche bezeichnet, wovon Nr. 1069, 9139, somit das geistig Gute, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, denn dieses Gute macht die geistige Kirche; und aus der Bedeutung des Ölgartens, sofern er die himmlische Kirche bezeichnet, somit das himmlische Gute, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, denn dieses Gute macht die himmlische Kirche. Was die geistige Kirche und ihr Gutes, und was die himmlische Kirche und ihr Gutes sei, sodann, was für ein Unterschied stattfindet, sehe man Nr. 2046, 2227, 2669, 2708, 2715, 2718, 2935, 2937, 2954, 3166, 3235, 3236, 3240, 3246, 3374, 3833, 3887, 3969, 4138, 4286, 4493, 4585, 4938, 5113, 5150, 5922, 6296, 6289, 6366, 6427, 6435, 6500, 6647, 6648, 7091, 7233, 7877, 7977, 7992, 8042, 8152, 8234, 8521. Daß der Ölgarten die himmlische Kirche und somit das himmlisch Gute bezeichnet, erhellt aus den Stellen im Wort, wo der Ölbaum genannt wird: 5. Mose 28/39,40: "Weinberge wirst du pflanzen und bauen, aber keinen Wein trinken und nicht einsammeln, weil es der Wurm fressen wird; Ölbäume wirst du haben in all deiner Grenze, aber mit Öl wirst du dich nicht salben, weil dein Ölbaum wird abgeschüttelt werden": hier ist die Rede vom Fluch, wenn andere Götter verehrt und die Satzungen und Rechte nicht gehalten werden. Ölbäume an allen Grenzen bezeichnen das Gute der himmlischen Liebe, das vom Herrn durch das Wort in der ganzen Kirche ist; mit Öl nicht gesalbt werden, bedeutet, dennoch nicht in diesem Guten sein. Abgeschüttelt wird der Ölbaum werden, bedeutet, jenes Gute werden zugrunde gehen. Micha 6/15: "Du wirst Oliven keltern, aber dich nicht mit Öl salben, und Most, aber du wirst keinen Wein trinken". Amos 4/9: "Geschlagen habe Ich euch mit Brand und Rost; eure meisten Gärten, und eure Weinberge, und eure Feigenbäume und eure Ölbäume haben die Raupen gefressen; und doch habt ihr euch nicht zu Mir bekehrt": Weinberge für Gutes des Glaubens, Ölbäume für Gutes der Liebe. Die Strafe für die Nichtannahme dieses Guten wird dadurch bezeichnet, daß die Ölbäume von der Raupe gefressen wurden. Hab.3/17: "Der Feigenbaum wird nicht blühen und kein Gewächs wird sein an den Weinstöcken, trügen wird die Arbeit des Ölbaums, und das Feld wird keine Speise bringen": Feigenbäume für das natürliche Gute, Weinstock für das geistig Gute, Ölbaumpflanzung für das himmlisch Gute, und Feld für die Kirche. Sach.4/3,11,14: "Zwei Ölbäume (standen) neben dem Leuchter, der eine zur Rechten des Ölkrugs und der andere zur Linken; das sind die zwei Söhne des reinen Öls, die da stehen neben dem Herrn des ganzen Landes": die zwei Ölbäume neben dem Leuchter bedeuten das himmlische und geistige Gute, das zur Rechten und zur Linken des Herrn ist; der Leuchter bezeichnet den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren. Richt.9/7-16: "Jotham sprach zu den Bürgern Sichems, die den Abimelech zum König gemacht hatten: Es gingen die Bäume, um einen König über sich zu salben, und sagten zum Ölbaum: Sei du König über uns; aber der Ölbaum sprach zu ihnen: Soll ich aufhören lassen meine Fettigkeit, die Gott und Menschen an mir ehren, und hingehen, um über den Bäumen zu schweben? Und die Bäume sagten zum Feigenbaum: Gehe du hin, sei König über uns; aber der Feigenbaum sprach zu ihnen: Soll ich aufhören lassen meine Süßigkeit und mein gutes Gewächs, und hingehen, um über den Bäumen zu schweben? Da sagten die Bäume zum Weinstock: Gehe du hin, sei König über uns; aber der Weinstock sprach zu ihnen: Soll ich aufhören lassen meinen Most, der Gott und Menschen fröhlich macht, und hingehen, um über den Bäumen zu schweben? Und alle Bäume sagten zum Dornstrauch: Gehe du hin und sei König über uns. Und der Dornstrauch sprach zu den Bäumen: Wenn ihr in Wahrheit mich zum König über euch salbet, so kommet und trauet in meinem Schatten; wo aber nicht, so gehe Feuer vom Dornstrauch aus und verzehre die Zedern Libanons": was dieses im einzelnen in sich schließt, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, was Ölbaum, Feigenbaum, Weinstock und Dornstrauch bedeutet. Der Ölbaum bedeutet das inwendige Gute der himmlischen Kirche, der Feigenbaum das äußere Gute dieser Kirche: Nr. 4231, 5113, der Weinstock das Gute der geistigen Kirche, der Dornstrauch aber das unechte Gute. Jene Worte schließen also in sich, daß das Volk, das hier die Bäume sind, nicht das himmlische Gute, noch das geistig Gute über sich herrschen lassen wollte, sondern das unechte Gute, und daß das Volk dieses lieber erwählte als jenes Gute. Das Feuer aus ihm bedeutet das Böse der Begierde, die Zedern Libanons, die es verzehren sollte, sind die Wahrheiten des Guten. Weil der Ölbaum das Gute der Liebe vom Herrn und zum Herrn bezeichnete, "darum wurden die Cherube in der Mitte des Hauses oder Tempels aus Ölbaumholz gemacht; ebenso die Türen zum Allerheiligsten": 1.Kön.6/23-33, denn die Cherube, wie auch die Türen des Allerheiligsten bedeuteten die Wache und die Vorsehung des Herrn, daß der Zugang zu Ihm nicht anders denn durch das Gute der himmlischen Liebe stattfinden soll, darum waren sie von Ölbaumholz. Hieraus kann man nun erkennen, woher es kommt, daß die Stiftshütte und der Altar mit Öl gesalbt wurden, wie auch die Priester und späterhin die Könige. Und warum Olivenöl zu den Lampen gebraucht wurde; denn das Öl bezeichnete das Gute der Liebe vom Herrn, man sehe Nr. 886, 3728, 4582, 4638; und die Salbung bedeutete, daß sie so den Herrn vorbilden sollten. 9278. "Sechs Tage sollst du deine Werke tun", 2. Mose 23/12, bedeutet den Zustand der Arbeit und des Kampfes, während man in den äußeren Lustreizen ist, die mit den inneren verbunden werden sollen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs Tagen, die dem siebenten vorausgehen, sofern sie den Zustand der Arbeit und des Kampfes bezeichnen, wovon Nr. 737, 900, 8510, 8888, 8975; die Arbeit und der Kampf alsdann werden durch die Werke bezeichnet, die man in jenen Tagen tun soll. Durch die Werke der sechs Tage und durch die Ruhe am siebenten Tag wird bezeichnet, was beim Menschen in seinem ersten und in seinem zweiten Zustand stattfindet, wenn er wiedergeboren wird, und auch das, was bei ihm stattfindet, wenn er wiedergeboren ist. Über den ersten und zweiten Zustand des Menschen, wenn er wiedergeboren wird, sehe man Nr. 9274, und über das, was bei ihm vorkommt, wenn er wiedergeboren ist: Nr. 9213. Dies geschieht zu dem Zweck, damit das Äußere mit dem Inneren verbunden werde. Es gibt nämlich einen äußeren Menschen, der auch der natürliche genannt wird, und es gibt einen inwendigen Menschen, welcher der geistige genannt wird. Der äußere Mensch hat Gemeinschaft mit der Welt, und der inwendige mit dem Himmel. Göttliche Ordnung ist es, daß der Himmel die Welt beim Menschen regiere, und nicht die Welt den Himmel bei ihm; denn wenn der Himmel den Menschen regiert, alsdann regiert ihn der Herr. Der Mensch ist aber in der Neigung geboren, die Welt und sich selbst mehr zu lieben als den Himmel und den Herrn, weil dies aber der göttlichen Ordnung entgegengesetzt ist, so muß es durch die Wiedergeburt umgekehrt werden. Dies geschieht, wenn das, was dem Himmel und dem Herrn angehört, mehr geliebt wird, als das, was der Welt und dem Ich angehört. Dies ist der Grund, warum der Mensch, der wiedergeboren ist, wie auch der, welcher im Himmel ist, abwechselnd einmal im Äußeren und ein andermal im Inneren ist; denn dadurch wird das Äußere so bestimmt und bereitet, daß es mit dem Inneren übereinstimmt, und daß es zuletzt diesem unterworfen wird. Wenn der Mensch im Äußeren ist, dann ist er in der Arbeit und im Kampf; denn er ist in einem Leben, das seine Weisheit aus der Welt hat, und in das von allen Seiten her die Höllen einfließen, die fortwährend das, was dem Himmel beim Menschen angehört, anzufechten, ja zu unterjochen suchen; aber der Herr beschützt und befreit ihn fortwährend. Daher nun die Arbeit und der Kampf, die durch die sechs Tage der Woche, worin die Werke getan werden sollen, bezeichnet werden. Wenn aber der Mensch im Inwendigen ist, dann hört, weil er im Himmel beim Herrn ist, die Arbeit und der Kampf auf, und er ist in der Stille des Friedens, während der auch die Verbindung geschieht. Das ist es, was durch den siebenten Tag bezeichnet wird. Daß das Inwendige des Menschen nach dem Bild des Himmels geschaffen ist und sein Äußeres nach dem Bild der Welt, und daß so der Mensch ein Himmel und eine Welt im Kleinen ist, somit nach der Redeweise der Alten ein Mikrokosmos, sehe man Nr. 6057; mithin ist es der göttlichen Ordnung gemäß, daß der Herr durch den Himmel die Welt beim Menschen regiert, und durchaus nicht umgekehrt. Von welcher Art die Arbeit und der Kampf ist, solange sich der Mensch im Äußeren befindet, läßt sich daraus erkennen, daß er alsdann in einem solchen Zustand ist, daß er durch die Welt erwarmt, für den Himmel aber kalt bleibt, wenn dieser ihm nicht wie die Welt erscheint, und daß er dadurch in einer solchen Verschattung ist, daß er nicht anders glauben kann, als daß das Äußere ins Innere einfließe und folglich das Auge aus sich sehe, und das Ohr aus sich höre, und daß die von ihnen wahrgenommenen Gegenstände die Gedanken hervorbringen und den Verstand bilden, und daher könne er aus sich glauben und aus sich Gott lieben; folglich von der Welt aus den Himmel sehen. Von dieser Täuschung kann er nicht wohl abgebracht werden, ehe er vom Äußeren ins Innere, und so in das Licht des Himmels erhoben ist; dann erst wird er inne, daß das, was der Welt bei ihm, und somit was dem Leibe und seinen Sinnen angehört, sieht und tätig ist durch den Einfluß aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, und ganz und gar nicht von sich. Hieraus erhellt, woher es kommt, daß der sinnliche Mensch glaubt, aus der Welt und aus der Natur komme sein ganzes Leben, und es gebe keine Hölle und keinen Himmel, und zuletzt auch, es sei kein Gott. Daß er folglich das Ganze der Kirche, soweit es ihn betrifft, verlacht, wohl aber es bestätigt, soweit es die Einfältigen betrifft, damit diese nicht nur von (weltlichen) Gesetzen abhängig, sondern auch in Banden des (Gewissens) sein mögen. Hieraus kann man erkennen, was es heißt im Äußeren und nicht zugleich im Inneren sein, daß der Mensch, wenn er im Äußeren ist, in Kälte und Verschattung ist, in Beziehung auf das, was dem Himmel und dem Herrn angehört. Desgleichen auch, welche (Menschen) in der Welt die Verständigen und Weisen sind, nämlich die, welche im Wahren und Guten der Kirche sind, weil diese weise sind aus dem Himmel; ferner welche die Toren und Narren sind, nämlich die, welche nicht im Wahren und Guten der Kirche sind, weil sie ihr Wissen nur von der Welt her haben. Und daß diejenigen unter ihnen, die durch weltliche Wissenschaften sich gegen das Wahre und Gute der Kirche begründet haben, größere Narren und Toren sind als die übrigen, obwohl sie sich verständiger und weiser dünken als die anderen, und diejenigen, die im Guten des Lebens nach den Wahrheiten der Lehre sind, Einfältige nennen, während doch die Einfalt dieser Weisheit ist in den in den Augen der Engel, und solche auch nach dem Tode in die Engelsweisheit vom Herrn erhoben werden. Daß es so ist, lehrt der Herr auch bei Matth.13/13,14: "Darum rede Ich durch Gleichnisse, weil sie mit sehenden Augen nicht sehen, und mit hörenden Ohren nicht hören, noch verstehen". Joh.14/17,19: "Ich werde senden den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht kann empfangen, weil sie ihn nicht sieht, und Ihn nicht kennt. In kurzer Zeit wird die Welt Mich nicht mehr sehen": daß die Welt den Geist der Wahrheit nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht, und ihn nicht kennt, bedeutet, sie werde den Herrn nicht mit dem Glauben des Herzens anerkennen, weil das Äußere, das der Welt angehört, (Ihn) verdunkeln werde. Wer betet Ihn daher heutzutage noch an als den Herrn des ganzen Himmels und der ganzen Erde (nach Matth.28/18), während doch alle, die in den Himmeln, somit im Inneren sind, den Herrn als ihren alleinigen Gott betrachten! 9279. "Aber am siebenten Tag sollst du feiern", 2. Mose 23/12, bedeutet den Zustand des Guten, wenn der (Mensch) im Inneren ist, und die Stille des Friedens alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages oder Sabbaths, sofern er (den Zustand) bezeichnet, wenn der Mensch im Guten ist, und durch das Gute vom Herrn geführt wird, wovon Nr. 8495, 8510, 8890, 8893; und aus der Bedeutung von feiern oder ruhen von den Werken, sofern es die Stille des Friedens bezeichnet, die alsdann eintritt. Über diesen Zustand sehe man, was oben gesagt und gezeigt wurde: Nr. 9274, 9278. Aber es soll auch mit wenigen Worten gesagt werden, warum der Mensch, wenn er im Guten ist, alsdann in seinem Inneren ist: Das Äußere des Menschen ist gebildet nach dem Bilde der Welt, das Inwendige aber nach dem Bilde des Himmels, man sehe Nr. 6057; deshalb nimmt auch das Äußere das auf, was der Welt angehört, das Inwendige aber das, was dem Himmel angehört. Daß Äußere, das der Welt angehört, wird beim Menschen nach und nach aufgeschlossen von Kindheit an bis zum Mannesalter, ebenso das Inwendige. Aber das Äußere wird aufgeschlossen durch das, was der Welt angehört, hingegen das Inwendige durch das, was dem Himmel angehört. Zwei (Vermögen) werden hierdurch aufgeschlossen, nämlich das Vermögen des Verstandes und das Vermögen des Willens. Das Verstandesvermögen wird aufgeschlossen durch das, was sich auf das Wahre bezieht, und das Willensvermögen durch das, was sich auf das Gute bezieht; denn alles im Universum, sowohl was in der Welt, als was im Himmel ist, bezieht sich auf das Wahre, und auf das Gute. Was sich auf das Wahre bezieht, wird Wißtümliches und Erkenntnisse genannt, was sich aber auf das Gute bezieht, nennt man Triebe und Neigungen. Hieraus erhellt, was und von welcher Art das ist, was das Leben des Menschen aufschließt. Was den inwendigen Menschen betrifft, der nach dem Bild des Himmels gebildet ist, so sind es die Erkenntnisse des Wahren und Guten des Glaubens vom Herrn, und daher auch des Glaubens an den Herrn, die sein Verstandesvermögen aufschließen, und Neigungen zum Wahren und Guten, die der Liebe vom Herrn, und daher auch der Liebe zum Herrn angehören, die sein Willensvermögen aufschließen, und folglich den Himmel bilden, somit den Herrn im Bilde bei ihm; denn der Himmel ist das Bild des Herrn. Daher kommt es, daß der Himmel der Größte Mensch heißt, man sehe Nr. 1276, 2996, 2998, 3624-3649, 3741-3751, 4218-4228; und daß der Mensch nach dem Bild des Himmels und nach dem Bild der Welt gebildet ist: Nr. 3628, 4523, 4524, 6013, 6057; und daß der wiedergeborene Mensch und der Engel ein Himmel und eine Kirche in kleinster Gestalt ist: Nr. 1900, 3624, 3634, 3884, 4040, 4041, 4292, 4625, 6013, 6057, 6605, 6626, 8989. Aus diesem kann erhellen, warum der Mensch, wenn er im Guten ist, alsdann auch im Inneren ist. Über die Aufschließung des Inwendigen und Äußeren des Menschen soll jedoch, nach göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, mehreres im Folgenden gesagt werden. 9280. "Auf daß dein Ochs und dein Esel ausruhe", 2. Mose 23/12, bedeutet die Ruhe für das äußere Gute und Wahre zugleich. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausruhen, wenn vom siebenten Tag oder Sabbath die Rede ist, sofern es die Stille des Friedens bezeichnet, wie Nr. 9279; und aus der Bedeutung des Ochsen, sofern er das äußere Gute, und des Esels, sofern er das äußere Wahre bezeichnet, wovon Nr. 2781, 9135, 9255. Daß die Tiere solche Triebe und Neigungen, die der Mensch mit ihnen gemein hat, bezeichneten, sehe man Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 776, 2179, 2180, 2781, 3218, 3519, 5198, 5913, 8937, 9090, 9135; und daß sie bei dem Opfern verwendet wurden, gemäß ihrer Bedeutung: Nr. 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519; und daß alle Dinge in der Welt in ihren drei Reichen Vorbildungen der geistigen und himmlischen Dinge des Reiches des Herrn waren: Nr. 1632, 1881, 2758, 2987-3003, 3213-3227, 3483, 3642-3649, 4939, 5116, 5427, 5428, 5477, 8211; daß überhaupt alles seine Entsprechungen hat: Nr. 2987-3003, 3213-3226, 3337-3352, 3472-3485, 3624-3649, 3745-3750, 3883-3896, 4039-4055, 4218-4228, 4318-4331, 4403-4420, 4523-4533, 4622-4634, 4652-4660, 4791-4806, 4931-4952, 5050-5062, 5171-5189, 5377-5396, 5552- 5573, 5711-5727, 8615. Dieses wurde hier zusammengestellt, damit man daraus ersehen könne, wie nicht nur alle Tiere, sondern auch alle Dinge in der Welt entsprechen, und den Entsprechungen gemäß geistige und himmlische Dinge vorbilden und bezeichnen, und zwar im höchsten Sinn göttliche Dinge, die dem Herrn angehören; daher auch, von welcher Art die alten Kirchen waren, die vorbildliche Kirchen hießen; daß nämlich in allen ihren heiligen Gebräuchen vorgebildet wurde, was dem Herrn und Seinem Reich, somit was der Liebe und dem Glauben an Ihn angehört; und daß dann der Himmel mit dem Menschen der Kirche durch solches verbunden wurde; denn das Inwendige stellte sich im Himmel dar. Auch das Wort des Herrn wurde zu diesem Zweck gegeben, denn in ihm entspricht und bezeichnet alles und jedes bis auf das kleinste Jota hinaus. Daher findet durch das Wort allein ein Zusammenhang des Himmels mit dem Menschen statt. Daß es so ist, weiß heutzutage niemand. Wenn daher der natürliche Mensch das Wort liest und forscht, wo denn das Göttliche in demselben verborgen liege, und wenn er es dann im Buchstaben, wegen der gemeinen Schreibart nicht findet, so fängt er zuerst an, es gering zu schätzen und nachher zu leugnen, daß es von Gott selbst vorgesprochen und durch den Himmel zum Menschen herabgesandt worden sei; denn er weiß nicht, daß das Wort göttlich ist vermöge des geistigen Sinnes, der nicht im Buchstaben erscheint, aber dennoch im Buchstaben liegt, und daß dieser Sinn im Himmel sich darstellt, wenn der Mensch es andächtig liest, und daß in diesem Sinn vom Herrn und von Seinem Reich gehandelt wird. Dieses Göttliche ist es, vermöge dessen das Wort göttlich ist, und durch das die Heiligkeit durch den Himmel aus dem Herrn bis in den buchstäblichen Sinn und in den Buchstaben selbst einfließt. Aber solange der Mensch nicht weiß, was das Geistige ist, kann er auch nicht wissen, was der geistige Sinn, somit auch nicht, was Entsprechung ist. Und solange der Mensch die Welt mehr als den Himmel und sich selbst mehr als den Herrn liebt, will er es auch nicht wissen, noch begreifen; während doch die Alten von daher alle ihre Einsicht, und auch die Engel von daher ihre Weisheit hatten. Die mystischen Geheimnisse, die viele Grübler im Wort zu erforschen vergeblich sich abmühten, liegen eben hier (im geistigen Sinn) allein verborgen. 9281. "Und sich erquicke der Sohn deiner Magd, und der Fremdling", 2. Mose 23/12, bedeutet den Lebenszustand derjenigen, die im Wahren und Guten sind außerhalb der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes der Magd, sofern er die bezeichnet, die in der Neigung zum äußeren Wahren sind; denn durch den Sohn wird das Wahre bezeichnet: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2813, 3373, 3704, 4257; und durch die Magd die äußere Neigung: Nr. 1895, 2567, 3835, 3849, 7780, 8993; und aus der Bedeutung des Fremdlings, sofern er die bezeichnet, die im Wahren und Guten der Kirche belehrt werden wollen, wovon Nr. 1463; 8007, 8013, 8196. Durch den Sohn der Magd und den Fremdling werden aber hier diejenigen bezeichnet, die außerhalb der Kirche sind, weil in den vorhergehenden Worten dieses Verses von denen, die innerhalb der Kirche sind, gehandelt wurde, darum werden diejenigen, die außerhalb der Kirche sind, durch die Söhne der Magd verstanden, und die nicht innerhalb der Kirche Geborenen durch die Fremdlinge, weil jene von geringerer Herkunft sind, und diese von einer anderen Abstammung. Und aus der Bedeutung von "sich erquicken", sofern es den Lebenszustand in betreff des Wahren und Guten des Glaubens bezeichnet. Sich erquicken (aufatmen, respirare) bedeutet aber diesen Lebenszustand, weil die Lungen, deren Geschäft das Atmen ist, dem Leben des Glaubens aus der Liebtätigkeit entsprechen, welches das geistige Leben ist: Nr. 97, 1119, 3351, 3635, 3883-3896, 9229. Der Mensch hat ein äußeres Atmen und ein inneres Atmen; das äußere ist aus der Welt, das innere aber aus dem Himmel. Wenn der Mensch stirbt, dann hört das äußere Atmen auf, aber das innere Atmen, das leise und nicht wahrnehmbar ist, solange er in der Welt lebt, dauert fort; dieses Atmen bildet sich ganz nach seiner Neigung zum Wahren, somit nach dem Leben seines Glaubens. Die aber, die in keinem Glauben sind, wie diejenigen, die in der Hölle sind, haben das Atmen nicht vom Inneren, sondern vom Äußeren her, somit in entgegengesetzter Weise. Wenn sie daher einer Engelsgesellschaft nahe kommen, wo ein Atmen vom Inneren aus stattfindet, so fangen sie an zu ersticken, und werden gleichsam Todesgestalten: Nr. 3893; deswegen stürzen sie sich jählings in ihre Hölle, wo sie ihr voriges Atmen, das dem Atmen des Himmels entgegengesetzt ist, wieder bekommen. Weil das Atmen dem Leben des Glaubens entspricht, darum wird auch das Leben des Glaubens durch die Seele bezeichnet: Nr. 9050, wegen der Beseelung, die das Atmen ist; und darum wird dasselbe auch Geist genannt, wie man auch sagt, nach Atem ringen (spiritum trahere), und den Geist aufgeben, und daher haben auch die Geister in der Grundsprache ihren Namen vom Wind, und werden im Wort mit dem Wind verglichen, wie Joh.3/8: "Der Wind weht, wo er will, und seine Stimme hörst du, du weißt aber nicht, woher er kommt, oder wohin er geht; so ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist". Hieraus erhellt auch, was es bedeute, daß der Herr, als Er nach der Auferstehung mit Seinen Jüngern redete, sie anhauchte und zu ihnen sagte: "Nehmet hin den Heiligen Geist": Joh.20/22. 9282. "Und alles, was Ich zu euch gesagt habe, sollt ihr halten", 2. Mose 23/13, bedeutet, die Gebote, Rechte und Satzungen solle man tun. Dies erhellt aus der Bedeutung von allem, was Jehovah zu ihnen gesagt hat, sofern es alles bezeichnet, was auf das Leben, auf den Gottesdienst und auf den bürgerlichen Stand sich bezieht. Was auf das Leben sich bezieht, wurde Gebote genannt, was auf den Gottesdienst, Satzungen, und was auf den bürgerlichen Stand, Rechte: Nr. 8972. Ferner aus der Bedeutung von halten oder beobachten, sofern es soviel ist als tun, denn durch das Tun werden sie beobachtet. Weil das, was zum Leben, zum Gottesdienst und zum bürgerlichen Stand gehört, nichts Wirkliches ist beim Menschen, solange es bloß in seinem Verstand ist, alsdann aber etwas bei ihm ist, wenn es im Willen (lebt), darum wird im Wort überall gesagt, man müsse es tun; denn das Tun ist Sache des Willens, aber das Wissen, Verstehen, Anerkennen und Glauben ist Sache des Verstandes; und dieses ist nicht wirklich beim Menschen, bevor es Sache des Willens wird, und existiert auch nicht bei ihm, bevor es Sache des Verstandes aus dem Willen wird. Das Sein des Menschen ist nämlich das Wollen, und das Dasein oder Existieren ist das aus jenem hervorgehende Anerkennen und Glauben. Was nicht in solcher Weise ist und existiert bei Menschen, ist ihm nicht angeeignet; es steht draußen, gleichsam noch nicht ins Haus aufgenommen; somit trägt es auch nichts zum ewigen Leben des Menschen bei; denn was nicht Sache des Lebens geworden ist, verschwindet im anderen Leben, und es bleibt bloß, was Herzenssache, d.h. was Sache des Willens und dadurch des Verstandes geworden ist. Weil es sich so verhält, wird im Wort überall gesagt, daß die Gebote und Satzungen getan werden sollen: 3. Mose 18/4,5: "Meine Rechte sollt ihr tun, und Meine Satzungen sollt ihr halten, so daß ihr darinnen wandelt; darum sollt ihr Meine Satzungen und Meine Rechte halten, denn wenn der Mensch sie tut, wird er durch sie leben"; sodann Matth.5/20; 7/24-27; 16/27; Joh.3/21 und gar oft anderwärts. 9283. "Und den Namen anderer Götter sollt ihr nicht erwähnen", 2. Mose 23/13, bedeutet, man solle nicht denken aus der Lehre des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er das Ganze des Glaubens und das Ganze des Gottesdienstes im Inbegriff bezeichnet, wovon Nr. 2724, 3237, 6887, 8274, 8882; hier das Ganze der Lehre des Falschen, weil durch andere Götter das Falsche bezeichnet wird: Nr. 4544, 7873, 8867; und aus der Bedeutung von erwähnen, sofern es heißt denken. Erwähnen bedeutet aber denken, weil das Erwähnen Sache des Mundes ist, und durch das, was Sache des Mundes ist, das bezeichnet wird, was dem Denken angehört. Der Grund ist, weil die Rede des Menschen aus dem Denken fließt; denn der Mensch hat ein redendes Denken und ein nicht redendes Denken. Das redende Denken ist dasjenige, mit dem die Rede eins ausmacht, das nicht redende Denken aber ist das, mit dem das redende Denken, und daher auch die Rede eins macht bei den Redlichen und Gerechten, aber nicht eins bei den Unredlichen und Ungerechten; denn das Denken ohne Rede ist das obere oder innere Verständige des Menschen, das aus seinem Willen selbst hervorgeht, das Denken mit Rede aber ist das untere oder äußere Verständige, das vom oberen oder inneren gebildet ist, um das, was dem Gerechten und Billigen, wie auch was dem Guten und Wahren gemäß ist, vor der Welt darzulegen oder zu heucheln. Hieraus erhellt, wie der redliche und gerechte Mensch beschaffen ist, und wie der unredliche und ungerechte Mensch, daß nämlich bei redlichen und gerechten der innere Mensch nach dem Bilde des Himmels gebildet ist, und der äußere nach dem Bilde der dem Himmel untergeordneten Welt: Nr. 9279; und daß beim unredlichen und ungerechten Menschen der innere Mensch nach dem Bild der Hölle gebildet ist, und der äußere nach dem Bild des der Hölle untergeordneten Himmels, denn durch den äußeren heuchelt er das, was des Himmels ist, und das Vernünftige, das aus dem Himmel stammt, wendet er an zur Beschönigung seiner Begierde und auch zur Täuschung (anderer). Hieraus erhellt, daß die Lebenszustände bei den Gerechten und Ungerechten im umgekehrten Verhältnisse stehen. 9284. "Und er soll nicht gehört werden von deinem Munde", 2. Mose 23/13, bedeutet, man solle nicht gehorchen mit irgendeiner Zustimmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt gehorchen, wovon Nr. 2542, 3869, 4652-4660, 5017, 7216, 8361; und aus der Bedeutung von "nicht in dem Munde sein", wenn von der Lehre des Falschen die Rede ist, die durch den Namen anderer Götter bezeichnet wird, sofern es heißt, nicht zustimmen. Daß der Name anderer Götter nicht erwähnt und nicht vom Munde aus gehört werden sollte, hatte seinen Grund darin, daß die himmlischen und göttlichen Dinge des Herrn durch alle Satzungen, Rechte und Gebote, die befohlen wurden, vorgebildet werden sollten. Sie wurden auch wirklich vorgebildet, solange sie Jehovah nannten und verehrten, denn alsdann war das Göttliche des Herrn und mit Ihm der Himmel gegenwärtig; wenn sie aber andere Götter nannten und verehrten, dann wurden höllische Dinge vorgebildet, denn alsdann waren Geister von den Höllen zugegen, die als Götter verehrt werden wollten, denn danach streben immerdar die, welche in den Höllen sind, weil die Triebe der Selbst- und Weltliebe bei ihnen herrschen; man sehe Nr. 3881. 9285. Vers 14-19: Dreimal sollst du Mir ein Fest feiern im Jahre. Das Fest des Ungesäuerten sollst du halten; sieben Tage sollst du Ungesäuertes essen, wie Ich dir geboten habe, zur bestimmten Zeit des Monats Abib, denn in demselben bist du aus Ägypten gezogen; und man soll nicht leer erscheinen vor Meinem Angesichte. Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Werke, die du gesät hast auf dem Felde, und das Fest der Einsammlung am Ausgang des Jahres, wenn du deine Werke eingesammelt hast vom Felde. Dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Herrn Jehovah. Du sollst nicht opfern über Gesäuertem das Blut Meines Opfers, und das Fett Meines Festes soll nicht über Nacht bleiben bis zum Morgen. Das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes; du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter. "Dreimal sollst du Mir ein Fest feiern im Jahr" bedeutet die fortwährende Verehrung des Herrn und die Danksagung wegen der Befreiung von der Verdammnis; "das Fest des Ungesäuerten sollst du halten" bedeutet die Verehrung und die Danksagung für die Reinigung vom Falschen; "sieben Tage" bedeutet den heiligen Zustand alsdann; "sollst du Ungesäuertes essen" bedeutet die Aneignung des vom Falschen gereinigten Guten; "wie Ich dir geboten habe" bedeutet nach den Gesetzen der Ordnung; "zur bestimmten Zeit des Monats Abib" bedeutet vom Anfang des neuen Zustands an; "denn in demselben bist du aus Ägypten gezogen" bedeutet die Befreiung von der Anfechtung durch Falsches; "und man soll nicht leer erscheinen vor Meinem Angesichte" bedeutet die Aufnahme des Guten aus Barmherzigkeit und die Danksagung; "und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Werke, die du gesät hast auf dem Felde" bedeutet die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Einpflanzung des Wahren im Guten; "und das Fest der Einsammlung am Ausgang des Jahres, wenn du deine Werke eingesammelt hast vom Felde" bedeutet die Verehrung aus Dankbarkeit für die Einpflanzung des Guten daher, somit für die Wiedergeburt und völlige Befreiung von der Verdammnis; "dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Herrn Jehovah" bedeutet die fortwährende Erscheinung und Gegenwart des Herrn, auch in den Wahrheiten, die dem Glauben angehören; "du sollst nicht opfern über Gesäuertem das Blut Meines Opfers" bedeutet die Verehrung des Herrn aus den Wahrheiten der Kirche solle mit Falschem aus dem Bösen nicht vermengt werden; "und das Fett Meines Festes soll nicht über Nacht bleiben bis zum Morgen" bedeutet das Gute des Gottesdienstes solle nicht aus dem Eigenen hervorgehen, sondern immer neu vom Herrn; "das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes" bedeutet, alles Wahre des Guten und alles Gute des Wahren sei heilig, weil vom Herrn allein; "du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter" bedeutet das Gute der Unschuld des nachherigen Zustandes solle nicht verbunden werden mit dem Wahren der Unschuld des früheren Zustandes. 9286. "Dreimal sollst du Mir ein Fest feiern im Jahr", 2. Mose 23/14, bedeutet die fortwährende Verehrung des Herrn und die Danksagung wegen der Befreiung von der Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von feiern oder ein Fest halten, sofern es die Verehrung des Herrn aus Dankbarkeit wegen der Befreiung von der Verdammnis bezeichnet, wovon Nr. 7093; und aus der Bedeutung von dreimal im Jahr, sofern es den vollen Zustand bis zum Ende bezeichnet; denn drei bedeuten das Volle vom Anfang bis zum Ende: Nr. 2788, 4495, 7715, 9198; und das Jahr eine ganze Periode: Nr. 2906, 7839, 8070. Hier also die vollständige und gänzliche Befreiung; denn durch das Fest des Ungesäuerten wird die Reinigung vom Falschen bezeichnet, aber durch das Fest der Ernte die Einpflanzung des Wahren im Guten, und durch das Fest der Einsammlung die Einpflanzung des Guten daher, somit die völlige Befreiung von der Verdammnis; denn wenn der Mensch vom Falschen gereinigt und hernach durch das Wahre in das Gute eingeführt, und endlich im Guten ist, dann ist er im Himmel beim Herrn, mithin ist er alsdann völlig befreit. Die aufeinanderfolgenden Stufen der Befreiung von der Verdammnis verhalten sich wie die aufeinanderfolgenden Stufen der Wiedergeburt, denn die Wiedergeburt ist die Befreiung von der Hölle, und die Einführung in den Himmel vom Herrn. Der Mensch, der wiedergeboren wird, wird nämlich zuerst vom Falschen gereinigt, hernach werden bei ihm die Wahrheiten des Glaubens eingepflanzt in das Gute der Liebtätigkeit, und zuletzt wird dieses Gute selbst eingepflanzt, und wenn dieses geschehen ist, dann ist der Mensch wiedergeboren und im Himmel beim Herrn. Deshalb wurde auch durch die drei Feste im Jahr die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Wiedergeburt bezeichnet. Weil zur fortdauernden Erinnerung daran jene Feste eingesetzt wurden, darum wird gesagt, die fortwährende Verehrung und Danksagung, denn was das Wichtigste des Gottesdienstes ist, soll fortwährend bestehen. Das fortwährend Bestehende ist aber das, was nicht bloß im Gedächtnis, sondern auch dem Leben selbst eingeschrieben ist, und alsdann wird gesagt, es herrsche unumschränkt im Menschen, man sehe Nr. 5949, 6159, 6571, 8853-8858, 8865. 9287. "Das Fest des Ungesäuerten sollst du halten", 2. Mose 23/15, bedeutet die Verehrung und die Danksagung für die Reinigung vom Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Festes, sofern es die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Befreiung von der Verdammnis bezeichnet, wovon Nr. 9286; und aus der Bedeutung des Ungesäuerten, sofern es die Reinigung vom Falschen bezeichnet, denn durch Sauerteig wird das Falsche bezeichnet, und daher durch das Ungesäuerte das vom Falschen gereinigte Gute: Nr. 2342, 8058. Über dieses Fest, das auch Passah genannt wurde, sehe man unten, Nr. 9292, 9294. 9288. "Sieben Tage", 2. Mose 23/15, bedeutet den heiligen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von 7, sofern es das Heilige bezeichnet, wovon Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268; und aus der Bedeutung der Tage, sofern sie Zustände bezeichnen, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672, 5962, 7680, 8426, 9213. 9289. "Sollst du Ungesäuertes essen", 2. Mose 23/15, bedeutet die Aneignung des vom Falschen gereinigten Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es eine Aneignung bezeichnet, wovon Nr. 3168, 3596, 4745; und aus der Bedeutung des Ungesäuerten, sofern es das vom Falschen gereinigte Gute vorbildet, wovon Nr. 9287. 9290. "Wie Ich dir geboten habe", 2. Mose 23/15, bedeutet nach den Gesetzen der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, wenn es vom Herrn geschieht, sofern es das von Ihm ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, denn dieses enthält und lehrt die Gebote des Lebens, und des Gottesdienstes. Dieses göttlich Wahre ist die Ordnung selbst in den Himmeln, und die Wahrheiten sind die Gesetze dieser Ordnung: Nr. 1728, 1919, 2258, 2447, 5703, 7995, 8700, 8988. Hieraus erhellt, daß durch "wie Ich dir geboten habe", ausgedrückt wird, gemäß den Gesetzen der Ordnung. 9291. "Zur bestimmten Zeit des Monats Abib", 2. Mose 23/15, bedeutet vom Anfang des neuen Zustands an, wie aus der Bedeutung des Monats Abib erhellt, sofern er den Anfang eines neuen Zustandes bezeichnet, wovon Nr. 8053. 9292. "Denn in demselben bist du aus Ägypten gezogen", 2. Mose 23/15, bedeutet die Befreiung von der Anfechtung durch Falsches. Dies erhellt aus dem, was vom Auszug der Söhne Israels aus Ägypten, Nr. 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7240, 7278, 7317, 8866, 9197 gesagt und gezeigt wurde. In diesen Abschnitten kann man sehen, daß durch den Aufenthalt der Söhne Israels in Ägypten die Anfechtung der Geistigen, d.h. derjenigen, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten, von den Höllengeistern, und ihre Beschützung vom Herrn, und durch ihren Auszug aus Ägypten die Befreiung von denselben bezeichnet wurde. Und daß um deswillen das Passah, welches das Fest des Ungesäuerten ist, eingesetzt wurde, worüber man sehe Nr. 7093, 7867, 7995. 9293. "Und man soll nicht leer erscheinen vor Meinem Angesichte", 2. Mose 23/15, bedeutet die Aufnahme des Guten aus Barmherzigkeit und die Danksagung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichtes, sofern es das Gute, die Barmherzigkeit und den Frieden bezeichnet, worüber Nr. 222, 223, 5585, 7599; und aus der Bedeutung von "nicht leer", oder "nicht ohne eine Gabe erscheinen", sofern es ein Zeugnis wegen der Aufnahme des Guten und die Danksagung bezeichnet, denn die Gaben, die dem Jehovah dargebracht wurden, bedeuteten das, was vom Menschen dem Herrn von Herzen dargebracht und vom Herrn angenommen wird. Es verhält sich mit den Gaben wie mit allen Handlungen des Menschen. Die Handlungen des Menschen sind nur Gebärden, und abgesehen vom Willen betrachtet sind sie bloß Bewegungen, die verschieden gebildet und gleichsam gegliedert sind, nicht unähnlich den Bewegungen einer Maschine, somit unbeseelt. Aber die Handlungen, zugleich mit dem Willen betrachtet, sind nicht solche Bewegungen, sondern Ausgestaltungen des Willens, die sich vor den Augen darstellen; denn die Handlungen sind nichts anderes, als die Bezeugungen dessen, was dem Willen angehört. Sie haben auch wirklich ihre Seele oder ihr Leben aus dem Willen, deshalb kann von den Handlungen das gleiche gesagt werden wie von den Bewegungen, daß nämlich in den Handlungen nichts lebe als der Wille, wie nichts in den Bewegungen (lebt), als das Streben. Daß es wirklich so ist, weiß auch der Mensch, denn wer verständig ist, achtet nicht auf die Handlungen der Menschen, sondern nur auf den Willen, aus dem, durch den und um deswillen die Handlungen hervortreten. Ja, wer weise ist, sieht kaum die Handlungen, sondern in ihnen die Beschaffenheit und das Maß des Willens. Ebenso verhält es sich mit den Gaben, daß nämlich der Herr in denselben den Willen ansieht. Daher kommt es, daß durch die dem Jehovah, d.h. dem Herrn dargebrachten Gaben solches bezeichnet wird, was dem Willen oder Herzen angehört. Der Wille des Menschen ist es, was im Wort das Herz genannt wird. Hieraus erhellt auch, wie es zu verstehen ist, daß jeder nach seinen Handlungen oder Werken sein Urteil empfangen werde im anderen Leben: Matth.16/27, nämlich nach dem, was seinem Herzen und daher seinem Leben angehört. Daß solches durch die dem Herrn dargebrachten Gaben bezeichnet wird, erhellt aus dem Worte: Ps.40/7,9: "Opfer und Gabe hast du nicht gewollt, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt; zu tun Deinen Willen, mein Gott, ist mein Begehren". 5. Mose 10/17: "Jehovah, euer Gott, Er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, Der die Person nicht ansieht, und nicht Geschenk nimmt". Matth.5/23,24: "Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dabei dich erinnerst, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda die Gabe vor dem Altar, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komme und bringe deine Gabe dar". Hieraus erhellt, daß die dem Herrn dargebrachten Gaben Bezeugungen dessen waren, was mit dem Herzen dargebracht wird und dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört. Sich mit dem Bruder versöhnen, bedeutet die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Matth.2/11: "Es kamen Weise aus dem Morgenlande und brachten dem Herrn, als Er geboren war, Gaben dar, Gold, Weihrauch und Myrrhe": durch Gold, Weihrauch und Myrrhe wird alles bezeichnet, was dem Guten der Liebe und dem Glauben an den Herrn angehört. Gold, was dem Guten der Liebe, Weihrauch, was dem Guten des Glaubens, und Myrrhe, was beidem im Äußeren angehört. Daß die Weisen aus dem Morgenlande jenes darbrachten, geschah aus dem Grunde, weil im Morgenland bei einigen von alten Zeiten her die Wissenschaft und Weisheit der Alten noch vorhanden war, die darin bestand, daß man in dem, was in der Welt und auf der Erde ist, himmlische und göttliche Dinge erkannte und sah; denn die Alten wußten wohl, daß alles entsprach und vorbildete und daher seine Bedeutung hatte, wie auch aus den ältesten Büchern und Denkmälern der Heiden erhellt. Daher kam es, daß sie wußten, daß Gold, Weihrauch und Myrrhe das Gute bedeuteten, das man Gott darbringen soll. Sie wußten auch aus den prophetischen Schriften, die der Alten Kirche angehörten (Nr. 2686), daß der Herr in die Welt kommen und daß ihnen dann ein Stern erscheinen werde, von dem auch Bileam weissagte, der ebenfalls zu den Söhnen des Morgenlandes gehörte: 4. Mose 24/17, man sehe Nr. 3762. Der Stern bezeichnet auch wirklich die Erkenntnisse des inwendigen Guten und Wahren, die vom Herrn sind: Nr. 2495, 2849, 4697. Ps.72/10,11: "Die Könige von Tharschisch und den Inseln werden Gaben bringen, die Könige von Scheba und Seba werden Geschenke darbringen, und anbeten werden alle Könige, und alle Völkerschaften werden Ihm dienen": dies ist in Beziehung auf den Herrn gesagt. Durch Gaben bringen und Geschenke darreichen wird das Gute der Liebe und des Glaubens bezeichnet, denn Tharschisch bezeichnet die Lehren der Liebe und des Glaubens: Nr. 1156, Scheba und Seba die Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 1171, 3240; Könige die Wahrheiten der Kirche: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; und die Völkerschaften das Gute der Kirche: Nr. 1159, 1258, 1259, 1260, 1416, 1849, 4574, 6005, 8771. Hieraus erhellt, was verstanden wird unter den Worten: "Es werden anbeten alle Könige, und alle Völkerschaften werden Ihm dienen". Jes.66/19,20: "Verkündigen werden sie Meine Herrlichkeit unter den Völkerschaften, dann werden sie alle eure Brüder aus allen Völkerschaften herbeibringen als Gabe dem Jehovah, auf Rossen, auf Wagen und auf Sänften, und auf Maultieren und auf Läufern (Dromedare), zum Berg Meiner Heiligkeit gen Jerusalem, gleichwie die Söhne Israels Gaben bringen in reinem Gefäße in das Haus Jehovahs": wer den inneren Sinn des Wortes nicht weiß, könnte glauben, daß dies von den Juden gesagt sei, und daß diese so nach Jerusalem von den Heiden gebracht werden sollten; aber es ist das Gute der Liebe und des Glaubens an den Herrn, das prophetisch so beschrieben und unter Gabe verstanden wird. Rosse, Wagen, Sänften, Maultiere und Läufer, auf denen sie gebracht werden sollen, bezeichnen das Verständige, die Lehren und das Wißtümliche des Wahren und Guten, wie aus ihrer Bedeutung erhellt, z.B. Rosse: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321, 6125, 6401, 6534, 8029, 8146, 8148; und aus der Bedeutung der Wagen: Nr. 5321, 3945, 8146, 8148, 8215; und aus der Bedeutung der Maultiere: Nr. 2781. Mal.3/3,4: "Er wird sitzen und das Silber schmelzen und läutern, und wird reinigen die Söhne Levis, Er wird sie läutern wie Gold und wie Silber, auf daß sie darbringen dem Jehovah Gaben in Gerechtigkeit. Alsdann wird dem Jehovah angenehm sein die Gabe Judas und Jerusalems wie in den Tagen der Vorzeit und wie in den früheren Jahren": weil durch die dem Jehovah dargebrachte Gabe das Gute der Liebe und des Glaubens bezeichnet wird, darum wird gesagt, daß sie dem Jehovah Gaben in Gerechtigkeit darbringen werden, und daß alsdann dem Jehovah die Gabe angenehm sein werde. Die Söhne Levis reinigen und sie läutern wie Gold und Silber, bedeutet die Reinigung des Guten und Wahren vom Bösen und Falschen. Söhne Levis sind die, die im Glauben und in der Liebtätigkeit sind, somit die Angehörigen der geistigen Kirche: Nr. 3875, 4497, 4502, 4503; Juda bedeutet das Gute der himmlischen Liebe, somit die, welche darinnen sind: Nr. 3654, 3881. 9294. "Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Werke, die du gesät hast auf dem Felde", 2. Mose 23/16, bedeutet die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Einpflanzung des Wahren im Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Festes, sofern es die Verehrung des Herrn und die Danksagung bezeichnet, wovon Nr. 9286, 9287; aus der Bedeutung der Ernte, sofern sie die Befruchtung des Wahren, somit seine Einpflanzung im Guten bezeichnet. Aus der Bedeutung der Erstlinge oder Anfänge der Werke, sofern sie das bezeichnen, was das letzte der Belehrung und das erste des Lebens ist, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung von säen, sofern es soviel ist, als belehren, worüber Nr. 9272; und aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, somit das Gute der Kirche, wovon Nr. 2971, 3500, 3766, 7502, 9139, 9141. Hieraus erhellt, daß durch das Fest der Ernte der Erstlinge der Werke, die du gesät hast auf dem Felde, die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Einpflanzung des Wahren im Guten bezeichnet wird. Daß dieses durch das Fest bezeichnet wird, erhellt aus dem, was Nr. 9286 gesagt wurde, daß nämlich drei Feste eingesetzt worden seien wegen der Befreiung des Menschen von der Verdammnis, somit wegen der Wiedergeburt; denn durch die Wiedergeburt wird der Mensch von der Hölle befreit und in den Himmel eingeführt, deshalb bedeutet das erste Fest, welches das Fest des Ungesäuerten hieß, die Reinigung vom Falschen. Dieses Fest aber (das Erntefest) bedeutet die Einpflanzung des Wahren in das Gute, und das dritte Fest die Einpflanzung des Guten; denn wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann erst wird er vom Falschen gereinigt, das aus dem Bösen der Selbst- und Weltliebestriebe kommt, was dadurch geschieht, daß er belehrt wird über das Böse, die Hölle und die Verdammnis, wie auch über das Gute, den Himmel und die ewige Seligkeit. Und daß er so vom Tun, Wollen und Denken des Bösen sich abhalten läßt. Ist der Boden in dieser Weise zubereitet, alsdann werden die Wahrheiten des Glaubens eingesät, denn diese werden früher nicht aufgenommen, sondern die Wahrheiten, die eingesät werden, müssen in das Gute eingepflanzt werden, weil sie sonst keinen Boden haben, noch irgendwo Wurzel fassen können. Sie werden aber in das Gute eingepflanzt, wenn der Mensch das Wahre will, es liebt und es tut. Dieser Zustand der Wiedergeburt oder Befreiung von der Verdammnis wird durch dieses Fest bezeichnet, welches das Fest der Ernte der Erstlinge der Werke genannt wird; denn die Ernte bezeichnet die Wahrheiten, die das Gute hervorbringen. Sind Wahrheiten dem Guten eingepflanzt, alsdann wird der Mensch nicht mehr durch Wahrheiten, sondern durch das Gute vom Herrn geführt, was geschieht, wenn er das Gute will und das Gute tut aus Neigung der Liebe, d.h. aus Liebtätigkeit. Dieser Zustand der Wiedergeburt oder Befreiung von der Verdammnis wird durch das dritte Fest bezeichnet, welches das Fest der Einsammlung genannt wird. Diese drei Feste wurden auch genannt das Passahfest, das Fest der Wochen, und das Laubhüttenfest, worüber man sehe: 2. Mose 34/18-22; 3. Mose Kapitel 23; 5. Mose Kapitel 16. Das gleiche, wie durch diese drei Feste, wurde vorgebildet durch die Ausführung der Söhne Israels aus Ägyptenland, durch ihre Einführung in das Land Kanaan und durch ihr Wohnen daselbst; denn durch die Ausführung der Söhne Israels aus Ägyptenland wurde das gleiche vorgebildet, wie durch das erste Fest, das Passah genannt wurde. Daß es wirklich so ist, kann man aus dem ersehen, was in Beziehung auf das Passah: Nr. 7093, 7867, 7995 gezeigt wurde; denn die Ausführung der Söhne Israels, wegen welcher dieses Fest eingesetzt wurde, bezeichnet die Befreiung der Angehörigen der geistigen Kirche vom Falschen, durch das sie angefochten wurden: Nr. 7240, 7317, 9197. Durch die Einführung der Söhne Israels ins Land Kanaan wurde aber dasselbe vorgebildet, wie durch dieses zweite Fest, welches das Fest der Erstlinge der Werke, wie auch das Fest der Wochen genannt wurde, nämlich die Einpflanzung des Wahren in das Gute; denn das Land Kanaan bedeutet die Kirche in Ansehung des Guten, somit das Gute der Kirche: Nr. 1607, 3038, 3481, 3686, 3705, 4240, 4447, 4517, 5136, 6516; und die Söhne Israels, abgesehen von den Personen, bedeuten die geistigen Wahrheiten: Nr. 5414, 5879, 5951. Durch das Wohnen der Söhne Israels im Lande Kanaan wurde dasselbe vorgebildet, wie durch das dritte Fest, welches das Fest der Einsammlung der Früchte des Landes und der Einsammlung aus Tenne und Kelter, sodann das Fest der Laubhütten genannt wurde, nämlich die Einpflanzung des Guten und dadurch das Leben im Himmel. Aus diesem erhellt nun, warum die drei Feste eingesetzt wurden, nämlich wegen der Ausführung des Menschengeschlechts, das ein neues Leben vom Herrn zu empfangen wünscht, aus der Hölle, und die Einführung desselben in den Himmel; und zwar vom Herrn durch Sein Kommen in die Welt. 9295. Daß dieses zweite Fest, welches das Fest der Ernte der Erstlinge der Werke, sodann der Erstlinge des Weizens, wie auch das Fest der Wochen genannt wurde, die Einpflanzung des Wahren in das Gute bezeichnet, erhellt aus der Einsetzung desselben, wovon es also heißt: 3. Mose 23/10-21; 5. Mose 16/9-12: "Sage zu den Söhnen Israels: Wenn ihr ins Land kommet, das Ich euch gebe, und erntet seine Ernte, so sollt ihr die erste Garbe der Erstlinge eurer Ernte zum Priester bringen, der die Garbe vor Jehovah weben (d.h. hin und her bewegen) soll zum Wohlgefallen an euch, am Tage nach dem Sabbath soll sie der Priester weben; und ihr sollt an diesem Tage ein junges Lamm darbringen zum Brandopfer; ferner eine Mincha (Speisopfer) und ein Trankopfer. Brot aber oder geröstete oder grüne Ähren sollt ihr nicht essen bis zu diesem Tag. Hernach sollt ihr für euch zählen, vom Tag an nach dem Sabbath, wo ihr die Webegarbe gebracht habt; sieben ganze Sabbathe sollen es sein; bis zum Tag nach dem siebenten Sabbath sollt ihr fünfzig Tage zählen und eine neue Gabe dem Jehovah darbringen, von euren Wohnungen her sollt ihr bringen das Webebrot, gesäuert soll es gebacken werden als Erstlinge dem Jehovah; außer dem Brot sollt ihr darbringen sieben Lämmer, einen jungen Farren und zwei Widder zum Brandopfer, mit ihrem Speisopfer und Trankopfer": Was dieses im einzelnen bedeutet, kann man eben nur aus dem inneren Sinn der Worte wissen. In diesem Sinn bedeuteten die Samen, die ins Feld gesät werden, die Wahrheiten des Glaubens, die dem Guten eingepflanzt werden; durch die Ernte wird das Reifende bezeichnet, wenn Gutes daraus hervorgeht; denn Weizen und Gerste bedeuten Gutes, und die Ähre, in der diese sind, bedeutet das Wahre, das so dem Guten beigesellt ist. Die Garbe bedeutet die Reihenfolge und Zusammenfassung dieses Wahren, denn die Wahrheiten sind in Bündeln geordnet. Das Weben bedeutet die Belebung, denn die Wahrheiten sind nicht lebendig beim Menschen, bevor sie im Guten sind. Der Priester, der die Garbe wob, d.h., der das Gute des Wahren belebte, bildete den Herrn vor, denn von Ihm kommt alles Leben. Daß dieses am Tag nach dem Sabbath geschah, bezeichnete das Heilige der Verbindung des Guten und Wahren. Daß man vorher kein Brot, keine gerösteten und keine grünen Ähren essen durfte, bedeutete, daß vorher kein Leben des Guten und keine Aneignung desselben (stattfinde). Brot bezeichnet das Gute der Liebe, die geröstete Ähre das Gute der Liebtätigkeit, die grüne Ähre das Gute des Wahren, und essen heißt aneignen. Daß von da an sieben Sabbathe gezählt werden sollten bis zum Fest, das am fünfzigsten Tag danach eintrat, bezeichnete die völlige Einpflanzung des Wahren in das Gute bis zum Anfang des neuen Zustandes. Das gesäuerte Brot, das alsdann dargebracht wurde, bezeichnete das alsdann noch nicht völlig gereinigte Gute, das Weben desselben bezeichnete die Belebung. Das Brandopfer von Lämmern, einem jungen Farren, Widdern, samt dem Speisopfern und den Trankopfern bezeichneten die Verehrung des Herrn aus der Beschaffenheit jenes Guten. Das ist es, was durch dieses Fest und durch das, was dabei beobachtet wurde, bezeichnet wird, und daraus wird klar, daß der zweite Zustand der Befreiung von der Verdammnis, das der Zustand der Einpflanzung des Wahren in das Gute war, bezeichnet wurde. Weil dieses Fest das Fest der Erstlinge der Ernte genannt wurde, so ist zu merken, was die Ernte im Wort bezeichnet: das Feld, auf dem die Ernte steht, bezeichnet im weiten Sinn das ganze Menschengeschlecht oder die ganze Welt; im weniger weiten Sinn die Kirche; im engeren Sinn den Menschen der Kirche, und in noch engerem das Gute, das im Menschen der Kirche ist, denn dieses nimmt die Wahrheiten des Glaubens auf, wie das Feld die Samen. Aus der Bedeutung des Feldes erhellt, was die Ernte bedeutet, nämlich im weitesten Sinn den Zustand des ganzen Menschengeschlechts in Ansehung der Aufnahme des Guten durch das Wahre; im weniger weiten Sinn den Zustand der Kirche in Ansehung der Aufnahme der Glaubenswahrheiten im Guten; im engeren Sinn den Zustand des Menschen der Kirche in Ansehung dieser Aufnahme, und in noch engerem Sinn den Zustand des Guten in Ansehung der Aufnahme des Wahren, somit die Einpflanzung des Wahren in das Gute. Hieraus kann man ersehen, was durch die Ernte in den folgenden Stellen bezeichnet wird: Matth.13/37-39: "Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen; das Feld ist die Welt; der Same sind die Söhne des Reiches, das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der sie sät, ist der Teufel; die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitlaufs; die Schnitter aber sind die Engel": der gute Same bedeutet die Wahrheiten des Glaubens vom Herrn; der Sohn des Menschen ist der Herr in Ansehung der Wahrheiten der Kirche; die Welt, die das Feld ist, bezeichnet das ganze Menschengeschlecht; die Söhne des Reichs, die der Same sind, bedeuten die Glaubenswahrheiten der Kirche; der Teufel, welcher der Feind ist und sie sät, ist die Hölle; die Vollendung des Zeitlaufs, die durch die Ernte bezeichnet wird, ist der letzte Zustand der Kirche in Ansehung der Aufnahme der Wahrheiten des Glaubens im Guten; die Engel, welche die Schnitter sind, bezeichnen die Wahrheiten vom Herrn. Daß solches durch jene Worte des Herrn bezeichnet wird, kann aus ihrem inneren Sinn erhellen, von dem mehrmals in den Erklärungen (die Rede war). Hieraus ergibt sich auch klar, wie der Herr, als Er in der Welt war, geredet hat, nämlich durch Bezeichnungen (d.h. durch bezeichnende Gleichnisse), und zwar deshalb, damit das Wort sich nicht nur für die Welt, sondern auch für den Himmel eignete. Joh.Offenb.14/15,16: "Ein Engel ging aus vom Tempel und schrie mit großer Stimme zu Dem, Der auf der Wolke saß: Sende Deine Sichel und ernte, denn gekommen ist für Dich die Stunde des Erntens, denn dürre geworden ist die Ernte der Erde; und Der auf der Wolke saß, sandte Seine Sichel auf die Erde und abgeerntet wurde die Erde": die Ernte bedeutet auch hier den letzten Zustand der Kirche in Ansehung der Aufnahme der Wahrheiten des Glaubens im Guten. Joel 1/9-11: "Es trauern die Priester, die Diener Jehovahs, verwüstet ist das Feld, traurig steht das Land, weil das Getreide verwüstet ist, vertrocknet ist der Most, matt ist das Öl, die Ackerleute sind zuschanden geworden, es heulen die Weingärtner ob dem Weizen und ob der Gerste, und daß zugrunde gegangen ist die Ernte des Feldes": hier wird die Verwüstung der Kirche in Ansehung des Glaubenswahren und des Guten der Liebtätigkeit durch solches beschrieben, was dem Feld, dem Weinberg und dem Ölgarten angehört; die Kirche selbst ist das Feld, und ihr letzter Zustand, der vom Herrn die Vollendung des Zeitlaufs genannt wurde, ist die Ernte. Joel 4/13: "Sendet die Sichel hin, denn reif geworden ist die Ernte; kommet, gehet hinab, denn voll ist die Kelter, die Seen laufen über, weil ihre Bosheit so groß ist": auch hier wird durch die Ernte die Vollendung des Zeitlaufs oder der letzte Zustand der verwüsteten Kirche beschrieben. Jerem.50/16: "Vertilget den Sämann aus Babel und den, der die Sichel ergreift zur Zeit der Ernte". Jerem.51/33: "Die Tochter Babels ist wie eine Tenne, es ist Zeit, sie zu dreschen; es ist noch ein Kleines, so kommt die Zeit der Ernte": die Zeit der Ernte bedeutet den letzten Zustand der Kirche daselbst. Jes.23/1-3: "Heulet, ihr Schiffe von Tharschisch, denn verwüstet ist Tyrus, so daß kein Haus mehr ist und niemand hineingeht, still sind die Bewohner der Insel, die Kaufleute Zidons, die durch das Meer fuhren und dich gefüllt haben, und durch viele Wasser herbeibrachten den Samen Sichors, die Ernte des Nil und ihren Ertrag, auf daß er wäre die Handelsware der Völkerschaften": die heiligen Dinge der Kirche, die hier beschrieben werden, kann man nur aus dem inneren Sinn erkennen. Jeder weiß, daß überall im Worte heilige Dinge des Himmels und der Kirche enthalten sind, und daß ebendarum das Wort heilig ist. Im Buchstabensinn ist an jener Stelle die Rede von der Handelsschaft Tyrus und Zidons, was nichts Heiliges wäre ohne einen inneren heiligen Sinn. Was es aber in diesem Sinn bedeutet, wird klar, wenn es erklärt wird: die Schiffe von Tharschisch bedeuten die Lehren des Wahren und Guten; Tyrus und Zidon bezeichnen die Erkenntnisse des Guten und Wahren; kein Haus ist da, daß niemand eingeht, bedeutet, es sei nichts Gutes mehr da, dem das Wahre eingepflanzt werden könnte; die Bewohner der Insel, die stille sind, bezeichnen das entferntere Gute; der Same Sichors ist das wißtümliche Wahre; die Ernte des Nils, sein Ertrag, ist das Gute desselben außerhalb der Kirche. 9296. "Und das Fest der Einsammlung am Ausgang (Ende) des Jahres, wenn du deine Werke eingesammelt hast vom Felde", 2. Mose 23/16, bedeutet die Verehrung aus Dankbarkeit für die Einpflanzung des Guten, somit für die Wiedergeburt und völlige Befreiung von der Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung des Festes, sofern es die Verehrung des Herrn und die Danksagung bezeichnet, worüber Nr. 9286, 9287, 9294, somit die Verehrung aus Dankbarkeit; aus der Bedeutung der Einsammlung, wenn es von der Einpflanzung des Wahren in das Gute gesagt wird, sofern sie die Einpflanzung des Guten selbst bezeichnet; aus der Bedeutung des Ausgangs des Jahres, sofern er das Ende der Werke bezeichnet; und aus der Bedeutung von "wenn du deine Werke eingesammelt hast vom Felde", sofern es den Genuß und Gebrauch alles dessen bezeichnet, was dem Guten eingepflanzt worden; denn durch die Werke wird nicht allein dasjenige bezeichnet, was dem Feld, sondern auch was dem Weinberg und dem Ölgarten angehört, somit was Früchte des Landes sind, wie aus der Beschreibung dieses Festes bei 5. Mose 16/13,15 erhellt: "Das Fest der Laubhütten sollst du halten sieben Tage, wenn du eingesammelt hast von deiner Tenne und von deiner Kelter, dann wird dich Jehovah, dein Gott, segnen in all deinem Ertrag und in allem Werk deiner Hände"; und anderwärts 3. Mose 23/39: "Am fünfzehnten Tage des siebenten Monats, wenn ihr die Frucht des Landes eingesammelt habt, sollt ihr feiern das Fest Jehovahs sieben Tage". Weil durch dieses Fest die Verehrung des Herrn aus Dankbarkeit für die Einpflanzung des Guten und so für die völlige Befreiung von der Verdammnis bezeichnet wird, so soll hier zuerst erklärt werden was die Einpflanzung des Guten sei: Schon früher wurde in mehreren Abschnitten gezeigt, daß der Mensch zwei Lebensvermögen hat, nämlich den Verstand und den Willen, und daß der Verstand bestimmt ist für die Aufnahme des Wahren, und der Wille für die Aufnahme des Guten. Denn zwei Dinge sind es, auf die alles, sowohl im ganzen Himmel, als in der ganzen Welt sich bezieht, nämlich das Wahre und das Gute. Hieraus wird auch klar, daß diese zwei Dinge das Leben des Menschen bilden, und daß das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit sein neues Leben bilden, wie auch daß es, wenn diese beiden dem Menschen nicht eingepflanzt worden sind, kein neues Leben hat. Wie das Wahre, das Sache des Glaubens ist, dem Menschen eingesät und eingepflanzt wird, ist in der Kirche bekannt, aber noch nicht recht bekannt ist, wie das Gute (eingepflanzt wird), das Sache der Liebtätigkeit ist. Solange der Mensch ein Kind ist, nimmt er das Gute vom Herrn auf, und dieses Gute ist das Gute der Unschuld, wie es die Kinder haben. Dieses Gute bildet den ersten Keim (den Anfang, initiamentum) des neuen Willens beim Menschen, und wächst mit dem zunehmenden Alter, je nach dem Leben der Unschuld mit den Gespielen, und gemäß dem Leben der Redlichkeit und des Gehorsams gegen die Eltern und Lehrer, mehr jedoch bei denen, die sich hernach wiedergebären lassen. Dies sieht der Herr voraus, und trägt auch Sorge dafür, gemäß dem Zustand des folgenden Lebens, denn der Herr sieht in jedem Augenblick das Böse voraus, das Gute aber sieht Er vor, und zwar vom ersten Beginn des Lebens an bis in Ewigkeit. Später, wenn der Mensch heranwächst, und aus sich zu denken anfängt, wird in dem Maß, als er von den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe eingenommen wird, jener neue Wille, oder vielmehr jener erste Keim eines neuen Willens verschlossen. In dem Maß aber, als er sich von jenen Lustreizen nicht einnehmen läßt, wird er aufgeschlossen, und auch vervollkommnet. Auf welche Weise er aber vervollkommnet wird, durch die Einpflanzung des Wahren, soll nun gesagt werden: Jener neue Wille, der aus dem Guten der Unschuld kommt, ist die Wohnung, durch die der Herr beim Menschen eingeht, und den Menschen zum Wollen des Guten und zum Tun des Guten aus dem Wollen heraus erregt. Dieser Einfluß wirkt in dem Maß beim Menschen, als er vom Bösen abläßt. Durch ihn hat er die Fähigkeit, zu wissen, wahrzunehmen, zu überlegen und zu verstehen das sittliche und bürgerliche Wahre und Gute gemäß dem Lustreiz, Nützliches zu leisten. Später aber fließt der Herr durch dieses Gute in die Wahrheiten der Lehre der Kirche ein, die beim Menschen sich vorfinden, und ruft aus dem Gedächtnis solche (Wahrheiten) hervor, die fürs Leben nutzdienlich sind, und pflanzt sie dem Guten ein, und vervollkommnet dieses. Daher kommt es, daß das Gute beim Menschen sich ganz nach dem Nutzzweck des Lebens richtet. Ist der Nutzzweck des Lebens für den Nächsten, d.h. für das Wohl des Mitbürgers, des Vaterlandes, der Kirche, des Himmels und für den Herrn, dann ist jenes Gute das Gute der Liebtätigkeit. Ist aber der Nutzzweck des Lebens bloß für das Ich und für die Welt, dann wird jener Keim oder Anfang des neuen Willens verschlossen, und unterhalb desselben bildet sich ein Wille aus dem Bösen der Selbst- und Weltliebe, und daher auch ein Verstand aus Falschem. Dieser Wille ist aber nach oben verschlossen und nach unten geöffnet, d.h. gegen den Himmel zu verschlossen und gegen die Welt hin offen. Hieraus erhellt, wie die Wahrheiten dem Guten eingepflanzt werden und dasselbe bilden, sodann auch, daß der Mensch, wenn er im Guten ist, im Himmel beim Herrn ist, denn wie oben gesagt wurde, der neue Wille, in dem das Gute der Liebtätigkeit (wohnt), ist die Wohnung des Herrn, mithin der Himmel beim Menschen; und der daraus hervorgehende neue Verstand ist gleichsam die Hütte, durch die der Eingang und Ausgang stattfindet. Solches wird im allgemeinen und im besonderen durch dieses Fest vorgebildet; welches das Fest der Einsammlung der Früchte des Landes und das Fest der Laubhütten hieß. Daß es wirklich so ist, ergibt sich aus der Einsetzung dieses Festes, worüber Folgendes gesagt wird: 3. Mose 23/39-44: "Am fünfzehnten Tage des siebenten Monats, wenn ihr die Frucht des Landes eingesammelt habt, sollt ihr feiern das Fest Jehovahs sieben Tage; am ersten Tag ist Sabbath, und am achten Tag ist Sabbath; und am ersten Tag sollt ihr euch nehmen die Frucht des edlen Baums, Palmzweige und Äste des dichten Baums und Bachweiden, und sollt fröhlich sein vor Jehovah, eurem Gott, sieben Tage; jeder Eingeborne Israels soll in Laubhütten wohnen; auf das eure (künftigen) Geschlechter es wissen, daß Ich die Söhne Israels habe in Laubhütten wohnen lassen, da Ich sie aus Ägyptenland ausführte". 5. Mose 16/13-16: "Das Fest der Laubhütten sollst du halten sieben Tage, wenn du eingesammelt hast von der Tenne und von deiner Kelter; fröhlich sollst du sein an diesem Fest, du, dein Sohn und deine Tochter, und dein Knecht, und deine Magd, und der Levit, und der Fremdling, und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren sind; ja ganz fröhlich sollst du sein". Daß der Zustand des Guten, das durch das Wahre vom Herrn eingepflanzt ist, somit der Zustand des Himmels beim Menschen durch dieses Fest vorgebildet wurde, ergibt sich aus dem inneren Sinn von allem, was hier erwähnt wird; denn in diesem Sinne wird "durch den fünfzehnten Tag des siebenten Monats" das Ende des vorigen Zustands und der Anfang des neuen Zustands bezeichnet; daß der fünfzehnte diese Bedeutung hat, sehen man Nr. 8400, und auch der siebente: Nr. 728, 6508, 9228; durch die "Frucht des Landes", die alsdann eingesammelt worden ist, wird das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet: Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847, 3146, 7690, 7692; das gleiche durch die "Einsammlung aus der Tenne und Kelter": denn das Getreide, das von der Tenne kommt, bedeutet das Gute des Wahren, Nr. 5295, 5410; der Wein, der von der Kelter kommt, bedeutet das Wahre aus dem Guten, Nr. 6377, und das Öl, das auch von der Kelter kommt, bedeutet das Gute, aus dem das Wahre hervorgeht, Nr. 886, 3728, 4552, 4638; durch den "Sabbath am ersten Tag" und durch den "Sabbath am achten Tag" wird die Verbindung des Wahren mit dem Guten und gegenseitig des Guten mit dem Wahren bezeichnet. Daß der Sabbath die Verbindung des Wahren und Guten bezeichnet, sehe man Nr. 8495, 8510, 8890, 8893, 9274; der achte Tag wurde auch Sabbath genannt aus dem Grunde, weil durch den achten der Anfang des neuen Zustandes bezeichnet wurde: Nr. 2044, 8400; durch die "Frucht des edlen Baums, den sie am ersten Tagen nehmen sollten", wurde die festliche Stimmung und Freude wegen des eingepflanzten Guten bezeichnet, weshalb folgt: "ihr sollt fröhlich sein vor Jehovah"; durch die "Palmzweige" die inneren Wahrheiten dieses Guten: Nr. 8369; durch die "Äste des dichten oder verflochtenen Baums" das äußere oder wißtümliche Wahre des Guten: Nr. 2831, 8133; und durch die "Bachweiden" das noch mehr äußerliche Wahre, das dem Sinnlichen des Leibes angehört; durch die "Laubhütten, in denen sie sieben Tage wohnen sollten", wird das Heilige der Liebe vom Herrn und der Gegenliebe zum Herrn bezeichnet: Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3312, 3391, 4391, 4599, und daß es das Heilige der Vereinigung ist: Nr. 8666; durch den "Eingebornen Israels" werden die bezeichnet, die im Guten der Liebtätigkeit sind, somit auch im abgezogenen Sinn dieses Gute selbst: Nr. 3654, 4598, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833, 6426, 7957; durch die "Fröhlichkeit aller allsdann" wurde die Freude bezeichnet, wie sie diejenigen haben, die im Guten vom Herrn sind, somit wie sie (die Engel) im Himmel haben; denn wer im Guten der Liebtätigkeit ist vom Herrn, der ist im Himmel beim Herrn; das ist es, um dessen willen jenes Fest (eingesetzt wurde). 9297. "Dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Herrn Jehovah", 2. Mose 23/17, bedeutet die fortwährende Erscheinung und Gegenwart des Herrn, auch in den Wahrheiten des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dreimal im Jahr", sofern es das Vollständige und Fortdauernde bezeichnet, worüber Nr. 4495, 9198, aus der Bedeutung von erscheinen, sofern es ein Sichtbarwerden und eine Gegenwart bezeichnet, wovon Nr. 4198, 5975, 6893; aus der Bedeutung der Mannsleute, sofern sie das Wahre des Glaubens bezeichnen, worüber Nr. 2046, 7838; und aus der Bedeutung des Angesichtes, wenn es auf Jehovah, d.i. den Herrn, sich bezieht, sofern es das göttlich Gute der göttlichen Liebe oder die Barmherzigkeit bezeichnet, worüber Nr. 222, 223, 5585, 7599. Und weil das göttlich Gute der göttlichen Liebe Jehovah oder der Herr selbst ist, darum wird durch das Erscheinen vor dem Angesicht des Herrn Jehovah dasselbe bezeichnet, wie durch gesehen werden vom Herrn. Es ist auch wirklich der Herr, Der den Menschen sieht und Sich bei ihm darstellt, und macht, daß er Ihn sieht; somit sieht der Mensch den Herrn nicht aus sich, sondern aus dem Herrn in ihm. Wie es zu verstehen ist, daß eine fortwährende Erscheinung und Gegenwart des Herrn auch in den Wahrheiten des Glaubens sei, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Die Gegenwart des Herrn bei dem Menschen ist in dem Guten bei ihm, weil das Gute sein Leben macht, nicht aber das Wahre, außer sofern es aus dem Glauben (hervorgeht); daher kommt es, daß, wie Nr. 9296 gesagt wurde, die Wohnung des Herrn im Guten der Unschuld beim Menschen ist. Wenn daher der Mensch wiedergeboren ist, dann ist der Herr nicht nur im Guten bei ihm gegenwärtig, sondern auch in den Wahrheiten, die aus dem Guten sind, denn die Wahrheiten haben alsdann Leben aus dem Guten, und sind das Gute in der Gestaltung (oder Form), durch welche die Beschaffenheit des Guten wahrgenommen werden kann. Diese Wahrheiten sind es, die den neuen Verstand des Menschen machen, der eins ausmacht mit seinem neuen Willen; denn wie früher gesagt wurde, alles bezieht sich auf das Wahre und auf das Gute; und der Verstand des Menschen ist für die Wahrheiten bestimmt, aber der Wille für das Gute, aus dem die Wahrheiten (hervorgehen). Hieraus erhellt, wie es zu verstehen ist, daß alsdann die Erscheinung und Gegenwart des Herrn auch in den Wahrheiten des Glaubens sei. Das ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß dreimal im Jahr alle Mannsleute vor dem Angesicht des Herrn Jehovah erscheinen sollten; daher wird gesagt, "die Mannsleute sollen erscheinen", weil durch die Mannsperson das Wahre des Glaubens bezeichnet wird; und darum wird gesagt "vor dem Angesicht des Herrn Jehovahs", weil durch Jehovah das göttliche Sein bezeichnet wird, und durch den Herrn das göttliche Dasein aus dem Sein. Daher ist das Sein beim Menschen das Gute und das Dasein aus demselben das Wahre. In der Kirche sagt man, der Glaube sei vom Herrn, aber es ist zu merken, daß nur der Glaube, der aus der Liebtätigkeit stammt, vom Herrn ist, nicht aber der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube; denn dieser Glaube ist von dem Eigenen und wird ein Beredungsglaube genannt, von dem in der Lehre von der Liebtätigkeit und vom Glauben vor dem folgenden Kapitel die Rede sein wird. Der Mensch kann wissen, ob der Glaube bei ihm vom Herrn sei oder von ihm selbst. Wer von den Wahrheiten angeregt wird bloß um des Rufes der Gelehrsamkeit willen, um Ehrenstellen und Vermögen zu erlangen, nicht aber, um Gutes zu wirken für das Leben, der ist in einem Beredungsglauben, der von ihm selbst stammt und nicht vom Herrn. Auch hat das Glaubenswahre eine theoretische und eine praktische Seite. Wer auf das Theoretische sieht um des Praktischen willen und jenes in diesem sieht, und daher aus der Verbindung beider die nützliche Wirkung für das Leben (im Auge hat), und von jenem und diesem um dieses Zweckes willen angeregt wird, der ist im Glauben vom Herrn. Der Grund ist, weil der Nutzen für das Leben, den er zum Zweck hat, das Gute bei ihm ist und nach dem Nutzzweck des Lebens alles sich bildet. Die Wahrheiten des Glaubens sind es, durch welche die Bildung vor sich geht. Daß es so ist, kann man augenscheinlich an denen sehen, die im anderen Leben sind. Alle, so viele ihrer auch in demselben sind, werden in den Zustand ihres Guten oder auch in den Zustand ihres Bösen versetzt, somit in die Nutzwirkung ihres Lebens, die ihr Zweck war, d.h. das, was sie über alles geliebt hatten und was daher ihre eigentliche Lebenslust gewesen war. In diesen Zustand werden alle versetzt. Die Wahrheiten oder Falschheiten, die eins ausmachten mit jener Nutzwirkung, bleiben, und es werden noch viele hinzugenommen, die sich mit den vorigen verbinden und so die Nutzwirkung vervollständigen, und bewirken, daß diese Nutzwirkung in ihrer eigentlichen Form erscheint. Daher kommt es, daß die Geister und Engel Gestaltungen oder Formen ihres Nutzzweckes sind; die bösen Geister Gestaltungen ihres bösen Nutzzweckes, und diese sind in der Hölle; aber die guten Geister oder Engel Gestaltungen ihres guten Nutzzweckes, und diese sind im Himmel. Daher kommt es auch, daß die Geister sogleich bei ihrer Gegenwart erkannt werden, von welcher Art sie sind, die Wahrheiten des Glaubens aus ihrem Angesicht und seiner Schönheit in Ansehung der Form, und das Gute selbst, das ihr Nutzzweck ist, aus dem Feuer der Liebe bei ihnen, das die Schönheit belebt, wie auch aus der Sphäre, die aus ihnen hervorströmt. Hieraus kann wiederum erhellen, was die Gegenwart des Herrn in den Wahrheiten des Glaubens bedeutet. 9298. "Du sollst nicht opfern über Gesäuertem das Blut Meines Opfers", 2. Mose 23/18, bedeutet die Verehrung des Herrn aus den Wahrheiten der Kirche soll nicht vermengt werden mit Falschem aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von opfern und des Opfers, sofern es die Verehrung des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 922, 923, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519, 6905, 8680, 8936; aus der Bedeutung des Gesäuerten, sofern es das Verfälschte und das Falsche aus dem Bösen bezeichnet, wovon Nr. 2342, 7906, 8051, 8058; und aus der Bedeutung des Blutes, sofern es das Wahre aus dem Guten, somit das Wahre der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 4735, 6978, 7317, 7326, 7846, 7850, 7877, 9127. Hieraus erhellt, daß durch "du sollst nicht opfern über Gesäuertem das Blut Meines Opfers" bezeichnet wird, die Verehrung des Herrn aus den Wahrheiten der Kirche solle nicht vermengt werden mit Falschem aus dem Bösen. Was das Falsche aus dem Bösen und das Falsche aus dem Nichtbösen ist, sehe man Nr. 1679, 2408, 4729, 6359, 7272, 8298, 9258. Die Wahrheiten aus dem Guten, das die Wahrheiten der Kirche sind, dürfen aber nicht vermengt werden mit Falschem aus dem Bösen aus dem Grund, weil sie durchaus nicht zusammenstimmen, denn es sind Gegensätze, durch die ein Zusammenstoß entsteht, infolgedessen entweder das Gute zugrunde gehen, oder das Böse zerstreut werden muß; denn das Gute ist aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, und das Böse aus der Hölle. Es gibt zwar auch Wahrheiten bei den Bösen und auch Falsches bei den Guten, aber die Wahrheiten bei den Bösen werden nicht vermengt mit dem Falschen aus dem Bösen bei ihnen, solange sie bloß im Gedächtnis sind, und als Mittel zum Bösen dienen, denn so lange sind sie ohne Leben. Wenn aber die Wahrheiten verfälscht werden zur Beschönigung des Bösen, was auch durch eine verkehrte Auslegung geschieht, dann werden sie vermengt, wodurch eine Entweihung des Wahren entsteht. Von welcher Art diese ist, sehe man Nr. 1008, 1010, 1059, 1327, 1328, 2051, 2426, 3398, 3399, 3402, 3489, 4601, 6348, 6959, 6960, 6963, 6971, 8394, 8943, 9188. Daß es verboten war, über Gesäuertem zu opfern, ergibt sich aus dem folgenden Gesetz, in Beziehung auf die Mincha (das Speisopfer), die zugleich mit dem Schlachtopfer auf dem Altar verbrannt wurde, wovon es 3. Mose 2/11 also heißt: "Keine Mincha, die ihr dem Herrn bringen werdet, soll gesäuert gemacht werden, und weder von Sauerteig, noch von Honig sollt ihr dem Jehovah eine Feuerung anzünden". Aus diesem erhellt, daß die Entweihung des Wahren durch dieses Gesetz bezeichnet wird; darum wird auch gesagt: "Blut des Opfers", nicht Opfer, weil das Blut das Wahre aus dem Guten bedeutet. 9299. "Und das Fett Meines Festes soll nicht über Nacht bleiben bis zum Morgen", 2. Mose 23/18, bedeutet, das Gute des Gottesdienstes solle nicht aus dem Eigenen (hervorgehen), sondern immer neu vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "über Nacht bleiben", sofern es das bezeichnet, was aus dem Eigenen stammt, denn durch Nacht wird im Wort das Böse und Falsche bezeichnet: Nr. 221, 709, 6000, 7776, 7851, 7870, 7947; somit auch das Eigene, weil das Eigene des Menschen nichts als Böses und Falsches ist: Nr. 210, 215, 694, 874, 875, 876, 987, 1023, 1044, 4318, 5660, 5786, 8480. Aus der Bedeutung des Fettes oder der Fettigkeit, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 353, 5943, hier das Gute der Liebe im Gottesdienst, weil gesagt wird das Fett des Festes, denn das Fest bedeutet den Gottesdienst: Nr. 9286, 9287, 9294; und aus der Bedeutung des Morgens, sofern er den Herrn und Sein Kommen bezeichnet, wie aus dem erhellen kann, was in betreff des Morgens gezeigt wurde: Nr. 2405, 2780, 5962, 8426, 8427, 8812; daher wird hier, wo vom Guten des Gottesdienstes, das nicht aus dem Eigenen stammt, gehandelt wird, durch Morgen bezeichnet, daß es immer neu vom Herrn (hervorgehe). 9300. "Das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes", 2. Mose 23/19, bedeutet, alles Wahre des Guten und alles Gute des Wahren sei heilig, weil vom Herrn allein. Dies erhellt aus der Bedeutung der Erstlinge des Bodens, die bezeichnen, daß das Gute und Wahre der Kirche dem Herrn allein zuerkannt werden soll; daß die Erstlinge dies bedeuten, sehe man Nr. 9223, und daß der Boden die Kirche bezeichnet: Nr. 566, 1068. "Das Erste der Erstlinge" wird gesagt, weil dieses die Hauptsache sein muß; denn das Gute und Wahre hat sein Leben vom Herrn, und dann erst hat es Leben vom Herrn, wenn es Ihm zuerkannt wird; ferner aus der Bedeutung von "ins Haus Gottes bringen", sofern es heißt zum Herrn (bringen), auf daß es heilig sei. Daß das Haus Gottes den Herrn bedeutet, sehe man Nr. 3720, und daß alles Heilige vom Herrn ist: Nr. 9229; woraus erhellt, daß durch "das Erste der Erstlinge deines Bodens sollst du bringen in das Haus deines Gottes" bezeichnet wird, alles Wahre des Guten und (alles) Gute des Wahren sei heilig, weil vom Herrn allein. Wahres des Guten und Gutes des Wahren wird gesagt, weil beim Menschen, der wiedergeboren wird, und mehr noch bei ihm, wenn er wiedergeboren ist, das Wahre dem Guten angehört und das Gute dem Wahren; denn die Wahrheiten machen das Leben des Verstandes und das Gute das Leben des Willens. Und beim wiedergeborenen Menschen bilden Verstand und Willen ein Gemüt, und stehen in wechselseitiger Gemeinschaft: Die Wahrheiten, die dem Verstand angehören, mit dem Guten, das dem Willen, und das Gute, das dem Willen angehört, mit den Wahrheiten, die dem Verstand (angehören). Sie fließen ineinander ein, kaum anders als das Blut aus dem Herzen in die Lungen, und von da aus wieder ins Herz, und hernach aus dem linken Herzen in die Arterien, und von diesen durch die Venen wieder ins Herz. Eine solche Vorstellung kann man sich machen von der wechselseitigen Einwirkung des Guten und Wahrem beim Mensch, von seinem Verstand auf den Willen, und von seinem Willen auf den Verstand. Daß man sich ganz besonders aus den Lungen und dem Herzen eine Vorstellung vom wechselseitigen Verkehr des Wahren des Glaubens und des Guten der Liebtätigkeit im Verstand und Willen bilden kann, kommt daher, weil die Lungen den Wahrheiten entsprechen, die Sache des Glaubens sind, und das Herz dem Guten, das Sache der Liebe ist: Nr. 3635, 3883-3896. Daher kommt es auch, daß durch das Herz im Wort das Leben des Willens, und durch die Seele das Leben des Glaubens bezeichnet wird, Nr. 9050. Aus ihnen kann man sich über die Wahrheiten, die Sache des Verstandes sind, und vom Guten, das Sache des Willens ist, eine Vorstellung bilden, auch aus dem Grunde, weil alles, was dem Glauben und was der Liebe angehört, eine Vorstellung mit sich führt, die sich aus solchen Dingen bildet, die der Mensch kennt; denn ohne eine Vorstellung aus erkennbaren und sinnlich wahrnehmbaren Dingen kann der Mensch nichts denken, und er denkt erst dann richtig, auch über Sachen des Glaubens und der Liebe, wenn er aus Entsprechungen (denkt), denn die Entsprechungen sind natürliche Wahrheiten, in denen sich wie in Spiegeln die geistigen Wahrheiten abbilden. In dem Maße, als man außerhalb derselben sich Vorstellungen von geistigen Dingen bildet, macht man sich daher entweder Vorstellungen aus Sinnestäuschungen, oder aus unnötigen Begriffen. Was für Vorstellungen der Mensch von den Dingen des Glaubens und der Liebe hat, stellt sich im anderen Leben augenscheinlich heraus, denn dort werden die Vorstellungen deutlich wahrgenommen. Die Behauptung, daß die Wahrheiten des Glaubens sich auf den Verstand des Menschen beziehen, und das Gute der Liebtätigkeit auf seinen Willen, kann denen als unpassend erscheinen, die sagen (und sich darin bestärken), daß man Glaubenssachen einfältig glauben müsse, weil der natürliche Mensch und sein Verstand von solchen Dingen nichts begreife und weil der Glaube nicht vom Menschen sei, sondern vom Herrn. Gleichwohl aber erkennen ebendieselben an und glauben, daß der Mensch in den Wahrheiten erleuchtet, und vom Guten entzündet werde, wenn er das Wort liest, und daß er, wenn er erleuchtet wird, alsdann inne werde, was wahr und nicht wahr ist, auch nennen sie diejenigen, die besser als andere die Wahrheiten aus dem Wort aufgedeckt haben, Erleuchtete. Hieraus erhellt, daß die, welche erleuchtet werden, inwendig in sich sehen und inne werden, ob etwas wahr ist, oder nicht. Was alsdann inwendig erleuchtet wird, ist ihr Verstand; und was alsdann inwendig entzündet wird, ist ihr Wille; wenn es aber das echte Wahre des Glaubens ist, in dem sie erleuchtet werden, und das echte Gute der Liebtätigkeit, von dem sie entzündet werden, dann ist es der Verstand des inwendigen Menschen, der erleuchtet wird, und der Wille des inwendigen Menschen, der entzündet wird. Anders aber verhält es sich, wenn es kein echtes Glaubenswahres ist, und kein echtes Gutes der Liebtätigkeit. Die, welche in diesem sind, sowie die, welche im Falschen und Bösen sind, können zwar die Wahrheiten der Kirche durch Gründe bestätigen, aber nicht von innen heraus sehen und innewerden, ob sie wahr sind. Daher kommt es, daß die meisten bei den Lehren ihrer Kirche, in der sie geboren sind, stehen bleiben, und nur diese begründen, und sie würden sich auch in den größten Irrlehren begründen, z.B. im Socinianismus und im Judentum, wenn sie von solchen Eltern geboren worden wären. Hieraus ergibt sich, daß der Verstand erleuchtet wird bei denen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Guten sind, nicht aber bei denen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Bösen sind. Bei denen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Guten sind, wird der Verstand des inwendigen Menschen erleuchtet, und der Wille des inwendigen Menschen entzündet. Bei denen aber, die in der Neigung zum Wahren aus dem Bösen sind, wird der Verstand des inwendigen Menschen nicht erleuchtet, und der Wille des inwendigen Menschen nicht entzündet. Der Grund ist, weil sie natürliche Menschen sind, und daher kommt es, daß sie ernstlich behaupten, der natürliche Mensch könne die Gegenstände des Glaubens nicht begreifen. Daß der Verstand es ist, der durch die Wahrheiten des Glaubens erleuchtet wird, und der Wille, der vom Guten der Liebtätigkeit entzündet wird bei denen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Guten, und daher inwendige und geistige Menschen sind, kann man ganz deutlich bei ebendenselben im anderen Leben sehen; dort sind sie im Verständnis von allem, was zum Glauben gehört, und in der Willigkeit zu allem, was zur Liebtätigkeit gehört, was sie auch klar innewerden: Daher haben sie eine Einsicht und Weisheit, die unaussprechlich ist, denn sie sind nach Ablegung des Leibes im inneren Verstand, der erleuchtet wurde in der Welt, und im inneren Willen, der entzündet wurde in der Welt. Auf welche Weise aber sie damals erleuchtet und entzündet wurden, konnten sie nicht innewerden, weil sie alsdann im Leibe waren und aus solchen Dingen heraus dachten, die der Welt angehörten. Hieraus erhellt nun, daß die Wahrheiten des Glaubens das Leben des Verstandes bilden, und das Gute des Willens das Leben der Liebtätigkeit bildet, somit daß der Verstand bei dem sein muß, was Sache des Glaubens, und der Wille bei dem, was Sache der Liebtätigkeit ist, oder was dasselbe ist, daß diese zwei Vermögen es sind, in die der Glaube und die Liebtätigkeit vom Herrn einfließen, und daß sie ihrem Zustand gemäß aufgenommen werden, somit daß nirgends als in ihnen beim Menschen die Wohnung des Herrn ist. Wie es sich mit diesem ferner verhält, davon kann man sich eine Vorstellung bilden aus dem, was vom inwendigen und äußeren Menschen Nr. 6057, 9279 gesagt wurde, daß nämlich der inwendige Mensch gebildet sei nach dem Bilde des Himmels, und der äußere nach dem Bilde der Welt, und daß derjenige, bei dem der inwendige Mensch nicht eröffnet ist, nichts aus dem Himmel sehen, und daß das, was sie aus der Welt in betreff des Himmels sehen, Finsternis ist, und daß sie ebendarum keine geistige Vorstellung von solchen Dingen haben können, die dem Glauben und der Liebtätigkeit angehören. Daher kommt es auch, daß sie nicht einmal begreifen können, was das christlich Gute, oder was die Liebtätigkeit ist, bis zu dem Grad, daß sie durchaus denken, in den bloßen Wahrheiten, die sie Glaubenswahrheiten nennen, bestehe das Leben des Himmels, und auch daß dieser sich bei allen finden könne, welche die Zuversicht des Glaubens haben, wenn auch nicht das Leben des Glaubens. Wie blind solche sind über das Leben des Glaubens, das die Liebtätigkeit ist, erhellt augenscheinlich daraus, daß sie auf tausend (Worte) über das Gute des Lebens, die der Herr selbst gelehrt hat, gar nicht achten, und wenn sie das Wort lesen, sie sogleich hinter den Glauben zurückwerfen, und so vor sich und vor anderen verbergen. Daher kommt es auch, daß sie das, was dem Guten, d.h. der Liebtätigkeit und ihren Werken angehört, aus der Lehre der Kirche in eine niedrigere Lehre werfen, die sie die Moraltheologie nennen, und die sie zu einer natürlichen (Lehre) machen, nicht zu einer geistigen. Während doch nach dem Tod das Leben der Liebtätigkeit bleibt, und nur so viel vom Glauben, als mit diesem Leben zusammenstimmt, d.h. so viel vom Denken über die Wahrheiten des Glaubens, als Wille des Guten gemäß demselben vorhanden ist. Daß die, welche im Glauben aus dem Guten sind, sich aus wißtümlichen Kenntnissen jeglicher Art begründen, und dadurch ihren Glauben bestärken können, sehe man Nr. 2454, 2568, 2588, 4156, 4293, 4760, 5201, 6047, 8629. 9301. "Du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter", 2. Mose 23/19, bedeutet, das Gute der Unschuld des nachherigen Zustandes dürfe nicht verbunden werden mit dem Wahren der Unschuld des früheren Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung von kochen, sofern es soviel ist als verbinden, worüber Nr. 8496; aus der Bedeutung des Böckleins, sofern es das Gute der Unschuld bezeichnet, worüber Nr. 3519, 4871; und aus der Bedeutung der Milch, sofern sie das Wahre der Unschuld bezeichnet, worüber Nr. 2184, 3183; daher bedeutet die Milch der Mutter das Wahre der ersten Unschuld. Hieraus wird klar, daß durch "du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter" bezeichnet wird, das Gute der Unschuld des nachherigen Zustandes dürfe nicht verbunden werden mit dem Wahren der Unschuld des früheren Zustandes. Das ist das himmlische Geheimnis, aus dem dieses Gesetz herkommt; denn alle Gesetze und alle Rechte und Satzungen, die den Söhnen Israels gegeben wurden, enthalten Geheimnisse des Himmels, denen sie auch entsprechen. Wie aber dieses Geheimnis zu verstehen ist, daß nämlich das Gute der Unschuld des nachherigen Zustandes nicht verbunden werden dürfe mit dem Wahren der Unschuld des früheren Zustandes, soll mit wenigen Worten gesagt werden. Die Unschuld des früheren Zustandes ist die Unschuld, die den Kindern und Knaben eigen ist, und die Unschuld des nachherigen Zustandes ist die Unschuld, die den Erwachsenen und Greisen eigen ist, die im Guten der Liebe zum Herrn sind. Die Unschuld der Kinder und Knaben ist eine äußere, und wohnt in dichter Unwissenheit, aber die Unschuld der Greise ist eine inwendige, und wohnt in der Weisheit. Über den Unterschied beider sehe man Nr. 2305, 2306, 3183, 3495, 4797. Die Unschuld, die in der Weisheit wohnt, besteht in dem Wissen, Anerkennen und Glauben, daß man nichts verstehen, und nichts wollen kann aus sich selbst, und daß man daher auch aus sich keinen Willen habe zu verstehen und zu wollen, sondern allein vom Herrn. Ferner daß alles, was man aus sich zu verstehen meint, falsch sei; und alles, was man aus sich zu wollen meint, böse sei. Dieser Lebenszustand ist der Stand der Unschuld des nachherigen Zustandes, und in diesem sind alle im dritten Himmel, welcher der Himmel der Unschuld genannt wird. Daher kommt es, daß diese in der Weisheit sind, weil, was sie verstehen und was sie wollen, vom Herrn ist. Aber die Unschuld, die in der Unwissenheit wohnt, wie sie bei den Kindern und Knaben sich findet, besteht im Glauben, daß alles, was sie wissen und denken, und auch was sie wollen, in ihnen selbst sei, und daß alles, was sie dem gemäß reden und tun, aus ihnen selbst sei. Daß dies auf Täuschung beruhe, begreifen sie nicht. Die Wahrheiten, die dieser Unschuld angehören, haben ihren Grund größtenteils in Täuschungen der äußeren Sinne, die jedoch zerstört werden müssen, sobald der Mensch zur Weisheit fortschreitet. Aus diesem wenigen kann erhellen, daß das Gute der Unschuld des nachherigen Zustandes nicht verbunden werden darf mit dem Wahren der Unschuld des früheren Zustandes. 9302. Vers 20-30: Siehe, Ich sende Meinen Engel vor dir her, dich zu behüten auf dem Wege, und dich zu bringen an den Ort, den Ich bereitet habe. Hüte dich vor Seinem Angesichte, und höre auf Seine Stimme, erbittere Ihn nicht; denn Er wird eure Übertretungen nicht tragen (vergeben), denn Mein Name ist in Seiner Mitte. Wenn du aber hören wirst auf Seine Stimme, und tun alles, was Ich reden werde, so werde Ich ein Feind sein deinen Feinden, und ein Widersacher deinen Widersachern. Wenn Mein Engel vor dir hergehen und dich bringen wird zu den Amoritern und Hetitern, und Pheresitern, und Kanaanitern, Hevitern und Jebusitern, und Ich sie ausrotten werde, so sollst du nicht anbeten ihre Götter, und ihnen nicht dienen, und nicht tun nach ihren Werken, sondern du sollst sie zerstören, und ihre Bildsäulen zerbrechen. Und Jehovah, eurem Gotte, sollt ihr dienen: so wird Er segnen dein Brot und dein Wasser, und Ich werde entfernen alle Krankheit aus deiner Mitte. Keine Fehlgebärende noch Unfruchtbare soll in deinem Lande sein, die Zahl deiner Tage werde Ich voll machen. Meinen Schrecken werde Ich vor dir hersenden, und verwirren alles Volk, zu dem du kommen wirst, und allen deinen Feinden will Ich den Nacken wenden lassen vor dir. Und Ich werde Hornissen vor dir hersenden, daß sie vertreiben vor dir die Heviter, die Kanaaniter und die Hetiter. Ich will sie nicht vor dir vertreiben in einem Jahr, auf daß das Land nicht verödet werde und sich wider dich mehre das Wild des Feldes. Nach und nach will Ich sie vertreiben vor dir, bis du fruchtbar wirst und das Land besitzest. "Siehe, Ich sende Meinen Engel vor dir her" bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen; "dich zu behüten auf dem Wege" bedeutet Seine Vorsehung und Behütung vor dem Falschen des Bösen; "dich zu bringen an den Ort, den Ich bereitet habe" bedeutet die Einführung durch Ihn in den Himmel, gemäß dem Guten des Lebens und des Glaubens; "hüte dich vor Seinem Angesichte" bedeutet die heilige Furcht; "und höre auf Seine Stimme" bedeutet den Gehorsam gegen die Gebote, die von Ihm sind; "erbittere Ihn nicht" bedeutet die Abkehr von Ihm durch Falsches aus dem Bösen; "denn Er wird eure Übertretungen nicht tragen" bedeutet, weil es den Wahrheiten aus dem Guten widerstreitet; "denn Mein Name ist in Seiner Mitte" bedeutet, aus Ihm sei alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens; "wenn du aber hören wirst auf Seine Stimme" bedeutet die Belehrung über die Gebote des Glaubens und deren Annahme; "und tun alles, was Ich reden werde" bedeutet die Folgsamkeit aus Glauben und Liebe; "so werde Ich ein Feind sein deinen Feinden" bedeutet, so werde der Herr abwenden alles Falsche aus dem Bösen; "und ein Widersacher deinen Widersachern" bedeutet, Er werde abwenden alles Böse, aus dem Falsches; "wenn Mein Engel vor dir hergehen wird" bedeutet das Leben nach den Geboten des Herrn; "und dich bringen wird zu den Amoritern und Hetitern, und Pheresitern, und Kanaanitern, Hevitern und Jebusitern, und Ich sie ausrotten werde" bedeutet, wenn der Herr gegen das die Kirche anfechtende Böse und Falsche schützt und dasselbe beseitigt; "so sollst du nicht anbeten ihre Götter" bedeutet das Falsche des Bösen solle nicht verehrt werden; "und ihnen nicht dienen" bedeutet, man solle ihm auch nicht gehorchen; "und nicht tun nach ihren Werken" bedeutet, man solle das Böse des Lebens nicht befolgen; "sondern du sollst sie zerstören" bedeutet das Böse müsse ganz beseitigt werden; "und ihre Bildsäulen zerbrechen" bedeutet, ebenso das Falsche des Gottesdienstes; "und Jehovah, eurem Gott, sollt ihr dienen" bedeutet die Verehrung des Herrn allein; "so wird Er segnen dein Brot und dein Wasser" bedeutet die Zunahme des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens; "und Ich werde entfernen alle Krankheit aus deiner Mitte" bedeutet den Schutz vor den Verfälschungen des Wahren und Verunstaltungen des Guten; "keine Fehlgebärende noch Unfruchtbare soll in deinem Lande sein" bedeutet das Gute und Wahre solle nach der Ordnung in anhaltendem Fortschritt vor sich gehen; "die Zahl deiner Tage werde Ich voll machen" bedeutet, bis zum vollen Zustand; "Meinen Schrecken werde Ich vor dir hersenden" bedeutet die Furcht derer, die im Bösen des Falschen sind, vor den Wahrheiten des Guten; "und verwirren alles Volk" bedeutet die Bestürzung alles Falschen; "zu dem du kommen wirst" bedeutet infolge der Gegenwart des Herrn; "und allen deinen Feinden will Ich den Nacken wenden lassen vor dir" bedeutet die Flucht und Verdammnis des Falschen; "und Ich werde Hornissen vor dir hersenden" bedeutet die Furcht derer, die im Falschen aus dem Bösen sind; "daß sie vertreiben vor dir die Heviter, die Kanaaniter und die Hetiter" bedeutet die Flucht des Falschen aus dem Bösen; "Ich will sie nicht vor dir vertreiben in einem Jahr" bedeutet die Flucht oder Entfernung derselben solle keine eilige sein, "auf daß das Land nicht verödet werde" bedeutet den Mangel alsdann, und das geringe geistige Leben; "und sich wider dich mehre das Wild des Feldes" bedeutet das Hinzuströmen des Falschen aus den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe; "nach und nach will Ich sie vertreiben vor dir" bedeutet die Entfernung geschehe stufenweise nach der Ordnung; "bis du fruchtbar wirst" bedeutet, gemäß dem Wachstum des Guten; "und das Land besitzest" bedeutet, bis man im Guten, somit wiedergeboren sei. 9303. "Siehe, Ich sende Meinen Engel vor dir her", 2. Mose 23/20, bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von senden, wenn vom Herrn die Rede ist, sofern es heißt ausgehen, worüber Nr. 6831, hier ausgehen lassen; und aus der Bedeutung des Engels, sofern er den bezeichnet, der ausgeht. Engel bezeichnet nämlich in der Grundsprache einen Gesandten, davon ist die Bedeutung dieses Wortes abgeleitet; und durch den Gesandten wird das Ausgehende bezeichnet, wie aus den Nr. 6831 angeführten Stellen erhellen kann. Hieraus geht deutlich hervor, daß durch den Engel Jehovahs der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden wird, denn dieses geht von Jehovah als dem Vater aus. Jehovah als Vater ist das göttlich Gute der göttlichen Liebe, welches das eigentliche Sein ist: Nr. 3704, und das vom Vater Ausgehende ist das göttlich Wahre aus jenem göttlich Guten, somit das göttliche Dasein aus dem göttlichen Sein. Dieses wird hier durch den Engel bezeichnet. Jes.63/9: "Der Engel Seines Angesichtes hat sie befreit um Seiner Liebe und um seiner Gnade willen, Dieser hat sie erlöst und sie angenommen, und sie getragen alle Tage der Vorzeit". Mal.3/1,2: "Siehe, plötzlich wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, Den ihr begehret": zum Tempel des Herrn heißt, zu Seinem Menschlichen; daß dieses Sein Tempel sei, lehrt der Herr selbst bei Matth.26/61 und bei Joh.2/19-22. In der Kirche wird gesagt, daß aus Dreien, die der Vater, der Sohn und der Heilige Geist genannt werden, das eine göttliche Wesen bestehe, das auch der Einige Gott genannt wird, und daß vom Vater der Sohn, und vom Vater durch den Sohn der Heilige Geist ausgehe; was aber das Ausgehen sei, ist noch unbekannt. Die Vorstellungen, welche die Engel darüber haben, sind ganz verschieden von den Vorstellungen der Menschen der Kirche die über diesen Gegenstand nachgedacht haben; und dies darum, weil die Vorstellungen der Menschen der Kirche von Dreien ausgehen, aber die der Engel von Einem. Die Vorstellungen der Menschen der Kirche gehen von Dreien aus, weil sie das Göttliche in drei Personen unterscheiden, und einer jeden besondere und eigene Werke zuschreiben; daher kommt es, daß sie zwar sagen können, es sei ein Gott, aber gar nicht anders denken, als daß es drei seien, die durch Vereinigung, die sie eine mystische oder (geheimnisvolle) nennen, eins sind. Allein auf diese Weise können sie zwar denken, daß ein göttliches Wesen sei, nicht aber daß ein Gott sei, denn bei ihrem Denken ist der Vater Gott, der Sohn Gott und der Heilige Geist Gott. Das eine Göttliche ist eins durch Übereinstimmung und Einmütigkeit, aber der eine Gott ist durchaus Einer. Was für eine Vorstellung oder was für einen Gedanken der Mensch der Kirche von dem einen Gott habe, erscheint recht offenbar im anderen Leben, denn ein jeder bringt die Vorstellungen seines Denkens mit sich. Ihre Vorstellung oder ihr Gedanke ist, daß drei Götter seien, aber so, daß sie es nicht wagen "Götter" zu sagen, sondern Gott. Etliche machen auch einen aus Dreien durch Vereinigung, denn sie denken anders vom Vater, anders vom Sohn und anders vom Heiligen Geist. Hieraus wurde klar, was für einen Glauben die Kirche hat über das Allerwesentlichste, welches das Göttliche selbst ist; und weil die Gedanken, die dem Glauben angehören, und die Neigungen, die der Liebe angehören, im anderen Leben alle verbinden und trennen, darum fliehen die, welche außerhalb der Kirche geboren worden sind und an einen Gott geglaubt haben, diejenigen, die innerhalb der Kirche sind und sagen, daß diese nicht an einen Gott glauben, sondern an drei Götter, und daß die, welche nicht an einen Gott in menschlicher Gestalt glauben, an keinen Gott glauben, weil ihr Denken sich ohne eine bestimmte Richtung ins Universum ausbreitet, und so auf die Natur verfällt, die sie so anstatt Gottes anerkennen. Wenn man fragt, was sie unter dem Ausgehen verstehen, wenn sie sagen, der Sohn gehe aus vom Vater und der Heilige Geist vom Vater durch den Sohn, so antworten sie, ausgehen sei ein Wort der Vereinigung, und schließe dieses Geheimnis in sich; aber ihre Denkvorstellung über diesen Gegenstand stellte sich bei näherer Untersuchung als ein leeres Wort ohne Inhalt dar. Aber die Vorstellung der Engel vom göttlichen Wesen, von der Dreieinigkeit und vom Ausgehen sind ganz verschieden von den Vorstellungen der Menschen der Kirche, aus dem oben angegebenen Grunde, weil die Denkvorstellungen der Engel von Einem ausgehen, aber die Denkvorstellungen der Menschen der Kirche von Dreien. Die Engel denken, und was sie denken, glauben sie auch, daß es nur einen Gott gebe, und dieser der Herr sei, und daß das Menschliche das Göttliche Selbst in Seiner Gestaltung sei, ferner daß das Heilige, das von Ihm ausgeht, der Heilige Geist sei; daß also ein dreieiniges Wesen sei, aber dennoch Einer. Dieses läßt sich begreiflich machen durch die Vorstellung, die man in betreff der Engel im Himmel haben muß: der Engel erscheint hier in menschlicher Gestalt, aber dennoch sind drei (Stücke) bei ihm, die eins machen, nämlich sein Inneres, das nicht vor den Augen erscheint, sein Äußeres, das erscheint, und die Sphären des Lebens seiner Neigungen und Gedanken, die von ihm auf eine be(stimmte) Entfernung hin ausströmt; man sehe hierüber Nr. 1048, 1053, 1316, 1504-1519, 1695, 2489, 4464, 5179, 6206, 7454, 8063, 8630. Diese drei machen einen Engel aus, aber die Engel sind endlich und geschaffen, der Herr aber ist unendlich und unerschaffen; und weil vom Unendlichen kein Mensch, nicht einmal ein Engel eine (andere) Vorstellung haben kann, als aus geschaffenen Dingen, darum darf ein solches Beispiel aufgestellt werden, um klar zu machen, was das Dreieinige in Einem ist, und daß nur ein Gott ist, und daß Dieser der Herr ist und kein anderer. Man sehe ferner, was hierüber früher in den Nr. 9194 und 9199 angeführten Abschnitten gezeigt wurde. 9304. "Dich zu behüten auf dem Wege", 2. Mose 23/20, bedeutet Seine Vorsehung und Behütung vor dem Falschen des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von behüten, wenn es auf den Herrn sich bezieht, sofern es die Vorsehung bezeichnet, denn die Vorsehung ist ein Vorsehen und Vorsorgen, somit zum Guten führen und vor dem Bösen behüten, weil vom Herrn das Gute vorgesehen und das Böse vorhergesehen wird: Nr. 6489; und weil das Böse vorhergesehen wird, so wird der Mensch auch davor behütet, sonst könnte das Gute nicht vorgesehen werden. Ferner aus der Bedeutung des Weges, sofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 627, 2333, 3477, hier auch das Falsche, weil gesagt wird behüten; denn wer im Wahren führt, der behütet auch vor dem Falschen, weil das Falsche das Wahre anficht und bekämpft. Das Falsche des Bösen ist hier gemeint, weil eben dieses Falsche anficht und bekämpft, nicht aber das Falsche des Nichtbösen, wie es bei denen sich findet, die im Guten sind. Über dieses Falsche und auch über das Falsche des Bösen sehe man Nr. 2243, 2408, 2863, 4736, 4822, 6359, 7272, 7437, 7574, 7577, 8051 8137, 8149, 8298, 8311, 8318, 9258, 9298. 9305. "Dich zu bringen an den Ort, den Ich bereitet habe", 2. Mose 23/20, bedeutet die Einführung durch Ihn in den Himmel, gemäß dem Guten des Lebens und des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "an den Ort bringen", d.h. in das Land Kanaan, sofern es bezeichnet, in den Himmel einführen; denn durch das Land Kanaan wird die Kirche und auch der Himmel bezeichnet: Nr. 1607, 3038, 3481, 3705, 3686, 4447, 5136, 6516. Durch die Einführung der Söhne Israels in dieses Land wird nämlich die Einführung der Gläubigen in den Himmel bezeichnet. Ferner aus der Bedeutung von bereiten, wenn es sich auf den Himmel bezieht, der durch das Land Kanaan bezeichnet wird, sofern es heißt, ihn aus Barmherzigkeit denen schenken, die im Guten des Lebens und Glaubens sind; denn für diese ist der Himmel bereitet, wie gesagt wird: Matth.25/34: "Dann wird der König zu denen, die zur Rechten stehen, sagen: Kommet, ihr Gesegneten Meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Gründung der Welt an". Mark.10/40: "Das Sitzen zu Meiner Rechten und zu Meiner Linken steht Mir nicht zu, jedem zu geben, sondern nur, denen es bereitet ist". Joh.14/2,3: "Ich gehe hin, euch einen Ort zu bereiten; und wenn Ich hingegangen bin und euch einen Ort bereitet habe, so werde Ich wiederkommen und euch zu Mir nehmen, auf daß, wo Ich bin, auch ihr seid". Den Himmel bereiten heißt nämlich, diejenigen vorbereiten, die in den Himmel eingeführt werden sollen, denn gemäß der Vorbereitung, d.h. gemäß der Aufnahme des Guten, wird der Himmel geschenkt, weil der Himmel im Menschen ist, und dieser eine Stätte im Himmel hat gemäß dem Zustand des Lebens und Glaubens, in dem er ist. Deshalb erscheint auch der Ort im anderen Leben dem Zustand des Lebens gemäß, und ist an sich ein Zustand: Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381. 9306. "Hüte dich vor Seinem Angesichte", 2. Mose 23/21, bedeutet die heilige Furcht. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich hüten vor dem Angesichte", wenn es sich auf den Herrn bezieht, Der hier unter dem Engel verstanden wird, sofern es heißt, sich fürchten, daß Er nicht zürne über das Böse, oder daß Er nicht erbittert werde wegen der Übertretungen, wie folgt. Dieses Fürchten ist eine heilige Furcht, über die man sehe Nr. 2826, 3718, 3719, 5459, 5534, 7280, 7788, 8816, 8925. Sich hüten vor Seinem Angesichte wird gesagt, weil durch das Angesicht das Innere bezeichnet wird, das dem Leben, somit dem Denken und der Neigung, und hauptsächlich dem Glauben und der Liebe angehört. Der Grund ist, weil das Angesicht nach dem Bild des Inneren des Menschen gestaltet ist, zu dem Zweck, damit das, was dem inwendigen Menschen angehört, im äußeren zur Erscheinung komme, somit, was der geistigen Welt angehört, sichtbar werde in der natürlichen Welt und dadurch den Nächsten anrege. Daß das Angesicht das, was der Mensch denkt und liebt, in sichtbarer Gestalt oder wie in einem Spiegel darstellt, ist bekannt. Daß die Redlichen, hauptsächlich die Engel, solche Angesichter haben, sehe man Nr. 1999, 2434, 3527, 3573, 4066, 4326, 4796, 4797, 4798, 4799, 5102, 5695, 6604, 8248, 8249, 8250; deshalb ist Angesicht in der Grundsprache ein allgemeiner Ausdruck, der zur Schilderung der Neigungen, die der Mensch hat und bei ihm hervortreten, gebraucht wird, z.B. Huld, Gunst, Wohlwollen, Hilfe, Wohltat, aber auch Unbarmherzigkeit, Zorn, Rache. Dies ist der Grund, weshalb es in dieser Sprache in Verbindung mit anderen Wörtern ausdrückt: neben, bei, vor, wegen, wie auch gegen den (Menschen), somit alles, was in ihm selbst, aus ihm selbst, für ihn selbst und gegen ihn selbst ist; denn das Angesicht ist der Mensch selbst oder das, was im Menschen ist und erscheint. Hieraus kann man erkennen, was durch das Angesicht Jehovahs oder durch das Angesicht des Engels, der hier der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist, bezeichnet wird, nämlich das göttlich Gute der göttlichen Liebe und das göttlich Wahre aus diesem göttlich Guten; denn dieses ist in Jehovah oder im Herrn, und aus Ihm, ja es ist Er selbst. Man sehe Nr. 222, 223, 5585. Hieraus erhellt auch, was im Segen bezeichnet wird durch das Angesicht Jehovahs: 4. Mose 6/25,26: "Jehovah lasse Sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; Jehovah erhebe Sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden". Ps.67/2: "Gott sei uns gnädig und segne uns, Er lasse uns leuchten Sein Angesicht", ebenso Ps.80/4,8,20; 119/134,135; Dan.9/17, und anderwärts. Daher kommt es, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Engel des Angesichts Jehovahs heißt: Jes.63/7-9: "Der Gnaden Jehovahs will ich gedenken, die Er ihnen erwiesen hat nach Seiner Barmherzigkeit und nach der Größe Seiner Erbarmung, denn Er wurde ihnen zum Heiland, und der Engel Seines Angesichtes errettete sie um Seiner Liebe und um Seiner Gnade willen". Der Herr heißt aber in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Engel des Angesichts Jehovahs, weil das Göttlich-Menschliche das Göttliche Selbst im Angesicht, d.h. in Gestalt ist, was auch der Herr lehrt: Joh.14/7-11: "Wenn ihr Mich kennetet, so kennetet ihr auch Meinen Vater, und von nun an kennet ihr Ihn, und habt Ihn gesehen. Da sagte Philippus: Zeige uns den Vater. Jesus aber sprach zu ihm: So lange bin Ich bei euch und du kennst Mich nicht, Philippus? Wer Mich sieht, der sieht den Vater; Ich bin im Vater und der Vater in Mir; glaubet Mir, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir". Durch das Angesicht Jehovahs oder des Herrn wird auch Zorn, Rache, Strafe und Böses bezeichnet, aus dem Grunde, weil die Einfältigen, gemäß der allgemeinen Vorstellung, daß alles von Gott sei, glauben, auch das Böse, hauptsächlich das Böse der Strafe (sei von Gott); deshalb wird dieser allgemeinen Vorstellung gemäß und dem Anscheine nach Jehovah oder dem Herrn Rache, Strafe und Böses zugeschrieben, während doch dieses nicht vom Herrn kommt, sondern vom Menschen. Man sehe darüber Nr. 1861, 2447, 5798, 6071, 6832, 6991, 6997, 7533, 7632, 7877, 7926, 8197, 8227, 8228, 8282, 8483, 8632, 8875, 9128. Solches wird hier bezeichnet durch "Hüte dich vor Seinem Angesicht, erbittere Ihn nicht, denn Er wird eure Übertretung nicht tragen"; wie auch 3. Mose 17/10: "Welcher Mensch irgend Blut ißt, wider den will Ich Mein Angesicht setzen, gegen eine jede Seele, die Blut ißt, und will sie ausrotten aus der Mitte ihres Volkes". Jerem.21/10: "Ich habe Mein Angesicht gesetzt wider die Stadt zum Bösen, und nicht zum Guten". Ps.34/17: "Das Angesicht Jehovahs ist wider die, welche Böses tun, auszurotten aus dem Land ihr Gedächtnis". 9307. "Und höre auf Seine Stimme", 2. Mose 23/21, bedeutet den Gehorsam gegen die Gebote, die von Ihm, nämlich vom Herrn sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es den Gehorsam bezeichnet, worüber Nr. 2542, 3869, 4652-4660, 7216, 8361, und aus der Bedeutung der Stimme, wenn vom Herrn die Rede ist, sofern sie die göttlichen Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 7573, 8813, somit die Gebote, die vom Herrn kommen. Die göttlichen Wahrheiten und die Gebote, die vom Herrn (kommen), sind die im Worte; daher bedeutet auch das Wort und die Lehre aus dem Worte die Stimme Jehovahs: Nr. 219, 220, 6971. 9308. "Erbittere Ihn nicht", 2. Mose 23/21, bedeutet die Abkehr von Ihm durch Falsches aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erbittern oder zum Zorn reizen, wenn vom Herrn die Rede ist, Der hier der Engel ist, sofern es heißt, (sich) abwenden durch Böses aus dem Falschen; denn die Falschheiten aus dem Bösen sind Abwendungen vom Herrn, worüber Nr. 4997, 5746, 5841. 9309. "Denn Er wird eure Übertretungen nicht tragen", 2. Mose 23/21, bedeutet, weil es den Wahrheiten aus dem Guten widerstreitet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Übertretung, sofern sie das bezeichnet, was gegen die Wahrheiten des Glaubens ist, worüber Nr. 9156, somit was den Wahrheiten aus dem Guten widerstreitet, die Wahrheiten des Glaubens sind. Die Wahrheiten aus dem Guten sind aber Glaubenswahrheiten aus dem Grunde, weil der Glaube dem Guten angehört, und zwar so sehr, daß er nur da möglich ist, wo das Gute ist. Daher wird durch "nicht tragen eure Übertretung" bezeichnet, nicht aushalten das Falsche aus dem Bösen, weil es den Wahrheiten aus dem Guten widerstreitet; über diesen Widerstreit sehe man Nr. 9298. Das gleiche wie hier wird auch verstanden bei Ps.2/12: "Küsset den Sohn, daß Er nicht zürne, und ihr umkommt auf dem Wege; denn schnell wird entbrennen Sein Zorn; selig alle, die auf Ihn trauen": der Herr wird hier Sohn genannt wegen des Glaubenswahren, das von Ihm ist; daß dieses der Sohn ist, sehe man Nr. 1729, 1733, 2159, 2803, 2813, 3704. 9310. "Denn Mein Name ist in Seiner Mitte", 2. Mose 23/21, bedeutet, aus Ihm sei alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens Jehovahs, sofern er in einem Inbegriff alles bezeichnet, wodurch Gott verehrt wird, worüber Nr. 2724, 3006, somit alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens: Nr. 6674; und aus der Bedeutung von "in Seiner Mitte", sofern es bezeichnet, was in Ihm, somit auch was aus Ihm ist, denn das Gute der Liebe ist von der Art, daß, was in Ihm ist, auch in anderen aus Ihm ist, denn es ist sich selbst mitteilend. Es ist nämlich der Liebe eigen, daß sie will, all das Ihre möge aus ihr in anderen sein; weil nun dieses aus dem Göttlichen Selbst durch Sein Göttlich-Menschliches und aus Ihm geschieht, darum heißt auch der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Name Jehovahs: Nr. 6887, 8274. Wer nicht weiß, was der Name im inneren Sinn bedeutet, könnte glauben, daß im Wort, wo der Name Jehovahs und der Name des Herrn vorkommt, bloß der Name verstanden werde, während er doch alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens bedeutet, das vom Herrn ist: Matth.18/19,20: "Wenn zwei von euch übereinkommen in Meinem Namen auf Erden über irgendeine Sache, um die sie bitten wollen, so wird es ihnen werden; wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen, da bin Ich in ihrer Mitte". Matth.19/29: "Ein jeder, der verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Felder, um Meines Namens willen, der wird es hundertfältig empfangen und das ewige Leben ererben". Joh.1/12: "So viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an Seinen Namen glauben". Joh.3/18: "Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes". Joh.20/31: "Dieses ist geschrieben, auf daß ihr glaubet, Jesus sei der Christus, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in Seinem Namen". In diesen Stellen und in sehr vielen anderen wird durch den Namen des Herrn alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens, wodurch Er verehrt wird, in Zusammenfassung bezeichnet. Joh.15/7,16: "Wenn ihr in Mir bleibt und Meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden. Alles was ihr den Vater bittet in Meinem Namen, wird Er euch geben": den Vater bitten in Meinem Namen heißt, den Herrn bitten, wie Er selbst lehrt bei ebendemselben Evangelisten: Joh.14/13,14: "Was ihr in Meinem Namen bitten werdet, das werde Ich tun; wenn ihr etwas bitten werdet in Meinem Namen, das werde Ich tun": bitten im Namen des Herrn heißt aber den Herrn bitten, aus dem Grunde, "weil niemand zum Vater kommen kann, denn durch den Herrn": Joh.14/6; und weil der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen Jehovah oder der Vater in sichtbarer Gestalt ist, wie Nr. 9303 und 9306 gezeigt wurde. Joh.10/3: "Die Schafe hören Seine Stimme und die Ihm eigenen Schafe ruft Er bei ihrem Namen und führt sie aus": Schafe bedeutet die, welche im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens sind. Die Stimme hören, bedeutet, den Geboten gehorchen. Beim Namen nennen und ausführen heißt, den Himmel schenken gemäß dem Guten der Liebe und des Glaubens; denn der Name, wenn von Menschen die Rede ist, bedeutet ihre Beschaffenheit in Ansehung der Liebe und des Glaubens: Nr. 144, 145, 1754, 1896, 3421. 9311. "Wenn du aber hören wirst auf Seine Stimme", 2. Mose 23/22, bedeutet die Belehrung über die Gebote des Glaubens und deren Annahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt belehrt werden und annehmen, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie die Gebote des Glaubens bezeichnet, wie Nr. 9307. Hören bedeutet im Wort nicht nur einfach hören, sondern auch mit dem Gedächtnis aufnehmen und sich belehren lassen, ferner mit dem Verstand aufnehmen und glauben, wie auch mit Gehorsam annehmen und tun. Dieses wird durch hören bezeichnet, aus dem Grunde, weil die Rede, die gehört wird, sich dem inwendigen Auge oder Verstand darstellt, und so im Inneren aufgenommen wird, und hier je nach der Wirksamkeit der Vernunftgründe oder nach den Kräften der Überredung von anderer Seite entweder behalten, oder geglaubt, oder befolgt wird. Daher kommt es, daß ein Entsprechungsverhältnis des Ohres und Gehörs mit solchen Dingen in der geistigen Welt stattfindet, worüber man sehe Nr. 4652-4660, 5017, 7216, 8361, 8990. Daß hören bedeutet, mit dem Gedächtnis aufnehmen und belehrt werden, ferner mit dem Verstand aufnehmen und glauben, wie auch, mit Gehorsam annehmen und tun, erhellt auch aus folgenden Stellen: Matth.13/12-17: "Durch Gleichnisse rede Ich, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören, noch verstehen, so daß an ihnen erfüllt wird die Weissagung des Jesajas, die spricht: Hörend werdet ihr hören und nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und nicht wahrnehmen, verstockt ist das Herz dieses Volkes, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen verschlossen, daß sie nicht etwa sehen mit den Augen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen. Selig sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören; viele Propheten und Gerechte wünschten zu sehen, was ihr seht, haben es aber nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, haben es aber nicht gehört": hier wird hören gesagt in jedem Sinn, sowohl für belehrt werden, als für glauben und für gehorchen; hörend hören sie nicht, bedeutet belehrt werden und doch nicht glauben, sodann unterwiesen werden und nicht gehorchen, mit Ohren schwer hören bedeutet, die Belehrung, den Glauben und den Gehorsam verweigern. Selig die Ohren, weil sie hören, bedeutet die Seligkeit infolge der Annahme der Lehre des Glaubens in betreff des Herrn und durch das Wort vom Herrn. Joh.10/2,3,8,16,27: "Wer durch die Türe eingeht, ist der Hirte der Schafe, und die Schafe hören Seine Stimme; die vor Mir gewesen sind, waren Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Schafstall sind, auch sie muß Ich herführen, und sie werden Meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden; Meine Schafe hören Meine Stimme, und Ich kenne sie, und sie folgen Mir": die Stimme hören, heißt belehrt werden in den Geboten des Glaubens, und sie im Glauben und Gehorsam annehmen. Gleiches wird bezeichnet durch die Worte, die der Herr so oft gesagt: "Wer Ohren hat zu hören, der höre": Matth.11/15; 13/9,43; Mark.4/9,23; 7/16; Luk.8/8; 14/35. Das gleiche liegt auch in den folgenden Stellen: Matth.17/5: "Siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Das ist Mein geliebter Sohn, Den höret". Joh.3/29: "Wer die Braut hat, ist der Bräutigam, der Freund aber des Bräutigams, der dabei steht und Ihn hört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams". Joh.5/25: "Wahrlich, Ich sage euch, kommen wird die Stunde, wo die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden leben": die Toten sind diejenigen, die noch kein geistiges Leben haben aus Unkenntnis des Glaubenswahren. Die Stimme des Sohnes Gottes hören heißt, belehrt werden in den Glaubenswahrheiten und ihnen gehorchen; leben bedeutet, durch diese begabt werden mit geistigem Leben. Joh.8/47: "Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid". Joh.18/37: "Jesus sprach: Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört Meine Stimme". Luk.16/29: "Abraham sagte zum Reichen: Sie haben Moses und die Propheten, die sollen sie hören". Mark.7/37: "Sie sagten von Jesu: Alles hat Er wohl gemacht, denn die Tauben macht Er hörend, und die Stummen redend": Taube sind diejenigen, welche die Glaubenswahrheiten nicht wissen, und deswegen nicht danach leben können; man sehe Nr. 6989; hören heißt belehrt werden, annehmen und gehorchen. Joh.16/13,14: "Wenn der Heilige Geist kommt, so wird er euch in alle Wahrheit führen; er wird nicht reden aus sich selbst, sondern alles, was er hört, wird er reden; von dem Meinen wird er es nehmen": alles, was er hört, bedeutet alles, was er aus dem Herrn aufnimmt. Matth.7/24,26: "Ein jeder, der Meine Worte hört, und sie tut, ist gleich einem klugen Manne; ein jeder aber, der Meine Worte hört, und sie nicht tut, wird gleich sein einem törichten Manne". Luk.6/47: "Jeder, der zu Mir kommt, und Meine Reden hört, und sie tut, den will Ich euch zeigen, wem er gleich ist": die Worte oder Reden hören heißt, lernen und wissen die Gebote des Glaubens, die vom Herrn sind; tun bedeutet, danach leben. 9312. "Und tun alles, was Ich reden werde", 2. Mose 23/22, bedeutet die Folgsamkeit aus Glauben und Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun, was Ich rede, sofern es heißt, leben nach dem, was der Herr im Wort gelehrt hat; denn was Jehovah redet, ist das, was das Wort, somit was der Herr, Der das Wort ist, lehrt: Joh.1/1,2,14; danach leben, heißt es befolgen aus Glauben und Liebe. Die Folgsamkeit aus Glauben und Liebe ist eine lebendige Folgsamkeit, weil sie Leben aus Glauben und Liebe in sich hat. Mit der Folgsamkeit verhält es sich, wie mit allem Tun des Menschen. Im Tun des Menschen lebt nichts als die Liebe und der Glaube; das übrige, was dem Leben angehört, hat nur Leben aus ihnen und ihnen gemäß, denn das Leben der Liebe und des Glaubens ist Leben vom Herrn, Der das Leben selbst ist. Dieses Leben ist das Leben des Himmels und aller derer, die Engel werden. Mit der Folgsamkeit verhält es sich ebenso. 9313. "So werde Ich ein Feind sein deinen Feinden", 2. Mose 23/22, bedeutet, so werde der Herr alles Falsche aus dem Bösen abwenden. Dies erhellt aus der Bedeutung von Feind sein, wenn es auf Jehovah oder den Herrn sich bezieht, sofern es heißt abwenden, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "deinen Feinden", sofern sie das Falsche aus dem Bösen bezeichnen, denn dieses sind die Feinde im geistigen Sinn, weil sie immerfort die Wahrheiten aus dem Guten anfechten, bekämpfen, und zu zerstören suchen, indem es Gegensätze sind. Feind sein, wenn es von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, heißt aber abwenden, nämlich das Falsche aus dem Bösen, aus dem Grund, weil der Herr sich gar nie als Feind beweist, denn Er ist die Barmherzigkeit selbst und das Gute selbst, und bei der Barmherzigkeit selbst und beim Guten selbst kann keine Feindschaft stattfinden, nicht einmal gegen das Falsche und Böse; aber das Falsche und Böse übt Feindschaft aus gegen des Gute und Wahre, d.h. diejenigen, die im Falschen und Bösen sind, gegen diejenigen, die im Wahren und Guten sind. Weil aber jene sich selbst zerstören, wenn sie diese zu zerstören suchen, daher kommt es, daß es scheint, als ob der Herr sich als Feind erzeigte, während Er doch nur die Seinigen in Sicherheit bringt. Hieraus wird klar, wie es zu verstehen ist, daß durch Feind sein, auf den Herrn bezogen, bezeichnet wird, Falsches aus dem Bösen abwenden. Wie es mit diesem Geheimnis sich weiter verhält, darüber sehe man was Nr. 4299, 7643, 7679, 7710, 7926, 7989, 8146, 8137, 8265, 8946 gezeigt wurde. 9314. "Und ein Widersacher deinen Widersachern", 2. Mose 23/22, bedeutet, Er werde abwenden alles Böse, aus dem Falsches (kommt). Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Widersacher sein, wenn von Jehovah oder dem Herrn die Rede ist, sofern es heißt abwenden, wovon Nr. 9313; und aus der Bedeutung der Widersacher, sofern sie das Böse bezeichnen, aus dem Falsches hervorgeht, weil jenes im geistigen Sinn ein Widersacher ist gegen das Gute, aus dem (Wahres) hervorgeht. Durch Widersacher wird aber das Böse bezeichnet, aus dem Falsches hervorgeht, weil durch Feinde das Falsche aus dem Bösen bezeichnet wird; denn wo im Wort die Rede ist vom Falschen, ist auch die Rede vom Bösen, und wenn vom Wahren, auch vom Guten. Man sehe Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 3132, 4138, 5138, 5502, 6343, 7945, 8339. Hieraus wird klar, daß etwas anderes bezeichnet wird durch "ein Feind sein den Feinden", und etwas anderes durch "ein Widersacher sein den Widersachern"; und daß es nicht bloß eine Wiederholung ist zur Verstärkung (des Ausdrucks). 9315. "Wenn Mein Engel vor dir hergehen wird", 2. Mose 23/23, bedeutet das Leben nach den Geboten des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "hergehen vor dir", wenn es vom Herrn gesagt ist, der hier der Engel Jehovahs ist, sofern es heißt, die Gebote des Glaubens und des Lebens lehren, somit auch das Leben nach diesen Geboten. Daß gehen und reisen soviel ist als leben, sehe man Nr. 1293, 3335, 4882, 5493, 5605, 8417, 8420, 8557, 8559. Ferner aus der Bedeutung des Engels Jehovahs, sofern es der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist, worüber Nr. 9303, 9306. Der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen wird unter dem Engel verstanden aus dem Grund, weil mehrere Engel, die vor dem Kommen des Herrn in die Welt erschienen, Jehovah selbst in menschlicher Gestalt oder in der Gestalt eines Engels waren, dies erhellt offenbar daraus, daß man die Engel, die erschienen, Jehovah nannte, wie z.B. die, welche dem Abraham erschienen, daß diese Jehovah benannt wurden, sehe man 1. Mose 18/1,13,14,17,20,26,33; und daß der, welcher dem Gideon erschien, auch Jehovah genannt wurde, sehe man Richt.6/12,14,16,22-24, so auch anderwärts. Jehovah selbst in menschlicher Gestalt, oder was dasselbe, in der Gestalt eines Engels, war der Herr. Sein Göttlich-Menschliches erschien damals als ein Engel, wovon der Herr selbst redet bei Johannes: Joh.8/56,58: "Jesus sprach: Abraham war hoch erfreut, daß er Meinen Tag sah, und er sah ihn, und freute sich. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Ehe Abraham war, bin Ich". Joh.17/5: "Verherrliche Mich Du, Vater, bei Dir selbst mit der Herrlichkeit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt war". Daß Jehovah nicht anders erscheinen konnte, erhellt auch aus den Worten des Herrn bei Joh.5/37: "Niemals habt ihr die Stimme des Vaters gehört, noch Seine Gestalt gesehen". Joh.6/46: "Nicht daß jemand den Vater gesehen hätte, außer Der beim Vater ist, Der hat den Vater gesehen". Aus diesem kann man entnehmen, was der Herr von Ewigkeit ist. Dem Herrn hat es gefallen, als Mensch geboren zu werden, in der Absicht, das Menschliche wirklich anzuziehen, und dieses göttlich und dadurch das Menschengeschlecht selig zu machen. Merke also, daß der Herr Jehovah selbst ist oder der Vater in menschlicher Gestalt. Das lehrt auch der Herr selbst: Joh.10/30: "Ich und der Vater sind eins . Joh.14/7,9,11: "Jesus sprach: Den Vater habt ihr von nun an kennengelernt und gesehen; wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen; glaubt Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir". Joh.17/10: "All das Meine ist Dein, und all das Deine ist Mein". Dieses große Geheimnis wird beschrieben bei Johannes in folgenden Worten: Joh.1/1-3,14,18: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; dieses war im Anfang bei Gott; alles ist durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist. Und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater. Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat (Ihn) dargestellt". Das Wort ist das göttlich Wahre, das den Menschen geoffenbart wurde, und weil dieses nicht geoffenbart werden konnte, denn nur vom Vater als Menschen, d.h. nur von Jehovah in menschlicher Gestalt, somit vom Herrn, darum wird gesagt: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort". In der Kirche weiß man, daß durch das Wort der Herr verstanden wird, weil ganz deutlich gesagt wird: "Das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater". Daß das göttlich Wahre den Menschen nicht geoffenbart werden konnte, außer von Jehovah in menschlicher Gestalt, wird ebenfalls deutlich gesagt: "Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat (Ihn) dargestellt". Hieraus wird offenbar, daß der Herr von Ewigkeit Jehovah oder der Vater in menschlicher Gestalt war, aber noch nicht im Fleisch, denn der Engel hat kein Fleisch. Und weil Jehovah oder der Vater das ganze Menschliche annehmen wollte, um der Seligmachung des Menschengeschlechts willen, darum nahm Er auch Fleisch an; daher wird gesagt: "Gott war das Wort, und das Wort ward Fleisch". Luk.24/39: "Sehet Meine Hände und Meine Füße, daß Ich es selbst bin; betastet Mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß Ich habe": der Herr lehrte hiermit, daß Er nicht mehr Jehovah unter der Gestalt eines Engels sei, sondern daß Er Jehovah (als) Mensch sei, was auch verstanden wird unter den Worten des Herrn: Joh.16/28: "Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse Ich die Welt, und gehe zum Vater". Daß der Herr Sein Menschliches, als Er in der Welt war, göttlich machte, sehe man Nr. 1616, 1725, 1813, 1921, 2025, 2026, 2033, 2034, 2083, 2523, 2751, 2798, 3038, 3043, 3212, 3214, 3318, 3637, 3737, 4065, 4180, 4211, 4237, 4286, 4585, 4687, 4692, 4724, 4738, 4766, 5005, 5045, 5078, 5110, 5256, 6373, 6700, 6716, 6849, 6864, 6872, 7014, 7211, 7499, 8547, 8864, 8865, 8878, und daß Er alles Menschliche, das von der Mutter stammte, austrieb, bis daß Er zuletzt nicht mehr der Sohn Marias war: Nr. 2159, 2649, 2776, 4963, 5157, hauptsächlich Nr. 3704, 4727, 9303, 9306, und was hierüber in den Nr. 9194, 9199 angeführten Abschnitten gezeigt wurde. 9316. "Und dich bringen wird zu den Amoritern und Hetitern, und Pheresitern, und Kanaanitern, Hevitern und Jebusitern, und Ich sie ausrotten werde", 2. Mose 23/23, bedeutet, wenn der Herr gegen das die Kirche anfechtende Böse und Falsche schützt und dieses beseitigt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Engels, der sie zu den genannten Völkerschaften führen wird, sofern es der Herr ist, wovon Nr. 9303, 9315; aus der Bedeutung der Amoriter, Hetiter, Pheresiter, Kanaaniter, Heviter und Jebusiter, sofern sie das die Kirche anfechtende Böse und Falsche bezeichnen. Was für Böses und was für Falsches im besonderen es sei, wird aber durch die (einzelnen) Völker bezeichnet, man sehe Nr. 8054, denn als die Söhne Israels ins Land Kanaan eingeführt worden waren, da wurde das Vorbild der Kirche und des Himmels bei ihnen eingesetzt, und bei den Völkerschaften das Vorbild des Bösen und Falschen, das die Kirche anficht. Über diesen Gegenstand sehe man Nr. 3686, 4447, 6306, 6516, 8054, 8317. Ferner aus der Bedeutung von ausrotten, sofern es heißt schützen, und so beseitigen. Daß schon durch die Beschirmung des Himmels vom Herrn die Hölle beseitigt wird, d.h. schon durch die Beschirmung derer, die im Guten und Wahren stehen, die, welche im Bösen und Falschen sind, beseitigt werden, sehe man Nr. 9313. 9317. "So sollst du nicht anbeten ihre Götter", 2. Mose 23/24, bedeutet, das Falsche des Bösen solle nicht verehrt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von anbeten, sofern es die Verehrung bezeichnet, wovon Nr. 4689; und aus der Bedeutung der Götter der Völkerschaften, sofern sie das Falsche des Bösen bezeichnen, wovon Nr. 4544, 7873, 8867, 9283. Das Falsche des Bösen wird verehrt, wenn der Gottesdienst nach einer Lehre geschieht, die zusammengefügt ist aus verfälschten Wahrheiten und verunstaltetem Guten; und dies geschieht, wenn man herrschsüchtige und eigennützige Zwecke im Auge hat, und die Wahrheiten aus dem Wort als Mittel dazu betrachtet. 9318. "Und ihnen nicht dienen", 2. Mose 23/24, bedeutet, man solle ihm auch nicht gehorchen. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, sofern es den Gehorsam bezeichnet, worüber Nr. 8987, 8991; und auch die Verehrung: Nr. 7934, 8057. 9319. "Und nicht tun nach ihren Werken", 2. Mose 23/24, bedeutet, man solle das Böse des Lebens nicht befolgen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Werke, sofern sie das Böse des Lebens bezeichnen. Daß "nicht danach tun", heißt nicht folgen oder es befolgen, ist klar. 9320. "Sondern du sollst sie zerstören", 2. Mose 23/24, bedeutet, das Böse müsse ganz beseitigt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von zerstören, wenn es sich bezieht auf das Böse und Falsche, das durch die Völkerschaften des Landes Kanaan und durch ihre Götter bezeichnet wird, sofern es heißt beseitigen. Zerstören heißt aber deshalb beseitigen, weil diejenigen, die im Guten und Wahren sind, niemals diejenigen zerstören, die im Bösen und Falschen sind, sondern sie nur beseitigen, und dies darum, weil das Gute ihre Triebfeder ist und nicht das Böse; und das Gute vom Herrn ist, Der niemand zerstört. Diejenigen aber, die im Bösen und daher im Falschen sind, suchen zu zerstören, und zerstören auch wo möglich diejenigen, die im Guten sind, aus dem Grunde, weil das Böse ihre Triebfeder ist. Weil sie aber alsdann gegen das Gute, das vom Herrn stammt, somit gegen das Göttliche anstürmen, zerstören sie sich selbst, d.h., sie stürzen sich in die Verdammnis und in die Hölle. Von solcher Art ist das Gesetz der Ordnung. Daß es so ist, sehe man Nr. 4299, 7643, 7679, 7710, 7926, 7989, 8137, 8146, 8265, 8945, 8946. Die Israeliten und Juden sollten aber die Völkerschaften des Landes Kanaan zerstören aus dem Grund, weil jene Geistiges und Himmlisches vorbildeten, und die Völkerschaften Höllisches und Teuflisches, das durchaus nicht mit jenem zusammen sein konnte, denn es sind Gegensätze. Der Grund warum jenen zugelassen wurde, die Völkerschaften zu zerstören, war der, weil bei ihnen nicht die Kirche war, sondern nur das Vorbild der Kirche, somit auch der Herr nicht (wirklich) bei ihnen gegenwärtig war, sondern nur vorbildlich: Nr. 4307; denn sie waren in Äußerem ohne das Inwendige, d.h. in einem das Gute und Wahre vorbildenden Gottesdienst, nicht aber im Guten und Wahren (selbst). Solchen wird zugelassen, zu zerstören, zu töten, zu vernichten und zu verbannen; nicht aber denen, die im Äußeren und zugleich im Inwendigen sind, weil diese aus dem Guten handeln müssen, und das Gute vom Herrn ist. Daß die Juden und Israeliten solcherart waren, erklärt Moses deutlich: 5. Mose 9/4-6: "Du sollst nicht sprechen in deinem Herzen, wenn Jehovah, dein Gott, die Völkerschaften vor dir vertrieben hat und sagen: Um meiner Gerechtigkeit willen hat mich Jehovah hergeführt, dieses Land zu besitzen; nicht um deiner Gerechtigkeit willen, noch um der Rechtschaffenheit deines Herzens willen, denn du bist ein halsstarriges Volk". 5. Mose 32/28,32-34: "Ein Volk sind sie, bei dem die Ratschläge nichts helfen, und ist keine Einsicht in ihnen, vom Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock und von den Feldern Gomorrahs; ihre Trauben sind Gallentrauben, Beeren der Bitterkeiten haben sie, Drachengift ist ihr Wein, und grausame Otterngalle; ist das nicht verborgen bei Mir, besiegelt in Meinen Schätzen?": der Weinstock bedeutet im inneren Sinn die Kirche: Nr. 1069, 5113, 6375, 6376, 9277; Trauben und Beeren bedeuten das inwendige und äußere Gute jener Kirche: Nr. 1071, 5117, 6378; und Wein bedeutet das inwendige Wahre desselben: Nr. 1071, 1798, 6377. Hieraus wird klar, was es heißt "ihr Weinstock sei vom Weinstock Sodoms und von den Feldern Gomorrahs; ihre Trauben seien Trauben der Galle, und Beeren der Bitterkeiten; und ihr Wein sei Drachengift und grausame Otterngalle". Daß dieses Jehovah, d.h. der Herr, wohl wisse, wird dadurch bezeichnet, daß es bei Ihm verborgen sei, und besiegelt in Seinen Schätzen. Joh.8/44: "Jesus sprach zu den Juden: Ihr seid (oder stammt) von eurem Vater, dem Teufel, und das Verlangen eures Vaters wollt ihr tun; derselbe war ein Menschenmörder von Anfang an"; daher werden sie genannt "ein arges und ehebrecherisches Geschlecht": Matth.12/39. Ferner "ein Otterngezücht": Matth.3/7; 12/34; 23/33; Luk.3/7. Daß sie von solcher Art waren, wird auch vom Herrn in Gleichnissen beschrieben: Matth.21/33-45; Mark.12/1-9; Luk.14/16-24; 20/9-16. Daß diese Völkerschaft die schlimmste Nation gewesen sei, ferner daß sie bei ihrem Gottesdienst im Äußeren war ohne ein Inwendiges, und daß bei ihr keine Kirche, sondern nur das Vorbild einer Kirche, wie auch daß sie gleichwohl inwendige Dinge der Kirche vorbilden konnte, sehe man Nr. 3389, 3479, 3480, 3732, 3881, 4208, 4281, 4288, 4289, 4290, 4293, 4307, 4314, 4316, 4317, 4429, 4433, 4444, 4500, 4503, 4680, 4815, 4818, 4820, 4825, 4832, 4837, 4844, 4847, 4865, 4868, 4874, 4899, 4903, 4911, 4912, 4913, 5057, 5998, 6304, 6832, 6877, 7048, 7051, 7248, 7401, 7439, 8301, 8588, 8788, 8806, 8814, 8819, 8871, 8882, 9284. 9321. "Und ihre Bildsäulen zerbrechen", 2. Mose 23/24, bedeutet, ebenso das Falsche des Gottesdienstes solle beseitigt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von zerbrechen, wenn es sich auf das Falsche des Gottesdienstes bezieht, das durch die Bildsäulen bezeichnet wird, sofern es soviel ist als beseitigen, wie Nr. 9320; und aus der Bedeutung der Bildsäulen, sofern sie das Falsche des Gottesdienstes bezeichnen, worüber Nr. 3727, 4580. 9322. "Und Jehovah, eurem Gott, sollt ihr dienen", 2. Mose 23/25, bedeutet die Verehrung des Herrn allein. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, sofern es die Verehrung bezeichnet, wie Nr. 9318. Daß es die Verehrung des Herrn bedeutet, kommt daher, weil Jehovah im Wort der Herr ist: Nr. 1343, 2921, 3035, 5663, 6280, 6281, 6303, 6945, 6956, 8864. 9323. "So wird Er segnen dein Brot und dein Wasser", 2. Mose 23/25, bedeutet die Zunahme des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gesegnet werden von Jehovah", sofern es heißt: fruchtbar werden im Guten und vermehrt werden im Wahren, wovon Nr. 2846, 3306, 4981, 6091, 6099, 8939, somit Zunahme in solchen Dingen, die der Liebe und dem Glauben angehören. Aus der Bedeutung des Brotes, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 6118, 8410; und aus der Bedeutung des Wassers, sofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet, wovon Nr. 680, 739, 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 6346, 7307, 8568. Weil das Brot alles Gute der Liebe, und das Wasser alles Wahre des Glaubens im Inbegriff, und "gesegnet werden von Jehovah" alle Zunahmen in diesem bedeutet, darum war es in den alten Kirchen ein gewöhnlicher Glückwunsch, Jehovah möge das Brot und das Wasser segnen; und eine allgemeine Redeweise, daß man Brot und Wasser nannte, wenn alle natürliche Speise und Trank ausgedrückt und alles geistig Gute und Wahre verstanden werden sollte, denn dieses ist es, was das geistige Leben ernährt, wie jenes das natürliche Leben: Nr. 4976. Dies wird durch Brot und Wasser in folgenden Stellen bezeichnet: Jes.3/1: "Siehe, Jehovah Zebaoth wird wegnehmen aus Jerusalem und Juda allen Stab des Brotes, und allen Stab des Wassers": Stab des Brotes für Kraft und Leben aus dem Guten, und Stab des Wassers für Kraft und Leben aus dem Wahren. Hes.4/16,17: "Siehe, Ich zerbreche den Stab des Brotes in Jerusalem, daß sie Brot essen nach dem Gewicht und im Kummer, und Wasser trinken nach dem Maß und mit Entsetzen, auf daß sie Mangel haben an Brot und Wasser, und verödet werden der Mann und sein Bruder, und verschmachten um ihrer Missetat willen": daß "Mangel haben an Brot und Wasser" bedeutet, des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens beraubt werden, ist augenscheinlich klar, denn es heißt: "so daß verödet werden der Mann und sein Bruder, und sie verschmachten um ihrer Missetat willen". Hes.12/19: "Ihr Brot werden sie mit Kummer essen und ihr Wasser mit Entsetzen trinken, so daß das Land verwüstet wird in betreff seiner Fülle um der Gewalttat willen aller, die darinnen wohnen". Amos 8/11: "Siehe, Tage werden kommen, wo Ich einen Hunger schicken werde ins Land, nicht einen Hunger nach Brot, und nicht einen Durst nach Wasser, sondern zu hören die Worte Jehovahs". 1.Kön.13/8,9,16-19,24: "Der Mann Gottes sprach zu Jerobeam: Wenn du mir dein halbes Haus geben würdest, so gehe ich nicht mit dir hinein, und wollte kein Brot essen, und kein Wasser trinken an diesem Ort; denn so hat Jehovah geboten und gesagt: Du sollst kein Brot essen und kein Wasser trinken, und nicht wiederkommen auf dem Weg, den du gegangen bist. Aber der Prophet aus Bethel sprach zu ihm, es sei von Jehovah gesagt worden, er solle Brot mit ihm essen und Wasser trinken, womit er gelogen; und er kehrte mit ihm um, und aß Brot in seinem Hause und trank Wasser; deshalb wurde er von einem Löwen zerrissen": daß er kein Brot essen und kein Wasser trinken sollte bei Jerobeam, bedeutete, er solle das dortige Gute und Wahre verabscheuen, weil es entweiht war, denn Jerobeam entweihte den Altar und alles Heilige des Gottesdienstes, wie aus den Geschichten im Wort daselbst erhellt. Der Mangel am geistig Guten und Wahren wurde dadurch bezeichnet, daß dreieinhalb Jahre lang unter der Regierung Ahabs kein Regen fiel, bis daß es an Brot und Wasser mangelte; und daß alsdann Elias zur Witwe in Sarepta ging, und sie um ein wenig Wasser zum Trinken und ein Stück Brot zu essen bat: 1.Kön. Kapitel 17 und 18; denn durch Brot wurde alles Gute der Kirche, und durch Wasser alles Wahre der Kirche bezeichnet, wie oben gesagt wurde. Zur selben Zeit wurde aber solches vorgebildet aus dem Grund, weil das Vorbild der Kirche bei ihnen war, und weil so das Wort, auch das Historische, in Vorbildern verfaßt werden sollte. Das war der Grund, warum die Verwüstung des Guten und Wahren durch den Mangel des Brotes und Wassers vorgebildet wurde. Weil das Brot alles Gute der Liebe im Inbegriff bezeichnet, darum hießen auch die Opfer Brot: Nr. 2165, und darum nennt sich auch der Herr das Brot, das vom Himmel herabkommt: Joh.6/48,50,51, denn der Herr ist das Gute der Liebe selbst. 9324. "Und Ich werde entfernen alle Krankheit aus deiner Mitte", 2. Mose 23/25, bedeutet den Schutz vor den Verfälschungen des Wahren und Verunstaltungen des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von entfernen aus deiner Mitte, wenn es sich auf das verfälschte Wahre und das verunstaltete Gute bezieht, das durch Krankheit bezeichnet wird, sofern es soviel ist als schützen, denn wenn der Herr davor schützt, entfernt Er es: Nr. 9313. Ferner aus der Bedeutung der Krankheit, sofern sie das verfälschte Wahre und das verunstaltete Gute bezeichnet; dies sind die Krankheiten des geistigen Lebens, denn das geistige Leben entsteht und besteht durch das Wahre, das Sache des Glaubens, und durch das Gute, das Sache der Liebe ist; wenn dieses verfälscht und verkehrt wird, ist der Mensch krank, wenn es aber im Herzen geleugnet wird, dann stirbt der Mensch geistig. Daß die Krankheiten solches bedeuten und solchem entsprechen, sehe man Nr. 4958, 5711-5727, 8364, 9031. 9325. "Keine Fehlgebärende noch Unfruchtbare soll in deinem Lande sein", 2. Mose 23/26, bedeutet, das Gute und Wahre solle nach seiner Ordnung in anhaltendem Fortschritt vor sich gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht fehlgebären und unfruchtbar sein", sofern es das Fortschreiten der Wiedergeburt in der rechten Ordnung bezeichnet, mithin daß das Gute und Wahre nach seiner Ordnung in anhaltendem Fortschritt vor sich gehen (oder sich entwickeln und vermehren) soll, worüber folgt. Und aus der Bedeutung von "im Lande", sofern es heißt in der Kirche. Daß Land im Wort die Kirche ist, sehe man Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118, 2571, 2928, 3355, 3368, 3379, 4447, 4535, 5577, 8011, 8732. Das Land bedeutet aber die Kirche aus dem Grund, weil das Land Kanaan verstanden wird, wo die Kirche war, und von den ältesten Zeiten her bestanden hatte: Nr. 3686, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136, 6516, 8317; und wenn in der geistigen Welt ein Land genannt wird, so versteht man nicht das Land, sondern die Beschaffenheit der Völkerschaft daselbst in Ansehung ihrer Religion. Wenn daher das Land im Wort genannt und dabei das Land Kanaan verstanden wird, so meint man die Kirche. Aus diesem kann erhellen, was in den prophetischen Teilen des Wortes durch den neuen Himmel und die neue Erde verstanden wird, nämlich die innere und die äußere Kirche: Nr. 1850, 3355, 4535, denn es gibt innere Menschen und äußere Menschen. Keine Fehlgebärende und Unfruchtbare soll im Lande sein, bedeutet aber, das Gute und Wahre solle nach seiner Ordnung in anhaltendem Fortschritt vor sich gehen, aus dem Grund, weil durch alles, was sich auf die Geburt bezieht, im inneren Sinn des Wortes solches verstanden wird, was sich auf die geistige Geburt, somit was sich auf die Wiedergeburt bezieht: Nr. 2584, 3860, 3905, 3915. Zur geistigen Geburt oder Wiedergeburt gehört aber das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit, denn durch dieses wird der Mensch von neuem empfangen und geboren. Daß solches durch die Geburten bezeichnet wird, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, und offenbar auch aus den Worten des Herrn zu Nikodemus: Joh.3/3-6,9,10: "Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, wer nicht von neuem geboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen; Nikodemus sprach: Wie kann ein Mensch wiedergeboren werden, wenn er ein Greis ist? Kann er in den Leib seiner Mutter zum zweitenmal eingehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, wer nicht geboren ist aus Wasser und Geist, kann nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, was aber vom Geist geboren ist, ist Geist. Nikodemus sprach: Wie kann das geschehen? Jesus antwortete: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht?": geboren (oder gezeugt) werden durch Wasser und Geist heißt, durch die Wahrheiten des Glaubens und durch das Gute der Liebe geboren werden; man sehe die Nr. 9274 angeführten Abschnitte. Daß solches durch die Geburten im Wort bezeichnet wird, hat seinen Grund in der Entsprechung der Ehen auf Erden mit der himmlischen Ehe, welche die Ehe des Guten und Wahren ist; über diese Entsprechung sehe man Nr. 2727-2759. Daß aber davon die wahrhaft eheliche Liebe abstammt, weiß heutzutage kaum jemand, und will vielleicht kaum jemand anerkennen, weil irdische und leibliche Dinge vorschweben, die auslöschend und erstickend wirken, wenn man über eine solche Entsprechung denkt. Weil die wahrhaft eheliche Liebe davon herkommt, darum wird auch durch die Geburten und Zeugungen im inneren Sinn des Wortes das bezeichnet, was der neuen Geburt und Zeugung vom Herrn angehört. Daher kommt es auch, daß Vater, Mutter, Söhne, Töchter, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter, Enkel und mehrere, die von den Ehen herkommen, das Gute und Wahre und das von ihnen Abstammende bezeichnen, wovon öfter in den Erklärungen. Aus diesem kann nun erhellen, daß durch "keine Fehlgebärende und Unfruchtbare soll im Lande sein" bezeichnet wird, das Gute und Wahre solle nach seiner Ordnung in anhaltendem Fortschritt vor sich gehen, (d.h. sich entwickeln). Daß die Fehlgebärende und Unfruchtbare das bezeichnet, was der Fehlgeburt und Unfruchtbarkeit im geistigen Sinn angehört, nämlich die Verkehrung des Guten und Wahren, sodann die Verwüstungen und Leugnungen desselben, erhellt aus den folgenden Stellen: Hos.9/13-15: "Ephraim, als ich es sah bis gen Tyrus, war gepflanzt in schöner (Aue); aber Ephraim muß zum Totschläger hinausführen seine Söhne; gib ihnen, Jehovah, einen fehlgebärenden Leib und versiegende Brüste. Um der Bosheit ihrer Werke willen werde Ich sie austreiben aus Meinem Hause": wenn man nicht weiß, was durch Ephraim, durch Tyrus, durch den Totschläger, durch die Söhne, durch den fehlgebärenden Leib, durch die versiegenden Brüste im inneren Sinn bezeichnet wird, kann man gar nicht wissen, was jene prophetischen Worte in sich schließen: Ephraim bedeutet das Verständige der Kirche, und zwar das Verständige, das erleuchtet ist über das Wahre und Gute des Glaubens aus dem Wort; man sehe Nr. 3969, 5354, 6222, 6234, 6238, 6267. Tyrus bedeutet die Erkenntnisse des Wahren und Guten: Nr. 1201. Hieraus wird klar, was bezeichnet wird durch "Ephraim, als ich es sah bis gen Tyrus, war gepflanzt in schöner Aue". Totschläger ist der, welcher des geistigen Lebens oder des Lebens aus dem Wahren und Guten beraubt: Nr. 3607, 6767, 8902; und die Söhne bezeichnen die Wahrheiten des Glaubens: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2813, 3373, 3704, 4257. Hieraus erhellt, was bezeichnet wird durch "Ephraim muß hinausführen zum Totschläger seine Söhne". Die Brüste bedeuten die Neigungen zum Guten und Wahren: Nr. 6432; daher bedeuten versiegende Brüste, daß keine solche Neigungen vorhanden sind, sondern anstatt derselben die Begierde es zu verkehren. Hieraus wird ferner klar, was der fehlgebärende Leib ist, nämlich die Verkehrung des Guten und Wahren. Daß lauter Dinge des geistigen Lebens durch alle diese Worte bezeichnet werden, leuchtet ein, denn es wird gesagt: "Um der Bosheit ihrer Werke willen werde Ich sie vertreiben aus Meinem Hause": aus dem Hause Jehovahs heißt aber aus der Kirche und aus dem Himmel: Nr. 2233, 2234, 3720, 5640. Mal.3/11,12: "Schelten will Ich für euch den Fresser, daß er euch nicht verderbe die Frucht des Landes, noch euch fehlgebäre der Weinstock im Felde; selig werden euch preisen alle Völkerschaften, und ihr werdet sein ein Land des Wohlgefallens": der Weinstock im Felde soll nicht fehlgebären bedeutet, das Wahre und Gute des Glaubens soll bei denen, die der Kirche angehören, nach seiner Ordnung vor sich gehen; denn der Weinstock bedeutet das Wahre und Gute der geistigen Kirche: Nr. 1069, 6375, 6376, 9277; und das Feld ist die Kirche: Nr. 2971, 3766, 7502, 9139, 9295; das Land des Wohlgefallens bedeutet die dem Herrn angenehme Kirche; denn ein jeder innerhalb der Kirche, der wiedergeboren ist durch das Wahre und Gute, ist selbst eine Kirche. Hieraus wird klar, was es heißt: "Ihr werdet sein ein Land des Wohlgefallens", daß das Land die Kirche ist, sehe man oben. 5. Mose 7/11,14,15: "Wenn ihr hört Meine Rechte, so daß ihr sie haltet und tut, wirst du gesegnet sein vor allem Volk; es wird in dir kein Unfruchtbarer und keine Unfruchtbare sein, noch unter deinem Vieh, entfernen wird Jehovah von dir alle Krankheit, und alle bösen Seuchen Ägyptens": es wird kein Unfruchtbarer und keine Unfruchtbare sein bedeutet, niemand ohne Leben aus dem Wahren und Guten, somit daß sie geistig lebendig sein werden. Weil unfruchtbar diese Bedeutung hatte, darum betrachteten sich die Weiber in den alten Kirchen als nicht lebendig, wenn sie unfruchtbar waren, z.B. Rachel, die von sich zu Jakob redete: "Als Rachel sah, daß sie dem Jakob nicht gebar, sagte sie zu Jakob: Gib mir Söhne, wo nicht, so bin ich tot": 1. Mose 30/1, Nr. 3908. Durch Unfruchtbare werden auch die bezeichnet, die nicht im Guten sind, weil nicht in den Wahrheiten, und doch nach Wahrheiten verlangen, auf daß sie im Guten sein möchten, wie die frommen Heiden außerhalb der Kirche; z.B.: Jes.54/1: "Singe fröhlich, du Unfruchtbare, die nicht geboren hat, werde laut im Gesang und juble, die nicht gekreißet hat, denn mehr sind die Söhne der Vereinsamten, als die Söhne der Verehelichten". Ps.113/7-9: "Jehovah hebt empor aus dem Staub den Zertretenen, aus dem Kot erhöht Er den Dürftigen, ihn zu setzen zu den Fürsten Seines Volkes, der die Unfruchtbare des Hauses wohnen läßt als eine fröhliche Mutter von Söhnen". 1.Sam.2/5, in der Weissagung Hanna, nachdem sie den Samuel geboren hatte: "Die Satten haben sich um Brot verdingt, und die Hungrigen feiern, bis daß die Unfruchtbare sieben gebar, die Kinderreiche aber hinschmachtete". In diesen Stellen werden unter den Unfruchtbaren die Heiden verstanden, die zur Kirche herbeigezogen werden, und zu denen die (neue) Kirche verpflanzt wird, wenn die alte aufgehört hat, d.h., wenn die früheren Angehörigen der Kirche nicht mehr im Glauben sind, weil in keiner Liebtätigkeit; diese Kirche ist es, die verstanden wird unter der Kinderreichen, die hinschmachtete, und unter der Verehelichten; jene aber, nämlich die neue der Heiden, unter der Unfruchtbaren und Vereinsamten, die viele Söhne haben wird, und unter der Unfruchtbaren des Hauses, der fröhlichen Mutter von Söhnen; sieben gebären heißt vollständig wiedergeboren werden; denn sieben bedeutet hier nicht 7, sondern vollständig: Nr. 9228. Hieraus erhellt, was verstanden wird unter den folgenden Worten des Herrn: Luk.23/29: "Es werden Tage kommen, in denen sie sagen werden: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäugt haben": hier ist die Rede von der Vollendung des Zeitlaufs, das die letzte Zeit der Kirche ist. 2.Kön.2/19-21: "Die Männer Jerichos sagten zu Elisa: Siehe, die Lage der Stadt ist gut, aber die Wasser sind böse, und das Land unfruchtbar; da sagte Elisa, sie sollten in einer neuen Schale Salz bringen, und es sofort in den Ausfluß des Wassers werfen, da wurden die Wasser geheilt, und es kam nicht mehr Tod oder Unfruchtbarkeit": was dieses in sich schließt, kann niemand wissen, außer durch den inneren Sinn. Alle Wunder nämlich, die im Worte vorkommen, schließen solches in sich, was im Reich des Herrn oder in der Kirche (sich begibt): Nr. 7337, 7465, 8364, 9086; deshalb muß man wissen, was Elisa vorbildete, was die Stadt Jericho, die bösen Wasser und das unfruchtbare Land, die neue Schale und das Salz darinnen, ferner was der Ausfluß der Wasser bedeutet, in den sie das Salz werfen sollten: Elisa bildete den Herrn in Ansehung des Wortes vor: Nr. 2762, die Wasser bedeuten die Wahrheiten des Glaubens: Nr. 28, 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 6346, 7307, 8137, 8138, 8568; daher bedeuten die bösen Wasser das Wahre ohne das Gute, und das unfruchtbare Land das Gute der Kirche, das ebendarum nicht lebendig war. Die neue Schale oder das neue Gefäß das Wißtümliche und die Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 3068, 3079, 3316, 3319. Das Salz das Verlangen des Wahren nach dem Guten: Nr. 9207; der Ausfluß der Wasser bedeutet das Natürliche des Menschen, das die Erkenntnisse des Wahren und Guten aufnimmt; und das durch das Verlangen des Wahren nach dem Guten gebessert wird. Aus diesem wird klar, was jenes Wunder in sich schloß, nämlich die Besserung der Kirche und des Lebens durch das Wort vom Herrn, somit durch das Verlangen des Wahren nach dem Guten; und daß die Besserung eintrete, wenn das Natürliche des Menschen durch solches Verlangen die Wahrheiten aus dem Wort aufnimmt. Daß dieses in Jericho geschah, hatte den Grund, weil diese Stadt nicht weit vom Jordan lag, und durch den Jordan dasjenige beim Menschen der Kirche bezeichnet wird, was die Wahrheiten zuerst aufnimmt, somit das Natürliche: Nr. 1585, 4255. Daß das Natürliche des Menschen das erste ist, das die Wahrheiten aus dem Wort vom Herrn aufnimmt, und das zuletzt wiedergeboren wird, und daß, wenn dieses wiedergeboren ist, der ganze Mensch wiedergeboren ist, wurde bezeichnet durch die Worte des Herrn zu Petrus, als Er die Füße der Jünger wusch: Joh.13/10: "Jesus sprach: Wer gewaschen ist, hat nicht nötig, denn daß er an den Füßen gewaschen werde, dann ist er ganz rein": daß die Füße das bedeuten, was dem natürlichen Menschen angehört, im allgemeinen das Natürliche, sehe man Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, 5327, 5328. Daß der natürliche oder äußere Mensch in Entsprechung sein muß mit dem geistigen oder inwendigen Menschen, wenn der Mensch wiedergeboren sein soll, daß er also nicht eher wiedergeboren ist, als bis das Natürliche wiedergeboren ist, sehe man Nr. 2850, 3167, 3286, 3321, 3470, 3493, 3508, 3509, 3518, 3573, 3576, 3579, 3620, 3623, 3671, 3882, 3969, 4353, 4588, 4612, 4618, 5168, 5326, 5373, 5651, 6299, 6454, 7442, 7443, 8742-8747, 9043, 9046, 9061. 9326. "Die Zahl deiner Tage werde Ich vollmachen", 2. Mose 23/26, bedeutet, bis zum vollen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage, sofern sie Lebenszustände bezeichnen, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 5672, 5962, 6110, 7680, 8426, hier der Zustand des neuen oder geistigen Lebens, welches das des Wiedergeborenen ist; und aus der Bedeutung von "die Zahl vollmachen", sofern es ausdrückt, vollständig. Bis zum vollen Zustand heißt, bis der Mensch wiedergeboren ist. Daß bis dahin das Wahre und Gute in seiner Ordnung und im anhaltenden Fortschritt vor sich gehen müsse, wird dadurch bezeichnet, daß keine Fehlgebärende und Unfruchtbare im Lande sein soll, wovon Nr. 9325. 9327. "Meinen Schrecken werde Ich vor dir hersenden", 2. Mose 23/27, bedeutet die Furcht derer, die im Bösen des Falschen sind, vor den Wahrheiten des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schreckens, sofern er die Furcht derer bezeichnet, die im Bösen des Falschen sind; und aus der Bedeutung der Söhne Israels, vor denen her der Schrecken gesendet werden sollte, sofern es die sind, die im geistig Guten oder Wahren des Guten stehen, wovon Nr. 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5820, 5833, 7957, 8234, 8805. Daß die Völkerschaften des Landes Kanaan, die eine Furcht vor den Söhnen Israels haben sollten, das Böse des Falschen und das Falsche des Bösen bedeuten, sehe man Nr. 1413, 1437, 1573, 1574, 1607, 1868, 4517, 6306, 8054, 8317. Daher kommt es, daß durch "Ich werde Meinen Schrecken vor dir hersenden", die Furcht vor den Wahrheiten des Guten bezeichnet wird, bei denen, die im Bösen des Falschen sind. Damit verhält es sich auf folgende Weise: Alle Macht der geistigen Welt kommt von dem Wahren, das aus dem Guten hervorgeht, somit von den Wahrheiten, die vom Herrn ausgehen, was offenbar daraus erhellen kann, daß der Herr alles im Himmel und alles in der Hölle, wie auch alles in der Welt anordnet durch die Wahrheiten, die von Ihm stammen; denn das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, ist eben das, wodurch alles entstanden ist, und wodurch alles besteht. Daß es so ist, begreifen diejenigen nicht, die bloß aus dem Materiellen heraus denken, wie diejenigen denken, die der Natur die Entstehung und Erhaltung aller Dinge zuschreiben. Diese können von den Wahrheiten keine andere Vorstellung haben, als daß sie machtlos seien, weil Sache des bloßen Gedankens, von dem sie meinen, es liege ihm nichts Wesentliches, noch weniger etwas Substantielles zugrunde, obwohl sie wissen, daß das Denken den ganzen Leib regiert, und seine einzelnen Teile zur Bewegung antreibt, ganz nach seiner Beschaffenheit. Dazu kommt noch, daß alles im Weltall sich auf das Wahre bezieht, das aus dem Guten stammt. Daß das Wahre es ist, dem alle Macht zukommt, und das eigentlichst Wesentliche, sehe man Nr. 8200. Hieraus wird klar, daß die Engel Macht haben aus dem göttlich Wahren, das vom Herrn ist, und daß sie ebendarum Mächte heißen. Was für eine Macht die Wahrheiten aus dem Guten, d.h. die Wahrheiten aus dem Herrn haben, darüber sehe man die Erfahrung, die in betreff des Armes, der solchem Wahren entspricht, Nr. 4932-4935 angeführt wurde. Weil alle Macht dem Wahren angehört, so folgt daraus, daß das Falsche aus dem Bösen gar keine Macht hat; denn es ist das, was das Wahre aus dem Guten, also die Macht aufhebt. Deshalb haben auch diejenigen, die in der Hölle sind, weil alle daselbst im Falschen aus dem Bösen sind, gar keine Macht; und darum können ihrer Tausende von einem einzigen Engel des Himmels verjagt, niedergeworfen und zerstreut werden, kaum anders als ein Flöckchen in der Luft durch den Hauch des Mundes. Hieraus kann man sehen, woher die Furcht kommt, die diejenigen, die im Bösen des Falschen sind, vor den Wahrheiten des Guten haben. Diese Furcht heißt auch der Schrecken Gottes: 1. Mose 35/5; Hiob 13/21; und Hes.32/32: "Ich werde Meinen Schrecken geben im Lande der Lebendigen; wenn er hingelegt worden ist mitten unter die Unbeschnittenen, samt den vom Schwert Durchbohrten, Pharao und alle seine Menge". 3. Mose 26/15,36: "Wenn ihr verwerfet Meine Satzungen, wenn eure Seele Ekel hat an Meinen Rechten, daß ihr nicht tut alle Meine Gebote, so will Ich Bestürzung in euer Herz werfen, so daß das Rauschen eines verwehten Blattes euch jagt, und ihr die Flucht ergreift, gleich wie vor dem Schwerte, und fallet ohne Verfolger": hier wird der Schrecken derjenigen beschrieben, die im Bösen des Falschen und im Falschen des Bösen sind. Es wird gesagt, jagen werde sie das Rauschen eines Blattes, und sie werden die Flucht ergreifen, gleich wie vor dem Schwerte, der Grund, warum so gesagt wird, ist der, weil Blatt das Wahre bezeichnet: Nr. 885, und Schwert das Wahre, das gegen das Falsche des Bösen kämpft: Nr. 2799, 6353, 8294. Daß solche gar keine Macht gegen das Wahre haben, wird dadurch bezeichnet, daß sie fallen werden ohne Verfolger. 9328. "Und verwirren alles Volk", 2. Mose 23/27, bedeutet die Bestürzung alles Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von verwirren, sofern es die Bestürzung bezeichnet, worüber folgt; aus der Bedeutung des Volkes, sofern es die bezeichnet, die im Wahren sind, somit im abstrakten Sinne das Wahre und im entgegengesetzten Sinne das Falsche, wovon Nr. 1259, 1260, 2928, 3295, 3581, 6232. Verwirren bedeutet aber Bestürzung, weil diejenigen, die bestürzt werden, im Gemüt und Herzen so verwirrt werden, daß sie in Wahnwitz verfallen und von selbst ins Verderben rennen. Daß eine solche Bestürzung durch verwirren bezeichnet wird, erhellt bei Sach.14/13: "An jenem Tage wird Jehovah eine große Verwirrung anrichten unter denen, die gegen Jerusalem streiten, und einer wird den anderen bei der Hand fassen, und seine Hand sich erheben wider die Hand seines Genossen": streiten wider Jerusalem heißt wider die Kirche (streiten), somit auch wider das Wahre und Gute des Glaubens, das die Kirche macht. Daß Verwirrung eine Bestürzung bis zur Unsinnigkeit bedeutet, ist klar. 5. Mose 7/23: "Jehovah, dein Gott, wird die Völkerschaften vor dir hingeben, und sie verwirren mit großer Verwirrung, bis sie vertilgt werden": Verwirrung bedeutet Bestürzung. 9329. "Zu dem du kommen wirst", 2. Mose 23/27, bedeutet infolge der Gegenwart des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "kommen zu jemand", sofern es eine Gegenwart bezeichnet, wie Nr. 5934, 6063, 6089, 7498, 7631, hier ist es die Gegenwart des Herrn, weil von der Macht des Wahren gegen das Böse und Falsche gehandelt wird, und alles Wahre und seine Macht vom Herrn ist. Die Söhne Israels, von denen es hier gesagt wird, bezeichnen auch die Wahrheiten, die vom Herrn stammen, somit die geistigen Wahrheiten, man sehe Nr. 5414, 5879, 5951, 7957, 8234, 8805. 9330. "Und allen deinen Feinden will Ich den Nacken wenden lassen vor dir", 2. Mose 23/27, bedeutet die Flucht und Verdammnis des Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Feinde, sofern sie das Falsche aus dem Bösen sind, wovon Nr. 9313, 9314; und aus der Bedeutung von "wenden lassen den Nacken", sofern es die Flucht bezeichnet. Es bedeutet aber auch die Verdammnis, weil diejenigen, die im Falschen aus dem Bösen sind, wenn sie vor den Wahrheiten aus dem Guten fliehen, sich in die Hölle oder in die Verdammnis stürzen. Es verhält sich damit auf folgende Weise: Die, welche im Falschen aus dem Bösen sind, streiten im anderen Leben zuerst gegen diejenigen, die im Wahren aus dem Guten sind. Mit ihnen zu streiten wird deshalb zugelassen, damit Gutes daraus entstehe. Das Gute, das daraus entsteht, liegt darin, daß die, welche im Wahren aus dem Guten sind, dadurch im Wahren gegen das Falsche bestärkt werden, und daß die, welche im Falschen aus dem Bösen sind, im Falschen bestärkt werden und so sich selbst aböden; denn im anderen Leben wird von denen, die im Wahren aus dem Guten sind, das Falsche entfernt, und von denen, die im Falschen aus dem Bösen sind, werden die Wahrheiten entfernt. Dadurch werden die, welche im Wahren aus dem Guten sind, in den Himmel erhoben, und die, welche im Falschen aus dem Bösen sind, sinken in die Hölle hinab, und wenn sie in der Hölle sind, dann sind sie in der Furcht und Bestürzung vor den Wahrheiten aus dem Guten, in dem die Engel sind aus dem Herrn. Daß ein solcher Zustand diejenigen erwartet, die im Falschen aus dem Bösen sind, und diejenigen, die im Wahren aus dem Guten sind, lehrt der Herr: Matth.13/12: "Wer da hat, dem wird gegeben werden, auf daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch noch genommen werden, was er hat". Luk.19/24-26: "Nehmet ihm das Pfund und gebt es dem, der zehn Pfunde hat; sie sprachen: Herr, er hat zehn Pfunde; Er aber sprach: Ich sage euch: einem jeden, der da hat, wird gegeben werden; einem jeden aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat". 9331. "Und Ich werde Hornisse vor dir hersenden", 2. Mose 23/28, bedeutet die Furcht derer, die im Falschen aus dem Bösen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hornisse, sofern sie das stechende und tödliche und daher Furcht erregende Falsche bezeichnet. Schrecken wird von denen gesagt, die im Bösen sind, und Furcht von denen, die im Falschen sind, über den Schrecken jener sehe man Nr. 9327. Die Hornissen bedeuten aber die Furcht derjenigen, die im Falschen sind, aus dem Grunde, weil sie beflügelt und mit Stacheln versehen sind, mit denen sie giftige Stiche beibringen; denn sowohl die größeren als die kleineren Tiere bezeichnen entweder solches, was den Neigungen angehört und sich auf den Willen bezieht, oder sie bezeichnen solches, was den Gedanken angehört und sich auf den Verstand bezieht, denn alles, was im Menschen ist, bezieht sich entweder auf seinen Willen oder auf seinen Verstand. Was nicht auf eines von beiden sich bezieht, ist nicht im Menschen und gehört somit dem Menschen nicht an. Die einhergehenden, wie auch die kriechenden Tiere bezeichnen Neigungen in beiderlei Sinn, somit entweder Gutes oder Böses, denn dieses ist Sache der Neigungen; hingegen die fliegenden Tiere, wie auch die beflügelten Insekten bezeichnen solches, was den Gedanken angehört in beiderlei Sinn, somit entweder Wahres oder Falsches, denn dieses ist Sache der Gedanken. Daß die Tiere Gutes oder Böses bezeichnen, sehe man Nr. 9280, daß die kriechenden Tiere solches im äußeren Sinnlichen bezeichnen: Nr. 746, 909, 994; daß die fliegenden Tiere Wahres oder Falsches bezeichnen: Nr. 40, 745, 776, 778, 866, 988, 911, 3219, 5149, 7441; daher bezeichnen die beflügelten Insekten das gleiche, aber im Äußersten des Menschen. Das Falsche, wovon jetzt die Rede, gehört übrigens mehreren Gattungen an: es gibt Falsches, das nicht verletzt, es gibt Falsches, das leicht, und solches, das schwer verletzt, und es gibt auch solches, das tötet. Was für einer Gattung es angehört, erkennt man an dem Bösen, aus dem es kommt; denn alles Falsche, das verletzt und das tötet, hat sein Dasein aus dem Bösen. Das Falsche aus dem Bösen ist nämlich das Böse, das in Gestalt erscheint. Im anderen Leben stellt sich auch wirklich solches Falsches, wenn es in sichtbarer Gestalt vorgebildet wird, als ein Schwarm von unreinen, und je nach der Art des Bösen, aus dem es stammt, fürchterlich anzusehenden Insekten und Flügeltieren dar. Hieraus erhellt, woher es kommt, daß die Hornissen die Furcht derjenigen bezeichnen, die im Falschen des Bösen sind: 5. Mose 7/20: "Hornissen wird Jehovah, dein Gott, gegen sie senden, bis zugrunde gehen die übrigen und die vor dir Verborgenen". Im Worte werden hie und da Insekten von verschiedener Gattung erwähnt, und überall bezeichnen sie Falsches oder Böses im Äußersten, d.h. im äußeren Sinnlichen des Menschen, und dieses ist das Böse und Falsche, das aus Täuschungen der Sinne und aus verschiedenen Wollüsten und Begierden des Körpers entspringt, die durch ihre Lockungen und durch Scheinbarkeiten verführen und machen, daß die Vernunft zustimmt und so in Falsches aus dem Bösen versenkt wird. Daß das Falsche dieser Gattung durch das Ungeziefer Ägyptens bezeichnet wird, sehe man Nr. 7441; ebenso durch die Heuschrecken daselbst: Nr. 7643. Durch die Frösche Ägyptens werden die Vernünfteleien aus Falschem bezeichnet: Nr. 7351, 7352, 7384; durch die Läuse daselbst Böses von ebenderselben Gattung: Nr. 7419; und durch die Würmer das Falsche, das verzehrt und peinigt: Nr. 8481. Solches Böses und Falsches wird auch durch die Gattungen verschiedener Insekten in den folgenden Stellen bezeichnet: Jes.7/18,19: "Geschehen wird es an jenem Tage, zischen wird Jehovah der Fliege, die am Ende der Ströme Ägyptens ist, und der Biene, die im Lande Aschurs; und diese werden kommen und alle sich niederlassen am Strom der Verödungen, und in den Spalten der Felsen und in allen Gebüschen": hier wird vom Kommen des Herrn und vom Zustand der Kirche alsdann gehandelt. Die Fliege am Ende der Ströme Ägyptens bedeutet das Falsche im Äußersten, d.h. im äußeren Sinnlichen des Menschen: Nr. 7441; die Biene im Lande Aschurs bedeutet das Falsche, das die Vernunftschlüsse des Gemüts verkehrt, denn Aschur bedeutet das Vernünfteln: Nr. 1186; der Strom der Verödungen ist das überall regierende Falsche. Die Felsenspalten sind die Glaubenswahrheiten im Dunkeln, weil entfernt vom Lichte des Himmels: Nr. 8581, die Gebüsche bedeuten dieselben Wahrheiten im Entstehen: Nr. 2682. Amos 4/9: "Geschlagen habe Ich euch mit Brand und Rost, eure meisten Gärten, und eure Weinberge, und eure Feigenbäume, und eure Ölbäume hat die Raupe gefressen". Joel 1/4,5: "Das Übriggelassene der Raupe wird die Heuschrecke fressen, und das Übriggelassene der Heuschrecke wird der Käfer fressen, und das Übriggelassene des Käfers wird die Grille fressen; wachet auf, ihr Trunkenen und heulet, alle Weintrinker, wegen des Mosts, der weggerissen ist von eurem Munde". Joel 2/24,25: "Voll sind die Tennen von reinem Getreide, die Keltern fließen über von Most und Öl; und Ich will euch erstatten die Jahre, die verzehrt hat die Heuschrecke, der Käfer, die Grille und die Raupe, Mein großes Heer, das Ich unter euch gesandt habe": daß hier Falsches und Böses im Äußersten oder im äußeren Sinnlichen des Menschen der Kirche durch die Gattungen jener Insekten bezeichnet wird, erhellt aus dem einzelnen, denn es wird gehandelt von der Verkehrung des Wahren und Guten der Kirche. Was die Heuschrecke und was die Grille bedeutet, sehe man Nr. 7643, daß durch Gärten, Weinberge, Feigenbäume, Ölbäume, Wein und Most, die von jenen verdorben werden, Gutes und Wahres der Kirche im allgemeinen bezeichnet wird, ist öfters in den Erklärungen gezeigt worden. Ps.105/29-31: "Er ließ Frösche hervorkriechen in ihr Land, in die Gemächer ihrer Könige; Er gebot, daß Geschmeiß kommen sollte, Läuse in alle ihre Grenzen": hier von Ägypten. Was die Frösche (bedeuten) sehe man Nr. 7351, 7352, 7384, und was die Läuse: Nr. 7419. 5. Mose 28/39: "Weinberge wirst du pflanzen und bauen, aber keinen Wein trinken, noch einsammeln, denn der Wurm wird ihn verzehren": Wurm bedeutet alles dergleichen Falsches und Böses überhaupt. Jes.51/8: "Fürchtet euch nicht vor der Schmach der Menschen und vor ihren Lästerungen entsetzt euch nicht; denn wie ein Kleid wird sie fressen die Motte, und wie Wolle wird sie fressen die Schabe": Motte (steht) für Falsches im Äußersten des Menschen, und Schabe für Böses daselbst; denn das Kleid, das die Motte fressen wird, bezeichnet das untere oder äußere Wahre, das dem sinnlichen Menschen angehört: Nr. 2576, 5248, 6377, 6918, 9158, 9212; und die Wolle, welche die Schabe fressen wird, bezeichnet das untere oder äußere Gute, das dem sinnlichen Menschen angehört. Dies erhellt aus mehreren Stellen, sodann aus der Bedeutung des Schafes, von dem die Wolle kommt, sofern es das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet: Nr. 4169. Was und wie beschaffen das Äußerste des natürlichen Menschen ist, welches das Sinnliche genannt wird, sehe man Nr. 4009, 5077, 5081, 5089, 5094, 5125, 5128, 5380, 5767, 5774, 6183, 6201, 6310-6318, 6564, 6598, 6612, 6614, 6622, 6624, 6844, 6845, 6848, 6949, 7442, 7645, 7693, 9212, 9216. 9332. "Daß sie vertreiben vor dir die Heviter, die Kanaaniter und die Hethiter", 2. Mose 23/28, bedeutet die Flucht des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von austreiben, sofern es soviel ist als in die Flucht jagen; somit die Flucht. Aus der Bedeutung der Heviter, Kanaaniter und Hethiter, sofern sie das Falsche aus Bösem bedeuten. Die Heviter das Falsche aus leichterem Bösen: Nr. 6860, die Kanaaniter das Falsche aus schwererem Bösen: Nr. 4818, 8054, und die Hethiter das Falsche aus dem schwersten Bösen: Nr. 2913, 6858. Daß durch die Völkerschaften im Lande Kanaan alles Falsche und Böse im Inbegriff bezeichnet wird, sehe man in den Nr. 9327 angeführten Stellen. 9333. "Ich will sie nicht vor dir vertreiben in einem Jahr", 2. Mose 23/29, bedeutet, nicht eine eilige Flucht und Entfernung desselben, nämlich des Falschen und Bösen, das durch die Völkerschaften im Lande Kanaan bezeichnet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von vertreiben, sofern es eine Flucht bezeichnet, denn die, welche im Bösen und Falschen sind im anderen Leben, werden nicht vertrieben, sondern sie fliehen von selbst. Daß es auch Entfernung bedeutet, wird man unten sehen. Ferner aus der Bedeutung von "in einem Jahr", sofern es die Eile bezeichnet, denn es folgt "nach und nach will Ich sie vertreiben vor dir", wodurch die nach der Ordnung stufenweise Entfernung bezeichnet wird. Vertreiben, wenn es vom Bösen und Falschen gesagt wird, bedeutet Entfernung aus dem Grund, weil das Falsche und Böse aus dem Menschen nicht vertrieben, sondern entfernt wird. Wer nicht weiß, wie es sich mit der Befreiung des Menschen vom Bösen und Falschen oder mit der Vergebung der Sünden verhält, könnte glauben, daß die Sünden abgestreift werden, wenn gesagt wird, sie seien vergeben. Dieser Glaube beruht aber auf dem buchstäblichen Sinn des Wortes, wo einigemal so gesagt wird; daher hat sich in sehr viele Gemüter der Irrtum festgesetzt, daß sie gerecht und rein seien, nachdem sie die Absolution empfangen haben. Allein diese wissen gar nicht, wie es sich mit der Vergebung der Sünden verhält, daß nämlich der Mensch nicht davon gereinigt, sondern davon abgehalten wird vom Herrn, wenn er von der Art ist, daß er im Guten und Wahren erhalten werden kann, und daß er nur dann im Guten und Wahren erhalten werden kann, wenn er wiedergeboren ist; denn alsdann hat er das Leben des Guten der Liebtätigkeit und des Wahren des Glaubens erlangt. Alles nämlich, was der Mensch von der ersten Kindheit an denkt, will, redet und tut, schließt sich an sein Leben an und bildet es. Dieses kann aber nicht verbannt (exterminari), sondern nur entfernt werden; und wenn es entfernt wird, dann erscheint der Mensch gleichsam ohne Sünden, weil sie entfernt sind, man sehe Nr. 8393, 9014, 9088 E. Dem Schein gemäß, daß der Mensch das Gute und Wahre aus sich denke und tue, während es doch nicht aus ihm, sondern aus dem Herr (geschieht), wird im Worte gesagt, der Mensch sei von Sünden rein und auch gerecht, z.B.: Jes.1/18: "Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, so werden sie wie Schnee weiß werden; wenn sie rot sind wie Purpur, werden sie wie Wolle sein", und mehrmals sonst. Daß es so ist, durfte ich aus dem Zustand der Seelen im anderen Leben erkennen. Jeder bringt dorthin aus der Welt das Ganze seines Lebens mit sich, d.h. alles, was er gedacht, gewollt, geredet und getan hat, ja auch alles, was er gesehen und gehört hat von Kindheit an bis zum letzten Augenblick seines Lebens in der Welt, so daß nicht einmal das kleinste Teilchen davon fehlt: Nr. 2474. Diejenigen, die in der Welt ein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit geführt haben, können alsdann vom Bösen abgehalten, im Guten erhalten und so in den Himmel erhoben werden; die aber, die in der Welt kein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit, sondern ein Leben der Selbst- und Weltliebe geführt haben, sinken zur Hölle hinab, weil sie nicht vom Bösen abgehalten und im Guten erhalten werden können. Hieraus wird klar, warum das Vertreiben, wenn es vom Falschen und Bösen gesagt wird, eine Entfernung bedeutet. In diesem Vers und im folgenden wird im inneren Sinn von dieser Entfernung gehandelt und die Geheimnisse derselben aufgedeckt. 9334. "Auf daß das Land nicht verödet werde", 2. Mose 23/29, bedeutet den Mangel alsdann und das geringe geistige Leben, wenn nämlich die Entfernung eine eilige wäre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche im allgemeinen und auch im besonderen bezeichnet; die Kirche im besonderen ist der Mensch, der eine Kirche wird, denn die Kirche ist im Menschen, und ist der wiedergeborene Mensch. Daß das Land die Kirche im allgemeinen bedeutet, sehe man Nr. 9325; und daß das Land auch die Kirche im besonderen oder den wiedergeborenen Menschen bezeichnet: Nr. 82, 620, 636, 913, 1411, 1733, 2117, 2118, 2571, 3368, 3379. Ein solcher Mensch wird auch Land genannt bei Mal.3/12: "Selig werden euch preisen alle Völkerschaften, und ihr werdet sein ein Land des Wohlgefallens"; ferner aus der Bedeutung von verödet, sofern es einen Mangel bezeichnet und nur wenig geistiges Leben; denn durch verödet, wenn es von der Kirche im Menschen gesagt wird, wird der Mangel des Wahren und Guten bezeichnet, somit auch des geistigen Lebens, denn das geistige Leben bildet sich aus jenem. Damit, daß Mangel und ein geringes geistiges Leben entsteht, wenn das Falsche und Böse allzu eilig entfernt wird, verhält es sich in folgender Weise: Wenn der Mensch wiedergeboren wird, was durch Einpflanzung des geistig Wahren und Guten, und sodann durch die Entfernung des Falschen und Bösen geschieht, wird er nicht in Eile wiedergeboren, sondern langsam. Der Grund ist, weil alles, was der Mensch von Kind auf gedacht, beabsichtigt und getan hat, sich seinem Leben anschloß und dasselbe bildete, und auch einen solchen Zusammenhang unter sich bewirkte, daß nicht eines entfernt werden kann, ohne zugleich alles zu (entfernen). Denn der böse Mensch ist ein Bild der Hölle und der gute Mensch ist ein Bild des Himmels. Und das Böse und Falsche bei einem bösen Menschen steht auch in einem solchen Zusammenhang unter sich, wie die höllischen Gesellschaften, von denen er ein Teil ist, und das Gute und Wahre bei einem guten Menschen steht in einem solchen Zusammenhang unter sich, wie die himmlischen Gesellschaften, von denen er ein Teil ist. Hieraus wird klar, daß das Böse und Falsche bei einem bösen Menschen nicht plötzlich von seiner Stelle entfernt werden kann, sondern nur insoweit, als Gutes und Wahres in seiner Ordnung und innerlich eingepflanzt worden ist, denn nur der Himmel im Menschen drängt die Hölle zurück. Würde dieses plötzlich geschehen, so würde der Mensch schwach werden; denn alles und jedes, was in Zusammenhang und Form besteht, würde in Verwirrung gebracht und sein Leben dadurch geschwächt werden. Daß die Wiedergeburt oder Einpflanzung des himmlischen Lebens beim Menschen von seiner Kindheit an beginnt und bis zum letzten Augenblick seines Lebens in der Welt fortdauert, und daß er nach dem Leben in der Welt in Ewigkeit vervollkommnet wird, sehe man Nr. 2679, 3203, 3584, 3665, 3690, 3701, 4377, 4551, 4552, 5126, 6751, 9103, 9296, 9297, hauptsächlich Nr. 5122, 5398, 5912, 9258; und was ein Geheimnis ist, die Wiedergeburt des Menschen in der Welt ist nur die Grundlage zur Vervollkommnung seines Lebens in Ewigkeit. Daß der Mensch, der im Guten gelebt hat, im anderen Leben vervollkommnet wird, darüber sehe man, was in Beziehung auf die Kinder Nr. 2289-2309, und was in Beziehung auf den Zustand und das Los der Heiden im anderen Leben, Nr. 2589-2604 gezeigt wurde. 9335. "Und sich wider dich mehre das Wild des Feldes", 2. Mose 23/29, bedeutet das Hinzuströmen des Falschen aus den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich mehren", wenn es sich auf die eilige Entfernung des Bösen und Falschen bezieht, sofern es ein Hinzuströmen bezeichnet; und aus der Bedeutung des Wildes des Feldes, sofern es das Falsche aus den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe bezeichnet, denn durch die verschiedenen Gattungen von Tieren werden im Wort gute und böse Neigungen bezeichnet: Nr. 9280; daher durch wilde Tiere die Neigungen zum Falschen, die aus den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe entspringen. Diese Neigungen werden auch wirklich im anderen Leben durch wilde Tiere vorgebildet, z.B. durch Panther, Tiger, wilde Schweine, Wölfe, Bären; sie sind auch wie die wilden Tiere, denn die, welche in jener Liebe leben, sind im Bösen und daher in Falschem aller Art, und betrachten und behandeln ihre Genossen wie die wilden Tiere. Daß von jener Liebe alles Böse und Falsche herkommt, sehe man Nr. 2041, 2045, 2057, 2363, 2364, 2444, 4750, 4776, 6667, 7178, 7364, 7255, 7366-7377, 7488, 7490, 7491-7494, 7643, 8318, 8487, 8678. Daß ein Zuströmen von Falschem aus jener Liebe durch eine eilige Entfernung des Bösen und Falschen erfolgt, kommt daher, weil das Gute und Wahre, durch allmähliche Einpflanzung, jenes entfernen muß; denn das Falsche wird eben nur durch das Wahre, und das Böse eben nur durch das Gute entfernt. Wenn dieses nicht allmählich und der Ordnung gemäß geschieht, so fließt Falsches ein, das jener Liebe günstig ist; denn diese Liebe herrscht bei einem jeden Menschen, ehe er wiedergeboren ist. Und wenn das Falsche einfließt, dann wird das Wahre nicht mehr anerkannt. Der Mensch, der wiedergeboren wird, wird auch wirklich in der Neigung zum Wahren erhalten, und wenn er in dieser ist, so forscht er überall nach Wahrheiten unter dem Wißtümlichen im Natürlichen, und alsdann bieten sich in diesem (Wißtümlichen) Täuschungen der äußeren Sinne dar, die hier in großer Menge vorhanden sind. Aus diesen (Täuschungen) bildet er sich, auf Antrieb der Lustreize der Selbst- und Weltliebe, lauter falsche Schlüsse, die der Reihe nach sein Gemüt erfüllen, wenn das Falsche des Bösen plötzlich entfernt wird. Das ist es, was im inneren Sinn verstanden wird unter den Worten: "Ich will sie nicht vor dir vertreiben in einem Jahr, auf daß das Land nicht verödet werde, und sich wider dich mehre das Wild des Feldes; nach und nach will Ich sie vertreiben vor dir, bis du fruchtbar wirst und das Land besitzest". Daß das Wild das Falsche und Böse aus der Selbst- und Weltliebe bedeutet, erhellt aus den Stellen im Worte, wo es genannt wird: Jes.35/8,9: "Es wird daselbst ein Pfad und ein Weg sein, welcher ein Weg der Heiligkeit genannt werden wird. Auf demselben wird kein Unreiner gehen, kein reißendes Tier wird darauf wandeln". Hes.5/17: "Ich werde den Hunger wider dich schicken, und böses Wild, daß sie dich kinderlos machen". Hes.14/15: "Wenn Ich böses Wild durch das Land gehen lasse, und es dasselbe kinderlos macht, und eine Verödung wird, so daß niemand hindurchgeht wegen des Wildes". Hes.29/5: "Auf die Fläche des Feldes wirst du fallen, dem Wild der Erde und dem Vogel des Himmels werde Ich dich geben zur Speise". Hes.34/25,28: "Dann werde Ich mit ihnen schließen den Bund des Friedens, und aufhören lassen das böse Wild aus dem Lande, auf daß sie in der Wüste sicher wohnen; sie werden nicht mehr den Völkerschaften (Heiden) zur Beute werden, und das Wild des Feldes wird sie nicht mehr fressen". Hos.2/12: "Verwüsten werde Ich ihren Weinstock und Feigenbaum, und werde sie zu einem Wald machen, und es wird sie fressen das Wild des Feldes". Hos.4/3: "Trauern wird das Land, und verschmachten wird jeder Einwohner darin, vor dem Wild des Feldes, und vor den Vögeln des Himmels". Ps.80/14: "Es zertritt ihn das wilde Schwein aus dem Walde, und das Wild der Felder weidet ihn ab; Gott Zebaoth, komme wieder und suche heim Deinen Weinstock". Ps.104/20: "Du machst Finsternis, daß es Nacht wird, in der hervorkommt alles Wild des Waldes". 3. Mose 16/3,6,15,22: "Wenn ihr in Meinen Satzungen wandelt, und Meine Gebote haltet und sie tut, werde Ich das böse Wild entfernen aus dem Lande; wenn ihr aber Meine Satzungen verwerfet, so werde Ich wider euch schicken das Wild des Feldes, das euch verwüsten wird". 5. Mose 7/22: "Jehovah, dein Gott, wird die Völkerschaften nach und nach vor dir ausstoßen, daß sich nicht wider dich mehre das Wild des Feldes". In diesen Stellen steht Wild des Feldes, Wild des Landes und Wild des Waldes für das Falsche und Böse, das der Selbst- und Weltliebe angehört. Weil durch Wild das Falsche bezeichnet wird, und das Falsche einen doppelten Ursprung hat, nämlich aus dem Bösen und aus dem Redlichen: Nr. 9258, deshalb werden durch Wild im Worte auch die redlichen Heiden bezeichnet, die, obwohl im Falschen, dennoch in einem rechtschaffenen Leben sind. In diesem Sinn kommt Wild vor: Ps.50/10,11: "Mein ist alles Wild des Waldes, und Tiere auf den Bergen zu Tausenden; Ich kenne alle Vögel der Berge, und das Wild Meiner Felder ist bei Mir". Ps.148/7,10: "Lobet Jehovah, Wild und alles Tier". Jes.56/9: "Alles Wild Meiner Felder, kommet zum Fraß, alles Wild im Walde". Hes.31/6: "In den Ästen der Zeder, die Aschur (gehören), haben genistet alle Vögel der Himmel, und unter ihren Zweigen haben geboren alle wilden Tiere des Feldes; und in ihrem Schatten wohnten alle großen Völkerschaften". 9336. "Nach und nach will Ich sie vertreiben vor dir", 2. Mose 23/30, bedeutet die Entfernung (geschehe) stufenweise nach der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von nach und nach, sofern es heißt, stufenweise, also langsam. Aus der Bedeutung von vertreiben, wenn es sich auf das Falsche und Böse bezieht, das durch die Völkerschaften des Landes Kanaan bezeichnet wird, sofern es eine Entfernung bezeichnet, worüber Nr. 9333. Stufenweise nach der Ordnung, wird gesagt, weil nach der Ordnung des Himmels alles geregelt wird beim Menschen, der wiedergeboren wird, denn der wiedergeborene Mensch ist ein Himmel in kleinster Gestalt. Daher ist auch in ihm die gleiche Ordnung, die im Himmel ist. Wenn der Mensch geboren wird, ist er in Ansehung des anererbten Bösen eine Hölle in kleinster Gestalt, und wird auch eine Hölle, in dem Maß, als er von dem anererbten Bösen annimmt, und demselben noch eigenes (Böses) hinzufügt. Daher kommt es, daß die Ordnung seines Lebens durch seine Anlage von der Geburt her und durch sein wirkliches Leben der Ordnung des Himmels entgegengesetzt ist, denn der Mensch liebt aus dem Eigenen sich selbst mehr als den Herrn, und die Welt mehr als den Himmel, während doch das Leben des Himmels ist: den Herrn lieben über alles, und den Nächsten wie sich selbst. Hieraus erhellt, daß das erste Leben, das der Hölle angehört, ganz zerstört werden, d.h. das Böse und Falsche entfernt werden muß, wenn ein neues Leben, welches das Leben des Himmels ist, eingepflanzt werden soll; man sehe Nr. 4551, 4552, 4839, 6068. Dies kann aber durchaus nicht in der Eile geschehen, denn jedes Böse mit seinem Falschen steht in einem festgewurzelten Zusammenhang mit allem Bösen und dessen Falschem; und solches Böse und Falsche ist unzählig, und der Zusammenhang desselben ist so mannigfach, daß er gar nicht begriffen werden kann, nicht einmal von den Engeln, sondern vom Herrn allein. Hieraus erhellt, daß das Leben der Hölle bei den Menschen nicht plötzlich zerstört werden kann, denn wenn es plötzlich (geschehe), so müßte er seinen Geist ganz aufgeben, und daß das Leben des Himmels auch nicht plötzlich eingepflanzt werden kann, denn wenn es plötzlich (geschähe), so würde er gleichfalls seinen Geist aufgeben. Es gibt tausend und aber tausend Geheimnisse (von denen kaum ein einziges dem Menschen bekannt ist,) und durch die der Mensch vom Herrn geführt wird, wenn er vom Leben der Hölle in das Leben des Himmels gelangen soll. Daß es so ist, durfte ich aus dem Himmel vernehmen, und wurde auch durch mehrere Erlebnisse bestätigt. Weil der Mensch kaum etwas davon weiß, darum sind viele in irrige Meinungen verfallen über die Befreiung des Menschen vom Bösen und Falschen, oder über die Vergebung der Sünden, indem sie glaubten, das Leben der Hölle könne beim Menschen augenblicklich in ein Leben des Himmels verwandelt werden aus Barmherzigkeit; während doch der ganze Akt der Wiedergeburt Barmherzigkeit ist, und keine anderen wiedergeboren werden, als die, welche die Barmherzigkeit des Herrn im Glauben und Leben in dieser Welt aufnehmen, nach den Worten des Herrn bei Joh.1/12,13: "Wie viele (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Kinder Gottes zu sein, denen, die da glauben an Seinen Namen, die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen Seines Namens, sondern aus Gott geboren sind". Was Blut, Wille des Fleisches, Wille eines Mannes, aus Gott geboren, bedeutet, sehe man Nr. 5826. Was im eigentlichen Sinn unter der stufenweisen und ordnungsmäßigen Entfernung vom Bösen und Falschen verstanden wird, soll auch mit wenigen Worten gesagt werden. Das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, bringt alles im Himmel in Ordnung; deshalb ist es dieses göttlich Wahre, in dem das Gute vom Herrn die Ordnung selbst ist, man sehe Nr. 1728, 1919, 2247, 2258, 5703, 6338, 8700, 8988. Nach dieser Ordnung entsteht dort alles und nach ebenderselben besteht es; denn bestehen ist ein fortwährendes Entstehen. Wenn daher der Himmel beim Menschen entstehen soll, so ist notwendig, daß er das göttlich Wahre im Guten vom Herrn aufnehme. Dies kann aber nur stufenweise in der gleichen Ordnung geschehen, in der Er den Himmel ordnet. Denn eine Sache, die gleichartig ist, verhält sich im kleinen ebenso wie im großen. Diese allmähliche Anordnung ist es, die hier unter der "stufenweisen Ordnung" verstanden wird. Hieraus erhellt auch, daß die neue Schöpfung des Menschen, die seine Wiedergeburt ist, sich verhält wie die Schöpfung des Himmels und der Erde; deshalb wird auch im Worte unter dem neuen Himmel und der neuen Erde eine neue Kirche verstanden: Nr. 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4535. Und es wird auch durch die Schöpfung des Himmels und der Erde im ersten Kapitel der Genesis die neue Schöpfung einer himmlischen Kirche verstanden, die Mensch genannt wird, worüber in den Erklärungen daselbst gehandelt wurde. 9337. "Bis du fruchtbar wirst", 2. Mose 23/30, bedeutet, gemäß dem Wachstum des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von fruchtbar werden, sofern es das Wachstum im Guten bezeichnet, worüber Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847. Daß die Entfernung vom Bösen und Falschen gemäß dem Wachstum des Guten geschieht, erhellt aus dem, was früher oft gezeigt wurde: der Herr fließt nämlich durch das Gute beim Menschen ein, und durch dieses bringt Er die Wahrheiten in Ordnung, nicht aber umgekehrt. Und in dem Maß, als die Wahrheiten durch das Gute in Ordnung gebracht werden, wird das Böse und Falsche entfernt. Der Mensch wird im Worte hie und da mit einem Baum verglichen, und dann werden seine Glaubenswahrheiten durch Blätter bezeichnet: Nr.885, und das Gute der Liebe durch Früchte: Nr. 3146, 7690. Hieraus wird nicht bloß klar, daß fruchtbar werden das Wachstum des Guten bedeutet, sondern auch, daß die Hauptsache beim Menschen das Gute ist, wie die Hauptsache beim Baum die Frucht ist. Die Blätter wachsen zwar zuerst hervor, aber wegen der Frucht als Zweck. Was Zweck ist, das ist nicht bloß das letzte, sondern auch das erste, weil es in dem mittleren das einzige ist, was erzielt wird, und somit alles. Ebenso verhält es sich mit dem Guten der Liebe im Vergleich mit den Wahrheiten des Glaubens; solches wird bezeichnet durch den Feigenbaum bei Matth.21/18,19: "Als Jesus wieder in die Stadt kam, hungerte Ihn, und da Er einen Feigenbaum sah auf dem Wege, ging Er zu demselben hin, aber Er fand nichts an ihm als Blätter; darum sprach Er zu ihm: Hinfort soll aus dir keine Frucht hervorwachsen in Ewigkeit; darum verdorrte der Feigenbaum alsbald". Luk.13/6,7: "Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg; er kam nun, um Frucht darauf zu suchen, aber er fand keine; daher sprach er zum Weingärtner: siehe, drei Jahre lang komme ich und suche Frucht auf diesem Feigenbaum, finde aber keine; haue ihn um, was soll er das Land unfruchtbar machen?" Luk.6/44-46: "Jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt; man sammelt nicht Feigen von den Dornen, noch schneidet man Trauben von dem Brombeerstrauch; ein guter Mensch bringt aus dem guten Schatze seines Herzens Gutes hervor, aber ein böser Mensch bringt aus dem bösen Schatze seines Herzens Böses hervor; was nennt ihr Mich Herr, Herr, und tut doch nicht, was Ich sage?". Hieraus erhellt, daß die sogenannte Frucht des Glaubens die Hauptsache des Glaubens ist, und daß der Glaube ohne Frucht, d.h. ohne das Gute des Lebens, nur ein Blatt ist, und daß daher ein Mensch, der ein Baum ist, üppig in Blätter, aber ohne Frucht, jener Feigenbaum ist, der verdorrt und abgehauen wird. 9338. "Und das Land besitzest", 2. Mose 23/30, bedeutet, bis man im Guten, somit wiedergeboren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von besitzen, sofern es heißt, als ein Erbe empfangen, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Kanaan, sofern es das Reich des Herrn, somit den Himmel bezeichnet, wovon Nr. 1413, 1437, 1607, 1866, 3038, 3481, 3705, 3686, 4240, 4447. Daher wird durch "das Land erben" bezeichnet, den Himmel als ein Erbe bekommen. Unter den Erben wird, wenn vom Himmel die Rede ist, im eigentlichen Sinn der Mensch verstanden, der das Leben des Herrn hat: Nr. 2658, 2851, 3672, 7212, somit der, welcher im Guten ist vom Herrn, mithin ein Wiedergeborener. Daß der Mensch, wenn er im Guten vom Herrn ist, alsdann im Himmel und also wiedergeboren ist, sehe man Nr. 9274, und was dort angeführt wurde. Daß erben diese Bedeutung hat, wenn vom Himmel die Rede ist, erhellt bei Matth.54/34,35,40: "Dann wird der König sagen zu denen, die zur Rechten stehen: Kommet her, ihr Gesegneten Meines Vaters, und ererbet das Reich, das euch bereitet ist seit Gründung der Welt, denn Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mir zu essen gegeben; Ich bin durstig gewesen und ihr habt Mich getränkt. Insoweit ihr es getan habt einem von diesen Meinen geringsten Brüdern, habt ihr es Mir getan": das Reich des Herrn oder den Himmel ererben, wird hier von denen gesagt, die im Guten sind. Die guten (Werke) der Liebtätigkeit selbst werden auch in ihrer Ordnung aufgezählt, und zuletzt gesagt: "Inwieweit ihr es getan habt einem von diesen Meinen geringsten Brüdern, habt ihr es Mir getan". Brüder des Herrn heißen die, welche im Guten sind: Nr. 6756, somit auch die, welche Gutes tun, weil der Herr das Gute im Menschen ist. Darum wird gesagt: "Inwieweit ihr es getan habt einem von diesen Brüdern, nicht einem von den Brüdern. Joh.Offenb.21/7: "Wer überwindet, wird alles ererben; und Ich werde ihm Gott sein, und er wird Mir ein Sohn sein": hier wird von denen, die überwinden, gesagt, sie würden alles erben, und sie werden Söhne genannt, weil sie Erben sind. Überwinden heißt, aus dem Guten und Wahren kämpfen, denn durch das Gute wird das Böse überwunden, und durch das Wahre das Falsche. Ps.69/36,37: "Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, und sie werden daselbst wohnen und sie erblich besitzen, und der Same Seiner Knechte wird sie erben, und die Seinen Namen lieben, werden daselbst wohnen": hier wird "erblich besitzen" von denen gesagt, die im himmlisch Guten sind, und erben von denen, die im geistig Guten. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn und das geistig Gute ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 9277. Jes.57/13: "Wer auf Mich vertraut, wird das Land erben, und erblich besitzen den Berg Meiner Heiligkeit". Aus diesem wird klar, was durch die Verteilung des Landes Kanaan in zwölf Erbteile unter die zwölf Stämme Israels bezeichnet wird: Jos.14/15-19; Hes.47/13-23; Kap.48; denn durch das Land Kanaan wurde das Reich des Herrn oder der Himmel bezeichnet: Nr. 1413, 1437, 1607, 1866, 3038, 3481, 3705, 3686, 4240, 4447. Durch die zwölf Stämme wurde alles Gute und Wahre im allgemeinen und im besonderen bezeichnet: Nr. 3858, 3862, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337, 6397, 6640; somit wurde durch die zwölf Erbteile bezeichnet der Himmel mit allen Himmeln und Gesellschaften, die dort unterschieden sind in Ansehung des Guten der Liebe und daher der Glaubenswahrheiten: Nr. 7836, 7891, 7996, somit im abgezogenen Sinn das Gute selbst, das vom Herrn, mithin das der Herr im Himmel ist. Der Himmel ist nämlich nichts anderes, als das göttlich Wahre, das ausgeht vom göttlich Guten des Herrn. Die Engel daselbst sind diejenigen, die das Wahre im Guten aufnehmen, und in dem Maß, als sie dieses aufnehmen, bilden sie den Himmel. Und was ein Geheimnis ist, der Herr wohnt beim Engel nur in dem Seinigen bei diesen; ebenso beim Menschen, denn das Göttliche muß im Göttlichen wohnen, nicht im Eigenen von irgend jemand. Dies wird verstanden unter den Worten des Herrn von Seiner Vereinigung mit denen, die im Guten der Liebe sind: Joh.14/20,23: "An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich im Vater bin und ihr in Mir, und Ich in euch. Wer Mich liebt, hält Mein Wort, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen". Joh.17/22,26: "Ich habe die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, wie Wir eins sind, auf daß die Liebe, womit Du Mich geliebt hast, in ihnen sei und Ich in ihnen". 9339. Vers 31-33: Und Ich will deine Grenze setzen vom Meere Suph bis zum Meere der Philister, und von der Wüste bis zum Strom; denn Ich will in eure Hand geben die Einwohner des Landes, und sie austreiben vor dir. Du sollst mit ihnen und ihren Göttern keinen Bund schließen. Sie sollen nicht wohnen in deinem Lande, daß sie dich nicht sündigen machen an Mir; denn wenn du ihren Göttern dienen wirst, so wird es dir zum Fallstrick sein. "Und Ich will deine Grenze setzen vom Meere Suph bis zum Meere der Philister" bedeutet die Ausdehnung von den wißtümlichen Wahrheiten bis zu den inneren Wahrheiten des Glaubens; "und von der Wüste bis zum Strom" bedeutet, vom Angenehmen des Sinnlichen bis zum Guten und Wahren des Vernünftigen; "denn Ich will in eure Hand geben die Einwohner des Landes" bedeutet die Herrschaft über das Böse; "und sie austreiben vor dir" bedeutet die Entfernung desselben; "du sollst mit ihnen und ihren Göttern keinen Bund schließen" bedeutet, keine Gemeinschaft mit Bösem und Falschem; "sie sollen nicht wohnen in deinem Lande" bedeutet das Böse solle nicht zusammen sein mit dem Guten der Kirche; "daß sie dich nicht sündigen machen an Mir" bedeutet, damit nicht das Böse abwendig mache das Gute vom Herrn; "denn wenn du ihren Göttern dienen wirst" bedeutet, wenn der Gottesdienst aus Falschem geschieht; "so wird es dir zum Fallstrick sein" bedeutet, durch Verlockung und Betrug des Bösen. 9340. "Und Ich will deine Grenze setzen vom Meere Suph bis zum Meere der Philister", 2. Mose 23/31, bedeutet die Ausdehnung von den wißtümlichen Wahrheiten bis zu den inneren Wahrheiten des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine Grenze setzen von einem Ort zum anderen", wenn es sich auf geistige Wahrheiten bezieht, sofern es eine Ausdehnung bezeichnet. Aus der Bedeutung des Meeres Suph, sofern es die sinnlichen und wißtümlichen Wahrheiten bezeichnet, welche die letzten beim Menschen sind, denn das Meer Suph war die äußerste Grenze Ägyptens, und durch Ägypten wird das Wißtümliche in beiderlei Sinn bezeichnet, sowohl das wahre, als das falsche: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 2588, 4749, 4964, 4966, 5700, 6004, 6015, 6125, 6651, 6679, 6683, 6692, 6750, 7779, 7926, 8146, 8148; hier das wißtümlich Wahre, weil von der Ausdehnung der geistigen Dinge des Glaubens gehandelt wird, und zwar bei den Söhnen Israels, durch welche die geistige Kirche vorgebildet wurde: Nr. 4286, 4598, 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223, 8805. Ferner aus der Bedeutung des Meeres der Philister, sofern es die inneren Wahrheiten des Glaubens bezeichnet. Diese Wahrheiten werden durch das Meer der Philister bezeichnet aus dem Grund, weil das Meer bei Tyrus und Zidon die Grenze des Philisterlandes bildete, und durch Tyrus und Zidon die Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet werden: Nr. 1201, durch das Philisterland aber die Kenntnis der inneren Dinge des Glaubens: Nr. 1197, 2504, 2726, 3463. Weil das Land Kanaan das Reich des Herrn, somit den Himmel und die Kirche vorbildete, darum bedeuten alle Orte in demselben solche Dinge, die dem Reich des Herrn oder dem Himmel und der Kirche angehören. Diese werden aber himmlische und geistige Dinge genannt, und beziehen sich auf das Gute der Liebe und auf die Wahrheiten des Glaubens. Daher bezeichneten die Meere und Flüsse, welche die Grenzen bildeten, das Letzte daselbst; mithin bezeichnete "von einem Meer zum anderen, und von einem Fluß zum anderen", die Ausdehnung derselben. Daß es so ist, sehe man Nr. 1585, 1866, 4116, 4240, 6516. Hieraus kann erhellen, daß durch die Grenze vom Meer Suph und bis zum Meer der Philister bezeichnet wird die Ausdehnung der geistigen Dinge, die dem Wahren angehören, von außen nach innen, somit von den wißtümlichen Wahrheiten zu den inneren Wahrheiten des Glaubens; aber die Ausdehnung der himmlischen Dinge, die dem Guten der Liebe angehören, wird gleich darauf beschrieben durch "von der Wüste bis zum Strom". Daß die Orte des Landes Kanaan, wie auch die Meere und Flüsse, solches im Worte bezeichnen, ist überall in den Erklärungen gezeigt worden. Was die Ausdehnung von den wißtümlichen Wahrheiten zu den inneren Wahrheiten des Glaubens ist, soll kurz gesagt werden: Die Wahrheiten, die im äußeren Menschen sind, werden wißtümliche Wahrheiten genannt; die Wahrheiten aber, die im inwendigen Menschen sind, werden innere Wahrheiten des Glaubens genannt. Die wißtümlichen Wahrheiten sind im Gedächtnis des Menschen, und kommen, wenn sie aus diesem herausgeholt werden, zum Bewußtsein; aber die inneren Wahrheiten des Glaubens sind die Wahrheiten des Lebens selbst, und sind dem inwendigen Menschen eingeschrieben, und von ihnen kommt wenig im Gedächtnis zum Vorschein. Hiervon wird jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts ausführlicher gesprochen werden. Die wißtümlichen Wahrheiten und die inneren Glaubenswahrheiten wurden bezeichnet durch "die Wasser unter der Ausbreitung und die Wasser über der Ausbreitung": 1. Mose 1/6,7, Nr. 24, denn im ersten Kapitel der Genesis ist im inneren Sinn von der neuen Schöpfung oder Wiedergeburt des Menschen der himmlischen Kirche die Rede. Philistäa, das auch ein Bestandteil des Landes Kanaan war, bis zu Tyrus und Zidon hin bezeichnete aber die inneren Wahrheiten des Glaubens aus dem Grund, weil daselbst auch die Alte vorbildliche Kirche gewesen war, wie aus den Überresten des Gottesdienstes bei ihnen erhellt, die in den historischen und prophetischen Teilen des Wortes angedeutet werden, wo von den Philistern und vom Philisterland die Rede ist, z.B. in den Weissagungen bei Jerem.25/20; Kap.47; Hes.16/27,57; 25/15,16; Amos 1/8; Zeph.2/5; Sach.9/6; Ps.56/1; 60/10; 83/8; 108/10. Mit den Philistern verhielt es sich, wie mit allen Völkerschaften im Lande Kanaan: sie bildeten das Gute und Wahre der Kirche, und auch das Böse und Falsche vor; denn solange die vorbildliche Alte Kirche bei ihnen war, bildeten sie die himmlischen Dinge vor, die dem Guten, und die geistigen Dinge, die dem Wahren angehören; als sie aber vom echten vorbildlichen Gottesdienste abkamen, fingen sie an Teuflisches vorzubilden, das dem Bösen, und Höllisches, das dem Falschen angehört. Daher kommt es, daß durch Philistäa, wie durch die übrigen Völkerschaften des Landes Kanaan, im Worte sowohl Gutes und Wahres, als auch Böses und Falsches vorgebildet wird. Daß durch die Philister die inneren Glaubenswahrheiten vorgebildet werden, erhellt: Ps.87/3,4: "Herrliche Dinge sollen gepredigt werden in dir, Stadt Gottes; Ich will erwähnen Rahab und Babel unter denen, die Mich kennen, wie auch Philistäa und Tyrus mit Äthiopien; dieser ist daselbst geboren": Stadt Gottes bedeutet die Lehre des Glaubenswahren aus dem Worte: Nr. 402, 2268, 2449, 2712, 2943, 3216, 4492, 4493, 5297; Tyrus bedeutet die Erkenntnisse des Wahren und Guten: Nr. 1201, ebenso Äthiopien: Nr. 116, 117. Hieraus erhellt, daß Philistäa die Wissenschaft der Glaubenswahrheiten bezeichnet. Amos 9/7: "Seid ihr Mir nicht wie die Söhne der Äthiopier, ihr Söhne Israels, habe Ich nicht Israel heraufgeführt aus Ägyptenland, und die Philister aus Kaphtor, und die Syrer aus Kir?": hier wird von der Verkehrung und Zerstörung der Kirche, nachdem sie hergestellt worden war, gehandelt. Söhne der Äthiopier sind hier die, welche die Erkenntnisse des Guten und Wahren besitzen, aber dieselben zur Begründung des Bösen und Falschen anwenden: Nr. 1163, 1164. Söhne Israels aus Ägyptenland sind die, welche in geistig Wahres und Gutes durch wißtümliche Wahrheiten eingeweiht worden sind. Daß die Söhne Israels die vorbilden, die im geistig Wahren und Guten sind, somit im abgezogenen Sinn das geistig Wahre und Gute, sehe man Nr. 5414, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833, 5879, 5951, 7956, 8234; und daß Ägyptenland das wißtümlich Wahre vorbildet, wurde oben gezeigt. Das gleiche wurde bezeichnet durch die Philister aus Kaphtor und durch die Syrer aus Kir, denen sie deswegen auch gleichgestellt werden. Die Philister aus Kaphtor sind die, welche in die inneren Wahrheiten eingeweiht wurden durch die äußeren, die sie aber verkehrten, und zur Begründung des Falschen und Bösen anwandten: Nr. 1197, 1198, 3412, 3413, 3762, 8093, 8096, 8099, 8313. Die Syrer aber aus Kir bezeichnen die, welche die Erkenntnisse des Guten und Wahren hatten, aber sie ebenfalls verkehrten: Nr. 1232, 1234, 3051, 3249, 3664, 3680, 4112. Jerem.47/4: "Um des Tages willen, der kommt zu verwüsten alle Philister, auszurotten von Tyrus und Zidon jeden übrigen Helfer; denn Jehovah verwüstet die Philister, die Überreste der Insel Kaphtor": in diesem Kapitel wird von der Verwüstung der Kirche in Ansehung der Glaubenswahrheiten gehandelt. Die inneren Glaubenswahrheiten sind die Philister, und die äußeren Wahrheiten sind die Überreste der Insel Kaphtor. Joel 4/4,5: "Was habe Ich mit euch zu schaffen, Tyrus und Zidon, und alle Grenzen Philistäas? Schnell werde Ich eure Vergeltung über euern Kopf bringen, darum weil ihr Mein Silber und Mein Gold genommen, und Meine guten Kostbarkeiten in eure Tempel getan habt": alle Grenzen Philistäas bedeutet, alle inneren und äußeren Glaubenswahrheiten; Silber und Gold und gute Kostbarkeiten in ihre Tempel tun, bedeutet, das Wahre und Gute verkehren, und durch Anwendung zu Bösem und Falschem entweihen. Daß Silber und Gold Wahres und Gutes bedeuten, sehe man Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 8932. Obadia Vers 19: "Dann werden die Mittäglichen das Gebirge Esau erben und die Ebene der Philister; sie werden Erben sein des Feldes Ephraim; Benjamin aber wird Gilead erben": hier wird von der Herstellung der Kirche gehandelt, aber in den Namen sind Sachen eingeschlossen: die Mittäglichen sind die, welche im Lichte des Wahren sind: Nr. 1458, 3195, 3708, 5672, 5962. Das Gebirge Esaus bedeutet das Gute der Liebe: Nr. 3300, 3322, 3494, 3504, 3576; die Ebene der Philister bezeichnet das Wahre des Glaubens; Ebene bedeutet auch die Lehre des Glaubens: Nr. 2418. Ephraim ist das Verständige der Kirche: Nr. 3969, 5354, 6222, 6234, 6238, 6267; Benjamin das geistig Himmlische der Kirche: Nr. 3969, 4592, 5686, 5689, 6440; und Gilead das entsprechende äußere Gute: Nr. 4117, 4124, 4747. Jes.11/12,14: "Er wird zusammenbringen die Vertriebenen Israels und das Zerstreute Judas, er wird sie sammeln von den vier Flügeln der Erde; sie werden fliegen auf die Schulter der Philister gegen das Meer hin, gemeinsam werden sie berauben die Söhne des Aufgangs": hier wird unter Israel und Juda nicht verstanden Israel und Juda, sondern unter Israel die, welche im Guten des Glaubens, und durch Juda die, welche im Guten der Liebe stehen. Fliegen auf die Schulter der Philister bedeutet, aufnehmen und in Besitz nehmen die inneren Wahrheiten des Glaubens. Die Söhne des Aufgangs berauben, bedeutet, aufnehmen und in Besitz nehmen das innere Gute des Glaubens; denn die Söhne des Aufgangs sind die, welche im Guten des Glaubens sind und in den Erkenntnissen des Guten: Nr. 3249, 3762. Daß berauben soviel ist als aufnehmen und in Besitz nehmen, darüber sehe man, was in betreff der Beraubung der Ägypter durch die Söhne Israels, Nr. 6914, 6917 gezeigt wurde. Weil durch das Philisterland die Kenntnis der inneren Wahrheiten des Glaubens bezeichnet, und durch Abraham und Jischak der Herr vorgebildet wurde, durch ihre Wanderung aber die Belehrung des Herrn im Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe, das der göttlichen Weisheit angehört, darum wurde, um dieses anzudeuten, dem Abraham befohlen, nach Philistäa zu wandern, worüber 1. Mose Kapitel 20, und auch dem Jischak, 1. Mose 26/1-24; und deswegen schloß Abimelech, der König der Philister, einen Bund mit Abraham: 1. Mose 21/22-24 und auch mit Jischak: 1. Mose 26/26-35, worüber man die Erklärungen zu jenen Kapiteln nachsehe. 9341. "Und von der Wüste bis zum Strom", 2. Mose 23/31, bedeutet, vom Angenehmen des Sinnlichen bis zum Guten und Wahren des Vernünftigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine Grenze setzen", sofern es eine Ausdehnung bezeichnet, wie Nr. 9340; aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie da ist, wo kein bewohntes und kein angebautes (Land) ist; somit ist, wenn man es auf das Geistige des Glaubens und auf das Himmlische der Liebe bezieht, die Wüste da, wo kein Gutes und kein Wahres sich findet, wie dies bei dem Sinnlichen der Fall ist. Daß das Sinnliche des Menschen so beschaffen ist, sehe man Nr. 9331. Weil das Sinnliche kein himmlisch Gutes und kein geistig Wahres hat, sondern nur das Angenehme und Vergnügliche aus dem Körper und der Welt, darum wird durch Wüste dieses Äußerste im Menschen der Kirche bezeichnet. Ferner aus der Bedeutung des Euphrats, der hier der Strom ist, sofern er das Gute und Wahre des Vernünftigen bezeichnet. Diese Bedeutung hat der Euphrat aus dem Grunde, weil an demselben Assyrien liegt, und durch Assyrien oder Aschur das Vernünftige bezeichnet wird: Nr. 119, 1186. Dieses wird (überall) unter dem Euphrat verstanden wo gesagt wird: "von der Wüste bis zum Euphrat", wie auch "vom Strom Ägyptens bis zum Euphrat": Jos.1/4: "Von der Wüste und dem Libanon, bis zum großen Strom, dem Strom Euphrat, das ganze Land der Hethiter, und bis zum großen Meer, zum Untergang der Sonne, wird eure Grenze sein". 1. Mose 15/18: "Deinem Samen will Ich geben dieses Land vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Strom Euphrat". Ps.80/9,12: "Einen Weinstock hast Du aus Ägypten herkommen lassen; Du hast seine Schoße wachsen lassen bis zum Meer, und bis zum Strom seine Zweige": Weinstock aus Ägypten bedeutet die geistige Kirche, die durch die Söhne Israels vorgebildet wurde. Bis zum Meer und zum Strom bedeutet bis zu dem inneren Wahren und Guten. Micha 7/12: "Zu dir werden sie kommen von Aschur und von den Städten Ägyptens, und dann von Ägypten bis zum Strom, und zum Meer vom Meer, vom Berg zum Berg". Aber etwas anderes wird durch Euphrat bezeichnet, wenn er von der Mitte des Landes Kanaan aus angesehen wird, als sein Äußerstes von der einen Seite, oder als das, was dasselbe auf der einen Seite abschließt; dann wird durch denselben Fluß das bezeichnet, was das Letzte ist im Reich des Herrn, d.h. das Letzte des Himmels und der Kirche in Ansehung des vernünftig Guten und Wahren. Daß die Grenzen des Landes Kanaan, welches Flüsse und Meere waren, das Letzte im Reich des Herrn bezeichnet haben, sehe man Nr. 1585, 1866, 4116, 4240, 6516; deshalb bedeutete der Euphrat solches Wahres und solches Gutes, das dem Sinnlichen angehört, und dem Wahren und Guten des Vernünftigen entspricht. Weil aber das Sinnliche des Menschen zunächst bei der Welt und der Erde sich befindet, und von daher seine Gegenstände empfängt: Nr. 9331, darum erkennt es nichts anderes für gut, als was dem Leibe angenehm ist, und nichts anderes für wahr, als was diesem Angenehmen günstig ist. Deshalb wird durch den Strom Euphrat in diesem Sinne das aus der Selbst- und Weltliebe entspringende Vergnügen bezeichnet, und das Falsche, das jenes durch Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen bestärkt. Dies wird unter dem Strom Euphrat verstanden bei Joh.Offenb.9/15: "Eine Stimme sprach zu dem sechsten Engel: Löse die vier Engel, die gebunden sind am großen Strom Euphrat; sie wurden gelöst, und töteten den dritten Teil der Menschen": die Engel, die gebunden sind am Euphrat, bedeuten das Falsche, das durch Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen entsteht, die den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe günstig sind. Joh.Offenb.16/12: "Der sechste Engel goß seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat, dessen Wasser vertrocknete, auf daß der Weg der Könige, die vom Aufgang der Sonne her sind, bereitet würde": hier bedeutet Euphrat das Falsche aus gleichem Ursprung; das vertrocknete Wasser bedeutet jenes durch den Herrn entfernte Falsche. Der Weg der Könige vom Aufgang der Sonne her bedeutet, alsdann seien die Glaubenswahrheiten denen, die in der Liebe zum Herrn sind, sichtbar und geoffenbart worden. Daß die Wasser Wahrheiten bedeuten, und im entgegengesetzten Sinn Falsches, sehe man Nr. 705, 739, 756, 790, 839, 2702, 3058, 3424, 4976, 7307, 8137, 8138, 8568, 9323; der Weg bedeutet das sichtbar gewordene und geoffenbarte Wahre: Nr. 627, 2333, 3477; die Könige bedeuten die, welche im Wahren sind: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; der Aufgang ist der Herr, wie auch die Liebe von Ihm und zu Ihm: Nr. 101, 1250, 3708; ebenso die Sonne: Nr. 1529, 1530, 2440, 2945, 3636, 3643, 4060, 4696, 5377, 7078, 7083, 7171, 7173, 8644, 8812. Jerem.2/17,18: "Verlassen hast du Jehovah, deinen Gott, zur Zeit, wo Er dich auf den Weg führte; darum (sage ich): Was hast du mit dem Wege Ägyptens (zu schaffen), daß du die Wasser Sichors trinkst; oder was hast du mit dem Wege Aschurs, daß du die Wasser des Stroms trinkst?": auf den Weg führen bedeutet, das Wahre lehren; "was hast du mit dem Weg Ägyptens, daß du die Wasser Sichors trinkst" bedeutet, was hast du mit dem Falschen zu schaffen, das durch verkehrt angewandtes Wißtümliches hervorgebracht wurde? "Was hast du mit dem Weg Aschurs, daß du die Wasser des Stroms trinkst" bedeutet, was hast du mit dem Falschen, das durch Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen (entstanden) zugunsten der Lustreize der Selbst- und Weltliebe. Jerem.13/3-7: "Jehovah sprach zum Propheten: Nimm den Gürtel, den du gekauft hast, der auf deinen Lenden ist, und stehe auf, gehe hin an den Euphrat, und verbirg ihn dort in einer Felsenritze. Er ging hin und verbarg ihn am Euphrat. Späterhin geschah es, am Ende vieler Tage, da sprach Jehovah: Gehe hin an den Euphrat, hole wieder von dort den Gürtel; er ging daher an den Euphrat, und grub, und nahm den Gürtel wieder von dem Orte, wo er ihn verborgen hatte; aber siehe, der Gürtel war verdorben, er taugte zu nichts": der Gürtel der Lenden bezeichnet das äußere Band, das alles, was zur Liebe und daher zum Glauben gehört, zusammenhält; verborgen werden in einer Felsenritze am Euphrat, bedeutet da, wo der Glaube durch Falsches aus Vernünfteleien verdunkelt und zunichte wird. Der Gürtel war so verdorben, daß er zu nichts taugte, bedeutet, alsdann sei das Ganze der Liebe und des Glaubens aufgelöst und zerstreut worden. Daß "Jeremias an das von ihm geschriebene Buch einen Stein band, und es mitten in den Euphrat warf": Jerem.51/63, bezeichnete, daß das prophetische Wort durch gleiches zugrunde ging. Jerem.46/6,10: "Nicht wird entfliehen der Schnelle, noch entrinnen der Starke, gegen Mitternacht am Ufer des Stroms Euphrat sind sie gestrauchelt und gefallen; aber Jehovah Zebaoth rächt Sich an Seinen Feinden, ein Schlachtopfer hat der Herr Jehovah Zebaoth im Lande der Mitternacht, am Strome Euphrat": auch hier bedeutet der Strom Euphrat das Wahre, das verfälscht, und das Gute, das verunstaltet worden durch Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen, und daher durch Wißtümliches, das den Trieben der Selbst- und Weltliebe schmeichelt. 9342. "Denn Ich will in eure Hand geben die Einwohner des Landes", 2. Mose 23/31, bedeutet die Herrschaft über das Böse. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in die Hand geben", sofern es heißt besiegen und beherrschen; und aus der Bedeutung der Einwohner des Landes, sofern sie das Böse der Kirche bezeichnen, denn durch die Einwohner wird Gutes bezeichnet: Nr. 2268, 2451, 2712, 3613; daher im entgegengesetzten Sinne Böses, weil durch die Völkerschaften des Landes Kanaan das Böse und Falsche bezeichnet wurde, welches das Gute und Wahre der Kirche anficht und zerstört: Nr. 9327. 9343. "Und sie austreiben vor dir", 2. Mose 23/31, bedeutet die Entfernung desselben, was aus der Bedeutung von austreiben erhellt, wenn es sich auf Böses bezieht, sofern es eine Entfernung bezeichnet, wovon Nr. 9333. 9344. "Du sollst mit ihnen und ihren Göttern keinen Bund schließen", 2. Mose 23/32, bedeutet, keine Gemeinschaft mit Bösem und Falschem. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Bund schließen", sofern es soviel ist als verbunden werden, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778, somit auch Gemeinschaft haben, denn die, welche miteinander Gemeinschaft haben, werden verbunden. Aus der Bedeutung der Einwohner des Landes, die hier diejenigen sind, mit denen sie keinen Bund schließen sollten, sofern sie das Böse bezeichnen, wovon Nr. 9342, und aus der Bedeutung der Götter, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 4402, 4544, 7873, 8867, 8941. 9345. "Sie sollen nicht wohnen in deinem Lande", 2. Mose 23/33, bedeutet, das Böse solle nicht zusammen sein mit dem Guten der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Einwohner, von denen gesagt wird, "sie sollen nicht wohnen in deinem Lande", sofern sie Böses bezeichnen, wovon Nr. 9342. Aus der Bedeutung von wohnen, sofern es soviel ist als leben, wovon Nr. 1293, 3384, 3613. Daß "bei einem wohnen" soviel ist als leben oder beisammen sein, sehe man Nr. 4451. Und aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, somit auch das Gute der Kirche, wovon Nr. 9325. 9346. "Daß sie dich nicht sündigen machen an Mir", 2. Mose 23/33, bedeutet, damit nicht das Böse das Gute vom Herrn abwendig mache. Dies erhellt aus der Bedeutung der Einwohner des Landes, von denen gesagt wird, "auf daß sie dich nicht sündigen machen", sofern sie Böses bezeichnen, wie oben. Aus der Bedeutung von sündigen, sofern es heißt, abwendig machen, wovon Nr. 5474, 5841, 7589; und aus der Bedeutung von "an Mir", sofern es das Gute vom Herrn bezeichnet, denn durch die Söhne Israels, die hier unter "dich" gemeint sind, werden diejenigen bezeichnet, die im Guten sind, somit das Gute: Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833, 9340; und unter Jehovah, Der hier durch "Mir" gemeint ist, wird der Herr verstanden, man sehe Nr. 9199, 9315, und was dort angeführt wurde. Das Böse macht das Gute vom Herrn abwendig, weil Böses und Gutes Gegensätze sind, und zwei Gegensätze nicht beisammen sein können, denn sie haben einen Widerwillen gegeneinander und stoßen sich ab, was augenscheinlich daraus erhellen kann, daß das Böse aus der Hölle und das Gute aus dem Himmel stammt. Die Hölle ist aber vom Himmel unendlich weit entfernt, nicht in Ansehung der räumlichen Entfernung, weil es im anderen Leben keine solche Entfernung gibt, sondern in Ansehung des Zustandes; deshalb können die, welche im Zustand der Hölle sind, nicht in den Zustand des Himmels versetzt werden; denn das Böse bei jenen verwirft das Gute bei diesen. Dies wird verstanden unter den Worten Abrahams zum Reichen: "Zwischen uns und euch ist eine große Kluft befestigt, so daß die, welche von dannen zu euch hinüber gehen wollen, nicht können, und auch nicht, die dort sind, zu uns herüber kommen": Luk.16/26; die große Kluft ist der Gegensatz und Widerspruch der Lebenszustände. Hieraus wird klar, wie es zu verstehen ist, daß das Böse das Gute vom Herrn abwendig mache, daß nämlich die, welche im Bösen sind, nicht nur kein Gutes, das fortwährend vom Herrn bei einem jeden einfließt, aufnehmen, sondern auch gänzlich davon abwendig machen. Deshalb kann der Mensch das Gute des Himmels gar nicht aufnehmen, ehe er sich vom Bösen enthält. 9347. "Wenn du ihren Göttern dienen wirst", 2. Mose 23/33, bedeutet, wenn der Gottesdienst aus Falschem hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, sofern es den Gottesdienst bezeichnet, wovon Nr. 7934, 8057; und aus der Bedeutung der Götter, sofern sie das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 4544, 7873, 8367, 8941. 9348. "So wird es dir zum Fallstrick sein", 2. Mose 23/33, bedeutet, durch Verlockung und durch Betrug des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fallstrickes, wenn vom Bösen die Rede ist, sofern es Verlockung und Betrug bezeichnet. Daß das Böse verlockt und betrügt, kommt daher, weil alles Böse aus der Selbst- und Weltliebe entspringt: Nr. 9335, und die Selbst- und Weltliebe dem Menschen angeboren ist, und der Mensch in derselben den Lustreiz seines Lebens von Geburt an hat, ja sogar sein Leben. Deshalb ziehen die Triebe dieser Liebe gleich verborgenen Strömungen das Denken und Wollen des Menschen fortwährend vom Herrn weg zu sich selbst, und vom Himmel zur Welt, somit vom Wahren und Guten des Glaubens zum Falschen und Bösen; die Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen üben dann einen mächtigen Einfluß aus, wie auch der verkehrt ausgelegte und angewandte Buchstabensinn des Wortes. Dieses und jenes ist es, was unter Fallstricken, Schlingen, Gruben, Netzen, Stricken, Fußfesseln, dann auch unter Täuschungen und Betrügereien im Wort dem geistigen Sinne nach verstanden wird: Jes.24/17-19: "Schrecken und Grube und Fallstrick über dir, du Einwohner des Landes; daher wird es geschehen, wer flieht vor der Stimme des Schreckens, wird in die Grube fallen, und wer heraufkommt aus der Grube, wird vom Fallstrick gefangen werden; denn die Schleusen aus der Höhe sind geöffnet und erschüttert sind die Gründe der Erde". Jerem.48/43,44: "Furcht, Grube und Fallstrick über dir, du Einwohner Moabs; wer der Furcht entflieht, wird in die Grube fallen, und wer heraufkommt aus der Grube, wird vom Fallstrick gefangen werden": Schrecken und Furcht bedeuten die Verwirrung und Erschütterung des Gemütes, wenn es zwischen Bösem und Gutem und daher zwischen Falschem und Wahrem schwebt. Die Grube bedeutet das Falsche, das durch Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen beigebracht wird zugunsten der Lustreize der Selbst- und Weltliebe. Fallstrick bedeutet die Verlockung und den Betrug des Bösen daher. Jes.28/13: "Sie werden gehen und zurückstraucheln, und zerbrochen, und verstrickt und gefangen werden": zurückstraucheln bedeutet, sich vom Guten und Wahren abwenden; zerbrochen werden bedeutet, das Wahre und Gute zerstreuen; verstrickt werden bedeutet, verlockt werden durch Böses der Selbst- und Weltliebe; gefangen werden bedeutet, davon hingenommen werden. Hes.19/4,7-9: "Die Mutter der Fürsten Israels ist eine Löwin, eines von ihren Jungen lernte Beute rauben, es fraß Menschen, es hörten von dem jungen Löwen die Völkerschaften; in ihrer Grube wurde es gefangen, und sie führten ihn mit Angelhaken gen Ägyptenland. Hernach entehrte er Witwen und verwüstete Städte, verödet wurde das Land und dessen Fülle von der Stimme seines Brüllens; darum stellten ihm die Völkerschaften ringsum nach, aus den Landschaften, und breiteten über ihn ihr Netz aus, in ihrer Grube wurde er gefangen, sie setzen ihn in einen Käfig mit Angelhaken und führten ihn zum König Babels in Netzen, daß seine Stimme nicht mehr gehört wurde auf den Bergen Israels": hier wird die allmähliche Entweihung des Wahren durch Verlockungen des Falschen aus dem Bösen beschrieben: Die Mutter der Fürsten Israels ist die Kirche, die im Besitz der Hauptwahrheiten ist. Daß die Mutter die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 289, 2691, 2717, 4257, 5581, 8897, und die Fürsten Israels die Hauptwahrheiten: Nr. 1482, 2089, 5044. Die Löwin ist das Falsche aus dem Bösen, das die Wahrheiten der Kirche verkehrt; der junge Löwe ist das Böse in seiner Macht: Nr. 6367. Beute rauben und Menschen fressen heißt, Wahres und Gutes zerstören; denn Mensch bedeutet das Gute der Kirche: Nr. 4287, 7424, 7523; Völkerschaften bezeichnen das Böse: Nr. 1259, 1260, 1849, 2588, 4444, 6306. Die Grube, worin er von den Völkerschaften gefangen worden, ist das Falsche des Bösen: Nr. 4728, 4744, 5038, 9086; Ägyptenland, wohin er mit Angelhaken geführt werden sollte, ist das Wißtümliche, durch welches das Falsche entsteht: Nr. 9340; Witwen entehren bedeutet, das Gute, das nach dem Wahren verlangt, verkehren. Daß entehren soviel ist als verkehren: Nr. 2466, 2729, 4865, 8904; und Witwen bedeuten das Gute, das nach dem Wahren verlangt: Nr. 9198, 9200; Städte verwüsten heißt, die Lehren des Wahren der Kirche zerstören: Nr. 402, 2268, 2449, 2943, 3216, 4478, 4492, 4493; das Land und seine Fülle veröden heißt, das Ganze der Kirche zerstören: Nr. 9325. Die Stimme des Brüllens des Löwen bedeutet das Falsche; das Netz über ihn ausbreiten heißt, anlocken durch die Lustreize irdischer Triebe und durch Vernünfteleien daraus. Zum König Babels führen, bedeutet die Entweihung des Wahren: Nr. 1182, 1283, 1295, 1304, 1307, 1308, 1321, 1322, 1326. Daß solches nicht vorkommen kann, wenn der Mensch nicht sich selbst und die Welt über alles liebt, wird so beschrieben: Amos 3/4,5: "Wird der Löwe brüllen im Wald, wenn er keinen Raub hat; wird der Vogel fallen in den Fallstrick der Erde, wenn ihm keine Schlinge (gelegt wird), wird der Fallstrick heraufkommen von der Erde, wenn er nichts fängt?": daß Fallstrick im geistigen Sinn die Verlockung den Betrug durch Lustreize der Selbst- und Weltliebe bedeutet, somit die Verlockung und den Betrug des Bösen, und zwar durch Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen, die jenen Lustreizen schmeicheln, leuchtet einem jeden ein; denn die Bestrickungen und Gefangennehmungen kommen nirgend anderswoher. Die teuflische Rotte macht sich auch an nichts anderes beim Menschen, als an die Triebe seiner Liebe und diesen schmeichelt sie auf alle Weise, bis er gefangen wird, und wenn er gefangen ist, vernünftelt der Mensch aus Falschem gegen das Wahre und aus Bösem gegen das Gute, und alsdann ist er nicht damit zufrieden, sondern er sucht auch seine Lust darin, andere zu bestricken und zu Falschem und Bösem anzulocken. Daß er auch darinnen seine Lust sucht, kommt daher, weil er alsdann einer von der teuflischen Rotte ist. Weil Fallstrick, Schlinge, Netz solches bezeichnen, so bedeuten sie auch die Zerstörung des geistigen Lebens und somit das Verderben, (denn die Lustreize jener Liebe sind es, die zerstören und die verderben,) weil aus jener Liebe, wie oben gesagt wurde, alles Böse entspringt, denn aus der Selbstliebe entspringt die Verachtung anderer neben sich, dann ihre Verspottung und Beschimpfung, wie auch Feindschaft, wenn sie ihm nicht geneigt sind, endlich der Lustreiz des Hasses, der Lustreiz der Rache, somit der Lustreiz des Wütens, ja der Grausamkeit. Jene Liebe steigt im anderen Leben so hoch, daß, wenn der Herr ihnen nicht günstig ist und ihnen keine Herrschaft über andere gibt, sie Ihn nicht nur verachten, sondern auch das Wort, das von Ihm handelt, verspotten, und zuletzt aus Haß und Rachgier Ihm entgegenwirken, und insoweit sie es nicht gegen Ihn vermögen, üben sie solcherlei mit Wut und Grausamkeit gegen alle aus, die Ihn bekennen. Hieraus wird offenbar, woher es kommt, daß die teuflische Rotte von solcher Art ist, nämlich durch die Selbstliebe. Wie daher der Fallstrick die Lustreize der Selbst- und Weltliebe bezeichnet, so bezeichnet er auch die Zerstörung des geistigen Lebens und das Verderben, denn das Ganze des Glaubens und der Liebe zum Herrn und das Ganze der Liebe gegen den Nächsten wird durch die Lust der Selbst- und Weltliebe, da wo sie herrscht, zerstört; man sehe, was Nr. 9335 angeführt wurde. Daß die Triebe jener Liebe die Quellen alles Bösen sind und daß die Hölle aus diesen und in diesen Trieben besteht, und daß dieselben dort das Feuer sind, ist heutzutage in der Welt unbekannt, während man es doch dadurch hätte wissen können, daß jene Liebe entgegengesetzt ist der Liebe gegen den Nächsten und der Liebe zu Gott, und entgegengesetzt der Demut des Herzens; und daß von jener allein alle Verachtung, aller Haß, alle Rache und alle Wüterei und Grausamkeit herkommt, was jeder wissen kann, wenn er darüber nachdenkt. Daß der Fallstrick auch die Zerstörung des geistigen Lebens und das Verderben bezeichnet, erhellt aus folgenden Stellen: Ps.11/6: "Jehovah wird regnen über die Gottlosen Fallstricke, Feuer und Schwefel": Feuer und Schwefel bedeuten das Böse der Selbst- und Weltliebe; daß Feuer dieses bedeutet, sehe man Nr. 1297, 1861, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324, 7575, 9144; und Schwefel Nr. 2446; hieraus wird klar, was die Fallstricke bedeuten. Luk.21/34,35: "Auf daß plötzlich über euch komme jener Tag, denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die wohnen auf der ganzen Erde": hier wird gehandelt von der letzten Zeit der Kirche, wenn kein Glaube vorhanden ist, weil keine Liebtätigkeit, indem die Triebe der Selbst- und Weltliebe herrschen werden, daher das Verderben, das der Fallstrick bezeichnet. Jerem.5/26: "Gefunden werden in Meinem Volk Gottlose; sie schauen, wie die Vogelsteller Schlingen legen; sie stellen den Verderber auf, damit sie Menschen fangen". Ps.38/13: "Stricke legen sie, die meine Seele suchen und mein Unglück wollen; sie reden Verderbnisse und sinnen den ganzen Tag auf Trügereien". Ps.141/9,10: "Behüte mich vor den Händen der Schlinge, die sie mir gelegt haben, und vor den Fallstricken der Übeltäter. Sie mögen fallen in die Netze, die Gottlosen miteinander, bis daß ich vorübergehe". Jes.8/14,15: "Er wird zum Heiligtum sein, wiewohl auch zum Stein des Strauchelns und zum Fels des Anstoßes, den beiden Häusern Israels; zum Fallstrick und zur Schlinge dem Einwohner Jerusalems; straucheln werden unter ihnen viele, und fallen, zerbrochen, verstrickt und gefangen werden": es ist hier vom Herrn die Rede. Stein des Strauchelns und Fels des Anstoßes bedeutet Ärgernis; Fallstrick und Schlinge aber das Verderben, nämlich derjenigen, die das Wahre und Gute des Glaubens an dem Herrn bekämpfen und zu zerstören suchen durch Falsches, das der Selbst- und Weltliebe schmeichelt; denn alle Stolzen ärgern sich nicht nur daran, sondern sie werden auch dadurch verstrickt, daß das Göttliche damals in menschlicher Form erschienen ist, und nicht in königlicher Majestät, sondern in verachteter Gestalt. Aus diesem wird nun klar, daß durch "es wird zum Fallstrick sein" die Verlockung und der Betrug des Bösen und daher das Verderben bezeichnet wird, wie auch anderwärts: 2. Mose 34/12: "Du sollst keinen Bund schließen mit dem Einwohner des Landes, in das du kommen wirst, daß er nicht zum Fallstrick werde in deiner Mitte". 5. Mose 7/16: "Du sollst ihren Göttern nicht dienen, denn das ist dir ein Fallstrick". 5. Mose 12/30: "Hüte dich, daß du nicht verstrickt werdest den Völkerschaften nach, und daß du etwa fragst nach ihren Göttern": die Völkerschaften bedeuten das Böse und das Falsche aus diesem. 9349. In 2. Mose Kapitel 20-23 wurde von den Gesetzen, Rechten und Satzungen gehandelt, die vom Berg Sinai herab verkündigt wurden, und gezeigt, was sie im inneren Sinn enthalten, somit wie man sie im Himmel auffaßt, nämlich nicht nach dem buchstäblichen Sinn, sondern nach dem geistigen Sinn, der nicht im Buchstabensinn offen hervortritt, aber dennoch darinnen liegt. Wer aber nicht weiß, wie sich die Sache verhält, kann meinen, auf diese Weise werde das Wort in Ansehung des Buchstabensinns vernichtet, deswegen, weil er im Himmel nicht beachtet werde; aber man wisse, daß der Buchstabensinn des Wortes dadurch keineswegs vernichtet, sondern vielmehr bekräftigt wird, und daß die einzelnen Worte durch den geistigen Sinn, der darinnen liegt, Gewicht und Bedeutung haben und heilig sind, weil der buchstäbliche Sinn die Grundlage und Stütze ist, worauf der geistige Sinn ruht, und mit dem er auf das engste zusammenhängt, so daß nicht einmal ein Jota oder eine Spitze, oder ein Häkchen im Buchstaben des Wortes ist, das nicht heilig Göttliches enthielte, nach den Worten des Herrn bei Matth.5/18: "Wahrlich, Ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergeht, wird nicht ein Jota oder ein Häkchen vom Gesetz vergehen, bis daß alles geschieht". Luk.16/17: "Leichter ist es, daß Himmel und Erde vergehe, als daß eine Spitze des Gesetzes falle": daß das Gesetz das Wort ist, sehe man Nr. 6752, 7463. Darum hat es auch die göttliche Vorsehung des Herrn so gefügt, daß das Wort bis auf jedes Jota und Strichlein von der Zeit an, wo es geschrieben worden, erhalten wurde, hauptsächlich das Wort des Alten Testaments. Es wurde (mir) auch aus dem Himmel gezeigt, daß im Wort nicht bloß ein jeder Ausdruck, sondern auch eine jede Silbe und, was unglaublich scheint, ein jedes Häkchen einer Silbe in der Grundsprache etwas Heiliges in sich schließt, was den Engeln des innersten Himmels wahrnehmbar wird. Daß es so ist, kann ich versichern, aber ich weiß wohl, daß es über den Glauben der (meisten) hinausgeht. Hieraus erhellt zwar, daß die äußeren Gebräuche der Kirche, die den Herrn und die inneren Dinge des Himmels und der Kirche, die vom Herrn (stammt), vorbildeten, von denen im Worte des Alten Testaments (die Rede ist), größtenteils aufgehoben sind, daß aber dennoch das Wort in seiner göttlichen Heiligkeit bleibt, weil alles und jedes, das darin steht, dennoch heilig Göttliches enthält, was im Himmel wahrgenommen wird, wenn dieses Wort gelesen wird; denn es ist inwendig Heiliges im einzelnen, und das ist sein innerer Sinn, oder der himmlische und göttliche Sinn. Dieser Sinn ist die Seele des Wortes, und ist das göttlich Wahre selbst, das vom Herrn ausgeht, somit der Herr selbst. Aus diesem kann erhellen, wie es sich mit den Gesetzen, Rechten und Satzungen verhält, die vom Herrn vom Berge Sinai herab verkündigt worden sind, und im 2. Mose Kapitel 20-23, (von denen oben gehandelt wurde) enthalten sind; daß nämlich alles und jedes darinnen heilig ist, weil es in seiner inneren Form heilig ist. Daß aber gleichwohl einige derselben für den Gebrauch heutzutage im Gebiet der Kirche, die eine inwendige Kirche ist, aufgehoben sind. Einige derselben sind aber von solcher Art, daß sie zum Gebrauch dienen können, (wenn man will) und einige davon sollen immerdar beobachtet und gehalten werden. Dennoch aber sind die, welche in Beziehung auf den Gebrauch im Gebiet der Kirche aufgehoben sind, und die, welche zum Gebrauche dienen können wenn man will, wie auch die, welche immerdar beobachtet und gehalten werden sollen, gleich heilig im inneren Sinn; denn das Wort ist seinem ganzen Umfang nach in seinem Inneren göttlich. Das inwendig Heilige ist es, was der innere Sinn lehrt, und es ist dasselbe wie das Inwendige der christlichen Kirche, das die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens lehrt. Damit dieses leichter erfaßt werden könne, sollen die Gesetze, Rechte und Satzungen, von denen in den oben genannten Kapiteln gehandelt wurde, zur Erläuterung dienen: Diejenigen von ihnen, die durchaus beobachtet und gehalten werden sollen, sind enthalten: 2. Mose 20/3-5,7,8,12-14,20; 21/12,14,15,20; 22/17-19;27; 23/1-3,6-8,24,25,32. Die, welche zum Gebrauch dienen können, wenn es beliebt, sind solche, die enthalten sind in 2. Mose 20/10; 21/18,19,22-25,33-37; 22/1-13,16,20-22,24-26,30; 23/4,5,9,12-16,33. Diejenigen aber, die für den Gebrauch heutzutage im Gebiet der Kirche aufgehoben sind: 2. Mose 20/21-23; 21/2-11,16,21,26-29,31,32; 22/14,28,29; 23/10,11,17-19. Allein, wie oben gesagt wurde, diese und jene sind gleich heilig, oder in gleicher Weise göttliches Wort. Ende 2. Mose 23. Kapitel Nr. 9350 - 9369 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 24. Kapitel 1. Und zu Mose sprach Er: Steige hinauf zu Jehovah, du und Aharon, Nadab und Abihu, und siebzig von den Ältesten Israels, und bücket euch (anbetend) von ferne. 2. Und Mose soll allein sich nahen zu Jehovah, sie aber sollen sich nicht nahen, und das Volk soll nicht mit ihm hinaufsteigen. 3. Da kam Mose und verkündigte dem Volke alle Worte Jehovahs, und alle Rechte; und alles Volk antwortete mit einer Stimme, und sprachen: Alle Worte, die Jehovah geredet, wollen wir tun. 4. Und Mose schrieb alle Worte Jehovahs, und stand früh auf am Morgen, und baute einen Altar unten am Berge, und zwölf Denksäulen für die zwölf Stämme Israels. 5. Und sandte Jünglinge von den Söhnen Israels, und sie brachten Brandopfer dar, und opferten dem Jehovah Dankopfer von Farren (d.i. von jungen Stieren). 6. Und Mose nahm die Hälfte des Blutes, und tat es in Becken, und die (andere) Hälfte des Blutes sprengte er an den Altar. 7. Und nahm das Buch des Bundes, und las es vor den Ohren des Volkes, und sie sprachen: Alles, was Jehovah geredet, wollen wir tun und (Ihm) gehorchen. 8. Und Mose nahm das Blut und sprengte es auf das Volk, und sprach: Siehe, das ist das Blut des Bundes, den Jehovah mit euch geschlossen hat über alle diese Worte. 9. Da stieg hinauf Mose und Aharon, Nadab und Abihu, und siebzig von den Ältesten Israels. 10. Und sie sahen den Gott Israels, und unter Seinen Füßen (war) wie ein Werk von Saphirstein, und wie die Substanz (Stoff) des Himmels an Reinheit. 11. Und an die ausgesonderten Söhne Israels legte Er nicht Seine Hand, und sie schauten Gott, und aßen und tranken. 12. Und Jehovah sprach zu Mose: Steige herauf zu Mir auf den Berg, und sei daselbst, so werde Ich dir geben die steinernen Tafeln, und das Gesetz, und das Gebot, die Ich geschrieben, sie zu belehren. 13. Da machte sich Mose auf, und Josua, sein Diener, und Mose stieg auf den Berg Gottes. 14. Und zu den Ältesten sprach er: Bleibet hier, bis daß wir zurückkehren zu euch; und siehe, Aharon und Hur sind bei euch; ein jeder, der Worte (Streitsachen) hat, der trete vor sie. 15. Da stieg Mose auf den Berg, und die Wolke bedeckte den Berg. 16. Und die Herrlichkeit Jehovahs weilte auf dem Berge Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage, und Er rief zu Mose am siebenten Tage aus der Mitte der Wolke. 17. Und das Ansehen der Herrlichkeit Jehovahs war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Haupte des Berges vor den Augen der Söhne Israels. 18. Und Mose ging hinein in die Mitte der Wolke und stieg auf den Berg, und Mose war auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte.   Inhalt 9370. Im inneren Sinn wird gehandelt von dem Worte, das vom Herrn durch den Himmel gegeben wurde, wie es beschaffen sei, nämlich göttlich in beiderlei Sinn, im inneren und äußeren; und daß durch dasselbe eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen stattfinde.   Innerer Sinn 9371. Vers 1,2: Und zu Mose sprach Er: Steige hinauf zu Jehovah, du und Aharon, Nadab und Abihu, und siebzig von den Ältesten Israels, und bücket euch (anbetend) von ferne. Und Mose soll allein sich nahen zu Jehovah, sie aber sollen sich nicht nahen, und das Volk soll nicht mit ihm hinaufsteigen. "Und zu Mose sprach Er" bedeutet, was das Wort im allgemeinen betrifft; "steige hinauf zu Jehovah" bedeutet die Verbindung mit dem Herrn; "du und Aharon" bedeutet das Wort im inneren und äußeren Sinn; "Nadab und Abihu" bedeutet die Lehre aus beiden; "und siebzig von den Ältesten Israels" bedeutet die Hauptwahrheiten der Kirche, die dem Wort oder der Lehre angehören, und mit dem Guten übereinstimmen; "und bücket euch (anbetend) von ferne" bedeutet die Demütigung und Anbetung von Herzen, und sodann den Einfluß des Herrn; "und Mose soll allein sich nahen zu Jehovah" bedeutet die Verbindung und Gegenwart des Herrn durch das Wort im allgemeinen; "sie aber sollen sich nicht nahen" bedeutet keine Verbindung, und eine getrennte Gegenwart; "und das Volk soll nicht mit ihm hinaufsteigen" bedeutet gar keine Verbindung mit dem Äußeren ohne das Innere. 9372. "Und zu Mose sprach Er", 2. Mose 24/1, bedeutet, was das Wort im allgemeinen betrifft. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "Er sprach", sofern es dasjenige in sich schließt, was in diesem Kapitel folgt, somit was das Wort betrifft: Nr. 9370. Daß Mose das Wort vorbildet, kann aus dem erhellen, was über Mose früher schon oft gezeigt wurde, wie auch aus der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und was Nr. 4859, 5922, 6723, 6752, 6771, 6827, 7010, 7014, 7089, 7382, 8601, 8760, 8787, 8805 gezeigt wurde, was man nachsehe. Hier bildet Mose das Wort im allgemeinen vor, weil in Beziehung auf ihn im Folgenden gesagt wird, er allein solle sich zu Jehovah nahen: 2. Mose 24/2; wie auch, er sei aus der Mitte der Wolke gerufen worden, hineingegangen und auf den Berg gestiegen: 2. Mose 24/16,18. Im Worte gibt es mehrere, die den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, oder in Ansehung des Wortes vorbilden, aber die Vornehmsten unter ihnen sind Mose, Elias, Elisa und Johannes der Täufer. Daß Mose (das Wort vorbildete), kann man in den gleich oben angeführten Erklärungen sehen; daß Elias und Elisa, in der Vorrede zum 18. Kapitel der Genesis und Nr. 2762, 5247; daß auch Johannes der Täufer, erhellt daraus, daß er Elias ist, der kommen sollte. Wer nicht weiß, daß Johannes der Täufer den Herrn in Ansehung des Wortes vorbildete, kann nicht wissen, was alle Aussprüche über ihn im Neuen Testament in sich schließen und bedeuten. Damit nun dieses Geheimnis offenbar werde, und dann zugleich, daß Elias, wie auch Mose, die bei der Verklärung des Herrn erschienen sind, das Wort vorgebildet haben, darf hier einiges angeführt werden, was von Johannes dem Täufer berichtet wird: Matth.11/7-15 und Luk.7/24-28: "Nachdem die Boten des Johannes fortgegangen waren, fing Jesus an, von Johannes zu reden, und sprach: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste, zu sehen? Etwa ein Rohr, das vom Winde hin- und hergeweht wird? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Etwa einen Menschen, der mit weichen Kleidern angetan ist? Siehe, die weiche Kleider tragen sind in den Häusern der Könige. Was seid ihr aber hinausgegangen zu sehen? Etwa einen Propheten? Ja, Ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet; dieser ist es von dem geschrieben steht: Siehe, Ich sende Meinen Engel vor Dir her, der Deinen Weg vor Dir bereiten wird; wahrlich, Ich sage euch, kein Größerer ist erweckt worden unter den von Weibern Geborenen, als Johannes der Täufer; wer aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer denn er. Alle Propheten und das Gesetz haben bis auf Johannes geweissagt. Und wenn ihr es glauben wollt, so ist er selbst Elias, der kommen soll; wer Ohren hat zu hören, der höre". Wie dies zu verstehen ist, kann niemand wissen, wenn er nicht weiß, daß Johannes den Herrn in Ansehung des Wortes vorbildete, und wenn er nicht aus dem inneren Sinn weiß, was bezeichnet wird durch die Wüste, in der er war; ferner was durch das vom Wind hin und her gewehte Rohr, durch die weichen Kleider in den Häusern der Könige, und was dadurch bezeichnet wird, daß er mehr als ein Prophet sei, und unter den von Weibern Geborenen keiner größer sei als er; und doch der Kleinste im Himmelreich größer sei als er; und endlich, daß er Elias sei; denn ohne einen höheren Sinn lautet dieses alles nur wie eine Vergleichung, und nicht wie eine Sache von Gewicht. Ganz anders aber ist es, wenn unter Johannes der Herr in Ansehung des Wortes oder das Wort in vorbildlicher Weise verstanden wird, dann wird durch die Wüste Judäas, in der Johannes war, der Zustand bezeichnet, in dem das Wort zu jener Zeit war, als der Herr in die Welt kam, nämlich in der Wüste, d.h. in einer solchen Dunkelheit, daß der Herr gar nicht anerkannt wurde; und man von Seinem himmlischen Reich nichts wußte, während doch alle Propheten von Ihm und von Seinem Reich, das ewig währen sollte, geweissagt hatten. Daß die Wüste eine solche Dunkelheit bedeutet, sehe man Nr. 2708, 4736, 7313. Darum wird das Wort mit einem vom Wind hin und her gewehten Rohr verglichen, wenn es willkürlich erklärt wird, denn Rohr bedeutet im inneren Sinn das Wahre im Letzten, wie es das Wort im Buchstaben ist. Daß das Wort im Letzten, oder im Buchstaben den Augen der Menschen wie roh und dunkel erscheint, im inneren Sinn aber weich und glänzend ist, wird dadurch bezeichnet, daß sie keinen Menschen gesehen haben, der mit weichen Kleidern angetan ist; "siehe, die, welche weiche (Kleider) tragen, sind in den Häusern der Könige": daß solches durch diese Worte bezeichnet wird, erhellt aus der Bedeutung der Gewänder oder Kleider, sofern sie Wahrheiten bezeichnen; man sehe Nr. 2132, 2576, 4545, 4763, 5248, 6914, 6918, 9093; und daß ebendarum die Engel mit weichen und glänzenden Kleidern angetan erscheinen, gemäß den Wahrheiten aus dem Guten bei ihnen: Nr. 5248, 5319, 5954, 9212, 9216. Ferner aus der Bedeutung der Häuser der Könige, sofern sie die Wohnstätten der Engel und im umfassenden Sinn die Himmel bezeichnen, denn Häuser heißen sie wegen des Guten: Nr. 2233, 2234, 3128, 3652, 3720, 4622, 4982, 7836, 7891, 7996, 7997, und (Häuser) der Könige wegen des Wahren: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 6148; darum werden die Engel Söhne des Reichs, Söhne des Königs und auch Könige genannt, wegen der Aufnahme des Wahren vom Herrn. Daß das Wort höher steht als jede Wahrheit in der Welt, wird bezeichnet durch die Worte: Was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Etwa einen Propheten? Ja, Ich sage euch, der auch mehr ist als ein Prophet", und daß unter den von Weibern Geborenen kein Größerer erweckt worden sei als Johannes der Täufer. Denn Prophet bedeutet im inneren Sinn die Lehre: Nr. 2534, 7269, und die Geborenen oder Söhne der Weiber die Wahrheiten: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3704, 4257. Daß das Wort im inneren Sinn, oder wie es im Himmel ist, auf einer höheren Stufe steht, als das Wort im äußeren Sinn, oder wie es in der Welt ist, und wie es Johannes der Täufer lehrte, wird dadurch bezeichnet, daß der Kleinste im Himmelreich größer sei als er; denn das Wort, wie es im Himmel begriffen wird, ist von solcher Weisheit, daß es alle menschliche Fassungskraft übersteigt. Daß die Weissagungen über den Herrn, und über Sein Kommen, und die Vorbilder des Herrn und Seines Reiches aufgehört haben, als der Herr in die Welt kam, wird dadurch bezeichnet, daß Er selbst der Elias sei, der kommen sollte. Sodann durch folgende Worte: Matth.17/10-13: "Die Jünger fragten Jesum: Warum sagen die Schriftgelehrten, daß Elias vorher kommen müsse? Er antwortete und sprach: Elias wird allerdings vorher kommen, und alles wieder zurechtbringen. Ich sage euch, daß Elias schon gekommen ist, aber sie haben ihn nicht anerkannt, sondern ihm angetan, was sie wollten, so wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden müssen; und sie verstanden, daß Er ihnen von Johannes dem Täufer gesagt habe": daß Elias gekommen ist, und sie ihn nicht anerkannten, sondern ihm angetan haben, was sie wollten, bedeutet, das Wort habe sie zwar belehrt, daß der Herr kommen werde, aber sie hätten es doch nicht begreifen wollen, indem sie es zugunsten ihrer Herrschaft deuteten, und so das Göttliche darin auslöschten. Daß sie es ebenso machen werden mit dem göttlich Wahren selbst, wird dadurch bezeichnet, daß auch der Sohn des Menschen so von ihnen leiden werde. Daß der Sohn des Menschen der Herr in Ansehung des göttlichen Wahren ist, sehe man Nr. 2803, 2813, 3704. Hieraus wird nun klar, was unter der Weissagung von Johannes bei Maleachi verstanden wird: Mal.3/23: "Siehe, Ich sende euch Elias, den Propheten, ehe denn kommt der Tag Jehovahs, der große und schreckliche". Das Wort im Letzten, oder wie es in der äußeren Form ist, die vor dem Menschen in der Welt erscheint, wird auch beschrieben durch die Kleider, und durch die Nahrung Johannes des Täufers bei Matth.3/1,3,4: "Johannes der Täufer predigte in der Wüste Judäas und hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um die Lenden, seine Nahrung waren Heuschrecken und wilder Honig"; ebenso wie von Elias 2.Kön.1/8 gesagt wird: "Er war ein Mann in härenem Gewande, und mit einem ledernen Gürtel um die Lenden gegürtet". Durch Gewand oder Kleid, wenn es sich auf das Wort bezieht, wird hier das göttlich Wahre in seiner letzten Form bezeichnet. Durch die Kamelhaare die wißtümlichen Wahrheiten, wie sie in demselben vor den Menschen in der Welt erscheinen. Durch den ledernen Gürtel wird das äußere Band bezeichnet, das alles Innere verknüpft und in der Ordnung erhält. Durch die Nahrung wird die geistige Ernährung aus den Erkenntnissen des Wahren und Guten aus dem Wort bezeichnet; durch die Heuschrecken aber die letzten oder allgemeinsten Wahrheiten, und durch den wilden Honig ihre Lieblichkeit. Daß durch die Kleider und die Nahrung solches bezeichnet wird, kommt von den Vorbildern im anderen Leben her; dort erscheinen alle bekleidet gemäß den Wahrheiten aus dem Guten; und auch die Nahrungsmittel werden dort vorgebildet gemäß dem Verlangen zu wissen und weise zu sein. Daher kommt es, daß der Anzug oder das Kleid das Wahre bezeichnet; man sehe, was oben angeführt wurde; und daß die Nahrung oder Speise die geistige Ernährung bedeutet: Nr. 3114, 4459, 4792, 5147, 5293, 5340, 5342, 5576, 5579, 5915, 8562, 9003. Daß der Gürtel das Band ist, welches das Innere zusammenfaßt und zusammenhält: Nr. 9341; Leder bedeutet das Äußere: Nr. 3540, somit bedeutet der lederne Gürtel das äußere Band. Die Haare bezeichnen die letzten oder allgemeinsten Wahrheiten: Nr. 3301, 5569-5571; das Kamel bedeutet das Wißtümliche im allgemeinen: Nr. 3048, 3071, 3143, 3145, 4156; die Heuschrecke bezeichnet das ernährende Wahre im Äußersten: Nr. 3301, und der Honig das Liebliche desselben: Nr. 5620, 6857, 8056; wilder Honig (oder Feldhonig) wird gesagt, weil durch das Feld die Kirche bezeichnet wird: Nr. 2971, 3317, 3766, 7502, 7571, 9139, 9295. Wer nicht weiß, daß solche Dinge bezeichnet werden, kann durchaus nicht erkennen, warum Elias und Johannes so bekleidet waren, daß dieses gleichwohl etwas Besonderes an jenen Propheten bezeichnete, kann sich jeder denken, der eine richtige Ansicht vom Worte hat. Weil Johannes der Täufer den Herrn in Ansehung des Wortes vorbildete, darum sagte er auch, als er vom Herrn redete, Der das Wort selbst war, von sich, daß er nicht Elias sei, und kein Prophet, und daß er nicht würdig sei, die Schuhriemen des Herrn aufzulösen: Joh.1/1,14,19-30: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit. Die Juden aus Jerusalem, die Priester und Leviten fragten Johannes, wer er sei, er aber bekannte und leugnete nicht: Ich bin nicht Christus. Sie fragten ihn nun, was denn? Bist du Elias? Er aber sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Er antwortete: Nein. Sie sagten nun: Wer bist du? Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Machet richtig den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesajas gesagt hat! Weiter sagten sie: Warum taufst du denn, wenn du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Er antwortete: Ich taufe euch mit Wasser, aber mitten unter euch steht Einer, Den ihr nicht kennt; Dieser ist es, Der nach mir kommen wird, und Der vor mir gewesen ist; und ich bin nicht würdig, daß ich Seine Schuhriemen löse. Als er Jesum sah, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes, das wegnimmt die Sünde der Welt; Dieser ist es, von Dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, Der vor mir gewesen ist; denn Er war eher, denn ich". Aus diesem geht hervor, daß Johannes, wenn er vom Herrn selbst redete, Der das göttlich Wahre oder das Wort selbst war, von sich sagte, er sei nichts, denn der Schatten verschwindet, wenn das Licht selbst erscheint, d.h. das Vorbild schwindet, wenn das eigentliche Urbild (erscheint). Daß die Vorbilder auf die heiligen Sachen und den Herrn selbst abzielten, und durchaus nicht auf die Person, die vorbildete, sehe man Nr. 665, 1097, 1361, 3147, 3881, 4208, 4281, 4288, 4292, 4307, 4444, 4500, 6304, 7048, 7439, 8588, 8788, 8806. Wer nicht weiß, daß die Vorbilder schwinden wie die Schatten in Gegenwart des Lichts, kann nicht erkennen, warum Johannes leugnete, er sei Elias oder ein Prophet. Hieraus kann nun erhellen, was bezeichnet wird durch Mose und Elias, die in Herrlichkeit erschienen, und mit dem Herrn redeten, als Er verklärt wurde, von dem Ausgang, den Er erfüllen sollte in Jerusalem": Luk.9/29-31; nämlich das Wort: durch Mose das historische Wort, und durch Elias das prophetische Wort, das im inneren Sinn überall vom Herrn, von Seinem Kommen in die Welt und von Seinem Ausgang aus der Welt handelt. Deshalb wird gesagt, Mose und Elias seien in Herrlichkeit erschienen, denn die Herrlichkeit bedeutet den inneren Sinn des Wortes, und die Wolke seinen äußeren Sinn; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 5922, 8427. 9373. "Steige hinauf zu Jehovah", 2. Mose 24/1, bedeutet die Verbindung mit dem Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufsteigen, sofern es heißt zum Inwendigen erhoben werden, wovon Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817, 6007, und daher auch verbunden werden: Nr. 8760; daß es bedeutet mit dem Herrn, hat den Grund, weil durch Jehovah im Worte der Herr verstanden wird: Nr. 1343, 1736, 1793, 2004, 2005, 2018, 2025, 2921, 3023, 3035, 5663, 6280, 6303, 6281, 6905, 8274, 8864, 9315. Das Geheimnis, das im inneren Sinn dieser Worte auch noch verborgen liegt, ist dieses, daß die Söhne Jakobs, denen Mose als Haupt vorstand, nicht berufen und auserwählt waren, sondern daß sie selbst die Einsetzung des Gottesdienstes bei ihnen dringend verlangten, gemäß dem, was Nr. 4290, 4293 gesagt wurde; daher wird gesagt: "Und zu Mose sprach Er: Steige hinauf zu Jehovah", wie wenn nicht Jehovah, sondern ein anderer gesagt hätte, er solle hinaufsteigen. Aus demselben Grund wird im Folgenden gesagt, das Volk solle nicht hinaufsteigen: 2. Mose 24/2; und Jehovah habe an die ausgesonderten Söhne Israels Seine Hand nicht gelegt: 2. Mose 24/11; ferner das Ansehen der Herrlichkeit Jehovahs sei gewesen wie ein verzehrendes Feuer auf dem Haupte des Berges vor den Augen der Söhne Israels: 2. Mose 24/17, und zuletzt, Mose sei am siebenten Tage gerufen worden, und hineingegangen in die Mitte der Wolke; denn durch die Wolke wird das Wort im Buchstaben verstanden: Nr. 5922, 6343, 6752, 6832, 8106, 8443, 8781; und bei den Söhnen Jakobs war das Wort von seinem inneren Sinn getrennt, weil sie im äußeren Gottesdienst ohne den inneren waren, was offenbar daraus erhellen kann, daß sie jetzt wie früher sagten: "Alle Worte, die Jehovah geredet hat, wollen wir tun": 2. Mose 24/3; und doch, nachdem kaum vierzig Tage verflossen waren, sie das goldene Kalb statt Jehovah verehrten. Hieraus ersieht man, daß dies in ihrem Herzen verborgen lag, wenn sie mit dem Munde sagten, daß sie dem Jehovah allein dienen wollten; während doch diejenigen, die unter den Berufenen und Auserwählten verstanden werden, solche sind, die im inneren Gottesdienst sind, und vermöge des inneren auch im äußeren, d.h., die in der Liebe und im Glauben an den Herrn sind, und dadurch auch in der Liebe gegen den Nächsten. 9374. "Du und Aharon", 2. Mose 24/1, bedeutet das Wort im inneren und äußeren Sinn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, worüber Nr. 9373. Wenn aber Aharon, sein Bruder, ihm beigegeben wird, dann bildet Mose das Wort im inneren Sinn vor, und Aharon (das Wort) im äußeren Sinn, wie auch Nr. 7089, 7382. 9375. "Nadab und Abihu", 2. Mose 24/1, bedeutet die Lehre aus beiden. Dies erhellt daraus, daß es Aharons Söhne waren. Wenn daher durch Aharon das Wort bezeichnet wird, so wird durch seine Söhne die Lehre bezeichnet, durch den älteren die Lehre aus dem inneren Sinn des Wortes, und durch den jüngeren die Lehre aus dem äußeren Sinn desselben. Die Lehre aus dem inneren Sinn des Wortes und die Lehre aus dem äußeren Sinn des Wortes bilden nur eine Lehre, denn die, welche im inneren sind, sind auch im äußeren. Die Kirche des Herrn ist nämlich überall eine innere und eine äußere: die innere ist (die Kirche) des Herzens, und die äußere (die Kirche) des Mundes, d.h. die innere ist (die Kirche) des Willens, und die äußere die Kirche des Tuns. Wenn das Innere eins ausmacht mit dem Äußeren beim Menschen, alsdann ist, was Sache des Herzens ist, auch Sache des Mundes, oder, was Sache des Willens ist, auch Sache des Tuns, oder, was dasselbe, dann ist im Munde das Herz redend, und im Tun der Wille handelnd, ohne allen Zwiespalt. So ist auch der Glaube redend und die Liebe oder Liebtätigkeit handelnd, d.h. der Herr, von Dem der Glaube und die Liebtätigkeit (stammt). Weil Nadab und Abihu, Aharons Söhne, die Lehre aus dem Wort vorbildeten, darum wurden sie, als sie aus einer anderen Lehre, als die aus dem Wort, einen Gottesdienst einführten, getötet. Dies wurde durch Folgendes, was von ihnen 3. Mose 10/1-3 vorkommt, dargestellt: "Es nahmen die Söhne Aharons, Nadab und Abihu, ein jeder sein Rauchfaß, und taten Feuer hinein, auf das sie Rauchwerk legten, und so brachten sie zu Jehovah fremdes Feuer, wovon Er ihnen nicht geboten hatte; darum ging Feuer von Jehovah aus, und verzehrte sie, daß sie starben vor Jehovah. Und Mose sprach zu Aharon: Das ist es, was Jehovah geredet hat, da Er sprach: An denen, die Mir nahe sind, will Ich geheiligt werden": durch das Feuer im Rauchfaß, das anderswoher war, wird eine Lehre bezeichnet, die anderswoher als aus dem Wort stammte; denn Feuer bedeutet das Gute der Liebe, und Rauchwerk das Wahre des Glaubens aus demselben. Und das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens ist es, was in die Lehre, die aus dem Worte ist, eindringt, und sie (zur Lehre) macht. Hieraus erhellt, warum sie durch Feuer von Jehovah verzehrt wurden. Geheiligt werden an den "Nahen", heißt bei denen, die mit dem Herrn durch das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens aus dem Wort verbunden sind. Daß Feuer das Gute der himmlischen Liebe bedeutet, sehe man Nr. 934, 4906, 5071, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 7852, 9055; und daß das Rauchwerk den Glauben aus dem Guten der Liebe bedeutet, wird anderswo gezeigt werden. 9376. "Und siebzig von den Ältesten Israels", 2. Mose 24/1, bedeutet die Hauptwahrheiten der Kirche oder der Lehre, die mit dem Guten übereinstimmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von siebzig, sofern es das Volle bezeichnet, somit alles, worüber: Nr. 6508; und aus der Bedeutung der Ältesten Israels, sofern sie die Hauptwahrheiten der Kirche bezeichnen, die mit dem Guten übereinstimmen, somit die, welche dem Wort oder der Lehre aus dem Wort angehören, weil sie alle mit dem Guten übereinstimmen. Daß die Ältesten Israels diese Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 6524, 8578, 8585. Das, was aus dem Wort ist, stimmt mit dem Guten überein aus dem Grunde, weil es vom Herrn ist, und daher den Himmel in sich hat, und, wenn ihr es glauben wollt, in den einzelnen Teilen des Wortes der Himmel ist, in dem der Herr (wohnt). HG 9377 9377. "Und bücket euch anbetend von ferne", 2. Mose 24/1, bedeutet die Demütigung und Anbetung von Herzen, und sodann den Einfluß des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich bücken, sofern es die Demütigung bezeichnet, wovon Nr. 2153, 5682, 5266, 7068. Daß es auch Anbetung bedeutet, kommt daher, weil das Wesentliche aller Anbetung und alles Gottesdienstes die Demütigung ist, denn ohne Demütigung kann der Herr nicht verehrt und angebetet werden, aus dem Grund, weil das Göttliche des Herrn nicht einfließen kann in ein stolzes Herz, d.h. in ein Herz voll Selbstliebe, denn dieses ist hart, und wird im Wort ein steinernes genannt; wohl aber in ein demütiges Herz, denn dieses ist weich, und wird im Wort ein fleischernes genannt, somit ist es empfänglich für den Einfluß des Guten vom Herrn, d.h. des Herrn. Daher kommt es, daß durch "sich niederbücken von ferne" nicht nur die Demütigung und Anbetung von Herzen bezeichnet wird, sondern auch der Einfluß des Herrn alsdann. Einfluß des Herrn wird gesagt, weil das Gute der Liebe und des Glaubens, das vom Herrn einfließt, der Herr ist. Daß "von ferne" bedeutet, von Herzen, beruht darauf, daß diejenigen, die in der Demütigung sind, sich vom Herrn entfernen, aus dem Grund, weil sie sich für unwürdig betrachten, dem heiligsten Göttlichen zu nahen; denn wenn sie in der Demütigung sind, haben sie die Erkenntnis ihrer selbst, daß sie aus sich nur Böses, ja ein Greuel (prophanum) sind; wenn sie dies von Herzen anerkennen, dann sind sie in wahrer Demütigung. Hieraus erhellt, daß durch "bücket euch nieder von ferne" bezeichnet wird, die Demütigung und Anbetung von Herzen, und alsdann der Einfluß des Herrn. Aber das israelitische Volk stand nicht in solcher Demütigung und Anbetung, sondern bildete sie nur durch äußere Gebärden vor; denn sie waren im Äußeren ohne das Innere. Gleichwohl aber warfen sie sich zur Erde nieder, wenn sie sich demütigten, und wälzten sich auch im Staub, und schrieen mit lauter Stimme, und zwar ganze Tage lang. Wer nicht weiß, was wahre Demütigung ist, könnte glauben, das sei eine Demütigung des Herzens gewesen, aber es war keine Demut des Herzens, das auf Gott sieht von Gott aus, sondern eines solchen, das auf Gott sieht von sich aus; und ein Herz, das von sich aus sieht, ist vom Bösen; denn alles, was vom Menschen ausgeht, als von ihm selber, das ist böse. Sie waren nämlich in der Selbst- und Weltliebe mehr als alle Völker in der Welt, und hielten sich für heilig, wenn sie nur Opfer brachten, oder sich mit Wasser wuschen, wobei sie nicht anerkannten, daß solche Dinge die innere Heiligkeit vorbildeten, die der Liebtätigkeit und dem Glauben vom Herrn angehört; denn alles Heilige ist nicht Eigentum des Menschen, sondern des Herrn beim Menschen: Nr. 9229. Diejenigen, die sich demütigen aus dem Glauben, daß sie heilig seien von sich aus, und anbeten aus der Liebe Gottes von sich aus, diese demütigen sich und beten an aus Selbstliebe, somit aus einem harten und steinernen Herzen, und nicht aus einem weichen und fleischernen Herzen, und sind im Äußeren, und nicht zugleich im Inneren; denn die Selbstliebe wohnt im äußeren Menschen, und kann nicht in den inneren eingehen, weil der innere Mensch nur geöffnet wird durch Liebe und Glauben an den Herrn, somit vom Herrn, Der in demselben den Himmel eines Menschen bildet, in dem Er wohnt. 9378. "Und Mose soll allein sich nahen zu Jehovah", 2. Mose 24/2, bedeutet die Verbindung und Gegenwart des Herrn durch das Wort im allgemeinen. Dies erhellt aus der Bedeutung von nahen, sofern es die Gegenwart und Verbindung des Herrn bezeichnet, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort im allgemeinen darstellt, wovon Nr. 9372. Durch "Mose soll nahen" wird aber die Verbindung und Gegenwart des Herrn vermittelst des Wortes bezeichnet aus dem Grund, weil nahen im geistigen Sinn bedeutet, verbunden werden durch Liebe, denn die, welche einander lieben, werden verbunden, weil Liebe eine geistige Verbindung ist. Es ist eine allgemeine Regel im anderen Leben, daß alle verbunden werden gemäß der Liebe zum Guten und Wahren vom Herrn, daher ist der ganze Himmel eine solche Verbindung. Ebenso verhält es sich mit den Nahen oder der Verbindung mit dem Herrn: die Ihn lieben, werden mit Ihm verbunden, so daß man von ihnen sagt, sie seien in Ihm, während sie im Himmel sind; und alle lieben den Herrn, und werden mithin durch Liebe mit Ihm verbunden, die im Guten der Liebe aus den Wahrheiten des Glaubens sind, weil das Gute aus diesen Wahrheiten vom Herrn, ja, der Herr selbst ist: Joh.14/20,21. Aber man muß wissen, daß der Mensch nicht aus sich zum Herrn nahen und mit Ihm sich verbinden kann, sondern der Herr muß Sich dem Menschen nahen und Sich mit ihm verbinden. Weil aber der Herr den Menschen zu Sich zieht: Joh.6/44; 12/32, so scheint es, als ob der Mensch aus sich nahe und sich verbinde. Dieses geschieht, wenn der Mensch vom Bösen läßt; denn das Lassen vom Bösen ist dem Willen oder der Freiheit des Menschen anheimgestellt, alsdann fließt das Gute vom Herrn ein, woran es gar nicht fehlen kann; denn es liegt in dem Leben selbst, das der Mensch vom Herrn hat. Aber mit dem Leben wird das Gute nur in dem Maß aufgenommen, als das Böse entfernt worden ist. Daß durch das Wort eine Verbindung und Gegenwart des Herrn stattfindet, beruht darauf, daß das Wort die Vereinigung des Menschen mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn ist; denn das Wort ist das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht. Daher sind diejenigen, die in Ansehung der Lehre und des Lebens, oder in Ansehung des Glaubens und der Liebe, in diesem Wahren sind, in dem vom Herrn ausgehenden Göttlichen, und also mit Ihm verbunden. Hieraus erhellt, daß durch "Mose soll allein sich nahen zu Jehovah" die Verbindung und Gegenwart des Herrn durch das Wort bezeichnet wird. Sich nahen bedeutet aber Verbindung und Gegenwart aus dem Grunde, weil im anderen Leben die Entfernungen des einen vom anderen sich ganz und gar verhalten gemäß den Unähnlichkeiten und Verschiedenheiten des Inwendigen, das dem Denken und der Neigung angehört; man sehe Nr. 1273-1277, 1376-1381, 9104. Auch die Entfernungen vom Herrn und die Annäherungen zu Ihm verhalten sich ganz und gar gemäß dem Guten der Liebe und des Glaubens aus diesem von Ihm und an Ihn; daher kommt es, daß die Himmel dem Herrn nahe sind nach Maßgabe des Guten, und umgekehrt die Höllen vom Herrn entfernt sind nach Maßgabe des Bösen. Hieraus erhellt, warum "nahe sein" und "sich nahen" im geistigen Sinn bedeutet, sich verbinden, wie auch in folgenden Stellen: Ps.145/18: "Nahe ist Jehovah allen, die Ihn anrufen, die Ihn anrufen in der Wahrheit": nahe bedeutet, gegenwärtig und verbunden. Ps.65/5: "Selig ist, wen Du erwählst und nahen lässest; er wird wohnen in Deinen Vorhöfen": nahen lassen bedeutet, sich verbinden. Ps.69/19: "Jehovah, nahe Dich zu meiner Seele, befreie mich". Ps.34/19: "Nahe ist Jehovah denen, die zerbrochenen Herzens sind". Jerem.23/22,23: "Sie sollen Meine Worte hören lassen Mein Volk, und sie bekehren von ihrem bösen Wege, von der Bosheit ihrer Werke; denn Ich bin ein Gott von nahe, und nicht ein Gott von ferne": daß Er ein Gott von nahe heißt für die, welche vom Bösen lassen, und ein Gott von ferne für die, die im Bösen sind, ist klar. 3. Mose 10/3: "Mose sprach zu Aharon: Das ist es, was Jehovah geredet hat: An Meinen Nahen will Ich geheiligt werden": an den Nahen geheiligt werden heißt bei denen, die mit dem Herrn durch das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens aus dem Wort verbunden sind. Jerem.30/21: "Alsdann wird Sein Herrlicher aus Ihm kommen, und Sein Herrscher aus Seiner Mitte ausgehen; und Ich will Ihn nahen lassen, und Er wird zu Mir nahen, denn wer ist Der, Der es wagt in Seinem Herzen, Mir zu nahen?": hier vom Herrn, Welcher der Herrliche und der Herrscher ist; zu Jehovah nahen heißt, vereinigt werden; denn das Nahen des Göttlichen zum Göttlichen ist nichts anderes als Vereinigung. 9379. "Sie aber sollen sich nicht nahen", 2. Mose 24/2, bedeutet, (es bestehe) keine Verbindung, sondern eine getrennte Gegenwart. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, seiner Söhne Nadab und Abihu, und der siebzig Ältesten, die hier die sind, die nicht nahen sollen, sofern sie das Wort im äußeren Sinne, die Lehre und die Hauptwahrheiten der Kirche darstellen, wovon Nr. 9374, 9375, 9376; ferner aus der Bedeutung von nahen, sofern es die Verbindung und Gegenwart des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 9378; hier aber keine Verbindung und Gegenwart, weil gesagt wird, Mose allein solle nahen und nicht sie. Daß es keine Verbindung, sondern eine getrennte Gegenwart ist, beruht darauf, daß durch Mose hier das Wort im allgemeinen, oder das Wort im ganzen Inbegriff vorgebildet wird: Nr. 9372, und auch das Wort im inneren Sinn: Nr. 9374, aber durch Aharon und seine Söhne und durch die siebzig Ältesten wird das Wort im äußeren Sinn, und was von diesem kommt, vorgebildet. Weil dieses in seiner Geschiedenheit nicht mit dem Herrn verbunden werden kann, sofern der Herr das Wort im ganzen Inbegriff ist, darum wird gesagt, keine Verbindung und eine getrennte Gegenwart. 9380. "Und das Volk soll nicht mit ihm hinaufsteigen", 2. Mose 24/2, bedeutet, gar keine Verbindung mit dem Äußeren ohne das Innere. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufsteigen, sofern es eine Verbindung bezeichnet, wie Nr. 9373; hier keine Verbindung, weil gesagt wird, es soll nicht hinaufsteigen. Daß gemeint ist, mit dem äußeren Sinn des Wortes ohne den inneren, kommt daher, weil die Söhne Israels, die hier das Volk sind, im Äußeren waren ohne das Innere; man sehe Nr. 3479, 4281, 4293, 4307, 4429, 4433, 4680, 4844, 4847, 4865, 4868, 4874, 4899, 4903, 4911, 4913, 6304, 8588, 8788, 8806, 8871. Daß sie im Äußeren ohne das Innere waren, erhellt offenbar aus der Verehrung des goldenen Kalbes schon nach vierzig Tagen. Anders wäre es gewesen, wenn sie zugleich im Inneren gewesen wären, d.h. im Guten der Liebe und des Glaubens an Jehovah, denn dieses ist das Innere. Die, welche durch dieses verbunden sind, können sich nicht zum Götzendienst verirren, denn ihr Herz ist ferne davon; und weil jenes Volk nicht anders mit dem Herrn verbunden war, als durch Äußeres, durch das sie das Innere vorbilden sollten, darum wird gesagt, das Volk solle nicht hinaufsteigen, wodurch bezeichnet wird, daß gar keine Verbindung mit dem Äußeren ohne das Innere bestehe. Die Vorbildungen ohne die Erkenntnis und ohne den Glauben und die Neigung zu dem Inneren, das vorgebildet wird, verbinden zwar die Sache, nicht aber die Person. Ebenso verhält es sich mit denen, die bei dem buchstäblichen Sinn des Wortes allein stehenbleiben, und keine Lehre daraus entnehmen; denn sie sind getrennt vom inneren Sinn, weil der innere Sinn die eigentliche Lehre ist. Die Verbindung des Herrn mit dem Äußeren des Wortes wird durch den inneren Gehalt desselben vermittelt. Wenn daher das Innere getrennt ist, so findet keine andere Verbindung des Herrn mit dem Äußeren statt, als wie mit den Gebärden des Leibes ohne ein übereinstimmendes Herz. Ebenso verhält es sich auch mit denjenigen, welche die Lehre ihrer Kirche in ihren einzelnen Teilen vollkommen kennen, aber sie dennoch nicht auf das Leben anwenden; auch sie sind im Äußeren ohne das Innere; denn die Wahrheiten der Lehre sind bei ihnen außerhalb, solange sie nicht ihrem Leben eingeschrieben sind. Daß mit den Wahrheiten bei diesen keine Verbindung des Herrn bestehen kann, beruht darauf, daß der Herr durch das Leben des Menschen in die Glaubenswahrheiten desselben eingeht, somit durch die Seele, die den Wahrheiten innewohnt. 9381. Vers 3-5: Da kam Mose und verkündigte dem Volke alle Worte Jehovahs, und alle Rechte; und alles Volk antwortete mit einer Stimme, und sprachen: Alle Worte, die Jehovah geredet, wollen wir tun. Und Mose schrieb alle Worte Jehovahs, und stand früh auf am Morgen, und baute einen Altar unten am Berge, und zwölf Denksäulen für die zwölf Stämme Israels. Und sandte Jünglinge von den Söhnen Israels, und sie brachten Brandopfer dar, und opferten dem Jehovah Dankopfer von Farren (d.i. von jungen Stieren). "Da kam Mose und verkündigte dem Volk" bedeutet die Erleuchtung und Unterweisung des Herrn durch das göttlich Wahre, das von Ihm ist; "alle Worte Jehovahs, und alle Rechte" bedeutet, was im Wort zum Leben gehört im geistigen und natürlichen Zustand; "und alles Volk antwortete mit einer Stimme" bedeutet die Aufnahme mit dem Verstand von seiten derer, die wahrhaftig der Kirche angehören; "und sprachen: Alle Worte, die Jehovah geredet, wollen wir tun" bedeutet die Aufnahme mit dem Herzen alsdann; "und Mose schrieb alle Worte Jehovahs" bedeutet, alsdann die Einprägung ins Leben; "und stand früh auf am Morgen" bedeutet die Freude aus dem Herrn; "und baute einen Altar unten am Berge" bedeutet das Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn in Ansehung des göttlich Guten von Ihm; "und zwölf Denksäulen für die zwölf Stämme Israels" bedeutet das Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn in Ansehung des göttlich Wahren von Ihm im ganzen Inbegriff; "und sandte Jünglinge von den Söhnen Israels" bedeutet, was der Unschuld und Liebtätigkeit angehört; "und sie brachten Brandopfer dar, und opferten dem Jehovah Dankopfer von Farren" bedeutet das Vorbild der Verehrung des Herrn aus dem Guten und aus dem Wahren, das aus dem Guten (stammt). 9382. "Da kam Mose und verkündigte dem Volk", 2. Mose 24/3, bedeutet die Erleuchtung und Unterweisung des Herrn durch das göttlich Wahre, das von Ihm ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des Wortes, somit in Ansehung des göttlich Wahren darstellt, denn dieses ist das Wort, worüber Nr. 9372. Aus der Bedeutung von kommen, wenn es sich auf den Herrn in Ansehung des Wortes oder des göttlich Wahren bezieht, das durch Mose vorgebildet wird, sofern es die Erleuchtung bezeichnet; denn wenn der Herr kommt, oder gegenwärtig ist im Wort, so findet Erleuchtung statt. Und aus der Bedeutung von verkündigen, sofern es eine Unterweisung bezeichnet. Hieraus erhellt, daß durch "Mose kam und verkündigte dem Volk" die Erleuchtung und Unterweisung des Herrn durch das göttlich Wahre bezeichnet wird. Wie es sich mit der Erleuchtung und Unterweisung aus dem Wort verhält, soll hier noch mit wenigen Worten gesagt werden: Jeder wird erleuchtet und unterwiesen aus dem Worte gemäß der Neigung zum Wahren und dem Grade des Verlangens danach, und auch gemäß der Aufnahmsfähigkeit. Die, welche sich in der Erleuchtung befinden, sind in betreff ihres inwendigen Menschen im Lichte des Himmels, denn das Himmelslicht ist es, das den Menschen im Wahren und Guten des Glaubens erleuchtet: Nr. 8707, 8861. Die, welche auf solche Weise erleuchtet werden, fassen das Wort gemäß dem Inneren desselben auf; deshalb bilden sie sich aus dem Wort eine Lehre, auf die sie den Buchstabensinn anwenden. Diejenigen dagegen, die nicht in der Neigung zum Wahren aus dem Guten sind, und daher auch nicht in dem Verlangen, weise zu sein, werden mehr verblendet als erleuchtet, wenn sie das Wort lesen, denn sie sind nicht im Lichte des Himmels, und aus dem Licht der Welt, welches das Naturlicht genannt wird, sehen sie nur solches, was mit weltlichen Dingen übereinstimmt, und so ergreifen sie vermöge der Täuschungen, in denen die äußeren Sinne sind, Falsches, das ihnen als wahr erscheint. Daher bilden sich die meisten keine Lehre, sondern bleiben im Buchstabensinn, den sie zugunsten des Falschen anwenden, hauptsächlich eines solchen, das mit ihrer Selbst- und Weltliebe übereinstimmt; diejenigen aber, die nicht von solcher Art sind, begründen nur die Lehren ihrer Kirche und bekümmern sich nicht darum und wissen auch nicht, ob sie wahr oder falsch sind; worüber man sehe Nr. 4741, 5033, 6865, 7012, 7680, 7950, 8521, 8780. Hieraus wird klar, welche aus dem Wort erleuchtet werden und welche verblendet werden, daß nämlich diejenigen erleuchtet werden, die in himmlischen Trieben sind, denn die himmlischen Triebe nehmen die Wahrheiten des Himmels auf und saugen sie wie Schwämme ein, sie verbinden sich auch von selbst damit, wie Seele und Leib. Umgekehrt aber werden diejenigen verblendet, die in weltlichen Trieben sind, weil diese Triebe das Falsche aufnehmen und wie Schwämme einsaugen und sich auch von selbst damit verbinden; denn das Gute und Wahre stimmt zusammen, und umgekehrt das Böse und Falsche. Deshalb wird die Verbindung des Bösen und Falschen die höllische Ehe genannt, die auch die Hölle selbst ist, und die Verbindung des Guten und Wahren wird die himmlische Ehe genannt, die auch der Himmel selbst ist. Daß das Wort die Quelle der Erleuchtung und Unterweisung ist beruht darauf, daß dasselbe in seinem ersten Ursprung das göttlich Wahre selbst ist, das vom Herrn ausgeht, und daß es bei seinem Herabsteigen in die Welt allen Himmeln angepaßt ist. Daher kommt es, daß ein Mensch, der eine himmlische Liebe hat, wenn er das Wort liest, durch dasselbe mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn verbunden wird, und dadurch wird ihm Erleuchtung und Unterweisung zuteil. Anders ist es, wenn ein Mensch, der eine weltliche Liebe hat, das Wort liest; bei einem solchen findet keine Verbindung des Himmels statt, daher wird ihm auch keine Erleuchtung und Unterweisung zuteil. Daß durch das Wort die Vereinigung des Himmels und der Welt, somit des Herrn mit dem Menschengeschlecht bewirkt werde, sehe man Nr. 9212, 9216, 9357. 9383. "Alle Worte Jehovahs, und alle Rechte", 2. Mose 24/3, bedeutet, was im Wort zum Leben gehört im geistigen und natürlichen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte Jehovahs, sofern sie das bezeichnen, was im Wort zum Leben gehört im natürlichen Zustand. Es wird gesagt "im geistigen und im natürlichen Zustand", weil bei einem jeden Menschen überhaupt zwei Zustände sind: der eine ist dem inwendigen Menschen zugehörig und eigen, und wird der geistige Zustand genannt, der andere ist dem äußeren Menschen zugehörig und eigen und wird der natürliche Zustand genannt. Der Zustand des inwendigen Menschen wird ein geistiger genannt, weil er von den Wahrheiten angeregt wird, die dem Himmelslicht angehören, und vom Guten angeregt wird, das der himmlischen Wärme, welche Liebe ist, angehört. Dieses Licht wird geistiges Licht genannt, weil es den Verstand erleuchtet, und diese Wärme wird geistige Wärme genannt, weil sie Liebe ist und den Willen erwärmt. Daher kommt es, daß der Zustand des inwendigen Menschen ein geistiger Zustand heißt. Aber der Zustand des äußeren Menschen wird ein natürlicher Zustand genannt, weil er von den Wahrheiten angeregt wird, die dem Weltlicht angehören, und von dem Guten, das der Wärme dieses Lichtes angehört, das zwar auch Liebe ist, aber eine Liebe zu solchen Dingen, die in der Welt sind, denn eine jede Lebenswärme ist Liebe. Daher kommt es, daß der Zustand des äußeren Menschen ein natürlicher heißt. Dasjenige, was sich auf das Leben im natürlichen Zustand bezieht, wird unter den Rechten verstanden, was sich aber auf das Leben im geistigen Zustand bezieht, wird unter den Worten Jehovahs verstanden. Beides stammt aber aus dem Worte, weil in diesem sich alles findet, was zum Leben gehört, denn es hat in sich das Leben selbst, weil in ihm das göttlich Wahre ist, das ausgegangen ist und noch ausgeht vom Herrn, Der das Leben selbst ist. Daher kommt es, daß alles, was im Wort ist, dem Leben angehört, und alles in demselben sich aufs Leben bezieht, wie aus den zwei Geboten erhellen kann, auf die das Ganze des Wortes sich gründet, wovon es heißt: Matth.22/35-38; Mark.12/29-31: "Jesus sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen und von ganzer Seele und von ganzem Gemüte, das ist das vornehmste und größte Gebot, das andere ist diesem gleich: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen zwei Geboten hängt das Gesetz und die Propheten": Gott lieben und den Nächsten lieben ist Sache des Lebens, weil das Ganze des Lebens von der Liebe ausgeht, so daß ohne Liebe kein Leben ist, und wie die Liebe, so ist das Leben beschaffen; Gesetz und die Propheten bedeutet das ganze Wort. 9384. "Und alles Volk antwortete mit einer Stimme", 2. Mose 24/3, bedeutet die Aufnahme mit dem Verstand von seiten derer, die wahrhaftig der Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von "antworten mit einer Stimme", sofern es die Aufnahme mit dem Verstand bezeichnet, denn antworten bedeutet Aufnahme: Nr. 2941, 2957; und die Stimme bedeutet das Bekenntnis, das vom Verstand ausgeht; denn alles, was Sache des Mundes und daher der Rede oder Stimme ist, entspricht dem Verstandesgebiet; von diesem Gebiet geht auch die Stimme oder Rede aus. Aber die Stimmung selbst, die in der Rede liegt und die aus dem Zweck kommt, der angestrebt wird, oder aus der Liebe, die belebt, geht vom Willensgebiet aus. Ferner aus der Bedeutung der Söhne Israels, die hier unter dem Volk verstanden werden, sofern sie die Kirche bezeichnen, wovon Nr. 9340, somit die, welche wahrhaft zur Kirche gehören. Hieraus wird klar, daß durch "alles Volk antwortete mit einer Stimme", die Aufnahme mit dem Verstand von seiten der wahrhaft Angehörigen der Kirche bezeichnet wird. 9385. "Und sprachen: Alle Worte, die Jehovah geredet, wollen wir tun", 2. Mose 24/3, bedeutet, die Aufnahme mit dem Herzen alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte, die Jehovah geredet hat, sofern es Wahrheiten aus dem Worte sind, die zum Leben gehören, wie Nr. 9383; und aus der Bedeutung von tun, sofern es die Aufnahme im Willensgebiet bezeichnet, wovon Nr. 9282, somit die Aufnahme mit dem Herzen; denn das Herz bedeutet im Wort den Willen: Nr. 7542, 8910, 9050, 9113, 9300; daß durch diese Worte die Aufnahme im Willen bezeichnet wird, und durch das gleich Vorhergehende die Aufnahme im Verstand, beruht darauf, daß im ganzen und einzelnen des Wortes die Ehe des Wahren und Guten ist: Nr. 9263, somit die himmlische Ehe, die der Himmel und im höchsten Sinn der Herr selbst ist; und daß das Wahre sich auf den Verstand und das Gute sich auf den Willen bezieht. 9386. "Und Mose schrieb alle Worte Jehovahs", 2. Mose 24/4, bedeutet, die Einprägung ins Leben alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreiben, sofern es heißt dem Leben einprägen, worüber folgt; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des Wortes darstellt, wie Nr. 9372, 9382; und aus der Bedeutung aller Worte Jehovahs, sofern es die Wahrheiten aus dem Wort sind, wovon Nr. 9383. Hieraus erhellt, daß durch "Mose schrieb alle Worte Jehovahs" bezeichnet wird: die göttlichen Wahrheiten seien vom Herrn dem Leben eingeprägt worden. Die Wahrheiten heißen dem Leben eingeprägt, wenn sie Sache des Wollens und daher des Tuns werden; solange sie bloß im Gedächtnis haften und solange sie nur verstandesmäßig betrachtet werden, so lange sind sie nicht dem Leben eingeprägt, aber sobald sie mit dem Willen aufgenommen werden, werden sie Lebenssache, weil das eigentliche Sein des Lebens des Menschen im Wollen und daher im Tun besteht; vorher sind sie dem Menschen auch nicht angeeignet. Schreiben bedeutet aber dem Leben einprägen aus dem Grund, weil die Schriften für alle Nachkommenschaft zur Erinnerung dienen sollen; ebenso auch das, was dem Leben des Menschen eingeprägt ist. Der Mensch hat gleichsam zwei Bücher, in denen alle seine Gedanken und Handlungen eingeschrieben sind; diese Bücher sind zwei Gedächtnisse: das äußere und das innere. Was in sein inneres Gedächtnis eingeschrieben ist, das bleibt in alle Ewigkeit und wird gar nicht vertilgt, es ist hauptsächlich das, was Sache seines Willens geworden ist, d.h. Sache der Liebe; denn was Sache der Liebe ist, gehört dem Willen an. Dieses Gedächtnis ist es, was verstanden wird unter dem Buche des Lebens eines jeden; man sehe Nr. 2474. 9387. "Und stand früh auf am Morgen", 2. Mose 24/4, bedeutet die Freude aus dem Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es die Erhebung zum Inneren in sich schließt, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 4103; und aus der Bedeutung der Frühe und des Morgens, sofern sie den Herrn bezeichnet und auch was von Ihm kommt, z.B. Friede, Unschuld, Liebe, Freude, wovon Nr. 2405, 2780, 7681, 8426, 8812. Daß die Frühe und der Morgen dies bedeuten, kommt daher, weil die Jahreswechsel: Frühling, Sommer, Herbst und Winter, wie auch die Tageswechsel: Morgen, Mittag, Abend und Nacht, ebenso vielen Zuständen im Himmel entsprechen; daher entspricht der Morgen dem Kommen und der Gegenwart des Herrn, die stattfindet, wenn der Engel im Stande des Friedens, der Unschuld und der himmlischen Liebe, und daher in der Freude ist. Über diese Entsprechungen sehe man Nr. 5672, 5692, 6110, 8426, 9213. 9388. "Und baute einen Altar unten am Berge", 2. Mose 24/4, bedeutet das Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn in Ansehung des göttlich Guten von Ihm. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares, sofern er ein Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn ist, wovon Nr. 921, 2777, 2811, 4489, und daher ein Hauptvorbild der Verehrung des Herrn: Nr. 4541, 8935, 8940; und aus der Bedeutung des Berges, sofern er das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 4210, 6435, 8327, 8658, 8758; hier das göttlich Gute der Liebe, das vom Herrn ausgeht, weil es der Berg Sinai war, wo sich damals der Herr befand. Daß der Berg Sinai das göttlich Gute bedeutet, das mit dem göttlich Wahren vom Herrn vereinigt ist, sehe man Nr. 8305. 9389. "Und zwölf Denksäulen für die zwölf Stämme Israels", 2. Mose 24/4, bedeutet das Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, das von Ihm herkommt, in seinem ganzen Inbegriff. Dies erhellt aus der Bedeutung der Denksäule, sofern sie ein Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn in Ansehung des Wahren ist. Daß dieses durch die Denksäule bezeichnet wird, beruht darauf, daß durch den Altar das Vorbildliche des Göttlich-Menschlichen des Herrn in Ansehung des Guten bezeichnet wird, und die Denksäule im vorbildlichen Sinn das Heilige des Wahren bezeichnet, das vom Herrn ausgeht: Nr. 4580, 4582. Ferner aus der Bedeutung von zwölf und der zwölf Stämme, sofern sie alles Wahre und Gute im Inbegriff bezeichnen, worüber Nr. 577, 2089, 3858, 3913, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337, 6397, 6640, 7973, somit was vom Herrn stammt. Daß das Göttlich-Menschliche des Herrn durch den Altar und durch die Denksäulen bezeichnet wird, kommt daher, weil alle Vorbilder der Kirche; die im Wort vorkommen, im höchsten Sinn sich auf den Herrn selbst beziehen, deshalb handelt auch das Wort in seinem innersten und höchsten Sinn vom Herrn allein, und hauptsächlich von der Verherrlichung Seines Menschlichen, daher stammt die ganze Heiligkeit des Wortes. Dieser Sinn stellt sich aber hauptsächlich im innersten oder dritten Himmel dar, wo diejenigen sich befinden, die mehr als die übrigen in der Liebe zum Herrn und daher auch in der Weisheit sind. 9390. "Und sandte Jünglinge von den Söhnen Israels", 2. Mose 24/5, bedeutet, das was der Unschuld und Liebtätigkeit angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Jünglinge von den Söhnen Israels, sofern sie das bezeichnen, was der Unschuld und Liebtätigkeit bei den Angehörigen der Kirche eigen ist; denn durch Säuglinge, Kinder und Knaben werden diejenigen bezeichnet, die in der Unschuld und Liebtätigkeit sind, oder abgesehen von den Personen das, was der Unschuld und Liebtätigkeit angehört: Nr. 430, 5236, und durch die Söhne Israels werden die Angehörigen der Kirche bezeichnet, oder abgesehen von den Personen, die Kirche: Nr. 9340. 9391. "Und sie brachten Brandopfer dar und opferten dem Jehovah Dankopfer von Farren (junger Stier)", 2. Mose 24/5, bedeutet das Vorbild der Verehrung des Herrn aus dem Guten und aus dem Wahren, das aus dem Guten stammt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Brandopfer und Schlachtopfer, sofern sie die Verehrung des Herrn im allgemeinen bezeichnen, wovon Nr. 922, 6905, 8936; und weil insbesondere die Brandopfer die Verehrung des Herrn aus dem Guten der Liebe bezeichnen, und Schlachtopfer dieselbe aus dem Wahren des Glaubens, das aus dem Guten stammt: Nr. 8680; ferner aus der Bedeutung der Farren, sofern sie das Gute der Unschuld und Liebtätigkeit im äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnen, worüber folgt. Die Tiere, die geopfert wurden, bezeichneten die Beschaffenheit des Guten und Wahren, aus dem der Gottesdienst hervorgehen sollte: Nr. 922, 1823, 2180, 3519; daß die sanften und nützlichen Tiere Himmlisches bedeuten, das dem Guten der Liebe, und Geistiges, das dem Wahren des Glaubens angehört, und daß sie ebendeswegen zu Opfern gebraucht wurden, sehe man Nr. 9280. Der Farre bedeutet aber das Gute der Unschuld und Liebtätigkeit im äußeren oder natürlichen Menschen, weil das, was zum Rindvieh gehörte, die Neigungen zum Guten und Wahren im äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnete, und das, was zum Kleinvieh gehörte, die Neigungen zum Guten und Wahren im inwendigen oder geistigen Menschen, Nr. 2566, 5913, 6048, 8937, 9135; zum Kleinvieh gehörten Lämmer, Ziegen, Schafe, Widder, Böcke, und zum Rindvieh gehörten Ochsen, Farren, Kälber; die Lämmer und Schafe bezeichneten das Gute der Unschuld und die Liebtätigkeit im inwendigen oder geistigen Menschen, daher bezeichneten die Kälber und jungen Stiere, weil sie einem zarteren Alter als die Ochsen sich befanden, das gleiche im äußeren oder natürlichen Menschen. Daß die Farren und Kälber dieses Gute bezeichneten, erhellt aus den Stellen im Worte, so sie genannt werden; wie bei Hes.1/7: "Die Füße der vier Tiere waren gerade, und der Ballen ihrer Füße war wie der Ballen des Fußes eines Kalbes, und dieselben glänzten, wie poliertes Erz": hier von den Cherubim, die durch die vier Tiere beschrieben werden; daß die Cherube die Wache oder Vorsehung des Herrn bezeichnen, damit kein Zugang zu Ihm sei, außer durch das Gute, sehe man Nr. 9277; das äußere oder natürliche Gute wurde durch die geraden Füße und durch den Ballen ihrer Füße bezeichnet, sofern er wie der Ballen des Fußes eines Kalbes war; denn die Füße bezeichnen das, was dem natürlichen Menschen angehört, der gerade Fuß das, was dem Guten angehört, und der Ballen der Füße das, was das Letzte ist im natürlichen Menschen. Daß die Füße dieses bezeichnen, sehe man Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, 5327, 5328, und daß die Fersen, Fußsohlen, Ballen und Hufe das Letzte sind im natürlichen Menschen: 4938, 7729; daß die Fußballen glänzten wie poliertes Erz, kommt daher, weil das Erz das natürlich Gute bedeutet: Nr. 425, 1551; und das Erz, das schimmert, als wäre es poliert, das Gute bedeutet, das glänzt vom Himmelslicht und das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist. Hieraus erhellt, daß durch Kalb das Gute des äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet wird. Ebenso bei Joh.Offenb.4/6,7: "Um den Thron her waren vier Tiere voll Augen vorne und hinten; und das erste Tier war gleich einem Löwen, das andere Tier aber gleich einem Kalbe, das dritte Tier dagegen hatte ein Antlitz wie ein Mensch, das vierte Tier endlich war gleich einem fliegenden Adler": auch hier werden durch die vier Tiere, die Cherube sind, die Wache und Vorsehung des Herrn bezeichnet, damit man nur durch das Gute der Liebe hinzutrete; die Wache selbst geschieht durch das Wahre und das daherkommende Gute, und durch das Gute und das daherkommende Wahre; das Wahre und das daherkommende Gute in der äußeren Gestalt werden bezeichnet durch den Löwen und das Kalb, und das Gute und daherkommende Wahre in der inneren Gestalt durch das Antlitz des Menschen und den fliegenden Adler. Daß der Löwe das Wahre aus dem Guten in seiner Macht bedeutet, sehe man Nr. 6367, daher das Kalb das daher stammende Gute selbst. Hos.14/3: "Nimm weg alle Missetat, und empfange das Gute, so wollen wir bezahlen die Farren unserer Lippen": was es heißt, die Farren der Lippen bezahlen, kann niemand wissen, wenn er nicht weiß, was die Farren und Lippen bedeuten; daß es das Bekenntnis und die Danksagung aus gutem Herzen bezeichnet, ist klar, denn es wird gesagt: Bekehret euch zu Jehovah, und saget zu Ihm: Empfange das Gute, und dann: Wir wollen vergelten mit den Farren der Lippen, was soviel ist, als aus dem Guten der Lehre den Jehovah bekennen und Ihm danken; denn die Lippen bedeuten das, was der Lehre angehört: Nr. 1286, 1288. Amos 6/3,4: "Ihr zieht an euch die Wohnung der Gewalttat; sie liegen auf Betten von Elfenbein und essen Lämmer von der Herde und Kälber aus der Mitte des Mastviehs": hier werden diejenigen geschildert, die im Überfluß von Erkenntnissen des Guten und Wahren sind und dennoch ein böses Leben führen; Lämmer von der Herde essen heißt, Gutes der Unschuld, das dem inwenigen oder geistigen Menschen angehört, lernen und sich aneignen; Kälber aus der Mitte des Mastviehs essen, bedeutet, Gutes der Unschuld, das dem äußeren oder natürlichen Menschen angehört, lernen und sich aneignen. Daß Essen bedeutet, sich aneignen, sehe man Nr. 3169, 3513, 3596, 3832, 4745. Weil Lämmer das innere Gute der Unschuld bedeuten, so folgt, daß die Kälber aus der Mitte des Mastviehs das äußere Gute der Unschuld bezeichnen; denn im Wort, hauptsächlich im prophetischen, wird gewöhnlich auch vom Wahren gehandelt, wo vom Guten wegen der himmlischen Ehe: Nr. 9263, 9314, und ist auch vom Äußeren die Rede, wo vom Inneren; auch bezeichnet das Gemästete und Fette das Gute der inneren Liebe: Nr. 5943. Ebenso bei Mal.3/20: "Euch, die ihr Meinen Namen fürchtet, wird aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit, und Heilung in ihren Flügeln, so daß ihr ausgeht und wachset wie die Mastkälber". Luk.15/22,23: "Der Vater sagte in Beziehung auf den verschwenderischen Sohn, der wieder umkehrte und herzliche Buße tat: Bringt das beste Gewand heraus und kleidet ihn an, und tut einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße, und bringet auch ein gemästetes Kalb her, und schlachtet es, auf daß wir essen und fröhlich seien": Wer nur den Buchstabensinn auffaßt, wird glauben, daß hier nichts Höheres verborgen liege, während doch das einzelne himmlische Dinge in sich schließt, z.B. sie sollen ihn mit dem besten Gewand bekleiden, einen Ring an seine Hand tun und Schuhe an seine Füße, und ein gemästetes Kalb herbringen und schlachten, auf daß sie essen und fröhlich seien; unter dem verschwenderischen Sohn werden die verstanden, die himmlische Reichtümer, d.h. die Erkenntnis des Guten und Wahren vergeudet haben; durch seine Rückkehr zum Vater und das Bekenntnis, daß er nicht würdig sei, sein Sohn genannt zu werden, wird die herzliche Reue und Demut bezeichnet; durch das beste Gewand, womit er bekleidet werden sollte, die allgemeinen Wahrheiten: Nr. 4545, 5248, 5319, 5954, 6917, 9093, 9212, 9216; und durch das gemästete Kalb das allgemeine Gute, das jenen Wahrheiten entspricht. Das gleiche wird durch Kälber und Farren anderwärts bezeichnet, wie Jes.11/6; Hes.39/18; Ps.29/6; 69/32; sodann durch die Brandopfer und Schlachtopfer: 2. Mose 29/11-14; 3. Mose 4/3-21; 8/14-17; 9/2; 16/3; 23/18; 4. Mose 8/8-13; 15/24-26; 28/19,20; Richt.6/25-29; 1.Sam.1/25; 16/2; 1.Kön.18/23-26,33. Daß die Söhne Israels sich ein goldenes Kalb machten und es als Jehovah verehrten, 2. Mose Kapitel 32, kam daher, weil in ihrem Herzen die ägyptische Abgötterei geblieben war, obwohl sie Jehovah bekannten. In Ägypten waren unter den Götzen vornehmlich weibliche und männliche Kälber von Gold, weil das weibliche Kalb das wißtümliche Wahre bezeichnete, welches das Wahre des natürlichen Menschen ist, und das männliche Kalb das Gute desselben, welches das Gute des natürlichen Menschen ist; wie auch darum, weil Gold das Gute bezeichnete. Dieses Gute und Wahre wurde dort bildlich dargestellt durch männliche und weibliche Kälber von Gold; als aber die Vorbilder himmlischer Dinge daselbst in Abgöttisches und zuletzt in Zauberisches verwandelt wurden, da wurden hier wie anderwärts die Bilder selbst, die vorbildeten, zu Götzen gemacht, und man fing an, sie zu verehren. Die Alte Kirche, die auf die Älteste folgte, war nämlich eine vorbildliche Kirche, deren ganzer Gottesdienst in Gebräuchen, Satzungen, Rechten und Geboten bestand, die göttliche und himmlische Dinge, die das Innere der Kirche sind, vorbildeten. Jene Kirche erstreckte sich nach der Sündflut auf einen großen Teil der asiatischen Welt und war auch in Ägypten, aber hier wurde das Wißtümliche jener Kirche gepflegt; daher hatten sie mehr Wissenschaft von den Entsprechungen und Vorbildungen, als die übrigen, wie man aus den Hieroglyphen und aus den Zaubereien und Götzen daselbst ersehen kann, wie auch aus Verschiedenem, das von Ägypten im Wort erwähnt wird. Daher kommt es, daß durch Ägypten im Wort das Wißtümliche im allgemeinen, sowohl in Ansehung des Wahren als in Ansehung des Guten bezeichnet wird, wie auch das Natürliche; denn das Wißtümliche ist Sache des natürlichen Menschen. Dies bezeichnete auch das weibliche und das männliche Kalb. Daß die Alte Kirche, die eine vorbildliche war, sich auf mehrere Reiche erstreckte und daß sie auch in Ägypten war, sehe man Nr. 1238, 2385, 7097; daß das Wißtümliche der Kirche hauptsächlich in Ägypten ausgebildet wurde, und daß ebendeswegen durch Ägypten im Wort das Wißtümliche in beiderlei Sinn bezeichnet wird: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 5700, 5702, 6004, 6015, 6125, 6651, 6679, 6683, 6692, 6693, 6750, 7779, 7926; und weil das wißtümliche Wahre und sein Gutes das Wahre und Gute des natürlichen Menschen ist, ebendarum wird auch durch Ägypten im Wort das Natürliche bezeichnet: Nr. 4967, 5079, 5080, 5095, 5160, 5276, 5278, 5280, 5288, 5301, 6004, 6015, 6147, 6252. Hieraus erhellt nun, daß die weiblichen und männlichen Kälber zu den vornehmsten Götzen Ägyptens gehörten aus dem Grund, weil dieselben das wißtümliche Wahre und sein Gutes bezeichneten, das dem natürlichen Menschen angehört, ebenso wie Ägypten selbst, so daß Ägypten und das Kalb die gleiche Bedeutung hatten. Deshalb wird von Ägypten Folgendes gesagt bei Jerem.46/20,21: "Eine sehr schöne Kalbin ist Ägypten, aber ein Schlachten kommt von Mitternacht her; auch ihre Söldner in ihrer Mitte sind wie Mastkälber": Kalbin bedeutet das wißtümliche Wahre, das dem natürlichen Menschen angehört, die Söldner, die unter den Kälbern gemeint sind, bezeichnen die, welche das Gute um des Gewinns willen tun: Nr. 8002; somit bedeuten die Kälber das Gute, das an sich nicht gut ist, sondern nur eine Lust des natürlichen Menschen, der getrennt ist vom geistigen; diese Lust ist es, in der die Söhne Jakobs waren, und die an sich eine abgöttische ist; deshalb wurde ihnen zugelassen, dieses durch die Anbetung des goldenen Kalbes kund zu tun und zu bezeugen, 2. Mose Kapitel 32. Dies wird auch in folgender Weise beschrieben bei Ps.106/19,20: "Sie machten ein Kalb am Horeb und neigen sich vor dem gegossenen Bilde, und verwandelten die Herrlichkeit in das Bildnis eines Ochsen, der Gras frißt": durch Verfertigen eines Kalbs am Horeb und durch das Neigen vor dem gegossenen Bilde wird die abgöttische Verehrung bezeichnet, die in Gebräuchen, Satzungen, Rechten und Geboten besteht, bloß in der äußeren Form und nicht zugleich in der inneren; daß jene Völkerschaft im Äußeren ohne das Innere war, sehe man Nr. 9320, 9373, 9377, 9380, 9381; und daß sie in ihrem Herzen götzendienerisch war: Nr. 3723 E, 4208, 4281, 4825, 5998, 7401, 8301, 8871, 8882; daß sie die Herrlichkeit in das Bildnis eines Ochsen, der Gras frißt, verwandelt haben, bedeutet, daß sie sich den inwendigen Dingen des Wortes und der Kirche entfremdet und das Äußere verehrt haben, das nur ein Wissen ohne Leben ist, denn die Herrlichkeit bezeichnet das Innere des Wortes und der Kirche; man sehe die Vorrede zum 18. Kapitel der Genesis: Nr. 5922, 8267, 8427; das Bildnis eines Ochsen bedeutet das Abbild des Guten in der äußeren Form; denn Bildnis ist Abbild, somit etwas Lebloses, und Ochs bedeutet das Gute im Natürlichen, somit in der äußeren Form: Nr. 2566, 2781, 9135; Gras essen heißt, sich dasselbe nur wißtümlich aneignen, denn essen bedeutet aneignen: Nr. 3168, 3513, 3596, 4745; und Gras bezeichnet das Wißtümliche: Nr. 7571. Weil solches bezeichnet wurde durch das goldene Kalb, das als Jehovah verehrt wurde von den Söhnen Israels, darum verfuhr Mose auf folgende Weise mit demselben, 5. Mose 9/21: "Eure Sünde, (das Kalb), das ihr gemacht, habe ich genommen und mit Feuer verbrannt, und zerstoßen, indem ich es wohl zermalmte, bis daß es zerrieben war zu Staub, und seinen Staub habe ich in den Bach geworfen, der vom Berg herkommt". Warum solches mit dem goldenen Kalb geschah, weiß niemand, wenn er nicht weiß, was bedeutet, mit Feuer verbrannt, zerstoßen, zermalmt und zu Staub zerrieben werden, und was der vom Berg herabkommende Bach bezeichnet, in den der Staub geworfen wurde; es wird hier der Zustand derjenigen beschrieben, die das Äußere ohne das Innere verehren, daß sie nämlich im Bösen der Selbst- und Weltliebe seien und daher im Falschen in Beziehung auf das, was von Gott kommt, also in Beziehung auf das Wort; denn das Feuer, womit es verbrannt wurde, bedeutet das Böse der Selbst- und Weltliebe: Nr. 1297, 1861, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324, 7575; der Staub, zu dem es zerstoßen wurde, bedeutet das Falsche aus jenem, das begründet wird aus dem Buchstabensinn des Wortes; und der Bach vom Berg Sinai bezeichnet das göttlich Wahre, somit das Wort im Buchstaben; denn dieses kommt von jenem hernieder; diejenigen, die im Äußeren sind ohne das Inwendige, erklären nämlich das Wort zugunsten der Triebe ihrer Liebe und sehen in demselben nur Irdisches und gar nichts Himmlisches; wie die Israeliten und Juden vormals und noch heutzutage. Das gleiche wurde vorgebildet durch die Kälber Jerobeams in Bethel und Dan: 1.Kön.12/26-33 und 2.Kön.17/16, worauf sich Folgendes bei Hos.8/4-6 bezieht: "Könige machen sie, aber ohne Mich; Fürsten machen sie und Ich weiß es nicht; ihr Silber und ihr Gold machen sie zu Götzen, auf daß sie selbst ausgerottet werden; verlassen hat dich dein Kalb, Samaria, denn es war auch aus Israel, ein Schmied hat es gemacht; aber es ist kein Gott, denn es wird zu Stücken werden das Kalb Samarias": es wird hier gehandelt vom verkehrten Verständnis und der schlimmen Auslegung des Wortes von seiten derer, die im Äußeren sind ohne das Innere, denn sie bleiben im Buchstabensinn des Wortes, den sie zugunsten ihrer Triebe und der daraus hergenommenen Grundsätze ausleben. Einen König machen, aber ohne Mich, und Fürsten machen, und Ich weiß es nicht, bedeutet, das Wahre und die Hauptwahrheiten ausbrüten aus dem eigenen Licht und nicht vom Göttlichen; denn der König bedeutet im inneren Sinn des Wahre: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; und Fürsten die Hauptwahrheiten: Nr. 1482, 2089, 5044; Silber und Gold zu Götzen machen, bedeutet, das Wißtümliche des Wahren und Guten aus dem Buchstabensinn des Wortes verkehren zugunsten seiner Begierden, und gleichwohl jenes (Wißtümliche) als heilig verehren, obwohl es, weil aus eigener Einsicht, ohne Leben ist; denn Silber bedeutet das Wahre, und Gold das Gute, das vom Göttlichen kommt, somit das dem Wort angehört: Nr. 1551, 2954, 5658, 6914, 6917, 8932, und Götzen bedeuten die Lehren aus eigener Einsicht, die als heilig verehrt werden und doch kein Leben in sich haben: Nr. 8941. Hieraus erhellt, daß durch den König und die Fürsten, wie auch durch das Silber und Gold Falsches aus dem Bösen bezeichnet wird; denn was aus dem Eigenen ist, ist aus dem Bösen und ist daher falsch, obwohl es äußerlich als wahr erscheint, weil es dem Buchstabensinn des Wortes entnommen ist. Hieraus ergibt sich deutlich, was das Kalb Samarias, das der Schmied gemacht hat, bezeichnet, nämlich das Gute im natürlichen Menschen, und nicht zugleich im geistigen, somit das Nicht-Gute, weil es zum Bösen angewendet wird; der Schmied hat es gemacht und nicht Gott, bedeutet, es ist aus dem Eigenen und nicht aus dem Göttlichen; zu Stücken werden, bedeutet zerstreut werden. Das gleiche wird verstanden unter den Kälbern bei Hos.13/2: "Sie sündigen noch mehr, und machen sich ein gegossenes Bild aus ihrem Silber und Götzen nach ihrer Einsicht, ganz und gar ein Werk der Künstler; zu diesen reden sie, opfern ihnen Menschen, küssen die Kälber". Aus diesem wird nun klar, was das Kalb und der Farre bezeichnen in den folgenden Stellen: Jes.34/7: "Herabsteigen werden die Einhörner mit ihnen, und die Farren samt den Starken, und ihr Land wird trunken werden vom Blut, und ihr Staub wird feist werden vom Fett". Jes.27/10: "Die befestigte Stadt wird einsam sein, die Wohnung verstoßen und verlassen wie die Wüste, daselbst werden die Kälber weiden und ruhen und verzehren ihre Zweige, und ihre Ernte wird verdorren". Jerem.48/34: "Vom Geschrei Chesbons bis gen Elealeh, bis gen Jahez lassen sie ihre Stimme erschallen, von Zoar bis gen Choronaim, der dreijährigen Kalbin, denn auch die Wasser Nimrim sollen zur Verödungen werden". Jes.15/5: "Mein Herz schreit über Moab, ihre Flüchtigen bis Zoar, der dreijährigen Kalbin, denn auf die Anhöhe von Luchith wird sie gehen mit Weinen". Hos.10/11: "Ephraim ist eine gelehrte Kalbin, die gerne drischt". Ps.68/31: "Schilt das Wild des Rohrs, die Versammlung der Starken, unter den Kälbern der Völker; es zertritt die Stücke von Silber; Er zerstreut die Völker, die nach Krieg verlangen": hier ist die Rede von der Anmaßung derer, die vom Wißtümlichen aus in die Geheimnisse des Glaubens eindringen wollen, und gar nichts anerkennen, als was sie selber ausbrüten; weil solche nichts aus dem Licht des Himmels sehen, das vom Herrn ist, sondern aus dem Lichtschein der Natur, der aus dem Eigenen ist, darum ergreifen sie Schatten statt des Lichtes, Täuschungen statt der Wirklichkeiten, im allgemeinen das Falsche statt des Wahren; weil solche Unsinn denken, weil vom niedrigsten Standpunkt aus, darum werden sie Wild des Rohrs genannt, und weil sie heftig vernünfteln, werden sie die Versammlung der Starken genannt, und weil sie die Wahrheiten zerstören, die noch übrig und zerstreut sind unter dem Guten derer, die in den Wahrheiten der Kirche sind, wird von ihnen gesagt, sie zertreten die Stücke des Silbers unter den Kälbern der Völker, und sie zerstreuen die Völker, d.h. die Kirche selbst mit ihren Wahrheiten; die Begierde, diese zu bestreiten und zu zerstören, wird verstanden unter dem Verlangen nach Kriegen; hieraus wird wiederum klar, daß die Kälber das Gute bedeuten. Bei Sach.12/4 wird gesagt: "Alle Rosse der Völker werde Ich mit Blindheit schlagen": durch die Rosse der Völker wird hier das Verständnis des Wahren bei den Angehörigen der Kirche bezeichnet; weil Pferd das Verständnis des Wahren bezeichnet: Nr. 2761; an jener Stelle aber wird gesagt, zertreten die Stücke des Silbers und zerstreuen die Völker unter den Kälbern der Völker, und durch zertreten und zerstreuen wird bezeichnet niederwerfen und zerstören: Nr. 258; durch Silber wird das Wahre bezeichnet: Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 7999, 8932; und durch Völker die Angehörigen der Kirche, die in den Wahrheiten sind: Nr. 2928, 7207, somit auch die Wahrheiten der Kirche: Nr. 1259, 1260, 3295, 3581; es wird also durch die Kälber der Völker das Gute bezeichnet, das im Willen bei den Angehörigen der Kirche ist. Daß die Kälber das Gute bezeichnen, erhellt ferner bei Jerem.34/18-20: "Die Männer, die übertreten haben Meinen Bund, die nicht gehalten haben die Worte des Bundes, den sie vor Mir geschlossen, den Bund des Kalbes, das sie in zwei Stücke gehauen, um hindurch zu gehen zwischen den Teilen, die Fürsten Judas und die Fürsten Jerusalems, die königlichen Diener und die Priester, und alles Volk des Landes, die hindurchgegangen zwischen den Teilen des Kalbes, Ich will sie in die Hand ihrer Feinde geben, daß ihre Leichname zur Speise werden den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde": was der Bund des Kalbs bedeutet und das Hindurchgehen zwischen den Teilen des Kalbs, kann niemand wissen, wenn er nicht weiß, was der Bund bedeutet, was das Kalb und das Zerhauen desselben in zwei Teile, ferner was die Fürsten Judas und Jerusalems, die königlichen Diener, die Priester und das Volk des Landes bedeuten; offenbar ist hier ein himmlisches Geheimnis, gleichwohl aber kann es zum Verständnis kommen, wenn man weiß, daß der Bund eine Verbindung bezeichnet, das Kalb aber das Gute, das in zwei Teile gehauene Kalb das Gute, das vom Herrn ausgeht einerseits, und das Gute, das vom Menschen aufgenommen wird andererseits, und daß die Fürsten Judas und Jerusalems, die königlichen Diener und Priester, und das Volk des Landes das Wahre und Gute bedeuten, das die Kirche hat aus dem Wort, und hindurchgehen zwischen den Teilen soviel ist, als sich verbinden. Hat man dies erkannt, so wird klar, daß der innere Sinn dieser Worte ist: Es war keine Verbindung des vom Herrn ausgehenden Guten mit dem Guten, das vom Menschen aufgenommen wird durch das Wort, und daher durch das Wahre und Gute der Kirche, bei jener Völkerschaft, sondern Trennung, aus dem Grunde, weil sie im Äußeren waren ohne das Innere. Das gleiche bedeutet der Bund des Kalbes mit Abram, von dem es 1. Mose 15/9-12,18 heißt: "Jehovah sprach zu Abram: Nimm eine dreijährige Kalbin, und eine dreijährige Ziege, und einen dreijährigen Widder, und eine Turteltaube und eine junge Taube; und er nahm das alles und teilte es mitten entzwei und legte je einen Teil dem anderen gegenüber, aber die Vögel teilte er nicht; und es kam Geflügel auf die Leiber herab, und Abram scheuchte es weg; da aber die Sonne unterging, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und siehe, der Schrecken einer großen Finsternis fiel auf ihn; und an diesem Tage schloß Jehovah einen Bund mit Abram": der Schrecken einer großen Finsternis, der auf Abram fiel, bedeutete den Zustand der jüdischen Nation, sofern sie in der größten Finsternis war in Beziehung auf das Wahre und Gute der Kirche aus dem Wort, weil im Äußeren ohne das Innere, und daher im Götzendienst; denn wer im Äußeren ist ohne das Innere, der ist im Götzendienst, weil sein Herz und seine Seele bei dem Gottesdienst nicht im Himmel ist, sondern in der Welt, und die heiligen Dinge des Wortes nicht aus himmlischer Liebe, sondern aus irdischer Liebe verehrt. Dieser Zustand jener Völkerschaft ist es, der durch den Bund des Kalbes, das sie in zwei Teile zerhauen haben, zwischen denen sie hindurchgingen, bei dem Propheten beschrieben wurde. 9392. Vers 6-8: Und Mose nahm die Hälfte des Blutes, und tat es in Becken, und die (andere) Hälfte des Blutes sprengte er an den Altar. Und nahm das Buch des Bundes, und las es vor den Ohren des Volkes, und sie sprachen: Alles, was Jehovah geredet, wollen wir tun und Ihm gehorchen. Und Mose nahm das Blut und sprengte es auf das Volk, und sprach: Siehe, das ist das Blut des Bundes, den Jehovah mit euch geschlossen hat über alle diese Worte. "Und Mose nahm die Hälfte des Blutes" bedeutet das göttlich Wahre, das Sache des Lebens und des Gottesdienstes geworden ist; "und tat es in Becken" bedeutet, bei dem Menschen unter die Gegenstände seines Gedächtnisses; "und die andere Hälfte des Blutes sprengte er an den Altar" bedeutet das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht; "und nahm das Buch des Bundes" bedeutet das Wort im Buchstaben, mit dem das Wort im Himmel verbunden ist; "und las es vor den Ohren des Volkes" bedeutet zu Beachtung und zum Gehorsam; "und sie sprachen: Alles, was Jehovah geredet, wollen wir tun und Ihm gehorchen" bedeutet die Aufnahme des vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehenden Wahren und den Gehorsam mit Herz und Seele; "und Mose nahm das Blut und sprengte es auf das Volk" bedeutet die Befähigung zur Aufnahme vom Menschen; "und sprach: Siehe, das ist das Blut des Bundes" bedeutet, dadurch bestehe eine Verbindung des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen mit dem Himmel und mit der Erde; "den Jehovah mit euch geschlossen hat über alle diese Worte" bedeutet die Verbindung mit dem Herrn durch das Ganze und Einzelne im Worte. 9393. "Und Mose nahm die Hälfte des Blutes", 2. Mose 24/6, bedeutet das göttlich Wahre, das Sache des Lebens und des Gottesdienstes geworden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 4735, 6978, 7317, 7326, 7850, 9127. Es bezeichnet aber das göttlich Wahre, das Sache des Lebens und des Gottesdienstes geworden ist, aus dem Grund, weil es das Blut war, das Moses auf das Volk sprengte: 2. Mose 24/8, und durch dieses Blut wird das göttlich Wahre bezeichnet, das vom Menschen aufgenommen und somit Sache des Lebens und Gottesdienstes geworden ist. Vom Menschen aufgenommen, wird nämlich von dem Wahren gesagt, das Sache des Lebens und so des Gottesdienstes wird. Sache des Lebens und des Gottesdienstes wird es aber dann, wenn der Mensch davon angeregt wird, oder es liebt, oder, was dasselbe ist, es will, und aus dem Wollen, somit aus Liebe und Neigung es tut. Vorher ist es zwar beim Menschen in seinem Gedächtnis, und wird aus diesem zuweilen für sein inneres Gesicht, d.h. für seinen Verstand hervorgerufen, fällt aber dann wieder ins Gedächtnis zurück. Solange das göttlich Wahre nicht tiefer eingedrungen, ist es zwar beim Menschen, gleichwohl aber seinem Leben und Willen nicht eingepflanzt; denn des Menschen Leben ist sein Wille. Wenn daher das Wahre aus dem Gedächtnis in den Verstand hervorgerufen wird, und vom Verstand in den Willen eingeht, und vom Willen in die Tat übergeht, dann wird das Wahre Sache des Lebens beim Menschen, und wird Gutes genannt. Hieraus wird klar, was unter dem göttlich Wahren, das Sache des Lebens geworden, verstanden wird. Ebenso verhält es sich aber auch mit dem Wahren, das Sache des Gottesdienstes wird. Ein Gottesdienst aus dem Wahren, das bloß im Gedächtnis haftet und von da aus im Verstand erscheint, ist kein Gottesdienst; aber ein Gottesdienst aus dem Wahren, das aus dem Willen, somit aus Neigung und Liebe kommt, ist ein Gottesdienst. Dieser Gottesdienst wird im Wort ein Gottesdienst aus dem Herzen genannt, jener aber ein Gottesdienst des Mundes. Es ist zwar früher in den angeführten Abschnitten gezeigt worden, daß das Blut das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bedeutet, weil aber die meisten Angehörigen der Kirche heutzutage unter dem Blut im heiligen Abendmahl nichts anderes begreifen, als das Blut des Herrn, das am Kreuz vergossen wurde, und im allgemeineren Sinn das Leiden am Kreuz selbst, darum darf noch mit wenigen Worten gezeigt werden, daß unter dem Blute kein Blut verstanden wird, sondern das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre. Der Grund, warum man dieses innerhalb der Kirche nicht weiß, ist der, weil man heutzutage gar nichts von den Entsprechungen weiß, folglich auch nichts von dem inneren Sinn des Wortes, das der Sinn ist, in dem die Engel sind, wenn das Wort von einem Menschen gelesen wird. Daß das Blut kein Blut, sondern das göttlich Wahre bedeutet, kann aus vielen Stellen im Wort erhellen, ganz deutlich aber aus der folgenden: Hes.39/17-20: "Sage den Vögeln von allerlei Gefieder und allem Wild des Feldes: Versammelt euch und kommet, versammelt euch ringsumher zu Meinem Opfer, das Ich euch opfere, daß ihr Fleisch esset und Blut trinket; das Fleisch der Starken sollt ihr essen, und das Blut der Fürsten der Erde sollt ihr trinken. Ihr sollt Fett essen bis zur Sättigung, und Blut trinken bis zur Trunkenheit von Meinem Opfer, das Ich euch opfern werde. Ihr sollt satt werden an Meinem Tisch von Roß und Wagen, und allem Kriegsmann; so werde Ich Meine Herrlichkeit geben unter die Völkerschaften". Daß hier unter Blut nicht Blut verstanden wird, erhellt offenbar, denn es wird gesagt, sie sollen das Blut der Fürsten der Erde trinken, und Blut vom Opfer bis zur Trunkenheit, da doch Blut zu trinken, und besonders Fürstenblut, etwas Greuliches ist, und den Söhnen Israels bei Todesstrafe verboten war: 3. Mose 3/17; 7/26; Kap.17; 5. Mose 12/17-25; 15/23. Es wird auch gesagt, sie sollen satt werden von Roß, Wagen und allem Kriegsmann. Wer daher nicht weiß, daß Blut das göttlich Wahre bedeutet, Fürsten die Hauptwahrheiten, Opfer das, was dem Gottesdienst angehört, Roß das Verständnis des Wahren, der Wagen die Lehre, und der Kriegsmann das gegen das Falsche kämpfende Wahre, der muß ganz irre werden an den einzelnen Ausdrücken dieser Stelle. Ebenso an den Worten des Herrn bei Joh.6/53-56: "Jesus sprach: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wenn ihr nicht esset das Fleisch des Sohns des Menschen, und nicht trinket sein Blut, so werdet ihr kein Leben in euch haben. Wer Mein Fleisch ißt, und Mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und Ich werde ihn aufwecken am letzten Tage. Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer Mein Fleisch ißt, und mein Blut trinkt, der bleibt in Mir, und Ich in ihm": aber man sehe, was hierüber früher: Nr. 4735, 6978, 7317, 7326, 7850, 9127 gezeigt wurde. Daß das Fleisch dem Guten entspricht, und ebenso das Brot, und daß das Blut dem Wahren entspricht, und ebenso der Wein, ist mir gar oft aus dem Himmel gezeigt worden, desgleichen auch, daß die Engel das Wort nicht anders begreifen als gemäß den Entsprechungen, und daß so durch das Wort der Mensch Verbindung hat mit dem Himmel, und durch den Himmel mit dem Herrn. Ebenso wurde gesagt, das heilige Abendmahl sei vom Herrn eingesetzt worden, damit durch dasselbe eine Verbindung aller (Güter) des Himmels, d.h. aller Güter des Herrn mit dem Menschen der Kirche bewirkt werde, weil bei diesem Mahle Fleisch und Brot das göttlich Gute der göttlichen Liebe gegen das Menschengeschlecht und die Gegenliebe des Menschen zum Herrn bedeutet. Und Blut und Wein das göttlich Wahre, das ausgeht vom göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn, und andererseits die Aufnahme desselben vom Menschen. Jenes essen und trinken bedeutet, im Himmel es sich aneignen und mit demselben verbinden. Man sehe aber, was hierüber Nr. 2165, 2177, 3464, 4211, 4217, 4581, 4735, 5915, 6789, 7850, 9323, gezeigt wurde. 9394. "Und tat es in Becken", 2. Mose 24/6, bedeutet, beim Menschen unter die Gegenstände seines Gedächtnisses. Dies erhellt aus der Bedeutung der Becken, sofern sie die Gegenstände des Gedächtnisses bezeichnen; die Becken bedeuten aber Gegenstände des Gedächtnisses, weil die Gefäße überhaupt das Wißtümliche bezeichnen: Nr. 1469, 1496, 3068, 3079, und die wißtümlichen Kenntnisse nichts anderes sind als Gegenstände des Gedächtnisses. Die Becken bedeuten daher hier solche Gegenstände des Gedächtnisses, in denen göttliche Wahrheiten sind, die im allgemeinen durch Blut bezeichnet werden. Was das Wißtümliche ist in Beziehung auf das Wahre und Gute des Lebens beim Menschen, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Alles was erlernt und ins Gedächtnis niedergelegt und von daher zur verständigen Anschauung hervorgerufen werden kann, wird Wißtümliches genannt, und besteht an sich aus Gegenständen, die das Verstandesgebiet des natürlichen oder äußeren Menschen bilden. Weil das Wißtümliche aus Kenntnissen besteht, so dient es dem Auge des inwendigen oder vernünftigen Menschen gleichsam als Spiegel zum Sehen solcher Dinge, die ihm nützlich sind; denn diese Kenntnisse fallen in den Gesichtskreis des inwendigen Menschen, wie die Felder, die mit Kräutern, Blumen, allerlei Saaten und mit Bäumen angefüllt sind, oder wie die Gärten, die mit allerlei Dingen zum Nutzen und Vergnügen ausgestattet sind, in den Gesichtskreis des äußeren Menschen in der materiellen Welt zu fallen pflegen. Aber der innere Gesichtssinn oder der Verstand erblickt in den Feldern oder Gärten, als den Gegenständen seines Gedächtnisses, nichts anderes, als was mit den Trieben der Liebe, in denen der Mensch ist, übereinstimmt, und auch mit den Grundsätzen, die er liebt, günstig ist. Deshalb sehen die, welche in den Trieben der Selbst- und Weltliebe sind, nur solches, was diesen günstig ist, und nennen es wahr, und machen es auch durch Sinnestäuschungen und Scheinbarkeiten dem Wahren ähnlich; und dann sehen sie solches, was mit den vorgefaßten Grundsätzen harmoniert, die sie lieben, weil sie von ihnen selbst stammen. Hieraus erhellt, daß die wißtümlichen Kenntnisse, die Gegenstände des Gedächtnisses sind, denjenigen, die in jenen Trieben sind, als Mittel dienen, um Falsches gegen Wahres und Böses gegen Gutes zu begründen, und so die Wahrheiten und Güter der Kirche zu zerstören. Daher kommt es, daß die Gebildeten dieser Art unsinniger sind, als die Einfältigen, und das Göttliche, die Vorsehung, den Himmel, die Hölle, das Leben nach dem Tod und die Glaubenswahrheiten bei sich leugnen. Dies kann man heutzutage ganz deutlich sehen an den Gebildeten der europäischen Welt im anderen Leben, wo eine große Menge derselben im Grund des Herzens als Atheisten oder (Gottesleugner) erscheinen; denn im anderen Leben reden die Herzen und nicht der Mund. Aus diesem erhellt nun, was für einen Gebrauch diejenigen, die aus den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe denken, von den Erkenntnissen und Wissenschaften machen. Ganz anders aber verhält es sich bei denen, die aus Lustreizen himmlischer Triebe denken, nämlich aus dem Triebe der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten. Weil ihr Denken durch den Himmel vom Herrn geleitet wird, sehen und wählen sie in den Feldern und Gärten, die Gegenstände ihres Gedächtnisses sind, nichts anderes, als was mit den Lustreizen jener Triebe übereinstimmt, und mit den Lehren ihrer Kirche, die sie lieben, harmoniert. Ihnen erscheinen die Gegenstände des Gedächtnisses gleich himmlischen Paradiesen, und werden auch durch Paradiese vorgebildet und im Wort bezeichnet. Man sehe Nr. 3220. Weiter ist zu merken, daß die wißtümlichen oder Gedächtnisdinge, wenn sie Lebenssache des Menschen werden, aus dem äußeren Gedächtnis verschwinden, wie zu geschehen pflegt mit den Gebärden, Handlungen, Reden, Betrachtungen, Bestrebungen, und überhaupt mit den Gedanken und Neigungen des Menschen, wenn sie durch fortwährende Übung und Gewohnheit von selbst hervortreten und zur anderen Natur werden. Aber nichts anderes wird Lebenssache des Menschen, als was in die Lustreize seiner Liebestriebe eingeht und sie bildet, somit was in seinen Willen eingeht. Hierüber sehe man was Nr. 8853-8858 gesagt und gezeigt wurde. Und über das äußere Gedächtnis, das dem Leib angehört, sowie über das innere Gedächtnis, das seinem Geist angehört, Nr. 2469-2494. Daß die wißtümlichen Kenntnisse Gefäße sind, und im Wort durch allerlei Gefäße bezeichnet werden, z.B. durch Becken, Becher, Wasserkrüge und dergleichen, kommt daher, weil jedes Wißtümliche etwas Allgemeines ist, das Besonderes und Einzelnes in sich enthält, das übereinstimmt mit dem Allgemeinen, und solche Allgemeinheiten in Reihen und gleichsam in Bündel gefaßt und diese Bündel und Reihen unter sich so zusammengeordnet sind, daß sie eine himmlische Form darstellen, und dadurch im einzelnsten wie im allgemeinsten in ihrer Ordnung sind. Eine Vorstellung von solchen Reihen kann man sich bilden durch die Reihen und Bündel der Muskeln im menschlichen Körper. Ein jedes Bündel besteht daselbst aus mehreren Bewegungsfibern, und eine jede Bewegungsfiber aus Blutgefäßen und Nervenfasern. Ein jedes Muskelbündel, das in der gewöhnlichen Redeweise Muskel genannt wird, ist auch mit seiner Hülle umgeben, wodurch es von anderen unterschieden wird, ebenso die inwendigen Gefäßbündel, die Bewegungsfibern genannt werden. Gleichwohl aber sind alle Muskeln und Bewegungsfibern, die im ganzen Leibe sich befinden, so geordnet, daß sie zu einer jeden Handlung nach dem Belieben des Willens zusammenwirken, und zwar auf unbegreifliche Weise. Ebenso verhält es sich mit den wißtümlichen Kenntnissen des Gedächtnisses, die auch auf gleiche Weise vom Lustreiz der Liebe des Menschen, die seinem Willen angehört, erregt werden, und zwar mittelst der Verstandesseite. Das, was zum Leben des Menschen geworden, d.h. was Sache seines Willens oder seiner Liebe geworden ist, erregt dieselben; denn der inwendige Mensch richtet seinen Blick immerfort darauf, und ergötzt sich daran, soweit sie mit seinen Trieben übereinstimmen, und die, welche ganz in die Liebestriebe eingehen, und zum Freiwilligen und gleichsam Natürlichen werden, verschwinden aus dem äußeren Gedächtnis, bleiben aber dem inwendigen Gedächtnis eingeschrieben, aus dem sie nimmermehr vertilgt werden. So wird das Wißtümliche zur Sache des Lebens. Aus diesem erhellt auch, daß die wißtümlichen Kenntnisse gewissermaßen die Lebensgefäße des inwendigen Menschen sind, und daß ebendarum dieselben durch Gefäße verschiedener Art, wie hier durch Becken, bezeichnet werden. Das gleiche wird durch Gefäße und Becken bezeichnet: Jes.22/23: "Ich will Ihn zum Nagel stecken an einem sicheren Ort, so daß Er wird zum Thron der Herrlichkeit dem Hause seines Vaters; daß sie an demselben aufhängen alle Herrlichkeit dem Hause seines Vaters, der Söhne und der Enkel, alle Gefäße des Kleinen, von den Gefäßen der Becken, bis zu allen Gefäßen der Harfen": Hier ist im inneren und vorbildlichen Sinn vom Göttlich-Menschlichen des Herrn die Rede, und daß durch Ihn und von Ihm alles Wahre und Gute vom Ersten bis zum Letzten komme. Die wißtümlichen Wahrheiten aus himmlischer Abstammung sind die Gefäße der Becken, und die wißtümlichen Wahrheiten aus geistiger Abstammung sind die Gefäße der Harfen. Ferner bei Sach.14/20: "An jenem Tage wird über den Schellen der Rosse die Heiligkeit Jehovahs sein; und es werden Töpfe sein im Hause Jehovahs, wie die Becken vor dem Altar": Schellen der Rosse bedeutet wißtümliche Wahrheiten, die aus dem erleuchteten Verstand kommen: Nr. 2761, 2762, 5321; und die Becken vor dem Altar das wißtümlich Gute; das gleiche wird durch die Becken des Altars bezeichnet: 2. Mose 27/3; 38/3. 9395. "Und die andere Hälfte des Blutes sprengte er an den Altar", 2. Mose 24/6, bedeutet das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es das göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 9393; und aus der Bedeutung des Altares, sofern er das Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn ist, wovon Nr. 921, 2777, 2811, 4489; daher auch das Hauptvorbild der Verehrung des Herrn: Nr. 4541, 8935, 8940. Daß durch diese Hälfte des Blutes, die an den Altar gesprengt wurde, das göttlich Wahre bezeichnet wird, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, und durch die andere Hälfte des Blutes, das auf das Volk gesprengt wurde (2. Mose 24/8), das göttlich Wahre bezeichnet wird, das vom Menschen der Kirche aufgenommen wird, kommt daher, weil ein Bund geschlossen wurde, und durch Bund die Verbindung bezeichnet wird: Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778, und die Verbindung des Herrn mit dem Menschen der Kirche stattfindet, wenn das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, vom Menschen aufgenommen wird. Hieraus erhellt, warum das Blut dabei gebraucht, und weshalb, wenn es an den Altar und auf das Volk gesprengt wurde, gesagt ward, es sei das Blut des Bundes: 2. Mose 24/8. 9396. "Und nahm das Buch des Bundes", 2. Mose 24/7, bedeutet das Wort im Buchstaben, mit dem das Wort im Himmel verbunden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Buches, sofern es das Wort in seinem ganzen Begriff ist, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Bundes, sofern er eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778. Durch das Buch des Bundes wird hier alles verstanden, was der Herr vom Berg Sinai herab geredet hat, denn 2. Mose 24/4 wird gesagt: "Und Mose schrieb alle Worte Jehovahs"; mithin wird durch das Buch des Bundes im engeren Sinn verstanden das Wort, das dem Mose auf dem Berg Sinai geoffenbart wurde, und im weiteren Sinn das Wort im ganzen Inbegriff, weil dieses das vom Herrn geoffenbarte göttlich Wahre ist; und weil durch dieses der Herr sich mit dem Menschen der Kirche verbindet, darum ist es auch das Buch das Bundes, weil Bund eine Verbindung bedeutet. Aber von welcher Art die Verbindung des Herrn mit dem Menschen der Kirche durch das Wort sei, weiß man heutzutage nicht, und zwar deshalb, weil heutzutage der Himmel verschlossen ist, denn heutzutage redet kaum noch irgend jemand mit Engeln und Geistern, und weiß daher, wie sie das Wort auffassen, während dies doch den Alten, und hauptsächlich den Uralten bekannt war; denn mit Geistern und Engeln zu reden, war ihnen etwas Gewöhnliches. Der Grund davon war, weil die Menschen in den alten Zeiten und besonders in den ältesten, innerliche Menschen waren, denn sie dachten im Geiste, beinahe ganz abgezogen vom Leibe, die heutigen Menschen aber sind äußerlich, und denken im Leibe, beinahe abgezogen vom Geist. Daher kommt es, daß der Himmel vom Menschen gleichsam zurückgetreten ist, denn die Gemeinschaft des Himmels besteht mit dem inwendigen Menschen, wenn dieser vom Leib abgezogen werden kann, nicht aber mit dem äußeren unmittelbar. Deshalb weiß man heutzutage nicht, wie beschaffen die Verbindung des Herrn mit dem Menschen durch das Wort ist. Die, welche aus dem Sinnlichen des Leibes, und nicht aus dem Sinnlichen des Geistes denken, können gar nicht anders begreifen, als daß der Sinn des Wortes im Himmel so beschaffen sei, wie in der Welt, d.h., wie er im Buchstaben ist. Wenn man sagt, der Sinn des Wortes im Himmel sei so beschaffen, wie das Denken des inwendigen Menschen, der keine materiellen Vorstellungen hat, d.h. keine weltlichen, leiblichen und irdischen Vorstellungen, so würde dies heutzutage als eine widersinnige Behauptung erscheinen, mehr noch, wenn man sagt, der Sinn des Wortes im Himmel sei so verschieden von seinem Sinn in der Welt oder im Buchstaben, wie das himmlische Paradies von einem irdischen, oder wie himmlische Speise und Trank von irdischer Speise und Trank. Wie groß der Unterschied ist, erhellt daraus, daß das himmlische Paradies Einsicht und Weisheit ist, die himmlische Speise alles Gute der Liebe und Liebtätigkeit, und der himmlische Trank alles Wahre des Glaubens aus diesem Guten. Wer würde sich heutzutage nicht wundern, wenn er hörte, daß man im Himmel, wenn Paradies, Garten, Weinberg im Wort genannt werden, kein Paradies oder Garten oder Weinberg darunter versteht, sondern statt dessen solches, was der Einsicht und Weisheit aus dem Herrn angehört; und daß man, wenn Speise und Trank, z.B. Brot, Fleisch, Wein, Wasser genannt wird, statt derselben im Himmel solches versteht, was dem Guten der Liebe und dem Wahren des Glaubens vom Herrn angehört; und zwar nicht infolge von Erklärungen, auch nicht vergleichsweise, sondern kraft der Entsprechungen in voller Wirklichkeit. Weil das Himmlische, das der Weisheit, der Einsicht dem Guten der Liebe und dem Wahren des Glaubens angehört, jenen Dingen wirklich entspricht. Und für diese Entsprechung ist der inwendige Mensch geschaffen in Beziehung auf den äußeren, somit der Himmel, der im inwendigen Menschen ist, in Beziehung auf die Welt, die im äußeren (Menschen) ist, und ebenso im allgemeinen. Daß das Wort den Entsprechungen gemäß im Himmel verstanden und vernommen wird, ist im Vorhergehenden überall gezeigt worden. Wer das, was soeben gesagt wurde, begreift, kann auch wissen und einigermaßen innewerden, daß durch das Wort die Verbindung des Menschen mit dem Himmel, und durch den Himmel mit dem Herrn stattfindet, und daß ohne das Wort keine Verbindung bestünde. Man sehe, was hierüber Nr. 2143, 7153, 7381, 8920, 9094, 9212, 9216, 9357 und anderwärts öfters gezeigt worden ist. Hieraus erhellt nun, warum Mose das Buch des Bundes nahm, und vor dem Volk las, und nachher Blut auf das Volk sprengte, und sagte: "Siehe, das ist das Blut des Bundes"; dies geschah nämlich darum, weil das Opferblut im Himmel das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bedeutet, somit auf unserer Erde das Wort; man sehe Nr. 9393. Weil durch Bund eine Verbindung bezeichnet wird, und weil durch das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, d.h. durch das Wort, die Verbindung bewirkt wird, darum wird alles, was zum göttlich Wahren vom Herrn, oder was zum Wort gehört, Bund genannt, z.B. die Tafeln, auf welche die Zehn Gebote geschrieben waren, sodann die Rechte, Satzungen und das übrige, was in den Büchern Moses und überhaupt was im Worte sowohl des Alten, als des Neuen Testamentes steht. Die Tafeln, auf welche die Zehn Gebote geschrieben waren: 2. Mose 34/28: "Jehovah schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die zehn Worte". 5. Mose 9/9,11,15: "Ich stieg auf den Berg, zu empfangen die steinernen Tafeln, die Tafeln des Bundes, den Jehovah mit euch geschlossen hat; Jehovah gab mir zwei steinerne Tafeln, die Tafeln des Bundes; ich stieg herab vom Berg, da brannte der Berg mit Feuer, die zwei Tafeln des Bundes aber waren auf meinen zwei Händen". 5. Mose 4/13,23: "Jehovah hat euch angezeigt Seinen Bund, den Er euch gebot zu tun, die zehn Worte, die Er auf steinerne Tafeln schrieb, hütet euch, daß ihr nicht vergesset des Bundes Jehovahs, eures Gottes, den Er mit euch geschlossen hat". Weil die zwei Tafeln in der Lade, die sich in der Mitte oder im Innersten der Hütte befand, niedergelegt waren, darum hieß man die Lade die Bundeslade: 4. Mose 10/13; 14/44; 5. Mose 10/8; 31/9,25,26; Jos.3/3,6,8,11,14,17; 4/7,9,18; 6/6,8; 8/33; Richt.20/27; 1.Sam.4/3-5; 2.Sam.15/24; 1.Kön.3/15; 6/19; 8/1,6; Jerem.3/16. Daß die Bücher Mose das Buch des Bundes hießen, erhellt daraus, daß, nachdem sie vom Priester Hilkia im Tempel gefunden worden waren, von ihnen Folgendes berichtet wird: 2.Kön.22/8; 23/2: "Der Hohepriester Hilkia fand das Buch des Gesetzes im Hause Jehovahs, und sie lasen vor ihren Ohren alle Worte des Buchs des Bundes, das gefunden ward im Hause Jehovahs". Daß das Wort des Alten Testaments der Bund hieß: Jes.56/4,5: "Denen, die Meinen Bund halten, will Ich geben in Meinem Hause und innerhalb Meinen Mauern einen Ort und Namen, der besser ist als Söhne und Töchter". Jerem.11/2,3,5-7: "Höret die Worte dieses Bundes, den Ich geboten habe euern Vätern, gehorchet Meiner Stimme, und tut sie, nach allem was Ich euch gebiete". Ps.25/10: "Alle Wege Jehovahs sind Barmherzigkeit und Wahrheit, denen, die Seinen Bund und Seine Zeugnisse halten". Ps.103/17,18: "Die Barmherzigkeit Jehovahs (waltet) von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so Ihn fürchten; und Seine Gerechtigkeit auf Kindes Kind, bei denen, die Seinen Bund halten und gedenken Seiner Gebote". Ps.78/10: "Sie haben nicht bewahrt den Bund Gottes, und sich geweigert in Seinem Gesetz zu wandeln": Bund Gottes heißt hier das Gesetz Gottes. Daß unter dem Gesetz im weiten Sinn das ganze Wort, im weniger weiten das historische Wort, im engen das durch Mose geschriebene Wort, und im engsten die Zehn Gebote des Dekalogs verstanden werden, sehe man Nr. 6752. Daß auch das Wort des Neuen Testaments der Bund heißt: Jerem.31/31-33: "Siehe, es kommen Tage, wo Ich mit dem Hause Israels und mit dem Hause Judas einen neuen Bund schließen werde; das ist der Bund, den Ich schließen werde mit dem Hause Israels nach diesen Tagen. Ich will Mein Gesetz geben in ihre Mitte, und in ihr Herz will Ich es schreiben": Haus Israels bedeutet die geistige Kirche, und Haus Judas die himmlische Kirche. Ps.89/29,35: "Und Ich will Ihn zum Erstgeborenen machen, zum höchsten unter den Königen der Erde und Mein Bund mit Ihm wird fest stehen; nicht werde Ich gemein machen Meinen Bund, und den Ausspruch Meiner Lippen werde Ich nicht ändern": hier vom Herrn. Mein Bund mit Ihm wird fest bleiben, bedeutet die Vereinigung Seines Göttlichen und Göttlich-Menschlichen, somit auch das Wort; denn der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen war das Wort, das Fleisch, d.h. Mensch wurde: Joh.1/1-3,14. Daß das göttlich Wahre oder das Wort der Bund oder die Verbindung bezeichnet, kommt daher, weil es das Göttliche vom Herrn, somit der Herr selbst ist; wenn daher das Wort vom Menschen aufgenommen wird, so wird der Herr selbst aufgenommen. Hieraus erhellt, daß durch das Wort die Verbindung des Herrn mit dem Menschen zustande kommt; und weil es eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen ist, darum auch eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen, denn der Himmel heißt Himmel vermöge des göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht, mithin vermöge des Göttlichen. Daher wird von denen, die im Himmel sind, gesagt, sie seien im Herrn. Daß das Göttliche Sich mit denen verbindet, die den Herrn lieben und Sein Wort halten, sehe man Joh.14/23. Aus diesem kann erhellen, daß durch das Blut des Bundes die Verbindung des Herrn durch den Himmel mit dem Menschen mittelst des Wortes verstanden wird, wie auch bei Sach.9/10,11: "Ausrotten werde Ich den Wagen aus Ephraim, und das Roß aus Jerusalem, und ausgerottet soll werden der Bogen des Krieges; dagegen wird Er Frieden lehren den Völkerschaften; Sein Herrscher wird sein von Meer zu Meer, und vom Strom bis zu den Enden der Erde; und was dich betrifft, so werde Ich durch das Blut Deines Bundes entlassen Deine Gebundenen aus der Grube, worin kein Wasser ist": Wer nichts vom inneren Sinn weiß, kann hier nichts anderes verstehen, als solches, was der Buchstabensinn in sich schließt, daß nämlich ausgerottet werden soll der Wagen aus Ephraim, das Roß aus Jerusalem, und die Kriegsbogen, und endlich, daß das Blut des Bundes das Blut des Herrn sei, durch das diejenigen befreit werden sollen, die in Sünden sind, wobei man auf verschiedene Art erklärt, wer diejenigen seien, die unter den gebundenen in der Grube, worin kein Wasser, verstanden werden. Wer aber den inneren Sinn des Wortes weiß, begreift, daß hier vom göttlich Wahren gehandelt wird, und daß dieses, nachdem es verwüstet war, d.h. nicht mehr im Glauben und Herzen vom Menschen aufgenommen wurde, durch das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, wieder hergestellt, und so diejenigen, die es glauben und tun, mit dem Herrn selbst verbunden werden sollen; und dies kann man aus dem inneren Sinn des einzelnen in dieser Stelle noch vollständiger erkennen: wie aus der Bedeutung des Wagens, sofern er die Lehre der Kirche bezeichnet: Nr. 2760, 5321, 5945, 8215; Ephraims, sofern er das erleuchtete Verständige der Kirche vorbildet: Nr. 5354, 6222, 6238, aus der Bedeutung des Rosses, sofern es das Verständnis des Wortes bezeichnet: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321, 6125, 6534, 8029, 8146, 8148; Jerusalems, sofern es die geistige Kirche ist: Nr. 2117, 3654, 9166; aus der Bedeutung des Bogens, sofern er die Lehre des Wahren bezeichnet: Nr. 2686, 2709; und des Kriegs, sofern er den Kampf um die Wahrheiten bezeichnet: Nr. 1664, 2686, 8295. Hieraus wird klar, daß durch die Ausrottung des Wagens aus Ephraim, und des Rosses aus Jerusalem, und des Kriegsbogens die Verwüstung des göttlich Wahren in der Kirche in betreff seines ganzen Verständnisses bezeichnet wird; und durch die Entlassung der Gebundenen in der Grube, worin kein Wasser ist, durch das Blut des Bundes, die Wiederherstellung durch das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre. Daß das Blut das göttlich Wahre und der Bund die Verbindung bezeichnet, wurde oben gezeigt, und daß die Gebundenen in der Grube die Angehörigen der geistigen Kirche sind, die durch das Kommen des Herrn in die Welt selig gemacht wurden, sehe man Nr. 6854. Grube, wo kein Wasser ist, wird gesagt, weil durch das Wasser das Wahre bezeichnet wird: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 7307, 8137, 8138, 8568, 9323. 9397. "Und las es vor den Ohren des Volkes", 2. Mose 24/7, bedeutet zur Beachtung und zum Gehorsam. Dies erhellt aus der Bedeutung von lesen, sofern es ausdrückt, zur Beachtung, denn wenn etwas gelesen wird, so soll es gehört, vernommen und befolgt, d.h. beachtet werden; und aus der Bedeutung von "vor den Ohren", sofern es heißt, zum Gehorsam, denn die Ohren und hören bedeuten gehorchen: Nr. 2542, 3869, 4551, 4652-4660, 5471, 5475, 7216, 8361, 8990, 9311. Weil die Ohren nicht nur das Hören und Wahrnehmen, sondern auch den Gehorsam bedeuten, darum wird im Wort sehr oft gesagt: "reden vor ihren Ohren", und "lesen vor ihren Ohren", nicht aber reden und lesen vor ihnen: Jerem.28/7: "Höre diese Worte, die Ich rede vor deinen Ohren, und vor den Ohren des ganzen Volkes". 1.Sam.11/4: "Sie redeten diese Worte vor den Ohren des Volkes". 1.Sam.25/24: "Laß deine Magd reden vor deinen Ohren". Richt.7/3: "Verkündige vor den Ohren des Volkes und sprich". 2. Mose 11/2: "Sprich vor den Ohren des Volkes". 5. Mose 5/1: "Höre Israel, die Satzungen und Rechte, die ich heute rede vor deinen Ohren". 5. Mose 31/28: "Ich rede vor ihren Ohren diese Worte". 5. Mose 32/44: "Mose redete alle Worte des Liedes vor den Ohren des Volkes". 2.Kön.23/2: "Er las vor ihren Ohren alle Worte des Buchs des Bundes". Jerem.36/15: "Sie sprachen zu ihm: Setze dich und lies es vor unseren Ohren, und Baruch las vor ihren Ohren". Luk.7/1: "Als Jesus vollendet hatte alle Worte vor den Ohren des Volkes". Weil Ohr und hören die Aufnahme, Wahrnehmung und Befolgung des Wahren, somit das Erste und Letzte des Glaubens bezeichnen, darum hat der Herr so oft gesagt: "Wer Ohren hat zu hören, der höre", wie Matth.11/15; 13/9,43; Mark.4/9,23; 7/16; Luk.14/35. Und weil durch die Tauben oder nicht Hörenden im geistigen Sinn die bezeichnet werden, die nicht im Glauben des Wahren sind, weil nicht in der Erkenntnis, und daher in der Vernehmung desselben: Nr. 6989, 9209, darum hat der Herr, als Er einen Tauben heilte, den Finger in seine Ohren gelegt, und gesagt: "Hephatha, das heißt, tue dich auf, und alsbald wurde sein Gehör aufgetan": Mark.7/32-35. Daß alle Wunder des Herrn Zustände der Kirche in sich schlossen und bezeichneten, sehe man Nr. 8364, 9086. 9398. "Und sie sprachen: Alles, was Jehovah geredet, wollen wir tun und Ihm gehorchen", 2. Mose 24/7, bedeutet die Aufnahme des Wahren, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, und den Gehorsam von Herzen und Seele. Dies erhellt aus der Bedeutung von "allem, was Jehovah geredet hat", sofern es das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende Wahre ist, worüber folgt. Aus der Bedeutung von tun, sofern es den Gehorsam mit Willen und somit von Herzen bezeichnet, wovon Nr. 9385, 9311; und aus der Bedeutung von hören, sofern es den Gehorsam mit Verstand, somit die Seele bezeichnet, wovon Nr. 7216, 8361. Der Gehorsam von Herzen ist der Gehorsam aus dem Willen, somit aus dem Gefühl der Liebe; und der Gehorsam aus der Seele ist der Gehorsam aus dem Verstand, somit aus dem Glauben; denn das Herz bezeichnet den Willen und die Liebe: Nr. 3883-3896, 7542, 8910, 9050, 9300; und Seele den Verstand und den Glauben: Nr. 2930, 9050, 9281; daher kommt es, daß gesagt wird: "Wir wollen es tun und gehorchen". Alles, was Jehovah geredet, bedeutet das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende Wahre, weil alles Wahre von demselben ausgeht. Daß das göttlich Wahre nicht vom Göttlichen Selbst, sondern vom Göttlich-Menschlichen ausgeht, erhellt offenbar bei Joh.1/18: "Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters, Der hat Ihn dargestellt". Deshalb wird der Herr das Wort genannt: Joh.1/1-3, welches das göttlich Wahre ist und von dem gesagt wird: "Das Wort ward Fleisch", d.h. Mensch: Joh.1/14, und zwar deshalb, damit das Göttliche Selbst unter menschlicher Gestalt selbsttätig das göttliche Wahre lehren konnte. Daß der Herr das Göttliche Selbst unter menschlicher Gestalt sei, sehe man Nr. 9315. Hieraus erhellt, daß durch "Alles, was Jehovah geredet hat", das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende Wahre bezeichnet wird. 9399. "Und Mose nahm das Blut und sprengte es auf das Volk", 2. Mose 24/8, bedeutet die Befähigung zur Aufnahme vom Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Opferblutes, sofern es das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 9393; und aus der Bedeutung von sprengen auf das Volk, sofern es die Befähigung (oder Zubereitung) zur Aufnahme von seiten des Menschen bezeichnet, weil durch sprengen das Einfließen, somit das Befähigen ausgedrückt wird; denn das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, fließt fortwährend beim Menschen ein und bildet sein Verstandesvermögen; und (wenn man es glauben will,) der Mensch kann ohne fortwährenden Einfluß des vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren gar nichts innewerden und verstehen; denn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist das Licht, welches das Gemüt des Menschen erleuchtet und das inwendige Gesicht bildet, welches der Verstand ist. Und weil dieses Licht fortwährend einfließt, darum befähigt es einen jeden zur Aufnahme. Die es aber aufnehmen, sind solche, die im Guten des Lebens sind, die es aber nicht aufnehmen, sind solche, die im Bösen des Lebens sind. Gleichwohl sind diese wie jene in der Fähigkeit, inne zu werden und zu verstehen, wie auch in der Fähigkeit, aufzunehmen in dem Maß, als sie vom Bösen ablassen. Dies wurde bezeichnet durch die Hälfte des Blutes, das Mose auf das Volk sprengte. Daß das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre das Licht ist, welches das Gemüt des Menschen erleuchtet und sein inwendiges Gesicht bildet, das der Verstand ist, sehe man Nr. 2776, 3167, 3195, 3636, 3643, 3993, 4405, 5400, 8644, 8707; dies wird auch verstanden bei Joh.1/9-11: "Er war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt. Er war in der Welt und die Welt ist durch Ihn gemacht, aber die Welt erkannte Ihn nicht": hier wird vom Wort gehandelt, welches das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist. Daß ein jeder Mensch, der in der Welt ist und gesunde Vernunft besitzt, die Fähigkeit hat, das göttlich Wahre zu verstehen, und daher auch die Fähigkeit es aufzunehmen, insoweit er vom Bösen abläßt, davon konnte ich mich durch viele Erfahrung überzeugen, denn alle, so viele ihrer im anderen Leben sind, sowohl Böse als Gute, können verstehen, was wahr und was falsch, wie auch, was gut und was böse ist. Obwohl aber die Bösen das Wahre und das Gute verstehen, so wollen sie es doch nicht verstehen, denn es widerstrebt ihr Wille und in diesem das Böse. Deshalb sinken sie, wenn sie sich selbst überlassen sind, immer wieder in das Falsche ihres Bösen zurück und verschmähen das Wahre und das Gute, das sie verstanden hatten. Ebenso war es auch bei diesen in der Welt, wo sie die Wahrheiten, die sie doch verstehen konnten, von sich stießen. Hieraus wurde offenbar, daß das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre fortwährend in die menschlichen Gemüter einfließt und sie zur Aufnahme befähigt, und daß es in dem Maß aufgenommen wird, als man abläßt vom Bösen, das den Trieben der Selbst- und Weltliebe angehört. 9400. "Und sprach: Siehe, das ist das Blut des Bundes", 2. Mose 24/8, bedeutet, dadurch (entstehe) eine Verbindung des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen mit dem Himmel und mit der Erde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 9393, 9399; und aus der Bedeutung des Bundes, sofern er die Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 9396. Daß es die Verbindung mit dem Himmel und mit der Erde bedeutet, kommt daher, weil das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, durch die Himmel hindurch bis zum Menschen kommt, und auf dem Wege sich einem jeden Himmel und zuletzt dem Menschen selbst anpaßt. Das göttlich Wahre auf unserer Erde ist das Wort: Nr. 9350-9362, das so beschaffen ist, daß es im ganzen und einzelnen einen inneren Sinn hat, der für die Himmel ist, und endlich einen äußeren Sinn oder Buchstabensinn, der für den Menschen ist. Hieraus wird klar, daß durch das Wort eine Verbindung des Herrn mit den Himmeln und mit der Welt stattfindet: Nr. 2143, 7153, 7381, 8920, 9094, 9212, 9216, 9357, 9396. Aus diesem kann man den sicheren Schluß ziehen, daß ohne das Wort auf unserer Erde keine Verbindung des Himmels, somit keine Verbindung des Herrn mit dem Menschen bestünde; und wenn keine Verbindung, so würde das Menschengeschlecht auf dieser Erde ganz untergehen, denn das, was das innere Leben des Menschen macht, ist der Einfluß des göttlich Wahren vom Herrn, denn das ist das Licht selbst, welches das Gesicht des inwendigen Menschen, d.h. seinen Verstand erleuchtet, und das ist die in jenem Licht innewohnende himmlische Wärme, welche die Liebe ist und den Willen des inwendigen Menschen entzündet und belebt. Deshalb würde ohne dieses Licht und diese Wärme das Inwendige des Menschen sich verfinstern und erkalten, und es müßte sterben geradeso wie das Äußere des Menschen, wenn es ohne die Wärme und ohne das Licht der Weltsonne wäre. Dies wird aber denen als widersinnig erscheinen, die nicht glauben, daß das Wort so beschaffen ist, und auch denen, die glauben, der Mensch habe das Leben in sich als sein Eigen, und es fließe nicht immerfort durch den Himmel vom Herrn ein. Daß das Leben des Menschen nicht in ihm ist, sondern vom Herrn einfließt, sehe man Nr. 4249, 4882, 5147, 5150, 5986, 6053-6058, 6189-6215, 6307-6327, 6466-6495, 6598-6626, 6982, 6985, 6996, 7055, 7056, 7058, 7147, 7270, 7343, 8685, 8701, 8717, 8728, 9110, 9111, 9223, 9276; und daß die Kirche des Herrn, die in der ganzen Welt zerstreut ist, vor dem Herrn wie ein Mensch ist: Nr. 9276; ebenso wie der Himmel, der daher der Größte Mensch genannt wird; und daß die Kirche, wo das Wort ist, wie das Herz und die Lunge in diesem Menschen ist, und daß alle außerhalb der Kirche daraus leben, wie die Glieder, Eingeweide und übrigen Organe des Leibes aus dem Herzen und der Lunge: Nr. 2054, 2853, 7396. 9401. "Den Jehovah mit euch geschlossen hat über alle diese Worte", 2. Mose 24/8, bedeutet die Verbindung mit dem Herrn durch das Ganze und Einzelne des Wortes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bundes, den Jehovah geschlossen hat, sofern er die Verbindung vom Herrn bezeichnet, denn einen Bund schließen, heißt mit sich verbinden: Nr. 9396, und Jehovah im Wort ist der Herr: Nr. 9373. Und aus der Bedeutung von "allen diesen Worten", sofern sie das Ganze und Einzelne des Wortes bezeichnen, denn durch die vom Berg Sinai herab verkündigten Gesetze wird im umfassenden Sinn alles göttlich Wahre, somit das Wort im ganzen und einzelnen bezeichnet: Nr. 6752. Daß das Wort bis auf jedes Jota inspiriert sei, sehe man Nr. 7933, 9094, 9198, 9349, folglich daß durch das Wort eine Verbindung mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn durch das Ganze und Einzelne desselben stattfindet. Es wird gesagt, Verbindung vom Herrn, weil der Herr den Menschen mit sich verbindet, nicht aber umgekehrt; denn alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens fließt vom Herrn ein und wird vom Menschen aufgenommen in dem Maß, als er vom Bösen abläßt: Nr. 9399; denn einen zurückwirkenden Einfluß, nämlich vom Menschen auf den Herrn, der von den wissenschaftlich Gebildeten der physische Einfluß genannt wird, gibt es nicht: Nr. 6322, 9110, 9111, 9216; und überdies ist alles, was vom Menschen ausgeht, als von ihm selber, nur Böses und daher Falsches: Nr. 210, 215, 987, 5660, 5786. Hieraus erhellt, daß die Verbindung des Menschen mit dem Herrn vom Herrn ist und nicht vom Menschen. Daß es anders scheint, beruht auf Täuschung. 9402. Vers 9-11: Da stieg hinauf Mose und Aharon, Nadab und Abihu, und siebzig von den Ältesten Israels. Und sie sahen den Gott Israels, und unter Seinen Füßen (war) wie ein Werk von Saphirstein, und wie die Substanz (Stoff) des Himmels an Reinheit. Und an die ausgesonderten Söhne Israels legte Er nicht Seine Hand, und sie schauten Gott, und aßen und tranken. "Da stieg hinauf Mose und Aharon, Nadab und Abihu" bedeutet das Wort im inneren und äußeren Sinn und die Lehre aus beiden; "und siebzig von den Ältesten Israels" bedeutet alle, die im Guten aus den Wahrheiten sind; "und sie sahen den Gott Israels" bedeutet das Kommen und die Gegenwart des Herrn im Wort; "und unter Seinen Füßen" bedeutet den letzten Sinn, welcher der Sinn des eigentlichen Buchstabens ist; "war wie ein Werk von Saphirstein" bedeutet das Durchscheinende daselbst von den inneren Wahrheiten, und alles vom Herrn her; "und wie die Substanz des Himmels an Reinheit" bedeutet das Durchscheinen des Engelshimmels; "und an die ausgesonderten Söhne Israels" bedeutet diejenigen, die nur den äußeren, vom inneren getrennten Sinn (auffassen); "legte Er nicht Seine Hand" bedeutet, daselbst sei nicht das Wahre in seiner Macht; "und sie schauten Gott" bedeutet den Glauben; "und aßen und tranken" bedeutet die Unterweisung über das Gute und Wahre des Gottesdienstes. 9403. "Da stieg hinauf Mose und Aharon, Nadab und Abihu", 2. Mose 24/9, bedeutet das Wort im inneren und äußeren Sinn und die Lehre aus beiden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und Aharons, sofern sie das Wort im inneren und äußeren Sinn darstellen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Nadabs und Abihus, der Söhne Aharons, sofern sie die Lehre aus beiden bezeichnen, wovon Nr. 9374, 9375. 9404. "Und siebzig von den Ältesten Israels", 2. Mose 24/9, bedeutet alle, die im Guten aus den Wahrheiten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl Siebzig, sofern sie das Volle bezeichnet, somit alles und alle, worüber 6508; und aus der Bedeutung der Ältesten Israels, sofern sie die bezeichnen, die im Guten aus Wahrheiten und in Wahrheiten aus dem Guten sind; denn durch Alte (oder Greise) werden im Wort diejenigen bezeichnet, die in der Weisheit sind: Nr. 6524, somit die, welche in einem Leben des Guten sind aus der Lehre des Wahren, und durch Israel die Angehörigen der geistigen Kirche: Nr. 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223, 8805, 9340, somit diejenigen, die in Wahrheiten sind, durch welche Gutes, und in Gutem, aus dem Wahrheiten (hervorgehen): Nr. 7956, 8234. Hieraus erhellt, daß durch die siebzig Ältesten Israels diejenigen bezeichnet werden, die im Guten sind aus Wahrheiten, und im abstrakten Sinn das Gute aus den Wahrheiten. Dasselbe wird im inneren Sinn bezeichnet durch die siebzig Jünger des Herrn: Luk.10/1,17. Die Kinder Israels waren in zwölf Stämme eingeteilt und zwölf Fürsten über sie gesetzt, und auch siebzig Älteste. Durch die zwölf Stämme wurde bezeichnet alles Wahre und Gute der Kirche im Inbegriff: Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337, 6397, 6640, 7836, 7891, 7996, 7997; durch die zwölf Fürsten aber alle Hauptwahrheiten: Nr. 5044; und durch die siebzig Ältesten alles Gute, das aus den Wahrheiten (hervorgeht). Wenn gesagt wird, das Gute (das aus Wahrheiten stammt), so wird die geistige Kirche verstanden, denn diese Kirche ist im Guten aus den Wahrheiten. Wer die Geheimnisse der Kirche und des Himmels nicht weiß, kann glauben, daß alles Gute der Kirche aus Wahrheiten komme, weil das Gute nur durch Wahrheiten eingepflanzt werden kann, ja sogar, daß der Mensch nur durch die Wahrheiten wissen könne, was das Gute sei. Dennoch aber ist das Gute, das durch Wahrheiten kommt, das Gute der geistigen Kirche, und an sich betrachtet ist es das Wahre, das gut genannt wird, wenn es Sache des Willens und des Tuns, und dadurch des Lebens wird. Aber das Gute, das nicht durch Wahrheiten entsteht, sondern durch das Gute der gegenseitigen Liebe, ist das Gute der himmlischen Kirche, und ist an sich betrachtet nicht Wahres, sondern Gutes, weil es das Gute der Liebe zum Herrn ist. Dieses Gute bildete die jüdische Kirche vor, jenes Gute aber die israelitische Kirche; deshalb wurden sie in zwei Reiche geteilt. Welcher und was für ein Unterschied besteht zwischen beiden Kirchen, mithin zwischen beiderlei Gutem, darüber sehe man, was früher Nr. 2046, 2227, 2669, 2708, 2715, 2718, 2935, 2937, 2954, 3166, 3235, 3236, 3240, 3246, 3374, 3833, 3887, 3969, 4138, 4286, 4493, 4585, 4938, 5113, 5150, 5922, 6296, 6289, 6366, 6427, 6435, 6500, 6647, 6648, 7091, 7233, 7877, 7977, 7992, 8042, 8152, 8234, 8521, gezeigt wurde. Aus dem, was in diesen Abschnitten gesagt wurde, kann man erkennen, daß der Himmel des Herrn in einen geistigen und in einem himmlischen Himmel eingeteilt ist, und daß der himmlische Himmel der innerste oder dritte Himmel ist und der geistige Himmel der mittlere oder zweite. 9405. "Und sie sahen den Gott Israels", 2. Mose 24/10, bedeutet das Kommen und die Gegenwart des Herrn im Wort. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, wenn es auf den Herrn sich bezieht, sofern es Sein Kommen und Seine Gegenwart bezeichnet, wovon Nr. 4198, 6893. Daß der Gott Israels der Herr ist, erhellt aus allen denjenigen Stellen im Wort, wo Er der Heilige Israels und der Gott Israels heißt, man sehe Nr. 7091. Der Gott Israels ist der Gott der geistigen Kirche, weil durch Israel diese Kirche bezeichnet wird, wovon Nr. 9404. Das Kommen und die Gegenwart des Herrn im Wort wird bezeichnet durch "sie sahen den Gott Israels", aus dem Grund, weil durch die Gesetze, die vom Berg Sinai herab verkündigt wurden, im weiten Sinn alles göttlich Wahre bezeichnet wird, somit das Wort im Ganzen und seinen einzelnen Teilen: Nr. 6752, 9401. Aber die Ankunft und die Gegenwart des Herrn im Wort wird bezeichnet, weil das Wort das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, und was vom Herrn ausgeht, der Herr selbst ist. Deshalb werden diejenigen, die das Wort lesen und dabei zum Herrn aufsehen, mit der Anerkennung, daß alles Wahre und alles Gute von Ihm ist und nichts von ihnen selbst, erleuchtet, und sehen das Wahre und werden inne das Gute aus dem Wort. Diese Erleuchtung kommt vom Lichte des Himmels, und dieses Licht ist das göttlich Wahre selbst, das vom Herrn ausgeht, denn dieses erscheint vor den Engeln im Himmel als Licht; man sehe Nr. 2776, 3195, 3339, 3636, 3643, 3862, 3993, 4302, 4413, 4415, 5400, 6032, 6313, 6608. Des Herrn Kommen und Gegenwart im Wort wird auch verstanden unter dem Sehen des Menschensohns: Matth.24/30: "Alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns, und sie werden sehen den Sohn des Menschen kommen in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit": man sehe Nr. 4060: die Wolke bedeutet nämlich den Buchstabensinn des Wortes, und die Kraft und Herrlichkeit den inneren Sinn desselben. Der Buchstabensinn des Wortes wird Wolke genannt, weil er im Licht der Welt ist, und der innere Sinn wird Herrlichkeit genannt, weil er im Lichte des Himmels ist; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 5922, 6313, 6752, 8106, 8267, 8427, 8443, 8781. Überdies wird im inneren Sinn vom Herrn allein und von Seinem Reich und Seiner Kirche gehandelt, daher die Heiligkeit des Wortes und daher das Kommen und die Gegenwart des Herrn für die, welche, wenn sie das Wort lesen, Ihn und den Nächsten, d.h. das Gute des Mitbürgers, des Vaterlandes, der Kirche und des Himmels (Nr. 6818-6824, 8123) im Auge haben und nicht sich selbst, wie oben gesagt wurde. Der Grund ist, weil solche sich vom Herrn in das Licht des Himmels erheben lassen, (die anderen) aber sich nicht erheben lassen, denn sie halten ihren Blick fest auf sich selbst und auf die Welt gerichtet. Hieraus kann man erkennen, was es heißt, den Herrn sehen im Wort. 9406. "Und unter Seinen Füßen", 2. Mose 24/10, bedeutet den letzten Sinn, welcher der Sinn des eigentlichen Buchstabens ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Füße, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wovon Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952; somit bedeuten die Fußsohlen, die unter den Füßen sind, das Letzte der Natur. Daß "unter den Füßen" hier den letzten Sinn des Wortes bezeichnet, welcher der Buchstabensinn ist, hat den Grund, weil die Rede ist vom göttlich Wahren oder dem Worte, das vom Herrn ausgeht, und das der Herr ist, wie aus dem Vorhergehenden erhellen kann; und das Letzte des göttlich Wahren oder des Wortes ist so beschaffen wie der Buchstabensinn, der natürlich ist, weil für den natürlichen Menschen geeignet. Daß der Buchstabensinn in sich den inneren Sinn enthält, der beziehungsweise geistig und himmlisch ist, erhellt aus allem was in betreff des Wortes bisher gezeigt wurde. Aber je weltlicher und leiblicher der Mensch ist, desto weniger begreift er dies, weil er sich in das geistige Licht nicht erheben läßt, und daher nicht sehen kann, wie das Wort beschaffen ist, daß es nämlich im Buchstaben natürlich und im inneren Sinn geistig ist; denn von der geistigen Welt aus oder aus dem Licht des Himmels kann man das Untere bis zum Letzten sehen, wie beschaffen es ist, nicht aber umgekehrt: Nr. 9401, somit auch, daß das Wort im Buchstaben so beschaffen ist. Weil das Wort im Buchstaben natürlich ist und durch die Füße das Natürliche bezeichnet wird, darum wird das Letzte des Wortes wie das Letzte der Kirche der Ort der Füße Jehovahs genannt, wie auch der Schemel Seiner Füße, und auch Wolke und Finsternis beziehungsweise: Jes.60/11,13: "Deine Tore wird man immer offenhalten, damit man zu dir bringe das Heer der Völkerschaften und ihre Könige herbeiführe. Die Herrlichkeit des Libanon wird zu dir kommen; Tanne, Fichte und Buchsbaum miteinander, um zu schmücken den Ort des Heiligtums; und den Ort Meiner Füße, will Ich herrlich machen": hier wird vom Herrn und von Seinem Reich und der Kirche gehandelt. Durch das Heer der Völkerschaften werden die verstanden, die im Guten des Glaubens, und durch die Könige die, welche in den Wahrheiten des Glaubens sind. Daß die Völkerschaften diejenigen bedeuten, die im Guten des Glaubens sind, sehe man Nr. 1259, 1328, 1416, 1849, 4574, 6005; und die Könige die, welche in den Wahrheiten sind: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. Die Herrlichkeit des Libanon oder die Zeder bedeutet das geistig Gute und Wahre; Tanne, Fichte und Buchsbaum das entsprechende natürlich Gute und Wahre. Der Ort des Heiligtums ist der Himmel und die Kirche und auch das Wort. Der Ort der Füße bedeutet den Himmel, die Kirche, wie auch das Wort im Letzten. Daß es auch das Wort bedeutet, kommt daher, weil der Himmel ein Himmel ist vermöge des göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht, ebenso die Kirche; und das göttlich Wahre, das die Kirche und den Himmel macht, ist das Wort. Daher wird auch das Innerste des Zeltes, in dem die Lade und das Gesetz war, das Heiligtum genannt, denn das Gesetz ist das Wort: Nr. 6752: Jes.66/1: "Die Himmel sind Mein Thron und die Erde der Schemel Meiner Füße". Ps.99/5-7: "Erhöhet Jehovah, unseren Gott, und betet an zum Schemel Seiner Füße; heilig ist Er; Mose und Aharon waren unter Seinen Priestern, in der Wolkensäule hat Er zu ihnen geredet": der Schemel der Füße Jehovahs, zu dem hingewendet sie anbeten sollten, bedeutet das göttlich Wahre im Letzten, somit das Wort. Daß Mose und Aharon im vorbildlichen Sinn das Wort sind, sehe man Nr. 7089, 7382, 8373, 8374; und daß die Wolke das Wort im Buchstaben bezeichnet, oder das göttlich Wahre im Letzten, sehe man die Vorrede zum 1. Mose Kapitel 18, Nr. 4060, 4391, 5922, 6343, 6752, 8106, 8781. Hieraus wird klar, was es heißt, in der Wolkensäule reden. Ps.132/6,7: "Wir haben von Ihm gehört in Ephrata, wir haben Ihn gefunden in den Feldern des Waldes, wir wollen in Seine Wohnungen gehen und uns beugen vor dem Schemel Seiner Füße": hier ist die Rede vom Herrn und von Seiner Offenbarung im Wort. Ihn finden in Ephrata, bedeutet im geistig himmlischen Sinn des Wortes: Nr. 4585, 4594, in den Feldern des Waldes bedeutet im natürlichen oder buchstäblichen Sinn des Wortes: Nr. 3220, 9011. Schemel der Füße bedeutet das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, im Letzten. Ps.18/10,12,13: "Jehovah neigte den Himmel und dichte Finsternis (war) unter Seinen Füßen; Er machte die Finsternis zu Seinem Bergungsort, Finsternis der Wasser, Wolken der Himmel; vom Glanz vor Ihm gingen Seine Wolken vorüber": hier ist die Rede von der Ankunft und der Gegenwart des Herrn im Wort. Dichte Finsternis unter Seinen Füßen bedeutet den Buchstabensinn des Wortes, ebenso die Finsternis der Wasser und die Wolken der Himmel. Daß demnach diesem Sinn das göttlich Wahre, wie es in den Himmeln ist, innewohnt, wird dadurch bezeichnet, daß Er die Finsternis zu Seinem Bergungsort gemacht habe; und daß bei der Gegenwart des Herrn der innere Sinn erscheint, wie er im Himmel ist in seiner Herrlichkeit, wird dadurch bezeichnet, daß vom Glanz vor Ihm Seine Wolken vorübergehen. Nahum 1/3: "Jehovah hat im Sturm und Wetter Seinen Weg, und eine Wolke ist der Staub Seiner Füße": auch hier bedeutet Wolke das Wort im Buchstabensinn, der auch durch Sturm und Wetter bezeichnet wird, in dem Jehovah Seinen Weg hat. Wenn beim Menschen das göttlich Wahre, wie es im Himmel ist, aus dem eigentlichen Buchstabensinn durchscheint, dann wird dieser Sinn beschrieben durch die Füße und durch ihren Glanz gleich dem des blanken Erzes, wie auch bei Dan.10/5,6: "Ich hob meine Augen auf und sah; siehe, da war ein Mann, angetan mit Leinwand, dessen Lenden waren umgürtet mit Gold von Uphas, und Sein Leib wie Tharschisch, und Sein Angesicht wie das Angesicht des Blitzes, und Seine Augen wie Feuerfackeln, Seine Arme und seine Füße wie der Glanz des blanken Erzes, und die Stimme Seiner Worte wie die Stimme einer Schar": unter dem in Leinwand gekleideten Manne wird hier im höchsten Sinn der Herr verstanden, und deshalb auch das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht, denn das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, ist der Herr selbst im Himmel und in der Kirche. Das göttlich Wahre oder der Herr im Letzten wird verstanden durch die Arme und Füße gleich dem Glanze des blanken Erzes, sodann durch die Stimme Seiner Worte gleich der Stimme einer Schar; ebenso Hes.1/7. Der Zustand der Kirche, wie er nach und nach sich gestaltet auf dieser Erde in Ansehung der Aufnahme des vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren wird auch verstanden unter dem Standbilde, das dem Nebukadnezar erschien bei Dan.2/32-34: "Das Haupt des Standbildes war Gold, seine Brust und seine Arme Silber, sein Bauch und Hüften Erz, seine Beine Eisen, seine Füße einesteils Eisen und einesteils Ton, die nicht zusammenhingen; und ein Stein aus dem Fels zermalmte Eisen, Erz, Silber und Gold": Der erste Zustand der Kirche in Ansehung des vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren ist Gold, weil durch Gold das himmlisch Gute bezeichnet wird, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 8932; der zweite wird durch Silber bezeichnet, welches das geistig Gute ist, und dieses ist das Gute des Glaubens an den Herrn, und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 1551, 2954,5658, 7999; der dritte durch Erz, welches das natürlich Gute ist: Nr. 425, 1551; und der vierte durch Eisen, welches das natürlich Wahre ist: Nr. 425, 426. Der Ton bedeutet das Falsche, das mit dem Wahren und Guten nicht zusammenhängt. Daß der Stein aus dem Felsen das Eisen, Erz, Silber und Gold zermalmte, bedeutet, daß die Kirche in Ansehung der Aufnahme des Wahren aus dem Wort zugrunde gehe, wenn das Falsche und Böse durch den Buchstabensinn des Wortes begründet werden, was geschieht, wenn sich die Kirche in ihrem letzten Zustand befindet und dann in keiner himmlischen Liebe mehr, sondern bloß in einer weltlichen und fleischlichen. So beschaffen war das Wort in Ansehung seiner Aufnahme bei dem jüdischen Volke, als der Herr in die Welt kam, und so beschaffen ist das Wort bei den meisten heutigen Tages, so daß man nicht einmal weiß, daß etwas Inneres im Wort ist, und daß, wenn man auch sagt, daß ein solches vorhanden und wie beschaffen es ist, es nicht angenommen wird, während man doch in den ältesten Zeiten, die durch das Gold bezeichnet wurden, im Buchstabensinn des Wortes nichts anderes sah, als das Himmlische, fast ohne Rücksicht auf den Buchstaben. Hieraus kann man nun erkennen, daß durch den Gott Israels und was unter Seinen Füßen erschien, das Wort in seinem letzten Sinn oder im Buchstabensinn bezeichnet wird. 9407. "Wie ein Werk von Saphir", 2. Mose 24/10, bedeutet das Durchscheinende daselbst von den inneren Wahrheiten und alles vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Werkes von Saphir, sofern es die Beschaffenheit des buchstäblichen Sinnes des Wortes bezeichnet, wenn in diesem der innere Sinn wahrgenommen wird, somit wenn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, wie es im Himmel beschaffen ist, durchscheint; denn das Wort ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, das in seinem Ursprung göttlich ist, und im Fortgang durch die Himmel im innersten Himmel himmlisch, im zweiten oder mittleren geistig, im ersten oder letzten geistig natürlich, und in der Welt natürlich und weltlich ist. So beschaffen ist es im Sinn des Buchstabens, der für den Menschen ist. Hieraus erhellt, daß dieser Sinn, welcher der letzte in der Ordnung ist, in sich den geistigen und himmlischen Sinn und in seinem Innersten das Göttliche selbst enthält. Weil nun diese Sinne im letzten oder buchstäblichen enthalten sind, und auch erscheinen für die, welche das Wort geistig auffassen, darum wird derselbe durch das Werk von Saphir vorgebildet, das die Strahlen des himmlischen Lichts durchdringen oder durchscheinen läßt. Damit man sich eine Vorstellung von diesem Durchscheinen machen kann, möge die menschliche Rede als Beispiel dienen: Diese ist in ihrem ersten Ursprung der Zweck, den der Mensch durch die Rede offenbaren will. Dieser Zweck ist seine Liebe, denn was der Mensch liebt, das hat er zum Zweck; aus diesem fließt das Denken des Menschen und zuletzt die Rede. Daß es so ist, kann jeder wissen und wahrnehmen, der es wohl erwägt. Daß der Zweck das erste der Rede ist, ergibt sich aus der allgemeinen Regel, daß einem jeden Verstehen ein Zweck innewohnt, und daß es ohne Zweck kein Verstehen gibt. Das Denken ist das zweite bei der Rede, was aus jenem ersten entspringt, denn niemand kann reden ohne zu denken, und denken ohne Zweck. Daß hieraus die Rede in Worten hervorgeht, und daß diese das letzte ist, was im eigentlichen Sinn Rede genannt wird, ist bekannt. Weil es so ist, achtet der Mensch, der auf die Rede eines anderen merkt, nicht auf die Worte oder Ausdrücke der Rede, sondern auf den Sinn derselben, der dem Denken dessen, der redet, angehört. Und wer weise ist, achtet auf den Zweck, um deswillen jener aus seinem Denken so geredet hat, d.h., was er beabsichtigt und was er liebt. Diese drei (Momente) stellen sich in der Rede des Menschen dar, und die Rede in Worten dient ihnen als letzte Unterlage. Aus dieser Vergleichung kann man sich eine Vorstellung vom Wort im Buchstaben machen, denn auf dieses achtet und merkt man im Himmel nicht anders, als wie man auf das Denken des Menschen zu achten pflegt, das durch die Rede in Worten sich darstellt, und im innersten Himmel nicht anders als auf die Absicht und den Zweck. Der Unterschied ist aber der, daß der Buchstabensinn des Wortes, wenn es vom Menschen gelesen wird, im Himmel nicht gehört und wahrgenommen wird, sondern nur der innere Sinn, weil man im Himmel nur das Geistige und Himmlische des Wortes inne wird, nicht aber sein Natürliches. Auf diese Weise geht ein Sinn in den anderen über weil sie entsprechen, und das Wort in lauter Entsprechungen geschrieben ist. Hieraus wird klar, was in Beziehung auf das Wort unter dem Durchscheinenden zu verstehen ist, das durch das Werk von Saphir bezeichnet wird. Wer aber nicht verständig denken kann, d.h. abgezogen von den materiellen Dingen, kann dieses nicht begreifen, nicht einmal, daß es einen anderen Sinn im Wort geben könne, als den, der im Buchstaben hervortritt. Wenn ihm gesagt wird, daß ein geistiger Sinn darinnen sei, der dem Wahren angehört, und in diesem ein himmlischer Sinn, der dem Guten angehört, und daß diese Sinne aus dem Buchstabensinn hervorleuchten, wird er zuerst staunen, hernach aber es als nichtig verwerfen, und zuletzt darüber spotten. Daß es heutzutage Leute solcherart in der Christenheit, hauptsächlich unter den Weltgelehrten gibt, wurde (mir) durch lebendige Erfahrung gezeigt, wie auch, daß die, welche gegen jene Wahrheit vernünfteln, sich für weiser halten als die anderen, namentlich als die, welche dieselbe verteidigen. Und doch bestand in den ältesten Zeiten, welche die goldenen und silbernen genannt wurden, die Gelehrsamkeit (in der Kunst) so zu reden und so zu schreiben, daß man auf den Buchstabensinn nur soweit achtete, als die (in ihm) verborgene Weisheit hervorleuchtete, wie man deutlich erkennen kann aus den ältesten Büchern, auch bei den Heiden, wie auch aus den Überresten in ihren Sprachen; denn ihre Hauptwissenschaft war die Wissenschaft der Entsprechungen und die Wissenschaft der Vorbildungen, die Wissenschaften heutzutage zu den verlorengegangenen Dingen gehören. Daß unter den Füßen des Herrn wie ein Werk von Saphir erschien, und dieses das Durchscheinen des Wortes im Buchstaben bedeutet, hat seinen Grund darin, daß der Stein im allgemeinen das Wahre bedeutet, und der Edelstein das vom Göttlichen des Herrn durchscheinende Wahre. Daß der Stein im allgemeinen das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798, 6426, 8609, 8940, 8941, 8942; und daß der Edelstein das vom Göttlichen des Herrn durchscheinende Wahre bedeutet, wurde durch die zwölf Edelsteine im Brustschild Aharons bezeichnet, der Urim und Thummim genannt wurde: Nr. 3862, 6335, 6640. Hes.28/12,13,15: "Voll Weisheit und vollkommen an Schönheit in Eden, dem Garten Gottes, warst du; allerlei Edelgestein war deine Decke; Rubin, Topas, Diamant, Türkis, Schoham und Jaspis, Saphir, Chrysopras, Smaragd und Gold. Das Werk deiner Pauken und deiner Pfeifen war bei dir bereitet am Tage, da du geschaffen wurdest. Vollkommen warst du in deinen Wegen am Tage, da du geschaffen wurdest": hier von Tyrus, durch das die Kirche in Ansehung der inneren Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet wird: Nr. 1201; ihre Einsicht und Weisheit, wie sie in ihrer Kindheit oder in ihrem ersten Zeitalter beschaffen war, wird durch jene Edelsteine beschrieben. Der Tag, wo sie geschaffen wurde, bezeichnet den ersten Zustand, als sie wiedergeboren wurden; denn Schöpfung bedeutet im Wort die Wiedergeburt, oder die neue Schöpfung des Menschen: Nr. 16, 88. Das gleiche wird durch die Edelsteine bezeichnet Joh.Offenb.21/19,20: "Die Gründe der Mauer der Stadt waren mit allerlei Edelsteinen geschmückt; der erste Grund war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sarder, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst": hier wird vom heiligen Jerusalem gehandelt, das vom Himmel herabkommt, und unter dem eine neue Kirche bei den Heiden verstanden wird, nachdem die heutige in der europäischen Welt verwüstet worden ist. Die Edelsteine, welche die Gründe (oder Grundlagen) sind, bedeuten die göttlichen Wahrheiten, die im Letzten der Ordnung durchleuchten. Das im Letzten der Ordnung durchleuchtende göttlich Wahre, welches das Wort im Buchstaben ist, wird hauptsächlich durch den Saphir bezeichnet, wie bei Jes.54/11: "Du Niedergebeugte, von Wettern Umhergetriebene und Trostlose, siehe, Ich will deine Steine in Karfunkel stellen, und deine Gründe in Saphire legen": auch hier wird von der Kirche gehandelt, die auf die frühere folgen soll, und verstanden wird unter der Einsamen, die mehr Söhne hat als die Verehelichte: Jes.54/1. Die Steine stellen, bedeutet die Wahrheiten der Kirche, die Gründe in Saphire legen, bedeutet die Wahrheiten, die im Letzten durchscheinen. Das gleiche wird durch Saphir bezeichnet bei Jerem.Klagel.4/7: "Ihre Nasire waren weißer denn Schnee, heller denn Milch, röter waren ihre Gebeine denn Perlen, wie Saphir war ihre Glättung": die Nasire bezeichneten im vorbildlichen Sinn den Herrn in Ansehung des göttlich Natürlichen: Nr. 3301, 6437; daher auch das von Ihm ausgehende göttlich Wahre im Letzten, welches das Wort im Buchstabensinn ist; denn die Haare, die hier unter den Nasiren verstanden werden, und weißer heißen denn Schnee und heller denn Milch, bedeuteten das Wahre im Letzten: Nr. 3301, 5247, 5570. Das Weiße und Helle wird vom Wahren gesagt: Nr. 3301, 5319. Die Gebeine, die rot waren, bezeichnen die wißtümlichen Wahrheiten, welche die letzten sind, und den anderen als Knechte dienen: Nr. 6592, 8005. Röte wird gesagt vom Guten der Liebe, das in den Wahrheiten (wohnt): Nr. 3300. Hieraus wird klar, daß der Saphir das Wahre im Letzten bezeichnet, das von den inneren Wahrheiten durchleuchtend ist. Hes.1/26; 10/1: "Über der Ausbreitung, die über dem Haupt der Cherube, war es anzusehen wie der Stein Saphir, in Gestalt eines Throns, und über der Gestalt eines Throns war wie das Ansehen eines Menschen, der darauf saß": Cherube bedeuten die Wache und Vorsehung des Herrn, damit kein Zugang zu Ihm sei außer durch das Gute: Nr. 9277; der Thron, auf dem wie das Ansehen eines Menschen war, bedeutet das göttlich Wahre vom göttlich Guten des Herrn: Nr. 5313, 6397, 9039. Hieraus erhellt, daß der Stein Saphir das Wahre bedeutet, das durchleuchtend ist von inwendigen Wahrheiten, nämlich der Stein das Wahre und Saphir das Durchleuchten. Alle Teile des Wortes sind aber durchleuchtend vom Herrn, weil das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, das Einzige ist, aus dem alles (besteht); denn was das Erste ist, das ist auch im Folgenden und Abgeleiteten das Einzige, weil aus ihm alles ist und herkommt, und das göttlich Wahre ist der Herr. Deshalb wird auch im höchsten Sinn des Wortes gehandelt vom Herrn allein, von Seiner Liebe, Vorsehung und Seinem Reich in den Himmeln und auf Erden, hauptsächlich von der Verherrlichung Seines Menschlichen. Daß das göttlich Wahre der Herr selbst ist, erhellt daraus, daß alles, was von jemand ausgeht, er selbst ist, sobald das, was vom Menschen ausgeht, wenn er redet oder handelt, aus seinem Willen und Verstand kommt. Der Wille und Verstand machen das Leben des Menschen, somit den Menschen selbst, denn der Mensch ist nicht Mensch vermöge der Gestalt des Angesichts und des Leibes, sondern durch das Verstehen des Wahren und Wollen des Guten. Hieraus kann man erkennen, daß das, was vom Herrn ausgeht, der Herr ist, und daß dieses das göttlich Wahre ist, wurde im vorhergehenden öfters gezeigt. Wer aber die Geheimnisse des Himmels nicht weiß, kann glauben, daß es mit dem göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht, sich nicht anders verhalte, als wie mit der Rede, die vom Menschen ausgeht. Aber es ist keine Rede, sondern das Göttliche, das die Himmel erfüllt, wie das Licht und die Wärme aus der Sonne die Welt erfüllt. Es läßt sich dies näher beleuchten durch die Sphären, die von den Engeln im Himmel ausgehen, worüber Nr. 1048, 1053, 1316, 1504-1520, 1695, 2401, 4464, 5179, 6206, 7454, 6598-6613, 8063, 8630, 8794, 8797, und daß es die Sphären des Glaubenswahren und des Guten der Liebe vom Herrn sind, sehe man in jenen Abschnitten nachgewiesen. Die göttliche Sphäre aber, die vom Herrn ausgeht, und die das göttlich Wahre ist, ist eine universelle (überall waltende), und erfüllt den ganzen Himmel und macht alles Leben daselbst. Sie erscheint dort vor Augen wie ein Licht, das nicht nur den Gesichtssinn, sondern auch die Gemüter erleuchtet; eben diese ist es auch, die beim Menschen den Verstand hervorruft. Dies wird verstanden bei Joh.1/4,9,10: "In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen; es war das wahrhaftige Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht": hier ist die Rede vom göttlich Wahren, welches das Wort genannt wird, und (gesagt), daß das göttlich Wahre oder das Wort der Herr selbst sei. Dieses Licht, welches das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, wurde von den Alten geschildert durch Strahlenkreise von goldener Farbe um das Haupt und den Leib Gottes, der als Mensch dargestellt wurde; denn die Alten hatten von Gott keine andere Wahrnehmung, als unter menschlicher Gestalt. Wenn der Mensch im Guten ist, und aus dem Guten in den Wahrheiten, dann wird er in dieses göttliche Licht erhoben, und je nach dem Maße und der Beschaffenheit des Guten in ein mehr inneres (Licht). Dadurch wird ihm eine allgemeine Erleuchtung zuteil, in der er vom Herrn unzählige Wahrheiten sieht, die er aus dem Guten inne wird; und alsdann wird er vom Herrn zur Wahrnehmung und Annahme dessen geführt, was für ihn taugt, und zwar in den einzelnsten Dingen der Ordnung gemäß, wie es für sein ewiges Leben förderlich ist. In den einzelnsten Dingen wird gesagt, weil die allwaltende Vorsehung des Herrn eben dadurch eine allwaltende ist, weil sie in den einzelnsten Dingen ist, denn das einzelne in seiner Gesamtheit wird das Allwaltende oder Universelle genannt: Nr. 1919, 6159, 6338, 6482, 6483, 8864, 8865. 9408. "Und wie die Substanz des Himmels an Reinheit", 2. Mose 24/10, bedeutet das Durchscheinen des Engelshimmels. Dies erhellt aus der Bedeutung des Himmels, sofern es der Engelshimmel ist, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Reinheit oder Lauterkeit der Substanz, wenn vom Himmel die Rede ist, sofern sie das Durchscheinen bezeichnet. Was das Durchscheinen des Engelshimmels ist, wenn vom Worte die Rede ist, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Vom Engelshimmel wird gesagt, er scheine durch, wenn das göttlich Wahre durchscheint; denn der ganze Himmel ist nichts anderes als ein Aufnahmegefäß des göttlich Wahren. Ein jeder Engel ist nämlich die Aufnahme desselben im besonderen, somit auch alle, oder der ganze Himmel im allgemeinen; daher wird der Himmel die Wohnung Gottes genannt, wie auch der Thron Gottes, weil durch Wohnung das göttlich Wahre bezeichnet wird, das vom Herrn ausgeht und im innersten Himmel aufgenommen wird; dieses ist beziehungsweise das Gute: Nr. 8269, 8309. Und durch Thron wird das göttlich Wahre bezeichnet, wie es im mittleren Himmel aufgenommen wird: Nr. 5313, 6397, 8625. Weil das göttlich Wahre, so wie es im Himmel ist, aus dem Buchstabensinn des Wortes durchscheint (oder hervorleuchtet), darum ist es der Engelshimmel, der durchscheint; denn das Wort ist das göttlich Wahre, das allen Himmeln angepaßt ist, und daher die Himmel mit der Welt, d.h. die Engel mit den Menschen verbindet: Nr. 2143, 7153, 7381, 8520, 9094, 9212, 9216, 9357, 9396. Hieraus erhellt, was unter dem Durchscheinen des Engelshimmels verstanden wird. Daß der Himmel im inneren Sinn der Engelshimmel ist, hat seinen Grund in der Entsprechung und auch in der Erscheinung. Daher kommt es, daß, wo im Wort die Himmel oder die Himmel der Himmel genannt werden, im inneren Sinn die Engelshimmel verstanden werden, denn die Alten hatten keine andere Vorstellung vom sichtbaren Himmel, als daß in demselben die Himmelsbürger wohnen, und daß die Gestirne ihre Wohnungen seien. Die gleiche Vorstellung haben noch heutzutage die Einfältigen, und hauptsächlich die Kinder; daher sieht man auch zum Himmel hinauf, wenn man zu Gott betet, und es besteht auch wirklich eine Entsprechung, denn im anderen Leben erscheint auch ein Himmel mit Gestirnen, aber nicht der Himmel, der vor den Menschen in der Welt erscheint, sondern es ist ein Himmel, wie er dem Zustand der Einsicht und Weisheit der Geister und Engel gemäß erscheint. Die Gestirne an demselben sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren, und die Wolken, die zuweilen unter dem Himmel erblickt werden, haben verschiedene Bedeutung, je nach ihrer Farbe, Durchsichtigkeit und ihrer Bewegung. Das Blau des Himmels bedeutet das aus dem Guten durchscheinende Wahre. Hieraus kann man erkennen, daß durch die Himmel die Engelshimmel bezeichnet werden. Durch die Engelshimmel aber werden die göttlichen Wahrheiten bezeichnet, weil die Engel die Aufnehmer des vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren sind. Das gleiche wird durch die Himmel bezeichnet bei Ps.148/4: "Lobet Jehovah, ihr Himmel der Himmel, und die Wasser, die über den Himmeln". Ps.68/34: "Spielet dem Herrn, Der einherfährt auf dem Himmel der Himmel des Altertums". Ps.33/6: "Durch das Wort Jehovahs sind die Himmel gemacht, und all ihr Heer". Ps.19/2: "Die Himmel erzählen Seine Herrlichkeit, und die Werke Seiner Hände verkündigt das Firmament". Richt.5/4: "Jehovah, als Du ausgingst aus Seir, erzitterte die Erde, sowohl die Himmel als auch die Wolken träufelten Wasser". Dan.8/10: "Das Horn des Bocks wuchs bis zum Heer der Himmel, und warf auf die Erde vom Heer und von den Sternen, und zertrat sie". Amos 9/6: "Der Herr Jehovih bauet in den Himmeln seine Stufen". Mal.3/10: "Wenn Speise ist in Meinem Hause, werde Ich öffnen die Fenster des Himmels, und euch ausgießen den Segen". Jes.63/14: "Schaue herab von den Himmeln, und siehe aus der Wohnung Deiner Heiligkeit und Deiner Zierde". 5. Mose 33/13: "Gesegnet von Jehovah ist das Land Josephs, von den Kostbarkeiten des Himmels, vom Tau". Matth.5/34; 23/22: "Jesus sprach: Du sollst nicht schwören beim Himmel, weil er der Thron Gottes ist. Wer da schwört beim Himmel, der schwört beim Thron Gottes, und bei Dem, Der darauf sitzt". In diesen und vielen anderen Stellen werden durch die Himmel die Engelshimmel bezeichnet; und weil der Himmel des Herrn auf Erden die Kirche ist, so wird durch den Himmel auch die Kirche bezeichnet, wie in folgenden Stellen: Joh.Offenb.21/1: "Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der vorige Himmel und die vorige Erde war vergangen". Jes.65/17: "Siehe, Ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; darum wird der vorigen nicht mehr gedacht werden, und werden nicht hinaufsteigen übers Herz" (d.h. man wird ihretwegen kein Bedauern im Herzen fühlen). Jes.51/6: "Die Himmel werden wie Rauch verschwinden, und die Erde wie ein Kleid veralten". Jes.50/3: "Ich kleide den Himmel mit Schwärze, und mache einen Sack zu seiner Hülle". Hes.32/7,8: "Bedecken werde Ich die Himmel, und schwärzen ihre Sterne; die Sonne werde Ich mit einer Wolke bedecken, und der Mond wird sein Licht nicht leuchten lassen, und alle Lichter des Lichts im Himmel werde Ich schwärzen, und Finsternis machen auf der Erde". Matth.24/29: "Nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond sein Licht nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden bewegt werden": was durch Sonne, Mond, Sterne und den Himmel bezeichnet wird, sehe man Nr. 4056-4060. Jes.37/16: "Jehovah, Gott Israels, Du bist allein Gott, über alle Königreiche der Erde; Du hast gemacht Himmel und Erde". Jes.44/24: "Ich bin Jehovah, Der alles macht, Der die Himmel ausdehnt allein, Der Ich die Erde ausbreite von Mir selbst". Jes.45/18: "Jehovah schaffet die Himmel, bildet die Erde, und macht sie, und bereitet sie, nicht zur Leere hat Er sie geschaffen". Daß durch Himmel und Erde in diesen und anderen Stellen im inneren Sinn die Kirche verstanden wird, durch den Himmel die innere Kirche und durch die Erde die äußere Kirche, sehe man Nr. 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4535. Hieraus wird klar, daß durch die Schöpfung in den ersten Kapiteln der Genesis, wo gesagt wird: "Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde": 1. Mose 1/1; "Und es wurden vollendet die Himmel und die Erde und all ihr Heer": 1. Mose 2/1, eine neue Kirche verstanden wird, denn die Schöpfung bedeutet in diesen Stellen eine Neu- oder Wiedergeburt, die auch eine neue Schöpfung genannt wird, wie man in den Erklärungen zu jenen Kapiteln nachgewiesen sehen kann. 9409. "Und an die ausgesonderten Söhne Israels", 2. Mose 24/11, bedeutet diejenigen, die beim äußeren Sinn stehenbleiben, der vom inneren getrennt ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die abgesondert oder getrennt waren von Mose, Aharon, Nadab und Abihu, und von den siebzig Ältesten, und von denen 2. Mose 24/2 gesagt wird, sie dürfen nicht hinaufgehen, sofern es diejenigen bezeichnet, die in dem vom inwendigen getrennten äußeren Sinn des Wortes sind, wovon Nr. 9380. Mit wenigen Worten soll hier gesagt werden, welche und wie beschaffen diejenigen sind, die im äußeren, vom inneren getrennten Sinn des Wortes sind: Es sind die, welche aus dem Wort keine Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens herausziehen, sondern bloß bei dem Buchstabensinn des Wortes bleiben. Die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens bildet das Innere des Wortes und der Buchstabensinn ist sein Äußeres. Die, welche beim äußeren Sinn des Wortes stehenbleiben ohne den inneren, sind auch in einem äußeren Gottesdienst ohne den inneren. Sie verehren äußere Dinge als heilig und göttlich und glauben auch, daß sie an sich heilig und göttlich seien, während sie doch heilig und göttlich durch das Innere sind. Daß die Söhne Jakobs von solcher Art waren, sehe man Nr. 3479, 4281, 4293, 4307, 4429, 4433, 4680, 4844, 4847, 4865, 4868, 4874, 4899, 4903, 4911, 4913, 6304, 8588, 8788, 8806, 8871. Es soll dies aber durch Beispiele erläutert werden: Sie glaubten, sie seien von aller Sünde und von aller Schuld rein, wenn sie Opfer dargebracht und von den Opfern gegessen hatten, indem sie meinten, die Opfer in der äußeren Form ohne die innere seien das Heiligste des Gottesdienstes, und die Ochsen, Farren, Lämmer, Ziegen, Schafe, Widder, Böcke seien heilig, und der Altar sei das allerheiligste. Ebenso das Brot der Speisopfer und der Wein der Trankopfer. Sie glaubten auch, wenn sie ihre Kleider und ihre Leiber gewaschen hätten, seien sie ganz rein; desgleichen (glaubten) sie das immerwährende Feuer des Altars und die Lampenfeuer seien heilig aus sich, ferner die Schaubrote, wie auch das Salböl usw. Die Ursache, warum sie so glaubten, war die, weil sie alles Innere verwarfen, so daß sie von innerlichen Dingen nicht einmal etwas hören wollten, z.B. daß man Jehovah lieben müsse um Seiner selbst willen, und nicht um des Ichs willen, um zu Würden und zur Macht über alle Nationen und Völker in der ganzen Welt erhoben zu werden. Darum wollten sie auch von keinem Messias hören, der kommen wollte um ihres Heils und der ewigen Seligkeit willen, sondern um ihrer selbst willen (sollte er kommen), auf daß sie über alle in der Welt hervorragen könnten. Auch wollten sie nichts hören von gegenseitiger Liebe und Liebtätigkeit gegen den Nächsten um des Nächsten und seines Guten willen, sondern nur um ihrer selbst willen, soweit er ihnen geneigt wäre. Sich feindselig beweisen, hassen, sich rächen, wüten, achteten sie für nichts, wenn sie nur einen Anlaß dazu bekamen. Ganz anders würden sie geglaubt und gehandelt haben, wenn sie die Lehre von der Liebe und dem Glauben an den Herrn und von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten hätten annehmen wollen; dann hätten sie erkannt und geglaubt, daß nicht die Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer, Trankopfer und Opfermahlzeiten sie von Schuld und Sünde reinigten, sondern die Verehrung Gottes und die Buße von Herzen: 5. Mose 23/19; Jerem.7/21-23; Micha 6/6-8; Hos.6/6; Ps.40/7,9; 51/18,19; 1.Sam.15/22. Desgleichen hätten sie erkannt, daß die Waschungen der Kleider und des Leibes niemand reinigen, sondern die Reinigungen des Herzens; ebenso daß das Feuer des Altares und die Lampenfeuer, ferner die Schaubrote und das Salböl nicht heilig seien aus sich, sondern wegen der inneren Dinge, die sie bezeichneten; und daß sie, wenn sie in innerer Heiligung seien, alsdann wirklich heilig seien, nicht von sich, sondern vom Herrn, von Dem alles Heilige kommt. Die Söhne Israels hätten dieses Innere erkannt, wenn sie die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens angenommen hätten, weil diese lehrt, was das Äußere in sich schließt. Aus dieser Lehre weiß man auch den inneren Sinn des Wortes, weil der innere Sinn des Wortes die Lehre der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten selbst ist, was auch der Herr lehrt, wenn Er sagt, daß von diesen zwei Geboten das ganze Gesetz und alle Propheten abhängen: Matth.22/37,38. Beinahe ebenso verhält es sich heutzutage in der Christenheit. Weil in dieser keine Lehre der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, so daß man kaum weiß, was himmlische Liebe und geistige Liebe oder Liebtätigkeit ist, darum sind sie im Äußeren ohne das Innere; denn das Gute der himmlischen und geistigen Liebe und das Wahre des Glaubens aus diesem macht das Innere des Menschen. Daher kommt es, daß auch heutzutage der äußere Sinn des Wortes, ohne die Lehre, die als Richtschnur und als Wegweiserin dient, nach belieben verdreht wird; denn die Lehre des Glaubens ohne die Lehre der Liebe und Liebtätigkeit ist gleich dem Schatten der Nacht, aber die Lehre des Glaubens aus der Lehre der Liebe und Liebtätigkeit ist wie das Licht des Tages, weil das Gute, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört, wie eine Flamme ist, und das Wahre des Glaubens ist wie das Licht aus derselben. Weil sie in der Christenheit heutzutage so beschaffen sind, nämlich im Äußeren ohne das Innere, darum werden kaum einige vom Wahren angeregt um des Wahren willen, daher kommt es auch, daß sie nicht einmal wissen, was das Gute, was die Liebtätigkeit und was der Nächste, sodann was das Inwendige des Menschen, auch nicht, was der Himmel und was die Hölle ist. Auch nicht, daß ein jeder sogleich nach dem Tode wieder Leben empfängt. Diejenigen von ihnen, die in der Lehre ihrer Kirche bleiben, bekümmern sich nicht darum, ob sie Falsches oder Wahres lehrt, sie lernen es und begründen es nicht in der Absicht, um das Gute der Liebtätigkeit von Herzen zu üben, auch nicht um des Heils ihrer Seele und um der ewigen Seligkeit willen, sondern um des Weltglücks willen, d.h. um sich einen guten Namen, Ehrenstellen und Vermögen zu erwerben. Daher kommt es, daß sie keine Erleuchtung haben, wenn sie das Wort lesen, und daß sie auch gänzlich in Abrede stellen werden, daß etwas Inneres im Worte sei neben dem, was im Buchstaben steht. Über diesen Gegenstand soll jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderswo mehreres aus Erfahrung gesagt werden. 9410. "Legte Er nicht Seine Hand", 2. Mose 24/11, bedeutet, bei ihnen sei nicht das Wahre in seiner Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie eine Macht bezeichnet, die durch das Wahre sich äußert. Daß die Hand eine Macht bedeutet, sehe man Nr. 878, 3091, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544, 6947, 7011, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281, 9025, 9133; daß diese sich durch das Wahre äußert: Nr. 3091, 3503, 6344, 6423, 8304; und daß alle Macht des Wahren aus dem Guten, somit durch das Gute vom Herrn kommt: Nr. 6948, 8200, 9327. Hieraus erhellt, daß durch "Er legte Seine Hand nicht an die abgesonderten Söhne Israels" bezeichnet wird, daß bei denen, die im äußeren, vom inneren getrennten Sinne des Wortes sind, das Wahre nicht in seiner Macht sei. Der Grund, warum bei ihnen das Wahre nicht in seiner Macht ist, liegt darin, daß sie getrennt sind vom Himmel, und so vom Herrn; denn das Wort verbindet den Menschen mit dem Himmel, und durch den Himmel mit dem Herrn, weil alles, was dem Buchstabensinn des Wortes angehört, geistigen und himmlischen Dingen entspricht, in dem die Engel sind. Mit diesen findet keine Gemeinschaft statt, wenn man das Wort nur nach dem Buchstaben begreift, und nicht zugleich nach irgendeiner Kirchenlehre, die das Innere des Wortes ist. Als Beispiel mögen die Worte des Herrn zu Petrus dienen: Matth.16/18,19: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich bauen Meine Kirche; und die Tore der Hölle werden sie nicht überwältigen; und Ich will dir geben die Schlüssel des Himmelreichs, und alles, was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein in den Himmeln; und alles, was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein in den Himmeln". Ebenso zu den Jüngern, Matth.18/18: "Wahrlich, Ich sage euch, alles was ihr binden werdet auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und alles, was ihr lösen werdet auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Die, welche bei dem vom inneren getrennten äußeren Sinn des Wortes stehenbleiben, somit getrennt von der wahren Lehre der Kirche, bereden sich, daß vom Herrn eine solche Gewalt dem Petrus und auch den übrigen Jüngern des Herrn gegeben worden sei. Daher stammt jene höllische Irrlehre, daß es in einer menschlichen Gewalt stehe, einen jeden nach belieben in den Himmel hineinzulassen und vom Himmel auszuschließen, während doch nach der wahren Kirchenlehre, die auch das Innere des Wortes ist, diese Gewalt dem Herrn allein zukommt. Deshalb begreifen die, welche im äußeren und zugleich im inneren Sinn des Wortes sind, daß dieses vom Glauben und seinen Wahrheiten gesagt ist, die vom Herrn sind, und daß der Glaube vom Herrn, und somit der Herr selbst, und somit keineswegs ein Mensch jene Gewalt hat. Daß es so ist, kann man erkennen aus der vorbildlichen Bedeutung des Petrus und der zwölf Jünger, ferner aus der Bedeutung des Felsen, wie auch aus der Bedeutung der Schlüssel. Daß Petrus den Glauben vorbildete, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und 22, sodann Nr. 3750, 6000, 6073, und daß die zwölf Jünger des Herrn, wie die zwölf Stämme Israels das Ganze des Glaubens und der Liebe vorbildeten: Nr. 3488, 3858, 6397. Daß der Fels den Herrn in Ansehung des Glaubens und somit den Glauben, der vom Herrn ist, bedeutet: Nr. 8581; und daß die Schlüssel die Macht bedeuten, erhellt aus den Stellen im Wort, wo die Schlüssel genannt werden: Joh.Offenb.1/18: "Ich bin der Erste und der Letzte, und der Lebendige; und Ich war tot, aber siehe, Ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes". Joh.Offenb.3/8: "Das sagt der Heilige, Wahrhaftige, Der da hat den Schlüssel Davids, welcher öffnet, so daß niemand zuschließt, und zuschließt, so daß niemand öffnet". Jes.22/22: "Ich werde geben den Schlüssel des Hauses Davids auf Seine Schulter, so daß Er öffnet und niemand zuschließt, und zuschließt und niemand öffnet". Daß in diesen Stellen die Schlüssel eine Macht bedeuten, ist klar; und auch daß diese dem Herrn allein zukommt. Hieraus kann man erkennen, von welcher Art diejenigen sind, die in dem äußeren, vom inneren getrennten Sinn des Wortes sind, daß sie nämlich keine Verbindung mit dem Himmel, also auch keine mit dem Herrn haben; wie auch, daß diejenigen, die jene Worte des Herrn zu Petrus und zu den Jüngern nach dem Buchstaben erklären, sich die Macht, das Menschengeschlecht selig zu machen, anmaßen, und sich zu Göttern des Himmels und der Erde machen, und zwar aus unsinniger Selbst- und Weltliebe. Jeder, der mit gesunder Vernunft denkt, kann sehen und begreifen, daß der Mensch nicht eine einzige Sünde lösen kann, weil die Sünde nur gelöst wird durch die Bildung eines neuen Lebens, d.h. durch die Wiedergeburt vom Herrn. Daß die Wiedergeburt bis zum Ende des Lebens des Menschen in der Welt, und nachher in Ewigkeit fortdauert, sehe man Nr. 8548-8553, 8635-8640, 8742-8747, 8853-8858, 9958-8968. Was das Wahre in seiner Macht ist, soll auch kurz gesagt werden: Daß die Engel im Worte Mächte heißen, und daß sie auch Mächte sind, ist in der Kirche bekannt. Sie sind jedoch nicht Mächte aus sich, sondern aus dem Herrn, weil sie Empfänger des göttlich Wahren sind, das vom Herrn ist. Sie haben vom Herrn eine solche Macht, daß ein einziger von ihnen tausend von der höllischen Rotte vertreiben, in die Höllen verschließen und bändigen kann; denn das göttlich Wahre, das vom Herrn ist, erfüllt die Himmel, und macht die Himmel. Und, wenn ihr es glauben wollt, durch dasselbe ist alles gemacht und geschaffen. Das Wort, das im Anfang bei Gott war, und das Gott war, durch das alles geschaffen, und durch das die Welt gemacht ist, worüber Joh.1/1-14, ist das göttlich Wahre; daß dieses das einzig Substantielle ist, aus dem alles stammt, können nur wenige begreifen, weil man heutzutage keine andere Vorstellung vom göttlich Wahren hat, als wie von der Rede aus dem Mund eines Gebieters, wonach die Befehle ausgeführt werden. Was für eine Vorstellung man aber davon haben soll, sehe man Nr. 9407. Die Allmacht des göttlich Wahren, das vom Herrn ist, wird in vielen Stellen im Wort beschrieben, und auch Joh.Offenb.12/7,8,11: "Es entstand ein Krieg im Himmel; Michael und seine Engel kämpften wider den Drachen; der Drache aber kämpfte und seine Engel, aber sie siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch das Wort ihres Zeugnisses": daß das Blut des Lammes das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 4735, 6978, 7317, 7326, 7850, 9127, 9393, 9395; und daß das Wort ihres Zeugnisses das aufgenommene göttlich Wahre ist, ist klar. Die, welche bei dem vom inneren getrennten äußeren Sinn des Wortes stehenbleiben, und somit von der wahren Lehre der Kirche getrennt sind, begreifen dieses prophetische Wort nicht anders, als nach dem Buchstaben, daß nämlich unter dem Blut verstanden werde das Blut, somit das Leiden des Herrn, während es doch das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, das hier durch Blut bezeichnet wird. Die aber, die in der wahren Lehre der Kirche sind, können wissen, daß sie nicht durch Blut selig werden, sondern durch das Hören des göttlich Wahren, und durch das Tun desselben, daß also die selig werden, die sich durch das göttlich Wahre vom Herrn wiedergebären lassen. Dies können alle wissen, begreifen, sehen und innewerden, die in der Erleuchtung sind vom Herrn, somit alle, die im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens stehen, denn diese sind es, die erleuchtet werden. Ich selbst kann bezeugen, daß, wenn ich "Blut des Lammes" lese und an das Blut des Herrn denke, die Engel bei mir nicht anders wissen, als daß ich lese: "das göttlich Wahre, das ausgeht vom Herrn", und daß ich an dieses denke. Es mögen jedoch immerhin die Einfältigen in ihrer Lehre bleiben, daß sie nämlich durch das Blut des Herrn selig werden, nur sollen sie nach Seinem göttlich Wahren leben; denn die, welche demselben gemäß leben, werden im anderen Leben erleuchtet. 9411. "Und sie schauten Gott", 2. Mose 24/11, bedeutet den Glauben. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gott schauen, sofern es heißt mit Einsicht und Glauben begabt werden; denn sehen bedeutet im inneren Sinn geistig sehen, und geistig sehen heißt aus dem Glauben sehen. Daher kommt es, daß sehen im Wort bedeutet, Glauben haben: Nr. 2325, 3863, 3869, 4403-4421, 5400, 6805, 9128. Daß sie den Gott Israels, d.h. den Herrn sahen, hat den Grund, weil die vom Berg Sinai herab verkündigten Gesetze im weiten Sinn das Wort in seinem ganzen Inbegriff bezeichnen, und das Wort das göttlich Wahre vom Herrn ist, das im höchsten Sinn vom Herrn allein handelt, weshalb auch diejenigen, die in der Erleuchtung sind, wenn sie das Wort lesen, den Herrn sehen, was geschieht aus Glaube und aus Liebe. Dies findet bei dem Worte allein statt und nicht bei irgendeiner anderen Schrift. Hieraus wird klar, warum Mose, Aharon, Nadab und Abihu, und siebzig von den Ältesten Israels Ihn gesehen haben. Daß diese Ihn sahen und nicht die abgesonderten Söhne Israels, erhellt aus 2. Mose 24/9,10, denn hier wird gesagt, "daß Mose hinaufgestiegen sei, und Aharon, Nadab und Abihu, und siebzig von den Ältesten Israels, und sie sahen den Gott Israels", und in diesem Vers: "Und an die abgesonderten Söhne Israels legte Er nicht die Hand". Daß jene Gott sahen, diese aber nicht, hatte den Grund, weil Mose und Aharon das Wort vorbildeten in Ansehung des inneren und äußeren Sinnes: Nr. 9374; und Nadab und Abihu die Lehre aus beiden: Nr. 9375; die siebzig Ältesten aber alle, die im Guten sind aus den daher stammenden Wahrheiten: Nr. 9376, 9404. Die abgesonderten Söhne Israels dagegen diejenigen, die im äußeren, vom inneren getrennten Sinn des Wortes sind. 9412. "Und aßen und tranken", 2. Mose 24/11, bedeutet die Unterweisung über das Gute und Wahre des Gottesdienstes. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es die Verbindung und Aneignung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 2187, 2343, 3168, 3513, 3596, 3832, 4745, 5643; und aus der Bedeutung von trinken, sofern es die Verbindung und Aneignung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3089, 3168, 4017, 4018, 5709, 8562; daß es auch Unterweisung bedeutet, nämlich essen die Unterweisung im Guten, und trinken die Unterweisung im Wahren, beruht darauf, daß geistige Speise alles Gute des Glaubens bedeutet, aus dem Weisheit, und geistiger Trank alles Wahre des Glaubens, woraus Einsicht hervorgeht: Nr. 56, 57, 58, 681, 1480, 3069, 3114, 3168, 3772, 4792, 5147, 5293, 5340, 5342, 5410, 5426, 5487, 5576, 5579, 5582, 5588, 5655, 5915, 8562, 9003. Daher wurden bei den Alten Mahlzeiten, Gastmahle, Mittags- und Abendessen veranstaltet, damit sie durch das, was der Weisheit und Einsicht angehört, zusammengesellt werden möchten: Nr. 3596, 3832, 5161, 7836, 7996, 7997. Daher bedeuten auch die Gastmähler, Mittags- und Abendessen im Wort Zusammengesellungen in Ansehung des Glaubens und der Liebe: Matth.8/11: "Viele vom Aufgang bis zum Niedergang werden kommen, und zu Tische liegen mit Abraham, Jischak und Jakob im Himmelreich". Luk.22/30: "Jesus sprach zu den Jüngern: Ihr werdet essen und trinken an Meinem Tische in Meinem Reiche". Luk.12/37: "Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn Er kommt, wachend findet. Wahrlich, Ich sage euch: Er wird Sich gürten, und sie zu Tische sitzen lassen, und Er wird hinzutreten und ihnen dienen". Joh.4/31,32: "Die Jünger baten Jesum, und sagten: Meister iß; Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, wovon ihr nicht wisset". Joh.6/51: "Jesus sprach: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen; wer von diesem Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit": daß hier himmlisches Brot verstanden wird, ist klar. Himmlisches Brot ist aber alles Gute der Liebe und des Glaubens vom Herrn: Nr. 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5925, 6118, 9323. Daß essen und trinken heißt im Guten und Wahren des Glaubens unterwiesen werden, erhellt aus folgenden Stellen: Luk.13/26,27: "Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, und in unseren Gassen hast du gelehrt; aber Er wird sprechen: Ich sage euch, gehet weg von Mir, all ihr Übeltäter": essen und trinken vor dem Herrn bedeutet, belehren aus dem Wort über Gutes und Wahres des Glaubens; in den Gassen lehren bedeutet, aus dem Wort des Herrn Wahrheiten predigen; denn gepredigt wurde ehedem auf den Gassen, weil die Gassen die Wahrheiten der Lehre der Kirche bedeuten: Nr. 2336. Jes.55/1-5: "Alle, die ihr dürstet, gehet zu den Wassern, und die ihr kein Silber habt, gehet, kaufet und esset, gehet und kaufet ohne Silber und ohne Preis Wein und Milch, warum wäget ihr Silber dar für das, was kein Brot ist, und eure Arbeit für das, was nicht zur Sättigung dient? Merket wohl auf Mich, und esset das Gute, auf daß sich eure Seele ergötze an der Fettigkeit; neiget euer Ohr und gehet zu Mir; höret, auf daß eure Seele lebe. Siehe, zum Zeugen den Völkern habe Ich Ihn gegeben, zum Fürsten und Gesetzgeber den Völkerschaften": daß hier trinken und essen bedeutet, vom Herrn unterwiesen werden, und daß Wasser, Wein, Milch, Brot und Fettigkeit das bezeichnet, was dem Wahren und Guten des Glaubens von Ihm angehört, ist klar; denn es wird gesagt: "Neiget euer Ohr, gehet zu Mir, höret, auf daß eure Seele lebe. Siehe, zum Zeugen den Völkern habe Ich Ihn gegeben, zum Fürsten und Gesetzgeber den Völkerschaften". Hes.4/16,17: "Siehe, Ich zerbreche den Stab des Brotes in Jerusalem, so daß sie Brot essen nach Gewicht und mit Bekümmernis; und Wasser nach dem Maß und mit Entsetzen trinken; so daß sie Mangel haben an Brot und Wasser, und verschmachten um ihrer Missetat willen": Brot essen und Wasser trinken bedeutet, im Guten und Wahren des Glaubens belehrt werden: Nr. 9323. Amos 8/11: "Siehe, Tage werden kommen, wo Ich einen Hunger schicken werde ins Land; keinen Hunger nach Brot, und keinen Durst nach Wasser, sondern zu hören die Worte Jehovahs": daß Hunger nach Brot und Durst nach Wasser Bedürfnis und Mangel an Erkenntnissen des Guten und Wahren bezeichnen, sehe man Nr. 3364, 4958, 5277, 5279, 5281, 5300, 5360, 5376, 5415, 5568, 5579, 5893, 6110, 8576. Hieraus kann man erkennen, was es bedeutet, daß die Augen der Jünger aufgetan wurden, und sie den Herrn erkannten, als der Herr das Brot brach, und ihnen gab: Luk.24/29-31. Weil das Brot brechen und ihnen geben in der geistigen Welt bedeutet, belehren im Guten und Wahren des Glaubens, durch das der Herr erscheint. Ferner was Brot und Wein, und essen und trinken im heiligen Abendmahl bedeutet, und was der Herr nach Einsetzung desselben zu den Jüngern gesagt hat: Matth.26/26-29: "Daß Er nicht trinken werde von diesem Gewächs des Weinstocks, bis zu jenem Tag, wo Er es trinken werde mit ihnen neu im Reich des Vaters": daß essen und trinken die Unterweisung im Guten und Wahren des Gottesdienstes bedeutet, hat seinen Grund darin, weil jenes nach den Opfern geschah, und auch von den Opfern, und die Opfer überhaupt allen Gottesdienst vorbildeten: Nr. 9391. 9413. Vers 12-15: Und Jehovah sprach zu Mose: Steige herauf zu Mir auf den Berg, und sei daselbst, so werde Ich dir geben die steinernen Tafeln, und das Gesetz, und das Gebot, die Ich geschrieben, sie zu belehren. Da machte sich Mose auf, und Josua sein Diener, und Mose stieg auf den Berg Gottes. Und zu den Ältesten sprach er: Bleibet hier, bis daß wir zurückkehren zu euch; und siehe, Aharon und Hur sind bei euch; ein jeder, der Worte (Streitsachen) hat, der trete vor sie. Da stieg Mose auf den Berg, und die Wolke bedeckte den Berg. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Belehrung vom Herrn für die, welche im äußeren Sinn (des Wortes) sind; "steige herauf zu Mir auf den Berg, und sei daselbst" bedeutet die Gegenwart bei ihnen durch Vermittlung; "so werde Ich dir geben die steinernen Tafeln" bedeutet das Gesetzbuch oder das Wort im ganzen Inbegriff; "und das Gesetz, und das Gebot" bedeutet das Wahre im allgemeinen und im besonderen; "die Ich geschrieben, sie zu belehren" bedeutet zur Erinnerung und zur Unterweisung; "da machte sich Mose auf, und Josua sein Diener" bedeutet das Wort und das Vorbildliche; "und Mose stieg auf den Berg Gottes" bedeutet aufwärts zum Himmel; "und zu den Ältesten sprach er" bedeutet diejenigen, die bloß im äußeren Sinn (des Wortes) sind; "bleibet hier" bedeutet, sie sollen darinnen bleiben; "bis daß wir zurückkehren zu euch" bedeutet bis zur Antwort; "und siehe, Aharon und Hur sind bei euch" bedeutet die Lehre des Wahren aus einem solchen Wort; "ein jeder, der Worte hat, der trete vor sie" bedeutet, dadurch solle das Falsche entfernt werden; "da stieg Mose auf den Berg" bedeutet aufwärts zum Himmel; "und die Wolke bedeckte den Berg" bedeutet das Äußere des Wortes. 9414. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 24/12, bedeutet die Belehrung vom Herrn für die, welche im äußeren Sinn (des Wortes) sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es eine Belehrung bezeichnet, indem es das Folgende, was zur Belehrung gehört, in sich schließt, wie auch Nr. 7186, 7241, 7267, 7304, 7380, 7517, 7769, 7793, 7825, 8041. Daß sie vom Herrn kommt, beruht darauf, daß durch Jehovah im Wort der Herr verstanden wird: Nr. 1343, 1736, 1793, 2004, 2005, 2018, 2025, 2921, 3023, 3035, 5663, 6280, 6281, 6303, 6905, 8274, 8864, 9315. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er der Mittler zwischen dem Herrn und dem Volk ist, somit das Wort in Ansehung seines heiligen Äußeren, denn dieses ist das Vermittelnde. Das Mose jetzt dieses vorzubilden anfängt, erhellt aus dem Zusammenhang des Folgenden, denn jenes Volk war im Äußeren des Wortes, und daher in dem vom Inneren getrennten Äußeren des Gottesdienstes, man sehe Nr. 9380; und die, welche so beschaffen sind, können durchaus keine heilige Gemeinschaft haben mit dem Herrn, geschweige eine Verbindung außer durch eine Vermittlung. Wie es sich damit verhält, wird unten, Nr. 9419, vollständiger erklärt werden. Daß jenes Volk in dem vom Inneren getrennten äußeren Sinn des Wortes war, und folglich im gleichen Gottesdienst, geht offenbar aus dem Folgenden hervor, denn nach vierzig Tagen fielen sie ganz ab, und verehrten ein goldenes Kalb als Jehovah. Deshalb warf auch Mose alsdann die Tafeln aus der Hand weg, und zerbrach sie; und nachher wurde ihm befohlen, er solle andere Tafeln aushauen, auf welche die gleichen Worte geschrieben werden sollten. Dadurch wurde bezeichnet, daß dieses Volk durchaus keine solche Lehre aus dem inneren Sinn des Wortes anerkennen wollte, wie sie im Himmel ist, sondern nur aus dem äußeren Sinn desselben, der vom inneren getrennt ist; somit eine solche Lehre, wie sie noch heutzutage bei ihnen ist. Deshalb wurde von diesem Volk nicht mehr gesagt, es sei das Volk Jehovahs, sondern das Volk Moses, wie 2. Mose 32/7: "Jehovah redete zu Mose: Gehe, steige hinab, denn es hat sich verdorben dein Volk, das du heraufgeführt hast aus Ägyptenland". 2. Mose 33/1: "Jehovah redete zu Mose: Gehe, steig hinab von dannen, du und das Volk, das du heraufgeführt hast aus Ägyptenland". Deshalb wurde es auch nachher vom Berg entfernt, 2. Mose 34/3: "Kein Mann soll mit dir hinaufsteigen, auch soll kein Mann sich sehen lassen auf dem ganzen Berge; auch Schafe und Rinder sollen nicht weiden gegen diesen Berg hin"; denn durch den Berg Sinai wird das Gesetz oder das göttlich Wahre bezeichnet und das Wort, wie es im Himmel beschaffen ist, somit auch der Himmel: Nr. 8399, 8753, 8793, 8805. Daß Mose früher das Wort im allgemeinen, d.h. sowohl in Ansehung seines inneren als seines äußeren Sinnes vorbildete, hatte den Grund, weil damals von der Verkündigung des Gesetzes die Rede war, welche die Offenbarung des göttlich Wahren im allgemeinen bezeichnete, das war nämlich der Anfang der Offenbarung, denn das übrige im Wort wurde später geschrieben. 9415. "Steige herauf zu Mir auf den Berg, und sei daselbst", 2. Mose 24/12, bedeutet die Gegenwart bei ihnen durch Vermittlung. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufsteigen, sofern es die Erhebung zum Oberen, d.h. zum Inneren bezeichnet, wovon Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817, 6007; und daher die Verbindung mit demselben: Nr. 8760, 9373; daß es die Gegenwart des Herrn bedeutet, beruht darauf, weil gesagt wird "steige herauf zu Mir auf den Berg, und sei daselbst", denn durch Jehovah, zu Dem er hinaufsteigen sollte, wird der Herr verstanden, man sehe Nr. 9414, und durch den Berg Sinai das Wort, das vom Herrn, somit in dem der Herr ist: Nr. 8399, 8753, 8793, 8805, mithin auch der Himmel, denn das Wort ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, und der Himmel ist das Aufnahmegefäß des göttlich Wahren, somit des Herrn selbst, wie früher oft gezeigt wurde. Hieraus erhellt, daß durch das Hinaufsteigen zu Jehovah auf den Berg die Gegenwart des Herrn bezeichnet wird. Daß diese bei dem Volk durch Vermittlung stattfindet, kommt daher, weil Mose jetzt das Volk darstellt als das Haupt desselben, und dadurch als Mittler, wie Nr. 9414 bemerkt wurde. Es wird gesagt, die Gegenwart des Herrn bei ihnen habe durch Vermittlung stattgefunden, weil der Herr Sich beim Menschen als gegenwärtig darstellt, nicht aber der Mensch beim Herrn; denn alles Gute, das der Liebe angehört, und alles Wahre, das dem Glauben angehört, kommt vom Herrn und gar nichts Gutes und Wahres vom Menschen. Deshalb ist die Gegenwart des Herrn nur bei denen, die Ihm Zutritt gewähren, d.h. bei denen, die mit Glauben und Liebe das göttlich Wahre, das von Ihm ist, aufnehmen. Daß der Herr zu diesen kommt und nicht umgekehrt, lehrt der Herr selbst: Joh.14/23: "Wer Mich liebt, der hält Mein Wort, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen". Joh.15/5: "Wer in Mir bleibt und Ich in ihm, der bringt viele Frucht; denn ohne Mich könnt ihr nichts tun". Joh.3/27: "Der Mensch kann nichts tun, wenn es ihm nicht gegeben ist vom Himmel". 9416. "So werde Ich dir geben die steinernen Tafeln", 2. Mose 24/12, bedeutet das Gesetzbuch oder das Wort im ganzen Inbegriff. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tafeln, sofern sie es sind, worauf das geschrieben ist, was der Lehre und dem Leben angehört; hier, was der himmlischen Lehre und dem Leben nach dieser angehört. Jene Tafeln aber bedeuten das Gesetzbuch oder das Wort im ganzen Inbegriff aus dem Grund, weil das, was darauf geschrieben war, alles enthielt, was dem Leben und der himmlischen Lehre angehört. Deshalb heißt auch das, was darauf geschrieben war: "die zehn Worte": 2. Mose 34/28; 5. Mose 10/4, denn durch zehn wird im inneren Sinn alles bezeichnet, und durch die Worte wird das Wahre bezeichnet das der Lehre und das Gute, des dem Leben angehört. Daß zehn alles bedeutet, sehe man Nr. 3107, 4638, 8468, 8540, und daß die Worte das Wahre und Gute, das dem Leben und der Lehre angehört, bezeichnen: Nr. 1288, 4692, 5272. Daher kommt es, daß jene Tafeln das Wort im ganzen Inbegriff bedeuten; ebenso das Gesetz, das im engen Sinn das bezeichnet, was auf die Tafeln geschrieben war, im weniger engen Sinn das durch Mose geschriebene Wort, im weiteren Sinn das historische Wort, und im weitesten das Wort im ganzen Inbegriff, wie man nachgewiesen sehen kann Nr. 6752. Überdies war das, was auf jene Tafeln geschrieben war, das erste der Offenbarung des göttlich Wahren, und vor dem ganzen israelitischen Volk mit lauter Stimme vom Herrn verkündigt worden. Das, was das erste ist, bezeichnet auch das übrige in seiner Ordnung, und daß es mit lauter Stimme vom Herrn verkündigt wurde, bedeutet die unmittelbare göttliche Inspiration auch im übrigen. Jene Tafeln waren aber von Stein aus dem Grund, weil der Stein das Wahre bedeutet: Nr. 643, 1298, 3720, 6426, eigentlich das Wahre im Letzten: Nr. 8609. Das göttlich Wahre im Letzten ist das Wort im Buchstaben, wie es auf dieser Erde ist: Nr. 9360. Daß es nicht eine Tafel, sondern zwei waren, kam daher, weil die Verbindung des Herrn durch das Wort mit der Kirche und durch die Kirche mit dem Menschengeschlecht vorgebildet werden sollte; darum werden sie auch die Tafeln des Bundes genannt: 5. Mose 9/9,11,15, und die Worte, die darauf geschrieben waren: Worte des Bundes: 2. Mose 34/27,28; und auch der Bund: 5. Mose 4/13,23, und die Lade selbst, worinnen die Tafeln niedergelegt wurden: die Lade des Bundes: 4. Mose 10/33; 14/44; 5. Mose 10/8; 31/9,25,26; Jos.3/3,6,8,11,14,17; 4/7,9,18; 6/6,8; 8/33; Richt.20/27; 1.Sam.4/3-5; 2.Sam.15/24; 1.Kön.3/15; 6/19; 8/1,6; Jerem.3/16; denn der Bund bedeutet die Verbindung: Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778, 9396. Deshalb waren jene Tafeln voneinander geteilt, aber durch Zusammenfügung verbunden, und die Schrift ging von der einen Tafel auf die andere hinüber, als ob es eine wäre, nicht aber, wie man gewöhnlich meint, so, daß einige Gebote auf der einen Tafel und einige auf der anderen gestanden wären, denn durch eines , das in zwei geteilt ist, und durch zwei; die so verbunden oder einander beigegeben sind, wird die Verbindung des Herrn mit dem Menschen bezeichnet. Darum wurden die Bündnisse auf gleiche Weise geschlossen wie mit Abraham durch die junge Kuh, Ziege und den Widder, die in der Mitte geteilt wurden, und dadurch, daß der eine Teil dem anderen gegenüber gelegt wurde: 1. Mose 15/9-12; so auch in diesem Kapitel durch das in Becken gefaßte Blut, wovon die eine Hälfte an den Altar und die andere auf das Volk gesprengt wurde: 2. Mose 24/6,8; und überhaupt durch alle Opfer, von denen ein Teil auf dem Altar verbrannt, ein Teil dem Volk zum Essen gegeben wurde. Das gleiche wurde auch durch das Brotbrechen vom Herrn vorgebildet: Matth.14/19; 15/36; 26/20; Mark.6/41; 8/6; 14/22; Luk.9/16; 22/19; 24/30,31,35. Daher kommt es auch, daß zwei im Wort eine Verbindung bezeichnet: Nr. 5194, 8423; hier, die des Herrn und des Himmels oder des Herrn und der Kirche, somit auch des Guten und des Wahren, welche Verbindung die himmlische Ehe genannt wird. Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß es zwei Tafeln waren und auf beiden Seiten, von der einen auf die andere hinüber beschrieben: 2. Mose 32/15,16. Überdies bedeutet die Schrift und das Eingraben derselben auf die Tafeln im Worte das, was dem Gedächtnis und dem Leben eingeprägt werden und dadurch bleiben soll: Jes.30/8: "Schreibe das auf eine Tafel bei ihnen, und zeichne es auf ein Buch, auf daß es komme auf die künftige Zeit für immer und ewig". Jerem.17/1: "Die Sünde Judas ist geschrieben mit einem eisernen Griffel, mit einem diamantenen Meißel, eingegraben ist sie in die Tafel ihres Herzens und in die Hörner eurer Altäre". Hab.2/2,3: "Jehovah sprach: Schreibe das Gesicht, und stelle es dar auf Tafeln, auf daß es durchlaufe, wer es liest; denn das Gesicht geht noch auf eine bestimmte Zeit; wenn es verzieht, so erwarte es, denn es wird gewiß kommen". 9417. "Und das Gesetz, und das Gebot", 2. Mose 24/12, bedeutet das Wahre im allgemeinen und im besonderen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gesetzes, sofern es das Wahre im allgemeinen bezeichnet, und aus der Bedeutung des Gebots, sofern es das Wahre im besonderen bezeichnet. Im Wort wird unterschieden zwischen Geboten, Rechten und Satzungen, und durch Gebote wird das verstanden, was zum Leben gehört, durch Rechte, was sich auf den bürgerlichen Stand, und durch Satzungen, was sich auf den Gottesdienst bezieht: Nr. 8972. Dies alles aber wird mit einem allgemeinen Ausdruck Gesetz genannt, und das einzelne des Gesetzes heißt Gebote, wie es aus mehreren Stellen im Wort erhellt. Daher kommt es, daß wenn gesagt wird "Gesetz und Gebot", das Wahre im allgemeinen und im besonderen verstanden wird. 9418. "Die Ich geschrieben, sie zu belehren", 2. Mose 24/12, bedeutet zur Erinnerung und zur Unterweisung. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreiben, sofern es ausdrückt, zur Erinnerung, wovon Nr. 8620. Daß "schreiben um zu belehren" soviel ist, als zur Unterweisung, ist klar. 9419. "Da machte sich Mose auf, und Josua sein Diener", 2. Mose 24/13, bedeutet das Wort und das Vorbildliche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er der Mittler ist zwischen dem Herrn und dem Volke, das in dem vom inneren getrennten äußeren Sinn des Wortes war, und somit auch das Wort darstellte, gemäß dem, was gleich vorher Nr. 9414 gezeigt wurde. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, seines Dieners, sofern er das Vorbildliche bezeichnet. Josua bezeichnet aber hier das Vorbildliche, weil das Vorbildliche dient und hilft, daß das Äußere des Wortes und des Gottesdienstes dem Herrn durch einen Vermittler, welcher Mose war, dargestellt wird. Das sind jedoch Dinge, die sich nicht leicht zu Vorstellungen gestalten, außer bei denen, die wissen, wie der äußere oder buchstäbliche Sinn des Wortes sich vorbildlich im Himmel darstellt, nämlich anders bei denen, die im äußeren Sinn und zugleich im inneren sind, und das sind die, welche im äußeren Sinn und zugleich in der wahren Lehre der Kirche sind, und wieder anders bei denen, die in dem vom inneren getrennten äußeren Sinne sind, wie bei diesem Volk. Wie bei diesem Volk verfahren wurde, sehe man Nr. 4311. Hieraus kann man sich eine Vorstellung bilden von der Vermittlung, die Mose darstellt, und von dem dienenden Vorbildlichen, das Josua darstellt; daß nämlich das innere Heilige, das dem vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren, somit dem Wort und daher dem Gottesdienst angehört, einfließt in den Himmel, und hier von den Engeln aufgenommen wird. Ferner, daß mittelbar durch dieses Heilige, weil auch unmittelbar vom Herrn das Heilige einfließt bei den guten Geistern, die bei dem Menschen sind, der mit dem Lesen des Wortes sich beschäftigt, oder dem Gottesdienst demselben gemäß obliegt. Dieses Heilige wird das äußere Heilige genannt, und wenn es beim Menschen einfließt, so stellt es die vorbildlichen Dinge gemäß den Entsprechungen bei demselben dar. Hieraus kann man ersehen, wie es sich verhält mit der Vermittlung, die Mose jetzt vorbildet, und mit dem Dienst, den Josua, daß nämlich das äußere Heilige das Vermittelnde ist, und das Vorbildliche, welches das Letzte der Ordnung bildet, der Dienst ist. Aber man merke, daß der Einfluß des göttlich Wahren so beschaffen ist, daß er nicht in die menschliche Vorstellung fällt, wenn sie nicht erleuchtet ist vom Herrn; denn der Mensch hat keine andere Wahrnehmung, als daß das Heilige des Wortes und das Heilige des Gottesdienstes vom Menschen bei dem Herrn einfließe, aber diese Ordnung ist verkehrt und wird physischer Einfluß genannt. Daß dieser aber ein scheinbarer und keineswegs ein wirklicher ist, darüber sehe man, was in den Nr. 9223, 9227 angeführten Abschnitten gezeigt wurde. 9420. "Und Mose stieg auf den Berg Gottes", 2. Mose 24/13, bedeutet aufwärts zum Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, der hier der Berg Gottes ist, sofern er das Gesetz bezeichnet oder das göttlich Wahre, das vom Herrn, somit das Wort, wie es im Himmel beschaffen ist, mithin auch den Himmel, wovon Nr. 8399, 8753, 8793, 8805. Daß die Offenbarung auf dem Berg geschah, und daß dieser Berg der Berg Gottes heißt, kommt daher, weil der Berg das Himmlische der Liebe bezeichnet, welches das Gute ist, und daher den Himmel, und im höchsten Sinn den Herrn bedeutet: Nr. 795, 796, 2722, 4210, 6435, 8327; und der Berg Gottes das göttlich Wahre vom göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn: Nr. 8758; denn der Herr heißt im Wort Gott vom göttlich Wahren, und Jehovah vom göttlich Guten: Nr. 2769, 2807, 2822, 3921, 4295, 4402, 7010, 7268, 8192, 8301, 8988, 9167. Daher kommt es, daß gesagt wird: "der Berg Gottes". Daß der Berg Sinai das Gesetz oder das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre, somit das Wort, und im höchsten Sinn den Herrn bezeichnet, erhellt: Ps.68/9,18: "Die Erde bebte, auch träufelten die Himmel vor Gott, dieser Sinai vor Gott, dem Gott Israels. Der Wagen Gottes sind zwei Myriaden, Tausend und abermal Tausend, der Herr ist unter ihnen, (auf dem) Sinai im Heiligtum": daß die Erde und die Himmel das Äußere und das Innere der Kirche bedeuten, sehe man Nr. 1733, 2117, 2118, 3355, 4535; und daß der Wagen die Lehre bezeichnet: Nr. 2760, 5321, 8146, 8148, 8215; daher bedeuten die Wagen Gottes die Lehren oder göttlichen Wahrheiten, wie sie in den Himmeln sind. Hieraus wird klar, daß durch "dieser Sinai vor Gott, dem Gott Israels", und durch "Sinai im Heiligtum", das Gesetz bezeichnet wird, oder das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre, und im höchsten der Herr im Himmel. Richt.5/4,5: "Jehovah, da Du auszogst von Seir, da Du hervortratest aus dem Felde Edoms, da erbebte die Erde, auch troffen die Himmel; auch die Wolken troffen Wasser, die Berge zerflossen vor Jehovah, dieser Sinai vor Jehovah": dieser Sinai bedeutet ebenfalls das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre. 5. Mose 33/2: "Jehovah ist gekommen von Seir, und ihnen aufgegangen von Seir; Er strahlte hervor vom Berg Paran; und ist gekommen aus den Myriaden der Heiligkeit, von Seiner Rechten (ging aus) das Feuer des Gesetzes für sie". 9421. "Und zu den Ältesten sprach er", 2. Mose 24/14, bedeutet diejenigen, die bloß im äußeren Sinn (des Wortes) sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ältesten, sofern es die sind, die nur beim äußeren Sinn (stehenblieben). Daß die Ältesten des israelitischen Volkes hier diejenigen vorbilden, beruht darauf, daß sie die Häupter des Volkes waren, und so das ganze Volk vorbildeten, das im äußeren Sinn des Wortes ohne den inneren war, wie früher öfters gezeigt wurde. Denn als Mose auf den Berg stieg, bildete er das äußere Heilige des Wortes vor, welches das Vermittelnde oder Mittlere ist zwischen dem inneren Heiligen desselben und zwischen dem vorbildlichen, das dem äußeren Sinn angehört: Nr. 9414, 9419. Hieraus folgt, daß die Ältesten, die sich unterhalb des Berges setzen sollten, somit getrennt von Mose, bloß den äußeren Sinn vorbildeten, denn Mose sagte zu ihnen: "Bleibet hier, bis daß wir zurückkehren zu euch. 9422. "Bleibet hier", 2. Mose 24/14, bedeutet, daß sie in demselben bleiben sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sitzen oder bleiben in diesem, nämlich Ort, oder unten am Berg, sofern es ausdrückt, im äußeren Sinn bleiben. An einem Ort sitzen, heißt in seinem Zustand bleiben, und unter dem Berge, heißt im äußeren Sinn des Wortes; denn durch sitzen wird bezeichnet bleiben, wie aus dem Folgenden erhellen wird. Durch Ort wird der Zustand bezeichnet, und durch den Berg Sinai das Gesetz, oder das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, somit das Wort: Nr. 9420. Durch den Gipfel desselben, wo Jehovah oder der Herr war: 2. Mose 19/20, wird das Höchste oder Innerste des Gesetzes oder des Wortes bezeichnet: Nr. 8827, durch die übrigen Teile des Berges, die unterhalb des Gipfels waren, wird das Innere des Gesetzes oder des Wortes bezeichnet, wie es im Himmel beschaffen ist; und durch das, was unterhalb des Berges, wo die Ältesten und das Volk waren, wird das Äußere des Gesetzes oder Wortes bezeichnet, das der äußere Sinn desselben ist. Somit wird das Innerste, Innere und Äußere der Dinge, die durch den Berg bezeichnet werden, vorgebildet. Hier das Innerste, Innere und Äußere des Gesetzes oder Wortes, weil der Berg Sinai das Gesetz oder das Wort bedeutet: Nr. 9420. Hieraus erhellt, daß durch "bleibet hier" bezeichnet wird, sie sollen im äußeren Sinn bleiben. Es wird in der (Grundsprache, gesagt) sitzen, weil sitzen bedeutet, in einem Zustand beharren, denn die Fortbewegungen von einem Ort zum anderen bezeichnen Veränderungen des Zustandes des Inneren, wie man aus dem erkennen kann, was Nr. 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381 gezeigt wurde. Das Sitzen bedeutet daher das Verbleiben im Zustand des Inneren, und weil das Sitzen solches bedeutet, darum gehörte es bei den Söhnen Israels zu den (religiösen) Gebräuchen, zu sitzen, wenn sie den fortdauernden Zustand des Inneren vorbilden sollten: Richt.20/26: "Es kamen die Söhne Israels gen Bethel, und weinten und saßen daselbst vor Jehovah, und fasteten an jenem Tag bis zum Abend". Richt.21/2: "Es kam das Volk gen Bethel, und saßen daselbst bis zum Abend vor Gott, und erhoben ihre Stimme, und weinten mit großem Weinen": durch sitzen wird hier das Beharren im Zustand des Schmerzes bezeichnet. Hieraus kann erhellen, warum gesagt wird sitzen, und was es in sich schließt in folgenden Stellen: Ps.139/2: "Jehovah, Du hast erkannt mein Sitzen und mein Aufstehen; hast verstanden meine Gedanken von ferne". Jerem.16/8: "In das Haus des Gastmahls sollst du nicht gehen, mit ihnen zu sitzen". Micha 5/3: "Dann wird er stehen und weiden in der Stärke Jehovahs, seines Gottes; und sie werden sitzen". Jes.47/1,5,8: "Steige herunter und sitze auf den Staub, du Jungfrau, Tochter Babels, sitze auf der Erde, sitze in der Stille, und gehe hinein in die Finsternis, Tochter der Chaldäer; sie spricht in ihrem Herzen: Ich werde nicht sitzen als Witwe". Ebenso anderwärts, z.B.: "sitzen in Finsternis: Jes.42/7; "sitzen im Rat, und einsam sitzen": Jerem.15/17; "sitzen zur Rechten und zur Linken": Matth.20/21, bedeutet bleiben im Zustand der Macht über andere; "sitzen zur Rechten der Macht Gottes": Matth.26/63,64; Mark.16/10, wo vom Herrn (die Rede ist), bedeutet die in Ewigkeit währende göttliche Macht. 9423. "Bis daß wir zurückkehren zu euch", 2. Mose 24/14, bedeutet bis zur Antwort. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückkehren, sofern es die Antwort bezeichnet, denn wenn durch sitzen bezeichnet wird "bleibe in jenem Zustand": Nr. 9422, so wird durch zurückkehren bezeichnet, daß man sie belehren werde, was denn geschehen soll, somit die Antwort. 9424. "Und siehe, Aharon und Hur sind bei euch", 2. Mose 24/14, bedeutet die Lehre des Wahren aus dem so beschaffenen Worte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er das Wort im äußeren Sinn und auch die Lehre des Guten und Wahren darstellt, wovon Nr. 6998, 7009, 7089; hier die Lehre des Wahren aus jenem Sinn allein, weil durch die Ältesten, denen Aharon unten am Berge als ihr Haupt vorstand, diejenigen bezeichnet werden, die im äußeren Sinn des Wortes sind: Nr. 9421. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Hurs, wenn er dem Aharon beigegeben wird, sofern dieser das Wahre jener Lehre darstellt, wie auch Hur, als er zusammen mit Aharon die Hände Moses unterstützte: 2. Mose 17/10,12, Nr. 8603, 8611; denn die Wahrheiten aus dem Wort, aus denen die Lehre (gebildet wird), unterstützen das Wort, das durch Mose damals vorgebildet wurde. Weil sich hier wiederum Gelegenheit bietet, so soll mit wenigem gesagt werden, wie es sich verhält mit der Unterstützung des Wortes durch die Lehre aus dem Wort. Wer die Geheimnisse des Himmels nicht weiß, kann nicht anders glauben, als daß das Wort einen Halt habe auch ohne die Lehre aus demselben, denn er meint, das Wort im Buchstaben oder der buchstäbliche Sinn des Wortes sei die Lehre selbst. Aber man wisse, daß eine jede Lehre der Kirche aus dem Worte sein muß, und daß eine Lehre anderswoher als aus dem Worte keine Lehre ist, die etwas von der Kirche, geschweige etwas vom Himmel in sich hat, sondern die Lehre muß aus dem Wort zusammengestellt werden. Und wenn sie zusammengestellt wird, muß der Mensch in der Erleuchtung sein vom Herrn. Er ist aber in der Erleuchtung, wenn er in der Liebe zum Wahren ist, um des Wahren willen, und nicht um seiner selbst und um der Welt willen. Diese sind es, die im Wort erleuchtet werden, wenn sie es lesen und das Wahre sehen, und sich daraus eine Lehre bilden. Dies kommt daher, weil solche Menschen Gemeinschaft haben mit dem Himmel, also mit dem Herrn, und dadurch vom Herrn erleuchtet und hingeleitet werden zum Sehen der Wahrheiten des Wortes, wie sie im Himmel sind; denn der Herr fließt durch den Himmel in ihren Verstand ein, weil der innere Verstand des Menschen es ist, der erleuchtet wird. Und der Herr fließt dann zugleich mit dem Glauben ein, unter Mitwirkung des neuen Willens, dessen Sache es ist, vom Wahren angeregt zu werden um des Wahren willen. Hieraus kann man nun erkennen, wie die Lehre des Wahren und Guten dem Menschen vom Herrn gegeben wird. Daß diese Lehre dem Worte in Ansehung seines buchstäblichen oder äußeren Sinnes Halt und Stütze gibt, ist für jeden klar, der es erwägt; denn ein jeder in der Kirche, der aus der Lehre denkt, sieht die Wahrheiten im Wort aus seiner Lehre, und derselben gemäß. Und was mit ihr nicht übereintrifft, erklärt er, und was ihr entgegengesetzt zu sein scheint, übergeht er, als ob er es nicht sähe oder nicht verstünde. Daß alle in ähnlicher Weise verfahren, auch die Irrgläubigen, ist bekannt. Die aber, die in der echten Lehre des Wahren aus dem Worte sind, und in der Erleuchtung, wenn sie das Wort lesen, sehen überall die Wahrheiten, die übereinstimmen, und gar nichts Widersprechendes, denn sie bleiben dabei nicht in solchen Dingen hängen, die nach Scheinbarkeiten und nach der gemeinen Auffassungsweise des Menschen ausgedrückt sind, weil sie wissen, daß, wenn die Scheinbarkeiten auseinander gelegt, und gleichsam ausgewickelt werden, die nackte Wahrheit aus ihnen hervorkommt. Auch lassen sie sich nicht irre führen durch Falsches aus Täuschungen der äußeren Sinne, wie die Irrlehrer und Schwärmer, hauptsächlich die Juden und Socinianer, auch nicht durch Falsches aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe, wie die, welche unter Babel verstanden werden. Denn weil diese und jene nicht erleuchtet werden können, so bilden sie die Lehre bloß aus dem äußeren Sinn, wie sie den Neigungen ihrer Liebe günstig ist, und tun vieles aus ihrem Eigenen hinzu. Dadurch bekommt das Wort keineswegs eine Stütze, sondern es fällt in sich zusammen. Man wisse, daß der innere Sinn des Wortes die echte Lehre der Kirche enthält. Aus diesem wird nun klar, was für eine Lehre hier durch Aharon und Hur vorgebildet wird. Diese war, weil bloß aus dem äußeren Sinn des Wortes ohne den inneren, durchaus götzendienerisch; deshalb wird von Aharon, durch den eine solche Lehre vorgebildet wird, gesagt, daß er ein Götzenbild oder ein goldenes Kalb gemacht habe: 2. Mose 32/2-5,21,35; 5. Mose 9/20. Im Wort werden auch wirklich durch Götzenbilder solche Lehren beschrieben; wie hie und da bei den Propheten: Hes.8/10,11: "Ich ging hinein und sah allerlei Götzenbilder des Hauses Israel; ringsumher auf der Wand gemalt; und siebzig Männer von den Ältesten des Hauses Israel standen davor, und ein jeder hatte ein Rauchfaß in seiner Hand und eine dicke Rauchwolke stieg auf": die Götzenbilder des Hauses Israel bezeichnen hier die Lehren aus dem bloß äußeren Sinn des Wortes, die nicht durch Erleuchtung vom Herrn, sondern durch eigene Einsicht gebildet und somit Falsches sind. Ein Gottesdienst, der diesem Falschen gemäß eingerichtet ist, wird durch das Rauchfaß in der Hand eines jeden, und durch eine dicke Rauchwolke bezeichnet. Hos.13/2: "Sie sündigen fort, machen sich gegossene Bilder aus ihrem Silber, ein Kunstwerk, ganz nach ihrer Einsicht, mit denselben sprachen sie. Sie opfern ihnen Menschen, küssen die Kälber": gegossenes Bild aus Silber und Werk der Künstler, bedeutet eine Lehre aus eigener Einsicht und nicht aus dem Herrn, somit aus dem äußeren Sinn des Wortes, der getrennt ist vom inneren. Dies geschieht bei denen, die bloß im Äußeren sind, und nicht zugleich im Inneren, d.h. bei denen, die in Trieben der Selbst- und Weltliebe sind, und nicht in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten. Jes.2/20,21; 31/7: "An jenem Tage wird ein jeder wegwerfen seine Götzen von Silber und seine Götzen von Gold, die sie sich gemacht haben um anzubeten Maulwürfe und Wespen, hineinzugehen in Steinritzen und in Felsenklüfte": Götzen von Silber für Falsches der Lehre, und Götzen von Gold für Böses der Lehre; Maulwürfe und Wespen anbeten und in Steinritzen und Felsenspalten hineingehen, bedeutet den Gottesdienst aus dem Falschen und Bösen ihres Glaubens. Jes.30/22: "Unrein werdet ihr achten die Decke eurer Götzenbilder von Silber, und das Gewand eurer gegossenen Bilder von Gold; du wirst sie wegwerfen wie Unrat, Kot wirst du sie nennen": Decke der Götzenbilder von Silber und Gewand der gegossenen Bilder von Gold, bedeutet das Wißtümliche des Falschen und Bösen, das als wahr und gut anerkannt und verehrt wird. Jes.48/5: "Ich habe dies zuvor verkündigt, auf daß du nicht sagen mögest: Mein Götze hat das getan, und mein geschnitztes und mein gegossenes Bild hat es befohlen": auch hier steht Götze, geschnitztes und gegossenes Bild für die Lehre aus eigener Einsicht. Jerem.10/14,15: "Sie sind alle zu Toren geworden durch ihre Wissenschaft, zuschanden sind sie geworden alle Verfertiger von Schnitzwerk, denn ihre gegossenen Bilder sind Lüge; und es ist kein Geist in ihnen, Eitelkeit sind sie, ein Werk der Irrtümer": auch hier bedeutet Schnitzwerk und gegossenes Bild die Lehren aus eigener Einsicht, die in der äußeren Form, weil vom äußeren Sinn des Wortes hergenommen, als wahr erscheinen, aber in der inneren Form falsch sind. Daher wird gesagt, ein solcher Mensch sei zum Toren geworden durch seine Wissenschaft, und das gegossene Bild sei eine Lüge, und kein Geist darin, es sei Eitelkeit und ein Werk der Irrtümer. Hab.2/18: "Was nützet das Schnitzwerk, daß es geschnitzt hat sein Meister, das gegossene Bild und der Lehrer der Lüge? Denn der Meister seines Gebildes setzt sein Vertrauen darauf". Jes.40/19,20: "Ein Bildnis gießet der Künstler, und der Schmelzer überzieht es mit Gold und macht Ketten von Silber. Einen weisen Künstler sucht er sich, um das Bildnis zu bereiten": hier steht gleichfalls Bildnis für die Lehre aus eigener Einsicht. Der Schein der Wahrheit, der ihm durch das Wort aus dem bloßen äußeren Sinn desselben und zugleich aus Täuschungen und äußeren Scheinbarkeiten beigebracht wird, wird dadurch bezeichnet, daß der Schmelzer es mit Gold überzieht, und Silberketten macht, und daß er einen weisen Künstler sucht, es zu bereiten. Jes.44/9-18: "Die Verfertiger der Götzenbilder sind allesamt Eitelkeit, und ihr Köstlichstes ist unnütz. (Der eine) schmiedet das Eisen mit der Zange, und arbeitet mit der Kohle, und mit scharfen Hämmern bildet er es; so arbeitet er daran mit dem Arm seiner Stärke. (Ein anderer) zimmert Hölzer, spannt die Meßschnur und bezeichnet es mit dem Richtmaß. Er macht es in Ecken, und zeichnet es mit dem Zirkel, auf daß er es mache in der Gestalt eines Mannes nach der Schönheit eines Menschen, zu wohnen im Hause": es wird hier beschrieben, wie die Lehre aus eigener Einsicht, und nicht aus einiger Erleuchtung vom Herrn, gebildet wird, und wie dem Falschen die Ähnlichkeit des Wahren beigebracht wird durch Anwendungen des Wortes aus dem bloßen äußeren Sinn desselben, und durch Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen. Daher wird gesagt, "auf daß er es mache in der Gestalt eines Mannes, nach der Schönheit eines Menschen, zu wohnen im Hause". Daher kommt die Ähnlichkeit des Wahren in der äußeren Form, aber die Falschheit in der inneren. Falschheit in der inneren Form ist es, wenn man nicht richtig über die Wahrheiten denkt, denn über eine und ebendieselbe Wahrheit wird anders gedacht von dem einen, und anders von dem anderen, aber falsch von allen denen, die im Bösen sind; denn eine Wahrheit besteht aus unendlich vielen anderen Wahrheiten; aber bei denen, die im Bösen sind, aus unendlich vielen Falschheiten. Daher hat bei diesen jene Wahrheit kein Leben in sich, was darunter verstanden wird, daß kein Geist darinnen sei, und daß sie weder hören, noch sehen, noch verstehen: Jerem.51/17; Ps.115/4-6. Es verhält sich damit, wie mit einem Gebilde nach der Ähnlichkeit eines Menschen, woran nichts als Lehm ist, in Vergleich mit der Gestalt des Menschen selbst, die Leben in sich hat, und himmlische Schönheit, wenn Wahres aus dem Guten in ihr ist. 9425. "Ein jeder, der Worte hat, der trete vor sie", 2. Mose 24/14, bedeutet, dadurch solle das Falsche entfernt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Worte haben", sofern es soviel ist als streiten über Wahrheiten; denn die Worte bedeuten Wahrheiten: Nr. 1288, 4692, 5272. Und aus der Bedeutung von "vor sie treten", sofern es heißt, es solle über sie geurteilt werden nach der Lehre, denn durch Aharon und Hur, vor die sie treten sollten, wird die Lehre aus dem äußeren Sinn des Wortes bezeichnet; somit auch, es solle das Falsche entfernt werden; denn wer aus der Lehre in einem Streit über die Wahrheiten urteilt, der entfernt das Falsche. Daß sie aber nicht das Falsche, sondern die Wahrheiten entfernt haben, erhellt aus der Verehrung des Kalbes anstatt Jehovahs, wovon im Folgenden; denn, wie gleich oben gesagt wurde, die, welche das Äußere des Wortes ohne das Innere lehren, somit ohne die echte Lehre des Guten und Wahren, unterscheiden nicht zwischen dem Wahren und Falschen, auch nicht zwischen dem Guten und Bösen, sondern sie nennen wahr, was den Sinnestäuschungen, und gut, was den Begierden günstig ist, somit nennen sie das Falsche wahr, und das Böse gut. 9426. "Da stieg Mose auf den Berg", 2. Mose 24/15, bedeutet aufwärts zum Himmel, was aus dem erhellt, was Nr. 9420 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 9427. "Und die Wolke bedeckte den Berg", 2. Mose 24/15, bedeutet das Äußere des Wortes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, sofern sie das Äußere des Wortes oder den buchstäblichen Sinn bezeichnet, worüber in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343, 6752, 8106, 8443, 8781, 8814, 8819; und aus der Bedeutung dieses Berges, den die Wolke bedeckte, sofern er das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, somit das Wort bezeichnet. Und weil das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre den Himmel macht, so wird durch jenen Berg auch der Himmel bezeichnet: Nr. 9420. Daher kommt es, daß durch: "die Wolke bedeckte den Berg" der äußere Sinn des Wortes bezeichnet wird, der den inneren Sinn und auch den Himmel bedeckt. 9428. Vers 16-18: Und die Herrlichkeit Jehovahs weilte auf dem Berge Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage, und Er rief zu Mose am siebenten Tage aus der Mitte der Wolke. Und das Ansehen der Herrlichkeit Jehovahs war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Haupte des Berges vor den Augen der Söhne Israels. Und Mose ging hinein in die Mitte der Wolke und stieg auf den Berg, und Mose war auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte. "Und die Herrlichkeit Jehovahs weilte auf dem Berge Sinai" bedeutet das Innere des Wortes des Herrn im Himmel; "und die Wolke bedeckte ihn" bedeutet das Letzte des Wortes, das somit beziehungsweise dunkel (erscheint); "sechs Tage" bedeutet, wenn der Mensch im Zustand des Wahren ist; "und Er rief zu Mose am siebenten Tag" bedeutet das Kommen des Herrn, wenn das Wahre mit dem Guten verbunden ist; "aus der Mitte der Wolke" bedeutet aus dem Dunkel, das vorher da war; "und das Ansehen der Herrlichkeit Jehovahs war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Haupte des Berges vor den Augen der Söhne Israels" bedeutet das göttlich Wahre, das im Himmel selbst glänzend ist, aus dem Guten der Liebe, aber bei denen, die in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, verletzend und verwüstend ist; "und Mose ging hinein in die Mitte der Wolke" bedeutet das Wort im äußeren Sinn; "und stieg auf den Berg" bedeutet die Erhebung zum Himmel; "und Mose war auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte" bedeutet das Völlige in Ansehung der Unterweisung und des Einflusses. 9429. "Und die Herrlichkeit Jehovahs weilte auf dem Berge Sinai", 2. Mose 24/16, bedeutet das Innere des Wortes des Herrn im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herrlichkeit Jehovahs, wenn vom Wort die Rede ist, sofern sie den inneren Sinn desselben bezeichnet, somit das Innere des Wortes, worüber in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 5922. Und aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre und daher auch den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9420, 9427. Das Innere des Wortes wird Herrlichkeit genannt, weil das vom Herrn als der Sonne ausgehende göttlich Wahre das Licht im Himmel ist, das den Engeln daselbst das Vermögen zu sehen und zugleich ihnen Einsicht und Weisheit gibt: Nr. 1531, 1619-1632, 2776, 3138, 3167, 3190, 3195, 3339, 3341, 3636, 3643, 3862, 3993, 4302, 4415, 4527, 5400, 6313, 6608, 6907, 8644, 8707, 8861. Aus diesem göttlichen Licht kommt alle Herrlichkeit im Himmel, die von der Art ist, daß sie über alle menschliche Fassungskraft hinausgeht. Hieraus erhellt nun, woher es kommt, daß der innere Sinn des Wortes Herrlichkeit (gloria) ist; denn der innere Sinn des Wortes ist das vom Herrn im Himmel ausgehende göttlich Wahre, somit das Licht, von dem alle Herrlichkeit dort ausgeht. Dies wird unter Herrlichkeit an mehreren Stellen im Worte verstanden, z.B.: Matth.24/30; Luk.21/27: Sie werden sehen des Menschen Sohn in der Wolke mit Herrlichkeit; Luk.24/26: Der Herr werde, wenn er gelitten habe, eingehen in Seine Herrlichkeit; Matth.25/31: Wenn Er kommen werde in Seiner Herrlichkeit, werde Er sitzen auf dem Thron Seiner Herrlichkeit: sitzen auf dem Thron der Herrlichkeit, heißt richten aus dem göttlich Wahren, das von Ihm ausgeht. Luk.9/30,31: Mose und Elias seien erschienen in Herrlichkeit: daß Mose und Elias hier das Wort darstellen, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 2762, 5247, 9372. Dies wurde auch verstanden unter der Verherrlichung des Herrn: Joh.13/31,32: "Nun ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in Ihm; auch wird Gott Ihn verherrlichen in Ihm selbst, und wird alsbald Ihn verherrlichen": verherrlicht werden in Gott heißt, das göttlich Gute werden, aus dem das göttlich Wahre. Ebenso Joh.12/28. Durch die Herrlichkeit wird das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, wie es im Himmel beschaffen ist, auch in folgenden Stellen: Jes.40/3,5: "Die Stimme des Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg dem Jehovah, daß geoffenbart werde die Herrlichkeit Jehovahs, und sehen wird Ihn alles Fleisch zugleich": hier vom Kommen des Herrn, wo die Herrlichkeit Jehovahs, die geoffenbart werden soll, das göttlich Wahre ist. Daß der Herr dieses ist, weil von Ihm (die Rede ist), erhellt Joh.1/1,4,9,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; in Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen; es war das wahrhaftige Licht. Und das Wort ward Fleisch, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater": das Wort ist hier das göttlich Wahre, ebenso das Licht. Hieraus wird klar, was es heißt, Seine Herrlichkeit sehen. Daß der Herr in keiner anderen Herrlichkeit in der Welt erschien, ausgenommen, als Er verklärt wurde, ist bekannt. Joh.12/41,43,46: "Das sagte Jesajas, da er Seine Herrlichkeit sah, und von Ihm redete. Aber sie liebten die Herrlichkeit der Menschen mehr als die Herrlichkeit Gottes. Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, auf daß keiner, der an Mich glaubt, in der Finsternis bleibe": auch hier steht Herrlichkeit des Herrn und Herrlichkeit Gottes für das göttlich Wahre, und Herrlichkeit der Menschen für das Falsche. Jes.Kap.60: "Werde Licht, denn Dein Licht kommt und die Herrlichkeit Jehovahs geht auf über Dir; über Dir wird aufgehen Jehovah, und Seine Herrlichkeit wird über Dir erscheinen. Die Herrlichkeit des Libanon wird zu Dir kommen, zu schmücken den Ort Meines Heiligtums; nicht mehr wird untergehen Deine Sonne, und Dein Mond wird nicht weggenommen werden, denn Jehovah wird Dir sein zum Licht der Ewigkeit": hier wird offenbar gehandelt vom Kommen des Herrn, von Seinem Reich, vom Himmel und von der Kirche. Das von Seinem Göttlich-Menschlichen ausgehende göttlich Wahre wird in diesem ganzen Kapitel beschrieben, und wird genannt Licht, Ehre und Herrlichkeit. Jes.59/19,20: "Vom Niedergang der Sonne werden sie fürchten den Namen Jehovahs, und vom Aufgang der Sonne Seine Herrlichkeit; kommen wird für Zion ein Erlöser": auch hier vom Herrn. Der Name Jehovahs bedeutet alles Wahre des Glaubens und alles Gute der Liebe, aus dem der Gottesdienst hervorgeht: Nr. 2724, 3006, 6674, 9310. Jes.42/6,8: "Ich habe Dich gerufen in Gerechtigkeit, und will Dich machen zum Bunde für das Volk, zum Licht der Völkerschaften; Ich, Jehovah, das ist Mein Name, und Meine Herrlichkeit werde Ich keinem anderen geben": auch hier vom Herrn, wo das Licht der Völkerschaften das göttlich Wahre ist, das von (Ihm ausgeht). Die Herrlichkeit keinem anderen geben heißt, daß von keinem anderen, als vom Herrn, der eins ist mit Jehovah, jenes göttlich Wahre ausgehen werde, wie auch Jes.48/11: "Um Meinetwillen, ja um Meinetwillen werde Ich es tun, und Meine Herrlichkeit will Ich keinem anderen geben". Jes.58/8: "Hervorbrechen wird wie die Morgenröte Dein Licht, vor Dir her wird gehen Deine Gerechtigkeit, die Herrlichkeit Jehovahs wird Dich sammeln". Jes.66/18: "Es wird die Zeit kommen, daß versammelt werden alle Völkerschaften und Zungen, daß sie kommen und sehen Meine Herrlichkeit". Jes.24/23: "Jehovah Zebaoth wird herrschen auf dem Berge Zion und in Jerusalem, und vor Seinen Ältesten wird Seine Herrlichkeit sein". 4. Mose 14/20,21: "Jehovah sprach: So wahr Ich lebe, soll die ganze Erde erfüllt werden von der Herrlichkeit Jehovahs". In diesen Stellen wird vom Herrn gehandelt, und die Herrlichkeit bedeutet hier das göttlich Wahre, das von Ihm (ausgeht). Jes.6/1-3: "Ich sah den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und Seraphim standen über Ihm, und sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist Jehovah Zebaoth, die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit". Ps.19/2: "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes". Ps.102/16,17: "Auf daß die Völkerschaften (Heiden) fürchten den Namen Jehovahs, und die Könige der Erde Deine Herrlichkeit, weil Jehovah Zion gebaut hat, und erschienen ist in Seiner Herrlichkeit". Joh.Offenb.21/23-25: "Die Herrlichkeit Gottes wird erleuchten das heilige Jerusalem, und seine Leuchte ist das Lamm; die Völkerschaften, die selig werden, sollen in Seinem Lichte wandeln, und die Könige der Erde werden herzubringen ihre Herrlichkeit und ihre Ehre": das heilige Jerusalem bedeutet die neue Kirche. Herrlichkeit Gottes steht für das göttlich Wahre vom Herrn in ihr; ebenso Sein Licht, worin sie wandeln werden. Die Könige der Erde, die Herrlichkeit herzubringen werden, für diejenigen, die in den Wahrheiten aus dem Guten sind: Nr. 2015, 2069, 4581, 4966, 5044, 6148. Hieraus kann man nun ersehen, was bezeichnet wird durch die Herrlichkeit Jehovahs, die auf dem Berg Sinai weilte; man sehe auch Nr. 8427. 9430. "Und die Wolke bedeckte ihn", 2. Mose 24/16, bedeutet das Letzte des Wortes, das somit beziehungsweise dunkel ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, sofern sie das Letzte des Wortes oder den Buchstabensinn desselben bezeichnet, worüber in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343, 6752, 8106, 8443, 8781. Dieser Sinn wird darum Wolke genannt, weil er im Dunkeln ist im Vergleich mit dem inneren Sinn, denn dieser ist im Licht des Himmels. Daß er im Dunkeln und einer Wolke gleich ist, kommt daher, weil er für den Menschen ist, während er in der Welt lebt. Der innere Sinn aber für den Menschen, wenn er in den Himmel kommt. Man muß aber wissen, daß der Mensch, während er in der Welt lebt, zugleich auch im inneren Sinn des Wortes ist, wenn in der echten Lehre der Kirche in Ansehung des Glaubens und in Ansehung des Lebens, denn durch diese Lehre wird alsdann der innere Sinn des Wortes sowohl seinem Verstand, als seinem Willen eingeschrieben; seinem Verstand durch den Glauben, und seinem Willen durch das Leben. Wenn ein solcher Mensch in den Himmel kommt, begreift er das Wort gar nicht anders, als nach seinem inneren Sinn, und weiß nichts von seinem äußeren Sinn; dieser erscheint ihm alsdann wie eine Wolke, welche die Strahlen seines Lichtes aufsaugt. Es wird gesagt, daß der Mensch alsdann das Wort nach seinem inneren Sinn begreife, und nicht nach seinem äußeren Sinn, daß es so ist kommt daher, weil alle, die im Himmel sind, vom Herrn belehrt werden aus dem göttlich Wahren, das im Menschen, und somit aus dem Wort ist. Der Grund ist, weil der Mensch im Letzten der Ordnung steht, und alles Innere in das Letzte ausläuft. Das Letzte ist gleichsam eine Stütze für das Innere, auf der dieses steht und ruht. Das Wort im Buchstaben ist das göttlich Wahre im Letzten der Ordnung, ebenso der Mensch der Kirche, bei dem das göttlich Wahre ist in Ansehung seines Natürlichen und Sinnlichen; in diesem, wie in jenem endigt sich und ruht das Innere. Es verhält sich damit, wie mit einem Hause und seinem Fundament. Das Haus selbst ist der Himmel, und in diesem ist das göttlich Wahre so, wie das Wort im inneren Sinne ist, und das Fundament ist die Welt, und in ihr ist das göttlich Wahre so, wie das Wort im äußeren Sinne ist. Wie das Haus auf seinem Fundament ruht, so ruht auch der Himmel auf der Kirche, mithin das göttlich Wahre im Himmel auf dem göttlich Wahren auf Erden; denn es besteht ein stetiger Zusammenhang vom Herrn aus durch den Himmel bis zum Menschen, mittelst des Wortes. Das ist der Grund, warum immer vom Herrn dafür gesorgt wird, daß auf Erden eine Kirche sei, wo das göttlich Wahre in seinem Letzten sein kann. Dieses Geheimnis ist es, das noch niemand weiß, und das verstanden wird durch das, was Nr. 9357 und 9360 angeführt worden ist. Es mögen sich also alle hüten, daß sie das Wort nicht in irgendeiner Weise verletzen, denn wer dieses verletzt, verletzt das Göttliche selbst. 9431. "Sechs Tage", 2. Mose 24/16, bedeutet, wenn der Mensch im Zustand des Wahren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der sechs Tage, sofern sie den Zustand der Arbeit und des Kampfes bezeichnen, wovon Nr. 737, 8510, 8888, 8975. Der Zustand des Wahren wird bezeichnet, weil der Mensch, der vom Herrn wiedergeboren wird, in zwei Zustände kommt: der erste Zustand heißt der Zustand des Wahren, und der andere Zustand heißt der Zustand des Guten. Der erste Zustand wird der Zustand des Wahren genannt, weil alsdann der Mensch durch das Wahre zum Guten hingeführt wird, und der andere Zustand wird der Zustand des Guten genannt, weil der Mensch, wenn er im Guten ist, (in den Himmel) eingeführt ist. Und der Mensch ist auch wirklich, wenn er im Zustand des Wahren ist, noch außerhalb des Himmels, wenn er aber im Guten ist, ist er im Himmel, somit eingeführt zum Herrn. Überdies befindet sich der Mensch, wenn er im ersten Zustand oder im Zustand des Wahren ist, in der Arbeit und im Kampf, denn alsdann hat er Versuchungen zu bestehen. Wenn er aber im anderen Zustand oder im Zustand des Guten ist, dann befindet er sich in der Ruhe und in der Stille des Friedens. Jener Zustand ist es, der im Wort vorgebildet wurde durch sechs Tage, die dem siebenten vorausgehen, dieser Zustand aber ist es, der durch den siebenten Tag oder Sabbath vorgebildet wurde, man sehe Nr. 8890, 8893, 9274. Über diese zwei Zustände, die der Zustand des Wahren und der Zustand des Guten genannt werden, beim Menschen, der wiedergeboren wird, sehe man was früher ausführlich Nr. 7923, 7992, 8505, 8506, 8510, 8513, 8516, 8539, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701, 8722, 8772, 9139, 9224, 9227, 9230, 9274 nachgewiesen wurde. 9432. "Und Er rief zu Mose am siebenten Tag", 2. Mose 24/16, bedeutet das Kommen des Herrn, wenn das Wahre mit dem Guten verbunden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages, sofern er den anderen Zustand bezeichnet, wo das Wahre verbunden ist mit dem Guten, oder wenn der Mensch im Guten ist, worüber man sehe, was gleich oben, Nr. 9431 gesagt wurde. 9433. "Aus der Mitte der Wolke", 2. Mose 24/16, bedeutet aus dem Dunkel, das früher da war. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, sofern sie das Letzte des Wortes ist, das beziehungsweise dunkel ist, wovon Nr. 9430. Daß die Wolke dies bedeutet, beruht darauf, daß das göttlich Wahre, das vom Herrn stammt, durchaus nicht in dem reinen Glanz, in dem es sich befindet, erscheinen kann, denn dadurch würde der Mensch zugrunde gehen, weil durch das Licht des Wahren sein Verstand ganz geblendet, und durch das Feuer des Guten sein Wille ganz ausgelöscht, somit das Ganze seines Lebens vernichtet würde. Daher kommt es, daß das göttlich Wahre der Fassungskraft eines jeden anbequemt und gleichsam mit einer Wolke verhüllt wird, auch bei den Engeln: Nr. 6849. Diese Verhüllung erscheint bei den Geistern als eine Wolke, dicht oder dünn, nach Maßgabe der Aufnahme eines jeden. Dies wird verstanden unter Folgendem: Jes.4/5,6: "Jehovah schafft über alle Wohnung des Berges Zion, und über seine Versammlungen eine Wolke bei Tag, und Rauch und Glanz der Feuerflamme bei Nacht; denn über aller Herrlichkeit soll ein Schirm sein, und eine Hütte zum Schatten am Tage vor der Hitze, und zur Zuflucht und zum Bergungsort gegen die Überschwemmung und gegen den Regen": die Wohnung des Berges Zion ist der Himmel und die Kirche. Seine Versammlungen sind das Gute und Wahre. Die Wolke bei Tag, der Rauch bei Nacht und die Decke, bezeichnet die Verhüllung des göttlich Wahren, somit die Anbequemung an die Fassungskraft. Daß die Herrlichkeit, auf der eine Decke ist, das göttlich Wahre bedeutet, das vom Herrn ausgeht, sehe man Nr. 9429. Die Hütte ist das Letzte des göttlich Wahren, welches das Inwendige verbirgt, dieses dient zum Schatten am Tage vor der Hitze, und zur Zuflucht gegen Überschwemmung und Regen, zu dem Zweck, damit der Mensch sicher sei und nicht verletzt werde. Die Verhüllung des göttlich Wahren wird auch beschrieben bei Ps.104/1-6,9: "Jehovah, mein Gott, Du bist sehr groß. Mit Herrlichkeit und Ehre hast Du Dich bekleidet, mit Licht hat Er sich bedeckt wie mit einem Kleid. Er zimmert mit Wasser Seine Obergemächer; Er macht die Wolken zu Seinem Wagen, Er gründet die Erde auf ihre Unterlagen, daß sie nicht wanket immer und ewig. Mit der Tiefe wie mit einem Kleid hast Du sie umhüllet, eine Grenze hast Du gesetzt, daß die Wasser nicht darübergehen": die Herrlichkeit und Ehre, womit Jehovah, d.h. der Herr, Sich bekleidet, ist das göttlich Wahre: Nr. 9429; das Licht, womit Er sich bedeckt, ist das göttlich Wahre, wie es im Himmel und in der Kirche ist; daß das Licht im Wort dies bedeutet, sehe man in dem, was oben Nr. 9429 angeführt wurde. Die Obergemächer, die Er zimmert mit Wasser, bedeuten die himmlischen Gesellschaften, und die Wasser die Wahrheiten: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568, 9323. Die Wolken, die Er zu Seinem Wagen macht, sind die Wahrheiten, aus denen die Lehre kommt, man sehe Nr. 5321, 8215. Die Erde, von der gesagt wird, daß sie auf ihre Unterlagen gegründet werde, auf daß sie nicht wanke in Ewigkeit, bedeutet die Kirche. Daß die Erde im Wort die Kirche bezeichnet, darüber sehe man Nr. 9325. Die Unterlagen, auf die sie gegründet wird, sind die Wahrheiten im Letzten, wie sie das Wort in seinem buchstäblichen Sinn hat, weshalb gesagt wird, auf daß sie nicht wanke in Ewigkeit. Die Tiefe, womit sie wie mit einem Kleid umhüllt wird, ist das wißtümlich Wahre für den natürlichen Menschen: Nr. 6431, 8278. Hieraus wird klar, was die Grenze bedeutet, die gesetzt ist, daß sie nicht darübergehen, daß es nämlich das Letzte des göttlich Wahren ist, in welches das Innere ausläuft, und worauf es wie auf einer Stütze und einem Fundament steht und ruht, wie oben gesagt wurde. 9434. "Und das Ansehen der Herrlichkeit Jehovahs war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Haupte des Berges vor den Augen der Söhne Israels", 2. Mose 24/17, bedeutet, das göttlich Wahre, das im Himmel selbst glänzend ist, aus dem Guten der Liebe, aber bei denen, die in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, verletzend und verwüstend ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ansehens Jehovahs, sofern es die Erscheinung des vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren bezeichnet. Daß das Ansehen die Erscheinung vor den Augen bedeutet, ist klar, und daß die Herrlichkeit Jehovahs das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 9429. Ferner aus der Bedeutung des Feuers, sofern es die Liebe in beiderlei Sinn bezeichnet, wovon Nr. 4906, 5215, 6314, 6832, 7324, hier die göttliche Liebe selbst. Aus der Bedeutung des Hauptes des Berges, sofern es das Innerste des Himmels bezeichnet, denn durch den Berg Sinai wird der Himmel bezeichnet: Nr. 9420, 9427, und durch sein Höchstes, das Haupt und Gipfel genannt wird, sein Innerstes: Nr. 9422. Aus der Bedeutung von verzehren, sofern es soviel ist als aufzehren, somit verletzen und verwüsten; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die bezeichnen, die im Äußeren sind ohne das Innere, wovon öfters. Hieraus kann man ersehen, daß durch das Ansehen der Herrlichkeit Jehovahs wie Feuer auf dem Haupt des Berges, bezeichnet wird, daß das göttlich Wahre im Himmel selbst glänzend ist aus dem Guten der Liebe. Dadurch aber, daß es wie ein verzehrendes Feuer vor den Augen der Söhne Israels war, wird bezeichnet, daß es bei denen, die in seinem Äußeren ohne das Innere sind, verletzend und verwüstend ist. Damit verhält es sich in folgender Weise: Es gibt zwei Arten der Liebe, die einander ganz entgegengesetzt sind, die himmlische Liebe und die höllische Liebe. Die himmlische Liebe ist die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten, und die höllische Liebe ist die Selbstliebe und Weltliebe. Diejenigen, bei denen die Triebe der höllischen Liebe herrschen, sind in der Hölle; aber diejenigen, bei denen die Triebe der himmlischen Liebe herrschen, sind im Himmel, denn die Liebe ist die eigentliche Lebenskraft (vitale) des Menschen, weil ohne Liebe gar kein Leben besteht; aus der Liebe hat nämlich ein jeder seine Lebenswärme und sein Lebensfeuer. Daß ohne Lebenswärme und Lebensfeuer kein Leben besteht, ist an sich klar. Hieraus folgt, daß, wie die Liebe, so das Leben beschaffen ist, mithin, wie die Liebe, so der Mensch ist. Deshalb kann ein jeder aus den Trieben seiner Liebe merken, ob der Himmel in ihm ist, oder die Hölle. Die Liebe ist gleich einem Feuer oder einer Flamme beim Menschen, und ist auch wirklich ein Lebensfeuer oder Flamme, und der Glaube ist wie das Licht aus jenem Feuer oder aus jener Flamme, und ist auch wirklich das Licht, welches das Innere seines Verstandes erleuchtet. Hieraus erhellt auch, was für ein Licht es sei, aus dem diejenigen ihren Glauben haben, die in der höllischen Liebe sind. Daß aus diesem Licht nur ein Beredungsglaube kommt, der an sich kein Glaube ist, sondern eine Beredung, daß es so sei, um des Ichs und der Welt willen, sehe man Nr. 9363-9369. In der Kirche setzt man heutzutage das geistige Leben, welches das ewige Leben ist, in den alleinigen Glauben, somit in einen Glauben ohne das Gute der himmlischen Liebe, aber was das für ein Leben ist, kann ein jeder aus dem, was nun gesagt worden, sehen, wenn er es erwägen mag. Es soll nun gesagt werden, wie es sich mit dem göttlichen Feuer, das die göttliche Liebe ist, bei denen verhält, die in der himmlischen Liebe sind, und wie bei denen, die in der höllischen Liebe. Bei denen, die in himmlischer Liebe sind, ist ein göttliches Feuer oder eine göttliche Liebe, die immerfort des Inwendige des Willens schafft und erneuert, und das Innere des Verstandes erleuchtet. Bei denen aber, die in höllischer Liebe sind, ist ein göttliches Feuer oder eine göttliche Liebe, die immerfort verletzend und verwüstend wirkt. Der Grund ist, weil bei diesen die göttliche Liebe in Entgegengesetztes fällt, durch das sie zerstört wird; denn sie wird in das Feuer der Selbst- und Weltliebe verwandelt, somit in Verachtung anderer neben sich, in Feindseligkeit gegen alle, die ihr nicht günstig sind, in Haß, in Rachgier und zuletzt in Wut; daher kommt es nun, daß das Feuer Jehovahs vor den Augen der Söhne Israels als ein fressendes oder verzehrendes erschien; denn sie waren in der Selbst- und Weltliebe, weil im Äußeren ohne das Innere. Daß jenes Feuer für sie ein fressendes und verzehrendes war, erhellt auch anderwärts: 5. Mose 5/20-22: "Es geschah, als ihr die Stimme aus der Mitte der Finsternis hörtet, und der Berg mit Feuer brannte, tratet ihr zu Mir, alle Häupter eurer Stämme, und eure Ältesten, und sprachet: Siehe, es hat uns Jehovah, unser Gott, sehen lassen Seine Herrlichkeit und Seine Größe, und Seine Stimme haben wir gehört aus der Mitte des Feuers; und nun, warum sollen wir sterben? Denn dieses große Feuer wird uns verzehren. Wenn wir die Stimme Jehovahs, unseres Gottes noch ferner hören, so müssen wir sterben": man sehe auch, was Nr. 6832, 8814, 8819 gezeigt wurde; und daß jenes Volk solcherart war, was Nr. 9380 angeführt wurde. Durch das fressende Feuer wird auch anderwärts im Wort die Verwüstung bezeichnet, und es wird dies von den Gottlosen gesagt: Joel 2/2,3: "Es kommt der Tag Jehovahs, der Tag der Finsternis und des Dunkels, der Tag der Wolke und Düsterheit; vor ihm frißt das Feuer, hinter ihm lodert die Flamme; wie der Garten Eden ist das Land vor ihm, aber nach ihm eine Wüste der Verstörung". Jes.30/30: "Jehovah wird hören lassen die Herrlichkeit Seiner Stimme in der Flamme eines fressenden Feuers". Jes.33/14: "Wer wird uns bleiben beim fressenden Feuer; wer wird uns bleiben bei den Glutöfen der Ewigkeit". Jes.29/6: "Heimgesucht wirst du werden von Jehovah mit der Flamme des fressenden Feuers". Hes.23/25: "Deine Nachkommenschaft wird verzehrt werden durch das Feuer". An diesen Stellen bedeutet das fressende Feuer das Feuer, das aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe entspringt; denn dieses Feuer ist es, das den Menschen verzehrt und das die Kirche verwüstet. Dies wurde auch vorgebildet durch das Feuer von Jehovah, das die Söhne Aharons, Nadab und Abihu verzehrte, darum weil sie in ihre Rauchfässer fremdes Feuer taten: 3. Mose 10/1,2; in die Rauchfässer fremdes Feuer tun heißt, einen Gottesdienst aus einer anderen Liebe, als aus der himmlischen, einsetzen. Daß die Selbst- und Weltliebe ein solches Feuer ist, und auch jede Begierde aus ihr, sehe man Nr. 1297, 1861, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324, 7575, 9141. 9435. "Und Mose ging hinein in die Mitte der Wolke", 2. Mose 24/18, bedeutet das Wort im äußeren Sinn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, hier das Wort im äußeren Sinn, weil gesagt wird, er sei in die Mitte der Wolke hineingegangen, und durch die Wolke der äußere Sinn des Wortes bezeichnet wird. Daß Mose das Wort vorbildet, sehe man Nr. 9414; und daß die Wolke den äußeren Sinn desselben bezeichnet: Nr. 9430. Daß Mose am äußersten Ende des Berges sechs Tage blieb, und am siebenten Tag gerufen ward, und in die Wolke hineinging, und auf den Berg stieg, geschah zu dem Zweck, damit er das in der Mitte Befindliche oder das Vermittelnde zwischen dem Volk und dem Herrn vorbildete, gemäß dem, was Nr. 9414 gesagt wurde. Es werden somit die Stufen des Hinaufsteigens vom Volk zum Herrn beschrieben. Als er endlich auf den Berg kam, bildete er zuerst das äußere Heilige des Wortes vor, welches das Vermittelnde ist; denn jener Berg bedeutet den Himmel, wo das Heilige ist. Aber dennoch durfte er nicht weiter herzutreten, als zur ersten Schwelle des Himmels, wo das äußere Heilige des Wortes aufhört. Wie weit er zugelassen wurde, ward mir vorbildlich gezeigt durch einen Geist, der mit dem oberen Teil des Angesichts bis zum Kinn im Lichte des Himmels erschien, aber mit dem unteren Teil vom Kinn an und zugleich mit dem ganzen Leib in einer Wolke war. Hieraus wurde klar, wieviel er vorbildete vom äußeren Heiligen, welches das Vermittelnde ist. Daß die sechs Tage, während derer Mose am äußersten Ende des Berges blieb, den Zustand des Wahren, und der siebente, an dem er auf den Berg stieg, den Zustand des Guten bezeichneten, gemäß dem, was Nr. 9431, 9432 erklärt wurde, beruht darauf, daß dieselben Stufen des Aufsteigens von der Welt zum Himmel bestehen für diejenigen, die wiedergeboren werden vom Herrn; denn der Mensch wird erhoben vom Äußeren zum Inneren, weil vom natürlichen Menschen, der im Äußeren ist, zum geistigen, der im Inneren ist. Eine solche Erhebung oder Aufsteigung wurde auch durch Mose vorgebildet, als er die Vorbildung des äußeren Heiligen, welches das Vermittelnde ist, darstellte, denn das äußere Heilige des Wortes ist der Eingang in den Zustand des Guten, somit zum Himmel. 9436. "Und stieg auf den Berg", 2. Mose 24/18, bedeutet die Erhebung zum Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufsteigen, sofern es die Erhebung zum Inneren bezeichnet, wovon Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817, 6007; und aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel bezeichnet, wo das göttlich Wahre im Lichte ist, wovon Nr. 6427, 9420. 9437. "Und Mose war auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte", 2. Mose 24/18, bedeutet das Völlige in Ansehung der Unterweisung und des Einflusses. Dies erhellt aus der Bedeutung von vierzig, sofern es das Völlige bezeichnet. Daß vierzig das Völlige bedeutet, kommt daher, weil vier das Volle ausdrückt: Nr. 9103, ebenso zehn: Nr. 3107, 4638. Und die Zahl Vierzig entsteht, wenn man vier mit zehn multipliziert, denn die multiplizierten Zahlen bedeuten das gleiche wie die einfachen, mit denen sie multipliziert sind: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. Daß alle Zahlen im Wort Sachen bedeuten, sehe man Nr. 575, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265. Daher kommt es denn, daß Mose auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte war. Daß vierzig hier das Völlige in Ansehung der Unterweisung und des Einflusses bedeutet, erhellt aus den folgenden Kapiteln: 2. Mose 25-32, wo das erwähnt wird, worin er unterwiesen wurde, was sich auf die Lade, auf Aharon, auf die Urim und Thummim, auf die Opfer bezog. Daß es auch das Völlige in Ansehung des Einflusses bedeutet, beruht darauf, daß von dieser Zeit an Mose anfing, das äußere Heilige des Wortes vorzubilden, welches das Vermittelnde ist zwischen dem Herrn und zwischen dem Volk, und daß die Vermittlung geschieht durch den Einfluß durch jenes Heilige in das Vorbildliche, in dem das Volk war: Nr. 9419. Weil vierzig das Völlige bedeutete, darum blieb Mose auf dem Berg Sinai nicht nur dieses Mal, sondern auch ein anderes Mal "vierzig Tage und vierzig Nächte": 2. Mose 34/28; 5. Mose 9/18,25; 10/10; und darum zogen die Söhne Israels vierzig Jahre in der Wüste umher, wie gesagt wird: "bis daß jenes ganze Geschlecht dahin war": 4. Mose 14/33,34; 32/13. Und darum wurde auch von Jonas den Niniviten gesagt: "die Stadt werde nach vierzig Tagen zerstört werden": Jona.3/4. Und darum wurde auch dem Propheten befohlen, "auf der rechten Seite zu liegen, und die Missetat des Hauses Juda zu tragen vierzig Tage": Hes.4/6. Darum wird auch von Ägypten gesagt, es solle in völlige Verödung dahingegeben werden vierzig Jahre, und nach diesen versammelt werden aus den Völkern": Hes.29/11-13. Und darum hat es auf der Erde geregnet, daß sie durch die Sündflut überschwemmt wurde, vierzig Tage und vierzig Nächte: 1. Mose 7/4,12,17. Hieraus wird klar, warum bestimmt wurde, daß "der Gottlose mit vierzig Streichen geschlagen werden soll", 5. Mose 25/3: vierzig Streiche deuteten nämlich eine Strafe im vollen Maß. Hieraus erhellt auch, was verstanden wird in der Weissagung der Debora und des Barak, daß "kein Schild und kein Speer gesehen worden sei bei den Vierzigtausenden Israels": Richt.5/8: bei den Vierzigtausenden Israels, ist soviel als bei allen. Auch erhellt hieraus, warum der Tempel von Salomo gebaut wurde vierzig Ellen lang: 1.Kön.6/17; ebenso der neue Tempel, von dem bei Hes.41/2; denn durch den Tempel wird im höchsten Sinn der Herr bezeichnet, im inneren der Himmel und die Kirche, und somit durch vierzig das Vollständige in Ansehung der Vorbildung; ebenso anderwärts.   Nr. 9438 - 9454 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 25. Kapitel 1. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 2. Rede zu den Söhnen Israels, daß sie für Mich nehmen eine Gabe; von einem jeden, den sein Herz freiwillig antreibt, sollt ihr nehmen eine Gabe. 3. Und das ist die Gabe, die ihr nehmen sollt von ihnen: Gold und Silber und Erz. 4. Und Blau und Purpur, und Scharlach, zweimal gefärbt, und Lein von Byssus und Ziegenwolle. 5. Und Felle von roten Widdern, und Dachsfelle, und Schittimholz. 6. Öl für den Leuchter, Spezereien zu Salböl, und zum Rauchwerk der Spezereien. 7. Onychsteine, und Steine der Füllungen (gefaßte Steine) für das Ephod, und für das Brustschildlein. 8. Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, daß Ich wohne in ihrer Mitte. 9. Nach allem wie Ich dir zeige das Bild der Wohnung, und das Bild aller ihrer Geräte, also sollt ihr es machen. 10. Und sie sollen machen eine Lade von Schittimholz, zwei Ellen und eine halbe ihre Länge, und eine Elle und eine halbe ihre Breite, und eine Elle und eine halbe ihre Höhe. 11. Und du sollst sie überziehen mit reinem Gold, von innen und von außen sollst du sie überziehen, und auf ihr einen goldenen Kranz (Leiste) ringsumher machen. 12. Und sollst daran vier goldene Ringe gießen, und sie an ihre vier Ecken setzen; und zwei Ringe (sollen sein) auf ihrer einen Seite, und zwei Ringe auf ihrer anderen Seite. 13. Mache auch Stangen von Schittimholz, und überziehe sie mit Gold. 14. Und stecke die Stangen in die Ringe auf den Seiten der Lade, die Lade damit zu tragen. 15. In den Ringen der Lade sollen die Stangen sein, sie sollen nicht davon entfernt werden. 16. Und in die Lade sollst du das Zeugnis legen, das Ich dir geben werde. 17. Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen, von reinem Gold, zwei Ellen und eine halbe seine Länge, und eine Elle und eine halbe seine Breite. 18. Und sollst zwei Cherubim machen; von dichtem (getriebenem) Gold sollst du sie machen, an den beiden Enden des Gnadenstuhls. 19. Und mache einen Cherub an dem einen Ende und einen Cherub am anderen Ende; an dem Gnadenstuhl sollt ihr die Cherubim machen auf seinen zwei Enden. 20. Und die Cherubim sollen ihre Flügel darüberhin ausbreiten, überdeckend mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl, und ihre Angesichte einander gegenüber; zum Gnadenstuhl sollen die Angesichter der Cherubim gerichtet sein. 21. Und den Gnadenstuhl sollst du oben auf die Lade tun, und in die Lade das Zeugnis legen, das Ich dir geben werde. 22. Und Ich will daselbst mit dir zusammenkommen, und mit dir reden vom Gnadenstuhl herab, zwischen den zwei Cherubim hervor, die auf der Lade des Zeugnisses sind, alles was Ich dir gebieten werde an die Söhne Israels. 23. Und sollst einen Tisch von Schittimholz machen, zwei Ellen seine Länge, und eine Elle seine Breite, und eine Elle und eine halbe seine Höhe. 24. Und sollst ihn überziehen mit reinem Golde, und rings um ihn einen Kranz von Gold machen. 25. Und sollst eine Randleiste um ihn machen, eine Hand breit; und auch einen Kranz von Gold für seine Randleiste sollst du ringsumher machen. 26. Und sollst ihm vier goldene Ringe machen, und die Ringe auf die vier Ecken tun, die an seinen vier Füßen (sind). 27. Nahe an der Randleiste sollen die Ringe sein als Behälter für die Stangen, um den Tisch zu tragen. 28. Und sollst die Stangen von Schittimholz machen, und sie mit Gold überziehen, daß mit ihnen der Tisch getragen werde. 29. Auch sollst du machen seine Schüsseln, und seine Becher, und seine Kannen, und seine Schalen, womit er bedeckt wird (richtiger: womit ausgegossen wird, nämlich das Trankopfer. Anm.d.Übersetzers); von reinem Gold sollst du sie machen. 30. Und sollst auf den Tisch das Brot des Angesichts (Schaubrote) vor Mein Angesicht legen allezeit. 31. Und sollst einen Leuchter machen von reinem Golde, dicht (nach anderen: von getriebener Arbeit) soll der Leuchter gemacht werden, sein Schaft und sein Rohr, seine Kelche, seine Granatäpfel (kugelförmige Knäufe) und seine Blumen sollen aus ihm hervorgehen. 32. Und sechs Röhren sollen hervorgehen aus seinen Seiten, drei Röhren des Leuchters aus der einen Seite, und drei Röhren des Leuchters aus der anderen Seite desselben. 33. Drei Kelche in der Form von Mandelblüten an dem einen Rohr, ein Granatapfel und eine Blume, und drei Kelche in der Form von Mandelblüten an dem anderen Rohr, ein Granatapfel und eine Blume; an den sechs Röhren, die aus dem Leuchter hervorgehen. 34. Und an dem Leuchter vier mandelblütenförmige Kelche, seine Granatäpfel und seine Blumen. 35. Und ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, und (wiederum) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, und (nochmals) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, für die sechs Röhren, die aus dem Leuchter hervorgehen. 36. Ihre Granatäpfel und ihre Röhren sollen aus ihm sein, alles an ihm, dicht (und) eins von reinem Gold, (alles einerlei getriebene Arbeit von reinem Golde). 37. Und sollst ihm sieben Lampen machen; daß man seine Lampen aufgehen lasse, und daß es leuchte gegenüber von seinem Angesichte. 38. Und seine Lichtscheren, und seine Löschnäpfe von reinem Gold. 39. Aus einem Talent reinen Goldes sollst du ihn machen mit allen diesen Geräten. 40. Und siehe zu, und mache diese Dinge nach ihrem Bilde, das du hast sehen dürfen auf dem Berge.   Inhalt 9455. In diesem Kapitel wird beschrieben die Beisteuer zum Zelt, zu den Tischen darin, ferner zu den Kleidern Aharons, wie auch die Anfertigung der Lade, des Tisches für die Brote, und des Leuchters, durch welche die Himmel, wo der Herr wohnt, vorgebildet werden sollte, sowie alles Himmlische und Geistige, das vom Herrn daselbst war. Durch die Wohnung der Himmel selbst, durch die Lade daselbst der innerste Himmel, durch das Zeugnis oder Gesetz in der Lade der Herr, durch die Brote des Angesichtes auf dem Tisch und durch den Leuchter das Himmlische, und durch die Kleider Aharons das Geistige, das vom Herrn in den Himmeln ist.   Innerer Sinn 9456. Vers 1,2: Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Rede zu den Söhnen Israels, daß sie für Mich nehmen eine Gabe; von einem jeden, den sein Herz freiwillig antreibt, sollt ihr nehmen eine Gabe. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach" bedeutet die Unterweisung über die heiligen Dinge des Himmels, die vorgebildet werden sollen; "rede zu den Söhnen Israels" bedeutet die vorbildliche Kirche; "daß sie für Mich nehmen eine Gabe" bedeutet das Innere des Gottes-dienstes, das vorgebildet werden sollte, und was dazu erforderlich ist; "von einem jeden, den sein Herz freiwillig antreibt" bedeutet, alles aus Liebe, somit aus Freiheit; "sollt ihr nehmen eine Gabe" bedeutet, was erforderlich ist zum Gottesdienst. 9457. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach", 2. Mose 25/1, bedeutet die Unterweisung über die heiligen Dinge des Himmels, die vorgebildet werden sollten. Dies erhellt aus dem Folgenden; denn was Jehovah zu Mose geredet hat, betrifft die heiligen Dinge des Himmels, die vorgebildet werden sollten; denn es wurde beim israelitischen Volk eine Kirche errichtet, in der in äußerer Form vorbildlich die himmlischen Dinge, die dem Guten der Liebe angehören, und die geistigen Dinge, die dem Guten und Wahren des Glaubens angehören, dargestellt werden sollten, wie sie im Himmel sind und wie sie in der Kirche sein sollen. Hieraus erhellt, daß durch "Jehovah redete" bezeichnet wird, die Unterweisung über die heiligen Dinge des Himmels, die vorgebildet werden sollten. Weil das, was folgt, Vorbilder himmlischer und geistiger Dinge sind, die vom Herrn in den Himmeln sind, so soll gesagt werden, was die vorbildliche Kirche und ihr Zweck ist. Es sind drei Himmel: der innerste oder dritte, der mittlere oder zweite, und der letzte oder erste. Im innersten Himmel regiert das Gute der Liebe zum Herrn, im mittleren Himmel regiert das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, im letzten wird dasjenige vorgebildet, was im mittleren und innersten Himmel gedacht und gesagt wird und existiert. Die Vorbilder in demselben sind unzählig, z.B. Paradiese, Gärten, Wälder, Felder, Auen, sodann Städte, Paläste, Häuser, wie auch Schaf- und Rinderherden, sodann allerlei Gattungen von Tieren und Vögeln, und noch außerdem unzählig viele Dinge. Diese erscheinen daselbst vor den Augen der Engelsgeister klarer, als dergleichen Dinge im Mittagslicht auf Erden, und merkwürdiger Weise wird auch wahrgenommen, was sie bedeuten. Solche Dinge erschienen auch den Propheten, als ihr inneres Gesicht, welches das Gesicht des Geistes ist, geöffnet war: z.B. Pferde dem Sach.6/1-9. Tiere, die Cherube waren, und hernach der neue Tempel mit all seinem Zubehör: Hes.1/9,10,40-48; ein Leuchter, Throne, Tiere, die ebenfalls Cherube waren, Pferde, das neue Jerusalem und mehreres andere dem Johannes, wovon in der Offenbarung. Ebenso feurige Rosse und Wagen dem Knaben des Elisa: 2.Kön.6/17. Dergleichen Dinge erscheinen fortwährend im Himmel vor den Augen der Geister und Engel, und sind natürliche Formen, in welche die inneren Dinge des Himmels auslaufen, und worin sie sich ausgestalten, und sich vor den Augen selbst sichtbar darstellen. Das sind die Vorbildungen. Eine vorbildliche Kirche ist daher vorhanden, wenn die inneren heiligen Dinge, die der Liebe und dem Glauben vom Herrn und an den Herrn angehören, durch sichtbare Formen in der Welt dargestellt werden, wie in diesem Kapitel und in den folgenden durch die Lade, den Gnadenstuhl, die Cherube, durch die Tische daselbst, durch den Leuchter und durch die übrigen Dinge der Hütte. Denn jene Hütte wurde so konstruiert, daß sie die drei Himmel und alles darin vorbildete; und zwar die Lade mit dem Zeugnis darin den innersten Himmel und den Herrn selbst in diesem. Deshalb wurde ihre Form dem Mose auf dem Berg gezeigt, wo dann Jehovah sagte: "Sie sollten ihm ein Heiligtum machen, auf daß Er in ihrer Mitte wohne": 2. Mose 25/8. Ein jeder, der einigermaßen für ein innerliches Denken befähigt ist, kann merken, daß Jehovah nicht in einem Zelt wohnen konnte, sondern im Himmel; und daß jenes Zelt nicht ein Heiligtum heißen kann, wenn es nicht den Himmel und die himmlischen und geistigen Dinge daselbst darstellt. Ein jeder möge bei sich denken, was wäre es für Jehovah, den Schöpfer des Himmels und der Erde, zu wohnen in einer kleinen Wohnung, gemacht aus Holz, überzogen mit Gold und ringsumher bedeckt mit Teppichen, wenn nicht der Himmel und was zum Himmel gehört, in demselben seiner Form nach vorgebildet worden wäre? Denn was in seiner Form vorgebildet wird, das erscheint zwar ebenso im letzten oder ersten Himmel vor den Geistern daselbst, aber in den oberen Himmeln hat man ein Innewerden dessen, was vorgebildet wird, das Himmlisches der Liebe zum Herrn und Geistiges des Glaubens an den Herrn ist. Solches war es, das den Himmel erfüllte, wenn Mose und das Volk im heiligen Äußeren waren, und jenes als die Wohnung Jehovahs selbst anbeteten. Hieraus wird klar, was das Vorbildliche ist, wie auch, daß dadurch der Himmel beim Menschen, somit der Herr gegenwärtig war. Daher wurde, als die alte Kirche aufhörte, beim israelitischen Volk eine vorbildliche Kirche errichtet, damit durch solche Dinge eine Verbindung des Himmels, und somit des Herrn mit dem Menschengeschlecht bestünde, denn ohne die Verbindung des Herrn durch den Himmel würde der Mensch zugrunde gehen, denn der Mensch hat durch diese Verbindung sein Leben. Jene Vorbilder waren aber nur äußere Mittel der Verbindung, mit denen der Herr auf wunderbare Weise den Himmel verband: Nr. 4311. Als aber auch die durch sie bewirkte Verbindung zugrunde ging, da kam der Herr in die Welt, und schloß das Innere selbst auf, das vorgebildet wurde, und dieses gehört der Liebe und dem Glauben an Ihn an. Dieses verbindet jetzt. Gleichwohl aber ist das einzige Mittel der Verbindung heutzutage das Wort, denn dieses ist so geschrieben, daß alles und jedes darin entspricht, und daher die göttlichen Dinge, die in den Himmeln sind, vorbildet und bezeichnet. 9458. "Rede zu den Söhnen Israels", 2. Mose 25/2, bedeutet die vorbildliche Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche darstellen, insbesondere die geistige Kirche, wovon Nr. 8805, 9340; hier aber die vorbildliche Kirche, weil von solchen Dingen gehandelt wird, die das Heilige der Kirche und des Himmels vorbilden sollten, z.B. von der Lade, dem Gnadenstuhl den Cheruben, dem Tisch, worauf die Schaubrote waren, vom Leuchter, und im Folgenden von der Hütte, den Kleidern Aharons, vom Altar und den Opfern, das alles Vorbilder waren. Daß durch die Söhne Israels die geistige Kirche bezeichnet wird, hat den Grund, weil diese durch dieselbe vorgebildet wurde. Daß aber bei jenem Volk nicht die vorbildliche Kirche (selbst) errichtet werden konnte, sondern nur das Vorbild einer Kirche, sehe man Nr. 4281 4288, 4311, 4444, 4500, 6304, 7048, 9320. HG. 9459 9459. "Daß sie für Mich nehmen eine Gabe", 2. Mose 25/2, bedeutet das Innere des Gottesdienstes, das vorgebildet werden sollte, und was dazu erforderlich ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gabe, sofern sie das zum Gottesdienst Erforderliche bezeichnet, hier das Innere, das vorgebildet werden sollte. Denn solches wird bezeichnet durch das, was gesammelt wurde zum Zelt, zu den Tischen und zum Leuchter, sodann zu den Kleidern Aharons, und zwar Gold, Silber, Erz, Blau, Purpur, Scharlach, Leinwand von Byssus, Ziegenwolle und anderes mehr, wie aus der Bedeutung dieser Dinge erhellt, wovon im Folgenden. 9460. "Von einem jeden, den sein Herz freiwillig antreibt", 2. Mose 25/2, bedeutet, alles aus Liebe, somit aus Freiheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den sein Herz freiwillig antreibt", sofern es heißt, aus Freiheit. Daß es aus Liebe ist, kommt daher, weil alles Freiwillige Sache der Liebe ist, denn was der Mensch aus Liebe tut, das tut er aus freiem (Willen). Daß das Herz der Liebe, weil dem Willen, angehört, sehe man Nr. 7542, 8910, 9050, 9113, 9300; und daß alles Freiwillige Sache der Liebe oder Neigung ist: Nr. 2870-2893, 3158, 9096; und daß daher der Gottesdienst aus freiem (Willen) geschehen müsse: Nr. 1947, 2880, 2881, 7349. 9461. "Sollt ihr nehmen eine Gabe", 2. Mose 25/2, bedeutet, was erforderlich ist zum Gottesdienst. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Gabe, sofern sie das Innere des Gottesdienstes bezeichnet, das vorgebildet werden sollte, und was erforderlich ist, wovon Nr. 9459. 9462. Vers 3-7: Und das ist die Gabe, die ihr nehmen sollt von ihnen: Gold und Silber und Erz. Und Blau und Purpur, und Scharlach, zweimal gefärbt, und Lein von Byssus und Ziegenwolle. Und Felle von roten Widdern, und Dachsfelle, und Schittimholz. Öl für den Leuchter, Spezereien zu Salböl, und zum Rauchwerk der Spezereien. Onychsteine, und Steine der Füllungen (gefaßte Steine) für das Ephod und für das Brustschildlein. "Und das ist die Gabe, die ihr nehmen sollt von ihnen" bedeutet, dieses Erforderliche müsse durchaus vorhanden sein; "Gold und Silber" bedeutet das innere Gute und Wahre überhaupt; "und Erz" bedeutet das äußere Gute; "und Blau" bedeutet die himmlische Liebe zum Wahren; "und Purpur" bedeutet die himmlische Liebe zum Guten; "und Scharlach, zweimal gefärbt" bedeutet die gegenseitige Liebe; "und Lein von Byssus" bedeutet das Wahre daher; "und Ziegenwolle" bedeutet das Gute daher; "und Felle von roten Widdern, und Dachsfelle" bedeutet das äußere Wahre und Gute, worin es enthalten ist; "und Schittimholz" bedeutet das Gute des Verdienstes, das vom Herrn ist, und somit das dem Herrn allein angehört; "Öl für den Leuchter" bedeutet das innere Gute, das in der gegenseitigen Liebe und Liebtätigkeit ist; "Spezereien zu Salböl" bedeutet die inneren Wahrheiten, die dem einweihenden Guten angehören; "und zum Rauchwerk der Spezereien" bedeutet, zum wohlgefälligen Innewerden; "Onychsteine, und Steine der Füllungen" bedeutet das geistige Wahre und Gute überhaupt; "für das Ephod und für das Brustschildlein" bedeutet das dem äußeren und inneren Himmlischen zur Decke dient. 9463. "Und das ist die Gabe, die ihr nehmen sollt von ihnen", 2. Mose 25/3, bedeutet, dieses Erforderliche müsse durchaus vorhanden sein. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gabe, sofern sie das Erforderliche bezeichnet, wie Nr. 9459, 9461; daß dieses durchaus da sein muß, hat den Grund, weil es hier zum drittenmal gesagt wird, und die Wiederholung schließt die Notwendigkeit in sich. 9464. "Gold und Silber", 2. Mose 25/3, bedeutet das innere Gute und Wahre überhaupt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute, und des Silbers, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 113, 1551, 1552, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 8932. Daß es das innere Gute und Wahre bedeutet, hat den Grund, weil durch das Erz, das folgt, das äußere Gute bezeichnet wird. 9465. "Und Erz", 2. Mose 25/3, bedeutet das äußere Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erzes, sofern es das natürliche Gute, oder, was gleich ist, das äußere Gute bezeichnet, wovon Nr. 425, 1551. Das äußere Gute ist das Gute des äußeren oder natürlichen Menschen, das innere Gute aber ist das Gute des inwendigen oder geistigen Menschen. 9466. "Und Blau", 2. Mose 25/4, bedeutet die himmlische Liebe zum Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von Blau, sofern es die himmlische Liebe zum Wahren bezeichnet. Daß Blau dieses bedeutet, hat den Grund, weil es eine himmlische Farbe ist, und durch diese Farbe das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet wird, welches das Wahre aus dem Guten der Liebe zum Herrn ist. Dieses Gute regiert im innersten Himmel, und stellt im mittleren oder zweiten Himmel die purpurrote und das Wahre daher die blaue Farbe dar. Das Gute selbst die Purpurfarbe, und das Wahre daher die blaue Farbe; denn im anderen Leben und im Himmel selbst erscheinen die schönsten Farben, und alle haben ihren Ursprung aus dem Guten und Wahren. Die Sphäre der Neigungen zum Guten und Wahren stellt sich auch wirklich sinnlich wahrnehmbar dar vor den Augen der Geister und Engel durch Farben, und die Einzelheiten durch verschieden gefärbte Gegenstände; auch den Nasen (stellt sie sich dar) durch Gerüche. Alles Himmlische, das dem Guten, und alles Geistige, das dem Wahren angehört, wird in den unteren Himmeln durch solches vorgebildet, was in der Natur erscheint, und dadurch selbst von den äußeren Sinnen der Geister und Engel daselbst. Daß die Sphären der Neigung zum Guten und Wahren durch Farben sichtbar dargestellt werden, hat den Grund, weil die Farben Modifikationen des himmlischen Lichtes, somit der Einsicht und Weisheit sind; man sehe Nr. 4530, 4677, 4742, 4922. Daher nun kommt es, daß unter den Dingen, die zur Stiftshütte und zu den Kleidern Aharons gesammelt wurden, Blau, Purpur, zweimal gefärbter Scharlach und Felle von roten Widdern waren, denn durch die Stiftshütte wurde der Himmel des Herrn vorgebildet, und durch das, woraus sie verfertigt und zusammengesetzt wurde, wurde das Himmlische und Geistige vorgebildet, was dem Guten und Wahren angehört, ebenso durch die Kleider Aharons: Nr. 9457. Daher kommt es, daß der Vorhang, hinter dem die Lade des Zeugnisses war, aus Blau, Purpur, zweimal gefärbtem Scharlach und Byssus gewirkt war: 2. Mose 26/31, ebenso die Decke für die Türe des Zeltes: 2. Mose 26/36; wie auch die Decke des Tores des Vorhofs: 2. Mose 27/16. Ferner, daß die Schleifen am Saum des Teppichs von blauem Zeug waren: 2. Mose 26/4. Daher kam es auch, daß das Ephod aus Gold, Blau, Purpur, zweimal gefärbtem Scharlach und Byssus, ineinander gewirkt war, wie auch das Brustschildlein des Gerichts: 2. Mose 28/6,15. Durch Blau wird die himmlische Liebe zum Wahren bezeichnet, und durch Kleider aus Blau die Erkenntnisse des Wahren aus dieser Liebe: Hes.27/7,24: "Byssus in Stickerei aus Ägypten war deine Ausbreitung, daß es dir zum Zeichen wäre; Blau und Purpur aus den Inseln Elisa war deine Decke; deine Händler mit Vollkommenheiten, mit Ballen von Blau und Stickerei, und mit Schätzen kostbarer Kleider": hier von Tyrus, durch das die Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet werden: Nr. 1201. Die Wissenschaft und Einsicht daher wird beschrieben durch Stickerei aus Ägypten und durch Blau und Purpur aus den Inseln Elisa. Stickerei aus Ägypten bedeutet das Wißtümliche des Wahren; Blau und Purpur aus den Inseln Elisa bedeutet die Einsicht des Wahren und Guten. Hes.23/6: "Zwei Weiber, Töchter einer Mutter, haben in der Jugend gehurt in Ägypten, Ohola und Oholiba; Ohola hat gehuret unter Mir, und lieb gehabt die benachbarten Assyrer, die gekleidet waren in Blau, Statthalter und Landpfleger, Ritter, die auf Rossen reiten": Ohola (steht) für Samaria und Oholiba für Jerusalem; Samaria bedeutet hier die geistige verkehrte Kirche. Huren in Ägypten heißt, die Wahrheiten verfälschen durch Wißtümliches; die benachbarten Assyrer lieb haben, bedeutet die Vernünfteleien daher lieben. Gekleidet in Blau, bezeichnet die Scheinbarkeiten des Wahren aus dem Guten, weil dieses aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes verkehrt gedeutet worden. Jerem.10/9: "Geschlagenes Silber wird aus Tharsis hergebracht und Gold aus Uphas, das Werk des Schmieds und der Hände des Schmelzers; Blau und Purpur ist ihr Kleid, ganz das Werk der Weisen": hier von den Götzen des Hauses Israel, durch die falsche Lehren bezeichnet werden, die begründet wurden aus dem falsch gedeuteten äußeren Sinn des Wortes: Nr. 9424. Werk des Schmiedes und der Hände des Schmelzers, wie auch "ganz das Werk der Weisen" bedeutet, aus eigener Einsicht. Silber aus Tharsis und Gold aus Uphas bedeutet das scheinbar Wahre und Gute in äußerer Form, weil aus dem Wort. Ebenso Blau und Purpur, woraus das Kleid war. Joh.Offenb.9/17: "Ich sah Rosse im Gesicht, und die darauf saßen hatten feurige und blaue und schwefelfarbige Panzer; von diesen wurde der dritte Teil der Menschen getötet": Rosse und die darauf sitzen, bedeutet das umgekehrte und verkehrte Verständnis des Wortes. Feurige, blaue und schwefelfarbige Panzer bedeutet die Verteidigung des Falschen, das aus dem Bösen, teuflischer Liebestriebe stammt; daher bedeutet hier Feuer die höllische Liebe des Bösen, und Blau die höllische Liebe des Falschen, somit im entgegengesetzten Sinn; denn die meisten Ausdrücke im Wort haben auch einen entgegengesetzten Sinn. 9467. "Und Purpur", 2. Mose 25/4, bedeutet die himmlische Liebe zum Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Purpur, sofern er die himmlische Liebe zum Guten bezeichnet. Der Grund, warum diese durch Purpur bezeichnet wird, ist der, weil durch die rote Farbe das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet wird. Es gibt nämlich zwei Grundfarben, von denen die übrigen herkommen: die rote Farbe und die weiße Farbe. Die rote Farbe bedeutet das Gute, das der Liebe angehört, und die weiße Farbe das Wahre, das dem Glauben angehört. Daß die rote Farbe das Gute bedeutet, das der Liebe angehört, hat den Grund, weil sie vom Feuer herkommt, und Feuer das Gute der Liebe bedeutet. Und daß die weiße Farbe das Wahre bedeutet, das dem Glauben angehört, hat den Grund, weil sie vom Licht herkommt, und Licht das Wahre des Glaubens bezeichnet. Daß Feuer das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 9434; und daß Licht das Wahre des Glaubens ist: Nr. 2776, 3195, 3636, 3643, 3993, 4302, 4413, 4415, 5400, 8644, 8707, 8861, 9399, 9407. Daß das Rot das Gute der Liebe ist: Nr. 3300; und daß das Weiße das Wahre des Glaubens ist: Nr. 3993, 4007, 5319. Hieraus erhellt, was die übrigen Farben bedeuten, denn so viel sie vom Rot haben, so viel bedeuten sie das Gute, das der Liebe angehört, und so viel vom Weiß, so viel das Wahre, das dem Glauben angehört. Alle Farben, die im Himmel erscheinen, sind nämlich Modifikationen des himmlischen Lichts und der himmlischen Flamme auf jenen beiden Grundlagen, denn das himmlische Licht ist ein reales (wirkliches), und ist an sich das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre. Deshalb bedeuten die Modifikationen dieses Lichts und dieser Flamme verschiedene Gestaltungen des Wahren und Guten, somit der Einsicht und Weisheit. Aus diesem kann erhellen, woher es kommt, daß die Vorhänge und Teppiche des Zeltes, sodann die Kleider Aharons aus Blau, Purpur, zweimal gefärbtem Scharlach und Byssus gewirkt wurden, weil nämlich durch dieses das Himmlische, das dem Guten, und das Geistige, das dem Wahren angehört, vorgebildet werden sollte, wovon im Folgenden. Das Gute aus himmlischem Ursprung wird auch durch Purpur bezeichnet bei Hes.27/7: "Byssus in Stickerei aus Ägypten war deine Ausbreitung, Blau und Purpur aus den Inseln Elisa war deine Decke": hier von Tyrus, durch das die Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet werden; Blau und Purpur als Decke, bedeutet die Erkenntnisse des Wahren und Guten aus himmlischem Ursprung. Das gleiche wird durch Purpur und Byssus bezeichnet bei Luk.16/19: "Es war ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und in Byssus, und lebte täglich herrlich und in Freuden": unter dem reichen Mann wird im inneren Sinn verstanden die jüdische Völkerschaft und die Kirche bei ihr, die reich hieß wegen der in ihr vorhandenen Erkenntnisse des Guten und Wahren aus dem Wort; Kleider aus Purpur und Byssus sind diese Erkenntnisse; aus Purpur die Erkenntnisse des Guten, aus Byssus die Erkenntnisse des Wahren, beide aus himmlischem Ursprung, weil aus dem Göttlichen. Das gleiche wird auch durch Purpur bezeichnet in der Offenbarung Joh.17/3,4: "Ein Weib, welches saß auf einem scharlachroten Tier, gekleidet in Purpur und Scharlach": hier von Babylon, durch das die Kirche bezeichnet wird, wo Heiliges des Wortes zu unheiligen Zwecken verwendet wird, die auf Herrschaft im Himmel und auf Erden gehen, und somit aus höllischer Selbst- und Weltliebe (stammen). 9468. "Und Scharlach, zweimal gefärbt", 2. Mose 25/4, bedeutet die gegenseitige Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von Scharlach und zweimal gefärbt, sofern es das himmlische Wahre bezeichnet, welches das gleiche ist, wie das Gute der gegenseitigen Liebe. Es sind zwei Reiche, in denen der Engelshimmel unterschieden ist, das himmlische Reich und das geistige Reich; in beiden ist ein Inneres und ein Äußeres. Das Innere im himmlischen Reich ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das Äußere ist das Gute der gegenseitigen Liebe. Dieses Gute ist es, was durch Scharlach zweimal gefärbt bezeichnet wird. Durch Scharlach das Gute selbst und durch zweimal gefärbt sein Wahres. Im geistigen Reich aber ist das Innere das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und das Äußere ist das Gute des Gehorsams aus dem Glauben. Daß Scharlach zweimal gefärbt das Gute der gegenseitigen Liebe und sein Wahres bedeutet, kommt von seiner Erscheinung im anderen Leben her, denn wenn die Sphäre dieses Guten und Wahren im untersten Himmel sichtbar dargestellt wird, dann erscheint sie in scharlachroter Farbe, denn was vom himmlischen Himmel herabkommt und unten erscheint, das bekommt Farbe vom Flammenden, und wird unten Scharlachrot vom weißen Lichtglanz des mittleren Himmels, durch den es hindurchgeht. Daher kommt es, daß der zweimal gefärbte Scharlach unter anderen Farben gebraucht wurde "bei den Teppichen der Wohnung": 2. Mose 16/1 "beim Vorhang vor der Lade": 2. Mose 26/31 "bei der Decke für die Türe des Zeltes": 2. Mose 26/36 "bei der Decke für das Tor des Vorhofs": 2. Mose 27/16 "beim Ephod": 2. Mose 28/6 "beim Gürtel": 2. Mose 28/8 "beim Brustschildlein des Gerichts": 2. Mose 28/15 "bei den Säumen des Oberkleides unter dem Ephod": 2. Mose 28/33. Daß der Scharlach, zweimal gefärbt, das Gute der gegenseitigen Liebe bedeutet, welches das äußere Gute des himmlischen Reichs oder der himmlischen Kirche ist, erhellt daraus, daß ein Tuch von Scharlach, zweimal gefärbt, ausgebreitet wurde "auf dem Tisch, wo die Brote der Angesichte waren, und hernach bedeckt wurde mit einer Decke von Dachsfell": 4. Mose 4/8; denn das Innerste, das dem himmlischen Reich oder der himmlischen Kirche angehört, wurde bezeichnet durch das, was auf dem Tisch war, hauptsächlich durch die Brote. Das Äußere aber durch das, was bedeckte. Daher kommt es auch, daß das, was gesammelt worden, in solcher Ordnung aufgezählt wird, nämlich das Innerste zuerst, das Blau und Purpur war, das mehr Äußere an zweiter Stelle, das Scharlach, zweimal gefärbt, Leinwand von Byssus und Ziegenwolle war, und das ganz Äußere zuletzt, das rote Widderfelle und Dachsfelle waren, ebenso im Folgenden überall. Weil das äußere himmlisch Gute und sein Wahres durch Scharlach, zweimal gefärbt, bezeichnet wird, darum wird das Wort in Ansehung des äußeren Sinnes und der daraus entnommenen Lehre dadurch geschildert. Der Grund davon ist, weil das Wort das vom göttlich Guten des vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren ist, und dieses erscheint als flammendes Licht im innersten Himmel, und als weißes Licht im mittleren. So wird das Wort und die Lehre aus dem Wort beschrieben: 2.Sam.1/17,18,24: "David erhob eine Wehklage über Saul und über Jonathan, und machte die Überschrift, zu lehren die Söhne Judas den Bogen. Ihr Töchter Israels weinet über Saul, der euch kleidete mit zweimal gefärbtem (Scharlach) nebst Köstlichem; der Goldschmuck legte auf euer Kleid": kleiden mit zweimal gefärbtem (Scharlach) bedeutet belehren über die Wahrheiten, die dem Guten der gegenseitigen Liebe angehören, somit über Wahrheiten aus himmlischem Ursprung. Es wird in dieser Weissagung gehandelt von der Lehre des Glaubens, die getrennt ist von der Lehre der Liebe und Liebtätigkeit; daß nämlich die Wahrheiten durch jene Trennung ausgelöscht, durch die Lehre der Liebe und Liebtätigkeit aber wieder hergestellt werden; denn durch die Philister, von denen Saul und Jonathan getötet wurden, werden diejenigen bezeichnet, die in der von der Lehre der Liebe und Liebtätigkeit getrennten Lehre des Glaubens sind: Nr. 3412, 3413, 8093, 8096, 8099, 8313; und durch "die Söhne Judas den Bogen lehren" wird bezeichnet die Belehrung derjenigen, die im Guten der Liebe und Liebtätigkeit sind, durch die Wahrheiten der Lehre. Daß die Söhne Judas die bedeuten, die im Guten der Liebe sind, sehe man Nr. 3654, 3881, 5583, 5603, 5782, 5794, 5833, 6363; und daß der Bogen die Lehre des Wahren bedeutet: Nr. 2686, 2709. Jerem.4/30: "Wenn du nun verwüstet bist, was willst du tun? Wenn du dich auch kleidest in zweimal gefärbten (Scharlach), wenn du dich schmückst mit Goldschmuck, so wirst du doch vergeblich dich schön machen": es ist hier von der verwüsteten Kirche die Rede. Sich in zweimal gefärbten (Scharlach) kleiden, und sich mit Goldschmuck schmücken, heißt Wahrheiten der Lehre aus himmlischem Ursprung und Gutes des Lebens lehren, mithin Wahres und Gutes aus dem Wort. Jerem.Klagel.4/5: "Die Leckerbissen aßen, sind verwüstet in den Gassen; die auferzogen wurden auf Scharlach, haben den Kot umarmt": auferzogen werden auf Scharlach, bedeutet, von Kind auf belehrt werden im Guten der gegenseitigen Liebe aus dem Wort. Weil das, was dem Wort im äußeren Sinn angehört, im Himmel scharlachrot erscheint, aus dem oben angegebenen Grund, darum wird von denen, die den äußeren Sinn des Wortes zur Begründung des Falschen aus dem Bösen der Selbst- und Weltliebe anwenden, das somit dem Wahren und Guten der Liebe zum Herrn und der gegenseitigen Liebe entgegengesetzt ist, gesagt, sie seien bekleidet mit Purpur und Scharlach; denn das Äußere, weil es aus dem Worte ist, erscheint so, aber das Innere ist unheilig. Solches wird durch Scharlach bezeichnet bei Joh.Offenb.17/3,4: "Ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachroten Tier, voll Namen der Lästerung; sie war gekleidet in Purpur und Scharlach": hier von Babylon, durch das eine Religion verstanden wird, von der heilige Dinge des Wortes entweiht werden durch Anwendung auf Falsches, das teuflischen Liebestrieben günstig ist, welche sind Triebe der Selbst- und Weltliebe; somit zum Herrschen in den Himmeln und auf Erden. Joh.Offenb.18/16: "Die große Stadt, die bekleidet war mit Byssus und Purpur und Scharlach, übergoldet mit Gold, und mit Edelstein und Perlen". Darum wird auch, Joh.Offenb.18/12 unter der Ware Babylons aufgezählt "Byssus, Purpur, Scharlach". Weil das Äußere des Wortes im Himmel scharlachrot erscheint, und weil aus dem Himmel ein Einfluß stattfindet in das Gedächtnis des Menschen, in dem das, was aus dem Wort ist, in solcher Farbe erscheint, darum wurde Scharlach gebraucht zu Erinnerungen an eine Sache: 4. Mose 15/38,39: "Die Söhne Israels sollen sich Quasten machen auf die Fittiche (Zipfel) der Kleider, und auf die Quaste des Fittichs tun eine blaue Schnur; auf daß sie dadurch gedenken möchten aller Gebote Jehovahs, und sie tun". Aus demselben Grund war es in alten Zeiten, wo Bezeichnungen im Brauch waren, üblich, eine scharlachrote Schnur anzuknüpfen zum Andenken oder zur Erinnerung an eine Sache; wie gelesen wird von Peraz, dem Sohn der Thamar, um dessen Hand "die Wehmutter eine scharlachrote (Schnur) band": 1. Mose 38/28,30; und von der Hure Rahab, die "an das Fenster eine scharlachrote Schnur band, damit die Kundschafter an ihr Versprechen sich erinnern sollten": Jos.2/18,21. Weil der Mensch vom Bösen und Falschen nur abgebracht werden kann durch das Wahre und Gute, das beim Menschen aus dem Wort ist, darum wurde bei den Reinigungen des Aussatzes gebraucht "Zedernholz, Scharlach und Ysop": 3. Mose 14/4-7,49-52; denn der Aussatz bezeichnet das entweihte, somit verfälschte Wahre: Nr. 6963; davon gereinigt werden heißt, abgebracht werden durch Wahres und Gutes, das aus dem Worte ist. Ebenso wurde Scharlach gebraucht "zu den Wassern der Scheidung und Sühnung durch (die Asche) der roten Kuh": 4. Mose 19/6: die Wasser der Scheidung und Sühnung bezeichneten ebenfalls die Reinigung und Abführung von Bösem und Falschem durch Wahres und Gutes aus dem Wort. Wie die meisten Ausdrücke einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch das zweimal gefärbte (Rot) und der Scharlach; und dann bezeichnen sie das Falsche und Böse, das jenem Wahren und Guten entgegengesetzt ist: Jes.1/18: "Wenn auch eure Sünden sind wie zweimal gefärbtes (Rot), werden sie doch weiß werden wie Schnee, wenn sie rot sind wie Scharlach, werden sie wie Wolle sein": damit verhält es sich wie mit dem Roten, mit dem Blut, mit der Flamme, mit dem Feuer, die im echten Sinn Gutes der Liebe und des Glaubens bedeuten, im gegenteiligen Sinn aber das jenem entgegengesetze Böse. 9469. "Und Lein von Byssus", 2. Mose 25/4, bedeutet das Wahre daher, nämlich aus dem Guten, das aus himmlischem Ursprung ist. Daß Lein (oder Linnen) das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 7601, und daß Byssus das Wahre aus dem Göttlichen bezeichnet: Nr. 5319; beides bedeutet das Wahre im natürlichen Menschen. Daß Lein von Byssus das Wahre aus himmlischem Ursprung bedeutet, kommt daher, weil es weiß und weich ist. 9470. "Und Ziegenwolle", 2. Mose 25/4, bedeutet das Gute daher, nämlich aus dem Guten der gegenseitigen Liebe. Daß Ziegenwolle dieses Gute bezeichnet, hat seinen Grund darin, daß die Ziege das Gute der Unschuld im äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet: Nr. 3519, 7840, und die Wolle davon bedeutet das Wahre dieses Guten. Weil aber nicht das Wahre, sondern das Gute bezeichnet wird, darum wird in der Grundsprache nicht gesagt Ziegenwolle, sondern bloß Ziegen, wie auch anderwärts, z.B.: 2. Mose 35/26,27: "Alle weisen Weiber brachten das Gewirkte, Blau, Purpur, zweimal gefärbten Scharlach, Byssus, und die ihr Herz trieb, wirkten Ziegen": Ziegen wirken (steht) für Gewobenes aus Ziegenwolle. Daß aber Wolle das Wahre aus himmlischem Ursprung bedeutet, das an sich das Gute ist, erhellt aus Stellen im Wort, wo sie genannt wird: Hos.2/5,9: "Sie sprach: Ich will meinen Buhlen nachgehen, die geben mein Brot und meine Wasser, meine Wolle, und mein Linnen; darum werde ich wiederkommen, und mein Getreide holen zu seiner Zeit, und entreißen meine Wolle und mein Linnen": hier ist die Rede von der verkehrten Kirche, die hier Mutter heißt; die Buhlen, mit denen sie gehurt hat, sind die, welche Gutes und Wahres verkehren. Brot und Wasser bedeutet das innere Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens. Wolle und Linnen bedeutet das gleiche, aber das äußere. Dan.7/9: "Ich war sehend, bis daß Throne hingeworfen wurden, und der Alte der Tage setzte sich, Sein Kleid war wie Schnee so weiß, und Sein Haupthaar wie reine Wolle": hier ist die Rede von der Verwüstung der Kirche in Ansehung alles Glaubenswahren, und von ihrer Wiederherstellung durch den Herrn. Die völlige Verwüstung wird bezeichnet dadurch, daß Throne hingeworfen wurden, der Alte der Tage ist der Herr in Ansehung des himmlisch Guten, wie es in der Ältesten Kirche war, die eine himmlische Kirche gewesen, und im Wort das Alte genannt wird. Ihr äußeres Wahre wird bezeichnet durch ein Kleid, das wie Schnee so weiß, und ihr äußeres Gutes wird bezeichnet durch das Haupthaar, das wie reine Wolle war. Joh.Offenb.1/13,14: "Inmitten der sieben Leuchter war Einer gleich dem Sohn eines Menschen, Sein Haupt und Haare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee". Solches Wahre, das an sich Gutes ist, weil es die Form des himmlischen Guten ist, wird auch durch Wolle bezeichnet: Hes.27/18: "Damaskus, deine Händlerin in Wein von Chesbon und Wolle von Zachar". Jes.1/18: "Wenn auch eure Sünden wie Karmosin sind, so sollen sie weiß werden wie Schnee; und wenn sie rot sind wie Scharlach, sollen sie wie Wolle werden". Weil durch die Kleider Aharons solches bezeichnet wird, was dem geistigen Reich des Herrn angehört, somit Geistiges, das Sache des Wahren ist, darum waren die Kleider seiner Heiligkeit aus Lein, und nicht aus Wolle; denn Lein bedeutet das geistig Wahre, Wolle aber das himmlisch Wahre, das beziehungsweise das Gute ist. Aus diesem Grund wird bei Hesekiel gesagt: Hes.44/17,18: "Die Priester, Leviten, die Söhne Zadochs, wenn sie eingehen zu den Toren des inneren Vorhofs, sollen leinene Kleider anziehen, und soll keine Wolle auf sie kommen, leinene Turbane sollen auf ihrem Haupt sein, leinene Beinkleider sollen auf ihren Lenden sein". Daß auch die Kleider Aharons nicht aus Wolle, sondern von Lein waren, erhellt aus 3. Mose 16/2,34. Hieraus kann man ersehen, daß Lein das geistig Wahre bedeutet, welches das Wahre des Glaubensguten ist, Wolle aber das himmlisch Wahre, welches das Wahre des Liebeguten ist. Und weil die, welche in diesem Wahren sind, nicht in jenem Wahren sein können, denn sie sind voneinander verschieden, wie das Licht der Sonne und das Licht der Sterne, darum wurde angeordnet, daß "man kein Kleid anziehen soll, das gemengt wäre aus Wolle und Lein": 5. Mose 22/10,11. Daß zwischen dem Himmlischen und Geistigen ein solcher Unterschied besteht, und daß beides in einem Subjekt nicht beisammen sein kann, sehe man in dem, was Nr. 9277 angeführt worden. 9471. "Und Felle von roten Widdern, und Dachsfelle", 2. Mose 25/5, bedeutet das äußere Wahre und Gute, worin es enthalten ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Felle, sofern sie Äußeres bezeichnen, wovon Nr. 3540; aus der Bedeutung der Widder, sofern sie das Geistige bezeichnen, das dem Wahren angehört, wovon Nr. 2830, 4170; aus der Bedeutung von rot, sofern es das Gute bezeichnet, wovon Nr. 3300. Somit bedeuten Felle von roten Widdern das äußere Wahre, das aus dem Guten stammt, und aus der Bedeutung der Dachse, sofern sie Gutes bezeichnen. Daß Dachse dies bedeuten, ergibt sich daraus, daß, wo im Wort vom Wahren, auch vom Guten die Rede ist, wegen der himmlischen Ehe des Wahren und Guten: Nr. 9263, 9314. Weil daher Felle von roten Widdern das äußere Wahre, das aus dem Guten stammt bedeuten, so bedeuten Dachsfelle das Gute selbst. Daß es Wahres und Gutes ist, das jenes enthält, hat den Grund, weil alles Äußere Inneres enthält, was auch hier klar wird aus dem Gebrauch jener Felle, sofern sie zu Decken dienten: die Dachsfelle zu Decken für Heiligeres, als die Widderfelle: 2. Mose 26/14; 4. Mose 6/8,10-12,14. 9472. "Und Schittimholz", 2. Mose 25/5, bedeutet das Gute des Verdienstes, das vom Herrn ist, und somit das dem Herrn allein angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Holzes, sofern es das Gute des Verdienstes bezeichnet, wovon Nr. 1110, 2784, 2812, 4943, 8740. Das Gute des Verdienstes ist das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende Gute, welches das christliche Gute oder das geistig Gute beim Menschen ist. Dieses Gute ist es, durch das der Mensch selig wird; denn das Gute, das anderswoher kommt, ist nicht gut, weil das Göttliche nicht darin ist, somit auch nicht der Himmel, mithin auch kein Heil. Das Schittimholz war das Holz einer sehr vortrefflichen Zeder, und durch Zeder wird das Geistige der Kirche bezeichnet. Daß das Schittimholz eine Zedernart war, erhellt Jes.41/19: "Geben werde Ich in der Wüste die Zeder der Schitta, und die Myrte, und das Holz des Öls": wo Zeder der Schitta für das geistig Gute, Holz des Öls für das himmlisch Gute (steht). Weil das Gute des Verdienstes, das dem Herrn allein angehört, das einzige Gute ist, das im Himmel regiert und das den Himmel macht, darum war dieses Holz das einzige Holz, das gebraucht wurde zur Verfertigung der Stiftshütte, wodurch der Himmel vorgebildet wurde; wie z.B. zur Lade selbst, in der das Zeugnis war, zu deren Stangen, zum Tisch, worauf die Schaubrote, und zu dessen Stangen, zu den Brettern für die Wohnung, zu den Stangen und zu den Säulen der Decke; sodann zum Altar und seinen Stangen, wie erhellt aus 2. Mose 25/10,13,23,28; 26/15,26,37; 27/1,6. 9473. "Öl für den Leuchter", 2. Mose 25/6, bedeutet das innere Gute, das in der gegenseitigen Liebe und Liebtätigkeit ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Öls, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 886, 4582, 4638; und aus der Bedeutung des Leuchters, sofern er die gegenseitige Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet. Daß der Leuchter die gegenseitige Liebe bedeutet, hat seinen Grund in der Flamme, durch die diese Liebe bezeichnet wird; und daß er die Liebtätigkeit bedeutet, hat seinen Grund in der Wärme und im Lichte daher; denn die geistige Wärme ist das Gute der Liebtätigkeit und das geistige Licht ist das Wahre des Glaubens. Mit wenigen Worten soll hier gesagt werden, was das innere Gute in der gegenseitigen Liebe und in der Liebtätigkeit ist: Nichts entsteht von sich selbst, sondern von einem früheren als es ist, so auch das Wahre und Gute. Dasjenige, aus dem etwas anderes entsteht, ist ein Inneres, und was entsteht, ist das Äußere von diesem. Alles und jedes was existiert, verhält sich wie Ursache und Wirkung; keine Wirkung kann entstehen ohne eine wirkende Ursache. Die wirkende Ursache ist das Innere der Wirkung, und die Wirkung ist das Äußere von jener, und sie verhalten sich wie Trieb und Bewegung. Keine Bewegung kann entstehen ohne einen Trieb, so daß, wenn der Trieb aufhört, auch die Bewegung aufhört. Daher ist das Innere der Bewegung der Trieb oder die bewegende Kraft. Es verhält sich mit diesen in gleicher Weise, wie mit dem lebendigen Trieb, welches der Wille ist, und mit der lebendigen Bewegung, welche die Handlung ist: keine Handlung kann entstehen ohne den Willen, so daß, wenn der Wille aufhört, die Handlung aufhört. Daher ist das Innere der Handlung der Wille. Hieraus wird klar, daß in allem und jedem ein Inneres sein muß, wenn es entstehen und nachher bestehen soll, und daß es ohne ein Inneres nichts ist. So verhält es sich auch mit dem Guten, das der Liebe angehört. Wenn das innere Gute nicht darin ist, so ist es nicht gut. Das innere Gute im Guten des Glaubens ist das Gute der Liebtätigkeit, welches das geistig Gute ist. Aber das innere Gute im Guten der Liebtätigkeit ist das Gute der gegenseitigen Liebe, welches das äußere himmlisch Gute ist. Das innere Gute aber im Guten der gegenseitigen Liebe ist das Gute der Liebe zum Herrn, das auch das Gute der Unschuld ist. Dieses Gute ist das innere himmlische Gute. Das innere Gute im Guten der Liebe zum Herrn oder im Guten der Unschuld ist aber das göttlich Gute selbst, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, mithin der Herr selbst. Dieses Gute muß in jedem Guten sein, wenn es gut sein soll. Deshalb ist kein Gutes möglich, wenn nicht sein Inneres von daher kommt. Wenn sein Inneres nicht von daher kommt, so ist es nicht gut, sondern böse, denn es kommt vom Menschen selbst, und was aus dem Menschen hervorgeht, ist böse. Der Mensch sieht nämlich auf sich in allem Guten, das er tut, und auch auf die Welt, somit nicht auf den Herrn und nicht auf den Himmel. Wenn er dabei an den Herrn und an den Himmel denkt, so sind sie ihm nur Mittel, die seiner Ehre und seiner Gewinnsucht dienen sollen. Mithin ist jenes Gute gleich weiß getünchten Gräbern, die äußerlich schön erscheinen, inwendig aber voller Totengebeine sind und voll aller Unreinigkeit: Matth.23/27,29. 9474. "Spezereien zu Salböl", 2. Mose 25/6, bedeutet die inneren Wahrheiten, die dem einweihenden Guten angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung der Spezereien, sofern sie innere Wahrheiten bezeichnen, die Wahrheiten des inneren Guten sind, worüber folgt; aus der Bedeutung des Öls, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet, wie Nr. 9473; und aus der Bedeutung der Salbung, sofern sie die Einweihung zum Vorbilden bezeichnet; denn die Dinge, die Heiliges vorbilden sollten, wurden mit aromatischen Öl gesalbt und so eingeweiht, wie aus den folgenden Worten erhellt: 2. Mose 30/23-31: "Nimm dir die besten Spezereien, die edelste Myrrhe, Kasia, Öl des Ölbaums; hernach mache daraus das heilige Salböl, eine Salbe der Salbenmengung, das heilige Salböl soll es sein; damit sollst du salben das Zelt und alle seine Geräte, den Leuchter und seine Gefäße, den Rauchaltar, den Brandopferaltar und alle seine Geräte, und das Waschbecken und sein Gestell; so sollst du es heiligen, und sie sollen das Hochheilige sein. Auch Aharon und seine Söhne sollst du salben": daß sie heilig waren, wenn gesalbt, hatte den Grund, weil sie dann Heiliges vorbildeten; woraus erhellt, daß die Salbung die Weihe zur Vorbildung war. Die Salbung geschah durch Öl, weil Öl das himmlisch Gute bezeichnete, und das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe vom Herrn, und daher auch das Gute der Liebe zum Herrn; dieses Gute ist das eigentlich Wesentliche im ganzen und einzelnen des Himmels und des ewigen Lebens. Dieses Öl wurde durch Spezereien wohlriechend gemacht, weil das Wohlgefällige vorgebildet werden sollte; denn der Geruch bedeutet das Innewerden, und der angenehme und liebliche Geruch das wohlgefällige Innewerden; man sehe Nr. 925, 1514, 1517, 1518, 1519, 3577, 4624-4634, 4748; und weil alles Innewerden des Guten durch das Wahre geschieht, darum wurden Spezereien gebraucht, durch welche die inneren Wahrheiten bezeichnet werden: Nr. 4748, 5621. Mit wenigen Worten soll noch gesagt werden, warum das Salböl wie auch das Rauchwerk wohlriechend gemacht werden sollte: Öl bedeutet, wie oben gesagt wurde, das Gute der Liebe, und Spezerei das innere Wahre. Das Gute, das der Liebe angehört, kommt nur zum Innewerden durch das Wahre; denn das Wahre ist die Bezeugung des Guten, wie auch die Offenbarung des Guten, und man kann es die Form des Guten nennen. Es verhält sich damit wie mit dem Willen und Verstand beim Menschen. Der Wille kann sich nur offenbaren durch den Verstand, denn der Verstand faßt das Gute des Willens auf und erklärt es. Der Verstand ist auch wirklich die Form des Willens; auch gehört das Wahre zum Verstand und das Gute zum Willen. Aus diesem kann erhellen, warum das Salböl aromatisch gemacht wurde und auch das Rauchwerk, aber der Unterschied ist, daß das Aromatische des Rauchwerks das Wohlgefällige des äußeren Innewerdens bedeutet; denn das Aromatische des Salböls gab einen süßen Geruch ohne Rauch, somit ohne äußere Erscheinung, aber das Aromatische des Rauchwerks mit einem Rauch. 9475. "Und zum Rauchwerk der Spezereien", 2. Mose 25/6, bedeutet, zum wohlgefälligen Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchwerks, sofern es dasjenige im Gottesdienst bezeichnet, das wohlgefällig vernommen wird, z.B. Bekenntnisse, Anbetungen, Gebete und dergleichen; und aus der Bedeutung der Spezereien, sofern sie Glaubenswahrheiten bezeichnen, die wohlgefällig sind, weil aus dem Guten; denn Wohlgerüche, je nachdem sie aromatisch sind, bedeuten das Wohlgefällige, und alles, was wohlgefällig ist, das ist wohlgefällig aus dem Guten durch das Wahre. Daher kommt es, daß durch das Rauchwerk der Spezereien bezeichnet wird das wohlgefällige Innewerden, das sich auf das Wahre aus dem Guten bezieht. Die Spezereien, aus denen jenes Rauchwerk gemacht wurde, werden aufgezählt, und die Bereitung desselben wird beschrieben mit folgenden Worten: 2. Mose 30/34-38: "Nimm dir Spezereien, Stakte, und Räucherklaue, und Galbanum, Spezereien und reinen Weihrauch, mache daraus ein Rauchwerk, gesalzen, rein, heilig: du sollst davon klein stoßen, und davon vor das Zeugnis im Zelt der Zusammenkunft tun; hochheilig soll es euch sein, ein heiliges Rauchwerk soll es dir sein für Jehovah". Der Rauchaltar und die Räucherung selbst wird so beschrieben: 2. Mose 30/1-10; 37/25-29; 40/26,27: "Du sollst einen Altar zur Räucherung des Rauchwerks machen, und sollst ihn überziehen mit reinem Golde; du sollst ihn setzen vor den Vorhang, der über der Lade des Zeugnisses ist, vor den Gnadenstuhl auf daß darauf Aharon anzünde das Rauchwerk der Spezereien alle Morgen; wenn er die Lampen zurichtet, soll er es anzünden, und auch zwischen den Abenden" (gegen Abend). 3. Mose 16/12,14: "Wenn Aharon ins Heilige hineingeht, soll er das Rauchfaß voll feuriger Kohlen vom Altar herabnehmen und seine Hände voll feinen Rauchwerks von Spezereien; dann soll er es hineinbringen hinter den Vorhang, damit er Rauchwerk tue auf das Feuer vor Jehovah, und die Wolke des Rauchwerks den Gnadenstuhl bedecke, der über dem Zeugnis ist". Weil durch das Rauchwerk solches im Gottesdienst bezeichnet wurde, was aus dem Guten durch das Wahre kommt, wie es alles ist, was dem Glauben aus dem Guten der Liebe angehört, darum wurde Feuer vom Altar genommen; denn durch das Feuer des Altares wurde das Gute der göttlichen Liebe bezeichnet: Nr. 934, 4906, 5071, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 7852; deshalb wurden sie, wenn anderswoher Feuer genommen wurde, von einer Plage getroffen, und starben: 3. Mose 10/1,2; 4. Mose 17/10-13; denn durch das Feuer anderswoher oder das fremde Feuer wurde eine nicht göttliche Liebe bezeichnet. Daß solches, was dem Glauben aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit angehört, wie z.B. Bekenntnisse, Anbetungen und Gebete, durch Rauchwerke bezeichnet wird, erhellt: Ps.141/2: "Angenehm sind meine Gebete, das Rauchwerk vor Dir". Joh.Offenb.5/8: "Die vier lebendigen Wesen (Tiere) und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder vor dem Lamme, und hatten ein jeder Zithern und goldene Schalen voll Rauchwerks, welche sind die Gebete der Heiligen". Joh.Offenb.8/3,4: "Der Engel hatte ein goldenes Rauchfaß, und es wurden ihm gegeben viele Räucherungen, daß er sie gäbe den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar, der vor dem Thron (stand); da stieg der Rauch der Räucherungen auf von den Gebeten der Heiligen". Der Grund, warum solches durch Räucherungen bezeichnet wird, ist der, weil es Sache des Denkens und daher des Mundes ist. Was aber Sache der Neigung und daher des Herzens ist, wird bezeichnet durch die Mincha (Speisopfer): Mal.1/11: "Vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang wird groß sein der Name Jehovahs bei den Völkerschaften, und an jedem Ort Rauchwerk dargebracht werden Meinem Namen und reine Mincha". Und durch das Brandopfer 5. Mose 33/10: "Die Söhne Levis sollen Jakob Deine Rechte lehren und Israel Dein Gesetz; Rauchwerk sollen sie bringen in Deine Nase und Brandopfer auf Deinen Altar": Rauchwerk bedeutet hier solches, was Sache des Denkens und des Mundes ist, und sich auf das Wahre des Glaubens bezieht. Mincha und Brandopfer solches, was Sache der Neigung und des Herzens ist, und sich auf das Gute der Liebe bezieht. Daher wird im entgegengesetzten Sinn der Gottesdienst aus Falschem des Glaubens verstanden durch "anderen Göttern räuchern": Jerem.1/16; 44/3,4; durch "den Götzen räuchern": Hes.8/11; 16/18; und durch "Rauchwerke anzünden den Baalim": Hos.2/13. 9476. "Onychsteine, und Steine der Füllungen", 2. Mose 25/7, bedeutet das geistige Wahre und Gute überhaupt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Onychsteine, sofern sie Glaubenswahrheiten bezeichnen, die aus der Liebe kommen, oder geistige Wahrheiten; denn Glaubenswahrheiten, die aus der Liebe stammen, sind geistige Wahrheiten. Und aus der Bedeutung der Steine der Füllungen, sofern sie das Gute des Glaubens bezeichnen, oder das geistig Gute. Daß die Steine der Füllungen das Gute des Glaubens bedeuten, und Onychsteine das Wahre des Glaubens, hat den Grund, weil die Steine der Füllungen für das Brustschildlein bestimmt waren, und durch das Brustschildlein auf dem Ephod das Gute des Glaubens oder das geistig Gute bezeichnet wurde. Die Onychsteine aber waren auf den Schultern des Ephod, und durch die Schultern des Ephod wird das Wahre des Glaubens oder das geistig Wahre bezeichnet. Daß durch Edelsteine im Wort Wahres und Gutes des Glaubens oder geistig Wahres und Gutes bezeichnet wird, sehe man Nr. 114, 643, 3858, 6335, 6640, und weil das Wahre und Gute des Glaubens durch Edelsteine bezeichnet wird, so wird durch sie auch Einsicht und Weisheit bezeichnet, denn die Einsicht kommt aus den Wahrheiten des Glaubens, und die Weisheit aus dem Guten des Glaubens: Hes.28/12,13,15: "Voll Weisheit und vollkommen an Schönheit in Eden, dem Garten Gottes, warst du, allerlei Edelstein deine Bedeckung, Rubin, Topas, Diamant, Türkis, Onych": hier vom König von Tyrus, durch den die Einsicht aus den Erkenntnissen des Glaubenswahren bezeichnet wird: Nr. 1201. 9477. "Für das Ephod, und für das Brustschildlein", 2. Mose 25/7, bedeutet, das dem äußeren und inneren Himmlischen zur Decke dient. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ephod, sofern es das bezeichnet, was das himmlisch Gute bedeckt; denn durch Aharon als Hohepriester wurde der Herr in Ansehung des Guten der Liebe vorgebildet; durch seine Kleider und hauptsächlich durch das Ephod wurde das Wahre das Glaubens vorgebildet, das aus dem Guten der Liebe kommt. Das Gute der Liebe ist das Himmlische, und das Wahre des Glaubens ist seine Decke, denn das Wahre bedeckt das Gute. Deshalb werden die Wahrheiten im Wort durch Kleider bezeichnet: Nr. 4545, 5248, 5319, 5954, 9093, 9212. Das Himmlische, das dem Guten der Liebe angehört, wird nämlich im Himmel nackt vorgebildet, deshalb erscheinen die, welche aus dem himmlischen Reich des Herrn sind, nackt, die aber aus dem geistigen Reich des Herrn sind und das sind solche, die durch Glaubenswahrheiten vom Herrn in das Gute der Liebtätigkeit eingeführt worden sind, erscheinen mit Kleidern angetan. Dieses Reich ist unterhalb des himmlischen Reichs, und was unterhalb ist, ist für das Obere eine Decke. Das Untere ist das Äußere, und das Obere ist das Innere: Nr. 2148, 3084, 4599, 5146, 8325. Hieraus wird klar, was durch das Ephod bezeichnet wird, wenn durch Aharon der Herr in Ansehung des himmlisch Göttlichen (vorgebildet wird). Daß die Priester den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildeten und die Könige (den Herrn) in Ansehung des göttlich Wahren, sehe man Nr. 6148. Man wisse aber, daß durch das Ephod die Decke für das äußere Himmlische, und durch das Brustschildlein die Decke für das innere Himmlische bezeichnet wurde. Doch mehr hiervon im Folgenden, wo vom Ephod und vom Brustschildlein, worin die Urim und Thummim waren, die Rede sein wird. 9478. Vers 8,9: Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, daß Ich wohne in ihrer Mitte. Nach allem wie Ich dir zeige das Bild der Wohnung, und das Bild aller ihrer Geräte, also sollt ihr es machen. "Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen" bedeutet, ein Vorbild des Herrn, somit des Himmels; "daß Ich wohne in ihrer Mitte" bedeutet, daher die Gegenwart des Herrn in der vorbildlichen Kirche; "nach allem wie Ich dir zeige das Bild der Wohnung" bedeutet das Vorbild des Himmels, wo der Herr ist; "und das Bild aller ihrer Geräte" bedeutet das Vorbild aller himmlischen und geistigen Dinge, die von Ihm sind; "also sollt ihr es machen" bedeutet ein richtiges und echtes Vorbild. 9479. "Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen", 2. Mose 25/8, bedeutet ein Vorbild des Herrn, somit des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligtums, sofern es den Herrn bezeichnet, und sofern es den Himmel bezeichnet, hier aber das Vorbild des Herrn und des Himmels, weil es die Stiftshütte war, aus Holz gemacht und mit Teppichen umhängt; und das konnte nur in vorbildlicher Weise ein Heiligtum sein, denn das Heiligtum bedeutet das Heilige selbst. Nichts aber ist heilig, als das Göttliche allein, somit der Herr allein: Nr. 9229. Daß der Himmel das Heiligtum bedeutet, beruht darauf, weil der Himmel ein Himmel ist vermöge des Göttlichen in demselben; denn die Engel in demselben bilden den Himmel nur insoweit, als sie Göttliches vom Herrn haben. In dem Maße aber, als sie aus sich (Eigenes) haben, bilden sie den Himmel nicht. Hieraus wird klar, wie es zu verstehen ist, daß der Herr alles in allem des Himmels sei; daß der Herr in dem Seinigen, somit im Göttlichen bei den Engeln, somit im Himmel wohnt, sehe man Nr. 9338. Daß das Heiligtum im höchsten Sinn der Herr ist, weil Er allein heilig, und das allein heilig ist, was von Ihm ausgeht, wie auch, daß das Heiligtum der Himmel ist und auch die Kirche; und daß Heiligtümer sind, was im Himmel und was in der Kirche vom Herrn ist, erhellt aus den Stellen im Wort, wo Heiligtum und Heiligtümer vorkommen: Hes.11/16: "Es sprach der Herr Jehovih: Zerstreuen werde Ich sie in die Länder, und werde ihnen sein zu einem kleinen Heiligtum in den Ländern, wohin sie kommen werden": hier (steht) Heiligtum für den Herrn selbst, denn der Herr Jehovih und Jehovah ist im Wort der Herr: Nr. 9373. Jes.63/15: "Schaue aus den Himmeln, und siehe aus der Wohnung Deiner Heiligkeit". Jerem.17/12: "Wie der Thron der Herrlichkeit, die Höhe von Ewigkeit, der Ort des Heiligtums": hier (steht) Wohnung der Heiligkeit und Heiligtum für Himmel. Jes.63/18: "Wenig fehlt, daß sie das Volk Deiner Heiligkeit in Besitz haben; unsere Feinde haben Dein Heiligtum zertreten". Jerem.Klagel.1/10: "Die Völkerschaften (Heiden) sind gekommen in Sein Heiligtum". Jerem.Klagel.2/7: "Verlassen hat Gott Seinen Altar, hat verabscheut Sein Heiligtum". Hes.24/21: "Es sprach der Herr Jehovih: Siehe, Ich werde entweihen Mein Heiligtum, die Pracht eurer Stärke, die Lust eurer Augen". 3. Mose 26/31: "Eure Städte werde Ich wüste machen, und veröden eure Heiligtümer": hier Heiligtum für die Kirche, und Heiligtümer für das, was der Kirche angehört. Hieraus erhellt, woher es kommt, daß die Stiftshütte ein Heiligtum heißt, nämlich daher, daß dadurch der Himmel und die Kirche vorgebildet wurde, und daß durch die heiligen Gegenstände in derselben göttliche Dinge vorgebildet wurden, die vom Herrn im Himmel und in der Kirche sind. 9480. "Daß Ich wohne in ihrer Mitte", 2. Mose 25/8, bedeutet, daher (komme) die Gegenwart des Herrn in der vorbildlichen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen in der Mitte, wenn vom Herrn die Rede ist, sofern es Seine Gegenwart bezeichnet, denn durch wohnen wird bezeichnet sein und leben: Nr. 1293, 3613, 4451; daher ist wohnen in der Mitte soviel als gegenwärtig sein und leben. Daß es bedeutet, in der vorbildlichen Kirche, kommt daher, weil die Gegenwart es Herrn bei jenem Volk nicht im Inneren war, das der Liebe und dem Glauben angehört, sondern bloß im Äußeren, das jenes Innere vorbildete. Wie jene Gegenwart beschaffen war, sehe man Nr. 4311, und was Nr. 9320 und 9380 angeführt wurde. 9481. "Nach allem wie Ich dir zeige das Bild (die Form) der Wohnung", 2. Mose 25/9, bedeutet das Vorbild des Himmels, wo der Herr ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bildes der Wohnung, sofern es das Vorbild des Himmels ist; denn das Bild bedeutet Vorbild und die Wohnung den Himmel. Das Bild bedeutet hier Vorbild, weil die göttlichen Dinge im Himmel auch wirklich sichtbar im Bild dargestellt werden. Diese sichtbaren (Erscheinungen) sind vorbildlich; und daß die Wohnung der Himmel ist, wo der Herr ist, sehe man Nr. 8269, 8309. Was für Vorbilder im Himmel erscheinen, erhellt bei den Propheten, wie bei Johannes in der Offenbarung: "Leuchter": 1/12; "ein Thron mit vierundzwanzig Thronen umher, und vier lebendige Wesen (Tiere) vor dem Thron": 4/2; "ein Buch versiegelt mit sieben Siegeln": Kap.5; "Pferde, die bei Eröffnung der Siegel hervorkamen": Kap.6; "Engel, die verschieden bekleidet waren; mit Schalen": 9/10,15; "ein weißes Pferd": Kap.19; und zuletzt "das neue Jerusalem, dessen Mauern, Tore, Gründe, Höhe, Breite und Länge beschrieben werden": Kap.21 und 22; ähnliches auch bei den Propheten. Alles das sind Vorbilder, dergleichen vor den Engeln fortwährend in den Himmeln erscheinen und in sichtbarem Bilde himmlische göttliche Dinge darstellen, die sich auf das Gute der Liebe beziehen, und geistig göttliche Dinge, die sich auf das Gute des Glaubens beziehen. Solche Dinge wurden im allgemeinen vorgebildet durch die Stiftshütte und durch die Gegenstände in der Stiftshütte, z.B. durch die Lade selbst, durch den Tisch mit den Broten darauf, durch den Rauchaltar, durch den Leuchter, usw. Weil diese Dinge Vorbilder himmlischer und geistiger göttlicher Dinge waren, darum wurden, wenn sie vom Volk, während es in einem heiligen Gottesdienst war, gesehen wurden, alsdann im Himmel solche Dinge dargestellt, die vorgebildet wurden, und himmlische göttliche Dinge waren, die sich auf das Gute der Liebe zum Herrn, und geistig göttliche Dinge, die sich auf das Gute des Glaubens an den Herrn beziehen; eine solche Wirkung hatten im Himmel alle Vorbilder jener Kirche. Man wisse aber, daß beim Menschen immer Geister und Engel sind, und daß der Mensch ohne sie nicht leben kann; ebenso daß durch sie der Mensch mit dem Herrn verknüpft ist, und daß dadurch das Menschengeschlecht und auch der Himmel besteht. Hieraus kann man erkennen, welchen Zweck die Vorbilder und auch die Religionsgebräuche der bei der israelitischen Völkerschaft errichteten Kirche hatten, wie auch, welchen Zweck das Wort hat, in dem alles, was der buchstäbliche Sinn enthält, göttlichen Dingen im Himmel entspricht, und in dem somit alle Dinge vorbildlich und alle Worte bezeichnend sind. Dadurch ist der Mensch mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn verknüpft; ohne diese Verknüpfung hätte er gar kein Leben; denn niemand hat ein Leben, ohne daß er verknüpft ist mit dem eigentlichen Sein des Lebens, von dem alles Dasein des Lebens stammt. Aber das begreifen diejenigen nicht, die glauben, daß das Leben im Menschen selbst sei, und daß der Mensch ohne Geister und Engel lebe, somit ohne den Einfluß durch den Himmel aus dem Göttlichen. Während doch alles, was nicht mit dem Göttlichen zusammenhängt, zugrunde geht und zu nichts wird, und gar nichts existieren kann ohne ein Früheres, somit ohne das Göttliche, welches das Erste ist, und das eigentliche Sein aus sich oder Jehovah, und mithin auch nicht bestehen kann; denn das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen. Weil die Wohnung den Himmel, wo der Herr ist, bezeichnet, bedeutet sie auch das Gute der Liebe und des Glaubens, denn diese machen den Himmel; und weil alles Gute vom Herrn ist, und der Himmel ein Himmel heißt wegen der Liebe und des Glaubens an den Herrn, darum bezeichnet auch Wohnung im höchsten Sinn den Herrn, wie erhellt bei Jes.63/15; Jerem.25/30; Hes.37/26,27; Ps.26/8; 43/3; 90/1; 91/9; 2. Mose 15/13; 5. Mose 12/5,11 und anderwärts. Hieraus geht deutlich hervor, daß die Stiftshütte deshalb ein Heiligtum und eine Wohnung Jehovahs genannt wurde, weil sie das oben Erwähnte vorbildete. 9482. "Und das Bild aller ihrer Geräte", 2. Mose 25/9, bedeutet das Vorbild aller himmlischen und geistigen Dinge, die vom Herrn sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bildes, sofern es ein Vorbild bezeichnet, wie Nr. 9481; und aus der Bedeutung der Geräte, sofern sie Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 3068, 3079, 3316, 3318; hier himmlische und geistige Dinge, die vom Herrn sind, denn durch Geräte wird alles verstanden, was in der Stiftshütte war und woraus sie bestand. Durch dieselben werden himmlische und geistige Dinge bezeichnet, während durch die Stiftshütte selbst der Himmel bezeichnet wird, wo der Herr ist: Nr. 9479, und durch das Zeugnis, das in der Lade war, der Herr selbst. 9483. "Also sollt ihr es machen", 2. Mose 25/9, bedeutet ein richtiges und echtes Vorbild. Dies erhellt aus der Bedeutung von "so machen", wenn es wiederholt gesagt wird und den Schluß bildet, sofern es heißt richtig und echt. 9484. Vers 10-16: Und sie sollen machen eine Lade von Schittimholz, zwei Ellen und eine halbe ihre Länge, und eine Elle und eine halbe ihre Breite, und eine Elle und eine halbe ihre Höhe. Und du sollst sie überziehen mit reinem Gold, von innen und von außen sollst du sie überziehen, und auf ihr einen goldenen Kranz (Leiste) ringsumher machen. Und sollst daran vier goldene Ringe gießen, und sie an ihre vier Ecken setzen; und zwei Ringe (sollen sein) auf ihrer einen Seite, und zwei Ringe auf ihrer anderen Seite. Mache auch Stangen von Schittimholz, und überziehe sie mit Gold. Und stecke die Stangen in die Ringe auf den Seiten der Lade, die Lade damit zu tragen. In den Ringen der Lade sollen die Stangen sein, sie sollen nicht davon entfernt werden. Und in die Lade sollst du das Zeugnis legen, das Ich dir geben werde. "Und sie sollen machen eine Lade" bedeutet den innersten Himmel; "von Schittimholz" bedeutet die Gerechtigkeit; "zwei Ellen und eine halbe ihre Länge" bedeutet das Ganze in Ansehung des Guten; "und eine Elle und eine halbe ihre Breite" bedeutet das Volle in Ansehung des Wahren; "und eine Elle und eine halbe ihre Höhe" bedeutet das Volle in Ansehung der Stufen; "und du sollst sie überziehen mit reinem Gold" bedeutet, alles das solle gegründet werden auf das Gute; "von innen und von außen sollst du sie überziehen" bedeutet überall; "und auf ihr einen goldenen Kranz ringsumher machen" bedeutet die Abgrenzung durch das Gute, daß es nicht angegriffen und verletzt wird vom Bösen; "und sollst daran vier goldene Ringe gießen" bedeutet das göttlich Wahre, verbunden mit dem göttlich Guten, die beide auf allen Seiten umher sind; "und sie an ihre vier Ecken setzen" bedeutet die Festigkeit; "und zwei Ringe (sollen sein) auf ihrer einen Seite, und zwei Ringe auf ihrer anderen Seite" bedeutet die Ehe des Wahren mit dem Guten, und des Guten mit dem Wahren; "mache auch Stangen von Schittimholz" bedeutet die Macht daher; "und überziehe sie mit Gold" bedeutet das Gute auf allen Seiten; "und stecke die Stangen in die Ringe" bedeutet die Macht der göttlichen Sphäre; "auf den Seiten der Lade" bedeutet im Letzten; "die Lade damit zu tragen" bedeutet dadurch das Dasein und Fortbestehen des Himmels; "in den Ringen der Lade sollen die Stangen sein" bedeutet die Macht solle bestehen vermöge der göttlichen Sphäre des Guten und Wahren; "sie sollen nicht davon entfernt werden" bedeutet auf immer ohne Veränderung; "und in die Lade sollst du das Zeugnis legen" bedeutet das göttlich Wahre, das der Herr im Himmel ist; "das Ich dir geben werde" bedeutet das Vorbild desselben. 9485. "Und sie sollen machen eine Lade", 2. Mose 25/10, bedeutet den innersten Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lade, sofern sie den innersten Himmel bezeichnet, denn durch das Zeugnis oder das Gesetz in der Lade wird der Herr bezeichnet aus dem Grund, weil das Zeugnis das göttlich Wahre ist, und das göttlich Wahre ist der Herr im Himmel; man sehe unten Nr. 9503. Daher nun bedeutet die Lade den innersten Himmel. Deshalb war dieselbe das Heiligste, und wurde vom Volk als Jehovah verehrt, denn man glaubte, daß Jehovah in ihr und zwischen den Cherubim wohne, wie erhellt bei Ps.132/6-8: "Wir haben gehört in Ephrata; wir werden hineingehen in Seine Wohnung; wir werden anbeten zum Schemel Seiner Füße. Stehe auf, Jehovah, zur Ruhe, Du und die Lade Deiner Stärke": hier wird vom Herrn gehandelt. Ephrata ist Bethlehem, wo der Herr geboren wurde: Micha 5/1; Matth.2/6. Die Wohnung ist der Himmel, wo der Herr ist. Du und die Lade Deiner Stärke, bedeutet den Herrn und Sein Vorbild. Daß die Lade das Vorbild des Herrn ist, erhellt Jerem.3/14,16,17: "Ich will euch wiederbringen gen Zion, in jenen Tagen werden sie nicht mehr sprechen von der Bundeslade, und sie wird keinem in den Sinn kommen, noch werden sie ihrer gedenken, noch sie begehren, noch wird sie wieder gemacht werden; zu jener Zeit werden sie Jerusalem nennen den Thron Jehovahs, und es werden zu ihm versammelt werden alle Völkerschaften um des Namens Jehovah willen zu Jerusalem": hier ist die Rede von einer neuen Kirche. Das Vorbildliche der früheren Kirche, das alsdann abgeschafft werden soll, wird verstanden unter der Lade, die nicht mehr genannt werden, nicht in den Sinn kommen und nicht wieder gemacht werden soll. Jerusalem, wohin die Völkerschaften versammelt werden sollen, bedeutet diese neue Kirche. Hieraus wird klar, daß durch die Lade das Vorbild des Herrn und Seine Verehrung in der Kirche bezeichnet wird. Ebenso wie das tägliche Opfer und durch die Wohnung des Heiligtums bei Dan.8/11. Daß die Lade vom israelitischen und jüdischen Volk als Jehovah verehrt wurde, und daß man glaubte, Er wohne dort und zwischen den Cherubim, ist zu ersehen bei 2.Sam.6/2: "David brachte herauf die Lade Gottes, deren Name genannt wird der Name Jehovahs Zebaoth, Der sitzet auf den Cherubim über ihr". 4. Mose 10/33-36: "Wenn die Lade fortzog, sprach Mose: Stehe auf, Jehovah, daß Deine Feinde zerstreut werden; wann sie ruhte, sprach er: Komme wieder, Jehovah, (zu den) Myriaden der Tausende Israels". Daß der innerste Himmel durch die Lade bezeichnet wurde, kam daher, weil durch die ganze Stiftshütte oder das Versammlungszelt der gesamte Engelshimmel vorgebildet wurde, sein Letztes durch den Vorhof, seine Mitte durch die Wohnung wo der Priester diente, und das Innerste durch die Wohnung hinter dem Vorhang, wo die Lade war mit dem Zeugnis darinnen. 9486. "Von Schittimholz", 2. Mose 25/10, bedeutet die Gerechtigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schittimholz, sofern es das Gute des Verdienstes bezeichnet, das dem Herrn allein angehört, wovon Nr. 9472, somit auch die Gerechtigkeit, die das Gute des Verdienstes ist. Denn der Herr hat durch eigene Gerechtigkeit den ganzen Himmel in Ordnung gebracht und die Höllen unterjocht, und zugleich alsdann das Menschliche in Ihm göttlich gemacht, daher Ihm das Verdienst und die Gerechtigkeit zukommt. Deshalb ist das einzige Gute, das im Himmel waltet und das den Himmel macht, das Gute des Verdienstes und die Gerechtigkeit des Herrn, somit Sein Göttlich-Menschliches; denn dieses ist das Verdienst und die Gerechtigkeit geworden. Daß dieses vom Herrn aus eigener Gerechtigkeit geschah, erhellt bei Jes.63/1-5: "Wer ist Der, Welcher aus Edom kommt? Ich, Der Ich rede in Gerechtigkeit, großmächtig zu helfen; die Kelter trat Ich allein, und von den Völkern war kein Mann mit Mir; Ich sah Mich um, aber da war kein Helfer; und Ich staunte, aber da war kein Unterstützer; darum brachte Mir Heil Mein Arm". Jes.59/16,17: "Er sah, daß kein Mann da war, und staunte, daß kein Vertreter da sei; darum brachte Ihm Heil Sein Arm, und Seine Gerechtigkeit erweckte Ihn; Er zog Gerechtigkeit an als einen Panzer". Jerem.23/6,33; 15/16: "Das ist Sein Name, womit sie Ihn benennen werden: Jehovah, unsere Gerechtigkeit". Joh.10/17,18: "Ich gebe Meine Seele dahin, auf daß Ich sie wieder nehme; niemand nimmt sie von Mir, Ich gebe sie von Mir selbst; Ich habe Macht, sie zu geben, und habe Macht, sie wieder zu nehmen". Aus diesen Stellen erhellt, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen das Verdienst und die Gerechtigkeit aus Sich selbst hat. Weil durch die Lade der Himmel, wo der Herr ist, bezeichnet wird, darum wurde zu deren Verfertigung Schittimholz gebraucht, durch das jenes Gute bezeichnet wird; denn durch Holz wird im allgemeinen das Gute bezeichnet: Nr. 643, 3720, 8354; darum scheinen diejenigen, die ein Verdienst in ihre Werke setzen, Holz zu spalten, unter dem etwas vom Herrn ist: Nr. 1110, 4943, 8740. Und daher wird durch das Holzspalten zum Brandopfer das Gute des Verdienstes oder das Gute der Werke bezeichnet: Nr. 2784, 2812. 9487. "Zwei Ellen und eine halbe ihre Länge", 2. Mose 25/10, bedeutet das Ganze in Ansehung des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von zweieinhalb, sofern es "viel" und das Volle bezeichnet, und wenn vom Göttlichen die Rede ist, das Ganze. Daß zweieinhalb viel und das Volle bedeutet, beruht darauf, daß diese Zahl das gleiche bezeichnet, wie fünf, zehn, hundert, und tausend; denn das Doppelte von zweieinhalb ist fünf, und das Doppelte von fünf ist zehn, und zehn mal zehn ist hundert. Die verdoppelten und multiplizierten Zahlen bedeuten nämlich das gleiche, wie die einfachen, aus denen sie entstehen: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. Daß die Zahl Fünf viel und auch das Volle bedeutet, sehe man Nr. 5708, 5956, 9102; ebenso zehn: Nr. 3107, 4638; so auch 100: Nr. 2636, 4400; und 1000: Nr. 2575, 8715. Daher kommt es, daß diese Zahlen, wenn sie sich auf das Göttliche beziehen, das Ganze bezeichnen. Ferner aus der Bedeutung der Länge, sofern sie das Gute bezeichnet, wovon Nr. 1613, 8898. Daß die Länge im Wort das Gute bedeutet, und die Breite das Wahre, kann widersinnig erscheinen, es ist aber doch so. Dies hat seinen Grund darin, daß alles und jedes im Wort solches bedeutet, was dem Himmel und was der Kirche angehört, somit was sich auf das Gute der Liebe und auf das Wahre des Glaubens bezieht. Von diesem kann nichts Räumliches, wie es die Länge und die Breite in sich schließt, ausgesagt werden, sondern statt des Raums der Zustand des Seins, welcher der Zustand des Guten ist, und daher der Zustand des Daseins, welcher der Zustand des Wahren ist. Im Himmel sind auch wirklich die Räume Erscheinungen aus jenen Zuständen: Nr. 4882, 9440. Hieraus kann man ersehen, daß durch Maße und Ausdehnungen Sachen bezeichnet werden: Hes. Kapitel 40-48, wo vom neuen Tempel und vom neuen Land gehandelt wird; folglich auch hier, wo von der Lade, der Wohnung und dem Vorhof, von den Tischen dort und von den Altären gehandelt wird. Ebenso wo vom Tempel Jerusalems die Rede ist; und auch dadurch, daß das vom Himmel herabkommende heilige Jerusalem viereckig ist, seine Länge so groß als seine Breite: Joh.Offenb.21/16 und Sach.2/5,6; denn durch Jerusalem wird die neue Kirche bezeichnet, und durch sein Maß in Ansehung der Länge die Beschaffenheit des Gtuen, und in Ansehung der Breite die Beschaffenheit des Wahren. Daß durch die Breite das Wahre bezeichnet wird, erhellt augenscheinlich bei Ps.118/5: "In der Angst rief ich an den Jah, Er antwortete mir, (erhörte mich) in der Breite". Ps.31/9: "Stehen hast Du gemacht in der Breite meine Füße". Jes.8/8: "Die Ausdehnungen der Flügel Aschurs werden sein die Fülle der Breite des Landes". Hab.1/6: "Ich erwecke die Chaldäer, eine bittere und schnelle Völkerschaft, die wandelt in die Breite des Landes": wandeln in die Breite des Landes, wenn es von den Chaldäern gesagt wird, heißt die Wahrheiten des Glaubens zerstören. 9488. "Und eine Elle und eine halbe ihre Breite", 2. Mose 25/10, bedeutet das Volle in Ansehung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von eineinhalb, sofern es das Volle bezeichnet. Daß diese Zahl das Volle bedeutet, beruht darauf, daß auch drei dies bedeutet, denn die halbe Zahl bedeutet das gleiche wie ihr Zweifaches, weil die multiplizierte Zahl die gleiche Bedeutung behält, wie die einfache Zahl, aus der sie durch Multiplikation entsteht: Nr. 5291, 5335. Daß drei das Volle bedeutet, sehe man Nr. 2788, 7718, 9198; und daß alle Zahlen im Wort Sachen bedeuten: Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 5291, 5335, 5708, 7973, 6175. Ferner aus der Bedeutung der Breite, sofern sie das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 9487. 9489. "Und eine Elle und eine halbe ihre Höhe", 2. Mose 25/10, bedeutet das Volle in Ansehung der Stufen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Höhe, sofern sie die Stufe in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren bezeichnet. Daß die Höhe dieses bedeutet, beruht darauf, daß alles Gute und das daher kommende Wahre vom Herrn ausgeht, und der Herr im Höchsten ist, und darum der Höchste genannt wird: Nr. 8153; denn Er ist die Sonne des Himmels: Nr. 5097, 8812, und die Sonne ist über den Himmeln, und ist der Mittelpunkt, von dem der ganze Himmel, der unterhalb ist, sein Dasein und Bestehen hat. Alle Höhen im Himmel, von seiner Sonne als dem Mittelpunkt aus, sind Unterschiede des Guten und daher des Wahren; daher sind die, die im innersten Himmel sind, dem Herrn näher, weil im Guten der Liebe zu Ihm, somit im Guten vor den übrigen. Die im mittleren Himmel sind, stehen weiter ab, weil sie in einem niedrigeren Guten sind, und noch weiter die im letzten Himmel. Aber die, die sich in der Hölle befinden, sind ganz vom Herrn entfernt, weil im Bösen und daher Falschen. Diese sehen nicht einmal zur Sonne hin, sondern von der Sonne rückwärts; deshalb erscheinen sie, wenn sie von den Engeln angesehen werden, in einer umgekehrten Stellung, mit den Füßen oben und mit dem Kopfe unten. Weil nun die Entfernungen und Räume im anderen Leben Scheinbarkeiten sind, gemäß den Zuständen des Guten und daher des Wahren: Nr. 9440, darum bedeutet die Höhe im geistigen Sinn Stufen in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren, oder Stufen vom Höchsten aus, Welcher ist der Herr, somit das göttlich Gute selbst. Hieraus erhellt, was durch Höhe in den folgenden Stellen bezeichnet wird: Jerem.31/12: "Sie werden kommen und singen auf der Höhe Zions, und zusammenströmen zum Guten Jehovahs, und es wird ihre Seele sein wie ein gewässerter Garten": hier steht Höhe Zions für das himmlische Gute, welches das Gute ist über dem geistig Guten. Weil die Höhe das Gute bedeutet, darum wird gesagt: "sie werden zusammenströmen zum Guten Jehovahs". Hes.31/5,7: "Aschur ist eine Zeder auf Libanon, hoch geworden ist seine Höhe, und lang sind geworden seine Zweige durch viele Wasser; schön ist er geworden durch seine Größe, durch die Länge seiner Äste": Aschur für die erleuchtete Vernunft, Zeder auf Libanon für die geistige Kirche, seine Höhe für die Stufe des Guten. Hes.17/23: "Auf dem Berg der Höhe Israels will Ich ihn pflanzen". Hes.20/40: "Auf dem Berg Meiner Heiligkeit und auf dem Berg der Höhe Israels werden Mir dienen das ganze Haus Israels": Berg der Höhe Israels bedeutet die höchste Stufe des Guten und daher des Wahren bei den Angehörigen der geistigen Kirche. Weil das meiste im Wort einen entgegengesetzten Sinn hat, so auch die Höhe, und in diesem Sinn bedeutet es das Böse der Selbstliebe, somit den Hochmut: Jes.14/14; Hes.31/10,14; 32/5; Amos 2/9; Dan.4/8,17 und öfters anderwärts. Daß die Höhe die Stufe bezeichnet in Ansehung des Guten und des Wahren daher, hat auch den Grund, weil das Hohe das Innere bedeutet, und das Gute stufenweise gegen das Innere hin ein vollkommeneres ist. Daß das Hohe das Innere ist, sehe man Nr. 1735, 2148, 4210, 4599. 9490. "Und du sollst sie überziehen mit reinem Gold", 2. Mose 25/11, bedeutet, alles das solle gegründet werden auf das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von überziehen, wenn es vom Himmel gesagt wird, der durch die Lade bezeichnet wird, sofern es soviel ist als gründen, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917. Daß überziehen soviel ist als gründen, kommt daher, weil das vom Herrn als der Sonne ausgehende Gute (denn die Wärme aus dieser Sonne ist das Gute der Liebe) nicht nur den Himmel im allgemeinen umgibt, sondern auch die himmlischen Gesellschaften, die im Himmel sind, im besonderen, wie auch einen jeden Engel im einzelnen, und so vor dem Hereinbrechen des Bösen von der Hölle schützt. Was im Himmel umgibt, das bildet den Grund, denn er stützt sich darauf, wie das Haus auf sein Fundament, und wie die äußersten Teile des Leibes auf die ringsumher drückende Luft und den Äther. Es ist nämlich das Begrenzende, Einfließende und Zusammenhaltende, mithin das Stützende und Tragende. Hieraus wird klar, daß durch überziehen bezeichnet wird "gründen", und durch überziehen mit Gold: "gründen auf das Gute". 9491. "Von innen und von außen sollst du sie überziehen", 2. Mose 25/11, bedeutet überall. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ausdrucks "von innen und von außen", sofern es heißt überall, nämlich ringsumher, denn es wird gesagt: "Du sollst sie überziehen". Innen war nämlich das Schittimholz, das mit Gold überzogen wurde, und durch Schittimholz wird das Gute selbst bezeichnet, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht: Nr. 9472, 9486. Von außen aber und von innen war Gold, durch das ebenfalls das Gute bezeichnet wird, aber ein solches, das vor dem Sinn erscheint, somit beziehungsweise ein äußeres. Unter "überall umher von innen und von außen" wird, wenn es sich auf den Himmel bezieht, der durch die Lade bezeichnet wird, der Himmel im allgemeinen verstanden und jede himmlische Gesellschaft im besonderen. Der Himmel im allgemeinen ist von außen, und die himmlischen Gesellschaften sind von innen, weil sie innerhalb des Himmels sind. 9492. "Und auf ihr einen goldenen Kranz ringsumher machen", 2. Mose 25/11, bedeutet die Abgrenzung durch das Gute, daß es nicht angegriffen und verletzt wird vom Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kranzes (der Leiste), sofern er eine Begrenzung bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 9490. Daß es heißt, damit es nicht angegriffen und verletzt wird von Bösem, hat den Grund, weil das vom Herrn ausgehende Gute diejenigen, die im Himmel sind, schützt, damit sie nicht vom Bösen, das aus der Hölle kommt, angegriffen und verletzt werden. Denn die Höllen schnauben immerfort Böses, und suchen den Himmel zu zerstören: Nr. 8295; daher erscheint dort wie ein Aufbrausen und wie ein Aufsprudeln: Nr. 8209, denn im Sinne derer, die in den Höllen sind, liegt Haß gegen den Nächsten und Haß gegen Gott; deshalb kommen sie in Wut, wenn sie das Glück der Frommen wahrnehmen: Nr. 1974. Aber das vom Herrn ausgehende Gute, das den Himmel im allgemeinen und die himmlischen Gesellschaften und die einzelnen darin im besonderen umgibt, schützt, und drängt die Angriffe zurück, und zwar immerfort. Daß die Sphäre der Bestrebungen, Böses zu tun und zu zerstören, immerfort von den Höllen ausgeht, und die Sphäre der Bestrebungen, Gutes zu tun und zu schützen, immerfort vom Herrn ausgeht, sehe man Nr. 8209. Jenes begrenzende Gute, womit der Herr den Himmel schützt, wird bezeichnet durch den Kranz aus Gold um die Lade her. 9493. "Und sollst daran vier goldene Ringe gießen", 2. Mose 25/12, bedeutet das göttlich Wahre, verbunden mit dem göttlich Guten, die beide auf allen Seiten umher sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ringe, sofern sie die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnen, hier des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten, weil durch die Lade der Himmel, wo der Herr ist, bezeichnet wird; man sehe unten Nr. 9496. Daß es vier Ringe waren, hatte den Grund, weil durch diese Zahl die Verbindung bezeichnet wird: Nr. 1686, 8877; und daß sie von Gold waren, hatte den Grund, weil durch Gold das Gute bezeichnet wird: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, und das Gute es ist, mit dem das Wahre verbunden wird; denn das Gute verhält sich wie der Boden, und das Wahre wie der Same. 9494. "Und sie an ihre vier Ecken setzen", 2. Mose 25/12, bedeutet die Festigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ecken, sofern sie Stärke und Festigkeit bezeichnen. Daß die Ecken dies bedeuten, beruht darauf, weil an ihnen der größte Widerstand und auch der Zusammenschluß des Ganzen ist. Weil die Ecke Stärke und Festigkeit bedeutet, wie sie das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten hat, darum wird der Herr der Eckstein genannt: Ps.118/22; Matth.21/42: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist geworden zum Haupt der Ecke" (d.i. zum Eckstein). Sach.10/4: "Aus Juda wird kommen der Eckstein, aus ihm der Pflock, und aus ihm der Bogen des Kriegs". Jes.28/16: "Der Herr Jehovih wird zu Grund legen in Zion den Stein der Erprobung, die kostbare Ecke der gegründeten festen Gründung". Ebenso Ecke für die Festigkeit der Lehre aus dem Wahren, das aus dem Guten kommt: Jerem.51/26: "Und sollen von dir nicht nehmen einen Stein für die Ecke, und einen Stein der Gründe" (d.h. weder Eckstein noch Grundstein). Weil durch die Ecken die Festigkeit bezeichnet wird, darum waren auf die vier Ecken des Altars Hörner gesetzt, wovon es 2. Mose 27/2 also heißt: "Du sollst Hörner des Altars machen auf die vier Ecken, aus ihm sollen seine Hörner sein": daß die Hörner die Macht des Wahren aus dem Guten bedeuten, somit Stärke und Festigkeit, sehe man Nr. 2832, 9081. Durch die Ecken wird auch Stärke und Macht bezeichnet, bei Jerem.48/45: "Feuer ging aus von Hesbon, das verzehrte die Ecken Moabs". 4. Mose 24/17: "Aufgehen wird ein Stern aus Jakob, und aufstehen ein Zepter aus Israel, das wird zerschlagen die Ecken Moabs": Moab, dessen Macht zerstört werden sollte, bedeutet diejenigen, die das Gute der Kirche schänden: Nr. 2468; ihre Ecken bedeuten die Macht des Falschen aus dem geschändeten Guten. Weil die Ecken Macht und Stärke bezeichnen, darum werden die, welche nicht in der Macht des Wahren aus dem Guten sind, genannt "Abgehauene der Ecke": Jerem.9/25; 25/23. Was durch die Ecken bezeichnet wird, wenn darunter Himmelsgegenden oder Winde verstanden werden, sehe man unten, Nr. 9642. 9495. "Und zwei Ringe sollen sein auf ihrer einen Seite, und zwei Ringe auf ihrer anderen Seite", 2. Mose 25/12, bedeutet die Ehe des Wahren mit dem Guten, und des Guten mit dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ringe, sofern sie die Verbindung oder die Ehe des Guten mit dem Wahren sind, wie Nr. 9493. Diese Ehe ist eine gegenseitige, nämlich des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren. Man kann sich eine Vorstellung von dieser Ehe machen, wenn man die Verbindung des Herzens und der Lunge betrachtet: das Herz verbindet sich mit der Lunge und die Lunge wiederum mit dem Herzen; denn das Herz sendet von seiner rechten Seite aus das Blut in die Lunge, und die Lunge sendet es wieder ins Herz zurück, aber in seine linke Seite, und so immerfort. Von solcher Art ist auch die Ehe des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten im Himmel, wo auch wirklich das Herz dem Guten entspricht, das der Liebe angehört, und die Lunge dem Wahren, das dem Glauben angehört: Nr. 3883-3896, 9300. Daß zwei Ringe auf der einen Seite und zwei Ringe auf der anderen sein sollten, war aus dem Grund, weil zwei die Verbindung bedeutet: Nr. 1686, 5194, 8423, und die Seite bedeutet das Gute, das mit dem Wahren verbunden werden soll, damit dadurch eine Macht erzielt werde, wovon im gleich folgenden Abschnitt. 9496. "Mache auch Stangen von Schittimholz", 2. Mose 25/13, bedeutet die Macht daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stangen, sofern sie die Macht bezeichnen, die dem Wahren aus dem Guten angehört, worüber folgt; und aus der Bedeutung von Schittimholz, sofern es das Gute des Verdienstes bezeichnet, das dem Herrn allein gehört, wovon Nr. 9472, 9486. Hier soll nun gesagt werden, woher es kommt, daß durch die Lade und die Wohnung der Himmel vorgebildet werden konnte, und sodann durch den Kranz der Lade die Abgrenzung, durch die Ecken die Festigkeit, durch die Ringe die Verbindung des Guten mit dem Wahren, und durch die Stangen die Macht. Es wurde gezeigt, daß die ganze Natur, somit alle und jegliche Dinge, die daselbst in ihrer Ordnung sind, Vorbilder des Reichs des Herrn, d.h. des Himmels und der himmlischen Dinge in demselben sind: Nr. 9280. Es wurde auch gezeigt, daß der ganze Himmel einen Menschen darstellt, und daß deswegen der Himmel der Größte Mensch genannt wird: Nr. 9276. Hieraus folgt nun, daß alle Formen, durch die himmlische Dinge vorgebildet werden, eine Beziehung auf die menschliche Form und eine Bedeutung haben, je nach der Übereinstimmung mit derselben. Hieraus wird nun klar, woher es kommt, daß wenn die Lade den Himmel, wo der Herr ist, bezeichnet, der Kranz an ihr die Abgrenzung, die Seiten das Gute, womit das Wahre verbunden werden soll, die Ecken die Festigkeit, die Ringe die Verbindung selbst, und die Stangen die Macht bezeichnen, denn die Stangen beziehen sich auf die Arme beim Menschen, daher sie auch das gleiche wie die Arme bezeichnen. Die Ringe beziehen sich auf die Gelenke oder Fugen, wo die Arme mit der Brust verbunden sind. Die Ecken auf die hervorstehenden Teile, wo sie verbunden sind. Die Seiten auf den die Brust bildenden Teil, der Kranz auf die Umgebung, in der die Abgrenzung ist. Hieraus kann man erkennen, daß durch die Stangen die Macht bezeichnet wird, wie durch die Arme. Daß die Arme und Hände die Macht bedeuten, sehe man Nr. 878, 4931-4937, 5327, 5328, 6292, 6947, 7188, 7205, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281, 9025, 9133; und daß durch die Seiten das gleiche bezeichnet wird, wie durch den Teil, der die Brust des Leibes bildet, nämlich das Gute, denn in ihr ist das Herz und die Lunge, und durch Herz wird bezeichnet das himmlisch Gute, und durch die Lunge das geistig Gute: Nr. 3883-3896, 9300. Hieraus wird klar, daß durch die Ringe das gleiche bezeichnet wird, was durch die Gelenke oder Verbindungsglieder der Brust mit den Schultern, und der Schulter mit den Armen, nämlich die Verbindung des Guten mit dem Wahren; und durch die Ecken die Festigkeit, denn in ihnen äußert sich die Stärke des Leibes, dem Stärke und Macht durch die Arme zukommt. Aus diesem kann man ersehen, woher es kommt, daß auch die nicht lebendigen natürlichen Formen das gleiche vorbilden, wie die lebendigen Formen, oder wie die Formen im menschlichen Leibe, nämlich daher, weil der Himmel einen Menschen darstellt, und die Dinge im Himmel dasjenige darstellen, was beim Menschen ist, wie man aus dem ersehen kann, was über die Entsprechung des Menschen mit dem Größten Menschen oder mit dem Himmel weitläufig gezeigt wurde; man sehe, was Nr. 9276 angeführt worden. Wie die Stangen, womit die Lade getragen wurde, die Macht bezeichneten, so auch die Stangen (Riegel), womit die Tore der Städte befestigt wurden, wie aus folgenden Stellen erhellt: Hos.11/6: "Hineingefallen ist das Schwert in seine Städte, und hat verzehrt seine Riegel": Schwert für das Wahre, das gegen das Falsche kämpft. Städte für die Lehren; Riegel für Macht. Jes.43/14: "Um euretwillen habe Ich gen Babel gesandt, und werde alle Riegel herunterstoßen". Jerem.51/30: "Die Starken Babels sitzen in Festungen, vergessen ist ihre Macht, zerbrochen sind ihre Riegel". Amos 1/5: "Zerbrechen werde Ich den Riegel von Damaskus". Jes.45/2: "Die ehernen Tore werde Ich zerbrechen, und die eisernen Riegel zerhauen"; ebenso Ps.107/16. Jerem.49/31: "Keine Tore, keine Riegel haben sie, einsam wohnen sie". Hes.38/11: "Alle wohnen ohne Mauer, und haben keine Riegel und Tore". Jerem.Klagel.2/9: "Gesunken zur Erde sind ihre Tore, verdorben und zerbrochen hat Er ihre Riegel". Ps.147/13: "Lobe, Zion, deinen Gott, denn Er macht fest die Riegel deiner Tore". In diesen Stellen bedeuten die Städte Lehren: Nr. 2449, 2712, 3216, 4492, 4493; die Tore Festigkeit und Schutz, und die Riegel die Macht, die dem Wahren aus dem Guten angehört. Daß alle Macht dem Wahren angehört, aber nur dem Wahren, das aus dem Guten kommt, sehe man Nr. 6344, 6423, 8200, 8304, 9133, 9327, 9410. 9497. "Und überziehe sie mit Gold", 2. Mose 25/13, bedeutet das Gute allenthalben. Dies erhellt aus der Bedeutung von überziehen, sofern es heißt umgeben, somit allenthalben; und aus der Bedeutung von Gold, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 9490. 9498. "Und stecke die Stangen in die Ringe", 2. Mose 25/14, bedeutet die Macht der göttlichen Sphäre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stangen, sofern sie die Macht bezeichnen, wovon Nr. 9496; und aus der Bedeutung der Ringe, sofern sie das mit dem göttlich Guten verbundene göttlich Wahre bezeichnen, das allenthalben umher ist, wovon Nr. 9493, somit die göttliche Sphäre, die den Himmel im allgemeinen, und die himmlischen Gesellschaften, und die Engel selbst im besondern umgibt und einschließt, gemäß dem, was Nr. 9490, 9492 gezeigt wurde. Denn das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre darf nicht aufgefaßt werden als eine Rede und deren Einfluß ins Ohr, sondern in der Weise einer Sphäre, die von der Sonne ausgeht, und in dem Grad, wie sie sich von der Sonne entfernt, an Wärme und Glanz abnimmt, und zuletzt so gemäßigt wird, daß sie zur Aufnahme der Engel geeignet wird. Innerhalb dieser Sphäre, aber weit weg von der Sonne, wegen der Wärme und des Glanzes, ist der Engelshimmel. Diese Sphäre erstreckt sich auch über den Himmel hinaus bis in die Hölle; aber die, welche sich in dieser befinden, nehmen sie nicht in angemessener Weise auf, sondern verkehren sie ins Gegenteil. Hieraus kann erhellen, was unter der göttlichen Sphäre verstanden wird, die den Himmel in sich schließt und enthält, daß sie nämlich das mit dem göttlich Guten verbundene göttlich Wahre ist, das den Himmel und die, welche im Himmel sind, allenthalben umgibt. Die vom Herrn als der Sonne daselbst ausgehende Wärme ist das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe, geeignet zur Aufnahme von den Engeln, die im Himmel sind, und das vom Herrn als der Sonne ausgehende Licht ist das göttlich Wahre Seines göttlich Guten, beides jedoch wird genannt das göttlich Wahre, das ausgeht vom Herrn. 9499. "Auf den Seiten der Lade", 2. Mose 25/14, bedeutet im Letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seiten der Lade, sofern sie die den Himmel im Letzten umgebende göttliche Sphäre bezeichnen, denn die Seiten sind die Grenzlinien, hier die Grenzlinien des Himmels. Aber das Letzte oder die Begrenzungen im Himmel unterscheiden sich vom Letzten und von den Begrenzungen in der Welt dadurch, daß sich dieselben in der Welt auf Räume beziehen, im Himmel aber auf Gutes, das verbunden ist mit Wahrem. Das mit dem göttlich Wahren verbundene göttlich Gute, welches das Letzte, Begrenzende, Beschließende und Zusammenhaltende des Himmel ist, ist vergleichsweise wie die Atmosphäre in der Welt, die den Menschen umwallt, und die ganze Oberfläche seines Leibes im Zusammenhang erhält, daß er nicht auseinandergeht. Aber in der Welt ist es das Natürliche, das dies tut, und auf den menschlichen Leib; sofern er ein materieller ist, einwirkt; dagegen im Himmel ist es das göttlich Himmlische und das göttlich Geistige vom Herrn, das um den Engel her wirkt und ihn in seiner Form und Macht erhält. 9500. "Die Lade damit zu tragen", 2. Mose 25/14, bedeutet dadurch das Dasein und Fortbestehen des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung von tragen, sofern es heißt, immerfort im Zustand des Guten und Wahren sein, somit existieren und fortbestehen; denn durch die Stangen in den Ringen wird bezeichnet die Macht der göttlichen Sphäre, oder die Macht des mit dem göttlich Guten verbundenen göttlich Wahren: Nr. 94, somit das Dasein und Fortbestehen, denn durch jene Macht besteht der Himmel fort; und aus der Bedeutung der Lade, sofern sie den Himmel bedeutet, wovon Nr. 9485. 9501. "In den Ringen der Lade sollen die Stangen sein", 2. Mose 25/15, bedeutet, die Macht solle bestehen vermöge der göttlichen Sphäre des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ringe der Lade, sofern sie die göttliche Sphäre des Guten und Wahren bezeichnen; und aus der Bedeutung der Stangen, sofern sie die Macht bezeichnen, wovon Nr. 9498. 9502. "Sie sollen nicht davon entfernt werden", 2. Mose 25/15, bedeutet auf immer ohne Veränderung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht entfernt werden", sofern es das Dasein und Fortbestehen auf immer und ohne Veränderung bezeichnet, denn durch die göttliche Sphäre des Guten und Wahren, die den Himmel im allgemeinen und im besonderen umgibt und einschließt, ist der Himmel entstanden und geschaffen worden, und durch ebendieselbe besteht er fort und wird erhalten. Das Bestehen ist nämlich ein fortwährendes Entstehen, und die Erhaltung ist eine fortwährende Schöpfung. Das Immerfortwähren ohne Veränderung wurde vorgebildet durch das Nichtentferntwerden der Stangen von der Lade, und die ewige Beschirmung des Himmels durch die göttliche Sphäre des Guten und Wahren vom Herrn wurde dadurch vorgebildet, daß die Stangen unter den Flügeln der Cherubim sein und bedeckt werden sollten, wie 1.Kön.8/7,8 erhellt: "Die Cherubim breiteten die Flügel aus über den Ort der Lade, so daß die Cherubim die Lade und ihre Stangen von obenher überdeckten. Die Stangen streckten sich zwar hervor, und die Knäufe der Stangen wurden gesehen vom Heiligtum aus gegen die Angesichte des Chors, von außenher aber wurden sie nicht gesehen". 9503. "Und in die Lade sollst du das Zeugnis legen", 2. Mose 25/16, bedeutet das göttlich Wahre, das der Herr im Himmel ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lade, sofern sie den Himmel bezeichnet, wovon oben; und aus der Bedeutung des Zeugnisses, sofern es das göttlich Wahre, somit der Herr im Himmel ist, worüber folgt. Daß das göttlich Wahre der Herr im Himmel ist, beruht darauf, daß der Herr das Gute selbst und das Wahre selbst ist, denn beides geht von Ihm aus, und was von Ihm ausgeht, das ist Er. Daher kommt es, daß der Herr der Himmel ist; denn das göttlich Wahre, das von Ihm kommt, und von den Engeln aufgenommen wird, macht den Himmel. Daher kommt es auch, daß die Engel, je vollkommener sie das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, somit den Herrn aufnehmen, desto vollkommenere menschliche Gestalten sind, und zuletzt so vollkommene, daß ihre Schönheit über den Glauben hinausgeht. Wer sie sehen wird, wie ich, wird staunen, denn sie sind himmlische Liebe und Liebtätigkeit in Gestaltung, und diese ist die wahre menschliche Gestalt. Die Engel sind aber menschliche Gestalten aus dem Grund, weil das Göttliche im Himmel der Herr ist, und weil die, welche das göttlich Wahre im Guten von Ihm aufnehmen, Seine Ebenbilder sind. Was die Bedeutung des Zeugnisses betrifft, so wird im Wort unterschieden zwischen Gesetzen, Satzungen, Rechten, Geboten, Zeugnissen, Worten, Befehlen, Wahrheiten, Bündnissen; wie aus sehr vielen Stellen erhellen kann, hauptsächlich bei David im 119. Psalm, wo alle diese Ausdrücke vorkommen, und zwar: Zeugnisse: Ps.119/2,14,31,46,59,88,91,111,119,129,138,144,168, ebenso Ps.19/8-10: "Das Gesetz Jehovahs ist vollkommen, erquicket die Seele, das Zeugnis Jehovahs ist fest, macht weise den Einfältigen; die Befehle Jehovahs sind richtig, erfreuen das Herz; das Gebot Jehovahs ist rein, erleuchtet die Augen; die Rechte Jehovahs sind Wahrheit, gerecht sind sie allzumal"; wie auch 5. Mose 4/45; 6/17,20; Jerem.44/23 und anderwärts öfters. Aus diesem kann erhellen, daß das Zeugnis das göttlich Wahre ist, das vom Herrn zeugt, somit das Wort; denn dieses handelt im höchsten Sinn vom Herrn allein, und daher zeugt es im inneren Sinn von Ihm; d.h., es lehrt Ihn, und die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, und das Gute, das Sache der Liebe ist, und das von Ihm kommt. In diesem Sinn kommt das Zeugnis auch vor in der Offenbarung: Joh.Offenb.6/9: "Die getötet worden sind um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten". Joh.Offenb.12/11: "Sie haben den Drachen besiegt durch das Blut des Lammes, und durch das Wort ihres Zeugnisses": das Blut des Lammes bedeutet das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre: Nr. 7846, 7877, 9127, 9393; und das Wort des Zeugnisses ist das vom Menschen aufgenommene göttlich Wahre; ebenso Joh.Offenb.12/17; 19/10. Daß das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darum Zeugnis heißt, weil es vom Herrn zeugt, erhellt aus den Worten des Herrn selbst bei Joh.3/31-33: "Wer vom Himmel kommt, ist über alle; was Er gesehen und gehört hat, das bezeugt Er; ein jeder, der Sein Zeugnis annimmt, der besiegelt es, daß Gott wahrhaftig ist". Joh.8/18: "Ich bin es, der Ich zeuge von Mir selbst, und es zeuget von Mir, der Mich gesandt hat, der Vater". Joh.5/39: "Durchforschet die Schriften, denn eben diese sind es, die von Mir zeugen". Joh.15/26,27: "Der Paraklet (Beistand, Tröster) der Geist der Wahrheit, der wird zeugen von Mir". Hieraus erhellt, daß das göttlich Wahre Zeugnis heißt, weil es vom Herrn zeugt. Dieses Wahre ist das Wort, denn das Wort handelt im höchsten Sinn, vom Herrn allein; daher ist das Wort göttlich, und daher kommt seine Heiligkeit. Auch die zehn Worte, oder das Gesetz, das vom Berg Sinai herab verkündigt und auf zwei Tafeln geschrieben, und in die Lade gelegt wurde, ist es, was hier das Zeugnis genannt wird. Daß dieses Zeugnis das Wort oder das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre im ganzen Inbegriff bedeutet, sehe man Nr. 9416. Daß der Herr es ist, von dem das göttlich Wahre (ausgeht), erhellt aus Seinen Worten zu Pilatus, Joh.18/37: "Pilatus sprach: Bist Du ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, Ich bin ein König; Ich bin dazu geboren und dazu gekommen in die Welt, daß Ich Zeugnis gebe der Wahrheit": durch den König im inneren Sinn wird bezeichnet das göttlich Wahre; man sehe Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 3670, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148, deshalb sprach Er: "Ich bin ein König, und dazu bin Ich geboren, daß Ich Zeugnis gebe der Wahrheit", d.h., Er selbst sei das göttlich Wahre. Aus diesem wird nun klar, daß durch das Zeugnis in der Lade bezeichnet wird das göttlich Wahre, und somit der Herr im Himmel. 9504. "Das Ich dir geben werde", 2. Mose 25/16, bedeutet sein Vorbild. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, dem es gegeben werden sollte, sofern er den Herrn darstellt in Ansehung des göttlich Wahren, wovon Nr. 9372. 9505. Vers 17-22: Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen, von reinem Gold, zwei Ellen und eine halbe seine Länge, und eine Elle und eine halbe seine Breite. Und sollst zwei Cherubim machen; von dichtem (getriebenem) Gold sollst du sie machen, an den beiden Enden des Gnadenstuhls. Und mache einen Cherub an dem einen Ende und einen Cherub am anderen Ende; an dem Gnadenstuhl sollt ihr die Cherubim machen auf seinen zwei Enden. Und die Cherubim sollen ihre Flügel darüberhin ausbreiten, überdeckend mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl, und ihre Angesichte einander gegenüber; zum Gnadenstuhl sollen die Angesichter der Cherubim gerichtet sein. Und den Gnadenstuhl sollst du oben auf die Lade tun, und in die Lade das Zeugnis legen, das Ich dir geben werde. Und Ich will daselbst mit dir zusammenkommen, und mit dir reden vom Gnadenstuhl herab, zwischen den zwei Cherubim hervor, die auf der Lade des Zeugnisses sind, alles was Ich dir gebieten werde an die Söhne Israels. "Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen, von reinem Gold" bedeutet die Erhörung und Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst angehört, aus dem Guten der Liebe. "zwei Ellen und eine halbe seine Länge" bedeutet das Ganze in Ansehung des Guten; "und eine Elle und eine halbe seine Breite" bedeutet das Volle in Ansehung des Wahren; "und sollst zwei Cherubim machen" bedeutet Einlaß und Zugang zum Herrn lediglich nur durch das Gute der Liebe; "von dichtem Gold sollst du sie machen" bedeutet das Vorbild dieses Guten; "an den beiden Enden des Gnadenstuhls" bedeutet das himmlisch Gute und das geistig Gute; "und mache einen Cherub an dem einen Ende und einen Cherub am anderen Ende" bedeutet den Zugang für das himmlisch Gute, und den Zugang für das geistig Gute; "an dem Gnadenstuhl sollt ihr die Cherubim machen auf seinen zwei Enden" bedeutet die Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst aus jenem Guten angehört; "und die Cherubim sollen ihre Flügel darüberhin ausbreiten" bedeutet die Erhebung des Glaubenswahren; "überdeckend mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl" bedeutet das Geistige, das bedeckt; "und ihre Angesichter einander gegenüber" bedeutet die Verbindung des Wahren und Guten; "zum Gnadenstuhl sollen die Angesichter der Cherubim gerichtet sein" bedeutet das Innere, das stets hinblickt auf das Gute, somit auf den Herrn; "und den Gnadenstuhl sollst du oben auf die Lade tun" bedeutet, dadurch Erhörung und Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst angehört und aus dem Guten der Liebe kommt; "und in die Lade das Zeugnis legen" bedeutet, vom Herrn im Himmel; "das Ich dir geben werde" bedeutet das Vorbild; "und Ich will daselbst mit dir zusammenkommen" bedeutet Erhörung und Annahme; "und mit dir reden vom Gnadenstuhl herab" bedeutet die Verbindung; "zwischen den zwei Cherubim hervor" bedeutet, wo das himmlisch Gute und das geistig Gute verbunden sind; "die auf der Lade des Zeugnisses sind" bedeutet, mit dem Herrn im Himmel; "alles was Ich dir gebieten werde an die Söhne Israels" bedeutet den Gottesdienst der vorbildlichen Kirche. 9506. "Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen, von reinem Gold", 2. Mose 25/17, bedeutet die Erhörung und Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst angehört, aus dem Guten der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gnadenstuhls, sofern er die Reinigung vom Bösen oder Vergebung der Sünden bezeichnet, folglich die Erhörung und Annahme alles dessen, was zum Gottesdienst gehört, worüber folgt. Und aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute der Liebe ist, wovon Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6917. Daß der Gnadenstuhl die Reinigung vom Bösen und die Vergebung der Sünden bedeutet, erhellt aus den Stellen im Wort, wo die Versöhnung oder Sühnung vorkommt. Daß er auch die Annahme alles dessen bedeutet, was zum Gottesdienst gehört, hat den Grund, weil nur diejenigen, die versöhnt oder gesühnt, d.h. vom Bösen gereinigt sind, erhört werden, und ihr Gottesdienst vom Herrn angenommen wird, nicht aber diejenigen, die im Bösen sind, d.h. nicht gesühnt oder versöhnt. Darum durfte auch Aharon nicht zum Gnadenstuhl hinzutreten, ehe er sich und das Volk gereinigt und gesühnt hatte. Daß daher der Gnadenstuhl die Erhörung und Annahme alles dessen, was zum Gottesdienst gehört, bedeutet, erhellt auch daraus, daß Jehovah auf dem Gnadenstuhl zwischen den Cheruben mit Mose redete. Daß es der Gottesdienst aus dem Guten der Liebe ist, der angenommen wird, beruht darauf, daß niemand in den Himmel, somit zum Herrn zugelassen wird, als wer im Guten ist, nämlich im Guten der Liebe zum Herrn und im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten; man sehe Nr. 8516, 8539, 8722, 8772, 9139, 9227, 9230, 9274; und mithin nicht erhört und sein Gottesdienst nicht angenommen wird. Darum waren auch auf dem Gnadenstuhl Cherubim; denn durch die Cherubim wird die Wache und Vorsorge bezeichnet, daß der Herr nicht angegangen werde, außer durch das Gute der Liebe, somit daß keine anderen in den Himmel eingehen, als die im Guten sind, sodann auch, daß diejenigen, die im Himmel sind, nicht angegriffen und verletzt werden von denen, die in der Hölle sind. Aus diesem kann man erkennen, was für eine Bedeutung es hatte, daß der Gnadenstuhl auf der Lade war, und auf dem Gnadenstuhl die Cherubim; und daß der Gnadenstuhl, wie auch die Cherubim aus reinem Gold waren, denn das Gold bezeichnet das Gute der Liebe und die Lade den Himmel, wo der Herr ist. Daß der Gnadenstuhl die Reinigung vom Bösen, somit die Vergebung der Sünden bedeutet, erhellt aus den Stellen im Wort, wo die Versöhnung oder Sühnung vorkommt: Ps.79/9: "Jehovah, sühne unsere Sünden um Deines Namens willen". Ps.78/38: "Er, der Barmherzige, sühnte die Missetat". Ps.51/9: "Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich weißer werde als der Schnee". Jes.47/11: "Es wird über dich ein Übel kommen, das du nicht wissen wirst abzubitten; es wird ein Ungemach auf dich fallen, das du nicht wirst können sühnen". 5. Mose 32/43: "Jauchzet, ihr Völkerschaften, Sein Volk, denn Er wird das Blut Seiner Knechte rächen, und sühnen Sein Land, Sein Volk". Die Entsündigungen (Sühnen) geschahen durch Opfer; und wenn sie geschahen, heißt es, daß der Priester ihn versöhnen werde von der Sünde, und sie werde vergeben werden": 3. Mose 4/26,31,35; 5/6,10,13,16,18,26; 9/7; 15/15,30; es geschah auch durch Silber: 2. Mose 30/16; Ps.49/8; daher der Versöhnungstag vor dem Laubhüttenfest: 3. Mose 23/27-32. Aber man wisse, daß jene Sühnungen keine wirklichen Reinigungen vom Bösen oder Sündenvergebungen waren, sondern diese nur vorbildeten; denn alles Zeremoniell (rituale) bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft war nur ein Vorbild des Herrn, Seines Reiches und Seiner Kirche, und solcher Dinge, die dem Himmel und der Kirche angehören. Wie durch die Vorbildungen solche Dinge den Engeln im Himmel vorgestellt werden, sehe man Nr. 9229. Weil die Reinigung vom Bösen und die Entledigung von Sünden durch den Gnadenstuhl bezeichnet wurde, darum wurde auch die Erhörung und Annahme alles dessen bezeichnet, was dem Gottesdienst angehört, denn wer vom Bösen gereinigt ist, der wird erhört, und dessen Gottesdienst wird angenommen. Dies wurde dadurch vorgebildet, daß Jehovah auf dem Gnadenstuhl mit Mose redete und gebot, was die Söhne Israels tun sollten, wie aus 2. Mose 25/22 erhellt, wo es heißt: "Ich will daselbst mit dir zusammenkommen, und mit dir reden vom Gnadenstuhl herab, zwischen den zwei Cherubim hervor, die auf der Lade des Zeugnisses sind, alles, was Ich dir gebieten werde an die Söhne Israels". Ebenso 4. Mose 7/89: "Als Mose mit Jehovah redete, hörte er eine Stimme reden vom Gnadenstuhl herab, der auf der Lade des Zeugnisses, zwischen den zwei Cherubim". Daß der Mensch alsdann erhört, und sein Gottesdienst angenommen werde, wenn er vom Bösen gereinigt ist, wurde dadurch vorgebildet, daß Aharon nicht hineingehen sollte ins Heilige hinter den Vorhang vor den Gnadenstuhl, wenn er nicht zuvor sich und das Volk versöhnt hatte, was geschah durch Waschen, durch Opfer, durch Rauchwerk und durch Blut; und es wird gesagt: 3. Mose 16/2-16: "Also wird er versöhnen das Heiligtum von den Unreinigkeiten der Söhne Israels, und von ihren Übertretungen, in betreff aller ihrer Sünden"; und Jehovah werde dort erscheinen in einer Wolke: 3. Mose 16/2: in einer Wolke heißt im göttlich Wahren, wie es angepaßt ist der Aufnahme und Fassungskraft der Menschen, von welcher Art das Wort im Sinne des Buchstabens ist: Nr. 4060, 4391, 5922, 6343, 6752, 8106, 8443, 8781. 9507. "Zwei Ellen und eine halbe seine Länge", 2. Mose 25/17, bedeutet das Ganze in Ansehung des Guten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9487 gezeigt wurde. 9508. "Und eine Elle und eine halbe seine Breite", 2. Mose 25/17, bedeutet das Volle in Ansehung des Wahren; wie Nr. 9488. 9509. "Und sollst zwei Cherubim machen", 2. Mose 25/18, bedeutet Einlaß und Zugang zum Herrn lediglich nur durch das Gute der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Cherubim, sofern sie die Wache und Vorsorge bezeichnen, daß der Herr nicht angegangen werde, außer durch das Gute der Liebe. Weil dieses durch die Cherubim bezeichnet wurde, darum wurden sie auf den Gnadenstuhl gesetzt, der über der Lade war, und darum wurden sie aus dichtem Gold gemacht, denn durch die Lade wurde der Himmel, wo der Herr ist, bezeichnet: Nr. 9485; und durch Gold das Gute der Liebe: Nr. 9490. Daß es keinen Zugang zum Herrn gibt außer durch das Gute der Liebe, hat den Grund, weil die Liebe eine geistige Verbindung und alles Gute Sache der Liebe ist; daher werden die, welche im Guten der Liebe zum Herrn sind, zu Ihm im Himmel eingeführt, weil sie mit Ihm verbunden sind. Ebenso die, welche im Guten der Liebe gegen den Nächsten sind, denn der Nächste ist das Gute des Mitbürgers, das Gute des Vaterlandes, das Gute der Kirche, das Gute des ganzen Reiches des Herrn, und im höchsten Sinn der Herr selbst, weil von Ihm dieses Gute beim Menschen kommt. Es gibt für den Menschen zwei Zustände, wenn er wiedergeboren wird, und wovon der eine auf den anderen folgt. Der eine, welcher der erste ist, tritt ein, wenn er durch die Wahrheiten des Glaubens zum Guten der Liebe geführt wird, der andere, wenn er im Guten der Liebe ist; ist er aber in diesem, so ist er im Himmel beim Herrn. Hieraus wird klar, daß dieses Gute der Himmel selbst beim Menschen ist, weil dieses Gute der Herr ist bei ihm, denn es ist vom Herrn. Über diese beiden aufeinanderfolgenden Zustände beim Menschen, der wiedergeboren wird, sehe man Nr. 7923, 7992, 8505, 8506, 8510, 8512, 8516, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701, 9224, 9227, 9230, 9274; und daß der Mensch in den Himmel kommt, wenn er im Guten ist, d.h., wenn er durch das Gute geführt wird vom Herrn: Nr. 8516, 8539, 8722, 8772, 9139. Daß die Cherubim die Wache und Vorsorge bedeuten, damit niemand zum Herrn, und in den Himmel kommt, als durch das Gute der Liebe, d.h. als diejenigen, die im Guten der Liebe sind, wie auch, damit das Gute, das vom Herrn im Himmel und beim Menschen ist, nicht verletzt werde, erhellt aus den Stellen im Wort, wo die Cherubim genannt werden, wie 1. Mose 3/24: "Und er trieb den Menschen hinaus, und ließ wohnen vom Aufgang her am Garten Edens Cherubim, und die Flamme des sich wendenden Schwertes, um zu hüten den Weg zum Baume des Lebens": daß die Cherubim hier Wachen bezeichnen, ist klar, denn es wird gesagt: "zu hüten den Weg zum Baume des Lebens"; der Baum des Lebens ist das Gute der Liebe, das vom Herrn, somit der Herr ist; und er wird dadurch gehütet, daß man nur durch das Gute der Liebe dazu kommt. Man glaubt, man könne zum Herrn kommen durch die Wahrheiten des Glaubens, aber durch diese, wenn sie vom Guten der Liebe getrennt sind, kann man nicht zu Ihm kommen, nicht einmal zum Himmel, sondern sobald die getrennten Wahrheiten hineingehen wollen, wird der Himmel, somit der Weg zum Herrn verschlossen; und weil das Wahre an sich nicht hineingehen kann, wenn in ihm nicht das Gute ist, und es dadurch Sache des Guten geworden ist, so kann es auch nicht das Verständige und noch weniger das Wißtümliche, wenn es getrennt ist vom Guten des Willens. Weil die Wache und die Vorsorge, daß man nicht zum Herrn, somit auch nicht in den Himmel kommen kann, außer durch das Gute der Liebe, durch die Cherubim bezeichnet wird, darum wird im Worte gesagt, Jehovah sitze auf dem Cherubim, sodann er reite (fahre) und wohne auf den Cherubim; wie bei Ps.80/2: "Hirte Israels, merke auf; der Du sitzest auf Cherubim, strahle hervor". Ps.99/1: "Jehovah wird regieren, es werden erregt werden die Völker, da Er sitzet auf Cherubim". Ps.18/11: "Jehovah ist geritten auf dem Cherub, und geflogen". Bei Jes.37/16: "Jehovah Zebaoth wohnend auf Cherubim". Und darum "waren Cherubim auf den Teppichen der Wohnung, und auf dem Vorhang": 2. Mose 26/1,31; 36/35; wie auch auf "den Wänden des Tempels ringsumher, und auf den Türen daselbst": 1.Kön.6/23-29,31-35; ebenso im neuen Tempel, wovon bei Hes.41/18-20. Daß Cherubim auf den Teppichen der Wohnung, auf dem Vorhang, auf den Wänden des Tempels und auf den Türen daselbst waren, bezeichnete die Wache des Herrn, daß man zum göttlich Heiligen nur durch das Gute der Liebe kommen darf; und daß Cherubim auf der Lade waren, bezeichnete, daß man zum Herrn selbst nur durch dieses Gute kommen dürfe; darum wurden auch die Cherubim aus dichtem Gold gemacht und im Tempel zu Jerusalem aus Ölbaumholz, denn durch Gold und durch Öl wird das Gute der Liebe bezeichnet. Diese Wache und Vorsehung des Herrn wird durch die vier lebendigen Wesen (Tiere) beschrieben, von denen ein jedes vier Angesichter hatte, unter dem Thron, wo der Herr: Hes. Kapitel 1 und 10; wie auch durch die vier lebendigen Wesen um den Thron, wo der Herr war: Joh.Offenb.4/6-10; 5/6,8,9,14. Durch die vier lebendigen Wesen wird das Gute bezeichnet, das unter verschiedener Gestalt vom Herrn ausgeht, und hütet und schirmt, daß nichts anderes hereingelassen wird als das Gute der Liebe zum Herrn, und das Gute der Liebe gegen den Nächsten. Durch den Thron, wo der Herr ist, wird der Himmel bezeichnet. 9510. "Von dichtem Gold sollst du sie machen", 2. Mose 25/18, bedeutet das Vorbild des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914. Daß das Gold nicht das Gute der Liebe ist, sondern das Vorbild desselben, ist klar, ebenso das Ölbaumholz, aus dem die Cherubim im Tempel zu Jerusalem gemacht wurden: 1.Kön.6/23. Daß das Ölbaumholz das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 886; sodann das Öl selbst: Nr. 3728, 4582, 4638. 9511. "An den beiden Enden des Gnadenstuhls", 2. Mose 25/18, bedeutet das himmlisch Gute und das geistig Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Cherubs an dem einen Ende, sofern er den Zugang durch das himmlisch Gute bezeichnet; und aus der Bedeutung des Cherubs am anderen Ende, sofern er den Zugang durch das geistig Gute bezeichnet. Durch die zwei Enden wird hier das gleiche bezeichnet, wie durch die Rechte und die Linke des Herrn; durch die Rechte wird das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, und durch die Linke wird das Gute der geistigen Liebe bezeichnet, die das Gute der Liebe gegen den Nächsten ist. Daher entspricht auch alles, was auf der rechten Seite des Menschen ist dem himmlisch Guten, und was auf der linken Seite ist, dem geistig Guten; denn alles, was beim Menschen ist, entspricht dem Himmel. Diejenigen, die in diesem Guten sind, werden verstanden durch das Sitzen zur Rechten und Linken des Herrn: Mark.10/40: "Das Sitzen zu Meiner Rechten und zu Meiner Linken ist nicht Meine Sache (allen) zu geben, sondern nur, denen es bereitet ist": denen geben, denen es bereitet ist, bedeutet denjenigen geben aus Barmherzigkeit, die im Guten des Lebens und des Glaubens sind: Nr. 9305, somit denen, die im himmlisch Guten und im geistig Guten sind. 9512. "Und mache einen Cherub an dem einen Ende und einen Cherub am anderen Ende", 2. Mose 25/19, bedeutet den Zugang für das himmlisch Gute, und den Zugang für das geistig Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Cherubs, sofern er den Einlaß und Zugang zum Herrn durch das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 9509; und aus der Bedeutung von "an dem einen Ende, und am anderen Ende", sofern es das himmlisch Gute und das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 9511. 9513. "An dem Gnadenstuhl sollt ihr die Cherubim machen auf seinen zwei Enden", 2. Mose 25/19, bedeutet die Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst aus jenem Guten angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gnadenstuhls, sofern er die Erhörung und Annahme alles gottesdienstlichen aus dem Guten der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 9506; aus der Bedeutung der Cherubim, sofern sie den Einlaß und Zugang zum Herrn durch dieses Gute bezeichnen, wovon Nr. 9509. Ferner aus der Bedeutung der zwei Enden, sofern sie das himmlisch Gute und das geistig Gute bezeichnen, wovon Nr. 9511. Hieraus wird klar, daß durch "an dem Gnadenstuhl sollt ihr die Cherubim machen auf seinen zwei Enden" bezeichnet wird, die Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst aus jenem Guten angehört. Was das himmlisch Gute, und was das geistig Gute, und was für ein Unterschied ist zwischen diesen, darüber sehe man was Nr. 9277 angeführt worden. 9514. "Und die Cherubim sollen ihre Flügel darüberhin ausbreiten", 2. Mose 25/20, bedeutet die Erhebung des Glaubenswahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Flügel, sofern sie die Glaubenswahrheiten bezeichnen, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "die Flügel nach oben" sofern es heißt erhoben werden; denn in der Ausbreitung der Flügel nach oben liegt das Bestreben, sich zu erheben, dessen Wirkung die Erhebung ist, woraus klar wird, daß durch die nach oben ausgebreiteten Flügel der Cherubim die Erhebung des Guten zum Herrn durch die Wahrheiten des Glaubens bezeichnet wird; denn durch die Cherubim wird der Zugang zu Ihm durch das Gute bezeichnet. Hier soll mit wenigen Worten gesagt werden, wie es sich mit der Erhebung des Guten durch die Wahrheiten des Glaubens verhält: zwei Dinge sind es, auf die alles im Himmel und auch alles in der Welt sich bezieht, nämlich das Gute und das Wahre. Das Gute ohne das Wahre ist nicht gut, und das Wahre ohne das Gute ist nicht wahr, denn das Gute ohne das Wahre hat keine Qualität, und das Wahre ohne das Gute hat keine Realität; denn das Wahre ist die eigentliche Form des Guten, und eine Form ist erforderlich zur Qualität. Und das Gute ist das eigentliche Sein, dessen Dasein das Wahre ist. Das Gute verhält sich zum Wahren ganz wie der Wille zum Verstand. Der Wille ist auch wirklich bestimmt zur Aufnahme des Guten, und der Verstand zur Aufnahme des Wahren. Der Wille erhält seine Qualität vom Verstand, und der Verstand seine Realität vom Willen; denn der Wille wird gebildet im Verstand, und bekleidet sich so mit einer Qualität. Das Gute verhält sich auch zum Wahren, wie der Leib zu den Armen und Füßen, und bei den Vögeln zu den Flügeln. Der Leib kann sich ohne Arme und Füße, oder ohne Flügel nicht bewegen, aber mittelst dieser bewegt er sich. Wirklich entspricht auch der Leib im Wort dem Guten, und die Arme und Flügel den Wahrheiten, wie auch den Kraftäußerungen des Guten durch die Wahrheiten. Aus diesen Vergleichungen, die zugleich Entsprechungen sind, kann man entnehmen, wie es sich verhält mit der Erhebung des Guten durch das Wahre des Glaubens, das im allgemeinen das Geistige genannt wird. Daß die Flügel Wahrheiten des Glaubens bedeuten, sehe man nachgewiesen Nr. 8764. 9515. "Überdeckend mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl", 2. Mose 25/20, bedeutet das Geistige, das bedeckt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "überdecken den Gnadenstuhl", sofern es heißt: bedecken das Gute, durch das der Zugang zum Herrn geschieht. Und aus der Bedeutung der Flügel, sofern sie das Wahre des Glaubens oder das Geistige bezeichnen, wovon Nr. 9514, 8764. Vom Geistigen wird gesagt, daß es bedecke, weil das Himmlische, welches das Gute der Liebe ist, im Himmel als nackt dargestellt wird, aber als bekleidet durch Geistiges, das Wahrheiten des Glaubens sind. 9516. "Und ihre Angesichter einander gegenüber", 2. Mose 25/20, bedeutet die Verbindung des Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichts, sofern es das Innere bezeichnet, hier den Anblick und die Verbindung; denn wenn einer den anderen wechselseitig anblickt, so verbinden sie sich in Ansehung des Inneren. Durch das Angesicht wird auch wirklich das Innere bezeichnet: Nr. 1999, 2434, 3527, 3573, 4066, 4796-4805, 5102, 5165, 5168, 5695, 9306. Und aus der Bedeutung von "einander gegenüber" (nach dem Grundtext des Mannes zum Bruder), sofern es ausdrückt, "wechselseitig", wovon Nr. 4725, somit des Wahren mit dem Guten, denn der Mann bezeichnet das Wahre: Nr. 3134, 3309, 3459, 4725, 7716, 9007; und der Bruder das Gute: Nr. 367, 2360, 3303, 3803, 3815, 4121, 4191, 5409, 5686, 5692, 6756. 9517. "Zum Gnadenstuhl sollen die Angesichter der Cherubim gerichtet sein", 2. Mose 25/20, bedeutet das Innere, das stets hinblickt auf das Gute, somit auf den Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gnadenstuhls, sofern er das Gute der Liebe bezeichnet, durch das die Erhörung und Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst angehört, bewirkt wird, wovon Nr. 9506, somit auch der Herr, weil alles Gute der Liebe vom Herrn ist, und der Herr selbst beim Engel und Menschen ist. Aus der Bedeutung der Angesichter, sofern sie das Innere bezeichnen, wovon Nr. 9515; und aus der Bedeutung der Cherubim, sofern sie die Wache und Fürsorge bezeichnen, daß man zum Herrn nicht kommen darf, außer durch das Gute der Liebe, wovon Nr. 9509. Damit verhält es sich in folgender Weise: der Himmel und die Kirche oder die Engel des Himmels und die Menschen der Kirche werden vom Herrn behütet, durch die Erhebung ihres Inneres zu Ihm, und wenn sie erhoben werden, dann sind sie im Guten der Liebe zu Ihm und im Guten der Liebe gegen den Nächsten. Das bringt die Erhebung zum Herrn mit sich. Dadurch werden die Engel des Himmels und die Menschen der Kirche behütet. Die, welche vom Herrn erhoben werden, wenden ihr Angesicht immerfort zum Herrn, weil der Herr sie immer mit Sich verbunden erhält durch das Gute der Liebe. Die aber, die nicht erhoben werden, wenden ihr Angesicht vom Herrn ab. Hieraus kann erhellen, was dadurch bezeichnet wird, daß die Angesichter der Cherubim auf den Gnadenstuhl gerichtet waren. Von dieser Richtung auf den Herrn soll jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, aus Erfahrung anderswo die Rede sein. 9518. "Und den Gnadenstuhl sollst du oben auf die Lade tun", 2. Mose 25/21, bedeutet, dadurch Erhörung und Annahme alles dem Gottesdienst Angehörigen, das aus dem Guten der Liebe kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gnadenstuhls, sofern er die Erhörung und die Annahme alles dessen bezeichnet, was zum Gottesdienst gehört, und aus dem Guten der Liebe kommt, wovon Nr. 9506; und aus der Bedeutung der Lade, sofern sie den Himmel bezeichnet, wo der Herr ist, wovon oben. Hieraus wird klar, daß durch die Verbindung des Gnadenstuhls mit der Lade bezeichnet wird die Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen, das aus dem Guten der Liebe vom Herrn im Himmel stammt. 9519. "Und in die Lade das Zeugnis legen", 2. Mose 25/21, bedeutet, vom Herrn im Himmel, nämlich die Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen aus dem Guten der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lade, sofern sie den Himmel bezeichnet, und aus der Bedeutung des Zeugnisses, sofern es der Herr ist, wovon Nr. 9503. 9520. "Das Ich dir geben werde", 2. Mose 25/21, bedeutet das Vorbild; man sehe Nr. 9504. 9521. "Und Ich will daselbst mit dir zusammenkommen", 2. Mose 25/22, bedeutet Erhörung und Annahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von zusammenkommen, wenn es von Jehovah geschieht, sofern es die Erhörung und Annahme bezeichnet. 9522. "Und mit dir reden vom Gnadenstuhl herab", 2. Mose 25/22, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es vom Herrn geschieht, sofern es den Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 2951, 5481, 5743, 5797, 7270; somit auch die Verbindung; denn wo Einfluß, da ist auch Verbindung. 9523. "Zwischen den zwei Cherubim hervor", 2. Mose 25/22, bedeutet, wo das himmlisch Gute und das geistig Gute verbunden sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der zwei Cherubim, sofern sie das himmlisch Gute und das geistig Gute bezeichnen, durch die der Zugang zum Herrn stattfindet, wovon Nr. 9511. Daß der Zugang stattfindet, wo das himmlisch Gute und das geistig Gute verbunden sind, hat den Grund, weil das himmlisch Gute in das geistig Gute einfließt und sie dadurch in Gemeinschaft stehen. 9524. "Die auf der Lade des Zeugnisses sind", 2. Mose 25/22, bedeutet, mit dem Herrn im Himmel. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Lade, sofern sie den Himmel bezeichnet, und aus der Bedeutung des Zeugnisses, sofern es das göttlich Wahre, somit der Herr im Himmel ist, wovon Nr. 9503. 9525. "Alles was Ich dir gebieten werde an die Söhne Israels", 2. Mose 25/22, bedeutet den Gottesdienst der vorbildlichen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, wenn es vom Herrn an Moses ergeht, sofern es das ist, was dem Gottesdienst angehört; denn alles, was Jehovah dem Mose an die Söhne Israels gebot, war solches, was den Gottesdienst betraf. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die geistige Kirche darstellen, wovon Nr. 9340, hier die vorgebildete geistige Kirche, denn alles, was bei den Söhnen Israels eingesetzt wurde, war Äußeres, das die inneren Dinge der Kirche vorbildete, nicht aber das Innere selbst in seinem Wesen, worüber man das nachsehe, was Nr. 9320 am Ende angeführt wurde. 9526. Vers 23-30: Und sollst einen Tisch von Schittimholz machen, zwei Ellen seine Länge, und eine Elle seine Breite, und eine Elle und eine halbe seine Höhe. Und sollst ihn überziehen mit reinem Golde, und rings um ihn einen Kranz von Gold machen. Und sollst eine Randleiste um ihn machen, eine Hand breit; und auch einen Kranz von Gold für seine Randleiste sollst du ringsumher machen. Und sollst ihm vier goldene Ringe machen, und die Ringe auf die vier Ecken tun, die an seinen vier Füßen sind. Nahe an der Randleiste sollen die Ringe sein als Behälter für die Stangen, um den Tisch zu tragen. Und sollst die Stangen von Schittimholz machen, und sie mit Gold überziehen, daß mit ihnen der Tisch getragen werde. Auch sollst du machen seine Schüsseln, und seine Becher, und seine Kannen, und seine Schalen, womit er bedeckt wird, von reinem Gold sollst du sie machen. Und sollst auf den Tisch das Brot des Angesichts (Schaubrote) vor Mein Angesicht legen allezeit. "Und sollst einen Tisch machen" bedeutet das Aufnahmegefäß für das Himmlische, das dem Guten der Liebe angehört; "von Schittimholz" bedeutet aus Barmherzigkeit; "zwei Ellen seine Länge" bedeutet das Ganze in Ansehung der Verbindung mit dem Guten; "und eine Elle seine Breite" bedeutet einiges (oder etwas) in Ansehung der Verbindung mit dem Wahren; "und eine Elle und eine halbe seine Höhe" bedeutet das Volle in Ansehung der Stufen; "und sollst ihn überziehen mit reinem Gold" bedeutet das Vorbild dieses Guten aus Barmherzigkeit; "und rings um ihn einen Kranz von Gold machen" bedeutet die Begrenzung der Sphäre des Guten aus dem göttlich Guten des Herrn; "und sollst eine Randleiste um ihn machen, eine Hand breit" bedeutet die Verbindung daselbst mit dem Wahren vom Göttlichen; "und auch einen Kranz von Gold für seine Randleiste sollst du ringsumher machen" bedeutet die Begrenzung der Sphäre des göttlich Guten; "und sollst ihm vier goldene Ringe machen" bedeutet das letzte Aufnahmegefäß der himmlischen Ehe, welche die des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren ist; "und die Ringe auf die vier Ecken tun" bedeutet daher die Festigkeit; "die an seinen vier Füßen sind" bedeutet in der natürlichen Sphäre; "nahe an der Randleiste sollen die Ringe sein als Behälter für die Stangen" bedeutet die Macht daher; "um den Tisch zu tragen" bedeutet zum Dasein und Fortbestehen; "Und sollst die Stangen von Schittimholz machen" bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten; "und sie mit Gold überziehen" bedeutet das Vorbild des Guten; "daß mit ihnen der Tisch getragen werde" bedeutet daher Bestand; "auch sollst du machen seine Schüsseln, und seine Becher, und seine Kannen, und seine Schalen, womit er bedeckt wird" bedeutet die Erkenntnisse des himmlisch Guten und Wahren; "von reinem Gold sollst du sie machen" bedeutet aus dem Guten; "und sollst auf den Tisch das Brot des Angesichts legen" bedeutet, dem Herrn daselbst in Ansehung des himmlisch Guten; "vor Mein Angesicht allezeit" bedeutet dadurch die Gegenwart des Herrn mit Frieden und himmlischer Freude aus Barmherzigkeit. 9527. "Und sollst einen Tisch machen", 2. Mose 25/23, bedeutet das Aufnahmegefäß himmlischer Dinge. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tisches, sofern er den Himmel bezeichnet in Ansehung der Aufnahme von solchem, was vom Herrn daselbst kommt, welches das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens ist, und daher Glück und Seligkeit. Dies wird durch Tisch bezeichnet, weil durch die Speisen das Himmlische bezeichnet wird, das dem Guten der Liebe und des Glaubens angehört, und die Weisheit und Einsicht daher, die in der gewöhnlichen Rede auch himmlische Speisen genannt und auch unter Speisen im Wort verstanden werden, man sehe Nr. 56, 57, 58, 680, 681, 1480, 4459, 4792, 5293, 5340, 5342, 5576, 5579, 5915, 8562, 9003. Dies wird auch hin und wieder im Himmel vorbildlich durch einen Tisch dargestellt, worauf Speisen von allerlei Gattung sind. Hieraus wird klar, daß durch den Tisch das Aufnahmegefäß für himmlische Dinge bezeichnet wird, somit der Himmel in Ansehung der Aufnahme von solchem, was vom Herrn kommt. Dies wird auch durch Tisch bezeichnet bei Luk.22/30: "Jesus sprach: Ich bescheide euch das Reich, wie es Mir Mein Vater zugerichtet hat, auf daß ihr esset und trinket an Meinem Tische in Meinem Reiche". Matth.8/11: "Viele werden kommen vom Aufgang und vom Niedergang, und zu Tische liegen mit Abraham und Jischak und Jakob im Himmelreich". Ps.23/4-6: "Ich werde mich nicht fürchten vor dem Übel, Du wirst mir zurichten einen Tisch vor meinen Feinden, Du wirst fett machen (salben) mit Öl mein Haupt, mein Becher wird Überfluß haben; Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen". Aber im entgegengesetzten Sinn bedeutet der Tisch die Aufnahme von solchem, was in der Hölle ist: Jes.28/7,8: "Sie schweifen ab durch berauschendes Getränk, irren unter den Sehenden, schwanken im Urteil; alle Tische sind voll von Gespei; wen wird man lehren das Wissen, und wen wird man verstehen machen die Predigt". Jes.65/11: "Ihr, die ihr den Jehovah verlasset, die ihr zurichtet dem Gad einen Tisch und dem Meni ein Trankopfer". Ps.69/22,23: "Sie haben mich gespeist mit Galle und in meinem Durst haben sie mich getränkt mit Essig; ihr Tisch wird vor ihnen werden zum Strick". 9528. "Von Schittimholz", 2. Mose 25/23, bedeutet aus Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schittimholz, sofern es das Gute des Verdienstes bezeichnet, das dem Herrn allein angehört, wovon Nr. 9472, 9486; und weil das Gute des Verdienstes Barmherzigkeit ist, darum wird durch Schittimholz auch diese bezeichnet; denn der Herr hat aus reiner Liebe, somit aus reiner Barmherzigkeit das Menschliche angenommen, und die schwersten Versuchungen, und zuletzt das Leiden am Kreuz ausgehalten, um das Menschengeschlecht zu erretten, dadurch erlangte Er das Verdienst und die Gerechtigkeit. Hieraus wird klar, daß das Gute des Verdienstes die Barmherzigkeit ist. Barmherzigkeit ist die göttliche Liebe gegen diejenigen, die sich in Nöten und Elend befinden. Daß der Herr den schwersten Versuchungen sich unterzogen, und so den Himmel und die Hölle in Ordnung gebracht, und daß Er aus göttlicher Liebe gekämpft hat, um diejenigen selig zu machen, die Ihn mit Liebe und Glauben aufnehmen, sehe man Nr. 1266, 1663, 1668, 1676, 1690, 1691, 1737, 1787, 1789, 1812, 1813, 1820, 1921, 2083, 2159, 2574, 2649, 2776, 2795, 2813, 2816, 3318, 4180, 4286, 4295, 5078. 9529. "Zwei Ellen seine Länge", 2. Mose 25/23, bedeutet das Ganze in Ansehung der Verbindung mit dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von zwei, sofern es eine Verbindung bezeichnet, und auch das Ganze und Einzelne. Daß es die Verbindung bedeutet, sehe man Nr. 1686, 5194, 8423, und daher auch das Ganze und Einzelne: Nr. 9166. Und aus der Bedeutung der Länge, sofern sie das Gute bezeichnet, wovon Nr. 9487. Daher wird durch die Länge von zwei Ellen das Ganze in Ansehung der Verbindung mit dem Guten bezeichnet. Unter der Verbindung mit dem Guten wird verstanden die Verbindung des Aufnahmegefäßes, das durch Tisch bezeichnet wird, mit dem Guten der Liebe, das durch die Brote des Angesichts auf dem Tisch bezeichnet wird, wovon unten; denn das Aufnahmegefäß muß angepaßt sein den Dingen, die aufgenommen werden sollen, und die aufzunehmenden Dinge beziehen sich auf das Gute und auf das Wahre. Die Anpassung und Verbindung dadurch wird beschrieben durch Zahlen, durch welche die Länge und Breite bestimmt wird. Daß im Wort durch Zahlen Dinge angedeutet werden, sehe man Nr. 9488. 9530. "Und eine Elle seine Breite", 2. Mose 25/23, bedeutet etwas (einiges) in Ansehung der Verbindung mit dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Elle oder von eins, sofern es "etwas" ausdrückt, denn es ist die Hälfte von der vorherigen Zahl, und wenn das Doppelte alles bedeutet, dann bedeutet die Hälfte davon "etwas", mithin etwas zur Verbindung; und aus der Bedeutung der Breite, sofern sie das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 9487, 9488. 9531. "Und eine Elle und eine halbe seine Höhe", 2. Mose 25/23, bedeutet das Volle in Ansehung der Stufen, wie Nr. 9489. 9532. "Und sollst ihn überziehen mit reinem Gold", 2. Mose 25/24, bedeutet das Vorbild dieses Guten aus Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von überziehen mit Gold, sofern es das Vorbild des Guten ist; denn durch Gold wird das Gute der Liebe bezeichnet: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917; deshalb wurde dieses Gute durch Gold vorgebildet, wo es eingeführt (eingeflößt) wurde. Daß es aus Barmherzigkeit ist, beruht darauf, daß alles Gute der Liebe aus der Barmherzigkeit kommt, die auch durch Schittimholz, das mit Gold überzogen wurde, bezeichnet wird: Nr. 9528. 9533. "Und rings um ihn einen Kranz von Gold machen", 2. Mose 25/24, bedeutet die Begrenzung der Sphäre des Guten aus dem göttlich Guten des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des goldenen Kranzes umher, sofern er die Begrenzung der Sphäre des Guten vom Herrn bezeichnet, damit sie (nämlich die Guten) von den Bösen nicht angegriffen und verletzt werden, wovon Nr. 9492. 9534. "Und sollst eine Randleiste um ihn machen, eine Hand breit", 2. Mose 25/25, bedeutet die Verbindung daselbst mit dem Wahren vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Randleiste, sofern sie das Letzte der Begrenzung bezeichnet, weil sie außerhalb der Kranzes war, somit die Verbindung mit dem Wahren und Göttlichen. Daß dies durch die Randleiste bezeichnet wird, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie es sich mit der Ausdehnung und Begrenzung der Sphäre des Guten vom Herrn verhält, die den Himmel umgibt und dadurch schützt. Daß die Sphäre des göttlich Guten den Himmel und alle Gesellschaften, die im Himmel sind, umgibt, und so vor dem Einbruch der Bösen aus der Hölle schützt, sehe man Nr. 9490, 9492, 9498. Diese göttliche Sphäre dehnt sich auch in die Höllen aus, und behütet auch diese. Daher kommt es, daß der Herr auch in den Höllen regiert; jedoch mit dem Unterschied, daß die göttliche Sphäre, die den Himmel umgibt und schützt, die Sphäre des mit dem göttlich Guten verbundenen göttlich Wahren ist; aber die, welche die Hölle behütet, ist die Sphäre des vom göttlich Guten getrennten göttlich Wahren. Der Grund, warum diese Sphäre in der Hölle ist, ist der, weil alle, die dort sich befinden, das göttlich Gute, somit die Barmherzigkeit des Herrn verwerfen. Eine solche Sphäre regiert der äußeren Form nach in der Hölle; gleichwohl aber die Sphäre des mit dem göttlich Guten verbundenen göttlich Wahren der inneren Form nach. Durch diese werden jene behütet, daß keiner dem anderen Böses tun darf über das Maß hinaus. Hieraus wird klar, daß die Sphäre des göttlich Guten in der äußeren Form aufhört, wo der Himmel aufhört, und die Sphäre des vom göttlich Guten getrennten Wahren anfängt, wo die Hölle anfängt, und daß im Zwischenraum die Verbindung ist, die bezeichnet wird durch die Randleiste eine Hand breit umher. 9535. "Und auch einen Kranz von Gold für seine Randleiste sollst du ringsumher machen", 2. Mose 25/25, bedeutet die Begrenzung der Sphäre des göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kranzes von Gold, sofern er die Begrenzung des göttlich Guten bezeichnet, wie Nr. 9533; und aus der Bedeutung seiner Randleiste, sofern sie die Verbindung mit dem Wahren vom Göttlichen bezeichnet, gemäß dem, was Nr. 9534 gezeigt wurde. 9536. "Und sollst ihm vier goldene Ringe machen", 2. Mose 25/26, bedeutet das letzte Aufnahmegefäß der himmlischen Ehe, welche die des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der vier goldenen Ringe, sofern sie das göttlich Wahre bezeichnen, das verbunden ist mit dem göttlich Guten, und die beide allenthalben umher sind, wovon Nr. 9493; somit das letzte Aufnahmegefäß der himmlischen Ehe, welche die des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren ist. 9537. "Und die Ringe auf die vier Ecken tun", 2. Mose 25/26, bedeutet daher die Festigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ecken, sofern sie die Festigkeit bezeichnen, wovon Nr. 9494, nämlich durch die Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten im Letzten, die durch die vier goldenen Ringe bezeichnet wird: Nr. 9536. 9538. "Die an seinen vier Füßen sind", 2. Mose 25/26, bedeutet in der natürlichen Sphäre. Dies erhellt aus der Bedeutung von vier, sofern es die Verbindung in sich schließt, wovon Nr. 1686, 8877; und aus der Bedeutung der Füße, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wovon Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, 5327, 5328. Daß Festigkeit in der natürlichen Sphäre ist, hat den Grund, weil alles Geistige in das ausläuft, was das natürlich Wahre genannt wird, und alles Himmlische in das, was das natürlich Gute genannt wird, und daselbst fortbesteht. Daher kommt es, daß das Natürliche ihnen als Fundament, folglich als Befestigung dient. Daß es so ist, wissen noch wenige; deshalb soll von diesem Gegenstand, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, aus Erfahrung anderwärts gesprochen werden. 9539. "Nahe an der Randleiste sollen die Ringe sein als Behälter für die Stangen", 2. Mose 25/27, bedeutet die Macht daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Randleiste, in deren Nähe die Ringe sein sollen, sofern sie die Verbindung im Letzten mit dem Wahren vom Göttlichen bezeichnet, wovon Nr. 9534. Aus der Bedeutung der Ringe, sofern sie das Aufnahmegefäß dieser Verbindung bezeichnen, wovon ebenfalls Nr. 9536; und aus der Bedeutung der Stangen, sofern sie die Macht bezeichnen, wovon Nr. 9496. Als Behälter wird gesagt, weil vom himmlisch Guten und der Macht seines Aufnahmegefäßes die Rede ist; denn dieses Gute wird durch das Brot des Angesichts bezeichnet, und sein Aufnahmegefäß durch den Tisch, auf dem jene Brote lagen. Durch die Behälter (nach dem Grundtext "Häuser") wird auch jenes Gute im Letzten bezeichnet. Daß Haus das Gute bedeutet, sehe man Nr. 2233, 2234, 2559, 3652, 3720, 4982, 7848, 7929. 9540. "Um den Tisch zu tragen", 2. Mose 25/27, bedeutet zum Dasein und Fortbestehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von tragen, sofern es heißt, im Zustand des Guten erhalten, somit Dasein und Fortbestehen, wie Nr. 9500. 9541. "Und sollst die Stangen von Schittimholz machen", 2. Mose 25/28, bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten; man sehe Nr. 9496, wo die gleichen Worte. 9542. "Und sie mit Gold überziehen", 2. Mose 25/28, bedeutet das Vorbild des Guten; man sehe Nr. 9532. 9543. "Daß mit ihnen der Tisch getragen werde", 2. Mose 25/28, bedeutet den Bestand daher. Dies erhellt aus der Bedeutung von getragen werden, sofern es heißt Dasein und Fortbestehen, wovon Nr. 9540, somit auch bestehen. Und aus der Bedeutung des Tisches, sofern er das Aufnahmegefäß himmlischer Dinge bezeichnet, wovon Nr. 9527. So wird der innerste oder dritte Himmel in Ansehung der Aufnahme des Guten vom Herrn beschrieben, denn die Brote des Angesichts bedeuten das himmlisch Gute, das vom Herrn ist; und der Tisch, auf dem diese Brote lagen, bedeutet das Aufnahmegefäß dieses Guten. Aber das einzelne nach dem Sachverhalt zu erklären, geht nicht an, weil das meiste, was im himmlischen Reich des Herrn ist, sich nicht für eine menschliche Denkvorstellung eignet, und kaum für die Denkvorstellung der Engelsgeister, die im letzten Himmel sind; denn alles, was im himmlischen Reich des Herrn ist, gründet sich auf das Gute, das der Liebe angehört, und nicht auf das Wahre, das dem Glauben angehört. Auch reden sie miteinander durch Gutes, das Sache der Liebe ist, und nicht durch Wahres, das Sache des Glaubens ist, wie diejenigen, die im geistigen Reich des Herrn sind. Man sehe, was Nr. 9277 angeführt worden. Das himmlische Reich des Herrn ist der innerste oder dritte Himmel, und es ist bekannt, daß in diesem unbegreifliche und unaussprechliche Dinge sind, oder was noch niemand in den Sinn gekommen ist, und nie ein Auge gesehen, und nie ein Ohr gehört hat, deshalb wird das, was in jenem Himmel vorkommt, den Geistern unten durch Vorbilder dargestellt, durch die sich einigermaßen eine Vorstellung bilden läßt von den unbegreiflichen und unaussprechlichen Dingen, die dort sind. Ebendieselben sind in der Welt vorgebildet worden durch die Lade, den Gnadenstuhl, die Cherubim, den Tisch, auf dem die Brote des Angesichts waren, und durch den Leuchter. Durch diese Gegenstände sollte alles, was in jenem Reich ist, dargestellt werden; und durch die Wohnung den Vorhof des Zeltes, und durch die Teppiche und Vorhänge daselbst wurde vorgebildet, was im geistigen Reich des Herrn ist, welches der zweite oder mittlere Himmel ist. 9544. "Auch sollst du machen seine Schüsseln, und seine Becher, und seine Kannen, und seine Schalen, womit er bedeckt wird", 2. Mose 25/29, bedeutet die himmlischen Erkenntnisse des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gefäße im allgemeinen, sofern sie Wißtümliches oder Erkenntnisse bezeichnen, wovon Nr. 3068, 3079; somit bedeuten die Gefäße im besonderen, die hier aufgezählt werden, die Erkenntnisse des himmlisch Guten und Wahren. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das himmlisch Wahre ist das Gute der gegenseitigen Liebe. Die Erkenntnisse dieser Arten des Guten werden durch jene Gefäße bezeichnet. Und weil Erkenntnisse bezeichnet werden, und die Erkenntnisse dem natürlichen Gedächtnis des Menschen angehören, und das Natürliche das Äußere ist, darum wird gesagt: "womit der Tisch bedeckt wird"; denn weil das Natürliche außen oder unten ist, und bedeckt und umschließt, was inwendig oder oben ist, darum wird es eine Decke genannt: Nr. 6377. Zu welchem Gebrauch jene Gefäße dienten, sehe man 3. Mose 24/6,7; 4. Mose 4/7,8. 9545. "Und sollst auf den Tisch das Brot des Angesichts legen", 2. Mose 25/30, bedeutet, den Herrn daselbst in Ansehung des himmlisch Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tisches, sofern er das Aufnahmegefäß für himmlische Dinge bezeichnet; aus der Bedeutung des Brotes, sofern es im höchsten Sinn der Herr ist, und im bezüglichen Sinn das Gute der Liebe, das von Ihm kommt, somit der Herr in Ansehung des himmlisch Guten, wovon Nr. 2165, 2177, 3464, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915; und daß durch Brot im allgemeinen bezeichnet wird alle himmlische Speise, oder die Speise, die das geistige Leben des Menschen nährt, sehe man Nr. 3478, 6118, 8410, 9323. Ferner aus der Bedeutung des Angesichts, wenn vom Herrn die Rede, sofern es alles das ist, was aus der göttlichen Liebe kommt, z.B. Unschuld, Friede, Freude, somit der Himmel selbst beim Menschen und Engel: Nr. 222, 223, 5585, 9306. 9546. "Vor Mein Angesicht allezeit", 2. Mose 25/30, bedeutet dadurch die Gegenwart des Herrn mit Frieden und himmlischer Freude aus Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichts Jehovahs oder des Herrn, sofern es alles bezeichnet, was der göttlichen Liebe oder Barmherzigkeit angehört, nämlich Unschuld, Friede, Freude, somit den Himmel selbst bei denen, die es aufnehmen; denn durch Angesicht, wenn es auf den Menschen und Engel sich bezieht, wird das Innere bezeichnet, das dem Willen und daher dem Verstand, somit der Liebe und daher dem Glauben angehört; man sehe Nr. 1999, 2434, 3527, 3573, 4066, 4796, 4798, 5102, 5165, 5168, 5585, 5592, 6604, 6848, 6849, 9306. Hieraus kann man erkennen, daß durch Angesicht, wenn es sich auf Jehovah oder den Herrn bezieht, dasjenige bezeichnet wird, was der göttlichen Liebe oder Barmherzigkeit angehört, somit alles himmlisch Gute: Nr. 222, 223, 5585, 9306. 9547. Vers 31-39: Und sollst einen Leuchter machen von reinem Golde, dicht (nach anderen: von getriebener Arbeit) soll der Leuchter gemacht werden, sein Schaft und sein Rohr, seine Kelche, seine Granatäpfel (kugelförmige Knäufe) und seine Blumen sollen aus ihm hervorgehen. Und sechs Röhren sollen hervorgehen aus seinen Seiten, drei Röhren des Leuchters aus der einen Seite, und drei Röhren des Leuchters aus der anderen Seite desselben. Drei Kelche in der Form von Mandelblüten an dem einen Rohr, ein Granatapfel und eine Blume, und drei Kelche in der Form von Mandelblüten an dem anderen Rohr, ein Granatapfel und eine Blume; an den sechs Röhren, die aus dem Leuchter hervorgehen. Und an dem Leuchter vier mandelblütenförmige Kelche, seine Granatäpfel und seine Blumen. Und ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, und (wiederum) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, und (nochmals) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, für die sechs Röhren, die aus dem Leuchter hervorgehen. Ihre Granatäpfel und ihre Röhren sollen aus ihm sein, alles an ihm, dicht (und) eins von reinem Gold, (alles einerlei getriebene Arbeit von reinem Golde). Und sollst ihm sieben Lampen machen; daß man seine Lampen aufgehen lasse, und daß es leuchte gegenüber von Seinem Angesichte. Und seine Lichtscheren, und seine Löschnäpfe von reinem Gold. Aus einem Talent reinen Goldes sollst du ihn machen mit allen diesen Geräten. "Und sollst einen Leuchter machen" bedeutet den geistigen Himmel; "von reinem Gold" bedeutet aus dem himmlisch Guten; "dicht soll der Leuchter gemacht werden" bedeutet alles aus dem Guten; "sein Schaft und sein Rohr, seine Kelche" bedeutet das Geistige im Natürlichen; "seine Granatäpfel" bedeutet das Wißtümliche des Guten; "und seine Blumen" bedeutet das Wißtümliche des Wahren; "sollen aus ihm hervorgehen" bedeutet aus dem Geistigen, das aus dem himmlischen Guten ist; "und sechs Röhren sollen hervorgehen aus seinen Seiten" bedeutet alles, was dem Wahren aus dem Guten angehört, im Inbegriff; "drei Röhren des Leuchters aus der einen Seite, und drei Röhren des Leuchters aus der anderen Seite desselben" bedeutet das Volle in Ansehung des Guten und Wahren; "drei Kelche in der Form von Mandelblüten" bedeutet das Volle in Ansehung des Wißtümlichen aus dem Guten; "an dem einen Rohr" bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten; "ein Granatapfel und eine Blume" bedeutet das Wißtümliche des Guten und das Wißtümliche des Wahren; "und drei Kelche in der Form von Mandelblüten an dem anderen Rohr, ein Granatapfel und eine Blume" bedeutet das gleiche; "an den sechs Röhren, die aus dem Leuchter hervorgehen" bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten in bezug auf alles im geistigen Himmel; "und an dem Leuchter" bedeutet eine Mitte, durch die Verbindung und aus der Kräfte (hervorgehen); "vier mandelblütenförmige Kelche" bedeutet das Wißtümliche des Wahren aus dem Guten; "seine Granatäpfel und seine Blumen" bedeutet das Wißtümliche des Guten und des Wahren; "und ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, und (wiederum) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, und (nochmals) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben" bedeutet das Wißtümliche des Guten für die einzelnen Wahrheiten; "für die sechs Röhren, die aus dem Leuchter hervorgehen" bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten in bezug auf alles im geistigen Himmel; "ihre Granatäpfel und ihre Röhren sollen aus ihm sein, alles an ihm" bedeutet das Wißtümliche des Guten und die Kräfte sollen sein aus dem geistig Göttlichen, das vom Herrn (ausgeht); "dicht (und) eins von reinem Gold" bedeutet vollständig und vollkommen, weil aus dem gleichen Guten; "und sollst ihm sieben Lampen machen" bedeutet das heilige Geistige daher; "daß man seine Lampen aufgehen lasse" bedeutet das Licht des geistigen Himmels; "und daß es leuchte gegenüber von Seinem Angesichte" bedeutet vom göttlich Guten des Göttlich-Menschlichen des Herrn; "und seine Lichtscheren, und seine Löschnäpfe" bedeutet die Reinigungs- und Ausleerungsorgane im Natürlichen; "von reinem Gold" bedeutet ebenfalls aus dem Guten; "aus einem Talent reinen Goldes sollst du ihn machen mit allen diesen Geräten" bedeutet das himmlisch Gute, von dem das geistig Gute samt seinem Wißtümlichen (ausgeht). 9548. "Und sollst einen Leuchter machen", 2. Mose 25/31, bedeutet den geistigen Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leuchters, sofern er das geistig Göttliche im Himmel und in der Kirche vom Herrn bezeichnet. Daß durch den Leuchter das geistig Göttliche bezeichnet wird, hat den Grund, weil durch den Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, das himmlisch Göttliche bezeichnet wird, wie im Vorhergehenden gezeigt worden. Das himmlisch Göttliche ist das Gute der Liebe, und das geistig Göttliche ist das Wahre des Glaubens daher, beides ausgehend vom Herrn. Der Leuchter bedeutet aber das geistig Göttliche wegen der Erleuchtung; denn das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, ist es, was im Himmel leuchtet; die Engel haben kein Licht anderswoher. Daher kommt es, daß der Herr im Wort das Licht genannt wird, und daß durch das Licht bezeichnet wird der Glaube, die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten, die vom Herrn allein stammen. Man sehe Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3094, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3337, 3339, 3341, 3636, 3643, 3862, 3993, 4060, 4180, 4302, 4408, 4414, 4415, 4419, 4527, 4598, 5400, 6032, 6313, 6315, 6608, 6907, 7174, 8644, 8707, 8861, 9399, 9407. Daß der Leuchter den geistigen Himmel aus dem göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht, und somit auch die Kirche bedeutet, und daß die Lampe den Glauben bedeutet und die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten, die vom Herrn allein ausgehen, erhellt aus den Stellen im Wort, wo der Leuchter und die Lampe genannt werden: Joh.Offenb.1/12,13,20: "Ich sah sieben goldene Leuchter, und inmitten der sieben Leuchter Einen gleich einem Menschensohn": die sieben Leuchter sind sieben Kirchen. Joh.Offenb.2/5: "Entfernen werde Ich deinen Leuchter aus seinem Ort, wenn du nicht Buße tust": die Kirche heißt hier Leuchter vom göttlich Wahren, das in ihr ist vom Herrn, denn es wird gesagt, die sieben Leuchter sind sieben Kirchen. Daß sie so heißt vom göttlich Wahren, erhellt daraus, daß gesagt wird: Ich werde deinen Leuchter entfernen, wenn du nicht Buße tust. Daß dieses (göttlich Wahre) vom Herrn (stammt), ist ebenfalls klar, denn es wird gesagt: "inmitten der sieben Leuchter war Einer gleich einem Menschensohn", daß der Herr der Sohn des Menschen heißt vom göttlich Wahren, sehe man Nr. 2803, 2813, 3704. Joh.Offenb.11/3-10: "Meinen zwei Zeugen werde Ich geben, daß sie weissagen tausendzweihundertsechzig Tage; diese sind zwei Ölbäume und zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen": die zwei Zeugen sind das Wort der beiden Testamente, sofern es vom Herrn zeugt, dasselbe heißt ein Ölbaum wegen des göttlich Guten, und ein Leuchter wegen des göttlich Wahren, das vom Herrn (ausgeht). Sach.4/2,3: "Der Engel sprach zum Propheten: Was siehst du? Und ich sprach zu ihm: Ich sehe, und siehe, ein Leuchter ganz von Gold; sein Ölbehälter auf seinem Haupt, und seine sieben Lampen auf ihm, sieben Gußröhren für die Lampen; zwei Ölbäume daneben, einer zur Rechten des Ölbehälters und einer zu seiner Linken": es ist hier die Rede von Serubabel, der das Haus Gottes gründen und es vollenden sollte, und durch den der Herr vorgebildet wird, sofern Er kommen und den geistigen Himmel und die Kirche wiederherstellen wollte. Diese (beiden) bedeutet der Leuchter, und die heiligen Wahrheiten in ihnen bedeuten die sieben Lampen. Daß die Lampe (oder Leuchte) den Glauben und die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten bedeutet, die vom Herrn allein (stammen), erhellt Joh.Offenb.21/23,24: "Das heilige Jerusalem bedarf nicht der Sonne und des Mondes, daß sie in ihm leuchten, die Herrlichkeit Gottes wird es erleuchten, und seine Leuchte ist das Lamm. Die Völkerschaften, die selig werden, werden in Seinem Lichte wandeln". Joh.Offenb.22/5: "Nacht wird nicht daselbst sein, und sie bedürfen keiner Leuchte und keines Sonnenlichts, denn der Herr Gott erleuchtet sie". Die Leuchte bedeutet in der ersteren Stelle das göttlich Wahre, das vom Herrn (ausgeht), und das Licht den Glauben, somit auch die Einsicht und Weisheit. Joh.Offenb.18/23: "Das Licht einer Leuchte wird nicht mehr in dir leuchten, und die Stimme des Bräutigams und der Braut wird nicht mehr in dir gehört werden". Jerem.25/10,11: "Ich werde wegnehmen die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme der Mühlen und das Licht der Leuchte, so daß das ganze Land zur Verödung, zur Verwüstung wird": hier vom Erlöschen des Glaubens und daher der Einsicht in geistigen Dingen. Dies wird bezeichnet durch die Leuchte, die nicht sein wird, und durch das Licht der Leuchte, das weggenommen werden wird. Hiob.21/17: "Wie oft erlöscht die Leuchte der Gottlosen, und kommt Unglück über sie!" Ps.18/29; 2.Sam.22/29: "Du erleuchtest meine Leuchte; Jehovah, mein Gott, erhellt meine Finsternis". Ps.119/104,105: "Durch Deine Befehle bin ich verständig worden, eine Leuchte für meinen Fuß ist Dein Wort und ein Licht für meinen Pfad". Hiob 29/3: "Als Gott die Leuchte helle machte über meinem Haupte, und ich in Seinem Lichte wandelte in der Finsternis". Matth.6/22,23; Luk.8/16; 11/33-36: "Die Leuchte des Leibes ist das Auge; wenn dein Auge gut ist, so ist dein ganzer Leib licht; wenn aber dein Auge böse ist, so wird der ganze Leib verfinstert sein; wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß ist dann die Finsternis!": unter dem Auge wird hier der Glaube und die Einsicht aus demselben verstanden. Daß im inneren Sinn das Auge diese Bedeutung hat, sehe man Nr. 4403-4421, 4523-4534, 9051. Hieraus wird klar, was bezeichnet wird durch "wenn dein Auge gut ist, so ist der ganze Leib licht, wenn aber das Auge böse, so ist der ganze Leib verfinstert". Weil der Glaube und die daher stammende Einsicht und Weisheit durch die Leuchte bezeichnet wird, darum werden die Könige Judas genannt "Leuchten für David": 1.Kön.11/36; 15/4; 2.Kön.8/19; und David wird genannt die Leuchte Israels: 2.Sam.21/16,17; nicht als ob die Könige Judas und David Leuchter gewesen wären, sondern weil durch König das göttlich Wahre bezeichnet wird, das vom Herrn ist: Nr. 6148, und durch David der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, aus dem Glaube, Einsicht und Weisheit kommt: Nr. 1888. 9549. "Von reinem Gold", 2. Mose 25/31, bedeutet aus dem himmlisch Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet oder das himmlisch Gute, wovon Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917. Mit wenigen Worten soll hier gesagt werden, warum der Leuchter von reinem Gold sein sollte: Durch den Leuchter wird das geistig Göttliche oder das göttlich Wahre bezeichnet, das vom Herrn im Himmel und in der Kirche ist: Nr. 9548; weil dieses vom göttlich Guten herkommt, darum war der Leuchter aus Gold, denn Gold bedeutet das Gute, wie gesagt wurde. Dies ergibt sich noch deutlicher aus dem Einfluß des Herrn in die Himmel: der innerste oder dritte Himmel ist himmlisch, und der mittlere oder zweite Himmel ist geistig; der Herr fließt durch den himmlischen Himmel, der im Guten der Liebe zu Ihm ist, in den geistigen Himmel ein, der im Wahren des Glaubens an Ihn ist. Hieraus erhellt, warum der Leuchter ganz von reinem Gold sein sollte, wie auch die zehn Leuchter in dem von Salomo erbauten Tempel: 1.Kön.7/49; man sehe auch unten Nr. 9550, 9568. 9550. "Dicht soll der Leuchter gemacht werden", 2. Mose 25/31, bedeutet alles aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von dicht, sofern es soviel ist als ganz und gar, somit alles aus dem Guten, das durch Gold bezeichnet wird; denn alles Geistige, das durch den Leuchter, sofern er erleuchtet, bezeichnet wird, stammt aus dem Himmlischen, und besteht auch immerfort durch dasselbe, wie alles Wahre vom Guten; denn wenn man das Gute wegnimmt, so erlischt im Augenblick das Wahre, weil das Gute die Seele des Wahren ist. Es verhält sich hiermit wie die Neigung, die der Liebe angehört, zum Denken. Wenn die Neigung, die der Liebe angehört, weggenommen wird, so erlischt sogleich das Denken; denn die Neigung ist das eigentliche Leben oder die Seele des Denkens. Alle Neigung, die der Liebe angehört, ist Sache des Guten, und alles Denken aus ihr ist Sache des Wahren. Das Wahre, das aus dem Guten kommt, wird das Geistige genannt, und das Gute, aus dem das Wahre, wird das Himmlische genannt. 9551. "Sein Schaft und sein Rohr, seine Kelche", 2. Mose 25/31, bedeutet das Geistige im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schaftes, des Rohres und des Kelches, die gleichsam hervorwachsende Äste aus dem Leuchter selbst sind, wie die Arme und Hände (manus et palmae) vom Leib, sofern sie das geistige im Natürlichen bezeichnen; denn das Natürliche wächst hervor und zweigt sich ab vom Geistigen, wie das Geistige vom Himmlischen: Nr. 9549. Hieraus erhellt, daß, wenn der Leuchter das geistig Göttliche bezeichnet, die hervorwachsenden Äste und Abzweigungen, die Schaft, Rohr und Kelche genannt werden, das Geistige im Natürlichen bedeuten. 9552. "Seine Granatäpfel", 2. Mose 25/31, bedeutet das Wißtümliche des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Granatäpfel, sofern sie das Wißtümliche des Guten bezeichnen. Es gibt Wißtümliches des Guten und Wißtümliches des Wahren; jenes wird bezeichnet durch die Granatäpfel und dieses durch die Blumen, womit der Leuchter umgeben und geschmückt wurde. Daß das Wißtümliche des Guten durch Granatäpfel bezeichnet wird, erhellt aus Stellen anderwärts, wo sie genannt werden: 5. Mose 8/8: "Ein Land des Weizens und der Gerste, und des Weinstocks und des Feigenbaums und des Granatapfels". Hag.2/19: "Der Same ist noch nicht in der Scheune, und sogar der Weinstock und Feigenbaum und Granatapfel haben nicht getragen": Weizen, Gerste und Samen in der Scheune bedeuten das innere und äußere Himmlische; Weinstock, Feigenbaum und Granatapfel das Geistige und Natürliche in seiner Ordnung, dessen Letztes das Wißtümliche ist, das dem natürlichen und sinnlichen Menschen angehört. Deshalb wird der Granatapfel an letzter Stelle genannt. Zeph.2/13,14: "Jehovah wird Aschur (Assyrien) verderben; es werden sich lagern in seiner Mitte die Herden, alles Wild der Völkerschaft; dann wird der Reiher und Entenadler übernachten (herbergen) in seinen Granatäpfeln" (in den Säulenknäufen seiner Paläste): Reiher und Entenadler in den Granatäpfeln bedeuten das Falsche des Bösen im Wißtümlichen des Guten. Amos 9/1: "Ich sah den Herrn stehen auf dem Altar, Der sprach: Schlage den Granatapfel (den Knauf), daß erzittern die Pfosten; d.h., zerscheitere auf ihrem Haupt sie alle, ihr Letztes werde Ich mit dem Schwert töten": den Granatapfel schlagen, bedeutet das Wißtümliche des Guten zerstören durch Falsches des Bösen; daß alsdann die Pfosten erzittern, wird gesagt, weil die Pfosten das Wahre des Natürlichen bezeichnen: Nr. 7847. Das Letzte mit dem Schwert töten, bedeutet dadurch das Letzte zerstören, denn Schwert bezeichnet das Wahre, das gegen das Falsche kämpft und es zerstört, und auch umgekehrt: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294. 9553. "Und seine Blumen", 2. Mose 25/31, bedeutet das Wißtümliche des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Blumen, sofern sie das Wißtümliche des Wahren bezeichnen. Daß die Blumen diese Bedeutung haben, beruht darauf, daß die Blumen (oder Blüten) Gewächse sind, die den Früchten und Samen vorausgehen, und sie in ihrer Art erzeugen, denn daß die Bäume und Pflanzen blühen, ehe sie Frucht bringen, ist bekannt. Ebenso verhält es sich mit dem Menschen in Ansehung der Einsicht und Weisheit. Das Wißtümliche des Wahren geht voraus, und erzeugt auf seine Weise das, was der Weisheit beim Menschen angehört; denn es dient seiner Vernunft zu Gegenständen und so zu Mitteln des Weisewerdens. Daher kommt es, daß das Wißtümliche des Wahren den Blüten und das Gute des Lebens, welches das Gute der Weisheit ist, der Frucht gleich ist, weil alles, was in der geistigen Welt ist, sich auf solches bezieht, was beim Menschen ist, aus dem Grund, weil der Himmel einen Menschen darstellt, und allem und jedem, was beim Menschen ist, entspricht. Darum hat auch alles, was in der natürlichen Welt ist, gemäß seiner Übereinstimmung mit solchem, was beim Menschen ist, eine entsprechende vorbildliche und bezeichnende Bedeutung: Nr. 9496. Hieraus kann nun erhellen, woher es kommt, daß die Blumen das Wißtümliche des Wahren und im allgemeinen das Wahre, die Früchte aber, wie auch die Samen, das Gute bedeuten. Daß die Blumen das Wißtümliche des Wahren und im allgemeinen die Wahrheiten bedeuten, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.5/24: "Ihre Wurzel wird wie Moder sein und ihre Blume wie Staub, weil sie verworfen haben das Gesetz Jehovahs Zebaoth, und die Rede des Heiligen von Israel verachten". Jes.27/6: "In den künftigen Tagen wird Jakob wurzeln, Israel wird blühen und sprossen, daß die Angesichte des Erdkreises erfüllt werden mit seinem Gewächs". Jes.28/1: "Wehe den Trunkenen Ephraims, und der Blume der sinkenden Herrlichkeit, und seines Schmucks": Trunkene bedeuten die, welche aus Falschem vernünfteln: Nr. 1072, Ephraim (steht) für das Verständige der Kirche, hier das verkehrte Verständige: Nr. 5354, 6222, 6234, 6238, 6267; Herrlichkeit für das göttlich Wahre: Nr. 4809, 5922, 8267, 8427, 9429. Hieraus wird klar, daß Blume das Wißtümliche bedeutet, durch welches das Wahre (sich bildet). Jes.40/6-8: "Verdorrt ist das Gras, abgefallen die Blume; das Gras ist das Volk, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit". Nahum 1/4: "Die Blume des Libanon verschmachtet": hier ebenfalls Blume für Wißtümliches, als Mittel des Weisewerdens. Dan.4/7-11: "Im Traum sah Nebukadnezar: Siehe, ein Baum (stand) inmitten des Landes, seine Höhe war groß, sein Blatt schön und seiner Blüten viel; unter ihm hatte Schatten das Tier des Feldes, und in seinen Zweigen wohnten die Vögel des Himmels, und genährt wurde alles Fleisch. Aber der Heilige rief vom Himmel, und sprach: Hauet den Baum um, schneidet die Zweige ab, zerstört seine Blätter, zerstreut seine Blüten; fliehen soll das Tier des Feldes unter ihm und die Vögel von seinen Zweigen": durch den Baum und seine Höhe wird bezeichnet das Aufkommen einer Religion, die durch Babel bezeichnet wird. Diese Religion ist heilig im Äußeren, aber unheilig im Inneren: Nr. 1182, 1283, 1295, 1304-1308, 1321, 1322, 1326; Blatt für das Wißtümliche des Wahren, sofern es als Mittel des Weisewerdens dient, hier aber, sofern es als Mittel des Unsinns dient, denn es wird gesagt, es soll zerstreut werden. Die Tiere des Feldes bedeuten solche, die in den Neigungen zum Guten, und im entgegengesetzten Sinn, die in den Neigungen zum Bösen sind: Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 1823, 2179, 2180, 3218, 3519, 5198, 7523, 9090, 9280; aber die Vögel des Himmels bezeichnen die, welche in den Neigungen zum Wahren, und im entgegengesetzten Sinn die, welche in den Neigungen zum Falschen sind: Nr. 3219, 5149, 7441; darum wird gesagt, daß unter dem Schatten jenes Baumes das Tier des Feldes wohnte und in seinen Zweigen die Vögel des Himmels wohnten, und alles Fleisch genährt wurde; und nachher, daß das Tier des Feldes unter ihm fliehen sollte, und die Vögel von seinen Zweigen. HG 9554 9554. "Sollen aus ihm hervorgehen", 2. Mose 25/31, bedeutet aus dem Geistigen, das aus dem himmlischen Guten (stammt). Dies erhellt aus der Bedeutung des Leuchters, aus dem die Granatäpfel und Blumen hervorgehen sollen, sofern er das geistig Göttliche bezeichnet, das aus dem himmlisch Göttlichen ist, wovon Nr. 9548. Hieraus wird klar, daß durch "sollen aus ihm hervorgehen" bezeichnet wird, aus dem Geistigen, das aus dem himmlisch Guten (stammt). 9555. "Und sechs Röhren sollen hervorgehen aus seinen Seiten hervorgehen", 2. Mose 25/32, bedeutet alles, dem Wahren aus dem Guten Angehörende im Inbegriff. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs, sofern es "alles im Inbegriff" bezeichnet, wovon Nr. 3960, 7973, 8148; und aus der Bedeutung der Röhren, die aus den Seiten hervorgehen, sofern sie das Wahre aus dem Guten bezeichnen; denn durch die Röhren aus dem Leuchter wird das gleiche bezeichnet, wie durch die Arme und Hände des Menschen, weil alles und jedes in der Natur sich auf die menschliche Gestalt bezieht, und daher bezeichnend ist: Nr. 9496, 9553. Die Arme und Hände am Menschen entsprechen den Wahrheiten aus dem Guten, und bedeuten daher Kräfte: Nr. 878, 4931,-4937, 5327, 5328, 6292, 6947, 7188, 7189, 7205, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281, 9025, 9133. Hieraus erhellt, daß durch die sechs aus den Seiten hervorgehenden Röhren alles dem Wahren aus dem Guten Angehörige im Inbegriff bezeichnet wird. 9556. "Drei Röhren des Leuchters aus der einen Seite, und drei Röhren des Leuchters aus der anderen Seite desselben", 2. Mose 25/32, bedeutet das Volle in Ansehung des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, sofern es das Volle bezeichnet, wovon Nr. 2788, 4495, 7715, 9198; aus der Bedeutung der Röhren des Leuchters, sofern sie die Wahrheiten aus dem Guten bezeichnen, und daher die Macht, wovon Nr. 9555; und aus der Bedeutung von "aus der einen Seite und aus der anderen Seite", sofern es heißt, aus dem Guten und dem daher stammenden Wahren. Denn durch das, was auf der rechten Seite des Leibes ist, wird das Gute bezeichnet, und durch das, was auf der linken das Wahre, das daher stammt, z.B. die rechte und die linke Seite des Angesichts, das rechte und das linke Auge, das rechte und das linke Ohr, der rechte und der linke Fuß, ebenso die übrigen Teile am Körper. 9557. "Drei Kelche in der Form von Mandelblüten", 2. Mose 25/33, bedeutet das Volle in Ansehung des Wißtümlichen aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, sofern es das Volle bezeichnet, wovon Nr. 9556; aus der Bedeutung der Kelche, sofern sie die wißtümlichen Wahrheiten bezeichnen, die aus dem Guten der Liebtätigkeit kommen, wovon Nr. 5120; und aus der Bedeutung der Mandeln, sofern sie das Gute des Lebens bezeichnen, das den Wahrheiten des inneren natürlich Guten entspricht, wovon Nr. 5622. Hieraus wird klar, daß durch die drei Becher in der Form von Mandelblüten, das Volle in Ansehung der wißtümlichen Wahrheiten aus dem Guten bezeichnet wird. 9558. "An dem einen Rohr", 2. Mose 25/33, bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rohrs, sofern es das Wahre aus dem Guten, und daher die Macht bezeichnet, wovon Nr. 9555. 9559. "Ein Granatapfel und eine Blume", 2. Mose 25/33, bedeutet das Wißtümliche des Guten und das Wißtümliche des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Granatapfels, sofern er das Wißtümliche des Guten bezeichnet, wovon Nr. 9552; und aus der Bedeutung der Blume, sofern sie das Wißtümliche des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 9553. 9560. "Und drei Kelche in der Form von Mandelblüten an dem anderen Rohr, ein Granatapfel und eine Blume", 2. Mose 25/33, bedeutet das gleiche, wie Nr. 9557, 9558, 9559, was ohne Erklärung erhellt. 9561. "So an den sechs Röhren, die aus dem Leuchter hervorgehen", 2. Mose 25/33, bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten in bezug auf alles im geistigen Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs, sofern es "alles im Inbegriff" bezeichnet, wie Nr. 9555; aus der Bedeutung der Röhren, sofern sie Wahrheiten aus dem Guten und die Macht daher bezeichnen, wovon Nr. 9555, 9558; und aus der Bedeutung des Leuchters, sofern er den geistigen Himmel bezeichnet, wovon Nr. 9548. Hieraus erhellt, daß durch die sechs aus dem Leuchter hervorgehenden Röhren die Macht des Wahren aus dem Guten in bezug auf alles im geistigen Himmel bezeichnet wird. 9562. "Und an dem Leuchter", 2. Mose 25/34, bedeutet die Mitte, wodurch die Verbindung und woraus die Kräfte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leuchters, sofern er den geistigen Himmel bezeichnet, wovon Nr. 9548. Weil aber hier der mittlere Teil verstanden wird, von dem die sechs Röhren ausgingen, durch welche die Kräfte bezeichnet werden: Nr. 9558, darum wird hier die Mitte bezeichnet, durch die die Verbindung stattfindet, aus der die Kräfte hervorgehen. 9563. "Vier mandelblütenförmige Kelche", 2. Mose 25/34, bedeutet das Wißtümliche des Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von vier, sofern es eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 8877; und aus der Bedeutung der mandelblütenförmigen Kelche, sofern sie das Wißtümliche aus dem Guten bezeichnen, wovon Nr. 9557. 9564. "Seine Granatäpfel und seine Blumen", 2. Mose 25/34, bedeutet das Wißtümliche des Guten und des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Granatäpfel, sofern sie das Wißtümliche des Guten bezeichnen, wovon Nr. 9552; und aus der Bedeutung der Blumen, sofern sie das Wißtümliche des Wahren bezeichnen, wovon Nr. 9553. 9565. "Und ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, und (wiederum) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben, und (nochmals) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus demselben", 2. Mose 25/35, bedeutet das Wißtümliche des Guten für die einzelnen Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Granatapfels, sofern er das Wißtümliche des Guten bezeichnet, wovon Nr. 9552; und aus der Bedeutung der Röhren, sofern sie die Wahrheiten aus dem Guten bezeichnen, wovon Nr. 9555. Daß es dreimal wiederholt ist, bezeichnet das einzelne, und im inneren Sinn die vollständige Verbindung; denn durch drei wird das Vollständige bezeichnet: Nr. 2788, 4495, 7715, 9198; und durch zwei die Verbindung: Nr. 1686, 5194, 8423. 9566. "Für die sechs Röhren, die aus dem Leuchter hervorgehen", 2. Mose 25/35, bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten in bezug auf alles im geistigen Himmel, wie Nr. 9561. 9567. "Ihre Granatäpfel und ihre Röhren sollen aus ihm sein, alles ihm Gehörige", 2. Mose 25/36, bedeutet, das Wißtümliche des Guten und die Kräfte sollen sein aus dem geistig Göttlichen, das vom Herrn ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Granatäpfel, sofern sie das Wißtümliche des Guten bezeichnen, wovon Nr. 9552; aus der Bedeutung der Röhren, sofern sie die Wahrheiten aus dem Guten und die daher stammenden Kräfte bezeichnen, wovon Nr. 9555, 9558; und aus der Bedeutung des Leuchters, aus dem sie sein sollen, sofern er das geistig Göttliche bezeichnet, das im Himmel und in der Kirche vom Herrn ist, wovon Nr. 9548. Hieraus wird klar, daß durch die Granatäpfel und die Röhren, die aus dem Leuchter sein sollen, bezeichnet wird, daß das Wißtümliche des Guten und die Kräfte aus dem geistig Göttlichen sein sollen, das vom Herrn (ausgeht). Wie es sich damit verhält, darüber sehe man, was nun folgt. 9568. "Dicht (und) eins von reinem Gold", 2. Mose 25/36, bedeutet vollständig und vollkommen, weil aus dem gleichen Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von dicht (und) eins, sofern es ausdrückt "ganz und gar", somit durchweg aus dem Guten, das durch Gold bezeichnet wird: Nr. 9550, also vollständig und vollkommen; denn was ganz aus dem Guten, das ist vollständig und vollkommen. Unter "ganz aus dem Guten", somit unter vollständig und vollkommen wird verstanden, wenn das Gute alles in allem ist, nicht nur in den Wahrheiten, die durch die Röhren, sondern auch im Wißtümlichen, das durch die Granatäpfel und durch die Blumen bezeichnet wird. Wie es sich aber damit verhält, soll gesagt werden: Das Gute ist es, aus dem die Wahrheiten; und die Wahrheiten aus dem Guten sind es, aus dem das Wißtümliche herkommt, somit stammt das eine vom anderen ab und wächst hervor. Gleichwohl aber ist das Gute alles in dem Hervorgebrachten und Abgeleiteten, weil es aus dem Guten ist. Es verhält sich damit ebenso wie mit dem Zweck, der Ursache und der Wirkung: der Zweck ist alles in der Ursache und die Ursache ist alles in der Wirkung. Hieraus folgt, daß der Zweck des Ganzen in der Wirkung ist, so daß, wenn man den Zweck oder die Endursache wegnimmt, keine wirkende Ursache und keine Wirkung vorhanden ist. Ebenso folgen aufeinander das Himmlische, das Geistige und das Natürliche: aus dem Himmlischen kommt alles Geistige, aus dem Geistigen kommt alles Natürliche, d.h. aus dem Himmlischen durch das Geistige. Himmlisch heißt beim Menschen alles, was dem Guten der Liebe angehört; geistig, was dem Wahren des Glaubens daher angehört; und natürlich, was dem Wißtümlichen angehört. Daß das Wißtümliche natürlich ist, hat den Grund, weil das Wißtümliche das Wahre ist, das im Licht der Welt erscheint, aber das Wahre des Glaubens, sofern es dem Glauben beim Menschen angehört, (erscheint) im Licht des Himmels. Aus diesem kann nun erhellen, wie eines vom anderen hervorgebracht und abgeleitet, und daß das Erste alles im Hervorgebrachten und Abgeleiteten ist, so daß, wenn das Erste weggenommen wird, auch das darauf Folgende zugrunde geht. Daß das Göttliche das Allererste ist, kann ein jeder wissen, der nur einigermaßen die Fähigkeit hat, inne zu werden. Deshalb ist es alles in allem der Weltordnung, somit in allem des Guten und Wahren, das den Himmel macht, und das auch das Leben des Himmels beim Menschen macht. Folglich ist das Gute vom Göttlichen in allen Wahrheiten des Glaubens; und wenn das Gute nicht alles in diesem, und das Göttliche des Herrn nicht alles im Guten ist, dann hat der Mensch nichts vom Himmel, mithin nichts von der Kirche in sich. Das Göttliche des Herrn ist aber dann in allem Guten und daher in allem Wahren beim Menschen, wenn er aus Liebe will, und aus dem Glauben daher glaubt, daß alles Gute und alles Wahre, somit alles, was der Liebe, und alles, was dem Glauben angehört, vom Herrn ist, und gar nichts von ihm selbst. Wie auch, daß er nur so viel Glaubenswahres besitzt, als er Gutes vom Herrn aufnimmt; denn das Gute ist alles in allem des Wahren, und das Wahre ohne das Gute ist ein Wahres ohne Leben. Aus diesem kann erhellen, was verstanden wird unter vollständig und vollkommen, weil aus dem gleichen Guten (stammend), was bezeichnet wird durch "dicht (und) eins aus reinem Golde". 9569. "Und sollst ihm sieben Lampen machen", 2. Mose 25/37, bedeutet das heilige Geistige, das daher stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lampe, sofern sie den Glauben und die Einsicht des Wahren bezeichnet, die vom Herrn allein stammt, wovon Nr. 9548, somit das Geistige; denn das göttlich Wahre, das vom Herrn (ausgeht) und durch welches Glaube, Einsicht und Weisheit kommt, ist geistig. Und aus der Bedeutung von sieben, sofern es das Heilige bezeichnet, wovon Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268. Der Grund, warum es der Zahl nach sieben Lampen sein sollten, war der, weil das göttlich Wahre, aus dem Glaube, Einsicht und Weisheit kommt, es ist, was das Heilige genannt wird, und zwar darum, weil es vom göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn ausgeht, und das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist das, was heiligt. Daher kam es, daß die Heiligungen durch Öl geschahen, wie die Heiligung des Zeltes, und alles dessen, was darin war, des Altars, Aharons und seiner Söhne, und ihrer Kleider; späterhin auch der Könige, weshalb sie die Gesalbten genannt wurden. Das Öl bezeichnet nämlich das Gute der Liebe: Nr. 886, 3728, 4582, 4638. 9570. "Daß man seine Lampen aufgehen lasse", 2. Mose 25/37, bedeutet das Licht des geistigen Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aufgehen lassen die Lampen", sofern es heißt, das Licht derselben anzünden, daß sie leuchten. Und weil durch den Leuchter der geistige Himmel vorgebildet wurde: Nr. 9548, darum wird durch "aufgehenlassen die Lampen" das Licht des geistigen Himmels bezeichnet. Das Licht des geistigen Himmels ist aber das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, und daher Glaube und Einsicht des Wahren und Weisheit des Guten; man sehe, was Nr. 9548 angeführt worden. Wie es sich mit dem Licht des geistigen Himmels verhält, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Im himmlischen Reich des Herrn, d.h. im innersten oder dritten Himmel, ist ein Licht, welches das Licht im geistigen Reich des Herrn, das der mittlere oder zweite Himmel ist, unermeßlich übertrifft. Das Licht des himmlischen Reichs oder des innersten Himmels erscheint nicht als ein Licht, sondern als eine Flamme. Der Grund ist, weil in diesem Himmel das Gute der Liebe regiert, und das Gute der Liebe durch eine Flamme im Himmel dargestellt wird; aber im geistigen Reich des Herrn, d.h. im mittleren oder zweiten Himmel, ist ein Licht, welches das Weltlicht unermeßlich übertrifft, aber dennoch glänzend weiß erscheint. Der Grund ist, weil in diesem Himmel das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit regiert, und das Wahre des Glaubens aus diesem Guten durch ein weißglänzendes Licht im Himmel dargestellt wird. Daher wird auch im Wort das Wahre, das aus dem Guten kommt, und im höchsten Sinn das Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, durch Licht bezeichnet. Hieraus kann nun erhellen, was verstanden wird unter dem Lichte des geistigen Himmels, und unter der Flamme der Lampe, aus der dieses Licht (hervorgeht). 9571. "Und daß es leuchte gegenüber von Seinem Angesichte", 2. Mose 25/37, bedeutet vom göttlich Guten des Göttlich-Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von leuchten, sofern es das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, denn dieses ist es, was den Himmel und auch die Engel in demselben erleuchtet, wie auch die Kirche, d.h. die Menschen in derselben, die im Glauben aus dem Guten sind. Die Erleuchtung durch dasselbe ist eine Erleuchtung des Gemüts, durch die Einsicht und Weisheit im Wahren und Guten des Glaubens (stattfindet). Das Gemüt wird aber erleuchtet durch das Wort, weil das Wort das göttlich Wahre vom Herrn ist. Ferner aus der Bedeutung des Angesichts, wenn es auf den Herrn sich bezieht, sofern es alles das ist, was aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn kommt, wovon Nr. 9545, 9546. Daß es aus dem göttlich Guten des Göttlich-Menschlichen des Herrn ist, kommt daher, weil das Göttlich-Menschliche des Herrn die Quelle des Lichts im Himmel ist, denn es ist die Sonne des Himmels, aus dem das Licht kommt, und das Licht aus demselben ist das göttlich Wahre, man sehe Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3094, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3337, 3339, 3341, 3636, 3643, 3862, 3993, 4060, 4180, 4302, 4408, 4414, 4415, 4419, 4527, 4598, 5400, 6032, 6313, 6315, 6608, 6907, 7174, 8644, 8707, 8861, 9399, 9407; und daß der Herr die Sonne des Himmels ist: Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 2441, 3636, 3643, 4321, 5097, 7078, 7171, 7083, 7173, 8644, 8812. Das Göttlich-Menschliche des Herrn ist die Quelle des Lichts im Himmel, weil das Göttliche nur unter menschlicher Gestalt gesehen werden kann. Das hat auch der Herr gelehrt: Joh.1/18: "Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, Der hat (Ihn) dargestellt". Joh.5/37: "Ihr habt niemals die Stimme des Vaters gehört, noch Seine Gestalt gesehen". 9572. "Und seine Lichtscheren, und seine Löschnäpfe", 2. Mose 25/38, bedeutet die Reinigungs- und Ausleerungsorgane im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lichtscheren und Löschnäpfe, sofern sie zum Putzen des Lichtes dienen, und somit Reinigungs- und Ausleerungsorgane bezeichnen. Daß sie es im Natürlichen sind, beruht darauf, daß das Natürliche das Ausstoßende (Schneuzende), und somit das Reinigende und Ausleerende ist, denn alles, was dem inwendigen oder geistigen Menschen angehört, kommt herab bis ins Natürliche, und wird gereinigt; denn hier werden die schmutzigen und überflüssigen Stoffe fortgeschafft, und das Nutzbare gehörigen Ortes verwendet. Daß dieses im Natürlichen geschieht, kann daraus erhellen, daß der innere oder geistige Mensch, solange er im Leibe ist, im Natürlichen denkt, und seine Gedanken äußert oder ausspricht durch den Körper, und auch im Natürlichen will, und was er will, durch den Körper betätigt; deshalb sind hier die Ausleerungs- und Ausfegungsorgane. Dies wird bezeichnet durch die Fußwaschung, wovon der Herr also spricht: Joh.13/10: "Wer gewaschen ist, hat nicht nötig, außer an den Füßen gewaschen zu werden, so ist er ganz rein": das Waschen bezeichnet die Reinigung des inneren Menschen: Nr. 3147, 5954, 9088; und die Füße das Natürliche: Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952. 9573. "Von reinem Gold", 2. Mose 25/38, bedeutet ebenfalls aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 9549. Weshalb die Reinigungs- und Ausleerungsorgane ebenfalls aus dem Guten sein sollten, erhellt aus dem, was oben Nr. 9568 gezeigt wurde. 9574. "Aus einem Talent reinen Goldes sollst du ihn machen mit allen diesen Geräten", 2. Mose 25/39, bedeutet das himmlisch Gute, von dem das geistig Gute samt seinem Wißtümlichen (herstammt). Dies erhellt aus der Bedeutung eines Talents reinen Goldes, sofern es das eine Gute bezeichnet, aus dem alles ist; denn Talent bedeutet eines, und Gold das Gute: Nr. 9549; und die Geräte, die auch aus dem gleichen Guten sein sollen, sind das Wißtümliche: Nr. 9557, 9559, 9560, 9563, 9564. Daß die Geräte (oder Gefäße) im allgemeinen das Wißtümliche bezeichnen, sehe man Nr. 3068, 3079, 9394, 9544. Weil das Gute alles in allem Hervorgebrachten und Abgeleiteten sein muß, somit das himmlisch Gute im geistig Guten, und von daher im Wißtümlichen: Nr. 9568, darum wird gesagt, daß der Leuchter aus reinem Gold, dicht gemacht, werden soll: Nr. 9549, 9550; und daß der Schaft, das Rohr, die Kelche, die Granatäpfel und die Blumen auch daraus sein sollen: Nr. 9551-9554; und hier, daß er aus einem Talent reinen Goldes, ihn, samt allen diesen Geräten machen soll. 9575. Vers 40: Und siehe zu, und mache (diese Dinge) nach ihrem Bilde, das du hast sehen dürfen auf dem Berge. "Und siehe zu, und mache (diese Dinge) nach ihrem Bilde" bedeutet das Vorbild von allem; "das du hast sehen dürfen auf dem Berge" bedeutet, was mit den Augen des Geistes geschaut wurde im Himmel. 9576. "Und siehe zu, und mache (diese Dinge) nach ihrem Bilde", 2. Mose 25/40, bedeutet das Vorbild von allem. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bildes, sofern es das Vorbild bezeichnet, wie Nr. 9481, 9482, hier des Himmels, wo der Herr ist, und aller Dinge des Himmels oder alles dessen, was dem Herrn im Himmel angehört; denn es wird verstanden das Bild der Lade, der Wohnung, des Tisches für die Schaubrote, des Leuchters und der Geräte, wodurch der Himmel, wo der Herr ist, und die himmlischen Dinge vorgebildet werden. 9577. "Das du hast sehen dürfen auf dem Berge", 2. Mose 25/40, bedeutet, was mit den Augen des Geistes geschaut wurde im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, wenn es sich auf die Vorbilder im Himmel bezieht, sofern es heißt, mit den Augen des Geistes schauen, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel bezeichnet, wovon Nr. 8805, 9420. Was das betrifft, daß sehen, wenn es sich auf die Vorbilder, die im Himmel erscheinen, bezieht, bedeutet mit den Augen des Geistes schauen, so möge man wissen, daß die Engelsgeister, die im letzten oder ersten Himmel sind, fortwährend Bilder von Dingen sehen, die solchen ähnlich sind, die in der Welt sind, z.B. Paradiese, Bäume darin mit Früchten, Blumen und Pflanzen, sodann Häuser, Paläste, wie auch Tiere von mehreren Gattungen, außer unzähligem anderen, was man in der Welt nicht sieht; das alles sind Vorbilder himmlischer Dinge, die in den oberen Himmeln sind. Diese werden dort in solcher Gestalt den Augen der Geister unten vorgestellt, damit der Engelsgeist daraus vernehmen und innewerden kann das einzelne, was in den oberen Himmeln existiert; denn alles bis auf das einzelnste ist vorbildend und bezeichnend. Hieraus kann erhellen, was verstanden wird unter dem Vorbild des Himmels und der himmlischen Dinge, die durch die Lade, die Cherubim, die Wohnung, die Tische darin und den Leuchter bezeichnet werden. Solche Dinge können von den Augen des Menschen, solange er in der Welt ist, nicht gesehen werden, denn diese sind gebildet zur Wahrnehmung irdischer und leiblicher, somit materieller Dinge. Darum sind sie so grob, daß sie nicht einmal die inneren Dinge der Natur wahrnehmen können; wie genugsam daraus erhellen kann, daß sie mit optischen Gläsern bewaffnet werden müssen, um nur die Gegenstände der nächstliegenden inneren Natur zu sehen. Kurz, sie sind äußerst stumpf, und ebendarum können mit denselben die Vorbilder, die den Geistern im anderen Leben erscheinen, keineswegs gesehen werden. Wenn sie aber erscheinen sollen, so muß den Augen das Weltlicht weggenommen werden, und wenn dieses weggenommen ist, dann wird das geschaut, was im Licht des Himmels ist. Es gibt nämlich ein Himmelslicht und ein Weltlicht. Das Himmelslicht ist für den Geist des Menschen, und das Weltlicht für seinen Leib. Die Sache verhält sich aber so: Das, was im Himmelslicht ist, ist in Finsternis, wenn es der Mensch aus dem Weltlicht sieht, und umgekehrt das, was im Weltlicht ist, ist in Finsternis, wenn es der Mensch aus dem Himmelslicht sieht. Daher kommt es, daß, wenn das Weltlicht dem Gesicht des leiblichen Auges weggenommen wird, alsdann die Augen seines Geistes geöffnet und Dinge gesehen werden, die im Himmelslichte sind, somit vorbildliche Gestalten, wie oben gesagt wurde. Hieraus kann man merken, woher es kommt daß der Mensch heutzutage in der Finsternis in betreff himmlischer Dinge ist, und zwar in einer so großen, daß man nicht einmal glaubt, es gebe ein Leben nach dem Tod, somit auch nicht, daß man nach dem Tod ewiglich leben wird; denn der Mensch ist heutzutage so versunken in den Leib, somit in das Leibliche, Irdische und Weltliche, und daher in einem so groben Weltlicht, daß ihm das Himmlische ganz Finsternis ist, und ebendeswegen das Gesicht seines Geistes nicht erleuchtet werden kann. Aus diesem wird nun klar, was es heißt, mit den Augen des Geistes schauen, mit denen Mose das Bild des Zeltes auf dem Berg Sinai gesehen hat.   Nr. 9578 - 9591 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 26. Kapitel 1. Und die Wohnung sollst du machen von zehn Teppichen (Umhängen), von weißer gewobener Baumwolle, und von Blau und Purpur und doppelt gefärbtem Scharlach, mit Cherubim; ein Werk des Künstlers sollst du sie machen. 2. Die Länge eines Teppichs soll achtundzwanzig Ellen sein, und die Breite vier Ellen zu einem Teppich; einerlei Maß für alle Teppiche. 3. Fünf Teppiche sollen zusammengefügt sein, einer an den anderen, und wieder fünf Teppiche sollen verbunden sein, einer mit dem anderen. 4. Und du sollst blaue Schleifen machen an den Saum des einen Teppichs, am Ende bei der Zusammenfügung, und ebenso sollst du es machen am Saum des äußersten Teppichs, bei der zweiten Zusammenfügung. 5. Fünfzig Schleifen sollst du machen an dem einen Teppich, und fünfzig sollst du machen an das Ende des Teppichs bei der zweiten Zusammenfügung; gegenüberstehend sollen die Schleifen sein, je eine der anderen. 6. Und mache fünfzig goldene Haken, und füge die Teppiche zusammen, einen an den anderen mit den Haken, daß es eine Wohnung werde. 7. Und mache (auch) Teppiche von Ziegenhaaren zu einem Zelte über der Wohnung, elf Teppiche sollst du machen. 8. Die Länge eines Teppichs soll dreißig Ellen sein, und die Breite vier Ellen für einen Teppich; ein Maß für die elf Teppiche. 9. Und füge zusammen die fünf Teppiche besonders, und die sechs Teppiche besonders, und den sechsten Teppich mache doppelt an der Vorderseite des Zeltes. 10. Und mache fünfzig Schleifen an den Saum des einen äußersten Teppichs bei der Zusammenfügung, und fünfzig Schleifen an den Saum des Teppichs bei der zweiten Zusammenfügung. 11. Und mache fünfzig Haken von Erz, und tue die Haken in die Schleifen, und füge das Zelt zusammen, daß es ein Ganzes sei. 12. Und das Überhangende, was überflüssig ist an den Teppichen des Zeltes, die Hälfte des Teppichs, die übrig ist, sollst du überhangen lassen an der hinteren Seite der Wohnung. 13. Und die Elle von der einen Seite und die Elle auf der anderen Seite, von dem Überflüssigen an der Länge der Teppiche des Zeltes, soll überhangen an den beiden Seiten der Wohnung, um sie zu bedecken. 14. Und mache eine Decke für das Zelt von roten Widderfellen, und eine Decke von Dachsfellen oben darüber. 15. Und mache die Bretter zu der Wohnung aus Schittimholz, aufrechtstehend. 16. Zehn Ellen (sei) die Länge eines Brettes, und eine Elle und eine halbe Elle die Breite eines Brettes. 17. Zwei Zapfen an einem Brette, gleichstehend, einer gegen den anderen; so sollst du machen an allen Brettern der Wohnung. 18. Und mache die Bretter zur Wohnung, zwanzig Bretter an der Mittagsseite gegen Süden. 19. Und vierzig silberne Füße sollst du machen unter die zwanzig Bretter, zwei Füße unter ein Brett für seine zwei Zapfen; und (immer wieder) zwei Füße unter ein Brett für seine zwei Zapfen. 20. Und an der anderen Seite der Wohnung gegen die Nordseite (mache) zwanzig Bretter. 21. Und vierzig silberne Füße, zwei Füße unter ein Brett, und zwei Füße unter jedes andere Brett. 22. Und an der hinteren Seite der Wohnung, gegen das Meer hin, mache sechs Bretter. 23. Und zwei Bretter sollst du machen an den Ecken der Wohnung an der hinteren Seite. 24. Und sie sollen doppelt sein unterhalb, und zugleich sollen sie doppelt sein oben an dem ersten Ringe; also soll es mit diesen beiden sein, an den beiden Ecken sollen sie sein. 25. Und es seien acht Bretter und ihre Füße von Silber; sechzehn Füße, zwei Füße unter dem einen Brett, und zwei Füße unter dem anderen Brett. 26. Und mache Stangen von Schittimholz, fünf für die Bretter an der einen Seite der Wohnung. 27. Und fünf Stangen für die Bretter an der anderen Seite der Wohnung, und fünf Stangen für die Bretter an den Seiten der Wohnung, an der Hinterseite gegen das Meer hin (d.i. gegen Abend). 28. Und die mittlere Stange in der Mitte der Bretter durchgehend von einem Ende bis zum anderen. 29. Und die Bretter sollst du mit Gold überziehen, und ihre Ringe sollst du von Gold machen, als Behälter für die Stangen, und überziehe die Stangen mit Gold. 30. Und errichte die Wohnung nach der Weise, wie es dir gezeigt wurde auf dem Berge. 31. Und mache einen Vorhang von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gezwirnter weißer Baumwolle, als ein Werk des Künstlers soll man es machen mit Cherubim. 32. Und tue ihn an vier Säulen von Schittimholz, mit Gold überzogen und ihre Nägel von Gold, auf vier silbernen Füßen. 33. Und tue den Vorhang unter die Haken, und bringe dahin, innerhalb des Vorhanges, die Lade des Zeugnisses, und der Vorhang soll euch ein Unterschied (Scheidewand) sein zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten. 34. Und lege den Gnadenstuhl (Deckel) auf die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten. 35. Und stelle den Tisch außen vor den Vorhang, und den Leuchter dem Tische gegenüber an die Seite der Wohnung gegen Süden, und den Tisch stelle an die Seite gegen Norden. 36. Und mache eine Decke für die Türe des Zeltes, von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gewobener weißer Baumwolle, das Werk eines Buntwirkers. 37. Und mache zu der Decke fünf Säulen von Schittimholz, und überziehe sie mit Gold, und ihre Nägel von Gold, und gieße dazu fünf Füße von Erz.   Inhalt 9592. In diesem Kapitel wird der zweite oder mittlere Himmel durch die Wohnung und das Zelt vorbildlich dargestellt, und das Himmlische und Geistige darin wird durch das vorgebildet, woraus es verfertigt wurde; und nachher wird das Vermittelnde, was diesen Himmel und den innersten Himmel vereinigt, vorgebildet durch den Vorhang zwischen der Wohnung und der Lade des Zeugnisses.   Innerer Sinn 9593. Vers 1: Und die Wohnung sollst du machen von zehn Teppichen (Umhängen), von weißer gewobener Baumwolle, und von Blau und Purpur und doppelt gefärbtem Scharlach, mit Cherubim; ein Werk des Künstlers sollst du sie machen. "Und die Wohnung sollst du machen" bedeutet den zweiten oder mittleren Himmel; "von zehn Teppichen" bedeutet alles Wahre, aus dem; "von weißer gewobener Baumwolle, und Blau, Purpur und doppelt gefärbtem Scharlach" bedeutet das Geistige und Himmlische, aus dem (jene Wahrheiten); mit Cherubim" bedeutet die Wache des Herrn, auf daß er nicht angegriffen und verletzt werde von den Höllen; "ein Werk des Künstlers sollst du sie machen" bedeutet das Verständige. 9594. "Und die Wohnung sollst du machen", 2. Mose 26/1, bedeutet den zweiten oder mittleren Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wohnung, wenn vom Göttlichen (die Rede ist), insofern sie den Himmel bezeichnet, oder eigentlich den mittleren oder zweiten Himmel. Es ist bekannt, daß es drei Himmel gibt, einen innersten, mittleren und äußersten, oder einen dritten, zweiten und ersten. Alle diese Himmel wurden durch die Stiftshütte vorgebildet: durch die Lade, worin das Zeugnis war, der innerste oder der dritte Himmel; durch die Wohnung, wo der Tisch für die Schaubrote und wo der Leuchter war, der mittlere oder zweite Himmel, und durch den Vorhof, der äußerste oder erste Himmel. Es gibt aber drei Himmel, weil es drei Lebensgrade beim Menschen gibt; denn der Mensch, der nach dem Tode ein Engel wird, bildet den Himmel; (weder die Engel noch der Himmel stammen anderswoher). Der innerste Grad seines Lebens ist für den innersten Himmel, der mittlere Lebensgrad für den mittleren Himmel, und der äußerste für den äußersten Himmel. Und weil der Mensch so beschaffen ist oder so gebildet, und der Himmel aus dem menschlichen Geschlecht (hervorgeht), darum gibt es drei Himmel. Diese Grade des Lebens werden allmählich beim Menschen geöffnet. Der erste Grad (durch ein Leben) nach dem, was billig und gerecht ist; der zweite Grad durch ein Leben nach den Glaubenswahrheiten aus dem Wort und nach dem Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten; und der dritte Grad durch ein Leben nach dem Guten der gegenseitigen Liebe und dem Guten der Liebe zum Herrn. Dies sind die Mittel, durch welche die drei Lebensgrade allmählich beim Menschen geöffnet werden, somit die drei Himmel bei ihm. Man muß jedoch wissen, daß jene Grade insoweit beim Menschen verschlossen werden, als er vom Guten des Lebens abweicht und sich zum Bösen des Lebens hinwendet; denn wie das Gute des Lebens sie öffnet, so verschließt sie das Böse des Lebens. Daher kommt es, daß alle, die im Bösen sind, außerhalb des Himmels und somit in der Hölle sind; und weil die Himmel beim Menschen allmählich je nach dem Guten seines Lebens geöffnet werden, so merke man, daß darum bei einigen der erste Himmel geöffnet wird, und nicht der zweite, und bei einigen der zweite Himmel und nicht der dritte, und daß nur bei denen, die im Guten des Lebens aus Liebe zum Herrn sind, der dritte Himmel geöffnet wird. Daß der Mensch ein Himmel ist in kleinster Form, und daß er zum Bilde des Himmels und der Welt erschaffen ist, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9279. Es ist daher der innerste Himmel, der durch die Lade des Zeugnisses (vorgebildet wird), worüber im vorhergehenden Kapitel; der mittlere Himmel ist es, der durch die Wohnung vorgebildet wird, wovon in diesem Kapitel, und der letzte Himmel ist es, der durch den Vorhof vorgebildet wird, wovon im folgenden Kapitel. Der Himmel heißt aber darum die Wohnung Gottes, weil das Göttliche des Herrn darinnen wohnt; denn das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn hervorgeht, ist es, das den Himmel macht, weil es dem Engel, der darin ist, sein Leben gibt; und weil der Herr in dem wohnt, was aus Ihm bei den Engeln ist: Nr. 9338, darum heißt der Himmel die Wohnung Gottes, und die göttlichen Wahrheiten selbst aus dem göttlich Guten, deren Aufnahmegefäße die Engel oder Engelsgesellschaften sind, werden Wohnungen genannt: Ps.43/3,4: "Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, daß sie mich führen; sie mögen mich führen zum Berge der Heiligkeit und zu Deinen Wohnungen, damit ich eingehe zum Altare Gottes, zum Gott (meiner Freude)". Ps.46/5: "Ein Strom, seine Bäche erfreuen die Stadt Gottes, das Heilige der Wohnungen des Höchsten". Ps.74/7: "Entweihend stürzen sie zu Boden die Wohnung Deines Namens". Ps.84/2: "Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Jehovah". Daß das Göttliche, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgeht, es ist, das eigentlich Wohnung genannt wird, und daß daher der Himmel selbst eine Wohnung heißt, erhellt auch bei Ps.132/4-7: "Er (David) hat dem Jehovah geschworen und gelobt dem Mächtigen Jakobs: Ich will keinen Schlaf gestatten meinen Augen, bis ich gefunden einen Ort für Jehovah, eine Wohnung für den Mächtigen Jakobs. Siehe, wir hörten von Ihm in Ephrata, wir fanden Ihn auf dem Waldgefilde; wir wollen eingehen in Seine Wohnungen": der Mächtige Jakobs ist der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen: Nr.6425; Ephrata, wo Er gefunden werden sollte, ist Bethlehem, wo Er geboren ward: 1. Mose 35/19; 48/7; Micha 5/1; Matth.2/4,6; das Waldgefilde ist das Gute der Kirche bei den Heiden. Hes.37/25-27: "Sie sollen in dem Lande wohnen, das Ich Meinem Knechte Jakob gegeben habe; sie werden darin wohnen, sie selbst und die Söhne ihrer Söhne in Ewigkeit; und David, Mein Knecht, wird ihr Fürst sein in Ewigkeit. Ich werde mit ihnen einen Bund des Friedens schließen; ein ewiger Bund soll mit ihnen sein, und Ich werde Mein Heiligtum in ihre Mitte setzen in Ewigkeit; so wird Meine Wohnung bei ihnen sein": David, welcher der Fürst bei ihnen sein sollte, bedeutet den Herrn: Nr.1888; das Heiligtum steht für das Göttlich-Menschliche des Herrn, weil von Ihm alles Heilige ist: Nr. 3210, 9229; somit bedeutet die Wohnung den Himmel, und auch die Kirche, wo der Herr ist. Jerem.30/18: "So spricht Jehovah: Siehe, Ich führe zurück die Gefangenschaft der Zelte Jakobs, und seiner Wohnungen will Ich Mich erbarmen, auf daß gebaut werde die Stadt auf ihrem Hügel": die Gefangenschaft der Zelte Jakobs zurückführen, bedeutet, das Gute und Wahre der äußeren verdorbenen Kirche wiederherstellen; ihrer Wohnungen sich erbarmen, bedeutet die Wahrheiten der inneren Kirche wiederherstellen; die Stadt, die aufgebaut werden soll auf ihrem Hügel, bedeutet die Lehre des Wahren: Nr. 2449, 2943, 3216, 4492, 4493. Wie der Herr in den Himmeln wohnt, kann aus dem erhellen, was vom Herrn früher gezeigt worden ist, nämlich daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen die Sonne ist, aus der Wärme und Licht in den Himmeln (ist). Die Wärme aus dem Herrn als der Sonne ist die Liebe, und das Licht ist der Glauben. Daher wohnt der Herr bei denen, die von Ihm das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens aufnehmen, somit die Wärme und das Licht des Lebens; Seine Gegenwart findet statt je nach den Graden der Aufnahme. 9595. "Von zehn Teppichen", 2. Mose 26/1, bedeutet alles Wahre, aus dem (jener Himmel). Dies erhellt aus der Bedeutung von zehn, insofern es "alles" bezeichnet, worüber Nr. 4638; daher bedeutet der zehnte Teil, der ein Teppich ist, das genügende Maß: Nr. 8468, 8540. Und aus der Bedeutung der Teppiche oder Zeltdecken (cortinae), insofern sie die inneren Glaubenswahrheiten des neuen Verstandes (intellectuale) bezeichnen; denn durch die Wohnung wird der mittlere oder zweite Himmel bezeichnet, der Himmel ist infolge der Aufnahme des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten des Herrn, wie Nr. 9594 gezeigt worden, ist. Daher bedeuten die Teppiche oder die Zeltdecken, aus denen sie bereitet und womit sie bedeckt wurde, die Glaubenswahrheiten des neuen Verstandes. Innere Wahrheiten sind es, weil die äußeren Wahrheiten durch die Teppiche aus Ziegenfellen für das Zelt bezeichnet werden, die es (von außen) rings umgaben, und von denen auch in diesem Kapitel (gehandelt wird). Daß die Teppiche oder Zeltdecken die Glaubenswahrheiten bedeuten, die diejenigen haben, die im geistigen Reich des Herrn sind, erhellt aus den Stellen im Wort wo sie genannt werden: Jes.54/1-3: "Frohlocke, du Unfruchtbare, die nicht geboren hat, denn der Söhne der Verlassenen sind mehr als der Söhne der Vermählten; erweitere den Raum deines Zeltes, und laß ausdehnen die Zeltdecken deiner Wohnungen; verlängere deine Seile, denn zur Rechten und zur Linken wirst du hervorbrechen, und dein Same wird die Völkerschaften (Heiden) erben": hier ist die Rede von der Wiederherstellung der Kirche bei den Völkerschaften, und von dieser heißt es, sie sei unfruchtbar, und habe nicht geboren, und zwar darum, weil sie ohne Wahrheiten aus dem Worte war: Nr. 9325; ihrer Söhne sollen mehr werden als der Söhne der Vermählten, weil sie mehr Wahrheiten haben wird als die frühere, (jetzt aber) verwüstete Kirche, denn Söhne bedeuten Wahrheiten: Nr. 489, 491, 533, 1149, 3373, 3704; den Raum des Zeltes erweitern, bedeutet das Heilige des Gottesdienstes aus dem Guten der Liebe: Nr. 3312, 4391, 4599; die Zeltdecken der Wohnungen ausspannen, bedeutet das Heilige des Gottesdienstes aus den Glaubenswahrheiten. Jerem.4/20: "Verwüstet ist das ganze Land; plötzlich wurden verwüstet Meine Zelte, im Augenblick Meine Zeltdecken": das Land, das verwüstet wurde, bedeutet die Kirche: Nr. 9325; die verwüsteten Zelte (stehen) für das Heilige des Gottesdienstes aus dem Guten der Liebe; die verwüsteten Zeltdecken für das Heilige des Gottesdienstes aus den Glaubenswahrheiten. Jerem.10/20,21: "Mein Zelt ist verwüstet, und alle Meine Stricke abgerissen; Meine Söhne sind von Mir weggegangen und sind nicht mehr; es ist niemand, der Mein Zelt aufschlage und Meine Zeltdecken aufspanne, denn die Hirten sind töricht geworden": ebenso (zu erklären). Jerem.49/28,29: "Brechet auf, und erhebet euch wider Arabien, und verwüstet die Söhne des Morgenlandes, ihre Zelte und ihre Herden wird man nehmen, ihre Zeltdecken und alle ihre Geräte und ihre Kamele werden sie für sich wegführen": Arabien und die Söhne des Morgenlandes bedeuten diejenigen, die in den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind: Nr. 3249; die Zelte und die Herden nehmen, bedeutet das innere Gute der Kirche (nehmen): Nr. 8937; die Zeltdecken wegführen, bedeutet die inneren Wahrheiten der Kirche (wegnehmen); ihre Geräte (stehen) für die äußeren Wahrheiten der Kirche: Nr. 3068, 3079; Kamele für das allgemeine Wißtümliche: Nr. 3048, 3071, 3143, 3145. Hab.3/7: "In Ängsten sehe ich die Zelte Kuschans, es beben die Zeltdecken Midians": die Zeltdecken (Teppiche) Midians für die Wahrheiten bei denen, die im einfältigen Guten sind: Nr. 3242, 4756, 4788, 6773, 6775. Hieraus erhellt, was verstanden wird bei Ps.104/1,2: "Jehovah, mit Herrlichkeit und Ehre hast Du Dich bekleidet; Er bedecket Sich mit Licht wie mit einem Kleid, die Himmel spannt Er aus wie eine Zeltdecke": sich bedecken mit Licht wie mit einem Kleide bedeutet, mit göttlichen Wahrheiten; daß Licht das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 9548; so auch Kleid: Nr. 4545, 4763, 5319, 5954, 9093, 9212, 9216; die Himmel ausspannen wie eine Zeltdecke bedeutet, daher, die Himmel durch den Einfluß des göttlich Wahren erweitern, aus dem Einsicht und Weisheit kommt; daß "die Himmel ausbreiten und ausdehnen" vom neuen oder wiedergeborenen Verstand gesagt wird, sehe man in dem nun folgenden Abschnitt: Nr. 9596 E. 9596. "Von weißer gewobener Baumwolle, und Blau, Purpur und doppelt gefärbtem Scharlach mit Cherubim", 2. Mose 26/1, bedeutet das Geistige und Himmlische, aus dem (jene Wahrheiten). Dies erhellt aus der Bedeutung von weißer gewobener Baumwolle, insofern sie das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet, worüber Nr. 9469; aus der Bedeutung des Blauen, insofern es die himmlische Liebe zum Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9466; aus der Bedeutung des Purpurs, insofern er die himmlische Liebe des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9467; und aus der Bedeutung des doppelt gefärbten Scharlachs, insofern er das geistig Gute oder das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9468. In solcher Ordnung folgt das Geistige und Himmlische aufeinander, oder das Wahre und Gute bei dem Menschen und dem Engel, der im mittleren oder zweiten Himmel ist, denn das erste ist das Wahre aus himmlischem Ursprung, das durch die Baumwolle (Byssus) bezeichnet wird, dann kommt die Liebe oder die Neigung des Wahren, die das Blau oder der blaue Purpur bezeichnet; hernach die Liebe oder die Neigung zum Guten daraus, das der (rote) Purpur bezeichnet; und zuletzt das geistig Gute, das der Scharlach bezeichnet. Weil das Geistige und das Himmlische in dieser Ordnung aufeinanderfolgen, daher steht hier die gewobene Baumwolle an erster Stelle, aber an dem Vorhang, der zwischen der Wohnung und der Bundeslade, oder zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten war, (wovon 2. Mose 26/31), an letzter Stelle. Daß beim Vorhang die gewobene Baumwolle zuletzt genannt wird, kommt daher, weil der Vorhang das Mittlere bezeichnet, das den innersten Himmel mit dem mittleren vereinigt; daher muß sie in diesem Mittleren das letzte sein, damit sie im Folgenden das erste sein kann, wegen der Verbindung. Unter gewobener Baumwolle wird jedoch eigentlich das Verständige bezeichnet, wie es bei dem geistigen Menschen oder bei dem Engel ist, der im geistigen Reich des Herrn ist. Der Grund, weshalb das Verständige durch gewobene Baumwolle bezeichnet wird, liegt darin, daß bei dem geistigen Menschen ein neuer Wille in sein Verstandesgebiet vom Herrn eingepflanzt wird; man sehe Nr. 863, 875, 895, 927, 1023, 1044, 1555, 2256, 4328, 4493, 5113; und weil das Verständige des geistigen Menschen durch gewobene Baumwolle bezeichnet wird, darum auch das geistig Wahre; denn alles Wahre bezieht sich auf das Verstandesgebiet und alles Gute auf das Willensgebiet: Nr. 3623, 9300; der Verstand ist nämlich der Träger oder das Enthaltende (Behälter), und das Wahre gehört ihm an, und diese beiden machen eins aus. Hieraus kann man auch erkennen, daß das Verständige selbst bei denen, die aus dem geistigen Reich des Herrn sind, im engeren Sinn die Wohnung ist: Nr. 9296, 9297, und daß es beschrieben wird durch die Ausbreitung der Teppiche. Aus diesem kann man erkennen, was das Ausbreiten und Ausspannen der Himmel in folgenden Stellen bedeutet: Jes.42/5: "Jehovah, Der die Himmel ausspannt und die Erde ausbreitet, Der dem Volk darauf Odem gibt und Geist den auf ihr Wandelnden". Jes.44/24: "Ich bin Jehovah, Der alles schafft, Ich spanne die Himmel aus allein, und breite die Erde aus von Mir selber". Jes.45/12: "Ich habe die Erde gemacht, und den Menschen auf ihr erschaffen, Ich, Meine Hände haben die Himmel ausgespannt". Jerem.51/15: "Der die Erde gemacht durch Seine Kraft, den Erdkreis bereitet durch Seine Weisheit, und durch Seine Einsicht die Himmel ausspannt". Sach.12/1: "Jehovah, Der die Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat, und den Geist des Menschen gebildet in dessen Mitte". Daß unter "die Himmel ausspannen und die Erde ausbreiten" hier dasselbe verstanden wird, wie unter "die Wohnung ausspannen durch die Teppiche oder Zeltdecken", ist klar. So auch, daß es bedeutet, den Menschen wiedergebären, und dadurch einen neuen Verstand schaffen oder bilden, in dem ein neuer Wille ist, welcher der eigentliche Himmel des geistigen Menschen ist, in dem der Herr bei einem solchen Menschen wohnt. Daß die Wiedergeburt oder die Bildung des neuen Verstandes und in demselben des neuen Willens, also des neuen Menschen durch das Ausspannen der Himmel und durch das Ausbreiten der Erde bezeichnet wird, geht aus der Erklärung selbst deutlich hervor, denn es heißt: "Er gibt Odem dem Volk auf ihr und Geist den darauf Wandelnden", und dann: "Er bildet den Geist des Menschen in dessen Mitte". Daß der Himmel und die Erde die innere und äußere Kirche bedeuten, sehe man Nr. 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4635; und daß die Erde im allgemeinen das Reich des Herrn und die Kirche bezeichnet: Nr. 9334, was sich auch offenbar aus dieser Stelle ergibt, denn wenn die Erde nicht dieses bedeutete, was würde es dann heißen, die Erde ausbreiten, und die Erde gründen, und den Geist des Menschen auf ihr bilden? Daß durch "die Himmel ausspannen und die Erde ausbreiten" das gleiche bezeichnet wird, wie durch "die Wohnung ausspannen und ausbreiten durch Teppiche oder Zeltdecken", erhellt aus anderen Stellen, wo dies ausdrücklicher gesagt wird: Jes.40/22: "Jehovah, Der die Himmel ausspannt wie eine Zeltdecke (Teppich), und sie ausbreitet wie ein Zelt zur Wohnung". Jes.54/2: "Erweitere den Ort den deines Zeltes, und die Decken deiner Wohnungen soll man ausdehnen". Ps.104/2: "Jehovah bedeckt Sich mit Licht wie mit einem Kleid, Er spannt die Himmel aus wie eine Zeltdecke (Teppich)". Hieraus ist auch deutlich, was durch die Ausbreitung 1. Mose 1/6-8 bezeichnet wird: "Und Gott sprach: es sei eine Ausbreitung inmitten der Wasser, und es werde ein Unterschied (Scheidendes) zwischen den Wassern, für die Wasser. Und Gott machte die Ausbreitung und schied zwischen den Wassern, die unter der Ausbreitung, und zwischen den Wassern, die über der Ausbreitung (waren), und Gott nannte die Ausbreitung Himmel": in diesem ersten Kapitel wird die Wiedergeburt des Menschen der himmlischen Kirche und der neue Wille und Verstand desselben durch die Ausbreitung beschrieben. Die Wasser unter der Ausbreitung und über der Ausbreitung bedeuten die Wahrheiten des äußeren und inneren Menschen. Daß die Wasser Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 8568, 9323. 9597. "Mit Cherubim", 2. Mose 26/1, bedeutet die Wache des Herrn, damit der Himmel nicht angegriffen und verletzt werde von den Höllen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Cherubim, insofern sie die Wache und die Vorsorge bezeichnen, daß man den Herrn nicht anders angehen soll, als durch das Gute, und daß nicht das Gute, das vom Herrn im Himmel und bei dem Menschen ist, verletzt werde, worüber Nr. 9509; folglich, daß nicht der Himmel angegriffen und verletzt werde von den Höllen. 9598. "Ein Werk des Künstlers sollst du sie machen", 2. Mose 26/1, bedeutet das Verstandesgebiet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Künstlers, insofern er das Verständige bezeichnet, denn dieses denkt und handelt aus dem Gedachten. Daß es das Verstandesgebiet ist, dem die Weisheit, Einsicht und Wissenschaft angehört, erhellt aus dem Folgenden, wo dasselbe von Bezaleel gesagt wird: 2. Mose 31/2-5: "Ich habe Bezaleel bei seinem Namen gerufen, und habe ihn erfüllt mit dem Geiste Gottes in betreff der Weisheit, in betreff der Einsicht und in betreff der Wissenschaft, und in betreff des ganzen Werkes, es zu ersinnen mit Gedanken, um es auszuführen in Gold, in Silber und in Erz, und in Bearbeitung von Stein zum Einsetzen, und in Bearbeitung von Holz, zu schaffen in allerlei Werk des Denkens (oder der Erfindung)". Daß das Verstandesgebiet bezeichnet wird, erhellt auch aus dem, was Nr. 9596 gezeigt worden ist. 9599. Vers 2-6: Die Länge eines Teppichs soll achtundzwanzig Ellen sein, und die Breite vier Ellen zu einem Teppich; einerlei Maß für alle Teppiche. Fünf Teppiche sollen zusammengefügt sein, einer an den anderen, und wieder fünf Teppiche sollen verbunden sein, einer mit dem anderen. Und du sollst blaue Schleifen machen an den Saum des einen Teppichs, am Ende bei der Zusammenfügung, und ebenso sollst du es machen am Saum des äußersten Teppichs, bei der zweiten Zusammenfügung. Fünfzig Schleifen sollst du machen an dem einen Teppich, und fünfzig sollst du machen an das Ende des Teppichs bei der zweiten Zusammenfügung; gegenüberstehend sollen die Schleifen sein, je eine der anderen. Und mache fünfzig goldene Haken, und füge die Teppiche zusammen, einen an den anderen mit den Haken, daß es eine Wohnung werde. "Die Länge eines Teppichs soll achtundzwanzig Ellen sein" bedeutet das Heilige des Wahren aus dem Guten; "und die Breite vier Ellen" bedeutet die Ehe des Wahren mit dem Guten; "zu einem Teppich" bedeutet, so bei den einzelnen Wahrheiten; "einerlei Maß für alle Teppiche" bedeutet den gleichen Zustand der Sache; "fünf Teppiche sollen zusammengefügt sein, einer an den anderen, und wieder fünf Teppiche sollen verbunden sein, einer mit dem anderen" bedeutet die bleibende Gemeinschaft des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren; "und du sollst blaue Schleifen machen" bedeutet die Verbindung durch die himmlische Liebe des Wahren; "an den Saum des einen Teppichs, am Ende bei der Zusammenfügung" bedeutet der einen Sphäre mit der anderen; "und ebenso sollst du es machen am Saum des äußersten Teppichs, bei der zweiten Zusammenfügung" bedeutet, gegenseitig auf solche Weise; "fünfzig Schleifen sollst du machen an dem einen Teppich" bedeutet die Verbindung sei vollständig in dem Letzten der Sphären; "und fünfzig sollst du machen an das Ende des Teppichs bei der zweiten Zusammenfügung" bedeutet ebenfalls gegenseitig; "gegenüberstehend sollen die Schleifen sein, je eine der anderen" bedeutet die vollständige Verbindung auf beiden Seiten; "und mache fünfzig goldene Haken" bedeutet die vollständige Fähigkeit zur Verbindung vom Guten; "und füge die Teppiche zusammen, einen an den anderen mit den Haken" bedeutet die Art und Weise der Verbindung überall; "daß es eine Wohnung werde" bedeutet, so sei der ganze Himmel völlig einer. 9600. "Die Länge eines Teppichs soll achtundzwanzig Ellen sein", 2. Mose 26/2, bedeutet das Heilige des Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, das dem neuen Verstand angehört, worüber Nr. 1613, 8898, 9487; aus der Bedeutung des Teppichs, insofern er das innere Wahre des Glaubens bezeichnet, das dem neuen Verstand angehört, worüber Nr. 9595; und aus der Bedeutung von achtundzwanzig, insofern es das Heilige der Verbindung bezeichnet. Achtundzwanzig hat diese Bedeutung, weil diese Zahl aus Multiplikation von sieben mit vier entsteht, und sieben das Heilige bedeutet: Nr. 433, 716, 881, 5265, 4268; und vier die Verbindung: Nr. 1686, 8877; denn die multiplizierten Zahlen bedeuten dasselbe wie die einfachen, aus denen sie entstanden sind: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. Hieraus wird klar, daß durch "die Länge eines Teppichs sei achtundzwanzig Ellen", das Heilige des Wahren aus dem Guten bezeichnet wird. 9601. "Und die Breite vier Ellen", 2. Mose 26/2, bedeutet die Ehe des Wahren mit dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Breite, insofern sie das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1613, 3433, 3434, 4482, 9487; somit die Ehe, denn die Verbindung des Wahren und des Guten heißt die himmlische Ehe: Nr. 2173, 2618, 2728, 2799, 2803. Vier Bedeutet aber die Verbindung oder Ehe, weil diese Zahl aus zwei mit sich selbst multipliziert entsteht, und zwei eine Verbindung bezeichnet: Nr. 5194, 8423, und weil die multiplizierten Zahlen das gleiche bedeuten, wie die einfachen, aus denen sie gebildet sind, wie Nr. 9600 gesagt worden ist. Daß alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten, sehe man in den Nr. 9488 angeführten Stellen. 9602. "Zu einem Teppich", 2. Mose 26/2, bedeutet, auf solche Weise bei den einzelnen Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Teppichs, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 9595, daher werden durch einen oder einen jeden Teppich die einzelnen Wahrheiten bezeichnet. 9603. "Einerlei Maß für alle Teppiche", 2. Mose 26/2, bedeutet den gleichen Zustand der Sache. Dies erhellt aus der Bedeutung des Maßes, insofern es den Zustand einer Sache in Ansehung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3104; daher bedeutet "einerlei Maß für alle Teppiche" den gleichen Zustand der Sache für alle Wahrheiten. Unter dem gleichen Zustand der Sache wird, wenn von den Glaubenswahrheiten im geistigen Reich die Rede ist, verstanden, daß sie alle auf das Gute abzielen, und durch das Gute auf den Herrn sehen, von dem (sie ausgehen); denn die Wahrheiten, die nicht auf solches abzielen, sind keine Glaubenswahrheiten, somit auch keine Wahrheiten der Kirche oder des Himmels. Die Wahrheiten, die auf einen anderen Zweck gehen, können zwar der äußeren Form nach als Wahrheiten erscheinen, sie sind aber keine Wahrheiten, denn sie sind ohne Leben, weil das Leben des Wahren das Gute ist, und das Gute vom Herrn stammt, Der allein das Leben ist. Die Wahrheiten, die auf ein anderes Ziel gerichtet sind, sind wie die Glieder eines Körpers ohne Seele, die nicht Glieder eines Körpers sind, weil sie unbelebt und somit unbrauchbar sind. Daß das Maß den Zustand einer Sache in Ansehung des Wahren bedeutet, und auch den Zustand einer Sache in Ansehung des Guten, erhellt aus den Stellen im Wort, wo von den Maßen des neuen Jerusalem und des neuen Tempels die Rede ist. Durch das neue oder heilige Jerusalem wird die neue Kirche des Herrn bezeichnet, ebenso durch den Tempel. Deswegen werden durch ihre Maße ihre Zustände in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten bezeichnet, wie: Joh.Offenb.21/15-17: "Der Engel hatte ein goldenes Rohr, um zu messen die Stadt, das heilige Jerusalem, ihre Tore und ihre Mauer; und er maß die Stadt mit dem Rohr zu zwölftausend Stadien; und er maß ihre Mauer, hundertvierundvierzig Ellen, das Maß eines Menschen, das ist eines Engels". Daß die Maße hier die Zustände in Ansehung des Guten und Wahren bedeuten, erhellt ganz deutlich, denn das heilige Jerusalem ist die neue Kirche des Herrn; die Tore und die Mauern sind die schützenden Glaubenswahrheiten; zwölftausend bedeutet alle Wahrheiten und alles Gute in Zusammenfassung; ebenso hundertvierundvierzig (Nr. 7973), denn diese Zahl bedeutet das gleiche wie die Zahl zwölf, weil sie hervorgegangen ist aus zwölf mit zwölf multipliziert. Daß zwölf alles Gute und Wahre in Zusammenfassung bezeichnet, sehe man Nr. 577, 2089, 2199, 2130, 3272, 3858, 3913. Das Maß eines Menschen, d.i. eines Engels, bedeutet, so beschaffen sei der Zustand der Kirche und des Himmels in Ansehung des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens, denn der Mensch bezeichnet die Kirche und der Engel den Himmel. Wenn man nicht wüßte, was das heilige Jerusalem, was dessen Tore und Mauern, was die Zahl zwölftausend Stadien, und das Maß der Mauer hundertvierundvierzig, ferner was die Maße, was der Mensch und was der Engel bedeutet, wer könnte dann wissen, was es wäre, daß das Maß der Stadt zu zwölftausend Stadien und das Maß der Mauern zu hundertvierundvierzig Ellen, das Maß eines Menschen, d.h. eines Engels bedeutet? Das gleiche bedeutet die Messung bei Sach.2/5,6: "Ich erhob meine Augen und sah, und siehe, da war ein Mann, in dessen Hand eine Meßschnur war; ich sprach: Wohin gehst du? Er sprach: Zu messen Jerusalem, damit ich sehe, wie groß seine Breite ist, und wie groß seine Länge". Hes.40/41,42: wo ein Mann geschaut wurde, "der eine Meßrute hatte, und die neuen Häuser der Stadt maß, und den Tempel in Ansehung der Mauern, der Wände, der Tore, des Unterbaues, der Türschwellen, der Fenster, der Stufen"; wenn hier nicht die Messungen Zustände einer Sache in Ansehung des Wahren und Guten bedeuteten, würden solche Dinge keineswegs erwähnt worden sein. Messen bezeichnet im allgemeinen den Zustand des Wahren und Guten (erforschen): Jerem.31/37-39: "So spricht Jehovah: Wenn man den Himmel oben messen und die Grundfesten der Erde unten erforschen wird, dann will Ich auch den ganzen Samen Israels verwerfen um alles dessen willen, was sie getan haben; siehe, die Tage kommen, da die Stadt wieder für Jehovah erbaut werden soll, und es soll noch weiter gehen die Meßschnur bis an den Hügel Horeb, und sich wenden nach Goath". Jes.40/12: "Wer hat mit seiner hohlen Hand die Wasser gemessen, und die Himmel abgemessen mit der Spanne, und die Berge gewogen in der Schale und die Hügel auf der Waage?". 9604. "Fünf Teppiche sollen zusammengefügt sein, einer an den anderen, und wieder fünf Teppiche sollen verbunden sein, einer mit dem anderen", 2. Mose 26/3, bedeutet die bleibende Gemeinschaft des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von fünf, insofern es alles des einen Teiles bezeichnet, denn zehn bedeutet alles vom Ganzen: Nr. 9595, und aus der Bedeutung der Teppiche, insofern sie die inneren Glaubenswahrheiten bezeichnen, die dem neuen Verstand angehören, worüber Nr. 9595. Weil hier von den zehn Teppichen fünf und fünf zusammengefügt waren, deshalb wird durch dieselben die gegenseitige Mitteilung des Wahren und Guten und des Guten und Wahren bezeichnet, denn die Mitteilungen müssen gegenseitig sein, wie es die eheliche Verbindung des Wahren und Guten ist. Es wird das gleiche durch sie bezeichnet, wie durch das, was der linken und der rechten Seite am Menschen angehört. Was der rechten Seite angehört, bezieht sich auf das Gute, aus dem das Wahre ist; das aber, was der linken Seite angehört, bezieht sich auf das Wahre, das aus dem Guten ist; und in der Mitte derselben findet die Gemeinschaft des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten statt, wodurch eine beständige und bleibende Verbindung (bewirkt wird). Solches ist es, das durch die Worte bezeichnet wird: "Fünf Teppiche sollen zusammengefügt sein, einer an den anderen, und wieder fünf Teppiche sollen verbunden sein, einer mit dem anderen". 9605. "Und du sollst blaue Schleifen machen", 2. Mose 26/4, bedeutet die Verbindung durch die himmlische Liebe des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schleifen, insofern sie eine Verbindung bezeichnen. Diese Bedeutung haben die Schleifen, weil die Verbindung durch sie stattfindet. Und aus der Bedeutung von blau, insofern es die himmlische Liebe des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9466. 9606. "An den Saum des einen Teppichs, am Ende bei der Zusammenfügung", 2. Mose 26/4, bedeutet, der einen Sphäre mit der anderen, nämlich die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Saumes des Teppichs, am Ende bei der Zusammenfügung, insofern es (die Stelle) bezeichnet, wo das eine aufhört und das andere anfängt, somit die Grenze wo zwei sich verbinden. Die Sphäre ist es aber, die bezeichnet wird, weil im Himmel die Sphären verbinden; denn aus jeder Engelsgesellschaft im Himmel gehen Sphären hervor und von einem jeden Engel in der Gesellschaft. Diese Sphären strömen hervor aus dem Leben der Neigungen des Wahren und Guten bei einem jeden, und verbreiten sich von da aus in die Ferne. Daher kommt es, daß die Geister und Engel schon von ferne erkannt werden, wie sie beschaffen sind. Die Engel und Engelsgesellschaften werden verbunden und auch gesondert, je nach diesen Sphären; denn die gleichen Sphären verbinden, d.h. die gleichen Neigungen des Wahren und Guten, und die ungleichen trennen. Man sehe jedoch, was über die Sphären Nr. 1048, 1053, 1316, 1504-1520, 1695, 2401, 2489, 4464, 5179, 6206, 6598-6613, 7454, 8630, 8794, 8797, 9490, 9491, 9492, 9498, 9534 gezeigt worden ist. Ob man sagt: "die Engel und Engelsgesellschaften, aus denen die Sphären" oder "das Wahre und Gute" (hervorgehen), ist dasselbe; denn die Sphären gehen hervor aus den Neigungen des Wahren und Guten, vermöge der die Engel Engel sind durch den Herrn. Man muß wissen, daß diese Sphären in dem Maß sich verbinden, als sie vom Herrn stammen, und in dem Maß trennen, als sie aus dem Eigenen des Engels sind; daraus wird klar, daß der Herr allein verbindet. 9607. "Und ebenso sollst du es machen am Saum des äußersten Teppichs, bei der zweiten Zusammenfügung", 2. Mose 26/4, bedeutet, gegenseitig auf solche Weise, nämlich daß die Verbindung der einen Sphäre mit der anderen durch die himmlische Liebe des Wahren stattfindet. Dies erhellt ohne weitere Erklärung. 9608. "Fünfzig Schleifen sollst du machen an dem einen Teppich", 2. Mose 26/5, bedeutet, die Verbindung sei vollständig in dem Letzten der Sphären. Dies erhellt aus der Bedeutung von 50, insofern es das Volle bezeichnet, worüber Nr. 2252; aus der Bedeutung der Schleifen, insofern sie eine Verbindung bezeichnen, wie Nr. 9605; und aus der Bedeutung des Saumes des Teppichs, wo die Schleifen, insofern er die Sphäre des Wahren bezeichnet, wo sie aufhört, worüber Nr. 9606, somit in dem Letzten derselben. 9609. "Und fünfzig Schleifen sollst du machen an das Ende des Teppichs bei der zweiten Zusammenfügung", 2. Mose 26/5, bedeutet ebenfalls gegenseitig. Dies erhellt ohne Erklärung. 9610. "Gegenüberstehend sollen die Schleifen sein, je eine der anderen", 2. Mose 26/5, bedeutet die vollständige Verbindung auf beiden Seiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schleifen, insofern sie eine Verbindung bezeichnen, worüber Nr. 9605; und diese wird als vollständig auf beiden Seiten bezeichnet durch die Anschließung der einen an die andere, gegenseitig und wechselseitig; denn wenn eine gegenseitige und wechselseitige Anschließung stattfindet, dann ist die Verbindung vollständig. 9611. "Und mache fünfzig goldene Haken", 2. Mose 26/6, bedeutet die vollständige Fähigkeit zur Verbindung durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von 50, insofern es das Vollständige bezeichnet, wie Nr. 9608; aus der Bedeutung der Haken, insofern sie die Fähigkeit der Verbindung bezeichnen, denn die Fähigkeit der Verbindung wohnt ihnen von der Form inne, die eine zurückgebeugte oder gekrümmte ist. Und aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute ist, worüber Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9490, 9510. 9612. "Und füge die Teppiche zusammen, einen an den anderen mit den Haken", 2. Mose 26/6, bedeutet die Art und Weise der Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Teppiche verbinden mit den Haken", insofern es die Art und Weise der Verbindung bezeichnet; denn wenn durch die fünfzig Haken die volle Fähigkeit der Verbindung bezeichnet wird, dann wird durch das Verbinden der Teppiche, des einen mit dem anderen mit den Haken, die Art und Weise bezeichnet. 9613. "Daß es eine Wohnung werde", 2. Mose 26/6, bedeutet, so sei der ganze Himmel völlig einer. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wohnung, insofern sie den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9594. Daß er einer ist, wenn er so verbunden ist, ergibt sich offenbar; der Himmel besteht nämlich aus Myriaden von Engelsgesellschaften, und dennoch führt sie der Herr wie einen Engel oder einen Menschen. Der Grund davon ist, weil unter allen gegenseitige Liebe herrscht aus der Liebe zum Herrn. Wenn diese Liebe unter allen und in allen ist, dann können alle zu einer himmlischen Form gefügt werden, die so beschaffen ist, daß viele eins sind, und je mehrere es sind, desto stärker ist die Einheit. Es verhält sich damit ebenso, wie mit den unzähligen Dingen im menschlichen Körper, die, obgleich gesondert und verschieden, dennoch eins ausmachen. Die Ursache ist, weil sie in der gleichen Form sind, wie der Himmel; denn sie entsprechen wie am Ende mehrerer Kapitel gezeigt worden; und vermöge der Entsprechung sind sie in gegenseitiger Liebe und so verbunden. Daher kommt es, daß der Mensch, der im Guten der Liebe und des Glaubens ist, ein Himmel in kleinster Form ist: Nr. 9279, und daß der ganze Himmel vor dem Herrn wie ein Mensch ist: Nr. 9276. Jede Verbindung der unzähligen Engelsgesellschaften im Himmel nebst der Art und Weise ihrer Verbindung wurde vorgebildet in der Form der Zusammensetzung der Wohnung und des Zeltes, wovon in diesem Kapitel (gehandelt wird). Aber die Arten der Verbindung, wie sie im Himmel sind, können dadurch nicht zur Vorstellung des Menschen gelangen, weil der Mensch nicht einmal weiß, daß durch die Wohnung der Himmel vorgebildet ist. Und wenn er dies auch wüßte, so würde er dennoch nicht wissen, daß die himmlischen Gesellschaften so durch die Liebe verbunden sind, daß sie eins ausmachen. Aber dies alles fließt deutlich in die Vorstellung der Engel ein, wenn sie dies von der Wohnung lesen; denn alles und jedes der Beschreibung hat einen inneren Sinn, der durch den Herrn vor den Engeln ganz deutlich den Zustand der gegenseitigen Verbindung aller im gesamten Himmel durch die Liebe vom Herrn darstellt. Die Verbindung der Engelsgesellschaften zu einem Himmel bezieht sich auf folgende Gesetze: 1. Jede Einheit in der Form mehrerer Himmel entsteht gemäß der himmlischen Harmonie der Zusammengesellten. 2. Die Liebe ist die geistige Verbindung, durch welche die himmlische Harmonie (entsteht). 3. Es muß ein allgemeines Band da sein, damit das Einzelne unter sich in Verbindung erhalten werde. 4. Das allgemeine Band muß einfließen in die einzelnen Bande (Verbindungen) und sie bilden. 5. Das allgemeine Band ist der Herr, somit die Liebe von Ihm, und daher die Liebe zu Ihm. 6. Die einzelnen Verbindungen stammen aus diesem, und dieselben gehören der gegenseitigen Liebe oder Liebtätigkeit gegen den Nächsten an. Dies sind die Gesetze, kraft welcher der Himmel, der aus unzähligen Engelsgesellschaften besteht, dennoch wie ein Mensch ist. 9614. Vers 7-14: Und mache (auch) Teppiche von Ziegenhaaren zu einem Zelte über der Wohnung, elf Teppiche sollst du machen. Die Länge eines Teppichs soll dreißig Ellen sein, und die Breite vier Ellen für einen Teppich; ein Maß für die elf Teppiche. Und füge zusammen die fünf Teppiche besonders, und die sechs Teppiche besonders, und den sechsten Teppich mache doppelt an der Vorderseite des Zeltes. Und mache fünfzig Schleifen an den Saum des einen äußersten Teppichs bei der Zusammenfügung, und fünfzig Schleifen an den Saum des Teppichs bei der zweiten Zusammenfügung. Und mache fünfzig Haken von Erz, und tue die Haken in die Schleifen, und füge das Zelt zusammen, daß es ein Ganzes sei. Und das Überhangende, was überflüssig ist an den Teppichen des Zeltes, die Hälfte des Teppichs, die übrig ist, sollst du überhangen lassen an der hinteren Seite der Wohnung. Und die Elle von der einen Seite und die Elle auf der anderen Seite, von dem Überflüssigen an der Länge der Teppiche des Zeltes, soll überhangen an den beiden Seiten der Wohnung, um sie zu bedecken. Und mache eine Decke für das Zelt von roten Widderfellen, und eine Decke von Dachsfellen oben darüber. "Und mache (auch) Teppiche von Ziegenhaaren zu einem Zelte über der Wohnung" bedeutet das Äußere des Himmels, das aus dem äußeren himmlisch Guten stammt; "elf Teppiche sollst du machen" bedeutet alle Wahrheiten, aus denen (jenes Gute); "die Länge eines Teppichs soll dreißig Ellen sein" bedeutet das Volle des Wahren aus dem Guten; "und die Breite vier Ellen" bedeutet die Ehe des Wahren mit dem Guten; "für einen Teppich" bedeutet, so in den einzelnen Wahrheiten; " ein Maß für die elf Teppiche" bedeutet den gleichen Zustand der Sache; "Und füge zusammen die fünf Teppiche besonders, und die sechs Teppiche besonders" bedeutet die beständige Gemeinschaft des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren; "und den sechsten Teppich mache doppelt an der Vorderseite des Zeltes" bedeutet die Gemeinschaft aller Dinge in diesem Himmel mit dem Äußersten daselbst, und daher den Einfluß in den letzten Himmel; "und mache fünfzig Schleifen an den Saum des einen äußersten Teppichs bei der Zusammenfügung" bedeutet die vollständige Verbindung der einen Sphäre mit der anderen; "und fünfzig Schleifen an den Saum des Teppichs bei der zweiten Zusammenfügung" bedeutet, ebenso gegenseitig; "und mache fünfzig Haken von Erz" bedeutet die volle Fähigkeit der Verbindung durch das äußere Gute; "und tue die Haken in die Schleifen" bedeutet die Art und Weise der Verbindung; "und füge das Zelt zusammen, daß es ein Ganzes sei" bedeutet das Äußere des Himmels sei so völlig eins ; "und das Überhangende, was überflüssig ist an den Teppichen des Zeltes" bedeutet das Hervorgehende; "die Hälfte des Teppichs, die übrig ist, sollst du überhangen lassen an der hinteren Seite der Wohnung" bedeutet, bis zum Letzten dieses Himmels; "und die Elle auf der einen Seite und die Elle auf der anderen Seite, von dem Überflüssigen an der Länge der Teppiche des Zeltes, soll überhangen an den beiden Seiten der Wohnung, um sie zu bedecken" bedeutet die Art und Weise, in der jenes Letzte vom Guten hervorgeht, damit dem Himmel Sicherheit gegeben werde; "und mache eine Decke für das Zelt" bedeutet die Umgebung dieses Himmels; "von roten Widderfellen" bedeutet das äußere Wahre aus dem Guten; "und eine Decke von Dachsfellen oben darüber" bedeutet, außerhalb desselben aus dem äußeren Guten. 9615. "Und mache (auch) Teppiche von Ziegenhaaren zu einem Zelte über der Wohnung", 2. Mose 26/7, bedeutet das Äußere des Himmels, das aus den Wahrheiten ist, die aus dem äußeren himmlisch Guten (stammen). Dies erhellt aus der Bedeutung der Teppiche, insofern sie die inneren Glaubenswahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 9595; hier die äußeren Glaubenswahrheiten, weil sie zum Zelte dienten, das über der Wohnung war; aus der Bedeutung der Ziegenhaare, woraus jene Teppiche waren, insofern sie das äußere himmlisch Gute bezeichnen, worüber Nr. 9470; und aus der Bedeutung des Zeltes über der Wohnung, insofern es das Äußere des Himmels bezeichnet, denn die Wohnung bedeutet den Himmel: Nr. 9594, und das Zelt, das darüber war, das äußere desselben. Hieraus erhellt, daß durch die Teppiche von Ziegenhaar zum Zelte über der Wohnung die Wahrheiten bezeichnet werden, die aus dem äußeren himmlisch Guten (stammen), aus denen das Äußere des Himmels (besteht). Wie es sich aber damit verhält, kann man nicht wissen, wenn man nicht das Innere und Äußere eines jeden Himmels kennt, und den Einfluß des einen in den anderen, denn der Herr fließt in alle Himmel ein, sowohl unmittelbar als mittelbar: Nr. 9223; mittelbar durch den innersten Himmel in den mittleren, und durch das Innere des letzteren in sein Äußeres. 9616. "Elf Teppiche sollst du machen", 2. Mose 26/7, bedeutet alle Wahrheiten, aus denen (jenes Äußere des Himmels). Dies erhellt aus der Bedeutung von 11, insofern es "alles" bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung der Teppiche aus Ziegenhaaren, insofern sie die Wahrheiten aus dem äußeren Guten des Himmlischen bezeichnen, worüber Nr. 9615. Daß 11 "alles" bedeutet, kommt daher, daß die zehn Teppiche das Zelt selbst bildeten und der elfte als das Überflüssige herabhing an der hinteren Seite der Wohnung, wie erhellen kann aus 2. Mose 26/9,12,13. Daß zehn "alles" bedeutet, sehe man Nr. 4638, 9595. 9617. "Die Länge eines Teppichs soll dreißig Ellen sein", 2. Mose 26/8, bedeutet das Volle des Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 9487; aus der Bedeutung des Teppichs, insofern er das Wahre aus dem äußeren himmlisch Guten bezeichnet, worüber Nr. 9615; und aus der Bedeutung von 30, insofern es das Volle bezeichnet, worüber Nr. 9082. 9618. "Und die Breite vier Ellen", 2. Mose 26/8, bedeutet die Ehe des Wahren mit dem Guten; wie Nr. 9601. 9619. "Für einen Teppich", 2. Mose 26/8, bedeutet, so in den einzelnen Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Teppichs, wovon Nr. 9602, wo die gleichen Worte. 9620. " Ein Maß für die elf Teppiche", 2. Mose 26/8, bedeutet den gleichen Zustand der Sache. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9603 gezeigt worden ist. HG 9621 9621. "Und füge zusammen die fünf Teppiche besonders, und die sechs Teppiche besonders", 2. Mose 26/9, bedeutet die beständige Gemeinschaft des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren; wie Nr. 9604. 9622. "Und den sechsten Teppich mache doppelt an der Vorderseite des Zeltes", 2. Mose 26/9, bedeutet die Gemeinschaft aller Dinge in diesem Himmel mit dem Äußersten daselbst, und daher den Einfluß in den letzten Himmel. Dies erhellt daraus, daß das Doppelte dieses Teppichs die Ausbreitung über das Äußerste der Wohnung war, denn durch die Teppiche und deren Ausbreitung wurde der Himmel in Ansehung der Mitteilung und des Einflusses vorgebildet; daher wurde durch die Verdoppelung des sechsten Teppichs und dessen Ausbreitung über das Äußerste der Wohnung die Gemeinschaft aller Dinge dieses Himmels mit den äußersten Grenzen daselbst vorgebildet und der Einfluß von da aus in den letzten Himmel. 9623. "Und mache fünfzig Schleifen an den Saum des einen äußersten Teppichs bei der Zusammenfügung", bedeutet die vollständige Verbindung der einen Sphäre mit der anderen; "und fünfzig Schleifen an den Saum des Teppichs bei der zweiten Zusammenfügung", 2. Mose 26/10, bedeutet, ebenso gegenseitig. Dies erhellt aus dem, was früher, Nr. 9605-9609 gezeigt worden ist. 9624. "Und mache fünfzig Haken von Erz", 2. Mose 26/11, bedeutet die vollständige Fähigkeit der Verbindung durch das äußere Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung der fünfzig Haken, insofern sie die volle Fähigkeit zur Verbindung bezeichnen, worüber Nr. 9611; und aus der Bedeutung von Erz, insofern es das natürliche oder äußere Gute bezeichnet, worüber Nr. 425, 1551. 9625. "Und tue die Haken in die Schleifen", 2. Mose 26/11, bedeutet die Art und Weise der Verbindung. Dies erhellt daraus, daß, wenn die Haken die Fähigkeit zur Verbindung bedeuten, worüber Nr. 9624, sie in die Schleifen tun, und so die Teppiche verbinden, die Art und Weise der Verbindung bezeichnet, wie auch die Teppiche verbinden, einen an den anderen, durch die Haken: Nr. 9612. 9626. "Und füge das Zelt zusammen, daß es ein Ganzes sei", 2. Mose 26/11, bedeutet, das Äußere des Himmels sei so völlig eins. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, insofern es das Äußere des Himmels bezeichnet, worüber Nr. 9615. Daß jenes auf diese Weise völlig eins sei, sehe man Nr. 9613, wo von der Wohnung die Rede ist, durch die das Innere des Himmels bezeichnet wird. 9627. "Und das Überhangende, was überflüssig ist an den Teppichen des Zeltes", 2. Mose 26/12, bedeutet das Hervorgehende. Dies erhellt aus der Bedeutung des "Überhangenden, was überflüssig ist", insofern es das Hervorgehende bezeichnet, worüber folgen wird, und aus der Bedeutung der Teppiche des Zeltes, insofern sie die Wahrheiten aus dem äußeren himmlisch Guten bezeichnen, welches das Äußere des Himmels bildet, der durch das Zelt bezeichnet wird: Nr. 9615. Das Überhangende, was überflüssig ist an den Teppichen, bedeutet aber das Hervorgehende, weil dieses in stetiger Weise aus der Ausdehnung selbst hervorgeht. 9628. "Die Hälfte des Teppichs, die übrig ist, sollst du überhangen lassen an der hinteren Seite der Wohnung", 2. Mose 26/12, bedeutet, bis zum Letzten dieses Himmels, nämlich hervorgehend, worüber Nr. 9627; und aus der Bedeutung der hinteren Seite der Wohnung, insofern sie das Letzte des Himmels bezeichnet, denn die Wohnung bedeutet den Himmel, von dem hier gehandelt wird. 9629. "Und die Elle von der einen Seite und die Elle auf der anderen Seite, von dem Überflüssigen an der Länge der Teppiche des Zeltes, soll überhangen an den beiden Seiten der Wohnung, um sie zu bedecken", 2. Mose 26/13, bedeutet die Art und Weise, in der jenes Letzte vom Guten hervorgeht, damit dem Himmel Sicherheit gegeben werde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Überhangenden an den Seiten der Wohnung, das die Elle auf der einen Seite und die Elle auf der anderen Seite ist, insofern es das letzte Hervorgehende bezeichnet, worüber Nr. 9627. Aus der Bedeutung der Länge der Teppiche des Zeltes, insofern sie die Wahrheiten aus dem Guten bezeichnet, worüber Nr. 9617; und aus der Bedeutung von bedecken, insofern es heißt beschützen, denn was bedeckt, das schützt gegen das hereinbrechende Böse, das Schaden zufügen will. Wenn man dies alles in eins zusammenfaßt, so ergibt sich daraus als der Sinn, das jenes Letzte aus dem Guten hervorgeht, um dem Himmel Sicherheit zu geben. 9630. "Und mache eine Decke für das Zelt", 2. Mose 26/14, bedeutet die Umgebung dieses Himmels. Dies erhellt ohne Erklärung, denn die aus roten Widderfellen gemachte Decke bildete die Umgebung oben und rings um das Zelt. 9631. "Von roten Widderfellen", 2. Mose 26/14, bedeutet das äußere Wahre aus dem Guten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9471 von den roten Widderfellen gesagt und nachgewiesen wurde. 9632. "Und eine Decke von Dachsfellen oben darüber", 2. Mose 26/14, bedeutet, außerhalb desselben, nämlich der Umgebung aus den Wahrheiten, die aus dem äußeren Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Decke, insofern sie das Umgebende bildet, wie Nr. 9630; und aus der Bedeutung der Felle, insofern sie die äußeren Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 9471; und aus der Bedeutung der Dachse, insofern sie Gutes bezeichnen, worüber Nr. 9471. Das, was von der Wohnung, von dem Zelt derselben und von ihren beiden Decken bisher gesagt worden, soll nicht weiter erklärt werden, weil es von der Art ist, daß es wegen der (herrschenden) Unwissenheit nur schwer in die Denkvorstellung fällt; denn wo Unwissenheit ist, da ist Blindheit, somit keine Aufnahme des Lichtes, daher auch keine Vorstellung irgendeiner Sache; denn nur wenige, wenn überhaupt jemand, wissen, daß der Himmel vorgebildet und somit beschrieben wird durch die Wohnung, und das Äußere derselben durch das Zelt mit seinen beiden Decken. Daß man diese Dinge nicht weiß, hat den Grund, weil kaum jemand weiß, daß durch alles, was im Worte ist, himmlische Dinge bezeichnet werden, und daß somit ein innerer Sinn, welcher der geistige ist, im einzelnen derselben liegt; und daß dieser Sinn nicht im Buchstaben erscheint, sondern nur aus dem Buchstaben vor denen, die in den Entsprechungen unterrichtet sind, und dann, wenn sie das Wort lesen, in der Erleuchtung vom Herrn sind. Ja es weiß sogar kaum jemand, daß der Mensch, der im Guten der Liebe und des Glaubens steht, ein Himmel in kleinster Form ist, und daß er sowohl seinem Inneren als seinem Äußeren nach dem Himmel entspricht: Nr. 9276. Wenn dies bekannt wäre, könnten die Gelehrten in der Christenheit, die sich von der Gestalt des menschlichen Körpers einige Kenntnis verschafft haben, in einigem Verstandeslicht und somit in einiger Vorstellung vom Himmel sein und dann auch begreifen, was im Himmel durch die Lade des Zeugnisses, den Gnadenstuhl (Deckel) derselben und die Cherubim darüber vorgebildet wird; und so auch, was durch den Tisch, auf dem die Schaubrote waren, durch den Leuchter und durch den Rauchaltar; ferner was durch die Wohnung, durch ihre Decken, Bretter und Füße, und dann auch durch das Zelt und dessen zwei Decken vorgebildet wird; denn ähnliche Dinge befinden sich beim Menschen in seinem Inneren und Äußeren, und stellen sich auch in materieller Form in seinem Körper dar, und das Innere entspricht denselben ganz genau; denn wenn die äußeren Dinge, die das Körperliche bilden, nicht ganz genau den inneren entsprächen, die den Verstand und den Willen bilden, so würde kein Leben im Körper sein und somit auch keine entsprechenden Handlungen. Es wird gesagt, daß ähnliche Dinge bei dem Versammlungszelt vorkommen, wie bei dem Menschen, weil die Vorbildungen in der Natur sich auf die menschliche Form beziehen und gemäß dem Verhältnis zu ihr ihre Bedeutung haben: Nr. 9496. Im Äußeren beim Menschen sind nämlich vier Decken, die alle inneren Dinge umgeben und einschließen, und Felle und Häute genannt werden; welchen inneren Dingen sie aber entsprechen, sehe man in dem, was aus Erfahrung Nr. 5552-5559, 8980 gezeigt wurde. Ähnliches wurde vorgebildet durch die Decken, welche die Ausdehnung des Versammlungszeltes bildeten. Hieraus kann sich der Verstand einiges Licht über die Formen des Himmels verschaffen, dennoch aber würde dieses Licht bei allen denen erlöschen, die keine genaue Kenntnis von dem haben, was im menschlichen Körper ist, und die nicht zugleich eine genaue Kenntnis von den geistigen Dingen haben, die dem Glauben, und von den himmlischen, die der Liebe angehören und denen jene entsprechen. Weil diese und jene bei den meisten im Schatten, ja in Finsternis sind, nicht bloß wegen Mangel an Erkenntnis, sondern auch wegen Mangel an Glauben, deshalb steht man davon ab, diese Dinge weiter zu erklären; denn sie würden in keine Vorstellung fallen, und zwar deshalb, weil kein Verstandeslicht über solche Dinge vorhanden ist. 9633. Vers 15-30: Und mache die Bretter zu der Wohnung aus Schittimholz, aufrechtstehend. Zehn Ellen sei die Länge eines Brettes, und eine Elle und eine halbe Elle die Breite eines Brettes. Zwei Zapfen an einem Brette, gleichstehend, einer gegen den anderen; so sollst du machen an allen Brettern der Wohnung. Und mache die Bretter zur Wohnung, zwanzig Bretter an der Mittagsseite gegen Süden. Und vierzig silberne Füße sollst du machen unter die zwanzig Bretter, zwei Füße unter ein Brett für seine zwei Zapfen; und immer wieder zwei Füße unter ein Brett für seine zwei Zapfen. Und an der anderen Seite der Wohnung gegen die Nordseite mache zwanzig Bretter. Und vierzig silberne Füße, zwei Füße unter ein Brett, und zwei Füße unter jedes andere Brett. Und an der hinteren Seite der Wohnung, gegen das Meer hin, mache sechs Bretter. Und zwei Bretter sollst du machen an den Ecken der Wohnung an der hinteren Seite. Und sie sollen doppelt sein unterhalb, und zugleich sollen sie doppelt sein oben an dem ersten Ringe; also soll es mit diesen beiden sein, an den beiden Ecken sollen sie sein. Und es seien acht Bretter und ihre Füße von Silber; sechzehn Füße, zwei Füße unter dem einen Brett, und zwei Füße unter dem anderen Brett. Und mache Stangen von Schittimholz, fünf für die Bretter an der einen Seite der Wohnung. Und fünf Stangen für die Bretter an der anderen Seite der Wohnung, und fünf Stangen für die Bretter an den Seiten der Wohnung, an der Hinterseite gegen das Meer hin (d.i. gegen Abend). Und die mittlere Stange in der Mitte der Bretter durchgehend von einem Ende bis zum anderen. Und die Bretter sollst du mit Gold überziehen, und ihre Ringe sollst du von Gold machen, als Behälter für die Stangen, und überziehe die Stangen mit Gold. Und errichte die Wohnung nach der Weise, wie es dir gezeigt wurde auf dem Berge. "Und mache die Bretter zu der Wohnung" bedeutet das Gute, das diesen Himmel unterstützt; "aus Schittimholz" bedeutet das Gute des Verdienstes sei vom Göttlich-Menschlichen des Herrn; "zehn Ellen sei die Länge eines Brettes" bedeutet dieses Gute sei alles in allem; "und eine Elle und eine halbe Elle die Breite eines Brettes" bedeutet das Wahre daher hinreichend verbindend; "zwei Zapfen an einem Brett" bedeutet die Macht daher; "gleichstehend, einer gegen den anderen" bedeutet daher die Verbindung des Herrn mit denen, die in diesem Himmel sind; "so sollst du machen an allen Brettern der Wohnung" bedeutet überall auf solche Weise; "und mache die Bretter zur Wohnung, zwanzig" bedeutet das Gute, das den Himmel vollständig und gänzlich unterstützt; "Bretter an der Mittagsseite gegen Süden" bedeutet, bis in sein Inneres und Innerstes, wo das Wahre im Lichte ist; "und vierzig silberne Füße" bedeutet die vollständige Unterstützung durch das Wahre; "unter die zwanzig Bretter" bedeutet, daß es hervorgeht aus dem Guten, das aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn; "zwei Füße unter ein Brett" bedeutet die Verbindung desselben mit dem Guten; "für seine zwei Zapfen" bedeutet, von daher komme die Macht; "und immer wieder zwei Füße unter ein Brett für seine zwei Zapfen" bedeutet, so in allem und jedem; "und an der anderen Seite der Wohnung gegen die Nordseite" bedeutet, gegen das Äußere dieses Himmels, wo das Wahre im Dunkeln; "mache zwanzig Bretter" bedeutet das Gute, das vollständig und gänzlich unterstützt; "und vierzig silberne Füße" bedeutet auch hier die vollständige Unterstützung durch das Wahre; "zwei Füße unter ein Brett" bedeutet, durch die Verbindung mit dem Guten; "und zwei Füße unter jedes andere Brett" bedeutet allenthalben; "und an der hinteren Seite der Wohnung, gegen das Meer hin" bedeutet die Verbindung mit dem Himmel, wo das Gute im Dunkeln ist; "mache sechs Bretter" bedeutet, wo das Gute vom Göttlich-Menschlichen des Herrn vollständig ist; "und zwei Bretter sollst du machen an den Ecken der Wohnung an der hinteren Seite" bedeutet die Beschaffenheit der Verbindung daselbst mit dem Guten; "und sie sollen doppelt sein unterhalb, und zugleich sollen sie doppelt sein oben" bedeutet die Verbindung vom Äußeren und vom Inneren; "an dem ersten Ringe" bedeutet, so habe es Bestand; "also soll es mit diesen beiden sein, an den beiden Ecken sollen sie sein" bedeutet die gleiche Verbindung überall; "und es seien acht Bretter und ihre Füße von Silber" bedeutet die vollständige Unterstützung vom Guten durch das Wahre aus dem Guten; "sechzehn Füße" bedeutet die gänzliche Unterstützung; "zwei Füße unter dem einen Brett, und zwei Füße unter dem anderen Brett" bedeutet durch die Verbindung des Wahren mit dem Guten überall; "und mache Stangen von Schittimholz" bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten; "fünf für die Bretter an der einen Seite der Wohnung" bedeutet, wodurch es gegen das Innere des Himmels sieht, wo das Wahre im Lichte ist; "und fünf Stangen für die Bretter an der anderen Seite der Wohnung" bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten, durch das jenes nach dem Äußeren hinsieht, wo das Wahre im Dunkeln ist; "und fünf Stangen für die Bretter an den Seiten der Wohnung, an der Hinterseite gegen das Meer hin" bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten, wodurch es auf den Himmel hinsieht, wo die Verbindung mit dem Guten stattfindet, das im Dunkeln ist; "und die mittlere Stange in der Mitte der Bretter durchgehend von einem Ende bis zum anderen" bedeutet die hauptsächliche Macht, aus der sich die Kräfte überall fortsetzen; "und die Bretter sollst du mit Gold überziehen, und ihre Ringe sollst du von Gold machen, als Behälter für die Stangen, und überziehe die Stangen mit Gold" bedeutet die Vorbildung des Guten, aus dem und durch das alles ist; "und errichte die Wohnung nach der Weise, wie es dir gezeigt wurde auf dem Berge" bedeutet, nach den Himmelsgegenden gemäß den Zuständen des Guten und daraus des Wahren im Himmel, der vorgebildet wird. 9634. "Und mache die Bretter zu der Wohnung", 2. Mose 26/15, bedeutet das Gute, das diesen Himmel unterstützt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Bretter, insofern sie das unterstützende Gute bezeichnen, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung der Wohnung, insofern sie den mittleren oder zweiten Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9594. Die Bretter bedeuten das unterstützende Gute, weil sie aus Holz waren, und die Teppiche, sowohl die der Wohnung als die des Zeltes, unterstützten, und auch die beiden Decken über ihnen; daher werden durch Bretter die Stützen bezeichnet. Und weil sie aus Holz waren, bedeuteten sie solche, die aus dem Guten sind; denn alles, was aus Holz ist, bedeutet das Gute, sogar bei den Häusern, die aus Holz waren: Nr. 3720. Die Beschaffenheit des Guten wird durch das Schittimholz, aus dem sie waren bezeichnet. Weil alles, was vorbildet in der Natur, sich auf die menschliche Form bezieht und nach dem Verhältnis zu ihr Bedeutung hat: Nr. 9496, darum auch die Bretter der Wohnung. Diese entsprechen den muskulösen oder fleischigen Teilen am Menschen, welche die umgebenden Membranen und Häute stützen; Fleisch bedeutet auch wirklich das Gute: Nr. 7850, 9127. Daher kommt es, daß die Bretter aus Schittimholz sein sollten, durch die das den Himmel unterstützende Gute bezeichnet wird: Nr. 9472, 9486; ferner, daß sie mit Gold überzogen werden sollten, wodurch das Gute bezeichnet wird. 9635. "Aus Schittimholz", 2. Mose 26/15, bedeutet, das Gute des Verdienstes sei vom Göttlich-Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schittimholzes, insofern es das Gute des Verdienstes vom Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 9472, 9486, daß dieses Gute das einzige Gute ist, das im Himmel regiert und ihn stützt, sehe man Nr. 9486. 9636. "Zehn Ellen sei die Länge eines Brettes", 2. Mose 26/16, bedeutet dieses Gute sei alles in allem. Dies erhellt aus der Bedeutung von 10, insofern es "alles" bezeichnet, worüber Nr. 4638, 9595; und aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 1613, 8893, 9487, 9600; hier das unterstützende Gute, welches das Gute des Verdienstes ist; denn dies wird auch durch die aus Schittimholz gemachten Bretter der Wohnung bezeichnet: Nr. 9635. Daß dieses Gute alles in allen Himmeln ist, kommt daher, weil dieses Gute das göttlich Gute selbst ist, das die Himmel macht und sie unterstützt: Nr. 9486; denn das Gute, das bei den Engeln ist, ist eben dieses Gute, weil alles Gute vom Herrn ist. Das Gute anderswoher ist nicht gut. 9637. "Und eine Elle und eine halbe Elle die Breite eines Brettes", 2. Mose 26/16, bedeutet, das Wahre daher sei hinreichend verbindend. Dies erhellt aus der Bedeutung von ein und einhalb, insofern es das Volle bezeichnet, worüber Nr. 9487, 9488, 9489; also auch hinreichend, denn das ist das Volle. Daß dieses Wahre von daher ist, d.h. aus dem Guten, das durch Bretter aus Schittimholz bezeichnet wird: Nr. 9634, 9635, kommt daher, weil jedes Gute sein Wahres, und jedes Wahre sein Gutes hat. Das Gute ohne das Wahre erscheint nicht, (tritt nicht hervor) und das Wahre ohne das Gute besteht nicht, denn das Wahre ist die Form des Guten, und das Gute ist das Sein des Wahren. Aus der Form hat das Gute, daß es erscheint, und aus dem Sein hat das Wahre, daß es besteht. Dies verhält sich ähnlich, wie die Flamme und das Licht: die Flamme kommt nicht zur Erscheinung ohne das Licht, daher läßt sie Licht von sich ausgehen, damit sie erscheine, und das Licht ohne Flamme existiert nicht. Ebenso verhält es sich mit dem Willen des Menschen und dem Verstande desselben: der Wille erscheint nicht ohne den Verstand, und der Verstand existiert nicht ohne den Willen. Geradeso, wie es sich mit dem Guten und Wahren, oder mit der Flamme und dem Lichte verhält, oder mit dem Willen und dem Verstande, verhält es sich auch mit der Liebe und dem Glauben; denn alles Gute ist Sache der Liebe, und alles Wahre ist Sache des Glaubens aus der Liebe; und der Wille des Menschen ist zur Aufnahme des Guten bestimmt, das Sache der Liebe ist, und der Verstand zur Aufnahme des Wahren, das Sache des Glaubens ist. Die Flamme oder das Feuer des Lebens ist auch wirklich die Liebe, und das Licht des Lebens ist der Glaube. 9638. "Zwei Zapfen (Hände, nach dem Grundtext) an einem Brett", 2. Mose 26/17, bedeutet die Macht dadurch, nämlich durch das Wahre aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, insofern sie eine Macht bezeichnet, worüber Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 6292, 6947, 7011, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281, 9133; und daß alle Macht durch das Wahre aus dem Guten ist: Nr. 6344, 6423, 9327, 9410. 9639. "Gleichstehend, einer gegen den anderen", 2. Mose 26/17, bedeutet daher die Verbindung des Herrn mit denen, die in diesem Himmel sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von gleichstehen, wenn von der Macht, die durch Hand bezeichnet wird, (die Rede ist), insofern es die Verbindung durch das Wahre aus dem Guten bezeichnet; denn alle, die im Himmel sind, werden Mächte genannt, und sind auch Mächte dadurch, daß sie Aufnahmen des göttlich Wahren sind, das vom Herrn (ausgeht). Deshalb werden auch durch Engel im Worte die göttlichen Wahrheiten bezeichnet: Nr. 8192. Das vom Herrn ausgehende göttlich Gute ist es, das alle im Himmel verbindet, denn das in den göttlichen Wahrheiten herrschende Universelle ist das göttlich Gute, und was in universeller Weise herrscht, das verbindet. Diese Verbindung ist es, die durch "die Gleichstellung der Zapfen (Hände) am Brett, einer gegen den anderen" bezeichnet wird. 9640. "So sollst du machen an allen Brettern der Wohnung", 2. Mose 26/17, bedeutet überall auf solche Weise. Dies erhellt aus der Bedeutung von "alle", wenn vom Himmel (die Rede ist), insofern es auch soviel ist als überall; denn was allen daselbst geschieht, das geschieht überall. Und aus der Bedeutung der Bretter zur Wohnung, insofern sie das Gute bezeichnen, das den Himmel unterstützt, worüber Nr. 9634. 9641. "Und mache die Bretter zur Wohnung, zwanzig", 2. Mose 26/18, bedeutet das Gute, das den Himmel vollständig und gänzlich unterstützt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Bretter zur Wohnung, insofern sie das den Himmel unterstützende Gute bezeichnen, worüber Nr. 9643; und aus der Bedeutung von zwanzig, insofern es das Volle bezeichnet, somit "vollständig und gänzlich". Diese Bedeutung hat zwanzig, weil die multiplizierten Zahlen das gleiche bedeuten wie die einfachen, durch die sie multipliziert sind: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973, somit bedeutet die Zahl Zwanzig dasselbe wie zehn und zwei, aus deren Multiplizierung sie hervorgeht. Daß zehn das Volle und das Ganze bezeichnet, sehe man Nr. 3107, 4638; ebenso zwei: Nr. 9103, 9166. 9642. "Bretter an der Mittagsseite (wörtlich: am Winkel des Mittags) gegen Süden", 2. Mose 26/18, bedeutet, bis in sein Inneres und Innerstes, wo das Wahre im Lichte ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Bretter zur Wohnung, insofern sie das den Himmel unterstützende Gute bezeichnen, worüber Nr. 9634; ferner aus der Bedeutung des Winkels, wenn er von den Weltgegenden gesagt wird, insofern er den Ort bezeichnet, wo der Zustand ist, der durch die Himmelsgegend bestimmt und bezeichnet wird, worüber folgen wird. Und aus der Bedeutung von "des Mittags gegen Süden", insofern es das Innere und Innerste bezeichnet, wo das Wahre in seinem Lichte ist; denn durch Mittag wird der Zustand des Lichtes bezeichnet, der ein Zustand der Einsicht aus den Wahrheiten ist, also auch ein innerer Zustand, denn das Licht, und mit dem Licht die Einsicht und die Weisheit in den Himmeln, nimmt zu gegen das Innere hin. Weiter vom Inneren entfernt ist das Wahre im Schatten, welcher Zustand des Wahren durch Mitternacht bezeichnet wird. Daher kommt es nun, daß "an der Mittagsseite gegen Süden" bedeutet, bis zum Inneren und Innersten, wo das Wahre im Licht ist. Dasselbe bedeutet Mittag und Süden bei Jes.43/6: "Ich sage zur Mitternacht: Gib her! und zum Mittag: Halte nicht zurück! bringe her Meine Söhne aus der Ferne, und Meine Töchter vom Ende der Erde": es wird hier von der neuen Kirche gehandelt. Zur Mitternacht sagen, heißt zu denen, die in Finsternis oder in Unwissenheit über die Glaubenswahrheiten sind, welches die Völkerschaften außerhalb der Kirche sind; zum Mittag sagen, heißt zu denen, die im Lichte aus den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind, die innerhalb der Kirche sind, weshalb zu diesen gesagt wird, sie sollten nicht zurückhalten, zu jenen aber, sie sollten hergeben. Hes.21/2-10: "Richte dein Angesicht nach Süden hin, und rede gegen Mittag, und weissage wider den Wald des Feldes an der Mittagsseite, und sprich zum Walde an der Mittagsseite: Siehe, Ich zünde in dir ein Feuer an, das in dir jeden grünen Baum verzehren soll, und die ganze Oberfläche vom Süden bis zum Norden wird verbrannt werden. Richte dein Angesicht gegen Jerusalem und rede wider seine Heiligtümer, und weissage wider das Land Israel": Mittag bedeutet hier diejenigen, die im Licht des Wahren aus dem Worte sind, als diejenigen, die der Kirche angehören, aber in Irrtümern sind, die sie begründen aus dem falsch erklärten Buchstabensinn des Wortes; deshalb wird gesagt Wald des Feldes an der Mittagsseite, und Wald an der Mittagsseite. Der Wald bedeutet das herrschende Wißtümliche, der Garten aber das herrschende Wahre. Hieraus erhellt, was durch das Richten des Angesichts gegen Süden, und durch das Reden gegen Mittag bezeichnet wird, wie auch durch weissagen wider den Wald des Feldes an der Südseite. Und nachher: Richte dein Angesicht gegen Jerusalem, und rede wider die Heiligtümer, und weissage wider das Land Israel; denn Jerusalem und das Land Israel bedeutet die Kirche, und die darin befindlichen Heiligtümer bedeuten, was der Kirche angehört. Jes.58/10: "Wenn du dem Hungernden deine Seele zuwendest, und die betrübte Seele sättigst, so wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und deine Dunkelheit wird sein wie der Mittag": Finsternis und Dunkelheit bedeutet die Unwissenheit in betreff des Wahren und Guten, Licht und Mittag das Verständnis. Jes.16/3: "Schaffet Rat, gebet ein Urteil; mache wie die Nacht deinen Schatten in der Mitte des Mittags, verbirg die Vertriebenen, den Flüchtling verrate nicht": in der Mitte des Mittags bedeutet, mitten im Lichte des Wahren. Jerem.6/4: "Heiligt einen Krieg wider die Tochter Zions, erhebet euch und laßt uns hinaufziehen gegen Mittag, denn der Tag geht dahin und es sinken herab die Schatten des Abends": gegen Mittag hinaufziehen, bedeutet, wider die Kirche, wo das Wahre in seinem Licht ist, aus dem Worte. Amos 8/9: "Ich will die Sonne untergehen lassen am Mittag und das Land verfinstern am hellen Tage": bedeutet, alles Licht des Wahren aus dem Worte auslöschen. Ps.91/5,6: "Du wirst dich nicht fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeile, der am Tage fliegt, vor der Pest, die im Finstern (schleicht), vor dem Tode, der am Mittag verheert": Schrecken der Nacht bedeutet das Falsche des Bösen, das aus der Hölle kommt; der Pfeil, der am Tage fliegt, bedeutet das Falsche, das offen gelehrt wird, der Tod, der verheert am Mittag, (steht) für das Böse, in dem man ungescheut lebt, und durch welches das Wahre zerstört wird, wo es in seinem Licht aus dem Worte sein könnte. Jes.21/1: "Weissagung über die Wüste am Meere: Wie die Stürme von Mittag daherfahren, so kommt es aus der Wüste, aus dem schrecklichen Lande". Dan.8/8-10: "Der Ziegenbock machte sich sehr groß, und sein Horn wuchs gegen Mittag, und gegen den Aufgang und gegen die Zierde (des Landes, d.h. Jerusalem), und wuchs bis zu dem Heere der Himmel und warf zur Erde vom Heere und von den Sternen und zertrat sie": es wird hier von dem Zustand der zukünftigen Kirche gehandelt und vorhergesagt, daß die Kirche zugrunde gehen werde durch die Lehre von dem Glauben, der vom Guten der Liebtätigkeit getrennt ist. Der Ziegenbock bedeutet einen solchen Glauben: Nr. 4169, 4769. Daß das Horn wachse gegen Mittag, bedeutet die Macht des Falschen daraus wider das Wahre; gegen Aufgang bedeutet, gegen das Gute; gegen die Zierde des Landes (d.i. Jerusalem) bedeutet, wider die Kirche; bis zum Heer der Himmel bedeutet, wider alles Gute und Wahre des Himmels. Herabwerfen zur Erde vom Heer und von den Sternen, heißt dasselbe zerstören und selbst die Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 4697. Bei demselben Propheten wird der Krieg zwischen dem Könige des Mittags und dem Könige der Mitternacht beschrieben: Dan. Kapitel 11; und durch den König des Mittags wird das Licht des Wahren aus dem Worte bezeichnet, und durch den König der Mitternacht die Vernünftelei über die Wahrheiten aus dem Wißtümlichen. Die wechselnden Zustände, welche die Kirche zu erleiden haben wird, bis sie untergeht, werden durch die verschiedenen Erfolge dieses Krieges beschrieben. Weil der Mittag das Wahre im Lichte bedeutet, "darum wurde befohlen, daß die Stämme Ruben, Schimeon und Gad sich gegen Mittag lagern sollten": 4. Mose 2/10-15; die Lager bildeten die Ordnung alles dessen vor, was in den Himmeln gemäß dem Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe (geordnet ist): Nr. 4236, 8103, 8193, 8196; und die zwölf Stämme, die sich lagerten, bezeichneten alles Wahre und Gute in seiner Zusammenfassung: Nr. 3858, 3862, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337, 6397, 6640, 7836, 7891, 7996, 7997; durch den Stamm Ruben wurde das Glaubenswahre in der Lehre bezeichnet: Nr. 3861, 3866, 5542, durch den Stamm Schimeon das Glaubenswahre in dem Leben daraus: Nr. 3869, 3870, 3871, 3872, 4497, 4502, 4503, 5482; und durch den Stamm Gad wurden die Werke aus diesen Wahrheiten bezeichnet: Nr. 6404, 6405. Daraus wird klar, warum diese sich gegen Mittag lagerten; denn alles, was dem Wahren oder dem Glauben angehört, ist Sache des Mittags, weil des Lichtes. Hieraus kann man nun erkennen, was der Mittagswinkel (oder Mittagsseite) bedeutet, nämlich den Ort, wo der Zustand des Wahren im Lichte ist; denn alle Zustände des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens werden durch die vier Winkel (oder Ecken) der Erde bezeichnet. Der Zustand des Guten der Liebe durch den Winkel gegen Osten und durch den Winkel gegen Westen, und der Zustand des Glaubenswahren durch den Winkel gegen Süden und gegen Norden; ebenso durch die vier Winde in der Offenbarung: Joh.Offenb.7/1: "(Ich sah die) Engel auf den vier Ecken der Erde stehen; diese hielten die vier Winde der Erde, daß kein Wind blies über das Land". Joh.Offenb.20/7,8: "Satan wird ausgehen zu verführen die Völkerschaften, die an den vier Ecken (Winkeln) der Erde sind". Matth.24/31: "Er wird Seine Engel aussenden, und versammeln Seine Auserwählten aus den vier Winden, von den Enden des Himmels bis zu den Enden desselben". Hes.37/9: "Von den vier Winden komme, Lebensgeist, und hauche die Erschlagenen an, daß sie leben". Weil durch diese Winde, oder durch diese Weltgegenden alles Gute und Wahre bezeichnet wurde, somit alles, was dem Himmel und der Kirche angehört, und weil durch den Tempel der Himmel oder die Kirche bezeichnet wurde, darum war es in alten Zeiten gewöhnlich, den Tempeln ihre Lagen gegen Osten und Westen zu geben, weil der Osten das Gute der Liebe in seinem Aufgang, und der Westen das Gute der Liebe in seinem Untergang bedeutet. Dies hatte seinen Ursprung aus den Vorbildungen, welche die Alten, die der Kirche angehörten, wohl kannten. 9643. "Und vierzig silberne Füße", 2. Mose 26/19, bedeutet die vollständige Unterstützung durch das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von 40, insofern es das Vollständige bezeichnet, worüber Nr. 9437; aus der Bedeutung der Füße, insofern sie die Unterstützung bezeichnen, denn die Füße unterstützen; und aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 7999. Daß die Füße aus Silber waren und die Bretter mit Gold überzogen, war deswegen, weil Bretter das Gute bedeuten und Füße das Wahre, und weil das Gute die Macht und somit seine Unterstützung durch das Wahre hat. Daß das Gute seine Macht durch das Wahre hat, sehe man Nr. 6344, 6423, 9327, 9410; und daß Gold das Gute und Silber das Wahre bezeichnet: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932, 9490, 9510. Das Gute hat aber seine Macht durch das Wahre, weil das Wahre die Form des Guten ist, und das Gute dadurch seine bestimmte Beschaffenheit hat (denn wo eine Beschaffenheit ist, da ist auch eine Form), und dadurch ist auch etwas in ihm, wodurch es auf anderes einwirken kann auf die eine oder andere Weise. Daher kommt es, daß das Gute seine Kraft hat, die jedoch nur durch das Wahre bestimmt wird. Eine bestimmte Kraft ist aber eine wirkliche Macht, und somit eine unterstützende Macht. Die Füße (der Bretter) entsprechen auch wirklich den Füßen und Fußsohlen am Menschen; im allgemeinen den Knochen, die alles Fleisch im Körper unterstützen, und durch die Füße und die Knochen wird in gleicher Weise das unterstützende Wahre bezeichnet, und durch das Fleisch im Körper das Gute, das durch das Wahre gestützt wird. Daß alles in der Natur sich auf die menschliche Form bezieht und dieser Beziehung gemäß seine Bedeutung hat, sehe man Nr. 9496; daß das Fleisch das Gute bedeutet: Nr. 3813, 6968, 7850, 9127; daß die Füße das Natürliche bedeuten, somit das Wahre in seiner Macht vom Guten: Nr. 5327, 5328; daß der Körper (Leib) das Gute bezeichnet: Nr. 6135; daß die Knochen das unterstützende Wahre bedeuten: Nr. 3812, 8005. Daher kommt es auch, daß die Grundlage oder die allgemeine Basis, das Wahre des Glaubens und der Glaube selbst ist, wie man aus den Stellen im Worte ersehen kann, wo von einer Grundlage geredet wird: Jes.40/21: "Wisset ihr nicht, höret ihr nicht, verstehet ihr nicht die Grundlagen der Erde?". Wer nicht weiß, was durch den Grund und was durch die Erde bezeichnet wird, faßt dies nicht anders auf, als daß unter den Grundlagen der Erde das Unterste der Erde verstanden werde, obwohl er doch, wenn er aufmerken würde, begreifen könnte, daß etwas anderes darunter zu verstehen ist; denn was sollte es heißen, wissen, hören und verstehen die Grundlagen der Erde? Hieraus kann man erkennen, daß unter den Gründen (Grundlagen) der Erde solche Dinge verstanden werden, die sich auf die Kirche beziehen. Daß die Erde im Worte die Kirche bedeutet, erhellt deutlich aus den Stellen im Worte, wo die Erde genannt wird; man sehe das Nr. 9325 Angeführte. Und auch, daß die Grundlagen derselben die Glaubenswahrheiten bezeichnen, denn diese dienen der Kirche zur Grundlage. Wie auch noch aus den folgenden Stellen erhellen kann: Ps.82/5: "Sie erkennen es nicht an, sie verstehen es nicht, sie wandeln in der Finsternis, darum wanken alle Grundlagen der Erde". Daß nicht die Grundlagen der Erde wanken, sondern die Wahrheiten der Kirche bei denen, die nicht anerkennen, nicht verstehen, sondern in Finsternis wandeln, ist offenbar. Ps.18/8: "Es bewegte sich und zitterte die Erde; die Gründe der Berge bebten und bewegten sich": die Berge bedeuten das Gute der Liebe: Nr. 795. 4210, 6435, 8327; ihre Gründe sind die Glaubenswahrheiten. Jes.24/18: "Die Schleusen in der Höhe sind geöffnet und die Gründe der Erde sind erschüttert". Weil der Grund das Wahre des Glaubens bezeichnet, und die Stadt die Lehre desselben, darum wird auch im Worte der Grund der Stadt genannt, wenn das Glaubenswahre verstanden wird, wie Ps.18/16: "Es wurden sichtbar die Rinnen (Betten) der Gewässer, und aufgedeckt die Gründe der Stadt, vor dem Schelten Jehovahs": daß Stadt die Lehre des Wahren bedeutet, sehe man Nr. 402, 2449, 2943, 3216, 4492, 4493. Hieraus kann erhellen, was durch die Gründe der heiligen Stadt Jerusalem bei Johannes verstanden wird: Joh.Offenb.21/14-20: "Die Mauer der heiligen Stadt Jerusalem hatte zwölf Gründe, und auf ihnen die Namen der zwölf Apostel des Lammes, und die Gründe der Mauer der Stadt (waren) mit jedem kostbaren Steine geziert". Wer nicht weiß, was das heilige Jerusalem bedeutet, was die Stadt, was die Mauer, was der Grund und die zwölf Apostel bedeuten, kann nichts von dem Geheimnis sehen, das darin verborgen liegt, während doch unter dem heiligen Jerusalem die neue Kirche des Herrn verstanden wird, die auf unsere jetzige folgen soll. Unter der Stadt die Lehre, unter der Mauer das schützende und verteidigende Wahre, unter den Gründen die Glaubenswahrheiten, unter den zwölf Aposteln alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens in seiner Zusammenfassung. Hieraus kann erhellen, warum gesagt wird, daß zwölf Gründe sein werden und dieselben mit jedem kostbaren Steine geziert, denn der kostbare Stein bedeutet das Glaubenswahre aus dem Guten der Liebe: Nr. 114, 3858, 6640, 9476; und die zwölf Apostel bezeichnen das Ganze der Liebe und des Glaubens in Zusammenfassung: Nr. 3488, 3858, 6397. Hieraus erhellt, was durch die Gründe daselbst bezeichnet wird, und auch durch die Gründe bei Jes.54/11: "Siehe, Ich füge deine Steine in Bleiglanz (Karfunkel), und deine Gründe lege Ich mit Saphir": Saphire bedeuten die inneren Wahrheiten: Nr. 9407. Jes.30/31,32: "Jehovah wird Aschur mit einem Stabe schlagen; dann wird sein jeder Übergang des Stabes des Grundes, auf dem ruhen lassen wird Jehovah": der Stab des Grundes bedeutet die Macht des Wahren; daß Stab Macht bedeutet, sehe man Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 6947, 7011, 7026. Jerem.51/26: "Sie sollen nicht von dir den Stein zur Ecke (oder den Stein der Gründe) nehmen": Stein der Gründe bedeutet die Glaubenswahrheiten. Hiob 38/4-7: "Wo warst du, als Ich die Erde gründete? Zeige an, wenn du Einsicht hast: wer setzte ihre Maße, wenn du es weißt; worauf ruhen ihre Gründe, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, da die Morgensterne miteinander frohlockten und jauchzten alle Söhne Gottes?". Wer nicht weiß, was im inneren Sinn die Erde bedeutet, ihre Maße, ihre Gründe, ferner, was der Eckstein, die Morgensterne und die Söhne Gottes bedeuten, kann hier kein Geheimnis sehen; er wird glauben, daß es die Erde sei, die darunter verstanden wird, dann auch ihre Grundfesten, Maße, Grundlagen, Ecksteine; und nicht im geringsten verstehen was es bedeutet, daß die Morgensterne frohlockten und die Söhne Gottes jauchzten. Er wird aber aus dem Dunkeln in das Licht kommen, wenn er weiß, daß die Erde die Kirche ist, ihre Grundfesten die Glaubenswahrheiten, ihre Maße Zustände des Guten und Wahren, die Grundlagen die unterstützenden Wahrheiten selbst, der Eckstein die Macht des Wahren, die Morgensterne die Erkenntnisse des Guten und Wahren aus dem Guten, die Söhne Gottes die göttlichen Wahrheiten; von diesen wird gesagt, daß sie jauchzen, wenn sie hervortreten, von jenen, daß sie frohlocken (singen), wenn sie entstehen. 9644. "Unter die zwanzig Bretter", 2. Mose 26/19, bedeutet, daß es (nämlich das Wahre) aus dem Guten hervorgehe, das aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von 20, insofern es das Volle bezeichnet, somit auch vollständig und völlig, worüber Nr. 9641; und aus der Bedeutung der Bretter zur Wohnung, insofern sie das den Himmel unterstützende Gute bezeichnen, worüber Nr. 9634. Daß dieses Gute das Gute des Verdienstes ist, somit des Göttlich-Menschlichen des Herrn, sehe man Nr. 7850, 9127; und daß es das einzige Gute ist, das im Himmel herrscht: Nr. 9486. Daß das Wahre, das durch die Füße bezeichnet wird, aus jenem Guten hervorgeht, wird dadurch bezeichnet, daß die Füße unter den Brettern sein sollen. 9645. "Zwei Füße unter ein Brett", 2. Mose 26/19, bedeutet die Verbindung desselben mit dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von 2, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 5194, 8423; aus der Bedeutung der Füße, insofern sie das Wahre bezeichnen, durch das die Unterstützung bewirkt wird, worüber Nr. 9643; und aus der Bedeutung der Bretter, insofern sie das unterstützende Gute bezeichnen, wie Nr. 9644. 9646. "Für seine zwei Zapfen", (nach dem Grundtext Hände), 2. Mose 26/19, bedeutet, von daher komme die Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zapfen, insofern sie die Macht bezeichnen, worüber Nr. 9638. 9647. "Und immer wieder zwei Füße unter ein Brett für seine zwei Zapfen", 2. Mose 26/19, bedeutet, so in allem und jedem. Dies erhellt daraus, daß solche Füße und Zapfen (Hände) an jedem Brett angebracht werden sollten, und weil die Wiederholung dies in sich schließt, daher bedeutet es, daß es so in allem und jedem sein sollte. Man muß wissen, daß das Gute mit dem Wahren sich in allem Besonderen gleich bleibt beim Menschen und Engel, so wie es im allgemeinen beschaffen ist: Nr. 920, 1040, 1316, 4345, also in allem und jedem. 9648. "Und an der anderen Seite der Wohnung gegen die Nordseite", 2. Mose 26/20, bedeutet, gegen das Äußere dieses Himmels, wo das Wahre im Dunkeln. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wohnung, insofern sie den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9594; und aus der Bedeutung des Norden, insofern er das Äußere bezeichnet, wo das Wahre im Dunkeln ist, worüber Nr. 3708. Daraus erhellt, daß durch die Seite der Wohnung gegen die Nordseite das Äußere des Himmels bezeichnet wird, wo das Wahre im Dunkeln ist. Es gibt vier Zustände, denen die vier Himmelsgegenden in der Welt entsprechen; diese sind: Osten, Westen, Süden und Norden. Der Osten entspricht dem Zustand des Guten bei seiner Entstehung, der Westen dem Zustand des Guten bei dessen Untergang; der Süden entspricht dem Zustand des Wahren in seinem Licht, der Norden aber dem Zustand des Wahren im Schatten: Nr. 3708. Der Zustand des Guten, dem der Osten entspricht, und der Zustand des Wahren, dem der Süden entspricht, sind innere Zustände, und der Zustand des Guten, dem der Westen, und der Zustand des Wahren, dem der Norden entspricht, sind äußere; denn alle Zustände sind um so vollkommener, je innerlicher sie sind, und um so unvollkommener und somit dunkler, je äußerlicher sie sind. Daher kommt es, daß der Mensch, je höher er gegen das Innere erhoben werden kann, um so mehr zum Innewerden des Guten und in das Licht des Wahren gelangt. Daher kommt es, daß der Mensch, wenn er das Körperliche, d.h. das Äußere selbst ablegt (was geschieht, wenn er aus der Welt scheidet), und ein Leben des Wahren und Guten geführt hat, in Einsicht und Weisheit, und somit in ein Innewerden aller Glückseligkeit kommt, und zwar in ein um so größeres, je mehr er sich durch ein Leben des Guten aus der Lehre des Wahren zum Inneren des Himmels hat erheben lassen. 9649. "Mache zwanzig Bretter", 2. Mose 26/20, bedeutet das vollständig und gänzlich unterstützende Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von 20, "insofern es vollständig und gänzlich" bezeichnet, worüber Nr. 9641, und aus der Bedeutung der Bretter zur Wohnung, insofern sie das den Himmel unterstützende Gute bezeichnen, worüber Nr. 9634. 9650. "Und vierzig silberne Füße", 2. Mose 26/21, bedeutet auch hier eine völlige Unterstützung durch das Wahre, wie Nr. 9643. 9651. "Zwei Füße unter ein Brett", 2. Mose 26/21, bedeutet durch die Verbindung mit dem Guten, wie Nr. 9645. 9652. "Und zwei Füße unter jedes andere Brett", 2. Mose 26/21, bedeutet allenthalben, weil bei allem und jedem: Nr. 9647; denn was bei allem und jedem ist, das ist allenthalben. 9653. "Und an der hinteren Seite der Wohnung gegen das Meer hin", 2. Mose 26/22, bedeutet die Verbindung mit dem Himmel, wo das Gute im Dunkeln ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von zwei, insofern es eine Verbindung bezeichnet, wie Nr. 9645; aus der Bedeutung der (hinteren) Seiten, insofern sie die Grenzen bezeichnen, wo das Gute sich zum Dunkeln neigt, worüber Nr. 7859; aus der Bedeutung der Wohnung, insofern sie den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9594; und aus der Bedeutung des Westen oder des Meeres, insofern er den Zustand des Guten im Dunkeln bezeichnet, worüber Nr. 3708, 8615. Dieser Zustand wird aber durch Westen bezeichnet, weil durch die Sonne der Herr in Ansehung des Guten der Liebe bezeichnet wird: Nr. 3636, 3643, 4060, 4321, 7078, 7083, 7171, 8644, 8812. Daher wird durch den Aufgang derselben das Gute der Liebe vom Herrn in klarer Wahrnehmung, und durch den Untergang derselben das Gute von Ihm in dunkler Wahrnehmung bezeichnet. Und weil der Mensch und der Engel ein klares Innewerden hat, wenn er gegen das Innere hin oder in das Licht des Himmels erhoben worden ist, und ein dunkles Innewerden, wenn er im Äußeren ist: Nr. 9648, somit wenn er im Lichte der Welt ist, darum wird der Westen auch das Meer genannt, denn das Meer bedeutet das Wißtümliche im allgemeinen: Nr. 28, 2850, und das Wißtümliche ist im äußeren oder natürlichen Menschen, wo das Gute im Dunkeln ist; alles Wißtümliche, weil dem natürlichen Menschen angehörend, ist im Lichte der Welt. 9654. "Mache sechs Bretter", 2. Mose 26/22, bedeutet, wo das Gute vom Göttlich-Menschlichen des Herrn vollständig ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs, insofern es "alles in Zusammenfassung" bezeichnet, worüber Nr. 7973, somit auch "vollständig", und aus der Bedeutung der Bretter zur Wohnung, insofern sie das den Himmel unterstützende Gute vom Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichnen, worüber Nr. 9644. HG 9655 9655. "Und zwei Bretter sollst du machen an den Ecken der Wohnung an der hinteren Seite", 2. Mose 26/23, bedeutet die Beschaffenheit der Verbindung daselbst mit dem Guten. Dies erhellt aus dem Folgenden, wo gesagt wird, daß die Bretter daselbst doppelt sein sollten unterhalb, und zugleich oben doppelt sein sollten an der einen Ecke, was die Beschaffenheit der Verbindung daselbst mit dem Guten bezeichnet, denn zwei bedeutet Verbindung: Nr. 9645. Durch die Bretter wird das unterstützende Gute bezeichnet: Nr. 9634; und durch die Ecken der Wohnung an den beiden (hinteren) Seiten werden die Grenzen bezeichnet, wo es ist: Nr. 9653. 9656. "Und sie sollen doppelt sein unterhalb, und zugleich sollen sie doppelt sein oben", 2. Mose 26/24, bedeutet die Verbindung vom Äußeren und vom Inneren her. Dies erhellt aus der Bedeutung von verdoppelt werden, insofern es soviel ist als in Verbindung gebracht werden; aus der Bedeutung von unterhalb, insofern es bezeichnet "vom Äußeren her", denn was außerhalb ist, das wird im Worte durch unterhalb ausgedrückt, und was innerhalb ist, durch oben: Nr. 3084, 4599, 5146, 8325; daher bedeutet das Tiefe das Äußere, und das Hohe das Innere: Nr. 2148, 4210, 4599; und aus der Bedeutung des Oberen oder des Hauptes, wenn gesagt wird, von unten gegen das Haupt hin, insofern es ausdrückt, "vom Inneren her". Daß dies durch Haupt bezeichnet wird, kommt daher, daß das Haupt oben am Körper ist, und durch das Obere das Innere bezeichnet wird, wie oben gesagt worden ist. Und überdies ist das Innere des Menschen in seinem Haupte, denn in diesem sind die Anfänge der Sinne und Bewegungen und die Anfänge (oder Prinzipien) sind das Innerste, weil von ihnen das übrige abgeleitet wird, denn die Prinzipien sind gleichsam die Quelladern, aus denen die Bäche entstehen. Daher kommt es auch, daß durch Haupt im Worte das Innere ausgedrückt wird: Jes.9/13,14: "Jehovah wird abhauen von Israel Haupt und Schwanz, Zweig und Rohr an einem Tage"; und Jes.19/15: "gypten wird kein Werk haben, das Haupt und Schwanz, Zweig und Rohr tun wird": hier wird von der Kirche gehandelt, deren Inneres das Haupt und deren Äußeres der Schwanz ist. Jes.15/2: "Kahlheit an allen Häuptern, abgeschoren jeder Bart": Kahlheit an den Häuptern bedeutet nichts Gutes und Wahres im Inneren, abgeschorener Bart nicht Gutes und Wahres im Äußeren. Jerem.2/36,37: "Durch Ägypten wirst du zuschanden werden, wie du durch Aschur zuschanden worden bist, und deine Hände werden über deinem Haupte sein; denn Jehovah hat das verworfen, worauf du dein Vertrauen setzest": in solcher Weise wird die Scham beschrieben über den Verlust des Guten und Wahren der Kirche durch das Wißtümliche und die Vernünfteleien aus demselben. Ägypten bedeutet das Wißtümliche, Aschur die Vernünftelei daraus; die Hand über dem Haupt bedeutet, das Innere vor Scham bedecken. Jerem.14/3,4 und 2.Sam.13/19: "Sie sind zuschanden geworden und haben Schmach erlitten, und haben ihr Haupt bedeckt". 9657. "An dem ersten Ringe", 2. Mose 26/24, bedeutet, so habe es Bestand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ringes, insofern er eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 9493, 9495, und hier den Bestand durch die Verbindung, weil gesagt wird, die Bretter sollten doppelt sein am ersten Ring. 9658."Also soll es mit diesen beiden sein, an den beiden Ecken sollen sie sein", 2. Mose 26/24, bedeutet die gleiche Verbindung überall. Dies erhellt aus der Bedeutung der beiden oder zwei, insofern sie eine Verbindung bezeichnen, worüber Nr. 9655. Weil dies auf beiden Seiten ist, bedeutet es die gleiche Verbindung überall; denn die doppelten Bretter an den beiden Ecken gingen nach jeder Himmelsgegend hin; so wurden die hinteren Seitenteile gebildet an den beiden Ecken. Und nach jeder Himmelsgegend hinsehen, bedeutet "überall". Und weil auf beiden Seiten auf gleiche Weise, so bedeutet es, überall die gleiche Verbindung. 9659. "Und es seien acht Bretter und ihre Füße von Silber", 2. Mose 26/25, bedeutet die vollständige Unterstützung vom Guten durch das Wahre aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von acht, insofern es das Vollständige bezeichnet, worüber folgen wird; aus der Bedeutung der Bretter, insofern sie das unterstützende Gute bezeichnen, worüber Nr. 9634; aus der Bedeutung der Füße von Silber, insofern sie die Unterstützung durch das Wahre bezeichnen, das aus dem Guten kommt, worüber Nr. 9643. Daß acht das Vollständige bezeichnet, kommt daher, weil diese Zahl dasselbe bedeutet wie zwei und vier, denn sie geht aus der Multiplikation derselben hervor, und zwei wie auch vier bedeutet Verbindung bis zur Vollständigkeit: Nr. 5194, 8423, 8877, und daher auch das Volle: Nr. 9013 und das Vollständige, denn was voll ist, das ist auch vollständig. Acht bedeutet auch das Volle und Vollständige deshalb, weil die Woche eine vollständige Periode von Anfang bis zu Ende bezeichnet: Nr. 2044, 3845; deshalb bedeutet der achten Tag den vollen Zustand, von dem an nachher ein neuer Anfang gemacht wird. Daher kam es, daß die männlichen Kinder am achten Tag beschnitten werden sollten: 1. Mose 17/12; 21/4, denn durch die Beschneidung wurde die Reinigung von den unreinen Liebesarten durch das Glaubenswahre bezeichnet: Nr. 2039, 2046, 2799, 3412, 3413, 4462. Die Vorhaut entsprach der Verunreinigung (Befleckung) des Guten durch jene Liebesarten: Nr. 4462, 7045, 7225; und das steinerne Messer mit dem die Beschneidung vollzogen wurde, bedeutete das Glaubenswahre, durch das die Reinigung stattfindet: Nr. 2039, 2046, 2799, 7044. Durch acht nach sieben wird auch das Volle und Vollständige bezeichnet bei Micha 5/4,5: "Wenn Aschur in unser Land kommt und unsere Paläste betritt, dann werden wir über ihn aufstellen sieben Hirten und acht Fürsten der Menschen; und sie werden das Land Aschur weiden mit dem Schwerte, und er wird uns befreien von Aschur": Aschur bedeutet das Vernünfteln über das Gute und Wahre der Kirche aus eigener Einsicht; daher wird die gänzliche oder vollständige Befreiung von dem Falschen bezeichnet durch die acht Fürsten der Menschen, die (es) zerstören werden. Die Fürsten der Menschen bedeuten die wichtigsten (vornehmsten) Wahrheiten des Guten. Daß acht das Volle und Vollständige bedeutet, erhellt auch aus der Erfahrung über die Einlassung und Aufnahme von Gesellschaften in den Himmel, worüber man sehe Nr. 2130; die zuerst aufgenommenen Gesellschaften erschienen bis zu zwölf und nachher bis zu acht; denn diejenigen, die in den Himmel eingelassen und aufgenommen werden, sind die, welche von dem Irdischen gereinigt sind, also von ihren Liebesarten, und hernach belehrt werden; durch die Zahl Acht wird dann das Volle bezeichnet. Das gleiche wird auch anderwärts im Worte durch acht bezeichnet, z.B. dadurch, daß die Säulenhalle am Tore vom Haus an acht Ellen sein, und daß acht Stufen zum Haus führen sollten: Hes.40/9,31,41; es wird hier von dem neuen Haus gehandelt, durch das die neue Kirche des Herrn bezeichnet wird. Die Wahrheiten, die zum Guten und vom Guten zum Wahren führen, werden durch die Säulenhalle und durch die Stufen bezeichnet. Wer nicht weiß, daß die Zahlen im Worte Sachen ausdrücken, muß notwendig auf die Meinung kommen, daß die Maße und Zahlen da, wo vom Versammlungszelt, vom Tempel Salomos und dann von dem neuen Haus, von dem neuen Tempel und von der neuen Erde bei Hesekiel gehandelt wird, nichts Wirkliches und also nichts Heiliges bedeuten, während doch im Worte kein Wörtchen inhaltsleer ist. Wer Einsicht hat, möge die Maße und Zahlen bei Hesekiel in Erwägung ziehen von Kapitel 40-48; ferner die Maße und Zahlen bei Joh.Offenb.21/17, wo auch gesagt wird, daß "der Engel die Mauer des neuen Jerusalem maß, hundertvierzig Ellen, und daß dieses das Maß eines Menschen, daß ist eines Engels sei"; und Joh.Offenb.13/18: "Wer Einsicht hat, berechne die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist 666". Und so noch an vielen anderen Stellen. Daß alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten, sehe man Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 5291, 5335, 5708, 6175, 7973; und in den Abschnitten, wo gezeigt wird, was einige Zahlen im besonderen bedeuten. 9660. "Sechzehn Füße", 2. Mose 26/25, bedeutet die gänzliche Unterstützung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechzehn, insofern es ausdrückt "gänzlich", denn sechzehn bedeutet das gleiche wie acht, weil die multiplizierten Zahlen das gleiche bedeuten wie die einfachen, aus denen sie (hervorgegangen sind): Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. Daß acht das Volle und Vollständige bedeute, ist Nr. 9659 gezeigt worden, somit auch "gänzlich". Und aus der Bedeutung der Füße, insofern sie die Unterstützung bezeichnen, worüber Nr. 9643. 9661. "Zwei Füße unter dem einen Brett, und zwei Füße unter dem anderen Brett", 2. Mose 26/25, bedeutet, durch die Verbindung des Wahren mit dem Guten überall. Dies erhellt aus der Bedeutung von 2, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 1686, 3519, 5194, 8423, aus der Bedeutung der Füße, insofern sie das unterstützende Wahre bezeichnen, worüber Nr. 9645; und aus der Bedeutung der Bretter, insofern sie das unterstützende Gute bezeichnen, worüber Nr. 9634. Daß es so bei allem und jedem ist, somit überall, liegt in der Wiederholung, wie auch früher einigemal. 9662. "Und mache Stangen von Schittimholz", 2. Mose 26/26, bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stangen, insofern sie die Macht des Wahren aus dem Guten bezeichnen, worüber Nr. 9496; aus der Bedeutung des Schittimholzes, insofern es das Gute des Verdienstes bezeichnet, das dem Herrn allein gehört, worüber Nr. 9472, 9486; daß dieses Gute das einzige Gute ist, das im Himmel herrscht, sehe man Nr. 9486; und somit haben aus demselben die Wahrheiten ihre Macht. 9663. "Fünf für die Bretter an der einen Seite der Wohnung", 2. Mose 26/26, bedeutet, wodurch es gegen das Innere des Himmels sieht, wo das Wahre im Lichte ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von 5, insofern es das Ganze dieser Seite bezeichnet, worüber Nr. 9604; aus der Bedeutung der Bretter, insofern sie das unterstützende Gute bezeichnen, worüber Nr. 9634; aus der Bedeutung der Seite der Wohnung, insofern sie die Himmelsgegend ist, wohin man den Blick richtet; denn die Wohnung bedeutet den Himmel: Nr. 9596, und die Seite bezeichnet die Himmelsgegend, zu der man hinblickt. Daß es bedeutet, gegen das Innere hin, wo das Wahre im Licht ist, somit gegen Mittag, kommt daher, daß dreimal dasselbe gesagt wird, und beim dritten oder letzten Mal wird gesagt: "an der Hinterseite gegen das Meer hin", und daß drei Seiten erwähnt werden, die erste gegen Mittag: 2. Mose 26/18, die zweite gegen Norden: 2. Mose 26/20, und die dritte gegen das Meer hin: 2. Mose 26/22. Daß "gegen Mittag" bedeutet gegen das Innere hin, wo das Wahre im Licht ist, sehe man Nr. 9642; "nach Norden" gegen das Äußere hin, wo das Wahre im Dunkeln: Nr. 9648; und "gegen das Meer hin", wo das Gute im Dunkeln ist: Nr. 9653. 9664. "Und fünf Stangen für die Bretter an der anderen Seite der Wohnung", 2. Mose 26/27, bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten, durch das jenes nach dem Äußeren hinsieht, wo das Wahre im Dunkeln ist. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9662, 9663 erklärt worden ist. 9665. "Und fünf Stangen für die Bretter an den Seiten der Wohnung, an der Hinterseite gegen das Meer hin", 2. Mose 26/27, bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten, wodurch es auf den Himmel hinsieht, wo die Verbindung mit dem Guten stattfindet, das im Dunkeln ist. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9653, 9662, 9663 erklärt worden ist. 9666. "Und die mittlere Stange in der Mitte der Bretter durchgehend von einem Ende bis zum anderen", 2. Mose 26/28, bedeutet die hauptsächliche Macht, aus der sich die Kräfte überall fortsetzen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stange, insofern sie die Macht bezeichnet, worüber Nr. 9496; aus der Bedeutung der Mitte, insofern sie das Innerste und Hauptsächliche bezeichnet, worüber Nr. 1074, 2940, 2973, 5897, 6084, 6103; aus der Bedeutung von "durchgehen von einem Ende bis zum anderen", wenn von der Stange die Rede ist, durch welche die Macht bezeichnet wird, insofern es die von daher abgeleiteten und überallhin fortgesetzten Kräfte bezeichnet. Wie es sich damit verhält, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie es sich mit dem Inneren und Äußeren in der geistigen Welt verhält. Was das Beste und Reinste ist, und somit vorzüglicher als das übrige, ist im Innersten, und was von hier ausgeht nach dem Äußeren hin, ist je nach dem Grade der Entfernung von dem Innersten weniger vollkommen, und zuletzt ist das, was im Äußersten ist, unter allem am wenigsten vollkommen: Nr. 9648. Weniger vollkommen heißt, was leichter von seiner Form und Schönheit also von seiner Ordnung abgebracht werden kann. Es verhält sich damit wie mit den Früchten: das Innerste in ihnen sind die Samenkörner; um diese herum ist das Fleisch. Der Same ist in einem vollkommeneren Zustand als das Fleisch, das ihn umgibt, was man daraus erkennen kann, daß während das Fleisch faul wird, die Samenkörner (Kerne) dennoch unversehrt bleiben. Ebenso verhält es sich mit den Samen: das Innerste davon ist der Fruchtkeim, der in einem vollkommeneren Zustand ist als das, was ihn umgibt; denn der Fruchtkeim bleibt unversehrt und bringt einen neuen Baum oder eine neue Pflanze hervor, wenn auch das Äußere sich auflöst. Ebenso verhält es sich im Himmel: das Innerste in demselben ist, weil es dem Herrn näher steht, in einem vollkommeneren Zustand als das Äußere. Daher kommt es, daß der innerste Himmel in Weisheit und Einsicht und daher in Glückseligkeit ist, mehr als die Himmel, die unter ihm sind. Ebenso verhält es sich in jedem einzelnen Himmel: das Innerste darin ist vollkommener als das, was ringsumher ist. Ebenso bei dem Menschen, der im Guten der Liebe und im Wahren des Glaubens ist: sein Inneres ist in einem vollkommeneren Zustand als das Äußere; denn der innere Mensch ist in der Wärme und im Licht des Himmels, der äußere aber in der Wärme und dem Licht der Welt. Ebenso ist es in jeder vollkommenen Form: das Innerste ist das Beste; es ist aber das Innerste, was unter der Mitte verstanden wird. Daß "durchgehen von einem Ende bis zum anderen", wenn es von der Stange gesagt wird, die Macht bezeichnet wird, die sich von da aus überallhin abzweigt und fortsetzt, hat seinen Grund darin, daß durch "von einem Ende zum anderen" der erste und letzte Zweck, somit von Anfang bis zu Ende bezeichnet wird, denn der erste Zweck ist der Anfang. Daher kommt es, daß durch die äußersten Enden alles und überall bezeichnet wird: Jerem.12/12: "Das Schwert des Herrn verzehrt von einem Ende des Landes bis zum anderen desselben": Schwert bedeutet das Wahre, das gegen das Falsche kämpft und es zerstört, und im entgegengesetzten Sinn bedeutet es das Falsche, das gegen das Wahre kämpft, und es zerstört: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294; verzehrend von einem Ende des Landes bis zum anderen Ende desselben, bedeutet, das Ganze der Kirche (verzehrend), denn das Land bedeutet die Kirche: Nr. 9334. Ps.19/7: "Vom Ende der Himmel ist ihr Ausgang, und ihr Kreislauf bis zum Ende derselben": auch hier bedeutet "vom Ende der Himmel bis zum Ende desselben" alles und überall. Mark.13/27: "Er wird Seine Engel senden und Seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels": das Ende der Erde und das Ende des Himmels bedeutet alles Äußere und Innere der Kirche. Daß die Erde das Äußere der Kirche bezeichnet und der Himmel ihr Inneres, sehe man Nr. 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4535, wo erklärt wird, was die neue Erde und der neue Himmel ist. Ebenso werden die Enden in der Mehrzahl gebraucht bei Jes.45/22: "Wendet euch zu Mir, damit ihr selig werdet, alle Enden der Erde". Ps.65/6: "Gott unseres Heils, Du Zuversicht aller Enden der Erde und der fernen Enden des Meeres". Und auch in der Einzahl, wenn gesagt wird "bis zum Ende" bei Jes.49/6: "Er soll Mein Heil sein, bis zu dem Ende der Erde". Jes.62/11: "Jehovah läßt es hören bis zu dem Ende der Erde: Saget der Tochter Zions: Siehe, dein Heil kommt". Jerem.25/31: "Ein Getümmel wird kommen bis zu dem Ende der Erde". "Bis zu dem Ende" schließt in sich "von einem Ende bis zu dem anderen". Wenn aber unter dem Ende nur das Äußerste oder Letzte verstanden wird, dann wird dadurch das bezeichnet, was das Letzte des Himmels oder der Kirche ist; wie Jes.42/10: "Singet Jehovah ein neues Lied, Seinen Ruhm bis an das Ende der Erde, die ihr hinabfahret auf dem Meer; und alles, was darinnen ist, die Inseln und die Bewohner derselben": das Ende der Erde und die hinabfahren auf dem Meer bedeutet das Letzte der Kirche, wo das Gute und Wahre im Dunkeln ist. Daß das Meer dies bedeutet, sehe man Nr. 9653, die Inseln bedeuten diejenigen, die entfernter sind von den Wahrheiten und deshalb auch vom Gottesdienst: Nr. 1158. Jes.43/6: "Führe meine Söhne her von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde": die Söhne von ferne sind die, welche im Dunklen sind in bezug auf die Wahrheiten, die Töchter vom Ende der Erde sind diejenigen, die im Dunkeln sind in Ansehung des Guten, wie es die Heiden waren. Daß die Söhne diejenigen bedeuten, die in den Wahrheiten sind, und im abstrakten Sinn das Wahre selbst, sehe man Nr. 264, 489, 491, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704; und daß die Töchter die bezeichnen, die im Guten sind und im abstrakten Sinn das Gute selbst: Nr. 489, 490, 491, 2362, 3963, 8994. Hieraus wird auch klar, daß das Ende vom Guten gesagt wird und das Ferne vom Wahren, wie auch Ps.65/6 und Jes.13/5. Aber man muß wissen, daß unter dem Ende des Himmels nicht das Ende des Raumes verstanden wird, sondern der Zustand des Guten und Wahren, denn im Himmel gibt es keinen Raum, sondern nur eine Erscheinung desselben je nach dem Zustand des Guten und Wahren. 9667. "Und die Bretter sollst du mit Gold überziehen, und ihre Ringe sollst du von Gold machen, als Behälter für die Stangen, und überziehe die Stangen mit Gold", 2. Mose 26/29, bedeutet die Vorbildung des Guten, aus dem und durch das alles ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Gold überziehen und aus Gold machen", insofern es eine Vorbildung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9510. Die Bretter bedeuten auch das unterstützende Gute: Nr. 9634; die Ringe die Verbindung des Guten und Wahren: Nr. 9493, 9495; und die Stangen die Macht des Wahren aus dem Guten: Nr. 9496. Daß alles aus dem Guten und durch das Gute ist, kommt daher, weil alles, was im ganzen Universum ist, sich auf das Gute und auf das Wahre bezieht, und weil das Gutes es ist, aus dem das Wahre stammt, und aus dem somit alles ist. Das Gute hat seinen Ursprung aus dem Göttlichen Selbst; die göttliche Liebe des Herrn ist das göttlich Gute, denn alles Gute ist Sache der Liebe. Die göttliche Liebe selbst, somit das göttlich Gute ist das Sein selbst, das Jehovah und auch der Herr genannt wird. Das Dasein aus demselben ist das Wahre. Hieraus kann man ersehen, daß alles aus dem Guten ist. 9668. "Und errichte die Wohnung nach der Weise, wie es dir gezeigt wurde auf dem Berge", 2. Mose 26/30, bedeutet, nach den Himmelsgegenden gemäß den Zuständen des Guten und daraus des Wahren im Himmel, der vorgebildet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wohnung, insofern sie ein Vorbild des Himmels ist, worüber Nr. 9594; aus der Bedeutung von "nach der Weise, wie es dir gezeigt wurde auf dem Berge", insofern es heißt, nach den Himmelsgegenden gemäß dem Zustand des Guten und Wahren im Himmel, denn dies wird verstanden unter der Weise, nach der die Wohnung errichtet werden sollte. Daß der Berg Sinai, wo es gezeigt wurde, den Himmel bedeutet, sehe man Nr. 9420. Aus der Beschreibung geht hervor, daß die Wohnung der Länge nach von Osten nach Westen aufgestellt wurde, und daß gegen Osten der Eingang war, und gegen Westen die Lade (des Zeugnisses); daher waren die Seiten gegen Süden und gegen Norden gerichtet. Die östliche Himmelsgegend der Wohnung bildete den Zustand des Guten in seinem Aufgang vor; die westliche Himmelsgegend den Zustand des Guten in seinem Untergang. Die südliche Himmelsgegend den Zustand des Wahren in seinem Licht, und die nördliche Himmelsgegend den Zustand des Wahren in seinem Schatten. Der Eingang war deshalb gegen die östliche Himmelsgegend, weil der Herr durch das Gute der Liebe in den Himmel eingeht; was auch erhellen kann bei Hesekiel, wo von dem neuen Tempel gehandelt wird, und wo folgendes (gesagt wird): Hes.43/1-6: "Er führte mich zu der Tür, die gegen Osten war; siehe, da kam die Herrlichkeit des Gottes Israel von Osten her, und die Herrlichkeit Jehovahs ging ein in das Haus auf dem Weg der Türe, die nach Osten geht, und die Herrlichkeit Jehovahs erfüllte das Haus". Hes.44/1,2: "Jehovah sprach zu mir: Die Türe, die gegen Osten geht, soll verschlossen und nicht geöffnet werden, und kein Mensch soll durch sie eingehen, sondern Jehovah, der Gott Israels, wird durch sie eingehen": woraus ganz deutlich hervorgeht, daß der Herr allein durch das Gute der Liebe in den Himmel eingeht, und daß das Gute der Liebe vom Herrn den Himmel erfüllt und ihn macht. Der Osten bedeutet den Herrn in Ansehung des Guten der Liebe, weil der Herr die Sonne des Himmels ist: Nr. 3636, 3643, 7078, 7083, 7270. Im Himmel aber verhält es sich auf folgende Weise: Osten ist, wo der Herr als Sonne erscheint, das nach vorne ist gegenüber dem rechten Auge: Nr. 4321, 7078, 7171, von da gegen Westen hin, also in gerader Linie von Osten nach Westen, sind diejenigen, die im Guten der Liebe sind. Gegen Süden aber sind diejenigen, die im Licht des Wahren, und gegen Norden, die im Schatten des Wahren sind. Alle, die im Himmel sind, sehen auf den Herrn hin, denn vorwärts sehen heißt hier, auf Ihn sehen. Niemand kann dort rückwärts von Ihm absehen, wie er sich auch wenden mag, man sehe Nr. 4321, aber dies ist ein Geheimnis, das der natürliche Mensch nicht begreifen kann. Solche Dinge sind es, die vorgebildet werden durch die Weise, die dem Mose auf dem Berge erschien, und nach der die Wohnung errichtet werden sollte. 9669. Vers 31-33: Und mache einen Vorhang von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gezwirnter weißer Baumwolle, als ein Werk des Künstlers soll man es machen mit Cherubim. Und tue ihn an vier Säulen von Schittimholz, mit Gold überzogen und ihre Nägel von Gold, auf vier silbernen Füßen. Und tue den Vorhang unter die Haken, und bringe dahin, innerhalb des Vorhanges, die Lade des Zeugnisses, und der Vorhang soll euch ein Unterschied (oder Scheidewand) sein zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten. "Und mache einen Vorhang" bedeutet das Mittlere, das diesen Himmel und den innersten Himmel, und somit das geistig Gute mit dem himmlisch Guten vereinigt; "von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gezwirnter weißer Baumwolle" bedeutet das verbundene Gute der Liebe und des Glaubens; "als ein Werk des Künstlers soll man es machen" bedeutet das Verständige; "mit Cherubim" bedeutet die Wache, daß sie nicht vermengt werden; "und tue ihn an vier Säulen von Schittimholz" bedeutet das Gute des Verdienstes, das dem Herrn allein gehört, und das verbindet und unterstützt; "mit Gold überzogen" bedeutet das Vorbildliche daselbst; "und ihre Nägel von Gold" bedeutet die Arten der Verbindung durch das Gute; "auf vier silbernen Füßen" bedeutet die Macht der Verbindung durch das Wahre; "und tue den Vorhang unter die Haken" bedeutet die Befähigung zur Verbindung und infolgedessen die Wirklichkeit, "und bringe dahin, innerhalb des Vorhanges, die Lade des Zeugnisses" bedeutet das Dasein des innersten Himmels innerhalb dieses vereinigenden Mittleren; "und der Vorhang soll euch ein Unterschied sein zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten" bedeutet zwischen dem geistig Guten, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens an den Herrn ist, und zwischen dem himmlisch Guten, welches das Gute der Liebe zu dem Herrn und das Gute der gegenseitigen Liebe ist. 9670. "Und mache einen Vorhang", 2. Mose 26/31, bedeutet das Mittlere, das diesen Himmel und den innersten Himmel, also das geistig Gute und das himmlisch Gute vereinigt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vorhanges, der eine Scheidewand bildete zwischen der Wohnung, worin die Lade des Zeugnisses war, und jener, in welcher der Leuchter und der Tisch war, auf dem die Schaubrote lagen, insofern er das Mittlere bezeichnet, das den mittleren und den innersten Himmel vereinigt; denn durch die Lade, in der das Zeugnis war, wurde der innerste Himmel, in dem der Herr ist, vorgebildet: Nr. 9457, 9481, 9485; und durch die Wohnung außerhalb des Vorhanges wurde der mittlere Himmel vorgebildet: Nr. 9594. Und weil das Gute der Liebe zum Herrn den innersten Himmel, und das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten den mittleren Himmel macht, darum bedeutet der Vorhang auch das Mittlere, welches das geistig Gute und das himmlisch Gute vereinigt. Das geistig Gute ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn. Daß die Himmel zufolge dieses Guten unterschieden werden, sehe man in den Nr. 9277 angeführten Stellen. Hieraus wird nun klar, was der Vorhang sowohl in der Stiftshütte als im Tempel bezeichnete. Diese beiden Himmel, nämlich er innerste und mittlere, sind so unterschieden, daß man nicht von dem einen in den anderen eingehen kann, gleichwohl aber bilden sie einen Himmel durch die vermittelnden Engelsgesellschaften, die eine solche Geistesbeschaffenheit haben, daß sie bis zum Guten beider Himmel hinaufkommen können. Diese Gesellschaften sind es, welches das vereinigende Mittlere bilden, das durch den Vorhang vorgebildet wurde. Es wurde mir auch einige Male gegeben mit Engeln aus diesen Gesellschaften zu reden. Wie die Engel des innersten Himmels beschaffen sind und wie im Vergleich mit ihnen die Engel des mittleren Himmels beschaffen sind, kann man aus der Entsprechung ersehen: den Engeln des innersten Himmels entsprechen diejenigen (Organe) bei dem Menschen, die zum Gebiet des Herzens und des kleinen Gehirns gehören; den Engeln des mittleren Himmels aber entsprechen diejenigen (Organe) bei dem Menschen, die zur Gegend der Lungen und des großen Gehirns gehören. Diejenigen, die zum Herzen und dem kleinen Gehirn gehören, nennt man unwillkürliche und selbsttätige (Organe), weil sie so erscheinen; die aber, die zu den Lungen und dem großen Gehirn gehören, heißen willkürliche. Wie die Vollkommenheit des einen Himmels die des anderen übertrifft, und wie der Unterschied zwischen ihnen ist, kann man einigermaßen daraus erkennen. Den vermittelnden Engeln aber, die zu beiden Himmeln hinangehen, und (sie) verbinden, entsprechen die (Nerven) Geflechte des Herzens und der Lungen, durch welche die Verbindung des Herzens mit den Lungen stattfindet. Dann auch das verlängerte Mark, in dem sich die Fibern des kleinen Gehirns mit den Fibern des großen Gehirns verbinden. Daß die Engel, die dem himmlischen Reich des Herrn, d.h. dem innersten Himmel angehören, die Gegend des Herzens im Größten Menschen bilden, und daß die Engel, die dem geistigen Reich des Herrn, d.h. dem mittleren Himmel angehören, die Gegend der Lungen daselbst bilden, sehe man Nr. 3635, 3886-3890; und daß daher die Entsprechung des Herzens und der Lungen bei dem Menschen kommt: Nr. 3883-3896; ebenso verhält es sich mit der Entsprechung des großen und kleinen Gehirns. Wie die Himmlischen oder die, die im innersten Himmel sind, und wie die Geistigen oder die im mittleren beschaffen sind, und welcher Unterschied (unter ihnen besteht), sehe man Nr. 2046, 2227, 2669, 2708, 2725, 2718, 2935, 2937, 2954, 3166, 3235, 3236, 3240, 3246, 3374, 3833, 3887, 3969, 4138, 4286, 4493, 4585, 4938, 5113, 5150, 5922, 6289, 6296, 6366, 6427, 6435, 6500, 6647, 6648, 7091, 7233, 7877, 7977, 7992, 8042, 8152, 8243, 8521. Hieraus kann man erkennen, wie die vermittelnden Engel beschaffen sind, die das vereinigende Mittlere bilden, welches durch den Vorhang vorgebildet wurde. Daß der Vorhang des Tempels in zwei Teile zerriß, als der Herr am Kreuz litt, Matth.27/51; Mark.15/38; Luk.23/45, bezeichnet die Verherrlichung des Herrn, denn als der Herr in der Welt war, machte Er Sein Menschliches zum göttlich Wahren; als Er aber aus der Welt ging, machte Er sein Menschliches zum göttlich Guten, aus dem hernach das göttlich Wahre hervorging. Man sehe das Angeführte Nr. 9199, 9315. Das göttlich Gute ist das Allerheiligste. Die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn bis zum göttlich Guten, das Jehovah ist, wird auch im inneren Sinn durch das Verfahren bei der Sühnung beschrieben, wenn Aharon in das Allerheiligste innerhalb des Vorhanges einging, wovon 3. Mose Kapitel 16; und im bezüglichen Sinn wird durch dasselbe Verfahren die Wiedergeburt des Menschen bis zum himmlisch Guten, welches das Gute des innersten Himmels ist, beschrieben. Dieses Verfahren fand in folgender Weise statt: Aharon mußte einen jungen Stier zum Schlachtopfer nehmen und einen Bock zum Brandopfer für sich und sein Haus. Auch mußte er die heiligen Kleider anziehen; diese waren: das leinene Unterkleid, die leinenen Beinkleider, der leinene Gürtel, der leinene Kopfbund; und seinen Leib mußte er mit Wasser waschen; auch mußte er zwei Ziegenböcke nehmen, über die das Los geworfen wurde; der eine davon mußte dem Jehovah geopfert, und der andere in die Wüste entlassen werden. Dies geschah für die Gemeinde der Söhne Israels. Wenn er den jungen Stier opferte, mußte er Rauchwerk hinter den Vorhang bringen; und vom Blut des jungen Stieres und des Ziegenbockes mußte er siebenmal auf den Gnadenstuhl (Deckel) gegen Morgen sprengen; auch mußte er Blut auf die Hörner des Altares tun. Nachher mußte er die Sünden der Söhne Israels bekennen, die er auf den Ziegenbock legte, der in die Wüste entlassen wurde. Zuletzt mußte er die leinen Kleider ausziehen und seine eigenen anlegen und ein Brandopfer für sich und für das Volk darbringen, und das, was vom Schlachtopfer übrig war, (wurde außerhalb des Lagers verbrannt). So mußte es jedes Jahr geschehen, wann Aharon in das Allerheiligste innerhalb des Vorhanges einging. Das Priesteramt, das Aharon verwaltete, bildete den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vor, wie auch das königliche Amt, das späterhin die Könige ausübten, den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vorbildete: Nr. 6148. Hierdurch wird der Verlauf (processus) der Verherrlichung des Herrn bis zum göttlich Guten im inneren Sinn beschrieben. Dieser Verlauf wurde den Engeln deutlich gezeigt, wenn Aharon jene Handlung vollzog, und innerhalb des Vorhanges ging, und wird auch jetzt noch vor den Engeln offenbar, wenn dieses im Worte gelesen wird. Durch den jungen Stier zum Schlachtopfer und den Widder zum Brandopfer wird die Reinigung des Guten vom Bösen im äußeren und im inneren Menschen bezeichnet. Durch das leinene Unterkleid, die leinenen Beinkleider, den leinenen Gürtel und den leinenen Kopfbund, die er anlegen mußte, wenn er sein Amt verwaltete, sowie durch die Waschung des Leibes, wird bezeichnet, daß jene Reinigung durch die Wahrheiten aus dem Guten geschehen sollte. Durch die beiden Ziegenböcke zum Sündopfer und durch den Widder zum Brandopfer, und durch den Ziegenbock, der geopfert wurde, und durch den anderen, der entlassen wurde, wird die Reinigung des Wahren vom Falschen im äußeren Menschen bezeichnet. Durch das Rauchwerk, das er hinter den Vorhang bringen mußte, wird die Zubereitung (Anpassung) bezeichnet; durch das Blut des jungen Stieres, und durch das Blut des Ziegenbockes, das siebenmal auf den Gnadenstuhl (Deckel) gegen Morgen gesprengt werden mußte, und hernach auf die Hörner des Altares, wird das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten bezeichnet. Durch das Bekenntnis der Sünden über den lebenden Bock, der in die Wüste geschickt wurde, wird die vollständige Trennung und Verwerfung des Bösen vom Guten bezeichnet; durch das Ausziehen der leinenen Kleider und das Anlegen seiner eigenen, wenn er das Brandopfer darbringen sollte, ferner durch das Fortschaffen des Fleisches, der Haut und des Mistes außerhalb des Lagers und durch das Verbrennen desselben wird das Anziehen (Aufnehmen) des himmlisch Guten bei den Wiedergeborenen bezeichnet, und auch die Verherrlichung des Menschlichen bis zum göttliche Guten im Herrn, nach Abwerfung alles dessen, was vom Menschlichen aus der Mutter war, bis dahin, daß Er nicht mehr ihr Sohn war, man sehe die Nr. 9315 angeführten Stellen. Das ist es, was durch das Verfahren bei der Reinigung bezeichnet wurde, wenn Aharon in das Allerheiligste innerhalb des Vorhanges eingehen mußte; denn bei dem Vollzug dieser Dinge bildete Aharon den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vor. Hieraus kann man erkennen, daß durch den Vorhang zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten auch das Mittlere, welches das göttlich Wahre und das göttlich Gute im Herrn vereinigte, bezeichnet wird. 9671. "Von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gezwirnter weißer Baumwolle", 2. Mose 26/31, bedeutet das verbundene Gute der Liebe und des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von blau, insofern es die himmlische Liebe des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9466; aus der Bedeutung des Purpurs, insofern es die himmlische Liebe des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9467; aus der Bedeutung des doppelt gefärbten Scharlachs, insofern es das geistig Gute bezeichnet, worüber Nr. 4922, 9468; und aus der Bedeutung von gewobener weißer Baumwolle, insofern sie das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet, worüber Nr. 9469. Hieraus erhellt, daß durch diese vier (Stücke) das verbundene Gute der Liebe und des Glaubens in dem vereinigenden Mittleren bezeichnet wird. Damit verhält es sich in folgender Weise: Diejenigen, die im Himmel das vereinigende Mittlere darstellen, das durch den Vorhang vorgebildet wird, haben in sich das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens verbunden; denn durch das Gute der Liebe werden sie mit den Himmlischen, die im innersten Himmel sind, verbunden, und durch das Gute des Glaubens mit den Geistigen, die im mittleren Himmel sind. Das Gute der Liebe zum Herrn wird nämlich das himmlisch Gute genannt, und das Gute des Glaubens an Ihn das geistig Gute. Diejenigen, die im Himmel das vereinigende Mittlere darstellen, heißen himmlisch Geistige und geistig Himmlische; jene werden im Worte durch Joseph, diese durch Benjamin vorgebildet. Daß Joseph im vorbildlichen Sinn das himmlische Geistige ist, sehe man Nr. 4286, 4592, 4963, 5249, 5307, 5331, 5332, 5417, 5869, 5877, 6224, 6526, und daß Benjamin das geistig Himmlische ist: HG 3696, 4592; und daß somit Joseph das innere vereinigende Mittel bezeichnet, und Banjamin das äußere: Nr. 4558, 4592, 4594, 5411, 5413, 5443, 5639, 5686, 5688, 5689, 5822. Was das himmlisch Geistige, und was das geistig Himmlische ist, sehe man Nr. 1577, 1824, 2184, 4585, 4592, 4594. Aus den Gegensätzen, die in den Höllen sind, wird erkannt, welcher Unterschied besteht zwischen den Himmlischen und den Geistigen im Himmel. Diejenigen, die in den Höllen den Himmlischen entgegengesetzt sind, werden Genien genannt und die daselbst den Geistigen entgegengesetzt sind, werden (böse) Geister genannt. Die Genien, die den Himmlischen entgegengesetzt sind, sind im Rücken, die Geister aber, die den Geistigen entgegengesetzt sind, sind vor dem Angesicht, und die Mittleren sind an den Seiten. Die Genien, die den Himmlischen entgegengesetzt sind, sind in einem inwendigeren Bösen als die Geister. Was über diese und jene aus Erfahrung (berichtet wurde), sehe man Nr. 5977, 5893, 6822, 8625. Die Hölle der Genien ist ganz und gar von der Hölle der Geister getrennt, und zwar so weit, daß diejenigen, die in der einen sind, nicht in die andere kommen können, es gibt aber auch hier Vermittelnde, die verbinden, und diese sind den Vermittelnden in den Himmeln entgegengesetzt. 9672. "Als ein Werk des Künstlers soll man es machen", 2. Mose 26/31, bedeutet das Verständige; wie Nr. 9598. 9673. "Mit Cherubim", 2. Mose 26/31, bedeutet die Wache, daß sie nicht vermengt werden, nämlich das geistig Gute und das himmlisch Gute, somit der mittlere und der innerste Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung der Cherubim, insofern sie die Wache und Vorsorge bezeichnen, daß man sich dem Herrn nicht nahe, außer durch das Gute, und daß nicht das Gute, das vom Herrn im Himmel und bei dem Menschen ist, verletzt werde, worüber Nr. 9509. Es bedeutet aber auch, daß nicht das geistig Gute und das himmlisch Gute, somit jene beiden Himmel vermengt werden, weil, wenn sie vermengt würden, das Gute beider verletzt würde, und zwar so sehr, daß die Himmel selbst zugrunde gingen. Dies kann man erkennen aus dem Unterschied des beiderseitigen Guten, somit der beiderlei Himmel, man sehe die Nr. 9670 angeführten Stellen. Daher gibt es vermittelnde Engelsgesellschaften, die im himmlisch geistig Guten und im geistig himmlisch Guten sind, durch welche die Verbindung stattfindet: Nr. 9671. Bei diesen Engelsgesellschaften ist aber das beiderlei Gute auch nicht verbunden, sondern unter sich geschieden. Hieraus erhellt, daß diese Gesellschaften die Wachen sind, daß nicht beiderlei Gutes vermischt werde, und somit auch, daß diese Wache und Vorsorge des Herrn durch die Cherubim bezeichnet wird. 9674. "Und tue ihn an vier Säulen von Schittimholz", 2. Mose 26/32, bedeutet das Gute des Verdienstes, das dem Herrn allein gehört, und das verbindet und unterstützt. Dies erhellt aus der Bedeutung von vier, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 1686, 8877. Daß vier eine Verbindung bedeutet, kommt daher, daß diese Zahl aus zwei mit zwei multipliziert hervorgeht, und die multiplizierten Zahlen das gleiche wie die einfachen bedeuten, aus denen sie sind: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. (Daß zwei eine Verbindung bedeutet, sehe man Nr. 5194, 8423). Aus der Bedeutung der Säulen, insofern sie die Aufrechthaltung (Stütze) bezeichnen, worüber folgen wird. Aus der Bedeutung des Schittimholzes, insofern es das Gute des Verdienstes bezeichnet, das dem Herrn allein angehört, worüber Nr. 9472, 9486; daß dieses Gute das einzige Gute ist, das im Himmel herrscht, sehe man Nr. 9486, somit auch das Einzige, das den Himmel aufrecht erhält (stützt). Die Säulen bedeuten aber Aufrechthaltung, weil sie den Vorhang aufrecht hielten, ebenso wie die Bretter aus Schittimholz die Zeltdecken der Wohnung: Nr. 9634. Durch Säulen im geistigen Sinn wird das bezeichnet, was den Himmel und die Kirche aufrecht hält, und dies ist das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens vom Herrn. Dies wird durch Säulen bezeichnet bei Ps.75/4: "Ich werde richten nach Gerechtigkeit; es zerfließt (verschmachtet) das Land und alle seine Bewohner, aber Ich will seine Säulen befestigen". Hiob 9/6: "Gott, Der die Erde rüttelt aus ihrem Ort, so daß ihre Säulen zittern": die Säulen (des Landes) und der Erde bedeuten das Gute und Wahre, das die Kirche aufrecht hält, denn die Erde ist im Wort die Kirche: Nr. 9325. Daß es nicht die Säulen der Erde sind, die zittern, ist klar. Joh.Offenb.3/12: "Den Überwinder will Ich zur Säule in Meines Gottes Tempel machen, und er soll nicht mehr hinausgehen; und will auf ihn den Namen Meines Gottes schreiben, und den Namen der Stadt Meines Gottes, des neuen Jerusalems, das aus dem Himmel von Meinem Gott herabsteigt, und Meinen neuen Namen": die Säule im Tempel bedeutet das Gute und Wahre der Kirche, und diese sind auch der Name Gottes, und der Name der Stadt des neuen Jerusalems. Daß der Name Gottes alles Gute und Wahre der Kirche bedeutet, oder alles in Zusammenfassung, wodurch der Herr verehrt wird, sehe man Nr. 2724, 3006, 6674, 9310. 9675. "Mit Gold überzogen", 2. Mose 26/32, bedeutet das Vorbild des Guten, nämlich dessen, das durch die Säulen von Schittimholz bezeichnet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Gold überziehen" und "aus Gold machen", insofern es ein Vorbild des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9510. 9676. "Und ihre Nägel von Gold", 2. Mose 26/32, bedeutet die Arten der Verbindung durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nägel, insofern sie die Weise der Verbindung bezeichnen. Diese Bedeutung haben die Nägel vermöge ihrer Form; und aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9490. 9677. "Auf vier silbernen Füßen", 2. Mose 26/32, bedeutet die Macht der Verbindung durch das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von 4, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 9674; aus der Bedeutung der Füße, insofern sie eine Macht bezeichnen, worüber Nr. 9643, und aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 7999. 9678. "Und tue den Vorhang unter die Haken", 2. Mose 26/33, bedeutet die Befähigung zur Verbindung und infolgedessen die Wirklichkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Haken, insofern sie die Befähigung zur Verbindung bezeichnen, worüber Nr. 9611; die Wirklichkeit infolgedessen wird bezeichnet durch das Daruntertun des Vorhangs. 9679. "Und bringe dahin, innerhalb des Vorhanges, die Lade des Zeugnisses", 2. Mose 26/33, bedeutet das Dasein des innersten Himmels innerhalb dieses vereinigenden Mittleren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vorhanges, insofern er das die beiden Himmel vereinigende Mittlere bezeichnet, worüber Nr. 9670, 9671; und aus der Bedeutung der Lade des Zeugnisses, insofern sie den innersten Himmel vorbildet, worüber Nr. 9485. Das Dasein desselben wird bezeichnet durch das Dahinbringen der Lade. 9680. "Und der Vorhang soll euch ein Unterschied (eine Scheidewand) sein zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten", 2. Mose 26/33, bedeutet zwischen dem geistig Guten, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens an den Herrn ist, und zwischen dem himmlisch Guten, welches das Gute der Liebe zu dem Herrn und das Gute der gegenseitigen Liebe ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligen, insofern es das in dem mittleren Himmel herrschende Gute bezeichnet, und aus der Bedeutung des Allerheiligsten, insofern es das im innersten Himmel herrschende Gute bezeichnet. Daß dieses Gute das Gute der Liebe zum Herrn und das Gute der gegenseitigen Liebe ist, und daß jenes, nämlich das im mittleren Himmel herrschende Gute das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens an den Herrn ist, erhellt deutlich aus allem, was von dem beiderlei Guten, dem himmlischen und dem geistigen, in den Nr. 9670 angeführten Stellen gezeigt worden ist. Das Gute der Liebe zum Herrn im innersten Himmel ist das innere Gute daselbst, und das Gute der gegenseitigen Liebe ist das äußere Gute daselbst; aber das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist das innere (Gute) im mittleren Himmel, und das Gute des Glaubens an den Herrn das äußere Gute daselbst. In jedem Himmel ist ein Inneres und ein Äußeres, wie in der Kirche. Daß diese eine innere und eine äußere ist, sehe man Nr. 409, 1083, 1098, 1238, 1242, 4899, 6380, 6587, 7840, 8762, 9375. Alles Gute ist heilig, und alles Wahre ist es insoweit, als es Gutes in sich hat. Das Gute heißt Heiliges vom Herrn, weil der Herr der allein Heilige ist, und von Ihm alles Gute und alles Wahre kommt: Nr. 9229, 9479. Hieraus erhellt, warum die Wohnung das Heilige genannt wird, und die Lade, in der das Zeugnis war, das Allerheiligste; denn das Zeugnis ist der Herr selbst in Ansehung des göttlich Wahren: Nr. 9503; und die Lade ist der innerste Himmel, wo der Herr ist: Nr. 9485. Der Herr ist auch im mittleren Himmel; gegenwärtiger jedoch ist Er im innersten Himmel; denn diejenigen, die mit dem Herrn durch das Gute der Liebe verbunden sind, sind bei Ihm. Diejenigen aber, die mit Ihm verbunden sind durch das Gute des Glaubens, sind zwar auch bei Ihm, aber etwas entfernter. Im mittleren Himmel findet die Verbindung mit dem Herrn statt durch den Glauben, der in das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten eingepflanzt ist. Hieraus wird klar, warum die Wohnung, die außerhalb des Vorhanges war, das Heilige, und die Wohnung, die innerhalb des Vorhanges war, das Allerheiligste genannt wird. Daß der Herr es ist, von Dem alles Heilige kommt, und daß Er das Allerheiligste selber ist, erhellt deutlich bei Dan.9/24: "Siebzig Wochen sind bestimmt über Mein Volk zur Salbung des Allerheiligsten". Joh.Offenb.15/4: "Wer sollte Dich nicht fürchten, o Herr, und Deinen Namen verherrlichen? Denn Du allein bist heilig". Daher auch der Herr der Heilige Israels genannt wird: Jes.1/4; 5/19,24; 10/20; 12/6; 17/7; 29/19; 30/11,12,15; 31/1; 37/23; 41/14,16,20; 43/3,14; 45/11; 60/9,14; Jerem.50/29; 51/5; Hes.39/7; Ps.71/22; 78/41; 89/19; 2.Kön.19/22 und anderwärts. Alles, was bei den Söhnen Israels den Herrn vorbildete, oder das Gute und Wahre, das von Ihm hervorgeht, wurde daher nach der Einweihung heilig genannt, aus dem Grund, weil der Herr allein der Heilige ist. Der Heilige Geist im Wort ist gleichfalls das Heilige, weil er von dem Herrn ausgeht. 9681. Vers 34-37: Und lege den Gnadenstuhl (Deckel) auf die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten. Und stelle den Tisch außen vor den Vorhang, und den Leuchter dem Tische gegenüber an die Seite der Wohnung gegen Süden, und den Tisch stelle an die Seite gegen Norden. Und mache eine Decke für die Türe des Zeltes, von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gewobener weißer Baumwolle, das Werk eines Buntwirkers. Und mache zu der Decke fünf Säulen von Schittimholz, und überziehe sie mit Gold, und ihre Nägel von Gold, und gieße dazu fünf Füße von Erz. "Und lege den Gnadenstuhl (Deckel) auf die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten" bedeutet die Erhörung und die Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst aus dem Guten der Liebe im innersten Himmel vom Herrn angehört; "und stelle den Tisch außen vor den Vorhang" bedeutet den Einfluß durch das Himmlische, das der Liebe angehört; "und den Leuchter dem Tische gegenüber an die Seite der Wohnung gegen Süden" bedeutet die Erleuchtung des geistigen Reiches durch das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgehende göttlich Wahre bei denen, die im Guten sind; "und den Tisch stelle an die Seite gegen Norden" bedeutet das Gute im Dunkeln; "und mache eine Decke für die Türe des Zeltes" bedeutet das Mittlere, das den zweiten oder mittleren Himmel mit dem ersten oder äußersten Himmel vereinigt; "von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gewobener weißer Baumwolle" bedeutet, aus dem Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens; "das Werk eines Buntwirkers" bedeutet, was dem Wißtümlichen angehört; "und mache zu der Decke fünf Säulen von Schittimholz" bedeutet die Aufrechthaltung des vereinigenden Mittleren, soviel als nötig ist, durch das Gute des Verdienstes, das dem Göttlich-Menschlichen des Herrn angehört; "und überziehe sie mit Gold" bedeutet das Vorbild des Guten; "und ihre Nägel von Gold" bedeutet die Weise der Verbindung durch das Gute; "und gieße dazu fünf Füße von Erz" bedeutet die Macht aus dem äußeren Guten. 9682. "Und lege den Gnadenstuhl (Sühnungsdeckel) auf die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten", 2. Mose 26/34, bedeutet das Erhören und die Annahme alles dessen, was dem Gottesdienst aus dem Guten der Liebe im innersten Himmel vom Herrn angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gnadenstuhls, insofern er das Erhören und die Annahme alles dessen bezeichnet, was dem Gottesdienst aus dem Guten der Liebe angehört, worüber Nr. 9506; aus der Bedeutung der Lade des Zeugnisses, insofern sie den innersten Himmel vorbildet, wo der Herr ist, worüber Nr. 9485, und weil das Zeugnis darinnen der Herr ist: Nr. 9503; und aus der Bedeutung des Allerheiligsten, insofern es das bezeichnet, wo das Gute der Liebe vom Herrn ist, worüber Nr. 9680. Hieraus erhellt, daß durch "den Gnadenstuhl auf die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten legen", das Erhören und die Annahme alles dessen bezeichnet wird, was dem Gottesdienst im innersten Himmel aus dem Guten der Liebe vom Herrn angehört. Wie es sich mit der Gegenwart des Herrn im innersten Himmel verhält, und mit Seiner Gegenwart im mittleren Himmel und auch im letzten, kann aus dem erhellen, was über den Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn in vielen Abschnitten gezeigt worden ist. Die Gegenwart des Herrn findet durch Einfluß statt, und der Einfluß verhält sich je nach dem Leben des Guten und Wahren. Diejenigen, die im Guten der Liebe zum Herrn sind, sind es, die zunächst den Einfluß aufnehmen; die aber im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, nehmen ihn auch auf, aber etwas entfernter, weil das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten entfernter ist als das Gute der Liebe zum Herrn. Diejenigen aber, die im Guten des Glaubens sind, nehmen ihn zwar auch auf, jedoch nur nach dem Maß des Guten, das der Glaube in sich hat; deswegen nehmen ihn nur diejenigen auf, die im Guten des Lebens aus den Wahrheiten des Glaubens sind. Der Herr ist nämlich im Guten, weil alles Gute von Ihm ist, und gar nichts vom Menschen, noch von den Engeln im Himmel. Was ferner die Gegenwart des Herrn im Himmel und durch den Himmel bei den Menschen anbelangt, so muß man wissen, daß der Herr über den Himmeln ist, denn Er ist selbst die Sonne des Himmels. Gleichwohl aber ist Er gegenwärtig durch das Licht und die Wärme aus ihr. Das Licht aus ihr ist das göttlich Wahre des Glaubens, und die Wärme aus ihr ist das göttlich Gute der Liebe. Was aber vom Herrn ausgeht, ist Er selbst. Hieraus erhellt, daß der Herr gegenwärtig ist, wo das Gute, das von Ihm ist, aufgenommen wird. Dies alles aber kann man besser begreifen aus dem, was vom Einfluß gesagt worden, nämlich daß das Ganze des Lebens vom Herrn einfließt, somit alles Gute und Wahre, weil dieses das Leben des Menschen bildet, und was einfließt, verhält sich je nach der Aufnahme bei einem jeden: Nr. 2536, 2706, 2886-2889, 2893, 3001, 3318, 3484, 3742, 3743, 4151, 5846, 5850, 5986, 6053-6058, 6189-6215, 6307-6327, 6466-6495, 6598-6626, 6982, 6985, 6996, 7004, 7055, 7056, 7058, 7147, 7270, 7343, 8321, 8685, 8701, 8717, 8728, 9110, 9111, 9216; und daß der Einfluß vom Herrn unmittelbar ist, und auch mittelbar durch den Himmel: Nr. 5147, 6058, 6063, 6466, 6472, 6474, 6982, 6985, 6996, 7004, 7007, 7055, 7056, 7058, 7270, 8685, 8701, 8717, 8728, 9216. 9683. "Und stelle den Tisch außen vor den Vorhang", 2. Mose 26/35, bedeutet den Einfluß durch das Himmlische, das der Liebe angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tisches, auf dem die Schaubrote waren, insofern er die Aufnahme der himmlischen Dinge bezeichnet, worüber Nr. 9527, 9545; und aus der Bedeutung von "außerhalb des Vorhanges", insofern es ausdrückt "außerhalb des vereinigenden Mittleren", durch das der mittelbare Einfluß (stattfindet), denn der Vorhang bedeutet das vereinigende Mittlere: Nr. 9670; und weil der Tisch (vom Allerheiligsten aus) hinter dem Vorhang war, deshalb wird der Einfluß durch das Himmlische bezeichnet, das dem innersten Himmel angehört, nämlich das Gute der Liebe. Daß der Einfluß vom Herrn mittelbar durch den innersten Himmel stattfinde, und unmittelbar von Ihm selbst, kann man aus den oben, Nr. 9682 am Ende angeführten Stellen ersehen. Mit jenem Guten, welches das himmlische Leben, und somit das ewige Leben bei dem Menschen und bei dem Engel bildet, verhält es sich in folgender Weise: Das Innerste des Guten ist der Herr selbst, somit das Gute der Liebe, das unmittelbar von Ihm ist. Das zunächst Folgende ist das Gute der gegenseitigen Liebe, dann folgt das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und zuletzt das Gute des Glaubens. Dies ist die aufeinanderfolgende Ordnung des Guten vom Innersten an. Hieraus kann erhellen, wie es sich mit dem unmittelbaren und mittelbaren Einfluß verhält. Im allgemeinen ist das der Ordnung nach Folgende oder äußerliche Gute in dem Maße gut, als es das innere Gute in sich hat, denn soweit steht es dem Herrn selbst näher, Der das innerste Gute ist. Aber die aufeinanderfolgende Stellung und Anordnung des inneren Guten in dem äußeren ist in allen einzelnen Trägern (oder Subjekten), je nach der Aufnahme verschieden, und die Aufnahme richtet sich nach dem geistigen und moralischen Leben eines jeden in der Welt, denn das Leben in der Welt verbleibt einem jeden in Ewigkeit. Der Einfluß des Herrn ist aber auch unmittelbar bei einem jeden, denn ohne den unmittelbaren Einfluß wirkt der mittelbare nichts. Der unmittelbare Einfluß wird gemäß der Ordnung aufgenommen, in welcher der Mensch oder Engel ist, also gemäß dem göttlich Wahren, das vom Göttlichen ist, denn dies ist die Ordnung: Nr. 1728, 1919, 2447, 4839, 5703, 7995, 8512, 8513, 8700, 8988. Die wahre Ordnung selbst bei dem Menschen ist, daß er in dem Guten lebt, das vom Herrn ist, d.h., daß er aus dem Herrn lebt. Dieser Einfluß ist ein stetiger (fortwährender) und verbindet sich mit aller und jeder Tätigkeit des menschlichen Willens, und lenkt dieselbe soviel als möglich zur Ordnung hin; denn der eigene Wille des Menschen lenkt ihn beständig von derselben ab. Es verhält sich damit, wie mit den willkürlichen und unwillkürlichen Tätigkeiten (des Körpers) beim Menschen: die willkürlichen ziehen ihn beständig von der Ordnung ab, aber die unwillkürlichen führen ihn beständig zur Ordnung zurück. Daher kommt es, daß die Bewegung des Herzens, als eine unwillkürliche, ganz unabhängig ist von dem Willen des Menschen, und ebenso die Tätigkeit des kleinen Gehirns; und daß die Bewegung des Herzens und die Kräfte des kleinen Gehirns die willkürlichen Tätigkeiten regieren, daß sie nicht ihre Grenzen überschreiten, und das Leben des Leibes vor der Zeit aufreiben. Deshalb treten auch die wirkenden Prinzipien aus beiden, nämlich sowohl aus den unwillkürlichen, als aus den willkürlichen (Tätigkeiten), im ganzen Körper immer in Verbindung auf. Dies wurde gesagt, damit die Vorstellung von dem unmittelbaren zu dem mittelbaren Einfluß des Himmlischen der Liebe und des Geistigen des Glaubens vom Herrn einigermaßen ins Licht trete. 9684. "Und den Leuchter dem Tische gegenüber an die Seite der Wohnung gegen Süden", 2. Mose 26/35, bedeutet die Erleuchtung des geistigen Reiches durch das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgeht bei denen, die im Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leuchters, insofern er den Herrn vorbildet in Ansehung des göttlich Wahren, somit das aus dem Göttlich-Menschlichen selbst hervorgehende göttlich Wahre, und die Erleuchtung Seines geistigen Reiches durch dasselbe, worüber folgen wird. Aus der Bedeutung des Tisches, auf dem die Schaubrote waren, insofern er den Herrn in Ansehung des himmlisch Guten bezeichnet, somit dieses Gute selbst, aus dem und durch das der Herr in das geistige Reich oder in den mittleren Himmel einfließt, worüber auch im Folgenden; und aus der Bedeutung von "an die Seite der Wohnung gegen Süden", insofern es bezeichnet "im Himmel", wo das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgehende göttlich Wahre im größten Licht ist; denn die Wohnung außerhalb des Vorhanges, wo der Leuchter steht, bedeutet den mittleren Himmel: Nr. 9594; und der Süden oder Mittag ist, wo das göttlich Wahre in seinem Lichte ist: Nr. 9642. Daß in der Wohnung nahe am Vorhang der Leuchter war und auch der Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, und daß der Leuchter an die Seite gegen Süden und der Tisch an die Seite gegen Norden gestellt werden sollte, sind himmlische Geheimnisse, die nicht deutlich hervortreten können, wenn man nicht weiß, daß die Wohnung den Himmel vorbildete, und daß das, was in der Wohnung war, Himmlisches und Geistiges (vorbildete), was im Himmel ist. Was der Leuchter vorbildet, ist Nr. 9548 gezeigt worden, und was der Tisch, auf dem die Schaubrote lagen: Nr. 9527, 9545; und was der Süden oder Mittag bedeutet: Nr. 9642, und was der Norden: Nr. 3708. Hieraus kann man ersehen, daß durch den Leuchter an der Seite der Wohnung gegen Süden die vom Göttlich-Menschlichen des Herrn durch das göttlich Wahre ausgehende Erleuchtung des geistigen Reiches bezeichnet wird. Damit jedoch diese Geheimnisse selber deutlich hervortreten, soll gesagt werden, wie sich die Sache in den Himmeln verhält: Der Herr erscheint denen, die dem himmlischen Reich angehören, als Sonne, denen aber, die dem geistigen Reich angehören, als Mond. Der Herr erscheint als Sonne in mittlerer Höhe, gegenüber dem rechten Auge, und so auch als Mond in mittlerer Höhe, gegenüber dem linken Auge. Aus dem Herrn als Sonne ist das Licht bei denen, die in Seinem himmlischen Reich sind, und aus dem Herrn als Mond ist das Licht bei denen, die in Seinem geistigen Reich sind. Über diese beiden Reiche sehe man die Nr. 9277 angeführten Stellen. Das Licht in den Himmeln ist das aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgehende göttlich Wahre, das von den Engeln, die dem geistigen Reich angehören, aufgenommen, und das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten genannt wird. Aus diesem Guten und jenem Wahren besteht der mittlere Himmel, welcher der geistige Himmel heißt. Der Leuchter in der Wohnung bildete den Mond vor, aus dem diejenigen ihr Licht haben, die dem geistigen Reich angehören, somit bildete er den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren daselbst vor; denn der Herr erscheint als Mond denen, die diesem Reich angehören. Hieraus kann man nun ersehen, warum der Leuchter gegen Süden aufgestellt wurde, denn Süden oder Mittag ist da, wo das göttlich Wahre im Licht ist: Nr. 9642. Und auch, warum der Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, gegen Norden stand, denn der Norden ist, wo das göttlich Wahre im Dunklen ist: Nr. 3708, und ebenso alsdann das göttlich Gute, das durch die Brote auf dem Tisch bezeichnet wurde. Dieses Gute wird zum geistig Guten durch die Aufnahme des göttlich Wahren, gleich wie des Lichtes aus dem Monde. Dies sind die Geheimnisse, die durch den Leuchter und dessen Stellung gegen Süden, und durch den Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, und durch die Stellung desselben gegen Norden bezeichnet werden. Daß der Leuchter das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgehende göttlich Wahre vorbildet, erhellt aus der Offenbarung: Joh.Offenb.1/12-14: "Ich sah sieben goldene Leuchter, und in der Mitte der sieben Leuchter Einen, Der dem Sohne des Menschen ähnlich, mit einem Talar bekleidet, und an der Brust mit einer goldenen Binde umgürtet war": der Sohn des Menschen ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren aus Seinem Göttlich-Menschlichen: Nr. 2803, 2813, 3704. Joh.Offenb.21/23: "Die Herrlichkeit Gottes wird die Stadt erleuchten, das heilige Jerusalem, und ihre Leuchte ist das Lamm": die Herrlichkeit Gottes ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre: Nr. 9429; die Leuchte, die das Lamm, d.h. der Herr ist, ist der Glaube und aus ihm die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten, die vom Herrn allein stammen: Nr. 9548. Das neue Jerusalem ist die neue Kirche des Herrn: Nr. 2117. Daß der Herr die Sonne ist für die, welche im himmlischen Reich sind, und als Mond denen erscheint, die im geistigen Reich sind, sehe man Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 3636, 3643, 5097, 7083, 7173, 7270, 8644, 8812; daß daher im Worte durch die Sonne der Herr in betreff des himmlisch Guten, und durch Mond der Herr in betreff des geistig Guten bezeichnet wird: Nr. 1529, 1530, 2441, 2495, 4060, 4696, 7083, 8644; und daß der Herr als Sonne erscheint in mittlerer Höhe gegenüber dem rechten Auge, und als Mond auch in mittlerer Höhe gegenüber dem linken Auge: Nr. 1531, 4321, 7078, 7171. Daher kommt es, daß Osten im Himmel ist, wo der Herr als Sonne erscheint, und Süden, wo der Herr als Mond erscheint. Daß das Licht vom Herrn als Sonne und Mond das von Seinem Göttlich-Menschlichen ausgehende göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3094, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3337, 3339, 3341, 3636, 3643, 3862, 3993, 4060, 4180, 4302, 4408, 4414, 4415, 4419, 4527, 4598, 5400, 6032, 9407, und weil das Licht vom Herrn, sowohl als Sonne als auch als Mond, das von Ihm ausgehende göttlich Wahre ist, deshalb ist die Wärme vom Herrn als Sonne das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe daselbst: Nr. 3338, 3339, 3636, 3643, 5215, 6032. Hieraus kann man ersehen, welcher Unterschied ist zwischen dem himmlischen Reich und dem geistigen Reich des Herrn in betreff der Aufnahme des göttlich Wahren; daß er nämlich ist, wie zwischen dem Licht der Sonne und zwischen dem Licht des Mondes. Daß daher diejenigen, die im geistigen Reich des Herrn sind, verhältnismäßig im Dunkeln sind in Ansehung des Glaubenswahren und des Guten der Liebe: Nr. 2708, 2715, 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3241, 3833, 6289, 6500, 6945, 7233; daß dieselben besonders durch die Ankunft des Herrn in die Welt beseligt worden sind: Nr. 2661, 2716, 3969, 6372, 6854, 6914, 7035, 7091, 7826, 7932_, 8018, 8054, 8159, 8321, 9596; und daß ihnen Erleuchtung zuteil wird aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn: Nr. 2716, 2833, 2834; daß aber nur jene Angehörigen der geistigen Kirche beseligt werden, die im Guten des Lebens durch die Wahrheiten des Glaubens sind: Nr. 2954, 6435, 6647, 6648, 7977, 7992, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701. 9685. "Und den Tisch stelle an die Seite gegen Norden", 2. Mose 26/35, bedeutet das Gute im Dunkeln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tisches, auf dem die Schaubrote lagen, insofern er das Aufnahmegefäß für das Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 9527; denn die Brote sind das himmlisch Gute, das vom Herrn kommt: Nr. 9545. Und aus der Bedeutung des Nordens, insofern er das Dunkle bezeichnet in betreff der Wahrheiten des Glaubens, worüber Nr. 3708; und wenn das Wahre im Dunkeln ist, dann ist auch zugleich das Gute im Dunkeln, denn im geistigen Reich des Herrn erscheint das Gute durch das Wahre, und das Wahre wird wahrgenommen als Gutes, wenn es vom Verstand in den Willen kommt. Dieses Gute ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und heißt das geistig Gute. Anders ist es im himmlischen Reich des Herrn; hier erscheint das Gute nicht als Gutes durch das Wahre, sondern wird aus dem Guten selbst wahrgenommen. Hieraus kann man ersehen, warum jener Tisch an der Seite gegen Norden aufgestellt wurde, und der Leuchter an der Seite gegen Süden; man sehe jedoch, was hierüber Nr. 9684 gesagt und gezeigt worden ist. 9686. "Und mache eine Decke für die Türe des Zeltes", 2. Mose 26/36, bedeutet das Mittlere, das den zweiten oder mittleren Himmel mit dem ersten oder äußersten Himmel vereinigt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Decke, insofern sie das Mittlere ist, das diesen Himmel vereinigt, der durch das Zelt der Versammlung vorgebildet wird, mit dem Himmel, der durch den Vorhof vorgebildet wird, worüber im folgenden Kapitel. Denn sowie der Vorhang zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten das Mittlere bezeichnete, das die Vereinigung bildet zwischen dem innersten oder dritten Himmel und dem mittleren oder zweiten Himmel, so bedeutet diese Decke das gleiche zwischen dem mittleren oder zweiten Himmel und dem ersten oder äußersten Himmel. Daß es drei Himmel gibt, und daß zwei davon vorgebildet wurden durch die Wohnung, die innerhalb des Vorhanges, und durch die Wohnung, die außerhalb desselben war, ist oben gezeigt worden; und daß der dritte oder letzte (äußerste) Himmel durch den Vorhof vorgebildet wurde, soll im folgenden Kapitel, durch die göttliche Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden. Der Eingang von dem einen in den anderen wird bezeichnet durch die Türe, wo die Decke war; daß die Türe diesen Eingang bedeutet, sehe man Nr. 2145, 2152, 2356, 2385, und daher die Gemeinschaft: Nr. 8989, somit bezeichnet die Decke daselbst, die anstatt der Türe war, das verbindende und einigende Mittlere. 9687. "Von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gewobener weißer Baumwolle", 2. Mose 26/36, bedeutet, aus dem Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle, wo vom Vorhang gehandelt wird, durch den das vereinigende Mittlere zwischen dem innersten und mittleren Himmel bezeichnet wird, insofern dieselben das Gute der Liebe und des Glaubens bezeichnen, worüber Nr. 9671; hier aber das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens, weil von der Decke gehandelt wird, durch die das vereinigende Mittlere zwischen dem zweiten und dem letzten (untersten ) Himmel bezeichnet wird: Nr. 9686; denn im innersten Himmel herrscht das Gute der Liebe zum Herrn, im mittleren Himmel aber das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und im untersten Himmel das Gute des Glaubens. Daher kommt es, daß durch Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle das in diesen Himmeln herrschende Gute bezeichnet wird. 9688. "Das Werk eines Buntwirkers", 2. Mose 26/36, bedeutet, daß es dem Wißtümlichen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Werk eines Buntwirkers oder der Buntwirkerei", insofern es das Wißtümliche bezeichnet. An vielen Stellen im Wort wird Buntgewirktes und Buntwirkerei genannt, und überall durch dasselbe das Wißtümliche bezeichnet. Es hat dies seinen Grund in den Vorbildungen im anderen Leben; dort erscheinen verschiedenartig gewirkte Kleider, und durch dieselben werden die wißtümlichen Wahrheiten bezeichnet. Die wißtümlichen Wahrheiten unterscheiden sich von den Verstandeswahrheiten wie das Äußere von dem Inneren, oder wie das Natürliche von dem Geistigen beim Menschen. Die wißtümlichen Kenntnisse dienen nämlich dem Verstand als Gegenstände, aus denen er die Wahrheiten erschließen kann; denn der Verstand ist das Gesicht des inneren Menschen, und die wißtümlichen Kenntnisse sind seine Gegenstände im äußeren oder natürlichen Menschen: dieses wird durch das Werk eines Buntwirkers bezeichnet, jenes aber durch das Werk des Künstlers: Nr. 9598, denn etwas kunstgemäß auszudenken, ist Sache des Verstandes, und buntwirken ist Sache dessen, der etwas weiß und tut vermöge seines Verstandes. Daher kommt es, daß die Dinge in der Wohnung, die das Innere bezeichneten, ein Werk des Künstlers sein sollten, wie die Teppiche daselbst: 2. Mose 26/1, und der Vorhang zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten: 2. Mose 26/31. Daß aber die, welche das Äußere bedeuteten, ein Werk des Buntwirkers sein sollten, wie die Decke an der Türe des Zeltes und an der Türe des Vorhofes: 2. Mose 38/18; ferner auch "der Gürtel": 2. Mose 39/29; denn der Gürtel bedeutet das Äußere, das alles Innere verbindet. Der Vorhof bedeutet das Letzte des Himmels, und die Türe des Zeltes bedeutet (den Ort), wo der Ausgang aus dem mittleren Himmel, in den letzten (oder untersten) ist. Daß die Buntwirkerei und das Buntgewirkte das Wißtümliche bezeichnen, das dem äußeren oder natürlichen Menschen angehört, erhellt aus folgenden Stellen im Worte: Hes.27/7,16,24: "Deine Ausdehnung (Segel) war von buntgewirktem Byssus aus Ägypten, von Blau und Purpur aus den Inseln Elisa war deine Decke. Syrien trieb Handel mit dir wegen der Menge deiner Werke, mit Chrysopras, Purpur, Buntwirkerei und Byssus; die Handelsleute von Seba mit Ballen von blauem und buntgewirktem (Tuch)": hier wird von Tyrus gehandelt, durch das diejenigen bezeichnet werden, die in den Erkenntnissen des Wahren und Guten sind, und im abstrakten Sinn diese Erkenntnisse selbst: Nr. 1201. Durch buntgewirkten Byssus wird das wißtümliche Wahre bezeichnet, denn Byssus bedeutet das Wahre aus himmlischem Ursprung: Nr. 5319, 9469, und das Buntgewirkte bedeutet das Wißtümliche; daher wird auch gesagt "aus Ägypten", weil Ägypten das Wißtümliche bezeichnet: Nr. 1164, 1186, 1462, 2588, 4749, 4964, 4966, 5700, 5702, 9391. Und auch aus Syrien und aus Seba, weil durch Syrien die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden: Nr. 1232, 1234, 3051, 3249, 3664, 3680, 4112, ebenso durch Seba: Nr. 1171, 3240. Die Erkenntnisse des Wahren und Guten sind das Wißtümliche der Kirche. Ein jeder, der die Fähigkeit hat, verständig zu denken und die Sachen zu erwägen, kann sehen, daß an jener Stelle weder Buntwirkerei, noch Byssus, noch Blau, noch Purpur zu verstehen ist, sondern daß dadurch solche Dinge bezeichnet werden, die des Wortes würdig sind, somit geistige Dinge des Himmels in der Kirche. Hes.26/16: "Alle Fürsten am Meere werden von ihren Thronen steigen, und ablegen ihre Mäntel, und ausziehen ihre buntgewirkten (gestickten) Kleider, und mit Schrecken umkleidet werden": auch hier von Tyrus. Die Fürsten am Meere bedeuten die wichtigsten Erkenntnisse des Wißtümlichen, die Dogmen (Satzungen) genannt werden. Daß die Fürsten die wichtigsten Kenntnisse bedeuten, sehe man Nr. 1482, 2089, 5044, und das Meer das Wißtümliche im allgemeinen: Nr. 28, 2850; Mäntel bedeuten äußere Wahrheiten, buntgewirkte (oder gestickte) Kleider bedeuten wißtümliche Wahrheiten, die auch äußere sind. Daß Kleider Wahrheiten bezeichnen: Nr. 2576, 4545, 4763, 5248, 5319, 5954, 6914, 6917, 6918, 9093, 9158, 9212, 9216. Hes.16/10,13,18: "Ich kleidete dich in buntgewirkte Kleider, und beschuhte dich mit Seehundsfell, umgürtete dich mit Byssus, bedeckte dich mit Seide; so wurdest du geschmückt mit Gold und Silber, und deine Kleider (waren) von Byssus, Seide und Buntgewirktem; aber du nahmst deine buntgewirkten Kleider, und bedecktest Bilder damit, mit denen du buhltest": hier von Jerusalem, durch das die Kirche bezeichnet wird. Buntgewirkte Kleider bedeuten wißtümliche Wahrheiten; Bilder bedecken, mit denen sie buhlte, bedeutet das Falsche begründen, denn buhlen (huren) heißt, das Wahre durch Anwendung auf das Falsche und Böse verdrehen. Wer sieht nicht, daß unter Byssus, Seide und Buntgewirktem hier nicht Byssus, Seide und Buntgewirktes verstanden wird?, denn es wird ja von Jerusalem gehandelt. Was jedoch darunter zu verstehen ist, darüber forscht die Christenheit (heutzutage) nicht nach, weil sie das Himmlische und Geistige des Wortes in seinen Buchstabensinn setzt, und das Innere desselben Mystisches nennt, um das sie sich nicht kümmert. Hes.17/3: "Ein großer Adler, mit großen Flügeln, langen Schwingen, voll von Federn, bunt von Farben": hier vom Hause Israels, durch das die geistige Kirche bezeichnet wird, die Adler genannt wird wegen der inneren Wahrnehmung: Nr. 3901, 8764, bunt von Farben bedeutet, im Besitz des Wißtümlichen. Ps.45/14,15: "Ganz herrlich ist die Königstochter inwendig (in ihrem Palaste), mit Gold gewirkt ist ihr Kleid, in Buntgewirktem wird sie dem König zugeführt": die Tochter des Königs bedeutet die Neigung zum Wahren; buntgewirkt bezeichnet das wißtümliche Erkennen des Wahren. Richt.5/30: "Sie teilen Beute, Beute an bunten Kleidern für Sisera, Beute an buntgewirkten (Gewändern), die Farbe der Buntwirker, Beute (zum Schmuck) des Halses": Lied Deboras und Baraks. Buntgewirkt bedeutet auch hier das Wißtümliche des natürlichen Menschen. 9689. "Und mache zu der Decke fünf Säulen von Schittimholz", 2. Mose 26/37, bedeutet die Aufrechthaltung des vereinigenden Mittleren, soweit es nötig ist, durch das Gute des Verdienstes, das dem Göttlich-Menschlichen des Herrn angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Decke zu der Türe des Zeltes, insofern sie das Mittlere bezeichnet, das den zweiten oder mittleren Himmel mit dem ersten oder letzten (untersten) vereinigt, worüber Nr. 9686. Aus der Bedeutung von fünf, insofern es einen Teil oder "etwas" bezeichnet, worüber Nr. 4638, und auch "so viel als nötig ist". Aus der Bedeutung der Säulen, insofern sie die Aufrechthaltung (Stütze) bezeichnen, worüber Nr. 9674; und aus der Bedeutung von Schittimholz, insofern es das Gute des Verdienstes bezeichnet, das dem Herrn allein angehört, worüber Nr. 9472, 9486, somit Sein Göttlich-Menschliches, denn dieses hat das Verdienst: Nr. 9486. 9690. "Und überziehe sie mit Gold", 2. Mose 26/37, bedeutet das Vorbild des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Gold überziehen", und "aus Gold machen", insofern es ein Vorbild des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9510. 9691. "Und ihre Nägel von Gold", 2. Mose 26/37, bedeutet die Weise der Verbindung durch das Gute, wie Nr. 9676. 9692. "Und gieße dazu fünf Füße von Erz", 2. Mose 26/37, bedeutet die Macht aus dem äußeren Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Füße, insofern sie die unterstützende Macht bezeichnen, worüber Nr. 9643; und aus der Bedeutung von Erz, insofern es das natürlich Gute oder das äußere Gute bezeichnet, worüber Nr. 425, 1551.   Nr. 9693 - 9709 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 27. Kapitel 1. Und mache einen Altar von Schittimholz, fünf Ellen die Länge und fünf Ellen die Breite; viereckig soll der Altar sein, und drei Ellen seine Höhe. 2. Und mache seine Hörner an seine vier Ecken, aus ihm sollen seine Hörner hervorgehen; und überziehe ihn mit Erz. 3. Und mache seine Töpfe, ihn von Asche zu reinigen, und seine Schaufeln und seine Schalen, und seine Gabeln und seine Feuerzangen; alle seine Geräte sollst du von Erz machen. 4. Und mache ihm ein Gitter von netzförmiger Arbeit, aus Erz; und mache an das Netz vier eherne Ringe, an seinen vier Enden. 5. Und setze es unter die Einfassung des Altares unterhalb, daß das Netz gehe bis an die Mitte des Altares. 6. Und mache Stangen an den Altar, Stangen von Schittimholz; und überziehe sie mit Erz. 7. Und seine Stangen soll man in die Ringe stecken, daß die Stangen an beiden Seiten des Altares sind, wenn man ihn trägt. 8. Hohl von Brettern sollst du ihn machen; wie es dir gezeigt worden ist auf dem Berge, so sollen sie ihn machen. 9. Und mache den Vorhof der Wohnung an der Seite gegen Mittag, nach Süden; Umhänge für den Vorhof von gewobener weißer Baumwolle, hundert Ellen die Länge an der einen Seite. 10. Und seine Säulen zwanzig, und deren Füße zwanzig, von Erz; die Haken der Säulen und ihre Umgürtungen von Silber. 11. Und also an der Seite gegen Mitternacht in der Länge Umhänge, hundert Ellen lang, und seine Säulen zwanzig, und deren Füße zwanzig, von Erz; die Haken der Säulen und deren Umgürtungen von Silber. 12. Und in die Breite des Vorhofes, an der Seite des Meeres (gegen Abend) Umhänge, fünfzig Ellen (lang), ihre Säulen zehn, und deren Füße zehn. 13. Und in die Breite des Vorhofes an der Seite nach Osten, gegen Sonnenaufgang, fünfzig Ellen. 14. Und fünfzehn Ellen Umhänge auf der einen Seite, ihre Säulen drei, und ihre Füße drei. 15. Und auf dem anderen Flügel (Seite) fünfzehn Ellen Umhänge, ihre Säulen drei, und ihre Füße drei. 16. Und an der Tür des Vorhofes eine Decke (Vorhang) von zwanzig Ellen, von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gewobener weißer Baumwolle, ein Werk des Buntwirkers, seine Säulen vier, und ihre Füße vier. 17. Alle Säulen des Vorhofes ringsum von silbernen Umgürtungen umgeben, ihre Haken von Silber und ihre Füße von Erz. 18. Die Länge des Vorhofes hundert Ellen, und die Breite je fünfzig, und die Höhe fünf Ellen, von gewobener weißer Baumwolle, und ihre Füße von Erz. 19. Und alle Geräte der Wohnung zu ihrem ganzen Dienst und alle ihre Pfähle, und alle Pfähle des Vorhofes von Erz. 20. Und du sollst den Söhnen Israels gebieten, daß sie dir bringen Baumöl, reines, gestoßenes, zum Leuchter, daß man die Lampen beständig aufgehen lasse (d.i.anzünden). 21. Im Versammlungszelt außerhalb des Vorhanges, der vor dem Zeugnisse (hängt), soll ihn Aharon und seine Söhne zurichten, vom Abend bis zum Morgen, vor Jehovah; eine ewige Satzung (sei es) für ihre kommenden Geschlechter bei den Söhnen Israels.   Inhalt 9710. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn vom Gottesdienst des Herrn aus dem Guten der Liebe gehandelt. Dieser Gottesdienst wird bezeichnet durch den Altar, und im allgemeinen durch alles beschrieben, was zum Altar gehört. 9711. Hernach wird vom äußersten (untersten) Himmel gehandelt, der durch den Vorhof vorgebildet und beschrieben wird. 9712. Zuletzt wird von dem Guten der Liebtätigkeit gehandelt, durch das der geistige Himmel in den Glaubenswahrheiten vom Herrn erleuchtet wird. Dies wird bezeichnet durch das Olivenöl und den Leuchter.   Innerer Sinn 9713. Vers 1-8: Und mache einen Altar von Schittimholz, fünf Ellen die Länge und fünf Ellen die Breite; viereckig soll der Altar sein, und drei Ellen seine Höhe. Und mache seine Hörner an seine vier Ecken, aus ihm sollen seine Hörner hervorgehen; und überziehe ihn mit Erz. Und mache seine Töpfe, ihn von Asche zu reinigen, und seine Schaufeln und seine Schalen, und seine Gabeln und seine Feuerzangen; alle seine Geräte sollst du von Erz machen. Und mache ihm ein Gitter von netzförmiger Arbeit, aus Erz; und mache an das Netz vier eherne Ringe, an seinen vier Enden. Und setze es unter die Einfassung des Altares unterhalb, daß das Netz gehe bis an die Mitte des Altares. Und mache Stangen an den Altar, Stangen von Schittimholz; und überziehe sie mit Erz. Und seine Stangen soll man in die Ringe stecken, daß die Stangen an beiden Seiten des Altares sind, wenn man ihn trägt. Hohl von Brettern sollst du ihn machen; wie es dir gezeigt worden ist auf dem Berge, so sollen sie ihn machen. "Und mache einen Altar" bedeutet ein Vorbild des Herrn und Seines Dienstes; "von Schittimholz" bedeutet die Gerechtigkeit; "fünf Ellen die Länge und fünf Ellen die Breite" bedeutet gleichmäßig aus dem Guten und aus dem Wahren; "viereckig soll der Altar sein" bedeutet, so das Gerechte (vorbildend); "und drei Ellen seine Höhe" bedeutet das Volle in Ansehung der Grade; "und mache seine Hörner" bedeutet die Macht; "an seine vier Ecken" bedeutet vollständig; "aus ihm sollen seine Hörner hervorgehen" bedeutet, daß die Macht aus dem Guten komme; "und überziehe ihn mit Erz" bedeutet das Vorbildliche des Guten; "und mache seine Töpfe, ihn von Asche zu reinigen" bedeutet das, was entfernt werden muß nach der Benützung; "und seine Schaufeln und seine Schalen, und seine Gabeln und seine Feuerzangen" bedeutet das Wißtümliche, das zusammenhält und zu jedem Gebrauch dient; "alle seine Geräte sollst du von Erz machen" bedeutet, alles aus dem Guten; "und mache ihm ein Gitter von netzförmiger Arbeit" bedeutet das Sinnliche, welches das Letzte (oder Äußerste) ist; "aus Erz" bedeutet, auch dies aus dem Guten; "und mache an das Netz vier eherne Ringe" bedeutet die Sphäre des Guten, durch die Verbindung (stattfindet); "an seinen vier Enden" bedeutet allenthalben; "und setze es unter die Einfassung des Altares unterhalb" bedeutet, dies sei im Letzten; "daß das Netz gehe bis an die Mitte des Altares" bedeutet die Ausdehnung des Sinnlichen; "und mache Stangen an den Altar" bedeutet, die Macht im Zustand des Guten zu erhalten; "Stangen von Schittimholz" bedeutet das Gute der Gerechtigkeit und die daraus hervorgehende Macht; "und überziehe sie mit Erz" bedeutet das Vorbildliche des Guten; "und seine Stangen soll man in die Ringe stecken" bedeutet die Macht der Sphäre des göttlich Guten; "daß die Stangen an beiden Seiten des Altares sind" bedeutet die Macht des Guten durch das Wahre und des Wahren aus dem Guten; "wenn man ihn trägt" bedeutet das Dasein und das Bestehen; "hohl von Brettern sollst du ihn machen" bedeutet die Anwendung; "wie es dir gezeigt worden ist auf dem Berge, so sollen sie ihn machen" bedeutet vermöge der Entsprechung der göttlichen Dinge im Himmel. 9714. "Und mache einen Altar", 2. Mose 27/1, bedeutet ein Vorbild des Herrn und Seines Dienstes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares, der zu Brandopfern und Schlachtopfern bestimmt war, insofern er ein Vorbild des Herrn ist; und weil durch Brandopfer und Schlachtopfer alles bezeichnet wurde, was zum Gottesdienst des Herrn gehörte, deshalb war der Altar auch ein Vorbild Seines Dienstes (und Seiner Verehrung). Der Herr wird jedoch nicht durch Brandopfer und Schlachtopfer verehrt, sondern durch das, was sie vorbildeten, nämlich das Himmlische der Liebe und Geistige des Glaubens: Nr. 922, 923, 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519, 6905, 8680, 8936. Zwei Dinge waren es, durch die der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen vorgebildet wurde: der Tempel und der Altar. Daß es durch den Tempel (geschah), lehrt Er selbst: Joh.2/19-21: "Jesus sprach: Brechet diesen Tempel ab, in drei Tagen will Ich ihn doch wieder aufrichten, Er redete aber von dem Tempel Seines Leibes". Daß es durch den Altar geschah, kann man auch ersehen aus den Worten des Herrn, in denen Er vom Tempel und zugleich vom Altar redet: Matth.23/16-22: "Ihr Toren und Blinden, die ihr sagt: Wenn jemand geschworen hat bei dem Tempel, so hat es nichts zu bedeuten, wer aber geschworen hat bei dem Gold des Tempels, der ist schuldig; was ist größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?"; und: "So jemand geschworen hat bei dem Altare, das hat nichts zu bedeuten; wer aber irgend geschworen hat bei der Gabe auf demselben, der ist verpflichtet. Ihr Toren und Blinde! Was ist denn mehr, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt? Wer da schwört bei dem Altar, der schwört bei diesem, und bei allem, was auf ihm ist. Und wer bei dem Tempel schwört, der schwört bei demselben und bei Dem, Der ihn bewohnt. Und wer bei dem Himmel schwört, der schwört bei dem Throne Gottes und bei Dem, Der auf demselben sitzt". Hieraus erhellt, daß wie der Tempel, so auch der Altar ein Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn war, denn es wird dasselbe vom Altar gesagt wie vom Tempel, nämlich daß er es ist, der die Gabe heiligt, die auf ihm ist, daß also der Altar der Gegenstand ist, von dem die Heiligung ausgeht, und somit auch das Vorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn, von dem alles Heilige ausgeht. Aber der Altar war das Vorbild des Herrn in Ansehung Seines göttlich Guten, der Tempel aber in Ansehung Seines göttlich Wahren, somit in Ansehung des Himmels, denn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bildet den Himmel. Daher wird vom Tempel gesagt: "wer bei dem Tempel schwört, der schwört bei demselben, und bei Dem, Der in ihm wohnt", und es wird hinzugefügt: "wer bei dem Himmel schwört, der schwört bei dem Thron Gottes und bei Dem, Der darauf sitzt": der Thron Gottes ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, also der Himmel, und Der darauf sitzt, ist der Herr: Nr. 5313. Das gleiche wie durch den Tempel wurde auch durch die Wohnung vorgebildet: der Herr in Ansehung des göttlich Wahren ist hier das Zeugnis, das in der Lade war: Nr. 9503. Weil der Herr in Ansehung des göttlich Guten durch den Altar vorgebildet war, darum war er das Allerheiligste und heiligte alles, was ihn berührte, wie man aus der folgenden Stelle ersehen kann: 2. Mose 29/37 "Sieben Tage sollst du den Altar versöhnen und ihn heiligen, auf daß der Altar das Allerheiligste sei; und alles, was ihn berührt, soll geheiligt werden"; und deshalb "brannte beständig Feuer auf dem Altar, und wurde niemals ausgelöscht": 3. Mose 6/5,6; und aus diesem Feuer wurde das Feuer zum Rauchwerk genommen, und nicht anderswoher: 3. Mose 10/1-6; durch das Feuer des Altares wurde nämlich das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn bezeichnet: Nr. 5215, 6314, 6832, 6834, 6849. Daß der Altar ein Vorbild des Herrn war, erhellt auch aus Folgendem: Ps.43/3,4: "Dein Licht und Deine Wahrheit mögen mich führen zum Berge Deiner Heiligkeit und zu Deinen Wohnungen, daß ich eingehe zum Altare Gottes, zu Gott". Ps.26/6,7: "Ich wasche in Unschuld meine Hände, und umwandle Deinen Altar, Jehovah". Daß der Altar aber auch ein Vorbild des Gottesdienstes des Herrn war, (geht hervor aus Folgendem): Jes.60/7: "Alle Herden Arabiens werden sich versammeln vor dir; die Widder Nebajoths sollen dir dienen; sie werden (als Opfer) aufsteigen zum Wohlgefallen auf Meinem Altare". Jerem.Klagel.2/7: "Verlassen hat der Herr Seinen Altar, Er hat verworfen Sein Heiligtum": den Altar verlassen bedeutet, das Vorbild des Gottesdienstes des Herrn aus dem Guten der Liebe aufheben, verwerfen das Heiligtum bedeutet, das Vorbild des Gottesdienstes des Herrn aus den Glaubenswahrheiten abschaffen. Hes.6/4-6: "Eure Altäre werden zerstört werden, Ich werde eure Gebeine zerstreuen um eure Altäre, verwüstet und verödet werden eure Altäre werden, zerbrochen und verworfen eure Götzen": daß die Altäre zerstört, verwüstet und verödet werden, bedeutet, daß dies am vorbildlichen Gottesdienst geschehen werde. Jes.27/9: "Die Schuld Jakobs wird dadurch versöhnt werden, daß er alle Steine des Altares machen wird wie zerstreute Kalksteine": die zerstreuten Steine des Altares bedeuten alle Wahrheiten des (falschen) Gottesdienstes. Jes.27/7,8: "An jenem Tage wird der Mensch auf seinen Bildner (Schöpfer) schauen, und seine Augen auf den Heiligen Israels; er wird aber nicht sehen auf die Altäre, das Werk seiner Hände, und was seine Finger gebildet haben": die Altäre, ein Werk seiner Hände, und was seine Finger gebildet haben, bedeutet den (falschen) Gottesdienst aus der eigenen Einsicht. Hos.8/11: "Ephraim vermehrte die Altäre, um zu sündigen": die Altäre vermehren, um zu sündigen, bedeutet, Eitles für den Gottesdienst ersinnen. Hos.10/8: "Distel und Dornen werden wachsen auf ihren Altären": dies bedeutet, daß Böses und Falsches eindringen und den Gottesdienst bilden werde. Jes.19/19: "An jenem Tage wird der Altar Jehovahs in der Mitte Ägyptens sein": der Altar Jehovahs bedeutet den Gottesdienst des Herrn. Weil der Altar, von dem nun gehandelt wird, tragbar sein sollte, wurde er aus Schittimholz gemacht und mit Erz überzogen; der Altar dagegen, der an seinem Platze bleiben sollte, war entweder aus Erde oder aus unbehauenen Steinen. Der Altar aus Erde war ein Hauptvorbild des Herrn aus dem Guten der Liebe; der aus unbehauenen Steinen aber war das Vorbild des Gottesdienstes aus dem Guten und Wahren des Glaubens: Nr. 8935, 8945. Der tragbare Altar aber, von dem hier die Rede ist, war das Vorbild des Gottesdienstes des Herrn aus dem Guten der Liebe; deshalb war er aus Schittimholz und mit Erz überzogen. 9715. "Schittimholz", 2. Mose 27/1, bedeutet die Gerechtigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schittimholzes, insofern es das Gute des Verdienstes und der Gerechtigkeit bezeichnet, die dem Herrn allein gehört, worüber Nr. 9472, 9486. Was die Gerechtigkeit und das Verdienst ist, die dem Herrn allein gehören, soll nun hier gesagt werden: Man glaubt, der Herr habe sich Verdienst und Gerechtigkeit dadurch erworben, daß Er das ganze Gesetz erfüllte, und daß Er durch das Leiden am Kreuze das menschliche Geschlecht erlöste. Allein dies wird nicht unter der Gerechtigkeit und unter dem Verdienste des Herrn im Worte verstanden, sondern unter seinem Verdienste und seiner Gerechtigkeit wird verstanden, daß Er allein mit allen Höllen kämpfte und sie unterwarf, und dadurch alles in den Höllen in Ordnung brachte, und dann zugleich auch alles in den Himmeln. Bei jedem Menschen befinden sich nämlich Geister aus der Hölle und Engel aus dem Himmel; der Mensch könnte ohne dieselben gar nicht leben. Wenn aber nicht die Höllen vom Herrn unterjocht, und die Himmel in Ordnung gebracht worden wären, so hätte kein Mensch erlöst (selig) werden können. Dies konnte nur durch Sein Menschliches geschehen, nämlich durch Kämpfe mit jenen aus Seinem Menschlichen. Und weil der Herr dieses aus eigener Macht, somit allein vollbrachte, darum hat der Herr allein Verdienst und Gerechtigkeit; und daher ist Er es allein, Der noch jetzt beim Menschen die Höllen besiegt; denn wer sie einmal besiegt hat, der besiegt sie in Ewigkeit. Deswegen hat der Mensch gar kein Verdienst und keine Gerechtigkeit, sondern das Verdienst und die Gerechtigkeit des Herrn wird ihm zugerechnet, wenn er anerkennt, daß er nichts aus sich hat, sondern alles aus dem Herrn. Daher kommt es, daß der Herr allein den Menschen wiedergebären kann, denn den Menschen wiedergebären heißt, die Höllen von ihm wegtreiben, und somit das Böse und Falsche, das aus den Höllen ist, und an ihrer Statt den Himmel einpflanzen, d.h. das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens: denn dies macht den Himmel. Durch beständige Kämpfe mit den Höllen verherrlichte der Herr auch Sein Menschliches, d.h., Er machte es göttlich; denn sowie der Mensch durch Kämpfe, die Versuchungen sind, wiedergeboren wird, so wurde der Herr durch Kämpfe, die Versuchungen waren, verherrlicht. Daher ist die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn aus eigener Macht auch Sein Verdienst und Seine Gerechtigkeit, denn durch sie wird der Mensch erlöst (selig gemacht), weil durch sie alle Höllen in Ewigkeit vom Herrn unterworfen gehalten werden. Daß es so ist, erhellt aus den Stellen im Wort, wo vom Verdienste und der Gerechtigkeit des Herrn gehandelt wird, wie bei Jes.63/1-8: "Wer ist Der, Der aus Edom kommt, mit besprengten Kleidern aus Bozra, einhergehend in der Größe Seiner Kraft? Ich bin es, Der Ich rede in Gerechtigkeit, groß (mächtig) zu erretten. Warum sind so gerötet Deine Kleider, und Deine Kleider wie eines Keltertreters? Die Kelter habe Ich allein getreten, und von den Völkern war niemand mit Mir; darum zertrat Ich sie in Meinem Zorn; deshalb spritzte ihre Kraft auf Meine Kleider, und habe Ich Mein ganzes Gewand befleckt; denn ein Tag der Rache war in Meinem Herzen und das Jahr Meiner Erlösten war gekommen. Ich schaute umher, aber da war kein Helfer; Ich staunte, aber niemand war, der (Mich) unterstützte; darum verschaffte Mir Heil (Sieg) Mein Arm, und Mein Zorn unterstützte Mich; und Ich zertrat die Völker in Meinem Zorn und schüttete ihre Kraft auf die Erde; dadurch ist Er ihr Heiland (Erlöser) geworden": daß dies in bezug auf den Herrn gesagt wurde, ist bekannt. Seine Kämpfe mit den Höllen werden dadurch beschrieben, daß Er Seine Kleider besprengte, daß Seine Kleider gerötet waren, und daß Seine Kleider waren wie die eines Keltertreters, und durch den Tag der Rache. Seine Siege und die Unterjochungen der Höllen werden dadurch beschrieben, daß Er sie zertrat in seinem Zorne, wodurch ihre Kraft auf Seine Kleider gesprengt wurde, daß Er die Völker zertrat im Zorn und ihre Kraft auf die Erde schüttete. Daß der Herr dies aus eigener Macht tat, wird dadurch beschrieben, daß Er die Kelter alleine trat, und von den Völkern niemand mit Ihm war, daß Er umherschaute, und kein Helfer da war; daß Er staunte, aber niemand Ihn unterstützte; daß Sein Arm Ihm den Sieg verschaffte. Daß dadurch das Heil (der Menschen) bewirkt wurde, wird dadurch beschrieben, daß Er einherging in der Größe Seiner Kraft, mächtig zu erlösen; daß das Jahr seiner Erlösten gekommen war, und daß Er dadurch zu ihrem Heiland (Erlöser) geworden. Daß dies alles zur Gerechtigkeit gehört, zeigt sich noch deutlicher in einer anderen Stelle, bei Jes.59/16,17: "Er sah, und kein Mann war da, und Er staunte, daß keiner ins Mittel trat, darum verschaffte Ihm Heil (Sieg) Sein Arm, und Seine Gerechtigkeit unterstützte Ihn; darum zog Er Gerechtigkeit an wie einen Panzer, und setzte den Helm des Heils auf Sein Haupt. Er zog an die Kleider der Rache, und bedeckte Sich mit Eifer, wie mit einem Gewande". Jes.51/5: "Nahe ist Meine Gerechtigkeit, Mein Heil ist ausgegangen, und Meine Arme werden die Völker richten; auf Mich werden die Inseln hoffen und auf Meinen Arm ihr Vertrauen setzen": der Arm, der Ihm Heil (Sieg) verschaffte, und auf den sie ihr Vertrauen setzen, bedeutet Seine eigene Macht, durch die Er die Höllen unterjochte. Daß der Arm die Macht bezeichnet, sehe man Nr. 4932, 7205; hieraus erhellt, was die Gerechtigkeit und was das Verdienst ist, das allein dem Herrn angehört. Jes.41/2: "Wer hat den von Osten (vom Aufgang) erweckt, Dem Gerechtigkeit begegnet auf Seinen Tritten? Wer unterwirft die Völker vor Ihm, und läßt Ihn herrschen über Könige?". Jes.45/13: "Ich habe nahe herbeigebracht Meine Gerechtigkeit, sie ist nicht ferne, Mein Heil wird nicht säumen". Jes.61/10: "Jehovah hat mich angezogen mit Kleidern des Heils, mit dem Mantel der Gerechtigkeit hat Er mich bedeckt". Ps.71/15,16,18,19,24: "Mein Bund soll verkünden Deine Gerechtigkeit, den ganzen Tag Dein Heil; ich weiß sie nicht aufzuzählen; ich will gedenken Deiner Gerechtigkeit; verlaß mich nicht, bis ich verkündet habe Deinen Arm, Deine Stärke, denn Deine Gerechtigkeit reicht bis zur Höhe, der Du große Dinge getan hast". Jerem.23/5,6; 33/15,16: "Siehe, die Tage kommen, wo Ich dem David einen gerechten Sproß erwecken werde, Der als König herrschen wird, und es wird Ihm gelingen, und Er wird Recht und Gerechtigkeit schaffen auf Erden; in jenen Tagen wird Judah erlöst werden, und Israel wird sicher wohnen; und das ist Sein Name, bei dem man Ihn nennen wird, Jehovah, unsere Gerechtigkeit". Dan.9/24: "Siebzig Wochen sind bestimmt, zu versöhnen die Missetat, und Gerechtigkeit herbeizuführen in die Zeitläufe (d.h. für immer)". Daß die Unterjochung der Höllen, die Anordnung der Himmel vom Herrn, und die Verherrlichung Seines Menschlichen, und dadurch das Heil für den Menschen, der den Herrn durch Liebe und Glauben aufnimmt, die Gerechtigkeit und das Verdienst sind, das dem Herrn allein angehört, kann man aus den oben angeführten Stellen deutlich erkennen. Aber diejenigen, die nicht wissen, daß Geister von den Höllen beim Menschen sind, von denen ihm Böses und Falsches zufließt, wie auch, daß Engel aus dem Himmel (bei ihm sind), von denen ihm Gutes und Wahres (zufließt), und daß so das Leben des Menschen auf der einen Seite mit den Höllen verbunden ist und auf der anderen mit den Himmeln, d.h. durch die Himmel mit dem Herrn; und daß somit der Mensch nimmermehr hätte erlöst werden können, wenn nicht die Höllen unterjocht und die Himmel in Ordnung gebracht worden wären; und dadurch alles dem Herrn unterworfen worden wäre, können diese Sache nicht begreifen. Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß das Gute des Verdienstes des Herrn das einzige Gute ist, das in den Himmeln regiert, wie Nr. 9486 gesagt worden ist, denn das Gute des Verdienstes ist auch jetzt noch die fortwährende Unterjochung der Höllen, und dadurch der Schutz der Gläubigen. Dieses Gute ist das Gute der Liebe des Herrn; denn aus der göttlichen Liebe kämpfte und siegte Er in der Welt; aus der göttlichen Macht im Menschlichen, die Er Sich dadurch erworben, kämpft Er nun allein in Ewigkeit für den Himmel und für die Kirche und für das ganze menschliche Geschlecht, und siegt und errettet. Dies ist jetzt das Gute des Verdienstes, das Gerechtigkeit heißt, weil es Sache der Gerechtigkeit ist, die Höllen, die das menschliche Geschlecht zu verderben streben, zu bändigen, und so die Guten und Gläubigen zu schützen und selig zu machen. Über die Kämpfe und Versuchungen des Herrn, als Er in der Welt war, sehe man Nr. 1663, 1668, 1690, 1691, 1692, 1737, 1787, 1812, 1813, 1820, 2776, 2786, 2795, 2803, 2814, 2816, 4287, 7193, 8273; und daß der Herr allein für das menschliche Geschlecht wider die Höllen kämpft: Nr. 1692, 6574, 8159, 8172, 8175, 8176, 8273, 8969. 9716. "Fünf Ellen die Länge und fünf Ellen die Breite", 2. Mose 27/1, bedeutet gleichmäßig aus dem Guten und aus dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von fünf, insofern es ausdrückt "gleichmäßig", denn wenn zwei Dinge gleich sind, wie hier die Länge und die Breite, so sind sie gleichmäßig. Daß die Länge und die Breite des Altars fünf Ellen sein sollten, war deshalb, weil fünf auch das gleiche bedeutet wie zehn, hundert und tausend, und durch diese Zahlen das viele, das Ganze, das Volle, und im höchsten Sinn, in dem vom Herrn (gehandelt wird), das Unendliche bezeichnet wird, also auch durch fünf; denn die zusammengesetzten Zahlen bedeuten das gleiche wie die einfachen, aus denen sie hervorgehen, und also auch die einfachen das gleiche, wie ihre zusammengesetzten: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. Daß zehn, hundert und tausend das viele, das Ganze und das Volle bedeuten, sehe man Nr. 3107, 2636, 4400, 4638, 8715, und auch fünf: Nr. 5708, 5956, 9102; und daß tausend, wenn vom Göttlichen (die Rede ist), das Unendliche bedeutet: Nr. 2575. Ferner aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 1613, 9487; und aus der Bedeutung der Breite, insofern sie das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1613, 3433, 3434, 4482, 9487. Hieraus erhellt, daß durch fünf Ellen die Länge und fünf Ellen die Breite bezeichnet wird "gleichmäßig aus dem Guten und aus dem Wahren". Gleichmäßig aus dem Guten und aus dem Wahren wird gesagt, wenn das Wahre dem Guten, und das Gute dem Wahren angehört, somit wenn das Wahre und Gute zusammenwirken und eine Ehe bilden, wie im Himmel durch den Herrn. Dies läßt sich näher beleuchten durch das Verstandesvermögen und das Willensvermögen bei dem Menschen: wenn das Verstandesvermögen zusammenwirkt mit dem Willensvermögen, d.h., wenn der Mensch inne wird, daß das Wahre dem Guten, und das Gute dem Wahren angehört, dann sind sie bei ihm gleichmäßig aus dem Guten und aus dem Wahren. Das Verstandesvermögen ist auch wirklich bestimmt für das Innewerden des Wahren aus dem Guten und das Willensvermögen für das Innewerden des Guten aus dem Wahren. 9717. "Viereckig soll der Altar sein", 2. Mose 27/1, bedeutet, so das Gerechte (vorbildend). Dies erhellt aus der Bedeutung von viereckig, insofern es das Gerechte bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung des Altares, insofern er das Vorbild des Herrn und seines Gottesdienstes ist. Daher wird durch "viereckig soll der Altar sein", das Gerechte im Herrn und dadurch im Gottesdienst bezeichnet. Der Gottesdienst wird gerecht genannt, wenn das Gute und Wahre in demselben vom Herrn ist, und nicht vom Menschen; denn vom Herrn allein ist das Gerechte: Nr. 9263. Daß "viereckig" das Gerechte bezeichnet, hat seinen Grund und Ursprung in den Vorbildungen im anderen Leben, dort stellt sich nämlich das Gute als rund dar, und das Gute des äußeren Menschen, welches das Gerechte heißt, als viereckig. Das Wahre und Richtige aber stellt sich in Linienform und dreieckig dar. Daher kommt es nun, daß durch viereckig das Gerechte bezeichnet wird, wie auch durch "das Viereck des Rauchaltars": 2. Mose 30/2; durch "das viereckige doppelte Brustschildlein des Gerichts": 2. Mose 28/16; wie auch dadurch, daß das "neue Jerusalem viereckig sein sollte": Joh.Offenb.21/16. Das neue Jerusalem ist hier die neue Kirche des Herrn, die der unsrigen folgen wird; ihr äußeres Gutes oder das Gerechte, wird durch viereckig bezeichnet. 9718. "Und drei Ellen seine Höhe", 2. Mose 27/1, bedeutet das Volle in Ansehung der Grade. Dies erhellt aus der Bedeutung von 3, insofern es das Volle bezeichnet, worüber Nr. 4495, 7715, 9488, 9489; und aus der Bedeutung der Höhe, insofern sie den Grad in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9489. 9719. "Und mache seine Hörner", 2. Mose 27/2, bedeutet die Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hörner, insofern sie die Macht des Wahren aus dem Guten bezeichnen, worüber Nr. 2832, 9081. 9720. "An seine vier Ecken", 2. Mose 27/2, bedeutet das Vollständige. Dies erhellt aus der Bedeutung von 4, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 9601, 9674; und aus der Bedeutung der Ecken, insofern sie die Festigkeit und Stärke bezeichnen, worüber Nr. 9494, wie auch alles, was dem Wahren und Guten angehört: Nr. 9642, daher bedeuten die vier Hörner an den vier Ecken die vollständige Macht. 9721. "Aus ihm sollen seine Hörner hervorgehen", 2. Mose 27/2, bedeutet, daß die Macht aus dem Guten komme. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares, an dem die Hörner waren, insofern er ein Vorbild des Herrn und seines Dienstes (oder seiner Verehrung) aus dem Guten der Liebe ist, worüber Nr. 9714; und aus der Bedeutung der Hörner, insofern sie die Macht bezeichnen, wie Nr. 9719. Daraus wird klar, daß durch "aus ihm sollen seine Hörner hervorgehen" bezeichnet wird, daß die Macht aus dem Guten kommen muß. Daß in der geistigen Welt alle Macht dem Guten durch das Wahre angehört, sehe man Nr. 6344, 6423, 9643. 9722. "Und überziehe ihn mit Erz", 2. Mose 27/2, bedeutet das Vorbildliche des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erzes, insofern es das natürliche oder äußere Gute bezeichnet, worüber Nr. 425, 1551; daß die Überziehung oder Überkleidung mit Erz ein Vorbild dieses Guten ist, ergibt sich von selbst. 9723. "Und mache seine Töpfe, ihn von Asche zu reinigen", 2. Mose 27/3, bedeutet das, was entfernt werden muß nach der Benützung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töpfe, ihn von Asche zu reinigen, insofern sie das bezeichnen, was entfernt werden muß nach der Benützung. Denn die Asche bedeutet solche Dinge im Gedächtnis des natürlichen oder äußeren Menschen, die nach der Benützung zurückbleiben, aber entfernt werden müssen, damit sie nicht hindern, daß anderes, wodurch wiederum ein Nutzen bewirkt wird, nachfolge. Die Töpfe bezeichnen solche (Gefäße), durch welche die Entfernung geschieht, weil die Asche vermittelst derselben fortgeschafft wird. Damit man wisse, was durch die Asche, die auf dem Altare nach dem Brandopfer und Schlachtopfer zurückbleibt, bezeichnet wird, soll zuerst gesagt werden, wie es sich mit dem verhält, was nach der Benützung im Menschen zurückbleibt: Der Mensch wird von Kindheit an bis zum Ende seines Lebens in der Welt in betreff der Einsicht und Weisheit vervollkommnet, und wenn es gut mit ihm stehen soll, auch in betreff des Glaubens und der Liebe. Die wißtümlichen Kenntnisse tragen vorzüglich zu dieser Nutzwirkung bei. Diese Kenntnisse werden durch das Hören, Sehen und Lesen erworben und im äußeren oder natürlichen Gedächtnisse niedergelegt. Sie dienen dem inneren Sehen oder dem Verstande zur Unterlage für die Gegenstände, damit er aus diesen solche erwähle und hervorrufe, durch die er weise werden kann; denn das innere Sehen oder der Verstand sieht aus seinem Lichte, das aus dem Himmel ist, auf jene Unterlage, oder auf jenes Gedächtnis, das unterhalb seiner ist, und aus den daselbst befindlichen verschiedenen Dingen erwählt und ruft er solches hervor, was mit seiner Liebe übereinstimmt. Dieses nimmt er von da heraus, und legt es in sein Gedächtnis nieder, welches das innere Gedächtnis ist, worüber man sehe Nr. 2469-2494. Daher kommt das Leben des inneren Menschen, seine Einsicht und Weisheit. Ebenso verhält es sich mit dem, was seiner geistigen Einsicht und Weisheit angehört, und was sich auf den Glauben und die Liebe bezieht. Um dieses dem inneren Menschen einzupflanzen, dazu dienen gleichfalls die wißtümlichen Kenntnisse, jedoch nur solche, die aus dem Worte oder der Kirchenlehre geschöpft sind, und Erkenntnisse des Wahren und Guten genannt werden. Wenn diese im Gedächtnisse des äußeren Menschen niedergelegt sind, dienen sie gleichfalls dem Gesichte des inneren Menschen, das aus dem Lichte des Himmels sieht als Objekte (Gegenstände), und aus diesen wählt und ruft es solches hervor, das mit seiner Liebe übereinstimmt, denn der innere Mensch sieht auf nichts anderes im äußeren; was nämlich der Mensch liebt, das sieht er im Licht, was er aber nicht liebt, das sieht er im Schatten; dieses stößt er zurück, jenes aber erwählt er. Hieraus kann man erkennen, wie es sich mit den Wahrheiten des Glaubens und mit dem Guten der Liebe beim Menschen, der wiedergeboren wird, verhält, daß nämlich das Gute, das seiner Liebe angehört, die übereinstimmenden Glaubenswahrheiten sich erwählt und durch dieselben sich vervollkommnet; und daß damit das Gute der Liebe an erster Stelle, und das Wahre des Glaubens an zweiter Stelle steht, wie früher ausführlich gezeigt worden ist, Nr. 3325, 3494, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 4925, 4977, 6256, 6269, 6272, 6273. Sobald das Wißtümliche oder die Erkenntnisse des Guten und Wahren im Gedächtnisse des äußeren Menschen diesen Dienst geleistet haben, verschwinden sie gleichsam aus diesem Gedächtnis. Es verhält sich damit wie mit den Belehrungen, die von Kindheit an dem Menschen als Mittel gedient haben, sein sittliches und bürgerliches Leben zu vervollkommnen; sobald sie diesen Dienst geleistet haben, und der Mensch sein Leben daraus geschöpft hat, schwinden sie aus dem Gedächtnisse, und bleiben nur für die Ausübung und den Gebrauch zurück. In solcher Weise lernt der Mensch reden, denken, unterscheiden und urteilen; er lernt, sich der Sitte gemäß zu unterhalten und sich mit Anstand zu benehmen, mit einem Worte, er lernt sprechen, Sitten, Einsicht und Weisheit. Die wißtümlichen Kenntnisse, die zu diesen Nutzzwecken gedient haben, werden durch die Asche bezeichnet, die entfernt werden muß; und die Erkenntnisse des Wahren und Guten, durch die der Mensch geistiges Leben bekommt, werden, nachdem sie diesem Nutzzwecke gedient haben, d.h. ins Leben übergegangen sind, durch die Asche des Altares bezeichnet, die auch entfernt werden mußte. Wenn sie aber entfernt ward, wurde sie zuerst neben den Altar gestellt, später aber außerhalb des Lagers an einen reinlichen Ort gebracht, während das Feuer des Altars immer fortbrannte zum Gebrauch für das neue Brandopfer und Schlachtopfer, gemäß dem Verfahren, das 3. Mose 6/9-13 auf folgende Weise beschrieben ist: "Der Priester soll das Brandopfer brennen lassen auf dem Herde des Altars die ganze Nacht bis zur Morgenröte; dann soll er den leinenen Rock anziehen und die leinenen Beinkleider, und die Asche wegnehmen, zu der das Feuer das Brandopfer auf dem Altare verbrannt hat; danach soll er seine Kleider ausziehen und andere Kleider anziehen, und die Asche außerhalb des Lagers an einen reinen Ort bringen; das Feuer aber auf dem Altare soll fortbrennen und nicht erlöschen; der Priester soll Holz darauf anzünden an jedem Morgen, und das Brandopfer auf demselben zurichten, und das Fett der Schlachtopfer verbrennen; das Feuer soll immerfort auf dem Altare brennen und soll nicht erlöschen": alle diese (Anordnungen) enthalten Geheimnisse des Himmels, und bezeichnen das Göttliche der Verehrung des Herrn aus dem Guten der Liebe; was die Asche bedeutet, wurde schon oben gesagt; daß etwas Himmlisches durch die Asche des Altars bezeichnet wird, kann jedem klar werden, der nachdenkt; ebenso dadurch, daß der Priester, wenn er die Asche vom Altare wegschaffte, einen leinenen Rock und leinene Beinkleider anlegen, und sie hernach in anderen Kleidern außerhalb des Lagers bringen, und an einem reinen Ort aufbewahren sollte; nichts im Worte ist inhaltleer, nicht ein Wort, und auch nicht einmal ein einziger Umstand bei diesem Verfahren. Hieraus kann man einigermaßen erkennen, was bezeichnet wird durch die Asche von der verbrannten roten Kuh, vermittelst deren das Wasser der Scheidung und Reinigung bereitet wurde, worüber 4. Mose 19/2-11,17; und was im entgegengesetzten Sinn durch Asche wird, nämlich das Verwerfliche (Verfluchte), was nach der Verbrennung aus dem Feuer der Selbstliebe zurückblieb; dies wird durch die Asche bezeichnet, die sie auf das Haupt legten, und mit der sie sich bedeckten bei der Trauer über ihre Sünden, Jerem.6/26; Hes.27/30; Jonas 3/6. 9724. "Und seine Schaufeln und seine Schalen, und seine Gabeln und seine Feuerzangen", 2. Mose 27/3, bedeutet das Wißtümliche, welches das Enthaltende ist und zu allerlei Gebrauch dient. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geräte im allgemeinen, insofern sie die Dinge des äußeren Gedächtnisses oder die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnen, worüber Nr. 3068, 3069; und bei den heiligen Dingen bezeichnen sie die Erkenntnisse des Guten und Wahren, die Mittel zur Verehrung des Herrn sind: Nr. 9544; so auch die Geräte beim Dienst am Altar. Aber jedes Gerät bei demselben bedeutet Wißtümliches zu einem besonderen Gebrauch, somit bezeichnen alle dabei gebrauchten Geräte das Wißtümliche, das zu allem Gebrauch diente. 9725. "Alle seine Geräte sollst du von Erz machen", 2. Mose 27/3, bedeutet, alles aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geräte, insofern sie das (Wißtümliche) bezeichnen, worüber Nr. 9724, hier alles Wißtümliche, weil gesagt wird "alle seine Geräte"; und aus der Bedeutung von Erz, insofern es das äußere oder natürliche Gute bezeichnet, worüber Nr. 425, 1551. 9726. "Und mache ihm ein Gitter von netzförmiger Arbeit", 2. Mose 27/4, bedeutet das Sinnliche, welches das Letzte ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gitters von netzförmiger Arbeit, insofern es das sinnliche Äußere, somit das Letzte des Lebens beim Menschen bezeichnet. Und weil es das Letzte ist, darum wurde es auch um den Altar aufgestellt. Dieses Sinnliche wurde vorbildlich dargestellt durch das Gitter, weil es gleichsam wie ein Gitter (oder Sieb) erst sichtet und scheidet, was beim Menschen eingeht, und in seinem Verstande und in seinem Willen sich darstellt, somit das Wahre und Gute. Wenn das Sinnliche aus dem Guten stammt, dann läßt es nichts zu als das Gute und das Wahre aus dem Guten, und alsdann verwirft es das Böse und das Falsche, das aus dem Bösen stammt, denn das Sinnliche ist eben das Wahrnehmen und Empfinden für die Gegenstände des Verstandes und des Willens im Äußersten, und ganz für die Anregungen dieser Dinge gebildet. Wie es beschaffen ist, kann man durch vieles im Körper näher beleuchten: allenthalben an den äußersten Teilen des Körpers sind netzartige Formen und gleichsam Gitter (oder Siebe), die das aus der Welt Eindringende sichten, indem sie mit Verlangen das Zuträgliche zulassen, und das nicht Zuträgliche mit Abscheu zurückstoßen. Die ausgezeichnetsten Gebilde dieser Art sind im Leibe, die ihrem Verlangen gemäß seines Nutzens willen dasjenige in das Blut eingehen lassen, was für den Chilus (oder Nahrungssaft) zuträglich ist, und gemäß ihres Abscheus wegen der Schädlichkeit zurückstoßen, was nicht zuträglich ist. Mit dem Sinnlichen, welches das Letzte im Leben des Menschen ist, verhält es sich ebenso; dasselbe ist aber beim Menschen gänzlich zugrunde gegangen, weil es der Welt zunächst liegt, und daher das letzte ist, was wiedergeboren wird, und bis zu dem heutzutage kaum irgend jemand wiedergeboren werden kann. Wie daher bei den jetzigen Menschen das Sinnliche beschaffen ist, darüber sehe man, was in Nr. 4009, 5077, 5081, 5084, 5094, 5125, 5128, 5580, 5767, 5774, 6183, 6201, 6310-6318, 6564, 6598, 6612, 6614, 6622, 6624, 6844, 6845, 6948, 6949, 7442, 7645, 7693, 9212, 9216 gezeigt worden ist. Darum wird der Mensch vom Sinnlichen hinweg gegen das Innere hin vom Herrn erhoben, damit er die Wahrheiten des Glaubens und das Gute der Liebe sehen und erfassen kann. Das Sinnliche aber, das (hier) durch das netzförmige Gitter um den Altar herum bezeichnet wird, ist das Sinnliche des Göttlich-Menschlichen im Herrn; denn der Altar ist das Vorbild des Herrn und Seiner Verehrung aus dem Guten der Liebe: Nr. 9714. 9727. "Aus Erz", 2. Mose 27/4, bedeutet, auch dieses aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erzes, insofern es das äußere oder natürliche Gute bezeichnet, worüber Nr. 425, 1551. Weil durch das Gitter von netzförmiger Arbeit um den Altar das Sinnliche des Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichnet wird: Nr. 9726, darum ist das Gute, das hier bezeichnet wird, das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe. Alles, was dem Göttlich-Menschlichen des Herrn angehört, ist aus diesem Guten. 9728. "Und mache an das Netz vier eherne Ringe", 2. Mose 27/4, bedeutet die Sphäre des göttlich Guten, durch welche die Verbindung (stattfindet). Dies erhellt aus der Bedeutung des Netzes, insofern es das Äußerste des Lebens bezeichnet, das dem inneren Leben entspricht, das dem Verstand und dem Willen angehört, worüber Nr. 9726. Aus der Bedeutung von 4, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 1686, 8877, 9601, 9674, aus der Bedeutung der Ringe, insofern sie die Sphäre des göttlich Guten und Wahren bezeichnen, durch welche die Verbindung stattfindet, worüber Nr. 9498, 9501; und aus der Bedeutung des Erzes, insofern es das Gute bezeichnet, wie Nr. 9727. 9729. "An seinen vier Enden", 2. Mose 27/4, bedeutet allenthalben. Dies erhellt aus der Bedeutung der vier Enden, insofern es "allenthalben oder überall" bezeichnet, worüber 9666. 9730. "Und setze es unter die Einfassung des Altares unterhalb", 2. Mose 27/5, bedeutet, dieses sei im Letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gitters von netzförmiger Arbeit, das unter die Einfassung gesetzt wird, insofern es das Sinnliche bezeichnet, worüber Nr. 9726; aus der Bedeutung der Einfassung, wenn vom Sinnlichen die Rede ist, insofern es das Letzte bezeichnet; daß das äußere Sinnliche das Letzte des Lebens bei dem Menschen ist, sehe man Nr. 9726; und aus der Bedeutung von unterhalb, insofern es soviel ist als außerhalb. Denn durch das Höhere wird das Innere und durch das Untere wird das Äußere bezeichnet: Nr. 6952, 6954, 7814-7821, 8604; daher wird durch aufwärts bezeichnet "nach innen"; und durch abwärts (oder unten) wird ausgedrückt "nach außen". Unter dem äußeren Sinnlichen wird nicht das Sinnliche des Körpers selbst verstanden, z.B. Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch, Gefühl, sondern das, was diesem zunächst steht. Ein sinnlicher Mensch heißt der, welcher nach den Sinnen seines Körpers und deren Begierden denkt und begehrt und nicht weiter dringt mit seinem Denken. Wer weiter erwägt und forscht, was das Sinnliche begehrt, und was er selbst aus dem Sinnlichen denkt; von dem wird gesagt, daß er sich über das Sinnliche erhebe, oder von demselben sich entferne und innerlicher denke. Dies geschieht heutzutage bei denen, die im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens sind. Wenn das geschieht, dann ruht das Sinnliche und wird des tätigen Lebens beraubt, das es aus der Welt und deren Gegenständen hat. Es gibt zwei Richtungen des Verstandes und des Willens beim Menschen. Die eine Richtung geht nach außen gegen die Welt hin und die andere nach innen gegen den Himmel hin. Bei den natürlichen und sinnlichen Menschen geht die Richtung ihres Verstandes und Willens, und somit ihrer Gedanken und Neigungen gegen die Welt hin, aber bei den geistigen und himmlischen Menschen geht die Richtung derselben gegen den Himmel hin, und auch abwechselnd gegen die Welt hin. Der Zielpunkt der Richtungen wendet sich nach innen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und inwieweit er nach innen gewendet werden kann, insoweit kann der Mensch vom Herrn gegen den Himmel zu Ihm hin erhoben und insoweit dadurch mit Weisheit, Glauben und Liebe erfüllt werden; denn dann lebt der Mensch im inneren Menschen, und folglich in seinem Geiste, und der äußere Mensch ist ihm untergeordnet. Wenn aber der Mensch sich nicht wiedergebären läßt, dann bleibt sein ganzes Innere gegen die Welt hin gekehrt, und dann ist sein Leben im äußeren Menschen, und der innere ist diesem untergeordnet, was geschieht, wenn dieser Vernünfteleien darbietet, die seinen bösen Begierden günstig sind, das ist, ihnen schmeicheln. Solche werden natürliche Menschen genannt, und die am meisten im Äußeren sind, heißen Sinnliche. Daraus kann erhellen, was unter dem Sinnlichen verstanden wird. 9731. "Daß das Netz gehe bis an die Mitte des Altares", 2. Mose 27/5, bedeutet die Ausdehnung des Sinnlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Netzes, insofern es das Sinnliche bezeichnet, worüber Nr. 9726. Die Ausdehnung desselben wird dadurch bezeichnet, daß es bis an die Mitte des Altares gehen sollte. Das Geheimnis, das diese Ausdehnung in sich schließt, kann nicht faßlich beschrieben werden, wenn man nicht weiß, daß das Sinnliche, das durch das Gitter von netzförmiger Arbeit bezeichnet wird, sich bei dem Menschen vom Kopfe bis zu den Lenden ausdehnt und dort aufhört. Diese Ausdehnung ist es, die durch die Ausdehnung des Netzes bis zur Mitte des Altares vorgebildet wurde; denn die Vorbildungen, die in der Natur sind, beziehen sich auf die menschliche Form und haben ihre Bedeutung gemäß dem Verhältnis zu ihr: Nr. 9496. Von den Lenden an wird aber das dem Inneren zunächst liegende Sinnliche fortgesetzt, das vorbildlich dargestellt wurde durch das gemeinsame Überziehen oder Bekleiden mit Erz um den Altar herum, wovon Nr. 9722. 9732. "Und mache Stangen an den Altar", 2. Mose 27/6, bedeutet, die Macht im Zustand des Guten zu erhalten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stangen, insofern sie eine Macht bezeichnen, worüber Nr. 9496. Daß sie aber die Macht, im Zustand des Guten zu erhalten, bezeichnen, kommt daher, daß die Stangen zum Altar gehörten, und durch den Altar der Herr und sein Gottesdienst (Verehrung) aus dem Guten der Liebe vorgebildet wurde. 9733. "Stangen von Schittimholz", 2. Mose 27/6, bedeutet das Gute der Gerechtigkeit und die daraus hervorgehende Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stangen, insofern sie die Macht bezeichnen, wie Nr. 9732, und aus der Bedeutung des Schittimholzes, insofern es das Gute des Verdienstes oder das Gute der Gerechtigkeit bezeichnet, worüber Nr. 9472, 9486. Daß dieses Gute das Gute der Liebe im Göttlich-Menschlichen des Herrn ist, sehe man Nr. 9715. 9734. "Und überziehe sie mit Erz", 2. Mose 27/6, bedeutet das Vorbildliche des Guten; wie Nr. 9722. 9735. "Und seine Stangen soll man in die Ringe stecken", 2. Mose 27/7, bedeutet die Macht der Sphäre des göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stangen, insofern sie die Macht bezeichnen, wie Nr. 9732; und aus der Bedeutung der Ringe, insofern sie die Sphäre des göttlich Guten und Wahren bezeichnen, durch welche die Verbindung stattfindet, worüber Nr. 9728. 9736. "Daß die Stangen an beiden Seiten des Altares sind", 2. Mose 27/7, bedeutet die Macht des Guten, aus dem das Wahre (kommt), und die des Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stangen, insofern sie eine Macht bezeichnen, wie gleich oben, und aus der Bedeutung der beiden Seiten, insofern sie das Gute bezeichnen, aus dem das Wahre stammt, und das Wahre aus dem Guten, somit die Ehe des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten. Dies hat seinen Grund darin, daß das, was beim Menschen auf der rechten Seite ist, sich auf das Gute bezieht, aus dem das Wahre ist, und das, was auf der linken Seite ist, auf das Wahre aus dem Guten, man sehe Nr. 9604, und daß so durch die Verbindung die Ehe des Guten und Wahren bezeichnet wird: Nr. 9495. Daher kommt es nun, daß das gleiche durch die Seiten des Altares, wo die Stangen waren, bezeichnet wird, denn alle Vorbildungen in der Natur beziehen sich auf die menschliche Form, und haben ihre Bedeutung je nach dem Verhältnis zu ihr: Nr. 9496. 9737. "Wenn man ihn trägt", 2. Mose 27/7, bedeutet das Dasein (existieren) und das Bestehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von tragen, insofern es heißt, im Zustand des Guten und Wahren erhalten, somit dasein (existieren) und bestehen, worüber Nr. 9500. Das gleiche wird durch tragen bezeichnet bei Jes.46/3,4: "Höret Mich, Haus Jakobs, und alle, die ihr übriggeblieben seid vom Hause Israel: Ich habe euch getragen vom Mutterleib an; auch bis ins Alter bin Ich derselbe, und bis zum grauen Haar werde Ich euch tragen, Ich habe es getan, und Ich werde euch tragen und euch heben": tun bedeutet hier, (bewirken), daß es existiere; tragen, daß es bestehe; und heben, daß es fortwährend da sei (oder existiere). 9738. "Hohl von Brettern sollst du ihn machen", 2. Mose 27/8, bedeutet die Anwendung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "hohl von Brettern", wenn vom Altar (die Rede ist), auf dem die Brandopfer verbrannt und das Fett der Schlachtopfer angezündet werden sollte, insofern es die Anwendung (beim Gebrauch) bezeichnet; denn der Altar wurde dadurch zu diesem Gebrauch anwendbar gemacht. Daher bedeutet es auch die Anwendung in bezug auf das, was zum Gottesdienst des Herrn aus dem Guten der Liebe gehört, das vorbildlich dargestellt wurde durch den Altar und durch die Brandopfer und Schlachtopfer auf demselben: Nr. 9714. 9739. "Wie es dir gezeigt worden ist auf dem Berge, so sollen sie ihn machen", 2. Mose 27/8, bedeutet vermöge (gemäß) der Entsprechung der göttlichen Dinge im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares, der auf dem Berge gezeigt wurde (erschien), insofern er die Form bezeichnet, die den göttlichen Dingen im Himmel entspricht; denn der Berg Sinai bedeutet den Himmel: Nr. 8805, 9420; und die Formen, die in den Himmeln erscheinen, entsprechen ganz und gar den himmlisch göttlichen und geistig göttlichen (Dingen) selbst, die zum Guten und Wahren gehören. Daß diese Dinge auf solche Weise vor dem inneren Gesicht der Engel und Geister anschaubar gemacht werden, kann aus allem erhellen, was über die Vorbildung himmlischer Dinge in natürlichen Formen früher gesagt und gezeigt worden ist: Nr. 1619, 1971, 1980, 1981, 2987-3003, 3213-3227, 4375, 3485, 6319, 9457, 9481, 9574, 9576, 9577. Die göttlichen Dinge, denen der Altar entsprach, sind es, die bisher beschrieben worden sind. 9740. Vers 9-19: Und mache den Vorhof der Wohnung an der Seite gegen Mittag, nach Süden; Umhänge für den Vorhof von gewobener weißer Baumwolle, hundert Ellen die Länge an der einen Seite. Und seine Säulen zwanzig, und deren Füße zwanzig, von Erz; die Haken der Säulen und ihre Umgürtungen von Silber. Und also an der Seite gegen Mitternacht in der Länge Umhänge, hundert Ellen lang, und seine Säulen zwanzig, und deren Füße zwanzig, von Erz; die Haken der Säulen und deren Umgürtungen von Silber. Und in die Breite des Vorhofes, an der Seite des Meeres (gegen Abend) Umhänge, fünfzig Ellen (lang), ihre Säulen zehn, und deren Füße zehn. Und in die Breite des Vorhofes an der Seite nach Osten, gegen Sonnenaufgang, fünfzig Ellen. Und fünfzehn Ellen Umhänge auf der einen Seite, ihre Säulen drei, und ihre Füße drei. Und auf dem anderen Flügel (Seite) fünfzehn Ellen Umhänge, ihre Säulen drei, und ihre Füße drei. Und an der Tür des Vorhofes eine Decke (Vorhang) von zwanzig Ellen, von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gewobener weißer Baumwolle, ein Werk des Buntwirkers, seine Säulen vier, und ihre Füße vier. Alle Säulen des Vorhofes ringsum von silbernen Umgürtungen umgeben, ihre Haken von Silber und ihre Füße von Erz. Die Länge des Vorhofes hundert Ellen, und die Breite je fünfzig, und die Höhe fünf Ellen, von gewobener weißer Baumwolle, und ihre Füße von Erz. Und alle Geräte der Wohnung zu ihrem ganzen Dienst und alle ihre Pfähle, und alle Pfähle des Vorhofes von Erz. "Und mache den Vorhof der Wohnung" bedeutet den äußersten (untersten) Himmel; "an der Seite gegen Mittag, nach Süden" bedeutet, daß (sie daselbst) im Lichte des Wahren (sind); "Umhänge für den Vorhof" bedeutet die Wahrheiten dieses Himmels; "von gewobener weißer Baumwolle" bedeutet aus dem Verstand; "hundert Ellen die Länge" bedeutet voll vom Guten durch den Herrn; "an der einen Seite" bedeutet, wo die Wahrheiten im Licht sind; "und seine Säulen zwanzig" bedeutet das Gute des Wahren, das vollständig unterstützt; "und deren Füße zwanzig, von Erz" bedeutet das Wahre aus dem Guten, das auch vollständig unterstützt; "die Haken der Säulen und ihre Umgürtungen von Silber" bedeutet die Arten der Verbindung durch das Wahre; "und also an der Seite gegen Mitternacht in der Länge" bedeutet, wo das Gute des Wahren im Dunkeln; "Umhänge, hundert Ellen lang" bedeutet, auch voll vom Wahren aus dem Guten; "und seine Säulen zwanzig" bedeutet das Gute des Wahren, das vollständig unterstützt; "und deren Füße zwanzig, von Erz" bedeutet das Wahre aus dem Guten, das auch vollständig unterstützt; "die Haken der Säulen und deren Umgürtungen von Silber" bedeutet die Arten der Verbindung durch das Wahre; "und in die Breite des Vorhofes, an der Seite des Meeres" bedeutet den Zustand dieses Himmels in Ansehung der wißtümlichen Wahrheiten; "Umhänge, fünfzig Ellen lang" bedeutet Wahres, soviel als nötig ist zum Gebrauch; "ihre Säulen zehn, und deren Füße zehn" bedeutet das unterstützende Gute und das Wahre aus demselben, auch soviel als nötig ist; "und in die Breite des Vorhofes an der Seite nach Osten, gegen Sonnenaufgang" bedeutet den Zustand des Wahren dieses Himmels, wo das Gute ist; "fünfzig Ellen" bedeutet soviel als nötig zum Gebrauch; "und fünfzehn Ellen Umhänge auf der einen Seite" bedeutet die Wahrheiten in hinlänglichem Licht; "ihre Säulen drei, und ihre Füße drei" bedeutet das Gute und daraus das Wahre, die vollständig unterstützen; "und auf dem anderen Flügel fünfzehn Ellen Umhänge, ihre Säulen drei, und ihre Füße drei" bedeutet das gleiche, wo das Wahre im Dunkeln ist; "und an der Tür des Vorhofes eine Decke" bedeutet die Einführung in diesen Himmel und die Wache, daß niemand eintrete, außer denen, die vorbereitet sind; "von zwanzig Ellen" bedeutet bis zum Vollen; "von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gewobener weißer Baumwolle" bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens; "ein Werk des Buntwirkers" bedeutet, daß es im Wißtümlichen sei; "seine Säulen vier, und ihre Füße vier" bedeutet das Gute und daraus das Wahre, das die Verbindung aufrecht hält; "alle Säulen des Vorhofes ringsum" bedeutet alles Gute, das den Himmel aufrecht hält; "von silbernen Umgürtungen umgeben, ihre Haken von Silber" bedeutet alle Arten der Verbindung durch das Wahre; "und ihre Füße von Erz" bedeutet die Unterstützungen durch das Gute; "die Länge des Vorhofes hundert Ellen" bedeutet das Gute dieses Himmels bis zum Vollen; "und die Breite je fünfzig" bedeutet das Wahre in hinlänglichem Maße; "und die Höhe fünf Ellen" bedeuten die Stufen des Guten und Wahren auch in hinreichendem Maße; "von gewobener weißer Baumwolle" bedeutet aus dem Verstand; "und ihre Füße von Erz" bedeutet die Unterstützung aller Dinge durch das Gute; "und alle Geräte der Wohnung zu ihrem ganzen Dienst" bedeutet das wißtümliche Wahre und Gute, das dem äußeren Menschen angehört; "und alle ihre Pfähle, und alle Pfähle des Vorhofes von Erz" bedeutet alles Verbindende und Befestigende beider Himmel, des mittleren und des äußersten (untersten) durch das Gute. 9741. "Und mache den Vorhof der Wohnung", 2. Mose 27/9, bedeutet den äußersten (untersten) Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vorhofs der Wohnung, insofern er das Äußere des Himmels bezeichnet, somit den äußersten Himmel; denn des gibt drei Himmel, einen innersten, einen mittleren und einen äußersten. Der innerste wurde vorgebildet durch das Innerste der Wohnung, wo die Lade des Zeugnisses war, der mittlere durch die Wohnung außerhalb des Vorhangs, der äußerste durch den Vorhof, von dem nun gehandelt wird. Dieser Himmel heißt der Vorhof, weil in ihm diejenigen sind, die im Guten des Glaubens sind, und noch nicht im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Die im Guten der Liebtätigkeit sind, sind im mittleren Himmel. Die im äußersten (oder untersten) Himmel sind, welcher der Vorhof genannt wird, heißen engelartige Geister, die im mittleren Himmel sind, heißen geistige Engel, die aber im innersten Himmel sind, himmlische Engel. Das Gute des Glaubens selbst, welches das Gute des äußersten Himmels ist, bildet auch wirklich den Vorhof, denn durch dasselbe wird der Mensch in das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten eingeführt, welches das Gute des mittleren Himmels ist. Man muß wissen, daß das Gute bei dem Menschen seinen Himmel ausmacht, und daß sein Himmel so ist, wie sein Gutes. Es gibt dreierlei Gutes, das der Ordnung nach aufeinanderfolgt: das Gute des Glaubens, das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute der Liebe zum Herrn. Das Gute des Glaubens macht den äußersten oder ersten Himmel, wie soeben gesagt worden ist; das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten macht den mittleren oder zweiten Himmel; und das Gute der Liebe zum Herrn macht den innersten oder dritten Himmel. Damit man noch besser erkenne, wie es sich mit den Himmeln verhält, soll es mit wenigem gesagt werden: Die Himmel werden in zwei Reiche unterschieden, in das himmlische Reich und in das geistige Reich, und in beiden Reichen gibt es ein Inneres und ein Äußeres. Im Inneren des himmlischen Reiches sind diejenigen, die im Guten der Liebe zum Herrn sind, und im Äußeren desselben sind diejenigen, die in gegenseitiger Liebe sind; aber im Inneren des geistigen Reiches, sind diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, und im Äußeren desselben, die im Guten des Glaubens sind; man sehe Nr. 9680. Das Äußere beider Himmel ist es, was der äußerste oder erste Himmel heißt, und durch den Vorhof vorgebildet wurde. Daher kommt es, daß ein doppelter Vorhof um den Tempel herum war, ein äußerer und ein innerer. Der äußere Vorhof für diejenigen, die im Äußeren des geistigen Reiches sind, und der innere Vorhof für diejenigen, die im äußeren des himmlischen Reiches sind. Über diese beiden Vorhöfe im Tempel von Jerusalem sehe man 1.Kön.6/3,36; 2.Kön.21/5. Über den äußeren Vorhof des neuen Tempels bei Hes.40/17,31,34 und Kap.42; und vom inneren Vorhof Hes.40/23,28,32,44; 42/3; 43/5. Hieraus erhellt, daß im äußersten Himmel, der durch den äußeren Vorhof des Tempels vorgebildet wurde, das Gute des Glaubens es ist, das ihn bildet, und daß es im äußersten Himmel, der vorgebildet wurde durch den inneren Vorhof, das Gute der gegenseitigen Liebe ist. Diejenigen, die im Guten der gegenseitigen Liebe stehen, sind in der Neigung zum Guten um des Guten willen, die aber im Guten des Glaubens sind, sind in der Neigung zum Wahren um des Wahren willen; denn das Gute herrscht im himmlischen Reich, das Wahre aber im geistigen Reich. Daß der äußerste Himmel durch den Vorhof bezeichnet wird, geht deutlich aus den Stellen im Wort hervor, wo er genannt wird: Hes.10/3-5: "Die Herrlichkeit Jehovahs erhob sich vom Cherub gegen die Schwelle des Hauses, und das Haus wurde erfüllt von einer Wolke, und die Wolke erfüllte den inneren Vorhof, und der Vorhof war voll von dem Glanze der Herrlichkeit Jehovahs; und das Rauschen der Flügel der Cherube wurde gehört bis zum äußeren Vorhof": weil der Vorhof das Vorbild des äußersten Himmels war, deshalb wurde er mit der Wolke und dem Glanze der Herrlichkeit Jehovahs erfüllt, wie das Haus selbst; denn die Wolke und die Herrlichkeit bedeuten das göttlich Wahre. Daß die Wolke dies bedeutet, sehe man Nr. 5922, 6343, 6752, 8106, 8443; und auch die Herrlichkeit: Nr. 8267, 8427, 9429; das Rauschen der Flügel bezeichnet das Wahre des Glaubens aus dem Guten: Nr. 8764, 9514. Hes.43/4-7: "Der Geist trug mich fort und führte mich in den inneren Vorhof des Tempels; siehe, da erfüllte die Herrlichkeit Jehovahs das Haus; und ich hörte Einen, Der mit mir redete vom Hause her, und sagte: Menschensohn, dies ist der Ort Meines Thrones, und der Ort Meiner Fußsohlen, wo Ich wohne inmitten der Söhne Israels in Ewigkeit": hier wird der Tempel mit dem Vorhof der Ort des Thrones Jehovahs genannt, und der Ort der Fußsohlen Jehovahs, weil der Tempel mit dem Vorhof den Himmel vorbildete. Der Thron Jehovahs ist der geistige Himmel: Nr. 5313, 8625, der Ort Seiner Fußsohlen ist der äußerste (unterste) Himmel. Der äußerste Himmel wird auch durch Vorhof und durch Vorhöfe an folgenden Stellen bezeichnet: Ps.65/5: "Selig der, den Du erwählest und (zu Dir) nahen lässest; er wird wohnen in Deinen Vorhöfen, wir werden uns sättigen vom Guten Deines Hauses, vom Heiligen Deines Tempels": daß "die Vorhöfe bewohnen" soviel ist als den Himmel bewohnen, ist klar. Ps.84/11: "Ein Tag in Deinen Vorhöfen ist besser als (sonst) tausend; ich will lieber stehen an der Türe des Hauses meines Gottes". Ps.96/8: "Gebet Jehovah den Ruhm Seines Namens, bringet Gaben, und kommet zu Seinen Vorhöfen". Ps.135/1,2: "Lobet den Namen Jehovahs, lobet, ihr Diener Jehovahs, die ihr stehet im Hause Jehovahs, in den Vorhöfen des Hauses unsers Gottes". Jes.62/9: "Sie sollen Getreide und Most sammeln, essen, und Jehovah preisen, und die ihn gesammelt, sollen ihn trinken in den Vorhöfen Meiner Heiligkeit". In diesen Stellen bedeuten die Vorhöfe den äußersten Himmel, denn die inneren Himmel werden das Haus Jehovahs und Sein Tempel genannt: Nr. 3720. Joh.Offenb.11/1,2: "Der Engel sprach: Stehe auf, und miß den Tempel Gottes und den Altar, und die an demselben anbeten; aber den Vorhof, der außerhalb des Tempels ist, wirf hinaus, und miß ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben, und sie werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang": der Tempel und der Altar, und die an ihm anbeten, bedeuten die Kirche und den Gottesdienst der Kirche. Der Vorhof außerhalb des Tempels bedeutet das Gute der gegenseitigen Liebe, wie oben gesagt worden. Die Heiden, denen es gegeben ist, die heilige Stadt zu zertreten, bedeuten das Böse der Selbstliebe und der Weltliebe, das die Kirche zerstört: Nr. 6306. Zweiundvierzig Monate lang, bedeuten das gleiche wie sechs Wochen, und die sechs Wochen das gleiche wie die sechs Tage einer Woche, denn sechs mit sieben multipliziert ist zweiundvierzig. Die Woche bedeutet eine vollständige Periode (Zeitabschnitt), sowohl eine große als eine kleine: Nr. 2044, 3845. Die sechs Tage, die dem siebenten vorangehen, welcher der Sabbath ist, bedeuten die vorhergehende Kirche bis zu ihrem Ende und die Einführung einer neuen. Der Sabbath bezeichnet die Verbindung des Guten und Wahren, somit die Kirche: Nr. 8495, 8510, 8890, 8893, 9274. 9742. "An der Seite gegen Mittag, nach Süden", 2. Mose 27/9, bedeutet, daß sie (dort) im Lichte des Wahren sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mittags gegen Süden, insofern er den Ort bezeichnet, wo das Wahre im Lichte ist, worüber Nr. 9642. Daß der Vorhof auf dieser Seite sein sollte, war deswegen, weil diejenigen, die im Vorhof des Himmels, d.h. im äußersten Himmel sind, im Guten des Glaubens stehen, und das Gute des Glaubens durch die Erleuchtung vermittelst des vom Herrn ausgehenden Lichtes entsteht. Das Licht vom Herrn ist das Wahre des Glaubens. Wenn dieses zur Sache des Willens wird, heißt es das Gute des Glaubens. Bei denen, die im äußeren Vorhof sind, wird ein neuer Wille in dem Gebiet ihres Verstandes gebildet: Nr. 9596, und damit dieser gebildet werde, ist es notwendig, daß sie im Licht des Wahren seien. Daher kommt es, daß der Vorhof in Beziehung auf die Wohnung nach Süden hin gemacht wurde. 9743. "Umhänge für den Vorhof", 2. Mose 27/9, bedeutet die Wahrheiten dieses Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zeltdecken oder Vorhänge, insofern sie die Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 9595, 9596, somit auch die Umhänge; und aus der Bedeutung des Vorhofs, insofern er den äußersten Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9741. 9744. "Von gewobener weißer Baumwolle", 2. Mose 27/9, bedeutet aus dem Verstand. Dies erhellt aus der Bedeutung der weißen Baumwolle (Byssus), insofern sie das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet, worüber Nr. 5319, 9469. Daher bedeutet die gewobene weiße Baumwolle den Verstand, weil dieser besteht und gleichsam gewoben ist aus den Wahrheiten aus himmlischem Ursprung. Denn zweierlei ist es, worauf alles im Weltall sich bezieht, das Wahre und das Gute. Darum hat der Mensch zwei Fähigkeiten, die eine ist bestimmt zur Aufnahme des Wahren, die andere zur Aufnahme des Guten. Die zur Aufnahme des Wahren bestimmte Fähigkeit heißt der Verstand, und die zur Aufnahme des Guten bestimmte Fähigkeit heißt der Wille. Und in dem Maße als der Verstand aus echten Wahrheiten gebildet ist, wird er vervollkommnet und ist er (gleichsam) eine gewobene, weiße Baumwolle; denn diese bedeutet das Wahre aus dem Göttlichen: Nr. 5319. Daß daher die gewobene, weiße Baumwolle das Verständige bezeichnet, sehe man auch Nr. 9596. 9745. "Hundert Ellen die Länge", 2. Mose 27/9, bedeutet voll vom Guten vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von 100, insofern es das Ganze bezeichnet, wie auch viel und das Volle, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 1613, 9487. Das Gute vom Herrn ist es aber, weil es das Gute des Glaubens ist, in dem diejenigen stehen, die im äußersten Himmel sind, der durch den Vorhof zur Wohnung vorgebildet wird, und dieses Gute vom Herrn ist. Daß hundert das Ganze, viel und das Volle bezeichnet, kommt daher, weil es die gleiche Bedeutung hat wie zehn, wie tausend und wie Myriaden (10.000), durch welche Zahlen solche Begriffe bezeichnet werden, man sehe Nr. 1638, 2575, 8715, und durch zehn: Nr. 2636, 4400. HG 9746 9746. "An der einen Seite", 2. Mose 27/9, bedeutet, wo die Wahrheiten im Licht sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mittagsseite gegen Süden, die hier unter der einen Seite gemeint ist, insofern sie den Ort bezeichnet, wo das Wahre im Licht ist, wovon Nr. 9742. 9747. "Und seine Säulen zwanzig", 2. Mose 27/10, bedeutet das Gute des Wahren, das vollständig unterstützt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Säulen, insofern sie das Gute bezeichnen, das den Himmel und die Kirche vollständig stützt (aufrecht hält), worüber Nr. 9674. Hier das Gute des Wahren, weil es vom äußersten Himmel gesagt wird, der unterstützt wird durch das Gute des Glaubens, welches das gleiche ist, wie das Gute des Wahren; und aus der Bedeutung von 20, insofern es ausdrückt "vollständig", worüber Nr. 9641. 9748. "Und deren Füße zwanzig, von Erz", 2. Mose 27/10, bedeutet das Wahre aus dem Guten, das auch vollständig unterstützt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Füße, insofern sie die Glaubenswahrheiten aus dem Guten bezeichnen, worüber Nr. 9643; aus der Bedeutung von 20, insofern es ausdrückt "vollständig", wie Nr. 9747; und aus der Bedeutung von Erz, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 425, 1551. 9749. "Die Haken der Säulen und ihre Umgürtungen von Silber", 2. Mose 27/10, bedeutet die Arten der Verbindung durch das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Haken und Umgürtungen, insofern sie die Art und Weise der Verbindung bezeichnen. Daß Haken (oder Nägel) dies bedeuten, sehe man Nr. 9676; daß die Umgürtungen dieselbe Bedeutung haben, ist wegen der Anwendung. Ferner aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 7999. 9750. "Und also an der Seite gegen Mitternacht in der Länge", 2. Mose 27/11, bedeutet, wo das Gute des Wahren im Dunkeln ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seite gegen Mitternacht, insofern sie den Ort (oder Zustand) bezeichnet, wo das Wahre im Dunkeln ist; und aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 1613, 9487. 9751. "Umhänge, hundert Ellen lang", 2. Mose 27/11, bedeutet, auch voll vom Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Umhänge des Vorhofs, insofern sie die Wahrheiten des äußersten Himmels bezeichnen, wovon Nr. 9743; aus der Bedeutung von 100, insofern es das Volle bezeichnet, wovon Nr. 9745, und aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, wovon Nr. 1613, 9487. 9752. "Und seine Säulen zwanzig", 2. Mose 27/11, bedeutet das Gute des Wahren, das vollständig diesen Himmel unterstützt, wie Nr. 9747. 9753. "Und deren Füße zwanzig, von Erz", 2. Mose 27/11, bedeutet das Wahre aus dem Guten, das auch vollständig unterstützt, wie Nr. 9748. 9754. "Die Haken der Säulen und deren Umgürtungen von Silber", 2. Mose 27/11, bedeutet die Arten der Verbindung durch das Wahre, wie Nr. 9749. HG 9755 9755. "Und in die Breite des Vorhofs, an der Seite des Meeres", 2. Mose 27/12, bedeutet den Zustand dieses Himmels in Ansehung der wißtümlichen Kenntnisse. Dies erhellt aus der Bedeutung der Breite, insofern sie das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1613, 3433, 3434, 4482, 9487; aus der Bedeutung des Vorhofs, insofern er den äußersten Himmel vorbildet, worüber Nr. 9741; und aus der Bedeutung des Meeres, insofern es den Ort bezeichnet, wo die Sammlung der wißtümlichen Kenntnisse ist, aus denen die Vernünftelei über die Wahrheiten hervorgeht, somit auch das Natürliche und Sinnliche, denn diese sind die Behälter derselben. Unter der Seite des Meeres wird hier die Westseite verstanden, und durch Westen wird das Gute im Dunkeln bezeichnet. Wenn aber nicht Westen gesagt wird, sondern nur Meer, dann bedeutet es das Wißtümliche, das auch verhältnismäßig im Dunkeln ist, weil das Wißtümliche dem natürlichen oder äußeren Menschen angehört, und der natürliche (oder äußere) Mensch im Lichte der Welt ist, welches Licht im Verhältnis zum Licht des Himmels (in dem der innere Mensch ist), wie der Schatten bei untergehender Sonne ist. Dies kann auch aus dem erhellen, was im anderen Leben erscheint. Die Sonne des Himmels, die der Herr ist, erscheint gegenüber dem rechten Auge in mittlerer Höhe; von ihr haben die Engel der Himmel alles Licht, und mit dem Licht alle Einsicht und Weisheit. Die Sonne der Welt aber erscheint nicht, wenn man an sie denkt; sondern statt derselben erscheint im Gegensatz etwas ganz Finsteres vom Rücken her. Hier ist auch Westen (oder Abend) für die Himmel; denn der Herr ist dort als Sonne der Osten (oder Morgen). Hieraus kann man erkennen, daß durch Westen das Gute im Dunkeln bezeichnet wird, und daß in diesem der äußere oder natürliche Mensch ist, der, wie gesagt, im Licht der Welt ist, welches Licht im Verhältnis zu dem Licht des Himmels wie der Schatten bei untergehender Sonne ist. Das Wahre des natürlichen Menschen wird aber durch das Wasser des Meeres bezeichnet. Dieses Wahre ist das Wißtümliche; denn das Wahre im natürlichen oder äußeren Menschen ist das Wahre als Wissen, aber das Wahre im geistigen oder inneren Menschen ist das Wahre als Glaube. Aus dem Wahren als Wissen bildet sich nämlich das Wahre als Glaube, wenn es aus dem natürlichen oder äußeren Menschen in den geistigen oder inneren erhoben wird. Daher kommt es, daß die Wahrheiten beim Menschen im Knabenalter Wahrheiten des Wissens sind, aber im reiferen Alter, wenn er sich wiedergebären läßt, zu Wahrheiten des Glaubens werden; denn der innere Mensch wird allmählich bis zu diesem Alter hin mehr und mehr erschlossen. Daß das Meer eine Sammlung der wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet, kommt daher, weil Wasser, Quellen und Flüsse Wahrheiten bedeuten; und deshalb bedeutet das Meer die Sammlung derselben. Daß es so ist, erhellt auch aus den Stellen im Worte, wo Meer und Meere genannt werden: Ps.24/1,2: "Die Erde ist Jehovahs, des Herrn, und ihre Fülle der Erdkreis und die darauf wohnen; Er hat sie über den Meeren gegründet und über den Flüssen befestigt": die Erde und der Erdkreis bedeutet die Kirche; das Meer, über das Er den Erdkreis gegründet hat, bedeutet die wißtümlichen Wahrheiten; die Flüsse, über die Er sie befestigt hat, bedeuten die Glaubenswahrheiten. Daß hier nicht Erde, Erdkreis, Meere und Flüsse zu verstehen sind, ist klar, denn der Erdkreis ist nicht über den Meeren gegründet und nicht über den Flüssen befestigt. Ps.74/13-15: "Du hast durch Deine Macht das Meer zertrennt, Du zerschmetterst die Häupter der Ungeheuer auf den Wassern, Du zerschlugst die Häupter des Leviathan, Du gabst ihn zur Speise dem Volke der Ziim (Steppen), Du hast mächtige Ströme ausgetrocknet": hier wird im inneren Sinn von den Wissenschaften gehandelt, welche die Glaubenswahrheiten zerstören; die Seeungeheuer (Walfische), deren Häupter zerschmettert werden, sind die wißtümlichen Kenntnisse im allgemeinen: Nr. 42, 7293; ebenso der Leviathan: Nr. 7293; das Volk der Ziim, denen dieselben zur Speise gegeben werden sollen, sind diejenigen, die im Falschen sind oder das Falsche selbst. Daraus wird klar, was das Meer bedeutet, nämlich das Wißtümliche, das auf verkehrte Weise angewendet wird, um die Wahrheiten zu schwächen und zu zerstören. Hab.3/15: "Du zertrittst das Meer mit Deinen Rossen, den Schlamm vieler großer Gewässer": das Meer mit Rossen zertreten, bedeutet, wenn von Jehovah die Rede ist, den natürlichen Menschen belehren, der nur wißtümliche Kenntnisse hat. Sach.14/8: "An jenem Tage werden lebendige Wasser aus Jerusalem ausgehen, der eine Teil derselben zum östlichen Meer hin, und der andere Teil zum westlichen Meere": die lebendigen Wasser aus Jerusalem bedeuten die Glaubenswahrheiten, die Leben haben aus dem Guten der Liebe; das östliche und das westliche Meer bedeuten das Natürliche und Sinnliche, in dem die wißtümlichen Kenntnisse, d.h. die Sammlungen der Wahrheiten sich befinden. Hos.11/10,11: "Sie werden Jehovah nachgehen, und mit Schrecken werden die Söhne vom Meer herzukommen; mit Schrecken werden sie kommen wie Vögel aus Ägypten": die Söhne vom Meer sind die wißtümlichen Wahrheiten des natürlichen Menschen. Daher heißt es, daß sie wie Vögel aus Ägypten kommen werden; denn Ägypten bedeutet im Worte das Wißtümliche: Nr. 9340, 9391. Hes.26/16,17: "Alle Fürsten des Meeres werden von ihren Thronen herabsteigen, und ihre Mäntel abwerfen, und ihre buntgewirkten Kleider ausziehen; mit Schrecken werden sie sich bekleiden und sprechen: Wie bist du gefallen, die du bewohnt wurdest in den Meeren, du gepriesene Stadt, die mächtig war auf den Meeren": hier wird von der Verwüstung der Erkenntnisse des Guten und Wahren gehandelt, die durch Tyrus bezeichnet werden, von dem hier die Rede ist: Nr. 1201; die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche; die Fürsten des Meeres sind die hauptsächlichen (wichtigsten) Kenntnisse: Nr. 1482, 2089, 5044; die Mäntel abwerfen und die buntgewirkten Kleider bedeutet, die wißtümlichen Wahrheiten entfernen: 9688; weil diese durch Tyrus bezeichnet werden, darum wird Tyrus genannt "die Bewohnte in den Meeren", und "die mächtige Stadt auf dem Meere". Jerem.51/42,43: "Das Meer ist emporgestiegen über Babel, es wurde bedeckt von der Menge seiner Wogen; seine Städte sind zur Wüste geworden": Babel bedeutet den Gottesdienst, der im Äußeren heilig scheint, aber im Inneren unheilig (entweiht) ist: Nr. 1182, 1326; das Meer über Babel bedeutet das Falsche aus den wißtümlichen Kenntnissen; seine Wogen bedeuten die Vernünfteleien aus denselben, und die daher kommenden Verneinungen; die Städte, die zur Wüste wurden, bedeuten die Lehren (aus denselben). Joh.Offenb.18/17-21: "Und jeder Steuermann, und jeder, der auf den Schiffen sich aufhält, und die Schiffleute, und wie viele ihrer das Meer durchschiffen, standen von ferne, und schrieen, da sie den Rauch von ihrem Brande sahen: Wehe, wehe!, jene große Stadt, in der reich geworden sind alle, die Schiffe im Meer hatten, von ihrer Köstlichkeit. Und es hob ein starker Engel einen Stein auf, gleich einem großen Mühlstein, und warf ihn in das Meer, und sprach: So mit Ungestüm soll fallen Babel": die Schiffe bedeuten die Lehrbestimmungen aus dem Wort: Nr. 6385. Hieraus wird klar, was der Steuermann und die Schiffleute bedeuten, wie auch das Meer, und die, welche es durchschiffen. Der Stein wie ein großer Mühlstein, ist das Wahre, durch das der Glaube besteht; in das Meer werfen heißt, in das Falsche der wißtümlichen Kenntnisse; im anderen Leben erscheinen Meere und auch Schiffe auf demselben; diese und jene wurden mir oft zu sehen gegeben. Die Meere dort bedeuten im bösen Sinn das Falsche des Wißtümlichen, und die auf den Schiffen sind, diejenigen, die solches rühmen (anpreisen) und lehren. Jerem.31/35: "So spricht Jehovah, Der die Sonne gemacht hat zum Licht bei Tage, und den Mond und die Sterne gesetzt hat zum Licht bei Nacht, Der das Meer bewegt, daß seine Wogen brausen": die Sonne zum Licht bei Tage, bedeutet das Gute der Liebe, woraus das Licht des Wahren kommt; der Mond und die Sterne, gesetzt zum Licht bei Nacht, bedeuten das Gute des Glaubens und der Erkenntnisse, aus denen das Licht des Wahren hervorgeht in der Finsternis; das Meer bewegen, daß seine Wogen brausen, bedeutet, das Falsche der wißtümlichen Kenntnisse zerstreuen, aus denen die Vernünfteleien über das Wahre hervorgehen. Jes.50/2: "Ist Meine Hand zu kurz, daß sie nicht retten könnte? Habe Ich keine Macht zu erretten? Siehe, durch Mein Schelten trockne Ich das Meer aus, und mache Ströme zur Wüste; es werden stinkend ihre Fische aus Wassermangel, und vor Durst sterben sie": das Meer austrocknen, bedeutet, das Gute und Wahre des Wißtümlichen vertilgen; Ströme zur Wüste machen, bedeutet, die Wahrheiten selbst verwüsten; die Fische, die stinkend werden, bedeuten das Wißtümliche des natürlichen Menschen: Nr. 40, 991; weil Mangel an Wasser ist, bedeutet, weil kein Wahres in ihnen ist: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568. Jes.19/5,6: "Das Wasser im Meer wird fehlen, versiegen und vertrocknen wird der Strom, die Flüsse werden zurückweichen, es werden abnehmen und ausgetrocknet werden die Flüsse Ägyptens": das Wasser im Meere wird fehlen, bedeutet, die Wahrheiten werden fehlen, wo ihre Sammlung ist; die Flüsse Ägyptens, die ausgetrocknet werden sollen, bedeuten die wißtümlichen Kenntnisse. Jes.11/9: "Voll ist die Erde von der Erkenntnis (Wissen) Jehovahs, wie die Gewässer das Meer bedecken": die Gewässer bedeuten die Wahrheiten, das Meer die Sammlung derselben oder die wißtümlichen Kenntnisse; darum wird gesagt: "Die Erde ist voll von der Erkenntnis (Wissen) Jehovahs". Joh.Offenb.8/8,9: "Und der zweite Engel blies, und es stürzte sich wie ein großer Berg mit Feuer brennend in das Meer, und der dritte Teil des Meeres ward Blut, und der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Seelen hatten, starb dadurch, und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde": der große Berg, mit Feuer brennend, ist die Eigenliebe; das Meer, in das er gestürzt worden, ist das Wißtümliche im allgemeinen; das Blut daraus bedeutet das verfälschte und entweihte Wahre: Nr. 4735, 4978, 7317, 7326; die Geschöpfe, die dadurch starben, sind die, die in den Lehren des Wahren sind. Joh.Offenb.16/3,4: "Und der zweite Engel goß aus seine Schale über das Meer, und es ward Blut wie eines Toten, und jede lebendige Seele starb im Meer": hier wird durch Meer das Wißtümliche bezeichnet, das den Bösen zur Zerstörung der Wahrheiten und zur Bestärkung des Falschen dient. Joh.Offenb.13/1: "Ein Tier aus dem Meere steigend, Lästerungen redend": das Tier aus dem Meere bedeutet das Wißtümliche, das die Glaubenswahrheiten zerstört. Hieraus kann man erkennen, daß das Meer die Sammlung der wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet, aus denen die Vernünftelei über die Glaubenswahrheiten (hervorgeht). Weil das Meer diese Bedeutung hat, darum wird von Sebulon gesagt, "daß er wohnen werde am Gestade der Meere und an der Anfahrt (Kai) der Schiffe", 1. Mose 49/13; und an einer anderen Stelle: "Den Überfluß des Meeres wird er saugen und die verborgenen Schätze des Sandes", 5. Mose 33/19: unter Sebulon werden im vorbildlichen Sinn diejenigen verstanden, die aus dem Wißtümlichen über die Glaubenswahrheiten Schlüsse ziehen, weshalb gesagt wird, daß er am Gestade des Meeres wohnen solle. Das Meer bedeutet aber im entgegengesetzten Sinn das Wißtümliche, das die Welt im Auge hat, und dann bedeuten seine Wellen (Fluten) die Vernünfteleien aus dem Weltlichen über das Göttliche; in das Meer versenkt werden bedeutet daher, sich versenken in die wißtümlichen Kenntnisse aus dem Weltlichen und Irdischen bis zur Leugnung des göttlich Wahren, wie bei Matth.18/6: "Wer einen dieser Kleinen, die an Mich glauben, ärgert, dem wäre es besser, daß ein Esels-Mühlstein (mola asinaria) an seinen Hals gehängt und er versenkt würde in die Tiefe des Meeres": der Mühlstein bedeutet das dem Glauben dienende Wahre: Nr. 4335, 7780; der Esel bezeichnet das Natürliche, weil er die Dienstbarkeit bedeutet: Nr. 2781, 5741, 5958, 6389, 8078; daher bedeutet der Esels-Mühlstein das natürliche und weltliche Wißtümliche; der Hals bezeichnet die Verbindung des Inneren und Äußeren: Nr. 3542; daran gehängt werden, bedeutet die Versperrung und Wegnahme des Guten und Wahren: Nr. 3542, 3603; versenkt werden in die Tiefe des Meeres, bedeutet in lauter Weltliches und Körperliches, also in die Hölle. Das, was der Herr geredet hat, ist, wie alles übrige, in solcher Weise bezeichnend (significativa). Das Wißtümliche wird jedoch durch das Meer bezeichnet je nach der Dichtigkeit und der Schwärze seiner Gewässer, und umgekehrt je nach der Klarheit und Durchsichtigkeit derselben. Daher kommt es, daß das Wißtümliche, das den Himmel im Auge hat, und welches das Geistige im natürlichen Menschen ist, das gläserne Meer genannt wird (Joh.Offenb.15/1,2). Daß nicht die Vernünftelei über die Glaubenswahrheiten aus dem Wißtümlichen, sondern die Wahrheiten selbst dem Herzen eingeprägt werden müssen, wird dadurch bezeichnet, daß das Meer nicht mehr war (Joh.Offenb.21/1). 9756. "Umhänge, fünfzig Ellen lang", 2. Mose 27/12, bedeutet Wahres, soviel als nötig ist zum Gebrauch. Dies erhellt aus der Bedeutung der Umhänge des Vorhofes, insofern sie solche Wahrheiten bezeichnen, wie sie im äußersten Himmel beschaffen sind, worüber Nr. 9743; und aus der Bedeutung von fünfzig, insofern es das Ganze von einem Teile bezeichnet, wie auch das genügende Maß; denn fünfzig bedeutet das gleiche wie fünf. Daß fünf diese Bedeutung hat, sehe man Nr. 9604, 9689, also auch soviel als nötig ist zum Gebrauch; denn dies bedeutet das genügende Maß. 9757. "Ihre Säulen zehn, und deren Füße zehn", 2. Mose 27/12, bedeutet das unterstützende Gute und das Wahre aus demselben, auch soviel als nötig ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Säulen, insofern sie das unterstützende Gute bezeichnen, wie Nr. 9747; aus der Bedeutung der Füße, insofern sie die Wahrheiten aus dem Guten bezeichnen, die gleichfalls unterstützen, worüber Nr. 9748; und aus der Bedeutung von zehn, insofern es ein genügendes Maß bezeichnet oder soviel als nötig zum Gebrauch. Es verhält sich mit dem unterstützenden Guten und Wahren ebenso wie mit den Wahrheiten selbst, die unterstützt werden: Nr. 9756. Daher drückt zehn hier das gleiche aus wie fünfzig oder wie fünf, nämlich soviel als nötig zum Gebrauch. Zehn geht auch aus fünf durch Multiplikation hervor, denn es ist das Doppelte desselben, und die multiplizierten Zahlen bedeuten das gleiche wie die einfachen, aus denen sie entstanden sind: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. HG 9758 9758. "Und in die Breite des Vorhofes an der Seite nach Osten, gegen Sonnenaufgang", 2. Mose 27/13, bedeutet den Zustand des Wahren dieses Himmels, wo das Gute ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Breite, insofern sie den Zustand des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 1613, 3433, 3434, 4482, 9487; aus der Bedeutung des Vorhofs, insofern er den äußersten Himmel vorbildet, worüber Nr. 9741; und aus der Bedeutung von "nach Osten, gegen Sonnenaufgang", insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 1250, 3249, 3708. 9759. "Fünfzig Ellen", 2. Mose 27/13, bedeutet soviel als nötig zum Gebrauch, wie Nr. 9756. 9760. "Und fünfzehn Ellen Umhänge auf der einen Seite", 2. Mose 27/14, bedeutet die Wahrheiten in hinreichendem Licht. Dies erhellt aus der Bedeutung von 15, insofern es ausdrückt, soviel als hinreichend (nötig) ist; aus der Bedeutung der Umhänge, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 9743; und aus der Bedeutung der einen Seite (oder des Flügels), insofern sie das bezeichnet, wo die Wahrheiten im Lichte sind. Daß die Seite dies bedeutet, kommt daher, daß die Seite einen Teil der Breite des Vorhofes an der Ostseite bezeichnet, denn die Breite desselben war fünfzig Ellen; in der Mitte der Breite war eine Tür, deren Decke zwanzig Ellen betrug: 2. Mose 27/16; die beiden Teile, der eine zur Rechten der Tür und der andere zur Linken, werden die Seiten (Flügel) genannt. Die Umhänge für jede Seite betrugen zwanzig Ellen, daher war die ganze Breite fünfzig Ellen. Somit ist auch klar, daß die eine Seite gegen Süden, die andere aber gegen Norden war, daher die Umhänge auf der Seite gegen Sünden die Wahrheiten im Lichte bedeuten: Nr. 9642, und die Umhänge auf der Seite gegen Norden, wovon in den folgenden Versen, die Wahrheiten im Dunkeln; denn der Norden ist, wo das Wahre im Dunkeln ist: Nr. 3708. 9761. "Ihre Säulen drei, und ihre Füße drei", 2. Mose 27/14, bedeutet das Gute und daraus das Wahre, die vollständig unterstützen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Säulen, insofern sie das unterstützende Gute bezeichnen, wie Nr. 9747, 9757; aus der Bedeutung der Füße, insofern sie das Wahre aus dem Guten bezeichnen, das gleichfalls unterstützt, worüber Nr. 9748; und aus der Bedeutung von 3, insofern es das Volle bezeichnet, worüber Nr. 2788, 4495, 7715. 9762. "Und auf dem anderen Flügel fünfzehn Ellen Umhänge, ihre Säulen drei, und ihre Füße drei", 2. Mose 27/15, bedeutet das gleiche, wo das Wahre im Dunkeln ist, denn es sind dieselben Worte wie jene, die gleich oben erklärt wurden. Daß aber durch die Umhänge auf diesem Flügel die Wahrheiten im Dunkeln bezeichnet werden, sehe man Nr. 9760. 9763. "Und an der Tür des Vorhofes eine Decke", 2. Mose 27/16, bedeutet die Einführung in diesen Himmel und die Wache, daß niemand eintrete, außer denen, die dazu vorbereitet sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tür, insofern sie die Gemeinschaft und Einführung bezeichnet, worüber Nr. 8989; aus der Bedeutung des Vorhofs, insofern er den äußersten (letzten) Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9741; und aus der Bedeutung der Decke, insofern sie die Wache bezeichnet, daß niemand eintrete; denn durch die Decke wurde die Tür bewacht (geschützt). Daß es die Wache bedeutet, daß niemand eintrete, außer wer dazu bereitet ist, kommt daher, daß niemand in den Himmel eingeführt wird, wenn er nicht dazu vorbereitet ist. Damit verhält es sich in folgender Weise: Diejenigen, die aus der Welt in das andere Leben kommen, was gleich nach dem Tode geschieht, bringen Weltliches und Irdisches mit sich, was nicht übereinstimmt mit dem Geistigen und Himmlischen, in dem die Engel sind; deshalb werden diejenigen, die in den Himmel erhoben werden sollen, zuerst vorbereitet, was durch die Lostrennung des Weltlichen und Irdischen geschieht, das der Mensch mit sich brachte; denn wenn er früher in den Himmel erhoben würde, könnte er niemals in den Gesellschaften daselbst bleiben, denn was er denkt und liebt, ist zu grobsinnlich, als daß es mit der Reinheit der Engel übereinstimmen könnte. Wenn sie aber vorbereitet sind, dann werden sie vom Herrn in den Himmel erhoben und eingeführt, und werden in solche Engelsvereine gebracht, mit denen sie in Ansehung des Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe übereinstimmen. Hieraus kann man erkennen, was verstanden wird unter der Wache, daß niemand in den Himmel eintrete, außer denen, die vorbereitet sind. 9764. "Von zwanzig Ellen", 2. Mose 27/16, bedeutet bis zum Vollen. Dies erhellt aus der Bedeutung von 20, insofern es das Volle bezeichnet, worüber Nr. 9641. 9765. "Von Blau, Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gewobener weißer Baumwolle", 2. Mose 27/16, bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9687 gezeigt worden ist, wo das gleiche. 9766. "Ein Werk des Buntwirkers", 2. Mose 27/16, bedeutet, das, was dem Wißtümlichen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Werkes des Buntwirkers, insofern es das Wißtümliche bezeichnet, worüber Nr. 9688. 9767. "Seine Säulen vier, und ihre Füße vier", 2. Mose 27/16, bedeutet das Gute und daraus das Wahre, das die Verbindung aufrecht hält. Dies erhellt aus der Bedeutung der Säulen und der Füße, insofern sie das Gute und daraus das Wahre bezeichnen, das unterstützt oder aufrecht hält, wie Nr. 9761; und aus der Bedeutung von 4, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 8877, 9601, 9674. 9768. "Alle Säulen des Vorhofes ringsum", 2. Mose 27/17, bedeutet alles Gute, das den Himmel aufrecht hält. Dies erhellt aus der Bedeutung von allen Säulen ringsum, insofern sie alles Aufrechthaltende (oder Stützende) bezeichnen. Daß die Säulen das aufrechthaltende Gute bedeuten, sehe man Nr. 9747, 9757; und aus der Bedeutung des Vorhofs, insofern er den äußersten Himmel vorbildet, worüber Nr. 9741. 9769. "Von silbernen Umgürtungen umgeben, ihre Haken von Silber", 2. Mose 27/17, bedeutet alle Arten der Verbindung durch das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Umgürtungen und der Haken, insofern sie die Arten der Verbindung bezeichnen, worüber Nr. 9749; und aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 7999. 9770. "Und ihre Füße von Erz", 2. Mose 27/17, bedeutet die Unterstützungen durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung der Füße, insofern sie Unterstützungen bezeichnen, worüber Nr. 9643; und aus der Bedeutung von Erz, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 425, 1551. 9771. "Die Länge des Vorhofes hundert Ellen", 2. Mose 27/18, bedeutet das Gute dieses Himmels bis zum Vollen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 1613, 9487; aus der Bedeutung des Vorhofs, insofern er den äußersten Himmel vorbildet, worüber Nr. 9741; und aus der Bedeutung von 100, insofern es ausdrückt, bis zum Vollen, worüber Nr. 9745. 9772. "Und die Breite je fünfzig", 2. Mose 27/18, bedeutet das Wahre in hinreichendem Maße. Dies erhellt aus der Bedeutung der Breite, insofern sie das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1613, 3433, 3434, 4482, 9487; und aus der Bedeutung von 50, insofern es das hinreichende Maß bezeichnet, worüber Nr. 9756. 9773. "Und die Höhe fünf Ellen", 2. Mose 27/18, bedeutet die Stufen des Guten und Wahren auch in hinreichendem Maße. Dies erhellt aus der Bedeutung der Höhe, insofern sie die Stufen (Grade) in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9489, und weil es vom äußersten Himmel gesagt wird, so bezeichnet es auch die Stufen in Ansehung des Wahren, denn dieser Himmel ist im Guten und Wahren des Glaubens; und aus der Bedeutung von 5, insofern es ein hinreichendes Maß bezeichnet, worüber Nr. 9689. Die Höhe bedeutet aber Stufen in Ansehung des Guten und Wahren, weil durch das Hohe das Innere bezeichnet wird: Nr. 1735, 2148, 4599; je höher daher, desto innerlicher. Innerlicher im Himmel bedeutet näher bei dem Herrn, denn der Herr ist im Innersten, und vom Innersten geht alles aus. Die Entfernungen (Abstände) vom Innersten sind die Stufen des Guten und Wahren von Ihm. Weil der Herr das Innerste ist, ist Er auch der Höchste, denn er ist die Sonne des Himmels, von der jede Höhe in den Himmeln abhängt, deswegen wird der Herr im Worte "der Höchste" genannt. 9774. "Von gewobener weißer Baumwolle", 2. Mose 27/18, bedeutet aus dem Verstand. Dies erhellt aus der Bedeutung von gewobener weißer Baumwolle, insofern sie das Verstandesgebiet bezeichnet, worüber Nr. 9596, 9744. 9775. "Und ihre Füße von Erz", 2. Mose 27/18, bedeutet die Unterstützung aller Dinge durch das Gute, wie Nr. 9770. "Aller Dinge" wird gesagt, weil in diesem Verse von allen (Bestandteilen) des Vorhofs gehandelt wird. 9776. "Und alle Geräte der Wohnung zu ihrem ganzen Dienst", 2. Mose 27/19, bedeutet das wißtümliche Wahre und Gute, das dem äußeren Menschen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geräte (oder Gefäße), insofern sie das Wißtümliche bezeichnen, worüber Nr. 3068, 3079, 9394, 9544; aus der Bedeutung der Wohnung, insofern sie den Himmel vorbildet, worüber Nr. 9594, 9596, 9632; und aus der Bedeutung des Dienstes, insofern er den äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet, worüber Nr. 3019, 3020, 5305, 7998. Der äußere oder natürliche Mensch ist das Dienende (servitium), weil er dem inneren oder geistigen Menschen dienen soll; denn der Mensch ist zum Bilde des Himmels und zum Bilde der Welt geschaffen; der innere oder geistige Mensch zum Bilde des Himmels und der äußere oder natürliche zum Bilde der Welt: Nr. 9279. Sowie die Welt dem Himmel dienen soll, so soll das Äußere oder Natürliche des Menschen seinem Inneren oder Geistigen dienen. Dieses ist auch wirklich zum Dienste erschaffen, denn es lebt nicht aus sich, und vermag somit nichts aus sich, sondern aus dem Inneren oder Geistigen, d.h. durch dieses aus dem Herrn. Hieraus wird auch klar, daß das Äußere oder Natürliche des Menschen nichts ist, wenn es nicht dem Inneren oder Geistigen dient; und daß es nur insoweit etwas ist, als es dient. Dienen heißt gehorchen, und es gehorcht dann, wenn es aus seinem Verstande keine Gründe hernimmt, die dem Bösen seiner Selbst- und Weltliebe schmeicheln, sondern wenn es der Vernunft und der Kirchenlehre folgt, die ihm sagt, daß man das Gute und Wahre nicht um seinet- und der Welt willen (als der Zwecke) tun soll, sondern um des Guten und Wahren selbst willen; dann tut es der Herr durch den Himmel des Menschen, d.h. durch das Innere desselben; denn alles Gute und Wahre ist vom Herrn, und zwar so sehr, daß das Gute und Wahre beim Menschen der Herr selbst ist. Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß der äußere Mensch das Dienende (oder der Diener) für das Innere sein soll. 9777. "Und alle ihre Pfähle, und alle Pfähle des Vorhofes von Erz", 2. Mose 27/19, bedeutet alles Verbindende und Befestigende beider Himmel, des mittleren und des äußersten durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung der Pfähle, insofern sie das Verbindende und Befestigende bezeichnen, worüber folgen wird; aus der Bedeutung der Wohnung, die hier unter "ihre" zu verstehen ist, insofern sie den Himmel vorbildet, und zwar den mittleren, worüber Nr. 9594, 9596, 9632; aus der Bedeutung des Vorhofs, insofern er den äußersten Himmel vorbildet, worüber Nr. 9741; und aus der Bedeutung von Erz, insofern es das äußere Gute bezeichnet, worüber Nr. 425, 1551. Daß die Pfähle oder Pflöcke das Verbindende und Befestigende bedeuten, hat den Grund, weil sie verbinden und befestigen. Das gleiche wird auch allenthalben im Worte durch sie bezeichnet, wie: Jes.54/2: "Erweitere den Raum deines Zeltes, und spanne die Decken deiner Wohnungen aus; hindere es nicht, verlängere deine Seile und befestige deine Pflöcke": es wird hier von der neuen Kirche des Herrn gehandelt. Den Raum des Zeltes erweitern und die Decken der Wohnungen ausspannen bedeutet, die Lehre des Guten und Wahren und den Gottesdienst daraus (verbreiten): Nr. 9596. Die langen Seile und die festen Pflöcke bedeuten die umfassende Verknüpfung und Befestigung der Wahrheiten. Daß auch zum Vorhof Seile gehörten, sehe man 2. Mose 35/18; 4. Mose 3/37; 4/32. Jes.33/20: "Schaue Zion, laß deine Augen Jerusalem sehen, die friedliche Wohnung, das Zelt, das nicht verrückt wird; seine Pflöcke sollen nicht entfernt und seine Seile nicht losgerissen werden": Pflöcke und Seile bedeuten hier ebenso das Befestigende und Verbindende. Pflöcke bedeuten die Befestigung und Verbindung auch bei Jes.41/7; Jerem.10/4; hier wird aber von den Götzen gehandelt, durch welche die Lehre des Falschen bezeichnet wird, weil aus der eigenen Einsicht: Nr. 8941, 9424. Durch den Pflock aber, an den etwas gehängt wurde, wird die Befestigung und Hinzufügung bezeichnet: Jes.22/23,24; Hes.15/3. 9778. Vers 20,21: Und du sollst den Söhnen Israels gebieten, daß sie dir bringen Baumöl, reines, gestoßenes, zum Leuchter, daß man die Lampen beständig aufgehen lasse. Im Versammlungszelt außerhalb des Vorhanges, der vor dem Zeugnisse (hängt), soll ihn Aharon und seine Söhne zurichten, vom Abend bis zum Morgen, vor Jehovah; eine ewige Satzung (sei es) für ihre kommenden Geschlechter bei den Söhnen Israels. "Und du sollst den Söhnen Israels gebieten" bedeutet der Kirche durch das Wort vom Herrn; "daß sie dir bringen Baumöl" bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens, "reines, gestoßenes" bedeutet echtes und daher durchsichtiges; "zum Leuchter" bedeutet den geistigen Himmel; "daß man die Lampen beständig aufgehen lasse (d.i.anzünden)" bedeutet dadurch den Glauben und durch ihn vom Herrn die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten; "Im Versammlungszelt" bedeutet die Gegenwart des Herrn; "außerhalb des Vorhanges, der vor dem Zeugnisse (hängt)" bedeutet, wo die Mitteilung und durch das vereinigende Mittlere die Verbindung mit dem Herrn im innersten Himmel ist; "soll ihn Aharon und seine Söhne zurichten" bedeutet den beständigen Einfluß vom Herrn; "vom Abend bis zum Morgen, vor Jehovah" bedeutet beständig in jedem Zustand; "eine ewige Satzung" bedeutet die göttliche Ordnung; "für ihre kommenden Geschlechter bei den Söhnen Israels" bedeutet das Ewige für das geistige Reich. 9779. "Und du sollst den Söhnen Israels gebieten", 2. Mose 27/20, bedeutet der Kirche durch das Wort vom Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der hier durch "du" gemeint ist, insofern er den Herrn in Ansehung des Wortes darstellt, oder das Wort, das vom Herrn, worüber Nr. 4859, 5922, 6752, 7014, 7089, 9372; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die geistige Kirche darstellen, worüber Nr. 9340. Hieraus erhellt, daß durch "Mose soll den Söhnen Israels gebieten" bezeichnet wird, der Kirche durch das Wort vom Herrn. 9780. "Daß sie dir bringen Baumöl", 2. Mose 27/20, bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Baumöles, insofern es das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet, worüber Nr. 886; hier aber das Gute der geistigen Liebe, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens ist. Dieses Gute wird hier durch Baumöl bezeichnet, weil es für den Leuchter oder Armleuchter war, und der Armleuchter den geistigen Himmel bedeutet: Nr. 9548; der geistige Himmel ist auf Erden die geistige Kirche. Öl und Ölbaum bedeutet im Worte sowohl das himmlisch Gute als das geistig Gute; das himmlisch Gute, wo vom himmlischen Reich oder der himmlischen Kirche gehandelt wird, und das geistig Gute, wo vom geistigen Reich oder der geistigen Kirche gehandelt wird; diese Reiche oder diese Kirchen werden durch das Gute unterschieden: Das Gute des himmlischen Reiches oder der himmlischen Kirche ist das Gute der Liebe zum Herrn und das Gute der gegenseitigen Liebe. Und das Gute des geistigen Reiches oder der geistigen Kirche ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens: Nr. 9741. Von diesem Guten und dem Wahren daraus wird allenthalben im Worte gehandelt, denn das Wort ist die Lehre vom Guten, weil es die Lehre von der Liebe zum Herrn und der Liebe zum Nächsten ist: Matth.22/34-39; und alles Gute ist Sache der Liebe, auch das Gute des Glaubens, denn dasselbe ist aus dem Guten der Liebe und nicht ohne dieses. Weil das Wort die Lehre vom Guten ist, daher muß man, um das Wort zu verstehen, wissen, was das Gute ist und niemand weiß, was das Gute ist, wenn er nicht im Guten dem Worte gemäß lebt; denn wenn er im Guten dem Worte gemäß lebt, dann flößt der Herr Gutes in sein Leben ein; dadurch nimmt es der Mensch wahr und fühlt es, und daher begreift er, wie es beschaffen ist. Im entgegengesetzten Fall erscheint es nicht, weil es nicht wahrgenommen wird. Hieraus kann man erkennen, in welchem Zustand diejenigen sind, die nur wissen, was im Worte steht, und sich überzeugen (bereden), daß es so sei, aber nicht danach tun. Diese haben keine Kenntnis vom Guten und folglich auch keine vom Wahren, denn das Wahre wird nur aus dem Guten erkannt und niemals ohne das Gute, sondern dann ist es nur ein Wissen ohne Leben, das im anderen Leben zugrunde geht. Daß das Öl und auch die Olive das Gute bezeichnen, erhellt aus den Stellen im Wort, wo sie genannt werden: Sach.4/2,3,14: "Ich sah einen goldenen Leuchter und zwei Ölbäume neben demselben, einen zur Rechten und den anderen zur Linken des Ölbehälters. Das sind die beiden Söhne des Ölbaumes, die stehen neben dem Herrn der ganzen Erde": die beiden Ölbäume und die beiden Söhne des Ölbaumes bedeuten das Gute der Liebe zum Herrn, das zu seiner Rechten, und das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, das zu Seiner Linken. Joh.Offenb.11/3,4: "Die zwei Zeugen sollen tausendzweihundertsechzig Tage weissagen; diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen": die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter bedeuten ein und dasselbe Gute, und weil dieses vom Herrn ist, wird es "die zwei Zeugen" genannt. Joh.Offenb.6/6: "Ich hörte eine Stimme inmitten der vier Tiere sagen: Am Öl und Wein vergreife dich nicht": Öl bedeutet das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit; Wein das Gute und Wahre des Glaubens. Jes.41/19: "In der Wüste will Ich geben (pflanzen) die Zeder von Schitta, die Myrte und den Ölbaum". Jerem.31/12: "Sie werden kommen und jubeln auf Zions Höhe und strömen zu den Gaben Jehovahs, zum Weizen, Most und Öl". Joel 1/10: "Verwüstet ist das Feld, es trauert der Acker; denn verdorben ist das Getreide, vertrocknet der Most, verschwunden das Öl". Jerem.2/24: "Die Tennen sind voll von reinem Getreide und die Keltern fließen über von Most und Öl". 5. Mose 11/14: "Ich werde Regen geben auf euer Land zu seiner Zeit, damit du sammelst dein Getreide, deinen Most und dein Öl". Es wird hier Getreide, Most und Öl gesagt, daß aber nicht dieses verstanden werden soll, kann jedem einleuchten, der darüber nachdenkt; denn weil das Wort göttlich ist, so ist es geistig und nicht weltlich. Es handelt somit nicht vom Getreide, Most und Öl des Landes, sofern sie zur Speise des Körpers dienen, sondern insofern sie zur Speise der Seele dienen; denn alle Speisen in der Welt bedeuten im Wort himmlische Speisen, sowie auch das Brot und der Wein im heiligen Abendmahl. Was in den angeführten Stellen Getreide und Most bedeuten, sehe man Nr. 3580, 5295, 5410, 5959. Was das Öl bedeutet, geht deutlich daraus hervor. Ebenso verhält es sich mit allem, was der Herr, als Er in der Welt war, geredet hat, z.B. was Er vom Samariter sagte, daß er "zu dem von den Räubern Verwundeten hinzutrat, dessen Wunden verband und Öl und Wein hineingoß": Luk.10/33,34; hier wird nicht Öl und Wein verstanden, sondern das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit. Unter dem Öl das Gute der Liebe und unter dem Wein das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens, denn es wird von dem Nächsten gehandelt, somit von der Liebtätigkeit gegen ihn. Daß der Wein dies bedeutet, sehe man Nr. 6377. Ebenso was der Herr von den zehn Jungfrauen sprach, von denen fünf ihre Lampen nahmen, aber kein Öl, fünf hingegen auch Öl nahmen, und daß diese in den Himmel eingelassen, jene aber abgewiesen wurden: Matth.25/3,4. Das Öl in den Lampen bedeutet das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit in den Glaubenswahrheiten. Die Jungfrauen, welche die Lampen nahmen, aber kein Öl, sind diejenigen, die das Wort hören und es lesen und sagen, daß sie daran glauben, aber darum doch nichts Gutes tun, und wenn sie es tun, nicht aus Liebe zum Guten und Wahren, sondern aus Liebe zu sich und zur Welt. Weil Öl das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet, darum salbte man auch die Kranken mit Öl und heilte sie, wie es von den Jüngern des Herrn gelesen wird, Mark.6/13, die "ausgingen und die Dämonen austrieben, und die Kranken mit Öl salbten und sie heilten". Ps.23/5: "Du salbest mit Öl mein Haupt, mein Becher fließt über": mit Öl das Haupt salben bedeutet himmlisch Gutes geben. 5. Mose 32/13: "Jehovah speiste ihn mit den Früchten des Feldes, ließ ihn Honig saugen aus dem Felsen und Öl aus hartem Kiesel": hier von der Alten Kirche. Öl aus hartem Kiesel saugen bedeutet mit Gutem erfüllt werden durch das Wahre des Glaubens. Hab.3/17: "Der Feigenbaum wird nicht blühen und keine Frucht an den Weinstöcken sein, das Werk der Oliven wird trügen und das Feld keine Nahrung bringen": hier ist weder Feigenbaum, noch Weinstöcke, noch Oliven, noch Feld gemeint, sondern die himmlischen Dinge, denen sie entsprechen; was auch jeder aus sich erkennen kann, der da anerkennt, daß das Wort von solchen Dingen handelt, die sich auf den Himmel und die Kirche, somit auch auf die Seele beziehen. Die aber nur an Weltliches, Irdisches und Körperliches denken, sehen das nicht, ja sie wollen es nicht sehen, indem sie bei sich sagen: was soll das Geistige sein, was das Himmlische?, und was sind also himmlische Speisen? Daß es solche Dinge sind, die der Einsicht und Weisheit angehören, wissen sie zwar, wenn es ihnen gesagt wird, daß sie aber Sache des Glaubens und der Liebe sind, wollen sie nicht wissen. Der Grund ist, weil sie solches nicht in ihr Leben aufnehmen und daher nicht bis zur Einsicht und Weisheit der himmlischen Wahrheiten und Gutheiten (bonitatum) gelangen. Hes.16/9,10,13,18: "Ich badete dich mit Wasser und wusch dein Blut von dir ab, und salbte dich mit Öl, Ich kleidete dich in buntgewirkte Kleider; deine Kleider waren von Byssus, Seide und von Buntgewirktem; du aßest Semmelmehl, Honig und Öl; du aber nahmst deine buntgewirkten Kleider und bedecktest Bilder damit und Mein Öl und Mein Rauchwerk setztest du vor sie hin": Wer kann nicht sehen, daß hier nicht buntgewirkte Kleider, Byssus und Seide, und auch nicht Öl, Honig und Semmelmehl zu verstehen ist, sondern göttliche Dinge, die sich auf den Himmel und die Kirche beziehen? Denn es wird von Jerusalem gehandelt, worunter die Kirche verstanden wird, und daher wird unter dem Erwähnten solches verstanden, was der Kirche angehört. Daß unter jedem einzelnen etwas Besonderes der Kirche (verstanden wird), ist bekannt, denn im Worte, das göttlich ist, ist kein Wort inhaltsleer. Daß Jerusalem die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 3654, ferner was buntgewirkt: Nr. 9688; was Byssus: Nr. 5319, 9469; was Semmelmehl: Nr. 2177; was Honig: Nr. 5620, 6857; was mit Wasser baden: Nr. 3147, 5954, 9088; und was das Blut abwaschen: Nr. 4735, 9127. Hos.12/2: "Ephraim nährt sich vom Winde, sie schließen ein Bündnis mit dem Assyrer und man bringt das Öl nach Ägypten": dies kann man gar nicht verstehen, wenn man nicht weiß, was Ephraim, was der Assyrer und was Ägypten bedeutet. Hier wird jedoch das Verstandesgebiet des Menschen der Kirche beschrieben, das durch Vernünfteleien aus dem Wißtümlichen verkehrt wird, denn Ephraim bedeutet dieses Verstandesgebiet: Nr. 3969, 5354, 6222, 6238, 6267; der Assyrer die Vernünftelei: Nr. 1186; und Ägypten das Wißtümliche: Nr. 9391; Öl nach Ägypten bringen heißt daher, das Gute der Kirche auf solche Weise verunreinigen. Daß der Herr so oft den Ölberg bestieg, Luk.21/37; 22/39, geschah deshalb, weil das Öl und die Oliven das Gute der Liebe bedeuten, und auch der Berg: Nr. 6435, 8758. Der Grund war, weil im Herrn, solange Er in der Welt war, alle Vorbildungen des Himmels waren, denn der ganze Himmel wurde durch dieselben mit Ihm verbunden; darum war alles, was Er tat und alles, was Er redete, göttlich und himmlisch, und im Letzten war es vorbildlich. Der Ölberg bildete den Himmel vor in Ansehung des Guten der Liebe und der Liebtätigkeit, wie auch erhellen kann: Sach.14/3,4: "Jehovah wird ausziehen und streiten wider diese Völker; und Seine Füße werden an demselben Tage stehen auf dem Ölberg, der vor Jerusalem gegen Morgen liegt, und der Ölberg wird sich mitten entzweispalten, daß ein Teil gegen Morgen und der andere gegen Abend ein großes Tal bilden, und ein Teil des Berges wird gegen Mitternacht hin zurückweichen und ein Teil gegen Mittag": hier wird vom Herrn gehandelt und von Seiner Ankunft. Durch den Ölberg wird das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit bezeichnet, und somit die Kirche, denn dieses Gute macht die Kirche. Daß die Kirche von dem jüdischen Volke zurückweichen und bei den Heiden errichtet werden sollte, wird dadurch bezeichnet, daß jener Berg sich spaltete gegen Morgen, gegen Abend und gegen Mitternacht und Mittag. Das gleiche wird durch die Worte des Herrn bezeichnet: Luk.13/28,29: "Ihr werdet hinausgestoßen werden; dagegen werden sie kommen von Morgen und Abend, und von Mitternacht und Mittag, und werden zu Tische liegen im Reich Gottes". Daß Jehovah ausziehen und gegen die Völker kämpfen werde und daß Seine Füße auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt, stehen werden, darunter wird im allgemeinen Sinn verstanden, daß der Herr aus göttlicher Liebe gegen die Höllen kämpfen werde, denn die Völkerschaften bedeuten das Böse aus den Höllen: Nr. 1868, 6306; und der Ölberg, auf dem Seine Füße stehen werden, bezeichnet die göttliche Liebe. 9781. "Reines, gestoßenes", 2. Mose 27/20, bedeutet echtes und daher durchsichtiges. Dies erhellt aus der Bedeutung des Reinen, wenn es von dem Guten (ausgesagt) wird, das durch Öl bezeichnet wird, insofern es das Echte ausdrückt, denn das Gute ist um so reiner, je himmlischer und somit, je echter es ist. Und aus der Bedeutung von gestoßen, wenn von dem durch Öl bezeichneten Guten (die Rede ist), insofern es das Durchsichtige (Helle) bezeichnet. Das Gute heißt durchsichtig, wenn es zum Wahren wird, denn das Gute kommt zur Erscheinung durch das Wahre, weil das Wahre die Form des Guten ist, und das Gute nicht anders im Licht erscheint, als in seiner Form. Je besser daher die Form ist, in der das Gute sich darstellt, desto durchsichtiger (klarer) erscheint es, denn dann leuchtet das Gute selbst daraus hervor, so daß es auch den Verstand und zugleich den Willen des anderen anregt. Wie es sich nämlich mit dem Guten und Wahren verhält, so verhält es sich auch mit dem Willen und dem Verstand beim Menschen; denn der Wille ist zur Aufnahme des Guten bestimmt, und der Verstand zur Aufnahme des Wahren. Auch erscheint der Wille nicht im Licht, außer durch den Verstand, denn der Verstand ist es, der den Willen bildet, und ihn klar darstellt. Was aber gebildet wird, das wird gleichsam in Teile zerlegt, und wenn diese regelrecht zusammengeordnet sind, so treten unter ihnen verschiedene Beziehungen oder verschiedene Verhältnisse hervor, und dadurch stellt sich das Gute im Verstand dar und wird (gleichsam) durchsichtig. Das Gute, das im Verstand durchsichtig geworden ist, ist das Wahre dieses Guten. Daher kommt es nun, daß das Öl gestoßen werden sollte, sowie auch der Weihrauch, von dem es heißt, daß er rein sein und ein Teil von ihm in kleine Stückchen gestoßen werden, und so damit geräuchert werden sollte: 2. Mose 30/34-36. Das gleiche, was durch zerstoßen, wird auch durch zermalmen (gemahlen) bezeichnet, wie man aus der Bedeutung des Weizens und des Weizenmehls ersehen kann; der Weizen bedeutet das Gute und das feine Mehl desselben das Wahre. Wie das Zerstoßene und Gemahlene im echten Sinn das durchsichtige Gute bedeutet, so bedeutet das Zerstoßene und Gemahlene (Zermalmte) im entgegengesetzten Sinn das durchsichtige Böse. Dies wird dadurch bezeichnet, daß Mose "das goldene Kalb wohl zerstieß und zermalmte, und das zu Staub Zerriebene in den Bach warf, der vom Berg herabfloß": 5. Mose 9/21; worüber man sehe Nr. 9391. 9782. "Zum Leuchter", 2. Mose 27/20, bedeutet den geistigen Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leuchters oder Armleuchters, insofern er den geistigen Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9548. 9783. "Daß man die Lampen beständig aufgehen lasse", 2. Mose 27/20, bedeutet den Glauben daher und durch diesen vom Herrn die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lampe, insofern sie den Glauben und daraus die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9548. Daß die Lampe den Glauben bedeutet, kommt daher, daß das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre das Licht in den Himmeln ist. Wenn dieses Licht von den Engeln oder vom Menschen aufgenommen ist, so bildet es gleichsam eine Leuchte, denn es erleuchtet das ganze Gemüt und gibt Einsicht und Weisheit. Das aufgenommene Licht ist der Glaube. Man muß aber wissen, daß der Glaube keine Leuchte ist, und das Gemüt nicht erleuchtet, wenn er nicht aus der Liebtätigkeit stammt. Es verhält sich mit dem Glauben und der Liebtätigkeit wie mit dem Wahren und dem Guten: das Wahre ist die Form des Guten, oder das Gute, das so gestaltet ist, daß es im Licht erscheint. Ebenso ist der Glaube die Form der Liebtätigkeit, oder die Liebtätigkeit in Gestaltung. Zum Glauben gehört auch das Wahre, und zur Liebtätigkeit das Gute, denn was wahr ist, das wird geglaubt und wird Eigentum des Glaubens, und was gut ist, das wird geliebt und wird Eigentum der Liebtätigkeit. Das Wahre und Gute selbst, das geliebt wird, ist der Nächste, und die Liebe zu diesem ist die Liebtätigkeit. 9784. "Im Versammlungszelt", 2. Mose 27/21, bedeutet, wo die Gegenwart des Herrn ist. Dies erhellt daraus, daß das Zelt deshalb gemacht wurde, damit der Herr daselbst mit Mose und Aharon, sowie auch mit den Söhnen Israels zusammenkommen konnte. Darum wurde auch das Heilige des Gottesdienstes daselbst angeordnet, wie man aus dem Folgenden, ersehen kann: 2. Mose 29/42-45: "Ein beständiges Brandopfer sollen sie machen vor der Türe des Versammlungszeltes vor Jehovah, damit Ich daselbst mit euch zusammenkomme, um mit dir dort zu reden, und Ich will daselbst zusammenkommen mit den Söhnen Israels; und es wird geheiligt werden durch Meine Herrlichkeit; und Ich werde das Versammlungszelt heiligen, und den Altar und Aharon, und seine Söhne werde Ich heiligen, damit sie mir als Priester dienen, und Ich werde wohnen in der Mitte der Söhne Israels". Und daß der Herr daselbst mit ihnen zusammenkam, oder bei ihnen gegenwärtig war, an einer anderen Stelle: 2. Mose 40/33-38: "Als alles vollendet war, bedeckte die Wolke das Versammlungszelt, und die Herrlichkeit Jehovahs erfüllte die Wohnung, und Mose konnte nicht in das Versammlungszelt eingehen, weil die Wolke auf ihm ruhte und die Herrlichkeit Jehovahs die Wohnung erfüllte. Die Wolke Jehovahs war über der Wohnung bei Tage, und Feuer war bei Nacht darin, vor den Augen des ganzen Hauses Israels". Hieraus kann erhellen, daß durch das Versammlungszelt (der Ort) bezeichnet wurde, wo die Gegenwart des Herrn war. Der Grund davon war, weil das Zelt den Himmel vorbildete, und der Himmel ein Himmel ist vermöge der Gegenwart des Herrn in demselben, daher wurde er auch die Wohnung Jehovahs genannt. 9785. "Außerhalb des Vorhanges, der vor dem Zeugnisse hängt", 2. Mose 27/21, bedeutet, wo die Mitteilung und durch das vereinigende Mittlere die Verbindung mit dem Herrn im innersten Himmel ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vorhangs, insofern es das Mittlere vorbildet, das den innersten und mittleren Himmel vereinigt, worüber Nr. 9670, 9671; also (den Ort), wo die Mitteilung und Verbindung stattfindet, und aus der Bedeutung des Zeugnisses, insofern es der Herr in Ansehung des göttlich Wahren ist. 9786. "Soll ihn Aharon und seine Söhne zurichten", 2. Mose 27/21, bedeutet den beständigen Einfluß vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurichten, wenn vom Herrn (die Rede ist), der durch Aharon vorgebildet wurde, insofern es den Einfluß bezeichnet, denn jede Mitteilung des göttlich Guten und des göttlich Wahren vom Herrn, und jede Verbindung mit Ihm findet durch Einfluß statt; die Engel und Menschen sind aufnehmende Formen. Daß der fortwährende Einfluß bezeichnet wird, kommt daher, daß von der Zurichtung der Lampen vom Abend bis zum Morgen gehandelt wird, wodurch das Beständige und Fortwährende bezeichnet wird. Vom Herrn aber ist er, weil der Herr in Ansehung des göttlich Guten durch Aharon und in Ansehung des göttlich Wahren durch die Söhne Israels vorgebildet wurde, worüber im Folgenden. 9787. "Vom Abend bis zum Morgen, vor Jehovah", 2. Mose 27/21, bedeutet beständig in jedem Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abends, insofern er das Ende eines Zustandes bezeichnet, worüber Nr. 8426; und aus der Bedeutung des Morgen, insofern er den Anfang eines anderen (Zustandes) bezeichnet, worüber Nr. 8427. "Beständig in jedem Zustand" bedeutet es, weil der Abend den ganzen Zustand des Schattens in sich schließt, der durch die folgende Nacht bezeichnet wird, und der Morgen den ganzen Zustand des Lichtes, der durch den folgenden Tag bezeichnet wird; denn beim Herrn ist das Folgende und Zukünftige zugleich gegenwärtig, weil alles, was der Herr bei dem Menschen und Engel zurichtet, d.h. vorsieht, ewig ist. Hieraus kann man erkennen, daß durch die Zurichtung der Lampen vom Abend bis zum Morgen der fortwährende Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn beständig in jedem Zustand bezeichnet wird. 9788. "Eine ewige Satzung", (wörtlich: eine Satzung des Zeitlaufs), 2. Mose 27/21, bedeutet die göttliche Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Satzung, insofern sie die göttliche Ordnung bezeichnet, worüber Nr. 7884, 7995, 8357; und aus der Bedeutung des Zeitlaufs (saeculi), insofern er das Ewige bezeichnet; weil es das Göttliche ist, ist es auch ewig. 9789. "Für ihre kommenden Geschlechter bei den Söhnen Israels", 2. Mose 27/21, bedeutet das Ewige für das geistige Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, insofern sie das Ewige bezeichnen, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die geistige Kirche darstellen, worüber Nr. 9340, somit auch das geistige Reich; denn das geistige Reich des Herrn in den Himmeln ist der geistige Himmel, auf Erden aber ist es die geistige Kirche. Daß die Geschlechter das Ewige bedeuten, kommt daher, daß unter ihnen im inneren Sinn die Zeugungen (generatives) des Glaubens und der Liebtätigkeit verstanden werden: Nr. 613, 2020, 2584, 6239, 9042, 9079, somit das, was dem Himmel und der Kirche angehört, die ewig sind. Durch die Söhne Israels, von denen die Geschlechter ausgesagt werden, wird auch wirklich die Kirche bezeichnet: Nr. 9340. Daß die Geschlechter das Ewige bedeuten, ist klar aus folgenden Stellen im Worte: Jes.41/8,9: "Ewig währet Meine Gerechtigkeit und Mein Heil von Geschlecht zu Geschlecht; erwache wie in den Tagen der Vorzeit, der Geschlechter der Ewigkeiten". Jes.60/15: "Ich werde dich machen zur ewigen Hoheit, zur Freude von Geschlecht zu Geschlecht". Jes.34/10: "Ewig wird sein (Edoms) Reich aufsteigen, von Geschlecht zu Geschlecht wird es verwüstet sein, und niemals mehr in Ewigkeit wird man darübergehen". Ps.33/11: "Der Rat Jehovahs wird in Ewigkeit bleiben, die Gedanken Seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht". Ps.145/2-4: "Ich lobe Deinen Namen ewig und immerdar; Geschlecht auf Geschlecht soll Deine Werke loben". Ps.72/5: "Man wird Dich fürchten bei der Sonne und vor dem Monde, von Geschlecht zu Geschlecht". 2. Mose 3/15: "Dies ist Mein Name in Ewigkeit, und dies Mein Andenken von Geschlecht zu Geschlecht". Und so noch in vielen anderen Stellen. Es wird gesagt "in Ewigkeit und von Geschlecht zu Geschlecht": das Ewige wird ausgesagt von dem göttlich Himmlischen oder Guten, und Geschlecht von dem göttlich Geistigen oder Wahren; denn im Worte, besonders in dem prophetischen, werden gewöhnlich zwei Ausdrücke von einer und derselben Sache gebraucht, wie in den angeführten Stellen "in Ewigkeit und von Geschlecht zu Geschlecht", und dies geschieht wegen der himmlischen Ehe in allem und jedem des Wortes. Die himmlische Ehe ist die Ehe des Guten und Wahren, oder die Verbindung des Herrn und des Himmels; man sehe die Nr. 9263 angeführten Stellen.   Nr. 9790 - 9803 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 28. Kapitel 1. Und du, lasse zu dir kommen Aharon, deinen Bruder, und seine Söhne mit ihm, aus der Mitte der Söhne Israels, daß er Mir als Priester diene, Aharon, Nadab und Abihu, Eleazar und Ithamar, die Söhne Aharons. 2. Und mache heilige Kleider für Aharon, deinen Bruder, zur Herrlichkeit und zur Zierde. 3. Und du sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind, die Ich erfüllt habe mit dem Geist der Weisheit, daß sie die Kleider Aharons machen, um ihn zu heiligen, daß er Mir ein Priester sei. 4. Und dies sind die Kleider, die sie machen sollen: das Brustschildlein und das Ephod (Schulterkleid), und das Oberkleid, und der Leibrock, zellenförmig gewirkt; Kopfbund und Gürtel; also sollen sie heilige Kleider machen für Aharon, deinen Bruder, und für seine Söhne, daß er Mir ein Priester sei. 5. Und sie sollen dazu nehmen Gold, Blau, Purpur, Scharlach und weiße Baumwolle (Byssus). 6. Und das Ephod sollen sie machen von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle, ein Werk des Kunstwebers. 7. Zwei verbundene Schulterblätter soll es haben an seinen beiden Enden, daß es zusammengefügt werde. 8. Und der Gürtel seines Ephod, der darüber ist, soll von gleicher Arbeit an ihm sein, von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle. 9. Und nimm zwei Onychsteine und grabe darein die Namen der Söhne Israels. 10. Sechs ihrer Namen auf den einen Stein, und die übrigen sechs Namen auf den anderen Stein, nach ihren Geschlechtern (d.i. nach ihrem Alter). 11. Nach der Kunst des Steinschneiders, und (in der Weise) der Siegelstecherei sollst du auf die beiden Steine graben die Namen der Söhne Israels; rings in Gold gefaßt sollst du sie machen. 12. Und setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Ephod, als Steine des Gedächtnisses für die Söhne Israels, daß Aharon ihre Namen trage vor Jehovah, auf seinen beiden Schultern zum Gedächtnis. 13. Und mache die Fassungen von Gold. 14. Und zwei Kettchen von reinem Golde sollst du machen an ihren Enden, von geflochtener Arbeit, und setze die geflochtenen Kettchen an die Fassungen. 15. Und mache das Brustschildlein des Urteils, ein Werk des Kunstwebers, wie das Werk des Ephod sollst du es machen, von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle mache es. 16. Viereckig soll es sein, doppelt, eine Spanne seine Länge und eine Spanne seine Breite. 17. Und sollst es füllen mit einer Füllung von Steinen, mit vier Reihen von Steinen, nach der Ordnung: Rubin, Topas, Karfunkel, die erste Reihe. 18. Und die zweite Reihe Chrysopras, Saphir und Diamant. 19. Und die dritte Reihe Opal, Achat und Amethyst. 20. Und die vierte Reihe Chrysolith, Onych und Jaspis; in Gold sollen sie gefaßt sein in ihren Füllungen. 21. Und die Steine sollen nach den Namen der Söhne Israels sein, zwölf nach ihren Namen, in der Weise der Siegelstecherei, jeder mit seinem Namen, nach den zwölf Stämmen. 22. Und mache Kettchen auf das Brustschildlein an den Enden, von geflochtener Arbeit und von reinem Gold. 23. Und mache an das Brustschildlein zwei Ringe von Gold, und setze die beiden Ringe an die beiden Enden des Brustschildleins. 24. Und die zwei Geflechte von Gold tue in die beiden Ringe an den Enden des Brustschildleins. 25. Und die zwei anderen Enden der beiden Geflechte füge an die beiden Fassungen, und setze sie auf die Schulterstücke des Ephod, auf dessen Vorderseite. 26. Und mache zwei Ringe von Gold, und setze sie an die zwei Enden des Brustschildleins, an seinen Rand, gegen das Ephod zu, einwärts. 27. Und mache zwei Ringe von Gold, und setze sie an die beiden Schulterstücke des Ephod, unterhalb an seiner Vorderseite, an seiner Zusammenfügung, über dem Gürtel des Ephod. 28. Und sie sollen das Brustschildlein anbinden vermittelst seiner Ringe an die Ringe des Ephod mit einer blauen Schnur, daß es über dem Gürtel des Ephod sei, und das Brustschildlein nicht zurückweiche von dem Ephod. 29. Und Aharon soll die Namen der Söhne Israels tragen an dem Brustschildlein des Urteils (Gerichts) auf seinem Herzen, wenn er hineingeht ins Heilige, zum Gedächtnis vor Jehovah allezeit. 30. Und in das Brustschildlein des Urteils sollst du tun Urim und Thummim (Licht und Recht), und sie sollen auf dem Herzen Aharons sein, wenn er damit hineingeht vor Jehovah; und Aharon soll das Urteil über die Söhne Israels tragen auf seinem Herzen vor Jehovah allezeit. 31. Und das Oberkleid unter dem Ephod mache ganz von Blau (von blauem Purpur). 32. Und es soll seine Kopföffnung sein in seiner Mitte; eine Borte soll rings um die Öffnung sein, die Arbeit eines Webers; wie die Öffnung eines Panzers soll es haben, damit es nicht zerreiße. 33. Und an seine Säume mache Granatäpfel von Blau, Purpur und Scharlach, an seine Säume ringsherum, und goldene Schellen zwischen ihnen ringsherum. 34. Eine goldene Schelle und einen Granatapfel, und wieder eine goldene Schelle und einen Granatapfel, an den Säumen des Oberkleides ringsherum. 35. Und Aharon soll es anhaben beim Dienst, daß man seinen Klang höre, wenn er eingeht in das Heilige vor Jehovah und wenn er herausgeht, damit er nicht sterbe. 36. Und mache ein Blech von reinem Gold, und grabe darauf in der Weise des Siegelschneiders: Heiligkeit Jehovahs. 37. Und tue es an eine blaue Schnur, und es soll auf dem Kopfbunde sein, an der Vorderseite des Kopfbundes soll es sein. 38. Und es soll auf der Stirne Aharons sein, und Aharon trage die Schuld des Geheiligten, das die Söhne Israels heiligen mit allen ihren heiligen Gaben, und es soll beständig sein auf seiner Stirne, zum Wohlgefallen für sie vor Jehovah. 39. Und du sollst den Leibrock zellenförmig wirken von weißer Baumwolle, und (auch) den Kopfbund sollst du von weißer Baumwolle machen, und den Gürtel sollst du machen als ein Werk des Buntwirkers. 40. Und für die Söhne Aharons sollst du Leibröcke machen, und sollst ihnen Gürtel machen und Mützen zur Herrlichkeit und zur Zierde. 41. Und sollst sie anziehen Aharon, deinem Bruder, und seinen Söhnen mit ihm, und sollst sie salben und ihre Hände füllen und sie heiligen, daß sie das Priesteramt verwalten vor Mir. 42. Und mache ihnen Beinkleider von Linnen, um zu bedecken das Fleisch ihrer Blöße, von den Lenden bis an die Schenkel hinab sollen sie reichen. 43. Und Aharon und seine Söhne sollen sie anhaben, wenn sie eingehen in das Versammlungszelt oder wenn sie sich dem Altar nahen, um zu dienen im Heiligtum, damit sie nicht eine Missetat (Schuld) tragen und sterben; das soll eine ewige Satzung sein für ihn und seinen Samen nach ihm.   Inhalt 9804. Es wird hier von den heiligen Kleidern gehandelt, die Aharon und seine Söhne während des (priesterlichen) Dienstes anlegen sollten. Durch das Priestertum, das Aharon mit seinen Söhnen verwalten sollte, wurde der Herr in Ansehung des göttlich Himmlischen vorgebildet, welches das göttlich Gute im Himmel ist; und durch seine Kleider wurde das göttlich Geistige vorgebildet, welches das daraus hervorgehende göttlich Wahre ist.   Innerer Sinn 9805. Vers 1,2: Und du, lasse zu dir kommen Aharon, deinen Bruder, und seine Söhne mit ihm, aus der Mitte der Söhne Israels, daß er Mir als Priester diene, Aharon, Nadab und Abihu, Eleazar und Ithamar, die Söhne Aharons. Und mache heilige Kleider für Aharon, deinen Bruder, zur Herrlichkeit und zur Zierde. "Und du, lasse zu dir kommen Aharon, deinen Bruder" bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten im Göttlich-Menschlichen des Herrn; "und seine Söhne mit ihm" bedeutet das aus dem göttlich Guten hervorgehende göttlich Wahre; "aus der Mitte der Söhne Israels" bedeutet im Himmel und in der Kirche; "daß er Mir als Priester diene" bedeutet das Vorbildliche des Herrn; "Aharon" bedeutet, in Ansehung des göttlich Himmlischen; "Nadab und Abihu" bedeutet in Ansehung des göttlich Geistigen daraus; "Eleazar und Ithamar" bedeutet in Ansehung des göttlich Natürlichen; "die Söhne Aharons" bedeutet, was aus dem göttlich Himmlischen hervorgeht; "Und mache heilige Kleider für Aharon, deinen Bruder" bedeutet das Vorbildliche des geistigen Reiches, das dem himmlischen Reich beigesellt ist; "zur Herrlichkeit und zur Zierde" bedeutet, um darzustellen das göttlich Wahre, wie es im geistigen Reich dem himmlischen Reich beigesellt ist in seiner inneren und äußeren Form. 9806. "Und du, lasse zu dir kommen Aharon, deinen Bruder", 2. Mose 28/1, bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten im Göttlich-Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der hier Aharon zu sich kommen lassen sollte, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren darstellt, worüber Nr. 6752, 6771, 7014, 9372; aus der Bedeutung von zu sich kommen lassen, insofern es Verbindung und Gegenwart bezeichnet, worüber Nr. 9378; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten darstellt, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung des Bruders, insofern er das Gute bezeichnet, worüber Nr. 3303, 3803, 3815, 4121, 4191, 5686, 5692, 6756. Hieraus erhellt, daß durch "Mose soll Aharon, seinen Bruder, zu sich kommen lassen" bezeichnet wird die Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten im Herrn. In Seinem Göttlich-Menschlichen heißt es, weil eben dieses es war, in dem die Verbindung vollzogen wurde; denn der Herr machte zuerst Sein Menschliches zum göttlich Wahren, und nachher zum göttlich Guten; man sehe die Nr. 9199, 9315 angeführten Stellen. Aharon aber wurde erwählt, um als Priester zu dienen, weil er der Bruder des Mose war, denn so wurde zugleich das brüderliche Verhältnis zwischen dem göttlich Wahren und göttlich Guten im Himmel vorbildlich dargestellt, denn durch Mose wurde das göttlich Wahre vorgebildet und durch Aharon das göttlich Gute. Alles im Universum, sowohl im Himmel als in der Welt, muß sich auf das Gute und Wahre beziehen, um etwas zu sein, denn das Gute ist das Sein (Esse) des Wahren, und das Wahre ist das Dasein (Existere) des Guten. Deshalb kann das Gute nicht da sein ohne das Wahre, und das Wahre kann nicht sein ohne das Gute. Hieraus wird klar, daß sie verbunden sein müssen. Ihre Verbindung wird im Worte durch zwei Ehegatten vorgebildet, und auch durch zwei Brüder. Durch zwei Ehegatten, wenn von der himmlischen Ehe gehandelt wird, welche die des Guten und Wahren ist, und von der stufenweisen Abstammung aus dieser. Durch zwei Brüder, wenn von den beiden Ämtern gehandelt wird, nämlich von dem des Urteils (Gerichts) und von dem des Gottesdienstes. Die, welche das Amt des Gerichts verwalteten, wurden Richter genannt, und späterhin Könige; die aber das Amt des Gottesdienstes verwalteten, hießen Priester. Und weil alles Gericht (Urteil) durch das Wahre zustande kommt, und aller Gottesdienst aus dem Guten, darum wird durch Richter im Worte, in dem von der Person abgezogenen Sinn das Wahre aus dem Guten bezeichnet, durch die Könige aber das Wahre, aus dem das Gute kommt, und durch die Priester das Gute selbst. Daher kommt es, daß der Herr im Worte Richter genannt wird, wie auch Prophet und König, wo vom Wahren gehandelt wird, aber Priester, wo vom Guten (die Rede ist). Ebenso Christus, der Gesalbte oder Messias, wenn vom Wahren, aber Jesus oder Heiland (Seligmacher), wenn vom Guten (die Rede ist). Wegen dieses brüderlichen Verhältnisses zwischen dem Wahren des Gerichts und dem Guten des Gottesdienstes wurde Aharon, der Bruder Moses erwählt, daß er als Priester diene. Daß darum durch Aharon und sein Haus das Gute bezeichnet wird, erhellt bei Ps.115/9,10,12: "Israel vertraue auf Jehovah; Er ist ihre Hilfe und ihr Schild; Haus Aharons, vertrauet auf Jehovah; Er ist ihre Hilfe und ihr Schild. Jehovah gedenket unser, Er wird segnen das Haus Israels, Er wird segnen das Haus Aharons". Ps.118/2,3: "Es sage nun Israel: Ewig währet Seine Barmherzigkeit; es sage nun das Haus Aharons: Ewig währet Seine Barmherzigkeit". Ps.135/19: "Haus Israels, lobet Jehovah; Haus Aharons, lobet Jehovah". Haus Israel bedeutet diejenigen, die in den Wahrheiten sind; Haus Aharons diejenigen, die im Guten sind; denn im Worte wird, wo vom Wahren gehandelt wird, auch vom Guten gehandelt, wegen der himmlischen Ehe: Nr. 9263, 9314. Daß das Haus Israels diejenigen bezeichnet, die in den Wahrheiten sind, sehe man Nr. 5414, 5879, 5951, 7956, 8234. Ps.105/26: "Jehovah schickte Mose, Seinen Knecht, und Aharon, den Er erwählt hatte": Mose heißt Knecht, weil Knecht gesagt wird in betreff des Wahren: Nr. 3409; und erwählt, in betreff des Guten: Nr. 3755 E. Ps.133/1-3: "Siehe, wie gut und lieblich ist es, wenn Brüder einmütig beieinander wohnen, wie gutes Öl auf dem Haupte, das herabfließt in den Bart, den Bart Aharons, der hinabfällt auf den Saum seines Gewandes". Wer nicht weiß, was Bruder bedeutet, ferner was Öl, was Haupt, was der Bart, was das Gewand, wie auch, was Aharon vorbildet, der kann nicht begreifen, warum solches mit dem Zusammenwohnen der Brüder verglichen ist, denn was hat das vom Haupt in den Bart Aharons, und von da auf sein Gewand herabfließende Öl mit der Einmütigkeit der Brüder zu tun? Aber die Ähnlichkeit bei der Vergleichung wird klar aus dem inneren Sinn, in dem vom Einfluß des Guten in das Wahre gehandelt, und somit das brüderliche Verhältnis beider beschrieben wird; denn das Öl bedeutet das Gute, das Haupt Aharons das Innerste des Guten, der Bart das Alleräußerste desselben, das Gewand bedeutet das Wahre, herabfließen den Einfluß. Hieraus ist einleuchtend, daß durch diese Worte der Einfluß des Guten vom Inneren bis zum Äußeren im Wahren bezeichnet wird und die Verbindung daselbst. Wer könnte ohne den inneren Sinn sehen, daß in diesen Worten dieses Himmlische liegt? Daß das Öl das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 886, 4582, 4638, 9780; daß das Haupt das Innerste bedeutet: Nr. 5328, 6436, 7859, 9656; daß der Bart das Alleräußerste bezeichnet, erhellt bei Jes.7/20; 15/2; Jerem.48/37; Hes.5/1; daß Kleider Wahrheiten bezeichnen: Nr. 2576, 4545, 4763, 5319, 5954, 6914, 6917, 9093, 9212, 9216, daß Aharon das himmlisch Gute vorbildet, sehe man oben. Daraus, daß Aharon zum Priesteramt, also zum allerheiligsten Dienst erwählt wurde, kann man begreifen, wie es sich mit den vorbildlichen Darstellungen in der jüdischen Kirche verhielt; daß sie nämlich nicht die Person berücksichtigten, die vorbildete, sondern die Sache, die vorgebildet wurde. Daß also eine heilige Sache, ja die allerheiligste von Personen vorgebildet werden konnte, deren Inneres unrein, ja abgöttisch war, und deren Äußeres nur, wenn sie beim Gottesdienst waren, dem Heiligen angepaßt werden konnte. Wie Aharon beschaffen war, kann aus Folgendem erhellen: 2. Mose 32/4,5,25: "Aharon nahm aus den Händen der Söhne Israels Gold und bildete es mit dem Meißel und machte es zu einem gegossenen Kalb; und Aharon baute einen Altar vor ihm, und Aharon rief, und sprach: Ein Fest Jehovahs ist morgen". 5. Mose 9/20: "Wider Aharon ist der Zorn Jehovahs sehr erregt, ihn zu verderben; aber ich habe auch für Aharon gebeten zu dieser Zeit". Daß die vorbildlichen Darstellungen der Kirche bei dem israelitischen und jüdischen Volke keine Rücksicht auf die Personen nahmen, sondern auf die Sachen selbst, darüber sehe man, was Nr. 9229 angeführt ist. 9807. "Und seine Söhne mit ihm", 2. Mose 28/1, bedeutet das aus dem göttlich Guten hervorgehende göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704. Hier das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre, weil es die Söhne Aharons waren, und durch Aharon als Hohepriester der Herr in Ansehung des göttlich Guten vorgebildet wurde, wie gleich oben gezeigt worden ist. Die Söhne bezeichnen aber Wahrheiten, weil alles im Worte dem inneren Sinne nach geistig ist; und Söhne im geistigen Sinn diejenigen sind, die vom Herrn von neuem geboren werden, also die in den Wahrheiten aus dem Guten sind, folglich, wenn von den Personen abgesehen wird, die Wahrheiten selbst aus dem Guten. Diese sind es daher, die durch die Söhne Gottes, die Söhne des Königs und die Söhne des Reiches im Worte verstanden werden. Sie sind auch wirklich Söhne der neuen Geburt oder der Wiedergeburt. Das Wahre und Gute bei dem wiedergeborenen oder durch den Herrn von neuem geborenen Menschen verhält sich auch ganz so wie Familien, die in weiter und langer Reihenfolge von einem Vater (abstammen). Es gibt Wahrheiten, die bei ihm Söhne und Töchter, Enkel und Enkelinnen, Schwiegersöhne und Schwiegertöchter und so die Verwandtschaften mehrerer Grade und Geschlechter darstellen. Die Wahrheiten und das Gute, die in solcher Weise geordnet sind, sind im geistigen Sinn Söhne, Töchter, Enkel, Enkelinnen, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter, kurz Verwandtschaften verschiedenen Grades und verschiedener Gattung. Daß die geistigen Geburten in solcher Ordnung sind, wurde (mir) durch lebendige Erfahrung gezeigt und zugleich gesagt, daß die Wahrheiten und das Gute bei dem wiedergeborenen Menschen deshalb in solcher Ordnung sind, weil die Engelsgesellschaften im Himmel sich in einer solchen befinden, und das Wahre und das Gute beim Menschen jenen Gesellschaften entspricht. Und deswegen ist auch der Mensch, dessen Wahres und Gutes in solcher Entsprechung ist, ein Himmel in kleinster Form. Wer da weiß, daß die Söhne Wahrheiten und die Töchter Gutes bedeuten, kann mehrere Geheimnisse im Wort, besonders in dem prophetischen sehen, die außerdem verborgen bleiben würden, so auch, was im besonderen unter dem Menschensohn verstanden wird, wie Sich der Herr so oft im Worte nennt. Daß darunter das von Seinem Göttlich-Menschlichen hervorgehende göttlich Wahre zu verstehen ist, erhellt aus den Stellen, wo Er so genannt wird, die ich anführen darf, damit zugleich bestätigt werde, daß der Sohn das Wahre bedeutet: Joh.12/34-36: "Das Volk sprach zu Jesus: Wie sagest Du, daß des Menschen Sohn muß erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? Jesus antwortete ihnen: Noch eine kleine Weile ist das Licht bei euch; wandelt, solange ihr das Licht habt, damit nicht die Finsternis euch überfalle; dieweil ihr das Licht habt, glaubet an des Licht, damit ihr Söhne des Lichtes werdet". Hieraus erhellt, daß durch Menschensohn das gleiche wie durch Licht bezeichnet wird, denn als sie fragten, wer dieser Menschensohn sei, antwortete der Herr, daß Er selbst das Licht sei, an das sie glauben sollten. Daß das Licht das göttlich Wahre bedeutet, sehe man in den Nr. 9548, 9684 angeführten Stellen; also auch der Sohn des Menschen. Luk.6/22: "Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen um des Menschensohnes willen": um des Menschensohnes willen heißt, um des göttlich Wahren willen, das vom Herrn ausgeht. Das göttlich Wahre ist das Ganze des Glaubens und der Liebe an den Herrn, und um dessen willen gehaßt werden, ist Seligkeit. Luk.17/22: "Es wird die Zeit kommen, wo ihr sehr verlangen werdet, einen der Tage des Menschensohnes zu sehen, aber ihr werdet ihn nicht sehen; alsdann wird man euch sagen: Siehe hier, oder siehe, da ist er; gehet nicht hin und folget nicht": sehr verlangen, einen der Tage des Menschensohnes zu sehen heißt, einen der Zustände des göttlich Wahren, das echt ist, (herbeiwünschen). Es wird hier vom Ende der Kirche gehandelt, wenn kein Glaube mehr da ist, weil keine Liebtätigkeit. Zu dieser Zeit wird alles echte göttlich Wahre zugrunde gehen. Und weil das göttlich Wahre durch den Sohn des Menschen bezeichnet wird, darum wird gesagt: "Dann wird man euch sagen: Siehe hier, oder siehe, dort ist es; folget aber nicht", was vom göttlich Wahren des Herrn, nicht aber vom Herrn selbst gesagt werden kann. Luk.18/8: "Wenn der Menschensohn kommt, wird Er wohl Glauben finden auf Erden?": wenn das göttlich Wahre aus dem Himmel wird offenbart werden, so wird man es nicht glauben. Der Menschensohn ist auch hier der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, oder das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre. Die Ankunft des Herrn ist die Offenbarung des göttlich Wahren am Ende der Kirche. Matth.24/27,30: "Wie der Blitz ausgeht vom Aufgang, und scheint bis zum Niedergang, so wird auch sein die Ankunft des Menschensohnes. Alsdann wird das Zeichen (Desselben) erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme der Erde, und werden kommen sehen den Menschensohn in den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit": die Ankunft des Menschensohnes bedeutet die Offenbarung des göttlich Wahren am Ende des Zeitlaufes, d.h. am Ende der Kirche. Alle Stämme der Erde, die dann wehklagen werden, bedeutet alles Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe von dem Herrn, und somit an den Herrn in ihrer Zusammenfassung. Die Wolken des Himmels, auf denen Er kommen wird, bedeuten den Buchstabensinn des Wortes. Die Macht und Herrlichkeit ist der innere Sinn, in dessen Innerstem vom Herrn allein gehandelt wird. Das weitere hierüber sehe man erklärt Nr. 4060. Matth.26/64: "Ich sage euch, von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels". Luk.22/69: "Von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes": der Sohn des Menschen bedeutet das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, sitzen zur Rechten der Kraft bedeutet, daß Er alle Macht habe, denn das göttlich Gute hat Allmacht durch das göttlich Wahre. Daß es heißt: "von nun an würden sie es sehen" bedeutet, daß das göttlich Wahre in Seiner Allmacht war, als der Herr in der Welt die Höllen besiegt und alles in diesen und in den Himmeln in Ordnung gebracht hatte; und daß so diejenigen beseligt werden konnten, die Ihn durch Glauben und Liebe aufnehmen würden; man sehe Nr. 9715. Daß das Sitzen zur Rechten die Allmacht bezeichnet, sehe man Nr. 3387, 4592, 4933 E, 7518, 8281, 9133; daß das Gute alle Macht durch das Wahre hat: Nr. 6344, 6423, 8304, 9327, 9410, 9639, 9643; daß die göttliche Macht selbst das göttlich Wahre ist: Nr. 9648; die Wolken, auf denen der Menschensohn, d.h. das göttlich Wahre kommen wird, bedeuten das Wort im Buchstabensinn: Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, Nr. 4060, 4391, 5922, 6343, 6752, 8443, 8781; und die Herrlichkeit bedeutet das göttlich Wahre selbst, wie es im inneren Sinn des Wortes beschaffen ist: Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, Nr. 4089, 5922, 8267, 9429. Hieraus kann man nun erkennen, was durch Folgendes in der Offenbarung bezeichnet wird: Joh.Offenb.14/14: "Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß Einer, der dem Menschensohne glich, und auf Seinem Haupte eine goldene Krone hatte". Dan.7/13: "Ich sah in nächtlichen Gesichten und siehe, mit den Wolken der Himmel kam Einer wie ein Menschensohn". Joh.5/27: "Der Vater hat Ihm auch gegeben, das Gericht zu halten, weil Er der Menschensohn ist": weil das Gericht durch das göttlich Wahre geschieht, darum wird gesagt, daß es dem Herrn gegeben worden sei, das Gericht zu halten, weil Er der Menschensohn ist, wie gesagt: das göttlich Wahre. Der Vater, von dem es ausgeht, ist das göttlich Gute: Nr. 2803, 3704, 7499, 8328, 8897. Weil es Sache des göttlich Wahren ist, das Gericht zu halten, darum heißt es: "Wenn der Menschensohn kommen wird, dann wird Er sitzen auf dem Throne Seiner Herrlichkeit": Matth.19/28; 25/31; und ferner, "der Menschensohn wird geben einem jeden nach seinen Werken": Matth.16/27. Matth.13/37,38: "Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Same bedeutet die Söhne des Reiches, das Unkraut hingegen die Söhne des Bösen": Der gute Same ist das göttlich Wahre, daher wird gesagt, daß der Menschensohn ihn säe. Die Söhne des Reiches sind die göttlichen Wahrheiten im Himmel und in der Kirche, denn der Sohn bedeutet das Wahre: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623; im entgegengesetzten Sinn aber das Falsche, das auch der Sohn des Bösen ist. Das Reich ist der Himmel, wie auch die Kirche. Joh.3/13: "Niemand fährt zum Himmel auf, außer Der, Welcher vom Himmel herabgekommen ist, der Sohn des Menschen, Der in den Himmeln ist". Daß der Sohn des Menschen das göttlich Wahre in den Himmeln bedeutet, geht deutlich hieraus hervor, denn dieses kommt vom Himmel herab und führt zu dem Himmel empor; weil niemand zum Himmel aufsteigen kann, wenn nicht das göttlich Wahre vom Himmel zu ihm herabgekommen ist, denn der Einfluß ist vom Göttlichen, nicht aber umgekehrt. Weil der Herr das Wahre ist, darum nennt Er sich den Sohn des Menschen, der in den Himmeln ist: Matth.8/20: "Des Menschen Sohn hat nicht, wo Er Sein Haupt hinlege": des Menschen Sohn bedeutet das göttlich Wahre; nicht haben, wo Er sein Haupt hinlege, bedeutet, daß kein Ort irgendwo, oder bei irgendeinem Menschen zu damaliger Zeit, (für dasselbe war). Daß des Menschen Sohn leiden müsse und getötet werde: Matth.17/12,22; 20/18; 26/2,24,45; Mark.8/31; 9/12,31 und anderwärts, schließt in sich, daß auf solche Weise mit dem göttlich Wahren verfahren worden sei, folglich mit dem Herrn, Der selbst das göttlich Wahre war, was Er auch selber sagt: Joh.14/6: "Ich bin der Weg, und die Wahrheit, und das Leben". Jerem.49/18,33: "Nicht wird darin wohnen ein Mann, noch in ihr verweilen ein Menschensohn". Jerem.51/43: "In den Städten wird kein Mann wohnen, und kein Menschensohn wird sie durchschreiten": wer den geistigen Sinn des Wortes nicht kennt, glaubt, daß unter den Städten hier Städte verstanden werden, und unter dem Mann wie auch unter Menschensohn ein Mann und ein Sohn; und daß die Städte so verödet werden sollten, daß niemand in ihnen (lebe), allein es ist der Zustand der Kirche in betreff der Lehre des Wahren, der durch diese Dinge beschrieben wird; denn die Städte bedeuten die Lehrbestimmungen der Kirche; man sehe Nr. 402, 2449, 3216, 4492, 4493; der Mann bedeutet das eigentliche Wahre derselben, verbunden mit dem Guten: Nr. 3134, 7716, 9007; also ist der Menschensohn das Wahre. Weil durch den Menschensohn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet wird, darum wurden auch die Propheten, durch die es offenbart wurde, Menschensöhne genannt, wie z.B. Dan.8/17; Hes.2/1,3,6,8; 3/1,3,4,10,17,25; 4/1,16; 8/5,6,8,12,15; 12/2,3,9,18,22,27 und an mehreren anderen Stellen. Wie die meisten Ausdrücke im Wort einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch die Bedeutung des Menschensohnes, der in diesem Sinn das dem Wahren entgegengesetzte Falsche bedeutet, wie Jes.51/12: "Wer bist du doch, daß du dich fürchtest vor einem Menschen, der stirbt, und vor einem Menschensohn, der wie Gras hingegeben wird": Menschensohn, hingegeben wie Gras, bedeutet das Wißtümliche, durch welches das Falsche (entsteht). Ps.146/3: "Vertrauet nicht auf Fürsten, und nicht auf einen Menschensohn, in dem kein Heil ist": die Fürsten bedeuten die Hauptwahrheiten: Nr. 2089, 5044, also im entgegengesetzten Sinn das ärgste Falsche; und der Menschensohn bezeichnet das Falsche selbst. 9808. "Aus der Mitte der Söhne Israels", 2. Mose 28/1, bedeutet im Himmel und in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der Kirche bezeichnen, somit im abgezogenen Sinn die Kirche selbst, worüber Nr. 4286, 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7215, 7223, 7261, 8805, 9340; und weil Israel die Kirche bedeutet, so bedeutet es auch den Himmel, denn der Himmel und die Kirche machen eins aus, und die Kirche ist auch der Himmel des Herrn auf Erden. Bei einem jeden Menschen der Kirche ist auch wirklich der Himmel inwendig in ihm, wenn er im Wahren und zugleich im Guten ist aus dem Herrn. 9809. "Daß er Mir als Priester diene", 2. Mose 28/1, bedeutet das Vorbildliche des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Priestertums, insofern es im höchsten Sinn das Ganze des Amtes bezeichnet, das der Herr als Erlöser (Seligmacher, Salvator) verwaltet; und alles, was Er als Erlöser tut, geht aus der göttlichen Liebe hervor, also aus dem göttlich Guten, denn alles Gute ist Sache der Liebe. Daher wird auch durch Priestertum im höchsten Sinn das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn bezeichnet. Es gibt ein göttlich Gutes, und es gibt ein göttlich Wahres. Das göttlich Gute ist im Herrn, also ist es sein Sein (Esse), das im Worte Jehovah genannt wird; das göttlich Wahre aber ist aus dem Herrn, somit ist es das Dasein (Existere) aus jenem Sein. Dies wird im Wort unter Gott verstanden. Und weil das, was aus Ihm existiert, auch Er selbst ist, darum ist der Herr auch das göttlich Wahre, das Sein Göttliches in den Himmeln ist, denn die Himmel haben ihr Dasein aus Ihm, indem die Engel in denselben Aufnahmegefäße (receptiones) Seines Göttlichen sind. Die himmlischen Engel sind Aufnahmegefäße des göttlich Guten, das von Ihm ist, die geistigen Engel aber Aufnahmegefäße des göttlich Wahren, das aus jenem ist. Hieraus kann man erkennen, was vom Herrn vorgebildet wurde durch das Priestertum, und was vom Herrn vorgebildet wurde durch das Königtum; nämlich durch das Priestertum das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe, und durch das Königtum das göttlich Wahre aus jenem. Daß durch das Priestertum das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn vorgebildet wurde, also das ganze Amt, das der Herr verwaltet als Heiland (Erlöser), erhellt aus folgenden Stellen im Worte: Ps.110/1-7: "Spruch Jehovahs zu meinem Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten, bis daß Ich Deine Feinde lege zum Schemel Deiner Füße; den Zepter der Macht wird Jehovah aus Zion senden, zu herrschen mitten unter Deinen Feinden; Dein Volk ist voll Willigkeit am Tage Deiner Stärke, im Ehrenschmuck der Heiligkeit; aus dem Schoß der Morgenröte kommt Dir der Tau Deiner Jugend; Jehovah hat geschworen und es wird Ihn nicht reuen: Du bist ein Priester ewiglich, nach der Weise Melchisedeks; der Herr zu Deiner Rechten zerschmettert Könige am Tage Seines Zornes; Er richtet unter den Völkern; Er füllte sie an mit Leichen, Er zerschmetterte das Haupt über viel Land; aus dem Flusse am Wege wird Er trinken, darum hebt Er hoch das Haupt". Hieraus erhellt, was der Herr als Priester, und folglich, was das Priestertum im Herrn vorgebildet hat, nämlich das ganze Werk der Erlösung (Beseligung) des menschlichen Geschlechts; denn es wird hier von den Kämpfen des Herrn mit den Höllen gehandelt, als Er in der Welt war, durch die Er Sich die göttliche Allmacht über die Höllen erwarb, vermöge derer Er das menschliche Geschlecht errettete, und auch heutzutage alle errettet, die Ihn aufnehmen. Weil diese Errettung selbst aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe hervorging, darum wird vom Herrn gesagt: "Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks": Melchisedek bedeutet König der Gerechtigkeit; so wurde der Herr genannt darum, weil Er zur Gerechtigkeit wurde, und dadurch zum Heil gemäß dem, was Nr. 9715 gezeigt worden ist. Weil jedoch das einzelne hier Geheimnisse enthält über die Kämpfe des Herrn, als Er in der Welt war, die nicht ohne den inneren Sinn enthüllt werden können, darum soll es in der kürze erklärt werden: "Spruch Jehovahs zu Meinem Herrn" bedeutet, in bezug auf den Herrn, als Er in der Welt war. Daß unter dem Herrn hier der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen zu verstehen ist, erhellt bei Matth.22/41-43; Mark.12/36; Luk.20/42-44. "Setze Dich zu Meiner Rechten" bedeutet die Allmacht des göttlich Guten durch das göttlich Wahre, das der Herr damals war, und aus dem Er kämpfte und siegte. Daß zur Rechten sitzen den Zustand der Macht bezeichnet, und daß es, wenn vom Herrn (die Rede ist), die Allmacht bezeichnet, sehe man Nr. 3387, 4592, 4933 E, 7518, 7673, 8281, 9133, und daß das Gute alle Macht durch das Wahre hat: Nr. 6344, 6423, 8304, 9327, 9410, 9639, 9643. "Bis daß Ich lege Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße" bedeutet, bis daß das Böse, das in den Höllen ist und von den Höllen kommt, unterjocht und Seiner göttlichen Macht unterworfen ist. "Den Zepter der Macht wird Jehovah aus Zion senden" bedeutet die Macht alsdann aus dem himmlisch Guten; daß Zion dieses Gute bedeutet, sehe man Nr. 2362, 9055. "Zu herrschen mitten unter Deinen Feinden" bedeutet, dieses Gute habe die Herrschaft über das Böse. Das Böse ist der Feind, weil es gegen das Göttliche, besonders gegen den Herrn ist. "Dein Volk ist voll Willigkeit am Tage Deiner Stärke" bedeutet die göttlichen Wahrheiten, die alsdann kämpfen. "Im Ehrenschmuck der Heiligkeit" bedeutet das, was aus dem göttlich Guten (hervorgeht). "Aus dem Schoß der Morgenröte kommt Dir der Tau Deiner Jugend" bedeutet die Empfängnis vom göttlich Guten selbst, aus dem das göttlich Wahre selbst (hervorgeht). "Jehovah hat geschworen, und es wird Ihn nicht reuen" bedeutet das Feste und Gewisse. "Du bist ein Priester ewiglich" bedeutet das göttlich Gute der göttlichen Liebe in Ihm. "Nach der Weise Melchisedeks" bedeutet, Sein Göttlich-Menschliches sei demselben gleich; Melchisedek bedeutet König der Gerechtigkeit, somit Jehovah, Der durch Kämpfe und Siege zur Gerechtigkeit geworden ist: Nr. 9715. "Der Herr ist zu Deiner Rechten" bedeutet, alsdann (gehe) das göttlich Wahre von Ihm aus, wodurch Ihm Allmacht (zuteil werde), wie oben. "Er zerschmettert Könige am Tage Seines Zorns" bedeutet die Zerstörung des Falschen alsdann. Der Tag des Zornes war, als Er gegen das Falsche kämpfte, und es zerstörte; die Könige bedeuten das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 2015, 2069, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. "Er richtete unter den Völkern" bedeutet die Zerstreuung des Bösen; denn die Völker bedeuten das Gute und im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 1259, 1260, 1849, 6005. "Er füllte sie an mit Leichen" bedeutet, in solcher Weise (entstehe) der geistige Tod, der die völlige Beraubung des Wahren und Guten ist. "Er zerschmetterte das Haupt über viel Land" bedeutet das Hinabwerfen der höllischen Selbstliebe in die Hölle und ihre Verdammnis. "Aus dem Flusse am Wege wird Er trinken, darum hebt Er hoch das Haupt" bedeutet das Streben sich zu erheben durch vernünftige Erwägungen über die Wahrheiten. Dies ist der Sinn jener Worte, der im Himmel wahrgenommen wird, wenn dieser Psalm von einem Menschen gelesen wird. Weil das Priestertum die vorbildliche Darstellung des Herrn war in betreff des ganzen Werkes der Erlösung aus göttlicher Liebe, darum gehörte auch der ganze Gottesdienst zum Priesteramte, und dieser Gottesdienst bestand damals vornehmlich in der Darbringung von Brandopfern, Schlachtopfern und Speisopfern, wie auch im Darlegen der Brote auf den Tisch, im täglichen Anzünden der Lampen und im Räuchern, somit auch in der Versöhnung des Volkes und in der Vergebung der Sünden. Außerdem auch noch in der Auslegung des göttlichen Gesetzes und im Lehren, wenn sie zugleich Propheten waren. Daß Aharon mit seinen Söhnen dies alles besorgte, erhellt aus der Einsetzung des Priestertums bei Mose. Daß dies alles aber vorbildliche Darstellungen des Erlösungswerkes des Herrn waren, ist klar; darum wurde auch von den Schlachtopfern und Speisopfern dem Aharon gegeben, was Jehovah, d.h. dem Herrn gehörte; ebenso die Erstlinge verschiedener Art, dann auch der Zehnten; man sehe 2. Mose 29/1-36; 3. Mose 7/35,36; 23/15-22; 27/21; 4. Mose 5/6-11; 18/8-20,25-32; 5. Mose 18/1-4; auch die Erstgeburten; statt aller Erstgeburten der Menschen aber die Leviten, und daß diese dem Aharon zum Geschenk gegeben wurden, sehe man 4. Mose 1/47; 3/9; und zwar deswegen, weil sie Jehovah angehörten: 4. Mose 3/12,13,40-50. Weil der Herr in betreff des ganzen Erlösungswerkes von dem Hohenpriester vorgebildet wurde, und das ganze Erlösungswerk selbst durch das Amt desselben, welches das Priesteramt heißt, darum war dem Aharon und seinen Söhnen kein Erbe und Anteil mit dem Volke gegeben worden, denn es wird gesagt, Jehovah Gott sei ihr Erbe und ihr Anteil: 4. Mose 18/20. Und auch nicht den Leviten, weil sie dem Aharon gehörten: 4. Mose 26/58-63; 5. Mose 10/9; 18/1,2; denn das Volk bildete den Himmel und die Kirche vor, Aharon aber mit seinen Söhnen und mit den Leviten das Gute der Liebe und des Glaubens, das den Himmel und die Kirche ausmacht, somit (bildete er) den Herrn vor, von Dem jenes stammte. Darum wurde dem Volke das Land als Erbe überlassen, nicht aber den Priestern; denn der Herr ist in ihnen, aber nicht unter ihnen als Einer und Unterschiedener. Das gleiche liegt im Folgenden: Jes.61/6: "Ihr werdet Priester Jehovahs heißen, Diener unseres Gottes wird man euch nennen; ihr werdet die Schätze der Völkerschaften (Heiden) verzehren und ihrer Herrlichkeit euch rühmen": Schätze der Völkerschaften verzehren, bedeutet, sich das Gute aneignen; ihrer Herrlichkeit sich rühmen heißt, die Wahrheiten genießen, somit Freude und Glückseligkeit aus beiden. Daß die Völkerschaften das Gute bedeuten, sehe man Nr. 1259, 1260, 1574, 6005; und daß die Herrlichkeit das Wahre bezeichnet, das vom Göttlichen stammt: Nr. 9429. Im Worte werden an mehreren Stellen Könige und Priester, ferner Könige, Fürsten, Priester und Propheten zusammengestellt; aber in diesen werden im inneren Sinn durch Könige die Wahrheiten in ihrer Zusammenfassung bezeichnet, durch Fürsten die vornehmsten Wahrheiten, durch Priester das Gute in seiner Zusammenfassung und durch Propheten die Lehren, z.B.: Joh.Offenb.1/6; 5/10: "Jesus Christus hat uns zu Königen und Priestern gemacht". Jerem.2/26: "Zuschanden ist geworden das Haus Israels, sie selbst, ihre Könige, ihre Fürsten, und ihre Priester, und ihre Propheten". Jerem.4/9: "An jenem Tage wird entfallen das Herz des Königs und das Herz der Fürsten; die Priester werden bestürzt sein und die Propheten staunen". Jerem.8/1: "An jenem Tage wird man hervorziehen die Gebeine der Könige Judas, und die Gebeine seiner Fürsten, und die Gebeine der Priester, und die Gebeine der Propheten". Daß Könige in dem von den Personen abgezogenen Sinn die Wahrheiten in ihrer Zusammenfassung bedeuten, sehe man Nr. 1672, 2015, 2069, 4581, 4966, 5044, 6148. Daß die Fürsten die vornehmsten Wahrheiten bezeichnen: Nr. 1482, 2089, 5044; und daß die Priester das Gute bedeuten: Nr. 1728, 2015 E, 2534, 3670, 7269. Das Königtum des Herrn wird auch bezeichnet durch seinen Namen Christus, der Gesalbte, Messias, und Sein Priestertum durch den Namen Jesus, denn Jesus bedeutet Heiland (Erretter) oder Heil (Rettung), worüber es heißt: Matth.1/21: "Der Engel, der dem Joseph im Traum erschien, sprach: Du sollst Seinen Namen Jesus nennen, denn Er wird Sein Volk erlösen von seinen Sünden". Weil dies Sache des Priestertums war, darum wurde das gleiche vorgebildet durch das Amt des Hohenpriesters, das Volk zu sühnen von seinen Sünden: 3. Mose 4/26,31,35; 5/6,10,13,16,18,26; 9/7; 15/15,30. Weil das Böse niemals mit dem Guten verbunden werden kann, da sich beides gegenseitig abstößt, darum wurden verschiedene Arten von Reinigungen befohlen für Aharon und seine Söhne, wenn sie als Priester dienen sollten, entweder vor dem Altar oder im Versammlungszelt. Wie auch, daß der Hohepriester keine andere als "eine Jungfrau zur Frau nehmen durfte, keine Witwe, keine Geschiedene, keine Buhlerin": 3. Mose 21/13-15. Daß die, welche unrein waren unter den Söhnen Aharons, "wenn sie essen würden von dem Geheiligten, ausgerottet werden sollten": 3. Mose 22/2-9. Daß keiner aus dem Samen Aharons, "an dem ein Gebrechen war, das Brot darbringen durfte": 3. Mose 21/17-21. Daß der Hohepriester sein Haupt nicht Scheren und seine Kleider nicht zerreißen und sich nicht verunreinigen durfte an einem Toten, nicht einmal an seinem Vater und an seiner Mutter, und daß er nicht aus dem Heiligtum herausgehen sollte": 3. Mose 21/10-12. Diese und mehrere andere Gesetze wurden deswegen gegeben, weil der Hohepriester den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildete, und weil das Gute so beschaffen ist, daß ihm das Böse nicht beigesellt werden kann; denn das Gute flieht das Böse, und das Böse verabscheut das Gute, wie die Hölle den Himmel, und deshalb gibt es keine Verbindung unter ihnen. Was aber das Wahre anbelangt, so ist es so beschaffen, daß ihm das Falsche beigesellt werden kann, aber nicht das Falsche, in dem Böses ist, sondern nur das, in dem Gutes ist, so wie es bei kleinen Kindern und Knaben und Mädchen ist, wenn sie noch in der Unschuld stehen, und bei den redlichen Heiden, die in Unwissenheit sind, und wie bei allen, die im Buchstabensinn des Wortes sind und in der Lehre daraus bleiben, und dennoch das Gute des Lebens zum Zweck haben; denn dieses Gute als Zweck, entfernt alles Böswillige des Falschen, und gestaltet dasselbe durch die Anwendung zu einer Ähnlichkeit mit dem Wahren. 9810. "Aharon", 2. Mose 28/1, bedeutet, das göttlich Himmlische, nämlich als Vorbildung des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten (darstellt), worüber Nr. 9806. Das göttlich Himmlische ist das Göttliche des Herrn im innersten Himmel, denn die Engel daselbst werden himmlische Engel genannt, und sind Aufnahmegefäße des göttlich Wahren in ihrem Willensgebiet. Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, das in diesem Gebiet aufgenommen ist, heißt das himmlisch Gute, wenn es aber im Verstandesgebiet aufgenommen ist, heißt es das geistig Gute. Wie die Beschaffenheit des einen und des anderen, oder des himmlisch Guten und des geistig Guten ist, und was für ein Unterschied stattfindet, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9277, 9543. 9811. "Nadab und Abihu", 2. Mose 28/1, bedeutet in Ansehung des göttlich Geistigen aus demselben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Aharons, insofern sie das göttlich Wahre bezeichnen, das aus dem göttlich Guten hervorgeht, worüber Nr. 9807; das göttlich Geistige ist das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Himmlischen hervorgeht, somit das Göttliche des Herrn, wie es aufgenommen wird im zweiten oder mittleren Himmel. Dieses wird vorgebildet durch die beiden erstgeborenen Söhne Aharons, weil es hervorgeht, und so gleichsam aus dem himmlisch Guten, das im innersten Himmel ist, geboren wird, wie der Sohn vom Vater. Durch die beiden jüngeren Söhne Aharons aber, die Eleazar und Ithamar waren, solange die Erstgeborenen, Nadab und Abihu, lebten, wird das Göttliche im äußersten Himmel vorgebildet, der auf den früheren oder den mittleren zunächst folgt, und dies ist das göttlich Natürliche, worüber in dem nun folgenden Abschnitt. 9812. "Eleazar und Ithamar", 2. Mose 28/1, bedeutet in Ansehung des göttlich Natürlichen. Dies erhellt daraus, daß sie die jüngeren Söhne Aharons waren, und durch Aharon der Herr in Ansehung des göttlich Himmlischen vorgebildet wurde, daher wurde durch seine Söhne der Herr in Ansehung des Göttlichen vorgebildet, wie es der Ordnung nach folgt, also durch die älteren der Herr in Ansehung des göttlich Geistigen und durch die jüngeren in Ansehung des göttlich Natürlichen; denn in dieser Ordnung folgt das göttlich Gute in den Himmeln, ja sogar die Himmel selbst, die in diesen (Abstufungen) des Guten sind. Es entsteht auch wirklich das eine Gute durch das andere und besteht auch durch dasselbe. Das göttliche himmlisch Gute, das den dritten oder innersten Himmel macht, ist das Gute der Liebe zum Herrn; das göttliche geistig Gute, das den mittleren oder zweiten Himmel macht, ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten; und das göttliche natürlich Gute, das den ersten oder äußersten Himmel macht, ist das Gute des Glaubens und des Gehorsams. Zum göttlichen natürlich Guten gehört auch das bürgerliche (politische) Gute, welches das Gerechte unter Bürgern genannt wird, und auch das moralische (sittliche) Gute, das bei allen Tugenden ist, die zum Ehrbaren gehören. Diese drei Arten des Guten folgen in der Ordnung, wie Zweck, Ursache und Wirkung. Und wie der Zweck die Seele der Ursache ist, und die Ursache das ganze Bewirkende in der Wirkung, so ist das himmlisch Gute die Seele des geistig Guten, und das geistig Gute das Ganze im natürlich Guten. Was die Seele ist, und was das Ganze in einem anderen ist, das wohnt in ihm, wie das Streben in der Bewegung, oder wie der Wille in der Handlung. Daß der Wille die Seele oder das Ganze in der Handlung ist, liegt am Tage, denn wenn der Wille aufhört, hört auch die Handlung auf. Hieraus kann man erkennen, wie es sich mit dem Himmlischen, dem Geistigen und dem Natürlichen verhält, daß nämlich im Innersten des natürlich Guten das himmlisch Gute, d.h. das Gute der Liebe zum Herrn sein muß, das auch das Gute der Unschuld ist. 9813. "Die Söhne Aharons", 2. Mose 28/1, bedeutet, was aus dem göttlich Himmlischen hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie das bezeichnen, was von einem anderen, wie aus seinem Vater hervorgeht; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Himmlischen darstellt, worüber Nr. 9810. Hieraus erhellt, daß die Söhne Aharons das bezeichnen, was vom göttlich Himmlischen hervorgeht. 9814. "Und mache heilige Kleider für Aharon, deinen Bruder", 2. Mose 28/2, bedeutet das Vorbildliche des geistigen Reiches, das dem himmlischen Reich beigesellt ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider, insofern sie im allgemeinen die Wahrheiten bezeichnen, und zwar solche Wahrheiten, die das Gute bekleiden, worüber Nr. 5954, 9212, 9216. Daß die Kleider Wahrheiten bedeuten, hat seinen Grund vom Himmel her, wo die Engel mit Kleidern angetan erscheinen gemäß dem Wahren aus dem Guten: Nr. 165, 5248, 5954, 9212. Hieraus kann man ersehen, daß durch die Kleider Aharons vorgebildet wurde das geistige Reich des Herrn, insofern es sich dem himmlischen Reich anschließt; denn Aharon bildet den Herrn in Ansehung des göttlich Himmlischen vor: Nr. 9810; daher bildeten die ihm beigegebenen Kleider das göttlich Geistige vor, das sich dem himmlischen Reich anschließt, wie die Kleider an den Körper. Das göttlich Geistige ist das vom göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre. Dieses erscheint im Himmel als Licht, und ist auch das Licht, welches das Gesicht der Engel, sowohl das äußere, als das innere, erleuchtet. Die Ermäßigung (Veränderung) dieses Lichtes, je nach den Subjekten (Trägern), die es aufnehmen (was die Engel sind), stellt sich in verschiedenen Phänomenen sichtbar dar, z.B. in Wolken, Regenbogen, Farben und Glanz verschiedener Art, und auch in den glänzenden Kleidern, welche die Engel umgeben. Hieraus kann man erkennen, daß das geistige Reich des Herrn durch die heiligen Kleider Aharons vorgebildet wurde. Es gibt nämlich zwei Reiche, in welche die Himmel geteilt sind, das himmlische Reich und das geistige Reich, worüber man sehe Nr. 9277; die im himmlischen Reich sind, erscheinen nackt, die aber im geistigen Reich sind, erscheinen bekleidet. Hieraus erhellt wiederum, daß das göttlich Wahre oder das göttlich Geistige, das als Licht erscheint, es ist, das bekleidet. Wer könnte jedoch jemals glauben, daß innerhalb der Kirche, wo doch das Wort ist, und aus diesem eine Erleuchtung über göttliche und himmlische Dinge, eine so große Unwissenheit herrsche, daß man nicht weiß, daß die Engel und Geister in menschlicher Gestalt sind und sich als Menschen erscheinen, wie auch, daß sie sich gegenseitig sehen, hören und miteinander reden; und daß man noch weniger weiß, daß sie mit Kleidern bedeckt erscheinen. Daß es so ist, wird nicht nur bezweifelt, sondern auch völlig geleugnet von denen, die so sehr im Äußeren sind, daß sie glauben, nur der Körper lebe, und daß das nichts sei, was sie nicht mit leiblichen Augen sehen und mit leiblichen Händen betasten, (man sehe Nr. 1881); während doch die Himmel voll von Menschen sind, die Engel sind, und zwar mit verschieden glänzenden Kleidern angetan. Diese können aber keineswegs vom Menschen auf Erden mit den Augen seines Körpers gesehen werden, sondern nur mit den Augen seines Geistes, wenn sie vom Herrn geöffnet werden. Die Engel, die den Alten erschienen, z.B. dem Abraham, der Sarah, dem Lot, dem Jakob, dem Josua, dem Gideon, wie auch den Propheten, sind nicht mit den Augen ihres Körpers gesehen worden, sondern mit den Augen ihres Geistes, die dann geöffnet waren. Daß sie auch mit Kleidern angetan erschienen, ersieht man an den Engeln, die am Grabe des Herrn saßen und der Maria Magdalena und der Maria Jakobi in weißen glänzenden Kleidern erschienen: Matth.28/3; Mark.16/5; Luk.24/4; besonders aber an dem Herrn, Der von Petrus, Jakobus und Johannes bei Seiner Verklärung in weißem Gewande, das wie ein Blitz und ein Licht war, gesehen wurde: Matth.17/2; Luk.9/29, und durch dieses Gewand wurde auch wirklich das göttlich Geistige oder göttlich Wahre, das von Ihm ist, vorgebildet. Aus diesem kann man ersehen, was die weißen Kleider in der Offenbarung bedeuten: Joh.Offenb.3/4,5: "Du hast wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben, und mit Mir wandeln werden in weißen Kleidern, weil sie dessen würdig sind. Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden": die Kleider bedeuten hier geistige Wahrheiten, welche Wahrheiten aus dem Guten sind, wie oben gezeigt worden ist, und das Weiße bezeichnet das echte Wahre: Nr. 3301, 4007, 5319. Joh.Offenb.19/11,14: "Ich sah den Himmel offen, und siehe, ein weißes Pferd, und Der darauf saß, heißt Treu und Wahrhaftig, und richtet und kämpft in Gerechtigkeit. Und die Heere im Himmel folgten Ihm, angetan mit weißem und reinem Byssus". Joh.Offenb.4/4: "Auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste, mit weißen Kleidern angetan". 9815. "Zur Herrlichkeit und zur Zierde", 2. Mose 28/2, bedeutet, um das göttlich Wahre darzustellen, so wie es im geistigen Reich, das dem himmlischen Reich beigefügt ist, seiner inneren und äußeren Form nach besteht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herrlichkeit, sofern sie das göttlich Wahre bezeichnet, worüber in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 5922, 9429; und aus der Bedeutung der Zierde, die auch das göttlich Wahre bezeichnet, aber in seiner äußeren Form; denn der Glanz und die Schönheit des göttlich Wahren, wie sie im Äußeren erscheinen, wird unter der Zierde verstanden. Daher kommt es, daß das Wort im inneren Sinn die Herrlichkeit genannt wird, aber im inneren Sinn in bezug auf seinen Glanz und Schönheit (heißt es) die Zierde. Folglich ist der geistige Himmel, der hier unter den heiligen Kleidern verstanden wird, die zur Herrlichkeit und zur Zierde dienen, die Herrlichkeit, weil in demselben das göttlich Wahre in seiner inneren Form ist, und auch zugleich die Zierde. Das gleiche wird durch Zierde in folgenden Stellen bezeichnet: Jerem.Klagel.2/1: "Der Herr hat in Seinem Zorn umwölkt die Tochter Zions! Er stürzte von dem Himmel herab auf die Erde die Zierde Israels, und gedachte nicht des Schemels Seiner Füße": die Tochter Zions bedeutet die himmlische Kirche, die Zierde Israels die geistige Kirche, die Zierde heißt wegen des Glanzes und der Schönheit des Wahren. Jes.46/13: "Ich habe nahe gebracht Meine Gerechtigkeit, sie ist nicht ferne, und Mein Heil wird nicht säumen, Ich werde in Zion Heil geben, und für Israel Meine Zierde". Jes.63/15: "Schaue aus den Himmeln, aus der Wohnung Deiner Heiligkeit und Deiner Zierde": Wohnung der Heiligkeit bedeutet das himmlische Reich, und die Wohnung der Zierde das geistige Reich. Dan.8/9: "Es ging ein Horn hervor aus dem kleinen (Horn), und wuchs sehr gegen Süden, und gegen Osten, und gegen (das Land) der Zierde". Dan.11/16,41: "Der König von Norden wird auch stehen in dem Lande der Zierde, und die Vollendung (wird kommen) durch seine Hand; und wenn er kommen wird in das Land der Zierde, werden viele fallen": Land der Zierde bedeutet die Kirche des Herrn, wo das göttlich Wahre ist oder das Wort. 9816. Vers 3,4: Und du sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind, die Ich erfüllt habe mit dem Geist der Weisheit, daß sie die Kleider Aharons machen, um ihn zu heiligen, daß er Mir ein Priester sei. Und dies sind die Kleider, die sie machen sollen: das Brustschildlein und das Ephod (Schulterkleid), und das Oberkleid, und der Leibrock, zellenförmig gewirkt; Kopfbund und Gürtel; also sollen sie heilige Kleider machen für Aharon, deinen Bruder, und für seine Söhne, daß er Mir ein Priester sei. "Und du sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind" bedeutet den Einfluß des Herrn durch das Wort in alle, die im Guten der Liebe sind; "die Ich erfüllt habe mit dem Geist der Weisheit" bedeutet, denen das göttlich Wahre eingeschrieben ist; "daß sie die Kleider Aharons machen" bedeutet, durch die das geistige Reich (besteht); "um ihn zu heiligen" bedeutet, so sei das Vorbildliche des göttlich Wahren in jenem Reich; "daß er Mir ein Priester sei" bedeutet das Vorbildliche des Herrn; "und dies sind die Kleider, die sie machen sollen" bedeutet die göttlichen Wahrheiten im geistigen Reich in ihrer Ordnung; "das Brustschildlein" bedeutet das göttlich Wahre, hervorleuchtend aus dem göttlich Guten; "und das Ephod" bedeutet das göttlich Wahre darin in der äußeren Form, in die das Innere ausläuft; "und das Oberkleid" bedeutet das göttlich Wahre darin in seiner inneren Form; "und der Leibrock, zellenförmig gewirkt" bedeutet das göttlich Wahre im Innersten darin, unmittelbar aus dem göttlich Himmlischen hervorgehend; "Kopfbund" bedeutet die Einsicht und Weisheit; "und Gürtel" bedeutet das gemeinsame Band, damit alles auf einen Zweck hinziele; "also sollen sie heilige Kleider machen für Aharon, deinen Bruder, und für seine Söhne" bedeutet, so das Vorbildliche des geistigen Reiches, das dem himmlischen Reich beigefügt ist; "daß er Mir ein Priester sei" bedeutet das Vorbildliche des Herrn. 9817. "Und du sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind", 2. Mose 28/3, bedeutet den Einfluß des Herrn durch das Wort in alle, die im Guten der Liebe sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es einen Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 2951, 5481, 5743, 5797, 7270; und aus der Bedeutung derer, die weisen Herzens sind, insofern sie diejenigen bezeichnen, die im Guten der Liebe sind, worüber folgen wird. Daß es den Einfluß des Herrn durch das Wort bedeutet, kommt daher, weil der Herr bei dem Menschen der Kirche hauptsächlich durch dasselbe einfließt. Der Grund ist, weil das Wort so beschaffen ist, daß alles und jedes darin dem göttlich Geistigen und dem göttlich Himmlischen entspricht, das in den Himmeln ist, daher die Gemeinschaft der Neigungen und Gedanken des Menschen mit den Engeln, und zwar in solchem Grade, daß sie gleichsam eins sind. Daher kommt es, daß die Welt mit dem Himmel verbunden ist durch das Wort, jedoch (nur) bei denen, die im Guten des Glaubens und der Liebe sind. Hieraus kann erhellen, daß der Einfluß des Herrn bei dem Menschen der Kirche durch das Wort stattfindet, denn der Herr ist alles in den Himmeln, weil das vom Herrn ausgehende und von den Engeln aufgenommene Göttliche den Himmel macht. Diejenigen, die weisen Herzens sind, bezeichnen die, welche im Guten der Liebe sind, weil Weisheit gesagt wird von dem Leben des Himmels bei dem Menschen. Ferner, weil durch Herz das Gute der Liebe bezeichnet wird. Das Leben des Himmels bei dem Menschen wird im Worte durch Geist und durch Herz ausgedrückt: unter Geist wird das Leben des Verstandesgebietes verstanden und unter Herz das Leben des Willensgebietes im Menschen. Zum Verstandesgebiet gehört das Wahre, zum Willensgebiet aber gehört das Gute. Dieses ist Sache des Glaubens, jenes aber Sache der Liebe, denn der Verstand nimmt die Wahrheiten des Glaubens auf und der Wille das Gute der Liebe. Hieraus erhellt, daß durch die, welche weisen Herzens sind, diejenigen bezeichnet werden, die im Guten der Liebe vom Herrn sind. Das Gute der Liebe ist das himmlisch Gute, durch welches das geistig Gute (sich bildet); und das geistig Gute ist es, was das himmlisch Gute bedeckt, wie die Kleider den Körper; und weil durch die Kleider Aharons das geistige Reich des Herrn, das Seinem himmlischen Reich zugesellt ist, vorgebildet wurde, und jenes durch dieses sich darstellt, darum wird hier gesagt, daß diejenigen, die weisen Herzens sind, d.h., die im Guten der Liebe vom Herrn sind, für Aharon und für seine Söhne die Kleider machen sollten, wie folgt. Daß das Herz das Gute der Liebe oder das himmlisch Gute bedeutet, sehe man Nr. 3635, 3880, 3883-3896, 9050, und daß es deshalb den Willen bezeichnet: Nr. 2930, 3888, 7542, 8910, 9113, 9300, 9495. 9818. "Die Ich erfüllt habe mit dem Geist der Weisheit", 2. Mose 28/3, bedeutet, denen das göttlich Wahre eingeschrieben ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geistes der Weisheit, wenn von denen (die Rede ist), die im himmlisch Guten sind, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, worüber folgen wird. Es wird gesagt, daß sie damit erfüllt werden, wenn es eingeschrieben bleibt. Damit verhält es sich in folgender Weise: Die, welche im himmlischen Reiche des Herrn sind, wissen die Wahrheiten nicht aus einem Wissen und aus diesem durch Glauben, sondern aus einem innerlichen Innewerden; denn solche sind im Guten der Liebe vom Herrn, und diesem Guten wohnt alles Wahre inne. Das Gute selbst ist ihrem Willensgebiet eingepflanzt und das Wahre daraus ihrem Verstandesgebiet. Das Willens- und das Verstandesgebiet wirkt bei ihnen ganz und gar als eines. Anders aber ist es bei denen, die im geistigen Reich sind. Daher kommt es, daß diejenigen, die im himmlischen Reich des Herrn sind, aus ihrem Verstandesgebiet die Wahrheiten nicht wissen, sondern inne werden, denn das dem Willen eingepflanzte Gute stellt sich seiner Beschaffenheit und seiner Form nach im Verstand dar, und hier in einem Licht, das gleichsam flammend ist. Die Form des Guten und dessen Beschaffenheit ist ihnen das Wahre, das nicht gesehen, sondern aus dem Guten (innerlich) wahrgenommen wird. Daher kommt es, daß bei ihnen niemals Streit ist über die Wahrheiten, und zwar so wenig, daß, wenn von Wahrheiten die Rede ist, sie nur sagen: "Es ist so", oder: "Es ist nicht so", und weiter nichts; denn wenn noch ein Weiteres hinzugefügt wird, so ist es nicht aus dem Guten. Sie sind es, die bei Matth.5/37 verstanden werden (wo es heißt): "Eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein; was darüber ist, das ist vom Bösen". Daß diejenigen, die in dem himmlischen Reich des Herrn sind, so geartet sind, sehe man Nr. 2715, 2718, 3246, 4448, 5113, 6367, 7877, 9166 E, 9543. Was für ein Unterschied aber besteht zwischen denen, die im himmlischen Reich sind, und denen, die im geistigen Reich sind, sehe man in den Nr. 9277 angeführten Stellen. Hieraus kann man nun erkennen, was darunter verstanden wird, daß die göttlichen Wahrheiten eingeschrieben sind. An vielen Stellen im Wort wird der Ausdruck "Geist" gebraucht, und wenn vom Menschen (die Rede ist), dann wird durch Geist das dem Verstandesgebiet eingeschriebene Gute und Wahre bezeichnet, und folglich dessen Leben. Daß der Geist, wenn er vom Menschen gesagt wird, dieses bedeutet, kommt daher, daß der Mensch in Ansehung seines Inneren Geist ist, und auch eins mit den Geistern in Ansehung seines Inneren, worüber man sehe, was früher ausführlich gezeigt worden ist, nämlich daß Geister und Engel beim Menschen sind, und daß der Mensch durch sie vom Herrn regiert werde: Nr. 50, 697, 986, 2796, 2886, 2887, 4047, 4048, 5846-5866, 5976-5993; daß der Mensch unter solchen Geistern und Engeln ist, wie er selbst ist: Nr. 4067, 4073, 4077, 4111; daß bei einem jeden Menschen ein Geist ist, durch den sein Körper Leben hat: Nr. 4622. Daraus kann man erkennen, was unter Geist, wenn vom Herrn (gehandelt wird), zu verstehen ist, daß er nämlich das aus Seinem göttlich Guten ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, und daß dieses Göttliche, wenn es beim Menschen einfließt und von ihm aufgenommen wird, der Geist der Wahrheit ist, der Geist Gottes und der Heilige Geist; denn er fließt unmittelbar vom Herrn ein, und auch mittelbar durch die Engel und Geister; man sehe das Nr. 9682 Angeführte. Daß es der Geist der Wahrheit, der Geist Gottes und der Heilige Geist ist, wird man im Folgenden sehen; denn zuerst muß gezeigt werden, daß Geist im Worte, wenn vom Menschen (die Rede ist), das seinem Verstandesgebiet eingeschriebene Gute und Wahre bezeichnet, und demnach das Leben desselben ist, denn es gibt ein Leben des Verstandesgebietes und ein Leben des Willensgebietes. Das Leben des Verstandesgebietes ist: wissen, sehen und verstehen, daß das Wahre wahr ist, und das Gute gut ist; das Leben des Willensgebietes aber ist: das Wahre um des Wahren willen, und das Gute um des Guten willen wollen und lieben; dieses Leben heißt im Wort Herz, jenes aber Geist. Daß es so ist, erhellt aus den folgenden Stellen im Wort: Hes.18/31: "Machet euch ein neues Herz und einen neuen Geist; warum wollet ihr sterben, Haus Israel?". Hes.36/26: "Ich will euch ein neues Herz geben, und Ich will euch einen neuen Geist geben in eurer Mitte": ein neues Herz bedeutet einen neuen Willen, und einen neuen Geist bedeutet einen neuen Verstand. Sach.12/1: "Jehovah spannt die Himmel aus, und gründet die Erde, und bildet den Geist des Menschen in dessen Mitte": die Himmel ausspannen und die Erde gründen, bedeutet eine neue Kirche; daß diese der Himmel und die Erde ist, sehe man Nr. 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355 E, 4535; den Geist des Menschen in dessen Mitte bilden heißt, ihn wiedergebären in betreff des Verständnisses des Wahren und des Guten. Ps.51/12-14,19: "Schaffe in mir, o Gott, ein reines Herz, und einen festen Geist erneuere in meiner Mitte; verwirf mich nicht von Dir, und nimm Deinen Heiligen Geist nicht von mir; gib mir wieder die Freude Deiner Hilfe, und ein williger Geist unterstütze mich; ein (wohlgefälliges) Opfer für Gott ist ein gebrochener Geist, ein gebrochenes und zerschlagenes Herz verschmäht Gott nicht": ein reines Herz bedeutet den Willen, das Böse zu verabscheuen, das unrein ist; ein fester (gewisser) Geist bedeutet das Verständnis und den Glauben des Wahren; ein gebrochener Geist und ein zerschlagenes Herz bezeichnen den Zustand der Versuchung und daher der Demütigung des zweifachen Lebens. Daß der Geist das Leben bedeutet, geht deutlich hervor aus dem einzelnen dieser Stelle; das göttlich Wahre, aus dem dieses Leben kommt, ist der Heilige Geist. Ps.78/8: "Ihre Väter waren ein Geschlecht, das sein Herz nicht richtig (rechtschaffen) machte, und dessen Geist nicht beständig (treu) war gegen Gott": es machte sein Herz nicht richtig, bedeutet, daß der Wille nicht recht war, sein Geist war nicht beständig gegen Gott, bedeutet, daß das Verständnis und der Glaube an das göttlich Wahre nicht beständig war. 5. Mose 2/30: "Jehovah Gott hatte den Geist Sihons, des Königs von Hesbon, verhärtet, und sein Herz verstockt": hier steht auch Geist und Herz für beiderlei Leben, das verstockt heißt, wenn kein Wille vorhanden ist, das Wahre und das Gute zu verstehen und zu tun. Hes.21/12: "Verzagen wird jedes Herz, und erschlaffen werden alle Hände, und sich ängstigen jeder Geist": ebenso (zu erklären). Jes.42/5: "Jehovah gibt Seele dem Volke auf Erden, und Geist denen, die darauf wandeln": Seele dem Volke geben, bedeutet das Leben des Glaubens (geben); daß Seele (anima) das Leben (vita) des Glaubens bedeutet, sehe man Nr. 9050; und den Geist geben, bedeutet das Verständnis des Wahren (geben). Jes.26/9: "Mit meiner Seele verlange ich nach Dir in der Nacht; und auch mit meinem Geiste in meiner Mitte erwarte ich Dich des Morgens". Jes.33/11: "Mit Stroh geht ihr schwanger, Stoppeln gebäret ihr, euren Geist wird das Feuer verzehren": der Geist, den das Feuer verzehrt, bedeutet das Verständnis des Wahren, somit die Einsicht; Feuer bedeutet die Begierde, die, weil sie aus dem Bösen ist, (das Wahre) zerstört. Hes.13/3: "Wehe den törichten Propheten, die ihrem Geiste folgen". Hes.20/32: "Was sich erhebt aus eurem Geist, wird niemals geschehen". Mal.2/15: "Tat dies nicht der eine und die Übriggebliebenen, in denen der Geist war; was tat denn der eine? Er suchte den Samen Gottes; darum hütet euch durch euren Geist, daß er gegen das Weib deiner Jugend nicht treulos handle". Ps.32/2: "Selig der Mensch, dem Jehovah die Missetat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist". Matth.5/3: "Selig sind die Armen am Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel". Matth.26/41: "Jesus sprach zu den Jüngern: Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet; der Geist zwar ist willig, aber das Fleisch ist schwach". Daß in diesen Stellen unter Geist das eigentliche Leben des Menschen verstanden wird, ist ganz klar. Daß es das Leben des Verstandes oder das Leben des Wahren ist, kann man daraus ersehen, daß unter Geist im natürlichen Sinn das Leben des Atmens des Menschen verstanden wird; und das Atmen, das Sache der Lunge ist, entspricht dem Leben des Wahren, welches das Leben des Glaubens, und daher des Verständnisses ist, während der Pulsschlag, der vom Herzen ausgeht, dem Leben des Willens entspricht, somit der Liebe. Daß dies die Entsprechung der Lungen und des Herzens ist, sehe man Nr. 3883-3896, 9300, 9495. Hieraus kann man ersehen, welches Leben im geistigen Sinn unter Geist verstanden wird. Daß der Geist im allgemeinen Sinn das Leben des Atmens im Menschen bedeutet, erhellt ganz deutlich bei Ps.104/29,30: "Verbirgst Du Dein Antlitz, so erschrecken sie; Du nimmst weg ihren Geist, so vergehen sie; Du sendest aus Deinen Geist (Odem), so werden sie geschaffen". Ps.143/7: "Erhöre mich, Jehovah, verschmachtet ist mein Geist, verbirg Dein Antlitz nicht vor mir". Hiob 17/1: "Mein Geist ist verschmachtet, meine Lebenstage sind erloschen". Luk.8/54,55: "Jesus ergriff die Hand des gestorbenen Mädchens und sprach: Mädchen, stehe auf; daher kehrte ihr Geist zurück, und alsbald stand sie auf". Jerem.10/14; 51/17: "Alle Menschen sind zu Narren geworden durch ihre Kunst; Lüge ist das Schnitzbild und kein Geist in demselben". Hes.37/1,5,9,10: "Er führte mich hinaus in dem Geiste Jehovahs und ließ mich nieder in der Mitte des Tales; und daselbst sprach der Herr Jehovih zu den dürren Gebeinen: Siehe, Ich will einen Geist in euch bringen, daß ihr lebet; so spricht der Herr Jehovih: Von den vier Winden komme Geist, und hauche in diese Getöteten! Und der Geist kam in sie und sie lebten wieder auf". Joh.Offenb.11/7,11: "Die zwei Zeugen wurden getötet von dem Tier, das aus dem Abgrund aufstieg; aber nach drei Tagen und einem halben kam Geist des Lebens aus Gott in sie und sie standen auf ihren Füßen". Aus diesen Stellen erhellt ganz klar, daß der Geist das Leben des Menschen bedeutet. Daß er insbesondere das Leben des Wahren bezeichnet, welches das Leben des Verstandesgebietes im Menschen ist und Einsicht genannt wird, geht klar hervor bei Joh.4/23,24: "Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; Gott ist ein Geist, und darum sollen diejenigen, die Ihn anbeten, Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten". Dan.5/12,14: "Es war in ihm ein vortrefflicher Geist, wie auch Wissenschaft und Einsicht". Luk.1/80: "Johannes wuchs heran und wurde stark am Geist". Luk.2/40: vom Herrn: "Der Knabe Jesus wuchs und wurde stark am Geist und von Weisheit erfüllt". Joh.3/34: "Der, Den der Vater gesendet hat, redet Worte Gottes, denn Gott hat Ihm den Geist nicht nach dem Maß gegeben": hier steht Geist für Einsicht und Weisheit, Worte Gottes reden heißt, göttliche Wahrheiten (aussprechen). Hieraus wird nun klar, was durch den Geist bezeichnet wird bei Joh.3/5,6: "Jesus sprach zu Nikodemus: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht eingehen in das Reich Gottes; was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, was aber vom Geist geboren ist, das ist Geist": wiedergeboren werden aus Wasser heißt, (wiedergeboren werden) durch das Wahre, und wiedergeboren werden aus Geist bedeutet das Leben daraus vom Herrn, welches das geistige Leben heißt. Daß das Wasser das Wahre bedeutet, durch das die Wiedergeburt (zustande kommt), sehe man Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568, 9323. Das Fleisch aber ist das Eigene des Menschen, in dem kein geistiges Leben ist: Nr. 3813, 8409. Dasselbe wird durch Geist und Fleisch bezeichnet bei Joh.6/63: "Der Geist ist es, der da lebendig macht, das Fleisch ist nichts nütze; die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben": die Worte, die der Herr redet, sind göttliche Wahrheiten, das Leben aus ihnen ist der Geist. Jes.31/3: "Ägypten ist ein Mensch und nicht Gott, und seine Rosse sind Fleisch und nicht Geist": Ägypten bedeutet das Wissen im allgemeinen; seine Rosse bedeuten das Wißtümliche aus dem Verstandesgebiet, das Fleisch heißt und nicht Geist, weil nichts von geistigem Leben darinnen ist. Daß Ägypten das Wissen bedeutet, sehe man in dem, was angeführt ist in den Abschnitten Nr. 9340, 9391, daß Rosse das Verstandesgebiet bedeuten: Nr. 2761, 2762, 3217, 5321; und daß die Rosse Ägyptens das Wißtümliche aus dem Verstandesgebiet bezeichnen: Nr. 6125, 8146, 8148. Wer nicht weiß, was Ägypten, was die Rosse, ferner was Fleisch und Geist bedeuten, kann durchaus nicht wissen, was diese Worte in sich schließen. Wenn es aber bekannt ist, was der Geist beim Menschen bedeutet, dann kann man auch wissen, was durch Geist bezeichnet wird, wenn er von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, Dem alles zugeschrieben wird, was der Mensch hat, als Gesicht, Augen, Ohren, Arme, Hände, sowie auch Herz und Seele, also auch Geist, der im Worte Geist Gottes, Geist Jehovahs, der Geist Seines Mundes, Geist der Heiligkeit oder der Heilige Geist genannt wird. Daß unter demselben das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre verstanden wird, erhellt aus vielen Stellen im Wort. Der Grund, warum das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre durch Geist Gottes bezeichnet wird, ist, weil das ganze Leben des Menschen aus demselben stammt, und auch das himmlische Leben bei denen, die dieses göttlich Wahre im Glauben und in der Liebe aufnehmen. Daß dieses der Geist Gottes ist, lehrt der Herr: Joh.6/63: "Die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben": die Worte, die der Herr redet, sind die göttlichen Wahrheiten. Joh.7/37-39: "Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke; jeder, der an Mich glaubt, von dessen Leibe werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen; dies sagte Er von dem Geiste, den empfangen sollten, die an Ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verklärt war". Daß unter dem Geist, den diejenigen vom Herrn empfangen sollten, die an Ihn glauben, das Leben zu verstehen ist, das vom Herrn ist, nämlich das Leben des Glaubens und der Liebe, geht hier deutlich aus dem einzelnen hervor, denn dürsten und trinken bedeutet Verlangen haben, das Wahre zu wissen und inne zu werden. Die Ströme lebendigen Wassers, die aus dem Leibe fließen, sind die göttlichen Wahrheiten. Hieraus erhellt, daß der Geist, den sie empfangen sollten und welcher der Heilige Geist genannt wird, das Leben ist, das aus dem vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren stammt, und dieses Leben wird, wie eben gesagt worden, das Leben des Glaubens und der Liebe genannt, und ist das eigentliche geistige und himmlische Leben beim Menschen. Es wird gesagt: "Der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verklärt war", weil der Herr, als Er in der Welt war, selber das göttlich Wahre lehrte, als Er aber verherrlicht war, was nach der Auferstehung geschah, lehrte Er es durch Engel und Geister. Dieses Heilige, das vom Herrn ausgeht und durch die Engel und Geister beim Menschen einfließt, entweder offenbar oder nicht offenbar, ist bei ihm der Heilige Geist; denn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist es, welches das Heilige im Wort genannt wird: Nr. 9680. Daher kommt es, daß vom Heiligen Geist gesagt wird, er sei "ein Geist der Wahrheit und er werde in alle Wahrheit leiten, und er werde nicht reden aus sich, sondern nur das, was er hören werde vom Herrn; und von dem Herrn werde er nehmen, was er verkündigen werde": Joh.16/13,14. Daher kommt es ferner, daß der Herr, als Er von den Jüngern schied, "sie anhauchte und sprach: Nehmet hin den Heiligen Geist": Joh.20/21,22, das Atmen (Anhauchen) bedeutet das Leben des Glaubens: Nr. 9229, 9281; daher bedeutet das Anhauchen des Herrn die ihnen geschenkte Fähigkeit, die göttlichen Wahrheiten zu erkennen und dadurch jenes Leben aufzunehmen. Daher ist auch der Name Geist vom Wehen und vom Winde hergeleitet, weil vom Atmen, weshalb der Geist einige Male Wind genannt wird. Daß das Atmen, das Sache der Lungen ist, dem Glaubensleben entspricht, und der Pulsschlag, der vom Herzen ausgeht, dem Leben der Liebe, sehe man Nr. 3883-3896, 9360, 9495. Das gleiche wird durch Hauch bezeichnet 1. Mose 2/7: "Und Jehovah hauchte in die Nase des Menschen den Odem der Leben"; weshalb der Herr genannt wird "der Atem unserer Nase": Jerem.Klagel.4/20. Und weil das göttlich Wahre die Bösen verzehrt und verwüstet, darum heißt es: Ps.18/16: "Aufgedeckt sind die Gründe des Weltkreises durch das Schnauben des Geistes Deiner Nase". Hiob 4/9: "Von dem Hauch Gottes vergehen sie, und von dem Geist Seiner Nase werden sie verzehrt". Ps.33/6: "Durch das Wort Jehovahs sind die Himmel gemacht und durch den Geist Seines Mundes all ihr Heer": das Wort Jehovahs ist das göttlich Wahre, ebenso der Geist Seines Mundes. Daß dies der Herr ist, erhellt bei Joh.1/1-3,14: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort; alle Dinge sind durch dasselbe gemacht; und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns". Daß das göttlich Wahre, aus dem das Leben des himmlischen Menschen stammt, der Heilige Geist ist, geht aus folgenden Stellen hervor: Jes.11/1,2: "Es wird ein Sproß ausgehen vom Hause Isai, auf demselben wird ruhen der Geist Jehovahs, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht Jehovahs": dies wird vom Herrn gesagt, in Dem das göttlich Wahre ist, und also wird die göttliche Weisheit und Einsicht der Geist Jehovahs genannt, und dieser der Geist der Weisheit und der Einsicht, des Rates, der Kraft und der Erkenntnis. Jes.42/1: "Ich habe Meinen Geist auf Ihn gelegt, Er wird das Recht unter den Völkern verbreiten": auch hier ist vom Herrn die Rede. Der Geist Jehovahs auf Ihm ist das göttlich Wahre, demnach die göttliche Weisheit und Einsicht. Das göttlich Wahre heißt auch das Recht: Nr. 2235. Jes.59/19: "Er wird kommen wie ein eingeengter Strom, (aber) der Geist Jehovahs wird ein Panier aufrichten wider ihn". Jes.61/1: "Der Geist des Herrn Jehovih ist auf Mir, darum hat Mich Jehovah gesalbt, um frohe Botschaft den Armen zu verkünden": auch hier vom Herrn. Das göttlich Wahre, das im Herrn war, als Er in die Welt kam, und das Er damals selbst war, ist der Geist Jehovahs. Daß der Geist Jehovahs das göttlich Wahre ist und aus ihm das himmlische Leben des Menschen kommt, der es aufnimmt, geht auch noch deutlich aus folgenden Stellen hervor: Jes.32/15,16: "Bis über euch ausgegossen wird der Geist aus der Höhe, dann wird die Wüste zu einem Fruchtfeld werden, und das Recht wird in der Wüste wohnen": es wird hier von der Wiedergeburt gehandelt. Der Geist aus der Höhe ist das Leben aus dem Göttlichen; denn daß die Wüste zum Fruchtfeld werden solle, und das Recht in der Wüste wohnen soll, bedeutet die Einsicht, wo früher keine war, also ein neues Leben. Hes.37/14: "Damit ihr erkennet, daß Ich Meinen Geist in euch geben werde, auf daß ihr lebet". Hes.39/29: "Dann will Ich nicht mehr Mein Antlitz vor ihnen verbergen, weil Ich Meinen Geist über das Haus Israels ausgießen werde". Joel 3/2: "Ich will Meinen Geist über alles Fleisch ausgießen, und über die Knechte und über die Mägde; in jenen Tagen will Ich Meinen Geist ausgießen". Micha 3/8: "Ich bin erfüllt mit Kraft, mit dem Geiste Jehovahs und mit Recht und Stärke, um Jakob seine Übertretungen anzukündigen und Israel seine Sünde". Sach.6/8: "Die ausziehen in das Land gegen Norden, die lassen Meinen Geist ruhen im Lande des Nordens". Jes.44/3: "Ich will Wasser ausgießen auf das Dürstende und Bäche auf das Trockene; Ich werde Meinen Geist über deinen Samen ausgießen". Daß in diesen Stellen der Geist Jehovahs das göttlich Wahre ist und durch dasselbe das Leben des Glaubens und der Liebe (kommt), ist klar; daß jenes (göttlich Wahre) unmittelbar vom Herrn und mittelbar durch Geister und Engel von Ihm einfließt, sehe man Nr. 9682 E. Jes.28/5,6: "An jenem Tage wird Jehovah Zebaoth eine liebliche Krone sein und ein herrlicher Kopfbund dem Überreste Seines Volkes, und ein Geist des Rechts dem, der zu Gericht sitzt, und eine Stärke für sie": liebliche Kronen bedeutet die Weisheit des Guten; herrlicher Kopfbund die Einsicht des Wahren; der Geist des Rechts ist das göttlich Wahre, denn Recht (Gericht) wird vom Wahren gesagt: Nr. 2235, 6397, 7206, 8685, 8695, 9260, 9383. Jes.63/9-11,14: "Der Engel Seines Angesichts befreite sie, um Seiner Liebe willen und um Seiner Gnade willen erlöste Er sie; aber dennoch empörten sie sich und betrübten Seinen Heiligen Geist, darum wurde Er zu ihrem Feind. Er gab in ihre Mitte Seinen Heiligen Geist, der Geist Jehovahs führte sie": der Heilige Geist ist hier der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, also das göttlich Wahre, das vom Herrn ist; der Engel des Angesichts ist der Herr in Ansehung des göttlich Guten, denn das Angesicht Jehovahs bedeutet Liebe, Barmherzigkeit, Gutes. Joh.Offenb.19/10: "Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung": das Zeugnis Jesu ist das göttlich Wahre, das von Ihm und über Ihm ist: Nr. 9503. Ps.104/4: "Jehovah Gott macht Seine Engel zu Geistern und Seine Diener zum flammenden Feuer": die Engel zu Geistern (Winden) machen, bedeutet zu Aufnehmern des göttlich Wahren; sie zu flammendem Feuer machen, bedeutet zu Aufnehmern des göttlich Guten oder der göttlichen Liebe. Matth.3/11: "Johannes sprach: Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, Der aber nach mir kommt, Der wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen": taufen bedeutet wiedergebären; mit Heiligem Geist bedeutet durch das göttlich Wahre; und mit Feuer bedeutet aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe. Daß taufen bedeutet wiedergebären, sehe man Nr. 5120 E, 9088; und daß das Feuer das göttlich Gute der göttlichen Liebe bezeichnet: Nr. 9406, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324. Luk.11/13: "Wenn ihr, die ihr schlimm seid, euren Kindern Gutes geben könnt, wieviel mehr wird der Vater, Der im Himmel ist, Seinen Heiligen Geist denen geben, die Ihn bitten": Seinen Heiligen Geist geben heißt, durch das göttlich Wahre erleuchten und daraus Leben verleihen, nämlich das Leben der Einsicht und Weisheit. Joh.Offenb.4/5: "Die sieben Lampen, die mit Feuer vor dem Throne brannten, sind die sieben Geister Gottes". Joh.Offenb.5/6: "In der Mitte der Ältesten stand ein Lamm und hatte sieben Hörner und sieben Augen, welches die in alles Land ausgesandten sieben Geister Gottes sind": daß Geister hier nicht wirkliche Geister bedeuten, geht daraus deutlich hervor, daß die Lampen und die Augen des Lammes Geist Gottes genannt werden, denn die Lampen bedeuten die göttlichen Wahrheiten: Nr. 4638, 7072; die Augen bedeuten das Verständnis des Wahren, und wenn vom Herrn (gesprochen wird), die göttliche Einsicht und Weisheit: Nr. 2701, 4403-4421; 4523-4534, 9051; daraus erhellt, daß die Geister Gottes die göttlichen Wahrheiten bedeuten. Wenn man nun weiß, daß der Heilige Geist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, welches das Heilige selber ist, so kann man den Sinn des göttlichen Wortes erkennen allenthalben, wo der Geist Gottes und der Heilige Geist genannt wird, wie in den folgenden Stellen: Joh.14/16-18,26: "Ich will den Vater bitten, daß Er euch einen anderen Beistand (Tröster) gebe, damit er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und ihn nicht kennt; ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird, Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen. Der Beistand (Paraklet), der Heilige Geist, den der Vater senden wird in Meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern an alles, was Ich euch gesagt habe". Joh.15/26: "Wenn der Beistand kommen wird, den Ich euch senden werde vom Vater, den Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird von Mir zeugen, und ihr werdet (auch) zeugen". Joh.16/7: "Ich sage euch die Wahrheit, es ist euch gut, daß Ich hingehe; wenn Ich nicht hinginge, so würde der Beistand nicht zu euch kommen; nun Ich aber hingehe, will Ich ihn zu euch senden". Hieraus wird wiederum klar, daß das vom göttlich Guten, (das der Vater ist), ausgehende göttlich Wahre der Paraklet und der Heilige Geist ist; deswegen wird er auch der Geist der Wahrheit genannt. Und es wird von ihm gesagt, daß er bleiben werde in ihnen, daß er sie alles lehren werde, und daß er vom Herrn zeugen werde. Vom Herrn zeugen heißt im geistigen Sinn, Ihn lehren. Es wird gesagt, der Paraklet, der Heilige Geist werde vom Vater im Namen des Herrn gesandt und hernach, daß der Herr ihn senden werde vom Vater, und dann wieder, daß der Herr ihn senden werde, und zwar deshalb, weil der Vater das Göttliche Selbst bedeutet, das im Herrn ist, und weil daher der Vater und Er selbst eins sind, wie der Herr deutlich sagt bei Joh.10/30; 14/9-11. Matth.12/31,32: "Jegliche Sünde und Lästerung wird dem Menschen vergeben werden, aber die Lästerung des Geistes wird dem Menschen nicht vergeben werden. Wenn jemand ein Wort redet wider den Sohn des Menschen, dem wird es vergeben werden, wer aber redet wider den Heiligen Geist, dem wird es nicht vergeben werden, weder in dieser Welt, noch in der künftigen": ein Wort reden wider den Menschensohn heißt, wider das göttlich Wahre, das noch nicht dem Leben des Menschen eingepflanzt oder eingeschrieben ist; daß der Menschensohn das göttlich Wahre bedeutet, sehe man Nr. 9807; aber reden wider den Heiligen Geist heißt, wider das göttlich Wahre reden, das dem Leben des Menschen eingepflanzt oder eingeschrieben ist, besonders über das göttlich Wahre des Herrn selbst. Wider dieses reden oder es leugnen, wenn es einmal anerkannt war, ist Entweihung, und diese Entweihung ist von der Art, daß sie das Innere des Menschen gänzlich zerstört. Daher heißt es, daß diese Sünde nicht vergeben werden könne. Was Entweihung ist, sehe man Nr. 3398, 3898, 4289, 4601, 6348, 6960, 6963, 6971, 8394, 8882, 9298. Matth.28/19: "Jesus sprach zu den Jüngern: Gehet hin und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes": der Vater ist hier das Göttliche Selbst, der Sohn ist dasselbe Göttliche in menschlicher Gestalt und der Heilige Geist ist das ausgehende Göttliche, somit ist ein Göttliches, aber dennoch ein Dreieiniges. Daß der Herr das Göttliche Selbst in menschlicher Gestalt ist, lehrt Er selbst: Joh.14/7,9,10: "Von nun an kennet ihr den Vater und habt Ihn gesehen; wer Mich sieht, der sieht den Vater; Ich bin im Vater und der Vater in Mir". 9819. "Daß sie die Kleider Aharons machen", 2. Mose 28/3, bedeutet die, durch die das geistige Reich (gebildet wird). Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider Aharons, insofern sie ein Vorbild sind des geistigen Reiches des Herrn, das Seinem himmlischen Reich beigefügt ist, worüber Nr. 9814. Daß diejenigen, die weisen Herzens sind und erfüllt von dem Geiste der Weisheit, sie machen sollten, kommt daher, weil unter diesen diejenigen verstanden werden, die im himmlischen Reich sind, und weil das geistige Reich aus jenem stammt und es somit bedeckt, wie die Kleider den Körper, was auch erhellen kann aus dem, was, Nr. 9818 gesagt worden ist. 9820. "Um ihn zu heiligen", 2. Mose 28/3, bedeutet, so sei das Vorbildliche des göttlich Wahren in jenem Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung von geheiligt werden, insofern es heißt, mit göttlich Wahrem vom Herrn erfüllt werden; denn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist es, das im Worte der Heilige genannt wird, weil der Herr allein der Heilige ist, somit auch alles, was von Ihm ausgeht; man sehe Nr. 9680. Daher kommt es, daß das von Ihm ausgehende Heilige der Heilige Geist genannt wird, wie Nr. 9818 gezeigt worden ist, worüber man auch sehe, was in den Nr. 9229 angeführten Stellen beigebracht worden ist. Hieraus erhellt, wie es zu verstehen ist, daß die Engel, Propheten und Apostel Heilige heißen: die Engel: Matth.25/31; Mark.8/38; Luk.9/26, die Propheten: Joh.Offenb.16/6; 18/24; und die Apostel: Joh.Offenb.18/20; nicht als ob sie Heilige wären aus sich, sondern aus dem Herrn. Die Engel, weil sie Aufnahmegefäße des göttlich Wahren vom Herrn sind, und daher durch sie im Worte die göttlichen Wahrheiten bezeichnet werden, und im allgemeinen etwas vom Herrn: Nr. 1925, 2821, 4085, 4295; die Propheten aber, weil durch sie das Wort bezeichnet wird, welches das göttlich Wahre ist, und im besonderen die Lehren aus dem Worte: Nr. 2534, 3652, 7269; und die Apostel, weil durch sie alles Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe in seiner Zusammenfassung bezeichnet wird: Nr. 3488, 3858 E, 6397. Daß das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre das Heilige selbst ist, somit auch der Herr, von Dem es ist, erhellt aus mehreren Stellen im Worte; hier sollen nur die Worte des Herrn angeführt werden bei Joh.17/17,19: "Vater, heilige sie in Deiner Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit: Ich heilige Mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt werden in der Wahrheit". Hieraus geht deutlich hervor, daß es der Herr ist, Der den Menschen, den Geist und den Engel heiligt, weil "Er allein der Heilige ist": Joh.Offenb.15/4; und daß sie nur insoweit heilig sind, als sie den Herrn aufnehmen, das ist, soviel sie Glauben und Liebe zum Ihm von Ihm haben. 9821. "Daß er Mir ein Priester sei", 2. Mose 28/3, bedeutet das Vorbildliche des Herrn; dies erhellt aus dem, was Nr. 9809 gezeigt worden ist. 9822. "Und dies sind die Kleider, die sie machen sollen", 2. Mose 28/4, bedeutet die göttlichen Wahrheiten im geistigen Reich in ihrer Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider Aharons, insofern sie das geistige Reich bezeichnen, das dem himmlischen Reich beigesellt ist, wovon Nr. 9814. Daß sie die göttlichen Wahrheiten daselbst bezeichnen, kommt daher, weil die Kleider Wahrheiten bedeuten, man sehe Nr. 5954, 9212, 9216; und dieses Reich heißt das geistige Reich wegen der göttlichen Wahrheiten in demselben; denn es gibt zwei Reiche, in die der Himmel unterschieden ist, das himmlische Reich und das geistige Reich. Im himmlischen Reich herrscht das Gute und im geistigen Reich das Wahre, und beides vom Herrn. Und weil die Kleider Aharons dieses Reich vorbildeten, und diese Kleider das Ephod, das Oberkleid und der Leibrock waren, darum wurden durch dieselben die göttlichen Wahrheiten daselbst in ihrer Ordnung bezeichnet. 9823. "Das Brustschildlein", 2. Mose 28/4, bedeutet das göttlich Wahre, hervorleuchtend aus dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brustschildleins, insofern es das aus dem göttlich Guten hervorleuchtende göttlich Wahre bezeichnet. Hier im Letzten, das stufenweise von dem Innersten in den Himmeln (hervorgeht); denn das Ephod, auf dem das Brustschildlein war, bildete das Letzte des geistigen Reiches vor, somit das Letzte des Himmels. Daß das Brustschildlein dies bedeutet, kommt daher, weil es über der Brust, wo das Herz ist, befestigt und mit kostbaren Steinen besetzt war, und weil das Herz dem himmlisch Guten entspricht, welches das Gute der Liebe zum Herrn vom Herrn ist, und die zwölf kostbaren Steine den göttlichen Wahrheiten aus demselben. Daher wird durch das Brustschildlein im höchsten Sinn das göttlich Wahre bezeichnet, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorleuchtet. Daß das Herz dem himmlisch Guten entspricht, oder dem Guten der Liebe zum Herrn vom Herrn, sehe man Nr. 170, 172, 176, 3635, 3883-3896, 7542, 9050, 9300, 9494; und daß die zwölf kostbaren Steine den göttlichen Wahrheiten, die aus dem göttlich Guten sind, entsprechen, wird man in dem Folgenden dieses Kapitels sehen, wo dieses Brustschildlein ausführlich beschrieben wird, und es wird das Brustschildlein des Urteils (des Gerichts) wie auch Urim und Thummim genannt, wegen der zwölf kostbaren Steine, mit denen es besetzt war. Daß es über der Brust befestigt wurde, wo das Herz ist, erhellt aus der Beschreibung weiter unten, wo dies deutlich mit folgenden Worten gesagt wird: "Aharon soll die Namen der Söhne Israels tragen in dem Brustschildlein des Urteils (Gerichts) auf seinem Herzen": 2. Mose 28/29; und weiter: "Und sie sollen auf dem Herzen Aharons sein, wenn er hineingeht vor Jehovah; und Aharon soll das Urteil über die Söhne Israels auf seinem Herzen tragen vor Jehovah allezeit": 2. Mose 28/30. Daß das Urteil (oder Gericht) auch das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre bedeutet, wird man in dem Folgenden sehen. 9824. "Und das Ephod", 2. Mose 28/4, bedeutet das göttlich Wahre darin in der äußeren Form, in die das Innere endigt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ephod, insofern es das göttlich Wahre in äußerer Form bezeichnet. Das Ephod bedeutet dies, weil die heiligen Kleider Aharons die göttlichen Wahrheiten im geistigen Reich in ihrer Ordnung vorbildeten; man sehe Nr. 9822; und das Ephod war das äußerste der drei Kleidungsstücke, denn die Priesterkleider Aharons waren das Ephod, das Oberkleid und der zellenförmig gewirkte Leibrock. Was das Äußerste ist, das enthält nicht nur das Innere, sondern das Innere endigt auch in demselben; so verhält es sich im menschlichen Körper, und demnach auch in den Himmeln, denen das entspricht, was dem menschlichen Körper angehört. Ebenso (verhält es sich) mit den Wahrheiten und mit dem Guten, denn dieses und jene machen die Himmel aus. Weil das Ephod ganz besonders das Äußere des geistigen Reiches des Herrn vorbildete, daher war es heiliger als die anderen Kleider, und auf ihm war das Brustschildlein, in dem die Urim und Thummim waren, durch die Antworten vom Göttlichen gegeben wurden. Daß das Äußerste heiliger ist als das Innere, kommt daher, weil das Äußere alles Innere in seiner Ordnung und in seiner Form und Verknüpfung enthält, und zwar so sehr, daß das Innere sich zerstreuen würde, wenn man das Äußere entfernte, denn das Innere endigt nicht nur in demselben, sondern es ist auch darinnen beisammen. Daß es so ist, können diejenigen erkennen, die wissen, wie es sich mit dem Aufeinanderfolgenden und dem Gleichzeitigen verhält; daß nämlich das Aufeinanderfolgende, das der Ordnung nach ausgeht und aufeinanderfolgt, sich dennoch auch im Letzten zusammen darstellt. Als Beispiel diene Zweck, Ursache und Wirkung: der Zweck ist das erste der Ordnung nach, die Ursache ist das zweite und die Wirkung ist das letzte. So aufeinanderfolgend gehen sie auch hervor. Gleichwohl aber stellt sich in der Wirkung, die das letzte ist, zugleich die Ursache dar, und der Zweck in der Ursache, darum ist die Wirkung das Volle, in dem auch das Innere oder Frühere beisammen ist und wohnt. Ebenso verhält es sich mit dem Wollen, Denken und Tun beim Menschen. Das Wollen ist das erste, das Denken ist das zweite und das Tun ist das letzte, das auch die Wirkung ist, in der das Frühere oder Innere zugleich besteht; denn inwieweit das Tun, das in sich enthält, was der Mensch denkt und was er will, insoweit ist das Innere in Form und in Verknüpfung darin enthalten. Darum wird im Worte gesagt, daß der Mensch gerichtet werden müsse nach seinen Handlungen oder nach seinen Werken, das bedeutet, daß er gerichtet werden müsse nach seinem Denken und Wollen; denn diese beiden sind in den Handlungen, wie die Seele in ihrem Körper. Weil nun das Innere sich im Letzten zusammen darstellt, darum wird das Letzte, wenn die Ordnung vollkommen ist, für heiliger gehalten als das Innere, denn in ihm ist die Heiligkeit des Inneren vollständig. Weil das Innere im Letzten beisammen ist, sowie nach obigem in den Handlungen oder Werken das Denken und Wollen des Menschen, oder bei den Geistigen der Glaube und dessen Liebe, darum wurde Johannes mehr als die anderen Jünger vom Herrn geliebt, und lag an Seiner Brust: Joh.13/23; 21/20,22; und zwar deshalb, weil dieser Jünger die Werke der Liebtätigkeit vorbildete; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und 22; ferner Nr. 3934. Hieraus wird auch klar, warum das Äußere oder das Letzte, das in vollkommener Ordnung ist, heiliger ist als das Innere, einzeln für sich betrachtet; denn der Herr ist, wenn im Letzten, zugleich in allem, und wenn Er in demselben ist, dann wird das Innere in seiner Ordnung, Verknüpfung und Form zusammengehalten, und auch unter Aufsicht und Leitung nach (Seinem) Wohlgefallen. Dies ist das Geheimnis, das Nr. 9360 gemeint ist, wo man nachsehen möge. Dies ist nun auch die Ursache, warum das Ephod, weil es das Letzte im geistigen Reich des Herrn vorbildete, für heiliger galt, als die übrigen priesterlichen Kleider. Deswegen war das Ephod das Vorzüglichste (Wichtigste) der hohenpriesterlichen Bekleidung, und wurde gemacht "aus goldenen Fäden inmitten von Blau, Purpur, Scharlach und weißer gewobener Baumwolle": 2. Mose 39/3, aber die übrigen Priester hatten das Ephod aus Leinen: 1.Sam.2/18; 22/18; und daher wurde das Ephod als Ausdruck für die ganze Kleidung des Priesters gebraucht, und man sagte: "er trage das Ephod", das bedeutete, daß er ein Priester sei: 1.Sam.2/28; 14/3. Darum wurde auch das Brustschildlein an das Ephod befestigt, und durch die Urim und Thummim auf demselben Antworten (göttliche Aussprüche) gegeben, und dies darum, weil dieses Kleidungsstück das Vorbild des Letzten im geistigen Reich des Herrn war, und die göttlichen Antworten im Letzten sich darstellen; denn sie gehen durch alles Innere stufenweise hindurch und werden hier ausgesprochen (dictantur), weil sie hier endigen. Daß Antworten gegeben wurden, wenn (die Priester) mit dem Ephod bekleidet waren, erhellt aus 1.Sam.23/6-13; 30/7,8; und auch bei Hos.3/4: "Lange Zeit werden die Söhne Israels wohnen, und kein König, kein Fürst, kein Opfer, keine Denksäule und kein Ephod noch Theraphim (wird bei ihnen) sein": die Theraphim bezeichnen die göttlichen Antworten, denn durch diese wurden sie ehemals gegeben: Sach.10/2. Das Ephod wird auch in der Grundsprache abgeleitet vom Einschließen alles Inneren, wie aus der Bedeutung dieses Wortes erhellt: 2. Mose 29/5; 3. Mose 8/7. 9825. "Und das Oberkleid", 2. Mose 28/4, bedeutet das göttlich Wahre darin in seiner inneren Form. Dies erhellt aus der Bedeutung des Oberkleides, insofern es das Mittlere des geistigen Reiches bezeichnet, somit das Wahre selbst, das darin ist; denn durch die Kleider Aharons wurde das geistige Reich des Herrn vorgebildet: Nr. 9814, somit die Wahrheiten, die in demselben sind in ihrer Ordnung: Nr. 9822; und weil dieses Reich in drei Graden unterschieden ist, in den innersten, mittleren und äußeren, darum wurde durch Oberkleid das bezeichnet, was in der Mitte dieses Reiches ist. Daß dieses Reich in drei Grade unterschieden ist, kommt daher, weil das Innerste darin mit dem Himmlischen in Verbindung steht, und das Äußere mit dem Natürlichen, und das Mittlere gleichmäßig von beiden seinen Anteil hat. Damit etwas vollkommen sei, muß es auch wirklich unterschieden sein in drei Grade; so ist der Himmel, und so auch das Gute und Wahre in demselben. Daß es drei Himmel gibt, ist bekannt, somit auch drei Grade des Guten und Wahren in demselben. Ein jeder Himmel ist auch wieder in drei Grade unterschieden, denn das Innerste desselben muß unmittelbar mit dem Höheren in Verbindung stehen, das Äußere mit dem Unteren, und das Mittlere durch diese mit beiden. Hierdurch erhält er seine Vollkommenheit. Ebenso verhält es sich mit dem Inneren des Menschen, das im allgemeinen in drei Grade unterschieden ist, nämlich in den himmlischen, den geistigen und den natürlichen. Desgleichen ist ein jedes von diesen in seine drei Grade (unterschieden), denn der Mensch, der im Guten des Glaubens und der Liebe zum Herrn ist, ist ein Himmel in kleinster Form, der dem größten entspricht: Nr. 9279. Und so verhält es sich auch mit allem in der Natur. Daß das Natürliche des Menschen in drei Grade unterschieden ist, sehe man Nr. 4570; und im allgemeinen all sein Inneres und Äußeres: Nr. 4154. Der Grund davon ist, weil überall Zweck, Ursache und Wirkung sein muß. Der Zweck muß das Innerste sein, die Ursache das Mittlere und die Wirkung das Letzte, wenn eine Sache vollkommen sein soll. Daher kommt es, daß drei im Worte das Vollständige von Anfang bis zu Ende bedeutet: Nr. 2788, 4495, 7715, 9198, 9488, 9489. Hieraus kann man erkennen, warum die heiligen Kleider Aharons das Ephod, das Oberkleid und der Leibrock waren; und daß das Ephod das Äußere, das Oberkleid das Mittlere, und der Leibrock das Innerste vorbildete. Weil das Oberkleid das Mittlere im geistigen Reich vorbildete, und das Mittlere von beiden seinen Anteil hat, darum wird es in vorbildlicher Weise als Ausdruck für dieses Reich selbst gebraucht; z.B.: 1.Sam.15/27,28: "Samuel wandte sich, um zu gehen, aber Saul ergriff den Zipfel seines Oberkleides, und derselbe riß ab, darum sagte Samuel, Jehovah wird heute das Reich Israels von dir abreißen, und es deinem Genossen (einem anderen) geben, der besser ist als du": hieraus erhellt, daß das Abreißen des Zipfels vom Oberkleide Samuels das Abreißen des Reiches Israel von Saul bedeutete, denn das Reich Israels bedeutete das geistige Reich des Herrn; man sehe Nr. 4286, 4598, 6426, 6637, 6862, 6868, 7035, 7062, 7198, 7201, 7215, 7223, 8805. 1.Sam.24/12,21: "David schnitt einen Zipfel von dem Oberkleide Sauls im Verborgenen ab; und als er dem Saul denselben zeigte, sprach Saul: Nun erkenne ich, daß du als König herrschen wirst, und das Reich Israels wird Bestand haben in deiner Hand". Auch als Jonathan ein Bündnis mit David schloß, "zog er sein Oberkleid aus, und gab es dem David, sogar auch sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel": 1.Sam.18/3,4; wodurch vorbildlich dargestellt wurde, daß Jonathan, welcher der Erbe war, der Herrschaft über Israel entsagte und sie auf David übertrug. Weil das Oberkleid das geistige Reich vorbildete, so (bezeichnete) es auch die Wahrheiten dieses Reiches im allgemeinen. Die Wahrheiten dieses Reiches sind es, die geistige Wahrheiten heißen und im Verstandesgebiet des Menschen sind. Dies wird durch die Oberkleider bezeichnet bei Hes.26/16: "Es werden von ihren Thronen herabsteigen alle Fürsten des Meeres, und werden ihre Oberkleider abwerfen, und ihre buntgewirkten Kleider ausziehen": es wird hier von Tyrus gehandelt, durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden: Nr. 1201. Die Verwüstungen derselben in der Kirche wird hier beschrieben. Die Oberkleider, die sie abwerfen werden, bedeuten die Wahrheiten des Glaubens im Verstandesgebiet, die buntgewirkten Kleider aber bezeichnen die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen: Nr. 9688. Der Grund, weshalb die Wahrheiten bezeichnet werden, liegt darin, daß im geistigen Reich des Herrn das Wahre herrscht, das Sache des Verstandes ist, aber im himmlischen Reich das Gute, das Sache des Willens ist. Matth.23/5,6: "Die Schriftgelehrten und Pharisäer tun alle ihre Werke, damit sie von den Leuten gesehen werden, und machen die Säume ihrer Oberkleider groß": die Säume der Oberkleider groß machen, bedeutet die Wahrheiten in prahlerischer Weise verkündigen, nur um von den Leuten gehört und gesehen zu werden. Daß solches durch Oberkleid bezeichnet wird, wird man noch deutlicher aus seiner Beschreibung im Folgenden dieses Kapitels erkennen: 2. Mose 28/31-35. 9826. "Und der Leibrock, zellenförmig gewirkt", 2. Mose 28/4, bedeutet das göttlich Wahre im Innersten darin, unmittelbar aus dem göttlich Himmlischen hervorgehend. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leibrockes, insofern er das natürlich Wahre bezeichnet; aber wenn von Aharon (die Rede ist), dessen Kleider die Wahrheiten im geistigen Reich des Herrn vorbildeten: Nr. 9814, 9822, bezeichnet der Leibrock das innerste göttlich Wahre in diesem Reich, somit was zunächst aus dem göttlich Himmlischen hervorgeht, welches das göttlich Gute des Herrn im innersten Himmel ist. Daß solche Dinge durch Leibröcke bezeichnet wurden, sehe man Nr. 4677. Es gibt nämlich drei Himmel, der innerste, welcher der himmlische heißt, der mittlere, welcher der geistige, und der letzte (äußerste), der an das Natürliche grenzt. Im innersten Himmel herrscht das Gute der Liebe zum Herrn, im mittleren das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und im letzten das Gute des Glaubens. Diese Himmel sind unter sich ganz unterschieden und zwar so sehr, daß die, welche in dem einen sind, durchaus nicht in den anderen übergehen können. Weil (diese drei) aber einen Himmel bilden, werden sie durch vermittelnde Engelsgesellschaften verbunden; auf solche Weise geht der eine Himmel aus dem anderen hervor. Wenn daher die Kleider Aharons den geistigen Himmel vorbilden, und somit auch die Wahrheiten daselbst in ihrer Ordnung, so erhellt, daß durch das innerste Kleid, das der zellenförmig gewirkte Leibrock genannt wird, das innerste Wahre, das unmittelbar aus dem göttlich Himmlischen hervorgeht, vorgebildet wird. Zellenförmig gewirkt heißt er, weil er ein Gewebe war, wie aus 2. Mose 39/27 hervorgeht: "Sie machten Leibröcke von weißer Baumwolle, die Arbeit eines Webers, für Aharon und für seine Söhne": daß sie aus weißer Baumwolle gewoben wurden, war deswegen, damit das Wahre aus himmlischem Ursprung vorgebildet würde. Daß dieses Wahre aber durch weiße gewobene Baumwolle bezeichnet wird, sehe man Nr. 9469. 9827. "Kopfbund", 2. Mose 28/4, bedeutet die Einsicht und Weisheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kopfbundes, insofern er Einsicht und Weisheit bezeichnet. Der Kopfbund hat aber diese Bedeutung, weil er eine Kopfbedeckung ist, und der Kopf das Innere des Menschen bezeichnet, in dem die Einsicht und Weisheit ist: Nr. 9656. Alle Kleidungsstücke bekommen ihre Bedeutung von dem Körperteil, den sie bedecken, so z.B. das Kleidungsstück, das die Brust bedeckt, wie das Brustschildlein; das, welches die Lenden bedeckt, wie die Beinkleider; was die Füße bedeckt, wie die Strümpfe; was die Fußsohlen, wie die Schuhe; so auch, was das Haupt bedeckt, wie der Kopfbund, die Mütze und der Hut. Daß es so ist, erhellt aus den Vorbildungen im anderen Leben. Wenn dort den Geistern ihre Weisheit und Einsicht benommen wird, was geschieht, wenn Engelsgesellschaften von ihnen entfernt werden, dann scheint es, als ob ihnen ihre Kopfbedeckung genommen würde; wenn dies geschehen ist, werden sie stumpfsinnig, und haben kein Innewerden des Wahren und Guten. Sobald aber nachher die Einsicht und Weisheit wiederkehrt, wird ihr Haupt wieder bedeckt. Die Kopfbedeckungen daselbst bedeuten jedoch nicht sowohl die Weisheit des Guten, als die Erkenntnis des Wahren. Aber der Kopfbund, den Aharon trug, bedeutet auch die Weisheit, weil er aus weißer Baumwolle (Byssus) war, und die heilige Krone daran befestigt war, die in einem Blech aus reinem Golde bestand, auf dem eingegraben war: "Heiligkeit Jehovahs", worüber 2. Mose 28/37,39; 2. Mose 29/6; 39/28. Dagegen der Kopfbund von Linnen und die übrigen Kleider von Linnen, die auch dem Aharon gehörten, bezeichneten die Erkenntnis des Wahren, nicht aber die Weisheit des Guten (über diese Kleider und über diesen Kopfbund sehe man 3. Mose 16/4; Hes.44/18). Das Linnen bedeutet das Wahre im natürlichen Menschen: Nr. 7601, somit bezeichnet der leinene Kopfbund die Einsicht des Natürlichen. Diejenigen, die nicht wissen, wie es sich mit den Vorbildungen und Entsprechungen verhält, können nur schwer dahin gebracht werden, zu glauben, daß hier solche Dinge bezeichnet werden; sie mögen jedoch bedenken, daß im Himmel das Geistige anstatt des Natürlichen innerlich wahrgenommen wird, somit anstatt des Kopfbundes und im allgemeinen anstatt der Kleider solches, was Sache der Einsicht und Weisheit, wie auch des Glaubens und der Liebe ist. Im allgemeinen was dem Wahren und Guten angehört, denn diese zusammen bilden das Geistige, weil der Himmel die geistige Welt ist. Sie mögen auch bedenken, daß die Kleider Aharons auf dem Berge Sinai von Jehovah beschrieben und angeordnet sind, und daß dadurch im einzelnen derselben göttlich Himmlisches enthalten ist, und dies wird nur enthüllt durch die Kenntnisse der Entsprechungen und Vorbildungen. 9828. "Und Gürtel", 2. Mose 28/4, bedeutet das gemeinsame Band, damit alles auf einen Zweck hinziele. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gürtels oder Gurtes, insofern er ein gemeinsames Band bezeichnet, denn es sammelt, schließt ein, hält in Verknüpfung und befestigt alles Innere, das ohne dieses aufgelöst werden und zerfließen würde. Das gemeinsame Band ist aber deshalb vorhanden, damit alles auf einen Zweck hinziele, und zwar darum, weil in der geistigen Welt der Zweck herrscht, und zwar so sehr, daß alles, was daselbst ist, als Zweck bezeichnet werden kann; denn das Reich des Herrn, oder die geistige Welt, ist ein Reich der Nutzleistungen, und diese Nutzleistungen sind dort die Zwecke, somit ist es ein Reich der Endzwecke. Die Zwecke folgen aber dort aufeinander in verschiedener Ordnung, und verbinden sich auch miteinander. Diese Zwecke, die aufeinanderfolgen, heißen Mittelzwecke, dagegen die Zwecke, die sich miteinander verbinden, heißen verbundene Zwecke. Alle diese Zwecke sind so miteinander gegenseitig verbunden und untergeordnet, daß sie auf den einen Endzweck hinzielen, welcher der allgemeine Zweck in allem ist: Dieser Zweck ist der Herr, und im Himmel bei denen, die (Ihn) aufnehmen, die Liebe zu Ihm und der Glauben an Ihn. Die Liebe daselbst ist der Zweck aller Willensbestrebungen, und der Glaube ist der Zweck aller Gedanken, die Sache des Verstandes sind. Wenn das Ganze und Einzelne auf einen Endzweck hinzielt, dann wird es in unauflöslicher Verknüpfung gehalten, und bildet ein Ganzes; denn es steht unter der Aufsicht, Leitung und Vorsehung des Einigen, Der alle nach den Gesetzen der Unterordnung und Verbindung zu Sich hinlenkt, und so mit Sich verbindet, und dann lenkt Er sie zugleich auch gegenseitig zu den Genossen, und verbindet sie so untereinander. Daher kommt es, daß das Angesicht aller im Himmel in der Hinwendung zum Herrn erhalten wird, Der dort die Sonne ist, und somit auch der Mittelpunkt der Blicke aller, und zwar, was wunderbar ist, wie auch immer die Engel sich wenden mögen: Nr. 3638; und weil der Herr in dem Guten der gegenseitigen Liebe ist, und auch in dem Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten (denn Er liebt alle und verbindet alle durch die Liebe), deshalb werden sie auch dem Herrn zugewendet durch das Anschauen der Gefährten aus dieser Liebe. Daher wurde das, was im Letzten ist und sammelt und umschließt, damit alles und jedes in solcher Verknüpfung gehalten werde, durch Gürtel oder Gurt vorgebildet; und diese sind nichts anderes in der geistigen Welt, als das Gute und Wahre im Letzten oder Äußersten, welches das Innere umschließt. Durch die Gürtel um die Lenden wurde das himmlische Gute, und durch die Gürtel (Binden) um die Schenkel und um die Brust das geistig Gute und Wahre im Letzten oder Äußersten bezeichnet. Solches wird auch durch Gürtel um die Lenden in folgenden Stellen bezeichnet: Jerem.13/1-12: "Jehovah sprach zu dem Propheten: Kaufe dir einen leinenen Gürtel, und lege ihn um deine Lenden, aber ziehe ihn nicht durch das Wasser. Da kaufte ich mir einen Gürtel, und legte ihn um meine Lenden. Dann geschah das Wort Jehovahs zu mir, und sprach: Nimm den Gürtel, und gehe an den Euphrat, und verbirg ihn daselbst in einer Felsenritze. Nach Verlauf vieler Tage ging ich an den Euphrat, und nahm den Gürtel, und siehe, er war verdorben und zu nichts mehr nütze. Dann sprach Jehovah: Dieses böse Volk, das sich weigert, Meine Worte zu hören, und anderen Göttern nachgeht, soll werden wie dieser Gürtel, der zu nichts mehr nütze ist": unter dem leinenen Gürtel wird hier im geistigen Sinn das Gute der Kirche verstanden, das die Wahrheiten in ihr umschließt und in Verknüpfung erhält. Weil das Gute der Kirche damals zunichte geworden und daher die Wahrheiten zerstreut waren, darum wird gesagt, er solle nicht durch das Wasser gezogen werden, denn das Wasser bedeutet das reinigende und dadurch wiederherstellende Wahre. Die Felsenspalte, in der er verborgen war, bedeutet das verfälschte Wahre. Der Euphrat bezeichnet die Ausdehnung und Grenze des Himmlischen, das dem Guten im Letzten angehört. Wer nicht weiß, wie das Wort beschaffen ist, könnte meinen, daß hier nur eine Vergleichung des Volkes und dessen Verderbnis mit dem Gürtel und dessen Verderbnis sei; allein im Worte sind alle Vergleichungen und sinnbildliche Reden wirkliche Entsprechungen: Nr. 3579, 8989. Wenn nicht das einzelne hier entspräche, würde keineswegs befohlen worden sein, daß der Gürtel nicht durch das Wasser gezogen werden, daß er um die Lenden gelegt werden und daß der Prophet an den Euphrat gehen und ihn dort in eine Felsenspalte verbergen sollte. Es wird gesagt, daß der Gürtel um die Lenden gelegt werden sollte, weil die Lenden der Entsprechung zufolge das Gute der himmlischen Liebe bedeuten: Nr. 3021, 4280, 5050-5062; daher bedeutet die Anlegung des Gürtels um die Lenden die Verbindung mit dem Herrn durch das Gute der Liebe durch Vermittlung des Wortes. Daß der Gürtel das begrenzende und verbindende Gute bezeichnet, ist auch klar bei Jes.11/5: "Es wird ein Sproß (Rute) ausgehen aus dem Stamme Isai, Gerechtigkeit wird der Gürtel Seiner Lenden sein, und Wahrheit der Gürtel Seiner Schenkel": hier ist vom Herrn (die Rede). Die Gerechtigkeit als Gürtel um die Lenden bedeutet das Gute Seiner Liebe, das den Himmel und die Kirche beschützt. Von den Söhnen Israels wird gesagt, daß, wenn sie das Passah essen, "ihre Lenden gegürtet sein sollten": 2. Mose 12/11; und dies bedeutet, daß so alles in Ordnung sei und bereit zur Aufnahme des Guten vom Herrn und zum Handeln: Nr. 7863. Daher kommt es, daß die, welche bereit sind, Gegürtete genannt werden, wie es auch von den sieben Engeln in der Offenbarung heißt: Joh.Offenb.15/6: "Die sieben Engel, welche die sieben Plagen hatten, gingen hervor aus dem Tempel, angetan mit reiner und glänzender Leinwand, und gegürtet um die Brust mit goldenen Gürteln". Von Elias wird gesagt, daß er ein haariger Mann war, und mit einem ledernen Gürtel gegürtet um seine Lenden": 2.Kön.1/8. Matth.3/4: "Johannes trug ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden". Daß Elias und Johannes so gekleidet und gegürtet waren, war aus dem Grund, weil beide das Wort vorbildeten; darum bedeuten ihre Kleider das Wort im äußeren Sinn, welcher der natürliche ist; denn die Haare bezeichnen das Natürliche: Nr. 3301, 5247, 5569-5573; die Kamele bedeuten das allgemeine Wißtümliche im Natürlichen: Nr. 3048, 3071, 3143, 3145; Leder und Fell bezeichnen das Äußere: Nr. 3540, somit bedeutet der lederne Gürtel das, was das Innere sammelt, einschließt und in Verknüpfung erhält. Daß Elias das Wort vorbildete, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 2762, 5247 E; ebenso Johannes der Täufer: Nr. 9372. Weil das Wahre und das Gute durch böse Handlungen aufgelöst und zerstreut wird, darum wird von Joab gesagt, als er durch List den Abner getötet hatte, daß er "das Blut des Kriegs brachte an seinen Gürtel, der um seine Lenden war": 1.Kön.2/5; wodurch bezeichnet wird, daß er jenes (Wahre und Gute) zerstreute und zerstörte. Darum wird, wenn die Wahrheiten zerstreut und zerstört sind, bei Jes.3/24 gesagt: "Anstatt des Gürtels werde Zerreißung sein, und anstatt der Flechten Kahlheit": hier von den Töchtern Zions, durch die das Gute der himmlischen Kirche bezeichnet wird. Anstatt des Gürtels Zerreißung, bedeutet die Zerstreuung des himmlisch Guten. Es wird auch von Oholiba, die Jerusalem ist bei Hes.23/14,15 gesagt: "Als sie die an die Wand gemalten Männer gesehen, Bilder der Chaldäer mit roter Farbe gemalt, gegürtet mit Gürteln um die Lenden, habe sie sich in dieselben verliebt": wodurch das entweihte Wahre bezeichnet wird; denn die Chaldäer bedeuten die, welche die Wahrheiten im Äußeren bekennen, aber im Inneren leugnen, und mithin entweihen. Die an der Wand gemalten Männer bedeuten die Scheinbarkeiten des Wahren im Äußeren, ebenso die mit roter Farbe gemalten Bilder. Die Gürtel, mit denen die Lenden umgürtet waren, bedeuten das Gute, das sie heucheln, damit man es für Wahres halte. Hieraus kann man nun erkennen, was die Gürtel, welche die Kleider zusammenfaßten, in der vorbildlichen Kirche bedeuteten. Der natürliche Mensch kann aber schwer dahin gebracht werden zu glauben, daß sie solches bedeuten, weil er die natürliche Vorstellung von Gürteln und im allgemeinen von Kleidern nicht wohl zurückweisen und statt dessen die geistige Vorstellung annehmen kann, nämlich die des Guten, das die Wahrheiten im Zusammenhang erhält; denn das Natürliche, das vor dem Blick erscheint, hält das Gemüt an sich gefesselt und läßt sich nicht entfernen, wenn nicht das Gesicht des Verstandes in das Licht des Himmels erhoben werden kann, und der Mensch auf diese Weise fast ganz abgezogen von den natürlichen Dingen zu denken vermag. Wenn dies aber geschieht, dann dringen die geistigen Dinge ein, die dem Wahren des Glaubens und dem Guten der Liebe angehören, aber dem bloß natürlichen Menschen unbegreiflich sind. 9829. "Also sollen sie heilige Kleider machen für Aharon, deinen Bruder, und für seine Söhne", 2. Mose 28/4, bedeutet, so das Vorbildliche des geistigen Reiches, das dem himmlischen Reich beigefügt ist. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9814 gezeigt worden ist. 9830. "Daß er Mir ein Priester sei", 2. Mose 28/4, bedeutet das Vorbildliche des Herrn, wie Nr. 9809, 9810. HG 9831 9831. Vers 5-8: Und sie sollen dazu nehmen Gold, Blau, Purpur, Scharlach und weiße Baumwolle. Und das Ephod sollen sie machen von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle, ein Werk des Kunstwebers. Zwei verbundene Schulterblätter soll es haben an seinen beiden Enden, daß es zusammengefügt werde. Und der Gürtel seines Ephod, der darüber ist, soll von gleicher Arbeit an ihm sein, von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle. "Und sie sollen dazu nehmen Gold" bedeutet das allgemein herrschende Gute; "Blau, Purpur, Scharlach und weiße Baumwolle" bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und es Glaubens; "und das Ephod sollen sie machen von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle" bedeutet das Äußere des geistigen Reiches aus diesem Guten; "ein Werk des Kunstwebers" bedeutet, aus dem Verstandesvermögen; "zwei verbundene Schulterblätter soll es haben an seinen beiden Enden, daß es zusammengefügt werde" bedeutet die Bewahrung des Guten und Wahren allenthalben und beständig mit aller Bemühung und Macht vermittelst der völligen Vereinigung; "und der Gürtel seines Ephod, der darüber ist" bedeutet das äußere Band, das zusammenhält; "soll von gleicher Arbeit an ihm sein" bedeutet das Gleiche und Fortgesetzte vom Äußeren des geistigen Reiches; "von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle" bedeutet, somit aus dem Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit im Äußeren. 9832. "Und sie sollen dazu nehmen Gold", 2. Mose 28/5, bedeutet das allgemein herrschende Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9490, 9510. Daß es das allgemein herrschende sei, wird dadurch bezeichnet, daß das Gold allenthalben im Ephod eingewirkt war, wie aus dem Folgenden erhellt: 2. Mose 39/3: "Sie dehnten die Bleche von Gold aus, und man schnitt es in Fäden, um es zu tun mitten unter das Blau, und mitten unter den Purpur, und mitten unter den Scharlach, und mitten unter die weiße Baumwolle". Allgemein herrschend ist das, was gebietet (regiert), und was dadurch in allem und jedem ist; man sehe Nr. 5949, 6159, 7648, 8069, 8853-8858, 8865. Daß das Gold überall eingewirkt sein sollte, war deswegen, weil durch die Kleider Aharons der geistige Himmel vorgebildet wurde: Nr. 9814, und in diesem Himmel, sowie in den übrigen, herrscht das Gute. Im innersten Himmel das Gute der Liebe zum Herrn, im mittleren Himmel das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und im letzten das Gute des Glaubens. Das Wahre des Glaubens aber führt zum Guten hin, und hernach wird es aus dem Guten hervorgebracht. Hieraus erhellt, daß der Mensch nicht im Himmel ist, bevor er im Guten ist. Wenn er nur in den Wahrheiten ist, die Glaubenswahrheiten genannt werden, dann steht er nur vor der Tür, und wenn er aus ihnen auf das Gute hinblickt, tritt er in den Vorhof ein. Wenn er aber aus ihnen nicht auf das Gute hinblickt, dann sieht er den Himmel nicht, nicht einmal von ferne. Es wird gesagt, der Mensch sei nicht im Himmel, bevor er im Guten ist, weil der Mensch, während er noch in der Welt ist, den Himmel in sich haben muß, um nach dem Tode hineinkommen zu können; denn der Himmel ist im Menschen, und wird aus Barmherzigkeit denen gegeben, die sich durch die Glaubenswahrheiten in die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und in die Liebe zum Herrn, d.h. in das Gute einführen lassen, während sie in der Welt leben. Daß der Mensch nicht eher im Himmel ist, als bis er sich in dem Zustand befindet, daß er vom Herrn durch das Gute geführt werden kann, sehe man Nr. 8516, 8539, 8722, 8772, 9139. Unter dem Guten wird das Gute des Lebens verstanden, und das Gute des Lebens ist, Gutes tun aus dem Wollen des Guten, und das Gute wollen, kommt aus der Liebe, denn nur was der Mensch liebt, das will er. 9833. "Blau, Purpur, Scharlach und weiße Baumwolle", 2. Mose 28/5, bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und es Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von Blau, insofern es die himmlische Liebe des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9466; aus der Bedeutung von Purpur, insofern es die himmlische Liebe des Guten bezeichnet, worüber Nr. 9467; und aus der Bedeutung des Scharlachs, insofern er das geistig Gute bezeichnet, worüber Nr. 4968, 9422, und aus der Bedeutung der weißen Baumwolle, insofern sie das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet, worüber Nr. 5319, 9496; somit bedeuten diese Dinge zusammengenommen das Gute der Liebe und des Glaubens; hier aber das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens, weil sie vom geistigen Reich gesagt werden: Nr. 9814. Daß durch Blau, Purpur, Scharlach und weiße Baumwolle die Dinge bezeichnet werden, die Sache der Liebe oder der Liebtätigkeit und des Glaubens sind, hat seinen Grund in ihren Farben; denn die Farben, die im Himmel erscheinen, haben ihren Ursprung aus dem Licht des Himmels, welches Licht das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, aus dem alle Einsicht und Weisheit stammt. Daher sind die mannigfachen Gestaltungen dieses Lichtes, die dort vor dem äußeren Blick als Farben erscheinen, mannigfaltige Gestaltungen der Einsicht und Weisheit aus den Wahrheiten und dem Guten des Glaubens, der Liebtätigkeit und der Liebe; man sehe Nr. 1042, 1053, 1624, 3993, 4530, 4677, 4741, 4742, 4922, 9466; und daß die Farben dort, in dem Maße, als sie aus dem Roten stammen, das Gute bedeuten; in dem Maße aber als aus dem Weißen, das Wahre bedeuten: Nr. 9467. 9834. "Und das Ephod sollen sie machen von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle", 2. Mose 28/6, bedeutet das Äußere des geistigen Reiches aus diesem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ephod, insofern es das Äußere des geistigen Reiches bezeichnet, worüber Nr. 9824; und aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute bezeichnet, hier das allgemein herrschende Gute, worüber Nr. 9832; und aus der Bedeutung von Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle, insofern sie das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 9833; daher wird es aus diesem Guten geleitet. 9835. "Ein Werk des Kunstwebers", 2. Mose 28/6, bedeutet, aus dem Verstandesvermögen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kunstwebers (oder nach dem Hebräischen des Ausdenkers, d.h. des Kunstverständigen), insofern er das Verstandesvermögen ist, worüber Nr. 9598, 9688; daher bedeutet das Werk des Kunstwebers das, was aus jenem stammt. Daß der Kunstweber (Ausdenker) das Verstandesvermögen bezeichnet, hat den Grund, weil das Denken Sache des Verstandes ist, sowie die Neigung Sache der Liebe und des Willens. Kunstweber (oder Ausdenker, excogitator), bedeutet im inneren Sinn das gleiche wie das Denken, denn im inneren Sinn wird nicht auf die Person geachtet, sondern auf die Sache selbst, und der Kunstweber schließt den Begriff der Person in sich; daß es so ist, sehe man Nr. 5225, 5287, 5434, 8343, 8985, 9007. Was es bedeutet, daß es aus dem Verstandesvermögen sei, soll in der Kürze gesagt werden: Es wird hier vom geistigen Reich des Herrn gehandelt, und dieses Reich gehört in betreff alles Wahren und Guten in ihm dem Verstandesgebiet an. Was hingegen im himmlischen Reich des Herrn ist, gehört zum Willensgebiet. Denn zweierlei ist es, worauf alles im Universum sich bezieht: das Gute und das Wahre. Daher sind im Menschen zwei Vermögen, der Wille und der Verstand. Der Wille ist um des Guten willen, und der Verstand um des Wahren willen, denn der Wille nimmt das Gute auf und der Verstand das Wahre. Ebenso verhält es sich in den Himmeln: in diesen sind zwei Reiche, das himmlische und das geistige. Das himmlische Reich ist um der Aufnahme des Guten willen, und das geistige Reich ist um der Aufnahme des Wahren willen. Und weil der ganze Himmel allen Organen entspricht, die im Menschen sind, deshalb ist der Himmel vor dem Herrn wie ein Mensch, der gleichfalls zwei Fähigkeiten (oder Vermögen) hat: den Willen und den Verstand. Sein Wille ist im himmlischen Reich und sein Verstand im geistigen Reich. Weil nun das geistige Reich vorgebildet wurde durch die Kleider Aharons, und in diesem Reich das Verstandesgebiet des Himmels ist, daher wird durch das Werk des Kunstwebers das Verstandesgebiet bezeichnet. Daß der ganze Himmel vermöge der Entsprechung mit allem und jedem im Menschen gleichsam ein Mensch ist, und der Größte Mensch heißt, sehe man an den Nr. 9276 am Ende angeführten Stellen. Daß das Gute und Wahre bei denen, die im geistigen Reich des Herrn sind, ihrem Verstandesgebiet eingeschrieben ist, aber bei denen, die im himmlischen Reich sind, dem Willensgebiet, sehe man auch aus den angeführten Stellen: Nr. 9277, 9596. 9836. "Zwei verbundene Schulterblätter soll es haben an seinen beiden Enden, daß es zusammengefügt werde", 2. Mose 28/7, bedeutet die Bewahrung des Guten und Wahren allenthalben und beständig mit aller Bemühung und Macht vermittelst der völligen Vereinigung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schulterblätter, insofern sie die ganze Kraft und Macht bezeichnen, worüber Nr. 1085, 4931-4937; aber etwas auf die Schulterblätter legen und es auf ihnen tragen, wie im Folgenden von den beiden Onychsteinen gesagt wird, auf denen die Namen der Söhne Israels eingegraben waren, bedeutet die beständige Bewahrung des Guten und Wahren; denn durch die Namen der Söhne Israels wird alles Gute und Wahre in seiner Zusammenfassung bezeichnet, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung von zusammengefügt (verbunden) sein und zusammengefügt werden, insofern es eine völlige Vereinigung bezeichnet. Und aus der Bedeutung der beiden Enden oder zur Rechten und zur Linken, insofern es ausdrückt "allenthalben", worüber Nr. 8613. Damit verhält es sich in folgender Weise: Durch das Ephod wurde, wie oben gezeigt worden, das Äußere des geistigen Reichs des Herrn vorgebildet, somit durch die Schulterblätter desselben, auf denen die beiden Onychsteine mit den Namen der Söhne Israels angebracht waren, die beständige Bewahrung des Guten und Wahren, und durch die Zusammenfügung des Ephod auf den Schulterblättern, und auch vor der Brust und hinter dem Rücken, die völlige Vereinigung. Hieraus kann erhellen, was durch das bezeichnet wird, was über die Schulterstücke und dem darauf Eingegrabenen folgt, nämlich die beständige Bewahrung des Guten und Wahren mit aller Bemühung und Macht, somit die Bewahrung der Himmel. Diese Steine mit den Namen der Söhne Israels wurden auf die Schulterblätter des Ephod gesetzt, durch welches das Äußere des geistigen Reiches vorgebildet wurde, aus dem Grunde, weil jede Bewahrung von dem Zustand des Letzten (oder Äußersten) abhängt; denn alles Innere läuft in dasselbe aus und bildet hier die Unterlage (planum), in der es seinen Bestand hat. Das Letzte (oder Äußerste) ist gleichsam wie die Fußsohlen und Füße, auf denen der ganze Körper ruht, und auch wie die Hände und die Arme, durch die der Körper seine Macht ausübt. Die Kräfte des Körpers sind auch wirklich dahin verlegt. Daher kommt es auch, daß die Hände und die Arme, wie auch die Fußsohlen und die Füße dem Letzten des Himmels entsprechen. Daß im Letzten die Macht und die Stärke liegt, wurde in der Alten Kirche durch die Haare der Nasiräer vorgebildet, in denen ihre Stärke lag, wie man dies deutlich ersieht an Simson: Richt.14/15,16; wie auch die Heiligkeit: Nr. 3301. Daß das Haar, das bei ihnen das Nasiräat bezeichnete, dem Letzten des Guten und Wahren entspricht, oder dem Guten und Wahren im Letzten, sehe man Nr. 3301, 5247, 6437. Daß im Letzten die Macht liegt, und auch die Bewahrung der inneren Dinge in ihrem Zustand, können diejenigen verstehen, die da wissen, wie es sich mit dem Aufeinanderfolgenden und dem daraus hervorgehenden Gleichzeitigen in der Natur verhält, daß nämlich das Aufeinanderfolgende zuletzt im Letzten das Gleichzeitige bildet, in dem sie in gleicher Ordnung nebeneinander sind. Deswegen dient das Gleichzeitige, welches das letzte ist, dem Aufeinanderfolgenden, welches das erste ist, als die entsprechenden Stützen, auf denen es ruht, und wodurch es daher seine Bewahrung hat. Daß die Schulterblätter die ganze Gewalt und Macht zum Widerstehen, Zerbrechen und Handeln bedeuten, erhellt bei Hes.34/21: "Mit der Seite und der Schulter dränget ihr, und mit euren Hörnern stoßet ihr alle schwachen Schafe, bis ihr sie hinausgestoßen habt". Hes.29/6,7: "Ägypten ist ein Rohrstab gewesen für das Haus Israel; wenn sie dich (nämlich Ägypten) mit der Hand faßten, zerbrachst du, und durchstachst ihm die ganze Schulter": die ganze Schulter durchstechen bedeutet, aller Macht, die Wahrheiten zu begreifen, berauben. Ägypten bildet das verkehrte Wißtümliche vor, das den Menschen beraubt. Sach.7/11: "Sie weigerten sich aufzumerken, und machten ihre Schulter widerspenstig": die Schulter widerspenstig machen bedeutet, Widerstand leisten. Ps.21/12,13: "Sie gedachten Böses wider Dich, aber sie vermochten es nicht auszuführen, denn Du bietest ihnen die Schulter": ihnen die Schulter bieten bedeutet, gleichfalls widerstehen, somit eine Macht. Daß die Schulter Macht bedeutet, geht auch deutlich hervor aus den Vorbildungen im anderen Leben, wo diejenigen, die widerstehen, die Schulter entgegenzustemmen scheinen. Daß "auf die Schultern legen und tragen" bedeutet, beständig im Zustand des Guten und Wahren erhalten mit aller Bemühung und Macht, erhellt bei Jes.49/22: "Die Völker werden deine Söhne im Busen herbeibringen, und deine Töchter auf der Schulter herbeitragen": hier wird von der neuen Kirche gehandelt, und durch die Söhne die Wahrheiten bezeichnet, und durch die Töchter das Gute. Auf der Schulter tragen, bedeutet, es bewahren (oder erhalten). Die Bewahrung des Guten in seinem Zustand wurde auch dadurch vorgebildet, daß die Söhne Israels, als sie aus Ägypten zogen, den Teig auf der Schulter trugen: 2. Mose 12/34, und daß die Söhne Kehaths die Werke des Heiligen auf der Schulter tragen sollten: 4. Mose 7/9, darum sagte auch der Herr, Der in Entsprechungen redete, vom verlorenen Schaf, als es wiedergefunden wurde, daß Er es auf Seine Schulter legte mit Freuden: Luk.15/5. Das verlorene und wiedergefundene Schaf bedeutet das Gute bei dem Menschen, der sich bekehrt. Weil durch "tragen auf der Schulter" dieses bezeichnet wurde, darum wird auch vom Gold und Silber, das sie lieben und bewahren, gesagt, "daß sie es auf ihrer Schulter tragen": Jes.46/7, daß tragen auch bedeutet, etwas in seinem Zustand erhalten, sehe man Nr. 9500. Hieraus erhellt, was es bedeutete, daß die Namen der Söhne Israels eingegraben waren auf die beiden Onychsteine, und auf die Schulterstücke des Ephod gesetzt wurden, und daß gesagt wird, Aharon solle sie auf seinen beiden Schultern haben oder tragen zum Gedächtnis: 2. Mose 28/12. Daß auf der Schulter tragen, wenn von der Unterwerfung (die Rede ist), Knechtschaft bedeutet, sehe man 1. Mose 49/15; Ps.81/7; Jes.9/3; 10/27; Matth.23/4; Zeph.3/9; daß es aber, wenn von der Herrschaft (die Rede ist), die höchste Macht bedeutet: Jes.9/5; 22/22. 9837. "Und der Gürtel seines Ephod, der darüber ist", 2. Mose 28/8, bedeutet das äußere Band, das zusammenhält. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gürtels, insofern er das gemeinsame Band bezeichnet, durch welches das Innere in seiner Verbindung erhalten wird, worüber Nr. 9828, somit das zusammenhaltende Band. Das äußere zusammenhaltende Band bedeutet es aber hier, weil durch das Ephod das Äußere des geistigen Reiches bezeichnet wird: Nr. 9824. 9838. "Soll von gleicher Arbeit an ihm sein", 2. Mose 28/8, bedeutet das Gleiche und Fortgesetzte vom Äußeren des geistigen Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung der gleichen Arbeit, insofern sie das Gleiche bezeichnet; denn was gemäß der Arbeit eines anderen ist, das ist ihr gleich; und aus der Bedeutung von "soll an ihm sein", insofern es das Fortgesetzte bezeichnet. Denn was aus oder an einem anderen ist, ist nicht nur ihm gleich, sondern ist auch aus ihm fortgesetzt. Daß das Fortgesetzte vom Äußeren des geistigen Reiches bezeichnet wird, kommt daher, weil das Fortgesetzte vom Ephod darunter verstanden wird, und das Ephod das Äußere des geistigen Reiches bezeichnet: Nr. 9824. 9839. "Von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle", 2. Mose 28/8, bedeutet, somit aus dem Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit im Äußeren. Dies erhellt aus der Bedeutung aller dieser Dinge überhaupt, insofern sie das Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit bezeichnen, worüber Nr. 9687, 9833. Daß es bedeutet "im Äußeren", kommt daher, weil durch das Band, das von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und weißer Baumwolle gewebt werden sollte, das äußere oder zusammenhaltende Band oder die Verbindung bezeichnet wird: Nr. 9837. 9840. Vers 9-14: Und nimm zwei Onychsteine und grabe darein die Namen der Söhne Israels. Sechs ihrer Namen auf den einen Stein, und die übrigen sechs Namen auf den anderen Stein, nach ihren Geschlechtern. Nach der Kunst des Steinschneiders, und (in der Weise) der Siegelstecherei sollst du auf die beiden Steine graben die Namen der Söhne Israels; rings in Gold gefaßt sollst du sie machen. Und setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Ephod, als Steine des Gedächtnisses für die Söhne Israels, daß Aharon ihre Namen trage vor Jehovah, auf seinen beiden Schultern zum Gedächtnis. Und mache die Fassungen von Gold. Und zwei Kettchen von reinem Golde sollst du machen an ihren Enden, von geflochtener Arbeit, und setze die geflochtenen Kettchen an die Fassungen. "Und nimm zwei Onychsteine" bedeutet das innere Gedächtnis, das aus den Glaubenswahrheiten stammt, die aus der Liebe kommen; "und grabe darein die Namen der Söhne Israels" bedeutet, dem das Wahre und Gute des geistigen Reiches in Ansehung der ganzen Beschaffenheit derselben eingeprägt ist; "sechs ihrer Namen auf den einen Stein" bedeutet die ganze Beschaffenheit der Wahrheiten aus dem Guten; "und die übrigen sechs Namen auf den anderen Stein" bedeutet die ganze Beschaffenheit der Wahrheiten, durch welches das Gute sich bildet; "nach ihren Geschlechtern" bedeutet, beides in der Ordnung, in der das eine von dem anderen erzeugt wird und hervorgeht; "nach der Kunst des Steinschneiders, und (in der Weise) der Siegelstecherei sollst du auf die beiden Steine graben die Namen der Söhne Israels" bedeutet die himmlische Form aller Wahrheiten in ihrer Ordnung im Gedächtnis aus dem Guten der Liebe, somit das Verstandesmäßige darin, nach der Anordnung, vom Willensgebiet aus beim Wiedergeborenen; "rings in Gold gefaßt sollst du sie machen" bedeutet das Entstehen und Bestehen durch das Gute; "und setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Ephod" bedeutet die Bewahrung des Guten und Wahren mit aller Bemühung und Macht; "als Steine des Gedächtnisses für die Söhne Israels" bedeutet aus Barmherzigkeit in Ewigkeit für das geistige Reich; "daß Aharon ihre Namen trage vor Jehovah, auf seinen beiden Schultern zum Gedächtnis" bedeutet das Vorbild der göttlichen Bewahrung des Guten und Wahren in Ewigkeit aus Barmherzigkeit; "und mache die Fassungen von Gold" bedeutet das stetige Entstehen und Bestehen aus dem Guten; "und zwei Kettchen von reinem Golde" bedeutet den Zusammenhang mit dem Guten des ganzen Reiches; "sollst du machen an ihren Enden" bedeutet an dem Äußersten, durch das der Einfluß stattfindet; "von geflochtener Arbeit" bedeutet die Weise der Verbindung, "und setze die geflochtenen Kettchen an die Fassungen" bedeutet die Verbindung mit dem Guten, aus dem das Wahre hervorgeht, und so die Bewahrung des geistigen Reiches mit aller Bemühung und Macht. 9841. "Und nimm zwei Onychsteine", 2. Mose 28/9, bedeutet das innere Gedächtnis, das aus den Glaubenswahrheiten stammt, die aus der Liebe hervorgehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Steine, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 114, 643, 1298, 3720, 6426, 8609; und der Onychsteine, insofern sie die Glaubenswahrheiten aus Liebe bezeichnen: Nr. 9476. Sie bedeuten aber hier das Gedächtnis, weil auf ihnen die Namen der Söhne Israels eingegraben waren und durch das Eingraben in die Steine das Andenken an die Dinge, die immerdar behalten werden sollen, bezeichnet wird; sowie auch das Eingraben oder Schreiben des Gesetzes auf die steinernen Tafeln, die das bezeichnen, was dem Gedächtnis und dem Leben eingeprägt ist, und so behalten werden soll, worüber Nr. 9416 E. Daß das Eingraben auf die Steine oder Geschriebene dies bedeutet, kommt daher, weil die Wahrheiten dem Gedächtnis des Menschen eingeprägt sind, und auch das, was den Anschein des Wahren hat, und zwar so sehr, daß (das Gedächtnis) aus solchen Wahrheiten zusammengesetzt ist, und weil die Steine Wahrheiten bedeuten, und wenn eine Schrift auf dieselben eingegraben ist, das Gedächtnis, in dem sich die Wahrheiten befinden. So auch das Einzeichnen in die Hand: Jes.49/16: "Wenn auch (die Mütter ihrer Kinder) vergessen sollten, so will Ich doch deiner nicht vergessen; siehe, in die Hände habe Ich dich gezeichnet". Daher kommt es, daß diese Steine Steine des Gedächtnisses für die Söhne Israels genannt werden: 2. Mose 28/12. Die Onychsteine bedeuten aber wegen des auf sie Eingegrabenen das innere Gedächtnis, weil das, was eingeschrieben wurde, nämlich die Namen der Söhne Israels, die geistigen Wahrheiten bezeichnen, (worüber man im Folgenden sehe,) und weil die Onychsteine solche Wahrheiten bezeichnen, und das innere Gedächtnis des Menschen auch wirklich aus solchen besteht. Daß der Mensch zwei Gedächtnisse hat, ein äußeres und ein inneres, und daß das äußere Gedächtnis das natürliche ist, und somit aus solchen Dingen, die sich in der Welt befinden, zusammengesetzt ist, das innere Gedächtnis aber ein geistiges ist, und mithin aus solchen Dingen besteht, die im Himmel sind, sehe man Nr. 2469-2494, 5212, 8067. Daß die Steine, auf die (eine Schrift) eingegraben war, das Gedächtnis bezeichnen, dem die Wahrheiten eingeschrieben sind, hat seinen Ursprung aus den Vorbildungen im Himmel. Die Menschen, die nach dem Tode in das andere Leben kommen, und die Glaubenswahrheiten nur in dem natürlichen oder äußeren Gedächtnis mitbringen, und nicht in dem geistigen oder inneren Gedächtnis, kommen sich, wenn sie ausgehen, so vor, als ob sie zwischen steinigen Felsen und in Wäldern umherschweiften. Diejenigen dagegen, welche die Glaubenswahrheiten auch im geistigen Gedächtnis mitbringen, kommen sich, wenn sie ausgehen, so vor, als ob sie zwischen Hügeln, die bepflanzt sind, und auch in Gärten umherwandelten. Der Grund ist, weil die Wahrheiten des äußeren oder natürlichen Gedächtnisses, die wißtümliche Kenntnisse sind, kein Leben haben, wenn sie nicht zugleich im inneren oder geistigen Gedächtnisse, denn was in diesem ist, das ist Eigentum des Lebens geworden, weil das innere oder geistige Gedächtnis das Lebensbuch des Menschen ist: Nr. 2474; und das, was dem Leben angehört, wird im Himmel durch Gartenbeete, Ölgärten, Weinberge und durch Rosenbüsche und grünes Buschwerk vorgebildet, und was der Liebtätigkeit angehört durch Hügel, auf dem solche Dinge sich befinden: Nr. 6435. Das aber, was dem Leben nicht angehört, wird durch Steinfelsen und mit Dornen bewachsene Orte, die nackt und rauh sind, vorgebildet. Es soll auch in Kürze gesagt werden, was Glaubenswahrheiten aus Liebe sind. Die Glaubenswahrheiten aus Liebe sind die, welche die Liebe vorschreibt, und die also ihr Sein (Wesen) aus der Liebe haben. Diese Wahrheiten sind lebendig, weil nur das lebt, was aus der Liebe stammt. Daher sind die Glaubenswahrheiten aus Liebe solche, die von der Liebe zum Herrn und von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten handeln, denn dies sind die Wahrheiten, welche die Liebe vorschreibt. Das ganze Wort ist eine Lehre von solchen Wahrheiten, denn das Wort handelt in seinem geistigen Sinn einzig und allein von solchen Dingen, die sich auf den Herrn und auf den Nächsten beziehen, und somit auf die Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten, und darum ist auch das Wort lebendig. Dies wird darunter verstanden, daß in diesen beiden Geboten das Gesetz und die Propheten hangen: Matth.22/35-40; das Gesetz und die Propheten bedeuten das Wort in seinem ganzen Inbegriff. Die Glaubenswahrheiten aus der Liebe sind jedoch keine bloßen Erkenntnisse solcher Dinge im Gedächtnis und daher im Verstand des Menschen, sondern sie sind Lebensneigungen bei ihm; denn was der Mensch liebt und daher auch tut, das ist Sache seines Lebens. Es gibt jedoch auch Glaubenswahrheiten, die nicht von der Liebe handeln, sondern jene nur näher oder ferner begründen. Diese Glaubenswahrheiten heißen sekundäre (untergeordnete); denn die Glaubenswahrheiten verhalten sich wie Familien und deren aufeinanderfolgende Geschlechter von einem Stammvater. Der Stammvater jener Wahrheiten ist das Gute der Liebe vom Herrn und daher zu Ihm (hinführend), also ist es der Herr; denn ob man sagt der Herr oder die Liebe von Ihm und daher zu Ihm, ist das gleiche; denn die Liebe ist eine geistige Verbindung, und macht, daß man selbst da ist, wo die Liebe ist, weil die Liebe den, der geliebt wird, als gegenwärtig in sich darstellt. 9842. "Und grabe darein die Namen der Söhne Israels", 2. Mose 28/9, bedeutet, dem das Wahre und Gute des geistigen Reiches in Ansehung der ganzen Beschaffenheit derselben eingeprägt ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in Stein eingraben", insofern es heißt, dem Gedächtnis einprägen, worüber Nr. 9841. Aus der Bedeutung der Namen, insofern sie die Beschaffenheit bezeichnen, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 6674; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie alles Wahre und Gute des geistigen Reiches bezeichnen. Unter den Söhnen Israels werden hier die zwölf Stämme verstanden, weil diese mit ihren Namen dem Stein eingegraben waren, und durch die zwölf Stämme alles Wahre und Gute in seiner Zusammenfassung bezeichnet wird: Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337; und weil aus diesen die Kirche oder der Himmel hervorgeht, deshalb wird durch die Söhne Israels die Kirche und das geistige Reich des Herrn bezeichnet: Nr. 4286, 6637, 7836, 7891, 7996, 7997, 9340. Hieraus erhellt, daß durch "grabe darein die Namen Israels" die ganze dem Gedächtnis eingeprägte Beschaffenheit des Wahren und des Guten im geistigen Reich, oder das Wahre und Gute dieses Reiches in betreff seiner ganzen Beschaffenheit bezeichnet wird. 9843. "Sechs ihrer Namen auf den einen Stein", 2. Mose 28/10, bedeutet die ganze Beschaffenheit der Wahrheiten aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl Sechs, insofern sie "alles" bezeichnet, worüber Nr. 3960 E, 7973, 8148; hier alles Wahre aus dem Guten, worüber folgen wird. Ferner aus der Bedeutung der Namen, insofern sie die Beschaffenheit bezeichnen, wie Nr. 9842; und aus der Bedeutung von "auf einen Stein", insofern es das Einprägen in das Gedächtnis bezeichnet, worüber Nr. 9841. Daß alle Wahrheiten aus dem Guten gemeint sind, kommt daher, weil es zwei Steine waren, auf welche die Namen der Söhne Israels eingegraben waren, und der eine Stein auf der rechten, der andere auf der linken Schulter sich befand; und weil beim Menschen das, was ihm zur Rechten ist, dem Guten entspricht, aus dem das Wahre (hervorgeht), oder den Wahrheiten aus dem Guten; und das, was ihm zur Linken ist, den Wahrheiten (entspricht), durch die das Gute (sich gestaltet); man sehe Nr. 9604 E, 9736. Mithin bedeuteten die Namen der Söhne Israels, die dem Stein auf der rechten Schulter eingegraben wurden, das Wahre aus dem Guten, und auf der linken Seite die Wahrheiten, durch die das Gute (sich gestaltet). 9844. "Und die übrigen sechs Namen auf den anderen Stein", 2. Mose 28/10, bedeutet die ganze Beschaffenheit der Wahrheiten, durch die das Gute (sich gestaltet). Dies erhellt aus dem, was Nr. 9843 gesagt worden ist. 9845. "Nach ihren Geschlechtern", 2. Mose 28/10, bedeutet, beides in der Ordnung, in der das eine von dem anderen erzeugt wird und hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, insofern sie das bezeichnen, was dem Glauben und der Liebtätigkeit, oder dem Wahren und Guten in der geistigen Welt angehört, worüber Nr. 613, 2020, 2584, 6239, 9042, 9079; "nach ihren Geschlechtern" bedeutet somit, nach der Ordnung, in der das eine vom anderen erzeugt wird und hervorgeht; nämlich das Gute vom Wahren und das Wahre vom Guten. Es gibt nämlich zwei Zustände für den Menschen, der vom Herrn neugeboren wird: der erste Zustand ist der des Wahren und der zweite der des Guten. Wenn der Mensch im ersten Zustand ist, wird er durch das Wahre zum Guten hingeleitet, wenn er aber im zweiten Zustand ist, wird er durch das Gute geführt. Dieser Zustand ist der Zustand des Himmels beim Menschen, denn dieser ist nicht eher im Himmel, als bis er im Guten ist; man sehe, was hierüber Nr. 9832 gezeigt worden ist. Hieraus erhellt, was (die Worte): "nach den Geschlechtern der Söhne Israels" bedeuten. Es wird gesagt "in der Ordnung, in der das eine vom anderen erzeugt wird und hervorgeht", wie nämlich das Gute durch das Wahre erzeugt wird, so tritt es auch nachher hervor; und ebenso tritt das Wahre, wie es aus dem Guten erzeugt wird, nachher hervor; denn beides wird allmählich erzeugt und geht nachher in derselben Ordnung hervor, wie es allmählich geboren wurde. Dies soll jedoch nur für diejenigen gesagt sein, die da wissen, wie die (zusammenhängenden) Reihen der Dinge allmählich (stufenweise) hervorgebracht werden. 9846. "Nach der Kunst des Steinschneiders, und (in der Weise) der Siegelstecherei sollst du auf die beiden Steine graben die Namen der Söhne Israels", 2. Mose 28/11, bedeutet die himmlische Form aller Wahrheiten in ihrer Ordnung im Gedächtnis aus dem Guten der Liebe, somit das Verstandesmäßige darin nach der Anordnung vom Willensgebiet aus bei dem Wiedergeborenen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kunst des Steinschneiders, insofern sie das Gute der Liebe bezeichnet, somit das Willensgebiet des Wiedergeborenen, denn dieses stammt aus dem Guten der Liebe. Der Wille des Wiedergeborenen nimmt nämlich das Gute der Liebe auf, und der Verstand desselben nimmt die Glaubenswahrheiten. Ferner aus der Bedeutung der Siegelstecherei, insofern sie die himmlische Form aller Wahrheiten bezeichnet, wie sie im Verstandesgebiet des Wiedergeborenen beschaffen ist, denn in diesem sind die Glaubenswahrheiten in eine himmlische Form gebracht. Daher kommt es, daß der wiedergeborene Mensch ein Himmel im kleinsten Abbilde ist; man sehe die Nr. 9279 am Ende angeführten Stellen; und daß das Verstandesgebiet des wiedergeborenen Menschen dem geistigen Reich im Himmel entspricht und das Willensgebiet dem himmlischen Reich daselbst: Nr. 9835. Hieraus erhellt, was die himmlische Form der Wahrheiten beim Menschen ist. Ferner aus der Bedeutung von "auf die Steine graben", insofern es heißt dem Gedächtnis einprägen (worüber Nr. 9842), hier aber, eine solche Form den Wahrheiten geben, die sich in demselben befinden. Und aus der Bedeutung der Namen der Söhne Israels, insofern sie das Wahre und das Gute in betreff seiner ganzen Beschaffenheit in seiner Ordnung bezeichnen, worüber Nr. 9842, 9843, 9844, 9845. Daß durch die Kunst des Steinschneiders das Gute der Liebe oder das Willensgebiet des Wiedergeborenen bezeichnet wird, kommt daher, weil das Gute der Liebe einwirkt, und die Wahrheiten beim Menschen in Ordnung bringt, wenn er wiedergeboren wird, und sie hernach in ihrer Ordnung erhält, wenn er wiedergeboren ist. Denn die Wahrheiten werden ganz nach der Ähnlichkeit des Guten geschaffen, und nach jedem Winke desselben, somit nach dem Ganzen der Liebe; denn das Gute ist Sache der Liebe. Daß es sich so verhält, erkennt man daraus, daß der Mensch nur das als wahr anerkennt, was er liebt, und daß er somit das Wahre gemäß seiner Liebe auffaßt und anerkennt. Daher kommt es, daß die Wahrheiten die Form des Guten bilden. Hieraus kann man erkennen, wie der Herr den Menschen durch die Glaubenswahrheiten oder durch den Glauben führt, nämlich durch das Gute der Liebe bei ihm, und auch wie der Herr den Menschen mittelbar durch den Himmel regiert; denn der wiedergeborene Mensch ist ein Himmel im kleinsten Bilde, wie oben gesagt worden; wenn daher (der Herr) den Himmel regiert, regiert Er auch zugleich den Menschen, der so beschaffen ist. 9847. "Rings in Gold gefaßt sollst du sie machen", 2. Mose 28/11, bedeutet das Entstehen und Bestehen durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9490. Rings in Gold gefaßt werden, bedeutet daher, vom Guten aus fortgesetzt werden und sein Entstehen herleiten, und weil das Entstehen, somit auch das Bestehen, denn wovon etwas entsteht, dadurch muß es auch bestehen, weil das Bestehen nur ein beständiges Entstehen ist. Mit dem Guten und Wahren verhält es sich ebenso, wie mit dem Gold, in das ein Edelstein gefaßt wird, denn das Gute ist gleichsam der Boden, und die Wahrheiten sind gleichsam die Samenkörner in demselben, weil die Wahrheiten nirgends geboren werden, außer im Guten und auch blühen je nach der Beschaffenheit des Guten. 9848. "Und setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Ephod", 2. Mose 28/12, bedeutet die Bewahrung des Guten und Wahren mit aller Bemühung und Macht. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9836 gezeigt worden ist. 9849. "Als Steine des Gedächtnisses für die Söhne Israels", 2. Mose 28/12, bedeutet aus Barmherzigkeit in Ewigkeit für das geistige Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung der Steine des Gedächtnisses auf den Schulterstücken des Ephod, insofern sie die Bewahrung des Guten und Wahren aus Barmherzigkeit in Ewigkeit bezeichnen. Daß die Steine auf den Schulterstücken die Bewahrung des Guten und Wahren bedeuten, erhellt aus dem, was Nr. 9836 gezeigt worden ist, und daß das Gedächtnis, wenn es vom Herrn (gesagt wird), die Barmherzigkeit bedeutet, wird aus dem Folgenden erhellen. Ferner aus der Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie das geistige Reich des Herrn vorbilden, worüber Nr. 9842. Es wird im Worte von Jehovah, d.h. vom Herrn, (oft) gesagt, daß Er gedenke, und daß Er nicht gedenke, und dadurch wird das bezeichnet, was alsdann aus Barmherzigkeit geschieht, sei es nun eine Bewahrung oder eine Befreiung. Ebenso, wenn gesagt wird, daß Er sieht, hört, anerkennt, und daß Er nicht sieht, nicht hört, nicht anerkennt, wodurch gleichfalls das Erbarmen und das Nichterbarmen bezeichnet wird. Daß so gesagt wird, geschieht zufolge der Ähnlichkeit mit dem Menschen, und wegen des Anscheins; denn wenn der Mensch sich vom Herrn abwendet, (was geschieht, wenn er Böses tut,) dann scheint es ihm, weil der Herr hinter seinem Rücken ist, als ob der Herr ihn nicht sehe, nicht höre und ihn nicht kenne, noch seiner gedenke, obwohl dies doch von seiten des Menschen geschieht; darum wird dem Anschein gemäß im Worte so gesagt. Umgekehrt aber ist es, wenn der Mensch sich dem Herrn zuwendet, was geschieht, wenn er Gutes tut; man sehe die Nr. 9306 angeführten Stellen. Jeder kann wissen, daß ein Gedenken oder Erinnern vom Herrn nicht gesagt werden kann, weil das Vergangene und Zukünftige in Ihm ewig, d.h. gegenwärtig ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Daß das Erinnern oder Gedenken, wenn es vom Herrn gesagt wird, bedeutet, sich erbarmen, und somit bewahren oder befreien aus Barmherzigkeit, erhellt aus den folgenden Stellen: Ps.98/2: "Jehovah läßt verkündigen Sein Heil, vor den Augen der Völker offenbart Er Seine Gerechtigkeit, Er gedenkt an Seine Barmherzigkeit und Seine Treue gegen das Haus Israel". Ps.136/23: "Jehovah hat in unserer Niedrigkeit unser gedacht, denn ewig währet Seine Barmherzigkeit". Ps.25/7: "Der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen gedenke nicht; nach Deiner Barmherzigkeit gedenke Du meiner, um Deiner Güte willen, Jehovah". Ps.106/45: "Er gedachte an Seinen Bund, und es gereute Ihn wegen der Menge Seiner Erbarmungen". Ps.111/4,5: "Er stiftete ein Gedächtnis Seiner Wunder; gnädig und barmherzig ist Jehovah; Speise gab Er denen, die Ihn fürchteten, ewig gedachte Er Seines Bundes". Ps.79/8: "Gedenke nicht unserer vorigen Missetaten, laß uns begegnen Deine Erbarmungen". Luk.1/54,72: "Gott hat Israel, Seinen Knecht, angenommen, eingedenk Seiner Barmherzigkeit, um Barmherzigkeit zu erzeigen unseren Vätern, und um zu gedenken Seines heiligen Bundes". Ps.8/5: "Was ist der Mensch, daß Du seiner gedenkst?". Ps.106/4: "Gedenke meiner, Jehovah, nach dem Wohlgefallen an Deinem Volke". Ps.115/12: "Jehovah gedenket unser, und segnet uns". 1.Sam.1/11: "Wenn Du ansiehst das Elend Deiner Magd, und meiner gedenkst, und nicht vergessen hast Deine Magd": Gebet der Hanna, der Mutter Samuels; und als sie ihn geboren hatte, wird gesagt, "daß Jehovah ihrer gedacht habe": 1.Sam.1/19; d.h. ihr Elend angesehen und Barmherzigkeit erzeigt habe; ebenso an mehreren Stellen anderwärts, z.B. 3. Mose 26/41,42,45; 4. Mose 10/9; Jes.43/25; 49/1; 64/8; Jerem.31/34. 9850. "Daß Aharon ihre Namen trage vor Jehovah, auf seinen beiden Schultern zum Gedächtnis", 2. Mose 28/12, bedeutet das Vorbild der göttlichen Bewahrung des Guten und Wahren in Ewigkeit aus Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von haben oder tragen auf den beiden Schultern, insofern es die göttliche Bewahrung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9836. Ferner aus der Bedeutung der Namen (der Söhne) Israels, insofern sie das Gute und Wahre in Ansehung der ganzen Beschaffenheit bezeichnen, worüber Nr. 9842; und aus der Bedeutung des Gedächtnisses, wenn vom Herrn (die Rede ist), insofern es die Barmherzigkeit bezeichnet, worüber Nr. 9849. Daß es ein Vorbild solcher Dinge bedeutet, geht deutlich (hieraus) hervor. 9851. "Und mache die Fassungen von Gold", 2. Mose 28/13, bedeutet das stetige Entstehen und Bestehen aus dem Guten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9847 gesagt worden ist. Daß es ein Fortwährendes ist, geht daraus hervor, daß dies zum zweiten Male von den Fassungen gesagt wird. 9852. "Und zwei Kettchen von reinem Golde", 2. Mose 28/14, bedeutet den Zusammenhang mit dem Guten des ganzen Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kettchen, insofern sie den Zusammenhang bezeichnen. Die Kettchen haben aber diese Bedeutung, weil durch sie Verbindungen bewirkt werden, und diese zusammenhängen; nämlich hier mit dem geistigen Reich, weil die Kettchen gemacht wurden wegen des Zusammenhangs mit dem Ephod, durch welches das geistige Reich im allgemeinen vorgebildet wurde: Nr. 9824. Ferner aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9490. Reines Gold wird gesagt, weil es das Gute aus dem Göttlichen bedeutet, denn dieses ist rein und hält alles in seiner Verknüpfung und Form zusammen im Himmel. Daß die Kettchen einen Zusammenhang bedeuten, zeigt sich auch deutlich bei Jes.40/19: "Das Gußbild gießt der Künstler, und der Schmelzer überzieht es mit Gold, und schmelzt es mit silbernen Ketten zusammen": das Gußbild bedeutet die Lehre des Falschen, die aus der eigenen Einsicht stammt, und somit ohne Leben vom Göttlichen ist: Nr. 8869, 8941; eine solche Lehre aussinnen, wird dadurch bezeichnet, daß der Künstler das Gußbild gießt. Daß es so erscheinen soll, als ob es aus dem Guten stamme, wird dadurch bezeichnet, daß der Schmelzer es mit Gold überzieht und daß das Falsche zusammenhängt, wird dadurch bezeichnet, daß er silberne Ketten daran schmilzt. Daß Silber das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche bedeutet, sehe man Nr. 1551, 2954, 5658, 6112, 6914, 6917, 8932. 9853. "Sollst du machen an ihren Enden", 2. Mose 28/14, bedeutet an dem Äußersten, durch das der Einfluß (stattfindet). Dies erhellt aus der Bedeutung der Enden, insofern sie das Äußerste bezeichnen. Daß durch dieses der Einfluß, nämlich des Guten (stattfindet), kommt daher, daß durch die Kettchen der Zusammenhang bezeichnet wird: Nr. 9852; und jeder Zusammenhang in der geistigen Welt durch Einfluß bewirkt wird. 9854. "Von geflochtener Arbeit", 2. Mose 28/14, bedeutet die Weise der Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung der geflochtenen Arbeit, insofern sie das Verbindende bezeichnet. Die geflochtene Arbeit hat aber diese Bedeutung, weil durch sie Verbindung stattfindet, hier aber bedeutet sie die Art und Weise der Verbindung, weil gesagt wird, daß die von Gold zu verfertigenden Kettchen von geflochtener Arbeit sein sollten. In der Grundsprache wird eigentlich ein Strick (oder Schnur) verstanden von gedrehter und verflochtener Arbeit, wodurch im inneren Sinn eine Verbindung ausgedrückt wird, wie dieselbe bei den wißtümlichen Kenntnissen gegenseitig stattfindet, und also bei dem, was im natürlichen oder äußeren Gedächtnisse ist. Eine solche Verbindung ist hier gemeint, weil von der Verbindung der Wahrheiten durch das Gute im Letzten des geistigen Reiches gehandelt wird; denn durch das Ephod und das Brustschildlein, mit dem durch die geflochtenen Kettchen eine Verbindung bestand, wird das geistige Reich im Letzten bezeichnet: Nr. 9824. Daß das Geflochtene das Wißtümliche bezeichnet, sehe man Nr. 2831. Es erscheinen auch wirklich Seile (Stricke) von verschiedener Drehung und Dicke im anderen Leben, und durch sie werden die verschiedenen Arten der Verbindung vorgebildet. Daher kommt es, daß auch im Wort durch Seile das Verbindende bezeichnet wird, z.B. in folgenden Stellen: Jes.5/18: "Wehe denen, die Missetat (Schuld) herbeiziehen mit den Stricken der Eitelkeit, und die Sünde wie mit Wagenseilen": Stricke der Eitelkeit bedeuten die Verbindungen des Falschen, durch das die Missetat oder das Böse des Lebens herbeigeführt wird. Jes.33/20,23: "Schaut auf Zion, auf die Stadt unseres Festes, laß deine Augen auf Jerusalem sehen, die friedliche Wohnung, das Zelt, das nicht verrückt werden soll, dessen Pflöcke nicht entfernt, und dessen Seile nicht zerrissen werden sollen. Deine Seile hängen herab, sie werden ihren Mastbaum nicht festhalten": Pflöcke und Seile bedeuten das, wodurch das Wahre und Gute des Himmels verbunden wird, denn die Wohnung und das Zelt, von dem hier die Seile gesagt werden, bedeuten den Himmel: Nr. 9457, 9481, 9485, 9615, 9784. Jes.54/2: "Erweitere den Raum deines Zeltes, spanne die Teppiche deiner Wohnungen aus, halte nicht zurück, verlängere deine Seile, und mache deine Pflöcke fest". Jerem.10/20: "Mein Zelt ist verwüstet, und alle meine Seile abgerissen": auch hier wird durch Seile das Verbindende und Befestigende bezeichnet, durch das Zelt die Kirche, die der Himmel des Herrn auf Erden ist. Hos.11/4: "Mit Menschenseilen zog Ich sie, mit dichten Seilen der Liebe": hier bedeuten die Seile offenbar das Verbindende, denn die Liebe ist eine geistige Verbindung. Hes.27/23,24: "Aschur und Kilmad waren deine Kaufleute, mit köstlichen Gewändern, die mit Stricken zusammengebunden waren": hier von Tyrus, durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden: Nr. 1201, und ihre äußeren Verbindungen durch Gewänder, die mit Stricken zusammengebunden waren. Außerdem bedeuten Seile (und Stricke) im Wort auch Erbanteile und Ländereien, weil mit Stricken (Meßschnüren) die Messungen vorgenommen wurden, wie z.B. 5. Mose 32/9; Amos 7/17; Micha 2/4,5; Sach.2/5; Ps.16/6; 78/55; 105/11; 140/6; und an mehreren anderen Stellen. 9855. "Und setze die geflochtenen Kettchen an die Fassungen", 2. Mose 28/14, bedeutet die Verbindung mit dem Guten, aus dem das Wahre hervorgeht, und somit die Bewahrung des geistigen Reiches mit aller Bemühung und Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der geflochtenen Kettchen, insofern sie den Zusammenhang und die Verbindung mit dem Guten bezeichnen, wovon Nr. 9852, 9854. Und aus der Bedeutung der Fassungen von Gold, insofern sie das Entstehen und Bestehen der Wahrheiten aus dem Guten bezeichnen, wovon Nr. 9847. Die Bewahrung des Guten und Wahren im geistigen Reich, oder was das gleiche, die Bewahrung des geistigen Reiches mit aller Bemühung und Macht, wird bezeichnet durch die Onychsteine, die auf die Schulterstücke des Ephod gesetzt wurden, und denen die Namen der Söhne Israels eingegraben waren: Nr. 9836, 9848, 9849. 9856. Vers 15-30: Und mache das Brustschildlein des Urteils (Gerichts), ein Werk des Kunstwebers, wie das Werk des Ephod sollst du es machen, von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle mache es. Viereckig soll es sein, doppelt, eine Spanne seine Länge und eine Spanne seine Breite. Und sollst es füllen mit einer Füllung von Steinen, mit vier Reihen von Steinen, nach der Ordnung: Rubin, Topas, Karfunkel, die erste Reihe. Und die zweite Reihe Chrysopras, Saphir und Diamant. Und die dritte Reihe Opal, Achat und Amethyst. Und die vierte Reihe Chrysolith, Onych und Jaspis; in Gold sollen sie gefaßt sein in ihren Füllungen. Und die Steine sollen nach den Namen der Söhne Israels sein, zwölf nach ihren Namen, in der Weise der Siegelstecherei, jeder mit seinem Namen, nach den zwölf Stämmen. Und mache Kettchen auf das Brustschildlein an den Enden, von geflochtener Arbeit und von reinem Gold. Und mache an das Brustschildlein zwei Ringe von Gold, und setze die beiden Ringe an die beiden Enden des Brustschildleins. Und die zwei Geflechte von Gold tue in die beiden Ringe an den Enden des Brustschildleins. Und die zwei (anderen) Enden der beiden Geflechte füge an die beiden Fassungen, und setze sie auf die Schulterstücke des Ephod, auf dessen Vorderseite. Und mache zwei Ringe von Gold, und setze sie an die zwei Enden des Brustschildleins, an seinen Rand, gegen das Ephod zu, einwärts. Und mache zwei Ringe von Gold, und setze sie an die beiden Schulterstücke des Ephod, unterhalb an seiner Vorderseite, an seiner Zusammenfügung, über dem Gürtel des Ephod. Und sie sollen das Brustschildlein anbinden vermittelst seiner Ringe an die Ringe des Ephod mit einer blauen Schnur, daß es über dem Gürtel des Ephod sei, und das Brustschildlein nicht zurückweiche von dem Ephod. Und Aharon soll die Namen der Söhne Israels tragen an dem Brustschildlein des Urteils (Gerichts) auf seinem Herzen, wenn er hineingeht ins Heilige, zum Gedächtnis vor Jehovah allezeit. Und in das Brustschildlein des Urteils sollst du tun Urim und Thummim (Licht und Recht), und sie sollen auf dem Herzen Aharons sein, wenn er damit hineingeht vor Jehovah; und Aharon soll das Urteil über die Söhne Israels tragen auf seinem Herzen vor Jehovah allezeit. "Und mache das Brustschildlein des Urteils" bedeutet das, was hinblickt auf das göttlich Wahre, das hervorleuchtet aus dem göttlich Guten; "ein Werk des Kunstwebers" bedeutet aus dem Verstand; "wie das Werk des Ephod sollst du es machen" bedeutet, als Fortsetzung für das Äußere des geistigen Reiches; "von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle mache es" bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens; "viereckig soll es sein, doppelt" bedeutet das Gerechte und Vollkommene; "eine Spanne seine Länge und eine Spanne seine Breite" bedeutet gleichmäßig in bezug auf das Gute und in bezug auf das Wahre; "und sollst es füllen mit einer Füllung von Steinen" bedeutet die eigentlichen Wahrheiten in ihrer Ordnung, aus dem einen Guten; "mit vier Reihen von Steinen, nach der Ordnung" bedeutet die Verbindung aller; "Rubin, Topas, Karfunkel" bedeutet die himmlische Liebe des Guten; "die erste Reihe" bedeutet das Dreieinige darin als eins; "und die zweite Reihe" bedeutet das Dreieinige in demselben als eins; und die zweite Reihe bedeutet auch dieses Dreifache als eins; "Chrysopras, Saphir und Diamant" bedeutet die himmlische Liebe des Wahren; "und die dritte Reihe" bedeutet das Dreieinige auch hier als eins; "Opal, Achat und Amethyst" bedeutet die geistige Liebe des Guten; "und die vierte Reihe" bedeutet das letzte Dreieinige als eins; "Chrysolith, Onych und Jaspis" bedeutet die geistige Liebe des Wahren; "in Gold sollen sie gefaßt sein in ihren Füllungen" bedeutet, daß alles und jedes im allgemeinen und im besonderen hervorgehen muß aus dem Guten der Liebe vom Herrn zum Herrn; "und die Steine sollen nach den Namen der Söhne Israels sein" bedeutet das Gute und Wahre unterschieden in Ansehung ihrer ganzen Beschaffenheit; "zwölf nach ihren Namen" bedeutet alles und jedes im Inbegriff; "in der Weise der Siegelstecherei" bedeutet nach der himmlischen Form; "jeder mit seinem Namen" bedeutet, für das einzelne im besonderen; "nach den zwölf Stämmen" bedeutet bei allen im allgemeinen; "und mache Kettchen auf das Brustschildlein an den Enden" bedeutet die Verbindung es ganzen Himmels im Äußersten; "von geflochtener Arbeit" bedeutet unauflöslich; "und von reinem Gold" bedeutet durch das himmlische Gute; "und mache an das Brustschildlein zwei Ringe von Gold" bedeutet die göttliche Sphäre des Guten, durch die eine Verbindung mit dem höheren Gebiet des Himmels stattfindet; "und setze die beiden Ringe an die beiden Enden des Brustschildleins" bedeutet im Äußersten; "und die zwei Geflechte von Gold tue in die beiden Ringe" bedeutet die Art und Weise der unauflöslichen Verbindung; "an den Enden des Brustschildleins" bedeutet im Äußersten; "und die zwei (anderen) Enden der beiden Geflechte füge an die beiden Fassungen" bedeutet die Art und Weise der Verbindung mit dem Stützenden im Äußersten; "und setze sie auf die Schulterstücke des Ephod" bedeutet, dadurch (bestehe) die Unterstützung des Himmels und die Bewahrung des Guten und Wahren in demselben mit aller Bemühung und Macht; "auf dessen Vorderseite" bedeutet in Ewigkeit; "und mache zwei Ringe von Gold" bedeutet die Sphäre des göttlich Guten; "und setze sie an die zwei Enden des Brustschildleins" bedeutet im Äußersten; "an seinen Rand, gegen das Ephod zu, einwärts" bedeutet die Verbindung und Bewahrung des mittleren Teiles; "und mache zwei Ringe von Gold" bedeutet die Sphäre des göttlich Guten; "und setze sie an die beiden Schulterstücke des Ephod, unterhalb" bedeutet die Bewahrung des Guten und Wahren im untersten Teil des Himmels; "an seiner Vorderseite" bedeutet in Ewigkeit; "an seiner Zusammenfügung, über dem Gürtel des Ephod" bedeutet, wo die Verbindung aller Dinge (ist); zunächst innerhalb des äußeren Bandes, durch das alles in seiner Verknüpfung und Form gehalten wird; "und sie sollen das Brustschildlein anbinden vermittelst seiner Ringe an die Ringe des Ephod" bedeutet die Verbindung und Bewahrung aller Dinge des Himmels durch die Sphäre des göttlich Guten im Äußeren des geistigen Reiches; "mit einer blauen Schnur" bedeutet durch die himmlische Liebe des Wahren; "daß es über dem Gürtel des Ephod sei" bedeutet, damit es in Ewigkeit erhalten werde in seiner Verknüpfung und in seiner Form; "und das Brustschildlein nicht zurückweiche von dem Ephod" bedeutet das Ganze des Himmels sei unzertrennlich vom Äußeren des geistigen Reiches; "und Aharon soll die Namen der Söhne Israels tragen" bedeutet die Bewahrung des Guten und Wahren in Ansehung der ganzen Beschaffenheit vom Herrn; "an dem Brustschildlein des Urteils" bedeutet das Vorbild des Himmels in Ansehung des göttlich Wahren, das hervorleuchtet aus dem göttlich Guten des Herrn; "auf seinem Herzen" bedeutet aus göttlicher Liebe in Ewigkeit; "wenn er hineingeht ins Heilige" bedeutet, bei allem Gottesdienst; "zum Gedächtnis vor Jehovah allezeit" bedeutet aus Barmherzigkeit in Ewigkeit; "und in das Brustschildlein des Urteils sollst du tun Urim und Thummim" bedeutet das Hervorglänzen des göttlich Wahren vom Herrn im Letzten; "und sie sollen auf dem Herzen Aharons sein" bedeutet aus dem göttlich Guten Seiner göttlichen Liebe; "wenn er damit hineingeht vor Jehovah" bedeutet bei jedem Gottesdienst; "und Aharon soll das Urteil (Gericht) über die Söhne Israels tragen" bedeutet das göttlich Wahre des Himmels und der Kirche; "auf seinem Herzen vor Jehovah allezeit" bedeutet, beständig hervorleuchtend aus dem Guten. 9857. "Und mache das Brustschildlein des Urteils", 2. Mose 28/15, bedeutet das, was hinblickt auf das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten hervorleuchtet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brustschildleins, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, das hervorleuchtet aus dem göttlich Guten des Herrn im Letzten, worüber Nr. 9823. Es wird das Brustschildlein des Urteils genannt, weil es Antworten (Aussprüche) gab und durch dieselben das göttlich Wahre offenbarte. Durch Urteil oder Gericht wird auch im Wort das göttlich Wahre bezeichnet, somit die Lehre und das Leben gemäß demselben. Daher kommt es nun, daß dies Brustschildlein das Brustschildlein des Urteils (Gerichts) genannt wird und auch das Urteil in dem, was in diesem Kapitel folgt: "Aharon soll das Urteil (Gericht) über die Söhne Israels tragen auf seinem Herzen vor Jehovah allezeit": 2. Mose 28/30; und als Josua zum Anführer des Volkes erwählt wurde, wird gesagt, "daß er stehen solle vor Eleazar, dem Priester; der solle für ihn fragen durch das Urteil der Urim vor Jehovah": 4. Mose 27/21. Daß das Urteil das göttlich Wahre und die Einsicht aus demselben bezeichnet und folglich die Lehre und das Leben gemäß derselben, erhellt aus mehreren Stellen im Worte, z.B. aus folgenden: Jes.5/7: "Der Weinberg Jehovah Zebaoths ist das Haus Israel; Er wartete auf Urteil (Recht), aber siehe, da war Blutvergießen; Gerechtigkeit, aber siehe, da war Kriegsgeschrei": Urteil erwarten bedeutet die Einsicht aus dem göttlich Wahren und ein Leben nach den Geboten (erwarten). Jes.16/5: "Er wird sitzen auf dem Throne in Wahrheit, im Zelte Davids, richtend und suchend nach Recht (Urteil)": hier von der Ankunft des Herrn. Der Thron, auf dem Er sitzen wird, bedeutet das von Ihm ausgehende göttlich Wahre und daher das geistige Reich, man sehe Nr. 2129, 5313, 6397, 8625, 9039. Richten nach Recht heißt, das göttlich Wahre lehren, und suchen nach Recht bedeutet die Aufnahme desselben bei dem Menschen. Jes.28/5.6: "An jenem Tage wird Jehovah ein herrlicher Kopfschmuck sein den Überresten des Volkes und ein Geist des Urteils (Rechts) für den, der zu Gericht sitzt": herrlicher Kopfschmuck, wenn es von Jehovah, d.h. dem Herrn gesagt wird, bedeutet die göttliche Einsicht, (man sehe Nr. 9827) und der Geist des Rechts ist die Weisheit aus dem göttlich Wahren: Nr. 9818; der zu Gericht sitzt bedeutet den, der über das göttlich Wahre unterrichtet oder es lehrt. Jes.33/5: "Jehovah hat Zion erfüllt mit Urteil (Recht) und Gerechtigkeit": Zion bedeutet die himmlische Kirche; mit Urteil erfüllt werden, bedeutet die Einsicht aus dem göttlich Wahren, und mit Gerechtigkeit erfüllt werden, die Weisheit aus dem göttlich Guten. Jes.40/13,14: "Wer hat den Geist Jehovahs geleitet, mit wem hat Er Sich beraten, daß er Ihm Verständnis gebe, Ihn unterweise über den Weg des Urteils, Ihn lehre die Erkenntnis und Ihm zeige den Weg der Einsicht?": der Geist Jehovahs ist das göttlich Wahre: Nr. 9818; daß Ihn den Weg des Urteils lehren soviel ist als Ihn klug, verständig und weise machen, ist an sich deutlich. Jerem.8/7,8: "Der Storch unter dem Himmel weiß seine bestimmte Zeit, aber das Volk Jehovahs kennt nicht das Recht (Urteil) Jehovahs; wie sagt ihr denn: Wir sind weise, und das Gesetz Jehovahs ist bei uns?": das Urteil Jehovahs nicht wissen heißt, das göttlich Wahre, aus dem Weisheit kommt, (nicht kennen); daher heißt es: Wie saget ihr denn: Wir sind weise? Jerem.22/13: "Wehe dem, der sein Haus baut ohne Recht und seine Söller ohne Urteil": die Söller bauen ohne Recht (Urteil), bedeutet die Wahrheiten nicht in sich aufnehmen. Hos.2/19,20: "Ich will dich mir verloben auf ewig mit Gerechtigkeit und mit Urteil; und Ich will dich Mir verloben in Wahrheit": verloben mit Urteil bedeutet, durch das göttlich Wahre verbinden, also durch den Glauben und das Leben des Glaubens. Amos 5/24: "Das Urteil (Recht) fließe wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein gewaltiger Strom". Amos 6/12: "Ihr verkehret das Urteil in Galle und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut": Urteil bedeutet auch hier die Einsicht aus dem göttlich Wahren und das Leben daraus. Zeph.3/5: "Jehovah bringt in der Frühe Sein Urteil (Recht) ans Licht": das Urteil ans Licht bringen heißt, das göttlich Wahre offenbaren. 5. Mose 32/4: "Alle Wege Jehovahs sind Recht". Ps.36/6,7: "Jehovah, Deine Wahrheit reicht bis an den Himmel, Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, Deine Urteile (Rechte) wie eine große Tiefe". Ps.37/6: "Jehovah wird deine Gerechtigkeit herausführen wie das Licht und dein Urteil (Recht) wie den Mittag". Ps.119/145: "Höre meine Stimme nach Deiner Barmherzigkeit, Jehovah, nach Deinen Urteilen (Rechten) belebe mich". An diesen Stellen bedeutet Urteil und Recht das göttlich Wahre. Luk.11/42: "Wehe euch, Pharisäer, ihr gehet vorüber am Recht (Urteil) und an der Liebe Gottes, das hättet ihr ausüben sollen": an dem Urteil Gottes vorübergehen bedeutet, das göttlich Wahre vernachlässigen, und an der Liebe Gottes vorübergehen heißt, das göttlich Gute und das Leben aus beiden (nicht achten); weil auch das Leben verstanden wird, heißt es, daß sie dies hätten tun sollen. Jes.5/16: "Im Urteil (Recht) wird Jehovah Zebaoth erhöhet werden, und Gott wird geheiligt werden in Gerechtigkeit". Jes.9/6: "Um auf dem Throne Davids fest zu gründen ein Reich in Recht und in Gerechtigkeit, von nun an und bis in Ewigkeit". Jes.16/3: "Schaffet Rat, gebet Urteil (Recht), mache wie die Nacht deinen Schatten zur Mittagszeit": Urteil geben bedeutet, gemäß dem göttlich Wahren (richten). Jerem.23/5; 33/15: "Ich will dem David einen gerechten Sproß erwecken, der wird Urteil (Recht) und Gerechtigkeit üben auf Erden". Hes.18/5,9: "Wenn jemand gerecht ist, wenn er (Urteil) Recht und Gerechtigkeit übt, in Meinen Satzungen wandelt und Meine (Urteile) Rechte hält, um die Wahrheit zu tun, der ist gerecht und der soll leben". Zeph.2/3: "Suchet Jehovah, alle ihr Sanftmütigen des Landes, die nach Seinem Urteile (Recht) gehandelt haben": nach den Urteilen Gottes handeln heißt, das göttlich Wahre tun oder demselben gemäß handeln. Jes.42/1,4: "Ich habe Meinen Geist auf Ihn gelegt, (Urteil) Recht wird Er unter die Völker bringen; Er wird nicht auslöschen und nicht zerbrechen, bis Er das (Urteil) Recht herstelle auf Erden": hier vom Herrn. Das Recht unter die Völker bringen und Recht auf Erden herstellen heißt, das göttlich Wahre lehren und dasselbe in die Kirche einführen. Jes.51/4: "Das Gesetz wird von Mir ausgehen, und Mein Urteil (Recht) will Ich erwecken zum Licht der Völker": Urteil bedeutet das göttlich Wahre, zum Licht der Völker bedeutet zur Erleuchtung. Joh.9/39: "Ich bin zum Urteil (Gericht) gekommen in die Welt, auf daß die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden": zum Urteil auf die Welt kommen bedeutet, das göttlich Wahre offenbaren, das diejenigen sehend macht, die vom Herrn weise sind, blind aber diejenigen, die aus sich selbst sehen, somit die, welche als Gelehrte gelten. Jerem.4/2: "Schwöre, so wahr Jehovah lebt, in Wahrheit, in Recht (Urteil) und Gerechtigkeit". Jerem.30/13: "Es ist keiner, der dir Recht (Urteil) schafft zum Heil, Mittel zur Wiederherstellung hast du nicht". Ps.89/15: "Gerechtigkeit und Urteil sind die Stütze Deines Thrones; Barmherzigkeit und Wahrheit vor Deinem Angesicht": Gerechtigkeit (steht) für das Gute der Barmherzigkeit, und Urteil für das Glaubenswahre; darum wird auch gesagt: "Barmherzigkeit und Wahrheit". Hes.5/6-8,10,15: "Jerusalem hat Meine Rechte (Urteile) in Gottlosigkeit verwandelt, mehr als die Heiden, und Meine Satzungen mehr als die (anderen) Länder; darum werde Ich Gericht halten über dir vor den Augen der Heiden und will zerstreuen alle deine Überreste": die Urteile (Rechte) verwandeln heißt die Wahrheiten verkehren, die sich auf die bürgerlichen Verhältnisse beziehen; daß diese durch Urteile bezeichnet werden, wenn zugleich auch Satzungen genannt werden, sehe man Nr. 8972. Aber Gericht (Urteil) halten heißt richten, entweder zum Tode, das Verdammnis ist, oder zum Leben, das Erlösung ist. Erlösung oder Verdammnis wird auch bezeichnet durch Urteil (Gericht), wo Tag oder Stunde des Urteils (Gerichts) gesagt wird: Matth.11/22,24; 12/36,41,42; Luk.10/14; 11/31,32; Joh.5/28,29; Joh.Offen.18/10; 14/7. Ebenso auch durch Gericht (Urteil), wo von dem Amt des Richters gehandelt wird: Matth.5/21,22; 7/1,2; 23/14,33; Joh.5/24,26,27; 7/24; 8/15,16; 12/31,47,48; Luk.6/37; 12/13,14,56,57; 19/21,22; 20/47; 22/30; Mark.12/40; Jes.41/1; 3/14; Jerem.25/31; 48/21; Joel 4/12; Ps.7/8,9; 9/5,8,9; 3. Mose 19/15; 5. Mose 1/16,17; 25/1; Joh.Offenb.17/1; 18/10; 20/12,13. 9858. "Ein Werk des Kunstwebers", 2. Mose 28/15, bedeutet aus dem Verstand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kunstwebers, insofern er das Verständige bezeichnet, worüber Nr. 9598, 9688. Es wird gesagt "aus dem Verstande", weil das geistige Reich des Herrn, das durch die Kleider Aharons vorgebildet wird, das Verstandesgebiet des Himmels ist, sowie das himmlische Reich sein Willensgebiet. Daß das Verstandesgebiet und das Willensgebiet beim Menschen jenen Himmeln entspricht, sehe man Nr. 9835. HG 9859 9859. "Wie das Werk des Ephod sollst du es machen", 2. Mose 28/15, bedeutet, als Fortsetzung für das geistige Reich. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Ephod, insofern es das göttlich Wahre im geistigen Reich in seiner äußeren Form bezeichnet, in der das Innere sich endigt, worüber Nr. 9824, somit das Äußere dieses Reiches. Die (stetige) Fortsetzung desselben wird bezeichnet durch "wie das Werk des Ephod", wie auch Nr. 9838. 9860. "Von Gold, Blau, Purpur, Scharlach und gewobener, weißer Baumwolle mache es", 2. Mose 28/15, bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens; wie Nr. 9687, 9832, 9833. 9861. "Viereckig soll es sein, doppelt", 2. Mose 28/16, bedeutet das Gerechte und Vollkommene. Dies erhellt aus der Bedeutung von viereckig, insofern es das Gerechte bezeichnet, worüber Nr. 9717; daß es auch das Vollkommene bedeutet, kommt daher, weil es doppelt war, und in dem Doppelten liegt die Bedeutung von allem Gutem und allem Wahren. Auf der rechten Seite bedeutet es alles Gute, aus dem das Wahre ist, und auf der linken Seite das Wahre aus dem Guten: Nr. 9495, 9604 E, 9736, somit bezeichnet es auch die vollkommene Verbindung beider. Daher kommt es auch, daß zwei eine Verbindung bedeutet: Nr. 8423, und auch "alles und jedes": Nr. 9166, sowie auch das Volle: Nr. 9103. 9862. "Eine Spanne seine Länge und eine Spanne seine Breite", 2. Mose 28/16, bedeutet gleichmäßig in bezug auf das Gute und in bezug auf das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Länge, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 1613, 9487; und aus der Bedeutung der Breite, insofern sie das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1613, 3433, 3434, 4482, 9487. Gleichmäßig in bezug auf beides wird dadurch bezeichnet, daß Länge und Breite gleich sein sollten. 9863. "Und sollst es füllen mit einer Füllung von Steinen", 2. Mose 28/17, bedeutet die eigentlichen Wahrheiten in ihrer Ordnung aus dem einen Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brustschildleins, das hier unter "es" gemeint ist, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorleuchtet, worüber Nr. 9823. Aus der Bedeutung der Füllung von Steinen, insofern sie die Wahrheiten in ihrer Ordnung bezeichnet; denn das Brustschildlein wurde mit Steinen erfüllt nach den Namen der Söhne Israel, und durch die Steine werden im allgemeinen Sinn die Wahrheiten im Letzten der Ordnung bezeichnet: Nr. 114, 643, 1298, 3720, 6426, 8609, und durch die Edelsteine, wie sie in dem Brustschildlein waren, die aus dem Guten hervorleuchtenden Wahrheiten: Nr. 9476. Es wird gesagt "aus dem einen Guten", weil es nur ein Gutes gibt, aus dem alle Wahrheiten stammen. Dieses Gute ist das Gute der Liebe im Herrn, also der Herr selbst, und daher das Gute der Liebe vom Herrn, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist; denn das Gute, das vom Herrn beim Menschen, Geist oder Engel einfließt, erscheint nur als das ihrige. Daher ist die Liebe zum Herrn zugleich die Liebe vom Herrn. Dieses Gute ist das Einzige, aus dem alle Wahrheiten stammen, und aus dem die Ordnung unter ihnen ist; denn die Wahrheiten sind die Formen des Guten. Daß die kostbaren Steine (oder Edelsteine), die im Brustschildlein waren, die göttlichen Wahrheiten aus dem göttlich Guten bezeichneten, erhellt aus folgenden Stellen im Worte, wo kostbare Steine genannt werden: Joh.Offenb.21/19,20: "Die Gründe der Mauer der Stadt des neuen Jerusalem mit jedem kostbaren Steine geziert; der erste Grund ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonix, der sechste ein Sarder, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst": daß diese kostbaren Steine (Edelsteine) die Wahrheiten der Kirche bezeichnen, welche die göttlichen Wahrheiten sind, erhellt aus der Bedeutung der Stadt, des neuen Jerusalem, ihrer Mauer und der Gründe ihrer Mauer. Das neue Jerusalem bedeutet nämlich die neue Kirche, die auf die unsrige folgen wird; denn das Buch der Offenbarung handelt von dem Zustand der Kirche, die gegenwärtig besteht, bis zu ihrem Ende und dann von der neuen, die das heilige Jerusalem ist, das herniederkommt aus dem Himmel. Ihre Mauern sind die Glaubenswahrheiten, die verteidigen (schützen), und die Gründe sind die Wahrheiten aus dem Guten. Diese Wahrheiten selbst werden in ihrer Ordnung durch die kostbaren, dort genannten Steine bezeichnet. Daß die Stadt Jerusalem nicht (buchstäblich) aus dem Himmel herabsteigen werde, und daß das übrige, was von ihr gesagt ist, nicht in solcher (äußerlichen) Weise hervortreten werde, sondern daß im einzelnen dieser Beschreibung solche Dinge, die sich auf die Kirche beziehen, bezeichnet werden, kann jeder sehen. Daß die Glaubenswahrheiten unter den Gründen ihrer Mauern verstanden werden, erhellt daraus, daß sie es sind, welche die Kirche vor jedem Anfall schützen, wie die Mauern eine Stadt schützen. Daß Jerusalem die Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 2117, 9166; daß die Mauern die Glaubenswahrheiten bedeuten, welche die Kirche schützen: Nr. 6419; und daß die Gründe derselben die Wahrheiten aus dem Guten sind: Nr. 9643. Hes.28/12-14: "Menschensohn, erhebe eine Wehklage über den König von Tyrus, und sage zu ihm: So spricht der Herr Jehovih: Voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit warst du in Eden, dem Garten deines Gottes; jeder kostbare Stein war deine Bedeckung, Rubin, Topas, Diamant, Türkis, Onych und Jaspis, Saphir, Chrysopras und Karfunkel und Gold; auf dem heiligen Berge deines Gottes bist du gewesen, mitten unter den feurigen Steinen gingst du umher": auch hier werden durch die kostbaren Steine die Wahrheiten aus dem Guten bezeichnet; denn Tyrus bezeichnet im inneren vorbildlichen Sinn diejenigen, die in Einsicht und Weisheit aus den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind: Nr. 1201, darum wird von seinem König gesagt, daß er voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit gewesen sei. Weisheit wird vom Guten gesagt und Schönheit vom Wahren; denn alle Weisheit in den Himmeln stammt aus dem Guten, und alle Schönheit daselbst aus den Wahrheiten, die daraus hervorgehen. Der Garten Eden bedeutet Einsicht aus dem Guten: Nr. 100, der Garten die Einsicht selbst: Nr. 100, 108, 2702. Hieraus erhellt, daß durch die hier genannten Steine die Wahrheiten aus dem Guten bezeichnet werden. Aber was für Wahrheiten aus dem Guten die einzelnen Steine, die im Brustschildlein sind, bezeichnen, wird aus dem Folgenden erhellen. Daß alles Wahre und Gute im Inbegriff gemeint ist, erhellt daraus, daß es zwölf Steine waren, und ihnen die Namen der Söhne Israels oder der Stämme eingeschrieben waren, denn durch die zwölf Stämme wird das Gute und Wahre des Himmels und der Kirche in seinem ganzen Inbegriff bezeichnet, man sehe Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337, 6397; und daß sie daher den Himmel mit allen Gesellschaften darin bezeichneten: Nr. 7836, 7891, 7996, 7997; und daß sie das verschiedene Wahre und Gute nach der Ordnung, in der sie im Worte genannt werden, bezeichneten: Nr. 3862, 3926, 3939, 4603, 6337, 6640; und daß zwölf "alle" bedeutet: Nr. 3272, 3858, 7973. 9864. "Mit vier Reihen von Steinen nach der Ordnung", 2. Mose 28/17, bedeutet die Verbindung aller, nämlich der Wahrheiten aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von vier, insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 1686, 9601, 9674; und aus der Bedeutung der Ordnung der Steine, insofern sie die Wahrheiten aus dem Guten in ihrer Ordnung bezeichnet. Daß vier Reihen von Steinen waren und in jeder Reihe drei Steine, war deshalb, damit die Verbindung aller Wahrheiten aus dem einen Guten und somit das Vollkommene vorgebildet würde; denn vier bedeutet Verbindung, und drei das Vollkommene: Nr. 9825. Denn wenn nur ein Gutes da ist, aus dem alles hervorgeht: Nr. 9863, worauf folglich alles abzielt, dann besteht eine Verbindung aller. Daß es sich so verhält, kann aus dem, was in den Himmeln stattfindet erläutert werden: Alle, die in den Himmeln sind, wenden ihr Angesicht dem Herrn zu, und was wunderbar ist, das geschieht, nach welcher Himmelsgegend sie sich auch wenden mögen. Daher kommt es, daß alle, die in den Himmeln sind, wie zu einem Ganzen verbunden sind. Die aber außerhalb des Himmels sind, wenden das Gesicht vom Herrn ab, und zwar um so mehr, je weiter sie vom Himmel entfernt sind. Daher ist bei ihnen Trennung, weil bei ihnen keine Liebe zu Gott und zu dem Nächsten vorhanden ist, sondern nur zu sich und zur Welt. Dieses Geheimnis ist jedoch nicht glaublich für diejenigen, die gemäß ihrer Sinnestäuschungen denken, denn sie können nicht begreifen, wie eine beständige Richtung aller Gesichter im Himmel zu dem Herrn hin möglich sei, und zwar bei jeder Wendung, während Er doch die Sonne daselbst ist, man sehe aber, was über diesen Gegenstand Nr. 9828 berichtet worden ist. 9865. "Rubin, Topas, Karfunkel", 2. Mose 28/17, bedeutet die himmlische Liebe des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung dieser Steine, insofern sie das Gute der himmlischen Liebe bezeichnen. Die himmlische Liebe aber ist die Liebe zum Herrn vom Herrn. Daß jene Steine diese Liebe bedeuten, hat seinen Grund in ihrer roten und flammigen Farbe, und das Rote bedeutet die Liebe: Nr. 3300; ebenso das Flammige: Nr. 3222, 6832, 7620, 7622, 9570; hier die himmlische Liebe, weil sie in der ersten Reihe sind, und was in der ersten Reihe ist, entspricht den Dingen, die im innersten Himmel sind, wo die himmlische Liebe, d.h. die Liebe zum Herrn herrscht. Weil die zwölf Steine im Brustschildlein alles Wahre aus dem Guten vorbildeten, deshalb bildeten sie auch den ganzen Himmel vor, denn der Himmel ist Himmel vermöge des göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht. Die Engel darin, die den Himmel bilden, sind die Aufnahmegefäße desselben. Daher kommt es, daß die drei Steine, welche die erste Reihe bilden, den innersten Himmel vorbilden, und somit die Liebe in demselben, das die himmlische Liebe des Guten und die himmlische Liebe des Wahren genannt wird. Die Steine, die in der ersten Reihe sind, bilden die himmlische Liebe des Guten vor, die in der zweiten, die himmlische Liebe des Wahren. Daß diese Steine diese Liebe vorbilden können, haben sie vermöge ihrer Farbe; denn die kostbaren Steine bilden je nach ihren Farben vor. Es erscheinen nämlich in den Himmeln Farben von unaussprechlicher Schönheit, denn sie sind Modifikationen des himmlischen Lichtes, und das himmlische Licht ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre. Hieraus ist deutlich, daß die Farben dort je nach den mannigfachen Arten des Guten und Wahren sich darstellen. Sie sind somit Modifikationen des Lichtes, das vom Herrn vermittelst der Engel hervorgeht. Das Licht, das vom Herrn ausgeht, erscheint im innersten Himmel wie eine Flamme; deswegen sind die Farben, die aus demselben stammen, rot und flammend. Aber dasselbe Licht erscheint im mittleren Himmel als ein helles Licht, deshalb sind die Farben, die daraus entstehen, hell glänzend und in dem Maße, als sie Gutes in sich haben, schimmernd. Daher kommt es, daß es zwei Grundfarben gibt, auf die alle übrigen sich beziehen, nämlich die rote und die weiße Farbe, und daß die rote Farbe das Vorbildliche des Guten, und die weiße Farbe das Vorbildliche des Wahren ist, man sehe Nr. 9467. Hieraus erhellt nun, warum Steine von so vielen Farben reihenweise auf das Brustschildlein gesetzt wurden, nämlich damit sie alles Gute und Wahre, das in den Himmeln ist, in seiner Ordnung und mithin den ganzen Himmel vorbilden konnten. Daß die Steine in der ersten Reihe, nämlich Rubin, Topas und Karfunkel, die himmlische Liebe des Guten vorbildeten, beruht darauf, daß sie ihre Färbung vom Roten haben. Auch stammt die Benennung des Rubin, der an erster Stelle steht, in der Grundsprache von einem Worte ab, das Röte bedeutet, und Karfunkel, der die dritte Stelle einnimmt, wird in derselben Sprache von einem Wort abgeleitet, das ein Blitzen wie von Feuer bedeutet. Woher aber der Topas, der die mittlere Stelle inne hat, seinen Namen ableitet, ist unbekannt, wahrscheinlich von einer rötlich flammenden Farbe. Deshalb wird auch ähnliches von ihm wie vom Golde gesagt: Hiob 28/19: "Mit der Weisheit kann nicht wetteifern der Topas Äthiopiens, mit reinem Golde kann sie nicht aufgewogen werden": das Gold bezeichnet gleichfalls das Gute der Liebe: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932, 9490, 9510. 9866. "Die erste Reihe", 2. Mose 28/17, bedeutet das Dreieinige (Trinum) darin als eins. Dies erhellt aus der Bedeutung der Reihe, insofern sie das Dreieinige bezeichnet, weil drei Steine sie bilden, und drei das Volle von Anfang bis zu Ende bedeutet: Nr. 2788, 4495, 7715, 9198, 9488. "Als eines" wird gesagt, weil das eine aus den dreien in aufeinanderfolgender Ordnung hervortritt, denn daher entspricht das Gleichzeitige aus diesen dreien in nebeneinander bestehender Ordnung dem Aufeinanderfolgenden, aus dem es entstanden ist und aus dem es besteht; man sehe Nr. 9825. Daher kommt es, daß die drei Himmel eins sind im Letzten, und ebenso jeglicher Himmel. Dies hat seinen Ursprung aus dem Göttlichen Selbst, in dem ein Dreieiniges ist: nämlich das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, und das Göttlich-Hervorgehende, und diese sind eins. Dieses Dreieinige und zugleich eine Göttliche Selbst ist der Herr. Hieraus kann man erkennen, warum drei Steine in jeder Reihe sein sollten, und daß durch eine jede Reihe das Dreieinige als eines bezeichnet wird. Vier Reihen aber waren es, weil zwei Reiche in den Himmeln sind, das himmlische Reich und das geistige Reich, und in jedem ein Inneres und ein Äußeres. Das Innere und Äußere des himmlischen Reiches wurde vorgebildet durch die beiden Reihen an der rechten Seite des Brustschildleins, und das Innere und Äußere des geistigen Reiches durch die beiden Reihen an dessen linker Seite, denn das Brustschildlein bildete ein doppeltes Viereck. 9867. "Und die zweite Reihe", 2. Mose 28/18, bedeutet das Dreieinige in demselben als eines. Dies erhellt aus dem, was nun gezeigt worden ist. Daß im allgemeinen alles, was eins ist, aus der Harmonie und der Übereinstimmung von vielem entsteht, sehe man Nr. 457. 9868. "Chrysopras, Saphir und Diamant", 2. Mose 28/18, bedeutet die himmlische Liebe des Wahren, aus der das Nachfolgende (hervorgeht). Dies erhellt aus der Bedeutung dieser Steine, insofern sie die himmlische Liebe des Wahren bezeichnet, worüber im Folgenden. Es wird gesagt, "aus dem das Nachfolgende (hervorgeht)", weil alles Gute und Wahre, das nachfolgt, der Ordnung nach aus einem Vorhergehenden hervorgeht; denn es kann nichts geben, das ohne Verknüpfung mit einem Früheren wäre. Das erste in der Ordnung ist die himmlische Liebe des Guten, das zweite ist die himmlische Liebe des Wahren, das dritte ist die geistige Liebe des Guten, und das vierte ist die geistige Liebe des Wahren. Diese Ordnung ist es, die vorgebildet ist in den Reihen der Steine im Brustschildlein des Urteils, und diese ist die eigentliche Ordnung des Guten und Wahren in den Himmeln. Im innersten Himmel ist die himmlische Liebe des Guten und die himmlische Liebe des Wahren. Die himmlische Liebe des Guten ist sein Inneres, und die himmlische Liebe des Wahren ist sein Äußeres. Im zweiten Himmel aber ist die geistige Liebe des Guten, die das Innere desselben ist, und die geistige Liebe des Wahren, die das Äußere desselben ist. Das eine fließt auch wirklich in das andere in eben dieser Ordnung ein, und so bilden sie gleichsam eines. Hieraus wird klar, was verstanden wird (unter den Worten): "aus dem das Nachfolgende". Was die Steine dieser Reihe anbelangt, so haben sie ihre Bedeutung, wie die ersteren, und auch wie die übrigen, vermöge ihrer Farben. Daß die kostbaren Steine gemäß ihrer Farben ihre Bedeutung haben, sehe man Nr. 9865; und daß die Farben in den Himmeln Modifikationen des Lichtes und des Schattens daselbst sind, daß sie also mannigfache Arten (variegationes) der Einsicht und der Weisheit bei den Engeln sind: Nr. 3993, 4530, 4677, 4742, 4922, 9466; denn das Licht des Himmels ist das aus dem Herrn hervorgehende göttlich Wahre, aus dem alle Einsicht und Weisheit (stammt). Bei den Steinen der ersten Reihe wurde ihre Bedeutung, daß sie nämlich die himmlische Liebe des Guten bezeichnen, aus dem Roten abgeleitet; die Steine dieser Ordnung aber haben sie aus dem Blauen, das aus dem Roten kommt; denn es gibt ein Blaues aus dem Roten und ein Blaues aus Weißem. Das Blaue aus dem Roten schimmert inwendig aus dem Flammigen. Dieses Blau ist es, das die himmlische Liebe des Wahren bedeutet; hingegen das Blau aus dem Weißen, wie es in den Steinen der folgenden Reihe ist, welche die geistige Liebe des Guten bedeutet, schimmert inwendig nicht aus dem Flammigen, sondern aus dem Lichthellen. Daß der Chrysopras, welcher der erste Stein dieser Reihe ist, von blauer Farbe war, kann man nicht nachweisen aus seiner Abstammung in der Grundsprache; daß er aber die himmlische Liebe des Wahren bedeutet, zeigt sich klar bei Hes.27/16: "Syrien handelte mit dir wegen der Menge deiner Werke, mit Chrysopras, Purpur und Buntgewirktem": hier ist von Tyrus die Rede, durch das die Weisheit und Einsicht aus den Erkenntnissen des Guten und Wahren bezeichnet wird: Nr. 1201. Der Chrysopras wird hier mit dem Purpur verbunden, und weil der Purpur die himmlische Liebe des Guten bedeutet: Nr. 9467, so folgt, daß der Chrysopras die himmlische Liebe des Wahren bedeutet, denn wo im prophetischen Wort vom Guten geredet wird, da ist auch die Rede von dem Wahren derselben Gattung, wegen der himmlischen Ehe im einzelnen (des Wortes): Nr. 9263, 9314. Syrien, mit dem es handelte, bezeichnet auch wirklich die Erkenntnisse des Guten: Nr. 1232, 1234, 3249, 4112; und die Erkenntnisse des Guten sind die Wahrheiten der himmlischen Liebe. Daß der Saphir, der zweite Stein dieser Reihe, von blauer Farbe ist, gleich der des Himmels, ist bekannt, weshalb es heißt 2. Mose 24/10: "Siebzig von den Ältesten sahen den Gott Israels, und unter Seinen Füßen, wie ein Werk von Saphir, und wie der Himmel selbst an Klarheit": daß dieser Stein das von inneren Wahrheiten Durchleuchtende bedeutet, das die Wahrheiten der himmlischen Liebe sind, sehe man Nr. 9407. Daß aber der Diamant, welcher der dritte Stein dieser Ordnung ist, das Wahre der himmlischen Liebe bezeichnet, kommt von seiner Durchsichtigkeit, die sich dem inneren Bläulichen nähert; denn auf solche Weise durchleuchten ihn, weil er der letzte ist, die Farben der Steine dieser, wie auch der früheren Ordnung und teilen sich denen mit, die in der folgenden Reihe sind. Ebenso verhält es sich auch mit dem Guten und Wahren im innersten Himmel, wie mit dem Guten und Wahren in den folgenden; denn diese haben ihr Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens von jenen durch Mitteilung, gleichsam vermöge einer Durchstrahlung. 9869. "Und die dritte Reihe", 2. Mose 28/19, bedeutet das Dreieinige auch hier als eins; wie Nr. 9866. 9870. "Opal, Achat und Amethyst", 2. Mose 28/19, bedeutet die geistige Liebe des Guten. Dies erhellt ebenso aus den Farben derselben; denn die blaue Farbe aus dem Weißen bedeutet das geistig Gute oder, was das gleiche ist, die geistige Liebe des Guten, man sehe Nr. 9868. Die geistige Liebe des Guten ist die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und die geistige Liebe des Wahren ist der Glaube aus der Liebtätigkeit. Aus jenem Guten und aus diesem Wahren besteht der zweite Himmel. Das Innere desselben ist das Gute der Liebtätigkeit, und das Äußere das Gute des Glaubens. Daß der Opal in blauer Farbe spielt, ist bekannt, wie auch, daß der Amethyst diese Farbe hat. Daß dies auch beim Achat der Fall ist, weiß man nicht so genau, denn der Grundsprache nach weiß man nicht, zu welcher Gattung dieser Stein gehört, ob er ein Achat ist, ob ein Türkis, oder ob ein anderer. 9871. "Und die vierte Reihe", 2. Mose 28/20, bedeutet das letzte Dreieinige (erscheine gleichfalls) als eins. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9866 angeführt worden ist. 9872. "Chrysolith, Onych und Jaspis", 2. Mose 28/20, bedeutet die geistige Liebe des Wahren, in welche die höheren (Arten der Liebe) auslaufen. Dies erhellt aus der Bedeutung dieser Steine, die sie von ihren Farben entnehmen; denn die Farbe aller (Steine) in dieser Reihe nähert dem Weißen aus dem Blauen. Daß der Chrysolith die geistige Liebe des Wahren bedeutet, erhellt aus den Stellen im Worte, wo er genannt wird: Hes.1/16; 10/9: "Siehe, da waren vier Räder neben den Cherubim; der Anblick der Räder war wie der eines Chrysoliths": die Räder der Cherube bedeuten das gleiche, wie die Arme und Füße bei dem Menschen, nämlich die Macht zu handeln und fortzuschreiten, die dem Wahren aus dem Guten eigen ist; man sehe Nr. 8215. Daher kommt es, daß ihr Anblick wie der des Steines Chrysolith war, denn der Chrysolith bezeichnet das Wahre aus dem geistig Guten, das Macht hat. Dan.10/6: "Ich erhob meine Augen und sah; und siehe, da war ein Mann in Leinwand gekleidet, dessen Lenden waren umgürtet mit Gold von Uphas, und sein Leib war wie Chrysolith, sein Gesicht wie der Blitz und seine Augen wie Feuerflammen": der Mann in Leinwand gekleidet war wie ein Engel aus dem Himmel: die Leinwand bedeutet das Wahre, welches das Gute umkleidet: Nr. 7601, die Lenden bedeuten die eheliche Liebe, welche die des Guten und Wahren ist: Nr. 3021, 4280, 5050-5062; daher kommt es, daß gesagt wird, die Lenden seien umgürtet gewesen mit Gold von Uphas, denn Gold bedeutet das Gute der Liebe: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 9490, 9510; der Leib aber bedeutet zufolge der Entsprechung das Gute der himmlischen Liebe, und auch das Gute der geistigen Liebe: Nr. 6135; und das Äußere desselben bedeutet das Wahre aus diesem Guten. Daher kommt es, daß der Leib wie ein Chrysolith erschien; und daß somit der Chrysolith das Wahre der geistigen Liebe bezeichnet. Daß der Onych, welcher der zweite Stein in dieser Reihe ist, die Glaubenswahrheiten aus der Liebe bedeutet, sehe man nachgewiesen Nr. 9476, 9841. Daß der Jaspis, welcher der dritte und letzte Stein dieser Reihe ist, das Glaubenswahre bedeutet, erhellt Joh.Offenb.21/11: "Das Licht der Stadt des heiligen Jerusalem glich dem kostbarsten Steine, wie dem Stein Jaspis, der wie Kristall glänzt": durch das heilige Jerusalem wird die Kirche bezeichnet, die auf die unsrige folgen wird; durch ihr Licht das Wahre des Glaubens und die Einsicht daraus: Nr. 9548, 9551, 9555, 9558, 9561, 9684, deswegen wird dasselbe mit dem Stein Jaspis, der wie Kristall glänzt, verglichen. Der Kristall bezeichnet auch das Glaubenswahre aus dem Guten. Joh.Offenb.21/18: "Der Bau ihrer Mauer war von Jaspis und die Stadt von reinem Gold wie reines Glas": es wird gesagt, die Mauer dieser Stadt sei von Jaspis, weil durch die Mauer das die Kirche schützende Glaubenswahre bezeichnet wird: Nr. 6419; und weil die Mauer dies bedeutet, darum wird als der erste Stein ihrer Gründe der Jaspis genannt: Joh.Offenb.21/19; denn der Grund bedeutet das Wahre des Glaubens aus dem Guten. 9873. Hieraus kann nun erhellen, was durch die zwölf kostbaren Steine im Brustschildlein des Urteils bezeichnet wurde, nämlich alles Gute und Wahre des Himmels in seiner Ordnung. Der Himmel ist in zwei Reiche unterschieden, das himmlische und das geistige. Das Gute des himmlischen Reiches wurde durch die beiden ersten Reihen vorgebildet, die auf der rechten Seite (des Brustschildleins) waren; und das Gute des geistigen Reiches durch die beiden folgenden Reihen, die auf der linken Seite desselben waren. Das innere Gute des himmlischen Reiches ist das Gute der Liebe zum Herrn; dieses Gute ist es, das unter der himmlischen Liebe des Guten verstanden wird. Das äußere Gute des himmlischen Reiches aber ist das Gute der gegenseitigen Liebe. Dieses Gute ist es, was unter der himmlischen Liebe des Wahren verstanden wird. Das innere Gute des geistigen Reiches ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, dieses Gute ist es, was unter der geistigen Liebe des Guten verstanden wird; und das äußere Gute des geistigen Reiches ist das Gute des Glaubens. Dieses Gute ist es, das unter der geistigen Liebe des Wahren verstanden wird. Daß das Gute und Wahre in solcher Ordnung den Himmel bilden, sehe man Nr. 9468, 9473, 9680, 9683, 9780. Hieraus kann man nun erkennen, was durch die zwölf Steine vorgebildet wurde, die Urim und Thummim genannt wurden. Auf welche Weise aber die göttlichen Wahrheiten, die Antworten (Orakel) waren, durch sie geoffenbart wurden, wird Nr. 9905 gesagt werden. Daß bei diesen (Steinen) das Gute der Liebe an erster Stelle war und das Glaubenswahre an der letzten, erhellt aus dem ersten Stein, der ein Rubin war, und aus dem letzten, der ein Jaspis war, somit aus der Farbe des ersten Steines, die rot war, und des letzten, die weiß war; beide aber durchsichtig. Daß rot das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 3300, 9467; und weiß das Glaubenswahre: Nr. 3301, 3993, 4007, 5319. Das gleiche, was durch die Steine im Brustschildlein, wird auch durch die Gewebe im Ephod bezeichnet. Das Ephod war zusammengewoben aus Blau, Purpur, Scharlach und weißer Baumwolle, wie aus 2. Mose 28/6 hervorgeht. Und durch Blau wird das Wahre der himmlischen Liebe bezeichnet, durch Purpur das Gute der himmlischen Liebe, durch Scharlach das Gute der geistigen Liebe, und durch die weiße Baumwolle das Wahre der geistigen Liebe: Nr. 9833. Der Grund dieser Zusammensetzung liegt darin, daß das Ephod den Himmel im Letzten bezeichnete, ebenso wie das Brustschildlein: Nr. 9824. Aber das Gute und Wahre wird hier in anderer Ordnung aufgeführt, weil das Ephod den geistigen Himmel bedeutete, das Brustschildlein aber den ganzen Himmel vom ersten bis zum letzten. Und weil die Wohnung mit dem Zelt auch den Himmel vorbildete: Nr. 9457, 9481, 9485, 9615, darum war das Gewebe ihrer Decken und Vorhänge gleichfalls aus Blau, Purpur, Scharlach und weißer Baumwolle: man sehe 2. Mose 26/1,31,36; 27/16; und Nr. 4469, 9466, 9467, 9468. Außerdem muß man wissen, daß der Saphir im allgemeinen Sinn das Äußere des himmlischen Reiches bedeutet, und der Onych das Äußere des geistigen Reiches; und weil diese beiden Steine diese Bedeutung hatten, darum waren sie die mittleren Steine der letzten Reihen, nämlich der Saphir der mittlere Stein in der zweiten Reihe, und der Onych der mittlere Stein in der vierten Reihe. Die Steine der zweiten Reihe bezeichneten das äußere Gute des himmlischen Reiches, das die himmlische Liebe des Wahren genannt wurde, und die Steine der vierten Reihe bezeichneten das äußere Gute des geistigen Reiches, das die geistige Liebe des Wahren genannt wurde; man sehe, was oben in diesem Abschnitt darüber gesagt worden ist. Daß der Saphir das Äußere des himmlischen Reiches bedeutet, wird klar aus den Stellen im Worte, wo er genannt wird: 2. Mose 24/10: "Siebzig der Ältesten sahen den Gott Israels, und unter Seinen Füßen (war) wie das Werk eines Saphirs, und wie der Himmel selbst an Klarheit": es wird somit das Äußere des himmlischen Reiches beschrieben, denn es wird gesagt "unter Seinen Füßen", welches das Äußere ist, und wo der Gott Israels, d.h. der Herr ist, da ist der Himmel. Jes.54/11: "Du Betrübte und vom Sturm Umhergeworfene, die des Trostes beraubt ist; siehe, deine Steine lege Ich in Bleiglanz, und dein Gründe stelle Ich auf Saphir": in diesem Kapitel wird vom himmlischen Reich gehandelt. Die Gründe, die auf Saphir gestellt werden sollen, bezeichnen das Äußere desselben, weil die Gründe die Unterlage bilden. Jerem.Klagel.4/7: "Ihre Nasire waren heller als Schnee, weißer als Milch; röter waren ihre Gebeine als Perlen (Korallen), wie Saphir ihre Glätte": die Nasire bildeten den himmlischen Menschen vor, daher heißt es, daß ihre Glätte wie Saphir war. Die Glätte bezeichnet das Äußere. Hes.1/26; 10/1: "Oberhalb der Feste, über dem Haupte der Cherubim war wie das Ansehen des Steines Saphir, die Gestalt eines Thrones, und auf der Gestalt des Thrones war wie der Anblick eines darauf sitzenden Menschen": auch hier wird das Äußere des himmlischen Reiches durch den Saphir beschrieben, denn was über der Feste, oder was ringsherum ist, das ist außerhalb. Der auf dem Thron Sitzende aber bezeichnet das Innerste. Wie der Saphirstein das Äußere des himmlischen Reiches, so bezeichnet der Stein Onych das Äußere des geistigen Reiches; darum war es auch dieser Stein, der auf die beiden Schulterstücke des Ephod mit den eingegrabenen Namen der Söhne Israels gesetzt wurde, worüber 2. Mose 28/9-14; denn durch das Ephod wurde das Äußere des geistigen Reiches vorgebildet: Nr. 9842. Weil der Onych und der Saphir im allgemeinen Sinn das Äußere der beiden Himmel bezeichneten, darum wurden sie auch in die Mitte der drei Steine der zweiten und der vierten Reihe gesetzt, wie oben gesagt worden ist; denn das Mittlere schließt das Ganze in sich. Ebenso wie vom Oberkleid (gesagt wurde), durch das im allgemeinen Sinn das geistige Reich vorgebildet wurde, weil es das Mittlere ist, wie Nr. 9825 gezeigt worden. Weil diese beiden Steine alles in sich schließen, was die übrigen in ihren Reihen bedeuten, darum wird bei Hiob 28/16 gesagt: "Die Weisheit wird nicht aufgewogen durch das Gold von Ophir, durch den kostbaren Onych und den Saphir". 9874. "In Gold sollen sie gefaßt sein in ihren Füllungen", 2. Mose 28/20, bedeutet, daß alles und jedes im allgemeinen und im besonderen hervorgehen muß aus dem Guten der Liebe vom Herrn zum Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932, 9490, 9510; und aus der Bedeutung von "gefaßt sein in ihren Füllungen", insofern es ausdrückt, aus jenem hervorgehen; denn alle Steine, im ganzen und einzelnen, wurden umgeben und somit eingefaßt von Gold, und weil das Gold das Gute der Liebe bedeutet, so bedeutet die Fassung in denselben das, was aus denselben stammt, oder was daraus hervorgeht, ebenso wie die Fassungen von Gold, von dem die beiden Onychsteine umgeben waren, die auf die Schulterstücke des Ephod gesetzt wurden: 2. Mose 28/11. Damit verhält es sich in folgender Weise: Das Brustschildlein mit den zwölf Steinen bildete alles Gute und Wahre in den Himmeln vor, also den ganzen Himmel, wie oben gezeigt worden ist. Und nicht nur die Himmel, sondern auch alle Gesellschaften in den Himmeln, wie auch ein jeder Engel, der sich in der Gesellschaft befindet, werden umgeben von der göttlichen Sphäre, die das göttlich Gute und Wahre ist, das vom Herrn ausgeht, worüber man sehe Nr. 9490, 9491, 9492, 9498, 9499, 9534. Wie das Gute und Wahre dieser Sphäre von den Engeln aufgenommen wird, so geht auch alles und jedes bei ihnen daraus hervor, denn ein jeder Engel ist ein Himmel in kleinster Form. Eben dieses Gute, das vom Herrn ausgeht, ist es, was durch das Gold vorgebildet wird, das die Steine umgibt und sie einschließt. Daß dieses Gute das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn ist, kann man daraus erkennen, daß alles Gute Sache der Liebe ist; denn was der Mensch liebt, das nennt er gut und empfindet es als Gutes. Daraus wird klar, daß das himmlisch Gute das Gute der Liebe zum Herrn ist, denn durch diese Liebe wird der Engel und der Mensch mit dem Herrn verbunden, und dadurch wird er zu Ihm geführt und genießt alles Gute des Himmels. Daß dieses Gute vom Herrn ist, ist in der Kirche bekannt, denn die Lehre derselben lehrt, daß alles Gute vom Göttlichen stammt und nichts vom Eigenen. Daraus erhellt, daß das Gute der Liebe zum Herrn vom Herrn sein muß, und das Gute, das anderswoher stammt, nicht gut ist. 9875. "Und die Steine sollen nach den Namen der Söhne Israels sein", 2. Mose 28/21, bedeutet, das Gute und Wahre sei unterschieden in Ansehung ihrer ganzen Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Steine, indem sie das Gute und Wahre nach seinen Unterschieden bezeichnen; denn ein jeder Stein bedeutet ein bestimmtes Gutes und Wahres, wie gezeigt wurde, man sehe Nr. 9865-9872. Ferner aus der Bedeutung der Namen der Söhne Israels, insofern sie ebendasselbe Gute und Wahre in Ansehung seiner ganzen Beschaffenheit vorbilden, worüber Nr. 9842, 9843. 9876. "Zwölf nach ihren Namen", 2. Mose 28/21, bedeutet alles und jedes im Inbegriff. Dies erhellt aus der Bedeutung von 12, insofern es das Ganze bezeichnet, worüber Nr. 3272, 3858, 3913, 7973; und aus der Bedeutung der Namen der Söhne Israels, insofern sie das Gute und Wahre in seiner Zusammenfassung und in Ansehung der ganzen Beschaffenheit bezeichnen, worüber Nr. 9842, 9843. 9877. "In der Weise der Siegelstecherei", 2. Mose 28/21, bedeutet nach der himmlischen Form. Dies erhellt aus der Bedeutung der Siegelstecherei, insofern sie die himmlische Form bezeichnet, worüber Nr. 9846. Was die himmlische Form anbelangt, so ist sie es, nach der alle Gesellschaften im Himmel geordnet sind und somit auch alle Wahrheiten aus dem Guten; denn die Engel in den Himmeln sind Aufnahmegefäße für die Wahrheiten aus dem Guten. Das vom Herrn ausgehende göttlich Gute bildet diese Form; nach dieser Form richten sich alle Neigungen, die der Liebe, und daher alle Gedanken, die dem Glauben angehören, denn gemäß jener verbreiten sie sich in die Engelsgesellschaften und bilden eine Gemeinschaft. Daher kommt es, daß diejenigen, die in dem Guten der Liebe zum Herrn und dadurch in den Wahrheiten des Glaubens sind, sich in einem ganz freien Zustand des Wollens und Denkens befinden; die aber nicht in diesem Guten sind und folglich auch nicht in den Wahrheiten daraus, befinden sich in einem knechtischen Zustand; denn sie wollen und denken aus sich selbst und nicht aus dem Herrn, von Dem jene Form stammt. Wie aber diese Form beschaffen ist, kann nicht im einzelnen begriffen werden, und zwar deshalb, weil sie über alles Verständnis hinausgeht. 9878. "Jeder mit seinem Namen" bedeutet, für das einzelne im besonderen, und "nach den zwölf Stämmen", 2. Mose 28/21, bedeutet bei allen im allgemeinen; Dies erhellt aus der Bedeutung der Namen der Söhne Israels, insofern sie das Gute und Wahre in Ansehung ihrer ganzen Beschaffenheit bezeichnen, worüber Nr. 9842, 9843; und weil jeder Stein seinen Namen nach den Stämmen hatte, deshalb wird bezeichnet, daß es auch so für das einzelne im besonderen sein müsse. Und aus der Bedeutung der zwölf Stämme, insofern sie alles Gute und Wahre in seiner Zusammenfassung bezeichnen. Durch zwölf wird das Ganze bezeichnet: Nr. 3272, 3858, 3913, 7913; und durch die Stämme das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens in seinem ganzen Inbegriff: Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, 6397, 7836, 7891, 7996, 7997, also das Ganze im allgemeinen. 9879. "Und mache Kettchen auf das Brustschildlein an den Enden", 2. Mose 28/22, bedeutet die Verbindung des ganzen Himmels im Äußersten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brustschildleins, insofern es das vom göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 9823, also auch den Himmel, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung der Kettchen, insofern sie den Zusammenhang bezeichnen, worüber Nr. 9852, als auch die Verbindung. Ferner aus der Bedeutung der Enden, insofern sie das Äußerste bezeichnen, worüber Nr. 9853. Daß das Brustschildlein auch den Himmel bedeutet, kommt daher, weil alles Gute und Wahre im Inbegriff durch dasselbe vorgebildet wurde durch die zwölf Steine und durch die Namen der zwölf Stämme, und weil das Gute und Wahre im Inbegriff den Himmel bildet, und zwar so vollkommen, daß es einerlei ist, ob man den Himmel nennt oder jenes; denn die Engel, die den Himmel bilden, sind Aufnahmegefäße des Guten und Wahren vom Herrn, und weil sie Aufnahmegefäße derselben sind, sind sie auch Formen derselben, nämlich Formen der Liebe und der Liebtätigkeit. Das Wahre des Glaubens bildet ihre Schönheit, jedoch diese gemäß den Wahrheiten aus dem Guten, d.h. gemäß den Wahrheiten, durch die das Gute hervorleuchtet. Die Formen der Liebe und der Liebtätigkeit, wie sie die Engel in den Himmeln haben, sind aber menschliche Formen; der Grund davon ist, weil das Gute und Wahre, das vom Herrn ausgeht, und dessen Aufnahmegefäße die Engel sind, in Ebenbildern und Ähnlichkeiten des Herrn besteht. 9880. "Von geflochtener Arbeit", 2. Mose 28/22, bedeutet unauflöslich. Dies erhellt aus der Bedeutung der geflochtenen Arbeit, insofern sie eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 9854. Daß sie eine unauflösliche Verbindung bedeutet, kommt daher, weil der Strick (Schnur) von gedrehter und geflochtener Arbeit war, wie aus (den Worten) der Grundsprache deutlich ist, mit dem solche geflochtene Arbeit (oder Schnur) bezeichnet wird. Was aber von gedrehter und geflochtener Arbeit ist, das bedeutet im geistigen Sinn das Unauflösliche. 9881. "Und von reinem Gold", 2. Mose 28/22, bedeutet durch das himmlische Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932, 9490, 9510; und weil "reines Gold" gesagt wird, so ist es das himmlische Gute, das verstanden wird. Es gibt ein himmlisch Gutes und ein geistig Gutes und bei beiden ein inneres und ein äußeres. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das geistig Gute ist das Gute der Liebe zum Nächsten. Alles dieses Gute heißt im Worte Gold, und wird unterschieden in Gold von Uphas, von Ophir, von Seba und Chavillah, und auch aus Tharschisch: in Gold von Uphas: Jerem.10/9; Dan.10/5; welches das himmlisch Gute bezeichnet; in Gold von Ophir: Jes.13/12; Ps.45/10; Hiob 22/24; 18/16; welches das geistig Gute ist; in Gold von Seba: Jes.60/6; Hes.27/22; Ps.72/15; welches das Gute der Erkenntnisse ist; in Gold von Chavillah: 1. Mose 2/11,12; durch Gold und Silber von Tharschisch: Jes.60/9, welches das wißtümlich Wahre und Gute bezeichnet. 9882. "Und mache an das Brustschildlein zwei Ringe von Gold", 2. Mose 28/23, bedeutet die göttliche Sphäre des Guten, durch die eine Verbindung mit dem höheren Gebiet des Himmels (stattfindet). Dies erhellt aus der Bedeutung des Brustschildleins, insofern es ein Vorbild des Himmels ist, worüber Nr. 9879; und aus der Bedeutung der zwei Ringe von Gold, insofern sie die Sphäre des göttlich Guten bezeichnen, durch welche die Verbindung (stattfindet), worüber Nr. 9498, 9501. Daß diese mit dem höheren Gebiet des Himmels (stattfindet), wird dadurch bezeichnet, daß die Ringe an dem oberen Teil des Brustschildleins waren, denn von hier aus wurden die Kettchen zu den Fassungen von Gold an den Schulterstücken des Ephod hingeleitet. 9883. "Und setze die beiden Ringe an die beiden Enden des Brustschildleins", 2. Mose 28/23, bedeutet im Äußersten. Dies erhellt aus der Bedeutung der beiden Ringe, insofern sie die Sphäre des göttlich Guten bezeichnen, durch die eine Verbindung stattfindet, worüber Nr. 9882; aus der Bedeutung der beiden Enden, insofern sie das Letzte oder Äußerste bezeichnen; und aus der Bedeutung des Brustschildleins, insofern es ein Vorbild des Himmels ist, worüber Nr. 9879; und hieraus wird klar, daß durch die beiden Ringe an den beiden Enden des Brustschildleins die Verbindung der Sphäre des göttlich Guten im Äußersten des Himmels bezeichnet wird. 9884. "Und die zwei Geflechte von Gold tue in die beiden Ringe", 2. Mose 28/24, bedeutet die Art und Weise der unauflöslichen Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geflechte oder (Stricke), insofern sie eine unauflösliche Verbindung bezeichnen, worüber Nr. 9880; aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 9881; aber die Art und Weise der Verbindung wird dadurch bezeichnet, daß sie an die beiden Ringe gefügt werden sollten. Hieraus erhellt, daß durch "die beiden Geflechte von Gold tue an die beiden Ringe", die Art und Weise der unauflöslichen Verbindung des Guten mit der göttlichen Sphäre bezeichnet wird. 9885. "An den Enden des Brustschildleins", 2. Mose 28/24, bedeutet im Äußersten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9882 gesagt worden ist. 9886. "Und die zwei (anderen) Enden der beiden Geflechte füge an die beiden Fassungen", 2. Mose 28/25, bedeutet die Art und Weise der Verbindung mit dem Stützenden im Äußersten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Enden, insofern sie das Letzte und Äußerste bezeichnen, worüber Nr. 9882; und aus der Bedeutung der Geflechte, insofern sie die unauflösliche Verbindung bezeichnen, worüber Nr. 9880. Die Art und Weise der Verbindung wird bezeichnet durch das Anfügen an die Fassungen. Ferner aus der Bedeutung der Fassungen, die an den Schulterstücken waren, insofern sie das Entstehen und Bestehen bezeichnen, worüber Nr. 9847, 9851. Daß sie auch die Unterstützung bezeichnen, kommt daher, weil sie an den Schulterstücken waren, und durch die Schultern das Stützende bezeichnet wird, weil sie stützen und tragen. 9887. "Und setze sie auf die Schulterstücke des Ephod", 2. Mose 28/25, bedeutet, dadurch bestehe die Unterstützung des Himmels und die Bewahrung des Guten und Wahren in demselben mit aller Bemühung und Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf die Schulterstücke des Ephod setzen", insofern es die Unterstützung und Bewahrung des Guten und Wahren in den Himmeln bezeichnet. Daß es die Unterstützung bedeutet, sehe man Nr. 9886; daß es die Bewahrung mit aller Bemühung und Macht bedeutet: Nr. 9836. Daß es die Unterstützung des Himmels durch das vom Herrn ausgehende Göttliche, wie auch die Bewahrung des Guten und Wahren darin bedeutet, kommt daher, weil durch das Brustschildlein, das durch die Geflechte an die Schulterstücke des Ephod angebunden und dadurch gehalten wurde, das vom göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet wird: Nr. 9823, also alles Gute und Wahre in seinem ganzen Inbegriff, das den Himmel bildet: Nr. 9879. 9888. "Auf dessen Vorderseite", 2. Mose 28/25, bedeutet in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf der Vorderseite", insofern es ausdrückt, in Ewigkeit, denn durch das Brustschildlein wird der Himmel bezeichnet und alles Gute und Wahre, das ihn bildet: Nr. 9879. Was aber in demselben auf der Vorderseite ist, das ist beständig vor den Augen des Herrn und wird somit in Ewigkeit bewahrt (erhalten). 9889. "Und mache zwei Ringe von Gold", 2. Mose 28/26, bedeutet die Sphäre des göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ringe, insofern sie die Sphäre des göttlich Guten bezeichnen, durch welche die Verbindung stattfindet, worüber Nr. 9882; und aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet: Nr. 9881. 9890. "Und setze sie an die zwei Enden des Brustschildleins", 2. Mose 28/26, bedeutet im Äußersten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Enden, insofern sie das Letzte oder Äußerste bezeichnen; und aus der Bedeutung des Brustschildleins, insofern es ein Vorbild des Himmels ist, worüber Nr. 9882. 9891. "An seinen Rand, gegen das Ephod zu, einwärts", 2. Mose 28/26, bedeutet die Verbindung und Bewahrung des mittleren Teiles. Dies erhellt aus der Bedeutung des Randes an dem Brustschildlein, der gegen das Ephod zu einwärts ist, insofern er die Verbindung mit dem mittleren Teil des Himmels bezeichnet, und somit die Bewahrung; denn durch das Ephod wird das göttlich Wahre im geistigen Himmel in seiner äußeren Form bezeichnet: Nr. 9842, somit der Himmel im Äußersten; und der Rand, der gegen das Ephod zu war, bezeichnet den mittleren Teil; denn es wird von der Verbindung alles Guten und Wahren des Himmels mit dem Letzten daselbst gehandelt und somit von der Bewahrung des Ganzen und aller seiner Teile. Alles Gute und Wahre wird vorgebildet durch die zwölf Steine des Brustschildleins und durch die Namen der zwölf Stämme auf ihnen; ihre Verbindung mit dem Letzten des Himmels wird vorgebildet durch das Anbinden desselben an das Ephod an sechs Stellen: zwei oben an den Schulterstücken, zwei am mittleren Teil und zwei unten an den Schulterstücken oberhalb des Gürtels, dadurch wird vorbildlich die Bewahrung des Ganzen sowohl des Himmels als aller Dinge in ihm dargestellt. Die Verbindung des Brustschildleins mit den Schulterstücken nach oben bildet die Bewahrung des himmlisch Guten und Wahren in demselben vor; die Verbindung aber am Rande gegen das Ephod zu, einwärts, oder an dem mittleren Teil bildet die Bewahrung des geistig Guten und Wahren vor, und die Verbindung mit den Schulterstücken nach unten bei der Zusammenfügung über dem Gürtel bildet die Bewahrung des natürlich Guten und Wahren vor, das aus den beiden früheren hervorgeht; denn das Gute und Wahre des Himmels ist in dreifacher Reihenfolge: was in der obersten ist, heißt das Himmlische, was in der mittleren, das Geistige und was in der unteren, das Natürliche, das aus jenen hervorgeht, worüber unten. 9892. "Und mache zwei Ringe von Gold", 2. Mose 28/27, bedeutet die Sphäre des göttlich Guten, wie Nr. 9882, 9889. 9893. "Und setze sie an die beiden Schulterstücke des Ephod, unterhalb", 2. Mose 28/27, bedeutet die Bewahrung des Guten und Wahren im untersten Teil des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung von "an die Schulterstücke setzen", insofern es die Bewahrung mit aller Bemühung und Macht bezeichnet, wie Nr. 9887. Durch unterhalb wird hier der unterste Teil des Himmels bezeichnet, wo das Gute und das Wahre in natürlicher Form ist; man sehe Nr. 9891. 9894. "An seiner Vorderseite", 2. Mose 28/27, bedeutet in Ewigkeit; wie Nr. 9888. 9895. "An seiner Zusammenfügung, über dem Gürtel des Ephod", 2. Mose 28/27, bedeutet, wo die Verbindung aller Dinge (ist); zunächst innerhalb des äußeren Bandes, durch das alles in seiner Verknüpfung und Form gehalten wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von "an seiner Zusammenfügung mit dem Ephod", insofern es ausdrückt, da wo die Verbindung aller Dinge ist, die durch das Ephod bezeichnet werden, nämlich das Gute und das Wahre im geistigen Reich in äußerer Form: Nr. 9824. Aus der Bedeutung von "über dem Gürtel des Ephod", insofern es ausdrückt, zunächst innerhalb des äußeren Bandes, durch das alles in seiner Verknüpfung und Form gehalten wird; denn durch "oberhalb" wird bezeichnet, was innerhalb ist, weil durch das Obere das Innere: Nr. 2148, 3084, 4599, 5146, 8325; und durch den Gürtel des Ephod das äußere Band, durch das alles in seiner Verknüpfung und Form gehalten wird: Nr. 9828, 9837. Wie es sich damit verhält, soll mit wenigem gesagt werden: Daß durch das Anbinden des Brustschildleins an die Schulterstücke oben, in der Mitte und unten die Verbindung aller Dinge des Himmels bezeichnet wird, ist Nr. 9891 gezeigt worden; und daß durch dieses letzte Anbinden über dem Gürtel die Bewahrung aller Dinge im untersten Teil bezeichnet wird, wo das Gute und Wahre sich darstellt in natürlicher Form: Nr. 9893; daß das Unterste oder das Letzte das Höhere oder Innere in seiner Verknüpfung und Form erhält, sehe man Nr. 9828. Dieses Unterste oder Letzte wird durch den Gürtel des Ephod vorgebildet: Nr. 9828, 8937, aber daß es zunächst innerhalb oder oberhalb ist, wird dadurch vorgebildet, daß es an der Zusammenfügung über dem Gürtel (geschehen soll), wo das Brustschildlein am Ephod unten angebunden ist. 9896. "Und sie sollen das Brustschildlein anbinden vermittelst seiner Ringe an die Ringe des Ephod", 2. Mose 28/28, bedeutet die Verbindung und Bewahrung aller Dinge des Himmels durch die Sphäre des göttlich Guten im Äußeren des geistigen Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung von anbinden, insofern es eine Verbindung und Bewahrung bezeichnet, worüber im obigen, wo von dem Anbinden des Brustschildleins an das Ephod gehandelt worden ist; aus der Bedeutung des Brustschildleins, insofern es ein Vorbild aller Dinge des Himmels ist, worüber Nr. 9879, 9887; aus der Bedeutung der Ringe, insofern sie die Sphäre des göttlich Guten bezeichnen, durch welche die Verbindung (stattfindet), worüber Nr. 9498, 9501, 9882; und aus der Bedeutung des Ephod, insofern es das göttlich Wahre im geistigen Reich in seiner äußeren Form bezeichnet, in die das Innere ausläuft, worüber Nr. 9824, somit das ganze Äußere dieses Reiches. 9897. "Mit einer blauen Schnur", 2. Mose 28/28, bedeutet durch die himmlische Liebe des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der blauen Schnur, insofern sie die himmlische Liebe des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9466, 9687, 9833. 9898. "Daß es über dem Gürtel des Ephod sei", 2. Mose 28/28, bedeutet, damit es in Ewigkeit erhalten werde in seiner Verknüpfung und in seiner Form. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9895 gesagt worden ist. 9899. "Und das Brustschildlein nicht zurückweiche von dem Ephod", 2. Mose 28/28, bedeutet, das Ganze des Himmels sei unzertrennlich vom Äußeren des geistigen Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht zurückweichen, insofern es heißt, nicht getrennt werden; aus der Bedeutung des Brustschildleins, insofern es ein Vorbild des ganzen Himmels ist, worüber Nr. 9879, 9887; aus der Bedeutung des Ephod, insofern es das ganze Äußere des geistigen Reiches bezeichnet, worüber Nr. 9824, 9896. 9900. "Und Aharon soll die Namen der Söhne Israels tragen", 2. Mose 28/29, bedeutet die Bewahrung des Guten und Wahren in Ansehung der ganzen Beschaffenheit vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von tragen, wenn vom Brustschildlein (die Rede ist), durch das alles Gute und Wahre des Himmels: Nr. 9879, 9887 bezeichnet wird, insofern es soviel ist als bewahren, denn was auf der Brust getragen wird, das wird bewahrt. Daß "tragen", wenn vom Göttlichen (die Rede ist), auch bedeutet, im Zustand des Guten und Wahren erhalten, sehe man Nr. 9500, 9737. Aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten darstellt, worüber Nr. 9806; und aus der Bedeutung der Namen (der Söhne) Israels, insofern sie das Gute und Wahre des Himmels und der Kirche in Ansehung ihrer ganzen Beschaffenheit bezeichnen, worüber Nr. 9842. 9901. "An dem Brustschildlein des Urteils", 2. Mose 28/29, bedeutet das Vorbild des Himmels in Ansehung des göttlich Wahren, das hervorleuchtet aus dem göttlich Guten des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brustschildleins des Urteils, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, das hervorleuchtet aus dem göttlich Guten des Herrn, worüber Nr. 9857; und weil es ein Vorbild des Himmels ist: Nr. 9879, 9882. 9902. "Auf seinem Herzen", 2. Mose 28/29, bedeutet aus göttlicher Liebe in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herzens, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 3313, 3635, 3883-3896, 7542, 9050. Wenn daher vom Herrn (die Rede ist), Der hier durch Aharon vorgebildet wird, so bezeichnet es die göttliche Liebe; darum heißt "auf dem Herzen tragen", bewahren aus göttlicher Liebe in Ewigkeit. 9903. "Wenn er hineingeht ins Heilige", 2. Mose 28/29, bedeutet, bei allem Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung von hineingehen in das Heilige, insofern es den Gottesdienst bezeichnet; denn heilig wurde jede Verrichtung am Altar und im Versammlungszelt genannt, die zum Gottesdienst gehörte. 9904. "Zum Gedächtnis vor Jehovah allezeit", 2. Mose 28/29, bedeutet aus Barmherzigkeit in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gedächtnisses, wenn vom Göttlichen (die Rede ist), insofern es ausdrückt, bewahren oder befreien aus Barmherzigkeit, worüber Nr. 9849; und aus der Bedeutung von "allezeit", insofern es soviel ist als in Ewigkeit. 9905. "Und in das Brustschildlein des Urteils sollst du tun Urim und Thummim", 2. Mose 28/30, bedeutet das Hervorglänzen des göttlich Wahren vom Herrn im Letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brustschildleins des Urteils, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, das hervorleuchtet aus dem göttlich Guten des Herrn, worüber Nr. 9857; und aus der Bedeutung von Urim und Thummim, insofern es das Licht und das Hervorglänzen desselben bezeichnet. Daß Urim und Thummim das Licht und das Hervorglänzen bedeutet, kommt daher, weil durch die Steine des Brustschildleins das Licht des Himmels hervorglänzte in verschiedener Weise, je nach den Antworten, die durch dieselben gegeben wurden. Deshalb waren sie auch von verschiedenen Farben; denn das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, erscheint vor den Engeln als ein Licht, und aus diesem stammt alles Licht des Himmels. Die Farben, die daraus hervorgehen, sind Modifikationen dieses Lichtes bei den Engeln, und bezeichnen die mannigfachen Verschiedenheiten der Einsicht und Weisheit bei ihnen; denn alle Einsicht und Weisheit kommt aus diesem göttlich Wahren oder dem Licht. Hieraus kann man ersehen, daß durch das Hervorleuchten in mannigfaltigen Farben aus diesem Licht sich im Himmel die göttlichen Wahrheiten darstellen, die in den Antworten enthalten sind. Ebenso durch die Urim und Thummim, wenn das Göttliche befragt wurde. Man muß jedoch wissen, daß, sobald das Hervorleuchten sich zeigte, dann auch zugleich mit lauter Stimme die Antwort gegeben wurde in Beziehung auf die Sache, um die gefragt worden war, und dies geschah durch Engel, denen es durch solches Hervorglänzen vom Herrn offenbart wurde; denn die göttlichen Wahrheiten, die eben die Antworten waren, erscheinen auf solche Weise in den Himmeln. Daß das Licht des Himmels das vom göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3094, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3323, 3337, 3339, 3341, 3636, 3643, 3862, 3993, 4060, 4180, 4302, 4408, 4414, 4415, 4419, 4527, 4598, 5400, 6032, 6313, 6315, 6608, 6907, 7174, 8644, 8707, 8861, 9399, 9407, 9570, 9571 E. Daß ferner die Farben in den Himmeln erscheinen, und daß sie Modifikationen dieses Lichtes bei den Engeln sind, und somit mannigfache Verschiedenheiten der Einsicht und Weisheit bei ihnen: Nr. 3993, 4530, 4677, 4742, 4922, 9466, 9467, 9865. Daß es so ist, erhellt auch aus der Bedeutung der Urim und Thummim, denn die Urim bedeuten ein leuchtendes Feuer und die Thummim das Hervorglänzen aus demselben. Das leuchtende Feuer ist das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn, und das Hervorglänzen ist dieses Wahre im Letzten, somit in seiner Wirkung. Man merke aber, daß Thummim in der hebräischen Sprache Recht (Redlichkeit) bedeutet, in der Engelssprache aber das Hervorleuchten. Es wird gesagt "in der Engelssprache", weil die Engel unter sich aus dem eigentlichen Wesen der Sache reden, das sie innerlich wahrnehmen, somit gemäß ihrer Beschaffenheit; denn die Rede fließt hieraus in einem entsprechenden Ton, der nur den Engeln hörbar ist. Das Hervorstrahlen des göttlich Wahren wird durch das Wort Thummim ausgedrückt, und daher kommt seine Benennung; dasselbe wird von den Engeln wahrgenommen, wenn das Wort Thum in der hebräischen Sprache gelesen wird, wodurch das Recht oder die Redlichkeit (Integritas) bezeichnet wird. Daher kommt es, daß durch "redlich" (integrum) im Worte dem inneren Sinn nach das göttlich Wahre in seiner Wirkung bezeichnet wird, insofern diese ein Leben nach den göttlichen Geboten ist, wie aus vielen Stellen im Worte erhellen kann, wie Jos.24/14; Richt.9/16,19; Ps.25/21; 37/37; 84/12; 101/2; 119/1. Deswegen werden auch die Urim und Thummim (das Gericht oder) das Urteil der Söhne Israels genannt, wie auch das Brustschildlein des Urteils, und das Urteil der Urim, denn das Urteil (Gericht) bedeutet das göttlich Wahre in der Lehre und im Leben; man sehe Nr. 9857. Hieraus kann man nun ersehen, daß das Brustschildlein durch die Urim und Thummim, d.h. durch das Hervorstrahlen des Himmelslichtes, die göttlichen Wahrheiten in der natürlichen Sphäre und somit im Letzten offenbarte. Ein ähnliches Hervorstrahlen stellt sich auch inwendig bei denen dar, die im Wahren aus dem Guten sind, und dasselbe spricht gleichsam und gibt Antworten, wenn das Wahre aus Neigung des Herzens gesucht und wie das Gute geliebt wird. Daß es ein solches Hervorleuchten gibt, durch welches das göttlich Wahre aus dem Himmel im natürlichen Menschen offenbart wird bei denen, die aus dem Worte erleuchtet werden, wird in der Welt nicht wahrgenommen, weil man nicht weiß, daß ein Licht aus dem Himmel das Verständige des Menschen erleuchtet. Daß es sich aber gleichwohl so verhält, wurde (mir) gegeben wahrzunehmen und auch zu sehen. Man muß ferner wissen, daß dieses Hervorstrahlen im Letzten erscheint, weil alles, was dem Lichte aus dem Göttlichen angehört, bis zu den äußersten Grenzen herabsteigt, und deshalb auch hier und da hervorleuchtet. Daher kommt es nun, daß das Brustschildlein auf das Ephod und über den Gürtel desselben gesetzt wurde; denn das Ephod bildete das göttlich Wahre im Letzten vor: Nr. 9824; und der Gürtel desselben bildete das gemeinsame Band vor, damit alles in Verknüpfung gehalten wurde: Nr. 9828, 9837. Daher wird gesagt: "Und sie sollen das Brustschildlein anbinden vermittelst seiner Ringe an die Ringe des Ephod, daß es über dem Gürtel des Ephod sei, und das Brustschildlein nicht zurückweiche auf dem Ephod": 2. Mose 28/28. Daß auch die Namen der Söhne Israels eingegraben wurden, geschah deshalb, weil die zwölf Stämme auch das Ganze des göttlich Guten und Wahren in den Himmeln vorbildeten, und folglich den Himmel mit allen Gesellschaften darin. Daß sie aber Verschiedenes bezeichnen, je nach der Ordnung, in der sie im Worte genannt werden, sehe man Nr. 3858, 3862, 3926, 3939, 4060, 4603, 6335, 6337, 6397, 6640, 7836, 7891, 7973, 7997. 9906. "Und sie sollen auf dem Herzen Aharons sein", 2. Mose 28/30, bedeutet aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn; man sehe Nr. 9903. 9907. "Wenn er damit hineingeht vor Jehovah", 2. Mose 28/30, bedeutet bei jedem Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung von hineingehen vor Jehovah, oder was das gleiche ist, in das Heilige, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, wovon Nr. 9903. 9908. "Und Aharon soll das Urteil (Recht, Gericht) über die Söhne Israels tragen", 2. Mose 28/30, bedeutet das göttlich Wahre des Himmels und der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Urteils (oder Gerichts), insofern es das göttlich Wahre in der Lehre und im Leben bezeichnet, worüber Nr. 9857. Weil es die Urim und Thummim waren, die hier Urteil heißen, darum ist es das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht und im Letzten hervorleuchtet und hervorstrahlt, was hier unter Urteil verstanden wird; denn die Urim und Thummim bedeuten dies: Nr. 9905. 9909. "Auf seinem Herzen vor Jehovah allezeit", 2. Mose 28/30, bedeutet, beständig hervorleuchtend aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herzens, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 3313, 3635, 3883-3896, 7542, 9050; und aus der Bedeutung von allezeit, insofern es ausdrückt "beständig (oder immerdar)"; es bedeutet aber auch "hervorleuchtend", weil das Brustschildlein auf dem Herzen war, und durch das Brustschildlein das göttlich Wahre bezeichnet wird, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorleuchtet, Nr. 9823. 9910. Vers 31-35: Und das Oberkleid unter dem Ephod mache ganz von Blau. Und es soll seine Kopföffnung sein in seiner Mitte; eine Borte soll rings um die Öffnung sein, die Arbeit eines Webers; wie die Öffnung eines Panzers soll es haben, damit es nicht zerreiße. Und an seine Säume mache Granatäpfel von Blau, Purpur und Scharlach, an seine Säume ringsherum, und goldene Schellen zwischen ihnen ringsherum. Eine goldene Schelle und einen Granatapfel, und wieder eine goldene Schelle und einen Granatapfel, an den Säumen des Oberkleides ringsherum. Und Aharon soll es anhaben beim Dienst, daß man seinen Klang höre, wenn er eingeht in das Heilige vor Jehovah, und wenn er herausgeht, damit er nicht sterbe. "Und das Oberkleid unter dem Ephod mache" bedeutet das göttlich Wahre in der inneren Form im geistigen Reich; "ganz von Blau" bedeutet, durch den Einfluß aus dem Guten des himmlischen Reiches; "und es soll seine Kopföffnung sein in seiner Mitte" bedeutet die Art und Weise des Einflusses von oben her; "eine Borte soll rings um die Öffnung sein" bedeutet allenthalben begrenzt und geschlossen; "die Arbeit eines Webers" bedeutet aus dem Himmlischen; "wie die Öffnung eines Panzers soll es haben, damit es nicht zerreiße" bedeutet, auf diese Weise stark und geschütz vor Beschädigung; "und an seine Säume mache" bedeutet im Äußersten, wo das Natürliche ist; "Granatäpfel" bedeutet die wißtümlichen Kenntnisse des Guten; "von Blau, Purpur und Scharlach" bedeutet aus dem Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens; "an seine Säume ringsherum" bedeutet im Äußersten, wo das Natürliche allenthalben ist; "und goldene Schellen" bedeutet das Ganze der Lehre und des Gottesdienstes, übergehend auf diejenigen, die der Kirche angehören; "zwischen ihnen ringsherum" bedeutet aus dem Inneren der wißtümlichen Kenntnisse des Guten allenthalben; "eine goldene Schelle und einen Granatapfel, und wieder eine goldene Schelle und einen Granatapfel, an den Säumen des Oberkleides ringsherum" bedeutet, so allenthalben; "und Aharon soll es anhaben" bedeutet das Vorbildliche des Herrn; "beim Dienst" bedeutet während des Gottesdienstes und der Verkündigung; "daß man seinen Klang höre" bedeutet den Einfluß des Wahren bei denen, die in den Himmeln und die auf Erden sind; "wenn er eingeht in das Heilige vor Jehovah, und wenn er herausgeht" bedeutet in jedem Zustand des Guten und Wahren beim Gottesdienst; "damit er nicht sterbe" bedeutet, damit das Vorbildliche nicht zugrunde gehe und dadurch die Verbindung mit den Himmeln. 9911. "Und das Oberkleid unter dem Ephod mache", 2. Mose 28/31, bedeutet das göttlich Wahre in der inneren Form im geistigen Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung des Oberkleides, insofern es im allgemeinen das geistige Reich bezeichnet, und im besonderen das göttlich Wahre daselbst in seiner inneren Form, worüber Nr. 9825. 9912. "Ganz von Blau", 2. Mose 28/31, bedeutet, durch den Einfluß aus dem Guten des himmlischen Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung von Blau, insofern es die himmlische Liebe des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 9466, die das Gute der gegenseitigen Liebe ist, und das Gute der gegenseitigen Liebe ist das äußere Gute des himmlischen Reiches; denn das Gute in den Himmeln geht in seiner Ordnung vom Innersten bis zum Äußersten hervor, und in der Ordnung, in der es hervorgeht, fließt es auch ein, denn hervorgehen heißt einfließen. In welcher Ordnung das Gute hervorgeht, sehe man Nr. 9873. Dieses Gute ist es, das in das innere Gute des geistigen Reiches einfließt, und durch Oberkleid bezeichnet wird. Daraus entsteht jenes Gute, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist. Daher kommt es nun, daß das Oberkleid ganz von Blau sein sollte. Mit dem Einfluß des Guten verhält es sich in folgende Weise: Es gibt kein Gutes, das (wahrhaft) gut ist, wenn es nicht in sich ein inneres Gutes hat, aus dem es stammt. Das innere Gute, aus dem es stammt, macht sein Wesen aus. Daher kommt es, daß dieses Gute in dem darauffolgenden fast wie die Seele in ihrem Körper ist. Dieses nachfolgende (Gute) ist es, von dem gesagt wird, daß es aus einem anderen hervorgehe, das inwendiger ist. Daß das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten aus dem Guten der gegenseitigen Liebe hervorgeht, welches das frühere oder inwendigere Gute ist, wurde schon einige Male gezeigt; das Gute der gegenseitigen Liebe ist das äußere Gute der Unschuld; und wenn das Gute der Liebtätigkeit nicht das Gute der Unschuld in sich hat, ist es kein Gutes der Liebtätigkeit: Nr. 2526, 2780, 3183, 4797, 6765, 7840, 9262; folglich auch, wenn es nicht das Gute der gegenseitigen Liebe in sich hat. Daher kommt es nun, daß das Oberkleid ganz aus Blau sein sollte; denn Blau bezeichnet das Gute der gegenseitigen Liebe, oder was das gleiche ist, das äußere Gute der Unschuld. Und das Oberkleid bedeutet das göttlich Wahre in seiner inneren Form im geistigen Reich, was das gleiche ist wie das Gute der Liebtätigkeit: Nr. 9825. 9913. "Und es soll seine Kopföffnung sein in seiner Mitte", 2. Mose 28/32, bedeutet die Art und Weise des Einflusses von oben her. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kopföffnung am Oberkleid in seiner Mitte, insofern es (den Ort) bezeichnet, wo der Einfluß von oben her, oder was das gleiche, vom Inneren aus, somit von dem himmlischen Reich in das geistige (stattfindet). Daß das äußere Gute des himmlischen Reiches einfließt in das innere Gute des geistigen Reiches, sehe man Nr. 9912. Daß die Kopföffnung am Oberkleid in seiner Mitte dies bedeutet, kommt daher, weil durch das Oberkleid das geistige Reich und im besonderen das Innere desselben bezeichnet wird: Nr. 9825, und durch den Hals, wo die Kopföffnung am Oberkleid war, der Einfluß, die Mitteilung und das Einfließen des Himmlischen in das Geistige: Nr. 3542, 5320, 5328, denn der Kopf beim Menschen entspricht dem himmlischen Reich des Herrn, und der Leib seinem geistigen Reich; darum entspricht der dazwischenliegende Hals, den die Kopföffnung des Oberkleides umgibt und bekleidet, der Vermittlung oder dem Einfluß des himmlischen Reiches in das geistige Reich. Daß solches durch die Kopföffnung am Oberkleid in seiner Mitte bezeichnet wird, kann als eine unsinnige Behauptung erscheinen, und erscheint auch wirklich so bei denen, die nichts vom Himmel und von den Geistern und Engeln daselbst wissen, und somit auch nichts von der Entsprechung. Daß aber alles beim Menschen in Entsprechung steht mit allen Dingen in den Himmeln, ist am Ende mehrerer Kapitel gezeigt worden; man sehe die Nr. 9280 angeführten Stellen. Und daß im allgemeinen der Kopf den himmlischen Dingen entspricht, der Leib den geistigen und die Füße den natürlichen: Nr. 4938, 4939. Hieraus wird klar, daß der Hals zufolge der Entsprechung den Einfluß, die Mitteilung und Verbindung des Himmlischen mit dem Geistigen bedeutet; und daher bedeutet die Kopföffnung am Oberkleid, die gemacht wurde, damit sie den Hals umgebe, die Art und Weise dieses Einflusses, denn durch die Kleider Aharons wurde im allgemeinen das vorgebildet, was zum geistigen Reich des Herrn gehört: Nr. 9814. Hieraus erhellt, daß durch die Beschreibung der Öffnung oder ihres Umgebens dieser Einfluß beschrieben wird. Außerdem muß man wissen, daß die Engel und Geister mit Kleidern angetan erscheinen, und daß das einzelne an den Kleidern vorbildlich ist. Das wissen alle, die in den Himmeln sind; daher kommt es, daß auch das einzelne an den Kleidern Aharons solche Dinge vorbildete, die in den Himmeln sind; denn das Wort wurde durch die Leitung des Herrn so geschrieben, daß durch dasselbe eine Verbindung stattfindet. Daß der Mensch der Kirche dies nicht weiß, obgleich er ein solches Wort hat, kommt daher, weil sein Inneres der Welt zugekehrt ist, und zwar so sehr, daß es nicht gegen den Himmel hin erhoben und belehrt werden kann; man sehe Nr. 9706, 9707, 9709. 9914. "Eine Borte soll rings um die Öffnung sein", 2. Mose 28/32, bedeutet allenthalben begrenzt und geschlossen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Borte oder des Streifens rings um die Öffnung oder das obere Loch am Oberkleide, insofern es ausdrückt "allenthalben begrenzt und geschlossen"; denn jene Borte oder jener Streifen, der ringsum war, begrenzte es und schloß es ab. Durch dieses und durch das gleich Folgende wird die Art und Weise des Einflusses vom himmlisch Guten in das geistig Gute beschrieben. Daß dieser Einfluß sich in gleicher Weise verhält wie der Einfluß der Kräfte vom Kopf durch den Hals beim Menschen, erhellt aus dem, was im früheren Abschnitt über den Einfluß gesagt worden ist. Wie dieser Einfluß beschaffen ist, soll auch mit wenigem gesagt werden: Alle ersten oder feinsten Teile, die zum Kopfe gehören, nämlich zum großen und kleinen Gehirn, vereinigen sich daselbst in Faserbündelchen und Nerven, und senken sich dann durch den Hals in den Leib, und verbreiten sich hier nach allen Seiten, und setzen die Organe desselben in Bewegung ganz nach dem Winke des Willens, der in den Gehirnen anfängt. Ebenso ist es mit dem Abfluß und Zufluß der Vermögen und der Kräfte aus dem himmlischen Reich, welches das Haupt im Größten Menschen oder im Himmel bildet, in das geistige Reich, das gleichsam seinen Leib bildet. Dieser Einfluß ist es auch, der unter der Kopföffnung am Oberkleid in seiner Mitte verstanden und beschrieben wird, und die Begrenzung desselben unter der Borte ringsherum. Daher kommt es nun, daß durch die Borte um diese Öffnung das allenthalben Begrenzte und Abgeschlossene bezeichnet wird, und diese Begrenzung wird nun beschrieben. 9915. "Die Arbeit eines Webers", 2. Mose 28/32, bedeutet aus dem Himmlischen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Arbeit eines Webers, insofern es bezeichnet "aus dem Himmlischen". Durch Arbeit wird das bezeichnet, was entsteht oder ins Dasein kommt, somit was aus einem anderen (hervorgeht), und der Weber bezeichnet den, der bewirkt, daß es ist oder existiert; somit bedeutet er das Himmlische; denn aus diesem und durch dieses existiert das Geistige. Daß das Gute des himmlischen Reiches in das Gute des geistigen Reiches einfließt und bewirkt, daß es existiert, ist Nr. 9913, 9914 gezeigt worden. Ob man sagt das Gute des himmlischen Reiches oder das Himmlische, ist dasselbe, denn das Himmlische ist das Gute dieses Reiches. Ebenso verhält sich das Gute des geistigen Reiches und das Geistige. Was das Gute des himmlischen Reiches ist oder das Himmlische, und was das Gute des geistigen Reiches ist oder das Geistige, sehe man an den Nr. 9277 angeführten Stellen. In den Himmeln ist dreierlei, was der Ordnung nach aufeinanderfolgt, nämlich das Himmlische, das Geistige und das Natürliche. Das Himmlische macht den innersten Himmel, das Geistige den mittleren Himmel, und das Natürliche, das aus dem Geistigen hervorgeht, den letzten Himmel. Ebendieselben drei sind im Menschen, und folgen aufeinander in der gleichen Ordnung wie in den Himmeln; denn der wiedergeborene Mensch ist ein Himmel in kleinster Form, und steht in Entsprechung mit dem größten: Nr. 9279; aber diese aufnehmenden Vermögen werden Wille, Verstand und Wissen (Erkenntnisvermögen) genannt, aus dem letzteren das Denken oder das Vorstellungsvermögen des äußeren oder natürlichen Menschen stammt. Der Wille nimmt das Himmlische oder das Gute auf, der Verstand nimmt das Geistige oder Wahre daraus auf, und das Wißtümliche, das den Verstand des natürlichen Menschen macht, faßt dieses alles zusammen. Diese drei werden im Worte bezeichnet durch den Buntwirker, Künstler und Weber. Daß Buntwirker oder Buntgewirktes das Wißtümliche bedeutet (oder das Wissen), sehe man Nr. 9688; und daß Künstler oder das künstlerische Erfinden (excogitatio) das Verstandesvermögen bedeutet: Nr. 9598, 9688, somit bezeichnet der Weber das Willensvermögen. Der Grund, warum der Weber diese Bedeutung hat, liegt darin, daß das Wollen (der Wille) in den Verstand einfließt und ihn gleichsam webt, und zwar so sehr, daß das, was im Verstande ist, gleichsam ein Gewebe aus dem Willen ist; denn was der Wille will, das bildet er so, daß es vor dem Gesicht (visus) im Verstande erscheint. Dieses Gesicht ist der Gedanke; deshalb wird durch Kunstwirker (wörtlich Ausdenker, excogitator) das Verstandesvermögen bezeichnet. Weil durch die Kleider Aharons der dem himmlischen Reich beigesellte geistige Himmel vorgebildet wurde: Nr. 9814, und das himmlische Reich dem Willensgebiet beim Menschen entspricht, und das geistige Reich dem Verstandesgebiet bei ihm: Nr. 9835, darum wird in Anwendung auf die Kleider gesagt: "Werk eines Buntwirkers, Künstlers und Webers", und dadurch bezeichnet, daß sie aus dem Wißtümlichen, aus dem Verstand und aus dem Willen, oder, was dasselbe ist, aus dem Natürlichen, dem Geistigen und dem Himmlischen (hervorgehen). Daß sie solches bedeuten, können alle erkennen, die glauben, daß das Wort göttlich ist, und daß es somit im Inneren alles das enthält, was sich auf den Herrn, auf den Himmel und die Kirche bezieht, denn dies ist das Göttliche. Wäre dies nicht der Fall, was sollte es dann heißen, daß Jehovah selbst sagte, aus welchem Stoff und von welcher Arbeit die Kleider Aharons gemacht werden sollten, und welche ein Werk des Buntwirkers, welche ein Werk des Künstlers und welche das eines Webers sein sollten? Dies wird auch ausdrücklich in einem späteren Kapitel des 2. Buches Mose mit folgenden Worten unterschieden: 2. Mose 35/35: "Diese erfüllte Er mit Weisheit des Herzens, zu machen alles Werk des Arbeiters (opificis), und des Künstlers (Ausdenkers, excogitatoris), und des Buntwirkers (acupictoris), in Blau und in Purpur und in Scharlach, und der Weber (textoris), die machen allerlei Werk und Gedanken ausdenken": der Arbeiter oder Werkmeister bedeutet hier das himmlische göttlich Gute, aus dem der neue Wille des Wiedergeborenen (stammt): Nr. 9846, sein Werk wird an erster Stelle genannt, weil es unmittelbar aus dem Göttlichen (hervorgeht), und weil aus dem himmlisch Guten mittelbar alles entsteht und hervorgeht. 9916. "Wie die Öffnung eines Panzers soll es haben, damit es nicht zerreiße", 2. Mose 28/32, bedeutet, auf diese Weise sei es stark und geschütz vor Beschädigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Panzers, insofern er das stark Zusammengewebte bezeichnet, weshalb gesagt wird, "damit es nicht zerreiße", d.h., damit es gesichert sei vor Beschädigung. Ein solches Zusammengewebtes wird auch durch dieses Wort in der Grundsprache bezeichnet. Man kann sich eine Vorstellung von diesem Gewebe machen aus der Entsprechung; denn es wird hier im inneren Sinn von dem Einfluß des himmlisch Guten in das geistig Gute gehandelt. Dieser Einfluß ist es, der durch die Kopföffnung am Oberkleid bezeichnet und auch durch die Arbeit des Webers und des Panzers beschrieben wird. Diesem Einfluß aus den Himmeln entspricht der Einfluß des Lebens bei dem Menschen vom Kopf durch den Hals in den Leib: Nr. 9913, 9914; und weil dies der Fall ist, so entspricht ihm auch das Gewebe aus den starken Muskeln des Halses, und unterhalb des Gewebes die Knochen, die gleichsam einen Kreis um ihn bilden, und durch die der Einfluß vor jedem Schaden gesichert wird. Dadurch kann man sich eine Vorstellung machen von dem einzelnen in diesem Vers, nämlich was bezeichnet wird durch die Kopföffnung in der Mitte, durch die Borte ringsherum, durch die Arbeit des Webers und durch die Öffnung wie einen Panzer, damit es nicht zerreiße. Man merke aber wohl, daß alle Vorbildungen in der Natur sich auf die menschliche Form beziehen und gemäß der Beziehung auf dieselbe ihre Bedeutung haben: Nr. 9496, und daß alle Kleidungsstücke ihre Bedeutung von dem Teil des Körpers herleiten, den sie bedecken: Nr. 9827, und daher auch dieser obere Teil des Oberkleides, der den Hals umgibt und schützt. 9917. "Und an seine Säume mache", 2. Mose 28/33, bedeutet im Äußersten, wo das Natürliche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Säume des Oberkleides, insofern sie das Äußere bezeichnen, wo das Natürliche ist; denn durch das Oberkleid wird im besonderen das göttlich Wahre im geistigen Reich in seiner inneren Form und im allgemeinen das geistige Reich bezeichnet: Nr. 8925; und durch die Säume, die unten herum waren, das Äußerste desselben. Das Äußerste des geistigen Reiches ist aber das Natürliche; denn das Gute und das Wahre in den Himmeln folgt aufeinander in folgender Ordnung: in dem höchsten oder innersten ist das himmlisch Gute und Wahre, im mittleren ist das geistig Gute und Wahre, und im letzten ist das natürlich Gute und Wahre. Über diese Aufeinanderfolge in den Himmeln und bei dem Menschen sehe man, was Nr. 9915 gesagt worden ist. Und weil das Wißtümliche des Wahren und Guten im äußeren oder natürlichen Menschen ist, darum wurden auch die Garnatäpfel an die Säume gesetzt, weil die Granatäpfel die wißtümlichen Kenntnisse des Guten bedeuten. Auch wurden zwischen die Granatäpfel goldene Schellen angebracht, weil durch Schellen solche Dinge bezeichnet werden, die aus dem Wißtümlichen hervorgehen. Daß die Säume am Oberkleid das Äußerste bezeichnen, wo das Natürliche ist, erhellt aus den Stellen im Worte, wo Säume genannt werden: Jes.6/1: "Ich sah den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und Seine Säume erfüllten den Tempel": durch den Thron, auf dem der Herr saß, wird der Himmel bezeichnet, und im besonderen der geistige Himmel: Nr. 5313, 8625; durch die Säume werden hier die göttlichen Wahrheiten im Letzten oder Äußersten bezeichnet, wie die Wahrheiten des Wortes im Buchstabensinn beschaffen sind. Daß sie den Tempel erfüllen, wird gesagt, wenn sie die Kirche erfüllen. Durch die Säume, die den Tempel erfüllen, wird aber dasselbe bezeichnet, wie durch den Rauch und die Wolke, welche die Stiftshütte und auch den Tempel erfüllte, was einige Male im Worte vorkommt. Daß durch den Rauch daselbst das göttlich Wahre im Letzten bezeichnet wird, wie es im Buchstabensinn des Wortes ist, sehe man Nr. 8916, 8918; und auch durch die Wolke: Nr. 4060, 4391, 5922, 6343. Daß das Weib, das den Blutfluß hatte, als sie den Saum der Kleider des Herrn berührte, gesund wurde: Matth.9/20,22, und daß überhaupt alle, die den Saum Seiner Kleider anrührten, gesund wurden: Matth.14/36; Mark.6/56, bedeutete, daß aus dem Göttlichen im Äußersten oder Letzten das Heil hervorging; denn im Letzten des Guten und Wahren aus dem Göttlichen wohnt die Kraft und die Macht; man sehe Nr. 9836. Daß auch in demselben die göttlichen Antworten gegeben wurden, sehe man Nr. 9905. Bei Matth.23/5, sagt Jesus von den Schriftgelehrten und Pharisäern, "daß sie alle ihre Werke täten, um von den Leuten gesehen zu werden, und darum ihre Denkzettel breit und die Säume an ihren Oberkleidern groß machten": hier zeigt sich ganz deutlich, daß die Säume an dem Oberkleide das Äußere bezeichnen, das sich dem Blick darstellt, und daß das Großmachen derselben bedeutet, die Werke im Äußeren tun, damit sie erscheinen oder gesehen werden. Jerem.Klagel.1/9: "Schwer hat sich Jerusalem versündigt, ihre Unreinigkeit ist an ihren Säumen": Unreinigkeit an den Säumen bedeutet in Taten und Worten, somit im Äußersten; denn das Äußere erhält sein inneres Wesen aus dem Inneren. Wenn daher das Innere unrein ist, so ist auch das Äußere unrein, obgleich die Unreinigkeiten nicht vor den Menschen erscheinen, weil die Menschen auf die äußere Form schauen, und darum das Innere nicht sehen. Gleichwohl aber erscheinen die Unreinigkeiten, die im Inneren sind, vor den Engeln, und werden auch bei einem jeden im anderen Leben aufgedeckt, weil dort das Äußere weggenommen wird. Dadurch zeigt sich dann, wie die Werke ihrem Wesen nach beschaffen sind. Nahum 3/5: "Ich will aufheben deine Säume über dein Angesicht, und den Völkern zeigen deine Blöße": die Säume aufheben über das Angesicht bedeutet, das Äußere entfernen, damit das Innere erscheine; denn das Äußere, das Sache des natürlichen Menschen ist, bedeckt in verschiedener Weise das Innere, das Heuchelei, List, Trug, Haß, Rache, Ehebruch und anderes dergleichen ist. Wenn daher das Äußere weggenommen wird, dann erscheint das Innere in seiner Unreinheit und in seiner Häßlichkeit. Jerem.13/22,26: "Und wenn du sprichst in deinem Herzen: Warum begegnet mir dieses?, (so wisse): um der Menge deiner Missetat willen sind deine Säume aufgedeckt und deine Fersen mit Gewalt entblößt. Ich will deine Säume über dein Angesicht ziehen, damit man sehe deine Schande, deine Ehebrüche": hier von den Greueln Jerusalems; die Säume aufdecken und sie aufziehen bedeutet, das Äußere, das umhüllt und verbirgt, wegnehmen, damit das Innere gesehen werde; denn der Mensch lernt das Gute, das Ehrenhafte und Aufrichtige zu erheucheln um des Rufes, der Ehre und des Gewinnes willen, während in seinem Inneren Böses und Falsches verschiedener Art verborgen liegt. Weil durch die Säume das Äußere bezeichnet wird, darum werden hier auch die Fersen genannt, denn die Fersen bezeichnen das Unterste des Natürlichen, man sehe Nr. 259, 4938 f, 4940-4951. Hieraus erhellt nun, daß durch die Säume des Oberkleides das Gute und Wahre im Äußersten oder Letzten bezeichnet wird, das in der natürlichen Welt ist. 9918. "Granatäpfel", 2. Mose 28/33, bedeutet die wißtümlichen Kenntnisse des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Granatäpfel, insofern sie das Wißtümliche des Guten bezeichnen, worüber Nr. 9552. Daß die Granatäpfel an die Säume des Oberkleides gesetzt wurden, geschah deswegen, weil die Säume das Letzte oder Äußerste des Himmels und der Kirche bedeuteten; und das Letzte oder Äußerste daselbst sind die wißtümlichen Kenntnisse, wie aus dem erhellt, was von der aufeinanderfolgenden Ordnung des Guten und Wahren in den Himmeln und bei dem Menschen Nr. 9915 und 9917 gesagt worden ist. Die wißtümlichen Kenntnisse des Guten und Wahren, die durch Granatäpfel bezeichnet werden, sind die Lehrbestimmungen aus dem Worte. Sie sind wißtümlich, insofern sie nur im Gedächtnisse sind, das im äußeren oder natürlichen Menschen ist. Wenn sie aber in das Gedächtnis eintreten, das im inneren oder geistigen Menschen ist, was geschieht, wenn ihnen gemäß gelebt wird, dann werden die Lehrbestimmungen in bezug auf das Wahre Sache des Glaubens, und in bezug auf das Gute Sache der Liebtätigkeit, und heißen Geistiges. Wenn dies geschieht, dann verschwinden sie fast aus dem äußeren oder natürlichen Gedächtnisse, und erscheinen wie angeboren, weil sie dem Leben des Menschen eingepflanzt sind, wie alles, was durch längere Übung gleichsam zur Natur geworden ist. Daraus wird klar, was die wißtümlichen Kenntnisse sind, und wozu sie dienen, und somit auch, wozu die Lehrbestimmungen der Kirche dienen, wenn sie nur als ein Wissen behalten werden; denn wenn sie nur als ein bloßes Wissen behalten werden, dann haben sie ihre Stelle unterhalb der Einsicht und Weisheit, und steigen nicht empor und dringen nicht in das Leben ein, bevor sie Sache des Glaubens der Liebtätigkeit im inneren Menschen werden. 9919. "Von Blau, Purpur und Scharlach", 2. Mose 28/33, bedeutet aus dem Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens. Dies erhellt aus ihrer Bedeutung: Nr. 9687, 9833. Daß nicht auch weiße Baumwolle eingewoben wurde wie im Ephod, war deswegen, weil der Leibrock (tunica) oder das inwendigste Kleid, aus weißer Baumwolle bestand, und dies darum, weil durch die weiße Baumwolle (Byssus) das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet wird: Nr. 5319, 9469, welches das aus dem Himmlischen hervorgehende geistig Gute selbst ist. 9920. "An seine Säume ringsumher", 2. Mose 28/33, bedeutet im Äußersten, wo das Natürlich ist allenthalben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Säume, insofern sie das Äußerste bezeichnen, wo das Natürliche ist, wovon Nr. 9917, und aus der Bedeutung von ringsumher, insofern es ausdrückt "allenthalben"; denn wenn die Säume das Äußerste bedeuten, so bezeichnet der ganze Umkreis an den Säumen das ganze Äußerste, somit überall oder allenthalben in demselben. 9921. "Und goldene Schellen", 2. Mose 28/33, bedeutet das Ganze der Lehre und des Gottesdienstes, insofern es übergeht auf diejenigen, die der Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schellen, insofern sie das Ganze der Lehre und des Gottesdienstes bezeichnen, das übergeht auf diejenigen, die der Kirche angehören, worüber folgen wird. "Aus dem Guten" wird dadurch bezeichnet, daß sie von Gold waren, denn das Gold bedeutet das Gute: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932, 9490, 9510, 9874, 9881, 9884. Daß die Schellen das Ganze der Lehre und des Gottesdienstes bezeichnen, insofern es übergeht auf diejenigen, die der Kirche angehören, kommt daher, weil durch sie die Gegenwart Aharons beim Dienst vom Volke gehört und wahrgenommen wurde; denn durch das Volk werden diejenigen bezeichnet, die der Kirche angehören, und durch den Dienst Aharons wird das Ganze der Lehre und des Gottesdienstes bezeichnet. Deswegen wird im Folgenden gesagt: "Und Aharon soll es anhaben beim Dienst, daß man seinen Klang höre, wenn er eingeht in das Heilige vor Jehovah, und wenn er herausgeht", woraus erhellt, was durch die Schellen bezeichnet wurde. Diese Schellen waren aber an die Säume gesetzt, aus dem Grund, weil das Heilige der Lehre im Äußersten ist, und auch das Hören und Wahrnehmen derselben hier geschieht und von hier ausgeht; man sehe Nr. 9824, 9905. 9922. "Zwischen ihnen ringsherum", 2. Mose 28/33, bedeutet aus dem Inneren der wißtümlichen Kenntnisse des Guten allenthalben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zwischen ihnen" (in ihrer Mitte), insofern es das Innere bezeichnet, worüber Nr. 1074, 2940, 2973, 5897; somit bedeutet es, wenn (die Rede ist) vom Hören und Wahrnehmen der Lehre und des Gottesdienstes, das durch die Schellen bezeichnet wird, "aus dem Inneren". Ferner aus der Bedeutung der Granatäpfel, zwischen denen sie waren, insofern sie die wißtümlichen Kenntnisse des Guten bezeichnen, worüber Nr. 9918; und aus der Bedeutung von ringsherum, insofern es soviel ist als allenthalben, wie Nr. 9920. Daß die Schellen zwischen die Granatäpfel gesetzt wurden, geschah deswegen, weil die wißtümlichen Kenntnisse, die durch die Granatäpfel bezeichnet werden, die Aufnahmegefäße sind, und gleichsam Gefäße des Wahren und Guten: Nr. 1469, 1496, 3068, 5373, 5489, 7770. Die Lehre und der Gottesdienst, die durch die Schellen bezeichnet werden, müssen auch wirklich aus dem Guten und Wahren hervorgehen, das inwendig in den wißtümlichen Kenntnissen wie in seinen Gefäßen ist; wenn sie nicht aus ihnen hervorgehen, sondern bloß aus dem Wißtümlichen, haben sie kein Leben. Es wird gesagt, daß die Lehre und der Gottesdienst aus dem Guten und Wahren hervorgehen müssen, das inwendig in den wißtümlichen Kenntnissen liegt, aber nicht aus diesen (Kenntnissen) ohne jenes. Weil jedoch nur wenige begreifen können, wie es sich damit verhält, so soll es, soweit es geschehen kann, faßlich erklärt werden: Wißtümliche Kenntnisse heißen alle Gegenstände des äußeren oder natürlichen Gedächtnisses; denn es gibt ein äußeres Gedächtnis für die Dinge in der natürlichen Welt, und es gibt ein inneres Gedächtnis für die Dinge in der geistigen Welt; man sehe Nr. 2469-2494, 2831, 5212, 9394, 9723, 9841. Die Dinge, die dem inneren Gedächtnis eingeschrieben sind, heißen nicht wißtümliche Dinge, weil sie dem Leben des Menschen angehören, sondern werden Wahrheiten des Glaubens und Gutes der Liebe genannt; diese müssen inwendig in den wißtümlichen Kenntnissen sein. Im Menschen ist ein Äußeres, das der äußere Mensch heißt, und ein Inneres, das der innere Mensch heißt. Das Innere muß im Äußeren sein wie die Seele in ihrem Körper; somit müssen die Dinge, die im inneren Menschen sind, in denen sein, die im äußeren sind, denn nur dadurch ist Seele oder Leben in denselben. Wenn daher das Innere oder das, was Sache des inneren Menschen ist, nicht im Äußeren ist, so ist keine Seele darin, also auch kein Leben. Weil nun das Gute der Liebe und des Glaubens das Innere ist, so folgt, daß dieses Gute im Äußeren sein muß, somit auch in den wißtümlichen Kenntnissen; denn diese sind, wie früher gesagt worden, das Aufnehmende und gleichsam die Gefäße für die inneren Dinge. Darum muß die Lehre und der Gottesdienst aus dem stammen, was in den Aufnahmegefäßen ist, denn in leeren oder inhaltlosen Gefäßen sind dieselben nicht enthalten. Hieraus wird deutlich, wie es zu verstehen ist, daß das Ganze der Lehre und des Gottesdienstes aus dem Inneren der wißtümlichen Kenntnisse des Guten hervorgehen muß, was dadurch bezeichnet wird, daß goldene Schellen zwischen den Granatäpfeln sein sollten. Ferner merke man, daß es wißtümliche Kenntnisse des Guten, und auch wißtümliche Kenntnisse des Wahren gibt, und daß das Wahre in diesen wiederum das Aufnahmegefäß für das Gute ist, denn die Glaubenswahrheiten sind die Gefäße für das Gute der Liebe. Zur Erläuterung dieser Sache sehe man, was früher von den wißtümlichen Kenntnissen gesagt und gezeigt worden ist; nämlich daß die wißtümlichen Kenntnisse Sache des Gedächtnisses im natürlichen Menschen sind: Nr. 3993, 3309, 3310, 4967, 5212, 5774, 5874, 5886, 5889, 5934. Daß durch dieselben der innere Mensch geöffnet werde: Nr. 1495, 1548, 1563, 1895, 1940, 3085, 3086, 5276, 5871, 5874, 5901. Daß sie auch Mittel sind, um weise zu werden, wie auch Mittel, um töricht zu werden: Nr. 4156, 4760, 8628, 8629. Daß die wißtümlichen Kenntnisse Gefäße des Wahren sind, und die Wahrheiten Gefäße des Guten: Nr. 1469, 1496, 3068, 3079, 3318, 5489, 5881, 6023, 6071, 6077, 6750, 7770, 8005, 9394, 9724. Daß die wißtümlichen Kenntnisse dem inneren Menschen dienen: Nr. 1486, 1616, 2576, 3019, 3020, 3665, 5201, 5213, 6052, 6068, 6084, 9394. Daß die wißtümlichen Kenntnisse, die Sache des äußeren Gedächtnisses sind, wenn sie zur Sache des Lebens werden, aus dem äußeren Gedächtnis schwinden, aber dem inneren Gedächtnis eingeschrieben bleiben: Nr. 9394, 9723, 9841. Daß der Mensch, der in den Glaubenswahrheiten aus dem Guten der Liebtätigkeit ist, erhoben werden kann über das Wißtümliche: Nr. 6383, 6384. Daß dieses heißt, über das Sinnliche erhoben werden: Nr. 5089, 5094, 6183, 6313, 6315, 9730. Daß der Mensch das Wißtümliche oder die Dinge des äußeren Gedächtnisses in das andere Leben mit sich nehme, wenn er stirbt; daß sie aber alsdann ruhen, und auch, in welcher Weise: Nr. 2475-2486, 6931. 9923. "Eine goldene Schelle und einen Granatapfel, und wieder eine goldene Schelle und einen Granatapfel, an den Säumen des Oberkleides ringsherum", 2. Mose 28/34, bedeutet, so (müsse es) allenthalben und durchgängig sein, nämlich, daß die Lehre und der Gottesdienst aus dem Inneren des Wißtümlichen hervorgehen. Dies erhellt aus dem, was gleich oben über die Schellen und Granatäpfel gezeigt worden ist. Die Wiederholung drückt aus, daß es allenthalben so sein müsse. 9924. "Und Aharon soll es anhaben", 2. Mose 28/35, bedeutet das Vorbildliche des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des Guten der Liebe darstellt, worüber Nr. 9806, 9809; hier in Ansehung der Dinge, die den Gottesdienst und die Predigt (evangelizatio) betreffen, weil solches durch die Schellen zwischen den Granatäpfeln und durch den Klang, den man hören sollte, wenn Aharon eintrat in das Heilige, bezeichnet wird. 9925. "Beim Dienst", 2. Mose 28/35, bedeutet während des Gottesdienstes und der Predigt. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, wenn von Aharon (die Rede ist), durch den der Herr vorgebildet wurde, insofern es den Gottesdienst und die Predigt (Verkündigung) bezeichnet. Durch den Gottesdienst wird alles Vorbildliche des Gottesdienstes aus dem Guten der Liebe und aus dem Wahren des Glaubens bezeichnet, denn nur der Gottesdienst, der aus diesem stammt, ist wahrhaft ein Gottesdienst, aber ein Gottesdienst ohne sie ist wie eine Schale ohne Kern, und wie ein Körper ohne Seele. So war auch der Gottesdienst bei dem jüdischen und israelitischen Volke beschaffen, denn er bildete bloß die inneren Dinge vor, die Sache der Liebe und des Glaubens sind; gleichwohl aber sorgte der Herr dafür, daß ein solcher Gottesdienst in den Himmeln wahrgenommen, und durch ihn Verbindung des Himmels mit dem Menschen bewirkt wurde, nicht durch das Innere, sondern durch die Entsprechungen mit dem Äußeren. Hierüber sehe man die Nr. 9320 am Ende und 9380 angeführten Stellen. Dieser Gottesdienst ist es, der durch den Dienst Aharons bezeichnet wird. Daß auch die Predigt oder Verkündigung gemeint ist, kommt daher, weil unter Predigt alles verstanden wird, was im Worte vom Herrn handelt und alles, was im Gottesdienst Ihn vorbildet; denn die Predigt (Verkündigung) ist die Ankündigung vom Herrn, von Seiner Ankunft, und von dem, was von Ihm kommt, nämlich was zum Heil und zum ewigen Leben gehört; und weil das Ganze des Wortes in seinem innersten Sinn vom Herrn allein handelt, und auch der ganze Gottesdienst Ihn vorbildete, darum ist das ganze Wort ein Evangelium (frohe Botschaft) und ebenso aller Gottesdienst, der gemäß dem, was im Worte befohlen wurde, stattfindet. Und weil die Priester dem Gottesdienste vorstanden und auch Belehrung erteilten, darum wird durch ihren Dienst der Gottesdienst und die Predigt (oder Verkündigung des Evangeliums) bezeichnet. HG 9926 9926. "Daß man seinen Klang höre", 2. Mose 28/35, bedeutet den Einfluß des Wahren bei denen, die in den Himmeln und die auf Erden sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, insofern es Aufnahme und Wahrnehmung bezeichnet, worüber Nr. 5017, 5471, 5475, 7216, 8361, 9311, daher auch Einfluß, denn was aufgenommen und wahrgenommen wird, das fließt ein. Ferner aus der Bedeutung des Klanges, wenn von Aharon (die Rede ist), durch den der Herr vorgebildet wird, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 8813; denn der Klang bezeichnet die Ankündung desselben, und weil es eine Ankündigung ist, so findet sie auch bei denen statt, die in den Himmeln und auf Erden sind; denn das göttlich Wahre erfüllt das Ganze des Himmels und bildet die ganze Kirche. Eine solche Ankündigung wurde vorgebildet durch den Klang der goldenen Schellen, wenn Aharon in das Heilige vor Jehovah einging, und wenn er herausging, wie in dem, was in diesem Verse folgt, gesagt wird. Daß der Klang (oder die Stimme) im Worte das göttlich Wahre bedeutet, das in den Himmeln und auf Erden gehört und wahrgenommen wird, erhellt aus folgenden Stellen: Ps.29/3-9: "Die Stimme Jehovahs (ist) auf den Wassern; die Stimme Jehovahs ist in Kraft; die Stimme Jehovahs (ertönt) mit Ehre, die Stimme Jehovahs zerbricht Zedern; die Stimme Jehovahs ist einschneidend (spaltet) wie Feuerflammen, die Stimme Jehovahs macht die Wüste erzittern; die Stimme Jehovahs macht die Hündinnen gebären; aber in Seinem Tempel verkündigt jeder Seine Herrlichkeit?": es wird in diesem Psalm vom göttlich Wahren gehandelt, welches das Falsche und Böse zerstört. Dieses göttlich Wahre ist die Stimme Jehovahs; die Herrlichkeit aber, die verkündigt wird, ist das göttlich Wahre im Himmel und in der Kirche. Daß die Herrlichkeit das göttlich Wahre bedeutet, sehe man Nr. 9429, und daß der Tempel den Himmel und die Kirche bedeutet: Nr. 3720. Joh.10/2-5,16,26,27: "Der, Welcher der Hirte der Schafe ist, öffnet ihnen die Türe, und die Schafe hören Seine Stimme; die Schafe folgen Ihm, weil sie Seine Stimme kennen; einem Fremden folgen sie nicht, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Und Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Schafstall sind; auch diese muß Ich hinzuführen, und sie werden Meine Stimme hören. Ihr aber seid nicht von Meinen Schafen, denn Meine Schafe hören Meine Stimme, und Ich kenne sie, und sie folgen Mir": daß hier die Stimme das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bedeutet, somit das Wort, ist klar; die Stimme der Fremden ist das Falsche. Jes.40/3,5,6,9,10; Joh.1/23: "Die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg für Jehovah, denn es wird offenbart werden die Herrlichkeit Jehovahs: Eine Stimme spricht: Rufe! Steige hinauf auf einen hohen Berg, Heilverkündigerin, Zion; erhebe mit Macht deine Stimme, Heilverkündigerin, Jerusalem; erhebe sie; siehe, der Herr Jehovih kommt mit Macht": die Stimme bedeutet hier die Ankündigung aus dem Wort von der Ankunft des Herrn, somit auch das göttlich Wahre, welches das Wort ankündigt. Die Wüste bedeutet den damaligen Zustand der Kirche, der so wie eine Wüste war, weil das Wort nicht mehr verstanden wurde. Die Herrlichkeit, die enthüllt werden soll, ist das Wort in Ansehung seines Inneren; daß die Herrlichkeit dies bedeutet, sehe man Nr. 9429; daß Jehovah, für Den der Weg bereitet werden sollte, und der Herr Jehovih, Der mit Macht kommen werde, der Herr ist, ist klar, denn es wird ausdrücklich gesagt. Jes.52/8: "Die Stimme deiner Wächter; sie erheben ihre Stimme, denn Aug' in Auge sehen sie, daß Jehovah zurückkehrt nach Zion": die Wächter sind diejenigen, die in der Schrift über die Ankunft des Herrn nachforschen; ihre Stimme ist das Wort, oder das göttlich Wahre, aus dem (alle Wahrheit ist). Jerem.10/12,13; 51/16: "Er, Der die Erde bildet, breitet durch Seine Einsicht die Himmel aus; durch die Stimme, die Er hören läßt, (entsteht) die Menge der Wasser in den Himmeln": Stimme bedeutet das göttlich Wahre, Wasser die Wahrheiten, die in den Himmeln und aus den Himmeln sind. Daß die Wasser im Worte Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568, 9323. Joh.Offenb.1/15: "Die Stimme des Menschensohnes (ist) wie die Stimme vieler Wasser". Joh.Offenb.14/2: "Ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie die Stimme vieler Wasser". Ps.29/3: "Die Stimme Jehovahs (ist) über den Wassern, Jehovah über den großen Wassern". Joel 2/11: "Jehovah ließ Seine Stimme ausgehen vor Seinem Heere, weil es unzählig ist, und Sein Wort ausführt": die Stimme bedeutet auch hier das göttlich Wahre, und auch das Wort, das sie ausführen. Joel 4/16: "Jehovah wird aus Jerusalem hören lassen Seine Stimme, so daß die Himmel und die Erde zittern". Ps.68/33,34: "Ihr Reiche der Erde, singet dem Herrn, Der da reitet (einherfährt) über den Himmeln der Vorzeit; siehe, Er läßt Seine Stimme hören, als eine Stimme der Kraft". Joh.5/25: "Ich sage euch, es wird die Stunde kommen, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben": daß die Stimme hier das göttlich Wahre bedeutet, und somit das Wort des Herrn, ist klar. Hes.3/12,13: "Der Geist hob mich auf, und ich hörte hinter mir eine Stimme (oder ein Getöse) wie eines großen Erdbebens: Gelobt sei die Herrlichkeit Jehovahs, und eine Stimme von den Flügeln der Tiere und eine Stimme der Räder, und die Stimme eines großen Erdbebens". Hes.10/5: "Die Stimme (das Rauschen) der Flügel der Cherube wurde gehört bis zu dem äußeren Vorhof, gleich wie die Stimme des Gottes Schaddai, wenn Er redet": die Stimme bedeutet auch hier das göttlich Wahre, denn die Cherube bezeichnen die Vorsehung und Wache des Herrn, daß man nicht zu Ihm und zu dem Himmel sich nahe, außer durch das Gute der Liebe: Nr. 9277 E, 9509. Die Stimme der Flügel und die Stimme der Räder bedeuten die geistigen Wahrheiten. In diesem Vers, in dem von Aharon gehandelt wird, ist es der Laut oder Klang aus den Schellen, der Stimme genannt wird; auch anderwärts im Worte werden Laute und Klänge aus Posaunen, sowie auch die Laute und der Schall vom Donner, Stimmen genannt, und durch dieselben ebenso die göttlichen Wahrheiten bezeichnet; man sehe Nr. 7573. Außerdem bedeuten auch die Töne der verschiedenen Musikinstrumente das gleiche; aber die (Instrumente), die einen rauschenden und scharfen Ton von sich geben, bedeuten geistig göttliche Wahrheiten, hingegen die, welche einen stetigen runden und gezogenen Ton von sich geben, bedeuten himmlisch göttliche Wahrheiten: Nr. 418, 419, 420, 4138, 8337. Hieraus erhellt, daß durch die Töne oder Klänge der Schellen geistige göttliche Wahrheiten bezeichnet werden; denn die Kleider Aharons, und im besonderen das Oberkleid, an dessen Säumen sie ringsherum waren, bildeten das geistige Reich oder den geistigen Himmel des Herrn vor: Nr. 9814, 9825. 9927. "Wenn er eingeht in das Heilige vor Jehovah und wenn er herausgeht", 2. Mose 28/35, bedeutet in jedem Zustand des Guten und Wahren beim Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung von eingehen in das Heilige und eingehen vor Jehovah, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, worüber Nr. 9903, 9907, daß es der Zustand des Guten und Wahren im Gottesdienst ist, der bezeichnet wird, kommt daher, weil das Ganze des Gottesdienstes bei dem israelitischen und jüdischen Volk in Vorbildungen des inneren Gottesdienstes bestand, und der innere Gottesdienst aus dem Guten und dem Wahren oder aus der Neigung des Guten und dem Glauben des Wahren hervorgeht. Ein jeder Zustand derselben aber wird bezeichnet, weil gesagt wird, "wenn er eingeht und wenn er herausgeht", und durch eingehen und ausgehen das Ganze des Zustandes bezeichnet wird; denn alles, was Bewegungen ausdrückt, z.B. wandeln, gehen und fortschreiten bedeutet einen Zustand des Lebens. Daß wandeln dies bedeutet, sehe man Nr. 519, 1794, 3335, 4882, 5493, 5605, 8417, 8420; ebenso fortschreiten und aufbrechen: Nr. 8103, 8181, 8397, 8557; und daß Bewegungen und Fortschritte im anderen Leben Zustände bedeuten: Nr. 1273-1277, 1376-1381, 2837, 3356, 9440. Hieraus erhellt, daß eingehen und ausgehen das Ganze des Zustandes oder der Sache bezeichnet, von der gehandelt wird; und weil hier von dem Gottesdienst aus dem Guten und Wahren gehandelt wird, so ist es ein jeder Zustand des Guten und Wahren beim Gottesdienst, der durch eingehen und herausgehen bezeichnet wird. Daß eingehen und ausgehen dies bedeutet, kommt von den Vorbildungen im anderen Leben her; denn dort geht, wandelt, schreitet man fort, geht ein und geht aus wie in der Welt, aber dies alles wird getan je nach dem Lebenszustand der Gedanken und Neigungen; man sehe die oben angeführten Stellen. Daß diese (Bewegungen) von daher auch ihren Ursprung haben und daß sie Entsprechungen sind und somit reale tatwirkliche Erscheinungen, bemerken sie nicht. Hieraus erhellt, daß alles, was zur Bewegung gehört, solches bedeutet, was sich auf den Zustand des Lebens bezieht, und daß mithin eingehen und herausgehen den ganzen Zustand des Lebens bezeichnet und also den Zustand der Sache, von der gehandelt wird, von Anfang bis zu Ende. Daher kommt es, daß es bei den Alten eine gewöhnliche Redensart war, zu sagen, daß sie das Eingehen und Ausgehen oder den Eingang und Ausgang von jemand wüßten, indem sie darunter verstanden, daß sie den ganzen Zustand seines Lebens wüßten. Und weil diese Redensart ihren Ursprung aus den Entsprechungen im anderen Leben hat, (worüber schon gesprochen wurde), darum kommt sie auch im Worte in gleicher Weise vor, und wo sie vorkommt, bedeutet sie das gleiche: 1.Sam.29/6: "Achis rief David und sprach zu ihm: Du bist gerecht, und gut ist in meinen Augen dein Ausgehen und dein Eingehen mit mir in dem Lager, weil ich nichts Böses in dir gefunden habe": gut in den Augen ist dein Ausgehen und dein Eingehen, bedeutet, daß ihm der ganze Zustand seines Lebens wohlgefalle. 2.Sam.3/25: "Du kennst Abner, daß er gekommen ist, dich zu überreden, und damit er deinen Ausgang und deinen Eingang kennenlerne und alles erfahre, was du tust": den Ausgang und den Eingang kennenlernen heißt, alle Gedanken und Handlungen des Lebens (erfahren), weshalb auch gesagt wird, damit er erfahre alles, was du tust. 2.Kön.19/27; Jes.37/28: "Dein Sitzen und dein Ausgehen und dein Eingehen kenne Ich, und wie du dich erregst wider Mich": hier von Sanherib, dem König von Assyrien. Seinen Ausgang und seinen Eingang kennen bedeutet, alle seine Pläne (kennen). Ps.121/7,8: "Jehovah bewahre dich vor allem Bösen, Er bewahre deine Seele, Jehovah bewahre deinen Ausgang und deinen Eingang von nun an bis in Ewigkeit": den Ausgang und den Eingang bewahren bedeutet, das Ganze des Lebens (bewahren) nach den Zuständen des Guten und Wahren. 4. Mose 27/16,17: "Jehovah, der Gott der Geister alles Fleisches, möge aufstellen einen Mann über die Gemeinde, der vor ihnen ausgehe und vor ihnen eingehe, auf daß die Gemeinde Jehovahs nicht sei wie eine Herde, die keinen Hirten hat": der vor ihnen ausgehe und vor ihnen eingehe bedeutet, der sie führe, und zu dem sie somit in jedem Lebenszustande hinsehen und dem sie folgen sollen. Joh.10/1,2,9: "Wer nicht durch die Türe eingeht in den Schafstall, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Mörder. Wer aber eingeht durch die Türe, der ist der Hirte der Schafe. Ich bin der Hirte der Schafe; wenn jemand durch Mich eingehen wird, der wird errettet werden; und er wird eingehen und ausgehen und wird Weide finden": eingehen, nämlich in den Himmel bedeutet, in das Gute der Liebe und des Glaubens (eingehen), denn dieses Gute macht den Himmel; eingehen und ausgehen bedeutet daher, bei jedem Lebenszustand vom Herrn geführt werden, somit aus freiem Willen das Gute denken und wollen, d.h. aus Liebe und Glauben, die von dem Herrn sind, denn diese machen die Freiheit. Luk.9/4: "Jesus sandte die zwölf Jünger aus, das Reich Gottes zu predigen, und sprach zu ihnen: In welches Haus ihr eingehet, da bleibet und von da gehet aus": eingehen in ein Haus, daselbst bleiben und von da ausgehen, bedeutet die himmlische Gemeinschaft derer genießen, die den Herrn aufnehmen im Glauben und in der Liebe, denn im Himmel sind diejenigen, die in einer Gesellschaft sind, auch in einem Hause, und gehen darin ein und aus, denn sie sind in dem gleichen Guten. Die aber, die in einem ungleichen sind, können dies nicht, und wenn sie eingehen, gehen sie nicht durch die Türe ein, sondern anderswo. Wer nicht weiß, daß solche Dinge bezeichnet werden, kann nicht wissen, was das in sich schließt, daß sie in dem Hause, in das sie eingegangen waren, bleiben und von da ausgehen sollten. Hes.46/8-10: "Wenn der Fürst eingeht, soll er auf dem Weg der Säulenhalle des Tores eingehen und auf demselben Weg ausgehen. Wenn das Volk des Landes vor Jehovah an den bestimmten Festen hineingeht, so soll, wer durch das Tor gegen Norden eingeht, um anzubeten, hinausgehen durch das Tor gegen Süden; und wer eingeht durch das Tor gegen Süden, der soll hinausgehen durch das Tor gegen Norden; man soll nicht zurückkehren durch das Tor, durch das man eingegangen, sondern gerade vor sich hinausgehen. Wenn aber der Fürst in ihrer Mitte eingeht, sollen sie auch eingehen, und wenn sie ausgehen, sollen sie (zusammen) ausgehen": es wird hier im inneren Sinne von dem neuen Himmel und von der neuen Kirche gehandelt und durch den Fürsten wird das Glaubenswahre aus dem Guten der Liebe bezeichnet. Auf welche Weise dieses bei den Engeln im Himmel und bei den Menschen der Kirche auf Erden eingeht und hernach fortschreitet, indem es durch den äußeren Weg in das Innere und durch den inneren Weg in das Äußere gelangt, wird hier durch den Eingang und Ausgang des Fürsten und des Volkes des Landes beschrieben. Der Süden bezeichnet den Zustand des Glaubenswahren im inneren Menschen und der Norden den Zustand desselben im äußeren. Der Eingang und Ausgang bezeichnet den Zustand des Lebens in Ansehung des Guten und Wahren, somit auch in bezug auf den Gottesdienst. Hieraus kann man ziemlich deutlich erkennen, daß eingehen und ausgehen solches bedeutet, was sich auf den Zustand des Lebens aus dem Guten und Wahren bezieht; denn was sollte es sonst heißen, daß der Fürst, wie auch das Volk des Landes auf dem einen oder dem anderen Weg eingehen sollte? Durch das Haus oder den Tempel daselbst, in den der Eingang und aus dem der Ausgang (stattfindet), wird nämlich der Himmel und die Kirche bezeichnet, man sehe Nr. 3720; durch den Fürsten das Wahre des Glaubens: Nr. 5044; durch das Volk des Landes diejenigen, die im Himmel sind oder die, welche der Kirche angehören: Nr. 2928; durch den Weg das, was zum Wahren führt: Nr. 627, 2333; durch die Türe die Lehre: Nr. 2851, 3187; durch den Süden den Zustand, wo das Wahre im Licht ist: Nr. 9642, somit das Wahre im inneren Menschen; und durch den Norden der Zustand, wo das Wahre im Dunkeln ist: Nr. 3708, somit das Wahre im äußeren Menschen. 9928. "Damit er nicht sterbe", 2. Mose 28/35, bedeutet, damit das Vorbildliche nicht zugrunde gehe, und dadurch die Verbindung mit den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, wenn von Aharon und dessen Amtsverrichtung (die Rede ist), insofern es das Aufhören der Vorbildungen und somit der Verbindung mit den Himmeln bezeichnet; denn durch Aharon wurde der Herr vorgebildet und durch seine Amtsverrichtung das ganze Werk der Erlösung, und von seiten des Menschen der Gottesdienst. Daß dieser Gottesdienst eine Verbindung mit den Himmeln bezeichnet, ist im vorigen vielfach gezeigt worden, man sehe die Nr. 9320 am Ende angeführten Stellen. Ferner was das Vorbildliche der Kirche bei dem israelitischen und jüdischen Volke war: Nr. 9280, 9457, 9481, 9576, 9577; und daß eine Verbindung des Herrn und des Himmels mit dem Menschen damals durch die vorbildlichen Darstellungen stattfand: Nr. 9481. Daher kam es auch, daß Aharon mit Kleidern angetan wurde, die das Himmlische vorbildeten, wenn er sein heiliges Amt verrichtete, und daß er, wenn er anders gehandelt hätte, gestorben wäre, besonders wenn er ohne Vorwissen des Volkes zu den Verrichtungen seines heiligen Amtes gegangen wäre; denn bei dem Volke war das Vorbildliche der Kirche und bei Aharon das Vorbildliche des Herrn, von Dem und für Den das Ganze des Gottesdienstes war. 9929. Vers 36-38: Und mache ein Blech von reinem Gold, und grabe darauf in der Weise des Siegelschneiders: Heiligkeit Jehovahs. Und tue es an eine blaue Schnur, und es soll auf dem Kopfbunde sein, an der Vorderseite des Kopfbundes soll es sein. Und es soll auf der Stirne Aharons sein, und Aharon trage die Schuld des Geheiligten, das die Söhne Israels heiligen mit allen ihren heiligen Gaben, und es soll beständig sein auf seiner Stirne, zum Wohlgefallen für sie vor Jehovah. "Und mache ein Blech von reinem Gold" bedeutet die Erleuchtung aus dem göttlich Guten des Herrn; "und grabe darauf in der Weise des Siegelschneiders" bedeutet beständig und den Herzen eingeprägt gemäß der himmlischen Sphäre; "Heiligkeit Jehovahs" bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn und daraus alles Himmlische und Geistige; "und tue es an eine blaue Schnur" bedeutet den Einfluß in das Wahre der himmlischen Liebe; "und es soll auf dem Kopfbunde sein" bedeutet aus unendlicher Weisheit; "an der Vorderseite des Kopfbundes soll es sein" bedeutet in Ewigkeit; "und es soll auf der Stirne Aharons sein" bedeutet, aus der göttlichen Liebe des Herrn; "und Aharon trage die Schuld des Geheiligten" bedeutet, daher die Entfernung des Falschen und Bösen bei denen, die im Guten sind; "das die Söhne Israels heiligen mit allen ihren heiligen Gaben" bedeutet durch die vorbildlichen Handlungen des Gottesdienstes, welche die Entfernung von den Sünden (darstellen); "und es soll beständig sein auf seiner Stirne" bedeutet das Vorbildliche der Liebe des Herrn in Ewigkeit; "zum Wohlgefallen für sie vor Jehovah" bedeutet das Göttliche des Herrn in ihnen. 9930. "Und mache ein Blech von reinem Gold", 2. Mose 28/36, bedeutet die Erleuchtung aus dem göttlich Guten des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bleches, insofern es die Erleuchtung bezeichnet; und aus der Bedeutung des Goldes, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, hier das göttlich Gute des Herrn, weil "Heiligkeit Jehovahs" darauf eingeschrieben war. Daß Gold das Gute der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932, 9490, 9510, 9874, 9881. Daß das Blech die Erleuchtung bezeichnete, kam von dem Glanze her, denn es glänzte vermöge des Goldes auf der Stirne Aharons, und jeder Glanz bedeutet Erleuchtung, wie sie in den Himmeln vom Herrn als Sonne ausgeht. Die Erleuchtung daselbst ist die Weisheit und Einsicht aus dem vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren, denn dieses erleuchtet ihr Inneres. Ihr Inneres entspricht dem Verstandesgebiet beim Menschen, das vom Herrn erleuchtet wird, wenn das Wahre und Gute der Kirche und des Himmels innerlich wahrgenommen wird, denn das Verstandesgebiet bildet den Boden oder die Unterlage (subjectum) für die Aufnahme, weil ohne Unterlage keine Aufnahme möglich ist. Daß jenes Blech die Erleuchtung vom göttlich Guten des Herrn bezeichnet, kommt daher, weil "Heiligkeit Jehovahs" darauf eingeschrieben war, und es an die Vorderseite des Kopfbundes gesetzt wurde, der auf der Stirne Aharons war. Die Heiligkeit, die von Jehovah kommt, ist das aus dem göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre: Nr. 6788, 8302, 8330, 9229, 9680, 9820; und damit jenes das Hervorleuchten oder die Erleuchtung vorbildete, aus der Einsicht und Weisheit stammt, wurde es an die Vorderseite des Kopfbundes befestigt. Weil das Blech die Erleuchtung aus dem göttlich Guten des Herrn bedeutete, darum wurde es auch "das Blech der Krone der Heiligkeit" genannt, wie auch die Krone der Heiligkeit, denn die Krone ist das Vorbildliche des göttlich Guten, und die Heiligkeit ist das daraus hervorgehende göttlich Wahre, wie oben gesagt worden ist. Daß es das Blech der Krone der Heiligkeit genannt wurde, ergibt sich deutlich aus dem, was im 2. Buch Mose folgt: "Zuletzt machten sie das Blech der Krone der Heiligkeit (oder der heiligen Krone) aus reinem Golde, und schrieben darauf eine Schrift, wie man die Siegel gräbt: Heiligkeit Jehovahs": 2. Mose 39/30. Daß es auch "Krone der Heiligkeit" genannt wurde, 2. Mose 29/6: "Und setze ihm den Kopfbund auf das Haupt, und tue die Krone der Heiligkeit an den Kopfbund". 3. Mose 8/9: "Er setzte den Kopfbund auf das Haupt, und tat an den Kopfbund an dessen Vorderseite, ein Blech von Gold, die Krone der Heiligkeit". Daß die Krone das göttlich Gute vorbildete, aus dem das göttlich Wahre hervorgeht, erhellt aus den Kronen der Könige; denn die Könige bildeten den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vor; man sehe Nr. 2015, 2069, 3009, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. Darum hatten sie eine Krone auf dem Kopfe und ein Zepter in der Hand, denn die Regierung aus dem göttlich Guten wurde durch die Krone vorgebildet und die Regierung aus dem göttlich Wahren durch das Zepter. Daß die Krone diese Bedeutung hat, erhellt aus folgenden Stellen: Ps.132/17,18: "Ich will wachsen lassen das Horn Davids, und eine Leuchte zurichten Meinem Gesalbten; seine Feinde will Ich kleiden mit Schande, aber über ihm soll blühen seine Krone": David ist hier der Herr: Nr. 1888; so auch der Gesalbte: Nr. 3008, 3009; das Horn bedeutet Seine Macht: Nr. 2832, 9081; die Leuchte ist das göttlich Wahre, aus dem die Einsicht kommt: Nr. 9548, 9783; die Krone ist das göttlich Gute, aus der die Weisheit kommt; aus demselben ist auch Seine Regierung. Es wird gesagt, die Krone, d.h. die Weisheit, werde blühen über Ihm, weil Er Sich dieselbe in Ansehung Seines Menschlichen in der Welt durch Kämpfe gegen die Höllen und durch Siege über sie erwarb: Nr. 9548, 9783. Das sind auch die Feinde, die mit Schande gekleidet werden sollten. Ps.89/39,40: "Du zürnst mit Deinem Gesalbten, Du hast zu Boden geworfen Seine Krone": auch hier bedeutet der Gesalbte den Herrn, somit den Zustand der Versuchungen, in dem Er war bei Seinen Kämpfen mit den Höllen; die Klage wird beschrieben durch Zorn und Verwerfung, gleich der letzten des Herrn am Kreuz, daß Er verlassen würde; denn das Kreuz war die letzte der Versuchungen oder der Kämpfe mit den Höllen, und nach dieser letzten zog Er das göttlich Gute an, und vereinigte so Sein Göttlich-Menschliches mit dem Göttlichen Selbst, das in Ihm war. Jes.28/5: "An jenem Tage wird Jehovah Zebaoth zur Krone des Schmuckes und zum Kopfbund der Zierde sein für die Überreste Seines Volkes": Krone des Schmuckes bedeutet die Weisheit, die aus dem Guten vom Göttlichen stammt; Kopfbund der Zierde bedeutet die Einsicht, die aus dem Wahren stammt, das aus jenem Guten hervorgeht, beides wird vom Göttlichen bei dem Volke gesagt. Das Volk ist hier die Kirche, weil diese bei demselben war. Jes.62/1,3: "Wegen Zion will Ich nicht schweigen, und wegen Jerusalem nicht ruhen, bis hervorgeht wie ein Glanz seine Gerechtigkeit, und sein Heil brennt wie eine Leuchte; und du wirst eine Krone der Zierde in der Hand Jehovahs sein, und ein königlicher Kopfbund in der Hand deines Gottes": unter Zion und Jerusalem wird hier die Kirche verstanden, unter Zion die himmlische Kirche, und unter Jerusalem die geistige Kirche aus ihr. Die Krone der Zierde bedeutet die Weisheit, die vom Guten stammt, und der königliche Kopfbund die Einsicht, die aus dem Wahren stammt, und weil durch die Krone die Weisheit aus dem Guten bezeichnet wird, darum wird gesagt "in der Hand Jehovahs", und weil durch den Kopfbund die Einsicht aus dem Wahren bezeichnet wird, darum wird gesagt: "in der Hand Gottes"; denn wo vom Guten die Rede ist, wird "Jehovah", und wo vom Wahren, wird "Gott" gesagt: Nr. 2586, 2769, 2905. Jerem.13/18: "Sage dem König und der Königin: Lasset euch herab, setzet euch niedrig, denn herabgefallen ist der Schmuck eures Hauptes, die Krone eurer Zierde": die Krone der Zierde bedeutet die Weisheit, die dem Guten aus dem göttlich Wahren angehört; denn die Zierde bedeutet das göttlich Wahre der Kirche: Nr. 9815. Jerem.Klagel.5/15,16: "Die Freude unseres Herzens hat ein Ende, unser Reigen ist in Trauer verwandelt, herabgefallen ist die Krone unseres Hauptes": die Krone des Hauptes bedeutet die Weisheit, welche die Angehörigen der Kirche aus dem göttlich Wahren hatten, und vermöge derer sie einen Vorzug hatten vor den übrigen Völkern, und daher auch gleichsam eine Regierung. Hes.16/12: "Ich legte einen Reif an deine Nase, und Ringe in deine Ohren, und eine Krone des Schmuckes auf dein Haupt": hier wird von der Errichtung der Kirche gehandelt; der (Gold-) Reif an der Nase bedeutet das Innewerden des Guten; die Ringe in den Ohren das Innewerden des Wahren und den Gehorsam. Die Krone auf dem Haupte die daraus hervorgehende Weisheit. Hiob 19/9: "Meine Ehre hat Er mir ausgezogen, und weggetan die Krone meines Hauptes": die Ehre bedeutet die Einsicht des göttlich Wahren: Nr. 9429; die Krone des Hauptes die Weisheit daraus. Joh.Offenb.4/4,10: "Auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, mit weißen Kleidern angetan, und sie hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen; sie fielen nieder vor Dem, Der auf dem Throne saß, und beteten an Den in die Zeitläufe der Zeitläufe Lebenden, und warfen ihre Kronen vor dem Throne nieder": die 24 Ältesten bedeuten alle diejenigen, die im Guten sind aus dem Wahren, und im abstrakten Sinn alles Gute aus dem Wahren: Nr. 6524, 9404; die Throne bedeuten die Wahrheiten vom Göttlichen: Nr. 5313, 6397, 8625, 9039; die goldenen Kronen auf den Häuptern sind Vorbildungen der Weisheit aus dem Göttlichen, und weil aus dem Göttlichen, darum warfen sie dieselben nieder vor Dem, Der auf dem Throne saß. Weil das Gute der Weisheit erworben wird durch Kämpfe in den Versuchungen, die durch die Wahrheiten des Glaubens gekämpft werden, darum wurden denen, die gegen das Böse und Falsche gekämpft und gesiegt haben, Kronen beigelegt; daher waren auch die Kronen der Märtyrer Zeichen der vom Herrn verliehenen Herrschaft über das Böse. Daß die Kronen Belohnungen sind für die Siege über das Böse, und daß sie darum die Güter der Weisheit bezeichnen, weil diese die Belohnungen sind, erhellt auch aus Joh.Offenb.6/2: "Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd, und Der, Welcher darauf saß, hatte einen Bogen, und eine Krone wurde Ihm gegeben, und Er zog aus als Überwinder, und um zu überwinden": das weiße Pferd und Der darauf saß bedeutet den Herrn in Ansehung des Wortes: Nr. 2760, 2761, 2762, der Bogen bezeichnet die Lehre des Wahren, durch die gekämpft wird: Nr. 2686, 2709. Daraus ergibt sich deutlich, daß die Krone, weil vom Herrn (die Rede ist), das göttlich Gute bezeichnet, das der Siegespreis ist. Joh.Offenb.14/14: "Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß Einer, Der einem Menschensohne glich, und auf Seinem Haupte eine goldene Krone hatte, und in Seiner Hand eine scharfe Sichel": die weiße Wolke bedeutet den Buchstabensinn des Wortes: Nr. 4060, 4391, 5922, 6343 E, 6752, 9807; die goldene Krone bedeutet das göttlich Gute, aus dem das göttlich Wahre ist; die scharfe Sichel die Zerstreuung des Bösen und Falschen. Joh.Offenb.2/10: "Sei treu bis in den Tod, so will Ich dir die Krone des Lebens geben". Joh.Offenb.3/11: "Siehe, Ich komme schnell; halte, was du hast, daß niemand dir die Krone nehme": Krone bedeutet das Gute aus dem Wahren, somit die Weisheit, denn diese kommt aus dem Guten der Liebe, das aus den Glaubenswahrheiten stammt. Hieraus kann man nun erkennen, was durch Krone bezeichnet wird, und dann auch, was durch die Krone der Heiligkeit (bezeichnet wird), die ein goldenes Blech war, auf das eingegraben wurde: "Heiligkeit Jehovahs". 9931. "Und grabe darauf in der Weise des Siegelschneiders", 2. Mose 28/36, bedeutet beständig und den Herzen eingeprägt gemäß der himmlischen Sphäre. Dies erhellt aus der Bedeutung von eingraben, insofern es heißt, dem Gedächtnis einprägen: Nr. 9841, 9842, somit auch dem Herzen; denn was dem inneren Gedächtnis, das dem Leben angehört, eingegraben ist, das ist, wie man sagt, dem Herzen eingeprägt; und weil dies in Ewigkeit bleibt, so bedeutet es auch "beständig". Ferner aus der Bedeutung von "in der Weise des Siegelschneiders", insofern es die himmlische Sphäre bezeichnet, worüber Nr. 9846. Es wird gesagt "den Herzen eingeprägt, gemäß der himmlischen Sphäre", weil das, was dem Gedächtnis, besonders dem inneren Gedächtnis (oder dem Buche des Lebens: Nr. 2474) eingeprägt ist, gemäß der himmlischen Sphäre eingeprägt ist; denn der Mensch, der im Guten der Liebe aus den Glaubenswahrheiten ist, stellt den Himmel dar, und ist auch ein Himmel in kleinster Form; man sehe die Nr. 9279, 9632 angeführten Stellen. Somit ist auch die himmlische Form in ihm; denn nach der himmlischen Form sind alle Gesellschaften in den Himmeln geordnet, weil alle Neigungen des Guten und alle daraus hervorgehenden Gedanken des Wahren sich nach derselben gestalten: Nr. 9877. Daß auch alle wißtümlichen Kenntnisse in eine himmlische Form gebracht werden, wenn der Mensch in himmlischer Liebe ist, und daß die Liebe sie in dieselbe bringt, sehe man Nr. 6690. 9932. "Heiligkeit Jehovahs", 2. Mose 28/36, bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn und daraus alles Himmlische und Geistige. Dies erhellt aus der Bedeutung der Heiligkeit, insofern sie das vom Herrn ausgehende Göttliche bezeichnet, und somit den Herrn selbst in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen, aus dem alles Göttliche in den Himmeln stammt. Daher kommt es, daß das himmlisch Gute, welches das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn ist, und das geistig Gute, welches das Gute der Liebe zu dem Nächsten vom Herrn ist, heilige (Güter) sind; denn der Herr allein ist heilig, und was von Ihm ausgeht, ist allein das Heilige im Himmel und auf Erden, man sehe Nr. 9229, 9680, 9820; und daß das vom Herrn ausgehende Heilige der Heilige Geist genannt wird: Nr. 9818; und daß die Engel, Propheten und Apostel Heilige genannt werden von der Aufnahme des göttlich Wahren vom Herrn: Nr. 9820; ferner, daß das Heiligtum der Himmel ist wegen des Göttlichen in ihm: Nr. 8330, 9479. "Heiligkeit Jehovahs" wird gesagt, weil Jehovah im Worte der Herr ist; man sehe die Nr. 9373 angeführten Stellen. Daß "Heiligkeit Jehovahs" dem goldenen Blech eingegraben war, und dasselbe an die Vorderseite am Kopfbund Aharons gesetzt wurde, war deswegen, weil es dadurch vor den Augen des ganzen Volkes war, und daher das Heilige in ihren Gemütern sich darstellte, wenn sie beim Gottesdienst waren, und dieses Heilige entsprach dem Heiligen, das im ganzen Himmel ist, und das Göttlich-Menschliche des Herrn ist; denn dieses macht den Himmel. Was sich dem allgemeinen Anblick des ganzen Volkes darstellt, und dadurch allgemein in den Gemütern herrscht, das dringt in das Ganze des Denkens und der Neigung ein, und daher in das Ganze des Gottesdienstes, und regt es an: Nr. 6159, 6571, 7648, 8067, 8865. Wenn daher dieses Hochheilige beständig vor den Augen war, und daher allgemein in den Gemütern herrschte, dann heiligte es das Ganze des Gottesdienstes. 9933. "Und tue es an eine blaue Schnur", 2. Mose 28/37, bedeutet den Einfluß in das Wahre der himmlischen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blauen, insofern es das Wahre der himmlischen Liebe bezeichnet, worüber folgen wird. Der Einfluß in dasselbe wird dadurch bezeichnet, daß jenes Blech, dem "Heiligkeit Jehovahs" eingegraben war, an eine blaue Schnur getan wurde, denn so hing es an derselben, und war an ihr angebunden (befestigt), und durch angebunden werden und daran hängen wird im geistigen Sinn das Einfließen bezeichnet, weil jede Verbindung in der geistigen Welt, von welcher Art sie auch sei, durch Einfließen stattfindet. Daß ein Einfluß in das Wahre der himmlischen Liebe vom Göttlich-Menschlichen des Herrn stattfindet, das durch die Heiligkeit Jehovahs bezeichnet wird, kommt daher, weil in der Sphäre des Himmels, wo das Wahre der himmlischen Liebe ist, kein anderes Göttliches wahrgenommen wird, als das Göttlich-Menschliche des Herrn. Es verhält sich damit nämlich in folgender Weise: Es gibt drei Himmel, die unter sich durch die Grade des Guten unterschieden sind. Im innersten Himmel ist das Gute der himmlischen (Liebe) oder das Gute der Liebe zum Herrn, im zweiten oder mittleren Himmel ist das Gute der geistigen Liebe oder das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten; im ersten oder äußersten Himmel ist das Gute der natürlichen Liebe aus der geistigen und der himmlischen Liebe oder das Gute des Glaubens und des Gehorsams. In jedem Himmel ist auch ein Inneres und ein Äußeres: das Innere im innersten Himmel ist das Gute der Liebe zu dem Herrn, und das Äußere daselbst ist das Gute der gegenseitigen Liebe, oder das der Liebe zum Guten um des Guten willen. Dieses Gute ist es, das verstanden wird unter dem Wahren der himmlischen Liebe, das durch die blaue Schnur bezeichnet wird. In der Sphäre, wo dieses Wahre ist, wird das Menschliche des Herrn, welches das eigentliche Göttliche in den Himmeln ist, aufgenommen. Sobald daher ein Engel in diese Sphäre erhoben wird, kommt er auch in dieses Licht. Dieses Innewerden fließt vom Herrn ein, weil das Göttlich-Menschliche des Herrn den Himmel macht; und dieser Einfluß ist es, der (hier) bezeichnet wird. Daß Blau die himmlische Liebe des Wahren, oder was dasselbe ist, das Wahre der himmlischen Liebe bezeichnet, sehe man Nr. 9466, 9687, 9833. 9934. "Und es soll auf dem Kopfbunde sein", 2. Mose 28/37, bedeutet aus unendlicher Weisheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kopfbundes, insofern er die Einsicht bezeichnet, worüber Nr. 9827; und wenn vom Herrn die Rede ist, der durch Aharon vorgebildet wurde, dann bezeichnet der Kopfbund die göttliche oder unendliche Weisheit. 9935. "An der Vorderseite des Kopfbundes soll es sein", 2. Mose 28/37, bedeutet in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "an der Vorderseite des Kopfbundes", wenn vom Herrn die Rede ist, Der durch Aharon vorbildlich dargestellt wurde, insofern es ausdrückt "in Ewigkeit", worüber Nr. 9888. 9936. "Und es soll auf der Stirne Aharons sein", 2. Mose 28/38, bedeutet aus der göttlichen Liebe des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten darstellt, welches das Gute Seiner göttlichen Liebe ist, worüber Nr. 9806; und aus der Bedeutung der Stirne, wenn vom Herrn die Rede ist, insofern sie Seine göttliche Liebe bezeichnet; denn durch das Angesicht des Herrn, oder was dasselbe ist, durch das Angesicht Jehovahs, wird alles, was zur göttlichen Liebe gehört, bezeichnet, wie z.B. die Barmherzigkeit, der Friede, das Gute, die Weisheit: Nr. 222, 223, 5585, 6848, 6849, 9306, 9545, 9546. Daß das Angesicht Jehovahs oder das Antlitz des Herrn dies bedeutet, kommt daher, weil durch Angesicht im allgemeinen das Innere des Menschen bezeichnet wird, d.h. seine Neigungen und die Gedanken daraus, also was seiner Liebe und seinem Glauben angehört; man sehe die Nr. 9546 angeführten Stellen. Dies wird aber durch Angesicht bezeichnet, weil es aus dem Angesicht hervorleuchtet, wie in seinem Typus oder in seinem Abbild, und deswegen wird auch das Angesicht das Bild der Seele genannt. Daher kommt es, daß durch Angesicht, wenn von Jehovah oder dem Herrn die Rede ist, das bezeichnet wird, was Seiner göttlichen Liebe angehört. Daß durch die Stirn insbesondere die göttliche Liebe selbst bezeichnet wird, kommt daher, weil den inneren Dingen ihre besonderen Gebiete im Angesicht zugeteilt sind: das Innere, das der Liebe angehört, zeigt sich in dem Gebiet der Stirne; das, welches der Einsicht und Weisheit angehört, in dem Gebiet der Augen; das, was dem Innewerden angehört, in dem Gebiet der Nase; und das, was der Rede angehört, in dem Gebiet des Mundes. Hieraus erhellt, warum durch die Stirne, wenn vom Herrn die Rede ist, der durch Aharon vorgebildet wird, die göttliche Liebe bezeichnet wird. Weil die Stirne beim Menschen seiner Liebe entspricht, darum heißt es von denen, die in der himmlischen Liebe sind, d.h. in der Liebe zum Herrn vom Herrn, daß sie ein Zeichen an der Stirne haben, wodurch ausgedrückt wird, daß sie unter dem Schutze des Herrn stehen, weil in Seiner Liebe, z.B.: Hes.9/4,6: "Jehovah sprach: Gehe mitten durch Jerusalem, und zeichne ein Zeichen an die Stirne der Männer, die wehklagen und seufzen über all die Greuel, die in ihrer Mitte geschehen sind; und schlaget nieder, euer Auge schone nicht; aber nahet euch keinem Manne, an dem das Zeichen ist". Joh.Offenb.14/1: "Siehe, das Lamm stand auf dem Berge Zion, und mit ihm hundertvierundvierzig Tausende, die den Namen Seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben trugen". Joh.Offenb.22/4: "Sie werden das Angesicht Gottes und des Lammes sehen, und Sein Name wird an ihren Stirnen sein". Joh.Offenb.9/4: "Es wurde ihnen gesagt, daß sie nicht beschädigen sollten das Gras der Erde, noch etwas Grünes, noch irgendeinen Baum, sondern nur die Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihren Stirnen haben": das Siegel Gottes und den Namen Gottes an seinen Stirnen haben bedeutet, sicher sein vor den Anfechtungen des Bösen aus der Hölle, weil sie im Herrn sind durch die Liebe; das Gras und das Grün, das sie nicht beschädigen sollten, bedeutet das wißtümlich Wahre, durch welches das Wahre des Glaubens sich bildet: Nr. 7571, 7691; der Baum, der nicht beschädigt werden sollte, bedeutet das Innewerden des Wahren aus dem Guten: Nr. 103, 2163, 2722, 2972, 4552, 7692. 5. Mose 6/4,5,8: "Du sollst Jehovah, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele, und aus allen deinen Kräften; binde diese Worte zum Zeichen an deine Hand, und sie seien zum Stirnband zwischen deinen Augen": zum Stirnband bedeutet zum Zeichen der Liebe zu Jehovah Gott; zwischen den Augen wird gesagt, weil die Augen die Einsicht und Weisheit bedeuten, die aus dieser Liebe stammen; und die Weisheit aus dieser Liebe ist, den Herrn beständig vor Augen zu haben. Daß es sich so verhält, ist deutlich, weil von der Liebe zu Jehovah Gott gehandelt wird. Es wird gesagt, daß sie Ihn lieben sollten aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, und aus allen Kräften, wodurch bezeichnet wird, aus allem, was in dem Menschen ist. Aus dem Herzen bedeutet, aus dem Willen, in dem das Gute der Liebe ist: Nr. 7542, 9050, 9300, 9495, aus der Seele bedeutet aus dem Verstand, wo das Glaubenswahre ist, somit aus dem Glauben: Nr. 9050; und beides ist Sache des inneren Menschen. Aus allen Kräften bedeutet aus dem, was dem Verstand und dem Willen im äußeren Menschen angehört. Die Kräfte und die Macht der Liebe in den beiden Menschen, dem äußeren und dem inneren, werden durch die Hände bezeichnet: Nr. 4931-4937, 7518. Darum wird gesagt, daß er diese Worte zum Zeichen an die Hand binden sollte. Weil die Stirne infolge der Entsprechung die himmlische Liebe bei den Guten bedeutet, darum bezeichnet sie bei den Bösen die höllische Liebe, die der himmlischen entgegengesetzt ist. Ihre Stirne wird eine eherne Stirn genannt: Jes.48/4; und eine harte Stirn: Hes.3/7,8; und von denen, die in einer höllischen Liebe sind, heißt es, daß sie das Malzeichen des Tieres an ihren Stirnen hätten: Joh.Offenb.13/16; 14/9; 20/4; und auch den Namen Babylons an ihren Stirnen: Joh.Offenb.17/5. 9937. "Und Aharon trage die Schuld des Geheiligten", 2. Mose 28/38, bedeutet daher die Entfernung des Falschen und Bösen bei denen, die im Guten sind vom Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des Guten der Liebe darstellt, worüber Nr. 9806; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Priestertums, das Aharon verwaltete, insofern es das ganze Amt bezeichnet, das der Herr als Erlöser verwaltet, worüber Nr. 9809; aus der Bedeutung von "die Schuld tragen", insofern es die Entfernung des Falschen und Bösen bei denen, die im Guten sind, bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung des "Geheiligten", insofern es die Gaben bezeichnet, die sie Jehovah oder dem Herrn darbrachten, um gesühnt (gereinigt) zu werden von ihren Sünden, nämlich Brandopfer, Schlachtopfer und Speisopfer. Das diese unter dem Geheiligten verstanden werden, ist klar, denn es wird gesagt, "welche die Söhne Israels heiligen mit all ihren heiligen Gaben". Die Schuld tragen heißt aber das Falsche und Böse oder die Sünden entfernen bei denen, die im Guten sind, weil dies vom Herrn gesagt wird; denn der Herr wurde durch Aharon vorgebildet, und das ganze Erlösungswerk durch sein Amt oder Priestertum. Daß vom Herrn gesagt wird, Er habe die Sünden für das menschliche Geschlecht getragen, ist in der Kirche bekannt; gleichwohl aber weiß man nicht, was verstanden wird unter dem Tragen der Schulden (Missetaten) und Sünden. Einige glauben, es bedeute, daß Er die Sünden des menschlichen Geschlechtes auf Sich genommen und geduldet habe, daß Er verurteilt wurde zum Tode am Kreuze, und daß dadurch, weil die Verdammnis für die Sünden auf Ihn geworfen wurde, die Menschen von der Verdammnis befreit worden seien. Dann auch, daß die Verdammnis vom Herrn weggenommen worden sei durch die Erfüllung des Gesetzes, weil das Gesetz jeden, der es nicht erfüllte, verdammt hätte. Allein dies wird nicht verstanden unter dem Tragen der Schuld, weil einem jeden Menschen seine Werke nach dem Tode erwarten, und er dann nach der Beschaffenheit derselben gerichtet wird, entweder zum Leben oder zum Tode. Die Beschaffenheit derselben geht aber aus der Liebe und aus dem Glauben hervor, denn die Liebe und der Glaube bilden die Werke des Menschen, und darum können sie nicht weggenommen werden durch Übertragen auf einen anderen, der sie tragen soll. Daraus geht deutlich hervor, daß unter dem Tragen der Schuld etwas anderes verstanden wird; was aber darunter zu verstehen ist, kann man aus dem Tragen der Schuld oder der Sünde von seiten des Herrn selbst erkennen; denn der Herr trägt sie, indem Er für den Menschen kämpft gegen die Höllen. Der Mensch kann nämlich aus sich nicht gegen sie kämpfen, sondern das tut der Herr allein und auch beständig für jeden Menschen, aber mit Unterschied, je nach der Aufnahme des göttlich Guten und des göttlich Wahren. Als der Herr in der Welt war, kämpfte Er gegen alle Höllen und unterjochte sie völlig, dadurch wurde Er auch wirklich zur Gerechtigkeit; und auf diese Weise erlöste Er diejenigen, die das göttlich Gute und Wahre von Ihm aufnahmen, von der Verdammnis. Wenn dies nicht vom Herrn geschehen wäre, so hätte kein Mensch erlöst werden können; denn die Höllen sind allezeit beim Menschen und herrschen auch über ihn, insoweit der Herr sie nicht entfernt. Und Er entfernt sie nur soweit, als der Mensch vom Bösen absteht. Wer aber einmal die Höllen besiegt, besiegt sie in Ewigkeit, und damit dieses vom Herrn geschehen könnte, machte Er Sein Menschliches göttlich. Wer daher allein für den Menschen gegen die Höllen kämpft, oder was das gleiche ist, gegen das Böse und Falsche (denn dies kommt von den Höllen), von Dem wird gesagt, daß Er die Sünden trage, denn Er allein kann diese Last tragen. Durch das Tragen der Sünden wird aber auch die Entfernung des Bösen und Falschen von denen, die im Guten sind, bezeichnet, weil dies die Folge davon ist; denn inwieweit die Höllen vom Menschen entfernt werden, insoweit wird das Böse und Falsche entfernt; beides stammt nämlich aus den Höllen. Das Böse und Falsche sind die Sünden und die Schulden (Missetaten); wie es sich mit diesen verhält, darüber sehe man, was Nr. 9715 und 9809 gezeigt worden ist, wo vom Verdienst und der Gerechtigkeit des Herrn, und auch von der Unterwerfung der Höllen durch Ihn gehandelt wurde. Daß von Aharon gesagt wird, er solle die Schuld tragen, kommt daher, weil er selbst den Herrn, und sein Priestertum das ganze Werk der Erlösung des Herrn vorbildete; man sehe Nr. 9806, 9809. Das vorzüglichste Werk der Erlösung ist es aber, den Menschen von den Höllen erlösen und befreien, und dadurch das Böse und das Falsche entfernen. Es wird gesagt, das Böse und Falsche entfernen, weil die Befreiung von den Sünden oder deren Vergebung nichts anderes ist als Entfernung, denn sie bleiben bei dem Menschen; aber in dem Maße, als das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens eingepflanzt wird, wird das Böse und Falsche entfernt. Es verhält sich damit wie mit dem Himmel und der Hölle: der Himmel vertilgt die Hölle nicht, sondern entfernt nur diejenigen, die in ihr sind, von sich; denn das Gute und Wahre vom Herrn ist es, das den Himmel macht, und auch das, was jene entfernt. Ebenso verhält es sich mit dem Menschen: der Mensch ist aus sich eine Hölle, aber wenn er wiedergeboren wird, wird er ein Himmel, und inwieweit er ein Himmel wird, insoweit wird die Hölle entfernt. Die allgemeine Ansicht ist, daß das Böse, d.h. die Sünden, nicht so entfernt, sondern ganz und gar losgetrennt werden. Allein solche wissen nicht, daß der ganze Mensch aus sich nichts als Böses ist, und daß das Böse, was er hat, nur als ausgetilgt erscheint in dem Maße, als er im Guten vom Herrn gehalten wird; denn indem der Mensch im Guten gehalten wird, wird er vom Bösen abgehalten. Aber niemand kann vom Bösen abgehalten und im Guten gehalten werden, außer der, welcher im Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit vom Herrn ist, d.h. insoweit, als er sich vom Herrn wiedergebären läßt; denn durch die Wiedergeburt wird der Himmel bei dem Menschen eingepflanzt, und dadurch die Hölle entfernt, die bei ihm ist, wie oben gesagt worden. Hieraus kann wiederum erhellen, daß, wenn vom Herrn die Rede ist, unter dem Tragen der Schuld zu verstehen ist, daß Er beständig für den Menschen gegen die Höllen kämpfte, und somit beständig sie entfernt; denn es findet ein beständiges Entfernen statt, nicht nur während der Mensch in der Welt ist, sondern auch im anderen Leben in Ewigkeit. Das Böse in solcher Weise zu entfernen, vermag aber kein Mensch; denn aus sich kann der Mensch nicht einmal das allergeringste Böse entfernen, noch weniger die Höllen, und noch weniger in Ewigkeit. Man sehe jedoch, was hierüber schon früher gezeigt worden ist, nämlich, daß das Böse bei dem Menschen nicht völlig abgesondert, sondern nur in dem Maße entfernt wird, als er im Guten von dem Herrn ist: Nr. 8393, 9014, 9333-9336, 9444-9454; daß der Herr, als Er in der Welt war, durch Versuchungskämpfe die Höllen besiegte, und so alles in Ordnung brachte, wie auch, daß Er dies aus göttlicher Liebe tat, um das Menschengeschlecht zu erlösen, und daß Er dadurch auch Sein Menschliches göttlich machte, sehe man in den Nr. 9528 am Ende angeführten Stellen; und daß der Herr für den Menschen in den Versuchungen kämpft, die geistige Kämpfe gegen das Böse sind, das von der Hölle ist: Nr. 1692, 6574, 8159, 8172, 8175, 8176, 8273, 8969. Auf welche Weise der Herr die Schuld des menschlichen Geschlechtes trug, d.h. wider die Höllen kämpfte und sie unterwarf, als Er in der Welt war, und wie Er Sich so die göttliche Macht erwarb, dieselben bei allen zu entfernen, die im Guten sind, und daß Er dadurch zum Verdienst und zur Gerechtigkeit wurde, wird beschrieben bei Jes.59/16-20; 63/1-9; worüber man die Erklärung nachsehen möge Nr. 9715, 9809. Aus dem Verständnis des Obigen kann man erkennen, was alles das bedeutet, was Jes. Kapitel 53 vom Herrn gesagt wird, in dem vom Anfang bis zu Ende von Seinem Versuchungszustand gehandelt wird, somit von dem Zustand, in dem Er war, als Er wider die Höllen kämpfte; denn die Versuchungen sind nichts anderes, als Kämpfe wider dieselben. Dieser Zustand wird dort in folgender Weise beschrieben: "Daß Er unsere Krankheiten auf Sich genommen und unsere Schmerzen getragen habe; daß Er um unserer Übertretungen willen durchbohrt, und um unserer Missetat willen zerschlagen worden sei; daß Jehovah auf Ihn alle unsere Missetaten geworfen habe; und daß Er Ihn so dem Grabe hingegeben bei den Gottlosen; der Wille Jehovahs werde durch Seine Hand glücklich ausgeführt werden, nach der Arbeit Seiner Seele werde Er es sehen und gesättigt werden; und durch Seine Weisheit werde Er viele gerecht machen, darum, daß Er ihre Missetaten getragen und so die Sünde vieler auf sich genommen habe". Er wird auch dort "der Arm Jehovahs" genannt, wodurch die göttliche Macht bezeichnet wird: Nr. 4932, 7205. Daß durch das Tragen der Krankheiten, Schmerzen und Missetaten, und durch sein Durchbohrt- und Zerschlagenwerden der Zustand der Versuchungen bezeichnet wird, ist klar, denn bei diesen sind es die Schmerzen der Seele, die Anfälle von Angst und Verzweiflung, die so quälen; die Höllen bewirken solches, denn während der Versuchungen greifen sie die innerste Liebe dessen an, gegen den sie kämpfen. Die Liebe eines jeden ist aber das Innerste seines Lebens; die Liebe des Herrn war, das menschliche Geschlecht zu erlösen; diese Liebe war das Sein Seines Lebens, denn das Göttliche in Ihm war diese Liebe. Dies wird auch beschrieben bei Jes.63/8,9, wo von den Kämpfen des Herrn gehandelt wird, mit folgenden Worten: "Er sprach: Fürwahr, Mein Volk sind sie; darum ward Er ihnen zum Erlöser; bei aller ihrer Bedrängnis war Ihm Angst; um Seiner Liebe und um Seiner Erbarmung willen erlöste Er sie, und nahm sie an, und trug sie in allen Tagen der Ewigkeit". Daß der Herr, als Er in der Welt war, solche Versuchungen erduldete, wird bei den Evangelisten nur kurz beschrieben, aber ausführlich bei den Propheten, und besonders in den Psalmen Davids. Bei den Evangelisten wird nur erwähnt, daß Er in die Wüste geführt, und dann vom Teufel versucht worden sei, und daß Er Sich vierzig Tage daselbst aufgehalten und bei den Tieren gewesen sei (Mark.1/12,13; Matth.4/1); aber, daß Er in Versuchungen, d.h. in Kämpfen wider die Höllen gewesen von dem ersten Knabenalter an bis zum Ende Seines Lebens, hat Er nicht offenbart nach folgender Stelle: Jes.53/7: "Er duldete die Bedrängnis und ward niedergebeugt; dennoch tat Er Seinen Mund nicht auf; wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, so tat Er Seinen Mund nicht auf". Seine letzte Versuchung war in Gethsemane: Matth. Kapitel 26; Mark. Kapitel 14, und dann das Leiden am Kreuze; daß Er durch dasselbe die Höllen völlig unterjochte, lehrt Er selbst: Joh.12/27,28,31: "Vater, errette Mich aus dieser Stunde; doch darum bin Ich in diese Stunde gekommen, Vater, verherrliche Deinen Namen. Es kam aber eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe (Ihn) verherrlicht und will (Ihn noch mehr) verherrlichen; darauf sprach Jesus: Nun geht das Gericht über diese Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden": der Fürst dieser Welt ist der Teufel, somit die ganze Hölle. Verherrlichen heißt, das Menschliche göttlich machen. Daß bloß die Versuchung nach den vierzig Tagen in der Wüste erwähnt wird, kommt daher, weil vierzig Tage die Versuchungen bis zu ihrer Fülle bedeuten und in sich schließen, somit die während vieler Jahre; man sehe Nr. 8098, 9437; die Wüste bedeutet die Hölle, und die Tiere, mit denen er dort kämpfte, war die höllische Rotte. Die Entfernung der Sünden bei denen, die im Guten sind, oder Buße getan haben, wurde in der jüdischen Kirche vorgebildet durch den Bock, der Asasel genannt wurde, auf dessen Haupt Aharon die Hand legen und die Missetaten der Söhne Israels und alle Übertretungen, in betreff aller ihrer Sünden bedeuten, und ihn dann fortschicken sollte in die Wüste, und so sollte der Bock alle ihre Missetaten in das Land der Trennung tragen": 3. Mose 16/21,22. Durch Aharon wird hier der Herr vorgebildet. Der Bock bedeutet den Glauben; durch die Wüste und das Land der Trennung wird die Hölle bezeichnet; und durch das Tragen der Missetaten der Söhne Israels in dasselbe, die Entfernung und das Werfen derselben in die Hölle. Daß solches vorgebildet wurde, kann niemand wissen, außer vermöge des inneren Sinnes. Jeder kann aber einsehen, daß die Missetaten der ganzen Gemeinde nicht von irgendeinem Bock in die Wüste getragen werden konnten (denn was hat der Bock gemein mit den Missetaten?), sondern weil alle Vorbildungen zu jener Zeit solche Dinge bedeuteten, die sich auf den Herrn, auf den Himmel und die Kirche beziehen, so war es auch bei diesen der Fall. Der innere Sinn lehrt daher, was in denselben verborgen liegt; daß nämlich das Wahre des Glaubens es ist, durch das der Mensch wiedergeboren wird, und durch das folglich die Sünden entfernt werden, und weil der Glaube des Wahren vom Herrn ist, so ist es der Herr selbst, Der es tut, gemäß dem, was in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22 und auch Nr. 3332, 3876, 3877, 4738 gesagt und gezeigt worden ist. Daß Aharon den Herrn vorbildet, sehe man Nr. 9806, 9808; daß der Ziegenbock das Wahre des Glaubens bezeichnet: Nr. 4169 E, 4769; die Wüste bedeutet aber die Hölle, weil das Lager, in dem die Söhne Israels waren, den Himmel bedeutete: Nr. 4236, darum wird auch die Wüste das Land der Trennung oder Ausscheidung genannt. Somit wird durch das Tragen der Missetaten in jenes Land oder in die Wüste bezeichnet, das Böse und Falsche in die Hölle werfen, aus der es stammt, und es wird da hineingeworfen, wenn es so entfernt wird, daß es nicht erscheint, was geschieht, wenn der Mensch von denselben dadurch abgehalten wird, daß er im Guten vom Herrn gehalten wird, gemäß dem, was oben gezeigt worden ist. Dasselbe, was durch das Hinausstoßen der Sünden in die Wüste, wird auch bezeichnet durch das Hinabwerfen derselben in die Tiefen des Meeres: Micha 7/19: "Er wird Sich unser erbarmen, unsere Missetaten wird Er unterdrücken, und alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen": die Tiefe des Meeres bedeutet ebenfalls die Hölle. Hieraus geht nun deutlich hervor, daß durch "Aharon soll die Schuld des Geheiligten tragen" bezeichnet wird, die Entfernung der Sünden von denen, die im Guten sind vom Herrn; und daß die Entfernung derselben beständig vom Herrn geschieht, und daß dieses heißt, die Schuld (oder die Missetaten) tragen. So auch 4. Mose 18/1,22,23: "Jehovah sprach zu Aharon: Du und deine Söhne mit dir, ihr sollt die Missetat am Heiligtum tragen; du und deine Söhne mit dir sollt auch tragen die Missetat eures Priestertums; die Söhne Israels sollen nicht mehr zum Zelt der Versammlung hinantreten, die Sünden zu tragen, so daß sie starben, sondern die Leviten sollen die Arbeit des Zeltes verrichten, und sie sollen ihre Missetat tragen". Dasselbe wird auch durch tragen bezeichnet bei Jes.46/3,4: "Merket auf Mich, Haus Israel, die ihr getragen wurdet vom Mutterleib an; auch bis zu deinem Greisenalter bin Ich Derselbe, und bis zum grauen Haar will Ich dich tragen; Ich habe es getan, und Ich werde (dich) tragen und heben, und auch erretten". Daß die Schuld tragen, soviel ist als versöhnen, somit die Sünden entfernen, (erhellt) 3. Mose 10/16,17: "Mose war entrüstet über Eleasar und Ithamar, daß der Bock des Sündopfers verbrannt worden und sprach: Warum habt ihr es nicht gegessen an heiliger Stätte, da Jehovah es euch gegeben, um zu tragen die Missetaten der Gemeinde, um sie zu versöhnen vor Jehovah". Daß die Versöhnung (expiatio) die Reinigung vom Bösen bezeichnet, und somit die Entfernung von den Sünden, sehe man Nr. 9506, und daß es dem Aharon aufgetragen wurde, das Volk zu versöhnen (sühnen) und ihm die Sünden zu vergeben: 3. Mose 4/26,31,35; 5/6,10,13,16,18,26; 9/7; 15/15,30; Daß die Sünde tragen, wenn nicht vom Priestertum die Rede ist, soviel ist als verdammt werden, somit sterben: 3. Mose 5/17; 7/18; 17/16; 19/8; 20/17,19,20; 22/9; 24/15; 4. Mose 9/13; 18/22; Hes.18/19,20; 23/49. 9938. "Das die Söhne Israels heiligen mit allen ihren heiligen Gaben", 2. Mose 28/38, bedeutet durch die vorbildlichen Handlungen des Gottesdienstes, welche die Entfernung von den Sünden darstellen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gaben oder Spenden, die besonders in Brandopfern, Schlachtopfern und Speisopfern bei dem israelitischen und jüdischen Volke bestanden, insofern sie das Innere des Gottesdienstes bezeichnen, denn dieses wurde vorgebildet. Das Innere des Gottesdienstes ist das, was sich auf die Liebe und den Glauben bezieht, und daher auf die Vergebung der Sünden, d.h. auf die Entfernungen von ihnen, weil die Sünden durch Glauben und Liebe vom Herrn entfernt werden. Inwieweit das Gute der Liebe und des Glaubens eindringt, oder, was dasselbe ist, inwieweit der Himmel eindringt, insoweit werden die Sünden entfernt, d.h. insoweit wird die Hölle entfernt, sowohl die, welche innerhalb, als die, welche außerhalb des Menschen ist. Hieraus erhellt, was unter den Gaben, welche sie heiligten, d.h. darboten, zu verstehen ist. Daß die Gaben heilig genannt wurden, und dieselben geben oder darbringen sie heiligen hieß, war deshalb, weil sie das Heilige vorbildeten; denn sie wurden als Versöhnungen dargebracht, somit als die Entfernung von den Sünden, die durch den Glauben und die Liebe vom Herrn zum Herrn bewirkt wurde. Es wird gesagt, daß die Gaben und Geschenke dem Jehovah dargebracht wurden, obgleich Jehovah, d.h. der Herr, keine Gaben oder Geschenke annimmt, sondern sie jedem umsonst gibt; aber dennoch will Er, daß sie vom Menschen kommen, wie von ihm selbst, wenn er nur anerkennt, daß sie nicht von ihm, sondern vom Herrn sind; denn der Herr flößt die Neigung ein, das Gute aus Liebe zu tun, und die Neigung, das Wahre aus dem Glauben zu reden. Aber die Neigung selbst fließt vom Herrn ein, es scheint jedoch, als ob sie im Menschen wäre, somit wie vom Menschen. Denn alles, was der Mensch aus der Neigung seiner Liebe tut, tut er aus dem Leben, weil die Liebe das Leben eines jeden ist. Hieraus erhellt, daß das, was Gaben und Geschenke genannt wird, die dem Herrn vom Menschen dargebracht werden, ihrem Wesen nach Gaben und Geschenke sind, die dem Menschen vom Herrn dargebracht sind; und daß sie Gaben und Geschenke heißen, kommt von dem Anschein her. Diesen Anschein erkennen alle, die verständigen Herzens sind, aber nicht die Einfältigen; dennoch aber sind ihre Gaben und Geschenke angenehm, in dem Maße als sie aus einer Unwissenheit, in der Unschuld ist, dargebracht werden. Die Unschuld ist das Gute der Liebe zu Gott, und liegt auch in der Unwissenheit; besonders aber bei denen, die weisen Herzens sind, denn die weisen Herzens sind, erkennen und werden es inne, daß nichts von der Weisheit in ihnen aus ihnen ist, sondern daß alle Weisheit vom Herrn ist, d.h. alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens, und somit daß (die Unschuld) gleichwohl bei den Weisen in der Unwissenheit wohnt, (d.h. darin, daß sie nichts aus sich selbst wissen). Hieraus wird klar, daß die Anerkennung dieser Wahrheit und besonders ihr Innewerden die Unschuld der Weisheit ausmacht. Die Gaben, die in der jüdischen Kirche dargebracht wurden, die besonders Brandopfer, Schlachtopfer und Speisopfer waren, hießen auch Versöhnungen (Sühnen) von den Sünden, denn wegen der Vergebung derselben, d.h. wegen der Entfernung derselben von ihnen, wurden sie dargebracht. Die Angehörigen jener Kirche glaubten auch wirklich, daß die Sünden vergeben, ja völlig weggenommen seien, denn sobald sie dargebracht waren, wurde ihnen gesagt, daß ihnen vergeben werde; man sehe 3. Mose 4/26,31,35; 5/6,10,13,16,18,26; 9/7; 15/15,30. Aber sie wußten nicht, daß ihre Gaben das Innere nur vorbildeten, also solches, was vom Menschen aus Liebe und Glauben, die vom Herrn kommen, getan wird, und daß diese es sind, die versöhnen, d.h. die Sünden entfernen, und daß sie, wenn sie entfernt worden, so erscheinen, als ob sie ganz entfernt oder weggenommen wären, wie dies schon oben in diesem und in dem vorhergehenden Abschnitt gezeigt worden ist; denn jenes Volk war in einem vorbildlichen Gottesdienst, somit in einem äußeren Gottesdienst ohne den inneren, durch den aber damals eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen bestand; man sehe die Nr. 9320 E, und 9380 angeführten Stellen. 9939. "Und es soll beständig sein auf seiner Stirne", 2. Mose 28/38, bedeutet das Vorbildliche der Liebe des Herrn in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stirne, insofern sie die Liebe bezeichnet, worüber Nr. 9936; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn darstellt, worüber Nr. 9806; und aus der Bedeutung von beständig, insofern es soviel ist als in Ewigkeit. Daß beständig soviel ist als in Ewigkeit, kommt daher, weil alles, was Sache der Zeit ist, wenn vom Herrn (die Rede ist), das Ewige bedeutet, also auch beständig, denn beständig, täglich und immerdar wird von der Zeit ausgesagt, daher kommt es auch, daß gestern und heute, wenn vom Herrn (die Rede ist), auch das Ewige bedeuten: Nr. 2838. 9940. "Zum Wohlgefallen für sie vor Jehovah", 2. Mose 28/38, bedeutet das Göttliche des Herrn in ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Wohlgefallen, wenn von Jehovah, d.h. vom Herrn (die Rede ist), insofern es ausdrückt, aus Seinem Göttlichen, denn was dem Herrn wohlgefällt, ist das Göttliche, das von Ihm beim Menschen, beim Geist und Engel ist; denn es ist dann in einem anderen, in dem es angeschaut wird und dadurch wohlgefällt. Was vom Herrn ist, ist näher oder entfernter von Ihm, und es wird dann gesagt, es geschehe aus Seinem Willen , aus Seinem Wohlgefallen , aus Seiner Nachsicht und aus Seiner Zulassung : was aus dem Willen, ist zunächst von Ihm; was aus dem Wohlgefallen, ein wenig entfernter von Ihm; was aus Nachsicht, ist noch entfernter; und was aus Zulassung, ist am entferntesten von Ihm. Das sind die Stufen des Einflusses und der Aufnahme des Göttlichen. Doch enthält eine jede Stufe wieder Unzähliges, was unterschieden ist von dem, was in einer anderen Stufe ist, und dieses Unzählige bildet Geheimnisse des Himmels, von denen nur wenige in das menschliche Verständnis fallen, wie z.B. schon das, was aus Zulassung geschieht; denn in diesem, obgleich dieses an letzter Stelle ist, liegen dennoch unzählige Geheimnisse, und der Mensch verwirrt sich dadurch, wenn er es aus den Entwicklungen der Dinge in der Natur und aus den Scheinbarkeiten, und mehr noch, wenn er es aus den Täuschungen der Sinne durchschauen will. Gleichwohl sind die Geheimnisse der Zulassung nur wenige im Vergleich mit den Geheimnissen der höheren Stufen, wie bei dem, was aus Nachsicht, aus Wohlgefallen und aus dem Willen geschieht. 9941. Vers 39,40: Und du sollst den Leibrock zellenförmig wirken von weißer Baumwolle, und auch den Kopfbund sollst du von weißer Baumwolle machen, und den Gürtel sollst du machen als ein Werk des Buntwirkers. Und für die Söhne Aharons sollst du Leibröcke machen, und sollst ihnen Gürtel machen und Mützen zur Herrlichkeit und zur Zierde. "Und du sollst den Leibrock zellenförmig wirken von weißer Baumwolle" bedeutet das Innerste des geistigen Reiches, hervorgehend aus den Wahrheiten der himmlischen Liebe; "und auch den Kopfbund sollst du von weißer Baumwolle machen" bedeutet die Weisheit in demselben (Reich); "und den Gürtel" bedeutet das Band und die Trennung von dem Äußeren dieses Reiches; "sollst du machen als ein Werk des Buntwirkers" bedeutet durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren; "und für die Söhne Aharons" bedeutet die göttlichen Wahrheiten aus dem göttlich Guten des Herrn, hervorgehend in den Himmeln; "sollst du Leibröcke machen" bedeutet das, was Sache des Glaubens daselbst ist; "und sollst ihnen Gürtel machen" bedeutet das Zusammenhalten in seiner Verknüpfung; "und Mützen" bedeutet die Einsicht daselbst; "zur Herrlichkeit und zur Zierde" bedeutet das Wahre der geistigen Kirche. 9942. "Und du sollst den Leibrock zellenförmig wirken von weißer Baumwolle", 2. Mose 28/39, bedeutet das Innerste des geistigen Reiches, hervorgehend aus den Wahrheiten der himmlischen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider Aharons im allgemeinen, insofern sie das geistige Reich bezeichnen, das dem himmlischen Reich beigefügt ist, worüber Nr. 9814. Und weil der Leibrock das inwendigste jener Kleider war, darum wird durch denselben das Innerste dieses Reiches bezeichnet. Daß der Leibrock Aharons das göttlich Wahre im geistigen Reich bezeichnet, das unmittelbar vom göttlich Himmlischen hervorgeht, sehe man Nr. 9826. Ferner aus der Bedeutung der weißen Baumwolle, insofern sie das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet, worüber Nr. 9469. Von diesem Leibrock wird gesagt, daß er zellenförmig gewirkt werden sollte, und unter zellenförmig wird verstanden die Arbeit eines Webers, und durch die Arbeit eines Webers wird das bezeichnet, was aus dem Himmlischen ist: Nr. 9915. Durch dasselbe Wort, das in der Grundsprache zellenförmig wirken ausdrückt, wird auch weben bezeichnet. Daß dieser Leibrock gewoben oder von der Arbeit eines Webers war, erhellt aus 2. Mose 39/27: "Sie machten Leibröcke aus weißer Baumwolle, die Arbeit eines Webers, für Aharon und für seine Söhne". Daß er zellenförmig oder aus weißer Baumwolle gewirkt (gewoben) wurde, war deswegen, damit das vorgebildet würde, was unmittelbar aus dem Himmlischen hervorgeht, und was beziehungsweise wie ein Fortgesetztes ist; denn was aus dem Himmlischen hervorgeht, ist wie das, was aus dem Willensgebiet bei dem Menschen (kommt). Alles nämlich, was Sache des Verstandes beim Menschen ist, geht aus seinem Willensgebiet hervor. Was inwendig aus dem Willensgebiet hervorgeht, ist aber gleichsam ein Fortgesetztes in bezug auf das, was äußerlicher ist; deswegen ist in dem, was inwendig aus dem Willensgebiet hervorgeht, besonders die Neigung des Wahren; denn jede Neigung, welche Sache der Liebe ist, fließt in den Verstand aus dem Willensgebiet ein. Ebenso verhält es sich in den Himmeln, wo das himmlische Reich dem Willensgebiet des Menschen entspricht und das geistige Reich seinem Verstandesgebiet; man sehe Nr. 9835; und weil die Kleider Aharons das geistige Reich des Herrn vorbildeten, das Seinem himmlischen Reich beigesellt ist: Nr. 8914, darum bildete der Leibrock das vor, was das Innerste in demselben ist, also das, was zunächst aus dem himmlischen Reich hervorgeht, denn der Leibrock war das inwendigste Kleid. Hieraus erhellt, warum es gewoben oder zellenförmig gewirkt war, und warum aus weißer Baumwolle. Durch das Gewobene wird nämlich das bezeichnet, was aus dem Willensgebiet oder aus himmlischer Liebe stammt: Nr. 9915, und durch weiße Baumwolle wird das Wahre, das aus der himmlischen Liebe stammt, bezeichnet: Nr. 9469. Das Geistige, das aus dem Himmlischen (hervorgeht), wird auch anderwärts im Worte durch Leibröcke bezeichnet, wie auch durch die Leibröcke von Fellen, von denen gesagt wird, daß Jehovah Gott sie dem Menschen und seinem Weibe machte, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten": 1. Mose 3/20,21. Daß durch diese Leibröcke das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet wird, kann man nicht wissen, wenn nicht diese geschichtartige (Einkleidung) in Ansehung des inneren Sinnes enthüllt wird; deswegen soll es hier erklärt werden: Unter dem Menschen und seinem Weibe wird die himmlische Kirche verstanden; unter dem Menschen selbst als dem Ehegatten diese Kirche in Ansehung des Guten, und unter seiner Ehegattin diese Kirche in Ansehung des Wahren. Dieses Wahre und jenes Gute war das Wahre und Gute der himmlischen Kirche. Da aber diese Kirche gefallen war, was durch Vernünfteleien aus dem Wißtümlichen über die göttlichen Wahrheiten geschah, was im inneren Sinn durch die Schlange, die überredete, bezeichnet wird; so ist es dieser erste Zustand nach dem Falle jener Kirche, der dort beschrieben wird, und ihr Wahres durch die Leibröcke von Fellen. Man muß wissen, daß durch die Schöpfung des Himmels und der Erde: 1. Mose Kapitel 1, im inneren Sinn die neue Schöpfung oder Wiedergeburt des Menschen der damaligen Kirche verstanden und beschrieben wird, also die Errichtung der himmlischen Kirche. Und daß durch das Paradies die Weisheit und Einsicht dieser Kirche verstanden und beschrieben wird, und durch das Essen vom Baum der Erkenntnis ihr Fall dadurch, daß jene Menschen aus dem Wißtümlichen über göttliche Dinge Vernünfteleien anstellten. Daß es so ist, sehe man in dem, was hierüber in den Erklärungen zu jenen Kapiteln gezeigt worden ist, denn alles, was in den ersten Kapiteln des 1. Buches Mose enthalten ist, ist eine geschichtartige Einkleidung (Parabel), in deren innerem Sinn göttliche (Wahrheiten) enthalten sind von der neuen Schöpfung und der Wiedergeburt des Menschen der himmlischen Kirche, wie oben gesagt worden. Diese Art der Darstellung war üblich in den ältesten Zeiten, nicht nur bei denen, die der Kirche angehörten, sondern auch bei denen, die außerhalb der Kirche waren, z.B. bei den Arabern, den Syrern und den Griechen, wie aus den Büchern jener Zeit, sowohl den heiligen als den weltlichen, deutlich hervorgeht. Als Nachahmung derselben, weil aus ihnen hervorgehend, wurde das Hohelied von Salomo geschrieben, welches Buch kein heiliges Buch ist, weil es nicht inwendig Himmlisches und Göttliches in bestimmter Reihenfolge enthält, wie die heiligen Bücher. Das Buch Hiob ist auch ein Buch der Alten Kirche. Auch werden heilige Bücher der Alten Kirche, die nun verloren sind, erwähnt bei Mose: 4. Mose 21/14,15,27: die historischen Teile derselben wurden "Kriege Jehovahs" genannt und die prophetischen "Aussprüche"; man sehe Nr. 2686, 2897. Daß in den historischen, welche die Kriege Jehovahs hießen, eine solche Schreibweise (stylus) war, erhellt aus dem, was daraus von Mose entnommen und angeführt wurde. Dieses Historische näherte sich auf diese Weise dem prophetischen Stil in der Art, daß ihr Inhalt von Kindern und auch von Einfältigen im Gedächtnis behalten werden konnte; daß aber diese dort angeführten Bücher heilig waren, ist klar aus dem, was 4. Mose 21/28-30 steht, wenn man damit vergleicht, was bei Jerem.48/45,46 steht, wo ähnliches sich findet. Daß eine solche Schreibweise bei denen, die außerhalb der Kirche waren, zu jener Zeit sehr gebräuchlich und fast einzig in Übung war, geht auch deutlich hervor aus den Fabeln (oder Mythen) jener Schriftsteller, die außerhalb der Kirche waren, in denen sie Moralisches einkleideten, oder solches, was sich auf die Neigungen und auf das Leben bezieht. In den wirklichen Geschichten aber, die nicht erdichtet waren, wie sie in den Büchern Moses nach jenen Kapiteln, ferner in den Büchern Josua, der Richter, Samuels und der Könige enthalten sind, bezeichnen die Leibröcke gleichfalls das Wahre und das geistig Gute des Wahren, das hervorgeht aus dem himmlisch Wahren und Guten. (Man muß aber wissen, daß das geistig Wahre und Gute so beschaffen ist, wie das Wahre und Gute der Engel im mittleren oder zweiten Himmel; daß dagegen das himmlisch Wahre und Gute das Wahre und Gute ist, wie es bei den Engeln im dritten oder innersten Himmel ist; man sehe die angeführten Stellen: Nr. 9277.) In den Büchern Moses wird erwähnt, daß "der Vater Israel seinem Sohn Joseph einen buntfarbigen Leibrock gab, und daß seine Brüder darüber entrüstet waren, und nachher ihm denselben auszogen und ihn in Blut tauchten und so seinem Vater schickten": 1. Mose 37/3,23,31-33. Dies war eine wirkliche Geschichte, und weil diese ebenso inwendig oder im inneren Sinn Heiliges des Himmels und der Kirche und somit Göttliches enthielt, darum wurde durch jenen buntfarbigen Leibrock der Zustand des Guten und Wahren bezeichnet, den Joseph vorbilden sollte, nämlich der Zustand des geistig Wahren und Guten, das aus dem Himmlischen hervorgeht; man sehe Nr. 3971, 4286, 4592, 4963, 5249, 5307, 5584, 5869, 5877, 6417, 6526, 9671; denn alle Söhne Jakobs bildeten solches in seiner Ordnung vor, was Sache des Himmels und der Kirche ist: Nr. 3858, 3926, 4060, 4603 f, 6335, 6337, 6397, 6640, 7836, 7891, 7996; an jener Stelle aber bildeten sie das Entgegengesetzte vor. Weil alles, was in den Büchern des Wortes enthalten ist, in Vorbildungen und Bezeichnungen göttlich himmlischer und geistiger Dinge besteht, sowohl in den historischen als in den prophetischen Büchern, darum wird die Neigung dieses Wahren durch die Tochter des Königs, und das Wahre selbst durch ihre Kleider beschrieben: Ps.45/10f: "Die Tochter des Königs ist unter deinen Teuern (Geliebten), die Königin steht zu deiner Rechten im besten Golde von Ophir; die Tochter Tyrus wird Geschenke darbringen; die Reichen des Volkes schmeicheln deinem Angesicht; voller Pracht ist die Königstochter im Gemache, von Gewebe (oder zellenförmig Gewebtem) ist ihr Kleid von Gold (ihr Leibrock, tunica); in Buntgewirktem wird sie dem Könige zugeführt": daß die Tochter im allgemeinen die Neigung des geistig Guten und Wahren bedeutet und also auch die Kirche, sehe man Nr. 2362, 3024, 3963, 9055; und daß der König, wenn vom Herrn (die Rede ist), das göttlich Wahre bedeutet: Nr. 2015, 2069, 3009, 4581, 4966, 5068, 6148. Hieraus erhellt, daß alles, was von der Tochter des Königs in diesem Psalm erzählt wird, solche Dinge bedeutet, die sich auf die Neigung des Wahren und Guten vom Herrn in der Kirche beziehen. Daß die Tochter Tyrus Gaben darbringen werde, bedeutet die Erkenntnisse des Guten und Wahren; daß Tyrus diese bezeichnet, sehe man Nr. 1201; ebenso die Reichen des Volkes; denn unter Reichtümern wird im geistigen Sinn nichts anderes verstanden, als die Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 1694, 4508. Hieraus wird klar, was dadurch bezeichnet wird, daß die Tochter des Königs voller Pracht im Gemache sei, und daß ihre Kleider von Gold gewebt waren; denn unter dem Kleid wird die Tunika (Leibrock) verstanden, wie aus der Bedeutung dieses Wortes in der Grundsprache hervorgeht, denn hier bezeichnet es das dem Körper zunächstliegende Kleid. Daß dies aber der Leibrock (tunica) ist, erhellt bei Joh.19/24, wo von dem Leibrock des Herrn gehandelt wird, der bei Ps.22/19 mit demselben Worte "Kleid" genannt wird. Ferner im 2.Sam.13/18, wo gesagt wird, daß die Töchter des Königs mit buntfarbigen Leibröcken bekleidet waren, worüber gleich folgen wird. Unter dem Gewebe von Gold wird bei David das gleiche verstanden, wie unter dem zellenförmig gewirkten Leibrock Aharons; es ist auch dasselbe Wort in der Grundsprache; was das Buntgewirkte ist, in dem sie dem König zugeführt werden soll, sehe man Nr. 9688. Weil durch die Tochter des Königs und durch ihr Kleid oder ihren Leibrock solches vorgebildet wurde, darum wurden auch die Töchter des Königs zu jener Zeit mit solchen bekleidet, wie man 2.Sam.13/18 ersieht: "Thamar hatte einen buntfarbigen Leibrock an; denn mit solchen Gewändern waren die Töchter des Königs bekleidet". Weil nun das geistig Gute und Wahre durch Leibröcke vorgebildet wurde, so kann man erkennen, was durch den Leibrock Aharons bezeichnet wird, wie auch, was durch die Leibröcke seiner Söhne, von denen in 2. Mose 28/40 gesagt wird, "daß sie den Söhnen Aharons Leibröcke, Gürtel und Mützen zur Herrlichkeit und zur Zierde machen sollten"; und weil ihre Leibröcke solche heiligen Dinge vorbildeten, darum wurde gesagt, daß die Söhne Aharons Nadab und Abihu, die mit Feuer aus dem Himmel verbrannt wurden, weil sie mit fremden Feuer geräuchert hatten, in ihren Leibröcken aus dem Lager geführt werden sollten: 3. Mose 10/1-5; denn durch das fremde Feuer wird eine Liebe bezeichnet, die anderswoher als aus dem Himmlischen stammt. Das heilige Feuer bedeutet nämlich im Worte die himmlische oder göttliche Liebe: Nr. 6832, 6834, 6849, 7324, 9434; daher war das geistig Gute und Wahre, das durch ihre Leibröcke bezeichnet wurde, befleckt worden, und darum wurden sie in ihren Leibröcken aus dem Lager hinausgeführt. Das gleiche wird auch durch den Leibrock bezeichnet bei Micha 2/8: "Mein Volk hat sich als Feindin hingestellt um des Kleides willen, ihr ziehet den Leibrock ab dem, der sorglos vorüberwandelt": hier wird Leibrock mit einem anderen Wort in der Grundsprache ausgedrückt, das jedoch auch das geistig Gute und Wahre bedeutet. Den Leibrock ausziehen dem, der sorglos vorüberwandelt, bedeutet, diejenigen ihrer geistigen Wahrheiten berauben, die im einfältigen Guten leben. "Zum Feinde haben um des Kleides willen" heißt, denselben Böses zufügen um des Wahren willen, das sie denken, während man doch niemand verletzen darf um deswillen, was er für wahr hält, wenn er nur im Guten ist: Nr. 1798, 1799, 1834, 1844. Hieraus kann nun erhellen, was durch den Leibrock bei Matth.5/34-36,40 bezeichnet wird: "Jesus sprach: Man soll überhaupt nicht schwören, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch bei Jerusalem, noch bei dem Haupte; eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein! Was darüber ist, das ist aus dem Bösen; und dem, der mit dir rechten und deinen Rock nehmen will, dem lasse auch den Mantel". Wer nicht weiß, wie der Zustand der Engel im himmlischen Reich des Herrn beschaffen ist, kann durchaus nicht wissen, was diese Worte des Herrn in sich schließen; denn es wird hier gehandelt von dem Zustand des Guten und Wahren bei denen, die im himmlischen Reich des Herrn sind, und bei denen alles Wahre dem Herzen eingeprägt ist; denn diese erkennen alles Wahre aus dem Guten der Liebe zum Herrn, und zwar so sehr, daß sie niemals darüber Erörterungen anstellen, wie die im geistigen Reich es tun; darum sagen sie nur, wenn von den Wahrheiten gesprochen wird: "Ja, ja!" oder: "Nein, nein!". Ja sie nennen dort nicht einmal den Glauben. Über diesen Zustand derselben sehe man die Nr. 9277 angeführten Stellen. Hieraus wird nun klar, was dadurch bezeichnet wird, daß man überhaupt nicht schwören soll; denn durch schwören wird bezeichnet, die Wahrheiten begründen: Nr. 3375, 9166, was durch Vernünftiges und Wißtümliches aus dem Worte im geistigen Reich geschieht. Mit jemand rechten aber, und ihm den Rock nehmen wollen heißt, über die Wahrheiten streiten und überreden wollen, daß etwas nicht wahr sei. Der Rock bedeutet das Wahre aus dem Himmlischen; denn dort lassen sie jedem sein Wahres ohne weitere Vernünftelei. Der Leibrock bedeutet auch an einer anderen Stelle das Wahre aus dem Himmlischen: Matth.10/9,10: "Jesus sandte die Zwölfe aus, um das Himmelreich zu predigen, und sagte, sie sollten weder Gold besitzen, noch Silber, noch Erz in ihren Gürteln; noch eine Tasche auf dem Weg, auch nicht zwei Röcke, noch Schuhe, noch Stäbe": dadurch wird vorgebildet, daß die, welche im Guten und Wahren aus dem Herrn sind, nichts Gutes und Wahres aus sich besitzen sollten, sondern daß alles Wahre und Gute ihnen vom Herrn komme. Durch die zwölf Jünger werden nämlich alle vorgebildet, die im Guten und Wahren vom Herrn sind, und im abstrakten Sinn alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens vom Herrn: Nr. 3488, 3858 E, 6397. Das Gute und Wahre aus sich und nicht vom Herrn wird bezeichnet durch Gold, Silber und Erz in den Gürteln besitzen, sowie durch die Tasche; aber das Wahre und Gute vom Herrn wird bezeichnet durch Leibrock, Schuh und Stab: durch Leibrock das innere Wahre oder das Wahre aus dem Himmlischen, durch Schuhe das äußere Wahre oder das Wahre im Natürlichen: Nr. 1748, 6844; durch Stab die Macht des Wahren: Nr. 4876, 4936, 6947, 7011, 7026; dagegen durch zwei Röcke, zwei Paar Schuhe und zwei Stäbe das Wahre und dessen Macht sowohl aus dem Herrn als aus sich selbst. Daß sie einen Rock, ein Paar Schuhe und einen Stab haben durften, erhellt Mark.6/8,9 und Luk.9/2,3. Da nun hierdurch deutlich ist, was durch Leibrock bezeichnet wird, so erhellt auch, was durch den Leibrock des Herrn bezeichnet wird, über den es heißt: Joh.19/23,24; Ps.22/19: "Sie nahmen die Kleider, und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und auch den Leibrock; aber der Leibrock war ohne Naht, von oben an gewirkt durch und durch; sie sprachen: Wir wollen ihn nicht teilen, sondern das Los über ihn werfen, damit die Schrift erfüllt würde, die sagt: Sie haben Meine Kleider unter sich geteilt und über Meinen Leibrock das Los geworfen; dies taten auch die Soldaten". Wer, der aus einer etwas erleuchteten Vernunft denkt, könnte nicht sehen, daß diese Vorgänge göttliche Dinge bezeichneten, und daß sonst bei David nicht darüber geweissagt worden wäre? Was sie aber bedeuten, kann man nicht wissen ohne den inneren Sinn, somit nicht ohne die daraus entnommenen Kenntnisse, was die Kleider bedeuten, was es heißt, das Los über sie werfen oder sie teilen; was der Leibrock bedeutet und daß er ohne Naht oder durch und durch gewirkt war, und was die Soldaten bedeuten. Aus dem inneren Sinn erhellt aber, daß durch die Kleider Wahrheiten bezeichnet werden und durch die Kleider des Herrn göttliche Wahrheiten. Das Los über sie werfen und teilen heißt, sie zerstreuen und zerstören: Nr. 9093; durch den Leibrock wird das geistig göttlich Wahre aus dem göttlich Himmlischen bezeichnet, ebenso wie durch den Leibrock Aharons, weil Aharon den Herrn vorbildete; somit wird auch dadurch, daß er ohne Naht war und gewirkt durch und durch, das gleiche bezeichnet wie durch das zellenförmige oder Gewirkte am Leibrock Aharons. Daß der Leibrock nicht geteilt werden sollte, bezeichnete, daß das geistig göttlich Wahre, das zunächst aus dem göttlich Wahren des Himmlischen hervorgeht, nicht zerstört werden konnte, weil dieses Wahre das innere Wahre des Wortes ist, wie es bei den Engeln im Himmel beschaffen ist. Daß gesagt wird, die Soldaten hätten dies getan, bedeutet, daß es diejenigen waren, die für die Wahrheiten kämpfen sollten, somit die Juden selbst, bei denen das Wort war, und die aber so geartet waren, daß sie es zerstörten, denn sie hatten zwar das Wort, aber dennoch wollten sie nicht daraus erkennen, daß der Herr der Messias und der Sohn Gottes war, Der kommen sollte; auch nichts Inneres vom Worte, sondern nur das Äußere, das sie auch nach ihren Liebesarten modelten (erklärten), die in der Selbstliebe und in der Liebe zur Welt bestanden, somit zur Begünstigung der Begierden, die daraus hervorgingen. Dies wird bezeichnet durch die Teilung der Kleider des Herrn, denn alles, was sie an dem Herrn taten, bildete den damaligen Zustand des göttlich Wahren und Guten bei ihnen vor und somit, daß sie die göttlichen Wahrheiten ebenso behandelten wie Ihn selbst; denn als der Herr in der Welt war, war Er das göttlich Wahre selbst, man sehe die Nr. 9199 E und 9315 E angeführten Stellen. 9943. "Und auch den Kopfbund sollst du von weißer Baumwolle machen", 2. Mose 28/39, bedeutet die Weisheit daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kopfbundes, insofern er die Einsicht bezeichnet, und wenn vom Herrn (die Rede ist), Der hier durch Aharon vorgebildet wird, die Weisheit, worüber Nr. 9827. Ferner aus der Bedeutung der weißen Baumwolle, insofern sie das Wahre aus himmlischem Ursprung bezeichnet, worüber Nr. 9496, denn aus diesem Wahren stammt die Weisheit, die hier durch den Kopfbund bezeichnet wird. Jede Weisheit und Einsicht stammt nämlich aus dem göttlich Wahren, das aus dem göttlichen Guten des Herrn hervorgeht. Eine andere Weisheit und Einsicht, die (wahrhaft) Weisheit und Einsicht wäre, gibt es nicht, weil anderswoher keine kommt. Einsicht heißt, die göttlichen Wahrheiten wissen und verstehen, und nachher ihnen Glauben schenken, und Weisheit heißt, sie wollen und lieben und daher ihnen gemäß leben. 9944. "Und den Gürtel", 2. Mose 28/39, bedeutet das Band und die Trennung von dem Äußeren des Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gürtels, insofern er das äußere Band bezeichnet, welches das Ganze der Liebe und des Glaubens in seiner Verknüpfung und Form zusammenhält, so daß es auf einen Zweck gerichtet ist, worüber Nr. 9341 E, 9828, 9837. Daß er auch eine Trennung vom Äußeren bezeichnet, kommt daher, weil er so das Innere sammelt und zusammenhält, und was das Innere sammelt und zusammenhält, das trennt es auch vom Äußeren. Das Innere des geistigen Reiches wird bezeichnet durch den Leibrock, weil er das inwendigste Kleidungsstück war und das Äußere desselben durch das Oberkleid und das Ephod, weil sie äußere Kleider waren. Daß durch die Kleider Aharons das geistige Reich des Herrn vorgebildet wurde, sehe man Nr. 9814: durch das Ephod sein Äußeres: Nr. 9824, durch das Oberkleid sein Inneres: Nr. 9825, und durch den Leibrock das Innerste: Nr. 9826. 9945. "Sollst du machen als ein Werk des Buntwirkers", 2. Mose 28/39, bedeutet, durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Werkes eines Buntwirkers, insofern es das bezeichnet, was aus dem Wißtümlichen kommt, worüber Nr. 9688. Es wird aber gesagt "durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren", weil unter diesen die inneren wißtümlichen Kenntnisse verstanden werden, wie sie in der Kirche sind in bezug auf den Glauben und die Liebe. Diese wißtümlichen Kenntnisse werden hier durch das Werk eines Buntwirkers bezeichnet, weil durch den Gürtel des Leibrockes, der von der Arbeit eines Buntwirkers war, das innerste Band des geistigen Reiches bezeichnet wird, worüber gleich oben. Und weil alles in der geistigen Welt durch die Erkenntnisse und die Neigungen daraus in seiner Verknüpfung erhalten wird. 9946. "Und für die Söhne Aharons", 2. Mose 28/40, bedeutet die göttlichen Wahrheiten, die hervorgehen aus dem göttlich Guten des Herrn, in den Himmeln. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Aharons, insofern sie die göttlichen Wahrheiten bezeichnen, die aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgehen, worüber Nr. 9807; "in den Himmeln" (wird gesagt), weil das Göttliche des Herrn in den Himmeln es ist, das durch das Priestertum Aharons und seiner Söhne vorgebildet wird: das göttlich Gute in den Himmeln durch das Priestertum Aharons, und das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten daselbst durch das Priestertum seiner Söhne. Es wird gesagt "in den Himmeln", weil der Herr selbst über den Himmeln ist, denn Er ist die Sonne des Himmels; gleichwohl aber ist Seine Gegenwart in den Himmeln, und zwar so, als ob Er selbst da wäre. Er selbst in den Himmeln, d.h. Sein göttlich Gutes und göttlich Wahres daselbst kann vorgebildet werden, aber nicht Sein Göttliches über den Himmeln, und zwar deshalb, weil dieses nicht in die Vorstellung der menschlichen, ja nicht einmal in die der Engelsgemüter fallen kann, denn es ist das Unendliche. Aber das Göttliche in den Himmeln, das aus jenem stammt, ist zur Aufnahme geeignet. 9947. "Sollst du Leibröcke machen", 2. Mose 28/40, bedeutet das, was Sache des Glaubens daselbst ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leibrockes, wenn von Aharon (die Rede ist), insofern er das göttlich Wahre im Innersten des geistigen Reiches bezeichnet, somit das, was unmittelbar aus dem Himmlischen hervorgeht, worüber Nr. 9826, 9942. Aber wenn von den Söhnen Aharons gesprochen wird, bezeichnet der Leibrock das, was Sache des Glaubens ist; denn dieses geht aus dem Geistigen hervor, das aus dem Himmlischen stammt. Dieses Hervorgehende ist es, was Glaube an das Wahre genannt wird. HG 9948 9948. "Und sollst ihnen Gürtel machen", 2. Mose 28/40, bedeutet das Zusammenhalten in seiner Verknüpfung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gürtel, insofern sie die äußeren Bande bezeichnen, welche die Wahrheiten und das Gute des Glaubens und der Liebe in Verknüpfung erhalten, worüber Nr. 9341 E, 9828, 9837, 9944. 9949. "Und Mützen", 2. Mose 28/40, bedeutet die Einsicht daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kopfbundes, und im allgemeinen der Kopfbedeckung, insofern sie Einsicht und Weisheit bezeichnet, worüber Nr. 9827, darum hat auch die Mütze (tiara) diese Bedeutung, denn die Kopfbedeckung für die Söhne Aharons wurde Mütze genannt. 9950. "Zur Herrlichkeit und zur Zierde", 2. Mose 28/40, bedeutet das Wahre der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zur Herrlichkeit und zur Zierde", insofern es ausdrückt, um das göttlich Wahre darzustellen, so wie es im geistigen Reich, das dem himmlischen Reich beigesellt ist, in seiner inneren und äußeren Form beschaffen ist, worüber Nr. 9815. Hier aber das Wahre der geistigen Kirche, das aus jenem stammt, denn durch Aharon wird das göttlich Gute in den Himmeln vorgebildet, und durch seine Söhne das göttlich Wahre daraus. Daselbst ist auch das göttlich Gute als Vater und das göttlich Wahre daraus als Sohn, und weil es so ist, wird durch Vater im Wort das Gute und durch Sohn das Wahre bezeichnet. Dieses wird auch aus jenem geboren, wenn der Mensch von neuem geboren, d.h. wiedergeboren wird. 9951. Vers 41: Und sollst sie anziehen Aharon, deinem Bruder, und seinen Söhnen mit ihm, und sollst sie salben und ihre Hände füllen und sie heiligen, daß sie das Priesteramt verwalten vor Mir. "Und sollst sie anziehen Aharon, deinem Bruder", bedeutet einen solchen Zustand des göttlich Guten im geistigen Reich; "und seinen Söhnen mit ihm" bedeutet einen solchen Zustand daselbst im Äußeren, das daraus hervorgeht; "und sollst sie salben" bedeutet das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des Guten der Liebe; "und ihre Hände füllen" bedeutet das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des Glaubenswahren; "und sie heiligen" bedeutet, so sei das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen; "daß sie das Priesteramt verwalten vor Mir" bedeutet das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des ganzen Erlösungswerkes aus dem Göttlich-Menschlichen. 9952. "Und sollst sie anziehen Aharon, deinem Bruder", 2. Mose 28/41, bedeutet einen solchen Zustand des göttlich Guten im geistigen Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung von anziehen, insofern es heißt, den Zustand der Sache herbeiführen, der durch die anzulegenden Kleider vorgebildet wird; hier den Zustand des göttlich Wahren im geistigen Reich, denn durch Aharon wird der Herr in Ansehung des göttlich Guten vorgebildet, also auch das göttlich Gute, das vom Herrn stammt, worüber Nr. 9806. Und durch seine Kleider das geistige Reich des Herrn, das Seinem himmlischen Reich beigesellt ist: Nr. 9814. Daß durch Anziehen bezeichnet wird, den Zustand herbeiführen, der durch die Kleider, die angelegt werden, vorgebildet wird, hat seinen Ursprung aus den Vorbildungen im anderen Leben. Die Geister daselbst und die Engel erscheinen alle mit Kleidern angetan, jeder nach dem Zustand des Wahren, in dem er sich befindet, also jeder nach seinem Verstand, der seinem Willen entsprechend ist. Dies ist deshalb so, weil das Verstandesgebiet beim Menschen sein Willensgebiet umkleidet, und sein Verstand gebildet ist aus den Wahrheiten, sein Wille aber aus dem Guten; und das Gute ist es, das umkleidet wird: Nr. 5248. Daher kommt es, daß die Kleider im Worte Wahrheiten bedeuten, man sehe Nr. 165, 1073, 4545, 4763, 5954, 6378, 6914, 6917, 9093, 9814; und daß dies seinen Ursprung herleitet aus den Vorbildungen im anderen Leben: Nr. 9212, 9216, 9814. 9953. "Und seinen Söhnen mit ihm", 2. Mose 28/41, bedeutet einen solchen Zustand daselbst im Äußeren, das daraus hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung von anziehen, insofern es ausdrückt, einen Zustand herbeiführen, wie der, welcher durch die Kleider vorgebildet wird, worüber Nr. 9952, hier der, welcher durch die Kleider der Söhne Aharons (vorgebildet wird), der ein Zustand des Äußeren ist, das aus dem göttlich Wahren hervorgeht im geistigen Reich; denn durch Söhne wird das bezeichnet, was hervorgeht, somit auch durch ihre Kleider, gemäß dem, was Nr. 9950 gesagt worden ist. 9954. "Und sollst sie salben", 2. Mose 28/41, bedeutet das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des Guten der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von salben, insofern es die Einweihung zum Vorbilden bezeichnet, worüber Nr. 9474; hier aber bedeutet es (die Einweihung), um den Herrn vorzubilden in Ansehung des Guten der Liebe, oder was das gleiche ist, um das Gute der Liebe, das vom Herrn ist, vorzubilden, weil durch das Öl, womit die Salbung geschah, das Gute der Liebe bezeichnet wird: Nr. 886, 4582, 4638, 9780. Wie es sich damit verhält, ist wichtig zu wissen, weil die Salbung von alter Zeit her bis auf den heutigen Tag in Gebrauch blieb; denn die Könige werden gesalbt, und die Salbung wird noch heute ebenso heilig gehalten wie ehemals. Weil bei den Alten jeder äußere Gottesdienst durch Vorbildungen stattfand, nämlich durch solches, was das Innere vorbildete, das sich auf den Glauben und auf die Liebe vom Herrn und zu Ihm bezieht, und Göttliches ist, darum wurde die Salbung bei ihnen eingeführt, und zwar deshalb, weil das Öl, durch das die Salbung vollzogen wurde, das Gute der Liebe bedeutete; denn sie wußten, daß das Gute der Liebe das eigentlich Wesentliche ist, aus dem alles, was zur Kirche und zum Gottesdienst gehört, lebt; denn es ist das Sein des Lebens. Das Göttliche fließt nämlich durch das Gute der Liebe bei dem Menschen ein und macht sein Leben aus und auch das himmlische Leben, wo die Wahrheiten im Guten aufgenommen werden. Hieraus wird klar, was die Salbung vorbildete. Deshalb wurde, was gesalbt war, heilig genannt, und auch für heilig gehalten, und es diente der Kirche, um das Göttliche und Himmlische und im höchsten Sinn den Herrn selbst vorzubilden, Der das Gute selbst ist; somit, um das Gute der Liebe vorzubilden, das von Ihm ist, und auch das Wahre des Glaubens, insoweit es aus dem Guten der Liebe lebt. Daher kommt es nun, daß man zu jener Zeit die zu Denksäulen aufgerichteten Steine salbte, wie auch die Kriegswaffen, z.B. die großen und die kleinen Schilde, und späterhin den Altar und alle Geräte desselben, ferner das Versammlungszelt, und alles, was darinnen war. Außerdem auch diejenigen, die das Priesteramt verwalteten, und ihre Kleider; ferner die Propheten, und zuletzt die Könige, die daher die Gesalbten Jehovahs hießen. Es war auch allgemeiner Brauch, sich selbst und andere zu salben, um die Freude des Herzens und das Wohlwollen auszudrücken. Was das erste anbelangt, daß sie die zu Denksäulen aufgerichteten Steine salbten, so erhellt dies aus 1. Mose 28/18, (wo es heißt): "Und Jakob stand des Morgens früh auf, und nahm den Stein, den er gelegt hatte zu seinen Häupten, und stellte ihn als Denksäule auf, und goß Öl auf das Haupt desselben". Der Grund, weshalb sie so die Steine salbten, war, weil die Steine Wahrheiten bezeichneten, und die Wahrheiten ohne das Gute kein Leben des Himmels, d.h. kein Leben vom Herrn in sich haben. Wenn daher die Steine mit Öl gesalbt waren, dann bildeten sie das Wahre aus dem Guten vor und im höchsten Sinn das vom göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre, somit den Herrn selbst, Der deshalb der Stein Israels genannt wird: Nr. 6426. Daß die Steine Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798, 6426, 8941, 9476; ebenso die Denksäulen: Nr. 3727, 4580, 9388, 9389. Daß das Salben der Denksäulen bedeutete, machen, daß die Wahrheiten aus dem Guten hervorgehen, mithin, daß sie Wahrheiten des Guten, und folglich das Gute selbst sind: Nr. 3728, 4090, 4582. Daß die zu Denksäulen errichteten Steine hernach als heilig galten, erhellt aus 1. Mose 28/19,21,22, wo Jakob "den Namen jenes Ortes Bethel nannte; und sprach: Werde ich wiederkommen im Frieden zum Hause meines Vaters, so soll dieser Stein, den ich gesetzt als Denksäule, ein Haus Gottes sein". Bethel bedeutet Haus Gottes, und das Haus Gottes ist die Kirche und der Himmel, und im höchsten Sinn der Herr selbst: Nr. 3720. Zweitens, daß sie die Kriegswaffen salbten, wie z.B. die großen und die kleinen Schilde, erhellt bei Jes.21/5: "Ihr Fürsten, stehet auf, salbet den Schild". 2.Sam.1/21: "Befleckt ist der Schild der Helden, der Schild Sauls ist nicht mit Öl gesalbt". Daß die Kriegswaffen gesalbt wurden, geschah aber deswegen, weil sie das gegen das Falsche kämpfende Wahre bezeichneten, und nur die Wahrheiten aus dem Guten etwas gegen dasselbe vermögen, nicht aber das Wahre ohne das Gute. Deswegen bildeten die Kriegswaffen die Wahrheiten vor, die vom Guten, das aus dem Herrn stammt, hervorgehen, also das Wahre, durch das der Herr selbst bei dem Menschen für sie gegen das Falsche aus dem Bösen, d.h. gegen die Höllen kämpft. Daß die Kriegswaffen die gegen das Falsche kämpfenden Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 1788, 2686, denn der Krieg bedeutet im Worte den geistigen Kampf: Nr. 1664, 2686, 8273, 8295; und die Feinde bedeuten die Höllen, im allgemeinen das Böse und Falsche: Nr. 2851, 8289, 9314. Drittens, daß sie den Altar und alle Geräte desselben salbten; wie auch das Versammlungszelt und alles, was darinnen war, erhellt 2. Mose 29/36: "Jehovah sprach zu Mose: Salbe den Altar und heilige ihn". 2. Mose 30/25-29: "Mache heiliges Salböl, und salbe mit demselben das Versammlungszelt und die Lade des Zeugnisses und den Tisch und alle seine Geräte und den Leuchter und alle dessen Teile und den Rauchaltar und den Brandopferaltar und alle seine Geräte, und das Becken und sein Gestell; so sollst du dieselben heiligen, auf daß sie hochheilig seien; alles, was sie berührt, soll sich heiligen". 2. Mose 40/9-11: "Nimm Salböl, und salbe die Wohnung, und alles, was darinnen ist, und heilige es, und alle seine Geräte, auf daß sie heilig seien; salbe auch den Brandopferaltar, und alle seine Geräte, und heilige den Altar, auf daß der Altar hochheilig sei, und salbe das Becken und sein Gestell, und heilige es". 3. Mose 8/10-12; 4. Mose 7/1: "Mose salbte die Wohnung und alles, was darin war, darauf sprengte er Öl auf den Altar, und auf alle Geräte desselben, und auf das Becken und dessen Fußgestell, um sie zu heiligen". Die Ursache, warum der Altar und die Wohnung gesalbt werden sollten mit allem, was sich darinnen befand, war, damit sie das Göttliche und Heilige des Himmels und der Kirche vorbilden konnten, und folglich das Heilige des Gottesdienstes, und dies hätten sie nicht vorbilden können, wenn sie nicht durch solches, was das Gute der Liebe vorbildete, eingeweiht worden wären. Denn das Göttliche dringt ein durch das Gute der Liebe, und durch dieses ist es gegenwärtig im Himmel und in der Kirche, und somit auch beim Gottesdienst. Aber ohne dasselbe dringt das Göttliche nicht ein, und ist nicht gegenwärtig, sondern das Eigene des Menschen und mit dem Eigenen die Hölle, und mit der Hölle das Böse und Falsche; denn das Eigene des Menschen ist nichts anders. Hieraus erhellt, warum die Salbung durch Öl vollzogen wurde, denn das Öl ist im vorbildlichen Sinn das Gute der Liebe, man sehe Nr. 886, 4582, 4638, 9730; und der Altar war das vorzüglichste Vorbild des Herrn, und daher auch des Gottesdienstes aus dem Guten der Liebe: Nr. 2777, 2811, 4489, 4541, 8935, 8940, 9388, 9389, 9714; und die Wohnung mit der Lade war das vorzüglichste Vorbild des Himmels, wo der Herr ist: Nr. 9457, 9481, 9485, 9594, 9596, 9632, 9784. Daß das Eigene des Menschen nichts ist als Böses und Falsches, somit die Hölle: Nr. 210, 215, 694, 874, 875, 876, 987, 1047, 3812 E, 5660, 8480, 8941, 8944; daß in dem Maße als das Eigene des Menschen entfernt wird, der Herr gegenwärtig sein kann: Nr. 1023, 1044, 4007 E. Viertens, daß sie diejenigen salbten, die das Priestertum verwalten sollten, und auch ihre Kleider, erhellt 2. Mose 29/7; 30/30: "Nimm Salböl und gieße es auf das Haupt Aharons und salbe ihn". 2. Mose 40/13-15: "Lege Aharon die heiligen Kleider an, und salbe ihn, daß er Mir ein Priester sei, und salbe seine Söhne, wie du ihren Vater gesalbt hast, und ihre Salbung soll ihnen sein zu einem ewigen Priestertum in ihren Geschlechtern". 3. Mose 8/13,30: "Moses goß vom Öl auf das Haupt Aharons, und salbte ihn, und heiligte ihn. Hernach nahm er vom Salböl und vom Blut, das auf dem Altar war, und sprengte es auf Aharon, auf seine Kleider, auf seine Söhne und auf die Kleider seiner Söhne mit ihm, und heiligte Aharon, seine Kleider, seine Söhne und die Kleider seiner Söhne mit ihm". Die Ursache, warum Aharon und seine Söhne gesalbt wurden, und sogar ihre Kleider, war die, daß sie den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und auch in Ansehung des göttlich Wahren daraus vorbilden sollten: Aharon den Herrn in Ansehung des Guten, und seine Söhne in Ansehung des göttlich Wahren daraus. Im allgemeinen, damit das Priestertum den Herrn vorbildete in Ansehung des ganzen Erlösungswerkes. Daß sie gesalbt werden sollten in ihren Kleidern: 2. Mose 29/29, geschah, weil die Kleider Aharons das geistige Reich des Herrn vorbildeten, das Seinem himmlischen Reich beigesellt ist. Das himmlische Reich ist, wo das Gute der Liebe zum Herrn vom Herrn herrscht, somit geschieht der Einfluß des Göttlichen in das geistige Reich durch das Gute der Liebe; darum wurde die Einweihung zur Vorbildung durch Öl vollzogen, das im geistigen Sinn das Gute der Liebe ist. Daß Aharon den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildete, sehe man Nr. 9806; daß seine Söhne den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten hervorgeht, vorbildeten: Nr. 9807; daß das Priestertum im allgemeinen den Herrn in Ansehung des ganzen Erlösungswerkes vorbildete: Nr. 9809; daß die Kleider Aharons das geistige Reich, das dem himmlischen Reich des Herrn beigesellt ist, vorbildeten: Nr. 9814; daß die Kleider seiner Söhne das, was aus demselben hervorgeht, vorbildeten: Nr. 9946, 9950; daß im himmlischen Reich das Gute der Liebe zum Herrn regiert, sehe man in den Nr. 9277 angeführten Stellen. Weil die Einweihung zum Vorbilden durch die Salbung geschah, und durch Aharon und seine Söhne der Herr, und was von Ihm stammt, vorgebildet wurde, darum wurde dem Aharon und seinen Söhnen das Geheiligte der Söhne Israels gegeben, welches die Jehovah geweihten Gaben waren, und Hebopfer hießen, und es wird auch gesagt, daß sie eine Salbung seien, wie auch daß sie als Salbung galten, d.h., daß sie eine Vorbildung des Herrn, und dessen, was von Ihm kommt, waren, und auch dafür galten, wie aus Folgendem erhellt: 3. Mose 7/34-36: "Die Brust des Webeopfers und die Schulter des Hebopfers habe Ich genommen von den Söhnen Israels, von ihren Dankopfern, und habe sie dem Aharon und seinen Söhnen gegeben; dies ist die Salbung Aharons und seiner Söhne von den Feuerungen Jehovahs, die Er geboten hat, ihnen zu geben, an dem Tage, als Er sie gesalbt hatte, von den Söhnen Israels". 4. Mose 18/8-20: "Jehovah redete zu Aharon: Siehe, Ich habe dir die Bewahrung (Besorgung) Meiner Hebopfer gegeben, alles Geheiligte der Söhne Israels habe Ich dir gegeben zur Salbung, und deinen Söhnen, zur ewigen Satzung; alle ihre Gaben, in betreff aller ihrer Speisopfer und aller ihrer Sünd- und Schuldopfer, alle Webeopfer der Söhne Israels, alles Fett vom reinen Öl, und alles Fett (oder Beste) des Mostes und des Weizens, ihre Erstlinge, die sie Jehovah geben sollen, Ich habe sie dir gegeben; ferner alles Verbannte in Israel, alles, was die Mutter bricht, somit alle Hebopfer des Geheiligten. In ihrem Lande sollst du kein Erbe haben, auch keinen Teil in ihrer Mitte; Ich bin dein Teil und dein Erbe inmitten der Söhne Israels": hieraus geht deutlich hervor, daß die Salbung eine Vorbildung war, weil sie durch die Salbung eingeweiht wurden zum Vorbilden, und daß dadurch bezeichnet wurde, daß alle Einweihung in das Heilige des Himmels und der Kirche geschieht durch das Gute der Liebe, das vom Herrn ist, und daß das Gute der Liebe der Herr bei ihnen ist. Und weil es so ist, wird gesagt, Jehovah solle ihr Teil und ihr Erbe sein. Fünftens, daß sie auch die Propheten salbten, erhellt aus 1.Kön.19/15,16: "Jehovah sprach zu Elias: Salbe Hasael zum König über die Syrer, und Jehu salbe zum König über Israel, und Elisa salbe zum Propheten an deiner Statt". Jes.61/1: "Der Geist des Herrn Jehovih ist über Mir, darum hat Jehovah Mich gesalbt, frohe Botschaft den Armen zu verkünden, Er hat Mich gesandt, zu verbinden die gebrochenen Herzens sind, und die Befreiung zu predigen den Gefangenen". Daß die Propheten gesalbt wurden, geschah deswegen, weil die Propheten den Herrn in Ansehung der Lehre des göttlich Wahren, somit in Ansehung des Wortes vorbildeten, denn dieses ist die Lehre des Wahren. Daß die Propheten das Wort vorgebildet haben, sehe man Nr. 3652, 7269; besonders Elias und Elisa: Nr. 2762, 5247 E, 9372; und daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen es ist, Der vorgebildet wurde, und somit unter Dem zu verstehen ist, Den Jehovah salbte, lehrt der Herr selbst bei Luk.4/18-21. Sechstens, daß sie späterhin die Könige salbten, und daß diese die Gesalbten Jehovahs genannt wurden, erhellt aus vielen Stellen im Worte, z.B.: 1.Sam.10/1; 15/1; 16/1,3,6,12; 24/7,11; 26/9,11,16,23; 2.Sam.1/16; 2/4,7; 5/3; 19/22; 1.Kön.1/34,35; 19/15,16; 2.Kön.9/3; 11/12; 23/30; Jerem.Klagel.4/20; Hab.3/13; Ps.2/2,6; 20/7; 28/8; 45/8; 84/10; 89/21,39,52; 132/17 und anderwärts. Der Grund, warum die Könige gesalbt wurden, war, damit sie den Herrn in Ansehung des Gerichtes aus dem göttlich Wahren vorbilden konnten. Deswegen werden im Worte durch die Könige die göttlichen Wahrheiten bezeichnet; man sehe Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. Daß die Könige die Gesalbten Jehovahs genannt wurden, und daß es darum ein schweres Verbrechen war, sie zu verletzten, war deshalb, weil unter dem Gesalbten Jehovahs der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden wird, obgleich es dem Buchstabensinn nach sich auf den König bezieht, der mit Öl gesalbt wurde; denn als der Herr in der Welt war, war Er selbst das göttlich Wahre in Ansehung des Menschlichen, und auch das göttlich Gute selbst in Ansehung des eigentlichen Seins (Esse) Seines Lebens, das beim Menschen die Seele aus dem Vater heißt; denn der Herr wurde aus Jehovah empfangen. Jehovah bedeutet aber im Worte das göttlich Gute der göttlichen Liebe, welches das Sein alles Lebens ist. Daher kommt es, daß der Herr allein, dem eigentlichen Wesen und der Wirklichkeit nach, der Gesalbte Jehovahs war, weil das göttlich Gute in Ihm war, und weil das göttlich Wahre, das aus diesem göttlich Guten hervorgeht, in Seinem Menschlichen war, während Er in der Welt lebte; man sehe die Nr. 9194, 9315 angeführten Stellen. Die Könige des Landes aber waren (in Wirklichkeit) keine Gesalbten Jehovahs, sondern bildeten nur den Herrn vor, der allein der Gesalbte Jehovahs ist; und darum war es, um der Salbung willen ein schweres Verbrechen, die Könige des Landes zu verletzen. Die Salbung der Könige des Landes geschah durch Öl, hingegen die Salbung des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen geschah durch das göttlich Gute der göttlichen Liebe selbst, welches das Öl vorbildete. Daher kommt es, daß Er der Messias und Christus genannt wurde. Messias bedeutet in der hebräischen Sprache einen Gesalbten, ebenso Christus in der griechischen Sprache: Joh.1/42; 4/25. Hieraus kann man erkennen, daß, wo im Worte der Gesalbte Jehovahs gesagt wird, der Herr darunter verstanden wird: Jes.61/1: "Der Geist des Herrn Jehovih ist über Mir, darum hat Mich Jehovah gesalbt, um den Armen frohe Botschaft zu verkünden, zu verbinden die gebrochenen Herzens sind, zu predigen den Gefangenen eine Befreiung": daß es der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist, den Jehovah salbte, erhellt bei Luk.4/17-21, wo der Herr dies offen sagt mit folgenden Worten: "Es wurde Jesu das Buch des Propheten Jesaja gegeben, und Er schlug das Buch auf, und fand die Stelle, wo geschrieben war: Der Geist des Herrn ist über Mir, darum hat Er Mich gesalbt, um den Armen frohe Botschaft zu verkünden, hat Er Mich gesandt, um zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, den Gefangenen Loslassung zu verkünden, und den Blinden das Gesicht, die Bedrückten in Freiheit zu setzen, zu predigen das angenehme Jahr des Herrn. Darauf schloß Er das Buch, gab es dem Diener und setzte sich. Aller Augen in der Synagoge waren aber unverwandt auf Ihn gerichtet. Er fing aber an, zu ihnen zu reden: Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt worden". Dan.9/25: "Wisse daher und merke, von dem Ausgang des Wortes bis zur Wiederherstellung und Erbauung von Jerusalem, bis zum Messias dem Fürsten, sind sieben Wochen": Jerusalem erbauen heißt, die Kirche errichten, denn Jerusalem bedeutet die Kirche: Nr. 3654; Messias der Fürst oder Gesalbte, ist der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Dan.9/24: "Siebzig Wochen sind bestimmt bis zur Versiegelung des Gesichtes und des Propheten, und bis zur Salbung des Heiligen der Heiligen": das Gesicht und den Propheten versiegeln bedeutet, das beschließen, was im Worte vom Herrn gesagt worden ist und es erfüllen. Den Heiligen der Heiligen salben bedeutet, das Göttlich-Menschliche des Herrn, in dem das göttlich Gute der göttlichen Liebe, oder Jehovah war. Unter dem Gesalbten Jehovahs wird auch in folgenden Stellen der Herr verstanden: Ps.2/2,6: "Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher ratschlagen zusammen wider Jehovah und Seinen Gesalbten, Ich habe gesalbt Meinen König auf Zion Meinem heiligen Berge": die Könige der Erde bedeuten das Falsche, und die Herrscher das Böse, das aus den Höllen kommt, und wider das der Herr, als Er in der Welt war, kämpfte, und das Er besiegte und unterwarf. Der Gesalbte Jehovahs ist der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, denn aus diesem kämpfte Er. Zion, der heilige Berg, auf dem Er zum König gesalbt wurde, bedeutet das himmlische Reich, das im Guten der Liebe ist, dieses Reich ist das Innerste des Himmels und das Innerste der Kirche. Ps.89/21: "Ich habe David, Meinen Knecht, gefunden; mit heiligem Öle habe Ich Ihn gesalbt": unter David wird auch hier der Herr verstanden, wie auch anderwärts: Nr. 1888. Das heilige Öl, womit Jehovah Ihn salbte, bezeichnet das göttlich Gute der göttlichen Liebe: Nr. 886, 4582, 4638. Daß es der Herr ist, der unter David verstanden wird, ergibt sich deutlich aus dem, was hier vorausgeht und was folgt, denn es heißt: Ps.89/20,26-30: "Du hast im Gesichte geredet von Deinem Heiligen: Ich will Seine Hand auf das Meer legen und Seine Rechte auf die Ströme; Er wird Mir rufen: Mein Vater! Ja, auch zum Erstgeborenen will Ich Ihn machen, hoch über den Königen der Erde; Ich will Seinen Samen ewig machen, und Seinen Thron wie die Tage des Himmels"; und dergleichen mehr. Ps.132/17,18: "In Zion will Ich das Horn Davids wachsen lassen, Ich will eine Leuchte zurichten Meinem Gesalbten, Seine Feinde werde Ich mit Schande kleiden, und über Ihm wird blühen Seine Krone": daß auch hier der Herr unter David verstanden wird, geht deutlich hervor aus dem, was vorhergeht, wo gesagt wird: Ps.132/6-9f: "Siehe, wir hörten von Ihm in Ephrata, wir fanden Ihn auf den Gefilden des Waldes, laßt uns eingehen in Seine Wohnung, laßt uns niederfallen zum Schemel Seiner Füße, Deine Priester sollen bekleidet werden mit Gerechtigkeit, Deine Heiligen sollen jubeln; um David, Deines Knechtes, willen, wende nicht weg das Antlitz Deines Gesalbten": hieraus kann man erkennen, daß der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen hier unter David, dem Gesalbten Jehovahs, zu verstehen ist. Jerem.Klagel.4/19,20: "Sie verfolgten uns auf den Bergen, sie stellten uns nach in der Wüste; der Lebensodem unserer Nase, der Gesalbte Jehovahs, ist gefangen in ihren Gruben, Er, von Dem wir sprachen: Unter Seinem Schatten werden wir leben unter den Völkern": auch hier wird unter dem Gesalbten Jehovahs der Herr verstanden; denn es wird hier von der Bekämpfung des göttlich Wahren vom Falschen und Bösen gehandelt, was dadurch bezeichnet wird, daß sie auf den Bergen verfolgten und in der Wüste nachstellten. Der Lebenshauch der Nase bedeutet das himmlische Leben selbst, das vom Herrn ist: Nr. 9818. Hieraus kann man nun erkennen, warum es ein so schweres Verbrechen war, den Gesalbten Jehovahs zu verletzen, wie gleichfalls aus dem Worte erhellt: 1.Sam.24/7,11: "David sprach: Ferne lasse es Jehovah von mir sein, daß ich dieses meinem Herrn tun sollte, dem Gesalbten Jehovahs, und meine Hand gegen ihn ausstrecken, denn er ist der Gesalbte Jehovahs". 1.Sam.26/9: "David sprach zu Abisai: Töte ihn nicht, denn wer könnte seine Hand an den Gesalbten Jehovahs legen, und schuldlos bleiben". 2.Sam.1/16: "David sprach zu dem, der sagte, daß er Saul getötet habe: Dein Blut (komme( über dein Haupt, weil du gesagt hast: Ich habe den Gesalbten Jehovahs getötet". 2.Sam.19/22: "Abisai sprach: Willst du nicht Simei töten, um deswillen, daß er dem gesalbten Jehovahs geflucht hat": daß Simei darum auf Salomos Befehl getötet wurde, sehe man 1.Kön.2/36-46. Siebtens, daß es auch allgemeiner Gebrauch war, sich und andere zu salben, um Freude und Wohlwollen zu bezeugen, erhellt aus folgenden Stellen: Dan.10/3: "Ich, Daniel, trauerte drei Wochen lang; köstliches Brot aß ich nicht, und Fleisch und Wein kam nicht in meinen Mund, und mit Salbe salbte ich mich nicht, bis die Tage dreier Wochen vollendet waren". Matth.6/17: "Wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit du nicht vor den Leuten erscheinst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist": fasten bedeutet in Trauer sein. Amos 6/6: "Die aus Weinschalen trinken, und mit dem besten Öle sich salben, aber über den Schaden Josephs keinen Schmerz empfinden". Hes.16/9: "Ich habe dich mit Wasser gewaschen, und dein Blut von dir abgespült, und dich gesalbt mit Öl": hier von Jerusalem, das die Kirche bedeutet. Micha 6/15: "Du wirst Oliven keltern, aber dich nicht mit Öl salben". 5. Mose 28/40: "Ölbäume wirst du haben an deiner ganzen Grenze, aber mit Öl wirst du dich nicht salben, denn deine Oliven werden abfallen". Jes.61/3: "Um ihnen Kopfputz zu geben statt der Asche, Freudenöl statt der Trauer". Ps.45/8: "Dein Gott hat dich gesalbt mit Freudenöl vor deinen Genossen". Ps.23/5: "Du bereitest vor Mir einen Tisch (ein Mahl) in Gegenwart Meiner Feinde, Du salbest Mein Haupt mit Öl". Ps.92/11: "Du erhebst Mein Horn wie das eines Einhorns, Ich werde alt werden vom frischen Öle". Ps.104/15: "Der Wein erfreut des Menschen Herz, zu erheitern sein Angesicht mit Öl". Mark.6/13: "Die Jünger gingen aus und salbten mit Öl viele Kranke und heilten sie". Luk.7/46: "Jesus sprach zu Simon: Ich bin eingegangen in dein Haus, aber du hast Mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, diese aber hat Meine Füße mit Salbe gesalbt". Hieraus erhellt, daß es gebräuchlich war, sich und andere mit Öl zu salben; nicht mit dem heiligen Öle, mit dem die Priester, die Könige, der Altar und die Stiftshütte gesalbt wurden, sondern mit gewöhnlichem Öle, und zwar deswegen, weil dieses Öl das Fröhliche und Glückliche bezeichnete, das der Liebe zum Guten angehört. Das heilige Öl aber bezeichnete das göttlich Gute, von dem es heißt: "Auf das Fleisch eines Menschen soll es nicht gegossen werden, und seiner Beschaffenheit nach nicht gemacht werden, wie jenes; heilig soll es auch sein. Wer es bereitet so wie jenes, oder wer davon auf einen Fremden tut, der soll ausgerottet werden aus seinen Völkern": 2. Mose 30/32,33,38. 9955. "Und ihre Hände füllen", 2. Mose 28/41, bedeutet das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand Aharons und seiner Söhne füllen", insofern es heißt, einweihen, um den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vorzubilden; denn durch die Hand wird die Macht des Wahren aus dem Guten bezeichnet, und daher wird Hand vom Wahren gesagt; man sehe Nr. 3091, 3387, 4931-4937, 7518, 8281, 9025. Daher kommt es nun, daß, wie die Salbung den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildete, so die Füllung der Hände den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vorbildete; denn alles im Universum muß sich auf das Gute und auf das Wahre beziehen, und zwar auf beides, wenn es wirklich etwas sein sollte. Deshalb wird im Worte, wo vom Guten gehandelt wird, auch vom Wahren gehandelt; man sehe die Nr. 9263, 9314 angeführten Stellen. Wie die Füllung der Hände geschah, wird im folgenden Kapitel beschrieben, deswegen soll dort, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit, davon geredet werden. 9956. "Und sie heiligen", 2. Mose 28/41, bedeutet, so sei das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es ausdrückt, das Heilige selbst vorbildlich darstellen, d.h. den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen; denn das ist allein das Heilige, und von diesem kommt alles Heilige in den Himmeln und auf Erden. Jeder kann wissen, daß das Öl nicht heiligte, sondern, daß es das Vorbildliche der Heiligkeit bewirkte. Damit verhält es sich ferner in folgender Weise: Der Herr selbst ist über den Himmeln, denn Er ist die Sonne des Engelshimmels; das Göttliche, das aus dieser von Ihm in den Himmeln hervorgeht, ist es, was das Heilige genannt wird. Das Göttliche des Herrn über den Himmeln konnte nicht vorbildlich dargestellt werden, denn es ist das Unendliche, wohl aber das Göttliche des Herrn in den Himmeln, denn dies ist für die Aufnahme der Engel, die sich dort befinden und endlich sind, geeignet (angemessen). Dieses Göttliche ist in ihrem Innewerden das Göttlich-Menschliche des Herrn, welches allein das Heilige ist, das vorbildlich dargestellt wurde. Hieraus erhellt deutlich, was durch heiligen bezeichnet wird, und warum es nach der Salbung gesagt wird, wie: 2. Mose 29/36: "Salbe den Altar, und heilige ihn". 2. Mose 30/25-29: "Salbe das Versammlungszelt und alles, was darin ist, und heilige es". 2. Mose 40/13: "Salbe Aharon und heilige ihn". 3. Mose 8/13,30: "Er salbte Aharon und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider, und heiligte (sie)". Und so auch anderwärts. Daß der Herr allein heilig ist, und daß alles Heilige von Ihm stammt, und daß jede Heiligung Ihn vorbildete, sehe man Nr. 9229, 9680, daß der Herr in den Himmeln das Heilige ist, und somit auch der Himmel: Nr. 9479 und daß der Heilige Geist das vom Herrn ausgehende Göttliche ist: Nr. 9818, 9820. 9957. "Daß sie das Priesteramt verwalten vor Mir", 2. Mose 28/41, bedeutet das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des ganzen Erlösungswerkes aus dem Göttlich-Menschlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Priesteramtes, insofern es das Vorbildliche des Herrn ist in Ansehung des ganzen Erlösungswerkes, worüber Nr. 9809. Dies wird erst nach der Heiligung durch die Salbung gesagt, weil das Erlösungswerk aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn (hervorging), gemäß dem, was Nr. 9956 gezeigt worden ist. 9958. Vers 42,43: Und mache ihnen Beinkleider von Linnen, um zu bedecken das Fleisch ihrer Blöße, von den Lenden bis an die Schenkel hinab sollen sie reichen. Und Aharon und seine Söhne sollen sie anhaben, wenn sie eingehen in das Versammlungszelt, oder wenn sie sich dem Altar nahen, um zu dienen im Heiligtum, damit sie nicht eine Missetat (Schuld) tragen und sterben; das soll eine ewige Satzung sein für ihn und seinen Samen nach ihm. "Und mache ihnen Beinkleider von Linnen" bedeutet das Äußere der ehelichen Liebe; "um zu bedecken das Fleisch ihrer Blöße" bedeutet damit nicht das Innere der Liebe, die unrein und höllisch ist, erscheine; "von den Lenden bis an die Schenkel hinab sollen sie reichen" bedeutet die Ausdehnung desselben, nämlich das Äußere der ehelichen Liebe; "und Aharon und seine Söhne sollen sie anhaben" bedeutet den Schutz vor den Höllen; "wenn sie eingehen in das Versammlungszelt" bedeutet bei dem Gottesdienst, der alle Dinge des Himmels und der Kirche vorbildet; "oder wenn sie sich dem Altar nahen, um zu dienen im Heiligtum" bedeutet, bei dem Gottesdienst, der den Herrn selbst vorbildet; "damit sie nicht eine Missetat tragen und sterben" bedeutet die Vernichtung des ganzen Gottesdienstes, "das soll eine ewige Satzung sein für ihn und seinen Samen nach ihm" bedeutet die Gesetze der Ordnung in der vorbildlichen Kirche. 9959. "Und mache ihnen Beinkleider von Linnen", 2. Mose 28/42, bedeutet das Äußere der ehelichen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Beinkleider, insofern sie das Äußere der ehelichen Liebe bezeichnen, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung von Linnen, insofern es das äußere Wahre oder das natürlich Wahre bezeichnet, worüber auch folgen wird. Daß die Beinkleider das Äußere der ehelichen Liebe bedeuten, kommt daher, weil die Kleider oder Kleidungsstücke ihre Bedeutung von dem Teil des Körpers herleiten, den sie bedecken: Nr. 9827, und die Lenden nebst den Zeugungsgliedern, welche die Beinkleider bekleiden oder bedecken, die eheliche Liebe bedeuten. Daß die Lenden diese bedeuten, sehe man Nr. 3021, 4280, 4575; und daß die Zeugungsglieder (dasselbe bedeuten): Nr. 4462, 5050-5062. Was die wahre eheliche Liebe ist, wird in dem gleich folgenden Abschnitt gesagt werden. Daß die Beinkleider aus Linnen gemacht wurden, geschah deswegen, weil Linnen das äußere Wahre oder das natürliche Wahre bezeichnet: Nr. 7601, und weil das Äußere selbst das Wahre ist. Der Grund, weshalb das Äußere das Wahre ist, liegt darin, daß das Innere in das Äußere ausläuft, und auf demselben wie auf seinen Stützen ruht, und diese Stützen sind die Wahrheiten. Sie verhalten sich wie die Fundamente, auf denen ein Haus erbaut wird; weshalb auch die Fundamente des Hauses die Wahrheiten des Glaubens aus dem Guten bedeuten: Nr. 9643; und außerdem sind es die Wahrheiten, die das Gute vor dem Bösen und Falschen schützen und denselben widerstehen; auch hat das Gute alle Macht durch das Wahre: Nr. 9643. Daher kommt es auch, daß diejenigen sich im letzten Himmel befinden, die in den Glaubenswahrheiten aus dem Guten sind, und darum entspricht auch das Äußerste oder Letzte beim Menschen, das seine äußere Haut ist, denen im Himmel, die in den Glaubenswahrheiten sind: Nr. 5552-5559, 8980; aber nicht denen, die in einem vom Guten getrennten Glauben sind, denn diese sind nicht im Himmel. Hieraus kann nun erhellen, warum die Beinkleider aus Linnen waren. Jedoch die Beinkleider Aharons, wenn er mit den Kleidern angetan war, die zur Herrlichkeit und zur Zierde waren, (von denen in diesem Kapitel gehandelt wurde,) waren aus Linnen mit weißer Baumwolle durchwoben, wie erhellt 2. Mose 39/27,28, wo gesagt wird: "Sie machten Leibröcke aus weißer Baumwolle, das Werk eines Webers, und den Kopfbund von weißer Baumwolle, und den Schmuck der Mützen aus weißer Baumwolle, und Beinkleider von Linnen mit weißer Baumwolle durchwirkt". Aber die Beinkleider Aharons, wenn er mit den heiligen Kleidern angetan war, waren aus Linnen, wie aus Folgendem erhellt: 3. Mose Kap.16: "Wenn Aharon in das Heilige hinter den Vorhang eingeht, soll er den heiligen Leibrock von Linnen anziehen, und die Beinkleider von Linnen an seinem Fleische haben, und sich umgürten mit dem Gürtel von Linnen, und sich den Kopfbund von Linnen aufsetzen; das sind die Kleider der Heiligkeit. Auch soll er mit Wasser sein Fleisch waschen (baden), wenn er sie anzieht, und dann erst soll er darbringen die Brandopfer und Schlachtopfer, durch die er das Heilige versöhnt wegen der Unreinigkeiten". Daß Aharon dann in Kleider von Linnen gekleidet war, die auch heilige Kleider genannt wurden, war deshalb, weil er dann sein Amt ausrichtete, das Zelt zu versöhnen (entsündigen), wie auch das Volk und sich selbst wegen der Unreinigkeiten; und weil jede Entsündigung, die durch Waschungen, Brandopfer und Schlachtopfer stattfand, die Reinigung des Herzens von dem Bösen und Falschen vorbildete, somit die Wiedergeburt und die Reinigung von dem Bösen und Falschen oder die Wiedergeburt durch die Glaubenswahrheiten geschieht, darum hatte Aharon Kleider von Linnen an; denn die Kleider von Linnen bezeichneten die Glaubenswahrheiten. Daß jede Reinigung vom Bösen und Falschen durch Glaubenswahrheiten geschieht, sehe man Nr. 2799, 5954 E, 7044, 7918, 9089, und somit auch die Wiedergeburt: Nr. 1555, 2046, 2063, 2979, 3332, 3665, 3690, 3786, 3876, 3877, 4096, 4097, 5893, 6247, 8635, 8638, 8639, 8640, 8772, 9088, 9089, 9103. Aus demselben Grunde mußte auch der Priester ein Gewand von Linnen anlegen und Beinkleider von Linnen, wenn er die Asche vom Altar wegnahm: 3. Mose 6/2-4; und so auch die Priester, die Leviten aus den Söhnen Zadochs, wenn sie eintraten in das Heilige, worüber es heißt: Hes.44/16,17,19: "Die Priester, die Leviten, die Söhne Zadochs, sollen in Mein Heiligtum eingehen, und zu Meinem Tische hinzutreten, um Mir zu dienen; wenn sie eintreten in die Tore des inneren Vorhofs, sollen sie Kleider von Linnen anlegen, und nichts von Wolle tragen, wenn sie eingehen in die Türen des inneren Vorhofs, sollen sie einen Kopfbund von Linnen auf ihrem Haupte haben, und Beinkleider von Linnen an ihren Lenden, aber sie sollen sich nicht gürten während des Schweißes": es wird hier von dem neuen Tempel gehandelt, durch den die neue Kirche bezeichnet wird. Durch die Priester, die Leviten, werden diejenigen bezeichnet, die in den Wahrheiten aus dem Guten sind; durch die Kleider von Linnen werden die Glaubenswahrheiten bezeichnet, durch welche die Reinigung und Wiedergeburt geschieht. Daß sie sich nicht gürten sollten während des Schweißes, bedeutet, daß das Heilige des Gottesdienstes nicht vermischt werden sollte mit dem Eigenen des Menschen, denn der Schweiß bezeichnet das Eigene des Menschen, und das Eigene des Menschen ist nichts als Böses und Falsches: Nr. 210, 215, 694, 874, 875, 876, 987, 1047, 3812 E, 8480, 8941. Daß die Beinkleider, die Aharon anhatte, wenn er mit den Kleidern zur Herrlichkeit und zur Zierde angetan war, aus Linnen mit weißer Baumwolle durchwirkt waren, wie aus den oben angeführten Stellen: 2. Mose 39/27,28 sich ergibt, war deswegen, weil Aharon in denselben den Herrn in Ansehung des göttlich Guten in den Himmeln vorbildete: Aharon selbst den Herrn in Ansehung des göttlich Himmlischen daselbst, und seine Kleider den Herrn in Ansehung des göttlich Geistigen, das hervorgeht aus dem göttlich Himmlischen: Nr. 9814, und die weiße Baumwolle bedeutet das göttlich Geistige, das hervorgeht aus dem göttlich Himmlischen: Nr. 5319, 9469. 9960. "Um zu bedecken das Fleisch ihrer Blöße", 2. Mose 28/42, bedeutet, damit nicht das Innere der Liebe, das unrein und höllisch ist, erscheine. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedecken, insofern es ausdrückt, machen, daß etwas nicht erscheine. Aus der Bedeutung der Zeugungsglieder und der Lenden, die hier durch das Fleisch der Blöße bezeichnet werden, insofern sie das Innere der ehelichen Liebe bezeichnen; denn wenn durch die Beinkleider das Äußere der ehelichen Liebe bezeichnet wird: Nr. 9959, so wird auch durch das Fleisch, das sie bedecken, das Innere derselben bezeichnet. Daß die Lenden die eheliche Liebe bedeuten, sehe man Nr. 3021, 4280, 4575; und auch die Zeugungsglieder: Nr. 4462, 5050-5062; und daß das Fleisch das Gute der Liebe bedeutet: Nr. 3813, 7850, 9127. Wie aber die meisten Ausdrücke im Worte auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch die Lenden, die Zeugungsglieder und das Fleisch, und in diesem Sinne bezeichnen sie das Böse, Unreine und Höllische dieser Liebe: Nr. 3813, 5059. Daß sie hier das Böse, Unreine und Höllische bedeuten, erhellt daraus, daß es heißt: "um zu bedecken das Fleisch der Blöße". Das Fleisch der Blöße ist hier das, was dem Guten der ehelichen Liebe entgegengesetzt ist, nämlich der Lustreiz zum Ehebruch, also das Höllische, worüber im Folgenden. Was die Blöße anbelangt, so entnimmt sie ihre Bedeutung von den Körperteilen, die bloß erscheinen, ebenso wie die Kleider von den Körperteilen, die sie bekleiden: Nr. 9827. Daher hat die Blöße eine andere Bedeutung, wenn sie sich auf das Haupt bezieht, wo sie dann Kahlköpfigkeit ist; eine andere, wenn sie sich auf den ganzen Körper bezieht, und wieder eine andere, wenn sie sich auf die Lenden und Zeugungsglieder bezieht. Wenn sich die Blöße auf das Haupt bezieht; wo sie dann Kahlköpfigkeit ist, bedeutet sie die Beraubung der Einsicht des Wahren und der Weisheit des Guten; wenn sie sich auf den ganzen Körper bezieht, bedeutet sie die Beraubung der Glaubenswahrheiten; wenn sie sich aber auf die Lenden und die Zeugungsglieder bezieht, bedeutet sie die Beraubung des Guten der Liebe. Was das erste anbelangt, wenn die Blöße sich auf das Haupt bezieht, was dann Kahlköpfigkeit ist, so bedeutet sie Beraubung der Einsicht des Wahren und der Weisheit des Guten; dies erhellt: Jes.7/20: "An jenem Tage wird der Herr durch den König von Assyrien abscheren das Haupt, und das Haar an den Füßen, und den Bart wird er wegnehmen": das Haupt abscheren bedeutet, das innere Wahre der Kirche wegnehmen; das Haar abscheren und den Bart wegnehmen bedeutet, das äußere Wahre derselben rauben; durch den König von Assyrien bedeutet, durch die Vernünfteleien aus dem Falschen. Es ist für jedermann klar, daß durch den König von Assyrien das Haupt nicht geschoren wurde, auch nicht das Haar an den Füßen, noch der Bart, und daß vielmehr diese Worte (sinnbildliche) Bezeichnungen enthalten. Daß das Haupt das Innere bezeichnet, das der Weisheit und Einsicht angehört, sehe man Nr. 6292, 6436, 9166, 9656; daß der König von Assyrien die Vernünftelei bedeutet: Nr. 119, 1186; daß das Haar das äußere Wahre der Kirche bezeichnet: Nr. 3301, 5247, 5569-5573, daß die Füße auch das Äußere oder Natürliche bezeichnen: Nr. 2162, 3147, 3986, 4280, 4938-4952; daß der Bart das sinnlich Wißtümliche bedeutet, welches das letzte Wahre ist, erhellt aus den Stellen im Worte, wo der Bart genannt wird. Jes.15/2: "Auf allen Häuptern ist Kahlheit, jeder Bart ist abgeschoren": was ebenso zu erklären ist. Jerem.47/5: "Es wird Kahlheit über Gaza kommen; wie lange willst du dich ritzen?". Hes.7/18,19: "Auf allen Gesichtern ist Schamröte und auf allen Häuptern Kahlheit; ihr Silber werden sie auf die Straßen werfen und ihr Gold wird zu Unflat werden": auf allen Häuptern Kahlheit bedeutet, die Beraubung der Einsicht des Wahren und der Weisheit des Guten. Weil es dies bedeutet, wird auch gesagt, ihr Silber werden sie auf die Straßen werfen und ihr Gold wird zu Unflat werden, denn das Silber bedeutet das Wahre der Einsicht und das Gold das Gute der Weisheit: Nr. 1551, 5658, 6914, 6917, 8932; daß nicht die Kahlheit auf allen Häuptern zu verstehen ist, und daß sie ihr Silber nicht auf die Straßen werfen und ihr Gold nicht zu Unflat werden soll, ist klar. 3. Mose 10/6: "Mose sprach zu Aharon und zu dessen Söhnen, Eleazar und Ithamar: Eure Häupter sollt ihr nicht scheren und eure Kleider sollt ihr nicht zerreißen, damit ihr nicht sterbet, und nicht ein Zorn komme über die ganze Gemeinde". Hes.44/20: "Die Priester, die Leviten, sollen ihr Haupt nicht kahl scheren, aber auch ihr Haupthaar nicht frei wachsen lassen". Weil Aharon und seine Söhne den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des göttlich Wahren vorbildeten: Nr. 9806, 9807, und weil durch das Kahlscheren des Hauptes und durch Zerreißen der Kleider die Beraubung jenes Göttlichen bezeichnet wurde, darum war es verboten, das Haupt kahl zu scheren und die Kleider zu zerreißen; und es wird gesagt, damit sie nicht sterben und ein Zorn komme über die ganze Gemeinde, wodurch bezeichnet wird, daß dadurch das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des göttlich Wahren, und somit das Vorbildliche der Kirche zugrunde gehen würde. Weil Trauer die geistige Trauer vorbildete, die eine Trauer ist über die Beraubung des Wahren und Guten der Kirche, deshalb schoren sie ihre Köpfe kahl bei der Trauer, wie: Jerem.16/6: "Man wird nicht um sie klagen und nicht das Haupt scheren um ihretwillen". Amos 8/10: "Ich will eure Feste in Trauer verkehren und Kahlheit bringen über jedes Haupt; und Ich will es machen wie die Trauer um einen einzigen Sohn". Micha 1/16: "Mache dir eine Glatze und schere dein Haar um der Söhne deiner Lust willen; mache groß deine Glatze, gleich der eines Adlers, denn sie werden fortziehen von dir": die Söhne der Lust (Wonne) sind die göttlichen Wahrheiten, ihr Fortziehen bedeutet die Beraubung. Daß die Söhne Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 9807. Zweitens: Wenn die Blöße sich auf den ganzen Körper bezieht , bedeutet sie die Beraubung der Glaubenswahrheiten. Dies erhellt: Joh.Offenb.3/14,17,18: "Dem Engel der Gemeinde zu Laodicea schreibe: Weil du sagst: Ich bin reich, und bedarf nichts, und weißt nicht, daß du bist elend, und jämmerlich, und arm, und blind, und bloß, so rate ich dir, Gold von Mir zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, und weiße Kleider, damit du dich bekleiden könnest, auf daß nicht erscheine die Schande deiner Blöße": der Engel der Gemeinde ist das göttlich Wahre in ihr; sagen, daß man reich sei, bedeutet, daß man in den Erkenntnissen des Wahren und Guten ist; elend und jämmerlich, blind und bloß, bedeutet, daß man gleichwohl ohne Wahrheiten ist, die dem Leben eingepflanzt sind, also ohne Gutes. Gold kaufen, das im Feuer geläutert ist, bedeutet, sich Gutes erwerben. Die weißen Kleider bedeuten die echten Glaubenswahrheiten aus dem Guten. Hieraus wird klar, was es heißt, "auf daß nicht erscheine die Schande deiner Blöße". Joh.Offenb.16/15: "Siehe, Ich komme wie ein Dieb; selig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt wandle und man seine Schande sehe": mit gleicher Bedeutung. Joh.Offenb.17/16: "Sie werden die Hure hassen und sie wüste und bloß machen": die Hure bezeichnet diejenigen, welche die göttlichen Wahrheiten verfälschen; sie bloß machen bedeutet offenbar, sie derselben berauben, denn es wird gesagt "wüst und bloß": wüste machen heißt, der Wahrheiten berauben. Durch Blöße wird auch die Unkenntnis des Wahren bezeichnet und durch Bekleiden die Unterweisung: Jes.58/7,8: "Wenn du einen Nackten siehst und ihn bekleidest, wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte". Matth.25/36,38,43,44: "Der König sprach zu denen zu seiner Rechten: Ich war nackt und ihr habt mich bekleidet; und zu denen zu seiner Linken: Ich war nackt und ihr habt mich nicht bekleidet": nackt bedeutet hier diejenigen, die nicht im Wahren sind und dennoch nach den Wahrheiten verlangen; wie auch die, welche anerkennen, daß nichts Gutes und Wahres in ihnen ist, man sehe Nr. 4956, 4958. Drittens, daß die Blöße, wenn sie sich auf die Lenden und die Zeugungsglieder bezieht, die Beraubung des Guten der Liebe bedeutet, erhellt: Jes.47/2,3: "Jungfrau, Tochter Babels, nimm die Mühle und mahle Mehl; löse dein Haupthaar auf, entblöße deine Füße, enthülle deine Schenkel, wandle durch die Flüsse, es werde offenbar deine Blöße und es werde gesehen deine Schande": die Tochter Babels bedeutet die Kirche, oder eine Gestalt der Kirche, wo das Heilige im Äußeren ist, aber Entweihung im Inneren. Die Entweihung im Inneren liegt darin, daß man sich und die Welt als Zweck im Auge hat, somit die Herrschaft und die Fülle des Reichtums; das Heilige aber nur als Mittel zu diesem Zweck. Die Mühle nehmen und Mehl mahlen bedeutet, eine Glaubenslehre zusammenstellen aus solchen (Lehren), die als Mittel zum Zweck dienen sollen: Nr. 7780. Das Haupthaar auflösen, die Füße entblößen und den Schenkel enthüllen heißt, ohne Scham und Furcht das äußere und innere Heilige preisgeben; so die Blöße offenbaren bedeutet, machen, daß das Unreine und Höllische, das in den Zwecken liegt, erscheine. Jerem.Klagel.1/8,9: "Schwer hat Jerusalem gesündigt; die sie geehrt haben, verabscheuen sie, weil sie ihre Blöße gesehen, ihre Unreinigkeit an ihren Säumen": Jerusalem bedeutet die Kirche; hier die Kirche, die im Falschen aus dem Bösen ist. Die Blöße sehen bedeutet, die unreinen und höllischen Liebesarten (sehen), die Unreinigkeit an den Säumen bedeutet, solches im Äußersten. Daß die Säume das Äußerste bezeichnen, sehe man Nr. 9917. Nahum 3/5: "Ich will aufdecken deine Säume über dein Angesicht und den Völkern deine Blöße zeigen und den Königreichen deine Schande": aufdecken die Säume bedeutet, das Äußere wegnehmen, damit das Innere erscheine; die Blöße, die den Völkern, und die Schande, die den Königen gezeigt werden soll, sind die höllischen Liebesarten, nämlich die Liebe zu sich und zur Welt, die das Innere verunreinigen. Hes.16/7,22,36: "Du kamst zur vollen Blüte, die Brüste waren fest und dein Haar gewachsen; aber du warst nackt und bloß; bei allen deinen Greueln und Hurereien gedachtest du nicht an die Tage deiner Jugend, da du nackt und bloß warst und zertreten in deinem Blute. Enthüllt ist deine Blöße durch deine Hurereien vor deinen Buhlen". Hes.23/28,29: "Ich will dich in die Hand derer geben, die du hassest, daß sie mit dir handeln in Haß, und sie werden dich nackt und bloß zurücklassen, und es wird enthüllt werden die Blöße deiner Hurereien". Hos.2/2,3,9,10: "Streitet mit eurer Mutter, damit sie entferne ihre Hurerei von ihrem Angesichte und ihren Ehebruch von ihren Brüsten, damit Ich sie nicht nackt ausziehe und sie hinstelle wie am Tage ihrer Geburt, und sie mache gleich einer Wüste und sie hinstelle wie ein dürres Land, und sie töte durch Durst. Ich werde umkehren und Meinen Weizen nehmen, Meinen Most, Meine Wolle und Mein Linnen, das Ich gab, ihre Blöße zu bedecken; und enthüllen will Ich ihre Scham vor den Augen ihrer Buhlen": es wird hier von Jerusalem gehandelt, die auch Mutter genannt und durch welche die Kirche bezeichnet wird. Ihre Verkehrtheit wird durch die Hurereien, Ehebrüche und durch die Enthüllung ihrer Blöße beschrieben, die nichts anderes bezeichnen als unreine und höllische Liebesarten, nämlich die Liebe zu sich und zur Welt, insofern sie Zwecke sind; denn aus diesen quillt alles Böse und Falsche hervor. Daher werden die Verfälschungen des Wahren und die Entweihungen des Guten im Worte durch Hurereien und Ehebrüche beschrieben und werden auch in demselben Hurereien und Ehebrüche genannt, man sehe Nr. 9804. Hieraus wird klar, was unter Blöße und Enthüllung der Blöße im Worte verstanden wird. Weil von dem verfälschten Wahren der Kirche und von ihrem entweihten Guten gehandelt wird, deshalb wird gesagt: "Ich will sie zur Wüste machen und hinstellen wie ein dürres Land und sie töten durch Durst": die Wüste bezeichnet das, was ohne Gutes ist, das trockene Land ist, was ohne Wahres ist, und der Durst bedeutet die Beraubung aller (Wahrheiten) des Glaubens. Es wird auch gesagt, "Er wolle Seinen Weizen nehmen, Seinen Most, Seine Wolle und Sein Linnen, womit Er ihre Blöße bedeckt hatte", weil durch Weizen das innere Gute der geistigen Kirche bezeichnet wird, durch Most ihr inneres Wahres, durch Wolle ihr äußeres Gutes und durch Linnen ihr äußeres Wahres. Daß nicht Linnen, Wolle, Most und Weizen zu verstehen ist, kann jeder sehen, der aus einer etwas erleuchteten Vernunft diese Dinge liest und glaubt, daß im Worte kein Ausdruck umsonst ist, sondern daß es allenthalben und durchaus heilig ist, weil es göttlich ist. Jerem.Klagel.4/21: "Tochter Edoms, auch an dich wird der Kelch kommen, du wirst trunken werden und entblößt". Hab.2/15,16: "Wehe dem, der seinem Gefährten zutrinkt und ihn trunken macht, um zu sehen seine Blöße; mit Schande wirst du dich sättigen statt des Ruhmes; trinke auch du, damit deine Vorhaut enthüllt werde". Hes.22/10: "Man vergießt Blut in dir, (o Jerusalem,) des Vaters Blöße enthüllt man in dir". Was diese Dinge bedeuten, kann niemand wissen, wenn er nicht weiß, was der Kelch bedeutet, was trinken, was berauscht werden, was entblößt sein, was die Blöße sehen und sie enthüllen, wie auch, was die Vorhaut bedeutet; daß aber alles auf geistige Weise zu verstehen ist, fällt in die Augen. Geistig trinken heißt, in den Wahrheiten unterrichtet werden und im entgegengesetzten Sinn, im Falschen, somit solches schöpfen: Nr. 3069, 3168, 3772, 8562, 9412; hieraus erhellt auch, was der Kelch bedeutet, aus dem getrunken wird: Nr. 5120. Trunken werden heißt, durch dieselben in Wahnwitz verfallen, und entblößt werden, bedeutet ganz und gar (des Wahren) beraubt werden. Die Blöße enthüllen bedeutet, das Böse der Selbst- und der Weltliebe, die höllisch sind, (offenbaren). Die Blöße des Vaters enthüllen bedeutet, dieses Böse (offenbaren), sofern es aus dem Angeerbten und dem eigenen Willen hervorgeht. Die Vorhaut enthüllen, bedeutet, (das Gute) verunreinigen. Daß die Vorhaut die Verunreinigung des himmlisch Guten durch jene Liebesarten bezeichnet, sehe man Nr. 2056, 3412, 4462, 7045; daher bedeutet die Beschneidung die Reinigung von jenem: Nr. 2036, 2632. Hieraus kann man erkennen, was durch die Berauschung und der daraus entstandenen Enthüllung der Blöße Noachs bezeichnet wird, wovon es heißt: 1. Mose 9/21-23: "Noach trank von dem Weine und wurde betrunken und ward aufgedeckt inmitten seines Zeltes; und es sah Cham, der Vater Kanaans, die Blöße seines Vaters und zeigte es an seinen zwei Brüdern, und Schem und Japheth nahmen ein Kleid und legten es auf die Schulter und gingen rückwärts und deckten die Blöße ihres Vaters zu, und ihre Angesichter waren rückwärts gewendet und die Blöße ihres Vaters sahen sie nicht": hier wird der Mensch der Alten Kirche beschrieben, der durch Noach (vorgebildet ist). Der Wein, den er trank und von dem er trunken wurde, bedeutet das Falsche, von dem diese Kirche zuerst durchdrungen wurde; daß er dadurch aufgedeckt inmitten des Zeltes lag, bedeutet das Böse aus Mangel an Wahrem im Gottesdienst. Das Kleid, mit dem Schem und Japheth seine Blöße bedeckten, ist das Glaubenswahre, durch welches das Böse bedeckt und gebessert wurde. Die Einpflanzung des Wahren und Guten des Glaubens in das Verstandesgebiet wird dadurch beschrieben, daß sie ein Kleid auf die Schulter legten, rückwärts gingen und ihr Angesicht rückwärts wendeten, denn genau so verhält es sich mit dem Wahren und Guten des Glaubens bei dem Menschen der geistigen Kirche. Schem und Japheth bezeichnen diejenigen von der geistigen Kirche, welche die Glaubenswahrheiten in dem Guten aufnahmen, das die Liebtätigkeit ist. Kanaan aber diejenigen, welche die Glaubenswahrheiten nicht im Guten oder in der Liebtätigkeit aufnahmen. Daß Noach den Menschen der Alten Kirche, wie er Anfangs war, vorbildete und daß sie so geartet waren, sehe man Nr. 736, 773, 788, 1126; daß Schem den Menschen der geistigen inneren Kirche und Japheth den der äußeren (vorbildete): Nr. 1102, 1127, 1140, 1141, 1150; daß Kanaan diejenigen vorbildete, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben waren oder, was das gleiche ist, in einem vom inneren getrennten äußeren Gottesdienst, also besonders das jüdische Volk: Nr. 1093, 1140, 1141, 1167; daß das Wahre und Gute des Glaubens eingepflanzt wird in das Verstandesgebiet beim Menschen der geistigen Kirche: Nr. 9596. Außerdem bedeutet der Wein, von dem Noach trunken wurde, das Falsche: Nr. 6377; das Zelt, in dem er aufgedeckt lag, bedeutet das Heilige des Gottesdienstes: Nr. 2145, 3312, 4128, 4391, 5152, 5954, 9212, 9216; die Blöße selbst das Böse seines Willensgebietes, das bedeckt wird durch die Glaubenswahrheiten, und wenn es bedeckt wird, sehen die Wahrheiten rückwärts. Daß solche Geheimnisse in dieser geschichtartigen Erzählung eingeschlossen liegen, erhellt aus dem inneren Sinn; und daß diese Geheimnisse Geheimnisse der Kirche sind, kann man daraus sehen, daß Schem und Japheth allein darum, daß sie die Blöße ihres Vaters bedeckten, gesegnet und mit ihnen ihre ganze Nachkommenschaft, und daß Kanaan mit seiner ganzen Nachkommenschaft verflucht wurde, bloß weil sein Vater (Cham) es seinen Brüdern anzeigte. Weil bei dem jüdischen und dem israelitischen Volke das Innere unrein war (denn sie waren mehr als die übrigen Völker in der Liebe zu sich und zur Welt), und weil die Zeugungsglieder nebst den Lenden die eheliche Liebe bedeuten und diese Liebe die Grundlage aller Liebesarten ist, der himmlischen und der geistigen und somit dieselben in sich begreift, darum wurde vorgesehen, daß die Blöße dieser Teile bei Aharon und bei seinen Söhnen, wann sie beim heiligen Gottesdienst waren, nicht irgendwie zum Vorschein kam; deshalb wird gesagt, daß sie ihnen Beinkleider von Linnen machen sollten, um das Fleisch ihrer Blöße zu bedecken von den Lenden bis zu den Schenkeln; und an einer anderen Stelle, daß sie nicht auf Stufen zu dem Altar hinaufsteigen sollten, damit ihre Blöße nicht aufgedeckt würde über ihm": 2. Mose 20/23. Daß bei dem jüdischen und israelitischen Volk das Innere unrein und daher verschlossen war, wenn sie im Gottesdienst waren, sehe man an den Nr. 9320 E, 9380 angeführten Stellen; daß die Zeugungsglieder nebst den Lenden die eheliche Liebe bedeuten: Nr. 3021, 4280, 4462, 4575, 5050-5062; und daß die eheliche Liebe die Grundlage aller himmlischen und geistigen Liebesarten ist und folglich diese Liebesarten auch unter ihr verstanden werden: Nr. 686, 2734, 3021, 4280, 5054. Hieraus erhellt nun, was die Blöße bedeutet, besonders die Blöße der zur Zeugung bestimmten Organe, sobald das Innere unrein ist. Wenn aber das Innere (rein) ist, dann bedeutet die Blöße Unschuld, wie auch die eheliche Liebe und zwar deswegen, weil die wahrhaft eheliche Liebe in ihrem Wesen Unschuld ist. Daß die wahrhaft eheliche Liebe Unschuld ist, sehe man Nr. 2736, und daß somit die Blöße in diesem Sinne Unschuld bedeute: Nr. 165, 8375, und darum erscheinen auch die Engel des innersten Himmels, die himmlische Engel heißen, nackt: Nr. 165, 2306, 2736. Weil die Älteste Kirche, die in den ersten Kapiteln des 1.Buches Mose beschrieben und im inneren Sinn unter dem Menschen oder Adam und seinem Weibe verstanden wird, eine himmlische Kirche war, darum heißt es von ihnen: "sie waren beide nackt und sie schämten sich nicht": 1. Mose 2/25; als aber diese Kirche fiel, was durch das Essen vom Baume der Erkenntnis geschah, wodurch die Vernünftelei aus dem Wißtümlichen über das Göttliche bezeichnet wurde, wird gesagt, "sie erkannten, daß sie nackt waren, und daß sie die Blätter des Feigenbaumes zusammennähten und sich Schürzen machten", somit daß sie ihre Blöße bedeckten; und auch daß der Mensch, als Jehovah ihn anrief, sagte, er fürchte sich, weil er nackt sei, und hernach, daß Jehovah ihnen Röcke von Fellen machte und sie kleidete: 1. Mose 3/6-11,21. Unter den Feigenblättern, von denen sie sich Schürzen machten und auch unter den Röcken von Fellen wird das Wahre und Gute des äußeren Menschen verstanden. Daß ihr Zustand nach dem Fall so beschrieben wurde, hatte den Grund, weil sie aus inneren Menschen zu äußeren wurden. Ihr Inneres wird durch das Paradies bezeichnet, denn das Paradies bedeutet die Einsicht und Weisheit des inneren Menschen und die Verschließung desselben wird bezeichnet durch das Ausstoßen aus dem Paradies. Daß das Blatt das natürlich Wahre bedeutet, welches das Wißtümliche ist, sehe man Nr. 885; daß der Feigenbaum das natürlich Gute oder das Gute des äußeren Menschen bezeichnet: Nr. 217, 4231, 5113; und daß der Rock von Fellen auch das Wahre und Gute des äußeren Menschen bezeichnet: Nr. 294, 295, 296; daß Fell das Äußere bedeutet: Nr. 3540. 9961. "Von den Lenden bis an die Schenkel hinab sollen sie reichen", 2. Mose 28/42, bedeutet die Ausdehnung desselben, nämlich das Äußere der ehelichen Liebe, das durch die Beinkleider von Linnen bezeichnet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lenden und der Beinkleider, insofern sie dasjenige bezeichnen, was Sache der ehelichen Liebe ist. Die Lenden das, was zu ihrem Inneren gehört, und die Beinkleider das, was zu ihrem Äußeren gehört, also ihre Ausdehnung vom Inneren bis zum Äußeren. Die Lenden bedeuten aber das Innere dieser Liebe, weil sie obenher sind, und die Beinkleider bedeuten das Äußere derselben, weil sie unten sind; denn was bei einem Menschen oben ist, bedeutet das Innere, und was unten ist, bedeutet das Äußere. Daher kommt es, daß im Worte das Innere verstanden wird unter dem Oberen und das Äußere unter dem Unteren; man sehe Nr. 3084, 4599, 5146, 8325. Das Obere bei dem Menschen entspricht dem Himmlischen und Geistigen, welches das Innere ist, und das Untere entspricht dem Natürlichen, welches das Äußere ist; daher kommt es, daß die Füße das Natürliche bedeuten: Nr. 2162, 3147, 3986, 4382, 4938-4952; und weil unter den Schenkeln der untere Teil der Lenden verstanden wird, der gegen die Füße hin geht, darum wird das Äußere oder das Untere der ehelichen Liebe durch sie bezeichnet, man sehe Nr. 4277, 4280; daß aber die Lenden im allgemeinen die eheliche Liebe bedeuten, sehe man Nr. 3021, 3294, 4575, 5050-5062. Daß die Lenden diese Bedeutung haben, kommt von der Entsprechung; über die Entsprechung aller (Glieder) des Menschen mit dem Himmel sehe man, was ausführlich in den Nr. 9276 E und 9280 angeführten Stellen gezeigt worden ist. Es wird gesagt, "die Ausdehnung der ehelichen Liebe vom Inneren bis zum Äußeren"; denn es gibt eine Ausdehnung aller Dinge der Liebe und aller Dinge des Glaubens, oder was das gleiche ist, aller Dinge des Guten und aller Dinge des Wahren in den Himmeln, weil dort alle verbunden werden je nach ihren Verwandtschaften in Ansehung der Glaubenswahrheiten und in betreff des Guten der Liebe. Eine solche Ausdehnung gibt es in einem jeden Himmel, und diese Ausdehnung geht auch bis zu den Himmeln, die unterhalb sind, weil alle Himmel eins ausmachen. Ja, sie erstrecken sich auch bis zu dem Menschen, damit auch er eins bildet mit den Himmeln. Diese Ausdehnung ist es, die verstanden wird unter der Ausdehnung vom Höheren oder Inneren zum Unteren oder Äußeren. Das Obere oder Innere heißt das Himmlische oder Geistige; und das Untere oder Äußere heißt das Natürliche oder Weltliche. Was insbesondere die eheliche Liebe anbelangt, von deren Ausdehnung hier gehandelt wird, so ist sie die Grundlage aller Liebesarten, denn sie steigt hernieder aus der Ehe des Guten und Wahren in den Himmeln; und weil die Ehe des Guten und Wahren in den Himmeln ist und die Himmel ausmacht, deshalb ist die wahre eheliche Liebe der Himmel selbst bei dem Menschen. Aber die Ehe des Guten und Wahren in den Himmeln steigt hernieder vermöge der Verbindung des Herrn mit den Himmeln; denn was vom Herrn ausgeht und in die Himmel einfließt, ist das Gute der Liebe, und was von den Engeln daselbst aufgenommen wird, ist das Wahre daraus, somit das Wahre, das aus dem Guten ist, oder in dem das Gute ist. Deshalb heißt der Herr in Worte Bräutigam und Gatte, und der Himmel mit der Kirche Braut und Gattin. Hieraus kann man erkennen, wie heilig die Ehen in den Himmeln sind, und wie greuelvoll (profan) die Ehebrüche daselbst (erscheinen); denn die Ehen sind an sich so heilig, daß es nichts Heiligeres gibt, auch aus dem Grunde, weil sie die Pflanzschulen (seminaria) des menschlichen Geschlechtes sind, und das menschliche Geschlecht die Pflanzschule der Himmel ist, denn in diese kommen die Menschen, die in der Welt ein engelhaftes Leben geführt haben; und umgekehrt sind die Ehebrüche so greuelhaft, daß es nichts Greuelhafteres geben kann, weil sie den Himmel und die Kirche beim Menschen zerstören. Daß es so ist, sehe man in dem, was über die Ehen und die Ehebrüche Nr. 2727-2759 gesagt und gezeigt worden ist. Hieraus kann man wiederum ersehen, warum durch die Blößen das Unreine und Höllische bezeichnet wird, (wovon im vorhergehenden Abschnitt die Rede war,) und warum so strenge geboten wurde, daß Aharon und seine Söhne, wenn sie als Priester dienten, Beinkleider anhaben sollten, und daß sie sonst sterben würden; denn es wird gesagt: "Mache ihnen Beinkleider von Linnen, um zu bedecken das Fleisch ihrer Blöße, von den Lenden bis an die Schenkel hinab sollen sie reichen, und Aharon und seine Söhne sollen sie anhaben, wenn sie eingehen in das Versammlungszelt, oder wenn sie sich dem Altare nahen, um zu dienen im Heiligtum, damit sie nicht eine Missetat (Schuld) tragen und sterben; das soll eine ewige Satzung sein für ihn und seinen Samen nach ihm". Man merke daher, daß unter der ehelichen Liebe jede himmlische und geistige Liebe verstanden wird, und zwar deshalb, weil die wahrhaft eheliche Liebe die Grundlage aller Liebesarten ist; daher sind die, welche in ihr sind, auch in den anderen Liebesarten des Himmels und der Kirche; denn sie steigt hernieder aus der Ehe des Guten und Wahren in den Himmeln, welche Ehe den Himmel macht. Daher kommt es auch, daß der Himmel im Worte mit der Ehe verglichen wird und auch Ehe genannt wird; und hieraus wird auch klar, warum dafür gesorgt wurde, daß die Blöße Aharons und seiner Söhne, wenn sie als Priester dienten, nicht erscheine; denn ihre Blößen bezeichneten alle Liebesarten, die den himmlischen Liebesarten entgegengesetzt sind, und im allgemeinen die Arten der Selbstliebe und der Weltliebe heißen, wenn sie als Zwecke dienen, und die also unreine und höllische Liebesarten sind. Daß es so ist, weiß der Mensch heutigen Tages nicht, und zwar deshalb, weil er in diesen Liebesarten lebt, und keinen anderen Lustreiz innerlich wahrnimmt als den, der aus ihnen stammt. Daher kommt es, daß er, wenn von einer geistigen und himmlischen Liebe gesprochen wird, stutzig wird und nicht weiß, was diese sind, und folglich auch nicht, was der Himmel ist; und er wird vielleicht erstaunt sein, wenn er hört und denkt, daß in der geistigen und himmlischen Liebe, die von der Selbstliebe und Weltliebe ganz getrennt ist, eine ewige Glückseligkeit liegt, die unaussprechlich ist. 9962. "Und Aharon und seine Söhne sollen sie anhaben", 2. Mose 28/43, bedeutet den Schutz vor den Höllen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Beinkleider, von denen gesagt wird, daß Aharon und seine Söhne sie anhaben sollen, insofern sie das Äußere der ehelichen Liebe bezeichnen, worüber Nr. 9959; und aus der Bedeutung der Blößen, welche die Beinkleider bedecken sollten, insofern sie ihr Inneres bezeichnen, das unrein und höllisch ist, worüber Nr. 9560. Und weil die Blößen dies bedeuteten, deshalb dienten die Beinkleider, die Aharon und seine Söhne anhatten, zum Schutz vor den Höllen. Es verhält sich damit in folgender Weise: Das jüdische und israelitische Volk war in Ansehung seines Inneren in der Liebe zu sich und zur Welt, somit in den höllischen Liebesarten, mehr als die anderen Völkerschaften, aber in Ansehung des Äußeren konnte es gleichfalls mehr als andere Völkerschaften im Heiligen sein; deshalb wurde ihnen das Innere verschlossen, wenn sie im Heiligen waren, denn so konnten durch sie die äußeren heiligen Dinge den Himmeln mitgeteilt werden und dadurch eine Verbindung bestehen. Ganz anders (wäre es gewesen), wenn bei ihnen das Innere nicht verschlossen gewesen wäre, das, wie gesagt, unrein und höllisch war. Daher kommt es, daß bei ihnen keine Kirche war, sondern nur das Vorbildliche der Kirche; denn die Kirche, die wirklich eine Kirche ist, ist in dem Inneren, das dem Glauben und der Liebe angehört, nicht aber in dem von diesem getrennten Äußeren. Das Äußere bei ihnen war durchaus vorbildlich. Weil nun durch die Beinkleider das Äußere der ehelichen Liebe bezeichnet wird und im allgemeinen das Äußere aller himmlischen Liebesarten, und weil das Äußere das Innere bedeckte und das Innere bei ihnen unrein und höllisch war, deshalb wurde dadurch, daß Aharon und seine Söhne die Beinkleider anhaben sollten, der Schutz vor den Höllen bezeichnet; denn solange sie im äußeren Heiligen waren, während ihr Inneres bedeckt oder verschlossen war, so lange waren sie auch von den Höllen entfernt, und somit geschützt (vor ihnen). Daß das Innere bei dem jüdischen und israelitischen Volk unrein und höllisch war, und daß daher keine wirkliche Kirche bei ihnen war, sondern nur das Vorbildliche der Kirche, sehe man in den Nr. 9320 und 9380 angeführten Stellen. Daß sie aber beim Gottesdienst nur im äußeren Heiligen waren: Nr. 3479, 4293, 4311, 6304, 8588, 9373, 9380; und daß ihr Inneres dann verschlossen war: Nr. 8788, 8806. 9963. "Wenn sie eingehen in das Versammlungszelt", 2. Mose 28/43, bedeutet, bei dem Gottesdienst, der alle Dinge des Himmels und der Kirche vorbildet. Dies erhellt aus der Bedeutung von eingehen in das Versammlungszelt, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, der alle Dinge des Himmels und der Kirche vorbildete, denn durch das Versammlungszelt wurde der Himmel, wo der Herr ist, vorgebildet: Nr. 9457, 9481, 9485, 9784; somit wird durch das Eingehen in denselben, wenn von Aharon und seinen Söhnen (die Rede ist), die Verehrung des Herrn bezeichnet. Zu jener Zeit fand auch wirklich jeder Gottesdienst im Versammlungszelt und bei dem Altar statt; denn im Versammlungszelt wurden die Schaubrote aufgestellt, die Lampen angezündet und geräuchert, und auf dem Altar wurde geopfert. In diesen Stücken bestand vorzüglich der vorbildliche Gottesdienst. Der vorbildliche Gottesdienst ist aber ein äußerer Gottesdienst, der die inneren Dinge vorbildet, die sich auf die Liebe vom Herrn zum Herrn beziehen, somit auf alle Dinge des Himmels und der Kirche; denn im Himmel und in der Kirche bezieht sich alles auf das Gute der Liebe und auf das Wahre des Glaubens vom Herrn zum Herrn. 9964. "Oder wenn sie sich dem Altar nahen, um zu dienen im Heiligtum", 2. Mose 28/43, bedeutet, bei dem Gottesdienst, der den Herrn selbst vorbildet. Dies erhellt daraus, daß der Altar das vorzüglichste Vorbild des Herrn war in Ansehung des göttlich Guten; man sehe Nr. 9714. Sich dem Altar nahen und im Heiligen daselbst dienen bedeutet daher, die Verehrung des Herrn selbst. Der den Herrn vorbildende Gottesdienst bestand vorzüglich in Brandopfern und Schlachtopfern, die auf dem Altar dargebracht wurden: Nr. 922, 923, 2180, 6905, 8680, 8936. Der vorbildliche Gottesdienst des Herrn in Ansehung des göttlich Guten fand statt an dem Alter, und Sein vorbildlicher Gottesdienst in Ansehung des göttlich Wahren im Versammlungszelt; darum wird gesagt, daß durch eingehen in das Versammlungszelt der Gottesdienst bezeichnet wird, der alle Dinge des Himmels und der Kirche vorbildete: Nr. 9963, und durch nahen zu dem Altar der Gottesdienst, der den Herrn selbst vorbildete; denn der Himmel und die Kirche sind die Aufnahmegefäße des vom Herrn ausgehenden göttlich Wahren. Das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist das vom Guten Seiner Liebe ausgehende Wahre, und wird eingepflanzt, wo dieses Gute auch wirklich aufgenommen wird, folglich, wo der Herr ist, von dem dieses Gute stammt. HG 9965 9965. "Damit sie nicht eine Missetat tragen und sterben", 2. Mose 28/43, bedeutet die Vernichtung des ganzen Gottesdienstes. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine Missetat tragen", wenn von dem Priesteramt Aharons und seiner Söhne (die Rede ist), insofern es die Entfernung des Falschen und Bösen bezeichnet bei denen, die im Guten sind vom Herrn, worüber Nr. 9937. Wenn aber von ihnen gesagt wird "eine Missetat tragen und sterben", so bedeutet es die Vernichtung des ganzen Gottesdienstes; man sehe Nr. 9928; denn der vorbildliche Gottesdienst starb (wurde ein toter), wenn nichts mehr von ihm im Himmel erschien. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was Nr. 9959, 9960, 9961 gesagt und gezeigt worden ist. Daß sie auch wirklich starben, wenn sie nicht nach den Satzungen verfuhren, zeigt sich deutlich an den Söhnen Aharons: Nadab und Abihu, die, weil sie nicht mit dem Feuer des Altares, sondern mit einem fremden räucherten, durch Feuer aus dem Himmel verzehrt wurden: 3. Mose 10/1,2f. Das Feuer des Altares bildete die göttliche Liebe vor, also die Liebe vom Herrn, aber das fremde Feuer die Liebe von der Hölle. Die Vernichtung des Gottesdienstes wurde bezeichnet durch das Räuchern mit diesem Feuer, daher auch der Tod derselben. Daß das Feuer die Liebesarten bedeutet, sehe man Nr. 5215, 6832, 7324, 7575, 7852. Es wird in vielen Stellen im Worte gesagt, daß sie die Schuld tragen würden, wenn sie nicht nach den Satzungen täten, und dadurch wurde die Verdammnis bezeichnet, weil dann die Sünden nicht entfernt waren, nicht als ob sie deshalb verdammt worden wären, sondern weil sie dadurch den vorbildlichen Gottesdienst vernichteten, und so die Verdammten vorbildeten, die in ihren Sünden bleiben; denn niemand wird verdammt wegen der Unterlassung der äußeren Religionsgebräuche, sondern wegen des Bösen seines Herzens, somit wegen der Unterlassung jener (Gebräuche) aus dem Bösen des Herzens. Dies wird bezeichnet durch das Tragen der Missetat in folgenden Stellen: 3. Mose 5/17: "Wenn eine Seele sündigt und eines der Verbote Jehovahs tut, die man nicht tun soll, obgleich sie es nicht weiß, soll sie doch schuldig sein, und ihre Missetat tragen": hier wird unter Missetat tragen nicht verstanden, sondern nur bezeichnet, das Behalten des Bösen und dadurch die Verdammnis, weil es nicht aus dem Bösen des Herzens getan war, denn es wird gesagt, "obgleich sie es nicht weiß". 3. Mose 7/18; 19/7,8: "Wenn von dem Opferfleisch des Dankopfers gegessen wird am dritten Tage, so wird nicht versöhnt werden der, welcher es opferte; es ist ein Greuel, und die Seele, die davon ißt, soll ihre Missetat tragen und ausgerottet werden von ihren Völkern": durch "eine Missetat tragen" wird auch hier bezeichnet, in seinen Sünden bleiben und so in der Verdammnis sein; nicht darum, weil jemand von seinem Opfer am dritten Tage gegessen hat, sondern weil durch das Essen desselben am dritten Tage Greuelhaftes vorgebildet wurde, das der Verdammnis verfallen ist. Somit wurde durch "die Missetat tragen und ausgerottet werden aus seinen Völkern" die Verdammnis derer vorgebildet, die den Greuel, der dadurch bezeichnet wird, verüben. Gleichwohl aber fand die Verdammnis nicht statt, weil er gegessen hatte; denn nur das innere Böse, das vorgebildet wurde, verdammt, nicht aber das Äußere ohne dieses. 3. Mose 17/15,16: "Jede Seele, die Gefallenes oder Zerrissenes ißt, und nicht ihre Kleider wäscht, und ihr Fleisch badet, soll ihre Missetat tragen": weil das Essen des Gefallenen und Zerrissenen die Aneignung des Bösen und Falschen vorbildete, darum wird auch hier in vorbildlicher Weise "die Missetat tragen" gesagt. 4. Mose 9/13: "Wenn jemand, der rein ist, unterläßt das Passah zu feiern, dessen Seele soll ausgerottet werden aus seinen Völkern, weil er die Opfergabe Jehovahs nicht dargebracht hat zur bestimmten Zeit; seine Sünde soll er tragen": das Passah stellte die Befreiung von der Verdammnis durch den Herrn vorbildlich dar: Nr. 7093 E, 7867, 7995, 9286, 9287-9292; und das Passahmahl bildete die Verbindung mit dem Herrn durch das Gute der Liebe vor: Nr. 7836, 7997, 8001; und weil solches vorgebildet wurde, deshalb bestand die Satzung, daß derjenige aus den Völkern ausgerottet werden sollte, der das Passah nicht hielt, und daß er seine Sünde tragen sollte; allein jene (Unterlassung) war kein solches Verbrechen, sondern bildete nur diejenigen vor, die mit dem Herzen den Herrn leugnen und daher auch die Befreiung von den Sünden, und die also nicht mit Ihm durch die Liebe verbunden werden wollen; somit auch ihre Verdammnis. 4. Mose 18/22,23: "Die Söhne Israels sollen nicht zum Versammlungszelte sich nahen, ihre Missetat zu tragen und zu sterben; die Leviten sollen den Dienst tun im Versammlungszelt, und sie sollen die Missetat tragen": das Volk sollte die Missetat tragen und sterben, wenn es sich nahte zum Zelt der Versammlung, um den Dienst daselbst zu verrichten, und zwar deshalb, weil es dadurch den vorbildlichen Gottesdienst vernichtet haben würde, der dem Priesteramte übertragen war. Das Amt des Priesters oder das Priestertum bildete das ganze Erlösungswerk des Herrn vor: Nr. 9809; darum wird gesagt, daß die Leviten, die auch Priester waren, ihre Missetat tragen sollten, wodurch die Versöhnung bezeichnet wird, d.h. die Entfernung vom Bösen und Falschen bei denen, die im Guten sind, vom Herrn allein: Nr. 9937. Durch das Tragen der Missetat wird aber die wirkliche Verdammnis bezeichnet, wenn es von denen gesagt wird, die das Böse aus bösem Herzen tun, wie es von denen gesagt wird, von denen 3. Mose 20/17,19,20; 24/15,16; Hes.18/20; 23/49 und anderwärts (die Rede ist). 9966. "Das soll eine ewige Satzung sein für ihn und seinen Samen nach ihm", 2. Mose 28/43, bedeutet die Gesetze der Ordnung in der vorbildlichen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung einer ewigen Satzung (wörtlich: Satzung des Zeitlaufs, saeculi), insofern sie das Gesetz der göttlichen Ordnung in den Himmeln und in der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 7884, 7995, 8357. "In der vorbildlichen Kirche" wird gesagt, weil durch die Satzungen das Äußere des Gottesdienstes bezeichnet wurde, welches das Innere vorbildete: Nr. 8972, somit die vorbildlichen Dinge der Kirche. Und weil das Innere, das vorgebildet wurde, das Göttliche, und somit das Ewige war, darum wird gesagt "eine ewige Satzung" oder Satzung des Zeitlaufes, denn durch Zeitlauf (saeculum) wird das Ewige bezeichnet.   Nr. 9967 - 9984 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 29. Kapitel 1. Und das ist das Wort, das du ihnen tun sollst, um sie zu heiligen, damit sie Mir als Priester dienen: Nimm einen jungen Stier, einen Sohn der Herde, und zwei fehlerfreie Widder. 2. Und ungesäuertes Brot, und ungesäuerte Kuchen, vermischt mit Öl, und ungesäuerte Fladen, gesalbt mit Öl; vom Weißmehl des Weizens sollst du sie machen. 3. Und lege sie in einen Korb, und bringe sie dar in dem Korbe, und auch den Stier und die beiden Widder. 4. Und Aharon und seine Söhne sollst du hinzuführen vor die Tür des Versammlungszeltes, und sie waschen mit Wasser. 5. Und nimm die Kleider, und bekleide Aharon mit dem Leibrock, und mit dem Oberkleid unter dem Ephod, und mit dem Ephod, und dem Brustschildlein, und umgürte ihn mit dem Gürtel des Ephod. 6. Und setze ihm den Kopfbund auf das Haupt, und hefte die Krone der Heiligkeit (das heilige Stirnblech) an den Kopfbund. 7. Und nimm das Salböl und gieße davon auf sein Haupt und salbe ihn. 8. Und laß seine Söhne hinzutreten, und bekleide sie mit den Leibröcken. 9. Und umgürte sie mit dem Gürtel, Aharon und seine Söhne, und binde ihnen die Mützen um, so sollen sie das Priestertum haben zu einer ewigen Satzung; und fülle die Hände Aharons und die Hände seiner Söhne. 10. Und bringe den jungen Stier vor das Versammlungszelt, und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des jungen Stieres legen. 11. Und du sollst schlachten den jungen Stier vor Jehovah vor der Tür des Versammlungszeltes. 12. Und nimm von dem Blut des jungen Stieres, und streiche es an die Hörner des Altars mit deinem Finger, und alles Blut gieße aus an den Boden des Altars. 13. Und nimm alles Fett, das die Eingeweide bedeckt, und das Netz über der Leber, und die zwei Nieren, und das Fett, das an ihnen ist, und verbrenne es auf dem Altar. 14. Und das Fleisch des jungen Stieres, und seine Haut, und seinen Mist verbrenne im Feuer, außerhalb des Lagers; ein Sündopfer ist es. 15. Und nimm den einen Widder, und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des Widders legen. 16. Und schlachte den Widder, und nimm sein Blut und sprenge es auf den Altar ringsherum. 17. Und den Widder zerlege in seine Stücke, und wasche seine Eingeweide und seine Schenkel, und lege sie auf seine Stücke und auf sein Haupt. 18. Und verbrenne sie samt dem ganzen Widder auf dem Altar, ein Brandopfer ist es für Jehovah, ein Geruch der Ruhe, eine Feuerung ist es für Jehovah. 19. Und nimm den anderen Widder, und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des Widders legen. 20. Und schlachte den Widder, und nimm von seinem Blut und streiche es an das rechte Ohrläppchen Aharons, und an das rechte Ohrläppchen seiner Söhne, und an den Daumen ihrer rechten Hand, und an die große Zehe ihres rechten Fußes, und sprenge das Blut auf den Altar ringsherum. 21. Und nimm von dem Blut, das auf dem Altar ist, und von dem Salböl, und sprenge es auf Aharon, und auf seine Kleider, und auf seine Söhne, und auf die Kleider seiner Söhne mit ihm, und heilige ihn, und seine Kleider, und seine Söhne, und die Kleider seiner Söhne mit ihm. 22. Und nimm von dem Widder das Fett, und den Schwanz, und das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und das Netz über der Leber, und die zwei Nieren, und das Fett, das an ihnen ist, und den rechten Bug (Keule), denn es ist der Widder der Füllungen (d.h. der Einsetzung). 23. Und einen Laib Brot, und einen Brotkuchen mit Öl, und einen Fladen aus dem Korb mit Ungesäuertem, der vor Jehovah. 24. Und lege alles in die Hände Aharons und in die Hände seiner Söhne, und webe es als eine Webe vor Jehovah. 25. Dann nimm es aus ihrer Hand und zünde es an auf dem Altar über dem Brandopfer, zu einem Geruch der Ruhe vor Jehovah; eine Feuerung für Jehovah ist es. 26. Und nimm die Brust von dem Widder der Einsetzung Aharons, und webe sie als eine Webe vor Jehovah, und sie soll dir zum Anteil sein. 27. Und heilige die Brust der Webe und den Bug der Hebe, die gewebt und gehoben worden von dem Widder der Füllungen (Einsetzung), von dem für Aharon und von dem für seine Söhne. 28. Und sie sollen Aharon gehören und seinen Söhnen als eine ewige Satzung von den Söhnen Israels; denn ein Hebopfer ist es, und ein Hebopfer soll es sein von den Söhnen Israels von ihren Dankopfern, ihr Hebopfer für Jehovah. 29. Und die heiligen Kleider Aharons sollen seine Söhne haben nach ihm, daß sie darin gesalbt werden und man darin ihre Hände fülle. 30. Sieben Tage sollen sie anziehen, wer von seinen Söhnen Priester wird nach ihm, wenn er eintritt in das Versammlungszelt, um zu dienen im Heiligtum. 31. Und nimm den Widder der Einsetzung, und koche sein Fleisch am heiligen Ort. 32. Und Aharon und seine Söhne sollen das Fleisch des Widders essen, und das Brot, das im Korb ist, vor der Türe des Versammlungszeltes. 33. Und sie sollen dasselbe essen, womit sie versöhnt worden, um ihre Hände zu füllen, um sie zu heiligen, und ein Fremder soll nicht davon essen, denn heilig ist es. 34. Und wenn übriggeblieben von dem Fleisch der Einsetzung, und von dem Brot bis zum Morgen, so sollst du das Übriggebliebene mit Feuer verbrennen; es soll nicht gegessen werden, denn heilig ist es. 35. Also sollst du tun mit Aharon und seinen Söhnen, nach allem was Ich dir geboten habe; sieben Tage sollst du ihre Hände füllen. 36. Und einen jungen Stier als Sündopfer sollst du jeden Tag darbringen zur Versöhnung, und sollst den Altar entsündigen, indem du dich über ihm versöhnst, und ihn salben, um ihn zu heiligen. 37. Sieben Tage sollst du den Altar versöhnen und ihn heiligen, und der Altar soll hochheilig sein; ein jeder, der den Altar berührt, soll geheiligt sein. 38. Und dies ist es, was du auf dem Altare opfern sollst: zwei einjährige Lämmer, des Tages, beständig. 39. Das eine Lamm sollst du opfern am Morgen, und das andere Lamm sollst du opfern gegen Abend (wörtlich: zwischen den Abenden). 40. Und ein Zehnteil Semmelmehl, gemischt mit gestoßenem Öl, dem vierten Teil eines Hin, und Trankopfer, dem vierten Teil eines Hin Wein für das erste Lamm. 41. Und das zweite Lamm sollst du opfern gegen Abend, so wie das Speisopfer am Morgen, und wie das Trankopfer desselben sollst du es machen (opfern), zum Geruch der Ruhe als eine Feuerung für Jehovah. 42. Und das sei ein Brandopfer beständig bei euren Geschlechtern, vor der Türe des Versammlungszeltes vor Jehovah, wo Ich mit euch zusammenkommen werde, um daselbst mit dir zu reden. 43. Und Ich will daselbst zusammenkommen mit den Söhnen Israels, und es soll geheiligt werden durch Meine Herrlichkeit. 44. Und Ich werde heiligen das Versammlungszelt und den Altar, und Aharon und seine Söhne werde Ich heiligen, daß sie Mir Priester seien. 45. Und Ich werde wohnen inmitten der Söhne Israels, und will ihr Gott sein. 46. Und sie sollen erkennen, daß Ich, Jehovah, bin ihr Gott, der sie ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten, auf daß Ich wohne in ihrer Mitte, Ich, Jehovah, ihr Gott.   Inhalt 9985. In diesem Kapitel wird dem inneren Sinne nach von der Verherrlichung des Herrn in Ansehung Seines Menschlichen gehandelt, was durch die Einweihung Aharons und seiner Söhne zum Priestertum bezeichnet wird.   Innerer Sinn 9986. Vers 1-3: Und das ist das Wort, das du ihnen tun sollst, um sie zu heiligen, damit sie Mir als Priester dienen: Nimm einen jungen Stier, einen Sohn der Herde, und zwei fehlerfreie Widder. Und ungesäuertes Brot, und ungesäuerte Kuchen, vermischt mit Öl, und ungesäuerte Fladen, gesalbt mit Öl; vom Weißmehl des Weizens sollst du sie machen. Und lege sie in einen Korb, und bringe sie dar in dem Korbe, und auch den Stier und die beiden Widder. "Und das ist das Wort, das du ihnen tun sollst" bedeutet das Gesetz der Ordnung; "um sie zu heiligen" bedeutet die vorbildliche Darstellung des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen; "damit sie Mir als Priester dienen" bedeutet, um das ganze Erlösungswerk von Ihm vorzubilden; "nimm einen jungen Stier, einen Sohn der Herde" bedeutet die Reinigung des natürlichen oder äußeren Menschen; "und zwei fehlerfreie Widder" bedeutet die Reinigung des geistigen oder inneren Menschen; "und ungesäuertes Brot" bedeutet die Reinigung des Himmlischen im Innersten des Menschen; "und ungesäuerte Kuchen, vermischt mit Öl" bedeutet die Reinigung des himmlischen Mittleren; "und ungesäuerte Fladen, gesalbt mit Öl" bedeutet das Himmlische im äußeren Menschen; "vom Weißmehl des Weizens sollst du sie machen" bedeutet das Wahre, das aus dem göttlich Guten ist; "und lege sie in einen Korb" bedeutet das Sinnliche, in dem jenes ist; "und bringe sie dar in dem Korbe" bedeutet, so die Gegenwart von allem; "und auch den Stier und die beiden Widder" bedeutet das Natürliche oder Äußere des Menschen, und das Geistige oder sein Inneres, das gereinigt werden muß. 9987. "Und das ist das Wort, das du ihnen tun sollst", 2. Mose 29/1, bedeutet das Gesetz der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wortes, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, und daher das Gesetz der Ordnung, worüber folgen wird. Wort bedeutet im allgemeinen Sinn einen Ausspruch des Mundes oder eine Rede; und weil die Rede das durch Worte ausgesprochene Denken des Gemütes ist, darum bedeutet das Wort auch die Sache, die gedacht wird. Daher wird jede Sache, die wirklich existiert und etwas ist, in der Grundsprache "Wort" genannt. Aber im höheren Sinn ist das Wort das göttlich Wahre, und zwar deshalb, weil alles, was wirklich existiert und etwas ist, aus dem göttlich Wahren ist. Daher wird gesagt bei Ps.33/6: "Durch das Wort Jehovahs sind die Himmel gemacht, und durch den Geist Seines Mundes all ihr Heer": das Wort Jehovahs ist hier das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre; der Geist des Mundes Jehovahs ist das Leben daraus. Die durch dasselbe gemachten Himmel und all ihr Heer sind die Engel, insofern sie die Aufnahmen (oder Aufnehmer) des göttlich Wahren sind. Durch die Himmel werden die Engel bezeichnet, weil sie den Himmel bilden, und weil die Engel die Aufnahmen des göttlich Wahren sind, darum werden auch durch Engel im abstrakten Sinn die göttlichen Wahrheiten vom Herrn bezeichnet, man sehe Nr. 8192; und daß das Heer der Himmel in ebendemselben Sinn die göttlichen Wahrheiten bezeichnet, sehe man Nr. 3448, 7236, 7988. Hieraus kann man erkennen, was durch das "Wort" bezeichnet wird bei Joh.1/1,3,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alles ist durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht worden. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit": daß hier der Herr unter dem Worte verstanden wird, ist deutlich, denn es wird gesagt, daß das Wort Fleisch wurde, der Herr ist aber das Wort, weil der Herr, als Er in der Welt war, das göttlich Wahre selbst war, und als Er aus der Welt schied, das göttlich Wahre von Ihm ausging; man sehe die Nr. 9199 und 9315 E angeführten Stellen. Daß das Wort im höchsten Sinne der Herr in Ansehung des göttlich Wahren ist, oder, was das gleiche ist, daß das Wort das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, erhellt aus mehreren Stellen: Ps.107/20: "Sie riefen zu Jehovah, und Er sandte Sein Wort und heilte sie". Joh.5/38,40: "Das Wort des Vaters habt ihr nicht in euch bleibend, weil ihr Dem, Den Er gesandt hat, nicht glaubt; auch wollt ihr nicht zu Mir kommen, daß ihr das Leben habt". Joh.17/14,17: "Ich habe ihnen Dein Wort gegeben, darum hasset sie die Welt; heilige sie in Deiner Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit". Joh.Offenb.19/13,16: "Der auf dem weißen Pferde saß, war angetan mit einem in Blut getauchten Kleide, und Sein Name heißt das Wort Gottes, und Er trug auf Seinem Gewande und an Seiner Hüfte den Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren". Aus diesen und anderen Stellen erhellt, daß das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre das Wort ist, und im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Wahren; denn es wird gesagt, der Name Dessen, Der auf dem weißen Pferde saß, sei das Wort Gottes, und Er sei der König der Könige und der Herr der Herren. Und weil das Wort das göttlich Wahre ist, darum wird gesagt, Er sei angetan mit einem in Blut getauchten Kleide; denn durch Kleid wird das göttlich Wahre bezeichnet: Nr. 9952, und durch Blut das Wahre aus dem Guten; man sehe dies vollständiger erklärt: Nr. 2760, 2761, 2762. Daher kommt es, daß alles Wahre, das vom Göttlichen ist, Wort heißt, wie bei Joel 2/11: "Jehovah läßt hören Seine Stimme vor Seinem Heer; sehr groß ist Sein Lager, denn unzählige sind, die Sein Wort vollziehen": die Stimme, die Jehovah hören läßt, ist das Wahre vom Göttlichen: Nr. 9926; das Lager Jehovahs ist der Himmel: Nr. 4236, 8193, 8196; daraus erhellt, daß die unzähligen, die Sein Wort vollziehen, diejenigen sind, die das göttlich Wahre tun. Matth.13/19-23: "Wenn jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, so kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät ist; der aber auf den felsigen Boden Gesäte, ist der, welcher das Wort hört und alsbald mit Freuden aufnimmt, aber es hat nicht Wurzel bei ihm; der aber unter die Dornen Gesäte, ist der, welcher das Wort hört, aber die Sorge dieser Welt und der Betrug des Reichtums erstickt das Wort; der aber auf das gute Land Gesäte, ist der, welcher das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt": daß hier das Wort das göttlich Wahre ist, leuchtet ohne Erklärung ein. "Das Wort vom Reich" wird gesagt, weil es das Wahre des Himmels und der Kirche ist, denn das Reich ist der Himmel und die Kirche. Hieraus kann man erkennen, daß die Worte göttliche Wahrheiten vom Herrn sind, wie bei Joh.6/63: "die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben"; und darum heißen auch die Gebote des Dekaloges "die Zehn Worte": 2. Mose 34/28. Das Wort bedeutet aber hier das Gesetz der Ordnung, weil das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre die Ordnung in den Himmeln macht, und zwar so sehr, daß es die Ordnung selber ist. Daher sind die Gesetze der himmlischen Ordnung göttliche Wahrheiten; man sehe Nr. 1728, 1919, 2258, 2447, 4839, 5703, 7995, 8513, 8700, 8988. Das Gesetz der Ordnung, das durch das Wort in diesem Kapitel bezeichnet wird, lehrt, wie der Herr Sein Menschliches verherrlichte, d.h. es göttlich machte, denn darüber wird im inneren Sinn hier gehandelt, und daher im bezüglichen Sinn auch von der Wiedergeburt des Menschen; denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Bild der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3138, 3212, 3245, 3246, 3296, 4402, 5688. Daß dies vorzugsweise das Gesetz der Ordnung ist, kommt daher, weil der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen die Ordnung in den Himmeln ist, und weil jeder, der wiedergeboren wird, in diese Ordnung gebracht wird, weshalb auch die, welche in dieser Ordnung sind, im Herrn sind. 9988. "Um sie zu heiligen", 2. Mose 29/1, bedeutet um den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen vorbildlich darzustellen. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es heißt, den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen vorbilden, worüber Nr. 9956. Daß dies durch heiligen bezeichnet wird, kommt daher, weil der Herr allein der Heilige ist, und weil alles Heilige von Ihm ausgeht, und auch jede Heiligung Ihn vorbildet: Nr.9479, 9680, 9820. 9989. "Damit sie Mir als Priester dienen", 2. Mose 29/1, bedeutet, um das ganze von Ihm vollbrachte Erlösungswerk vorzubilden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Priestertums, insofern es das Vorbildliche des Herrn ist in Ansehung des Erlösungswerkes, worüber Nr. 9809. 9990. "Nimm einen jungen Stier, einen Sohn der Herde", 2. Mose 29/1, bedeutet die Reinigung des natürlichen oder äußeren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stieres, insofern er das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit im natürlichen oder äußeren Menschen bezeichnet, worüber Nr. 9391; und weil gesagt wird "ein Sohn der Herde", so wird dadurch auch das Wahre dieses Guten bezeichnet, denn der Sohn bedeutet das Wahre, und die Herde das Natürliche. Daß der Sohn das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 489, 491, 583, 2623, 3373, 9807; und daß die Herde das Natürliche bedeutet: Nr. 2566, 5913, 8937. Durch den Stier, den Sohn der Herde, wird aber hier die Reinigung des natürlichen oder äußeren Menschen bezeichnet, weil er geopfert wurde, und durch Opfer die Reinigung vom Falschen und Bösen oder die Versöhnung bezeichnet wird. Hier die Reinigung vom Bösen und Falschen, das im natürlichen oder äußeren Menschen ist. Aber die Reinigung im geistigen oder inneren Menschen wird bezeichnet durch das Brandopfer von einem Widder. Um zu erkennen, was das einzelne der Brandopfer und der Schlachtopfer vorbildete, muß man wissen, daß im Menschen ein Äußeres und ein Inneres ist, und daß in beiden das ist, was sich auf das Wahre und auf das Gute bezieht; deshalb muß der Mensch, wenn er wiedergeboren werden soll, in betreff des Äußeren und des Inneren wiedergeboren werden, und in beiden in Ansehung des Wahren und des Guten. Bevor aber der Mensch wiedergeboren werden kann, muß er vom Bösen und vom Falschen gereinigt werden, denn dies steht hemmend entgegen. Die Reinigungen des äußeren Menschen werden vorgebildet durch die Brandopfer und Schlachtopfer von Rindern, jungen Stieren und Böcken; die Reinigungen des inneren Menschen durch die Brandopfer und Schlachtopfer von Widdern, Ziegenböcken und Ziegen. Aber die Reinigung des eigentlich Inneren, welches das Innerste ist, durch Opfer von Lämmern. Daher kann man aus den Tieren selbst, die geopfert wurden, erkennen, welche Reinigung oder Versöhnung vorgebildet wurde. Es wird gesagt, (man könne erkennen), welche Reinigung oder Entsündigung vorgebildet wurde, weil die Brandopfer und Schlachtopfer den Menschen nicht reinigten oder versöhnten, sondern die Reinigung oder Versöhnung nur vorbildeten; denn wer könnte nicht wissen, daß solche Dinge nichts Böses und Falsches vom Menschen wegnehmen?; man sehe die aus dem Worte Nr. 2180 angeführten Stellen. Daß sie wirklich nicht wegnehmen, sondern nur vorbildeten, kommt daher, weil bei dem israelitischen und jüdischen Volk nur das Vorbildliche der Kirche angeordnet wurde, durch das eine Verbindung mit den Himmeln stattfand, und durch die Himmel mit dem Herrn, worüber man sehe, was in den Nr. 9320 E und 9380 angeführten Stellen gezeigt worden ist. Was aber im besonderen durch Brandopfer und Schlachtopfer von jungen Stieren, von Widdern und von Lämmern vorgebildet wurde, wird man in dem Folgenden dieses Kapitels sehen, denn dort wird darüber gehandelt. HG 9991 9991. "Und zwei fehlerfreie Widder", 2. Mose 29/1, bedeutet die Reinigung des geistigen oder inneren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Widders, insofern er das Innere des Menschen bezeichnet, somit sein Geistiges, worüber Nr. 2830; denn das Innere bei dem Menschen heißt geistig, und das Äußere natürlich. Daß es die Reinigung bedeutet, kommt daher, weil die Brandopfer von den Widdern gemacht wurden, und durch Brandopfer und Schlachtopfer im allgemeinen die Reinigung vom Bösen und Falschen oder die Versöhnungen vorgebildet wurden, und durch die Brandopfer und Schlachtopfer von den Widdern die Reinigungen oder Versöhnungen des inneren oder geistigen Menschen, worüber im Folgenden dieses Kapitels, wo hierüber gehandelt wird. 9992. "Und ungesäuertes Brot", 2. Mose 29/2, bedeutet die Reinigung des Himmlischen im Innersten des Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 2165, 2177, 3478, 9545; und aus der Bedeutung des Ungesäuerten, insofern es das Gereinigte bezeichnete, worüber folgen wird. Daß es das Innerste des Menschen ist, kommt daher, weil das Himmlische das Gute der Liebe ist, und das Gute der Liebe das Innerste ist. Dreierlei ist bei dem Menschen, das in aufeinanderfolgender Ordnung folgt; dieses Dreifache heißt das Himmlische, das Geistige und das Natürliche. Das Himmlische ist das Gute der Liebe zum Herrn, das Geistige ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und das Natürliche daraus ist das Gute des Glaubens; weil dieses aus dem Geistigen stammt, heißt es das geistig Natürliche. Es verhält sich nämlich bei dem Menschen ebenso, wie in den Himmeln: im innersten Himmel, der auch der dritte Himmel heißt, ist das Himmlische; im zweiten oder mittleren Himmel ist das Geistige, und im ersten oder äußersten Himmel ist das Natürliche daraus oder das geistig Natürliche. Daß es sich ebenso bei dem Menschen wie in den Himmeln verhält, kommt daher, weil der Mensch, der im Guten ist, ein Himmel in kleinster Form ist; man sehe das Nr. 9279 Angeführte. Von der Dreiteilung des Himmels oder des himmlischen Reiches soll im Folgenden geredet werden, wo von den Kuchen und den Fladen aus dem Weißmehl des Weizens gesprochen wird. Das Ungesäuerte bedeutet aber das Gereinigte, weil der Sauerteig das Falsche aus dem Bösen bedeutet: Nr. 2342, 7906. Daher bezeichnet das Ungesäuerte oder das, was ohne Sauerteig ist, das Reine oder das, was ohne jenes Falsche ist; und zwar bedeutet der Sauerteig das Falsche aus dem Bösen, weil dieses Falsche das Gute verunreinigt, und auch das Wahre, wie auch, weil es einen Kampf erregt; denn wenn dieses Falsche zum Guten hinzutritt, wird eine Gärung (Hitze) bewirkt, und wenn es zum Wahren hinzutritt, ein Zusammenstoß (oder Streit). Daher kommt es, daß das Speisopfer aus ungesäuertem Brot bei den Brandopfern und Schlachtopfern angewendet wurde; und darum wurde bestimmt, "daß kein Speisopfer, das sie Jehovah darbrachten, mit Sauerteig bereitet werden sollte": 3. Mose 2/11. "Daß sie nicht über Sauerteig das Blut des Schlachtopfers opfern sollten": 2. Mose 23/18; und daß sie "bei dem Passahfeste durchaus kein gesäuertes Brot essen sollten, und wer es aß, ausgerottet werden sollte aus Israel": 2. Mose 12/15,18-20. Wer am Passahfeste gesäuertes (Brot) aß, sollte ausgerottet werden, weil das Passahfest die Befreiung von der Verdammnis und im besonderen die Befreiung vom Falschen aus dem Bösen bedeutete bei denen, die sich vom Herrn wiedergebären lassen; man sehe Nr. 7093, 9286-9292. Daher wurde auch jenes Fest das Fest der ungesäuerten Brote genannt. 9993. "Und ungesäuerte Kuchen, vermischt mit Öl", 2. Mose 29/2, bedeutet die Reinigung des himmlischen Mittleren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kuchen, insofern sie das himmlische Mittlere bezeichnen, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung des Öls, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 886, 4582, 4638. Hieraus erhellt, daß durch Kuchen, vermischt mit Öl, das Himmlische bezeichnet wird, das aus dem Innersten stammt, denn das Öl bedeutet das Gute der Liebe, welches das Innerste ist. Hiermit verhält es sich auf folgende Weise: Die Himmel sind in zwei Reiche unterschieden, von denen das eine das geistige, das andere das himmlische genannt wird. Das geistige Reich in den Himmeln entspricht dem Verstandesgebiet bei dem Menschen, und das himmlische Reich entspricht seinem Willensgebiet: Nr. 9835. In beiden Reichen ist ein Inneres und ein Äußeres, wie dies auch bei dem Menschen hinsichtlich des Verstandesgebietes und des Willensgebietes der Fall ist, denn der Mensch hat ein inneres und ein äußeres Verstandesgebiet und ein inneres und ein äußeres Willensgebiet. Das innere Verstandesgebiet macht das geistige Leben des inneren Menschen aus, und das äußere Verstandesgebiet macht das geistige Leben des äußeren Menschen aus. Aber das Innere des Willensgebietes macht das himmlische Leben des inneren Menschen aus, und das Äußere des Willensgebietes macht das himmlische Leben des äußeren Menschen aus. Daß ein Inneres und ein Äußeres im Menschen ist, kann einem jeden einleuchten, der darüber nachdenkt; besonders erkennt man dies bei den Heuchlern, bei den Betrügern, bei den Listigen und Boshaften; denn diese denken in ihrem Inneren gegen die Glaubenswahrheiten, und auch ihr Wille ist gegen das Gute der himmlischen Liebe; im Äußeren aber ist ihr Denken und Wollen mit denselben übereinstimmend; aus diesem Äußeren reden und handeln sie auch, damit sie vor der Welt als fromm und gut erscheinen. Überdies merke man wohl, daß beide Reiche, nämlich das geistige und das himmlische in den Himmeln dreifach geteilt sind, nämlich in ein innerstes, mittleres und äußerstes; man sehe Nr. 9873. Das Innerste des himmlischen Reiches ist das Gute der Liebe zum Herrn, das Mittlere daselbst ist das Gute der gegenseitigen Liebe, welches das aus jenem hervorgehende Gute ist, und das Äußere ist der Lustreiz, der aus diesem Guten hervorgeht. Die beiden ersten sind im inneren Menschen bei denen, die im himmlischen Reich des Herrn sind, das dritte aber ist im äußeren Menschen bei ebendemselben. Diese drei wurden vorgebildet durch das ungesäuerte Brot, durch die ungesäuerten mit Öl vermischten Kuchen und durch die ungesäuerten mit Öl gesalbten Fladen, und die Reinigung derselben wird vorgebildet durch die Darbringung dieser drei auf dem Altar zusammen mit dem Brandopfer oder dem Schlachtopfer. Daß solche Dinge in ihrer Ordnung bezeichnet werden, kann schon daraus erhellen, daß diese drei befohlen wurden, und auch ihre Zubereitung in den Büchern Mose beschrieben ist, was keineswegs geschehen wäre, wenn sie nicht Geheimnisse des Himmels und der Kirche in sich schlössen. Wozu würden sonst solche Dinge dienen? Ich weiß aber wohl, daß diese Geheimnisse heutzutage kaum von jemand begriffen werden können, und zwar deshalb, weil das Weltliche heutzutage alles im Verstand und im Willen ist, und die, welche an den Himmel denken, und ihn wünschen, keine andere Vorstellung von demselben haben und haben wollen, als eine natürliche und irdische. Wo aber eine solche Vorstellung, und ein solcher Wille, und somit eine solche Liebe ist, da haben die Geheimnisse des Himmels keinen Platz. Ganz anders würde es ein, wenn das Gemüt mehr Vergnügen am Himmlischen fände, als am Weltlichen; denn die Dinge, an denen der Mensch Freude hat, werden auch begriffen, wie z.B. wenn er Freude hat an den Geheimnissen des bürgerlichen Zustandes in den weltlichen Reichen, und an den Geheimnissen des moralischen Zustandes bei dem Menschen. Unter dem moralischen Zustand wird der Zustand der Liebe und der Neigungen und der daraus hervorgehenden Gedanken verstanden, deren Geheimnisse ein listiger Mensch leicht wahrnimmt, und zwar deshalb, weil es ihm Freude macht, andere durch diese Dinge zu leiten, um Ehrenstellen oder Gewinn oder einen guten Ruf zur Erreichung dieser zu erlangen. Daß die Kuchen das himmlische Mittlere im inneren Menschen bedeuten, kommt daher, weil sie hier in zweiter Reihe stehen, denn in der ersten ist das ungesäuerte Brot, in der zweiten sind die mit Öl vermischten Kuchen und in der dritten sind die mit Öl gesalbten Kuchen. Diese drei wurden Speisopfer genannt, und auf dem Altar zusammen mit den Brandopfern und den Schlachtopfern dargebracht. In welcher Weise sie dargebracht werden sollten, wird 3. Mose Kapitel 2 beschrieben, und wie sie an verschiedenen Orten geopfert werden sollten, z.B. von Aharon am Tage seiner Salbung: 3. Mose 6/13-16. Unter Kuchen wird auch im Worte das Gute der Liebe im allgemeinen verstanden. Daher kommt es, daß die Brote das Angesicht oder die Schaubrote Kuchen heißen: 3. Mose 24/5-9: "Nimm Semmelmehl und backe davon zwölf Kuchen, von zwei Zehnteilen soll ein Kuchen sein, und lege sie auf den Tisch vor Jehovah, und tue auf die Schichte derselben reinen Weihrauch": der reine Weihrauch, der auf die Kuchen getan werden sollte, bedeutet das Wahre aus dem himmlisch Guten, welches das Letzte oder das Äußerste des himmlischen Reiches ist. Durch Kuchen wird das Gute der Liebe im allgemeinen bezeichnet auch bei Jerem.7/18; 44/19: "Die Söhne sammeln Holz, und die Väter zünden Feuer an, und die Weiber kneten Teig, um Kuchen zu machen für die Melecheth (Königin) der Himmel, und um Trankopfer zu spenden den fremden Göttern": Kuchen bereiten für die Melecheth der Himmel, bedeutet, den Teufel verehren aus dem Guten der himmlischen Liebe; und fremden Göttern Trankopfer spenden heißt, den Satan verehren aus den Glaubenswahrheiten, denn durch die Melecheth der Himmel werden diejenigen bezeichnet, die in der Hölle der Genien sind, und durch die fremden Götter die, welche in der Hölle der bösen Geister sind, worüber man sehe Nr. 5977, 8593, 8622, 8625. Die in der Hölle der Genien sind, werden zusammengenommen Teufel genannt, die aber in der Hölle der bösen Geister sind, heißen Satane. Aber das Gute der geistigen Liebe wird durch Kuchen bezeichnet bei Hos.7/8: "Ephraim ist geworden zu einem Kuchen, der nicht umgewendet ist": aber hier wird Kuchen in der Grundsprache mit einem anderen Namen ausgedrückt, der das Gute der geistigen Liebe bedeutet. Der Kuchen ist nicht umgewendet, wenn der äußere Mensch über den inneren herrscht. Wenn dies beim Menschen der Fall ist, dann ist die Ordnung umgekehrt, denn dann gebietet das Äußere und das Innere dient. Ephraim bedeutet das Verstandesgebiet der Kirche, das erleuchtet und angeregt wird, wenn das Wahre und das Gute des Glaubens aufgenommen wird. 9994. "Und ungesäuerte Fladen, gesalbt mit Öl", 2. Mose 29/2, bedeutet das Himmlische im äußeren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Fladen, insofern sie das Himmlische im äußeren Menschen bezeichnen, worüber folgen wird, aus der Bedeutung des Ungesäuerten, insofern es das Gereinigte bezeichnet, worüber Nr. 9992; und aus der Bedeutung des Öles, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 886, 4582, 4638. Hieraus erhellt, daß durch die ungesäuerten Fladen, gesalbt mit Öl, das Himmlische im äußeren Menschen bezeichnet wird, das der Ordnung nach aus den ersteren hervorgeht. Es wird gesagt, die Fladen seien mit Öl gesalbt und die Kuchen vermischt mit Öl, und zwar deshalb, weil die Fladen in dritter Reihe sind und die Kuchen in zweiter, wie Nr. 9993 gesagt worden ist. Was aber in der zweiten Reihe ist, das geht unmittelbar vom Innersten aus, und daher hat es das innerste Himmlische in sich, das durch Öl bezeichnet wird. Und was in der dritten Reihe ist, das geht mittelbar vom Innersten aus, nämlich durch das, was in der zweiten Reihe ist, und daher hat es nicht so das Innerste in sich, wie das, was in der zweiten Reihe ist. Darum wird gesagt, die Kuchen, weil sie das Himmlische der zweiten Reihe bedeuten, seien mit Öl vermischt, und die Fladen, weil sie das Himmlische der dritten Reihe bedeuten, seien mit Öl gesalbt. Aber diese Dinge können nur schwer begriffen werden, wenn man nicht weiß, wie es sich mit dem Entstehen der Dinge in aufeinanderfolgender Ordnung verhält, nämlich so, wie Zweck, Ursache und Wirkung: das Innerste ist der Zweck, das Mittlere ist die Ursache und das Letzte ist die Wirkung. Der Zweck muß in der Ursache sein, damit sie die Ursache dieses Zweckes sei. Der Zweck erscheint aber nicht so in der Wirkung wie in der Ursache, weil die Wirkung weiter vom Zweck entfernt ist, als die Ursache. Hieraus kann das Gemüt (mens) darüber erleuchtet werden, wie es sich mit dem Innersten, Mittleren und Äußeren in der aufeinanderfolgenden Ordnung verhält. 9995. "Vom Weißmehl des Weizens sollst du sie machen", 2. Mose 29/2, bedeutet das Wahre, das aus dem göttlich Guten hervorgeht, und aus dem jenes ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weißmehls oder des Semmelmehls, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung des Weizens, insofern er das Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 3941, somit im höchsten Sinn das göttlich Gute; und aus der Bedeutung des Machens derselben, insofern es ausdrückt, daß die himmlischen Güter (bona), die durch ungesäuertes Brot, Kuchen und Fladen bezeichnet werden, aus diesem Wahren hervorgehen. Damit verhält es sich in folgender Weise: Alles Wahre und Gute, das in den Himmeln ist, stammt aus dem göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht; wenn dieses göttlich Wahre von den Engeln im himmlischen Reich aufgenommen ist, heißt es das himmlisch Gute; wenn es aber in dem geistigen Reich von den Engeln aufgenommen ist, heißt es das geistig Gute; denn wenn auch das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn hervorgeht, Wahres genannt wird, so ist es dennoch Gutes. Wahres heißt es, weil es in den Himmeln vor dem äußeren Blick der Engel als ein Licht erscheint, denn das Licht ist dort das göttlich Wahre, aber die Wärme in diesem Lichte, die das Gute der Liebe ist, macht, daß es (auch) ein Gutes ist. Ebenso verhält es sich beim Menschen, wenn das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit hervorgeht, was geschieht, wenn der Mensch wiedergeboren ist; dann erscheint das Wahre als Gutes, und wird daher auch geistig Gutes genannt; denn das Sein des Wahren ist das Gute, und das Wahre ist die Form des Guten. Hieraus kann man erkennen, warum der Mensch so schwer unterscheiden kann zwischen denken und wollen, denn wenn er etwas will, sagt er, er denke es, und oft, wenn er etwas denkt, sagt er, er wolle es, während doch beides unterschieden ist, wie das Wahre und das Gute; denn das Sein des Gedankens ist der Wille, und die Form des Willens ist der Gedanke; wie das Sein des Wahren das Gute, und die Form des Guten das Wahre ist, (wie oben gesagt wurde). Weil der Mensch so schwer zwischen diesen beiden unterscheidet, darum weiß er auch nicht, was das Sein seines Lebens ist, und daß es das Gute ist, wie auch, daß es nichts Wahres gibt, außer insoweit, als es aus dem Guten hervorgeht. Das Gute bezieht sich auf den Willen, und der Wille ist das, was der Mensch liebt, weshalb das Wahre nicht eher zum Sein des Lebens wird, als bis er es liebt; und wenn der Mensch es liebt, dann tut er es auch. Das Wahre aber bezieht sich auf den Verstand, dessen Sache das Denken ist, und wenn er es denkt, kann er davon reden. Es ist zwar möglich, das Wahre zu verstehen und zu denken, ohne es zu wollen und zu tun, aber wenn es ohne das Wollen ist, dann ist es dem Leben des Menschen nicht angeeignet, weil es nicht das Sein dieses Lebens in sich hat. Weil der Mensch dies nicht weiß, darum schreibt er dem Glauben alles Heil zu, und kaum etwas der Liebtätigkeit, während doch der Glaube das Sein seines Lebens aus der Liebtätigkeit hat, wie das Wahre vom Guten. Überdies wird alles Gute beim Menschen durch das Wahre gestaltet, denn das Gute fließt auf innerem Wege vom Herrn ein, und das Wahre geht auf äußerem Wege ein, und beide schließen eine Ehe im inneren Menschen, jedoch in anderer Weise bei dem geistigen Menschen und Engel, und in anderer Weise beim himmlischen Menschen und Engel. Beim geistigen Menschen und Engel findet die Ehe im Verstandesgebiet statt, aber beim himmlischen Menschen und Engel im Willensgebiet. Der äußere Weg, auf dem das Wahre eindringt, geht durch das Gehör und Gesicht in den Verstand, der innere Weg dagegen, auf dem das Gute vom Herrn einfließt, geht durch sein Innerstes in den Willen. Man sehe hierüber, was in den Nr. 9596 angeführten Stellen gezeigt worden ist. Hieraus erhellt, daß die himmlischen Güter, die durch ungesäuertes Brot, Kuchen und Fladen bezeichnet werden, durch das göttlich Wahre entstehen, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, und daß dies verstanden wird unter den Worten: "Aus dem Weißmehl des Weizens sollst du sie machen". Weil es so ist, darum wurden alle Speisopfer, die auf verschiedene Weise bereitet wurden, aus Semmelmehl, mit Öl vermischt, gemacht; man sehe 3. Mose Kapitel 2; 6/13-16; 4. Mose 7/13f; 15/2-15; 28/11-15. Daß das Weißmehl oder Semmelmehl, wie auch das Mehl (überhaupt) das Wahre aus dem Guten bezeichnet, erhellt aus folgenden Stellen: Hes.16/13: "Weißmehl, Honig und Öl hast du gegessen, und davon bist du sehr schön geworden": dies wird von Jerusalem gesagt, unter dem hier die Alte Kirche verstanden wird. Das Weißmehl bedeutet das Wahre aus dem Guten dieser Kirche, der Honig den Lustreiz desselben, das Öl das Gute der Liebe, und essen bedeutet aneignen; darum wird gesagt, sie sei schön geworden, denn die geistige Schönheit stammt aus dem Wahren und dem Guten. Hos.8/7: "Keine Saat steht für sie da, der Halm bringt kein Mehl, und wenn er es bringt, so werden Fremde es verschlingen": die stehende Saat bedeutet das Glaubenswahre aus dem Guten, wenn es empfangen wird: Nr. 9146; der Halm, der kein Mehl bringt, bedeutet die Unfruchtbarkeit, weil kein Wahres aus dem Guten kommt; die Fremden, die es verschlingen, bedeuten das Falsche aus dem Bösen, das es aufzehrt. 1.Kön.17/12-15: "Das Weib von Zidon in Zarpath sagte zu Elias, sie habe nichts, woraus sie Kuchen machen könne, als nur eine handvoll Mehl im Kad (Topf) und ein wenig Öl im Krug; Elias aber sagte, sie solle ihm vor allem einen Kuchen machen, und der Topf mit Mehl werde nicht leer werden, und der Ölkrug werde nicht Mangel haben; wie es auch wirklich geschah": das Mehl bedeutet hier das Wahre der Kirche, und das Öl das Gute derselben, denn durch das Weib von Zidon wird die Kirche, die in den Erkenntnissen des Wahren und Guten ist, vorgebildet und durch den Propheten Elias der Herr in Ansehung des Wortes. Hieraus wird klar, was dieses Wunder in sich schließt; denn alle Wunder, von denen im Worte die Rede ist, schließen solche Dinge ein, die sich auf die Kirche beziehen: Nr. 7337, 8364, 9086; hieraus erhellt also, was es bedeutet, daß der Mehltopf nicht leer werden, und der Ölkrug nicht Mangel haben sollte, wenn sie vor allem aus ihrem geringen Vorrat dem Elias einen Kuchen bereiten würde, und nachher erst ihrem Sohn. Daß das Weib die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 252, 253; daß Zidon die Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet: Nr. 1201; und daß Elias den Herrn vorbildet in Ansehung des Wortes: Nr. 2762, 5247 E. Jes.47/2: "Tochter Babels, nimm die Mühle, und mahle Mehl": die Tochter Babels bedeutet diejenigen in der Kirche, die in einem äußeren Heiligen sind, dabei aber in einem inneren Entweihten (Unheiligen, profanum). Mehl mahlen bedeutet, aus dem Buchstabensinn des Wortes solches auswählen, was zur Begründung des Bösen der Selbstliebe und der Weltliebe dient; und dieses Böse ist das Entweihte (Unheilige). Mahlen bedeutet auswählen, und auch zugunsten dieser Liebesarten erklären; und das Mehl bedeutet das Wahre, das dient; man sehe Nr. 4335. Hieraus erhellt, was mahlen bedeutet, und somit was das Gemahlene, wie Jerem.Klagel.5/12,13: "Die Fürsten wurden durch ihre Hand aufgehängt, das Angesicht der Greise wird nicht mehr geehrt, die Jünglinge werden zum Mahlen weggeführt". 2. Mose 32/20; 5. Mose 9/21: "Mose nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es mit Feuer, und zermahlte es, bis es zum feinsten Staube wurde; dann streute er denselben auf das Wasser, und ließ die Söhne Israels davon trinken". Matth.24/40,41: "Alsdann werden zwei auf dem Felde sein; die eine wird angenommen, und die andere wird zurückgelassen werden. Zwei werden mahlen (in der Mühle), die eine wird angenommen, und die andere zurückgelassen werden". Hieraus ergibt sich deutlich, was mahlen bedeutet, nämlich im guten Sinn, die Wahrheiten aus dem Worte auswählen und so erklären, daß sie dem Guten dienen; im bösen Sinn aber, dieselben so erklären, daß sie dem Bösen dienen; man sehe Nr. 7780. Hieraus erhellt auch, was das Gemahlene, und somit was das Mehl und Weißmehl bedeutet. 9996. "Und lege sie in einen Korb", 2. Mose 29/3, bedeutet das Sinnliche, in dem jenes ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Korbes, insofern er das Sinnliche bezeichnet. Der Korb bedeutet aber das Sinnliche, weil das Sinnliche das Letzte (oder Äußerste) im Leben des Menschen ist, und im Letzten alle inneren Dinge der Ordnung nach verborgen liegen, man sehe Nr. 9828, 9836. Und weil durch Gefäße jeder Art im Worte das Äußere bezeichnet wird, in dem das Innere sich befindet: Nr. 3079. Deshalb wird gesagt, man soll das ungesäuerte Brot, die Kuchen und Fladen in einen Korb legen, und im Korb herbeibringen. Daß das Sinnliche beim Menschen das Letzte seines Lebens ist, sehe man Nr. 9212, 9216. Es verhält sich aber damit in folgender Weise: Es gibt zweierlei beim Menschen, was sein Leben ausmacht: das Verstandesgebiet und das Willensgebiet. Das Letzte des Verstandesgebietes wird das sinnliche Wißtümliche genannt und das Letzte des Willensgebietes der sinnliche Lustreiz. Das sinnliche Wißtümliche, welches das Letzte des Verstandesgebietes ist, wird durch die beiden Sinne des Gehörs und des Gesichtes geschöpft, und der sinnliche Lustreiz, der das Letzte des Willensgebietes ist, durch die beiden Sinne des Geschmackes und des Gefühls; das Letzte der Wahrnehmung beider ist der Geruchssinn. Das sinnliche Wißtümliche, welches das Letzte des Verstandesgebietes ist, wird im Wort unter Trinkschale oder Becher verstanden, denn der Wein oder das Wasser, die darin enthalten, bedeutet die dem Verstandesgebiet angehörenden Wahrheiten; aber der sinnliche Lustreiz, der das Letzte des Willensgebietes ist, wird im Wort unter Korb oder Brotkorb verstanden. Und weil das Letzte der Behälter aller inneren Dinge ist, darum wird auch das Innere unter diesen Gefäßen verstanden: unter Trinkschale oder Becher das Wahre des Verstandes, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, und unter Korb oder Brotkorb das Gute des Willens, und im entgegengesetzten Sinn das Böse; denn das Gute gehört dem Willen an und das Wahre dem Verstand. Daß Trinkschalen oder Becher die Verstandeswahrheiten in ihrer Zusammenfassung bezeichnen, sehe man Nr. 5120, 9557; und daß die Körbe oder Brotkörbe das Gute im Willensgebiet in seiner Zusammenfassung bezeichnen: Nr. 5144. Ob man sagt, das Gute des Willens oder das himmlisch Gute ist das gleiche; ebenso ob man sagt, die Wahrheiten des Verstandes oder die geistigen Wahrheiten. Daß die Dinge, die in den Korb niedergelegt wurden, das himmlisch Gute bedeuten, sehe man Nr. 9992, 9993, 9994; und weil das Sinnliche das Letzte derselben ist, und somit der Behälter von allen, wird gesagt, daß sie alle in den Korb gelegt werden sollten. 9997. "Und bringe sie dar in dem Korbe", 2. Mose 29/3, bedeutet, so die Gegenwart von allem (Inneren). Dies erhellt aus der Bedeutung von darbringen, insofern es die Verbindung und Gegenwart bezeichnet, worüber Nr. 9378; und aus der Bedeutung des Korbes, insofern er das Sinnliche bezeichnet, in dem alles (Innere sich befindet), worüber Nr. 9996. 9998. "Und auch den Stier und die beiden Widder", 2. Mose 29/3, bedeutet das Natürliche oder Äußere des Menschen, und das Geistige oder sein Inneres, das gereinigt werden muß. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stieres, insofern er das natürliche oder Äußere des Menschen bezeichnet, was gereinigt werden muß, worüber Nr. 9990; und aus der Bedeutung der Widder, insofern sie das Geistige oder Innere des Menschen bezeichnen, das gleichfalls gereinigt werden muß, worüber Nr. 9991. 9999. Vers 4-9: Und Aharon und seine Söhne sollst du hinzuführen vor die Tür des Versammlungszeltes, und sie waschen mit Wasser. Und nimm die Kleider, und bekleide Aharon mit dem Leibrock, und mit dem Oberkleid unter dem Ephod, und mit dem Ephod, und dem Brustschildlein, und umgürte ihn mit dem Gürtel des Ephod. Und setze ihm den Kopfbund auf das Haupt, und hefte die Krone der Heiligkeit (das heilige Stirnblech) an den Kopfbund. Und nimm das Salböl und gieße davon auf sein Haupt und salbe ihn. Und laß seine Söhne hinzutreten, und bekleide sie mit den Leibröcken. Und umgürte sie mit dem Gürtel, Aharon und seine Söhne, und binde ihnen die Mützen um, so sollen sie das Priestertum haben zu einer ewigen Satzung; und fülle die Hände Aharons und die Hände seiner Söhne. "Und Aharon und seine Söhne" bedeutet den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des göttlich Wahren daraus, "sollst du hinzuführen vor die Tür des Versammlungszeltes" bedeutet die Verbindung beider im Himmel; "und sie waschen mit Wasser" bedeutet die Reinigung durch die Glaubenswahrheiten; "und nimm die Kleider, und bekleide Aharon" bedeutet das Vorbildliche des geistigen Reiches des Herrn; "mit dem Leibrock" bedeutet das Innerste dieses Reiches; "und mit dem Oberkleid unter dem Ephod" bedeutet das Mittlere dieses Reiches, "und mit dem Ephod" bedeutet das Letzte desselben", "und dem Brustschildlein" bedeutet das göttlich Wahre, das hervorleuchtet aus dem göttlich Guten des Herrn; "und setze ihm den Kopfbund auf das Haupt" bedeutet die göttliche Weisheit; "und hefte die Krone der Heiligkeit an den Kopfbund" bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn; "und nimm das Salböl" bedeutet das Vorbildliche der Einweihung in das göttlich Gute; "und gieße davon auf sein Haupt und salbe ihn" bedeutet das Vorbildliche des göttlich Guten im Herrn in Ansehung des ganzen Menschlichen; "und laß seine Söhne hinzutreten" bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn; "und bekleide sie mit den Leibröcken" bedeutet das Vorbildliche des daraus hervorgehenden göttlich Geistigen; "und umgürte sie mit dem Gürtel" bedeutet das Band der Verbindung, damit alles in Verknüpfung und daraus in himmlischer Form gehalten werde; "Aharon und seine Söhne" bedeutet den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und des daraus hervorgehenden göttlich Wahren; "und binde ihnen die Mützen um" bedeutet die Einsicht aus der Weisheit; "so sollen sie das Priestertum haben" bedeutet den Herrn in Ansehung des Erlösungswerkes in aufeinanderfolgender Ordnung; "zu einer ewigen Satzung" bedeutet, nach den ewigen Gesetzen der Ordnung; "und fülle die Hände Aharons und die Hände seiner Söhne" bedeutet das Vorbildliche der göttlichen Macht des Herrn durch das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten. 10000. "Und Aharon und seine Söhne", 2. Mose 29/4, bedeutet den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des göttlich Wahren daraus. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten darstellt, worüber Nr. 9806; und aus der vorbildlichen Bedeutung seiner Söhne, insofern sie den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren daraus darstellen, worüber Nr. 9807. 10001. "Sollst du hinzuführen vor die Tür des Versammlungszeltes", 2. Mose 29/4, bedeutet die Verbindung beider im Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinzutreten lassen, insofern es die Gegenwart und die Verbindung bezeichnet, wie Nr. 9997; hier die Verbindung des göttlich Guten und des göttlich Wahren durch den Herrn im Himmel. Aus der Bedeutung der Türe, insofern sie die Einführung bezeichnet, worüber Nr. 8989; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Versammlungszeltes, insofern es den Himmel bezeichnet, worüber Nr. 9457, 9481, 9485, 9963. Daß Stier, Widder, ungesäuertes Brot, Kuchen und Fladen im Korb, und Aharon mit den Söhnen vor die Tür des Versammlungszeltes gebracht werden, und daß die letzteren daselbst mit Kleidern bekleidet und gesalbt werden sollten, und sie dann jene (Dinge) auf dem Altar opfern sollten, war deshalb, weil der Ort, wo die Türe des Versammlungszeltes war, die Ehe des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren vorbildete; denn durch den Altar, der auch an der Türe des Zeltes aufgestellt war, wurde der Herr in Ansehung des göttlich Guten vorgebildet, und durch das Versammlungszelt der Herr in Ansehung des göttlich Wahren; daher wurde durch den Ort, wo die Türe des Versammlungszeltes war, die Verbindung des Guten und Wahren vorgebildet, welche Verbindung die himmlische Ehe heißt. Daß durch den Brandopferaltar der Herr in Ansehung des göttlich Guten vorgebildet wurde, sehe man Nr. 9964; und daß durch das Versammlungszelt der Herr in Ansehung des göttlich Wahren vorgebildet wurde: Nr. 9963. Daß der Altar daselbst aufgestellt war, erhellt 2. Mose 40/29: "Und Mose stellte den Brandopferaltar an die Türe des Zeltes". Daß die Verbindung des Guten und Wahren die himmlische Ehe ist, und daß diese der Himmel ist, sehe man Nr. 2173, 2508, 2618, 2803, 3004, 3132, 3952, 4434, 6179. Hieraus wird nun klar, daß durch das Hinzuführen Aharons und seiner Söhne vor die Türe des Versammlungszeltes bezeichnet wird die Verbindung beider, nämlich des göttlich Guten und des göttlich Wahren durch den Herrn im Himmel. 10002. "Und sie waschen mit Wasser", 2. Mose 29/4, bedeutet die Reinigung durch die Glaubenswahrheiten, worüber Nr. 3147, 5954 E, 9088. Daß jede Reinigung und Wiedergeburt durch die Glaubenswahrheiten geschieht, sehe man Nr. 2799, 7044, 8635-8640, 8772; und daß das Wasser die Glaubenswahrheiten bezeichnet: Nr. 739, 2702, 3058, 3424, 4976, 7307, 8568. 10003. "Und nimm die Kleider, und bekleide Aharon", 2. Mose 29/5, bedeutet das Vorbildliche des geistigen Reiches des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider Aharons, insofern sie das geistige Reich des Herrn vorbilden, worüber Nr. 9814. 10004. "Mit dem Leibrock", 2. Mose 29/5, bedeutet das Innerste dieses Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leibrockes, mit dem Aharon bekleidet werden sollte, insofern er das göttlich Geistige, das mittelbar aus dem göttlich Himmlischen hervorgeht, bezeichnet, somit das Innerste des geistigen Reiches, worüber Nr. 9826, 9942. 10005. "Und mit dem Oberkleid unter dem Ephod", 2. Mose 29/5, bedeutet das Mittlere dieses Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Oberkleides, insofern es das göttlich Geistige bezeichnet, das mittelbar aus dem göttlich Himmlischen hervorgeht, somit das Mittlere des geistigen Reiches, worüber Nr. 9825. Es wird gesagt "das Oberkleid unter dem Ephod", weil das Oberkleid zum Ephod gehörte; es wurde auch vom Leibrock durch den Gürtel getrennt, denn es waren zwei Gürtel, ein gemeinsamer für das Ephod und das Oberkleid, und ein anderer allein für den Leibrock, das bedeutete, daß die Dinge des geistigen Reiches, die durch den Leibrock vorgebildet wurden, unterschieden waren von denen, die durch das Oberkleid zusammen mit dem Ephod vorgebildet wurden. Der Gürtel oder Gurt bedeutet das gemeinsame Band, durch das die inneren Dinge in Verknüpfung gehalten werden: Nr. 9828, und durch das auch das eine von dem anderen getrennt wird: Nr. 9944. Damit verhält es sich in folgender Weise: Es gibt dreierlei, was der Reihe nach folgt, oder nacheinander kommt. Diese drei werden in den Himmeln das Himmlische, das Geistige und das Natürliche daraus genannt. Das Himmlische ist das Gute der Liebe zum Herrn, das Geistige ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und das Natürliche daraus ist das Gute des Glaubens. Das Himmlische, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, bildet den innersten oder dritten Himmel, das Geistige, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, bildet den mittleren oder den zweiten Himmel, und das Natürliche daraus, welches das Gute des Glaubens ist, bildet den äußersten oder den ersten Himmel. Weil die Kleider Aharons das geistige Reich des Herrn vorbildeten: Nr. 9814, so ergibt sich aus dem Gesagten deutlich, was der Leibrock und auch was das Oberkleid und das Ephod vorbildete, daß nämlich der Leibrock das Mittlere vorbildete, welches das geistige Reich mit dem himmlischen Reich vereinigt, weshalb er auch durch den Gürtel geschieden war vom Oberkleid und Ephod, die das innere und äußere geistige Reich vorbildeten. Über den Leibrock sehe man Nr. 9826, 9942; über das Oberkleid Nr. 9825, und über das Ephod Nr. 9824. Man kann sich auch eine Vorstellung von dieser Sache bilden aus dem, was in betreff des Versammlungszeltes, durch das der Himmel, in dem der Herr ist, vorgebildet worden ist, früher gezeigt wurde: durch das Innerste desselben, wo die Lade des Zeugnisses war, wurde der innerste oder dritte Himmel vorgebildet; durch die Wohnung, die außerhalb des Vorhanges war, wurde der mittlere oder zweite Himmel vorgebildet, und durch den Vorhof der dritte oder letzte Himmel; somit gleichfalls das Himmlische, das Geistige und das Natürliche daraus. Das Mittlere aber, das den innersten oder den mittleren Himmel vereinigte, wurde durch den Vorhang zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten vorgebildet, somit das gleiche, was durch den Leibrock, den Aharon anhatte, (vorgebildet wurde). Über das Innerste des Zeltes, wo die Bundeslade war, sehe man Nr. 9485; über die Wohnung, die außerhalb des Vorhanges war: Nr. 9594, 9632; über den Vorhof: Nr. 9741; und über den Vorhang, insofern er das vereinigende Mittlere zwischen dem innersten und dem mittleren Himmel ist: Nr. 9670, 9671. Eine noch bessere Vorstellung darüber kann man aus der Entsprechung des Menschen mit den Himmeln gewinnen, weil alles, was in dem Menschen ist, in Entsprechung steht mit allem in den Himmeln; man sehe, was hierüber am Ende mehrerer Kapitel früher gezeigt worden ist. Das Haupt des Menschen entspricht dem innersten oder dritten Himmel, wo das himmlisch Gute ist, die Brust bis zu den Lenden entspricht dem mittleren oder zweiten Himmel, wo das geistige Gute ist, und die Füße entsprechen dem äußersten oder ersten Himmel, wo das natürlich Gute ist. Der Hals aber bezeichnet infolge der Entsprechung das Mittlere, das den innersten und den mittleren Himmel vereinigt: Nr. 9913, 9914; ebenso wie der Vorhang im Zelt; denn alle vorbildliche Darstellungen in der Natur beziehen sich auf die menschliche Form und haben ihre Bedeutung gemäß dem Verhältnis zu ihr: Nr. 9496. Hieraus kann man nun ersehen, weshalb der Leibrock durch den Gürtel vom Oberkleid und vom Ephod gesondert war, und auch, warum das Oberkleid "das Oberkleid des Ephod oder unter dem Ephod" genannt wird. 10006. "Und mit dem Ephod", 2. Mose 29/5, bedeutet das Letzte desselben" nämlich des geistigen Reiches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ephod, insofern es das Letzte des geistigen Reiches bezeichnet, worüber Nr. 9824. 10007. "Und mit dem Brustschildlein", 2. Mose 29/5, bedeutet das göttlich Wahre, das hervorleuchtet aus dem göttlich Guten des Herrn. Dies erhellt aus dem, was vom Brustschildlein Nr. 9823, 9863-9873, 9905 gezeigt worden ist. 10008. "Und setze ihm den Kopfbund auf das Haupt", 2. Mose 29/6, bedeutet die göttliche Weisheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kopfbundes, insofern er die Einsicht bezeichnet, und wenn vom Herrn, der durch Aharon vorgebildet wird, (die Rede ist), die göttliche Weisheit, worüber Nr. 9827. 10009. "Und hefte die Krone der Heiligkeit an den Kopfbund", 2. Mose 29/6, bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn. Dies erhellt aus dem, was von dem Goldblech, worauf "Heiligkeit Jehovahs" eingegraben war und das hier die Krone der Heiligkeit heißt, Nr. 9930, 9931 gesagt worden ist. 10010. "Und nimm das Salböl", 2. Mose 29/7, bedeutet das Vorbild des göttlich Guten im Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Öles, insofern es das Gute der Liebe, und im höchsten Sinn das göttlich Gute der göttlichen Liebe im Herrn bezeichnet, und aus der Bedeutung der Salbung, insofern sie die Einweihung ist, um dieses Gute vorzubilden: Nr. 9474, 9954. 10011. "Und gieße davon auf sein Haupt und salbe ihn", 2. Mose 29/7, bedeutet das Vorbildliche des göttlich Guten im Herrn in Ansehung des ganzen Menschlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Öl gießen auf Aharons Haupt", insofern es heißt, das göttlich Gute über das ganze Menschliche des Herrn (ausgießen); denn durch Öl wird das göttlich Gute bezeichnet: Nr. 4582, 9474; durch Aharon der Herr in Ansehung des göttlich Guten: Nr. 9806, und durch Haupt das ganze Menschliche. Ferner aus der Bedeutung von salben, insofern es das Vorbildliche dieser Sache bezeichnet, worüber Nr. 9474, 9954. Daß das Haupt das ganze Menschliche oder den ganzen Menschen bezeichnet, kommt daher, weil vom Haupt das Ganze des Menschen abstammt, denn der Leib ist eine Ableitung aus demselben, deswegen stellt sich auch, was der Mensch im Kopf denkt und will, in seiner Wirkung im Körper dar. Das Haupt verhält sich wie das Höchste oder Innerste in den Himmeln: dieses steigt hinab und fließt ein in die Himmel, die unterhalb sind; es bringt sie hervor und leitet sie (aus sich) ab. Deshalb entspricht auch das Haupt am Menschen dem innersten Himmel. Dem mittleren Himmel aber der Leib bis zu den Lenden, und dem untersten Himmel die Füße. Kurz, was das Innerste ist, das ist in dem Abgeleiteten das einzige, was wesentlich lebt. Hieraus erhellt, daß das Göttliche, weil es das Allerinnerste oder was das gleiche, das Allerhöchste ist, das einzige ist, aus dem das Leben aller hervorgeht, und darum lebt der Mensch nur insoweit, als er (Leben) vom Göttlichen aufnimmt. Überdies floß das Öl, mit dem der Priester gesalbt wurde, vom Scheitel des Hauptes bis auf den Körper hinab, wie man ersieht: Ps.133/2: "Wie das köstliche Öl auf dem Haupte hinabfließt in den Bart Aharons und hinabfließt auf den Saum seines Kleides". Matth.26/7,12: "Ein Weib goß über das Haupt Jesu ein Alabastergefäß voll Balsam aus, als Er zu Tische saß; Jesus sprach: Daß sie den Balsam ausgoß über Meinen Leib, das tat sie zu Meinem Begräbnis". Mark.14/3,8: "Es kam ein Weib, das hatte ein alabasternes Gefäß voll echter, kostbarer Nardensalbe, und sie zerbrach das Gefäß und goß es aus auf das Haupt Jesus; und Jesus sprach: Im voraus hat sie Meinen Leib gesalbt zum Begräbnis". Auch hieraus wird klar, daß das Haupt salben soviel ist, als den ganzen Körper salben. Daß unter dem Haupt der ganze Mensch verstanden wird, erhellt auch aus vielen Stellen im Worte: Jes.35/10: "Die Erlösten Jehovahs werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Gesang, und ewige Freude (wird sein) über ihrem Haupte". 5. Mose 33/14-16: "Mit dem Köstlichsten der Erzeugnisse der Sonne, mit den Erstlingen der Berge im Osten und mit dem Köstlichsten des Landes komme der Segen auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Nasirs (d.i. des Geweihten) unter seinen Brüdern". Jerem.30/23: "Der Sturmwind Jehovahs wird hereinstürzen über das Haupt der Gottlosen". Hes.11/21; 16/43; 22/31: "Ihren Weg will ich auf ihr Haupt geben"; Joel 4/4,7; Obadja Vers 15. Hes.13/18: "Wehe denen, die Schleier machen für die Köpfe jeder Größe, um die Seelen zu fangen". Ps.68/22: "Gott wird zerschmettern das Haupt, den Haarscheitel (seiner Feinde)". Hieraus geht deutlich hervor, daß durch Haupt der ganze Mensch bezeichnet wird, und also durch das Ausgießen des Öls über das Haupt Aharons das göttlich Gute im Herrn, (wie es sich ergießt) auf das ganze Menschliche. Daß der Herr, als Er in der Welt war, Sich zum göttlich Wahren, und als Er die Welt verließ zum göttlich Guten machte, darüber sehe man, was Nr. 9199 E, 9315 angeführt worden ist. 10012. "Und laß seine Söhne hinzutreten", 2. Mose 29/8, bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Aharons, insofern sie das göttlich Wahre darstellen, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn, worüber Nr. 9807; und aus der Bedeutung von hinzutreten lassen, insofern es die Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 9806, 10001. 10013. "Und bekleide sie mit Leibröcken", 2. Mose 29/8, bedeutet das Vorbildliche des daraus hervorgehenden göttlich Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Leibröcke, welche die Söhne Aharons anhatten, insofern sie das göttlich Wahre bezeichnen, das hervorgeht aus dem göttlich Geistigen, das vorgebildet wird durch den Leibrock Aharons, worüber Nr. 9947. 10014. "Und umgürte sie mit dem Gürtel", 2. Mose 29/9, bedeutet das Band der Verbindung, damit alles in Verknüpfung und daraus in der himmlischen Form gehalten werde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gürtels, insofern er das äußere Band bezeichnet, das alles Wahre und Gute des Glaubens in seiner Verknüpfung und Form erhält, worüber Nr. 9341 E, 9828, 9837, 9944. 10015. "Aharon und seine Söhne", 2. Mose 29/9, bedeutet den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und des daraus hervorgehenden göttlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten darstellt, worüber Nr. 9806; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Aharons, insofern sie den Herrn in Ansehung des daraus hervorgehenden göttlich Wahren darstellten, worüber Nr. 9807. 10016. "Und binde ihnen die Mützen um", 2. Mose 29/9, bedeutet die Einsicht aus der Weisheit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mützen (Tiaren), insofern sie Einsicht und Weisheit bezeichnen, worüber Nr. 9949. 10017. "So sollen sie das Priestertum haben", 2. Mose 29/9, bedeutet den Herrn in Ansehung des Erlösungswerkes in aufeinanderfolgender Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Priestertums, insofern es das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des ganzen Erlösungswerkes ist, worüber Nr. 9809; daß es bedeutet in aufeinanderfolgender Ordnung, kommt daher, weil hier vom Priestertum der Söhne Aharons gehandelt wird, und durch seine Söhne das vorgebildet wird, was hervorgeht, somit was der Ordnung nach aufeinanderfolgt: Nr. 9807. Damit verhält es sich in folgender Weise: Das Priestertum, das durch Aharon vorgebildet wurde, bezeichnet das Werk der Erlösung für diejenigen, die im himmlischen Reich des Herrn sind, welches Reich eigentlich im Worte unter dem Reich der Priester verstanden wird, das Priestertum aber, das durch die Söhne Aharons vorgebildet wird, bezeichnet das Werk der Erlösung für die, welche im geistigen Reich des Herrn sind, das zunächst hervorgeht aus Seinem himmlischen Reich. Daher kommt es, daß unter Priestertum hier das Erlösungswerk des Herrn in aufeinanderfolgender Ordnung verstanden wird. Das Priestertum aber, das durch die Leviten vorgebildet wurde, bezeichnet das Erlösungswerk des Herrn, das wiederum aus jenem hervorgeht. Es gibt dreierlei, das der Ordnung gemäß aufeinanderfolgt, nämlich das Himmlische, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist; das Geistige, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist; und das Natürliche daraus, welches das Gute des Glaubens ist. Weil diese in ihrer Ordnung aufeinanderfolgen, so gibt es auch drei Himmel, und in ihnen ist das Gute in solcher Ordnung. Das Werk der Erlösung derer, die im himmlisch Guten sind, wird vorgebildet durch das Priestertum Aharons; aber das Werk der Erlösung derer, die im geistig Guten sind, durch das Priestertum der Söhne Aharons, und das Werk der Erlösung derer, die im natürlich Guten sind, durch das Priestertum der Leviten; und weil das, was der Ordnung gemäß aufeinanderfolgt, aus dem Guten der Liebe zum Herrn hervorgeht, das durch Aharon und sein Priestertum vorgebildet wird, darum heißt es von den Leviten, daß sie dem Aharon gegeben wurden; denn das, was hervorgeht, gehört dem, aus dem es hervorgeht, weil das Hervorgehende oder Aufeinanderfolgende aus jenem sein Sein oder Wesen empfängt, gemäß dem, was Nr. 10011 gesagt worden ist. Daß die Leviten dem Aharon und seinen Söhnen gegeben wurden, um unter ihnen den Dienst des Priesteramtes zu verrichten, sehe man 4. Mose Kapitel 3. 10018. "Zu einer ewigen Satzung", wörtlich: Satzung des Zeitlaufs, 2. Mose 29/9, bedeutet, nach den ewigen Gesetzen der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Satzung, insofern sie ein Gesetz der Ordnung bezeichnet, worüber Nr. 7884, 7995, 8357, und aus der Bedeutung des Zeitlaufes, insofern er das Ewige bezeichnet. 10019. "Und fülle die Hände Aharons und die Hände seiner Söhne", 2. Mose 29/9, bedeutet die Einweihung zur Vorbildung der göttlichen Macht des Herrn durch das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hände füllen", insofern es heißt einweihen, um den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten vorzubilden, und infolgedessen Seine Macht. Zwei (Handlungen) waren es, durch welche die Einweihung zum Priesteramte vollzogen wurde: die Salbung und die Füllung der Hand. Durch die Salbung geschah die Einweihung zur Vorbildung des Herrn in Ansehung des göttlich Guten, denn das Öl, durch das die Salbung vorgenommen wurde, bedeutet das Gute der Liebe: Nr. 10011; und durch die Füllung der Hände geschah die Einweihung zur Vorbildung des Herrn in Ansehung des göttlichen Wahren aus dem göttlich Guten, und somit auch in Ansehung Seiner Macht; denn Hand bedeutet Macht: Nr. 878, 4931-4937, 5327, 5328, 6947, 7011, 7188, 7189, 7518, 7673, 8050, 8069, 8153; und Hand wird gesagt von dem Wahren, das aus dem Guten ist: Nr. 3091, 3563, 4931, 8281, 9025, weil alle Macht dem Wahren aus dem Guten gehört: Nr. 5623, 6344, 6423, 6948, 8200, 8304, 9327, 9410, 9639, 9643; und weil das Haupt und der ganze Körper seine Macht durch die Hand ausübt, und die Macht das Tätige des Lebens bei dem Menschen ist, darum wird durch Hand auch alles bezeichnet, was bei dem Menschen ist, somit der Mensch selbst, insofern er tätig ist: Nr. 9133. Hieraus kann man erkennen, was durch "die Hände füllen" bezeichnet wird. Daß der Herr allein alle Macht hat, und kein Engel, Geist und Mensch irgendeine Macht hat außer von Ihm, sehe man Nr. 8200, 8281, 9327, 9410, 9639. Daß durch beides, nämlich durch die Salbung und die Füllung der Hände, die Einweihung in das Priesteramt vollzogen wurde, geschah deshalb, weil alles, was ist und existiert im Himmel und auf Erden, sich auf das Gute und Wahre bezieht. Wie aber die Füllung der Hände geschah, wird in 2. Mose 29/9-36 beschrieben, und auch 3. Mose 8/22-36. Sie geschah vermittelst des zweiten Widders, der daher der Widder der Füllungen heißt. Das Verfahren bei der Füllung bestand darin, daß dieser Widder geschlachtet und von seinem Blut (etwas) an das Ohrläppchen des rechten Ohres, an den Daumen der rechten Hand und an die große Zehe des rechten Fußes Aharons und seiner Söhne gestrichen, daß ferner von dem Blut am Altar und vom Salböl auf Aharon und seine Söhne und auf ihre Kleider gesprengt wurde. Daß das Fett, der Schwanz, das Fett über den Eingeweiden, das Netz über der Leber, die Nieren und das Fett derselben, und der rechte Bug (Keule) von dem einen Widder; ferner das ungesäuerte Brot und die Kuchen und die Fladen aus dem Korb in die Hände Aharons und seiner Söhne gelegt und gewebt (hin und her geschwungen) wurden; und daß sie nachher verbrannt wurden bei dem Brandopfer des ersten Widders. Ferner darin, daß die Brust, nachdem sie gewebt war, und der linke Bug dem Aharon und seinen Söhnen gehörten, und daß das am heiligen Orte gekochte Fleisch und das im Korb übriggebliebene Brot bei der Tür des Versammlungszeltes von ihnen gegessen wurde. Dies war das Verfahren bei den Füllungen der Hand. Was aber das einzelne bedeutete, soll im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. Die göttliche Macht des Herrn, die durch die Füllung der Hand Aharons und seiner Söhne vorgebildet wurde, ist die göttliche Macht, das menschliche Geschlecht zu erlösen; und die Macht, das menschliche Geschlecht zu erlösen, ist die Macht über die Himmel und über die Höllen; denn durch diese Macht des Herrn und durch keine andere wird der Mensch erlöst. Alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens fließt nämlich durch die Himmel vom Herrn ein, und es kann nicht einfließen, wenn nicht die Höllen entfernt werden, denn von den Höllen kommt alles Böse und alles Falsche daraus. Der Mensch wird aber durch die Entfernung des Bösen und des Falschen daraus aus den Höllen erlöst, und dann durch den Einfluß des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens durch den Himmel vom Herrn (selig gemacht). Daß der Herr, als Er in der Welt war, die Höllen unterjochte und die Himmel in Ordnung brachte, und Sich die göttliche Macht über sie erwarb, sehe man Nr. 9486, 9715, 9809, 9937 und das, was Nr. 9528 E angeführt wurde. Diese Macht des Herrn ist es, die durch die Füllung der Hand der Priester vorgebildet wurde, denn durch das Priestertum wird das ganze Erlösungswerk des Herrn vorgebildet: Nr. 9809. Daß der Herr diese Macht hat, lehrt Er selbst mit deutlichen Worten: Matth.28/18: "Mir ist gegeben alle Macht (Gewalt) im Himmel und auf Erden". Luk.10/19,22: "Jesus sprach zu den siebzig Jüngern, die sagten, daß die Dämonen (bösen Geister) ihnen gehorchten: Siehe, Ich gebe euch Macht, auf Schlangen zu treten und auf Skorpionen, und über die ganze Macht des Feindes, so daß euch nichts schaden kann; alles ist Mir übergeben von Meinem Vater". Durch diese Worte wird die Macht des Herrn über die Höllen beschrieben. Die Dämonen sind die, welche in den Höllen sind, die Schlangen und die Skorpione bezeichnen das Böse und das Falsche des Bösen; darauf treten heißt, es zerstören. Die Höllen werden auch verstanden unter dem Feinde, über den sie Macht haben sollten. Daß der Herr Sich diese Macht erwarb, als Er in der Welt war, erhellt bei Jes.63/1-10: "Wer ist Der, Welcher aus Edom kommt, einherschreitend in der Größe Seiner Kraft, groß (mächtig) zu erlösen; Heil verschaffte Mir Mein Arm, darum ist Er ihnen geworden zum Erlöser": daß dies vom Herrn gesagt wird, ist in der Kirche bekannt, ebenso was an einer anderen Stelle steht: Jes.59/16-21: "Heil verschaffte Ihm Sein Arm, und Seine Gerechtigkeit unterstützte Ihn, darum legte Er Gerechtigkeit an wie einen Panzer, und (setzte) den Helm des Heils auf Sein Haupt, und als ein Erretter kam Er für Zion". Ps.110: "Spruch Jehovahs zu Meinem Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten, bis daß Ich gelegt habe Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße; das Zepter Deiner Kraft wird Jehovah senden aus Zion; herrsche inmitten Deiner Feinde; der Herr ist zu Deiner Rechten": daß dies vom Herrn gesagt ist, lehrt der Herr selbst: Matth.22/43. Es wird dort Seine Herrschaft über die Höllen beschrieben durch das Sitzen zur Rechten; denn durch die Rechte wird die göttliche Macht bezeichnet, welches das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten hat. Die Höllen und das Böse und Falsche aus ihnen sind die Feinde, die zum Schemel Seiner Füße gelegt werden sollen, und auch die Feinde, in deren Mitte Er herrschen soll. Daß die Rechte Jehovahs die göttliche Macht bedeutet, ergibt sich deutlich aus mehreren Stellen im Wort: 2. Mose 15/6: "Deine Rechte, Jehovah, ist verherrlicht durch ihre Macht; Deine Rechte, Jehovah, zerschmettert den Feind". Ps.18/36: "Du, o Gott, gibst mir den Schild des Heils, und Deine Rechte unterstützt mich". Ps.44/4: "Ihr Arm errettete sie nicht, sondern Deine Rechte und Dein Arm und das Licht Deines Antlitzes". Es wird gesagt: "Deine Rechte und Dein Arm und das Licht Deines Antlitzes", weil die Rechte die Macht bedeutet, der Arm die Stärke und das Licht des Antlitzes das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten. Daß der Arm Stärke bedeutet, sehe man Nr. 4932, 4934, 4935, 7205; daß das Licht das göttlich Wahre bedeutet: Nr. 9548, 9684; und daß das Antlitz Jehovahs das göttlich Gute bedeutet: Nr. 222, 5585, 9306. Ps.18/9: "Deine Rechte, o Gott, unterstützet mich". Ps.89/14: "Jehovah, Du hast einen Arm voller Gewalt; stark ist Deine Hand, es wird erhöht Deine Rechte". Jes.62/8: "Jehovah hat geschworen bei Seiner Rechten, bei dem Arm Seiner Stärke". Ps.80/18,19: "Jehovah, Deine Hand sei für den Mann Deiner Rechten, für den Sohn des Menschen, den Du Dir bestätigt hast; dann wollen wir nicht weichen von Dir". Hieraus kann man nun erkennen, was unter den Worten des Herrn verstanden wird: Matth.26/64: "Jesus sprach: Von nun an werdet ihr des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft". Luk.22/69: "Von nun an wird der Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes". Daß der Sohn des Menschen der Herr in Ansehung des göttlich Wahren ist, sehe man Nr. 9807; daß aber die Rechte die göttliche Macht bedeutet, erhellt aus dem, was nun gezeigt worden ist; darum wird auch gesagt "zur Rechten der Macht" und "zur Rechten der Kraft". Hieraus erhellt, was vorgebildet wurde durch die Salbung Aharons und seiner Söhne und durch die Füllung ihrer Hand, nämlich durch die Salbung das göttlich Gute der göttlichen Liebe im Herrn: Nr. 9954, und durch die Füllung der Hand das göttlich Wahre und die daraus hervorgehende göttliche Macht. Daß das göttlich Gute alle Macht durch das göttlich Wahre hat, und daß diese dem Herrn allein gehört, sehe man in den oben angeführten Stellen. Deshalb wird auch der Herr im Worte des Alten Testamentes Held, Kriegsmann und auch Jehovah Zebaoth oder der Heerscharen genannt. 10020. Vers 10-14: Und bringe den jungen Stier vor das Versammlungszelt, und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des jungen Stieres legen. Und du sollst schlachten den jungen Stier vor Jehovah vor der Tür des Versammlungszeltes. Und nimm von dem Blut des jungen Stieres, und streiche es an die Hörner des Altars mit deinem Finger, und alles Blut gieße aus an den Boden des Altars. Und nimm alles Fett, das die Eingeweide bedeckt, und das Netz über der Leber, und die zwei Nieren, und das Fett, das an ihnen ist, und verbrenne es auf dem Altar. Und das Fleisch des jungen Stieres, und seine Haut, und seinen Mist verbrenne im Feuer, außerhalb des Lagers; ein Sündopfer ist es. "Und bringe den jungen Stier" bedeutet den Zustand der Hinwendung des natürlichen oder äußeren Menschen, wie er in seiner Kindheit ist; "vor das Versammlungszelt" bedeutet, zur Reinigung, zur Aufnahme des Wahren aus dem Himmel, und zur Verbindung desselben mit dem Guten; "und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des jungen Stieres legen" bedeutet das Vorbildliche der Aufnahme des Guten und Wahren im natürlichen oder äußeren Menschen; "und du sollst schlachten den jungen Stier vor Jehovah" bedeutet die Vorbereitung zur Reinigung des Guten und Wahren durch das Göttliche im äußeren oder natürlichen Menschen; "vor der Tür des Versammlungszeltes" bedeutet, damit die Verbindung derselben stattfinde; "und nimm von dem Blut des jungen Stieres" bedeutet das angepaßte göttlich Wahre im natürlichen oder äußeren Menschen; "und streiche es an die Hörner des Altars mit deinem Finger" bedeutet die göttliche Macht des Herrn aus dem Eigenen; "und alles Blut gieße aus an den Boden des Altars" bedeutet das göttlich Wahre ganz im Sinnlichen, welches das Letzte des Lebens im Menschen ist; "und nimm alles Fett" bedeutet das angepaßte Gute; "das die Eingeweide bedeckt" bedeutet, dem Letzten oder Untersten; "und das Netz über der Leber" bedeutet das innere Gute des äußeren oder natürlichen Menschen; "und die zwei Nieren, und das Fett, das an ihnen ist" bedeutet das innere Wahre des äußeren oder natürlichen Menschen und dessen Gutem; "und verbrenne es auf dem Altar" bedeutet aus der göttlichen Liebe des Herrn; "und das Fleisch des jungen Stieres" bedeutet das Böse der früheren Liebesarten in demselben; "und seine Haut" bedeutet das Falsche im Letzten; "und seinen Mist" bedeutet die übrigen Unreinigkeiten; "verbrenne im Feuer, außerhalb des Lagers" bedeutet, daß solches in die Hölle verwiesen und durch das Böse der Selbstliebe verzehrt werden müsse; "ein Sündopfer ist es" bedeutet, so finde die Reinigung von dem Bösen statt. 10021. "Und bringe den jungen Stier", 2. Mose 29/10, bedeutet den Zustand der Hinwendung (oder Beziehung) des natürlichen oder äußeren Menschen, wie er in seiner Kindheit ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von herbeibringen, insofern es die Gegenwart und Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 9378, 9997, 10001; und auch die Hinwendung: Nr. 8439. Hier die Hinwendung oder Herbeiziehung zur Reinigung und zur Aufnahme des Guten und Wahren vom Göttlichen, denn durch dieses Opfer und durch die Opfer im allgemeinen wird dies bezeichnet; und aus der Bedeutung des jungen Stieres, insofern er das Gute der Liebtätigkeit und der Unschuld im natürlichen oder äußeren Menschen bezeichnet, worüber Nr. 9391, somit den äußeren oder natürlichen Menschen, wie er in seiner Kindheit ist; denn alsdann ist er im Guten der Unschuld. Wenn er in diesem Zustand ist, dann ist er auch im Zustand der Hinwendung zur Reinigung und zur Aufnahme des Guten und Wahren vom Göttlichen. Weil nun hierüber im inneren Sinn gehandelt wird, so muß auch gesagt werden, wie es sich damit verhält: Wenn der Mensch wiedergeboren wird, was geschieht, wenn er zum reiferen Alter herangewachsen ist, dann wird er zuerst in den Zustand der Unschuld versetzt, jedoch in den Zustand der äußeren Unschuld, fast so, wie er bei den Kindern ist. Die Unschuld dieser ist eine äußere Unschuld, die in der Unwissenheit liegt. Dieser Zustand ist die Grundlage (planum) des neuen Lebens, wenn der Mensch wiedergeboren wird. Der Mensch ist dann auch wirklich wie ein Kind; denn wenn er wiedergeboren wird, alsdann wird er von neuem empfangen und geboren; er wird ein Kind und wächst heran, was durch das dem Guten eingepflanzte Wahre geschieht. Und soweit er dann in das echte Gute kommt, soweit gelangt er auch in das Gute der inneren Unschuld, welche Unschuld in der Weisheit liegt. Weil ferner die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Herrn ist, so ist klar, daß der Herr Sich in solcher Weise verherrlichte, d.h. Sein Menschliches göttlich machte; denn es wird im inneren Sinn in diesem Kapitel von der Verherrlichung des Herrn gehandelt: Nr. 9985. Weil jedoch die Verherrlichung des Herrn in Ansehung Seines Menschlichen über den Verstand (des Menschen) hinausgeht, darum wird sie, damit sie einigermaßen begriffen werde, durch ein Bild oder Gleichnis derselben erklärt. Dies wird vorausgeschickt, damit man wisse, was unter der Reinigung und Aufnahme des Guten Wahren und unter der Verbindung Guten und Wahren und unter der Verbindung derselben zu verstehen ist, was alles durch die Opfer im allgemeinen und hier durch die Opfer der Einweihung Aharons und seiner Söhne zum Priesteramte im besonderen bezeichnet wird. Daß die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Herrn ist, sehe man Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688. Daß die Unschuld der Kinder eine äußere Unschuld ist, und in der Unwissenheit wohnt: Nr. 2305, 2306, 3494, 3504, 4563, 4797, 5608, 9301. Daß der Mensch, der wiedergeboren wird, von neuem empfangen und geboren wird, dann ein Kind und ein Knabe wird, und so heranwächst: Nr. 3203. Daß die Unschuld der Kindheit die Grundlage ist: Nr. 2780, 3183, 3994, 4797, 5608, 7840. Daß die Erkenntnisse des Wahren und Guten in die Unschuld der Kindheit eingepflanzt werden müssen, als in ihrer Grundlage: Nr. 1616, 2299, 3504, 4797. Daß die Unschuld der Wiedergeborenen eine innere Unschuld ist und in der Weisheit wohnt: Nr. 1616, 3495, 3994, 4797, 5608, 9301, 9939. Der Unterschiede zwischen der äußeren Unschuld der Kinder, und der inneren Unschuld der Weisen: Nr. 2280, 4563, 9301. Daß sich die Sache so verhält, kann man aus der Erziehung und der Wiedergeburt der Kinder im anderen Leben erkennen, worüber Nr. 2289-2309. Daß alles Gute der Kirche und des Himmels Unschuld in sich hat, und daß ohne dieselbe das Gute nicht gut ist: Nr. 2736, 2780, 6013, 7840, 7887, 9262. Was Unschuld ist: Nr. 3994, 4001, 4797, 5236, 6107, 6765, 7902, 9262, 9936. 10022. "Vor das Versammlungszelt", 2. Mose 29/10, bedeutet zur Reinigung, zur Aufnahme des Wahren aus dem Himmel und zur Verbindung desselben mit dem Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Versammlungszeltes, insofern es den Himmel bezeichnet, wo der Herr ist, worüber Nr. 9457, 9481, 9485; daß auch die Reinigung, die Einpflanzung des Wahren und die Verbindung desselben mit dem Guten bezeichnet wird, kommt daher, weil der junge Stier dorthin geführt wurde, um geopfert zu werden, und durch die Opfer sowohl die Reinigung, als auch die Einpflanzung des Wahren und Guten und die Verbindung derselben bezeichnet wird. Daß durch die Opfer die Reinigungen vom Bösen und Falschen und auch die Versöhnungen vorgebildet wurden, sehe man Nr. 9990, 9991; und daß durch den Ort vor dem Zelt, der die Türe heißt, die Verbindung des Wahren und Guten vorgebildet wird, welche die himmlische Ehe genannt wird, sehe man Nr. 10001. Daher kommt es nun, daß durch "den jungen Stier vor das Versammlungszelt bringen" bezeichnet wird die Hinwendung (oder Herbeiführung) des äußeren oder natürlichen Menschen, wie er in seiner Kindheit ist, zur Reinigung desselben von dem Bösen und Falschen, und somit zur Aufnahme des Wahren aus dem Himmel, und zur Verbindung desselben mit dem Guten. Weil von den Schlachtopfern und den Brandopfern in den nun folgenden Versen dieses Kapitels gehandelt wird, so muß gesagt werden, was durch dieselben im allgemeinen vorgebildet wurde: durch die Brandopfer und Schlachtopfer wurde im allgemeinen die Reinigung vom Bösen und Falschen vorgebildet, und weil die Reinigung vorgebildet worden ist, so wurde auch die Einpflanzung des Guten und Wahren vom Herrn vorgebildet und auch die Verbindung derselben. Wenn nämlich der Mensch vom Bösen und Falschen gereinigt worden ist, was durch die Entfernung desselben geschieht, dann fließt das Gute und Wahre vom Herrn ein, und in dem Maße als das Gute und Wahre in diesen Zustand einfließt, wird es auch eingepflanzt und verbunden, denn der Herr ist beständig zugegen mit dem Guten und Wahren bei einem jeden Menschen. Es wird aber nur insoweit aufgenommen, als das Böse und Falsche entfernt worden ist, mithin in dem Maß, als der Mensch davon gereinigt ist. Die Verbindung des Wahren und Guten ist aber die Wiedergeburt. Hieraus kann man erkennen, was durch die Brandopfer und durch die Schlachtopfer im allgemeinen vorgebildet wurde; was aber im besonderen vorgebildet wurde, erkennt man aus den verschiedenen Arten der Tiere, die geopfert wurden. Weil diese drei Dinge, nämlich die Reinigung vom Bösen und Falschen, die Einpflanzung des Wahren und Guten und die Verbindung derselben, durch die Schlachtopfer und Brandopfer vorgebildet wurde, deshalb wird durch sie auch aller Gottesdienst aus dem Wahren des Glaubens und dem Guten der Liebe bezeichnet: Nr. 6905, 8680, 8936; denn jeder Gottesdienst hat zum Zweck, daß der Mensch vom Bösen und Falschen gereinigt werde, folglich, daß ihm Gutes und Wahres vom Herrn eingepflanzt, und er dadurch wiedergeboren werde, was durch die Verbindung derselben geschieht. Ihre Verbindung ist der Himmel oder das Reich des Herrn beim Menschen. 10023. "Und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des jungen Stieres legen", 2. Mose 29/10, bedeutet das Vorbildliche der Aufnahme des Guten und Wahren im natürlichen oder äußeren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hände auflegen", insofern es bezeichnet, das, was man zu eigen hat, einem anderen mitteilen. Daß es auch die Aufnahme bezeichnet, kommt daher, weil das, was mitgeteilt wird, von dem anderen aufgenommen wird. Ferner aus der Bedeutung des Hauptes, insofern es das Ganze bezeichnet, worüber Nr. 10011; und aus der Bedeutung des jungen Stieres, insofern er das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit im äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet, worüber Nr. 9391, 10021. Durch das Auflegen der Hände wird aber die Mitteilung und Aufnahme bezeichnet, weil die Hand Macht bedeutet; und weil sie das Tätige des Lebens ist, so wird auch durch Hand alles, was in dem Menschen ist, bezeichnet, somit der ganze Mensch, insofern er tätig ist; man sehe das Nr. 10019 Angeführte. Und durch das Auflegen wird die Mitteilung bezeichnet von seiten dessen, der (die Hand) auflegt, und die Aufnahme von seiten desjenigen, dem sie aufgelegt wird. Hieraus wird klar, was durch die Auflegung der Hände bei den Alten bezeichnet wurde, nämlich die Mitteilung und Übertragung der Sache, um die es sich handelt, und auch die Aufnahme derselben von dem anderen, mag nun diese Sache Macht oder Gehorsam oder Segen oder Bezeugung sein. Daß durch die Auflegung der Hände eine Macht bezeichnet wird, erhellt aus folgenden Stellen: 4. Mose 27/18-20: "Jehovah sprach zu Mose, er solle die Hände auf Josua legen, und ihn vor Eleasar, den Priester, stellen vor der ganzen Gemeinde, und so solle er von seiner Herrlichkeit auf ihn legen, und die ganze Gemeinde ihm gehorchen": daß hier durch das Auflegen der Hände die Mitteilung und die Übertragung der Macht, die Mose hatte, und die Übernahme derselben von Josua bezeichnet wird, ist klar, darum wird gesagt, daß er von seiner Herrlichkeit auf ihn legen solle. 4. Mose 8/7-14: "Wenn die Leviten gereinigt und ihnen der Dienst des Priesteramtes unter Aharon übertragen wurde, so sollten, dem Befehle gemäß, zwei junge Stiere zum Speisopfer herbeigeführt werden, und Aharon sollte die Leviten vor Jehovah führen, und die Söhne Israels sollten ihre Hände auf die Leviten und die Leviten ihre Hände auf das Haupt der jungen Stiere legen, von denen einer als Schlachtopfer, der andere als Brandopfer dargebracht werden sollte. Und auf diese Weise sollten sie die Leviten aussondern aus der Mitte der Söhne Israels, und dieselben Jehovah zu eigen sein": daß die Söhne Israels ihre Hände auf die Leviten legen sollten, bezeichnete die Übertragung der Macht, als Priester für sie zu dienen, und die Aufnahme von seiten der Leviten, somit die Absonderung; und daß die Leviten ihre Hände auf das Haupt der jungen Stiere legen sollten, bedeutete die Übertragung (Beziehung) dieser Macht auf Jehovah, d.h. den Herrn. Darum wird gesagt, daß sie dadurch abgesondert würden aus der Mitte der Söhne Israels und Jehovah angehörten. 3. Mose 16/21: "Wenn die Söhne Israels ihre Sünden bekannt haben, soll Aharon seine beiden Hände auf das Haupt des lebenden Bockes Asasel legen, und über ihm bekennen alle Missetaten der Söhne Israels und alle ihre Sünden, und sie auf das Haupt des Bockes legen, und ihn in die Wüste schicken (bringen lassen)": daß das Auflegen der Hände auf den Bock die Mitteilung und Übertragung aller Missetaten und Sünden der Söhne Israels und die Aufnahme derselben durch den Bock bezeichnete, ist klar. Die Wüste, in die der Bock entlassen wurde, bedeutet die Hölle. 3. Mose 24/14: "Die Zeugen und alle, die zugehört haben, sollen ihre Hände legen auf den, der gesteinigt wird": dies bedeutete, daß hierdurch das Zeugnis mitgeteilt und übertragen wurde, und wenn es angenommen war, wurde der Verurteilte zum Tode geführt. 3. Mose 1/2-4: "Ein jeder, der von Rindern oder Schafen ein Brandopfer als Gabe für Jehovah darbringt, soll die Hand auf das Haupt des Brandopfers legen, dann wird es mit Wohlgefallen von ihm angenommen werden zu seiner Versöhnung". Ebenso auf das Haupt der Gabe, die zum Opfer bestimmt ist: 3. Mose 3/1,2,8,13, ebenso sollte der Priester tun, wenn er gesündigt hatte, ebenso die Ältesten, und so auch die ganze Gemeinde; ferner der Fürst, wenn er (gesündigt), und ebenso eine jegliche Seele, wenn sie gesündigt hatte: 3. Mose 4/4,15,24,29. Durch das Auflegen der Hände auf das Brandopfer und auf das Schlachtopfer wurde der ganze Gottesdienst dessen, der das Opfer brachte, bezeichnet, nämlich die Anerkennung seiner Sünden, das Bekenntnis und daher die Reinigung, die Einpflanzung des Guten und Wahren, somit die Verbindung mit dem Herrn, was alles durch Mitteilung, Übertragung und Aufnahme geschah. Unter der Übertragung und Aufnahme wird das verstanden, was durch das Tragen der Missetat bezeichnet wird, worüber Nr. 9937, 9938. Weil die Mitteilungen, Übertragungen und Aufnahmen durch die Auflegungen der Hände bezeichnet wurden, so kann man erkennen, was die Auflegung der Hände bedeutet bei Matth.9/18,19,25: "Ein Vorsteher kam zu Jesu und sprach: Meine Tochter ist soeben gestorben, aber komme und lege Deine Hand auf sie, so wird sie leben. Jesus ging hinein und ergriff ihre Hand; da stand das Mädchen auf". Mark.8/25: "Jesus legte die Hand auf die Augen des Blinden, und er wurde wieder hergestellt". Mark.7/32,33,35: "Sie brachten einen Taubstummen zu Jesu, daß Er ihm die Hand auflege; Er nahm ihn aus dem Volke, legte Seinen Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge; da wurden seine Ohren geöffnet". Luk.13/11,13: "Es war ein Weib da, das durch einen Geist der Krankheit zusammengekrümmt war; Jesus legte ihre die Hände auf, und sie wurde geheilt". Mark.6/5: "Jesus legte den Kranken die Hände auf, und heilte sie". Hier wird durch die Auflegung der Hände vom Herrn und auch durch die Berührung die Mitteilung und Aufnahme der göttlichen Kraft bezeichnet. Daß dies bezeichnet wird, erhellt offenbar bei Mark.5/27-30: "Es kam eine Frau von hinten herbei, und berührte das Kleid Jesu, indem sie sprach: Wenn ich nur Sein Kleid berühre, werde ich gesund sein, und sogleich ward sie geheilt von ihrer Plage; und Jesus erkannte in Sich selbst, daß eine Kraft von Ihm ausgegangen war". Luk.8/44,46: "Das Weib berührte das Kleid Jesu, und wurde gesund; Jesus sprach: Es hat Mich jemand berührt, denn Ich merke, daß eine Kraft von Mir ausgegangen ist". Luk.6/19: "Und alles Volk begehrte Jesum zu berühren, weil eine Kraft von Ihm ausging und alle heilte". Hieraus erhellt auch, was durch das Berühren mit der Hand oder mit dem Finger bezeichnet wird: Luk.7/14,15: "Jesus trat hinzu und berührte den Sarg, in dem der Tote lag, und die Träger standen still; dann sprach Er: Jüngling, Ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden". Ferner, was durch die Auflegung der Hände auf Kinder und Säuglinge bezeichnet wird - auf Kinder: Matth.19/13-15: "Sie brachten Kinder zu Jesu, daß Er die Hände auf sie legen möchte; Jesus sprach: Lasset die Kinder, und wehret ihnen nicht zu Mir zu kommen, denn solcher ist das Reich der Himmel; und Er legte ihnen die Hände auf". Auf kleine Kinder bei Mark.10/16: "Jesus nahm die Kindlein auf die Arme, und legte die Hände auf sie, und segnete sie". Durch die Auflegung der Hände auf die Kinder und Säuglinge wird auch hier die Mitteilung und Aufnahme der göttlichen Kraft bezeichnet, und dadurch die Heilung des Inneren oder die Erlösung. Daß durch die Berührung mit der Hand solches bezeichnet wird, hat seinen Ursprung aus den Vorbildungen im anderen Leben; diejenigen, die in einem ungleichen Lebenszustand sind, erscheinen dort in einiger Entfernung, die aber im gleichen sind, erscheinen zusammengesellt; und die sich dort gegenseitig berühren, teilen einander ihren Lebenszustand mit. Wenn dies durch die Hand geschieht, wird das Ganze des Lebens mitgeteilt, weil die Hand zufolge der Entsprechung die Macht bedeutet, die das Tätige des Lebens ist, also alles, was in ihm ist. Solche Vorbildungen bestehen in der geistigen Welt, aber sie werden bewirkt durch den Einfluß aus dem Himmel, wo allein die Zusammengesellungen in Ansehung der Neigungen des Guten und Wahren innerlich wahrgenommen werden. 10024. "Und du sollst schlachten den jungen Stier vor Jehovah", 2. Mose 29/11, bedeutet die Vorbereitung zur Reinigung des Guten und Wahren vom Göttlichen im äußeren oder natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlachten, wenn von den Tieren die Rede ist, die als Brandopfer oder als Schlachtopfer geopfert wurden, insofern es die Vorbereitung bezeichnet zu dem, was durch die Brandopfer und Schlachtopfer vorgebildet wird. Daß diese die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichneten, die Einpflanzung des Guten und Wahren und die Verbindung derselben, sehe man Nr. 10022; und weil diese Dinge vom Göttlichen ausgehen, darum wird gesagt "vor Jehovah". Ferner aus der Bedeutung des jungen Stieres, insofern er die Reinigung des äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet, worüber Nr. 9990. Daher kommt es, daß durch Schlachten, wenn von den Brandopfern und den Schlachtopfern die Rede ist, alles das bezeichnet wird, was durch das Brandopfer und Schlachtopfer selbst (bezeichnet wird), weil dann das Ganze darunter verstanden wird. 10025. "Vor der Tür des Versammlungszeltes", 2. Mose 29/11, bedeutet, damit die Verbindung derselben stattfinde. Dies erhellt aus der Bedeutung der Türe des Versammlungszeltes, insofern sie die Verbindung des Wahren und Guten bezeichnet, welche die himmlische Ehe genannt wird, wovon Nr. 10001. Weil dieses durch die Türe des Versammlungszeltes bezeichnet wird, deshalb war geboten, "daß, wenn es anderswo geschah, das Blut (als Schuld) angerechnet und diese Seele ausgerottet werden sollte aus ihren Völkern": 3. Mose 17/3,4,8,9. Der Grund war, weil dann nicht die Verbindung des Guten und Wahren und somit nicht die himmlische Ehe vorgebildet wurde, sondern die Verbindung des Bösen und Falschen, das die höllische Ehe ist. 10026. "Und nimm von dem Blut des jungen Stieres", 2. Mose 29/12, bedeutet das göttlich Wahre, angepaßt dem natürlichen oder äußeren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, das vom göttlich Guten des Herrn hervorgeht, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung des jungen Stieres, insofern er das Natürliche des Menschen bezeichnet, das gereinigt werden und dem das Wahre und Gute eingepflanzt werden muß, worüber Nr. 9990. Daß hier zuerst vom Blut gesprochen wird, und daß es an die Hörner des Altares gestrichen und das übrige auf dessen Boden gegossen werden soll, hat seinen Grund darin, daß durch Blut im Worte das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgehende göttlich Wahre bezeichnet wird, und durch dieses Wahre jede Reinigung (geschieht). Denn das Wahre lehrt den Menschen, was gut ist und wie er leben soll, und wenn der Mensch das weiß, dann erst kann die Neigung und die Liebe zum Guten eingepflanzt und er selbst dadurch wiedergeboren werden, denn die Kenntnis muß vorhergehen, bevor der Mensch Glauben haben und ein Leben des Glaubens führen kann, das ein Leben des Guten ist. Daß jede Reinigung vom Bösen und Falschen durch die Glaubenswahrheiten bewirkt wird, somit auch jede Wiedergeburt, darüber sehe man, was Nr. 9959 angeführt wurde. Diejenigen, die den inneren Sinn des Wortes nicht kennen, und also nicht wissen, daß durch Blut das göttlich Wahre bezeichnet und durch dieses vom Herrn die Reinigung bewirkt wird, glauben, daß der Mensch durch das Blut des Herrn gereinigt werde, unter dem sie Sein Leiden am Kreuz verstehen. Sie mögen aber wissen, daß durch das Leiden des Herrn am Kreuz, somit durch Sein Blut, niemand gereinigt wird, sondern durch ein Leben nach Seinen Geboten, wie Er selbst an vielen Stellen lehrt. Das Leiden am Kreuz war die letzte Versuchung des Herrn, durch die Er Sein Menschliches völlig verherrlichte, wie Er auch selber sagt: Luk.24/26: "Mußte nicht Christus solches leiden und eingehen in Seine Herrlichkeit?" Der Herr kam nämlich in die Welt, um die Höllen zu unterjochen, und alles in Ordnung zu bringen, auch in den Himmeln, was dadurch geschah, daß Er Versuchungen gegen Sich zuließ; und das Leiden am Kreuz war das letzte Seiner Versuchung, durch die Er die Höllen vollständig besiegte und die Himmel in Ordnung brachte und zugleich Sein Menschliches verherrlichte; und wenn Er dies nicht getan hätte, so hätte kein Mensch erlöst werden können. Man sehe jedoch, was hierüber früher, in den Nr. 9528, 9715, 9937, 10019 angeführten Stellen ausführlich gezeigt worden ist; und daß durch das Blut des Herrn das von Seinem göttlich Guten ausgehende göttlich Wahre bezeichnet wird: Nr. 4735, 6378, 6978, 7317, 7326, 7850, 9127, 9393. 10027. "Und streiche es an die Hörner des Altars mit deinem Finger", 2. Mose 29/12, bedeutet die göttliche Macht des Herrn aus dem Eigenen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hörner des Altares, insofern sie die Macht des Wahren aus dem Guten bezeichnen. Daß die Hörner Macht bedeuten, sehe man Nr. 9081, 9719, 9720, 9721; und daß der Altar das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des göttlich Guten ist, oder das Vorbildliche des göttlich Guten im Herrn: Nr. 9388, 9389, 9714, 9964. Ferner aus der Bedeutung des Fingers, insofern er auch eine Macht bezeichnet, worüber Nr. 7430. Es bedeutet aber hier "aus eigener Macht" oder aus dem Eigenen, weil es durch Mose geschah, und dieser den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vorbildete: Nr. 9372, 9806; deswegen wird gesagt "mit deinem Finger". Daß das Blut zuerst an die Hörner des Altares gestrichen wurde, geschah deshalb, damit die eigentliche Macht des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten vorgebildet wurde; denn durch die Macht des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten geschieht alles, und nichts ohne dieselbe; man sehe, was Nr. 10019 angeführt wurde. 10028. "Und alles Blut gieße an den Boden des Altares", 2. Mose 29/12, bedeutet das göttlich Wahre (sei) ganz im Sinnlichen, welches das Letzte des Lebens im Menschen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, insofern es das göttlich Wahre aus dem göttliche Guten des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 10026; und aus der Bedeutung des Bodens oder Grundes des Altares, insofern er das Sinnliche bezeichnet, welches das Letzte des Lebens im Menschen ist. Daß der Boden des Altares dies bedeutet, kommt daher, weil der Altar das Vorbildliche des Göttlich-Menschlichen des Herrn war, weshalb sein Boden (oder Grund) das bezeichnet, was das Letzte des Lebens im Menschen ist, und das Letzte des Lebens im Menschen ist das, was das äußere Sinnliche heißt, das hier verstanden wird. Daß der Altar ein Hauptvorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn war, sehe man Nr. 9388, 9389, 9714, 9964; daß der Boden das Letzte desselben bezeichnet, ist klar; daß dies beim Menschen das äußere Sinnliche ist und wie dies beschaffen ist, sehe man Nr. 9212, 9216, 9996. Wie es sich aber damit verhält, soll mit wenigem gesagt werden: Wenn der Mensch gereinigt wird, dann lernt er zuerst solche Wahrheiten, die vom sinnlichen Menschen begriffen werden können; und das sind solche Wahrheiten, wie sie im buchstäblichen Sinn des Wortes enthalten sind. Späterhin lernt er die inneren Wahrheiten, nämlich solche, wie sie aus dem Worte von denen, die in der Erleuchtung sind, gesammelt werden; denn diese stellen den inneren Sinn desselben zusammen aus verschiedenen Stellen, wo der Buchstabensinn (des Wortes) erklärt wird. Wenn diese erkannt (verstanden) sind, dann empfängt er noch innerlichere, (tiefere) Wahrheiten von den Erleuchteten, die mit den früher erlernten (Wahrheiten) der Kirche als Lehre dienen. Diese als Lehre für diejenigen, die Menschen der inneren Kirche sind, jene als Lehre für diejenigen, die Menschen der äußeren Kirche sind. Diese und jene aber werden, wenn sie jenen Wahrheiten gemäß gelebt haben, in den Himmel unter die Engel erhoben und dort mit der Weisheit der Engel erfüllt, die aus noch innerlicheren Wahrheiten besteht und zuletzt aus den innersten im dritten Himmel. Diese Wahrheiten, zusammen mit den früheren in ihrer Ordnung, laufen in die letzten aus, die dem äußeren Sinnlichen angehören und sind hier mit ihnen beisammen. Hieraus erhellt, daß alle inneren Wahrheiten zusammen in den Wahrheiten des Buchstabensinnes des Wortes (enthalten) sind, denn diese Wahrheiten bilden das Letzte; daß aber im Letzten alles Innere der Ordnung nach ruht und hier beisammen ist, sehe man Nr. 9828, 9836. Hieraus wird klar, was darunter verstanden wird, daß das göttlich Wahre ganz im Sinnlichen ist, was dadurch bezeichnet wird, daß alles Blut an den Boden des Altares ausgegossen wurde. 10029. "Und nimm alles Fett", 2. Mose 29/13, bedeutet das angepaßte Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fettes oder der Fettigkeit, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 5943. Das "angepaßte Gute" wird gesagt, weil hier von der Reinigung des äußeren oder natürlichen Menschen gehandelt wird, und von der Einpflanzung des Wahren und Guten und somit von der Verbindung beider daselbst; denn das ist es, was durch Schlachtopfer und Brandopfer bezeichnet wird. Deshalb wird hier unter dem Fett von dem jungen Stier das Gute verstanden, das dem natürlichen oder äußeren Menschen angepaßt ist und mit dem Wahren darin verbunden werden kann; denn das Wahre muß seinem Guten angepaßt sein und das Gute seinem Wahren, und zwar deshalb, weil sie eins sein müssen. Man muß auch wissen, daß das Wahre und Gute im natürlichen oder äußeren Menschen sich unterscheidet von dem Wahren und Guten im inneren, wie das Äußere von dem Inneren oder wie das Untere von dem Oberen, oder was das gleiche ist, wie das Spätere von dem Früheren. Das Wahre im Natürlichen ist das Wißtümliche und das Gute in ihm ist die Lust an jenem (Wahren). Beides kann der Mensch auffassen, während er in der Welt ist, denn es tritt hervor (kommt zur Erscheinung), wenn man es denkt. Das Wahre im inneren Menschen dagegen ist nicht ein Wißtümliches, das zur Erscheinung kommt, sondern es ist das Wahre, das in sein Verstandesgebiet eingepflanzt wurde. Das Gute in demselben ist auch nicht wahrnehmbar, weil es seinem Willensgebiet eingepflanzt ist, und beide dem inneren Leben des Menschen, in dem das Wahre dem Glauben und das Gute der Liebe angehört. Von solcher Art ist der Unterschied zwischen dem Wahren und Guten im inneren oder geistigen Menschen und dem Wahren und Guten im äußeren oder natürlichen Menschen. Die Einpflanzung und Verbindung des letzteren wird bezeichnet durch das Schlachtopfer von dem jungen Stier; die Einpflanzung und Verbindung des ersteren aber durch das Brandopfer vom Widder, worüber in den folgenden Versen dieses Kapitels. Hieraus erhellt, was unter dem angepaßten Guten zu verstehen ist, das hier durch das Fett vom jungen Stier bezeichnet wird. 10030. "Das die Eingeweide bedeckt", 2. Mose 29/13, bedeutet das, was im Letzten oder Untersten ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Eingeweide, insofern sie das Letzte oder Unterste bezeichnen. Die Eingeweide sind aber das Letzte oder Unterste, weil sie die letzten oder untersten der inneren Gefäße des Menschen sind, nicht nur in Ansehung ihrer Lage, sondern auch in Ansehung ihres Nutzens. In Ansehung der Lage, weil sie unterhalb des Magens sich befinden, dem sie angefügt sind; und in Ansehung des Nutzens, weil sie das, was bei dem Menschen verdaut wird, zuletzt aufnehmen. Oberhalb ihrer befinden sich bekanntlich der Magen, die Leber, die Magendrüse, die Milz; und noch weiter oben das Herz und die Lunge, und noch höher das Haupt. Es ist auch bekannt, daß diese höherliegenden Organe ihre Unreinigkeiten und Exkremente in die Eingeweide werfen und sie durch dieselben absondern, teils durch den Magen, teils durch die Gänge (Kanäle) aus der Leber, welche die hepatischen Gänge wie auch die zystischen oder Gallengänge genannt werden, teils durch den Kanal aus der Magendrüse, welcher Kanal nebst den übrigen seinen Ausgang in den Zwölffingerdarm hat. Daraus wird nun klar, warum durch die Eingeweide das Letzte oder Unterste bezeichnet wird. Daß durch die Organe (viscera) im Menschen solche Dinge bezeichnet werden, die in der geistigen Welt sind, kann aus dem erhellen, was am Ende mehrerer Kapitel, wo von der Entsprechung des Größten Menschen oder des Himmels mit allen Dingen im Menschen gehandelt wurde, ausführlich gezeigt worden ist. Was im besonderen den Eingeweiden entspricht, sehe man Nr. 5392; und daß die Höllen den von ihnen ausgeworfenen Unrat und Exkrementen entsprechen: Nr. 5393-5396. Weil nun in dem Folgenden einige Organe des Körpers erwähnt werden, z.B. das Netz, die Leber, die Nieren, die Schenkel, die Brust, der Bug (Keule), der Kopf, und von ihrer Anordnung bei den Schlachtopfern gehandelt wird, darum muß hier zuerst gezeigt werden, daß durch die Glieder des Menschen im allgemeinen solche Dinge bezeichnet werden, wie sie im Größten Menschen, d.h. im Himmel sind; hier aber bloß vermittelst dessen, wodurch die Bildsäule Nebukadnezars bei Daniel beschrieben wird: Dan.2/32,33: "Das Haupt derselben war von reinem Golde, die Brust und die Arme von Silber, der Bauch und die Seite von Erz, die Schenkel von Eisen und die Füße teils von Eisen und teils von Ton". Wer nicht weiß, daß das Wort des Herrn geistig ist, glaubt, daß dies von den Reichen der Erde gesagt sei, allein im Worte wird nicht von den Reichen der Erde, sondern von dem Reich Gottes, also vom Himmel und von der Kirche gehandelt. Daß diese durch solches, was auf der Erde und in den Reichen derselben ist, beschrieben wird, kommt daher, weil das Weltliche und Irdische den Dingen entspricht, die im Himmel sind; denn die ganze Natur und die ganze Welt ist ein vorbildlicher Schauplatz des Reiches des Herrn, man sehe die Nr. 9280 angeführten Stellen; und die irdischen und weltlichen Dinge sind es, die der Mensch zuerst begreift. Hieraus kann man erkennen, daß durch die Bildsäule, die Nebukadnezar im Schlafe sah, nicht Weltliches, sondern Himmlisches bezeichnet wird. Was aber im besonderen durch das Haupt, die Brust, den Bauch und die Seiten, durch die Schenkel und die Füße bezeichnet wird, kann man nur aus der Entsprechung derselben, somit aus dem inneren Sinn des Wortes erkennen. Aus der Entsprechung weiß man, daß durch das Haupt der erste Zustand der Kirche bezeichnet wird, durch die Brust und die Arme der zweite, durch den Bauch und die Seiten der dritte, durch die Schenkel der vierte und durch die Füße der letzte. Weil der erste Zustand der Kirche das Gute der Liebe zum Herrn bezeichnet, wird gesagt, daß das Haupt von Gold war; und weil der zweite Zustand den Zustand des Wahren aus diesem Guten bezeichnet, wird gesagt, daß die Brust und die Arme von Silber waren; und weil der dritte Zustand das Gute der Liebe und dessen Wahres im äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet, wird gesagt, daß der Bauch und die Seiten von Erz waren; und weil der vierte Zustand das Glaubenswahre bezeichnet, wird gesagt, daß die Schenkel aus Eisen waren; und weil ferner der letzte Zustand das Wahre bezeichnet, welches das Glaubenswahre heißt ohne das Gute, so wird gesagt, daß die Füße teils aus Eisen, teils aus Ton waren; und weil der letzte Zustand der Kirche so beschaffen war, wird gesagt: "daß vom Felsen ein Stein sich losriß, der alles zerstieß und zermalmte, so daß der Wind es wegtrieb und seine Stätte nicht mehr gefunden wurde", Dan.2/34,35: wodurch bezeichnet wird, daß das Gute der Liebe zum Herrn, das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens ganz und gar verschwunden sei und zwar so sehr, daß man nicht mehr wußte, was es sei, sondern nur noch etwas vom Glaubenswahren ohne Gutes, oder mit einem Guten, das nicht gut ist und daher nicht mit dem Glaubenswahren zusammenhängt. Dieses Gute ist das äußere Gute ohne das innere, ähnlich wie das Gute des Verdienstes. Es ist ein Gutes um seiner selbst und um der Welt willen, also um des Gewinnes, der Ehrenbezeugungen und des guten Namens willen, um Freundschaften zu diesen Zwecken zu erlangen oder Gunstbezeugungen, oder auch bloß wegen Furcht vor dem Gesetz, aber nicht wegen des Guten der Liebtätigkeit, welches das Wohl der Mitbürger, der menschlichen Gesellschaft, des Vaterlandes und der Kirche ist. Das Gute von solcher Art, wie es oben angeführt worden, wird bezeichnet durch Ton oder Lehm. Das Wahre aber, mit dem dieses Gute nicht zusammenhängt, ist das Eisen. Darum wird gesagt: Dan.2/43: "Das Eisen, das du gesehen hast, gemischt mit Ton, die werden sich vermischen durch die Samen des Menschen, jedoch nicht (bleibend) zusammenhängen, das eine mit dem anderen, wie Eisen sich nicht vermischt mit Ton": der Same des Menschen bedeutet das Glaubenswahre aus dem Eigenen, somit das Wahre, das verfälscht und durch Anwendung zum Bösen vermöge der Rücksicht auf sich selbst und auf die Welt verkehrt ist. Hieraus geht deutlich hervor, daß durch die Glieder des Menschen von seinem Haupt bis zu seinen Fußsohlen solche Dinge bezeichnet werden, die sich auf die Kirche beziehen. Daß im allgemeinen das Haupt das himmlisch Gute bedeutet, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, die Brust das geistig Gute, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, und die Füße das natürlich Gute, welches das Gute und Wahre des Glaubens ist, sehe man Nr. 9913, 9914; daß auch das gleiche durch Gold, Silber, Erz und Eisen bezeichnet wird: Nr. 5658; was aber im besonderen durch das Haupt bezeichnet wird, sehe man Nr. 4938, 4939, 5328, 9913, 9914; was durch Gold: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 9510, 9881; was durch die Brust: Nr. 4938, 4939, 5328, 6436, 9913, 9914; was durch Silber: Nr. 1551, 5658, 6914, 6917. Hieraus wird klar, was durch den Bauch und die Seiten, die unterhalb der Brust sind, bezeichnet wird. Was aber durch Erz, sehe man Nr. 425, 1551; was durch die Füße: Nr. 2162, 3147, 3761, 4938-4952; was durch Eisen: Nr. 425, 426, und was durch Ton oder Lehm (lutum): Nr. 1300, 6669. Hieraus kann man nun erkennen, daß durch die Glieder oder Organe (Gefäße) des Menschen solche Dinge bezeichnet werden, die denselben im Größten Menschen oder im Himmel entsprechen und diese beziehen sich alle auf das Gute der Liebe und auf das Wahre des Glaubens, und was diesen entspricht, das entspricht auch den gleichen Dingen in der Kirche; denn der Himmel des Herrn auf Erden ist die Kirche. Daß eine Entsprechung des Menschen und aller Dinge am Menschen mit dem Größten Menschen, welcher der Himmel ist, stattfindet, darüber sehe man, was aus eigener Erfahrung am Ende mehrerer Kapitel nachgewiesen worden ist, an folgenden Stellen: Nr. 3624-3649, 3741-3751, 3883-3896, 4039-4051, 4218-4228, 4318-4331, 4403-4421, 4527-4533, 4622-4633, 4652-4660, 4791-4805, 4931-4953, 5050-5061, 5171-5189, 5377-5396, 5552-5573, 5711-5727, 5846-5866, 5976-5993, 6053-6058, 6189-6215, 6307-6326, 6466-6495. Und was Entsprechung ist, sehe man Nr. 2987, 3003, 3213-3227, 3337-3352, 3472-3485. 10031. "Und das Netz über der Leber", 2. Mose 29/13, bedeutet das innere Gute des äußeren oder natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Netzes über der Leber, insofern es das innere Gute des äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet. Das Netz bedeutet aber dieses Gute, weil es ganz aus Fett besteht und das Fett das Gute bedeutet, worüber Nr. 10029. Und das innere Gute bedeutet es, weil dieses Fett höher oder inwendiger im Körper ist als das Fett, das die Eingeweide bedeckt, worüber gleich oben. Durch die Leber wird auch die innere Reinigung bezeichnet, denn die Leber reinigt das Blut, die Eingeweide aber das, woraus das Blut sich bildet. Daß es das Gute des äußeren oder natürlichen Menschen bedeutet, kommt daher, weil durch den jungen Stier, in dem jenes Netz ist, das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit im äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet wird: Nr. 9990; sonst wird durch die Leber das äußere Gute der Unschuld bezeichnet, wie es bei den Kindern ist und zwar deshalb, weil die Kindlein, bevor die übrigen Gefäße zu ihren Nutzzwecken völlig gebildet sind (was während ihres Embryo-Zustandes geschieht), durch die Leber ernährt werden; denn dahin wird jeder Nahrungssaft durch den Kuchen (placenta) und den Nabel aus dem Uterus der Mutter geführt, und dieser Saft entspricht dem Guten der Unschuld. Daß dieses Gute durch die Leber bezeichnet wird, erhellt bei Jerem.Klagel.2/11,12: "Verzehrt sind meine Augen durch die Tränen, meine Eingeweide sind aufgeregt, ausgegossen auf die Erde ist meine Leber wegen der Zerschlagung der Tochter meines Volkes; Kind und Säugling verschmachten auf den Straßen; zu ihren Müttern sagen sie: Wo ist Getreide (Brot) und Wein?": hier wird der Schmerz der verwüsteten Kirche beschrieben; der Schmerz über das verlorene Wahre wird dadurch beschrieben, daß die Augen durch die Tränen verzehrt sind; der Schmerz über das verlorene Wahre der Unschuld durch das Aufgeregtsein der Eingeweide; und der Schmerz über das verlorene Gute der Unschuld dadurch, daß die Leber ausgegossen ist auf die Erde; und deshalb wird gesagt, "Kind und Säugling war verschmachtet auf den Straßen und sie sprechen zu ihren Müttern: Wo ist Getreide und Wein?". Die Tochter des Volkes, um deren Zerschlagung willen der Schmerz stattfindet, ist die Kirche: Nr. 2362, 3963, 6729; die Augen bezeichnen das, was dem inneren Gesicht angehört, also dem Glaubenswahren: Nr. 4526, 4528, 9051; die Eingeweide bedeuten das Wahre der Unschuld: Nr. 3294; die Leber bedeutet das Gute der Unschuld, denn die Kinder und Säuglinge, die auf den Straßen schmachten, bezeichnen diejenigen, die im Guten der Unschuld sind: Nr. 430, 3183, 4563, 5608; das Getreide und der Wein, von denen sie zu den Müttern sagen: "Wo sind sie?" bedeuten das Gute des Wahren und das Wahre des Guten, das Getreide das Gute des Wahren: Nr. 5959, der Wein das Wahre des Guten: Nr. 1071, 1798. 10032. "Und die zwei Nieren, und das Fett, das an ihnen ist", 2. Mose 29/13, bedeutet das innere Wahre des äußeren oder natürlichen Menschen und dessen Gutes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nieren, insofern sie die inneren Wahrheiten bezeichnen, worüber folgen wird; aus der Bedeutung des Fettes, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 10029, daß es das Gute dieses Wahren bezeichnet, kommt daher, weil es das Fett über den Nieren war. Es wird gesagt "das Gute dieses Wahren", weil jedes Gute sein Wahres hat, und jedes Wahre sein Gutes. Es gibt unzählige Arten von Gutem, und jede Art des Guten hat ein Wahres, das ebenderselben Art ist, denn im ganzen Himmel ist es das Gute und Wahre, was das Leben daselbst ausmacht, und überall ist es verschieden. Wie das Gute beschaffen ist, das durch das Fett über den Nieren bezeichnet wird, erhellt aus den Wahrheiten, die durch die Nieren bezeichnet werden: durch die Nieren werden die erforschenden, reinigenden und züchtigenden Wahrheiten bezeichnet. Diese Bedeutung haben sie infolge ihrer Verrichtung. Hieraus wird klar, was durch die Nieren in folgenden Stellen bezeichnet wird: Jerem.20/12: "Jehovah prüft die Nieren und das Herz". Ps.7/10: "Du prüfst die Herzen und Nieren, gerechter Gott". Ps.26/2: "Jehovah, erforsche meine Nieren und mein Herz". Ps.139/13: "Jehovah, Du besitzest meine Nieren". Joh.Offenb.2/23: "Ich bin es, der die Nieren und Herzen prüft". Die Nieren untersuchen und prüfen, bedeutet, das Wahre des Glaubens erforschen; und das Herz untersuchen und prüfen bedeutet, das Gute der Liebe erforschen; denn das Herz bezeichnet das Gute der Liebe: Nr. 3883-3896, 7542, 9050. Daß die Wahrheiten des Glaubens durch die Nieren bezeichnet werden, zeigt sich ganz deutlich Ps.51/8: "Jehovah, siehe, Wahrheit verlangst Du in den Nieren". Daß durch die Nieren das innere Wahre und dessen Erforschung bezeichnet wird, kommt daher, weil durch die Harngänge und die Harnblase, die von den Nieren ausgehen, das äußere Wahre und dessen Erforschung, wie auch die Züchtigung bezeichnet wird: Nr. 5381-5384. 10033. Weil in diesem Kapitel von den Schlachtopfern und von den Brandopfern gehandelt wird, durch die Aharon und seine Söhne zum Priesteramte eingeweiht werden sollten, so muß hier noch etwas weniges über das Blut und das Fett gesagt werden: Alles Blut vom Schlachtopfer und Brandopfer sollte auf den Altar ausgegossen, und alles Fett auf dem Altar verbrannt werden, wie aus den Satzungen und den Gesetzen über die Brandopfer und Schlachtopfer im 3.Buch Mose bekannt ist. Dies geschah aber deswegen, weil das Blut das göttlich Wahre, und das Fett das göttlich Gute bezeichnete. Daß das Blut dies bezeichnete, erhellt aus dem, was in betreff des Blutes: Nr. 4735, 6378, 6978, 7317, 7326, 7850, 9127, 9393 gezeigt worden ist; und daß das Fett das göttlich Gute bezeichnete, aus dem, was Nr. 5943 (gezeigt wurde). Daß durch das Blut das göttlich Wahre bezeichnet wurde, zeigt sich auch deutlich: Hes.39/17-22: "Versammelt euch von allen Seiten zu Meinem großen Opfer, das Ich für euch opfere, als ein großes Opfer auf den Bergen Israels, damit ihr esset das Fleisch und trinket das Blut; das Fleisch der Starken sollt ihr essen, und das Blut der Fürsten der Erde trinken; Fett sollt ihr essen bis zur Sattheit, und Blut trinken bis zur Berauschung, von Meinem Opfer, das Ich für euch opfern werde. Ihr sollt euch sättigen an Meinem Tische, mit Roß und Wagen, mit den Starken und allen Männern des Krieges. So will Ich Meine Herrlichkeit bringen unter die Heiden". Daß hier unter dem Blut nicht Blut verstanden wird, kann jeder sehen, denn es wird gesagt, daß sie das Blut der Fürsten der Erde trinken sollten, und zwar bis zur Berauschung; und auch, daß sie Fett essen sollten bis zur Sattheit; und hernach, daß sie sich sättigen sollten mit Roß und Wagen. Hieraus geht deutlich hervor, daß unter dem Blut etwas anderes verstanden wird als Blut, und unter den Fürsten der Erde etwas anders als (wirkliche) Fürsten der Erde, und so auch etwas anders unter dem Fett, und unter Roß und Wagen, als Fett, Roß und Wagen. Was aber damit bezeichnet wird, kann man nicht anders erkennen, als durch den inneren Sinn. Dieser lehrt, daß Blut das göttlich Wahre bedeutet, die Fürsten der Erde die wichtigsten Wahrheiten der Kirche, Fett das göttlich Gute, Roß den inneren Sinn des Wortes, und Wagen die Lehre selbst daraus. Daß das Blut das göttlich Wahre bedeutet, erhellt aus den oben angeführten Stellen; daß die Fürsten der Erde die wichtigsten Wahrheiten bezeichneten, sehe man Nr. 5044; daß das Land die Kirche bedeutet: Nr. 9325; daß das Roß den inneren Sinn des Wortes bedeutet: Nr. 2760, 2761, 2762, und daß der Wagen die Lehre bezeichnet: Nr. 5321, 8215. Hieraus wird nun klar, was die Worte des Herrn bedeuten: Joh.6/53-56: "Jesus sprach: Wenn ihr nicht esset das Fleisch des Menschensohnes, und trinket Sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch; wer Mein Fleisch ißt, und trinkt Mein Blut, der hat das ewige Leben, und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tage; denn Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank; wer Mein Fleisch ißt und trinkt Mein Blut, bleibt in Mir, und Ich in ihm". Daß Fleisch das göttlich Gute bezeichnet, sehe man Nr. 3813, 7850, 9127; und daß der Menschensohn, dessen Fleisch sie essen und dessen Blut sie trinken sollten, der Herr ist in Ansehung des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten: Nr. 9807. Daß aber das Fett oder die Fettigkeit das göttlich Gute bezeichnet, erhellt bei: Jes.25/6: "Jehovah wird allen Völkern auf diesem Berge ein Mahl von Fetten bereiten". Jes.55/2: "Merket auf Mich, und esset Gutes und ergötzt an Fettigkeit eure Seele". Jerem.31/14: "Ich will die Seele der Priester mit Fettem erfüllen, und Mein Volk soll von Meinem Guten gesättigt werden". Hieraus kann man ersehen, warum alles Fett des Schlachtopfers verbrannt werden sollte auf dem Altar, und warum alles Blut ausgegossen werden sollte an den Seiten desselben. Weil das Blut und das Fett diese göttlichen Dinge bezeichneten, darum wurde dem israelitischen Volke ganz und gar verboten, Fett und Blut zu essen: 3. Mose Kap.17: "Eine ewige Satzung für eure Geschlechter (sei es): kein Fett und kein Blut sollt ihr essen". 3. Mose 7/23,25: "Kein Fett, weder des Ochsen, noch des Schafes, noch der Ziege sollt ihr essen; jeder, der Fett ißt vom Vieh, wovon man Feuerungen darbringt für Jehovah, (jede) Seele, die da ißt, soll ausgerottet werden aus ihren Völkern". 3. Mose 17/10-14: "Ein jeder, der Blut ißt, gegen den will Ich Mein Angesicht wenden, gegen jede Seele, die Blut ißt, und will sie ausrotten aus der Mitte ihres Volkes". So auch 5. Mose 12/16,23-25. Der Grund, warum es so streng verboten wurde, Blut und Fett zu essen war, weil die Entweihung des göttlich Wahren und des göttlich Guten dadurch vorgebildet wurde; denn das israelitische und jüdische Volk waren in einem von dem Inneren getrennten Äußeren, somit in keinem göttlich Wahren und in keinem göttlich Guten in Ansehung des Glaubens und der Liebe, sondern im äußeren Gottesdienst ohne jenes. Sie waren nämlich mehr als andere Völker in der Liebe zu sich und zur Welt, und folglich in dem daraus hervorquellenden Bösen, als da ist Verachtung anderer, Feindschaft, Haß, Rache, Wut und Grausamkeit, daher kam es auch, daß ihnen die inneren Wahrheiten nicht offenbart wurden; denn wenn sie offenbart worden wären, hätten sie dieselben notwendig entweiht. Daß dieses Volk von solcher Art war, sehe man in den Nr. 9320 E und 9380 angeführten Stellen. Daher hätten sie die Entweihung vorgebildet, wenn sie Blut und Fett gegessen hätten; denn alles, was bei ihnen angeordnet wurde, bildete die inneren Dinge der Kirche und des Himmels vor. Hieraus wird wiederum klar, was dadurch bezeichnet wird, daß (die Vögel und die Tiere) Fett bis zur Sattheit essen und Blut trinken sollten, das Blut der Fürsten der Erde bis zur Berauschung bei Hes.39/17-22, worüber oben; daß nämlich, wenn das Innere geöffnet ist, alsdann denen, die im Inneren, d.h. im Glauben und in der Liebe zum Herrn sind, das göttlich Wahre und das göttlich Gute angeeignet werden sollte; was auch geschah, als der Herr in die Welt kam, und zwar bei den Völkern (Heiden); deshalb wird auch dort gesagt: "So will Ich Meine Herrlichkeit unter die Völker geben". Durch die Herrlichkeit wird das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre bezeichnet, wie es beschaffen ist im Himmel: Nr. 9429; und durch die Völker werden alle diejenigen bezeichnet, die im Guten sind: Nr. 1259, 1260, 1416, 1849, 4574, 6005, 8771, 9256. Dies bestätigt der Herr selbst, wenn Er sagt: Joh.6/55,56: "Sein Fleisch sei die wahre Speise, und Sein Blut der wahre Trank, und wer Sein Fleisch esse und Sein Blut trinke, der bleibe in Ihm und Er in ihm"; und auch dadurch, daß Er das heilige Abendmahl stiftete, in dem sie "Sein Fleisch essen, und Sein Blut trinken sollten": Matth.26/26-28. Dadurch wird die Aneignung des göttlich Guten und des göttlich Wahren von Ihm bezeichnet; und diese Aneignung des göttlich Guten und des göttlich Wahren vom Herrn kann nur bei denen stattfinden, die das Göttliche des Herrn anerkennen; denn dies ist das Erste und das eigentlich Wesentliche von allem, was zum Glauben der Kirche gehört. Der Himmel kann nämlich keinen anderen erschlossen werden, weil der ganze Himmel in diesem Glauben steht. Somit kann den anderen das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, und was hier unter dem Blut verstanden wird, nicht mitgeteilt werden. Es möge sich daher jeder, der innerhalb der Kirche ist, wohl hüten, daß er den Herrn und Sein Göttliches (Seine Gottheit) nicht leugne; denn bei dieser Leugnung wird der Himmel verschlossen und die Hölle geöffnet; denn die solches leugnen, sind vom Himmel getrennt, wo das Göttliche des Herrn alles in allem ist, weil es den Himmel macht. Und wenn der Himmel verschlossen ist, dann ist zwar ein Wissen der Wahrheiten des Glaubens aus dem Wort und der Lehre der Kirche möglich, aber durchaus kein Glaube, der wahrhaft Glaube ist, denn der Glaube, der Glaube ist, kommt von oben, d.h. durch den Himmel vom Herrn. Daß der Herr so gesprochen hat, nämlich, daß Er das von Ihm ausgehende göttlich Gute Sein Fleisch nannte, und das von seinem göttlich Guten ausgehende göttlich Wahre Sein Blut, geschah deshalb, weil das Wort, das von Ihm ist, das den ganzen Himmel erfüllende Göttliche war. Von solcher Art muß das Wort sein vermittelst der Entsprechungen, also vorbildlich und bezeichnend in allem und jedem; denn nur so, und nicht anders, verbindet es die Menschen der Kirche mit den Engeln in den Himmeln. Wenn nämlich die Menschen das Wort nach dem Buchstabensinn auffassen, fassen es die Engel nach dem inneren Sinn auf, und (verstehen somit) anstatt des Fleisches des Herrn das göttlich Gute, und anstatt Seines Blutes das göttlich Wahre und beides vom Herrn; daher fließt das Heilige durch das Wort ein. 10034. "Und verbrenne es auf dem Altar", 2. Mose 29/13, bedeutet aus der göttlichen Liebe des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von verbrennen, insofern es die Entbrennung der göttlichen Liebe des Herrn bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Altares, insofern er das Vorbildliche des Herrn ist in Ansehung des göttlich Guten der Liebe, worüber Nr. 9388, 9389, 9714. Daß verbrennen die Entbrennung der göttlichen Liebe bedeutet, kommt daher, weil das Feuer auf dem Altar die göttliche Liebe bezeichnet: Nr. 6832. 10035. "Und das Fleisch des jungen Stieres", 2. Mose 29/14, bedeutet das Böse der früheren Liebesarten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fleisches, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Böse der Liebe, worüber folgen wird. Ferner aus der Bedeutung des jungen Stieres, insofern er das Äußere oder Natürliche bezeichnet, worüber schon früher; denn durch den jungen Stier und das Kalb wird im guten Sinn das Äußere oder Natürliche des Menschen in Ansehung des Guten der Unschuld und der Liebtätigkeit bezeichnet, im entgegengesetzten Sinn aber das Äußere oder Natürliche des Menschen in Ansehung des Bösen, das dem Guten der Unschuld und der Liebtätigkeit entgegengesetzt ist. Die meisten Stellen im Worte haben nämlich auch einen entgegengesetzten Sinn. Daß das Fleisch des jungen Stieres hier das Böse der früheren Liebesarten im äußeren oder natürlichen Menschen bedeutet, kommt daher, weil durch das Fleisch das Willensgebiet des Menschen, somit das Eigene desselben bezeichnet wird; denn was dem Willen angehört, das ist das Eigene. Und weil durch Fleisch das Willensgebiet oder das Eigene des Menschen bezeichnet wird, darum wird auch durch dasselbe entweder das Gute der Liebe oder das Böse der Liebe bezeichnet. Der Mensch hat nämlich zwei Vermögen, die Verstand und Wille genannt werden. Auf den Verstand bezieht sich das Wahre oder das Falsche, auf den Willen aber das Gute oder das Böse; somit bezieht sich auf den Verstand das, was dem Glauben angehört, und auf den Willen das, was der Liebe angehört; denn was Sache der Liebe ist, wird als Gutes empfunden, und was Sache des Glaubens ist, als Wahres wahrgenommen. Aber auch das Falsche ist Sache des Glaubens, und das Böse Sache der Liebe, bei denen, die im Falschen und im Bösen sind. Hieraus kann man erkennen, was verstanden wird unter dem Eigenen des Willens, das in beiderlei Sinn durch Fleisch bezeichnet wird. Man muß ferner wissen, daß alles Eigene im Willen des Menschen böse ist, weil der Mensch aus sich nichts liebt, als sich und die Welt, und wenn er den Nächsten liebt, so tut er es nur um seiner selbst willen; deshalb muß er wiedergeboren werden und durch die Wiedergeburt einen neuen Willen empfangen. Allein der Wille, den er durch die Wiedergeburt bekommt, gehört nicht dem Menschen an, sondern dem Herrn beim Menschen. Wenn dieser Wille oder dieses Willensgebiet unter Fleisch verstanden wird, dann bedeutet Fleisch das Gute der Liebe. Man sehe jedoch, was vom Fleisch und von dem Eigenen früher gezeigt worden ist, nämlich daß das Fleisch das Eigene des Herrn bedeutet, welches das göttlich Gute, und daher alles Gute der Liebe bei dem wiedergeborenen Menschen ist: Nr. 3813, 7850, 9127; und daß es im entgegengesetzten Sinn den Eigenwillen des Menschen bedeutet, der das Böse der Liebe ist: Nr. 999, 3813, 8409. Daß das Eigene des Herrn das göttlich Gute, und daher auch das Gute der Liebe zu Ihm und gegen den Nächsten ist, weil es das Eigene des Herrn ist, das dem Menschen, wenn er wiedergeboren wird, das Leben des Himmels verleiht, sehe man Nr. 1023, 1044, 1937, 1947, 3812, 5660, 5786, 8480; und daß das Eigene des Menschen nichts als Böses ist: Nr. 210, 215, 694; 874, 875, 876, 987, 1047, 3812, 4328, 5660, 5786, 8480, 8497. Daß durch das Fleisch dieses jungen Stieres das Böse der Liebe bezeichnet wird, erhellt aus dem, was in diesem Vers folgt, daß nämlich das Fleisch, die Haut und der Mist außerhalb des Lagers verbrannt werden sollte, weil es ein Sündopfer sei. Was aber dadurch vorgebildet wurde, daß das Opferfleisch vom Priester und vom Volke am heiligen Orte gegessen werden sollte, wird man sehen: Nr. 10040. 10036. "Und seine Haut", 2. Mose 29/14, bedeutet das Falsche im Letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Haut oder des Felles, insofern es das Wahre im Letzten bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn das Falsche in demselben. Daß die Haut oder das Fell dies bedeutet, kommt aus der Entsprechung, denn diejenigen, welche die Haut im Größten Menschen oder im Himmel darstellen, sind die, die in den Glaubenswahrheiten sind, aber nicht im entsprechenden Guten. Diese sind an der Grenze des Himmels; man sehe Nr. 5552-5559. Daher wird durch Haut oder Fell im abstrakten Sinn das Wahre im Letzten bezeichnet: Nr. 3540, 8980. Daß hier durch dieselbe das Falsche im Letzten bezeichnet wird, kommt daher, weil das Fleisch das Böse der Liebe bedeutet, worüber Nr. 10035. Wenn das Fleisch das Böse der Liebe bedeutet, dann bedeutet die Haut desselben das Falsche des Glaubens daraus. 10037. "Und seinen Mist", 2. Mose 29/14, bedeutet die übrigen Unreinigkeiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mistes, insofern er das Unreine bezeichnet. Daß der Mist das Unreine bedeutet, folglich das Böse und Falsche (denn dies ist im geistigen Sinn das Unreine), kommt daher, daß in den Mist und Kot alles Unnütze und Verdorbene der Speise übergeht, und die Speise im geistigen Sinn das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe bedeutet: Nr. 4792, 5147, 5293, 5340, 5342, 5576, 5915, 8562, 9003. Daher kommt es auch, daß der Mist, der Kot und die Exkremente dem Bösen, das in der Hölle ist, entsprechen, die auch im Worte Kloake heißt. Über diese Entsprechung sehe man Nr. 954, 2755, 4948, 5394, 5395, 7161. Daher kommt es nun, daß solche Dinge im Worte das Höllische bezeichnen, wie man aus folgenden Stellen ersehen kann: Jes.4/3,4: "Wer übriggeblieben in Zion und zurückgelassen in Jerusalem, der wird heilig heißen, ein jeder, der aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem, wenn der Herr abgewaschen hat den Unflat der Töchter Zions, und abgespült hat das Blut Jerusalems": durch Zion und Jerusalem wird die Kirche bezeichnet, durch Zion die Kirche bei denen, die im Guten der Liebe sind, und durch Jerusalem bei denen, die im Wahren aus diesem Guten sind; den Unflat der Töchter Zions abwaschen bedeutet, diejenigen in der Kirche vom Bösen reinigen, die im dem Guten der Liebe sind; und das Blut Jerusalems abspülen bedeutet, vom Falschen des Bösen diejenigen reinigen, die daselbst in den Wahrheiten sind. Jerem.8/1,2: "Sie werden hervorziehen die Gebeine der Könige Judas, und die Gebeine seiner Fürsten, und die Gebeine der Priester, und die Gebeine der Propheten, und sie ausbreiten vor der Sonne und dem Monde und dem ganzen Heer der Himmel, die sie geliebt und denen sie gedient haben; nicht wird man sie zusammenlesen noch sie begraben; zum Kot auf der Oberfläche der Erde sollen sie werden": hierdurch wird der Zustand derer beschrieben, die das Gute und Wahre der Kirche entweiht haben, und dieser Zustand wurde auch zu jener Zeit durch das Hervorziehen der Gebeine aus den Gräbern vorgebildet. Die aus den Gräbern gezogenen Gebeine der Könige und Fürsten bedeuten die entweihten Wahrheiten. Die Gebeine der Priester und Propheten bedeuten das entweihte Gute. Das Ausbreiten vor der Sonne, dem Mond und dem ganzen Heer der Himmel, bedeutet die Entfernung von allem Guten und Wahren. Nicht zusammenlesen und begraben bedeutet keine Auferweckung zum Leben. Zu Kot auf der Oberfläche der Erde werden bedeutet, daß es nichts als Höllisches sei. Jerem.16/4; 25/33: "Sie werden sterben an bösartigen, tödlichen Krankheiten, so daß sie nicht beklagt und auch nicht begraben werden; zu Kot auf der Oberfläche der Erde sollen sie werden": durch Kot auf der Oberfläche der Erde wird das gleiche wie oben bezeichnet. Jerem.Klagel.4/5: "Die sonst Leckerbissen gegessen, verschmachten auf den Straßen; die auf Purpur getragen wurden, umarmen den Kot": die Leckerbissen gegessen, sind die, welche das Wort haben und aus diesem die Erkenntnisse des Wahren; die auf Purpur getragen wurden, sind die, die in den Erkenntnissen des Guten sind; den Kot umarmen heißt, statt dessen das Falsche erlernen und erwählen. Mal.2/2,3: "Wenn ihr nicht darauf höret und es nicht zu Herzen nehmet, so werde Ich den Fluch unter euch senden, und werde Mist streuen auf eure Angesichte, den Mist eurer Feste": den Mist auf das Angesicht streuen heißt, das Innere des Lebens mit dem Falschen des Bösen verunreinigen; den Mist der Feste (darauf streuen) bedeutet, das Heilige des Gottesdienstes verunreinigen. Hes.4/9-17: "Es wurde dem Propheten befohlen, daß er Gerstenkuchen mit Mist von Menschenkot bereiten sollte, weil die Söhne Israels ihr unreines Brot essen sollten; aber er sprach: Ach, Herr Jehovih, meine Seele hat sich nicht verunreinigt und in meinen Mund ist nicht gekommen das Fleisch der Greuel; hierauf erwiderte Er: Ich verstatte (erlaube) dir Kuhmist statt Menschenkot, daß du dein Brot davon machst. Ich werde machen, daß es ihnen mangelt an Brot und an Wasser, und daß verderben der Mann und sein Genosse, und daß sie verschmachten um ihrer Missetat willen": hierdurch wurde vorgebildet, wie das Gute und Wahre der Kirche bei dem jüdischen Volke beschaffen war. Der Gerstenkuchen mit dem Mist von Menschenkot bedeutet das Gute der Kirche, das innerlich verunreinigt war durch das Böse der Eigenliebe; der Kuchen mit dem Kuhmist bedeutet das äußere Gute der Kirche, das verunreinigt war durch das Böse dieser Liebe. Weil dies durch Kuchen bezeichnet wurde, deshalb wird gesagt, daß sie an Brot und Wasser Mangel leiden und verderben würden: Brot und Wasser bedeuten das Gute und Wahre; Mangel daran leiden und verderben heißt, desselben beraubt werden. Weil solches durch Mist, Kot und Exkremente bezeichnet wurde, so zeigt sich auch deutlich, was durch Folgendes bezeichnet wird: 5. Mose 23/13-15: "Es soll ein Platz sein außerhalb des Lagers, und dahinaus sollst du gehen, und eine Schaufel sollst du haben, um damit deine Exkremente zu bedecken, denn Jehovah, Gott, wandelt inmitten deines Lagers, darum soll dein Lager heilig sein, daß Er nicht unter dir sehe irgendeine Blöße, und sich von dir abwende": dies wurde befohlen, weil das Unreine durch Kot vorgebildet wurde, denn durch das Lager, in dem die Söhne Israels waren, wurde der Himmel und die Kirche vorgebildet, wo der Herr durch den Glauben und die Liebe gegenwärtig ist. Deshalb wurde durch den Ort außerhalb des Lager das vorgebildet, wo kein Himmel und keine Kirche ist, und wo also der Herr nicht gegenwärtig ist durch den Glauben und die Liebe. Deshalb wird gesagt, daß Jehovah wandle inmitten des Lagers, daß das Lager heilig sei, und damit Er nicht sehe irgendeine Blöße und sich abwende. Die Blöße bedeutet das Unreine aus dem Bösen und Falschen. Daß das Lager bei ihnen den Himmel und die Kirche bezeichnete, wo der Herr ist, wird man in dem Folgenden sehen. 10038. "Verbrenne im Feuer, außerhalb des Lagers", 2. Mose 29/14, bedeutet, es müsse in die Hölle verwiesen und verzehrt werden durch das Böse der Selbstliebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "im Feuer verbrennen", insofern es bezeichnet, durch das Böse der Eigenliebe verzehren; denn verbrennen bedeutet verzehren, und durch das Feuer wird das Böse der Eigenliebe bezeichnet. Daß solches durch verbrennen und durch Feuer bezeichnet wird, sehe man Nr. 1297, 5071, 5215, 6314, 6832, 7324, 7575, 9141, 9434. Ferner aus der Bedeutung des Lagers, insofern es den Himmel und die Kirche bezeichnet, wie auch im entgegengesetzten Sinn die Hölle, worüber folgen wird. Mit Feuer verbrannt werden bedeutet aber, durch das Böse der Eigenliebe verzehrt werden, weil diese Liebe alles Gute und Wahre des Glaubens verzehrt. Daß die Eigenliebe dieses tut, weiß kaum jemand heutzutage, und daher auch nicht, daß diese Liebe die Hölle bei dem Menschen ist, und daß sie verstanden wird unter dem höllischen Feuer. Es gibt nämlich zwei Lebensfeuer bei dem Menschen, das eine ist seine Eigenliebe, das andere seine Liebe zu Gott. Die in der Eigenliebe sind, können nicht in der Liebe zu Gott sein, weil beide einander entgegengesetzt sind. Entgegengesetzt sind sie aber, weil die Eigenliebe alles Böse hervorbringt, nämlich Verachtung anderer neben sich, Feindschaft gegen diejenigen, die nicht Gunst beweisen, und zuletzt Haß, Rache, Wut und Grausamkeit, welches Böse ganz und gar dem göttlichen Einfluß widersteht, und folglich das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit auslöscht; denn das ist es, was einfließt vom Herrn. Daß die Liebe eines jeden das Feuer seines Lebens ist, kann jeder wissen, der nachdenkt, denn ohne Liebe ist kein Leben, und wie die Liebe, so ist das Leben. Und auch daraus, daß die Selbstliebe Böses jeder Art hervorbringt, und zwar in dem Maße, als sie Zweck ist, d.h., als sie herrscht. Die schlimmste Art der Selbstliebe ist die Liebe zu herrschen um seinetwillen, d.h. bloß um der Ehre und um des Gewinnes willen. Die in dieser Liebe sind, können zwar den Glauben und die Liebtätigkeit bekennen, allein sie tun es nur mit dem Munde und nicht mit dem Herzen; und die Schlimmsten unter ihnen gebrauchen sogar das, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, somit das Heilige der Kirche, als Mittel für ihre Zwecke. Von der Selbstliebe und ihren Arten, und von dem daraus hervorquellenden Bösen, wie auch von dem Zustand solcher im anderen Leben, soll jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, noch besonders gesprochen werden. Dies wurde nur gesagt, damit man wisse, was es bedeute, mit Feuer außerhalb des Lagers verbrannt werden. Daß das Lager, in dem die Söhne Israels lagerten, den Himmel und die Kirche vorbildete, und daß daher der Raum außerhalb des Lagers (den Ort) bedeutet, wo kein Himmel und keine Kirche ist, somit die Hölle, kann man aus dem erkennen, was im Worte von dem Lager und dem Lagerschlagen der Söhne Israels in der Wüste berichtet wird: 4. Mose 1/52,53; 2/2: "Die Söhne Israels sollen sich lagern, ein jeder in seinem Lager, und jeder bei seinem Panier, bei ihren Heeren; und die Leviten sollen sich rings um die Wohnung des Zeugnisses lagern, damit kein Zorn entbrenne über die Gemeinde der Söhne Israels". 4. Mose Kap.2; Kap.10: "Die Stämme Juda, Jisaschar und Sebulon sollen sich lagern gegen Osten; die Stämme Ruben, Schimeon und Gad gegen Süden; die Stämme Ephraim, Menasche, Benjamin gegen Westen, und die Stämme Dan, Asser und Naphthali gegen Norden. Die Leviten aber inmitten des Lagers". Daß ihre Lagerungen so angeordnet wurden, geschah deshalb, damit sie den Himmel und die Kirche vorbildeten: Nr. 9320 E. Auch durch die Stämme, nach denen sie sich lagern sollten, wurde alles Gute und Wahre des Himmels und der Kirche in seiner Zusammenfassung vorgebildet: Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337, 6397, 6640, 7836, 7891, 7996, 7997. Daher kommt es, daß gesagt wird: "daß Jehovah wohnen werde inmitten des Lagers": 4. Mose 5/3, und "daß Er in ihrer Mitte wandle und sie daher heilig sein sollten": 5. Mose 23/15; und in dem prophetischen Ausspruch Bileams: "als er Israel wohnen sah nach den Stämmen, sprach er: Wie gut sind deine Zelte, Jakob, und deine Wohnungen, Israel": 4. Mose 24/2,3,5. Weil durch das Lager der Himmel und die Kirche vorgebildet wurde, so folgt, daß durch den Ort außerhalb des Lagers das bezeichnet wurde, wo kein Himmel und keine Kirche ist, somit die Hölle. Deshalb wurde jeder Unreine und auch jeder Verbrecher dorthin geschickt, wie aus dem Folgenden erhellen kann: 4. Mose 5/2,3; 3. Mose 13/45,46: "Ihr sollt aus dem Lager schaffen jeden Aussätzigen und jeden, der an einem Flusse leidet, jeden, der unrein ist um der Seele willen, es sei Mann oder Weib; aus dem Lager hinaus sollt ihr sie schaffen, damit sie das Lager nicht verunreinigen, in dessen Mitte Jehovah wohnt". 5. Mose 23/11-15: "Wenn jemand nicht rein ist wegen eines Begegnisses in der Nacht, so soll er hinausgehen vor das Lager, und nicht kommen in die Mitte des Lagers; wenn er sich im Wasser gebadet hat und die Sonne untergegangen ist, soll er wieder in das Lager gehen. Einen Platz sollst du haben außerhalb des Lagers, wo du hinausgehst, und mit einer Schaufel sollst du bedecken deine Exkremente, weil Jehovah wandelt inmitten des Lagers, darum soll das Lager heilig sein". Und die Verbrecher "sollten gesteinigt werden außerhalb des Lagers": 3. Mose 24/14; 4. Mose 15/35,36. Hieraus kann man nun erkennen, daß durch die Worte: "Das Fleisch, die Haut und den Mist des jungen Stieres sollst du außerhalb des Lagers mit Feuer verbrennen" bezeichnet wird, daß das Böse, das durch diese Dinge bezeichnet wird, in die Hölle verwiesen werden müsse. Das gleiche wie durch "das Lager" und durch "außerhalb des Lagers" wurde auch durch "das Land Kanaan" und durch die "Länder um dasselbe herum" vorgebildet, nachdem dieses Land unter die Söhne Israels als Erbe verteilt worden war. Daher kommt es, daß durch das Land Kanaan, und auch einfach durch das Land im Worte der Himmel und die Kirche bezeichnet wird, und durch die Söhne Israels diejenigen, die im Himmel und in der Kirche sind. Daß durch das Land der Himmel und die Kirche bezeichnet wird, darüber sehe man, was Nr. 9325 angeführt wurde; und durch die Söhne Israels diejenigen, die sich darin befinden: Nr. 9340. 10039. "Ein Sündopfer ist es", 2. Mose 29/14, bedeutet, so sei es gereinigt von dem Bösen und Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wortes "Sünde", wenn unter demselben, (wie hier), ein Opfer verstanden wird, insofern es die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichnet. In der Grundsprache wird nämlich unter Sünde, wo von Opfern gehandelt wird, ein Sündopfer verstanden, und durch dieses Opfer die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichnet: Nr. 9990, 9991. Daß das Sündopfer im Worte "Sünde" genannt wird, sehe man 3. Mose 4/3,8,14,20,21,24,25,29,33,34; 5/6,8,9; 6/10,18,19,23 und anderwärts. 10040. Weil das Fleisch des jungen Stieres samt der Haut und dem Mist desselben mit Feuer verbrannt wurde, so kann man daraus ersehen, daß durch das Fleisch nicht das Gute der Liebe, sondern das Böse der Liebe bezeichnet wurde, gemäß dem, was von seinem Fleisch Nr. 10035 gesagt worden ist, und von dem Lager Nr. 10038. Daß es aber gestattet war, das Opferfleisch zu essen, wie man aus den noch folgenden Stellen ersehen kann, war deswegen, weil dieses Volk, während es bei dem Gottesdienst war, sich im Äußeren ohne das Innere befand; man sehe, was Nr. 9320 und 9380 angeführt wurde; und das Äußere ist ohne das Innere keineswegs heilig, weil dann nur die äußere Gebärde handelt, und der Mund redet, aber das Herz und die Seele abwesend ist. Gleichwohl aber wurde das Äußere ohne das Innere heilig genannt, weil es das innere Heilige vorbildete. Inneres Heiliges ist alles, was Sache der Liebe und des Glaubens vom Herrn zum Herrn ist. Weil nun dieses Volk so beschaffen war, wurde ihm nicht erlaubt, Blut und Fett zu essen, weil durch Blut das göttlich Wahre des Glaubens und durch Fett das göttlich Gute der Liebe und zwar beides vom Herrn bezeichnet wurde, man sehe Nr. 10033. Aber es war ihnen erlaubt, das Opferfleisch zu essen, weil durch dieses das Eigene des Menschen bezeichnet wurde: Nr. 10035. Und das Eigene dieses Volkes war, das Äußere als Heiliges zu verehren und das Innere für gar nichts zu achten, und dieser Gottesdienst war, abgesehen von dem Vorbildlichen, das heilig war, götzendienerisch; man sehe Nr. 2481, 4311. Auch das Fleisch war, als äußeres Vorbild betrachtet, nichts anderes, wenn das Blut desselben das göttlich Wahre vorbildete, und das Fett das göttlich Gute: Nr. 10033; denn dann bildete das Fleisch etwas ohne Leben und Seele vor, was man Totes nennt, und von solcher Beschaffenheit, wie das Äußere ohne das Innere, gemäß folgenden Worten: 5. Mose 12/23: "Du sollst nicht das Blut essen, weil das Blut die Seele ist; du sollst nicht die Seele mit dem Fleisch essen". Ein fast gleicher Gottesdienst ist bei dem Volke der sogenannten katholischen Religion, nämlich ein äußerer ohne den inneren; denn es wird dem Volke nicht gestattet, das Innere des Wortes zu erkennen, weil ihm versagt wird, das Wort zu lesen. Darum ist es auch vermöge der göttlichen Vorsehung des Herrn geschehen, daß (ihm) im heiligen Abendmahle nur das Brot, welches das Fleisch ist, gegeben wird, aber nicht der Wein, der das Blut ist. Und doch ist es das Blut, was das Fleisch belebt, wie der Wein das Brot; denn wie das Brot ohne Wein dem Körper keine Nahrung gibt, so auch gibt das Gute der Liebe, das durch Brot und durch Fleisch bezeichnet wird, ohne das Wahre des Glaubens, das durch Wein und durch Blut bezeichnet wird, der Seele keine Nahrung. Vermöge der göttlichen Vorsehung des Herrn ist es (bei ihnen) auch geschehen, daß der Priester den Wein trinkt, weil dadurch die Ernährung der Seele durch das göttlich Wahre ohne das Gute der Liebe bezeichnet wird, was ein äußeres Heiliges ohne das innere Heilige ist. Daß dies infolge der göttlichen Vorsehung des Herrn geschehen ist, wissen sie nicht, aus dem Grunde, weil sie in götzendienerischer Weise das Äußere anbeten, und dadurch das Innere nicht auffassen (begreifen) können. Daher würden sie auch, wenn es anders wäre, ebenso wie die Juden das Heilige entweiht haben. Dadurch, daß die Priester den Wein allein trinken, wird auch bezeichnet, daß sie allein das göttlich Wahre wissen und nicht das Volk, außer insoweit und in solcher Weise, als sie es wollen, wie es auch wirklich bei ihnen geschieht. Daß in dem heiligen Abendmahl das Fleisch und das Brot das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn gegen das Menschengeschlecht bezeichnet und das Gegenseitige, (d.h. die Gegenliebe) des Menschen zum Herrn, und daß das Blut und der Wein das göttlich Wahre bezeichnet, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, somit das Wahre des Glaubens vom Herrn zum Herrn, sehe man Nr. 3464, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 6135, 6371, 6789, 7850, 9127. Was das Opferfleisch betrifft, nämlich wann es außerhalb des Lagers gebracht und mit Feuer verbrannt werden sollte, so sehe man 3. Mose 4/11,12,21; und wann und von wem es gegessen werden sollte. 3. Mose 6/19-23; 7/6,15-19; 19/5,6; 5. Mose 12/7,17,18,27; 27/6,7. 10041. Vers 15-18: Und nimm den einen Widder, und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des Widders legen. Und schlachte den Widder, und nimm sein Blut und sprenge es auf den Altar ringsherum. Und den Widder zerlege in seine Stücke, und wasche seine Eingeweide und seine Schenkel, und lege sie auf seine Stücke und auf sein Haupt. Und verbrenne sie samt dem ganzen Widder auf dem Altar, ein Brandopfer ist es für Jehovah, ein Geruch der Ruhe, eine Feuerung ist es für Jehovah. "Und nimm den einen Widder" bedeutet das Gute der Unschuld im inneren Menschen; "und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände legen" bedeutet die Mitteilung der Macht; "auf das Haupt des Widders" bedeutet an das Ganze; "und schlachte den Widder" bedeutet die Vorbereitung zur Reinigung des inneren Menschen; "und nimm sein Blut" bedeutet das göttlich Wahre; "und sprenge es auf den Altar ringsherum" bedeutet die Verbindung mit dem göttlich Guten; "und den Widder zerlege in seine Stücke" bedeutet das Innere müsse genau geordnet werden; "und wasche seine Eingeweide" bedeutet die Reinigung des Untersten; "und seine Schenkel" bedeutet die Reinigung des Äußeren im natürlichen Menschen; "und lege sie auf seine Stücke und auf sein Haupt" bedeutet die Unterordnung des Äußeren unter das Innere und das Innerste; "und verbrenne sie samt dem ganzen Widder auf dem Altar" bedeutet das Innere des Göttlich-Menschlichen im Herrn, vereint mit dem göttlich Guten Seiner göttlichen Liebe, die in Ihm ist; "ein Brandopfer ist es für Jehovah" bedeutet die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn; "ein Geruch der Ruhe" bedeutet das Innewerden des Friedens; "eine Feuerung ist es für Jehovah" bedeutet alles aus der göttlichen Liebe. 10042. "Und nimm den einen Widder", 2. Mose 29/15, bedeutet das Gute der Unschuld im inneren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Widders, insofern er das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit im inneren Menschen bezeichnet, worüber folgen wird. Weil in diesem Kapitel von den Schlachtopfern und den Brandopfern von Widdern und Lämmern die Rede ist, so soll gesagt werden, was im allgemeinen durch die Tiere, die bei den Brandopfern und Schlachtopfern dargebracht wurden, bezeichnet wird: Diese Tiere waren Rinder, junge Stiere, Böcke, Widder, Ziegen und Ziegenböcke, wie auch Lämmer und junge Ziegen. Wer nicht weiß, was diese Tiere bedeuten, kann durchaus nicht erkennen, was die Schlachtopfer und Brandopfer von ihnen im besonderen bedeuten. Man muß aber wissen, daß alle Tiere, die auf Erden sind, solche Dinge bedeuten, die im Menschen sind, und die sich im allgemeinen auf die Neigungen seines Willens beziehen und auf die Gedanken seines Verstandes, somit auf das Gute und auf das Wahre; denn das Gute ist Sache des Willens und das Wahre ist Sache des Verstandes. Und weil sie sich auf das Gute und das Wahre beziehen, so beziehen sie sich auch auf die Liebe und auf den Glauben; denn alles, was Sache der Liebe ist, heißt Gutes, und alles, was Sache des Glaubens ist, heißt Wahres. Daß diese Tiere von verschiedener Art solches bedeuten, kommt von den Vorbildungen im anderen Leben her. Dort erscheinen Tiere von vielen Arten und unzähligen Gattungen. Solche Tiere bilden dort die ganz genau nach dem Leben hervortretenden Erscheinungen (Scheinbarkeiten), die den Neigungen und Gedanken entsprechen, die in den Geistern und Engeln sind. Daß es so ist, kann man auch aus den prophetischen Gesichten erkennen, die hie und da im Worte erwähnt werden, denn alles, was von den Propheten gesehen wurde, ist solches, was auch vor den Engeln im Himmel erscheint. Daher kommt es, daß im Worte so oft Tiere erwähnt werden und durch jedes derselben etwas bezeichnet wird, was sich auf solches bezieht, das bei dem Menschen ist, wovon oben. Der Mensch ist auch wirklich nichts anderes, als ein Tier in Ansehung seines äußeren Menschen, aber er unterscheidet sich von demselben durch den inneren Menschen, durch den dieser (innere) oder jener (äußere) zum Himmel und zum Herrn erhoben werden, und dadurch Glauben und Liebe aufnehmen kann. Daher kommt es, daß Tiere zu den Schlachtopfern und Brandopfern genommen wurden. Wer dies nicht weiß, kann durchaus nicht begreifen, warum befohlen wurde, bald junge Stiere, Widder, Lämmer zu opfern, bald Ochsen, Ziegen und weibliche Lämmer, bald Böcke, Ziegenböcke und junge Ziegen; denn wozu wäre sonst dies alles geschehen? Daß die Tiere im Wort das Gute und Böse beim Menschen bezeichnen, wie auch das Wahre und Falsche, sehe man Nr. 142, 143, 246, 714, 715, 776, 1823, 2179, 2180, 2781, 3218, 3519, 5198, 7523, 7872, 9090, und daß sie deshalb zu Schlachtopfern genommen wurden: Nr. 1823, 2180, 2805, 2807, 2830. Was aber die Schlachtopfer und Brandopfer von ihnen anbelangt, so muß man wissen: I. daß der vorbildliche Gottesdienst bei dem jüdischen und israelitischen Volke hauptsächlich in Schlachtopfern und Brandopfern bestand; II. daß die Schlachtopfer und Brandopfer im allgemeinen die Wiedergeburt des Menschen durch das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe vom Herrn bezeichneten; und im höchsten Sinn die Verherrlichung des Göttlich-Menschlichen; III. daß der ganze Gottesdienst durch Schlachtopfer und Brandopfer gemäß den verschiedenen Verhältnissen, und daher mit aller Mannigfaltigkeit vorgebildet wurde, und daß deshalb verschiedene Arten von Tieren zu den Opfern bestimmt waren. Im einzelnen ist hierbei Folgendes zu bemerken: I. Der vorbildliche Gottesdienst bestand bei dem jüdischen und israelitischen Volke hauptsächlich in Schlachtopfern und Brandopfern. Dies erhellt daraus, daß sie bei jeder Sünde und bei jeder Schuld angewendet wurden; dann auch bei jeder Heiligung und Einweihung, und außerdem an jedem Tage, jedem Sabbath, jedem Neumond und an jedem Fest. Und daß daher der Altar hochheilig war. Der übrige Gottesdienst bei diesem Volk hing von diesen Opfern ab. Darum wird bei Daniel, wo von der Abschaffung des vorbildlichen Gottesdienstes gehandelt wird, gesagt: "Das Schlachtopfer und Speisopfer wird aufhören": Dan.9/27, und "das beständige Opfer wird entfernt werden": Dan.8/10-13; 11/31; 12/11. Durch das beständige Opfer wird im besonderen das täglich stattfindende Opfer bezeichnet, und im allgemeinen der ganze Gottesdienst. Man sehe jedoch, was hierüber schon früher nachgewiesen worden ist, daß nämlich die Opfer im allgemeinen den ganzen vorbildlichen Gottesdienst bezeichneten: Nr. 923, 2165, 6905, 8680, 8936; daß der Altar das hauptsächliche Vorbild des Herrn und daher des Gottesdienstes war: Nr. 2777, 2811, 8935, 9840, 9388, 9389, 9714, 9964; daß die Alten vor Eber nichts von Opfern wußten: Nr. 2180; daß von Eber an, also bei dem hebräischen Volk, und daher bei den Nachkommen Jakobs, die Opfer eingeführt wurden, und warum: Nr. 1128, 1343, 2180, 2818; daß die Schlachtopfer nicht befohlen, sondern nur zugelassen wurden: Nr. 2180. II.a. Die Schlachtopfer und Brandopfer bezeichneten im allgemeinen die Wiedergeburt des Menschen durch das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn. Dies erhellt daraus, daß aller Gottesdienst sich bezieht auf die Reinigung vom Bösen und Falschen, auf die Einpflanzung des Wahren und Guten, und auf die Verbindung desselben, also auf die Wiedergeburt; denn durch diese drei Stücke wird der Mensch wiedergeboren. Daher kommt es, daß die Schlachtopfer und Brandopfer für alle Sünde und für alle Verschuldung dargebracht wurden; und nach der Darbringung wird gesagt, die Schuld sei gesühnt und werde vergeben: 3. Mose 4/20,26,31,35; 5/6,10,13,16,18,26; 7/7; 10/17; 14/18,19; 15/30,31; 16/6,24; 17/11. Die Vergebung der Sünden, die Versöhnung, die Begnadigung und die Erlösung, sind auch nichts anderes, als die Reinigung vom Bösen und Falschen, die Einpflanzung des Guten und Wahren und die Verbindung derselben, somit die Wiedergeburt: Nr. 9076, 9452, 9453, 9454, 9937, 9938. Der ganze Hergang (Verlauf) der Wiedergeburt wird auch beschrieben durch die einzelnen Gebräuche bei jedem Schlachtopfer und Brandopfer, und zeigt sich deutlich, wenn die Vorbildungen durch den inneren Sinn enthüllt werden: Nr. 10022. II.b. Die Schlachtopfer und Brandopfer bezeichnen im höchsten Sinn die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn. Dies kommt daher, weil alle gottesdienstlichen Gebräuche, die bei dem israelitischen und jüdischen Volk angeordnet wurden, sich einzig und allein auf den Herrn beziehen; somit bezogen sich auf Ihn hauptsächlich die Schlacht- und Brandopfer, durch die im allgemeinen der ganze Gottesdienst vorgebildet wurde, wie oben gezeigt worden ist. Auch kommt die Wiedergeburt des Menschen nicht anderswoher als vom Herrn: Nr. 9486, 9487, 9506, 9715, 9809, 10019. Wo daher im Worte von der Wiedergeburt des Menschen gehandelt wird, da wird im höchsten Sinn auch von der Verherrlichung des Menschlichen im Herrn gehandelt; denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Abbild der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688. Das Menschliche verherrlichen heißt, es göttlich machen; aber den Menschen wiedergebären heißt, ihn himmlisch machen, damit in ihm das Göttliche des Herrn wohnen kann. III. Der ganze Gottesdienst wurde durch Schlachtopfer und Brandopfer nach den verschiedenen Verhältnissen und daher mit aller Mannigfaltigkeit vorgebildet, und darum wurden verschiedene Arten von Tieren zu den Opfern bestimmt. Dies erhellt aus den verschiedenen Zwecken, für welche die Schlacht- und Brandopfer dargebracht wurden, nämlich für die aus Versehen begangenen Sünden, für die nicht aus Versehen begangenen Sünden, für jede Übertretung und Unreinheit, sowohl bei dem Priester, als bei der ganzen Gemeinde, bei dem Fürsten und bei irgendeiner Person. Zur Reinigung vom Aussatz, zur Reinigung nach der Geburt, zur Einweihung des Altars, des Versammlungszeltes und alles dessen, was darin war, zur Reinigung ebenderselben Gegenstände, wenn Aharon einmal im Jahr einging in das Allerheiligste; zur Einweihung Aharons und seiner Söhne zum Priesteramte; zur Einsegnung der Nasira, und im allgemeinen bei den drei Festen, bei allen Neumonden und Sabbathen, und an jedem Tage, Morgens und gegen Abend, abgesehen von den Opfern bei Gelübden und von den freiwilligen Opfergaben. Weil die Schlachtopfer und Brandopfer zu so verschiedenen Zwecken dienten und durch sie die verschiedenen Arten des Gottesdienstes vorgebildet wurden, darum waren auch die verschiedenen Arten der Tiere befohlen, die dazu genommen werden sollten nämlich: junge Stiere, Rinder und Böcke, Widder, Ziegen und Ziegenböcke, männliche Lämmer, weibliche Lämmer und junge Ziegen. Durch die Schlacht- und Brandopfer von dem jungen Stier, Rind und Bock wurde die Reinigung und Wiedergeburt des äußeren oder natürlichen Menschen vorgebildet; durch die Opfer vom Widder, der Ziege und dem Ziegenbock wurde die Reinigung und Wiedergeburt des inneren oder geistigen Menschen vorgebildet; und durch die Opfer vom männlichen Lamm, dem weiblichen Lamm und der jungen Ziege wurde die Reinigung und Wiedergeburt des innersten oder himmlischen Menschen vorgebildet. Daß es dreierlei gibt, was bei dem Menschen aufeinanderfolgt, das Himmlische, das Geistige und das Natürliche, sehe man Nr. 9992, 10005, 10017, und daß der Mensch wiedergeboren werden muß in betreff seines Inneren und seines Äußeren, um (wirklich) wiedergeboren zu sein, darüber sehe man, was Nr. 9325 angeführt wurde. Was aber im besonderen durch das Schlacht- und Brandopfer vom Widder bezeichnet wird, von dem in diesem Kapitel gehandelt wird, erhellt aus den Stellen im Worte, wo die Schlachtopfer und Brandopfer vom Widder beschrieben werden, und wo des Widders Erwähnung geschieht. Aus diesen erhellt, daß durch den Widder das Gute des Unschuld und der Liebtätigkeit im inneren Menschen bezeichnet wird, und durch das Schlacht- und Brandopfer von demselben die Reinigung und Wiedergeburt des inneren Menschen, somit die Einpflanzung des Guten der Unschuld und die Liebtätigkeit in ihm. Daß dies durch den Widder bezeichnet wird, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.60/7: "Alle Herden Arabiens werden sich zu dir sammeln, die Widder Nebajoths werden dir dienen, sie werden zum Wohlgefallen emporsteigen auf Meinen Altar": es wird hier vom Herrn, vom Himmel und von Seiner Kirche gehandelt. Die Herden der Schafe Arabiens bedeuten alles Gute des inneren Menschen, und die Widder Nebajoths das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit in demselben. Daß die Herden der Schafe das Gute des inneren Menschen bedeuten, sehe man Nr. 8937, 9135; daß Arabien (das Innere) bedeutet, wo das Gute ist: Nr. 3268; daß Nebajoth diejenigen bezeichnet, die dort in demselben sind: Nr. 3268, 3686, 3688. Hes.27/21: "Arabien und alle Fürsten Kedars, die Handelsleute deiner Hand durch Kleinvieh (pecora) und Widder und Böcke": hier von Tyrus, durch das die Kirche bezeichnet wird, in der die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind: Nr. 1201. Die Handelsleute sind diejenigen, welche dieselben haben und mitteilen: Nr. 2967, 4453; Kleinvieh bezeichnet das Gute der Liebe, die Widder das Gute der Liebtätigkeit und die Böcke das Gute des Glaubens. Im Worte werden Schafherden (greges), Kleinvieh (pecora) und Herdenvieh (pecudes) genannt, die in der Grundsprache durch ihre Namen unterschieden werden. Durch Schafherden wird das Innere im allgemeinen bezeichnet, durch Kleinvieh ebendasselbe im besonderen, und durch das Herdenvieh das Innerste im besonderen: Jerem.51/41: "Ich will sie hinabsteigen lassen wie das Herdenvieh (Schafe) zur Schlachtbank, wie die Widder nebst den Böcken": durch die Schafe, Widder und Böcke wird hier das gleiche bezeichnet. Hes.34/17: "So spricht der Herr Jehovih: Siehe, Ich will richten zwischen dem Herdenvieh (zwischen Schaf und Schaf), und zwischen den Widdern und den Böcken": zwischen Schaf und Schaf bedeutet zwischen denen, die im Inneren des Guten und Bösen sind; zwischen Widdern und zwischen Böcken bedeutet, zwischen denen, die in der Liebtätigkeit und daraus im Glauben sind, und zwischen denen, die in den Glaubenswahrheiten ohne Liebtätigkeit sind. Die Widder bedeuten hier das gleiche wie die Schafe, denn die Widder sind die männlichen Schafe. Daß die Schafe die bezeichnen, die in der Liebtätigkeit und daher im Glauben sind, sehe man Nr. 4169, 4809; und daß die Böcke diejenigen bedeuten, die in den Glaubenswahrheiten sind ohne Liebtätigkeit: Nr. 4169 E, 4769. Das gleiche wird durch Widder und Bock bezeichnet bei Dan. Kapitel 8, und das gleiche auch durch Schafe und Böcke bei Matth.25/32. 3. Mose 5/15,18,25: "Wenn eine Seele aus Irrtum gesündigt hat, soll sie als ihr Schuldopfer dem Jehovah einen Widder ohne Fehl von der Herde bringen": durch die Schlachtopfer vom Widder wird die Reinigung des inneren Menschen bezeichnet, und auch das Einpflanzen des Guten der Unschuld in demselben; denn die Sünde aus Irrtum ist eine Sünde aus Unwissenheit, der Unschuld innewohnt, und die Unschuld der Unwissenheit ist Sache des inneren Menschen. 4. Mose 28/11,15,19,22,27: "An den Neumonden sollen sie zwei junge Stiere, einen Widder und sieben männliche Lämmer opfern, und nachher einen Ziegenbock. Ebenso an den einzelnen Tagen des Passah, und ebenso am Tage der Erstlinge": dies war befohlen, damit die Reinigung des ganzen Menschen, sowohl des äußeren, als des inneren und des innersten vorgebildet würde. Durch das Schlacht- und Brandopfer vom jungen Stier die Reinigung des äußeren Menschen, durch das vom Widder die Reinigung des inneren, und durch das von den Lämmern die Reinigung des innersten; und weil die Reinigung, so wurde auch die Einpflanzung des Guten der Unschuld vorgebildet, denn der junge Stier bezeichnet das Gute der Unschuld im äußeren Menschen, der Widder dasselbe im inneren und das Lamm im innersten, wie oben gesagt worden ist. Das letzte unter diesen war der Bock, weil durch Bock das Glaubenswahre im äußersten Menschen bezeichnet wird, und das Glaubenswahre ist das letzte in demselben: Nr. 9959. Weil das Gute und Wahre beim Menschen in dieser Ordnung aufeinanderfolgt, darum waren auch die Gaben der Fürsten Israels, wenn der Altar und das Versammlungszelt gesalbt wurde, ein junger Stier, ein Widder und ein Lamm zum Brandopfer, und ein Ziegenbock zum Schlachtopfer: 4. Mose 7/15-17,21-23,27-29,33f. Hieraus kann man nun ersehen, daß der Widder das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit im inneren Menschen bedeutet. 10043. "Und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände legen", 2. Mose 29/15, bedeutet die Mitteilung der Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hände auflegen", insofern es eine Mitteilung der Macht bezeichnet, worüber Nr. 10023. 10044. "Auf das Haupt des Widders", 2. Mose 29/15, bedeutet, (diese Mitteilung sei) für das Ganze. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauptes, insofern es den ganzen Menschen bezeichnet, somit das Ganze, worüber Nr. 10011. Das Haupt bedeutet aber das Ganze, weil es das Höchste und in ihm das Innerste des Menschen ist; vom Höchsten geht aber alles aus, was unterhalb ist, sowie auch vom Innersten alles ausgeht, was außerhalb ist, denn beides stammt davon ab. Das Innerste beim Menschen ist sein Wille und sein Verstand; diese sind in ihren Anfängen (Prinzipien) im Haupte; was daraus hervorgeht, sind die Handlungen, und diese sind Wirkungen des Inneren im Körper; daher wird, wenn Wille und Verstand genannt wird, der ganze Mensch darunter verstanden, denn durch jene ist der Mensch ein Mensch. Die Handlungen des Körpers haben auch wirklich all das Ihrige aus dem Willen; daher kommt es, daß der Mensch nicht nach den Handlungen und Werken des Körpers beurteilt wird, sondern nach dem Willen, der in ihnen ist; und deshalb wird unter Seele im Worte der ganze Mensch verstanden, und derselbe wird auch Seele genannt, z.B. 3. Mose 4/27; 5/1,4,17,21; 17/10,15 und anderwärts. Es gibt zweierlei, welches das Ganze bedeutet, nämlich das Oberste und das Unterste; daß auch das Unterste oder Letzte dies bedeutet, kommt daher, weil alles Innere vom Ersten oder Höchsten an in das Letzte ausläuft und hier beisammen ist, man sehe Nr. 9828, 9836. Daher kommt es, daß das Höchste durch das Letzte alles Innere, das in der Mitte liegt, in seiner Verknüpfung und Form zusammenhält, so daß es auf einen Zweck hinzielt: Nr. 9828. Daß das Letzte auch das Ganze bedeutet, erhellt aus vielen Stellen im Worte, wie auch, daß der Mensch Fleisch genannt wird, z.B. 1. Mose 6/12; 4. Mose 16/22; 27/16; Jes.40/5; Sach.2/17 und anderwärts. Weil das Letzte auch alles oder das Ganze bedeutet, deshalb wird auch das Haupthaar, das Haar, der Bart, die das Letzte sind, was bei dem Menschen hervorwächst, für das Ganze genommen, so auch die Füße, ja sogar die Fußzehen und die Finger der Hände. Daß Haupthaar, Haar, Bart (so aufgefaßt wird), erhellt bei Jes.7/20: "An jenem Tage wird der Herr mit einem Schermesser, durch den König von Assyrien, das Haupt, die Haare an den Füßen und auch den Bart abscheren": der König von Assyrien bedeutet die Vernünftelei, wie sie bei denen ist, die durch sie das Göttliche zerstören: Nr. 1186; das Haupt abscheren, das Haar an den Füßen und den Bart bedeutet das Letzte wegnehmen; denn wenn dieses weggenommen ist, zerfließt das Innere und geht zugrunde. Deshalb wurde auch dem Priester verboten, das Haupt zu scheren: 3. Mose 21/10; wie auch dem Nasir (oder Geweihten), dessen Haupthaar das Nasiräat Gottes genannt wurde: 4. Mose Kapitel 6, Nr. 6437, 9407 E; und dies wird auch verstanden unter dem Scheitel des Nasirs unter den Brüdern: 1. Mose 49/26; 5. Mose 33/16; auch wird deshalb gesagt, daß die Haare des Hauptes alle gezählt seien: Matth.10/30; wodurch bezeichnet wird "alles und jedes im Menschen"; ferner daß "kein Haar vom Haupte umkommen solle": Luk.21/18. Daß auch die Füße und deren Zehen, sowie die Finger der Hände alles und somit das Ganze bedeuten, erhellt bei Joh.13/9,10: "Petrus sprach: Herr, wasche nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sprach zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nicht mehr, als daß er die Füße wasche, so ist er ganz rein": die Füße bedeuten das Natürliche, welches das Letzte ist: Nr. 2162, 3147, 4938-4952, 9406. Im folgenden (Vers) dieses Kapitels, 2. Mose 29/20, wird gesagt: "Streiche von dem Blute des Widders an das rechte Ohrläppchen Aharons und an den Daumen der rechten Hand und an die große Zehe des rechten Fußes": dies bedeutet, auf alles und jedes, was bezeichnet wird durch Ohr, Hand und Fuß. Weil das Höchste und das Unterste, oder was dasselbe ist, das Erste und das Letzte, in gleicher Weise alles und jedes oder das Ganze mit seinen Teilen bezeichnen, deshalb wird die Allmacht und Allwissenheit des Herrn dadurch beschrieben, daß "Er der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende, das Alpha und Omega" genannt wird, Joh.Offenb.1/8; 21/6; 22/13; Jes.41/4. Daß alles vom Ersten oder Höchsten durch das Letzte oder Unterste in Verknüpfung erhalten wird und zusammen besteht, wird durch Folgendes beschrieben bei Jes.48/12,13: "Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte, Meine Hand hat auch die Erde gegründet und Meine Rechte den Himmel ausgebreitet, Ich rufe sie und sie stehen da allzumal": die Hand und die Rechte Jehovahs oder des Herrn bedeuten die Allmacht; die Erde, die Er gegründet, ist das Letzte, der Himmel, den Er ausbreitet, ist das, was zwischen dem Ersten und dem Letzten ist; Ich rufe sie und sie stehen da, bedeutet, daß Er alles Innere durch das Äußere in seiner Verknüpfung und Form zusammenhalte, so daß es auf einen Zweck hinzielt; der eine Zweck, auf den es hinzielt, ist Er, Welcher der Erste und der Letzte ist; daß es der Herr ist, erhellt bei Jes.44/6: "So spricht Jehovah der König Israels und sein Erlöser; Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte"; der König Israels ist der Herr: Joh.18/37; daß Er der Erlöser ist, ist klar, und in der Joh.Offenb.2/8 heißt es: "So spricht der Erste und der Letzte, Der tot war, und wieder lebendig geworden". Daß das Erste alles in Verknüpfung erhält durch das Letzte, kann man aus dem Wort und aus dem Menschen erkennen; das Wort im Letzten ist der Buchstabensinn desselben und das Wort im Ersten ist der Herr, aber das Wort im Inneren ist der innere Sinn desselben, der in den Himmeln aufgefaßt wird und bewirkt, daß die, welche daselbst sind, auf einen Zielpunkt hinblicken, nämlich auf den Herrn; über dieses Geheimnis sehe man Nr. 9360, 9824. Was den Menschen anbelangt, so ist der Mensch (oder die Menschheit) im Letzten der Kirche auf Erden, der Mensch im Ersten aber ist der Herr; der Mensch im Inneren ist der Himmel, denn die Kirche und der Himmel ist vor dem Herrn wie ein Mensch; darum heißt auch der Himmel der Größte Mensch, worüber am Ende mehrerer Kapitel gehandelt worden ist; man sehe, was Nr. 10030 E angeführt wurde. Die beständige Verknüpfung und gemäß der Verknüpfung der Einfluß findet bei allen vom Herrn durch die Himmel in die Kirche auf Erden statt; unter den Himmeln werden die Engel, die darinnen sind, verstanden, unter der Kirche die Menschen, die wahrhaft Menschen der Kirche sind, und unter dem Menschen im Ersten der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen. Daß vom Ersten durch das Letzte alles in Verknüpfung erhalten wird und zusammen besteht, wird unter den oben angeführten Worten des Herrn verstanden, bei Jes.48/12,13: "Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte, Meine Hand hat die Erde gegründet und Meine Rechte den Himmel ausgebreitet; Ich rufe sie und sie stehen da allzumal": daß unter der Erde im Worte die Kirche verstanden wird, ist auch ausführlich gezeigt worden, man sehe was Nr. 9325 angeführt wurde. Man kann sich eine Vorstellung von dieser Sache bilden aus dem Letzten und Innersten beim Menschen; das Letzte desselben ist die Haut, sein Innerstes das Herz, das Mittlere oder Innere sind die Gefäße; vom Herzen bis zur Haut durch die inneren Gefäße (viscera) hindurch besteht eine fortwährende Verbindung durch die Blutgefäße; denn diese gehen vom Herzen aus und endigen in der Haut. Daß die Haut das Letzte ist, was das Innere in Verknüpfung hält, ist klar, denn wenn die Haut fortgenommen ist, zerfließt das Innere. Hieraus kann man ersehen, woher es kommt, daß, wie das Höchste oder Innerste alles und jedes bedeutet, so auch das Unterste oder Letzte. Hieraus wird auch das Geheimnis klar, warum der Herr Sein Menschliches auch in Ansehung des Letzten verherrlichte; das Letzte wird Fleisch und Bein genannt, und darum sagte der Herr zu Seinen Jüngern, die meinten, sie sehen einen Geist: "Sehet Meine Hände und Meine Füße, daß Ich es bin; befühlet Mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß Ich habe": Luk.24/37,39. Daß das Göttliche Selbst das Erste in Ihm war, ist bekannt; denn Er war empfangen von Jehovah, und was vom Vater empfangen wird, das ist das Erste des Menschen; daß der Herr aber auch das Letzte Seines Menschlichen verherrlichte, erhellt aus Seinen eigenen Worten und auch daraus, daß Er nichts von Seinem Menschlichen im Grabe zurückließ. Daß das Innere im Letzten ausläuft und ruht und hier beisammen ist, und daß das Letzte das Innere in Verknüpfung erhält, auch in geistigen Dingen, sehe man Nr. 9216, 9828; daß daher im Letzten die Stärke und die Macht ist: Nr. 9836; daß deshalb Heiligkeit im Letzten ist: Nr.9824; und daß im Letzten die Offenbarungen und Antworten (erteilt wurden): Nr. 9905. 10045. "Und schlachte den Widder", 2. Mose 29/16, bedeutet die Vorbereitung zur Reinigung des inneren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlachten, wenn vom Schlacht- oder Brandopfer die Rede ist, insofern es die Vorbereitung zur Reinigung bezeichnet, worüber Nr. 10024; und aus der Bedeutung des Widders, insofern er ausdrückt, daß die Vorbereitung sich auf den inneren Menschen bezieht, worüber Nr. 10042. 10046. "Und nimm sein Blut", 2. Mose 29/16, bedeutet das göttlich Wahre, worüber Nr. 10026, 10033. Daß jede Reinigung vom Bösen und Falschen und jede Wiedergeburt durch das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre zustande kommt, darüber sehe man, was Nr. 9959 angeführt ist. 10047. "Und sprenge es auf den Altar ringsherum", 2. Mose 29/16, bedeutet die Verbindung mit dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, das auf den Altar ringsherum gesprengt werden sollte, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 10026, 10033; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Altares, insofern er das Vorbild des Herrn ist in Ansehung des göttlich Guten, worüber Nr. 9388, 9389, 9714, 9964. Hieraus erhellt, daß das Blut auf den Altar ringsherum sprengen soviel ist als das göttlich Wahre mit dem göttlich Guten im Herrn vereinen. Damit verhält es sich in folgender Weise: Oben wurde bemerkt, daß in diesem Kapitel von der Verherrlichung des Göttlich-Menschlichen des Herrn, und im vorbildlichen Sinn von der Wiedergeburt des Menschen durch den Herrn gehandelt werde. Was nun die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn anbelangt, so wurde sie bewirkt durch die Vereinigung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten. Das göttlich Gute, das Jehovah ist, war im Herrn, wie die Seele vom Vater im Menschen; denn Er wurde empfangen von Jehovah und Sein Menschliches machte Er zum göttlich Wahren durch göttliche Mittel (Media), besonders durch Versuchungskämpfe, und soweit Er dieses mit (dem göttlich Guten) vereinte, soweit verherrlichte Er es, d.h., machte Er es göttlich. Diese Vereinigung ist es, die durch die Sprengung des Blutes ringsherum auf den Altar im höchsten Sinn bezeichnet wird. Daß der Herr, als Er in der Welt war, Sein Menschliches zum göttlich Wahren machte, und dieses mit dem göttlich Guten vereinte, das in Ihm war, und so Sein Menschliches verherrlichte, sehe man die Nr. 9199 E und 9315 E angeführten Stellen; und daß Jehovah, Sein Vater, das göttlich Gute ist, das in Ihm war, die Nr. 9194 angeführten Stellen. Wie der Herr Sein Menschliches verherrlichte, so wiedergebiert Er auch den Menschen, denn der Herr fließt bei dem Menschen mit dem Guten durch die Seele ein, somit auf dem inneren Weg, und mit dem Wahren durch das Gehör und das Gesicht, somit auf dem äußeren Weg. Und soweit der Mensch von dem Bösen absteht, soweit verbindet der Herr das Gute mit dem Wahren, und somit wird das Gute zum Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und zur Liebe gegen Gott, und das Wahre zum Wahren des Glaubens. Auf diese Weise schafft der Herr den Menschen von neuem oder wiedergebiert ihn; denn die Wiedergeburt des Menschen geschieht, wie oben gesagt wurde, durch die Reinigung vom Bösen und Falschen, durch die Einpflanzung des Guten und Wahren und durch die Verbindung derselben. Die Wiedergeburt des Menschen und im höchsten Sinn die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn sind es, die durch die Schlachtopfer und Brandopfer vorgebildet wurden: Nr. 10022. Man muß wissen, daß bei den Brandopfern das Blut auf den Altar ringsherum gesprengt wurde, ebenso bei den Dankopfern; aber bei den Opfern für eine Schuld und wegen einer Sünde (Schuldopfern und Sündopfern) wurde das Blut auf den Boden des Altares gesprengt: durch das Sprengen des Blutes auf den Altar ringsherum wurde die völlige Einigung des göttlich Wahren und des göttlich Guten vorgebildet, sowohl im inneren als im äußeren Menschen; und durch das Sprengen des Blutes auf den Boden des Altares wurde die Einigung des göttlich Wahren und des göttlich Guten im äußeren Menschen allein vorgebildet. Bei den Wiedergeborenen findet die Verbindung im äußeren Menschen statt, gemäß den Worten des Herrn: Joh.13/10: "Wer gewaschen ist, bedarf nicht mehr, als daß die Füße gewaschen werden, so ist er ganz rein": das Waschen bedeutet die Reinigung und Wiedergeburt: Nr. 3147, 9089, somit ist gewaschen soviel als gereinigt und wiedergeboren, und die Füße bedeuten das Natürliche oder das Äußere des Menschen: Nr. 2162, 3147, 4938-4952, 9406. Daß bei den Brandopfern das Blut auf den Altar ringsherum gesprengt wurde, (sehe man) 3. Mose 1/5,11; und so auch bei den Dankopfern: 3. Mose 3/2,8,13; und daß bei den Schuldopfern und Sündopfern das Blut auf den Boden des Altares gesprengt wurde: 3. Mose 4/7,18,25,30,34; 5/9. 10048. "Und den Widder zerlege in seine Stücke", 2. Mose 29/17, bedeutet das Innere müsse genau geordnet werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Widders, insofern er das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit im inneren Menschen bezeichnet, worüber Nr. 10042, hier die Vorbereitung zur Reinigung desselben, die durch das Brandopfer von demselben bezeichnet wird; und aus der Bedeutung von "in Stücke zerlegen", insofern es die Anordnung des Inneren daselbst bezeichnet. Daß die Vorbereitung zur Anordnung des Inneren durch das Zerlegen in Abschnitte, Stücke, Glieder und Teile bezeichnet wird, kommt daher, weil die Anordnung dadurch beschrieben wird, daß man die Eingeweide und die Schenkel auf die Stücke und auf das Haupt legte, und durch die Eingeweide das Unterste bezeichnet wird, welches das äußere Sinnliche heißt, und durch die Schenkel das dem Oberen zunächst Liegende, welches das Natürliche heißt, somit wird durch die Stücke, die noch weiter oben waren, das Innere bezeichnet, und durch das Haupt das Innerste. Daß durch die Eingeweide, die Schenkel und das Haupt diese Dinge bezeichnet werden, wird aus dem Folgenden erhellen; daß durch die Gefäße und Glieder des Menschen solches in seiner Ordnung bezeichnet wird, sehe man Nr. 10030. Weil im vorbildlichen Sinn unter Schlacht- und Brandopfer die Wiedergeburt des Menschen verstanden wird, soll mit wenigem gesagt werden, wie es sich bei dieser mit der Anordnung verhält: Bei denen, die wiedergeboren werden, werden das Innere und das Äußere vom Herrn für alle folgenden Zustände geordnet und zwar in der Art, daß das Gegenwärtige immer das Zukünftige in sich schließt, und ebenso das Zukünftige, wenn es zum Gegenwärtigen geworden ist, und so fort bis in Ewigkeit. Denn der Herr sieht alles vorher und sieht auch alles vor, und Sein Vorhersehen sowohl als Seine Vorsehung währet in Ewigkeit, somit ewig. Das Göttliche, das Ihm allein angehört, ist nämlich an sich unendlich und das Unendliche ist in bezug auf seine Dauer das Ewige. Daher kommt es, daß alles, was der Herr verfügt und anordnet, ewig ist. So geschieht mit denen, die der Herr wiedergebiert. Die Wiedergeburt des Menschen beginnt in der Welt und währt in Ewigkeit; denn der Mensch wird fortwährend vervollkommnet, wenn er ein Engel wird. Es gibt im Menschen Äußeres, Inneres und Innerstes; alles dieses wird zugleich und aufeinanderfolgend eingerichtet und geordnet zur Aufnahme dessen, was in Ewigkeit folgt. In welcher Ordnung aber das Äußere, das Innere und das Innerste wiedergeboren wird und umgekehrt, soll im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. 10049. "Und wasche seine Eingeweide", 2. Mose 29/17, bedeutet die Reinigung des Untersten. Dies erhellt aus der Bedeutung von waschen, insofern es soviel als reinigen, worüber Nr. 3147, 5954 E, 9089. Die Reinigung, die durch das Waschen vorgebildet wurde, ist die Reinigung vom Bösen und Falschen, denn diese bilden den Schmutz im geistigen Sinn. Ferner aus der Bedeutung der Eingeweide, insofern sie das Unterste bezeichnen, worüber Nr. 10030. Es wird gesagt, die Eingeweide und die Schenkel müßten gewaschen werden, weil durch sie das Unterste und Natürliche bezeichnet wird, und das Unterste und Natürliche mehr vom Bösen und Falschen verunreinigt ist, als das Innere; denn dasselbe ist in der Welt, und das Sinnliche, welches das Unterste ist, tritt in der Welt hervor, und darum nimmt es unmittelbar das auf, was in der Welt ist. Was es aufnimmt, sind die Lustreize der Liebe zu sich und zur Welt, zugleich mit den Lustreizen der Sinne und den Täuschungen aus diesen. Aber beim Inneren ist es nicht so; denn dieses ist nicht in der Welt, sondern im Himmel; und das, was der Welt angehört, kann nicht eindringen in das, was dem Himmel angehört, weil es keinen physischen Einfluß gibt, sondern das, was dem Himmel angehört, kann eindringen in das, was beim Menschen der Welt angehört. Sobald daher der äußere Mensch sich in den inneren versetzen will, was durch Vernünfteleien aus Liebe zu sich und zur Welt geschieht, wie auch aus den Täuschungen der Sinne, wird der innere Mensch verschlossen. So hat es der Herr vorgesehen, und deshalb geschieht die Reinigung des inneren Menschen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, im Himmel durch den Herrn. Daher kommt es auch, daß der Mensch, wenn er in der Welt ist, nicht bemerkt, was in seinem inneren Menschen vorgeht, während er wiedergeboren wird. Das ist es, was verstanden wird unter den Worten des Herrn bei Joh.3/8: "Der Wind weht, wohin er will, und du hörst seine Stimme wohl, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist es mit einem jeden, der vom Geiste wiedergeboren ist". Der Geist ist das Leben der Liebtätigkeit durch den Glauben. 10050. "Und seine Schenkel", 2. Mose 29/17, bedeutet die Reinigung des Äußeren im natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Waschens der Schenkel, insofern es die Reinigung des natürlichen Menschen bezeichnet. Daß waschen soviel ist als reinigen, sehe man Nr. 10049. Ferner aus der Bedeutung der Schenkel, insofern sie das Äußere des natürlichen Menschen bezeichnen. Diese Bedeutung haben die Schenkel, weil darunter zugleich die Füße verstanden werden; denn die Tiere haben vier Schenkel, und diese hängen mit den Füßen zusammen, die Füße bezeichnen aber zufolge der Entsprechung des Äußere oder Natürliche des Menschen; man sehe Nr. 2162, 3147, 3761, 4938-4952. Das gleiche wird durch Schenkel bezeichnet bei Amos 3/12: "Gleich wie der Hirt aus dem Rachen des Löwen zwei Schenkel reißt oder ein Stückchen vom Ohr, so sollen gerettet werden die Söhne Israels, die in Samaria wohnen, in dem Winkel des Bettes, und am äußersten Ende des Ruhebettes": durch den Löwen werden hier diejenigen bezeichnet, welche die Kirche verwüsten; durch die Schenkel das Äußere derselben, was auch dem natürlichen Menschen angehört. Durch das Stückchen vom Ohr das Auffassungsvermögen desselben, durch die in Samaria Wohnenden aber diejenigen, die im äußeren Gottesdienst sind. Der Winkel des Bettes und das äußerste Ende des Ruhebettes bezeichnen das unterste Natürliche, oder das äußere Sinnliche, und das Wahre und Gute desselben. Auch wo von der Bildsäule des Nebukadnezar gehandelt wird bei Dan.2/32,33: "Daß ihr Haupt von reinem Golde war, die Brust und die Arme von Silber, der Bauch und die Seiten von Erz, die Schenkel von Eisen, und die Füße teils von Eisen, teils von Ton", wird durch die Schenkel das Wahre des Glaubens, im äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet, wie auch durch das Eisen; man sehe Nr. 10030. Die Schenkel werden aber hier von den Füßen unterschieden, weil die Schenkel sich beim Menschen anders verhalten als bei den Tieren. 10051. "Und lege sie auf seine Stücke und auf sein Haupt", 2. Mose 29/17, bedeutet die Unterordnung des Äußeren unter das Innere und das Innerste. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stücke, insofern sie das Innere bezeichnen, worüber Nr. 10048; und aus der Bedeutung des Hauptes, insofern es das Innerste bezeichnet, worüber Nr. 5328, 6436, 9656, 9913, 9914. Ferner aus der Bedeutung der Eingeweide und der Schenkel, die darauf gelegt werden sollten, insofern sie das Äußerste und das Äußere bezeichnen. Daß die Eingeweide das Äußerste oder Unterste bedeuten, sehe man Nr. 10030, und daß die Schenkel das Äußere bedeuten: Nr. 10050. Ferner aus der Bedeutung von "sie auf jene legen", insofern es soviel ist als ordnen. Daß es hier bedeutet, das Äußere dem Inneren unterordnen, und nicht umgekehrt, wie es nach dem Buchstabensinn scheint, kommt daher, weil der Altar und das Feuer auf dem Altar das Höchste und Innerste bezeichnet; denn der Altar bildet das Göttlich-Menschliche des Herrn in Ansehung des göttlich Guten vor, und das Feuer Seine göttliche Liebe selbst; deshalb war das, was vom Widder und vom Brandopfer dem Feuer des Altares am nächsten war, das Höhere oder Innere, und was darüber lag, war, weil entfernter vom Feuer des Altares, das Untere oder Äußere; denn im inneren Sinn wird das als das Höhere oder Innere angesehen, was dem Höchsten zunächst ist, und so auch das als das Untere oder Äußerliche, was weiter davon entfernt ist, somit anders als im Buchstabensinn. Ob man sagt das Obere und Untere, oder das Innere und Äußere ist gleich, denn was höher ist, das ist inwendiger, und was weiter nach unten ist, das ist äußerlicher: Nr. 2148, 3084, 4599, 5146, 8325. Hieraus wird nun klar, daß durch die Worte: "Lege die Eingeweide und die Schenkel auf die Stücke und auf das Haupt" bezeichnet wird, daß das Äußerste und Äußere untergeordnet werden müsse dem Inneren und dem Innersten. Daß der Altar das Göttlich-Menschliche des Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildete, sehe man Nr. 921, 2777, 2811, 9388, 9389, 9714, 9964; und daß das Feuer des Altares Seine göttliche Liebe bezeichnet: Nr. 6832. 10052. "Und verbrenne sie samt dem ganzen Widder auf dem Altar", 2. Mose 29/18, bedeutet das Innere vom Göttlich-Menschlichen des Herrn (sei) vereint mit dem göttlich Guten Seiner göttlichen Liebe, die in Ihm ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von verbrennen, insofern es heißt, mit dem göttlich Guten der göttlichen Liebe vereinigen, worüber folgen wird; aus der Bedeutung des Widders, insofern er das Innere beim Menschen bezeichnet, somit im höchsten Sinn das Innere des Göttlich-Menschlichen des Herrn, worüber Nr. 10042; und aus der Bedeutung des Altares, insofern er das Hauptvorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn in Ansehung Seines göttlich Guten ist, worüber Nr. 10051 E. Man muß wissen, daß in jedem Menschen ein Inneres und ein Äußeres ist, das sein innerer und äußerer Mensch genannt wird, und daß der Mensch, wenn er wiedergeboren wird, sowohl in Ansehung seines Inneren als in Ansehung seines Äußeren wiedergeboren wird, wie auch, daß die Wiedergeburt die Verbindung des Guten und Wahren in beiden ist. Ebenso (geschah es) im Herrn in Ansehung Seines Menschlichen, doch kann von Seinem Menschlichen nicht gesagt werden, daß es wiedergeboren, sondern, daß es verherrlicht worden sei. Sein Inneres, was beim Menschen die Seele aus dem Vater heißt, war nämlich das Göttliche Selbst; denn es war empfangen aus Jehovah; das Göttliche Selbst (oder das Göttliche an sich) ist das göttlich Gute der göttlichen Liebe; und weil der Herr mit diesem Sein Menschliches vereinigte, und so auch Sein Menschliches göttlich machte, darum kann man nicht sagen, daß Sein Menschliches wiedergeboren, sondern, daß es verherrlicht worden sei; denn verherrlichen heißt, Göttlich machen; man sehe gleich unten: Nr. 10053. Die Verherrlichung Seines inneren Menschen oder Seines inneren Menschlichen wird durch die vorbildlichen Darstellungen bei den Brandopfern von Widdern und von Lämmern beschrieben. Auf dem Altar verbrennen samt dem ganzen Widder bedeutet aber, das göttlich Gute der göttlichen Liebe mit dem Inneren Seines Menschlichen vereinigen, weil der Altar das Göttlich-Menschliche des Herrn vorbildete, und das Feuer auf dem Altar, von dem das Brandopfer verbrannt wurde, das göttlich Gute der göttlichen Liebe bezeichnete, wie man aus den Nr. 10051 E angeführten Stellen ersehen kann. Und weil der Widder, der zum Brandopfer diente, und verbrannt wurde, das Innere beim Menschen bezeichnet, so bezeichnet er auch das Innere des Göttlich-Menschlichen: Nr. 10042. Hieraus erhellt, daß durch die Worte: "Verbrenne sie mit dem ganzen Widder auf dem Altar als Brandopfer" bezeichnet wird, das Innere des Göttlich-Menschlichen sei vereinigt worden mit dem göttlich Guten Seiner göttlichen Liebe, die in Ihm ist. 10053. "Ein Brandopfer ist es für Jehovah", 2. Mose 29/18, bedeutet die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Brandopfers, insofern es die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn bezeichnet. Bei dem jüdischen Volk gab es Schlachtopfer und Brandopfer. Die Schlachtopfer bezeichneten die Reinigung vom Bösen und Falschen und die Einpflanzung des Wahren; die Brandopfer dagegen bezeichneten die Verbindung des Wahren mit dem Guten, also die vollständige Wiedergeburt. Ich höchsten Sinn aber, in dem vom Herrn gehandelt wird, bedeuteten die Schlachtopfer das Ausstoßen des Bösen und Falschen von Seinem Menschlichen, das Er von der Mutter hatte, und die Einpflanzung des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten, das in Ihm war, und die Brandopfer bedeuteten die Vereinigung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten, und diese Vereinigung ist es, die unter der Verherrlichung verstanden wird. Als Er nämlich in der Welt war, machte Er Sein Menschliches zum göttlich Wahren, und durch die Vereinigung mit dem göttlich Guten, das in Ihm, und welches das Sein Seines Lebens war, machte Er allmählich Sein Menschliches zum göttlich Guten, so daß es also eins mit Jehovah war. Das Sein (esse) Seines Lebens war das, was bei dem Menschen die Seele aus dem Vater heißt, und dieses war das göttlich Gute selbst oder die göttliche Liebe. Hierüber sehe man jedoch, was in den Nr. 9194, 9315 E, 9528 E angeführten Stellen gezeigt worden ist. Und daß der Herr alles Menschliche, das von der Mutter war, ausstieß, bis daß Er zuletzt nicht mehr ihr Sohn war: Nr. 9315; und daß der Menschensohn, wie Sich der Herr nannte, nicht der Sohn der Maria ist, sondern das göttlich Wahre: Nr. 9807. Daß die Verherrlichung, wo es sich vom Herrn handelt, die Vereinigung Seines Menschlichen mit Seinem Göttlichen, das in Ihm war, also mit Jehovah, Seinem Vater, bedeutet, durch welche Vereinigung Sein menschliches Selbst auch zum göttlich Guten gemacht wurde, erhellt aus den Stellen im Wort, wo Herrlichkeit und Verherrlichung, in bezug auf Jehovah oder den Herrn genannt werden: Jes.40/5: "Es wird offenbar werden die Herrlichkeit Jehovahs, und alles Fleisch zugleich wird es sehen, weil der Mund des Herrn es gesagt hat". Jes.42/6-8: "Ich, Jehovah, habe dich gerufen in Gerechtigkeit, um die blinden Augen zu öffnen, um die Gebundenen aus dem Kerker zu führen; Ich, Jehovah, das ist Mein Name, und Meine Herrlichkeit will Ich keinem anderen geben". Jes.60/2,3: "Über dir wird Jehovah aufgehen, und Seine Herrlichkeit wird über dir erscheinen; die Heiden werden wandeln in deinem Licht". In diesen Stellen wird vom Herrn gehandelt, und unter der Herrlichkeit Jehovahs wird der Herr in Ansehung des göttlich Wahren verstanden; denn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist die Herrlichkeit Jehovahs: Nr. 9429. Daß das göttlich Wahre nicht anderswoher kommt, lehrt der Herr bei Joh.5/37: "Ihr habt nie die Stimme des Vaters gehört, und nie Seine Gestalt gesehen"; und weil Er der Herr ist, so ist Er auch Jehovah selbst, denn Er sagt: "Ich Jehovah, das ist Mein Name, und Meine Herrlichkeit will Ich keinem anderen geben". Daher kommt es auch, daß der Herr der König der Herrlichkeit heißt: Ps.24/7-10: "Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, und erhebet euch, ihr Pforten der Welt; denn es soll einziehen der König der Herrlichkeit. Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Jehovah, stark und mächtig, Jehovah, mächtig im Krieg": hier wird der Herr der König der Herrlichkeit genannt wegen des göttlich Wahren, aus dem Er kämpfte und siegte, und so die Höllen unterjochte. Daß dies aber aus Seinem Menschlichen geschehen sei, als Er in der Welt war, sehe man Nr. 9715, 9809, 10019. Darum wird Er auch der starke Jehovah und mächtig im Krieg genannt, und auch ein starker Held bei Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und Sein Name ist Gott, Held, Vater der Ewigkeit". Daß die Herrlichkeit Jehovahs den Herrn bezeichnet in Ansehung des göttlich Wahren, das aus Seinem göttlich Guten hervorgeht, das Jehovah oder der Vater ist, lehrt der Herr selbst: Joh.1/14: "Das Wort ward Fleisch, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen (Einzigen) vom Vater": daß hier der Herr zu verstehen ist unter dem Worte, das Fleisch ward, ist klar. Das Wort ist das göttlich Wahre und auch die Herrlichkeit. Matth.16/27: "Der Menschensohn wird kommen in der Herrlichkeit Seines Vaters". Luk.24/26: "Jesus sprach zu den Jüngern: Mußte nicht Christus solches leiden und eingehen in Seine Herrlichkeit": eingehen in Seine Herrlichkeit heißt, mit dem göttlich Guten, das in Ihm war, vereinigt werden, also mit Jehovah, Seinem Vater. Hieraus wird klar, was verherrlicht werden bedeutet, in folgenden Stellen: Joh.7/39: "Der Heilige Geist war noch nicht; denn Jesus war noch nicht verherrlicht". Joh.12/16,23,27,28: "Das wußten die Jünger Jesu nicht, aber als Jesus verherrlicht worden, dachten sie daran: Jesus sprach: Die Stunde kommt, daß der Menschensohn verherrlicht werde. Und Er sprach: Vater, verherrliche Deinen Namen, da ging eine Stimme aus vom Himmel: Ich habe (Ihn) verherrlicht und will (Ihn) wieder verherrlichen". Joh.13/31,32: "Als Judas hinausgegangen war, sprach Jesus: Nun ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in Ihm, und Gott wird Ihn verherrlichen in Sich selber und wird Ihn sogleich verherrlichen". Hieraus erhellt, daß die Vereinigung des Herrn in betreff Seines Menschlichen mit dem Göttlichen Selbst, das in Ihm war und Jehovah Vater genannt wird, die Verherrlichung ist, denn es wird gesagt, "Gott wird Ihn in Sich selber verherrlichen". Es ist auch klar, daß diese Vereinigung vollständig zustande gekommen ist durch das Leiden am Kreuz, was das letzte Seiner Versuchungen war. Daß der Herr durch Kämpfe mit den Höllen, die Versuchungen sind, Sein Menschliches verherrlichte, sehe man in den Nr. 9528, 9937 angeführten Stellen. Daß erst dann, wenn der Herr verherrlicht worden, das göttlich Wahre von Ihm ausgehen könne, lehrt Er selbst: Joh.7/39: "Der Heilige Geist war noch nicht; denn Jesus war noch nicht verherrlicht". Joh.16/13-15,28: "Der Paraklet (Beistand, Tröster), der Geist der Wahrheit, den Ich euch senden werde, wird nicht aus Sich selber reden; Er wird Mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird Er es nehmen und euch verkündigen, alles, was der Vater hat, ist Mein": der Geist der Wahrheit ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre: Nr. 9818; die Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen in Ihm wird auch hier dadurch beschrieben, daß alles, was der Vater hat, Sein ist; und anderwärts dadurch: Joh.10/30; 14/10,11: "Daß der Vater und Er eins sind; und daß der Vater in Ihm ist, und Er im Vater": man sehe Nr. 3704. Daß also die Verherrlichung und Vereinigung eine gegenseitige war, was auch der Herr lehrt: Joh.17/1: "Vater, verherrliche Deinen Sohn, damit auch Dein Sohn Dich verherrliche": der Vater ist das Göttliche Selbst, das in Ihm ist, und der Sohn ist das Göttlich-Menschliche. Daß der Vater das göttlich Gute ist, das im Herrn ist, sehe man Nr. 3704, 7499. Daß Jehovah im Worte der Herr ist: Nr. 2921, 6303, 8865; und daß der Herr das Göttliche Selbst oder Jehovah in menschlicher Gestalt ist, sehe man in den Nr. 9315 angeführten Stellen. 10054. "Ein Geruch der Ruhe", 2. Mose 29/18, bedeutet das Innewerden des Friedens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geruchs, insofern er das Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 3577, 4624-4634, 4748, und aus der Bedeutung der Ruhe, insofern sie den Frieden bezeichnet. Was der göttliche Friede in den Himmeln ist, sehe man Nr. 92, 93, 2780, 5662, 8455, 8665, 8722; daß der Friede im höchsten Sinn der Herr ist und das von Ihm ausgehende Göttliche, welches das Gute in den Himmeln vom Innersten aus anregt: Nr. 3780, 8517. Das Brandopfer wird aber ein Geruch der Ruhe Jehovahs genannt, weil durch das Brandopfer die Vereinigung des Göttlich-Menschlichen des Herrn mit dem Göttlichen Selbst vorgebildet wurde, worüber Nr. 10053; und weil durch diese Vereinigung der Friede in den Himmeln erworben (hergestellt) wurde; denn alle Höllen wurden vom Herrn, als Er in der Welt war, unterjocht, und alle Himmel in Ordnung gebracht: Nr. 9715, 9809, 9937, 10019. Hieraus wird klar, woher es kommt, daß das Brandopfer ein Geruch der Ruhe Jehovahs genannt wird, wie oftmals an anderen Stellen, wo von den Brandopfern und Speisopfern gehandelt wird: 3. Mose 1/9,13,17; 2/2,9,12; 3/5; 4/31; 6/8,14; 8/28; 23/13,18; 4. Mose 15/3,7,13; 28/6,8,13; 29/2,6,13. 10055. "Eine Feuerung ist es für Jehovah", 2. Mose 29/18, bedeutet alles aus der göttlichen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Feuerung für Jehovah, insofern sie bezeichnet, daß etwas aus göttlicher Liebe (geschehen ist); denn das Feuer bedeutet im Worte die Liebe im guten und im schlimmen Sinn. Wenn aber von Jehovah oder dem Herrn (die Rede ist), bedeutet es die göttliche Liebe. Daß das Feuer die Liebe im zweifachen Sinn bezeichnet, sehe man Nr. 4906, 5215, 6314, 7324; und daß es im höchsten Sinn, in dem von Jehovah oder dem Herrn (gehandelt wird), die göttliche Liebe bedeutet: Nr. 6832, 6834, 6849. Das Brandopfer heißt eine Feuerung für Jehovah, weil das Göttliche das Menschliche annahm, und aus dem Menschlichen wider die Höllen kämpfte und sie unterjochte, und zugleich dasselbe mit dem Göttlichen vereinte, um das menschliche Geschlecht zu erlösen, aus reiner Liebe. Daß diese Vereinigung durch das Brandopfer bezeichnet wird, sehe man Nr. 10042, 10053. 10056. Vers 19-35: Und nimm den anderen Widder, und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des Widders legen. Und schlachte den Widder, und nimm von seinem Blut und streiche es an das rechte Ohrläppchen Aharons, und an das rechte Ohrläppchen seiner Söhne, und an den Daumen ihrer rechten Hand, und an die große Zehe ihres rechten Fußes, und sprenge das Blut auf den Altar ringsherum. Und nimm von dem Blut, das auf dem Altar ist, und von dem Salböl, und sprenge es auf Aharon, und auf seine Kleider, und auf seine Söhne, und auf die Kleider seiner Söhne mit ihm, und heilige ihn, und seine Kleider, und seine Söhne, und die Kleider seiner Söhne mit ihm. Und nimm von dem Widder das Fett, und den Schwanz, und das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und das Netz über der Leber, und die zwei Nieren, und das Fett, das an ihnen ist, und den rechten Bug (richtig: Keule), denn es ist der Widder der Füllungen (d.h. der Einsetzung). Und einen Laib Brot, und einen Brotkuchen mit Öl, und einen Fladen aus dem Korb mit Ungesäuertem, der vor Jehovah. Und lege alles in die Hände Aharons und in die Hände seiner Söhne, und webe es als eine Webe vor Jehovah. Dann nimm es aus ihrer Hand und zünde es an auf dem Altar über dem Brandopfer, zu einem Geruch der Ruhe vor Jehovah; eine Feuerung für Jehovah ist es. Und nimm die Brust von dem Widder der Einsetzung Aharons, und webe sie als eine Webe vor Jehovah, und sie soll dir zum Anteil sein. Und heilige die Brust der Webe und den Bug der Hebe, die gewebt und gehoben worden von dem Widder der Füllungen (Einsetzung), von dem für Aharon und von dem für seine Söhne. Und sie sollen Aharon gehören und seinen Söhnen als eine ewige Satzung von den Söhnen Israels; denn ein Hebopfer ist es, und ein Hebopfer soll es sein von den Söhnen (Israels) von ihren Dankopfern, ihr Hebopfer für Jehovah. Und die heiligen Kleider Aharons sollen seine Söhne haben nach ihm, daß sie darin gesalbt werden und man darin ihre Hände fülle. Sieben Tage sollen sie anziehen, wer von seinen Söhnen Priester wird nach ihm, wenn er eintritt in das Versammlungszelt, um zu dienen im Heiligtum. Und nimm den Widder der Einsetzung, und koche sein Fleisch am heiligen Ort. Und Aharon und seine Söhne sollen das Fleisch des Widders essen, und das Brot, das im Korb ist, vor der Türe des Versammlungszeltes. Und sie sollen dasselbe essen, womit sie versöhnt worden, um ihre Hände zu füllen, um sie zu heiligen, und ein Fremder soll nicht (davon) essen, denn heilig ist es. Und wenn übriggeblieben von dem Fleisch der Einsetzung, und von dem Brot bis zum Morgen, so sollst du das Übriggebliebene mit Feuer verbrennen; es soll nicht gegessen werden, denn heilig ist es. Also sollst du tun mit Aharon und seinen Söhnen, nach allem was Ich dir geboten habe; sieben Tage sollst du ihre Hände füllen. "Und nimm den anderen Widder" bedeutet den folgenden Zustand, welcher der des göttlich Wahren ist, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln; "und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des Widders legen" bedeutet die Mitteilung der Macht für den ganzen (Menschen); "und schlachte den Widder" bedeutet die Vorbereitung; "und nimm von seinem Blut" bedeutet das göttlich Wahre, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln; "und streiche es an das rechte Ohrläppchen Aharons, und an das rechte Ohrläppchen seiner Söhne" bedeutet das ganze Innewerden das göttlich Wahren, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln; "und an den Daumen ihrer rechten Hand" bedeutet das Verständnis daraus im mittleren Himmel; "und an die große Zehe ihres rechten Fußes" bedeutet das Verständnis im letzten Himmel; "und sprenge das Blut auf den Altar ringsherum" bedeutet die Vereinigung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten; "und nimm von dem Blut, das auf dem Altar ist" bedeutet das göttlich Wahre vereint mit dem göttlich Guten im Herrn; "und von dem Salböl" bedeutet das göttlich Gute der göttlichen Liebe, die im Herrn ist; "und sprenge es auf Aharon, und auf seine Kleider" bedeutet die gegenseitige Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren im Göttlich-Menschlichen des Herrn in den oberen Himmeln; "und auf seine Söhne, und auf die Kleider seiner Söhne" bedeutet die gegenseitige Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren im Göttlich-Menschlichen des Herrn in den unteren Himmeln; "und heilige ihn, und seine Kleider, und seine Söhne, und die Kleider seiner Söhne" bedeutet, somit alles Göttliche in den Himmeln; "und nimm von dem Widder das Fett" bedeutet das Gute in den Himmeln; "und den Schwanz" bedeutet alles Wahre in denselben; "und das Fett, das die Eingeweide bedeckt" bedeutet das Gute im Letzten; "und das Netz über der Leber" bedeutet das gereinigte innere Gute des natürlichen Menschen; "und die zwei Nieren, und das Fett, das an ihnen ist" bedeutet das gereinigte innere Wahre des natürlichen Menschen und das Gute desselben. "und den rechten Bug" (oder Keule), bedeutet das innerste Gute; "denn es ist der Widder der Füllungen" bedeutet das Vorbildliche der Macht im Göttlichen des Herrn in den Himmeln, durch das göttlich Wahre aus Seinem göttlich Guten; "und einen Laib Brot" bedeutet das innerste himmlische Gute vom Herrn; "und einen Brotkuchen mit Öl" bedeutet das mittlere himmlische Gute; "und einen Fladen" bedeutet das letzte himmlische Gute; "aus dem Korb mit Ungesäuertem" bedeutet was beisammen im Sinnlichen ist; "der vor Jehovah" bedeutet, aus dem göttlich Guten des Herrn; "und lege alles in die Hände Aharons und in die Hände seiner Söhne" bedeutet die Anerkennung in den Himmeln, daß (alles) dieses dem Herrn gehöre und vom Herrn sei; "und webe es als eine Webe vor Jehovah" bedeutet das göttliche Leben daraus; "dann nimm es aus ihrer Hand und zünde es an auf dem Altar über dem Brandopfer" bedeutet die Vereinigung mit dem göttlich Guten der göttlichen Liebe; "zu einem Geruch der Ruhe vor Jehovah" bedeutet das Innewerden des Friedens; "eine Feuerung für Jehovah ist es" bedeutet aus göttlicher Liebe; "und nimm die Brust" bedeutet das göttlich geistige in den Himmeln und dessen Aneignung daselbst; "von dem Widder der Einsetzung Aharons" bedeutet das Vorbildliche der göttlichen Macht des Herrn in den Himmeln durch das göttlich Wahre aus Seinem göttlich Guten; "und webe sie als eine Webe vor Jehovah" bedeutet die Lebendigmachung; "und sie soll dir zum Anteil sein" bedeutet die Mitteilung an die, welche in den göttlichen Wahrheiten sind; "und heilige die Brust der Webe" bedeutet das göttlich Geistige, anerkannt im Himmel und in der Kirche; "und den Bug der Hebe" bedeutet das göttlich Himmlische, das dem Herrn allein gehört, werde innerlich wahrgenommen im Himmel und in der Kirche; "die gewebt und gehoben worden" bedeutet, daß es anerkannt und innerlich wahrgenommen sei; "von dem Widder der Einsetzung, von dem für Aharon und von dem für seine Söhne" bedeutet das Vorbildliche der göttlichen Macht des Herrn in den Himmeln durch das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten; "und sie sollen Aharon gehören und seinen Söhnen als eine ewige Satzung von den Söhnen Israels" bedeutet das Gesetz der Ordnung und der vorbildlichen Kirche in Ansehung des göttlich Guten des Herrn und des daraus hervorgehenden göttlich Wahren; "denn ein Hebopfer ist es" bedeutet das Vorbildliche des göttlich Guten und des daraus hervorgehenden göttlich Wahren; "und ein Hebopfer soll es sein von den Söhnen Israels von ihren Dankopfern, ihr Hebopfer für Jehovah" bedeutet die Aufnahme in den Himmeln und in der Kirche, und die Anerkennung, daß es des Herrn allein sei; "und die heiligen Kleider Aharons" bedeutet das göttlich Geistige, das unmittelbar hervorgeht aus dem göttlich Himmlischen; "sollen seine Söhne haben nach ihm" bedeutet im Natürlichen nach der Reihenfolge; "daß sie darin gesalbt werden" bedeutet um den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorzubilden; "und man darin ihre Hände fülle" bedeutet das Vorbildliche des göttlich Wahren, das hervorgeht von dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln; "sieben Tage sollen sie anziehen, wer von seinen Söhnen Priester wird nach ihm" bedeutet die vollständige Anerkennung und Aufnahme; "wenn er eintritt in das Versammlungszelt, um zu dienen im Heiligtum" bedeutet bei jedem Gottesdienste im Himmel und in der Kirche; "und nimm den Widder der Einsetzung" bedeutet das Vorbildliche der göttlichen Macht des Herrn in den Himmeln durch das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten und dessen Mitteilung und Aufnahme daselbst; "und koche sein Fleisch am heiligen Ort" bedeutet die Bereitung des Guten zum Lebensgebrauch durch die Wahrheiten der Lehre in der Erleuchtung aus dem Herrn; "und Aharon und seine Söhne sollen das Fleisch des Widders essen" bedeutet die Aneignung des geistig Guten vom Herrn; "und das Brot, das im Korb ist" bedeutet die Aneignung des himmlisch Guten vom Herrn; "vor der Türe des Versammlungszeltes" bedeutet beim Eintritt in den Himmel; "und sie sollen dasselbe essen, womit sie versöhnt worden" bedeutet die Aneignung des Guten bei denen, die von dem Bösen und von dem Falschen daraus gereinigt sind; "um ihre Hände zu füllen" bedeutet zur Aufnahme des göttlich Wahren; "um sie zu heiligen", damit sie in den Wahrheiten durch das Gute aus dem Herrn seien; "und ein Fremder soll nicht (davon) essen" bedeutet keine Aneignung (finde statt) bei denen, die den Herrn nicht anerkennen; "denn heilig ist es" bedeutet, weil es göttlich ist. "und wenn übriggeblieben von dem Fleisch der Einsetzung, und von dem Brot bis zum Morgen" bedeutet das geistig und himmlisch Gute, das noch nicht zu einem neuen Zustand verbunden ist; "so sollst du das Übriggebliebene mit Feuer verbrennen" bedeutet die Zerstreuung desselben; "es soll nicht gegessen werden" bedeutet, es werde nicht angeeignet werden; "denn heilig ist es" bedeutet, daß es nicht damit verbunden werden solle, weil Entweihung daraus (hervorgeht); "also sollst du tun mit Aharon und seinen Söhnen" bedeutet das Vorbildliche der Verherrlichung des Herrn und den Einfluß desselben in die Himmel und in die Kirche; "nach allem was Ich dir geboten habe" bedeutet gemäß den Gesetzen der göttlichen Ordnung; "sieben Tage sollst du ihre Hände füllen" bedeutet das Vorbildliche der vollständigen Macht des Herrn in den Himmeln durch den Einfluß aus dem göttlich Guten der Liebe Seines Göttlich-Menschlichen. 10057. "Und nimm den anderen Widder", 2. Mose 29/19, bedeutet den folgenden Zustand, welcher der des göttlich Wahren ist, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln. Dies erhellt aus dem, was vorausgeht und was nachfolgt. In dem Vorausgehenden wurde von dem Schlachtopfer (vom jungen Stier) und von dem Brandopfer (vom ersten Widder) gehandelt. Im Nachfolgenden aber wird von dem zweiten Widder gehandelt, und von der Füllung der Hände durch ihn, und dann erst von dem Schlachtopfer (von dem jungen Stier) und dem täglichen Brandopfer (von Lämmern). Wer, der aus einer etwas erleuchteten Vernunft denkt, kann nicht sehen, daß in allen diesen Handlungen himmlische Geheimnisse liegen? Denn wozu wären sonst die Schlachtopfer und Brandopfer samt ihren vielen Zeremonien gewesen? Zum Beispiel daß der Altar mit Blut übergossen werden sollte, daß Blut auf das Ohrläppchen, den Daumen der Hand und die große Zehe des Fußes Aharons und seiner Söhne und auch an ihre Kleider gestrichen werden, und daß zum Schlachtopfer das Fett der Eingeweide, der Leber und der Nieren mit den Nieren selbst angezündet werden sollte auf dem Altar, und das übrige mit Feuer verbrannt werden sollte außerhalb des Lagers, oder gegessen werden, und daß beim Brandopfer die Eingeweide und die Schenkel auf die Stücke und auf das Haupt gelegt und angezündet werden sollten? Wozu ferner, daß das, was vom zweiten Widder ist, zuerst in den Händen Aharons und seiner Söhne gewebt und einige Teile davon gegessen werden sollten? Möge doch, wer da will, darüber nachdenken, ob nicht dies lauter irdische Dinge wären, wenn sie nicht heilige Geheimnisse in sich schlössen. Und wenn es heilige Geheimnisse sind, so müssen es notwendig solche sein, die sich auf den Himmel und auf die Kirche beziehen und im höchsten Sinn auf den Herrn; denn diese Dinge allein sind heilig, weil göttlich. Wenn man glauben muß, daß das Wort heilig sei und im ganzen und einzelnen vom Göttlichen (oder von Gott) eingegeben, so muß man auch glauben, daß alles und jedes, was über die Schlacht- und Brandopfer angeordnet wurde, inwendig solche (Geheimnisse) umfaßt und enthält. Was sie aber enthalten, kann man durchaus nicht auf Erden wissen, wenn man nicht weiß, was durch solche Dinge im Himmel bezeichnet wird. Was aber durch sie bezeichnet wird, lehrt der innere Sinn des Wortes, weil dieser die Entsprechungen enthüllt; denn alles, was in der natürlichen Welt ist, steht in Entsprechung mit dem, was in der geistigen Welt ist, und dies darum, weil jene aus dieser entsteht und besteht. Was aber die Schlacht- und Brandopfer, die in diesem Kapitel beschrieben werden, in sich schließen, soll infolge der Enthüllung der Entsprechungen durch den inneren Sinn der Reihe nach gesagt werden. Im höchsten Sinn, in dem alles Heilige und Göttliche enthalten ist, wird von der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn gehandelt, und im vorbildlichen Sinn von der Wiedergeburt des Menschen. Der Vorgang der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn und der Wiedergeburt des Menschen wird vollständig beschrieben durch das, was in betreff der Schlacht- und Brandopfer befohlen worden ist. Damit aber dieser Vorgang begriffen werde, darf ich ihn durch solche Vorstellungen erläutern, die für den Verstand des Menschen faßlich sind. Es ist bekannt, daß die Dinge, die von den Augen gesehen und von den Ohren gehört werden, innerlich im Menschen wahrgenommen werden, und gleichsam aus der Welt durch die Augen und durch die Ohren in den Gedanken, somit in den Verstand übergehen, denn der Gedanke ist Sache des Verstandes, und wenn es Dinge sind, die geliebt werden, so gehen sie in den Willen über und hernach von dem Willen auf dem Verstandeswege in die Rede des Mundes und auch in die Handlung des Körpers. Ein solcher Kreislauf der Dinge findet aus der Welt durch den natürlichen Menschen in dessen geistigen statt, und von diesem wiederum in die Welt. Man muß jedoch wissen, daß dieser Kreislauf vom Willen, der das Innerste des Lebens im Menschen ist, angeordnet wird, und daß er in demselben anfängt und durch denselben vollbracht wird, und der Wille des Menschen, der im Guten ist, wird aus dem Himmel vom Herrn geleitet, obwohl es anders erscheint. Es besteht nämlich ein Einfluß aus der geistigen Welt in die natürliche, also durch den inneren Menschen in den äußeren, aber nicht umgekehrt; denn der innere Mensch ist im Himmel, der äußere hingegen in der Welt. Weil dieser Kreislauf der Kreislauf des menschlichen Lebens ist, deshalb wird der Mensch, wenn er wiedergeboren wird, in Gemäßheit desselben wiedergeboren, und wenn er wiedergeboren ist, lebt und handelt er demselben gemäß. Deswegen werden auch, wenn der Mensch wiedergeboren wird, durch das Gehör und das Gesicht die Glaubenswahrheiten eingeflößt und dem Gedächtnisse seines natürlichen Menschen eingepflanzt. Aus diesem Gedächtnis werden sie in das Denken gebracht, das Sache des Verstandes ist, und was geliebt wird, wird Sache des Willens, und in dem Maße, als es Sache des Willens wird, wird es Sache des Lebens, denn der Wille des Menschen ist sein eigentliches Leben. Und soweit es Sache des Lebens wird, soweit wird es Sache seiner Neigung, somit der Liebtätigkeit in dem Willen und des Glaubens im Verstande. Nachher redet und handelt der Mensch aus diesem Leben, das ein Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens ist. Aus der Liebtätigkeit, die Sache des Willens ist, geht die Rede des Mundes hervor, und auch die Handlung des Körpers, und beides auf dem Verstandeswege, somit auf dem Wege des Glaubens. Hieraus erhellt, daß der Kreislauf der Wiedergeburt des Menschen ähnlich ist dem Kreislauf seines Lebens im allgemeinen; und daß jener gleicherweise im Willen durch den Einfluß aus dem Himmel vom Herrn stattfinde. Es geht hieraus auch deutlich hervor, daß zwei Zustände sind bei dem Menschen, der wiedergeboren wird: der erste, wenn die Glaubenswahrheiten eingepflanzt und mit dem Guten der Liebtätigkeit verbunden werden; der zweite, wenn er aus dem Guten der Liebtätigkeit durch die Glaubenswahrheiten redet und diesen gemäß handelt. Daß also der erste Zustand aus der Welt durch den natürlichen Menschen zu dem geistigen, somit zum Himmel hinführt, der andere aber aus dem Himmel durch den geistigen Menschen zu dem natürlichen, somit zur Welt hinführt. Dieser Kreislauf ist der Kreislauf der Wiedergeburt des Menschen, und daher der Kreislauf seines geistigen Lebens. Über diese beiden Zustände des Menschen, der wiedergeboren wird, sehe man das Nr. 9274 Angeführte. Aus dem Gesagten kann man sich eine Vorstellung von der Verherrlichung des Herrn machen, denn sowie der Herr Sein Menschliches verherrlichte, so gebiert Er den Menschen von neuem, und darum ist, wie früher schon einige Male gesagt wurde, die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Herrn. Hieraus erhellt, daß der erste Zustand Seiner Verherrlichung darin bestand, daß Er Sein Menschliches zum göttlich Wahren machte, und es mit dem göttlich Guten, das in Ihm war, vereinigte; und daß der andere Zustand darin bestand, daß Er aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre handelte; denn durch das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, wird der Himmel gegründet und wird auch die Kirche gegründet, und durch dasselbe werden alle wiedergeboren, die der Kirche angehören. Das ist es, was durch die Schlacht- und Brandopfer und ihre Zeremonien, von denen in diesem Kapitel die Rede ist, beschrieben wird. Durch das Schlachtopfer von dem jungen Stier und durch das Brandopfer von dem ersten Widder wird der erste Zustand beschrieben, und durch die Füllungen der Hände von dem zweiten Widder der zweite Zustand; und zuletzt wird durch das Schlachtopfer von dem jungen Stier und durch das Brandopfer die Fortsetzung desselben bezeichnet. Man muß nämlich wissen, daß bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, die Reinigung vom Bösen und vom Falschen durchaus beständig fortwährt; denn in dem Maße, als der Mensch vom Bösen und Falschen gereinigt wird, werden ihm Glaubenswahrheiten eingepflanzt und diese mit dem Guten der Liebtätigkeit verbunden, und insoweit handelt dann der Mensch aus dem Guten der Liebtätigkeit. Die Reinigung von dem Bösen und Falschen beim Menschen ist aber keine Befreiung von denselben, sondern nur ihre Entfernung; man sehe Nr. 868, 887, 894, 929, 1581, 2269, 2406, 4564, 8206, 8393, 8988, 9014, 9333, 9446-9451, 9938. Beim Herrn fand dagegen keine Entfernung statt, sondern eine Ausstoßung dessen, was Er von der Mutter her hatte, also eine völlige Befreiung von demselben, und zwar in solchem Grade, daß Er nicht mehr der Sohn der Maria war; man sehe das Nr. 9315 Angeführte. Dies wurde vorausgeschickt, damit man wisse, was durch das Füllen der Hände vom zweiten Widder, von dem nun folgt, bezeichnet wird. 10058. "Und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf das Haupt des Widders legen", 2. Mose 29/19, bedeutet die Mitteilung der Macht für den ganzen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Auflegens der Hände, insofern es eine Mitteilung, Übertragung und Aufnahme der Macht bezeichnet, worüber Nr. 10023. Und aus der Bedeutung des Hauptes, insofern es das Ganze mit seinen Teilen bezeichnet, worüber Nr. 10011, somit alles und jedes, was durch diesen zweiten Widder vorgebildet wird. 10059. "Und schlachte den Widder", 2. Mose 29/20, bedeutet die Vorbereitung. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlachten, wenn es sich um Schlacht- und Brandopfer handelt, insofern es die Vorbereitung bezeichnet, worüber Nr. 10024. 10060. "Und nimm von seinem Blut", 2. Mose 29/20, bedeutet das göttlich Wahre, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, wenn vom Schlacht- und Brandopfer die Rede ist, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 10026, 10033; hier das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten des Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgeht, insofern es mitgeteilt und aufgenommen wird in den Himmeln. Darüber wird nämlich in dem nun Folgenden gehandelt. Oben, Nr. 10057, wurde gesagt, daß zwei Zustände bei dem Menschen seien, der wiedergeboren wird: der erste, wenn das Wahre eingepflanzt und mit dem Guten verbunden wird; der zweite, wenn der Mensch im Guten ist und aus dem Guten handelt. Wenn er in diesem Zustand ist, dann gehen die Wahrheiten bei ihm aus dem Guten hervor; denn aus dem Guten betrachtet, bespricht und vollbringt er sie. Dann ist in allem einzelnen das Gute wie die Seele im Menschen oder wie das Herz im Körper, was auch von dem Weisen aus den Reden und Handlungen derer, die im Guten sind, innerlich wahrgenommen wird. Aus dieser Vorstellung von der Wiedergeburt des Menschen kann einigermaßen über die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn gedacht werden, denn der Herr bewirkt die Wiedergeburt des Menschen in ähnlicher Weise, wie Er Sein Menschliches verherrlicht hat: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688. Der erste Zustand der Verherrlichung Seines Menschlichen war nämlich die Einpflanzung des göttlich Wahren und dessen Vereinigung mit dem göttlich Guten; deshalb machte der Herr, als Er in der Welt war, Sein Menschliches zum göttlich Wahren, und durch die Vereinigung mit dem göttlich Guten, das in Ihm war, auch zum göttlich Guten; man sehe das Nr. 9199 E, 9315 Angeführte. Der zweite Zustand Seiner Verherrlichung aber besteht darin, daß aus dem göttlich Guten das göttlich Wahre hervorgeht, das Sein Göttliches in den Himmeln ist. Der erste Zustand der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn wird im inneren Sinn durch das beschrieben, was über das Schlachtopfer vom jungen Stier und über das Brandopfer vom ersten Widder gesagt wurde, worüber 2. Mose 29/10-18. Der zweite Zustand aber wird durch das beschrieben, was nun vom zweiten Widder folgt, welcher der Widder der Füllungen heißt. Daraus wird klar, daß durch Blut hier das göttlich Wahre bezeichnet wird, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, und in den Himmeln mitgeteilt und aufgenommen wird. 10061. "Und streiche es an das rechte Ohrläppchen Aharons, und an das rechte Ohrläppchen seiner Söhne", 2. Mose 29/20, bedeutet das ganze Innewerden das göttlich Wahren, das hervorgeht aus dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, das an das Ohrläppchen gestrichen wurde, insofern es das göttlich Wahre im Himmel und in der Kirche bezeichnet, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, worüber Nr. 10060; aus der Bedeutung des Ohres, insofern es das Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 9397; hier das Innewerden des göttlich Wahren in den Himmeln und in der Kirche; denn alles Innewerden desselben findet in dieser statt. Im besonderen aber wird hier das Innewerden im himmlischen Reich verstanden, denn hier wird das Wahre aus dem Guten innerlich wahrgenommen; man sehe das Nr. 9277 Angeführte. Ferner aus der Bedeutung des Ohrläppchens, welches das Äußerste des Ohres ist, und das Gesamte oder Ganze bezeichnet, denn wie durch das Erste oder Höchste das Gesamte oder Ganze bezeichnet wird, so auch durch das Letzte oder Äußerste; man sehe Nr. 10044. Und aus der Bedeutung des rechten Ohres, insofern es die Wahrnehmung des Wahren aus dem Guten bezeichnet. Diese Bedeutung hat aber das rechte Ohr, weil alles, was an der rechten Seite des Menschen ist, dem Guten, aus dem das Wahre hervorgeht, entspricht, und was an der linken ist, dem Wahren entspricht, durch welches das Gute sich gestaltet: Nr. 9604, 9736. So auch im Gehirn, im Angesicht und in den Sinnesorganen, und so auch in der Brust, in den Lenden und in den Füßen. Wer dies Geheimnis nicht weiß, kann durchaus nicht erkennen, warum befohlen wurde, Blut auf das Ohrläppchen des rechten Ohres, auf den Daumen der rechten Hand und auf die große Zehe des rechten Fußes Aharons und seiner Söhne zu streichen, und daß von diesem Widder außer dem Fett der rechte Bug (Keule) verbrannt werden sollte auf dem Altar, worüber 2. Mose 29/22,25. Ebenso, daß das Blut aus dem Schlachtopfer gestrichen werden sollte auf das Ohrläppchen des rechten Ohres dessen, der vom Aussatz gereinigt werden sollte, und auf den Daumen der rechten Hand, und auf die große Zehe des rechten Fußes, und daß der Priester Öl vom Log (das Log war ein Maß für flüssige Dinge und betrug ca. 0,5l. Anm.d.Übers.) auf seine linke Hand gießen und einen Finger von der rechten Hand eintauchen sollte in das Öl in seiner linken Hand, und es mit dem Finger auf seine rechte Hand siebenmal vor Jehovah sprengen sollte: 3. Mose 14/14-18,25-28. Ferner kann man auch nicht wissen, was es bedeutet, daß der Herr zu Seinen Jüngern, als sie fischten, sagte, daß sie das Netz zur rechten Seite des Schiffes auswerfen sollten, und daß sie, als sie es auswarfen, so viel fingen, daß sie vor der Menge der Fische das Netz nicht zu ziehen vermochten: Joh.21/6. Dadurch wurde nämlich vorgebildet, daß man durch das Handeln und Lehren aus dem Guten zugleich Unzähliges erschließt, was Sache des Wahren ist, aber nicht umgekehrt. Die, welche in den Wahrheiten aus dem Guten sind, werden auch verstanden unter den Schafen, die zur Rechten sind, aber diejenigen, die in den Wahrheiten sind und nicht aus dem Guten, unter den Böcken, die zur Linken sind: Matth.25/33. Unter der Rechten werden auch diejenigen verstanden, die im Lichte des Wahren aus dem Guten sind bei Ps.89/13: "Dein sind die Himmel und Dein ist die Erde; den Erdkreis und seine Fülle hast Du gegründet, den Norden und die rechte Seite (d.h. den Süden) hast Du erschaffen": durch die Himmel, die Erde und den Erdkreis wird die Kirche bezeichnet: Nr. 9325; durch die Fülle alles Wahre und Gute, was die Kirche ausmacht. Durch den Norden diejenigen, die in einem dunklen Zustand sind in Ansehung des Wahren: Nr. 3708; und durch die rechte (Seite) diejenigen, die im Lichte des Wahren aus dem Guten sind, somit das gleiche, wie durch den Süden oder Mittag: Nr. 6942. Hieraus kann man auch ersehen, was durch das Sitzen zur rechten Hand Gottes bezeichnet wird, wo vom Herrn (die Rede ist): Ps.110/1,5; Matth.26/63,64; Mark.12/36; 14/61,62; Luk.20/42,43, nämlich die göttliche Macht durch das göttlich Wahre, das hervorgeht aus Seinem göttlich Guten: Nr. 3387, 4592, 4933, 7518, 8281, 9133. Weil die meisten Ausdrücke im Worte auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so ist dies auch bei dem Rechten und Linken der Fall, und dann bedeutet das Rechte das Böse, aus dem das Falsche, und das Linke das Falsche, aus dem das Böse hervorgeht, wie: Sach.11/17: "Wehe dem nichtswürdigen Hirten, der die Herde verläßt; das Schwert (komme) über seinen Arm und über sein rechtes Auge; sein Arm müsse verdorren und sein rechtes Auge verfinstert werden": der Arm bedeutet hier die Macht des Wahren, das angewendet wird, um das Böse zu begründen, und weil diese Macht nichtig ist, wird von ihr gesagt, daß sie verdorren werde, und das rechte Auge bedeutet das Wissen des Guten, das angewendet wird, um das Falsche zu begründen, und weil dieses Wissen nichts wert ist, so wird von demselben gesagt, daß es verfinstert werden soll. Der Hirte bezeichnet den, der die Wahrheiten lehrt, und durch sie zum Guten führt: Nr. 343, 3795, 6044; der nichtswürdige Hirte bezeichnet daher den, der das Falsche lehrt und zum Bösen führt. Der Arm bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten: Nr. 4931-4937, 7205; und der Arm des Hirten, der nichtswürdig ist, bezeichnet die Ohnmacht. Das Auge bedeutet den Verstand und die Wahrnehmung des Wahren: Nr. 4403-4421, 4523-4534, 9051; aber das rechte Auge des nichtswürdigen Hirten bedeutet das Wissen des Guten, ohne dessen Verständnis und innerer Wahrnehmung, weil es zum Falschen angewendet wird. Und die Finsternis bedeutet das Falsche aus dem Bösen: Nr. 7711. Matth.5/29,30: "Jesus sprach: Ärgert dich dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf es von dir, und ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir; es ist dir besser, daß eines deiner Glieder verlorengehe, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde": das rechte Auge bedeutet hier das Verständnis und den Glauben des Falschen aus dem Bösen, und die rechte Hand das Falsche selbst aus dem Bösen. Ein jeder kann sehen, daß hier unter Auge nicht das (wirkliche) Auge verstanden wird, und unter der Rechten nicht die rechte Hand, und daß das Auge, das Ärgernis gibt, nicht ausgerissen werden soll, und die rechte Hand, die Ärgernis gibt, nicht abgehauen werden soll, denn das würde dem Menschen kein Heil bringen. Joh.Offenb.13/16: "Das Tier gab allen ein Malzeichen an ihrer rechten Hand oder an ihren Stirnen": die rechte Hand bedeutet hier das Falsche aus dem Bösen, und die Stirne die Liebe des Bösen, aus der das Falsche stammt; daß die Stirn die himmlische Liebe bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn die höllische Liebe, sehe man Nr. 9936. 10062. "Und an den Daumen ihrer rechten Hand", 2. Mose 29/20, bedeutet das Verständnis daraus im mittleren Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Daumen an der rechten Hand, insofern er die Macht des Guten durch das Wahre bezeichnet oder das Wahre in seiner Macht aus dem Guten und daher das Verständnis, worüber folgen wird. Daß dies das Verständnis im mittleren Himmel bedeutet, kommt daher, weil durch das Blut, das an den Daumen der Hand gestrichen wird, das göttlich Wahre im Himmel bezeichnet wird, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, worüber Nr. 10060. Daher (bedeutet es) hier das Verständnis aus demselben, denn durch das Blut an dem Ohrläppchen des rechten Ohres wird das Innewerden im innersten Himmel bezeichnet; daher wird durch das Blut an der rechten Hand das Verständnis im mittleren Himmel bezeichnet, und durch die große Zehe des rechten Fußes wird das Verständnis im letzten Himmel bezeichnet. Denn das, was dem innersten Himmel angehört, wird durch das Haupt bezeichnet und durch das, was zum Haupte gehört; daher wird hier das Innewerden desselben durch das rechte Ohr bezeichnet, denn dieses gehört zum Haupte; und das, was dem mittleren Himmel angehört, wird bezeichnet durch den Leib und durch das, was zum Leibe gehört; daher wird hier das Verständnis durch die rechte Hand bezeichnet, und das, was dem letzten Himmel angehört, wird bezeichnet durch die Füße und durch das, was zu den Füßen gehört. Daß eine solche Entsprechung der Himmel mit dem Menschen stattfindet, sehe man Nr. 10030 und in den dort angeführten Stellen. Im innersten Himmel ist auch wirklich ein Innewerden des Wahren aus dem Guten, im mittleren Himmel aber ist kein Innewerden des Wahren, sondern ein Verständnis desselben; ebenso im letzten Himmel, man sehe Nr. 9277, 9596, 9684. Daß der Daumen der rechten Hand das Wahre aus dem Guten in seiner Macht bedeutet und daher das Verständnis im mittleren Himmel, erscheint zwar als untergeordnet und nicht von so großer Bedeutung, daß es den Himmel bezeichnen könnte; denn man könnte meinen: Woher hat der Daumen eine so wichtige und so große Bedeutung? Allein man wisse, daß das Letzte oder Äußerste eines jeden Gliedes dasselbe bedeutet wie das ganze Glied, und die Hand die ganze Macht des Körpers bezeichnet und daß der Körper seine Macht durch die Arme und Hände hat. Daß das Letzte oder Äußerste das Gesamte und das Ganze bedeutet, ebenso wie das Erste oder Höchste, sehe man Nr. 10044. Daß die Hände Macht bedeuten und daß das Wahre alle Macht aus dem Guten hat, sehe man in den Nr. 10019 angeführten Stellen, und daß die rechte Hand die Macht des Wahren aus dem Guten bedeutet, und die linke Hand das Wahre, durch welches das Gute (sich bildet): Nr. 10061. Daß aber hier das Verständnis gemeint ist, kommt daher, weil das ganze Verstandesgebiet aus den Wahrheiten gebildet ist, das ganze Willensgebiet aber aus dem Guten; denn alles in der Welt und im Himmel bezieht sich auf das Wahre und auf das Gute, und der Verstand ist dem Menschen für das Wahre gegeben und der Wille für das Gute. Weil aber die Hand das Wahre in seiner Macht bezeichnet, deshalb wird auch der Verstand durch dieselbe bezeichnet. Weil der Daumen der Hand, ebenso wie die Hand selbst, die Macht des Wahren aus dem Guten bedeutete, darum war es in alten Zeiten bei den Völkerschaften und auch beim israelitischen Volke gebräuchlich, "den Daumen der Hand und die große Zehe des Fußes von seine Feinden abzuschneiden", Richt.1/6,7, und dadurch wurde die Wegnahme aller ihrer Macht vorgebildet; im Daumen liegt auch die hauptsächliche Macht der Hand, denn wenn er abgeschnitten ist, taugt die Hand nicht mehr zum Kriege. So wie der Daumen, bedeuten auch die Finger eine Macht, z.B. bei Ps.144/1: "Jehovah lehrt meinen Händen den Kampf und meinen Fingern den Krieg". Ps.8/4: "Wenn ich die Himmel ansehe, das Werk Deiner Finger". Luk.11/20: "Jesus sprach: Wenn Ich durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen". 10063. "Und an die große Zehe ihres rechten Fußes", 2. Mose 29/20, bedeutet das Verständnis im letzten Himmel. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10062 gesagt und gezeigt worden ist. 10064. "Und sprenge das Blut auf den Altar ringsherum", 2. Mose 29/20, bedeutet die Vereinigung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, wenn vom Schlachtopfer und Brandopfer (die Rede ist), insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 10026, 10033; und aus der Bedeutung des Altares, insofern er ein Vorbild des Herrn in Ansehung des göttlich Guten ist, worüber Nr. 9964. Wenn das göttlich Gute genannt wird, so wird auch die göttliche Liebe verstanden, denn alles Gute ist Sache der Liebe, weil alles, was geliebt wird, als Gutes empfunden wird, und daher auch Gutes heißt. Alles Wahre aber ist Sache des Glaubens, denn alles, was geglaubt wird, wird als Wahres wahrgenommen und heißt auch Wahres. Hieraus folgt, daß das, was den Verstand des Menschen bildet, Sache des Glaubens ist, und das, was den Willen bildet, Sache der Liebe ist; denn der Verstand des Menschen ist bestimmt zur Aufnahme des Wahren, das dem Glauben angehört, und der Wille ist bestimmt zur Aufnahme des Guten, das der Liebe angehört. Daher ist der Verstand des Menschen so beschaffen, wie die Wahrheiten, die ihn bilden, und wie der Glaube an dieselben, und der Wille des Menschen ist so beschaffen wie das Gute, das ihn bildet, und wie die Liebe zu demselben. Im entgegengesetzten Sinn verhält es sich bei der Liebe des Bösen und bei dem Glauben des Falschen (ebenso): aus diesen geht auch ein Wille und ein Verstand hervor, allein dann ist der Verstand so beschaffen wie das Falsche, das ihn bildet, und wie der Glaube an das Falsche; und der Wille ist so beschaffen, wie das Böse, das ihn bildet, und wie die Liebe zum Bösen. Daß der Wille des Bösen und der Verstand des Falschen aus der Hölle stammen, und die Hölle bei dem Menschen sind, ist klar, weil sie den Gegensatz bilden zum Verständnis des Wahren und zum Wollen des Guten, die aus dem Himmel vom Herrn stammen, und somit den Himmel bei dem Menschen bilden. 10065. "Und nimm von dem Blut, das auf dem Altar ist", 2. Mose 29/21, bedeutet das göttlich Wahre vereint mit dem göttlich Guten im Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes auf dem Altare, insofern es das göttlich Wahre bezeichnet, das mit dem göttlich Guten vereinigt ist, worüber Nr. 10064. Wie es sich damit verhält, soll in dem, was nun folgt, gesagt werden. 10066. "Und von dem Salböl", 2. Mose 29/21, bedeutet das göttlich Gute der göttlichen Liebe, die im Herrn ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Salböles, insofern es ein Vorbild des göttlich Guten der göttlichen Liebe ist, das im Herrn ist, worüber Nr. 9954, 10019. 10067. "Und sprenge es auf Aharon und auf seine Kleider", 2. Mose 29/21, bedeutet die gegenseitige Vereinigung des göttlichen Guten mit dem göttlich Wahren in den oberen Himmeln. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten darstellt, worüber Nr. 9806; und dieses ist das göttlich Gute des Herrn im himmlischen Reich, worüber Nr. 9946, oder was das gleiche ist, in den oberen Himmeln. Ferner aus der Bedeutung der Kleider Aharons, insofern sie das geistige Reich des Herrn vorbilden, das Seinem himmlischen Reich beigesellt ist, worüber Nr. 9814; und aus der Bedeutung von "darauf sprengen", insofern es die Vereinigung bedeutet, denn was auf jemand gesprengt und gegossen wurde, das bildete die Vereinigung vor, wie dies auch früher dadurch geschah, daß das Blut auf den Altar ringsherum gesprengt wurde: Nr. 10064. Es wird aber das Göttlich-Menschliche des Herrn in den Himmeln verstanden, weil hier und in dem nun Folgenden vom Göttlichen des Herrn in den Himmeln gehandelt wird, und von Seiner Vereinigung mit den Engeln daselbst und somit von dem zweiten Zustand der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn, man sehe Nr. 10057; deshalb wird hier durch Aharon der Herr in Ansehung des göttlich Guten im himmlischen Reich vorgebildet, und durch seine Kleider (der Herr) in Ansehung des göttlich Wahren im geistigen Reich, das dem himmlischen Reich beigesellt ist, somit in Ansehung beider in den oberen Himmeln. Es ist aber das Göttlich-Menschliche, von dem jenes herkommt, weil kein anderes Göttliches in den Himmeln anerkannt und angebetet wird, als das Göttlich-Menschliche des Herrn; denn das Göttliche, das der Herr Seinen Vater nannte, war das Göttliche in Ihm. Daß in den Himmeln kein anderes Göttliches anerkannt und verehrt wird als der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, kann man mehrfach aus den Worten des Herrn bei den Evangelisten erkennen, z.B. aus folgenden: Matth.11/27; Luk.10/22: "Alle Dinge sind Mir übergeben vom Vater". Joh.3/34,35: "Der Vater hat alles in die Hand des Sohnes gegeben". Joh.17/2: "Der Vater hat dem Sohne Macht gegeben über alles Fleisch". Joh.15/5: "Ohne Mich könnt ihr nichts tun". Joh.17/10: "Vater, alles was Mein ist, ist Dein, und alles, was Dein ist, ist Mein". Matth.28/18: "Mit ist gegeben alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden". Matth.16/19: Jesus sprach zu Petrus: "Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben: Alles, was du auf Erden binden wirst, wird auch in den Himmeln gebunden sein; und alles, was du auf Erden lösen wirst, wird auch in den Himmeln gelöst sein". Daß es so ist, erhellt auch daraus, daß niemand durch den Glauben und die Liebe mit dem Göttlichen Selbst ohne das Göttlich-Menschliche verbunden werden kann; denn das Göttliche Selbst, das Vater heißt, kann nicht gedacht werden, weil Es unbegreiflich ist, und was man nicht denken kann, kann auch nicht Gegenstand des Glaubens sein, also auch nicht Gegenstand der Liebe, während es doch das Allerwichtigste des Gottesdienstes ist, an Gott zu glauben und Ihn über alles zu lieben. Daß das Göttliche Selbst, das der Vater ist, unbegreiflich ist, lehrt auch der Herr Joh.1/18: "Niemand hat Gott je gesehen, der Eingeborne Sohn, der im Schoße des Vater ist, Der hat Ihn kundgetan (d.i. offenbart)". Joh.5/37: "Ihr habt niemals die Stimme des Vaters gehört noch Seine Gestalt gesehen". Daß aber das Göttliche Selbst, das der Vater ist, begreiflich ist im Herrn durch Sein Göttlich-Menschliches, (lehrt Er) bei Joh.12/45: "Wer Mich sieht, der sieht Den, Der Mich gesandt hat". Joh.14/6-11: "Wenn ihr Mich kennetet, so würdet ihr auch Meinen Vater kennen und von nun an kennet ihr Ihn und habt Ihn gesehen; wer Mich sieht, der sieht den Vater". Matth.11/27; Luk.10/22: "Alles ist Mir übergeben von Meinem Vater, und niemand erkennet den Sohn, denn nur der Vater, und niemand erkennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn offenbaren will". Es wird auch gesagt, daß niemand den Sohn kenne, als nur der Vater, weil unter dem Sohn das göttlich Wahre verstanden wird, und unter dem Vater das göttlich Gute, und beides im Herrn, und das eine nur vom anderen erkannt werden kann; und deshalb sagt der Herr zuerst, daß Ihm alles vom Vater übergeben sei, und hernach, daß der Ihn erkenne, dem es der Sohn offenbaren will. Daß der Sohn das göttlich Wahre ist und der Vater das göttlich Gute, und beides im Herrn, sehe man Nr. 2803, 2813, 3704, 7499, 8328, 8897, 9807; hieraus wird nun klar, daß das Göttliche in den Himmeln das Göttlich-Menschliche des Herrn ist. Es soll nun auch gesagt werden, was dadurch vorgebildet wurde, daß das Blut von dem zweiten Widder ringsherum gesprengt werden sollte, und daß von diesem Blut und von dem Salböl genommen und auf Aharon und auf seine Kleider gesprengt werden sollte; daß diese (Handlungen) die Vereinigung des göttlich Wahren, und des göttlich Guten samt dem göttlich Wahren mit dem Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichneten, ist klar und deutlich aus dem, was Nr. 10064-10067 gesagt und gezeigt worden ist; aber das Geheimnis, das darinnen liegt, ist noch nicht enthüllt worden. Das Geheimnis ist aber dieses, daß eine gegenseitige Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren stattgefunden hat, somit des Göttlichen Selbst, das Vater heißt, und des göttlich Wahren, das Sohn heißt. Die Vereinigung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten wird bezeichnet durch das Sprengen des Blutes auf den Altar: 10064; und beides als vereinigt wird durch das Blut auf den Altar bezeichnet, von dem genommen werden sollte: Nr. 10065; und durch das Salböl, durch welches das göttlich Gute bezeichnet wird: Nr. 10066; daher wird die gegenseitige Vereinigung des göttlich Wahren und des göttlich Guten im Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichnet durch das Sprengen dieses Blutes und zugleich auch des Salböls auf Aharon und auf seine Kleider: Nr. 10067 Anfang. Daß die Vereinigung eine gegenseitige war, erhellt deutlich aus dem Worte des Herrn in folgenden Stellen, bei Joh.10/30,38: "Der Vater und Ich sind eins ; wenn ihr Mir nicht glaubet, so glaubet doch den Werken, damit ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in Mir (ist), und Ich im Vater". Joh.14/6-11: "Glaubst du nicht, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir; glaubet Mir, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir". Joh.17/1,10: "Jesus sprach: Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche Deinen Sohn, damit Dein Sohn auch Dich verherrliche; alles was Mein ist, ist Dein, und Alles, was Dein ist, ist Mein". Joh.13/31,32: "Nun ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in Ihm, und Gott wird Ihn verherrlichen in Sich selber". Hieraus kann man erkennen, daß das göttlich Gute der göttlichen Liebe, das der Vater ist, gegenseitig im Herrn vereinigt ist mit dem göttlich Wahren, das der Sohn ist; und daher auch, daß Sein menschliches Selbst das göttliche Gute ist. Das gleiche wird auch dadurch bezeichnet, "daß Er ausgegangen ist von dem Vater und in die Welt gekommen, und daß Er zum Vater ging": Joh.16/27-29. Und "daß alles, was der Vater hat, Sein ist": Joh.16/15. Und daß "der Vater und Er eins sind": Joh.10/30. Dies kann jedoch besser erkannt werden aus der wechselseitigen Verbindung des Guten und Wahren beim Menschen, der vom Herrn wiedergeboren wird; denn, wie früher gesagt worden, der Herr bewirkt die Wiedergeburt des Menschen so, wie Er Sein Menschliches verherrlicht hat: Nr. 10057; wenn der Herr den Menschen wiedergebiert, flößt Er das Wahre, das Sache des Glaubens ist, in das Verstandesgebiet des Menschen ein, und das Gute, das Sache der Liebe ist, in das Willensgebiet desselben, und in diesem verbindet Er sie, und wenn sie verbunden sind, dann hat das Wahre des Glaubens sein Leben aus dem Guten der Liebe, und das Gute der Liebe hat die Beschaffenheit seines Lebens aus dem Wahren des Glaubens; diese Verbindung wird wechselseitig durch das Gute vollzogen und heißt die himmlische Ehe und ist der Himmel beim Menschen; in diesem Himmel wohnt der Herr als in dem Seinigen, denn alles Gute der Liebe ist von Ihm, und auch jede Verbindung des Wahren mit dem Guten; aber im Eigenen des Menschen kann der Herr nicht wohnen, weil es böse ist. Diese wechselseitige Verbindung ist es, die verstanden wird unter den Worten des Herrn bei Joh.14/20: "An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin, und ihr in Mir, und Ich in euch". Joh.17/10,21: "Alles, was Mein ist, ist Dein, aber Ich bin in ihnen verherrlicht, auf daß sie alle eins seien, gleich wie Du, Vater, in Mir, (und Ich in Dir), daß auch sie in Uns eins seien". Die wechselseitige Verbindung wird in dieser Weise beschrieben, dennoch aber darunter nicht verstanden, daß der Mensch sich mit dem Herrn verbinde, sondern daß der Herr Sich mit dem Menschen verbindet, der von dem Bösen absteht; denn vom Bösen abzustehen ist dem freien Entschlusse des Menschen überlassen, und wenn er davon absteht, dann findet die wechselseitige Verbindung des Glaubenswahren mit dem Guten der Liebe durch den Herrn statt, keineswegs aber durch den Menschen; denn es ist in der Kirche bekannt, daß der Mensch aus sich nichts Gutes tun, und somit aus sich nichts Wahres im Guten aufnehmen kann; und dies bestätigt der Herr bei Joh.15/4,5: "Bleibet in Mir und Ich in euch; wer in Mir bleibt und Ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne Mich könnt ihr nichts tun". Diese wechselseitige Verbindung kann auch erläutert werden aus der Verbindung des Verstandes und des Willens im Menschen; sein Verstand wird aus Wahrheiten gebildet und sein Wille aus Gutem, und die Wahrheiten sind Sache des Glaubens bei ihm, und das Gute ist Sache der Liebe. Der Mensch schöpft die Wahrheiten aus dem Anhören durch das Gehör und aus dem Lesen durch das Gesicht, und legt sie in das Gedächtnis nieder; diese Wahrheiten betreffen sowohl den bürgerlichen Zustand als den moralischen Zustand, und sie werden wißtümliche Wahrheiten genannt. Die Liebe des Menschen, die in seinem Willen liegt, schaut durch den Verstand in diese (Wahrheiten) hinein und erwählt solche daraus, die mit der Liebe übereinstimmen, und die, welche sie erwählt, holt sie heraus und verbindet sie mit sich, und durch sie verstärkt sie sich von Tag zu Tag. Die so von der Liebe belebten Wahrheiten bilden sein Verstandesgebiet und das Gute selbst, was Sache der Liebe ist, macht sein Willensgebiet aus; und das Gute der Liebe ist wie das Feuer darin, und die von der Liebe belebten Wahrheiten an den Umkreisen ringsherum sind wie das Licht aus diesem Feuer. Wie die Wahrheiten stufenweise von jenem Feuer entzündet werden, so wird bei ihnen der Wunsch entzündet, sich wechselseitig zu verbinden. Daher die wechselseitige Verbindung, die beständig fortdauert. Hieraus erhellt, daß das Gute der Liebe das Verbindende selber ist, nicht aber das Wahre des Glaubens, außer so weit, als es von dem Guten der Liebe in sich hat. Ob man sagt die Liebe oder das Gute, ist gleich; denn alles Gute ist Sache der Liebe, und was Sache der Liebe ist, das heißt gut. So ist auch gleich, ob man sagt die Liebe oder der Wille; denn was der Mensch liebt, das will er. Man muß aber wissen, daß die Dinge, die Sache des bürgerlichen und moralischen Zustandes sind, von denen oben gesprochen wurde, sich im äußeren Menschen verbinden; aber diejenigen, die Sache des geistigen Zustandes sind, und von denen früher (die Rede war), sich im inneren Menschen verbinden, und hernach durch den inneren in den äußeren; denn die Dinge, die Sache des geistigen Zustandes sind, nämlich die Glaubenswahrheiten und das Gute der Liebe zum Herrn, und auf das ewige Leben abzielen, stehen in Verbindung mit den Himmeln und schließen den inneren Menschen auf, und zwar so weit und in solcher Weise, wie die Glaubenswahrheiten im Guten der Liebe zum Herrn und zum Nächsten aufgenommen werden durch den Herrn. Hieraus erhellt, daß diejenigen nur äußerliche Menschen sind, die nicht das, was Sache des geistigen Zustandes ist zugleich in sich aufnehmen, und daß diejenigen, die es leugnen, bloß Sinnliche sind, wie verständig sie auch immer zu reden scheinen. 10068. "Und auf seine Söhne, und auf die Kleider seiner Söhne", 2. Mose 29/21, bedeutet die gegenseitige Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren im Göttlich-Menschlichen des Herrn in den unteren Himmeln. Dies erhellt aus dem Früheren; wenn nämlich durch die Sprengung des Blutes und Salböles vom Altare auf Aharon die wechselseitige Vereinigung des göttlich Guten und göttlich Wahren aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn in den oberen Himmeln bezeichnet wird: Nr. 10067, dann wird durch die gleiche (Sprengung) auf die Söhne Aharons und ihre Kleider dieselbe Vereinigung in den unteren Himmeln bezeichnet; denn das Göttliche des Herrn in den unteren Himmeln wird vorgebildet durch die Söhne Aharons, während das Göttliche des Herrn in den oberen Himmeln vorgebildet wird durch Aharon selbst. Der Grund davon ist, weil die unteren Himmel aus den oberen entstehen, so wie die Söhne vom Vater; man sehe Nr. 7004, 9468, 9473, 9680, 9683, 9780. Man muß jedoch wissen, daß unter den oberen Himmeln das himmlische Reich des Herrn verstanden wird und unter den unteren Himmeln Sein geistiges Reich. Daß die Himmel in zwei Reiche unterschieden sind, ist öfters gesagt und gezeigt worden. In beiden Reichen ist das Göttliche des Herrn das gleiche, doch in Ansehung der Aufnahme von den Engeln daselbst ist es verschieden. 10069. "Und heilige ihn und seine Kleider, und seine Söhne, und die Kleider seiner Söhne", 2. Mose 29/21, bedeutet, somit alles Göttliche in den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung von heilig, insofern es das bezeichnet, was vom Herrn ausgeht, weil Er selbst der allein Heilige ist, worüber Nr. 9229, 9479, 9680, 9818, 9820, 9956, 9988; also das Göttliche. Und weil durch Aharon und durch seine Kleider, und durch seine Söhne und durch deren Kleider Heiliges und Göttliches in den Himmeln vorgebildet wurde, worüber Nr. 10067, 10068, darum wird durch dieselben alles Göttliche in den Himmeln bezeichnet. Daß Aharon, seine Söhne und deren Kleider heilig genannt werden, erhellt daraus, daß sie Göttliches und Heiliges vorbildeten, denn jeder, der über das Zeremonialgesetz nachdenkt, kann wissen, daß weder das Blut eines Widders, noch das Salböl jemand heiligen kann; denn Blut und Öl sind tote Dinge, und können also nicht auf das Innere des Menschen einwirken. Das wahrhaft Innere des Menschen kann nur von den Glaubenswahrheiten und dem Guten der Liebe vom Herrn zum Herrn angeregt werden, also nur vom Göttlichen, und diese Dinge sind es, die heiligen, weil sie allein heilig sind. 10070. "Und nimm von dem Widder das Fett", 2. Mose 29/22, bedeutet das Gute in den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fettes, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 10033. (Das Gute) in den Himmeln ist es, weil durch die Füllung der Hände von dem zweiten Widder, das vom Herrn in den Himmeln hervorgehende Göttliche bezeichnet wird: Nr. 10057. 10071. "Und den Schwanz", 2. Mose 29/22, bedeutet alles Wahre daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwanzes des Widders, insofern er das Wahre bezeichnet. Der Schwanz bedeutet aber das Wahre, weil er das Letzte ist, und in dem Letzten ist das Wahre: Nr. 6952. Der Schwanz ist auch wirklich das Letzte des großen und kleinen Gehirns, denn diese setzen sich fort in dem Marke des Rückgrates, welches sich auch im Schwanze endigt, und dieser ist somit das letzte Anhängsel desselben; deshalb wird gesagt, daß bei den Schlachtopfern "der Schwanz dicht am Rückgrat entfernt werden sollte": 3. Mose 3/9. Daß der Schwanz das Wahre im Letzten bedeutet, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.9/13,14: "Abhauen wird Jehovah von Israel Haupt und Schwanz; der Greis und der Geehrte ist das Haupt, aber der Prophet, der Lehrer der Lügen, ist der Schwanz": Haupt und Schwanz abhauen, bedeutet im geistigen Sinn das Gute und Wahre, denn es wird von der Kirche gehandelt, und wenn diese verwüstet ist, bedeutet das Haupt das Böse und der Schwanz das Falsche. Daß das Haupt das Gute bedeutet, sehe man Nr. 4938, 4939, 5328, 9913, 9914; ebenso der Greis 6524, 9404; daß der Prophet den bezeichnet, der das Wahre lehrt, und somit im abgezogenen Sinne das Wahre: Nr. 2534, 7269. Daher bedeutet im entgegengesetzten Sinn das Haupt das Böse, ebenso der Greis und der Geehrte, die es vollbringen; der Schwanz aber bedeutet das Falsche, ebenso der Prophet, weshalb er ein Prophet der Lüge genannt wird, denn die Lüge ist das Falsche. Jes.19/15: "Ägypten wird kein Werk haben, das Kopf und Schwanz hat": Ägypten bezeichnet diejenigen, die durch Vernünfteleien aus dem Wißtümlichen eindringen wollen in die Wahrheiten und in das Gute des Glaubens und nicht aus dem Geoffenbarten, somit auch nicht aus dem Glauben an dasselbe: Nr.1164, 1165, 1186; kein Werk haben, das Kopf und Schwanz hat, bedeutet daß sie weder Gutes noch Wahres haben. Daß der Schwanz das Wahre im Letzten ist, zeigt sich deutlich aus der Bedeutung desselben im entgegengesetzten Sinn, in dem der Schwanz das Falsche bedeutet z.B. in der Joh.Offenb.9/10: "Die Heuschrecken hatten Schwänze wie die Skorpione, und es waren Stacheln an ihren Schwänzen, und ihre Gewalt war, die Menschen zu beschädigen": Schwänze wie die Skorpione und Stacheln an den Schwänzen, bedeuten die listigen Vernünfteleien aus dem Falschen, wodurch sie überreden und Schaden anstiften, weshalb gesagt wird, daß ihre Gewalt sei, die Menschen zu beschädigen. Daß auch die Heuschrecke das Falsche im Letzten bezeichnet, sehe man Nr. 7643. Joh.Offenb.9/19: "Die Schwänze der Rosse waren gleich den Schlangen, und hatten Köpfe, und mit diesen richten sie Schaden an": die Schwänze gleich den Schlangen bedeuten auch hier die Vernünfteleien aus dem Falschen, wodurch Schaden zugefügt wird. Joh.Offenb.12/3,4: "Der Schwanz des Drachen zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich, und warf sie auf die Erde": der Schwanz des Drachen bedeutet die verfälschten Wahrheiten, besonders durch die Anwendung auf das Böse; die Sterne bezeichnen die Erkenntnisse des Wahren und Guten, die verfälscht werden; auf die Erde werfen heißt, sie zerstören. 10072. "Und das Fett, das die Eingeweide bedeckt", 2. Mose 29/22, bedeutet das Gute im Letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fettes, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 10033; und aus der Bedeutung der Eingeweide, insofern sie das Letzte und Unterste sind, worüber Nr. 10030, 10049. 10073. "Und das Netz über der Leber", 2. Mose 29/22, bedeutet das gereinigte innere Gute des natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Netzes über der Leber, insofern es das innere Gute des äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet, worüber Nr. 10031. Das gereinigte Gute ist es, weil die Leber das reinigende Organ ist: Nr. 10031; und weil durch die Nieren das gereinigte Wahre bezeichnet wird: Nr. 10032, darum wird auch gesagt, daß das Netz an den Nieren entfernt werden soll: 3. Mose 3/4,10,15. 10074. "Und die zwei Nieren, und das Fett, das an ihnen ist", 2. Mose 29/22, bedeutet das gereinigte innere Wahre des äußeren oder natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nieren, insofern sie das innere Wahre des äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnen, und aus der Bedeutung des Fettes, das an ihnen ist, insofern es das Gute desselben bezeichnet, worüber Nr. 10032. Daß es das gereinigte Wahre ist, das durch die Nieren bezeichnet wird, kommt daher, weil die Nieren die Organe sind, die das Blut reinigen: Nr. 10032, und das Blut das Wahre bezeichnet: Nr. 9393, 10026. 10075. "Und den rechten Bug (Keule)", 2. Mose 29/22, bedeutet das innerste Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des rechten Buges (Keule), insofern er das innerste Gute bezeichnet. Der rechte Bug (Keule) bedeutet aber das innerste Gute, weil die Buge (Keulen) der Tiere dasselbe bedeuten, wie die Lenden und die Hüften beim Menschen, und die Lenden und die Hüften beim Menschen bedeuten die eheliche Liebe und daher das Gute der himmlischen Liebe, welches das Gute des innersten Himmels ist; man sehe Nr. 3021, 4277, 4280, 4575, 5050-5062, 9961, und die rechte Lende und die rechte Hüfte bedeutet das innerste Gute daselbst; denn was an der rechten Seite des Menschen ist, bedeutet infolge der Entsprechung das Gute, aus dem das Wahre ist, und was an seiner linken Seite ist, das Wahre, durch welches das Gute (sich bildet). Und daher bedeutet das, was in der Mitte ist, die Verbindung beider, nämlich des Guten und Wahren. Hieraus kann man auch ersehen, daß die Buge (Keulen) hier die hinteren Teile des Tieres sind, wo sich die Geschlechtsteile befinden, nicht aber die vorderen Teile, denn diese werden die Brust genannt. Weil der rechte Bug (Keule) das innerste oder himmlische Gute bedeutet, darum wird er, nachdem er vom Schlachtopfer gehoben und dem Aharon gegeben ist, die Salbung desselben genannt: 3. Mose 7/32,34,35: "Den rechten Bug (Keule) sollt ihr dem Priester geben zur Hebe von euren Dankopfern; die Brust der Webe und den Bug der Hebe habe Ich genommen von den Söhnen Israels von ihren Dankopfern, Ich habe sie Aharon, dem Priester, und seinen Söhnen gegeben zur ewigen Satzung; dies ist die Salbung Aharons und die Salbung seiner Söhne von den Feuerungen Jehovahs": die Brust und der Bug (Keule) heißen die Salbung wegen ihrer Vorbildung des geistig Guten und des himmlisch Guten, denn die Brust bedeutet vermöge der Entsprechung das geistig Gute, welches das Gute des mittleren oder zweiten Himmels ist, und der rechte Bug (Keule) das himmlisch Gute, welches das Gute des innersten oder dritten Himmels ist, und die Salbung bedeutet die vorbildliche Darstellung des Herrn in Ansehung des göttlich Guten: Nr. 9954, 10019. Die Brust und der rechte Bug (Keule) wurden auch wirklich dem Aharon gegeben von den Schlachtopfern der Erstgeburten des Rindes, des Schafes und der Ziege. Daß der rechte Bug (Keule) das innerste Gute bedeutet, erhellt auch daraus, daß er zuletzt genannt wird; denn zuerst wird der Schwanz genannt und die Eingeweide, nachher das Netz über der Leber und die Nieren, und darauf der rechte Bug (Keule). Was an der ersten Stelle genannt wird, ist das am meisten Äußerliche, was an der zweiten, ist das Innerliche, und was zuletzt, ist das Innerste. 10076. "Denn es ist der Widder der Füllungen", 2. Mose 29/22, bedeutet das Vorbildliche der göttlichen Macht des Herrn in den Himmeln, durch das göttlich Wahre aus Seinem göttlich Guten, und dessen Mitteilung und Aufnahme daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Widders, insofern er das Innere des Menschen in Ansehung des Guten der Unschuld und der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 9991; denn alle Tiere bedeuten etwas von Liebe oder Neigung bei dem Menschen: Nr. 9280. Daher kommt es, daß diejenigen, die in der Liebtätigkeit und Unschuld sind, Schafe und Lämmer heißen. Darum bezeichnet auch der Widder, der das männliche Schaf ist, das Gute der Liebtätigkeit und der Unschuld im inneren Menschen, und im höchsten Sinn ebendasselbe im Inneren des Menschlichen des Herrn. Denn was im inneren Sinn etwas vom Menschen, also etwas von der Kirche, d.h. vom Himmel beim Menschen bezeichnet, das bedeutet im höchsten Sinn solches in höherem Grade beim Herrn, als Er in der Welt war. Alles im Worte handelt auch wirklich im inneren Sinn vom Herrn, und daher kommt das Heilige des Wortes. Ferner aus der Bedeutung der Füllungen der Hände, insofern sie das Vorbildliche des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln bezeichnen, wie auch die Mitteilung desselben an die Engel daselbst, und die Aufnahme ihrerseits. Denn beim Menschen, der wiedergeboren wird, sind (wie schon oben gezeigt wurde) zwei Zustände: der erste, wenn die Glaubenswahrheiten dem Guten der Liebe eingepflanzt und mit ihm verbunden werden, und der zweite, wenn er aus dem Guten der Liebe handelt. Das gleiche fand in erhöhtem Maße beim Herrn statt: der erste Zustand Seiner Verherrlichung war, daß Er Sein Menschliches göttlich machte und es mit dem göttlich Guten, das in Ihm war und Vater heißt, verband, und daß Er es so zum göttlich Guten der göttlichen Liebe machte, das Jehovah ist. Der zweite Zustand Seiner Verherrlichung aber war, daß Er aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe handelte, was durch das göttlich Wahre geschieht, das aus jenem Guten hervorgeht. Was den Menschen anbelangt, so wird er im ersten Zustand mit dem erfüllt, was Sache des Glaubens werden soll, und sowie er aus dem Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn davon erfüllt wird, so wird auch sein Verstandesgebiet gebildet. Wenn aber diese Wahrheiten, die Sache des Verstandes sind, eingepflanzt und mit dem Guten verbunden sind, dann kommt er in den zweiten Zustand, der darin besteht, daß er aus dem Guten durch die Wahrheiten handelt. Hieraus erhellt, wie der zweite Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, beschaffen ist, daß er nämlich dann aus dem Guten denkt und handelt, oder was das gleiche ist, aus der Liebe, oder was auch das gleiche ist, aus dem Willen; denn was der Mensch will, das liebt er, und was er liebt, das nennt er gut. Der Mensch ist jedoch erst dann im zweiten Zustand, wenn er ganz, vom Haupt bis zur Ferse, so ist, wie seine Liebe, also wie sein Wille und sein Verstand daraus. Wer sollte jemals glauben, daß der ganze Mensch so sein müsse wie sein Wille und sein Verstand, und folglich wie sein Gutes und sein Wahres aus diesem, oder wie sein Böses und sein Falsches aus diesem? (Denn das Gute oder das Böse bilden den Willen, und das Wahre oder Falsche bilden den Verstand). Dieses Geheimnis kennen alle Engel in den Himmeln. Daß es aber der Mensch nicht kennt, kommt daher, weil er keine Kenntnis von seiner Seele hat, und daher keine Kenntnis davon, daß der Körper nach der Ähnlichkeit (jener) gebildet wird, und daß daher der ganze Mensch so ist, wie seine Seele. Daß es so ist, zeigt sich ganz deutlich an den Geistern und Engeln im anderen Leben. Sie alle sind menschliche Formen, und zwar solche Formen, wie die Neigungen ihrer Liebe und ihres Glaubens sind; und dies ist in solchem Grade der Fall, daß diejenigen, die im Guten der Liebe und der Liebtätigkeit sind, Liebe und Liebtätigkeiten in Gestaltung genannt werden können, und daß umgekehrt die, welche im Bösen sind aus der Liebe zu sich und zur Welt, somit in Haß und dergleichen, wirklich Gestaltungen des Hasses sind. Daß es so ist, kann auch aus den drei Kategorien (Verhältnissen) erhellen, die in der ganzen Natur in ihrer Ordnung aufeinanderfolgen, nämlich Wirkung, Ursache und Zweck. Die Wirkung hat all das Ihrige aus der Ursache, denn die Wirkung ist nichts anderes, als die Ursache in äußerer Form, weil die Ursache, wenn sie zur Wirkung wird, sich mit solchem bekleidet, was im Äußeren ist, damit sie in einer untergeordneten Sphäre, das die Sphäre der Wirkungen ist, zur Erscheinung kommen kann. Ebenso verhält es sich mit dem Grunde der Ursachen, der in der höheren Sphäre die Grundursache oder der Zweck heißt. Dieser ist ganz in der Ursache, damit die Ursache einen Grund habe; denn eine Ursache, die keinen Grund (oder Zweck) hat, kann nicht Ursache genannt werden, denn wozu sollte sie sonst nützen? Der Grund der Ursache ist der Zweck, der das erste in der Ursache ist, und auch das letzte. Hieraus erhellt, daß der Zweck gleichsam die Seele und das Leben der Ursache ist, und folglich auch die Seele und das Leben der Wirkung; denn wenn in der Ursache und in der Wirkung nichts ist, was der Zweck hervorbringt, so ist (das Produkt) nichts Wirkliches, weil es keinen Grund hat, um dessenwillen es ist, somit ist es wie Totes, ohne Seele oder Leben, und ein solches Ding muß untergehen, wie ein Körper, wenn die Seele aus ihm weicht. In gleicher Weise verhält es sich mit dem Menschen: seine eigentliche Seele ist sein Wille; die nächste Ursache, durch die dieser eine Wirkung hervorbringt, ist der Verstand (des Menschen), und die Wirkung, die hervorgebracht wird, ist im Körper, und somit Sache des Körpers. Daß es sich so verhält, geht ganz deutlich daraus hervor, daß das, was der Mensch will und deshalb denkt, sich ganz entsprechend in der Wirkung in seinem Körper darstellt, nämlich wenn er redet und handelt. Hieraus wird wiederum klar, daß der ganze Mensch so beschaffen ist, wie sein Wille. Ob man sagt der Wille, oder der Zweck, oder die Liebe, oder das Gute, bleibt sich gleich, denn alles, was der Mensch will, das wird als Zweck betrachtet, und geliebt und gut genannt. Ebenso ist es das gleiche, ob man sagt, der Verstand, oder die Ursache des Zweckes, oder der Glaube, oder das Wahre; denn was der Mensch aus dem Willen versteht oder denkt, das hat er als Ursache, und glaubt es und nennt es Wahres. Wenn dies begriffen wird, dann kann man auch erkennen, wie der Mensch, der wiedergeboren wird, in seinem ersten Zustand beschaffen ist, und wie im zweiten. Hieraus kann man sich einigermaßen eine Vorstellung bilden, wie es zu verstehen ist, daß der Herr, als Er in der Welt war und Sein Menschliches verherrlichte, dieses zuerst zum göttlich Wahren machte, und dann stufenweise zum göttlich Guten der göttlichen Liebe; und daß Er seitdem aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe im Himmel und in der Welt handelt, und diesen das Leben verleiht, und zwar durch das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe Seines Göttlich-Menschlichen hervorgeht; denn aus diesem entstanden die Himmel, und aus diesem entstehen sie, d.h. bestehen sie fortwährend; oder was dasselbe ist, aus diesem wurden die Himmel erschaffen und aus diesem werden sie fortwährend geschaffen, d.h. erhalten, denn die Erhaltung ist eine fortwährende Schöpfung, wie das Bestehen ein fortwährendes Entstehen ist. Solches liegt auch in folgenden Worten: Joh.1/1,3,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, das gemacht ist; und das Wort ward Fleisch": das Wort ist das göttlich Wahre; der erste Zustand wird beschrieben durch: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort". Der zweite Zustand durch die Worte: "alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist". Ebenso verhielt es sich auch, als der Herr in die Welt kam, und die Himmel in Ordnung brachte, und gleichsam von neuem schuf. Daß hier der Herr unter dem Worte verstanden wird, ist klar, denn es wird gesagt: "das Wort ward Fleisch". Die Mitteilung und das Innewerden des göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe Seines Göttlich-Menschlichen hervorgeht, ist es, die verstanden wird unter der Füllung der Hände, und hier durch die vorbildlichen Darstellungen in betreff des zweiten Widders beschrieben wird. Weil der Herr in Ansehung des göttlich Guten durch Aharon vorgebildet wird: Nr. 9806, deshalb wird die Verherrlichung des Herrn in Ansehung Seines Menschlichen beim Vorgang der Einweihung Aharons und seiner Söhne vorbildlich beschrieben: der erste Zustand der Verherrlichung durch das, was über das Schlachtopfer vom jungen Stier und über das Brandopfer vom Widder zuerst gesagt worden ist; und der zweite Zustand der Verherrlichung durch das, was über den zweiten Widder, welcher der Widder der Füllungen heißt, (gesagt wurde). Daher wurden Aharon und seine Söhne, nachdem sie durch die Salbung und durch die Füllung der Hände zum Priesteramt eingeweiht waren, Gesalbte genannt, deren Hände Er gefüllt hat, wie 3. Mose 21/10: "Der Hohepriester, auf dessen Haupt das Salböl ausgegossen ist, und der seine Hand gefüllt hat, um die Kleider anzulegen, soll sein Haupt nicht scheren, und seine Kleider nicht zerreißen": hieraus erhellt, daß die Füllung der Hände die Mitteilung und Aufnahme des göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten des Herrn in dem Himmel hervorgeht, vorbildete, denn es wird gesagt: "der seine Hand gefüllt hat", und nicht "der gefüllt wurde durch die Hand". Auch heißt es: "Der seine Hand gefüllt hat, um die Kleider anzulegen", denn durch Aharon und durch seine Salbung wird der Herr in Ansehung des göttlich Guten vorgebildet, und durch seine Kleider das gleiche wie durch die Füllung der Hände, nämlich das aus dem göttlich Guten des Herrn ausgehende göttlich Wahre. Daß dies durch die Kleider vorgebildet wird, sehe man Nr. 9814. Die Zerstreuung (Zerstörung) desselben wird durch das Zerreißen derselben bezeichnet, und die Zerstörung des göttlich Guten in den Himmeln durch das Scheren des Hauptes. Weil der Einfluß und die Mitteilung des göttlich Wahren vom Herrn und dessen Aufnahme in den Himmeln bezeichnet wird durch die Füllung der Hände, darum wird durch dieselbe auch die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichnet; denn in dem Maße, als der Mensch oder Engel davon gereinigt wird, nimmt er das göttlich Wahre vom Herrn auf. In diesem Sinne ist das Füllen der Hände zu verstehen in folgender Stelle: 2. Mose 32/28,29: "Die Söhne Levis schlugen von dem Volke dreitausend Mann; und Mose sprach: Füllet eure Hände heute vor Jehovah, damit Er heute den Segen auf euch lege": gesegnet werden heißt im geistigen Sinn, mit dem Guten der Liebe und des Glaubens beschenkt werden, somit das vom Herrn ausgehende Göttliche aufnehmen: Nr. 2846, 3017, 3406, 4981, 6091, 6099, 8939. Es wird auch gesagt "erfüllen nach Jehovah" und dadurch bezeichnet, gemäß dem göttlich Wahren handeln, und somit auch die Aufnahme desselben ausgedrückt: 4. Mose 14/24; 5. Mose 1/36: "Es war ein anderer Geist bei Kaleb, und er erfüllte nach Jehovah". (D.h. "er folgte vollkommen dem Jehovah", oder "er war in allem dem Jehovah gehorsam". Anm.d.Übers.) 4. Mose 32/11,12: "Jehovah schwur und sprach: Nicht sollen die Männer von zwanzig Jahren und darüber das Land sehen, das Ich Abraham, Jischak und Jakob geschworen, weil sie nicht erfüllt haben nach Mir, außer Kaleb und Josua, die nach Jehovah erfüllt haben (die Jehovah gehorsam waren)". 10077. "Und einen Laib Brot", 2. Mose 29/23, bedeutet das innerste himmlische Gute vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das himmlisch Gute bezeichnet, worüber Nr. 2165, 2177, 3478, 9545. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn; und weil dieses Gute das Gute des himmlischen Reiches ist, darum wird es das himmlisch Gute genannt. 10078. "Und einen Brotkuchen mit Öl", 2. Mose 29/23, bedeutet das mittlere himmlische Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotkuchens mit Öl, insofern er das mittlere himmlisch Gute bezeichnet, worüber Nr. 9993. 10079. "Und einen Fladen", 2. Mose 29/23, bedeutet das letzte himmlische Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fladens, insofern er das himmlisch Gute im äußeren Menschen bezeichnet, worüber Nr. 9994, somit das Letzte. In den Himmeln sind zwei unterschiedene Reiche: das eine heißt das himmlische Reich, das andere das geistige Reich, und beide Reiche sind dreifach unterschieden, nämlich in das Innerste, Mittlere und Letzte. Das innerste Gute des himmlischen Reiches wird durch das Brot bezeichnet, das mittlere Gute durch den Kuchen, und das letzte Gute durch den Fladen, man sehe Nr. 9993. Es wird gesagt, daß sie einen Laib Brot, einen Kuchen und einen Fladen nehmen sollten, und daß diese, nachdem sie gewebt waren, verbrannt werden sollten auf dem Brandopfer, und daß Aharon und seine Söhne das Brot, das im Korbe übriggeblieben, vor der Türe des Versammlungszeltes essen sollten. Durch diese Dinge wurde die Mitteilung des Guten der Liebe vom Herrn, und die Aufnahme desselben in den oberen Himmeln oder im himmlischen Reich bezeichnet, die Mitteilung durch jene Brote, die, nachdem sie gewebt waren, verbrannt wurden über dem Brandopfer, und die Aufnahme desselben durch die Brote, die gegessen wurden Es wird gesagt: " ein Laib Brot, ein Kuchen und ein Fladen", weil das göttlich Gute in sich eins ist. Nun soll auch noch gesagt werden, warum angeordnet wurde, daß nicht nur das Fett des Widders und sein rechter Bug (Keule) auf dem Altar verbrannt werden sollte, sondern auch die Brote, die Speisopfer (Mincha) hießen, während doch durch das Fett und den Bug (Keule) das gleiche Gute bezeichnet wurde wie durch die Brote oder Speisopfer. Wenn man nicht die Ursache weiß, warum es so geschah, könnte es als etwas Überflüssiges erscheinen. Der Grund davon lag aber darin, daß die Schlacht- und Brandopfer nicht befohlen, sondern nur zugelassen waren, und daß man daher in den Himmeln kein Wohlgefallen an ihnen hatte. Darum wurden die Speisopfer, die in Broten bestanden, auch dazu genommen, wie auch die Trankopfer aus Wein, auf denen ein Wohlgefallen ruhte; denn das Brot bedeutet alles himmlisch Gute, und der Wein alles Wahre desselben. Daher kommt es auch, daß die Schlacht- und Brandopfer Brot genannt wurden, und auch die Speisopfer oder Gaben, denn in der Grundsprache heißen die Speisopfer Gaben. Man sehe jedoch, was hierüber früher nachgewiesen worden ist, nämlich, daß die Schlacht- und Brandopfer erst von Eber eingeführt wurden, und daß sie von da an auf die Nachkommen Jakobs übergegangen waren: Nr. 1128, 1343, 2818, 2874, 5702, daß die Schlacht- und Brandopfer nicht befohlen, sondern zugelassen waren: Nr. 2180; daß die Schlacht- und Brandopfer Brot genannt wurden: Nr. 2165. Daß das Brot das himmlisch Gute bedeutet, und der Wein das Wahre desselben: Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3735, 4217, 4735, 4976, 5915, 6118, 6377, 8410, 9323, 9545; ebenso die Speisopfer und Trankopfer: Nr. 4581. Hieraus erhellt, daß auch wirklich um dieser Ursache willen die Schlacht- und Brandopfer vom Herrn aufgehoben, und Brot und Wein beibehalten wurde. Man merke jedoch, daß das Fleisch des Schlacht- und Brandopfers im besonderen das geistig Gute bedeutete, und das Brot des Speisopfers das himmlisch Gute, und daß darum nicht nur Fleisch, sondern auch Brot geopfert wurde. 10080. "Aus dem Korb mit Ungesäuertem", 2. Mose 29/23, bedeutet, was beisammen im Sinnlichen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Korbes, in dem die Brote waren, durch die das Gute bezeichnet wird, insofern er das äußere Sinnliche bezeichnet, worin jenes (Gute) beisammen war, worüber Nr. 9996; und aus der Bedeutung des Ungesäuerten, insofern es das bezeichnet, was gereinigt ist, worüber Nr. 9992. 10081. "Der vor Jehovah", 2. Mose 29/23, bedeutet aus dem göttlich Guten des Herrn. Dies erhellt daraus, daß Jehovah im Worte der Herr ist, Der Jehovah genannt wird wegen des göttlich Guten, und Gott, wegen des göttlich Wahren. Daß alles das, was hier von dem zweiten Widder gesagt wird und Füllungen der Hände heißt, das Göttliche des Herrn im Himmel bedeutet, das aus dem göttlich Guten Seiner göttlichen Liebe hervorgeht, erhellt deutlich aus dem, was oben gezeigt worden ist. Daß Jehovah im Worte der Herr ist, sehe man in den Nr. 9373 angeführten Stellen; und daß der Herr Jehovah genannt wird, wo vom göttlich Guten, und Gott, wo vom göttlich Wahren die Rede ist: Nr. 2769, 2807, 2822, 4402, 6303, 9167. 10082. "Und lege alles in die Hände Aharons und in die Hände seiner Söhne", 2. Mose 29/24, bedeutet die Anerkennung in den Himmeln, daß alle diese Dinge dem Herrn angehören und vom Herrn sind. Dies erhellt aus der Bedeutung alles dessen, was vom Widder ist, als das Fett, die Nieren, der rechte Bug (Keule), und was im Korb war, als: Brot, Kuchen, Fladen, insofern sie das göttlich Gute und göttlich Wahre bezeichnen, das dem Herrn angehört, weil es aus dem Herrn (hervorgeht), worüber Nr. 10070-10080; und aus der Bedeutung der Hände, insofern sie das bezeichnen, was aus der eigenen Macht ist, also das Eigene, worüber im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons und seiner Söhne, insofern sie den Herrn darstellen in Ansehung des göttlich Guten und des daraus hervorgehenden göttlich Wahren, worüber Nr. 9806, 9807, 10017. Daß die Hände das bezeichnen, was aus der eigenen Macht stammt, und daß daher "auf die Hände gelegt werden" die Anerkennung bezeichnet, daß dieses alles des Herrn Eigentum ist, und aus dem Herrn hervorgeht, kommt daher, weil die innere Hand (vola), ebenso wie die Hand (manus) eine Macht bezeichnet, und auf sie legen soviel ist als zueignen, somit als Eigentum anerkennen; denn es folgt, daß (die Opfergaben) auf denselben gewebt werden sollten, wodurch bezeichnet wird, daß das Leben vom Göttlichen herkomme, und das Leben vom Göttlichen wird durch den Glauben gegeben, dessen erstes die Anerkennung ist. Weil durch Hand eine Macht bezeichnet wird, so folgt daraus, daß durch das Innere der Hände die volle Macht bezeichnet wird, weil das Innere der Hand (die Gegenstände) völlig umfaßt. Wenn daher das Innere der Hände vom Herrn gesagt wird, und wie hier von dem aus Seinem göttlich Guten ausgehenden göttlich Wahren, so wird die Allmacht bezeichnet. Hieraus wird nun klar, daß durch das Legen in die Hände Aharons und seiner Söhne die Anerkennung der Allmacht des Herrn bezeichnet wird, somit daß alles Ihm angehöre, weil alles von Ihm in den Himmeln ist. Daß die Hände eine Macht bedeuten, sehe man Nr. 4931-4937, 5327, 5328, 6947, 7188, 7189, 7518; daß die Hand und die Rechte, wenn vom Herrn (die Rede ist), die Allmacht bezeichnen: Nr. 3387, 4592, 4933, 7518, 7673, 8050, 8153, 8281, 9133; und daß das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, alle Macht besitzt: Nr. 6948, 8200, 9327, 9410, 9639, 10019. 10083. "Und webe es als eine Webe vor Jehovah", 2. Mose 29/24, bedeutet das göttliche Leben stamme aus Ihm. Dies erhellt aus der Bedeutung des Webens (oder Hinundherbewegens) des Webeopfers, insofern es ausdrückt lebendig machen, und somit das Leben bezeichnet. Weil aber gesagt wird "vor Jehovah", so bedeutet es das göttliche Leben. Eine Webe weben bedeutet aber lebendig machen, oder göttliches Leben verleihen; dies erhellt aus den Stellen im Worte, wo gesagt wird, eine Webe weben: 3. Mose 23/10,11: "Wenn ihr die Garbe der Erstlinge eurer Ernte dem Priester bringet, so soll er die Garbe vor Jehovah weben, auf daß ihr wohlgefällig seid (vor Gott); am Tage nach dem Sabbath soll sie der Priester weben": durch die Ernte wird der Zustand des Glaubenswahren aus dem Guten bezeichnet, somit der Zustand des Guten: Nr. 9295, durch die Garbe der Erstlinge wird das Gesamte dieses Zustandes bezeichnet; durch das Gewebtwerden vom Priester wird daher ausgedrückt, lebendig gemacht werden zur Aufnahme des Segens, denn jeder Segen muß, um Segen zu sein, Leben vom Göttlichen in sich haben. 4. Mose 8/11,13,15,21: "Aharon soll die Leviten weben als ein Webeopfer vor Jehovah von den Söhnen Israels, damit sie den Dienst Jehovahs verrichten. Stelle die Leviten vor Aharon und vor seine Söhne, und webe sie als eine Webe vor Jehovah; und hernach sollen die Leviten kommen, um zu dienen im Versammlungszelt, und du sollst sie reinigen und sie weben als ein Webeopfer. Als aber die Leviten gereinigt waren, webte sie Aharon als ein Webeopfer vor Jehovah, und versöhnte sie zu ihrer Reinigung": hieraus kann man erkennen, was es heißt, etwas als eine Webe (oder Webeopfer) weben, nämlich durch Anerkennung beleben oder (lebendig machen), was das Erste des Lebens vom Göttlichen bei dem Menschen ist. Die Erkenntnis geht zwar der Anerkennung voraus, allein die Erkenntnis hat kein göttliches Leben in sich, bevor sie zur Anerkennung und nachher zum Glauben wird. Die Leviten bildeten das Wahre vor, das dem Guten dient, und Aharon bildete das Gute vor, dem sie dienten. Deshalb wurden jene gewebt, d.h. lebendig gemacht, und darum wird auch gesagt, daß sie gereinigt werden müßten; denn die Wahrheiten müssen Leben vom Göttlichen in sich haben, wenn sie dem Guten dienen sollen, und dieses Leben fließt zuerst durch die Anerkennung ein. Das gleiche wird durch die Webe des Goldes bezeichnet: 2. Mose 35/22: "Es kamen Männer und Frauen, und brachten Haften, Halsbänder, Gold, Gürtel, allerlei Gerät von Gold, ein jeder, der eine Webe (Gabe) Goldes vor Jehovah brachte": das Webeopfer des Goldes weben vor Jehovah bedeutet, durch die Anerkennung lebendig machen, daß es Jehovah, d.h. dem Herrn gehört. Daß eine Webe weben solches bedeutet, kommt von der Entsprechung her, denn jede Bewegung entspricht einem Zustand des Denkens, daher bezeichnen auch die Wanderungen, die Reisen und ähnliches, was eine Bewegung ausdrückt, im Worte Lebenszustände, man sehe Nr. 3335, 4882, 5493, 5605, 8103, 8417, 8420, 8557. Joh.5/2-7: "Am Teich von Bethesda lag eine große Menge Kranker, und ein Engel fuhr zu einer bestimmten Zeit hinab zu dem Teich, und bewegte das Wasser; wer dann zuerst hineinstieg, nachdem das Wasser bewegt worden war, wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch immer behaftet war": durch das Bewegen des Wassers wird hier gleichfalls eine Belebung durch Anerkennung und Glauben bezeichnet, somit auch eine Reinigung durch die Wahrheiten. Daß die Bewegung einen Lebenszustand bedeutet, sehe man Nr. 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381, 9440, 9967; und daß das Wasser die Glaubenswahrheiten bedeutet: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 8568, 9323; daß alle Reinigungen durch Glaubenswahrheiten geschehen: Nr. 2799, 5954, 7044, 7918, 9088: und daß die Heilungen Wiederherstellungen des geistigen Lebens vorbildeten: Nr. 8365, 9031 E. Weil durch das Weben auf den Händen Aharons eine Belebung durch die Anerkennung des Herrn bezeichnet wird, daß nämlich alles von Ihm komme, deshalb soll von dieser Anerkennung und dem Glauben daraus einiges gesagt werden: Der Herr sagte oft, wenn Kranke (von Ihm) geheilt wurden, daß sie Glauben haben sollten, und daß ihnen geschehe nach ihrem Glauben, wie Matth.8/10-13; 9/2,22,27-29; 13/57,58; 15/28; 21/21,22,31,32; Mark.5/34,36; 10/49,52; Luk.7/9,48-50; 8/48; 17/19; 18/42,43. Dies tat Er deshalb, weil das Erste vor allem ist, anzuerkennen, daß der Herr der Heiland (Erlöser) der Welt ist, denn ohne diese Anerkennung kann niemand etwas Wahres und Gutes aus dem Himmel aufnehmen, somit auch keinen Glauben, und weil dies das Erste von allem und das Wesentlichste ist, darum fragte der Herr, als Er in der Welt war, wenn Er Kranke heilte, dieselben nach ihrem Glauben, damit Er (von ihnen) anerkannt wurde, und diejenigen, die Glauben hatten, wurden geheilt. Der Glaube war (die Anerkennung), daß Er selber der Sohn Gottes sei, Der in die Welt kommen sollte, und daß Er Macht habe zu heilen und zu erlösen. Alle Heilungen von Krankheiten durch den Herrn, als Er in der Welt war, bedeuteten auch wirklich Heilungen des geistigen Lebens, somit solches, was sich auf die Erlösung bezieht: Nr. 3031 E, 8364, 9086. Weil die Anerkennung des Herrn das Allererste des geistigen Lebens ist und das Wesentlichste der Kirche, und weil ohne sie niemand etwas Glaubenswahres und Gutes der Liebe aus dem Himmel aufnehmen kann, darum sagte auch der Herr so oft, wer an Ihn glaube, habe das ewige Leben, wer aber nicht glaube, habe es nicht: Joh.1/1,4,12,13; 3/14-16,36; 5/39,40; 6/28-30,34,35,40,47,48; 7/37,38; 8/24; 11/25,26; 20/30,31. Er lehrte aber auch zugleich, daß nur diejenigen Glauben an Ihn haben, die nach Seinen Geboten leben, so daß also Leben in den Glauben eindringt. Diese Erklärung wurde (von mir) gegeben, um zu erläutern und zu begründen, daß die Anerkennung des Herrn und der Glaube, daß von Ihm alles Heil komme, das erste des Lebens aus Gott bei dem Menschen ist, und dieses Erste des Lebens wird durch die Webungen in den Händen Aharons bezeichnet. 10084. "Dann nimm es aus ihrer Hand und zünde es an auf dem Altar über dem Brandopfer", 2. Mose 29/25, bedeutet die Vereinigung mit dem göttlich Guten der göttlichen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aus ihrer Hand nehmen", insofern es den Zustand nach der Anerkennung bezeichnet; wenn nämlich durch die Webe in den Händen Aharons und seiner Söhne die Anerkennung, durch die das göttliche Leben kommt bezeichnet wird, so wird durch das "Nehmen aus ihrer Hand" der Zustand nach der Anerkennung bezeichnet, und dies ist der Zustand der Verbindung mit dem Guten, der bezeichnet wird durch "Anzünden auf dem Altare über dem Brandopfer"; denn anzünden auf dem Altar bedeutet, mit dem Guten verbunden werden: Nr. 10052, und durch das Brandopfer wird die Verbindung selbst bezeichnet und beschrieben. 10085. "Zu einem Geruch der Ruhe vor Jehovah", 2. Mose 29/25, bedeutet das Innewerden des Friedens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geruchs der Ruhe, wenn er von Jehovah oder dem Herrn gesagt wird, insofern er das Innewerden des Friedens bezeichnet, worüber Nr. 10054. 10086. "Eine Feuerung für Jehovah ist es", 2. Mose 29/25, bedeutet aus göttlicher Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Feuerung für Jehovah, insofern sie die göttliche Liebe bezeichnet, worüber Nr. 10055. 10087. "Und nimm die Brust", 2. Mose 29/26, bedeutet das göttlich Geistige in den Himmeln und dessen Aneignung daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brust, insofern sie das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet, und im höchsten Sinn das göttlich Geistige, worüber folgen wird. Es bedeutet aber die Aneignung desselben in den Himmeln, weil in dem nun Folgenden vom Fleisch des Widders und vom Brot aus dem Korb gehandelt wird, das nicht auf dem Altar angezündet wurde, sondern dem Mose, Aharon und seinen Söhnen als Anteil zukam und von ihnen gegessen wurde, wodurch die Aneignung bezeichnet wird. Der Verlauf (Hergang) derselben wird in dem nun Folgenden beschrieben. Daß die Brust das Gute der Liebtätigkeit bedeutet, und im höchsten Sinn das göttlich Geistige, kommt von der Entsprechung her, denn das Haupt an dem Menschen entspricht dem Guten der Liebe zum Herrn, welches das innerste Gute des Himmels ist und das göttlich Himmlische heißt; die Brust aber entspricht dem Guten der Liebtätigkeit, welches das Gute des mittleren oder zweiten Himmels ist und das göttlich Geistige heißt; und die Füße entsprechen dem Guten des Glaubens, also dem Guten des Gehorsams, welches das Gute des letzten Himmels ist und das göttlich Natürliche heißt. Über diese Entsprechung sehe man, was Nr. 10030 gezeigt worden ist. Weil die Brust infolge der Entsprechung das Gute der Liebtätigkeit bedeutet, und das Gute der Liebtätigkeit darin besteht, daß man das Gute will und darum auch tut, deshalb lag Johannes, der dieses Gute vorbildete, "an der Brust oder im Schoße des Herrn": Joh.13/22,23,25; wodurch bezeichnet wird, daß dieses (Gute) vom Herrn geliebt werde, denn an der Brust und im Schoße liegen bedeutet lieben. Wer dies weiß, der kann auch erkennen, was die folgenden Worte des Herrn zu Petrus und Johannes bedeuten: Joh.21/15-22: "Jesus sprach zu Simon Petrus: Simon Jonas (Sohn), hast du Mich lieb? Er sprach: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich liebe. Der Herr sprach. Weide Meine Lämmer; und abermals sagte Er zu ihm: Simon, Jonas (Sohn), hast Du Mich lieb? Er sprach: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich liebe. Er sprach zu ihm: Weide Meine Schafe. Zum dritten Male sprach Er zu ihm: Simon Jonas (Sohn), hast du Mich lieb? Da ward Petrus traurig; darum sprach er: Herr, Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich Dich lieb habe; da sprach Jesus zu ihm: Weide Meine Schafe. Wahrlich, Ich sage dir, als du jünger warst, gürtetest du dich selbst, und gingst hin, wohin du wolltest; wenn du aber alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten, und hinführen, wo du nicht hin willst. Da Er das gesagt hatte, sprach Er: Folge Mir nach! Petrus wandte sich um, und sah den Jünger nachfolgen, den Jesus lieb hatte, und der auch beim Abendmahl an Seiner Brust gelegen war; als Petrus ihn sah, sprach er: Herr, was soll dieser? Jesus sprach zu ihm: Wenn Ich will, daß er bleibe, bis Ich komme, was geht das dich an? Folge Du Mir nach". Was diese Worte bedeuten, kann niemand wissen, außer durch den inneren Sinn, der lehrt, daß die zwölf Jünger des Herrn alle Dinge des Glaubens und der Liebe in ihrer Zusammenfassung vorbildlich darstellten, wie auch die zwölf Stämme Israels, und daß Petrus den Glauben vorbildete, Jakobus die Liebtätigkeit, und Johannes die Werke oder das Gute der Liebtätigkeit. Daß die zwölf Jünger des Herrn das Ganze des Glaubens und der Liebe in ihrer Zusammenfassung vorbildeten, sehe man Nr. 3488, 3858 E, 6397; ebenso die zwölf Stämme Israels: Nr. 3858, 3926, 4060, 6335, 6640; daß Petrus den Glauben vorbildete, Jakobus die Liebtätigkeit und Johannes die Werke der Liebtätigkeit, (sehe man) in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und 22, Nr. 3750, 4738, 6344 E; und daß der Fels, wie Petrus auch genannt wird, der Herr ist in Ansehung des Glaubens: Nr. 8581. Weil der Glaube ohne die Liebtätigkeit den Herrn nicht liebt, und dennoch solches lehren kann, was Sache des Glaubens und der Liebe ist, und was sich auf den Herrn bezieht, darum sagte der Herr dreimal: "Liebst du Mich?" und "Weide Meine Lämmer, weide Meine Schafe!" und darum sagte der Herr: "Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst, und gingst hin, wohin du wolltest, wenn du aber alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinführen, wo du nicht hin willst", wodurch bezeichnet wird, daß der Glaube der Kirche bei seinem Entstehen wie ein Kind im Guten der Unschuld ist, daß er aber bei seinem Untergang, der am Ende der Kirche eintritt, nicht mehr in diesem Guten ist, und auch nicht im Guten der Liebtätigkeit. Ferner, daß dann das Böse und Falsche ihn führen werde, was bezeichnet wird durch die Worte: "Wenn du alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinführen, wohin du nicht willst"; daß er somit aus einem Freien ein Knecht werde. Gürten heißt, die Wahrheiten kennen und im Lichte aus dem Guten innerlich wahrnehmen: Nr. 9952; gehen heißt, ihnen gemäß leben: Nr. 8417, 8420; sich selbst gürten und gehen, wohin man will, bedeutet daher, aus der Freiheit handeln, und aus Freiheit handeln heißt, aus der Neigung zum Wahren aus dem Guten: Nr. 2870-2893, 9585-9591; auch bedeutet es, vom Herrn geführt werden: Nr. 9096, 9586, 9589, 9590, 9591; aber von einem anderen gegürtet und hingeführt werden, wohin man nicht will, bedeutet, ein Knecht sein, und Knecht sein heißt, aus dem Bösen handeln, somit von der Hölle geführt werden: Nr. 9096, 9586. 9589, 9590, 9591. Daß die Lämmer, von denen der Herr zuerst spricht, diejenigen bezeichnen, die im Guten der Unschuld sind, sehe man Nr. 3994, daß die Schafe, von denen der Herr zum zweiten und zum dritten Mal spricht, diejenigen bezeichnen, die in dem Guten der Liebtätigkeit und daraus im Glauben sind: Nr. 4169, 4809; und daß drei eine ganze Periode von Anfang bis zu Ende bedeutet: Nr. 2788, 4495, 7715, 9198. Weil nun der Herr mit Petrus von der Kirche von ihrem Anfang bis zu ihrem Untergang redete, deshalb sagte Er dreimal: "Liebst du Mich?" Daß aber Johannes dem Herrn folgte bedeutet, daß diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, dem Herrn nachfolgen, und vom Herrn geliebt werden, und nicht zurückweichen; daß aber diejenigen, die in einem (von der Liebe) getrennten Glauben stehen, nicht nur dem Herrn nicht folgen, sondern auch darüber unwillig werden, wie hier Petrus; nicht zu gedenken mehrerer Geheimnisse, die in diesen Worten liegen. Hieraus wird auch klar, daß "an der Brust und im Schoße des Herrn liegen" bedeutet, von Ihm geliebt werden, und daß dies von denen gesagt wird, die in dem Guten der Liebtätigkeit sind; ebenso auch "im Schoße tragen": Jes.40/10,11, und "im Schoße liegen": 2.Sam.12/3. 10088. "Von dem Widder der Einsetzung (Füllungen) Aharons", 2. Mose 29/26, bedeutet das Vorbildliche der göttlichen Macht des Herrn in den Himmeln durch das göttlich Wahre aus Seinem göttlich Guten, und auch dessen Mitteilung und Aufnahme daselbst; man sehe Nr. 10076. 10089. "Und webe sie als eine Webe vor Jehovah", 2. Mose 29/26, bedeutet die Belebung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine Webe weben vor Jehovah", insofern es die Belebung durch die Anerkennung des Herrn bezeichnet, und den Glauben, daß Er alle Macht im Himmel und auf der Erde hat, worüber Nr. 10083. Daß es das erste der Kirche ist, den Herrn anerkennen, ist bekannt; denn die Lehre der Kirche lehrt, daß ohne den Herrn kein Heil ist. Daß Er alle Macht habe, lehrt das Wort an vielen Stellen und der Herr selbst an den folgenden: Matth.11/27; Luk.10/22: "Alles ist Mir übergeben vom Vater". Joh.3/34,35: "Der Vater hat alles in die Hand des Sohnes gegeben". Joh.17/2: "Der Vater hat dem Sohn Gewalt gegeben über alles Fleisch". Joh.15/5: "Ohne Mich könnt ihr nichts tun". Matth.28/18: "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden". Matth.16/19: "Jesus sprach zu Petrus: Du bist ein Fels; Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und alles, was du auf Erden binden wirst, wird auch in den Himmeln gebunden sein, und alles, was du lösen wirst auf Erden, wird auch in den Himmeln gelöst sein". Daß unter Petrus hier der Glaube, der vom Herrn kommt, zu verstehen ist, somit der Herr in Ansehung des Glaubens, der alle Gewalt hat, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 12, Nr. 4738, 6344; und daß der Fels, wie Petrus hier genannt wird, den Herrn in Ansehung des Glaubens bezeichnet: Nr. 8581. 10090. "Und sie soll dir zum Anteil sein", 2. Mose 29/26, bedeutet die Mitteilung an die, welche in den göttlichen Wahrheiten sind. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, dem die Brust als Anteil gehören sollte, insofern er das göttlich Wahre darstellt, somit das göttlich Wahre, das vom Herrn (ausgeht), worüber Nr. 6752, 7010, 7014, 9372; ferner aus der Bedeutung von "zum Anteil sein", insofern es die Mitteilung bezeichnet, denn was dem Mose, Aharon, seinen Söhnen und dem Volke von den Schlachtopfern gegeben wurde, bedeutet die Mitteilung des göttlich Heiligen an sie; und alle Mitteilung geschieht nach der Beschaffenheit dessen, der sie aufnimmt, also nach der Beschaffenheit der Vorbildung bei denen, die sie aufnahmen. Daß die Brust dem Mose zum Anteil gegeben wurde und der Bug (Keule) dem Aharon (worüber folgen wird), geschah deshalb, weil hier von der Mitteilung und von der Aneignung des göttlich Wahren und des göttlich Guten vom Herrn im Himmel und in der Kirche gehandelt wird. Es gibt aber zweierlei, was in diesen aufgenommen wird, nämlich das göttlich Wahre und das göttlich Gute, und beides vom Herrn. Das göttlich Wahre von denen, die im geistigen Reich des Herrn sind, und das göttlich Gute von denen, die im himmlischen Reich sind, man sehe das Nr. 9277, 9684 Angeführte; darum wurde die Brust dem Mose zum Anteil gegeben und der Bug (Keule) dem Aharon, denn durch die Brust wird das göttlich Wahre im geistigen Reich des Herrn bezeichnet: Nr. 10087, und durch den Bug (Keule) das göttlich Gute in himmlischen Reich: Nr. 10075, und auch durch die Brote im Korb, die auch dem Aharon überlassen wurden: Nr. 10077. Daß Mose den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vorbildete, ist oben gezeigt worden, und daß Aharon, wenn er zum Priesteramt eingeweiht war, den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildete, sehe man Nr. 9806. Daß Mose die Brust zum Anteil erhielt, erhellt auch 3. Mose 8/29, wo auch von der Einweihung Aharons und seiner Söhne zum Priesteramt (die Rede ist): "Mose nahm die Brust, und webte sie als Webe vor Jehovah, von dem Widder der Einsetzung, und sie war dem Mose zum Anteil, wie Jehovah dem Mose geboten hatte". 10091. "Und heilige die Brust der Webe", 2. Mose 29/27, bedeutet das göttlich Geistige, anerkannt im Himmel und in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es heißt, den Herrn und das Heilige, das von Ihm ist, vorbildlich darstellen, worüber Nr. 9956, 9988; aus der Bedeutung der Brust, insofern sie das göttlich Geistige im Himmel bezeichnet, worüber Nr. 10087; und aus der Bedeutung der Webe, insofern sie die Belebung durch Anerkennung bezeichnet, worüber Nr. 10083, 10089. Das göttlich Geistige ist das göttlich Wahre im mittleren oder zweiten Himmel, welcher Himmel auch das geistige Reich heißt. 10092. "Und den Bug (Keule) der Hebe", 2. Mose 29/27, bedeutet das göttlich Himmlische, das dem Herrn allein gehört, und im Himmel und in der Kirche innerlich wahrgenommen wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bugs (Keule), insofern er das göttlich Himmlische im Himmel und in der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 10075; und aus der Bedeutung der Hebe, insofern sie das bezeichnet, was gegeben und aufgenommen worden ist, worüber folgen wird. Das göttlich Himmlische ist das göttlich Gute vom Herrn, das aufgenommen wird im innersten Himmel, welcher Himmel auch das himmlische Reich genannt wird. Darum heißt das göttlich Gute, das im innersten Himmel aufgenommen wird, das himmlisch Gute. 10093. "Die gewebet und gehoben worden", 2. Mose 29/27, bedeutet, was anerkannt und innerlich wahrgenommen worden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gewebten, wenn es von der Brust gesagt wird, insofern es das bezeichnet, was durch Anerkennung belebt (lebendig) ist, wovon Nr. 10091; und aus der Bedeutung des Gehobenen, insofern es das göttlich Himmlische bezeichnet, das dem Herrn allein angehört, aber im Himmel und in der Kirche aufgenommen wird, worüber im Folgenden. Wie es sich damit verhält, soll mit wenigem gesagt werden: Es gibt zwei Reiche aus denen die Himmel bestehen, ein himmlisches und ein geistiges. Das göttlich Wahre wird im geistigen Reich anerkannt, im himmlischen Reich aber wird man es inne. Die Ursache davon ist die, daß das göttlich Wahre im geistigen Reiche im Verstandesgebiet aufgenommen wird, im himmlischen Reich dagegen im Willensgebiet. Was im Verstandesgebiet aufgenommen wird, das heißt anerkannt; was aber im Willensgebiet, heißt innegeworden. Daß auch wirklich bei jenen nur Anerkennung des göttlich Wahren stattfindet, bei diesen aber ein Innewerden desselben, darüber sehe man, was von diesen beiden Reichen in den angeführten Stellen ausführlich gezeigt worden ist: Nr. 9277, 9596, 9684. Was die Hebe anbelangt, so wird Hebe genannt, was dem Jehovah oder dem Herrn angehört, und dem Aharon um der Vorbildung willen gegeben wurde, und weil Aharon den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildete: Nr. 9806, deshalb bildete das, was von den Schlachtopfern gehoben (weggenommen) und dem Aharon gegeben wurde, das Göttliche des Herrn vor, und wird auch Salbung genannt bei 3. Mose 7/34,35: "Die Brust der Webe und den Bug (Keule) der Hebe habe Ich genommen von den Söhnen Israels, von ihren Dankopfern, und habe sie dem Aharon, dem Priester und seinen Söhnen gegeben zu einer ewigen Satzung von den Söhnen Israels; das ist die Salbung Aharons und die Salbung seiner Söhne von den Feuerungen für Jehovah an dem Tage, wo Ich euch herzugeführt habe, um den Priesterdienst an Jehovah zu verrichten": hier wird Salbung gesagt, weil die Salbung die Einweihung zur Vorbildung des Herrn in Ansehung des göttlich Guten bezeichnet; man sehe Nr. 9954, 10019. Auch an einer anderen Stelle: 4. Mose 18/8,11-20,28,29: "Jehovah redete zu Aharon: Siehe, Ich habe dir die Besorgung Meiner Hebopfer gegeben, von allem Heiligen der Söhne Israels habe Ich sie dir und deinen Söhnen zur Salbung geben; dir gehöre das als Hebe ihrer Gabe, von allem Webeopfer der Söhne Israels, alles Fett (d.h. das Beste) vom reinen Öle, und alles Fett vom Most und vom Getreide, von den Erstlingen, und alle Erstlinge, die sie Jehovah geben, sollen dir gehören, und auch alles Verbrannte; alles, was die Mutter bricht von allem Fleische, das sie Jehovah bringen, das Erstgeborene des Rindes, des Schafes und der Ziege; das Fleisch soll dir gehören, wie auch die Brust der Webe und der rechte Bug (Keule); alle Hebe des Geheiligten. Anteil und Erbe sollst du nicht haben im Lande, weil Jehovah dein Teil und Erbe ist; auch alle Hebe von den Zehnten und von den Gaben, die den Leviten gegeben sind": hieraus wird klar, was die Hebopfer waren, nämlich, daß alles, was Jehovah, d.h. dem Herrn gehört, so genannt wurde. Und weil die Leviten die göttlichen Wahrheiten im Himmel und in der Kirche vorbildeten, die dem göttlich Guten dienten, so wurden auch sie dem Aharon anstatt aller Erstgeborenen gegeben, die Jehovah, d.h. dem Herrn gehörten, worüber Folgendes gesagt wird bei 4. Mose 3/12,13; 8/16-18: "Die Leviten habe Ich genommen aus der Mitte der Söhne Israels, anstatt alles Erstgeborenen, das die Mutter bricht, von den Söhnen Israels, auf daß die Leviten Mein seien, weil alle Erstgeburt Mein ist, und weil die Leviten Mir gegeben sind, habe Ich sie dem Aharon und seinen Söhnen gegeben". Die Hebopfer heißen Gaben, die Jehovah, d.h. dem Herrn gegeben wurden von den Söhnen Israels; es wird aber darunter verstanden, daß sie Jehovah gehören, nicht vermöge einer Schenkung, sondern vermöge des Besitzes, weil eben alles Heilige oder Göttliche beim Menschen nicht dem Menschen, sondern dem Herrn bei ihm angehört. Daß alles Gute und Wahre, somit alles göttlich Heilige von Gott dem Herrn kommt, und nichts vom Menschen, ist in der Kirche bekannt, und daraus geht hervor, daß es nur dem Anscheine nach gesagt wird, daß es eine Gabe vom Menschen sei; darum wird auch im gleich Folgenden gesagt: "Denn ein Hebopfer ist es und ein Hebopfer soll es sein von den Söhnen Israels, ihr Hebopfer für Jehovah", 2. Mose 29/28: wodurch bezeichnet wird, daß das Hebopfer von den Söhnen Israels ein Hebopfer Jehovahs sei, und daß somit die Gabe von ihnen eine Gabe vom Herrn sei. Hieraus wird klar, was das Hebopfer ist. 10094. "Von dem Widder der Füllungen (Einsetzung), von dem für Aharon und von dem für seine Söhne", 2. Mose 29/27, bedeutet das Vorbildliche der göttlichen Macht des Herrn in den Himmeln durch das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten; dies erhellt aus dem, was Nr. 10076 gezeigt worden ist. 10095. "Und sie sollen Aharon gehören und seinen Söhnen als eine ewige Satzung von den Söhnen Israels", 2. Mose 29/28, bedeutet das Gesetz der Ordnung und der vorbildlichen Kirche in Ansehung des göttlich Guten des Herrn und des daraus hervorgehenden göttlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons und seiner Söhne, insofern sie den Herrn darstellen in Ansehung des göttlich Guten und des daraus hervorgehenden göttlich Wahren, worüber Nr. 9806, 9867, 10068; aus der Bedeutung der ewigen Satzung, insofern sie das Gesetz der göttlichen Ordnung bezeichnet, worüber Nr. 7884, 7995, 8357; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Kirche darstellen, worüber Nr. 4286, 6426, 6637, 9340. Daß es eine vorbildliche Kirche ist, kommt daher, weil diese Kirche bei den Söhnen Israels errichtet wurde; man sehe das Nr. 9320 Angeführte. 10096. "Denn ein Hebopfer ist es", 2. Mose 29/28, bedeutet das Vorbildliche des göttlich Guten und des daraus hervorgehenden Göttlich Wahren. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10093 gezeigt worden ist. 10097. "Und ein Hebopfer soll es sein von den Söhnen Israels von ihren Dankopfern, ihr Hebopfer für Jehovah", 2. Mose 29/28, bedeutet die Aufnahme in den Himmeln und in der Kirche, und die Anerkennung, daß es dem Herrn allein angehört. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10093 gezeigt worden ist. "Von den Dankopfern" wird gesagt, weil durch sie der Gottesdienst bezeichnet wird, der aus der Freiheit hervorgeht; denn die Friedensopfer oder Dankopfer waren freiwillige Opfer, und was freiwillig ist, das kommt aus der Freiheit des Menschen. Frei heißt aber das, was aus Liebe geschieht, somit was aus dem Willen hervorgeht; denn was der Mensch liebt, das will er auch. Der Herr fließt beim Menschen in dessen Liebe, also in dessen Willen ein, und macht, daß das, was der Mensch aufnimmt, in Freiheit ist, und was er in Freiheit aufnimmt, das tut er auch mit Freiheit. Er liebt es, und daher wird es zur Sache seines Lebens. Hieraus erhellt, was der Gottesdienst aus Freiheit ist, der durch die Friedensopfer oder freiwilligen Opfer bezeichnet wird, somit auch, was das Hebopfer davon bedeutet, nämlich das, was dem Herrn allein gehört. Daß die Opfer den ganzen Gottesdienst im allgemeinen bezeichnen, sehe man Nr. 6905, 8936, 10042; und daß das Freie des Menschen das ist, was Sache seiner Liebe ist: Nr. 2870-2893, 3158, 4031, 7439, 9096, 9585-9591. 10098. "Und die heiligen Kleider Aharons", 2. Mose 29/29, bedeutet das göttlich Geistige, das unmittelbar hervorgeht aus dem göttlich Himmlischen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider Aharons, insofern sie das Vorbildliche des geistigen Reichs des Herrn sind, das Seinem himmlischen Reich beigesellt ist, worüber Nr. 9814, somit auch das göttlich Geistige; denn das geistige Reich des Herrn entsteht aus Seinem Göttlichen in demselben, welches das göttlich Geistige heißt. Der ganze Himmel ist auch wirklich nichts anderes, als das Göttliche des Herrn, denn die Engel, die darin sind, wissen, anerkennen, glauben und werden inne, daß alles Gute des Glaubens und alles Gute der Liebe, das den Himmel ausmacht, vom Herrn ist und nichts von ihnen selbst. Jene Kleider hießen heilige Kleider, weil sie heilig Göttliches vom Herrn vorbildeten. Daß der Herr allein der Heilige ist, und daß alles Heilige von Ihm stammt, und alle Heiligung Ihn vorbildete, sehe man Nr. 9229, 9680, 9818, 9820, 9956, 9988; und daß der Himmel darum das Heiligtum heißt: Nr. 9479. 10099. "Sollen seine Söhne haben nach ihm", 2. Mose 29/29, bedeutet im Natürlichen nach der Reihenfolge. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Aharons, insofern sie das vorbilden, was aus dem göttlich Guten, wie von einem Vater hervorgeht, worüber Nr. 9807, 10068; und aus der Bedeutung von "nach ihm", insofern es ausdrückt, in der Reihenfolge oder in aufeinanderfolgender Ordnung; und weil dies von den Kleidern Aharons gesagt wird, durch die das göttlich Geistige vorgebildet wurde: Nr. 10098, deshalb wird durch die Worte: "seine Söhne sollen sie haben nach ihm" bezeichnet das göttlich Geistige im Natürlichen nach der Reihenfolge. Dreierlei ist es, was im Himmel aufeinanderfolgt, und was, damit es deutlich aufgefaßt wird, mit seinem besonderen Namen genannt wird, nämlich das Himmlische, das Geistige und das Natürliche. Diese drei gehen daselbst der Reihe nach hervor, das eine nach dem anderen, und durch das allmähliche Einfließen des einen in das andere sind sie verbunden, und machen so eins aus. Das Göttliche des Herrn in den Himmeln wird infolge der Verschiedenheit der Aufnahme mit diesen Namen benannt. Weil hier von dem zweiten Widder gehandelt wird, welcher der Widder der Füllungen heißt, und durch die Füllung der Hände die Einweihung zur Vorbildung das Göttlichen des Herrn in den Himmeln bezeichnet wird, und auch die Mitteilung und Aufnahme desselben: Nr. 10019, darum wird hier, damit auch die Aufnahme desselben im Natürlichen beschrieben werde, von dem aufeinanderfolgenden Anziehen der Kleider Aharons von seinen Söhnen nach ihm gehandelt, und darunter wird die Reihenfolge der Sache in den Himmeln verstanden, die durch die Füllungen der Hände bezeichnet wird. Hieraus geht deutlich hervor, daß diese Dinge im inneren Sinn genau zusammenhängen, obgleich im Buchstabensinn die Reihenfolge der Dinge in betreff des Widders unterbrochen scheint. Weil hier von dem Aufeinanderfolgenden im Himmel gehandelt wird, so soll auch gesagt werden, was das Aufeinanderfolgende ist: Die meisten unter den Gelehrten haben heutzutage keine andere Vorstellung von dem Aufeinanderfolgenden, als wie von einem Fortgesetzten (Stätigen) oder wie von einem durch Fortsetzung Zusammenhängenden. Weil sie diese Vorstellung von der Aufeinanderfolge der Dinge haben, deshalb können sie nicht begreifen, was für ein Unterschied stattfindet zwischen dem Äußeren und dem Inneren des Menschen, somit auch nicht den Unterschied zwischen dem Körper und dem Geist des Menschen. Deshalb können sie, wenn sie aus solchen Vorstellungen über diese Dinge denken, gar nicht verstehen, daß der Geist des Menschen nach der Auflösung des Leibes oder nach dem Tode auch noch in menschlicher Form leben könne. Das Aufeinanderfolgende verhält sich jedoch nicht in fortgesetzter, sondern in gesonderter (discreter) Weise, d.h. nach Graden unterschieden; denn das Innere ist völlig unterschieden vom Äußeren, und zwar so sehr, daß das Äußere abgetrennt werden kann, während das Innere dennoch in seinem Leben fortdauert. Daher kommt es, daß der Mensch von seinem Körper abgelenkt werden und in seinem Geiste denken kann, oder, nach der von den Alten gebräuchlichen Redeweise, vom Sinnlichen abgelenkt und gegen das Innere hin erhoben werden kann. Die Alten wußten auch, daß der Mensch, wenn er von dem Sinnlichen, das Sache des Körpers ist, abgezogen wird, in das Licht seines Geistes, also in das Licht des Himmels hineingeführt oder erhoben wird. Daher wußten auch die Gelehrten der alten Zeit, daß sie nach der Auflösung des Leibes ein inneres Leben führen würden, das sie das Leben ihres Geistes nannten, und weil sie dieses Leben als das eigentliche menschliche Leben ansahen, so wußten sie auch, daß sie in menschlicher Gestalt leben würden. Eine solche Vorstellung hatten sie von der Seele des Menschen. Und weil dieses Leben mit dem göttlichen Leben verwandt ist, so wurden sie inne, daß ihre Seele unsterblich sei; denn wie wußten, daß dieser Teil des Menschen, der mit dem göttlichen Leben verwandt, und daher mit ihm verbunden ist, durchaus nicht sterben könne. Allein diese Vorstellung von der Seele und dem Geiste des Menschen verschwand nach jenen alten Zeiten, und zwar wegen der unrichtigen Vorstellung von dem Aufeinanderfolgenden. Die Folge davon ist, daß diejenigen, die der heutigen Gelehrsamkeit gemäß denken, nicht wissen, was das Geistige ist, und daß es von dem Natürlichen unterschieden ist; denn die, welche eine Vorstellung vom Aufeinanderfolgenden als von einem Fortgesetzten (Stätigen) haben, können das Geistige nur auffassen als etwas reineres Natürliches, während doch beides voneinander unterschieden ist, wie das Frühere und das Spätere, also wie das, was erzeugt, und das, was erzeugt worden ist. Daher kommt es auch, daß von solchen Gelehrten der Unterschied zwischen dem inneren oder geistigen Menschen und dem äußeren oder natürlichen nicht begriffen werden kann, und so auch nicht der Unterschied zwischen dem Denken und Wollen des inneren Menschen und dem Denken und Wollen des äußeren. Daher können sie auch nichts vom Glauben und der Liebe, vom Himmel und der Hölle und von dem Leben des Menschen nach dem Tode begreifen. Die aber, die eine richtige und deutliche Vorstellung von dem Aufeinanderfolgenden haben, können einigermaßen begreifen, daß bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, das Innere in aufeinanderfolgender Weise erschlossen wird, und daß es, wie es erschlossen wird, auch in ein inwendigeres und dem Göttlichen näher liegendes Licht und Leben erhoben wird, und daß die Erschließung und die daraus hervorgehende Erhebung durch die göttlichen Wahrheiten stattfindet, welche die Aufnahmegefäße des Guten der Liebe vom Göttlichen sind. Das Gute der Liebe ist das, was den Menschen unmittelbar mit dem Göttlichen verbindet, denn die Liebe ist eine geistig Verbindung. Und daraus folgt, daß der Mensch dadurch immer innerlicher und tiefer eröffnet (erschlossen) und erhoben werden kann, je nachdem er im Guten der Liebe vom Göttlichen ist. Und daß umgekehrt keine Erschließung und daher keine Erhebung bei dem Menschen stattfindet, der nicht die göttlichen Wahrheiten aufnimmt, was der Fall ist, wenn er im Bösen ist. Doch von dieser aufeinanderfolgenden Ordnung und von ihren Geheimnissen soll anderswo, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, vollständiger geredet werden. 10100. "Daß sie darin gesalbt werden", 2. Mose 29/29, bedeutet, um den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorzubilden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Salbung, insofern sie die Einweihung zur Vorbildung des Herrn in Ansehung des göttlich Guten bezeichnet, worüber Nr. 9954, 10019. Hier durch diejenigen, die das Göttliche des Herrn im Natürlichen aufnehmen; denn dadurch, daß die Söhne Aharons seine Kleider nach ihm haben sollten, wird das göttlich Geistige des Herrn im Natürlichen bezeichnet: Nr. 10098, 10099. 10101. "Und man darin ihre Hände fülle", 2. Mose 29/29, bedeutet das Vorbildliche des göttlich Wahren, das hervorgeht von dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung der Füllung der Hände, insofern sie die Einweihung zur Vorbildung des göttlich Wahren bezeichnet, das vom göttlich Guten des Herrn hervorgeht, und auch die Mitteilung und Aufnahme desselben in den Himmeln, worüber Nr. 10019; hier durch diejenigen, die daselbst im Letzten sind. 10102. "Sieben Tage sollen sie anziehen, wer von seinen Söhnen Priester wird nach ihm", 2. Mose 29/30, bedeutet die vollständige Anerkennung und Aufnahme. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Tage, insofern sie den vollen Zustand bezeichnen, worüber Nr. 6508, 9228, also das Vollständige; und aus der Bedeutung davon, daß die Söhne Aharons seine Kleider nach ihm anlegen sollten, insofern es bezeichnet, die Aufnahme des göttlich Geistigen im Natürlichen vorbilden, worüber Nr. 10098, 10099. 10103. "Wenn er eintritt in das Versammlungszelt, um zu dienen im Heiligtum", 2. Mose 29/30, bedeutet, bei jedem Gottesdienste im Himmel und in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Versammlungszeltes, insofern es das Vorbildliche des Himmels und der Kirche ist, worüber Nr. 9457, 9481, 9485; und aus der Bedeutung von hineingehen, um im Heiligtum zu dienen, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, worüber Nr. 9963, 9964. 10104. "Und nimm den Widder der Einsetzung (der Füllungen)", 2. Mose 29/31, bedeutet das Vorbildliche der göttlichen Macht des Herrn in den Himmeln durch das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten und dessen Mitteilung und Aufnahme daselbst; man sehe Nr. 10076. 10105. "Und koche sein Fleisch am heiligen Ort", 2. Mose 29/31, bedeutet die Bereitung des Guten zum Lebensgebrauch durch die Wahrheiten der Lehre in der Erleuchtung aus dem Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von kochen, insofern es heißt, zum Lebensgebrauch durch die Wahrheiten der Lehre bereiten; aus der Bedeutung des Fleisches, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 7850, 9127; und aus der Bedeutung von "am heiligen Orte", insofern es ausdrückt, aus göttlicher Erleuchtung; denn der heilige Ort ist, wo das Göttliche des Herrn gegenwärtig ist, also (bedeutet es), angewandt auf die Wahrheiten der Lehre, da wo die göttliche Erleuchtung ist; denn wo das Göttliche des Herrn gegenwärtig ist, da ist auch Erleuchtung. Das Opferfleisch kochen bedeutet aber, das Gute durch die Wahrheiten der Lehre zum Lebensgebrauch bereiten, weil das Fleisch, durch welches das Gute bezeichnet wird, dadurch zum Gebrauch für den Körper zubereitet wird, daher im geistigen Sinn zum Lebensgebrauch. Daß die Bereitung durch die Glaubenswahrheiten geschieht, ist klar, weil sie den Gebrauch (oder die Anwendung) lehren. Auch wird durch das Wasser, in dem es gekocht wird, das Wahre bezeichnet; man sehe Nr. 2702, 3058, 3424, 5668, 8568, 9323. Es wird gesagt "durch die Wahrheiten der Lehre in der Erleuchtung vom Herrn", weil die Wahrheiten aus dem Worte zu einer Lehre zusammengestellt werden müssen, wenn sie einen Nutzen bringen sollen, was von denen geschehen muß, die in der Erleuchtung vom Herrn sind. Aber nur diejenigen sind in der Erleuchtung, wenn sie das Wort lesen, die eine Neigung zum Wahren haben um des Wahren willen und um des Guten des Lebens willen, nicht aber diejenigen, die (das Wahre lieben) um der eigenen Ehre, um des guten Rufes oder des Gewinnes willen, damit sie Glauben zu haben scheinen. Daß durchaus eine Lehre aus dem Worte vorhanden sein muß, wenn das Wort verstanden werden soll, sehe man Nr. 9025, 9409, 9410, 9424, 9430; und daß diejenigen, welche die Lehre aus dem Worte zusammenstellen, in der Erleuchtung vom Herrn sein müssen: Nr. 9382, 9424. Daß "im Wasser kochen" bedeutet, die Wahrheiten in die Form eines Lehrbegriffes bringen und so zum Lebensgebrauch zubereiten, erscheint beim ersten Blick nicht passend und gleichsam ferne liegend; daß es aber dennoch so ist, kann man aus den Stellen im Worte ersehen, wo "im Wasser kochen" vorkommt, und auch, wo der Topf, in dem gekocht wird, genannt wird: 2.Kön.4/38-42: "Und Elisa kehrte nach Gilgal zurück, als eine Hungersnot im Lande war. Als die Söhne der Propheten vor ihm saßen, sprach er zu seinem Knaben: Setze einen großen Topf auf und koche ein Gericht für die Söhne der Propheten; da ging einer hinaus auf das Feld, um Kräuter zu sammeln, und fand wilde Reben, und sammelte die Koloquinten davon ab, und zerschnitt sie in den Topf des Gerichtes. Als sie aber von dem Gerichte aßen, riefen sie aus: Der Tod ist im Topf, Mann Gottes. Darum sagte er, sie sollten Mehl nehmen, und dieses warf er in den Topf, und sprach: Schütte aus für das Volk, daß es esse; und nun war nichts Böses im Topfe". Dieses Wunder, so wie die übrigen im Worte, schließt Heiligung der Kirche in sich, das durch den inneren Sinn offenbar wird. Aus diesem weiß man, daß Elisa den Herrn vorbildete in Ansehung des Wortes, wie auch Elias; daß die Söhne der Propheten diejenigen bezeichnen, welche die Wahrheiten aus dem Worte lehren; daß der Topf, den Elisa aufzusetzen befahl, die Lehre daraus bezeichnet, und daß die wilden Reben und die Koloquinten von denselben das Falsche bedeuten. Hieraus wird klar, was der Tod im Topf bedeutet. Das Mehl, das er in den Topf warf, bedeutet das Wahre aus dem Guten, und weil durch dieses die Lehre verbessert wird, so geschah es, daß nichts Böses im Topfe war. Daraus erhellt nun wieder, daß im Topfe kochen soviel ist, als die Lehre zusammenstellen, und so zum Gebrauch zubereiten. Daß alle Wunder im Worte heilige Dinge der Kirche in sich schließen, sehe man Nr. 7337, 8364, 9086; daß Elisa den Herrn in Ansehung des Wortes vorbildete: Nr. 2762; daß die Propheten diejenigen sind, welche die Wahrheiten lehren, und somit, abgesehen von den Personen, die Wahrheiten der Lehre vorbilden: Nr. 2534, 7269, daß die Rebe (oder Weinstock) das Wahre der Kirche bezeichnet, und die Trauben desselben das Gute: Nr. 5113, 5117, 9277; daher bedeuten die wilden Reben und die Koloquinten das Falsche und Böse; daß das Mehl das echte Wahre des Glaubens aus dem Guten bedeutet: Nr. 9995; daß das Gericht, das sie kochen sollten, die Zusammenstellung der Lehrbestimmungen bezeichnete, wie sie bei den Juden war: Nr. 3316. Hieraus kann man schließen, was das Kochen und was der Topf bedeutet. Hes.24/3-6: "Gib dem widerspenstigen Geschlecht ein Gleichnis: Setze den Topf zu, setze ihn zu, und gieße auch Wasser hinein; tue die Stücke zusammen hinein, allerlei gute Stücke, die Hüfte und die Schulter; fülle ihn mit der Auswahl der Knochen, und koche die Knochen in seiner Mitte. So spricht der Herr Jehovih: Wehe der Blutstadt, dem Topfe, in dem sein Schaum ist, und dessen Schaum nicht weggeht" (gewöhnlich wird übersetzt: "Wehe dem Topfe, in dem sein Rost klebt, und dessen Rost nicht weggeht". Anm.d.Übers.): hier wird das Wort beschrieben, wie es beschaffen ist in Ansehung der Lehre, daß nämlich göttliche Wahrheiten aus dem göttlich Guten darinnen sind; und hernach wird die Lehre aus dem Worte beschrieben, wie sie bei dem jüdischen Volke beschaffen war, daß sie nämlich voller Unreinigkeiten und Falschheiten war. Der Topf bedeutet die Lehre; die Hüfte, die Schulter und die Auswahl der Knochen bezeichnen die göttlichen Wahrheiten aus dem göttlich Guten in aufeinanderfolgender Ordnung; die Blutstadt bedeutet das jüdische Volk in bezug auf das Wahre der Lehre bei ihm, also abgesehen vom Volk oder von der Person, die Lehre, die das Gute zerstört; der Schaum in demselben bedeutet das Äußere der Lehre), das den unreinen Liebesarten günstig ist, und durch das, wenn es nicht entfernt wird, die Wahrheiten verunreinigt werden. Hieraus geht auch wieder deutlich hervor, daß der Topf die Lehre bedeutet und das Kochen die Zubereitung zum Gebrauch. Hes.11/2,3,7: "Der Geist sprach zu mir: Menschensohn, diese Männer denken Frevel, und halten einen Rat der Bosheit in der Stadt, sie sagen: Es ist nicht an der Zeit, Häuser zu bauen; sie selbst (die Stadt) ist der Topf, und wir sind das Fleisch": auch hier bedeutet der Topf die Lehre des Falschen aus dem Bösen, denn darum wird die Stadt so genannt, wo Frevel ersonnen und böser Rat gepflogen wird. Daß die Stadt auch die Lehre bedeutet, sehe man Nr. 402, 2712, 2943, 3216, 4492, 4493; hier eine solche (falsche) Lehre. Jerem.1/13,14: "Jehovah sprach: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen überwallenden Topf, dessen Vorderseite gegen Norden steht. Jehovah sprach: Von Norden wird das Böse über alle Einwohner des Landes hereinbrechen": der überwallende Topf bedeutet auch hier die Lehre des Falschen aus dem Bösen; der Norden bezeichnet den dunklen Zustand in Ansehung des Glaubenswahren, und auch die Finsternis aus dem Falschen: Nr. 3708. Daraus wird klar, was dieses Gesicht des Propheten in sich schließt. Sach.14/21: "An jenem Tage werden alle Töpfe in Jerusalem und in Juda Heiligkeit sein für Jehovah Zebaoth, und alle, die da opfern, werden kommen und davon nehmen und darinnen kochen": hier bedeutet der Topf die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens, also die Lehre des Wahren aus dem Guten; Jerusalem ist die Kirche des Herrn; die Opfernden sind diejenigen, welche die (rechte) Verehrung des Göttlichen haben. Hieraus wird klar, daß "in den Töpfen kochen" bedeutet, (die Wahrheiten) zum Nutzen des geistigen Lebens zubereiten. 3. Mose 6/21: "Jedes irdene Gefäß, in dem das Fleisch des Schuldopfers und des Sündopfers gekocht wird, soll zerbrochen werden; wenn es aber in einem ehernen Gefäß gekocht worden, so soll es gescheuert und mit Wasser gespült werden": das irdene Gefäß, in dem es gekocht wurde, bedeutet das Falsche, das nicht mit dem Guten zusammenhängt; das eherne Gefäß aber bedeutet die Lehre, in der Gutes ist; das Kochen des Fleisches vom Schuld- und Sündopfer in den Töpfen bedeutet die Vorbereitung zur Reinigung vom Bösen und vom Falschen daraus. Hieraus erhellt, was dadurch vorgebildet wurde, daß das irdene Gefäß zerbrochen, das eherne Gefäß aber gescheuert und mit Wasser gespült werden sollte. 10106. "Und Aharon und seine Söhne sollen das Fleisch des Widders essen", 2. Mose 29/32, bedeutet die Aneignung des geistig Guten bei denen, die im Inneren sind vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 3168, 3513 E, 3596, 4745; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons und seiner Söhne, insofern sie den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und des göttlich Wahren darstellen, worüber Nr. 9806, 9807, 10068; hier dasselbe (in den Himmeln), weil von der Füllung der Hände gehandelt wird, wodurch die Mitteilung und Aufnahme derselben in den Himmeln bezeichnet wird. Aus der Bedeutung des Fleisches vom Widder, insofern es das Gute des inneren Menschen oder das Gute im Inneren bezeichnet. Daß das Fleisch das Gute bedeutet, sehe man Nr. 3813, 7850, 9127; und daß der Widder das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit im inneren Menschen bezeichnet: Nr. 9991, 10042. Es wird gesagt "der Herr in Ansehung des göttlich Guten und des göttlich Wahren in den Himmeln, und deren Mitteilung und Aufnahme daselbst", weil der Herr über den Himmeln ist, denn er ist die Sonne des Himmels; und Er erscheint auch wirklich denen, die im Himmel sind, als Sonne. Auch stammt alles Licht des Himmels aus dieser. Durch das Licht und die Wärme aus ihr ist Er gegenwärtig in den Himmeln, und zwar so gegenwärtig, als ob Er ganz und gar daselbst wäre; denn Er erfüllt die Himmel und macht sie. Das von Ihm als Sonne ausgehende Licht ist seinem Wesen nach das göttlich Wahre und daher die Weisheit und Einsicht, welche die Engel haben; und die vom Ihm als Sonne ausgehende Wärme ist das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe daselbst. Die Mitteilung und Aufnahme dieses göttlich Guten und dieses göttlich Wahren in den Himmeln ist es, die durch die Füllung der Hände bezeichnet wird. Daß der Herr die Sonne des Himmels ist, und daß von ihr Licht und Wärme in den Himmeln ist, aus denen das Leben, d.h. die Weisheit und die Liebe bei den Engeln herkommt, sehe man Nr. 3636, 3643, 4321 E, 5097, 7078, 7083, 7171, 7173, 7270, 8644, 8812. 10107. "Und das Brot, das im Korb ist", 2. Mose 29/32, bedeutet die Aneignung des himmlisch Guten vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Essens, nämlich hier des Brotes, insofern es die Aneignung bezeichnet, wie Nr. 10106; aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4217, 4735, 4976, 5915, 6118, 9323, 9545; und aus der Bedeutung des Korbes, insofern er das äußere Sinnliche bezeichnet, worüber Nr. 9996. Hieraus erhellt, daß durch das Essen des Brotes, das im Korbe ist, die Aneignung des Guten vom Herrn im Äußeren bezeichnet wird. Die Brote im Korb waren ungesäuerte Brote, ungesäuerte Kuchen und ungesäuerte Fladen, und durch dieselben wird das gereinigte Gute, das innere sowohl als das äußere bezeichnet: Nr. 9992, 9993, 9994; wenn daher gesagt wird "das Brot im Korb", so wird alles dieses im äußeren Sinnlichen bezeichnet, und das äußere Sinnliche ist das Letzte des Lebens im Menschen, das alles Innere in sich zugleich enthält. Daß das äußere Sinnliche das Letzte des Lebens im Menschen ist, sehe man Nr. 5077, 5081, 5094, 5125, 5128, 5767, 6183, 6311, 6313, 6318, 6564, 7645, 9212, 9216, 9730, 9996; und daß es alles Innere enthält, weil es das Letzte ist: Nr. 6451, 6465, 9216, 9228, 9836, 10044. 10108. "Vor der Türe des Versammlungszeltes", 2. Mose 29/32, bedeutet beim Eintritt in den Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung der Türe, insofern sie den Eingang bezeichnet, worüber Nr. 2145, 2152, 2356, 2385; und auch die Einführung: Nr. 8989; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Versammlungszeltes, insofern es den Himmel darstellt, wo der Herr ist, worüber Nr. 9457, 9481, 9485, 9963. 10109. "Und sie sollen dasselbe essen, womit sie versöhnt worden", 2. Mose 29/33, bedeutet die Aneignung des Guten bei denen, die von dem Bösen und von dem Falschen daraus gereinigt sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, wovon Nr. 10106; und aus der Bedeutung von versöhnt, insofern es soviel ist als gereinigt vom Bösen und vom Falschen daraus, worüber Nr. 9506. "Gereinigt vom Bösen und vom Falschen daraus", wird gesagt, weil es Falsches und Wahres bei denen gibt, die im Bösen sind, und auch Falsches und Wahres bei denen, die im Guten sind. Das Falsche bei denen, die im Bösen sind, ist das Falsche des Bösen, und das Wahre bei ihnen ist verfälschtes Wahres, das tot ist; hingegen das Falsche bei denen, die im Guten sind, wird als Wahres angenommen, denn es wird gemildert durch das Gute und zu guten Nutzzwecken angewendet, und das Wahre bei ihnen ist das Wahre des Guten, das lebendig ist. Über beide Arten des Falschen und Wahren sehe man Nr. 2243, 2408, 2863, 4736, 4822, 6359, 7272, 7437, 7574, 7577, 8051, 8137, 8138, 8149, 8298, 8311, 8318 E, 9258, 9298. Weil durch das Essen des Geheiligten, womit sie versöhnt wurden, die Aneignung des Guten bezeichnet wird bei denen, die vom Bösen und vom Falschen daraus gereinigt sind, deshalb wurde strenge verboten, daß irgendein Unreines davon aß; denn durch die Unreinigkeit wird die Befleckung durch das Böse und durch das Falsche aus demselben bezeichnet. Die Sache verhält sich nämlich in folgender Weise: Solange der Mensch im Bösen und Falschen ist, kann ihm das Gute durchaus nicht angeeignet werden, denn das Böse steigt aus der Hölle herauf, und das Gute steigt aus dem Himmel herab; wo aber die Hölle ist, da kann der Himmel nicht sein, denn sie sind einander gerade entgegengesetzt. Wenn daher für den Himmel Raum sein soll, d.h. für das Gute aus dem Himmel, so muß die Hölle, d.h. das Böse aus der Hölle entfernt werden. Hieraus ersieht man, daß das Gute dem Menschen durchaus nicht angeeignet werden kann, solange er im Bösen ist. Unter der Aneignung des Guten wird aber die Einpflanzung des Guten in den Willen verstanden, denn man kann nicht sagen, das Gute sei dem Menschen angeeignet, wenn es nicht Sache seines Willens wird. Weil der Wille des Menschen der Mensch selbst ist, und sein Verstand nur, soweit er Mensch ist, als er (Leben) aus dem Willen hat. Denn was dem Willen angehört, das ist Gegenstand der Liebe des Menschen, und gehört daher seinem Leben an, denn was der Mensch will, das liebt er, und das nennt er gut, und wenn es getan wird, fühlt er es auch als Gutes. Anders aber verhält es sich bei dem, was dem Verstande und nicht zugleich dem Willen angehört. Auch muß man wissen, daß unter der Aneignung des Guten beim Menschen nur die Fähigkeit das Gute vom Herrn aufzunehmen verstanden wird, eine Fähigkeit, die er durch die Wiedergeburt empfängt; daher gehört das Gute beim Menschen nicht dem Menschen an, sondern dem Herrn bei ihm, und er wird in demselben nur soweit erhalten, als er sich vom Bösen abhalten läßt. Weil das Gute nicht angeeignet, d.h. dem Menschen nicht mitgeteilt werden kann, solange er im Bösen ist, darum wurde es verboten, daß ein Unreiner vom Fleisch und Brot des Opfers esse, denn durch das Essen von demselben wurde, wie oben gesagt, die Aneignung des Guten vorgebildet. Daß es den Unreinen bei Todesstrafe verboten war, von dem Geheiligten zu essen, erhellt 3. Mose 7/18-21: "Jeder, der rein ist, soll das Fleisch essen; die Seele, die Fleisch isset von den Opfern, während Unreinigkeit an ihr ist, soll ausgerottet werden aus ihrem Volke. Die Seele, die etwas Unreines berührt, Unreinigkeit des Menschen, oder ein unreines Tier, oder irgendein unreines Gewürm, und vom Fleisch des Dankopfers isset, soll ausgerottet werden aus ihrem Volke": alle diese äußeren Unreinigkeiten bildeten die inneren Unreinigkeit vor, die das Böse beim Menschen sind, und zwar solches Böses, das seinem Willen angehört, und durch das wirkliche Leben angeeignet wurde. Dies wird noch weiter an einer anderen Stelle bei Mose beschrieben: 3. Mose 22/1-16: "Jeglicher Mann vom Samen Aharons, der aussätzig ist oder an einem Flusse leidet, soll nicht essen vom Geheiligten, bis er (wieder) rein ist; jeder der irgend etwas Unreines von einer Seele anrührt, der Mann, von dem der Same gegangen ist, oder der Mann, der irgendein Gewürm berührt, an dem er sich verunreinigt, oder sich verunreinigt hat durch irgendwelche Unreinigkeit, die Seele, die solches berührt hat, soll unrein sein bis auf den Abend, und soll nicht essen vom Geheiligten, sondern wenn sie ihr Fleisch mit Wasser gewaschen hat, und die Sonne untergegangen ist, soll sie rein sein, und nachher soll sie vom Geheiligten essen, weil dies ihr Brot ist. Kein Fremder soll vom Heiligen essen; der Insaße des Priesters und der Taglöhner soll nicht vom Heiligen essen. Wenn der Priester eine Seele erkauft mit seinem Gelde, so kann sie davon essen; und die in seinem Hause Geborenen, die sollen von seinem Brote essen. Wenn die Tochter eines Priesters einen fremden Mann heiratet, soll sie nicht essen von der Hebe des Geheiligten; wenn aber die Tochter eines Priesters Witwe wird, oder verstoßen, und keinen Samen hat, und zurückkehrt in das Haus des Vaters, so soll sie, wie in ihrer Jugendzeit, von dem Brote ihres Vaters essen": Daß dies alles Bezeichnungen innere Dinge sind, ist klar, mithin auch, daß sie die Mitteilung und Aneignung heiliger Dinge in sich schließen bei denen, die im Zustande der Aufnahme sind. Daß kein Fremder davon essen sollte bedeutet, daß nicht die (das Gute sich aneignen können), die innerhalb der Kirche den Herrn nicht anerkennen, und die somit nicht in den Wahrheiten und in dem Guten der Kirche sind; daß kein Insaße und Taglöhner bedeutet, auch nicht diejenigen, die im natürlich Guten sind ohne das Gute des Glaubens, und auch nicht diejenigen, die das Gute um des Lohnes willen tun; daß die mit Geld Erkauften und im Hause Geborenen es essen sollten bedeutet diejenigen, die bekehrt sind, und die im Wahren und Guten der Kirche aus Glaube und Liebe sind; daß die Tochter des Priesters, die mit einem fremden Mann verheiratet war, nicht davon essen solle bedeutet, daß die heiligen Dinge der Kirche dem Guten nicht angeeignet werden könne, das nicht mit den Wahrheiten der Kirche verbunden ist; daß aber die Witwe und Verstoßene, wenn sie keinen Samen (Nachkommen) hatte, davon essen durfte, bedeutet die Aneignung des Guten, nachdem das, was nicht zur Kirche gehört, entfernt worden, wenn nicht aus der Verbindung mit demselben etwas gezeugt oder geboren sei, was Sache des Glaubens geworden ist. Daß solches bezeichnet wird, geht aus dem inneren Sinn alles einzelnen klar hervor. Daß das angeerbte Böse die Aneignung des Guten nicht hindert, wird auch beschrieben bei 3. Mose 21/17-23: "Kein Mann vom Samen Aharons, an dem ein Fehler ist, soll hinzutreten, um das Brot Gottes zu opfern; kein Blinder, kein Lahmer, keiner, der verstümmelt ist oder zu lange Glieder hat; keiner, der sein Bein oder seine Hand gebrochen hat, kein Höckeriger, kein Krüppel, keiner, der schwache Augen hat oder Krätze oder Flechten oder zerdrückte Hoden; ein solcher soll nicht hinzutreten, das Brot seines Gottes darzubringen; aber das Brot vom Hochheiligen und vom Heiligen darf er essen": durch diese (Übel) wird, wie gesagt, das angeerbte Böse bezeichnet, und durch jedes einzelne etwas Besonderes. Solche sollten das Brot nicht darbringen (opfern) und nicht zum Altare herantreten, wie die Priester, weil sonst jene Fehler oder Übel sich dem Volke darstellten, und was sich so darstellte, das nahm die Form der Vorbildung an, nicht aber das, was verborgen war; denn wenn auch die Priester, die Leviten oder das Volk unrein waren in betreff ihres Inneren, wurden sie doch rein genannt, und auch als geheiligt angesehen, wenn sie nur äußerlich gewaschen und rein erschienen. 10110. "Um ihre Hände zu füllen", 2. Mose 29/33, bedeutet zur Aufnahme des göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Füllens der Hände, insofern es bezeichnet, den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vorbildlich darstellen, wie auch die Mitteilung und Aufnahme desselben bei ihnen, worüber Nr. 10076. Es wird gesagt, sie sollten das Heilige essen, mit dem sie versöhnt worden, um ihre Hände zu füllen, und dadurch werde die Aneignung des Guten bezeichnet bei denen, die vom Bösen und vom Falschen daraus gereinigt worden, und somit fähig sind, das göttlich Wahre aufzunehmen. Damit verhält es sich in folgender Weise: Das erste von allem, was dem Menschen angeeignet wird, ist das Gute, und dann nach und nach das Wahre. Der Grund davon ist, weil das Gute der Boden und das Wahre der Same ist; daher nimmt das Gute in ähnlicher Weise das Wahre auf, und verbindet es mit sich, weil es dasselbe wie ein Vater liebt; denn es besteht eine himmlische Ehe zwischen dem Guten und dem Wahren; und das Gute ist das, was das Leben beim Menschen ausmacht, weil das Gute im Willen liegt, und der Wille des Menschen der Mensch selber ist. Das Wahre dagegen macht nicht das Leben beim Menschen aus, außer insoweit, als es Leben von dem Guten hat, weil das Wahre Sache des Verstandes ist, und der Verstand ohne den Willen nicht der Mensch selber ist; er ist nur der Eingang zum Menschen, denn durch den Verstand geht man (bei ihm) ein. Der Mensch kann mit einem Hause verglichen werden, in dem mehrere Zimmer sind, von denen das eine in das andere führt; die, welche nur in Ansehung ihres Verstandes in den Wahrheiten sind, befinden sich nicht in irgendeinem Zimmer des Hauses, sondern nur im Vorhof. Inwieweit aber das Wahre durch den Verstand in den Willen eindringt, insoweit tritt es in die Zimmer ein, und wohnt im Hause. Der Mensch wird auch wirklich im Worte mit einem Haus verglichen, und das Wahre, das nur Sache des Verstandes ist, mit dem Vorhof. Hingegen das Wahre, das auch Sache des Willens geworden ist, und in diesem zum Guten wird, ist mit einem Zimmer zu vergleichen, in dem man wohnt; und sogar mit einem Schlafgemach. Daß das Gute dem Menschen vom Herrn zu allererst angeeignet wird, erkennt man an seiner Kindheit und an seinem ersten Jugendalter, daß dann das Gute der Unschuld in ihm ist, und das Gute der Liebe zu den Eltern und zu seiner Pflegerin (Amme), und das Gute der Liebtätigkeit gegen seine kindlichen Gefährten, ist bekannt. Dieses (Gute) fließt vom Herrn bei ihm ein, damit es beim vorrückenden Lebensalter als das Erste des Lebens aus dem Herrn bei dem Menschen diene und so als Grundlage, um die Wahrheiten aufzunehmen. Dieses Gute wird auch wirklich beim Menschen bewahrt, wenn er heranwächst, wofern er es nicht durch ein böses Leben und einem daraus hervorgehenden falschen Glauben zerstört. Wenn man vom Guten redet, dann wird darunter die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Liebe zum Herrn verstanden, denn alles das, was dieser Liebe und der Liebtätigkeit angehört, ist Gutes. Daß das Gute bei denen, die wiedergeboren werden, die erste Stelle einnimmt, und das Wahre die zweite, wiewohl es anders scheint, sehe man Nr. 3325, 3494, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 4925, 4926, 4928, 4930, 6256, 6269, 6272, 6273. 10111. "Um sie zu heiligen", 2. Mose 29/33, bedeutet damit sie in den Wahrheiten seien durch das Gute aus dem Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von geheiligt werden, insofern es heißt, den Herrn und das Heilige von Ihm vorbilden, worüber Nr. 9956, 9988, somit bedeutet es im geistigen Sinn, vom Herrn geführt werden, weil der Herr allein heilig ist, und alles Heilige von Ihm ausgeht: Nr. 8806, 9229, 9479, 9688, 9818, 9820. Hieraus erhellt, daß geheiligt werden heißt, die Wahrheiten durch das Gute vom Herrn aufnehmen, somit den Glauben durch die Liebe von Ihm und zu Ihm. Nicht als ob der Mensch an sich betrachtet deshalb heilig wäre, sondern der Herr (ist heilig) bei ihm; denn der Glaube und die Liebe sind Eigentum des Herrn beim Menschen, weil sie fortwährend von Ihm herkommen. HG 10112 10112. "Und ein Fremder soll nicht (davon) essen", 2. Mose 29/33, bedeutet keine Aneignung des Guten sei bei denen, die den Herrn nicht anerkennen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fremden oder des Fremdlings, insofern er den bezeichnet, der außerhalb der Kirche ist, worüber Nr. 2049, 2115, 7996. Als außerhalb der Kirche stehend sind die gemeint, die den Herrn nicht anerkennen. Bei dem israelitischen Volk waren es diejenigen, die Jehovah nicht für ihren Gott anerkannten, aber sich doch in den kirchlichen Gebräuchen unterrichten ließen; die Ihn anerkannten und sich unterrichten ließen, hießen Fremdlinge, und hatten dasselbe Recht wie die Eingeborenen; man sehe Nr. 8007, 8013, 9196. Ferner aus der Bedeutung von essen, insofern es die Aneignung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 10109. Daß es keine Aneignung des Guten gibt bei denen, die den Herrn nicht anerkennen, kommt daher, weil seinen Gott anzuerkennen das Erste der Religion ist. Bei den Christen aber ist es das Erste der Kirche, den Herrn anzuerkennen, denn ohne Anerkennung findet keine Mitteilung statt, und folglich kein Glaube, also auch keine Liebe. Darum ist es ein Hauptpunkt der Lehre in der christlichen Kirche, daß es ohne den Herrn kein Heil gibt; denn alles, was der Mensch wahr nennt, und für wahr hält, und alles, was er gut nennt und als solches liebt, kann nicht wahr und gut genannt werden, wenn es nicht vom Göttlichen stammt, somit wenn es nicht vom Herrn ist; denn es ist ja bekannt, daß der Mensch nicht von sich aus (das Wahre) glauben und das Gute tun kann, sondern daß alles Wahre und alles Gute von oben kommt. Hieraus geht ganz deutlich hervor, daß diejenigen, die innerhalb der Kirche den Herrn nicht anerkennen, keinen Glauben, und somit auch keine Liebe zu Gott haben, und daher auch nicht selig werden können. Dies wurde bei dem israelitischen Volk dadurch vorgebildet, daß sie Jehovah als ihren Gott anerkannten, und daß ihr Gottesdienst angenommen und heilig genannt wurde, und daß sie alsdann selbst geheiligt waren, wie sie auch immer in Ansehung ihres Inneren beschaffen sein mochten; denn die Vorbildungen waren nur äußerlich, und bei diesem Volk war es hinreichend, wenn es nur im Äußeren war; man sehe, was Nr. 9320 E angeführt ist. Daher wurden diejenigen unter ihnen, die Jehovah nicht anerkannten, sondern einen anderen Gott, obwohl sie ebenso opferten, und ebenso anbeteten, dennoch aus der Kirche gestoßen, wie z.B. die, welche den Baal und andere Götter verehrten. Daraus kann man erkennen, welches Los im anderen Leben diejenigen trifft, die innerhalb der Kirche geboren sind, und dennoch im Herzen den Herrn leugnen, wie sie auch immer in bezug auf das moralische Leben beschaffen sein mögen. Durch vielfältige Erfahrung wurde mir auch wirklich zu wissen gegeben, daß sie nicht selig werden können, was auch der Herr offen lehrt: Joh.3/36: "Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben, wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm". Was aber die Völkerschaften außerhalb der Kirche (die Heiden) anbelangt, die vermöge ihrer Religion in einer Art von Liebtätigkeit gegen den Nächsten gelebt haben, und in einer Art von Liebe zu Gott, dem Schöpfer des Weltalls in menschlicher Gestalt, so werden sie im anderen Leben vom Herrn angenommen und beseligt; denn wenn sie von den Engeln belehrt werden, erkennen sie den Herrn an, und glauben an Ihn und lieben Ihn; man sehe Nr. 2589-2604. 10113. "Denn heilig ist es", 2. Mose 29/33, bedeutet, weil es göttlich ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligen, insofern es das bezeichnet, was vom Herrn ist, worüber Nr. 10111, somit das Göttliche. 10114. "Und wenn übriggeblieben von dem Fleisch der Einsetzung (oder Füllungen), und von dem Brot bis zum Morgen", 2. Mose 29/34, bedeutet das geistig und himmlisch Gute, das noch nicht mit dem neuen Zustand verbunden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "übriggeblieben vom Fleisch und vom Brot", insofern es das bezeichnet, was nicht angeeignet ist; denn durch essen wird die Aneignung bezeichnet: Nr. 10119; und dadurch, da es nicht gegessen wurde, wird also bezeichnet, daß es nicht angeeignet wurde. Aus der Bedeutung des Fleisches, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 7850, 9127; aus der Bedeutung der Füllungen, insofern sie die Aufnahme bezeichnen, worüber Nr. 10076, 10110; daher wird durch das Fleisch der Füllungen die Aufnahme des Wahren im Guten, mithin auch die Verbindung derselben bezeichnet; hier aber die Nicht-Aufnahme und die Nicht-Verbindung, weil das Übriggebliebene gemeint ist. Ferner aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das himmlisch Gute bezeichnet, welches das innerste Gute ist, worüber Nr. 10077; und aus der Bedeutung des Morgens, insofern er einen neuen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 8211, 8427. Hieraus erhellt, daß durch das Übriggebliebene vom Fleisch der Füllungen und vom Brot bis zum Morgen das geistig und himmlisch Gute bezeichnet wird, das nicht mit dem neuen Zustand verbunden worden ist; denn durch das Fleisch des Opfers wird das geistig Gute bezeichnet, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, und durch das Brot desselben das himmlisch Gute, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist. Was ferner unter der Nichtverbindung zu einem neuen Zustand zu verstehen ist, soll mit wenigem gesagt werden: Ein neuer Zustand ist jeder Zustand der Verbindung des Guten und Wahren, und dieser tritt ein, wenn der Mensch, der wiedergeboren wird, aus dem Guten handelt, somit aus der Neigung der Liebe, und nicht wie früher, aus dem Wahren, oder aus bloßem Gehorsam. Ein neuer Zustand ist es auch, wann diejenigen, die sich im Himmel befinden, im Guten der Liebe sind, welcher Zustand dort Morgen genannt wird; denn die Zustände der Liebe und des Glaubens wechseln dort, wie auf Erden Mittag, Abend, Dämmerung und Morgen. Auch ist es ein neuer Zustand, wenn die alte Kirche aufhört, und die neue beginnt. Alle diese neuen Zustände werden im Worte durch "Morgen" bezeichnet. Über das einzelne ist schon hie und da in den Erklärungen zum 1. und 2. Buch Mose gehandelt worden. Das gleiche wird dadurch bezeichnet, daß "nichts übrigbleiben sollte vom Passahlamm bis zum Morgen, und was davon übriggeblieben war, im Feuer verbrannt werden sollte": 2. Mose 12/10; ferner dadurch "daß sie das Fett vom Fest nicht über Nacht bis zum Morgen behalten sollten": 2. Mose 23/18; das gleiche wird auch dadurch bezeichnet, daß "das Übriggebliebene vom Opferfleisch des Dankopfers auch am folgenden Tage gegessen, aber am dritten Tage verbrannt werden sollte": 3. Mose 7/16-18; 19/6,7: durch den dritten Tag wird gleichfalls ein neuer Zustand bezeichnet; man sehe Nr. 4901, 5123, 5159. Letzteres wurde deshalb gestattet, weil die Dankopfer aus Gelübden hervorgingen und freiwillig waren, nicht sowohl wegen der Reinigung und Heiligung wie die übrigen, sondern damit sie an heiliger Stätte essen und die Freude ihres Herzens am Gottesdienst bezeugen möchten; und diese Mahlzeiten, die heilige hießen, machten ihnen mehr Freude als der übrige Gottesdienst. Das gleiche wird auch dadurch bezeichnet, daß sie nichts vom Manna übriglassen sollten bis zum Morgen, worüber es 2. Mose 16/19,20 heißt: "Mose sprach: Keiner lasse von dem Manna übrig bis zum Morgen; aber sie gehorchten Mose nicht; denn sie ließen davon übrig bis zum Morgen, da wuchsen Würmer darin, und wurde faul". 10115. "So sollst du das Übriggebliebene mit Feuer verbrennen", 2. Mose 29/34, bedeutet die Zerstreuung desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Übriggebliebenen vom Fleisch und vom Brot, insofern es bezeichnet, daß es nicht angeeignet worden sei, wie Nr. 10114; und aus der Bedeutung von "mit Feuer verbrennen", insofern es soviel ist als zerstreuen (zerstören), hier durch die Liebesarten, die dem Eigenen des Menschen angehören, somit durch das Böse dieser Liebesarten; denn durch das Feuer wird Liebe in beiderlei Sinn bezeichnet, hier die Eigenliebe, welche die Liebe zu sich ist. Daß diese Liebe durch Feuer bezeichnet wird, sehe man Nr. 1297, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7575; und daß das Eigene des Menschen nichts ist als Böses: Nr. 210, 215, 694, 874, 875, 876, 987, 1023, 1044, 3812 E, 5660. Die Eigenliebe wird aber hier verstanden, weil durch das bis zum Morgen Übriggebliebene bezeichnet wird, daß es nicht mit dem Guten verbunden sei: Nr. 10114; und das, was nicht verbunden werden kann, ist nicht vom Göttlichen, sondern aus dem Eigenen. Daß dieses unrein und somit Böses war, erhellt 3. Mose 19/7,8: "Wer das bis auf den Morgen Übriggebliebene ißt, der soll seine Missetat tragen, und seine Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke". 3. Mose 7/16-18: "Wenn man vom Opferfleisch des Dankopfers am dritten Tage ißt, so wird nicht angenehm sein der es geopfert hat, und wird ihm auch nicht angerechnet werden; es wird ein Greuel sein, und die Seele, die davon ißt, soll ihre Missetat tragen". Es erhellt auch daraus, "daß Würmer aus dem übriggebliebenen Manna wuchsen und es faul wurde": 2. Mose 16/20. 10116. "Es soll nicht gegessen werden", 2. Mose 29/34, bedeutet nicht angeeignet werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es soviel ist als aneignen, wovon Nr. 10106. 10117. "Denn heilig ist es", 2. Mose 29/34, bedeutet das Göttliche, mit dem es nicht verbunden werden soll, weil dieses dadurch entweiht würde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligen, insofern es das Göttliche bezeichnet, wovon Nr. 10111. Es sollte aber nicht mit ihm verbunden werden, weil durch das vom Fleisch und Brot Übriggebliebene das bezeichnet wird, was nicht verbunden ist: Nr. 10114, also auch, was nicht verbunden werden darf. Daß das Eigene des Menschen gemeint ist, das nichts als Böses ist, sehe man Nr. 10115. Das Göttliche aber mit dem Eigenen des Menschen, also mit dem Bösen verbinden heißt, es entweihen: Nr. 6348, 9298; daher wird gesagt, daß "der, welcher das bis zum Morgen Übriggebliebene ißt, das dem Jehovah Geheiligte entweiht, und daß dessen Seele ausgerottet werden solle aus ihrem Volke": 3. Mose 19/7,8; und ferner, "daß das Opferfleisch, das irgendeine unreine Sache berührt hat, mit Feuer verbrannt werden solle": 3. Mose 7/19. Hieraus wird nun klar, daß die Entweihung des Heiligen bezeichnet wird durch das Essen des Opferfleisches und Brotes am folgenden Tage. 10118. "Also sollst du tun mit Aharon und seinen Söhnen", 2. Mose 29/35, bedeutet das Vorbildliche der Verherrlichung des Herrn und Seinen Einfluß in die Himmel und in die Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten darstellt, worüber Nr. 9809; und aus der vorbildlichen Bedeutung seiner Söhne, insofern sie den Herrn in Ansehung des geistig Guten darstellen, worüber Nr. 10068; und aus der Bedeutung von "also tun", d.h. sie salben und ihre Hände füllen, und sie dadurch zum Priesteramte einweihen, insofern es ausdrückt, daß sie den Herrn vorbilden sollten in Ansehung der Verherrlichung Seines Menschlichen, und den Einfluß desselben in die Himmel und in die Kirche. Die Salbung war nämlich das Vorbildliche der Verherrlichung Seines Menschlichen, und die Füllung der Hände war das Vorbildliche Seines Einflusses aus demselben in die Himmel und in die Kirche. Daß die Salbung das göttlich Gute des Herrn in Seinem Göttlich-Menschlichen vorbildete, sehe man Nr. 9954, folglich auch die Verherrlichung, welche die Vereinigung des Göttlich-Menschlichen mit dem Göttlichen Selbst ist, das Vater genannt wird: Nr. 10053; und daß die Füllung der Hände die göttliche Macht des Herrn durch das göttlich Wahre in den Himmeln und in der Kirche vorbildete, und auch dessen Mitteilung und Aufnahme daselbst: Nr. 10019, somit auch dessen Einfluß. 10119. "Nach allem was Ich dir geboten habe", 2. Mose 29/35, bedeutet gemäß den Gesetzen der göttlichen Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, wenn von Jehovah, d.h. vom Herrn (die Rede ist), insofern es ausdrückt "gemäß den Gesetzen der göttlichen Ordnung"; denn alles, was der Herr gebietet, ist den Gesetzen der göttlichen Ordnung gemäß, somit gemäß den Gesetzen derselben, denn das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten des Herrn in den Himmeln hervorgeht, also der Herr in diesen, ist die Ordnung selbst, deshalb ist alles was der Herr gebietet, ein Gesetz der Ordnung. Daß die Gesetze der Ordnung die göttlichen Wahrheiten des Herrn sind, sehe man Nr. 1728, 2258, 2447, 5703, 7995, 8512, 8700, 8988. 10120. "Sieben Tage sollst du ihre Hände füllen", 2. Mose 29/35, bedeutet das Vorbildliche der vollständigen Macht des Herrn in den Himmeln durch den Einfluß aus dem göttlich Guten der Liebe Seines Göttlich-Menschlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Tage, insofern sie einen vollen oder vollständigen Zustand bezeichnen, worüber Nr. 6508, 9228; und aus der Bedeutung des Füllens der Hände, insofern es die göttliche Macht des Herrn in den Himmeln vorbildet, und auch dessen Mitteilung und Aufnahme daselbst, worüber Nr. 10119; und weil dieses durch den Einfluß aus dem göttlich Guten Seiner göttlichen Liebe, aus seinem Göttlich-Menschlichen bewirkt wird, darum bedeutet es auch dieses. 10121. Vers 36-46: Und einen jungen Stier als Sündopfer sollst du jeden Tag darbringen zur Versöhnung, und sollst den Altar entsündigen, indem du dich über ihm versöhnst, und ihn salben, um ihn zu heiligen. Sieben Tage sollst du den Altar versöhnen und ihn heiligen, und der Altar soll hochheilig sein; ein jeder, der den Altar berührt, soll geheiligt sein. Und dies ist es, was du auf dem Altare opfern sollst: zwei einjährige Lämmer, des Tages, beständig. Das eine Lamm sollst du opfern am Morgen, und das andere Lamm sollst du opfern gegen Abend (wörtlich: zwischen den Abenden). Und ein Zehnteil Semmelmehl, gemischt mit gestoßenem Öl, dem vierten Teil eines Hin, und Trankopfer, dem vierten Teil eines Hin Wein für das erste Lamm. Und das zweite Lamm sollst du opfern gegen Abend, so wie das Speisopfer am Morgen, und wie das Trankopfer desselben sollst du es machen (opfern), zum Geruch der Ruhe als eine Feuerung für Jehovah. Und das sei ein Brandopfer beständig bei euren Geschlechtern, vor der Türe des Versammlungszeltes vor Jehovah, wo Ich mit euch zusammenkommen werde, um daselbst mit dir zu reden. Und Ich will daselbst zusammenkommen mit den Söhnen Israels, und es soll geheiligt werden durch Meine Herrlichkeit. Und Ich werde heiligen das Versammlungszelt und den Altar, und Aharon und seine Söhne werde Ich heiligen, daß sie Mir Priester seien. Und Ich werde wohnen inmitten der Söhne Israels, und will ihr Gott sein. Und sie sollen erkennen, daß Ich, Jehovah, bin ihr Gott, Der sie ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten, auf daß Ich wohne in ihrer Mitte, Ich, Jehovah, ihr Gott. "Und einen jungen Stier als Sündopfer sollst du jeden Tag darbringen zur Versöhnung" bedeutet die beständige Entfernung des Bösen und des Falschen daraus im natürlichen Menschen durch das Gute der Unschuld vom Herrn; "und sollst den Altar entsündigen" bedeutet die Reinigung vom Bösen im Himmel und in der Kirche; "indem du dich über ihm versöhnst" bedeutet dadurch die Fähigkeit, das Gute vom Herrn aufzunehmen; "und ihn salben" bedeutet die Einweihung, um das göttlich Gute der Liebe vom Herrn im Himmel und in der Kirche vorzubilden; "um ihn zu heiligen" bedeutet so (sei) der Herr in denselben; "sieben Tage sollst du den Altar versöhnen" bedeutet das Volle in Ansehung des Einflusses in den Himmel und in die Kirche; "und ihn heiligen" bedeutet zur Aufnahme des Göttlichen; "und der Altar soll hochheilig sein" bedeutet das himmlische Reich, wo der Herr im Guten der Liebe gegenwärtig ist; "ein jeder, der den Altar berührt, soll geheiligt sein" bedeutet jeder, der das Göttliche des Herrn aufnimmt; "und dies ist es, was du auf dem Altare opfern sollst" bedeutet das, was im allgemeinen die Aufnahme des Herrn im Himmel und in der Kirche betrifft; "zwei einjährige Lämmer, des Tages" bedeutet das Gute der Unschuld in jedem Zustand; "beständig" bedeutet in jedem Gottesdienst; "das eine Lamm sollst du opfern am Morgen" bedeutet die Entfernung des Bösen durch das Gute der Unschuld vom Herrn im Zustand der Liebe und des Lichtes daraus im inneren Menschen; "und das andere Lamm sollst du opfern gegen Abend" bedeutet das gleiche im Zustand des Lichtes und der Liebe im äußeren Menschen; "und ein Zehnteil Semmelmehl, gemischt mit gestoßenem Öl, dem vierten Teil eines Hin" bedeutet das geistig Gute aus dem Himmlischen, so viel zur Verbindung (nötig ist); "und Trankopfer, dem vierten Teil eines Hin Wein" bedeutet das geistig Wahre, so viel zur Verbindung (nötig ist); "für das erste Lamm" bedeutet dieses (finde statt) im inneren Menschen; "und das zweite Lamm sollst du opfern gegen Abend" bedeutet die Entfernung des Bösen durch das Gute der Unschuld vom Herrn im Zustand der Liebe und des Lichtes daraus im äußeren Menschen; "so wie das Speisopfer am Morgen, und wie das Trankopfer desselben sollst du es machen" bedeutet das geistig Gute aus dem Himmlischen, und das Wahre desselben so viel (als nötig ist) zur Verbindung; "zum Geruch der Ruhe" bedeutet das Innewerden des Friedens; "als eine Feuerung für Jehovah" bedeutet aus der göttlichen Liebe des Herrn; "und das sei ein Brandopfer beständig" bedeutet den ganzen Gottesdienst im allgemeinen; "bei euren Geschlechtern" bedeutet das Beständige der Kirche; "vor der Türe des Versammlungszeltes" bedeutet die Verbindung des Guten und Wahren; "vor Jehovah" bedeutet vom Herrn; "wo Ich mit euch zusammenkommen werde, um daselbst mit dir zu reden" bedeutet Seine Gegenwart und Seinen Einfluß; "und Ich will daselbst zusammenkommen mit den Söhnen Israels" bedeutet die Gegenwart des Herrn in der Kirche; "und es soll geheiligt werden durch Meine Herrlichkeit" bedeutet die Aufnahme des göttlich Wahren vom Herrn; "und Ich werde heiligen das Versammlungszelt" bedeutet die Aufnahme des Herrn in den unteren Himmeln; "und den Altar" bedeutet die Aufnahme des Göttlichen vom Herrn in den oberen Himmeln; "und Aharon und seine Söhne werde Ich heiligen, daß sie Mir Priester seien" bedeutet das Vorbildliche des Herrn in beiden in bezug auf das Erlösungswerk; "und Ich werde wohnen inmitten der Söhne Israels" bedeutet die Gegenwart des Herrn und Seinen Einfluß durch das Gute im Himmel und in der Kirche; "und will ihr Gott sein" bedeutet die Gegenwart des Herrn und Seinen Einfluß in das Wahre in der Kirche; "und sie sollen erkennen, daß Ich, Jehovah, bin ihr Gott" bedeutet das Innewerden, daß vom Herrn alles Gute und alles Wahre sei; "Der sie ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten" bedeutet die Befreiung von der Hölle durch den Herrn; "auf daß Ich wohne in ihrer Mitte" bedeutet das Göttliche des Herrn, das alles in allem des Himmels und der Kirche ist; "Ich, Jehovah, ihr Gott" bedeutet, von Dem alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens (stammt). 10122. "Und einen jungen Stier als Sündopfer sollst du jeden Tag darbringen zur Versöhnung", 2. Mose 29/36, bedeutet die beständige Entfernung des Bösen und des Falschen daraus im natürlichen Menschen durch das Gute der Unschuld vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des jungen Stieres, insofern er das Gute der Unschuld im natürlichen Menschen bezeichnet, worüber Nr. 9391, 9990; aus der Bedeutung des Sündopfers, insofern es die Reinigung vom Bösen und vom Falschen daraus bezeichnet, denn durch das Sündopfer wird die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichnet: Nr. 9938, 9990, 10022, 10053. Es wird gesagt "die Entfernung des Bösen und des Falschen daraus", und zwar deshalb, weil das Böse und Falsche beim Menschen nicht (gänzlich) hinausgeworfen, sondern nur entfernt wird; man sehe das Nr. 10057 Angeführte. Aus der Bedeutung von "des Tages" oder "an jedem Tage", insofern es ausdrückt beständig (oder fortwährend), und aus der Bedeutung der Versöhnung, insofern sie die Aufnahme des Guten der Liebe und des Glaubens vom Herrn bezeichnet nach der Entfernung des Bösen und des Falschen daraus, worüber Nr. 9506. Es wird gesagt, "die Entfernung des Bösen und des Falschen daraus", weil alles Falsche aus dem Bösen kommt, und deshalb wird das Falsche nur soweit entfernt, als das Böse entfernt wird. Es verhält sich damit in folgender Weise: Alles im Himmel bezieht sich auf das Gute und auf das Wahre aus demselben; in der Hölle dagegen bezieht sich alles auf das Böse und auf das Falsche aus diesem; deshalb ist es ebenso im Menschen: alles, was aus dem Himmel bei ihm ist, bezieht sich auf das Gute und das Wahre, alles aber, was aus der Hölle bei ihm ist, bezieht sich auf das Böse und Falsche; oder was das gleiche ist, alles, was vom Herrn ist beim Menschen, bezieht sich auf das Gute und Wahre, alles aber, was vom Menschen selbst ist, bezieht sich auf das Böse und Falsche. Weil diese (Wesenheiten) es sind, worauf sich alles im Universum bezieht, und der Mensch das Aufnahmegefäß derselben ist, darum gibt es zwei Vermögen beim Menschen, die dieselben aufnehmen, das eine wird der Wille genannt und das andere der Verstand. Der Wille ist das Aufnahmegefäß für das Gute oder für das Böse und der Verstand ist das Aufnahmegefäß für das Wahre oder für das Falsche. Der Wille, der vom Herrn ist, und auch der neue Wille heißt, ist das Aufnahmegefäß für das Gute, und der Verstand, der vom Herrn ist, der auch der neue Verstand genannt wird, ist das Aufnahmegefäß für das Wahre; aber der Wille, der vom Eigenen des Menschen ist, und auch der alte Wille heißt, ist das Aufnahmegefäß für das Böse; und der Verstand, der vom Eigenen des Menschen ist, und auch der alte Verstand heißt, ist das Aufnahmegefäß für das Falsche. In diesen Verstand und in diesen Willen wird der Mensch von den Eltern geboren, aber in jenen Verstand und in jenen Willen wird er vom Herrn geboren, was geschieht, wenn er wiedergeboren wird, denn wenn der Mensch wiedergeboren wird, wird er von neuem empfangen und geboren. Der Mensch ist so geschaffen, daß Wille und Verstand eins ausmachen, so daß diese beiden zusammen einen Menschen bilden; denn der Verstand ist dem Menschen gegeben, damit er das Wahre verstehen kann, aber nur zu dem Zweck, damit es dem Willen eingepflanzt und zum Guten werde; und soweit es Sache des Willens ist, soweit ist es im Menschen, denn der Wille ist das Innerste des Menschen und das Sein seines Lebens, der Verstand aber ist mehr äußerlich und geht aus demselben hervor. Denn was der Mensch will, das liebt er, und was er liebt, das fühlt er als etwas Angenehmes, und darum nennt er es gut; solchem ist der Verstand günstig und bestärkt es durch Vernunftgründe, und diese nennt er Wahrheiten. Daher kommt es, daß der Wille und der Verstand in der Tat eins ausmachen. Dies erscheint jedoch anders, nämlich dann, wenn der Mensch das Wahre denkt und dennoch das Böse will. Gleichwohl aber meint er es so, wie er will, d.h., wie er liebt, wenn er sich selbst überlassen ist und aus sich denkt. Daß ein Mensch, der das Böse will, dennoch das Wahre reden und das Gute tun kann, kommt aus der Heuchelei, der das Wahre und das Gute nur als Mittel dient. Wenn aber einem solchen Menschen diese Mittel genommen werden und ihm seine Freiheit gelassen wird, dann stürzt er sich in das Böse nach dem Gelüste seines Willens, und verteidigt es durch seinen Verstand. Dies zeigt sich bei solchen besonders im anderen Leben: hier gelangt ein jeder in den Zustand, der mit seinem Willen übereinstimmt, und dann stürzen sich diejenigen, die keinen neuen Willen vom Herrn haben, in Böses aller Art, und denken auch solches, was diesem Bösen günstig ist (schmeichelt), obwohl sie in der Welt ganz anders geredet und anders gehandelt haben; denn es ist ein Gesetz der göttlichen Ordnung, daß Wille und Verstand ein Gemüt bilden sollen, also einen Menschen, und somit auch, daß der ganze Mensch entweder im Himmel oder in der Hölle sei, und nicht zwischen beiden schwebe, d.h., daß er nicht mit dem Auge auf das hinschaue, was dem Himmel angehört, und mit dem Herzen auf das, was der Hölle angehört. Unter dem Herzen wird der Wille verstanden und unter dem Auge der Verstand. 10123. "Und sollst den Altar entsündigen (versöhnen)", 2. Mose 29/36, bedeutet die Reinigung vom Bösen im Himmel und in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von entsündigen, insofern es heißt reinigen; aus der Bedeutung der Sünde, denn alles Böse, das vom Menschen kommt, wird Sünde genannt; und aus der Bedeutung des Altares, insofern er das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des göttlich Guten und seines Dienstes ist, worüber Nr. 9714, 9964; hier in Ansehung des göttlich Guten im Himmel und in der Kirche. Weil noch von dem Einfluß, der Gegenwart und der Aufnahme des Herrn daselbst die Rede ist, deshalb wird auch durch den Altar der Himmel und die Kirche bezeichnet in Ansehung der Aufnahme des göttlich Guten vom Herrn daselbst; denn das Göttliche des Herrn ist es, was den Himmel und die Kirche macht, weil der Herr daselbst in dem Seinigen, und nicht in dem Eigenen des Menschen wohnt. Daher kommt es, daß durch den Altar auch der Mensch selbst bezeichnet wird, in dem der Himmel, oder in dem die Kirche und somit der Herr ist; und abgesehen von der Person bedeutet der Altar das Gute selbst, das vom Herrn bei den Engeln des Himmels und bei den Menschen der Kirche ist. In diesem mehrfachen Sinn wird der Altar genannt bei: Joh.Offenb.11/1: "Es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Stabe gleich, und der Engel stand dabei und sprach: Miß den Tempel Gottes und den Altar, und die an ihm anbeten": hier bedeutet der Tempel und der Altar den Himmel und die Kirche. Der Tempel bedeutet die geistige Kirche und der Altar die himmlische Kirche. Messen heißt, das Maß und die Beschaffenheit des Wahren und Guten erkennen; deshalb wird nicht nur gesagt, den Tempel und den Altar messen, sondern auch, die an ihm anbeten. Daß der Tempel die geistige Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 3720; und daß messen bedeutet, den Zustand der Dinge in Ansehung des Wahren und Guten erkennen: Nr. 9603. Joh.Offenb.16/7: "Ich hörte einen anderen Engel vom Altar aus sagen: Ja, Herr, Gott, Allmächtiger! wahr und gerecht sind Deine Gerichte": vom Altare aus, bedeutet, aus dem innersten Himmel, wo das himmlisch Gute herrscht. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn. Jerem.Klagel.2/7: "Der Herr hat Seinen Altar verlassen, und hat verabscheut (verworfen) Sein Heiligtum": den Altar und das Heiligtum (verlassen), bedeutet das Ganze der Kirche verlassen. Der Altar bezeichnet das Ganze der Kirche in Ansehung des Guten, und das Heiligtum das Ganze der Kirche in Ansehung des Wahren. 10124. "Indem du dich über ihm versöhnst", 2. Mose 29/36, bedeutet dadurch werde die Fähigkeit erlangt, das Gute vom Herrn aufzunehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Versöhnens über dem Altare, insofern es ausdrückt, nach der Entfernung des Bösen und des Falschen, daraus (folge) die Einpflanzung des Guten vom Herrn und Dessen Aufnahme von dem Menschen der Kirche und von dem Engel des Himmels, worüber Nr. 9506. Denn durch den Altar (wie Nr. 10123 gezeigt worden ist) wird der Himmel und die Kirche bezeichnet in Ansehung der Aufnahme des Guten vom Herrn. Weil durch den Altar der Himmel und die Kirche bezeichnet wird, wo das himmlisch Gute herrscht oder das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn, so soll in der Kürze gesagt werden, wie es sich mit der Aufnahme des Guten im himmlischen Reiche verhält: Daß der Himmel in zwei Reiche unterschieden ist, deren eines das himmlische Reich heißt und das andere das geistige Reich, ist schon mehrmals früher gesagt worden. In beiden Reichen wird das Gute durch das Wahre eingepflanzt, aber bei denen, die im geistigen Reiche sind, wird das Gute durch das Wahre in das Verstandesgebiet eingepflanzt, bei denen dagegen, die im himmlischen Reiche sind, wird das Gute durch das Wahre in das Willensgebiet eingepflanzt. Die Einpflanzung des Guten durch das Wahre bei denen, die im geistigen Reich sind, findet auch auf andere Weise statt, als bei denen, die im himmlischen Reich sind. Bei denen, die im geistigen Reich sind, wird das Wahre in den äußeren oder natürlichen Menschen eingepflanzt, und wird hier zuerst ein Wissen, und in dem Maße, als der Mensch davon angeregt wird und danach lebt, wird es in das Verstandesgebiet versetzt und wird zum Glauben und zugleich zur Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Diese Liebtätigkeit bildet sein neues Willensgebiet, und der Glaube sein neues Verstandesgebiet, und beide das Gewissen. Aber bei denen, die im himmlischen Reich sind, wird das Wahre nicht zum Wissen, auch nicht zum Glauben und zum Gewissen, sondern die Aufnahme geschieht im Guten der Liebe, und in dem Maße, als man danach lebt, wird es zum Innewerden, das bei ihnen gemäß ihrer Liebe wächst und sich vervollkommnet. Dies geschieht von Tag zu Tag, fast ohne daß sie es wissen, wie bei den Kindern. Ohne ihr Wissen geschieht es aber, weil es nicht als ein Wissen im Gedächtnisse hängen bleibt, und auch nicht als ein Verständnis im Denken sich aufhält, sondern sogleich in das Willensgebiet übergeht und zur Sache des Lebens wird. Deshalb sehen sie nicht das Wahre, sondern werden es inne, und sie werden es inne in dem Maße und in der Art, wie sie im Guten der Liebe vom Herrn sind, und deshalb findet ein großer Unterschied bei ihnen statt. Und weil sie das Wahre aus dem Guten inne werden, darum bestätigen sie es niemals durch Vernunftgründe, sondern wenn die Rede von Wahrheiten ist, sagen sie nur: Ja, ja, oder: Nein, nein. Solches meint auch der Herr bei Matth.5/36,37, (wenn Er sagt): "Eure Rede sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Bösen". Denn über die Wahrheiten zu vernünfteln, ob es sich wirklich so verhält, ist nicht aus dem Guten, weil man dann das Wahre nicht inne wird, sondern nur glaubt infolge der Autorität, und daher durch Begründung von sich aus; was aber infolge einer Autorität geglaubt wird, ist an sich das Eigentum anderer, nicht das Eigene (des Glaubenden), und was bloß deshalb infolge der Begründung geglaubt wird, das erscheint nach der Begründung als Wahres, wenn es auch Falsches ist, wie man dies offenbar aus dem Glauben einer jeden Religion und aus ihrer Verschiedenheit auf dem ganzen Erdkreis ersehen kann. Hieraus erhellt, wie und von welcher Art der Unterschied ist zwischen denen, die im himmlischen Reich des Herrn sind, und zwischen denen, die in Seinem geistigen Reich sind. Die Ursache des Unterschieds liegt darin, daß jene die Wahrheiten der Kirche sogleich durch das Leben in das Gute umsetzen, diese aber bei den Wahrheiten stehenbleiben und den Glauben dem Leben vorziehen. Diejenigen, welche die Wahrheiten der Kirche sogleich in das Gute durch das Leben umsetzen, somit die, welche dem himmlischen Reich angehören, werden vom Herrn bei Mark.4/26-29 beschrieben und sonst noch an mehreren Stellen. Über den Unterschied des himmlischen und des geistigen Reiches sehe man, was Nr. 9277 angeführt ist. 10125. "Und ihn salben", 2. Mose 29/36, bedeutet die Einweihung, zum Vorbildlichen des göttlich Guten der Liebe vom Herrn im Himmel und in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Salbung, insofern sie die Einweihung zur Vorbildung des Herrn in Ansehung des göttlich Guten Seiner göttlichen Liebe aus Seinem Göttlich-Menschlichen bezeichnet, worüber Nr. 9474, 9954, 10019. Hier bezeichnet es (die Einweihung) vom Herrn im Himmel und in der Kirche; denn es wird von Seinem Einfluß und von Seiner Aufnahme in denselben gehandelt. Alles, was den Herrn vorbildet, bildet Ihn auch bei den Menschen der Kirche und bei den Engeln des Himmels vor, somit auch den Himmel und die Kirche, weil die Menschen, in denen die Kirche ist, die Kirche im allgemeinen bilden. Gleichwohl aber bilden die Menschen an sich betrachtet nicht selbst die Kirche, sondern der Herr bei ihnen, und so bilden auch die Engel an sich betrachtet nicht den Himmel, sondern der Herr bei ihnen, denn der Herr wohnt nicht in dem Eigenen eines Menschen und Engels, sondern in dem Seinigen bei ihnen. Daher kommt es, daß, wenn man die Kirche und den Himmel nennt, das göttlich Wahre bei denen, die darinnen sind, verstanden wird, woraus erhellt, wie es zu verstehen ist, daß der Herr alles in allem im Himmel und in der Kirche ist, und daß der Herr selbst der Himmel und die Kirche ist. Dies zeigt sich auch klar bei der Lehre, die in der christlichen Welt bekannt und angenommen ist, daß nämlich alles Gute des Glaubens und der Liebe von Gott sei und keineswegs vom Menschen, und daß alles, was vom Menschen als von ihm selbst stammt, nicht gut sei. Daher kommt es auch, das keiner ein Verdienst, noch eine Gerechtigkeit aus dem Eigenen hat. Dies wird deshalb gesagt, damit man erkenne, was der Herr im Himmel und in der Kirche ist, und somit, was der Himmel und die Kirche ist, und daraus, was Seine Vorbildung durch den Altar und dessen Salbung ist, wovon hier gehandelt wird. Alle Dinge wurden gesalbt, die den Herrn und das Göttliche vom Herrn vorbilden sollten, z.B. der Altar, das Versammlungszelt, der Tisch in demselben, der Leuchter, die Bundeslade, Aharon selbst, seine Söhne und deren Kleider; und wenn sie gesalbt waren, wurden sie heilig genannt. Nicht als ob das Öl etwas Heiliges mit sich brächte, sondern weil sie so das Göttliche vom Herrn, das allein heilig ist, vorbilden konnten. Zu diesem Gebrauch wurde aber Öl genommen aus dem Grunde, weil das Öl das Gute der Liebe bedeutet und das göttlich Gute der göttlichen Liebe das eigentliche Göttliche ist, denn es ist das eigenste Sein aller Dinge. Daher geschah die Einweihung zur Vorbildung desselben durch das Öl. Das Göttliche Selbst, welches das Sein aller Dinge ist, war aber nur im Herrn, denn Er war von Jehovah empfangen; und jeder Mensch hat von seinem Vater das Sein seines Lebens, die seine Seele heißt. Daraus folgt offenbar, daß das göttlich Gute der göttlichen Liebe im Menschlichen des Herrn war, wie die Seele des Vaters im Sohn; und weil bei dem Menschen (eigentlich) nichts lebt, als seine Seele (denn der Körper ohne die Seele lebt nicht), und weil das Ganze des Körpers aus der Seele hervorgebracht wird, somit nach ihrem Bilde, damit die Seele in einem für die in der Welt notwendigen Verrichtungen im Letzten der Ordnung angemessenen und angepaßten Zustand sei, so folgt daraus, daß das eigentliche Sein im Menschlichen des Herrn Jehovah war oder das göttlich Gute der göttlichen Liebe. Was aber das Sein des Lebens ist, das bildet alles, was aus ihm entsteht, zur Ähnlichkeit mit sich; und daher machte der Herr aus dem Göttlichen Selbst, das in Ihm war und das Er selbst war, Sein Menschliches zum göttlich Guten der göttlichen Liebe. In dem athanasianischen Symbolum (Glaubensbekenntnis) in dem der in der christlichen Welt aufgenommene Glaube überliefert wird, heißt es auch wirklich: "So wie der Körper und die Seele ein Mensch ist, so ist das Göttliche und das Menschliche im Herrn ein Christus". Wer daher die Vereinigung der Seele mit dem Körper und das Bild jener in diesem erkennt, kann einigermaßen die Vereinigung des Göttlichen und Menschlichen im Herrn erkennen und das Bild des einen in dem anderen, und daraus kann er auch erkennen, daß das Göttliche, was Vater heißt, und das Menschliche, was Sohn heißt, eins ausmachen, und daß das eine in dem anderen ist, d.h. der Vater in Ihm und Er im Vater, nach den Worten des Herrn Joh.10/30; 14/10,11. Weil man aber heutzutage nicht weiß, was die Seele ist, und kaum, daß sie aus dem Vater stammt, und daß der Körper ihr Bild ist, und daß somit diese beiden eins sind, wie das Frühere und das Spätere oder wie das Sein und das Dasein daraus, darum hat der Mensch das Göttliche vom Menschlichen im Herrn getrennt und dieses in zwei Naturen unterschieden, und darum macht er sich keine andere Vorstellung vom Menschlichen des Herrn, als wie von dem Menschlichen eines anderen Menschen; während doch die Seele des Menschen aus seinem Vater endlich ist, und aus dem Erblichen das Böse in sich hat, die Seele des Herrn aber, weil aus Jehovah stammend, unendlich ist und nichts als das göttlich Gute der göttlichen Liebe, so daß Sein Menschliches nach der Verherrlichung nicht wie das Menschliche eines anderen Menschen ist. Aus diesem Grunde nahm der Herr Seine ganze verherrlichte, d.h. aus Ihm göttlich gewordene Menschheit in den Himmel mit, und ließ nichts davon im Grabe zurück, ganz anders, als es beim Menschen geschieht. Daß der Herr auch Seinen Körper verherrlichte bis auf das Letzte desselben, d.h. bis auf Fleisch und Bein, offenbarte der Herr auch wirklich Seinen Jüngern, indem Er sprach: Luk.24/39: "Sehet Meine Hände und Meine Füße, daß Ich es selber bin; befühlet Mich, und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß Ich habe". Er trat sogar durch die verschlossenen Türen ein, und ward wieder unsichtbar, nachdem Er Sich ihnen kundgegeben hatte: Joh.20/19; Luk.24/31. Dies ist gesagt worden, damit man wisse, daß der Herr allein in Ansehung Seines Menschlichen der Gesalbte Jehovahs war, aber nicht mit Öl gesalbt, sondern mit dem göttlich Guten der göttlichen Liebe selbst, das durch Öl bezeichnet wird und durch die Salbung vorgebildet wurde, man sehe Nr. 9954. 10126. "Um ihn zu heiligen", 2. Mose 29/36, bedeutet, so sei der Herr in ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es heißt, den Herrn vorbilden und das Heilige, das von Ihm ist, somit Seine Gegenwart im Himmel und in der Kirche, worüber Nr. 10111. Was aber vorgebildet wird, das wird im inneren Sinn bezeichnet. Das Wort im Buchstabensinn besteht aus den Vorbildungen himmlischer und geistiger Dinge, die dem Himmel und der Kirche angehören, und diese (Dinge) werden daher im inneren Sinn bezeichnet. Daher kann man das Wort Gottes gleichsam den Himmel im Letzten nennen, denn im Letzten des Himmels besteht alles, was gesehen und gehört wird, in Vorbildungen solcher Dinge, welche die Engel in den oberen Himmeln reden und denken, und die sich alle auf die Glaubenswahrheiten und auf das Gute der Liebe beziehen. Solche Vorbildungen sind aber im letzten Himmel aus dem Grunde, weil diejenigen, die im letzten Himmel sind, die inneren Gegenstände der Engelsweisheit nicht begreifen, sondern nur solche, die jene vorbilden. Auch ist es der göttlichen Ordnung gemäß, daß das Obere, wenn es in das Untere herabsinkt, sich in ähnliches verwandelt, und sich dadurch vor den äußeren Sinnen darstellt, so daß es dem Begriffe eines jeden angepaßt ist. Daher kommt es, daß das Wort im Letzten, d.h. im Buchstabensinn vorbildlich ist und dadurch die himmlischen und geistigen Dinge bezeichnet, die in den höheren Himmeln sind, und daß es sich so für die Fassungskraft des Menschen geeignet darstellt. Eben dadurch dient es auch den Himmeln zur Basis und zur Grundlage. 10127. "Sieben Tage sollst du den Altar versöhnen", 2. Mose 29/37, bedeutet das Volle in Ansehung des Einflusses in den Himmel und in die Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Tage, insofern sie das Volle bezeichnen, worüber folgen wird; aus der Bedeutung von versöhnen, sofern es die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichnet; ferner aus der Bedeutung des Altares, insofern er das Vorbildliche des Göttlich-Menschlichen des Herrn in Ansehung des göttlich Guten ist, worüber Nr. 9388, 9389, 9714, 9964; hier im Himmel und in der Kirche: Nr. 10123. Daß das Schlachtopfer vom jungen Stier zur Versöhnung und Heiligung des Altars sieben Tage lang dauerte, war deshalb, weil sieben Tage eine vollständige Periode, eine größere oder eine kleinere, von Anfang bis zu Ende bezeichneten; ebenso auch die Woche. Daher bedeuten sieben Tage auch das Volle. Die Dreizahl bedeutet zwar auch eine vollständige Periode vom Anfang bis zu Ende, und daher auch das Volle, jedoch mit dem Unterschied, daß sieben gesagt wird, wo es sich um eine heilige Sache handelt, drei aber von jeder Sache (gebraucht wird). Man merke wohl, daß alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten, was ganz bekannt ist im anderen Leben, wo auch bisweilen aus dem Himmel zu den Geistern, die unterhalb sind, Papiere voller Zahlen herabgelassen werden. Diejenigen unter den Geistern, die den Einfluß vom Herrn aufnehmen, erkennen dann daraus die Sachen, die bezeichnet werden, in ihrem ganzen Zusammenhang, ebenso als ob sie mit Buchstaben geschrieben wären. Solche Papiere durfte ich auch einige Male sehen, und es wurde auch gesagt, daß einige von den Angehörigen der Ältesten Kirche, die in Ansehung ihres Inneren mit den Engeln in Verkehr standen, die Dinge ihrer Kirche und die himmlischen Geheimnisse in Zahlen ausdrückten, und gleichsam als eine Gedenkschrift aufbewahrten. Hieraus kann man ersehen, daß alle Zahlen im Worte Bezeichnungen von Sachen sind; denn im Worte gibt es kein Wörtchen, das nicht etwas bedeutet, weil es nicht nur für die Menschen geschrieben, sondern auch zugleich für die Engel im Himmel; und daher kommt es auch, daß das göttliche Wort durch alle Himmel hindurchgeht. Daß alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten, sehe man Nr. 575, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 6175, 9659; daß die Zahl Sieben im Worte heilige Dinge ausdrückt: Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268; und daß sieben eine vollständige Periode von Anfang bis zu Ende und somit einen vollen Zustand bedeutet: Nr. 6508, 9228; ebenso die Woche: Nr. 2044, 3845; und auch die Dreizahl: Nr. 2788, 4495, 4901, 5123, 5159, 7715, 9198, 9488, 9489, 9825. Was das Versöhnen anbelangt, so bedeutet es eine Reinigung vom Bösen und dem Falschen daraus, oder, was das gleiche ist, die Entfernung desselben; und weil versöhnen und sühnen dies bedeutet, deshalb schließt es auch die Einpflanzung des Guten und Wahren in sich, und die Verbindung beider vom Herrn. Diese Dinge schließt es in sich aus dem Grunde, weil in dem Maße, als der Mensch vom Bösen und Falschen gereinigt wird, das Gute und Wahre eingepflanzt und vom Herrn verbunden wird; wenn daher das eine stattfindet, so findet auch das andere statt. Der Herr ist nämlich bei einem jeden Menschen mit dem Guten der Liebe gegenwärtig, denn Er liebt alle und will aus Liebe sich mit ihnen verbinden, was durch das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens geschieht. Allein das Böse und das Falsche aus demselben, das der Mensch durch ein böses Leben sich angeeignet hat, widersteht und verhindert den Einfluß. Hieraus wird nun klar, was Versöhnung und Sühnung (Entsündigung) ist; man sehe auch Nr. 9506. 10128. "Und ihn heiligen", 2. Mose 29/37, bedeutet, um den Herrn aufzunehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von geheiligt werden, insofern es die Aufnahme des Herrn bezeichnet. Geheiligt werden bedeutet aber die Aufnahme des Herrn, weil der Herr allein heilig ist, und daher alles, was vom Herrn ausgeht, heilig ist. Inwieweit daher der Mensch das Gute aufnimmt und mit dem Guten das Wahre vom Herrn, das heilig ist, insoweit nimmt er den Herrn auf; denn ob man sagt "das Gute und Wahre vom Herrn" oder "der Herr" ist einerlei; denn das Gute und das Wahre ist dem Herrn eigen, weil von Ihm, somit ist beides der Herr im Himmel und in der Kirche. Daß der Herr allein heilig ist, und alles Heilige von Ihm ausgeht, und daß daher Ihn aufnehmen heißt geheiligt werden, sehe man Nr. 9229, 9479, 9680, 9818, 9820, 9956, 9988, 10069. Daß geheiligt werden die Aufnahme des Herrn bezeichnet, ist auch daraus ersichtlich, daß gesagt wird "du sollst versöhnen und heiligen", denn durch versöhnen oder sühnen wird die Reinigung vom Bösen und vom Falschen daraus bezeichnet, und zugleich die Einpflanzung des Wahren und Guten vom Herrn: Nr. 10127. Die Einpflanzung des Wahren und Guten vom Herrn ist aber die Aufnahme Seiner selbst, und also die Heiligung. Ebenso wie 2. Mose 29/33 (gesagt wird): "Sie sollen dasselbe essen, womit sie versöhnt worden sind, um ihre Hände zu füllen und um sich zu heiligen": "versöhnt" bedeutet hier die Reinigung vom Bösen und vom Falschen daraus: Nr. 9506, 10109; das Füllen der Hände aber die Einpflanzung des Guten und Wahren, und die Verbindung beider: Nr. 10076; somit wird durch geheiligt werden bezeichnet, dieselben vom Herrn aufnehmen: Nr. 10111. 10129. "Und der Altar soll hochheilig sein", 2. Mose 29/37, bedeutet das himmlische Reich, wo der Herr im Guten der Liebe gegenwärtig ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altars, insofern er das Vorbildliche des Herrn ist in Ansehung des göttlich Guten, worüber Nr. 9388, 9389, 9714, 9964; hier in Ansehung des göttlich Guten im Himmel und in der Kirche: Nr. 10123. Und aus der Bedeutung von hochheilig, insofern es das himmlisch Gute bezeichnet oder das Gute der Liebe vom Herrn. Das himmlische Reich wird aber hier durch den Altar, und das Gute in demselben durch hochheilig bezeichnet, weil in diesem Reich das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn, das eben das himmlisch Gute ist, aufgenommen wird. Es gibt nämlich zwei Reiche, in welche die Himmel unterschieden sind: das himmlische Reich und das geistige Reich. Im himmlischen Reich wird das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn aufgenommen, und im geistigen Reich wird das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten vom Herrn aufgenommen; man sehe, was Nr. 9277, 9680 und 10068 angeführt wurde. Durch den Altar wird das himmlische Reich vorgebildet, oder, was das gleiche ist, der Herr, wo Er im Guten der Liebe gegenwärtig ist; und durch das Versammlungszelt außerhalb des Vorhanges wird das geistige Reich vorgebildet, oder, was das gleiche ist, der Herr, wo Er im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten gegenwärtig ist. Das Gute des geistigen Reiches oder das geistig Gute heißt heilig, aber das Gute des himmlischen Reiches oder das himmlisch Gute heißt hochheilig. Das himmlisch Gute, welches das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn ist, wird aber hochheilig genannt, weil der Herr durch dieses Gute unmittelbar in die Himmel einfließt; durch das geistig Gute aber, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, mittelbar durch jenes; man sehe Nr. 9473, 9683, 9873, 9992, 10005. Einfließt wird gesagt, weil der Herr über den Himmeln ist und von dort einfließt: Nr. 10106; Er ist aber dennoch wie gegenwärtig in den Himmeln. Daß das himmlisch Gute oder das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn unter hochheilig verstanden wird, erhellt aus den Stellen im Worte, wo hochheilig gesagt wird. 2. Mose 26/33,34: "Der Vorhang soll euch ein Unterschied sein zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten (oder Hochheiligen), und lege den Deckel auf die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten". Hieraus erhellt, daß der Teil des Zeltes heilig genannt wurde, der außerhalb des Vorhanges war; hochheilig aber der, welcher innerhalb des Vorhanges war. Daß das Zelt oder die Wohnung außerhalb des Vorhanges das geistige Reich des Herrn oder den mittleren Himmel vorbildete, und das Zelt oder die Wohnung innerhalb des Vorhanges das himmlische Reich des Herrn vorbildete, sehe man Nr. 9457, 9481, 9485, 10025, 10101. Der Teil vom Zelt, der innerhalb des Vorhanges war, wird auch wirklich "das Heiligtum der Heiligkeit" genannt: 3. Mose 16/33. Weil durch die Lade, in der das Zeugnis lag und auf welcher der Sühndeckel (oder Gnadenstuhl) war, der innerste Himmel vorgebildet wurde, wo das himmlisch Gute herrscht, darum wurde auch das innere Heiligtum des Tempels, wo die Bundeslade war, das Allerheiligste genannt: 1.Kön.6/16; 8/6. Auch das Brot und das Speisopfer werden, weil sie das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn oder das himmlisch Gute bezeichnen, gleichfalls hochheilig genannt: 3. Mose 24/9: "Die Brote des Angesichts (oder die Schaubrote) sollen von Aharon und seinen Söhnen gegessen werden am heiligen Orte, weil sie das Hochheilige sind von den Feuerungen (Opfern) Jehovahs". Daß das Brot des Angesichts oder das Schaubrot das himmlisch Gute bedeutet, sehe man Nr. 9545. 3. Mose 2/3,10: "Was übriggeblieben vom Speisopfer soll Aharon und seinen Söhnen gehören, denn das Hochheilige ist es von den Feuerungen Jehovahs". Daß das Speisopfer, das aus ungesäuertem Brot, Kuchen und ungesäuerten Fladen, mit Öl vermischt, bestand, das himmlisch Gute oder das Gute der Liebe bezeichnet, sehe man Nr. 4581, 9992, 10079. 4. Mose 18/9,10: "Jedes Speisopfer, Schuld- und Sündopfer, das Aharon und seinen Söhnen gehört, ist hochheilig vor Jehovah". Auch diese Opfer hießen hochheilig, weil sie die Reinigung vom Bösen bezeichneten, und jede Reinigung vom Bösen in dem Zustand des Guten der Unschuld stattfindet, welches Gute auch ein himmlisch Gutes ist; deshalb wurden bei den Schuld- und Sündopfern weibliche oder männliche Lämmer, oder Widder, oder junge Stiere, oder Turteltauben geopfert, wie aus 3. Mose Kapitel 4 und 5 erhellt, und durch diese Tiere wird dieses Gute bezeichnet. Daß es durch Lämmer bezeichnet wird, sehe man Nr. 3519, 3994, 7840; daß durch Widder: Nr. 10042; daß durch junge Stiere: Nr. 9391; daß durch Turteltauben, erhellt aus den Stellen im Worte, wo sie genannt werden. Daß die Reinigung vom Bösen und auch die Wiedergeburt im Zustand der Unschuld stattfindet: Nr. 10021. Darum werden diese Opfer auch das Hochheilige genannt: 3. Mose 6/18; 7/6; 10/17; 14/13. Daß der Brandopferaltar den Herrn vorbildete in Ansehung des Guten der Liebe und auch die Aufnahme desselben von den Engeln und Menschen, ist oben gezeigt worden, darum wird auch gesagt: 2. Mose 30/29: "Salbe den Brandopferaltar und alle seine Geräte, sein Gestell und sein Becken, und heilige sie, daß sie hochheilig seien, jeder, der sie berührt, wird geheiligt sein". Das Rauchwerk, mit dem geräuchert wurde vor dem Zeugnisse im Versammlungszelt heißt auch hochheilig: 2. Mose 30/36, weil es das himmlisch Gute im Letzten bedeutet, und auch, was aus diesem Guten hervorgeht: Nr. 9475. Hes.43/12: "Dies ist das Gesetz des Hauses auf dem Gipfel des Berges: sein ganzer Umfang ringsherum soll hochheilig sein": daß das Haus mit seinem Umfange ringsum hochheilig heißt, kommt daher, weil durch das Haus Gottes das himmlische Reich bezeichnet wird, und im höchsten Sinne der Herr in Ansehung des Guten der Liebe: Nr. 3720; darum wird auch gesagt "auf dem Gipfel des Berges", denn der Gipfel des Berges bedeutet das gleiche: Nr. 6435, 9422, 9434. Dan.9/24: "Siebzig Wochen sind bestimmt über das Volk und über die heilige Stadt, bis versiegelt wird das Gesicht und die Weissagung, und gesalbt wird das Allerheiligste": hier ist die Rede von der Ankunft des Herrn, Der allein der Gesalbte Jehovahs und allein heilig ist, wie Er auch in Ansehung Seines Menschlichen das göttlich Gute der göttlichen Liebe, somit das Allerheiligste ist. Daß der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen allein der Gesalbte Jehovahs ist, sehe man Nr. 9954, und daß Er allein heilig ist: Nr. 9229, und daß Er das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist, was Nr. 9199 E angeführt ist. Das himmlisch Gute ist das Hochheilige, das geistig Gute aber das Heilige, weil das himmlisch Gute das innerste Gute und darum auch das Gute des innersten Himmels ist, das geistig Gute aber das daraus hervorgehende Gute, und darum das Gute des mittleren Himmels, und dieses Gute ist nur insoweit gut und insoweit heilig, als es das himmlisch Gute in sich hat; denn dieses fließt in jenes ein und empfängt es und erzeugt es, wie der Vater den Sohn. Unter dem himmlisch Guten wird aber das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn verstanden, und unter dem geistig Guten das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten vom Herrn. Das Gute der Liebe selbst zum Herrn vom Herrn ist hochheilig, weil der Herr durch dasselbe Sich unmittelbar verbindet; aber das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist heilig, weil der Herr durch dasselbe Sich mittelbar verbindet, und zwar insoweit, als es das Gute der Liebe vom Herrn in sich hat. Das Gute der Liebe zum Herrn vom Herrn ist in jedem Guten der Liebtätigkeit das, was echt darin ist, denn es fließt vom Herrn ein. Niemand kann nämlich den Nächsten lieben und aus Liebe ihm Gutes tun aus sich, sondern aus dem Herrn, und niemand kann an Gott glauben aus sich, sondern aus dem Herrn. Deshalb ist, wenn der Herr anerkannt und der Nächste geliebt wird, alsdann der Herr in der Liebe zu dem Nächsten, wiewohl der Mensch es nicht weiß. Dies wird auch verstanden unter den Worten des Herrn: Matth.25/37-40: "Die Gerechten werden antworten: Herr, wann haben wir Dich hungrig gesehen, und Dich gespeist? oder durstig, und haben Dich getränkt? Wann haben wir Dich krank oder im Gefängnis gesehen, und sind zu Dir gekommen? Und der König wird zu ihnen sagen: Wahrlich, Ich sage euch: alles, was ihr an einem dieser Meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan": hieraus erhellt, daß der Herr im Guten der Liebtätigkeit ist, und dieses Gute selbst ist, auch ohne Wissen derer, die in diesem Guten sind. Unter den Brüdern werden im nächsten Sinn diejenigen verstanden, die im Guten der Liebtätigkeit sind, und in einem von der Person abgezogenen Sinn bedeuten die Brüder des Herrn das Gute der Liebtätigkeit selbst; man sehe Nr. 5063-5071. HG 10130 10130. "Ein jeder, der den Altar berührt, soll geheiligt sein", 2. Mose 29/37, bedeutet, jeder, der das Göttliche des Herrn aufnimmt. Dies erhellt aus der Bedeutung von berühren, insofern es die Mitteilung, Übertragung und Aufnahme bezeichnet, worüber folgen wird; aus der Bedeutung des Altares, insofern er den Herrn vorbildet in Ansehung des Guten der Liebe, hier im Himmel und in der Kirche, wovon Nr. 10129; und aus der Bedeutung von geheiligt werden, insofern es bezeichnet, das Göttliche des Herrn aufnehmen, worüber Nr. 10128. Daß das Berühren die Mitteilung, Übertragung und Aufnahme bedeutet, kommt daher, weil das Innere des Menschen sich durch das Äußere kundgibt, besonders durch das Gefühl (Berührung, tactus), und so dem anderen sich mitteilt und sich überträgt auf den anderen; und in dem Maß, als der Wille des anderen übereinstimmt und eins damit bildet, aufgenommen wird. Ob man sagt Wille oder Liebe, ist dasselbe, denn was Sache der Liebe des Menschen ist, das ist auch Sache seines Willens. Hieraus folgt auch, daß das Innere des Menschen, was seiner Liebe und seinem Denken daraus angehört, sich kundgibt durch die Berührung, und so sich einem anderen mitteilt und sich auf ihn überträgt; und in dem Maße, als der andere die Person liebt, oder die Sachen, welche die Person redet oder tut, auch aufgenommen wird. Dies zeigt sich besonders im anderen Leben, denn dort handeln alle aus dem Herzen, d.h. aus dem Willen oder der Liebe, und es ist nicht erlaubt, äußerlich beim Handeln Gebärden anzunehmen, die von jenen losgetrennt, (d.h. verschieden) sind, oder mit heuchlerischem Munde zu reden, d.h. getrennt von den Gedanken des Herzens. Hierdurch zeigt sich klar, wie das Innere sich dem anderen mitteilt und sich auf den anderen durch Berührung überträgt; und wie der andere es seiner Liebe gemäß aufnimmt. Der Wille oder die Liebe eines jeden bildet dort den ganzen Menschen, und die Lebenssphäre fließt von dieser (Liebe) aus wie ein Hauch oder Dunst, und umgibt ihn und gestaltet gleichsam ihn selbst um ihn her. Fast ebenso, wie die Ausströmung (der Dünste) um die Pflanzen in der Welt, die sogar in einiger Entfernung durch Gerüche wahrgenommen wird, so auch um die Tiere, was vorzüglich bei einem scharfspürigen Hund deutlich zu bemerken ist. Eine solche Ausströmung dringt auch aus einem jeden Menschen hervor, was gleichfalls aus vielfacher Erfahrung bekannt ist. Wenn aber der Mensch seinen Körper ablegt, und zum Geist oder Engel wird, dann ist seine Ausströmung oder Ausdünstung nicht mehr materiell wie in der Welt, sondern eine geistige, die aus seiner Liebe hervorfließt. Diese bildet dann eine Sphäre um ihn, die macht, daß schon in einiger Entfernung von anderen wahrgenommen wird, wie er beschaffen ist. Über diese Sphäre sehe man, was in den Nr. 9606 angeführten Stellen gezeigt worden ist. Weil diese Sphäre sich dem anderen mitteilt, und auf diesen übertragen wird, und von dem anderen seiner Liebe gemäß aufgenommen wird, so entsteht daraus vieles Wunderbare, was dem Menschen in der Welt unbekannt ist; nämlich: 1. Alle Gegenwart findet statt nach der Ähnlichkeit der Liebesarten, und alle Entfernung nach der Unähnlichkeit derselben. 2. Alle werden ihrer Liebe gemäß zusammengesellt; die in der Liebe zum Herrn vom Herrn sind, werden im innersten Himmel zusammengesellt, die in der Liebe zum Nächsten vom Herrn sind, im mittleren Himmel; die im Gehorsam des Glaubens, d.h. die das Wahre um des Wahren willen tun, im letzten Himmel; die aber in der Liebe zu sich und zur Welt sind, d.h., die das, was sie tun, um ihretwillen und um weltlicher Zwecke willen tun, werden in der Hölle zusammengesellt. 3. Alle wenden ihre Augen zu denen hin, die sie lieben: die den Herrn lieben, wenden ihre Augen zum Herrn als Sonne; die den Nächsten lieben durch den Herrn, wenden ihre Augen zum Herrn als Mond; ebenso die, welche das Wahre um des Wahren willen tun. Über den Herrn als Sonne und als Mond sehe man, was Nr. 1521, 1529, 1530, 1531, 3636, 3643, 4060, 4321 E, 5097, 5377, 7078, 7083, 7171, 8644, 8812 gezeigt worden ist; und was wunderbar ist, wohin oder nach welcher Himmelsgegend sie sich auch wenden, sehen sie immer den Herrn vor sich. Das Entgegengesetzte tritt bei denen ein, die in der Hölle sind: je mehr sie hier in ihrer Liebe sind, und in der Liebe zur Welt, desto mehr wenden sie sich vom Herrn ab, und haben Ihn im Rücken; und dies, wohin oder nach welcher Seite sie sich auch wenden mögen. 4. Wenn ein Engel des Himmels seinen Blick auf andere richtet, dann teilt sich sein Inneres ihnen mit, und wird auf sie übertragen, je nach dem Maße und der Beschaffenheit seiner Liebe, und wird von ihnen je nach der Beschaffenheit und dem Maße ihrer Liebe aufgenommen. Deshalb entsteht Freude und Wonne, wenn ein Engel des Himmels seinen Blick auf Gute richtet, Schmerz und Qual aber, wenn er ihn auf Böse richtet. Durch die Berührung mit der Hand wird aber gleichfalls Mitteilung, Übertragung und Aufnahme bezeichnet, weil das Tätige des ganzen Körpers sich in die Arme und Hände zusammendrängt, und das Innere durch das Äußere im Worte ausgedrückt wird. Daher kommt es, daß durch die Arme, durch die Hände und besonders durch die Rechte eine Macht bezeichnet wird; man sehe, was Nr. 10019 angeführt wurde, und Nr. 10023, 10076; und daher wird durch die Hand alles, was bei dem Menschen ist, bezeichnet, somit der ganze Mensch, insofern er tätig ist; man sehe das Nr. 10019 Angeführte. Außerdem ist es auch der gelehrten Welt bekannt, daß alle äußeren Sinne, nämlich das Gesicht, das Gehör, der Geschmack und der Geruch, sich auf den Tastsinn (oder Gefühlssinn) beziehen und besondere Arten des Gefühls sind. Daß durch das Berühren eine Mitteilung, Übertragung und Aufnahme bezeichnet wird, erhellt aus mehreren Stellen im Worte, von denen ich nur Folgende hervorheben will: 2. Mose 30/26-29: "Salbe das Versammlungszelt und die Bundeslade und den Tisch und alle seine Geräte und den Leuchter und seine Geräte, und den Rauchaltar und den Brandopferaltar, und alle seine Geräte, und das Becken und sein Gestell, und heilige sie, damit sie hochheilig seien; jeder, der sie berührt, soll geheiligt werden". 3. Mose 6/11,20: "Alles, was das vom Speisopfer Übriggebliebene berührt, und das Übriggebliebene vom Fleisch aus den Schlachtopfern, das dem Aharon und seinen Söhnen gehört, soll geheiligt sein". Dan.10/10,16,18: "Ein Engel berührte Daniel, und brachte ihn wieder in seine Stellung und half ihm auf sein Knie; und er berührte seine Lippen, und öffnete seinen Mund; und dann berührte er ihn wieder und stärkte ihn". Jes.6/7: "Einer der Seraphe berührte mit einer glühenden Kohle meinen Mund, und sprach: Siehe, dies berührt deine Lippen, darum ist deine Missetat von dir gewichen und deine Sünde versöhnt". Jerem.1/9: "Jehovah streckte Seine Hand aus, und berührte meinen Mund, und sprach: Ich lege Meine Worte in deinen Mund". Matth.8/3: "Jesus streckte seine Hand aus gegen den Aussätzigen, berührte ihn und sprach: Ich will (es tun); sei gereinigt; und alsbald ward er rein von seinem Aussatze". Matth.8/14,15: "Jesus sah die Schwiegermutter des Petrus, die an einem Fieber darnieder lag; und Er ergriff ihre Hand, und das Fieber verließ sie". Matth.9/29,30: "Jesus berührte die Augen der Blinden, und es wurden ihre Augen geöffnet". Matth.20/34: "Jesus berührte die Augen der beiden Blinden, und sogleich erhielten sie ihr Gesicht wieder". Luk.22/51: "Jesus berührte das Ohr des Tauben, und heilte ihn". Mark.6/56; Matth.14/36: "Sie brachten (viele), die sich übel befanden zu Jesu, damit sie nur den Saum Seines Kleides anrühren konnten, und alle, die denselben anrührten, wurden gesund". Luk.8/44-48: "Ein Weib, das am Blutflusse litt, berührte den Saum des Kleides Jesu; und sogleich stand der Blutfluß still; Jesus sprach: Wer ist es, der Mich berührt hat? Es hat Mich jemand berührt; Ich fühle, daß eine Kraft von Mir ausgegangen ist". Mark.10/13,16: "Sie brachten kleine Kinder zu Jesu, damit Er sie berührte; und Er nahm sie auf Seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie". Hieraus erhellt, daß durch das Berühren eine Mitteilung, Übertragung und Aufnahme bezeichnet wird. Ebenso ist es, wo von unreinen Dingen die Rede ist, durch die im inneren Sinn Böses und Falsches verstanden wird, das aus den Höllen stammt, wie: 4. Mose 19/11,13,16,21,22: "Wer einen Toten anrührt, irgendeine Leiche eines Menschen, der soll unrein sein sieben Tage. Jeder, der einen Toten anrührt, die Leiche irgendeines verstorbenen Menschen, und sich nicht entsündigt, der verunreinigt die Wohnung Jehovahs; darum soll diese Seele ausgerottet werden aus Israel. Jeder, der auf dem Felde einen mit dem Schwerte Ermordeten oder einen Toten, oder die Gebeine eines Menschen, oder ein Grab anrührt, der soll unrein sein sieben Tage. Wer das Wasser der Reinigung anrührt, soll unrein sein bis zum Abend. Alles, was ein Unreines anrührt, soll unrein sein, und die Seele, die ihn berührt, soll unrein sein bis auf den Abend". 3. Mose 11/31-36: "Wer unreine Tiere anrührt, oder unreines Gewürm, soll unrein sein bis auf den Abend; alles, worauf es fällt, soll unrein sein, sei es ein hölzernes Gefäß (oder) Kleider, Wasser, irdene Gefäße, Speise, Trank, Ofen, Quelle, Zisterne, Wasserbehälter, sie sollen unrein sein". Ebenso 3. Mose 5/2,3; 7/21. 3. Mose Kap.15: "Wer an einem Fluß leidet, ist unrein; und auch jeder Mann, der sein Bett anrührt, wer sich auf ein Gerät setzt, auf dem jener gesessen, wer das Fleisch desselben berührt oder seine Kleider; wenn der am Fluß Leidende einen Reinen anspuckt, der Wagen, auf dem er fährt, das irdene Gefäß, das hölzerne Gefäß, es soll unrein sein". 3. Mose 22/4: "Wer einen Aussätzigen anrührt". 3. Mose 11/37,38: "Wenn Aas auf irgendeinen Samen fällt, den man aussäet, so soll er rein sein, wenn man aber Wasser auf den Samen gegossen hat, und es fällt Aas auf ihn, so soll er unrein sein". Durch diese unreinen Dinge werden verschiedene Arten von Bösem und Falschem, das aus der Hölle stammt, und deren Mitteilung, Übertragung und Aufnahme bezeichnet; die einzelnen unreinen Dinge bedeuten etwas Böses im besonderen; denn das Böse ist es, was den Menschen unrein macht, weil es seine Seele befleckt. Von den bösen Geistern und Genien strömt auch wirklich das Böse ihres Herzens aus, und steckt je nach den Beredungen des Bösen die Gegenwärtigen an; diese Ansteckung ist es, die durch die Berührung unreiner Dinge bezeichnet wird. 1. Mose 3/3: "Von der Frucht des Baumes, der inmitten des Gartens ist, sollt ihr nicht essen; rühret ihn nicht an, damit ihr nicht sterbet". 1. Mose 32/25: "Als der Engel, der mit Jakob rang, sah, daß er ihn nicht bezwang, berührte er die Höhlung (Pfanne) seiner Hüfte, und dieselbe wurde verrenkt". 4. Mose 16/26: "Mose sprach, sie sollten nichts berühren von dem, was dem Korah, Dathan und Abiram gehörte, damit sie nicht verzehrt würden wegen aller ihrer Sünden". Jes.52/11: "Entfernt euch, entfernt euch, rühret keinen Unreinen an, ziehet fort aus ihrer Mitte! Reinigt euch, die ihr traget die Gefäße Jehovahs". Jerem.Klagel.4/14,15: "Sie irrten wie Blinde auf den Straßen umher; sie sind besudelt mit Blut, daß man nicht berühren kann ihre Kleider, weichet zurück, er ist unrein, ruft man (den Leuten) zu; weichet zurück, rühret ihn nicht an!". Haggai 2/12-14: "Siehe, wenn ein Mann heiliges Fleisch (vom Opfer) in einem Zipfel seines Kleides trüge, und er berührte mit dem Zipfel sein Brot, oder Wein, oder Öl, oder irgendwelche Speise; würde es geheiligt werden? Wenn aber ein Unreiner von einer Leiche dasselbe berührte, würde es unrein werden?". Hos.4/2,3: "Falsch schwören, Lügen und Morden (ist bei ihnen) und Stehlen und Ehebrechen; sie treiben Raub, und Blutschuld rührt an Blutschuld, deswegen trauert das Land". 10131. "Und dies ist es, was du auf dem Altare opfern sollst", 2. Mose 29/38, bedeutet das, was im allgemeinen die Aufnahme des Herrn im Himmel und in der Kirche betrifft. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dies ist es, was du opfern sollst auf dem Altare", insofern es das bezeichnet, was im allgemeinen die Aufnahme des Herrn in den Himmeln betrifft. Der Altar bedeutet nämlich das Göttliche des Herrn in den Himmeln: Nr. 10129, somit auch Seine Aufnahme; und durch die Worte "was du auf ihm opfern sollst" wird bezeichnet, was sich im allgemeinen darauf bezieht; denn es folgt nun vom täglichen Brandopfer, und durch dieses wird vorgebildet, was im allgemeinen die Aufnahme des Herrn betrifft, weil durch die Lämmer das Gute der Unschuld bezeichnet wird, und dieses ist das einzige Gute, das den Herrn aufnimmt; denn ohne das Gute der Unschuld gibt es keine Liebe zu Gott und auch keine Liebtätigkeit gegen den Nächsten und keinen Glauben, der Leben in sich hat; im allgemeinen kein Gutes, in dem Göttliches ist; man sehe das Nr. 10021 Angeführte. Daher kommt es, daß durch "dies sollst du tun auf dem Altare", das bezeichnet wird, was im allgemeinen die Aufnahme des Herrn im Himmel und in der Kirche betrifft. Wenn vom Himmel geredet wird, so wird darunter auch die Kirche verstanden, denn der Himmel des Herrn auf Erden ist die Kirche; und ein jeder, in dem die Kirche ist, in dem ist auch der Himmel; denn der Herr ist in ihm, und wo der Herr ist, da ist der Himmel. Die Kirche macht auch wirklich eins mit dem Himmel aus; denn das eine hängt vom anderen ab in unauflöslicher Verknüpfung. Das Wort aber ist es, was verbindet, im Worte ist der Herr, und der Herr ist das Wort: Joh. Kapitel 1. 10132. "Zwei einjährige Lämmer des Tages", 2. Mose 29/38, bedeutet das Gute der Unschuld in jedem Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lämmer, insofern sie das Gute der Unschuld bezeichnen, worüber folgen wird; aus der Bedeutung des einjährigen, insofern es die Beschaffenheit der Kindheit bezeichnet, der gleichwohl die Wahrheiten eingepflanzt sind, worüber auch folgen wird; und aus der Bedeutung von "des Tages", insofern es ausdrückt: in jedem Zustande, denn durch Tag wird ein Zustand bezeichnet, und durch den Morgen des Tages und den Abend desselben, zu welcher Zeit die Brandopfer von Lämmern dargebracht wurden, wird jeder Zustand bezeichnet. Daß der Tag einen Zustand bezeichnet, sehe man Nr. 893, 2788, 3462, 3785, 4850, 7680; und daß die Wechsel der Zustände sich verhalten wie die Tageswechsel, nämlich Morgen, Mittag, Abend, Nacht und wiederum Morgen; Nr. 5672, 5962, 6110, 8426. Daß die Lämmer das Gute der Unschuld bezeichnen, erhellt aus den Stellen im Worte, wo Lämmer genannt werden, z.B. bei Jes.11/6,8-10: "Der Wolf wird bei dem Lamme weilen, und der Parder bei dem Böckchen liegen, und das Kalb und der junge Löwe und das Mastvieh beisammen; und ein kleiner Knabe wird sie leiten; der Säugling wird spielen am Loche der Natter, und der Entwöhnte wird seine Hand in die Höhle des Basilisken stecken; sie werden sich nicht verderben auf dem ganzen Berge Meiner Heiligkeit. Und es wird geschehen, an jenem Tage werden die Völker forschen nach der Wurzel Isais, die aufgerichtet ist zum Panier der Völker; und Seine Ruhe wird herrlich sein": es wird hier der Zustand des Friedens und der Unschuld in den Himmeln und in der Kirche beschrieben, nachdem der Herr in die Welt gekommen ist; und weil der Zustand des Friedens und der Unschuld beschrieben wird, werden Lamm, Böckchen und Kalb, ferner der kleine Knabe, der Säugling und der Entwöhnte angeführt, und durch alle diese wird das Gute der Unschuld bezeichnet. Das innerste Gute der Unschuld durch das Lamm, das innere Gute der Unschuld durch das Böckchen, und das äußere Gute der Unschuld durch das Kalb; das gleiche durch den Knaben (Kind), den Säugling und den Entwöhnten; der Berg der Heiligkeit ist der Himmel und die Kirche, wo das Gute der Unschuld ist; die Völker sind die, welche in diesem Guten sind; die Wurzel Isai ist der Herr, von Dem dieses Gute kommt. Das Gute der Liebe von Ihm zu Ihm, das auch das himmlisch Gute heißt, ist das Gute der Unschuld. Daß das Lamm das Gute der Unschuld im allgemeinen bezeichnet, und im besonderen das innerste Gute der Unschuld, erhellt daraus, daß es an erster Stelle genannt wird, wie auch daraus, daß der Herr selbst das Lamm heißt, wie man im Folgenden sehen wird. Daß das Böckchen das innere Gute der Unschuld bezeichnet, sehe man Nr. 3519, 4871; daß das Kalb oder das junge Rind das äußere Gute der Unschuld bezeichnet: Nr. 430, 9391; daß der Knabe die Unschuld bezeichnet: Nr. 5236; ebenso der Säugling, der Entwöhnte oder das Kind: Nr. 430, 2280, 3183, 3494, 5608; daß der Berg der Heiligkeit das bezeichnet, wo das Gute der Liebe zum Herrn ist: Nr. 6435, 8758; daß die Völkerschaften die bezeichnen, die in diesem Guten sind: Nr. 1416, 6005. Daß das Gute der Liebe zum Herrn, welches das himmlisch Gute heißt, das Gute der Unschuld ist, zeigt sich deutlich bei denen, die im innersten Himmel sind; denn weil diese in diesem Guten sind, erscheinen sie nackt und als kleine Kinder; und dies darum, weil die Nacktheit Unschuld bedeutet, und ebenso die Kindheit; man sehe das Nr. 3887, 5608, 9262, 9680 Angeführte. Es wird gesagt, daß der Wolf bei dem Lamme weilen werde, weil der Wolf diejenigen bezeichnet, die gegen die Unschuld sind, wie auch Jes.65/25: "Der Wolf und das Lamm werden zusammen weiden, nichts Böses werden sie tun, noch zugrunde richten auf dem ganzen Berge Meiner Heiligkeit". Luk.10/3: "Jesus sprach zu Seinen Jüngern, die Er aussandte: "Siehe, Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe". Weil der Herr, als Er in der Welt war, in Ansehung Seines Menschlichen die Unschuld selbst war, und weil darum alle Unschuld von Ihm ausgeht, darum nennt Sich der Herr das Lamm und das Lamm Gottes. Z.B. bei Jes.16/1: "Schicke das Lamm des Landesherrschers vom Felsen gegen die Wüste zum Berge der Tochter Zions". Jes.53/7: "Er trug die Mißhandlung und war betrübt; dennoch tat Er Seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird". Joh.1/29,36: "Johannes, der Täufer, sah Jesus kommen und sprach: "Siehe, (das ist) Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt". Joh.Offenb.7/17: "Das Lamm, das mitten auf dem Throne ist, wird sie weiden und zu lebendigen Wasserquellen führen". Joh.Offenb.14/4: "Diese sind es, die sich mit Weibern nicht befleckt haben, sie sind es, die dem Lamme nachfolgen, wohin es geht; sie wurden erkauft von dem Menschen, als Erstlinge Gott und dem Lamme"; und so noch an vielen Stellen in der Offenbarung, z.B.: 5/6,8,12,13; 6/1,16; 7/9,10,14; 12/11; 13/8; 14/1; 15/3; 17/14; 19/7,9; 21/9,14,22,23,27; 22/1,3. Weil diejenigen Lämmer heißen, die in der Unschuld sind, darum sagt der Herr zu Petrus, zuerst: "Weide Meine Lämmer, und wiederum: Weide Meine Schafe", Joh.21/15-17: die Lämmer sind hier diejenigen, die in dem Guten der Liebe zum Herrn sind, denn sie sind mehr als die anderen im Guten der Unschuld; die Schafe aber sind diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und die im Guten des Glaubens sind. Das gleiche wird durch die Lämmer bezeichnet bei Jes.40/10,11: "Siehe, der Herr Jehovih kommt im Starken, und Sein Arm herrscht für Ihn; wie ein Hirte wird Er Seine Herde weiden, in Seine Arme wird Er die Lämmer sammeln, in Seinem Schoße wird Er sie tragen, die Säugenden wird Er sanft führen": daß dies in Beziehung auf den Herrn gesagt wurde, ist klar; weil unter den Lämmern diejenigen verstanden werden, die in der Liebe zu Ihm sind, also im Guten der Unschuld, darum wird gesagt, Er werde sie in Seine Arme sammeln und sie in Seinem Schoße tragen; denn sie sind mit dem Herrn durch die Liebe verbunden, weil die Liebe eine geistige Verbindung ist; darum wird auch hinzugefügt, daß Er die Säugenden sanft führe, denn die Säugenden und die Kindlein bezeichnen die, welche im Guten der Unschuld sind: Nr. 430, 2280, 3183, 3494. Hieraus kann man nun ersehen, was die Brandopfer und Schlachtopfer von Lämmern bedeuten, und warum sie täglich stattfinden sollten, an jedem Sabbath, an jedem Neumond, an jedem Fest und an jedem Tag des Passahfestes, und warum am Passahfest ein Lamm, welches das Passahlamm genannt wurde, gegessen werden sollte. Darüber heißt es bei 2. Mose 12/2,3,5,7,9: "Dieser Monat sei für euch das Haupt der Monate; der erste sei er für euch unter den Monaten des Jahres; nehmet ein Lamm, ein Männlein von den Lämmern oder von den Ziegen, und sie sollen vom Blute nehmen und es an die Türpfosten streichen, und an die Oberschwelle, und an die Häuser, in denen sie es essen werden; sie sollen es nicht roh essen, noch im Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten". Durch das Passahfest wurde die Befreiung von der Verdammnis bezeichnet, bei denen, die den Herrn durch Liebe und Glauben aufnehmen: Nr. 9286, 9287-9292; und die somit im Guten der Unschuld sind; denn das Gute der Unschuld ist das Innerste der Liebe und des Glaubens, und die Seele derselben; darum wird gesagt, daß sie das Blut streichen sollten an die Pfosten, an die Oberschwelle und an die Häuser; denn wo das Gute der Unschuld ist, da kann die Hölle nicht eindringen; daß sie es essen sollten, am Feuer gebraten, war deswegen, weil dadurch das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet wurde, die das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn ist. Weil das Lamm die Unschuld bezeichnet, darum sollte, wenn die Tage nach der Geburt erfüllt waren, geopfert werden "ein einjähriges Lamm zum Brandopfer", und eine junge Taube oder Turteltaube zum Schlachtopfer, 3. Mose 12/6; durch die junge Taube und die Turteltaube wurde ebenso wie durch das Lamm die Unschuld bezeichnet. Die Geburt bedeutet im geistigen Sinn die Geburt der Kirche, welche die des Guten der Liebe ist, denn im Himmel kennt man keine andere Geburt; und durch das Brand- und Schlachtopfer aus jenen wird die Reinigung vom Bösen durch das Gute der Unschuld bezeichnet; denn dieses Gute ist es, in welches das Göttliche einfließt, und durch das Es reinigt. 3. Mose 5/1-13: "Wer aus Versehen sündigte, sollte ein Lamm oder eine junge Ziege oder zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben opfern, als Sündopfer"; und zwar deswegen, weil eine Sünde aus Versehen eine Sünde aus Unwissenheit ist, und wenn in der Unwissenheit Unschuld liegt, dann findet Reinigung statt. Auch vom Nasir (Geweihten) wird gesagt, 4. Mose 6/13-15: "Wenn die Tage des Nasiräats (d.i. die Weihe) erfüllt sind, soll er ein einjähriges Lamm als Brandopfer opfern, und ein einjähriges weibliches Lamm zum Sündopfer, und einen Widder zum Dankopfer, ferner einen Korb mit Ungesäuertem, Kuchen mit Öl vermischt, und ungesäuerte Fladen, gesalbt mit Öl": durch dies alles, nämlich durch das (männliche) Lamm, das weibliche Lamm, den Widder, die ungesäuerten Brote, Kuchen und Fladen, und das Öl, wird Himmlisches bezeichnet, d.h. was sich auf die Liebe zum Herrn vom Herrn bezieht; und diese Opfer sollten vom Nasir nach der Erfüllung der Tage des Nasiräats geopfert werden, aus dem Grunde, weil der Nasir den himmlischen Menschen vorbildete, oder den Herrn in Ansehung des göttlich Himmlischen; das göttlich Himmlische ist das Göttliche des Herrn im innersten Himmel; und dieses Göttliche ist die Unschuld. Hieraus kann man erkennen, daß durch das Lamm das Gute der Unschuld bezeichnet wird; denn durch alle Tiere, die geopfert wurden, wurde etwas von der Kirche bezeichnet. Dies erkennt man besonders daraus, daß der Herr selbst das Lamm genannt wird, wie aus den oben angeführten Stellen erhellt; und auch daraus, daß diejenigen Lämmer genannt werden, die den Herrn lieben, z.B. bei Jes.40/10,11; Joh.21/15; und daß auch die redlichen Menschen Schafe heißen, z.B. Matth.15/21-29; 25/31-41; 26/31; Joh.10/7-16,26-31; 21/16,17 und anderwärts; und die bösen Menschen Böcke: Matth.25/31,32; Sach.10/3; Dan.8/5-11,25. Daß alle nützlichen und sanftmütigen Tier gute Liebesarten und Neigungen bedeuten, die schädlichen und feindseligen dagegen böse Liebesarten und Neigungen, sehe man in dem, was Nr. 9280 angeführt ist. Das Gute der Unschuld wird aber nicht nur durch das Lamm, sondern auch durch den Widder und den jungen Stier bezeichnet, jedoch mit Unterschied; das Lamm bedeutet nämlich das innerste Gute der Unschuld, der Widder das innere oder mittlere Gute der Unschuld, und der junge Stier das äußere Gute der Unschuld. Das Äußere, Innere und Innerste muß in einem jeden das Gute der Unschuld sein, wenn der Mensch wiedergeboren sein soll, denn das Gute der Unschuld ist das eigentliche Wesen eines jeden Guten. Weil diese drei Grade der Unschuld bezeichnet werden durch den jungen Stier, den Widder und das Lamm, darum wurden diese drei zum Schlacht- und zum Brandopfer dargebracht, wenn die Reinigung durch dieses Gute vorgebildet wurde, was bei jedem Neumond, bei den Festen, am Tage der Erstlinge, und wenn der Altar eingeweiht wurde, geschah; dies erhellt aus 4. Mose 7/15,21,27 38-89; Kapitel 28 und 29. Daß der junge Stier das äußere Gute der Unschuld bezeichnet, sehe man Nr. 3991, 9990; daß der Widder das innere Gute der Unschuld bezeichnet: Nr. 10042. Was die Unschuld ist, und wie sie bei kleinen Kindern, bei den Einfältigen, die in Unwissenheit sind, und bei den Weisen beschaffen ist, darüber sehe man Nr. 10021. Wenn gesagt wird, daß das Lamm, das zum Brandopfer dargebracht werden sollte, einjährig sein müsse, so bedeutete dieses, daß es alsdann noch ein Lamm sein sollte, denn wenn es ein Jahr überschritten hatte, war es ein Schaf. Und weil das Lamm gleichsam das Kind des Schafes war, so wurde durch dasselbe ein solches Gutes bezeichnet, was der Kindheit angehört, nämlich das Gute der Unschuld. Daher kam es auch, daß Lämmer zum Brandopfer am ersten Monat des Jahres geopfert werden sollten, wenn das Passah eintrat: 2. Mose Kapitel 12; 4. Mose 28/16,19; am Tage der Erstlinge: 4. Mose 28/26,27; und an dem Tage, an dem man die Garbe webte: 3. Mose 23/11,12; denn durch den ersten Monat des Jahres, und durch den Tag der Erstlinge, und durch den Tag des Webens der Garbe wurde gleichfalls der Zustand der Kindheit, somit der Zustand der Unschuld bezeichnet. 10133. "Beständig", 2. Mose 29/38, bedeutet in jedem Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung von "beständig", wenn von solchen Dingen (die Rede ist), die zum Gottesdienst gehörten, insofern es "alles in allem" ausdrückt. Es wird nämlich von der Reinigung vom Bösen und vom Falschen durch das Gute der Unschuld gehandelt, denn dieses Gute wird durch die Lämmer bezeichnet, wie auch die Reinigung vom Bösen und vom Falschen daraus durch die Brandopfer von denselben; dies wird "beständig" genannt, weil es bei jedem Gottesdienst sein sollte. Darum fand es auch zweimal an jedem Tag statt, nämlich am Morgen und am Abend; und daß es am Morgen und am Abend stattfand, bildete im allgemeinen den ganzen Gottesdienst vor und bei jedem Gottesdienst; denn das Gute der Unschuld muß in jedem Guten sein und daher in jedem Wahren, wenn es Gutes und Wahres sein soll, worin Leben vom Göttlichen ist; somit auch bei jedem Gottesdienst, denn jeder Gottesdienst muß aus dem Guten der Liebe und aus dem Wahren des Glaubens hervorgehen, wenn er ein Gottesdienst sein soll. Daß alles Gute der Kirche und des Himmels Unschuld in sich haben muß, und daß ohne diese das Gute nicht gut, somit auch der Gottesdienst kein Gottesdienst ist, sehe man Nr. 2736, 2780, 6013, 7840, 9262, 7887; und was Unschuld ist: Nr. 3994, 4001, 4997, 5236, 6107, 6765, 7902, 9262, 9936; und das Nr. 10021 Angeführte. Daß "beständig" alles und in allem ausdrückt, nämlich allen Gottesdienst und bei jedem Gottesdienst, kommt daher, weil es eine Zeit ausdrückt, und man in den Himmeln, wo das Wort nicht im natürlichen Sinn, sondern im geistigen Sinn verstanden wird, keinen Begriff von der Zeit hat, sondern statt der Zeiten das innerlich wahrgenommen wird, was einem Zustand angehört. Daher wird hier durch "beständig" der fortwährende Zustand im Gottesdienst, somit der ganze Gottesdienst und bei jedem Gottesdienst bezeichnet. Ebendasselbe wird durch die übrigen Ausdrücke im Worte bezeichnet, die etwas von der Zeit in sich schließen: z.B. durch gestern, heute, morgen, zweitägig, dreitägig, durch Tag, Woche, Monat und Jahr, ferner durch die Tages- und Jahreszeiten, wie durch Morgen, Mittag, Abend und Nacht, durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Deshalb muß man, um den geistigen Sinn des Wortes zu verstehen, aus dem natürlichen Sinn desselben alles entfernen, was der Zeit und was dem Ort (oder Raum) angehört, wie auch, was sich auf eine (bestimmte) Person bezieht, und statt dessen die Zustände der Sachen verstehen. Hieraus kann man erkennen, wie rein das Wort im inneren Sinn ist, und wie rein es daher von den Engeln in den Himmeln aufgefaßt wird, folglich auch, wie außerordentlich die Weisheit und Einsicht der Engel die Weisheit und Einsicht der Menschen übertrifft, die bloß von einem natürlich Bestimmten aus an solches denken, was in der Welt und auf der Erde ganz beschränkt ist. Daß die Zeiten in den Himmeln Zustände bedeuten, sehe man Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 3404, 3827, 4814, 4882, 4901, 4916, 6110, 7218, 7381, 8070; und was Zustände sind: Nr. 4850. Hieraus wird klar, was durch das beständige Brandopfer von Lämmern bezeichnet wird, somit auch, was an anderen Stellen durch "beständig" und "immerdar" ausgedrückt wird, z.B. 3. Mose 6/6: "daß beständig ein Feuer auf dem Altar brennen sollte"; 4. Mose 4/7: daß "das Brot beständig auf dem Tische liegen sollte"; durch das Feuer und durch das Brot wird hier das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn bezeichnet; daß das Feuer dies bedeutet, sehe man Nr. 4906, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 7862, 10055; und auch das Brot: Nr. 2165, 2177, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 9323, 9545. Durch beständig wird hier auch bezeichnet, daß dieses Gute bei jedem Gottesdienst sein sollte; daß aber aus diesem Guten wie aus seinem Feuer das Glaubenswahre hervorleuchten solle, wird dadurch bezeichnet, "daß sie die Lampe beständig brennen lassen sollten": 2. Mose 27/20; daß die Lampe das Wahre und Gute des Glaubens bezeichnet, sehe man Nr. 9548, 9783. 10134. "Das eine Lamm sollst du opfern am Morgen", 2. Mose 29/39, bedeutet die Entfernung des Bösen durch das Gute der Unschuld vom Herrn im Zustand der Liebe und des Lichtes daraus im inneren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Lamm nehmen oder opfern", insofern es die Entfernung des Bösen durch das Gute der Unschuld vom Herrn bezeichnet, worüber folgen wird, und aus der Bedeutung des Morgens, insofern er den Zustand der Liebe und des Lichtes aus dieser im inneren Menschen bezeichnet, worüber gleichfalls folgen wird. Daß durch "ein Lamm nehmen oder opfern" die Entfernung des Bösen durch das Gute der Unschuld vom Herrn bezeichnet wird, kommt daher, weil durch die Brand- und Schlachtopfer die Reinigung vom Bösen und vom Falschen daraus bezeichnet wurde, oder, was das gleiche ist, die Entfernung derselben und die Einpflanzung des Guten und Wahren, und die Verbindung derselben vom Herrn: Nr. 9990, 9991, 10023, 10042, 10053. Daß die Reinigung vom Bösen die Entfernung desselben ist, sehe man in dem, was Nr. 10057 angeführt ist. Daß das Lamm das Gute der Unschuld bedeutet: Nr. 10132. Die Entfernung des Bösen und die Einpflanzung des Guten und Wahren und die Verbindung derselben geschieht aber durch das Gute der Unschuld vom Herrn, weil in jedem Guten Unschuld sein muß, damit es ein Gutes sei, und weil ohne dieses das Gute nicht gut ist; denn die Unschuld ist nicht nur der Boden, in den die Wahrheiten eingesät werden, sondern auch das eigentliche Wesen des Guten. Inwieweit daher der Mensch in der Unschuld ist, insoweit wird das Gute zum Guten und lebt das Wahre vom Guten; folglich wird der Mensch insoweit lebendig, und insoweit das Böse bei ihm entfernt. In dem Maße aber, als dieses entfernt wird, wird das Gute und Wahre vom Herrn eingepflanzt und verbunden, daher kommt es, daß das Brandopfer von Lämmern beständig dargebracht werden sollte. Daß alles Gute des Himmels und der Kirche in sich Unschuld haben muß, und daß ohne sie das Gute nicht gut ist, sehe man Nr. 2736, 2780, 6013, 7840, 7887, 9262; und was Unschuld ist: Nr. 3994, 4001, 4797, 5236, 6107, 6765, 7902, 9262, 9936. Der Morgen bedeutet aber den Zustand der Liebe und des Lichtes daraus im inneren Menschen, weil in den Himmeln bei den Engeln die Zustände in betreff der Liebe und des Glaubens daraus wechseln, wie in der Welt bei dem Menschen die Zeiten in betreff der Wärme und zugleich des Lichtes. Diese Zeiten sind bekanntlich: Morgen, Mittag, Abend und Nacht; weshalb im Worte der Morgen den Zustand der Liebe bedeutet, der Mittag den Zustand des Lichtes im Klaren, der Abend den Zustand des Lichts im Dunklen, und die Nacht oder die Dämmerung den Zustand der Liebe im Dunkeln. Daß solche Zustandswechsel in den Himmeln eintreten, sehe man Nr. 5672, 5962, 6110, 7218, 8426; daß dort der Morgen der Zustand des Friedens und der Unschuld ist, also der Zustand der Liebe zum Herrn: Nr. 2405, 2780, 8426, 8812, 10114; daß der Mittag der Zustand des Lichts im Klaren ist: Nr. 3708, 5672, 9642; daß der Abend der Zustand des Lichts im Dunkeln ist: Nr. 3056, 3833, 6110; und daß keine Nacht im Himmel ist, sondern Dämmerung: Nr. 6110, wodurch der Zustand der Liebe im Dunkeln bezeichnet wird. Daß durch Morgen der Zustand der Liebe und des Lichts daraus im inneren Menschen bezeichnet wird, kommt daher, daß der Engel, wenn er im Zustand der Liebe und des Lichtes ist, alsdann in seinem inneren Menschen ist; wenn er aber im Zustand des Lichts und der Liebe im Dunklen ist, dann ist er im äußeren; denn die Engel haben ein Inneres und ein Äußeres, aber wenn sie im Inneren sind, ruht fast das Äußere, wenn sie aber im Äußeren sind, sind sie in einem gröberen und dunkleren Zustand. Daher kommt es, daß sie, wenn sie in dem Zustand der Liebe und des Lichts sind, in ihrem Inneren sind, somit in ihrem Morgen, und daß sie, wenn sie im Zustande des Lichtes und der Liebe im Dunkeln sind, im Äußeren sind, somit in ihrem Abend. Hieraus erhellt, daß die Zustandswechsel durch Erhebungen gegen das Innere hin stattfinden, somit durch Erhebung in eine höhere Sphäre himmlischen Lichtes und himmlischer Wärme, und folglich näher zum Herrn; und durch Herabsinken gegen das Äußere hin in eine untere Sphäre himmlischen Lichtes und himmlischer Liebe, folglich entfernter vom Herrn. Man muß wissen, daß das Innere das Höhere, also das dem Herrn Nähere bezeichnet, und daß das Äußere das Untere, somit das vom Herrn Entferntere bezeichnet, wie auch, daß das Licht in den Himmeln das göttlich Wahre des Glaubens, und die Wärme in den Himmeln das göttlich Gute der Liebe ist, und beide vom Herrn ausgehen; denn der Herr ist im Himmel die Sonne, von der alles Leben für die Engel und daher auch alles geistige und himmlische Leben für den Menschen kommt; man sehe das Nr. 9548, 9684 Angeführte; und daß das Inwendigere das Höhere, somit das dem Herrn Nähere bezeichnet: Nr. 2148, 3084, 4599, 5146, 8325. Der Mensch, der wiedergeboren wird, und auch der Mensch, der wiedergeboren ist, muß ebenfalls durch solche Zustandsveränderungen in Ansehung der Liebe und in Ansehung des Glaubens hindurchgehen; durch Erhebungen gegen das Innere hin und durch Herabsinken gegen das Äußere hin. Doch gibt es nur wenige, die darüber nachdenken können, weil sie nicht wissen, was es heißt, im inneren Menschen zu denken und zu wollen, und so auch im äußeren; sie wissen nicht einmal, was der innere Mensch und was der äußere ist. Denken und wollen im inneren Menschen heißt, im Himmel (denken und wollen), denn der innere Mensch befindet sich dort; aber denken und wollen im äußeren Menschen heißt, in der Welt (denken und wollen), denn der äußere Mensch befindet sich in ihr; deshalb ist der Mensch, wenn er in der Liebe zu Gott ist und im Glauben daraus, im Inneren, weil im Himmel; wenn er aber im Dunkeln ist in Ansehung der Liebe und des Glaubens daraus, dann ist er im Äußeren, weil in der Welt. Diese Zustände werden auch verstanden unter Morgen, Mittag, Abend und Nacht oder Dämmerung im Worte. Ebenso die Zustände der Kirche: ihr erster Zustand heißt auch im Worte Morgen, der zweite Zustand Mittag, der dritte Abend und der vierte oder letzte Nacht. Wenn aber die Kirche in ihrer Nacht ist, was der Fall ist, wenn sie nicht mehr in der Liebe zum Herrn und im Glauben an Ihn ist, dann beginnt aus der Dämmerung der Morgen bei einem andern Volke, wo eine neue Kirche errichtet wird; denn die Kirche verhält sich im allgemeinen wie der Mensch im besonderen: der erste Zustand desselben ist der Zustand der Unschuld, somit auch der Liebe zu den Eltern, zu seiner Amme (Pflegerin), und auch zu seinen kindlichen Gefährten; sein zweiter Zustand ist der Zustand des Lichtes, denn wenn er vom Kindesalter in das Knabenalter kommt, lernt er das, was dem Lichte angehört, d.h. die Wahrheiten des Glaubens, und glaubt sie auch; der dritte Zustand ist, wenn er anfängt die Welt und sich selbst zu lieben, was geschieht, wenn er ein Jüngling wird und aus sich denkt, und in dem Maß als diese Liebesarten wachsen, der Glaube abnimmt und mit dem Glauben die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Liebe zu Gott; der vierte und letzte Zustand ist, wenn er sich um diese Dinge nicht bekümmert, und noch mehr, wenn er sie leugnet. Solche Zustände hat auch jede Kirche von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende: ihr erster Zustand ist auch der Zustand der Kindheit, somit auch der Unschuld und folglich der Liebe zum Herrn, dieser Zustand derselben heißt Morgen; der andere Zustand ist der Zustand des Lichtes; der dritte Zustand ist der Zustand des Lichtes im Dunkeln, der ihr Abend ist; und der vierte Zustand ist der Zustand ohne Liebe und daher auch ohne Licht, der ihre Nacht ist. Daß es sich so verhält kommt daher, daß das Böse von Tag zu Tag zunimmt, und in dem Maße, als es zunimmt, einer den anderen gleichsam ansteckt, besonders die Eltern ihre Kinder, abgesehen davon, daß auch das Erbböse sich allmählich verstärkt und dadurch (auf andere) übergeleitet wird. Daß der Morgen den ersten Zustand der Kirche bedeutet, und auch den Zustand der Liebe, erhellt: Dan.8/13,14: "Es sprach ein Heiliger: Bis auf welche Zeit gehet dies Gesicht vom beständigen Opfer und vom Frevel des Verwüsters? Er sprach zu mir: Bis zum Abend und Morgen, zweitausend und dreihundert; alsdann wird das Heilige gerechtfertigt werden": es wird hier von der Ankunft des Herrn gehandelt. Der Abend bedeutet den Zustand der Kirche vor Seiner Ankunft, der Morgen aber den ersten Zustand der Kirche nach der Ankunft, und im höchsten Sinne den Herrn selbst. Daß der Herr im höchsten Sinn der Morgen ist, kommt daher, weil Er die Sonne des Himmels ist, und die Sonne des Himmels niemals untergeht, sondern immer im Osten steht; deshalb wird auch der Herr der Osten genannt, und folglich auch der Morgen, man sehe Nr. 2405, 2780, 9668. Jes.21/11,12: "Man ruft mir zu aus Seir: Wie viel von der Nacht, o Wächter, wie viel von der Nacht (ist vergangen)? Der Wächter sprach: Es kommt der Morgen und auch die Nacht": unter dem Wächter wird im inneren Sinn derjenige verstanden, der den Zustand der Kirche und ihre Veränderungen beobachtet, somit jeder Prophet. Unter der Nacht wird der letzte Zustand der Kirche verstanden und unter Morgen ihr erster Zustand. Durch Seir, aus dem der Wächter ruft, wird die Erleuchtung der Völker bezeichnet, die in Finsternis sind; daß Seir dies bedeutet, sehe man Nr. 4240; und daß die Nacht der letzte Zustand der Kirche ist: Nr. 6000. Es kommt der Morgen und auch die Nacht, bedeutet, daß, obgleich Erleuchtung bei denen ist, die der neuen Kirche angehören, dennoch Nacht ist bei denen, die in der alten bleiben. Das gleiche wird durch Morgen bezeichnet bei Ps.30/6: "Am Abend kehrt das Weinen ein, am Morgen der Jubel". Jes.17/14: "Um die Abendzeit, siehe, da ist Schrecken; ehe der Morgen kommt, ist keiner mehr". Weil der Morgen im höchsten Sinn den Herrn bedeutet, und daher die Liebe von Ihm zu Ihm, darum fiel das Manna, welches das himmlische Brot war, "an jedem Morgen herab": 2. Mose 16/8,12,13,21; daß der Herr das Brot ist, das vom Himmel herabkommt, somit das Manna, sehe man Joh.6/33,35,38,50; und daß das Brot die himmlische Liebe bedeutet, oder die Liebe vom Herrn zum Herrn: Nr. 2165, 2177, 3464, 4217, 4735, 5405, 5915, 9545. Weil ferner der Herr der Osten und der Morgen ist, und weil das Ganze der himmlischen Liebe von Ihm ist, darum stand Er auch auf "am Morgen des Sabbathtages": Mark.16/9; und darum wurde auch der Tag vor dem Passahfest Abend genannt, denn durch das Passahfest wurde die Gegenwart des Herrn bezeichnet und die Befreiung der Gläubigen von der Verdammnis durch Ihn: Nr. 7867, 9286, 9287-9292. Wer den inneren Sinn des Wortes kennt, der kann auch wissen, was darin liegt, daß Petrus "dreimal den Herrn verleugnete, bevor der Hahn zweimal krähte": Matth.26/34,74,75; Mark.14/30,68,72; Luk.22/34,60,61; Joh.18/27; denn durch Petrus wurde der Glaube der Kirche vorgebildet, oder, was das gleiche ist, die Kirche in Ansehung des Glaubens. Durch die Zeit des Hahnenschreis wurde der letzte Zustand der Kirche bezeichnet, und diese Zeit heißt auch der Hahnenschrei; durch die dreimalige Verleugnung wurde die vollständige Leugnung des Herrn am Ende der Kirche bezeichnet. Daß Petrus den Glauben der Kirche vorbildete, somit die Kirche in Ansehung des Glaubens, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und 22, ferner Nr. 3750, 4738; und daß diese an Petrus gerichteten Worte die Verleugnung des Herrn in der Kirche, wenn sie an ihrem Ende steht, bezeichneten: Nr. 6000, 6073 E, 10087; denn der Herr wird verleugnet, wenn kein Glaube mehr da ist, und es ist kein Glaube mehr vorhanden, wenn keine Liebtätigkeit vorhanden ist. Daß drei das Volle bedeutet, sehe man Nr. 2788, 4495, 7715, 8347, 9198, 9488, 9489. Deshalb wurde gesagt, er werde dreimal verleugnen. Daß dies zur Zeit der Dämmerung geschah, als der Morgen anbrechen wollte, erhellt bei Joh.18/28; und daß der Hahnenschrei und die Morgendämmerung das gleiche bedeuten, zeigt sich klar bei Mark.13/35: "Wachet, denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommen wird, ob am Abend, oder inmitten der Nacht, oder beim Hahnenschrei, oder am Morgen". Hieraus kann man nun erkennen, was durch Morgen bezeichnet wird. 10135. "Und das andere Lamm sollst du opfern gegen Abend", 2. Mose 29/39, bedeutet das gleiche im Zustand des Lichtes und der Liebe im äußeren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Lamm nehmen" oder "opfern", insofern es die Entfernung vom Bösen durch das Gute der Unschuld vom Herrn bezeichnet, wie Nr. 10134; und aus der Bedeutung von "gegen Abend", insofern es ausdrückt, in dem Zustand des Lichtes und der Liebe im äußeren Menschen; denn durch Abend wird im Worte der Zustand des Inneren bezeichnet, wenn die Glaubenswahrheiten im Dunkeln und das Gute der Liebe in einiger Kälte ist; denn die Zustände der Liebe und des Glaubens wechseln bei den Engeln, wie in der Welt die Tageszeiten wechseln, nämlich Morgen, Mittag, Abend, Nacht (oder Dämmerung), und wiederum Morgen. Wenn die Engel in dem Zustand der Liebe sind, dann ist bei ihnen Morgen, und dann erscheint ihnen der Herr als Sonne im Osten; wenn sie im Zustand des Lichtes sind, dann ist bei ihnen Mittag; wenn sie aber in dem Zustand des Lichtes im Dunkeln sind, dann ist bei ihnen Abend; und wenn sie nachher in dem Zustand der Liebe im Dunkeln oder in einiger Kälte sind, dann ist bei ihnen Nacht (oder vielmehr Dämmerung) vor dem Morgen. Solche Zustände folgen bei den Engeln fortwährend aufeinander, und durch diese werden sie vervollkommnet; doch entstehen diese Wechsel daselbst nicht aus der Sonne bei ihnen, aus ihrem Auf- und Untergang, sondern aus dem inneren Zustand der Engel selbst; denn sie wünschen ebenso wie die Menschen, bald in ihrem Inneren, bald in ihrem Äußeren zu sein. Wenn sie in ihrem Inneren sind, dann sind sie im Zustand der Liebe und des Lichts daraus in der Klarheit, und wenn im Äußeren, dann sind sie im Zustand der Liebe und des Lichtes daraus im Dunkeln; denn so ist das Äußere beschaffen im Verhältnis zu dem Inneren. Darinnen liegt der Ursprung der Zustandswechsel der Engel. Daß bei ihnen solche Zustände und solche Wechsel eintreten, kommt daher, weil die Sonne des Himmels, die dort der Herr ist, die göttliche Liebe selber ist, deshalb ist die aus ihr hervorgehende Wärme das Gute der Liebe, und das Licht daraus das Wahre des Glaubens; denn alles, was von dieser Sonne ausgeht, ist lebendig, und nicht so wie das, was von der Sonne der Welt ausgeht und tot ist. Hieraus kann man ersehen, was die himmlische Wärme und was das himmlische Licht ist, und woher es kommt, daß durch Wärme, Flamme und Feuer im Worte das Gute der Liebe, durch das Licht und den Glanz desselben das Glaubenswahre und durch die Sonne der Herr selbst in Ansehung der göttlichen Liebe bezeichnet wird. Daß der Herr in den Himmeln die Sonne ist, sehe man Nr. 3636, 3643, 4321 E, 5097, 7078, 7083, 7171, 7173, 8812; daß die Wärme aus ihr das Gute der Liebe ist: Nr. 3338, 3339, 3636, 3693, 4018, 5215, 6032, 6314; und daß das Licht aus dieser Sonne das göttlich Wahre ist, aus dem der Glaube, die Einsicht und Weisheit stammt, sehe man, was Nr. 9548, 9684 angeführt wurde. Hieraus kann nun deutlich erkannt werden, was durch Morgen und was durch Abend bezeichnet wird. Man merke jedoch, daß hier der Morgen auch den Mittag in sich schließt, und der Abend auch die Dämmerung; denn wenn im Worte Morgen und Abend gesagt wird, dann wird der ganze Tag verstanden, somit unter dem Morgen auch der Mittag, und unter dem Abend auch die Nacht oder Dämmerung; und daher kommt es, daß durch Morgen hier der Zustand der Liebe und auch des Lichtes in der Klarheit bezeichnet wird, und durch Abend der Zustand des Lichtes und auch der Liebe im Dunkeln (oder im äußeren Menschen). Daß durch "gegen Abend", (wörtlich zwischen den Abenden), nicht die Zeit zwischen dem Abend des einen Tages und dem Abend des anderen Tages zu verstehen ist, sondern die Zeit zwischen Abend und Morgen, also mit Einschluß der Nacht oder Dämmerung, geht deutlich daraus hervor, daß das beständige Brandopfer von einem Lamme nicht nur am Abend, sondern auch am Morgen dargebracht wurde. Daraus ergibt sich auch, daß auch an anderen Stellen durch "zwischen den Abenden" das gleiche bezeichnet wird, z.B. daß sie das Passah gegen Abend halten sollten: 2. Mose 12/6; 4. Mose 9/5,11; was auch anderwärts mit folgenden Worten erklärt wird: 5. Mose 16/6,7: "Du sollst das Passah gegen Abend opfern, wenn die Sonne untergegangen ist, zu der Zeit des Auszuges aus Ägypten; dann sollst du es braten und essen an dem Orte, den Jehovah, dein Gott wählen wird, und am Morgen sollst du dich wenden und in deine Zelte gehen". Daß der Abend im allgemeinen den Zustand des Lichtes im Dunkeln bedeutet, erhellt bei Jerem.6/4,5: "Auf, und lasset uns hinaufsteigen am Mittag! Wehe uns, denn der Tag geht zu Ende, und die Schatten des Abends strecken sich. Auf, und lasset uns hinaufsteigen in der Nacht, und die Paläste (Jerusalems) zertrümmern!": hier bedeuten Abend und Nacht die letzte Zeit der Kirche, wenn alles, was Sache des Glaubens und der Liebe ist, zerstört sein wird. Sach.14/7-9: "Es wird ein Tag sein, der Jehovah bekannt ist, da wird um die Abendzeit Licht sein. An jenem Tage werden lebendige Wasser von Jerusalem ausgehen, und Jehovah wird König sein über die ganze Erde": hier ist die Rede von der Ankunft des Herrn; das Ende der Kirche ist die Abendzeit; das Licht ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren. Dan.8/13,14: "Ein Heiliger sprach zu mir: Bis zum Abend und Morgen, zweitausenddreihundert". 10136. "Und ein Zehnteil Semmelmehl, gemischt mit gestoßenem Öl, dem vierten Teil eines Hin", 2. Mose 29/40, bedeutet das geistig Gute aus dem Himmlischen, so viel zur Verbindung nötig ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des zehnten Teiles eines Epha; insofern es ein genügendes Maß bezeichnet, und so viel als nötig ist zum Gebrauch, worüber Nr. 8468, 8540, 9757; aus der Bedeutung des Semmelmehls, insofern es das Wahre aus dem Guten bezeichnet, worüber Nr. 9995, hier das Wahre aus dem himmlisch Guten, welches Wahre das geistig Gute heißt; aus der Bedeutung des Öls, insofern es das himmlisch Gute bezeichnet, worüber Nr. 886, 3728, 4582, 4638, 9474, 9780; aus der Bedeutung des vierten Teiles eines Hin, insofern es ausdrückt, so viel als zur Verbindung nötig ist, denn vier bedeutet Verbindung: Nr. 9601, 9674; deshalb bedeutet das Viertel oder der vierte Teil das hinlängliche Maß zu jener. Das Epha und Hin waren Maße, und die Maße bezeichnen die Menge der Sache, von der die Rede ist. Durch das Epha, welches das Maß für Semmelmehl, Weizen und Gerste war, wird die Menge des Guten, und durch das Hin, welches das Maß für Wein und Öl war, die Menge des Wahren bezeichnet. Daß der zehnte Teil des Epha hier gemeint ist, erhellt aus 3. Mose 6/13 und anderwärts. Daraus wird klar, daß durch ein Zehnteil Semmelmehl, gemischt mit gestoßenem Öle, dem vierten Teil eines Hin, das geistig Gute aus dem Himmlischen bezeichnet wird, und zwar so viel als zur Verbindung nötig ist. Was das Geistige und was das Himmlische ist, sehe man in den Nr. 9277 angeführten Stellen. 10137. "Und Trankopfer, dem vierten Teil eines Hin Wein", 2. Mose 29/40, bedeutet das geistig Wahre, so viel zur Verbindung nötig ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weines, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1071, 1798, 6377; hier das geistig Wahre, das dem geistig Guten aus dem Himmlischen entspricht, und durch Semmelmehl, mit Öl gemischt, (bezeichnet wird), worüber Nr. 10136; denn im Worte wird, wo vom Guten gehandelt wird, auch vom Wahren gehandelt, und zwar von dem Wahren derselben Art, aus dem das Gute ist, aus dem Grunde, weil alles und jedes im Himmel und auch in der Welt sich auf das Gute und Wahre beziehen muß, und auf beides, wenn es etwas Wirkliches sein soll; denn das Gute ohne das Wahre ist nicht gut, und das Wahre ohne das Gute ist nicht wahr; man sehe die Nr. 9263, 9314 angeführten Stellen. Daher kommt es, daß, wenn ein Speisopfer, das aus Brot bestand, geopfert wurde, auch ein Trankopfer, das aus Wein bestand, geopfert werden mußte; ebenso im heiligen Abendmahl. Daher kommt es, daß unter dem Trankopfer von Wein hier das Wahre verstanden wird, das dem Guten entspricht, das durch Speisopfer (wovon gleich oben) bezeichnet wird. Ferner aus der Bedeutung von "vierten Teil eines Hin", insofern es das genügende Maß zur Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 10136. Jeder kann sehen, daß durch das Speisopfer, das Brot war, und durch das Trankopfer, das Wein war, nicht bloß Brot und Wein verstanden wird, sondern etwas, was Sache der Kirche und des Himmels ist, also Geistiges und Himmlisches, das sich auf den Himmel und die Kirche bezieht. Wozu würde es sonst nützen, auf das Feuer des Altares Brot und Wein zu tun? Würde dies wohl Jehovah angenehm, oder ein Geruch der Ruhe gewesen sein? Oder hätte dies etwa einen Menschen entsündigen können? Wer mit heiligem Sinn über das Wort denkt, der kann nicht meinen, daß etwas so Irdisches Jehovah wohlgefallen würde, wenn nicht höheres und innerlicheres Göttliches darinnen läge. Wer da glaubt, daß das Wort göttlich und allenthalben geistig sei, der muß auch durchaus glauben, daß in allem einzelnen desselben ein göttliches Geheimnis verborgen liegt. Allein der Grund, warum es bisher nicht bekannt war, worin dies Geheimnis liege, ist der, daß man nicht wußte, daß ein innerer Sinn, der geistig und göttlich ist, im einzelnen desselben ist, und daß bei einem jeden Menschen Engel sind, die seine Gedanken wahrnehmen, und das Wort, wenn es von ihm gelesen wird, geistig auffassen, und daß alsdann durch sie vom Herrn Heiliges einfließt, und so durch sie eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen stattfindet, somit eine Verbindung des Herrn durch die Himmel mit ihm. Aus diesem Grunde wurde dem Menschen ein solches Wort gegeben, durch das auf diese Weise für sein Heil vom Herrn gesorgt werden kann, und nicht anders. Daß das Speisopfer, das aus Brot bestand, das Gute der Liebe bedeutet, und daß das Trankopfer, das aus Wein bestand, das Gute des Glaubens bedeutet, und daß beide so von den Engeln innerlich wahrgenommen werden, kann man aus allem erkennen, was von dem Speisopfer und Trankopfer im Worte gesagt worden ist, z.B.: Joel 1/9-15: "Speisopfer und Trankopfer ist weggenommen aus dem Hause Jehovahs; es trauern die Priester, die Diener Jehovahs; verwüstet ist das Feld, es trauert das Land; denn verwüstet ist der Weizen, vertrocknet der Most, es verschmachtet das Öl, der Weinstock ist vertrocknet und der Feigenbaum verwelkt. Heulet, ihr Priester Jehovahs, denn entzogen ist dem Hause unseres Gottes Speisopfer und Trankopfer; denn nahe ist der Tag Jehovahs, und wie eine Verwüstung vom Schaddai (vom Allmächtigen) kommt er": es wird hier von der letzten Zeit der Kirche gehandelt, wenn das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens nicht mehr vorhanden ist, was dadurch bezeichnet wird, daß der Tag Jehovahs nahe ist, und wie Verwüstung von Schaddai kommt. Daraus geht deutlich hervor, daß durch das Speisopfer und Trankopfer, das weggenommen ist aus dem Hause Jehovahs, durch das Feld, das verwüstet ist, durch das Land, das trauert, durch den Weizen, der auch verwüstet, durch den Most, der vertrocknet, durch das Öl, das verschmachtet, und durch den Weinstock und Feigenbaum solche Dinge bezeichnet werden, die Sache der Kirche und des Himmels sind. Was sie aber bedeuten, lehrt der innere Sinn. Aus diesem erhellt, daß durch das Feld die Kirche in Ansehung der Aufnahme des Wahren bezeichnet wird; man sehe Nr. 3766, 4982, 7502, 7571, 9295; durch das Land die Kirche in Ansehung des Guten, man sehe, was Nr. 9325 angeführt ist; durch den Weizen alles Gute der Kirche: Nr. 5295, 5410, 5959; durch den Most alles Wahre der Kirche: Nr. 3580; durch das Öl das Gute der Liebe: Nr. 4582, 4638, 9780; durch den Weinstock das innere Gute der geistigen Kirche: Nr. 5113, 6376, 9277; durch den Feigenbaum das äußere Gute: Nr. 217, 4231, 5113; und hieraus wird klar, daß das Speisopfer und das Trankopfer den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe und aus dem Guten des Glaubens bedeuten. Mal.1/10,11: "Das Speisopfer will Ich nicht annehmen aus euren Händen; denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang ist groß der Name Jehovahs unter den Völkern (Heiden); und an allen Orten wird Meinem Namen Rauchwerk gebracht und reines Speisopfer": daß auch hier unter Speisopfer nicht das Speisopfer verstanden wird, und unter Rauchwerk nicht das Rauchwerk, ist klar; denn es wird von der Kirche bei den Völkern (Heiden) gehandelt, bei denen doch kein Speisopfer war; es wird nämlich gesagt: "vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang ist groß der Name Jehovahs unter den Völkern, und an jedem Orte wird reines Speisopfer und Rauchwerk dargebracht". Daß das Rauchwerk die Anbetung aus dem Guten des Glaubens bezeichnet, sehe man Nr. 9475. Ps.141/2: "Mein Gebet möge angenommen werden als ein Rauchwerk vor Dir; die Erhebung meiner Hände als ein Speisopfer des Abends": das Speisopfer des Abends bedeutet das Gute der Liebe im äußeren Menschen. Jes.57/5,6,9: "Ihr seid entbrannt für die Götzen unter jedem grünen Baum; ihnen hast du auch Trankopfer gespendet, du hast deine Gaben hinaufgebracht, du bringst Gaben dem König in Öl, und machst deiner Spezereien viel, und demütigst dich bis zur Hölle": hier wird von dem Gottesdienst aus dem Bösen und Falschen gehandelt, der von der Hölle stammt. Die Götzen sind im inneren Sinn das Falsche, denn diejenigen, die andere Götter verehrten, nannten dieselben zwar bei ihrem Namen, aber dennoch war es Falsches aus dem Bösen, was sie verehrten. Daß fremde Götter im Worte das Falsche bedeuten, sehe man Nr. 4402 E, 8941. Der grüne Baum bedeutet alles Innewerden, Erkennen und Begründen des Falschen: Nr. 2722, 2972, 4552, 7692; das Grüne bedeutet die Empfindung: Nr. 7691. Entbrennen bezeichnet den Eifer bei dem Gottesdienst, denn das Feuer, aus dem die Entbrennung hervorgeht, bedeutet die Liebe in beiderlei Sinn: Nr. 5215, 6832, 7575; Trankopfer ausgießen (spenden) bedeutet den Gottesdienst aus dem Falschen des Bösen; dem König Gaben darbringen mit Öl, bedeutet den Satan verehren aus dem Bösen; die Gabe mit Öl ist das Speisopfer; die Spezereien viel machen, bedeutet das Rauchwerk vermehren, durch das die Anbetungen bezeichnet werden: Nr. 9475. Deshalb wird auch gesagt, daß es, (nämlich das Volk Israel), sich demütige oder erniedrige bis zur Hölle. Hieraus kann man erkennen, daß das Speisopfer, das aus Brot bestand, und das Trankopfer, das aus Wein bestand, solche Dinge bezeichnen, die sich auf die Kirche und auf den Himmel beziehen, nämlich die himmlische Speise und den himmlischen Trank, ebendasselbe wie das Brot und der Wein im heiligen Abendmahle, und zwar wegen des oben genannten Grundes, damit der Himmel sich mit dem Menschen durch das Wort verbinde, und infolgedessen der Herr durch den Himmel vermittelst des Wortes. Wenn aber das Göttliche des Wortes in solchen Dingen besteht, dann nährt es nicht nur die menschlichen Gemüter, sondern auch die Gemüter der Engel, und macht, daß der Himmel und die Welt ein (Ganzes) bilden. Hieraus kann man auch ersehen, daß alles und jedes, was vom Speisopfer und Trankopfer, oder vom Brot und Wein, im Worte gesagt und befohlen wurde, im Inneren göttliche Geheimnisse enthält, z.B. daß das Speisopfer von Semmelmehl sein sollte, auf dem Öl und Weihrauch war, und daß es durchaus gesalzen werden und von Ungesäuertem, d.h. ohne Sauerteig sein sollte. Ferner, daß es auf andere Weise zusammengesetzt wurde, wenn ein Lamm geopfert wurde, auf andere Weise, wenn ein Widder, und wieder anders, wenn ein junger Stier (geopfert wurde). Anders auch bei den Schuld- und Sündopfern, als bei den anderen Opfern; ebenso war das Maß des Weines verschieden bei dem Trankopfer. Wenn alle diese Dinge nicht himmlische Geheimnisse enthielten, würden keineswegs für die verschiedenen Gottesdienste solche Anordnungen gemacht worden sein. Damit dieses Mannigfaltige sich dem Blicke im Ganzen darstelle, soll es hier in seiner Ordnung dargelegt werden: Bei den Schlacht- und Brandopfern, die zugleich Dankopfer waren, bestand für ein jedes Lamm ein Speisopfer von Semmelmehl aus dem Zehnteil eines Epha, gemischt mit dem vierten Teil eines Hin Öls, und der Wein zum Trankopfer betrug den vierten Teil eines Hin. Für den Widder war ein Speisopfer aus zwei Zehnteilen Semmelmehl und dem dritten Teil eines Hin Öles, der Wein zum Trankopfer betrug den dritten Teil eines Hin. Für einen jeden jungen Stier bestand des Speisopfer aus drei Zehnteilen von Semmelmehl, gemischt mit Öl, die Hälfte eines Hin, und der Wein zum Trankopfer betrug die Hälfte eines Hin: 4. Mose 15/4-12; 28/10-12,20,21,28,29; 29/3,4,9,10,14,15,18,21,24,27,30,33,37. Daß für das Lamm das Maß des Semmelmehles, des Öles und Weines ein anderes war, als für den Widder und den jungen Stier, war deshalb, weil das Lamm das innerste Gute der Unschuld bedeutete, der Widder das mittlere Gute der Unschuld und der junge Stier das letzte oder äußere Gute der Unschuld; denn es sind drei Himmel: der innerste, der mittlere und der letzte (äußerste); darum gibt es auch drei Grade des Guten der Unschuld. Die Zunahme vom ersten bis zum letzten wird durch das zunehmende Maß des Semmelmehles, des Öles und des Weines bezeichnet. Man wisse aber, daß das Gute der Unschuld die eigentliche Seele des Himmels ist, weil dieses Gute allein die Liebe, die Liebtätigkeit und den Glauben aufnimmt, die den Himmel bilden. Daß das Lamm das innerste Gute der Unschuld bezeichnet, sehe man Nr. 3994, 10132, daß der Widder das mittlere oder innere Gute der Unschuld bezeichnet: Nr. 10042; und daß der junge Stier das letzte oder äußerste Gute der Unschuld bezeichnet: Nr. 9391, 9990. Bei den Lobopfern aber bestand das Speisopfer aus ungesäuertem Kuchen mit Öl vermischt, aus ungesäuerten Fladen mit Öl gesalbt, aus Kuchen von geröstetem Semmelmehl, gemischt mit Öl, außer den Kuchen von gesäuertem Brot: 3. Mose 7/11,12. Und bei den Schuld- und Sündopfer war das Speisopfer von Semmelmehl, dem Zehnteil eines Epha, aber ohne Öl und Weihrauch auf demselben: 3. Mose 5/11. Daß nicht Öl und Weihrauch auf das Speisopfer des Sünd- und Schuldopfers getan werden sollte, war deswegen, weil durch Öl das Gute der Liebe bezeichnet wird, und durch Weihrauch das Wahre dieses Guten, und durch das Sünd- und Schuldopfer die Reinigung und Sühnung von dem Bösen und vom Falschen daraus bezeichnet wird, das daher nicht mit dem Guten und dem Wahren daraus vermischt werden durfte. Außerdem sehe man über das Speisopfer Aharons und seiner Söhne an dem Tage, da sie gesalbt werden sollten: 3. Mose 6/13-15; über das Speisopfer der Erstlinge der Ernte: 3. Mose 2/14,15; 23/10,12,13,17; über das Speisopfer des Nasir: 4. Mose Kapitel 6; über das Speisopfer der Eifersucht: 4. Mose 5/12-31; über das Speisopfer dessen, der vom Aussatz gereinigt war: 3. Mose Kapitel 14; über das Speisopfer, das im Ofen gebacken war, über das Speisopfer, das in der Pfanne (bereitet war), und über das Speisopfer, das in einem Topfe bereitet war: 3. Mose 2/3-7. Daß kein Sauerteig im Speisopfer sein sollte, und auch kein Honig, und daß das Speisopfer durchaus gesalzen werden mußte, sehe man 3. Mose 2/10,11,13. Daß kein Sauerteig und kein Honig zum Speisopfer genommen werden durfte, war deswegen, weil der Sauerteig im geistigen Sinn das Falsche aus dem Bösen bezeichnet, und der Honig den äußeren Lustreiz, der auf solche Weise vermischt wäre mit dem Lustreiz der Liebe zur Welt, und dadurch würde auch das himmlisch Gute und Wahre in Gärung kommen und dadurch zerstört werden. Daß es durchaus gesalzen werden sollte, war deswegen, weil das Salz das Wahre bezeichnete, das nach dem Guten verlangt, und somit das, was beides miteinander verbindet. Daß der Sauerteig das Falsche aus dem Bösen bedeutet, sehe man Nr. 2342, 7906, 8051, 9992; daß der Honig den äußeren Lustreiz bezeichnet, somit den Lustreiz der Liebe in beiderlei Sinn: Nr. 5620; und daß das Salz das Wahre bezeichnet, das nach dem Guten verlangt: Nr. 9207. HG 10138 10138. "Für das erste Lamm", 2. Mose 29/40, bedeutet, dieses (sei) im inneren Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des ersten Lammes, oder daraus, daß das Brandopfer am Morgen stattfand, insofern es das Gute der Unschuld im inneren Menschen bezeichnet, worüber Nr. 10134. 10139. "Und das zweite Lamm sollst du opfern gegen Abend", 2. Mose 29/41, bedeutet die Entfernung des Bösen durch das Gute der Unschuld vom Herrn im Zustand der Liebe und des Lichtes daraus im äußeren Menschen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10135 erklärt worden ist, wo das gleiche. 10140. "So wie das Speisopfer am Morgen, und wie das Trankopfer desselben sollst du es machen", 2. Mose 29/41, bedeutet das geistig Gute aus dem Himmlischen, und dessen Wahres, soviel zur Verbindung (nötig ist). Dies erhellt aus der Bedeutung des Speisopfers am Morgen oder des Speisopfers für das zweite Lamm, insofern es das geistig Gute aus dem Himmlischen und dessen Wahres, soviel als zur Verbindung (nötig ist), bezeichnet, worüber Nr. 10136, 10137. 10141. "Zum Geruch der Ruhe", 2. Mose 29/41, bedeutet das Innewerden des Friedens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geruchs der Ruhe, insofern er die innerliche Wahrnehmung (oder das Innewerden) des Friedens bezeichnet, worüber Nr. 10054. 10142. "Als eine Feuerung für Jehovah", 2. Mose 29/41, bedeutet aus der göttlichen Liebe des Herrn. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10055 gesagt und gezeigt worden ist. 10143. "Und das sei ein Brandopfer beständig", 2. Mose 29/42, bedeutet den ganzen göttlichen Dienst (oder Gottesdienst) im allgemeinen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brandopfers, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung von beständig, insofern es ausdrückt "alles und in allem", worüber Nr. 10133; daher wird durch das beständige Brandopfer der ganze Gottesdienst im allgemeinen bezeichnet, und wenn das Lamm darunter verstanden wird, aus dem das Brandopfer besteht, und durch welches das Gute der Unschuld bezeichnet wird, dann bedeutet es auch "bei jedem Gottesdienst", denn jeder Gottesdienst, der wirklich ein Gottesdienst ist, muß aus den Glaubenswahrheiten und aus dem Guten der Liebe hervorgehen, und in jedem Guten der Liebe, und daher auch in jedem Wahren des Glaubens muß das Gute Unschuld sein: Nr. 10133. Daher kommt es, daß durch "ein Brandopfer beständig" zugleich ausgedrückt wird "in jedem Gottesdienst". Das Brandopfer bezeichnet aber den Gottesdienst, weil die Brand- und Schlachtopfer die Hauptstücke des vorbildlichen Gottesdienstes bei dem israelitischen und jüdischen Volke waren, und sich alles auf sein Hauptsächliches (principale) bezieht, und von diesem benannt wird. Daß das Hauptsächliche des Gottesdienstes bei diesem Volk in Schlacht- und Brandopfern bestand, und daß diese daher im allgemeinen das Ganze des Gottesdienstes bezeichneten, sehe man Nr. 922, 1343, 2180, 6905, 8680, 8936, 10042. Was aber der Gottesdienst ist, der durch die Schlacht- und Brandopfer bezeichnet wurde, soll mit wenigem gesagt werden: Durch die Schlacht- und Brandopfer wurde im besonderen die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichnet, und dann die Einpflanzung des Guten und Wahren, und die Verbindung beider, somit die Wiedergeburt; man sehe Nr. 10022, 10053, 10057. Der Mensch, bei dem sich diese (Hauptbedingungen) finden, ist im echten Gottesdienst, denn die Reinigung vom Bösen und Falschen besteht darin, daß man davon absteht, es flieht und verabscheut; und die Einpflanzung des Guten und Wahren besteht darin, daß man das Gute und das Wahre denkt und will, und es dann auch redet und tut. Die Verbindung beider aber besteht darin, daß man ihnen gemäß lebt, denn wenn das Gute und Wahre bei dem Menschen verbunden ist, dann hat er einen neuen Willen und einen neuen Verstand, demnach ein neues Leben. Wenn der Mensch so beschaffen ist, dann ist ein Gottesdienst in jedem Werk, das er tut, denn dann sieht der Mensch bei allen Dingen auf das Göttliche, dieses verehrt er, und dieses liebt er, und diesem dient er also auch. Daß dies der echte Gottesdienst ist, wissen diejenigen nicht, die den ganzen Gottesdienst in die Anbetung und in Gebete setzen, also in solche Dinge, die Sache der Rede und des Gedankens sind, und nicht in solche Dinge, die Sache der Werke aus dem Guten der Liebe und aus dem Guten des Glaubens sind; während doch der Herr bei dem Menschen, der in der Anbetung und im Gebete ist, auf nichts anderes sieht, als auf sein Herz, d.h. auf sein Inneres, wie es in bezug auf die Liebe und den Glauben daraus beschaffen ist. Wenn daher dieses nicht inwendig in der Anbetung und in den Gebeten liegt, dann ist keine Seele und kein Leben in ihnen, sondern sie sind etwas Äußerliches, wie es sich bei den Schmeichlern und den Heuchlern findet, und daß solche den Weisen in der Welt nicht gefallen, ist bekannt. Mit einem Wort, nach den Geboten des Herrn handeln, ist der wahre Gottesdienst, ja sogar die wahre Liebe und der wahre Glaube. Dies kann auch wirklich jeder erkennen, der darüber nachdenkt, denn wer jemanden liebt und ihm glaubt, für den gibt es keinen größeren Wunsch, als das zu wollen und zu tun, was der andere will und denkt, denn dann ist sein einziges Verlangen, den Willen und die Gedanken desselben, und somit das ihm Wohlgefällige zu erkennen. Anders aber ist es bei dem, der nicht liebt und nicht glaubt. Ebenso verhält es sich mit der Liebe zu Gott, was auch der Herr lehrt: Joh.14/21,24: "Wer Meine Gebote hat und sie tut, der ist es, der Mich liebt; wer aber Mich nicht liebt, der hält auch Meine Worte nicht". Joh.15/10,12: "Wenn ihr Meine Gebote haltet, dann werdet ihr bleiben in Meiner Liebe; Mein Gebot ist, daß ihr euch untereinander liebet". Daß der äußere Gottesdienst ohne diesen inneren kein Gottesdienst sei, wird auch durch das ausgedrückt, was von den Brand- und Schlachtopfer gesagt wird: Jerem.7/21-23: "Ich habe nicht zu euren Vätern geredet wegen der Brandopfer und Schlachtopfer, sondern das habe Ich ihnen geboten und gesagt: Gehorchet Meiner Stimme, so will Ich euer Gott sein". Hos.6/6: "Ich liebe Frömmigkeit, und nicht Opfer, und die Erkenntnis Gottes (achte Ich) mehr als Brandopfer". Micha 6/6-8: "Soll ich vor Jehovah erscheinen mit Brandopfern? Wird Jehovah Gefallen haben an tausenden von Widdern? Er hat dir kundgetan, was gut ist; und was fordert Jehovah von dir, als Recht zu tun und Barmherzigkeit zu lieben und demütig zu wandeln vor deinem Gotte?". 1.Sam.15/22: "Hat Jehovah Wohlgefallen an Brandopfern und an Schlachtopfern? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer; und Folgsamkeit besser als das Fett der Widder". Daß der eigentlichste Gottesdienst des Herrn in einem Leben der Liebtätigkeit besteht, sehe man Nr. 8252-8257. 10144. "Bei euren Geschlechtern", 2. Mose 29/42, bedeutet das Beständige der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, wenn von den Söhnen Israels (die Rede ist), insofern sie das Aufeinanderfolgende in der Kirche bezeichnen; denn durch die Söhne Israels wird die Kirche bezeichnet, und durch die Geschlechter ihr Aufeinanderfolgendes. Durch die Geschlechter werden aber auch die geistigen Geschlechter bezeichnet, also das, was aus dem Glauben und der Liebe hervorgeht, und durch "bei euern Geschlechtern" wird auch das Beständige und das Aufeinanderfolgende bezeichnet. Daß durch die Söhne Israels die Kirche bezeichnet wird, sehe man in dem, was Nr. 9340 angeführt ist, daß durch die Geschlechter das bezeichnet wird, was aus dem Glauben und der Liebe hervorgeht: Nr. 2020, 2584, 6239; daß das Beständige und Ewige (dadurch bezeichnet wird): Nr. 9789; somit auch das Aufeinanderfolgende: Nr. 9845. 10145. "Vor der Türe des Versammlungszeltes", 2. Mose 29/42, bedeutet die Verbindung des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Türe des Versammlungszeltes, insofern sie die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 10001, 10025. 10146. "Vor Jehovah", 2. Mose 29/42, bedeutet vom Herrn. Dies erhellt daraus, daß Jehovah im Worte der Herr ist; man sehe das Nr. 9373 Angeführte. "Vor Jehovah" bedeutet "vom Herrn", weil "vor" eine Gegenwart bedeutet, und die Gegenwart des Herrn in dem Maße besteht, als das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens von Ihm aufgenommen wird. Daher kommt es, daß vor dem Herrn soviel ist als von dem Herrn. Der Herr ist zwar bei einem jeden Menschen gegenwärtig, aber in anderer Weise bei den Guten als bei den Bösen. Bei den Guten ist Er gegenwärtig in allem was sie aus den Wahrheiten des Glaubens denken, und was sie aus dem Guten der Liebe wollen; und zwar so gegenwärtig, daß Er selbst der Glaube und selbst die Liebe bei ihnen ist; darum ist Er gleichsam bei ihnen wohnend, nach den Worten des Herrn selbst: Joh.14/17,18,20,21,23: "Der Geist der Wahrheit wird bei euch bleiben, und wird in euch sein; und ihr werdet erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin, und ihr in Mir, und Ich in euch; wer Meine Gebote hat, und sie tut, der ist es, der Mich liebt; und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen". Aber bei den Bösen ist der Herr nicht in allem gegenwärtig, weil bei ihnen kein Glaube und keine Liebtätigkeit ist, sondern Er ist nur im allgemeinen gegenwärtig, und durch diese Gegenwart haben sie die Fähigkeit zu denken und zu wollen, und auch den Glauben und die Liebtätigkeit aufzunehmen, jedoch dies nur insoweit, als sie vom Bösen abstehen; aber in dem Maße, als sie nicht davon abstehen, scheint Er abwesend. Die Grade Seiner Abwesenheit verhalten sich je nach der Abwesenheit des Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe. Daher kommt es, daß diejenigen, die sich im Himmel befinden, in der Gegenwart des Herrn sind, die aber in der Hölle, in seiner Abwesenheit sind. Die Sache verhält sich jedoch in folgender Weise: Der Herr ist nicht abwesend beim Menschen, sondern der Mensch ist abwesend vom Herrn. Der Mensch, der im Bösen ist, wendet seinen Blick von Ihm ab; und was ihm dann vor Augen liegt, ist ihm gegenwärtig je nach der Verwandtschaft des Bösen, in dem er ist; denn im anderen Leben gibt es keinen Raum, sondern nur eine Scheinbarkeit des Raumes je nach der Verwandtschaft der Gedanken und Gefühle. Es verhält sich damit fast ebenso, wie mit der Gegenwart der Sonne der Welt in betreff des Lichtes und der Wärme; die Sonne ist in gleicher Weise zu jeder Zeit gegenwärtig; wenn sich aber die Erde von der Sonne abwendet, dann geht das Licht verloren, und es folgt der Schatten; zuerst der Schatten des Abends, und dann der Schatten der Nacht; und wenn die Erde nicht in gerader Richtung zur Sonne steht, sondern in schiefer Richtung, was zur Winterszeit geschieht, dann verschwindet die Wärme und es folgt die Kälte, und dadurch erstarrt und erstirbt alles auf Erden. Dies nennt man auch die Abwesenheit der Sonne, während es doch die Abwesenheit der Erde von der Sonne ist; nicht in Ansehung des Raumes, sondern in Ansehung des Zustandes des Lichtes und der Wärme. Dies möge zur Erläuterung dienen. 10147. "Wo Ich mit euch zusammenkommen werde, um daselbst mit dir zu reden", 2. Mose 29/42, bedeutet Seine Gegenwart und Seinen Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von zusammenkommen, um zu reden, insofern es die Gegenwart und den Einfluß bezeichnet; denn zusammenkommen bedeutet Gegenwart, und reden, wenn von Jehovah, d.h. vom Herrn die Rede ist, bedeutet Einfluß. Daß reden einen Einfluß bezeichnet, sehe man Nr. 2951, 5481, 5797, 7270; was die Gegenwart des Herrn sei, wurde Nr. 10146 gesagt, was aber Sein Einfluß ist, darüber sehe man die Nr. 9223, 9276, 9682 angeführten Stellen. 10148. "Und Ich will daselbst zusammenkommen mit den Söhnen Israels", 2. Mose 29/43, bedeutet die Gegenwart des Herrn in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von zusammenkommen, insofern es eine Gegenwart bezeichnet, wie Nr. 10147; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Kirche darstellen, worüber Nr. 9340. 10149. "Und es soll geheiligt werden durch Meine Herrlichkeit", 2. Mose 29/43, bedeutet die Aufnahme des göttlich Wahren vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es die Aufnahme des göttlich Wahren vom Herrn bezeichnet, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung der Herrlichkeit, insofern sie das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 4809, 5922, 8427, 9429. Heiligen bedeutet aber die Aufnahme des Göttlichen vom Herrn, weil der Herr allein der Heilige ist, und daher alles Heilige von Ihm kommt: Nr. 9229; und weil das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht, das ist, was im Worte unter dem Heiligen verstanden wird: Nr. 9818. Hier aber, wo von den Söhnen Israels gehandelt wird, von den Brandopfern und den Schlachtopfern, vom Versammlungszelt und vom Altar, wird durch das Heilige und durch geheiligt werden das Vorbildliche (der Aufnahme) bezeichnet, und zwar deshalb, weil bei dem israelitischen und jüdischen Volk alles die inneren Dinge der Kirche vorbildete, die sich auf den Glauben und auf die Liebe vom Herrn zum Herrn beziehen, denn die bei diesem Volk errichtete Kirche war eine vorbildliche Kirche. Daher bezeichneten und bildeten alle äußeren Dinge solches vor, was der innere Sinn lehrt, und deswegen wurden sie heilig genannt, z.B. der Altar, das Feuer auf demselben, das Brandopfer, das Fett, das Blut; das Versammlungszelt, der Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, der Rauchaltar, der Leuchter und alle Geräte; besonders die Bundeslade, in der das Zeugnis war; und außerdem die Brote, Kuchen, Fladen, die Speisopfer hießen; Öl und Weihrauch; auch die Kleider Aharons, wie das Ephod, das Oberkleid, der Leibrock, der Kopfbund, besonders das Brustschildlein; und auch Aharon selbst hieß heilig; sowie auch die Söhne Israels. Dies alles war aber aus keinem anderen Grunde heilig, als weil es Heiliges vorbildete und bezeichnete, d.h. Göttliches vom Herrn, denn das allein ist heilig. Wer im Äußeren ist ohne das Innere, glaubt, daß solche Dinge nicht bloß in vorbildlicher, sondern in wesentlicher Weise heilig gewesen seien, nachdem sie eingeweiht waren; allein dies ist ein großer Irrtum. Wenn man solche Dinge als wesentlich heilig verehrt, dann verehrt man das Irdische, und ist nicht weit von denen entfernt, die Steine und Holz anbeten, wie die Götzendiener tun. Diejenigen dagegen, die das verehren, was jene Dinge vorbilden und bezeichnen, nämlich das göttlich Heilige, sind im echten Gottesdienst, denn das Äußere ist bei ihnen nur die vermittelnde Ursache, um über solche Dinge nachzudenken, und solches zu wollen, was das Wesentliche der Kirche bildet und in dem besteht, was sich auf den Glauben und auf die Liebe vom Herrn zum Herrn bezieht. Ebenso verhält es sich heutzutage mit dem heiligen Abendmahle: wenn diejenigen, die es feiern, nicht aus dem Glauben an den Herrn, an Seine Liebe zu dem Menschengeschlecht und an die Erneuerung des Lebens nach Seinen Geboten denken, dann verehren sie in demselben bloß das Brot und den Wein, und nicht den Herrn, und halten das Äußere für heilig, was doch nicht an sich heilig ist, sondern nur durch das, was es bedeutet; denn das Brot (im heiligen Abendmahl) bezeichnet den Herrn in Ansehung des Guten der Liebe, und der Wein den Herrn in Ansehung des Wahren des Glaubens, und zugleich die Aufnahme von seiten des Menschen. Diese beiden Dinge bilden das eigentlich Wesentliche der Kirche, somit auch das eigentlich Wesentliche des Gottesdienstes, man sehe Nr. 4211, 4217, 4735, 6135, 6789, 7850, 8682, 9003, 9127, 10040. Hieraus kann man nun ersehen, was im Worte durch das Heilige und durch geheiligt werden bezeichnet wird. 10150. "Und Ich werde heiligen das Versammlungszelt", 2. Mose 29/44, bedeutet die Aufnahme des Herrn in den unteren Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es die Aufnahme des Göttlichen des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 10149; und aus der Bedeutung des Versammlungszeltes, insofern es die Himmel vorbildet, worüber Nr. 3478, 9457, 9481, 9485, 9963; hier sind aber die unteren Himmel gemeint, weil durch den Altar die höheren Himmel bezeichnet werden; man sehe unten, Nr. 10151. Was die unteren Himmel sind, und was die höheren Himmel, soll mit wenigem gesagt werden: Die Himmel sind in zwei Reiche unterschieden, in das himmlische und in das geistige; das himmlische Reich bildet die höheren Himmel, und das geistige Reich die unteren Himmel. Das wesentliche Gute des himmlischen Reiches ist das Gute der Liebe zum Herrn und das Gute der gegenseitige Liebe; aber das wesentliche Gute des geistigen Reiches ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens. Diese Reiche sind unter sich verschieden wie das Verstandesgebiet und das Willensgebiet beim wiedergeborenen Menschen, im allgemeinen wie das Gute und Wahre. Von welcher Art aber dieser Unterschied ist, kann man aus dem ersehen, was von diesen beiden Reichen in den Nr. 9277 angeführten Stellen, wie auch Nr. 9543, 9688, 9992, 10005, 10068 gezeigt worden ist. Das Willensgebiet ist auch wirklich das Innerste des Menschen, denn es ist der Mensch selbst; das Verstandesgebiet aber ist hinzugesellt und dienend, somit ist es mehr äußerlich; was mehr innerlich ist, wird auch das Höhere genannt, und was mehr äußerlich ist, das Äußere. Daß das himmlische Reich dem Willensgebiet entspricht, und das geistige Reich dem Verstandesgebiet beim wiedergeborenen Menschen, sehe man Nr. 9835. Hieraus geht deutlich hervor, was unter den unteren und unter den höheren Himmeln verstanden wird. 10151. "Und den Altar", 2. Mose 29/44, bedeutet die Aufnahme des Göttlichen vom Herrn in den oberen Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, insofern es die Aufnahme des Göttlichen vom Herrn bezeichnet, wovon Nr. 10149; und aus der Bedeutung des Altares, insofern er das Vorbildliche des Herrn in Ansehung des göttlich Guten bezeichnet, worüber Nr. 9964; hier in Ansehung des göttlich Guten, das von Ihm ausgeht in den Himmeln, wo es aufgenommen wird, somit in den höheren Himmeln, denn dort wird der Herr in Ansehung des göttlich Guten aufgenommen. In den unteren Himmeln aber wird der Herr in Ansehung des göttlich Wahren aufgenommen, gemäß dem, was Nr. 10150 gezeigt worden ist. Man muß wissen, daß alles, was den Herrn selbst vorbildete, auch den Himmel vorbildete; denn das vom Herrn ausgehende Göttliche, das von den Engeln aufgenommen wird, macht den Himmel; die Engel selbst bilden den Himmel nicht in Ansehung ihres Eigenen, sondern in Ansehung des Göttlichen, das sie vom Herrn aufnehmen. Daß es so ist, kann daraus erhellen, daß jeder unter ihnen anerkennt, glaubt und auch inne wird, daß nichts Gutes von ihnen selbst stammt, sondern vom Herrn; und daß alles, was von ihnen stammt, nicht gut ist; somit ganz nach der Kirchenlehre, daß alles Gute von Oben kommt. Weil es sich nun so verhält, so folgt, daß das Göttliche des Herrn es ist, was das himmlische Leben bei ihnen ausmacht, und somit was den Himmel bildet. Hieraus kann man ersehen, wie es zu verstehen ist, daß der Herr alles in allem des Himmels ist; ferner daß der Herr dort in dem Seinigen wohnt; sowie auch, daß durch einen Engel im Worte etwas vom Herrn bezeichnet wird, worüber im Vorhergehenden mehrmals gehandelt worden ist. Ebenso verhält es sich mit der Kirche: die Menschen in ihr bilden nicht in Ansehung ihres Eigenen die Kirche, sondern in Ansehung des Göttlichen, das sie vom Herrn aufnehmen; denn ein jeder in ihr, der nicht anerkennt und glaubt, daß alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens von Gott stammt, gehört der Kirche nicht an, denn er will von sich aus Gott lieben und von sich aus an Gott glauben, was doch niemand vermag. Auch hieraus erhellt, daß das Göttliche des Herrn die Kirche bildet, wie Er den Himmel bildet. Die Kirche ist auch wirklich der Himmel des Herrn auf Erden; daher ist auch der Herr in der Kirche alles in allem so wie im Himmel, und wohnt in ihr in dem Seinigen bei den Menschen, so wie bei den Engeln im Himmel. Die Menschen der Kirche, die so das Göttliche des Herrn in Liebe und Glauben aufnehmen, werden auch wirklich zu Engeln des Himmels nach dem Leben in der Welt, aber keine anderen. Daß das Göttliche des Herrn Sein Reich bei dem Menschen bildet, d.h. den Himmel und die Kirche bei ihm, lehrt auch der Herr: Joh.14/17,20: "Der Geist der Wahrheit wird bei euch bleiben und wird in euch sein; und ihr werdet erkennen, daß Ich im Vater bin, und ihr in Mir, und Ich in euch": der Geist der Wahrheit ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, und von diesem wird gesagt, "es wird in euch bleiben"; und hernach, daß Er selbst im Vater, und sie in Ihm, und Er in ihnen sein werde, wodurch bezeichnet wird, daß sie im Göttlichen des Herrn sein sollten, und das Göttliche des Herrn in ihnen. Daß es das Göttlich-Menschliche ist, was darunter verstanden wird, ist klar. Auch an einer anderen Stelle, bei Joh.15/4,5, (wird gesagt): "Bleibet in Mir, (dann bleibe) auch Ich in euch; wie die Rebe keine Frucht aus sich selber bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt; wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne Mich könnt ihr nichts tun". 10152. "Und Aharon und seine Söhne werde Ich heiligen, daß sie Mir Priester seien", 2. Mose 29/44, bedeutet das Vorbildliche des Herrn in beiden in Ansehung des Erlösungswerkes. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er den Herrn in Ansehung des himmlisch Guten darstellt, worüber Nr. 10017, 10068; somit in beiden Himmeln, sowohl in den höheren als in den unteren; denn ob man sagt das himmlisch Gute, oder das himmlische Reich, oder die höheren Himmel, ist das gleiche; und so ist es auch gleich, ob man sagt das geistig Gute, oder das geistige Reich, oder die unteren Himmel (über die höheren und unteren Himmel sehe man, was Nr. 10150, 10151 gesagt worden ist). Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung des Priesteramtes, insofern es das Erlösungswerk des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 9809, 10017. Hieraus wird klar, daß durch "Aharon und seine Söhne heiligen, damit sie als Priester vor Jehovah dienen", das Vorbildliche des Herrn in beiden Himmeln bezeichnet wird in Beziehung auf das Erlösungswerk. Hier soll auch noch etwas von dem Erlösungswerk des Herrn gesagt werden: Es ist in der Kirche bekannt, daß der Herr der Heiland und Erlöser des menschlichen Geschlechtes ist, aber nur wenige wissen, wie dies zu verstehen ist. Diejenigen, die im Äußeren der Kirche sind, glauben, daß der Herr die Welt, d.h. das menschliche Geschlecht erlöst habe durch Sein Blut, worunter sie das Leiden am Kreuz verstehen; aber diejenigen, die im Inneren der Kirche sind, wissen, das niemand durch das Blut des Herrn erlöst wird, sondern durch das Leben nach den Geboten des Glaubens und der Liebtätigkeit gemäß dem Worte des Herrn. Die im Innersten der Kirche sind, verstehen unter dem Blut des Herrn das von Ihm ausgehende göttlich Wahre, und unter dem Leiden am Kreuz verstehen sie das Letzte der Versuchungen des Herrn, wodurch Er die Höllen gänzlich unterjochte, und zugleich Sein Menschliches verherrlichte, d.h. göttlich machte, und daß Er dadurch alle errettete und erlöste, die sich durch ein Leben nach den Geboten des Glaubens und der Liebtätigkeit aus Seinem Wort wiedergebären lassen. Unter dem Blut des Herrn wird auch wirklich im inneren Sinn, nach dem die Engel in den Himmeln das Wort auffassen, das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre verstanden; man sehe Nr. 4735, 5476, 6978, 7317, 7326, 7850, 9127, 9393, 10026, 10033. Auf welche Weise aber der Mensch vom Göttlichen erlöst und errettet worden sei, dadurch daß Er die Höllen unterjochte und Sein Menschliches verherrlichte, kann niemand erkennen, wenn er nicht weiß, daß bei einem jeden Menschen Engel aus dem Himmel sind und Geister aus der Hölle, und daß der Mensch nichts denken und nichts wollen kann, wenn sie nicht beständig bei ihm sind, und daß dadurch der Mensch in betreff seines Inneren entweder unter der Herrschaft der Geister aus der Hölle steht, oder unter der Herrschaft der Engel aus dem Himmel. Sobald man aber dies weiß, dann kann man auch erkennen, daß niemand hätte erlöst (und selig) werden können, wenn nicht der Herr die Höllen gänzlich unterjocht und alles, sowohl in diesen als in den Himmeln, in Ordnung gebracht hätte. Dasselbe wäre der Fall gewesen, wenn der Herr nicht Sein Menschliches göttlich gemacht und Sich dadurch die göttliche Macht über die Höllen und über die Himmel in Ewigkeit erworben hätte; denn ohne göttliche Macht können weder die Höllen noch die Himmel in Ordnung erhalten werden. Die Kraft, durch die etwas entsteht, muß nämlich eine fortdauernde sein, damit es bestehe, denn das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen. Das Göttliche Selbst, das der Vater heißt, hätte dies nicht ohne das Göttlich-Menschliche, das der Sohn heißt, bewirken können, weil das Göttliche Selbst ohne das Göttlich-Menschliche nicht bis zu dem Menschen hinabreichen kann, und nicht einmal bis zu dem Engel, nachdem das menschliche Geschlecht sich ganz vom Göttlichen entfernt hatte, wie dies am Ende der Zeiten geschah, als kein Glaube und keine Liebtätigkeit mehr vorhanden war. Deshalb kam der Herr in die Welt und stellte alles wieder her, und zwar aus Seinem Menschlichen, und auf diese Weise rettete und erlöste Er den Menschen durch den Glauben und die Liebe zum Herrn vom Herrn; denn solche kann der Herr von den Höllen und von der ewigen Verdammnis abhalten, nicht aber diejenigen, die den Glauben und die Liebe von Ihm zu Ihm zurückweisen; denn diese stoßen die Erlösung und die Errettung von sich zurück. Daß das Göttliche Selbst dieses durch das Göttlich-Menschliche vollbringt, erhellt aus mehreren Stellen im Worte, wie z.B. aus denen, wo das Göttlich-Menschliche, das der Sohn Gottes ist, die Rechte und der Arm Jehovahs heißt, und wo gesagt wird, daß der Herr alle Gewalt habe im Himmel und auf Erden. Daß der Herr die Rechte und der Arm Jehovahs heißt, sehe man Nr. 10019; und daß Ihm alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben sei: Nr. 10089; daß der Herr aus dem Göttlich-Menschlichen die Höllen unterjochte, und alles daselbst und in den Himmeln in Ordnung brachte und zugleich alsdann Sein Menschliches verherrlichte, d.h. göttlich machte, darüber sehe man, was Nr. 9528 und 9715, 9809, 9937, 10019 angeführt ist; und daß das Göttliche Selbst, das Vater heißt, dies vermittelst des Göttlich-Menschlichen bewirkte, erhellt: Joh.1/1-3,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist; und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns": daß es der Herr ist, Der hier in Ansehung des Göttlich-Menschlichen das Wort heißt, ist klar, denn es heißt: "das Wort ward Fleisch". Joh.1/18: "Niemand hat Gott jemals gesehen, der eingeborene Sohn, Der im Schoß des Vaters ist, Der hat Ihn kund getan". Joh.5/37: "Ihr habt niemals die Stimme des Vaters gehört, noch Seine Gestalt gesehen". Joh.14/6,7,9: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch Mich; aber von nun an kennet ihr den Vater, und habt Ihn gesehen; wer Mich sieht, der sieht den Vater". Matth.11/27: "Niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn will offenbaren". Hieraus kann man nun erkennen, was das Werk der Erlösung und Errettung sei, und daß es aus Seinem Göttlich-Menschlichen zustande kam. 10153. "Und Ich werde wohnen inmitten der Söhne Israels", 2. Mose 29/45, bedeutet die Gegenwart des Herrn und Seinen Einfluß durch das Gute im Himmel und in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, wenn es vom Herrn gesagt wird, insofern es ausdrückt gegenwärtig sein und einfließen. Durch das göttlich Gute geschieht es, weil wohnen vom Guten gesagt wird; man sehe Nr. 2268, 2451, 2712, 3613, 8269, 8309; darum wird auch gesagt: "in ihrer Mitte", weil durch die Mitte des Innerste bezeichnet wird, und das Innerste ist das Gute. Daß dies durch die Mitte bezeichnet wird, sehe man Nr. 2940, 5897, 6084, 6103. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Kirche darstellen, worüber Nr. 9340. Daß durch wohnen in ihrer Mitte, wenn vom Herrn (die Rede ist), Seine Gegenwart und Sein Einfluß durch das göttlich Gute bezeichnet wird, kommt daher, weil der Herr beim Menschen in sein Gutes, das er vom Herrn empfängt, einfließt und daselbst gegenwärtig ist, denn das Gute macht den Menschen selbst; ein jeder ist nämlich so beschaffen, wie sein Gutes ist. Unter dem Guten wird die Liebe verstanden, denn alles, was geliebt wird, heißt gut. Daß seine Liebe oder sein Gutes den (eigentlichen Menschen) macht, weiß jeder, der einen anderen erforscht; denn wenn er ihn erforscht hat, lenkt er ihn durch seine Liebe, wohin er will, und zwar so sehr, daß derselbe, wenn er in seiner Liebe gehalten wird, nicht mehr sein eigener Herr ist, und alle Vernunftgründe, die gegen seine Liebe sind, nichts vermögen, die aber für seine Liebe sind, alles über ihn vermögen. Daß es sich so verhält, zeigt sich auch deutlich im anderen Leben, alle Geister werden dort aus ihren Liebesarten erkannt, und wenn sie in diesen gehalten werden, können sie nichts dagegen tun, denn gegen diese handeln heißt, gegen sich selbst handeln. Sie sind daher Formen ihrer Liebesarten. Die in den Himmeln sich befinden, sind Formen der himmlischen Liebtätigkeit und Liebe, und von so großer Schönheit, daß sie nicht beschrieben werden kann; aber die in den Höllen, sind Formen ihrer Liebesarten, nämlich der Liebe zu sich und zur Welt, und somit auch Formen des Hasses und der Rache, und solche Ungeheuer (monstra), daß sie nicht beschrieben werden können. Wenn nun der ganze Mensch so beschaffen ist, wie seine Liebe ist, so ist klar, daß der Herr nicht gegenwärtig sein kann in einer bösen Liebe, sondern in der Liebe zum Guten beim Menschen, als in Seinem Guten. Man glaubt, der Herr sei gegenwärtig in dem Wahren, was man das Glaubenswahre nennt; allein Er ist nicht gegenwärtig in dem Wahren ohne das Gute. Wo aber Gutes ist, da ist Er im Wahren gegenwärtig durch das Gute, und nur so weit im Wahren, als es zum Guten hinführt und vom Guten ausgeht. Vom Wahren ohne das Gute kann man nicht sagen, daß es inwendig im Menschen sei; es ist vielmehr bloß in seinem Gedächtnis als ein Wissen, was nicht eher in den Menschen eindringt und ihn bildet, als bis es Sache seines Lebens wird, und dies geschieht erst dann, wenn er es liebt und aus Liebe demselben gemäß lebt; wenn das geschieht, dann wohnt der Herr bei ihm. Dies lehrt auch der Herr: Joh.14/21,23: "Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt, und Ich werde ihn lieben, und Mich selbst (ihm) offenbaren, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen": Sich selbst (ihm) offenbaren heißt, in den Glaubenswahrheiten aus dem Worte erleuchten; zu ihm kommen bedeutet, gegenwärtig sein, und Wohnung bei ihm machen heißt, bei ihm in seinem Guten wohnen. 10154. "Und will ihr Gott sein", 2. Mose 29/45, bedeutet die Gegenwart des Herrn und Seinen Einfluß in das Wahre in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihr Gott sein", insofern es die Gegenwart des Herrn und Seinen Einfluß in das Wahre bezeichnet. In das Wahre darum, weil der Herr im Worte des Alten Testamentes Gott genannt wird, wo vom Wahren, aber Jehovah, wo vom Guten die Rede ist; daher kommt es auch, daß die Engel Götter heißen wegen der Aufnahme des göttlich Wahren vom Herrn; und aus demselben Grunde wird in der Grundsprache Gott in der Mehrheit Elohim genannt; denn der Wahrheiten gibt es viele, das Gute aber ist eins : Matth.19/16,17. Daß der Herr Gott genannt wird, wo vom Wahren, und Jehovah, wo vom Guten die Rede ist, sehe man Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921, 4287, 4402, 7010, 9167; und daß die Engel Götter heißen wegen der Aufnahme des göttlich Wahren vom Herrn: Nr. 4295, 4402, 7268, 7873, 8192, 8302, 8867, 8941; daß ferner Jehovah im Worte der Herr ist, sehe man in dem, was Nr. 9373 angeführt ist. Daß Er Vater von Ewigkeit und auch Gott genannt wird, sieht man deutlich bei Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, auf dessen Schulter die Herrschaft ruht, Sein Name heißt Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Friedensfürst". Jes.7/14; Matth.1/23: "Eine Jungfrau wird empfangen und (einen Sohn) gebären, und Sein Name wird heißen Immanuel, das ist Gott mit uns". Daß hier durch "Ich will ihr Gott sein", die Gegenwart und der Einfluß des Herrn in das Wahre bezeichnet wird, ist auch daraus deutlich, daß durch "Ich werde wohnen in der Mitte der Söhne Israels", die Gegenwart des Herrn und Sein Einfluß durch das Gute bezeichnet wird; denn wo im Worte vom Guten gehandelt wird, da wird auch vom Wahren gehandelt, wegen der himmlischen Ehe, die zwischen dem Guten und Wahren besteht, und zwar in allem einzelnen desselben, man sehe, was Nr. 9263, 9314 angeführt ist. 10155. "Und sie sollen erkennen, daß Ich Jehovah bin, ihr Gott", 2. Mose 29/46, bedeutet das Innewerden, daß vom Herrn alles Gute und alles Wahre kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, insofern es heißt verstehen, glauben und innewerden, worüber folgen wird. Es bedeutet aber innewerden, daß vom Herrn alles Gute und alles Wahre stammt, weil Jehovah Gott gesagt wird, und der Herr Jehovah in betreff des Guten genannt wird und Gott in betreff des Wahren; man sehe Nr. 2586, 2769, 2807, 2822, 3921, 4287, 4402, 7010, 9167. Daß erkennen hier auch verstehen, glauben und innewerden bedeutet, kommt daher, weil es sowohl von dem Verstandesgebiet des Menschen als von seinem Willensgebiet gesagt wird. Wenn von dem Verstande allein, dann bedeutet es verstehen, wenn vom Verstande und zugleich vom Willen, bedeutet es glauben, und wenn vom Willen allein, bedeutet es innewerden. Deswegen ist erkennen bei denen, die bloß das Wissen von einer Sache und daher ein Denken darüber haben, soviel als verstehen. Aber bei denen, die im Glauben sind, ist erkennen soviel als glauben, und bei denen, die in der Liebe sind, ist erkennen soviel als innewerden. Wenn aber erkennen verbunden wird mit verstehen, sehen und glauben, dann ist erkennen auch soviel als innewerden, weil verstehen, sehen und glauben sich auf den Verstand und somit auf des Wahre bezieht, innewerden aber auf den Willen und somit auf das Gute. Zum Beispiel bei Joh.6/69: "Petrus sprach: Wir haben geglaubt und erkannt, daß Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes". Joh.10/38: "Jesus sprach: Glaubet Meinen Werken, damit ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in Mir ist und Ich im Vater". Joh.14/7: "Jesus sprach: Wenn ihr Mich kennetet, würdet ihr auch Meinen Vater kennen; und von nun an kennet ihr Ihn und habt Ihn gesehen". Joh.14/16,17: "Er wird den Geist der Wahrheit senden, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie Ihn nicht sieht und Ihn nicht kennt; ihr aber kennet Ihn, weil Er bei euch bleiben wird und in euch sein wird". Mark.4/11,12: "Jesus redete in Gleichnissen, damit sie zwar sehen, aber nicht erkennen möchten". Jerem.2/19: "Damit du erkennest und sehest, daß es böse und bitter ist, Jehovah, deinen Gott, zu verlassen". Jerem.9/23: "Wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er verstehet und Mich erkennet, daß Ich Jehovah bin". Hos.2/20: "Ich will Mich mit dir verloben in Treue, und du sollst Jehovah erkennen". In diesen Stellen ist erkennen soviel als innewerden, und das Innewerden stammt aus dem Guten; verstehen aber und sehen aus dem Wahren; denn die im Guten oder in der Liebe sind, werden innerlich inne, daß etwas so ist; die aber im Wahren oder im Glauben sind, sehen es inwendig in sich. Deswegen ist bei denen, die im himmlischen Reich des Herrn sind, ein Innewerden, daß etwas so oder anders ist. Bei denen, die im geistigen Reich des Herrn sind, ist der Glaube, daß es so ist; man sehe die angeführten Stellen: Nr. 9277; ferner Nr. 9992, 9995, 10105; und was Innewerden ist: Nr. 125, 371, 483, 495, 503, 521, 536, 597, 607, 1121, 1384, 1387, 1398, 1442, 1919, 2144, 2515, 2831, 3528, 5121, 5145, 5227, 7680, 7977, 8780. Weil "erkennen" im eigentlichen Sinn ein Innewerden aus dem Guten bezeichnet, darum wird auch gesagt, "man erkennt mit dem Herzen": 5. Mose 8/5; denn "mit dem Herzen" bedeutet, aus dem Guten der Liebe: Nr. 3883-3896, 7542, 9050, 9300, 9495; und darum heißt auch Gutes tun "Jehovah erkennen": Jerem.22/16. Hieraus erhellt, daß durch "sie sollen erkennen, daß Ich, Jehovah, ihr Gott bin" bezeichnet wird das Innewerden, daß vom Göttlichen alles Gute und Wahre kommt. 10156. "Der sie ausgeführt hat aus dem Lande Ägypten", 2. Mose 29/46, bedeutet die Befreiung von der Hölle durch den Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ausführen aus dem Lande Ägypten", insofern es bezeichnet, von der Hölle befreien, worüber Nr. 8866, 9197; somit errettet werden. Durch das Land Ägypten wird aber die Hölle bezeichnet, weil durch dasselbe im echten Sinn das Natürliche und dessen Wißtümliches bezeichnet wird; und ausgeführt werden aus dem natürlichen Menschen und seinem Wißtümlichen, und erhoben werden in das Geistige und in die Einsicht und Weisheit desselben, auch soviel ist als ausgeführt werden aus der Hölle; denn der Mensch wird in das Natürliche geboren, er wird aber geistig durch die Wiedergeburt. Und wenn er nicht geistig wird, ist er in der Hölle; denn das Wissen des natürlichen, d.h. des nicht wiedergeborenen Menschen ist im Lichte der Welt, dagegen die Einsicht des geistigen, d.h. des wiedergeborenen Menschen, im Lichte des Himmels. Und solange der Mensch bloß in dem Lichte der Welt ist, ist er in der Hölle; wenn er aber zugleich in dem Lichte des Himmels ist, dann ist er im Himmel. Auch können diejenigen, die nur ein natürliches Wissen haben und daher in keinem anderen Lichte sind, als in dem Licht der Welt, durchaus nicht glauben, was Sache des Himmels ist; und auch, wenn sie durch ihr eigenes Licht, das man das natürliche Licht nennt, eindringen wollen, kommt gleichsam ein dichtes Dunkel über sie, das sie blind macht, und bewirkt, daß das Himmlische ihnen wie nichts ist, denn was im Gemüt wie Finsternis erscheint, das hat diese Beschaffenheit. Daher kommt es, daß der bloß natürliche Mensch, wie sehr er auch glaubt, mehr als andere im Licht zu sein, mit dem Herzen das Göttliche und Menschliche leugnet, und dies ist auch die Ursache, daß so viele Gelehrte durch ihre Wissenschaften in solchen Irrwahn sich verlieren; denn viele unter ihnen leugnen, mehr als die Einfältigen, alles, was zum Glauben der Kirche und des Himmels gehört. Anders verhält es sich bei denen, die sich vom Herrn in das Licht des Himmels erheben lassen; denn diese werden zuerst über das Wißtümliche des natürlichen Menschen erhoben; und hernach sehen sie aus dem Lichte des Himmels das, was in ihrem natürlichen Menschen ist und Wißtümliches genannt wird, und machen einen genauen Unterschied, indem sie das annehmen, was sie begreifen und übereinstimmend ist, und das verwerfen oder beiseite legen, was sie nicht begreifen oder nicht übereinstimmend ist. Es verhält sich bei ihnen mit einem Worte auf folgende Weise: "Solange der Mensch bloß natürlich ist, so lange ist sein Inneres, das aus dem Lichte des Himmels sieht, verschlossen; und das Äußere, das aus dem Lichte der Welt sieht, ist geöffnet, und dann sieht der Mensch abwärts, d.h. auf die Welt und auf sich; denn auf diese richtet sich alles, was Sache seines Willens und seines Denkens ist. Wohin aber der Mensch sieht, dahin wendet sich auch sein Herz, d.h. sein Wille und seine Liebe. Wenn dagegen der Mensch geistig wird, dann wird sein Inneres geöffnet, das aus dem Licht des Himmels sieht, und dann blickt der Mensch aufwärts, was durch die Erhebung vom Herrn geschieht, somit sieht er dann zum Himmel und zum Herrn auf. Dahin wird auch alles erhoben, was seinem Willen und seinem Denken angehört, somit sein Herz, d.h. seine Liebe. Der Mensch ist nämlich so geschaffen, daß er in Ansehung seines Inneren nach dem Bilde des Himmels geformt ist, und in Ansehung seines Äußeres nach dem Bilde der Welt: Nr. 6057, 9279, zu dem Zweck, damit der Himmel und die Welt bei dem Menschen verbunden sein und so der Herr durch ihn aus dem Himmel in die Welt einfließen und diese regieren kann, im besonderen bei einem jeden, und im allgemeinen bei allem, und damit Er auf diese Weise beide verbinden und dadurch bewirken kann, daß in der Welt auch ein Bild des Himmels sei. Wenn sich der Mensch nur um die Welt bekümmert, dann ist der Himmel bei ihm verschlossen; läßt er sich aber vom Herrn erheben, dann wird der Himmel bei ihm geöffnet und ihm die Welt unterworfen; und wenn dies geschieht, wird die Hölle von ihm getrennt und entfernt; und dann erst erkennt der Mensch, was gut und was böse ist, aber nicht früher. Das ist es, was das Bild Gottes im Menschen genannt wird: 1. Mose 1/27,28. Obiges wurde gesagt, damit man wisse, was der geistige und was der natürliche Mensch ist, und daß der bloß natürliche Mensch, wenn er nicht zum geistigen gemacht wird vom Herrn, eine Hölle ist; folglich auch, damit man wisse, warum durch Ägypten die Hölle bezeichnet wird, wie auch das Natürliche und das Wißtümliche des Menschen. Daß Ägypten das Wißtümliche bezeichnet, sehe man in dem, was Nr. 9340 angeführt wurde, und daß es daher auch das Natürliche bezeichnet, das, was Nr. 9391 angeführt wurde, und auch die Hölle: Nr. 8866, 9197. 10157. "Auf daß Ich wohne in ihrer Mitte", 2. Mose 29/46, bedeutet das Göttliche des Herrn, das alles in allem des Himmels und der Kirche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wohnen inmitten der Söhne Israels", wenn von Jehovah (die Rede ist), insofern es die Gegenwart des Herrn und Seinen Einfluß durch das Gute im Himmel und in der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 10153; und weil dort Seine Gegenwart ist, so ist auch Sein Göttliches alles in allem daselbst; denn der Herr ist bei den Engeln des Himmels und bei den Menschen der Kirche nicht in ihrem Eigenen gegenwärtig, sondern in dem Seinigen bei ihnen, somit in dem Göttlichen, gemäß dem, was Nr. 10151 gezeigt worden ist; und wenn der Herr gegenwärtig ist in Seinem Göttlichen in den Himmeln und in der Kirche, so ist Er auch alles in allem daselbst. Daher ist Er der Himmel selbst, und daher kommt es auch, daß der ganze Himmel den Herrn darstellt in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen; und daß der Himmel in seinem Inbegriff (d.h. als Ganzes), ein Mensch ist, welcher der Größte Mensch genannt wird, von dem am Ende mehrerer Kapitel gehandelt wurde, man sehe in dem, was Nr. 9276, 10030 angeführt ist, und daher kommt es auch, daß durch den Menschen im Worte die Kirche bezeichnet wird, und auch der Himmel: Nr. 478, 768, 3636; und daß von denen, die im Himmel sind, und auch von denen, die wahrhaft in der Kirche sind, gesagt wird, sie seien im Herrn: Nr. 3637, 3638, wenn sie von Ihm in dem Guten der Liebe zu Ihm und in dem Wahren das Glaubens an Ihn sind. 10158. "Ich, Jehovah, ihr Gott", 2. Mose 29/46, bedeutet, von Dem alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens kommt. Dies erhellt daraus, daß Jehovah das göttliche Sein ist, und das göttliche Sein die göttliche Liebe, und somit das göttlich Gute ist; und daß Gott das göttliche Dasein ist, und das göttliche Dasein das Göttliche des Glaubens, und somit das göttlich Wahre ist; denn alles Wahre hat sein Dasein aus dem Guten, weil das Wahre die Form (Gestaltung) des Guten ist. Hieraus wird klar, daß, wenn der Herr "Jehovah Gott" genannt wird, darunter alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens verstanden wird; und wenn Er "Jehovah Gott inmitten der Söhne Israels" genannt wird, dadurch das Innewerden verstanden wird, daß vom Herrn alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens kommt, wie Nr. 10155.   Nr. 10159 - 10175 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 30. Kapitel 1. Und du sollst einen Altar zur Räucherung des Rauchwerks machen; aus Schittimholz sollst du ihn machen. 2. Eine Elle seine Länge und eine Elle seine Breite; viereckig soll er sein, und zwei Ellen seine Höhe; aus ihm sollen seine Hörner (hervorgehen). 3. Und sollst ihn überziehen mit reinem Golde sein Dach (d.i. seine obere Fläche), und seine Wände ringsumher und seine Hörner; und sollst ihm einen goldenen Kranz ringsum machen. 4. Und zwei goldene Ringe sollst du ihm machen unter seinem Kranz, an seinen zwei Rippen (Wänden), auf seinen beiden Seiten sollst du sie machen, und sollen sein zu Behältern für die Stangen, ihn damit zu tragen. 5. Und sollst die Stangen von Schittimholz machen und sie mit Gold überziehen. 6. Und sollst ihn setzen vor den Vorhang, der über der Lade des Zeugnisses, vor den Gnadenstuhl, der über dem Zeugnis, woselbst Ich mit dir zusammenkommen will. 7. Aharon aber soll darauf räuchern mit wohlriechendem Rauchwerk alle Morgen; wenn er die Lampen zurichtet, soll er damit räuchern. 8. Und wenn Aharon die Lampen aufgehen läßt gegen Abend, soll er damit räuchern; als ein immerwährendes Rauchwerk vor Jehovah bei euren Geschlechtern. 9. Ihr sollt nicht darauf bringen ein fremdes Rauchwerk, noch Brandopfer und Mincha (Speisopfer), und Trankopfer sollt ihr nicht darauf gießen. 10. Und Aharon soll auf seinen Hörnern einmal im Jahr versöhnen mit dem Blute des Sündopfers der Versöhnungen, einmal im Jahr soll er darauf versöhnen bei euren Geschlechtern; das Heilige des Heiligen (d.i. hochheilig) ist er (der Altar) für Jehovah. 11. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 12. Wenn du aufnimmst die Summe der Söhne Israels in betreff ihrer Gezählten, so soll ein jeder eine Sühne seiner Seele geben dem Jehovah, wenn man sie zählt, auf daß ihnen keine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden. 13. Das sollen sie geben, ein jeder, der übergeht auf die Gezählten, die Hälfte eines Sekels nach dem Sekel des Heiligtums, zwanzig Gera auf einen Sekel; die Hälfte eines Sekels soll die Hebe für Jehovah sein. 14. Jeder, der übergeht auf die Gezählten, zwanzig Jahre alt und darüber, soll geben die Hebe Jehovahs. 15. Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme soll nicht weniger geben als die Hälfte eines Sekels, zu geben die Hebe Jehovahs, zur Versöhnung über eure Seelen. 16. Und du sollst das Silber der Versöhnungen (das Sühngeld) nehmen von den Söhnen Israels, und sollst es geben zum Dienst des Zelts der Zusammenkunft; und es soll den Söhnen Israels zum Gedächtnis sein vor Jehovah, zur Versöhnung über eure Seelen. 17. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 18. Du sollst auch ein Waschbecken von Erz machen und sein Gestell von Erz, zum Waschen; und sollst es zwischen das Zelt der Zusammenkunft und zwischen den Altar setzen und sollst Wasser hineintun. 19. Und Aharon und seine Söhne sollen daraus waschen ihre Hände und ihre Füße. 20. Wenn sie ins Zelt der Zusammenkunft hineingehen, sollen sie sich mit Wasser waschen, daß sie nicht sterben, oder wenn sie zum Altar hintreten zum Dienste, um Feuerung anzuzünden für Jehovah. 21. Und sie sollen ihre Hände und ihre Füße waschen, daß sie nicht sterben; und es soll ihnen eine ewige Satzung sein, ihm und seinem Samen, für ihre Geschlechter (Nachkommen). 22. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 23. Und du, nimm dir die besten Spezereien, die edelste Myrrhe, fünfhundert (Sekel), und gewürzhaften Zimt, die Hälfte davon fünfzig und zweihundert, und gewürzhaften Kalmus, fünfzig und zweihundert. 24. Und Kasia, fünfhundert, nach dem Sekel des Heiligtums, und Olivenöl ein Hin. 25. Und mache daraus das heilige Salböl, eine Salbenmischung, ein Werk des Salbenmischers; das heilige Salböl soll es sein. 26. Und sollst damit salben das Zelt der Zusammenkunft und die Lade des Zeugnisses. 27. Und den Tisch und alle seine Geräte, und den Leuchter und seine Gefäße, und den Rauchaltar. 28. Und den Brandopferaltar und alle seine Geräte, und das Waschbecken und sein Gestell. 29. Und sollst sie heiligen, und sie sollen das Hochheilige sein, ein jeder, der sie anrührt, soll geheiligt werden. 30. Und auch Aharon und seine Söhne sollst du salben und sie heiligen, daß sie Mir als Priester dienen. 31. Und zu den Söhnen Israels sollst du reden und sprechen: Das heilige Salböl soll Mir dies sein bei euren (künftigen) Geschlechtern. 32. Auf das Fleisch eines Menschen soll es nicht gegossen werden; und nach seiner Qualität (d.i. Zusammensetzung) sollt ihr keines dergleichen machen; heilig ist es, heilig soll es euch sein. 33. Wer eine Salbe mischt wie diese, und wer davon an einen Fremden gibt, der soll ausgerottet werden aus seinem Volke. 34. Und Jehovah sprach zu Mose: Nimm dir wohlriechende Spezereien: Stakte und Räucherklaue und Galbanum, wohlriechende (Spezereien), und reinen Weihrauch; zu gleichen Teilen soll es sein. 35. Und mache daraus ein Rauchwerk, eine Mischung, ein Werk des Salbenmengers, gesalzen, rein, heilig. 36. Und sollst davon klein zu Pulver stoßen und davon bringen vor das Zeugnis im Zelt der Zusammenkunft, woselbst Ich mit dir zusammenkommen werde; hochheilig soll es euch sein. 37. Und solch Rauchwerk, das du machst in seiner Qualität (Zusammensetzung), sollt ihr euch nicht machen; heilig soll es dir sein für Jehovah. 38. Wer immer dergleichen macht, um sich einen Wohlgeruch damit zu machen, der soll ausgerottet werden aus seinem Volke.   Inhalt 10175_. Dieses Kapitel handelt von dem Rauchaltar; von der Sühnung eines jeden durch Silber; vom Waschbecken und der Waschung aus demselben, und von der Zubereitung des Salböls und des Rauchwerks. Durch das Räuchern wird im inneren Sinn bezeichnet die Erhörung und die Annahme alles Gottesdienstlichen, was aus der Liebe und Liebtätigkeit stammt, vom Herrn; durch die Sühnung eines jeden durch Silber wird bezeichnet, daß man alles Gottesdienstliche dem Herrn und nichts sich selbst zuerkennen soll, so daß niemanden ein Verdienst zukommt; durch das Waschbecken und die Waschung wird bezeichnet die Reinigung vom Bösen als das erste in jedem Gottesdienst; durch die Zubereitung des Salböls wird bezeichnet die Beschaffenheit der Liebe im Gottesdienst; und durch die Zubereitung des Rauchwerks die Beschaffenheit des Gottesdienstes, der aus jener stammt.   Innerer Sinn 10176. Vers 1-10: Und du sollst einen Altar zur Räucherung des Rauchwerks machen; aus Schittimholz sollst du ihn machen. Eine Elle seine Länge und eine Elle seine Breite; viereckig soll er sein, und zwei Ellen seine Höhe; aus ihm sollen seine Hörner (hervorgehen). Und sollst ihn überziehen mit reinem Golde sein Dach (d.i. seine obere Fläche), und seine Wände ringsumher und seine Hörner; und sollst ihm einen goldenen Kranz ringsum machen. Und zwei goldene Ringe sollst du ihm machen unter seinem Kranz, an seinen zwei Rippen (Wänden), auf seinen beiden Seiten sollst du sie machen, und sollen sein zu Behältern für die Stangen, ihn damit zu tragen. Und sollst die Stangen von Schittimholz machen und sie mit Gold überziehen. Und sollst ihn setzen vor den Vorhang, der über der Lade des Zeugnisses, vor den Gnadenstuhl, der über dem Zeugnis, woselbst Ich mit dir zusammenkommen will. Aharon aber soll darauf räuchern mit wohlriechendem Rauchwerk alle Morgen; wenn er die Lampen zurichtet, soll er damit räuchern. Und wenn Aharon die Lampen aufgehen läßt gegen Abend, soll er damit räuchern; als ein immerwährendes Rauchwerk vor Jehovah bei euren Geschlechtern. Ihr sollt nicht darauf bringen ein fremdes Rauchwerk, noch Brandopfer und Mincha (Speisopfer), und Trankopfer sollt ihr nicht darauf gießen. Und Aharon soll auf seinen Hörnern einmal im Jahr versöhnen mit dem Blute des Sündopfers der Versöhnungen, einmal im Jahr soll er darauf versöhnen bei euren Geschlechtern; das Heilige des Heiligen (d.i. hochheilig) ist er (der Altar) für Jehovah. "Und du sollst einen Altar zur Räucherung des Rauchwerks machen" bedeutet das Vorbild der Erhörung und wohlgefälligen Annahme alles Gottesdienstlichen, das aus der Liebe und Liebtätigkeit kommt, vom Herrn; "aus Schittimholz sollst du ihn machen" bedeutet aus göttlicher Liebe; "eine Elle seine Länge und eine Elle seine Breite" bedeutet das Gleichmäßige in Rücksicht des Guten und in Rücksicht des Wahren; "viereckig soll er sein" bedeutet: so vollkommen; "und zwei Ellen seine Höhe" bedeutet die Stufen des Guten und Wahren und deren Verbindung; "aus ihm sollen seine Hörner (hervorgehen)" bedeutet die Kräfte des Wahren aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit; "und sollst ihn überziehen mit reinem Golde" bedeutet das Vorbild alles Gottesdienstlichen aus dem Guten; "sein Dach (d.i. seine obere Fläche)" bedeutet das Innerste; "und seine Wände ringsumher" bedeutet das Innere; "und seine Hörner" bedeutet das Äußere; "und sollst ihm einen goldenen Kranz ringsum machen" bedeutet die Begrenzung durch das Gute, damit jenes nicht angegriffen und verletzt werde vom Bösen; "und zwei goldene Ringe sollst du ihm machen unter seinem Kranz" bedeutet die Sphäre des göttlich Guten, wodurch Verbindung und Erhaltung; "an seinen zwei Rippen (Wänden)" bedeutet mit den Wahrheiten einerseits; "auf seinen beiden Seiten sollst du sie machen" bedeutet mit dem Guten andererseits; "und sollen sein zu Behältern für die Stangen" bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten daselbst; "ihn damit zu tragen" bedeutet daher die Erhaltung im (guten) Stand; "und sollst die Stangen von Schittimholz machen" bedeutet die Macht aus dem Guten der Liebe des Herrn; "und sie mit Gold überziehen" bedeutet alles soll gegründet sein auf das Gute; "und sollst ihn setzen vor den Vorhang, der über der Lade des Zeugnisses" bedeutet im inneren Himmel, wo dieser verbunden ist mit dem innersten Himmel; "vor den Gnadenstuhl, der über dem Zeugnis" bedeutet, wo die Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen aus dem Guten der Liebe vom Herrn (stattfindet); "woselbst Ich mit dir zusammenkommen will" bedeutet die Gegenwart und den Einfluß des Herrn dadurch; "Aharon aber soll darauf räuchern" bedeutet die Erhebung des Gottesdienstes aus Liebe und Liebtätigkeit vom Herrn; "mit wohlriechendem Rauchwerk" bedeutet die Erhörung und wohlgefällige Annahme; "alle Morgen" bedeutet, wenn der Zustand der Liebe im Klaren ist; "wenn er die Lampen zurichtet, soll er damit räuchern" bedeutet, wenn auch das Wahre in sein Licht kommt; "und wenn Aharon die Lampen aufgehen läßt gegen Abend, soll er damit räuchern" bedeutet die Erhebung auch im dunklen Zustand der Liebe, wenn auch das Wahre in seinem Schatten ist; "als ein immerwährendes Rauchwerk vor Jehovah" bedeutet in jedem Gottesdienst aus Liebe vom Herrn; "bei euren Geschlechtern" bedeutet ewig bei denen, die im Glauben aus der Liebe sind; "ihr sollt nicht darauf bringen ein fremdes Rauchwerk" bedeutet keinen Gottesdienst aus einer anderen Liebe als der zum Herrn; "noch Brandopfer und Mincha (Speisopfer)" bedeutet, in denselben sei kein Vorbild der Wiedergeburt durch Wahres und Gutes der himmlischen Liebe; "und Trankopfer sollt ihr nicht darauf gießen" bedeutet in demselben sei kein Vorbild der Wiedergeburt durch Wahres und Gutes der geistigen Liebe; "und Aharon soll auf seinen Hörnern versöhnen" bedeutet die Reinigung vom Bösen durch das Wahre des Glaubens, das aus dem Guten der Liebe stammt; "einmal im Jahr" bedeutet immerfort; "mit dem Blute des Sündopfers der Versöhnungen" bedeutet durch das Wahre, das aus dem Guten der Unschuld (stammt); "einmal im Jahr soll er darauf versöhnen" bedeutet die immerwährende Entfernung des Bösen; "bei euren Geschlechtern" bedeutet die Angehörigen der Kirche, die im Wahren und Guten des Glaubens sind; "das Heilige des Heiligen (d.i. hochheilig) ist er (der Altar) für Jehovah" bedeutet, weil aus dem himmlisch Göttlichen. 10177. "Und du sollst einen Altar zur Räucherung des Rauchwerks machen", 2. Mose 30/1, bedeutet das Vorbild der Erhörung und wohlgefälligen Annahme alles Gottesdienstlichen, das aus Liebe und Liebtätigkeit, vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares zur Räucherung von Rauchwerk, sofern er das Vorbild von solchem Gottesdienstlichen ist, das zum Herrn erhoben wird. Daß solches gemeint ist, das aus Liebe und Liebtätigkeit kommt, wird im Folgenden klar werden. Durch den Altar wird das gleiche bezeichnet wie durch das auf ihm (Dargebrachte), weil der Altar das Enthaltende ist, und das, was auf ihm ist, das Enthaltene. Das Enthaltende aber und der Inhalt machen eins aus, wie der Tisch und das Brot auf ihm, der Becher und der Wein darinnen. Daß ein Altar für das Räuchern gemacht wurde und kein Tisch, hatte den Grund, weil die Altäre bei der israelitischen Völkerschaft die Hauptvorbilder des Gottesdienstes aus Liebe waren, denn es war Feuer auf demselben und durch Feuer wird die Liebe und die Liebtätigkeit bezeichnet, aus welcher der Gottesdienst (hervorgehen soll). Daß die Altäre Hauptvorbilder des Gottesdienstes waren, sehe man Nr. 4192, 4541, 8623, 8935, 8940, 9714. Daß der Rauchaltar die Erhörung und wohlgefällige Annahme aller gottesdienstlichen Handlungen, die aus Liebe und Liebtätigkeit hervorgehen, vorbildete, beruhte darauf, daß durch den Rauch und daher auch durch das Räuchern das bezeichnet wurde, was in die Höhe erhoben wird, und durch den Geruch des Rauches das, was wohlgefällig ist, mithin das, was vom Herrn erhört und angenommen wird. Aber nur das ist angenehm und wird vom Herrn angenommen, was aus Liebe und Liebtätigkeit kommt; daher kam es auch, daß jener Altar mit Gold überzogen war und der goldene Altar hieß; denn Gold bezeichnet das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit, man sehe, was angeführt worden: Nr. 9874, 9881. Daß nur das wohlgefällig ist und darum vom Herrn erhört und angenommen wird, was aus Liebe und Liebtätigkeit kommt, beruht darauf, daß die Liebe den ganzen Menschen macht; denn der Mensch ist so beschaffen wie seine Liebe; daher kommt es, daß die Engel in den Himmeln (ihrem Wesen) nach Liebe und Liebtätigkeit in (mannigfaltiger) Gestaltung sind. Daher ist die Gestalt, die sie haben, die menschliche Gestalt, weil der Herr, Der in ihnen ist und sie gestaltet, in Ansehung des Göttlich-Menschlichen die göttliche Liebe selbst ist. Daher kommt es, daß man aus ihren Angesichtern, aus ihrer Rede und aus ihren Gebärden, und hauptsächlich aus den Sphären der Neigungen, die von ihnen auf eine Entfernung hin ausströmen, deutlich wahrnimmt, wie beschaffen sie in Ansehung der Liebe sind. Weil ferner die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten vom Herrn kommt, und weil die Liebe eine geistige Verbindung ist, darum wird alles, was daraus hervorgeht, vom Herrn erhört und angenommen. Das Heilige aber und das Fromme, das nicht von daher kommt, wird zwar gehört, aber nicht wohlgefällig aufgenommen, denn dieses Heilige und Fromme ist heuchlerisch, weil es nur ein Äußeres ohne ein Inneres ist; und das äußere Heilige ohne das innere (Heilige) dringt nur bis zur ersten Himmelsschwelle und wird dort zerstoben. Aber das äußere Heilige aus dem inneren (Heiligen) dringt bis in den Himmel gemäß der Beschaffenheit des inneren (Heiligen), somit zum Herrn; denn das äußere Heilige ohne das innere (Heilige) kommt bloß aus dem Munde und aus den Gebärden, hingegen das äußere Heilige aus dem inneren (Heiligen) kommt zugleich aus dem Herzen. Über dieses und jenes Heilige sehe man, was Nr. 8252-8257 gesagt und gezeigt worden ist. Im Zelte außerhalb des Vorhanges war der Tisch, worauf die Schaubrote (lagen), ferner der Leuchter mit den Lampen, sodann der Rauchaltar: durch die Schaubrote wurde vorgebildet die Liebe zum Herrn; durch die Lampen des Leuchters wurde vorgebildet die Liebtätigkeit und der Glaube; und durch das Räuchern auf dem Altar wurde vorgebildet der daher stammende Gottesdienst. Deshalb wurde geräuchert alle Morgen und alle Abend, wenn die Lampen zugerichtet wurden. Hieraus erhellt auch, daß durch das Räuchern die Verehrung des Herrn aus Liebe und Liebtätigkeit vorgebildet wurde. Durch das Zelt selbst, in dem jene Gegenstände waren, wurde der Himmel vorgebildet, wo jeder Gottesdienst so beschaffen ist. Daß die Brote das himmlisch Gute vorbildeten, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, sehe man Nr. 9545, daß der Leuchter das geistig Gute vorbildete, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens ist: Nr. 9548-9561; und daß das Zelt den Himmel vorbildete: Nr. 9457, 9481, 9485, 9784, 9963. Wenn gesagt wird "Gottesdienst", so wird dasjenige Heilige verstanden, das durch Gebete, Anbetungen, Bekenntnisse und dergleichen geschieht, das aus Inwendigem, nämlich aus Regungen der Liebe und Liebtätigkeit hervorgehen; diese gottesdienstlichen Handlungen sind es, die durch das Räuchern verstanden werden, wie aus den folgenden Stellen erhellen kann: Ps.141/2: "Angenehm sind meine Gebete, ein Rauchwerk vor Dir". Joh.Offenb.5/8: "Die vier Tiere und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder vor dem Lamme und sie hatten ein jeder Zithern und goldene Schalen voll Rauchwerks, welches sind die Gebete der Heiligen". Joh.Offenb.8/3,4: "Der Engel hatte ein goldenes Rauchfaß und es wurden ihm gegeben viele Rauchwerke, sie zu geben für die Gebete aller Heiligen auf dem goldenen Altar, der vor dem Throne (stand); es stieg auf der Rauch der Rauchwerke von den Gebeten der Heiligen". Weil unter dem Räuchern der Gottesdienst und seine Erhebung, somit die Erhörung und Annahme vom Herrn bezeichnet wurde, darum wurde von Mose befohlen: "sie sollten Pfannen mit Weihrauch nehmen und räuchern vor Jehovah, um zu erfahren, wen Jehovah erwählen, somit wen Er erhören würde": 4. Mose Kapitel 16; und als das Volk murrte, sei "Aharon in die Mitte der Gemeinde gelaufen mit Rauchwerk, als die Plage anfing, und dadurch habe er sie gestillt": 4. Mose 17/11-13. Mal.1/11: "Vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang wird groß sein der Name Jehovahs bei den Völkerschaften und an jedem Ort Rauchwerk dargebracht werden Meinem Namen und reine Mincha": es wird beigesetzt reine Mincha (Speisopfer), weil durch sie das Gute der Liebe bezeichnet wurde: Nr. 10137. 5. Mose 33/10: "Die Söhne Levi werden Jakob die Rechte lehren und Israel Dein Gesetz; Rauchwerk werden sie bringen Deiner Nase, und Brandopfer auf Deinen Altar": es wird gesagt "Rauchwerk bringen der Nase", weil durch die Nase das Innewerden bezeichnet wird: Nr. 4624-4634; Brandopfer wird beigefügt, weil durch dieses ebenfalls bezeichnet wird, was aus dem Guten der Liebe kommt. Durch Räuchern wird aber im entgegengesetzten Sinn bezeichnet ein Gottesdienst aus entgegengesetzten Liebestrieben, welche die der Selbst- und Weltliebe sind, so z.B. durch "anderen Göttern räuchern": Jerem.1/16; 44/3,5; durch "den Götzen räuchern": Hes.8/11; 16/18; und durch "Rauchwerk anzünden dem Baalim": Hos.2/13. Weil die Räucherungen solches bezeichnen, was emporgehoben und von der Gottheit angenommen wird, darum wurden sie auch von den Heiden bei ihren Religionsgebräuchen angewendet. Daß Weihrauch, Weihrauchfässer und Rauchpfannen beim römischen Volk im Gebrauch waren, ist aus der Geschichte bekannt. Dieser Religionsgebrauch stammte aus der Alten Kirche, die sich in mehrere Gegenden Asiens, z.B. Syrien, Arabien, Babylonien, Ägypten, Kanaan erstreckt hatte. Diese Kirche war eine vorbildliche Kirche und bestand somit in äußeren Dingen, die Inneres, das ist Himmlisches und Geistiges vorbildeten. Von dieser Kirche pflanzten sich mehrere Religionsgebräuche fort auf die Völkerschaften umher, unter andern auch die Räucherungen, und von da über Griechenland über Italien. Ebenso auch die ewigen Feuer, zu deren Hut man keusche Jungfrauen aufstellte, die man Vestalinnen nannte. Die Rauchwerke in der Alten Kirche und von daher in der israelitischen bereitete man aus wohlriechenden Substanzen als: Stakte, Onyx (Räucherklaue), Galbanum und Weihrauch, aus dem Grunde, weil der Geruch das Innewerden bezeichnete und der Wohlgeruch das wohlgefällige Innewerden, man sehe Nr. 925, 1514, 1517, 1518, 1519, 3577, 4624-4634, 4748, 10054. Der Weihrauch aber insbesonders bezeichnet das Wahre des Glaubens; darum wird, wenn der Weihrauch im Wort genannt wird, noch Öl, Brot, Mincha oder Gold beigefügt, durch die das Gute der Liebe bezeichnet wird: Jes.60/6: "Alle werden aus Scheba kommen, Gold und Weihrauch werden sie bringen und den Ruhm Jehovahs verkündigen". Ebenso diejenigen, die aus dem Morgenland kamen, bei Matth.2/1,2,11: "Es kamen Weise aus dem Morgenlande, die fragten nach dem Herrn, Der eben geboren war; sie öffneten ihre Schätze und brachten dar Gold, Weihrauch und Myrrhe": daß die, welche aus dem Morgenlande kamen und Söhne des Morgenlandes genannt wurden, im Wort diejenigen bezeichnen, die Erkenntnisse des Guten und Wahren besaßen, sehe man Nr. 3249, 3762; ebenso Scheba: Nr. 1171, 3240; daß Gold das Gute der Liebe bezeichnet, (sehe man), was Nr. 9874, 9881 angeführt worden. Jerem.17/26: "Sie werden bringen Brandopfer und Schlachtopfer und Mincha und Weihrauch": durch Mincha wird ebenfalls das Gute der Liebe bezeichnet: Nr. 9992, 10137. Hieraus wird klar, daß durch Weihrauch im Worte das Wahre bezeichnet wird, das dem Glauben angehört; denn wo im Worte die Rede ist vom Guten, ist auch die Rede vom Wahren wegen der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist im einzelnen desselben, man sehe, was angeführt worden: Nr. 9263, 9314. Daher kam es auch, daß "auf der Mincha Öl sein sollte und auch Weihrauch": 3. Mose 1/1,2,15; "nicht aber auf der Mincha für die Sünde": 3. Mose 5/11, und "auf der Mincha des Eiferopfers": 4. Mose 5/15; der Grund, warum sie nicht auf diesen Speisopfern sein sollten, war der, weil sie dargebracht wurden zur Sühnung (oder Reinigung) vom Bösen, und solange der Mensch in der Sühnung ist, kann er das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens nicht aufnehmen, denn das Böse verhindert es. Anders ist es nach der Sühnung oder Entfernung desselben. Weil das Gute, das der Liebe angehört, nicht möglich ist, wenn nicht auch das Wahre dabei ist, das dem Glauben angehört (denn das Gute bringt das Wahre hervor und im Wahren verschafft es sich seine Beschaffenheit und gestaltet es sich), ebendarum sollte auf jeder Mincha Weihrauch sein, wie auch "auf den Schaubroten, die auf dem Tische im Zelte der Zusammenkunft (lagen)": 3. Mose 24/7; denn die Brote bezeichneten das Gute der Liebe: Nr. 3478, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 8410, 9323, 9545, 10040, 10137. 10178. "Aus Schittimholz sollst du ihn machen", 2. Mose 30/1, bedeutet aus göttlicher Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung aus Schittimholz, sofern es das Gute des Verdienstes und der Gerechtigkeit bezeichnet, das dem Herrn allein gehört, wovon Nr. 9472, 9486, 9715; daß es auch die Liebe bezeichnet, beruht darauf, weil der Herr, während Er in der Welt war, aus göttlicher Liebe gegen alle Höllen kämpfte und sie unterjochte und so das Menschengeschlecht rettete, und daher allein Verdienst erwarb und die Gerechtigkeit wurde, man sehe Nr. 9486, 9715, 9809, 10019, 10152; deshalb ist das Gute des Verdienstes des Herrn Seine göttliche Liebe. Der Grund, warum das Schittimholz eine solche und eine so wichtige Bedeutung hat, ist der, weil alles, was in den drei Weltreichen ist, nämlich im Tierreich, Pflanzenreich und Mineralreich, Geistiges und Himmlisches bezeichnet, wie auch, was diesem entgegengesetzt ist; denn die ganze Natur ist eine das Reich des Herrn vorbildende Schaubühne (man sehe, was Nr. 9280 angeführt wurde); und weil Holz im allgemeinen das Gute der Liebe und im besonderen das Gute des Verdienstes bedeutet: Nr. 2784, 2812, 3720, 4943, 8354, 8740; daher kommt es, daß Holz im höchsten Sinn das göttlich Gute bezeichnet, weil alles, was im inneren Sinn solches bedeutet, was der Kirche und dem Himmel angehört, im höchsten Sinn Göttliches bezeichnet. 10179. "Eine Elle seine Länge und eine Elle seine Breite", 2. Mose 30/2, bedeutet das Gleichmäßige in Rücksicht des Guten und in Rücksicht des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Länge, sofern sie das Gute bezeichnet, und der Breite, sofern sie das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1613, 3433, 3434, 4482, 9487; das Gleichmäßige in beiderlei Rücksicht wird bezeichnet dadurch, daß jene eine Elle und diese eine Elle beträgt, daß somit das Maß ein gleiches ist, weil durch die Maße im Worte eine Sache in Ansehung der Quantität und Qualität bestimmt wird, und dies durch Zahlen geschieht. Das, was hier durch das Maß, das eine Elle ist, bestimmt wird, ist das Gute und das Wahre: jenes durch die Länge und dieses durch die Breite. Daß die Länge das Gute bezeichnet, beruht darauf, daß dieselbe berechnet wird von Ost nach West, und durch Ost und West das Gute von einer Grenze bis zur anderen bezeichnet wird. Die Breite aber von Süd nach Nord (berechnet) und durch Süd und Nord das Wahre von einer Grenze bis zur anderen bezeichnet wird, denn so verhält es sich auch im Himmel, wo der Herr die Sonne ist, und auch der Aufgang, von dem alle Bestimmungen dort (ausgehen). Diejenigen, die dort vor dem Angesichte stehen, sind im Innewerden des Guten je nach dem Abstand; die, welche in einem klaren Innewerden des Guten sind, befinden sich im Osten: Nr. 3708, 9668; die in einem dunklen Innewerden des Guten sind, befinden sich im Westen: Nr. 3708, 9653; die aber in einem klaren Licht des Wahren sind, befinden sich im Süden: Nr. 9642; und die in einem dunklen Licht des Wahren sind, befinden sich im Norden: Nr. 3708. Daher kommt es, daß durch diese vier Himmelsgegenden im Wort solches bezeichnet wird, und durch die Länge das Gute und durch die Breite das Wahre. 10180. "Viereckig soll er sein", 2. Mose 30/2, bedeutet: so vollkommen; was aus der Bedeutung von viereckig erhellt, sofern es das Gerechte bezeichnet und auch das Vollkommene: Nr. 9717, 9861. 10181. "Und zwei Ellen seine Höhe", 2. Mose 30/2, bedeutet die Stufen des Guten und Wahren und deren Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von zwei, sofern es eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 1686, 5194, 8423; und aus der Bedeutung der Höhe, sofern sie die Stufe des Guten und daher des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 9489, 9773; unter den Stufen (oder Graden) der Höhe werden verstanden die Grade vom Inneren zum Äußeren oder vom Innersten zum Äußersten; was das für Grade sind, sehe man erklärt und gezeigt: Nr. 3405, 3691, 4145, 5114, 5146, 8603, 8945, 10999. Es gibt zweierlei Grade, nämlich Grade in die Länge und Breite und Grade in Ansehung der Höhe und Tiefe; diese Grade sind von jenen sehr verschieden. Die Grade der Länge und Breite gehen von der Mitte aus zu den Peripherien, hingegen die Grade der Höhe gehen vom Inneren zum Äußeren. Jene Grade, nämlich die der Länge und Breite, sind die Grade, die von der Mitte aus immerfort abnehmen bis zu den Peripherien, wie das Licht von der Flamme aus abnimmt, bis es verdunkelt, und wie das Sehen des Auges von den nächsten bis zu den abgelegensten Gegenständen, und auch wie des Sehen des Verstandes von dem, was im Licht ist bis zu dem, was in den Schatten übergeht. Aber die Grade der Höhe, die vom Innersten zum Äußersten oder vom Obersten zum Untersten gehen, sind nicht gleichmäßig fortlaufend, sondern abgesetzt. Sie verhalten sich wie das Innerste des Samens zu seinen äußeren Teilen, und wie das Innerste des Menschen zu seinem Äußersten, und wie das Innerste des Engelshimmels zu seinem Äußersten. Diese Grade sind abgeteilt, somit unterschieden wie das Erzeugende und das Erzeugte. Was in einem inwendigeren Grade ist, das ist vollkommener als das, was in einem auswendigeren Grade sich befindet und es findet keine andere Ähnlichkeit dazwischen statt als durch Entsprechungen. Daher kommt es, daß die, welche im innersten Himmel sind, vollkommener sind als die im mittleren, und diese vollkommener als die im letzten. Ebenso im Menschen, in dem der Himmel ist: sein Innerstes ist in einem vollkommeneren Zustand als sein Mittleres, und dieses in einem vollkommeneren als sein Letztes, und sie gesellen sich nicht anders zusammen als durch Entsprechungen; von welcher Art diese sind, ist in den vorausgehenden Erklärungen vielfach gezeigt worden. Wer sich keine klare Kenntnis von diesen Graden verschafft, kann die Unterschiede der Himmel und die Unterschiede der inneren und äußeren Fähigkeiten des Menschen, also auch den Unterschied zwischen Seele und Leib durchaus nicht erkennen. Er kann auch gar nicht begreifen, was der innere Sinn des Wortes und sein Unterschied vom äußeren Sinn ist, ja sogar auch nicht den Unterschied zwischen der geistigen Welt und der natürlichen Welt. Er kann nicht einmal verstehen, was und woher die Entsprechungen und Vorbildungen sind und kaum, was der Einfluß ist. Die sinnlichen Menschen begreifen diese Unterschiede nicht, denn sie denken sich bei diesen Graden eine fortlaufende Zunahme und Abnahme, somit machen sie diese Grade gleich den Graden der Länge und Breite, deshalb stehen sie auch draußen und ferne von der Einsicht. Diese Grade sind die Höhengrade und darum wird unter dem Hohen im Worte das Innere verstanden, Nr. 2148, 4210, 4599, und weil das Innere, darum auch das Vollkommenere; daher kommt es, daß der Herr im Worte der Höchste heißt, weil Er die Vollkommenheit selbst, die Einsicht und Weisheit selbst und das Gute und Wahre selbst ist; und daher kommt es, daß vom Himmel gesagt wird, er sei in der Höhe, weil in der Vollkommenheit, Einsicht, Weisheit, im Guten und Wahren vom Herrn; und darum wird von der Hölle gesagt, sie sei in der Tiefe, weil in ihr keine Vollkommenheit, keine Einsicht und Weisheit und nichts Gutes und Wahres ist. 10182. "Aus ihm sollen seine Hörner (hervorgehen)", 2. Mose 30/2, bedeutet die Kräfte des Wahren aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hörner, sofern sie die Kräfte des Wahren bezeichnen, wovon Nr. 2832, 9719, 9720, 9721; sie kommen aber aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit, weil alle Macht des Wahren daher kommt. Deshalb waren die Hörner eine Fortsetzung des Altares selbst oder aus ihm, denn dieser Altar war das Vorbild der Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen, das aus der Liebe und Liebtätigkeit vom Herrn kommt: Nr. 10177. Daß alle Macht dem Wahren aus dem Guten der Liebe angehört, können diejenigen nicht begreifen, die bloß eine materielle Vorstellung von der Macht haben; deshalb muß gesagt werden, wie es sich damit verhält: In den Himmeln kommt alle Macht aus dem göttlich Wahren, das ausgeht vom göttlich Guten des Herrn; daher haben die Engel Macht, denn die Engel sind Wesen, die das göttlich Wahre vom Herrn aufnehmen: Nr. 1752, 4295, 8192, durch die Macht, die sie von daher haben, schützen sie den Menschen, indem sie die Höllen von ihm entfernen, denn ein einziger Engel vermag Standzuhalten gegen tausend aus den Höllen. Diese Macht ist es, die unter den "Schlüsseln Petri" verstanden wird; aber unter Petrus, der dort Fels genannt wird, wird der Herr in Ansehung des Glaubenswahren aus dem Guten der Liebe verstanden, man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22, und Nr. 3750, 4738, 6000, 6073, 6344, 10087; und daß der Fels den Herrn in Ansehung des Glaubenswahren bezeichnet: Nr. 8581. Die Macht des göttlich Wahren wird auch verstanden durch die Stimme Jehovahs: Ps.29/3-5,7-9,11: "Die Stimme Jehovahs ist über den Wassern; die Stimme Jehovahs ist in Kraft; die Stimme Jehovahs zerbricht Zedern; die Stimme Jehovahs spaltet die Flamme des Feuers; die Stimme Jehovahs macht erzittern die Wüste, die Stimme Jehovahs entblößt die Wälder; Jehovah gibt Stärke Seinem Volk": daß die Stimme Jehovahs das göttlich Wahre bedeutet, das ausgeht von Seinem göttlich Guten, sehe man Nr. 9926. Die Macht des göttlich Wahren wird auch verstanden durch das Wort bei Joh.1/3: "Alles ist durch das Wort gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist": daß das Wort das vom göttlich Guten ausgehende göttlich Wahre bedeutet, sehe man Nr. 9987; darum hat auch der Herr, da Er in der Welt war, Sich zuerst zum göttlich Wahren gemacht, was auch darunter verstanden wird, daß "das Wort Fleisch geworden sei": Joh.1/14; der Grund, warum der Herr Sich damals zum göttlich Wahren machte, war der, weil Er gegen alle Höllen kämpfen und sie unterjochen und so alles dort und zugleich in den Himmeln wieder in Ordnung bringen sollte: Nr. 9715, 9809, 10019, 10052. Daß die Wahrheiten aus dem Guten alle Macht haben und umgekehrt, daß das Falsche aus dem Bösen keine Macht hat, ist allbekannt im anderen Leben, daher kommt es, daß den Bösen, die aus der Welt dorthin kommen, der Beredungsglaube, wie auch die Erkenntnis alles Wahren genommen wird, und sie so dem Falschen ihres Bösen überlassen werden. Daß die Wahrheiten aus dem Guten eine solche Macht haben, können diejenigen nicht begreifen, die sich das Wahre und seinen Glauben als ein bloßes Denken vorstellen, während doch das Denken des Menschen aus seinem Willen die ganze Stärke seines Leibes macht, und wenn dasselbe vom Herrn durch Sein göttlich Wahres inspiriert, d.i. durchhaucht würde, so hätte der Mensch die Stärke des Simson; aber es ist das Wohlgefallen des Herrn, daß der Mensch Stärke habe durch den Glauben aus der Liebe in Ansehung dessen, was seinen Geist betrifft und zum ewigen Heil dienlich ist. Aus diesem kann erhellen, was verstanden wird unter der Macht des Wahren aus dem Guten, die durch die Hörner sowohl des Brandopfers als des Rauchaltars bezeichnet wird. Daß die Hörner diese Macht bedeuten, erhellt aus den Stellen im Wort, wo die Hörner genannt werden: Hes.29/21: "An jenem Tage werde Ich wachsen lassen ein Horn dem Hause Israels". Amos 6/13: "Haben wir nicht durch unsere Tapferkeit uns Hörner genommen?". 1.Sam.2/10: "Jehovah wird Stärke geben Seinem König und erhöhen das Horn Seines Gesalbten". Ps.148/14: "Jehovah hat erhöht das Horn Seines Volkes". Ps.75/11: "Alle Hörner der Gottlosen werde Ich abhauen; erhöht sollen werden die Hörner des Gerechten". Jerem.Klagel.2/3,17: "Der Herr hat abgehauen im Grimm Seines Zorns alle Hörner Israels und erhöht das Horn deiner Feinde". Hes.34/21: "Mit der Seite und Schulter dränget ihr, und mit euren Hörnern stoßet ihr alle schwachen Schafe, bis ihr sie versprengt habt ins Weite". Sach.2/1-4: "Ich sah vier Hörner; der Engel sprach: das sind die Hörner, die Juda, Israel und Jerusalem zerstreut haben; Schmiede sind gekommen abzuwerfen die Hörner der Völkerschaften, die ihr Horn erhoben gegen das Land Juda". 5. Mose 33/17: "Hörner des Einhorns sind Seine Hörner; mit diesen wird er die Völker stoßen allzumal bis an die Enden der Erde". Daß in diesen Stellen durch Hörner die Macht bezeichnet wird, ist klar, und zwar die Macht in beiderlei Sinn, nämlich die des Wahren gegen das Falsche und die des Falschen gegen das Wahre, denn überall in denselben wird dem inneren Sinne nach vom Zustand der Kirche gehandelt. Amos 3/14: "An jenem Tage werde Ich heimsuchen die Altäre Bethels und es sollen ausgerottet werden die Hörner des Altars und zur Erde fallen": durch die Altäre Bethels und durch seine Hörner wird das Böse und Falsche bezeichnet, welches das Gute und Wahre der Kirche zerstört, und von ihnen wird gesagt, sie sollen ausgerottet werden. Aus diesem kann erhellen, was unter den Hörnern verstanden wird, davon so oft Erwähnung geschieht bei Daniel und bei Johannes in der Offenbarung: bei Daniel: "Das Tier hatte zehn Hörner und ein Horn, das redete": 7/8,11,20; "Das Horn führte Krieg mit den Heiligen und siegte, bis der Sohn des Menschen kam": 7/11,21,22,24; "die Hörner des Widders und die Hörner des Ziegenbocks, womit sie gegeneinander Krieg führten": 8/8-21. Und bei Johannes in der Offenbarung: "Der Drache hatte zehn Hörner": 12/3; ebenso "das Tier, das aus dem Meer aufstieg": 13/1; sodann "das scharlachrote Tier": 17/12; wo auch gesagt wird "die zehn Hörner seien zehn Könige": 17/13,14; ebenso Dan.7/24. Daß durch Könige im Wort Wahrheiten bezeichnet werden und im entgegengesetzten Sinn Falsches, sehe man Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. Weil durch das Horn das Wahre in seiner Macht bezeichnet wird, und im entgegengesetzen Sinn das Falsche, welches das Wahre zerstört, darum wird dem Horn Rede zugeschrieben: Joh.Offenb.9/13; Dan.7/8; Ps.22/22. Daß die Könige mit Öl aus einem Horn gesalbt wurden: 1.Sam.16/1,13; 1.Kön.1/39, bildete das Wahre aus dem Guten in seiner Macht vor, denn die Hörner bedeuten die Wahrheiten in ihrer Macht, Öl bedeutet das Gute und Könige diejenigen, die in den Wahrheiten aus dem Guten sind. Daß Öl das Gute bedeutet, sehe man Nr. 886, 9780, und daß Könige diejenigen bedeuten, die in Wahrheiten aus dem Guten sind, somit im abstrakten Sinn die Wahrheiten aus dem Guten: Nr. 6148; daher kommt es auch, daß vom Horn gesagt wird, "es sprosse hervor": Ps.132/17, weil alles geistige Hervorsprossen dem Wahren aus dem Guten eigen ist. Und darum dachte man sich ehemals die Hörner hervorsprossend. Daß alle Macht dem Guten durch das Wahre zukommt, oder was gleich ist, dem Wahren aus dem Guten eigen ist, sehe man in dem Nr. 10019 Angeführten. 10183. "Und sollst ihn überziehen mit reinem Golde", 2. Mose 30/3, bedeutet das Vorbild alles Gottesdienstlichen aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 9874; und daß "mit Gold überziehen" bedeutet, auf dieses Gute gründen: Nr. 9490; daß es aber ein Vorbild desselben ist, ist an sich klar. 10184. "Sein Dach", 2. Mose 30/3, bedeutet das Innerste. Dies erhellt aus der Bedeutung des Daches, sofern es das Innerste bezeichnet, und zwar aus dem Grunde, weil es das Oberste oder Höchste ist, und was das Oberste oder Höchste ist, das bezeichnet das Innerste, gemäß dem, was Nr. 10081 gezeigt worden, und weil Dach das gleiche bezeichnet wie das Haupt des Menschen, denn alle Vorbilder in der Natur beziehen sich auf die menschliche Gestalt und haben ihre Bedeutung gemäß der Beziehung auf dieselbe: Nr. 9496. Daß das Haupt das Innerste bezeichnet, sehe man Nr. 5328, 6436, 7859, 9656, 9913, 9914. Das Innerste, das hier durch das Dach des Rauchaltares bezeichnet wird, ist das Innerste des Gottesdienstes; denn im Gottesdienst ist das gleiche wie im Menschen selbst, nämlich ein Inneres, ein Mittleres und ein Äußeres. Das Innere wird das Himmlische, das Mittlere das Geistige, und das Äußere das Natürliche genannt: Nr. 4938, 4939, 9992, 10005, 10017, 10068. Diese Grade werden vermöge der Entsprechung durch Haupt, Brust und Füße bezeichnet; ebenso durch das Dach, die Wände und die Hörner des Rauchaltares. Weil durch Dach das Himmlische bezeichnet wird, welches das Innerste ist, so wird auch das Gute bezeichnet; denn das Gute ist überall das Innerste, und das Wahre geht von ihm aus, wie vergleichsweise das Licht von der Flamme. Dies wird verstanden unter dem Dache bei Matth.24/17; Mark.13/15; Luk.17/31: "Alsdann, wer auf dem Dach des Hauses ist, steige nicht herab, etwas zu holen aus seinem Hause": hier ist die Rede von den letzten Zeiten der Kirche, und durch "auf dem Dache sein" wird der Zustand des Menschen bezeichnet, der im Guten ist; und durch hinabsteigen, um etwas aus dem Hause zu holen, wird die Rückkehr zu dem früheren Zustand bezeichnet; man sehe Nr. 3652. Jerem.48/38: "Auf allen Dächern Moabs, und in ihren Gassen ist nichts als Trauern": durch Trauer auf allen Dächern wird die Verwüstung alles Guten bezeichnet bei denen, die im vorbildlichen Sinn durch Moab verstanden werden, und das sind die, welche im natürlich Guten sind, und sich leicht verführen lassen: Nr. 2468; und durch Trauer in den Gassen wird die Verwüstung aller Wahrheiten bezeichnet. Daß die Gassen Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 2336. Weil Dach das Gute bezeichnete, darum hatten die Alten (flache) Dächer auf den Häusern, wo sie lustwandelten, und wo sie auch beteten; wie man ersehen kann aus 1.Sam.9/25,26; 2.Sam.11/2; Zeph.1/5. 5. Mose 22/8-11: "Wenn du ein neues Haus baust, so sollst du ein Geländer machen für dein Dach, daß du kein Blut ladest auf dein Haus, wenn jemand davon herabfiele. Du sollst deinen Weinberg nicht bepflanzen mit Gemischtem (Gewächs), damit nicht heilig werde das Eingesammelte vom Samen, den du gesät hast, und aus dem Ertrag des Weinbergs. Du sollst nicht pflügen mit einem Ochsen und einem Esel zugleich. Du sollst kein Kleid anziehen, das gemengt ist mit Wolle und Leinen zugleich". Auch aus diesem erhellt, daß durch Dach das Gute der Liebe bezeichnet wird; denn diese einzelnen Gebote schließen gleiches in sich, was nun deutlich hervortritt durch den inneren Sinn, und dieser ist, daß wer im Guten ist (und dieser Zustand ist der Zustand des wiedergeborenen Menschen), nicht zurückkehren soll in den Zustand des Wahren, denn dies ist sein früherer Zustand, nämlich als er wiedergeboren wurde. In diesem Zustand wird der Mensch durch das Wahre zum Guten geführt, somit teilweise von ihm selbst; in jenem aber oder dem nachherigen (nämlich wenn er wiedergeboren ist), wird der Mensch vom Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn geführt. Dieses Geheimnis ist es, das in jenen einzelnen Sätzen innerlich verborgen liegt; somit das gleiche, wie in des Herrn Worten bei Matth.24/17,18: "Alsdann wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, etwas zu holen aus seinem Hause; und wer auf dem Feld, kehre nicht um, seine Kleider zu holen". Mark.13/16: "Wer auf dem Dache ist, steige nicht hinab ins Haus, und gehe nicht hinein, etwas zu nehmen aus seinem Hause; und wer auf dem Feld ist, wende sich nicht mehr zurück, um sein Kleid zu nehmen". Luk.17/31,32: "An jenem Tage, wer auf dem Hause sein wird, und seine Geräte im Haus, steige nicht hinab, sie zu holen; und wer auf dem Felde, kehre ebenso nicht zurück in das, was hinter ihm; gedenket an das Weib Lots". Wer könnte nicht sehen, daß in diesen Stellen Geheimnisse des Himmels enthalten sind? Denn was sollte es sonst heißen, daß man nicht vom Hause herabsteigen und aus dem Felde zurück- und einkehren, und daß man an das Weib Lots gedenken sollte, ebenso in dem, was bei Mose steht, man solle ein Geländer machen um das Dach, daß keine Blutschuld entstehe, wenn jemand herabfiele; und gleich darauf: der Acker solle nicht mit Gemischtem besät werden, wegen des Samens und des Ertrages des Weinbergs; man solle nicht pflügen mit einem Ochsen und einem Esel zugleich; und man solle kein Kleid anziehen, das gemengt wäre mit Wolle und Leinen zugleich. Durch Dach wird nämlich das Gute bezeichnet, und durch "sein auf dem Hause oder auf dem Dache" der Zustand, wenn der Mensch im Guten ist; durch fallen von da wird bezeichnet der Rückfall in den früheren Zustand; und durch Blut wird bezeichnet die Gewalt, die alsdann dem Guten und Wahren angetan wird: Nr. 374, 1005, 4735, 6978, 7317, 7326. Durch den Weinberg wird bezeichnet die Kirche beim Menschen; durch den Ertrag des Weinbergs der Zustand des Wahren: Nr. 9139, durch den Samen des Weizens oder der Gerste der Zustand des Guten: Nr. 3941, 7605. Auch durch den Ochsen wird das Gute bezeichnet, und durch pflügen mit dem Ochsen der Zustand desselben: Nr. 2781, 9135; ebenso durch Wolle und durch anziehen ein Kleid aus Wolle: Nr. 9470; und durch den Esel wird das Wahre bezeichnet: Nr. 2781, 5741, und auch durch Leinen: Nr. 7601, 9959; was für eine weitere Bewandtnis aber es mit diesem Geheimnis habe, darüber sehe man, was in den Nr. 9274 angeführten Stellen erklärt wurde. 10185. "Und seine Wände", 2. Mose 30/3, bedeutet das Innere. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wände oder Seiten, sofern sie das Innere bezeichnen; denn wenn das Dach das Innerste bedeutet, so bedeuten die Wände, die tiefer unten sind, das Innere. Durch das Innere wird bezeichnet, was unterhalb des Innersten und oberhalb des Letzten ist, also das Mittlere. Daß die Wände das Innere bezeichnen, beruht darauf, daß die Seiten und die Brust beim Menschen das Innere bezeichnen; denn alle Vorbilder in der Natur beziehen sich auf die menschliche Gestalt, und haben ihre Bedeutung gemäß der Beziehung auf dieselbe: Nr. 9496; so z.B. das Haus: sein Oberstes, das Dach genannt wird, bezeichnet dasselbe, wie das Haupt; das Innere, das unterhalb des Obersten ist, bezeichnet das gleiche wie die Brust und die Seiten, und sein Fundament das gleiche wie die Füße und deren Sohlen. Es verhält sich aber deshalb so, weil der ganze Himmel einen Menschen darstellt, und von ihm aus ein Einfluß in die ganze Natur stattfindet; denn die natürliche Welt entsteht und besteht aus der geistigen Welt. Wenn gesagt wird "die geistige Welt", so wird das Göttliche des Herrn verstanden, das in ihr (waltet). Daß alles in der Natur sich auf die menschliche Gestalt bezieht, erhellt auch aus dem einzelnen im Pflanzenreich. Alles bekleidet sich in dieser mit Blättern, blüht, ehe es Früchte bringt, und die Früchte sind die letzten Zwecke, um derentwillen das Frühere ist, und auf die alles hinzielt; denn die Blätter beziehen sich auf die Lungen, und sind gleichsam zum Atmen da, denn mittelst ihrer wird der Saft angesogen, deshalb trägt ein seiner Blätter beraubter Baum keine Frucht. Daher kommt es auch, daß die Blätter im Wort die Wahrheiten des Glaubens bezeichnen: Nr. 885; denn durch diese wird ebenso die Lebenskraft herbeigeführt, wodurch das Gute gebildet wird. Das Blühen vor der Frucht entspricht dem Zustand desjenigen Lebensalters beim Menschen, wo das eheliche Gefühl in die Gemüter dringt und sie fröhlich stimmt, somit wo das Wahre verbunden wird mit dem Guten; die Frucht aber entspricht dem Guten selbst, das in dem Maß, als es reift wie die Frucht, sich in Werken äußert. Daher kommt es, daß die Früchte im Wort die Werke der Liebtätigkeit bezeichnen; und daß das Blühen vor der Frucht mit der Stimme und Freude der Braut und des Bräutigams verglichen wird. So auch im übrigen. Wer mit Weisheit nachdenken kann, wird darum bald deutlich wahrnehmen, daß das himmlische Paradies in dem irdischen Paradies vorgebildet wird, und daß daher alles in der Natur sich auf solches bezieht, was in der geistigen Welt ist; und wer weiter zu schließen vermag, wird innewerden, daß die Natur nicht durch sich selbst besteht, sondern kraft des Einflusses aus dem Himmel, d.h. aus dem Göttlichen daselbst, so daß, wenn die Gemeinschaft (mit demselben) aufgehoben würde, alles auf der Erde in Nichts zerfiele. Daß es so ist, begreifen die Einfältigen, aber nicht die Weltweisen; der Grund ist, weil die Einfältigen dies alles dem Göttlichen zuschreiben, die Weltweisen aber der Natur. 10186. "Und seine Hörner", 2. Mose 30/3, bedeutet das Äußere. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hörner, sofern sie die Kräfte des Wahren aus dem Guten bezeichnen, wovon Nr. 10182. Sie bedeuten aber auch das Äußere, weil im Äußersten oder Letzten das Wahre aus dem Guten in seiner Macht ist: Nr. 9836; und weil die Hörner des Altars sich auch auf die Arme und Hände beim Menschen beziehen, durch die ebenfalls das Wahre in seiner Macht im Letzten oder Äußersten bezeichnet wird; man sehe was Nr. 10019 und 10062, 10076, 10082 angeführt wurde. 10187. "Und sollst ihm einen goldenen Kranz ringsum machen", 2. Mose 30/3, bedeutet die Begrenzung durch das Gute, damit jenes nicht angegriffen und verletzt werde vom Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kranzes, sofern er eine Begrenzung bezeichnet, zur Abwehr des Angriffs und der Verletzung durch das Böse, wovon Nr. 9492; und aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute bezeichnet, wovon Nr. 9874, 9881. Der Kranz sollte aber von Gold gemacht werden aus dem Grund, weil er den Abschluß durch das Gute vorbildete; denn das Gute kann vom Bösen nicht angegriffen werden, weil das Böse keineswegs die Sphäre des Guten verträgt. Wenn das Böse, d.h. diejenigen, die im Bösen oder von der Hölle sind, in diese Sphäre kommen, welche die Sphäre des Himmels ist, werden sie schrecklich geängstigt, und in dem Maß, als sie in diese Sphäre eindringen, fühlen sie höllische Qualen in sich, und werden dadurch wie diejenigen, die im Todeskampfe liegen. Deshalb stürzen sie sich alsbald in die Hölle hinab, und wagen nicht mehr das Haupt zu erheben. Dies ist der Grund, warum die, welche im Himmel sind, von der Anfechtung des Bösen, das aus der Hölle kommt, sicher sind. Dies wird auch verstanden durch Abrahams Worte zum Reichen in der Hölle: Luk.16/26: "Zwischen uns und euch ist eine große Kluft befestigt, so daß die, welche hinübertreten wollen von hier zu euch, nicht können, und auch nicht die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen". Joh.Offenb.6/16; Hos.10/8: "Sie werden sagen zu den Bergen und Felsen: Fallet auf uns und verberget uns vor dem Sitzenden auf dem Thron, und vor dem Zorn des Lammes". Was aber das Wahre betrifft, so kann dieses vom Bösen angegriffen werden, aus dem Grund, weil die Bösen die Wahrheiten durch unrichtige Auslegungen verkehren, und so zugunsten ihrer Begierden anwenden. Aber in dem Maß, als Gutes in den Wahrheiten gegenwärtig ist, können die Wahrheiten nicht angegriffen werden. Hieraus kann man erkennen, welchen Schutz im anderen Leben die haben können, die bloß in den Wahrheiten sind, die Glaubenswahrheiten genannt werden, und nicht zugleich im Guten. Durch das Gute wird verstanden die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und die Liebe zum Herrn; denn alles Gute kommt daher. Hieraus wird nun klar, warum rings um die Wände des Rauchaltars ein Kranz gemacht wurde. 10188. "Und zwei goldene Ringe sollst du ihm machen unter seinem Kranz", 2. Mose 30/4, bedeutet die Sphäre des göttlich Guten, wodurch Verbindung und Erhaltung (stattfindet). Dies erhellt aus der Bedeutung von zwei, sofern es eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 5194, 8423; aus der Bedeutung von Gold, sofern es das Gute bezeichnet, wovon Nr. 9874, 9881; und aus der Bedeutung des Kranzes, sofern er die Begrenzung bezeichnet, damit man nicht vom Bösen angegriffen und verletzt werde, wovon Nr. 10187. Hieraus wird klar, daß durch die zwei goldenen Ringe unter dem Kranz die Sphäre des göttlich Guten bezeichnet wird, durch die Verbindung (stattfindet). Daß auch die Erhaltung bezeichnet wird, beruht darauf, daß (der Altar) durch die in die Ringe eingeschobenen Stangen getragen wurde, und durch tragen die Erhaltung bezeichnet wird: Nr. 9900. Was die Sphäre des göttlich Guten ist, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Die Sphäre des göttlich Guten erfüllt den ganzen Himmel und erstreckt sich auch in die Hölle, denn sie verhält sich wie die Sphäre der Sonnenwärme in der Welt, die im Sommer auch in finstere Orte eindringt, wo die Sonne nicht erscheint. Diese göttliche Sphäre wurde von den Alten versinnlicht durch Strahlenkreise, in deren Mitte Gott und ringsumher die Engel waren. Daher sind die, welche sich vom Herrn führen lassen, und somit das Göttliche von Ihm aufnehmen, in dem Maße in der Sphäre des göttlich Guten, als sie es aufnehmen. Die aber, die es nicht aufnehmen, sind zwar in ebenderselben Sphäre, aber das Innere bei ihnen ist in dem Maß verschlossen, daß sie den Einfluß nicht fühlen; denn die, welche sich in der Hölle befinden, sind im Äußeren und nicht im Inneren. Aus ihrem Äußeren dringt auch wirklich Böses und Falsches dunstartig hervor, das um sie her wie ein Rauch aus einem Ofen erscheint. Daher wird die äußere Sphäre des göttlich Guten bei ihnen abgeschwächt, wobei gleichwohl die innere bleibt, die aber nicht aufgenommen wird, weil sie für dieselbe verschlossen sind, aber dennoch regiert der Herr durch sie die Höllen. Daß es die Sphäre des göttlich Guten ist, die vom Herrn ausgeht, beruht darauf, daß die Himmelssonne, die der Herr ist, die göttliche Liebe ist, denn diese erscheint so. Die davon ausgehende Wärme ist das Gute der Liebe, und das davon ausgehende Licht ist das Wahre des Glaubens. Daher wird im Wort unter der Sonne die göttliche Liebe verstanden, unter dem Feuer und der Wärme das Gute der Liebe und unter dem Licht das Wahre des Glaubens. Außerdem geht von einem jeden Engel eine Sphäre aus von seiner Liebe, auch von einem jeden guten und bösen Geist gemäß den Trieben ihrer Liebe. Aber die von ihnen ausgehenden Sphären erstrecken sich nicht weit; die göttliche Sphäre aber dringt in das Weltall ein, denn sie geht vom Innersten aus, und das Innerste ist alles in allem, was aus demselben hervorgeht. Über diese Sphären sehe man, was früher zum Teil auch aus Erfahrung gezeigt wurde: Nr. 1048, 1053, 1316, 1504-1512, 1695, 2401, 4464, 5179, 6206, 7454, 6598-6613, 8063, 8630, 8794, 8797, 9490, 9491, 9492, 9498, 9499, 9534, 9606, 9607. 10189. "An seinen zwei Rippen (Wänden)", 2. Mose 30/4, bedeutet mit den Wahrheiten einerseits nämlich trete die Verbindung ein, und durch dieselben die Erhaltung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Rippen, wenn durch sie die Seiten verstanden werden, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen; denn die Seiten, die Rippen genannt werden, sind gegen Süden und Norden gerichtet, und durch Süd wird das Wahre in seinem Lichte bezeichnet: Nr. 9642; und durch Nord das Wahre in der Verschattung: Nr. 3708. Durch die Seiten aber, die im eigentlichen Sinne so genannt werden, wird das Gute bezeichnet, weil sie gegen Ost und West gerichtet sind, und durch Ost wird das Gute im Klaren bezeichnet; und durch West das Gute im Dunklen: Nr. 3708, 9653: darum wird hier gesagt: "Zwei goldene Ringe sollst du ihm machen unter dem Kranze; an seinen zwei Rippen sollst du sie machen, auf seinen beiden Seiten". Daß die Seiten, die eigentlich Seiten sind, gegen Ost und West gerichtet sind, die Seiten aber, die Rippen heißen, gegen Süd und Nord, erhellt 2. Mose 26/13,26,27,35. Auch werden durch die Rippen, weil sie die Stützen der Brust sind, die Wahrheiten bezeichnet, die dem Guten einen Halt gewähren. Im Himmel verhält es sich auf folgende Weise: Zur Rechten sind dort diejenigen, die im Lichte des Wahren sind, somit die, welche im Süden, zur Linken aber die, welche im Schatten des Wahren sind, somit die im Norden. Vor dem Angesicht sind die, welche im klaren Innewerden des Guten, somit die im Osten sind; rückwärts aber die, welche im dunklen Innewerden des Guten, somit die im Westen sind. Diese, die im Guten sind, bilden das himmlische Reich des Herrn; jene aber, die im Wahren sind, bilden das geistige Reich des Herrn. Diese Erscheinung haben die Engel dort, wohin sie sich auch wenden mögen, denn die Engel haben vor dem Angesicht immerfort den Herrn, Welcher der Osten (Aufgang) selbst ist. Das Gegenteil aber findet statt bei denen, die in der Hölle sind, denn diese haben den Herrn immerfort im Rücken. Im anderen Leben gibt es keine Himmelsgegenden, wie in der Welt, die sich nach feststehenden Regionen hinwenden, sondern (sie richten sich) nach den feststehenden und herrschenden Liebestrieben; denn der Engel und Geist ist (wesentlich) seine Liebe, und wo diese ist, dahin wendet er sich. Die, welche in der Liebe zum Herrn sind, und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und daher im Glauben, erblicken vor sich den Herrn bei jeder Wendung ihres Leibes mit ihrem Angesicht; denn der Herr wendet sie zu Sich; Er geht nämlich durch den Weg des Aufgangs in sie ein, und hält sie fortwährend in der Richtung auf Ihn. Daher kommt es, daß ihr äußeres Gesicht, das bestimmt wird von ihrem inneren Gesicht, das dem Verstand angehört, wie dieser von der Liebe, die dem Willen angehört, dahin gewendet ist, wohin die Liebe zieht. Ebenso verhält es sich mit den Menschen in der Welt in betreff ihres Inneren, das ihrem Geiste angehört. Aus der Wendung (Richtung) eines jeden werden auch wirklich alle im anderen Leben erkannt. Daß die Räume und Orte im anderen Leben sich nicht anders verhalten, und daß sie daher Zustände bezeichnen, sehe man Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381, 9440, 9967, 10146. 10190. "Auf seinen beiden Seiten sollst du sie machen", 2. Mose 30/4, bedeutet mit dem Guten andererseits, trete Verbindung ein, und dadurch Erhaltung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10189 gesagt und gezeigt wurde. Hieraus kann man auch erkennen, wie es sich mit der göttlichen Sphäre ringsumher verhält, daß nämlich die Sphäre des Guten der Liebe vom Herrn als der Sonne von Ost nach West geht, und die Sphäre des Wahren aus dem Guten von Süd nach Nord; somit bildet die Sphäre des göttlich Guten in der Mitte gleichsam die Achse, und die Sphäre des davon ausgehenden göttlich Wahren ist auf beiden Seiten, zur Rechten und zur Linken. 10191. "Und sollen sein zu Behältern für die Stangen", 2. Mose 30/4, bedeutet die Macht des Wahren aus dem Guten daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Behälter oder Ringe, denn diese waren die Behälter, sofern sie die göttliche Sphäre bezeichnen, wovon Nr. 10188; und aus der Bedeutung der Stangen, sofern sie die Macht des Wahren aus dem Guten bezeichnen, wovon Nr. 9496. 10192. "Ihn damit zu tragen", 2. Mose 30/4, bedeutet daher (komme) die Erhaltung im (guten) Stand. Dies erhellt aus der Bedeutung von tragen, sofern es heißt, im Stande des Guten und Wahren erhalten, somit existieren und bestehen, wovon Nr. 9500, 9737, und erhalten: Nr. 9900. 10193. "Und sollst die Stangen von Schittimholz machen", 2. Mose 30/5, bedeutet die Macht aus dem Guten der Liebe des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stangen, sofern sie die Macht bezeichnen, wovon Nr. 9496; und aus der Bedeutung von Schittimholz, sofern es das Gute der Liebe des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 10178. 10194. "Und sie mit Gold überziehen", 2. Mose 30/5, bedeutet, alles soll sich auf das Gute gründen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Gold überziehen", sofern es heißt, auf das Gute gründen, wovon Nr. 9490. Was es heißt, gegründet werden auf das Gute, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Manche haben den Glauben, das Wahre sei es, auf das sich alles gründe; aber sie sind sehr im Irrtum; denn beim Menschen gibt es nichts Wahres, wenn er nicht im Guten ist. Das Wahre, das beim Menschen ist ohne das Gute, ist ein Äußeres ohne ein Inneres, somit wie eine Schale ohne Kern. Es hat seinen Sitz nur im Gedächtnis. Dieses Wahre kann man vergleichen mit einem Gemälde, sei es von einer Blume, oder einem Baum, oder einem Tier, worin inwendig nur Kot ist; aber das Wahre aus dem Guten wohnt nicht nur im Gedächtnis, sondern ist auch dem Leben eingewurzelt, und kann verglichen werden mit einer wirklichen Blume, oder einem Baum, oder Tier, deren Vollkommenheit nach innen immer zunimmt; denn was die Gottheit geschaffen, ist je inwendiger, desto vollkommener. Dies läßt sich recht deutlich aus den Vorbildern im anderen Leben erkennen; in diesem stellen sich die Vorbildungen dar je nach den Zuständen des Inneren bei den Geistern, denn es sind Entsprechungen. Um die Geister her, die in den Wahrheiten sind aus dem Guten, erscheinen äußerst schöne Vorbilder, nämlich Häuser und Paläste, die von Gold und Edelsteinen strahlen, wie auch Gärten und Paradiese von unaussprechlicher Schönheit; dies alles vermöge der Entsprechung. Dagegen um die her, die in den Wahrheiten sind, aber nicht aus dem Guten, erscheinen nur steinige Orte, Klippen und Seen, und zuweilen Baumpflanzungen, aber reizlose und unfruchtbare; auch diese kraft der Entsprechung. Aber um diejenigen her, die im Falschen sind aus dem Bösen, erscheinen Sümpfe, Kloaken und viele ungeheuerliche Dinge. Der Grund hiervon ist, weil alle Vorbilder dort äußere Dinge sind, in denen sich die Zustände des Inneren bildlich gestalten, denn nur in solcher Weise kann sich die geistige Welt dort sichtbar darstellen. Hieraus kann erhellen, was es heißt, auf das Gute gegründet werden. 10195. "Und sollst ihn setzen vor den Vorhang, der über der Lade des Zeugnisses", 2. Mose 30/6, bedeutet im inneren Himmel, wo dieser verbunden ist mit dem innersten Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vorhangs, der zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten vor der Lade war, sofern er das Mittlere bezeichnet, das den zweiten und den dritten Himmel vereinigt, wovon Nr. 9670, 9671, und aus der Bedeutung der Lade des Zeugnisses, sofern sie den innersten Himmel bezeichnet, wovon Nr. 9485. Daß das Zelt mit dem Raum innerhalb des Vorhangs, und außerhalb des Vorhangs, und mit dem Vorhof, die drei Himmel vorbildete, sehe man Nr. 9457, 9481, 9485, 9741. 10196. "Vor den Gnadenstuhl, der über dem Zeugnis", 2. Mose 30/6, bedeutet, wo die Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen aus dem Guten der Liebe vom Herrn stattfindet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gnadenstuhls, sofern er die Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen aus dem Guten der Liebe vom Herrn bezeichnet, wovon Nr. 9506; und aus der Bedeutung des Zeugnisses, sofern es den Herrn in Ansehung des Wortes bezeichnet, wovon Nr. 8535, 9503, somit in Ansehung des göttlich Wahren, denn der Herr in Ansehung des göttlich Wahren ist das Wort: Nr. 9987. Mit wenigen Worten soll hier vom göttlich Guten und vom göttlich Wahren gesprochen werden: Der Herr in Ansehung des Göttlichen Selbst, das der Vater genannt wird, und in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, das der Sohn heißt, ist die göttliche Liebe selbst, somit das göttlich Gute selbst. Aber der Herr als der Himmel, der unterhalb des Herrn als Sonne, ist das göttlich Wahre. Dieses göttlich Wahre hat jedoch in sich das göttlich Gute, so wie es geeignet ist zur Aufnahme der Engel und Geister. Dieses Göttliche ist es, das der Geist Jehovahs und das Heilige genannt wird. Der Grund, warum dieses das göttlich Wahre und nicht das göttlich Gute heißt, ist der, weil die Engel und Geister Geschöpfe sind, und daher Wesen, die das vom göttlich Guten ausgehende göttlich Wahre aufnehmen. Auch sie besitzen wie die Menschen zwei Fähigkeiten, nämlich Verstand und Willen, aber der Verstand ist gebildet zur Aufnahme des göttlich Wahren, und der Wille zur Aufnahme des göttlich Guten. Der Verstand dient ihnen zur Aufnahme und auch zum Innewerden. Eine Vorstellung davon können sich die Einfältigen machen aus der Vergleichung mit der Sonne der Welt und mit der Welt, die aus ihr existiert. In der Weltsonne ist Feuer, was aber davon ausgeht, ist Wärme und Licht. Jeder kann wissen, daß nicht in der Sonne selbst das Licht ist, sondern daß das Licht von ihr ausgeht; und in dem Maß, als das von der Sonne ausgehende Licht Wärme in sich hat, leben und wachsen die Pflanzen, und bringen sie Früchte und Samen hervor. Dies ist vergleichsweise gesagt, weil die ganze Natur eine das Reich des Herrn vorbildende Schaubühne ist. Sie ist aber eine vorbildende Schaubühne, weil die natürliche Welt durch die geistige Welt aus dem Göttlichen entstanden ist, und immerfort entsteht, d.h. besteht. Daher kommt es, daß im Wort unter der Sonne der Herr in Ansehung der göttlichen Liebe verstanden wird, ebenso unter dem Feuer; und daß unter dem Licht der Herr in Ansehung des göttlich Wahren verstanden wird, wie Joh.1/9; 3/19; 9/5; 12/46. 10197. "Woselbst Ich mit dir zusammenkommen will", 2. Mose 30/6, bedeutet die Gegenwart und den Einfluß des Herrn dadurch. Dies erhellt aus der Bedeutung von zusammenkommen, wenn es von Jehovah (ausgesagt wird), sofern es die Gegenwart und den Einfluß des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 10147, 10148. 10198. "Aharon aber soll darauf räuchern", 2. Mose 30/7, bedeutet die Erhebung des Gottesdienstes aus Liebe und Liebtätigkeit vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von räuchern, sofern es die Erhebung alles Gottesdienstlichen aus Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet, wovon Nr. 10177; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, als des Hohenpriesters, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des Werkes der Seligmachung vorbildet, wovon Nr. 9806, 9965, 10068. Daß räuchern die Erhebung des Gottesdienstes bedeutet, kommt daher, weil das Feuer das Gute der Liebe bezeichnete; daher bezeichnete alles, was vom Feuer ausging solches, was von der Liebe ausgeht. Aus diesem Grunde hatte nicht nur das Licht, sondern auch der Rauch eine vorbildliche Bedeutung. Daß durch Feuer das Gute der Liebe bezeichnet wird, sehe man Nr. 4906, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 10055; daß auch der Rauch eine vorbildliche Bedeutung hatte, erhellt bei Jes.4/5,6: "Schaffen wird Jehovah über aller Wohnung Zions eine Wolke bei Tag, und Rauch und Glanz der Feuerflamme bei Nacht". Joh.Offenb.15/8: "Der Tempel war erfüllt von Rauch aus der Herrlichkeit Gottes und Seiner Kraft". Daß der Rauch der Rauchwerke die Erhebung der Gebete, somit überhaupt aller gottesdienstlichen Handlungen bezeichnet, erhellt Joh.Offenb.8/4: "Es stieg auf der Rauch der Räucherwerke aus den Gebeten der Heiligen". 10199. "Mit wohlriechendem Rauchwerk", 2. Mose 30/7, bedeutet die Erhörung und wohlgefällige Annahme. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchwerks, sofern es die Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen aus Liebe und Liebtätigkeit vom Herrn bezeichnet, wovon Nr. 10177; und aus der Bedeutung der wohlriechenden (Spezereien), sofern sie das Wohlgefällige bezeichnen. Daß Spezereien das Wohlgefällige bedeuten, hat seinen Grund im Geruch, denn der Geruch bezeichnet das Innewerden, Vernehmen (perceptivum), daher Wohlgeruch das angenehme Innewerden, und übler Geruch das unangenehme Innewerden; denn alles, was durch die Sinnesorgane vom Menschen empfunden wird, bezeichnet Geistiges, das sich auf das Gute der Liebe und auf die Wahrheiten des Glaubens bezieht, wie der Geruch, der Geschmack, das Gesicht, das Gehör, der Tastsinn. Daher bezeichnet der Geruch das Innewerden des inneren Wahren aus dem Guten der Liebe; der Geschmack das Innewerden und den Trieb zu wissen und weise zu sein; das Gesicht das Verständnis der Wahrheiten des Glaubens; das Gehör das Innewerden aus dem Guten des Glaubens und aus dem Gehorsam; und der Tastsinn im allgemeinen die Mitteilung, Übertragung und Aufnahme. Der Grund, warum es sich so verhält, liegt darin, daß alle äußeren Sinnesempfindungen ihren Ursprung aus den inneren Sinnesempfindungen haben, die dem Verstand und Willen angehören, somit beim Menschen aus den Wahrheiten des Glaubens und aus dem Guten der Liebe; denn diese bilden das Verstandes- und Willensvermögen des Menschen. Die inneren Sinnesempfindungen, die dem Verstand und Willen im Menschen eigen sind, haben aber nicht denselben Sinn, den die äußeren haben; allein sie verwandeln sich in solches, wenn sie einfließen; denn alles, was vom Menschen durch die äußeren Sinnesorgane empfunden wird, fließt vom Inneren her ein. Aller Einfluß geht vom Inneren ins Äußere, nicht aber umgekehrt, weil es keinen physischen Einfluß, d.h. keinen Einfluß aus der natürlichen Welt in die geistige Welt gibt, sondern aus der geistigen Welt in die natürliche. Das Innere des Menschen, das seinem Verstand und Willen eigen ist, befindet sich in der geistigen Welt, und sein Äußeres, das den leiblichen Sinnen eigen ist, befindet sich in der natürlichen Welt. Hieraus kann man auch erkennen, was Entsprechung ist, und wie beschaffen sie ist. Daß der Geruch im allgemeinen dem Innewerden gemäß der Beschaffenheit einer Sache entspricht, sehe man Nr. 1514, 1517, 1518, 1519, 3577, 4642-4634, 10054; der Geschmack dem Innewerden und dem Trieb zu wissen und weise zu sein: Nr. 3502, 4791-4805; das Gesicht dem Verständnis der Wahrheiten des Glaubens: Nr. 3863, 4403-4421, 4567, 5114, 5400, 6805; das Gehör dem Innewerden des Glaubensguten und dem Gehorsam: Nr. 3869, 4652-4660, 7216, 8361, 9311, 9926; und daß der Tastsinn Mitteilung, Übertragung und Aufnahme ist: Nr. 10130. Aus diesem wird klar, daß wohlriechende (Spezereien) solches bedeuten, was mit Wohlgefallen wahrgenommen wird, wie alles, was aus Liebe und Liebtätigkeit kommt, insbesondere die inneren Wahrheiten, weil diese dorther stammen, wie aus folgenden Stellen im Wort erhellt: Jes.3/24: "Anstatt Wohlgeruchs wird Moder sein, und statt des Gürtels Zerschneidung, und statt der geflochtenen Haare Kahlheit": hier ist die Rede von den Töchtern Zions, durch welche die himmlische Kirche bezeichnet wird, und diese Kirche ist in den inneren Wahrheiten aus dem Guten der Liebe zum Herrn. Wohlgeruch bedeutet hier das innere Wahre, Moder die Beraubung desselben, Gürtel bedeutet Verbindung, und Zerschneidung ist die Auflösung des Zusammenhangs und der Ordnung. Die geflochtenen Haare bedeuten das wißtümlich Wahre oder das äußere Wahre oder das Wahre des äußeren Menschen, und Kahlheit die Beraubung desselben. Daß der Gürtel die Verbindung und das Band bedeutet, wodurch alles im Zusammenhang erhalten werden soll, so daß es auf einen Zweck abzielt, sehe man Nr. 9828; daß die geflochtenen Haare das wißtümlich Wahre bezeichnen: Nr. 2831; und daß Kahlheit die Beraubung desselben ist: Nr. 9960. Hes.17/3,4: "Ein Adler mit großen Flügeln kam auf den Libanon, und von da brachte er das Zweiglein einer Zeder ins Land Kanaan, in die Stadt der Spezereihändler brachte er das oberste Reis derselben": hier ist im inneren Sinn die Rede von den Anfängen der geistigen Kirche und ihrem Wachstum, und hernach von ihrer Verkehrung und ihrem Ende. Durch den Adler mit großen Flügeln wird das innere Wahre dieser Kirche bezeichnet: Nr. 3901, 8764; die Flügel bedeuten die äußeren Wahrheiten: Nr. 8764, 9514; der Libanon bedeutet diese Kirche; die Zedern daselbst bedeuten das Wahre der geistigen Kirche; die Stadt der Spezereihändler ist, wo die Lehre des inneren Wahren ist. Daß Städte im Wort Lehren bezeichnen, sehe man Nr. 402, 2449, 3216, 4492, 4493; Stadt der Spezereihändler wird gesagt wegen der inneren Wahrheiten. Hes.27/22: "Die Händler von Scheba und Raamah, mit köstlicher Spezerei und mit allerlei Edelsteinen und Gold, betrieben ihren Handel": hier ist die Rede von Tyrus, durch das die Kirche in Ansehung der Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet wird. Händler sind die, welche dieselben haben und mitteilen; Scheba und Raamah sind die, welche in Erkenntnissen himmlischer und geistiger Dinge sind; köstliche Spezerei bedeutet, was wohlgefällig ist aus den inneren Wahrheiten; Edelsteine sind diese Wahrheiten selbst und Gold ist das Gute derselben. Daß Tyrus die Kirche in Ansehung der inneren Erkenntnisse des Guten und Wahren bedeutet, und im abgezogenen Sinn diese Erkenntnisse selbst, sehe man Nr. 1201; daß die Händler diejenigen bezeichnen, die sie haben, und sie mitteilen: Nr. 2967, 4453; Scheba und Raamah die, welche in Erkenntnissen himmlischer und geistiger Dinge sind: Nr. 1171, 3240; daß der Edelstein das innere Wahre bedeutet: Nr. 9863, 9865, 9873, 9874; und daß Gold das Gute desselben ist, (sehe man) das Nr. 9874, 9881 Angeführte. Hieraus wird klar, was dadurch vorgebildet wurde, daß die Königin von Scheba nach Jerusalem zu Salomo kam "mit Kamelen, die Spezereien trugen, und Gold und Edelsteine": 1.Kön.10/1,2; und daß Weise aus dem Morgenland zu dem neugeborenen Jesus "Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten": Matth.2/11. Weil die Spezereien die inneren Wahrheiten bezeichneten, somit die, welche wohlgefällig sind, darum wurde das Rauchwerk wohlriechend (aromatisch) gemacht, wie auch das Salböl, wovon im Folgenden dieses Kapitels. Unter den inneren Wahrheiten werden diejenigen Wahrheiten verstanden, die Sache des Lebens und der Neigung des Menschen geworden, und die somit inwendig bei ihm sind; nicht aber die Wahrheiten, die bloß im Gedächtnis, und nicht Sache des Lebens geworden sind, diese Wahrheiten werden beziehungsweise äußere Wahrheiten genannt, denn sie sind nicht ins Leben eingeschrieben, sondern bloß ins Gedächtnis; sie haben nämlich ihren Sitz im äußeren Menschen und nicht im inneren. Die Glaubenswahrheiten, die dem Leben eingeschrieben sind, sind im Willen, und die im Willen, sind im inneren Menschen, denn durch die Glaubenswahrheiten wird der innere Mensch aufgeschlossen, und es entsteht eine Gemeinschaft mit den Himmeln. Hieraus erhellt, daß die inneren Wahrheiten bei dem Menschen solche sind, die aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit stammen. Ob man sagt Wille oder Liebe, ist gleich, denn was dem Willen des Menschen angehört, das gehört seiner Liebe an, deshalb sind die dem Leben eingeschriebenen Wahrheiten, die innere Wahrheiten genannt werden, solche, die der Liebe, somit die dem Willen eingeschrieben sind, aus dem sie nachher hervortreten, wenn sie in die Rede und ins Tun (übergehen); denn der Himmel, in dem der innere Mensch, der geöffnet ist, (sich befindet), fließt nicht unmittelbar in die Wahrheiten ein, sondern mittelbar durch das Gute der Liebe. Der Himmel kann aber nicht beim Menschen eingehen, wenn der innere Mensch verschlossen ist, weil kein Gutes der Liebe in ihm ist, das ihn aufnimmt; deshalb fließt bei denen, bei denen der innere Mensch nicht durch Wahrheiten aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit geöffnet ist, die Hölle mit Falschem aus dem Bösen ein, mögen auch immerhin Glaubenswahrheiten, auch innere im äußeren Menschen, d.h. im Gedächtnis sich befinden. Aus diesem kann nun erhellen, was verstanden wird unter inneren Wahrheiten, die wohlgefällig sind, und die durch wohlriechende (Spezereien) bezeichnet werden, nämlich solche, die aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit stammen. 10200. "Alle Morgen", 2. Mose 30/7, bedeutet, wenn der Zustand der Liebe im Klaren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, sofern er bezeichnet, wenn der Zustand der Liebe im Klaren ist, wovon Nr. 10134; daher bedeutet alle Morgen oder an jedem Morgen (die Zeit), wenn dieser Zustand vorhanden ist. Daß in den Himmeln die Zustände der Liebe und des Lichtes, d.h. des Guten und Wahren, immerfort aufeinanderfolgen, wie auf Erden Morgen, Mittag, Abend und Dämmerung, und wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter, ist früher öfters gezeigt worden; wie auch, daß diese Tages- und Jahreszeiten ihren Ursprung daher haben; denn was in der Welt existiert, besteht in Bildern der Dinge, die in den Himmeln sind, aus dem Grund, weil alles Natürliche vom Geistigen, d.h. vom Göttlichen in den Himmeln herkommt. Hieraus wird klar, von welcher Art die Veränderungen der Zustände in den Himmeln sind, denn sie werden erkannt aus der Vergleichung mit den Zuständen der Wärme und des Lichtes in der Welt. Die Wärme in den Himmeln ist nämlich das Gute der Liebe vom Herrn, und das Licht daselbst ist das Wahre des Glaubens vom Herrn. Der Grund, warum dort in solcher Weise die Zustände aufeinanderfolgen, liegt darin, daß die Engel dort immerfort vervollkommnet werden sollen, denn auf diese Weise machen sie alle Verschiedenheiten des Guten und Wahren durch, und nehmen sie in sich auf. Die Unterschiede der mancherlei Arten des Guten der Liebe und des Glaubenswahren verhalten sich dort auch wirklich wie die Unterschiede der Wärme und des Lichts in den einzelnen Gegenden und Klimaten der Erde, nämlich anders in der Nähe des Äquators, und anders in der Entfernung von demselben auf beiden Seiten, und anders an jedem Tag eines jeden Jahres, und auch anders in einem jeden Jahr; denn ganz das gleiche oder dasselbe kehrt niemals wieder. Es ist nämlich vorgesehen, daß es nicht ganz dasselbe gibt, sowohl in der geistigen Welt als in der natürlichen Welt; daher nimmt die Vollkommenheit fortwährend zu. 10201. "Wenn er die Lampen zurichtet, soll er damit räuchern", 2. Mose 30/7, bedeutet, wenn auch das Wahre in sein Licht kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lampen, sofern sie das göttlich Wahre bezeichnen und daher Einsicht und Weisheit, wovon Nr. 9548, 9783; daß sie zurichten oder anzünden bedeutet, wenn jenes in sein Licht kommt, ist klar. Und aus der Bedeutung von räuchern, sofern es die Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen bezeichnet, wovon Nr. 10177, 10198. Hieraus erhellt, daß durch das Räuchern alle Morgen, wenn die Lampen zugerichtet werden, bezeichnet wird, die Erhörung und Annahme aller gottesdienstlichen Handlungen finde hauptsächlich dann statt, wenn sie im klaren Zustand der Liebe geschehen und daher in der Einsicht und Weisheit des Wahren. Es wird gesagt "in der Einsicht und Weisheit des Wahren daher", weil das Licht des Wahren beim Menschen sich ganz dem Zustand seiner Liebe gemäß verhält: inwieweit die Liebe entzündet wird, insoweit leuchtet das Wahre, denn das Gute der Liebe ist das eigentliche Lebensfeuer, und das Wahre des Glaubens ist das eigentliche Verstandeslicht, das Einsicht und Weisheit ist; jene beiden halten gleichen Schritt. Unter Einsicht und Weisheit wird nicht verstanden die Fähigkeit, über einen jeden Gegenstand zu denken und zu vernünfteln (denn diese findet sich ebenso bei den Bösen wie bei den Guten), sondern die Fähigkeit, Wahres und Gutes, das dem Glauben und der Liebtätigkeit und der Liebe zum Herrn angehört, zu sehen und inne zu werden. Diese Fähigkeit ist nur bei denen vorhanden, die in der Erleuchtung sind vom Herrn, und sie sind in dem Maß in der Erleuchtung, als sie in der Liebe zu Ihm und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind; denn der Herr geht durch das Gute ein, somit durch die Liebe und Liebtätigkeit, die im Menschen sind, und führt in die Wahrheiten ein, die dem Guten entsprechen. Wenn aber fremdartige Liebestriebe (amores), wie solche, die vom Herrn und vom Nächsten weg zu sich selbst und zu der Welt hingewendet sind, (den Menschen beherrschen), dann führen ihn diese Liebestriebe; aber (sie führen ihn) von den Wahrheiten hinweg in Falsches, wobei immerhin die Fähigkeit zu denken und zu vernünfteln bleibt. Der Grund ist, weil sie nicht in der Erleuchtung sind vom Herrn, sondern von sich selbst und von der Welt. Diese Erleuchtung ist lauter Finsternis in geistigen Dingen, d.h. in Sachen des Himmels und der Kirche; denn bei solchen ist der inwendige Mensch, der vom Licht des Himmels aus sieht, verschlossen, und der äußere, der aus dem Licht der Welt sieht, geöffnet; aber etwas sehen aus dem Licht der Welt ohne den Einfluß des Lichtes aus dem Himmel, heißt in der Finsternis sehen das, was dem Himmel angehört; ja inwieweit er alsdann durch Selbst- und Weltliebe das Naturlicht angezündet hat, insoweit stürzt er in Falsches, folglich löscht er insoweit die Glaubenswahrheiten aus. Daher kommt es auch, daß die weltlich Gebildeten, die in der Selbstliebe sind und eine größere Fertigkeit haben, Falsches zu begründen, blinder sind als die Einfältigen. Dies wurde gesagt, damit man wisse, daß der Glaube eines jeden so ist wie seine Liebe, und damit man verstehe, was es heißt, daß das Wahre in sein Licht kommt, wenn die Liebe in ihre Klarheit, was dadurch bezeichnet wird, daß alle Morgen geräuchert werden sollte, wenn die Lampen zugerichtet wurden. 10202. "Und wenn Aharon die Lampen aufgehen läßt gegen Abend, soll er damit räuchern", 2. Mose 30/8, bedeutet die Erhebung auch im dunklen Zustand der Liebe, wenn auch das Wahre in seinem Schatten ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aufgehen lassen oder anzünden die Lampen", sofern es heißt, erleuchten mit dem göttlich Wahren und daher mit Einsicht und Weisheit, wovon Nr. 10201. Aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des Werkes der Seligmachung vorbildet, wovon Nr. 9806, 9965, 10068; aus der Bedeutung von "gegen Abend", sofern es den dunklen Zustand der Liebe bezeichnet und daher den Zustand des Wahren im Schatten, wovon Nr. 10134, 10135; und aus der Bedeutung von räuchern, sofern es die Erhebung des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 10198. Hieraus wird klar, daß durch "beim Aufgehenlassen der Lampen gegen Abend soll Aharon räuchern" bezeichnet wird die Erhebung aller gottesdienstlichen Handlungen vom Herrn im dunklen Zustand der Liebe, wenn auch das Wahre in seinem Schatten ist. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was Nr. 10200, 10201 gesagt wurde, daß nämlich die Zustände der Liebe in den Himmeln abwechseln wie die Tages- und Jahreszeiten in der Welt, und daß das Wahre in seinem Licht wie das Gute in seiner Wärme, d.h. in seiner Liebe ist. Wenn daher die Liebe nicht so ganz in ihrer Wärme ist, so ist auch das Wahre nicht in seinem Licht. Weil es so ist, wird gesagt, "die Lampen am Morgen zurichten" und "die Lampen am Abend aufgehen lassen", denn aufgehen lassen heißt, das Licht des Wahren erheben und vermehren alsdann, soweit es geschehen kann. 10203. "Als ein immerwährendes Rauchwerk vor Jehovah", 2. Mose 30/8, bedeutet in jedem Gottesdienst aus Liebe vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchwerks, sofern es den Gottesdienst aus Liebe bezeichnet, wovon Nr. 9475; aus der Bedeutung von "immerwährend", sofern es ausdrückt, alles in allem, wovon Nr. 10133, und aus der Bedeutung von "vor Jehovah", sofern es soviel ist als vom Herrn, wovon Nr. 10146. Gottesdienst aus Liebe vom Herrn wird gesagt, weil vom Herrn sowohl die Liebe als der Glaube kommt, die das Wesentliche des Gottesdienstes sind, und auch vom Herrn die Erhebung aller gottesdienstlichen Handlungen zu Ihm ausgeht. Der Mensch, der die Geheimnisse des Himmels nicht weiß, meint, der Gottesdienst sei von ihm, weil er denkt und anbetet; aber der Gottesdienst, der vom Menschen selbst kommt ist kein Gottesdienst, sondern der, welcher vom Herrn beim Menschen ist; denn die Liebe und der Glaube machen den Gottesdienst, und wenn die Liebe und der Glaube vom Herrn sind, so ist auch der Gottesdienst von Ihm. Auch kann der Mensch nichts von sich aus in den Himmel erheben, sondern der Herr erhebt es; im Menschen liegt bloß die Fähigkeit, daß es geschehen kann, und diese wird ihm geschenkt, wenn er wiedergeboren wird: Nr. 6148; aber alles Wirksame und Lebendige dieser Fähigkeit ist vom Herrn. Daß das Leben selbst vom Herrn ist und daß der Mensch und der Engel nur aufnehmende Formen sind, sehe man Nr. 1954, 2021, 2536, 2706, 3001, 3318, 3484, 3741, 3742, 3743, 4151, 4249, 4318, 4319, 4320, 4417, 4523, 4524, 4882, 5847, 5986, 6325, 6467, 6468, 6470, 6472, 6479, 9338. 10204. "Bei euren Geschlechtern", 2. Mose 30/8, bedeutet ewig bei denen, die im Glauben aus der Liebe sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, sofern sie das bezeichnen, was dem Glauben und der Liebe angehört, wovon Nr. 613, 2020, 2584, 6239, 9042, 9079, 9845; und daß "bei den Geschlechtern" soviel ist als in Ewigkeit: Nr. 9789. 10205. "Ihr sollt nicht darauf bringen ein fremdes Rauchwerk", 2. Mose 30/9, bedeutet keinen Gottesdienst aus einer anderen Liebe als der zum Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchwerks, sofern es den Gottesdienst aus Liebe bezeichnet, wovon Nr. 9475; und aus der Bedeutung des Fremden, sofern es den bezeichnet, der innerhalb der Kirche ist, aber den Herrn nicht anerkennt, wovon Nr. 10112. Hieraus wird klar, daß durch "ihr sollt nicht darauf bringen ein fremdes Rauchwerk" bezeichnet wird, daß ein Gottesdienst aus einer anderen Liebe als aus der zum Herrn kein Gottesdienst sei. Damit verhält es sich in folgender Weise: Anerkennung, Glaube und Liebe zum Herrn sind die Haupterfordernisse bei allen gottesdienstlichen Handlungen innerhalb der Kirche. Die Anerkennung und der Glaube bei denselben verbindet den Verstand und die Liebe den Willen, und diese zwei machen den ganzen Menschen. Wer also den Herrn innerhalb der Kirche nicht anerkennt, der hat keine Verbindung mit dem Göttlichen, denn alles Göttliche ist im Herrn und vom Herrn; und wo keine Verbindung mit dem Göttlichen ist, da ist kein Heil; daher kommt es, daß der Gottesdienst aus einem anderen Glauben und aus einer anderen Liebe als aus der zum Herrn kein Gottesdienst ist. Anders ist es bei denen, die außerhalb der Kirche sind; weil diese in Unwissenheit sind in Beziehung auf den Herrn, so wird der Gottesdienst dennoch vom Herrn angenommen, wenn sie ihrer Religion gemäß in einiger Liebtätigkeit gegeneinander leben und in einigem Glauben und einiger Liebe zu Gott, den die meisten von ihnen unter einer menschlichen Gestalt verehren. Diese erkennen den Herrn auch wirklich im anderen Leben an, wenn sie von den Engeln über Ihn belehrt werden, daß Er das Göttliche Selbst in menschlicher Gestalt sei, und in dem Maße, als sie im Guten des Lebens gewesen waren, verehren sie Ihn aus Glauben und Liebe; man sehe Nr. 2589-2604. 10206. "Noch Brandopfer und Mincha (Speisopfer)", 2. Mose 30/9, bedeutet, in denselben sei kein Vorbild der Wiedergeburt durch das Wahre und Gute der himmlischen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brandopfers, sofern es das Vorbild der Reinigung vom Bösen, der Einpflanzung des Guten und Wahren und der Verbindung desselben, somit die Wiedergeburt ist, wovon Nr. 10042, 10053, 10057; und aus der Bedeutung der Mincha (oder des Speisopfers), sofern sie das himmlisch Gute bezeichnet, in das der Mensch durch die Wiedergeburt eingeführt wird, wovon Nr. 4581, 9992, 10079, 10137, und auch ein Vorbild der Wiedergeburt ist: Nr. 9993, 9994. Hieraus wird klar, daß durch "sie sollen kein Brandopfer und keine Mincha auf den Rauchaltar bringen" bezeichnet wird, daß in demselben kein Vorbild der Wiedergeburt durch Wahres und Gutes des Glaubens und der Liebe sei, sondern nur ein Vorbild der Verehrung des Herrn aus demselben; denn etwas anderes ist die Wiedergeburt und etwas anderes der Gottesdienst. Das Wichtigste ist nämlich die Wiedergeburt und gemäß der Beschaffenheit derselben bei dem Menschen ist der Gottesdienst. Denn in dem Maß, als der Mensch gereinigt ist vom Bösen und Falschen daher, und dann auch in dem Maß, als Wahres und Gutes des Glaubens und der Liebe eingepflanzt ist, wird der Gottesdienst angenommen und ist wohlgefällig. Unter Gottesdienst wird nämlich alles verstanden, was aus Liebe und Glauben beim Menschen hervorgeht und zum Herrn vom Herrn erhoben wird. Weil dieses die (notwendige) Ergänzung ist, darum wird der Rauchaltar, durch den der Gottesdienst vorgebildet wurde, zuletzt beschrieben, denn es folgt alles in der Ordnung der Reihe nach, was beschrieben wird: Zuerst wird nämlich das Zeugnis beschrieben, unter dem der Herr verstanden wird, hernach die Lade, worin das Zeugnis, durch die der inwendigste Himmel bezeichnet wird, wo der Herr ist. Hierauf der Tisch, auf dem die Brote sind, durch den das daher kommende Gute der Liebe bezeichnet wird; sodann der Leuchter mit den Lampen, durch den das vom göttlich Guten ausgehende göttlich Wahre bezeichnet wird; hernach das Zelt selbst, durch das der Himmel und die Kirche bezeichnet wird, die aus jenem herkommen. Ferner der Brandopferaltar, durch den die Wiedergeburt durch Wahrheiten aus dem Guten bezeichnet wird; und zuletzt der Rauchaltar, durch den der Gottesdienst aus diesem allem im Himmel und in der Kirche bezeichnet wird. 10207. "Und Trankopfer sollt ihr nicht darauf gießen", 2. Mose 30/9, bedeutet in demselben sei kein Vorbild der Wiedergeburt durch Wahres und Gutes der geistigen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Trankopfers, sofern es ein Vorbild der Wiedergeburt durch Wahres und Gutes des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, wovon Nr. 10137; denn dieses ist das Wahre und Gute der geistigen Liebe. Die Liebe zum Herrn wird nämlich himmlische Liebe genannt, aber die Liebtätigkeit gegen den Nächsten heißt die geistige Liebe; jene Liebe regiert im innersten Himmel, diese aber im mittleren und letzten; man sehe, was angeführt worden Nr. 9277, 9596, 9684. 10208. "Und Aharon soll auf seinen Hörnern versöhnen", 2. Mose 30/10, bedeutet die Reinigung vom Bösen durch das Wahre des Glaubens, die aus dem Guten der Liebe stammen. Dies erhellt aus der Bedeutung von versöhnen, sofern es die Reinigung vom Bösen bezeichnet, wovon Nr. 9506; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und in Ansehung des Werkes der Seligmachung vorbildet, wovon Nr. 9806, 9946, 10017; und aus der Bedeutung der Hörner, sofern sie Kräfte bezeichnen, wovon Nr. 10182, und auch das Äußere, Nr. 10186. Das Versöhnen bedeutet die Reinigung durch die Wahrheiten aus dem Guten der Liebe, weil die Versöhnung durch Blut geschah, und durch Blut das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebe bezeichnet wird: Nr. 4735, 7317, 7326, 7846, 7850, 7877, 9127, 9393, 10026, 10033, 10047; und alle Reinigung vom Bösen durch die Wahrheiten des Glaubens aus dem Guten der Liebe geschieht: Nr. 2799, 5954, 7044, 7918, 9088. Daß die Sühnungen durch Blut auf den Hörnern des Brandopferaltars und des Rauchaltars geschahen, ist zu ersehen in 3. Mose 4/3,7,18,25,30,34; 16/18. Der Grund, warum die Altäre so gesühnt wurden, war, weil die heiligen Dinge durch die Sünden des Volkes befleckt wurden; denn das Volk bildete die Kirche vor, weshalb die Dinge, die der Kirche angehörten und seine Heiligtümer genannt wurden, z.B. der Altar und das Zelt samt dem, was darinnen war, verunreinigt wurden, wenn das Volk selbst sündigte, denn jene Heiligtümer gehörten der Kirche an. Dies kann man auch ersehen bei 3. Mose 15/31: "Ihr sollt die Söhne Israels fernhalten von ihrer Unreinigkeit, auf daß sie nicht sterben in ihrer Unreinigkeit, indem sie verunreinigen Mein Heiligtum, das in ihrer Mitte". 3. Mose 16/16,33: "Aharon soll das Heiligtum sühnen von der Unreinigkeit der Söhne Israels; also soll er sühnen das Heiligtum der Heiligkeit, und das Zelt der Zusammenkunft, und den Altar". Damit verhält es sich in folgender Weise: Das, was Heiliges der Kirche genannt wird, ist nicht heilig, wenn es nicht in heiliger Weise aufgenommen wird, denn wenn es nicht heilig aufgenommen wird, fließt das Göttliche nicht in dasselbe ein, und alles Heilige beim Menschen ist nur heilig vermöge des göttlichen Einflusses, z.B. die Kirchengebäude, die Altäre darin, das Brot und der Wein für das heilige Abendmahl werden einzig und allein heilig durch die Gegenwart des Herrn. Wenn daher der Herr in ihnen nicht gegenwärtig sein kann wegen der Sünden des Volkes, so ist das Heilige abwesend, weil das Göttliche (abwesend ist). Auch werden die heiligen Dinge der Kirche durch Sünden entweiht, weil diese das Göttliche davon entfernen. Dies ist nun der Grund, warum gesagt wird, die Heiligtümer seien verunreinigt durch die Unreinigkeit des Volkes, und warum sie jährlich gesühnt werden sollten. Daß auf den Hörnern der Altäre und nicht auf den Altären selbst die Sühnungen durch Blut geschahen, hatte seinen Grund darin, daß die Hörner ihre äußersten Teile waren und nichts am Menschen gereinigt ist, wenn nicht das Äußerste gereinigt ist; denn das Äußerste ist es, in welches das Innere einfließt, und gemäß dem Zustand, in dem sich dieses befindet, geschieht der Einfluß. Wenn daher das Äußerste verkehrt ist, so wird in demselben auch das Innere verkehrt, denn wenn dieses einfließt, so richten sich die aufnehmenden Formen des Inneren nach dem Zustand, in dem sich jenes befindet. Es verhält sich damit, wie wenn das Auge krank ist: alsdann sieht die Sehkraft, die vom Inneren her kommt, nicht anders als gemäß dem Zustand des Auges, oder wie wenn die Arme krank sind, alsdann äußern sich die Kräfte, die vom Inneren kommen, nicht anders als gemäß denselben. Wenn daher der natürliche Mensch verkehrt ist, alsdann hat der geistige nur die Fähigkeit, verkehrt auf jenen einzuwirken; die Folge davon ist, daß alsdann der geistige oder inwendige Mensch verschlossen wird. Man sehe aber, was hierüber früher gezeigt wurde, nämlich daß der Mensch, wenn er gereinigt sein will, in Ansehung des natürlichen oder äußeren Menschen gereinigt sein muß, was Nr. 9325 a.E angeführt wurde, und zwar deshalb, weil aller Einfluß vom inwendigen in den äußeren geht und nicht umgekehrt: Nr. 5119, 6322, denn das Natürliche des Menschen ist der Boden, in den der Einfluß aus der geistigen Welt ausläuft: Nr. 5651. Daß das Äußere des Menschen dazu gebildet ist, daß es dem Inneren diene, sehe man Nr. 5947, 9216, 9828; somit muß der äußere Mensch schlechterdings dem inwendigen unterworfen sein: Nr. 5786, 6275, 6284, 6299; aus dem Grund, weil der inwendige Mensch im Himmel ist, und der äußere in der Welt: Nr. 3167, 10156, und der äußere Mensch von sich aus oder sich selbst überlassen dem inwendigen entgegengesetzt ist: Nr. 3913, 3928. Was der inwendige Mensch ist und was der äußere, sehe man Nr. 9701-9709. 10209. "Einmal im Jahr", 2. Mose 30/10, bedeutet immerfort. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einmal im Jahr", sofern es soviel ist als fürs ganze Jahr; denn die Versöhnung auf den Hörnern des Rauchaltars einmal im Jahr schloß in sich die Versöhnung für das ganze Jahr, und das Jahr wie alles, was der Zeit angehört, bezeichnet den Zustand und seine Dauer, wie auch die Fortdauer; hier den Zustand der Reinigung vom Bösen durch die Wahrheiten des Glaubens, denn dieser Zustand wird bezeichnet durch die Versöhnung auf den Hörnern des Rauchaltars einmal im Jahr; und alle Reinigung vom Bösen oder die Wiedergeburt wächst nicht nur immerfort in der Welt, sondern auch immerfort im anderen Leben. Daß das Jahr das Fortwährende und Ewige bezeichnet, sehe man Nr. 2906, 7828, wie auch gestern, heute, morgen und dergleichen Zeitbestimmungen: Nr. 2838, 3998, 4304, 6165, 6984, 9939; daß ferner die Reinigung vom Bösen oder die Wiedergeburt in Ewigkeit fortdauere, sehe man, was angeführt worden: Nr. 9334 und 10048. 10210. "Mit dem Blute des Sündopfers der Versöhnungen", 2. Mose 30/10, bedeutet durch das Wahre, aus dem das Guten der Unschuld stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es das göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 4735, 6978, 7317, 7326, 7846, 7850, 9127, 9393, 10026, 10033, 10047; aus der Bedeutung des Sündopfers der Versöhnungen oder des Opfers für die Sünde, wodurch die Versöhnung geschieht, sofern es die Reinigung vom Bösen und dem daher kommenden Falschen bezeichnet. Daß unter Sünde (peccutum) das Opfer für die Sünde verstanden wird, sehe man Nr. 10039; und daß die Versöhnung die Reinigung vom Bösen und dem daher kommenden Falschen ist: Nr. 9506. Daß diese Reinigung durch das Wahre geschieht, das aus dem Guten der Unschuld stammt, beruht darauf, daß das Blut, wodurch die Versöhnung geschah, von einem jungen Stier (Farren) oder Lamm war, und durch den Farren wird das Gute der Unschuld im äußeren Menschen bezeichnet: Nr. 9391, 9990, 10132; und durch Lamm das Gute der Unschuld im inwendigen Menschen: Nr. 10132, Unschuld muß aber da sein, wenn das Wahre und Gute aufgenommen werden soll, man sehe Nr. 3111, 3994, 4797, 6013, 6765, 7836, 7840, 9262, 10134, sodann was Nr. 10021 angeführt worden; denn das Gute der Unschuld ist anerkennen, daß alles Wahre und Gute vom Herrn ist und nichts vom Eigenen des Menschen, somit ist es, vom Herrn geführt werden wollen und nicht von sich selbst. Hieraus wird klar, daß der Mensch, je mehr er sich selber traut und glaubt, somit je mehr er in der Selbstliebe ist, um so weniger im Guten der Unschuld ist; daher kommt es, daß der Mensch vom Bösen nicht gereinigt werden kann, wenn er nicht im Guten der Unschuld ist; denn wenn er nicht in diesem Guten ist, wird er nicht vom Herrn geführt, sondern von sich selbst, und wer von sich selbst geführt wird, der wird von der Hölle geführt; denn das Eigene des Menschen ist lediglich nur böse, und alles Böse gehört der Hölle an. Daß alle Versöhnung durch Blut entweder von einem Farren oder einem Lamm oder von Turteltauben oder von jungen Tauben geschah, erhellt 2. Mose 29/36; 3. Mose 4/1-7,13-18,27-35; 5/1-7; 15/14,24,28-31; 4. Mose 6/9-11; durch Turteltauben und durch junge Tauben wird ebenfalls das Gute der Unschuld bezeichnet. 10211. "Einmal im Jahr soll er darauf versöhnen", 2. Mose 30/10, bedeutet die immerwährende Entfernung des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einmal im Jahr", sofern es soviel ist als immerfort, wovon Nr. 10209; und aus der Bedeutung von versöhnen, sofern es die Reinigung vom Bösen und dem daher stammenden Falschen bezeichnet, wovon Nr. 9506; und die Reinigung vom Bösen ist eben nur Abhaltung von demselben oder Entfernung desselben; man sehe, was angeführt worden: Nr. 10057. 10212. "Bei euren Geschlechtern", 2. Mose 30/10, bedeutet die Angehörigen der Kirche, die im Wahren und Guten des Glaubens (stehen). Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, sofern sie das bezeichnen, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, wovon die Rede war in dem, was Nr. 10204 angeführt worden. Daß es die Angehörigen der Kirche sind, beruht darauf, daß das echte Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe nur bei diesen möglich ist, denn bei ihnen ist das Wort, und durch die Söhne Israels, deren Geschlechter hier verstanden sind, wird die Kirche bezeichnet; man sehe, was angeführt worden: Nr. 9340. 10213. "Das Heilige des Heiligen ist er (der Altar) für Jehovah", 2. Mose 30/10, bedeutet, weil aus dem himmlisch Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Heiligen des Heiligen, sofern es das himmlisch Göttliche bezeichnet, wovon Nr. 10129. Was das himmlisch Göttliche und das geistig Göttliche sei, und was für ein Unterschied zwischen ihnen, darüber sehe man, was angeführt worden: Nr. 9277; 9596. 10214. Vers 11-16: Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Wenn du aufnimmst die Summe der Söhne Israels in betreff ihrer Gezählten, so soll ein jeder eine Sühne seiner Seele geben dem Jehovah, wenn man sie zählt, auf daß ihnen keine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden. Das sollen sie geben, ein jeder, der übergeht auf die Gezählten, die Hälfte eines Sekels nach dem Sekel des Heiligtums, zwanzig Gera auf einen Sekel; die Hälfte eines Sekels soll die Hebe für Jehovah sein. Jeder, der übergeht auf die Gezählten, zwanzig Jahre alt und darüber, soll geben die Hebe Jehovahs. Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme soll nicht weniger geben als die Hälfte eines Sekels, zu geben die Hebe Jehovahs, zur Versöhnung über eure Seelen. Und du sollst das Silber der Versöhnung (das Sühngeld) nehmen von den Söhnen Israels, und sollst es geben zum Dienst des Zelts der Zusammenkunft; und es soll den Söhnen Israels zum Gedächtnis sein vor Jehovah, zur Versöhnung über eure Seelen. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach" bedeutet die Erleuchtung durch das Wort vom Herrn; "wenn du aufnimmst die Summe der Söhne Israels" bedeutet alles Kirchliche; "in betreff ihrer Gezählten" bedeutet in betreff der Anordnung und richtigen Bestimmung; "so soll ein jeder eine Sühne seiner Seele geben dem Jehovah, wenn man sie zählt" bedeutet die Reinigung oder Befreiung vom Bösen durch die Anerkennung und den Glauben, daß alles Gute und Wahre des Glaubens und der Liebe und die Anordnung und richtige Bestimmung desselben vom Herrn sei, und keineswegs vom Menschen; "auf daß ihnen keine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden" bedeutet, damit keine Strafe des Bösen kommen möge beim Tun des Guten wie aus sich; "das sollen sie geben, ein jeder, der übergeht auf die Gezählten" bedeutet, alles dem Glauben und der Liebe Angehörige soll dem Herrn zuerkannt werden; "die Hälfte eines Sekels nach dem Sekel des Heiligtums" bedeutet alles Wahre aus dem Guten; "zwanzig Gera auf einen Sekel" bedeutet alles Gute; "die Hälfte eines Sekels soll die Hebe für Jehovah sein" bedeutet, alles Wahre aus dem Guten sei allein des Herrn; "zwanzig Jahre alt und darüber" bedeutet den Zustand der Einsicht des Wahren und des Guten; "soll geben die Hebe Jehovahs" bedeutet die Zuerkennung dem Herrn allein; "der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme soll nicht weniger geben als die Hälfte eines Sekels, zu geben die Hebe Jehovahs" bedeutet daß alle, mögen sie eine Fähigkeit haben, welche sie wollen, alles Wahre und Gute dem Herrn zuerkennen sollen; "zur Versöhnung über eure Seelen" bedeutet, auf daß das Böse entfernt werde; "und du sollst das Silber der Versöhnung nehmen von den Söhnen Israels" bedeutet die reinigenden Wahrheiten aus dem Guten, die der Kirche angehören; "und sollst es geben zum Dienst des Zelts der Zusammenkunft" bedeutet die Verbindung mit dem Himmel durch die Anerkennung, daß alles Wahre und Gute vom Herrn sei; "und es soll den Söhnen Israels zum Gedächtnis sein vor Jehovah" bedeutet dadurch Erhaltung der Kirche und alles Kirchlichen vom Herrn; "zur Versöhnung über eure Seelen" bedeutet, weil so das Böse entfernt worden. 10215. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach", 2. Mose 30/11, bedeutet die Erleuchtung durch das Wort vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn es von Jehovah zu Mose geschieht, sofern es eine Erleuchtung vom Herrn durch das Wort bezeichnet; denn Jehovah ist im Wort der Herr, und durch Mose wird das Wort vorgebildet. Durch das Reden wird nämlich Einfluß, Innewerden und Belehrung bezeichnet: Nr. 2951, 5481, 5743, 5797, 7226, 7241, 7270, 8127, 8128, 8221, 8262, 8660, mithin auch Erleuchtung; denn Erleuchtung ist Einfluß, Innewerden und Belehrung vom Herrn, wenn das Wort gelesen wird. Daß Jehovah im Wort der Herr ist, sehe man in den Nr. 9373 angeführten Stellen, und daß Mose das Wort im vorbildlichen Sinn ist: Nr. 9372. Daß dies durch "Jehovah redete zu Mose" bezeichnet wird, beruht darauf, daß diese Worte im Himmel nicht ebenso aufgefaßt werden wie auf Erden; denn im Himmel werden die Worte nach dem inneren Sinn aufgefaßt, auf Erden aber nach dem äußeren Sinn, weil im Himmel alles geistig verstanden wird, auf Erden aber natürlich. Jenes Verständnis tritt augenblicklich ein, ohne Berücksichtigung dessen, was im äußeren oder buchstäblichen Sinn vom Menschen verstanden wird; denn solcherart ist die Zusammengesellung der Engel des Himmels mit dem Menschen, aus dem Grunde, damit das Ganze seines Denkens aus der geistigen Welt einfließe und dadurch sein Denken in seinem ersten Ursprung geistig sei und im äußeren Menschen durch den Einfluß natürlich werde. 10216. "Wenn du aufnimmst die Summe der Söhne Israels", 2. Mose 30/12, bedeutet alles Kirchliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Summe, sofern sie das Ganze bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche darstellen, wovon das Nr. 9340 Angeführte. Durch die Summe der Söhne Israels wird aber alles der Kirche Angehörige bezeichnet, weil der innere Sinn des Wortes so beschaffen ist wie der Sinn desselben in den Himmeln. In diese gehen die Namen nicht über, z.B. die Namen Israel, Mose, Aharon usf., denn diese gehören zu den materiellen Dingen, die bloß für den körperlich-sinnlichen Menschen sind, sondern statt derselben werden auf geistige Weise die Dinge aufgefaßt, die dem Himmel und der Kirche angehören; denn die Engel des Himmels sind geistig, und was vorkommt, das fassen sie ihrem Wesen gemäß, d.h. geistig auf. Daß man dort statt der Söhne Israels die Kirche versteht, kommt daher, weil in dem innersten Himmel, wo der Herr gegenwärtiger ist als in den Himmeln unterhalb, unter den Namen im Wort im guten Sinn der Herr selbst verstanden wird, z.B. unter Abraham, Jischak, Jakob, Mose, Aharon, David, Joseph, Juda, Israel; und weil unter diesen (Namen) dort der Herr verstanden wird, darum gelangen durch ebendieselben die göttlichen Dinge, die dem Himmel und der Kirche angehören und vom Herrn kommen, sowie es der jedesmalige Zusammenhang im Wort mit sich bringt, zum Innewerden. Das Innewerden fließt ein vom Herrn, Der das Wort ist, denn vom Herrn kommt alles, was Sache der Einsicht und Weisheit ist, und nichts ohne Ihn. 10217. "In betreff ihrer Gezählten", 2. Mose 30/12, bedeutet in betreff der Anordnung und richtigen Bestimmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von zählen, wenn es sich bezieht auf alles Kirchliche, welches das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe ist, sofern es die Anordnung und richtige Bestimmung bezeichnet; daher bedeuten die Gezählten das, was geordnet und aufgestellt ist. Daß zählen dies bedeutet, beruht darauf, daß das Zählen eine Musterung in sich schließt, und was vom Herrn gemustert wird, das wird auch geordnet und richtig bestimmt. Auch bezeichnet das Wörtchen, womit hier das Zählen ausgedrückt wird in der Grundsprache mustern, schätzen, wahrnehmen, wie auch heimsuchen, befehlen, vorstehen, somit auch anordnen und richtig bestimmen. Der Grund, warum diese Bedeutungen in jenem Wörtchen enthalten sind, liegt darin, daß das eine das andere im geistigen Sinn in sich schließt, und der geistige Sinn ist der innere Sinn der Worte, der gar oft in den Worten der Sprachen liegt, hauptsächlich der morgenländischen. Daß zählen im geistigen Sinn, in dem vom Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe gehandelt wird, soviel ist als ordnen und richtig bestimmen, erhellt auch aus den Stellen im Worte, wo zählen, wie auch, wo die Zahl vorkommt, z.B. Jes.13/4: "Die Stimme des Getümmels der Königreiche und der versammelten Völkerschaften; Jehovah Zebaoth zählt (ordnet) das Kriegsheer". Jes.40/26: "Hebet in die Höhe eure Augen und sehet, wer hat dieses geschaffen, wer hat ausgeführt nach der Zahl ihr Heer? Allen ruft Er mit Namen; von der Menge der Mächtigen und Starken an Kraft fehlt kein Mann". Ps.147/4: "Jehovah, Der zählt das Heer der Sterne; alle ruft Er mit Namen". Daß zählen in diesen Stellen ordnen und richtig bestimmen bedeutet, ist klar, denn es ist die Rede von Jehovah, d.h. vom Herrn, Der kein Heer und keine Sterne zählt, sondern dasjenige ordnet und richtig bestimmt, was durch Heer und durch Sterne bezeichnet wird, nämlich das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe; denn es wird nicht von Kriegen in der natürlichen Welt gehandelt, sondern von Kriegen in der geistigen Welt, das Kriege oder Kämpfe der Wahrheiten aus dem Guten gegen das Falsche aus dem Bösen sind. Daß Kriege im geistigen Sinn solche Kämpfe bedeuten, sehe man Nr. 1664, 2686, 8273, 8295; daß das Heer Wahres und Gutes des Himmels und der Kirche bedeutet: Nr. 7988, 8019, und daß die Sterne Erkenntnisse des Wahren und Guten sind: Nr. 2495, 2849, 4697. Wenn bekannt ist, was durch zählen und was durch die Söhne Israels bezeichnet wird, so kann man erkennen, warum David das Volk nicht zählen durfte und warum, nachdem er es doch gezählt hatte, der Prophet Gad zu ihm gesandt wurde und die Strafe verkündigte: 2.Sam.24/1-15; und warum hier gesagt wird, ein jeder soll eine Sühne für seine Seele geben, auf daß ihnen keine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden; denn durch die Söhne Israels wird das Wahre und Gute der Kirche bezeichnet und durch zählen wird bezeichnet ordnen und richtig bestimmen. Und weil es Sache des Herrn allein ist, das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe bei einem jeden in der Kirche und im Himmel zu ordnen und richtig zu bestimmen, darum wird, wenn das von einem Menschen geschieht, wie es von David durch Joab geschah, alsdann die Anordnung und Bestimmung solcher Dinge vom Menschen und nicht vom Herrn bezeichnet, was nicht ordnen und richtig bestimmen heißt, sondern zerstören. Wenn die Zählung der Söhne Israels nicht solches angedeutet hätte, so wäre keine Sünde oder Schuld im Zählen derselben gewesen. Daß durch die Söhne Israels geistig Wahres und Gutes oder das Wahre und Gute der Kirche und des Himmels bezeichnet wird, sehe man Nr. 5414, 5801, 5803, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833, 5879, 5951, 7957, 8234, 8805, ebenso durch die Stämme, in welche die Söhne Israels abgeteilt waren: Nr. 3855, 3926, 4060, 6335, 6397. Weil durch die Söhne Israels und durch die Stämme solches bezeichnet wird und dieses unzählig ist, darum wird im Wort davon gesagt, "ihre Zahl sei wie der Sand des Meeres, der nicht gemessen, noch gezählt werden kann": Hos.1/10. "Wer wird zählen den Staub Jakobs und die Zahl Israels?": 4. Mose 23/10. Jehovah sprach zu Abraham: "Ich will deinen Samen machen wie den Staub der Erde, so daß, wenn man den Staub der Erde zählen kann, auch geschehen wird, daß dein Same gezählt wird": 1. Mose 13/16; 16/10; und "Blicke auf zum Himmel und zähle die Sterne, ob du sie zählen kannst; also wird dein Same sein": 1. Mose 15/5. Daß durch die Söhne Israels und durch den Samen Abrahams nicht seine Nachkommenschaft verstanden wurde, sondern geistig Wahres und Gutes, das unzählig und größtenteils auch unaussprechlich ist, kann daraus erhellen, daß ihre Menge keine größere war, als die anderer Völkerschaften, was auch Moses bezeugt: "Nicht wegen eurer Menge vor allen Völkern hat Jehovah euer begehrt, daß Er euch erwählte, zumal ihr weniger seid als alle Völker": 5. Mose 7/7. Durch zählen wird auch bezeichnet ordnen und richtig bestimmen, bei Jerem.33/13: "In den Städten Jerusalems und Judas werden noch hinübergehen Herden nach den Händen der Zählenden": Herden bedeuten ebenfalls Gutes und Wahres der Kirche: Nr. 6048, 8937, 9135; nach den Händen des Zählenden heißt gemäß der Bestimmung des Herrn. Ps.90/11,12: "Wer erkennt die Heftigkeit Deines Zorns; (lehre uns) zählen unsere Tage, tue uns das Richtige kund, auf daß wir anziehen das Herz der Weisheit": die Tage zählen bedeutet die Lebenszustände ordnen und richtig bestimmen; und die Tage heißen gezählt, wenn sie geordnet und richtig bestimmt, somit wenn sie beendigt sind, wie Jes.38/10: "Durch das Abschneiden meiner Tage soll ich hingehen zu den Toren der Hölle; ich bin gezählt, der Rest meiner Jahre". Dan.5/25: "Eine Schrift erschien vor dem König Belsazar, gezählt, gewogen und geteilt"; denn wenn "zählen" bedeutet ordnen und bestimmen, dann bezeichnet "gezählt" abgeschlossen, wie wenn ein Strich unter die Zahlen gezogen wird, nachdem die Rechnung beendigt ist. Durch zählen wird aber auch ordnen und bestimmen bezeichnet, weil durch die Zahl die Beschaffenheit einer Sache und eines Zustandes bezeichnet und die Beschaffenheit durch eine beigefügte Zahl angegeben wird, daher ist zählen soviel als qualifizieren, (d.h. die Beschaffenheit) bestimmen, und die Qualifikation einer Sache in geistigen Dingen geschieht durch Anordnung und Bestimmung vom Herrn. Dieses wird auch durch Zahl bezeichnet bei Joh.Offenb.13/16-18: "Es macht, daß man allen ein Malzeichen setzt auf die rechte Hand oder auf die Stirne, und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, als wer das Malzeichen oder den Namen des Tieres hat oder die Zahl seines Namens; dies (erfordert) Weisheit; wer Einsicht hat, berechne die Zahl des Tieres, denn es ist die Zahl eines Menschen, nämlich 666": in diesem Kapitel wird vom Tier aus dem Meer und vom Tier aus dem Lande gehandelt; durch das Tier aus dem Meer wird das Wahre der Kirche verstanden, das verfälscht ist durch Wißtümliches, das aus der Welt kommt; und durch das Tier aus dem Lande wird verstanden das Wahre der Kirche, das verfälscht ist durch den buchstäblichen Sinn des Wortes, indem er angewandt wird zur Begünstigung des Bösen der Triebe der Selbst- und Weltliebe; denn das Land bedeutet die Kirche in Ansehung des Guten und Wahren (siehe, was angeführt worden Nr. 9325), und das Meer bedeutet das Wißtümliche im allgemeinen: Nr. 28, 2120, 2850; sein Malzeichen auf der Hand und auf der Stirne haben heißt, alles anerkennen, mag es beschaffen sein wie es wolle, denn Stirne bezeichnet die Liebe: Nr. 9936, und Namen bezeichnet die ganze Beschaffenheit dessen, von dem die Rede ist: Nr. 3006, 3421, 6674, 8274, 9310. Die Zahl des Tieres berechnen heißt, erforschen und erkennen die verfälschten Wahrheiten jener Kirche; die Zahl eines Menschen bezeichnet die Sache und den Zustand jener Kirche; 666 bezeichnet ihre Beschaffenheit in Ansehung aller Wahrheiten, die verfälscht sind aus dem Bösen, sowie die Entweihung des Heiligen, wie auch das Ende. Dieselben erkennen und erforschen ist Sache eines Weisen und Verständigen; deshalb wird gesagt, dies (erfordert) Weisheit. Wer Einsicht hat, berechne seine Zahl; denn die Zahl Sechs bezeichnet dasselbe wie die Zahl Zwölf, weil es ihre Hälfte ist: Nr. 3960, 7973, 8148; und zwölf bezeichnet alles Wahre und Gute der Kirche im Inbegriff: Nr. 2129, 2130, 3272, 3858, 3913, 3973, daher auch im entgegengesetzten Sinn alles Falsche und Böse im Inbegriff. Das dreimalige Vorkommen der Sechszahl schließt auch das Ende in sich, und das Ende ist da, wenn das Wahre ganz entweiht ist. Aus diesem erhellt augenscheinlich, daß die Zahlen im Wort Sachen und Zustände in sich schließen, und daß sie die Beschaffenheit je nach bestimmten Zahlen bezeichnen, wie auch in Folgendem bei Joh.Offenb.21/17: "Der Engel maß die Mauer des heiligen Jerusalems, 144 Ellen, das ist das Maß eines Menschen, das ist eines Engels": auch hier wird durch die bestimmte Zahl alles Wahre und Gute im Inbegriff bezeichnet, denn 144 bezeichnet das gleiche, was zwölf: Nr. 7973; denn diese Zahl kommt heraus, wenn man zwölf mit sich selbst multipliziert; deshalb wird hier auch gesagt, daß sein Maß das Maß eines Menschen sei. Weil aber hier Wahres aus dem Guten bezeichnet wird, so wird hinzugesetzt, daß dieses Maß auch das Maß eines Engels sei, denn der Engel bezeichnet im Wort das Wahre aus dem Guten, weil er ein Wesen ist, welches das göttlich Wahre vom Herrn aufnimmt: Nr. 8192. 10218. "So soll ein jeder eine Sühne seiner Seele geben dem Jehovah, wenn man sie zählt", 2. Mose 30/12, bedeutet die Reinigung oder Befreiung vom Bösen durch die Anerkennung und den Glauben, daß alles Gute und Wahre des Glaubens und der Liebe und die Anordnung und richtige Bestimmung desselben vom Herrn sei, und nicht vom Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine Sühne seiner Seele geben", sofern es soviel ist als gereinigt oder befreit werden vom Bösen durch das Wahre des Glaubens, und dieses ist hier die Anerkennung, daß alles Wahre und Gute vom Herrn sei; und aus der Bedeutung von "Israel zählen", sofern es bezeichnet, daß die Ordnung und Bestimmung desselben vom Herrn allein sei, und nicht vom Menschen. Daß dies bezeichnet wird, erhellt aus allem dem, was hier gesagt wird von dem halben Sekel, der dem Jehovah gegeben werden sollte, und von der Sühnung dadurch, wenn das Volk gezählt würde; denn durch den Sekel des Heiligtums wird das Wahre bezeichnet, das dem Herrn allein angehört; durch die Sühnung mittelst desselben wird die Reinigung und Befreiung vom Bösen bezeichnet: Nr. 9506, und durch das Zählen der Kinder Israel wird bezeichnet, alles Wahre und Gute der Kirche ordnen und bestimmen. Damit verhält es sich in folgender Weise: Es war verboten, die Söhne Israels zu zählen, weil durch zählen das Ordnen und Bestimmen, und durch die Söhne Israels und die Stämme, in die sie unterschieden waren, alles Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe im Inbegriff bezeichnet wurden; und weil die Anordnung und Bestimmung desselben allein Sache des Herrn war und nicht des Menschen, darum war das Zählen derselben eine Versündigung, wie sie bei denjenigen ist, die das Wahre, das dem Glauben, und das Gute, das der Liebe angehört, und die Anordnung und Bestimmung desselben sich selbst anmaßen. Wie diese beschaffen sind, ist in der Kirche bekannt, denn es sind diejenigen, die sich selbst rechtfertigen dadurch, daß sie alles dem Glauben und der Liebe Angehörige sich zum Verdienst anrechnen und folglich glauben, daß sie durch Glauben und durch Werke von selbst den Himmel verdienen. Dieses Böse deutete die Zählung des Volkes von David an, worüber Folgendes gesagt wird: 2.Sam.Kap.1: "Weiter entbrannte der Zorn Jehovahs gegen Israel; darum reizte er David gegen sie und sprach: Gehe hin; zähle Israel und Juda. Da sagte (der König) zu Joab: Durchwandre alle Stämme Israels und zähle das Volk, daß ich erfahre die Zahl des Volkes. Joab aber sprach zum König: Es möge Jehovah, dein Gott, zum Volk hinzutun noch hundertmal so viel; aber warum begehrt der Herr, mein König, diese Sache? Aber das Wort des Königs machte sich geltend gegen Joab und gegen die Fürsten des Heeres, deshalb gingen sie hinaus, zu zählen das Volk Israel. Danach aber strafte den David sein Herz, darum sprach er zu Jehovah: Ich habe sehr gesündigt, daß ich das getan habe; nun aber, Jehovah, laß doch vorübergehen die Missetat deines Knechtes, denn ich habe sehr töricht gehandelt. Aber es wurde der Prophet Gad zu David gesandt, daß er ein Übel von dreien wählen sollte; und der wählte die Pest, an der bei siebzigtausend Männer starben". Hieraus wird klar, welch große Sünde es war, Israel zu zählen, nicht als ob die Zählung an sich betrachtet eine Sünde gewesen wäre, sondern weil, wie gesagt, die Zählung der Söhne Israels von David die Anordnung und Bestimmung alles dessen, was Sache des Glaubens und der Liebe ist, von ihm selbst und nicht vom Herrn bezeichnete. Die Zählung selbst (bezeichnete) die Anordnung und Bestimmung, und die Söhne Israels alles Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe. Um daher von der Sünde, die in der Zählung der Söhne Israels (lag), frei zu werden, wurde ein halber Sekel zur Sühnung gegeben; denn es wird gesagt: "ein jeder soll eine Sühne seiner Seele geben dem Jehovah, wenn man sie zählt, auf daß ihnen keine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden". Hieraus erhellt, daß durch diese Worte bezeichnet wird die Reinigung oder Befreiung vom Bösen durch die Anerkennung, daß alles Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe und die Anordnung und Bestimmung desselben vom Herrn sei und nicht vom Menschen. Daß es sich so verhält, nämlich daß alles Gute und Wahre des Glaubens und der Liebe vom Göttlichen ist und gar nicht vom Menschen, ist auch in der Kirche bekannt, sowie auch, daß es böse ist, dasselbe sich selbst zuzuschreiben, und daß diejenigen von diesem Bösen befreit sind, die anerkennen und glauben, dasselbe sei vom Herrn; denn auf diese Weise maßen sie sich nichts an, was göttlich ist, und was von Gott kommt. Man sehe jedoch, was hierüber früher gezeigt wurde, daß nämlich diejenigen, die glauben aus sich Gutes zu tun und nicht vom Herrn, den Himmel zu verdienen glauben: Nr. 9974; daß das Gute aus sich und nicht aus dem Herrn nicht gut sei, weil diejenigen, die Gutes aus sich tun, es aus dem Bösen tun: Nr. 9975, 9980; daß diese den Nächsten verachten und daß sie auf Gott selbst zürnen, wenn sie keinen Lohn empfangen: Nr. 9976; daß solche den Himmel nicht in sich aufnehmen können: Nr. 9977; daß sie gegen die Höllen gar nicht streiten können, daß aber für die, welche anerkennen und glauben, daß alles Gute und Wahre vom Herrn sei, der Herr streite: Nr. 9978; daß der Herr allein das Verdienst und die Gerechtigkeit sei: Nr. 9486, 9715, 9809, 9979-9984, 10019, 10152. 10219. "Auf daß ihnen keine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden", 2. Mose 30/12, bedeutet, auf daß keine Strafe des Bösen kommen möge, wenn man das Gute tut wie von sich . Dies erhellt aus der Bedeutung der Plage, sofern sie die Strafe des Bösen bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "zählen die Söhne Israels", sofern es heißt, das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe ordnen und bestimmen, wovon Nr. 10217, somit dasselbe (aus sich) tun. Es wird gesagt "wie von sich", weil der Mensch das Gute, das er tut, wie aus sich tut; er wird es nicht anders inne, ehe er im Glauben ist aus der Liebe, denn das Gute fließt vom Herrn ein und wird vom Menschen aufgenommen, und was aufgenommen wird, wird zuerst nicht anders empfunden, als wie wenn es in ihm und von ihm selbst wäre; und man wird nicht inne, daß es vom Herrn ist, ehe man zur Erkenntnis und nachher zur Anerkennung aus dem Glauben kommt, denn vorher kann man nicht reflektieren (d.h. darüber nachdenken), daß etwas vom Göttlichen einfließt und es gar nicht innewerden, d.h. in sich empfinden, ehe man anfängt, zu wollen und es gerne zu haben, daß es so sei. Es verhält sich damit wie mit dem Leben selbst beim Menschen, und wie mit den beiden inneren Vermögen des Lebens, nämlich mit dem Verstande und dem Willen. Wer glaubt nicht, ehe er belehrt ist, daß das Leben in ihm selbst sei, und daß somit, was er daraus tut, von ihm sei? Ebenso der Verstand und der Wille, während doch sowohl das Leben im allgemeinen, als der Verstand und der Wille (im besonderen) einfließen. Die Wahrheiten des Verstandes und das Gute des Willens aus dem Himmel vom Herrn, aber das Falsche des Verstandes und das Böse des Willens von der Hölle, denn wenn keine Geister und Engel beim Menschen sind, durch die der Einfluß geschieht, kann der Mensch nicht einmal einen Augenblick leben, mithin weder denken, noch wollen, wie aus vielfältiger Erfahrung erhellen kann, man sehe Nr. 9223, 9276, 9682. Solange aber der Mensch glaubt, daß er alles von sich tue, sowohl Gutes als Böses, so lange regt das Gute ihn nicht an und das Böse bleibt an ihm hängen. Sobald er aber anerkennt und glaubt, daß das Gute vom Herrn einfließe und nicht von ihm selber und daß das Böse von der Hölle komme, dann regt das Gute ihn an und das Böse bleibt nicht an ihm hängen. Und in dem Maße, als das Gute ihn anregt, wird auch das Böse entfernt, somit wird er davon gereinigt und befreit. Solange aber der Zustand des Menschen solcherart ist, daß er den Einfluß des Guten vom Herrn nicht innewerden und empfinden kann, so lange tut er das Gute wie von sich , gleichwohl aber muß er anerkennen und glauben, daß es vom Herrn (stammt). Wenn dieses geschieht, so wird er auch vom Bösen befreit. Wenn er aber vom Bösen befreit werden soll, so darf diese Anerkennung nicht ein bloßes Mundbekenntnis sein, sondern ein Bekenntnis des Herzens selbst. Daß die Plage die Strafe des Bösen bedeutet, erhellt ohne Erklärung; es sind aber drei Plagen, die diejenigen treffen, die sich selbst das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe zuschreiben, oder die glauben, sie verdienen den Himmel mit ihren Werken. Denn die, welche dasselbe sich zuschreiben, glauben auch, den Himmel aus sich zu verdienen; diese drei Strafen sind: 1) Daß sie nichts Gutes der Liebe und nichts Wahres des Glaubens aufnehmen können; 2) daß das Böse und Falsche sie immerfort verfolgt, und 3) daß das von Kindheit an aufgenommene Wahre und Gute verlorengeht. Diese drei Strafen werden auch verstanden durch die drei Plagen, die dem David durch den Propheten Gad wegen der Zählung des Volks vorgelegt wurden und waren: 1. sieben Jahre Hunger; 2. drei Monate Flucht vor den Feinden, und 3. drei Tage Pest: 2.Sam.24/13; denn durch Hunger wird bezeichnet das Fehlen und der Mangel des Guten und Wahren des Glaubens und der Liebe. Dieses wird nämlich durch Brot, Speise, Weizen, Gerste, Öl und Wein, die fehlen, solange der Hunger währt, bezeichnet; durch die Flucht aber vor den Feinden wird im inneren Sinn verstanden die Verfolgung durch Böses und Falsches; denn die, welche sich selbst das Gute und Wahre zuschreiben, können gegen das Böse und Falsche, das aus der Hölle kommt, nicht streiten, denn das sind die Feinde im geistigen Sinn, vor denen man flieht, und durch die man verfolgt wird; durch die Pest aber wird bezeichnet die Verwüstung und Aufzehrung des Guten und Wahren, das von Kindheit an aufgenommen wurde: Nr. 7505. Daß David die Pest wählte, und durch sie bei siebzigtausend Männer starben, bezeichnet, daß bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft alles Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe zugrunde gehen werden, was auch geschehen ist, denn sie erkannten den Herrn nicht an, von Dem doch alles Gute und Wahre kommt; drei Tage deuteten das Vollständige (des Verlustes) an, wie auch die siebzigtausend Männer, die starben. 10220. "Das sollen sie geben, ein jeder, der übergeht auf die Gezählten", 2. Mose 30/13, bedeutet, alles dem Glauben und der Liebe Angehörige soll dem Herrn zuerkannt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von geben, nämlich die Sühne der Seele, die ein halber Sekel war, sofern es die Befreiung vom Bösen, durch die Anerkennung, daß das Ganze des Glaubens und der Liebe vom Herrn ist und nichts vom Menschen, bezeichnet, wovon Nr. 10218; daher bedeutet "ein jeder, der übergeht auf die Gezählten" alles Wahre und Gute, das vom Herrn geordnet und bestimmt wird; denn ein jeder, der übergeht, ist ein jeder von den Söhnen Israels, und durch die Söhne Israels wird alles geistig Gute und Wahre bezeichnet: Nr. 5414, 5801, 5803, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833, 5879, 5951, 5957, 8234, 8805; und durch die Gezählten wird bezeichnet, was vom Herrn geordnet und bestimmt wird: Nr. 10218. 10221. "Die Hälfte eines Sekels nach dem Sekel des Heiligtums", 2. Mose 30/13, bedeutet alles Wahre aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hälfte, insofern sie bezeichnet "alles", und aus der Bedeutung des Sekels, sofern er das Wahre aus dem Guten bezeichnet. Daß die Hälfte "alles" bedeutet, beruht darauf, daß ein halber Sekel zehn Gera oder Obolen betrug, und durch zehn "alles" bezeichnet wird: Nr. 4638, und auch die Überreste: Nr. 576, 1906, 1988, 2284, die das Wahre und Gute sind, das beim Menschen in seinem Inneren vom Herrn aufbewahrt wird: Nr. 5135, 5342, 5897, 5898, 7560, 7564. Der Sekel bedeutet aber das Wahre aus dem Guten, weil der Sekel ein Gewicht des Silbers und auch des Goldes war, und durch Silber das Wahre und durch Gold das Gute bezeichnet wird. Die Quantität aber des Wahren aus dem Guten und des Guten durch das Wahre wird durch die Zahl der Gera oder Obolen des Sekels bestimmt. Der Sekel aber an sich als Gewicht betrachtet bezeichnet die Quantität; und wenn gesagt wird "Sekel des Heiligtums", so bedeutet es die Quantität des Wahren und Guten, denn das Wahre und Gute ist es, was heilig heißt, weil es vom Herrn stammt, Der allein heilig ist. Mehreres über den Sekel und seine Bedeutung sehe man Nr. 2959. 10222. "Zwanzig Gera auf einen Sekel", 2. Mose 30/13, bedeutet alles Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von 20, sofern es ebenfalls bezeichnet "alles" und auch die Überreste des Guten, wie auch das Heilige. Daß diese Zahl "alles" und daher das Volle bezeichnet, sehe man Nr. 9641, daß sie die Überreste des Guten bezeichnet: Nr. 2280; und auch das Heilige: Nr. 4759, 7842, 7903; denn wenn zwanzig sich auf den Herrn bezieht, bedeutet es Sein Eigenes, welches das Heilige selbst ist: Nr. 4176. Hieraus erhellt, warum der Sekel zwanzig Gera oder Obolen betrug und warum gesagt wird, er soll der Sekel des Heiligtums sein, wie hier und anderwärts, z.B. 3. Mose 27/3; 4. Mose 3/47,50; 7/13,14,25,31,37,43,49,55,61,67,73; 18/16; daß der Sekel ein Gewicht sowohl des Silbers als des Goldes war: 1. Mose 24/22; 2. Mose 38/24; Hes.4/10; 45/12. 10223. "Die Hälfte eines Sekels soll die Hebe für Jehovah sein", 2. Mose 30/13, bedeutet, alles Wahre aus dem Guten sei allein des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hälfte des Sekels, sofern sie alles Wahre aus dem Guten bezeichnet, wovon Nr. 10221; und aus der Bedeutung der Hebe für Jehovah, sofern sie das bezeichnet, was dem Herrn allein angehört, wovon Nr. 10093. 10224. "Jeder, der übergeht auf die Gezählten", 2. Mose 30/14, bedeutet alles Wahre des Guten soll dem Herrn allein zuerkannt werden, wie aus dem erhellt, was Nr. 10220 gezeigt wurde. 10225. "Zwanzig Jahre alt und darüber", 2. Mose 30/14, bedeutet den Zustand der Einsicht des Wahren und des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von zwanzig, wenn es sich auf das Lebensalter des Menschen bezieht, sofern (diese Zahl) den Zustand der Einsicht des Wahren und Guten bezeichnet. Daß zwanzig den Zustand der Einsicht des Wahren und Guten bedeutet, beruht darauf, daß der Mensch, wenn er zwanzig Jahre alt geworden ist, anfängt, aus sich zu denken; denn der Mensch geht von der ersten Kindheit an bis zum letzten Greisenalter durch mehrere Zustände in betreff seines Inneren durch, nämlich durch Zustände der Einsicht und Weisheit. Der erste Zustand geht von der Geburt bis zu seinem fünften Lebensjahr; dieser Zustand ist ein Zustand der Unwissenheit und der Unschuld in der Unwissenheit, und wird die Kindheit genannt. Der zweite Zustand geht vom fünften Lebensjahr bis zum zwanzigsten; dieser Zustand ist ein Zustand der Belehrung und des Wissens, und wird das Knabenalter genannt. Der dritte Zustand geht vom zwanzigsten Lebensjahr bis zum sechzigsten, und dieser Zustand ist ein Zustand der Einsicht, und wird Jugend (adolescentia), Jünglingsalter (juventus) und Mannesalter genannt. Der vierte Zustand oder der letzte geht vom sechzigsten Lebensjahr an weiter hinauf, und dieser Zustand ist der Zustand der Weisheit, und der Unschuld in der Weisheit. Diese nacheinander folgenden Lebenszustände des Menschen werden durch die Zahlen der Lebensjahre Fünf, Zwanzig und Sechzig bezeichnet: 3. Mose 27/2-7: "Wenn jemand ein besonderes Gelübde tut, so soll die Schätzung eines Mannsbilds von zwanzig Jahr alt bis zu sechzig Jahr alt fünfzig Sekel Silber sein, ist es aber eine weibliche Person, so soll die Schätzung dreißig Deckel sein. Jedoch von fünf Jahr alt bis zu zwanzig Jahr alt soll die Schätzung von einem Mannsbild zwanzig Sekel sein, bei einer weiblichen Person zehn Sekel. Aber von einem Monat bis zu fünf Jahr alt soll die Schätzung eines männlichen Kindes fünf Sekel sein, eines weiblichen Kindes drei Sekel, aber von sechzig Jahr alt und darüber soll die Schätzung (für eine Mannsperson) fünfzig Sekel, für eine weibliche Person aber zehn Sekel sein". Daß der erste Zustand ein Zustand der Unwissenheit ist, wie auch der Unschuld in der Unwissenheit, ist klar. Solange dieser Zustand währt, wird das Innere zum Gebrauch gebildet, mithin ist es noch nicht geöffnet, sondern nur das Äußerste, das dem sinnlichen Menschen angehört. Wenn dieses allein offen ist, so ist noch Unwissenheit da; denn alles, was der Mensch versteht und inne wird, kommt aus dem Inneren. Hieraus kann man auch erkennen, daß die Unschuld, die alsdann da ist, und die Unschuld der Kindheit genannt wird, eine ganz äußerliche Unschuld ist. Daß der zweite Zustand ein Zustand der Belehrung und des Wissens ist, ist ebenfalls klar. Dieser Zustand ist noch nicht der Zustand der Einsicht, weil der Knabe alsdann noch nichts aus sich schließt, und noch nicht zwischen Wahrheiten und Wahrheiten unterscheidet, nicht einmal zwischen Wahrem und Falschem, von sich aus, sondern aus anderen. Er denkt und redet nur Gedächtnissachen, somit aus bloßem Wissen, und sieht nicht und wird nicht selbst inne, ob etwas so sei, sondern er glaubt eben seinem Lehrer, mithin, weil ein anderer so gesagt hat. Der dritte Zustand aber wird der Zustand der Einsicht genannt, weil der Mensch alsdann von sich aus denkt, urteilt und schließt; und was er dann erschließt, ist sein, und nicht eines anderen. In dieser Zeit fängt der Glaube an, denn der Glaube ist kein Glaube des Menschen selbst, ehe dieser durch die Vorstellungen des eigenen Denkens begründet, was er glaubt. Vorher ist der Glaube nicht sein, sondern eines anderen in ihm, denn er hat der Person geglaubt, nicht der Sache. Hieraus kann erhellen, daß der Zustand der Einsicht beim Menschen dann anfängt, wenn er nicht aus dem Lehrer, sondern aus sich denkt; und das geschieht nicht eher, als bis sein Inneres gegen den Himmel zu geöffnet wird. Man merke, daß das Äußere beim Menschen in der Welt ist, und das Innere im Himmel, und daß der Mensch nur so viel Einsicht und Weisheit hat, als Licht aus dem Himmel in das einfließt, was er aus der Welt hat; und dies geschieht in dem Maß und in der Art, wie sein Inneres geöffnet ist; und dieses wird in dem Maß geöffnet, als der Mensch für den Himmel lebt, und nicht für die Welt. Der letzte Zustand aber ist ein Zustand der Weisheit, und der Unschuld in der Weisheit. Dieser ist vorhanden, wenn der Mensch nicht mehr sich bestrebt, Wahres und Gutes zu verstehen, sondern es zu wollen und es zu leben; denn das heißt weise sein. Und der Mensch kann insoweit das Wahre und Gute wollen und im Leben üben, als er in der Unschuld ist, d.h., als er glaubt, daß er nicht aus sich weise ist, sondern alle Weisheit dem Herrn verdankt. Ferner insoweit, als er es liebt, daß es so ist. Daher kommt es, daß dieser Zustand auch ein Zustand der Unschuld in der Weisheit ist. Aus der Aufeinanderfolge dieser Zustände kann der Mensch, der weise ist, auch die Wunder der göttlichen Vorsehung erkennen, die sich darin zeigen, daß der vorhergehende Zustand immer die Grundlage der folgenden bildet, und daß die Öffnung oder Aufschließung des Inneren vom Äußeren bis zum Innersten nach und nach vor sich geht; und zuletzt so, daß das, was das erste war, aber im Äußersten, dann auch das letzte ist, aber im Innersten, nämlich die Unwissenheit und die Unschuld; denn wer da weiß, daß er von sich aus gar nichts weiß, und daß alles, was er weiß, vom Herrn ist, der ist in der Unwissenheit der Weisheit, und auch in der Unschuld der Weisheit. Hieraus kann man nun erkennen, was der Zustand der Einsicht ist, der durch zwanzig bezeichnet wird, wenn diese Zahl vom Lebensalter des Menschen gesagt wird. Das gleiche wird unter dieser Zahl auch anderwärts im Wort verstanden, wie: 4. Mose 1/2,3,18-47: "Nehmet auf die Summe der ganzen Gemeinde von zwanzig Jahren an und darüber, einen jeden, der auszieht zum Heere in Israel": hier wird gehandelt von der Lagerung und Wanderung der Söhne Israels nach Stämmen, und durch diese wird auch die vom Herrn ausgehende Ordnung und Bestimmung des Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe bezeichnet; durch das Lagern die Anordnung und Bestimmung: Nr. 4236, 8103, 8130, 8131, 8155; und durch die Stämme das Gute und Wahre des Glaubens und der Liebe in seinem ganzen Inbegriff: Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, 6337, 6397; daher werden unter "zwanzig Jahre alt und darüber" solche verstanden, die im Zustand der Einsicht sind, denn bei ihnen kann das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe vom Herrn geordnet und recht bestimmt werden, weil der Herr in ihr Verstandes- und Willensvermögen einfließt und alles ordnet und bestimmt; und Er entfernt auch das Falsche und Böse und wirft es nieder; darum wird gesagt "von zwanzig Jahre an und darüber, ein jeder, der auszieht zum Heer", denn durch Heer wird das Wahre bezeichnet, das in eine solche Ordnung gestellt ist, daß es das Falsche und Böse nicht fürchtet, sondern es vertreibt, wenn es anfechten will. Daß solches durch Heer im inneren Sinn verstanden wird, sehe man Nr. 3448, 7236, 7988, 8019. Bei denen aber, die im Stand der Kindheit und des Knabenalters sind, und somit unter zwanzig Jahren, ist das Wahre und Gute nicht so geordnet, daß es zum Heer und in den Kriegsdienst ausziehen kann, weil sie noch nichts aus sich urteilen und erschließen, mithin noch nichts Falsches oder Böses durch die Vernunft zerstören können, und die, welche dieses nicht können, werden auch nicht in den Kampf geschickt. Deshalb wird der Mensch nicht eher in Versuchungen, d.h. in geistige Kämpfe gegen Falsches und Böses zugelassen, als bis er im Zustand der Einsicht ist, d.h., wenn er selbst urteilen kann: Nr. 3928, 4248, 4249, 8963. Das gleiche wird durch das Alter von zwanzig Jahren und darüber auch anderwärts bezeichnet: 4. Mose 26/2,3: "Jehovah sprach zu Mose und Eleasar: Nehmet die Summe der ganzen Gemeinde der Söhne Israels auf, von zwanzig Jahren und darüber, jeden, der auszieht zum Kriegsdienst in Israel": durch ausziehen zum Kriegsdienst wird im geistigen Sinn bezeichnet, ausziehen in die Kämpfe gegen Falsches und Böses, das aus der Hölle ist. Wer nicht weiß, daß zwanzig Jahre alt und darüber den Zustand der Einsicht bezeichnet, oder diejenigen, die in diesem Zustand sind, kann auch nicht wissen, warum gesagt wurde, als sie wider Jehovah murrten, "sie sollen sterben in der Wüste, von zwanzig Jahren an und darüber; alle, die aus Ägypten heraufgezogen sind": 4. Mose 14/29; 32/10,11, denn die, welche im Zustand der Einsicht sind, daß sie aus sich unterscheiden, schließen und urteilen können, tragen die Schuld ihres Bösen, nicht aber die, welche noch nicht in diesem Zustand sind. Hieraus wird auch klar, daß durch zwanzig Jahre, wenn sie vom Lebensalter gesagt werden, der Zustand der Einsicht oder der Zustand des Urteils bezeichnet wird. Dagegen wird durch die Zahl zwanzig etwas anderes bezeichnet, wenn es sich um einen anderen Gegenstand handelt; man sehe Nr. 10222. 10226. "Soll geben die Hebe Jehovahs", 2. Mose 30/14, bedeutet die Zuerkennung dem Herrn allein. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hebe Jehovahs, sofern sie das bezeichnet, was dem Herrn allein angehört, wovon Nr. 10093. Daß alles Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe dahin gehört, wie auch die Anordnung und Bestimmung desselben, ergibt sich aus dem Vorhergehenden. 10227. "Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme soll nicht weniger geben als die Hälfte eines Sekels, zu geben die Hebe Jehovahs", 2. Mose 30/15, bedeutet daß alle, mögen sie eine Fähigkeit haben, welche sie wollen, auf gleiche Weise alles Wahre aus dem Guten dem Herrn zuerkennen sollen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Reichen, sofern er denjenigen bezeichnet, der an Wahrem und Gutem, und an den Erkenntnissen desselben Überfluß hat, worüber folgt; aus der Bedeutung des Armen, sofern er den bezeichnet, der keinen Überfluß daran hat, worüber ebenfalls folgt; aus der Bedeutung von "nicht mehr geben und nicht weniger geben", sofern es heißt, alles auf gleiche Weise; aus der Bedeutung der Hälfte eines Sekels, sofern sie alles Wahre aus dem Guten bezeichnet, wovon Nr. 10221; und aus der Bedeutung von "geben dem Jehovah", sofern es heißt, dem Herrn zuerkennen. Durch Jehovah wird nämlich im Wort der Herr verstanden, man sehe, was angeführt worden: Nr. 9373. Hieraus erhellt, daß durch "der Reiche soll nicht mehr geben, und der Arme soll nicht weniger geben, als die Hälfte eines Sekels zu geben dem Jehovah" bezeichnet wird, daß alle, mögen sie eine Fähigkeit haben, welche sie wollen, auf gleiche Weise alles Wahre und Gute dem Herrn zuerkennen sollen. Damit verhält es sich in folgender Weise: Alle haben die Fähigkeit zu verstehen und weise zu sein, daß aber der eine weiser ist als der andere, hat seinen Grund darin, daß sie nicht auf gleiche Weise alles, was der Einsicht und Weisheit angehört, nämlich alles Wahre und Gute, dem Herrn zuerkennen. Diejenigen, die alles dem Herrn zuerkennen, sind weiser als die übrigen, weil alles Wahre und Gute, das die Weisheit macht, aus dem Himmel, d.h. aus dem Herrn daselbst einfließt. Wenn man alles dem Herrn zuerkennt, dann wird das Innere des Menschen gegen den Himmel zu geöffnet; denn dann erkennt man an, daß nichts Wahres und Gutes aus dem eigenen Ich kommt, und in dem Maß, als dieses anerkannt wird, weicht die Selbstliebe, und mit ihr die Finsternis aus dem Falschen und Bösen, und insoweit kommt der Mensch auch in die Unschuld, in die Liebe und in den Glauben an den Herrn. Die Folge davon ist die Verbindung mit dem Göttlichen, der Einfluß aus demselben und die Erleuchtung. Hieraus erhellt, woher es kommt, daß der eine mehr und der andere weniger weise ist, und weshalb der Reiche nicht mehr geben soll, und der Arme nicht weniger; daß nämlich alle auf gleiche Weise die Fähigkeit haben, weise zu sein. Es haben zwar nicht alle die gleiche Fähigkeit, weise zu sein, aber sie haben sie auf gleiche Weise, weil der eine wie der andere weise werden kann. Unter der Fähigkeit weise zu sein wird nicht verstanden die Fähigkeit, über Wahres und Gutes vermöge der Wissenschaften zu vernünfteln, somit auch nicht die Fähigkeit, alles Beliebige zu begründen, sondern die Fähigkeit, zu durchschauen, was wahr und gut ist, zu wählen was zuträglich ist, und es anzuwenden für die Nutzzwecke des Lebens. Die, welche alles dem Herrn zuerkennen, durchschauen, wählen und wenden an; die aber, die es nicht dem Herrn zuerkennen, sondern sich selbst, wissen bloß über Wahres und Gutes zu vernünfteln, und sehen auch nichts, als was anderen angehört, nicht aus Vernunft, sondern aus der Tätigkeit des Gedächtnisses. Weil sie nicht in die Wahrheiten selbst hineinblicken können, stehen sie draußen und begründen alles, was sie annehmen, sei es wahr oder falsch. Die, welche vermöge der Wissenschaften dies mit mehr Geschick tun können, hält die Welt für weiser als andere; aber je mehr sie sich selbst alles zuschreiben, somit, je mehr sie das lieben, was sie selbst aus sich denken, desto unsinniger sind sie; denn sie begründen das Falsche mehr als das Wahre, und das Böse mehr als das Gute. Sie haben nämlich ihr Licht nur aus den Täuschungen und Scheinbarkeiten, die in der Welt sind, und daher aus ihrem eigenen Licht, welches das natürliche Licht genannt wird, und getrennt ist vom Himmelslicht. Ist aber jenes Licht von diesem getrennt, dann ist es in Beziehung auf das Wahre und Gute, das dem Himmel angehört, lauter Finsternis. Daß Reichtümer und Güter das bedeuten, was der Einsicht und Weisheit angehört, mithin auch die Erkenntnisse des Wahren und Guten, die auch geistige Güter und Reichtümer genannt werden, erhellt aus den Stellen im Wort, wo sie erwähnt werden: Jes.10/12-14: "Heimsuchen werde Ich die Frucht des Hochmuts des Königs von Aschur (Assyrien), darum, weil er gesagt hat: Durch die Kraft meiner Hand habe ich es getan, und durch meine Weisheit, weil ich verständig bin; darum werde ich entfernen die Grenzen der Völker, und ihre Schätze plündern; wie ein Nest wird meine Hand die Güter der Völker finden": hier ist im inneren Sinn die Rede von denen, die ihrer eigenen Einsicht vertrauen, und nicht glauben, daß die wahre Weisheit vom Himmel kommt, sondern aus ihnen selbst. Der König von Aschur bezeichnet das Vernünfteln, hier das aus der eigenen Einsicht: Nr. 1186, die Schätze und Güter der Völker plündern heißt daher, diejenigen Wahrheiten zerstören, die der Einsicht und Weisheit angehören. Jes.30/6,7: "Weissagung über die Tiere des Mittags: sie bringen auf der Schulter der Esel ihre Güter, und auf dem Rücken der Kamele ihre Schätze nach Ägypten": Tiere des Mittags bedeuten die, welche innerhalb der Kirche sind, somit in Licht des Wahren aus dem Wort, gleichwohl aber das Wort nur lesen um des Wissens willen, und nicht um der Nutzzwecke des Lebens willen; denn Mittag ist, wo das Licht des Wahren, somit wo das Wort ist: Nr. 3195, 3708, 5672, 9642; der Esel bedeutet das Wissen, so auch das Kamel und Ägypten. Daß der Esel dies bedeutet, sehe man Nr. 5492, 5741, 7024; das Kamel: Nr. 3048, 3071, 3143, 3145, 4156; und Ägypten, was angeführt worden Nr. 9391. Daß diese prophetischen Worte im geistigen Sinn zu verstehen sind, kann man daraus ersehen, daß ohne diesen Sinn niemand wüßte, was die Tiere des Mittags bedeuten, und was es heißt, auf der Schulter der Esel ihre Güter, und auf dem Rücken der Kamele ihre Schätze bringen, und zwar nach Ägypten. Jes.45/3: "Ich will dir die Schätze der Finsternis geben und die verborgenen Güter der Heimlichkeiten, auf daß du erkennst, Ich sei Jehovah": Schätze der Finsternis und verborgene Güter der Heimlichkeiten bedeuten das, was der himmlischen Weisheit und Einsicht angehört, und dem natürlichen Menschen verborgen ist. Jerem.17/3: "Die Sünde Judas ist geschrieben mit einem eisernen Griffel, o mein Berg auf dem Felde! Dein Vermögen und alle deine Schätze werde Ich zur Beute geben": Juda wird ein Berg auf dem Felde genannt, weil bei ihm das Vorbild der himmlischen Kirche war, denn der Berg bedeutet die Liebe der himmlischen Kirche: Nr. 6435; und das Feld ist die Kirche: Nr. 2971, 3766, 7502, 9139, 9295; Vermögen und Schätze, die zur Beute gegeben werden sollen, bedeuten alles Wahre und Gute der Kirche, das zerstört werden sollte. Jerem.48/7: "Wegen deines Vertrauens auf deine Werke, und auf deine Schätze wirst auch du gefangen werden": Schätze bedeuten auch hier die Lehren und Erkenntnisse der Kirche. Jerem.50/36-38: "Schwert, (mache dich auf) gegen ihre Rosse, und gegen ihre Wagen und gegen den Pöbel, der in seiner Mitte; Schwert, (mache dich auf) gegen ihre Schätze, daß sie geraubt werden, Trockenheit über die Wasser, daß sie vertrocknen": dies gegen die Chaldäer, unter denen die verstanden werden, die im äußeren Gottesdienst sind ohne den inneren, und also mit dem Mund die Wahrheiten des Wortes bekennen, aber im Herzen leugnen. Schwert bedeutet das Falsche, das gegen die Wahrheiten kämpft: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294; Rosse bezeichnen das Verständige: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321; Wagen das, was der Lehre angehört: Nr. 5321, 8215; Schätze, die geraubt werden sollen, sind das Wahre und Gute der Kirche, das durch Anwendung zum Bösen der Selbst- und Weltliebe verkehrt werden und zugrunde gehen soll; Trockenheit über den Wassern bedeutet die Beraubung und Verzehrung der Glaubenswahrheiten. Daß das Wasser das Glaubenswahre bezeichnet, sehe man Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 8568, 9323. Wer kann nicht sehen, daß der buchstäbliche Sinn nicht der echte Sinn dieser Worte ist; denn welches Heilige, oder welches auf die Kirche bezügliche, oder welches auf den Himmel bezügliche, oder welcher Sinn liegt darin, daß das Schwert sein soll gegen die Rosse, gegen die Wagen, gegen den Pöbel, gegen die Schätze, und daß Trockenheit kommen soll über die Wasser, daß sie vertrocknen? Daher kann man aus diesen und aus den übrigen Aussprüchen des Wortes deutlich erkennen, daß ein geistiger Sinn, der vom natürlichen verschieden ist, in allem einzelnen ist, und daß das Wort ohne diesen Sinn nicht heilig genannt werden, und in sehr vielen Stellen nicht einmal begriffen werden kann. Jerem.51/13: "Babel, die du wohnst auf vielen Wassern, reich an Schätzen": Babel bezeichnet die, welche das Wort, und daher alles Wahre und Gute der Kirche besitzen, dasselbe aber zur Selbstliebe anwenden, und so entweihen: Nr. 1326. Dies wurde auch dadurch vorgebildet, daß der König von Babel "alle Gefäße des Tempels, die von Gold und Silber waren, nahm, und daß er daraus trank und dabei die goldenen und silbernen Götter pries": Dan.5/2-4, daher wird gesagt, Babel wohne auf vielen Wassern, reich an Schätzen. Wasser bedeutet Wahrheiten, und im entgegengesetzten Sinn Falsches: Nr. 2702, 3058, 4976, 8568, 9323. Dies wird weiter beschrieben in der Offenbarung, wo die Reichtümer Babylons, die daselbst Waren heißen, aufgezählt werden: Joh.Offenb. Kapitel 18. Hes.26/7,12: "Ich werde Nebukadnezar herführen gegen Tyrus; mit den Hufen seiner Rosse wird er alle deine Gassen zertreten; rauben werden sie deine Güter, und plündern deine Waren": unter Tyrus wird verstanden die Kirche in Ansehung der Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 1201; unter Nebukadnezar, dem König Babels, das Unheilige, das verwüstet: Nr. 1327. Dies geschieht, wenn die Wahrheiten und das Gute des Wortes zu Mitteln dienen, das Böse der Triebe der Selbst- und Weltliebe zu begünstigen, durch eine unrichtige Erklärung; denn alsdann ist das Böse jener Triebe inwendig im Herzen, und das Heilige der Kirche im Munde. Die Hufe der Rosse bedeuten das äußerste Natürliche, das ganz sinnlich Wißtümliches ist: Nr. 7729; und die Gassen bedeuten die Glaubenswahrheiten: Nr. 2336; Güter und Waren sind Erkenntnisse des Guten und Wahren. Weil durch Tyrus die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden, Nr. 1201, darum ist, wo von Tyrus die Rede ist, auch von Waren und Reichtümern verschiedener Gattung die Rede, wie Hes.Kap.27: "Tharsis (war) eine Händlerin, mit der Menge von allerlei Gütern, mit Silber, Eisen, Zinn und Blei. Damaskus deine Händlerin wegen der Menge von allerei Gütern; mit der Menge deiner Güter und deines Handels hast du reich gemacht alle Könige der Erde". Hes.28/4,5: "Durch deine Weisheit und deine Einsicht hattest du dir Güter erworben, Gold und Silber (war) in deinen Schätzen; durch die Menge deiner Weisheit hast du dir deine Güter gemehrt": ebenfalls von Tyrus. Hierdurch erhellt offenbar, daß unter den Gütern und Reichtümern im Worte geistige Güter und Reichtümer verstanden werden, welche die Erkenntnisse des Guten und Wahren, und also Mittel zur Weisheit sind. Sach.9/3,4: "Tyrus sammelt Silber wie Staub, und Gold wie Straßenkot; siehe, der Herr wird sie arm machen, und ihre Güter ins Meer schütteln". Ps.45/13: "Die Tochter Tyrus wird dir Geschenke bringen, die Tochter des Königs; vor deinem Angesicht werden flehen die Reichen des Volkes": hier wird die Kirche in Ansehung der Neigung zum Wahren beschrieben, und Tochter des Königs genannt, denn Tochter bedeutet die Kirche in Ansehung der Neigung: Nr. 2362, 3963, 6729, 9055, und der König das Wahre: Nr. 1672, 2015, 2069, 3670, 4575, 4581, 4966, 6148; deshalb wird gesagt, daß die Tochter von Tyrus Geschenke bringen, und daß die Reichen des Volkes vor ihrem Angesichte flehen werden. Die Reichen des Volkes sind die, welche Überfluß haben an Wahrem und Gutem. Hos.12/9: "Ephraim sprach: Gewiß, ich bin reich geworden, habe mir Güter gefunden": unter den Worten "ich bin reich geworden und habe mir Güter gefunden", wird auch nicht verstanden, er sei reich geworden an weltlichen Gütern und Reichtümern, sondern an himmlischen; denn unter Ephraim wird das Verständige, (d.h. die Einsicht) der Kirche verstanden, das erleuchtet wird, wenn das Wort gelesen wird: Nr. 5354, 6222, 6238, 6267. Joh.Offenb.3/17,18: "Dem Engel der Kirche der Laodicäer (sage): Weil du sagst: ich bin reich und habe mich bereichert, und bedarf nichts, während du nicht weißt, daß du bist elend und jämmerlich und arm und blind und nackt; Ich rate dir, daß du Gold von Mir kaufst, das durch Feuer geläutert ist, auf daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du dich bekleidest": hier ist die Rede von einer Kirche, die das Ganze der Kirche in nackte Erkenntnisse setzt, und sich daher über andere erhebt, während doch die Erkenntnisse nichts weiter sind als Mittel zur Besserung und Vervollkommnung des Lebens. Wer daher dieselben besitzt ohne ein ihnen gemäßes Leben, der ist elend, jämmerlich, arm, blind und nackt. Gold kaufen, das durch Feuer gereinigt ist, heißt, sich vom Herrn das echte Gute verschaffen; und weiße Kleider heißt, sich vom Herrn echte Wahrheiten aus diesem Guten verschaffen. Daß Gold das Gute der Liebe bedeutet, darüber sehe man, was angeführt worden: Nr. 9874; und daß Kleider die Wahrheiten des Glaubens bedeuten: Nr. 4545, 5248, 5319, 5954, 9212, 9216, 9814, 9952. Jerem.17/11: "Ich, Jehovah, gebe einem jeden nach seinen Wegen, nach den Früchten seiner Werke; wie ein Rebhuhn (Eier) sammelt, aber selbst nicht legt, ist, wer Reichtümer erwirbt, aber nicht mit Recht; in der Mitte seiner Tage wird er sie verlassen; am Ende der Tage wird er ein Tor sein": hier ist die Rede von denen, die sich Kenntnisse verschaffen, ohne einen anderen Nutzzweck, als um reich zu werden, d.h. um zu wissen, da doch das Leben es ist, dem sie dienen sollen. Dies wird verstanden unter sammeln wie ein Rebhuhn, und doch nicht legen, und unter Reichtümer erwerben, aber nicht mit Recht. Luk.14/33: "Ein jeder unter euch, der nicht verleugnet alle seine Habe, kann nicht Mein Jünger sein": wer nicht weiß, daß Habe im inneren Sinn Reichtümer und geistige Güter bedeutet, nämlich Erkenntnisse aus dem Wort, muß notwendig meinen, er müsse sich aller seiner Güter entledigen, um selig werden zu können; während dies doch keineswegs der Sinn dieser Worte ist. Unter Habe wird hier verstanden alles, was aus der eigenen Einsicht kommt; denn niemand kann aus sich selbst weise sein, sondern aus dem Herrn. Alle Habe verleugnen heißt daher, sich selbst gar keine Einsicht und Weisheit zuschreiben; und wer dies nicht tut, kann vom Herrn nicht belehrt werden, d.h. Sein Jünger nicht sein. Weil durch Habe, Reichtümer, Güter, Silber und Gold das bezeichnet wird, was der Einsicht und Weisheit angehört, darum wird auch vom Herrn das Himmelreich verglichen mit "einem Schatz, der verborgen ist im Acker": Matth.13/44; und wird gesagt: "sie sollen sich einen Schatz erwerben, der nicht vergeht in den Himmeln; weil, wo der Schatz, da auch das Herz ist": Matth.6/19-21; Luk.12/33,34. Die, welche nicht wissen, daß unter den Reichen diejenigen verstanden werden, welche die Erkenntnisse des Wahren und Guten besitzen, somit das Wort haben, und daß unter den Armen solche verstanden werden, die jene nicht besitzen, aber dennoch ein Verlangen danach haben, können nicht anders wissen, als daß unter dem Reichen, der sich in Purpur und Byssus kleidete, und unter dem Armen, der an seiner Vorhalle lag (Luk.Kap.16), ein Reicher und ein Armer im gewöhnlichen Sinn verstanden werden, während doch unter dem Reichen daselbst das jüdische Volk verstanden wurde, welches das Wort hatte, unter dem Purpur, worein er sich kleidete, das echte Gute: Nr. 9467; und unter Byssus das echte Wahre: Nr. 5319, 9469, 9596, 9744, und unter dem Armen, der an seiner Vorhalle lag, werden die verstanden, die außerhalb der Kirche sind, und das Wort nicht haben, und doch ein Verlangen nach dem Wahren und Guten des Himmels und der Kirche. Hieraus wird auch klar, daß unter den Reichen die verstanden werden, die das Wort, mithin die göttlichen Wahrheiten haben, wie auch in der Weissagung der (Maria bei) Elisabeth gesagt wird: Luk.1/53: "Gott hat die Hungrigen gefüllt mit Gutem, und die Reichen leer gelassen": die Hungrigen sind hier die, welche sonst Arme genannt werden, somit die kein Brot und Wasser haben, also die, welche Hunger und Durst haben, d.h., die das Gute und Wahre nicht wissen, und doch danach verlangen: durch Brot und Wasser wird im Wort das Gute und Wahre bezeichnet: Nr. 9323, und durch hungern und dürsten, somit auch durch Hunger und Durst, das Verlangen danach. Solche werden auch anderwärts unter den Armen verstanden, wie Luk.6/20,21: "Selig seid ihr Armen, denn euer ist das Himmelreich; selig seid ihr, die ihr hungert, denn ihr werdet gesättigt werden". Luk.14/21: "Der Hausvater sprach zu seinem Knecht, er solle hingehen auf die Gassen und Straßen der Stadt, und hereinführen die Armen, Krüppel, Lahmen und Blinden". Luk.7/22: "Den Armen wird das Evangelium gepredigt werden". Matth.11/5: "Die Armen hören das Evangelium". Jes.14/30: "Alsdann werden weiden die Erstgeborenen der Armen, und die Dürftigen werden sicher liegen". Jes.29/19: "Die Dürftigen unter den Menschen werden über den Heiligen Israels frohlocken". Zeph.3/12,13: "Ich will in deiner Mitte übriglassen ein elendes und armes Volk, die hoffen werden auf den Namen Jehovahs, diese werden weiden und ruhen, ohne daß sie jemand schreckt". Jes.41/17,18: "Die Armen und Dürftigen suchen Wasser, aber es ist keines da; ihre Zunge verschmachtet vor Durst; Ich, Jehovah, will sie erhören; auf den Anhöhen will Ich Ströme öffnen, und in die Mitte der Täler Quellen setzen": die Armen und Dürftigen, die Wasser suchen, sind die, welche nach den Erkenntnissen des Guten und Wahren ein Verlangen haben; Wasser bedeutet das Wahre; das Verlangen wird dadurch beschrieben, daß ihre Zunge vor Durst verschmachtet; und der Überfluß, den sie haben werden, dadurch, daß Ströme auf den Anhöhen eröffnet werden, und Quellen in der Mitte der Täler. Aus diesem wird weiter klar, daß das Himmlische, nämlich das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe verstanden wird unter dem Irdischen, nämlich unter Wasser, Ströme auf den Anhöhen, Quellen in den Tälern, ferner, daß dieses der buchstäbliche Sinn des Wortes ist, jenes aber der geistige, und daß das Wort kraft dieses Sinnes göttlich ist, aber ohne denselben es nicht ist. Daß Güter und Reichtümer solches bedeuten, was der Einsicht und Weisheit angehört, beruht auch auf der Entsprechung; denn im Himmel bei den Engeln erscheint alles wie strahlend von Gold, Silber und Edelsteinen, und zwar weil sie in der Einsicht des Wahren und in der Weisheit des Guten sind; denn das Innere der Engel stellt sich so sichtbar dar vermöge der Entsprechung. Auch bei den Geistern, die sich unterhalb der Himmel befinden, sind Reichtümer in der Scheinbarkeit, gemäß dem Zustand der Aufnahme des Wahren und Guten vom Herrn. 10228. "Zur Versöhnung über eure Seelen", 2. Mose 30/15, bedeutet, auf daß das Böse entfernt werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "versöhnt werden über ihre Seelen", sofern es heißt, gereinigt und befreit werden vom Bösen durch das Wahre des Glaubens, wovon Nr. 10218; und weil die Reinigung und Befreiung vom Bösen nichts anderes ist, als die Entfernung desselben, darum wird auch dieses durch die gleichen Worte bezeichnet. Daß der Mensch nicht befreit werde vom Bösen, und so gereinigt, sondern daß er davon abgehalten werde, wenn er im Guten vom Herrn erhalten wird, und daß so das Böse entfernt werde, darüber sehe man, was angeführt worden Nr. 10057 E. 10229. "Und du sollst das Silber der Versöhnungen (das Sühnegeld) nehmen von den Söhnen Israels", 2. Mose 30/16, bedeutet die reinigenden Wahrheiten aus dem Guten, die der Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre aus dem Guten bezeichnet, wovon Nr. 1551, 2594, 5658, 6112, 6914, 6917, 8932; aus der Bedeutung der Versöhnung, sofern sie die Reinigung vom Bösen bezeichnen, wovon Nr. 10218; somit bedeutet das Silber der Versöhnungen das reinigende Wahre. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche bezeichnen, wovon das, was Nr. 9340 angeführt worden. Das reinigende Wahre wird gesagt, weil alle Reinigung vom Bösen durch Wahrheiten geschieht, man sehe Nr. 2799, 5954, 7044, 7918, 9089. Damit verhält es sich in folgender Weise: Der Mensch denkt aus sich nur Böses, denn aus sich denkt er nicht an Gott, auch nicht an Güte und Gerechtigkeit gegen den Nächsten, außer um seiner selbst willen. Ja auch nicht an den Himmel und an das ewige Leben, sondern an die Welt und an das Leben in ihr. Solange der Mensch in einem solchen Zustand ist, denkt er aus dem, was unter ihm ist, und nicht aus dem was über ihm ist, somit aus der Hölle und nicht aus dem Himmel. Wenn also der Mensch Gutes denken will, so muß er aus dem Himmel denken, mithin muß sein Gemüt dahin erhoben werden. Dies geschieht einzig durch solche Wahrheiten, wie sie in der Kirche sind aus dem Wort; denn diese lehren, was Gott, was der Nächste ist, daß es einen Himmel, ein ewiges Leben gibt, und im besonderen, was böse und was gut ist. Wenn diese Wahrheiten Eingang finden, dann wird das Innere über sich erhoben, und so abgezogen von dem, was unter ihm ist, somit vom Bösen. Hieraus kann erhellen, daß alle Reinigung oder Entfernung vom Bösen durch die Wahrheiten geschieht, die daher reinigende Wahrheiten heißen. 10230. "Und sollst es geben zum Dienst des Zelts der Zusammenkunft", 2. Mose 30/16, bedeutet die Verbindung mit dem Himmel durch die Anerkennung, daß alles Wahre und Gute vom Herrn sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dienstes des Zelts der Zusammenkunft, sofern er das bezeichnet, was der Himmel wirkt und tut; denn Dienst bedeutet das, was er wirkt und tut, und das Zelt der Zusammenkunft ist der Himmel, wo der Herr ist. Daß das Zelt der Zusammenkunft den Himmel bedeutet, wo der Herr ist, sehe man Nr. 9457, 9481, 9485, 9784, 9963; somit auch, was den Menschen mit dem Himmel verbindet; denn was der Himmel beim Menschen wirkt und tut, das verbindet ihn auch mit dem Himmel. Die Verbindung mit dem Himmel wird bezeichnet durch die Anerkennung, daß alles Wahre und Gute vom Herrn ist, weil das, was zum Dienst des Zeltes der Zusammenkunft gegeben wurde, ein halber Sekel war, der das Silber der Sühnungen wegen der Zählung des Volkes genannt wird, und durch das Geben eines halben Sekels wird bezeichnet die Anerkennung, daß alles, was dem Glauben und der Liebe angehört, dem Herrn zu verdanken sei: Nr. 10220, 10221; und durch die Zählung wird bezeichnet die Anordnung und Bestimmung von allem durch den Herrn: Nr. 10218. 10231. "Und es soll den Söhnen Israels zum Gedächtnis sein vor Jehovah", 2. Mose 30/16, bedeutet dadurch Erhaltung der Kirche und alles Kirchlichen vom Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche darstellen, worüber man sehe, was angeführt worden Nr. 9340; aus der Bedeutung von Gedächtnis, wenn es von Jehovah (ausgeht), sofern es die Erhaltung bezeichnet, wovon Nr. 9849; und aus der Bedeutung von "vor Jehovah", sofern es heißt, vom Herrn, wovon Nr. 10146. 10232. "Zur Versöhnung über eure Seelen", 2. Mose 30/16, bedeutet, weil so das Böse entfernt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von versöhnen über ihre Seelen, sofern es heißt, das Böse durch Wahrheiten entfernen, wovon Nr. 10228. Durch die "Versöhnung über eure Seelen" wird bezeichnet, weil so das Böse entfernt worden, aus dem Grund, weil dieses so aus dem Vorhergehenden folgt; denn der innere Sinn sieht nicht auf den Sinn der Worte, wie er im Buchstaben zusammenhängt, sondern wie er in seinem Sinn zusammenhängt, und dieser ist, daß die Erhaltung der Kirche und alles Kirchlichen vom Herrn geschieht, weil das Böse entfernt worden; denn die Kirche wird beim Menschen nur darum erhalten, weil das Böse nicht hindert; denn der Herr fließt stets und fortwährend mit Seiner Barmherzigkeit ein, und sorgt dafür, daß das Wahre und Gute, das der Kirche angehört, nicht nur beim Menschen erhalten wird, sondern auch, daß es sich mehrt und wächst. Solang aber das Böse regiert, wird das Wahre und Gute der Kirche, das vom Herrn einfließt, vom Menschen entweder verworfen, oder erstickt, oder verkehrt; hingegen wenn das Böse entfernt ist, wird es angenommen und anerkannt. 10233. Vers 17-21: Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Du sollst auch ein Waschbecken von Erz machen und sein Gestell von Erz, zum Waschen; und sollst es zwischen das Zelt der Zusammenkunft und zwischen den Altar setzen und sollst Wasser hineintun. Und Aharon und seine Söhne sollen daraus waschen ihre Hände und ihre Füße. Wenn sie ins Zelt der Zusammenkunft hineingehen, sollen sie sich mit Wasser waschen, daß sie nicht sterben, oder wenn sie zum Altar hintreten zum Dienste, um Feuerung anzuzünden für Jehovah. Und sie sollen ihre Hände und ihre Füße waschen, daß sie nicht sterben; und es soll ihnen eine ewige Satzung sein, ihm und seinem Samen, für ihre Geschlechter. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach" bedeutet ein Innewerden aus der Erleuchtung durch das Wort vom Herrn; "du sollst auch ein Waschbecken von Erz machen" bedeutet das Gute des Natürlichen des Menschen, in dem die Reinigung (stattfindet); "und sein Gestell von Erz" bedeutet das Gute im Letzten des Natürlichen, das dem Sinnlichen angehört; "zum Waschen" bedeutet die Reinigung vom Bösen und Falschen; "und sollst es zwischen das Zelt der Zusammenkunft und zwischen den Altar setzen" bedeutet, auf daß eine Verbindung des Wahren und Guten stattfinde, "und sollst Wasser hineintun" bedeutet die Wahrheiten des Glaubens, durch welche die Reinigung im Natürlichen (bewirkt wird); "und Aharon und seine Söhne sollen daraus waschen" bedeutet das Vorbild der Reinigung und Wiedergeburt des Menschen vom Herrn; "ihre Hände und ihre Füße" bedeutet das Innere und Äußere des Menschen; "wenn sie ins Zelt der Zusammenkunft hineingehen" bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten des Glaubens; "sollen sie sich mit Wasser waschen" bedeutet die Reinigung durch Glaubenswahrheiten; "daß sie nicht sterben" bedeutet, daß das Vorbildliche nicht zugrunde gehe; "oder wenn sie zum Altar hintreten zum Dienste, um Feuerung anzuzünden für Jehovah" bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe; "und sie sollen ihre Hände und ihre Füße waschen" bedeutet die Reinigung des Inneren und Äußeren des Menschen; "daß sie nicht sterben" bedeutet, daß das Vorbildliche nicht zugrunde gehe; "und es soll ihnen eine ewige Satzung sein" bedeutet ein ewiges Ordnungsgesetz; "ihm und seinem Samen, für ihre Geschlechter" bedeutet alle, die das, was vom Herrn ausgeht, aufnehmen, somit die, welche von Ihm wiedergeboren werden. 10234. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach", 2. Mose 30/17, bedeutet ein Innewerden aus der Erleuchtung durch das Wort vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Redens Jehovahs zu Mose, sofern es die Erleuchtung durch das Wort vom Herrn ist, wovon Nr. 10215; und aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 2862, 3509, 5743, 8660. Man merke, daß wenn etwas Neues, das vom vorigen unterschieden ist, zur Erörterung kommt, gesagt wird: "Jehovah redete zu Mose", wie in diesem Kapitel Vers 11,17,22,34, und auch anderwärts; der neue Gegenstand, der nun erörtert wird, betrifft die Reinigung vom Bösen und Falschen. 10235. "Du sollst auch ein Waschbecken von Erz machen", 2. Mose 30/18, bedeutet das Gute des Natürlichen des Menschen, in dem die Reinigung (stattfindet). Dies erhellt aus der Bedeutung des Waschbeckens, worin das Wasser zur Reinigung war, sofern es das Natürliche des Menschen bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von Erz, sofern es sein Gutes bezeichnet. Im nun Folgenden ist vom Waschen die Rede, und wird gesagt, Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände und ihre Füße waschen, wenn sie in das Zelt der Zusammenkunft hineingehen, oder zum Altar hinzutreten zum Dienst; und anderwärts wird gesagt, die unrein Gewordenen sollen sich und ihre Kleider waschen, und dann seien sie rein. Hieraus kann erhellen, daß das Waschen die Reinigung vom Bösen vorbildete; somit das Waschen des Leibes und der Kleider die Reinigung des Herzens und Gemüts. Ein jeder, der aus einiger Erleuchtung denkt, kann sehen, daß durch das Waschen das Böse des Herzens und Gemütes nicht weggewischt wurde, sondern nur der Schmutz des Leibes und der Kleider, und nachdem dieser weggewischt worden, dennoch das Böse zurückgeblieben ist; und daß das Böse durchaus nicht durch Wasser weggewischt werden konnte, sondern durch Buße. Hieraus wird wiederum klar, daß das, was bei dem israelitischen Volke angeordnet wurde, Äußeres war, das Inneres vorbildete, und daß das Innere das eigentlich Heilige der Kirche bei ihnen war, und nicht das Äußere ohne dieses. Daß aber dieses Volk dennoch alles Heilige ins Äußere und gar nicht ins Innere setzte, erhellt aus den Worten des Herrn bei Matthäus: Matth.23/25-27: "Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, das Inwendige aber ist voll von Raub und Unmäßigkeit, du blinder Pharisäer, reinige zuvor das Inwendige des Bechers und der Schüssel, dann wird auch das Äußere rein werden. Ihr macht euch gleich den weißgetünchten Gräbern, die auswendig zwar hübsch erscheinen, inwendig aber voll sind von Totengebeinen und aller Unreinigkeit". Sodann Mark.7/2-8; Luk.11/39. Daß das Waschbecken das Natürliche bezeichnet, beruht darauf, daß durch das Waschen in demselben die Reinigung vom Bösen bezeichnet wird, und die Reinigung vom Bösen im Natürlichen geschieht; und außerdem wird durch Gefäße überhaupt das bezeichnet, was dem natürlichen Menschen angehört: Nr. 3068, 3079, 9394, weil das Natürliche der Behälter der geistigen Dinge ist, die dem inwendigen Menschen angehören. Unter dem Natürlichen wird das Äußere des Menschen verstanden, d.h. das, was der äußere Mensch genannt wird. Es kann befremden, daß durch das Waschbecken das Natürliche des Menschen bezeichnet werde; aber man wisse, daß im inneren Sinn hier von der Reinigung vom Bösen gehandelt wird, und der Mensch es ist, der gereinigt wird. Hieraus folgt, daß etwas am Menschen bezeichnet wird durch das, worin das Waschen geschah, wodurch die Reinigung bezeichnet wird. Dies ist aber das Natürliche, weil in diesem die Reinigung geschieht. Außerdem bezeichnet alles, was des Gottesdienstes halber bei dem israelitischen und jüdischen Volke angeordnet wurde, das, was dem Himmel und der Kirche angehört, mithin solches, was im Menschen ist; denn wenn es nicht etwas im Menschen bezeichnet hätte, so würde es keine vorbildliche Bedeutung gehabt haben. Weil durch das Waschbecken das Natürliche des Menschen bezeichnet wird, durch die Wasser im Waschbecken die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, und durch das Waschen die Reinigung vom Bösen, so kann man daraus annehmen, was durch das eherne Meer neben dem Tempel, wie auch, was durch die zwölf Rinder, die dasselbe trugen, (bezeichnet wurde). Ebenso, was durch die zehn übrigen Waschbecken, die ebenfalls neben dem Tempel aufgestellt waren, und durch die darin eingegrabenen Löwen, Ochsen und Cherube, sodann durch die Räder wie eines Wagens unter ihnen bezeichnet wurde. Was dieses alles bezeichnete, ist klar, wenn bekannt ist, was bezeichnet wird durch Waschbecken, Wasser und Waschen, und wenn bekannt ist, wie es sich mit der Reinigung vom Bösen beim Menschen verhält; denn alles und jegliches enthielt Vorbilder himmlischer und geistiger Dinge. Das eherne Meer, das von Salomo gemacht und neben dem Tempel aufgestellt wurde, wird 1.Kön.7/23,24,26,39, so beschrieben: "Er machte ein gegossenes Meer, zehn Ellen von einem Rande zum anderen, gerundet ringsum; fünf Ellen hoch; und eine Schnur von dreißig Ellen umgab dasselbe ringsum. Koloquinthen gingen unterhalb des Randes ringsum, zehn Ellen weit umgeben sie das Meer ringsumher. Es stand auf zwölf Rinder, drei waren gerichtet gegen Mitternacht, und drei gegen Abend, und drei gerichtet gegen Mittag, und drei gegen Morgen, das Meer aber war oben über ihnen, und alle ihre Hinterteile waren einwärts; seine Dicke war eine Hand breit, sein Rand war gleich dem Werk des Randes eines Kelches, die Blüte einer Lilie. Zweitausend Bath faßte es. Und das Meer wurde gestellt auf der rechten Schulter (Seite) des Hauses nach Osten zu, gegen den Mittag": Dieses Gefäß oder dieses Waschbecken wird Meer genannt, weil durch Meer das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet wird, und alles Wißtümliche gehört dem natürlichen Menschen an. Daß das Meer das Wißtümliche bedeutet, sehe man Nr. 28, 2850, 8184: und daß das Wißtümliche dem natürlichen Menschen angehört: Nr. 1486, 3019, 3020, 3309, 3310, 5373, 6004, 6023, 6071, 6077, 9918; daß dieses das Waschgefäß gleich dem Werk des Randes eines Kelches (oder Bechers) war, hatte den Grund, weil durch Kelch, Trinkgefäß oder Becher ebenfalls das Wißtümliche, das dem natürlichen oder sinnlichen Menschen angehört, bezeichnet wird: Nr. 9557, 9996; durch die zwölf Rinder wurde alles Gute des natürlichen und sinnlichen Menschen im Inbegriff bezeichnet, weil sie anstatt des Gestelles waren, und durch Gestell wird das bezeichnet, was das Letzte ist und stützt. Daß zwölf alles im Inbegriff bedeutet, sehe man Nr. 3272, 3858, 3913, und daß das Rind das Gute des natürlichen Menschen bezeichnet, sehe man Nr. 2781, 9135; daß sie nach allen Weltgegenden gerichtet waren, beruhte darauf, daß das Gute des natürlichen Menschen das Aufnahmegefäß von allem ist, was aus der Welt einfließt, sowohl was sich auf das Gute, als was sich auf das Wahre bezieht. Der Durchmesser von zehn Ellen bezeichnete das Volle: Nr. 3107; und der Umfang von dreißig Ellen bezeichnete den vollständigen Inbegriff: Nr. 9082; zweitausend Bath bezeichneten die Verbindung des Guten und Wahren, somit die Reinigung und Wiedergeburt, denn die Wiedergeburt ist nichts anderes als die Verbindung des Guten und Wahren. Zweitausend bezeichnet das gleiche, wie zwei, denn die multiplizierten Zahlen bedeuten das gleiche wie die einfachen, woraus sie entstehen: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973; daß zwei die Verbindung bezeichnet, sehe man Nr. 5194, 8423. Daß das eherne Meer zur rechten Schulter (oder Seite des Hauses), gegen Morgen, gegenüber dem Mittag gesetzt war, bezeichnete die Richtung zum Herrn, denn der Herr ist der Aufgang: Nr. 101, 9668; das Haus oder der Tempel ist der Himmel und die Kirche, wo der Herr ist: Nr. 3720. Aus diesem kann nun erhellen, was durch das eherne Meer, folglich auch, was durch das Waschbecken bezeichnet wurde, nämlich das Natürliche des Menschen, in dem die Reinigung vor sich geht. 10236. "Und sein Gestell von Erz", 2. Mose 30/18, bedeutet das Gute im Letzten des Natürlichen, das dem Sinnlichen gehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gestells des Waschbeckens, worin das Wasser zum Waschen war, sofern es das Letzte des Natürlichen bezeichnet, welches das Sinnliche genannt wird; und aus der Bedeutung des Erzes, sofern es das Gute bezeichnet, wovon Nr. 10235. Der Grund, warum das Gestell das Letzte des Natürlichen bezeichnet, welches das äußere Sinnliche genannt wird, ist, weil durch das Waschbecken, das oben darauf ist, das Natürliche bezeichnet wird, in dem die Reinigung vor sich geht, daher wird durch das, was unten ist, bezeichnet, was an der untersten, d.h. an der letzten Stelle ist, somit das äußere Sinnliche des Menschen. Das Natürliche des Menschen ist ein äußeres, ein mittleres und ein inneres; das Äußere des Natürlichen hat Gemeinschaft mit der Welt und wird das äußere Sinnliche genannt; das innere Natürliche ist es, das Gemeinschaft hat mit dem inwendigen Menschen, der im Himmel ist, das mittlere Natürliche aber ist das, welches beide verbindet. Denn wo ein Äußeres und ein Inneres ist, da muß ein Mittleres sein, das verbindet. Daß der Mensch ein äußeres, mittleres und inneres Natürliches hat, sehe man Nr. 4009, 4570, 5118, 5120, 5649, 9216. Durch das Sinnliche, welches das Letzte des Natürlichen ist, wird eigentlich das verstanden, was Fleisch genannt wird, und zugrunde geht, wenn der Mensch stirbt, somit das, was dem Menschen zu seinen Verrichtungen in der Welt dient, wie das Sinnliche des Gesichts, des Gehörs, des Geruchs, des Geschmacks und des Gefühls. Daß dieses Sinnliche die letzte Unterlage ist, in der das Leben des Menschen sich abschließt, und auf dem es als auf einem Gestell ruht, kann man leicht erkennen, denn es schließt sich unmittelbar an die Welt an, und durch dasselbe als das Äußerste geht die Welt ein, und geht der Himmel hervor. Dieses Sinnliche hat der Mensch jedoch mit den unvernünftigen Tieren gemein; aber das äußere Sinnliche, das der Mensch nicht so mit ihnen gemein hat, und dennoch ein äußeres Sinnliches ist, ist dasjenige, das der Mensch im Gedächtnis hat von der Welt her, und bloß aus weltlichen, leiblichen und irdischen Dingen daselbst besteht. Ein Mensch, der bloß aus diesen denkt und vernünftelt, und nicht aus inneren, wird ein sinnlicher Mensch genannt. Dieses Sinnliche bleibt dem Menschen nach dem Tode, aber es ruht; dieses äußere Sinnliche ist es, was eigentlich durch Gestell bezeichnet wird; wie beschaffen dieses ist, wurde vorgebildet durch die Gestelle der zehn Waschbecken, die neben den Tempel gesetzt waren; diese Gestelle werden in folgender Weise beschrieben: 1.Kön.7/27-39: "Salomo machte zehn Gestelle von Erz, vier Ellen die Länge eines jeden Gestells, und vier Ellen die Breite; drei Ellen die Höhe. Auf den Feldern, die zwischen den Fugen (Leisten), waren Löwen, Rinder und Cherubim; und auf den Fugen ebenso oberhalb. Überdies hatte ein jedes Gestell vier Räder und eherne Tafeln; aber seine vier Ecken hatten Schultern (Arme); unter dem Waschbecken waren gegossene Schultern (Arme); das Werk der Räder war gleich dem Werk eines Wagenrads; ihre Hände (Achsen) und ihre Rücken (Felgen), ihre Speichen und ihre Naben waren alle gegossen. Auf diese Weise machte er zehn Gestelle; einen Guß, ein Maß, ein Verhältnis hatten sie alle. Daher machte er zehn Becken von Erz; vierzig Bath faßte ein jedes Waschbecken; vier Ellen ein jedes Waschbecken": die Beschaffenheit des äußeren Sinnlichen beim Mensch wird hier durch Vorbilder beschrieben, hauptsächlich aber der Schutz des Herrn, daß der Mensch nicht aus seinem Sinnlichen, somit aus der Welt, in das eindringe, was dem Himmel oder der Kirche angehört; denn das ist gegen die göttliche Ordnung. Die Welt kann nämlich nicht in den Himmel eingehen, wohl aber der Himmel in die Welt; dies geschieht, wenn der Herr durch den Himmel beim Menschen einfließt, ihn erleuchtet, ihn lehrt, und ihn führt durch das Wort. Daß aus der Welt eingehen in das, was dem Himmel angehört, gegen die göttliche Ordnung ist, kann man an denjenigen sehen, die aus ihrem Sinnlichen, somit aus dem Wißtümlichen, das aus der Welt ist, eingehen, sofern sie gar nichts glauben. Der Schutz, daß dieses nicht geschehe, wird bezeichnet durch Löwen, Rinder und Cherubim; durch Löwen wird nämlich der Schutz bezeichnet, daß die Wahrheiten nicht eingehen, denn die Löwen bedeuten Wahrheiten in ihrer Macht: Nr. 6367, 6369; durch Rinder wird bezeichnet der Schutz, daß das Gute nicht eingehe, denn die Rinder bedeuten das Gute in seiner Macht: Nr. 2781; daß durch Cherubim bezeichnet wird der Schutz des Herrn, damit dieses nicht geschehe, sehe man Nr. 308, 9509; daß die Schultern, deren auch Erwähnung geschieht, die Macht und den Widerstand bedeuten, sehe man Nr. 1085, 4931-4937, 9836; durch die Räder wie eines Wagens wird bezeichnet die Fähigkeit, weise zu sein, wenn alles aus dem Himmel eingeht, denn dann geht alles der Ordnung gemäß vor sich; die Wagenräder bedeuten nämlich die Fähigkeit fortzuschreiten, also zu lernen: Nr. 9872, 8215; und Wagen bezeichnet das, was der Lehre des Himmels und der Kirche angehört: Nr. 5321, 8215. Was ein sinnlicher Mensch sei, soll abermals mit wenigen Worten gesagt werden: Ein sinnlicher Mensch heißt, wer bloß aus solchem denkt, was er im Gedächtnis aus der Welt hat, und wer gegen das Innere hin nicht erhoben werden kann. Solcherart sind hauptsächlich die, welche nichts vom Himmel und nichts vom Göttlichen glauben, weil sie es nicht sehen, denn sie trauen bloß ihren Sinnen, und was vor diesen nicht erscheint, halten sie für nichts. Solche kommen nahezu der Art der unvernünftigen Tiere gleich, die auch bloß durch die äußeren Sinne geführt werden; gleichwohl sind sie listig und gewandt im Handeln und Vernünfteln, aber sie sehen das Wahre nicht aus dem Licht des Wahren. Solche hießen ehemals Schlangen vom Baum der Erkenntnis; die höllische Rotte ist größtenteils solcherart. Was aber der sinnliche Mensch und was das Sinnliche ist, sehe man Nr. 9331 E, 9726, 9730, 9731, 9922, 9996; und was es heißt erhoben werden, über das Sinnliche oder von demselben abgezogen werden: Nr. 9922. Das Gute des Sinnlichen, das durch das Gestell von Erz bezeichnet wird, ist das, was das Reizende und Angenehme genannt wird, welches das Denken der Einbildungskraft anregt, und dieses Denken kommt nur aus solchem, was irdisch, leiblich und weltlich ist, und unterscheidet sich von anderen Lustreizen dadurch, daß es sich auf keine anderen Nutzzwecke bezieht als auf selbstische, d.h. solche, die das Ich betreffen; denn der sinnliche Mensch ist in der Selbst- und Weltliebe, und was ihm Vergnügen macht, bezieht auf diese Liebestriebe. Weil aber die Liebestriebe des sinnlichen Menschen solcherart sind, so ist klar, daß er gewandter ist als andere im Vernünfteln und in der Tätigkeit für gewinnsüchtige und ehrgeizige Zwecke; denn sein Leib entbrennt vom Feuer dieser Liebe, und dieses Feuer zündet ein Licht an, welches das natürliche Licht genannt wird, und wenn dieses angezündet ist bis zum Erglänzen, alsdann wird das Himmelslicht, das dem inwendigen Menschen angehört, ganz verdunkelt; daher wird das, was diesem Lichte angehört, weil es in Finsternis ist, für nichts erklärt. Anders aber ist es bei denjenigen, die aus dem Feuer des Himmels handeln und aus dem Licht desselben denken. Hieraus kann erhellen, was unter dem Guten des Sinnlichen verstanden wird, das bezeichnet wird durch das Gestell des Waschbeckens. 10237. "Zum Waschen", 2. Mose 30/18, bedeutet die Reinigung vom Bösen und Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von waschen, sofern es die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichnet, wovon Nr. 3147, 5954. Weil im inneren Sinn von der Reinigung vom Bösen und Falschen durch Glaubenswahrheiten in dem nun Folgenden die Rede ist, darum soll in Kürze gesagt werden, wie es sich damit verhält, denn durch das Waschen wird die Reinigung bezeichnet; durch Wasser die Wahrheiten des Glaubens, und durch das Waschbecken, worin das Wasser, das Natürliche, weil alle Reinigung im Natürlichen geschieht. Der Mensch hat ein Äußeres und ein Inneres. Das Äußere wird das Natürliche genannt und auch der natürliche Mensch, das Innere aber wird das Geistige und auch der geistige Mensch genannt, aus dem Grunde, weil das Innere des Menschen in der geistigen Welt ist, wo die Geister und Engel sind, und sein Äußeres in der natürlichen Welt ist, wo die Menschen sind. Beides, sowohl das Innere als das Äußere, wird gereinigt, das Innere im Himmel und das Äußere, während der Mensch in der Welt lebt, somit im Natürlichen, das in der Welt ist. Der Grund, warum die Reinigung alsdann im Natürlichen vollzogen wird, ist, weil die Glaubenswahrheiten im Natürlichen zum deutlichen Bewußtsein kommen; denn sie sind in diesem unter dem Wißtümlichen oder unter den Sachen des Gedächtnisses, deren man, wenn sie gedacht werden, deutlich bewußt wird, nicht aber dessen, was gedacht wird im inwendigen Menschen. Dieses kommt nicht zum deutlichen Bewußtsein, solange der Mensch in der Welt ist, weil die Vorstellungen, die jener hat, geistig sind; daher kommt es, daß die Reinigung im Natürlichen geschieht. Daß sie durch die Glaubenswahrheiten geschieht, kann daraus erhellen, daß die, welche gereinigt werden, nicht nur wissen müssen, was böse und falsch ist, sondern dieses auch erkennen und hernach verabscheuen und fliehen müssen. Wenn dieses geschieht, dann erst wird der Mensch davon gereinigt. Das Böse und Falsche kann man aber nur wissen und somit auch erkennen im Natürlichen durch die Wahrheiten des Glaubens, denn diese lehren jenes, somit machen sie es offenbar. Wer da glaubt, er werde vom Bösen und Falschen gereinigt, ehe er es bei sich sieht und erkennt, ist in einem großen Irrtum, man sehe Nr. 8388, 8390. Es wurde gesagt, daß der Mensch sein Böses und Falsches wisse durch die Wahrheiten des Glaubens im Natürlichen, d.h. im äußeren Menschen, nicht aber im inwendigen. Der Grund davon ist, weil die Vorstellungen des Denkens im inwendigen Menschen geistig sind, und die geistigen Vorstellungen können nicht begriffen werden im Natürlichen, denn es sind Vorstellungen des Verstandes, die keine Gegenstände haben, wie sie in der materiellen Welt sind. Gleichwohl aber fließen jene Vorstellungen, nämlich die geistigen, die dem inwendigen Menschen eigen sind, in die natürlichen Vorstellungen ein, die dem äußeren Menschen angehören, und erzeugen und bilden diese, was durch Entsprechungen geschieht. Von den geistigen Vorstellungen aber, die der inwendige Mensch hat, soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, die Rede sein, wo vom Himmel und von den Geistern und Engeln (gehandelt wird); denn diese denken durch geistige Vorstellungen, und durch solche reden sie auch miteinander. 10237_. "Und sollst es zwischen das Zelt der Zusammenkunft und zwischen den Altar setzen", 2. Mose 30/18, bedeutet, auf daß eine Verbindung des Wahren und Guten stattfinde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zwischen dem Zelt der Zusammenkunft und dem Altar", sofern es die Verbindung des Wahren und Guten bezeichnet, wovon Nr. 10001, 10025. Daß das Waschbecken zwischen das Zelt der Zusammenkunft und den Altar gesetzt wurde, und daß Aharon und seine Söhne darin Hände und Füße wuschen, war deshalb, weil die Reinigung des Herzens und die Wiedergeburt vorgebildet werden sollte, die in ihrem Wesen eine Verbindung des Wahren und Guten ist; denn die Verbindung des Wahren und Guten ist der Himmel selbst bei dem Menschen. Deshalb wird auch der Himmel im Wort mit einer Ehe verglichen. Diese Verbindung geschieht durch die Glaubenswahrheiten, weil diese lehren, wie man leben soll. Wenn man also nach den Wahrheiten des Glaubens lebt, so kommt die Verbindung des Wahren und Guten zustande; denn das Wahre wird alsdann gut durch das Leben; das Leben des Wahren ist das Gute. Dies wird auch dadurch verstanden, daß der Mensch wiedergeboren wird durch Wasser und Geist. Wasser bedeutet das Wahre des Glaubens und Geist das Leben desselben. Daß die Wiedergeburt die Verbindung des Wahren und Guten ist, sehe man Nr. 2063, 3155, 3158, 3607, 4353, 5365, 5276, 8516, 8517, 8772, 10067. 10238. "Und sollst Wasser hineintun", 2. Mose 30/18, bedeutet die Wahrheiten des Glaubens, durch welche die Reinigung im Natürlichen zustande kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wasser, sofern sie die Wahrheiten des Glaubens bezeichnen, wovon Nr. 28, 739, 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568, 9323; und aus der Bedeutung des Waschbeckens, sofern es das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 10235. Wer nicht weiß, daß die Wasser die Wahrheiten des Glaubens bezeichnen, wird gar vieles im Wort nicht begreifen, z.B. was bezeichnet wird durch den Satz bei Joh.3/5: "Es sei denn, daß der Mensch geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht eingehen in das Reich Gottes": die, welche hier unter Wasser nichts anderes verstehen als Wasser, glauben, das Wasser der Taufe sei es, durch das der Mensch wiedergeboren werde, während doch das Wasser zur Wiedergeburt nichts hilft, sondern das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe; denn das Wasser wäscht bloß den Schmutz des Leibes ab und durchaus nicht das Böse des Herzens. Wer nicht weiß, daß die Wasser Wahrheiten des Glaubens bedeuten, kann auch nicht wissen, was die Taufe bedeutet, denn er glaubt, daß dieses Äußere den Menschen selig mache, da doch das Äußere nichts hilft sondern das Innere, das bezeichnet wird, und das ist die Wiedergeburt durch die Wahrheiten des Glaubens; denn die Angehörigen der Kirche werden von den übrigen auf dem Erdkreis durch die Taufe unterschieden, weil diese durch die Wahrheiten des Glaubens wiedergeboren werden können, nicht aber, die außerhalb der Kirche sind; denn innerhalb der Kirche ist das Wort, in dem die Wahrheiten des Glaubens (enthalten sind). Wer nicht weiß, daß die Wasser Wahrheiten des Glaubens bedeuten, kann auch nicht wissen, was 1. Mose 1/6-10 verstanden wird unter "den Wassern über der Ausbreitung und unter den Wassern unterhalb der Ausbreitung"; während doch durch die Wasser über der Ausbreitung die Wahrheiten des Glaubens im inwendigen Menschen, und durch die Wasser unterhalb der Ausbreitung die Wahrheiten des Glaubens im äußeren bezeichnet werden; denn jenes Kapitel handelt von der Neuschöpfung des Menschen der Ältesten Kirche, somit von seiner Wiedergeburt. Wer nicht weiß, daß die Wasser Wahrheiten des Glaubens bedeuten, kann auch nicht wissen, was durch Wasser bezeichnet wird Joh.4/13,14: "Wer von dem Wasser trinkt, das Ich geben werde, wird ewiglich nicht dürsten; aber das Wasser, das Ich geben werde, wird in ihm werden eine Quelle des Wassers, das ins ewige Leben quillt". Jes.41/17,18: "Die Armen und Dürftigen suchen Wasser, aber es ist keines da, ihre Zunge verschmachtet vor Durst; öffnen will Ich auf den Anhöhen Ströme, und inmitten der Täler will Ich Quellen setzen, die Wüste zu einem Wassersee und das dürre Land zu Wasserquellen". Jes.48/20,21: "Sie werden nicht dürsten; Ich werde ihnen aus dem Felsen Wasser quellen lassen, und Er wird den Fels spalten, daß Wasser herausfließen"; und sonst öfter. Man sehe aber, was hierüber früher gesagt und gezeigt wurde, z.B. daß die Reinigung vom Bösen und Falschen durch Glaubenswahrheiten geschehe: Nr. 2799, 5954, 7044, 7918, 9089, 10229, und auch die Wiedergeburt, man sehe, was angeführt worden: Nr. 9959. Daß die Taufe die Wiedergeburt durch die Wahrheiten des Glaubens bedeutet: Nr. 4255, 5120, 9089. Daß die Reinigung im Natürlichen geschehe: Nr. 3147, 9572, und auch die Wiedergeburt, was angeführt worden: Nr. 9325. 10239. "Und Aharon und seine Söhne sollen daraus waschen", 2. Mose 30/19, bedeutet das Vorbild der Reinigung und Wiedergeburt des Menschen vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von waschen, sofern es die Reinigung bezeichnet, wovon Nr. 10237; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er den Herrn in Ansehung des himmlisch göttlich Guten vorbildet, wovon Nr. 9806, 10068; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Aharons, sofern sie den Herrn in Ansehung des geistig göttlich Guten vorbilden, wovon Nr. 9807, 10068. Hieraus wird klar, daß durch "Aharon und seine Söhne sollen daraus waschen", das Vorbild der Reinigung des Menschen vom Herrn bezeichnet wird; daß es auch das Vorbild der Wiedergeburt ist, beruht darauf, daß die Wiedergeburt ebenfalls durch das Waschen vorgebildet wurde, aber durch das Waschen des ganzen Leibes; dieses Waschen wurde Taufe genannt. Daß das Taufen oder die Taufe die Wiedergeburt bedeutet, sehe man Nr. 4255, 9088. Aber die Wiedergeburt ist von der Reinigung darin unterschieden, daß die Wiedergeburt das Vorhergehende ist und die Reinigung das Nachfolgende. Denn niemand kann vom Bösen und Falschen gereinigt werden, als wer wiedergeboren wird und nachdem er wiedergeboren ist; denn wer nicht wiedergeboren ist, wird zwar vom Bösen abgelenkt, so weit er es geschehen läßt, aber er wird nicht davon gereinigt, sondern er ist immer unrein. Anders der wiedergeborene Mensch; dieser wird täglich gereinigt. Dies wird verstanden durch die Worte des Herrn zu Petrus: "Wer gewaschen ist, bedarf nur, daß er an den Füßen gewaschen werde, so ist er ganz rein": Joh.13/10. Wer gewaschen ist bedeutet, wer wiedergeboren ist. Daß die gänzliche Waschung eine Taufe genannt wird, erhellt bei Mark.7/4, und das Waschen des ganzen Leibes bei Matth.3/13-16; Mark.1/10; wie auch 2.Kön.5/10,14; der Jordan, in dem die Waschungen, die Taufen waren, geschahen: Matth.3/6,13; Mark.1/5; 2.Kön.5/10,14, bezeichnete das Natürliche: Nr. 1585, 4255; daß durch das Taufwaschen auch die Versuchung bezeichnet wird: Matth.20/22,23, beruht darauf, daß alle Wiedergeburt durch Versuchungen geschieht: Nr. 5036, 5773, 8351, 8958, 8959. Hier soll auch kurz gesagt werden, warum der Herr, als Er in der Welt war, selbst auch getauft werden wollte, da doch durch das Taufen die Wiedergeburt des Menschen vom Herrn bezeichnet wird. Der Grund war, weil das Getauftwerden des Herrn selbst die Verherrlichung Seines Menschlichen bezeichnete; denn was im Wort die Wiedergeburt des Menschen bezeichnet, das bezeichnet auch die Verherrlichung des Menschlichen im Herrn, denn die Wiedergeburt des Menschen ist das Bild der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688. Deshalb sagte der Herr, als Er Sich von Johannes taufen ließ: "Also gebühret uns, alle Gerechtigkeit Gottes zu erfüllen", Matth.3/15: alle Gerechtigkeit Gottes erfüllen heißt, die Höllen unterjochen, und sie und die Himmel in Ordnung bringen, durch eigene Macht, und zugleich Sein Menschliches verherrlichen; dies geschah durch Versuchungen, die Er an Sich herankommen ließ, somit durch fortwährende Kämpfe mit den Höllen bis zum letzten am Kreuz. Daß dieses die Gerechtigkeit ist, die der Herr erfüllt hat, sehe man Nr. 9486, 9715, 9809, 10019, 10152; das gleiche wird auch bezeichnet dadurch, daß alles erfüllt werden sollte, was in Beziehung auf den Herrn geschrieben ist im Gesetz und in den Propheten: Luk.18/31; 22/37; 24/44; und daß der Herr gekommen sei, alles im Gesetz zu erfüllen: Matth.5/17,18. Wer die Geheimnisse des Wortes nicht weiß, glaubt, der Herr sei die Gerechtigkeit dadurch geworden, daß Er alles im Gesetz erfüllt, und daß Er durch die Erfüllung das Menschengeschlecht vom Joch des Gesetzes, somit von der Verdammnis befreit habe; aber das ist nicht der Sinn jener Worte, sondern daß Er die Gerechtigkeit wird durch die Unterjochung der Höllen, durch die Wiederbringung der Himmel in die Ordnung und durch die Verherrlichung Seines Menschlichen; denn durch diese verschaffte Er Sich die Macht, durch Sein Göttlich-Menschliches die Höllen in Ewigkeit zu unterjochen und die Himmel in Ordnung zu erhalten, und so kann Er den Menschen wiedergebären, d.h. ihn von den Höllen befreien und ihn selig machen. 10240. Weil durch das Waschen auch die Wiedergeburt bezeichnet wird, so soll noch etwas von dieser gesagt werden: Wer nicht weiß, daß der Herr sowohl bei den Propheten als bei den Evangelisten durch Entsprechungen geredet hat und daß mithin im Worte ein innerer Sinn ist, kann durchaus nicht wissen, was durch die Worte des Herrn verstanden wird: Joh.3/5,6,8: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, wer nicht geboren wird aus Wasser und Geist, kann nicht eingehen in das Reich Gottes. Was geboren ist aus dem Fleisch, das ist Fleisch; was aber geboren ist aus dem Geist, das ist Geist. Der Wind weht, wo er will, und seine Stimme hörst du, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht: also ist ein jeder, der geboren ist aus dem Geist". Entfaltet man diese Worte durch die Entsprechungen, so wird klar, welches der Sinn derselben ist; denn es sind Geheimnisse des Himmels. Nach der Entsprechung bedeutet "Wasser" das Wahre des Glaubens, das im natürlichen Menschen zum deutlichen Bewußtsein kommt. "Geist" ist das göttlich Wahre, das vom Herrn durch das Inwendige des Menschen in sein Äußeres oder Natürliches einfließt, wodurch dem Menschen, der wiedergeboren wird, das Leben des Glaubens zuteil wird. "Fleisch" ist das Eigene des Menschen, das nur böse ist. "Der Wind weht, wo er will" bedeutet, daß der Herr durch das göttlich Wahre aus Barmherzigkeit neues Leben gibt. "Du hörst seine Stimme" bedeutet, daß dieses im äußeren oder natürlichen Menschen zum Bewußtsein kommt; die Stimme ist die Verkündigung aus dem Wort. "Du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht" bedeutet, daß der Mensch nicht weiß, wie die Wiedergeburt geschieht, denn sie geschieht durch unzählige und unaussprechliche Geheimnisse vom Herrn. Daß nach der Entsprechung die Wasser Wahrheiten des Glaubens bedeuten, sehe man Nr. 28, 739, 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568, 9323, 10238; daß der Geist das göttlich Wahre ist, aus dem das Leben des Glaubens kommt: Nr. 9229, 9818; daß das Fleisch das Eigene des Menschen bedeutet, das nur böse ist: Nr. 8409; daß wehen der Zustand des Glaubenslebens bezeichnet: Nr. 9281; daß die Stimme die Verkündigung aus dem Wort bezeichnet, somit das Wahre daher: Nr. 9926; hören bedeutet das Innewerden (Bewußtsein): Nr. 9311, 9926; "kommen und hingehen" oder "eingehen und ausgehen" bezeichnet den Zustand einer Sache vom Anfang bis zum Ende: Nr. 9927. Die Geheimnisse der Wiedergeburt sind unzählig und unaussprechlich: Nr. 3179, 3573, 5398, 9334, 9336, und es kommt nicht zum Bewußtsein, was im inwendigen Menschen vorgeht, solange der Mensch in der Welt ist, sondern nur, was im äußeren oder natürlichen Menschen vorgeht: Nr. 10236. 10241. "Ihre Hände und ihre Füße", 2. Mose 30/19, bedeutet das Innere und Äußere des Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hände, sofern sie das Innere des Menschen bezeichnen, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Füße, sofern sie das Äußere des Menschen oder sein Natürliches bezeichnen, denn dieses ist das Äußere. Daß die Füße das Natürliche bedeuten, somit das, was dem äußeren Menschen angehört, sehe man Nr. 2162, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, 9406. Die Hände bedeuten aber das Innere, weil die oberen Teile des Leibes sich in die Arme fortsetzen und dort sich endigen. Daher wird durch die Hände alles bezeichnet, was im Menschen ist und auch seine Macht, man sehe die angeführten Stellen Nr. 10019. Wenn aber sowohl die Hände als die Füße genannt werden, dann wird alles bezeichnet, was im inwendigen und auch im äußeren Menschen ist, oder das Geistige und das Natürliche. Daher kommt es, daß "die Hand erheben" die Macht im Geistigen und "den Fuß erheben" die Macht im Natürlichen bedeutet: Nr. 5327, 5328; außerdem wird durch das Äußerste des Menschen all das Seine bezeichnet: Nr. 10044, und das Äußerste sind Hände und Füße. Hieraus kann man erkennen, warum Aharon und seine Söhne die Hände und Füße waschen sollten, wenn sie ins Zelt der Zusammenkunft hineingingen oder zum Altar hinzutraten, um zu dienen. 10242. "Wenn sie ins Zelt der Zusammenkunft hineingehen", 2. Mose 30/20, bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von eingehen ins Zelt der Zusammenkunft, wenn von Aharon und seinen Söhnen die Rede ist, sofern es heißt, alles Gottesdienstliche aus dem Guten des Glaubens vorbilden. Daß dieses durch das Hineingehen ins Zelt der Zusammenkunft vorgebildet wurde, beruht darauf, daß durch das Hinzutreten zum Altar alles Gottesdienstliche aus dem Guten der Liebe vorgebildet wurde. Es gibt zwei wesentliche Stücke des Gottesdienstes: das Gute des Glaubens und das Gute der Liebe; der Gottesdienst muß entweder aus jenem Guten oder aus diesem geschehen. Das Gute des Glaubens ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und das Gute der Liebe ist das Gute der Liebe zum Herrn. Dieses zweierlei Gute ist voneinander verschieden wie das Geistige und das Himmlische. Was für ein Unterschied zwischen diesen ist, sehe man in den angeführten Stellen Nr. 9277. Der Gottesdienst aus dem Guten des Glaubens oder aus dem Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten wurde vorgebildet durch den Dienst Aharons und seiner Söhne im Zelt der Zusammenkunft, worin täglich Dienst war, weil durch dieses Zelt der Himmel, wo das geistig Gute herrscht, vorgebildet wurde; aber der Dienst aus dem himmlisch Guten, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, wurde vorgebildet durch den Dienst Aharons und seiner Söhne am Altar, man sehe Nr. 9963, 9964, 10001, 10025. 10243. "Sollen sie sich mit Wasser waschen", 2. Mose 30/20, bedeutet die Reinigung durch die Glaubenswahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von waschen, sofern es die Reinigung vom Bösen und Falschen bezeichnet, wovon Nr. 10237; und aus der Bedeutung des Wassers, sofern es Glaubenswahrheiten bedeutet, wovon ebenfalls Nr. 10238. Wer nicht weiß, was das Waschen und was Füße und Hände bedeutet, kann durchaus nicht wissen, was das Folgende bei Joh.13/5-10 in sich schließt: "Jesus tat Wasser in ein Becken und fing an, die Füße der Jünger zu waschen und sie abzuwischen mit einem leinenen Tuch, womit er umgürtet war; und Er kam zu Simon Petrus, der sagte zu Ihm: Wäschest Du meine Füße? Jesus antwortete: Was Ich tue, weißt du jetzt nicht, wirst es aber nachher erfahren. Da sagte Petrus zu Ihm: Nimmermehr sollst Du meine Füße waschen. Jesus aber antwortete ihm: Wenn Ich dich nicht wasche, so hast du keinen Teil mit Mir. Da sprach Petrus zu Ihm: Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch Hände und Haupt. Da sagte Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nur noch an den Füßen gewaschen zu werden, so ist er ganz rein; jetzt seid ihr rein". Wer kann wissen, was das in sich schließt, was der Herr gesagt hat: "Was Ich tue, weißt du jetzt nicht, wirst es aber nachher erfahren?" Sodann: "Wenn Ich dich nicht wasche, so hast du keinen Teil mit Mir?" Wie auch: "Wer gewaschen ist, bedarf nur an den Füßen gewaschen zu werden, so ist er ganz rein?" Daß von der Reinigung vom Bösen und Falschen hier die Rede ist, kann man nur aus dem inneren Sinn erkennen, aus dem erhellt, daß unter dem Waschen die Reinigung vom Bösen und Falschen verstanden wird. Durch das Wasser im Waschbecken das Wahre des Glaubens im Natürlichen; durch das leinene Tuch, womit der Herr umgürtet war und womit Er abwischte, das von Ihm ausgehende göttlich Wahre; durch die Füße das Natürliche des Menschen; durch das Waschen des Hauptes, der Hände und der Füße die Wiedergeburt; ebenso durch "wer gewaschen ist"; somit wird unter der Fußwaschung die Reinigung des Natürlichen des Menschen verstanden, denn wenn dieses nicht beim Menschen, solange er in der Welt lebt, gereinigt und gesäubert wird, kann es nachher in Ewigkeit nicht gereinigt werden. Denn wie beschaffen das Natürliche des Menschen ist, wenn er stirbt, so bleibt es, weil es nachher nicht gebessert wird; denn das ist der Boden, in den das Innere oder das Geistige einfließt, es ist der Behälter desselben. Wenn dieses daher verkehrt ist, so wird auch das Innere, wenn es einfließt, zur gleichen Art desselben verkehrt. Es verhält sich damit, wie wenn das Auge verletzt ist oder ein anderes Sinnesorgan oder ein Glied des Leibes; alsdann empfindet und handelt das Innere durch jene (Organe) nicht anders als gemäß der Aufnahme daselbst. Daß also der Mensch in Ewigkeit nicht gereinigt werden kann, wenn er nicht in Ansehung seines Natürlichen in der Welt gereinigt wird, ist zu verstehen unter den Worten des Herrn: "Was Ich tue, weißt du noch nicht, wirst es aber nachher erfahren". Daß der, welcher wiedergeboren ist, nur in betreff des Natürlichen zu reinigen ist, wird verstanden durch die Worte: "Wer gewaschen ist, bedarf nur in Ansehung der Füße gewaschen zu werden, so ist er ganz rein" und daß alle Reinigung vom Herrn allein geschehe, durch die Worte: "Wenn Ich dich nicht wasche, so hast du keinen Teil mit Mir" und daß dieses geschehe durch das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, wird dadurch bezeichnet, "daß Er mit dem leinenen Tuche, womit Er umgürtet war, abwischte". Daß die Leinwand das Wahre vom Göttlichen bedeutet, sehe man Nr. 7601; somit bedeutet das leinene Tuch, womit der Herr umgürtet war, das göttlich Wahre von Ihm. Daß das Wasser das Wahre des Glaubens bedeutet: Nr. 10238; daß das Becken oder Waschgefäß, worin das Wasser ist, das Natürliche bedeutet: Nr. 10235; daß die Waschung des Hauptes, der Hände und der Füße oder des ganzen Leibes die Wiedergeburt vorbildet: Nr. 10239; und daß die Füße das Natürliche des Menschen bezeichnen: Nr. 10241. Aus diesem kann abermals erhellen, daß der Herr in Entsprechungen geredet hat, somit aus dem inneren Sinn, weil aus dem Himmel, in dem dieser Sinn ist, und daß deshalb das Wort des Herrn, wenn man es nicht nach diesem Sinn versteht, nur wenig verstanden wird. 10244. "Daß sie nicht sterben", 2. Mose 30/20, bedeutet, damit das Vorbildliche nicht zugrunde gehe. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, wenn von der Dienstverrichtung Aharons und seiner Söhne die Rede ist, sofern es das Aufhören des Vorbildlichen ist, und daher die Verbindung mit dem Himmel bezeichnet, wovon Nr. 9928. Es verhält sich damit in folgender Weise: Die Verbindung mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn war in der Kirche bei jenem Volk einzig vermittelt durch Vorbildliches, d.h. durch Äußeres, das Inwendiges vorbildete; sobald sie daher ihren Dienst nicht nach den vorgeschriebenen Gebräuchen (Ritus) verrichteten, ging das Vorbildliche zugrunde und mit demselben die Verbindung mit dem Himmel. Und wenn die Verbindung mit dem Himmel zugrunde ging, hatten sie keinen Schutz wider die Hölle; daher der Tod der Söhne Aharons Nadab und Abihu, weil sie das Rauchwerk auf ein fremdes Feuer legten: 3. Mose 10/1,2, wodurch ein Gottesdienst aus einer anderen Liebe als der Liebe zum Herrn vorgebildet wurde, daher ihre Trennung vom Himmel und ihre Vertilgung. Das gleiche hätte sich zugetragen, wenn Aharon und seine Söhne ungewaschen zum Dienst hinzugetreten wären, denn dann hätten sie keinen Gottesdienst aus dem Himmel vorgebildet, sondern einen unheiligen, der aus der Hölle (stammt). Hieraus wird klar, daß durch sterben, wenn von der Dienstverrichtung Aharons und seiner Söhne die Rede ist, das Aufhören des Vorbildlichen und dadurch der Verbindung mit den Himmeln vorgebildet wird. 10245. "Oder wenn sie zum Altar hintreten zum Dienste, um Feuerung anzuzünden für Jehovah", 2. Mose 30/20, bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "hinzutreten zum Altar zum Dienst", sofern es heißt, den Herrn in Ansehung des Guten der Liebe vorbilden, wovon Nr. 9964, und aus der Bedeutung von "Feuerung anzünden für Jehovah", sofern es den Gottesdienst aus der Liebe des Herrn bezeichnet, denn durch anzünden oder opfern wird der Gottesdienst bezeichnet: Nr. 6905, 8936, und durch die Feuerung für Jehovah wird das bezeichnet, was aus der göttlichen Liebe des Herrn stammt: Nr. 10055. Wie es sich damit verhält, sehe man Nr. 10241. 10246. "Und sie sollen ihre Hände und ihre Füße waschen", 2. Mose 30/21, bedeutet die Reinigung des Inneren und Äußeren des Menschen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10239, 10240 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 10247. "Daß sie nicht sterben", 2. Mose 30/21, bedeutet, daß das Vorbildliche nicht zugrunde gehe; wie Nr. 10243. 10248. "Und es soll ihnen eine ewige Satzung (eine Satzung des Zeitlaufs) sein", 2. Mose 30/21, bedeutet ein ewiges Ordnungsgesetz. Dies erhellt aus der Bedeutung der Satzung, sofern sie ein Gesetz der Ordnung bezeichnet, wovon Nr. 7884, 7995, 8357; und aus der Bedeutung des Zeitlaufs, sofern er das Ewige bezeichnet. Daß der Zeitlauf (saeculum) das Ewige bedeutet, kommt daher, weil durch den Zeitlauf die Dauer bis zum Ende verstanden wird; und durch diese Dauer wird im inneren Sinn das Ewige bezeichnet. Auch bedeutet das Wort, wodurch der Zeitlauf ausgedrückt wird, in der Grundsprache die Ewigkeit. Daß der Zeitlauf das Ewige bedeutet, hat seinen Grund darin, daß der Zeitlauf im Wort, wenn von der Kirche die Rede ist, die Dauer derselben bis zum Ende bedeutet; wenn daher vom Himmel, wo es kein Ende gibt, und vom Herrn die Rede ist, bedeutet er das Ewige. Er wird auch im allgemeinen von jeder Kirche, insbesondere aber von der himmlischen Kirche gesagt. Ferner bedeutet der Zeitlauf auch die Welt und das Leben in derselben, wie auch das Leben nach diesem in der Ewigkeit. Was das erste betrifft, daß nämlich der Zeitlauf, wenn von der Kirche die Rede ist, ihre Dauer bis zum Ende bedeutet, erhellt aus folgenden Stellen: Matth.24/3: "Die Jünger sprachen zu Jesu: Sage uns, welches ist das Zeichen Deiner Zukunft und der Vollendung des Zeitlaufs?": durch die Vollendung des Zeitlaufs wird die letzte Zeit der Kirche, somit ihr Ende bezeichnet, wenn kein Glaube mehr vorhanden ist, weil keine Liebtätigkeit. Daß die Vollendung des Zeitlaufs dies bedeutet und daß mithin der Zeitlauf die Dauer der Kirche bis zum Ende bezeichnet, kann aus allem erhellen, was vom Herrn in jenem Kapitel gesagt wurde, das man erklärt sehen möge 1. Mose vor den Kapiteln 26-40. Das gleiche wird durch Zeitlauf und die Vollendung desselben bezeichnet anderwärts bei ebendemselben: Matth.13/39,40,49: "Die Ernte ist die Vollendung des Zeitlaufs". Matth.28/20: "Ich bin mit euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitlaufs": unter Zeitlauf wird auch hier die Dauer der Kirche vom Anfang bis zu ihrem Ende verstanden. Hes.37/25,28: "Sie werden wohnen in dem Lande, sie und ihre Söhne und die Söhne ihrer Söhne bis in den Zeitlauf; David soll ihr Fürst sein in den Zeitlauf. Mein Heiligtum soll in ihrer Mitte sein in den Zeitlauf": dies wird von Israel gesagt, durch das im inneren Sinn die geistige Kirche verstanden wird. Durch das Land, in dem sie wohnen werden, wird ebenfalls die Kirche bezeichnet; durch das Heiligtum das Ganze der Kirche, und durch David der Herr. Hieraus wird klar, daß durch "in den Zeitlauf" bezeichnet wird, bis ans Ende. Daß Israel im Wort die geistige Kirche bedeutet, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9340; daß das Land die Kirche bedeutet, in den angeführten Stellen: Nr. 9325; daß das Heiligtum das Ganze der Kirche bedeutet und daß es vom Guten und Wahren der geistigen Kirche gesagt wird: Nr. 8330, 9479, und daß David den Herrn vorbildet: Nr. 1888, 9954. Ps.90/2: "Ehe die Berge geboren wurden und das Land und der Erdkreis gebildet wurde, von Zeitlauf bis in den Zeitlauf, warst Du, o Gott": unter den Bergen, die geboren wurden, und dem Lande das gebildet wurde, und dem Erdkreis wird nicht die Schöpfung der Welt verstanden, sondern die Herstellung der Kirche; denn die Berge bezeichnen im Worte die himmlische Liebe, somit die Kirche, in der diese Liebe (waltet); auch das Land und der Erdkreis bezeichnen die Kirche. "Von Zeitlauf zu Zeitlauf" bedeutet daher, von der Herstellung der Kirchen an bis zu ihren Enden, denn die Kirchen folgen aufeinander, eine nach der anderen; denn wenn die eine beendigt oder verwüstet ist, wird die andere hergestellt. Daß der Berg die himmlische Liebe bedeutet, mithin die Kirche, die in dieser Liebe ist, sehe man Nr. 795, 796, 4210, 6435, 8758; und daß das Land die Kirche im besonderen ist, der Erdkreis aber im allgemeinen, in den angeführten Stellen Nr. 9325. Zweitens: daß der Zeitlauf, wenn vom Himmel wo kein Ende ist, und vom Herrn die Rede ist, das Ewige bedeutet, erhellt aus folgenden Stellen: Ps.10/16 und 2. Mose 15/18: "Jehovah ist König in den Zeitlauf und für immer". Ps.145/13: "Dein Reich ist das Reich aller Zeitläufe, und Deine Herrschaft von Geschlecht zu Geschlecht". Jerem.10/10: "Der lebendige Gott ist der König des Zeitlaufs". Dan.7/14,18,27: "Seine Herrschaft ist die Herrschaft des Zeitlaufs, die nicht vorübergehen wird; nachher werden die Heiligen des Höchsten das Reich empfangen, und werden befestigen das Reich bis in den Zeitlauf und bis in die Zeitläufe der Zeitläufe, (d.i. von Ewigkeit zu Ewigkeit)". Matth.6/13: "Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in die Zeitläufe". Luk.1/32,33: "Gott wird ihm geben den Thron Davids, daß Er regiere über das Haus Jakobs in die Zeitläufe". Joh.Offenb.1/6: "Jesu Christi sei Herrlichkeit und Stärke in die Zeitläufe der Zeitläufe". Joh.Offenb.1/18: "Siehe, Ich lebe in die Zeitläufe der Zeitläufe". Joh.Offenb.5/13,14; 10/6; 11/15: "Dem Lamme Preis und Ehre und Herrlichkeit und Stärke in die Zeitläufe der Zeitläufe. Die 24 Ältesten beteten an Den, Der da lebt in die Zeitläufe der Zeitläufe". Jes.51/6,8: "Mein Heil wird in den Zeitlauf sein und Meine Gerechtigkeit in das Geschlecht der Geschlechter". Jes.63/9: "Der Engel des Angesichts trug sie alle Tage des Zeitlaufs". Dan.12/2: "Viele von den Schlafenden werden aufwachen zum Leben des Zeitlaufs". Joh.6/51,58: "Wer von diesem Brot ißt, wird leben in den Zeitlauf". Joh.10/28: "Ich gebe ihnen ein ewiges Leben und sie werden nicht umkommen in den Zeitlauf". Ps.139/24: "Führe mich auf dem Wege des Zeitlaufs". Ps.148/6: "Er hat sie eingesetzt auf immer und in den Zeitlauf, eine Satzung hat Er gegeben, die nicht vorübergehen wird". In diesen Stellen bedeutet Zeitlauf das Ewige, weil die Rede ist vom Herrn und von Seinem Reich und vom Himmel und vom Leben daselbst, die kein Ende nehmen. Die Zeitläufe der Zeitläufe bedeuten nicht Ewigkeiten der Ewigkeiten, sondern das Ewige, aber es wird so gesagt in Beziehung auf die Kirchen auf Erden, von denen eine auf die andere folgt. Aus dem Wort ist ersichtlich, daß die Kirche auf dieser Erde viermal hergestellt wurde: die erste derselben war die Älteste, vor der Sündflut, die andere die Alte, die nach der Sündflut war, die dritte die israelitische und jüdische, und zuletzt die christliche. Die Periode einer jeden vom Anfang bis zum Ende ist ein Zeitlauf. Nach der gegenwärtigen wird ebenfalls eine neue beginnen. Diese Aufeinanderfolge der Kirchen wird verstanden unter den Zeitläufen der Zeitläufe. Daß der Zeitlauf die Dauer der Kirche bis zu ihrem Ende ist, wurde oben gezeigt. Drittens: Daß der Zeitlauf im allgemeinen von jeder Kirche, insbesondere aber von der himmlischen Kirche gesagt wird, erhellt aus folgenden Stellen: Amos 9/11: "Aufrichten will Ich das zerfallene Zelt Davids und es bauen wie in den Tagen des Zeitlaufs (d.i. der Vorzeit)": durch die Tage des Zeitlaufs wird die Zeit verstanden, wo die Älteste Kirche bestand, die eine himmlische war. Micha 5/1: "Von dir, Bethlehem Ephrata, wird Mir ausgehen, Welcher der Herrscher sein soll in Israel und Dessen Ausgang von Alters her, von den Tagen des Zeitlaufs". 5. Mose 32/7: "Gedenke der Tage des Zeitlaufs, versteht die Jahre des Geschlechts und Geschlechts": die Tage des Zeitlaufs bedeuten die Zeit der Ältesten Kirche, die eine himmlische Kirche war, und die Jahre des Geschlechts und Geschlechts die Zeit der Alten Kirche, die eine geistige Kirche war. Jes.51/8,9: "Wache auf, wache auf, zieh Stärke an, du Arm Jehovahs; wache auf wie in den Tagen des Altertums, des Geschlechts der Zeitläufe": wie in den Tagen des Geschlechts der Zeitläufe, heißt gemäß den Zuständen der Liebe und des Glaubens in den alten Kirchen, die von der Ältesten abstammten. Ps.77/6: "Ich dachte an die Tage von Alters her, an die Jahre der Zeitläufe". Jes.46/9: "Erinnert euch an das Vorige vom Zeitlauf her". Mal.3/4: "Alsdann wird angenehm sein dem Jehovah die Mincha Judas und Jerusalems, wie in den Tagen des Zeitlaufs und wie in den alten Jahren". Joel 4/20: "Juda wird wohnen in den Zeitlauf, und Jerusalem in Geschlecht und Geschlecht": durch Juda wird hier die himmlische Kirche bezeichnet, von der deswegen gesagt wird "wie in den Tagen des Zeitlaufs und in den Zeitlauf"; und durch Jerusalem wird die geistige Kirche bezeichnet, von der gesagt wird "wie in den alten Tagen und in Geschlecht und Geschlecht". Daß Juda die himmlische Kirche bedeutet, sehe man Nr. 3654, 3881, 6363, 8770, und Jerusalem die geistige Kirche: Nr. 402, 3654. Viertens: daß der Zeitlauf die Welt und das Leben daselbst bedeutet, erhellt: Matth.13/22: "Der unter die Dornen gesät ist, das ist der, der das Wort hört, aber die Sorge dieses Zeitlaufs und der Betrug des Reichtums erstickt das Wort". Luk.16/8: "Die Söhne dieses Zeitlaufs sind klüger als die Söhne des Lichts". Luk.20/34: "Die Söhne dieses Zeitlaufs freien und lassen sich freien". Ps.73/12: "Die Gottlosen und die Sichern des Zeitlaufs vermehren ihre Güter". Fünftens: daß der Zeitlauf das Leben nach dem Tod in Ewigkeit bedeutet: Mark.10/30: "Er wird es hundertfältig empfangen in dieser Zeit und im kommenden Zeitlauf das ewige Leben". Hes.26/20: "Wenn Ich dich hinabfahren lassen werde mit denen, die hinabfahren zur Grube, zum Volk des Zeitlaufs". Und anderwärts wie Luk.18/9-30; 20/35; Jes.34/10,17; Joh.Offenb.14/11; 20/10; 22/5. 10249. "Ihm und seinem Samen, für ihre Geschlechter", 2. Mose 30/21, bedeutet alle, die das, was vom Herrn ausgeht, aufnehmen, somit die, welche von Ihm wiedergeboren werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlich Guten darstellt, wovon Nr. 9806, 9946; aus der Bedeutung des Samens, sofern er die bezeichnet, die geboren werden vom Herrn, somit die wiedergeboren werden; denn die, welche wiedergeboren werden, heißen von Gott Geborene und auch Söhne; in dem von den Personen absehenden Sinn aber wird durch den Samen Aharons das bezeichnet, was vom Herrn ausgeht, somit das, wodurch der Mensch wiedergeboren wird, und dies ist das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens. Und aus der Bedeutung der Geschlechter, sofern sie Gutes und Wahres bezeichnen, das von jenen als von seinen Eltern ausgeht und davon abstammt; denn durch die Geschlechter im Wort werden im inneren Sinn geistige Zeugungen verstanden, die der Liebe und dem Glauben angehören; man sehe, was angeführt worden: Nr. 10204. Weil unter Aharon im vorbildlichen Sinn der Herr verstanden wird, darum werden durch den Samen Aharons insbesondere die verstanden, die im himmlischen Reich des Herrn sind, und durch die Geschlechter, die in Seinem geistigen Reich; denn so wird das Gute und Wahre der Liebe und des Glaubens in den Himmeln vom Herrn geboren und geht von Ihm aus. Daß durch Samen, Geborene und Geschlechter diejenigen verstanden werden, die in der Liebe und im Glauben an den Herrn sind, und im abgezogenen Sinn das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, von denen bloß folgende angeführt werden sollen: Jes.43/5: "Vom Aufgang werde Ich herbringen deinen Samen, und vom Niedergang her dich sammeln": dies wird von Jakob und Israel gesagt, unter denen im inneren Sinn die äußere und innere Kirche verstanden wird, deren Same das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit ist. Jes.44/3: "Ausgießen will Ich Meinen Geist auf deinen Samen, und Meinen Segen auf deine Geborenen": auf den Samen und auf die Geborenen heißt, auf die Angehörigen der Kirche, somit auf das, was der Kirche angehört, nämlich das Gute und Wahre, die Liebtätigkeit und der Glaube; denn diese bilden die Kirche beim Menschen. Jes.45/25: "Jehovahs wird sich rühmen aller Same Israels". Jes.53/10: "Wenn er seine Seele als Schuldopfer gegeben, wird er Samen sehen": hier vom Herrn; Samen desselben heißen die, welche von Ihm geboren, somit wiedergeboren sind. Jes.54/3: "Zur Rechten und zur Linken wirst du ausbrechen und dein Same wird die Völkerschaft erben". Jerem.31/27: "Siehe, Tage kommen, in denen Ich besamen werde das Haus Israels und das Haus Judas mit dem Samen des Menschen und mit dem Samen des Tieres": dies kann man nicht verstehen, wenn man nicht weiß, was das Haus Israels und das Haus Judas, sodann was der Same des Menschen und der Same des Tieres bedeutet. Die, welche nicht über den Buchstabensinn hinaus denken, werden glauben, der Sinn sei, daß in Israel und Juda Menschen und Tiere sich mehren werden, aber dieser Sinn schließt nichts Heiliges der Kirche in sich, sondern unter dem Hause Israel wird hier die geistige Kirche und unter dem Hause Judas die himmlische Kirche verstanden. Der Same des Menschen ist das innere Gute jener Kirchen, und der Same des Tieres das äußere Gute derselben. Daß das Tier die Neigung zum Guten bedeutet, sehe man in den Nr. 9280 angeführten Stellen, und daß, wenn gesagt wird Mensch und Tier, das Innere und das Äußere bezeichnet wird: Nr. 7523. Jerem.33/22: "Gleichwie das Heer der Himmel nicht gezählt und der Sand des Meeres nicht gemessen werden kann, so will Ich mehren den Samen Davids". Ps.89/4,5: "Ich habe einen Bund geschlossen mit Meinem Auserwählten, geschworen dem David: In den Zeitlauf will Ich befestigen deinen Samen, und bauen ins Geschlecht und Geschlecht deinen Thron": durch den Samen Davids wird nicht verstanden die Nachkommenschaft von David als Vater, denn diese hat sich nicht so sehr vermehrt und es lag nicht so viel daran, daß sie sich vermehren sollte wie das Heer der Himmel und wie der Sand des Meeres, sondern unter David wird hier wie auch anderwärts der Herr verstanden in Ansehung des göttlich Wahren, somit unter seinem Samen diejenigen, die vom Herrn wiedergezeugt oder geboren sind, und im abgezogenen Sinn das, was vom Herrn bei ihnen ist, nämlich das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit. Daß David den Herrn vorbildet, sehe man Nr. 1888, 9954. Ps.22/31: "Ein Same wird sein, der dienen wird dem Jehovah, er wird gezählt werden dem Herrn zum Geschlecht". Jes.61/9: "Ihr Same wird bekannt sein unter den Völkerschaften, und ihre Geborenen in der Mitte der Völker": Same bedeutet diejenigen, die wiedergeboren sind, somit die Angehörigen der Kirche, in denen die Kirche ist, somit in dem von den Personen abgezogenen Sinn das, was den Wiedergeborenen macht oder was die Kirche beim Menschen macht, nämlich der Glaube und die Liebtätigkeit vom Herrn. Joh.Offenb.12/17: "Der Drache wurde zornig gegen das Weib, und ging hin Krieg zu führen mit den Übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes hielten und das Zeugnis Jesu Christi haben": unter dem Drachen werden die verstanden, welche die Kirche des Herrn, die nachmals errichtet werden soll, zu zerstören suchen werden; unter dem Weibe wird diese Kirche verstanden, und unter denen, die ihres Samens sind, werden die verstanden, die in der Liebe und im Glauben an den Herrn vom Herrn sind. Aber im entgegengesetzten Sinn bedeutet Samen diejenigen, die gegen das sind, was der Kirche angehört, somit die im Bösen sind und daher im Falschen und im abgezogenen Sinn das Böse und Falsche: Jes.1/4: "Wehe der sündigen Völkerschaft, dem Samen der Bösen". Jes.57/3,4: "Ihr Söhne der Zauberin, Samen des Ehebrechers, seid ihr nicht Geborene (Kinder) der Übertretung, ein Same der Lüge?" Jes.14/20: "Nicht wird genannt werden in Ewigkeit der Same der Übeltäter?". 10250. Vers 22-33: Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Und du, nimm dir die besten Spezereien, die edelste Myrrhe, fünfhundert (Sekel), und gewürzhaften Zimt, die Hälfte davon fünfzig und zweihundert, und gewürzhaften Kalmus, fünfzig und zweihundert. Und Kasia, fünfhundert, nach dem Sekel des Heiligtums, und Olivenöl ein Hin. Und mache daraus das heilige Salböl, eine Salbenmischung, ein Werk des Salbenmischers; das heilige Salböl soll es sein. Und sollst damit salben das Zelt der Zusammenkunft und die Lade des Zeugnisses. Und den Tisch und alle seine Geräte, und den Leuchter und seine Gefäße, und den Rauchaltar. Und den Brandopferaltar und alle seine Geräte, und das Waschbecken und sein Gestell. Und sollst sie heiligen, und sie sollen das Hochheilige sein, ein jeder, der sie anrührt, soll geheiligt werden. Und auch Aharon und seine Söhne sollst du salben und sie heiligen, daß sie Mir als Priester dienen. Und zu den Söhnen Israels sollst du reden und sprechen: Das heilige Salböl soll Mir dies sein bei euren (künftigen) Geschlechtern. Auf das Fleisch eines Menschen soll es nicht gegossen werden; und nach seiner Qualität sollt ihr keines dergleichen machen; heilig ist es, heilig soll es euch sein. Wer eine Salbe mischt wie diese, und wer davon an einen Fremden gibt, der soll ausgerottet werden aus seinem Volke. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach" bedeutet ein anderes Innewerden aus der Erleuchtung durch das Wort vom Herrn; "und du, nimm dir die besten Spezereien" bedeutet aus dem Worte Wahrheiten mit Gutem, die wohlgefällig wahrgenommen werden; "die edelste Myrrhe" bedeutet das Innewerden des sinnlich Wahren; "fünfhundert" bedeutet das Volle; "und gewürzhaften Zimt" bedeutet das Innewerden und das Gefühl des natürlich Wahren; "die Hälfte davon fünfzig und zweihundert" bedeutet die entsprechende Menge; "und gewürzhaften Kalmus" bedeutet das Innewerden und das Gefühl des inneren Wahren; "fünfzig und zweihundert" bedeutet die entsprechende Quantität und Qualität; "und Kasia" bedeutet das noch inwendigere Wahre aus dem Guten; "fünfhundert" bedeutet das Volle; "nach dem Sekel des Heiligtums" bedeutet die Schätzung des Wahren und Guten; "und Olivenöl" bedeutet das himmlisch göttlich Gute des Herrn; "ein Hin" bedeutet die Quantität der Verbindung; "und mache daraus das heilige Salböl" bedeutet das Vorbild des göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn; "eine Salbenmischung" bedeutet im ganzen und einzelnen Seines Menschlichen; "ein Werk des Salbenmischers" bedeutet kraft des Einflusses und der Wirkung des Göttlichen Selbst, das im Herrn ist von der Empfängnis her; "das heilige Salböl soll es sein" bedeutet das Vorbild des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen; "und sollst damit salben das Zelt der Zusammenkunft" bedeutet um das Göttliche des Herrn in den Himmeln vorzubilden; "und die Lade des Zeugnisses" bedeutet im himmlisch Guten, das dem innersten Himmel angehört; "und den Tisch und alle seine Geräte" bedeutet im geistig Guten aus dem Himmlischen, das dem zweiten Himmel angehört, und im dienenden Guten und Wahren; "und den Leuchter und seine Gefäße" bedeutet im geistig Wahren, das dem zweiten Himmel angehört, und den dienenden Wahrheiten; "und den Rauchaltar" bedeutet in allem Gottesdienstlichen aus diesem Guten und Wahren; "und den Brandopferaltar" bedeutet um das Göttlich-Menschliche des Herrn und Seine Verehrung im allgemeinen vorzubilden; "und alle seine Geräte" bedeutet göttlich Gutes und göttlich Wahres; "und das Waschbecken und sein Gestell" bedeutet alles was zur Reinigung vom Bösen und Falschen und zur Wiedergeburt vom Herrn gehört; "und sollst sie heiligen, und sie sollen das Hochheilige sein" bedeutet, daß sie dadurch den Einfluß und die Gegenwart des Herrn im Gottesdienst der vorbildlichen Kirche (darstellen); "ein jeder, der sie anrührt, soll geheiligt werden" bedeutet das sich Mitteilende an alle, die es mit Liebe und Glauben aufnehmen; "und auch Aharon und seine Söhne sollst du salben" bedeutet die Weihe zur Vorbildung des Herrn in beiden Reichen; "und sie heiligen, daß sie Mir als Priester dienen" bedeutet um den Herrn vorzubilden in Ansehung des ganzen Werkes der Seligmachung; "und zu den Söhnen Israels sollst du reden und sprechen" bedeutet die Belehrung für die Angehörigen der Kirche; "das heilige Salböl soll Mir dies sein" bedeutet das Vorbild des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen; "bei euren (künftigen) Geschlechtern" bedeutet im Ganzen der Kirche; "auf das Fleisch eines Menschen soll es nicht gegossen werden" bedeutet nicht mitteilbar an das Eigene des Menschen; "und nach seiner Qualität sollt ihr keines dergleichen machen" bedeutet keine Nachahmung durch eigenwillige Bestrebung (studium) des Menschen; "heilig ist es, heilig soll es euch sein" bedeutet, weil es das Göttliche des Herrn ist; "wer eine Salbe mischt wie diese" bedeutet die künstliche Nachahmung göttlicher Dinge; "und wer davon an einen Fremden gibt" bedeutet die Verbindung mit denen, die den Herrn nicht anerkennen, und die somit im Bösen und im Falschen des Bösen sind; "der soll ausgerottet werden aus seinem Volke" bedeutet Trennung und geistigen Tod. 10250_. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach", 2. Mose 30/22, bedeutet ein anderes Innewerden aus der Erleuchtung durch das Wort vom Herrn. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10215 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. Daß es ein anderes Innewerden ist, beruht darauf, daß wenn etwas von neuem geoffenbart und befohlen wird, so gesagt wird; man sehe Nr. 10234. 10251. "Und du, nimm dir die besten Spezereien", 2. Mose 30/23, bedeutet aus dem Worte Wahrheiten mit Gutem, die wohlgefällig wahrgenommen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Spezereien, sofern sie Wahrheiten bezeichnen, die mit Gutem verbunden und wohlgefällig sind, wovon Nr. 10199. Daß es bedeutet, die wohlgefällig wahrgenommen werden, beruht darauf, daß der Geruch eine Wahrnehmung oder Innewerden bezeichnet und daher der aromatische Geruch die wohlgefällige Wahrnehmung. Daß der Geruch die Wahrnehmung (das Innewerden) bezeichnet, sehe man Nr. 3577, 4624-4634, 4748, 10054. Dies sind aber Wahrheiten verbunden mit Gutem aus dem Wort, weil es zu Mose gesagt wird, denn es heißt: "du", nimm "dir" Spezereien, und durch Mose wird der Herr in Ansehung des Wortes vorgebildet: Nr. 9372. Außerdem ist es das Wort, aus dem alle Wahrheiten der Kirche stammen, denn das Wort ist selbst das göttlich Wahre, das aus dem Himmel vom Herrn herabgekommen ist. 10252. "Die edelste Myrrhe", 2. Mose 30/23, bedeutet das Innewerden des sinnlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der wohlriechenden Myrrhe, sofern sie das Innewerden des sinnlich Wahren bezeichnet, denn der Geruch derselben bedeutet das Innewerden: Nr. 10251, und die Myrrhe das sinnlich Wahre. Das nun Folgende handelt vom Salböl, durch welches das himmlisch Gute bezeichnet wird, welches das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn im innersten Himmel ist. Seine Beschaffenheit wird durch wohlriechende Stoffe bezeichnet, aus denen es bereitet wurde, und diese waren die edelste Myrrhe, gewürzhafter Zimt, gewürzhafter Kalmus, Kasia und Olivenöl, wodurch himmlisch Wahres und Gutes in seiner Ordnung bezeichnet wird, nämlich vom Letzten bis zum Ersten, oder vom Äußersten bis zum Innersten; das Letzte oder Äußerste wird durch die Myrrhe bezeichnet. Der Grund, warum das himmlisch Gute oder das Gute des innersten Himmels so beschrieben wird, ist, weil dieses Gute durch diese Wahrheiten, die bezeichnet werden, entsteht, und auch durch sie besteht. Weil dieses aber eine Sache tieferer Forschung ist, so darf noch weiter erörtert werden, wie es sich damit verhält: Wenn das himmlische Gute, welches das innerste Gute ist, beim Menschen geboren werden soll, was durch die Wiedergeburt vom Herrn geschieht, so müssen Wahrheiten aus dem Wort oder aus der Kirchenlehre, die aus dem Worte stammt, erworben werden. Diese Wahrheiten bekommen zuerst ihren Sitz im Gedächtnis des natürlichen oder äußeren Menschen; von da aus werden sie in den inwendigen Menschen vom Herrn gebracht, was geschieht, wenn der Mensch danach lebt; und in dem Maß, wie der Mensch davon angeregt wird oder sie liebt, werden sie noch höher oder tiefer ins Innere vom Herrn erhoben und werden hier zum himmlisch Guten. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe, die Wahrheiten aus dem Wort zu tun um des Guten, somit um des Herrn willen; denn der Herr ist die Quelle des Guten, somit das Gute; dies ist der Entwicklungsgang dieses Guten, woraus erhellt, daß dieses Gute durch Wahrheiten aus dem Wort entsteht, zuerst im äußersten oder sinnlichen Menschen, hernach durch ihre Erhebung in das Innere und zuletzt ins Innerste selbst, wo sie das himmlisch Gute werden. Und weil so dieses Gute durch Wahrheiten in seiner Ordnung entsteht, so besteht es nachher in der gleichen Ordnung durch ebendieselben Wahrheiten, denn das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen; und wenn es so besteht, wie es entstanden ist, dann ist es vollständig, denn alsdann besteht, ruht und stützt sich das Obere der Ordnung gemäß auf das Untere als auf seine Grundlagen, und auf das Äußerste oder Letzte, das die sinnlich wißtümlichen Wahrheiten sind, als auf sein Fundament. Die Wahrheiten werden bei Johannes in der Offenbarung durch Edelsteine beschrieben, aus denen das Fundament der Mauer des vom Himmel herabkommenden heiligen Jerusalems besteht, Kap.21/19,20; durch Edelsteine werden die göttlichen Wahrheiten bezeichnet, die aufgenommen werden im Guten; man sehe Nr. 9476, 9863, 9873, 9905. Daß die wohlriechende Myrrhe das sinnlich Wahre bedeutet, erhellt auch bei Ps.45/8,9: "Du hast Gerechtigkeit geliebt, darum hat dich Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl mehr als deine Genossen, mit Myrrhen, Aloe und Kasia, alle deine Kleider": dies wird gesagt in Beziehung auf den Herrn, Der allein der Gesalbte Jehovahs ist, weil das göttlich Gute der göttlichen Liebe, das durch Salböl bezeichnet wird, in Ihm war: Nr. 9954; durch Seine Kleider, von denen gesagt wird, sie seien gesalbt mit Myrrhen, Aloe und Kasia, werden die göttlichen Wahrheiten aus Seinem göttlich Guten im Natürlichen bezeichnet: Nr. 5954, 9212, 9216, 9814, somit durch die Myrrhe das göttlich Wahre im Sinnlichen, weil sie an erster Stelle genannt wird. Matth.2/11: "Die Weisen aus dem Morgenland öffneten ihre Schätze und brachten dem neugeborenen Herrn Geschenke dar, Gold, Weihrauch und Myrrhe": Gold bedeutet hier das Gute, Weihrauch das innere Wahre, und Myrrhe das äußere Wahre, beides aus dem Guten; der Grund, warum hier an erster Stelle das Gold genannt wird, ist, weil Gold das Gute bezeichnet, welches das Innerste ist; an zweiter Stelle der Weihrauch, weil er das innere Wahre aus dem Guten bezeichnet; und der Grund, warum an dritter oder letzter Stelle die Myrrhe genannt wird, ist, weil sie das äußere Wahre aus dem Guten bezeichnet. Daß Gold das Gute bedeutet, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9874, 9881; und daß der Weihrauch das inwendige Wahre aus dem Guten bezeichnet, wird man im Folgenden beim 34. Vers dieses Kapitels sehen: Nr. 10296. Daß die Weisen aus dem Morgenland dieses dem Herrn, Der damals geboren war, darbrachten, hatte seinen Grund darin, daß sie Sein Göttliches im Menschlichen bezeichnen wollten; denn sie wußten, was das Gold, was der Weihrauch und was die Myrrhe bedeutete, weil sie in der Wissenschaft der Entsprechungen und Vorbildungen waren. Diese war die Hauptwissenschaft zu jenen Zeiten bei den Arabern, Äthiopiern und bei anderen im Morgenland; deshalb werden auch im Wort durch Arabien, Äthiopien und durch die Söhne des Morgenlandes im inneren Sinn diejenigen verstanden, die in den Erkenntnissen himmlischer Dinge sind: Nr. 1171, 3240, 3242, 3762. Allein diese Wissenschaft ging mit der Zeit verloren, weil sie, als das Gute des Lebens aufhörte, in Magie verkehrt wurde; zuerst aber kam sie in Vergessenheit bei dem israelitischen Volke und nachher bei den übrigen; und heutzutage ist sie so sehr verlorengegangen, daß man von ihrem Dasein nicht einmal etwas weiß. In der Christenheit aber in solchem Grade, daß, wenn man sagt, alles und jedes im Wort bezeichne im Buchstabensinn vermöge der Entsprechung himmlische Dinge und daher komme sein innerer Sinn, man nicht weiß, was das ist. Weil die Myrrhe das äußerste Wahre, welches das sinnlich Wahre ist und sein Innewerden bezeichnet, darum wurden die Leiber der Toten ehemals mit Myrrhen und Aloe gesalbt und durch diese Salbung wurde die Erhaltung alles Wahren und Guten beim Menschen bezeichnet, wie auch die Auferstehung; deshalb wurde auch solches gebraucht, was das Letzte des Lebens beim Menschen bezeichnete, und dieses Letzte wird das sinnliche Leben genannt. Daß der Leib des Herrn mit solchem gesalbt und zugleich mit einem Leintuch umgeben wurde und daß dies bei den Juden Sitte war, sehe man bei Joh.19/39,40; sodann bei Luk.23/55,56. Man muß aber wissen, daß das, was in Beziehung auf den Herrn selbst im Wort gesagt wird, in einem besonders erhabenen Sinn zu verstehen ist; daher bezeichnet dies an jener Stelle Sein göttliches Leben im Sinnlichen, welches das dem Leibe eigene Leben ist, und dessen Auferstehung. Daß der Herr mit dem ganzen Leibe, den Er in der Welt hatte, auferstanden ist, nicht so wie andere Menschen, ist bekannt, denn Er hat nichts im Grab zurückgelassen. Deshalb hat Er auch zu Seinen Jüngern, die einen Geist zu sehen meinten, als sie den Herrn sahen, gesagt: "Warum seid ihr so bestürzt? Sehet Meine Hände und Meine Füße, betastet Mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß Ich habe": Luk.24/38,39. 10253. "Fünfhundert", 2. Mose 30/23, bedeutet das Volle. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl Fünfhundert, sofern sie das Volle bezeichnet. Daß fünfhundert das Volle bedeutet, beruht darauf, daß diese Zahl zusammengesetzt ist auch fünf und zehn, wenn man sie zweimal miteinander multipliziert, oder aus fünf mal hundert; und fünf bedeutet "vieles", ebenso zehn und hundert; daher wird durch fünfhundert das Volle bezeichnet. Daß fünf die Bedeutung des Vielen hat, sehe man Nr. 5708, 5956, 9102, ebenso zwanzig: Nr. 3107, 4638, sodann auch hundert: Nr. 4400, 6582, 6594; daß alle Zahlen im Wort Sachen bedeuten, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9488; und daß die zusammengesetzten Zahlen das gleiche bedeuten wie die einfachen, aus denen sie durch Multiplikation entstehen: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. Daß die Zahlen Sachen bedeuten, erhellt augenscheinlich bei Hesekiel, wo das Haus Gottes mit all seinen inneren und äußeren Bestandteilen und auch das neue Land gemessen und durch Zahlen, die das Maß angeben, beschrieben werden Hes. Kapitel 40-48, und durch das neue Land wird daselbst die Kirche und durch das Haus Gottes das Heilige derselben verstanden. Ebenso bei Johannes in der Offenbarung, wo das neue Jerusalem, wodurch ebenfalls eine neue Kirche verstanden wird, auch durch Zahlen des Maßes beschrieben wird. Wenn die Zahlen keine Sachen bezeichnet hätten, so wären alle jene Maße bedeutungslos gewesen. Daß fünfhundert das Ganze von einem Ende bis zum anderen, somit das Volle bedeuten erhellt: Hes.42/15-20: "Er maß außer dem Hause oder dem Tempel gegen den Aufgang fünfhundert Ruten ringsum, gegen Mitternacht fünfhundert Ruten ringsum, gegen Mittag fünfhundert Ruten und gegen das Meer fünfhundert Ruten; seine Mauer ringsum war fünfhundert Ruten lang und fünfhundert Ruten breit, zum Unterschied zwischen dem Heiligen und Unheiligen": hieraus wird klar, daß fünfhundert das Ganze im Inbegriff bezeichnet oder alles Heilige von einem Ende zum anderen, somit das Volle; denn es wird gesagt, die Mauer, die so lang und breit im Geviert war, sollte zwischen dem Heiligen und Unheiligen unterscheiden. Daß fünfhundert "viel" bedeutet, und der zehnte Teil davon oder fünfzig beziehungsweise "etwas" (oder einiges), erhellt aus den Worten des Herrn zu Simon: Luk.7/41-50: "Jesus sprach: Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner, der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere aber fünfzig; da sie nicht hatten zu bezahlen, schenkte er es beiden. Welcher von ihnen wird ihn mehr lieben? Simon antwortete: Der, dem er mehr geschenkt hat. Jesus sprach: Darum sind dem Weibe viele Sünden vergeben, weil sie viel geliebt hat; wem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig": daß der Herr diese Zahlen brauchte, hatte den Grund, weil sie "viel" und "etwas" bedeuteten; denn Er hat aus dem Göttlichen geredet, somit durch Bezeichnendes gemäß den Entsprechungen, ebenso überall sonst, z.B. wo Er von den Jungfrauen spricht, von denen Er sagte, es seien zehn, und daß ihrer fünf klug waren und fünf töricht; zehn sagte Er, weil durch diese Zahl bezeichnet werden alle, nämlich die der Kirche angehören, und fünf, weil durch diese Zahl ein Teil derselben bezeichnet wird; man sehe Nr. 4637, 4638. 10254. "Und gewürzhaften Zimt", 2. Mose 30/23, bedeutet das Innewerden und das Gefühl des natürlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des gewürzhaften Zimt, sofern er das Innewerden und das Gefühl des natürlichen Wahren bezeichnet, welches Wahre das innere Wahre des äußeren Menschen ist. Der Mensch hat ein sinnliches Leben und ein natürliches Leben; beides gehört dem äußeren Mensch an, aber das sinnliche Leben ist ein äußeres, das seine Wahrheiten von den Gegenständen hernimmt, die auf Erden und im Leibe sind, und das natürliche Leben ist ein mehr inneres, das seine Wahrheiten von den Ursachen jener Gegenstände her bekommt. Das Leben des inwendigen Menschen ist in gleicher Weise ein äußeres und ein inneres; das äußere bekommt seine Wahrheiten von dem her, was im Letzten des Himmels ist, das innere aber von dem, was im Inneren des Himmels ist; die Wahrheiten werden durch die jetzt folgenden wohlriechenden Stoffe bezeichnet. Daß durch den gewürzhaften Zimt das Innewerden und das Gefühl des Wahren bezeichnet wird, beruht darauf, daß durch das Gewürzhafte das wohlgefällige Innewerden bezeichnet wird. Das wohlgefällige Innewerden kommt aber aus der Neigung, die der Liebe angehört, denn von nirgend anders her kommt das Wohlgefällige im Innewerden. Daß alle Gerüche ein Innewerden bezeichnen, sehe man Nr. 3577, 4626, 4748, und die angenehmen Gerüche das Innewerden des Wahren aus dem Guten: Nr. 1514, 1517, 1518, 1519, 4628, 10054, somit aus der Neigung, die der Liebe angehört; und daß die Sphären der Innewerdungen bei den Geistern und Engeln sich in Gerüche verwandeln: Nr. 4626. Außerdem wisse man, daß alle die Spezereien, aus denen das Salböl bereitet wurde, zur himmlischen Klasse, d.h. zum Gebiet des himmlischen Reichs gehören; die Spezereien aber, aus denen das Rauchwerk gemacht wurde, zur geistigen Klasse, d.h. zum Gebiet des geistigen Reichs. Deshalb haben auch in der Grundsprache die Gewürze, aus denen das Salböl bestand, einen anderen Ausdruck und Ableitung, als die Gewürze, aus denen das Rauchwerk bestand; denn im Wort sind besondere Ausdrücke für die Dinge, die dem himmlischen Reich angehören, und besondere Ausdrücke für die Dinge des geistigen Reiches, und andere, die für beide gemeinschaftlich sind. Um aber zu wissen, welches diese sind, muß zuvor bekannt sein, daß der Himmel in zwei Reiche geteilt ist, ebenso die Kirche; und daß das Wesentliche im himmlischen Reich das Gute der Liebe zum Herrn ist, im geistigen Reich aber das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten; was das für ein Unterschied ist, sehe man in den Nr. 9277 angeführten Stellen. Daß das Gewürz, das hier genannt wird, das Innewerden und das Gefühl des himmlischen Wahren bedeutet, erhellt bei Jes.3/24: "Statt wohlriechenden Gewürzes wird Moder sein, und statt eines Gürtels Zerschneidung, und statt der Haarflechten Kahlheit": es ist hier die Rede von den Töchtern Zions, durch welche die himmlische Kirche bezeichnet wird, und zwar hier die verkehrte; daher steht für Gewürz (Spezereien) dies gleiche Wort, wie in diesem Vers; statt "wohlriechenden Gewürzes Moder" bedeutet aber, statt des Innewerdens und Gefühls für das Wahre aus dem Guten und für das Leben daher wird ein Innewerden und Gefühl für das Falsche aus dem Bösen da sein, worin kein Leben. Hes.27/22: "Die Händler von Scheba und Raamah, die Händler mit dem Besten von allem Gewürz und mit Edelstein und Gold": dies ist von Tyrus gesagt, durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren in der Kirche bezeichnet werden; und durch Scheba und Raamah werden die bezeichnet, die in Erkenntnissen himmlischer Dinge sind. Ebenso, wo die Rede ist von der Königin von Scheba 1.Kön.10/10: "Die Königin von Scheba gab dem Salomo hundertzwanzig Talente Gold, und sehr viel Gewürze (aromata, Spezereien) und Edelgestein; es kam niemals mehr so viel Gewürz (als damals)": daß Scheba hauptsächlich diejenigen bezeichnet, die Erkenntnisse himmlischer Dingen besitzen, sehe man Nr. 1171, 3240. Hieraus wird klar, daß jene Spezereien, aus denen das Salböl bereitet wurde, das Innewerden und das Gefühl für das Wahre bedeuten, wie es diejenigen haben, die im himmlischen Reich des Herrn sind. Daß die Gewürzstoffe, durch die das Salböl bereitet wurden, nämlich edle Myrrhe, gewürzhafter Kalmus und Kasia zur himmlischen Klasse, d.h. zum Gebiet des himmlischen Reiches gehören, hat seinen Grund darin, daß das Salböl das göttlich Gute der göttlichen Liebe im Herrn bezeichnete, das im Himmel Sein himmlisch Göttliches ist; daß das Salböl diese Bedeutung hat, sehe man Nr. 9954, 10019. HG 10255 10255. "Die Hälfte davon, fünfzig und zweihundert", 2. Mose 30/23, bedeutet die entsprechende Menge. Dies erhellt aus der Hälfte der vorigen Zahl, sofern sie etwas und ziemlich viel oder so viel als für den Bedarf nötig bezeichnet, somit auch die entsprechende Menge. Daher kommt es, daß fünfzig und zweihundert, weil sie die Hälfte des vorigen sind, nämlich die Hälfte der Zahl Fnfhundert, die entsprechende Menge bedeuten. Wie es sich damit verhält, kann aus Beispielen erhellen, z.B. wenn die Zahl Zehn: wenn diese Zahl bedeutet "alle", dann bedeutet deren Hälfte oder fünf "etliche"; wenn zehn das "Volle" bedeutet, dann bedeuten fünf "ziemlich viel"; wenn aber zehn "viel" bedeutet, dann bedeuten fünf "etwas", und so fort. Ebenso verhält es sich mit den übrigen Zahlen, wenn sie halbiert werden. Daß fünf etliche bedeutet, sodann etwas, wie auch ziemlich viel, und so viel als zum Bedarf nötig ist, sehe man Nr. 4638, 5708, 5956, 9102, 9689, und so ist es mit einigem Unterschied in Beziehung auf die Zahl 10, wenn diese bedeutet alle, das Volle oder viel. Die gleiche Bedeutung hat fünfzig in Beziehung auf hundert, und die gleiche fünfzig in Beziehung auf fünfhundert. Ob die Zahl größer oder kleiner ist, gilt gleich, weil die größeren Zahlen das gleiche bedeuten, wie die kleineren, aus denen sie bestehen; man sehe Nr. 5335, 5708, 5793; und daß die Zahlen im Wort Sachen bedeuten, in den angeführten Stellen: Nr. 9488, 10127. Hieraus kann man ersehen, daß diese Zahl, welche die Hälfte der vorigen ist, nicht die Hälfte des Innewerdens des inneren Wahren in Beziehung auf das Innewerden des äußeren Wahren bezeichnet, sondern das entsprechende Quantum; denn die Dinge in den Himmeln werden nicht gemessen und gezählt wie die Dinge auf Erden, weil in den Himmeln keine Räume und Zeiten sind, sondern statt derselben die Zustände, die in Ansehung der Qualität und Quantität wahrgenommen werden, ohne Rücksicht auf irgendeine Zählung; denn die Zählung und Messung schließt solches in sich, was dem Raum und was der Zeit angehört, somit auch, was der Natur im Letzten eigen ist. 10256. "Und gewürzhaften Kalmus", 2. Mose 30/23, bedeutet das Innewerden und Gefühl des inneren Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des gewürzhaften Kalmus, sofern er ein Innewerden und Gefühl des inneren Wahren bezeichnet, denn dieser Kalmus bedeutet das Wahre, und das Gewürzhafte bedeutet das Innewerden und Gefühl desselben; daß der Kalmus das Wahre bedeutet, wird man unten sehen; und daß das Gewürzhafte das Gefühl desselben bezeichnet, sehe man Nr. 10254. Unter dem inneren Wahren wird hier verstanden das Wahre des inneren Menschen, welches das äußere in demselben ist, gemäß dem, was Nr. 10254 gesagt wurde, daß nämlich im äußeren Menschen sei ein Äußeres und ein Inneres, ebenso im inwendigen Menschen. Daher kommt es, daß zur Bereitung des Salböls vier Gewürzstoffe gebraucht wurden, nämlich edle Myrrhe, gewürzhafter Zimt, gewürzhafter Kalmus und Kasia; und durch edle Myrrhe wird bezeichnet das Innewerden des äußeren Wahren im äußeren Menschen, welches das sinnlich Wahre ist; durch gewürzhaften Zimt das innere Wahre in demselben, welches das natürliche Wahre ist; durch gewürzhaften Kalmus das äußere Wahre im inwendigen Menschen und durch Kasia das innere Wahre in demselben, und durch Olivenöl das Gute selbst, aus dem die Gefühle und Innewerdungen jener Wahrheiten kommen. Daß der Kalmus das innere Wahre bedeutet, kann aus den Stellen im Wort erhellen, wo er erwähnt wird; aber in diesen wird nicht gesagt gewürzhafter Kalmus, sondern nur Kalmus und guter Kalmus, wie bei Jes.43/22,24: "Mich hast du nicht gerufen, Jakob; und bist nicht müde geworden für Mich, Israel; du hast Mir nicht um Silber Kalmus gekauft und mit dem Fett deiner Opfer Mich nicht gesättigt". Hes.27/19: "Dan (Bedan) und Javan haben Garn in deinen Handel gegeben; blankes Eisen, Kasia und Kalmus war in deiner Handelschaft". Jerem.6/20: "Was soll Mir der Weihrauch, der aus Scheba kommt, und guter Kalmus aus fernem Lande?". Daß in diesen Stellen etwas zur Kirche und zum Gottesdienst in derselben Gehöriges bezeichnet wird, ist klar; denn was sollte das heißen, daß sie dem Jehovah um Silber Kalmus kaufen sollten; und daß für Ihn guter Kalmus aus fernem Lande kommen sollte? Und weil etwas zur Kirche in ihrem Gottesdienst Gehöriges bezeichnet wird, so folgt, daß es das Wahre oder das Gute ist, weil alles zur Kirche und ihrem Gottesdienst Gehörige sich auf diese bezieht. Was für ein Wahres oder Gutes bezeichnet wird, das himmlische oder das geistige, des äußeren oder des inwendigen Menschen, erhellt aus dem inneren Sinn, wenn man ihn an diesen Stellen in seinem Zusammenhang betrachtet; daß es das innere Wahre ist, leuchtet ein. 10257. "Fünfzig und zweihundert", 2. Mose 30/23, bedeutet die entsprechende Quantität und Qualität. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10255 gezeigt wurde. 10258. "Und Kasia", 2. Mose 30/24, bedeutet das noch inwendigere Wahre aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Kasia, sofern es das innere Wahre des inwendigen Menschen bezeichnet. Daß Kasia diese Bedeutung hat, wird aus dem klar, was oben gesagt und gezeigt wurde, denn das Himmlische folgt in dieser Ordnung vom Äußersten bis zum Innersten; daher ist es das innerste Wahre, das durch Kasia bezeichnet wird, denn es ist das vierte in der Ordnung. Daß Kasia das Wahre aus dem Guten bedeutet, beruht darauf, daß das inwendigste Wahre unmittelbar vom Guten ausgeht und gemeinschaftlich mit dem Guten in den unteren Regionen wirkt, und dies geschieht, wenn der Verstand ganz zusammenwirkt mit dem Willen, so daß man nicht unterscheidet, ob es von diesem oder von jenem kommt, denn je inwendiger die himmlischen Dinge sind, desto vollkommener sind sie, weil alle Vollkommenheit nach innen zunimmt, und alle Vollkommenheit aus dem Guten ist, d.h. durch das Gute vom Herrn. Kasia wird unter denjenigen Gegenständen erwähnt, die himmlisch sind: Hes.27/19: "Dan und Javan haben Garn in deinen Handel gegeben, blankes Eisen, Kasia und Kalmus war in deiner Handelschaft": hier ist die Rede von Tyrus, durch das die Erkenntnisse des Wahren und Guten in der Kirche bezeichnet werden; man sehe Nr. 1201; und durch Dan und Javan diejenigen, die in den Erkenntnissen himmlischer Dinge sind. Blankes Eisen bedeutet das letzte himmlisch Wahre, und Kasia das innerste Wahre. Kasia wird im Wort sonst nicht erwähnt, wohl aber Kesia Ps.45/8,9 das auch eine Art von Kasia ist: "Gesalbt hat dich Gott, dein Gott, mit Freudenöl, mit Myrrhen, Aloe, Kesia, alle deine Kleider": dieser Psalm handelt vom Herrn und zwar von der Verherrlichung Seines Menschlichen. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht weiß, kann durchaus nicht wissen, was durch das Salben aller Kleider mit Myrrhen, Aloe und Kesia hier, wo vom Herrn die Rede, bezeichnet wird. Daß keine Kleider verstanden werden, ist klar, auch nicht Myrrhe, Aloe und Kesia, womit sie gesalbt wurden, sondern göttlich Wahres aus dem göttlich Guten, das der Herr in Ansehung Seines Menschlichen anzog; denn die Salbung war nichts anderes als das Vorbild des göttlich Guten im Göttlich-Menschlichen des Herrn. Daher werden durch Myrrhen, Aloe und Kesia die göttlichen Wahrheiten bezeichnet, die in ihrer Ordnung vom göttlich Guten, das in Ihm war, ausgehen. Deshalb wird durch die Kleider Sein Göttlich-Menschliches bezeichnet, denn ob man sagt, das Göttlich-Menschliche des Herrn oder das göttlich Wahre, ist gleich, weil der Herr, während Er Sich in der Welt befand, das göttlich Wahre selbst war, und als Er aus der Welt ging, Sich zum göttlich Guten machte, aus dem das göttlich Wahre kommt; man sehe, was in den Absätzen, die Nr. 9199 und 9315 angeführt wurden, enthalten ist. Im Wort wird auch wirklich das ein Kleid genannt, was etwas anderes bekleidet, mag dieses sein, was es will. Das gleiche wird durch die Kleider des Herrn bezeichnet bei Jes.63/2,3, und auch anderwärts. Daß die Kleider die Wahrheiten bedeuten, die das Gute bekleiden, sehe man Nr. 2576, 4545, 4736, 5248, 5319, 5954, 9093, 9212, 9216, 9952. Hieraus wird nun klar, daß in jener Stelle durch Kesia, das eine Art von Kasia ist, das göttlich Wahre bezeichnet wird, das vom göttlich Guten unmittelbar ausgeht, und dieses Wahre ist das innerste Wahre. 10259. "Fünfhundert", 2. Mose 30/24, bedeutet das Volle. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10253 gezeigt wurde. Daß fünfhundert Sekel nach dem Sekel des Heiligtums genommen wurden von der Myrrhe und fünfhundert von der Kasia, aber nur fünfzig und zweihundert vom gewürzhaften Zimt und vom gewürzhaften Kalmus, hatte seinen Grund darin, daß die Myrrhe das sinnlich Wahre bezeichnete, welches das letzte Wahre in der Ordnung ist, und Kasia das Wahre, das unmittelbar vom Guten ausgeht, welches das innerste Wahre ist. Aber der gewürzhafte Zimt und der gewürzhafte Kalmus bezeichneten die inneren Wahrheiten, welche die mittleren sind; und aus dem Letzten und dem Innersten muß das Volle hervorgehen, aus dem Mittleren aber das entsprechende Quantum; denn das Mittlere muß sich zum Ersten und Letzten in entsprechender Weise verhalten. 10260. "Nach dem Sekel des Heiligtums", 2. Mose 30/24, bedeutet die Schätzung des Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sekels des Heiligtums, sofern er den Wert und die Schätzung des Wahren und Guten in Ansehung seiner Qualität und Quantität bezeichnet, wovon Nr. 2959, 10221. 10261. "Und Olivenöl", 2. Mose 30/24, bedeutet das himmlisch göttlich Gute des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Öls, sofern es sowohl das himmlisch als das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 886, 4582, 9780; und aus der Bedeutung des Ölbaums, sofern er die himmlische Liebe bezeichnet, worüber folgt. Daher wird durch Olivenöl das Gute der himmlischen Liebe, oder was dasselbe ist, das himmlisch Gute bezeichnet. Es wird gesagt das himmlisch Gute des Herrn, weil alles Gute, das wesentlich gut ist in den Himmeln, aus dem Göttlichen des Herrn kommt. Aber man muß wissen, daß das göttlich Gute des Herrn an sich einzig ist, denn es ist unendlich und enthält Unendliches in sich. Was unendlich ist, das ist einzig, weil das Unendliche, das es enthält, eine Einheit bildet. Daß es sich aber in ein Himmlisches und ein Geistiges unterscheidet, kommt von seiner Aufnahme von den Engeln in den Himmeln und von den Menschen auf Erden her. Das von den Engeln und Menschen, die dem himmlischen Reich des Herrn angehören, Aufgenommene wird das geistig göttlich Gute genannt; denn alle Engel und Menschen nehmen das eine göttlich Gute in verschiedener oder ungleicher Weise auf. Es verhält sich damit vergleichsweise wie mit der Wärme und dem Licht aus der Weltsonne, die, obwohl sie an sich betrachtet einzig sind, dennoch sich verschieden gestalten nach den Jahreszeiten und den Tageszeiten, und auch ungleich in einer jeden Gegend der Erde. Dieser Wechsel der Wärme und des Lichtes kommt nicht von der Sonne her, sondern von der verschiedenen Stellung der Erde, gemäß den Verschiedenheiten ihres Umlaufs und ihrer Umdrehung, so auch von der Aufnahme. Auch gestaltet sich dasselbe Licht verschieden in den einzelnen Gegenständen gemäß der Aufnahme, und daher die Farbe. Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß das göttlich Gute des Herrn, das einzig ist, weil unendlich, ein himmlisches und ein geistiges heißt. Daß das Öl sowohl das himmlische, als das geistig Gute bezeichnet, erhellt in den oben angeführten Stellen. Daß aber die Olive die himmlische Liebe und der Ölbaum das Innewerden und Gefühl dieser Liebe bedeutet, erhellt aus den Stellen im Wort, wo der Ölbaum und die Olive genannt werden, wie z.B. aus den folgenden: Sach.4/2,3,11,12,14: "Der Prophet sah einen Leuchter ganz von Gold, seine sieben Lampen waren auf ihm, zwei Ölbäume neben ihm, einer zur Rechten der Schale (des Ölbehälters) und einer zur Linken derselben, er sprach zu dem Engel: Was sind diese zwei Ölbäume, und was die zwei Olivenbeeren, die in der Hand der zwei goldenen Röhren sind? Er sprach: das sind die zwei Söhne der Oliven (oder des Öls), die stehen neben dem Herrn des ganzen Landes": was diese prophetischen Worte in sich schließen, kann niemand wissen, als wer aus dem inneren Sinn erkennt, was der Leuchter und was der Ölbaum bedeutet. Daß der Leuchter den geistigen Himmel bedeutet, und seine Lampen die heiligen Wahrheiten daselbst, sehe man Nr. 9548, 9551, 9555, 9558, 9561, 9684. Hieraus erhellt, daß der Ölbaum das himmlische Reich bedeutet wegen des Innewerdens und Gefühls des Guten und die Olivenbeeren das heilige Gute daselbst. Die Wahrheiten desselben werden durch die Söhne der Oliven bezeichnet. Zwei bedeuten das Innere und das Äußere jenes Reichs und die Verbindung. Das gleiche wird durch das Öl und den Leuchter bezeichnet Joh.Offenb.11/4: "Meinen zwei Zeugen werde ich geben, daß sie weissagen tausendzweihundertsechzig Tage, angetan mit Säcken; diese sind zwei Ölbäume und zwei Leuchter, die vor dem Gott des Landes stehen". Jes.41/19: "Ich will in der Wüste geben die Zeder, Schittim, und die Myrte und das Ölholz": es wird die Zeder und das Ölholz genannt, weil die Zeder das geistig Gute und das Ölholz das himmlisch Gute bezeichnet. Das geistig Gute ist die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das himmlisch Gute ist die Liebe zum Herrn. Diese in der Wüste geben heißt, in den Ländern außerhalb der Kirche, somit unter die Heiden. Hos.14/6,7: "Seine Zweige werden sich ausbreiten und gleich dem Ölbaum wird seine Ehre sein, und sein Geruch wie der Libanon": durch den Ölbaum wird auch hier das himmlisch Gute bezeichnet und durch Libanon das geistig Gute, somit durch Libanon das gleiche, was durch die Zeder, weil der Libanon ein Wald von Zedern war. Jes.24/13; 17/6: "So wird es sein in der Mitte des Landes, inmitten der Völker, wie beim Abschütteln des Ölbaums, wie bei der Nachlese, wenn die Weinlese vorüber ist": Abschütteln des Ölbaums wird gesagt und Nachlese bei der vollendeten Weinlese, weil der Ölbaum die Kirche bezeichnet, die im himmlisch Guten, und der Weinstock die Kirche, die im geistig Guten ist; denn wo im Wort vom Guten die Rede ist, ist auch vom Wahren die Rede wegen der Ehe beider; ebenso wo vom Himmlischen, auch vom Geistigen, denn das Himmlische wird gesagt vom Guten und das Geistige vom Wahren; man sehe die angeführten Stellen in Nr. 9263, 9314; deshalb auch vom Weinstock und vom Ölbaum. Daß der Weinstock die geistige Kirche und ihr Gutes und Wahres bedeutet: Nr. 1069, 5113, 6376, 9277; darum wird auch anderwärts der Weinstock und der Ölbaum miteinander genannt: Ps.128/3,4: "Deine Gattin ist gleich einem fruchtbaren Weinstock an den Seiten deines Hauses, deine Söhne gleich Olivenpflanzen um deinen Tisch her". Hab.3/17: "Der Feigenbaum wird nicht blühen, und kein Ertrag sein an den Weinstöcken, täuschen wird das Werk des Ölbaums". Amos 4/9: "Eure meisten Gärten und eure Weinberge und eure Feigenbäume und eure Ölbäume hat die Raupe abgefressen": auch der Feigenbaum wird erwähnt, weil der Feigenbaum das Gute der äußeren Kirche bezeichnet: Nr. 5113, der Weinstock aber das Gute der inneren geistigen Kirche; und der Ölbaum das Gute der inneren himmlischen Kirche; ebenso anderwärts. Weil das Ölholz (das Holz des Ölbaums) das Gute der himmlischen Liebe bezeichnete, darum wurden die zwei Cherubim, die im Chor (adytum) des Tempels waren, aus Ölholz gemacht, ebenso die Türen, die Oberschwelle und die Pfosten: 1.Kön.6/23,31,32, denn durch das Chor des Tempels wurde der innerste Himmel vorgebildet, wo das himmlisch Gute ist, darum bezeichnete alles dort Befindliche himmlische Dinge. Daß die Lade, die sich dort befand und derenthalber das Chor da war, den innersten Himmel, wo der Herr ist, bezeichnete, sehe man Nr. 9485. Auch durch den Ölberg, der dem Tempel gegenüberlag, wurde das gleiche bezeichnet, wie durch den Ölbaum, wie auch durch den Libanon das gleiche, wie durch die Zeder. Damit nun in den Himmeln alles, was der Herr tat, als Er in der Welt war, und hauptsächlich das himmlisch Göttliche vorgebildet würde, deshalb war der Herr, als Er in Jerusalem war, sehr oft auf dem Ölberg, wie erhellt bei Luk.21/37: "Jesus lehrte des Tages im Tempel, des Nachts aber ging Er hinaus und übernachtete auf dem Berg, der Ölberg heißt". Luk.22/39: "Jesus ging hinaus und begab sich nach seiner Gewohnheit auf den Ölberg". Daß dieser Berg dem Tempel gegenüberlag, sehe man Mark.13/3; Matth.24/3. Daß der Ölberg das himmlisch göttlich Gute bezeichnete, erhellt bei Sach.14/4, wo es heißt: "Die Füße Jehovahs werden stehen auf dem Ölberg, der vor dem Angesichte Jerusalems ist und dort wird Er streiten wider die Völkerschaften; und spalten wird sich jener Berg, ein Teil gegen den Aufgang, und gegen das Meer mit einem großen Tal, und ein Teil desselben wird zurückweichen gegen Mitternacht und ein Teil gegen Mittag": hier wird der Zustand des Himmels und der Kirche beschrieben, als der Herr in der Welt war und wider die Höllen kämpfte und sie besiegte, und zugleich die Himmel in Ordnung brachte. Die Völkerschaften, wider die Er stritt, bedeuteten das Böse aus den Höllen. Der Ölberg, auf dem Seine Füße standen, bedeutet das göttlich Gute der göttlichen Liebe, denn aus dieser kämpfte und siegte Er. Die Zerklüftung des Berges gegen Aufgang und gegen das Meer mit einem großen Tal bezeichnet die Trennung des Himmels und der Hölle, ebenso sein Zurückweichen gegen Mitternacht und Mittag; denn daß sie im Mittag seien, sagt man von denen, die im Licht des Wahren sind. Im Aufgang, die in der Liebe des Guten, am Meer aber, die im Bösen und gegen Mitternacht, die im Falschen sind. 10262. "Ein Hin", 2. Mose 30/24, bedeutet die Quantität der Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hin, das ein Maß für Flüssigkeiten war, hier für Öl, sofern es die Quantität der Verbindung bezeichnet, denn durch Öl wird das himmlische göttlich Gute des Herrn bezeichnet, welches das eigentliche Mittel der Verbindung für alles in den Himmeln ist. Daher wird durch sein Maß der Grad der Verbindung und das Ganze der Verbindung bezeichnet. Das himmlische göttlich Gute des Herrn ist aber das eigentliche Verbindungsmittel für alles, weil es das eigentliche Sein des Lebens von allem ist, denn es belebt alles durch das göttlich Wahre, das von jenem göttlich Guten ausgeht und belebt es gemäß der Beschaffenheit der Aufnahme. Die Engel sind aufnehmende Wesen und auch die Menschen; das Wahre und Gute bei ihnen bestimmt die Beschaffenheit, denn dieser gemäß geschieht die Aufnahme, somit die Verbindung. Zweierlei Maße, die zu heiligem Gebrauch dienten, werden im Wort erwähnt: das eine für Flüssigkeiten, das Hin genannt wurde, das andere für trockene Sachen, das Epha benannt wurde. Mit dem Hin wurde das Öl und der Wein gemessen und mit dem Epha das (gewöhnliche) Mehl und das Semmelmehl. Das Maß Hin, das für Öl und Wein, wurde in vier Teile geteilt, aber das Maß Epha in zehn Teile. Daß das Maß Hin in Viertel geteilt wurde, war deshalb, damit es das Verbindende bezeichnete, denn vier bedeutet die Verbindung. Daß aber das Maß Epha in Zehntel geteilt war, geschah aus dem Grund, damit es die Aufnahme bezeichnete, deren Beschaffenheit durch Zahlen bestimmt wurde, denn zehn bedeutet das Viele, das Ganze und das Volle. Daß vier die Verbindung bezeichnet, sehe man Nr. 8877, 9601, 9674, 10136, 10137; und daß zehn das Viele, das Ganze und das Volle bezeichnet, ebenso wie 100: Nr. 1988, 3107, 4400, 4638, 8468, 8540, 9745, 10253. Daß das Hin für Öl und Wein bei den Opfern gebraucht wurde, und daß es in Viertel geteilt war, das Maß Epha aber für das Mehl und Semmelmehl, das für das Speisopfer bei den Opfern verwendet wurde, und daß es in Zehntel geteilt war, kann man ersehen: 2. Mose 29/40, 3. Mose 5/11; 23/13; 4. Mose 15/3-10; 28/5,7,14. Aus diesem wird klar, daß durch das Hin die Quantität (Maß) der Verbindung und durch das Epha die Quantität der Aufnahme bezeichnet wurde. Das Öl verband auch wirklich das Semmelmehl und dieses nahm es auf, denn im Speisopfer war Öl und Semmelmehl. Außerdem gab es noch andere Maße, die im allgemeinen Gebrauch waren, sowohl für Trockenes, als für Flüssiges. Die Maße für Trockenes wurden genannt Chomer und Omer, und die Maße für Flüssiges Kor und Bath. Der Chomer enthielt zehn Epha und das Epha zehn Omer. Der Kor aber enthielt zehn Bath und das Bath zehn kleinere Teile, worüber man sehe 2. Mose 16/36; Hes.45/11,13,24. Aber bei Hesekiel, wo vom neuen Tempel (die Rede ist), besteht eine andere Einteilung des Epha und des Bath, dort wird das Epha und das Bath nicht in Zehntel, sondern in Sechstel geteilt, und das Hin entspricht dort dem Epha, wie erhellt: Hes.45/13,14,24; 46/5,7,11,14; der Grund ist, weil hier nicht vom himmlischen Guten und dessen Verbindung, sondern vom geistig Guten und dessen Verbindung gehandelt wird, und im geistigen Reich entsprechen die Zahlen Zwölf, Sechs und Drei, weil durch diese bezeichnet wird "alles" und wenn sie vom Wahren und Guten gesagt werden, alles Wahre und Gute im Inbegriff. Daß dieses durch zwölf bezeichnet wird, sehe man Nr. 3272, 3858, 3913, 3973; auch durch sechs: Nr. 3960, 7973, 8148, 10217; ebenso durch drei, durch die bezeichnet wird "vom Anfang bis zum Ende", somit das Volle, und in Beziehung auf Sachen das Ganze: Nr. 2788, 4495, 5159, 7715, 9825, 10127. Diese Zahlen schließen aber das gleiche in sich, weil die größeren Zahlen dasselbe bezeichnen wie die einfachen, aus denen sie durch Multiplikation entstehen: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. Weil durch das Hin die Quantität der Verbindung auch mit dem geistig Wahren bezeichnet wird, darum wurde auch zur Mincha bei den Opfern eines Widders das Dritteil eines Hin Öl genommen, und zum Trankopfer das Dritteil Wein: 4. Mose 15/6,7; denn durch den Widder wird das geistig Gute bezeichnet: Nr. 2830, 9991. Hieraus erhellt nun wieder augenscheinlich, daß durch die Zahlen im Worte Sachen bezeichnet werden; was für einen Zweck hätte sonst die Angabe der Quantität und des Maßes durch Zahlen gehabt, wie so oft bei Mose, bei Hesekiel und anderwärts?. 10263. "Und mache daraus das heilige Salböl", 2. Mose 30/25, bedeutet das Vorbild des göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn. Dies erhellt aus dem, was vom Salböl Nr. 9954, 10011, 10019 gezeigt wurde. 10264. "Eine Salbenmischung", 2. Mose 30/25, bedeutet im ganzen und einzelnen Seines Menschlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Salbe, wenn vom Salböl die Rede ist, durch welches das Vorbild des göttlich Guten des Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichnet wird, sofern sie das Göttliche im ganzen und einzelnen Seines Menschlichen bezeichnet. Daß dieses durch die Salbenmischung bezeichnet wird, beruht darauf, daß alle Gewürzstoffe, die oben erwähnt wurden, nämlich die edelste Myrrhe, gewürzhafter Zimt, gewürzhafter Kalmus und Kasia, unter der Salbenmischung verstanden werden. Auch wird in der Grundsprache das Gewürzhafte im allgemeinen durch jenen Ausdruck bezeichnet; aber die Ausleger sagen die Salbe aus der Salbung. Das Gewürzhafte des Gewürzes bedeutet aber, in allem und jedem, was dem Menschlichen des Herrn angehört, weil die Wahrheiten des ganzen Menschlichen mit ihren Innewerdungen und Gefühlen bezeichnet werden, nämlich: Das letzte Wahre, das dem Sinnlichen angehört, mit dem Innewerden desselben durch die Myrrhe: Nr. 10252. Das innere Wahre des natürlichen oder äußeren Menschen, mit dem Innewerden und Gefühl desselben, durch den gewürzhaften Zimt: Nr. 10254, das noch inwendigere Wahre, das dem inwendigen Menschen angehört, mit dem Innewerden und Gefühl desselben, durch den gewürzhaften Kalmus: Nr. 10256; und das innerste Wahre mit seinem Innewerden und Gefühl durch Kasia: Nr. 10258; somit wird durch diese Stoffe das ganze Menschliche (bezeichnet), denn alles und jedes beim Menschen bezieht sich auf die Wahrheiten, und die Innewerdungen und Gefühle derselben, weil sie sein Leben ausmachen. Es kann nämlich bekannt sein, daß der Mensch ohne das Innewerden und Gefühl des Wahren und Guten kein Mensch ist, weil alles und jedes, was er denkt, sich auf das Wahre und die Innewerdungen desselben, und auf das Gute und die Regungen desselben bezieht; die Gedanken und Neigungen des Menschen sind nichts anderes, denn der Mensch hat einen Verstand und einen Willen. Der Verstand bildet sich durch das Innewerden des Wahren, und der Wille durch die Neigung zum Guten. Daß der ganze Mensch vom Kopf bis zur Ferse, innerlich und äußerlich nichts ist als sein Wahres oder Falsches und sein Gutes oder Böses, und daß der Leib die äußere Form desselben ist, das ist ein bisher in der Welt unbekanntes Geheimnis. Aus diesem kann nun erhellen, daß durch das gewürzhafte des Gewürzes oder die Salbe der Salbenmischung, unter der alles Wahre vom Letzten bis zum Inwendigsten, somit die Wahrheiten im ganzen Inbegriff verstanden werden, alles und jedes im Menschen, oder das, woraus der Mensch besteht, bezeichnet wird. Mithin daß jenes Gewürzhafte, wenn es in Beziehung auf den Herrn gesagt wird, das Ganze und Einzelne Seines Menschlichen bezeichnet. Es wird gesagt, "mache daraus das Salböl, das Gewürzhafte des Gewürzes, das Werk des Gewürzmischers", weil das Salböl das eigentlich göttlich Gute der göttlichen Liebe bedeutet, das im Herrn von der Empfängnis her war: Nr. 9954, 10011, 10019. Das Gewürzhafte des Gewürzes bedeutet dasselbe im ganzen und einzelnen Seines Menschlichen, und das Werk des Gewürz- oder Salbenmischers bedeutet, vermöge des Einflusses und der Wirkung des Göttlichen Selbst. Der Herr allein war in Ansehung seines Menschlichen der Gesalbte Jehovahs; man sehe Nr. 9954. 10265. "Ein Werk des Salbenmischers", 2. Mose 30/25, bedeutet kraft des Einflusses und der Wirkung des Göttlichen Selbst, das im Herrn ist von der Empfängnis her. Dies erhellt aus der Bedeutung des Salbenmischers oder Gewürzmischers, sofern es der ist, der dieses bewirkt. Deshalb wird, wenn es in Beziehung auf den Herrn gesagt wird, das Göttliche Selbst bezeichnet, und durch das Werk seine Wirkung. Alles, was im Wort gesagt wird, ist in Beziehung auf das, wovon es gesagt wird, zu verstehen, deshalb ist es, wenn vom Göttlichen (die Rede ist), vom Göttlichen, und vom Einfluß, der Wirkung und den Eigenschaften desselben zu verstehen, möge es im Buchstabensinn lauten, wie es wolle. Im innersten Himmel werden alle Teile des Wortes auf das Göttlich-Menschliche des Herrn bezogen, denn die Engel denken dort unmittelbar aus dem Herrn, und werden das Wort in seinem innersten Sinn, das der himmlische Sinn ist, inne, deshalb werden sie durch die Salbe der Salbenmengung, das Werk des Salbenmischers, nichts anderes inne, als was dem Göttlichen Selbst, das im Herrn von der Empfängnis her war, angehört, und den Einfluß und die Wirkung auf das Ganze und Einzelne Seines Menschlichen; denn das Menschliche des Herrn ist das Göttliche Selbst bei ihnen. Sie wissen, daß das göttlich Gute der göttlichen Liebe, das der Vater genannt wird, im Göttlich-Menschlichen des Herrn, das der Sohn genannt wird, in wechselseitiger Weise ist, gemäß den Worten des Herrn Joh.14/10,11: "Daß der Vater in Ihm, und Er im Vater sei"; und Joh.10/30: "daß Sie eins seien". Man wundere sich nicht, daß durch den Salbenmischer oder Gewürzmischer das Göttliche Selbst bezeichnet wird, da Jehovah hie und da im Wort Sich den Bildner, den Werkmeister, ja auch den Töpfer nennt, wie Jes.64/7: "Jehovah, Du bist unser Vater, wie der Ton, und Du unser Töpfer, und das Werk Deiner Hände (sind) wir alle"; und auch anderwärts bei ebendemselben, und Jerem.18/2-4,6. 10266. In dem eben Vorhergehenden wurde durch die Bereitung des Salböls das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn in Seinem Göttlich-Menschlichen beschrieben, und im bezüglichen Sinn das Gute der Liebe beim Menschen vom Herrn; denn was im Wort im höchsten Sinn vom Herrn gesagt ist, wird im bezüglichen (Sinn) auch vom Menschen gesagt, weil die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn ist: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688. Hieraus wird klar, daß die Zubereitung des Salböls auch in sich schließt die Erzeugung und Bildung des Guten der Liebe beim Menschen vom Herrn; folglich daß das Gute der Liebe gebildet wird durch die Wahrheiten der Kirche, die aus dem Wort geschöpft, und zuerst äußere, hernach mehr und mehr innere sind, gemäß der Beschreibung im gleich Vorhergehenden; und daß so zuerst der äußere Mensch, hernach der inwendige allmählich von ihnen durchdrungen wird. Man wisse aber, daß, in der Ordnung jenes Gute durch die Wahrheiten vom Herrn gebildet worden, oder in der Ordnung es entstanden ist, es in derselben auch vom Herrn erhalten wird, und fortbesteht, denn die Erhaltung ist eine fortwährende Bildung, wie das Bestehen ein fortwährendes Entstehen ist. Hieraus folgt, daß das Gute der Liebe, das der Mensch hat, so ist, wie das Innewerden und Gefühl, und wie die Ordnung ist, mit der und in der er die Wahrheiten in sich aufnimmt. Wenn seine Neigung zum Wahren um des Wahren und um des Guten willen war, ohne Neigung um seiner selbst und um der Welt willen, und wenn die Ordnung stufenweise vom Äußersten zum Inneren ging, dann ist das Gute der Liebe echt; wo nicht, so ist es unecht, oder nicht gut. Es schadet nichts, wenn im Anfang, wo der Mensch gebildet zu werden beginnt, seine Neigung zum Wahren auch um seiner selbst und der Welt willen ist, aber dies muß abgelegt werden, so wie das Gute durch die Wahrheiten wächst; und der Mensch wird auch allmählich immerfort davon gereinigt, wie der Magen von unnützen Stoffen. Wer da glaubt, der Mensch könne mit dem Guten der Liebe begabt werden ohne die Wahrheiten des Glaubens, täuscht sich sehr. 10267. "Das heilige Salböl soll es sein", 2. Mose 30/25, bedeutet das Vorbild des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Salböls, sofern es das Vorbild des göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn ist, wovon Nr. 9954, 10011, 10019. Dieses heißt hier das heilige Salböl, damit der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden werde, denn dieses ist das eigentlich Heilige in den Himmeln. Die Engel in den Himmeln wissen und anerkennen nämlich kein anderes Göttliches, als das Göttlich-Menschliche des Herrn, denn an dieses können sie denken, und dieses können sie lieben. An das Göttliche aber, das der Vater genannt wird, können sie nicht denken, somit dasselbe auch nicht lieben, weil es unbegreiflich ist, nach den Worten des Herrn: Joh.5/37: "Sie haben weder Seine Stimme jemals gehört, noch Seine Gestalt gesehen"; was nicht gesehen und nicht gehört werden kann, das kann auch in keine Denkvorstellung und in keine Liebesneigung eingehen. Ein Gegenstand muß angemessen sein, wenn er mit dem Glauben und mit der Liebe erfaßt werden soll. Daß aber das unbegreifliche Göttliche, das der Vater genannt wird, zugleich mit verehrt wird, wenn der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verehrt wird, erhellt auch aus den Worten des Herrn selbst: Joh.14/6: "Daß Er der Weg sei, und daß niemand zum Vater komme, denn durch Ihn"; Matth.11/27: "Daß den Vater niemand kenne als der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren"; Joh.1/18: "Daß niemand den Vater je gesehen habe, als der eingeborene Sohn, Der im Schoß des Vaters ist, und Der (Ihn) darstellt"; weshalb der Herr, Matth.11/28, sagt: "Kommet zu Mir alle, Ich will euch erquicken". Daß das Göttlich-Menschliche des Herrn alles in allem des Himmels, und das eigentliche Heilige daselbst ist, sehe man Nr. 9933, 9972, 10067, 10159; daß der Herr allein heilig, und daß alles Heilige von Ihm ist: Nr. 9229, 9479, 9680, 9818, 9820, 9956. 10268. "Und sollst damit salben das Zelt der Zusammenkunft", 2. Mose 30/26, bedeutet um das Göttliche des Herrn in den Himmeln vorzubilden. Dies erhellt aus der Bedeutung von salben mit dem heiligen Öl, sofern es heißt die Vorbildung des göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen hineinlegen. Denn salben bedeutet, eine Vorbildung hineinlegen; was nämlich gesalbt war, hieß heilig, nicht wegen des Öls, sondern wegen der Vorbildung des Göttlichen, das durch Öl bezeichnet wird; denn das Öl bedeutet das göttlich Gute der göttlichen Liebe, und die Heiligkeit das Göttlich-Menschliche, weil dieses allein das Heilige ist, wie aus dem erhellen kann, was Nr. 9954, 10011, 10019, 10264, 10265, 10266, 10267 gezeigt wurde. Ferner aus der Bedeutung des Zeltes der Zusammenkunft, sofern es den Himmel in seinem ganzen Inbegriff bezeichnet: den innersten oder dritten (bezeichnet es) da, wo die Lade des Zeugnisses war, den mittleren oder zweiten da, wo der Tisch stand, auf dem die Brote des Angesichts, der Leuchter und der Rauchaltar waren, und den letzten oder den ersten, da, wo der Vorhof war, worüber man sehe Nr. 9457, 9481, 9485, 9784, 9963, 10230, 10242, 10245. Hieraus erhellt, daß durch das Salben des Zeltes der Zusammenkunft bezeichnet wird, das Hineinlegen der Vorbildung des göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen; und weil dieses durch das Salben des Zeltes der Zusammenkunft bezeichnet wird, so wird auch bezeichnet, um das Göttliche des Herrn in den Himmeln vorzubilden; denn der Himmel ist nicht Himmel aus den Engeln in ihrem Eigenen betrachtet, sondern aus dem Göttlichen des Herrn bei ihnen; man sehe Nr. 9408, 10125, 10151, 10157, 10159. 10269. "Und die Lade des Zeugnisses", 2. Mose 30/26, bedeutet im himmlisch Guten, das dem innersten Himmel angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Lade des Zeugnisses salben", sofern es bedeutet die Vorbildung des Göttlichen im himmlisch Guten, das dem inwendigsten Himmel angehört, hineinlegen; denn durch salben wird bezeichnet, die Vorbildung des Göttlichen des Herrn hineinlegen, wie Nr. 10268. Und durch die Lade des Zeugnisses wird das Gute des innersten Himmels bezeichnet. Daß die Lade den innersten Himmel bezeichnet, und das Zeugnis den Herrn daselbst, sehe man Nr. 9485; und weil das Gute, das in diesem Himmel regiert, das Gute der Liebe zum Herrn ist, welches das himmlisch Gute genannt wird, darum wird durch "salben die Lade des Zeugnisses" bezeichnet, die Vorbildung des Göttlichen des Herrn im himmlisch Guten, das dem inwendigsten Himmel angehört, hineinlegen. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was früher hie und da gezeigt wurde, daß nämlich die Salbung den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen vorbildete; denn der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen war allein der Gesalbte Jehovahs, weil in Ihm das Göttliche des Vaters von der Empfängnis her war, und daher auch in Seinem Menschlichen. Daß der menschliche Leib hervorgeht aus dem Sein des Vaters, welches die Seele (des Leibes) genannt wird, kann bekannt sein; denn die Ähnlichkeit des Vaters in Ansehung der verschiedenen Neigungen, die der Liebe angehören, zeigt sich bei den Kindern, sogar in ihren Angesichtern; daher hat eine jede Familie ihre Eigentümlichkeit, wodurch sie von der anderen unterschieden wird. Wieviel mehr muß dies beim Herrn der Fall sein, in Dem das Göttliche Selbst das Ihm eigene Sein war, das die Seele genannt wird. Daher kommt es, daß der Herr sagt. "Wer Mich gesehen, der hat den Vater gesehen; glaubet Mir, daß Ich im Vater, und der Vater in Mir ist": Joh.14/9, 11. 10270. "Und den Tisch und alle seine Geräte", 2. Mose 30/27, bedeutet im geistig Guten aus dem Himmlischen, das dem zweiten Himmel angehört, und im dienenden Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes der Zusammenkunft außerhalb des Vorhangs, wo jener Tisch war, sofern es den zweiten Himmel bezeichnet, wovon Nr. 9457, 9481, 9485; aus der Bedeutung des Tisches, auf dem die Brote der Angesichte (Schaubrote) lagen, sofern er das geistig Gute aus dem Himmlischen bezeichnet; denn die Brote bedeuten das himmlisch Gute: Nr. 9545, und der Tisch, worauf dieselben waren, das geistig Gute: Nr. 9684, 9685; und aus der Bedeutung seiner Geräte, sofern sie die Erkenntnisse des himmlisch Guten und Wahren bezeichnen, wovon Nr. 9544, somit das dienende Gute und Wahre, dem die Erkenntnisse dienen. Daß das geistig Gute aus dem Himmlischen es ist, was durch den Tisch bezeichnet wird, auf dem die Brote der Angesichte lagen, kommt daher, weil durch das Zelt der Zusammenkunft außerhalb des Vorhangs der zweite Himmel vorgebildet wurde, in dem das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten regiert, welches Gute das geistig Gute genannt wird, und dieses Gute ist in dem Maße gut, als in ihm das himmlisch Gute ist, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist. Es gibt nämlich drei Gattungen von Gutem, die drei Himmel machen: es gibt ein Gutes der Liebe zum Herrn, welches das himmlisch Gute genannt wird, dieses macht den innersten Himmel; es gibt ein Gutes der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, welches das geistig Gute genannt wird, und den zweiten Himmel macht; und es gibt ein Gutes des Glaubens, welches das geistig natürlich Gute genannt wird, dieses macht den letzten Himmel. In das himmlisch Gute, das dem innersten Himmel angehört, fließt der Herr aus dem Göttlich-Menschlichen unmittelbar ein; ins geistig Gute, das dem zweiten Himmel angehört, fließt der Herr aus dem Göttlich-Menschlichen ein, und auch mittelbar durch das himmlisch Gute; und ins natürlich Gute, das geistig ist, und dem letzten Himmel angehört, fließt der Herr aus dem ein, auch wieder mittelbar. Es wird gesagt "auch mittelbar", weil der Herr ins Gute dieser Himmel nicht nur mittelbar einfließt, sondern auch unmittelbar, wie aus dem erhellen kann, was über den unmittelbaren und mittelbaren Einfluß in den Nr. 9682 angeführten Stellen gezeigt wurde. 10271. "Und den Leuchter und seine Gefäße", 2. Mose 30/27, bedeutet im geistig Wahren, das dem zweiten Himmel angehört, und den dienenden Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leuchters, sofern er ein Vorbild des Herrn in Ansehung des geistig Wahren ist, das dem zweiten Himmel angehört, wovon Nr. 9548, 9551, 9555, 9558, 9561, 9684; und aus der Bedeutung seiner Geräte, sofern sie die wißtümlichen Wahrheiten bezeichnen, welche die dienenden sind, wovon Nr. 3068, 3079, 9572, 9724. 10272. "Und den Rauchaltar", 2. Mose 30/27, bedeutet in allem Gottesdienstlichen aus diesem Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchaltars, sofern er das Vorbild aller gottesdienstlichen Handlungen ist, die aus Liebe und Liebtätigkeit vom Herrn geschehen, wovon Nr. 10177, 10198. Es wird gesagt ein Vorbild des Herrn im Guten und Wahren, und in den dienenden (Wahrheiten), und in allem Gottesdienstlichen, aus dem Grund, weil das Gute und Wahre, das vorgebildet wird, in dem Maß gut und wahr ist, als das Göttliche des Herrn in demselben ist, denn alles Gute und Wahre, das beim Menschen und Engel ist, stammt vom Herrn. Ohne das Leben vom Herrn darin sind es tote Dinge, ja sogar Böses; denn wenn es nicht vom Herrn, sondern vom Menschen ist, zielt es auf den Menschen und die Welt, und was den Menschen und die Welt zum Zweck hat, ist an sich böse, denn der Zweck ist das Inwendigste des Menschen, weil er die Seele ist alles dessen, was in ihm ist. Hieraus kann erhellen, wie das Vorbildliche des Herrn im Guten und Wahren, und dem, was ihnen dient, zu verstehen ist. Unter dem dienenden Guten und Wahren wird das Gute und Wahre verstanden, das im natürlichen oder äußeren Menschen ist, und Erkenntnisse und Wißtümliches genannt wird, denn dieses ist es, in das der Mensch hineinsieht, und aus dem er das Bestärkende hernimmt, das mit dem Leben seiner Neigungen und seiner Liebe übereinstimmt. Und weil dieses so untergeordnet ist, darum wird es Dienendes genannt. Es gibt auch Gutes und Wahres, das diesem wiederum dient, und dieses wird das sinnlich Wißtümliche genannt; denn das Gute und Wahre beim Menschen verhält sich wie die Familien oder wie die Häuser, wo ein Hausvater ist, und Söhne, Töchter, Schwiegersöhne und Schwiegertöchter, und Knechte und Mägde sind. An unterster Stelle ist in jenen was unter dem sinnlich Wißtümlichen verstanden wird, obwohl es heutzutage bei den meisten an höchster Stelle ist. 10273. "Und den Brandopferaltar", 2. Mose 30/28, bedeutet um das Göttlich-Menschliche des Herrn und Seine Verehrung im allgemeinen vorzubilden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Brandopferaltares, sofern er das Hauptvorbild des Göttlich-Menschlichen des Herrn und Seiner Verehrung ist, wovon Nr. 2777, 2811, 8935, 8940, 9388, 9389, 9714, 9964, 10123, 10151. 10274. "Und alle seine Geräte", 2. Mose 30/28, bedeutet göttlich Gutes und göttlich Wahres. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Geräte, sofern sie Erkenntnisse und Wißtümliches bezeichnen, wovon Nr. 3068, 3079, 9394, 9544, 9724. Wenn sie aber vom Göttlich-Menschlichen des Herrn gesagt werden, so sind sie dienendes göttlich Gutes und göttlich Wahres. 10275. "Und das Waschbecken und sein Gestell", 2. Mose 30/28, bedeutet alles was zur Reinigung vom Bösen und Falschen und zur Wiedergeburt vom Herrn gehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Waschbeckens, in dem das Waschen geschieht, sofern es das bezeichnet, was vom Bösen und Falschen reinigt, und auch was der Wiedergeburt dient, wovon Nr. 10235; und aus der Bedeutung seines Gestells, sofern es das unterstützende und dienende Sinnliche bezeichnet, wovon Nr. 10246. 10276. "Und sollst sie heiligen, und sie sollen das Hochheilige sein", 2. Mose 30/29, bedeutet, daß sie dadurch den Einfluß und die Gegenwart des Herrn im Gottesdienst der vorbildlichen Kirche (darstellen). Dies erhellt aus der Bedeutung von geheiligt werden, sofern es soviel ist, als den Herrn vorbilden in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, und die Aufnahme des göttlich Guten und des göttlich Wahren von Ihm; denn der Herr allein ist der Heilige, und daher ist nur das heilig, was von Ihm ausgeht. Hieraus wird klar, daß durch geheiligt werden auch bezeichnet wird der Einfluß und die Gegenwart des Herrn im Gottesdienst der vorbildlichen Kirche. Daß geheiligt werden bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen vorbilden, sehe man Nr. 9956, 9988, 10069; wie auch die Aufnahme des göttlich Guten und des göttlich Wahren von Ihm: Nr. 8806, 9820, 10128. Daß der Herr allein heilig und nur das heilig ist, was von Ihm ausgeht: Nr. 9229, 9479, 9680, 9818; daß somit die heiligen Dinge bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft vorbildlich heilig waren: Nr. 10149. Ferner aus der Bedeutung des Hochheiligen, sofern es das himmlisch göttlich Gute bezeichnet, wovon Nr. 10129. Hieraus erhellt, daß alles das, was gesalbt wurde, hochheilig hieß wegen des Einflusses und der Gegenwart des Göttlich-Menschlichen des Herrn; und aller Einfluß und alle Gegenwart des Herrn geschieht unmittelbar, und auch in den unteren Himmeln mittelbar durch das himmlisch Gute, welches das Gute des innersten Himmels ist. Inwieweit daher das Gute der unteren Himmel das himmlisch Gute, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, in sich enthält und birgt, insoweit ist es gut. Daher kommt es, daß, was gesalbt war, hochheilig hieß. Unter den unmittelbaren und mittelbaren Einfluß des Herrn sehe man in den Nr. 9682 und 9683 angeführten Stellen. Damit man aber erkenne, wie es sich damit verhält, muß man wissen, was Vorbildung, und was die vorbildliche Kirche ist. Was sie sind, wurde in den Nr. 9229, 9280, 10030 angeführten Abschnitten ausführlich gezeigt. Weil aber heutzutage wenige wissen, was sie sind, so darf ich diesen Gegenstand noch mit einigem beleuchten: In den innersten Himmeln bei den Engeln sind es die Neigungen zum Guten und Wahren vom Herrn, die ihr Leben und ihre Seligkeit machen. Dieses stellt sich im letzten Himmel in äußeren Formen dar, die unzählig sind, mit unendlicher Verschiedenheit. Alles, was sie dort mit ihren Augen sehen, kommt daher. Es sind vorbildliche Darstellungen ihres Inneren, das in den Neigungen zum Guten und Wahren besteht, und himmlisch und geistig genannt wird. Die guten Geister, die in diesen Vorbildungen als in Trägern (ut subjectis) das Heilige des Himmels wahrnehmen, werden davon innerlich angeregt. So zum Beispiel sehen sie Paradiese mit unzähligen Arten von Bäumen und Früchten, ebenso Rosengärten, grüne Auen, Felder mit Saaten, Häuser und Paläste und sehr vieles andere. Dies alles entspricht den Neigungen zum Guten und Wahren, das vom Herrn in den oberen Himmeln ist. Es gibt auch in diesen Himmeln Vorbilder, aber diese übertreffen an Vollkommenheit, Wonne und Seligkeit unermeßlich die, welche im letzten Himmel sind. Diese Vorbilder sind es, von denen gesagt wird, daß kein Auge jemals solches gesehen habe; wenn auch etwas davon gesagt würde, so ginge es über den menschlichen Glauben hinaus. Aus diesem kann erhellen, was die Vorbilder sind. Alle (Vorbilder), die bei der israelitischen Völkerschaft angeordnet waren, glichen denen, die im letzten Himmel sind, aber in minderer Vollkommenheit, weil in der Natur der Welt; so das Zelt mit der Lade, mit dem Tisch, worauf die Schaubrote waren, mit dem Leuchter und seinen Lampen, mit dem Rauchaltar. Die Kleider Aharons und seiner Söhne, und nachher der Tempel, mit dem Chor (oder dem innersten Raum) daselbst, wo die Lade, auf welcher der Gnadenstuhl und die Cherubim waren. Das eherne Meer, die Waschbecken und dergleichen. Aber unzählig mehrere erscheinen im letzten Himmel, jedoch in größerer Vortrefflichkeit und Vollkommenheit. Aus diesem Himmel wurden diejenigen (Vorbilder), die bei der israelitischen Völkerschaft angeordnet werden sollten, dem Mose vom Herrn auf dem Berg Sinai gezeigt, was zu ersehen ist 2. Mose 25/40; 26/30; 27/8. Mose hat sie aber nicht mit seinen leiblichen Augen, sondern mit den Augen seines Geistes gesehen. Von welcher Art die Vorbilder sind, kann weiter erhellen aus denen, die den Propheten, wie dem Daniel, dem Johannes in der Offenbarung und den übrigen erschienen. Diese alle bergen in sich geistig und himmlisch göttliche Dinge. Daß diese ohne Deutung aus dem inneren Sinn nicht verständlich sind, kann jeder einsehen. Hieraus wird nun abermals klar, was die vorbildliche Kirche ist. Diese Kirche wurde im Land Kanaan hauptsächlich wegen des Wortes errichtet, auf daß dieses in Vorbildern und Bezeichnungen verfaßt würde, somit in solchem, was bei jener Völkerschaft in ihrer Kirche und in ihrem Lande war, denn alle Orte im Lande Kanaan, alle Berge und Flüsse daselbst, bildeten von den ältesten Zeiten her solches vor, was in den Himmeln ist: Nr. 3686, 4240, 4447, 4454, 5136, 6516; und so auch später die Erbteile, die Stämme und so weiter. Der buchstäbliche Sinn des Wortes des Alten Testaments bestand aus solchem, damit ein Letztes vorhanden wäre, in welches das Innere auslaufen, und worauf es stehen konnte, wie ein Gebäude auf seinem Fundament; man sehe Nr. 9360, 9824, 10044. Wer verständig ist, kann aus diesem merken, daß das Wort höchst heilig ist, und daß sein buchstäblicher Sinn heilig ist wegen seines inneren Sinnes, daß aber der von diesem getrennte Sinn nicht heilig ist; denn der vom Inneren getrennte Sinn ist wie das von seinem Inwendigen getrennte Äußere des Menschen, das ein lebloses Bildnis ist, und wie die Schale eines Baumes, einer Blume, einer Frucht oder eines Samens ohne das Innere von diesen. Und wie eine Grundlage ohne Haus. Deshalb können diejenigen, die sich bloß an den Buchstabensinn des Wortes halten, und keine Lehre aus dem Wort haben, oder sich verschaffen, die mit seinem inneren Sinn übereinstimmt, in alle möglichen Irrlehren gezogen werden. Daher kommt es auch, daß das Wort wegen solcher ein Buch der Ketzereien genannt wird. Die eigentliche Lehre aus dem Wort muß immerdar vorleuchten und führen. Eben diese Lehre lehrt aber der innere Sinn, und wer diese Lehre kennt, hat den inneren Sinn des Wortes. Weil die jüdische Völkerschaft nichts Heiliges im Wort anerkannte, als in seinem Buchstabensinn allein, den sie ganz vom inneren Sinn trennte, darum fiel sie in solche Finsternis, daß sie den Herrn nicht erkannten, da Er in die Welt kam. Von solcher Art ist jene Völkerschaft noch heutzutage, und deshalb erkennt sie, obwohl sie unter den Christen lebt, dennoch den Herrn aus dem Wort noch nicht an. Daß jene Völkerschaft im Äußeren ohne das Innere von der ersten Zeit an war, darüber sehe man, was in den angeführten Stellen: Nr. 9320 und 9380 gezeigt wurde. Wenn daher der Herr nicht in die Welt gekommen wäre, und das Innere des Wortes geöffnet hätte, so wäre die Gemeinschaft mit den Himmeln durch das Wort unterbrochen gewesen; und infolge dieser Unterbrechung wäre das Menschengeschlecht auf dieser Erde zugrunde gegangen, denn der Mensch kann nichts Wahres denken, und nichts Gutes tun, wenn nicht aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn. Das Wort ist es, was den Himmel öffnet. 10277. "Ein jeder, der sie anrührt, soll geheiligt werden", 2. Mose 30/29, bedeutet das sich Mitteilende an alle, die es mit Liebe und Glauben aufnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von anrühren, sofern es die Mitteilung bezeichnet, wovon Nr. 10130; und aus der Bedeutung von geheiligt werden, sofern es den Einfluß und die Gegenwart des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 10276. Und weil der Einfluß und die Gegenwart des Herrn in der Liebe und im Glauben ist, somit bei denen, die Ihn mit Liebe und Glauben aufnehmen, daher sind es diese, die hier geheiligt heißen; aber es ist das Göttliche bei ihnen, das allein heilig ist, und durchaus nicht ihr Eigenes. 10278. "Und auch Aharon und seine Söhne sollst du salben", 2. Mose 30/30, bedeutet die Weihe zur Vorbildung des Herrn in beiden Reichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von salben, sofern es heißt, die Vorbildung hineinlegen, wie oben; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er den Herrn in Ansehung des himmlisch göttlich Guten darstellt, somit im himmlischen Reich; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Aharons, sofern sie den Herrn in Ansehung des geistig Guten darstellen, somit im geistigen Reich, wovon Nr. 9807, 10017, 10068. 10279. "Und sie heiligen, daß sie Mir als Priester dienen", 2. Mose 30/30, bedeutet um den Herrn vorzubilden in Ansehung des ganzen Werkes der Seligmachung. Dies erhellt aus der Bedeutung von heiligen, sofern es heißt, den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen vorbilden, wovon Nr. 10276; und aus der Vorbildung des Priesterdienstes Aharons und seiner Söhne, sofern derselbe das Werk der Seligmachung in aufeinanderfolgender Ordnung bezeichnet, wovon Nr. 9809, 10017. 10280. "Und zu den Söhnen Israels sollst du reden und sprechen", 2. Mose 30/31, bedeutet die Belehrung für die Angehörigen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche darstellen, wovon in den angeführten Stellen: Nr. 9340; und aus der Bedeutung von reden und sprechen, wenn es von Jehovah geschieht, sofern es eine Belehrung bezeichnet, wovon Nr. 6879, 6881, 6883, 6891, 7186, 7226, 7241, 7267, 7304, 7380, 7517, 8127. 10281. "Das heilige Salböl soll Mir dies sein", 2. Mose 30/31, bedeutet das Vorbild des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, wie aus dem erhellt, was Nr. 10267 gezeigt wurde. 10282. "Bei euren künftigen Geschlechtern", 2. Mose 30/31, bedeutet im Ganzen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, wenn von den Söhnen Israels die Rede ist, durch welche die Kirche bezeichnet wird, sofern sie die Angehörigen der Kirche darstellen, wovon Nr. 10212; somit, abgesehen von den Personen, das, was der Kirche angehört. Abgesehen von den Personen, wird gesagt, weil die göttlichen Dinge, die vom Herrn ausgehen, die Kirche machen, und durchaus nichts vom Menschen. Beim Menschen fließen sie zwar ein, gleichwohl aber werden sie nicht (Eigentum) des Menschen, sondern sind des Herrn beim Menschen. Weil es sich so verhält, reden die Engel, wenn sie miteinander reden, so, daß von den Personen abgesehen (nicht an sie gedacht) wird, darum geht kein Name irgendeiner Person, die im Wort erwähnt wird, in den Himmel ein, sondern nur die Sache, die durch die Person dort bezeichnet wird. Daß alle Namen von Personen und Orten im Wort Sachen bezeichnen, sehe man Nr. 1888, 4442, 5095, 5225; und daß die Namen nicht in den Himmel eingehen: Nr. 1876, 6516, 10216. 10283. "Auf das Fleisch eines Menschen soll es nicht gegossen werden", 2. Mose 30/32, bedeutet nicht mitteilbar an das Eigene des Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fleisches des Menschen, sofern es sein Eigenes bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von gießen, sofern es soviel ist als mitteilen, denn durch gießen wird das gleiche bezeichnet, wie durch anrühren; aber "gießen" wird von Flüssigkeiten gesagt, wie von Öl, Wein und Wasser; und "ausgießen" von göttlichen, himmlischen und geistigen Dingen; hingegen anrühren von trockenen und leiblichen Dingen. Daß anrühren soviel ist als mitteilen, sehe man Nr. 10130. Hieraus folgt, daß dadurch, daß das Salböl auf das Fleisch eines Menschen nicht gegossen werden soll, bezeichnet wird, das göttlich Gute der göttlichen Liebe sei nicht mitteilbar an das Eigene des Menschen. Der Grund ist, weil das Eigene des Menschen eben nur böse ist, und das göttlich Gute des Herrn mit dem Bösen keine Gemeinschaft haben kann. Daß das Eigene des Menschen durchaus nur böse ist, sehe man Nr. 210, 215, 731, 874, 875, 876, 987, 1023, 1024, 1047, 5660, 5786, 8480. Bei dem Menschen ist ein Eigenes des Willens und ein Eigenes des Verstandes. Das Eigene seines Willens ist das Böse, und das Eigene seines Verstandes ist das Falsche daher. Jenes, nämlich das Eigene des Willens, wird durch das Fleisch des Menschen bezeichnet, und das Eigene des Verstandes durch das Blut jenes Fleisches. Daß es so ist, erhellt aus folgenden Stellen: Matth.16/17: "Jesus sprach: selig bist du, Simon, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart; sondern Mein Vater, der in den Himmeln ist": daß Fleisch hier das Eigene des Menschen bedeutet, und auch Blut, ist augenscheinlich klar. Joh.1/12,13: "So viele (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu sein, die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, sondern aus Gott geboren sind": durch Blut wird hier das Falsche bezeichnet, das aus dem Eigenen im Verstand des Menschen hervorgeht, und durch den Willen des Fleisches das Böse, das aus dem Eigenen seines Willens stammt; daß Blut das Falsche aus dem Bösen bedeutet, somit das Eigene des Verstandes aus dem Eigenen des Willens, sehe man Nr. 4735, 9127. Jes.49/26: "Speisen werde Ich deine Unterdrücker mit ihrem Fleisch, und wie von Most werden sie von ihrem Blut trunken gemacht werden": sie speisen mit ihrem Fleisch und trunken machen mit ihrem Blut bedeutet, anfüllen mit dem Bösen und mit dem Falschen des Bösen, also mit dem Eigenen; denn beides, sowohl das Böse als das Falsche, ist aus dem Eigenen. Jerem.17/5: "Verflucht ist der Mensch, der sein Vertrauen auf Menschen setzt, und Fleisch zu seinem Arm macht": sein Vertrauen auf Menschen setzen, und Fleisch zu seinem Arm machen heißt, sich selbst und seinem Eigenen trauen. Jes.9/19,20: "Mein Volk ist geworden wie Speise des Feuers; schneidet es zur Rechten, so wird es hungern, und ißt es zur Linken, so werden sie nicht satt werden. Ein jeder wird das Fleisch seines Armes essen, Menasche den Ephraim, und Ephraim den Menasche": durch die Speise des Feuers wird bezeichnet die Aneignung des Bösen oder der Begierden der Selbst- und Weltliebe; durch hungern und nicht satt werden, wird bezeichnet, nicht aufnehmen das Gute und Wahre des Glaubens; durch das Fleisch des Armes das zweifache Eigene des Menschen; durch Menasche das Böse des Willens; durch Ephraim das Falsche des Verstandes; und durch essen aneignen. Daß Feuer das Böse oder die Begierden der Selbst- und Weltliebe bedeutet, sehe man Nr. 5071, 5215, 6314, 6832, 7324, 7575, 9141; daß hungern und nicht satt werden bedeutet das Gute und Wahre des Glaubens nicht aufnehmen, kommt daher, weil durch Hunger und Durst die Verödung des Guten und Wahren bezeichnet wird: Nr. 5360, 5376, 6110, 7102, 8568 E. Daß das Rechte das Gute bedeutet, aus dem das Wahre, und das Linke das Wahre, durch welches das Gute (besteht): Nr. 10061; "schneiden zur Rechten und hungern und essen zur Linken, und nicht satt werden" bedeutet daher, daß sie, wie sie auch immer belehrt werden über das Gute und Wahre, es dennoch nicht aufnehmen. Daß Menasche das Gute des Willens bedeutet: Nr. 5348 E, 5351, 5353, 6222, 6234, 6238, 6267; und Ephraim das Wahre des Verstandes ist: Nr. 3969, 5354, 6222, 6234, 6238, 6267; daher bedeutet im entgegengesetzten Sinn Menasche das Böse des Willens, und Ephraim das Falsche des Verstandes, denn beinahe alles im Wort hat auch einen entgegengesetzten Sinn. Daß essen soviel ist als aneignen: Nr. 3168, 3513 E, 3596, 4745. Hieraus wird klar, was es heißt, das Fleisch seines Armes essen, nämlich das Böse und Falsche aus seinem Eigenen sich aneignen. Fleisch des Armes wird gesagt, weil durch den Arm ebenso wie durch die Hand das bezeichnet wird, was beim Menschen ist, und worauf er vertraut; man sehe in den angeführten Stellen: Nr. 10019. Sach.11/9: "Ich sprach: Ich werde euch nicht weiden; was stirbt, soll sterben, die übrigen werden essen, ein jedes Fleisch des anderen": nicht weiden steht für nicht belehren und bessern; sterben für zugrunde gehen in Ansehung des geistigen Lebens; essen das Fleisch des anderen bedeutet, sich das Böse aneignen, das aus dem Eigenen des anderen stammt. Hes.16/26: "Jerusalem hat Unzucht getrieben mit den Söhnen Ägyptens, seinen Nachbarn, groß von Fleisch": Jerusalem bedeutet die verkehrte Kirche; Unzucht treiben mit den Söhnen Ägyptens, groß von Fleisch bedeutet, die Wahrheiten der Kirche verfälschen durch Wißtümliches, das bloß aus dem natürlichen Menschen stammt, somit durch sinnlich Wißtümliches. Daß Jerusalem die Kirche ist, sehe man Nr. 402, 2117, 3654; hier die verkehrte Kirche. Daß Unzucht treiben heißt, Wahrheiten verfälschen: Nr. 2466, 2729, 8904; daß die Söhne das Wahre bedeuten, und auch das Falsche: Nr. 1147, 3373, 4257, 9807; daß Ägypten das Wißtümliche in beiderlei Sinn bezeichnet, in den angeführten Stellen: Nr. 9340; und daß es das Natürliche bezeichnet, in den angeführten Stellen: Nr. 9391. Daher heißen groß von Fleisch die, welche aus Sinnlichem vernünfteln und Schlüsse machen über die Wahrheiten der Kirche; die, welche solches tun, ergreifen Falsches für Wahres, denn aus Sinnlichem vernünfteln und schließen heißt, aus den Täuschungen der Sinne des Leibes, deshalb sind es die sinnlichen Menschen, die unter den Großen von Fleisch verstanden werden, weil sie aus dem fleischlich Eigenen denken. Jes.31/3: "Ägypten ist ein Mensch, und nicht Gott; und seine Rosse sind Fleisch, nicht Geist": Ägypten (steht) auch hier für das Wißtümliche, seine Rosse für das Verständige daher; dieses heißt Fleisch, nicht Geist, wenn man aus dem Eigenen und nicht aus dem Göttlichen schließt. Daß die Rosse das Verständige bedeuten, sehe man Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 6534, und daß die Rosse Ägyptens das Wißtümliche aus dem verkehrten Verständigen bezeichnen: Nr. 6125, 8146, 8148. Daß durch Fleisch das Eigene des Menschen, oder was dasselbe ist, das Böse seines Willens bezeichnet wird, erhellt bei Mose, wo von der Begierde des israelitischen Volkes, Fleisch zu essen, gehandelt wird, und wo es heißt: 4. Mose 11/4,18-20,31-34: "Das Gesindel, das unter dem Volke war, hatte ein großes Gelüste, und sie sprachen: Wer wird uns mit Fleisch speisen? Jehovah sprach: Morgen werdet ihr Fleisch essen; nicht einen Tag werdet ihr essen, nicht zwei Tage, nicht fünf Tage, nicht zehn Tage, nicht zwanzig Tage, sondern bis zu einem Monat von Tagen. Und es fuhr ein Wind daher durch Jehovah, und brachte Wachteln daher von dem Meere, und schüttelte sie über das Lager aus, bei zwei Ellen über der Fläche der Erde; das Volk stand auf den ganzen Tag und die ganze Nacht, und den ganzen anderen Tag, und sammelten und breiteten sie aus um das Lager her. Noch war das Fleisch zwischen ihren Zähnen, ehe es verschluckt wurde, entbrannte der Zorn Jehovahs gegen das Volk, und schlug das Volk mit einer sehr großen Plage; daher nannte man den Namen des Orts die Lustgräber": daß das Fleisch das Eigene jener Völkerschaft bezeichnete, kann hier aus dem einzelnen erhellen, denn wäre es nicht so, warum sollte das Verlangen nach Fleisch eine Sünde gewesen sein, da ihnen doch früher Fleisch verheißen war?: 2. Mose 16/12; weil es aber das Eigene, somit das Willensböse bezeichnete, worin jene Völkerschaft vor anderen Völkerschaften war, darum wird gesagt, als sie Fleisch verlangten, "sie hatten ein großes Gelüste", und darum wurden sie mit einer großen Plage geschlagen; und darum wurde der Name des Ortes, wo sie begraben wurden, Lustgräber genannt. Ob man sagt das Willensböse oder die Begierde ist gleich, denn das Willensböse ist die Begierde, weil das Eigene des Menschen eben nur das Seinige begehrt, und nichts, was des Nächsten, oder was Gottes ist, außer um seiner selbst willen. Weil jene Völkerschaften von solcher Art waren, darum wird gesagt, sie sollen Fleisch essen nicht 1 Tag, nicht 2, nicht 5, nicht 10, nicht 20, sondern einen ganzen Monat lang, wodurch bezeichnet wird, jene Völkerschaft sei immerfort so beschaffen, denn ein Monat von Tagen bedeutet "immerfort", und darum wird gesagt, "noch war das Fleisch zwischen den Zähnen, ehe es verschluckt ward, da wurden sie geschlagen mit einer großen Plage", denn durch die Zähne wird das fleischliche Eigene bezeichnet, welches das Unterste des Menschen ist: Nr. 4424, 5565-5568, 9062. Daß jene Völkerschaft von solcher Art gewesen sei, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9380; und im Lied Moses: 5. Mose 32/20,22-26,28,32-34. Im Wort wird Geist entgegengesetzt dem Fleisch, weil durch Geist das Leben vom Herrn bezeichnet wird, und durch Fleisch das Leben vom Menschen, wie Joh.6/63: "Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt nichts; die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist, und sind Leben": hieraus erhellt, daß der Geist das Leben vom Herrn ist, nämlich das Leben der Liebe und des Glaubens an Ihn von Ihm, und daß das Fleisch das Leben vom Menschen ist, somit sein Eigenes; darum heißt es "das Fleisch nützt nichts". Joh.3/6: "Was geboren ist vom Fleisch, ist Fleisch, was aber gezeugt ist vom Geist, ist Geist". Ps.78/39: "Gott gedachte, daß sie Fleisch sind; ein Geist, der hingehen und nicht wiederkehren sollte". Weil durch Fleisch, wenn vom Menschen die Rede ist, das Eigene bezeichnet wird, welches das Böse der Selbst- und Weltliebe ist, so ist klar, was durch Fleisch bezeichnet wird, wenn vom Herrn die Rede ist, nämlich Sein Eigenes, welches das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist. Dies wird bezeichnet durch das Fleisch des Herrn bei Joh.6/51,53-55: "Das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch; wenn ihr nicht esset das Fleisch des Sohnes des Menschen, und trinket Sein Blut, so werdet ihr kein Leben in euch haben; wer Mein Fleisch ißt, und trinkt Mein Blut, hat ewiges Leben; denn Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank". Daß durch das Fleisch des Herrn das göttlich Gute Seiner göttlichen Liebe bezeichnet wird, und durch das Blut das göttlich Wahre, das von diesem göttlich Guten ausgeht, somit das gleiche, wie durch das Brot und den Wein im heiligen Abendmahl; und daß jenes das Eigene in Seinem Göttlich-Menschlichen ist, sehe man Nr. 1001, 3813, 4735, 6978, 7317, 7326, 7850, 9127, 9393, 10026, 10033, 10152; und daß die Opfer Gutes, das vom Herrn kommt, vorbildeten und daß ebendarum ihr Fleisch Gutes bezeichnete: Nr. 10040, 10079. Außerdem wird im Wort hie und da gesagt "alles Fleisch" und wird dadurch verstanden jeder Mensch, wie 1. Mose 6/12,13,17,19; Jes.40/5,6; 49/26; 66/16,23,24; Jerem.25/31; 32/27; 45/5; Hes.20/48 (oder 21/4); 21/4,5 und anderwärts. 10284. "Und nach seiner Qualität (d.i. Zusammensetzung) sollt ihr keines dergleichen machen", 2. Mose 30/32, bedeutet keine Nachahmung durch eigenwillige Bestrebung (studium) des Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nach seiner Qualität dergleichen machen" oder das gleiche Öl aus den gleichen Gewürzstoffen machen, sofern es heißt, nachahmungsweise bereiten durch das eigenwillige Bestreben des Menschen. Daß dieses durch jene Worte bezeichnet wird, folgt aus dem Zusammenhang der Sachen im inneren Sinn; denn zuerst wird gesagt, "es soll nicht auf das Fleisch eines Menschen gegossen werden", wodurch bezeichnet wird, es sei nicht mitteilbar an das Eigene des Menschen; und nachher, "es soll euch heilig sein", was aber aus dem Menschen geschieht und durch sein (eigenes) Streben, das geschieht aus seinem Eigenen und ist nicht heilig, weil dieses Bestreben aus dem Eigenen des Menschen nichts als Falsches aus dem Bösen ist, denn es hat sich selbst und die Welt zum Zweck, aber nicht den Nächsten und Gott. Darum wird auch gesagt Nachahmung. Es verhält sich damit in folgender Weise: Alles das ist gut und wahr, was vom Herrn ist, aber das Gute und Wahre, das jenem nachgemacht wird vom Menschen, ist nicht gut und wahr; die Ursache ist, weil alles Gute und Wahre Leben in sich hat von seinem Zweck. Der Zweck, der vom Menschen stammt, ist nur ein selbstsüchtiger, hingegen das Gute und Wahre vom Herrn hat das Gute und Wahre selbst, somit den Herrn zum Zweck, weil vom Herrn alles Gute und Wahre ist; somit der Zweck, den der Mensch hat, ist der Mensch selbst, denn er ist sein Wille und ist seine Liebe. Alle Liebe beim Menschen vom Menschen ist Selbstliebe und Weltliebe um seiner selbst willen, aber die Liebe beim Menschen vom Herrn ist Liebe gegen den Nächsten und Liebe zu Gott. Zwischen diesen Liebesarten ist ein so großer Unterschied wie zwischen Hölle und Himmel. Die Selbstliebe und die Weltliebe um seiner selbst willen regieren auch wirklich in der Hölle und sind die Hölle, aber die Liebe zum Nächsten und die Liebe zum Herrn regieren im Himmel und sind der Himmel. Der Mensch ist auch so beschaffen und bleibt so in Ewigkeit, wie seine Liebe ist; denn die Liebe ist das Ganze des Willens des Menschen und daher auch seines Verstandes, weil die Liebe, die den Willen macht, immerfort in den Verstand einfließt und ihn entzündet und erleuchtet. Daher kommt es, daß die, welche das Böse lieben, das Falsche denken, das durch das Böse ihrer Liebe (mit demselben) gleichförmig ist, wenn sie bei sich denken, obwohl sie vor den Menschen anderes reden aus Heuchelei und zwar aus einem Beredungsglauben. Was das für ein Glaube ist, sehe man Nr. 9364, 9369. Man wisse, daß der Mensch geflissentlich (ex studio) das Göttliche selbst nachahmen und sich als einen Engel des Lichts vor die Menschen hinstellen kann; aber vor dem Herrn und vor den Engeln erscheint nicht die äußere Gestalt, sondern die inwendige, die, wenn aus dem Eigenen, eine häßliche ist; inwendig ist bei solchen das nackte Natürliche und nichts Geistiges. Sie sehen bloß aus dem natürlichen Licht und nichts aus dem Himmelslicht; ja sie wissen nicht einmal, was das Himmelslicht und was das Geistige ist; denn all ihr Inneres kehrt sich nach außen, beinahe wie das Innere der Tiere, und sie lassen sich nicht emporheben vom Herrn, während doch der Mensch vor den Tieren das Eigentümliche voraus hat, daß er zum Himmel und zum Herrn vom Herrn erhoben und so geführt werden kann. In solcher Weise werden alle diejenigen erhoben, die das Gute und Wahre lieben um des Guten und Wahren willen, was das gleiche ist, wie den Nächsten und Gott lieben; denn der Nächste im allgemeinen Sinn ist das Gute und Wahre und im niedrigeren Sinn ist es das Gerechte und Rechte; und Gott ist auch das Gute und Wahre und das Gerechte und Rechte, weil es von Gott ist. Aus diesem kann erhellen, was es heißt, Göttliches nachahmen durch menschliches Streben (ex studio hominis). Wie beschaffen solche sind, wird hie und da im Wort beschrieben durch Ägypten und Pharao; denn durch Ägypten und Pharao wird das Wißtümliche bezeichnet, das dem natürlichen Menschen angehört, und auch durch Aschur, durch den die Vernünftelei aus dem Wißtümlichen bezeichnet wird. Über Ägypten sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9340, 9391, und über Aschur Nr. 1186. Unter den Geistern gibt es ziemlich viele, die Göttliches geflissentlich und künstlich (studio et arte) nachahmen; denn sie geben sich den Anschein der Redlichkeit, Rechtschaffenheit und Frömmigkeit dermaßen, daß selbst die guten Geister verführt würden, wenn der Herr sie nicht erleuchtete und das Innere derselben sehen ließe, und wenn dieses erscheint, so schaudern die guten (Geister) und entfliehen. Aber solche (Heuchler) werden ihres Äußeren entkleidet und in ihr Inwendiges versetzt, das teuflisch ist und sinken so von selbst in die Hölle hinunter. Mehreres hierüber sehe man im folgenden Absatz: Nr. 10286. 10285. "Heilig ist es, heilig soll es euch sein", 2. Mose 30/32, bedeutet, weil es das Göttliche des Herrn ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligen, wenn vom Salböl die Rede ist, sofern es das Göttliche des Herrn bezeichnet; denn das Salböl war das Vorbild des göttlich Guten der göttlichen Liebe im Göttlich-Menschlichen des Herrn, somit das Vorbild Seines Göttlich-Menschlichen. Denn ob man sagt das göttlich Gute der göttlichen Liebe oder das Göttlich-Menschliche, ist gleich, weil dieses durch das Salböl bezeichnet und durch die Salbung vorgebildet wurde und dasselbe allein heilig ist, und daher auch das, was von Ihm ausgeht, heilig ist, weil es Ihm angehört; darum wird so oft gesagt, daß es heilig sei; man sehe auch Nr. 10266. 10286. "Wer eine Salbe mischt wie diese", 2. Mose 30/33, bedeutet die künstliche Nachahmung göttlicher Dinge. Dies erhellt aus der Bedeutung von machen wie dieses, sofern es eine Nachahmung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Salbe, sofern sie die göttlichen Wahrheiten bezeichnet, die des Herrn und vom Herrn allein sind, wovon Nr. 10264. Daß eine künstliche Nachahmung bezeichnet wird, hat den Grund, weil alle Nachahmung göttlicher Dinge von dem Menschen durch Kunst geschieht. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was Nr. 10284 gesagt und gezeigt wurde. Dies kann aber noch weiter beleuchtet werden aus dem, was bei den Geistern vorkommt: Diejenigen unter ihnen, die alles dem Glück und der eigenen Klugheit und nichts dem Göttlichen zuschreiben, wie sie auch in der Welt getan haben, wissen auf mancherlei Weise, Göttliches nachzuahmen; denn sie stellen Paläste dar, beinahe wie sie in den Himmeln sind; sie stellen Haine und Gefilde dar, die beinahe ebenso aussehen, wie die vom Herrn bei den guten Geistern; sie schmücken sich mit glänzenden Kleidern, auch sogar die Sirenen bringen sich eine beinahe engelhafte Schönheit bei, aber dies alles künstlich durch Phantasien. Aber alles dieses, wie sehr es auch der äußeren Form nach ähnlich erscheint, ist dennoch seiner inneren Form nach häßlich. Dies wird den guten Geistern auch sogleich vom Herrn geoffenbart, denn wenn es nicht geoffenbart würde, so würden sie verführt; das Äußere wird nämlich weggenommen, und ist dieses weggenommen, dann kommt das Teuflische, das inwendig ist, heraus. Es wird aber weggenommen durch das aus dem Himmel hineingesendete Licht, durch welches das falsche Licht, das von den Phantasien herkommt und durch das sie solches bewirken, vertrieben wird. Hieraus kann man ersehen, wie beschaffen die künstliche Nachahmung göttlicher Dinge ist. Was aber aus dem Herrn stammt, ist inwendig himmlisch, und je inwendiger, desto himmlischer; denn die göttlichen Dinge nehmen an Vollkommenheit nach innen zu, so daß sie zuletzt von einer unaussprechlichen Vollkommenheit und Schönheit sind. Ebenso verhält es sich mit der Nachahmung des Guten und Wahren bei denen, die böse leben. Diejenigen von ihnen, die gute Gesinnungen und eine Art von Liebtätigkeit und von Liebe zu Gott zu heucheln verstehen, und zugleich mit jenen (erheuchelten) Gesinnungen die Wahrheiten des Glaubens wie von Herzen aussprechen und sie predigen, sind in dem gleichen Falschen und phantastischen Licht. Wenn ihnen daher das Äußere, das sich den Schein des Inneren gegeben, genommen wird, dann erscheint das Höllische, das innen verborgen war und welches das nackte Böse und das Falsche des Bösen ist; und alsdann stellt es sich ebenso sichtbar heraus, daß dieses Böse ihre Liebe und das Falsche des Bösen ihr Glaube ist. Aus diesem wird abermals offenbar, was die Nachäffung göttlicher Dinge durch das Eigenbestreben des Menschen ist, wovon Nr. 10284. 10287. "Und wer davon an einen Fremden gibt", 2. Mose 30/33, bedeutet die Verbindung mit denen, die das Göttliche nicht anerkennen, und die somit im Bösen und im Falschen des Bösen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von "geben an jemand", wenn es sich auf die göttlichen Wahrheiten bezieht, die durch die gewürzhafte Salbe bezeichnet werden, sofern es heißt verbinden; und aus der Bedeutung des Fremden, sofern er einen solchen bezeichnet, der nicht der Kirche angehört, somit den Herrn nicht anerkennt, und daher im Bösen und Falschen ist; denn wer den Herrn nicht anerkennt, der gehört der Kirche nicht an. Und wer den Herrn leugnet, der ist im Bösen und Falschen; denn das Gute und Wahre kommt nirgendwo anders her, als von Ihm. Daß die Fremden solche bedeuten, wird aus den Stellen im Wort erhellen, die folgen werden. Zuvor aber muß einiges gesagt werden von der Verbindung des göttlich Wahren mit denen, die den Herrn nicht anerkennen. Diese Verbindung ist eine Entweihung, denn Entweihung ist Verbindung des göttlich Wahren mit Falschem aus dem Bösen; und bei solchen und nur bei solchen findet diese Verbindung, die Entweihung ist, statt, die zuvor das, was der Kirche angehört, und hauptsächlich den Herrn anerkannt hatten, und nachher ebendasselbe leugnen; denn durch die Anerkennung der Wahrheiten der Kirche und des Herrn entsteht eine Gemeinschaft mit den Himmeln, und dadurch die Öffnung des Inneren des Menschen gegen den Himmel hin und durch die nachherige Leugnung eine Verbindung ebendesselben mit Falschem aus dem Bösen; denn alles, was der Mensch anerkennt, bleibt eingepflanzt; denn nichts geht verloren beim Menschen, was durch Anerkennung eingedrungen ist. Der Zustand des Menschen, bei dem eine Entweihung (stattfindet), ist von der Art, daß er Gemeinschaft mit den Himmeln hat und zugleich mit den Höllen: durch die Wahrheiten mit den Himmeln, und durch das Falsche des Bösen mit den Höllen. Daher tritt im anderen Leben bei ihnen eine Zerrissenheit ein, infolge derer alles innere Leben zugrunde geht. Nach dieser Zerreißung erscheinen sie kaum als Menschen mehr, sondern wie versengte Knochen, in denen wenig Leben ist. Man sehe, was über die Entweihung früher gesagt und gezeigt wurde, daß nämlich diejenigen entweihen, die vorher die göttlichen Wahrheiten anerkannt haben und nachher dieselben leugnen: Nr. 1001, 1010, 1059, 2051, 3398, 4289, 4601, 6348, 6960, 6963, 6971, 8394; daß diejenigen, die sie von Kindheit an geleugnet haben, wie die Juden und andere, nicht entweihen: Nr. 593, 1001, 1010, 1059, 3398, 3489, 6963; und daß vom Herrn gar sehr verhütet werde, daß beim Menschen keine Entweihung geschehe: Nr. 301, 302, 303, 1327, 1328, 2426, 3398, 3402, 3489, 6595. Aber man wisse, daß es sehr viele Gattungen von Entweihungen gibt, und wieder sehr viele Arten derselben, denn es gibt solche, die Gutes der Kirche entweihen, und es gibt solche, die ihre Wahrheiten entweihen. Es gibt solche, die viel entweihen, und es gibt solche, die wenig entweihen; es gibt solche, die innerlich entweihen, und solche, die mehr und mehr äußerlich entweihen. Es gibt solche, die durch den Glauben gegen das Wahre und Gute der Kirche entweihen, und solche, die durch das Leben entweihen; und es gibt solche, die durch den Gottesdienst entweihen. Es gibt daher mehrere Höllen für die Entweiher, die nach den Verschiedenheiten der Entweihung voneinander unterschieden sind. Die Höllen der Entweihungen des Guten sind hinter dem Rücken; aber die Höllen der Entweihungen des Wahren sind unter den Füßen und auf den Seiten; sie sind tiefer als die Höllen der übrigen Bösen und werden selten geöffnet. Daß die Fremden diejenigen bezeichnen, die den Herrn nicht anerkennen und nicht anerkennen wollen, mögen sie außerhalb der Kirche oder innerhalb derselben sein, somit die, welche im Bösen sind und im Falschen des Bösen und in dem von den Personen abgezogenen Sinn, Böses und Falsches des Bösen sind, erhellt aus mehreren Stellen im Worte. Es wird gesagt, die den Herrn nicht anerkennen, somit die im Bösen und Falschen des Bösen sind, weil die, welche den Herrn nicht anerkennen, notwendig im Bösen und Falschen des Bösen sein müssen, denn vom Herrn ist alles Gute und Wahre des Guten; deshalb sind die, welche den Herrn leugnen, im Bösen und Falschen des Bösen, nach den Worten des Herrn bei Joh.8/24: "Wenn ihr nicht glaubt, daß Ich bin, werdet ihr sterben in euren Sünden". Daß durch Fremde solche bezeichnet werden, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.1/7: "Euer Land ist eine Einöde, eure Städte vom Feuer verbrannt; Fremde verzehren euern Acker vor euren Augen und eine Einöde wird sein wie eine Umkehrung durch Fremde": unter Land wird hier nicht ein Land verstanden, auch nicht unter Städten und unter Acker Städte und Acker, sondern unter Land wird die Kirche verstanden, ebenso unter dem Acker und unter den Städten die Wahrheiten der Kirche, die Lehren genannt werden, und diese heißen vom Feuer verbrannt, wenn sie vom Bösen der Selbst- und Weltliebe verzehrt sind. Hieraus wird klar, was dadurch bezeichnet wird, daß Fremde den Acker verzehren werden, nämlich daß Böses und Falsches des Bösen die Kirche verderben werde, und dadurch, daß das Land eine Einöde sein wird. Daß das Land die Kirche bedeutet, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9325, und ebenso der Boden: Nr. 566, 1068; daß Städte die Lehren der Kirchen bedeuten, somit ihre Wahrheiten: Nr. 2268, 2451, 2712, 2943, 3216, 4492, 4493, und daß das Feuer das Böse der Selbst- und Weltliebe ist: Nr. 1297, 1861, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7575, 9141. Jerem.51/51: "Schmach hat unsere Angesichter bedeckt, als die Fremden kamen gegen die Heiligtümer des Hauses Jehovahs": die Fremden gegen die Heiligtümer des Hauses Jehovahs bezeichnen das Böse und das Falsche des Bösen gegen das Wahre und Gute der Kirche. Fremde hießen diejenigen von den Heiden, die in der jüdischen Kirche dienten, und durch die Heiden jenes Landes wird auch Böses und Falsches bezeichnet: Nr. 9320. Jerem.2/25: "Du sagst: Es ist umsonst, nein! sondern ich will die Fremden lieben und ihnen nachgehen": die Fremden lieben und ihnen nachgehen heißt, das Böse und das Falsche des Bösen lieben und es verehren. Hes.11/8,9: "Das Schwert werde Ich bringen über euch und euch geben in die Hand der Fremden": das Schwert bringen bedeutet das Falsche aus dem Bösen, das streitet gegen das Wahre aus dem Guten. In die Hand der Fremden geben, bedeutet, so daß sie diesem Falschen glauben und dienen. Daß das Schwert das gegen Falsches kämpfende Wahre bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn das gegen Wahres kämpfende Falsche, sehe man Nr. 2799, 6353, 7102, 8294. Hes.28/10: "Den Tod der Unbeschnittenen wirst du erleiden in der Hand der Fremden": Unbeschnittene sind solche, die in unsauberen Liebestrieben und deren Begierden in Ansehung des Lebens sind, mögen sie auch immerhin in den Lehren sein: Nr. 2049, 3412, 3413, 4462, 7045, 7225; ihr Tod ist der geistige Tod. In der Hand der Fremden heißt, im Bösen selbst und im Falschen des Bösen. Hes.16/32: "Jerusalem ist ein ehebrecherisches Weib unter ihrem Manne, sie nimmt Fremde an": Jerusalem ein ehebrecherisches Weib, bedeutet die Kirche, in der das Gute geschändet ist. Fremde annehmen, bedeutet Böses und Falsches des Bösen anerkennen mit dem Leben und mit der Lehre. Joel 4/17: "Jerusalem wird ein Heiligtum sein, und Fremde werden nicht mehr durch dasselbe gehen": Jerusalem steht auch hier für die Kirche, aber für die, in der man den Herrn anerkennt, für das Gute lebt und den Wahrheiten glaubt, die vom Herrn sind. Fremde werden nicht mehr durch dasselbe gehen, bedeutet das Böse und das Falsche des Bösen, das von der Hölle stammt, werde nicht hineinkommen. Ps.54/5: "Fremde sind aufgestanden gegen mich und Gewalttätige haben meine Seele gesucht": die Fremden bedeuten auch hier das Böse und das Falsche des Bösen, die Gewalttätigen ebendasselbe, sofern es dem Guten und Wahren Gewalt antut. Die, welche bloß den Buchstabensinn des Wortes ansehen, verstehen unter Fremden keine anderen als diejenigen, die außerhalb der Kirche sind und daß diese gegen David aufstehen wollen; aber in die Himmel geht nichts Persönliches ein, sondern die Sachen, die bezeichnet werden: Nr. 8343, 8985, 9007, somit keine Fremden, sondern statt derselben Fremdes, d.h. solches, das der Kirche entfremdet ist, somit das Böse und das Falsche des Bösen, das die Kirche zerstört. Auch wird unter David, gegen den sie aufstehen wollen, der Herr verstanden: Nr. 1888, 9954. 5. Mose 32/15: "Es hat den Gott verlassen, Der es gemacht hat, und hat verachtet den Fels seines Heils; zum Zorn haben sie Ihn gereizt durch Fremde": Gott verlassen und verachten den Fels des Heils bedeutet den Herrn leugnen; reizen durch Fremde heißt, durch das Böse und das Falsche des Bösen. Daß der Fels der Herr in Ansehung der Wahrheiten des Glaubens ist, sehe man Nr. 8581. Außerdem bedeuten auch anderwärts die Fremden das Böse und das Falsche, wie Jes.25/2,4,5; Jerem.30/8; Hes.31/11,12. Weil die Fremden solche bezeichneten, die im Bösen und im Falschen des Bösen sind, und daher im abgezogenen Sinn das Böse und das Falsche des Bösen, darum war es verboten, daß "ein Fremder Heiliges esse": 3. Mose 22/10; "ein Fremder sollte nicht herzunahen zum Priesterdienst oder zur Hut des Heiligtums, und sollte, wenn er herzutrete, getötet werden": 4. Mose 1/51; 3/10,38; 18/7. Auch sollte "nicht geräuchert werden mit fremden Feuer", weshalb Nadab und Abihu, weil sie mit solchem räucherten, vom Feuer aus dem Himmel verzehrt wurden: 3. Mose 10/1,2; denn durch das heilige Feuer, das vom Altar hergenommen war, wurde die göttliche Liebe bezeichnet, durch fremdes Feuer aber die höllische Liebe und daher auch das Böse und die Begierden desselben; man sehe Nr. 1297, 1861, 2446, 5071, 5215, 6314, 6832, 7575, 9141. Es werden auch genannt Ausländer (alienigenae) mit einem anderen Wort in der Grundsprache, als die Fremden (alieni), und durch sie wird das Falsche selbst bezeichnet, wie in den Klageliedern: Jerem.Klagel.5/1,2: "Jehovah, siehe an unsere Schmach; unser Erbe ist den Fremden zugefallen und unsere Häuser den Ausländern". Obadja Vers 11: "Fremde haben sein Heer gefangen genommen und Ausländer sind eingezogen in seine Tore, und über Jerusalem werfen sie das Los": das Los werfen über Jerusalem bedeutet die Kirche zerstören und ihre Wahrheiten zerstäuben. Zeph.1/8: "Heimsuchen werde Ich die Fürsten und die Söhne des Königs und alle, die angetan sind mit dem Gewand des Ausländers": angetan mit dem Gewand des Ausländers bezeichnet diejenigen, die im Falschen sind; denn die Fürsten und Söhne des Königs, über die eine Heimsuchung kommen soll, bedeuten die Hauptwahrheiten und im entgegengesetzten Sinn die Hauptfalschheiten. Daß die Fürsten dies bedeuten, sehe man Nr. 1482, 2089, 5044; daß die Könige die Wahrheiten selbst bedeuten und im entgegengesetzten Sinn das Falsche selbst: Nr. 2015, 2069, 3009, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; daher bedeuten Söhne des Königs das, was daher kommt. Ps.144/7,8,11: "Befreie und errette mich von der Hand der Söhne des Ausländers, deren Mund Eitles redet, und ihre Rechte ist die Rechte der Lüge". Daß die Söhne des Ausländers die sind, die im Falschen sind, somit das Falsche, ist augenscheinlich klar, denn es wird gesagt: "deren Mund Eitles redet und ihre Rechte ist die Rechte der Lüge", denn Eitelkeit bedeutet die Falschheit der Lehre und Lüge das Falsche des Lebens: Nr. 9248. 10288. "Der soll ausgerottet werden aus seinem Volke", 2. Mose 30/33, bedeutet Trennung und geistigen Tod. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgerottet und getötet werden, sofern es heißt, getrennt werden von denjenigen, die im Guten und daher im Wahren sind, und zugrunde gehen in Ansehung des geistigen Lebens, wovon Nr. 6767, 8902. Und aus der Bedeutung des Volkes, sofern es die Angehörigen der Kirche bezeichnet, die im Wahren und Guten des Glaubens sind, wovon Nr. 3581, 4619, 6451, 6465, 7207; somit wird durch ausgerottet werden aus dem Volke bezeichnet, von diesen getrennt werden und zugrunde gehen. Die Angehörigen der Kirche werden im Wort bald Volk, bald Völkerschaft genannt, wie das israelitische Volk und die jüdische Völkerschaft. Durch Volk werden die Angehörigen der geistigen Kirche und durch Völkerschaft die Angehörigen der himmlischen Kirche bezeichnet. Daher kommt es, daß die Völker Wahres und Gutes des Glaubens, die Völkerschaften aber Gutes der Liebe bezeichnen; man sehe in den soeben angeführten Stellen. 10289. Vers 34-38: Und Jehovah sprach zu Mose: Nimm dir wohlriechende Spezereien: Stakte und Räucherklaue und Galbanum, (wohlriechende Spezereien), und reinen Weihrauch; zu gleichen Teilen soll es sein. Und mache daraus ein Rauchwerk, eine Mischung, ein Werk des Salbenmengers, gesalzen, rein, heilig. Und sollst davon klein zu Pulver stoßen und davon bringen vor das Zeugnis im Zelt der Zusammenkunft, woselbst Ich mit dir zusammenkommen werde; hochheilig soll es euch sein. Und solch Rauchwerk, das du machst in seiner Qualität (Zusammensetzung), sollt ihr euch nicht machen; heilig soll es dir sein für Jehovah. Wer immer dergleichen macht, um sich einen Wohlgeruch damit zu machen, der soll ausgerottet werden aus seinem Volke. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet abermals Erleuchtung und Innewerden durch das Wort vom Herrn; "nimm dir wohlriechende Spezereien" bedeutet Neigungen zum Wahren aus dem Guten, die im Gottesdienst vorhanden sein müssen; "Stakte" bedeutet die Neigung zum sinnlich Wahren; "und Räucherklaue" bedeutet die Neigung zum inneren natürlich Wahren; "und Galbanum" bedeutet die Neigung zu dem noch inwendigeren Wahren; "wohlriechende Spezereien" bedeutet die Neigung aus dem geistig Guten; "und reinen Weihrauch" bedeutet das innerste Wahre, welches das geistig Gute ist; "zu gleichen Teilen soll es sein" bedeutet Entsprechung in allen Beziehungen; "und mache daraus ein Rauchwerk" bedeutet, aus diesem solle der Gottesdienst (bestehen); "eine Mischung, ein Werk des Salbenmengers" bedeutet aus dem Einfluß und der Wirkung des Göttlichen des Herrn auf das Ganze und Einzelne; "gesalzen" bedeutet das Verlangen des Wahren nach dem Guten; "rein" bedeutet ohne das Böse; "heilig" bedeutet ohne das Falsche des Bösen; "und sollst davon klein zu Pulver stoßen" bedeutet die Verteilung der Wahrheiten in ihre Reihen; "und davon bringen vor das Zeugnis im Zelt der Zusammenkunft" bedeutet die Verehrung des Herrn im Himmel und in der Kirche; "woselbst Ich mit dir zusammenkommen werde" bedeutet durch den Einfluß des Herrn; "hochheilig soll es euch sein" bedeutet, weil aus dem Herrn; "und solch Rauchwerk, das du machst in seiner Qualität, sollt ihr euch nicht machen" bedeutet, der Gottesdienst aus den heiligen Wahrheiten der Kirche soll nicht gebraucht werden zu den Liebestrieben des Menschen; "heilig soll es dir sein für Jehovah" bedeutet der Gottesdienst solle gebraucht werden zu der göttlichen Liebe; "wer immer dergleichen macht, um sich einen Wohlgeruch damit zu machen" bedeutet die Nachahmung des Gottesdienstes durch Neigungen zum Wahren und Guten aus dem Eigenen; "der soll ausgerottet werden aus seinem Volke" bedeutet die Scheidung aus dem Himmel und der Kirche, wie auch den geistigen Tod. 10290. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 30/34, bedeutet abermals Erleuchtung und Innewerden durch das Wort vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es sich auf Jehovah bezieht, sofern es Erleuchtung und Innewerden bezeichnet. Daß es Erleuchtung bedeutet, sehe man Nr. 7019, 10215, 10234 und daß es ein Innewerden bedeutet: Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2862, 3509, 5877; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt: Nr. 6572, 7014, 7089, und daß Jehovah im Wort der Herr ist, in den angeführten Stellen: Nr. 9373. Hieraus erhellt, daß durch "Jehovah sprach zu Mose" bezeichnet wird Erleuchtung und Innewerden durch das Wort vom Herrn. Daß dies bezeichnet wird, kommt daher, weil der Herr mit dem Menschen der Kirche nicht anders redet, als durch das Wort, denn alsdann erleuchtet Er, so daß der Mensch das Wahre sieht, und gibt auch ein Innewerden, so daß er innerlich vernimmt, daß es so sei. Dieses geschieht aber nach der Beschaffenheit des Verlangens nach dem Wahren beim Menschen, und das Verlangen nach dem Wahren bei ihm verhält sich wie seine Liebe. Die, welche das Wahre lieben um des Wahren willen, sind in der Erleuchtung, und die das Wahre lieben um des Guten willen, die sind im Innewerden. Was das Innewerden ist, sehe man Nr. 483, 495, 521, 536, 597, 607, 784, 1121, 1387, 1919, 2144, 2145, 2171, 2515, 2831, 5228, 5920, 7680, 7977, 8780. Der Herr hat aber mit Mose und den Propheten geredet mit lauter Stimme, aus dem Grund, damit das Wort veröffentlicht werden möchte, und dieses sollte so beschaffen sein, daß alles und das einzelne einen inneren Sinn hätte, daher auch diese Worte: Jehovah sprach zu Mose. Die Engel, die im inneren Sinn sind, wissen nichts von Mose, weil die Personennamen nicht in den Himmel eingehen: Nr. 10282, sondern statt Mose werden sie das Wort inne, und der Ausdruck sprechen verwandelt sich bei ihnen in etwas, das dazu paßt, so hier in "erleuchtet werden und innewerden"; auch ist sprechen und reden, wenn es vom Herrn durch das Wort geschieht, nichts anderes in der Vorstellung der Engel. 10291. "Nimm dir wohlriechende Spezereien", 2. Mose 30/34, bedeutet Neigungen zum Wahren aus dem Guten, die im Gottesdienst vorhanden sein müssen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Spezereien (Gewürze), sofern sie Innewerdungen und Gefühle des Wahren und Guten bezeichnen, wovon Nr. 10254. Daß es bedeutet, die im Gottesdienst sein müssen, kommt daher, weil durch das Rauchwerk, das daraus gemacht wurde, der Gottesdienst bezeichnet wird, wovon im Folgenden. Die Spezereien, die hier erwähnt werden, gehören zu einer ganz anderen Gattung, als die Spezereien, aus denen das Salböl bereitet wurde, wovon 2. Mose 30/23,24, zwar werden diese auch Spezereien genannt, aber in der Grundsprache werden sie durch ein anderes Wort ausgedrückt. Die Spezereien, aus denen das Salböl bereitet wurde, bedeuten Innewerdungen und Gefühle des Wahren und Guten, ebenso wie diese Spezereien, aber mit dem Unterschied, daß jene Wahrheiten zur himmlischen Klasse gehören, diese aber zur geistigen Klasse. Daß jene Wahrheiten zur himmlischen Klasse gehören, sehe man Nr. 10254; daß diese Wahrheiten zur geistigen Klasse gehören, wird man im Folgenden sehen. Was es heißt, zur himmlischen Klasse und zur geistigen Klasse gehören, soll noch kurz gesagt werden: Oft schon wurde gesagt, der Himmel sei in ein himmlisches Reich und in ein geistiges Reich abgeteilt; in beiden Reichen ist das Wahre wie das Gute verschieden. Das Gute des himmlischen Reichs ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das Gute des geistigen Reichs ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Jedes Gute hat seine Wahrheiten, das himmlisch Gute die seinigen und das geistig Gute die seinigen, die ganz voneinander verschieden sind. Was für ein Unterschied ist, kann aus dem erhellen, was über beide Reiche in den Nr. 9277 angeführten Stellen gezeigt wurde. Daß jedes Gute seine Wahrheiten hat, beruht darauf, daß das Gute durch Wahrheiten gebildet wird, man sehe Nr. 10252, 10266, und es offenbart sich auch durch Wahrheiten. Sie verhalten sich, wie beim Menschen Wille und Verstand. Sein Wille wird gebildet durch den Verstand und offenbart sich auch durch ihn. Was dem Willen angehört, wird gut genannt, und was dem Verstand angehört, wird wahr genannt. HG 10292 10292. "Stakte", 2. Mose 30/34, bedeutet die Neigung zum sinnlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von Stakte, sofern es das sinnlich Wahre bezeichnet. Daß es die Neigung zum sinnlich Wahren bedeutet, kommt von dem Duften her; denn der Geruch bezeichnet das Innewerden; der angenehm duftende Geruch das wohlgefällige Innewerden, der widrige Geruch das mißfällige Innewerden; und alles Wohlgefällige und Mißfällige des Innewerdens kommt aus der Neigung, die der Liebe angehört und richtet sich nach ihr; man sehe Nr. 925, 1514, 1517, 1518, 1519, 3577, 4624-4634, 4748, 5621, 10054. Im allgemeinen ist zu merken, daß alles, was es auch sei im Pflanzenreich, sowohl was die Wälder, als was die Gärten, Äcker, Gefilde hervorbringen, wie Bäume, Saaten, Blumen, Gräser und Gemüse im allgemeinen und im besonderen geistige und himmlische Dinge bezeichnet. Der Grund davon ist, weil die ganze Natur eine das Reich des Herrn vorbildende Schaubühne ist; man sehe in den Nr. 9280 angeführten Stellen. Daß Stakte die Neigung zum sinnlich Wahren bezeichnet, beruht darauf, daß es an erster Stelle genannt wird; denn es sind vier Spezereien, aus denen das Rauchwerk gemacht wurde, wie es auch vier Spezereien sind, aus denen das Salböl bereitet wurde. Und was an erster Stelle genannt wird, das ist das Äußerste, wie dasjenige, das an erster Stelle zur Bereitung des Salböls genannt wurde, welches war die edelste Myrrhe; daß dies das Innewerden des sinnlich Wahren ist, sehe man Nr. 10252. Daß vier Spezereien zur Bereitung beider, sowohl des Öls, als des Rauchwerks genommen wurde, geschah aus dem Grund, weil sie die Wahrheiten in ihrer Ordnung vom Äußeren bis zum Innersten bezeichneten, und sie beim Menschen auch so aufeinanderfolgen, denn der Mensch hat ein Äußeres, das der äußere Mensch genannt wird, und ein Inneres, das der innere Mensch heißt; und in beiden ist wieder ein Äußeres und ein Inneres. Das Äußerste wird genannt das Sinnliche; dieses ist es daher, was durch Stakte bezeichnet wird. Was das Sinnliche sei und wie beschaffen, sehe man Nr. 9996, 10236. Daß Stakte die Neigung zum sinnlich Wahren bedeutet, kann aus anderen Stellen im Wort nicht begründet werden, weil es anderwärts nicht erwähnt wird. Aber eine Stakte von einer anderen Gattung, was auch mit einem anderen Wort in der Grundsprache ausgedrückt wird, wird unter denjenigen Spezereien genannt, die nach Ägypten gebracht wurden: 1. Mose 37/25; 43/11; und was nach Ägypten gebracht worden, schließt solches in sich, was im äußeren oder natürlichen Menschen ist, weil durch Ägypten das Wißtümliche bezeichnet wird, was dem natürlichen Menschen angehört; man sehe in den Nr. 9391 angeführten Stellen. 10293. "Und Räucherklaue", 2. Mose 30/34, bedeutet die Neigung zum inneren natürlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der wohlriechenden Räucherklaue, sofern sie die Neigung zum natürlich Wahren bezeichnet. Durch Räucherklaue wird dieses Wahre bezeichnet, und durch wohlriechend das Innewerden des Wohlgefälligen, das von der Neigung zum Wahren herkommt, somit die Neigung selbst. Daß gesagt wird "wohlriechende Räucherklaue" beruht darauf, daß weiter oben und nach Aufzählung dieser Spezereien folgende Worte gebraucht werden: "Nimm dir wohlduftende Spezereien, Stakte und Räucherklaue und Galbanum, wohlriechende". Daß es die Neigung zum Wahren im Natürlichen ist, die durch Räucherklaue bezeichnet wird, hat seinen Grund darin, daß es an zweiter Stelle genannt wird, denn die Spezereien werden in der Ordnung nach den Wahrheiten beim Menschen von den äußersten bis zu den innersten genannt. Daher kommt es, daß durch Stakte bezeichnet wird die Neigung zum sinnlich Wahren, welches das äußerste Wahre ist; durch Räucherklaue die Neigung zum natürlich Wahren, welches das innere Wahre im natürlichen Menschen ist; durch Galbanum die Neigung zum noch inwendigeren Wahren, und dieses Wahre ist das inwendige Wahre im geistigen oder inwendigen Menschen; und durch Weihrauch das innerste Wahre im inwendigen Menschen, welches das geistig Gute ist; ebenso wie es durch die Spezereien bezeichnet wurde, aus denen das Salböl bestand, und diese waren: edelste Myrrhe, gewürzhafter Zimt, gewürzhafter Kalmus und Kasia; daß dies die Wahrheiten in solcher Ordnung bezeichnet, sehe man Nr. 10252, 10254, 10256, 10258, aber mit dem Unterschied, daß diejenigen Wahrheiten, die durch die Spezereien des Salböls bezeichnet werden, zur himmlischen Klasse gehören, diese Wahrheiten aber, die durch die Spezereien des Rauchwerks bezeichnet werden, zur geistigen Klasse gehören, worüber man sehe Nr. 10254, 10291. 10294. "Und Galbanum", 2. Mose 30/34, bedeutet die Neigung zu dem noch inwendigeren Wahren. Dies erhellt aus dem, was gleich oben, Nr. 10293 gesagt wurde. Daß Räucherklaue und Galbanum innere Wahrheiten in der Aufeinanderfolge bezeichnen, kann nicht anders begründet werden, als aus der Ordnung, weil sie im Wort sonst nicht vorkommen. 10295. "Wohlriechende (Spezereien)", 2. Mose 30/34, bedeutet die Neigung aus dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der wohlriechenden Gewürze, sofern sie Neigungen zum Wahren aus dem Guten bezeichnen, wovon Nr. 10291; daß sie aus dem geistig Guten (stammen), sehe man Nr. 10254, 10290, 10293. Das Rauchwerk wurde aber aus Spezereien gemacht, die Wahrheiten aus dem geistig Guten bezeichnen, oder was dasselbe ist, die Wahrheiten, die durch jene Spezereien bezeichnet werden, gehören zur geistigen Klasse aus dem Grund, weil durch Rauchwerk der Gottesdienst bezeichnet wird, der durch Wahrheiten aus jenem Guten geschieht, denn es sind Bekenntnisse, Anbetungen, Gebete und dergleichen, die insbesondere durch das Rauchwerk bezeichnet werden, man sehe Nr. 9475; solche kommen aus dem Herzen durch Gedanken und durch die Rede. Daß dieser Gottesdienst vermittelst geistiger Wahrheiten geschieht, kann aus den Vorstellungen erhellen, in denen der Mensch ist, wenn er diesen Gottesdienst begeht, denn die Vorstellungen, die der Mensch alsdann hat, sind aus seinem Gedächtnis und daher aus dem Verstand, und was aus diesem hervorgeht, wird Geistiges genannt. Was aber den Gottesdienst aus dem himmlisch Guten betrifft, wie er bei denen beschaffen ist, die im himmlischen Reich des Herrn sind, so geschieht dieser nicht durch Bekenntnisse, Anbetungen und Gebete in der Art, wie bei denen, die im geistigen Reich sind, somit nicht durch Wahrheiten aus dem Gedächtnis, sondern durch Wahrheiten aus dem Herzen, die eins ausmachen mit der Liebe selbst, in der sie sind. Denn die Wahrheiten bei ihnen sind ihrer Liebe eingeschrieben und deshalb tun sie, wenn sie aus Liebe die Gebote tun, dieselben zugleich aus den Wahrheiten, ohne daran aus der Lehre zu denken, somit ohne sie aus dem Gedächtnis hervorzurufen. Daß der Zustand derjenigen, die im himmlischen Reich sind, so beschaffen ist, kann aus dem erhellen, was über dieses Reich und über das geistige Reich in den Nr. 9277 angeführten Stellen gezeigt wurde. Daß das Rauchwerk Bekenntnisse, Anbetungen und Gebete bedeutet, die durch den Mund aus dem Denken hervorgehen, sehe man Nr. 9475, 10177, 10198. HG 10296 10296. "Und reinen Weihrauch", 2. Mose 30/34, bedeutet das innerste Wahre, welches das geistig Gute ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weihrauchs, sofern er das bezeichnet, was gereinigt ist vom Falschen des Bösen. Daß das innerste Wahre, das durch Weihrauch bezeichnet wird, das geistig Gute ist, beruht darauf, daß das Gute bei denen, die im geistigen Reich des Herrn sind, eben nur das Wahre ist. Dieses wird gut genannt, wenn der Mensch aus Gewissen und aus Neigung es will und tut; denn bei den Geistigen ist der ganze Wille verdorben, aber der Verstand wird vom Herrn unverletzt erhalten, und in diesen wird ein neuer Wille durch die Wiedergeburt vom Herrn eingepflanzt. Dieser Wille ist das Gewissen bei ihnen, welches das Gewissen des Wahren ist; denn alles, was dem Verstand eingepflanzt wird, und vom Verstand ausgeht, ist das Wahre. Der Verstand des Menschen hat nämlich die Bestimmung, die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, aufzunehmen; der Wille aber hat die Bestimmung, das Gute, das Sache der Liebe ist, aufzunehmen. Hieraus wird klar, daß das geistig Gute seinem Wesen nach das Wahre ist. Daß der neue Wille bei den Geistigen in ihr Verstandesgebiet eingepflanzt wird, und daß daher das Gute bei ihnen seinem Wesen nach das Wahre ist, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9277, 9596, 9684. Vom innersten Wahren wird gesagt, daß es das Gute sei, aus dem Grund, weil je inwendiger, desto vollkommener, und weil das Innerste des Menschen sein Wille ist; was aber Sache des Willens ist, das wird gut genannt. Daß der Weihrauch das innerste Wahre bedeutet, somit das geistig Gute, kann aus den Stellen erhellen, die aus dem Wort angeführt wurden, oben Nr. 10177. Weil der Weihrauch das geistig Gute ist, und das Gute, das in allen Wahrheiten regiert, sie ordnet und verbindet und ihnen Anregung gibt, darum wird der Weihrauch an letzter Stelle genannt, und darum wurden die Gefäße des Räucherns nach ihm Weihrauchfässer genannt; denn die Benennung richtet sich nach dem Wesentlichen, welches das Gute ist. Ebenso wie das Salböl vom Olivenöl benannt wurde, und nicht von den Spezereien, aus denen zusammen es bereitet wurde, aus dem gleichen Grund, weil Öl das Gute bezeichnete, und die Spezereien die Wahrheiten. Reiner Weihrauch wird gesagt, weil rein soviel ist als gereinigt vom Falschen des Bösen, und in der Grundsprache durch dieses Wort die innere Reinheit bezeichnet wird, durch ein anderes Wort aber die äußere Reinheit oder Sauberkeit. Daß eine innere Reinheit durch jenes Wort bezeichnet wird, erhellt: Jes.1/16: "Waschet euch, machet euch rein, tut weg die Bosheit eurer Werke vor Meinen Augen". Ps.73/13: "Vergeblich habe ich mein Herz rein gemacht, und in Unschuld gewaschen meine Hände": das Herz rein machen heißt, innerlich gereinigt werden, und in Unschuld die Hände waschen heißt, äußerlich (gereinigt werden). Ps.51/6: "Rein sollst du sein in deinem Richten". Daß durch das andere Wort die äußerliche Reinheit oder Sauberkeit bezeichnet wird, sehe man 3. Mose 11/32; 12/7,8; 13/6,13,17,23,28,34,37,58; 14/7-9,20,48,53; 15/13,28; 16/19,30; 22/7; Jerem.13/27; Hes.24/13; 39/12 und anderwärts. 10297. "Zu gleichen Teilen soll es sein", 2. Mose 30/34, bedeutet Entsprechung in allen Beziehungen. Unter "zu gleichen Teilen" wird verstanden: ebensoviel von dem einen als von dem anderen, oder soviel vom Weihrauch, als von den übrigen Spezereien, und durch die Quantität sowohl des Maßes als des Gewichts wird die Entsprechung bezeichnet, hier die Entsprechung in allen Beziehungen. 10298. "Und mache daraus ein Rauchwerk", 2. Mose 30/35, bedeutet, aus diesem solle der Gottesdienst (bestehen). Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchwerks, sofern es Bekenntnisse, Anbetungen, Gebete und solche gottesdienstliche Handlungen bezeichnet, die vom Herzen in das Denken und die Rede übergehen, wovon Nr. 9475; denn durch den Rauch der Räucherung wird die Erhebung bezeichnet: Nr. 10177, 10198, und durch den wohlriechenden Duft das wohlgefällige Innewerden und die Annahme (in den angeführten Stellen: Nr. 10292). Weil hier der Gottesdienst beschrieben wird, der durch das Rauchwerk der Spezereien bezeichnet wird, und durch die Spezereien, aus denen dieses Rauchwerk gemacht wurde, die Wahrheiten in ihrer Ordnung bezeichnet werden, so muß hier kurz gesagt werden, wie es sich mit diesem Gottesdienst verhält; dies ist aber ein Geheimnis, das nicht geoffenbart werden kann, wenn man nicht weiß, wie der Mensch beschaffen ist. Der Mensch ist (nämlich) nicht Mensch durch sein Angesicht, nicht einmal durch die Rede, sondern durch seinen Verstand und Willen. Wie sein Verstand und sein Wille beschaffen ist, so ist der Mensch. Daß er keinen Verstand hat, wenn er geboren wird, und auch keinen Willen, ist bekannt, und ferner, daß sein Verstand und sein Wille stufenweise gebildet wird von Kindheit an. Dadurch wird der Mensch ein Mensch, und zwar ein solcher Mensch, wie beides bei ihm gebildet ist. Der Verstand wird gebildet durch Wahres und der Wille durch Gutes, so daß sein Verstand nichts anderes ist, als eine Zusammensetzung von solchem, was sich auf Wahres bezieht, und der Wille nichts anderes, als die Neigung zu solchem, was gut genannt wird. Hieraus folgt, daß der Mensch nichts ist als das Wahre und das Gute, aus dem seine beiden Vermögen gebildet sind. Alle und jede Teile seines Körpers entsprechen diesem, was man daraus erkennen kann, daß der Körper im Augenblick tut, was der Verstand denkt und der Wille will; denn der Mund redet gemäß dem, was gedacht wird, das Angesicht verändert sich gemäß den Neigungen, und der Körper bildet Gebärden gemäß den Winken beider. Hieraus wird klar, daß der Mensch ganz so ist, wie sein Verstand und sein Wille, somit wie er ist in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten; denn das Wahre macht seinen Verstand, und das Gute seinen Willen, oder was gleich ist, der Mensch ist sein Wahres und sein Gutes. Daß es so ist, erhellt augenscheinlich bei den Geistern; diese sind nichts anderes, als ihr Wahres und ihr Gutes, das sie angenommen haben, während sie als Menschen in der Welt lebten, und gleichwohl sind sie menschliche Gestalten. Daher leuchtet aus ihrem Angesicht heraus, was für Wahres und Gutes sie haben, wie auch aus dem Ton und Affekt ihrer Rede, und aus den Gebärden; hauptsächlich aus den Worten ihrer Sprache, denn die Worte ihrer Sprache sind nicht so beschaffen wie bei den Menschen in der Welt, sondern sie sind ganz übereinstimmend mit dem Wahren und Guten in ihnen, so daß sie aus demselben natürlich hervorgehen; in dieser Sprache sind die Geister und Engel, wenn sie miteinander reden. In der gleichen ist auch der Mensch in Ansehung seines Geistes, solange er in der Welt lebt, obgleich er es alsdann nicht weiß, denn er denkt aus gleichen Vorstellungen. Diese Wahrnehmung wurde auch von etlichen Gelehrten gemacht, welche die Vorstellungen immaterielle und intellektuelle (Vorstellungen) nannten. Diese Vorstellungen werden nach dem Tode zu Worten, sobald der Mensch ein Geist wird. Hieraus wird wiederum klar, daß der Mensch nur sein Wahres und sein Gutes ist, und daher kommt es, daß der Mensch nach dem Tod so bleibt, wie er ein Wahres und Gutes geworden ist. Es wird gesagt "wie er ein Wahres und ein Gutes geworden ist", und dabei wird auch verstanden, wie er ein Falsches und ein Böses geworden ist, denn die bösen Menschen nennen das Falsche wahr, und das Böse gut. Dies ist das Geheimnis, das man durchaus wissen muß, wenn man erkennen will, wie es sich mit dem Gottesdienst verhält. Aber außer diesem ist noch eines (damit verbunden), nämlich daß in jeder Vorstellung des Denkens, das vom Willen des Menschen ausgeht, der ganze Mensch ist. Dieses folgt auch aus dem vorigen, denn der Mensch denkt aus seinem Wahren, und will aus seinem Guten, das er selbst ist. Daß es so ist, kann man aus folgender Erfahrung sehen: Wenn die Engel eine einzige Vorstellung eines Menschen, oder eine einzige Vorstellung eines Geistes inne werden, wissen sie sogleich, wie der Mensch oder der Geist beschaffen ist. Dies wurde gesagt, auf daß man wisse, wie es sich mit dem Gottesdienst verhält, der durch das Rauchwerk der Spezereien bezeichnet wird. Daß nämlich der ganze Mensch in allem und jedem seines Gottesdienstes ist, weil (in demselben) das Wahre und das Gute ist, das er selbst ist. Dies ist der Grund, warum vier Spezereien erwähnt werden, durch die alle Wahrheiten im Inbegriff bezeichnet werden. Hieraus folgt auch, daß es gleich ist, ob man sagt, der Gottesdienst bestehe aus diesem Wahren und Guten, oder ob man sagt, der Mensch bestehe aus demselben, weil der ganze Mensch in den einzelnen Denkvorstellungen ist, die dem Gottesdienst angehören. 10299. "Eine Mischung, ein Werk des Salbenmengers", 2. Mose 30/35, bedeutet aus dem Einfluß und der Wirkung des Göttlichen des Herrn auf das Ganze und Einzelne. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mischung oder des Aromatischen, sofern es die Wahrheiten im ganzen und einzelnen des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 10264; und aus der Bedeutung des Werkes des Salbenmengers oder Gewürzmengers, sofern es den Einfluß und die Wirkung des Göttlichen Selbst bezeichnet, wovon Nr. 10265. Wie es zu verstehen ist, daß der Einfluß und die Wirkung auf das Ganze und Einzelne des Gottesdienstes gehen muß, soll auch mit wenigen Worten gesagt werden: Diejenigen, welche die Geheimnisse des Himmels nicht wissen, glauben, der Gottesdienst sei vom Menschen, weil er vom Denken und von der Neigung ausgeht, die in ihm sind; aber der Gottesdienst, der vom Menschen kommt, ist kein Gottesdienst, folglich sind die Bekenntnisse, Anbetungen und Gebete, die vom Menschen ausgehen, keine Bekenntnisse, Anbetungen und Gebete, die vom Herrn erhört und angenommen werden, sondern sie müssen vom Herrn selbst beim Menschen sein. Daß es so ist, weiß die Kirche; denn sie lehrt, daß vom Menschen nichts Gutes ausgehe, sondern daß alles Gute aus dem Himmel, d.h. vom Göttlichen daselbst kommt, daher auch alles Gute im Gottesdienst; und ein Gottesdienst ohne das Gute ist kein Gottesdienst. Deshalb betet die Kirche (oder Gemeinde), wenn sie in Andacht ist, Gott möge gegenwärtig sein, und die Gedanken und die Predigt leiten. Damit verhält es sich in folgender Weise: Wenn der Mensch in einem echten Gottesdienste ist, dann fließt der Herr in das Gute und Wahre ein, das beim Menschen ist, und erhebt es zu Sich und mit demselben den Menschen, in dem Maß und in der Weise, als er darin ist. Diese Erhebung wird dem Menschen nicht bemerklich, wofern er nicht in der echten Neigung zum Wahren und Guten ist, und in der Erkenntnis und Anerkennung und im Glauben, daß alles Gute von oben herab vom Herrn kommt. Daß es so ist, können auch die begreifen, die aus der Welt weise sind, denn diese wissen vermöge ihrer wissenschaftlichen Bildung, daß es keinen natürlichen Einfluß gibt (der von ihnen der physische Einfluß genannt wird), sondern einen geistigen Einfluß; d.h., daß aus der natürlichen Welt nichts in den Himmel einfließen kann, sondern umgekehrt. Hieraus kann erhellen, wie es zu verstehen ist, daß der Einfluß und die Wirkung des Göttlichen des Herrn auf das Ganze und Einzelne des Gottesdienstes geht. Daß es so ist, durfte ich auch öfters erfahren, denn ich durfte den Einfluß selbst, die Erweckung der in mir befindlichen Wahrheiten, deren Anwendung auf die Gegenstände des Gebetes, die damit verbundene Neigung zum Guten, und die Erhebung selbst erfahren. Aber obwohl es so ist, so darf doch der Mensch die Hände nicht sinken lassen, und den Einfluß erwarten, denn das hieße tun, als ob man ein lebloses Bild wäre. Immerhin muß er denken, wollen und handeln wie von sich, und doch alles Denken des Wahren und Streben nach dem Guten dem Herrn zuerkennen. Dadurch wird ihm vom Herrn die Fähigkeit eingepflanzt, Ihn und den Einfluß von Ihm aufzunehmen. Denn der Mensch ist zu nichts anderem geschaffen, als zu einem Aufnahmegefäß des Göttlichen, und die Fähigkeit, das Göttliche aufzunehmen, wird nicht anders gebildet. Ist aber die Fähigkeit gebildet, so will er dann auch nicht anders, als daß es so sein soll, denn dann liebt er den Einfluß vom Herrn, und verabscheut das Wirken von sich, weil der Einfluß vom Herrn der Einfluß des Guten ist, aber das Wirken von sich, das Wirken des Bösen. In einem solchen Zustande sind alle Engel des Himmels, deshalb wird durch sie das Wahre und Gute bezeichnet, das vom Herrn kommt, weil sie Wesen sind, die solches aufnehmen, man sehe Nr. 1925, 3039, 4085, 4295, 8192. 10300. "Gesalzen", 2. Mose 30/35, bedeutet das Verlangen des Wahren nach dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Salzes, sofern es das Verlangen bezeichnet, das der Liebe des Wahren zum Guten angehört, worüber folgt; daher ist gesalzen, was dieses Verlangen in sich hat. Der Grund, warum ein Verlangen des Wahren nach dem Guten da sein muß, ist der, weil dieses Verlangen das Mittel der Verbindung von beidem ist. Die Verbindung des Wahren und Guten ist es, was die himmlische Ehe genannt wird, die der Himmel selbst beim Menschen ist. Wenn daher im Gottesdienst, und im ganzen und einzelnen desselben ein Verlangen nach dieser Verbindung ist, dann ist der Himmel im ganzen und einzelnen desselben, somit der Herr. Dies wird dadurch bezeichnet, daß das Rauchwerk gesalzen sein sollte. Daß Salz dies bedeutet, kommt von der verbindenden Beschaffenheit desselben; denn es verbindet alles, und daher gibt es ihm Schmackhaftigkeit; ja, es verbindet sogar Wasser und Öl, die sonst sich nicht verbinden. Wenn bekannt ist, daß durch Salz das Verlangen nach der Verbindung des Wahren und Guten bezeichnet wird, so kann man auch wissen, was bezeichnet wird durch die Worte des Herrn: Mark.9/49,50: "Ein jeder muß mit Feuer gesalzen werden; und jedes Opfer muß mit Salz gesalzen werden. Das Salz ist gut, wenn aber das Salz ungesalzen wird (oder seine Kraft verliert), womit wollet ihr es würzen? Habt Salz in euch!": ein jeder muß mit Salz gesalzen werden, bedeutet, ein jeglicher solle aus echter Liebe verlangen. Jedes Opfer muß mit Salz gesalzen werden heißt, ein Verlangen des Wahren nach dem Guten (haben). Daß das Feuer die Liebe bezeichnet, sehe man Nr. 4906, 5071 E, 5215, 6314, 6832, 10055; und daß Opfer den Gottesdienst im allgemeinen bedeutet: Nr. 922, 6905, 8680, 8936. Wer kann wissen, was es heißt, mit Feuer gesalzen werden, und weshalb das Opfer gesalzen werden sollte, und warum man Salz bei sich haben soll, wenn er nicht weiß, was Feuer, Salz und gesalzen werden (bedeutet)? Luk.14/34,35: "Jeder von euch, der nicht verleugnet alle seine Habe kann nicht Mein Jünger sein, das Salz ist gut; wenn aber das Salz dumm (geschmacklos) geworden ist, womit soll man es salzen? Weder ins Land, noch in den Mist taugt es; man wird es hinauswerfen": alle seine Habe verleugnen heißt, den Herrn über alles lieben; die Habe (oder Vermögen) bedeutet, was der Mensch eigen hat; dumm gewordenes Salz bezeichnet das Verlangen aus dem Eigenen, somit aus der Selbst- und Weltliebe. Ein solches Verlangen ist dumm gewordenes Salz und zu nichts tauglich. Matth.5/13,14: "Ihr seid das Salz der Erde, wenn aber das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Es dient zu nichts mehr, als daß es hinausgeworfen und zertreten werde von den Menschen". Daß in jedem Gottesdienst ein Verlangen des Wahren nach dem Guten sein muß, wird auch dadurch bezeichnet, daß "alle Gabe der Mincha gesalzen werden sollte; und daß auf jeder Gabe das Salz des Bundes Jehovahs sein sollte": 3. Mose 2/13. Durch Mincha und Gabe, die das Opfer ist, wird der Gottesdienst bezeichnet, wie oben; und Salz wird das Salz des Bundes Jehovahs genannt, weil durch Bund die Verbindung bezeichnet wird; man sehe Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778, 9396, 9416. Das Verlangen bedeutet auch die Glut der Liebe selbst, somit ihre Fortdauer, und Liebe ist geistige Verbindung. Wie das Verlangen des Wahren nach dem Guten verbindet, so zertrennt das Verlangen des Falschen nach dem Bösen, und was zertrennt, das zerstört auch. Daher wird durch Salz im entgegengesetzten Sinn die Zerstörung und Verwüstung des Wahren und Guten bezeichnet: Jerem.17/5,6: "Verflucht ist der Mann, der Fleisch für seinen Arm hält, er wird es nicht sehen, wenn kommen wird das Gute, sondern er wird wohnen in hitzigen Orten, in salzigem Lande, das nicht bewohnt wird": Fleisch für seinen Arm halten heißt, sich selbst oder seinem Eigenen vertrauen, und nicht dem Göttlichen: Nr. 10238; und weil das Eigene ist, sich selber mehr lieben als Gott und den Nächsten, so ist es die Selbstliebe, die so beschrieben wird. Daher wird gesagt, er werde es nicht sehen, wenn kommen wird das Gute, und er werde wohnen in hitzigen Orten und in einem salzigen Lande, d.h. in unsauberen Liebestrieben und deren Begierden, die das Gute und Wahre der Kirche zerstört haben. Zeph.2/9: "Die Söhne Ammons werden sein wie Gomorrah, eine Nesselheide und Salzgrube und Wüstenei in Ewigkeit": Nesselheide bedeutet die Hitze und den Brand des Lebens des Menschen aus der Selbstliebe, die Salzgrube das Verlangen nach dem Falschen. Weil dieses das Wahre und Gute zerstört, wird gesagt "eine Wüstenei in Ewigkeit". Es wird gesagt: sie werden sein wie Gomorrah, weil durch diese (Stadt) und Sodom die Selbstliebe bezeichnet wird: Nr. 2220. Daß Lots Weib in eine Salzsäule verwandelt wurde, weil sie ihr Angesicht zu diesen Städten hinwandte: 1. Mose 19/26, bezeichnete die Verwüstung des Wahren und Guten, denn das Angesicht zu etwas hinwenden heißt im inneren Sinn, es lieben: Nr. 10189; darum sagt der Herr: Luk.17/31,32: "Er solle sich nicht zurückwenden zu dem, was hinter ihm; gedenket an das Weib Lots". 5. Mose 29/22: "Schwefel und Salz und Brand ist ihr ganzes Land, gleich der Umkehrung von Sodom und Gomorrah": unter Land wird hier, wie auch anderwärts im Wort, die Kirche verstanden; man sehe in den angeführten Stellen: Nr. 9325. Daher nun kam es, daß die Städte, die nicht mehr bewohnt werden sollten, nach ihrer Zerstörung "mit Salz bestreut werden sollten": Richt.9/45. Hieraus wird klar, daß durch Salz im echten Sinn das Verlangen des Wahren nach dem Guten, somit das Verbindende und im entgegengesetzten Sinn das Verlangen des Falschen nach dem Bösen, somit das Zerstörende bezeichnet wird. Wer daher weiß, daß Salz das Verlangen des Wahren nach dem Guten und das Mittel der Verbindung beider bezeichnet, kann auch wissen, was es bedeutet, "daß die Wasser zu Jericho gesund gemacht wurden von Elisa, dadurch, daß er Salz hineinwarf in ihre Quelle": 2.Kön.2/19-22; denn durch Elisa, wie durch Elias, wird der Herr in Ansehung des Wortes vorgebildet: Nr. 2762, 8029; und durch Wasser werden die Wahrheiten des Wortes bezeichnet; durch die Wasser Jerichos die Wahrheiten des Wortes im Buchstabensinn, ebenso durch die Quelle der Wasser; und durch Salz wird bezeichnet das Verlangen des Wahren nach dem Guten, und die Verbindung beider, daher die Gesundheit. 10301. "Rein", 2. Mose 30/35, bedeutet ohne das Böse. Dies erhellt aus der Bedeutung von rein, sofern es soviel ist als ohne das Böse. Weil alles Böse unrein, und alles Gute rein ist, darum wird gesagt "gereinigt werden von Sünden und von Missetaten", und dies wird gesagt vom Herzen, das heißt vom Willen, denn das Herz bezeichnet im Wort den Willen: Nr. 2930, 7542, 8910, 9300, 9495, weil die Liebe: Nr. 3883-3896, 9050. 10302. "Heilig", 2. Mose 30/35, bedeutet ohne das Falsche des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligen, sofern es das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, wovon Nr. 6788, 7499, 8302, 8330, 9229, 9818, 9820; daher heißt heilig, was ohne das Falsche des Bösen ist. "Das Falsche des Bösen" wird gesagt, weil es auch ein Falsches ohne das Böse gibt, wie bei manchen Frommen unter den Völkerschaften außerhalb der Kirche, und wie auch bei manchen unter den Christen innerhalb der Kirche. Das Falsche aber, das befleckt ist durch das Böse, ist an sich böse, denn es stammt aus demselben. Hingegen das Falsche bei denen, die im Guten sind, ist nicht befleckt durch das Böse, sondern davon gereinigt. Daher wird auch ein solches Falsches vom Herrn angenommen beinahe wie das Wahre, und läßt sich auch leicht ins Wahre umwandeln; denn die im Guten stehen, sind geneigt zur Annahme des Wahren. Über beiderlei Falsches, das aus dem Bösen, und das, welches nicht aus dem Bösen, sehe man in den angeführten Stellen: Nr. 9304, 10109. 10303. "Und sollst davon klein zu Pulver stoßen", 2. Mose 30/36, bedeutet die Verteilung der Wahrheiten in ihre Reihen. Dies erhellt aus der Bedeutung von stoßen, wenn es sich auf den Weihrauch bezieht und auf die Spezereien, durch welche die Wahrheiten bezeichnet werden, sofern es die Verteilung der Wahrheiten in ihre Reihen bezeichnet, denn durch stoßen wird das gleiche bezeichnet, wie durch mahlen; aber mahlen wird gesagt von Weizen, Gerste, Dinkel und stoßen von Öl, Weihrauch und Spezereien. Was durch stoßen und mahlen insbesondere bezeichnet wird, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie es sich mit dem Guten und Wahren verhält, das durch Weizen, Gerste, Mehl, Semmel, Öl, Weihrauch und Spezereien bezeichnet wird, wenn sie zum Gebrauch hergestellt sind; denn mahlen und stoßen heißt, brauchbar machen. Wenn mahlen vom Gutem gesagt wird, das durch Weizen oder Gerste bezeichnet wird, dann wir durch mahlen die Zubereitung und Weiterführung des Guten in das Wahre, und somit die Anwendung zu Nutzzwecken bezeichnet. Das Gute äußert sich auch in den Nutzleistungen nie anders als durch das Wahre, es wird für dieses zubereitet, und so qualifiziert; denn wenn das Gute nicht für das Wahre zurechtgelegt ist, hat es keine Qualität, und wenn es für das Wahre zurechtgelegt wird, dann wird es in Reihen verteilt zur Anwendung auf Sachen gemäß den Nutzzwecken, und in diese Sachen geht das Gute als Regung der Liebe ein, wodurch das Wohlgefällige, Liebliche und Angenehme entsteht. Das gleiche wird bezeichnet durch klein stoßen; denn reiner Weihrauch bedeutet das geistig Gute: Nr. 10296; und die Wahrheiten, die von diesem Guten zubereitet werden, sind die Spezereien: Stakte, Räucherklaue und Galbanum: Nr. 10292, 10293, 10294. Was die Anordnung in Reihen ist, soll auch kurz gesagt werden: Die Wahrheiten heißen in Reihen geordnet, wenn sie geordnet sind nach der Form des Himmels, in der die Engelsgesellschaften sind. Wie beschaffen diese Form ist, erhellt aus der Entsprechung aller Glieder, Eingeweide und Organe des Menschen mit dem Größten Menschen, welcher der Himmel ist. Über diese Entsprechung sehe man in den Nr. 10030 am Ende angeführten Stellen. In diesen Gliedern, Eingeweiden und Organen ist alles und jedes geordnet in Reihen und in Reihen von Reihen. Die Fibern und Gefäße bilden diese, wie diejenigen wissen, welche die Gewebe und Verschlingungen der inneren Teile des Leibes aus der Anatomie kennen. In gleiche Reihen sind die Wahrheiten aus dem Guten beim Menschen geordnet. Daher kommt es, daß der wiedergeborene Mensch ein Himmel ist in kleinster Gestalt, entsprechend dem Größten; und daß der Mensch seinem ganzen Wesen nach sein Wahres und Gutes ist. Daß der wiedergeborene Mensch ein Himmel in kleinster Gestalt ist, sehe man in den Nr. 9279 angeführten Stellen; und daß der Mensch sein Wahres und Gutes ist, Nr. 10298; und daß die Wahrheiten geordnet sind in Reihen gemäß den Engelsgesellschaften bei den Wiedergeborenen: Nr. 5339, 5343, 5530. Die Reihen, in welche die Wahrheiten bei den Guten geordnet sind, und die Reihen, in welche die Falschheiten bei den Bösen geordnet sind, werden im Wort bezeichnet durch Garben und Bündel, wie 3. Mose 23/9-15; Ps.126/6; 129/7; Amos 2/13; Micha 4/12; Jerem.9/21; Sach.12/6; Matth.13/30. Wenn daher klar ist, was durch stoßen und mahlen bezeichnet wird, kann man auch wissen, was im inneren Sinn dadurch bezeichnet wird, "daß die Söhne Israels das Manna mit Mühlen gemahlen, oder in Mörsern zerstoßen, und zu Kuchen gebacken haben": 4. Mose 11/8, denn durch Manna wurde das himmlisch und geistig Gute bezeichnet: Nr. 8464; und durch mahlen und stoßen die Zubereitung, daß es dem Nutzzweck diente. Denn alles, was im Wort gesagt wird, ist eine Bezeichnung von solchen Dingen, die im Himmel und in der Kirche sind, weil alles einzelne einen inneren Sinn hat. Sodann, was bezeichnet wird dadurch, "daß man zum Pfand nicht nehmen soll eine Mühle oder einen Mühlstein, weil ein solcher die Seele nimmt zum Pfand": 5. Mose 24/6, denn durch Mühle und Mühlstein wird das bezeichnet, was das Gute zubereitet, daß es zu Nutzzwecken verwendet werden kann. Durch Gerste und durch Weizen wird auch das Gute bezeichnet, und durch Mehl und Semmelmehl das Wahre, und das Gute wird durch sein Wahres nutzbar gemacht, wie oben gesagt wurde. Hieraus kann man erkennen, was bezeichnet wird durch Mühle, Mühlstein und durch sitzen an den Mühlen, in folgenden Stellen: Matth.24/41: "Alsdann werden zwei mahlen, die eine wird angenommen, die andere wird verlassen werden". Matth.18/6; Mark.9/42: "Wer einen dieser Kleinen ärgert, die an Mich glauben, dem würde es frommen, daß ein Eselsmühlstein an seinen Hals gehängt, und er ersäuft würde in der Tiefe des Meeres". Joh.Offenb.18/21,22: "Ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, und warf ihn ins Meer, und sprach: Also wird mit Sturm Babylon hinuntergeworfen werden, keine Stimme der Mühle wird mehr in ihr gehört werden". Jerem.25/10: "Wegnehmen will Ich von ihnen die Stimme der Freude, die Stimme der Mühlen, und das Licht der Lampe". Jes.47/1,2: "Tochter Babels, sitze auf die Erde, ohne Thron, du Tochter der Chaldäer; nimm eine Mühle und mahle Mehl". Wie die Mühle und das Mahlen im guten Sinn die Anwendung zu guten Nutzzwecken bedeutet, so bedeutet es im entgegengesetzten Sinn die Anwendung zu bösen Nutzzwecken. Wenn es auf Babel und die Chaldäer bezogen wird, bedeutet es daher die Anwendung zugunsten ihrer bösen Liebestriebe, das die Triebe der Selbst- und Weltliebe sind, denn durch Gerste und Weizen bei ihnen wird das geschändete Gute, und durch das daraus bereitete Mehl das verfälschte Wahre bezeichnet. Die Entweihung des Guten und Wahren durch Anwendung zu diesen Trieben wird dadurch bezeichnet, daß Mose "das goldene Kalb klein zermalmte, und auf die Wasser streute, die vom Berg Sinai herabkamen, und es die Söhne Israels trinken ließ": 2. Mose 22/20; 5. Mose 9/21. 10304. "Und davon bringen vor das Zeugnis im Zelt der Zusammenkunft", 2. Mose 30/36, bedeutet die Verehrung des Herrn im Himmel und in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchwerks, das vor das Zeugnis getan werden sollte, sofern es den Gottesdienst bezeichnet, wovon Nr. 10298; aus der Bedeutung des Zeugnisses, sofern es den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren bezeichnet, wovon Nr. 9503; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Zeltes der Zusammenkunft, sofern es den Himmel darstellt, wovon Nr. 9457, 9481, 9485; und weil es den Himmel bedeutet, so bedeutet es auch die Kirche, denn die Kirche ist der Himmel auf Erden. 10305. "Woselbst Ich mit dir zusammenkommen werde", 2. Mose 30/36, bedeutet durch den Einfluß des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von zusammenkommen, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es Seine Gegenwart und Seinen Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 10147, 10148, 10197; hier, durch den Einfluß des Herrn, weil vom Gottesdienst die Rede ist, der durch das Rauchwerk bezeichnet wird; denn jede gottesdienstliche Handlung, die wahrhaft ein Gottesdienst ist, fließt vom Herrn ein, wie man aus dem ersehen kann, was Nr. 10299 gezeigt wurde. 10306. "Hochheilig soll es euch sein", 2. Mose 30/36, bedeutet, weil aus dem Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von heilig, sofern es alles das, und allein das ist, was vom Herrn ausgeht, wovon Nr. 6788, 7499, 8302, 8320, 9229, 9818, 9820. 10307. "Und solch Rauchwerk, das du machst in seiner Qualität (Zusammensetzung), sollt ihr euch nicht machen", 2. Mose 30/37, bedeutet, der Gottesdienst aus den heiligen Wahrheiten der Kirche soll nicht angewandt werden zu den Liebestrieben des Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchwerks, sofern es den Gottesdienst bezeichnet, wovon Nr. 10298; aus der Bedeutung von "machen in seiner Qualität", sofern es heißt, aus den heiligen Wahrheiten der Kirche, denn "machen in seiner Qualität" heißt, aus den gleichen Spezereien, und durch die Spezereien, die Stakte, Räucherklaue, Galbanum waren, werden die heiligen Wahrheiten der Kirche in ihrer Ordnung bezeichnet: Nr. 10292, 10293, 10294; und aus der Bedeutung von "euch nicht machen", sofern es heißt, zu eigenen Nutzzwecken, somit zu seinen Liebestrieben anwenden, denn was der Mensch tut um seiner selbst willen, tut er um seiner Liebestriebe willen. Die Anwendung wird hier verstanden, weil gesagt wird, ihnen selbst machen. Wie es sich damit verhält, soll auch gesagt werden: Alle Wahrheiten der Kirche zielen auf zweierlei Liebe, nämlich auf die Liebe zu Gott und die Liebe gegen den Nächsten. Daß das ganze Wort, welches das göttlich Wahre selbst ist, aus dem alle Wahrheiten der Kirche stammen, von diesen zwei Liebestrieben abhängt, erhellt bei Matth.22/37,40; Mark.12/30,31 und bei Luk.10/27. Hier wird gesagt, daß das ganze Gesetz und der Prophet davon abhängt, und durch das Gesetz und den Propheten wird das ganze Wort bezeichnet. Das Gegenteil aber ist, das göttlich Wahre oder die Wahrheiten der Kirche zu den Liebestrieben des Menschen anwenden. Dadurch wendet sich der Mensch vom Herrn zu sich selbst, das ist vom Himmel zur Hölle, und wird wie einer von denen daselbst; denn in der Hölle haben sie den Herrn hinter dem Rücken, und ihre eigenen Liebestriebe vor dem Angesicht, ja, wenn sie von den Engeln angesehen werden, erscheinen sie verkehrt, mit dem Kopfe unten und mit den Füßen oben. Wenn die göttlichen Wahrheiten zu den Liebestrieben des Menschen angewandt werden, so sind sie keine Wahrheiten mehr, weil das Böse durch die Anwendungen in sie eindringt, und dies verkehrt sie, und gibt ihnen das Ansehen des Falschen. Wenn dann solchen gesagt wird, man dürfe es nicht so verstehen, sondern anders, wollen sie es nicht begreifen, und manche begreifen es auch nicht; denn gegen die Grundsätze sprechen, die durch die Triebe der Eigenliebe begründet sind, heißt, gegen den Menschen selbst sprechen, weil gegen den von seinem Willen beherrschten Verstand. Von denen, die durch Anwendung zu ihren Liebestrieben das Wahre verfälschen, und das Gute schänden, ist im Wort mehrfach die Rede, wo von Babel (gehandelt wird), hauptsächlich in der Offenbarung. 10308. "Heilig soll es dir sein für Jehovah", 2. Mose 30/37, bedeutet, der Gottesdienst soll angewandt werden zu der göttlichen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von heilig, sofern es alles bezeichnet, was vom Herrn ausgeht, wie Nr. 10306; aus der Bedeutung des Rauchwerks, von dem gesagt wird, "heilig soll es dir sein dem Jehovah", sofern es den Gottesdienst bezeichnet, wovon Nr. 10298. Daß es heißt, es solle angewandt werden zur göttlichen Liebe, folgt aus dem gleich Vorhergehenden, wo gesagt wird, sie sollten sich kein solches Rauchwerk machen, wodurch bezeichnet wird, der Gottesdienst aus den heiligen Wahrheiten der Kirche solle nicht angewandt werden zu den Liebestrieben des Menschen: Nr. 10307. Durch die göttliche Liebe wird verstanden die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten. Daß diese Liebe auch die göttliche ist, beruht darauf, weil sie auch vom Herrn ausgeht; denn niemand kann den Nächsten aus sich lieben. Wer es aus sich tut, der liebt den Nächsten und tut ihm wohl um seiner selbst willen, und d.h. sich selbst lieben. Daß das ganze Wort, welches das göttlich Wahre selbst ist, aus dem alle Wahrheiten der Kirche stammen, auf diese beiden Liebestriebe abzielt, sehe man Nr. 10307; daher muß auch der Gottesdienst auf ebendieselben abzielen, weil aller Gottesdienst, der wahrhaft ein Gottesdienst ist, durch Wahrheiten geschieht, wie aus dem erhellen kann, was über die Spezereien des Rauchwerks, durch welche die Wahrheiten des Gottesdienstes bezeichnet werden, gezeigt wurde; und die Wahrheiten des Gottesdienstes werden dann zur göttlichen Liebe angewandt, wenn er vom Herrn beim Menschen geschieht, gemäß dem, was in Nr. 10299 gesagt wurde. 10309. "Wer immer dergleichen macht, um sich einen Wohlgeruch damit zu machen", 2. Mose 30/38, bedeutet die Nachahmung des Gottesdienstes durch Neigungen zum Wahren und Guten aus dem Eigenen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dergleichen machen", sofern es die Nachahmung des Gottesdienstes bezeichnet, denn durch "machen" wird bezeichnet nachahmen, und durch das Rauchwerk, von dem dieses gesagt wird, wird der Gottesdienst bezeichnet, wie oben. Und aus der Bedeutung von "einen Geruch machen", sofern es bezeichnet, um zu gefallen, und weil dieses durch Neigungen zum Wahren und Guten geschieht, so bedeutet es das, was durch das Wohlgefallen bezeichnet wird; denn der Geruch bedeutet das Innewerden des Wohlgefälligen, somit das, was gefällt: Nr. 10292. Daß es aus dem Eigenen stammt ist klar, denn es wird gesagt, "wer dieses macht, soll ausgerottet werden aus seinem Volk". Aus dem Eigenen ist nämlich, was nicht aus der Neigung zum Wahren und Guten um des Wahren und Guten willen geschieht, sondern um seiner selbst willen, und "machen um seiner selbst willen" heißt, um des Gewinnes, der Ehrenstellen und des Ruhmes willen, als der Zwecke und nicht um des Heils des Nächsten und der Ehre des Herrn willen; daher ist es aus dem Bösen und nicht aus dem Guten, oder was dasselbe, aus der Hölle und nicht aus dem Herrn. Dieses nun ist es, was verstanden wird durch die Nachahmung des Gottesdienstes durch Neigungen zum Wahren und Guten aus dem Eigenen, die bezeichnet werden durch das machen von dergleichen Rauchwerk, um sich damit einen Geruch zu machen. Die, welche es tun, sind daher solche, die die Welt mehr als den Himmel, und sich selbst mehr als Gott lieben. Wenn solche inwendig oder bei sich denken, glauben sie auch nichts vom Himmel und nichts vom Herrn, sondern nur, wenn sie außer sich denken, was geschieht, wenn sie vor den Leuten reden, alsdann reden sie vom Himmel und vom Herrn aus Neigung und Glauben besser als andere, und zwar in dem Maß besser als andere, als sie entbrannt sind von der Begierde nach Gewinn, Ehrenstellen und Ruhm. Ihr Zustand ist alsdann von der Art, daß sie innen schwarz, außen weiß sind, d.h., sie sind Teufel in der Gestalt von Engeln des Lichtes; denn ihr Inneres ist verschlossen, das gegen den Himmel zu offen stehen sollte, und ihr Äußeres ist aufgeschlossen, das gegen die Welt zu offen steht; und wenn sie dann aus einer scheinbaren Liebesregung Augen und Hände zum Himmel erheben, so gleichen sie künstlich gemachten Bildern, und als solche erscheinen sie auch den Engeln. Und wenn man es glauben will, es gibt viele solche in der Hölle, die bei dergleichen Menschen, hauptsächlich bei Predigern, die den Gottesdienst durch Neigungen zum Wahren und Guten aus dem Eigenen nachahmen, gegenwärtig sind und sie begeistern (inspirieren). Dies wird auch vom Herrn zugelassen, weil sie auch so Nutzen schaffen; denn die guten Menschen nehmen dennoch das Wort von ihnen gut auf, weil das Wort, mag es aus einem Munde kommen, aus welchem es will, vom Menschen gemäß der Beschaffenheit seines Guten aufgenommen wird. Solche Äußerlichkeiten aber werden, weil sie nur Blendwerk sind, ihnen im anderen Leben genommen und alsdann erscheint ihr Geist schwarz, wie er im Leibe gewesen war. 10310. "Der soll ausgerottet werden aus seinem Volke", 2. Mose 30/38, bedeutet die Ausscheidung aus dem Himmel und der Kirche, wie auch den geistigen Tod. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ausgerottet werden aus dem Volke", sofern es eine Lostrennung (Ausscheidung), und den geistigen Tod bezeichnet, wovon Nr. 10288. Daß es eine Ausscheidung aus dem Himmel bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 10309 gesagt wurde. Daß auch aus der Kirche, beruht darauf, daß diejenigen allein zur Kirche gehören, in denen die Kirche ist, und die Kirche ist in denjenigen, die in der Neigung zum Wahren um das Wahren willen und in der Neigung zum Guten um des Guten willen sind, und die somit in der Liebe gegen den Nächsten und in der Liebe zu Gott sind; denn der Nächste ist das Gute und das Wahre und ist auch Gott, weil das Gute und Wahre (Eigentum) Gottes ist, somit ist es Gott in ihnen. Diejenigen, die nicht so beschaffen sind, gehören der Kirche nicht an, wie sehr sie auch in der Kirche zu sein scheinen. * Des zweiten Buches Mose 31. Kapitel 1. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 2. Siehe, Ich habe mit Namen gerufen Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Churs, vom Stamme Juda. 3. Und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und mit Einsicht und mit Erkenntnis und allerlei Werk. 4. Gedanken auszudenken und zu arbeiten in Gold und in Silber und in Erz. 5. Und im Steinschneiden auszufüllen, und im Holzschneiden, zu schaffen in allerlei Werk. 6. Und siehe, Ich habe ihm beigegeben Aholiab, den Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan, und in das Herz eines jeden, der weise ist von Herzen, habe Ich Weisheit gegeben, daß sie machen sollen alles, was Ich dir geboten habe. 7. Das Zelt der Zusammenkunft, und die Lade für das Zeugnis und den Gnadenstuhl darauf und alle Geräte des Zeltes, 8. Und den Tisch und seine Geräte, und den reinen Leuchter und alle seine Gefäße, und den Rauchaltar, 9. Und den Brandopferaltar und alle seine Gefäße, und das Waschbecken und sein Gestell. 10. Und die Kleider des Dienstes, und die heiligen Kleider für Aharon, den Priester, und die Kleider seiner Söhne, des Priesteramtes zu pflegen; 11. Und das Salböl, und das Rauchwerk der Spezereien für das Heiligtum; nach allem, was Ich dir geboten habe, sollen sie es machen. 12. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 13. Und du, rede zu den Söhnen Israels und sprich: Vor allem sollt ihr Meine Sabbathe halten, denn das ist ein Zeichen zwischen Mir und zwischen euch für eure künftigen Geschlechter, daß Ihr wisset, daß Ich es bin, Jehovah, Der euch heiligt. 14. So haltet denn den Sabbath, denn heilig ist er euch; wer ihn entheiligt, soll des Todes sterben, denn ein jeder, der an ihm eine Arbeit tut, dessen Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke. 15. Sechs Tage soll man sein Werk tun, aber am siebenten Tage ist der Sabbath der Ruhe, heilig dem Jehovah; ein jeder, der ein Geschäft tut am Sabbathtag, soll des Todes sterben. 16. Darum sollen die Söhne Israels den Sabbath halten, daß sie den Sabbath feiern für ihre (kommenden) Geschlechter, als einen ewigen Bund. 17. Zwischen Mir und zwischen den Söhnen Israels ist dies ein Zeichen ewiglich; denn in sechs Tagen hat Jehovah Himmel und Erde gemacht, und am siebenten Tage hat Er geruht und Sich erholt. 18. Und Er gab dem Mose, als Er ausgeredet hatte mit ihm auf dem Berge Sinai, die zwei Tafeln des Zeugnisses, Tafeln von Stein, geschrieben mit dem Finger Gottes.   Inhalt 10326. Hier wird im inneren Sinn gehandelt erstens von der Herstellung der vorbildlichen Kirche bei denen, die im Guten der Liebe und im Guten des Glaubens an den Herrn sind. Dies wird durch die Gegenstände bezeichnet, die überhaupt aufgezählt werden als solche, die von Bezaleel aus dem Stamm Juda und Aholiab aus dem Stamm Dan gemacht werden sollten. Zweitens wird gehandelt von der Verbindung des Herrn mit jener Kirche durch Vorbildliches; dies wird bezeichnet durch den Sabbath, der heilig gehalten werden soll.   Innerer Sinn 10327. Vers 1-11: Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Siehe, Ich habe mit Namen gerufen Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Churs, vom Stamme Juda, und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und mit Einsicht und mit Erkenntnis und allerlei Werk. Gedanken auszudenken und zu arbeiten in Gold und in Silber und in Erz. Und im Steinschneiden auszufüllen, und im Holzschneiden, zu schaffen in allerlei Werk. Und siehe, Ich habe ihm beigegeben Aholiab, den Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan, und in das Herz eines jeden, der weise ist von Herzen, habe Ich Weisheit gegeben, daß sie machen sollen alles, was Ich dir geboten habe. Das Zelt der Zusammenkunft, und die Lade für das Zeugnis und den Gnadenstuhl darauf und alle Geräte des Zeltes, und den Tisch und seine Geräte, und den reinen Leuchter und alle seine Gefäße, und den Rauchaltar, und den Brandopferaltar und alle seine Gefäße, und das Waschbecken und sein Gestell; und die Kleider des Dienstes, und die heiligen Kleider für Aharon, den Priester, und die Kleider seiner Söhne, des Priesteramtes zu pflegen; und das Salböl, und das Rauchwerk der Spezereien für das Heiligtum; nach allem, was Ich dir geboten habe, sollen sie es machen. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach" bedeutet die Erleuchtung und das Innewerden durch das Wort vom Herrn; "siehe, Ich habe mit Namen gerufen Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Churs, vom Stamme Juda" bedeutet diejenigen, die im Guten der Liebe sind und bei denen eine Kirche hergestellt werden soll; "und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes" bedeutet den Einfluß und die Erleuchtung durch das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten; "mit Weisheit und mit Einsicht und mit Erkenntnis und allerlei Werk" bedeutet in betreff dessen, was dem Willen und was dem Verstand im inwendigen und im äußeren Menschen angehört; "Gedanken auszudenken und zu arbeiten in Gold und in Silber und in Erz" bedeutet vorzubilden das innere und äußere Gute und Wahre, das dem Verstand aus dem Willen und somit dem Glauben aus der Liebe angehört; "und im Steinschneiden auszufüllen" bedeutet vorzubilden alles dem Glauben Angehörige, das dem Guten der Liebe dient; "und im Holzschneiden, zu schaffen in allerlei Werk" bedeutet vorzubilden allerlei Gutes; "und siehe, Ich habe ihm beigegeben Aholiab, den Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan" bedeutet die, welche im Guten und Wahren des Glaubens sind und bei denen die Kirche hergestellt werden soll; "und in das Herz eines jeden, der weise ist von Herzen, habe Ich Weisheit gegeben" bedeutet alle, die das Gute und Wahre wollen und tun um des Guten und Wahren willen; "daß sie machen sollen alles, was Ich dir geboten habe" bedeutet die göttlichen Wahrheiten aus dem Wort, die im Äußeren vorgebildet werden sollten; "das Zelt der Zusammenkunft, und die Lade für das Zeugnis" bedeutet das Vorbild des Himmels im allgemeinen, wo der Herr ist; "und den Gnadenstuhl darauf" bedeutet das Vorbild der Erhörung und Annahme alles dessen, was aus dem Guten der Liebe (stammt); "und alle Geräte des Zeltes" bedeutet das Vorbild des dienenden Guten und Wahren; "und den Tisch und seine Geräte" bedeutet das Vorbild des geistig Guten aus dem Himmlischen; "und den reinen Leuchter und alle seine Gefäße" bedeutet das Vorbild des Wahren aus diesem Guten, "und den Rauchaltar" bedeutet das Vorbild des Gottesdienstes daraus; "und den Brandopferaltar und alle seine Gefäße" bedeutet das Vorbild des Gottesdienstes aus dem Guten der Liebe und seinen Wahrheiten; "und das Waschbecken und sein Gestell" bedeutet das Vorbild der Reinigung und Wiedergeburt, und das Natürliche; "und die Kleider des Dienstes, und die heiligen Kleider für Aharon, den Priester" bedeutet das Vorbild des geistigen Reiches des Herrn, das sich anschließt an Sein himmlisches Reich; "und die Kleider seiner Söhne" bedeutet das Vorbild der niederen geistigen Dinge; "des Priesteramtes zu pflegen" bedeutet das Vorbild des Werkes der Seligmachung des Herrn; "und das Salböl" bedeutet das Vorbild des Herrn in Ansehung des göttlich Guten der göttlichen Liebe in Seinem Göttlich-Menschlichen; "und das Rauchwerk der Spezereien" bedeutet das Vorbild des Gottesdienstes aus den Wahrheiten; "für das Heiligtum" bedeutet für die vorbildliche Kirche; "nach allem, was Ich dir geboten habe, sollen sie es machen" bedeutet gemäß den göttlichen Wahrheiten aus dem Wort, die im Äußeren vorgebildet werden sollen. 10328. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach", 2. Mose 31/1, bedeutet die Erleuchtung und das Innewerden durch das Wort vom Herrn, wie aus dem erhellt, was Nr. 10290 gezeigt wurde. 10329. "Siehe, Ich habe mit Namen gerufen Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Churs, vom Stamme Juda", 2. Mose 31/2, bedeutet diejenigen, die im Guten der Liebe sind und bei denen eine Kirche hergestellt werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Namen rufen", sofern es heißt, solche erwählen, nämlich die tauglich sind, worüber folgt. Aus der vorbildlichen Bedeutung Bezaleels, sofern er diejenigen bezeichnet, die im Guten der Liebe (stehen). Daß diese durch Bezaleel hier vorgebildet werden, beruht darauf, weil er vom Stamm Juda war, und durch diesen Stamm die bezeichnet werden, die im himmlisch Guten sind, welches das Gute der Liebe zum Herrn ist, und in dem von den Personen absehenden Sinn das Gute der himmlischen Liebe. Daß durch Juda und seinen Stamm dieses bezeichnet wird, sehe man Nr. 3654, 3881, 6363, 6364, 8770. Was aber durch Ur, den Vater Bezaleels, und durch Chur, seinen Großvater vorgebildet wird, erhellt aus der Zeugung des himmlisch Guten; es wird nämlich erzeugt von der Lehre des himmlisch Wahren und Guten, daher werden durch sie diese Lehren bezeichnet. Daß durch Chur die Lehre des Wahren vorgebildet wird, sehe man Nr. 9424. Die aber, die bloß auf den Buchstabensinn des Wortes achten, was mit größerer Aufmerksamkeit geschieht bei den historischen als bei den prophetischen Schriften, können sich wundern über die Behauptung, daß durch die Namen jener Männer solches bezeichnet wird; die aber, die wissen, wie das Wort beschaffen ist, werden sich nicht wundern, denn es ist geistig im ganzen und im einzelnen. In den Namen der Personen und Orte selbst, die im Wort vorkommen, ist nichts Geistiges, wenn sie nicht Sachen der Kirche und des Himmels bezeichnen, denn diese sind geistig. Hieraus folgt, daß auch durch diese Namen Sachen bezeichnet werden. Daß die Namen im Wort Sachen bezeichnen, sehe man Nr. 1224, 1264, 1888, 4442, 5095, 5225, 6516, und daß die Namen nicht in den Himmel eingehen, sondern die Sachen, die bezeichnet werden: Nr. 1876, 10216, 10282. Daß "mit Namen rufen" im geistigen Sinn bedeutet, solche erwählen, die tauglich sind, beruht darauf, daß durch den Namen ohne Person die Beschaffenheit bezeichnet wird, wie aus den Stellen im Wort erhellen kann, wo der Ausdruck "Namen" vorkommt. Daß durch den Namen die Beschaffenheit bezeichnet wird, sehe man Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3004-3011, 3421, 6674, 6887, 8274, 8882, 9310, und durch rufen (oder nennen) ohne Namen ebenfalls: Nr. 3421, 3659; und daß mit Namen rufen soviel ist als erwählen: Nr. 8773. Es sind zwei, die hier genannt werden als von Jehovah berufen zum Schaffen der Werke, die dem Mose auf dem Berg Sinai befohlen wurden, nämlich Bezaleel vom Stamme Juda, und Aholiab vom Stamme Dan. Durch Bezaleel werden diejenigen bezeichnet, die im Guten der himmlischen Liebe sind, und durch Aholiab die, welche im Guten und Wahren des Glaubens sind. Die, welche im Guten der himmlischen Liebe stehen, sind im Innersten des Himmels und der Kirche, die aber im Guten und Wahren des Glaubens stehen, sind im Letzten desselben (oder derselben); somit werden durch diese beiden alle in Zusammenfassung bezeichnet, bei denen die Kirche hergestellt werden kann; denn durch das Erste und das Letzte oder durch das Innerste und Äußerste werden bezeichnet alle oder alles. Das jetzt Folgende handelt nämlich von der Herstellung der Kirche, darum werden diese zwei genannt, durch die bezeichnet werden alle, bei denen die Kirche hergestellt werden konnte. Daß durch das Erste und Letzte bezeichnet werden alle und alles, sehe man Nr. 10044, und daß durch Aholiab vom Stamme Dan, diejenigen bezeichnet werden, die im Guten des Glaubens sind, wird man im Folgenden sehen. Aus diesem wird nun klar, daß durch die Worte "Ich habe mit Namen gerufen Bezaleel, den Sohn Uris, den Sohn Churs, vom Stamme Juda", diejenigen bezeichnet werden, die im Guten der Liebe sind, und bei denen die Kirche hergestellt werden soll. 10330. "Und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes", 2. Mose 31/3, bedeutet den Einfluß und die Erleuchtung durch das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten des Herrn (hervorgeht). Dies erhellt aus der Bedeutung von erfüllen mit dem Geist Gottes, sofern es den Einfluß und die Erleuchtung durch das göttlich Wahre bezeichnet, denn erfüllen, wenn es sich auf Jehovah bezieht, bedeutet Einfließen und beim Menschen Erleuchtung, und der Geist Gottes ist das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten des Herrn (kommt). Daß erfüllen, wenn es sich auf Jehovah oder den Herrn bezieht, den Einfluß, und beim Menschen die Erleuchtung bedeutet, beruht darauf, daß Einfluß von allem Guten und von allem Wahren gesagt wird, das aus dem Himmel vom Herrn kommt; und weil dieser Einfluß den Menschen erleuchtet, so wird Erleuchtung vom Menschen gesagt. Daß dieses göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, der Geist Gottes ist, sehe man Nr. 9818. Weil wenige wissen, wie es sich mit dem Einfluß des göttlich Wahren und mit der Erleuchtung durch denselben beim Menschen verhält, so darf hier einiges darüber gesagt werden. Daß alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens nicht vom Menschen ist, sondern aus dem Himmel vom Göttlichen daselbst bei ihm, ist in der Kirche bekannt, wie auch, daß diejenigen, die es aufnehmen, in der Erleuchtung sind. Aber der Einfluß und die Erleuchtung geschieht in folgender Weise: Der Mensch ist so beschaffen, daß er in betreff seines Inwendigen, das dem Denken und Wollen angehört, abwärts und aufwärts sehen kann. Abwärts sehen heißt, hinaus in die Welt und auf sich selbst, und aufwärts sehen heißt, einwärts sehen zum Himmel und zu Gott. Von sich selbst sieht der Mensch hinaus, und das heißt abwärts, weil er, wenn von sich aus, zur Hölle blickt. Aber der Mensch sieht einwärts nicht von selber, sondern vom Herrn, d.h. aufwärts, weil er alsdann in betreff seines Inwendigen, das dem Willen und Verstand angehört, vom Herrn zum Himmel und somit zum Herrn erhoben wird. Das Inwendige wird auch wirklich erhoben und alsdann wirklich vom Leib und von der Welt weggeführt. Wenn dies geschieht, so kommt das Innere des Menschen wirklich in den Himmel und in dessen Licht und Wärme. Dadurch wird ihm Einfluß und Erleuchtung zuteil. Das Licht des Himmels erleuchtet den Verstand (denn dieses Licht ist das göttlich Wahre, das vom Herrn als Sonne ausgeht), und die Wärme des Himmels entzündet den Willen, denn diese Wärme ist das Gute der Liebe, das zugleich vom Herrn als Sonne ausgeht. Weil der Mensch alsdann unter den Engeln ist, so wird ihm von ihnen, d.h. durch sie vom Herrn die Einsicht des Wahren und die Neigung zum Guten mitgeteilt. Diese Mitteilung ist es, was der Einfluß und die Erleuchtung genannt wird. Man wisse aber, daß der Einfluß und die Erleuchtung sich nach der Aufnahmsfähigkeit beim Menschen richtet, und die Aufnahmsfähigkeit nach der Liebe zum Wahren und Guten. Deshalb werden diejenigen erhoben, die bei der Liebe zum Wahren und Guten das Wahre und Gute zum Zweck haben; die aber in der Liebe zum Wahren und Guten sind nicht um des Wahren und Guten, sondern um ihrer selbst und der Welt willen, die können, weil sie immerfort abwärts sehen und sinken, nicht erhoben werden. Sie können also den göttlichen Einfluß aus dem Himmel nicht aufnehmen und erleuchtet werden. Die Einsicht, die bei diesen als die Einsicht des Wahren erscheint, kommt von dem Irrlicht her, das vor ihren Augen glänzt aus Begründungen und den daher kommenden Beredungen. Es glänzt aber, mag es falsch oder wahr sein, in gleicher Weise. Allein dieser Glanz wird zu lauter Finsternis, wenn Licht aus dem Himmel einfließt. Daß es so ist, wurde mir in lebendiger Erfahrung gezeigt. Aus diesem kann man erkennen, woher es kommt, daß in der Welt so viele Irrlehren existieren, nämlich daher, weil die Fahnenträger und Führer auf sich selbst gesehen und ihren eigenen Ruhm zum Zweck gehabt haben und dabei das, was des Herrn und des Himmels ist, als Mittel zum Zweck betrachteten. 10331. "Mit Weisheit und mit Einsicht und mit Erkenntnis und allerlei Werk", 2. Mose 31/3, bedeutet in betreff dessen, was dem Willen und was dem Verstand im inwendigen und im äußeren Menschen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Weisheit, sofern sie das ist, was dem Willen im inwendigen Menschen angehört; aus der Bedeutung der Einsicht, sofern sie das ist, was dem Verstand ebenfalls im inwendigen Menschen angehört; aus der Bedeutung der Erkenntnis, sofern sie das ist, was dem Verstand und daher der Rede im äußeren Menschen angehört; und aus der Bedeutung des Werkes, sofern es das ist, was dem Willen und daher der Wirkung im äußeren Menschen angehört. Es wird daher durch dieses alles bezeichnet, was dem Menschen zugehört, der im Guten der himmlischen Liebe ist, sowohl sein Inneres, als sein Äußeres, das den Einfluß des göttlich Wahren vom Herrn aufnimmt, und daher in der Erleuchtung ist, wovon gleich oben (Nr. 10330). Was aber die Weisheit, die Einsicht, die Erkenntnis und das Werk ist, soll mit wenigem gesagt werden: Die, welche nicht wissen, was der inwendige Mensch und was der äußere, ferner was der Verstand und der Wille ist, können nicht begreifen, wie die Weisheit, die Einsicht, die Erkenntnis und das Werk voneinander unterschieden sind. Der Grund ist, weil sie keine deutliche Vorstellung von der einen und von der anderen haben können, deshalb nennen solche, die das nicht wissen, denjenigen weise, der nur verständig (einsichtig) ja sogar den, der nur ein Wisser ist. Allein weise ist nur, wer aus Liebe die Wahrheiten tut; verständig, wer sie aus Glauben tut; wissend, der (sie) in verständiger Weise (scienter) tut; und Werk ist, was aus diesen geschieht. Somit ist das Werk die Wirkung derselben, worin sie sich verbinden. Deshalb kann niemand weise genannt werden, noch verständig, noch wissend im echten Sinn, wer nicht tut; denn sowohl die Weisheit, als die Einsicht und das Wissen sind Sache des Lebens und nicht die Lehre ohne das Leben, denn das Leben ist der Zweck, auf den es abgesehen ist. Wie also der Zweck beschaffen ist, so ist auch die Weisheit, die Einsicht und das Wissen beschaffen. Ist der Zweck das echte Gute, welches das Gute der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, dann ist es Weisheit, Einsicht und Wissen in ihrem eigentlichen Sinn; denn alsdann sind sie beim Menschen vom Herrn. Geht aber der Zweck auf das Gute der Selbst- und Weltliebe, alsdann sind sie nicht Weisheit, Einsicht und Wissen, weil sie alsdann beim Menschen von ihm selbst sind, denn das Gute der Selbst- und Weltliebe als Zweck ist das Böse, und vom Bösen als Zweck kann man schlechterdings keine Weisheit und Einsicht, nicht einmal Wissen aussagen; denn was ist das Wissen, wenn darin keine Einsicht des Wahren und Weisheit des Guten ist? Man denkt ja aus jenem (Wissen), daß das Böse gut und das Falsche wahr sei. Bei denen, die im Guten der Liebe zum Herrn sind, folgen Weisheit, Einsicht, Wissen und Werk der Ordnung nach vom Inwendigen bis zum Letzten. Weisheit ist bei ihnen das Inwendigste, denn sie ist: gut wollen aus Liebe. Einsicht ist das zweite, denn sie ist: gut verstehen aus dem Gut-wollen; diese zwei gehören dem inwendigen Menschen an. Wissen ist: gut erkennen, und Werk ist: gut handeln, beides aus dem Gut-wollen; diese zwei gehören dem äußeren Menschen an. Hieraus wird klar, daß Weisheit sein muß in der Einsicht, diese im Wissen und dieses im Werk. So schließt in sich und beschließt das Werk alles Inwendige, denn es ist das Letzte, in das es ausläuft. Aus diesem kann man ersehen, was durch die Werke und Taten, die so oft im Wort vorkommen, verstanden wird, wie in folgenden Stellen: Matth.16/27: "Der Sohn des Menschen wird vergelten einem jeglichen nach seinen Werken". Jerem.25/14: "Vergelten werde Ich ihnen nach ihrem Werk und nach dem Tun ihrer Hände". Jerem.32/19: "Jehovah, Dessen Augen offen sind über allen Wegen des Menschen, zu geben einem jeglichen nach seinen Wegen und nach der Frucht seiner Werke". Jerem.35/15: "Kehret um, ein jeder von seinem bösen Wege, und machet gut eure Werke". Hos.4/9: "Heimsuchen werde Ich seine Wege und seine Werke ihm vergelten". Sach.1/6: "Jehovah tut mit uns nach unseren Wegen und nach unseren Werken". Joh.Offenb.2/23: "Ich werde euch geben, einem jeden nach seinen Werken". Joh.Offenb.20/13,15: "Sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach ihren Werken". Joh.Offenb.22/12: "Siehe, Ich komme und Mein Lohn mit Mir, zu geben einem jeden nach seinen Werken". Unter Werken wird hier verstanden alles was beim Menschen ist, weil alles dem Menschen Angehörige, was in seinem Wollen und Verstehen ist, in den Werken liegt, denn aus jenem tut sie der Mensch und daher haben die Werke ihr Leben; ohne dieses sind die Werke wie eine Schale ohne Kern, oder wie ein Leib ohne die Seele. Was vom Menschen ausgeht, geht von seinem Inneren aus, und daher sind die Werke die Äußerungen desselben und sind die Wirkungen, durch die es erscheint. Ein allgemein gültiges Gesetz ist: Wie der Mensch, so ist all sein Werk beschaffen; daher kommt es, daß unter den Werken, nach denen der Lohn und die Vergeltung stattfinden wird, die Beschaffenheit des Menschen in Ansehung der Liebe und in Ansehung des Glaubens verstanden wird; denn die Werke sind die (Äußerungen) der Liebe und des Glaubens, die der Mensch hat. Daß der Mensch nichts ist als seine Liebe und sein Glaube, oder was das gleiche ist, sein Gutes und sein Wahres, sehe man Nr. 10076, 10077, 10264, 10284, 10298. Außerdem ist das eigentliche Wollen des Menschen eben nichts anderes als ein Werk, denn was man will, das tut man, wenn nicht etwas hindert, was nicht entfernt werden kann. Gerichtet werden nach den Taten heißt daher, nach seinem Wollen. Die, welche das Gute tun aus dem Wollen des Guten, heißen im Wort Gerechte, wie erhellt bei Matth.25/37,46; von diesen wird gesagt: "Sie werden strahlen wie die Sonne im Himmel", Matth.13/43. Dan.12/3: "Die Verständigen werden glänzen wie der Glanz des Firmaments, und die viele rechtfertigen, wie die Sterne": die rechtfertigen sind die, welche aus Gut-wollen das Gute tun. 10332. "Gedanken auszudenken und zu arbeiten in Gold und in Silber und in Erz", 2. Mose 31/4, bedeutet vorzubilden inneres und äußeres Gutes und Wahres, das dem Verstand aus dem Willen und somit dem Glauben aus der Liebe angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gedanken ausdenken, oder Erfindungen erfinden, sofern es ist, was vom Verstand ausgeht, wovon Nr. 9598, 9688. Aus der Bedeutung von arbeiten (tun), sofern es bezeichnet, was vom Willen ausgeht, wovon Nr. 9282; denn was ein Mensch tut, das geht von seinem Wollen aus, hier aus dem Wollen durch den Verstand, denn es wird gesagt "Gedanken auszudenken und zu tun". Aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute bezeichnet; und des Silbers, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932, 9490, 9874, 9881. Und aus der Bedeutung des Erzes, sofern es das Gute des natürlichen oder äußeren Menschen bezeichnet, wovon Nr. 425, 1551. Daher wird durch Gold, Silber und Erz inneres und äußeres Gutes und Wahres bezeichnet: durch Gold das innere Gute, durch Silber das innere und äußere Wahre, und durch Erz das äußere Gute. Daß das Vorbild dieses Guten und Wahren bezeichnet wird, beruht darauf, daß von der vorbildlichen Kirche gehandelt wird, und alles, was Bezaleel machen sollte, Vorbilder waren. Hieraus wird klar, daß durch "Gedanken auszudenken und zu arbeiten in Gold, in Silber und in Erz" bezeichnet wird, vorzubilden inneres und äußeres Gutes und Wahres, das dem Verstand aus dem Willen angehört. Daß es auch bedeutet, was dem Glauben aus der Liebe angehört, beruht darauf, daß das Wahre Sache des Glaubens ist, und sich auf den Verstand bezieht, und das Gute Sache der Liebe ist, und sich auf den Willen bezieht. Es wird gesagt Verstand aus dem Willen und Glauben aus der Liebe, weil der Verstand nichts ist, wenn er nicht aus dem Willen kommt; denn was der Mensch versteht, und nicht will, gehört nicht dem Verstand des Menschen, sondern dem Verstand eines anderen in ihm an, daher geht dieser Verstand verloren. Nicht so der Verstand aus dem Willen, dieser gehört dem Menschen selbst an, weil der Wille der Mensch selbst ist. Ebenso verhält es sich mit dem Glauben und der Liebe, denn das Wahre des Glaubens bezieht sich auf den Verstand und das Gute der Liebe auf den Willen. 10333. "Und im Steinschneiden auszufüllen", 2. Mose 31/5, bedeutet vorzubilden alles dem Glauben Angehörige, das dem Guten der Liebe dient. Dies erhellt aus der Bedeutung des Steinschneidens, sofern es das Vorbild alles dem Glauben aus der Liebe Angehörige ist; denn durch das Steinschneiden wird verstanden das Schneiden der Steine im Brustschildlein, das die Urim und Thummim waren. Daß durch diese Steine alles dem Glauben und der Liebe Angehörige vorgebildet wurde, sehe man Nr. 3858, 6335, 6640, 9823, 9863, 9865, 9868, 9873, 9905. Ferner aus der Bedeutung von ausfüllen, sofern es heißt, dem Guten der Liebe dienen, von dem es (herkommt); denn die Füllungen geschahen bei denselben in Gold, und durch Gold wird das Gute der Liebe bezeichnet: Nr. 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 8932, 9490, 9874, 9881. 10334. "Und im Holzschneiden, zu schaffen in allerlei Werk", 2. Mose 31/5, bedeutet vorzubilden allerlei Gutes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Holzschneidens, sofern es das Vorbild des Guten ist. Daß Holz das Gute bedeutet; sehe man Nr. 643, 2784, 2812, 3720, 8354, 9472; und aus der Bedeutung von allerlei Werk, sofern es soviel ist, als allerlei Gutes. Allerlei Gutes wird gesagt, weil es mehrere Gattungen und Arten von Gutem gibt: es gibt ein himmlisches Gutes und ein geistiges Gutes, es gibt ein inneres und ein äußeres Gutes. Das äußere Gute ist das natürliche und das sinnliche. Es gibt ein Gutes der Unschuld, ein Gutes der Liebe, ein Gutes des Glaubens. Ein Gutes muß in allem Wahren sein, wenn es wahr sein soll; und es wird das Gute auch durch Wahres gebildet, daher gestaltet sich das Gute verschieden und wird vielfältig und zwar so vielfältig, daß kein Engel, kein Geist und kein Mensch in dem gleichen Guten ist wie der andere. Der ganze Himmel besteht in Verschiedenheit in Ansehung des Guten. Durch diese Verschiedenheit unterscheidet sich der eine vom anderen; denn wenn mehrere das gleiche Gute hätten, so wäre kein Unterschied. Aber dieses verschiedenerlei Gute wird vom Herrn so geordnet, daß es zusammen ein allgemeines Gutes bildet. Man wisse, daß das göttlich Gute ein einiges ist, weil unendlich: Nr. 10261; aber es gestaltet sich verschieden bei den Engeln, Geistern und Menschen in Ansehung der Qualität und Quantität, infolge der Aufnahme in den Wahrheiten; denn die Wahrheiten qualifizieren das Gute, d.h., sie geben dem Guten seine Qualität; die Wahrheiten aber sind vielfältig. 10335. "Und siehe, Ich habe ihm beigegeben Aholiab, den Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan", 2. Mose 31/6, bedeutet die, die sich im Guten und Wahren des Glaubens befinden, bei denen eine Kirche hergestellt werden soll. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aholiab, sofern er die bezeichnet, die im Guten und Wahren des Glaubens sind. Daß diese durch Aholiab vorgebildet werden, beruht darauf, daß er vom Stamme Dan war, und durch diesen Stamm diejenigen bezeichnet werden, die im Guten und Wahren des Glaubens sind; man sehe Nr. 3923, 6396. Daß diese zwei, nämlich Bezaleel vom Stamme Juda, und Aholiab vom Stamme Dan, zur Schaffung der Werke erwählt wurden, durch die himmlisch und geistig Göttliches vorgebildet werden sollte, hatte den Grund, weil unter Bezaleel alle verstanden werden, die im Guten der Liebe sind, und unter Aholiab alle, die im Guten und Wahren des Glaubens sind, somit unter Bezaleel diejenigen, die im Innersten des Himmels und der Kirche, und durch Aholiab die, welche in ihrem Letzten sind. Und wenn die Innersten und die Letzten genannt werden, werden alle verstanden, die im gesamten Himmel und in der gesamten Kirche sind, hierüber sehe man Nr. 10329; und daß, wenn das Erste und das Letzte gesagt wird, alles verstanden wird: Nr. 10044. Der Stamm Juda war auch wirklich der Erste der Stämme, und der Stamm Dan der Letzte derselben. Daß der Stamm Juda wirklich der Erste der Stämme war, erhellt aus dem Segen der Söhne von ihrem Vater Israel, 1. Mose Kapitel 49; hier werden Ruben, Schimeon und Levi, welche die Erstgeborenen waren, verflucht, und Juda wird gesegnet; man sehe über Ruben 1. Mose 49/3,4; über Schimeon und Levi 1. Mose 49/5-7; und über Juda 1. Mose 49/8-12; und daß Dan der Letzte der Stämme sei, sehe man Nr. 1710, 3923, 6396. Im innersten Himmel sind auch die, welche im Guten der Liebe zum Herrn, und im letzten die, welche im Wahren des Glaubens aus dem Guten sind. Im Wahren des Glaubens aus dem Guten wird gesagt, weil das Wahre des Glaubens bei keinem das Wahre des Glaubens ist, wenn es nicht aus dem Guten stammt, denn das Wahre wird geboren aus dem Guten. Wenn daher das Gute nicht im Wahren ist, so ist keine Seele, somit kein Leben darin. Die, welche in den Wahrheiten des Glaubens sind aus dem Guten, sind in den letzten Regionen des Himmels, nicht aber die, welche in den Wahrheiten des Glaubens ohne das Gute sind; diese sind nicht im Himmel. Weil das Wahre des Glaubens dem Guten der Liebe dient, wie das Letzte dem Ersten, darum wird von Aholiab gesagt, daß Jehovah ihn dem Bezaleel beigegeben habe, d.h. ihm zu dienen, und von Bezaleel wird gesagt, Jehovah habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und mit Einsicht und mit Erkenntnis und allerlei Werk: 2. Mose 31/3. 10336. "Und in das Herz eines jeden, der weise ist von Herzen, habe Ich Weisheit gegeben", 2. Mose 31/6, bedeutet alle, die das Gute und Wahre wollen und tun um des Guten und Wahren willen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herzens, sofern es das Innerste des Menschen ist, das sein Wille genannt wird; und weil dem Willen des Menschen das angehört, was Sache seiner Liebe ist, darum wird durch Herz auch die Liebe bezeichnet. Daß das Herz die Liebe bedeutet, sehe man Nr. 3635, 3883-3896, 9050; und daß es der Wille ist: Nr. 2930, 3888, 7542, 8910, 9113, 9300, 9495. Ferner aus der Bedeutung des "Weisen von Herzen", sofern es den bezeichnet, der das Gute und Wahre liebt um des Guten und Wahren willen, denn Sache des Weisen und Weisheit ist es, aus Liebe die Wahrheiten zu tun: Nr. 10331; und Sache eines Weisen von Herzen, und Weisheit des Herzens ist es, aus Liebe das Gute zu tun. Ferner aus der Bedeutung von "Weisheit ins Herz geben", sofern es heißt, aus dem Herrn es tun, somit aus dem Guten der Liebe; denn das Gute der Liebe ist vom Herrn, weil alle dieser Art das Gute und Wahre wollen und tun um des Guten und Wahren willen, indem das Gute und das Wahre des Guten der Herr bei ihnen ist; denn was von Ihm ist, was also Sein ist, ist auch Er selbst. Dies ist der Grund, warum gesagt wird, daß der Herr das Gute selbst und das Wahre selbst sei. Daß der Herr das Gute selbst ist, erhellt aus den Worten des Herrn: Matth.19/16,17; Luk.18/18,19: "Was heißest du Mich gut, niemand ist gut, als der eine Gott"; und wo das Gute der Liebe und Liebtätigkeit genannt wird: Matth.25/40: "Soviel ihr getan habt einem von diesen Meinen geringsten Brüdern, das habt ihr Mir getan": daß Brüder heißen, die im Guten sind, somit das Gute, sehe man Nr. 2360, 3803, 3815, 4121, 5409; somit bedeuten "Brüder des Herrn" die, welche im Guten sind von Ihm: Nr. 4191, 5686, 5692, 6756; und daß der Herr das Wahre selbst ist: Joh.14/6: "Jesus sprach: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". Joh.16/13-15: "Wenn der Geist der Wahrheit kommen wird, so wird er euch in alle Wahrheit führen, denn er wird nicht reden aus ihm selbst; von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen". Hieraus wird klar, was es heißt "Weisheit ins Herz geben". Das gleiche wird auch verstanden durch "das Gesetz ins Herz schreiben": Jerem.31/33,34: "Geben will Ich Mein Gesetz in ihre Mitte, und in ihr Herz es schreiben; und sie werden nicht mehr lehren, ein Mann seinen Genossen, oder ein Mann seinen Bruder, und sagen: Erkennet den Jehovah; denn alle werden Mich kennen": das Gesetz ins Herz schreiben heißt, das göttlich Wahre dem Willen, somit der Liebe eingeben; wenn dieses geschieht, dann wird das Wahre nicht mehr dem Gedächtnisse entnommen, sondern man wird es aus dem Guten der Liebe selbst inne. Deshalb wird gesagt, "sie werden nicht mehr lehren ein Mann seinen Genossen, oder ein Mann seinen Bruder, und sagen: Erkennet den Jehovah, denn alle werden Mich kennen". Daß von solcher Art die himmlischen Engel sind, die sich im innersten Himmel befinden, sehe man in den Nr. 9277 angeführten Stellen. Was es heißt, das Gute und Wahre wollen und tun um des Guten und Wahren willen, was bezeichnet wird durch "Weisheit geben in das Herz eines jeden, der weise ist von Herzen", soll mit wenigen Worten gesagt werden: Alle, die den Herrn über alles lieben, und den Nächsten wie sich selbst, tun das Gute und Wahre um des Guten und Wahren willen; denn das Gute und Wahre ist der Herr selbst, wie oben gesagt worden. Wenn sie daher das Gute und Wahre lieben, d.h., wenn sie es aus Liebe wollen und tun, so lieben sie den Herrn. So auch die, welche den Nächsten lieben wie sich selbst, weil der Nächste im umfassenden Sinn das Gute und das Wahre ist; denn der Nächste ist der Mitbürger, die Gemeinde, das Vaterland, die Kirche und das Reich des Herrn. Und den Nächsten lieben heißt, ihnen wohl wollen, oder ihr Gutes wollen; deshalb ist es ihr Gutes, was man lieben soll, und wenn man dieses liebt, so liebt man den Herrn, weil von Ihm dieses Gute ist. Hieraus wird klar, daß die Liebe gegen den Nächsten, die Liebtätigkeit genannt wird, die Liebe zum Herrn in sich hat. Ist diese Liebe nicht in ihr, dann liebt man den Mitbürger, die Gemeinde, das Vaterland, die Kirche und das Reich des Herrn um seiner selbst willen, und so liebt man nicht aus dem Guten, sondern aus dem Bösen; denn alles, was aus dem Menschen als Selbstzweck kommt, ist aus dem Bösen. Den Nächsten lieben um seiner selbst willen heißt, um gewinnsüchtiger und ehrsüchtiger Zwecke willen. Der Zweck ist es, der bestimmt, ob etwas aus dem Guten ist oder aus dem Bösen, denn der Zweck ist die Liebe. Was nämlich der Mensch liebt, das hat er zum Zweck. Der Zweck ist auch der Wille, denn was der Mensch will, das liebt er. Daher ist der Zweck, den man hat, oder die Absicht, der Mensch selbst. Der Mensch ist nämlich so beschaffen wie sein Wille, und wie seine Liebe. 10337. "Daß sie machen sollen alles, was Ich dir geboten habe", 2. Mose 31/6, bedeutet die göttlichen Wahrheiten aus dem Wort, die im Äußeren vorgebildet werden sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von machen alles, was Ich geboten habe, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es heißt, gemäß den göttlichen Wahrheiten, denn die göttlichen Wahrheiten werden die Gebote des Herrn genannt: Nr. 9417; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon Nr. 9372. Der Grund, warum es heißt, die im Äußeren vorgebildet werden sollten, war der, weil das, was sie machen sollten, Vorbilder waren, und die Vorbilder sind Äußeres, in dem Inneres sinnbildlich dargestellt wird. Die Vorbilder, die sie machen sollten, werden unten, 2. Mose 31/7-11, aufgezählt. Was Vorbilder sind, sehe man in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9280, sodann Nr. 9457, 9481 9576, 9577, 10149, 10252, 10276. 10338. "Das Zelt der Zusammenkunft, und die Lade für das Zeugnis", 2. Mose 31/7, bedeutet das Vorbild des Himmels im allgemeinen, wo der Herr ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes der Zusammenkunft und der Lade, sofern sie ein Vorbild des Himmels sind, wovon Nr. 9457, 9481, 9485, 9784; daß sie das Vorbild des Himmels im allgemeinen sind, kommt daher, weil durch das Zelt der Zusammenkunft hinter dem Vorhang, wo die Lade war, der innerste oder dritte Himmel vorgebildet wurde: Nr. 9485; durch das Zelt der Zusammenkunft außerhalb des Vorhangs der mittlere oder zweite Himmel; und durch den Vorhof der letzte Himmel: Nr. 9741; und aus der Bedeutung des Zeugnisses, sofern es den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren bezeichnet, wovon Nr. 8535, 9503. 10339. "Und den Gnadenstuhl darauf", 2. Mose 31/7, bedeutet das Vorbild der Erhörung und Annahme alles Gottesdienstlichen aus dem Guten der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gnadenstuhls auf der Lade, sofern er das Vorbild aller gottesdienstlichen Handlungen ist, die aus dem Guten der Liebe geschehen, wovon Nr. 9306. 10340. "Und alle Geräte des Zeltes", 2. Mose 31/7, bedeutet das Vorbild des dienenden Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geräte des Zeltes der Zusammenkunft, sofern sie das Gute und Wahre bezeichnen, das den Himmeln dienstbar ist, somit was dient. Dienendes Gutes und Wahres sind Erkenntnisse und Wißtümliches. Daß dieses durch Geräte im allgemeinen bezeichnet wird, sehe man Nr. 3068, 3079, 9724. 10341. "Und den Tisch und seine Geräte", 2. Mose 31/8, bedeutet das Vorbild des geistig Guten aus dem Himmlischen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tisches, worauf die Schaubrote lagen, sofern er das Vorbild des himmlisch und geistig Guten ist, wovon Nr. 9527, 9545, 9684, 9685; und aus der Bedeutung seiner Geräte, sofern sie das Dienende bezeichnen; und daß dieses die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind, sehe man Nr. 9544. 10342. "Und den reinen Leuchter und alle seine Gefäße", 2. Mose 31/8, bedeutet das Vorbild des Wahren aus jenem Guten, und das Dienende. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leuchters mit den Lampen und Röhren, sofern er das Vorbild des geistigen Himmels ist, und des Glaubens und der Einsicht daselbst vom Herrn, somit des Wahren aus dem Guten, wovon Nr. 9548, 9551, 9555, 9558, 9561; und aus der Bedeutung der Gefäße des Leuchters, sofern sie die Reinigungs- und Ausleerungsorgane bezeichnen, wovon Nr. 9572, somit das Dienende. 10343. "Und den Rauchaltar", 2. Mose 31/8, bedeutet das Vorbild des Gottesdienstes daraus. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchaltars, sofern er das Vorbild aller gottesdienstlichen Handlungen ist, die aus dem Guten der Liebe und des Glaubens kommen, wovon Nr. 10177. 10344. "Und den Brandopferaltar und alle seine Gefäße", 2. Mose 31/9, bedeutet das Vorbild des Gottesdienstes aus dem Guten der Liebe und seinen Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brandopferaltars, sofern er das Vorbild des Herrn und Seiner Verehrung aus dem Guten der Liebe ist, wovon Nr. 9714, 9964, 10123, 10151, 10242, 10245; und aus der Bedeutung seiner Gefäße, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen, die dem Guten dienen, wovon Nr. 9723, 9724. 10345. "Und das Waschbecken und sein Gestell", 2. Mose 31/9, bedeutet das Vorbild der Reinigung und Wiedergeburt, und das Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Waschens, welches durch das Wasser im Waschbecken geschah, sofern es das Vorbild der Reinigung und Wiedergeburt ist, wovon Nr. 10237, 10239; und aus der Bedeutung des Waschbeckens, sofern es das Natürliche des Menschen ist, wovon Nr. 10235, und aus der Bedeutung seines Gestells, sofern es das Sinnliche bezeichnet, welches das Letzte des Natürlichen ist, wovon Nr. 10236. 10346. "Und die Kleider des Dienstes, und die heiligen Kleider für Aharon, den Priester", 2. Mose 31/10, bedeutet das Vorbild des geistigen Reiches des Herrn, das sich anschließt an Sein himmlisches Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider Aharons, sofern sie das Vorbild des geistigen Reiches des Herrn sind, daß sich anschließt an Sein himmlisches Reich, wovon Nr. 9814. 10347. "Und die Kleider seiner Söhne", 2. Mose 31/10, bedeutet das Vorbild der niederen geistigen Dinge. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Aharons und ihrer Kleider, sofern sie das Vorbild der niederen geistigen Dinge sind, wovon Nr. 10068. 10348. "Des Priesteramtes zu pflegen", 2. Mose 31/10, bedeutet das Vorbild des Werkes der Seligmachung des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Priesteramtes Aharons und seiner Söhne, sofern es das Vorbild des Werks der Seligmachung des Herrn ist, wovon Nr. 9809, 10017. 10349. "Und das Salböl", 2. Mose 31/11, bedeutet das Vorbild des Herrn in Ansehung des göttlich Guten der göttlichen Liebe in Seinem Göttlich-Menschlichen, wie aus dem erhellt, was in betreff der Salbung und des Salböls Nr. 9954, 10011, 10019, 10261 gezeigt wurde. 10350. "Und das Rauchwerk der Spezereien", 2. Mose 31/11, bedeutet das Vorbild des Gottesdienstes aus den Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rauchwerks, sofern es ein Vorbild des Gottesdienstes ist, wovon Nr. 9475, 10198, 10298; und aus der Bedeutung seiner Spezereien, sofern sie die Wahrheiten und ihre Regungen bezeichnen, wovon Nr. 10291, 10295. 10351. "Für das Heiligtum", 2. Mose 31/11, bedeutet für die vorbildliche Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligtums in jener Kirche, sofern es das Vorbild des Herrn und der göttlichen Dinge von Ihm ist, wovon Nr. 9229, 9956, 10069, 10149; somit, was in der Verehrung des Herrn in der vorbildlichen Kirche war, denn es wird vom Rauchwerk gesagt, durch das der Gottesdienst bezeichnet wird, wie Nr. 10350. 10352. "Nach allem, was Ich dir geboten habe, sollen sie es machen", 2. Mose 31/11, bedeutet gemäß den göttlichen Wahrheiten aus dem Wort, die im Äußeren vorgebildet werden sollen, wie Nr. 10337. Dies alles, was dem Befehl gemäß von Bezaleel und Aholiab gemacht werden sollte, ist solches, dessen Bedeutung früher gezeigt wurde, darum wird es, weil es hier bloß aufgezählt wird, nicht weiter erklärt. 10353. Vers 12-18: Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Und du, rede zu den Söhnen Israels und sprich: Vor allem sollt ihr Meine Sabbathe halten, denn das ist ein Zeichen zwischen Mir und zwischen euch für eure künftigen Geschlechter, daß Ihr wisset, daß Ich es bin, Jehovah, Der euch heiligt. So haltet denn den Sabbath, denn heilig ist er euch; wer ihn entheiligt, soll des Todes sterben, denn ein jeder, der an ihm eine Arbeit tut, dessen Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke. Sechs Tage soll man sein Werk tun, aber am siebenten Tage ist der Sabbath der Ruhe, heilig dem Jehovah; ein jeder, der ein Geschäft tut am Sabbathtag, soll des Todes sterben. Darum sollen die Söhne Israels den Sabbath halten, daß sie den Sabbath feiern für ihre (kommenden) Geschlechter, als einen ewigen Bund. Zwischen Mir und zwischen den Söhnen Israels ist dies ein Zeichen ewiglich; denn in sechs Tagen hat Jehovah Himmel und Erde gemacht, und am siebenten Tage hat Er geruht und Sich erholt. Und Er gab dem Mose, als Er ausgeredet hatte mit ihm auf dem Berge Sinai, die zwei Tafeln des Zeugnisses, Tafeln von Stein, geschrieben mit dem Finger Gottes. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach" bedeutet die Erleuchtung und das Innewerden durch das Wort vom Herrn; "und du, rede zu den Söhnen Israels und sprich" bedeutet die Unterweisung der Angehörigen der Kirche durch das Wort; "vor allem sollt ihr Meine Sabbathe halten" bedeutet, man solle immerfort heilig denken an die Vereinigung des Göttlichen mit dem Menschlichen des Herrn; "denn das ist ein Zeichen zwischen Mir und zwischen euch" bedeutet, das sei ein Hauptmerkmal, woran man im Himmel die Angehörigen der Kirche erkenne; "für eure künftigen Geschlechter" bedeutet, im ganzen und einzelnen der Kirche; "daß Ihr wisset, daß Ich es bin, Jehovah, der euch heiligt" bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, auf das alles im Himmel und in der Kirche als den einzigen Ausgangspunkt sich bezieht; "so haltet denn den Sabbath" bedeutet, das Göttlich-Menschliche des Herrn solle verehrt werden; "denn heilig ist er euch" bedeutet, daher (komme) alles Gute und Wahre, das die Kirche macht; "wer ihn entheiligt" bedeutet geführt werden von sich selbst und seinen Liebestrieben, und nicht vom Herrn; "soll des Todes sterben" bedeutet die Scheidung vom Himmel und den geistigen Tod; "denn ein jeder, der an ihm eine Arbeit tut" bedeutet, wer von himmlischen Liebestrieben zu fleischlichen und weltlichen Liebestrieben sich wendet; "dessen Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke" bedeutet der Himmel und die Kirche sei nicht bei einem solchen, sondern die Hölle; "sechs Tage soll man sein Werk tun" bedeutet den Zustand, der vorausgeht und zur himmlischen Ehe vorbereitet; "aber am siebenten Tage ist der Sabbath der Ruhe" bedeutet den Zustand des Guten, welcher der Zweck ist, auf den es abgesehen ist, somit wenn der Mensch eine Kirche wird und in den Himmel eingeht; "heilig dem Jehovah" bedeutet das Göttliche; "ein jeder, der ein Geschäft tut am Sabbathtag, soll des Todes sterben" bedeutet geführt werden von sich selbst und von seinen Liebestrieben, und nicht vom Herrn; "darum sollen die Söhne Israels den Sabbath halten, daß sie den Sabbath feiern für ihre (kommenden) Geschlechter" bedeutet, daß das eigentlich Wesentliche der Kirche die Anerkennung der Vereinigung des Göttlichen Selbst im Menschlichen des Herrn sei, und daß diese im ganzen und einzelnen des Gottesdienstes sein müsse; "als einen ewigen Bund" bedeutet die Verbindung mit dem Herrn in Ewigkeit; "zwischen Mir und zwischen den Söhnen Israels ist dies ein Zeichen ewiglich" bedeutet, dadurch werden die, welche zur Kirche gehören, unterschieden von denen, die nicht zur Kirche gehören; "denn in sechs Tagen hat Jehovah Himmel und Erde gemacht" bedeutet den Zustand des Kampfes und der Arbeit bei der Herstellung der Kirche; "und am siebenten Tage hat Er geruht und Sich erholt" bedeutet den Zustand des Guten, wenn die Kirche hergestellt, oder wenn der Mensch wiedergeboren ist; "und Er gab dem Mose, als Er ausgeredet hatte mit ihm auf dem Berge Sinai, die zwei Tafeln des Zeugnisses" bedeutet die Verbindung des Herrn durch das Wort mit dem Menschen; "Tafeln von Stein, geschrieben mit dem Finger Gottes" bedeutet das göttlich Wahre in ihnen vom Herrn selbst. 10354. "Und Jehovah redete zu Mose und sprach", 2. Mose 31/12, bedeutet die Erleuchtung und das Innewerden durch das Wort vom Herrn, wie aus dem erhellt, was Nr. 10234, 10290 gezeigt wurde. 10355. "Und du, rede zu den Söhnen Israels und sprich", 2. Mose 31/13, bedeutet die Unterweisung der Angehörigen der Kirche durch das Wort. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, zu dem gesagt wird, er solle zu den Söhnen Israels reden, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen; und aus der Bedeutung von reden und sprechen, sofern es Belehrung oder Unterweisung ist, wovon in den Nr. 10280 angeführten Stellen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche bezeichnen, wovon in den Nr. 9340 angeführten Stellen. Hieraus wird klar, daß durch "du, rede zu den Söhnen Israels und sprich", die Unterweisung der Angehörigen der Kirche durch das Wort bezeichnet wird. Über die Unterweisung durch das Wort soll hier etwas gesagt werden: In den ältesten Zeiten wurden die Menschen in himmlischen Dingen, oder in dem, was sich auf das ewige Leben bezieht, durch unmittelbaren Umgang mit den Engeln des Himmels unterwiesen, denn der Himmel war damals mit dem Menschen der Kirche vereint. Er floß nämlich durch den inwendigen Menschen in ihren äußeren (Menschen) ein; daher wurde ihnen nicht bloß Erleuchtung und Innewerden zuteil, sondern auch die Rede mit den Engeln. Diese Zeit wurde das Goldene Zeitalter genannt, darum, weil sie damals im Guten der Liebe zum Herrn waren, denn Gold bezeichnet dieses Gute. Diese Zustände werden auch durch das Paradies im Wort beschrieben. Nachher geschah die Unterweisung in himmlischen Dingen, und in dem, was sich auf das ewige Leben bezieht, durch solches, was man Entsprechungen und Vorbildungen nennt, deren Kenntnis man von den Uralten her empfangen hatte, die in einem unmittelbaren Umgang mit den Engeln des Himmels standen. In jene (Entsprechungen) floß alsdann der Himmel bei ihnen ein, und erleuchtete sie, denn die Entsprechungen und Vorbildungen sind die äußeren Formen himmlischer Dinge. Und in dem Maß als die Menschen damals im Guten der Liebe und Liebtätigkeit waren, wurden sie erleuchtet; denn aller göttliche Einfluß aus dem Himmel geschieht in das Gute beim Menschen, und durch das Gute in das Wahre. Und weil der Mensch der Kirche damals im geistig Guten war, welches Gute seinem Wesen nach das Wahre ist, darum wurden jene Zeiten das Silberne Zeitalter genannt, denn Silber bezeichnet ein solches Gute. Als aber die Wissenschaft der Entsprechungen und Vorbildungen in Zauberei (Magie) verwandelt wurde, ging jene Kirche zugrunde, und es folgte auf sie die dritte, in der zwar aller Gottesdienst beinahe durch gleiches geschah, aber man wußte gleichwohl nicht, was es bedeutete. Diese Kirche wurde bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft eingesetzt. Weil aber die Unterweisungen in himmlischen Dingen, oder in solchen, die das ewige Leben betreffen, nicht durch den Einfluß in ihr Inneres, und so durch Erleuchtung geschehen konnte, darum redeten Engel vom Himmel mit lauter Stimme mit etlichen von ihnen, und belehrten sie über äußere Dinge, und wenig über innere, weil sie die inneren nicht begreifen konnten. Diejenigen, die im natürlich Guten waren, nahmen solches heilig auf; daher wurden jene Zeiten eherne genannt, denn Erz bezeichnete ein solches Gute. Als aber auch (fast) nichts natürlich Gutes beim Menschen der Kirche übrig war, kam der Herr in die Welt, und brachte alles in den Himmeln und in den Höllen wieder in Ordnung, zu dem Zweck, damit der Mensch den Einfluß von Ihm aus dem Himmel aufnehmen, und erleuchtet werden kann, und die Höllen ihn nicht hindern, und Finsternis hereinsenden könnten. Da begann die vierte Kirche, welche die christliche Kirche genannt wird. In dieser geschieht die Unterweisung in himmlischen Dingen oder in denen, die das ewige Leben betreffen, einzig durch das Wort. Durch dieses wird dem Menschen Einfluß und Erleuchtung zuteil, denn das Wort ist geschrieben in lauter Entsprechungen und in lauter Vorbildungen, die himmlische Dinge bezeichnen. In diese kommen die Engel, wenn der Mensch der Kirche das Wort liest. Daher wird durch das Wort die Verbindung des Himmels mit der Kirche, oder der Engel des Himmels mit den Menschen der Kirche bewirkt, aber bloß mit denjenigen in ihr, die im Guten der Liebe und Liebtätigkeit sind. Weil jedoch der Mensch dieser Kirche auch dieses Gute ausgelöscht hat, darum kann derselbe auch durch keinen Einfluß und durch keine Erleuchtung daher unterwiesen werden, (sondern) bloß in etlichen Wahrheiten, die jedoch mit dem Guten nicht zusammenhängen. Daher sind es diese Zeiten, die eiserne genannt werden, denn Eisen bedeutet das Wahre im Letzten der Ordnung. Wenn aber das Wahre von solcher Art ist, dann ist es so beschaffen, wie es beschrieben wird bei Dan.2/43: "Daß du gesehen hast Eisen gemengt mit Ton von Lehm, so werden sie sich vermengen durch Menschensamen, aber sie werden nicht hängenbleiben eines an dem anderen, wie Eisen sich nicht mengt mit Ton". Aus diesem kann erhellen, wie die Offenbarungen von den ältesten Zeitaltern an bis zum heutigen aufeinanderfolgten. Ferner, daß in jetziger Zeit eine Offenbarung allein durch das Wort stattfindet, eine echte Offenbarung aber nur bei denen, die bei der Liebe zum Wahren um des Wahren willen sind, und nicht bei denen, die bei der Liebe zum Wahren Ehren und Einkommen zum Zweck haben; denn, wenn man es glauben will, der Herr ist das Wort selbst, weil das Wort das göttlich Wahre ist, und das göttlich Wahre ist der Herr im Himmel, weil vom Herrn (kommend). Deshalb lieben die, welche das göttlich Wahre um des göttlich Wahren willen lieben, den Herrn. Und bei denen, die den Herrn lieben, fließt der Himmel ein, und erleuchtet. Hingegen diejenigen, die das göttlich Wahre nur lieben um der Ehrenstellen und der Einkünfte willen als Zweck, wenden sich vom Herrn ab zu sich selbst und zur Welt. Daher kann bei ihnen ein Einfluß und eine Erleuchtung nicht stattfinden. Und weil diese ihr Augenmerk nur auf den Buchstabensinn, und auf ihren Ruf und Ruhm richten, darum wenden sie diesen Sinn auf solches hin, was ihren Liebestrieben günstig ist. HG 10356 10356. "Vor allem sollt ihr Meine Sabbathe halten", 2. Mose 31/13, bedeutet, man solle immerfort heilig denken an die Vereinigung des Göttlichen Selbst mit dem Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sabbathe, sofern sie im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen Selbst mit dem Göttlich-Menschlichen im Herrn bezeichnen; und im bezüglichen Sinn die Verbindung des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen mit dem Himmel. Sodann die Verbindung des Himmels mit der Kirche, und im allgemeinen bei denen, welche die Kirche sind, oder bei denen die Kirche ist, die Verbindung des Guten und Wahren. Daß diese Vereinigung, und diese Verbindungen durch die Sabbathe bezeichnet werden, sehe man Nr. 8274, 8495, 8510, 8890, 8893; und aus der Bedeutung von "vor allem oder hauptsächlich halten", sofern es heißt, heilig und immerfort im Gedanken haben; denn wenn halten von dem gesagt wird, was in jener Kirche vorgebildet wurde, so bedeutet es, das im Gedanken und im Sinn haben, was vorgebildet wurde, und es heilig verehren; denn die Vorbilder waren äußere Dinge, in denen innere waren; und die so Anlaß gaben, an das Innere zu denken. Daher wird durch das Halten der Sabbathe Jehovahs bezeichnet, heilig und immerfort denken an den Herrn, an die Vereinigung des Göttlichen Selbst mit Seinem Göttlich-Menschlichen, an die Verbindung des Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen mit dem Himmel, und an die Verbindung des Himmels mit der Kirche, sowie an die Verbindung des Guten und Wahren im Menschen der Kirche. Weil dieses die eigentlich wesentlichen Punkte der Kirche sind, (denn ohne die Anerkennung und den Glauben dieser Punkte ist die Kirche) keine Kirche, darum ist vom Sabbath, durch den jene bezeichnet werden, zuletzt und auch immer wiederholt die Rede bis zum Ende des Kapitels. 10357. "Denn das ist ein Zeichen zwischen Mir und zwischen euch", 2. Mose 31/13, bedeutet, das sei ein Hauptmerkmal, woran man im Himmel die Angehörigen der Kirche erkenne. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeichens zwischen Jehovah und zwischen den Söhnen Israels, sofern es das ist, was anzeigt und bezeugt, daß sie der Kirche angehören, somit woran man sie im Himmel erkennt, und auch wodurch sie mit dem Herrn verbunden werden. Denn die Angehörigen der Kirche, in denen eine Kirche ist, müssen den Herrn und das Göttliche in Ihm anerkennen, und ebenso die Verbindung des Herrn mit dem Himmel, und auch die Verbindung des Himmels mit dem Menschen der Kirche, und im allgemeinen die Verbindung des Guten und Wahren bei ihm, weil diese Verbindung die Kirche in ihm macht. Ob man sagt, die Kirche sei im Menschen, oder der Himmel sei in ihm; oder ob man sagt, das Reich Gottes oder der Herr sei in ihm, ist gleich, denn die Kirche ist der Himmel des Herrn auf Erden; und das Reich Gottes ist der Himmel und die Kirche zugleich, und der Herr ist es, von Dem es ist, ja Der es ist. 10358. "Für eure künftigen Geschlechter", 2. Mose 31/13, bedeutet, im ganzen und einzelnen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, wenn von den Söhnen Israels die Rede ist, sofern sie das Ganze und Einzelne der Kirche (vorbilden), wovon Nr. 10282. 10359. "Daß Ihr wisset, daß Ich es bin, Jehovah, Der euch heiligt", 2. Mose 31/13, bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, auf das alles im Himmel und in der Kirche als den einzigen Ausgangspunkt sich bezieht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligen, sofern es das Göttliche im Himmel und in der Kirche ist, denn dieses allein ist heilig; und das Göttliche im Himmel und der Kirche geht vom Göttlich-Menschlichen des Herrn aus; somit ist es das Göttlich-Menschliche des Herrn, was allein heilig ist, folglich auch, was heiligt. Hieraus wird klar, daß dieses es ist, auf das alles im Himmel und der Kirche als den einzigen Ausgangspunkt sich bezieht; denn der Himmel ist nicht Himmel vom Eigenen der Engel, sondern vom Göttlichen des Herrn bei ihnen; ebenso die Kirche bei den Menschen. Es wird gesagt: "Ich bin Jehovah, Der euch heiligt", und unter Jehovah wird der Herr verstanden. Weil aber hiervon früher öfters die Rede war, so sehe man, was hierüber gesagt und gezeigt wurde; nämlich, daß der Herr allein heilig sei, und daß alles Heilige von Ihm ausgehe: Nr. 9229, 9680, 9820; daß die Heiligung die Aufnahme des Göttlichen des Herrn sei: Nr. 9820, 10128, 10276; daß die Engel kein anderes Göttliches anerkennen, als das Göttlich-Menschliche des Herrn: Nr. 9276, 10159; daß somit der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Himmel und die Kirche sei, weil Er daselbst in dem Seinigen, und nicht im Eigenen anderer wohnt: Nr. 10125, 10151, 10157; und daß Jehovah im Wort der Herr ist, in den Nr. 9373 angeführten Stellen. 10360. "So haltet denn den Sabbath", 2. Mose 31/14, bedeutet, das Göttlich-Menschliche des Herrn solle verehrt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von halten, wenn es sich auf das Göttliche bezieht, sofern es heißt verehren; und aus der Bedeutung des Sabbaths, sofern er im höchsten Sinn bezeichnet die Vereinigung des Göttlichen, das der Vater genannt wird, und des Göttlich-Menschlichen, das der Sohn (heißt), somit das Göttlich-Menschliche, in dem diese Vereinigung ist. Daß durch den Sabbath diese Vereinigung bezeichnet wird, beruht darauf, daß durch die sechs Arbeitstage, die dem siebenten vorausgehen, der ganze Zustand des Kampfes bezeichnet wird; denn Arbeit im geistigen Sinn ist keine solche Arbeit wie in der Welt, sondern wie sie diejenigen haben, die in der Kirche sind, ehe sie in die Kirche eingehen und eine Kirche werden. Diese Arbeit ist der Kampf gegen das Böse und das Falsche des Bösen. Die gleiche Arbeit im geistigen Sinn hatte der Herr, als Er in der Welt war, denn damals kämpfte Er gegen die Höllen, und brachte diese wie auch die Himmel wieder in Ordnung; und zugleich verherrlichte Er damals Sein Menschliches, d.h., Er vereinigte es mit dem Göttlichen Selbst, das Er von der Empfängnis her hatte; man sehe Nr. 9715, 9809. Die Zeit und der Zustand, da der Herr jene Kämpfe zu bestehen hatte, wird bezeichnet durch die sechs Tage der Arbeit, und der Zustand nach geschehener Vereinigung wird durch den siebenten Tag bezeichnet; dieser heißt Sabbath von der Ruhe, weil der Herr alsdann Ruhe hatte. Daher wird durch Sabbath auch bezeichnet die Verbindung des Herrn mit dem Himmel, mit der Kirche, mit dem Engel des Himmels und mit dem Menschen der Kirche. Der Grund ist, weil alle, die in den Himmel kommen wollen, zuerst in Kämpfen gegen Böses und Falsches des Bösen sein müssen, und wenn dieses entfernt ist, gehen sie in den Himmel ein, und werden mit dem Herrn verbunden, und dann haben sie Ruhe. Ebenso die Menschen in der Welt. Daß diese in Kämpfen sein, oder Versuchungen bestehen müssen, ehe das Gute und Wahre, das die Kirche macht, ihnen eingepflanzt wird, ist bekannt; somit, ehe sie mit dem Herrn verbunden sind, folglich, ehe sie Ruhe haben. Hieraus wird klar, warum der Zustand des Kampfes durch die sechs Tage der Arbeit, und die Ruhe, wie auch die Verbindung durch den siebenten Tag oder Sabbath bezeichnet wird. Daß auch die Verbindung des Guten und Wahren durch Sabbath bezeichnet wird, beruht darauf, daß der Mensch, wenn er in Kämpfen ist, alsdann in Wahrheiten ist; wenn aber die Wahrheiten mit dem Guten verbunden sind, somit, wenn der Mensch im Guten ist, alsdann hat er Ruhe, ebenso wie der Herr, als Er in der Welt war und mit den Höllen kämpfte; damals war Er in Ansehung Seines Menschlichen das göttlich Wahre, als Er aber Sein Menschliches mit dem Göttlichen Selbst vereinigt hatte, da wurde Er auch in Ansehung Seines Menschlichen das göttlich Gute. Daß die sechs Tage, die dem Sabbath vorausgehen, die Kämpfe bedeuten, die der himmlischen Ehe, welche die Verbindung des Guten und Wahren ist, vorausgehen und sie vorbereiten, sehe man Nr. 8510, 8888, 9431. Über den vorhergehenden Zustand, wenn der Mensch in den Wahrheiten ist, und dann in Kämpfen gegen Böses und Falsches des Bösen, welcher Zustand durch die sechs Tage der Arbeit bezeichnet wird, und über den nachherigen Zustand, wenn er im Guten ist, und vom Herrn geführt wird, der durch den Sabbath bezeichnet wird, sehe man Nr. 7923, 7992, 8505, 8506, 8510, 8512, 8516, 8539, 8643, 8648, 8658, 8685, 8690, 8701, 8772, 9139, 9224, 9227, 9230, 9274, 9832. Daß der Herr, als Er in der Welt war, Sein Menschliches zuerst zum göttlich Wahren, und nachher zum göttlich Guten machte, in den Nr. 9199 E, 9315 E angeführten Stellen; und zwar durch Versuchungskämpfe, (man sehe) in den Nr. 9528 E angeführten Stellen. Wer also weiß, daß durch Sabbath im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen Selbst im Göttlich-Menschlichen des Herrn verstanden wird, der kann wissen, was das bedeutet, was im Wort so oft vom Sabbath gesagt wird, somit auch, was: Jes.58/13,14: "So du abwendest vom Sabbath deinen Fuß, so daß du nicht tust deinen Willen an Meinem heiligen Tage, sondern den Sabbath nennst die Wonne dem Heiligen Jehovahs zu Ehren, und ihn ehrest, so daß du nicht tust deine Wege, noch findest dein Begehren, oder ein (eitles) Wort redest, dann wirst du deine Lust haben an Jehovah, und Ich werde dich fahren lassen auf die Höhen des Landes und dich speisen mit dem Erbe deines Vaters Jakob": wer den inneren Sinn des Wortes kennt, kann deutlich sehen, daß hier unter dem Sabbath der Zustand der Verbindung des Menschen mit dem Herrn bezeichnet wird, somit der Zustand, wo der Mensch vom Herrn geführt wird, und nicht von ihm selbst; und dieser Zustand ist vorhanden, wenn er im Guten ist; denn vom Herrn geführt werden, und nicht von sich selbst heißt, "den Fuß vom Sabbath abwenden, nicht tun seinen Willen, nicht tun seine Wege, nicht finden sein Begehren, und nicht reden ein Wort"; daß alsdann in ihm die Kirche ist; und der Himmel wird dadurch bezeichnet, daß er fahren dürfe auf die Höhen des Landes, und gespeist werde mit dem Erbe Jakobs; und daß der Sabbath das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, in dem die Vereinigung (stattfindet), wird dadurch bezeichnet, daß der Sabbath heißen soll "ein heiliger Tag, und eine Wonne für den Heiligen Jehovahs". Jerem.17/24,25: "Wenn ihr heiligt den Sabbathtag, so werden eingehen durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten, die auf dem Throne Davids sitzen, und reiten auf Wagen und auf Rossen": Wer den inneren Sinn des Wortes nicht weiß, wird meinen, dies sei nach dem Buchstabensinn zu verstehen, daß nämlich, wenn sie den Sabbath heiligen, Könige und Fürsten durch die Tore der Stadt Jerusalem eingehen und reiten werden auf Wagen und auf Rossen; aber das ist nicht der Sinn, sondern daß die, welche das Göttlich-Menschliche des Herrn heilig verehren, in den göttlichen Wahrheiten des Himmels und der Kirche sein werden; denn unter Jerusalem wird die Kirche verstanden, unter den Königen und Fürsten ihre göttlichen Wahrheiten, unter dem Throne Davids der Himmel, wo der Herr ist, unter dem Wagen die Lehre des Guten und Wahren, und unter den Rossen der erleuchtete Verstand. Daß Jerusalem die Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 2117, 3654; daß die Könige göttliche Wahrheiten bedeuten: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148; daß die Fürsten Hauptwahrheiten bedeuten: Nr. 1482, 2089, 9954; daß der Thron der Himmel ist: Nr. 5313, der Wagen die Lehre des Guten und Wahren: Nr. 5321, 8215; und die Rosse der Verstand, der erleuchtet wird: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321, 6534. Weil durch den Sabbath der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, in dem die Vereinigung ist, bezeichnet wurde, darum war befohlen, "daß die Schaubrote auf dem Tisch an jedem Sabbath geordnet werden sollten": 3. Mose 24/8; daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen unter dem Brot verstanden wird, ist in der Kirche bekannt. Darum nannte Sich auch der Herr, als Er in der Welt war, "den Herrn des Sabbaths": Matth.12/7,8; Mark.2/27,28; Luk.6/1-5. Und ebendarum hat der Herr, als Er in der Welt war, und Sein Menschliches mit dem Göttlichen Selbst vereinigte, den Sabbath in Ansehung des vorbildlichen Gottesdienstes, oder in Ansehung seiner Feier, wie sie bei dem israelitischen Volk beschaffen war, abgeschafft, und den Sabbathtag zu einem Tag des Unterrichts in der Lehre des Glaubens und der Liebe gemacht. Solches ist im Folgenden angedeutet bei Joh.5/8-11,18: "Jesus heilte einen am Sabbathtag, und sprach zu ihm: Hebe dein Bett auf und wandle; und er hob sein Bett auf und wandelte. Die Juden sagten, man dürfe das Bett nicht tragen am Sabbath, und suchten den Herrn zu töten, weil Er den Sabbath auflöste (brach)": durch die Heilung des Kranken wird bezeichnet die Reinigung vom Bösen und vom Falschen des Bösen; durch Bett wird bezeichnet die Lehre, und durch wandeln das Leben. Daß alle Krankenheilungen, die vom Herrn geschahen, die Reinigungen vom Bösen und Falschen oder die Wiederherstellung des geistigen Lebens in sich schließen, sehe man Nr. 8364 E, 9031 E, 9086; daß wandeln das Leben bedeutet: Nr. 519, 1794, 8417, 8420; daß das Bett die Lehre bedeutet, erhellt aus den Stellen im Wort, wo das Bett genannt wird, wie auch aus den Vorbildern im anderen Leben; wenn daselbst ein Bett und ein darin Liegender erscheint, so wird die Lehre bezeichnet, worin er ist. Daher erscheinen daselbst außerordentlich schöne Betten denen, die in Wahrheiten aus dem Guten sind; daß aber solches durch jene Worte des Herrn bezeichnet wird, kann niemand wissen außer durch den inneren Sinn; denn der Herr hat in Entsprechungen, somit durch Bezeichnendes geredet, weil aus dem Göttlichen. 10361. "Denn heilig ist er euch", 2. Mose 31/14, bedeutet, daher (komme) alles Gute und Wahre, das die Kirche macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von heilig, sofern es alles das ist, und allein das ist, was vom Herrn ausgeht, wovon Nr. 9479, 9680, 9820, somit das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens; denn dieses ist es, was vom Herrn ausgeht. Daß dieses die Kirche bei den Menschen, und den Himmel bei den Engeln macht, kann daraus erhellen, daß die Liebe und der Glaube die wesentlichen Stücke der Kirche sind, weil sie die Menschen und die Engel mit dem Herrn verbinden, das Gute der Liebe ihren Willen, und das Wahre des Glaubens ihren Verstand, somit ihr Alles. 10362. "Wer ihn entheiligt", 2. Mose 31/14, bedeutet, geführt werden von sich selbst und seinen Liebestrieben, und nicht vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von entheiligen den Sabbath oder ein Werk tun am Sabbathtag, sofern es heißt, geführt werden von sich selbst und nicht vom Herrn, somit von seinen eigenen Liebestrieben. Daß dieses durch die Entheiligung des Sabbaths bezeichnet wird, erhellt Jes.58/13: "So du wegwendest vom Sabbath deinen Fuß, daß du nicht tust deinen Willen an Meinem heiligen Tage, und nicht tust deine Wege, auch nicht findest dein Begehren, und redest ein Wort": den Fuß wegwenden vom Sabbath heißt, solches (entfernen), was dem natürlichen Menschen angehört. Seinen Willen tun heißt tun, was den Begierden und dem Bösen der Selbst- und Weltliebe günstig ist; seine Wege tun heißt, das Falsche des Bösen begünstigen; sein Begehren finden heißt, leben nach den Lustreizen jener Liebe, und ein Wort reden heißt, solches denken. Hieraus wird klar, daß durch "den Sabbath entweihen" bezeichnet wird, geführt werden von sich selbst und von seinen Liebestrieben, und nicht vom Herrn, Der im höchsten Sinn der Sabbath ist, wie Nr. 10360 gezeigt wurde. Das gleiche wird bezeichnet durch "eine Arbeit tun am Sabbathtag", z.B. durch Holzspalten, ein Feuer anzünden, dabei Speise bereiten, die Ernte einsammeln, und durch mehreres, was zu tun am Sabbathtag verboten war; dadurch wurde auch das gleiche bezeichnet: durch Holz spalten das Gute wirken von sich, durch Feuer anzünden, dasselbe tun aus eigenen Liebestrieben, und durch Speise bereiten, sich führen aus eigener Einsicht. Daß jene verbotenen Dinge solches andeuteten, kann man nur aus dem inneren Sinn wissen. Ferner merke man, daß geführt werden von sich selbst und geführt werden vom Herrn, zwei Gegensätze sind; denn wer von sich selbst geführt wird, der wird von seinen Liebestrieben geführt, somit von der Hölle; denn die eigenen Liebestriebe des Menschen kommen von daher. Wer aber vom Herrn geführt wird, der wird geführt von den Liebestrieben des Himmels, welche sind die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten. Wer von diesen Trieben geführt wird, der wird den eigenen Trieben entführt; wer aber von eigenen Liebestrieben geführt wird, der wird den Liebestrieben des Himmels entführt, denn sie stimmen schlechterdings nicht zusammen. Das Leben des Menschen ist entweder im Himmel, oder es ist in der Hölle; es ist unmöglich, daß er zugleich im einen und im anderen ist. Dies wird verstanden unter den Worten des Herrn: Matth.6/24: "Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen, und den anderen lieben, oder wird er dem einen anhangen, und den anderen mißachten". Hieraus wird klar, was durch "ein Werk tun am Sabbathtag" bezeichnet wird. 10363. "Soll des Todes sterben", 2. Mose 31/14, bedeutet die Scheidung vom Himmel und den geistigen Tod. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, wenn vom Sabbath die Rede ist, durch den der Herr und Seine Anerkennung bezeichnet wird, sofern es die Nichtverbindung mit dem Himmel bezeichnet, wovon Nr. 9928, 10244, somit die Scheidung von ihm; und geschieden werden vom Himmel ist geistiger Tod. 10364. "Ein jeder, der an ihm eine Arbeit tut", 2. Mose 31/14, bedeutet, wer von himmlischen Liebestrieben sich zu körperlichen und weltlichen Liebestrieben wendet, was aus dem erhellt, was Nr. 10362 gezeigt wurde. 10365. "Dessen Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke", 2. Mose 31/14, bedeutet, der Himmel und die Kirche sei nicht bei einem solchen, sondern die Hölle. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgerottet werden aus seinem Volk, sofern es die Trennung von der Kirche und den geistigen Tod bezeichnet, wovon Nr. 10288; daß somit nicht die Kirche bei einem solchen sei, sondern die Hölle; und daß, wenn die Kirche nicht bei einem Menschen ist, auch der Himmel nicht bei ihm ist; denn die Kirche und der Himmel machen eins aus. Bei dem Menschen, in dem die Kirche ist, fließt nämlich der Himmel ein, d.h. durch den Himmel der Herr, und macht in ihm die Kirche. Daraus folgt: Wenn die Kirche nicht beim Menschen ist, so ist die Hölle bei ihm; dies wird daher bezeichnet durch die Ausrottung aus seinem Volk. 10366. "Sechs Tage soll man sein Werk tun", 2. Mose 31/15, bedeutet den Zustand, der vorausgeht und zur himmlischen Ehe vorbereitet. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs Tagen, die dem Sabbath vorausgehen, sofern sie den Zustand bezeichnen, der vorausgeht und zur himmlischen Ehe vorbereitet, wovon Nr. 8510, 8888, 9431; die himmlische Ehe ist die Verbindung des Guten und Wahren im Menschen der Kirche und im Engel des Himmels, und im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen Selbst im Menschlichen des Herrn; man sehe Nr. 10356; und daß das Werk der sechs Tage den vorausgehenden Zustand bedeutet: Nr. 10360. 10367. "Aber am siebenten Tage ist der Sabbath der Ruhe", 2. Mose 31/15, bedeutet den Zustand des Guten, welcher der Zweck ist, der erreicht werden soll, somit wenn der Mensch eine Kirche ist und in den Himmel eingeht. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages, sofern er den Zustand des Guten, als den Endzweck bezeichnet; denn wenn die sechs Tage, die vorausgehen, den Zustand des Menschen bezeichnen, welcher der himmlischen Ehe vorausgeht und zu ihr vorbereitet, so ist folglich der siebente Tag, wenn der Mensch in dieser Ehe ist. Diese Ehe ist die Verbindung des Wahren und Guten beim Menschen, somit (der Zustand), wenn der Mensch eine Kirche wird und in den Himmel eingeht. Daß der Mensch in den Himmel eingeht, und eine Kirche wird, wenn er im Guten ist, kommt daher, weil der Herr in das Gute beim Menschen, und durch das Gute in sein Wahres einfließt. Der Einfluß geschieht in den inwendigen Menschen, wo sein Himmel ist, und durch den inwendigen in den äußeren, wo seine Welt ist; wenn daher der Mensch nicht im Guten ist, wird sein inwendiger Mensch nicht geöffnet, sondern bleibt verschlossen, wie sehr er auch in den Wahrheiten betreffs der Lehre sein mag; und weil der Himmel im Inneren des Menschen ist, darum ist, wenn dieser geöffnet wird, der Mensch im Himmel; denn der Himmel ist nicht an einem Ort, sondern im Inneren des Menschen. Daß der Mensch zu einem Bilde sowohl des Himmels als der Welt geschaffen ist, sein inwendiger Mensch zu einem Bild des Himmels, und sein äußerer zu einem Bild der Welt, sehe man in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9279, 9706. Daß der Mensch ganz so ist, wie er in Ansehung des Guten ist, und nicht wie er in Ansehung des Wahren ohne das Gute ist, kann ein jeder, der nachdenkt, wissen; denn durch sein Gutes, und gemäß demselben handelt er mit dem anderen, fühlt er mit dem anderen, verbindet er sich mit dem anderen, und läßt er sich führen von dem anderen; nicht aber durch das Wahre und gemäß diesem, wenn es nicht mit seinem Guten übereinstimmt. Wenn gesagt wird "das Gute", so wird verstanden sein Lustreiz, sein Vergnügen oder seine Liebe; denn alles, was diesen angehört, ist für ihn Gutes, und soweit er sich selbst überlassen wird, so daß er aus sich denkt, sind es die Wahrheiten, die jenen günstig sind. Hieraus kann man erkennen, daß der Mensch durch das Gute mit dem Herrn verbunden wird, und keineswegs durch das Wahre ohne das Gute. Bisher war zwar öfters von der Verbindung durch das Gute mit dem Herrn die Rede, wo von der Wiedergeburt (des Menschen gehandelt wurde), weil aber der Mensch der Kirche heutzutage sich viel bemüht um die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, aber wenig um das Gute, das Sache der Liebe ist, und daher sich in Unwissenheit in Ansehung des Guten befindet, so darf noch etwas über die Verbindung des Guten und Wahren, welche die himmlische Ehe genannt wird, gesagt werden: Der Mensch wird in allerlei Böses geboren, und daher in allerlei Falsches; somit ist er aus sich zur Hölle verdammt. Will er nun aus der Hölle herausgerissen werden, so muß er schlechterdings von neuem geboren werden. Diese Neugeburt ist es, was die Wiedergeburt genannt wird. Will er also von neuem geboren werden, so muß er zuerst Wahrheiten erlernen, (und zwar) die Angehörigen der Kirche aus dem Wort, oder aus der Lehre aus dem Wort. Das Wort und die Lehre aus dem Wort lehren, was wahr und gut ist, sowie das Wahre und Gute lehrt, was falsch und böse ist. Wenn der Mensch dieses nicht weiß, so kann er durchaus nicht wiedergeboren werden, denn er bleibt in seinem Bösen und dem daher stammenden Falschen, und jenes nennt er gut und dieses wahr. Dies ist der Grund, warum die Erkenntnisse des Wahren und Guten vorhergehen und den Verstand des Menschen erleuchten müssen; denn der Verstand ist dem Menschen gegeben, damit er durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren erleuchtet werde zu dem Zweck, daß sie von seinem Willen aufgenommen und zum Guten werden sollen. Denn die Wahrheiten werden alsdann zum Guten, wenn der Mensch sie will und aus dem Wollen sie tut. Hieraus wird klar, wie das Gute beim Menschen gebildet wird, und daß, wenn der Mensch nicht im Guten ist, er nicht von neuem oder wiedergeboren wird. Wenn daher der Mensch im Guten ist in Ansehung des Willens, dann ist er in den Wahrheiten dieses Guten in Ansehung des Verstandes; denn der Verstand beim Menschen macht wirklich eins aus mit seinem Willen; was nämlich der Mensch will, das denkt er auch, wenn er sich selbst überlassen ist. Dies nun ist es, was die Verbindung des Wahren und Guten, oder die himmlische Ehe genannt wird. Ob man sagt das Gute wollen, oder das Gute lieben, ist gleich; denn was der Mensch liebt, das will er. Ferner, ob man sagt, das Wahre, das dem Guten angehört, verstehen, oder es glauben, ist ebenfalls gleich. Hieraus folgt, daß beim wiedergeborenen Menschen die Liebe und der Glaube eins ausmachen. Diese Verbindung oder diese Ehe ist es, was die Kirche, und der Himmel, und auch das Reich des Herrn, ja im höchsten Sinn der Herr beim Menschen genannt wird. Die aber, die ihr Böses lieben, das sie entweder ererbt und von Kind an bei sich begründet, oder das sie von sich selbst dazugetan, und von neuem sich angeeignet haben, können zwar die Wahrheiten aus dem Wort, oder aus der Lehre aus dem Wort begreifen, und einigermaßen verstehen, gleichwohl aber nicht wiedergeboren werden. Denn jeder Mensch wird vom Herrn in diesem Zustand in Ansehung des Verstandes erhalten, zu dem Zweck, daß er wiedergeboren werde; wenn er aber sein Böses liebt, dann wird der Verstand seines inwendigen Menschen nicht von jenen (Wahrheiten) erfüllt, sondern nur der Verstand seines äußeren Menschen, der eben nur ein wißtümlicher Verstand ist. Solche Menschen wissen nicht, was gut ist, und verlangen es auch nicht zu wissen, sondern bloß, was wahr ist. Daher kommt es, daß sie nur in Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten heißen, die Kirche und den Himmel setzen, und nicht in das Gute, das Sache des Lebens ist. Auch erklären sie das Wort auf verschiedene Weise, so daß es zu ihrem Prinzip stimmt. Daher kommt es, daß bei solchen, die nicht zugleich in Wahrem sind in Ansehung des Lebens, keine Verbindung des Wahren ist, somit auch nicht die Kirche und der Himmel. Die Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten heißen, werden auch wirklich von ihnen im anderen Leben geschieden, denn das Böse ihres Willens stößt sie aus, und an ihre Stelle tritt das Falsche, das mit dem Bösen, worin sie sind, übereinstimmt. Aus diesem kann nun erhellen, was die Verbindung des Guten und Wahren ist, die durch den Sabbath bezeichnet wird. Diese Verbindung heißt Sabbath von der Ruhe, denn Sabbath bedeutet Ruhe. Solange nämlich der Mensch im ersten Zustand ist, d.h., solange er durch Wahrheiten zum Guten geführt wird, ist er in Kämpfen gegen Böses und Falsches, das bei ihm sich findet; denn durch die Kämpfe, die Versuchungen sind, wird das Böse und sein Falsches zerstoben und geschieden, und man hat keine Ruhe vor demselben, ehe das Gute und das Wahre verbunden sind; dann aber hat der Mensch Ruhe, und auch der Herr hat Ruhe, denn der Mensch kämpft nicht gegen das Böse und Falsche, sondern der Herr bei ihm. Daß der Sabbath im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnet, beruht darauf, daß der Herr, als Er in der Welt war, aus Seinem Menschlichen gegen alle Höllen kämpfte, und sie unterjochte und zugleich die Himmel wieder in Ordnung brachte, und nach dieser Arbeit Sein Menschliches mit dem Göttlichen vereinigte und es auch zum göttlich Guten machte, dadurch bekam Er dann Ruhe; denn gegen das Göttliche erkühnen sich die Höllen nicht. Dies nun ist der Grund, warum durch Sabbath im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn verstanden wird. Doch hierüber sehe man, was früher gezeigt wurde, nämlich daß der Herr, als Er in der Welt war, Sein Menschliches zuerst zum göttlich Wahren machte zu dem Zweck, daß Er mit den Höllen kämpfen und sie unterjochen konnte, und daß Er nachher Sein Menschliches verherrlichte und es zum göttlich Guten der göttlichen Liebe machte, in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9199, 9315, sodann Nr. 9715, 9809; daß der Herr, als Er in der Welt war, die schwersten Versuchungen bestand, in den Nr. 9528 E angeführten Stellen, daß Er dadurch göttliche Macht bekam, den Menschen selig zu machen, indem Er die Höllen von ihm entfernt und so ihn wiedergebiert: Nr. 10019, 10152; über die beiden Zustände des Menschen, der vom Herrn wiedergeboren wird, in den Nr. 9274 angeführten Stellen; und daß der Mensch nicht eher in den Himmel kommt, als wenn die Verbindung des Wahren und Guten bei ihm geschehen ist: Nr. 8516, 8539, 8722, 8772, 9139, 9832, daß die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Herrn ist: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688. 10368. "Heilig dem Jehovah", 2. Mose 31/15, bedeutet das Göttliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von heilig dem Jehovah, sofern es das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnet, und alles das, und allein das, was von Ihm ausgeht, wovon Nr. 9479, 9680, 9820. 10369. "Ein jeder, der ein Geschäft tut am Sabbathtag, soll des Todes sterben", 2. Mose 31/15, bedeutet geführt werden von sich selbst und von seinen Liebestrieben, und nicht vom Herrn, und daher den geistigen Tod. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10362 gezeigt wurde. 10370. "Darum sollen die Söhne Israels den Sabbath halten, daß sie den Sabbath feiern für ihre Geschlechter", 2. Mose 31/16, bedeutet, daß das eigentlich Wesentliche der Kirche sei die Anerkennung der Vereinigung des Göttlichen Selbst im Menschlichen des Herrn, und daß diese im ganzen und einzelnen des Gottesdienstes sein müsse. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Sabbath halten", sofern es das fortwährende heilige Denken an die Vereinigung des Göttlichen Selbst mit dem Menschlichen des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 10356, somit auch die Anerkennung, denn das Denken ohne Anerkennung und Glauben ist kein geistiges Denken. Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche darstellen, wovon in den Nr. 9340 angeführten Stellen; aus der Bedeutung von "den Sabbath feiern", sofern es heißt, diese Vereinigung, somit den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen heilig verehren, denn in Ihm ist diese Vereinigung; und aus der Bedeutung der Geschlechter Israels, sofern sie bezeichnen, im ganzen und einzelnen der Kirche, wovon Nr. 10282. Aus diesem wird klar, daß durch "die Söhne Israels sollen den Sabbath halten, daß sie den Sabbath feiern für ihre Geschlechter" bezeichnet wird die Anerkennung des Göttlichen Selbst im Menschlichen des Herrn im ganzen und einzelnen des Gottesdienstes. Daß dieses das Wesentliche der Kirche ist und daher das Wesentliche ihres Gottesdienstes, kommt daher, weil das Heil des Menschengeschlechts einzig und allein von dieser Vereinigung abhängt. Um dieser Vereinigung willen ist auch der Herr in die Welt gekommen, und darum handelt auch das ganze Wort im innersten Sinn von ihr, so wie die bei den Söhnen Israels eingesetzten Religionsgebräuche sie vorbildeten und bezeichneten. Daß das Heil des Menschengeschlechts davon herkommt, daß folglich diese Anerkennung das Wesentliche der Kirche und ihres Gottesdienstes ist, lehrt der Herr in mehreren Stellen: Joh.3/36; sodann 3/15,16; 6/40; 11/25,26; 20/31: "Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen": der Sohn ist das Göttlich-Menschliche des Herrn. Daß diejenigen, die den Herrn nicht gläubig anerkennen, kein ewiges Leben haben, beruht darauf, daß der ganze Himmel in dieser Anerkennung ist; denn der Herr ist der Herr des Himmels und der Erde, wie Er selbst lehrt: Matth.28/18: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden"; deshalb wird denen, die Ihn nicht anerkennen, der Himmel verschlossen. Und wer in der Welt, d.h., wer innerhalb der Kirche Ihn nicht anerkennt, der erkennt Ihn auch nicht im anderen Leben an. Von solcher Art ist der Zustand des Menschen nach dem Tode. 10371. "Als einen ewigen Bund (Bund des Zeitlaufs)", 2. Mose 31/16, bedeutet die Verbindung mit dem Herrn in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er die Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778, 9396, 9416; und aus der Bedeutung des Zeitlaufs, sofern er das Ewige bezeichnet, wovon Nr. 10248. 10372. "Zwischen Mir und zwischen den Söhnen Israels ist dies ein Zeichen ewiglich", 2. Mose 31/17, bedeutet, dadurch werden diejenigen, die zur Kirche gehören, unterschieden von denen, die nicht zur Kirche gehören. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeichens, sofern es das ist, woran sie erkannt werden, wovon Nr. 10357, somit auch, wodurch sie unterschieden werden; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche darstellen, wovon in den Nr. 9340 angeführten Stellen. Daher wird durch das Zeichen zwischen Jehovah und zwischen den Söhnen Israels bezeichnet, es sei das, wodurch sich diejenigen, die zur Kirche gehören, unterscheiden von denen, die nicht zur Kirche gehören, nämlich durch die Anerkennung der Vereinigung des Göttlichen im Menschlichen des Herrn, wovon Nr. 10370. Daß da die Kirche nicht ist, wo der Herr nicht anerkannt wird, lehrt auch die Kirche selbst; und daß in Seinem Menschlichen das Göttliche Selbst sei, lehrt auch der Herr selbst: Joh.10/30,38: "Der Vater und Ich sind eins ; glaubet, daß der Vater in Mir und Ich im Vater". Joh.14/10: "Glaubst du nicht, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir". Joh.17/1,10: "Jesus sprach: Gekommen ist die Stunde, Vater, verherrliche Deinen Sohn, und Dein Sohn soll Dich verherrlichen; all das Meine ist Dein und all das Deine ist Mein". Joh.13/31,32: "Nun ist verherrlicht der Sohn des Menschen und Gott ist verherrlicht in Ihm, und Gott wird Ihn verherrlichen in Ihm selbst". Joh.14/6-11: "Wenn ihr Mich erkannt habt, so habt ihr auch Meinen Vater erkannt, und von nun habt ihr Ihn erkannt, und Ihn gesehen; wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen". 10373. "Denn in sechs Tagen hat Jehovah Himmel und Erde gemacht", 2. Mose 31/17, bedeutet den Zustand des Kampfes und der Arbeit bei der Herstellung der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der sechs Tage, wenn von der Herstellung der Kirche und von der Wiedergeburt des Menschen die Rede ist, sofern sie den Zustand des Kampfes gegen Böses und Falsches bezeichnen, somit den Zustand, der vorausgeht und zur Verbindung des Guten und Wahren vorbereitet, wovon Nr. 10366, 10367; und aus der Bedeutung des Himmels und der Erde, sofern sie die Kirche bezeichnen. Unter dem Machen des Himmels und der Erde wird nicht verstanden die eigentliche Schöpfung des sichtbaren Himmels und des Erdballs, sondern die Herstellung der Kirche und die Wiedergeburt des Menschen in ihr. Unter dem Himmel wird verstanden ihr Inneres und unter der Erde ihr Äußeres. Daß diese Schöpfung verstanden wird, erhellt aus den Stellen im Wort, wo schaffen vorkommt: Ps.102/19: "Das Volk, welches wird geschaffen werden, wird loben Jah (Jehovah)". Ps.104/30: "Du sendest aus den Geist, so werden sie geschaffen und Du erneuerst das Angesicht der Erde". Jes.43/1,7: "So spricht Jehovah, dein Schöpfer, Jakob, dein Bildner, Israel, denn Ich habe dich erlöst, gerufen mit deinem Namen, Mein bist du; jeden, der genannt ist nach Meinem Namen, habe Ich zu Meiner Herrlichkeit geschaffen, ihn gebildet und auch ihn gemacht", und in anderen Stellen. Es wird gesagt schaffen, bilden und machen, und anderwärts Schöpfer, Bildner und Macher, und durch schaffen wird bezeichnet etwas Neues hervorbringen, das früher nicht da war, durch bilden wird bezeichnet die Beschaffenheit, und durch Machen die Wirkung. Daß einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen bedeutet, eine neue Kirche, ihr Inneres und ihr Äußeres herstellen, wie bei Jes.65/17; 66/22; Joh.Offenb.21/1, sehe man Nr. 1733, 1850, 2117 E, 2118 E, 3355, 4535; und daß die Erde im Wort die Kirche bedeutet: Nr. 9325; sodann daß die Schöpfung des Himmels und der Erde im ersten Kapitel der Genesis die Herstellung der Ältesten Kirche ist: Nr. 8891, 9942. 10374. "Und am siebenten Tage hat Er geruht und Sich erholt", 2. Mose 31/17, bedeutet den Zustand des Guten, wenn die Kirche hergestellt, oder wenn der Mensch wiedergeboren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages, sofern er einen heiligen Zustand bezeichnet und vorhanden ist, wenn die Kirche im Guten, somit wenn sie hergestellt ist, oder wenn der Mensch der Kirche im Guten, somit wenn er wiedergeboren ist. Im höchsten Sinn wird durch den siebenten Tag und durch die Ruhe und Erholung Jehovahs alsdann bezeichnet die Vereinigung des Göttlichen Selbst, das der Vater genannt wird, und des Göttlich-Menschlichen, das der Sohn heißt, im Herrn, somit (die Vereinigung), als der Herr auch in Ansehung Seines Menschlichen das göttlich Gute der göttlichen Liebe oder Jehovah geworden war. Daher kommt es, daß sieben im Worte das Heilige ist, man sehe Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268. Der Grund, warum gesagt wird, Jehovah habe alsdann geruht und Sich erholt, ist der, weil der Herr in betreff Seines Menschlichen alsdann allen Anfechtungen von den Höllen enthoben war, und dann der Himmel und die Erde unter Seiner Herrschaft stand: Matth.28/18. Auch der Himmel hatte alsdann Ruhe und Erholung, weil vom Herrn alsdann alles im Himmel in Ordnung gebracht und die Höllen unterjocht waren, ebenso auf Erden, weil, wenn der Himmel in Ordnung ist und die Höllen unterjocht sind, der Mensch selig gemacht werden kann. Hieraus erhellt, daß die Ruhe Jehovahs Friede und Heil für die Engel in den Himmeln und für die Menschen auf Erden bedeutet; für diese aber, wenn sie im Guten sind und dadurch im Herrn. 10375. "Und Er gab dem Mose, als Er ausgeredet hatte mit ihm auf dem Berge Sinai, die zwei Tafeln des Zeugnisses", 2. Mose 31/18, bedeutet die Verbindung des Herrn durch das Wort mit dem Menschen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen; aus der Bedeutung von "ausgeredet haben mit ihm", sofern es heißt, nachdem alles angeordnet war; denn was Jehovah mit Mose auf dem Berg Sinai geredet hat, betraf Anordnungen bei den Söhnen Israels, somit kirchliche Dinge. Aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel bezeichnet, woher das göttlich Wahre kommt, wovon Nr. 8805, 9420, aus der Bedeutung der zwei Tafeln, sofern sie das Gesetz im ganzen Inbegriff, somit das Wort bezeichnen, wovon Nr. 9416; und aus der Bedeutung des Zeugnisses, sofern es den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren bezeichnet, wovon Nr. 8535, 9503; die Verbindung durch dasselbe mit dem Menschen wird dadurch bezeichnet, daß es zwei Tafeln waren und so verbunden, daß sie einen Bund darstellten; man sehe Nr. 9416; auch wird durch zwei eine Verbindung bezeichnet: Nr. 5194, 8423. Hieraus wird klar, daß durch "Jehovah gab dem Mose, als Er ausgeredet hatte mit ihm vom Berge Sinai, die zwei Tafeln des Zeugnisses" bezeichnet wird, daß, nachdem die Kirche hergestellt worden, der Herr in Verbindung steht mit dem Menschen durch das Wort, das von Ihm aus dem Himmel herab gegeben worden. Daß das Wort es ist, durch das der Herr beim Menschen einfließt, mit ihm redet und mit ihm verbunden wird, sehe man Nr. 1775, 2310, 2899, 3476, 3735, 3982 E, 4217, 9212 E, 9216 E, 9357, 9380, 9396, 9400, 9401, 10290. 10376. "Tafeln von Stein, geschrieben mit dem Finger Gottes", 2. Mose 31/18, bedeutet das göttlich Wahre in ihnen vom Herrn selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tafeln, sofern sie das Gesetz im ganzen Inbegriff, somit das Wort bezeichnen, wovon Nr. 9416; aus der Bedeutung des Steins, sofern er das göttlich Wahre im Letzten bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "geschrieben werden mit dem Finger Gottes", sofern es heißt, vom Herrn selbst, denn was geschrieben wird mit jemandes Finger, ist von ihm selbst. Daß jene Tafeln von Stein waren, und die Worte des Gesetzes in den Stein geschrieben, hatte den Grund, weil der Stein das göttlich Wahre im Letzten bedeutet, und das göttlich Wahre im Letzten ist der Buchstabensinn des Wortes, in dem der innere Sinn ist. Daß der Stein das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 643, 1298, 3720, 6426, 9476; und daß er das Wahre im Letzten bezeichnet: Nr. 8609.   Nr. 10377 - 10392 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 32. Kapitel 1. Da das Volk sah, daß Mose verzog, vom Berg herabzukommen, versammelte sich das Volk zu Aharon und sprachen zu ihm: Auf, mache uns Götter, die vor uns hergehen, denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was mit ihm geschehen. 2. Und Aharon sprach zu ihnen: Reißet ab die goldenen Ringe, die in den Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter sind, und bringet sie zu mir. 3. Da riß sich alles Volk die goldenen Ringe ab, die in ihren Ohren waren, und brachten sie zu Aharon. 4. Und er nahm sie aus ihrer Hand, und bildete es mit einem Griffel (Meißel) und machte daraus ein gegossenes Kalb; und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland heraufgeführt haben. 5. Da Aharon dieses sah, baute er einen Altar vor ihm, und Aharon rief aus und sprach: Ein Fest Jehovahs ist morgen. 6. Und des anderen Tags standen sie früh auf, und opferten Brandopfer und brachten herzu Dankopfer und das Volk setzte sich zu essen und zu trinken, und standen auf zu spielen. 7. Und Jehovah redete zu Mose: Gehe, steige hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast, hat sich verdorben. 8. Und sind eilends abgewichen von dem Wege, den Ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht, und es angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland heraufgeführt haben. 9. Und Jehovah sprach zu Mose: Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein hartnäckiges Volk. 10. Und du, laß Mich, daß Mein Zorn wider sie entbrenne, und Ich sie verzehre, so will Ich dich zu einer großen Völkerschaft machen. 11. Aber Mose flehte vor dem Angesichte Jehovahs, seines Gottes und sprach: warum, Jehovah, soll Dein Zorn entbrennen wider Dein Volk, das Du aus Ägyptenland herausgeführt hast mit großer Kraft und mit starker Hand? 12. Warum sollen die Ägypter sagen: Zum Bösen (oder Unglück) hat er sie ausgeführt, um sie zu töten auf den Bergen, und sie zu vertilgen von dem Angesichte des Erdbodens; kehre Dich vom Grimm Deines Zorns, und es gereue Dich des Bösen wider Dein Volk. 13. Gedenke Abrahams, Jischaks und Israels, Deiner Knechte, denen Du geschworen hast bei Dir, und zu ihnen geredet: Ich will euren Samen mehren, wie die Sterne des Himmels, und dieses ganze Land, davon Ich gesagt habe, will Ich eurem Samen geben, und sie sollen es als Erbe besitzen ewiglich (in den Zeitlauf). 14. Da ließ sich Jehovah gereuen des Bösen, das Er gesagt hatte zu tun Seinem Volk. 15. Und Mose wandte sich, und stieg herab vom Berg und hatte die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand; die Tafeln waren geschrieben auf beiden Seiten, diesseits und jenseits waren sie beschrieben. 16. Und die Tafeln waren ein Werk Gottes und die Schrift eine Schrift Gottes, eingegraben auf den Tafeln. 17. Und Josua hörte die Stimme des Volkes in seinem Geschrei und sprach zu Mose: Die Stimme eines Kriegs ist im Lager. 18. Und er sprach: Es ist nicht die Stimme des Geschreis von Sieg, und nicht die Stimme des Geschreis von Niederlage; die Stimme eines erbärmlichen Geschreis höre ich. (andere: Die Stimme von Wechselgesängen höre ich. Anm.d.Übers.) 19. Und es geschah, als er nahe zum Lager kam und sah das Kalb und die Reigentänze, da entbrannte der Zorn Moses, und er warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach sie unten am Berge. 20. Und er nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es mit Feuer und zermalmte es zu Staub, und streute es auf das Wasser und ließ es die Söhne Israels trinken. 21. Und Mose sprach zu Aharon: Was hat dir dies Volk getan, daß du über dasselbe eine so große Sünde gebracht hast? 22. Da sprach Aharon: Es entbrenne nicht der Zorn meines Herrn; du kennst das Volk, daß es im Bösen ist. 23. Und sie sprachen zu mir: Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm geschehen. 24. Und ich sprach zu ihnen: Wer Gold hat, der reiße es ab; und sie gaben es mir, und ich warf es ins Feuer, da ging dieses Kalb daraus hervor. 25. Und da Mose das Volk sah, daß es zügellos war, denn Aharon hatte es zügellos gemacht, daß sie zum Spotte würden bei ihren Widersachern. 26. Da stellte sich Mose in das Tor des Lagers und sprach: Zu mir her, wer Jehovah angehört! Und es sammelten sich zu ihm alle Söhne Levi. 27. Und er sprach zu ihnen: So spricht Jehovah, der Gott Israels: Gürtet ein jeder sein Schwert an seine Hüfte; gehet hin und her, von Tor zu Tor im Lager, und tötet ein jeglicher seinen Bruder, und ein jeglicher seinen Genossen, und ein jeglicher seinen Nächsten. 28. Und die Söhne Levi taten nach dem Wort Moses, und es fielen vom Volke an jenem Tage bei dreitausend Mann. 29. Und Mose sprach: Füllet eure Hand heute dem Jehovah, weil ein jeder gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder war, daß heute ein Segen über euch gegeben werde. 30. Und es geschah Tags darauf, da sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; und nun will ich hinaufgehen zu Jehovah; vielleicht werde ich versöhnen für eure Sünde. 31. Und Mose kam wieder zu Jehovah und sprach: Ach! dieses Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich goldene Götter gemacht. 32. Und nun, möchtest Du ihre Sünde vergeben; wenn aber nicht, so tilge mich doch aus Deinem Buch, das Du geschrieben hast. 33. Da sprach Jehovah zu Mose: Wer gegen Mich gesündigt, den werde Ich aus Meinem Buch tilgen. 34. Und nun gehe, führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe; siehe, Mein Engel wird vor dir hergehen; aber am Tage Meiner Heimsuchung, da werde Ich über ihnen heimsuchen ihre Sünde. 35. Und so schlug Jehovah das Volk darum, daß sie das Kalb gemacht, das Aharon gemacht hatte.   Inhalt 10393. Im inneren Sinn wird in diesem Kapitel gezeigt, daß beim israelitischen Volk die Kirche nicht errichtet werden konnte, weil sie bloß im Äußeren waren ohne alles Innere; und daß das Innere bei ihnen ganz verschlossen wurde, damit sie die heiligen Dinge des Himmels und der Kirche nicht entweihen möchten. Daß jenes Volk ganz im Äußeren war ohne alles Innere, wird bezeichnet durch das goldene Kalb, das sie statt Jehovah anbeteten; und daß das Innere bei ihnen ganz verschlossen wurde, damit sie die heiligen Dinge des Himmels und der Kirche nicht entweihen möchten, wird dadurch bezeichnet, daß die Gesetztafeln von Mose zerbrochen wurden, und dadurch, daß Mose das goldene Kalb zermalmte, und den Staub in das Wasser streute, und ihnen zu trinken gab. Sodann auch dadurch, daß von den Söhnen Levi im Lager bei dreitausend Mann getötet wurden. 10394. Ferner wird im inneren Sinn beschrieben, daß, obwohl die Kirche bei ihnen nicht eingesetzt werden konnte, dennoch bei ihnen die Vorbilder waren, als die äußersten Formen der Kirche, und zwar darum, damit das Wort geschrieben werden konnte, das in jenen Formen als in sein Äußerstes auslaufen sollte. Dies wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah sich von Mose erbitten ließ.   Innerer Sinn 10395. Vers 1-6: Da das Volk sah, daß Mose verzog, vom Berg herabzukommen, versammelte sich das Volk zu Aharon und sprachen zu ihm: Auf, mache uns Götter, die vor uns hergehen, denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was mit ihm geschehen. Und Aharon sprach zu ihnen: Reißet ab die goldenen Ringe, die in den Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter sind, und bringet sie zu mir. Da riß sich alles Volk die goldenen Ringe ab, die in ihren Ohren waren, und brachten sie zu Aharon. Und er nahm sie aus ihrer Hand, und bildete es mit einem Griffel (Meißel) und machte daraus ein gegossenes Kalb; und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland heraufgeführt haben. Da Aharon dieses sah, baute er einen Altar vor ihm, und Aharon rief aus und sprach: Ein Fest Jehovahs ist morgen. Und des anderen Tags standen sie früh auf, und opferten Brandopfer und brachten herzu Dankopfer und das Volk setzte sich zu essen und zu trinken, und standen auf zu spielen. "Da das Volk sah, daß Mose verzog, vom Berg herabzukommen" bedeutet, als die israelitische Völkerschaft im Wort nichts aus dem Himmel vernahm; "versammelte sich das Volk zu Aharon" bedeutet, es habe sich zu den äußeren Dingen des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes gewendet, die getrennt sind vom Inneren; "und sprachen zu ihm" bedeutet eine Aufforderung; "auf, mache uns Götter, die vor uns hergehen" bedeutet das Falsche der Lehre und des Gottesdienstes, somit das Götzendienerische; "denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was mit ihm geschehen" bedeutet, es sei (dem Volke) ganz unbekannt, daß das göttlich Wahre im Wort etwas anderes sei, das den Menschen vom Äußeren zum Inneren erhebe; "und Aharon sprach zu ihnen" bedeutet das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes ohne das Innere; "Reißet ab die goldenen Ringe, die in den Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter sind" bedeutet das Herausziehen solcher Dinge aus dem Buchstabensinn des Wortes, die den äußeren Trieben und den Grundsätzen aus denselben günstig sind; "und bringet sie zu mir" bedeutet das Zusammenbringen in ein (Ganzes); "da riß sich alles Volk die goldenen Ringe ab, die in ihren Ohren waren, und brachten sie zu Aharon" bedeutet, es sei geschehen; "und er nahm sie aus ihrer Hand" bedeutet das, was ihrem Eigenen günstig war; "und bildete es mit einem Griffel" bedeutet aus eigener Einsicht; "und machte daraus ein gegossenes Kalb" bedeutet angemessen dem Lustreiz der Triebe jener Völkerschaft; "und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel" bedeutet, es sei zu verehren über alles; "die dich aus Ägyptenland heraufgeführt haben" bedeutet, was sie geführt habe; "da Aharon dieses sah" bedeutet die Billigung; "baute er einen Altar vor ihm" bedeutet einen Gottesdienst; "und Aharon rief aus und sprach: Ein Fest Jehovahs ist morgen" bedeutet, das sei das eigentlich Kirchliche, das zu feiern, und das eigentlich Göttliche, das anzubeten sei immerdar; "und des anderen Tags standen sie früh auf" bedeutet die Erregung durch ihre Liebestriebe; "und opferten Brandopfer und brachten herzu Dankopfer" bedeutet die Verehrung ihrer Liebestriebe, somit der Lustreize derselben und des Falschen von daher, "und das Volk setzte sich zu essen und zu trinken" bedeutet die Aneignung desselben; "und standen auf zu spielen" bedeutet die freudige Stimmung ihres Inneren dadurch und die Übereinstimmung. 10396. "Da das Volk sah, daß Mose verzog, vom Berg herabzukommen", 2. Mose 32/1, bedeutet, als die israelitische Völkerschaft im Wort nichts aus dem Himmel vernahm. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, wenn es sich auf das Verständnis des Wortes bezieht, sofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, wovon Nr. 2150, 3764, 3863, 4567, 4723, 5400; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen; aus der Bedeutung von "verziehen herabzukommen", wenn es sich auf die Vernehmung des göttlich Wahren aus dem Wort bezieht, sofern es heißt, nicht einfließen; denn vom göttlich Wahren, das beim Menschen einfließt, wird gesagt, es komme vom Himmel herab; und aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel in Ansehung des göttlich Wahren bezeichnet, wovon Nr. 9420. Unter dem Volk wird hier die israelitische Völkerschaft im eigentlichen Sinn verstanden, weil in diesem Kapitel von derselben die Rede ist, wie sie beschaffen war in Ansehung der Vernehmung des göttlich Wahren aus dem Wort und in Ansehung der Wahrnehmung des Inneren, das in dem vorgebildet wurde, was von Jehovah durch Mose den Söhnen Israels vom Berg Sinai herab befohlen wurde, wovon in den vorhergehenden Kapiteln, 2. Mose Kapitel 25 bis einschließlich Kapitel 31. Aus diesem erhellt, daß durch "das Volk sah, daß Mose verzog, vom Berg herabzukommen" bezeichnet wird, als die israelitische Völkerschaft im Wort nichts aus dem Himmel vernahm, somit auch nicht, was vorgebildet wurde in dem, was vom Berg Sinai herab befohlen wurde, welches innere Dinge sind. Damit verhält es sich in folgender Weise: Die vorhergehenden Kapitel handelten von den Satzungen, Rechten und Gesetzen, die von Jehovah den Söhnen Israels befohlen wurden, bei denen die Kirche errichtet werden sollte; es waren im ganzen und einzelnen äußere Dinge, die innere Dinge vorbildeten, wie in den Erklärungen über jene Kapitel gezeigt wurde; aber die israelitische Völkerschaft war von solcher Art, daß sie gar nichts von den inneren Dingen, die vorgebildet wurden, wissen wollte, sondern nur von den äußeren, die vorbildeten. Der Grund, warum sie von solcher Art waren, war, weil sie ganz in leiblichen und irdischen Liebestrieben waren, und bei denen, die in diesen Liebestrieben sind, ist das Innere, das sonst für den Himmel offenstehen würde, verschlossen. Im Menschen ist nämlich ein Inneres und ein Äußeres; sein Inneres ist für den Himmel und sein Äußeres für die Welt. Wenn das Äußere regiert, alsdann regiert das Weltliche, Leibliche und Irdische; wenn aber das Innere, dann herrscht das Himmlische. Aber der Mensch ist so geschaffen, daß das Äußere untergeordnet sein soll dem Inneren, somit die Welt bei ihm dem Himmel; denn, das Äußere ist für die Welt und das Innere für den Himmel. Wenn also das Äußere regiert, so wird das Innere verschlossen aus dem Grund, weil der Mensch alsdann sich vom Himmel und vom Herrn abwendet zur Welt und zu sich selbst, und sein Herz ist da, wohin er sich wendet, mithin seine Liebe und mit der Liebe sein ganzes Leben, denn das Leben des Menschen ist seine Liebe. Dies wurde gesagt, auf daß man wisse, wie es sich mit denjenigen verhält, die in leiblichen und irdischen Liebestrieben sind, daß nämlich das Innere bei ihnen verschlossen ist, und diejenigen, bei denen das Innere verschlossen ist, erkennen nichts Inneres an; sie sagen, nur das sei wirklich, was sie mit den Augen sehen und mit den Händen betasten; und vom übrigen, das sie nicht mit den Augen sehen und mit den Händen betasten, sagen sie, es sei nicht; daher haben sie auch keinen Glauben, daß der Himmel, daß das Leben nach dem Tod, und das Innere, das die Kirche lehrt, etwas (Wirkliches) sei. Solcherart war die israelitische Völkerschaft, und diese ihre Art wird in diesem Kapitel beschrieben. Wer nicht weiß, daß das Innere die Kirche beim Menschen macht, und nicht das Äußere ohne jenes, kann nicht anderes wissen, als daß jene Völkerschaft vor anderen auserwählt gewesen, und auch von Jehovah geliebt worden sei; aber die Sache verhält sich ganz anders. Sie wurde angenommen, weil sie darauf bestand; aber nicht deshalb, damit die Kirche bei ihr sein sollte, sondern nur das Vorbild der Kirche zu dem Zweck, damit das Wort geschrieben werden konnte, das in solchen Dingen seinen letzten Ausdruck finden sollte. Der Grund, warum jenes Volk im Wort das Volk Jehovahs, die auserwählte und geliebte Völkerschaft heißt, ist der, weil in demselben unter Juda verstanden wird die himmlische Kirche, unter Israel die geistige Kirche und unter allen Söhnen Jakobs etwas von der Kirche. So auch unter Abraham, Jischak und Jakob der Herr selbst, wie auch unter Mose, Aharon und David. Weil aber von dieser Völkerschaft das ganze Kapitel handelt, daß nämlich bei ihr keine Kirche, sondern nur ein Vorbild der Kirche errichtet werden konnte, deshalb möge man, ehe man weiter gehen kann, nachsehen, was über diese Völkerschaft früher gesagt und gezeigt wurde, daß nämlich bei ihr keine Kirche war, sondern nur ein Vorbild der Kirche: Nr. 4281, 4288, 4311, 4500, 4899, 4912, 6304, 7048, 9320; daß sie somit nicht auserwählt waren, sondern angenommen, weil sie darauf bestanden: Nr. 4290, 4293, 7051, 7439; daß sie ganz im Äußeren ohne alles Innere waren: Nr. 4293, 4311, 4320, 4459 E, 4834, 4844, 4847, 4865, 4868, 4874, 4903, 4913, 9373, 9380, 9381; daß ihr Gottesdienst nur ein äußerer war: Nr. 3147, 3479, 8871; daß sie auch die inneren Dinge des Gottesdienstes und des Wortes nicht wissen wollten: Nr. 3479, 4429, 4433, 4680; daß sie eben deshalb sie nicht wissen durften: Nr. 301, 302, 304, 2520, 3769, daß sie, wenn sie dieselben gewußt hätten, sie entweiht hätten: Nr. 3398, 3489, 4289; daß dennoch durch das Äußere des Gottesdienstes bei ihnen, welches Vorbilder innerer Dinge waren, eine Gemeinschaft mit dem Himmel bestand und wie: Nr. 4311, 4444, 6304, 8588, 8788, 8806; daß, wenn sie im Gottesdienst waren, ihr Inneres, das häßlich war, verschlossen blieb: Nr. 3480, 9962, daß dieses bei jener Völkerschaft geschehen konnte, und sie ebendarum erhalten wurde noch bis auf diesen Tag: Nr. 3479, 4281, 6588, 9377; daß sie den Jehovah bloß dem Namen nach verehrten: Nr. 3732 E, 4299, 6877; daß sie im Herzen Götzendiener waren: Nr. 4208, 4281, 4820, 5998, 6877, 7401, 8301, 8882; daß es überhaupt die schlimmste Völkerschaft war: Nr. 4314, 4316, 4317, 4444, 4503, 4750, 4751, 4815, 4820, 4832, 5057, 7248, 8819, 9320. 10397. "Versammelte sich das Volk zu Aharon", 2. Mose 32/1, bedeutet, es habe sich zu den äußeren Dingen des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes gewendet, die getrennt sind vom Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von versammelt werden, sofern es heißt, sich (wohin) wenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er hier das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes darstellt, das getrennt vom inneren. Daß dieses durch Aharon hier vorgebildet wird, beruht darauf, daß er das Haupt jener Völkerschaft in Abwesenheit des Mose war, und durch Mose, der abwesend war, das Wort vorgebildet wird, aus dem die Kirche und der Gottesdienst (hervorgeht), sowohl im inneren, als im äußeren Sinn; man sehe in den Nr. 9372 angeführten Stellen. Daß solches durch Aharon vorgebildet wird, erhellt aus allem und jedem, was über Aharon im Folgenden erwähnt wird, daß nämlich er es war, der das Kalb machte und ein Fest ausrief und das Volk zügellos machte, das alles paßt zum Äußeren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, das getrennt ist vom Inneren. Wer das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes vom Äußeren trennt, der trennt das heilige Göttliche davon, denn ihr Inneres ist ihr Geist, das Äußere aber ist der Leib dieses Geistes, und der Leib ohne Geist ist tot; etwas Totes verehren heißt daher, einen Götzen verehren, und hier, ein goldenes Kalb verehren und ihm ein Fest ausrufen und so das Volk zügellos machen. Hieraus kann man erkennen, was durch Aharon in diesem Kapitel bezeichnet wird. Was das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes ist, und was ihr Äußeres, wurde im Vorhergehenden gezeigt. 10398. "Und sprachen zu ihm", 2. Mose 32/1, bedeutet eine Aufforderung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es sich auf die Religion bezieht, zu der das Volk hinneigte, sofern es eine Ermahnung bezeichnet; daß sprechen auch eine Ermahnung bedeutet, sehe man Nr. 5012, 7090, 7215, 8178; die Religion, zu der das Volk hinneigte, war die Verehrung des Äußeren ohne das Innere. 10399. "Auf, mache uns Götter, die vor uns hergehen", 2. Mose 32/1, bedeutet das Falsche der Lehre und des Gottesdienstes, somit das Götzendienerische. Dies erhellt aus der Bedeutung der Götter, sofern sie das Wahre bezeichnen, wovon Nr. 4295, 4402 E, 7010, 7268, 7873, 8301, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 4402, 4544, 7873; Götter machen heißt daher, Falsches der Lehre oder die Lehre aus Falschem (bilden); und aus der Bedeutung von "vor uns hergehen", sofern es heißt, denen sie folgen, somit wonach sie den Gottesdienst einrichten möchten. Daß "Götter machen, die vor uns hergehen", Götzendienerisches bedeutet, leuchtet ein; es ist auch wirklich Götzendienst, wenn man Äußeres ohne Inneres verehrt; man sehe Nr. 4825, 9424. Von dieser Gattung von Götzendienst soll hier einiges wenige gesagt werden. Äußeres der Kirche, die bei der israelitischen Völkerschaft errichtet werden sollte, war alles das, was vom Herrn dem Mose befohlen wurde auf dem Berg Sinai, nämlich: das Zelt der Zusammenkunft mit der Lade darinnen, der Gnadenstuhl auf dieser, der Tisch mit den Schaubroten darauf, der Leuchter, der Rauchaltar, sodann der Brandopferaltar, die Kleider Aharons und seiner Söhne, hauptsächlich das Ephod mit dem Brustschildlein darauf. Außerdem auch das Salböl, das Rauchwerk, das Blut des Brandopfers und Schlachtopfers, der Wein fürs Trankopfer, das Feuer auf dem Altar und anderes mehr. Die israelitische und jüdische Völkerschaft verehrten alle diese Dinge als heilig, ohne das Heilige, das sie vorbildeten, und dachten gar nicht an den Herrn, an den Himmel, an die Liebe, an den Glauben, an die Wiedergeburt, somit an das, was bezeichnet wurde. Wenn sie nun einen solchen Gottesdienst hatten, so war es eine Verehrung von Holz, Brot, Wein, Blut, Öl, Feuer, Kleidern, nicht aber des Herrn in diesen. Daß dieser Gottesdienst bei ihnen kein Gottesdienst, sondern Götzendienst ist, leuchtet ein. 10400. "Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was mit ihm geschehen", 2. Mose 32/1, bedeutet, es sei (dem Volke) ganz unbekannt, daß das göttlich Wahre im Wort etwas anderes sei, das den Menschen vom Äußeren zum Inneren erhebe und die Kirche mache. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, somit das göttlich Wahre, wovon in den angeführten Stellen Nr. 9372; daher wird der Zweifel und die Leugnung, daß das göttlich Wahre etwas anderes sei, als was der Buchstabensinn bietet, bezeichnet durch "dieser Mose, der Mann, wir wissen nicht, was mit ihm geschehen"; daß gesagt wird dieser Mann, hat den Grund, weil durch Mann im Wort das Wahre bezeichnet wird; man sehe Nr. 3134, 3309, 3459, 7716, 9007. Und aus der Bedeutung von "heraufführen die Söhne Israels aus Ägyptenland", sofern es die Erhebung aus dem natürlichen oder äußeren Menschen zum inneren oder geistigen bezeichnet, wenn er eine Kirche werden soll; denn durch Ägyptenland wird das Natürliche oder Äußere der Kirche bezeichnet, durch heraufführen die Erhebung und durch die Söhne Israels die Kirche. Daß Ägyptenland das Natürliche oder Äußere der Kirche bedeutet, sehe man in den Nr. 9391 angeführten Stellen. Daß heraufführen, soviel ist als erheben vom Äußeren zum Inneren: Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817, 6007, somit vom natürlichen Menschen zum geistigen; und daß die Söhne Israels die Kirche vorbilden, in den Nr. 9340 angeführten Stellen. Hieraus wird klar, daß durch "dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was mit ihm geschehen" bezeichnet wird, es sei (ihnen) ganz unbekannt, daß das göttlich Wahre im Wort nichts anderes ist, als was den Menschen vom Äußeren zum Inneren erhebt, und die Kirche macht, und etwas ganz anderes, als was der Buchstabensinn bietet. So denken und reden auch alle die, welche im Äußeren ohne Inneres sind. Alle aber sind im Äußeren ohne Inneres, die in der Selbst- und Weltliebe sind; denn bei ihnen ist der inwendige Mensch verschlossen und bloß der äußere Mensch geöffnet, und was der äußere Mensch, wenn er das Wort liest, ohne den inwendigen sieht, das sieht er in der Finsternis; denn der natürliche Lichtschein ohne Licht aus dem Himmel ist in geistigen Dingen lauter Finsternis; und das Licht aus dem Himmel geht durch den inwendigen Menschen in den äußeren ein und erleuchtet diesen, daher kommt es, daß so viele Ketzereien entstanden sind, und das Wort von etlichen das Buch der Ketzereien genannt wird, und daß man gar nicht weiß, daß etwas Inneres im Wort ist, und daß die, welche denken, es sei doch ein solches darinnen, gleichwohl nicht wissen, wo es ist. Daß von solcher Art diejenigen sind, die unter dem Drachen, der mit seinem Schwanz den dritten Teil der Sterne vom Himmel herabzog und auf die Erde warf, im 12. Kapitel der Offenbarung verstanden werden, wird anderswo, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden. Die, welche wollen, mögen beobachten, ob jemand heutzutage anders weiß, als daß das eigentlich Göttliche des Wortes sein Buchstabensinn sei; sie sollen aber auch bedenken, ob jemand die göttlichen Wahrheiten des Wortes in diesem Sinn wissen könne, außer durch die Lehre aus ihm; und daß er, wenn er die Lehre nicht zur Leuchte hat, in Irrtümer gerät, wohin auch immer das Dunkel seines Verstandes und der Lustreiz seines Willens ihn führen und ziehen mag. Die Lehre, die zur Leuchte dienen muß, ist die, welche der innere Sinn lehrt, somit ist sie der innere Sinn selbst, der gewissermaßen einem jeden offensteht, wenn er auch nichts vom inneren Sinn weiß, wenn er im Äußeren ist vom Inneren her, d.h., wenn ihm der innere Mensch geöffnet ist; denn der Himmel, der im inneren Sinn des Wortes ist, fließt bei einem solchen Menschen ein, wenn er das Wort liest, erleuchtet ihn und gibt ihm ein Innewerden und belehrt ihn dadurch. Ja, wenn man es glauben will, der inwendige Mensch beim Menschen ist von selbst im inneren Sinn des Wortes, weil er ein Himmel im kleinsten Abbild und daher bei den Engeln im Himmel ist, wenn er (der inwendige Mensch) geöffnet ist. Daher ist er auch in einem gleichen Innewerden wie sie, was auch daraus erhellen kann, daß die inneren, verständigen Vorstellungen (intellektuellen Anschauungen) des Menschen nicht von solcher Art sind, wie seine natürlichen Vorstellungen, denen sie jedoch entsprechen. Welcher Art sie aber sind, weiß der Mensch nicht, solang er im Leibe lebt. Er kommt aber von selbst in dieselben, wenn er ins andere Leben kommt, weil sie ihm eingepflanzt sind, und er durch sie sogleich in Genossenschaft mit den Engeln ist. Hieraus wird klar, daß ein Mensch, dem das Inwendige geöffnet ist, im inneren Sinn des Wortes ist, obgleich er es nicht weiß. Von daher wird ihm Erleuchtung zuteil, wenn er das Wort liest, aber gemäß dem Lichte, das er mittelst der Erkenntnisse, die bei ihm sich finden, haben kann. Welches aber solche Menschen sind, sehe man Nr. 9025, 9382, 9409, 9410, 9424, 9430, 10105, 10324. 10401. "Und Aharon sprach zu ihnen", 2. Mose 32/2, bedeutet das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes ohne das Innere. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons hier, sofern er das Äußere des Wortes der Kirche und des Gottesdienstes darstellt ohne das Innere, wovon Nr. 10397. Daß bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft keine Kirche, sondern nur ein Vorbild der Kirche, somit ein Äußeres ohne das Innere war, erkennt man offenbar an Aharon, der, obwohl von solcher Art, gleichwohl der oberste Priester wurde, dem die heiligsten Dinge der Kirche anvertraut waren, und der eben deshalb für heiliger als die übrigen gehalten wurde; denn von ihm wird gesagt, er habe das goldene Kalb gemacht, für dasselbe einen Altar gebaut, ein Jehovahfest für dasselbe ausgerufen, er habe über das Volk diese Sünde gebracht, und er habe es zügellos gemacht: 2. Mose 32/2,4,5,21,25,35; und anderwärts: "Jehovah sei gegen Aharon sehr erzürnt worden, und habe ihn verderben wollen, und Mose habe für ihn gebeten": 5. Mose 9/20; was in sich schließt, daß Aharon gleich gewesen dem Volke, das im Herzen götzendienerisch war: Nr. 4208, 4281, 4820, 5998, 6877, 7401, 8301, 8882. Weil aber bloß das Äußere der Kirche bei jener Völkerschaft war ohne das Innere, und gleichwohl durch dasselbe eine Gemeinschaft mit dem Himmel stattfand, darum galt es gleich, von welcher Art der Mensch in dieser Kirche war, wenn er nur, während er im Äußeren war, nach den Satzungen handelte und sie (heilig) achtete. Daß die Vorbilder nicht auf die Person abzielten, sondern auf die Sache, die vorgebildet wurde, sehe man Nr. 665, 1097 E, 3670, 4208, 4281, 4288, 4444, 8588. 10402. "Reißet ab die goldenen Ringe, die in den Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter sind", 2. Mose 32/2, bedeutet das Herausziehen solcher Dinge aus dem Buchstabensinn des Wortes, die den äußeren Trieben und den Grundsätzen aus denselben günstig sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von abreißen, sofern es heißt herausziehen, hier aus dem Buchstabensinn des Wortes, weil von diesem die Rede ist. Aus der Bedeutung der goldenen Ringe, die in den Ohren waren, sofern sie die vorbildlichen Zeichen des Gehorsams und der Wahrnehmung der Lustreize sind, die den äußeren Liebestrieben angehören, denn durch die Ohren wird der Gehorsam und die Wahrnehmung bezeichnet, durch Gold das Gute der Liebe, hier der Lustreiz der äußeren Liebestriebe; daher sind die goldenen Ringe die vorbildlichen Zeichen derselben. Daß durch die Ohren der Gehorsam und die Wahrnehmung bezeichnet wird, sehe man Nr. 2542, 4652-4660, 8990, 9397, 10061, durch Gold das Gute der Liebe: Nr. 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9510, 9874, 9881. Wenn es daher gesagt wird von den äußeren Liebestrieben, welche die Triebe der Selbst- und Weltliebe sind, so wird durch Gold der Lustreiz derselben, somit das Böse bezeichnet: Nr. 8932; und daß daher die Ringe in den Ohren die vorbildlichen Zeichen des Gehorsams und der Wahrnehmung sind: Nr. 4551. Aus der Bedeutung der Weiber, sofern sie das Gute der Kirche bezeichnen, wovon Nr. 3160, 4823, 6014, 7022, 8337, daher im entgegengesetzten Sinn ihr Böses: Nr. 409. Aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie Wahres bezeichnen und im entgegengesetzten Sinn Falsches, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257, 6583, 6584, 9807; und aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie die Neigungen zum Wahren und Guten bezeichnen und daher im entgegengesetzten Sinn die Neigungen zum Falschen und Bösen, wovon Nr. 2362, 3963, 6729. Hieraus wird klar, daß durch "reißet ab die goldenen Ringe von den Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter" bezeichnet wird das Herausziehen solcher Dinge aus dem Buchstabensinn des Wortes, von denen man wahrnimmt, daß sie den Lustreizen der äußeren Liebestriebe und den Grundsätzen daraus gehorchen oder günstig sind. Daß die Ohrringe die Zeichen des Gehorsams und der Wahrnehmung sind, erhellt bei Hos.2/1-13: "Rechtet mit eurer Mutter, weil sie nicht Meine Gattin ist; sie soll wegtun ihre Hurereien von ihrem Angesichte, damit Ich sie nicht nackt ausziehe, und sie gleich mache der Wüste, und Mich ihrer Söhne nicht erbarme; denn sie hat gesagt: Ich will nachgehen meinen Buhlen, die mir mein Brot und mein Wasser geben, meine Wolle und mein Linnen (Flachs); und sie hat nicht gewußt, daß Ich ihr gegeben Getreide und Most und Öl, und ihr Silber gemehrt habe, und das Gold haben sie zum Baal gemacht; aber Ich will verwüsten ihren Weinstock und ihren Feigenbaum, und Ich will an ihr heimsuchen die Tage der Baalim, denen sie Rauchwerke angezündet hat, und angetan ihre Ohrringe und ihren Schmuck, und sie ging ihren Buhlen nach, Mich aber hat sie vergessen": Rauchwerk anzünden und die Ohrringe antun für die Baalim heißt, die Baalim als Götter verehren und ihnen gehorchen. Das, was in diesem Kapitel vorausgeht, wurde auch angeführt zu dem Zweck, damit man erkenne, wie der äußere Sinn des Wortes beschaffen ist ohne den inneren, und wie er beschaffen ist zugleich mit dem inneren, somit in welcher Weise diejenigen das Wort auffassen, die im Äußeren sind ohne das Innere, und in welcher Weise die, welche im Äußeren sind aus dem Inneren. Die, welche in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, können jene Worte nicht anderes begreifen, als nach dem Buchstaben, der besagt, sie sollen rechten mit der Mutter der Söhne Israels, weil sie von Jehovah nicht mehr als Gattin geliebt wurde; und wenn sie ihre Hurereien nicht von sich wegtue, so würde sie nackt ausgezogen und einer Wüste gleich gemacht; und Jehovah solle sich ihrer Söhne nicht erbarmen, weil sie gesagt habe, sie gehe ihren Buhlen nach, die ihr Brot, Wasser, Wolle und Linnen geben; und sie wisse nicht, daß Jehovah ihr Getreide, Most und Öl gegeben und ihr Silber gemehrt habe, und sie hätten das Gold zum Baal gemacht; und ebendarum werde ihr Weinstock und ihr Feigenbaum verwüstet, und sie werde heimgesucht werden, weil sie den Baalim Rauchwerke angezündet, und für sie ihre Ohrringe und Schmuck angetan habe, und den Buhlen oder Ehebrechern nachgegangen sei, des Jehovah vergessend. Dies ist der Buchstabensinn, und so wird das Wort von denen verstanden, die im Äußeren sind ohne das Innere, so namentlich von den Juden heutzutage, und auch von etlichen Christen. Daß dieses aber der Sinn des Wortes nicht ist, können alle diejenigen sehen, die in einiger Erleuchtung sind. Wenn diese unter der Mutter, von der jenes alles gesagt wird, keine Mutter, sondern die Kirche verstehen, wie sie bei jener Völkerschaft war, dann begreifen sie, daß etwas die Kirche Betreffendes bezeichnet wird durch das einzelne, was von ihr gesagt wird; denn es sind solche Dinge, die der Ordnung nach aufeinanderfolgen vom ersten Satze oder vom ersten Subjekt an; z.B. durch die Hurereien, durch die Buhlen, durch die Söhne, und durch Brot, Wasser, Wolle, Linnen, Getreide, Most, Öl, Silber, Gold, und durch den Weinstock und Feigenbaum, wie auch durch die Rauchwerke und den Ohrring. Was das einzelne an dieser Stelle bezeichnet, kann man durch nichts anderes erkennen, als durch den inneren Sinn, in dem die Mutter und Gattin die Kirche bezeichnet wird, sie nackt hinstellen und der Wüste gleich machen, bedeutet ohne Gutes der Liebe und Wahres des Glaubens. Das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe, dessen sie beraubt werden soll, wird bezeichnet durch Söhne, durch Brot und Wasser, durch Wolle und Linnen, durch Getreide, Most, Öl, Silber, Gold, und endlich durch den Weinstock und den Feigenbaum. Der Gottesdienst selbst aus dem Gehorsam gegen Falsches und Böses, das an die Stelle des Wahren und Guten treten werde, wird bezeichnet durch Rauchwerk anzünden, und für die Baalim Ring und Schmuck antun. Daß die Mutter die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 289, 2691, 2717, 4257, 4581, und auch die Gattin: Nr. 252, 253, 409, 749, 770, 7022; daß nackt hingestellt werden bedeutet, des Guten der Liebe und des Glaubenswahren beraubt werden: Nr. 9960; daß die Wüste den Zustand ohne das Wahre und Gute der Kirche bezeichnet: Nr. 2708, 3900, 4736, 7055; daß die Hurereien Verfälschungen des Wahren bedeuten: Nr. 2466, 2729, 4865, 8904; daher sind die Buhlen diejenigen, die es verfälschen; daß die Söhne Wahres bezeichnen und im entgegengesetzten Sinn Falsches: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257, 6583, 6584, 9807; daß Brot und Wasser das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens bedeuten: Nr. 9323; daß die Wolle das Gute im äußeren Menschen bezeichnet: Nr. 9470; daß Linnen das Wahre in demselben ist: Nr. 7601, 9959; daß Getreide das Gute bedeutet, aus dem das Wahre: Nr. 5295, 5410, 5959; Most das Wahre daher: Nr. 3580; Öl das himmlisch Gute: Nr. 9780, 10261; Silber das Wahre und Gold das Gute im allgemeinen: Nr. 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9881; der Weinstock die innere geistige Kirche: Nr. 1061, 6376, 9277; und daß der Feigenbaum das äußere Gute dieser Kirche: Nr. 217, 4231, 5113; daß Rauchwerk anzünden den Gottesdienst bedeutet: Nr. 10177, 10298; und der Ohrring das vorbildliche Zeichen des Gehorsams ist: Nr. 4551; ihn antun heißt daher gehorchen. Wenn dieses statt jenem oder zugleich mit jenem verstanden wird, dann zeigt es sich, wie das Wort beschaffen ist, wenn es geistig aufgefaßt wird, somit wie es seinem Geist nach ist. In diesem Sinn werden vom Herrn alle die gehalten, die das Wort lesen, aber es wird von keinem anderen aufgenommen, als von solchen, bei denen das Innere geöffnet ist, und weil es in den Erkenntnissen aufgenommen wird, darum (geschieht es) gemäß ihrem Verstand in dem Maß und in der Art, wie dieser durch die in ihnen befindlichen Erkenntnisse erleuchtet werden kann. Außerdem werden sie im allgemeinen vom Heiligen aus ihm angeregt. 10403. "Und bringet sie zu mir", 2. Mose 32/2, bedeutet das Zusammenbringen in ein (Ganzes). Dies erhellt aus der Bedeutung von bringen zu Aharon, sofern es heißt, aus dem Buchstabensinn des Wortes solche Dinge zusammenbringen (oder vereinigen), die den äußeren Trieben und den Grundsätzen derselben günstig sind. Daß dieses durch bringen zu Aharon die goldenen Ringe, die in den Ohren der Weiber, Söhne und Töchter sind, bezeichnet wird, erhellt aus dem was Nr. 10402 gezeigt wurde. 10404. "Da riß sich alles Volk die goldenen Ringe ab, die in ihren Ohren waren, und brachten sie zu Aharon", 2. Mose 32/3, bedeutet, es sei geschehen. Dies erhellt ohne Erklärung. 10405. "Und er nahm sie aus ihrer Hand", 2. Mose 32/4, bedeutet das, ihrem Eigenen Günstige. Dies erhellt aus der Bedeutung von nehmen aus jemandes Hand, sofern es heißt, solches annehmen, was sein ist, somit was dem Eigenen angehört, also was dem Eigenen günstig ist; denn durch Hand wird bezeichnet die Macht oder das Können des Menschen und daher alles, was sein ist; man sehe in den Nr. 10019 angeführten Stellen, und Nr. 10082, 10241. 10406. "Und bildete es mit einem Griffel", 2. Mose 32/4, bedeutet aus eigener Einsicht. Dies erhellt aus der Bedeutung von bilden mit einem Griffel, wenn von einem Götzen die Rede ist, sofern es heißt, eine falsche Lehre aus eigener Einsicht zusammenfügen, was durch Anwendung des Buchstabensinns des Wortes zugunsten der Triebe der Selbst- und Weltliebe geschieht; denn wenn diese regieren, dann ist der Mensch in keiner Erleuchtung aus dem Himmel, sondern entnimmt alles seiner eigenen Einsicht und begründet es durch den Buchstabensinn des Wortes, den er durch unrichtige Anwendung und verkehrte Auslegung verfälscht, und nachher ist er für dasselbe eingenommen, weil es von ihm herkommt. Im Worte werden hie und da geschnitzte Bilder und gegossene Bilder erwähnt; die, welche das Wort nur nach dem Buchstaben begreifen, meinen, es seien nur Götzen darunter verstanden; aber es werden nicht Götzen verstanden, sondern falsche Lehren der Kirche, und zwar solche, die vom Menschen selbst gebildet werden unter Anleitung irgendeiner Liebe, die ihn treibt. Die Gestaltung dieser Falschheiten, so daß sie zusammenhängen und so erscheinen, als ob es Wahrheiten wären, wird bezeichnet durch Schnitzbild. Die Verbindung derselben zugunsten äußerer Liebestriebe, so daß Böses als gut erscheint, wird bezeichnet durch das gegossene Bild. Weil beides unter dem goldenen Kalb verstanden wird, darum wird hier gesagt, Aharon habe es mit einem Griffel gebildet, worunter verstanden wird die Bildung der Falschheiten, so daß sie als Wahrheiten erscheinen, und darunter, daß er ein goldenes Kalb gegossen, und nachher, daß er es ins Feuer geworfen und ein Kalb herausgekommen sei: 2. Mose 32/24, wird verstanden die Verbindung zugunsten äußerer Liebestriebe, so daß das Böse als gut erscheint. So verhält es sich auch mit jeder Lehre, die aus dem Menschen hervorgeht und nicht aus dem Herrn; und sie geht dann aus dem Menschen hervor, wenn er seinen Ruhm oder seinen Vorteil zum Zweck hat; aus dem Herrn aber, wenn man das Wohl des Nächsten und das Wohl des Reiches des Herrn zum Zweck hat. Solches wird bezeichnet durch Schnitzbilder und gegossene Bilder in folgenden Stellen: Jes.30/22: "Dann werdet ihr für unrein achten die Decke der Schnitzbilder von Silber und das Gewand des Gußbildes von Gold": die Decke der Schnitzbilder von Silber bedeutet den Schein des Falschen, als ob es Wahres wäre; das Gewand des Gußbildes von Gold den Schein des Bösen, als ob es Gutes wäre; denn Decke und Gewand sind äußere Scheinbarkeiten, die beigebracht werden, oder in die es gekleidet wird. Silber bedeutet das Wahre, darum heißen sie Schnitzbilder aus Silber, und Gold das Gute; man sehe Nr. 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9874, 9881. Jes.40/19,20: "Das Schnitzbild gießt der Künstler, und der Schmelzer überzieht es mit Gold und schmilzt silberne Ketten daran; einen weisen Künstler sucht er sich, zu bereiten ein Schnitzbild, das nicht wankt": hier wird beschrieben die Bildung von Falschheiten, so daß sie zusammenhängen und scheinen, als ob sie Wahrheiten wären. Das Schnitzbild bezeichnet dieses Falsche; der Künstler bedeutet den Menschen, der aus eigener Einsicht dasselbe bildet; der Schmelzer überzieht es mit Gold, bedeutet, wenn er macht, daß es als gut erscheint; silberne Ketten schmilzt er daran heißt, durch Zusammenhang; was nicht wankt bedeutet, daß es deshalb nicht entkräftet und zerstört werden könne. Jes.44/9-14: "Die Bildner der Schnitzbilder sind Eitelkeit, und ihr Köstliches ist unnütz. Wer hat einen Gott gebildet und einen Guß gegossen, daß es nichts nützt? Alle seine Genossen werden zuschanden werden, und die Verfertiger selbst; er verfertigt das Eisen mit der Zange, und bearbeitet es mit der Kohle, und mit scharfen Hämmern bildet er es; so wirkt er durch den Arm seiner Stärke; er verarbeitet Holz, spannt einen Faden aus und beschreibt es mit der Meßschnur, macht es in seine Ecken, und bestimmt es mit dem Zirkel, und macht es zur Gestalt eines Mannes, nach der Schönheit eines Menschen, zu wohnen im Hause": auch hier wird beschrieben, wie falsche Lehren gebildet werden, daß sie zusammenhängen und als Wahres und Gutes erscheinen. Durch das einzelne wird hier beschrieben, wie das geschieht, nämlich aus eigener Einsicht, durch Antrieb des Vergnügens, der Begierde und der Liebe. Daß es so ist, können diejenigen sehen, die wissen, daß alles im Wort einen inneren Sinn hat, wodurch es geistig verstanden wird. Was für einen Zweck hätte sonst solche Beschreibung der Bildung eines Schnitzbildes. Daß es erscheint als Wahres und als Gutes, wird dadurch bezeichnet, daß er es macht in der Gestalt eines Mannes nach der Schönheit eines Menschen; denn Mann bedeutet im inneren Sinn das Wahre und Mensch das Gute dieses Wahren. Jerem.10/14; 51/17: "Töricht geworden ist jeder Mensch vom Wissen, zuschanden worden ist jeder Schmelzer durch sein Schnitzbild, denn Lüge ist sein Gußbild und ist kein Geist darin": daß hier Schnitzbild bedeutet, was aus eigener Einsicht kommt, und Gußbild was seiner Liebe gemäß ist, zeigt sich klar, denn es wird gesagt, töricht geworden ist der Mensch durch sein Wissen und zuschanden geworden ist jeder Schmelzer durch sein Schnitzbild, und das Gußbild ist Lüge. Das Wissen bezeichnet hier die eigene Einsicht, und die Lüge das Falsche des Bösen und weil nichts Göttliches darin ist, so wird gesagt, es sei kein Geist darinnen. Jerem.50/37,38: "Schwert, (erhebe dich) wider ihre Rosse und wider ihre Wagen, wider ihre Schätze, daß sie geraubt werden; Trockenheit über ihre Wasser, daß sie vertrocknen; denn es ist das Land der Schnitzbilder": daß das Land der Schnitzbilder die Kirche bedeutet, wo Falschheiten regieren, erhellt augenscheinlich aus dem einzelnen hier, wenn es im geistigen Sinn verstanden wird; denn was würde es ohne diesen Sinn bedeuten, daß das Schwert sich erheben soll wider die Rosse, wider die Wagen, wider die Schätze, und Trockenheit über die Wasser? Was wäre es, als schallende Worte ohne allen Geist darin? Aber aus dem einzelnen, wenn man es im inneren Sinn versteht, wird klar, daß hier die Zerstörung der Kirche in Ansehung des Wahren beschrieben wird, und daß dadurch das Falsche in ihr regieren werde, nämlich im Land der Schnitzbilder; denn das Schwert ist das Falsche, das die Wahrheiten bekämpft und zerstört; Rosse sind das Verständige, das erleuchtet wird, Wagen bedeuten die Lehren; Schätze sind die Erkenntnisse des Wahren und Guten; Wasser, über die Trockenheit kommt, sind Wahrheiten, sofern sie nicht mehr da sind, und das Land ist die Kirche. Daß das Schwert, das gegen das Falsche kämpfende Wahre ist und im entgegengesetzten Sinn das gegen Wahres kämpfende und es zerstörende Falsche, sehe man Nr. 2799, 6353, 7102, 8294; Rosse sind das Verständige, das erleuchtet wird: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 6534; Wagen die Lehren: Nr. 5321, 8146, 8148, 8215; Schätze die Kenntnisse des Wahren und Guten: Nr. 10227; Wasser bedeutet die Wahrheiten: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5648, 8137, 8138, 8568, 9323, 10238; und das Land ist die Kirche, in den Nr. 9325 angeführten Stellen. Hieraus wird klar, was die Trockenheit über den Wassern, daß sie vertrocknen, und was das Land der Schnitzbilder bedeutet. Hab.2/18: "Was hilft das Schnitzbild, daß es geschnitzt hat der Werkmeister, und das Gußbild, und der Lehrer der Lüge, daß der Verfertiger seines Gebildes darauf vertrauet?": hieraus erhellt gleichfalls, daß unter Schnitzbild und Gußbild nicht verstanden wird Schnitzbild und Gußbild, sondern das Falsche, das erdichtet wird, und das Böse, welches das Falsche in Schutz nimmt; denn es wird gesagt der Verfertiger seines Gebildes und der Lehrer der Lüge. Das gleiche wird durch Schnitzbild und Gußbild bezeichnet in folgenden Stellen: Jes.21/9: "Gefallen ist Babel, und alle Schnitzbilder seiner Götter hat Er zur Erde geworfen". Jes.42/17: "Zuschanden müssen werden alle, die sich verlassen auf Schnitzbilder, die da sagen zum Gußbild: Ihr seid unsere Götter". Jes.48/5: "Ich habe dir angesagt, und es dich hören lassen, daß du nicht sagen sollst: Mein Götze hat das getan; mein Schnitzbild und mein Gußbild hat das geboten". Hos.11/2: "Die (Propheten) haben ihnen gerufen, aber sie sind weggegangen von ihrem Angesichte; den Baalim haben sie geopfert, und den Schnitzbildern geräuchert". Micha 1/7: "Alle Schnitzbilder Samarias werden zerstoßen werden, alle ihre Hurenlöhne werden mit Feuer verbrannt werden; und alle ihre Götzen werde Ich zur Wüstenei machen". Weil es das Falsche und Böse der Lehre, das durch Schnitzbilder und Gußbilder bezeichnet wird, von der eigenen Einsicht gebildet wird unter Anleitung ihres Liebestriebes, darum wird es im Wort auch genannt "das Werk der Hände des Menschen, das Werk der Hände des Künstlers und das Werk der Hände des Werkmeisters", wie in folgenden Stellen: Hos.13/2: "Sie fahren fort zu sündigen, sie machen sich ein Gußbild aus ihrem Silber und Götzen, in ihrer Einsicht ganz ein Werk der Künstler". 5. Mose 27/15: "Verflucht ist der Mann, der ein Schnitzbild oder ein Gußbild macht, ein Greuel für Jehovah, das Werk der Hände des Künstlers". Ps.115/4; 135/15: "Ihre Götzen sind Silber und Gold, das Werk der Hände des Menschen". Jerem.1/16: "Geräuchert haben sie anderen Göttern, und sich geneigt vor den Werken ihrer Hände". Jerem.10/3,4: "Holz haut er aus dem Wald, das Werk der Hände des Werkmeisters durch das Beil; mit Silber und Gold schmücken sie es aus, mit Nägeln und Hämmern machen sie es fest". Werk der Hände ist, was aus dem Eigenen des Menschen, somit was aus seinem eigenen Verstand und aus seinem eigenen Willen kommt, und aus dem Eigenen beider kommt das, was der Selbstliebe angehört. Dies ist der Ursprung alles Falschen in der Kirche. Weil aus dem Eigenen des Menschen alles Falsche ist, und durch das Werk der Hände das bezeichnet wird, was daher kommt, darum war es verboten, ein Eisen, Beil oder Meißel zu schwingen über die Steine, aus denen der Altar, und auch der Tempel (erbaut worden), wie zu ersehen ist 2. Mose 20/22 (oder 20/25): "Wenn du Mir einen Altar von Steinen machst, so sollst du ihn nicht bauen aus behauenen (Steinen), denn wenn du einen Meißel über ihn schwingst, so wirst du ihn entweihen". 5. Mose 27/5: "Wenn du dem Jehovah einen Altar von Steinen baust, so sollst du kein Eisen über sie schwingen". 1.Kön.6/7: "Das Haus ward gebaut von ganzem Gestein, wie es hergebracht wurde, denn kein Hammer und Beil, keine Werkzeuge von Eisen wurden gehört im Hause, als es gebaut wurde". Dies wurde angeführt, auf daß man wisse, was darunter verstanden wird, daß Aharon das Gold mit einem Griffel, und ein goldenes Kalb daraus gemacht hat. 10407. "Und machte daraus ein gegossenes Kalb", 2. Mose 32/4, bedeutet angemessen dem Lustreiz der Triebe jener Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kalbes, sofern es das äußere oder natürlich Gute bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von gegossen, sofern es einen Gottesdienst bezeichnet, der gemacht ist zugunsten der äußeren Liebestriebe, wovon Nr. 10406; und weil dieses Kapitel von der israelitischen Völkerschaft handelt, und diese in Äußerem war ohne das Innere, somit in den äußeren Trieben, darum wird gesagt "angemessen dem Lustreiz der Triebe jener Völkerschaft, denn durch Kalb als Götze wird dieser Lustreiz bezeichnet. Die Alten, die einen vorbildlichen Gottesdienst hatten, wußten, was durch die verschiedenen Gattungen der Tiere bezeichnet wurde, denn ein jedes Tier hat seine Bedeutung, der gemäß sie auch im Himmel erscheinen, folglich, der gemäß sie im Wort genannt werden, und der gemäß sie auch bei den Brand- und Schlachtopfern gebraucht wurden. Durch Kalb wird das Gute der Unschuld und Liebtätigkeit im äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet; man sehe Nr. 9391, 9990, 10132, wenn aber kein Gutes der Unschuld und Liebtätigkeit da ist, wie bei denen, die im Äußeren sind ohne das Innere, alsdann wird durch Kalb bezeichnet der natürliche und sinnliche Lustreiz, der ein Lustreiz der Vergnügungen, Begierden und der Triebe der Selbst- und Weltliebe ist. Dieser Lustreiz ist es, worinnen alle leben, die im Äußeren ohne das Innere sind, und den sie verehren; denn was ein Mensch über alles liebt, das verehrt er. Solche sagen zwar, daß sie den Gott des Weltalls verehren, aber sie sagen es mit dem Munde und nicht mit dem Herzen. Die von solcher Art sind, werden verstanden unter denen, die das gegossene Kalb verehren. Die Ägypter waren mehr als andere von solcher Art; denn weil sie in der Wissenschaft der Entsprechungen und Vorbildungen waren vor anderen Völkerschaften, darum machten sie sich verschiedene Götzen, wie zu ersehen ist an den ägyptischen Götzen, die noch vorhanden sind. Aber ihr Hauptgötze war das Kalb, durch das sie ihr äußeres Gutes im Gottesdienst bezeichnen wollten. Als aber die Wissenschaft der Entsprechungen und Vorbildungen, in der sie vor anderen waren, bei ihnen in Zauberei verwandelt wurde, dann nahm das Kalb die entgegengesetzte Bedeutung an, nämlich die des Lustreizes der äußeren Liebestriebe; und wenn das Kalb in die Tempel gesetzt, und als Gott verehrt wurde, bezeichnete es solchen Lustreiz im Gottesdienst. Weil die israelitische Völkerschaft diesen Götzendienst aus Ägypten mitbrachte, darum wird in Anwendung auf diese Völkerschaft durch das Kalb, wenn es als Gott von ihnen verehrt wurde, der Lustreiz der Triebe jenes Volkes im Gottesdienst bezeichnet. Von welcher Art ihre Triebe waren, kann aus dem erhellen, was in den Nr. 10396 angeführten Stellen gezeigt wurde. Sie waren nämlich damals, wie heutigen Tages, in der Selbstliebe und in der Weltliebe vor allen anderen; daß sie noch heutzutage in einer im höchsten Grad irdischen Liebe sind, ist bekannt, denn sie lieben Silber und Gold nicht um irgendeines Nutzzweckes willen, sondern um des Silbers und Goldes selbst willen, welche Liebe die im höchsten Grade irdische Liebe ist, denn es ist schmutziger Geiz. Die Selbstliebe tritt bei ihnen nicht so hervor, daß sie erscheint, sondern sie liegt inwendig in ihrem Herzen verborgen, wie es bei allen schmutzig Geizigen der Fall ist. Daß keine Nächstenliebe bei ihnen ist, weiß man ebenfalls, und in dem Maß als einer keine Nächstenliebe hat, hat er Selbstliebe. Hieraus kann nun erhellen, was durch das von Aharon für jene Völkerschaft gemachte gegossene Kalb bezeichnet wird; das gleiche wird durch dasselbe bezeichnet in folgenden Stellen: Jerem.46/20,21: "Eine sehr schöne Kalbin ist Ägypten, sein Verderben kommt von Mitternacht her, auch seine Söldner in seiner Mitte sind wie Mastkälber". Ps.106/19,20: "Sie machten ein Kalb am Horeb, und beteten an vor dem gegossenen Bild, und verwandelten die Herrlichkeit in das Bildnis eines Ochsen, der Gras frißt". Hos.13/2: "Sie fahren fort zu sündigen, und machen sich ein Gußbild aus ihrem Silber nach ihrer Einsicht Götzen, ganz das Werk von Künstlern, sie sprechen mit ihnen, opfern Menschen, küssen die Kälber". Jes.34/7: "Herunterkommen werden Einhörner (oder Büffel) mit ihnen, und Kälber mit den Starken, und trunken wird werden ihr Land von Blut, und ihr Staub wird von Fett feist werden". Jes.27/10: "Die feste Stadt ist einsam, eine Wohnung, die verödet und verlassen ist; daselbst wird weiden das Kalb, und sich daselbst niederlegen, und wird verzehren seine Zweige, und verdorren wird ihre Ernte". Ps.68/31: "Schilt das Wild im Rohr, die Versammlung der Starken, unter den Kälbern der Völker; es zertritt die Stücke des Silbers, hat zerstreut die Völker". Jerem.34/18-20: "Die Männer, die Meinen Bund übertreten, die nicht fest gemacht haben die Worte des Bundes, den sie geschlossen haben vor Mir, will Ich gleich machen wie das Kalb, das sie entzwei gehauen haben, daß sie hindurchgingen zwischen seinen Seiten, die Fürsten Judas, und die Fürsten Jerusalems, die königlichen Diener und die Priester und alles Volk des Landes, die hindurchgehen zwischen die Seiten des Kalbes; und werde sie geben in die Hände ihrer Feinde, daß ihre Leichname eine Speise seien für die Vögel des Himmels und die Tiere der Erde". Hos.8/4-6: "Einen König haben sie gemacht, aber nicht von Mir aus, Fürsten haben sie gemacht, und Ich wußte es nicht, ihr Silber und Gold haben sie gemacht zu Götzen, so daß es zerhauen wird; verlassen hat (dich) dein Kalb, Samaria, denn auch von Israel kommt es her; ein Werkmeister hat es gemacht, und es ist kein Gott; denn zu Stücken wird werden das Kalb Samarias": dies alles sehe man erklärt Nr. 9391. 10408. "Und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel", 2. Mose 32/4, bedeutet, es sei zu verehren über alles. Dies erhellt aus der Bedeutung der Götter, sofern sie das sind, was verehrt wird. Durch fremde Götter wird im echten Sinn das Falsche bezeichnet, hier sowohl Falsches, als Böses, weil durch das Schnitzbild, das darunter verstanden wird, daß Aharon das Gold mit einem Griffel gebildet habe, das Falsche bezeichnet wird, und durch das Gußbild das Böse dieses Falschen. Daß fremde Götter Falsches und daher Böses im Gottesdienst bedeuten, sehe man Nr. 4402 E, 4544, 7873, 8867, 8941. 10409. "Die dich aus Ägyptenland heraufgeführt haben", 2. Mose 32/4, bedeutet, was sie geführt habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von heraufführen aus Ägyptenland, wenn von denen die Rede ist, die im Äußeren sind ohne das Innere, sofern es heißt, sich selbst führen; denn durch Ägyptenland, wenn von jenen die Rede ist, wird die Knechtschaft bezeichnet, und durch heraufführen wird bezeichnet, sich selbst aus derselben führen; denn hier wird durch die gleichen Worte das Gegenteil bezeichnet von dem, (was sie bedeuten,) wenn sie gesagt werden von denen, die im Inneren sind, und zugleich im Äußeren; wenn von diesen, so wird durch sie bezeichnet, geführt werden vom Herrn, somit erhoben werden vom natürlichen Menschen zum geistigen, oder aus der Welt in den Himmel, mithin von der Knechtschaft in die Freiheit; wenn aber von jenen, die im Äußeren sind ohne das Innere, wird durch sie bezeichnet, geführt werden von sich selbst, was soviel ist als nicht erhoben werden zum Himmel, sondern sich hinabwerfen zur Hölle, mithin von der Freiheit in die Knechtschaft. Daß es Knechtschaft ist, geführt werden von sich selbst, und Freiheit, geführt werden vom Herrn, sehe man Nr. 2892, 9096, 9586, 9589, 9590, 9591. Weil aber solche glauben, daß das Göttliche nichts beim Menschen wirke, sondern daß der Mensch sich selbst führe, wie auch, daß dieses Freiheit sei, so soll über diesen Gegenstand hier noch einiges gesagt werden: In dieser Meinung und zugleich Beredung sind alle die, welche sich und die Welt über alles lieben; denn was sie über alles lieben, das verehren sie als Gott. Von solcher Art sind heutzutage gar viele in der Christenheit. Welcher Art aber diese sind, durfte ich von solchen hauptsächlich im anderen Leben erfahren; denn nach dem Leben in der Welt, wenn der Mensch ein Geist wird, dann ist er ganz sich selbst gleich in Ansehung der Neigungen, die der Liebe angehören, und in Ansehung der Gedanken und Beredungen, wie er gewesen war, als er im Leibe lebte. Sie sagten, sie hätten sich in diesem Glauben dadurch bestärkt, daß der Mensch zu Würden und zu Vermögen komme nicht durch etwaige göttliche Hilfe und Vorsehung, sondern durch eigene Einsicht und Klugheit, und bisweilen durch Glück, und dennoch alsdann durch Ursachen, die, wie sie bemerkten, von Menschen ausgingen. Sie sagen, daß die allgemeine Erfahrung dies bezeuge, da ja die Bösen, Listigen und Gottlosen oft mehr als die Guten zu Würden emporstiegen und reich würden. Dies könnte nicht geschehen, wenn die Gottheit waltete. Aber ich durfte ihnen sagen, daß eine Bestärkung durch solche Gründe Vernünftelei aus eigener Einsicht und aus eigener Liebe sei, und diese Vernünftelei komme aus lauter Täuschungen und aus Unkenntnis der Ursachen. Sie glauben nämlich, daß zu Würden emporsteigen und Güter gewinnen mehr als andere, das Gute selbst sei, das Gott dem Menschen gebe, und daß somit der göttliche Segen, wie man jene Dinge nennt, bloß hierin bestehe. Gleichwohl aber sind solche Dinge vielmehr ein Fluch für die, welche sich selbst und die Welt über alles lieben, denn in dem Maß, als sie zu Ehrenstellen emporsteigen und Güter gewinnen durch ihre Bemühung und ihre Kunst, kommen sie auch in die Selbst- und Weltliebe hinein, so daß sie zuletzt ihr ganzes Herz daran hängen, und jenes als die einzigen Güter, ja, als die einzige Wonne und Glückseligkeit des Menschen betrachten; während doch das alles ein Ende nimmt mit dem Leben des Menschen in der Welt. Hingegen die Güter, Wonnen und Seligkeiten, die dem Menschen von Gott gegeben und vorgesehen werden, sind ewig, und nehmen kein Ende, somit sind sie wahre Segnungen. Das Zeitliche steht zum ewigen, wie das Endliche der Zeit und ihrem Unendlichen, in keinem Verhältnis. Was ewig währt, das ist, was aber ein Ende nimmt, ist beziehungsweise nicht. Das, was ist, sieht das Göttliche vor, nicht aber das, was nicht ist, außer insoweit dieses jenem förderlich ist, denn Jehovah, Der das Göttliche selbst ist (allein), und was von Ihm kommt, ist auch. Hieraus wird klar, von welcher Art das ist, was dem Menschen von Gott gegeben und vorgesehen wird, und von welcher Art das, womit der Mensch sich selbst versorgt. Außerdem wird ein jeder Mensch vom Göttlichen durch seinen Verstand geführt. Würde er nicht durch diesen geführt, so könnte kein Mensch selig werden. Daher kommt es, daß das Göttliche diesen (Verstand) beim Menschen in seiner Freiheit läßt und nicht zügelt. Aus diesem Grund geschieht es, daß den Bösen ihre Ränke und listigen Anschläge gelingen, die aus ihrem Verstand kommen. Aber das Glück, das sie dadurch erlangen, nimmt ein Ende mit ihrem Leben in der Welt und wird Unglück. Was aber den Guten vom Göttlichen vorgesehen wird, nimmt kein Ende, und gereicht zum Heil und Glück in Ewigkeit. Auf solche Weise redete ich mit denen, die in der Welt so beschaffen gewesen waren. Sie antworteten aber, daß sie an ein ewiges Gut, Heil und Glück damals gar nicht dachten, und daß sie, während sie ihren Liebestrieben folgten, das Leben des Menschen nach dem Tod ganz geleugnet hatten; und in dem Maß, wie sie zu Ehren und zum Reichtum gelangt seien, hätten sie auch geglaubt, es gebe keine anderen Güter, ja, auch keinen Himmel und keinen Gott, folglich hätten sie nicht gewußt, was es heiße, von Gott geführt werden. Die, welche hierin sich durch Lehre und Leben bestärkt haben in der Welt, bleiben auch so geartet im anderen Leben. Das Innere ist bei ihnen verschlossen, und daher haben sie keine Gemeinschaft mit dem Himmel; und offen ist nur ihr Äußeres, durch das sie alsdann nur Gemeinschaft mit den Höllen haben. Diejenigen unter ihnen, die durch Ränke, Kunstgriffe und listige Anschläge zu Ehren oder zu Reichtum gelangten, werden dort Zauberer. Sie scheinen unter den Hinterbacken an einem Tisch zu sitzen mit einem Hut, der bis zu den Augenlidern herabgedrückt ist; und so suchen sie, gleichsam nachdenkend, solches zusammen, was der Zauberkunst dient, indem sie meinen, sie könnten sich dadurch selbst führen. Ihre Rede fällt zwischen die Zähne mit einigem Zischen. Aber nachher, wenn sie abgeödet werden, werden sie in eine Grube von weitem Grunde geworfen, wo eine dicke Finsternis ist. Daselbst wird die Leuchte ihres Verstandes bis zum Irrsinn verdunkelt. Dahinein sah ich solche geworfen, die in der Welt für die Geistreichsten gehalten worden waren. 10410. "Da Aharon dieses sah", 2. Mose 32/5, bedeutet die Billigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es eine Billigung bezeichnet. Daß sehen hier Billigung bedeutet, erhellt aus dem gleich Folgenden, daß er nämlich einen Altar gebaut und ein Fest für (das Kalb) ausgerufen habe, denn durch Aharon wird vorgebildet das vom Inneren getrennte Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes: Nr. 10397, und dieses billigt alles das, was aus eigener Einsicht und aus eigener Liebe geschieht, was bezeichnet wird durch das gegossene Kalb, das aus Gold mit einem Griffel von Aharon gebildet wurde, wovon im Vorhergehenden. 10411. "Baute er einen Altar vor ihm", 2. Mose 32/5, bedeutet einen Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altars, sofern er das Hauptvorbild des Gottesdienstes ist, wovon Nr. 4541, 8935, 8940, 9714, 10242, 10245; hier aber des Teufelsdienstes, weil die, welche im Äußeren ohne das Innere sind, mit den Höllen Gemeinschaft haben, und nicht mit den Himmeln; denn das Innere des Menschen ist sein Himmel, und sein Äußeres ist seine Welt. Das Innere ist auch gestaltet zu einem Bild des Himmels, somit zur Aufnahme solcher Dinge, die in demselben sind. Das Äußere aber zu einem Bild der Welt, somit zur Aufnahme solcher Dinge, die hier sind; man sehe in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9279, 10156. Wenn daher das Innere verschlossen ist, dann ist auch der Himmel verschlossen, alsdann aber wird das Äußere nicht mehr aus dem Himmel regiert, sondern aus der Hölle; daher ist der Kultus solcher kein Gottesdienst, sondern ein Teufelsdienst. Sie nennen zwar das Göttliche, und verehren es auch, aber in der äußeren Form, und nicht in der inneren, d.h. mit dem Mund und nicht mit dem Herzen, und die nicht mit dem Herzen, verehren das Göttliche nicht um des Göttlichen willen, sondern um ihrer selbst und der Welt willen. Wo das Herz ist, da ist der Gottesdienst. Hieraus wird klar, daß durch einen Altar bauen vor dem goldenen Kalb, der Teufelsdienst bezeichnet wird. 10412. "Und Aharon rief aus und sprach: Ein Fest Jehovahs ist morgen", 2. Mose 32/5, bedeutet, das sei das eigentlich Kirchliche, das zu feiern, und das eigentlich Göttliche, das zu verehren sei immerdar. Dies erhellt aus der Bedeutung des Festes, sofern es den kirchlichen Gottesdienst in Ansehung der Feier bezeichnet, denn an festlichen Tagen geschah die Feier. Somit wird durch das Ausrufen eines Festes das eigentlich Kirchliche bezeichnet, das gefeiert werden soll. Daß es das eigentlich Göttliche sei, das angebetet werden soll, wird dadurch bezeichnet, daß jenes Fest ein Fest Jehovahs genannt wurde. Und aus der Bedeutung von morgen, sofern es heißt ewiglich und immerdar, wovon Nr. 3998, 7140, 9939. Die aber im Äußeren sind ohne das Innere, wollen auch als Götter verehrt werden und das Ihrige als göttlich angebetet wissen, soweit sie es wagen wegen des Volkes. Hieraus kann man schließen, daß sie in ihrem Herzen das Göttliche leugnen, und daß sie selbst immerfort nach Höherem trachten, und, soweit kein Hindernis entgegensteht, nach dem Höchsten; somit endlich nach Gottes Thron, wie man augenscheinlich sehen kann an denen, die im Wort unter Babel verstanden werden, die dem Herrn alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden absprechen, und für sich ansprechen; denn sie öffnen den Himmel und schließen ihn nach Belieben. Daß jene von solcher Art sind, erhellt Jes.14/4,9,12-15: "Aussprechen sollst du dieses Gleichnis über den König von Babel; die Hölle ist tief unten erregt worden deinetwegen; wie bist du doch heruntergefallen, du Morgenstern, bist gefällt zur Erde, geschwächt bist du unter die Völkerschaften hinunter. Du hast ja gesagt in deinem Herzen: In die Himmel will ich steigen, über die Sterne erhöhen meinen Thron, und sitzen auf dem Berg der Zusammenkunft, gleich will ich werden dem Höchsten. Aber du bist zur Hölle erniedrigt worden": daß der König von Babel wirklich befohlen hat, daß man ihn als Gott verehren soll, erhellt bei Dan. Kapitel 6. Unter Babel werden diejenigen verstanden, die im Äußeren heilig, aber im Inneren unheilig sind, somit diejenigen, welche die heiligen Dinge der Kirche als Mittel brauchen, um als Götter verehrt zu werden. Dies tun auch wirklich alle die, welche durch die heiligen Dinge der Kirche als Mittel zu Würden über andere und zu Vermögen über andere als zu ihren Zwecken emporzukommen trachten. Mit solchen verhält es sich ebenso im anderen Leben; auch dort leugnen sie das Göttliche im Herzen, und mühen sich durch ruchlose Künste ab, sich zu Göttern zu machen. Sie stellen sich hoch auf Berge und rufen einen aus ihrer Mitte als Gott aus und beten ihn auch an. Wenn sie aber in diesem unheiligen Gottesdienst sind, tut sich der Berg zu einer Schlucht auf, und sie werden verschlungen, und so in die Hölle hinabgeworfen. Daß es so ist, durfte ich einigemal sehen. 10413. "Und des anderen Tags standen sie früh auf", 2. Mose 32/6, bedeutet die Erregung durch ihre Liebestriebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von früh aufstehen, sofern es die Erregung durch die eigenen Triebe bezeichnet; durch frühe wird nämlich der Zustand der Liebe bezeichnet, und durch aufstehen die Erhebung zu demselben. Daß frühe den Zustand der Liebe bedeutet, sehe man Nr. 5962, 8426, 8812, 10114, 10134; und daß aufstehen die Erhebung bezeichnet: Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 4103; wenn aber frühe aufstehen gesagt wird von denen, die im Äußeren ohne das Innere sind, somit von den Bösen, dann wird durch aufstehen nicht Erhebung bezeichnet, sondern Erregung, und durch frühe nicht der Zustand der himmlischen Liebe, sondern der Zustand der höllischen Liebe. Denn wenn die Bösen in diesem Zustand sind, dann sind sie in ihrer Frühe, denn alsdann sind sie in der Lust ihres Lebens, weil in ihren Liebestrieben. Der Unterschied zwischen der Erhebung zum Zustand der Liebestriebe bei den Guten und bei den Bösen ist der, daß die Guten alsdann aufsteigen, und daß die Bösen hinabsteigen; denn die Liebestriebe sind bei den Guten himmlische Triebe, die sie erheben und zunehmen gemäß dem Aufsteigen zum Himmel; aber die Liebestriebe bei den Bösen sind höllische Triebe, die sie niederdrücken und zunehmen gemäß dem Hinabsteigen zur Hölle. Hieraus erhellt, daß früh aufstehen eine ganz andere Bedeutung hat, wenn es gesagt wird von den Bösen, als wenn es gesagt wird von den Guten. Im anderen Leben wechseln auch wirklich die Zustände der Geister und Engel in Ansehung der Liebe und des Glaubens, wie die Tages- und Jahreszeiten wechseln in Ansehung der Wärme und des Lichtes. Wenn bei denen, die in den Himmeln sind, Morgen ist, dann sind sie im Zustand himmlischer Liebestriebe, und daher in ihrer Freude. Aber in den Höllen sind sie alsdann im Zustand höllischer Liebestriebe, und daher in ihrer Qual; denn ein jeder will alsdann der Größte sein, und alles besitzen, was der andere hat, daher in gegenseitigem Haß, Wüterei und Grausamkeit. Und diese (Dinge) sind es, die durch das höllische Feuer bezeichnet werden. 10414. "Und opferten Brandopfer und brachten herzu Dankopfer", 2. Mose 32/6, bedeutet die Verehrung ihrer Liebestriebe, somit der Lustreize derselben und des Falschen von daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brand- und Schlachtopfer, sofern sie den ganzen Gottesdienst überhaupt bezeichnen, wovon Nr. 6905, 8936, 10042; und daß die Brandopfer den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe bezeichnen, die Schlachtopfer aber den aus den Wahrheiten des Glaubens, sehe man Nr. 8680, 10053; daher wird im entgegengesetzten Sinn durch Brandopfer der Gottesdienst aus den eigenen Liebestrieben bezeichnet, und dieser Gottesdienst kommt aus den Lustreizen derselben, die Böses sind, und durch die Schlachtopfer wird der Gottesdienst aus dem Falschen von daher bezeichnet. Es wird gesagt die Verehrung der Liebestriebe, weil man das verehrt, was man liebt, und die Liebe es ist, die verehrt. 10415. "Und das Volk setzte sich zu essen und zu trinken", 2. Mose 32/6, bedeutet die Aneignung desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen und trinken, sofern es die Aneignung bezeichnet; essen die Aneignung des Bösen, und trinken die Aneignung des Falschen. Daß essen die Aneignung des Guten bedeutet, sehe man Nr. 3168, 3513 E, 3596, 3832, 9412; daher bedeutet es im entgegengesetzten Sinn die Aneignung des Bösen: Nr. 4745. Und daß trinken die Aneignung des Wahren, und daher im entgegengesetzten Sinn die Aneignung des Falschen bedeutet: Nr. 3069, 3168, 3832, 8562, 9412. 10416. "Und standen auf zu spielen", 2. Mose 32/6, bedeutet die freudige Stimmung ihres Inneren dadurch und die Übereinstimmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von spielen, sofern es die freudige Stimmung des Inneren bezeichnet, denn das Spiel kommt daher. Es ist nämlich eine Tätigkeit des Leibes, die aus der Fröhlichkeit des Gemütes als Wirkung hervorgeht, und alle freudige Stimmung und Fröhlichkeit kommt aus den Lustreizen der Liebestriebe, worin der Mensch ist. Daß auch die Übereinstimmung bezeichnet wird, beruht darauf, daß jede innere freudige Stimmung eine Übereinstimmung in sich hat, denn wenn etwas nicht übereinstimmt und widerspricht, so geht die freudige Stimmung verloren. Die innere Freudigkeit beruht in der Freiheit des Menschen, und alle Freiheit kommt aus einer Liebe, der sich nichts entgegenstellt. Weil im Worte Inneres durch Äußeres beschrieben wird, darum auch die Freuden und Fröhlichkeiten, die im Inneren des Menschen sind, durch Spiele und Reigentänze, wie in folgenden Stellen: Jerem.30/18,19: "Die Stadt wird gebaut werden auf ihrem Hügel, dann wird ausgehen aus ihr Danksagung und die Stimme der Spielenden". Jerem.31/4,12,13: "Von neuem will Ich dich bauen, daß du gebaut bist, Jungfrau Israel; von neuem wirst du herrichten deine Pauken, und wirst ausgehen in den Reigen der Spielenden; ihre Seele wird werden wie ein bewässerter Garten, und werden hinfort nicht mehr Leid empfinden; und fröhlich wird sein die Jungfrau im Reigen, und die Jungen und die Alten miteinander; verwandeln will Ich ihre Trauer in Freude". Sach.8/5: "Es werden voll werden die Gassen der Stadt von Knaben und Mädchen, die spielen". Ps.149/3; 150/4: "Lobet den Namen Jehovahs mit Pauken und Reigen". Ps.30/12: "Verwandelt hast Du mir meine Trauer in einen Reigen". Jerem.Klagel.5/15: "Aufgehört hat die Freude unseres Herzens, verwandelt wurde in Trauer unser Reigen". Weil Spiele und Reigen die Freuden und Fröhlichkeiten des Inneren bezeichneten, die aus der Liebe hervorgingen, darum ging Mirjam, nachdem die Ägypter im Meer Suph untergegangen waren, mit den Weibern hervor "mit Pauken in Reigen": 2. Mose 15/20; und als die Lade aus dem Haus Obed Edoms in die Stadt Davids gebracht wurde, "hüpfte und tanzte David vor Jehovah": 2.Sam.6/12,16. Daß Inneres durch Äußeres im Wort dargestellt und beschrieben wird, erhellt aus dem Folgenden: Ps.104/25,26: "Du hast das Meer groß und ausgedehnt gemacht, in demselben gehen Schiffe, der Leviathan, den Du gebildet hast, darinnen zu spielen": wer nicht weiß, daß ein geistiger Sinn im einzelnen des Wortes ist, weiß nicht anders, als daß hier unter Meer und Schiffe das Meer und die Schiffe verstanden werden, und unter Leviathan die Walfische, die daselbst sind; und unter spielen ihre Bewegungen und Zusammengesellungen. Aber in solchen Dingen besteht das Wort nicht, das in jedem Jota göttlich ist; wenn aber anstatt dessen das Geistige verstanden wird, als das, was bezeichnet ist, dann wird es göttlich. Meer bedeutet im inneren Sinn die Sammlung der wißtümlichen Wahrheiten, somit das Äußere beim Menschen und in der Kirche; Schiffe bezeichnen Erkenntnisse und Lehren aus dem Wort; Leviathan bedeutet das Wißtümliche im allgemeinen, und spielen bezeichnet den Lustreiz daraus. Daß das Meer die Sammlung wißtümlicher Wahrheiten bedeutet, sehe man Nr. 28, 2850, 8184, 9340; daß Schiffe Erkenntnisse und Lehren aus dem Wort bezeichnen: Nr. 1977, 6385; und daß Leviathan das Wißtümliche im allgemeinen bedeutet: Nr. 7293; somit bedeutet spielen den Lustreiz und die freudige Stimmung daraus, die eintritt, wenn das Wißtümliche geistige Dinge bestärkt und damit übereinstimmt. 10417. Vers 7-14: Und Jehovah redete zu Mose: Gehe, steige hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast, hat sich verdorben. Und sind eilends abgewichen von dem Wege, den Ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht, und es angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland heraufgeführt haben. Und Jehovah sprach zu Mose: Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein hartnäckiges Volk. Und du, laß Mich, daß Mein Zorn wider sie entbrenne, und Ich sie verzehre, so will Ich dich zu einer großen Völkerschaft machen. Aber Mose flehte vor dem Angesichte Jehovahs, seines Gottes und sprach: warum, Jehovah, soll Dein Zorn entbrennen wider Dein Volk, das Du aus Ägyptenland herausgeführt hast mit großer Kraft und mit starker Hand? Warum sollen die Ägypter sagen: Zum Bösen (oder Unglück) hat er sie ausgeführt, um sie zu töten auf den Bergen, und sie zu vertilgen von dem Angesichte des Erdbodens; kehre Dich vom Grimm Deines Zorns, und es gereue Dich des Bösen wider Dein Volk. Gedenke Abrahams, Jischaks und Israels, Deiner Knechte, denen Du geschworen hast bei Dir, und zu ihnen geredet: Ich will euren Samen mehren, wie die Sterne des Himmels, und dieses ganze Land, davon Ich gesagt habe, will Ich eurem Samen geben, und sie sollen es als Erbe besitzen ewiglich (in den Zeitlauf). Da ließ sich Jehovah gereuen des Bösen, das Er gesagt hatte zu tun Seinem Volk. "Und Jehovah redete zu Mose" bedeutet das Innewerden und die Belehrung über die israelitische Völkerschaft, wie sie inwendig war; "gehe, steige hinab" bedeutet den Blick in ihr Äußeres; "denn dein Volk, hat sich verdorben" bedeutet, es habe sich ganz vom Göttlichen abwendet; "das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast" bedeutet, das er zum Göttlichen geführt zu haben geglaubt hatte; "und sind eilends abgewichen von dem Wege, den Ich ihnen geboten habe" bedeutet, sie haben sich vom göttlich Wahren entfernt; "sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht" bedeutet einen Gottesdienst gemäß dem Lustreiz der Triebe jener Völkerschaft; "und es angebetet und ihm geopfert" bedeutet, sie verehren es als das Gute selbst und als das Wahre selbst; "und gesagt: Das sind deine Götter, Israel" bedeutet, es sei zu verehren über alles; "die dich aus Ägyptenland heraufgeführt haben" bedeutet, was sie geführt hat; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet eine weitere Belehrung; "Ich habe dieses Volk gesehen" bedeutet das Vorhergesehene; "und siehe, es ist ein hartnäckiges Volk" bedeutet, es nehme den Einfluß vom Herrn nicht auf; "und du, laß Mich" bedeutet, man solle nicht so beharrlich darauf bestehen; "daß Mein Zorn wider sie entbrenne, und Ich sie verzehre" bedeutet, dadurch wenden sie sich ab von den inneren, somit von den göttlichen Dingen; so daß sie notwendig zugrunde gehen müssen; "so will Ich dich zu einer großen Völkerschaft machen" bedeutet, das Wort werde sich anderwärts als gut und vortrefflich erweisen; "aber Mose flehte vor dem Angesichte Jehovahs" bedeutet, das Göttliche sei aus Barmherzigkeit eingedenk gewesen; "und sprach: warum, Jehovah, soll Dein Zorn entbrennen" bedeutet die Abkehr jener Völkerschaft; "wider Dein Volk, das Du aus Ägyptenland herausgeführt hast" bedeutet, dennoch Erhebung von jener (Abkehr); "mit großer Kraft und mit starker Hand" bedeutet durch göttliche Macht, "warum sollen die Ägypter sagen" bedeutet diejenigen, die bloß im Äußeren sind; "zum Bösen hat er sie ausgeführt, um sie zu töten auf den Bergen" bedeutet, es würden die, die im Guten sind, zugrunde gehen; "sie zu vertilgen von dem Angesichte des Erdbodens" bedeutet die Angehörigen der Kirche würden zugrunde gehen; "kehre Dich vom Grimm Deines Zorns" bedeutet, so werde die Abkehr dieser Völkerschaft nicht schaden; "und es gereue Dich des Bösen wider Dein Volk" bedeutet Barmherzigkeit für sie; "gedenke Abrahams, Jischaks und Israels, Deiner Knechte" bedeutet, um des Himmels und der Kirche willen; "denen Du geschworen hast bei Dir" bedeutet Bekräftigung vom Göttlichen; "und zu ihnen geredet" bedeutet das Vorhersehen und die Vorsehung; "Ich will euren Samen mehren, wie die Sterne des Himmels" bedeutet Gutes und Wahres und die Erkenntnisse desselben; "und dieses ganze Land, davon Ich gesagt habe, will Ich eurem Samen geben" bedeutet, wovon der Himmel und die Kirche (sich bildet); "und sie sollen es als Erbe besitzen ewiglich (in den Zeitlauf)" bedeutet ewiges Leben; "da ließ sich Jehovah gereuen des Bösen, das Er gesagt hatte zu tun Seinem Volk" bedeutet Barmherzigkeit für sie. 10418. "Und Jehovah redete zu Mose", 2. Mose 32/7, bedeutet das Innewerden und die Belehrung über die israelitische Völkerschaft, wie sie inwendig war. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn von Jehovah (die Rede ist), sofern es ein Innewerden und eine Belehrung bezeichnet, wovon in den Stellen, die angeführt sind Nr. 10280, 10290. Daß es bedeutet, über die israelitische Völkerschaft, wie sie inwendig beschaffen war, erhellt aus dem Folgenden; denn daselbst ist von ihr die Rede, und von ihrer Beschaffenheit in Ansehung des Gottesdienstes. 10419. "Gehe, steige hinab", 2. Mose 32/7, bedeutet den Blick in ihr Äußeres. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabsteigen vom Berg Sinai, sofern es heißt, hinblicken, mustern und prüfen, denn durch den Berg Sinai wird der Himmel bezeichnet, aus dem das göttlich Wahre (kommt): Nr. 9420. Daher bedeutet hinabsteigen im geistigen Sinn nicht hinabsteigen mit dem Leibe, sondern mit dem Gemüt, somit hinblicken und mustern. 10420. "Denn dein Volk hat sich verdorben", 2. Mose 32/7, bedeutet, es habe sich ganz vom Göttlichen abwendet. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich verderben, wenn vom Gottesdienst die Rede ist, sofern es heißt, sich vom Göttlichen abwenden; denn jede Verderbnis und Übertretung im Gottesdienst ist eine Entfernung und Abkehr vom Göttlichen. Weil gesagt wird Abkehr, so soll mit wenigen Worten gesagt werden, wie es sich mit dieser verhält: Die, welche in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, wenden sich alle vom Göttlichen ab, denn sie blicken auswärts und abwärts, und nicht einwärts und aufwärts. Der Mensch blickt nämlich einwärts oder aufwärts, wenn sein Inneres geöffnet ist, somit wenn dieses im Himmel ist; aber er blickt auswärts oder abwärts, wenn sein Inneres verschlossen, und nur das Äußere geöffnet ist, denn dieses ist in der Welt. Wenn daher das Äußere vom Inneren getrennt ist, so kann der Mensch nicht aufwärts gehoben werden; denn das, worauf der Himmel einwirken muß, ist nicht da, weil es verschlossen ist. Daher kommt es, daß alle Dinge des Himmels und der Kirche für solche Finsternis sind. Deshalb wird es auch nicht von ihnen geglaubt, sondern im Herzen geleugnet; von etlichen auch mit dem Mund. Wenn der Himmel beim Menschen einwirkt, (was geschieht, wenn das Innere geöffnet ist,) so führt er ihn von den Trieben der Selbst- und Weltliebe weg, und von dem daraus entspringenden Falschen; denn wenn das Innere erhoben wird, so wird auch das Äußere erhoben; alsdann wird nämlich dieses in gleicher Anschauung, weil in Unterordnung, erhalten. Wenn aber das Innere nicht erhoben werden kann, weil es verschlossen ist, dann sieht das Äußere nirgend andershin als auf sich und auf die Welt; denn die Triebe der Selbst- und Weltliebe führen das Regiment. Von diesem wird auch gesagt, daß es abwärts sehe, weil zur Hölle, denn dort regieren diese Triebe. Der Mensch aber, der in diesen lebt, steht in Genossenschaft mit denen, die dort sind, ohne daß er es weiß. Auch wendet er sich in Ansehung seines Inneren wirklich vom Herrn ab, denn er kehrt Ihm den Rücken, und sein Angesicht zur Hölle. Dies kann man beim Menschen, solange er in der Welt lebt, nicht sehen; weil aber sein Denken und Wollen dieses tun, so ist es sein Geist, der diese Richtung nimmt, denn der Geist ist es, der denkt und will im Menschen. Daß es so ist, zeigt sich augenscheinlich im anderen Leben; dort nehmen die Geister ihre Richtung gemäß ihren Liebestrieben. Die, welche den Herrn und den Nächsten lieben, sehen fortwährend auf den Herrn, ja, was merkwürdig ist, sie haben Ihn bei jeder Wendung ihres Leibes vor Angesicht; denn in der geistigen Welt ist keine Himmelsgegend, wie in der natürlichen Welt; sondern die Himmelsgegend wird von der Liebe eines jeden, die ihm die Richtung gibt, bestimmt. Die aber, die sich selbst und die Welt über alles lieben, wenden das Angesicht vom Herrn ab, und wenden sich zur Hölle, und hier ein jeder zu denen, die in gleicher Liebe mit ihnen sind, und zwar ebenfalls bei jeder Wendung ihres Leibes. Hieraus kann man erkennen, was es heißt, sich vom Göttlichen abwenden; sodann was eigentlich durch das Sichabwenden im Wort bezeichnet wird: Jes.42/17: "Sie wenden sich zurück, die sich verlassen auf Schnitzbilder". Ps.44/19: "Zurück hat sich ihr Herz gewendet". Jerem.5/6: "Viel sind geworden ihre Übertretungen, und stark sind geworden ihre Abwendungen". Jerem.8/4,5: "Sie wenden sich ab, so daß sie nicht umkehren; abgewandt hat sich dieses Volk; Jerusalem bleibt immerfort abgewandt, sie weigern sich umzukehren". Jerem.49/8: "Abgewandt haben sie sich, in die Tiefe haben sie sich niedergelassen, zu wohnen", und anderwärts öfters. 10421. "Das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast", 2. Mose 32/7, bedeutet, das er zum Göttlichen geführt zu haben geglaubt hatte. Dies erhellt aus der Bedeutung von heraufführen aus Ägyptenland, sofern es heißt, vom Äußeren zum Inneren erheben, somit zum Göttlichen führen, denn durch heraufführen wird bezeichnet, vom Äußeren zum Inneren erheben, und durch Ägypten wird der natürliche oder äußere Mensch bezeichnet, von dem weg die Erhebung (stattfindet). Daß heraufführen bedeutet, vom Äußeren zum Inneren erheben, sehe man Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817; und daß Ägypten das Natürliche oder Äußere bezeichnet, in den Nr. 9391 angeführten Stellen. 10422. "Und sind eilends abgewichen von dem Wege, den Ich ihnen geboten habe", 2. Mose 32/8, bedeutet, sie haben sich vom göttlich Wahren entfernt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abweichens vom Wege, sofern es heißt, sich vom Wahren entfernen, denn abweichen heißt, sich entfernen. Die, welche in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, entfernen sich nämlich selbst. Und der Weg bedeutet das Wahre, worüber folgt. Daß es aber das göttlich Wahre ist, von dem sie sich entfernen, beruht darauf, daß gesagt wird "vom Weg, den Jehovah ihnen geboten hat". Daß der Weg das Wahre bedeutet, kommt von der Erscheinung in der geistigen Welt her; dort erscheinen auch wirklich Wege und Pfade, und in den Städten Gassen und Straßen. Aber die Geister gehen nirgends hin, als zu denen, mit denen sie durch die Liebe zusammengesellt sind. Daher kommt es, daß die Geister dort an dem Wege, den sie gehen, erkannt werden, wie beschaffen sie sind in Ansehung des Wahren, denn alles Wahre führt zu seiner Liebe. Das nämlich heißt man wahr, was das begründet, was man liebt. Daher kommt es, daß der Weg auch in der gemeinen menschlichen Rede das Wahre bezeichnet, denn die Rede des Menschen hat dieses, wie anderes mehr, aus der geistigen Welt bekommen. Daher kommt es nun, daß im Wort durch Weg, Pfad, Steig, Bahn, Gasse und Straße Wahrheiten bezeichnet werden, und im entgegengesetzten Sinn Falsches: Jerem.6/16: "Stellt euch neben die Wege, und sehet; fraget nach den Wegen des Zeitlaufs, welcher Weg der beste sei". Jerem.7/3-5: "Macht gut eure Wege, und eure Werke; verlasset euch nicht auf Worte der Lüge". Jerem.10/2: "Den Weg der Völkerschaften (Heiden) lernet nicht". Jerem.17/10: "Geben werde Ich einem jeden nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Werke". Jerem.18/15: "Sie haben sie straucheln gemacht auf ihren Wegen, den Steigen des Zeitlaufes (der Welt), daß sie hingingen auf Pfade, einen nicht gebahnten Weg". Jerem.32/39: "Geben werde Ich ihnen ein Herz und einen Weg". Ps.25/4,5: "Deine Wege, Jehovah, tue mir kund, Deine Pfade lehre mich; leite mich in Deiner Wahrheit". Richt.5/6: "In den Tagen der Jael haben aufgehört die Wege, und die auf Pfaden Gehenden gingen krumme Wege". Jes.30/11,21: "Tretet ab von dem Wege, lasset euch ablenken vom Pfad; deine Ohren sollen hören das Wort hinter dir: Das ist der Weg, auf dem gehet". Jes.33/8: "Verwüstet sind die Pfade, keiner wandelt auf dem Wege". Jes.35/8: "Es wird auch daselbst ein Pfad und Weg sein, welcher der heilige Weg genannt werden wird; es wird nicht auf ihm wandeln ein Unreiner, sondern dieser ist für sie (allein); wer da wandelt auf dem Weg, selbst die Toren werden nicht irren". Jes.40/3,14: "Die Stimme eines Rufenden (ist) in der Wüste: Bereitet den Weg Jehovahs, ebnet in der Einöde einen Pfad unserem Gott; mit wem hat Er Sich beraten, daß er Ihn lehre den Weg des Rechts, und den Weg der Einsicht Ihm zeigen möchte". Jes.49/9,11: "Zu sagen denen, die in der Finsternis sind: Werdet offenbar, auf den Wegen werden sie weiden; alle Meine Berge werde Ich zum Weg machen; Meine Pfade werden erhöht werden". Jes.59/8,9: "Den Weg des Friedens kennen sie nicht, und kein Recht ist auf ihren Bahnen; ihre Pfade haben sie sich verkehrt; wer sie betritt, wird nicht erkennen den Frieden". Jes.62/10,11: "Bereitet einen Weg dem Volk, bahnet, bahnet einen Pfad; saget der Tochter Zions: Siehe, dein Heil kommt". Jes.43/16,19: "Ich habe im Meer einen Weg gemacht, in starken Wassern einen Pfad; bereiten werde Ich in der Wüste einen Weg". 5. Mose 27/18: "Verflucht ist, wer einen Blinden irre führt auf dem Weg". Matth.22/9: "Gehet hin an die Ausgänge der Wege, und alle, die ihr findet, ladet zur Hochzeit". Joh.14/6: "Jesus sprach: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". In diesen und in mehreren anderen Stellen wird durch Weg das Wahre bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn das Falsche. 10423. "Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht", 2. Mose 32/8, bedeutet einen Gottesdienst gemäß dem Lustreiz der Triebe jener Völkerschaft. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10407 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 10424. "Und es angebetet und ihm geopfert", 2. Mose 32/8, bedeutet, sie verehren es als das Gute selbst und als das Wahre selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von anbeten, sofern es heißt verehren als das Gute selbst, und aus der Bedeutung von opfern, sofern es heißt verehren als das Wahre selbst. Daß anbeten gesagt wird vom Guten, das der Liebe angehört, und opfern vom Wahren des Glaubens, beruht darauf, daß wo im Wort vom Guten, auch vom Wahren die Rede ist wegen der himmlischen Ehe im einzelnen daselbst, man sehe in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9263, 9314, daß opfern vom Wahren gesagt wird: Nr. 8680, 10053, und daß anbeten vom Guten, erhellt aus den Stellen im Wort, wo es gesagt wird. HG 10425 10425. "Und gesagt: Das sind deine Götter, Israel", 2. Mose 32/8, bedeutet, es sei zu verehren über alles. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10408 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 10426. "Die dich aus Ägyptenland heraufgeführt haben", 2. Mose 32/8, bedeutet, was sie geführt hat; man sehe Nr. 10409. 10427. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 32/9, bedeutet eine weitere Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah die Rede ist, sofern es ein Innewerden und eine Belehrung bezeichnet, worüber in den Nr. 10280, 10290 angeführten Stellen. 10428. "Ich habe dieses Volk gesehen", 2. Mose 32/9, bedeutet das Vorhergesehene. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, wenn es sich auf Jehovah bezieht, sofern es ein Vorhersehen bezeichnet, wovon Nr. 2807, 2837, 2839, 3686, 3863; denn was Jehovah sieht, sieht Er von Ewigkeit her, und sehen von Ewigkeit her ist Vorhersehen und Vorsehung. 10429. "Und siehe, es ist ein hartnäckiges Volk", 2. Mose 32/9, bedeutet, es nehme den Einfluß vom Herrn nicht auf. Dies erhellt aus der Bedeutung von hartnäckig, sofern es heißt den Einfluß nicht aufnehmen; denn durch den Nacken und den Hals wird die Verbindung und Gemeinschaft des Oberen und Unteren, somit der Einfluß bezeichnet; man sehe Nr. 3542, 3603, 3695, 3725, 5320, 5328, 5926, 6033, 8079, 9913, 9914; und durch hart wird bezeichnet, was widersteht und sich sträubt, somit was nicht annimmt. Dieses Volk wird so genannt, weil es im Äußeren ohne das Innere war, und die, welche von solcher Art sind, weisen allen Einfluß aus dem Himmel oder vom Herrn zurück; denn der Einfluß geschieht durch das Innere ins Äußere. Wenn nun das Innere verschlossen ist, so findet keine Aufnahme des Göttlichen im Äußeren statt; denn es wird bloß das aufgenommen, was aus der Welt einfließt, somit bloß was weltlich, leiblich und irdisch ist. An solchen erscheinen auch wirklich, wenn sie im Himmelslicht beschaut werden, wie Zahngebisse, oder wie etwas Haariges, oder wie etwas Knöchernes ohne Leben, anstatt des Hauptes oder Angesichts; denn das Angesicht entspricht dem, was dem inwendigen Menschen, und der Leib dem, was dem äußeren angehört, und der Nacken der Verbindung beider. Hier soll noch kurz erklärt werden, was verstanden wird unter dem Sein im Äußeren ohne das Innere, was von jener Völkerschaft gesagt wird: Jeder Mensch hat ein Inneres und ein Äußeres: sein Inneres ist sein Denken und sein Wollen, und das Äußere ist sein Reden und sein Tun. Aber das Innere bei den Guten ist sehr verschieden vom Inneren bei den Bösen, denn ein jeder hat ein Inneres, das der inwendige Mensch genannt wird, und ein Äußeres, das der äußere Mensch genannt wird. Der inwendige Mensch ist nach dem Bilde des Himmels gestaltet, der äußere aber nach dem Bilde der Welt: Nr. 9279. Bei denen, die im Guten der Liebe und in den Wahrheiten des Glaubens sind, ist der inwendige Mensch geöffnet und durch ihn sind sie im Himmel. Hingegen bei denen, die im Bösen und daher im Falschen sind, ist jener inwendige Mensch geschlossen, und durch den äußeren sind sie nur in der Welt. Diese sind es, von denen gesagt wird, daß sie im Äußeren sind ohne das Innere. Solche haben zwar auch ein Inneres, aber das Innere bei ihnen ist das Innere ihres äußeren Menschen, der in der Welt ist, aber kein Inneres des inwendigen Menschen, der im Himmel ist. Dieses Innere, das dem äußeren Menschen angehört, wenn der inwendige verschlossen ist, ist böse, ja häßlich, denn sie denken nur an die Welt und an sich selbst, und wollen bloß das, was der Welt und was ihnen selbst angehört, und denken gar nicht an den Himmel und an den Herrn, ja sie wollen es nicht einmal. Hieraus kann erhellen, was verstanden wird unter dem Sein im Äußeren ohne das Innere. Weil die israelitische Völkerschaft so beschaffen war, darum war, wenn sie sich im äußeren Heiligen befand, ihr Inneres verschlossen, denn es war häßlich und unsauber, nämlich voller Selbst- und Weltliebe, somit voll von Verachtung anderer neben sich, von Haß gegen alle, die an ihnen sündigten, von Wut gegen sie und Grausamkeit, Geiz, Raub und anderem dergleichen. Daß jene Völkerschaft so geartet war, erhellt offenbar aus dem Liede Mose: 5. Mose 32/15-43, wo es nach dem Befehl Jehovahs beschrieben wird, wie auch überall bei Jeremias, und endlich vom Herrn selbst bei den Evangelisten. 10430. "Und du, laß Mich", 2. Mose 32/10, bedeutet, man solle nicht so beharrlich darauf bestehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von lassen, wenn es von Jehovah in betreff jener Völkerschaft gesagt wird, sofern es heißt, man solle nicht so beharrlich darauf bestehen, denn jene Völkerschaft war nicht vom Herrn auserwählt, sondern angenommen, weil es so beharrlich darauf bestanden hatte; man sehe Nr. 4290, 4293, 7051, 7439. Jene Völkerschaft konnte nämlich vor allen anderen Völkerschaften im ganzen Weltkreis fasten, auf der Erde liegen, sich im Staub wälzen, und in der Trauer sein ganze Tage lang, und nicht nachlassen, als bis sie es erlangt hatten. Aber diese Beharrlichkeit war nur um ihrer selbst willen, nämlich aus der glühendsten Selbst- und Weltliebe, und nicht um des Göttlichen willen. Die, welche von solcher Art sind, werden zwar erhört, aber dennoch nehmen sie nichts vom Himmel und der Kirche in sich auf, sondern bloß solches, was der Welt angehört, wenn sie in den Satzungen und Gesetzen in der äußeren Form verbleiben. Daher kommt es, daß sie im anderen Leben unter den Höllischen sind, etliche ausgenommen, die im Guten waren, und ausgenommen ihre Kinder. Hieraus wird klar, daß durch "du, laß Mich" bezeichnet wird, man solle nicht so hartnäckig darauf bestehen. 10431. "Daß Mein Zorn wider sie entbrenne, und Ich sie verzehre", 2. Mose 32/10, bedeutet, dadurch wenden sie sich ab von den inneren, somit von den göttlichen Dingen, so daß sie notwendig zugrunde gehen müssen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Entbrennen des Zorns, wenn es in betreff Jehovahs (gesagt wird), sofern es die Abwendung beim Menschen bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von verzehren, wenn ebenfalls von Jehovah (die Rede ist), sofern es heißt, zugrunde gehen durch das eigene Böse. Im Worte wird in vielen Stellen von Jehovah gesagt, daß er von Zorn entbrenne, daß Er Sich ergrimme, wie auch, daß Er verzehre und zerstöre; aber es wird gesagt, weil es dem Menschen so erscheint, der sich vom Herrn abwendet, was geschieht, wenn er Böses tut. Und weil er alsdann nicht erhört, sondern auch bestraft wird, so glaubt er, daß der Herr einen Zorn gegen ihn habe, während doch der Herr gar nicht zürnt und gar nicht verzehrt, denn Er ist die Barmherzigkeit selbst und das Gute selbst. Hieraus wird klar, wie beschaffen das Wort in Ansehung des Buchstabens ist, daß es nämlich dem Schein beim Menschen gemäß ist. Ebenso wenn gesagt wird, daß es den Jehovah reue, wie im Folgenden, während es doch den Jehovah gar nicht reut, denn Er sieht alles von Ewigkeit her voraus. Hieraus kann man auch erkennen, in wieviel Irrtümer diejenigen verfallen, die nicht über den Buchstabensinn hinaus denken, wenn sie das Wort lesen; somit die es lesen ohne eine Lehre aus dem Wort, die lehrt, wie sich die Sache verhält. Denn die, welche aus der Lehre das Wort lesen, wissen, daß Jehovah die Barmherzigkeit selbst, sowie das Gute selbst ist, und daß man von der unendlichen Barmherzigkeit und vom unendlich Guten durchaus nicht sagen könne, daß sie vom Zorn entbrenne und verzehre. Deshalb wissen und sehen sie aus dieser Lehre, daß, nur dem Schein gemäß, wie es dem Menschen vorkommt, so gesagt wird. Daß der Zorn und das Böse vom Menschen stammen und nicht vom Herrn, und daß es dennoch dem Herrn zugeschrieben wird, sehe man in den Nr. 9306 angeführten Stellen. Und daß der Zorn, wenn er vom Herrn gesagt wird, die Abkehr des Menschen vom Herrn bedeutet: Nr. 5034, 5798, 8483, 8875. 10432. "So will Ich dich zu einer großen Völkerschaft machen", 2. Mose 32/10, bedeutet, das Wort werde sich anderwärts als gut und vortrefflich erweisen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen. Und aus der Bedeutung der Völkerschaft, sofern sie die bezeichnet, die im Guten sind, somit abgesehen von der Person das Gute, wovon Nr. 1259, 1260, 1416, 1849, 6005, 8771. Im Worte wird hie und da gesagt die Völkerschaft und das Volk, und dann werden durch Völkerschaft diejenigen bezeichnet, die im Guten, und durch das Volk die, welche im Wahren sind, oder abgesehen von den Personen wird durch Völkerschaft das Gute bezeichnet, und durch Volk das Wahre: Nr. 10288. Wenn daher durch Mose das Wort bezeichnet wird, dann wird durch die Völkerschaft, die von ihm abstammt, das daher stammende Gute bezeichnet. Hiermit verhält es sich in folgender Weise: Die Söhne Israels wurden angenommen, weil bei ihnen das Wort geschrieben werden konnte, dessen äußerer oder buchstäblicher Sinn aus lauter äußeren Dingen besteht, denen Inneres entspricht; von solcher Art waren alle Vorbilder, die bei der israelitischen Völkerschaft waren. Und weil jene Völkerschaft auf solche Weise im Äußeren war, darum konnte das Wort bei ihr geschrieben werden. Hieraus erhellt, daß, wenn unter Mose das Wort verstanden wird, und wenn von der israelitischen Völkerschaft gesagt wird, daß es verzehrt werden und zugrunde gehen solle, alsdann dadurch, daß Jehovah den Mose zu einer großen Völkerschaft machen wolle, bezeichnet wird, das Wort solle anderswo geschrieben werden und werde sich als gut und vortrefflich erweisen. Daß dieses der Sinn dieser Worte ist, erscheint nicht im Buchstaben, aber doch kann man es daraus entnehmen, daß die Namen der Personen nicht in den Himmel eingehen, sondern daß sie sich dort verwandeln in die Sachen, die sie bezeichnen. Wenn z.B. Abraham, Jischak, Jakob, Moses, Aharon, David und andere genannt werden, dann weiß man dort gar nicht, daß jene Personen vom Menschen verstanden werden; sie verschwinden sogleich und nehmen einen geistigen Sinn an, welches der Sinn der Sachen ist, die durch jene Personen bezeichnet werden. Hieraus wird klar, was für einen Sinn diese Worte von Mose haben, daß er zu einer großen Völkerschaft werden würde. 10433. "Aber Mose flehte vor dem Angesichte Jehovahs", 2. Mose 32/11, bedeutet, das Göttliche sei aus Barmherzigkeit eingedenk gewesen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort bezeichnet, wie Nr. 10432; aus der Bedeutung des Angesichts, wenn es auf Jehovah sich bezieht, sofern es die Barmherzigkeit und alles Gute bezeichnet, wovon Nr. 222, 223, 5585, 7599, 9306, 9546; und aus der Bedeutung von flehen, sofern es heißt gedenken; denn wenn unter Mose das Wort verstanden wird, dann bedeutet flehen nicht flehen, sondern eingedenk sein dessen, was übereinstimmt mit dem, wovon es gesagt wird, hier mit dem Wort. Daß Jehovah der Herr im Wort ist, sehe man in den Nr. 9373 angeführten Stellen. 10434. "Und sprach: warum, Jehovah, soll Dein Zorn entbrennen", 2. Mose 32/11, bedeutet die Abkehr jener Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Entbrennen des Zorns, wenn von Jehovah (die Rede ist), sofern es die Abkehr des Menschen bezeichnet, der im Bösen ist, wovon Nr. 10431. 10435. "Wider Dein Volk, das Du aus Ägyptenland herausgeführt hast", 2. Mose 32/11, bedeutet, dennoch Erhebung von jener Abkehr. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen aus Ägyptenland, sofern es heißt, erheben vom Äußeren zum Inneren, wovon Nr. 10421. 10436. "Mit großer Kraft und mit starker Hand", 2. Mose 32/11, bedeutet durch göttliche Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der großen Kraft und starken Hand, wenn von Jehovah (die Rede ist), sofern es die göttliche Macht bezeichnet, wovon Nr. 7188, 7189, 8050, 8069, 8153. Wie es mit diesem und jenem sich verhält, kann aus dem Zusammenhang der Sachen im inneren Sinn erhellen. Dieser ist, daß, obwohl die israelitische Völkerschaft im Äußeren ohne das Innere war, so daß sie gar nicht zum Inneren erhoben werden konnte, dennoch bei ihnen ein Vorbild der Kirche errichtet und daselbst das Wort geschrieben werden konnte, aus dem Grund, weil durch die göttliche Macht gleichwohl vermöge des Äußeren ohne das Innere eine Gemeinschaft mit dem Himmel stattfinden und so das gleiche bewirkt werden konnte, wie wenn sie zugleich im Inneren gewesen wären. Über diesen Gegenstand sehe man, was über jene Völkerschaft in den Nr. 10396 angeführten Stellen gezeigt wurde, wie auch, daß durch das Äußere bei ihnen, das in Vorbildern des Inneren bestand, eine Gemeinschaft mit dem Himmel stattfand, durch die göttliche Macht des Herrn: Nr. 4311, 4444, 6304, 8538, 8788, 8806. Man wisse, daß die Kirche nicht Kirche ist durch den äußeren Gottesdienst, sondern durch den inneren Gottesdienst; denn der äußere Gottesdienst ist Sache des Leibes, aber der innere ist Sache der Seele. Daher ist der äußere Gottesdienst ohne den inneren nur eine Gebärde, somit ein Gottesdienst ohne Leben vom Göttlichen. Der Mensch der Kirche hat durch das Innere des Gottesdienstes Gemeinschaft mit den Himmeln, denen das Äußere zur Grundlage dient, auf dem das Innere steht, wie ein Haus auf seinem Fundament. Und wenn das Innere so steht, dann ist Vollständigkeit und Festigkeit da, und der ganze Mensch wird vom Göttlichen regiert. Von solcher Art war der Mensch der Alten Kirche, die auch eine vorbildliche Kirche war. Deshalb war diese Kirche dem Herrn angenehm, wie aus mehreren Stellen im Wort erhellt. Sie wird beschrieben im Lied Mose: 5. Mose 32/3-15. Aber eine solche Kirche konnte bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft nicht errichtet werden, aus dem oben angegebenen Grunde, weil ihr Inneres häßlich war, somit ganz gegen das Gute der himmlischen Liebe und das Gute des Glaubens, welches das Innere des Gottesdienstes ist. Weil sie aber so beharrlich darauf bestanden, in das Land Kanaan zu kommen, was soviel war, als die Kirche vorzubilden, deshalb wurde vom Herrn vorgesehen, daß dennoch durch ihren ganz äußerlichen Gottesdienst eine Gemeinschaft mit dem Himmel möglich wurde; denn der Zweck jedes Gottesdienstes ist Gemeinschaft mit dem Himmel, und durch diesen die Verbindung des Herrn mit dem Menschen. Dies ist es, wovon jetzt im inneren Sinn gehandelt wird. 10437. "Warum sollen die Ägypter sagen", 2. Mose 32/12, bedeutet diejenigen, die bloß im Äußeren sind über diejenigen, die in das Innere erhoben werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, sofern sie die bezeichnen, die bloß im Äußeren sind; und aus der Bedeutung von "sagen", sofern es diejenigen betrifft, die in das Innere erhoben werden, denn von diesen ist im jetzt Folgenden im inneren Sinn die Rede. Daß durch die Ägypter diejenigen bezeichnet werden, die bloß im Äußeren sind, kommt daher, weil die Ägypter in den alten Zeiten zu denjenigen gehörten, bei denen auch die vorbildliche Kirche war. Denn diese Kirche erstreckte sich über mehrere Gegenden Asiens, und zu derselben Zeit waren die Ägypter mehr als die übrigen in der Wissenschaft der Entsprechungen und Vorbildungen, die jener Kirche angehörten, denn sie wußten das Innere, das durch die äußeren Dinge vorgebildet und daher bezeichnet wurde. Aber im Lauf der Zeit ging es bei ihnen ebenso wie bei anderen, bei denen die Kirche ist, daß sie nämlich aus inwendigen Menschen äußere werden, und zuletzt so, daß sie um das Innere sich nicht bekümmern, indem sie allen Gottesdienst in das Äußere setzen. Als es nun bei den Ägyptern ebenso ging, wurde die Wissenschaft der Entsprechungen und Vorbildungen, in der sie mehr als die übrigen in Asien waren, in Zauberei verwandelt, was geschieht, wenn das Innere des Gottesdienstes, das der Liebe und dem Glauben angehört, in Vergessenheit kommt (während dennoch der äußere vorbildliche Gottesdienst bleibt), zugleich mit der Erkenntnis der inneren Dinge, die vorgebildet werden. Weil die Ägypter von solcher Art wurden, darum wird durch sie das Wissen solcher Dinge, wie auch das Äußere oder Natürliche bezeichnet, und weil dieses ohne das Innere entweder zauberisch oder götzendienerisch und beides höllisch ist, darum wird durch Ägypten auch die Hölle bezeichnet. Hieraus wird klar, woher es kommt, daß durch "warum sollen die Ägypter sagen" diejenigen bezeichnet werden, die bloß im Äußeren sind. Daß auch in Ägypten die vorbildliche Kirche war, sehe man Nr. 7097, 7296, 9391; daß Ägypten die Wissenschaft solcher Dinge in beiderlei Sinn bedeutet: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 2588, 4749, 4964, 4966, 5700, 5702, 6004, 6015, 6125, 6651, 6673, 6679, 6683, 6750, 7926; daß Ägypten das Natürliche oder Äußere vorbildet: Nr. 4967, 5079, 5080, 5095, 5160, 5276, 5278, 5280, 5288, 5301, 5799, 6004, 6015, 6147, 6252, 7353, 7355, 7648; und daß Ägypten die Hölle bedeutet: Nr. 7039, 7097, 7107, 7110, 7126, 7142, 7220, 7228, 7240, 7278, 7307, 7317, 8049, 8132, 8135, 8138, 8146, 8148, 8866, 9197. 10438. "Zum Bösen hat er sie ausgeführt, um sie zu töten auf den Bergen", 2. Mose 32/12, bedeutet, es würden die, welche im Guten sind, zugrunde gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausführen, um zu töten, sofern es heißt verderben. Wenn es aber auf den Herrn sich bezieht, Der gar niemand verdirbt, so heißt es, zugrunde gehen durch sein Böses. Und aus der Bedeutung der Berge, sofern sie den Himmel bezeichnen, daher das Gute der Liebe. Daß aber durch die Berge der Himmel bezeichnet wird, kommt von den Vorbildern im anderen Leben her, denn dort erscheinen, wie auf Erden, Berge, Hügel, Felsen, Täler und dergleichen und auf den Bergen sind die, welche in himmlischer Liebe, auf den Hügeln die, welche in geistiger Liebe, auf den Felsen die, welche im Glauben sind, und in den Tälern die, welche noch nicht zum Guten des Glaubens und der Liebe emporgekommen sind. Daher kommt es, daß durch Berge die bezeichnet werden, die im Guten der himmlischen Liebe, somit die im innersten Himmel sind und im abgezogenen Sinn das Gute der himmlischen Liebe, somit der Himmel, der in dieser Liebe ist. Und daß durch Hügel die bezeichnet werden, die im Guten der geistigen Liebe, somit die, welche im mittleren Himmel sind, und im abgezogenen Sinn das Gute dieser Liebe, und der Himmel, der darin liegt; und daß durch Felsen die bezeichnet werden, die im Guten des Glaubens und daher, die im letzten Himmel sind, und im abgezogenen Sinn dieses Gute und dieser Himmel. Sodann daß durch Täler die bezeichnet werden, die noch nicht zu diesem Guten, somit zum Himmel erhoben worden sind. Weil solches im anderen Leben erscheint, und daher solches dadurch bezeichnet wird, deshalb wird das gleiche dadurch im Wort bezeichnet; und das gleiche auch durch die Berge, Hügel, Felsen und Täler im Lande Kanaan, durch die ebendarum der Himmel in seinem Gesamtbegriff vorgebildet wurde. Daß Berge den Himmel bedeuten, wo das Gute der himmlischen Liebe ist, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, wie aus folgenden: Jes.2/2; Micha 4/1: "In der Zukunft der Tage wird der Berg Jehovahs zum Haupt der Berge sein und erhaben über die Hügel". Ps.72/3: "Die Berge werden Frieden bringen und die Hügel in Gerechtigkeit". Ps.148/7,9: "Lobet den Jehovah, ihr Berge und alle Hügel". Ps.68/16,17: "Ein Berg Gottes ist der Berg Basans, ein Berg der Hügel der Berg Basans; warum hüpfet ihr Berge, ihr Hügel der Berge; es verlangt Gott, ihn zu bewohnen; Jehovah wird ihn auch bewohnen immerdar". 5. Mose 33/15,16: "Von den Erstlingen der Berge des Aufgangs und von den Kostbarkeiten der Hügel des Zeitlaufs soll kommen auf das Haupt Josephs". Und außerdem in anderen Stellen; man sehe Nr. 795, 6435, 8327, 8658, 8758, 9422, 9434. Dies ist der Grund, warum der Herr herabkam auf den Berg Sinai, und warum die Stadt Davids auf einem Berg gebaut war, und daß dieser Berg, welcher der Berg Zion genannt wurde, den innersten Himmel bezeichnet. Und dies ist auch der Grund, warum die Alten auf Bergen und Hügeln das Heilige ihres Gottesdienstes feierten: Nr. 2722. 10439. "Sie zu vertilgen von dem Angesichte des Erdbodens", 2. Mose 32/12, bedeutet, die Angehörigen der Kirche würden zugrunde gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von vertilgen, sofern es heißt verderben. Wenn es aber von Jehovah gesagt wird, Der niemand verdirbt, so heißt es zugrunde gehen durch sein Böses, wie oben. Und aus der Bedeutung der Erde, sofern sie die Kirche bezeichnet, wovon in den Stellen, die angeführt worden Nr. 9325, 10373. 10440. "Kehre Dich vom Grimm Deines Zorns", 2. Mose 32/12, bedeutet, so werde die Abkehr dieser Völkerschaft nicht schaden. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Grimm des Zorns, wenn es von Jehovah (gesagt wird), sofern er die Abkehr beim Menschen bezeichnet, wovon Nr. 10431; somit bedeutet, umkehren vom Grimm des Zorns, die Abkehr werde nicht schaden. Wie es sich damit verhält wird aus dem klar, was im Vorhergehenden gesagt und gezeigt wurde. 10441. "Und es gereue Dich des Bösen wider Dein Volk", 2. Mose 32/12, bedeutet Barmherzigkeit für sie. Dies erhellt aus der Bedeutung von gereuen, wenn es von Jehovah (gesagt wird), sofern es heißt sich erbarmen. Daß gereuen bedeutet, sich erbarmen, kommt daher, weil es den Jehovah niemals reut, denn Er sieht alles voraus und sieht alles vor von Ewigkeit. Reue findet nur bei dem statt, der die Zukunft nicht weiß, und der dann wahrnimmt, er habe geirrt, wenn sie eintritt. Gleichwohl wird im Wort so von Jehovah gesagt, weil der Buchstabensinn aus solchem besteht, was beim Menschen erscheint, denn er ist für die Einfältigsten und für Kinder, die zuerst nicht weiter gehen. Diese und jene sind auch im Äußersten, womit sie anfangen und in das nachher ihr Inneres ausläuft, und darum muß das Wort im Buchstaben anders verstanden werden von denen, die weiser geworden sind. Mit dem Wort verhält es sich ebenso wie mit dem Menschen. Sein Inneres läuft aus in Fleisch und Bein; dieses hält jenes zusammen, und würde es nicht die Stelle einer Unterlage und Stütze vertreten, so könnte der Mensch nicht bestehen, denn er hätte kein Letztes, in welches das Innere ausliefe, und auf dem es ruhte. Ebenso verhält es sich mit dem Wort: In diesem muß ein Letztes sein, in welches das Innere auslaufen kann. Dieses Letzte ist der Buchstabensinn, und das Innere ist das Himmlische, das dem inneren Sinn angehört. Hieraus wird nun klar, warum vermöge des Scheins beim Menschen gesagt wird, es reue den Jehovah, während es Ihn doch nicht reut. Daß reuen von Jehovah gesagt wird, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, wie aus folgenden: Jerem.18/10: "Wenn es tut, was böse ist in Meinen Augen, so daß es Meiner Stimme nicht gehorcht, so wird Mich gereuen des Guten, womit Ich ihm wohlzutun zugesagt hatte". Jerem.26/3: "Vielleicht hören sie und bekehren sich ein jeglicher von seinen bösen Wegen, so soll Mich gereuen des Bösen, das Ich gedenke ihnen zu tun, um der Bosheit ihrer Werke willen". Hes.5/13: "Wenn Mein Zorn vollendet wird, und Ich Meinen Grimm ruhen lasse an ihnen, wird es Mich reuen". Amos 7/3,6: "Da reute es Jehovah und Er sprach: Es soll nicht geschehen". 5. Mose 32/36: "Richten wird Jehovah Sein Volk, und über Seine Knechte wird es Ihn gereuen". Jonas 3/9,10: "Der König von Ninive sprach: Wer weiß, Gott möchte umkehren und Sich es gereuen lassen, daß Er Sich wendet von der Hitze Seines Zorns, und wir nicht zugrunde gehen, und sie kehrten um von ihrem bösen Wege; darum gereute Gott des Bösen, das Er gesagt hatte, ihnen zu tun, so daß Er es nicht tat". 1. Mose 6/6: "Es reute den Jehovah, daß Er den Menschen gemacht auf Erden, und es schmerzte Ihn in Seinem Herzen". 1.Sam.15/11,35: "Es reuet Mich, daß Ich Saul zum König gemacht habe, weil er sich abgewandt hat hinter Mir". In diesen Stellen wird gesagt, den Jehovah habe es gereut, während es Ihn doch nicht reuen kann, weil Er alles weiß, ehe Er es tut. Hieraus erhellt, daß durch gereuen die Barmherzigkeit bezeichnet wird. Daß den Jehovah gar nichts gereut, erhellt auch aus dem Wort, wie 4. Mose 23/19: "Nicht ein Mensch ist Jehovah, daß Er lüge, oder der Sohn eines Menschen, daß es Ihn gereute; sollte Er etwas sagen und es nicht tun, oder reden und es nicht bestätigen?". 1.Sam.15/29: "Der Unbesiegte Israels lügt nicht und es reut Ihn nicht, denn Er ist nicht ein Mensch, daß es Ihn gereuete". Daß gereuen, wenn es auf Jehovah sich bezieht, die Barmherzigkeit bedeutet: Joel 2/13: "Jehovah ist gnädig und barmherzig, langmütig und groß von Erbarmen, Den zu reuen pflegt das Böse". Jona 4/2: "Gott ist gnädig und barmherzig und groß von Güte, und es gereuet Ihn des Bösen". 10442. "Gedenke Abrahams, Jischaks und Israels, Deiner Knechte", 2. Mose 32/13, bedeutet, um des Himmels und der Kirche willen. Dies erhellt aus der Bedeutung Abrahams, Jischaks und Israels, sofern sie den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, somit in Ansehung Seines Göttlichen im Himmel und in der Kirche vorbilden, und weil das Göttliche des Herrn den Himmel und die Kirche macht, daher wird durch ebendieselben auch der Himmel und die Kirche bezeichnet. Daß diese durch Abraham, Jischak und Jakob im Wort bezeichnet werden, sehe man Nr. 1965, 3305 E, 4615, 6098, 6185, 6276, 6589, 6804, 6847, wie auch durch Israel: Nr. 4286, 4570, und in den Nr. 8805, 9340 angeführten Stellen. Daß solches durch Abraham, Jischak und Jakob bezeichnet wird, erhellt aus des Herrn Worten bei Matth.8/11: "Ich sage euch, daß viele vom Aufgang und Niedergang kommen werden, und zu Tische liegen mit Abraham, Jischak und Jakob im Himmelreich": mit ihnen zu Tische liegen, bedeutet hier, im Himmel sein, wo der Herr ist. Ferner auch daraus, daß die Namen nicht in den Himmel eingehen, sondern das Himmlische und Göttliche, das durch sie bezeichnet wird: Nr. 10216, 10282. 10443. "Denen Du geschworen hast bei Dir", 2. Mose 32/13, bedeutet Bekräftigung vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schwören, wenn vom Herrn (die Rede ist), sofern es eine unwiderrufliche Bekräftigung vom Göttlichen bezeichnet, wovon Nr. 2842. 10444. "Und zu ihnen geredet", 2. Mose 32/13, bedeutet das Vorhersehen und die Vorsehung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen und reden, wenn es sich auf die Bekräftigung durch das Göttliche bezieht, sofern es das Vorhersehen und die Vorsehung bezeichnet, wovon Nr. 5361, 6946, 6951, 8095. 10445. "Ich will euren Samen mehren, wie die Sterne des Himmels", 2. Mose 32/13, bedeutet Gutes und Wahres und die Erkenntnisse desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, wenn es auf den Himmel und die Kirche bezogen wird, sofern er das Gute und Wahre daselbst bezeichnet, wovon Nr. 1940, 3038, 3310, 3373, 3671, 6158, 10249; und aus der Bedeutung der Sterne, sofern sie die Erkenntnisse des Guten und Wahren bedeuten, wovon Nr. 2495, 2849, 4697. Im Buchstabensinn wird unter "vermehren den Samen Abrahams, Jischaks und Israels, wie die Sterne des Himmels" verstanden, die israelitische und jüdische Völkerschaft ins Zahllose vermehren. Weil aber durch die Namen im Wort geistige und himmlische Sachen bezeichnet werden, und durch den Namen jener der Himmel und die Kirche bezeichnet wird, darum wird durch ihren Samen bezeichnet das Gute und Wahre, das im Himmel und in der Kirche ist. Es wird gesagt "wie die Sterne des Himmels" aus dem Grund, weil die Vergleichungen im Wort auch aus Bezeichnendem bestehen: Nr. 3579, 8989, hier die Vergleichung mit den Sternen des Himmels, weil durch diese das Gute und Wahre in Ansehung der Erkenntnisse bezeichnet wird. 10446. "Und dieses ganze Land, davon Ich gesagt habe, will Ich eurem Samen geben", 2. Mose 32/13, bedeutet, wovon der Himmel und die Kirche sich bildet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche ist, wovon in den Nr. 9325 angeführten Stellen; und weil die Kirche durch das Land bezeichnet wird, wird auch der Himmel bezeichnet, denn die Kirche ist der Himmel des Herrn auf Erden, wie auch die Kirche mit dem Himmel eins macht, denn das eine entsteht und besteht durch das andere. Und aus der Bedeutung des Samens, sofern er das Gute und Wahre daselbst bedeutet, wovon Nr. 10445. 10447. "Und sie sollen es als Erbe besitzen ewiglich (in den Zeitlauf)", 2. Mose 32/13, bedeutet ewiges Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von besitzen als Erbe, wenn vom Himmel die Rede ist, sofern es heißt, das Leben des Herrn, somit das Leben des Himmels haben, wovon Nr. 2658, 2851, 3672, 7212, 9338; und aus der Bedeutung des Zeitlaufs, sofern er das Ewige bezeichnet, wovon Nr. 10248. 10448. "Da ließ sich Jehovah gereuen des Bösen, das Er gesagt hatte zu tun Seinem Volk", 2. Mose 32/14, bedeutet Barmherzigkeit für sie; man sehe Nr. 10441. 10449. Vers 15-20: Und Mose wandte sich, und stieg herab vom Berg und hatte die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand; die Tafeln waren geschrieben auf beiden Seiten, diesseits und jenseits waren sie beschrieben. Und die Tafeln waren ein Werk Gottes und die Schrift eine Schrift Gottes, eingegraben auf den Tafeln. Und Josua hörte die Stimme des Volkes in seinem Geschrei und sprach zu Mose: Die Stimme eines Kriegs ist im Lager. Und er sprach: Es ist nicht die Stimme des Geschreis von Sieg, und nicht die Stimme des Geschreis von Niederlage; die Stimme eines erbärmlichen Geschreis höre ich. Und es geschah, als er nahe zum Lager kam und sah das Kalb und die Reigentänze, da entbrannte der Zorn Moses, und er warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach sie unten am Berge. Und er nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es mit Feuer und zermalmte es zu Staub, und streute es auf das Wasser und ließ es die Söhne Israels trinken. "Und Mose wandte sich, und stieg herab vom Berg" bedeutet das Wort, wie es herabkommt vom Himmel; "und hatte die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand" bedeutet das Wort des Herrn im besonderen und im allgemeinen; "die Tafeln waren geschrieben auf beiden Seiten, diesseits und jenseits waren sie beschrieben" bedeutet, dadurch (bestehe) die Verbindung des Herrn mit dem menschlichen Geschlecht oder des Himmels mit der Welt; "und die Tafeln waren ein Werk Gottes und die Schrift eine Schrift Gottes, eingegraben auf den Tafeln" bedeutet den äußeren und den inneren Sinn des Wortes aus dem Göttlichen, sowie das göttlich Wahre; "und Josua hörte die Stimme des Volkes in seinem Geschrei" bedeutet die Musterung und Wahrnehmung, von welcher Beschaffenheit das Innere jener Völkerschaft war; "und sprach zu Mose: Die Stimme eines Kriegs ist im Lager" bedeutet die Bekämpfung des Wahren und Guten des Himmels und der Kirche durch Falsches und Böses von der Hölle; "und er sprach: Es ist nicht die Stimme des Geschreis von Sieg, und nicht die Stimme des Geschreis von Niederlage" bedeutet von der einen Seite wirke der Himmel, von der anderen die Hölle, somit das Falsche gegen das Wahre und das Wahre gegen das Falsche, "die Stimme eines erbärmlichen Geschreis höre ich" bedeutet den jämmerlichen Zustand ihres Inneren; "und es geschah, als er nahe zum Lager kam" bedeutet die Hölle, worin damals jene Völkerschaft war; "und sah das Kalb und die Reigentänze" bedeutet den höllischen Gottesdienst, gemäß dem Lustreiz der äußeren Liebestriebe jener Völkerschaft und daher ihre innere freudige Stimmung; "da entbrannte der Zorn Moses" bedeutet die Abkehr jener Völkerschaft vom Inneren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes; "und er warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach sie unten am Berge" bedeutet den äußeren Sinn des Wortes, wie er umgewandelt und ein anderer wurde wegen jener Völkerschaft; "und er nahm das Kalb, das sie gemacht hatten" bedeutet den Lustreiz des Götzendienstes jener Völkerschaft; "und verbrannte es mit Feuer" bedeutet, ganz aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe, die verdammt sind zur Hölle; "und zermalmte es zu Staub" bedeutet das höllisch Falsche daher; "und streute es auf das Wasser" bedeutet die Vermischung mit Wahrheiten; "und ließ es die Söhne Israels trinken" bedeutet, verbunden und angeeignet jener Völkerschaft. 10450. "Und Mose wandte sich, und stieg herab vom Berg", 2. Mose 32/15, bedeutet das Wort, wie es herabkommt vom Himmel. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich wenden und hinabsteigen, wenn es vom Wort gesagt wird, sofern es heißt herabkommen; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen, und aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel bezeichnet, aus dem das göttlich Wahre kommt, wovon Nr. 9420. 10451. "Und hatte die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand", 2. Mose 32/15, bedeutet das Wort des Herrn im besonderen und im allgemeinen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tafeln, auf welche die Zehn Gebote eingeschrieben waren, sofern sie das Wort im ganzen Inbegriff sind, wovon Nr. 9416, und aus der Bedeutung des Zeugnisses, sofern es der Herr in Ansehung des göttlich Wahren ist, wovon Nr. 9503. Daß durch diese Tafeln das Wort im ganzen Inbegriff bezeichnet wird, sowohl im besonderen, als im allgemeinen, kommt daher, weil auf dieselben das Gesetz des Lebens geschrieben war, und unter Gesetz im engeren Sinn werden die Zehn Gebote verstanden; im weniger engen Sinn wird das durch Mose geschriebene Gesetz verstanden; im weiteren Sinn das historische Wort, und im weitesten Sinn das ganze Wort; man sehe Nr. 6752; sodann weil der Berg Sinai, wo das Gesetz auf jene Tafeln geschrieben wurde, den Himmel, aus dem das göttlich Wahre kommt, bezeichnete, und Mose das Wort vorbildete, welches das göttlich Wahre selbst vom Herrn ist, darum waren in seiner Hand die Tafeln als das Wahrzeichen dieser Vorbildung. 10452. "Die Tafeln waren geschrieben auf beiden Seiten, diesseits und jenseits waren sie beschrieben", 2. Mose 32/15, bedeutet, dadurch bestehe die Verbindung des Herrn mit dem menschlichen Geschlecht oder des Himmels mit der Welt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tafeln, worauf das Gesetz geschrieben war, sofern sie das Wort im ganzen Inbegriff darstellen, wovon Nr. 10451. Daß die Schrift auf beiden Seiten, diesseits und jenseits, die Verbindung des Herrn mit dem menschlichen Geschlecht bedeutet, sehe man erklärt Nr. 9416, 10375, darum hießen auch diese Tafeln Bundestafeln; denn Bund bedeutet Verbindung: Nr. 665, 666, 1023, 1801, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778, 9396. Weil hier gesagt wird Verbindung des Herrn mit dem menschlichen Geschlecht, oder des Himmels mit der Welt durch das Wort, so muß auch gesagt werden, wie es sich damit verhält: Die, welche die Beschaffenheit des Wortes nicht kennen, können gar nicht glauben, daß durch dasselbe eine Verbindung des Herrn mit dem menschlichen Geschlecht, sowie des Himmels mit der Welt stattfinde, und noch weniger diejenigen, die das Wort geringschätzen oder für nichts achten. Aber sie sollen wissen, daß die Himmel bestehen durch das göttlich Wahre, und daß es ohne dieses keinen Himmel gäbe, und daß das menschliche Geschlecht durch den Himmel besteht; denn wenn dieser nicht beim Menschen einfließen würde, so könnte der Mensch gar nichts denken, somit auch nichts vernünftig wollen. Damit daher der Himmel und kraft der Verbindung mit ihm das menschliche Geschlecht bestehen könne, wurde vom Herrn das Wort vorgesehen, in dem das göttlich Wahre für die Engel und für die Menschen ist. Denn das Wort ist in seinem geistigen und himmlischen Sinn so beschaffen, daß in demselben die Engelsweisheit selbst ist, in einem so überschwenglichen Grad, daß vom Menschen kaum etwas in Ansehung der Beschaffenheit dieser Überschwenglichkeit gedacht werden kann, obwohl es im Buchstaben überaus einfach und formlos (rude) erscheint. Hieraus wird klar, daß der Himmel in seiner Weisheit aus dem Wort ist, wenn dieses vom Menschen gelesen wird, und dann zugleich der Mensch in Verbindung mit dem Himmel; zu diesem Zweck wurde dem Menschen ein solches Wort gegeben. Und hieraus folgt, daß, wenn dieses Mittel der Verbindung nicht in der Welt wäre, die Verbindung mit dem Himmel verlorenginge, und mit der Verbindung alles Gute des Willens und alles Wahre des Verstandes beim Menschen, und mit diesen das Menschliche selbst, das den Menschen mit dem Menschen zusammengesellt. Infolgedessen würde das Böse und Falsche alles einnehmen, und dadurch eine Gesellschaft nach der anderen untergehen. Es wäre gerade, wie wenn ein Mensch in der Finsternis wandelt und überall anstößt, und es wäre gerade, wie wenn der Kopf irrsinnig ist und der Leib in der Tollheit und Sinnlosigkeit in sein eigenes Verderben hineingerät. Und wie wenn das Herz stockt, und daher die Eingeweide und Glieder ihre Tätigkeit einstellen, bis das Ganze hinstirbt. Von solcher Art wäre der Zustand des Menschen, wenn der Himmel nicht mit ihm verbunden wäre. Der Himmel wäre aber nicht mit ihm verbunden, wenn das Wort nicht wäre, oder wenn das göttlich Wahre nicht unmittelbar durch die Engel mitgeteilt würde, wie in den alten Zeiten. Wenn gesagt wird der Himmel, so wird auch das Göttliche verstanden, denn das Göttliche des Herrn macht den Himmel. Mit dem Himmel verbunden werden heißt also, mit dem Herrn verbunden werden, aber vom Himmel geschieden werden heißt, vom Herrn geschieden werden, und vom Herrn geschieden werden heißt, untergehen; denn alle Anordnung zum Guten, die Vorsehung genannt wird, kommt daher, und wenn diese weg ist, stürzt alles ins Böse und so in Verwüstung. Hieraus kann erhellen, welchen Nutzzweck das Wort hat. Daß aber das Wort einen solchen und so großen Nutzen hat, werden nur wenige glauben. 10453. "Und die Tafeln waren ein Werk Gottes und die Schrift eine Schrift Gottes, eingegraben auf den Tafeln", 2. Mose 32/16, bedeutet den äußeren und den inneren Sinn des Wortes aus dem Göttlichen, sowie das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tafeln, sofern sie das Wort im ganzen Inbegriff sind, wovon Nr. 10452; hier aber das Äußere des Wortes, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung des Werkes Gottes, sofern es bedeutet, vom Göttlichen; aus der Bedeutung der Schrift, sofern sie das Innere des Wortes bezeichnet, worüber ebenfalls folgt. Daher bedeutet die Schrift Gottes das Innere des Wortes vom Göttlichen. Und aus der Bedeutung von "eingegraben auf den Tafeln", sofern es das Innere über dem Äußeren, somit in ihm bezeichnet. Die Tafeln bedeuten aber hier das Äußere des Wortes, weil sie hier von der Schrift unterschieden werden, die das Innere desselben ist. Wenn sie aber nicht unterschieden werden von der Schrift, dann wird durch sie das Innere und Äußere des Wortes zusammen bezeichnet, somit das Wort im ganzen Inbegriff, wie Nr. 10452. Hier werden sie unterschieden, weil die Tafeln zerbrochen wurden, und dennoch die gleichen Worte nachher auf anderen Tafeln, die von Mose ausgehauen waren, von Jehovah geschrieben wurden. Das Äußere des Wortes ist sein Buchstabensinn. Dieser Sinn, nämlich der Buchstabensinn, wird durch die Tafeln bezeichnet, weil dieser Sinn gleich ist einer Tafel oder einer Fläche, auf welcher der innere Sinn geschrieben ist. Daß die Tafeln, die ein Werk Gottes waren, von Mose, als er das Kalb und die Reigen sah, zerbrochen wurden, und daß auf den Befehl Jehovahs andere Tafeln von Mose ausgehauen, und auf sie hernach die gleichen Worte geschrieben wurden, und so die Tafeln nicht mehr ein Werk Gottes, sondern ein Werk Moses waren, gleichwohl aber die Schrift eine Schrift Gottes war, schließt ein Geheimnis in sich, das noch unbekannt ist. Das Geheimnis ist, daß der Buchstabensinn des Wortes ein anderer gewesen wäre, wenn das Wort bei einem anderen Volk geschrieben worden wäre, oder wenn dieses Volk nicht so geartet gewesen wäre; denn der Buchstabensinn handelt von diesem Volk, weil das Wort bei ihm geschrieben wurde, wie sowohl aus den historischen, als aus den prophetischen Büchern des Wortes erhellt, und jenes Volk war im Bösen, weil im Herzen götzendienerisch. Und doch mußte, wenn der innere und der äußere Sinn zusammenstimmen sollten, dieses Volk gelobt, und das Volk Gottes, die heilige Völkerschaft, das Eigentum (Erbe) genannt werden. Daher konnten die Einfältigen, die durch den äußeren Sinn des Wortes unterrichtet werden sollten, glauben, daß jene Völkerschaft so gewesen sei, wie auch jene Völkerschaft selbst glaubt, und auch die meisten in der Christenheit heutzutage. Und außerdem wurde um ihrer Herzenshärtigkeit willen ihnen mehreres gestattet, was im äußeren Sinn des Wortes vorkommt und ihn ausmacht, wie z.B. was Matth.19/8 steht, wie auch anderes, was hier übergangen wird. Da nun der Buchstabensinn des Wortes wegen jenes Volkes sich so gestaltete, darum wurden jene Tafeln, die das Werk Gottes waren, zerbrochen und auf den Befehl Jehovahs andere von Mose ausgehauen. Weil aber gleichwohl ebendasselbe heilig Göttliche darinnen war, darum wurden die gleichen Worte, die auf den früheren waren, von Jehovah darauf geschrieben, wie aus Folgendem bei Mose erhellt: 2. Mose 34/1,4,28: "Jehovah sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln, wie die vorigen, die du zerbrochen hast; und Jehovah schrieb auf diese Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte". 5. Mose 10/1-4: "Zu derselbigen Zeit sprach Jehovah zu mir: Haue dir zwei steinerne Tafeln, wie die vorigen, so will Ich auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den vorigen Tafeln waren, die du zerbrochen hast. Da schrieb Jehovah auf die Tafeln nach der vorigen Schrift die Zehn Worte; nachher gab sie Jehovah mir". Daß Jehovah dies Volk nicht als Sein Volk anerkannte, obwohl es wegen der Übereinstimmung des inneren mit dem äußeren Sinn so genannt wurde, sondern als das Volk Moses, erhellt in diesem Kapitel: 2. Mose 32/7,34: "Dein Volk hat sich verdorben, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast; gehe, führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe". 2. Mose 33/1-3: "Und Jehovah redete zu Mose: Gehe hinauf, du und das Volk, das du heraufgeführt hast aus Ägyptenland, in das Land, das Ich geschworen habe dem Abraham, Jischak und Jakob; und Ich will vor dir hersenden einen Engel, denn Ich will nicht hinaufziehen in deiner Mitte, darum weil es ein hartnäckiges Volk ist". Das gleiche wird dadurch bezeichnet, daß "Mose gestellt wurde in die Kluft eines Felsen, und nicht sehen durfte das Angesicht Jehovahs, sondern nur die Rückseite": 2. Mose 33/22,23. Das gleiche auch dadurch, daß Mose, als die Haut seines Angesichts strahlte, auf sein Angesicht eine Decke tat, wenn er mit den Söhnen Israels redete: 2. Mose 34/30-35. Welche Beschaffenheit jenes Volk annehmen würde, wurde von Jehovah dem Abram vorhergesagt, als er wollte, daß sein Same das Land Kanaan erben möchte. Dort wird gesagt: "Nachdem Abram die dreijährige Kalbin, die dreijährige Ziege und den dreijährigen Widder mitten voneinander geteilt habe, die zum Schließen des Bundes gebraucht wurden, alsdann sei auf Abram ein Schlummer gefallen, und siehe, der Schrecken großer Finsternis fiel auf ihn; und als die Sonne unterging, ward es dunkel, und siehe, ein Rauchqualm und eine Feuerfackel ging durch jene Teile hindurch": 1. Mose 15/8,9,12,17. 10454. "Und Josua hörte die Stimme des Volkes in seinem Geschrei", 2. Mose 32/17, bedeutet die Musterung und Wahrnehmung, von welcher Beschaffenheit das Innere jener Völkerschaft war. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es eine Musterung und Wahrnehmung bezeichnet; denn jetzt ist von jener Völkerschaft die Rede, wie sie innerlich beschaffen war, somit von welcher Art ihr Inneres war. Aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, sofern er das musternde und wahrnehmende Wahre des Wortes darstellt, denn er war Moses Diener und durch Mose wurde das Wort vorgebildet, wie oben gezeigt wurde; daher wird durch den Diener das Wahre vorgebildet; denn alles Wahre gehört dem Wort an, hier das musternde, erforschende und wahrnehmende Wahre. Aus der Bedeutung der Stimme des Volkes in seinem Geschrei, sofern es bezeichnet, wie beschaffen jene Völkerschaft innerlich, somit von welcher Art ihr Inneres war, denn durch Stimme wird im Wort die innere Stimme bezeichnet, die das Denken ist, daher wie beschaffen das Innere war in Ansehung des Wahren oder Falschen; denn aus diesem oder jenem kommt das Denken; man sehe Nr. 219, 220, 3563, 7573, 8813, 9926. Durch das Geschrei aber wird bezeichnet ein artikuliertes Tönen, möge es ein Reden oder Singen oder Schreien sein, das aus dem Denken, das eine innere Stimme ist, hervorgeht. Daher wird durch "das Hören der Stimme in seinem Geschrei" bezeichnet die Wahrnehmung, wie beschaffen das Innere ist aus dem Ton, der es anzeigt, denn der Ton, möge er der Rede oder dem Gesang oder dem Schreien angehören, geht von der inneren Neigung und dem inneren Denken aus. Dieses und jenes liegt im Ton, und wird auch wahrgenommen von denen, die aufmerken und reflektieren, wie z.B. ob es Zorn oder Drohung oder Freundschaft oder Güte oder Fröhlichkeit oder Traurigkeit usw. ausdrückt, und zwar im anderen Leben so deutlich, daß aus dem Ton eines einzigen Wortes wahrgenommen wird von den Engeln, wie beschaffen jemand in Ansehung seines Inneren ist. Dieses nun ist es, was bezeichnet wird durch die Stimme des Volkes in seinem Geschrei. 10455. "Und sprach zu Mose: Die Stimme eines Kriegs ist im Lager", 2. Mose 32/17, bedeutet die Bekämpfung des Wahren und Guten des Himmels und der Kirche durch Falsches und Böses von der Hölle. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie das Denken und die Neigung bezeichnet, die das Innere der Stimme, somit die Beschaffenheit des Inneren sind, wovon Nr. 10454. Aus der Bedeutung des Krieges, sofern er den Kampf des Wahren aus dem Guten mit dem Falschen aus dem Bösen ist, und im entgegengesetzten Sinn den Kampf des Falschen aus dem Bösen gegen das Wahre aus dem Guten bezeichnet, worüber folgt. Und aus der Bedeutung des Lagers, sofern es die Kirche und den Himmel bezeichnet, denn durch das Lager der Söhne Israels wurden diese vorgebildet; man sehe Nr. 10038. Hieraus wird klar, daß durch die Stimme des Krieges im Lager bezeichnet wird die Bekämpfung des Wahren und Guten der Kirche und des Himmels durch Falsches und Böses aus der Hölle. Es wird gesagt aus der Hölle, weil alles Falsche und Böse von daher stammt, und weil hier durch das Lager, während in demselben das goldene Kalb verehrt wurde, die Hölle bezeichnet wird; man sehe unten, Nr. 10458. Daß solches durch die Stimme des Krieges im Lager bezeichnet wird, kommt daher, weil jetzt im inneren Sinn vom Inneren der israelitischen Völkerschaft die Rede ist, deren Inneres gegen das Wahre und Gute der Kirche und des Himmels war, und zwar so gänzlich, daß sie es verwarf. Denn das Innere jener Völkerschaft war von der Selbst- und Weltliebe eingenommen, und wo diese herrscht, da wird das Wahre und Gute der Kirche immerfort bekämpft, mag auch das Äußere im Gottesdienst noch so heilig zu sein scheinen. Das Heilige des Gottesdienstes ist bei ihnen nur das Mittel, und hohe Stellung und Wohlstand sind der Zweck: somit ist das, was dem Himmel und der Kirche angehört, Mittel, und das, was der Welt und dem Ich angehört, Zweck; und der Zweck, den ein Mensch hat, führt bei ihm das Regiment, und das Mittel dient. Hieraus folgt, daß der Himmel bei solchen dient, und die Welt das Regiment führt, daß mithin die Welt an höchster Stelle ist, somit anstatt des Hauptes; und der Himmel an unterer Stelle, somit anstatt des Fußes. Deshalb wird der Himmel, wenn er ihren Trieben nicht günstig ist, unter die Füße geworfen, und zertreten. Eine solche Verkehrtheit waltet bei denen ob, bei denen die Triebe der Selbst- und Weltliebe regieren. Daher kommt es auch, daß solche, von den Engeln angesehen, verkehrt erscheinen, mit dem Haupt unten und mit den Füßen oben. Der Krieg bedeutet aber den Kampf des Wahren mit dem Falschen und im entgegengesetzten Sinn des Falschen gegen das Wahre, weil der Krieg im geistigen Sinn nichts anderes ist. Solche Kämpfe werden auch wirklich durch Kriege in den historischen Teilen des Wortes im inneren Sinn bezeichnet und auch durch die Kriege in den prophetischen Teilen, wie aus den in den Nr. 1664, 8273 angeführten Stellen aus dem Wort erhellen kann. Wer nicht weiß, daß durch Kriege im Wort Kriege im geistigen Sinn bezeichnet werden, kann nicht wissen, was das in sich schließt, was von Kriegen erwähnt wird bei Dan. Kapitel 7,8,11; und in der Offenbarung hie und da, und bei den Evangelisten, wo von den letzten Zeiten der Kirche die Rede ist: Matth.24/5-7; Mark.13/7,8 und anderwärts. Daher kommt es auch, daß alle Werkzeuge des Krieges, z.B. Schwerter, Spieße, Schilde, Bogen, Pfeile und dergleichen solches bedeuten, was dem geistigen Kampf angehört, worüber hie und da in den Erklärungen. 10456. "Und er sprach: Es ist nicht die Stimme des Geschreis von Sieg, und nicht die Stimme des Geschreis von Niederlage", 2. Mose 32/18, bedeutet von der einen Seite wirke der Himmel, von der anderen die Hölle, somit das Falsche gegen das Wahre und das Wahre gegen das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimme des Geschreis oder der Stimme im Schreien, sofern sie die Beschaffenheit das Inneren jener Völkerschaft bezeichnet, wovon Nr. 10454; aus der Bedeutung von "kein Sieg und keine Niederlage", sofern es das Schweben des Kampfes zwischen dem Falschen und Wahren ohne Entscheidung bezeichnet; und weil alles Falsche von der Hölle kommt und das Wahre aus dem Himmel, so wird durch ebendieselben Worte bezeichnet, daß der Himmel von der einen Seite her wirke und die Hölle von der anderen. Daß das Geschrei das Falsche bedeutet, sehe man Nr. 2240, das Denken mit der vollen Absicht, danach zu tun: Nr. 7119, und das innere Wehklagen: Nr. 7782. Hierdurch wird der Zustand des Inneren jener Völkerschaft beschrieben, in dem sie waren, wenn die Hölle bei ihnen wirkte gegen den Himmel und der Himmel gegen die Hölle, somit wenn sie zwischen beiden erhalten wurden, was geschah, wenn sie im äußeren Gottesdienst waren, während das Innere verschlossen war. Dieser wurde verschlossen aus dem Grund, damit gleichwohl durch äußere Dinge, die Vorbilder von inneren waren, eine Gemeinschaft mit dem Himmel stattfände. Hiervon war oben die Rede. 10457. "Die Stimme eines erbärmlichen Geschreis höre ich", 2. Mose 32/18, bedeutet den jämmerlichen Zustand ihres Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimme eines erbärmlichen Geschreis, sofern es das Jämmerliche bezeichnet; denn dieses wird in der Grundsprache ausgedrückt durch ein Wort, das sowohl Geschrei, als Neigung und Elend bezeichnet, somit ein erbärmliches Geschrei. Und wenn die Stimme die Beschaffenheit des Inneren bedeutet, so bezeichnet die Stimme des erbärmlichen Geschreis den jämmerlichen Zustand des Inneren. 10458. "Und es geschah, als er nahe zum Lager kam", 2. Mose 32/19, bedeutet die Hölle, worin damals jene Völkerschaft war. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagers der Söhne Israels, sofern es den Himmel und die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 4236, 10038. Während sie aber im Götzendienst waren, indem sie das Kalb als Jehovah anbeteten, wird durch ihr Lager die Hölle bezeichnet, denn das Vorbild des Himmels und der Kirche verwandelt sich in ein Vorbild der Hölle, wenn das Volk sich vom göttlichen Kultus zum Dienst des Teufels hinwendet, was die Verehrung des Kalbes war. Das gleiche wird durch Lager bezeichnet bei Amos 4/10: "Ich schickte unter euch die Pest auf dem Wege Ägyptens, tötete mit dem Schwert eure Jünglinge, samt der Gefangenschaft eurer Rosse, so daß Ich den Gestank eures Lagers aufsteigen ließ auch in eure Nase": hier ist die Rede von der Verwüstung des Wahren, nach dessen Verwüstung des Lagers die Hölle bezeichnet. Daß von der Verwüstung des Wahren die Rede ist, ergibt sich aus dem einzelnen, wenn man es im inneren Sinn betrachtet, denn Pest bedeutet Verwüstung: Nr. 7102, 7505; der Weg ist das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 10422; Ägypten ist das Äußere und auch die Hölle: in den Nr. 10437 angeführten Stellen; Schwert ist das gegen Wahrheiten kämpfende Falsche: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294; Jünglinge bedeuten die Wahrheiten der Kirche: Nr. 7668; getötet werden heißt, geistig zugrunde gehen: Nr. 6767, 8902; Gefangenschaft ist Beraubung des Wahren: Nr. 7990; Rosse sind das Verständige, das erleuchtet wird: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321, 6125, 6534; Gestank bedeutet das Abscheuliche, das von der Hölle ausdünstet: Nr. 7161. Hieraus wird klar, daß das Lager in diesem Sinn die Hölle bezeichnet. Die Hölle wird auch bezeichnet durch das Lager der Feinde, die gegen Jerusalem und im allgemeinen, die gegen die Söhne Israel waren, in den geschichtlichen Teilen des Wortes. 10459. "Und sah das Kalb und die Reigentänze", 2. Mose 32/19, bedeutet den höllischen Gottesdienst, gemäß dem Lustreiz der äußeren Liebestriebe jener Völkerschaft und daher ihre innere, freudige Stimmung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kalbes, sofern es den Lustreiz der äußeren Liebestriebe jener Völkerschaft bezeichnet, wovon Nr. 10407. Daß es hier einen Gottesdienst diesem Lustreiz gemäß bedeutet, kommt daher, weil, als Mose zum Lager nahe kam, jene Völkerschaft in diesem Gottesdienst war; und daß dieser Gottesdienst von der Hölle stammt, erhellt aus dem oben Gezeigten. Ferner aus der Bedeutung der Reigen, sofern sie die innere Fröhlichkeit bezeichnen, wovon ebenfalls oben, Nr. 10416. 10460. "Da entbrannte der Zorn Moses", 2. Mose 32/19, bedeutet die Abkehr jener Völkerschaft vom Inneren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Entbrennen des Zorns, wenn vom Herrn (die Rede ist), sofern es die Abkehr des Menschen von den inneren, somit von den göttlichen Dingen bezeichnet, wovon Nr. 10431. Das gleiche wird durch das Entbrennen des Zorns bezeichnet, wenn es von Mose gesagt wird, weil durch Mose das Wort oder das göttlich Wahre vom Herrn, oder, was dasselbe ist, der Herr in Ansehung des göttlich Wahren vorgebildet wird. Über diese vorbildliche Bedeutung sehe man in den Nr. 9372 angeführten Stellen. Es wird gesagt vom Inneren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, denn wer vom Inneren des Wortes sich abwendet, der wendet sich auch ab vom Inneren der Kirche, wie auch vom Inneren des Gottesdienstes, weil das Innere der Kirche und das Innere des Gottesdienstes aus dem Inneren des Wortes stammt; denn das Wort lehrt, wie der Mensch der Kirche oder wie die Kirche beim Menschen beschaffen sein muß, und auch, wie der Gottesdienst beim Menschen der Kirche beschaffen sein muß; denn das Gute und Wahre der Liebe und des Glaubens ist es, was die innere Kirche, wie auch den inneren Gottesdienst macht. Dieses lehrt das Wort und dies ist der innere Gehalt des Wortes. 10461. "Und er warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach sie unten am Berge", 2. Mose 32/19, bedeutet den äußeren Sinn des Wortes, wie er umgewandelt und ein anderer wurde wegen jener Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tafeln, auf die das Gesetz geschrieben war, sofern sie den äußeren Sinn des Wortes oder seinen Buchstabensinn bezeichnen, wovon Nr. 10453. Aus der Bedeutung von "sie aus der Hand werfen und zerbrechen", sofern es heißt, den echten äußeren Sinn zerstören, somit auch umwandeln und zu einem anderen machen; daß der äußere Sinn des Wortes umgewandelt und ein anderer wurde wegen der israelitischen Völkerschaft, sehe man Nr. 10453. Und aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel, aus dem das göttlich Wahre stammt, bezeichnet, wovon Nr. 9420. Es wird gesagt "unten am Berg", weil der äußere Sinn des Wortes unter dem Himmel ist, der innere aber im Himmel. 10462. "Und er nahm das Kalb, das sie gemacht hatten", 2. Mose 32/20, bedeutet den Lustreiz des Götzendienstes jener Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kalbes, sofern es den Lustreiz der äußeren Liebestriebe der israelitischen Völkerschaft bezeichnet, aus dem und gemäß dem ihr Gottesdienst, der ein Götzendienst war, sich bildete, wovon Nr. 10407, 10459. 10463. "Und verbrannte es mit Feuer", 2. Mose 32/20, bedeutet, ganz aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe, die verdammt sind zur Hölle. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feuers, sofern es die himmlische Liebe bezeichnet, das die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten ist, und im entgegengesetzten Sinn die höllische Liebe, welche die Selbstliebe und die Weltliebe ist, wovon Nr. 4906, 5071, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 7575, 10055. Verbrannt werden mit Feuer bedeutet daher, ganz von den Trieben der Selbst- und Weltliebe erfüllt, somit zur Hölle verdammt werden; denn diese Triebe sind, wenn sie regieren, die Hölle beim Menschen. Hieraus wird klar, was durch das höllische Feuer bezeichnet wird, wovon hie und da im Wort die Rede ist. 10464. "Und zermalmte es zu Staub", 2. Mose 32/20, bedeutet das höllisch Falsche daher. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu Staub oder sehr klein zermalmen", sofern es heißt das Falsche aus dem höllischen Lustreiz bilden, somit das höllisch Falsche. Daß durch zermalmen, wenn es sich auf das Böse bezieht, dieses bezeichnet wird, kann aus dem erhellen, was Nr. 4335, 9995 E, 10303 gezeigt wurde. 10465. "Und streute es auf das Wasser", 2. Mose 32/20, bedeutet die Vermischung mit Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wassers, sofern es Wahrheiten bezeichnet, wovon in den Nr. 10238 angeführten Stellen; und weil gesagt wird, daß der Staub, zu dem das Kalb zermalmt wurde, auf das Wasser gestreut worden sei, darum wird bezeichnet, daß das Falsche aus höllischem Lustreiz mit den Wahrheiten aus dem Himmel vermischt worden sei. Daß durch dieses Wasser die Wahrheiten aus dem Himmel bezeichnet werden, kommt daher, weil diese Wasser vom Berg Sinai herabkamen, und durch den Berg Sinai der Himmel bezeichnet wird, aus dem das göttlich Wahre kommt: Nr. 9420. Daß dieses Wasser von dorther kam, erhellt aus einer anderen Stelle: 5. Mose 9/21: "Eure Sünde, die ihr gemacht habt, das Kalb, habe ich genommen, und mit Feuer verbrannt und zerstoßen, indem ich es wohl zermalmte, bis es zerrieben war zu Staub, und seinen Staub warf ich in den Bach, der vom Berge herabkommt". 10466. "Und ließ es die Söhne Israels trinken", 2. Mose 32/20, bedeutet, verbunden und angeeignet jener Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung von trinken, sofern es heißt das Wahre verbinden und sich aneignen, und im entgegengesetzen Sinn das Falsche, wovon Nr. 3089, 3168, 8562; hier das Falsche des Bösen. Unter den Söhnen Israels wird verstanden jene Völkerschaft ohne einen anderen Sinn, weil von ihrem Eigenen hier gehandelt wird. Hieraus kann nun erhellen, wie geartet jene Völkerschaft in Ansehung ihres Inneren war, denn in diesem Kapitel wird dasselbe beschrieben. 10467. Vers 21-25: Und Mose sprach zu Aharon: Was hat dir dies Volk getan, daß du über dasselbe eine so große Sünde gebracht hast? Da sprach Aharon: Es entbrenne nicht der Zorn meines Herrn; du kennst das Volk, daß es im Bösen ist. Und sie sprachen zu mir: Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm geschehen. Und ich sprach zu ihnen: Wer Gold hat, der reiße es ab; und sie gaben es mir, und ich warf es ins Feuer, da ging dieses Kalb daraus hervor. Und da Mose das Volk sah, daß es zügellos war, denn Aharon hatte es zügellos gemacht, daß sie zum Spotte würden bei ihren Widersachern. "Und Mose sprach zu Aharon" bedeutet das Innewerden aus dem Inneren über ein solches Äußeres; "was hat dir dies Volk getan, daß du über dasselbe eine so große Sünde gebracht hast?" bedeutet, woher es komme, daß jene Völkerschaft sich vom Göttlichen so abgewendet habe; "da sprach Aharon" bedeutet das Innegewordene; "es entbrenne nicht der Zorn meines Herrn" bedeutet, das Innere solle sich darum nicht abwenden; "du kennst das Volk, daß es im Bösen ist" bedeutet, jene Völkerschaft sei im Äußeren, das getrennt ist vom inneren Heiligen; "und sie sprachen zu mir" bedeutet die Aufforderung; "mache uns Götter, die vor uns hergehen" bedeutet das Falsche der Lehre und des Gottesdienstes, somit das Götzendienerische; "denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm geschehen" bedeutet, es sei ganz unbekannt, daß das göttlich Wahre etwas anders sei, das den Menschen vom Äußeren zum Inneren erhebt und die Kirche macht; "und ich sprach zu ihnen: Wer Gold hat, der reiße es ab" bedeutet das Herausziehen solcher Dinge aus dem Buchstabensinn, die dem Lustreiz der äußeren Liebestriebe und den Grundsätzen daraus günstig sind; "und sie gaben es mir" bedeutet die Zusammenstellung in ein Ganzes und die Ausführung; "und ich warf es ins Feuer, da ging dieses Kalb daraus hervor" bedeutet die Triebe der Selbst- und Weltliebe, aus denen jener Gottesdienst hervorging, und nach denen er sich bildete; "und da Mose das Volk sah, daß es zügellos war" bedeutet das Innegewordene aus dem Inneren, daß jene Völkerschaft vom Inneren, somit vom Göttlichen abgewandt war; "denn Aharon hatte es zügellos gemacht" bedeutet, das komme vom Äußeren her, das sie liebten; "daß sie zum Spotte würden bei ihren Widersachern" bedeutet, ohne alle Macht, dem Bösen und Falschen aus der Hölle zu widerstehen. 10468. "Und Mose sprach zu Aharon", 2. Mose 32/21, bedeutet das Innewerden aus dem Inneren über ein solches Äußeres. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon in den Nr. 10290 angeführten Stellen; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen, hier das Innere desselben; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 10397. Daß Mose hier das Innere darstellt, beruht darauf, daß er zu Aharon redet, durch den das Äußere vorgebildet wird. Ob man sagt, das Innere und das Äußere des Wortes, oder einfach das Innere und das Äußere gilt hier gleich, denn das Wort ist das göttlich Wahre, von dem der Mensch das Innewerden hat, hier das Innewerden über ein solches Äußere bei der israelitischen Völkerschaft, sowohl im Gottesdienst, als im Ganzen der Kirche und im Ganzen des Wortes. Man wisse, daß alles Innewerden über das Äußere vom Inneren kommt; denn vom Inneren aus kann man sehen, was im Äußeren ist, aber nicht vom Äußeren aus, was in diesem ist, und noch weniger vom Äußeren aus, was im Inneren ist. Daher kommt es, daß die, welche im Äußeren ohne das Innere sind, das Innere nicht anerkennen, weil sie es nicht empfinden und sehen, wie auch, daß etliche es leugnen, und mit demselben die himmlischen und göttlichen Dinge. 10469. "Was hat dir dies Volk getan, daß du über dasselbe eine so große Sünde gebracht hast?", 2. Mose 32/21, bedeutet, woher es komme, daß jene Völkerschaft sich vom Göttlichen so abgewendet habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "was hat dir dies Volk getan", sofern es bedeutet, woher es komme, daß jene Völkerschaft eine solche sei; denn tun bedeutet hier nicht tun, weil durch Aharon nicht der Aharon bezeichnet wird, sondern das Äußere, das in Ansehung seiner Beschaffenheit vom Inneren gemustert (oder geprüft) wird. Daher wird, wenn es abgesehen von den Personen verstanden wird, unter den Worten "was hat es dir getan" verstanden, woher es komme. Und aus der Bedeutung der Sünde, sofern sie eine Abkehr vom Göttlichen ist, wovon Nr. 5841, 9346. 10470. "Da sprach Aharon", 2. Mose 32/22, bedeutet das Innegewordene. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es sich auf das Innere bezieht, das mustert und forscht was im Äußeren vorgeht, sofern es heißt innewerden, daher umgekehrt, wenn es sich auf das Äußere bezieht, ist es das Innegewordene. 10471. "Es entbrenne nicht der Zorn meines Herrn", 2. Mose 32/22, bedeutet, das Innere solle sich darum nicht abwenden. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Entbrennen des Zorns, wenn von Mose (die Rede ist), durch den das Innere bezeichnet wird, sofern es heißt, sich abwenden, hier, es solle sich nicht abwenden. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der hier unter "mein Herr" verstanden ist, sofern er das Innere darstellt, wovon Nr. 10468. Mose wird hier von Aharon mein Herr genannt, weil das Innere der Herr ist und das Äußere beziehungsweise der Knecht. Denn das Innere beim Menschen ist im Himmel, und daher ist es, wenn es geöffnet ist, sein Himmel; aber das Äußere bei ihm ist in der Welt, somit ist es seine Welt, und die Welt ist gemacht, daß sie dem Himmel dienen soll, wie der Knecht seinem Herrn. Ebenso verhält es sich mit dem Äußeren des Gottesdienstes, und auch mit dem Äußeren der Kirche, wie auch des Wortes, in Beziehung auf ihr Inneres. 10472. "Du kennst das Volk, daß es im Bösen ist", 2. Mose 32/22, bedeutet, jene Völkerschaft sei im Äußeren, das getrennt ist vom inneren Heiligen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bösen und der Sünde, sofern es Scheidung, Trennung und Abwendung vom Göttlichen ist, wovon Nr. 4997, 5746, 5841, 9346. Es wird gesagt "getrennt vom inneren Heiligen", weil das Äußere, wenn es getrennt ist vom Inneren, auch vom Heiligen getrennt ist, denn das Heilige des Menschen ist in seinem Inneren. Heilig heißt das, was beim Menschen einfließt aus dem Himmel, das ist durch den Himmel vom Herrn. Der Himmel fließt ein in das Innere des Menschen, und durch dieses in sein Äußeres, weil das Innere des Menschen gebildet ist zu einem Bild des Himmels, somit zur Aufnahme der dort befindlichen geistigen Dinge, und das Äußere zum Bild der Welt, somit zur Aufnahme der natürlichen Dinge in derselben: Nr. 9279, 10156. Hieraus wird klar, wie geartet der Mensch ist, bei dem das Äußere getrennt ist vom Inneren, daß er nämlich bloß in weltlichen, irdischen und leiblichen Dingen befangen ist. Diejenigen, die bloß in solchen Dingen leben, begreifen nicht einmal, was das Innere ist, somit auch nicht, was es heißt, in himmlischen und göttlichen Dingen sein. Sie meinen, wenn sie sich mit Dingen beschäftigen, die dem äußeren Gottesdienst der Kirche angehören, so seien sie auch in göttlichen Dingen; allein so ist es nicht; denn sie sind alsdann entweder in einem leiblichen Lustreiz infolge der Gewöhnung von Kindheit an, oder um der Welt willen, auf daß sie (fromm scheinen), oder aus pflichtschuldigem Dank für den Gewinn oder die Ehre. Somit auch in weltlichen, irdischen und leiblichen Dingen, und nicht in himmlischen und göttlichen. Anders ist es bei denen, die im Äußeren sind vom Inneren her. 10473. "Und sie sprachen zu mir", 2. Mose 32/23, bedeutet die Aufforderung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von denen (die Rede ist), die in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, sofern es eine Aufforderung bezeichnet, wie Nr. 10398. 10474. "Mache uns Götter, die vor uns hergehen", 2. Mose 32/23, bedeutet das Falsche der Lehre und des Gottesdienstes, somit das Götzendienerische; man sehe Nr. 10399. 10475. "Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägyptenland heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm geschehen", 2. Mose 32/23, bedeutet, es sei ganz unbekannt, daß das göttlich Wahre etwas anders sei, das den Menschen vom Äußeren in das Innere erhebt und die Kirche macht; wie Nr. 10400. 10476. "Und ich sprach zu ihnen: Wer Gold hat, der reiße es ab", 2. Mose 32/24, bedeutet das Herausziehen solcher Dinge aus dem Buchstabensinn des Wortes, die dem Lustreiz der äußeren Liebestriebe und den Grundsätzen daraus günstig sind. Dies erhellt aus dem was Nr. 10402 erklärt und gezeigt wurde. 10477. "Und sie gaben es mir", 2. Mose 32/24, bedeutet die Zusammenstellung in ein Ganzes und die Ausführung; wie Nr. 10403, 10404. 10478. "Und ich warf es ins Feuer, da ging dieses Kalb daraus hervor", 2. Mose 32/24, bedeutet die Triebe der Selbst- und Weltliebe, aus denen heraus und denen gemäß jener Gottesdienst sich bildete. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feuers, sofern es die Liebe in beiderlei Sinn bezeichnet, wovon Nr. 4906, 5071, 5215, 6314, 6832, 6834, 6849, 7324, 7575, 10055. Hier die Selbstliebe und Weltliebe, sofern jene Völkerschaft in denselben war, weil in dem vom Inneren getrennten Äußeren. Ins Feuer werfen heißt daher, in jene Liebestriebe (werfen), und solche Dinge aus dem Buchstabensinn des Wortes herausziehen, die ihnen günstig sind, und eine Lehre daraus machen. Und aus der Bedeutung des Kalbes, sofern es den Gottesdienst aus jenen Liebestrieben und gemäß denselben bezeichnet, der ein höllischer ist, wovon Nr. 10459. 10479. "Und da Mose das Volk sah, daß es zügellos war", 2. Mose 32/25, bedeutet das Innegewordene aus dem Inneren, daß jene Völkerschaft vom Inneren, somit vom Göttlichen abgewandt war. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt innewerden; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Innere darstellt, wovon Nr. 10468; und aus der Bedeutung von zügellos sein, sofern es heißt, abgewandt sein; hier vom Inneren, somit vom Göttlichen, gemäß dem, was Nr. 10472 erklärt wurde. Durch jenes Wort wird in der Grundsprache auch bezeichnet abgewandt sein und zurücktreten, sodann entblößt sein, und entblößt bedeutet beraubt des Guten der Liebe und der Wahrheiten des Glaubens, die das Innere der Kirche und des Gottesdienstes sind: Nr. 9960. 10480. "Denn Aharon hatte es zügellos gemacht", 2. Mose 32/25, bedeutet, das komme vom Äußeren her, das sie liebten. Dies erhellt aus der Bedeutung von zügellos machen, sofern es heißt, abgewandt sein vom Inneren, somit vom Göttlichen, wie Nr. 10479; und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er das Äußere darstellt, wovon Nr. 10468. Daß es heißt, das sie liebten, beruht darauf, daß die, welche in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, bloß das Äußere lieben. Daß zügellos machen hier bedeutet abgewandt sein, und nicht abwendig machen, kommt daher, weil durch Aharon im inneren Sinn nicht der Aharon verstanden wird, sondern das Äußere, somit abgesehen von der Person, gemäß dem, was Nr. 10469 gesagt wurde. 10481. "Daß sie zum Spotte würden bei ihren Widersachern", 2. Mose 32/25, bedeutet, ohne alle Macht, dem Bösen und Falschen aus der Hölle zu widerstehen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Spottes (der Vernichtung) sofern es heißt, ohne alle Macht dem Bösen und Falschen zu widerstehen; denn dieses heißt in der geistigen Welt, nichts vermögen. Und aus der Bedeutung der Widersacher oder Feinde, sofern es das Böse und daher das Falsche bezeichnet, denn diese sind die Feinde, die sich empören im geistigen Sinn. Daher wird auch dieses durch Feinde und Widersacher im Wort bezeichnet: Ps.3/2,3: "Jehovah, wieviel sind meiner Feinde; viele sind es, die sich aufmachen wider mich, die von meiner Seele sagen: Sie hat kein Heil in Gott". Ps.17/7-9: "Mache groß Deine Barmherzigkeit, Du Heiland derer, die auf Dich trauen, vor denen, die sich aufmachen wider mich, durch Deine Rechte; behüte mich vor den Gottlosen, die wider meine Seele mich umringen". Ps.27/12,13: "Übergib mich nicht in das Verlangen meiner Feinde, denn Zungen der Lüge haben sich erhoben gegen mich, und die Gewalttat schnauben, sonst würde ich nicht glauben, zu sehen das Gute im Lande des Lebens". Ps.44/5,6: "Sende, o Gott, die Hilfe Jakobs; durch Dich werden wir unsere Feinde niederstoßen, in Deinem Namen werden wir zertreten die, welche sich aufmachen wider uns". Ps.54/5,6: "Fremde haben sich aufgemacht gegen mich, und Gewalttätige haben gesucht meine Seele; sie haben sich Gott nicht vorgesetzt, der Herr ist unter denen, die meine Seele erhalten". Ps.59/2-4: "Befreie mich von meinen Feinden, mein Gott, von denen, die sich aufmachen gegen mich, erhöhe mich, befreie mich von den Missetätern; siehe, sie stellen meiner Seele nach". In diesen und mehreren anderen Stellen wird durch Feinde und Widersacher das Böse und Falsche bezeichnet, das von der Hölle kommt. Sie heißen Widersacher, weil das Böse und Falsche sich aufmacht gegen das Gute und Wahre, nicht aber umgekehrt. Daß diejenigen, die in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, keine Macht haben, dem Bösen und Falschen von der Hölle zu widerstehen, kommt daher, weil alle Macht, diesem zu widerstehen, vom Göttlichen kommt. Daher sind diejenigen, die vom Inneren, und somit auch vom Göttlichen getrennt sind, machtlos; darum werden sie vom Bösen und Falschen fortgerissen, wohin nur immer die Hölle sie führt, wie eine Flaumfeder oder wie Spreu vom Winde; was man deutlich sehen kann an den Bösen, die aus der Welt ins andere Leben kommen. Dieses wurde auch durch jene Völkerschaft vorgebildet, sofern sie ihre Feinde besiegt haben, solange sie in dem Gottesdienst blieben, der ihnen befohlen war, ebensooft aber besiegt wurden, wenn sie von diesem Gottesdienst abwichen, also sooft sie im Bösen waren; gemäß folgendem: 3. Mose 26/15,36,37: "Wenn ihr Meine Satzungen verwerfet, wird euch verfolgen das Rauschen eines weggestoßenen Blattes, und werdet ihr fliehen die Flucht des Schwertes, und werdet fallen ohne einen Verfolger. Sie werden hinstürzen, ein Mann auf seinen Bruder, wie vor dem Schwert, wiewohl niemand verfolgt". 5. Mose 32/30: "Verfolgen wird einer Tausende, und zwei eine Myriade, weil ihr Fels sie verkauft, und Jehovah sie verschlossen hat". Aus diesem wird klar, was bezeichnet wird durch "ein Spott sein den Widersachern". 10482. Vers 26-29: Da stellte sich Mose in das Tor des Lagers und sprach: Zu mir her, wer Jehovah angehört! Und es sammelten sich zu ihm alle Söhne Levi. Und er sprach zu ihnen: So spricht Jehovah, der Gott Israels: Gürtet ein jeder sein Schwert an seine Hüfte; gehet hin und her, von Tor zu Tor im Lager, und tötet ein jeglicher seinen Bruder, und ein jeglicher seinen Genossen, und ein jeglicher seinen Nächsten. Und die Söhne Levi taten nach dem Wort Moses, und es fielen vom Volke an jenem Tage bei dreitausend Mann. Und Mose sprach: Füllet eure Hand heute dem Jehovah, weil ein jeder gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder war, daß heute ein Segen über euch gegeben werde. "Da stellte sich Mose in das Tor des Lagers" bedeutet, wo die Öffnung zur Hölle ist; "und sprach: Zu mir her, wer Jehovah angehört" bedeutet, die im Äußeren sind vom Inneren her; "und es sammelten sich zu ihm alle Söhne Levi" bedeutet, die in Wahrheiten aus dem Guten sind; "und er sprach zu ihnen" bedeutet die Aufforderung; "so spricht Jehovah, der Gott Israels" bedeutet vom Herrn; "gürtet ein jeder sein Schwert an seine Hüfte" bedeutet das Wahre aus dem Guten, das kämpft gegen das Falsche aus dem Bösen; "gehet hin und her, von Tor zu Tor im Lager" bedeutet überall, wo etwas geöffnet ist vom Inneren ins Äußere; "und tötet ein jeglicher seinen Bruder, und ein jeglicher seinen Genossen, und ein jeglicher seinen Nächsten" bedeutet die Verschlossenheit für den Einfluß des Guten und Wahren, und des ihm Verwandten, so daß keine Aufnahme und Gemeinschaft stattfindet; "und die Söhne Levi taten nach dem Wort Moses" bedeutet, bewirkt von denen, die in den Wahrheiten aus dem Guten sind; "und es fielen vom Volke an jenem Tage bei dreitausend Mann" bedeutet die völlige Verschlossenheit des Inneren; "und Mose sprach: Füllet eure Hand heute dem Jehovah" bedeutet die Mitteilung und Aufnahme des göttlich Wahren in den Himmeln; "weil ein jeder gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder war" bedeutet, wenn das Innere verschlossen ist, so daß das Wahre und Gute aus dem Himmel nicht eindringen kann ins Äußere; "daß heute ein Segen über euch gegeben werde" bedeutet die Aufnahme des göttlich Wahren aus dem Wort, und durch dieses Verbindung mit dem Herrn. 10483. "Da stellte sich Mose in das Tor des Lagers", 2. Mose 32/26, bedeutet, wo die Öffnung zur Hölle ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Innere darstellt, wovon Nr. 10468; aus der Bedeutung von "ins Tor", sofern es heißt, wo eine Öffnung ist, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Lagers, sofern es die Hölle bezeichnet, wovon Nr. 10458. Daß Mose sich ins Tor des Lagers stellte, und nicht ins Lager selbst hineinging, hatte den Grund, weil vorgebildet werden sollte, daß das Innere nicht in die Hölle eingehen könne; denn durch Mose wird das Innere vorgebildet, und durch das Lager die Hölle; denn alle, die in der Hölle sind, sind in dem vom Inneren getrennten Äußeren, weil in den Trieben der Selbst- und Weltliebe. Deswegen kann des Innere nicht dort hineingehen, denn es wird nicht aufgenommen, sondern bei etlichen, die dort sind, wird es sogleich verworfen, bei etlichen wird es erstickt und ausgelöscht, und bei etlichen verkehrt. Ob man sagt, das Innere oder der Himmel, ist gleich, denn der Himmel ist im Inneren, sowohl im Inneren des Wortes, als im Inneren der Kirche und des Gottesdienstes, folglich im Inneren des Menschen, der in himmlischer und geistiger Liebe, d.h. in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist. Was die Öffnung der Hölle ist, die durch das Tor dieses Lagers bezeichnet wird, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Eine jede Hölle ist ringsumher verschlossen, wird aber oben, je nachdem es nötig und Bedürfnis ist, geöffnet. Diese Öffnung geht in die Geisterwelt, welche Welt in der Mitte zwischen dem Himmel und der Hölle ist, denn hier laufen die Höllen nach oben zu aus, und die Himmel nach unten zu: Nr. 5852. Es wird gesagt, sie werden geöffnet, je nachdem es nötig und Bedürfnis ist, weil ein jeder Mensch Geister von der Hölle, und Engel aus dem Himmel bei sich hat. Die Geister der Hölle sind in seinen leiblichen und weltlichen Liebestrieben, und die Engel aus dem Himmel in den himmlischen und geistigen Liebestrieben, denn der Mensch kann ohne Geister gar nicht leben. Würden die Geister von ihm weggenommen, so würde er tot hinfallen wie ein Stein. Damit nun der Mensch ein Leben habe seinen Liebestrieben gemäß, werden der Notwendigkeit und dem Bedürfnis gemäß die Höllen geöffnet, aus der solche Geister zu ihm ausgehen, die in gleichen Liebestrieben sind. Diese Öffnung ist es, die unter dem Tor der Hölle verstanden wird. Und solche Öffnungen durfte ich öfters sehen. Diese Tore werden aber vom Herrn durch Engel bewacht, daß nicht mehr Geister davon ausgehen, als es nötig ist. Hieraus wird klar, was durch die Tore der Hölle und durch die Tore der Feinde im Wort bezeichnet wird: Matth.16/18: "Jesus sprach zu Petrus: Auf diesen Felsen will Ich bauen Meine Kirche, und die Tore der Hölle werden sie nicht überwältigen": die Tore der Hölle werden sie nicht überwältigen heißt, die Höllen werden nicht wagen, herauszukommen um die Glaubenswahrheiten zu zerstören. Der Fels, auf dem die Kirche ruht, ist der Glaube vom Herrn an den Herrn, und dieser Glaube ist der Glaube der Liebtätigkeit, weil er in dieser und daher eins mit ihr ist. Daß der Fels diesen Glauben bedeutet, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22, sowie Nr. 8581, 10438; und daß der eigentliche Glaube Liebtätigkeit ist: Nr. 654, 1162, 1176, 1608, 2228, 2343, 2349, 2419, 2839, 3324, 4368, 6348, 7039, 7623-7627, 7752-7762, 8530, 9154, 9224, 9783. Das gleiche wird auch bezeichnet durch: "Dein Same wird als Erbe besitzen die Tore deiner Feinde", 1. Mose 22/17; 24/60; das Tor der Feinde erblich besitzen heißt, das Böse und Falsche von der Hölle zerstören. Dies wurde auch durch die Vertreibung und Zerstörung der Völkerschaften im Lande Kanaan vorgebildet, denn die dortigen Völkerschaften bildeten das Böse und Falsche aus der Hölle vor, man sehe Nr. 1573, 1574, 1868, 4818, 6306, 8054, 8317, 9320, 9327. Ps.69/13: "Es sinnen gegen mich die Bewohner des Tores, es singen Spottliedlein die Weintrinker". Ps.127/5: "Selig der Mann, der gefüllt hat seinen Köcher, sie werden nicht zuschanden werden, denn sie werden reden mit den Feinden im Tor". Tore im guten Sinn bedeuten aber die Öffnung in den Himmel: Ps.24/7-10: "Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, und hebet euch, ihr ewigen Pforten, und eingehen wird der König der Herrlichkeit". Außerdem wird durch Tore im Wort bezeichnet der Eingang in den Himmel durch das Wahre und Gute, wie auch der Einfluß des Wahren und Guten beim Menschen. 10484. "Und sprach: Zu mir her, wer Jehovah angehört", 2. Mose 32/26, bedeutet, die im Äußeren sind vom Inneren her. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Innere darstellt, wovon Nr. 10468; und weil das Innere des Menschen im Himmel ist, sein Äußeres aber in der Welt, und der Himmel durch das Innere in das Äußere beim Menschen eingeht, so ist klar, daß unter denen, die dem Jehovah angehören, die verstanden werden, die im Äußeren sind aus dem Inneren. Wenn gesagt wird, daß der Himmel hineingehe, so wird verstanden, daß der Herr eingehe, weil das Göttliche des Herrn den Himmel macht. Daß solche bezeichnet werden, erhellt auch daraus, daß sie denjenigen entgegengesetzt werden, die in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind; wie auch, daß durch die Söhne Levi, die sich zu Mose sammelten, diejenigen vorgebildet werden, die in den Wahrheiten sind aus dem Guten. Solche aber, die in Wahrheiten sind aus dem Guten, sind im Äußeren vom Inneren her. 10485. "Und es sammelten sich zu ihm alle Söhne Levi", 2. Mose 32/26, bedeutet, die in Wahrheiten aus dem Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Levi, sofern sie die bezeichnen, die in geistiger Liebe oder in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, wovon Nr. 3875, 4497, 4502, 4503. Ob man sagt Liebtätigkeit gegen den Nächsten, oder das Wahre aus dem Guten, ist gleich, weil die, welche in der Liebtätigkeit sind, im Leben des Wahren sind. Das Leben des Wahren, d.h. das Leben nach den göttlichen Wahrheiten, ist aber Liebtätigkeit. 10486. "Und er sprach zu ihnen", 2. Mose 32/27, bedeutet die Aufforderung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn vom Kampf die Rede ist, zu dem sie aufgemuntert werden, wie hier, sofern es eine Aufforderung bezeichnet. 10487. "So sprach Jehovah, der Gott Israels", 2. Mose 32/27, bedeutet vom Herrn. Dies erhellt daraus, daß Jehovah und der Gott Israels im Wort der Herr ist. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man in den Nr. 9573 angeführten Stellen; ebenso Gott und der Heilige Israels: Nr. 7091. 10488. "Gürtet ein jeder sein Schwert an seine Hüfte", 2. Mose 32/27, bedeutet das Wahre aus dem Guten, das kämpft gegen das Falsche aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, sofern es das gegen das Falsche kämpfende Wahre bezeichnet, wovon Nr. 2799, 8294; und aus der Bedeutung der Hüfte, sofern sie das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 3021, 4277, 4280, 5050-5062, 9961. Es wird gesagt "Schwert an der Hüfte", weil das Wahre, das gegen das Falsche und Böse kämpft und es besiegt, aus dem Guten sein muß. Alle Macht des Wahren kommt daher. Das Wahre ohne das Gute ist nicht einmal wahr, denn es ist nur ein Wissen ohne Leben; daher hat das Wahre ohne das Gute keine Macht. Unter dem Wahren aus dem Guten wird verstanden das Leben gemäß dem Wahren, denn das Gute ist Sache des Lebens. Hieraus wird klar, warum gesagt wird, das Schwert an die Hüfte gürten; wie auch bei Ps.45/4, wo es vom Herrn heißt: "Gürte Dein Schwert an die Hüfte, o Held, in Deinem Schmuck und in Deiner Ehre". 10489. "Gehet hin und her, von Tor zu Tor im Lager", 2. Mose 32/27, bedeutet überall, wo etwas geöffnet ist vom Inneren her ins Äußere. Dies erhellt aus der Bedeutung von hin- und hergehen, sofern es heißt mustern und umhersehen von einem Ende zum anderen. Aus der Bedeutung des Tores, sofern es die Öffnung ist, wovon Nr. 10483, somit von Tor zu Tor, heißt, überall, wo etwas offen ist. Und aus der Bedeutung des Lagers, sofern es die Hölle bezeichnet, wovon Nr. 10483, somit auch das Äußere, denn das vom Inneren getrennte Äußere ist die Hölle beim Menschen. Hieraus wird klar, daß durch "hin- und hergehen von Tor zu Tor im Lager" bezeichnet wird, man solle überall mustern und umhersehen, wo etwas geöffnet ist vom Inneren her ins Äußere. Wie es sich damit verhält, wird im folgenden Abschnitt gesagt werden. Daß das vom Inneren getrennte Äußere die Hölle beim Menschen ist, beruht darauf, daß das Innere bei ihm der Himmel ist, wie Nr. 10472 gezeigt wurde, daher ist das Äußere, wenn es getrennt ist vom Inneren, die Hölle. Was auch noch daraus erhellen kann, daß bei denen, die in dem vom Äußeren getrennten Inneren sind, höllische Liebestriebe regieren, welche die Triebe der Selbst- und Weltliebe sind. Auch ist der Mensch, bei dem das Äußere vom Inneren getrennt ist, wirklich in der Hölle, obwohl er es nicht weiß, während er in der Welt lebt. 10490. "Und tötet, ein jeglicher seinen Bruder, und ein jeglicher seinen Genossen, und ein jeglicher seinen Nächsten", 2. Mose 32/27, bedeutet die Verschlossenheit für den Einfluß des Guten und Wahren und des ihm Verwandten, so daß keine Aufnahme und Gemeinschaft stattfindet. Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, sofern es heißt, das geistige Leben, somit das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens nehmen; hier also verschließen, so daß keine Aufnahme desselben und Gemeinschaft stattfindet, und wenn diese benommen ist, so ist auch das geistige Leben dahin; es bleibt nur noch das natürliche Leben. Daß töten heißt, das geistige Leben nehmen, sehe man Nr. 3387, 3395, 3607, 6767, 7043, 8902. Aus der Bedeutung des Bruders, sofern er das Gute der Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet, wovon Nr. 3815, 4121, 4191, 5409, 5686, 5692, 6756; aus der Bedeutung des Genossen, sofern er das Wahre jenes Guten bezeichnet; und aus der Bedeutung des Nächsten, sofern er das bezeichnet, was mit jenem verbunden ist, wovon Nr. 5911, 9378; somit was verwandt ist, denn die Verwandten sind die Nächsten. Hieraus wird klar, daß durch "tötet ein jeglicher seinen Bruder, und ein jeglicher seinen Genossen, und ein jeglicher seinen Nächsten" bezeichnet wird die Verschlossenheit des Inneren bei jener Völkerschaft für den Einfluß des Guten, des Wahren und des damit Verwandten, so daß keine Aufnahme desselben und keine Gemeinschaft damit stattfindet. Damit verhält es sich in folgender Weise: Weil jene Völkerschaft im Herzen götzendienerisch war, und ganz in den Liebestrieben, in denen die Hölle ist, und dennoch bei ihr ein Gottesdienst, der himmlische Dinge vorbildet, eingesetzt werden sollte, darum wurde das Innere bei ihr völlig verschlossen. Daß aber das Innere verschlossen wurde, hatte zwei Ursachen: die erste war, damit eine Verbindung mit dem Himmel durch ihr Äußeres ohne das Innere stattfinden sollte; die andere, damit die heiligen Dinge der Kirche und des Himmels nicht entweiht werden möchten; denn wenn jene Völkerschaft das Innere des Gottesdienstes, das die heiligen Dinge des Himmels und der Kirche sind, die vorgebildet wurden, anerkannt hätte, so hätte sie es verunreinigt und entweiht. Daher kommt es, daß jener Völkerschaft nur weniges über den Himmel und das Leben nach dem Tod deutlich geoffenbart wurde; und daher kommt es, daß sie gar nicht wußten, daß das Reich des Messias im Himmel sei. Daß jene Völkerschaft noch heutzutage so geartet ist, ist bekannt; aber man sehe, was über jene Völkerschaft in den Nr. 10396 angeführten Stellen (gesagt) wurde; nämlich daß sie ganz im Äußeren ohne alles Innere waren: Nr. 4293, 4311, 4459 E, 4834, 4844, 4847, 4865, 4868, 4874, 4903, 4913, 9320, 9373, 9380, 9381, daß ebendarum ihr Gottesdienst nur ein äußerer war: Nr. 3147, 3479, 8871; daß sie das Innere des Gottesdienstes und des Wortes nicht einmal wissen wollten: Nr. 3479, 4429, 4433, 4680; wenn sie die heiligen, inwendigen Dinge gewußt hätten, so hätten sie sie entweiht: Nr. 3398, 3489, 4289; ebendeswegen durften sie dieselben auch nicht wissen: Nr. 301, 302, 304, 2520, 3769; dennoch fand durch das Äußere des Gottesdienstes, das Vorbilder himmlischer Dinge war, eine Gemeinschaft mit dem Himmel statt: Nr. 4311, 4444, 6304, 8588, 8788, 8806. Dieses ist es nun, was verstanden und bezeichnet wird durch die Worte: "sie sollen töten, ein jeglicher seinen Bruder, ein jeglicher seinen Genossen, und ein jeglicher seinen Nächsten". Wer nicht weiß, daß durch Bruder, Genossen, Nächste und durch andere Verwandtschaftsnamen das Gute und Wahre der Kirche und des Himmels, und die Gegensätze desselben, nämlich das Böse und Falsche, bezeichnet werden, der kann nicht wissen, was mehreres im Wort, wo jene Namen vorkommen, in sich schließt, wie in diesen folgenden Stellen: Matth.10/34-38: "Ihr dürft nicht wähnen, daß Ich gekommen sei, Frieden zu bringen auf Erden. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert; denn Ich bin gekommen, zu entzweien den Menschen gegen seinen Vater, und die Tochter gegen ihre Mutter; und die Schnur gegen ihre Schwieger; und die Feinde des Menschen werden seine Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert, und wer nicht auf sich nimmt sein Kreuz und Mir nachfolgt, ist Meiner nicht wert": hier ist die Rede von den geistigen Kämpfen, die Versuchungen sind, und die diejenigen bestehen müssen, die wiedergeboren werden sollen, somit von dem Streit im Menschen alsdann zwischen Bösem und Falschem, das er von der Hölle hat, und zwischen Gutem und Wahrem, das er vom Herrn hat. Weil diese Kämpfe hier beschrieben werden, darum wird gesagt, "wer nicht auf sich nimmt sein Kreuz, und Mir nachfolgt, ist Meiner nicht wert": unter Kreuz wird verstanden der Zustand des Menschen in den Versuchungen. Wer nicht weiß, daß solches durch den Menschen und Vater, durch Tochter und Mutter, durch Schnur und Schwieger bezeichnet wird, kann glauben, der Herr sei in die Welt gekommen, um in den Häusern und Familien den Frieden wegzunehmen und Zwietracht zu stiften, während Er doch gekommen ist, den Frieden zu geben und Zwistigkeiten wegzunehmen, nach Seinen Worten bei Joh.14/27 und anderwärts. Daß der Zwiespalt des inwendigen und äußeren Menschen hier beschrieben wird, erhellt aus der Bedeutung des Menschen und des Vaters, der Tochter und der Mutter, der Schnur und der Schwieger, im inneren Sinn, in dem Sinn der Mensch das Gute ist, das vom Herrn stammt; der Vater ist das Böse, das aus dem Eigenen des Menschen stammt, die Tochter ist die Neigung zum Guten und Wahren, die Mutter ist die Neigung zum Bösen und Falschen, die Schnur ist das Wahre der Kirche, das beigesellt ist ihrem Guten, und die Schwieger ist das Falsche, das beigesellt ist seinem Bösen; und weil so der Kampf zwischen Gutem und Bösem und zwischen Falschem und Wahrem im Menschen beschrieben wird, darum wird auch gesagt, daß die Feinde des Menschen seine Hausgenossen sein werden. Durch Hausgenossen wird bezeichnet, was im Menschen, somit was sein Eigenes ist, und Feinde im geistigen Sinn bedeuten Böses und Falsches, das Gutes und Wahres bekämpft. Daß solches durch Mensch, Vater, Tochter, Mutter, Schnur und Schwieger bezeichnet wird, ist in den Erklärungen hie und da gezeigt worden. Ebenso durch Folgendes: Matth.10/21: "Übergeben wird ein Bruder den Bruder in den Tod, und der Vater den Sohn, und empören werden sich die Kinder gegen die Eltern, und sie dem Tod übergeben". Luk.14/26,27,33: "Wer zu Mir kommt, und nicht haßt seinen Vater und Mutter und Weib und Kinder und Brüder und Schwestern, ja sogar auch seine Seele, kann nicht Mein Jünger sein, und wer nicht trägt sein Kreuz und Mir nachkommt, kann nicht Mein Jünger sein; ein jeder von euch, wer nicht verleugnet alle seine Habe, kann nicht Mein Jünger sein". Wer sieht nicht, daß diese Worte anders als nach dem Buchstaben zu verstehen sind? Mindestens daraus, daß ohne Einschränkung gesagt wird, man solle Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern hassen, auf daß man ein Jünger des Herrn sein könne, während doch aus den Geboten des Herrn folgt, daß man niemand hassen darf, nicht einmal den Feind: Matth.5/43,44. Daß das Eigene des Menschen, welches das Böse und Falsche in seiner Ordnung ist, unter diesen Namen verstanden wird, leuchtet ein, denn es wird auch gesagt, er solle seine Seele hassen, und alle seine Habe verleugnen, die sein Eigenes bezeichnet. Der Zustand der Versuchung oder des geistigen Kampfes wird auch hier beschrieben, denn es wird gesagt: "Wer nicht sein Kreuz trägt und Mir nachkommt, kann nicht Mein Jünger sein; ein Jünger des Herrn sein heißt, von Ihm geführt werden, und nicht von sich selbst, somit vom Guten und Wahren, das vom Herrn stammt, und nicht vom Bösen und Falschen, das vom Menschen stammt. Ebenso ist das Wort anderwärts zu verstehen, wo jene genannt werden: Jerem.6/19,21: "Auf Meine Worte achten sie nicht, und Mein Gesetz verschmähen sie; darum spricht Jehovah: Siehe, Ich lege diesem Volk Anstöße vor, daß sich daran stoßen die Väter und die Söhne miteinander, der Nachbar und sein Genosse, und sie zugrunde gehen". Jerem.13/14: "Ich werde sie zerstreuen, den Mann mit seinem Bruder, und die Väter und Söhne zugleich, Ich werde nicht schonen und nicht vergeben und Mich nicht erbarmen, daß Ich sie nicht verderben sollte". Jerem.46/16: "Gemehret hat Jehovah die Strauchelnden, auch ist gefallen ein Mann auf seinen Genossen". Jes.19/2: "Handgemein machen werde Ich Ägypten mit Ägypten, daß ein Mann kämpft gegen den Bruder, und ein Mann gegen seinen Genossen". In diesen Stellen wird auch das gleiche durch Väter, Söhne, Brüder und Genossen verstanden. 10491. "Und die Söhne Levi taten nach dem Wort Moses", 2. Mose 32/28, bedeutet, (es sei) bewirkt worden von denen, die in Wahrheiten aus dem Guten sind. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Levi, sofern sie die bezeichnen, die in Wahrheiten aus dem Guten sind, und im abgezogenen Sinn die Wahrheiten aus dem Guten, wovon Nr. 10485; und aus der Bedeutung von "tun nach dem Wort Moses", sofern es heißt, es sei bewirkt worden. 10492. "Und es fielen vom Volke an jenem Tage bei dreitausend Mann", 2. Mose 32/28, bedeutet die völlige Verschlossenheit des Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von fallen oder getötet werden, sofern es heißt, verschlossen werden, wovon Nr. 10490; und aus der Bedeutung von 3000, sofern es das Völlige bezeichnet; denn durch drei wird das Volle und das Erfüllte bezeichnet, man sehe Nr. 2788, 4495, 7715, 8347, 9198, 9488, 9489; ebenso durch 3000, weil die größeren Zahlen das gleiche bezeichnen, was die kleineren, aus denen sie durch Multiplikation entstehen: Nr. 5291, 5335, 5708, 7973. Daß alle Zahlen im Wort Sachen bezeichnen, (sehe man) in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9488, 10127, 10217, 10253. Weil hier nun von der Verschlossenheit des Inneren bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft gehandelt wurde, so darf noch etwas über die Verschlossenheit des Inneren (überhaupt) gesagt werden: Das Böse und Falsche ist es, was den inwendigen Menschen verschließt, oder was dasselbe ist, weltliche, irdische und leibliche Liebestriebe, wenn sie herrschen, denn daher kommt alles Böse und Falsche. Der Grund, warum das Innere von diesen verschlossen wird, ist der, weil jene Liebestriebe entgegengesetzt sind den himmlischen Liebestrieben, oder was gleich ist, weil das Böse und Falsche entgegengesetzt ist dem Guten und Wahren. Wenn nun Gegensätze aufeinanderwirken, so zieht sich zusammen, was verletzt wird, kaum anders als eine Fiber, wenn sie gestochen wird, und auch sonst alles am Menschen infolge des Schmerzes. Daß sein Angesicht infolge von Verletzung oder infolge eines düsteren Gemütszustandes sich runzelt, und daß der Unterleib des Menschen mit der Lunge und ihrem Atmen sich beengt, ist bekannt. So verhält es sich auch mit dem inwendigen Menschen, wenn Böses und Falsches in das Denken und in den Willen eingeht. Daß ein Widerwille alsdann eintritt, und infolgedessen eine Zusammenziehung, wird man inne, und kommt auch zur Erscheinung. Dies ist die allgemeine Ursache, warum das Inwendige verschlossen wird. Die besondere Ursache aber ist die, daß nichts Gutes und Wahres aus dem Himmel durch den inwendigen Menschen in den äußeren eingehen und dort verunreinigt und entweiht werden darf. Damit also dieses bei der israelitischen Völkerschaft, bei der das Wort und die heiligen Dinge der Kirche waren, nicht geschehe, wurde das Inwendige bei ihnen völlig verschlossen. Daß es völlig verschlossen wurde, erhellt augenscheinlich daraus, daß, obwohl sie unter den Christen leben, und obwohl in den Weissagungen offenbar vom Herrn die Rede ist, sie Ihn dennoch gar nicht anerkennen; ja sie sind von der Art, daß sie nicht einmal etwas, was dafür spricht, denken können. Es ist innerlich ein Widerstreben und Widerwillen da. Außerdem wisse man, daß auch in der Christenheit das Innere bei denen verschlossen ist, welche die Glaubenswahrheiten aus dem Wort wissen und nicht danach leben; denn nur das Leben danach öffnet den inwendigen Menschen, sonst bleiben sie nur im Gedächtnis des äußeren Menschen liegen. Dagegen aber bei denen, die sie leugnen, ist das Inwendige ganz verschlossen. Und was auffallend erscheinen kann, es gibt mehr Verständige, bei denen das Innere verschlossen ist, als Einfältige. Die Ursache ist, weil die Verständigen mehr als die Einfältigen in den Begierden sind, sich auszuzeichnen und zu gewinnen, und daher in den Trieben der Selbst- und Weltliebe, wie auch in der Fähigkeit, Böses und Falsches, das aus ihren Liebestrieben kommt, durch Wißtümliches zu begründen, dessen sie mehr besitzen, als die Einfältigen. Dazu kommt, daß die meisten von ihnen sich die Seele nach einer philosophischen Ansicht denken, vermöge derer sie keine andere Vorstellung fassen, als wie von einem Lufthauch, oder von einem Wind, worin zufällig etwas Lebendiges ist. Während umgekehrt die guten Einfältigen nicht aus einer solchen Vorstellung denken, sondern bloß aus der Vorstellung, daß die Seele der Mensch ist, der nach dem Tod lebt. Daher kommt es, daß diesen das Innere geöffnet, jenen aber verschlossen wird. Ob man sagt, das Innere werde geöffnet oder verschlossen, oder ob man sagt der Himmel, ist gleich. 10493. "Und Mose sprach: Füllet eure Hand heute dem Jehovah", 2. Mose 32/29, bedeutet die Mitteilung und Aufnahme des göttlich Wahren in den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung von "füllen die Hand dem Jehovah", sofern es ein Vorbild der göttlichen Macht des Herrn in den Himmeln durch das göttlich Wahre ist, das von Seinem göttlich Guten ausgeht. Sowie die Mitteilung und Aufnahme desselben daselbst, wovon Nr. 10076; hier die Gemeinschaft des göttlich Wahren mit den Himmeln durch Vorbildliches, welches das Äußere des Gottesdienstes bei jener Völkerschaft war, nachdem ihnen das Innere verschlossen worden. Daß durch die äußeren Dinge des Gottesdienstes, die Vorbilder himmlischer Dinge waren, bei jener Völkerschaft, nachdem das Innere verschlossen worden, (gleichwohl) eine Gemeinschaft mit dem Himmel vermöge der göttlichen Macht des Herrn stattfand, sehe man Nr. 4311, 4444, 6304, 8588, 8788, 8806. 10494. "Weil ein jeder gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder (war)", 2. Mose 32/29, bedeutet, wenn das Innere verschlossen ist, so daß das Wahre und Gute aus dem Himmel nicht eindringen kann ins Äußere. Dies erhellt aus der Bedeutung eines jeden gegen den Sohn und gegen den Bruder, oder nachdem sie dieselben getötet, sofern es die Verschlossenheit des Inneren für den Einfluß des Wahren und Guten bezeichnet, wovon Nr. 10490, 10492. Daß der Sohn das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2628, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257, 9807; und der Bruder das Gute: Nr. 3815, 4121, 4191, 5409, 5686, 5692. 10495. "Daß heute ein Segen über euch gegeben werde", 2. Mose 32/29, bedeutet die Aufnahme des göttlich Wahren aus dem Wort, und durch dieses Verbindung mit dem Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Segens, sofern er im allgemeinen das bezeichnet, was vom Herrn dem Menschen geschenkt wird. Und weil das alles sich auf das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens bezieht, so bedeutet er dieses und alles, was von daher kommt, und was durch Segen bezeichnet wird. Hier also die Aufnahme des göttlich Wahren aus dem Wort, und durch dieses die Verbindung mit dem Herrn; man sehe Nr. 1096, 2846, 3017, 3406, 4216, 4981, 6298, 8674, 8939; und daß der Segen die Verbindung mit dem Herrn bedeutet: Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584, 6091, 6099. Wie es sich damit verhält, wurde im Vorhergehenden gezeigt, daß aber durch das Wort die Verbindung des Herrn mit dem Menschen, und des Himmels mit der Welt stattfindet, sehe man Nr. 10452. 10496. Vers 30-35: Und es geschah Tags darauf, da sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; und nun will ich hinaufgehen zu Jehovah; vielleicht werde ich versöhnen für eure Sünde. Und Mose kam wieder zu Jehovah und sprach: Ach! dieses Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich goldene Götter gemacht; und nun, möchtest Du ihre Sünde vergeben; wenn aber nicht, so tilge mich doch aus Deinem Buch, das Du geschrieben hast. Da sprach Jehovah zu Mose: Wer gegen Mich gesündigt, den werde Ich aus Meinem Buch tilgen. Und nun gehe, führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe; siehe, Mein Engel wird vor dir hergehen; aber am Tage Meiner Heimsuchung, da werde Ich über ihnen heimsuchen ihre Sünde. Und so schlug Jehovah das Volk darum, daß sie das Kalb gemacht, das Aharon gemacht hatte. "Und es geschah Tags darauf" bedeutet die Dauer eines solchen Gottesdienstes, bis zum Ende der Kirche; "da sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan" bedeutet die gänzliche Abkehr und Entfremdung, "und nun will ich hinaufgehen zu Jehovah" bedeutet die Erhebung des Inneren zum Herrn; "vielleicht werde ich versöhnen für eure Sünde" bedeutet die Möglichkeit kraft der göttlichen Macht des Herrn bei denen, die sich so ganz abgewendet haben; "und Mose kam wieder zu Jehovah" bedeutet die Verbindung; "und sprach: Ach! dieses Volk hat eine große Sünde getan" bedeutet, obwohl jene Völkerschaft sich vom Göttlichen ganz abgewandt und entfernt hat; "und haben sich goldene Götter gemacht" bedeutet, und obwohl sie den höllischen Lustreiz verehren; "und nun, möchtest Du ihre Sünde vergeben" bedeutet, dennoch werde jene Abkehr vom Göttlichen nicht hindern; "wenn aber nicht, so tilge mich doch aus Deinem Buch, das Du geschrieben hast" bedeutet das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes werde nicht zugrunde gehen; "da sprach Jehovah: Wer gegen Mich gesündigt, den werde Ich aus Meinem Buch tilgen" bedeutet die Antwort, daß diejenigen zugrunde gehen werden, die sich vom Göttlichen abwenden; "und nun gehe, führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe" bedeutet, daß jene Völkerschaft die Kirche vorbilden solle, aber nicht so, daß bei ihr die Kirche wäre; "siehe, Mein Engel wird vor dir hergehen" bedeutet, dennoch werde das göttlich Wahre führen; "aber am Tage Meiner Heimsuchung, da werde Ich über ihnen heimsuchen ihre Sünde" bedeutet ihren letzten Zustand im besonderen und im allgemeinen, wenn das Gericht (gehalten wird); "und so schlug Jehovah das Volk" bedeutet die Verwüstung des Wahren und Guten bei der israelitischen Völkerschaft; "darum, daß sie das Kalb gemacht" bedeutet wegen des Gottesdienstes aus höllischer Liebe; "das Aharon gemacht hatte" bedeutet vermöge des Äußeren, das sie allein liebten. 10497. "Und es geschah Tags darauf", 2. Mose 32/30, bedeutet die Dauer eines solchen Gottesdienstes, bis zum Ende der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Tags darauf", sofern es das Immerwährende und Ewige bezeichnet; wenn es sich aber auf die jüdische Völkerschaft bezieht, bis ans Ende der Kirche. Daß Tags darauf bedeutet, auf immer und ewig, kommt daher, weil durch das Morgende, wenn es von solchem gesagt wird, was himmlisch- und geistig-göttliche Dinge bezeichnet, das Immerwährende und Ewige bezeichnet wird, man sehe Nr. 3998, 9939; daß es aber die Dauer bis ans Ende der Kirche ist, beruht darauf, daß es von der jüdischen Völkerschaft und ihrem Gottesdienst gesagt wird, der ein Ende hatte, als der Herr in die Welt kam, gemäß der Weissagung bei Dan.9/24,27: "Siebzig Wochen sind beschieden über dein Volk und über deine heilige Stadt, zu tilgen die Übertretung, zu versiegeln die Sünden, und zu sühnen die Missetat, und zu bringen die Gerechtigkeit der Zeitläufe, und zu versiegeln das Gesicht und den Propheten, und zu salben den Heiligen der Heiligen; inmitten der Woche wird Er aufhören lassen das Opfer und die Darreichung; zuletzt (kommt) über den Vogel der Greuel eine Verödung, und bis zur Vollendung und Entscheidung wird es triefen auf die Verwüstung". Und daß der Rest des Gottesdienstes jener Völkerschaft ein Ende haben werde mit dem Ende der heutigen Kirche in Europa, sagt der Herr vorher bei Matth.24/34: "Wahrlich, Ich sage euch, es wird nicht vorübergehen dieses Geschlecht, bis das alles geschieht": dieses Kapitel handelt von der Vollendung des Zeitlaufes, die das Ende der gegenwärtigen Kirche ist, wie man nachgewiesen sehen kann in den Anfängen zu 1. Mose Kapitel 26-40. 10498. "Da sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan", 2. Mose 32/30, bedeutet die gänzliche Entfremdung und Abkehr. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sünde, sofern sie Abkehr und Entfremdung vom Göttlichen ist, wovon Nr. 5229, 5474, 5841, 7589, 9346, hier die gänzliche Abkehr und Entfremdung, weil gesagt wird eine große Sünde. Die Abkehr und Entfremdung vom Göttlichen ist eine gänzliche, wenn nichts Wahres und Gutes aus dem Himmel mehr aufgenommen wird, denn das Wahre und Gute aus dem Himmel ist das Göttliche beim Menschen. Daß keine Aufnahme des Wahren und Guten aus dem Himmel und daß mithin eine gänzliche Abkehr vom Göttlichen bei jener Völkerschaft eingetreten war, wird beschrieben mit folgenden Worten: Jes.6/9,10; Joh.12/37-40: "Sage diesem Volk: Höret hörend, aber verstehet nicht, und sehet sehend, aber erkennet nicht; mache fett das Herz dieses Volkes, und seine Ohren mache schwer, und sein Augen verklebe, daß es nicht sehe mit seinen Augen und mit seinen Ohren nicht höre und sein Herz verstehe und es sich bekehre, auf daß es geheilt werde": es wird gesagt, es solle sich nicht bekehren, daß es geheilt werde, und es wird dadurch bezeichnet, daß sie, wenn sie das Innere des Wortes der Kirche und des Gottesdienstes verstünden, es entweihen würden, gemäß dem, was Nr. 10490 gesagt wurde. 10499. "Und nun will ich hinaufgehen zu Jehovah", 2. Mose 32/30, bedeutet die Erhebung des Inneren zum Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Innere darstellt, wovon Nr. 10468; und aus der Bedeutung von hinaufgehen, sofern es die Erhebung zum Inneren hin bezeichnet, wovon Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817, 6007; hier die Erhebung zum Herrn, weil gesagt wird, ich will hinaufgehen zu Jehovah, und durch Jehovah im Wort der Herr verstanden wird; man sehe in den Nr. 9373 angeführten Stellen. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was in betreff der Erhebung der inneren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes in den Himmel oder zum Herrn vom Äußeren bei der israelitischen Völkerschaft: Nr. 4311, 4444, 6304, 8588, 8788, 8806 gezeigt wurde. 10500. "Vielleicht werde ich versöhnen für eure Sünde", 2. Mose 32/30, bedeutet die Möglichkeit kraft der göttlichen Macht des Herrn bei denen, die sich so ganz abgewendet haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von versöhnen, sofern es heißt machen, daß nicht mehr darauf Rücksicht genommen wird, so daß nichtsdestoweniger ihr Gottesdienst angenehm sei und erhört werde. Daß die Versöhnung auch die Erhörung und Annahme aller gottesdienstlichen Handlungen bezeichnet, sehe man Nr. 9506; hier also die Möglichkeit, daß solches geschehen könne bei denen, die sich so abgewandt haben. Und aus der Bedeutung der Sünde, sofern sie die gänzliche Abkehr vom Göttlichen ist, wie Nr. 10498. Daß dies durch jene Worte bezeichnet wird, hat den Grund, weil dieses ganze Kapitel von der Abkehr der israelitischen Völkerschaft vom Göttlichen handelt, und gleichwohl von der Möglichkeit, daß durch das Äußere, in dem allein sie war, eine Gemeinschaft mit dem Himmel stattfinden könne. Damit man wisse, wie es sich damit verhält, soll es noch mit wenigen Worten gesagt werden: Die Kirche wird auf Erden einzig zu dem Zweck errichtet, damit eine Gemeinschaft der Welt, d.h. des Menschengeschlechts mit dem Himmel, d.h. durch den Himmel mit dem Herrn bestehen möge; denn ohne Kirche (gibt es) keine Gemeinschaft und ohne Gemeinschaft würde das Menschengeschlecht zugrunde gehen: Nr. 10452. Allein die Gemeinschaft des Menschen mit dem Himmel wird bewirkt durch Geistiges und Himmlisches beim Menschen, nicht aber durch Weltliches und Leibliches ohne jenes; oder was gleich ist, sie wird bewirkt durch Inneres, nicht aber durch Äußeres ohne jenes. Da nun die israelitische Völkerschaft im Äußeren ohne Inneres war, und doch etwas Kirchliches bei ihnen eingesetzt werden sollte, darum wurde vom Herrn vorgesehen, daß gleichwohl eine Gemeinschaft mit dem Himmel stattfinden konnte durch vorbildliche Dinge, die das Äußere des Gottesdienstes bei jener Völkerschaft waren. Allein diese Gemeinschaft wurde auf eine wunderbare Weise bewirkt, worüber man in den Nr. 10499 angeführten Stellen sehe. Es war aber zweierlei erforderlich, daß dieses geschehen konnte: Erstens mußte das Inwendige bei ihnen ganz verschlossen sein, und zweitens mußten sie im äußeren Heiligen sein können, wenn sie ihren Gottesdienst hielten; denn wenn das Innere ganz verschlossen ist, dann wird das Innere der Kirche und des Gottesdienstes weder geleugnet, noch anerkannt; es ist gleichsam nicht vorhanden; und dann kann ein äußeres Heiliges vorhanden sein und auch erhoben werden, weil nichts entgegensteht und hindert. Darum war auch jene Völkerschaft in völliger Unwissenheit über innere Dinge, welche die Liebe und den Glauben an den Herrn und das ewige Leben, das dadurch erlangt wird, betreffen. Sobald aber der Herr in die Welt kam und Sich selbst offenbarte, und die Liebe und den Glauben an Ihn lehrte, fing jene Völkerschaft, da sie solches hörte, sofort an, es zu leugnen, und so konnte sie nicht mehr in solcher Unwissenheit wie früher erhalten werden; darum wurde sie dann aus dem Land Kanaan vertrieben, damit sie nicht die inneren Dinge durch Leugnung verunreinigen und entweihen möchte in diesem Lande, wo alle Orte von den ältesten Zeiten her Vorbilder solcher Dinge waren, die sich auf den Himmel und die Kirche beziehen; man sehe Nr. 1585, 3686, 4447, 5136, 6516. Inwieweit sie daher heutzutage das Innere kennen und sich mit Bewußtsein dagegen bestärken und es leugnen, insoweit können sie nicht mehr im äußeren Heiligen sein, weil die Leugnung nicht nur das Innere verschließt, sondern auch dem Äußeren das Heilige, somit die Gemeinschaft mit dem Himmel entzieht. Ebenso verhält es sich mit den Christen, die aus dem Wort oder aus der Kirchenlehre das Innere wissen und es dennoch im Herzen leugnen, was geschieht, wenn sie bös leben und schlimm bei sich denken, wie sie auch immer in äußerer Andacht und Frömmigkeit beim Gottesdienst sein mögen. 10501. "Und Mose kam wieder zu Jehovah", 2. Mose 32/31, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von wiederkommen zu Jehovah, sofern es eine Verbindung bezeichnet. Daß Verbindung durch "wiederkommen zu Jehovah" bezeichnet wird, beruht darauf, daß durch hinaufgehen zu Jehovah, Nr. 10499, die Erhebung des Inneren zum Herrn bezeichnet wird. 10502. "Und sprach: Ach! dieses Volk hat eine große Sünde getan", 2. Mose 32/31, bedeutet, obwohl jene Völkerschaft sich vom Göttlichen ganz abgewandt und entfernt hat. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine große Sünde tun", sofern es heißt, sich vom Göttlichen ganz abwenden und entfremden, wovon Nr. 10498. Es wird gesagt, obwohl sie sich abgewandt hat, wegen des Sachzusammenhangs im inneren Sinn; denn die in diesem Sinne sind, achten nicht auf den Buchstaben, sondern auf den Sinn der Sachen in ihrer Ordnung. 10503. "Und haben sich goldene Götter gemacht", 2. Mose 32/31, bedeutet, und (obwohl) sie den höllischen Lustreiz verehren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich Götter machen", sofern es einen Gottesdienst bezeichnet; und aus der Bedeutung des Goldes, sofern es den Lustreiz der äußeren Liebestriebe bezeichnet, somit den höllischen Lustreiz, wovon Nr. 10402. Im Wort werden vier Gattungen von Götzen erwähnt, nämlich von Stein, von Holz, von Silber und von Gold. Steinerne Götzen bedeuten einen Gottesdienst aus dem Falschen der Lehre; hölzerne Götzen einen Gottesdienst aus dem Bösen der Lehre; silberne die Verehrung des Falschen, sowohl in der Lehre, als im Leben; daher bedeuten goldene Götzen den allerschlimmsten Gottesdienst. Die, welche in diesem Gottesdienst waren, verfälschten nicht nur die Wahrheiten, sondern sie schändeten auch das Gute; denn das Böse nannten sie gut, und das daher kommende Falsche wahr. In einem solchen Gottesdienst sind alle die, welche in der Selbstliebe sind und dennoch das Wort glauben; denn sie wenden den Buchstabensinn des Wortes an zugunsten alles dessen, was sie denken und was sie tun, somit zur Verehrung ihrer selbst. 10504. "Und nun, möchtest Du ihre Sünde vergeben", 2. Mose 32/32, bedeutet, dennoch werde jene Abkehr vom Göttlichen nicht im Wege stehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sünde, sofern sie die Abkehr vom Göttlichen bezeichnet, wie Nr. 10498, 10502; und aus der Bedeutung von "dieselbe vergeben", sofern es heißt, nicht im Wege stehen, daß dennoch die inneren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes über ihr Äußeres erhoben werden und so eine Gemeinschaft mit dem Himmel stattfinden kann; denn wenn diese dennoch stattfindet, so wird auf die Abkehr nicht geachtet, und was nicht beachtet wird, von dem sagt man, es sei vergeben. 10505. "Wenn aber nicht, so tilge mich doch aus Deinem Buch, das Du geschrieben hast", 2. Mose 32/32, bedeutet, das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes werde nicht zugrunde gehen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der dieses sagt, sofern er das Inwendige des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes darstellt, wovon Nr. 10468; aus der Bedeutung von "das Du geschrieben hast", sofern es bezeichnet, was in jenem vom Herrn stammt; denn durch das Buch wird bezeichnet, was im Inneren ist, und durch schreiben, wenn es sich auf Jehovah, d.h. auf den Herrn bezieht, ist gemeint, was daselbst vom Herrn stammt. Und aus der Bedeutung von daraus tilgen, sofern es heißt, zugrunde gehen. Hier aber nicht zugrunde gehen, weil darauf geantwortet wird, "den, der gegen Mich gesündigt hat, werde Ich aus Meinem Buch tilgen", wodurch bezeichnet wird, nicht das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes werde zugrunde gehen, sondern diejenigen würden zugrunde gehen, die sich vom Göttlichen abwenden, somit die, welche im Äußeren sind ohne das Innere. Daß das Buch, das Jehovah geschrieben hat, und das im folgenden Vers "Mein Buch" oder "das Buch Jehovahs" und anderwärts "das Buch des Lebens" genannt wird, das Innere bedeutet, kommt daher, weil das Innere des Menschen im Himmel ist, somit da, wo der Herr ist, und daher stammt, was in seinem Inneren ist, aus dem Himmel vom Herrn, welches lauter himmlische und geistig göttliche Dinge sind. Diese können vom Inneren des Menschen aufgenommen werden, nicht aber von seinem Äußeren, wenn es getrennt ist vom Inneren, weil das Äußere in der Welt, und zur Aufnahme der natürlichen Dinge in der Welt gebildet ist, die ohne den Einfluß durch das Innere kein himmlisches Leben haben, und daher tote Dinge genannt werden. Aus diesem kann erhellen, was im Wort durch das Buch des Lebens verstanden wird, und wer diejenigen sind, die verstanden werden unter denen, die geschrieben sind in jenem Buche, nämlich die, welche im Leben des Wahren und Guten sind, somit die, welche aus Liebe und Glauben die göttlichen Gebote tun; denn das Leben nach diesen Geboten öffnet den inwendigen Menschen und bildet ihn, und was in diesem eingeschrieben ist, das ist vom Herrn eingeschrieben, und bleibt in Ewigkeit. Solche sind es, die verstanden werden unter den Geschriebenen im Buche des Lebens in folgenden Stellen: Dan.12/1: "Zu jener Zeit wird Dein Volk gerettet werden, ein jeder, der geschrieben gefunden wird im Buche". Joh.Offenb.3/5: "Wer überwindet, der wird angetan werden mit weißen Kleidern; Ich werde seinen Namen nicht tilgen aus dem Buch des Lebens". Joh.Offenb.21/27: "Keine kommen hinein ins neue Jerusalem, außer die geschrieben sind im Buche des Lebens des Lammes". Joh.Offenb.20/12,13,15: "Ich sah, daß Bücher aufgetan wurden; und ein anderes Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens, und die Toten wurden gerichtet nach dem, was geschrieben war im Buche nach ihren Werken; und wenn jemand nicht gefunden wurde im Buche des Lebens geschrieben, so wurde er hinausgeworfen in den Feuerpfuhl". Joh.Offenb.13/8; 17/8: "Anbeten werden das Tier alle, deren Namen nicht geschrieben sind im Buche des Lebens des Lammes". Außerdem anderwärts. Man wisse, daß alles, was dem Inwendigen des Menschen eingeschrieben ist, vom Herrn eingeschrieben ist; und daß das daselbst Eingeschriebene das eigentlich geistige und himmlische Leben des Menschen macht; sodann daß alles und jegliches, was dort eingeschrieben ist, der Liebe eingeschrieben ist; man sehe auch Nr. 2474, 8620, 9386. 10506. "Da sprach Jehovah zu Mose: Wer gegen Mich gesündigt, den werde Ich aus Meinem Buch tilgen", 2. Mose 32/33, bedeutet die Antwort, daß diejenigen zugrunde gehen werden, die sich vom Göttlichen abwenden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah sprach zu Mose", sofern es die Antwort ist; aus der Bedeutung von sündigen gegen Jehovah, sofern es heißt, sich vom Göttlichen abwenden, wovon Nr. 10498; und aus der Bedeutung von getilgt werden aus dem Buch Jehovahs, sofern es heißt, nicht im Himmel erscheinen, somit in Ansehung des geistigen Lebens zugrunde gehen. Daß dieses durch getilgt werden aus dem Buch Jehovahs bezeichnet wird, kommt daher, weil die, welche in dem vom Äußeren getrennten Inneren sind, nichts aus dem Himmel aufnehmen können; denn das Innere ist es, das von daher aufnimmt, und das Äußere ohne jenes nimmt nirgend anderswoher etwas auf, als aus der Hölle. Daß der Himmel beim Menschen in seinem Inneren ist, und daß das Innere das Buch das Lebens ist, und was im Inwendigen ist, aus dem Himmel vom Herrn kommt, sehe man Nr. 10505. 10507. "Und nun gehe, führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe", 2. Mose 32/34, bedeutet, daß jene Völkerschaft die Kirche vorbilden solle, aber nicht so, daß bei ihr die Kirche selbst wäre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "führen das Volk ins Land Kanaan", sofern es heißt machen, daß eine Kirche da ist; denn durch das Land Kanaan wird die Kirche bezeichnet, und durch "das Volk dahin führen" wird im geistigen Sinn bezeichnet, bei denselben eine Kirche errichten; denn jene Völkerschaft wurde darum in jenes Land eingeführt, daß sie eine Kirche werden sollte, hier aber nur, um diese vorzubilden, weil gesagt wird, "führe das Volk wohin", nicht aber in das Land. Daß bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft die Kirche (selbst) nicht war, sondern nur ein Vorbild der Kirche, sehe man Nr. 4281, 4288, 4311, 4500, 4899, 4912, 6304, 7048, 9320; und daß das Land Kanaan die Kirche bezeichnet: Nr. 3686, 3705, 4447, 5136, 6516; und daß daher das Land im Worte die Kirche bedeutet, in den Nr. 9325 angeführten Stellen. 10508. "Siehe, Mein Engel wird vor dir hergehen", 2. Mose 32/34, bedeutet, dennoch werde das göttlich Wahre führen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Engels Jehovahs, sofern er im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist, und im bezüglichen Sinn das Göttliche, das dem Herrn angehört bei den Engeln in den Himmeln, wovon Nr. 1925, 2821, 4085, 6831, 9303; und sofern es daher das göttlich Wahre bezeichnet: Nr. 8192; und aus der Bedeutung von "vor dir hergehen", sofern es heißt führen. 10509. "Aber am Tage Meiner Heimsuchung, da werde Ich über ihnen heimsuchen ihre Sünde", 2. Mose 32/34, bedeutet ihren letzten Zustand im besonderen und im allgemeinen, wenn das Gericht gehalten wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages der Heimsuchung, sofern er den letzten Zustand der Kirche im besonderen und im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 2242, 6588; und aus der Bedeutung von heimsuchen die Sünde, sofern es heißt, gerichtet und verdammt werden. Es wird gesagt im besonderen und im allgemeinen, weil jeder einen Tag der Heimsuchung hat, somit im besonderen, wenn er ins andere Leben kommt, was geschieht wenn er stirbt; und auch die Kirche hat ihn im allgemeinen, wenn sie zu sein aufhört. Sie werden alsdann erforscht, wie beschaffen sie sind, und ausgeschieden. Die, welche im Bösen sind, werden in die Hölle hinabgeworfen, und die, welche im Guten sind, werden in den Himmel erhoben. Dies geschieht aber nicht auf Erden, sondern im anderen Leben. Wie aber dort die Erforschung und wie die Scheidung geschieht, sodann wie die Verdammnis und das Hinabwerfen in die Hölle und die Erhebung in den Himmel (vor sich geht), wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts gesagt werden. 10510. "Und so schlug Jehovah das Volk", 2. Mose 32/35, bedeutet die Verwüstung des Wahren und Guten bei der israelitischen Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, sofern es heißt zerstören, wie Nr. 6761, zerstören aber im geistigen Sinn heißt, jemand des Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe berauben, was im Wort Verödung und Verwüstung genannt wird. Daß durch "schlagen" hier die Verwüstung bezeichnet wird, beruht darauf, daß in diesem Kapitel von der Verschlossenheit des Inneren bei der israelitischen Völkerschaft gehandelt wurde, und die Verschließung des Inneren eine Verwüstung ist in Ansehung des Wahren und Guten. 10511. "Darum, daß sie das Kalb gemacht", 2. Mose 32/35, bedeutet, wegen des Gottesdienstes aus höllischer Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kalbes, sofern es den Lustreiz der Selbstliebe bezeichnet, wovon Nr. 10407; ein Kalb machen, bedeutet daher den Gottesdienst aus dem Lustreiz jener Liebe, oder was gleich ist, den Gottesdienst aus jener Liebe. Daß diese Liebe die höllische Liebe ist, wurde öfters gezeigt; daß durch "ein Kalb machen " ein Gottesdienst bezeichnet wird, beruht darauf, daß ein solches Machen alles das in sich schließt, was über die Anbetung und Verehrung desselben in 2. Mose 32/4-6 gesagt wird. 10512. "Das Aharon gemacht hatte", 2. Mose 32/35, bedeutet, und zwar aus dem Äußeren, weil sie dieses allein liebten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes darstellt, wovon Nr. 10397, 10468, 10480; und wenn bloß das Äußere geliebt wird, dann wird gesagt, das Äußere mache solches, es wird aber verstanden die Völkerschaft, die bloß das Äußere liebt.   Nr. 10513 - 10522 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 33. Kapitel 1. Und Jehovah redete zu Mose: Gehe, ziehe hinauf von hinnen, du und das Volk, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast in das Land, das Ich dem Abraham, Jischak und Jakob geschworen und gesagt habe: Deinem Samen will Ich es geben. 2. Und Ich will einen Engel vor dir hersenden, und vertreiben die Kanaaniter, die Amoriter und die Hethiter und die Pheresiter, die Heviter und die Jebusiter. 3. In das Land, das von Milch und Honig fließt; denn Ich will nicht in deiner Mitte hinaufgehen, weil du ein hartnäckiges Volk bist. Ich möchte dich sonst vertilgen auf dem Wege. 4. Als das Volk diese böse Rede hörte, trauerten sie und keiner legte seinen Schmuck an. 5. Und Jehovah sprach zu Mose: Sage zu den Söhnen Israels: Ihr seid ein hartnäckiges Volk; würde Ich einen Augenblick in deiner Mitte hinaufziehen, so würde Ich dich vertilgen; und nun tue deinen Schmuck von dir, so will Ich erkennen, was Ich dir tun soll. 6. Da rissen die Söhne Israels ihren Schmuck ab vom Berg Horeb an. 7. Und Mose nahm das Zelt, und schlug es für sich auf, außerhalb des Lagers, ferne vom Lager, und nannte es das Zelt der Zusammenkunft; und es geschah, ein jeder, der Jehovah fragte, ging hinaus zum Zelt der Zusammenkunft, das außer dem Lager war. 8. Und es geschah, wenn Mose hinausging zum Zelt, stand alles Volk auf, und ein jeder stellte sich an die Tür seines Zeltes, und sie sahen Mose nach, bis er ins Zelt hineinging. 9. Und es geschah, wenn Mose in das Zelt hineinging, kam die Wolkensäule hernieder und stand an der Tür des Zeltes, und redete mit Mose. 10. Und alles Volk sah die Wolkensäule stehen an der Tür des Zeltes, und alles Volk stand auf, und sie neigten sich, ein jeder an der Tür seines Zeltes. 11. Und Jehovah redete zu Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann zu seinem Nächsten redet; und er kehrte zurück zum Lager, aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, begab sich nicht weg aus der Mitte des Zeltes. 12. Und Mose sprach zu Jehovah: Siehe, Du sprichst zu mir: Führe dieses Volk hinauf, und Du hast mir nicht kund getan, wen Du mit mir senden willst; und Du hast doch gesagt: Ich kenne dich mit Namen und du hast auch Gnade gefunden in Meinen Augen. 13. Und nun, wenn ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, so tue mir doch kund Deinen Weg, daß ich Dich erkenne, weil ich Gnade gefunden in Deinen Augen, und siehe (doch), daß diese Völkerschaft Dein Volk ist. 14. Da sprach Er: Mein Angesicht soll mitgehen, und Ich will dich zur Ruhe bringen. 15. Und er sprach zu Ihm: Wenn Dein Angesicht nicht mitgeht, so führe uns nicht hinauf von dannen. 16. Und woran soll doch erkannt werden, daß ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, ich und Dein Volk? Nicht daran, daß Du mit uns gehst und wir ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk, vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind? 17. Da sprach Jehovah zu Mose: Auch dieses Wort, das du geredet hast, will Ich tun, denn du hast Gnade gefunden in Meinen Augen, und Ich kenne dich mit Namen. 18. Und er sprach: Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen. 19. Und Er sprach: Ich will alle Meine Güte vorübergehen lassen vor deinem Angesicht, und will anrufen den Namen Jehovahs vor dir, und will gnädig sein, wem Ich gnädig bin, und will Mich erbarmen, wessen Ich Mich erbarme. 20. Und Er sprach: Du kannst Mein Angesicht nicht sehen; denn nicht sieht Mich ein Mensch und lebt. 21. Und Jehovah sprach: Siehe, es ist ein Ort bei Mir, und du sollst (daselbst) auf einem Felsen stehen. 22. Und es wird geschehen, wenn Meine Herrlichkeit vorübergeht, so will Ich dich in die Kluft des Felsen stellen und will Meine Hand über dich decken, bis Ich vorübergegangen sein werde. 23. Und (dann) will Ich Meine Hand wegtun, daß du Mich von hinten sehest, aber Mein Angesicht kann man nicht sehen.   Inhalt 10523. In diesem Kapitel ist im inneren Sinn noch weiter von der israelitischen Völkerschaft die Rede, aber hier von ihrer Beschaffenheit in Ansehung des Gottesdienstes, somit von ihrer Beschaffenheit in Ansehung der Dinge, die der Kirche angehören. Von Vers 1-6 ist enthalten, daß obwohl sie in den Vorbildern, die das Äußere des Gottesdienstes und der Kirche sind, sein konnten, doch nichts Göttliches, weil nichts Inneres, bei ihnen war; von Vers 7-17, daß im Gottesdienst selbst an sich betrachtet, somit abgesehen von ihnen, (dennoch) das Göttliche sein konnte; von Vers 18-23, daß dieses jedoch von ihnen nicht gesehen, noch vernommen wurde.   Innerer Sinn 10524. Vers 1-3: Und Jehovah redete zu Mose: Gehe, ziehe hinauf von hinnen, du und das Volk, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast in das Land, das Ich dem Abraham, Jischak und Jakob geschworen und gesagt habe: Deinem Samen will Ich es geben. Und Ich will einen Engel vor dir hersenden, und vertreiben die Kanaaniter, die Amoriter und die Hethiter und die Pheresiter, die Heviter und die Jebusiter. In das Land, das von Milch und Honig fließt; denn Ich will nicht in deiner Mitte hinaufgehen, weil du ein hartnäckiges Volk bist. Ich möchte dich sonst vertilgen auf dem Wege. "Und Jehovah redete zu Mose" bedeutet die Belehrung über die Beschaffenheit des Gottesdienstes und der Kirche bei der israelitischen Völkerschaft; "gehe, ziehe hinauf von hinnen, du und das Volk, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast in das Land" bedeutet, daß jene Völkerschaft zwar die Kirche vorbilden, daß aber die Kirche nicht bei ihr sein werde, weil sie nicht über das Äußere erhoben werden könne; "das Ich dem Abraham, Jischak und Jakob geschworen und gesagt habe: Deinem Samen will Ich es geben" bedeutet, das verheißen ist denen, die vom Herrn im Guten der Liebe und den Wahrheiten des Glaubens sind; "und Ich will einen Engel vor dir hersenden" bedeutet das Göttliche des Herrn, aus dem das Äußere der Kirche und ihres Gottesdienstes stammt; "und vertreiben die Kanaaniter, die Amoriter und die Hethiter und die Pheresiter, die Heviter und die Jebusiter" bedeutet die Ausstoßung alles Falschen und Bösen daraus; "in das Land, das von Milch und Honig fließt" bedeutet das Liebliche und Angenehme aus dem Guten des Glaubens und der Liebe; "denn Ich will nicht in deiner Mitte hinaufgehen" bedeutet, dennoch sei das Göttliche nicht bei jener Völkerschaft; "weil du ein hartnäckiges Volk bist" bedeutet, es nehme keinen Einfluß vom Göttlichen auf; "Ich möchte dich sonst vertilgen auf dem Wege" bedeutet, jene Völkerschaft würde, wenn das Göttliche bei ihr einflöße, zugrunde gehen. 10525. "Und Jehovah redete zu Mose", 2. Mose 33/1, bedeutet die Belehrung über die Beschaffenheit des Gottesdienstes und der Kirche bei der israelitischen Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, wenn von Jehovah gesprochen wird, sofern es eine Belehrung bezeichnet, wovon in den Nr. 10280 angeführten Stellen. Daß es eine Belehrung über die Beschaffenheit des Gottesdienstes und der Kirche bei der israelitischen Völkerschaft bedeutet, kommt daher, weil dieses Kapitel davon handelt, wie aus der Inhaltsangabe dieses Kapitels Nr. 10523 erhellen kann. 10526. "Gehe, ziehe hinauf von hinnen, du und das Volk, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast in das Land", 2. Mose 33/1, bedeutet, daß jene Völkerschaft zwar die Kirche vorbilden, aber die Kirche werde nicht bei ihr sein, weil sie nicht über das Äußere erhoben werden können. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufziehen ins Land, sofern es heißt, zur Errichtung einer Kirche; denn durch das Land wird im Wort die Kirche bezeichnet, wovon in den Nr. 9325 angeführten Stellen; und durch hinaufziehen in dasselbe wird bezeichnet, dieselbe errichten, weil sie ebendarum dahin geführt wurden oder hinaufzogen. Hier aber bedeutet es nicht, dieselbe errichten, sondern bloß, dieselbe vorbilden, weil jene Völkerschaft im Äußeren ohne das Innere war, und die Kirche beim Menschen in seinem Inneren ist. Weil hier nicht bezeichnet wird, die Kirche errichten; sondern bloß das Kirchliche vorbilden, darum wird gesagt: "gehe, ziehe hinauf von hinnen", wie auch: "du und das Volk, das du hinaufgeführt hast aus Ägyptenland", das somit Mose heraufgeführt hat, und nicht Jehovah; und im später folgenden Vers: "Ich will nicht in deiner Mitte hinaufgehen, weil du ein hartnäckiges Volk bist", wodurch bezeichnet wird, das Göttliche sei nicht bei ihnen, und wo das Göttliche nicht im Inneren aufgenommen wird, da ist auch keine Kirche, sondern nur das vorbildliche Äußere der Kirche. Ferner aus der Bedeutung von heraufführen aus Ägyptenland, sofern es heißt, vom Äußeren zum Inneren erhoben werden: hier aber, nicht erhoben werden, weil gesagt wird, Mose habe sie heraufgeführt, aber nicht Jehovah. Daß dieses durch heraufführen aus Ägyptenland bezeichnet wird, sehe man Nr. 10421. Daß bei der israelitischen Völkerschaft die Kirche nicht war, sondern nur das Vorbild der Kirche, sehe man Nr. 4281, 4288, 4311, 4500, 4899, 4912, 6304, 6704, 9320, und überall im vorigen Kapitel. 10527. "Das Ich dem Abraham, Jischak und Jakob geschworen und gesagt habe: Deinem Samen will Ich es geben", 2. Mose 33/1, bedeutet, das verheißen ist denen, die vom Herrn im Guten der Liebe und den Wahrheiten des Glaubens sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von schwören, wenn es von Jehovah (geschieht), sofern es die Bekräftigung vom Göttlichen bezeichnet im inwendigen Menschen, wovon Nr. 2842, 3375, 9166, somit auch die Verheißung vom Göttlichen; denn was vom Göttlichen verheißen ist, das ist auch bekräftigt. Aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, Jischaks und Jakobs, sofern sie im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen, und im bezüglichen Sinn den Himmel und die Kirche vorbilden, wovon Nr. 3245, 3251, 3305E, 4615, 6098, 6185, 6276, 6804, 10445. Ferner aus der Bedeutung ihres Samens, sofern er die bezeichnet, die im Guten der Liebe und in den Wahrheiten des Glaubens vom Herrn sind, somit im abgezogenen Sinn das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens, wovon Nr. 3373, 10445. 10528. "Und Ich will einen Engel vor dir hersenden", 2. Mose 33/2, bedeutet das Göttliche des Herrn, aus dem das Äußere der Kirche und ihres Gottesdienstes kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Engels, sofern er im höchsten Sinn der Herr ist in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, und im bezüglichen Sinn das Göttliche des Herrn im Himmel bei den Engeln, auch in der Kirche bei den Menschen worüber folgt. Und aus der Bedeutung von "vor dir hersenden", sofern es heißt vorbereiten. Daß der Engel im höchsten Sinn der Herr ist in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, sehe man Nr. 1925, 3039, 6280, 6831, 9303, und im bezüglichen Sinn das Göttliche des Herrn im Himmel bei den Engeln: Nr. 1925, 2821, 4085, 6831, 8192; hieraus folgt, daß der Engel das Göttliche des Herrn auch bei den Menschen ist, die es aufnehmen; denn die Menschen, die im Guten der Liebe und in den Wahrheiten des Glaubens an den Herrn vom Herrn sind, werden Engel nach dem Tod, und die, welche es werden, sind es schon in Ansehung ihres Inneren, während sie in der Welt leben. Daher kommt es, daß Johannes der Täufer im Wort ein Engel genannt wird, wie Luk.7/27: "Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, Ich sende Meinen Engel vor Deinem Angesicht her, der Deinen Weg vor Dir bereiten wird". Und daß der Engel hier das Göttliche des Herrn bei ihm bezeichnet, bei Mal.3/1: "Siehe, Ich sende Meinen Engel, der den Weg bereiten wird vor Mir; und eilends wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, nach dem ihr verlanget". Daß das Göttliche des Herrn hier unter dem Engel verstanden wird, beruht darauf, daß Johannes der Täufer den Herrn in Ansehung des Wortes vorbildete, wie Elias, und das Wort ist das göttlich Wahre, das vom Herrn (ausgeht). Daß Elias dieses vorbildete, sehe man in den Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 2762, 5247E, und auch Johannes der Täufer: Nr. 9372; und weil der Engel im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist, darum wird gesagt: "Kommen wird zu Seinem Tempel der Herr und der Engel des Bundes". Der Tempel ist Sein Göttlich-Menschliches, wie erhellt bei Joh.2/18-23. Daß sowohl Herr, als Engel gesagt wird, kommt daher, weil Er Herr heißt wegen des göttlich Guten und Engel wegen des göttlich Wahren; und weil Jehovah im Wort der Herr selbst ist, darum wird gesagt: "Ich sende Meinen Engel, der den Weg bereiten wird vor Mir"; dies sagt Jehovah. 10529. "Und vertreiben die Kanaaniter, die Amoriter und die Hethiter und die Pheresiter, die Heviter und die Jebusiter", 2. Mose 33/2, bedeutet die Ausstoßung alles Falschen und Bösen daraus. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Völkerschaften im Lande Kanaan, sofern sie das Böse und Falsche der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnen, wovon Nr. 9320, und in den Nr. 9327 angeführten Stellen. Aber welches Böse und Falsche durch eine jede Völkerschaft bezeichnet wird, sehe man in den Erklärungen, wo von denselben gehandelt wird, nämlich von den Kanaanitern: Nr. 1573, 1574, 4818; von den Amoritern: Nr. 1857, 6306, 6859; von den Hethitern Nr. 2913, 6858; von den Pheresitern Nr. 1573, 1574, 6859; von den Hevitern und von den Jebusitern Nr. 6860. 10530. "In das Land, das von Milch und Honig fließt", 2. Mose 33/3, bedeutet das Liebliche und Angenehme aus dem Guten des Glaubens und der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon in den Nr. 9325 angeführten Stellen. Aus der Bedeutung der Milch, sofern sie das geistig Gute bezeichnet, welches das Gute des Glaubens ist, wovon Nr. 2184; und aus der Bedeutung des Honigs, sofern er das himmlisch Gute bezeichnet, welches das Gute der Liebe ist. Ferner aus der Bedeutung von fließen, sofern es soviel ist, als voll sein; und weil dieses durch das von Milch und Honig fließende Land bezeichnet wird, so wird auch das Liebliche und Angenehme aus dem Guten des Glaubens und der Liebe bezeichnet; man sehe Nr. 5620. Es wird gesagt das Liebliche und Angenehme aus diesem, weil im Guten des Glaubens und der Liebe das himmlisch Liebliche und Angenehme selbst liegt; denn alles Gute hat sein Angenehmes; gut heißt nämlich, was man liebt, und alles angenehme ist Sache der Liebe. Das Angenehme, das durch die himmlische Freude und ewige Seligkeit bezeichnet wird, kommt nirgend anders woher, als aus der Liebe des Wahren und Guten. Daß diese Lust alle Lust irgendeiner Liebe in der Welt übertrifft, wissen diejenigen gar nicht, die alle Lust in weltliche, leibliche und irdische Dinge setzen. 10531. "Denn Ich will nicht in deiner Mitte hinaufgehen", 2. Mose 33/3, bedeutet, dennoch sei das Göttliche nicht bei jener Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht hinaufgehen in der Mitte des Volkes", wenn dieses Jehovah sagt, sofern es heißt, das Göttliche sei nicht in der Völkerschaft selbst, somit nicht die Kirche; denn bei wem die Kirche ist, bei dem ist das Göttliche; denn "hinaufgehen ins Land" heißt, die Kirche errichten, wie Nr. 10526; und "in deiner Mitte" heißt, in ihrem Inneren. 10532. "Weil du ein hartnäckiges Volk bist", 2. Mose 33/3, bedeutet, es nehme keinen Einfluß vom Göttlichen auf. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10429 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 10533. "Ich möchte dich sonst vertilgen auf dem Wege", 2. Mose 33/3, bedeutet, jene Völkerschaft würde, wenn das Göttliche bei ihr einflöße, zugrunde gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von vertilgen, sofern es heißt, zugrunde gehen. Daß jene Völkerschaft zugrunde gehen würde, wenn das Göttliche bei ihr einflöße ist klar, denn es wird gesagt: "Ich will nicht hinaufgehen in deiner Mitte, Ich möchte dich sonst vertilgen auf dem Wege". Damit verhält es sich in folgender Weise: Die, welche im Äußeren ohne das Innere sind, somit in den Trieben der Selbst- und Weltliebe, können gar nichts Göttliches aufnehmen; deshalb wird das Innere bei ihnen verschlossen gehalten. Wenn bei ihnen das Innere geöffnet und das Göttliche einfließen würde, so würden sie ganz zugrunde gehen; denn ihr Leben kommt aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe, und es ist ein fortwährender Gegensatz und Widerspruch zwischen diesen Liebestrieben und den himmlischen Liebestrieben, und himmlische Liebestriebe sind das Göttliche. Deshalb würde durch den Einfluß des Göttlichen ihr Leben ausgelöscht. Daß die israelitische Völkerschaft im Äußeren ohne das Innere war, somit in jenen Liebestrieben, wurde oben öfters gezeigt. 10534. Vers 4-6: Als das Volk diese böse Rede hörte, trauerten sie und keiner legte seinen Schmuck an. Und Jehovah sprach zu Mose: Sage zu den Söhnen Israels: Ihr seid ein hartnäckiges Volk; würde Ich einen Augenblick in deiner Mitte hinaufziehen, so würde Ich dich vertilgen; und nun tue deinen Schmuck von dir, so will Ich erkennen, was Ich dir tun soll. Da rissen die Söhne Israels ihren Schmuck ab vom Berg Horeb an. "Als das Volk diese böse Rede hörte, trauerten sie" bedeutet ihren Schmerz, daß sie nicht über andere hervorragen sollten; "und keiner legte seinen Schmuck an" bedeutet die Beschaffenheit ihres Äußeren, das ohne das Göttliche war; "und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Belehrung; "sage zu den Söhnen Israels: Ihr seid ein hartnäckiges Volk" bedeutet, jene Völkerschaft werde den Einfluß vom Göttlichen nicht aufnehmen; "würde Ich einen Augenblick in deiner Mitte hinaufziehen, so würde Ich dich vertilgen" bedeutet, sie würden zugrunde gehen, wenn das Göttliche bei ihnen einfließen würde; "und nun tue deinen Schmuck von dir" bedeutet die Beschaffenheit ihres Äußeren, das ohne das Göttliche war; "so will Ich erkennen, was Ich dir tun soll" bedeutet, so könne etwas bei ihnen existieren; "da rissen die Söhne Israels ihren Schmuck ab" bedeutet die Beraubung des göttlich Wahren im Äußeren bei ihnen; "vom Berg Horeb an" bedeutet im Äußeren des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes. 10535. "Als das Volk diese böse Rede hörte, trauerten sie", 2. Mose 33/4, bedeutet ihren Schmerz, daß sie nicht über andere hervorragen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "diese böse Rede hören und trauern". Daß es der Schmerz darüber ist, daß sie nicht über andere hervorragen sollten, wird aus dem klar, was früher über jenes Volk gezeigt wurde; daß sie nämlich darauf bestanden, daß die Kirche bei ihnen errichtet werden sollte, aber zu keinem anderen Zweck, als um über alle Nationen in der ganzen Welt hervorzuragen, denn sie waren mehr als diese in der Selbstliebe, und zu einer über sie hervorragenden Stellung konnten sie durch nichts anderes erhoben werden, als dadurch, daß Jehovah bei ihnen war, und somit auch die Kirche. Denn wo Jehovah, d.h. wo der Herr ist, da ist auch die Kirche. Daß dieses der Zweck war, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, wie auch aus folgenden Worten in diesem Kapitel: "Mose sprach: Woran soll doch erkannt werden, daß ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, ich und Dein Volk? Nicht daran, daß Du mit uns gehst und wir ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk, vor allen Völkern die auf dem Erdboden sind?", Vers 16. Daß es keine Erwählung war, sondern Zulassung, daß die Kirche bei ihnen errichtet wurde, daß aber dennoch in der Völkerschaft die Kirche nicht war, sondern nur ein Vorbild der Kirche, sehe man in den Nr. 10396E angeführten Stellen. 10536. "Und keiner legte seinen Schmuck an", 2. Mose 33/4, bedeutet die Beschaffenheit ihres Äußeren, das ohne das Göttliche war. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schmuckes, sofern er das Göttliche im Äußeren bezeichnet. Daß dieses durch den Schmuck bezeichnet wird, beruht darauf, daß der Schmuck zu den Kleidern gehört, und durch Kleider im allgemeinen göttliche Wahrheiten bezeichnet werden. Daß aber durch Kleider im allgemeinen göttliche Wahrheiten bezeichnet werden, hat seinen Grund in den Vorbildern im anderen Leben; dort erscheinen alle, sowohl Engel, als Geister, mit Kleidern angetan, und zwar jeder seinen Wahrheiten gemäß. Die, welche in den echten göttlichen Wahrheiten sind, erscheinen angetan mit weiß glänzenden Kleidern, und andere mit anderen. Die Geister wissen zwar nicht, woher ihnen die Kleider kommen, aber sie werden damit angetan, ohne daß sie es wissen; und es wechseln auch ihre Kleider gemäß den Veränderungen ihres Zustandes in Ansehung der Wahrheiten. Mit einem Wort, ihre Verstandesbildung ist es, was durch die Kleider dargestellt und vorgebildet wird, denn der Verstand eines jeden ist gebildet durch Wahrheiten, und wird gerade so, wie die Wahrheiten beschaffen sind, durch die es geschieht. Die Verstandesbildung bei den Engeln des Himmels ist in ihrem Inneren, daher haben sie weiß glänzende Kleider. Der Glanz kommt vom göttlich Guten, und die Weiße kommt vom Himmelslicht, welches das göttlich Wahre ist. Aber die Kleider derjenigen, die im Äußeren sind ohne das Innere, sind trübschwarz und zerrissen, wie bei den Bettlern auf den Gassen und bei den Räubern in den Wäldern. Hieraus kann man erkennen, was durch den Schmuck bezeichnet wird, nämlich die heiligen Wahrheiten der Kirche, und daher durch "nicht anlegen den Schmuck", ohne die heiligen Wahrheiten der Kirche sein, und angewandt auf die israelitische Völkerschaft, die im Äußeren ohne das Innere war, die Beschaffenheit des Äußeren ohne Wahrheiten vom Göttlichen. Daß die Kleider Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 2132, 2576, 4545, 4763, 5248, 5319, 5954, 6378, 6914, 6917, 6918, 9093, 9158, 9212, 9216, 9814, 9827, 9952; was die Kleider Aharons und seiner Söhne bedeuten: Nr. 9814, 10068. Daß der Schmuck im Wort die heiligen Wahrheiten der Kirche bezeichnet, wird man im folgenden Abschnitt: Nr. 10540 sehen. 10537. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 33/5, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Jehovah gesagt wird, sofern es eine Belehrung bezeichnet, wovon in den Nr. 10280 angeführten Stellen; hier die Belehrung, daß das göttlich Wahre bei jener Völkerschaft nicht war, was dadurch bezeichnet wird, daß sie ihren Schmuck von sich wegtun sollten, worüber folgt. 10538. "Sage zu den Söhnen Israels: Ihr seid ein hartnäckiges Volk", 2. Mose 33/5, bedeutet, jene Völkerschaft werde den Einfluß vom Göttlichen nicht aufnehmen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10429 gezeigt wurde, wo das gleiche. 10539. "Würde Ich einen Augenblick in deiner Mitte hinaufziehen, so würde Ich dich vertilgen", 2. Mose 33/5, bedeutet, sie würden zugrunde gehen, wenn das Göttliche bei ihnen einfließen würde, wie aus dem erhellt, was Nr. 10531, 10532 gezeigt wurde, wo ebenfalls das gleiche. 10540. "Und nun tue deinen Schmuck von dir", 2. Mose 33/5, bedeutet die Beschaffenheit ihres Äußeren, das ohne das Göttliche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schmuckes, wenn von der Kirche die Rede ist, sofern er das heilige Wahre oder das Göttliche im Äußeren bezeichnet, wovon Nr. 10536, und aus der Bedeutung von "den Schmuck abtun von sich", sofern es heißt, ihn ablegen, somit ohne ihn sein. Daß das Göttliche im Äußeren oder das heilige Wahre durch Schmuck bezeichnet wird, erhellt aus folgenden Stellen: Hes.16/10-14: "Ich bekleidete dich mit Stickerei, und beschuhte dich mit Tachasch (Seehundsfell), und gürtete dich mit Byssus, und bedeckte dich mit Seide, und schmückte dich mit Schmuck und legte Spangen an deine Hände, und eine Kette an deinen Hals, und legte einen Reif an deine Nase, und Ringe in deine Ohren, und eine Krone der Zierde auf dein Haupt, und deine Kleider waren Byssus und Seide und Stickerei. Dadurch wurdest du überaus schön und gelangtest zum Königreich, daher ging dein Name aus unter die Völkerschaften von deiner Schönheit, denn diese war vollkommen in Meinem Schmuck, den Ich auf dich gelegt hatte". Hier ist die Rede von Jerusalem, durch das die Kirche bezeichnet wird, die vom Herrn nach der Sündflut errichtet wurde, und auf welche die israelitische und jüdische folgte. Wie beschaffen diese war, wird auch in ebendemselben Kapitel beschrieben; aber wie beschaffen jene alte war, wird hier beschrieben und ihre heiligen Wahrheiten durch jene Schmucksachen. Ein jeder kann sehen, daß kirchliche Dinge durch jene Ausdrücke bezeichnet werden, und durch einen jeden etwas Besonderes; was für einen anderen Zweck sollte eine solche Beschreibung Jerusalems haben. Welches Kirchliche aber ein jeder Ausdruck bezeichnet, kann aus nichts anderem erkannt werden, als aus dem inneren Sinn; denn dieser Sinn lehrt, was in der geistigen Welt dem Einzelnen entspricht. Aus diesem kann man erkennen, daß Stickerei das wißtümlich Wahre bedeutet: Nr. 9688; Byssus das verständig Wahre aus dem Göttlichen: Nr. 5319, 9469, 9596, 9744; Spangen die Wahrheiten in Ansehung der Macht: Nr. 3103, 3105; Ketten das Wahre aus dem Guten in Ansehung des Einflusses und daher die Verbindung des Inneren und Äußeren: Nr. 5320; der Reif das Wahre in Ansehung des Innewerdens, und die Ringe in den Ohren die Wahrheiten in Ansehung des Gehorsams: Nr. 4551, 10402; die Krone der Zierde das geistig Gute, welches das Gute des Wahren ist, die Krone das Gute: Nr. 9930; die Zierde das Geistige: Nr. 9815; Gold und Silber das Gute und Wahre im allgemeinen: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, 6914, 6917, 9874; Semmelmehl, Honig und Öl bezeichnen das äußere und innere Wahre und Gute; Semmelmehl das Wahre aus dem Guten: Nr. 9995; Honig das äußere Gute: Nr. 10530, Öl das innere Gute: Nr. 886, 4582, 4638, 9474, 9780, 10254, 10261; Schönheit bedeutet die Form des Wahren aus dem Guten: Nr. 3080, 3821, 4985, 5199. Daß Jerusalem, von dem dieses gesagt wird, die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 402, 2117, 3654. Hieraus wird klar, was der Schmuck bedeutet, nämlich das heilige Wahre in seinem ganzen Inbegriff. Gleiches wird bezeichnet durch die Schmucksachen der Töchter Zions, die bei Jesajas aufgezählt werden: Jes.3/18-25: "An jenem Tage wird der Herr entfernen den Schmuck der Fußspangen, und der Netzchen, und der kleinen Monde, und der Balsambüchschen, und der Kettchen, und der Armringchen, und die Kopfbünde, und die Fußkettchen, und die Binden, und die Riechfläschchen, und die Amulette, die Ringe und den Schmuck der Nase, die Feierkleider, und die Mäntel, und die Gewänder, und die Taschen, die Spiegel, und die Hemden, und die Kopfbinden, und die Überwürfe; und es wird geschehen, statt des Wohlgeruchs wird Moder sein, und statt des Gürtels Zerschneidung, statt des Flechtwerks Kahlheit, und statt des weiten Mantels die Umgürtung mit dem Sack, Brandmal statt der Schönheit. Deine Männer werden durch das Schwert fallen, und deine Starken im Krieg". Die, welche nicht über den Buchstabensinn hinaus denken, wissen nicht anders, als daß alles das, wovon gesagt wird, die Töchter Zions seien damit geschmückt, nach dem Buchstaben zu verstehen sei; und daß wegen ihres Schmuckes und der damit getriebenen Hoffart und Eitelkeit die Leute jenes Königsreichs zugrunde gehen sollten; denn es wird gesagt, die Männer werden durch das Schwert fallen und die Starken im Krieg. Daß aber solches nicht verstanden wird, können diejenigen erkennen, welche die Gedanken ein wenig über den Buchstaben erheben. Diese wissen aus verschiedenen Stellen im Wort, daß unter den Töchtern Zions nicht die Töchter Zions verstanden werden, sondern kirchliche Dinge, wie auch unter den Töchtern Jerusalems, den Töchtern Israels, den Töchtern Judas und anderen mehr. Daß unter diesen die Kirche verstanden wird und Kirchliches, sehe man Nr. 6729, 9055E. Wenn nun die Kirche und Kirchliches durch die Töchter Zions bezeichnet wird, so folgt, daß durch ihre hier aufgezählten Schmucksachen Wahres und Gutes der Kirche bezeichnet wird, und durch jede etwas Wahres und Gutes im besonderen; denn im Wort wird nichts ohne Bedeutung gesagt, nicht einmal ein einziges Wörtchen; und weil jene Kirche ihres Wahren und Guten, das durch jene Schmuckgegenstände bezeichnet wird, beraubt werden sollte, darum wird gesagt: "statt des Wohlgeruchs (der Spezerei) werde Moder sein, statt des Gürtels Zerschneidung, statt des Flechtwerks Kahlheit, statt des weiten Mantels die Umgürtung mit dem Sack; Brandmal statt Schönheit"; wie auch, "daß die Menschen werden durchs Schwert fallen und die Starken im Krieg"; denn durch Wohlgeruch (Spezerei) wird das göttlich Wahre in Ansehung des Gefühls für dasselbe: Nr. 10199, 10291, durch Moder die Beraubung desselben, durch Gürtel das Band bezeichnet, das Wahres und Gutes in seinem Zusammenhang erhält: Nr. 9341E, 9828, 9837; Zerschneidung anstatt desselben bedeutet seine Auflösung und Zerstreuung; durch das Flechtwerk das wißtümlich Wahre: Nr. 2831; durch Kahlheit die Beraubung der Einsicht des Wahren und der Weisheit des Guten: Nr. 9960; durch Brandmal die Verzehrung desselben durch Böses der Selbstliebe: Nr. 1297, 2446, 7852, 9055, 9141; durch Schönheit die Form des Wahren aus dem Guten in der Kirche, somit seine Vollkommenheit: Nr. 3080, 3821, 4985, 5199; und durch Schwert, durch das die Menschen fallen werden, das Falsche, welches das Wahre und Gute zerstört: Nr. 2799, 4499, 6353, 7102, 8294; durch Nichtstärke im Krieg wird bezeichnet, kein Widerstand gegen das Böse und Falsche; denn Krieg bedeutet geistigen Kampf und Versuchung: Nr. 1659, 1664, 2686, 8273, 8295, 10455. Hieraus erhellt nun, daß durch den Schmuck im allgemeinen das göttlich Wahre der Kirche bezeichnet wird. 2.Sam.1/24: "Ihr Töchter Israels, weinet über Saul, der euch kleidete in Scharlach mit Lieblichkeit, der goldenen Schmuck gab auf euer Kleid": dies steht im Klagelied Davids über Saul, das er überschrieb: "die Söhne Judas den Bogen zu lehren": 2.Sam.1/18. Durch den Bogen wird hier bezeichnet die Lehre des Wahren, die gegen das Falsche des Bösen kämpft: Nr. 2686, 2709, 6402; daher werden durch die Töchter Israels bezeichnet die Neigungen zum Wahren, die der Kirche angehören: Nr. 2362, 3963, 6729, 6775, 6788, 8994; in Scharlach gekleidet werden mit Lieblichkeit heißt, begabt werden mit inneren Wahrheiten der Kirche, die aus dem Guten sind: Nr. 4922, 9468, goldenen Schmuck auf das Kleid geben heißt, machen, daß die Wahrheiten aus dem Guten schön sind; daß Gold das Gute bezeichnet, sehe man in den Nr. 9874 angeführten Stellen, und daß Kleid das Wahre im allgemeinen bedeutet, in den Nr. 10536E angeführten Stellen. Daß die Wehklage Davids über Saul von der Lehre des gegen das Falsche des Bösen kämpfenden Wahren handelt, die durch den Bogen bezeichnet wird, hatte den Grund, weil durch den König oder durch die königliche Würde, die Saul hatte, das göttlich Wahre in Ansehung des Schutzes und in Ansehung des Gerichtes bezeichnet wird: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. Das gleiche wird durch Schmuck anderwärts bei David bezeichnet: Ps.29/2: "Gebt dem Jehovah die Herrlichkeit Seines Namens, betet an vor Jehovah im Schmuck der Heiligkeit": im heiligen Schmuck, bedeutet in den echten Wahrheiten der Kirche. Jes.49/17,18: "Deine Söhne werden eilen; hebe deine Augen auf ringsumher, und siehe, alle versammeln sich, so wahr Ich lebe, spricht Jehovah, du wirst alle anziehen wie ein Schmuck, und sie umbinden wie eine Braut": dies ebenfalls von Zion, durch das die himmlische Kirche bezeichnet wird. Die Söhne, die eilen werden, bedeuten die Wahrheiten jener Kirche. Daß die Söhne Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 489, 491, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257, 9807; daher kommt es, daß gesagt wird: "Sie alle wirst du anziehen wie einen Schmuck, und umbinden wie eine Braut", was von den Wahrheiten der Kirche gesagt werden kann, nicht aber von den Söhnen Zions. Weil beinahe alles im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn hat, so auch das, was zum Schmuck gehört, wodurch dann verfälschte Wahrheiten bezeichnet werden: Jerem.4/30: "Du Verwüstete, was wirst du tun? Wenn du dich kleidest in Scharlach, wenn du dich schmückst mit Goldschmuck, wenn du deine Augen mit Schminke reibst, wirst du dich vergeblich schön machen". Hos.2/13: "Heimsuchen werde Ich über sie die Tage der Baalim, denen sie Rauchwerk angezündet hat, und ihren Ring angetan, und ihren Schmuck, und ist ihren Buhlen nachgegangen, und hat Meiner vergessen". Und anderwärts. 10541. "So will Ich erkennen, was Ich dir tun soll", 2. Mose 33/5, bedeutet, so könne etwas (Heiliges) bei ihnen existieren. Dies erhellt aus dem Zusammenhang der Sachen im inneren Sinn; denn jene Völkerschaft konnte im äußeren Heiligen sein, und (doch) nicht zugleich im inneren Heiligen; und weil so bei ihr das Äußere der Kirche sein konnte, obwohl nicht das Innere, darum wird durch "so will Ich erkennen, was Ich tun soll" bezeichnet, so könne etwas bei ihnen existieren. 10542. "Da rissen die Söhne Israels ihren Schmuck ab", 2. Mose 3/6, bedeutet die Beraubung des göttlich Wahren im Äußeren bei ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von abreißen, sofern es heißt beraubt werden; und aus der Bedeutung des Schmuckes, sofern er das heilige Wahre, oder das Göttliche bezeichnet, wovon Nr. 10536, 10540. 10543. "Vom Berg Horeb an", 2. Mose 3/6, bedeutet im Äußeren des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Horeb, sofern er das göttlich Wahre im Äußeren bezeichnet; denn Horeb war das Gebirge um den Berg Sinai her, und durch den Berg Sinai wird das göttlich Wahre bezeichnet. Daher wird durch Horeb, der das Gebirge umher war, das göttlich Wahre im Äußeren bezeichnet, denn was in der Mitte ist, und was höher ist als die Umgebung, bezeichnet das Innere. Daß der Berg Sinai das göttlich Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 8805, 9420; daß das Mittlere das Innere ist: Nr. 1074, 2940, 2973, 5897, 6084, 6103, 9164; ebenso das Hohe: Nr. 2148, 4210, 4599, 9489, 9773, 10181; daß, was umherliegt, das Äußere ist: Nr. 2973; ebenso, was unten ist. Weil das Volk im Äußeren war, und nicht im Inneren, darum stand es, als das Gesetz vom Berg Sinai herab verkündigt wurde, auf dem Horeb, unten am Berg, und der Berg wurde umzäunt, damit er nicht vom Volk berührt werden möchte: 2. Mose 19/12,13,21,23,24; 20/18; 5. Mose 4/10-12. Es wird gesagt das Äußere des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes, weil das Äußere des einen auch das Äußere des anderen ist; denn der Gottesdienst gehört der Kirche an, und das Wahre und Gute der Kirche und ihres Gottesdienstes stammen aus dem Wort, daher sind die, welche im Äußeren des Gottesdienstes und der Kirche sind, im Äußeren des Wortes. 10544. Vers 7-11: Und Mose nahm das Zelt, und schlug es für sich auf, außerhalb des Lagers, ferne vom Lager, und nannte es das Zelt der Zusammenkunft; und es geschah, ein jeder, der Jehovah fragte, ging hinaus zum Zelt der Zusammenkunft, das außer dem Lager war. Und es geschah, wenn Mose hinausging zum Zelt, stand alles Volk auf, und ein jeder stellte sich an die Tür seines Zeltes, und sie sahen Mose nach, bis er ins Zelt hineinging. Und es geschah, wenn Mose in das Zelt hineinging, kam die Wolkensäule hernieder und stand an der Tür des Zeltes, und redete mit Mose. Und alles Volk sah die Wolkensäule stehen an der Tür des Zeltes, und alles Volk stand auf, und sie neigten sich, ein jeder an der Tür seines Zeltes. Und Jehovah redete zu Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann zu seinem Nächsten redet; und er kehrte zurück zum Lager, aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, begab sich nicht weg aus der Mitte des Zeltes. "Und Mose nahm das Zelt" bedeutet das Heilige des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes; "und schlug es für sich auf, außerhalb des Lagers, ferne vom Lager" bedeutet entfernt vom Äußeren, worin die Völkerschaft selbst war; "und nannte es das Zelt der Zusammenkunft" bedeutet das Äußere des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes; "und es geschah, ein jeder, der Jehovah fragte, ging hinaus zum Zelt der Zusammenkunft, das außer dem Lager war" bedeutet, alle Belehrungen über Wahres und Gutes der Kirche und des Gottesdienstes sollten einem jeden gegeben werden durch das Äußere des Wortes, fern von dem Äußeren, worin jene Völkerschaft war; "und es geschah, wenn Mose hinausging zum Zelt, stand alles Volk auf, und ein jeder stellte sich an die Tür seines Zeltes" bedeutet, jene Völkerschaft war nicht im Äußeren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, sondern außerhalb desselben; "und sie sahen Mose nach, bis er ins Zelt hineinging" bedeutet, daß sie zwar das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes sahen, daß es aber ihrer Fassungskraft entschwand; "und es geschah, wenn Mose in das Zelt hineinging, kam die Wolkensäule hernieder und stand an der Tür des Zeltes, und redete mit Mose" bedeutet, nachdem das Wort ihrer Fassungskraft entschwunden war, nahm sie ein dichtes Dunkel ein nach außen, und doch wurde es klar vernommen von innen; "und alles Volk sah die Wolkensäule stehen an der Tür des Zeltes" bedeutet das dichte Dunkel, das sie nach außen einnahm; "und alles Volk stand auf, und sie neigten sich, ein jeder an der Tür seines Zeltes" bedeutet, jene Völkerschaft betete ihr Äußeres heilig an; "und Jehovah redete zu Mose von Angesicht zu Angesicht" bedeutet die göttlichen Dinge, die im Wort verbunden sind; "wie ein Mann zu seinem Nächsten redet" bedeutet die Verbindung des Wahren und Guten; "und er kehrte zurück zum Lager" bedeutet zum Äußeren, worin jene Völkerschaft war; "aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, begab sich nicht weg aus der Mitte des Zeltes" bedeutet das göttlich Wahre in den heiligen Dingen der Kirche und des Gottesdienstes, das an Moses Statt unterdessen diente. 10545. "Und Mose nahm das Zelt", 2. Mose 33/7, bedeutet das Heilige des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es im höchsten Sinn den Herrn bezeichnet, und auch den Himmel und die Kirche, und im bezüglichen Sinn alles Heilige des Himmels und der Kirche, daher auch das Heilige des Gottesdienstes und das Heilige des Wortes; denn diese Dinge gehören der Kirche an und dem Herrn, weil es von Ihm (kommt). Daß das Zelt dieses bedeutet, beruht darauf, daß die Uralten in Zelten wohnten, und in ihnen auch ihren heiligen Gottesdienst hatten. Bei den Uralten war die himmlische Kirche, welche die heiligste von allen folgenden Kirchen war, denn sie beteten den Herrn an; dieser war ihnen Jehovah. Und weil Er sie führte, hatten sie Umgang mit den Engeln des Himmels; und daher waren sie vom Herrn in himmlischer Weisheit. Die Errichtung dieser Kirche ist es, was durch die Schöpfung des Himmels und der Erde im 1. Kapitel der Genesis beschrieben wird, und ihre Weisheit durch das Paradies; denn durch den Himmel und die Erde im Wort wird die Kirche bezeichnet, durch das Paradies die Einsicht und Weisheit, und durch den Menschen die Kirche selbst, ebenso durch den Boden, von dem er Adam genannt wurde. Daß der Himmel und die Erde im Wort die Kirche ist, der Himmel die innere Kirche, und Erde die äußere Kirche, sehe man Nr. 1733, 1850, 2117, 2118, 3355E, 4535, 10373, daß die Einsicht und Weisheit durch Paradiese und Gärten beschrieben wird: Nr. 100, 108, 2702, 3220; daß der Mensch die Kirche bedeutet: Nr. 478, 768, 4287, 9276; wie auch der Boden: Nr. 566, 1068; und daß den Menschen schaffen heißt, die Kirche herstellen: Nr. 16, 88, 10373; man sehe außerdem Nr. 8891, 9942. Weil nun jene Kirche eine vor den übrigen geliebte war, und der Herr bei ihnen in Zelten wohnte (denn es wird gesagt, der Herr wohne bei dem Menschen, der in der Liebe zu Ihm ist: Joh.14/23,24), darum wurde zu ihrem Gedächtnis die Stiftshütte oder das Zelt der Zusammenkunft bei der israelitischen Völkerschaft errichtet, in dem das Heilige des Gottesdienstes begangen wurde; und darum wurde das Fest der Laubhütten oder der Zelte eingesetzt. Daß durch das Zelt jene heiligen Dinge, und insbesondere das Heilige des Gottesdienstes bezeichnet wird, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.54/1,2: "Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren hat; erweitere den Ort deines Zeltes, die Teppiche deiner Wohnungen soll man ausdehnen": erweitern den Ort des Zeltes heißt, das (erweitern), was der Kirche, und daher was dem Gottesdienst angehört. Ausdehnen die Teppiche der Wohnungen heißt, die Wahrheiten vermehren. Daß die Teppiche die Wahrheiten der Kirche bezeichnen, sehe man Nr. 9595, 9596, 9606, 9756; unfruchtbar bedeutet den, der vorher nicht im Wahren und Guten der Kirche war: Nr. 3908, 9325. Jerem.4/20: "Verwüstet ist das ganze Land, plötzlich sind verwüstet worden meine Zelte, in einem Augenblick meine Teppiche": daß das Land die Kirche ist, sehe man in den Nr. 9325 angeführten Stellen; und weil die Kirche eine Kirche ist vermöge des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens, darum wird gesagt "verwüstet sind die Zelte und die Teppiche". Zelte bedeuten das Gute der Kirche, und Teppiche ihre Wahrheiten. Jerem.10/20,21: "Mein Zelt ist verwüstet, und alle meine Seile sind ausgerissen, meine Söhne sind fortgegangen von mir, und sind nicht mehr; es ist niemand da, der noch mein Zelt aufspannt, oder meine Teppiche aufrichtet, denn die Hirten sind zu Toren geworden": hier wird durch Zelt und Teppiche das gleiche bezeichnet. Die Seile sind ausgerissen bedeutet, es bestehe keine Verbindung des Guten und Wahren mehr, sowie der Wahrheiten untereinander; darum wird auch gesagt "meine Söhne sind fortgegangen", weil durch Söhne die Wahrheiten bezeichnet werden. Daß die Söhne Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 489, 491, 533, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704, 4257, 9807. Ps.15/1,2: "Jehovah, wer wird weilen in meinem Zelt; wer wird wohnen auf Deinem heiligen Berge? Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit tut und Wahrheit redet in seinem Herzen": im Zelt Jehovahs weilen heißt, im Himmel (weilen), und daselbst im Guten der Liebe. Ps.61/5: "Bleiben werde ich in Deinem Zelt in Ewigkeit". Amos 9/11: "An jenem Tage will Ich aufrichten das zerfallene Zelt Davids, und verzäunen die Risse, und das Zerstörte wieder herstellen": das Zelt Davids bedeutet die Kirche des Herrn und das Heilige der Verehrung desselben; verzäunen die Risse und das Zerstörte wieder herstellen, bedeutet, dasselbe erneuern durch Beseitigung des Falschen. Daß David im Wort den Herrn vorbildet, sehe man Nr. 1888, 9954; daher kommt es, daß das Zelt Davids die Kirche des Herrn und das Heilige des Gottesdienstes bedeutet. Jerem.30/18: "Siehe, Ich will wiederbringen die Gefangenschaft der Zelte Jakobs, und seiner Wohnungen Mich erbarmen": die Zelte Jakobs und seine Wohnungen bedeuten das Gute und Wahre der Kirche. Weil durch die Zelte das Gute der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet wird, darum wird durch Zelte im entgegengesetzten Sinn das Böse der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, wie aus folgenden Stellen erhellen kann: Jerem.6/2,3: "Einer Schönen will Ich vergleichen die Tochter Zions; aber zu ihr werden kommen die Hirten und ihre Herden, und werden Zelte aufschlagen gegen sie ringsumher". Jerem.49/28,29: "Ziehet hinauf gegen Arabien, und verwüstet die Söhne des Aufganges, ihre Zelte, und ihre Herden werden sie nehmen, ihre Teppiche und alle ihre Geräte". Hos.9/5,6: "Was werdet ihr tun am Tage der Feier, und am Tage des Festes Jehovahs? Denn siehe, sie sind weggegangen wegen der Verwüstung; die Köstlichkeiten ihres Silbers wird die Distel einnehmen, und die Dornen sind in ihren Zelten". Ps.78/51: "Er schlug alle Erstgeburt Ägyptens, die Erstlinge der Kräfte in den Zelten Hams". 10546. "Und schlug es für sich auf, außerhalb des Lagers, ferne vom Lager", 2. Mose 33/7, bedeutet, entfernt vom Äußeren, worin die Völkerschaft selbst war. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Zelt aufschlagen", sofern es heißt, das Kirchliche und Gottesdienstliche vorsehen, einrichten und ordnen; denn durch Zelt wird das Heilige der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes bezeichnet, wovon Nr. 10545; daher wird durch das Aufschlagen desselben bezeichnet, jenes vorsehen, einrichten und ordnen. Ferner aus der Bedeutung des Lagers, sofern es die himmlische Ordnung bezeichnet, aus der und nach welcher der Himmel und die Kirche (gebildet ist); und weil alles Wahre und Gute des Himmels und der Kirche jener Ordnung angehört, daher wird auch das, was dasselbe enthält, bezeichnet. Daß dieses durch das Lager bezeichnet wird, beruht darauf, daß durch die Söhne Israels, die das Lager bildeten, alles Wahre und Gute im Inbegriff bezeichnet wird. Als aber die Söhne Israels ein Kalb als Jehovah verehrten, dann wurde durch ihr Lager das Gegenteil bezeichnet, somit die höllische Ordnung, wie auch das, was das Falsche und Böse enthält, das die Hölle macht. Ob man sagt, das Äußere des Gottesdienstes und der Kirche ohne das Innere oder die Hölle, ist gleich, denn die, welche im Äußeren des Gottesdienstes sind ohne das Innere, sind in den Trieben der Selbst- und Weltliebe, und die Triebe der Selbst- und Weltliche sind aus der Hölle. Hieraus wird klar, warum Mose sein Zelt nahm, und es außerhalb des Lagers aufschlug, ferne vom Lager; denn durch das Zelt wurde, wie oben bemerkt, das Heilige des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes bezeichnet; und auch, warum durch jene Worte bezeichnet wird das Entfernte von dem Äußeren, worin die israelitische Völkerschaft war. Daß durch das Lager die himmlische Ordnung bezeichnet wird, und durch die Lagerung die Einrichtung des Guten und Wahren nach der himmlischen Ordnung, sehe man Nr. 4236, 8103E, 8130, 8131, 8155, 8193, 8196; und daß daher durch das Lager der Himmel und die Kirche bezeichnet wird, als das Enthaltende: Nr. 10038, und im entgegengesetzten Sinn die Hölle: Nr. 10458; daß auch das Äußere des Gottesdienstes und der Kirche, das getrennt ist vom Inneren, die Hölle ist: Nr. 10483, 10489; aus dem Grund, weil die, welche in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind, gar keinen göttlichen Einfluß aufnehmen: Nr. 10429, 10472; und daher keinen Glauben und keine Liebe zum Herrn haben können: Nr. 10396, 10400, 10411; daß sie nur auf ihre Liebestriebe, somit auf die Hölle sehen: Nr. 10422; und daß sie daher sich selbst als Gott verehren: Nr. 10407, 10412; daß die israelitische Völkerschaft in dem vom Inneren getrennten Äußeren war, in den Nr. 9380 angeführten Stellen; und Nr. 9373, 9381, 10396, 10401, 10407, 10492, 10498, 10500, 10533. 10547. "Und nannte es das Zelt der Zusammenkunft", 2. Mose 33/7, bedeutet das Äußere des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes, in dem ein Inneres ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes der Zusammenkunft, sofern es das Äußere des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes bezeichnet, worin ein Inneres ist; denn durch das Zelt wird das Heilige des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes bezeichnet: Nr. 10545, und durch die Zusammenkunft wird bezeichnet, worin ein Inneres ist, denn alles Innere ist beisammen im Äußeren; man sehe Nr. 6451, 9216, 9828, 9836. Durch Zusammenkunft wird im Buchstabensinn verstanden die Zusammenkunft der Söhne Israels; aber im inneren Sinn wird bezeichnet die Zusammenkunft des Wahren und Guten der Kirche, weil durch die Söhne Israels im guten Sinn das Wahre und Gute der Kirche im Inbegriff bezeichnet wird; man sehe Nr. 5414, 5879, 5951, 7957; ebenso durch die Versammlung und Gemeinde der Söhne Israels: Nr. 7830, 7843. Das Wahre und Gute des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes ist aber in ihrem Inneren; denn im Inneren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes sind himmlische und geistige Dinge, im Äußeren aber natürliche und weltliche; und alles Himmlische und Geistige fließt in Natürliches und Weltliches ein, und läuft darin aus und bildet und bestimmt es; daher kommt es, daß das Äußere durch Zusammenkunft bezeichnet wird. So verhält es sich mit dem äußeren Sinn des Wortes, der sein Buchstabensinn genannt wird; so auch mit den äußeren Dingen der Kirche und des Gottesdienstes, denn diese sind aus dem Wort. 10548. "Und es geschah, ein jeder, der Jehovah fragte, ging hinaus zum Zelt der Zusammenkunft, das außer dem Lager war", 2. Mose 33/7, bedeutet, alle Belehrungen über Wahres und Gutes der Kirche und des Gottesdienstes sollten einem jeden gegeben werden durch das Äußere des Wortes, fern von dem Äußeren, worin jene Völkerschaft war. Dies erhellt aus der Bedeutung von Jehovah fragen, sofern es heißt, belehrt werden über Wahres und Gutes der Kirche und des Gottesdienstes; denn alle Befragung Jehovahs hat die Belehrung über jenes zum Zweck. Aus der Bedeutung des Zeltes der Zusammenkunft, sofern es das Äußere der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 10547; und aus der Bedeutung von "außerhalb des Lagers", sofern es heißt, entfernt von dem Äußeren, worin jene Völkerschaft war, wovon Nr. 10546. Hieraus wird klar, daß durch "ein jeder, der den Jehovah fragte, ging hinaus zum Zelt der Zusammenkunft, das außer dem Lager war" bezeichnet wird, jede Belehrung über Wahres und Gutes der Kirche und des Gottesdienstes sollte durch das Äußere des Wortes gegeben werden, fern von dem Äußeren, worin jene Völkerschaft war. Es wird gesagt, "durch das Äußere des Wortes", weil alle Belehrung über Wahres und Gutes des Glaubens und der Liebe, das die Kirche macht und in den Gottesdienst eingeht, von daher kommt; und weil den Herrn fragen heißt, sich beim Wort Rat holen, denn im Wort ist der Herr gegenwärtig. Das Wort ist nämlich das göttlich Wahre, das von Ihm kommt, und bei den Engeln ist Er in Seinem göttlich Wahren, wie auch bei den Menschen der Kirche, die Ihn aufnehmen. Es wird gesagt "durch das Äußere des Wortes", weil im Äußeren des Wortes alles Innere beisammen ist, somit alles Wahre und Gute des Himmels und der Kirche, gemäß dem, was Nr. 10547 gezeigt wurde, daher kommt es, daß im Letzten die Antworten und Offenbarungen erfolgten: Nr. 9905. Alle Lehren der Kirche, die dem Gottesdienst dienen, werden auch wirklich durch das Äußere des Wortes gegeben, aber sie werden bloß denen gegeben, die in der Erleuchtung vom Herrn sind, wenn sie das Wort lesen, denn alsdann fließt Licht aus dem Himmel in sie ein durch den inneren Sinn; man sehe Nr. 9025, 9382, 9409, 9424, 9430, 10105, 10324, 10402, 10431. Daß es geschehen soll fern von dem Äußeren, worin die israelitische Völkerschaft war, kommt daher, weil das Äußere des Wortes bei jener Völkerschaft ganz anders erscheint, und daher anders erklärt wird, wie daraus erhellen kann, daß sie in demselben nichts sehen vom Glauben und der Liebe zum Herrn, nicht einmal vom Herrn und vom Himmel aus Ihm; sondern was sie sehen, betrifft bloß weltliche und irdische Dinge, und hauptsächlich ihr Hervorragen über andere. Der Grund ist, weil sie im Äußeren sind ohne das Innere; und die, welche von solcher Art sind, können nichts sehen vom Inneren aus. Vom Inwendigen aus sehen heißt nämlich sehen aus dem Himmel vom Herrn. Hieraus wird klar, daß das Äußere des Wortes, und daher der Kirche und des Gottesdienstes bei jener Völkerschaft entfernt ist vom Äußeren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes an sich betrachtet. Der äußere Gottesdienst jener Völkerschaft wird jetzt im inneren Sinn beschrieben bis zum 11. Vers. 10549. "Und es geschah, wenn Mose hinausging zum Zelt, stand alles Volk auf, und ein jeder stellte sich an die Tür seines Zeltes", 2. Mose 33/8, bedeutet, daß jene Völkerschaft nicht im Äußeren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes war, sondern außerhalb desselben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen; aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es das Heilige des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes bezeichnet, wovon Nr. 10545; und aus der Bedeutung von aufstehen und sich stellen vor die Tür des Zeltes, sofern es heißt, außerhalb desselben; denn die Tür bedeutet den Eingang, die Einführung und Gemeinschaft: Nr. 2145, 2152, 8989; vor ihr stehen heißt daher, nicht hineingehen, nicht hineingeführt werden, und keine Gemeinschaft haben. 10550. "Und sie sahen Mose nach, bis er ins Zelt hineinging", 2. Mose 33/8, bedeutet, daß sie zwar das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes sahen, daß es aber ihrer Fassungskraft entschwand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Mose nachsehen", sofern es heißt, das Äußere des Wortes sehen. Durch Mose wird das Wort bezeichnet, wie Nr. 10549; und durch "ihm nachsehen" wird bezeichnet, das Äußere desselben sehen; denn was vorne ist, bedeutet das, was inwendig ist, und was hinten ist, bedeutet, was außen ist. Die hintere Seite Jehovahs sehen, und nicht Sein Angesicht, heißt daher, das Äußere und nicht das Innere sehen, worüber 2. Mose 33/23; ferner aus der Bedeutung von "bis er hineinging in das Zelt", sofern es heißt, es entziehe sich ihrer Fassungskraft, denn wenn er hineinging, wurde er nicht mehr gesehen. 10551. "Und es geschah, wenn Mose in das Zelt hineinging, kam die Wolkensäule hernieder und stand an der Tür des Zeltes, und redete mit Mose", 2. Mose 33/9, bedeutet, nachdem das Wort ihrer Fassungskraft entschwunden war, nahm sie ein dichtes Dunkel ein nach außen, und doch wurde es klar vernommen von innen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wenn Mose ins Zelt hineinging", sofern es heißt, sobald das Wort ihrer Fassungskraft entschwunden war, wovon Nr. 10550; aus der Bedeutung der Wolkensäule, sofern sie ein dichtes Dunkel bezeichnet in Beziehung auf jene Völkerschaft, denn durch Wolke wird das Äußere des Wortes bezeichnet: Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343E, 6752, 8443, 8781; wie auch die Dunkelheit des Wortes für die, welche nicht in der Erleuchtung sind, und das dichte Dunkel bei denen, die in dem vom Inneren getrennten Äußeren des Wortes sind: Nr. 8106, 8814, 8819, 8832, 9430. Aus der Bedeutung von "stehen an der Türe", sofern es heißt, nach außen, wovon Nr. 10549; aus der Bedeutung von "reden mit Mose", sofern es heißt klar vernehmen von innen. Denn durch Mose wird das Wort bezeichnet, wie es an sich betrachtet erscheint; man sehe Nr. 9372; und reden bedeutet vernehmen, man sehe in den Nr. 10290 angeführten Stellen. Daß es von innen geschieht, hat den Grund, weil Mose, mit dem die Wolkensäule redete, inwendig im Zelt war. Was es heißt, sehen von außen und vernehmen von innen, soll nun gesagt werden: Die, welche in der Erleuchtung sind, sehen das Wort, wenn sie es lesen von innen, denn ihr Inneres ist geöffnet; und wenn das Innere geöffnet ist, dann ist es im Licht des Himmels. Dieses Licht fließt ein und erleuchtet, obwohl es der Mensch nicht weiß. Der Grund, warum er es nicht weiß, ist, weil jenes Licht in die Erkenntnisse einfließt, die im Gedächtnis des Menschen liegen, und diese Erkenntnisse sind im natürlichen Licht. Und weil der Mensch aus ihnen denkt, wie aus sich, kann er den Einfluß nicht wahrnehmen, gleichwohl aber kann er aus verschiedenen Anzeigen wissen, daß er in der Erleuchtung war. Allein dennoch ist ein jeder im Irrtum, der glaubt, er sei in der Erleuchtung, wenn er nicht liebt das Wahre zu wissen um des Wahren willen und um des Guten des Lebens willen, somit, wer nicht das göttlich Wahre liebt um des Lebens willen; denn leben nach den göttlichen Wahrheiten aus dem Wort, heißt den Herrn lieben; und vom Herrn, wenn Er geliebt wird, kommt alle Erleuchtung. Die aber, die nicht das Leben nach den göttlichen Wahrheiten aus dem Wort, sondern Ehre, Einkommen und Ruhm zum Zweck, und somit die göttlichen Wahrheiten nur als Mittel haben, können durchaus in keiner Erleuchtung sein, denn dieser Zweck ist weltlich und leiblich, aber nicht geistig und himmlisch. Und darum verschließt er den inwendigen Menschen, und wenn dieser verschlossen ist, kann kein Licht aus dem Himmel einfließen und erleuchten. Wenn solche glauben, sie seien in der Erleuchtung, während sie das Wort lesen, sind sie ganz im Irrtum; denn sie denken nicht aus dem Himmel, sondern aus der Welt, somit nicht vom Herrn, sondern von sich selbst aus. Und inwieweit von sich und von der Welt aus, insoweit aus dem natürlichen Licht, das getrennt ist vom himmlischen Licht, und das vom himmlischen Licht getrennte natürliche Licht ist lauter Finsternis in geistigen Dingen. Wenn solche sich einreden, sie hätten etwas aus der Erleuchtung gesehen, so ist es Täuschung, denn sie werden nirgend anderswoher inne, ob etwas wahr ist, als aus anderen durch Begründungen, und das heißt das Wahre sehen von außen, und nicht von innen, oder aus einem Beredungsglauben; wie dieser beschaffen ist sehe man Nr. 9363-9369. Solche können das Falsche als wahr, und das Wahre als falsch sehen, wie auch das Böse als gut, und das Gute als böse. Aus diesem erhellt, was es heißt, das Wort von außen ansehen, und es von innen vernehmen. Es von außen ansehen wird dadurch bezeichnet, daß das Volk sich an die Tür des Zeltes stellte und dem Mose nachsah; ferner dadurch, daß es die Wolkensäule an der Tür des Zeltes stehen sah, und sich an der Tür des Zeltes neigte. Hingegen das Wort von innen vernehmen wird dadurch bezeichnet, daß Mose in das Zelt hineinging, und daß die Wolkensäule, die an der Tür des Zeltes stand, mit Mose redete. Mit wenigen Worten soll noch gesagt werden, wie der Einfluß, der Erleuchtung zur Folge hat, geschieht: Die Engel vernehmen ebenso wie die Menschen das Wort, wenn es gelesen wird, aber die Engel geistig, hingegen die Menschen natürlich. Der Mensch, dem das Inwendige geöffnet ist, vernimmt das Wort zwar auch geistig, aber er weiß es nicht, solange er in der Welt lebt, weil sein geistiges Denken in das natürliche im äußeren Menschen einfließt und hier sich sichtbar darstellt, aber dennoch ist es jenes innere Denken, das erleuchtet, und durch das der Einfluß vom Herrn geschieht. Einige Gelehrte haben auch wirklich durch den Einblick in ihre Gedanken und durch die Reflexionen darüber beobachtet, daß beim Menschen ein inneres Denken stattfindet, das nicht zur Erscheinung kommt; daher haben sie die Vorstellungen desselben immaterielle und intellektuelle Ideen genannt, die sie unterschieden von den Vorstellungen des äußeren Denkens, die zur Erscheinung kommen und die sie natürliche und materielle nannten. Aber sie wußten nicht, daß die Vorstellungen des inwendigen Denkens geistig sind, und diese, wenn sie herabkommen, in natürliche verwandelt werden, und daß sie unter einer anderen Gestalt und in einem anderen Gewand zur Erscheinung kommen. Hieraus kann einigermaßen erhellen, wie der Einfluß geschieht, der Erleuchtung zur Folge hat. 10552. "Und alles Volk sah die Wolkensäule stehen an der Tür des Zeltes", 2. Mose 33/10, bedeutet, das dichte Dunkel, das sie nach außen einnahm, wie aus dem erhellt, was Nr. 10551 erklärt wurde. 10553. "Und alles Volk stand auf, und sie neigten sich, ein jeder an der Tür seines Zeltes", 2. Mose 33/10, bedeutet, jene Völkerschaft betete ihr Äußeres heilig an. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen und sich neigen, sofern es heißt, heilig anbeten; und aus der Bedeutung von "an der Tür des Zeltes", sofern es das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 10549. Mit diesen Worten wird die Sinnesart dieser Völkerschaft beschrieben, sofern (die Juden), obwohl sie nicht im echten Sinn des Wortes, und in so dichter Dunkelheit über denselben sind, dennoch es heilig anbeteten. Aber dieses Heilige ist ein götzendienerisches Heiliges, das aus der Selbstliebe entspringt und ganz getrennt ist vom göttlich Heiligen. Daß jene Völkerschaft in diesem Heiligen ist, wenn im Gottesdienst, sehe man Nr. 3479, 4281, 6588, 9377, 10430, 10500. 10554. "Und Jehovah redete zu Mose von Angesicht zu Angesicht", 2. Mose 33/11, bedeutet die göttlichen Dinge, wie sie im Wort verbunden sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von "reden von Angesicht zu Angesicht", sofern es heißt sich verbinden; denn durch Angesicht wird das Innere bezeichnet, und wenn das Innere (zweier) sich gegenseitig anschaut und das gleiche sieht, dann verbindet es sich. Dies wird bezeichnet durch "reden von Angesicht zu Angesicht", wenn von Jehovah zu Mose (geredet wird), unter dem das Wort verstanden wird, denn durch reden wird das Innewerden bezeichnet, und durch von Angesicht zu Angesicht wird ausgedrückt "wechselseitig", daher das wechselseitige Innewerden des einen in dem des anderen, das eine Verbindung ist. Dies wird verstanden in betreff des Wortes, daß es so beschaffen sei, weil Mose hier das Wort darstellt; denn das Wort ist so beschaffen in seinem Inneren und in seinem Äußeren. Im Inneren ist das Ganze und Einzelne verbunden, und auch im Äußeren. So auch das, was im Inneren ist mit dem, was im Äußeren ist, (nämlich) durch Entsprechungen. Diese Verbindungen können nicht beschrieben werden, und wenn sie beschrieben würden, so könnte es mit keiner Denkvorstellung begriffen werden. Es sind himmlische und geistige Dinge, die daselbst so unter sich verbunden sind, und zwar durch Entsprechungen mit natürlichen und weltlichen Dingen, die den Buchstabensinn machen. Wie diese Verbindungen beschaffen sind, kann einigermaßen vorstellig gemacht werden durch die Verbindungen der Engelsgesellschaften in den Himmeln, die zusammengenommen eins sind, geradeso wie die Glieder, Eingeweide und Organe beim Menschen, die, obwohl sie verschieden sind, und ein jedes derselben inwendig aus unzähligen verschiedenen Dingen besteht, dennoch eins ausmachen. So beschaffen ist auch das Wort in Ansehung seines Wahren und Guten. Daß das Wort so beschaffen ist, weiß der Mensch gar nicht; aber die Engel wissen es, denn diese werden den Zusammenhang der inneren Teile des Wortes inne. Hieraus kann man erkennen, daß durch "Jehovah redete zu Mose von Angesicht zu Angesicht" die göttlichen Dinge bezeichnet werden, die im Wort verbunden sind. Daß etwas anderes bezeichnet wird durch "reden von Angesicht zu Angesicht", und etwas anderes durch "Jehovah sehen von Angesicht zu Angesicht", erhellt im Folgenden: 2. Mose 33/20,22,23: "Du kannst Mein Angesicht nicht sehen, denn nicht sieht Mich ein Mensch und lebt; aber Ich will dich in die Kluft des Felsen stellen und Meine Hand über dich decken, bis Ich vorübergegangen bin, und dann will Ich Meine Hand wegtun, und du wirst Mich von hinten sehen, aber Mein Angesicht wird nicht gesehen werden". Daß Mose das Wort darstellt, sehe man in den Nr. 10549 angeführten Stellen; und daß Angesicht das Innere bedeutet, in den Nr. 9546 angeführten Stellen; ferner daß durch reden das Innewerden bezeichnet wird, in den Nr. 10290 angeführten Stellen. 10555. "Wie ein Mann zu seinem Nächsten redet", 2. Mose 33/11, bedeutet die Verbindung des Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es ein wechselseitiges Innewerden, und daher eine Verbindung bezeichnet, wie Nr. 10554; aus der Bedeutung des Mannes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 3134, 3459, 4823, 7716, 9007; und aus der Bedeutung des Nächsten, sofern er das Gute bezeichnet, mit dem das Wahre verbunden wird. Im Wort wird hie und da gesagt "der Mann und der Nächste", oder "der Mann und der Genosse", und dadurch wird bezeichnet "wechselseitig", wie auch durch "Mann und Bruder"; und wenn "wechselseitig", dann wird auch eine wechselseitige Verbindung bezeichnet, wie sie zwischen dem Wahren und Guten besteht; denn das Wahre verbindet sich wechselseitig mit dem Guten, aus dem Grund, weil das Wahre sein Sein hat vom Guten, und das Gute seine Beschaffenheit im Wahren. Im Himmel gibt es nichts Wahres, das nicht verbunden ist mit dem Guten, aus dem Grund, weil das Wahre nichts ist ohne das Gute, und auch das Gute nichts ist ohne das Wahre, denn das Wahre ohne das Gute ist wie ein Dasein ohne Sein, und das Gute ohne das Wahre ist wie ein Sein ohne Dasein; d.h., das Wahre ohne das Gute ist wie ein Leib ohne Leben, und das Gute ohne das Wahre wie ein Leben ohne Leib. Wenn sie daher nicht verbunden sind, so sind sie kein Etwas, aus dem etwas wird, d.h., sie sind nichts, von dem etwas zum Himmel und zur Kirche Gehöriges gesagt werden könnte. Es verhält sich damit ebenso, wie beim Menschen mit dem Verstehen ohne zu wollen, und mit dem Wollen ohne zu verstehen. Es kommt zwar das eine vom anderen getrennt vor, wie das Wahre und Gute verstehen und es nicht wollen; aber dann hat das Verstehen sein Wollen anderswoher als aus dem Guten, nämlich vom Wollen für sich selber, oder um des Ichs willen, dem das Verstehen des Wahren und Guten nur zum Mittel dient. Wer auf die rechte Weise nachdenkt, kann erkennen, daß das Verstehen beim Menschen sein Leben hat aus seinem Wollen, und daß es ohne das Wollen nichts ist. Sodann, daß das Verstehen und das Wollen aufeinander sich beziehen und miteinander verbunden sind. Ebenso verhält es sich mit dem Wahren und Guten, folglich mit dem Glauben und der Liebe. Wenn das Wahre nicht verbunden ist mit dem Guten, oder der Glaube mit der Liebe, dann ist es nicht wahr oder gut, und nicht Glaube oder Liebe. Dies wurde gesagt, damit man wisse, was durch die wechselseitige Verbindung verstanden wird, die im geistigen Sinn bezeichnet wird durch Mann und Genosse, oder durch Mann und Nächsten, wie auch durch Mann und Bruder. 10556. "Und er kehrte zurück zum Lager", 2. Mose 33/11, bedeutet zum Äußeren, worin jene Völkerschaft war. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagers, sofern es das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, worin die israelitische Völkerschaft war, wovon Nr. 10546. Insofern nun Mose zum Lager zurückgekehrt ist, bildet er nicht mehr das Wort vor, sondern das Haupt der israelitischen Völkerschaft; denn im Lager sein bei denen, die in dem vom Inneren getrennten Äußeren waren heißt, im gleichen Zustand sein; anders, wenn er außerhalb jenes Lagers war, und dort sein Zelt aufschlug, fern vom Lager. Wie Mose das Haupt jener Völkerschaft vorbildet, kann daher aus dem Folgenden dieses Kapitels bis zum Ende im inneren Sinn erhellen. Weil Mose diese vorbildliche Bedeutung annimmt, darum wird gesagt, sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, habe sich nicht aus der Mitte des Zeltes wegbegeben, wodurch bezeichnet wird, daß das Vorbildliche sich dennoch fortsetzte im Zelt, das außerhalb des Lagers war. 10557. "Aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, begab sich nicht weg aus der Mitte des Zeltes", 2. Mose 33/11, bedeutet das göttlich Wahre in den heiligen Dingen der Kirche und des Gottesdienstes, das an Moses Statt unterdessen diente. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, des Dieners Moses, sofern er das göttlich Wahre darstellt, das an Moses Statt diente. Derselbe heißt der Sohn Nuns wegen des Wahren und Jüngling wegen des Guten; und aus der Bedeutung von: "er begab sich nicht weg aus der Mitte des Zeltes", sofern es heißt, es (das Wahre) höre unterdessen nicht auf, in den heiligen Dingen der Kirche und des Gottesdienstes zu sein. Durch "sich nicht wegbegeben" wird bezeichnet, unterdessen nicht aufhören, und durch das Zelt wird bezeichnet das heilige des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, wovon Nr. 10545. Im vorigen Abschnitt, Nr. 10556 wurde gesagt, daß Mose jetzt wieder beginne, das Haupt der israelitischen Völkerschaft vorzubilden; damit nun der Zusammenhang der Sachen im inneren Sinn nicht unterbrochen werden möchte, geschah es, daß Josua im Zelt blieb, während Mose abwesend war; denn durch Josua wird das göttlich Wahre in Ansehung einer Tätigkeit vorgebildet, z.B. das kämpfende göttlich Wahre: Nr. 8595; das musternde und wahrnehmende göttlich Wahre: Nr. 10454; hier aber das göttlich Wahre, das diente in Abwesenheit des Mose; darum heißt er ein Diener Moses. 10558. Vers 12-17: Und Mose sprach zu Jehovah: Siehe, Du sprichst zu mir: Führe dieses Volk hinauf, und Du hast mir nicht kund getan, wen Du mit mir senden willst; und Du hast doch gesagt: Ich kenne dich mit Namen und du hast auch Gnade gefunden in Meinen Augen. Und nun, wenn ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, so tue mir doch kund Deinen Weg, daß ich Dich erkenne, weil ich Gnade gefunden in Deinen Augen, und siehe, daß diese Völkerschaft Dein Volk ist. Da sprach Er: Mein Angesicht soll mitgehen, und Ich will dich zur Ruhe bringen. Und er sprach zu Ihm: Wenn Dein Angesicht nicht mitgeht, so führe uns nicht hinauf von dannen. Und woran soll doch erkannt werden, daß ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, ich und Dein Volk? Nicht daran, daß Du mit uns gehst und wir ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk, vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind? Da sprach Jehovah zu Mose: Auch dieses Wort, das du geredet hast, will Ich tun, denn du hast Gnade gefunden in Meinen Augen, und Ich kenne dich mit Namen. "Und Mose sprach zu Jehovah" bedeutet den Unwillen darüber, daß nicht das Göttliche, somit keine eigentliche Kirche bei ihnen (sein sollte); "siehe, Du sprichst zu mir: Führe dieses Volk hinauf" bedeutet die Zusage einer Kirche bei dieser Völkerschaft; "und Du hast mir nicht kundgetan, wen Du mit mir senden willst" bedeutet, dieses könne ohne göttliche Leitung nicht geschehen; "und Du hast doch gesagt: Ich kenne dich mit Namen" bedeutet seine Beschaffenheit; "und du hast auch Gnade gefunden in Meinen Augen" bedeutet, er sei angenommen worden, weil er jener Völkerschaft vorstehen konnte; "und nun, wenn ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen" bedeutet, wenn er deshalb angenommen worden sei; "so tue mir doch kund Deinen Weg, daß ich Dich erkenne" bedeutet eine Belehrung darüber, wie das Göttliche bei ihnen beschaffen sein werde; "weil ich Gnade gefunden in Deinen Augen" bedeutet, weil er angenommen worden, um dem Volk vorzustehen; "und siehe, daß diese Völkerschaft Dein Volk ist" bedeutet, sie allein in der Welt seien es, bei denen das Göttliche sei, das über alles (herrsche); "da sprach Er: Mein Angesicht soll mitgehen, und Ich will dich zur Ruhe bringen" bedeutet das Göttliche der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes werde bei ihm sein, aber bei jener Völkerschaft nur das Äußere ohne jenes; "und er sprach zu Ihm: Wenn Dein Angesicht nicht mitgeht, so führe uns nicht hinauf von dannen" bedeutet, wenn das Göttliche nicht daselbst sei, so werde auch nichts Kirchliches sein; "und woran soll doch erkannt werden, daß ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, ich und Dein Volk? Nicht daran, daß Du mit uns gehst" bedeutet die Annahme vor anderen (finde nur statt), wenn das Göttliche bei ihnen geoffenbart würde; "und wir ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk, vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind" bedeutet (ebenso) das Hervorragen über alle in der ganzen Welt; "da sprach Jehovah zu Mose: Auch dieses (Wort), das du geredet hast, will Ich tun" bedeutet, das Göttliche werde im Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sein, das bei ihnen (gegeben werde); "denn du hast Gnade gefunden in Meinen Augen, und Ich kenne dich mit Namen" bedeutet, er sei angenommen wegen seiner Beschaffenheit. 10559. "Und Mose sprach zu Jehovah", 2. Mose 33/12, bedeutet den Unwillen darüber, daß nicht das Göttliche, somit keine eigentliche Kirche bei ihnen (sein sollte). Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es hier Unwillen bezeichnet, denn sprechen schließt das Folgende in sich, weil dieses es ist, was er gesprochen, und das Folgende ist eine Äußerung des Unwillens darüber, daß das Göttliche nicht bei ihnen sein wollte, und daß sie somit die Kirche nicht haben sollten, wodurch sie ausgezeichnet würden vor allen, die auf dem Erdboden sind, wie aus dem folgenden 16. Vers erhellt. Daß die Worte Moses zu Jehovah Äußerungen des Unwillens darüber waren, hatte den Grund, weil Mose hier das Haupt der israelitischen Völkerschaft darstellt; man sehe Nr. 10556; deshalb spricht er für sich und für jene Völkerschaft; denn er sagt: "Ich und das Volk": Vers 16, und weil er jene Völkerschaft hier als Haupt darstellt, darum wird durch "Mose sprach zu Jehovah" Unwillen bezeichnet; denn ein Mensch, der so beschaffen ist, wie jene Völkerschaft, wird unwillig über Gott, wenn er nicht bekommt, was er begehrt. Dies tun alle, die im Äußeren sind ohne das Innere, denn wenn sie Gott ehren und anbeten und gleichsam lieben, so geschieht es nicht um Seinetwillen, sondern um ihretwillen, denn sie wollen nichts anderes als hervorragen über andere, und größeren Reichtum als andere; das ist das Feuer, das ihre Verehrung und Anbetung und scheinbare Liebe erregt. Wenn sie aber nicht erlangen, was sie begehren, so verlassen sie Gott. Daß jene Völkerschaft so geartet war, erhellt offenbar aus den historischen Teilen des Wortes. Das gleiche wird bezeichnet durch folgende Worte Jakobs: "Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und mir Brot zu essen geben und ein Kleid anzuziehen, und werde ich im Frieden wiederkommen zum Haus meines Vaters, so soll Jehovah mein Gott sein": 1. Mose 28/20,21; dies schließt in sich, daß, wenn er dieses empfange, er Jehovah als seinen Gott anerkennen werde, wenn er es aber nicht empfange, so werde er ihn nicht anerkennen. Von solcher Art war auch die von Ihm abstammende Völkerschaft. Daher kommt es, daß diese Völkerschaft so oft abfiel und andere Götter verehrte, bis daß sie zuletzt ebendeshalb aus dem Land Kanaan verstoßen wurde, zuerst die israelitische Völkerschaft, und nachher die jüdische. Daß der Grund des Unwillens, wovon oben, der war, daß sie keinen Vorzug haben würden vor allen im ganzen Weltkreis, wenn Jehovah nicht mit ihnen ginge, ist offenbar. Daß aber der Grund des Unwillens auch der war, daß dann keine eigentliche Kirche bei ihnen sein würde, folgt daraus, daß "von Jehovah eingeführt werden ins Land Kanaan" bedeutet eine Kirche werden. Der Grund hiervon ist, weil die Kirche von den ältesten Zeiten her im Lande Kanaan gewesen war, und weil das Wort nirgend anders geschrieben werden konnte, als hier, somit bei der Völkerschaft, die jenes Land besaß, und, wo das Wort, da auch die Kirche ist. Daß das Wort nicht anderswo geschrieben werden konnte, als dort, hatte den Grund, weil alle Orte, die in jenem ganzen Land und um dasselbe her waren, z.B. die Berge, Täler, Flüsse, Wälder usw., Vorbilder himmlischer und geistiger Dinge geworden waren, und der Buchstabensinn des Wortes sowohl in den historischen als in den prophetischen Schriften, notwendig aus solchem bestehen muß, denn das Innere des Wortes, das himmlische und geistige Dinge sind, muß in solches auslaufen, und gleichsam darauf stehen, wie ein Haus auf seinem Fundament. Würde nämlich das Wort in Ansehung des Buchstabensinnes, der sein Letztes ist, nicht auf solchem stehen, so wäre es gleich einem Haus ohne Fundament. Daß es so ist, erhellt aus dem Wort, sofern in diesem die Orte jenes Landes so oft erwähnt werden, die alle, weil sie vorbildlich geworden, Dinge des Himmels und der Kirche bezeichnen. Daher kommt es, daß eingeführt werden ins Land Kanaan die Errichtung der Kirche bezeichnet, und daß der Unwille Moses dieses auch in sich schließt, obwohl er nicht daran dachte. Daß im Land Kanaan die Kirche von den ältesten Zeiten her war, und daß daher alle Orte in demselben Vorbilder geworden waren, sehe man Nr. 3686, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136, 6306, 6516, 8317, 9320, 9325; und daß daher das Land Kanaan im Wort die Kirche bezeichnet, in den Nr. 9325 angeführten Stellen. 10560. "Siehe, Du sprichst zu mir: Führe dieses Volk hinauf", 2. Mose 33/12, bedeutet die Zusage einer Kirche bei dieser Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Du sprichst zu mir", wenn von Jehovah (die Rede ist), sofern es eine Zusage (oder Versprechen) bezeichnet; und aus der Bedeutung von "hinaufführen dieses Volk", sofern es heißt, es solle bei jener Völkerschaft die Kirche errichtet werden. Das ist es, was im inneren Sinn durch jene Worte bezeichnet wird; aber im nächsten Sinn wird bezeichnet, daß sie ins Land Kanaan eingeführt werden und es besitzen sollten. Daß eingeführt werden ins Land Kanaan und es besitzen bedeutet, die Kirche errichten, sehe man Nr. 10559. Wie es sich damit verhält, wurde im Vorhergehenden hie und da gezeigt, daß nämlich bei jener Völkerschaft keine Kirche errichtet werden konnte, sondern nur das Vorbild der Kirche, weil sie in dem vom Inneren getrennten Äußeren war; und die, welche von solcher Art sind, keinen Einfluß vom Göttlichen aufnehmen können; und doch ist die Kirche beim Menschen in seinem Inneren, nicht aber in dem davon getrennten Äußeren. Die von solcher Art sind, können zwar die Kirche vorbilden, nicht aber die Kirche sein. Die Kirche vorbilden, aber nicht die Kirche sein heißt, äußere Dinge verehren und sie heilig und göttlich nennen, sie aber nicht anerkennen und innewerden mit einem Glauben und einer Liebe aus dem Himmel. Man sehe was über die Bedeutung von "hinaufführen das Volk ins Land", Nr. 10526 gesagt wurde. 10561. "Und Du hast mir nicht kundgetan, wen Du mit mir senden willst", 2. Mose 33/12, bedeutet, dieses könne ohne göttliche Leitung nicht geschehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "senden mit Mose und jener Völkerschaft", wenn es von Jehovah (ausgeht), sofern es das Göttliche bezeichnet, das führen soll, worüber folgt; und (auch daraus), weil Mose wußte, daß er zwar das Volk ins Land Kanaan einführen könne, daß sie aber, wenn es ohne göttliche Führung und Leitung geschehe, nicht in den Besitz desselben kommen würden. Dies schließt in sich und bedeutet, daß bei jener Völkerschaft die Kirche nicht errichtet werden sollte, gemäß dem, was Nr. 10559, 10560 angeführt wurde. Hieraus wird klar, daß durch "führe dieses Volk hinauf, aber du hast mir nicht kundgetan, wen du mit mir senden willst" bezeichnet wird, die Kirche könne bei jener Völkerschaft ohne göttliche Leitung nicht errichtet werden. So fassen die Engel diese Worte auf, ob auch die Menschen sie ganz anders auffassen, denn die Engel fassen alles im Wort nach seinem inneren Sinn auf, die Menschen aber nach dem äußeren Sinn, in dem jedoch der innere ist. Daß "mit ihnen senden", wenn es von Jehovah (geschehen soll), ausdrückt, das Göttliche müsse führen, hat den Grund, weil durch "gesandt werden von Jehovah" das führende Göttliche, wie auch das ausgehende Göttliche bezeichnet wird. Darum haben die Engel in der Grundsprache ihren Namen von gesendet werden; und darum hat der Herr so häufig von sich gesagt, "Er sei gesandt vom Vater", wodurch das ausgehende Göttliche bezeichnet wird; man sehe Nr. 4710, 6831. Hieraus wird klar, was unter den Worten: (den du) "senden wirst mit mir", im inneren Sinn verstanden wird. 10562. "Und Du hast doch gesagt: Ich kenne dich mit Namen", 2. Mose 33/12, bedeutet seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von kennen, wenn von Jehovah (die Rede ist), sofern es heißt, wissen, und vorhersehen von Ewigkeit her, wovon Nr. 5309. Und aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit eines Zustandes, einer Sache oder eines Menschen bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3004-3011, 3421, 6674, 6887, 8274, 8882, 9310; die Beschaffenheit Moses schließt das Folgende in sich. Hieraus erhellt, daß durch "Ich kenne dich mit Namen", wenn es von Jehovah gesagt wird, bezeichnet wird, von Ewigkeit her wissen und vorhersehen, wie beschaffen einer ist. 10563. "Und du hast auch Gnade gefunden in Meinen Augen", 2. Mose 33/12, bedeutet, er sei angenommen worden, weil er jener Völkerschaft vorstehen konnte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gnade finden in den Augen Jehovahs", sofern es heißt, angenommen sein; hier wegen der Beschaffenheit, die bezeichnet wird durch "Ich kenne dich mit Namen". Es war seine Beschaffenheit, vermöge derer er jener Völkerschaft vorstehen konnte, denn Mose war vom Herrn vorhergesehen, daß er an der Spitze des israelitischen Volkes stehen sollte. Daß dieses aber vorhergesehen wurde, erhellt daraus, daß er am Hof des Königs Pharao erzogen wurde, wo Herrschgewalten bestanden; daher beseelte ihn der Trieb, über andere hervorzuragen, und darum wurde er auch zum Vorsteher seines Volkes angenommen. Seine Beschaffenheit war es auch, daß er die vom Göttlichen (ausgehende) Rede besser aufnehmen konnte, als andere aus jener Völkerschaft, denn er war nicht so in dem vom Inneren getrennten Äußeren, wie jene Völkerschaft. Das ist es nun, was bezeichnet wird durch "Ich kenne dich mit Namen, und du hast auch Gnade gefunden in Meinen Augen". 10564. "Und nun, wenn ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen", 2. Mose 33/13, bedeutet, wenn er deshalb angenommen worden sei, was aus dem erhellt, was Nr. 10562, 10563 gezeigt wurde. 10565. "So tue mir doch kund Deinen Weg, daß ich Dich erkenne", 2. Mose 33/13, bedeutet eine Belehrung darüber, wie das Göttliche bei ihnen beschaffen sein werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Kundtun den Weg Jehovahs", sofern es die Belehrung über das Göttliche bezeichnet; denn durch kundtun wird Belehrung bezeichnet; und durch den Weg Jehovahs das führende göttlich Wahre. Ferner aus der Bedeutung von erkennen den Jehovah, sofern es heißt, wissen, wie das Göttliche bei ihnen beschaffen sei. Daß der Weg das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 627, 2333, 10422, hier das führende göttlich Wahre. 10565_. "Weil ich Gnade gefunden in Deinen Augen", 2. Mose 33/13, bedeutet, weil er angenommen worden sei, um dem Volk vorzustehen und es zu führen, wie Nr. 10563, 10564. 10566. "Und siehe (doch), daß diese Völkerschaft Dein Volk ist", 2. Mose 33/13, bedeutet, in der Welt seien sie es allein, bei denen das Göttliche sei, das über alles (herrsche). Dies erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaft Jehovahs, sofern sie das bezeichnet, wo das eigentlich Göttliche wohnt, und im geistigen Sinn, wo die Kirche des Herrn ist; denn alle, die den Herrn mit Glauben und Liebe anerkennen, bilden zusammengenommen die Völkerschaft Jehovahs. Allein die Söhne Israels dachten zu der Zeit gar nicht an die Kirche, sondern bloß an den Besitz des Landes Kanaan und an das Hervorragen über andere. Und weil dem Mose gesagt worden war, daß der Name ihres Gottes Jehovah sei, was sie doch vorher nicht wußten: 2. Mose 3/13,14, und weil sie so große Wunder von Ihm sahen in Ägypten, am Meer Suph und in der Wüste, darum erkannten sie Jehovah als ihren Gott an. Gleichwohl aber glaubten sie mit ihrem Herzen nicht an Ihn, denn sie glaubten, es gebe mehrere Götter, wie genugsam daraus erhellen kann, daß sie, als Moses lange ausblieb, das goldene Kalb als ihren Gott, ja als Jehovah anbeteten; und daß sie nachher oft zu (anderen) Göttern abfielen, wie aus den historischen Schriften des Wortes zu ersehen ist. Hieraus kann man erkennen, daß sie den Jehovah bloß verehrten wegen der Wunder, und nicht deswegen, weil Er der alleinige Gott war; und wer Gott bloß wegen der Wunder verehrt, der verehrt nur den Namen Gottes, und nicht Gott, und fällt von Ihm ab, sooft er nicht bekommt, was er begehrt. Daß die israelitische Völkerschaft Jehovah bloß dem Namen nach verehrte, sehe man Nr. 3732E, 4299, 6877; und daß sie im Herzen Götzendiener waren: Nr. 4208, 4281, 4820, 5998, 6877, 7401, 8301, 8882; und daß es die schlimmste Völkerschaft war: Nr. 4314, 4316, 4317, 4444, 4503, 4750, 4751, 4815, 4820, 4832, 5057, 7248, 8819, 9320, und außerdem 10396. Aus diesem kann nun erhellen, was bezeichnet wird durch "diese Völkerschaft ist Dein Volk", nämlich sie allein seien es, bei denen Jehovah (wohne), und daß sie vorzüglicher seien als alle anderen Völkerschaften. Aber obwohl dies im nächsten Sinn durch diese Worte bezeichnet wird, so wird doch durch ebendieselben im inneren Sinn bezeichnet, daß das Göttliche bei ihnen sein sollte, folglich die Kirche. 10567. "Da sprach Er: Mein Angesicht soll mitgehen, und Ich will dich zur Ruhe bringen", 2. Mose 33/14, bedeutet, das Göttliche der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes werde bei ihm sein, bei jener Völkerschaft aber sei nur das Äußere ohne jenes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichtes, sofern es das Innere bezeichnet, wovon in den Nr. 9546 angeführten Stellen; und wenn von Jehovah (die Rede ist), sofern es das Göttliche bezeichnet, hier die göttlichen Dinge der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes. Aus der Bedeutung von gehen, sofern es heißt leben, wovon Nr. 3335, 4882, 5493, 5605, 8417, 8420, 9440; wenn es sich aber auf Jehovah bezieht, heißt es Leben geben, gegenwärtig sein und führen; denn daher hat der Mensch das Leben. Und aus der Bedeutung von "zur Ruhe bringen den Mose", sofern es das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes bezeichnet, in das die inneren göttlichen Dinge auslaufen; denn durch Mose wird jenes Äußere vorgebildet, wie Nr. 10563, und durch Ruhe wird bezeichnet zur Ruhe kommen und sich endigen; somit worin sie zur Ruhe kommen, oder worin die inneren göttlichen Dinge sich endigen. Auch bedeutet das betreffende Wort in der Grundsprache ruhen und aufhören. Daß die inneren Dinge der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sich endigen (oder auslaufen) in ihr Äußeres, und daß sie auf demselben ruhen wie auf ihrer Grundlage, oder wie ein Haus auf seinem Fundament, sehe man Nr. 9216. Daß dieses durch "Mose zur Ruhe bringen" bezeichnet wird, erhellt aus den gleich folgenden Worten dieses Kapitels im inneren Sinn, wo die Rede ist von den inneren Dingen des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes; und vom Äußeren, in das sie auslaufen, dieses Äußere ist es, was durch Mose vorgebildet wird. 10568. "Und er sprach zu Ihm: Wenn Dein Angesicht nicht mitgeht, so führe uns nicht hinauf von dannen", 2. Mose 33/15, bedeutet, wenn das Göttliche nicht daselbst sei, so werde auch nichts Kirchliches sein. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichtes Jehovahs, sofern es die inneren göttlichen Dinge der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes bezeichnet, wovon Nr. 10567; und aus der Bedeutung von "führe uns nicht hinauf von dannen", sofern es heißt, es werde nichts Kirchliches da sein. Der Grund, warum dieses durch jene Worte bezeichnet wird, ist der, weil durch eingeführt werden ins Land Kanaan die Errichtung der Kirche bezeichnet wird; daher wird durch "führe uns nicht hinauf von dannen" bezeichnet, so werde nichts von der Kirche da sein. Daß durch eingeführt werden ins Land Kanaan die Errichtung der Kirche bezeichnet wird, sehe man Nr. 10560, 10561. Der Grund, warum durch eingeführt werden ins Land Kanaan die Errichtung der Kirche bezeichnet wird, liegt darin, daß durch das Land Kanaan im Himmel nichts anderes verstanden wird als die Kirche, denn im Himmel wird alles im Wort geistig aufgefaßt; wenn daher im Wort irgendein Land genannt wird, dann wird an das Kirchliche in jenem Land oder bei der dortigen Völkerschaft gedacht. Die Engel des Himmels können mit ihren Gedanken sich nicht bei der Vorstellung eines Landes aufhalten, weil die Vorstellung des Landes eine materielle ist, auch nicht bei der Vorstellung einer Völkerschaft, denn diese Vorstellung ist auch eine materielle; daher schwebt ihnen sogleich eine geistige Vorstellung vor, die sich auf die Kirche bezieht. Die geistige Vorstellung betrifft im allgemeinen den Herrn, Sein Reich, den Himmel, die Kirche, die Liebe und den Glauben an den Herrn und die immateriellen Dinge, die dem Glauben und der Liebe, und somit der Kirche angehören; und wenn man es glauben will, es ist unmöglich, daß eine materielle Vorstellung in den Himmel eingeht, sie wird (vielmehr) an der ersten Schwelle ausgezogen. So geschieht es mit allen und jeden Teilen des Wortes. Daher kommt es nun, daß durch "eingeführt werden ins Land Kanaan" die Errichtung der Kirche bezeichnet wird, und durch "nicht hineingeführt werden" wie hier, keine Errichtung. 10569. "Und woran soll doch erkannt werden, daß ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, ich und Dein Volk? nicht daran, daß Du mit uns gehst", 2. Mose 33/16, bedeutet, die Annahme vor anderen, wenn das Göttliche bei ihnen geoffenbart würde. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkannt werden, wenn es sich auf das Göttliche bei ihnen bezieht, sofern es heißt, geoffenbart werden. Aus der Bedeutung von "Gnade finden in den Augen Jehovahs", sofern es heißt, angenommen sein, wovon Nr. 10563, hier vor anderen, weil folgt: "so werden wir ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk, vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind"; und aus der Bedeutung von "mit uns gehen", wenn es sich auf Jehovah bezieht, sofern es das Göttliche bezeichnet, das hier ins Land Kanaan führt, wovon Nr. 10567. Hieraus wird klar, daß durch "woran soll doch erkannt werden, daß ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, ich und Dein Volk? nicht daran, daß du mit uns gehst?" bezeichnet wird, die Annahme vor anderen (finde nur statt), wenn das Göttliche bei ihnen geoffenbart würde. Es wird gesagt "in den Augen Jehovahs", und dadurch bezeichnet die göttliche Gegenwart des Herrn im Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe bei den Menschen auf Erden und bei den Engeln in den Himmeln. Daß die Gegenwart des Herrn im Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe ist, kommt daher, weil dieses vom Herrn ist, und wenn der Herr bei den Menschen und bei den Engeln in demselben gegenwärtig ist, alsdann ist Er in dem Seinen gegenwärtig bei ihnen, und nicht in ihrem Eigenen, denn dieses ist böse. Daher kommt es auch, daß durch die Augen im Wort, wo von Menschen die Rede ist, welche die göttlichen Dinge des Herrn aufnehmen, der Glaube, wie auch der aufnehmende Verstand bezeichnet wird; denn der Verstand ist das innere Auge, und der Glaube ist das Wahre, das gesehen und vernommen wird. Daß die Augen, wenn sie sich auf den Menschen beziehen, im Wort den Glauben bezeichnen, wie auch den Verstand, sehe man Nr. 2701, 4403-4421, 4523-4534, 9051. Woher dieses Sehen kommt, soll auch gesagt werden: Es gibt ein wirkliches (reales) Licht, das den Verstand erleuchtet, ganz unterschieden von demjenigen Licht, welches das leibliche Gesicht erleuchtet. Dasjenige Licht, das den Verstand erleuchtet, ist aus dem Himmel; dasjenige aber, welches das leibliche Gesicht (erleuchtet), ist in der Welt. Das Licht des Himmels ist vom Herrn als der Sonne daselbst, und ist in seinem Wesen das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht. Hieraus wird klar, woher es kommt, daß durch die Augen, wenn von Jehovah die Rede ist, die göttliche Gegenwart des Herrn bezeichnet wird, und daß durch die Augen, wenn von den Menschen die Rede ist, die das göttlich Wahre des Herrn oder Sein Licht aufnehmen, der Glaube und der erleuchtete Verstand bezeichnet wird. Daß es ein wirkliches Licht ist, das die Gemüter erleuchtet, und den Verstand bei den Menschen bildet, weiß man in der Welt nicht, obwohl von den Menschen dem Verstand ein Sehen und ein Licht zugeschrieben wird, und obwohl der Herr im Wort so oft das Licht heißt, und erkannt wird, daß man Ihn sehe durch den Glauben und Sein Licht. Daß es ein wirkliches Licht ist, das die Gemüter erleuchtet, und daß das vom Herrn als Sonne ausgehende göttlich Wahre dieses Licht ist, und daß es das Verständnis des Wahren gibt, wo es aufgenommen wird, sehe man in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9548, 9684; sodann Nr. 9570, 9571E, 9594. Hieraus kann erhellen, was durch die Augen Jehovahs im Wort bezeichnet wird: Jes.37/17: "Neige, Jehovah, Dein Ohr und höre, und öffne, Jehovah, Deine Augen und siehe". Jerem.24/6: "Ich will Mein Auge richten auf sie zum Guten, und will sie zurückführen in ihr Land, und sie bauen". Ps.33/18: "Siehe, das Auge Jehovahs ist über denen, die Ihn fürchten". Ps.11/4: "Jehovah ist in Seinem heiligen Tempel; Jehovah hat im Himmel Seinen Thron; Seine Augen sehen, und Seine Augenlider prüfen die Söhne des Menschen". Und anderwärts. 10570. "Und wir ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk, vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind", 2. Mose 33/16, bedeutet, daher (komme) das Hervorragen über alle in der ganzen Welt, wo die Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgezeichnet werden vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind, sofern es das Hervorragen über alle in der ganzen Welt bezeichnet. Daß es auch heißt, wo die Kirche ist, beruht darauf, daß durch den Erdboden die Kirche bezeichnet wird, worüber folgt. Daß "um ausgezeichnet zu werden vor allen in der ganzen Welt", der Zweck war, um deswillen die israelitische Völkerschaft den Jehovah verehrte, und um deswillen sie im äußeren Heiligen sein konnte, erhellt aus dem, was über jene Völkerschaft früher gezeigt wurde. Daß solche im äußeren Heiligen sein und anderen als Verehrer Gottes erscheinen können, kann man sehen an den Götzendienern, die in den geschichtlichen Büchern des Wortes vorkommen; diese konnten ebenso im Äußeren sein; daß sie aber das innere Heilige nicht hatten, kann jeder wissen, und daraus schließen, daß die göttlichen Wahrheiten, die im Wort geoffenbart sind, den Gottesdienst zu einem inneren machen, wenn man dieselben weiß und danach lebt, denn wenn der Mensch ohne dieselben Gott heilig verehren könnte, so würde man keine Kirchenlehre, und keine Predigt brauchen. Weil jene Völkerschaft so geartet war, daß sie um des Hervorragens willen über andere als Zweck im äußeren Heiligen sein konnte und weil bei solchen die Vorbilder himmlischer und geistiger Dinge, die das Äußere des Gottesdienstes sind, den Engeln sich mitteilen können, und dadurch eine Verbindung mit dem Himmel möglich wird, darum wurde jene Völkerschaft angenommen. Wer aber glaubt, daß sie dadurch auch Verehrer Gottes waren, täuscht sich sehr, denn sie waren Verehrer ihrer selbst und der Welt, und im Herzen Götzendiener; und weil sie von solcher Art waren, wurde ihnen das Innere des Gottesdienstes nicht geoffenbart, das dem Glauben und der Liebe zum Herrn angehört, wie aus den Büchern des Alten Testaments erhellt, wie auch daraus, daß sie den Herrn nicht anerkannten als Er in die Welt kam, ja auch jetzt noch nicht anerkennen. Und wenn man sie auf die Weissagungen vom Herrn hinweist, so nehmen sie es doch nicht an. Sie wollen einen Messias, der sie über alle im ganzen Weltkreis erhebt, und keinen Messias, dessen Reich in den Himmeln ist, und von da aus für aller Heil auch auf Erden sorgt. Hieraus kann erhellen, wie jene Völkerschaft von den ersten Zeiten her beschaffen war, und warum hier gesagt wird, dadurch daß Jehovah mit ihnen ginge, würden sie ausgezeichnet sein vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Es wird gesagt "auf dem Erdboden", und wird darunter verstanden "überall, wo die Kirche ist", denn durch Boden wird ebenso wie durch Land die Kirche bezeichnet; daß durch Land, sehe man in den Nr. 9325 angeführten Stellen. Aber der Boden bezeichnet die Kirche aus dem gleichen Grund, wie das Feld, somit vermöge der Aufnahme der verschiedenen Samen und deren Wachstum und Ertrag, wodurch Wahres und Gutes des Glaubens und der Liebe bezeichnet wird; denn der Mensch ist das Aufnahmegefäß für diesen, wie der Boden für jene. Land aber heißt die Kirche wegen des in demselben wohnenden Volkes, bei dem die Kirche ist. Weil aber der Boden die räumliche Ausdehnung bezeichnet, ebenso wie das Land, darum sagen die Übersetzer statt Boden das Land, wie hier auf dem Lande (super faciebus terrae), statt auf dem Erdboden (super feciebus humi), und auch anderwärts, und doch ist in der Grundsprache das Wort, das Boden bezeichnet, von einem ganz anderen Stamme, als das Wort, das Land (oder Erde) bezeichnet. Daß der Boden ebenso wie das Land die Kirche bezeichnet, erhellt aus verschiedenen Stellen im Wort, von denen nur etliche angeführt werden sollen: Jerem.14/3,4: "Die Vornehmen schickten ihre Geringen nach Wasser, sie kamen zu den Gruben und fanden kein Wasser, ihre Gefäße kamen leer zurück, darum weil der Boden zerbrochen ist, da kein Regen war im Land": hier bedeutet der Boden die Kirche, wie auch Land; denn hier ist im inneren Sinn die Rede vom Mangel des Wahren, und daher von der Verwüstung der Kirche. Wasser bedeutet Wahrheiten, Gruben bezeichnen (den Ort), wo diese sind, somit die Lehre, Gefäße bedeuten das Aufnehmende, Regen den Einfluß aus dem Himmel; Land ist, wo die Kirche ist, und der Boden ist die Kirche selbst; dieser heißt zerbrochen von der Trockenheit, somit vom Mangel des Wahren aus dem Himmel. Jes.23/17,18: "Es wird geschehen am Ende von siebzig Jahren, da wird Jehovah Tyrus heimsuchen, und sie wird wiederkommen zu ihrem Hurenlohn, und huren mit allen Königreichen der Erde auf dem (ganzen) Erdboden; zuletzt aber wird ihr Handel und ihr Hurenlohn dem Jehovah heilig sein": durch Tyrus wird die Kirche bezeichnet in Ansehung der Erkenntnisse des Wahren und Guten, somit im abgezogenen Sinn diese Erkenntnisse. Dieselben werden ein Hurenlohn genannt, wenn sie gelehrt werden um des Einkommens, der Ehre und deshalb um des Ruhmes willen, und so gleichsam verkauft, und nicht gelehrt werden um des Wahren selbst willen. Dies wird Buhlerei und Hurerei im Wort genannt. Huren mit allen Königreichen der Erde heißt: so tun mit allen Wahrheiten der Kirche. Auf dem Erdboden heißt: überall, wo die Kirche. Weil die Erkenntnisse des Wahren und Guten dennoch Erkenntnisse des Wahren und Guten an sich, somit göttlich bleiben, wenn sie auch dem Menschen, der sie lehrt und verkauft, ein Erwerbsmittel, und daher ein Hurenlohn sind, darum wird gesagt, ihr Handel und ihr Hurenlohn werden dem Jehovah heilig sein. Daß hier kein Hurenlohn und keine Hurerei mit allen Königreichen des Landes verstanden wird, auch nicht, daß solches dem Jehovah heilig sein werde, kann jeder sehen, der über den Buchstabensinn hinaus denkt. Ps.104/30: "Du sendest Deinen Geist aus, so werden sie geschaffen, und erneuerst das Angesicht des Bodens": Geist Jehovahs ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre: Nr. 9818; geschaffen werden bedeutet von neuem geschaffen, d.h. wiedergeboren werden: Nr. 10373; das Angesicht des Bodens erneuern heißt, die Kirche umbilden und herstellen; das Angesicht des Bodens ist überall, wo etwas Kirchliches aufgenommen werden kann. Ebenso wie anderwärts, wo gesagt wird "Angesicht des Bodens", wie 1. Mose 7/4; 8/8,13; 2. Mose 32/12; 4. Mose 12/3; 5. Mose 6/15; 7/6; 1.Sam.20/15; 2.Sam.14/7. 10571. "Da sprach Jehovah zu Mose: Auch dieses (Wort), das du geredet hast, will Ich tun", 2. Mose 33/17, bedeutet, das Göttliche werde im Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sein, das bei ihnen sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er als das Haupt jener Völkerschaft das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes darstellt, aber nicht so getrennt vom Inneren, wie das Äußere desselben bei jener Völkerschaft selbst, wovon Nr. 10557, 10563. Und aus der Bedeutung von "das Wort tun, das Mose geredet hat", wenn es von Jehovah (gesagt wird), sofern es heißt, das Göttliche werde im Äußeren sein; denn unter "das Wort tun", wird verstanden mit ihnen gehen und sie ins Land Kanaan einführen; und durch "mit ihnen gehen und sie ins Land Kanaan einführen" wird bezeichnet, das Göttliche werde bei ihnen geoffenbart werden; man sehe Nr. 10569. Das Geheimnis, das hierin und im Folgenden liegt, kann nicht wohl beschrieben werden, wenn man nicht eine Vorstellung vom Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes hat, das Mose vorbildet, und vom Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes, worin die Völkerschaft selbst war. Das eine unterscheidet sich vom anderen darin, daß das Äußere, das Mose vorbildet, ein Äußeres ist, das vom Inneren nicht so getrennt ist wie das Äußere, in dem die Völkerschaft selbst war. Daher kommt es, daß bald gesagt wird "Mose und das Volk", bald "Mose" ohne das Volk, und bald das Volk ohne Mose; und daß, wenn Mose zu Jehovah redet, er sagt: "ich und das Volk", und Jehovah, wenn Er zu Mose spricht, von Mose allein redet, wie 2. Mose 33/12,14,16-23, oder vom Volk ohne Rücksicht auf ihn, wie 2. Mose 34/2 und anderwärts. 10572. "Denn du hast Gnade gefunden in Meinen Augen, und Ich kenne dich mit Namen", 2. Mose 33/17, bedeutet, er sei angenommen wegen seiner Beschaffenheit, was aus dem erhellt, was Nr. 10562, 10563 gesagt und gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 10573. Vers 18-23: Und er sprach: Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen. Und Er sprach: Ich will alle Meine Güte vorübergehen lassen vor deinem Angesicht, und will anrufen den Namen Jehovahs vor dir, und will gnädig sein, wem Ich gnädig bin, und will Mich erbarmen, wessen Ich Mich erbarme. Und Er sprach: Du kannst Mein Angesicht nicht sehen; denn nicht sieht Mich ein Mensch und lebt. Und Jehovah sprach: Siehe, es ist ein Ort bei Mir, und du sollst (daselbst) auf einem Felsen stehen. Und es wird geschehen, wenn Meine Herrlichkeit vorübergeht, so will Ich dich in die Kluft des Felsen stellen und will Meine Hand über dich decken, bis Ich vorübergegangen sein werde. Und (dann) will Ich Meine Hand wegtun, daß du Mich von hinten sehest, aber Mein Angesicht kann man nicht sehen. "Und er sprach: Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen" bedeutet die Wahrnehmung des inneren göttlich Wahren im Äußeren; "und Er sprach: Ich will alle Meine Güte vorübergehen lassen vor deinem Angesicht" bedeutet alles Göttliche des Himmels und der Kirche vor dem Äußeren; "und will anrufen den Namen Jehovahs vor dir" bedeutet das Heilige des Gottesdienstes in demselben; "und will gnädig sein, wem Ich gnädig bin, und will Mich erbarmen, wessen Ich Mich erbarme" bedeutet das göttlich Wahre und Gute werde denen geoffenbart werden, die es aufnehmen; "und Er sprach: Du kannst Mein Angesicht nicht sehen" bedeutet die inneren göttlichen Dinge der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes können der israelitischen Völkerschaft nicht erscheinen; "denn nicht sieht Mich ein Mensch und lebt" bedeutet das Göttliche Selbst könne nicht gesehen werden, wie es an sich, sondern nur, wie es durch den Herrn im Himmel ist; "und Jehovah sprach: Siehe, es ist ein Ort bei Mir, und du sollst (daselbst) auf einem Felsen stehen" bedeutet den Zustand des Glaubens an Gott; "und es wird geschehen, wenn Meine Herrlichkeit vorübergeht" bedeutet die inneren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes; "so will Ich dich in die Kluft des Felsen stellen" bedeutet das Dunkle und Falsche des Glaubens, wie es diejenigen haben, die im Äußeren ohne das Innere sind; "und will Meine Hand über dich decken, bis Ich vorübergegangen sein werde" bedeutet die Verschließung des Inneren; "und (dann) will Ich Meine Hand wegtun, daß du Mich von hinten sehest, aber Mein Angesicht kann man nicht sehen" bedeutet die äußeren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes werden sie sehen, aber nicht die inneren. 10574. "Und er sprach: Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen", 2. Mose 33/18, bedeutet die Wahrnehmung des inneren göttlich Wahren im Äußeren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses hier, sofern er das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes darstellt, das nicht so getrennt ist vom Inneren, wie bei jener Völkerschaft selbst, wovon Nr. 10563, 10571; aus der Bedeutung von sehen lassen, sofern es heißt wahrnehmen lassen, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; und aus der Bedeutung der Herrlichkeit Jehovahs, sofern sie das Innere des Wortes bezeichnet, wovon in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 5922, 9429. Hieraus erhellt, daß durch "Mose sprach: Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen" bezeichnet wird, die Wahrnehmung des Inneren im Äußeren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes. Daß dieses durch jene Worte bezeichnet wird, kann man auch aus dem Vorhergehenden in diesem Kapitel erkennen, denn daselbst wird im inneren Sinn von der israelitischen Völkerschaft gehandelt, und davon, daß die Kirche bei ihr nicht errichtet werden konnte aus dem Grunde, weil sie nichts Inneres aufnehmen konnten. Das Innere der Kirche aufnehmen heißt, das göttlich Wahre aus dem Himmel und durch dieses die himmlische Liebe aufnehmen. Weil hiervon im inneren Sinn gehandelt wird und dennoch Mose darauf bestand, daß Jehovah sie ins Land Kanaan einführen möchte, wodurch die Errichtung der Kirche bezeichnet wird, darum sagt jetzt Mose: "Laß mich Deine Herrlichkeit sehen", wodurch ebendeshalb die Wahrnehmung des inneren göttlich Wahren im Äußeren bezeichnet wird. Daß unter der Herrlichkeit Jehovahs ein solches Göttliches verstanden wird, das von Mose nicht wahrgenommen werden konnte, erhellt offenbar aus dem Folgenden in diesem Kapitel, wo gesagt wird, er könne das Angesicht Jehovahs nicht sehen, denn so wird dort die Herrlichkeit genannt, aber wenn Er vorübergegangen sein werde, so dürfe er Ihm hinten nachsehen, und zwar aus einer Felsenritze, wodurch bezeichnet wird, er werde nur die äußeren Dinge der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes wahrnehmen, aber nicht die inneren. Daß solches durch die Herrlichkeit Jehovahs bezeichnet wird, geht daraus hervor, daß einigemal gesagt wird, sie hätten die Herrlichkeit Jehovahs gesehen, aber es war eine Wolke, die so genannt wurde, wie auf dem Berg Sinai und über dem Zelte und in diesem, man sehe 2. Mose 16/10; 24/16,17; 40/34,35; 4. Mose 17/7 (oder 16/42) und anderwärts. Durch die Wolke dort, welche die Herrlichkeit Jehovahs hieß, wird bezeichnet das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes, oder der buchstäbliche Sinn des Wortes; man sehe in der Vorrede zum 18. Kapitel der Genesis und Nr. 4060, 4061, 5922, 6343E, 6752, 8106, 8781, 9430, 10551. Daß die Herrlichkeit Jehovahs das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, hat den Grund, weil das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, wie es im Himmel sich findet, die Herrlichkeit Jehovahs ist; denn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre erscheint dort als ein Licht. Die Erscheinung des Herrn in diesem Licht ist es, was im echten Sinn unter der Herrlichkeit Jehovahs verstanden wird. Unter der Erscheinung des Herrn wird dort alles verstanden, was vom Herrn ist, das unzählig ist, und mit einem allgemeinen Ausdruck Himmlisches und Geistiges genannt wird. Der Grund, warum das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes durch die Herrlichkeit Jehovahs bezeichnet wird, ist der, weil jenes in diesem Licht ist, das Äußere aber im Licht der Welt; deshalb wird dieses im Wort durch Wolke bezeichnet. Hieraus wird klar, daß der innere Sinn des Wortes die Herrlichkeit ist. Hieraus kann nun erhellen, was durch die Herrlichkeit Jehovahs und durch sein Licht in den folgenden Stellen bezeichnet wird: Jes.60/1-3,20: "Stehe auf, werde Licht, denn Dein Licht kommt, und die Herrlichkeit Jehovahs geht auf über Dir; siehe, Finsternis bedeckt das Land, und Dunkel die Völker, aber über Dir wird aufgehen Jehovah, und Seine Herrlichkeit über Dir gesehen werden, die Völkerschaften werden wandeln zum Licht, und die Könige zum Glanz Deines Aufgangs; es wird nicht mehr untergehen Deine Sonne, und Dein Mond wird nicht verdunkelt werden, denn Jehovah wird Dir sein zum Licht der Ewigkeit": hier wird von der Zukunft des Herrn gehandelt. Das Licht bedeutet hier das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre; und Seine Herrlichkeit und der Glanz Seines Aufgangs bezeichnet alles das, was vom Herrn und vom Glauben und der Liebe zu Ihm in diesem Licht erscheint. Finsternis und Dunkel, das Land und Völker bedeckt, sind die Dunkelheiten des Glaubens und der Liebe, denn es wird von der Kirche gesprochen, die bei den Heiden errichtet werden soll. Hieraus folgt, daß durch das Licht und die Herrlichkeit, die aufgehen und die gesehen werden soll und zu der sie wandeln werden, die göttlichen Wahrheiten in betreff des Herrn, des Glaubens und der Liebe zu Ihm von Ihm bezeichnet werden. Jes.42/6,8: "Ich Jehovah habe Dich gerufen in Gerechtigkeit und habe Dich gesetzt zum Bund dem Volk, zum Licht der Völkerschaften. Ich Jehovah, das ist Mein Name; Meine Herrlichkeit werde Ich keinem anderen geben": auch hier wird vom Herrn gehandelt, Der das Licht der Völkerschaften genannt wird, weil von Ihm alles göttlich Wahre kommt, und Der die Herrlichkeit Jehovahs ist, weil auf Ihn das Ganze des Glaubens und der Liebe sich bezieht. Jes.58/8: "Hervorbrechen wie die Morgenröte wird Dein Licht, wandeln wird vor Dir Meine Gerechtigkeit, die Herrlichkeit Jehovahs wird Dich sammeln": ebenso (zu verstehen). Jes.66/10: "Freuet euch mit Jerusalem, ergötzet euch an dem Glanze Seiner Herrlichkeit": Jerusalem bedeutet hier wie anderwärts die Kirche, und der Glanz der Herrlichkeit der Liebe des Wahren vom Herrn. Sach.2/9 (oder 2/5): "Ich werde ihnen eine feurige Mauer sein ringsumher, und zur Herrlichkeit werde Ich sein in ihrer Mitte": auch hier von Jerusalem, das die Kirche ist. Die Herrlichkeit in ihrer Mitte ist der Herr selbst in Ansehung alles Wahren und Guten des Glaubens und der Liebe. Daß unter Herrlichkeit hier das verstanden wird, was dem göttlichen Licht angehört, ist klar. Joh.Offenb.21/11,23-25: "Das heilige Jerusalem hat die Herrlichkeit Gottes, und seine Leuchte ist gleich dem kostbarsten Stein, die Herrlichkeit Gottes wird es erleuchten und seine Leuchte ist das Lamm; die Völkerschaften, die selig werden, werden in Seinem Lichte wandeln; und die Könige des Landes werden ihre Herrlichkeit und Ehre in dasselbe bringen. Seine Tore werden nicht geschlossen werden bei Tag; denn Nacht wird dort nicht sein": das heilige Jerusalem ist hier die Kirche, die auf die heutige folgen wird. Das, was der Kirche angehört, und Sache des Glaubens und der Liebe zum Herrn vom Herrn ist, wird beschrieben durch Leuchte, durch Licht und durch Herrlichkeit. Weil unter Herrlichkeit das verstanden wird, was dem Licht angehört, darum wird gesagt: "die Herrlichkeit Gottes wird es erleuchten". Jeder, der dies recht erwägt und die Sachen selbst betrachtet, und nicht bloß bei den Worten stehenbleibt, kann sehen, daß durch das alles solches bezeichnet wird, was der Kirche angehört; was aber durch das einzelne bezeichnet wird, lehrt der innere Sinn; denn im Wort wird nichts ohne Bedeutung gesagt, nicht einmal ein Wörtchen. Luk.2/30-32: "Meine Augen haben gesehen Dein Heil, das Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker, ein Licht zur Offenbarung für die Völkerschaften, und die Herrlichkeit Deines Volkes Israels": dies steht in der Weissagung Schimeons vom Herrn, Der geboren war. Das Licht zur Offenbarung für die Völkerschaften ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, und die Herrlichkeit des Volkes Israel ist alles das, was vom Herrn geoffenbart wurde über Ihn selbst und über den Glauben und die Liebe zu Ihm bei denen, die Ihn aufnehmen. Das alles wird Herrlichkeit genannt, weil es im Himmel und im Lichte daselbst erscheint; das Licht ist dort das göttlich Wahre. Unter den Söhnen Israels werden die verstanden, die im Glauben und in der Liebe zum Herrn sind. Daß das Licht der Herr in Ansehung des göttlich Wahren ist, wie auch die Herrlichkeit, die dem Licht angehört, erhellt aus den Worten des Herrn selbst: Joh.12/43,46: "Sie liebten die Herrlichkeit der Menschen mehr, als die Herrlichkeit Gottes. Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, auf daß jeder, der an Mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe". Joh.1/1,9,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Es war das wahrhaftige Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt; und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater": das Wort ist das göttliche Wahre, und auch das Licht; und Herrlichkeit ist alles den Herrn betreffende, das in jenem Licht erscheint. Diese Stellen sind aus dem Worte angeführt worden, weil in denselben die Herrlichkeit und zugleich das Licht genannt werden, und zwar zu dem Zweck, damit man wisse, daß das Licht das göttlich Wahre vom Herrn ist, somit der Herr selbst in Ansehung des göttlich Wahren, und daß die Herrlichkeit alles ist, was dem Licht angehört, mithin alles, was aus dem göttlich Wahren herkommt, und Einsicht und Weisheit macht bei den Engeln und bei den Menschen, die den Herrn im Glauben und mit Liebe aufnehmen. Das gleiche wird durch Herrlichkeit anderwärts bezeichnet, wie Joh.17/24: "Ich will, daß wo Ich bin, auch sie bei Mir seien, auf daß sie sehen Meine Herrlichkeit". Luk.24/26: "Mußte nicht Christus dieses leiden, und eingehen in Seine Herrlichkeit?". Matth.24/30: "Alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes, und alsdann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und werden sehen den Sohn des Menschen kommen in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit": unter den Wolken wird verstanden das göttlich Wahre, wie es im Licht der Welt, somit wie es bei den Menschen beschaffen ist; und durch Herrlichkeit wird verstanden das göttlich Wahre, wie es im Licht des Himmels, somit wie es bei den Engeln ist. Und weil das göttlich Wahre unter der Wolke und unter der Herrlichkeit verstanden wird, darum ist es das Wort in Ansehung des äußeren Sinns und in Ansehung des inneren Sinns. In Ansehung des äußeren Sinns wird es durch Wolke und in Ansehung des inneren Sinns durch Herrlichkeit (bezeichnet). Was im Licht der Welt erscheint, ist auch wirklich eine Wolke in Beziehung auf das, was im Licht des Himmels erscheint. Daß die Wolke dieses bedeutet, sehe man in der Vorrede zum 18. Kapitel der Genesis und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343E, 6752, 8106, 8443, 8781, 9430, 10551. Daher kommt es, daß die Wolke auch im Wort Herrlichkeit heißt: 2. Mose 16/10: "Die Herrlichkeit Jehovahs erschien in einer Wolke". 2. Mose 24/16,17: "Es wohnte die Herrlichkeit Jehovahs auf dem Berg Sinai, und es bedeckte ihn die Wolke sechs Tage; aber das Aussehen der Herrlichkeit Jehovahs war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Haupte (Gipfel) des Berges vor den Söhnen Israels". 2. Mose 40/35,36: "Es bedeckte eine Wolke das Zelt der Zusammenkunft, und die Herrlichkeit Jehovahs erfüllte die Wohnung; und Mose konnte nicht hineingehen darum, weil die Wolke auf ihr ruhte und die Herrlichkeit Jehovahs die Wohnung erfüllte". 4. Mose 17/7 (oder 16/42): "Als die Gemeinde sich sammelte wider Mose und wider Aharon und hinblickte auf das Zelt der Zusammenkunft, siehe, da bedeckte es eine Wolke und es erschien die Herrlichkeit Jehovahs". 1.Kön.8/11: "Eine Wolke erfüllte das Haus Jehovahs, so daß die Priester nicht stehen konnten zu dienen wegen der Wolke, denn die Herrlichkeit Jehovahs erfüllte das Haus Jehovahs". Joh.Offenb.15/8: "Der Tempel ward voll vom Rauch und von der Herrlichkeit Gottes". Weil das Göttliche wie eine Wolke erschien, darum wird durch Wolke die göttliche Gegenwart bezeichnet, und wo die göttliche Gegenwart, da ist auch das göttlich Wahre; denn das Göttliche erscheint nicht ohne dasselbe, weil es in demselben und es selbst ist. Daher kommt es, daß die Wolke dort Herrlichkeit heißt, und diese konnte der israelitischen Völkerschaft nicht anders erscheinen, weil sie im Äußeren ohne das Innere war; man sehe Nr. 6832, 8814, 8819, 10551. Gleichwohl aber unterscheiden sich die Wolke und die Herrlichkeit, wie das Licht der Welt und das Licht des Himmels, oder wie der Buchstabensinn des Wortes und sein innerer Sinn, und wie Menschenweisheit und Engelsweisheit. Aus diesem kann man erkennen, daß durch "Mose sprach: Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen" bezeichnet wird, es möge ihm das innere Göttliche gezeigt werden; und weil Mose das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes vorbildete, wird (dadurch) die Wahrnehmung des inneren göttlich Wahren im Äußeren bezeichnet. 10575. "Und Er sprach: Ich will alle Meine Güte vorübergehen lassen vor deinem Angesicht", 2. Mose 33/19, bedeutet alles Göttliche des Himmels und der Kirche vor dem vom Inneren getrennten Äußeren, in dem Moses war und die Völkerschaft, der er vorstand. Dies erhellt aus der Bedeutung von vorübergehen lassen vor seinem Angesicht, sofern es heißt, vor dem vom Inneren getrennten Äußeren, in dem Mose war und die Völkerschaft, der er vorstand, denn durch "dein Angesicht" wird bezeichnet das Äußere des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes, in dem das Innere ist; und durch "vorübergehen lassen" wird bezeichnet, vor demselben. Und aus der Bedeutung von "alle Güte Jehovahs", sofern sie alles Göttliche des Himmels und der Kirche bezeichnet. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was oben über Mose und über die Völkerschaft, der er vorstand, gesagt und gezeigt wurde, daß sie nämlich in dem vom Inneren getrennten Äußeren waren. Darunter wird verstanden, daß sie in den heiligen äußeren Dingen ohne das Innere waren bei ihrem Gottesdienst, und daß dennoch das innere Heilige gegenwärtig war, aber nicht in ihr äußeres Heilige einging. Hieraus wird klar, was dadurch bezeichnet wird, daß Jehovah alle Güte vor seinem Angesicht vorübergehen lassen wollte. Jene Völkerschaft hatte zwar ein Inneres, aber dieses war häßlich, voll Unreinigkeit aus der Selbst- und Weltliebe; dieses Innere war jedoch verschlossen, wenn sie im Gottesdienst waren, aus dem Grund, damit das innere Göttliche des Himmels, der Kirche und des Wortes nicht verunreinigt werden möchte; denn wenn dieses durch ihr Inneres verunreinigt worden wäre, so hätte gar keine Gemeinschaft ihres Äußeren mit dem Himmel stattgefunden, wenn sie im Gottesdienst und im Lesen des Wortes begriffen waren. Über diesen Gegenstand sehe man was früher, Nr. 10454-10457, 10462-10466, 10492, 10498, 10500, 10533, 10549, 10550, 10551, 10570 gesagt und gezeigt wurde, wo dieses vollständiger erklärt ist. 10576. "Und will anrufen den Namen Jehovahs vor dir", 2. Mose 33/19, bedeutet das Heilige des Gottesdienstes in demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von anrufen den Namen Jehovahs, sofern es das Heilige des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 440, 2724; und aus der Bedeutung von "vor dir", sofern es heißt, vor dem Äußeren, das Mose jetzt vorbildet, und wovon Nr. 10563, 10571. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was Nr. 10575 und in den dort angeführten Stellen gesagt wurde. 10577. "Und will gnädig sein, wem Ich gnädig bin, und will Mich erbarmen, wessen Ich Mich erbarme", 2. Mose 33/19, bedeutet das göttlich Wahre und Gute werde denen geoffenbart werden, die es aufnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gnädig sein, sofern es heißt, geistig Wahres und Gutes schenken; hier dasselbe offenbaren, weil vom Inneren und Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes gehandelt wird; und aus der Bedeutung von sich erbarmen, sofern es heißt, himmlisch Wahres und Gutes schenken, hier dasselbe offenbaren. Daß es bedeutet bei denen, die es aufnehmen, beruht darauf, daß keinen anderen die inneren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes geoffenbart werden, als denen, die sie aufnehmen. Gnädig sein heißt aber, geistig Wahres und Gutes schenken, und sich erbarmen heißt, himmlisch Wahres und Gutes schenken, weil Gnade gesagt wird vom Glauben, und Barmherzigkeit von der Liebe; und das Gute des Glaubens ist das geistig Gute, das Gute der Liebe aber das himmlisch Gute. Was das geistig Gute und das himmlisch Gute ist, und welcher Unterschied (zwischen ihnen), sehe man in den Nr. 9277 angeführten Stellen; und daß die, welche im geistigen Reich des Herrn sind "Gnade" sagen, und die, welche im himmlischen Reich des Herrn sind, "Barmherzigkeit": Nr. 598, 981, 5929. Wenn nicht ein solcher Unterschied wäre zwischen Gnade und Barmherzigkeit, so würde nicht gesagt werden "gnädig sein und sich erbarmen"; daher kommt es auch, daß Jehovah "gnädig" und "barmherzig" genannt wird: 2. Mose 34/6; Joel 2/13; Ps.103/8; 145/8; und Jes.30/18: "Darum wird Jehovah harren, euch Gnade zu erzeigen, und darum wird Er Sich erheben, Sich euer zu erbarmen". Weil es zwei Dinge sind, auf die alles Kirchliche sich bezieht, die Liebe und der Glaube, und weil die Barmherzigkeit Sache der Liebe ist, die Gnade aber, wie auch die Wahrheit Sache des Glaubens ist, darum wird im Wort gesagt Barmherzigkeit und Gnade, wenn der Herr angefleht wird, und es wird gesagt Barmherzigkeit und Wahrheit, wenn der Herr geschildert wird, wie in den folgenden Stellen: Ps.26/3: "Deine Barmherzigkeit ist vor meinen Augen, und ich wandle in Deiner Wahrheit". Ps.36/6: "Jehovah, bis zu den Himmeln reicht Deine Barmherzigkeit und Deine Wahrheit bis zu den Wolken". Ps.57/4,11: "Gott wird senden aus den Himmeln Seine Barmherzigkeit und Seine Wahrheit. Groß ist bis zum Himmel Deine Barmherzigkeit und bis zu den Wolken Deine Wahrheit". Ps.85/11: "Barmherzigkeit und Wahrheit sollen sich begegnen, und Gerechtigkeit und Friede sich küssen". Ps.89/2,3,15: "Die Barmherzigkeit Jehovahs will ich besingen ewiglich, von Geschlecht zu Geschlecht Deine Wahrheit mit meinem Munde; denn ich spreche: Auf ewig wird Deine Barmherzigkeit gegründet werden, in den Himmeln selbst wirst Du befestigen Deine Wahrheit; Gerechtigkeit und Gericht ist die Stütze Deines Throns, Barmherzigkeit und Wahrheit werden bestehen vor Deinem Angesicht": Barmherzigkeit bedeutet hier die Liebe und Wahrheit den Glauben. 10578. "Und Er sprach: Du kannst Mein Angesicht nicht sehen", 2. Mose 33/20, bedeutet, die inneren göttlichen Dinge der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes können der israelitischen Völkerschaft nicht erscheinen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichts Jehovahs, sofern es die inneren göttlichen Dinge der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes bezeichnet, wovon Nr. 10567, 10568; aus der Bedeutung von es sehen, sofern es soviel ist als erscheinen. Daß dieselben der israelitischen Völkerschaft nicht erscheinen können, erhellt daraus, daß dies zu Mose gesagt wird, und Mose hier das Haupt der israelitischen Völkerschaft vorstellt: Nr. 10556. Daß das Angesicht Jehovahs die inneren göttlichen Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, geht auch daraus hervor, daß durch das Angesicht Jehovahs das gleiche bezeichnet wird, wie durch die Herrlichkeit Jehovahs, denn Mose hatte gesagt: "Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen", und Jehovah erwiderte darauf: "Du kannst Mein Angesicht nicht sehen"; und durch die Herrlichkeit Jehovahs werden die inneren göttlichen Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet; man sehe Nr. 10574. Wie es sich damit verhält, kann aus dem erhellen, was früher oft gesagt wurde, daß nämlich die israelitische Völkerschaft die inneren Dinge des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes schlechterdings nicht sehen konnte, weil sie in dem vom Inneren getrennten Äußeren war, und also auch das Angesicht Jehovahs nicht sehen konnte. Diejenigen aber, die in einem Äußeren sind, das nicht getrennt ist vom Inneren, können alle die inneren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, somit das Angesicht Jehovahs sehen. Hieraus folgt, daß die, welche in der Liebe zum Herrn sind, wie auch die, welche in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, es sehen; denn die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten öffnen den inwendigen Menschen, und wenn dieser geöffnet ist, dann ist der Mensch in betreff seines Inneren im Himmel unter den Engeln, wo der Herr ist. Es soll aber mit wenigen Worten gesagt werden, was die Liebe zum Herrn oder den Herrn lieben ist: Wer da glaubt, er liebe den Herrn, aber nicht nach Seinen Geboten lebt, ist sehr im Irrtum; denn nach diesen leben heißt, den Herrn lieben. Diese Gebote sind die Wahrheiten, die vom Herrn stammen, und in denen somit der Herr ist. Inwieweit man daher diese liebt, d.h. in dem Maß, als man aus Liebe danach lebt, insoweit liebt man den Herrn. Der Grund ist, weil der Herr den Menschen liebt, und aus Liebe will, daß er selig werde in Ewigkeit, und der Mensch nicht selig werden kann, außer durch ein Leben nach Seinen Geboten; denn durch sie wird der Mensch wiedergeboren und geistig, und dadurch kann er in den Himmel erhoben werden. Hingegen den Herrn lieben ohne ein Leben nach Seinen Geboten, heißt nicht, Ihn lieben, denn alsdann ist nichts beim Menschen, in was der Herr einfließen und wodurch Er ihn zu Sich erheben könnte. Er ist alsdann gleich einem leeren Gefäß, weil kein Leben in seinem Glauben und kein Leben in seiner Liebe ist. Das Leben des Himmels, welches das ewige Leben heißt, wird aber niemanden unmittelbar eingegossen, sondern mittelbar. Aus diesem kann erhellen, was es heißt, den Herrn lieben, und auch was es heißt, den Herrn oder Sein Angesicht sehen, daß es nämlich nur aus einem solchen Glauben und vermöge einer solchen Liebe gesehen werden kann. Leben nach den Geboten des Herrn heißt, leben nach der Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens, über die man nachsehe in dem, was den einzelnen Kapiteln des Exodus (2.Buch Mose) vorausgeht. Daß es so ist, lehrt auch der Herr: Joh.14/21,23,24: "Wer Meine Gebote hat und sie tut, der ist es, der Mich liebt; wer Mich aber liebt, wird geliebt werden von Meinem Vater, und Ich werde ihn lieben und Mich selbst ihm offenbaren. Wer Mich liebt, wird Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer Mich nicht liebt, hält Meine Worte nicht". Was noch außerdem durch das Angesicht Jehovahs bezeichnet wird, soll im gleich folgenden Abschnitt gesagt werden. 10579. "Denn nicht sieht Mich ein Mensch und lebt", 2. Mose 33/20, bedeutet das Göttliche Selbst könne nicht gesehen werden, wie es an sich, sondern nur, wie es durch den Herrn im Himmel ist. Dies kann daraus erhellen, daß niemand jemals Jehovah den Vater gesehen hat, sondern, wenn Er gesehen wurde, so war es der Herr, Der gesehen wurde; denn der Herr ist das eigentliche Angesicht Jehovahs. Daß Jehovah, den Vater, niemand je gesehen hat, erhellt aus den Worten des Herrn selbst: Joh.1/18: "Gott hat niemand je gesehen, der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, Der hat (Ihn) dargestellt". Joh.5/37: "Nicht habt ihr jemals die Stimme des Vaters gehört, noch Seine Gestalt gesehen". Matth.11/27: "Niemand kennt den Vater, denn der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren". Daß, wenn Jehovah, der Vater, gesehen wurde, der Herr es war, Der gesehen wurde, lehrt der Herr ebenfalls: Joh.14/7-9: "Jesus sprach: Wenn ihr Mich erkannt habt, so habt ihr auch Meinen Vater erkannt, und von nun an habt ihr Ihn erkannt, und Ihn gesehen. Philippus sprach: Herr, zeige uns den Vater; spricht zu ihm Jesus: So lange bin Ich bei euch, und du kennst Mich nicht? Philippus, wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen; wie sagst du denn: Zeige uns den Vater". Joh.8/56,58: "Abraham, euer Vater, frohlockte daß er Meinen Tag sah, und er sah ihn, und freute sich, wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: ehe Abraham war, bin Ich". Hieraus kann man erkennen, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Jehovah ist, Welcher gesehen wurde, und daß Er so das Angesicht Jehovahs ist. Daß der Herr das Angesicht Jehovahs ist, erhellt ebenfalls aus dem Wort: Jes.63/8,9: "Er wurde ihnen zum Heiland; der Engel des Angesichts Jehovahs hat sie befreit, um Seiner Liebe und Seiner Huld willen; Dieser hat sie erlöst, und sie angenommen, und sie getragen in allen Tagen der Ewigkeit". 2. Mose 23/20: "Siehe, Ich sende Meinen Engel vor dir her, dich zu behüten auf dem Wege, und dich hinzuführen an den Ort, den Ich bereitet habe; hüte dich vor Seinem Angesicht, erbittere Ihn nicht, weil Er sonst eure Übertretung nicht tragen wird, denn Mein Name ist in Seiner Mitte". Wenn nämlich Jehovah vor der Ankunft des Herrn in die Welt erschien, erschien Er in der Gestalt eines Engels, denn wenn Er durch den Himmel hindurchging, bekleidete Er Sich mit dieser Gestalt, welche die Menschengestalt war, denn der ganze Himmel ist vermöge des Göttlichen dort gleichsam ein Mensch, wie ausführlich gezeigt wurde, wo vom Größten Menschen, welcher der Himmel ist, die Rede war; daher war Er alsdann das Göttlich-Menschliche, und weil Jehovah in Menschengestalt als ein Engel erschien, so ist klar, daß Er dennoch Jehovah selbst war, und daß eben diese Gestalt auch die Seinige war, weil sie Sein Göttliches im Himmel war. Dieses war der Herr von Ewigkeit. Weil aber diese Menschengestalt angenommen wurde beim Hindurchgehen durch den Himmel, und es zur Rettung des Menschengeschlechts notwendig war, daß Er wirklich und wesentlich Mensch wurde, darum gefiel es Ihm, geboren zu werden und so die menschliche Gestalt tatsächlich anzunehmen, in der Jehovah selbst (erschien). Daß es so ist, lehrt der Herr: Joh.14/11: "Glaubet Mir, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir". Joh.10/30: "Ich und der Vater sind eins ". Daß der Herr von Ewigkeit war, lehrt Er ebenfalls bei Johannes: Joh.1/1-3,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, alles ist durch Ihn geworden, und ohne Ihn ist nichts geworden, was geworden ist. Und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns". Joh.16/28,29: "Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse Ich die Welt, und gehe zum Vater". Joh.17/5: "Jesus sprach: Verherrliche Mich, Du Vater, bei Dir selbst mit der Herrlichkeit, die Ich hatte, ehe die Welt war, bei Dir". Joh.8/58: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, ehe Abraham war, bin Ich". Hieraus kann offenbar erkannt werden, daß der Herr auch in Ansehung Seines Menschlichen Jehovah ist, daß also Sein Menschliches göttlich ist; deswegen wird bei Johannes gesagt: "Gott war das Wort, und das Wort ward Fleisch"; und auch "ehe Abraham war, bin Ich", und nicht Ich war, denn der "Ich bin" ist Jehovah: 2. Mose 3/14. Hieraus kann man nun erkennen, daß durch "nicht sieht Mich ein Mensch, und lebt" bezeichnet wird, das Göttliche Selbst könne nicht gesehen werden, wie es an sich, sondern wie es durch den Herrn im Himmel ist. "Durch den Herrn im Himmel" wird gesagt, weil der Herr über den Himmeln ist, denn Er ist die Sonne des Himmels, gleichwohl aber ist Er in den Himmeln gegenwärtig. Er ist daselbst das göttlich Wahre; und das vom Herrn, als der Sonne ausgehende göttlich Wahre ist der Herr im Himmel. Darum ist das göttlich Wahre daselbst Sein Angesicht. Oben wurde gesagt, daß durch Angesicht Jehovahs die inneren göttlichen Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet werden: Nr. 10567, 10568, der Grund ist, weil die inneren göttlichen Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, somit der Herr im Himmel sind. Dies wird durch das Angesicht Jehovahs bezeichnet, wo es im Wort genannt wird, wie bei Matth.18/10: "Sehet, daß ihr keinen von diesen Kleinen verachtet, denn Ich sage euch, ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht des Vaters, Der in den Himmeln ist". Joh.Offenb.22/3,4: "Der Thron Gottes und des Lammes wird in dem heiligen Jerusalem sein, und Seine Knechte werden Ihm dienen, und werden Sein Angesicht sehen". 4. Mose 6/25: "Jehovah lasse Sein Angesicht leuchten über dir, und erbarme Sich deiner, Jehovah erhebe Sein Angesicht über dir, und gebe dir Frieden". Ps.4/7: "Viele sagen: Wer wird uns zeigen das Gute? Erhebe über uns das Licht Deines Angesichts, Jehovah". Ps.13/2: "Wie lange, Jehovah, verbirgst Du dein Angesicht vor mir!". Ps.27/8: "Von Dir hat gesagt mein Herz: Suchet Mein Angesicht, Dein Angesicht, Jehovah, suche ich". Ps.67/2: "Gott wird sich unser erbarmen, und uns segnen, leuchten lassen wird Er uns Sein Angesicht". Ps.80/4,8,20: "Gott, bring uns zurück, und laß Dein Angesicht leuchten, daß wir gerettet werden". Ps.89/16: "Glücklich ist Dein Volk, die wandeln im Licht Deines Angesichts". Ps.102/3: "Jehovah, verbirg Dein Angesicht nicht vor mir". Ps.104/29: "Du verbirgst Dein Angesicht, so erschrecken sie". Was unter dem Angesicht Jehovahs hier verstanden wird, kann jeder begreifen, nämlich das Göttliche, und alles, was dem Göttlichen angehört, somit Barmherzigkeit, Friede und alles Gute, aber im umfassenden Sinn das göttlich Wahre, weil im göttlich Wahren alles Gute ist. Und beim Menschen und beim Engel ist das göttlich Gute im göttlich Wahren, und ohne dasselbe ist es nicht; denn das Wahre ist das Behältnis des Guten, somit auch das der Barmherzigkeit und des Friedens. Hieraus folgt nun, daß, wo nicht das göttlich Gute im göttlich Wahren ist, da auch das Angesicht Jehovahs nicht ist, und es folgt auch, daß, wo das Böse im Falschen ist, das Göttliche nicht erscheint. Dies wird darunter verstanden, daß Jehovah das Angesicht verbirgt und abwendet in folgenden Stellen: Jes.59/2: "Eure Sünden haben das Angesicht Jehovahs vor euch verborgen". Jerem.33/5: "Um ihrer Bosheit willen habe Ich Mein Angesicht verborgen vor dieser Stadt". Hes.7/22: "Ich wende Mein Angesicht von ihnen ab, und sie entweihen Mein Geheimnis". Micha 3/4: "Jehovah wird Sein Angesicht verbergen vor ihnen, gleichwie sie böse gemacht haben ihre Werke". Aber man wisse, daß Jehovah, das ist der Herr, niemals Sein Angesicht abwendet vom Menschen, sondern der Mensch, der im Bösen ist, wendet sein Angesicht vom Herrn ab; und weil er alsdann das Göttliche im Rücken hat, so scheint es, als ob dieses sich verberge oder abwende. Es verhält sich auch in Wirklichkeit so: die höllischen Geister kehren alle dem Herrn als der Sonne den Rücken zu, aber die Engel (wenden) immer das Angesicht zu Ihm. Ebenso der Mensch in Ansehung seines Geistes, solange er in der Welt lebt. 10580. "Und Jehovah sprach: Siehe, es ist ein Ort bei Mir, und du sollst (daselbst) auf einem Felsen stehen", 2. Mose 33/21, bedeutet den Zustand des Glaubens an Gott. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381, 9440, 9967, 10146; und aus der Bedeutung des Felsen, sofern er den Glauben bezeichnet, wovon Nr. 8581, 10438. Der Zustand des Glaubens an Gott wird aber bezeichnet, weil gesagt wird "ein Ort bei Mir", daß dieses durch diese Worte bezeichnet wird, kann man nur aus dem inneren Sinn wissen, somit nur, wenn man weiß, was in diesem der Ort, und was der Fels bedeutet; denn was sollte es sonst heißen, daß ein Ort sei bei Jehovah auf einem Felsen? Es würde heißen, daß Jehovah dort wohne und ihm einen Ort bei Sich gebe, da doch Jehovah im Himmel bei den Engeln wohnt und in der Kirche bei den Menschen. Daß der Fels hier den Glauben bezeichnet, hat seinen Grund in den Erscheinungen im anderen Leben. Die, welche im Glauben sind, wohnen dort auf Felsen, die aber in der Liebe sind, die wohnen auf Bergen. Die Felsen erscheinen dort steinern, die Berge aber nicht steinern, weil sie Erhöhungen der Erde sind, daher kommt es, daß der Fels den Glauben bezeichnet. 10581. "Und es wird geschehen, wenn Meine Herrlichkeit vorübergeht", 2. Mose 33/22, bedeutet, die inneren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herrlichkeit Jehovahs, sofern sie die inneren göttlichen Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 10574. 10582. "So will Ich dich in die Kluft des Felsen stellen", 2. Mose 33/22, bedeutet das Dunkle und Falsche des Glaubens, wie es diejenigen haben, die im Äußeren ohne das Innere sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Felsenkluft, sofern sie das Dunkle und Falsche des Glaubens bezeichnet, denn durch Fels wird der Glaube bezeichnet, wie Nr. 10580, und durch die Kluft desselben das Dunkle, wie auch das Falsche, worüber folgt. Es wird gesagt, "wie es diejenigen haben, die im Äußeren ohne das Innere sind", weil bei ihnen alles Wahre des Glaubens im Dunkeln und auch mit dem Falschen (verbunden) ist; denn die, welche das Wort glauben, die glauben es überall nach dem Buchstaben und nicht nach seinem inneren Sinn; und die, welche so glauben, können in keinem Licht sein; denn das Licht aus dem Himmel fließt durch das Innere ins Äußere ein, und was sie ohne Licht aus dem Himmel glauben, erscheint auch als wahr, es ist aber dennoch bei ihnen falsch, denn vom Wahren haben sie eine materielle und irdische, und nicht zugleich eine geistige und himmlische Vorstellung, und eine jede materielle und irdische Vorstellung ist voll von Täuschungen, wenn nicht das Licht aus dem Himmel darin ist, wie zum Beispiel: Jakobus und Johannes, weil sie vom Reich des Herrn eine irdische Vorstellung hatten, baten, daß der eine zu Seiner Rechten und der andere zur Linken in Seinem Reich sitzen dürfe. Aber Jesus sprach: "Ihr wisset nicht, was ihr bittet; ihr wisset, daß die Fürsten der Völkerschaften (Heiden) über sie herrschen, so soll es nicht sein unter euch, sondern wer unter euch groß werden will, der soll euer Diener sein, und wer der Erste sein will, der soll euer Knecht sein": Matth.20/21,22,25-27. Die, welche von solcher Art sind, wie jene damals, wissen nicht, was das himmlische Reich, was die Herrlichkeit in demselben, auch nicht, was Liebe, ja nicht einmal, was Glaube ist, und überhaupt nicht, was das Gute ist, denn sie urteilen aus körperlichen und irdischen Dingen, und alles, was dem Leib und seinen Sinnen angenehm ist, nennen sie gut, und das Hervorragen über andere nennen sie Herrlichkeit, die Weltliebe und die Selbstliebe nennen sie himmlische Liebe und das Wißtümliche, das zur Beredung geworden, nennen sie Glauben. Wenn sie an Gott denken, so sind es materielle Gedanken, und darum leugnen sie entweder Gott und halten die Natur für Gott, oder sie verehren Götzen oder gestorbene Menschen. Hieraus erhellt, wie dunkel der Glaube ist, den diejenigen haben, die bloß im Äußeren sind, wie auch, daß sie einen falschen Glauben haben. In einem solchen dunklen und falschen Glauben sind die, welche das Wort bloß nach seinem Buchstabensinn glauben, ohne eine Lehre, die ein durch dasselbe Erleuchteter aufgestellt hat. Die, welche das Wort lesen ohne Lehre, sind gleich denen, die in der Finsternis wandeln ohne eine Leuchte; solcherart sind aber alle bloß sinnlichen Menschen. Daß die jüdische Völkerschaft so geartet ist, leuchtet ein, denn sie erklären alles im Wort nach dem Buchstabensinn, aus dem Grund, weil sie in dem vom Inneren getrennten Äußeren sind. Die, welche so geartet sind, wohnen im anderen Leben nicht einmal auf Felsen, sondern entweder in Höhlen daselbst oder in Klüften. Daß die Felskluft das Dunkle und Falsche des Glaubens ist, erhellt auch aus anderen Stellen im Wort: Jes.7/18: "An jenem Tage wird Jehovah zischen der Fliege, die am Ende der Flüsse Ägyptens ist; und der Biene, die im Lande Aschurs, dieselben werden alle kommen und ruhen auf den Flüssen der Verödungen, und in den Klüften der Felsen": hier ist die Rede vom Kommen des Herrn und vom Zustand der Kirche alsdann, wo die Verödung alles dessen ist, was dem geistig Wahren und Guten angehört; denn durch jene Worte wird bezeichnet, daß der Mensch der Kirche alsdann sich vom Inneren entfernt habe, und ganz äußerlich, also durchaus sinnlich geworden sei. Sinnlich werden heißt, nichts anderes begreifen und glauben, als was die äußeren Sinne angeben. Die Fliege am Ende der Flüsse Ägyptens bedeutet das Falsche des ganz äußerlichen oder durchaus sinnlichen Menschen. Die Biene im Lande Aschur bedeutet das Falsche der daher stammenden Vernünftelei. Die Flüsse der Verödungen bezeichnen die Wahrheiten der Lehre, die ganz verödet sind; und die Klüfte der Felsen sind das Falsche des Glaubens, das daher stammt. Wer kann erraten, daß jene Worte solches bedeuten? Die Bedeutung derselben wird vielmehr ganz verborgen bleiben, wofern sie nicht durch den inneren Sinn aufgedeckt wird. Jes.2/20,21: "An jenem Tag wird der Mensch die Götzen hinwerfen, die sie sich dort gemacht haben, sich zu neigen vor Maulwürfen und Fledermäusen, einzugehen in die Ritzen der Felsen und in die Klüfte der Bergrisse": sich neigen vor Maulwürfen und Fledermäusen heißt, solches verehren, was in der Dunkelheit ist und im Schatten der Nacht, d.h. Äußeres ohne das Innere. Eingehen in die Ritzen der Felsen und in die Klüfte der Bergrisse heißt, in das Dunkle und Finstere des Glaubens, somit in Falsches (eingehen). Jerem.16/15,16: "Zurückführen werde Ich die Söhne Israels in ihr Land, und senden zu vielen Fischern, die sie fischen werden, und zu Jägern, die sie jagen werden von allen Bergen, auf allen Hügeln, und aus den Löchern der Felsen": hier ist die Rede von der Herstellung der Kirche, die bezeichnet wird durch "zurückführen die Söhne Israels in ihr Land"; sie fischen heißt, sie belehren in den äußeren Dingen der Kirche; sie jagen heißt, belehren in den inneren Dingen; die auf Bergen und auf Hügeln sind die, welche in der Liebe und Liebtätigkeit sind, in den Löchern der Felsen bedeutet die, welche im Glauben stehen, aber noch nicht erleuchtet, und somit im Dunkeln des Glaubens sind. Jerem.49/15,16: "Zum Geringsten habe Ich dich gemacht unter den Völkerschaften; der Stolz deines Herzens (hat dich verführt), weil du wohnst in den Felsklüften, und die Höhe des Hügels inne hast". Obadja, Vers 3 und 4: "Der Stolz deines Herzens hat dich betrogen, weil du wohnst in den Klüften des Felsen, durch die Höhe deines Sitzes; der da spricht in seinem Herzen: Wer wird mich zur Erde hinabstoßen? Wenn du dich auch hoch setzest wie ein Adler, und zwischen die Sterne dein Nest machst, werde Ich dich doch hinabstoßen": wohnen in Felsklüften heißt, im Falschen des Glaubens. Es ist die Rede von denen, die sich über andere erheben, indem sie meinen, sie seien besser belehrt als die übrigen, während sie doch im Falschen sind, und das Wahre nicht einmal sehen können. Solche wohnen im anderen Leben in Felsklüften; und zuweilen erheben sie sich auf Felsen, dennoch aber werden sie von da in ihre Löcher und in Höhlen, die unter den Felsen sind, hinabgeworfen. Dies wird verstanden unter inne haben die Höhe des Hügels, und sich hoch setzen wie ein Adler, und zwischen Sternen sein Nest machen, und doch hinabgestoßen werden. Aus diesem kann nun erhellen, daß durch "stellen den Mose in eine Felskluft" bezeichnet wird das Dunkle und Falsche des Glaubens, wie es diejenigen haben, die im Äußeren ohne das Innere sind, denn durch Mose wird hier das Volk verstanden, weil er hier das Haupt desselben darstellt: man sehe Nr. 10556. 10583. "Und will Meine Hand über dich decken, bis Ich vorübergegangen sein werde", 2. Mose 33/22, bedeutet die Verschließung des Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand decken über Mose", sofern es heißt, das Innere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes, das über dem Äußeren desselben ist, verschließen. Daß das Äußere desselben bezeichnet wird, kommt daher, weil die Hand decken andeutet, er dürfe die Herrlichkeit und das Angesicht Jehovahs nicht sehen, und durch die Herrlichkeit Jehovahs das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet wird; man sehe Nr. 10574; ebenso durch das Angesicht Jehovahs: Nr. 10567, 10568, 10578. 10584. "Und (dann) will Ich Meine Hand wegtun, daß du Mich von hinten sehest, aber Mein Angesicht kann man nicht sehen", 2. Mose 33/23, bedeutet, die äußeren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes werden sie sehen, aber nicht die inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung dessen, was hinter Jehovah ist, sofern es die äußeren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, worüber folgt. Und aus der Bedeutung des Angesichts Jehovahs, sofern es die inneren Dinge derselben sind, wovon Nr. 10578. Daher wird durch sehen das, was hinten ist und nicht das Angesicht Jehovahs, bezeichnet, die äußeren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes sehen, und nicht die inneren. Daß die israelitische und jüdische Völkerschaft solcherart war, und noch heutzutage ist, wurde bei allem Vorhergehenden in diesem und im vorigen Kapitel gezeigt. Daß das, was hinter Jehovah ist, die äußeren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, hat den Grund, weil das Angesicht das Innere bedeutet: Nr. 10578; und daß sie sehen, was hinter Jehovah ist, und nicht Sein Angesicht, wird von denen gesagt, die das Wort glauben und anbeten, aber bloß das Äußere desselben, das sein Buchstabensinn ist, und nicht tiefer hineingehen, wie diejenigen, die erleuchtet sind, und sich eine Lehre aus dem Wort machen, um durch sie seinen echten (Sinn), somit den inneren Sinn zu sehen. Daß das Wort ohne Lehre nicht begriffen werden kann, und daß die Lehre aus dem Wort, die von einem Erleuchteten gemacht ist, dem Verstande zu einer Leuchte dienen muß, sehe man Nr. 9382, 9409, 9410, 9424, 9430, 10105, 10324, 10400, 10431; und daß der innere Sinn diese Lehre lehrt: Nr. 9430. Hieraus kann man erkennen, was es heißt, dem Jehovah hinten nachsehen, und nicht Sein Angesicht. Diejenigen dagegen, die dem Wort nicht glauben, sehen nicht einmal, was hinter Jehovah ist, sondern sie wenden sich rückwärts von Jehovah ab, und sehen nur sich und die Welt. Diese sind es, die verstanden werden unter denen im Wort, von denen gesagt wird, daß sie ihren Rücken dem Tempel zuwenden, und die Sonne anbeten, wovon bei Hes.8/16: "Ich wurde hineingeführt in den Vorhof des Hauses Jehovahs, und siehe, da waren fünfundzwanzig Männer, deren hintere Seite (Rücken) gegen den Tempel Jehovahs, und deren Angesicht gegen Aufgang (gekehrt war); und ebendieselben beteten an gegen den Aufgang der Sonne": unter der Sonne und deren Aufgang wird verstanden die Weltsonne und deren Aufgang, und durch diese wird bezeichnet die Selbstliebe, welche Liebe der Liebe zum Herrn ganz entgegengesetzt ist. Dies ist auch der Grund, warum die Weltsonne in der Vorstellung der Engel als etwas ganz Dunkles hinter dem Rücken dargestellt wird, der Herr aber, Der die Himmelssonne ist, vor dem Angesicht; man sehe Nr. 7078; von jenen aber wird gesagt, daß sie ihre Hinterseite dem Tempel zuwenden, wie auch, daß sie rückwärts gehen, bei Jerem.15/6: "Du hast verlassen den Jehovah, und bist rückwärts gegangen". Jerem.7/24: "Sie sind hingegangen in der Bestärkung ihres bösen Herzens, und haben sich rückwärts gemacht, nicht aber vorwärts".   Nr. 10585 - 10597 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 34. Kapitel 1. Und Jehovah sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln, gleich den vorigen, so will Ich auf die Tafeln schreiben die Worte, die auf den vorigen Tafeln waren, die du zerbrochen hast. 2. Und sei bereit am Morgen, und steige am Morgen auf den Berg Sinai, und stelle dich Mir daselbst auf dem Haupt (Gipfel) des Berges. 3. Und niemand soll mit dir hinaufsteigen, und soll auch niemand gesehen werden auf dem ganzen Berge, auch kein Schaf noch Rind soll weiden gegen diesen Berg hin. 4. Da hieb (Mose) zwei steinerne Tafeln, gleich den vorigen, und Mose stand früh auf am Morgen und stieg auf den Berg Sinai, wie Jehovah ihm geboten hatte, und nahm in seine Hand die zwei steinernen Tafeln. 5. Und Jehovah kam hernieder in der Wolke, und stellte sich daselbst bei ihm, und rief an den Namen Jehovahs. 6. Und Jehovah ging vorüber vor seinem Angesicht, und rief: Jehovah, Jehovah, Gott, barmherzig und gnädig, langmütig und groß von Güte und Wahrheit. 7. Bewahrend Güte für Tausende, tragend (vergebend) Missetat und Übertretung und Sünde, aber nicht (immer) lossprechend, (sondern) heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen, und an den Söhnen der Söhne, an dem dritten und vierten (d.i. bis zum vierten Geschlecht). 8. Da eilte Mose und neigte sich zur Erde, und betete an. 9. Und sprach: Wenn ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, o Herr, so gehe doch der Herr in unserer Mitte; denn es ist ein hartnäckiges Volk; und vergib unsere Missetat und unsere Sünde, und mache uns zu Deinem Erbe. 10. Und Er sprach: Siehe, Ich schließe einen Bund; vor deinem ganzen Volk will Ich Wunderbares tun, das nicht geschaffen ist auf der ganzen Erde, und bei allen Völkerschaften; und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, wird sehen das Werk Jehovahs; denn wunderbar wird sein, was Ich tue mit dir. 11. Beobachte du, was Ich dir heute gebiete; siehe, Ich vertreibe vor deinem Angesichte die Amoriter, und die Kanaaniter, und die Hethiter, und die Pheresiter, und die Heviter, und die Jebusiter. 12. Hüte dich, daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes, in das du kommst, daß sie nicht etwa zum Fallstrick werden in deiner Mitte. 13. Darum sollt ihr zerstören ihre Altäre, und ihre Bildsäulen zerbrechen, und ihre Haine ausrotten. 14. Deshalb sollst du keinen anderen Gott anbeten, denn Jehovah, Eiferer ist Sein Name, ein eifriger Gott ist Er. 15. Daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes (und sie), wenn sie ihren Göttern nachhuren, und opfern ihren Göttern, dich einladen, und du von ihren Opfern essest. 16. Und nehmest von ihren Töchtern für deine Söhne, und dann ihre Töchter ihren Göttern nachhuren, und machen, daß deine Söhne ihren Göttern nachhuren. 17. Gegossene Götter sollst du dir nicht machen. 18. Das Fest des Ungesäuerten sollst du beobachten; sieben Tage sollst du Ungesäuertes essen, wie Ich dir geboten habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib (Ährenmond) bist du von Ägypten ausgezogen. 19. Alles, was den Mutterleib eröffnet, ist Mein, von all deinem Vieh sollst du das Männliche geben, die Eröffnung (das Erstgeborene) vom Ochs und Schaf. 20. Aber das Erstgeborene vom Esel sollst du lösen mit einem Schaf, und wenn du es nicht lösest, sollst du ihm das Genick brechen, jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du lösen; und vor Meinem Angesichte soll man nicht leer erscheinen. 21. Sechs Tage sollst du arbeiten, und am siebenten Tage sollst du ruhen; auch beim Pflügen und beim Ernten sollst du ruhen. 22. Und das Fest der Wochen sollst du dir halten, mit den Erstlingen der Weizenernte, und das Fest der Einsammlung beim Umlauf des Jahres. 23. Dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Herrn Jehovah, des Gottes Israel. 24. Denn Ich werde die Völkerschaften vertreiben vor deinem Angesichte, und deine Grenze erweitern, und es wird niemand deines Landes begehren, wenn du hinaufgehst, zu erscheinen vor dem Angesichte Jehovahs, deines Gottes, dreimal im Jahr. 25. Du sollst nicht schlachten bei Gesäuertem das Blut Meines Opfers, und nicht soll über Nacht bleiben bis an den Morgen das Opfer des Passahfestes. 26. Das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes. Du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter. 27. Und Jehovah sprach zu Mose: Schreibe dir diese Worte auf; denn nach diesen Worten schließe Ich mit dir einen Bund, und mit Israel. 28. Und er war daselbst bei Jehovah vierzig Tage und vierzig Nächte, Brot aß er nicht und Wasser trank er nicht; und Er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte. 29. Und es geschah, da Mose herabstieg vom Berge Sinai, und die zwei Tafeln des Zeugnisses in der Hand Moses waren, als er vom Berg herabkam, da wußte Mose nicht, daß die Haut seines Angesichtes glänzte, weil er mit Ihm geredet hatte. 30. Da sah Aharon und alle Söhne Israels Mose, und siehe, die Haut seines Angesichtes glänzte; und sie fürchteten sich, ihm zu nahen. 31. Und Mose rief ihnen zu, und sie kehrten sich wieder zu ihm, Aharon und alle Obersten in der Gemeinde, und Mose redete zu ihnen. 32. Und danach traten herzu alle Söhne Israels, und er gebot ihnen alles, was Jehovah mit ihm geredet hatte auf dem Berg Sinai. 33. Und als Mose mit ihnen ausgeredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht. 34. Und wenn Mose hineinging vor Jehovah, mit Ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er herausging; und (dann) ging er heraus und redete zu den Söhnen Israels, was ihm geboten wurde. 35. Und die Söhne Israels sahen das Angesicht Moses, daß die Haut seines Angesichtes glänzte, und dann tat Mose die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er hineinging, mit Ihm zu reden.   Inhalt 10598. Dieses Kapitel handelt im inneren Sinn von der Kirche, die bei der israelitischen Völkerschaft errichtet werden sollte; weil diese aber so geartet war, daß sie das Göttliche vom Inneren her nicht aufnehmen konnte, so wurde diese Völkerschaft in der Art angenommen, daß bei ihr das Vorbildliche der Kirche war, aber nicht die Kirche (selbst); hiervon ist die Rede von Vers 1-9. 10599. Nachher ist im inneren Sinn die Rede von den Hauptpunkten der Kirche, die durchaus beobachtet werden sollten, damit sie die Kirche vorbilden könnten: Vers 10-28. 10600. Endlich ist die Rede vom Durchscheinen des inneren Göttlichen des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes durch das Äußere derselben, aber nicht für jene Völkerschaft. Dies wird bezeichnet durch das Glänzen der Haut des Angesichts Moses, und durch das Vorlegen einer Decke, wenn er mit dem Volke redete: Vers 29-35.   Innerer Sinn 10601. Vers 1-9: Und Jehovah sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln, gleich den vorigen, so will Ich auf die Tafeln schreiben die Worte, die auf den vorigen Tafeln waren, die du zerbrochen hast. Und sei bereit am Morgen; und steige am Morgen auf den Berg Sinai, und stelle dich Mir daselbst auf dem Haupt (Gipfel) des Berges. Und niemand soll mit dir hinaufsteigen, und soll auch niemand gesehen werden auf dem ganzen Berge, auch kein Schaf noch Rind soll weiden gegen diesen Berg hin. Da hieb (Mose) zwei steinerne Tafeln, gleich den vorigen, und Mose stand früh auf am Morgen und stieg auf den Berg Sinai, wie Jehovah ihm geboten hatte, und nahm in seine Hand die zwei steinernen Tafeln. Und Jehovah kam hernieder in der Wolke, und stellte sich daselbst bei ihm, und rief an den Namen Jehovahs. Und Jehovah ging vorüber vor seinem Angesicht, und rief: Jehovah, Jehovah, Gott, barmherzig und gnädig, langmütig und groß von Güte und Wahrheit. Bewahrend Güte für Tausende, tragend (vergebend) Missetat und Übertretung und Sünde, aber nicht (immer) lossprechend, (sondern) heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen, und an den Söhnen der Söhne, an dem dritten und vierten (d.i. bis zum vierten Geschlecht). Da eilte Mose und neigte sich zur Erde, und betete an. Und sprach: Wenn ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, o Herr, so gehe doch der Herr in unserer Mitte; denn es ist ein hartnäckiges Volk; und vergib unsere Missetat und unsere Sünde, und mache uns zu Deinem Erbe. "Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet den Beschluß über die israelitische Völkerschaft; "haue dir zwei steinerne Tafeln, gleich den vorigen" bedeutet das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, wie es wegen jener Völkerschaft beschaffen (sein sollte); "so will Ich auf die Tafeln schreiben die Worte, die auf den vorigen Tafeln waren, die du zerbrochen hast" bedeutet das innere himmlisch und geistig Göttliche (solle) auch in diesem Äußeren sein; "und sei bereit am Morgen, und steige am Morgen auf den Berg Sinai" bedeutet den neuen Anfang einer Offenbarung des göttlich Wahren; "und stelle dich Mir daselbst auf dem Haupt des Berges" bedeutet, aus dem innersten Himmel, wo die göttliche Liebe (herrscht); "und niemand soll mit dir hinaufsteigen" bedeutet die israelitische Völkerschaft könne nicht im göttlich Wahren sein, "und soll auch niemand gesehen werden auf dem ganzen Berge" bedeutet, sie sei ganz von demselben entfernt, somit außerhalb desselben; "auch kein Schaf noch Rind soll weiden gegen diesen Berg hin" bedeutet, sie könnten auch nicht über das innere und äußere Gute der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes belehrt werden; "da hieb (Mose) zwei steinerne Tafeln, gleich den vorigen" bedeutet das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, wie es beschaffen (sein sollte) wegen der israelitischen Völkerschaft; "und Mose stand früh auf am Morgen und stieg auf den Berg Sinai" bedeutet den neuen Anfang einer Offenbarung des göttlich Wahren; "wie Jehovah ihm geboten hatte" bedeutet, daß es so geschehen durfte, weil sie darauf bestanden; "und nahm in seine Hand die zwei (steinernen) Tafeln" bedeutet das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, wie es beschaffen war wegen der israelitischen Völkerschaft; "und Jehovah kam hernieder in der Wolke, und stellte sich daselbst bei ihm" bedeutet das Äußere des Wortes, in dem das Göttliche war; "und rief an den Namen Jehovahs" bedeutet die Verehrung des Herrn durch das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe; "und Jehovah ging vorüber vor seinem Angesicht" bedeutet das innere Göttliche über dem äußeren; "und rief: Jehovah, Jehovah, Gott, barmherzig und gnädig" bedeutet das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Göttliche, von dem alles Gute; "langmütig" bedeutet die göttliche Nachsicht; "und groß von Güte und Wahrheit" bedeutet, es sei das Gute selbst und das Wahre selbst; "bewahrend Güte für Tausende" bedeutet in Ewigkeit; "tragend (vergebend) Missetat und Übertretung und Sünde" bedeutet die Entfernung des Bösen und seines Falschen, so daß es nicht erscheint; "aber nicht (immer) lossprechend" bedeutet die Geduld bis zur Vollendung; "heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen, und an den Söhnen der Söhne" bedeutet die Verwerfung und Verdammung des Bösen und des daher stammenden Falschen in einer langen Reihe; "an dem dritten und vierten (Geschlecht)" bedeutet des Falschen und daher Bösen; "da eilte Mose und neigte sich zur Erde, und betete an" bedeutet, sofort Aufnahme infolge des Einflusses ins Äußere, und Verehrung aus Demut; "und sprach: Wenn ich Gnade gefunden habe in Deinen Augen, o Herr" bedeutet, weil ein solches Äußere angenommen worden; "so gehe doch der Herr in unserer Mitte" bedeutet, so möge das Göttliche inwendig in demselben sein; "denn es ist ein hartnäckiges Volk" bedeutet, obwohl die israelitische Völkerschaft das Göttliche vom Inneren her nicht aufnimmt; "und vergib unsere Missetat und unsere Sünde" bedeutet, es möge ihr Inneres entfernt werden, das voll war von Falschem und Bösem; "und mache uns zu Deinem Erbe" bedeutet, dennoch möge die Kirche bei ihnen sein. 10602. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2. Mose 34/1, bedeutet den Beschluß über die israelitische Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn von Jehovah zu Mose (gesprochen wird), sofern es die Antwort bezeichnet, hier aber den Beschluß, weil das "Er sprach" das Folgende in sich schließt, insofern es das ist, was Er sprach, oder was gesagt wird. Hier also wird durch "Er sprach" bezeichnet der Beschluß über die israelitische Völkerschaft, von der die zwei vorhergehenden Kapitel handelten. Der Beschluß lautet dahin, daß zwar die Kirche bei ihr errichtet, und das Wort bei ihr geschrieben werden soll, daß sie aber bloß im Äußeren seien, und gar nicht im Inneren. Im Äußeren sein und nicht im Inneren heißt, Äußeres als heilig verehren, ohne Anerkennung des Herrn und ohne Liebe zu Gott um Gottes willen, sondern um seiner selbst willen, und das heißt, sich selbst und nicht Gott lieben, ja es heißt, sich von Gott abwenden und sich nicht zu Gott hinwenden. Weil sie aber im äußeren Heiligen um ihrer selbst willen sein konnten, und dieses auf wunderbare Art in ein äußeres Heiliges um Gottes willen durch Geister bei ihnen verwandelt und von diesen durch Engel aufgenommen und so in das innere Heilige erhoben werden konnte, darum wurde jene Völkerschaft dennoch angenommen, worüber man sehe Nr. 10500, 10570. Dies ist der Beschluß, der in diesem Kapitel enthalten ist, der somit bezeichnet wird durch "Jehovah sprach zu Mose". 10603. "Haue dir zwei steinerne Tafeln, gleich den vorigen", 2. Mose 34/1, bedeutet das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, wie es wegen jener Völkerschaft beschaffen (sein sollte). Dies erhellt aus der Bedeutung der steinernen Tafeln, sofern sie das Äußere des Wortes bezeichnen, wovon Nr. 10453, 10461; das Äußere des Wortes ist sein Buchstabensinn. Daß es auch das Äußere der Kirche und des Gottesdienstes ist, beruht darauf, daß die Kirche aus dem Wort stammt, wie auch der Gottesdienst; denn alles Wahre des Glaubens und Gute der Liebe, das die Kirche und auch den Gottesdienst macht, muß aus dem Wort sein; weil im Wort ein Äußeres und ein Inneres ist, darum ist auch in der Kirche und im Gottesdienst ein Äußeres und ein Inneres. Ferner aus der Bedeutung von "sie aushauen", wenn es von Mose (geschieht), sofern es heißt, ein solches Äußere wegen jener Völkerschaft herstellen, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "gleich den vorigen", sofern es soviel ist als nachgeahmt, denn die vorigen wurden von Jehovah gemacht, diese aber von Mose. Daß die vorigen, die von Jehovah gemacht waren, von Mose zerbrochen wurden, als er sah wie jene Völkerschaft das goldene Kalb als Jehovah verehrte, geschah aus (göttlicher) Vorsehung, weil das Äußere des Wortes, das durch die zwei steinernen Tafeln bezeichnet wird, bei jener Völkerschaft, die im Herzen ganz götzendienerisch war, nicht in solcher Weise geschrieben werden konnte. Dies ist der Grund, warum die vorigen Tafeln zerbrochen und nun zu Mose gesagt wurde, er soll andere Tafeln hauen, die den früheren ähnlich wären. Nachgeahmt wird gesagt, weil der innere Sinn der gleiche blieb, und nur der äußere Sinn verändert wurde. Der innere Sinn aber wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah auf diese Tafeln die gleichen Worte schrieb, die auf den vorigen standen. Um dies deutlicher zu machen, darf hier angegeben werden, wie der äußere oder Buchstabensinn wegen jener Völkerschaft verändert wurde: Wegen jener Völkerschaft wurden die Altäre, die Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Trankopfer angeordnet, und darum werden sowohl im historischen als prophetischen Wort dieselben als das Heiligste des Gottesdienstes dargestellt, während dieselben doch nur gestattet waren, weil sie erst von Eber eingesetzt wurden, und ganz unbekannt waren in der Alten vorbildlichen Kirche, worüber man sehe Nr. 1128, 2180, 2818. Wegen jener Völkerschaft fand auch der Gottesdienst bloß in Jerusalem statt, und wurde deswegen diese Stadt für heilig gehalten, und auch heilig genannt, sowohl im historischen, als im prophetischen Wort; der Grund war, weil jene Völkerschaft im Herzen götzendienerisch war, und darum, wenn nicht alle in jener Stadt an den einzelnen Festen zusammengekommen wären, ein jeder an seinem Ort irgendeinen heidnischen Gott oder ein geschnitztes und gegossenes Bild verehrt hätte. Wegen jener Völkerschaft war es auch verboten, einen heiligen Dienst auf den Bergen oder in den Hainen zu halten, wie die Alten (taten). Dieses geschah, damit sie keine Götzen daselbst aufstellten und die Bäume selbst verehrten. Wegen jener Völkerschaft wurde es auch erlaubt, mehrere Weiber zu nehmen, was in den alten Zeiten ganz unbekannt war, wie auch ihre Weiber aus verschiedenen Gründen zu entlassen. Daher wurden auch Gesetze in Beziehung auf solche Ehen und Scheidungen gegeben, die sonst nicht in das Äußere des Wortes hineingekommen wären; darum wurde auch dieses Äußere vom Herrn bezeichnet als dem Mose angehörig, und als "gestattet um ihres Herzens Härtigkeit willen": Matth.19/8. Wegen jener Völkerschaft wird auch Jakob so oft erwähnt, wie auch die zwölf Söhne Israels, als die alleinigen Auserwählten und Erben, z.B. in der Joh.Offenb.7/4-8 und anderwärts, obwohl sie so geartet waren, wie sie beschrieben werden im Lied Mose: 5. Mose 32/15-43; wie auch bei den Propheten hie und da, und vom Herrn selbst. Außer anderem, was im Wort des Herrn vorkommt wegen jener Völkerschaft. Dieses Äußere ist es, was durch die von Mose gehauenen zwei Tafeln bezeichnet wird. Daß gleichwohl in diesem Äußeren das göttliche Innere unverändert ist, wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah auf diese Tafeln die gleichen Worte schrieb, die auf den vorigen Tafeln gestanden waren. 10604. "So will Ich auf die Tafeln schreiben die Worte, die auf den vorigen Tafeln waren, die du zerbrochen hast", 2. Mose 34/1, bedeutet die inneren himmlisch und geistig göttlichen Dinge seien auch in diesem Äußeren. Dies erhellt aus der Bedeutung dieser Tafeln, sofern sie die äußeren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnen, wovon Nr. 10603; und aus der Bedeutung der Worte, die Jehovah darauf schrieb, sofern es innere göttliche Dinge sind, die somit dem inneren Sinn angehören, wovon Nr. 10453, 10461. Weil diese im Himmel vor den Engeln erscheinen, und im Licht daselbst, werden sie himmlische und geistige Dinge genannt. Himmlisch ist dort, was der Liebe, und geistig, was dem Glauben aus der Liebe angehört. Hieraus wird klar, daß durch "Ich will auf die Tafeln schreiben die Worte, die auf den vorigen Tafeln waren, die du zerbrochen hast" bezeichnet wird, die inneren himmlisch und geistig göttlichen Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes seien auch in diesem Äußeren. Wie es sich damit verhält, sehe man nachgewiesen im gleich vorhergehen Abschnitt. Weil man heutzutage gar nicht weiß, daß im Wort ein innerer Sinn ist, ja (nicht einmal), was der innere Sinn des Wortes ist, so soll noch mit wenigen Worten davon gesprochen werden: Die Denkvorstellungen der Engel sind nicht natürlich, wie es die Denkvorstellungen der Menschen sind, sondern sie sind geistig; wie beschaffen aber ihre geistigen Vorstellungen sind, kann der Mensch nicht wohl anders begreifen als durch ein inneres Denken und Reflektieren über die Grundanfänge seiner Gedanken, die nicht in die Worte einer Sprache gefaßt sind, was man daran erkennen kann, daß er in einem Augenblick mehr begreifen kann, als er durch die Rede innerhalb einiger Zeit auszusprechen vermag; diese Denkvorstellungen gehören seinem Geist an. Aber die Denkvorstellungen, die der Mensch begreift, und die in Worten sich äußeren, sind natürliche und werden von den wissenschaftlich Gebildeten materielle genannt. Die ersteren aber oder die inneren werden geistige, und von den wissenschaftlich Gebildeten immaterielle genannt. In solche Vorstellungen kommt der Mensch nach dem Tode, wenn er ein Geist wird, und durch diese Vorstellungen kann er sprechen mit anderen Geistern. Zwischen diesen und zwischen jenen Vorstellungen findet eine Entsprechung statt, und durch die Entsprechung werden jene in diese, oder die geistigen in natürliche verwandelt, wenn der Mensch redet. Das weiß der Mensch nicht, weil der Mensch nicht darüber reflektiert, und darüber reflektieren können nur diejenigen, die mehr innerlich denken, d.h. in ihrem Geist, abgezogen vom Leib. Die sinnlichen Menschen vermögen dies gar nicht. Weil nun eine Entsprechung zwischen dem geistigen Denken und dem natürlichen stattfindet, und weil die Engel in einem geistigen Denken sind, darum fassen die Engel das geistig auf, was der Mensch natürlich (auffaßt), und zwar in einem Augenblick, ohne alle Reflexion über den Unterschied. Dies geschieht hauptsächlich, wenn der Mensch das Wort liest, oder wenn er aus dem Wort denkt; denn das Wort ist so geschrieben, daß eine Entsprechung im ganzen und einzelnen ist, wie z.B. wenn er folgende Worte des Herrn liest: Matth.24/29,30: "Nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verdunkelt werden, und der Mond wird nicht geben sein Licht, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden bewegt werden; alsdann wird erscheinen das Zeichen des Sohnes des Menschen, und alsdann werden wehklagen alle Stämme des Landes; und sie werden sehen den Sohn des Menschen kommen in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit". Diese Worte vernehmen die Engel ganz anders als der Mensch: durch die Sonne, die verdunkelt werden wird, vernehmen sie nicht die Sonne, sondern die Liebe zum Herrn, durch den Mond vernehmen sie nicht den Mond, sondern den Glauben an den Herrn; durch die Sterne nicht Sterne, sondern die Erkenntnisse des Guten und Wahren; durch den Sohn des Menschen vernehmen sie den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren; durch die Stämme des Landes alle Wahrheiten der Kirche; durch die Wolken des Himmels vernehmen sie das Wort im Buchstabensinn; und durch Kraft und Herrlichkeit das Wort im inneren Sinn. In dieses Verständnis jener Worte kommen die Engel augenblicklich durch die Entsprechung, wenn der Mensch sie liest; und sie wissen nicht, daß der Mensch an Sonne, Mond, Sterne, Himmelswolken usw. denkt. Der Grund ist, weil die Engel eine geistige Vorstellung haben, und die geistige Vorstellung ist so beschaffen, daß das, was der Natur angehört, sich in Gegenstände des himmlischen Lichtes verwandelt, welches das göttlich Wahre vom Herrn ist. Daß die Engel so das Wort inne werden, wenn der Mensch dasselbe liest, hat den Grund, weil die Engel beim Menschen sind, und in seinen Neigungen wohnen; und weil der Mensch seinem Geist nach in Gesellschaft mit Geistern ist, und in Ansehung des inneren Denkens, das ein geistiges ist, mit den Engeln des Himmels, daher hat auch der Mensch sein Denkvermögen. Dies wurde gesagt, auf daß man wisse, was der innere Sinn des Wortes, oder was die inneren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes sind, die Himmlisches und Geistiges genannt werden. 10605. "Und sei bereit am Morgen, und steige am Morgen auf den Berg Sinai", 2. Mose 34/2, bedeutet den neuen Anfang einer Offenbarung des göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, sofern er einen entstehenden Zustand oder einen Anfang (ein Entstehen - ortus) bezeichnet; hier einen neuen Anfang, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel bezeichnet, woher das göttlich Wahre, und somit die Offenbarung kommt, wovon Nr. 8805, 8931, 9420. Daß der Morgen einen entstehenden Zustand oder einen Anfang bezeichnet, beruht darauf, daß alle Zeiten Zustände bezeichnen, aus dem Grund, weil man im Himmel nicht an die Zeit denkt, sondern nur an Zustandsveränderungen in betreff der Neigungen und der daher kommenden Gedanken, und weil die Zustandsveränderungen dort sich verhalten, wie die Tageszeiten, welche sind Morgen, Mittag, Abend und Nacht; und der Morgen es ist, mit dem sie beginnen. Man kann sich wundern, daß es im Himmel keine Zeiten gebe, während sie doch dort leben wie die Menschen in der Welt, jedoch mit einem Unterschied in Ansehung der Einsicht, Weisheit und Seligkeit; aber die Ursache ist, weil das Licht dort von der Sonne, die der Herr ist, keine täglichen Wechsel erfährt wie das Licht von der Sonne in der Welt, sondern es gestaltet sich verschieden nach den Zuständen der Liebe und des Glaubens bei den Engeln; und diese Zustände wechseln, wie die Zustände der Wärme, des Lichts und des Schattens an jedem Tag auf der Erde. Der Grund hiervon ist, weil dort das Licht aus der Sonne, die der Herr ist, das göttlich Wahre ist, und die Wärme aus jener Sonne die Liebe ist; von diesen werden die Engel erregt, wie die Menschen vom Zustand des Lichtes und der Wärme in der Welt. Daß das Licht im Himmel vom Herrn, als der Sonne, dort ist, sehe man in den Nr. 9548, 9684 angeführten Stellen. Daß dieses Licht das göttlich Wahre ist, von dem die Engel und Menschen ihre Einsicht und Weisheit haben, in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9548, 9571 E, 9684, 10569. Daß Zeiten Zustände bezeichnen, in den Stellen, die angeführt sind Nr. 10133. Daß im Himmel die Zustände wechseln, wie die Tages- und Jahreszeiten in der Welt: Nr. 5962, 8426. Daß der Morgen den Anfang jener Zustände, somit einen neuen Aufgang (ortus) bezeichnet: Nr. 8427, 10114. Daß es im Himmel einen Zustand des Abends und der Dämmerung, nicht aber einen Zustand der Nacht gibt: Nr. 6110. 10606. "Und stelle dich Mir daselbst auf dem Haupt (Gipfel) des Berges", 2. Mose 34/2, bedeutet, aus dem innersten Himmel, wo die göttliche Liebe waltet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel bezeichnet, woher die Offenbarung kommt, wovon Nr. 8805, 8931, 9420, und aus der Bedeutung seines Hauptes oder Gipfels, sofern er den innersten Himmel bezeichnet, wovon Nr. 9422, 9434. Daß es bedeutet, da, wo die göttliche Liebe herrscht, beruht darauf, daß im innersten Himmel die himmlische Liebe regiert, welche die Liebe zum Herrn vom Herrn ist; in den unteren Himmeln aber regiert die geistige Liebe, welche die Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist; man sehe Nr. 10438. Hieraus wird klar, daß durch "sei bereit am Morgen und steige auf den Berg Sinai und stelle dich Mir daselbst auf dem Haupt des Berges" bezeichnet wird der neue Aufgang (oder Anfang) einer Offenbarung des göttlich Wahren aus dem innersten Himmel, wo die göttliche Liebe herrscht, somit aus der göttlichen Liebe; von daher kommt auch das Wort, das die göttliche Offenbarung ist. 10607. "Und niemand soll mit dir hinaufsteigen", 2. Mose 34/3, bedeutet, die israelitische Völkerschaft könne nicht im göttlich Wahren sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufsteigen, hier auf den Berg Sinai mit Mose, sofern es bezeichnet, nicht in den Himmel, woher die Offenbarung des göttlich Wahren kommt, somit nicht im göttlich Wahren sein können; denn durch den Berg Sinai wird der Himmel bezeichnet, woher die Offenbarung des göttlich Wahren kommt; man sehe Nr. 8805, 8931, 9420, 10605; und durch Mose wird vorgebildet das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes, welches das göttlich Wahre aufnimmt. Daß die israelitische Völkerschaft verstanden wird, ist klar, denn in Beziehung auf sie wird gesagt, niemand soll mit dir hinaufsteigen, und soll auch niemand gesehen werden auf dem ganzen Berg. Daß Mose hier das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes vorbildet, welches das göttlich Wahre aufnimmt, erhellt aus dem einzelnen in diesem Kapitel, z.B. daß Mose auf den Berg Sinai hinaufsteigen, und dort auf dessen Haupt sich stellen sollte; und daß das Volk davon entfernt werden sollte. Im Folgenden redet auch der Herr zu Mose, als zu diesem, und nicht zum Volk, wie 2. Mose 34/10: "Sehen wird alles Volk, in dessen Mitte du bist, daß es wunderbar ist, was Ich tue mit dir". Vers 11: "Beobachte du, was Ich dir heute gebiete; siehe, Ich treibe aus vor deinem Angesichte". Vers 12: "Hüte dich, daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes, in das du kommst". Vers 14: "Du sollst keinen anderen Gott anbeten". Vers 15: "Daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes, und sie dich einladen, und du essest von ihrem Opfer". Vers 16: "Du sollst nicht nehmen von ihren Töchtern für deine Söhne"; und so fort. Und nachher, daß die Haut des Angesichts Mose glänzte, und daß das Volk sich fürchtete, ihm zu nahen; und daß er ebendeswegen eine Decke auf sein Angesicht legte, wenn er mit dem Volk redete. Hieraus erhellt, daß Mose in diesem Kapitel das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes vorbildet, welches das göttlich Wahre aufnimmt, durch das also das innere göttlich Wahre hindurchscheint. Daß Mose dieses Äußere, und nicht das Innere vorbildet, erhellt auch aus dem einzelnen in diesem Kapitel, nämlich daß Jehovah in einer Wolke herabkam und zu ihm Sich stellte; denn durch die Wolke wird das Äußere des Wortes bezeichnet; und nachher, da Jehovah ihm das Äußere der Kirche und des Gottesdienstes gebot, das beobachtet werden sollte, und nicht das Innere. Das gleiche Äußere wurde durch Mose im vorhergehenden Kapitel vorgebildet, wie erhellt 2. Mose 33/7-11,17-23; man sehe Nr. 10563, 10571; hingegen das Äußere, welches das Innere nicht aufnahm, war bei der israelitischen Völkerschaft. 10608. "Und soll auch niemand gesehen werden auf dem ganzen Berge", 2. Mose 34/3, bedeutet, sie sei ganz von demselben entfernt, somit außerhalb desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges, hier des Berges Horeb, sofern er den Himmel im ganzen Inbegriff bezeichnet, somit auch das göttlich Wahre; denn ob man sagt, der Himmel oder das göttlich Wahre ist gleich. Die Engel nämlich, aus denen der Himmel besteht, sind Wesen, die das göttlich Wahre aufnehmen. Die ganze Ausdehnung jenes Berges wurde Horeb genannt, und der höher emporstehende Berg in der Mitte desselben wurde der Berg Sinai genannt; daher wird durch Horeb der Himmel bezeichnet, oder was das gleiche ist, das göttlich Wahre im ganzen Inbegriff. Sein Inneres durch den Berg Sinai, und sein Äußeres durch das Gebirge umher. Dies ist der Grund, warum durch Horeb, wenn auch das Gebirge umher verstanden ist, das Äußere bezeichnet wird; man sehe Nr. 10543. Weil die israelitische Völkerschaft in einem Äußeren war, welches das Innere nicht aufnahm, somit in dem vom Inneren getrennten Äußeren, oder, was gleich, außerhalb dessen, in dem das Innere war, darum wird geboten, niemand solle gesehen werden auf dem ganzen Berg. Das gleiche wird dadurch bezeichnet, daß jene Völkerschaft an der Türe des Zeltes stand, in dem Mose war, und sich vor demselben neigte: 2. Mose 33/8-10; man sehe Nr. 10545-10555. Mit wenigen Worten soll hier noch gesagt werden, warum der Berg Horeb und Sinai den Himmel und das göttlich Wahre bedeuten: Man glaubt in der Welt, die Engel seien in einer Gegend oberhalb der Atmosphäre, und bestünden dort als ätherische Wesen, und hätten daselbst keinen Boden, auf dem sie stehen. Der Grund, warum viele Menschen diese Meinung hegen, ist der, weil sie nicht begreifen, daß die Engel und Geister die gleiche Gestalt haben, wie die Menschen auf der Erde, also ein Angesicht, Arme, Hände und Füße, kurz einen Leib. Und noch weniger, daß sie Wohnungen oder Bleibstätten haben, während doch die Engel und Geister beieinander wohnen, wie die Menschen auf einem Weltkörper, auf einer Erde, (nämlich) die himmlischen Engel auf Bergen, und die geistigen Engel auf Felsen, und die noch nicht Engel geworden sind, auf Ebenen zwischen den Bergen und zwischen den Felsen. Die höllischen Geister aber unter den Bergen und Felsen. Dies wurde gesagt, auf daß man wisse, warum die Berge im Wort den Himmel bedeuten, und insbesondere den Berg Horeb und Sinai; auch wohnen die mehr innerlichen Engel weiter oben auf den Bergen, und je weiter oben, desto innerlicher und vollkommener sind sie. Hieraus wird klar, warum Jehovah herniederkam auf den Gipfel des Berges Sinai, als das Gesetz verkündigt wurde, und warum dem Mose befohlen wurde, sich bei Ihm auf dem Haupt des Berges zu stellen. Die Berge auf Erden sind nicht der Himmel, sondern sie bilden die Berge vor, auf denen die Engel im Himmel sind. 10609. "Auch kein Schaf noch Rind soll weiden gegen diesen Berg hin", 2. Mose 34/3, bedeutet, sie könnten auch nicht über das innere und äußere Gute der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes belehrt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafherde, sofern sie das innere Gute bezeichnet, und aus der Bedeutung der Rinderherde, sofern sie das äußere Gute bezeichnet, wovon Nr. 5913, 6048, 8937; aus der Bedeutung von weiden, sofern es heißt belehrt werden, wovon Nr. 5201, 6277; und aus der Bedeutung des Berges, hier des Berges Horeb, sofern er das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes bezeichnet, wovon Nr. 10543. Hieraus wird klar, daß durch jene Worte bezeichnet wird: jene Völkerschaft könne auch nicht über das innere und äußere Gute der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes belehrt werden, weil sie außerhalb jenes Äußeren seien, und auf keinerlei Weise innerhalb. Der Grund, warum sie darüber nicht belehrt werden konnten, war, weil sie in der Selbst- und Weltliebe waren. Diejenigen, die in diesen sind, können aber gar nicht wissen, was das himmlisch- und geistig Gute, somit was das Gute der Kirche sei, denn dieses Gute ist geistig und himmlisch, weil göttlich. Wenn man ihnen dieses Gute beschreiben wollte, so würden sie es gar nicht begreifen, weil das Innere, wo das Innewerden dieses Guten (stattfindet), bei ihnen verschlossen ist. Daß solches dadurch bezeichnet wird, daß kein Schaf und kein Rind weiden soll gegen den Berg hin, kann diejenigen befremden, die bloß auf das Historische des Wortes achten, und nicht weiter denken, daß es etwas bei jener Völkerschaft bedeute; und auch diejenigen wissen es nicht, die den inneren Sinn des Wortes nicht kennen, in dem die Schaf- und Rinderherde nicht die Schaf- und Rinderherde bedeuten, sondern das innere und äußere Gute beim Menschen. Denn was hat das Wort, das göttlich ist, mit Schafen und Rindern, oder überhaupt mit Tieren zu schaffen?, vielmehr mit Menschen, ihrem Gottesdienst, ihrer Liebe und ihrem Glauben, also mit solchem, was die Kirche bei ihnen macht; darin besteht das göttliche Wort. Daß Schafe und Rinder solches bedeuten, und nicht Schafe und Rinder, erhellt aus Stellen im Wort, wo sie genannt werden, wie: Ps.8/7,8: "Du hast Ihn zum Herrn gemacht über die Werke Deiner Hände, und alles unter Seine Füße getan, Schafe und Rinder allzumal, wie auch die Tiere des Feldes": hier ist die Rede vom Herrn und von Seiner Macht über alles im Himmel und auf der Erde; und durch Schafe und Rinder wird das innere und äußere Gute bei den Menschen bezeichnet, und durch die Tiere die Neigungen bei ihnen. Was für einen Zweck hätte sonst die Beschreibung der Macht des Herrn, die eine göttliche ist, über Schafe, Rinder und Tiere? Daß die Tiere die Neigungen im Menschen bezeichnen, sehe man in den Nr. 9280 angeführten Stellen. Joel 1/18: "Nahe ist der Tag Jehovahs; wie eine Verwüstung von Schaddai (vom Allmächtigen) wird er kommen, es seufzt das Vieh, bestürzt sind die Scharen der Rinder, darum weil sie keine Weide haben; auch die Herden der Schafe sind verstört": auch hier bedeutet das Vieh die Neigungen beim Menschen, Rinder- und Schafherden das innere und äußere Gute; denn hier ist die Rede vom Kommen des Herrn (dieses wird durch den Tag Jehovahs bezeichnet), und von der Kirche, wie sie alsdann verwüstet ist, d.h. wie alsdann nichts Gutes der Liebe und nichts Gutes des Glaubens mehr da ist. Dieses Gute ist es, was durch Vieh, Rinderherden und Schafherden bezeichnet wird. Was sollte sonst das heißen, daß alsdann das Vieh seufzen, die Rinderherden bestürzt, und die Schafherden verstört sein werden? Was geht das die Kirche an? Durch die Weide, die sie alsdann nicht haben werden, wird bezeichnet, es sei nichts Wahres da, wodurch sie belehrt würden. Jerem.3/24: "Schande hat verzehrt die Arbeit unserer Väter von unserer Jugend an, ihre Schafherden und ihre Rinderherden, und ihre Söhne und ihre Töchter": auch hier wird durch Schaf- und Rinderherden das Gute der Kirche bezeichnet, welches das innere und äußere Gute der Liebe und des Glaubens ist. Jes.65/10: "Ich will Samen hervorbringen aus Jakob und aus Juda, den Erben Meiner Berge; alsdann wird Saron zur Wohnung der Schafherde sein und das Tal Achor zum Lagerplatz der Rinderherde für Mein Volk, das Mich gesucht hat": unter Jakob und Juda wird hier nicht das Volk Jakobs und Judas verstanden, sondern die äußere und innere himmlische Kirche; durch Jakob die äußere und durch Juda die innere. Das innere Gute dieser Kirche wird bezeichnet durch die Wohnung der Schafherde, und das äußere durch den Lagerplatz der Rinderherde. Saron bezeichnet das Innere, wo dieses Gute ist, und das Tal Achor bezeichnet das Äußere. Daß Saron das Innere der himmlischen Kirche bedeutet, erhellt aus den Stellen, wo Saron genannt wird, wie Jes.33/9 und 35/2, und daß das Tal Achor das Äußere dieser Kirche bedeutet: Hos.2/15. Hos.5/6: "Israel, Ephraim und Juda werden mit ihren Schafherden und mit ihren Rinderherden gehen, den Jehovah zu suchen und werden Ihn nicht finden": auch hier bedeuten Schaf- und Rinderherden das Innere und Äußere bei denen, die unter Israel, Ephraim und Juda verstanden werden; denn was würde es sonst heißen, daß sie hingehen werden mit Schaf- und Rinderherden, um den Jehovah zu suchen? 10610. "Da hieb (Mose) zwei steinerne Tafeln, gleich den vorigen", 2. Mose 34/4, bedeutet das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, wie es beschaffen (sein sollte) wegen der israelitischen Völkerschaft. 10611. "Und Mose stand früh auf am Morgen und stieg auf den Berg Sinai", 2. Mose 34/4, bedeutet den neuen Anfang einer Offenbarung des göttlich Wahren. Dies erhellt aus dem, was schon Nr. 10605 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 10612. "Wie Jehovah ihm geboten hatte", 2. Mose 34/4, bedeutet, daß es so geschehen durfte, weil sie darauf bestanden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah hat geboten", wenn es sich auf das wegen jener Völkerschaft so beschaffene Äußere des Wortes bezieht, welches durch die zwei von Mose ausgehauenen steinernen Tafeln bezeichnet wird, sofern es heißt, es dürfe so geschehen, weil sie darauf bestanden. Im Wort wird hie und da, wo von der israelitischen Völkerschaft und von dem bei ihr eingesetzten vorbildlichen Gottesdienst die Rede ist, gesagt, Jehovah habe es geboten; aber es wird dadurch nicht ein Wohlgefallen bezeichnet, sondern eine Zulassung, daß es so geschehen dürfe, weil sie darauf bestanden; denn sie bestanden darauf, daß sie ins Land eingeführt würden und daß Jehovah bei ihnen sein, folglich daß bei ihnen die Kirche eingesetzt werden sollte. Daß sie darauf bestanden, sehe man Nr. 10430, 10535. Als Beispiel möge hier angeführt werden, daß sie auf Altären Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Trankopfer darbringen sollten, worüber mehrere Gesetze gegeben wurden; von diesen wird auch wirklich gesagt, Jehovah habe es geboten, während es doch nicht geboten oder befohlen, sondern nur zugelassen wurde, wie aus den aus dem Wort Nr. 2180 angeführten Stellen erhellen kann. Ebenso daß sie mehrere Frauen nehmen und einen Scheidebrief um irgendeiner Ursache willen geben durften, während es doch Jehovah nicht gebot, obwohl so gesagt wird, sondern nur zuließ wegen ihres Herzens Härtigkeit: Matth. 19/7,8; so auch in vielen anderen Stücken. 10613. "Und nahm in seine Hand die zwei steinernen Tafeln", 2. Mose 34/4, bedeutet das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, wie es beschaffen war wegen der israelitischen Völkerschaft. Dies erhellt aus dem, was über die Bedeutung der zwei Tafeln, die von Mose ausgehauen wurden, Nr. 10603 gezeigt wurde. 10614. "Und Jehovah kam hernieder in der Wolke, und stellte sich daselbst bei ihm", 2. Mose 34/5, bedeutet das Äußere des Wortes, in dem das Göttliche war. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, sofern sie den Buchstabensinn des Wortes, somit sein Äußeres bezeichnet, wovon in der Vorrede zum 18. Kapitel der Genesis und Nr. 4060, 4391, 5922, 6343 E, 6752, 8106, 8781, 9430, 10574; und aus der Bedeutung von "sich stellen bei Mose daselbst", wenn von Jehovah (die Rede ist), sofern es das Göttliche darin bezeichnet. Daß Jehovah dem Mose in einer Wolke erschien, hat den Grund, weil durch Mose in diesem Kapitel das Äußere des Wortes, welches das Innere aufnimmt, vorgebildet wird; man sehe Nr. 10607; denn der Herr erscheint einem jeden, je nachdem derselbe beschaffen ist: Nr. 6832, 8814, 8819, 9434, 10551. Hier soll kurz gesagt werden, was das Äußere ist, welches das Innere aufnimmt, und was das Äußere ist, das es nicht aufnimmt: Im Wort ist ein äußerer Sinn, ein innerer Sinn und ein innerster Sinn. Das Wort im äußeren Sinn ist so, wie es im Buchstaben erscheint. Dieser Sinn ist der natürliche, weil er der Fassungskraft der Menschen angemessen ist; denn die Menschen denken natürlich. Aber im inneren Sinn ist das Wort geistig, weil dieser dem Verständnis der Engel im geistigen Reich des Herrn angemessen ist; denn diese Engel denken geistig. Im innersten Sinn aber ist das Wort himmlisch, weil er dem Innewerden der Engel im himmlischen Reich des Herrn angemessen ist, denn die Engel daselbst denken übergeistig. Weil das Wort so beschaffen ist, so folgt, daß das eine im anderen in der gleichen Ordnung ist, das Innerste im Inneren und das Innere im Äußeren, daher der Zusammenhang von allem und der Einfluß dem Zusammenhang gemäß, und daher auch das Bestehen des einen durch das andere. Hieraus wird klar, daß das der Ordnung nach Innere im Äußeren ist auf gleiche Weise, wie das Frühere in dem darauf folgenden Späteren, oder der Zweck in der Ursache und die Ursache in der Wirkung, oder wie beim Menschen der Wille im Gedanken und der Gedanke in der Rede. Wenn nun der Mensch so geartet ist, daß er in den äußeren Dingen des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes das Heilige inwendig in sich inne wird, dann ist bei ihm das Äußere, in dem das Innere, denn jenes Heilige kommt vom Inneren, weil aus dem Himmel. Dieses Äußere ist es, das Mose vorbildet. Ist aber der Mensch so geartet, daß er im Äußeren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes das innere Heilige nicht inne wird, dann ist bei ihm das Äußere, das getrennt ist vom Inneren. In diesem Äußeren war die israelitische Völkerschaft, man sehe Nr. 10396 E. 10615. "Und rief an den Namen Jehovahs", 2. Mose 34/5, bedeutet die Verehrung des Herrn durch das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe, und dadurch die Vorbereitung zur Aufnahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von anrufen den Namen Jehovahs, sofern es die Verehrung des Herrn durch Wahres und Gutes des Glaubens und der Liebe bezeichnet, denn durch anrufen wird die Verehrung bezeichnet; man sehe Nr. 440, 2724; und durch den Namen Jehovahs alles in einem Inbegriff, wodurch der Herr verehrt wird, somit das Ganze des Glaubens und der Liebe: Nr. 2724, 6674, 9310. Und daß der Name Jehovahs den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen bezeichnet: Nr. 2628, 6887; und daß Jehovah im Wort der Herr ist, in den Nr. 9373 angeführten Stellen. Hieraus wird klar, daß durch "anrufen den Namen Jehovahs" die Verehrung des Herrn durch das Wahre und Gute des Glaubens und der Liebe bezeichnet wird. Daß es auch die Vorbereitung zur Aufnahme bedeutet, kommt daher, weil in dem nun Folgenden von der Annahme der israelitischen Völkerschaft, für die Mose bittet, gehandelt wird. 10616. "Und Jehovah ging vorüber vor seinem Angesicht", 2. Mose 34/6, bedeutet das innere Göttliche über den äußeren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Äußere darstellt, welches das Inwendige aufnimmt, wovon Nr. 10607, 10614. Daher wird durch "Jehovah ging vorüber vor seinem Angesicht" das inwendig Göttliche über dem äußeren bezeichnet. 10617. "Und rief: Jehovah, Jehovah, Gott, barmherzig und gnädig", 2. Mose 34/6, bedeutet das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Göttliche, von dem alles Gute stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von anrufen den Jehovah, sofern es die Verehrung des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 440, 2724; und weil das Göttliche des Herrn ein Dreieiniges ist, nämlich das Göttliche Selbst, das der Vater, das Göttlich-Menschliche, das der Sohn, und das ausgehende Göttliche, das der Heilige Geist genannt wird, darum wird hier gesagt: "Jehovah, Jehovah, Gott". Daß das Göttliche Selbst, das der Vater, und das Göttlich-Menschliche, das der Sohn ist, Jehovah, Jehovah heißt, und daß das ausgehende Göttliche Gott heißt, hat den Grund, weil der Herr in Ansehung des Göttlichen Selbst und in Ansehung des Göttlich-Menschlichen das göttlich Gute ist, und in Ansehung des ausgehenden Göttlichen das göttlich Wahre ist, daher heißt der Herr im Worte, wo vom göttlich Guten die Rede ist, Jehovah, und wo vom göttlich Wahren, heißt Er Gott; man sehe Nr. 2769, 2807, 2822, 3921 E, 4402, 9167, 10158. Und aus der Bedeutung von barmherzig und gnädig, sofern es ausdrückt, daß von Ihm alles Gute kommt; denn Barmherzigkeit erweisen bedeutet das himmlisch Gute schenken, und Gnade erweisen bedeutet das geistig Gute schenken, wovon Nr. 10577. Was das himmlisch Gute und was das geistig Gute ist, sehe man ebenfalls dort. 10618. "Langmütig (zum Zorn)", 2. Mose 34/6, bedeutet die göttliche Nachsicht. Dies erhellt aus der Bedeutung von langmütig zum Zorn, wenn es sich auf Jehovah bezieht, sofern es heißt, daß Er das Böse des Menschen lang dulde; denn langmütig bedeutet lange dulden und tragen; und der Zorn bedeutet das Böse beim Menschen. Der Grund, warum Zorn, wenn er von Jehovah ausgesagt wird, Böses beim Menschen bezeichnet, ist, weil das Böse zürnt und niemals das Gute, und das Böse ist beim Menschen und durchaus nicht beim Herrn, denn der Herr ist das Gute selbst. Gleichwohl aber wird es dem Herrn zugeschrieben, weil es dem Menschen so erscheint, wenn er nicht durchsetzt, was er begehrt, und wenn er wegen des Bösen bestraft wird. Weil nun langmütig zum Zorn, wenn es sich auf Jehovah bezieht, bedeutet, das Böse beim Menschen lange dulden, so folgt daraus, daß durch dasselbe die göttliche Nachsicht bezeichnet wird. Was den Zorn betrifft, so ist weiter zu merken, daß das Böse zürnt und durchaus nicht das Gute; denn zürnen heißt, das Böse des anderen wollen, das kann das Gute nicht, denn gut heißt, das Gute des anderen wollen. Alles Böse hat in sich Feindschaft, Haß, Rache und Wut; hierin und hieraus hat das Böse seine Lust; und außerdem haßt das Böse das Gute, weil dieses seinen Lustreizen entgegen ist. Wenn daher das Böse nicht das Gute verletzen kann (das Gute zu verletzen liegt nämlich immer im Streben des Bösen), dann wird es zuerst unwillig und nachher zürnt es. Ob man sagt das Böse, oder der böse Mensch, ist gleich, denn das Böse ist im Menschen, als in seinem Träger; und weil das Böse so gesinnt ist gegen das Gute, darum ist es auch so gesinnt gegen das Göttliche; denn alles Gute ist das Göttliche beim Menschen, weil es vom Göttlichen herkommt. Dies ist der Grund, warum der böse Mensch immer gegen das Göttliche zürnt, obwohl er äußerlich vor den Menschen anders redet. Daß er anders redet, geschieht entweder aus Heuchelei oder darum, weil er will, die Gottheit soll ihm in allem günstig sein dadurch, daß sie ihm alles gewährt was ihm irgend beliebt, so daß sie sogar um seinetwillen Strafe und Rache üben soll an allen, gegen die er Haß hegt. Sobald er aber sieht, daß das nicht geschieht, und noch mehr, wenn er selbst wegen seines Bösen bestraft wird, dann zürnt er gegen Gott, bis daß er Ihn leugnet, wie auch im Herzen lästert. Daß es so ist, offenbart sich klar im anderen Leben, denn dort handelt der Mensch seinem Inneren gemäß und nicht seinem Äußeren gemäß wie in der Welt, und dort folgt auch seinem Bösen die Strafe auf dem Fuß nach und liegt gleichsam darin. Man sehe, was früher gezeigt wurde, nämlich daß der Zorn das Böse ist: Nr. 6358, 6359, daß der Zorn und das Böse Gott zugeschrieben werden, während es doch beim Menschen ist, und daß von Gott nichts Böses kommt, in den Nr. 9306, 10431 angeführten Stellen; und daß das Böse die Strafe mit sich führt: Nr. 1857, 8214, 8223, 8226, 9048. 10619. "Und groß von Güte und Wahrheit", 2. Mose 34/6, bedeutet, Er sei das Gute selbst und das Wahre selbst. Dies erhellt daraus, daß das Göttliche unendlich ist, und vom Unendlichen kann nichts anderes gesagt werden, als daß Es selbst sei oder das ist, somit das Gute selbst. Und weil Es das Gute selbst ist, so ist Es auch das Wahre selbst, weil alles Wahre dem Guten angehört. Aber dieses Selbst wird im Buchstabensinn ausgedrückt durch "groß von Güte und Wahrheit", somit in endlicher Weise wegen des Zustandes des Innewerdens beim Menschen, das ein endliches ist. Daß das Göttliche das Gute selbst ist, erhellt Matth.19/17: "Jesus sprach zu dem Jüngling: Warum heißest du Mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott", worunter verstanden wird, daß der Herr es ist, Der allein gut, somit das Gute selbst ist; und daß Er das Wahre selbst ist, bei Joh.14/6: "Jesus sprach: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben". 10620. "Bewahrend Güte an Tausenden", 2. Mose 34/7, bedeutet in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Güte, wenn von Jehovah (die Rede ist), sofern sie das Gute selbst bezeichnet, wie Nr. 10619; und aus der Bedeutung von "an Tausenden", sofern es heißt, auf immer und ewig, wovon Nr. 2575, 8715. HG 10621 10621. "Tragend (vergebend) Missetat und Übertretung und Sünde", 2. Mose 34/7, bedeutet die Entfernung des Bösen und seines Falschen, so daß es nicht erscheint. Dies erhellt aus der Bedeutung von tragen oder aufheben, sofern es heißt entfernen, so daß es nicht erscheint, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Missetat, Übertretung und Sünde, sofern sie das Böse bezeichnen, und weil das Böse, so bezeichnen sie auch das Falsche desselben, denn ein jedes Böse ist verbunden mit seinem Falschen. Aber was für ein Böses bezeichnet wird durch Missetat, was für eines durch Übertretung und was für eines durch Sünde, sehe man Nr. 9156. Der Grund, warum das Böse tragen und aufheben, bedeutet, dasselbe entfernen, so daß es nicht erscheint, ist der, weil das Böse beim Menschen nicht aufgehoben, sondern nur entfernt werden kann, so daß es nicht erscheint; und weil man, wenn es nicht erscheint, glaubt, daß es aufgehoben sei, darum wird im Buchstabensinn des Wortes gesagt, es sei aufgehoben und ganz weggeworfen. Daß das Böse beim Menschen nicht weggenommen, sondern nur entfernt wird, so daß es nicht erscheint, sehe man in den Nr. 10057 angeführten Stellen. 10622. "Aber nicht (immer) lossprechend", 2. Mose 34/7, bedeutet die Geduld bis zur Vollendung. Dies erhellt aus der Bedeutung von lossprechen, sofern es heißt, Sünde vergeben. Wenn aber hinzugesetzt wird, "er wird nicht lossprechen", so heißt es dulden. Daß es bedeutet bis zur Vollendung, beruht darauf, weil vom Herrn das Böse geduldet wird, bis es vollendet oder erfüllt ist. Im Wort wird hie und da gesagt Vollendung des Zeitlaufs, und vom Bösen, daß es vollendet sei oder nicht vollendet, und daß, wenn es vollendet sei, alsdann die Heimsuchung (stattfinde). Weil dieses bezeichnet wird durch die Worte: "Er wird nicht (immer) lossprechen", so soll mit wenigen Worten gesagt werden, was darunter verstanden wird: Im allgemeinen wird durch Vollendung das Ende der Kirche verstanden; und ihr Ende ist dann vorhanden, wenn keine Liebtätigkeit und kein Glaube mehr da ist, weil alsdann die Kirche sich ganz vom Herrn abwendet und in keinem Guten mehr ist, sondern im Bösen. Alsdann wird gesagt, es sei ihre Vollendung, und alsdann erfolgt die Heimsuchung. Bei der Heimsuchung werden verworfen alle die, welche im Bösen sind, und angenommen alle die, welche im Guten sind. Die Heimsuchung geschieht im anderen Leben, wo alle beisammen sind, die der Kirche angehört haben von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende. Die Verwerfung der Bösen in die Hölle und die Seligmachung der Guten alsdann ist es, was das Letzte Gericht genannt wird. Im besonderen geschieht die Vollendung bei einem jeden Menschen beinahe auf gleiche Weise: ein jeder wird, wenn er ins andere Leben kommt, was sogleich nach dem Tode geschieht, unter den Guten geduldet, obwohl er böse ist; aber nach Verlauf einiger Zeit wird sein Inneres geöffnet. Alsdann kommt er mehr und mehr in sein Böses hinein, bis daß er sein Böses ist in Ansehung des Willens und das Falsche seines Bösen in Ansehung des Verstandes. Ist dies geschehen, dann heißt das Böse bei ihm vollendet, und alsdann wird er in die Hölle geworfen. Das ist es, was verstanden wird unter den Worten: Er wird nicht (immer) lossprechen. Das gleiche dadurch, daß Jehovah zu Mose sprach: "Nun gehe hin, führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe, siehe, Mein Engel wird vor dir hergehen, aber am Tage Meiner Heimsuchung werde Ich über ihnen heimsuchen ihre Sünde": 2. Mose 32/34. Daß die Vollendung das Ende der Kirche ist, erhellt aus Folgendem: Jerem.30/11-13; 46/28: "Mit Israel und mit Juda werde Ich keine Vollendung machen; als unschuldig werde Ich dich nicht hinstellen, denn es steht verzweifelt mit deiner Zerbrechung und deine Wunde ist schwer, Arzneien der Wiederherstellung hast du nicht". Jerem.Klagel.4/22: "Vollendet ist deine Missetat, Tochter Zion; heimsuchen wird Er deine Missetat, Tochter Edoms, Er wird offenbaren deine Sünden". Dan.9/24,27: "Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk, zu vollenden die Übertretung und zu versiegeln die Sünden, und zu sühnen die Missetat; endlich kommt über den Vogel der Greuel der Verödung und zwar bis zur Vollendung". Matth.13/39,40: "Die Ernte ist die Vollendung des Zeitlaufs; gleich wie das Unkraut gesammelt und mit Feuer verbrannt wird, so wird es sein in der Vollendung des Zeitlaufs". Matth.24/3: "Die Jünger sprachen zu Jesu: Sage uns, welches ist das Zeichen Deiner Zukunft und der Vollendung des Zeitlaufs". Matth.28/20: "Jesus sprach: Siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitlaufs". 10623. "Heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen, und an den Söhnen der Söhne", 2. Mose 34/7, bedeutet die Verwerfung und Verdammung des Bösen und des daher stammenden Falschen in einer langen Reihe. Dies erhellt aus der Bedeutung von heimsuchen, sofern es die Hinauswerfung und Verdammung des Bösen bezeichnet, worüber folgt; aus der Bedeutung der Väter, sofern sie das Gute und im entgegengesetzten Sinn das Böse bezeichnen, wovon Nr. 3703, 5902, 6050, 10490; und aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche bezeichnen, wovon Nr. 1147, 10490. Daher bedeuten die Söhne der Söhne Falsches aus Bösem in langer Reihe. Unter der Hinauswerfung und Verdammung des Bösen und des Falschen daraus, wird verstanden die Hinauswerfung und Verdammung derjenigen, die im Bösen und im Falschen daraus sind; denn das Böse und Falsche ist nur möglich in Subjekten (Trägern), die Menschen sind. Man wisse, daß das Falsche des Bösen unter den Söhnen verstanden wird, weil die Väter, von denen sie herkommen, das Böse bedeuten. Was Falsches des Bösen und Falsches des Nichtbösen ist, sehe man in den Nr. 10109 angeführten Stellen. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht weiß, kann leicht glauben, daß Jehovah die Missetat der Väter an den Söhnen und an den Söhnen der Söhne heimsuchen, daß folglich die Söhne die Sünden ihrer Väter büßen müssen; daß aber dieses der Sinn nicht ist, ergibt sich offenbar aus dem göttlichen Gesetz: "Die Väter sollen nicht sterben um der Söhne willen, noch die Söhne um der Väter willen, sondern ein jeder wegen seines eigenen Bösen": 5. Mose 24/16. Hieraus erhellt, daß jene Worte anders als nach dem Buchstaben zu verstehen sind. Daß die, welche im Bösen sind und daher im Falschen in einer langen Reihe, durch die Väter und deren Söhne und Sohnes-Söhne bezeichnet werden, ergibt sich aus dem inneren Sinn, in dem Väter und Söhne Böses und Falsches bedeuten. Von den Engeln, die das Wort, wenn es von Menschen gelesen wird, auch innewerden, wird unter den Vätern und unter den Söhnen nichts anderes verstanden; denn im Himmel, wo die Engel sind, weiß man nichts von einem Vater und von einem Sohn, wie bei den Menschen, denn dort erkennt man niemand als seinen Vater an und niemand als seinen Sohn, weil sie dort nicht geboren werden wie in der Welt. Wenn daher ein Vater und ein Sohn im Wort genannt werden, verstehen die Engel dieselben gemäß den geistigen Geburten, welche die des Guten und Wahren oder des Falschen und Bösen sind, und ebendeswegen unter den Vätern Gutes oder Böses und unter den Söhnen Wahres oder Falsches; denn das Gute ist der Vater des Wahren und das Böse ist der Vater des Falschen. Daß Heimsuchung die Hinauswerfung und Verdammung bedeutet, kommt daher, weil dieselbe auf die Vollendung des Bösen folgt und der eigentlichen Verdammnis vorausgeht, die im Wort durch das Letzte Gericht verstanden wird, denn die Heimsuchung bedeutet die Erforschung, wie der Mensch beschaffen ist. Aber dies geschieht im anderen Leben im besonderen mit einem jeden, der aus der Welt dorthin kommt, und im allgemeinen mit allen am Ende der Kirche, wie Nr. 10622 bemerkt wurde. Über die Heimsuchung sehe man, was Nr. 6588, 6895, 10509 gesagt und gezeigt wurde. 10624. "An den dritten und vierten (Geschlecht)", 2. Mose 34/7, bedeutet, die Verdammung des Falschen und des daher stammenden Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie das Falsche des Bösen bezeichnen, wovon Nr. 10623. Der Grund, warum gesagt wird "an den dritten und vierten" ist der, weil drei gesagt wird vom Wahren oder Falschen und vier vom Guten oder Bösen; denn im Wort bedeuten alle Zahlen Sachen, und einige Zahlen gehören zur geistigen Klasse und einige zur himmlischen. Die Zahlen Drei, Sechs und Zwölf gehören zur geistigen Klasse, und die Zahlen Zwei, Vier und Acht zur himmlischen Klasse. Die Zahlen, die der geistigen Klasse angehören, werden vom Wahren oder Falschen gesagt, die der himmlischen Klasse vom Guten oder Bösen. Durch drei wird auch alles Wahre im Inbegriff und durch vier alles Gute im Inbegriff bezeichnet. Aus diesem Grund wird durch die dritten und vierten Söhne Falsches und daher Böses bezeichnet; aber dieser Sinn jener Worte ist der himmlische Sinn, weil er aus dem hervorgeht, was von jenem gesagt wird. Was das Böse und das Falsche daraus und was das Falsche und das Böse daraus ist, sehe man in den Nr. 10109 angeführten Stellen. Hier soll auch etwas von dem Bösen und dem Falschen daraus und vom Falschen und dem Bösen daraus gesagt werden: Das Böse ist die Quelle alles Falschen, weil das Falsche es ist, was das Böse begründet, und dieses wirkt beim Menschen zusammen wie der Wille und der Verstand; denn was der Mensch tun will, das will er auch verstehen. Durch den Verstand bildet er nämlich sein Böses sich selbst gegenüber in seinem Denken, vor den anderen aber in seiner Rede. Hieraus erhellt, was das Böse und das daraus hervorgehende Falsche oder das Falsche des Bösen ist. Das Böse des Falschen aber ist es, wenn der Mensch das Böse bei sich begründet und daraus geschlossen hat, es sei nicht böse und es daher auch tut. Alsdann tut er das Böse aus dem Falschen. Wer z.B. bei sich begründet hat, daß die Ehebrüche nicht böse seien und sie daher begeht, der ist im Bösen des Falschen, weil er sie aus einem falschen Grundsatz begeht. Hauptsächlich in den Religionen gibt es Böses des Falschen, denn durch das Falsche der Lehre beredet sich der Mensch, daß gut sei, was doch böse ist, und zuweilen, daß böse sei, was doch gut ist. 10625. "Da eilte Mose und neigte sich zur Erde, und betete an", 2. Mose 34/8, bedeutet, sofort die Aufnahme infolge des Einflusses ins Äußere, und Verehrung aus Demut. Dies erhellt aus der Bedeutung von eilen, sofern es die Neigung bezeichnet, wovon Nr. 7695, 7866, hier die Aufnahme durch den Einfluß, weil aller Einfluß vom Göttlichen in die Neigung des Menschen geschieht, wie auch die Aufnahme vom Menschen in derselben; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes darstellt, welches das Innere aufnimmt, wovon Nr. 10607, 10614; aus der Bedeutung von sich neigen, sofern es die äußere Demütigung bezeichnet, wovon Nr. 5682, 7068; und aus der Bedeutung von anbeten, sofern es die Verehrung bezeichnet. 10626. "Und sprach: Wenn ich Gnade gefunden in Deinen Augen, o Herr", 2. Mose 34/9, bedeutet, weil ein solches Äußere angenommen worden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Äußere darstellt, welches das Innere aufnimmt, wovon Nr. 10607, 10614; und aus der Bedeutung von "Gnade finden in den Augen Jehovahs", wenn es von Mose gesagt wird, sofern es ausdrückt, (er sei) angenommen, weil so beschaffen; somit wenn dieses Äußere angenommen worden ist, wovon Nr. 10563. 10627. "So gehe doch der Herr in unserer Mitte", 2. Mose 34/9, bedeutet, so möge das Göttliche inwendig in demselben sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, sofern es heißt leben, wovon Nr. 3335, 4882, 5493, 5605, 8417, 8420; und wenn es sich auf den Herrn bezieht, heißt es Leben geben und gegenwärtig sein; und aus der Bedeutung von "in der Mitte", sofern es ausdrückt, inwendig in demselben, wovon Nr. 1074, 5897, 6068, 6084, 6103, 9164. Daß durch "Jehovah gehe in unserer Mitte" bezeichnet wird, das Göttliche möge im Äußeren sein, kommt daher, weil durch Mose das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes vorgebildet wird, welches das Innere aufnimmt, und weil in dem Äußeren derselben das Innere sein muß, das göttlich ist. Im Äußeren ist das göttliche Innere nur dann, wenn alles und jedes einen inneren Sinn hat, der für die Engel aller Himmel ist; wenn dieses stattfinden soll, muß der äußere Sinn, welcher der Buchstabensinn ist, aus lauter Entsprechungen bestehen; und er besteht dann aus lauter Entsprechungen, wenn alle Worte und alle Wortreihen im inneren Sinn Geistiges und Himmlisches bedeuten; das sind die inneren göttlichen Dinge im Äußeren. 10628. "Denn es ist ein hartnäckiges Volk", 2. Mose 34/9, bedeutet, obgleich die israelitische Völkerschaft das Göttliche vom Inneren her nicht aufnimmt. Dies erhellt aus der Bedeutung des hartnäckigen Volkes, sofern es ein solches bezeichnet, das den Einfluß vom Göttlichen nicht aufnimmt, wovon Nr. 10429, also nicht das Göttliche vom Inneren her; denn das Göttliche fließt vom Inneren her bei dem Menschen ein. Wie es sich damit verhält, ergibt sich aus dem, was in Beziehung auf die israelitische Völkerschaft früher gezeigt wurde, daß sie nämlich in den äußeren Dingen des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes war, aber durchaus nicht im Inneren, mithin außerhalb des Äußeren und nicht innerhalb. Was es heißt, außerhalb des Äußeren sein und nicht innerhalb, sehe man Nr. 10551, 10608. 10629. "Und vergib unsere Missetat und unsere Sünde", 2. Mose 34/9, bedeutet, es möge ihr Inneres, das voll war von Falschem und Bösem, entfernt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "vergeben Missetat und Sünde", wenn es sich auf das Äußere des Gottesdienstes, der Kirche und des Wortes bezieht, in dem das Volk war, sofern es ausdrückt, sein Inneres möge entfernt werden, weil es von Falschem und Bösem erfüllt ist. Daß dieses durch jene Worte bezeichnet wird, folgt aus dem Zusammenhang der Sache im inneren Sinn, der von der Errichtung der Kirche bei jenem Volk handelt. Die Kirche aber kann bei keinem Volk errichtet werden, wenn nicht das Innere desselben geöffnet ist, so daß durch dieses eine Gemeinschaft mit dem Himmel stattfindet. Und das Innere ist nur bei denen geöffnet, die in den Wahrheiten des Glaubens aus dem Guten des Lebens sind vom Herrn. Bei diesem Volk dagegen konnte das Innere nicht geöffnet werden, weil sie bei der Verehrung Jehovahs an nichts anderes dachten, als eine höhere Stellung und größeren Reichtum vor andern zu erlangen, somit nichts anderes im Sinn hatten, als sich und die Welt; und eben dieses ist es, was das Innere für den Himmel verschließt und es für die Hölle öffnet. Daß dieses das Innere jener Völkerschaft war, das verschlossen wurde, wenn sie im Gottesdienst war, sehe man Nr. 10575. Dies nun ist es, was bezeichnet wird. 10630. "Und mache uns zu Deinem Erbe", 2. Mose 34/9, bedeutet, dennoch möge die Kirche bei ihnen sein. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erbes Jehovahs, sofern es die Aufnahme des Lebens des Himmels durch das Gute vom Herrn bezeichnet, wovon Nr. 9338, somit auch eine Kirche werden, denn eine Kirche werden heißt, das Leben des Himmels durch das Gute der Liebe und des Glaubens vom Herrn aufnehmen. 10631. Vers 10,11: Und Er sprach: Siehe, Ich schließe einen Bund; vor deinem ganzen Volk will Ich Wunderbares tun, das nicht geschaffen ist auf der ganzen Erde, und bei allen Völkerschaften; und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, wird sehen das Werk Jehovahs; denn wunderbar wird sein, was Ich tue mit dir. Beobachte du, was Ich dir heute gebiete; siehe, Ich vertreibe vor deinem Angesichte die Amoriter, und die Kanaaniter, und die Hethiter, und die Pheresiter, und die Heviter, und die Jebusiter. "Und Er sprach: Siehe, Ich schließe einen Bund" bedeutet die Hauptpunkte, durch welche die Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht durch das Wort zustande kommt; "vor deinem ganzen Volk will Ich Wunderbares tun" bedeutet das Wort, das göttlich ist im ganzen und einzelnen für die Kirche; "das nicht geschaffen ist auf der ganzen Erde, und bei allen Völkerschaften" bedeutet, ein solches Göttliche sei noch nie dagewesen in der Welt; (weder) wo die Kirche, noch wo keine Kirche war; "und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, wird sehen das Werk Jehovahs" bedeutet, daß alle, von denen das Wort aufgenommen wird, das Göttliche darin anerkennen werden; "denn wunderbar wird sein, was Ich tue mit dir" bedeutet die Beschaffenheit des Wortes im ganzen und einzelnen; "beobachte du, was Ich dir heute gebiete" bedeutet, wenn sie diese Hauptpunkte, die der ewigen Wahrheit angehören, halten; "siehe, Ich vertreibe vor deinem Angesichte die Amoriter, und die Kanaaniter, und die Hethiter, und die Pheresiter, und die Heviter, und die Jebusiter" bedeutet, alsdann Entfernung des Bösen und des daraus hervorgehenden Falschen. HG 10632 10632. "Und Er sprach: Siehe, Ich schließe einen Bund", 2. Mose 34/10, bedeutet die Hauptpunkte, durch welche die Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht durch das Wort (bewirkt wird). Dies erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778; hier die Verbindung Jehovahs, d.h. des Herrn mit dem Menschengeschlecht durch das Wort, denn von dieser Verbindung handelt das jetzt Folgende. Dies erhellt auch aus dem Zusammenhang der Sachen im inneren Sinn. Im Vorhergehenden war die Rede von dem Gesetz, das vom Berg Sinai herab gegeben und verkündigt wurde, und durch das im weiteren Sinn das Wort bezeichnet wird: Nr. 6752, 7463, dieses Gesetz war auch der Anfang des Wortes; denn dieses wurde nachher verkündigt zuerst durch Mose, hernach durch die übrigen (Propheten). Sodann war die Rede von der israelitischen Völkerschaft, daß sie nicht solcherart war, daß bei ihr ein solches Wort, wie es sonst möglich gewesen wäre, geschrieben werden konnte, weil bei ihr die Kirche nicht errichtet werden konnte, denn wo die Kirche, da ist das Wort, worüber man sehe, was im 2. Mose Kapitel 32 und 33 und von da an bis zu diesem Kapitel gesagt und gezeigt wurde. Weil aber Mose für das Volk Fürbitte tat, daß doch Jehovah in seiner Mitte sein und daß es als Erbe angenommen und so ins Land Kanaan eingeführt werden möchte, durch das alles im inneren Sinn bezeichnet wird, daß die Kirche bei diesem Volk errichtet und daß so das Wort daselbst geschrieben werden sollte, und weil nun dieses (Gesuch) angenommen wurde aus dem Grund, weil Mose so sehr darauf bestand, darum kommen nun die Hauptgebote zur Sprache, die durchaus beobachtet werden müssen, damit jenes geschehen konnte. Diese sind: daß der Herr allein verehrt werden soll und kein anderer, und daß man anerkennen soll, von Ihm komme alles Gute und Wahre, außer mehrerem, wovon im gleich Folgenden. Es wird gesagt, daß davon im gleich Folgenden gehandelt werde, allein man muß wissen, daß diese Gebote im inneren Sinn enthalten sind, der äußere Sinn aber, das der Buchstabensinn ist, enthält solches, was jene vorbilden, somit was sie bezeichnen, wie aus der Erklärung des Folgenden erhellen wird. Es wird gesagt, daß durch diesen Bund, den Jehovah mit Mose geschlossen hat, die Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht im allgemeinen durch das Wort bezeichnet werde, deshalb soll hier gesagt werden, wie es sich mit dieser Verbindung verhält: In den ältesten Zeiten gab es kein Wort, sondern eine unmittelbare Offenbarung für den Menschen der Kirche und eine Verbindung durch diese; denn wenn eine unmittelbare Offenbarung da ist, dann besteht eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen. Die Verbindung des Himmels mit dem Menschen ist die Verbindung des Herrn mit ihm, weil das Göttliche des Herrn bei den Engeln den Himmel macht. Als diese unmittelbare Offenbarung aufhörte, was geschah, als der Mensch vom Guten, worin er gewesen war, ablenkte, da erfolgte eine andere Offenbarung, die durch Vorbilder geschah, durch die dem Menschen alsdann zum Bewußtsein kam, was wahr und gut ist, daher wurde diese Kirche die vorbildliche Kirche genannt. In dieser Kirche war auch ein Wort, das aber nur dieser Kirche diente. Als aber auch diese Kirche verwüstet war, was geschah, weil man anfing, jene Vorbilder, durch welche die Verbindung der Kirche mit dem Himmel damals stattfand, abgöttisch zu verehren und in mehreren Ländern in Zauberei zu verwandeln, da wurde vom Herrn vorgesehen, daß das Wort geschrieben wurde, das göttlich sein sollte im ganzen und einzelnen bis auf jeden Buchstaben hinaus, und das aus lauter Entsprechungen bestehen und für das Innewerden der Engel in allen Himmeln geeignet sein sollte und zugleich für die Menschen, und zwar deshalb, damit dadurch eine Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht stattfinden möchte; denn ohne Verbindung durch ein solches Wort hätte sich der Himmel ganz vom Menschen zurückgezogen, und so wäre der Mensch zugrunde gegangen. Im Folgenden wird nun von dieser Verbindung durch das Wort gehandelt, und es werden die Hauptgebote geoffenbart, die beobachtet werden müssen, damit der Mensch in dieser Verbindung durch das Wort sein kann. Daß in den ältesten Zeiten eine unmittelbare Offenbarung stattfand, sehe man Nr. 2895, 3432, über die vorbildliche Kirche, die nachher folgte und über deren Wort: Nr. 2686, 2897, 3432, 10355; und daß eine Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht durch das Wort besteht, in den Nr. 10375 und 10452 angeführten Stellen. 10633. "Vor deinem ganzen Volk will Ich Wunderbares tun", 2. Mose 34/10, bedeutet das Wort, das göttlich ist im ganzen und einzelnen für die Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes Moses, sofern es da ist, wo die Kirche ist, weil bei ihm die Kirche errichtet werden sollte; und aus der Bedeutung des Wunderbaren, das Jehovah tun wollte, sofern es das Göttliche im ganzen und einzelnen des Wortes bezeichnet: Denn darinnen ist das Wort wunderbar, daß es göttlich ist in jedem Jota, weil ein jeder Ausdruck irgendeiner geistigen Sache entspricht, und man kann sagen, daß diese darin verborgen sei, weil das Geistige (des Wortes) bei den Engeln zutage kommt, wenn das Wort vom Menschen gelesen wird. Damit verhält es sich auf folgende Weise: Alles und jedes, was in der natürlichen Welt ist, hat seine Entsprechung mit den Dingen, die in der geistigen Welt sind, und zwar bis auf die einzelnen Worte hinaus. Das Wort aber ist so geschrieben, daß die darin enthaltenen Worte in ihrem Zusammenhang Reihenfolgen von geistigen Dingen in sich schließen, die dem Menschen nicht erscheinen, wenn er die Entsprechungen nicht weiß; darin liegt das Göttliche im Wort verborgen, und daher ist das Wort geistig, wie es auch genannt wird. Das ist es also, was hier durch das Wunderbare bezeichnet wird, weil es vom Wort handelt, das bei jenem Volk geschrieben werden sollte. 10634. "Das nicht geschaffen ist auf der ganzen Erde, und bei allen Völkerschaften", 2. Mose 34/10, bedeutet, ein solches Göttliche sei noch nie dagewesen in der Welt; (weder) wo die Kirche, (noch da, wo) keine Kirche war. Dies erhellt aus der Bedeutung des (Wunderbaren), sofern es die göttlichen Dinge des Wortes bezeichnet, wovon Nr. 10633. Von jenem Wunderbaren wird gesagt, es sei geschaffen, wenn es göttlich ist vom Innersten bis zum Äußersten oder vom Ersten bis zum Letzten. Aus der Bedeutung von "auf der ganzen Erde", sofern es heißt, überall wo die Kirche ist, (denn durch Erde (Land) wird im Wort die Kirche bezeichnet;) man sehe in den Nr. 9325 angeführten Stellen; und aus der Bedeutung von "bei allen Völkerschaften", sofern es heißt, wo keine Kirche ist, denn durch die Völkerschaften (Heiden) werden im Wort die bezeichnet, die außerhalb der Kirche sind, weil nicht im Licht des Wahren aus dem Wort. Es wird gesagt, Jehovah wolle Wunderbares tun, das nicht geschaffen sei auf der ganzen Erde, weil durch Schöpfung das bezeichnet wird, was göttlich ist vom Innersten bis zum Äußersten oder vom Ersten bis zum Letzten. Denn alles, was vom Göttlichen herkommt, fängt von Ihm an und schreitet der Ordnung gemäß fort bis zum letzten Ende, somit durch die Himmel bis in die Welt, und dort ruht es als in seinem Letzten, denn das Letzte der göttlichen Ordnung ist in der Natur der Welt. Was so ist, das heißt geschaffen. In solcher Ordnung entsteht und in solcher besteht alles, was in der Welt geschaffen ist; und in solcher Ordnung ist auch der Mensch der Kirche, der durch die Wahrheiten aus dem Wort vom Herrn wiedergeboren ist. Daher heißt der Herr im Wort der Schöpfer, und der Mensch, der wiedergeboren ist, heißt neugeschaffen, man sehe Nr. 10373, 10545. In solcher Ordnung ist auch das Wort, und weil es so beschaffen ist, darum wird von dem Wunderbaren desselben gesagt, es sei geschaffen. Durch ebendieselben Worte, nämlich "vor deinem ganzen Volk will Ich Wunderbares tun, das nicht geschaffen ist auf der ganzen Erde und bei allen Völkerschaften", wird im historischen Sinn bezeichnet, daß Jehovah beim israelitischen Volk Wunder tun werde, wie sie auf der ganzen Erde nie gehört worden sind. Aber im inneren Sinn werden nicht Wunder verstanden, sondern Wunderbares, das der Herr tun wolle dadurch, daß Er ein solches Wort geben werde, durch das eine Verbindung des Himmels mit der Kirche und im allgemeinen eine Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht stattfinden sollte. Daß das Wort so wunderbar ist, begreifen diejenigen nicht, die nichts von der Entsprechung der natürlichen Dinge mit den geistigen wissen, und die, welche nichts vom geistigen Denken wissen, worin die Engel sind, wissen auch nicht, daß inwendig im einzelnen des Wortes etwas liegt, worin der Himmel, ja worin göttliches Leben ist, während doch die einzelnen Ausdrücke des Wortes vermöge der Entsprechung von den Engeln geistig aufgefaßt werden, wenn sie von den Menschen natürlich (aufgefaßt werden). Darum und aus keinem anderen Grund ist das Wort göttlich, und so wunderbar, daß es nichts Wunderbareres gibt. 10635. "Und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, wird sehen das Werk Jehovahs", 2. Mose 34/10, bedeutet, daß alle, von denen das Wort aufgenommen wird, das Göttliche darin anerkennen werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen. Daher wird durch das Volk, in dessen Mitte Er ist, die Kirche bezeichnet, wo das Wort sich befindet, somit alle, von denen das Wort aufgenommen wird, denn andere erkennen das Göttliche nicht darin an. Und aus der Bedeutung von "sehen das Werk Jehovahs", sofern es heißt, das Göttliche darin anerkennen. Daß es so ist, leuchtet ein, denn alle, die innerhalb der Kirche im Guten des Lebens sind, erkennen das Göttliche im Wort an; der Grund ist, weil bei ihnen das Heilige aus dem Himmel einfließt, wenn sie das Wort lesen, obwohl sie nicht wissen, daß dies mittelst der Entsprechungen geschieht. Wirklich wird das, was den Entsprechungen gemäß einfließt, nicht anders empfunden, denn als etwas allgemeines Heiliges, worin das Gemüt festgehalten wird; anders ist es aber bei denen, die nicht im Guten des Lebens sind, bei diesen ist das Innere, durch das der Himmel einfließt, geschlossen. 10636. "Denn wunderbar wird sein, was Ich tue mit dir", 2. Mose 34/10, bedeutet die Beschaffenheit des Wortes im ganzen und einzelnen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Stellen, die angeführt sind Nr. 9372; daher wird durch das Wunderbare, das Jehovah mit ihm tun will, bezeichnet (das Wort), göttlich im ganzen und einzelnen, wie Nr. 10633. 10637. "Beobachte du, was Ich dir heute gebiete", 2. Mose 34/11, bedeutet, wenn sie diese Hauptpunkte, die der ewigen Wahrheit angehören, halten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "beobachte du", sofern es heißt, wenn diejenigen, die das Wort anerkennen, so tun, denn durch Mose wird das Wort vorgebildet, wie oben. Und aus der Bedeutung von "was Jehovah heute gebietet", sofern es die Hauptpunkte bezeichnet, die der ewigen Wahrheit angehören, denn was Jehovah gebietet, sind göttliche Wahrheiten; und durch "heute" wird das Ewige bezeichnet: Nr. 2838, 3998, 4304, 6165, 6984, 9939. Diese ewigen Wahrheiten sind es, was das Folgende von Vers 12-27 im inneren Sinn enthält. Was aber im äußeren Sinn enthalten ist, sind nicht ewige Wahrheiten, sondern das, was die israelitische Völkerschaft um der inneren Dinge willen beobachten sollte, denn es bezeichnet dieselben und schließt sie somit in sich. Dieses Äußere sollte auch wirklich von jener Völkerschaft beobachtet werden, ehe die inneren (geistigen) Dinge des Wortes vom Herrn aufgeschlossen wurden, und erst als sie aufgeschlossen waren, wurden jene äußeren Dinge abgeschafft, denn wenn der Mensch den Herrn aus Glauben und aus Liebe zu Ihm verehrt, worin das Innere besteht, dann braucht er jene äußeren bezeichnenden Dinge nicht; denn er ist alsdann in ihnen und nicht in ihren Sinnbildern. Zum Beispiel: daß das Fest der ungesäuerten Brote gehalten werden sollte im Monat Abib, und daß man alsdann Ungesäuertes essen sollte sieben Tage lang; daß man alles, was den Mutterleib eröffnet, Gott geben sollte; daß man das Erstgeborene vom Esel lösen oder ihm das Genick brechen sollte; daß man die Erstgeborenen der Söhne lösen sollte; daß das Fest der Wochen gefeiert werden sollte, wie auch das Fest der Ernte. Daß dreimal im Jahr alle Mannsleute vor Jehovah erscheinen sollten; daß man nicht opfern sollte bei Gesäuertem; daß man das Böcklein nicht kochen sollte in der Milch seiner Mutter. Obwohl aber diese Gebote aufgehoben wurden, sind es doch heilige, göttliche Dinge des Wortes, weil etwas innerlich Heiliges darin liegt. 10638. "Siehe, Ich vertreibe vor deinem Angesichte die Amoriter, und die Kanaaniter, und die Hethiter, und die Pheresiter, und die Heviter, und die Jebusiter", 2. Mose 34/11, bedeutet, alsdann Entfernung des Bösen und des Falschen daher. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vertreibens vor dem Angesichte, sofern es die Entfernung aus dem Inneren bezeichnet, das dem Denken und der Neigung angehört; denn vertreiben heißt entfernen, und das Angesicht bedeutet das Innere; man sehe in den Nr. 9546 angeführten Stellen. Und das Innere des Menschen gehört seinem Verstand und Willen, oder dem Denken und der Neigung an. Vertreiben vor dem Angesicht heißt daher, von demselben entfernen. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Völkerschaften im Lande Kanaan, sofern sie Böses und Falsches bezeichnen, wovon in den Nr. 9327 angeführten Stellen. Aber welches Böse und Falsche durch eine jede Völkerschaft vorgebildet wird, sehe man in den Erklärungen, wo von ihnen gehandelt wurde: was durch die Amoriter: Nr. 6306, 6859; was durch die Kanaaniter: Nr. 1573, 1574, 4818, und durch die Hethiter: Nr. 2913, 6858; durch die Pheresiter: Nr. 1573, 1574, 6859; durch die Heviter und Jebusiter: Nr. 6860. Dieses wird aber vom Wort gesagt, weil durch Mose, vor dessen Angesicht die Völkerschaften vertrieben werden sollten, das Wort vorgebildet wurde, wie aus dem Vorhergehenden erhellen kann. Wie es sich damit verhält, soll in Kürze gesagt werden: Es heißt, wenn er beobachte, was Jehovah gebietet, so werde Er vor dessen Angesicht die Völkerschaften vertreiben, wodurch bezeichnet wird, wenn sie die Hauptgebote, die ewige Wahrheiten sind, tun, so werde das Böse und Falsche entfernt werden. Diese Gebote sind die, welche im inneren Sinn folgen, deren vornehmste sind: daß sie keinen anderen Gott anerkennen sollen als den Herrn, und daß von Ihm alles Gute und alles Wahre, wie auch, daß das Heil und das ewige Leben von Ihm komme. Bei denen, die dieses glauben und es lieben, daß es so ist, wird alles Böse und Falsche entfernt, indem sie das Wort lesen, weil der Herr sie alsdann erleuchtet und sie führt; und dann denken sie nicht aus sich. Auch werden sie durch das Wort nicht angeregt aus sich, sondern aus dem Herrn; daher findet nichts Böses und Falsches des Bösen Eingang, denn der Herr entfernt es. Diese sind es, die das Wort verstehen und von den Wahrheiten daraus angeregt werden, und auch lieben danach zu leben. Hingegen diejenigen, die diese Hauptgebote, die der ewigen Wahrheit angehören, nicht anerkennen, werden, wenn sie das Wort lesen, nicht erleuchtet, somit sehen sie auch nicht vom Herrn die Wahrheiten in demselben, sondern was sie sehen, sehen sie von sich selbst aus, und von sich selbst aus sehen heißt, Falsches für Wahres sehen, und wenn sie auch Wahres sehen, so verfälschen sie es durch Grundsätze, die von ihnen selbst gefaßt worden sind, oder durch die eigenen Liebestriebe, zu denen sie die Wahrheiten hinwenden und denen sie so dieselben anpassen; daher entsteht dann das Falsche des Bösen. Das ist es, was im inneren Sinn durch jene Worte bezeichnet wird. Der Grund, warum dieses bezeichnet wird, ist der, weil die Engel, die das Wort in seinem inneren Sinn innewerden, wenn es vom Menschen gelesen wird, nichts wissen von Mose, und nichts von Amoritern, Kanaaniter, Hethitern, Pheresitern, Hevitern und Jebusitern, (denn die Namen gehen nicht in den Himmel ein, sondern die Sachen, die durch sie bezeichnet werden,) somit (verstehen sie) unter Mose das Wort und unter jenen Völkerschaften das Böse und Falsche. 10639. Vers 12-17: Hüte dich, daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes, in das du kommst, daß sie nicht etwa zum Fallstrick werden in deiner Mitte. Darum sollt ihr zerstören ihre Altäre, und ihre Bildsäulen zerbrechen, und ihre Haine ausrotten. Deshalb sollst du keinen anderen Gott anbeten, denn Jehovah, Eiferer ist Sein Name, ein eifriger Gott ist Er. Daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes (und sie), wenn sie ihren Göttern nachhuren, und opfern ihren Göttern, dich einladen, und du von ihren Opfern essest; und nehmest von ihren Töchtern für deine Söhne, und dann ihre Töchter ihren Göttern nachhuren, und machen, daß deine Söhne ihren Göttern nachhuren. Gegossene Götter sollst du dir nicht machen. "Hüte dich, daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes, in das du kommst" bedeutet, man solle keiner Religion anhangen, in der Böses ist; "daß sie nicht etwa zum Fallstrick werden in deiner Mitte" bedeutet die Verführung dadurch im Wort selbst; "darum sollt ihr zerstören ihre Altäre" bedeutet das Böse einer solchen Religion und des Gottesdienstes aus ihr solle man verwerfen; "und ihre Bildsäulen zerbrechen" bedeutet das Falsche des Bösen solle man zerstören; "und ihre Haine ausrotten" bedeutet, ihre Lehren solle man ganz verwerfen; "deshalb sollst du keinen anderen Gott anbeten" bedeutet, den Herrn allein solle man verehren aus Glaube und Liebe; "denn Jehovah, Eiferer ist Sein Name, ein eifriger Gott ist Er" bedeutet, wenn man einen anderen verehre, so weiche das göttlich Gute und das göttlich Wahre zurück; "daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes" bedeutet, Verbindung dadurch mit dem Bösen einer jeden Religion; "(und sie,) wenn sie ihren Göttern nachhuren" bedeutet, daher Falsches des Bösen; "und opfern ihren Göttern" bedeutet, dadurch einen Gottesdienst aus Falschem; "dich einladen, und du von ihren Opfern essest" bedeutet Anlockung, Annahme und Aneignung des Falschen aus dem Bösen; "und nehmest von ihren Töchtern für deine Söhne" bedeutet die Verbindung der Neigungen zum Bösen mit den Wahrheiten; "und dann ihre Töchter ihren Göttern nachhuren, und machen, daß deine Söhne ihren Göttern nachhuren" bedeutet, dadurch Entweihung des Guten und Wahren; "gegossene Götter sollst du dir nicht machen" bedeutet die Verehrung seiner selbst und nicht des Herrn. 10640. "Hüte dich, daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes, in das du kommst", 2. Mose 34/12, bedeutet, man solle keiner Religion anhangen, in der Böses ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Bund schließen", sofern es heißt, sich verbinden, wovon in den Nr. 10622 angeführten Stellen, somit auch anhangen. Aus der Bedeutung der Einwohner des Landes, sofern sie eine Religion bezeichnen, worin das Böse ist, denn durch Einwohner wird das Gute bezeichnet: Nr. 2268, 2451, 2712, und daher im entgegengesetzten Sinn das Böse, und durch Land wird bezeichnet die Kirche und alles, was zur Kirche gehört; man sehe in den Nr. 9325 angeführten Stellen; somit auch die Religion. Und aus der Bedeutung von "in das du kommst", sofern es heißt, überall wo eine Religion, in der das Böse ist, denn durch die Völkerschaften im Lande Kanaan, in das sie kommen sollten, wird Böses und daher Falsches bezeichnet; man sehe Nr. 10638. Hieraus wird klar, daß durch "du sollst keinen Bund schließen mit den Einwohnern des Landes, in das du kommst" bezeichnet wird, man solle keiner Religion anhangen, in der das Böse ist. Weil dieses zu den Hauptpunkten gehört, wodurch der Mensch der Kirche erleuchtet wird, wenn er das Wort liest, und weil von diesem Gegenstand das Folgende handelt, so muß gesagt werden, wie es sich damit verhält: Der Mensch, der vom Herrn erleuchtet werden will, muß sich hauptsächlich hüten, daß er sich keine Lehre aneignet, die das Böse in Schutz nimmt. Der Mensch eignet sich dieses alsdann an, wenn er es bei sich begründet, denn dadurch macht er es sich zu einer Sache seines Glaubens, und mehr noch, wenn er danach lebt. Wenn das geschieht, so bleibt das Böse seiner Seele und seinem Herzen eingeschrieben, und wenn das geschehen ist, so kann er nachher gar nicht durch das Wort vom Herrn erleuchtet werden; denn sein Gemüt ist ganz im Glauben und in der Liebe seines Prinzips (befangen), und alles, was diesem widerspricht, das sieht er entweder nicht, oder verwirft, oder verfälscht es. So zum Beispiel: wer da glaubt, er werde allein durch den Glauben selig, möge sein Leben sein wie es wolle, und dieses bei sich begründet und mit den übrigen Punkten seiner Lehre verbunden hat, bis daß er in der Folge gar nicht ans Leben denkt, sondern nur an den Glauben, der sieht nachher, mag er das Wort lesen wie er will, doch nichts darin vom Guten des Lebens, und am Ende weiß er nicht, was das Gute, was Liebtätigkeit, was Liebe ist, und wenn sie genannt werden, so sagt er, der Glaube allein sei das alles; während doch der alleinige Glaube, oder der Glaube ohne jenes, gleich ist einem leeren Gefäß, und gleich einem seelenlosen Ding. Das geistige Leben eines solchen Menschen kann man vergleichen mit dem Atmen der Lungen, ohne den Einfluß des Blutes aus dem Herzen, das kein Leben ist, als etwa ein solches, wie es ein Bildnis oder Automat hat. Dies wurde gesagt, damit man wisse, wie es sich mit dem Menschen verhält, der das Wort liest; daß er dadurch schlechterdings nicht erleuchtet werden kann, wenn er einer Religion anhängt, die das Böse in Schutz nimmt. 10641. "Daß sie nicht etwa zum Fallstrick werden in deiner Mitte", 2. Mose 34/12, bedeutet die Verführung dadurch im Wort selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Fallstrick werden", sofern es heißt, gefangen und verführt werden von seinem Bösen und Falschen, wovon Nr. 7653, 9348; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, wovon in den Nr. 9372 angeführten Stellen. "In seiner Mitte" bedeutet daher, im Wort selbst. Wie es sich damit verhält, ergibt sich aus dem, was Nr. 10640 gesagt wurde. 10642. "Darum sollt ihr zerstören ihre Altäre", 2. Mose 34/13, bedeutet, das Böse einer solchen Religion und des Gottesdienstes aus ihr solle man verwerfen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altars, sofern er das Hauptvorbild des Herrn und Seiner Verehrung aus dem Guten ist, wovon Nr. 921, 2777, 2811, 4541, 8935, 8940, 9388, 9389, 9714, 9964, 10242, 10245; und daher ist er im entgegengesetzten Sinn das Vorbild des Götzendienstes, somit aus dem Bösen, worüber folgt; und aus der Bedeutung von zerstören, sofern es heißt, verwerfen, denn von den Altären wird gesagt, sie sollen zerstört werden, aber von dem Bösen des Gottesdienstes, das durch die Altäre der Völkerschaften bezeichnet wird, wird gesagt, es soll verworfen werden. In diesem Vers werden Altäre, Bildsäulen und Haine erwähnt, und durch dieselben wird im allgemeinen alles bezeichnet, was zum Götzendienst gehört: durch die Altäre der Gottesdienst aus dem Bösen, durch die Bildsäulen der Gottesdienst aus dem Falschen des Bösen, und durch die Haine die Lehren desselben. Der Grund, warum sie ausgerottet werden mußten, war, weil durch diese Vorbilder nicht der Herr verehrt wurde, sondern die Götter, die Menschen gewesen waren, z.B. die Baalim, und mehrere andere, und dies war ein teuflischer und höllischer Gottesdienst; denn Menschen verehren anstatt Gottes selbst, Welcher ist der Herr, ist teuflisch. Der Mensch wird nämlich verbunden mit dem, der verehrt wird. Die Sache verhält sich aber in folgender Weise: Wenn ein Mensch als Gott verehrt wird, alsdann wird ein (Geist) aus der Hölle mit ihm verbunden, denn der Glaube und die Liebe verbinden. Der Glaube des Wahren und die Liebe des Guten verbinden den Menschen mit dem Herrn, aber der Glaube des Falschen und die Liebe des Bösen verbinden den Menschen mit der Hölle. Bei einem jeden Menschen sind Geister nämlich von der Hölle, und sind Engel aus dem Himmel; ohne sie kann der Mensch nicht leben. Wenn nun einer verehrt wird, der ein Mensch gewesen war, alsdann wähnen die Geister aus der Hölle, sie selbst seien es, die verehrt werden, denn ein jeder in der Hölle will ein Gott sein, und diese Geister teilen einen solchen Gottesdienst der höllischen Gesellschaft mit, aus der sie sind. In dem Maß nun, als jene verehrt werden, treten die Engel, die aus dem Himmel sind, zurück. Die Folge davon ist, daß der Mensch in höllische Begierden hineingeführt, und zuletzt jenen Geistern gleich wird mit seinem ganzen Leben, und auch unter sie kommt nach dem Tode. Dagegen aber, wenn der Herr verehrt wird, Welcher ist der Gott des Himmels und der Erde, alsdann nehmen die Engel, die aus dem Himmel beim Menschen sind, nichts vom Gottesdienst für sich in Anspruch, weil sie alles Wahre des Glaubens und alles Gute der Liebe dem Herrn zuschreiben, und nichts sich selbst. Daher wird durch sie der Weg bis zum Herrn selbst geöffnet, Der sie mit Sich verbindet durch Glauben und Liebe. Aus diesem kann erhellen, wie gar viel daran liegt, daß man den Herrn selbst verehrt, Der alle Gewalt hat im Himmel und auf Erden, wie Er selbst sagt: Matth.28/18. 10643. "Und ihre Bildsäulen zerbrechen", 2. Mose 34/13, bedeutet, das Falsche des Bösen soll zerstört werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Bildsäulen, sofern sie Vorbilder der Verehrung des Herrn durch das Wahre sind, wovon Nr. 4580, 4582, 9388, 9389, und im entgegengesetzten Sinn, Vorbilder des Götzendienstes aus dem Falschen. Daß die Bildsäulen Vorbilder des Gottesdienstes waren, hatte den Grund, weil es bei den Alten gebräuchlich war, Bildsäulen zu setzen, und sie mit Öl zu salben, und dadurch zu heiligen. Die Alten hatten ihren Gottesdienst hauptsächlich auf Bergen, auf Hügeln und in Hainen; daselbst stellten sie Bildsäulen auf. Auf den Bergen aus dem Grund, weil die Berge den Himmel bezeichneten, wo himmlische Liebe regiert, welche ist die Liebe zum Herrn; auf Hügeln aber aus dem Grund, weil die Hügel den Himmel bezeichneten, wo geistige Liebe regiert, welche ist die Liebe gegen den Nächsten; und in Hainen aus dem Grund, weil die Haine himmlische Weisheit und Einsicht bezeichneten; das alles vermöge der Entsprechungen. Die Bildsäulen, die daselbst aufgestellt wurden, bezeichneten das göttlich Wahre, denn die Bildsäulen waren Steine, und der Stein bezeichnet das Wahre. Darum wird der Herr in Ansehung des göttlich Wahren im Wort der Stein Israels genannt. Daher kommt es nun, daß die Bildsäulen die Verehrung des Herrn aus dem Wahren bezeichneten. Als aber die Vorbilder der Kirche, die bei den Alten waren, teils zur Abgötterei und teils zur Zauberei verwendet zu werden anfingen, da wurden solche Dinge abgeschafft, hauptsächlich bei der israelitischen Völkerschaft, die im Herzen götzendienerisch war. Dies ist der Grund, warum durch die Bildsäulen der Götzendienst aus Falschem bezeichnet wird. So verhält es sich auch mit jedem Gottesdienst, wenn der Mensch äußerlich wird, was geschieht, wenn er sich selbst und die Welt als Zweck, und die göttlichen Dinge der Kirche als Mittel betrachtet, denn alsdann werden alle Gegenstände des Gottesdienstes bei denen, die im Gottesdienst bleiben, zu Götzen, weil Äußeres verehrt wird ohne das Innere. Daher werden die Wahrheiten des Gottesdienstes und die Lehren zu Falschem, denn sie werden verfälscht durch die Vorstellungen von sich und der Welt in ihnen, an die sich mehrere andere Vorstellungen anschließen, die das Göttliche von jenen Wahrheiten wegnehmen, und auf sich und auf die Welt übertragen. Dies kann man auch ersehen an den Altären der Heiden, auf denen sie zwar in gleicher Weise opferten, aber doch waren ihre Opfer Greuel. Daß Bildsäulen bei den Alten im Gebrauch waren und das Heilige des Gottesdienstes bezeichneten, erhellt aus der Bildsäule, die Jakob aufrichtete, wovon es 1. Mose 28/18,19,22 heißt: "Und Jakob nahm einen Stein, den er als Unterlage seines Hauptes gelegt hatte, und setzte ihn als eine Denksäule, und sprach: Werde ich im Frieden wiederkommen zum Haus meines Vaters, so soll dieser Stein, den ich als eine Denksäule gesetzt habe, ein Haus Gottes werden". Und an den zwölf Denksäulen, die Mose unter dem Berg Sinai aufstellte, wovon es 2. Mose 24/4 heißt: "Mose schrieb alle Worte Jehovahs, und stand früh auf am Morgen, und baute einen Altar unten am Berge, und zwölf Denksäulen für die zwölf Stämme Israels": Nr. 9389. Jes.19/19: "An jenem Tag wird ein Altar für Jehovah sein inmitten des Landes Ägypten, und seine Denksäule bei seiner Grenze für Jehovah". Hos.3/4: "Viele Tage werden die Söhne Israels wohnen ohne König, und ohne einen Fürsten, und ohne Opfer, und ohne eine Denksäule". In diesen Stellen wird durch Denksäule der Gottesdienst aus Wahrheiten bezeichnet aus dem oben angegebenen Grund, weil der Stein das göttlich Wahre bezeichnete, aber die mit Öl gesalbte Denksäule das göttlich Wahre vom göttlich Guten. Als man aber diese Vorbilder abgöttisch zu verehren anfing, da wurde befohlen, daß solche zerstört und zerbrochen werden sollen, wie in diesem Vers, und auch 2. Mose 23/24; 5. Mose 7/5; 12/3, und weil die israelitische Völkerschaft im Herzen götzendienerisch war, so wurde, damit sie nicht auf Bergen und Hügeln und in Hainen Denksäulen aufstellten und sie abgöttisch verehrten, verboten, Denksäulen zu setzen und Haine zu pflanzen, obwohl solches den Alten heilige Dinge des Gottesdienstes waren. Daß es jener Völkerschaft verboten war, erhellt 5. Mose 16/21,22: "Du sollst dir keinen Hain von irgendwelchen Bäumen pflanzen beim Altar deines Gottes, den du dir machen wirst; und sollst dir keine Bildsäule aufrichten, denn Jehovah, dein Gott, hasset dieselbe". Und daß es darum verboten war, weil sie dieselben abgöttisch verehrten, 1.Kön.14/23: "Juda hat übel getan in den Augen Jehovahs; sie haben sich Höhen und Bildsäulen gebaut auf jedem hohen Hügel, und unter jedem grünen Baum". Ebenso die Söhne Israels: 2.Kön.17/10. Micha 5/12,13: "Zerhauen werde Ich deine Schnitzbilder, und deine Bildsäulen aus deiner Mitte, auf daß du nicht mehr anbetest das Werk deiner Hände; und werde ausrotten deine Haine aus deiner Mitte". Jes.57/5: "Ihr seid warm geworden bei den Göttern unter jedem grünen Baum". Hes.26/11: "Nebukadnezar wird mit den Hufen seiner Rosse zertreten alle deine Gassen, das Volk wird er mit dem Schwert töten, und die Bildsäulen deiner Stärke wird er zu Boden werfen"; außerdem anderwärts. Aus diesem erhellt auch, was im inneren Sinn durch Denksäulen bezeichnet wird. 10644. "Und ihre Haine ausrotten", 2. Mose 34/13, bedeutet, ihre Lehren solle man ganz verwerfen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Haine, sofern sie die Lehren der Kirche bezeichnen, hier die Lehren der Religion bei den Götzendienern, die Lehren des Falschen aus dem Bösen sind. Daß die Haine Lehren bezeichnen, kommt daher, weil die Bäume Gefühle und Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnen. Gefühle bei denen, die im himmlischen Reich des Herrn, und Erkenntnisse bei denen, die in Seinem geistigen Reich sind. Und eine jede Art von Baum (bedeutet) eine Art von Gefühl und Erkenntnis. Dies ist der Grund, warum Paradiese und Gärten himmlische Einsicht und Weisheit bezeichnen, und Wälder das Wissen des natürlichen Menschen. Hieraus kann man erkennen, woher es kommt, daß die Haine die Lehre bezeichnen, und woher es kommt, daß die Alten das Heilige des Gottesdienstes in den Hainen hatten, denn die Kirche bei den Alten war eine vorbildliche, und all ihr Äußeres bildete solche innere Dinge vor, die im Himmel sind und sich beziehen auf den Herrn, auf die Liebe und auf den Glauben an Ihn, und auf solches, was der Liebe und dem Glauben angehört. Daß die Haine, wie auch die Wälder, Gärten und Paradiese, und auch die Bäume nach ihren Arten, solches bezeichnen, hat seinen Grund in den Vorbildern im anderen Leben, denn dort erscheinen solche Dinge gemäß der Einsicht und Weisheit der Engel. Die Erscheinungen daselbst stammen nämlich aus einem himmlischen und geistigen Ursprung. Daß Haine die Lehre bedeuten, und daß die Alten ihren heiligen Gottesdienst in Hainen hatten, sehe man Nr. 2722, 4552. Daß die Paradiese himmlische Einsicht und Weisheit bezeichnen: Nr. 3220, 4528, 4529; die Gärten ebenfalls: Nr. 100, 108, 1588, 2722. Daß die Wälder das Wissen bezeichnen, das dem natürlichen Menschen angehört: Nr. 9011 E. Daß die Bäume die Gefühle und Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnen: Nr. 103, 2163, 2682, 2972, 7692, 8326. Daß die Alte Kirche ihren Gottesdienst in Hainen und in Gärten unter Bäumen je nach deren Bedeutungen hatte: Nr. 2722, 4552. 10645. "Deshalb sollst du keinen anderen Gott anbeten (vor ihm dich bücken)", 2. Mose 34/14, bedeutet, den Herrn allein solle man verehren aus Glauben und Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich bücken, sofern es heißt, anbeten und verehren. Daß es heißt, der Herr allein soll verehrt werden und kein anderer, hat den Grund, weil unter Jehovah und unter Gott der Herr verstanden wird; man sehe in den Stellen, die angeführt sind: Nr. 9315, 9373. Sodann weil der Herr der Gott des Himmels und der Erde ist, und auch der einige Gott: in den Nr. 9194 angeführten Stellen. Es wird gesagt, daß man den Herrn verehren soll aus Glauben und Liebe, weil die Verehrung des Herrn entweder aus Glauben oder aus Liebe geschieht. Die Verehrung aus Glauben heißt, die Verehrung den Wahrheiten gemäß, denn die Wahrheiten sind Sache des Glaubens; und die Verehrung aus Liebe heißt, die Verehrung aus dem Guten; denn das Gute ist Sache der Liebe. Die, welche im geistigen Reich des Herrn sind, verehren Ihn aus Glauben; aber die, welche in Seinem himmlischen Reich sind, verehren Ihn aus Liebe. Wie es sich aber mit der Verehrung des Herrn aus Glauben und Liebe verhält, davon soll hier etwas gesagt werden: Viele sind der Meinung, daß sie den Herrn durch den Glauben verehren, wenn sie die Sätze der Kirchenlehre glauben, und daß sie den Herrn durch die Liebe verehren, wenn sie Ihn lieben. Aber durch bloßes glauben und durch bloßes lieben, wird der Herr nicht verehrt, sondern dadurch, daß man nach Seinen Geboten lebt, weil nur solche es sind, die an den Herrn glauben und Ihn lieben; die übrigen sagen zwar, sie glauben an Ihn, aber dennoch glauben sie nicht; und sie sagen, sie lieben Ihn, und dennoch lieben sie nicht. Der Grund, weshalb diejenigen allein an den Herrn glauben und Ihn lieben, die nach Seinen Geboten leben, ist der, weil der Herr nicht ist im Verstehen des Wahren ohne daß man es will (liebt), sondern Er ist im Verstehen des Wahren und im Wollen desselben; denn das Wahre geht nicht in den Menschen ein, und wird sein Eigen, ehe der Mensch dasselbe will, und aus dem Wollen es tut; denn der Wille ist der Mensch selbst, der Verstand aber ist nur insoweit der Mensch, als er (sein Leben) aus dem Willen hat. Der Herr ist auch wirklich beim Menschen gegenwärtig in seinen Wahrheiten, die aus dem Guten sind, aber die Wahrheiten aus dem Guten sind die, welche der Mensch will und daher tut, nicht aber die, welche er versteht und tut, ohne sie zu wollen; denn ohne wollen tun, ist Heuchelei; es geschieht nämlich nur vor den Menschen, aber nicht vor dem Herrn. Der Herr wohnt aber auch nicht bei einem leeren Menschen, d.h. bei einem Menschen, der Seine Wahrheiten nicht weiß und nicht tut. Nur in denjenigen Wahrheiten, die aus dem Guten sind, d.h., die der Mensch will und tut, ist der Herr gegenwärtig beim Menschen, denn die Wahrheiten, die aus dem Guten stammen, machen die Kirche bei ihm und machen den Himmel bei ihm. Mit einem Wort, sie machen, daß der Herr selbst bei ihm ist. Daß es so ist, kann der Mensch schon durch die Vernunft wahrnehmen, wenn er es erwägt, denn er kann wissen, daß alles Verstehen des Menschen durch Wahres, und all sein Wollen durch Gutes gebildet wird; denn alles, was im Weltall ist, bezieht sich auf das Wahre und auf das Gute; und das Verstandesvermögen des Menschen ist gebildet zur Aufnahme des Wahren, und das Willensvermögen zur Aufnahme des Guten. Das Wahre, das geglaubt wird, nennt man Sache des Glaubens, und das Gute, das angenehm erregt, nennt man Sache der Liebe. Hieraus kann man erkennen, daß der Mensch so beschaffen ist, wie die Glaubenswahrheiten sind, durch die sein Verstand gebildet wird, und wie das Gute der Liebe ist, durch das sein Wille gebildet wird; denn der Mensch ist Mensch vermöge des Verstandes und des Willens. Wenn daher sein Verstand durch göttliche Wahrheiten gebildet ist, und diese Sache seines Glaubens werden, und sein Wille durch Gutes, das Sache seiner Liebe wird, so ist die Folge, daß im Menschen alsdann der Himmel ist, und daß der Herr bei ihm wohnen kann wie in Seinem Himmel; denn die göttlichen Wahrheiten, die den Verstand bilden, und das göttlich Gute, das den Willen bildet, sind vom Herrn, oder sind (Eigentum) des Herrn, und was des Herrn ist, ist Er selbst. Hieraus wird klar, daß an den Herrn glauben heißt, seinen Verstand erfüllen mit Glaubenswahrheiten, und daß den Herrn lieben heißt, seinen Willen erfüllen mit Gutem der Liebe, und daß dieses nur geschehen kann dadurch, daß man die Wahrheiten aus dem Wort lernt, sie will und sie tut. Ob man sagt, wollen und tun, oder lieben ist gleich, denn was der Mensch liebt, das will er, und was er wirklich will, das liebt er auch. Aus diesem kann nun erhellen, was es heißt, den Herrn verehren aus Glaube und Liebe. Daß es sich so verhält, erhellt auch offenbar daraus, daß der Herr das Heil aller will. Des Menschen Heil wollen heißt, ihn zu Sich in den Himmel bringen. Dies kann aber nicht geschehen, wenn der Herr nicht in ihm ist, und der Herr kann durchaus nicht in ihm sein, außer in solchem bei ihm, was von Ihm selbst ist: das sind die Wahrheiten aus dem Guten, somit Seine Gebote, die der Mensch tut aus Glauben und aus Liebe; denn keine anderen Aufnahmegefäße des Herrn und des Himmels gibt es beim Menschen, und kann es nicht geben. Der Himmel selbst besteht auch aus nichts anderem. Daß an den Herrn glauben und Ihn lieben heißt, Seine Gebote tun, lehrt der Herr: Joh.14/15,21,23,24: "Wenn ihr Mich liebt, so haltet Meine Gebote; wer Meine Gebote hat und sie tut, der ist es, der Mich liebt. Wer Mich liebt, wird Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer Mich nicht liebt, hält Meine Worte nicht". Joh.15/9,10,14: "Bleibet in Meiner Liebe. Wenn ihr Meine Gebot haltet, so werdet ihr bleiben in Meiner Liebe. Ihr seid Meine Freunde wenn ihr tut alles, was Ich euch gebiete". Die Befehle und Gebote, die man halten und nach denen man leben soll, lehrt die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens. 10646. "Denn Jehovah, Eiferer ist Sein Name, ein eifriger Gott ist Er", 2. Mose 34/14, bedeutet, wenn man einen anderen verehre, so weiche das göttlich Gute und das göttlich Wahre zurück. Dies erhellt aus der Bedeutung des Eiferers, sofern es den bezeichnet, der nicht leidet, daß ein anderer als er geliebt und verehrt werde; und aus der Bedeutung des Namens Jehovahs, sofern er alles bezeichnet, wodurch der Herr verehrt wird, wovon Nr. 2724, 3006, 6674, 9310; und weil dieses das von Seinem Göttlich-Menschlichen ausgehende göttlich Wahre ist, so ist es das Göttlich-Menschliche des Herrn, das im höchsten Sinn durch den Namen Jehovahs verstanden wird: Nr. 2628, 6887, 8274; das göttlich Wahre ist nämlich der Herr selbst im Himmel, denn was von Ihm ausgeht, ist Er selbst. Vom Göttlichen kann nichts anderes ausgehen, als Göttliches, und das Göttliche ist eines. Hieraus wird klar, daß durch "Eiferer ist Sein Name" bezeichnet wird, Er leide nicht, daß ein anderer verehrt werde als Er, weil von Ihm allein alles Wahre und alles Gute ausgeht, durch das Heil kommt. Der Herr wird ein Eiferer genannt, weil, sobald ein anderer verehrt wird, alles Wahre und Gute zurückweicht; denn der Mensch wird durch das Gute und Wahre, das aus dem Herrn stammt, mit Ihm verbunden. Sobald daher ein anderer verehrt wird, erfolgt Scheidung, und an die Stelle des Wahren tritt alsdann das Falsche, und an die Stelle des Guten das Böse. Der Grund, warum zweimal Eiferer gesagt wird, ist der, weil unter Jehovah das göttlich Gute, und unter Gott das göttlich Wahre verstanden wird. Daß im Wort, wo vom göttlich Guten gehandelt wird, der Herr Jehovah heißt, wo aber vom göttlich Wahren gehandelt wird, Er Gott heißt, sehe man Nr. 2586, 2769, 2921, 6303, 6905, 10158, 10617. Und weil beides vom Menschen zurückweicht, wenn ein anderer verehrt wird als der Herr, darum wird zweimal Eiferer gesagt. Es wird gesagt, daß der Herr allein verehrt werden soll. Wer nicht weiß, wie es sich mit der Verehrung des Herrn verhält, kann glauben, daß der Herr es gern habe, wenn Er verehrt wird, und daß Er vom Menschen verherrlicht sein wolle, so wie ein Mensch, der dem anderen gewährt, was er bittet, wegen der Ehre, die ihm erzeigt wurde. Wer das glaubt, weiß gar nicht, was Liebe ist, und noch weniger, was göttliche Liebe ist. Göttliche Liebe ist, Verehrung und Herrlichkeit wollen, nicht um seiner selber, sondern um des Menschen und seines Heils willen; denn wer den Herrn verehrt, und dem Herrn Herrlichkeit gibt, ist in der Demut, und von dem, der in der Demut ist, weicht das Eigene zurück, und in dem Maß, als dieses zurückweicht, wird das Göttliche aufgenommen, denn das Eigene des Menschen ist es allein, was das Göttliche hindert, weil das Eigene desselben böse und falsch ist. Das ist die Herrlichkeit des Herrn, und das ist der Zweck Seiner Verehrung. Die Herrlichkeit um seiner selbst willen kommt aus der Selbstliebe, und die himmlische Liebe ist so weit verschieden von der Selbstliebe, als der Himmel von der Hölle, und noch unendlich mehr die göttliche Liebe. 10647. "Daß du nicht etwa einen Bund schließest mit den Einwohnern des Landes", 2. Mose 34/15, bedeutet, Verbindung dadurch mit dem Bösen einer jeden Religion. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778; einen Bund schließen heißt, somit sich verbinden. Und aus der Bedeutung der Bewohner des Landes, sofern sie eine Religion bezeichnen, in der Böses ist, wovon Nr. 10640. Ob man sagt, eine Religion worin das Böse, oder das Böse einer Religion, ist gleich. Daß jetzt abermals gesagt wird, man solle keinen Bund schließen mit den Einwohnern des Landes, ist wegen der Reihenfolge im inneren Sinn. 10648. "(Und sie,) wenn sie ihren Göttern nachhuren", 2. Mose 34/15, bedeutet, daher entstehe das Falsche des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nachhuren den Göttern der Völkerschaften", sofern es heißt, sich mit Falschem des Bösen verbinden, denn durch huren wird eine unrechtmäßige Verbindung, und durch die Götter der Völkerschaften das Falsche des Bösen bezeichnet. Daß die Götter Falsches bedeuten, sehe man Nr. 4402 E, 4544, 7873, 8867; und die Völkerschaften Böses: Nr. 10638. Es wird gesagt, daher komme das Falsche des Bösen, weil vom Bösen alles Falsche herkommt; Falsches aber, das nicht vom Bösen kommt, ist zwar in der äußeren Form falsch, aber nicht in der inneren; denn es gibt Falsches bei denen, die im Guten des Lebens sind, aber innerlich ist das Gute darinnen, und macht, daß das Falsche des Bösen entfernt wird, daher erscheint ein solches Falsche vor den Engeln nicht als falsch, sondern als eine Art von Wahrem; denn die Engel sehen auf das Innere des Glaubens und nicht auf das Äußere desselben. Daher kommt es, daß ein jeder, welcher Religion er auch immer angehöre, selig werden kann, auch die Heiden, die keine Wahrheiten aus dem Wort haben, wenn sie nur das Gute des Lebens als Zwecke im Auge haben; man sehe Nr. 2589-2604. Im Wort wird öfters gesagt huren, und es wird dadurch die unrechtmäßige Verbindung mit dem Wahren bezeichnet, und durch ehebrechen die unrechtmäßige Verbindung mit dem Guten; daher wird durch huren die Verfälschung des Wahren, und durch ehebrechen die Schändung des Guten bezeichnet. Die Verfälschung des Wahren geschieht auf dreierlei Weise: Erstens: wenn der Mensch im Bösen des Lebens ist, und dabei die Wahrheiten der Lehre anerkennt, denn alsdann ist inwendig in den Wahrheiten das Böse, und das Böse verfälscht das Wahre; denn das Böse vertreibt das Himmlische und Göttliche aus den Wahrheiten und pflanzt das Höllische ein, daher die Verfälschung. Zweitens: wenn der Mensch zuerst in den Wahrheiten in Ansehung der Lehre ist, und nachher zum Falschen einer anderen Lehre sich wendet, was bloß bei denen geschieht, die im Bösen des Lebens sind, weil das Böse nach dem Falschen verlangt, und es gerne als Wahres ergreift. Drittens: wenn der Mensch, der im Bösen in Ansehung des Lebens ist, und in Falschem in Ansehung der Lehre, die Wahrheiten einer anderen Lehre ergreift, so verfälscht er ebenfalls die Wahrheiten; weil ein solcher die Wahrheiten nicht anerkennt um der Wahrheiten willen, sondern um irgendeines Gewinnes, einer Ehre und eines Ruhmes willen. Alle diese Verfälschungen werden im Wort Hurereien und Buhlereien genannt; aus dem Grund, weil durch die Ehe eine rechtmäßige Verbindung verstanden wird, welche die des Guten und Wahren ist; man sehe Nr. 2727-2759; daher werden unrechtmäßige Verbindungen unter Hurereien verstanden. Daß es so ist, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen, von denen bloß diese zwei angeführt werden dürfen: Hes.16/15-17,20,26,28,29 folg.: "Jerusalem, du hast gehurt um deines Namens willen; und hast deine Hurereien ausgegossen über jeden Vorübergehenden; hast genommen von deinen Kleidern, und dir bunte Höhen gemacht, und hast auf denselben gehurt; du hast genommen von den Geräten deines Schmuckes von Meinem Gold und von Meinem Silber, das Ich dir gegeben hatte, und hast dir Mannsbilder gemacht, und hast mit ihnen gehurt. Du hast genommen deine Söhne und deine Töchter, die du Mir geboren hast, und sie ihnen geopfert; war das noch zu wenig von deinen Hurereien? Du hast gehurt mit den Söhnen Ägyptens, deinen Nachbarn, die groß sind an Fleisch; und hast deiner Hurereien viel gemacht, Mich zu reizen; hast gehurt mit den Söhnen Aschurs, und mit ihnen gehurt, und bist nicht satt geworden; und hast deiner Hurerei viel gemacht bis zum Handelsland Chaldäa". Hes.23/2-4,7,8,11,12,14,16-49: "Zwei Weiber, die Töchter einer Mutter, haben gehurt in Ägypten; in ihrer Jugend haben sie gehurt; Ohola (ist) Samaria, und Oholiba Jerusalem; gehurt hat Ohola unter Mir, und hat lieb gewonnen ihre Buhlen, die nahen Assyrer, und trieb ihre Hurereien mit ihnen; ihre Hurereien aus Ägypten hat sie nicht verlassen; denn sie sind bei ihr gelegen in ihrer Jugend. Oholiba hat ihre Liebe noch mehr verdorben, als jene, und hat vermehret ihre Hurereien über die Hurereien ihrer Schwester, die Söhne Aschurs hat sie lieb gehabt; hat hinzugetan zu ihren Hurereien, und gesehen die Bilder der Chaldäer; sie hat sie liebgewonnen beim Anblick ihrer Augen; es kamen zu ihr die Söhne Babels zum Beilager der Liebeleien". Außer vielen anderen Stellen, was man nebst diesen erklärt sehen möge Nr. 2466, 8904. 10649. "Und opfern ihren Göttern", 2. Mose 34/15, bedeutet, dadurch einen Gottesdienst aus Falschem. Dies erhellt aus der Bedeutung von opfern, sofern es den Gottesdienst im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 6905, 8680, 8936, und aus der Bedeutung der Götter der Völkerschaften, sofern sie das Falsche des Bösen bezeichnen, wie Nr. 10648. 10650. "Dich einladen, und du von ihren Opfern essest", 2. Mose 34/15, bedeutet Anlockung, Annahme und Aneignung des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von einladen, sofern es Anlockung und Annahme bezeichnet, denn wer folgt und gehorcht, wenn er eingeladen wird, der wird angelockt und nimmt an. Aus der Bedeutung von essen, sofern es die Aneignung bezeichnet, wovon Nr. 3168, 3596, 4745; und aus der Bedeutung des Opfers, sofern es die Verehrung aus Falschem bezeichnet, wovon Nr. 10649, somit auch das Falsche, das dem Gottesdienst angehört; daß es Falsches des Bösen ist, beruht darauf, weil alles Falsche, das (wahrhaft) falsch ist, aus dem Bösen stammt; man sehe Nr. 10648. 10651. "Und nehmest von ihren Töchtern für deine Söhne", 2. Mose 34/16, bedeutet die Verbindung der Neigungen zum Bösen mit den Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von nehmen, wenn es sich auf die Ehe bezieht, sofern es heißt, sich verbinden. Aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie Neigungen zum Guten, und im entgegengesetzten Sinn Neigungen zum Bösen bezeichnen, wovon Nr. 2362, 3963; und aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 3373, 4257, 9807, 10490. 10652. "Und dann ihre Töchter ihren Göttern nachhuren, und machen, daß deine Söhne ihren Göttern nachhuren", 2. Mose 34/16, bedeutet, dadurch Entweihung des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von huren, sofern es eine unrechtmäßige Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 10648, aus der Bedeutung der Töchter derselben, oder der Einwohner des Landes, sofern sie die Neigungen zum Bösen bezeichnen. Aus der Bedeutung ihrer Götter, sofern sie das Falsche der mit Wahrheiten verbundenen Neigungen zum Bösen bezeichnen, denn unter ihren Göttern werden verstanden die Götter der Töchter der Einwohner des Landes, die verbunden sind mit den Söhnen der israelitischen Völkerschaft, wovon Nr. 10651. Diese Verbindung ist eine Entweihung des Guten. Ferner aus der Bedeutung von "machen, daß deine Söhne ihren Göttern nachhuren", sofern es die Verbindung des Wahren mit Falschem bezeichnet, und diese ist eine Entweihung des Wahren. Daß die Götter Falsches bedeuten, sehe man Nr. 4402 E, 4544, 7873, 8867; und daß die Söhne Wahrheiten bedeuten: Nr. 489, 491, 533, 1147, 3373, 4257, 9807, 10490. Dies wird so ausgedrückt, weil die erste Verbindung der Neigungen zum Bösen mit Wahrheiten, die bezeichnet wird durch "nehmen von den Töchtern der Einwohner des Landes für deine Söhne" noch nicht Entweihung ist; hingegen die andere Verbindung ist Entweihung, denn diese entsteht, wenn das Böse auf das Wahre und das Wahre auf das Böse angewandt wird, was geschieht durch unrichtige Erklärung des Wahren und Anwendung desselben auf das Böse, und somit durch Einpflanzung des einen in das andere. Infolgedessen bleibt das Wahre nicht mehr wahr, sondern es wird ertötet und entweiht. Diese Entweihung wird auch bezeichnet durch die Hurerei des Volkes mit den Töchtern Moabs, worüber Folgendes: 4. Mose 25/1-3,6,9: "Israel ließ sich nieder in Sittim, da fing das Volk an zu huren mit den Töchtern Moabs; diese luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter, und das Volk aß und betete ihre Götter an. Darum sprach Jehovah zu Mose: Nimm alle Häupter des Volkes, und hänge sie auf dem Jehovah vor der Sonne; und das Volk wurde geschlagen, und durch diese Plage starben vierundzwanzigtausend": durch Moab werden die bezeichnet, die das Gute schänden: Nr. 2468, 8315, und durch ihre Töchter die Neigungen zu diesem Bösen; und durch das Huren mit ihnen die Entweihung. Daher war die Strafe das Aufhängen der Häupter des Volkes vor der Sonne und der Tod von 24.000; denn die Weltsonne ist die Selbstliebe: Nr. 10584, das Aufhängen vor ihr ist das gänzliche Verlöschen des himmlisch Guten; und 24.000 bedeuten alles Wahre und Gute des Wahren im Inbegriff, ebenso wie 12.000: Nr. 2089, 3913, 7973; ihr Tod ist das Verlöschen aller Wahrheiten. Das geschieht bei denen, die entweihen. 10653. "Gegossene Götter sollst du dir nicht machen", 2. Mose 34/17, bedeutet die Verehrung seiner selbst und nicht des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gegossene Götter machen", sofern es heißt, einen Gottesdienst nach der Selbstliebe einrichten, wovon Nr. 10406, 10503; und ein Gottesdienst nach der Selbstliebe ist die Verehrung seiner selbst und nicht des Herrn; denn die Selbstliebe ist der Zweck, aber die Verehrung des Herrn ist das Mittel zu diesem Zweck. Was Zweck ist, das herrscht, und was Mittel ist, das dient, und das Mittel wird vom Zweck nicht anders angesehen, als wie der Knecht von seinem Herrn. Ein solcher Gottesdienst ist bei denen, welche die heiligen Dinge der Kirche als Mittel ansehen, und das Herrschen als Zweck. 10654. Vers 18-23: Das Fest des Ungesäuerten sollst du beobachten; sieben Tage sollst du Ungesäuertes essen, wie Ich dir geboten habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib (Ährenmond) bist du von Ägypten ausgezogen. Alles, was den Mutterleib eröffnet, ist Mein, von all deinem Vieh sollst du das Männliche geben, die Eröffnung (das Erstgeborene) vom Ochs und Schaf. Aber das Erstgeborene vom Esel sollst du lösen mit einem Schaf, und wenn du es nicht lösest, sollst du ihm das Genick brechen, jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du lösen; und vor Meinem Angesichte soll man nicht leer erscheinen. Sechs Tage sollst du arbeiten, und am siebenten Tage sollst du ruhen; (auch) beim Pflügen und beim Ernten sollst du ruhen. Und das Fest der Wochen sollst du dir halten, mit den Erstlingen der Weizenernte, und das Fest der Einsammlung beim Umlauf des Jahres. Dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Herrn Jehovah, des Gottes Israel. "Das Fest des Ungesäuerten sollst du beobachten" bedeutet die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Befreiung vom Bösen und vom Falschen des Bösen; "sieben Tage sollst du Ungesäuertes essen" bedeutet den heiligen Zustand alsdann und die Aneignung des göttlich Wahren, das gereinigt ist vom Bösen und vom Falschen des Bösen; "wie Ich dir geboten habe" bedeutet der göttlichen Ordnung gemäß; "zur Zeit des Monats Abib (Ährenmond)" bedeutet einen neuen Zustand; "denn im Monat Abib bist du von Ägypten ausgezogen" bedeutet, weil alsdann die Befreiung von der Hölle (geschah); "alles, was den Mutterleib eröffnet, ist Mein" bedeutet alles Gute der Unschuld, der Liebtätigkeit und des Glaubens soll dem Herrn zuerkannt werden; "von all deinem Vieh sollst du das Männliche geben" bedeutet das, was gegeben wird durch das Wahre; "die Eröffnung (das Erstgeborene) vom Ochs und Schaf" bedeutet im äußeren und inwendigen Menschen; "aber das Erstgeborene vom Esel sollst du lösen mit einem Schaf" bedeutet der bloß natürliche Glaube solle dem Herrn nicht zuerkannt werden; "und wenn du es nicht lösest, sollst du ihm das Genick brechen" bedeutet, wenn kein Wahres der Unschuld darinnen liege, so solle es getrennt und verworfen werden; "jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du lösen" bedeutet die Wahrheiten des Glaubens, die ohne das Gute sind, sollen dem Herrn nicht zuerkannt werden; "und vor Meinem Angesichte soll man nicht leer erscheinen" bedeutet die Annahme aus Barmherzigkeit und die Danksagung; "sechs Tage sollst du arbeiten" bedeutet den ersten Zustand der Wiedergeburt, wenn der Mensch in Wahrheiten ist, und alsdann in Kämpfen; "und am siebenten Tage sollst du ruhen" bedeutet den anderen Zustand der Wiedergeburt, wenn der Mensch im Guten ist, und alsdann im Frieden; "(auch) beim Pflügen und beim Ernten sollst du ruhen" bedeutet in betreff der Einpflanzung des Wahren in das Gute und seine Aufnahme; "und das Fest der Wochen sollst du dir halten, mit den Erstlingen der Weizenernte" bedeutet die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Einpflanzung des Wahren ins Gute; "und das Fest der Einsammlung beim Umlauf des Jahres" bedeutet die Wiedergeburt und völlige Befreiung von der Verdammnis; "dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Herrn Jehovah, des Gottes Israel" bedeutet die fortwährende Erscheinung und Gegenwart des Herrn auch in den Wahrheiten des Glaubens. 10655. "Das Fest des Ungesäuerten sollst du beobachten", 2. Mose 34/18, bedeutet die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Befreiung vom Bösen und vom Falschen des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Festes, sofern es die Verehrung und Danksagung bezeichnet, wovon Nr. 7093, 9286, 9287; und aus der Bedeutung des Ungesäuerten, sofern es das bezeichnet, was gereinigt ist vom Bösen und vom Falschen des Bösen, wovon Nr. 9992; daher wird durch das Fest des Ungesäuerten bezeichnet die Verehrung und die Danksagung für die Befreiung vom Bösen und vom Falschen des Bösen. Daß solches durch dieses Fest bezeichnet wurde, sehe man Nr. 9286-9292. Was dieses Fest betrifft, so möge man wissen, daß es eigentlich die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn bezeichnet, somit das Andenken daran und die Danksagung dafür; denn durch sie und durch die Unterjochung der Höllen vom Herrn wurde dem Menschen die Befreiung vom Bösen und die Seligmachung zuteil. Denn der Herr hat Sein Menschliches verherrlicht durch Kämpfe gegen die Höllen, und sodann durch fortwährende Siege über sie. Der letzte Kampf und Sieg war am Kreuz; dadurch hat Er Sich dann vollständig verherrlicht. Dieses lehrt Er auch selbst: Joh.13/31,32: "Nachdem Judas hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht; ist Gott verherrlicht in Ihm, so wird Gott Ihn auch verherrlichen in Ihm selbst, und wird Ihn alsbald verherrlichen". Joh.17/1,5: "Jesus hob seine Augen gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche Deinen Sohn, auf daß auch Dein Sohn Dich verherrliche, jetzt verherrliche Mich, Du Vater, bei Dir selbst mit der Herrlichkeit, die Ich hatte, ehe die Welt war, bei Dir". Luk.24/26: "Mußte nicht Christus solches leiden und eingehen in Seine Herrlichkeit?". Den Sohn des Menschen verherrlichen heißt, das Menschliche göttlich machen. Daß dieses in Beziehung auf Sein Leiden am Kreuz gesagt wurde, leuchtet ein. Daß Er durch diesen letzten Kampf, der das Leiden am Kreuz war, die Höllen völlig unterjochte, lehrt auch der Herr: Joh.12/23,27,28,31-33: "Jesus sprach: Die Stunde ist gekommen, daß der Sohn des Menschen verherrlicht werde; jetzt ist Meine Seele beunruhigt; und Er sprach: Vater, verherrliche Deinen Namen; und es ging eine Stimme aus vom Himmel: Ich habe (Ihn) verherrlicht und werde Ihn abermals verherrlichen. Und Jesus sprach: Jetzt ist das Gericht dieser Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. Ich aber, wenn Ich erhöht bin von der Erde, will sie alle ziehen zu Mir selbst; das sprach Er andeutend, welchen Todes Er sterben würde": die Hölle in ihrem ganzen Inbegriff ist es, was genannt wird Fürst der Welt und Teufel. Hieraus wird klar, daß der Herr durch das Leiden am Kreuz nicht nur die Höllen besiegt und unterjocht, sondern auch Sein Menschliches vollständig verherrlicht hat; daher kommt das Heil für das Menschengeschlecht. Ebendarum ist auch der Herr in die Welt gekommen, wie Er auch lehrt Joh.12/27. Zum Andenken daran ist auch das Fest des Ungesäuerten oder das Passah vornehmlich eingesetzt worden, deshalb ist Er an diesem Fest auferstanden. Aber auch wegen der Befreiung vom Bösen und vom Falschen des Bösen, weil durch die Unterjochung der Höllen vom Herrn und durch die Verherrlichung Seines Menschlichen alle Befreiung vom Bösen kommt und keine ohne sie; denn der Mensch wird durch Geister von der Hölle und durch Engel aus dem Himmel vom Herrn geleitet. Wenn daher die Höllen nicht ganz unterjocht worden wären, und das Menschliche des Herrn nicht ganz vereinigt worden wäre mit dem Göttlichen Selbst, und so auch göttlich gemacht, so hätte gar kein Mensch von der Hölle befreit und selig gemacht werden können, denn die Höllen hätten immer die Oberhand gehabt; weil nämlich der Mensch so beschaffen ist, daß er aus sich nichts anderes denkt, als was der Hölle angehört. Hieraus wird klar, warum durch ebendasselbe Fest die Verehrung (des Herrn) und die Danksagung für die Befreiung vom Bösen und vom Falschen des Bösen bezeichnet wird. 10656. "Sieben Tage sollst du Ungesäuertes essen", 2. Mose 34/18, bedeutet den heiligen Zustand alsdann und die Aneignung des göttlich Wahren, das gereinigt ist vom Bösen und vom Falschen des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Tage, sofern sie einen heiligen Zustand bezeichnen vom Anfang bis zum Ende. Daß Tage Zustände bedeuten, sehe man Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850; und sieben das Heilige: Nr. 395, 433, 716, 881, 5265, 5268; und daß sieben Tage einen heiligen Zustand vom Anfang bis zum Ende bedeuten: Nr. 728, 6508, 9228, 10127. Aus der Bedeutung von essen, sofern es die Aneignung bezeichnet, wovon Nr. 3168, 3513 E, 3596, 4745; und aus der Bedeutung des Ungesäuerten, sofern es das vom Bösen und vom Falschen des Bösen gereinigte göttlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 9992. 10657. "Wie Ich dir geboten habe", 2. Mose 34/18, bedeutet, der göttlichen Ordnung gemäß. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, wenn es von Jehovah (geschieht), sofern es heißt, gemäß der göttlichen Ordnung, wovon Nr. 10119. 10658. "Zur Zeit des Monats Abib (Ährenmond)", 2. Mose 34/18, bedeutet einen neuen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Monats Abib, welcher der erste Monat des Jahres war, sofern er den Anfang eines neuen Zustandes bezeichnet, wovon Nr. 8053, 9291. 10659. "Denn im Monat Abib bist du von Ägypten ausgezogen", 2. Mose 34/18, bedeutet, weil alsdann die Befreiung von der Hölle. Dies erhellt aus der Bedeutung des Monats Abib, sofern er den Anfang eines neuen Zustandes bezeichnet, wie Nr. 10658, und aus der Bedeutung von ausziehen aus Ägypten, sofern es die Befreiung von der Anfechtung durch das Falsche, somit auch von der Hölle bezeichnet, wovon Nr. 9292, und in den Nr. 8866, 9197 angeführten Stellen. Hieraus kann man erkennen, daß das Passahfest, das auch das Fest der ungesäuerten (Brote) genannt wurde, eingesetzt worden ist zur Erinnerung an die Befreiung des Menschen von der Hölle durch den Herrn. Diese Befreiung wurde aber dadurch bewirkt, daß der Herr die Höllen unterjochte und sein Menschliches verherrlichte; man sehe Nr. 10655. Die meisten innerhalb der Kirche glauben, der Herr sei in die Welt gekommen, um den Vater durch das Leiden am Kreuz zu versöhnen; und daß nachher die angenommen werden sollten, für die Er bitte. Ferner, daß Er den Menschen von der Verdammnis erlöst habe dadurch, daß Er allein das Gesetz erfüllte, das sonst einen jeden verdammt hätte; und daß so alle selig werden, die diesen Glauben mit Zuversicht und Vertrauen haben. Allein die, welche in einiger Erleuchtung sind vom Himmel, können sehen, daß es sich nicht so verhält; z.B. daß das göttliche Wesen, das die Liebe selbst und die Barmherzigkeit selbst ist, das Menschengeschlecht von Sich verstoßen und zur Hölle habe verdammen können; und daß es notwendig versöhnt werden mußte durch das Leiden Seines Sohnes am Kreuz, und daß Es so und nicht anders zur Barmherzigkeit bewogen werden konnte. Ferner, daß fortan das Leben niemand verdamme, wenn er nur den Glauben an jene Versöhnung zuversichtlich habe, und daß alles Seligwerden durch den Glauben aus Barmherzigkeit geschehe. Die, welche so denken und glauben, können gar nichts sehen; sie reden, aber verstehen nichts. Darum nennen sie es Geheimnisse, die man eben glauben müsse, und nicht mit dem Verstande begreifen dürfe. Die Folge davon ist, daß man alle Aufklärung aus dem Wort, daß die Sache sich anders verhält, verwirft; denn das Licht aus dem Himmel kann nicht eingehen, wo ein solches aus Widersprüchen gebildetes Schattendunkel herrscht. Schatten wird genannt, was man gar nicht versteht. Denen aber, die in der Erleuchtung sind, gibt der Herr zu verstehen, was sie glauben. Und diejenigen werden, wenn sie das Wort lesen und es verstehen, erleuchtet, die den Herrn anerkennen und es lieben, nach Seinen Geboten zu leben; nicht aber die, welche sagen, sie glauben und (nicht) danach leben; denn der Herr fließt in das Leben des Menschen ein und von daher in den Glauben, nicht aber in den vom Leben getrennten Glauben. Die, welche vom Herrn durch das Wort erleuchtet werden, verstehen daher, daß der Herr in die Welt gekommen ist, um die Höllen zu unterjochen, und alles daselbst und in den Himmeln in Ordnung zu bringen. Und daß dieses gar nicht anders geschehen konnte, als durch das Menschliche; denn aus diesem konnte Er gegen die Höllen kämpfen, nicht aber aus dem Göttlichen ohne das Menschliche. Ferner auch, um sein Menschliches zu verherrlichen, damit Er durch dieses alles in der Ordnung, in die Er es gebracht hat, ewig erhalten kann. Daher (kommt) die Seligmachung des Menschen. Denn um einen jeden Menschen her sind Höllen; ein jeder ist in Böses aller Art geboren, und wo Böses ist, da sind auch Höllen, und wenn diese nicht durch die göttliche Macht des Herrn zurückgeworfen würden, so könnte gar niemand selig werden. Daß es so ist, lehrt das Wort und begreifen alle, die den Herrn auf ihr Leben einwirken lassen. Das sind aber, wie oben gesagt, die, welche Ihn anerkennen und es lieben nach Seinen Geboten zu leben; man sehe, was aus dem Wort angeführt und gezeigt wurde Nr. 9937, 10019, 10152, 10597 und anderwärts öfters. Vom Bösen abgelenkt, wiedergeboren und so selig werden, ist Barmherzigkeit. Diese aber ist nicht, wie man glaubt, eine unbedingte, sondern eine bedingte, d.h. nur für die, welche vom Bösen ablassen, und so dem Wahren des Glaubens und dem Guten der Liebe vom Herrn Zugang in ihr Leben verschaffen. Eine unbedingte Barmherzigkeit, nämlich eine solche, die einem jeden aus bloßem Wohlgefallen Gottes zuteil würde, ist gegen die göttliche Ordnung, und was gegen die göttliche Ordnung ist, ist auch gegen Gott; denn von Gott kommt die Ordnung, und Sein Göttliches im Himmel ist die Ordnung. Die Ordnung in sich aufnehmen heißt, selig werden, und dies geschieht einzig und allein durch ein Leben nach den Geboten des Herrn. Der Mensch wird wiedergeboren zu dem Zweck, damit er die Ordnung des Himmels in sich aufnehme. Wer die Ordnung in sich hat, der ist im Himmel, und ist auch in einem gewissen Abbild ein Himmel. Wer sie aber nicht hat, ist in der Hölle, und ist auch in einem gewissen Abbild eine Hölle; das eine kann nicht ins andere verwandelt und umgesetzt werden durch unbedingte Barmherzigkeit, denn es sind Gegensätze. Das Böse ist nämlich entgegengesetzt dem Guten, und im Guten ist das Leben und der Himmel, aber im Bösen ist der Tod und die Hölle. Daß nicht das eine ins andere umgesetzt werden kann, lehrt der Herr: Luk.16/26: "Abraham sprach zum Reichen in der Hölle: Zwischen uns und euch ist eine große Kluft befestigt, so daß die, welche von hier zu euch wollen hinabgehen, es nicht können, und auch die, welche dort sind, nicht zu uns herüberkommen". Wenn es wirklich eine unbedingte Barmherzigkeit gäbe, so würden alle, soviel ihrer sind in der Welt, selig werden, und es würde keine Hölle geben, denn der Herr ist die Barmherzigkeit selbst, weil Er die Liebe selbst ist, die das Heil aller und niemands Tod will. 10660. "Alles, was den Mutterleib eröffnet, ist Mein", 2. Mose 34/19, bedeutet alles Gute der Unschuld, der Liebtätigkeit und des Glaubens soll dem Herrn zuerkannt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung dessen, was den Mutterleib eröffnet, sofern es das bezeichnet, was vom Herrn geboren wird; denn der Mensch wird von seinen Eltern natürlich, vom Herrn aber geistig empfangen und geboren. Diese Geburt ist es, was im inneren Sinn durch die Eröffnung des Mutterleibes verstanden wird. Was sollte es sonst heißen, daß das Erstgeborene des Viehs dem Jehovah, das ist dem Herrn gehöre? Der Mensch, der wiedergeboren wird, wird auch wirklich von neuem empfangen, geboren und erzogen und so abgelenkt vom Bösen des natürlichen Zustands, den er von seinen Eltern hatte. Es ist hier die Rede von der Erstgeburt des Viehs, aber unter Vieh wird Gutes und Wahres beim Menschen verstanden; denn das Vieh aller Gattung entspricht solchen Neigungen, die der Mensch hat, wie erhellen kann aus den Nr. 9280 angeführten Stellen. Hieraus kann man ersehen, daß durch das, was den Mutterleib eröffnet und dem Jehovah gehört, bezeichnet wird das Gute der Unschuld, der Liebtätigkeit und des Glaubens, was vom Herrn (denen gegeben) wird, die von neuem geboren, d.h. die wiedergeboren werden. Es wird gesagt, dieses solle dem Herrn zuerkannt werden, d.h., es soll anerkannt werden, daß es von Ihm ist; denn wenn man nicht anerkennt und glaubt, daß es von Ihm ist, so ist es nicht gut, denn alles Gute ist von Ihm, und was nicht von Ihm ist, das ist vom Menschen, und alles, was vom Menschen ist, mag es auch in der äußeren Form noch so gut erscheinen, ist dennoch böse, denn das Eigene des Menschen ist lediglich nur böse und vom Bösen kann das Gute nicht erzeugt werden. 10661. "Von all deinem Vieh sollst du das Männliche geben", 2. Mose 34/19, bedeutet das, was durch das Wahre gegeben wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Männlichen, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 2046, 4005, 7838. Damit verhält es so: Alles Gute, das der Mensch vom Herrn hat, wird ihm gegeben durch das Wahre; denn der Mensch wird in lauter Unwissenheit hineingeboren, und wenn er im Alter heranwächst, so ist er von sich aus ganz im Dunkel über geistige Dinge, denn er weiß nichts von Gott, vom Herrn, vom Himmel und der Hölle, vom Leben nach dem Tod. Was er von sich aus weiß, bezieht sich auf die Welt und auf ihn selbst. Und er nennt gut, was in der Welt für ihn ist, und das nennt er wahr, was dieses bestätigt. Wenn er daher das himmlisch Gute, das er mehr lieben soll, als sich selbst und die Welt, empfangen will, so muß er notwendig Wahrheiten aus dem Wort oder aus der Lehre der Kirche, die aus dem Worte stammt, erlernen, ehe er jene kennt, kann er sie nicht lieben, denn eine Neigung zu etwas Unbekanntem gibt es nicht. Daher kommt es, daß das Wahre es ist, wodurch dem Menschen das Gute zuteil wird. Es wird jedoch beim Menschen nur alsdann zum Guten, wenn er es liebt; denn alles, was man liebt, ist gut. Lieben heißt, wollen und tun, denn was der Mensch liebt, das will und tut er. Dadurch wird das Wahre zum Guten. Dieses nun ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß man von allem Vieh das Männliche geben soll. 10662. "Die Eröffnung (das Erstgeborene) vom Ochs und Schaf", 2. Mose 34/19, bedeutet im äußeren und inwendigen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ochsen und des Schafes oder der Rinderherde und der Schafherde, sofern sie das äußere und das innere Gute beim Menschen bezeichnen, wovon Nr. 2566, 5913, 6048, 8937, 9135, 10609. 10663. "Aber das Erstgeborene vom Esel sollst du lösen mit einem Schaf", 2. Mose 34/20, bedeutet, der bloß natürliche Glaube solle dem Herrn nicht zuerkannt werden, wohl aber das Wahre der Unschuld, das darinnen liegt. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8078 gesagt und gezeigt wurde, wo die gleichen Worte sind. 10664. "Und wenn du es nicht lösest, sollst du ihm das Genick brechen", 2. Mose 34/20, bedeutet, wenn kein Wahres der Unschuld darinnen liege, so solle es getrennt und verworfen werden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8079 gesagt wurde, wo das gleiche. 10665. "Jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du lösen", 2. Mose 34/20, bedeutet die Wahrheiten des Glaubens, die ohne das Gute sind, sollen dem Herrn nicht zuerkannt werden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 8080 gesagt und gezeigt wurde, wo ebenfalls das gleiche. 10666. "Und vor Meinem Angesichte soll man nicht leer erscheinen", 2. Mose 34/20, bedeutet die Annahme aus Barmherzigkeit und die Danksagung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9293 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 10667. "Sechs Tage sollst du arbeiten", 2. Mose 34/21, bedeutet den ersten Zustand der Wiedergeburt, wenn der Mensch in Wahrheiten, und alsdann in Kämpfen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der sechs Tage, welche die Tage der Mühe oder der Arbeit genannt werden, sofern sie den ersten Zustand der Wiedergeburt bezeichnen, wenn der Mensch in Wahrheiten ist und alsdann in Kämpfen gegen Böses und Falsches, wovon Nr. 8510, 8888, 9431, 10360. 10668. "Und am siebenten Tage sollst du ruhen", 2. Mose 34/21, bedeutet den anderen Zustand der Wiedergeburt, wenn der Mensch im Guten, und alsdann im Frieden ist. Diese erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages, welcher der Tag der Ruhe oder des Sabbaths genannt wird, sofern er den anderen Zustand der Wiedergeburt bezeichnet, wenn der Mensch im Guten und alsdann im Frieden ist, wie auch im Himmel beim Herrn, wovon Nr. 8494, 8495, 8510, 8890, 8893, 9274, 9431, 10356, 10360, 10367, 10374. 10669. "Auch beim Pflügen und beim Ernten sollst du ruhen", 2. Mose 34/21, bedeutet in betreff der Einpflanzung des Wahren in das Gute und seine Aufnahme. Dies erhellt aus der Bedeutung des Pflügens, sofern es die Einpflanzung des Wahren in das Gute bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Erntens, sofern es die Aufnahme des Wahren im Guten bezeichnet. Daß das Ernten dieses bezeichnet, kommt daher, weil durch die stehende Saat das Wahre in der Empfängnis bezeichnet wird: Nr. 9146, und durch die Ähre das enthaltende Wahre, durch Weizen und Gerste in der Ähre das aufnehmende, wie auch das aufgenommene Gute. Hier aber wird verstanden, daß die Arbeit des Menschen in dieser Beziehung aufhören soll, denn es wird gesagt, "beim Pflügen und Ernten sollst du ruhen"; denn durch die Ruhe am Sabbathtag wird der andere Zustand der Wiedergeburt bezeichnet, wenn der Mensch im Frieden und auch im Himmel ist und vom Herrn geführt wird, denn alsdann geschieht solches ohne die Arbeit und Bemühung des Menschen. Daß die Ernte die Aufnahme des Wahren vom Guten bedeutet, sehe man Nr. 9295; und daß der Sabbath der Zustand des Friedens ist, wenn der Mensch vom Herrn geführt wird, in den Nr. 10668 angeführten Stellen. Daß das Pflügen die Einpflanzung des Wahren ins Gute bezeichnet, beruht darauf, daß durch das Feld die Kirche in Ansehung des Guten, somit auch das Gute der Kirche bezeichnet wird, und daß durch den Samen, der hineingesät wird, das Wahre des Glaubens bezeichnet wird. Daß das Feld die Kirche in Ansehung des Guten bedeutet, sehe man Nr. 2971, 3196, 3310, 3317, 7502, 9139, 9141, 9295; und daß der Same des Wahre des Glaubens bedeutet: Nr. 1940, 3310, 3373, 3671, 6158. Im Wort wird sehr oft erwähnt das Land, der Boden, das Feld, das Saatfeld, die Ernte, das Erntefeld, die Tenne, das Getreide, der Weizen und die Gerste, und diese bedeuten daselbst solches, was zur Herstellung der Kirche und zur Wiedergeburt des Menschen in der Kirche gehört, somit was sich auf das Wahre des Glaubens und auf das Gute der Liebe bezieht, woraus sich die Kirche bildet. Daß solches bezeichnet wird, kommt von der Entsprechung her, denn alles, was auf der Erde und auch, was in ihrem Pflanzenreich ist, entspricht geistigen Dingen, die im Himmel sind, was aus den dort vorkommenden Erscheinungen deutlich erhellt; denn dort erscheinen Felder, Neubrüche, Auen, Fluren, Ernten, Baumgärten und dergleichen, wie auf Erden, und dort weiß man, daß in solcher Weise vor ihren Augen das erscheint, was dem Himmel, somit was der Kirche angehört. Wer das Wort liest, glaubt, daß solche Dinge in demselben nur Vergleichungen sind, aber man wisse, daß es wirkliche Entsprechungen sind, z.B. Folgendes: Jes.28/23-26: "Merket auf und höret Meine Stimme: Wird wohl der Ackermann immerfort pflügen, um zu säen, und immerfort öffnen und eggen seinen Boden? Nicht wahr, wenn er seine Fläche geebnet hat, so streut er Dill und sät Kümmel, so auch streut er hinein den gemessenen Weizen und die ausgewählte Gerste, und den Spelt nach seiner Bestimmung; so unterrichtet Er ihn zum Recht, sein Gott lehret ihn": dies scheinen Vergleichungen zu sein, aber es sind wirkliche Entsprechungen, durch welche die Besserung und Wiedergeburt des Menschen der Kirche beschrieben wird; deshalb wird auch gesagt: "so unterrichtet Er ihn zum Recht, sein Gott lehret ihn"; unterrichten zum Recht heißt, ihm Einsicht geben, denn durch das Recht (Gericht) wird die Einsicht des Wahren bezeichnet: Nr. 2235, und ihn lehren, wenn es von Gott geschieht heißt, ihm Weisheit geben. Hieraus kann man erkennen, was eggen, pflügen, Dill ausstreuen, Kümmel säen, Weizen, Gerste und Spelt hineinstreuen bedeutet; daß nämlich pflügen bedeutet das Wahre ins Gute einpflanzen; Dill und Kümmel bezeichnen das Wißtümliche, weil dieses das erste ist, was erlernt wird, auf daß der Mensch Einsicht bekommt; daß der Weizen das Gute der Liebe des inwendigen Menschen bedeutet, sehe man Nr. 7605, die Gerste das Gute der Liebe des äußeren Menschen: Nr. 7602; Spelt sein Wahres: Nr. 7605. Daß das Pflügen nicht vergleichsweise, sondern vermöge der Entsprechung das erste der Kirche im allgemeinen, wie im besonderen bei einem jeden, der wiedergeboren oder eine Kirche wird, bezeichnet, erhellt aus dem Folgenden: 5. Mose 22/9-11: "Du sollst deinen Weinberg nicht besäen mit Gemischtem; du sollst nicht pflügen mit Ochs und Esel beisammen, du sollst kein Kleid anziehen, das gemengt ist mit Wolle und Leinen zusammen": das schließt in sich, daß man die Zustände des Guten und des Wahren nicht untereinanderbringen soll, denn der Weinberg ist die Kirche in Ansehung des Wahren, das Feld aber die Kirche in Ansehung des Guten; pflügen mit einem Ochsen heißt, vorbereiten durch das Gute, pflügen mit einem Esel heißt, durch das Wahre, Wolle bezeichnet ebenfalls das Gute, Leinen aber das Wahre; denn die Sache verhält sich in folgender Weise: Im Zustand des Guten sind die, welche im himmlischen Reich des Herrn sind, im Zustand des Wahren aber die, welche in Seinem geistigen Reich sind. Wer in dem einen ist, kann nicht im anderen sein. Wer kann nicht sehen, daß durch jene Worte Höheres bezeichnet wird? Denn wie sollte es sonst etwas Böses gewesen sein, den Weinberg mit Gemischtem zu besäen; mit einem Ochsen und Esel zusammen zu pflügen, und ein Kleid anzuziehen, das gemengt ist mit Wolle und Leinen zusammen? 10670. "Und das Fest der Wochen sollst du dir halten mit den Erstlingen der Weizenernte", 2. Mose 34/22, bedeutet die Verehrung des Herrn und die Danksagung für die Einpflanzung des Wahren ins Gute. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9294, 9295 erklärt und gezeigt wurde, wo das gleiche. 10671. "Und das Fest der Einsammlung beim Umlauf des Jahres", 2. Mose 34/22, bedeutet die Verehrung aus dankbarem Gemüt für die Einpflanzung des Guten daher, somit für die Wiedergeburt und völlige Befreiung von der Verdammnis. Dies erhellt aus dem, was über dieses Fest Nr. 9296 gezeigt wurde. 10672. "Dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Herrn Jehovah, des Gottes Israel", 2. Mose 34/23, bedeutet die fortwährende Erscheinung und Gegenwart des Herrn auch in den Wahrheiten des Glaubens. Dies erhellt aus der Erklärung dieser Worte Nr. 9297. 10673. Vers 24-27: Denn Ich werde die Völkerschaften vertreiben vor deinem Angesichte, und deine Grenze erweitern, und es wird niemand deines Landes begehren, wenn du hinaufgehst, zu erscheinen vor dem Angesichte Jehovahs, deines Gottes, dreimal im Jahr. Du sollst nicht schlachten bei Gesäuertem das Blut Meines Opfers, und nicht soll über Nacht bleiben bis an den Morgen das Opfer des Passahfestes. Das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes. Du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter. Und Jehovah sprach zu Mose: Schreibe dir diese Worte auf; denn nach diesen Worten schließe Ich mit dir einen Bund, und mit Israel. "Denn Ich werde die Völkerschaften vertreiben vor deinem Angesichte" bedeutet die Entfernung des Bösen und des Falschen des Bösen; "und deine Grenze erweitern" bedeutet die Vermehrung und Ausbreitung des Wahren aus dem Guten; "und es wird niemand deines Landes begehren" bedeutet die Abneigung gegen kirchliche Dinge bei denen, die im Bösen und Falschen des Bösen sind; "wenn du hinaufgehst, zu erscheinen vor dem Angesichte Jehovahs, deines Gottes, dreimal im Jahr" bedeutet, wann die Gegenwart des Herrn auch in den Wahrheiten des Glaubens; "du sollst nicht schlachten bei Gesäuertem das Blut Meines Opfers" bedeutet, die Verehrung des Herrn aus den Wahrheiten der Kirche soll nicht vermengt werden mit Falschem aus dem Bösen; "und nicht soll über Nacht bleiben bis an den Morgen das Opfer des Passahfestes" bedeutet, das Gute des Gottesdienstes soll nicht aus dem Eigenen sein, sondern aus dem Herrn immer neu; "das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes" bedeutet alles Wahre des Guten und alles Gute des Wahren soll heilig sein, weil vom Herrn allein (stammend); "du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter" bedeutet das Gute der Unschuld des nachherigen Zustandes soll nicht vermengt werden mit dem Wahren der Unschuld des vorigen Zustandes; "und Jehovah sprach zu Mose: Schreibe dir diese Worte auf" bedeutet die Unterweisung in den Hauptwahrheiten, deren man sich erinnern und die man tun soll; "denn nach diesen Worten schließe Ich mit dir einen Bund, und mit Israel" bedeutet, durch dasselbe (bestehe) eine Verbindung mit denen, die im äußeren und im inneren Gottesdienst sind. 10674. "Denn Ich werde die Völkerschaften vertreiben vor deinem Angesichte", 2. Mose 34/24, bedeutet die Entfernung des Bösen und des Falschen des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von vertreiben, wenn es sich auf das Böse und Falsche beim Menschen bezieht, sofern es heißt entfernen, denn das Böse und Falsche wird aus dem Menschen nicht vertrieben, sondern entfernt; man sehe in den Nr. 10057 E angeführten Stellen. Und aus der Bedeutung der Völkerschaften, die im Lande Kanaan waren, sofern sie das Böse und Falsche des Bösen bezeichnen, wovon in den Nr. 9327 angeführten Stellen. 10675. "Und deine Grenze erweitern", 2. Mose 34/24, bedeutet die Vermehrung und Ausbreitung des Wahren aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Grenze erweitern", sofern es die Vermehrung und Ausdehnung des Wahren aus dem Guten bezeichnet, wovon Nr. 8063, daß dieses durch die Erweiterung der Grenze bezeichnet wird, hat den Grund, weil in dem Maß, als das Böse und das Falsche des Bösen entfernt wird, die Wahrheiten, die aus dem Guten stammen, sich vermehren, weil dann dem Einfluß der Wahrheiten vom Herrn und ihrer Vermehrung beim Menschen kein anderes Hindernis entgegensteht, als das Böse und das Falsche aus demselben. Inwieweit daher dieses entfernt wird, insoweit treten die Wahrheiten an die Stelle desselben. Mit dem Verständigen des Menschen verhält es sich in folgender Weise: Entweder muß es bestehen aus Wahrheiten, die aus dem Guten stammen, oder aus Falschem, das aus dem Bösen stammt. Aus beiden zugleich kann es nicht bestehen, denn es sind Gegensätze; und das Verständige beim Menschen ist es, das Wahrheiten aufnimmt und durch Wahrheiten gebildet wird; denn alles, was in seinem Verstand ist, bezieht sich auf das Wahre. Hieraus wird klar, daß in dem Maß, als Falsches aus dem Bösen entfernt wird, die Wahrheiten aus dem Guten vermehrt werden. Dies wurde durch die Vertreibung der Völkerschaften aus dem Lande Kanaan vorgebildet, denn durch die Völkerschaften daselbst wurde Böses und Falsches vorgebildet; man sehe in den Nr. 10057 am Ende angeführten Stellen; und durch die Söhne Israels Gutes und Wahres. Es wird gesagt, daß das Verständige des Menschen es sei, das die Wahrheiten aufnimmt und durch Wahrheiten gebildet wird, weil im eigentlichen Sinn nichts anderes das Verständige genannt werden kann, als das, was von den Wahrheiten aus dem Guten kommt. Was von Falschem aus dem Bösen kommt, ist kein Verständiges, denn Einsicht und Weisheit kann durchaus nicht von Falschem aus dem Bösen gesagt werden, weil das Falsche aus dem Bösen die Einsicht und Weisheit gänzlich zerstört, und statt dieser Unsinn und Torheit hineinbringt. Deswegen wird das Verständige des Menschen nicht eher geöffnet, als wenn der Mensch die Wahrheiten inne wird und liebt, und das Innewerden und die Liebe des Wahren ist aus dem Guten. Dies ist der Grund, warum es die Wahrheiten aus dem Guten sind, aus denen das Verständige (sich bildet). Wer glaubt, daß derjenige Verständnis habe, der gegen die Wahrheiten der Kirche mit Geschick vernünfteln kann, ist sehr im Irrtum; denn ein solcher sieht nichts in ihm selber, sondern außerhalb seiner; in ihm selber sehen heißt, aus dem Himmel sehen; außerhalb seiner sehen ist aus der Welt, und wer allein aus der Welt sieht, der sieht aus einem Irrlicht, und dieses Licht wird lauter Finsternis, wenn in dasselbe das Licht aus dem Himmel einfließt. 10676. "Und es wird niemand deines Landes begehren", 2. Mose 34/24, bedeutet die Abneigung gegen kirchliche Dinge bei denen, die im Bösen und Falschen des Bösen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht begehren", wenn es sich auf die bezieht, die im Bösen und im Falschen des Bösen sind, wenn sie Gutes und Wahres des Glaubens sehen und innewerden, sofern es heißt, Abneigung haben; denn zwischen dem Bösen und Guten ist eine fortwährende Feindschaft. Das Böse hat eine Abneigung gegen das Gute und haßt es, und das Gute hat eine Abneigung gegen das Böse und treibt es in die Flucht oder flieht es. Ferner aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche und alles, was der Kirche angehört, bezeichnet, wovon in den Nr. 9325 angeführten Stellen. 10677. "Wenn du hinaufgehst, zu erscheinen vor dem Angesichte Jehovahs, deines Gottes, dreimal im Jahr", 2. Mose 34/24, bedeutet, wann die Gegenwart des Herrn auch in den Wahrheiten des Glaubens ist. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9297 erklärt wurde. 10678. "Du sollst nicht schlachten bei Gesäuertem das Blut Meines Opfers", 2. Mose 34/25, bedeutet, die Verehrung des Herrn aus den Wahrheiten der Kirche soll nicht vermengt werden mit Falschem aus dem Bösen; dies erhellt aus der Erklärung dieser Worte Nr. 9298, 10679. "Und nicht soll über Nacht bleiben bis an den Morgen das Opfer des Passahfestes", 2. Mose 34/25, bedeutet, das Gute des Gottesdienstes soll nicht aus dem Eigenen (sein), sondern aus dem Herrn immer neu; dies erhellt aus dem, was Nr. 9299 erklärt wurde. 10680. "Das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes", 2. Mose 34/26, bedeutet alles Wahre des Guten und alles Gute des Wahren soll heilig sein, weil vom Herrn allein; man sehe Nr. 9300. 10681. "Du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter", 2. Mose 34/26, bedeutet, das Gute der Unschuld des nachherigen Zustandes soll nicht vermengt werden mit dem Wahren der Unschuld des vorigen Zustandes. Dies erhellt aus dem, was Nr. 9301 gesagt und gezeigt wurde, wo das gleiche. 10682. "Und Jehovah sprach zu Mose: Schreibe dir diese Worte auf", 2. Mose 34/27, bedeutet die Unterweisung in den Hauptwahrheiten, deren man sich erinnern und die man tun soll, Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es von Jehovah zu Mose (geschieht), sofern es eine Unterweisung bezeichnet, wie auch in den Nr. 10280 angeführten Stellen. Aus der Bedeutung von schreiben, sofern es geschieht zur Erinnerung, daß man es tun soll, wovon Nr. 8620; und aus der Bedeutung "dieser Worte", sofern es die Hauptwahrheiten sind; denn durch Worte werden im allgemeinen Sachen bezeichnet, im besonderen Wahrheiten; hier die Hauptwahrheiten, deren man sich erinnern und die man tun soll, auf daß bei der israelitischen Völkerschaft ein vorbildlicher Gottesdienst eingesetzt und das Wort geschrieben werden könnte, wovon im Vorhergehenden dieses Kapitels. 10683. "Denn nach diesen Worten schließe Ich mit dir einen Bund, und mit Israel", 2. Mose 34/27, bedeutet, durch dieses (bestehe) Verbindung mit denen, die im äußeren und im inneren Gottesdienst sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nach diesen Worten", sofern es heißt, durch diese Hauptwahrheiten, die zu beobachten sind, wovon Nr. 10682, aus der Bedeutung von "einen Bund schließen", sofern es eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 6804, 8767, 8778; aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, von dem gesagt wird, daß mit ihm und mit Israel ein Bund geschlossen werde, sofern er das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, worin das Innere ist, darstellt, wovon Nr. 10563, 10571, 10607, 10614; und aus der Bedeutung Israels, sofern es das Innere der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 4286, 4292, 4570, 6426. Dies ist der Grund, warum gesagt wird, es werde ein Bund geschlossen mit Mose und mit Israel und nicht mit den Söhnen Israels, denn durch die Söhne Israels werden in diesem und im vorhergehenden Kapitel die verstanden, die im Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sind ohne das Innere; man sehe Nr. 10454-10457, 10461, 10498, 10549, 10550, 10551, 10570, 10575, 10629. Hier soll mit wenigen Worten gesagt werden, was das Innere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes ist, was das Äußere derselben, wenn das Innere in demselben ist, und was das Äußere ohne das Innere ist: Im Inneren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes sind diejenigen, die es lieben, das Wahre zu tun um des Wahren willen aus innerer Neigung, somit aus geistiger Neigung. Im Äußeren derselben, worin das Innere, sind die, die das Wahre lieben um des Wahren willen, aber aus äußerer Neigung, somit aus natürlicher Neigung. Diese sind Menschen der äußeren Kirche, jene aber der inneren, denn in jeder Kirche gibt es innerliche Menschen und äußerliche. Die aber, die im äußeren Gottesdienst ohne den inneren sind, lieben das Wahre nicht um des Wahren willen, sondern um weltlicher Vorteile willen, somit lieben sie es nicht, die Wahrheiten zu tun, außer um ihrer selbst willen, oder um zu scheinen. Diese sind nicht innerhalb der Kirche, sondern außer ihr. Die es lieben das Wahre zu tun um des Wahren willen aus inwendiger oder geistiger Neigung, diese freuen sich, wenn sie die Wahrheiten hören und sind auf ein Leben danach bedacht; die aber das Wahre lieben um des Wahren willen aus äußerer oder natürlicher Neigung, diese freuen sich auch, wenn sie das Wahre hören, sie sind aber nicht auf ein Leben danach bedacht; es fließt aber doch ihnen unbewußt aus dem Inneren ein. Die aber das Wahre lieben um weltlicher Vorteile willen, diese sind gar nicht auf das Leben bedacht, und es fließt auch nichts vom Inneren ein, sie machen die Wahrheiten bloß zu Sachen des Gedächtnisses, in der Absicht, um darüber zu reden. Die es lieben, das Wahre zu tun um des Wahren willen, diese lieben den Herrn, weil das Wahre vom Herrn ist, und der Herr macht, daß es gut wird durch das Wollen und Tun desselben, somit daß es Sache des Lebens beim Menschen wird, denn das Wahre wird nicht eher Lebenssache, als wenn es in den Willen eingeht. Daß es im Willen ist, kann man daraus merken und innewerden, daß er es tut, und noch mehr, daß er es liebt, es zu tun; denn in dem Maß, als der Mensch das Wahre will; liebt er es. Das Wahre lieben um des Wahren willen, und um danach zu leben, wird vom Herrn in folgender Weise beschrieben: Matth.10/40-42: "Wer euch aufnimmt, nimmt Mich auf, wer aber Mich aufnimmt, der nimmt Den auf, Der Mich gesandt hat; wer einen Propheten aufnimmt im Namen eines Propheten, wird den Lohn eines Propheten empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt im Namen eines Gerechten, wird den Lohn eines Gerechten empfangen; ja wer auch nur einen dieser Kleinen tränket mit einem Trunk Wasser im Namen eines Jüngers, wahrlich Ich sage euch, er wird den Lohn nicht verlieren". Wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, kann nicht wissen, was es bedeutet, einen Propheten aufnehmen im Namen eines Propheten, einen Gerechten im Namen eines Gerechten, und einen Jünger des Herrn im Namen eines Jüngers, und daß solche einen Lohn der Aufnahme gemäß empfangen werden. Wer kann ohne diesen Sinn wissen, was es bedeutet, jemand aufnehmen in Seinem Namen? Die aber, die im inneren Sinn sind, achten nicht auf die Person, sondern auf die Sache, welche die Person bezeichnet, somit nicht auf einen Jünger und nicht auf einen Propheten, sondern auf die Sachen, die der Jünger und der Prophet bezeichnet. Der Jünger im inneren Sinn bedeutet das Wahre des Lebens, der Prophet aber das Wahre der Lehre, im Namen irgend jemand heißt, wegen seiner Beschaffenheit. Hieraus wird klar, was durch jene Worte des Herrn bezeichnet wird, daß nämlich die, welche das Wahre lieben um des Wahren willen, den Herrn lieben, und daß sie den Himmel in sich aufnehmen, denn der Lohn, der vom Herrn (gegeben wird), ist die Neigung zum Wahren um des Wahren willen, und in der Neigung zum Wahren um des Wahren willen ist der Himmel. Daß die Jünger alles, was der Liebe und dem Glauben angehört, im Inbegriff bezeichnen, somit im besondern die, welche vom Herrn geführt werden, sehe man Nr. 3488, 3858 E, 6397; daß der Prophet das Wahre der Lehre bedeutet: Nr. 2534, 7269; daß der Name die Beschaffenheit ist: Nr. 144, 145, 1896, 2009, 2724, 6674, 9310, daß der Lohn die Neigung zum Wahren und Guten ist: Nr. 3956, 6388; daß die Person im inneren Sinn in die Vorstellung einer Sache verwandelt wird: Nr. 5225, 5287, 5434, 8343, 8985, 9007, 10282; und daß das Wahre tun um des Wahren willen heißt, den Herrn lieben: Nr. 10336. 10684. Vers 28-35: Und er war daselbst bei Jehovah vierzig Tage und vierzig Nächte, Brot aß er nicht und Wasser trank er nicht; und Er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte. Und es geschah, da Mose herabstieg vom Berge Sinai, und die zwei Tafeln des Zeugnisses in der Hand Moses waren, als er vom Berg herabkam, da wußte Mose nicht, daß die Haut seines Angesichtes glänzte, weil er mit Ihm geredet hatte. Da sah Aharon und alle Söhne Israels Mose, und siehe, die Haut seines Angesichtes glänzte; und sie fürchteten sich, ihm zu nahen. Und Mose rief ihnen zu, und sie kehrten sich wieder zu ihm, Aharon und alle Obersten in der Gemeinde, und Mose redete zu ihnen. Und danach traten herzu alle Söhne Israels, und er gebot ihnen alles, was Jehovah mit ihm geredet hatte auf dem Berg Sinai. Und als Mose mit ihnen ausgeredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht. Und wenn Mose hineinging vor Jehovah, mit Ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er herausging; und (dann) ging er heraus und redete zu den Söhnen Israels, was ihm geboten wurde. Und die Söhne Israels sahen das Angesicht Moses, daß die Haut seines Angesichtes glänzte, und dann tat Mose die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er hineinging, mit Ihm zu reden. "Und er war daselbst bei Jehovah vierzig Tage und vierzig Nächte" bedeutet die Versuchungen, ehe das Innere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes gegeben wird; "Brot aß er nicht und Wasser trank er nicht" bedeutet, unterdessen keine Aneignung des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens; "und Er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes" bedeutet das Wort, durch das eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen (besteht); "die Zehn Worte" bedeutet alle göttlichen Wahrheiten darin; "und es geschah, da Mose herabstieg vom Berge Sinai" bedeutet den Einfluß des Inneren in das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes; "und die zwei Tafeln des Zeugnisses in der Hand Moses waren" bedeutet das Vorbildliche des Wortes; "da wußte Mose nicht, daß die Haut seines Angesichtes glänzte, weil er mit Ihm geredet hatte" bedeutet das Innere des Wortes, wie es in seinem Äußeren hervorleuchtet, ohne daß es des Äußeren inne wird; "da sah Aharon und alle Söhne Israels Mose" bedeutet die Wahrnehmung derer, die im Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sind ohne das Innere; "und siehe, die Haut seines Angesichtes glänzte" bedeutet, daß das Innere durch das Äußere hervorleuchte; "und sie fürchteten sich, ihm zu nahen" bedeutet, sie ertrugen das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes nicht, wenn es so beschaffen war; "und Mose rief ihnen zu" bedeutet das Hinzutreten jener Völkerschaft zum Äußeren; "und sie kehrten sich wieder zu ihm, Aharon und alle Obersten in der Gemeinde" bedeutet die Vornehmsten, die im Äußeren ohne das Innere waren, und doch das Innere vorbilden sollten; "und Mose redete zu ihnen" bedeutet die Belehrung; "und danach traten herzu alle Söhne Israels" bedeutet alle, die im Äußeren ohne das Innere waren, und doch das Innere vorbilden sollen; "und er gebot ihnen alles, was Jehovah mit ihm geredet hatte auf dem Berg Sinai" bedeutet den Befehl in Beziehung auf die aus dem Himmel geoffenbarten Hauptwahrheiten, die vorgebildet werden sollten; "und als Mose mit ihnen ausgeredet hatte" bedeutet, nach der Unterweisung über die Hauptwahrheiten, die im Äußeren vorgebildet werden sollten; "legte er eine Decke auf sein Angesicht" bedeutet das Innere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sei der israelitischen Völkerschaft nicht erschienen, sondern nur das Äußere ohne das Innere; "und wenn Mose hineinging vor Jehovah, mit Ihm zu reden" bedeutet den Zustand des Äußeren, wenn das Innere vom Herrn einfloß, und es die Unterweisung annahm; "tat er die Decke ab, bis er herausging" bedeutet den Zustand der Erleuchtung alsdann; "und (dann) ging er heraus und redete zu den Söhnen Israels, was ihm geboten wurde" bedeutet die Mitteilung an die, welche im Äußeren ohne das Innere waren, in Beziehung auf das, worin er durch das Innere unterwiesen worden; "und die Söhne Israels sahen das Angesicht Moses, daß die Haut seines Angesichtes glänzte" bedeutet, die israelitische Völkerschaft erkannte zwar an, daß es im Wort ein Inneres gebe, aber sie wollten nicht wissen, wie es beschaffen sei; "und dann tat Mose die Decke wieder auf sein Angesicht" bedeutet, darum wurde ihnen das Innere verschlossen; "bis er hineinging, mit Ihm zu reden" bedeutet, mochten sie auch noch so sehr unterwiesen werden. 10685. "Und er war daselbst bei Jehovah vierzig Tage und vierzig Nächte", 2. Mose 34/28, bedeutet die Versuchungen, ehe das Innere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes gegeben wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von vierzig Tagen und Nächten, wenn von der Kirche beim Menschen die Rede ist, sofern sie Zustände der Versuchungen bezeichnen, wovon Nr. 730, 862, 2272, 2273, 8098. Daß es heißt, ehe das Innere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes gegeben wird, beruht darauf, daß das Innere, das der inwendige Mensch genannt wird, dem Menschen durch Versuchungen geöffnet und gegeben wird. Dies ist der Grund, warum ein jeder, der wiedergeboren wird, Versuchungen zu bestehen hat. Das Innere wird aber durch Versuchungen geöffnet und gegeben, weil, wenn der Mensch in Versuchungen ist, die Kämpfe gegen Böses und Falsches sind, der Herr vom Inneren aus einfließt, und für ihn kämpft. Dies kann der Mensch auch wirklich daran merken, daß, wenn er in Versuchungen ist, sein Inneres Widerstand leistet; denn würde das Innere nicht widerstehen, so würde er nicht siegen, sondern unterliegen. Dieser innere Widerstand alsdann kommt dem Menschen nicht zum Bewußtsein, weil er während der Versuchungen im Dunkeln ist aus dem Bösen und Falschen des Bösen, das ankämpft; wohl aber nach den Versuchungen bei denen, die im Innewerden des Wahren sind. Denn was vom Herrn dem Inneren des Menschen beigebracht wird, weiß der Mensch nicht, während er in der Welt lebt, weil er alsdann im äußeren oder natürlichen Menschen denkt und nicht vernehmbar im inwendigen, ehe er ins andere Leben kommt. Gleichwohl aber muß er wissen und anerkennen, wenn er in den Versuchungen gesiegt hat, daß nicht er gekämpft hat, sondern der Herr für ihn. 10686. "Brot aß er nicht und Wasser trank er nicht", 2. Mose 34/28, bedeutet, unterdessen keine Aneignung des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet, wovon Nr. 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 8410, 9545. Aus der Bedeutung des Wassers, sofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet, wovon in den Nr. 10238 angeführten Stellen. Daß unter Brot und Wasser im Wort im allgemeinen alles Gute und Wahre verstanden wird, sehe man Nr. 9323. Aus der Bedeutung von essen, sofern es die Verbindung und Aneignung des Guten bezeichnet, wovon Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, 3596, 4745, 5643, 8001; und aus der Bedeutung von trinken, sofern es die Aufnahme und Aneignung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 3069, 3089, 3168, 8562. Damit verhält es sich in folgender Weise: Während der Mensch in Versuchungen ist, wird ihm das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens nicht angeeignet, sondern nach denselben. Denn solange die Versuchungen währen, wird von der einen Seite her Böses und Falsches erweckt, von der anderen Seite her Gutes und Wahres des Guten, das beim Menschen ist; dies bewirkt bei ihm einen unruhigen Zustand, in diesem wird das Innere eröffnet. Aber nach den Versuchungen wird es bei ihm heiter, und in diesem Zustand wird vom Herrn Gutes und Wahres des Guten in sein jetzt geöffnetes Inneres gebracht. Hieraus wird klar, was verstanden wird unter der Nichtaneignung des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens, solange die Versuchungen währen, was dadurch bezeichnet wird, daß Mose vierzig Tage und vierzig Nächte kein Brot aß und kein Wasser trank. 10687. "Und Er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes", 2. Mose 34/28, bedeutet das Wort, durch das eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen (besteht). Dies erhellt aus der Bedeutung der Tafeln, worauf das Gesetz geschrieben war, sofern sie das Wort bezeichnen, wovon Nr. 9416, 10375, 10376, 10453, 10461; und aus der Bedeutung des Bundes, sofern er die Verbindung bezeichnet, wovon in den Nr. 10632 angeführten Stellen. Daß es die Verbindung des Himmels mit dem Menschen ist, beruht darauf, daß das Wort in lauter Entsprechungen geschrieben, und daher so beschaffen ist, daß es den Himmel mit dem Menschen verbindet; denn der Himmel ist im inneren Sinn des Wortes, und dem inneren Sinn entspricht der äußere Sinn. Wenn daher das Wort vom Menschen gelesen wird, so werden die Engel, die beim Menschen sind, dasselbe im geistigen Sinn inne, das der innere Sinn ist, und dadurch fließt das Heilige von den Engeln her ein, wodurch eine Verbindung (entsteht). Zu diesem Zweck ist ein solches Wort gegeben worden. Daß die Verbindung des Herrn, somit des Himmels mit dem Menschen durch das Wort stattfindet, sehe man in den Nr. 10375 angeführten Stellen. Was die Entsprechungen sind, in denen das Wort geschrieben ist, wurde überall in den Erklärungen gezeigt. 10688. "Die Zehn Worte", 2. Mose 34/28, bedeutet alle göttlichen Wahrheiten darin. Dies erhellt aus der Bedeutung von 10, sofern es "alles" bezeichnet, wovon Nr. 4638; und aus der Bedeutung der Worte, sofern sie die göttlichen Wahrheiten sind, wovon Nr. 9987; daher kommt es, daß die Gebote auf jenen Tafeln der Zahl nach zehn waren. 10689. "Und es geschah, da Mose herabkam vom Berge Sinai", 2. Mose 34/29, bedeutet den Einfluß des Inneren in das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes. Dies erhellt aus der Bedeutung von herabkommen, wenn es sich bezieht auf Mose, durch den das Äußere des Wortes, in dem das Innere ist, vorgebildet wird, sofern es den Einfluß des Herrn durch das Innere des Wortes in sein Äußeres bezeichnet. Daß dieses durch herabkommen bezeichnet wird, sehe man Nr. 5406. Aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, worin das Innere ist, vorbildet, wovon Nr. 10563, 10571, 10607, 10614; und aus der Bedeutung des Berges Sinai, sofern er den Himmel bezeichnet, wo der Herr ist, und woher das Gesetz oder das Wort stammt, wovon Nr. 9420. HG 10690 10690. "Und die zwei Tafeln des Zeugnisses in der Hand Moses waren", 2. Mose 34/29, bedeutet das Vorbildliche des Wortes. Dies erhellt aus der Bedeutung der zwei Tafeln des Zeugnisses, sofern sie das Gesetz im ganzen Inbegriff, somit das Wort bezeichnen, wovon in den Nr. 10687 angeführten Stellen; und aus der Bedeutung von "in der Hand Moses", sofern es das Vorbildliche desselben, nämlich des Wortes bezeichnet. Daß Mose das Wort vorbildete sehe man in den Nr. 9372 angeführten Stellen. Darum waren in seiner Hand die Tafeln, durch die als ein Zeichen der Vorbildung das Wort bezeichnet wurde. 10691. "Da wußte Mose nicht, daß die Haut seines Angesichtes glänzte, weil er mit Ihm geredet hatte", 2. Mose 34/29, bedeutet, das Innere des Wortes, wie es in seinem Äußeren hervorleuchtet, ohne daß es des Äußeren inne wird. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Äußere des Wortes, worin das Innere ist, darstellt, wovon Nr. 10563, 10571, 10607, 10614, und aus der Bedeutung von "nicht wissen", sofern es heißt, nicht innewerden. Aus der Bedeutung von glänzen, sofern es heißt, hervorleuchten, denn das Glänzen der Haut des Angesichts Moses kam vom Hervorleuchten aus dem Inneren her. Aus der Bedeutung der Haut, sofern sie das Äußere des Wahren und Guten bezeichnet, wovon Nr. 3540, 5554, 8980; und aus der Bedeutung des Angesichts, sofern es das Innere bezeichnet, wovon in den Nr. 9546 angeführten Stellen. Daher wird durch das Glänzen der Haut des Angesichts das Hervorleuchten des Inneren im Äußeren bezeichnet; hier im Äußeren des Wortes, das sein Buchstabensinn ist, weil durch Mose das Äußere des Wortes, worin das Innere ist, dargestellt wird. Und aus der Bedeutung von reden, sofern es den Einfluß bezeichnet. Daß reden, wenn es sich auf Jehovah bezieht, einen Einfluß bedeutet, sehe man Nr. 2951, 5743, 5797, 7270, 8128, 8660. Hieraus wird klar, daß durch "Mose wußte nicht, daß die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Ihm geredet" bezeichnet wird das Innere des Wortes, wie es in seinem Äußeren hervorleuchtet, ohne daß es des Äußeren inne wird. Man wisse aber, daß unter dem Hervorleuchten des Inneren des Wortes im Äußeren, der innere Sinn im Äußeren verstanden wird. Dieser Sinn leuchtet und glänzt immerfort in diesem, aber er wird nur von denen wahrgenommen, die im Inneren sind, von denen aber, die nur im Äußeren sind, worin das Innere (enthalten) ist und die Menschen der äußeren Kirche genannt werden, wird er nicht wahrgenommen, gleichwohl aber ist er ihnen unbewußt vorhanden, und regt an. Wer diejenigen sind, die im Inneren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes sind, und wer die im Äußeren, worin das Innere, sehe man Nr. 10683. Die aber, die im Äußeren sind ohne das Innere, wie es die israelitische Völkerschaft war, ertragen das Innere oder das Licht aus diesem im Äußeren gar nicht; deshalb wird von ihnen unten gesagt: sie fürchteten sich, zu Mose zu nahen, und Mose habe, wenn er mit ihnen redete, eine Decke auf sein Angesicht gelegt. Der Grund, warum der innere Sinn leuchtet, ist, weil in demselben das göttlich Wahre wie es in den Himmeln ist, und das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre den Engeln als Licht erscheint, und auch das Licht des Himmels ist, worüber man in den Nr. 9548, 9684 angeführten Stellen sehe. 10692. "Da sah Aharon und alle Söhne Israels Mose", 2. Mose 34/30, bedeutet die Wahrnehmung derer, die im Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sind ohne das Innere. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons und der Söhne Israels in diesem und den beiden vorhergehenden Kapiteln, sofern sie die bezeichnen, die im Äußeren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes ohne das Innere sind. Was Aharon betrifft, sehe man Nr. 10397; was die Söhne Israels betrifft, in den Nr. 9380, 10396 angeführten Stellen; und ferner Nr. 10397, 10454-10457, 10461-10466, 10492, 10498, 10500, 10526, 10531, 10533, 10535, 10549, 10550, 10551, 10566, 10570, 10575, 10603, 10629, 10632. 10693. "Und siehe, die Haut seines Angesichtes glänzte", 2. Mose 34/30, bedeutet, das Innere leuchte hervor durch das Äußere. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10691 erklärt wurde. 10694. "Und sie fürchteten sich, ihm zu nahen", 2. Mose 34/30, bedeutet, sie ertrugen das Äußere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes nicht, wenn es so beschaffen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von fürchten, ihm zu nahen, sofern es heißt, nicht ertragen; denn diejenigen, die das Innere nicht ertragen, fürchten sich zu nahen. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, worin das Innere ist, darstellt, wovon Nr. 10563, 10571, 10607, 10614. Damit verhält es sich so: Diejenigen, die nur in den äußeren Dingen der Kirche, des Wortes und des Gottesdienstes sind, ohne das Innere, ertragen die inneren Dinge nicht, und zwar deshalb, weil die, welche im Äußeren sind ohne das Innere, in der Selbst- und Weltliebe sind, und daher in einem Lichtschein, welches das Naturlicht genannt wird. Die aber, die im Äußeren und zugleich im Inneren der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sind, sind in der Liebe gegen den Nächsten und in der Liebe zum Herrn, und daher im Licht des Himmels. Weil diese Liebestriebe und somit auch das von ihnen stammende Licht, einander entgegengesetzt sind, darum erträgt das eine nicht das andere, denn wenn die himmlische Liebe, oder die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten in die irdischen Liebestriebe einfließen, die Selbst- und Weltliebe sind, verursachen sie Bangigkeiten, wie die des Todes, und wenn das himmlische Licht in das Weltlicht einfließt, so verursacht es Finsternis und daher Entsetzen (stuporem). Daher kommt es, daß das Äußere ohne das Innere das Äußere nicht erträgt, solange in demselben das Innere ist. Weil die jüdische Völkerschaft so geartet war, darum konnte sie es nicht über sich gewinnen, zu hören vom Herrn, von der Liebe und dem Glauben an Ihn, das die inneren Dinge des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes sind. Das ist es nun, was bezeichnet wird dadurch, daß die Söhne Israels sich fürchteten Mose zu nahen, weil die Haut seines Angesichts glänzte. Was die Haut des Angesichts Mose bedeutet, sehe man Nr. 10691. 10695. "Und Mose rief ihnen zu", 2. Mose 34/31, bedeutet das Hinzutreten jener Völkerschaft zum Äußeren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihnen zurufen", sofern es das Hinzutreten jener Völkerschaft bezeichnet, denn wer gerufen wird, tritt herzu. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Äußere des Wortes, worin das Innere ist, darstellt, wovon Nr. 10694. 10696. "Und sie kehrten sich wieder zu ihm, Aharon und alle Obersten in der Gemeinde", 2. Mose 34/31, bedeutet die Vornehmsten, die im Äußeren ohne das Innere (waren), und doch das Innere vorbilden sollten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons und der Obersten in der Gemeinde, sofern sie die Vornehmsten bezeichnen, die in äußeren Dingen ohne das Innere sind, denn Aharon war ihr Haupt, und die Obersten waren die Führer. Daß Aharon das Äußere ohne das Innere darstellt, sehe man Nr. 10397; und daß die Obersten die Vornehmsten bezeichnen: Nr. 1482, 2089, 5044. Daß es bedeutet, die vorbilden sollten, sehe man unten: Nr. 10698. 10697. "Und Mose redete zu ihnen", 2. Mose 34/31, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es eine Belehrung bezeichnet, wovon in den Nr. 10280 angeführten Stellen. 10698. "Und danach traten herzu alle Söhne Israels", 2. Mose 34/32, bedeutet alle, die im Äußeren ohne das Innere waren, und doch das Innere vorbilden sollten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie diejenigen bezeichnen, die in äußeren Dingen ohne das Innere sind, wovon Nr. 10692. Daß es auch die bedeutet, die Inneres vorbilden sollten, beruht darauf, daß Mose es verlangt hatte, daß bei jener Völkerschaft die Kirche vorgebildet wurde, obwohl sie so geartet waren, daß bei ihnen keine Kirche errichtet werden konnte; denn bei denen, die in äußeren Dingen ohne das Innere sind, ist keine Kirche möglich, weil die Kirche im Inneren des Menschen ist, und nicht im Äußeren ohne dasselbe. Die Gemeinschaft des Menschen mit dem Himmel und mit dem Herrn geschieht nämlich durch das Innere, und wenn dieses nicht vorhanden, d.h. verschlossen ist, dann findet eine Gemeinschaft mit der Hölle statt. Obwohl aber die Söhne Israels so geartet waren, daß durch das Innere bei ihnen keine Gemeinschaft mit dem Himmel möglich war, konnten sie dennoch solches vorbilden was der Kirche und dem Himmel angehörte, was allein geschieht durch Äußeres dem Inneres entspricht; und darum wurden sie angenommen. Daß bei jener Völkerschaft die Kirche nicht war, sondern nur ein Vorbild der Kirche, sehe man in den Nr. 9320 E, 10396 angeführten Stellen; und daß durch äußere Dinge, die Inneres vorbildeten, eine Gemeinschaft mit dem Himmel bewirkt wurde, ebenfalls in den Nr. 9320 E, 10396 angeführten Stellen, sodann Nr. 10492, 10500, 10549, 10550, 10551, 10570, 10575, 10602, 10629. 10699. "Und er gebot ihnen alles, was Jehovah mit ihm geredet hatte auf dem Berg Sinai", 2. Mose 34/32, bedeutet den Befehl in Beziehung auf die aus dem Himmel geoffenbarten Hauptwahrheiten, die vorgebildet werden sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, wenn von Jehovah zu Mose (geredet wird), sofern es einen Befehl bezeichnet. Daß es ein Befehl ist in betreff der Hauptwahrheiten, die vorgebildet werden sollten, erhellt daraus, daß das, was befohlen wurde und 2. Mose 34/12-28 enthalten ist, die Hauptwahrheiten waren, die vorgebildet werden mußten, damit sie angenommen werden konnten, man sehe Nr. 10637. Und aus der Bedeutung von "was Jehovah mit ihm auf dem Berg Sinai geredet hatte", sofern es das bezeichnet, was aus dem Himmel geoffenbart worden, denn durch "Jehovah hat geredet", wird das Geoffenbarte bezeichnet und durch den Berg Sinai der Himmel, aus dem das göttlich Wahre kommt: Nr. 9420. 10700. "Und als Mose mit ihnen ausgeredet hatte", 2. Mose 34/33, bedeutet, nach der Unterweisung über die Hauptwahrheiten, die im Äußeren vorgebildet werden sollten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 10699 gesagt wurde. 10701. "Legte er eine Decke auf sein Angesicht", 2. Mose 34/33, bedeutet, das Innere der Kirche, des Gottesdienstes und des Wortes sei der israelitischen Völkerschaft nicht erschienen, sondern nur das Äußere ohne das Innere. Dies erhellt aus der Bedeutung von "eine Decke auf das Angesicht legen", sofern es heißt, das Innere verschließen, so daß nur das Äußere ohne das Innere erscheint; denn durch das Glänzen der Haut des Angesichts Moses wird das Hervorleuchten des Inneren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes im Äußeren bezeichnet; man sehe Nr. 10691. Daß jene Völkerschaft im Äußeren ohne das Innere war, und noch heute ist, sehe man in den Nr. 10692 angeführten Stellen. Hieraus wird auch klar, wie das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bei jener Völkerschaft in den Himmeln erscheint, nämlich nicht einmal wie das Angesicht eines Menschen, sondern wie eine Decke vor dem Angesicht; denn in einem solchen Dunkel über die inneren Dinge des Wortes befinden sie sich. 10702. "Und wenn Mose hineinging vor Jehovah, mit Ihm zu reden", 2. Mose 34/34, bedeutet den Zustand des Äußeren, wenn das Innere vom Herrn einfloß, und es die Unterweisung annahm. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Äußere, worin das Innere ist, darstellt, wovon Nr. 10694; aus der Bedeutung von hineingehen vor Jehovah, sofern es den Zustand desselben, wenn der Herr einfließt, bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von reden, sofern es eine Unterweisung ausdrückt, wovon in den Nr. 10280 angeführten Stellen. Mit dem Äußeren, wenn in dasselbe das Innere einfließt, was bezeichnet wird durch "wenn Mose hineinging vor Jehovah", verhält es sich auf folgende Weise: Für den Menschen sind zwei Zustände in Beziehung auf das, was der Kirche, dem Gottesdienst und dem Wort angehört: manche wenden sich zum Herrn, somit zum Himmel, manche aber zu sich selbst und zur Welt. Die, welche sich zum Herrn oder zum Himmel wenden, nehmen den Einfluß von daher auf, und sind in der Erleuchtung, und so im Innewerden des Wahren inwendig in ihnen. Dieser Einfluß geschieht vom Herrn durch das Innere ins Äußere; und dies wird hier bezeichnet durch das Hineingehen vor Jehovah. Die aber, die sich zu sich selbst und zur Welt wenden, können keinen Einfluß vom Herrn oder aus dem Himmel aufnehmen, somit in keiner Erleuchtung und in keinem Innewerden des Wahren sein, denn durch den Blick auf sich fließt die Welt ein, und löscht aus, oder treibt weg, oder verkehrt alles was aus dem Himmel kommt. Daher sind sie in Finsternis über alles, was der Kirche, dem Gottesdienst und dem Wort angehört. Dies wird bezeichnet durch die Decke vor dem Angesicht Moses; das Innere richtet sich auch wirklich nach den Liebestrieben. Bei denen, die den Herrn lieben, wendet sich das Innere zum Herrn oder zum Himmel, somit einwärts, die aber, die sich selbst lieben, wenden sich zur Welt, somit auswärts. Sich zum Herrn wenden heißt, vom Herrn selbst gewendet werden, denn der Mensch kann von selbst sein Inneres nicht erheben; dagegen sich zu sich selbst wenden heißt, von der Hölle gewendet werden, und wenn dies geschieht, so wird das, was dem inwendigen Menschen angehört, verschlossen; damit der Mensch nicht zwei Herrn diene. 10703. "Tat er die Decke ab, bis er herausging", 2. Mose 34/34, bedeutet den Zustand der Erleuchtung alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Decke abtun", sofern es die Erscheinung des Inneren bezeichnet, denn wenn die Decke weggetan wurde, so zeigte sich das Angesicht und das Glänzen der Haut desselben. Durch das Angesicht aber wird das Innere bezeichnet, und durch das Glänzen das Licht von daher im Äußeren. Daß das Angesicht das Innere bedeutet, sehe man in den Nr. 9546 angeführten Stellen. Und daß das Glänzen der Haut des Angesichts Moses das Hervorleuchten oder das Licht vom Inneren im Äußeren des Wortes bedeutet: Nr. 10691. Licht wird gesagt, weil das Licht, welches das Innere des Menschen erleuchtet, das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist. Daß dieses das Licht des Himmels ist, somit das, vermöge dessen die Engel und Geister sehen, wie auch, durch das der Mensch, der erleuchtet wird, Innewerden und Einsicht bekommt, sehe man in den Nr. 9548, 9684 angeführten Stellen. Es wird gesagt "das Licht im Äußeren des Wortes von seinem Inneren", es wird aber verstanden das Licht im Äußeren des Menschen von seinem Inneren her, wenn er jenes liest, denn das Wort leuchtet aus sich nur vor dem Menschen, der im Lichte ist vom Inneren her, ohne dasselbe ist das Wort nur ein Buchstabe. Hieraus wird nun klar, woher das Glänzen der Haut des Angesichts Moses (kam) und was es im inneren Sinn bedeutet. 10704. "Und (dann) ging er heraus und redete zu den Söhnen Israels, was ihm geboten wurde", 2. Mose 34/34, bedeutet die Mitteilung an die, welche im Äußeren ohne das Innere waren, in Beziehung auf das, worin er durch das Innere unterwiesen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausgehen und reden, sofern es eine Mitteilung bezeichnet, denn was Mose von Jehovah gehört hatte, teilte er, wenn er herausging, den Söhnen Israels mit. Aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die darstellen, die im Äußeren ohne das Innere sind, wovon in den Nr. 10692 angeführten Stellen; und aus der Bedeutung von "was von Jehovah geboten wurde", sofern es das bezeichnet, worüber Mose vom Herrn unterwiesen wurde. Daß gebieten soviel ist als unterwiesen werden, ist klar, und daß Jehovah im Wort der Herr ist, sehe man in den Nr. 9373 angeführten Stellen. 10705. "Und die Söhne Israels sahen das Angesicht Moses, daß die Haut seines Angesichtes glänzte", 2. Mose 34/35, bedeutet, die israelitische Völkerschaft erkannte zwar an, daß im Wort ein Inneres vorhanden sei, wollte aber nicht wissen, wie dasselbe beschaffen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es das Innewerden, den Verstand, den Glauben bezeichnet, wovon Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, 3869, 4403-4421, 4567, 4723, 5114, 5400, 6805, 7650, 9128; daher auch die Anmerkung, Nr. 897, 3796. Aus der Bedeutung des Angesichts Moses, sofern es das Innere des Wortes bezeichnet, wovon Nr. 10703; und aus der Bedeutung des Glänzens der Haut seines Angesichtes, sofern es das Hervorleuchten des Inneren im Äußeren bezeichnet, wovon Nr. 10703. Daß jene Völkerschaft anerkennt, daß es ein Inneres des Wortes gebe, ist bekannt, denn sie sagen, es seien darin göttliche Geheimnisse verborgen, sogar in jeder Silbe; wenn ihnen aber gesagt wird, daß diese Geheimnisse sich auf den Herrn, auf Sein Reich in den Himmeln und auf Erden, und auf die Liebe und den Glauben an Ihn beziehen, so wollen sie es nicht wissen. Dies wird darunter verstanden, daß jene Völkerschaft zwar anerkenne, es gebe im Wort ein Inneres, aber sie wollen nicht wissen, wie dasselbe beschaffen ist; deshalb folgt auch: Mose habe die Decke wieder auf sein Angesicht getan, wodurch bezeichnet wird, darum sei ihnen das Innere verschlossen worden. 10706. "Und dann tat Mose die Decke wieder auf sein Angesicht", 2. Mose 34/35, bedeutet, darum wurde ihnen das Innere verschlossen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Decke wieder auf das Angesicht tun", wenn von Mose die Rede ist, durch den das Wort vorgebildet wird, sofern es heißt, das Innere des Wortes verschließen, wovon Nr. 10701. Wie es sich damit verhält, erhellt aus dem was Nr. 10705 am Ende gesagt wurde. 10707. "Bis er hineinging, mit Ihm zu reden", 2. Mose 34/35, bedeutet, wie sehr sie auch immer unterwiesen werden mochten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bis Mose hineinging, zu reden mit Jehovah", sofern es den Zustand des Äußeren bezeichnet, wenn das Innere vom Herrn einfloß und es die Unterweisung annahm, wovon Nr. 10702. Daß es hier auch bedeutet, wie sehr sie auch immer unterwiesen werden mochten, beruht darauf, daß durch Mose das Äußere des Wortes, worin das Innere ist, vorgebildet wird: Nr. 10694; und er "vor Jehovah hineinging und herausging, und sie unterwies"; denn durch hineingehen und herausgehen wird die Mitteilung bezeichnet: Nr. 5249, 6901, und durch reden die Unterweisung, worüber in den Nr. 10280 angeführten Stellen. Daß sie von den inneren Dingen des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, die sich auf den Herrn, auf Sein Reich und auf die Liebe und den Glauben an Ihn beziehen, nichts wissen wollen, erhellt offenbar daraus, daß sie den Herrn nicht anerkennen wollten, wie Er sie auch immer, als Er in der Welt war, aus dem Wort belehrte; und daß sie Ihn auch heutzutage nicht anerkennen wollen, obwohl sie unter Christen leben und wissen, daß im Worte vorhergesagt ist, daß der Messias, d.h. Christus kommen werde. Der Grund, warum sie Ihn nicht anerkannt haben, und nicht anerkennen, ist der, weil sie alles im Wort auf sich selbst und auf ihr Hervorragen über andere (beziehen), und somit zugunsten ihrer Liebestriebe anwenden, welche Selbst- und Weltliebe sind. Alle, die so tun, sehen nichts aus dem Himmel; ihr Inneres, das zum Himmel hin offenstehen sollte, ist verschlossen; darum haben sie kein Licht von daher. Daher ihre Finsternis und Blindheit in geistigen Dingen, somit in betreff des Inneren des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes. Das Innere des Wortes ist geistig, sein Äußeres ist natürlich; wenn gesagt wird das Innere, so wird auch verstanden das Innere der Kirche und des Gottesdienstes, weil die Kirche ist, wo das Wort ist, und aus dem Wort (stammt), und der Gottesdienst aus dem (hervorgeht), was im Wort (enthalten ist). Wie daher das Verständnis des Wortes beschaffen ist, das der Mensch hat, so ist auch in ihm die Kirche beschaffen, und einen solchen Gottesdienst hat er.   Nr. 10708 - 10724 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 35. Kapitel HG 10714 - 10739 1. Und Mose versammelte die ganze Gemeinde der Söhne Israels und sprach zu ihnen: Dies sind die Worte, die Jehovah geboten hat, daß man sie tun soll. 2. Sechs Tage soll man sein Werk tun, aber am siebenten Tag, soll euch heilig sein der Sabbath der Ruhe für Jehovah; jeder, der an demselben ein Werk tut, soll sterben. 3. Ihr sollt kein Feuer anzünden in allen euren Wohnungen am Sabbathtag. 4. Und Mose redete zur ganzen Gemeinde der Söhne Israels und sagte: Das ist das Wort, das Jehovah geboten hat und gesagt: 5. Nehmet von euch eine Hebe (Gabe) für Jehovah jeder, der willigen Herzens ist, soll als Hebe dem Jehovah bringen Gold und Silber und Erz; 6. Und Blau und Purpur und (doppelt gefärbten) Scharlach und Byssus und Ziegenhaar; 7. Und Felle von rötlichen Widdern und Dachsfelle und Schittimholz; 8. Und Öl zum Licht und Spezereien zum Salböl und zum Rauchwerk der Spezereien; 9. Und Onychsteine und Steine der Füllungen zum Ephod und zum Brustschildlein; 10. Und jeder, der weisen Herzens ist unter euch, soll kommen und machen, was Jehovah geboten hat: 11. Die Wohnung, ihr Zelt und ihre Decke, ihre Haften und ihre Bretter, ihre Riegel, ihre Säulen und ihre Füße; 12. Die Lade und ihre Stangen, den Gnadenstuhl und den Vorhang der Decke; 13. Den Tisch und seine Stangen und alle seine Gefäße und das Brot des Angesichts (die Schaubrote); 14. Und den Leuchter des Lichts und seine Geräte und seine Lampen und das Öl zum Licht; 15. Und den Rauchaltar und seine Stangen und das Salböl und das Rauchwerk der Spezereien und die Decke der Türe für die Türe der Wohnung; 16. Den Brandopferaltar und sein ehernes Gitter, seine Stangen und alle seine Geräte, das Waschbecken und sein Gestell; 17. Die Teppiche des Vorhofs, seine Säulen und seine Füße und die Decke des Tors des Vorhofs; 18. Die Pflöcke der Wohnung und die Pflöcke des Vorhofs und ihre Seile; 19. Die Kleider des Amts zum Dienst im Heiligen, die heiligen Kleider Aharons des Priesters und die Kleider seiner Söhne, des Priesteramts zu pflegen. 20. Und sie gingen aus, die ganze Gemeinde der Söhne Israels, von Mose, 21. Und kamen, ein jeder Mann, den sein Herz antrieb, und jeder, den sein Geist freiwillig bewegte, und brachten die Hebe für Jehovah zum Werk des Zelts der Zusammenkunft und zu all seinem Dienst und zu den heiligen Kleidern. 22. Und es kamen die Männer mit den Frauen, jeder, der freiwilligen Herzens war, und brachten Haften (Schließen, fibulas) und Ohrenringe und Fingerringe und Gürtel, allerlei goldene Geräte, und jeder Mann, der ein Webeopfer an Gold dem Jehovah weben (darbringen) wollte. 23. Und jeder Mann, bei dem gefunden wurde Blau und Purpur und (doppelt gefärbter) Scharlach und Byssus und Ziegenhaare und Felle von rötlichen Widdern und Dachsfelle, das brachten sie. 24. Jeder, der eine Hebe Silbers und Erzes hob, der brachte es als Hebe dem Jehovah; und jeder, bei dem gefunden wurde Schittimholz zu allem Werk des Dienstes, das brachten sie. 25. Und alle Weiber von verständigem Herzen, die spannen mit ihren Händen und brachten Gespinst, Blau und Purpur, (doppelt gefärbten) Scharlach und Byssus, 26. Und alle Weiber, die ihr Herz antrieb in Verständigkeit, spannen Ziegenhaare. 27. Und die Fürsten brachten Onychsteine und Steine der Füllungen zum Ephod und zum Brustschildlein, 28. Und Spezereien und Öl zum Leuchter und zum Salböl und Rauchwerk von Spezereien. 29. Alle Männer und Weiber, die ihr Herz freiwillig bewegte, zu bringen zu allem Werk, das Jehovah geboten hatte, zu machen durch die Hand Moses, die Söhne Israels brachten es als freiwillige Gabe dem Jehovah. 30. Und Mose sprach zu den Söhnen Israels: Sehet, Jehovah hat mit Namen gerufen Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Churs, vom Stamme Juda, 31. Und ihn erfüllet mit dem Geiste Gottes, mit Weisheit, Einsicht und Erkenntnis in allem Werk, 32. Und Gedanken auszudenken, zu arbeiten in Gold und in Silber und in Erz, 33. Und im Steinscheiden zu füllen, und im Holzschneiden zu arbeiten (machen), in allem Werk des Ausdenkens. 34. Und es zu lehren, hat Er gegeben in sein Herz, ihm und Aholiab, dem Sohne Ahisamachs vom Stamme Dan. 35. Erfüllt hat Er sie mit Weisheit des Herzens, zu machen alles Werk des Arbeiters und des Ausdenkers und des Buntwirkers in Blau und in Purpur, in (doppelt gefärbtem) Scharlach und in Byssus und des Webers, die machen allerlei Werk und Gedanken ausdenken.   Inhalt 10725. Dieses Kapitel handelt im inneren Sinn überhaupt von allen Gattungen des Guten und Wahren, das in der Kirche und im Himmel (ist), und aus dem der Gottesdienst (Verehrung) des Herrn (hervorgeht). Dieses ist es, was bezeichnet wird durch das, was die Söhne Israels freiwillig beisteuerten, um die Stiftshütte herzustellen mit allem Zugehör, ferner den Brandopferaltar, wie auch die Kleider Aharons und seiner Söhne.   Innerer Sinn 10726. Vers 1-3: Und Mose versammelte die ganze Gemeinde der Söhne Israels und sprach zu ihnen: Dies sind die Worte, die Jehovah geboten hat, daß man sie tun soll. Sechs Tage soll man sein Werk tun, aber am siebenten Tag, soll euch heilig sein der Sabbath der Ruhe für Jehovah; jeder, der an demselben ein Werk tut, soll sterben. Ihr sollt kein Feuer anzünden in allen euren Wohnungen am Sabbathtag. "Und Mose versammelte die ganze Gemeinde der Söhne Israels" bedeutet alles Wahre und Gute der Kirche im Inbegriff; "und sprach zu ihnen: Dies sind die Worte, die Jehovah geboten hat, daß man sie tun soll" bedeutet die Belehrung über den Hauptpunkt der Kirche, auf den sich alles bezieht; "sechs Tage soll man sein Werk tun" bedeutet den ersten Zustand der Wiedergeburt des Menschen vom Herrn, und im höchsten Sinn die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn; "aber am siebenten Tag, soll euch heilig sein der Sabbath der Ruhe für Jehovah" bedeutet den anderen Zustand der Wiedergeburt des Menschen, wenn er in Verbindung steht mit dem Herrn, und im höchsten Sinn die Vereinigung des Menschlichen des Herrn mit dem Göttlichen Selbst; "jeder, der an demselben ein Werk tut, soll sterben" bedeutet den geistigen Tod für die, welche von sich selbst und ihren Liebestrieben geführt werden und nicht vom Herrn; "ihr sollt kein Feuer anzünden in allen euren Wohnungen am Sabbathtag" bedeutet, daß keine eigene Liebe, welches die Liebe zu sich selbst und zur Welt ist, im ganzen und einzelnen des Menschen, das er vom Herrn hat, erscheinen dürfe. 10727. "Und Mose versammelte die ganze Gemeinde der Söhne Israels", 2. Mose 35/1, bedeutet alles Wahre und Gute der Kirche im Inbegriff. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gemeinde der Söhne Israels, sofern sie alles Wahre und Gute der Kirche im Inbegriff bezeichnet, wovon Nr. 7830, 7843, somit wird durch das Versammeln dieser Gemeinde bezeichnet die Aufzählung von allem; denn im Folgenden wird alles aufgezählt, was die Söhne beisteuerten zur Anfertigung der Stiftshütte mit all ihrem Zugehör, ferner des Brandopferaltars, wie auch der Kleider Aharons und seiner Söhne, und es werden dadurch bezeichnet alle Gattungen des Guten und Wahren, woraus die Kirche (besteht). 10728. "Und sprach zu ihnen: Dies sind die Worte, die Jehovah geboten hat, daß man sie tun soll", 2. Mose 35/1, bedeutet die Belehrung über den Hauptpunkt der Kirche, auf den sich alles bezieht. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es eine Belehrung bezeichnet, wovon in den Nr. 10280 angeführten Stellen; und aus der Bedeutung der Worte, die Jehovah geboten hat, daß man sie tun soll, sofern es die Hauptwahrheit ist, die durchaus beobachtet werden muß. Daß dies bezeichnet wird, beruht darauf, daß jene (Worte) in Beziehung auf den Sabbath gesagt werden, der das allervornehmste Vorbild war, somit die Hauptwahrheit, auf die sich alles bezieht; denn die Vorbilder der Kirche bei der israelitischen Völkerschaft waren Wahrheiten im Letzten der Ordnung. Mit den Vorbildern verhält es sich nämlich in folgender Weise: Was in der Natur erscheint in ihren dreierlei Reichen, ist das Letzte der göttlichen Ordnung, denn in diesem endigen alle Dinge des Himmels, die geistig und himmlisch genannt werden. Dies ist der Grund, warum die vorbildliche Kirche eingesetzt und solches angeordnet wurde, was im Letzten den Himmel ganz vorbildete mit allem Wahren und Guten daselbst, und das, was vorbildete, waren Formen aus solchen Dingen, die in der Natur sind, z.B. die Stiftshütte, die mit Zeltdecken umgeben war, der Tisch darin mit den Schaubroten darauf, der Leuchter mit den Lampen, der Altar, auf dem die Räucherungen geschahen, die Kleider Aharons mit dem Brustschildlein aus Edelsteinen, außer anderem. Was solches vorbildete, wurde im Vorhergehenden gezeigt. HG 10729 10729. "Sechs Tage soll man sein Werk tun", 2. Mose 35/2, bedeutet den ersten Zustand der Wiedergeburt des Menschen vom Herrn und im höchsten Sinn die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs Tagen, die dem siebenten oder dem Sabbath vorausgehen und in denen das Werk getan werden soll, sofern sie den ersten Zustand der Wiedergeburt des Menschen vom Herrn bezeichnen, und dieser Zustand ist vorhanden, wenn der Mensch die Wahrheiten kennt und durch die Wahrheiten zum Guten geführt wird und dabei in Kämpfen ist, wovon Nr. 8510, 8888, 9431, 10360. Daß sie auch den Zustand der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn bezeichnen, als Er in der Welt war und aus dem göttlich Wahren gegen die Höllen kämpfte und alles dort und in den Himmeln in Ordnung brachte, sehe man Nr. 10360. Es gibt nämlich zwei Zustände beim Menschen, wenn er vom Herrn wiedergeboren wird, einen früheren, wenn er in den Wahrheiten ist und durch Wahrheiten zum Guten geführt wird, und einen späteren, wenn er im Guten ist und aus dem Guten die Wahrheiten sieht und liebt. Der Mensch wird in dem früheren Zustand zwar auch vom Herrn geführt, aber durch sein Eigenes; denn aus Wahrheiten handeln heißt, aus solchem was beim Menschen ist, aber aus dem Guten handeln heißt, vom Herrn. Hieraus wird klar, daß in dem Maß, als der Mensch sich durch das Gute zu den Wahrheiten führen läßt, er vom Herrn und zum Herrn geführt wird, denn es ist ein Wirken und Gegenwirken in allem, was verbunden ist. Das Wirkende ist das Gute und das Gegenwirkende ist das Wahre, aber das Wahre übt keine Gegenwirkung aus sich, sondern aus dem Guten; daher wirkt das Wahre in dem Maß entgegen, als es das Gute aufnimmt, und in dem Maß, als es entgegenwirkt, wird es mit ihm verbunden. Hieraus folgt auch, daß der Herr, ehe der Mensch mit Ihm verbunden wird, ihn durch die Wahrheiten zu Sich bringt, und in dem Maß, als der Mensch sich herzubringen läßt, mit ihm verbunden wird. Denn die göttlichen Wahrheiten sind so beschaffen, daß sie dem Guten angepaßt werden können, weil die Wahrheiten ihr Dasein aus dem Guten haben. Daher nun hat der Mensch das Innewerden, das an sich ein Gegenwirken ist. Sich durch das Wahre zum Guten treiben oder bringen lassen heißt, danach leben. Dies wurde gesagt, damit man einigermaßen erkenne, wie es sich mit dem ersten Zustand des Menschen verhält, der wiedergeboren wird, welcher (Zustand) bezeichnet wird durch sechs Tage der Arbeit. 10730. "Aber am siebenten Tag, soll euch heilig sein der Sabbath der Ruhe für Jehovah", 2. Mose 35/2, bedeutet den anderen Zustand der Wiedergeburt des Menschen, wenn er Verbindung mit dem Herrn hat, und im höchsten Sinn bedeutet er die Vereinigung des Menschlichen des Herrn mit dem Göttlichen Selbst. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Sabbaths, sofern er den anderen Zustand der Wiedergeburt des Menschen bezeichnet, wenn der Mensch im Guten ist und so vom Herrn geführt wird, wovon Nr. 8510, 8890, 8893, 9274; und sofern er im höchsten Sinn die Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen Selbst im Herrn bezeichnet, wovon Nr. 8495, 10356, 10367, 10374. Als der Herr in der Welt war, machte Er nämlich zuerst Sein Menschliches zum göttlich Wahren; als Er aber aus der Welt ging, machte Er Sein Menschliches zum göttlich Guten durch die Vereinigung mit dem Göttlichen Selbst, das in Ihm war. Dies wurde durch den Sabbath im höchsten Sinn vorgebildet, deshalb heißt Er der Sabbath der Ruhe Jehovahs. Das gleiche tut der Herr mit dem Menschen, den Er wiedergebiert: zuerst erfüllt Er ihn mit Wahrheiten, und nachher verbindet Er ihn durch die Wahrheiten mit dem Guten, also mit Ihm. Dies wird durch Sabbath im bezüglichen Sinn vorgebildet, denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Bild der Verherrlichung des Herrn, d.h. wie der Herr Sein Menschliches verherrlicht hat, so wiedergebiert Er den Menschen. Durch Sabbath im eigentlichen Sinn wird bezeichnet Ruhe und Frieden, weil dem Herrn, als Er Sein Menschliches mit dem Göttlichen Selbst vereinigt hatte, der Friede zuteil wurde; denn alsdann hörten die Kämpfe auf, und alles in den Himmeln und in den Höllen wurde in Ordnung gebracht, und so wurde nicht nur Ihm der Friede zuteil, sondern auch Frieden und Heil den Engeln in den Himmeln und den Menschen auf Erden. Weil diese zwei Stücke die eigentlichen Hauptpunkte sind, von denen die übrigen Verhältnisse der Kirche abhängen, darum wird die Heiligung des Sabbaths allein vorangestellt, wodurch jene zwei Stücke bezeichnet werden, denn das Allerwichtigste ist, daß der Herr Sein Menschliches mit dem Göttlichen Selbst vereinigt hat, und daß dadurch Friede und Heil dem Menschen zuteil wird, und ein allgemein wichtiger Punkt ist es auch, daß der Mensch, um Heil und Frieden zu erlangen, mit dem Herrn verbunden werden muß, was durch die Wiedergeburt geschieht. Darum war auch der Sabbath bei der israelitischen Völkerschaft das Hauptvorbild, das Hauptzeichen des Bundes mit Jehovah, d.h. der Verbindung mit dem Herrn; man sehe Nr. 10357, 10372. Bund bedeutet aber Verbindung. 10731. "Jeder, der an ihm ein Werk tut, soll sterben", 2. Mose 35/2, bedeutet den geistigen Tod für die, welche von sich selbst und ihren Liebestrieben geführt werden und nicht vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Werke am Sabbathtag, sofern sie bezeichnen, von sich selbst und seinen Liebestrieben geführt werden und nicht vom Herrn, wovon Nr. 8495, 10300, 10362, 10364; und aus der Bedeutung von sterben, sofern es die Verdammnis oder den geistigen Tod bezeichnet, wovon Nr. 6119, 9008. Die, welche von sich selbst und von ihren Liebestrieben geführt werden, glauben nicht an den Herrn; denn an den Herrn glauben heißt, von Ihm und nicht von sich selbst geführt werden. Das ist der Grund, warum solche auch die Vereinigung Seines Menschlichen mit dem Göttlichen Selbst für nichts achten, und auch die Wiedergeburt vom Herrn für nichts achten, und somit auch die Wahrheiten der Kirche für nichts achten; denn sie sagen bei sich: Wozu das? oder: Was liegt daran ob wir solches wissen, ja ob wir solches denken und solches verlangen? Leben wir deshalb nicht wie die anderen Leute? Was ist das für ein Unterschied? Der Grund, warum sie so denken, ist, weil sie aus dem Leben der Welt und nicht aus dem Leben des Himmels denken. Das Leben des Himmels ist ihnen etwas Unbekanntes, und niemand kann aus Unbekanntem denken. Deshalb können die, welche solcherart sind, nicht selig werden, denn sie haben den Himmel nicht in sich; darum können sie auch nicht im Himmel sein, denn ihr Inneres harmoniert nicht damit. Wenn nämlich dieses nicht nach dem Bild des Himmels vom Herrn geordnet ist, so findet keine Verbindung mit dem Himmel statt. Solcherart sind die, welche jene Hauptpunkte leugnen. Dieser Zustand des Menschen ist es, der durch die Werke am Sabbathtage bezeichnet wird, und ihr geistiger Tod (wird) durch ihren natürlichen Tod bezeichnet. 10732. "Ihr sollt kein Feuer anzünden in allen euren Wohnungen am Sabbathtag", 2. Mose 35/3, bedeutet, daß keine eigene Liebe, welches die Liebe zu sich selbst und zur Welt ist, alsdann im ganzen und einzelnen des Menschen, das er vom Herrn hat, erscheinen dürfe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feuers, sofern es die Liebe in beiderlei Sinn bezeichnet, wovon Nr. 6832, 7324, 7575, 9041; hier die eigene Liebe, welche die Liebe zu sich und zur Welt ist, aus der alle Begierde und alles Böse und Falsche (entspringt). Aus der Bedeutung der Wohnungen der Söhne Israels, sofern sie das Gute und Wahre der Kirche bezeichnen, das der Mensch vom Herrn hat; denn die Wohnungen sind das Innere beim Menschen, somit was seinem Gemüt angehört; man sehe Nr. 7719, 7910, 8269, 8309, 10153; hier also das Gute und Wahre, das vom Herrn stammt. Und die Söhne Israels bedeuten die Kirche: Nr. 9340. Weil solches durch Feuer bezeichnet wurde, darum war es verboten, Feuer am Sabbathtag anzuzünden. Wie es sich verhält mit dem Geführtwerden von sich selbst und seinen Liebestrieben und nicht vom Herrn, sehe man Nr. 10731. 10733. Was von Vers 4 bis zum Ende des Kapitels vorkommt, wird übergangen ohne Erklärung, weil das Ganze und Einzelne, was in demselben früher steht, in 2. Mose Kapitel 25-31 erklärt wurde, wo von der Stiftshütte und all ihrem Zugehör, sodann vom Brandopferaltar und von den Kleidern Aharons und seiner Söhne gehandelt wurde, denn hier wird nur solches aufgezählt, woraus jene Gegenstände gemacht werden sollten.   Nr. 10734 - 10749 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 36. Kapitel 1. Und es tat Bezaleel und Aholiab, und alle Männer weisen Herzens, denen Jehovah Weisheit und Einsicht gegeben hatte, zu wissen, wie sie machen sollten alles Werk zum Dienst des Heiligtums, nach allem, was Jehovah geboten hatte. 2. Und Mose rief den Bezaleel und den Aholiab, und jeden Mann weisen Herzens, dem Jehovah Weisheit in sein Herz gegeben hatte, einen jeden, den sein Herz antrieb, sich zu machen an das Werk, um es zu tun. 3. Und sie nahmen von Mose alle Hebe (Gaben), welche die Söhne Israels herbeibrachten zum Werk des Dienstes des Heiligtums, daß es gemacht würde; und sie brachten zu ihm noch freiwillig an jedem Morgen. 4. Und es brachten alle Weisen, die da machten alles Werk des Heiligtums, ein jeder Mann von seinem Werk, das sie machten. 5. Und sprachen zu Mose und sagten: Das Volk bringt viel, und mehr als genug ist für den Dienst zum Werk, das Jehovah geboten hat, daß man es tun soll. 6. Da gebot Mose, daß man den Ruf ergehen lasse im Lager, und sprach: Mann und Weib sollen kein Werk mehr tun zur Hebe des Heiligtums, und man hielt das Volk ab, (mehr) herbeizubringen. 7. Und des Werkes war genug da für alles Werk, das getan werden sollte, und war Überfluß. 8. Da machten alle, die weisen Herzens waren, mit denen, die das Werk taten, die Wohnung von zehn Teppichen, von gewobenem Byssus (weißer Baumwolle) und Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach und Cherubim; als ein Werk des Künstlers machten sie dieselben. 9. Die Länge eines Teppichs war achtundzwanzig Ellen, und die Breite vier Ellen, eines Teppichs; ein Maß hatten alle Teppiche. 10. Und er verband fünf Teppiche, je einen an den anderen; und (wiederum) verband er fünf Teppiche, einen an den anderen. 11. Und machte Schleifen von Blau an den Rand des einen Teppichs, am Ende bei der Verbindung; also tat er auch am Rande des äußersten Teppichs bei der zweiten Verbindung. 12. Fünfzig Schleifen machte er an den einen Teppich, und fünfzig Schleifen machte an das Ende des Teppichs bei der zweiten Verbindung, so daß die Schleifen einander gegenüberstanden. 13. Und machte fünfzig goldene Haften und verband die Teppiche, einen an den anderen, mit den Haften, daß es eine Wohnung ward. 14. Und machte Teppiche von Ziegenhaaren für das Zelt über die Wohnung, elf Teppiche machte er daran. 15. Die Länge eines Teppichs war dreißig Ellen, und vier Ellen die Breite eines Teppichs, ein Maß hatten die elf Teppiche. 16. Und verband fünf Teppiche besonders, und sechs Teppiche besonders. 17. Und machte fünfzig Schleifen an den Rand (Saum) des äußersten Teppichs bei der Verbindung, und fünfzig Schleifen machte er an den Rand des Teppichs bei der anderen Verbindung. 18. Und machte fünfzig eherne Haften zur Verbindung des Zeltes, daß es eines wurde. 19. Und machte eine Decke für das Zelt von rötlichen Widderfellen und eine Decke von Dachsfellen darüber. 20. Und machte Bretter zur Wohnung von Schittimholz, die (aufrecht) stehen sollten. 21. Zehn Ellen war die Länge eines Brettes, und eine Elle und eine halbe Elle die Breite eines Brettes. 22. Zwei Zapfen an einem Brette, die zusammengefügt waren miteinander; also machte er es an allen Brettern der Wohnung. 23. Und er machte Bretter für die Wohnung, zwanzig Bretter für die Ecke des Mittags, südwärts. 24. Und vierzig silberne Füße machte er unter die zwanzig Bretter, zwei Füße an einem Brett für seine zwei Zapfen, und dann (wieder) zwei Füße an einem Brett für seine zwei Zapfen. 25. Und an der anderen Seite der Wohnung, an der Ecke der Mitternacht, machte er zwanzig Bretter. 26. Und ihre vierzig Füße von Silber, zwei Füße unter ein Brett, und (immer wieder) zwei Füße unter ein Brett. 27. Und an den Schenkeln (Hinterseite) der Wohnung, gegen das Meer hin, machte er sechs Bretter. 28. Und zwei Bretter machte er an den Ecken der Wohnung an den Schenkeln (d.h. an der Hinterseite). 29. Und sie waren doppelt von unten auf und waren ganz beisammen obenher, an einem Ring; so machte er es mit beiden an den beiden Ecken. 30. Und es waren acht Bretter, und ihre silbernen Füße, sechzehn Füße, je zwei Füße unter einem Brett. 31. Und er machte Riegel (Stangen) von Schittimholz für die fünf Bretter der einen Seite der Wohnung. 32. Und fünf Riegel für die Bretter der anderen Seite der Wohnung, und fünf Riegel für die Bretter der Wohnung an den Schenkeln gegen das Meer hin. 33. Und machte den mittleren Riegel so, daß er hindurchging in der Mitte der Bretter von einem Ende zum anderen. 34. Und die Bretter überzog er mit Gold, und ihre Ringe machte er von Gold, als Behälter für die Riegel, und überzog die Riegel mit Gold. 35. Und machte den Vorhang von Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach und gewobenem Byssus, als das Werk eines Künstlers machte er ihn mit Cherubim. 36. Und machte für denselben vier Säulen von Schittimholz und überzog sie mit Gold, ihre Haken von Gold, und goß für sie vier silberne Füße. 37. Und machte eine Decke für die Tür des Zeltes, von Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach und gewobenem Byssus, als ein Werk des Buntwirkers. 38. Und ihre fünf Säulen und ihre Haken, und überzog ihre Köpfe und ihre Stäbe mit Gold; und ihre fünf Füße von Erz.   Inhalt 10750. Was dieses im inneren Sinn bedeutet, erhellt aus dem, was früher, 2. Mose Kapitel 26 erklärt wurde, denn es ist das gleiche; deshalb wird das, was in diesem Kapitel vorkommt, ohne weitere Erklärung übergangen.   Nr. 10751 - 10766 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 37. Kapitel 1. Und Bezaleel machte die Lade von Schittimholz, zwei Ellen und eine halbe lang, und eine Elle und eine halbe breit, und eine Elle und eine halbe hoch. 2. Und überzog sie mit reinem Gold von innen und von außen, und machte ihr einen goldenen Kranz ringsumher. 3. Und goß für sie vier goldene Ringe auf ihren vier Ecken; nämlich zwei Ringe auf ihre eine Seite, und zwei Ringe auf ihre andere Seite. 4. Und machte Stangen von Schittimholz, und überzog sie mit Gold. 5. Und brachte die Stangen in die Ringe auf den Seiten der Lade, um die Lade zu tragen. 6. Und machte den Gnadenstuhl von reinem Gold, zwei Ellen und eine halbe lang, und eine Elle und eine halbe breit. 7. Und machte zwei Cherubim von Gold, dicht machte er sie an den beiden Enden des Gnadenstuhls. 8. Einen Cherub an dem einen Ende, und einen Cherub am anderen Ende; an dem Gnadenstuhl machte er die Cherubim, an seinen beiden Enden. 9. Und die Cherubim breiteten ihre Flügel aus nach oben, und überdeckten mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl, und ihre Angesichter standen gegeneinander; auf den Gnadenstuhl waren die Angesichter der Cherubim (gerichtet). 10. Und machte den Tisch von Schittimholz, zwei Ellen lang und eine Elle breit, und eine Elle und eine halbe hoch. 11. Und überzog ihn mit reinem Gold, und machte ihm einen goldenen Kranz ringsumher. 12. Und machte eine goldene Leiste handbreit ringsumher, und machte einen goldenen Kranz für seine Leiste ringsumher. 13. Und goß daran vier goldene Ringe, und setzte die Ringe auf die vier Ecken, an seinen vier Füßen. 14. Gegen die Leiste hin waren die Ringe als Behälter für die Stangen, um den Tisch zu tragen. 15. Und machte Stangen von Schittimholz, und überzog sie mit Gold, um den Tisch zu tragen. 16. Und machte die Gefäße, die auf den Tisch (zu stehen kamen), seine Schüsseln, und seine Schalen, und seine Becher, und seine Kannen, womit er bedeckt werden sollte (die meisten Ausleger leiten dies Wort von nassach ab, und übersetzen "womit das Trankopfer ausgegossen werden sollte". Anm.d. Übers.), von reinem Gold. 17. Und machte den Leuchter von reinem Gold, dicht machte er den Leuchter, seinen Schaft und sein Rohr; seine Kelche, seine Granatäpfel (Knäufe), und seine Blumen gingen aus ihm hervor. 18. Und sechs Rohre gingen von seinen Seiten aus; drei Rohre des Leuchters von seiner einen Seite, und drei Rohre des Leuchters von seiner anderen Seite. 19. Drei mandelblütenförmige Kelche waren an dem einen Rohr, ein Granatapfel und eine Blume, und drei mandelblütenförmige Kelche gingen aus dem anderen Rohr hervor, ein Granatapfel und eine Blume; so an den sechs Rohren, die vom Leuchter ausgingen. 20. Und am Leuchter waren vier mandelblütenförmige Kelche, seine Granatäpfel und seine Blumen. 21. Ein Granatapfel unter zwei Röhren aus ihm, und (wieder) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus ihm, und (abermals) ein Granatapfel unter zwei Röhren aus ihm, für die sechs Röhren, die von ihm ausgingen. 22. Ihre Granatäpfel und ihre Röhren gingen aus ihm hervor; das Ganze war dicht und eins (massiv) von reinem Gold. 23. Und machte seine sieben Lampen, und seine Lichtschneuzen und seine Löschnäpfe von reinem Gold. 24. Aus einem Talent reinen Goldes machte er ihn, und alle seine Gefäße. 25. Er machte auch den Rauchaltar von Schittimholz, eine Elle lang und eine Elle breit, viereckig und zwei Ellen hoch; aus ihm gingen seine Hörner hervor. 26. Und überzog ihn mit reinem Gold, sein Dach (Oberfläche) und seine Wände ringsumher, und seine Hörner und machte ihm einen goldenen Kranz ringsumher. 27. Und zwei goldene Ringe macht er ihm unter seinem Kranz an seinen zwei Rippen, an seinen zwei Seiten, zu Behältern für die Stangen, ihn damit zu tragen. 28. Dazu machte er Stangen von Schittimholz, und überzog sie mit Gold. 29. Und machte das heilige Salböl, und das reine Rauchwerk von Spezereien, ein Werk des Salbenmengers.   Inhalt 10767. Weil dieses Kapitel von der Lade, vom Leuchter und vom Rauchaltar handelt, und die Beschreibung dieser Gegenstände hier die gleiche ist, wie früher, 2. Mose Kapitel 25, wo das Ganze und Einzelne nach dem inneren Sinn erklärt wurde, darum wird dieses ohne weitere Erklärung übergangen.   Nr. 10768 - 10781 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 38. Kapitel 1. Und er machte den Brandopferaltar vom Schittimholz, fünf Ellen lang, und fünf Ellen breit, viereckig, und drei Ellen hoch. 2. Und machte seine Hörner auf seinen vier Ecken; von ihm (gingen aus) seine Hörner, und er überzog ihn mit Erz. 3. Und machte alle Geräte des Altars, Töpfe und Schaufeln und Becken und Gabeln und Zangen, alle seine Geräte machte er von Erz. 4. Und machte für den Altar ein Gitter, ein Netzwerk aus Erz, unter seiner Einfassung, unterhalb bis an seine Mitte. 5. Und goß vier Ringe an die vier Enden des ehernen Gitters, als Behälter für die Stangen. 6. Und er machte die Stangen von Schittimholz, und überzog sie mit Erz. 7. Und brachte die Stangen in die Ringe auf den Seiten des Altars, um ihn damit zu tragen; hohl, von Brettern machte er ihn. 8. Und machte das Waschbecken von Erz, und seinen Fuß von Erz, von den Spiegeln der dienenden (Weiber), die dienten an der Tür des Zeltes der Zusammenkunft. 9. Und machte den Vorhof in der Ecke (Seite) des Mittags gegen Süden; die Teppiche des Vorhofs von gewobenem Byssus, hundert Ellen. 10. Ihre zwanzig Säulen, und deren zwanzig Füße von Erz, die Haken der Säulen und ihre Umgürtungen (Gurten) von Silber. 11. Und in der Ecke der Mitternacht hundert Ellen, ihre zwanzig Säulen, und deren zwanzig Füße von Erz, die Haken der Säulen und ihre Gurten von Silber. 12. Und in der Ecke des Meeres (gegen Abend) fünfzig Ellen Teppiche, ihre zehn Säulen, und deren zehn Füße, die Haken der Säulen und ihre Gurten von Silber. 13. Und in der Ecke des Aufgangs gegen Osten fünfzig Ellen. 14. Fünfzehn Ellen Teppiche an der einen Schulter (Seite), ihre drei Säulen und deren drei Füße. 15. Und an der anderen Schulter (Seite) herwärts und hinwärts, am Tor des Vorhofs die Teppiche, fünfzehn Ellen, ihre drei Säulen und deren drei Füße. 16. Alle Teppiche des Vorhofs ringsumher waren von gewobenem Byssus (weißer Baumwolle). 17. Und ihre Füße für die Säulen von Erz, die Haken der Säulen und deren Gurten von Silber, und ihre Köpfe überzogen mit Silber; dieselben waren mit silbernen Gurten versehen, alle Säulen des Vorhofs. 18. Und die Decke des Tors des Vorhofs von Buntwirkerarbeit, von Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach und gewobenem Byssus, zwanzig Ellen lang, und in der Breite fünf Ellen hoch; ebenso wie die Teppiche des Vorhofs. 19. Und ihre vier Säulen, und deren vier Füße von Erz, ihre Haken von Silber, und deren Köpfe und deren Gurten überzogen mit Silber. 20. Und alle Pflöcke der Wohnung und des Vorhofs ringsumher waren von Erz. 21. Das ist die Zahlenbestimmung (Berechnung) über die Wohnung, die Wohnung des Zeugnisses, die bestimmt wurde nach dem Befehle Moses, zum Dienst der Leviten, durch die Hand Ithamars, des Sohnes Aharons, des Priesters. 22. Bezaleel aber, der Sohn Uris, der Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, machte alles, was Jehovah dem Mose geboten hatte. 23. Und mit ihm Aholiab, der Sohn Ahisamahs, vom Stamm Dan, ein Künstler und Ausdenker (Erfinder) und Buntwirker in Blau, und Purpur und in (doppelt gefärbtem) Scharlach, und in Byssus. 24. Alles Gold, das verarbeitet wurde für das Werk im ganzen Werk des Heiligtums, das Gold der Webe, war neunundzwanzig Talente, und siebenhundertdreißig Sekel nach dem Sekel des Heiligtums. 25. Und das Silber der Gezählten der Gemeinde war hundert Talente, und 1775, nach dem Sekel des Heiligtums. 26. Eine Doppeldrachme für den Kopf, ein halber Sekel nach dem Sekel des Heiligtums für einen jeden, der hindurchging bei den Gezählten, von zwanzig Jahren und darüber, von 603.550 (Mann). 27. Und man brauchte hundert Talente Silbers zum Gießen der Füße des Heiligtums und der Füße des Vorhangs, hundert Füße von hundert Talenten, ein Talent für einen Fuß. 28. Und aus 1775 (Sekeln) machte er die Hacken für die Säulen, und überzog ihre Köpfe, und zierte sie mit Gurten. 29. Und das Erz der Webe war siebzig Talente, und zweitausendvierhundert Sockel. 30. Und er machte daraus die Füße der Tür des Zeltes der Zusammenkunft, und den ehernen Altar, und das eherne Gitter daran, und alle Geräte des Altars. 31. Und die Füße des Vorhofs ringsum und die Füße des Tors des Vorhofs, und alle Pflöcke der Wohnung, und alle Pflöcke des Vorhofs ringsherum.   Inhalt 10782. Weil dieses Kapitel vom Brandopferaltar und vom Vorhof des Zeltes der Zusammenkunft handelt, und die gleichen Gegenstände ebenso früher in 2. Mose Kapitel 27 beschrieben und dort erklärt wurden, so wird auch dieses ohne weitere Erklärung nach dem inneren Sinn übergangen.   Nr. 10783 - 10806 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 39. Kapitel 1. Und vom Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach machten sie die Amtskleider zum Dienste im Heiligtum; und machten die heiligen Kleider, die für Aharon waren; wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 2. Und er machte das Ephod (Brustkleid) von Gold, Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach und gewobenem Byssus. 3. Und man schlug die Goldbleche breit und schnitt sie zu Fäden, sie zu wirken mitten unter das Blau, unter den Purpur und unter den (doppelt gefärbten) Scharlach und unter den Byssus, als ein Werk des Künstlers. 4. Schulterblätter machten sie, die darangefügt wurden; an seinen beiden Enden war die Zusammenfügung. 5. Und (sie machten) den Gürtel dieses Ephod, der über ihm war, aus ihm hervorgehend, er war von gleicher Arbeit, von Gold, Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach und gewobenem Byssus, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 6. Und sie machten die Onychsteine, die umgeben waren mit Fassungen von Gold, und diese gegraben, wie man Siegel gräbt, nach den Namen der Söhne Israels. 7. Und er setzte sie auf die Schulterblätter des Ephod, als Steine des Andenkens für die Söhne Israels, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 8. Und machte das Brustschildlein, mit der Arbeit des Künstlers nach dem Werk des Ephod, von Gold, Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach und gewobenem Byssus. 9. Viereckig war es, gedoppelt machten sie das Brustschildlein, eine Spanne lang und eine Spanne breit, gedoppelt. 10. Und füllten es mit vier Reihen von Steinen; die Ordnung war: ein Rubin, ein Topas und ein Karfunkel, die erste Reihe. 11. Und die andere Reihe: ein Chrysopras, ein Saphir und ein Diamant. 12. Und die dritte Reihe: ein Hyazinth, ein Achat und ein Amethyst. 13. Und die vierte Reihe: ein Türkis, ein Onych und ein Jaspis; umgeben mit Goldfassungen in ihren Füllungen. 14. Und die Steine waren nach den Namen der Söhne Israels, ihrer zwölf, nach ihren Namen, wie Siegel gestochen, ein jeglicher mit seinem Namen, nach den zwölf Stämmen. 15. Und sie machten an das Brustschildlein Kettchen am Rande, von geflochtener Arbeit, von reinem Gold. 16. Und machten zwei Fassungen von Gold und zwei Ringe von Gold und setzen die zwei Ringe an die zwei Enden des Brustschildleins. 17. Und sie taten die zwei goldenen Geflechte in die zwei Ringe an den Enden des Brustschildleins. 18. Und die zwei Enden der zwei Geflechte befestigten sie an den zwei Fassungen, und setzten sie an die Schulterblätter des Ephod, an seiner Vorderseite. 19. Und machten zwei Ringe von Gold und setzten sie an die zwei Enden des Brustschildleins, an seinen Rand, der gegen das Ephod einwärts ist. 20. Und sie machten zwei (andere) Ringe von Gold und taten sie an die zwei Schulterblätter des Ephod unterhalb, an seine Vorderseite, gerade bei der Zusammenfügung über dem Gürtel des Ephod. 21. Und sie banden das Brustschildlein mit seinen Ringen an die Ringe des Ephod mit einer blauen Schnur, daß es über dem Gürtel des Ephod war, damit das Brustschildlein nicht wegrückte von dem Ephod, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 22. Und machte das Oberkleid unter dem Ephod, von der Arbeit des Webers, ganz von Blau. 23. Und die Öffnung des Oberkleides in seiner Mitte wie die Öffnung eines Panzers, eine Borte an seiner Öffnung ringsumher, daß es nicht zerrissen würde. 24. Und sie machten an die Säume des Oberkleides Granatäpfel von Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach, hineingewirkt. 25. Und machten Glöcklein von reinem Gold und taten die Glöcklein zwischen die Granatäpfel an die Säume des Oberkleides ringsumher zwischen die Granatäpfel. 26. Ein Glöcklein und einen Granatapfel, und (wieder) ein Glöcklein und einen Granatapfel an den Säumen des Oberkleides ringsumher, zum Dienste, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 27. Und sie machten die Leibröcke von Byssus, von der Arbeit des Webers, für Aharon und seine Söhne. 28. Und den Kopfbund (cidarin) von Byssus und den Schmuck der Hauben (Mützen) von Byssus und die leinen Beinkleider von gewobenem Byssus. 29. Und den Gürtel von gewobenem Byssus und von Blau und Purpur und (doppelt gefärbtem) Scharlach, von der Arbeit des Buntwirkers, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 30. Und machten das Stirnblatt der heiligen Krone von reinem Gold und schrieben darauf eine Schrift, wie man Siegel gräbt: Heiligkeit Jehovahs. 31. Und taten daran eine blaue Schnur, um es zu setzen oben an den Kopfbund, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 32. Also wurde vollendet das ganze Werk der Wohnung des Zeltes der Zusammenkunft, und die Söhne Israel taten nach allem was Jehovah dem Mose geboten hatte; so taten sie. 33. Und sie brachten die Wohnung zu Mose, das Zelt und alle seine Geräte, seine Haften, seine Bretter, seine Riegel (Stangen) und seine Säulen und seine Füße. 34. Und die Decke von roten Widderfellen und die Decke von Dachsfellen, und den Vorhang der Decke. 35. Die Lade des Zeugnisses und ihre Stangen und den Gnadenstuhl. 36. Den Tisch, alle seine Geräte und das Brot des Angesichts (Schaubrote). 37. Den reinen Leuchter, seine Lampen, die Lampen der Zubereitung, alle seine Gefäße und das Öl zum Licht. 38. Und den goldenen Altar und das Salböl und das Rauchwerk der Spezereien und die Decke der Türe des Zeltes. 39. Den ehernen Altar und sein ehernes Gitter, seine Stangen und alle seine Geräte, das Waschbecken und seinen Fuß. 40. Die Teppiche des Vorhofs, seine Säulen und seine Füße, und die Decke des Tores des Vorhofs, seine Seile und seine Pflöcke und alle Geräte zum Dienst der Wohnung des Zeltes der Zusammenkunft. 41. Die Amtskleider zum Dienst im Heiligtum, die heiligen Kleider für Aharon, den Priester, und die Kleider seiner Söhne, des Priesteramtes zu pflegen. 42. Nach allem was Jehovah dem Mose geboten hatte, so taten die Söhne Israels allen Dienst. 43. Und Mose sah das ganze Werk, und siehe, sie hatten es gemacht, so wie Jehovah geboten hatte; also hatten sie es getan, und Mose segnete sie.   Inhalt 10807. Weil das, was in diesem Kapitel enthalten ist, dem inneren Sinn nach früher erklärt wurde, und das, was sich auf die Kleider Aharons und seiner Söhne bezieht 2. Mose Kapitel 28, darum wird auch die weitere Erklärung desselben unterlassen.   Nr. 10808 - 10831 abgedruckt in Band * Des zweiten Buches Mose 40. Kapitel 1. Und Jehovah redete zu Mose und sprach: 2. Am Tage des ersten Monats, am Ersten des Monats, sollst du aufrichten die Wohnung des Zelts der Zusammenkunft. 3. Und sollst hineinsetzen die Lade des Zeugnisses, und den Vorhang decken über die Lade (vor die Lade hängen). 4. Und hineinbringen den Tisch, und zurichten seine Zurichtung; und hineinbringen den Leuchter, und aufgehen lassen seine Lampen. 5. Und den goldenen Altar zum Rauchwerk (sollst du) stellen vor die Lade des Zeugnisses, und die Decke der Tür zur Wohnung anbringen. 6. Und sollst den Brandopferaltar stellen vor die Tür der Wohnung des Zeltes der Zusammenkunft. 7. Und das Waschbecken stelle zwischen das Zelt der Zusammenkunft und zwischen den Altar, und tue Wasser hinein. 8. Und mache den Vorhof ringsumher, und hänge die Decke auf am Tor des Vorhofs. 9. Und das Salböl sollst du nehmen, und die Wohnung salben, und alles was darinnen ist, und sie heiligen und alle seine Geräte; und soll ein Heiligtum sein. 10. Und sollst salben den Brandopferaltar und alle seine Geräte, und den Altar heiligen, und der Altar soll ein Allerheiligstes sein. 11. Und salbe das Waschbecken, und seinen Fuß und heilige es. 12. Und führe herzu Aharon und seine Söhne, zur Tür des Zeltes der Zusammenkunft, und wasche sie mit Wasser. 13. Und bekleide Aharon mit den heiligen Kleidern, und salbe ihn, und heilige ihn, daß er Mir priesterlich diene. 14. Und seine Söhne führe herzu, und bekleide sie mit den Leibröcken. 15. Und salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt hast, daß sie Mir priesterlich dienen, und es soll ihnen ihre Salbung sein zum Priestertum des Zeitlaufs (ewiglich) für ihre Geschlechter. 16. Und Mose tat es, nach allem, was Jehovah ihm geboten hatte, also tat er. 17. Und es geschah am ersten Monat im zweiten Jahr, am Ersten des Monats, da wurde die Wohnung aufgerichtet. 18. Und Mose richtete die Wohnung auf, und setzte ihre Füße, und stellte ihre Bretter, und brachte ihre Riegel an, und richtete ihr Säulen auf. 19. Und er spannte das Zelt auf über die Wohnung, und breitete die Decke des Zeltes oben darüber, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 20. Und er nahm das Zeugnis, und legte es in die Lade, und steckte die Stangen an die Lade, und tat den Gnadenstuhl oben auf die Lade. 21. Und brachte die Lade in die Wohnung, und befestigte den Vorhang der Decke, und bedeckte damit die Lade des Zeugnisses, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 22. Und er stellte den Tisch in das Zelt der Zusammenkunft, an den Schenkel (an die Seite) der Wohnung gegen Mitternacht außerhalb des Vorhangs. 23. Und er richtete darauf die Zurichtung des Brotes vor Jehovah, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 24. Und stellte den Leuchter ins Zelt der Zusammenkunft neben den Tisch am Schenkel der Wohnung gegen Mittag. 25. Und ließ aufgehen die Lampen vor Jehovah, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 26. Und stellte den goldenen Altar ins Zelt der Zusammenkunft vor dem Vorhang. 27. Und räucherte darauf mit dem Rauchwerk der Spezereien, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 28. Und er hängte die Decke auf an der Tür der Wohnung. 29. Und den Brandopferaltar stellte er vor die Türe der Wohnung des Zeltes der Zusammenkunft, und opferte darauf Brandopfer und Speisopfer, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 30. Und setzte das Waschbecken zwischen das Zelt der Zusammenkunft und zwischen den Altar, und tat Wasser hinein zum Waschen. 31. Und daraus wuschen sich Mose und Aharon, und seine Söhne ihre Hände und ihre Füße. 32. Wenn sie hineingingen in das Zelt der Zusammenkunft, und wenn sie nahten zum Altar, wuschen sie, wie Jehovah dem Mose geboten hatte. 33. Und er richtete den Vorhof auf rings um die Wohnung und um den Altar her und hängte die Decke auf im Tor des Vorhofs, und Mose vollendete das Werk. 34. Und eine Wolke bedeckte das Zelt der Zusammenkunft, und die Herrlichkeit Jehovahs erfüllte die Wohnung. 35. Und Mose konnte nicht ins Zelt der Zusammenkunft hineingehen, weil die Wolke darauf verweilte, und die Herrlichkeit Jehovahs die Wohnung erfüllte. 36. Und wenn die Wolke emporstieg über der Wohnung, brachen die Söhne Israels auf bei allen ihren Wanderzügen. 37. Und wenn die Wolke nicht emporstieg, so brachen sie nicht auf, bis zu dem Tag, wo sie emporstieg. 38. Denn die Wolke Jehovahs war auf der Wohnung bei Tag, und Feuer war darin bei Nacht, vor den Augen des ganzen Hauses Israel, bei allen ihren Wanderzügen.   Inhalt 10832. Auch dies wird ohne weitere Erklärung übergangen, weil es wieder das gleiche ist, was früher beschrieben und schon einmal erklärt wurde; ausgenommen dasjenige, was am Ende dieses Kapitels erwähnt wird, wo es heißt: nachdem Mose das Werk vollendet hatte, da habe eine Wolke das Zelt bedeckt, und die Herrlichkeit Jehovahs habe die Wohnung erfüllt; ferner, daß eine Wolke verweilte auf dem Zelt bei Tag, und Feuer darin bei Nacht; und die Söhne Israels aufbrachen, sooft die Wolke emporstieg. Was dies bedeutet, erhellt auch aus dem, was über die Wolke, über die Herrlichkeit Jehovahs, über das Feuer und über die Wanderzüge früher gesagt und gezeigt wurde.   Nr. 10833 - 10837 abgedruckt in Band * Die himmlischen Geheimnisse, die in der Heiligen Schrift oder im Wort des Herrn aufgedeckt worden, sind enthalten in der Auslegung, die der innere Sinn des Wortes ist; über die Beschaffenheit dieses Sinnes sehe man nach, was von ihm aus der Erfahrung gezeigt worden ist: Nr. 1767-1777, 1869-1879; und überdies im Zusammenhang Nr. 1-5, 64, 65, 66, 167, 605, 920, 937, 1143, 1224, 1404, 1405, 1408, 1409, 1502, 1540, 1659, 1756, 1783, 1807.   Die wunderbaren Dinge, die gesehen worden in der Geisterwelt und im Himmel der Engel, sind jedem Kapitel vorausgeschickt und angehängt worden; in diesem ersten Teile: 1. Von der Auferweckung des Menschen von den Toten und seinem Eingang in das ewige Leben: Nr. 168-181. 2. Von des Auferweckten Eingang in das ewige Leben: Nr. 182-189. 3. Fortsetzung vom Eingang des Menschen ins ewige Leben: Nr. 314-319. 4. Wie die Seele des Menschen oder sein Geist dann beschaffen ist: Nr. 320-323. 5. Einige Beispiele von Geistern, wie sie bei Leibesleben über die Seele oder den Geist gedacht haben: Nr. 443-448. 6. Vom Himmel und der himmlischen Freude: Nr. 449-459. 7. Fortsetzung von dem Himmel und der himmlischen Freude: Nr. 531-546. 8. Fortsetzung von dem Himmel und der himmlischen Freude: Nr. 547-553. 9. Von den Gesellschaften, die den Himmel bilden: Nr. 684-691. 10. Von der Hölle: Nr. 692-700. 11. Von den Höllen derer, die in Haß, Rache und Grausamkeit ihr Leben zugebracht haben: Nr. 814-823. 12. Von den Höllen derer, die in Ehebruch und Geilheit ihr Leben zugebracht haben; dann von den Höllen der Ränkevollen und der Zauberinnen (Praestigiatricum): Nr. 824-831. 13. Von den Höllen der Geizigen, und von dem unsauberen Jerusalem und den Räubern in der Wüste; dann von den unflätigen Höllen derer, die in lauter Wollüsten gelebt haben: Nr. 938-946. 14. Von anderen Höllen, die von den früheren verschieden sind: Nr. 947-970. 15. Von den Abödungen: Nr. 1106-1113. 16. Von der Ältesten Kirche, die Mensch oder Adam genannt wurde: Nr. 1114-1129. 17. Von den Vorsündflutlichen, die untergingen: Nr. 1265-1272. 18. Von der Lage des Größten Menschen, dann von dem Ort und der Entfernung im anderen Leben: Nr. 1273-1278. 19. Fortsetzung von der Lage und dem Ort, sowie auch von der Entfernung und Zeit im anderen Leben: Nr. 1376-1382. 20. Von der Wahrnehmung der Geister und Engel und von den Sphären im anderen Leben: Nr. 1383-1400. 21. Fortsetzung von den Wahrnehmungen und von den Sphären im anderen Leben: Nr. 1504-1520. 22. Vom Lichte, in dem die Engel leben: Nr. 1521-1534.23. Fortsetzung von dem Licht, in dem die Engel leben; und von ihren Paradiesen und Wohnungen: Nr. 1619-1633. 24. Von der Sprache der Geister und Engel: Nr. 1634-1650. 25. Fortsetzung von der Sprache der Geister und deren Verschiedenheiten: Nr. 1757-1764. 26. Von der Heiligen Schrift oder dem Worte, daß es Göttliches in sich schließe, das den guten Geistern und den Engeln offen zutage liegt: Nr. 1767-1777. 27. Fortsetzung von der Heiligen Schrift oder dem Worte: Nr. 1869-1879. 28. Einiges von den Geistern und Engeln im allgemeinen: Nr. 1880-1885.   Von der Auferweckung des Menschen von den Toten, und seinem Eintritt ins ewige Leben 168. Da ich, wie schon bemerkt worden, der Reihe nach angeben darf, wie der Mensch vom Leben des Leibes eingeht in das Leben der Ewigkeit, so ist mir, damit man es wisse, wie der Mensch auferweckt wird, nicht durch das Gehör mitgeteilt, sondern durch lebendige Erfahrung gezeigt worden. 169. Ich wurde in einen Zustand der Empfindungslosigkeit in Rücksicht der leiblichen Sinne, somit beinahe in den Zustand der Sterbenden versetzt, während jedoch das innere Leben, samt dem Denken unversehrt blieb, damit ich das, was mit denen, die gestorben sind und auferweckt werden, vorgeht, wahrnähme und im Gedächtnis behielte, mit einem dem Leben angemessenen Atmen, später mit stillem Atmen. 170. Es waren himmlische Engel zugegen, welche die Gegend des Herzens besetzt hatten, so daß ich dem Herzen nach mit ihnen vereinigt zu sein schien, zuletzt insoweit, daß kaum noch etwas von dem Meinigen mir übriggelassen war, außer dem Denken, und dem Wahrnehmen aus diesem (perceptio inde); und dies etliche Stunden lang. 171. Ich wurde so dem Verkehr mit den Geistern in der Geisterwelt entrückt, welche meinten, ich sei aus dem Leben des Leibes abgeschieden. 172. Außer den himmlischen Engeln, welche die Gegend des Herzens besetzt hielten, saßen auch zwei Engel bei dem Haupte; und ich erfuhr, daß es einem jeden so geschehe. 173. Die Engel, die bei dem Haupte saßen, waren die stillsten, indem sie ihre Gedanken nur mit dem Angesichte mitteilten, so daß ich wahrnahm, daß mir gleichsam ein anderes Angesicht beigebracht wurde, und zwar ein zweifaches, weil es ihrer zwei waren. Wenn die Engel wahrnehmen, daß ihre Angesichter angenommen werden, so wissen sie, daß der Mensch gestorben ist. 174. Nachdem sie ihr Angesichter erkannt hatten, brachten sie einige Veränderungen um die Gegend des Mundes bei, und teilten so ihre Gedanken mit; denn durch die Gegend des Mundes zu sprechen ist den Himmlischen gemein; es ward mir gegeben ihre Gedankensprache zu verstehen. 175. Ich empfand einen aromatischen Geruch, wie von einem einbalsamierten Leichnam; denn wenn himmlische Engel zugegen sind, so wird der Leichengeruch als ein aromatischer empfunden, und wenn diesen die bösen Geister empfinden, so können sie sich nicht nahen. 176. Inzwischen ward ich in betreff der Gegend des Herzens ziemlich enge mit dem Himmlischen vereinigt gehalten, was ich fühlte und auch durch das Pulsieren empfand. 177. Es ward mir kund gegeben, daß die Gedanken, die der Mensch im Augenblick des Todes hat, wenn sie fromm und heilig sind, von den Engeln festgehalten werden. Auch ward mir kund gegeben, daß die, welche sterben, meistens ans ewige Leben denken, selten an ihr Wohlsein und Glück, daher die Engel sie im Gedanken an das ewige Leben erhalten. 178. In diesen Gedanken werden sie ziemlich lange von den himmlischen Engeln erhalten, ehe sie zurücktreten und den geistigen Engeln überlassen werden, denen sie sodann zugesellt werden. Inzwischen wissen sie nichts anderes, als sie leben noch im Leibe, wiewohl nur dunkel. 179. Die Lebenssubstanzen werden, sobald die inneren Teile des Körpers erkalten, vom Menschen ausgeschieden, mögen sie sein wo sie wollen, selbst wenn sie in tausend labyrinthartigen Windungen eingeschlossen wären; denn die Wirksamkeit der Barmherzigkeit des Herrn, die ich früher als eine lebendige und kräftige Anziehung empfand, ist so stark, daß nichts zum Leben Gehöriges zurückbleiben kann. 180. Die himmlischen Engel, die bei dem Haupte saßen, waren, nachdem ich gleichsam auferweckt war, noch einige Zeit bei mir, und sprachen nur stille. Ich entnahm aus ihrer Gedankensprache, daß sie zunichte machten alle Täuschungen und Falschheiten, indem sie dieselben zwar nicht als Spielereien verlachten, sich aber nichts darum bekümmerten. Ihre Sprache ist eine Gedankensprache ohne etwas Tönendes, und in ihr fangen sie auch an mit den Seelen zu sprechen, bei denen sie zuerst sind. 181. Noch ist der Mensch, der so von den Himmlischen auferweckt ist, in einem dunklen Leben; wenn die Zeit da ist, daß er den geistigen Engeln übergeben werden soll, so treten nach einigem Zögern die Himmlischen ab, sobald die Geistigen herzugetreten sind; und es wurde gezeigt, wie diese dahin wirken, daß er in den Genuß des Lichtes komme, wovon man die Fortsetzung sehe in dem, was dem nun folgenden Kapitel vorausgeschickt worden ist. 182. Wenn die himmlischen Engel bei dem Auferweckten sind, so verlassen sie ihn nicht, denn sie lieben einen jeden; ist aber eine Seele von der Art, daß sie nicht mehr in der Gemeinschaft der Himmlischen sein kann, so sehnt sie sich von ihnen weg, und wenn dies geschieht, so kommen geistige Engel, die ihr den Genuß des Lichtes verschaffen, denn vorher hat sie nichts gesehen, sondern bloß gedacht. 183. Es wurde (mir) gezeigt, wie diese Engel ans Werk gehen, sie scheinen gleichsam die Haut des linken Auges gegen die Nasenwand hin aufzuwickeln, damit das Auge geöffnet und der Genuß des Lichtes verliehen würde. Der Mensch fühlt nicht anders, als daß es so geschehe, es ist aber Schein. 184. Wenn sie das Häutchen scheinbar aufgewickelt haben, so erscheint einiges Licht, aber noch dunkel, wie wenn der Mensch beim ersten Erwachen durch die Augenlider blickt; und er ist in einem ruhigen Zustand, noch bewacht von den Himmlischen. Alsdann erscheint etwas Schattiges von einer himmlischen Farbe mit einem Sternchen; jedoch ward vernommen, daß dies mit Mannigfaltigkeit geschehe. 185. Nachher scheint etwas sanft vom Angesicht ausgewickelt zu werden, und es wird ihm Bewußtsein (perceptio) beigebracht. Die Engel sorgen alsdann so sehr als möglich dafür, daß keine Vorstellung von ihm kommt, als eine sanftere oder liebevolle, und es wird ihm zu erkennen gegeben, daß er ein Geist ist. 186. Jetzt fängt er sein Leben an; dieses ist zuerst glücklich und fröhlich, denn es ist ihm, als ob er ins ewige Leben gekommen sei. Dies wird vorgebildet durch ein weißglänzendes, schön ins Gelbe spielendes Licht, durch das sein erstes Leben bezeichnet wird, daß es nämlich ein himmlisches nebst einem geistigen sei. 187. Daß er hernach in die Gesellschaft guter Geister aufgenommen wurde, ist vorgebildet worden durch einen Jüngling, der auf einem Pferde sitzt und dieses der Hölle zulenkt, aber das Pferd kann sich keinen Schritt vorwärts bewegen. Er wird als ein Jüngling vorgestellt, weil er, sobald er ins ewige Leben kommt, unter Engeln ist, und es ihm so vorkommt, als ob er in der Blüte der Jugend wäre. 188. Das folgende Leben wurde dadurch vorgestellt, daß er vom Pferde stieg und zu Fuß ging, weil er das Pferd nicht von der Stelle bringen kann, und es wird ihm kundgegeben, daß er mit Kenntnissen des Wahren und Guten ausgerüstet werden soll. 189. Nachher erschienen schiefe, allmählich aufwärts führende Pfade, die bedeuten, daß er durch Kenntnisse des Wahren und Guten, und durch Erkenntnisse seiner selbst nach und nach zum Himmel geführt werden solle, denn ohne Selbsterkenntnis und Kenntnisse des Wahren und Guten kann niemand dorthin geführt werden. Die Fortsetzung sehe man am Ende dieses Kapitels. 314. Wenn dem Auferweckten oder der Seele der Genuß des Lichtes verliehen worden ist, so daß er sich umsehen kann, so leisten ihm die geistigen Engel, von denen früher die Rede war, alle Dienste, die er in diesem Zustand irgend wünschen mag, und belehren ihn über die Dinge, die im anderen Leben sind, jedoch soweit er sie fassen kann. Wenn er im Glauben war und es wünscht, zeigen sie ihm auch die Wunder und Herrlichkeiten des Himmels. 315. Wenn er dagegen nicht von der Art ist, daß er belehrt werden will, dann verlangt der Auferweckte oder die Seele aus der Gesellschaft der Engel weg, was die Engel genau inne werden, denn im anderen Leben findet eine Mitteilung aller Denkvorstellung statt, und wenn er von ihnen weg verlangt, dann verlassen nicht sie ihn, sondern er trennt sich von ihnen. Die Engel lieben einen jeden, und sehnen sich nach nichts so sehr, als Dienste zu leisten, zu unterrichten und in den Himmel mitzunehmen, darin besteht ihr größtes Vergnügen. 316. Wenn die Seele sich also trennt, wird sie von guten Geistern aufgenommen, und ist sie in deren Gesellschaft, so werden ihr ebenfalls alle Dienste erwiesen. Wenn aber ihr Leben in der Welt von der Art war, daß sie nicht in der Gesellschaft der Guten hat sein können, so verlangt sie auch von ihnen weg, und dies so lange und so oft, bis sie sich zu solchen gesellt, die mit ihrem Leben in der Welt ganz übereinstimmen, bei denen sie gleichsam ihr Leben findet; und dann führen sie, was zu verwundern ist, mit ihnen ein ähnliches Leben, wie im Leibe. Wenn sie aber in dieses Leben zurückgesunken sind, dann entsteht von da an ein neuer Lebensanfang, einige werden nach einem größeren, andere nach einem kleineren Zeitraum von da gegen die Hölle hin gebracht; die aber, die im Glauben an den Herrn waren, werden von jenem neuen Lebensanfang an stufenweise zum Himmel geführt. 317. Aber einige kommen langsamer, andere schneller zum Himmel, ja ich sah sogar, daß einige unmittelbar nach dem Tode in den Himmel erhoben wurden. Bloß zwei Beispiele mögen erwähnt werden: 318. Es kam einer zu mir und sprach mit mir. Aus gewissen Zeichen konnte man schließen, daß er kürzlich erst aus dem Leben abgeschieden sei. Zuerst wußte er nicht, wo er war, und meinte er sei in der Welt, und als ihm zu wissen gegeben wurde, daß er im anderen Leben sei und nun nichts habe, wie Haus, Güter und dergleichen, sondern sich in einem anderen Reich befinde, in dem er alles dessen beraubt sei, was er in der Welt gehabt, geriet er in Angst, und wußte nicht, wohin er sich wenden und wo er wohnen sollte. Es wurde ihm aber gesagt, der Herr allein sorge für ihn und für alle, dann wurde er sich selbst überlassen, damit er denken möchte wie in der Welt, und er dachte nach (denn die Gedanken aller können im anderen Leben deutlich wahrgenommen werden), was er jetzt wohl tun wolle, weil er ohne alles das sei, wovon er hätte leben können. Als er aber in dieser Angst war, wurde er unter himmlische Geister versetzt, die aus dem Gebiet des Herzens waren, diese erwiesen ihm alle Dienste, die er nur irgend wünschte; darauf wieder sich selbst überlassen, fing er an nach der Liebe zu denken, wie er eine so große Huld wieder vergelten könnte, woraus hervorging, daß er bei Leibesleben in der tätigen Liebe des Glaubens gestanden hatte, daher er sogleich in den Himmel erhoben wurde. 319. Auch einen anderen sah ich von den Engeln unmittelbar in den Himmel erhoben werden, und daß er vom Herrn angenommen und ihm die Herrlichkeit des Himmels gezeigt wurde. Außer vielen anderen Erfahrungen, daß dies mit einigen nach einiger Zeit geschah.   Wie das Leben einer Seele oder eines Geistes beschaffen sei 320. Was im allgemeinen das Leben der Seelen oder der neuangekommenen Geister nach dem Tode betrifft, so hat sich durch viele Erfahrungen herausgestellt, daß der Mensch, wenn er ins andere Leben kommt, nicht weiß, daß er im anderen Leben ist, sondern meint, er sei noch in der Welt, ja in seinem Leibe; so sehr daß, wenn man ihm sagt, er sei ein Geist, er sich verwundert und staunt. Und dies sowohl aus dem Grund, weil er ganz ist wie ein Mensch, nach den Sinnen, Begehrungen und Gedanken, als auch darum, weil er während seines Lebens in der Welt nicht geglaubt hat, daß es einen Geist gebe, und einige, daß ein Geist nicht so beschaffen sein könne. 321. Das andere ist, daß ein Geist viel schärfere Sinnesvermögen und viel vorzüglichere Denk- und Redegaben hat, als während er im Leibe lebte, so sehr, daß sie kaum verglichen werden können; wiewohl dies die Geister nicht wissen, bevor ihnen vom Herrn eine Reflexion darüber gegeben wird. 322. Man hüte sich vor der falschen Meinung, als ob die Geister keine Sinne (sensitivum) hätten, noch viel schärfer als im Leben des Leibes, das Gegenteil weiß ich von tausend und tausend Erfahrungen; und wenn man es nicht glauben will, infolge der Vorurteile, die man von einem Geist hat, so möge man es behalten, wenn man ins andere Leben kommt, wo die eigene Erfahrung es glaublich machen wird. Sie haben nicht nur den Gesichtssinn, denn sie leben im Licht, und die Guten und die Engelgeister und Engel in einem so starken Licht, daß das Mittagslicht in der Welt kaum damit verglichen werden kann. Über das Licht in dem sie leben und sehen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Sie haben den Gehörsinn, einen so feinen, daß ihr Gehör im Leibe demselben nicht gleichgesetzt werden kann. Sie redeten mit mir nun etliche Jahre lang beinahe unausgesetzt, doch von ihrer Rede ebenfalls, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Sie haben den Geruchssinn, von dem, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, ebenfalls im Folgenden. Sie haben einen äußerst feinen Tastsinn, daher die Schmerzen und Qualen in der Hölle; denn auf den Tastsinn beziehen sich alle Sinnestätigkeiten (sensationes) zurück, die nur ein Verschiedenartiges und Mannigfaltiges des Tastsinnes sind. Sie haben Begierden und Erregungen (affectiones), mit denen diejenigen auch nicht verglichen werden können, die sie bei Leibesleben hatten, wovon mehreres, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Sie denken viel scharfsinniger und klarer, als sie bei Leibesleben dachten, in einer einzigen Denkvorstellung erfassen sie mehr als in tausenden, wenn sie im Leben des Leibes dachten. Sie redeten unter sich so scharfsinnig, gründlich, gewandt und klar, daß der Mensch staunen würde, wenn er nur etwas davon vernehme. Kurz sie haben gar nichts verloren, daß sie nicht wären wie Menschen, aber vollkommenere, ohne Knochen und Fleisch und den Unvollkommenheiten daher. Sie erkennen an und werden inne, daß während sie im Leibe lebten, der Geist es war, der empfand, daß dieser, obwohl er im Leibe erschien, doch nicht dem Leibe angehörte, daher nach Ablegung des Leibes viel feinere und vollkommenere Empfindungen (sensationes) leben. Das Leben besteht in der Empfindung (in sensu), denn ohne Empfindung gibt es kein Leben, und wie die Empfindung, so ist da Leben, was einem jeden bekannt sein kann. 323. Es folgen am Ende des Kapitels einige Beispiele von denen, die im Leben des Leibes anders dachten.   Einige Beispiele von Geistern, was sie bei Leibesleben von dem Geist oder der Seele gedacht haben 443. Im anderen Leben stellt sich deutlich heraus, welche Meinungen man bei Leibesleben hatte von der Seele, vom Geist und vom Leben nach dem Tode, denn wenn man in einem Zustand gehalten wird, wie wenn man noch im Leibe wäre, dann denkt man ebenso, und das Denken teilt sich so deutlich mit, als wenn man sich offen ausspräche. So ward ich an einem, der kurz zuvor verschieden war, gewahr, was er auch gestand, daß er zwar einen Geist geglaubt hatte, jedoch einen solchen, der ein dunkles Leben führen werde, und dies aus dem Grunde, weil, wenn das Leben des Körpers entzogen werde, nur etwas Dunkles zurückbleibe; denn er setzte das Leben in den Körper; daher er sich den Geist nur wie ein Gespenst vorstellte, und sich hierin dadurch bestärkte, daß, wie er sah, auch die Tiere ein Leben haben, beinahe wie die Menschen. Er wunderte sich nun, daß die Geister und Engel im höchsten Lichte leben, in höchster Einsicht, Weisheit und Seligkeit, mit einer solchen Wahrnehmungsfähigkeit, daß es kaum beschrieben werden kann; also durchaus nicht in einem dunklen, sondern in einem klaren und höchst bewußtseinsvollen (distinctissima) Leben. 444. Ich sprach mit einem, der, solange er in der Welt lebte, glaubte, der Geist sei nicht ausgedehnt; infolge welchen Prinzips er auch kein Wort zulassen wollte, das eine Ausdehnung in sich schlösse. Ich fragte, was er nun von sich denke, da er eine Seele oder ein Geist sei, und doch Gesicht, Gehör, Geruch, einen feinen Tastsinn, ferner Begierden und ein Denken habe, und alles dies so, daß er sich ganz wie im Körper seiend vorkomme. Er wurde nun in der Vorstellung festgehalten, in der er war, als er so dachte in der Welt; da sagte er denn, daß der Geist ein Denken sei. Aber es wurde (mir) verliehen zu antworten, wie wenn er in der Welt gelebt hätte, ob er nicht wisse, daß das körperliche Sehen nicht existieren kann ohne ein Gesichtsorgan oder Auge, wie denn nun das innere Sehen oder das Denken? Ob nicht auch ihm eine organische Substanz (zukommen müsse), von der es ausgehe? Dann erkannte er an, daß er im Leben des Leibes an jener Einbildung gelitten habe, daß er meinte, der Geist sei bloß ein Denken ohne alles Organische oder Ausgedehnte *)Anmerkung des Übersetzers siehe im Anschluß an diesen Absatz). Es wurde weiter bemerkt, wenn die Seele oder der Geist nur ein Denken wäre, so hätte der Mensch nicht eines so großen Gehirns bedurft, während doch das ganze Gehirn ein Organ innerer Sinne sei, wenn es dies nicht wäre, so könnte die Hirnschale hohl sein und das Denken immer noch in derselben den Geist treiben (spiritum agere). Aus diesem allein, und dann auch aus dem Wirken der Seele auf die Muskeln bis dahin, daß so große Bewegungen entstehen, hätte er abnehmen können, daß der Geist organisch oder eine organische Substanz ist. Infolgedessen gestand er seinen Irrtum ein, und wunderte sich, daß er so albern habe sein können. *)Anm.d.Übers.: Es ist hier von keiner materiellen, d.h. unter den Gesetzen der Materie stehenden Ausdehnung, sondern bloß von einer substantiellen, d.h. von einer solchen die Rede, die bloß unter geistigen Gesetzen steht, und daher bloße Erscheinung ist, wie denn auch tiefer unten Nr. 5658 ausdrücklich gesagt wird: "Im Himmel, aus dem die Entsprechungen stammen, gibt es keine Schwere und keine Ausdehnung (in coelo, unde correspondientiae, non datur gravitas, nec extensio), weil es keinen Raum daselbst gibt. Es erscheint zwar Schweres und Ausgedehntes bei den Geistern, allein es sind Erscheinungen, entspringend aus den Zuständen des Guten und Wahren im höheren Himmel". Ebenso in dem Werk von der ehelichen Liebe, Abs.158: "Was infolge seines Ursprungs geistig ist, ist nicht im Raum, sondern es ist in den Erscheinungen des Raumes (illa quae ex origine spiritualia sunt, non sunt in spatio, sed sunt in apparentiis spatii); dies ist auch etwas Bekanntes in der Welt, weshalb gesagt wird, von dem Geistigen könne keine Ausdehnung und kein Ort ausgesagt werden (quod de spiritualibus non praedicari possit extensum nec locus). Dies ist gesagt worden, damit man wisse, daß die Seelen und Gemüter der Menschen nicht im Raum sind, wie ihre Körper (quod Animae et Mentes hominum non sint in spatio, sicut corpora illorum), weil sie, wie gesagt, infolge ihres Ursprungs himmlisch und geistig sind". Dann wieder eheliche Liebe Abs.220: "Weil die Seele eine geistige Substanz ist, der keine Ausdehnung, sondern Erfüllung zukommt (quia anima est substantia spiritualis, cui non est extensio, sed impletio) und aus der kein Teil herausgenommen, sondern nur ein Ganzes hervorgebracht werden kann, ohne daß sie irgendeinen Verlust erlitte (e qua non est exsumptio partis, sed est productio totius, absque aliqua jactura ejus)" usw. Damit ist zu verbinden, was in der Wahren christl.Religion (V.C.R.) Abs.29 gesagt wird: "In der geistigen Welt gibt es keine materiellen Räume und ihnen entsprechende Zeiten, gleichwohl aber gibt es Erscheinungen derselben (apparentiae illorum), und die Erscheinungen verhalten sich gemäß den Unterschieden der Zustände, in denen die Gemüter der Geister und Engel daselbst sind; weshalb die Zeiten und Räume daselbst sich den Erregungen ihres Willens und den aus diesen hervorgehenden Gedanken ihres Verstandes gemäß gestalten. Diese Erscheinungen sind aber reell (apparentiae allae sunt reales), weil sie beständig (constantes) sind, gemäß ihren Zuständen. Die gewöhnliche Meinung vom Zustand der Seelen nach dem Tod und daher auch der Engel und Geister ist, daß sie nicht in einem Ausgedehnten (quod non sint in aliquo Extenso), folglich nicht in Raum und Zeit seien, welcher Vorstellung zufolge von den Seelen nach dem Tode gesagt wird, sie seien in einem Pu oder Wo, und die Geister und Engel seien Luftgestalten (pneumata), unter welchen man sich nichts anderes denkt, als einen Äther, eine Luft, einen Hauch oder Wind, während sie doch substantielle Menschen sind, und unter sich leben wie die Menschen der natürlichen Welt auf Räumen und in Zeiten, die, wie gesagt, bestimmt (determinata) sind gemäß den Zuständen ihrer Gemüter. Wäre es anders, d.h. ohne diese, könnte jenes Universum, in dem die Seelen anlanden, und in dem die Engel und Geister wohnen, durch ein Nadelöhr gezogen oder auf der Spitze eines Haares konzentriert werden, was auch möglich wäre, wenn dort keine substanzielle Ausdehnung wäre (si non Extensum substantiale ibi foret); weil es aber daselbst eine solche gibt, so wohnen die Engel dort unter sich so gesondert und geschieden, ja noch geschiedener als die Menschen, die eine materielle Ausdehnung haben. ... Die Zeiten und Räume verendlichen daher alles und jedes, was in beiden Welten ist, und daher kommt es, daß die Menschen nicht bloß in Ansehung ihrer Körper, sondern auch in Ansehung ihrer Seelen endlich (finiti) sind, desgleichen die Engel und Geister. Aus diesem allem kann man schließen, daß Gott unendlich, d.h. nicht endlich ist, weil Er als Schöpfer, Bildner und Macher des Weltalls alles verendlicht hat (finivit), und es verendlicht hat durch Seine Sonne, in deren Mitte Er ist, und die aus dem göttlichen Wesen, das aus Ihm als Sphäre hervorgeht, besteht. Hier und von daher ist das erste der Verendlichung", usw. Dann Abs.35: "Da von der Liebe und Weisheit keine Räume und Zeiten ausgesagt werden können, sondern statt derselben Zustände, so folgt, daß die Ausbreitung (Expansum) um die Sonne des Engelshimmels kein Ausgedehntes (non sit Extensum), gleichwohl aber im Ausgedehnten der natürlichen Sonne ist", usw. Abs.475: "Der Himmel ist über dem Haupte, die Hölle unter den Füßen, gleichwohl jedoch nicht in der Mitte des von den Menschen bewohnten Erdballs, sondern unterhalb der Erden jener Welt, die auch aus geistigem Ursprung sind, und daher nicht im Ausgedehnten, sondern in der Erscheinung des Ausgedehnten (non in extenso, sed in apparentia extensi)". Endlich im Werk vom Himmel Abs.85: "Wer aus der Natur und bloß aus ihrem Lichte denkt, denkt durchaus nicht anders als aus dem Ausgedehnten, das vor seinen Augen erscheint (ab extenso quale est coram oculis); allein solche betrügen sich sehr, wenn sie ebenso vom Himmel denken. Das Ausgedehnte, das dort ist, ist nicht wie das Ausgedehnte in der Welt (extensum quod ibi, non est sicut extensum quod in mundo); in der Welt ist das Ausgedehnte abgegrenzt, und daher meßbar (determinatum, et inde mensurabile) im Himmel aber ist das Ausgedehnte nicht abgegrenzt und daher nicht meßbar". 445. Ferner wurde gesagt, daß die Gelehrten nichts anderes glauben, als daß die Seele, die nach dem Tode leben soll, oder der Geist, ein abstraktes Denken sei, geht deutlich daraus hervor, daß sie das Wort Ausdehnung und Worte, die sich auf Ausgedehntes beziehen, darum nicht zulassen wollen, weil das Denken, abgesehen von einem Subjekt, nicht ausgedehnt ist, sondern das Subjekt des Denkens und die Objekte des Denkens ausgedehnt sind, und die Menschen die Objekte, die nicht ausgedehnt sind, verendlichen und sie zu Ausgedehntem machen damit sie dieselben fassen, woraus deutlich erhellt, daß die Gelehrten unter der Seele oder dem Geist nichts anderes begreifen, als ein bloßes Denken; und somit, daß sie gar nicht anders glauben können, als daß sie verschwinden werden, wenn sie sterben. 446. Ich sprach mit Geistern über die Meinung der Menschen, die heutzutage leben, daß sie keinen Geist glauben, weil sie ihn nicht mit Augen sehen und nicht durch die Wissenschaften begreifen, und daß sie somit nicht bloß leugnen, daß der Geist ausgedehnt, sondern auch, daß er eine Substanz sei, weil sie darüber streiten, was Substanz ist. Und weil sie leugnen, daß er ausgedehnt ist, und über die Substanz streiten, so leugnen sie auch, daß der Geist an einem Ort ist, und folglich auch, daß er im menschlichen Leib ist; da doch der Einfältigste wissen kann, daß seine Seele oder sein Geist in seinem Leib ist. Als ich dies sagte, wunderten sich die Geister, die zu den Einfältigeren gehörten, daß die Menschen heutzutage so töricht sind; und als sie die Worte hörten, über die Streit ist, z.B. Teile außerhalb der Teile und dergleichen, so nannten sie solches Ungereimtheiten, Spielereien und Possen, mit denen die Gemüter sich nicht befassen sollten, weil sie den Weg zur Einsicht verschließen. 447. Ein erst kürzlich ins andere Leben eingetretener Geist, der mit mir redete, fragte, als er hörte, daß ich vom Geiste sprach: Was ist ein Geist? er meinte nämlich, er sei noch ein Mensch. Ich sagte ihm, ein Geist sei in jedem Menschen und der Mensch sei in Ansehung seines Lebens ein Geist, und der Körper diene ihm nur zum Leben auf der Erde, und Bein und Fleisch oder der Körper sei gar nicht das, was gelebt und gedacht habe. Als er noch Anstand nahm, fragte ich, ob er irgendeinmal von der Seele etwas gehört habe, er sagte: was ist die Seele? ich weiß nicht, was Seele ist. Dann wurde mir gegeben, ihm zu sagen, daß er nun eine Seele sei oder ein Geist, was er daraus wissen könne, daß er über meinem Haupte sei und nicht auf der Erde stehe, ob er denn dies nicht wahrnehmen könne. Da floh er erschrocken weg und schrie: ich bin ein Geist, ich bin ein Geist. Ein gewisser Jude meinte, er lebe noch ganz im Leibe, insoweit, daß er kaum eines anderen belehrt werden konnte, und als ihm gezeigt worden war, daß er ein Geist sei, so fuhr er doch immer fort zu sagen, er sei ein Mensch weil er sehe und höre. Von der Art sind die, welche in der Welt fleischlich waren. Es hätte noch sehr vieles angeführt werden können, es ist jedoch bloß dies beigebracht worden zur Bestätigung, daß der Geist im Menschen es ist, der empfindet, nicht der Körper. 448. Ich habe mit vielen, die während ihres Leibeslebens mir bekannt waren, geredet, und zwar lange, Monate und Jahre hindurch, mit so deutlicher (jedoch innerer) Stimme, wie mit Freunden in der Welt. Zwischen hinein kamen auch einige Gespräche mit ihnen vor über den Zustand des Menschen nach dem Tode, sie wunderten sich sehr, daß niemand bei Leibesleben weiß oder glaubt, daß er also leben wird nach dem Leben des Leibes, da es doch eine Fortsetzung des Lebens ist, und zwar in der Art, daß er aus einem dunklen Leben in ein klares übergeht; und die im Glauben an den Herrn waren, in immer größere Klarheit. Sie wollten, ich solle ihren Freunden sagen, daß sie leben und solle denselben auch schreiben, welches ihre Zustände seien, wie ich denn auch ihnen mehreres erzählte von dem Zustand ihrer Freunde, allein ich sagte, wenn ich sagen oder schreiben würde, so würden sie es nicht glauben, sie würden es Phantasien nennen und darüber spotten, und Zeichen oder Wunder fordern, ehe sie glauben. Ich würde mich so ihrer Verhöhnung aussetzen: - und daß dies wahr ist, werden wohl auch wenige glauben, denn sie leugnen im Herzen, daß es Geister gibt; und die es nicht leugnen, wollen doch nichts davon hören, daß jemand mit Geistern sprechen könne. Ein solcher Glaube in Ansehung der Geister war in den alten Zeiten nie, sondern heutzutage, wo sie durch hirnverrücktes Vernünfteln (cerebroso ratiocinio) erforschen wollen, was die Geister sind, die sie alles Sinnes berauben durch Definitionen und Voraussetzungen, und zwar je gelehrter sie sein wollen, desto mehr.   Vom Himmel und der himmlischen Freude 449. Was der Himmel und die himmlische Freude ist, weiß noch niemand. Die, welche über jenen und über diese gedacht haben, haben sich eine so allgemeine und so grobe Vorstellung davon gebildet, daß es kaum eine ist. Von den Geistern, die unmittelbar aus der Welt ins andere Leben ankommen, konnte ich sehr gut erfahren, was für einen Begriff vom Himmel und von der himmlischen Freude sie sich gebildet hatten; denn, sich selbst überlassen, denken sie ebenso, wie wenn sie noch in der Welt wären, nur einige Beispiele darf ich anführen. 450. Einige, die in der Welt sogar vor anderen im Wort erleuchtet zu sein schienen, hatten sich eine so falsche Vorstellung vom Himmel gemacht, daß sie meinten, sie seien im Himmel, wenn sie in der Höhe seien und könnten von da aus das, was unten ist, regieren, somit in eigener Herrlichkeit und in Auszeichnung vor anderen sein. Diese nun, da sie in solcher Einbildung standen, wurden, damit sie ihren Irrtum einsehen möchten, in die Höhe erhoben, und es ward ihnen gestattet, von da aus etwas unten zu regieren. Aber sie wurden mit Beschämung gewahr, daß dies ein Himmel in der Einbildung sei und daß der Himmel nicht in der Höhe bestehe, sondern überall sei, wo ein solcher ist, der in der Liebe und Liebtätigkeit steht oder in dem das Reich des Herrn ist, nicht aber, wo man über andere hervorragen will; denn größer sein wollen als andere, ist nicht Himmel, sondern ist Hölle. 451. Einer, der bei Leibesleben mächtig war vor anderen, behielt auch im anderen Leben bei, daß er herrschen wollte. Dem wurde aber gesagt, daß er in einem anderen Reich sei, das ewig ist, und daß sein Herrschen auf der Erde gestorben sei, und daß nun niemand nach anderem geschätzt werde als nach dem Guten und Wahren und nach der Barmherzigkeit des Herrn, in der er steht. Ferner, daß es mit diesem Reich sich verhalte wie auf Erden, wo keiner ob anderem geschätzt wird als wegen des Vermögens und wegen der Gunst bei dem Fürsten. Das Vermögen sei hier das Gute und das Wahre und die Gunst bei dem Fürsten sei die Barmherzigkeit des Herrn; wolle er anders herrschen, so sei er ein Rebell, denn er sei in eines anderen Reich. Als er dies hörte, schämte er sich. 452. Ich sprach mit Geistern, die meinten, der Himmel und die himmlische Freude bestehen darin, daß sie die Größten seien; allein es wurde ihnen gesagt: im Himmel ist der Größte, wer der Kleinste ist, denn wer der Kleinste sein will, hat die größte Seligkeit; und weil die größte Seligkeit hat, wer der Kleinste ist, so folgt hieraus, daß er der Größte ist. Was ist der Größte sein anderes, als der Seligste sein? Danach streben die Mächtigen durch ihre Macht und die Reichen durch ihren Reichtum. Und weiter wurde gesagt, daß der Himmel nicht darin bestehe, daß man begehrt der Kleinste zu sein, um der Größte zu sein, denn alsdann strebt und begehrt man der Größte zu sein, sondern das ist der Himmel, daß man von Herzen anderen wohler will als sich, und anderen dienen um ihrer Seligkeit willen, aus keiner selbstischen Absicht, sondern aus Liebe. 453. Einige haben eine so grobe Vorstellung vom Himmel, daß sie meinen, er sei bloß eine Einlassung; ja er sei ein Zimmer, in das man durch eine Türe, die aufgetan werde, eingelassen und von denen, die daselbst Türhüter sind, eingeführt werde. 454. Einige (meinten), daß er bestehe in einem müßigen Leben, bei dem sie von anderen bedient werden, allein es wurde ihnen gesagt, daß keine Seligkeit je darin bestehe, daß man Ruhe und davon Seligkeit habe, denn so würde jeder die Seligkeit der anderen um seiner selbst willen haben wollen, und wenn jeder, so hätte sie keiner. Ein solches Leben wäre nicht ein tätiges, sondern ein müßiges, in dem sie erstarren würden, während ihnen doch bekannt sein könnte, daß es ohne ein tätiges Leben kein Lebensglück gibt. Das Engelsleben besteht im Nutzenschaffen und in dem Guten der Liebtätigkeit; denn sie empfinden nichts Seligeres, als die aus der Welt ankommenden Geister zu unterweisen und zu belehren, den Menschen zu dienen und die bösen Geister bei ihnen zu regieren, daß sie nicht über die Schranken hinausgehen, und jenen Gutes einzuflößen. Dann die Toten zum Leben der Ewigkeit aufzuwecken, und nachher, wenn sie können, wofern nämlich die Seelen so geartet sind, sie in den Himmel einzuführen. In dergleichen empfinden sie mehr Seligkeit, als je beschrieben werden könnte; so sind sie Ebenbilder des Herrn; so lieben sie den Nächsten mehr als sich, und darum ist es ein Himmel. Im Nutzenschaffen also und aus dem Nutzenschaffen und gemäß dem Nutzenschaffen, d.h. gemäß dem Guten der Liebe und der Liebtätigkeit ist die Engelsseligkeit. Denen aber, welche die Vorstellung hatten, die himmlische Freude bestehe darin, daß man müßig sei und in Muße ewige Freude einatme, wurde, nachdem ihnen obiges gesagt war, zu ihrer Beschämung auch noch zu empfinden gegeben, was das für ein Leben ist, und sie fanden, daß es ein höchst trauriges ist, und daß sie, da so alle Freude verlorengeht, nach kurzer Zeit Widerwillen und Ekel vor demselben hatten. 455. Einer unter den im Wort am besten Unterrichteten hatte, als er in der Welt lebte, die Vorstellung von der himmlischen Freude, daß sie in dem Lichte der Herrlichkeit bestehe, gleich dem Lichte, wenn die Sonnenstrahlen golden erscheinen, somit ebenfalls in einem müßigen Leben. Damit er nun einsehe, daß er im Falschen sei, ward ihm ein solches Licht gegeben, und er empfand inmitten des Lichtes eine solche Wonne, wie wenn er, was er auch sagte, im Himmel wäre. Aber er konnte es nicht lange darin aushalten, denn nach und nach wurde er desselben überdrüssig und die Freude wurde zu Nichts. 456. Die am meisten Gebildeten sagten, die himmlische Freude bestehe in einem Leben ohne Leistung des Guten der Liebtätigkeit, bloß im Loben und Preisen des Herrn, und das sei das tätige Leben. Aber es wurde gesagt, den Herrn loben und preisen sei nicht ein solches tätiges Leben, sondern eine Wirkung dieses Lebens, denn der Herr bedürfe keiner Lobpreisungen, sondern wolle, daß man Gutes der Liebtätigkeit leiste, und diesem gemäß empfange man vom Herrn Seligkeit. Allein jene Gebildetsten konnten sich in diesem Guten der Liebtätigkeit doch keine Freude, sondern nur Knechtschaft denken. Daß es aber die höchste Freiheit und mit unaussprechlicher Seligkeit verbunden sei, das bezeugen die Engel. 457. Fast alle, die aus der Welt ins andere Leben kommen, meinen, die Hölle sei für jeden die gleiche und der Himmel sei für jeden der gleiche, während doch in beiden überall unabsehbare Verschiedenheiten und Mannigfaltigkeiten sich befinden und nie einer eine ganz gleiche Hölle noch je einer einen ganz gleichen Himmel hat wie der andere. Wie es denn auch nirgends einen Menschen, Geist und Engel gibt, der einem anderen ganz gleich wäre. Als ich nur dachte, daß es zwei ganz ähnliche oder gleiche gebe, entsetzten sich die in der Geisterwelt und im Engelshimmel und sagten, daß alle Einheit sich bilde aus der Übereinstimmung vieler; und daß die Einheit so beschaffen sei wie die Übereinstimmung, und daß nie eine Einheit schlechthin bestehen könne, sondern eine harmonische Einheit. So bildet jede Gesellschaft in den Himmeln eine Einheit und alle Gesellschaften zusammengenommen, d.h. der gesamte Himmel eine Einheit; und dies vom Herrn allein durch die Liebe. Ein Engel zählte nur die allerallgemeinsten Gattungen der Freuden der Geister oder des ersten Himmels auf, (und es waren) ungefähr gegen 478; hieraus konnte geschlossen werden, wie viel unzählige, weniger allgemeine Gattungen und wie viel unzählbare Arten von einer jeden Gattung es gibt; und sind so viele hier, wie viel unabsehbare Gattungen von Seligkeiten müssen im Himmel der engelischen Geister und noch mehr im Himmel der Engel sein! 458. Böse Geister meinten einige Male, es gebe einen anderen Himmel als den des Herrn. Es wurde ihnen auch erlaubt, allenthalben, wo sie nur immer könnten, zu suchen; allein sie fanden gleichwohl zu ihrer Beschämung nirgends einen anderen Himmel, denn es rennen die bösen Geister in Unsinn dahin, sowohl aus Haß gegen den Herrn, als aus höllischem Schmerz und machen sich solche Phantasien. 459. Der Himmel gibt es drei: der erste ist, wo die guten Geister, der zweite, wo die engelischen Geister, der dritte, wo die Engel sind. Es werden sowohl die Geister, als die engelischen Geister und die Engel unterschieden in Himmlische und in Geistige. Himmlische sind die, welche durch die Liebe Glauben empfangen haben vom Herrn, wie die von der Ältesten Kirche, von der gehandelt worden ist; Geistige sind die, welche durch Erkenntnisse des Glaubens vom Herrn Liebtätigkeit empfangen haben und, nachdem sie selbige empfangen, aus ihr handeln (ex qua accepta agunt). Die Fortsetzung folgt am Ende dieses Kapitels. 537. Ein gewisser Geist machte sich an meine linke Seite, und fragte, ob ich wüßte, wie er in den Himmel kommen könnte. Dem durfte ich antworten, die Einlassung in den Himmel sei allein Sache des Herrn, Der allein wisse, wie einer beschaffen ist. Von dieser Art sind sehr viele, die aus der Welt kommen, daß sie nichts anderes suchen, als in den Himmel zu kommen, während sie gar nicht wissen, was der Himmel und was die himmlische Freude ist, daß nämlich der Himmel ist gegenseitige Liebe, und daß die himmlische Freude die Freude aus derselben ist; daher diejenigen, die es nicht wissen, zuerst belehrt werden, was der Himmel und was die himmlische Freude ist, auch durch lebendige Erfahrung; z.B. ein aus der Welt ebenfalls neu angekommener Geist, der gleicherweise den Himmel begehrte; damit er inne werde, wie der Himmel beschaffen ist, wurde sein Inwendiges aufgeschlossen, damit er etwas von der himmlischen Freude empfinden möchte; nachdem er sie aber empfunden, fing er an zu jammern und sich zu krümmen, und flehte, man möchte ihn befreien, indem er sagte, er könne vor Beklemmung nicht leben. Sein Inwendiges wurde daher gegen den Himmel zu verschlossen und er so wieder hergestellt. Hieraus kann man abnehmen, von welcher Gewissenspein und von welcher Angst diejenigen gequält werden, die nur ein klein wenig zugelassen werden, während sie nicht dazu fähig sind. 538. Einige trachteten ebenfalls in den Himmel hinein, nicht wissend, was der Himmel ist. Denen wurde gesagt, wenn sie nicht im Glauben der Liebe seien, so sei es ebenso gefährlich in den Himmel zu kommen, wie in eine Flamme; sie begehrten aber gleichwohl hinein. Als sie zur ersten Vorhalle oder in die untere Sphäre der engelischen Geister kamen, wurden sie so betroffen, daß sie sich jählings rückwärts herabstürzten. Hierdurch wurden sie belehrt, wie große Gefahr es sei, dem Himmel auch nur sich zu nähern, bevor man vorbereitet ist vom Herrn, die Glaubensgefühle (fidei affectiones) aufzunehmen. 539. Einer, der bei Leibesleben sich aus Ehebrüchen nichts machte, wurde auch, weil er es begehrte, zur ersten Schwelle des Himmels zugelassen. Als er dahin kam, fing er an beängstigt zu werden, und einen leichenhaften Gestank von sich zu fühlen, bis er es nicht mehr aushielt. Es kam ihm vor, als wäre er des Todes, wenn er noch weiter käme. Er wurde daher von da in das untere Land hinabgestürzt, und erzürnte sich, daß er an der ersten Schwelle des Himmels schon in solche Qualen kam, weil in eine den Ehebrüchen entgegengesetzte Sphäre; er ist unter den Unseligen. 540. Beinahe allen, die ins andere Leben kommen, ist unbekannt, was himmlische Wonne und Seligkeit ist, weil sie nicht wissen, was und wie beschaffen die innerliche Freude ist. Sie machen sich bloß nach den leiblichen und weltlichen Fröhlichkeiten und Freuden einen Begriff von ihr. Was sie daher nicht wissen, das halten sie für nichts, während doch leibliche und weltliche Freuden im Vergleich damit nichtig und unrein sind. Darum werden die Gutgearteten, die nicht wissen was himmlische Freude ist, damit sie es wissen und erkennen, zuerst in paradiesische Orte gebracht, die alle Vorstellung der Einbildungskraft übertreffen, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden; da meinen sie dann, sie seien ins himmlische Paradies gekommen. Sie werden jedoch belehrt, daß das nicht die wahrhaft himmlische Seligkeit sei, und dürfen deshalb die inwendigeren Zustände der Freude erfahren, die bis zu ihrem Innersten sich erfühlen lassen. Hernach werden sie in den Zustand des Friedens versetzt, bis in ihr Innerstes hinein, und bekennen dann, daß nichts davon irgend auszusprechen, noch auszudenken sei; endlich in den Zustand der Unschuld, ebenfalls bis zu ihrer innersten Empfindung. Dadurch wird ihnen zu erfahren gegeben, was das wahrhaft geistige und himmlische Gute ist. 541. Einige, die nicht wußten, was himmlische Freude ist, wurden unversehens in den Himmel erhoben. Sie wurden in jenen Zustand versetzt, daß sie alsdann erhoben werden konnten, sie wurden nämlich eingeschläfert in betreff des Leiblichen und der Einbildungen. Von da hörte ich einen zu mir sagen, jetzt erst empfinde er, wie große Freude im Himmel ist, und er sei gar sehr betrogen gewesen, daß er eine andere Vorstellung gehabt, und nunmehr fühle er das Innerste von sich, unbeschreiblich Größeres als je im höchsten Grad eines Vergnügens bei Leibesleben, und er nannte das unrein, woran man sich (hier) ergötzt. 542. Welche in den Himmel entrückt werden, um zu wissen wie er beschaffen sei, denen werden entweder das Leibliche und die Einbildungen eingeschläfert, denn mit dem Leiblichen und den Einbildungen, die man aus der Welt mitbringt, kann niemand in den Himmel eingehen; oder sie werden mit einer Sphäre von Geistern umgeben, durch die auf wunderbare Weise das gemildert wird, was unrein ist, und was eine Nichtübereinstimmung verursacht, einigen wird das Innere aufgeschlossen; so und anders, je nach ihrem Leben und den von daher erhaltenen Richtungen (secundum eorum vitas et inde tractas indoles). 543. Einige verlangten zu wissen, was himmlische Freude ist, darum ward ihnen vergönnt, das Innerste von sich zu empfinden bis zu dem Grad, daß sie es nicht mehr aushalten konnten. Aber gleichwohl war es nicht die Freude der Engel, kaum war es wie die kleinste der Engel; was mir durch Mitteilung ihrer Freude wahrzunehmen gegeben wurde. Sie war so gering, daß sie gleichsam etwas kühl war und doch nannten sie selbige überaus himmlisch, weil ihre innerste. Hieraus erhellte, nicht allein, daß es Grade gibt, sondern auch, daß das Innerste des einen kaum sich nähert dem Äußersten oder Mittleren des anderen. Dann auch, daß wenn jemand sein Innerstes empfängt, er in seiner himmlischen Freude ist, und daß er ein noch Innerlicheres nicht aushält, und es ihm schmerzbringend wird. 544. Einige wurden in den Himmel der Unschuld des ersten Himmels eingelassen, und indem sie von da aus mit mir redeten, bekannten sie, daß es ein Zustand von solcher Freude und Fröhlichkeit sei, daß man sich gar keine Vorstellung davon machen könne. Es war aber dies bloß im ersten Himmel; denn es sind drei Himmel, und in einem jeden ist ein Stand der Unschuld mit seinen unzähligen Mannigfaltigkeiten. 545. Damit ich aber wissen könnte, was und wie beschaffen der Himmel und die himmlische Freude ist, ward mir oft und lange vom Herrn gegeben, die Wonnen der himmlischen Freuden zu empfinden; daher ich es, weil aus lebendiger Erfahrung, zwar wissen, aber durchaus nicht beschreiben kann. Damit man aber nur eine Vorstellung davon haben möge, so ist sie das Gefühl (Affectio) von unzähligen Wonnen und Freuden, die etwas gleichzeitig Allgemeines darstellen. In diesem Allgemeinen oder in diesem allgemeinen Gefühl sind Harmonien von unzähligen Gefühlen, die nicht klar geschieden zur Empfindung gelangen, sondern nur dunkel, weil die Empfindung eine ganz allgemeine ist. Gleichwohl jedoch durfte ich inne werden, daß Unzähliges darin sich findet, so geordnet, daß es durchaus nicht beschrieben werden kann. Jenes Unzählige fließt, wie es ist, aus der Ordnung des Himmels. Eine solche Ordnung ist in den einzelnen und kleinsten Teilen des Gefühls, die nur als eine ganz allgemeine Einheit sich darstellen und empfunden werden, je nach der Empfänglichkeit dessen, in welchem sie sich äußeren. Mit einem Worte, unsäglich vieles in der geordnetsten Form ist in einem jeden Allgemeinen, und nichts ist, das nicht lebt und anregt und zwar das Innerste, denn die himmlischen Freuden gehen vom Innersten aus. Es wurde auch empfunden, daß die Freude und Wonne wie aus dem Herzen kommt, indem sie sich überaus sanft verbreitet durch alle innersten Fibern, und von diesen in die zusammengesetzten Fibern, mit einem so innigen Gefühl von Wonne, daß die Fiber gleichsam nichts ist als Freude und Lust, und jede Empfindung und jedes Gefühl aus ihr in gleicher Weise lebend aus Seligkeit. Die Freude der Vergnügungen des Körpers verhält sich zu jenen Freuden, wie ein dichter und stechender Klumpen zu einem reinen und sanftesten Lüftchen. 546. Damit ich wüßte, wie es sich mit denen verhält, die in den Himmel verlangen, und nicht von der Art sind, daß sie dort sein könnten, erschien mir, als ich in einem himmlischen Verein war, ein Engel als ein Kind, um das Haupt ein Kränzchen von glänzend blauen Blumen, und die Brust umwunden mit Sträußen von anderen Farben. Hieraus durfte ich erkennen, daß er in einem Verein war, in dem die Liebtätigkeit waltet. Dann wurden in denselben Verein einige gutgeartete Geister zugelassen, die sogleich, wie sie eintraten, viel verständiger wurden, und redeten wie die engelischen Geister. Hernach wurden eingelassen, die aus sich selbst kindlich sein wollten, und deren Zustand mir vorgebildet wurde durch ein Kind, das Milch aus dem Munde von sich gab; ebenso verhalten sich solche. Darauf wurden zugelassen, die aus sich selbst verständig zu sein meinten; ihr Zustand stellte sich dar durch ihre Gesichter, die spitzig, doch nicht unschön (acutae, satis pulchrae) aussahen; sie erschienen mit einem spitzigen Hut, aus dem ein Stachel (hervorragte); aber sie sahen nicht aus wie menschliche fleischerne Gesichter, sondern wie Bildsäulen ohne Leben. Von dieser Art ist der Zustand derer, die meinen, aus sich selbst geistig zu sein, oder aus sich selbst Glauben haben zu können. Andere zugelassene Geister, die nicht daselbst verweilen konnten, wurden bestürzt und beängstigt, und flohen von da weg. 547. Die Seelen alle, die ins andere Leben kommen, wissen nicht, was der Himmel und was die himmlische Freude ist. Die meisten meinen, es sei eine Freude, in die sie eingelassen werden können, wie sie auch immer gelebt haben, auch die, welche den Nächsten gehaßt und das Leben in Ehebrüchen hingebracht haben, gar nicht wissend, daß der Himmel die gegenseitige und keusche Liebe ist, und daß die himmlische Freude die aus dieser hervorgehende Seligkeit ist. 548. Mit Geistern, die aus der Welt neu ankamen, sprach ich einige Male über den Zustand des ewigen Lebens. Es müsse nämlich ihnen daran liegen zu wissen, wer der Herr des Reiches, was für eine Regierung und die Regierungsform ist; gerade wie denen, die in der Welt in ein anderes Reich kommen, denen nichts wichtiger ist als zu wissen, wer und von welcher Art der König, was für eine Regierung und noch mehreres, was in jenem Reich ist. Wieviel mehr in diesem Reich, in dem sie in Ewigkeit leben sollen? Und es wurde gesagt, der Herr allein regiere nicht bloß den Himmel, sondern auch das Weltall, denn wer das eine regiert, muß auch das andere regieren. Ferner, das Reich, in dem sie jetzt seien, sei das des Herrn, und dieses Reiches Gesetze seien ewige Wahrheiten, die alle sich gründen auf das eine Gesetz, daß man den Herrn lieben soll über alles und den Nächsten wie sich selbst; ja jetzt noch mehr. Wenn sie den Engeln gleich werden wollen, so müssen sie den Nächsten mehr lieben als sich selbst. Als sie das hörten, konnten sie nichts antworten, weil sie bei Leibesleben wohl so etwas gehört, aber nicht geglaubt hatten. Sie verwunderten sich, daß eine solche Liebe im Himmel und daß es möglich sei, daß jeder den Nächsten mehr liebe als sich selbst, da sie doch gehört haben, man soll den Nächsten lieben wie sich selbst. Aber sie wurden belehrt, daß alles Gute im anderen Leben ins Endlose fortwachse und das Leben im Leibe von der Art sei, daß man nicht weiter kommen könne, als den Nächsten wie sich selbst zu lieben, weil man noch im Körperlichen sei. Hingegen wenn dies entfernt ist, dann werde die Liebe reiner und zuletzt eine engelische, welche ist den Nächsten mehr lieben, als sich selbst. Daß eine solche Liebe möglich ist, kann man ersehen an der ehelichen Liebe einiger, die lieber sterben wollten, als dem Gatten ein Leid geschehen lassen. An der Liebe der Eltern gegen die Kinder, indem eine Mutter lieber Hunger leidet, als daß sie ihr Kind darben sieht. Auch bei den Vögeln und anderen Tieren, - wie auch an der aufrichtigen Freundschaft, indem man für Freunde sich in Gefahren begibt; sogar an der höflichen und erheuchelten Freundschaft, die den Schein der aufrichtigen annehmen will, indem man denen, denen man wohl will, das Bessere anbietet und dergleichen im Munde führt, obwohl nicht im Herzen. Endlich an der Natur der Liebe, deren Art es ist, daß sie sich eine Freude daraus macht, anderen zu dienen, nicht um ihrer selbst, sondern um des anderen willen. Allein dies konnten die nicht begreifen, die sich selbst mehr als andere liebten, und die gewinnsüchtig bei Leibesleben gewesen waren; am allerwenigsten die Geizigen. 549. Von solcher Art ist der engelische Zustand, daß jeder seine Wonne und Seligkeit dem anderen mitteilt; denn es gibt im anderen Leben eine völlig durchgreifende (exquisitissima) Mitteilung und Empfindung aller Gefühle und Gedanken, daher jeder seine Freude allen mitteilt, und alle einem jeden, so daß ein jeder gleichsam der Mittelpunkt aller ist; dies ist die himmlische Form. Daher, je mehrere es sind, die das Reich des Herrn ausmachen, desto größer die Seligkeit, denn nach dem Verhältnis der Mehrzahl nimmt sie zu. Daher kommt es, daß die himmlische Seligkeit unaussprechlich ist. Eine solche Mitteilung aller an die einzelnen und der einzelnen an alle findet statt, wo einer den anderen mehr liebt als sich selbst. Wenn dagegen einer sich selbst mehr wohl will als einem anderen, dann herrscht die Selbstliebe, die nichts von sich einem anderen mitteilt als die Vorstellung von sich selbst, die ganz schmutzig ist, und wenn man sie empfindet, sogleich ausgeschieden und verworfen wird. 550. Gleichwie im menschlichen Leibe alles und jedes zusammenwirkt zu den allgemeinen und besonderen Nutzzwecken aller, so ebenfalls im Reich des Herrn, das wie ein Mensch ist und auch genannt wird der Größte Mensch. Dort trägt in dieser Weise jeder näher und entfernter und auf vielfache Weisen das Seinige bei zu den Seligkeiten eines jeden, und zwar nach einer vom Herrn allein eingeführten und fortwährend befestigten Ordnung. 551. Daher, daß der gesamte Himmel sich auf den Herrn bezieht, und alle und jede einzig auf Ihn im ganzen und im allereinzelnsten, kommt die Ordnung, daher die Einheit, die gegenseitige Liebe und daher die Seligkeit; denn so bezwecken die einzelnen das Heil und die Seligkeit aller, und alle die der einzelnen. 552. Daß alle Freude und Seligkeit im Himmel vom Herrn allein kommt, ist mir durch mehrere Erfahrungen gezeigt worden, von denen ich die folgende hierorts berichten darf: Ich sah, daß einige engelische Geister mit dem größten Eifer einen Leuchter mit seinen Lampen und Blumen auf das Zierlichste zur Ehre des Herrn bildeten. Ich durfte eine oder zwei Stunden lang sehen, wieviel Mühe sie sich gaben, daß alles und jedes schön und vorbildlich werde, in der Meinung, sie tun es von selbst. Aber ich durfte deutlich wahrnehmen, daß sie gar nichts von selbst erfinden könnten. Endlich nach einigen Stunden sagten sie, sie hätten einen sehr schönen vorbildlichen Leuchter zur Ehre des Herrn gebildet, und waren innigst darüber erfreut. Allein ich sagte, daß sie überall nichts aus sich selbst erfunden und gebildet hätten, sondern der Herr allein für sie. Zuerst wollten sie es kaum glauben, weil sie aber engelische Geister waren, wurden sie erleuchtet und bekannten, daß dem so sei. Ebenso verhält es sich mit den übrigen Vorbildungen und mit allem und jedem eines Gefühls und eines Gedankens, und also mit den himmlischen Freuden und Seligkeiten, daß auch das Allerkleinste bei ihnen vom Herrn allein ist. 553. Die, welche in gegenseitiger Liebe sind, nähern sich im Himmel fortwährend dem Lenz ihrer Jugend, und je mehrere tausend Jahre sie leben, zu einem desto lieblicheren und seligeren Lenz, und dies in Ewigkeit fort mit fortwährendem Zuwachs, je nach den Fortschritten und Graden der gegenseitigen Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens. Solche aus dem weiblichen Geschlechte, die ältlich und an Altersschwäche gestorben sind und im Glauben an den Herrn, in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und in glücklicher ehelicher Liebe mit dem Manne gelebt haben, kommen nach einer Folge von Jahren mehr und mehr in die Blüte des Jugend- und des Jünglingsalters und in eine Schönheit, die alle je durch Anschauung zu erlangende Vorstellung von Schönheit übertrifft; denn die Güte und Liebtätigkeit ist es, die gestaltet, und ein Ebenbild von sich darstellt und macht, daß das Liebliche und Schöne der tätigen Liebe aus den einzelnsten Teilen des Angesichts herausstrahlt, so daß sie eigentliche Gestalten der Liebtätigkeit sind. Einige bekamen sie zu sehen und erstaunten. Die Gestalt der Liebtätigkeit, von der man im anderen Leben eine lebendige Anschauung hat, bringt es so mit sich, daß die Liebtätigkeit selbst es ist, die abbildet und abgebildet wird, und zwar so, daß der ganze Engel, hauptsächlich das Angesicht gleichsam Liebe ist, die deutlich sowohl zur Erscheinung kommt, als empfunden wird. Diese Gestalt ist, wenn sie geschaut wird, unaussprechliche Schönheit, die mit Liebe das eigentliche innerste Leben des Gemüts anregt. Durch die Schönheit dieser Gestalt werden im Bilde dargestellt die Wahrheiten des Glaubens, die auch aus derselben zum Innewerden kommen. Die, welche im Glauben an den Herrn gelebt haben, d.h. im Glauben der tätigen Liebe, werden zu solchen Gestalten oder zu solchen Schönheiten im anderen Leben; alle Engel sind solche Gestalten, mit unzähliger Mannigfaltigkeit; aus solchen (besteht) der Himmel.   Von den Gesellschaften, die den Himmel ausmachen 684. Es sind drei Himmel: der erste, wo die guten Geister, der zweite, wo die engelischen Geister, der dritte, wo die Engel sind; und einer innerlicher und reiner als der andere; somit unter sich ganz geschieden. Sowohl der erste Himmel, als der zweite, und der dritte, ist geschieden in unzählige Gesellschaften, und jede Gesellschaft besteht aus vielen, die durch Harmonie und Einmütigkeit gleichsam eine Person bilden; und alle Gesellschaften zusammen gleichsam einen Menschen. Die Gesellschaften sind unter sich geschieden je nach den Unterschieden der gegenseitigen Liebe und des Glaubens an den Herrn; welche Unterschiede so unzählig sind, daß nicht einmal die allgemeinsten Gattungen aufgezählt werden können. Auch gibt es nicht das geringste eines Unterschieds, das nicht auf das Geordnetste darauf angelegt wäre, daß es einmütigst mitwirke zur allgemeinen Einheit, und die allgemeine Einheit zur Einmütigkeit der einzelnen, und von daher zu der allen aus den einzelnen, und den einzelnen aus allen entspringenden Seligkeit. Daher denn ein jeder Engel und eine jede Gesellschaft ein Bild des gesamten Himmels und gleichsam ein kleiner Himmel ist. 685. Wunderbare Zusammengesellungen sind im anderen Leben. Sie verhalten sich vergleichsweise wie die Verwandtschaften auf Erden, daß man nämlich sich anerkennt als Eltern, als Kinder, als Brüder, als Blutsverwandte, als Verschwägerte; solchen Unterschieden gemäß ist die Liebe. Die Unterschiede sind endlos, die sich mitteilenden Wahrnehmungen so fein, daß sie nicht geschildert werden können. Gar keine Rücksicht wird genommen auf Eltern, Kinder, Verwandte und Verschwägerte auf der Erde, auch nicht auf irgendeine Person, wer sie auch war, somit nicht auf Würden, nicht auf Reichtümer und dergleichen, sondern allein auf die Unterschiede der gegenseitigen Liebe und des Glaubens, zu deren Aufnahme man das Vermögen empfing vom Herrn, da man in der Welt lebte. 686. Es ist des Herrn Barmherzigkeit, das ist die Liebe gegen den gesamten Himmel und das gesamte Menschengeschlecht, somit allein der Herr, Der alles und jegliches zu Gesellschaften bestimmt. Diese Barmherzigkeit ist es, welche die eheliche Liebe, und aus dieser die Liebe der Eltern gegen die Kinder erzeugt, welche die Grund- und Hauptliebearten sind, aus denen in endloser Mannigfaltigkeit alle übrigen Arten der Liebe, die in höchster Geschiedenheit in Gesellschaften geordnet sind. 687. Weil der Himmel so beschaffen ist, so kann kein Engel oder Geist je ein Leben haben, er sei denn in einer Gesellschaft, und so in der Harmonie vieler. Eine Gesellschaft ist nichts anderes als eine Harmonie mehrerer, denn es gibt überall kein Leben von jemand, das getrennt wäre von dem Leben anderer. Ja es kann durchaus kein Engel, oder Geist, oder Verein einiges Leben haben, d.h. vom Guten angeregt werden (und) wollen, noch vom Wahren angeregt werden (und) denken, er habe denn eine Verbindung durch mehrere seiner Gesellschaft mit dem Himmel und mit der Geisterwelt. Ebensowenig kann das Menschengeschlecht, ein Mensch, wer und wie beschaffen er auch sei, irgend leben, d.h. vom Guten angeregt werden, (d.i.) wollen, vom Wahren angeregt werden, (d.i.) denken, er sei denn in gleicher Weise verbunden mit dem Himmel, durch die Engel bei ihm, und mit der Geisterwelt, ja mit der Hölle durch die Geister bei ihm. Denn jeder ist, wenn er im Leibe lebt, in einer gewissen Gesellschaft von Geistern und Engeln, obwohl er dies gar nicht weiß, und wenn er nicht durch die Gesellschaft, in der er ist, verbunden ist mit dem Himmel und mit der Geisterwelt, so kann er auch nicht eine Minute leben. Es verhält sich dies wie bei dem menschlichen Leibe: welcher Teil desselben nicht mit den übrigen verbunden ist durch Fibern und Gefäße, und so durch die Verhältnisse der Funktionen, der ist kein Teil des Leibes, sondern wird sogleich ausgeschieden und als leblos weggeworfen. Die Gesellschaften selbst, in denen und mit welchen die Menschen bei Leibesleben gewesen sind, wurden ihnen gezeigt als sie ins andere Leben kamen; wenn sie in dieselbe Gesellschaft nach dem Leben des Leibes kommen, so kommen sie in ihr eigentlichstes Leben, das sie im Leibe hatten, und von diesem Leben fangen sie ein neues an, und so gemäß ihrem Leben, das sie im Leibe führten, gehen sie entweder hinab zur Hölle, oder werden erhoben zum Himmel. 688. Weil eine solche Verbindung aller mit jeden und jeder mit allen besteht, so findet eine gleiche auch bei dem allereinzelnsten einer Regung und bei dem allereinzelnsten eines Gedankens statt. 689. Infolge hiervon besteht ein Gleichgewicht aller und jeder in Ansehung der himmlischen, geistigen und natürlichen Dinge, so daß keiner denken, fühlen und handeln kann als aus mehreren, und gleichwohl meint jeder, er tue es ganz frei aus sich. Ebenso gibt es überall nichts, das nicht im Gleichgewicht erhalten wird von seinem Gegensatz und den Mittelgliedern des Gegensatzes, so daß ein jeder durch sich und mehrere zugleich im vollkommensten Gleichgewicht lebt. Daher auch niemanden Böses widerfahren kann, ohne daß es sogleich ins Gleichgewicht gesetzt wird; und wenn ein Übergewicht des Bösen stattfindet, dann wird das Böse oder der Böse nach dem Gesetze des Gleichgewichts gezüchtigt, wie von ihm selbst, aber überall nur für den Zweck, daß daraus Gutes hervorgehe. In solcher Form und dem Gleichgewicht aus ihr besteht die himmlische Ordnung, die vom Herrn allein gebildet, betätigt und erhalten wird in Ewigkeit. 690. Außerdem ist zu wissen, daß durchaus nie eine Gesellschaft der anderen ganz und vollkommen ähnlich ist, auch keiner in der Gesellschaft einem anderen, sondern es besteht eine zusammenstimmende und harmonische Verschiedenheit aller, und diese Verschiedenheiten sind vom Herrn so geordnet, daß sie zu einem Zweck hinstreben, was durch die Liebe und den Glauben an Ihn geschieht, daher die Einheit. Folglich gibt es nie einen ganz und vollkommen gleichen Himmel und eine dergleichen himmlische Freude für einen wie für den anderen, sondern wie sich die Verschiedenheiten der Liebe und des Glaubens verhalten, so auch der Himmel und die Freude in ihnen. 691. Dies im allgemeinen von den Gesellschaften aus vielfältiger und langer Erfahrung, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden besonders.   Von der Hölle 692. Der Mensch hat, wie vom Himmel, so auch von der Hölle nur eine ganz allgemeine Vorstellung, die so dunkel ist, daß sie beinahe keine ist. Eine Vorstellung, wie sie etwa von der Erde diejenigen haben können, die nicht aus ihren Waldhütten hinausgekommen sind, und nichts wissen von den Kaisertümern, noch von den Königreichen, geschweige von den Regierungsformen, und noch weniger von den Gesellschaften und den Lebensweisen der Gesellschaften; bevor sie dies wissen, können sie nur eine ganz allgemeine Vorstellung von der Erde haben, die von solcher Art, daß sie fast keine ist. So denn auch vom Himmel und der Hölle; während doch in beiden überall Unzähliges ist und unendlich mehreres als auf einem Weltkörper. Wie Unzähliges daselbst ist, kann allein daraus erhellen, daß gleichwie nie einer den gleichen Himmel (wie der andere) hat, so auch nie einer die gleiche Hölle; und daß alle Seelen, die nur immer von der ersten Schöpfung an in der Welt gewesen sind, dahin kommen und versammelt werden. 693. Wie die Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten und die Freude und Seligkeit aus derselben den Himmel ausmacht, so macht der Haß gegen den Herrn und gegen den Nächsten, und die Strafe und Qual von daher die Hölle aus. Vom Haß gibt es unzählige Gattungen und noch unzähligere Arten, und ebenso viele Höllen gibt es auch. 694. Wie der Himmel vom Herrn durch gegenseitige Liebe gleichsam einen Menschen und eine Seele ausmacht, und so einen Zweck bezielt, welcher ist, alle in Ewigkeit zu erhalten und zu beseligen, so dagegen macht die Hölle vom Eigenen durch die Selbst- und Weltliebe, das ist durch den Haß, einen Teufel und eine Gesinnung aus, und bezielt so einen Zweck, welcher ist: alle in Ewigkeit zu verderben und zu verdammen. Ihr Streben ist als solches tausend- und abertausendmal (von mir) empfunden worden. Würde daher nicht der Herr in jeglichem Augenblick, auch dem allerkleinsten, alle erhalten, so gingen sie verloren. 695. Es wird aber in die Höllen eine solche Form und eine solche Ordnung vom Herrn gebracht, daß alle gefesselt und gebunden gehalten werden von ihren Begierden und Einbildungen, in denen ihr eigentliches Leben besteht, welches Leben, weil es das des Todes ist, sich in schreckliche Qualen verwandelt. Diese Qualen sind so groß, daß sie nicht geschildert werden können, denn die höchste Lust ihres Lebens besteht darin, daß einer den anderen strafen, martern und quälen kann, sogar durch in der Welt ganz unbekannte Künste, mit denen sie scharfe Empfindungen (exquisitos sensus) beibringen können, ganz wie wenn sie im Körper wären; dann auch gräßliche und schauderhafte Einbildungen, nebst Schrecken und Grausen und mehreres dergleichen. Die teuflische Rotte empfindet darin so großes Vergnügen, daß, wenn sie die Schmerzen und Qualen ins Unendliche vermehren und verstärken könnten, sie nicht einmal dann ruhen, sondern vielmehr noch ins Endlose fort entbrennen würden. Aber der Herr wendet ihre Bestrebungen ab, und lindert die Qualen. 696. Ein solches Gleichgewicht besteht bei allem und jedem im anderen Leben, daß das Böse sich selbst straft, so daß im Bösen auch die Strafe des Bösen ist; ebenso im Falschen, das auf den zurückfällt, der im Falschen ist. Daher bringt ein jeder selbst die Strafe und Qual über sich, und rennt dann in die teuflische Rotte hinein, welche dergleichen verübt. Der Herr verweist nie jemand in die Hölle, sondern will alle aus der Hölle herausführen. Noch weniger bringt Er in die Qual, sondern weil der böse Geist selbst hineinrennt, wendet der Herr alle Strafe und Qual zum Guten und zu einigem Nutzen. Es kann überall keine Strafe geben, es sei denn beim Herrn der Zweck eines Nutzens, denn das Reich des Herrn ist das Reich der Zwecke und Nutzwirkungen. Aber die Nutzwirkungen, welche die Höllischen leisten können, sind sehr gering; wenn sie in denselben sind, so sind sie nicht so in der Qual, werden aber, sobald der Nutzen aufhört, in die Hölle zurückgeschickt. 697. Bei jedem Menschen sind wenigstens zwei böse Geister und zwei Engel. Der Mensch hat durch die bösen Geister Gemeinschaft mit der Hölle und durch die Engel mit dem Himmel. Ohne die Gemeinschaft nach beiden Seiten hin könnte der Mensch gar keine Minute leben; also ist ein jeder Mensch in einer Gesellschaft von Höllischen, was er gar nicht weiß. Aber ihre Qualen werden ihm nicht mitgeteilt, weil er in der Vorbereitung zum ewigen Leben ist. Jene Gesellschaft, in der er war, wird ihm im anderen Leben je zuweilen gezeigt, denn er kommt wieder zu ihr und so in das Leben, das er in der Welt hatte, und infolge hiervon strebt er entweder zur Hölle, oder wird er zum Himmel erhoben. Also ist der Mensch, der nicht im guten der Liebtätigkeit lebt und sich nicht vom Herrn leiten läßt, einer von den Höllischen, und wird nach dem Tode auch ein Teufel. 698. Außer den Höllen gibt es auch Abstreifungen, von denen im Worte vorkommt. Denn der Mensch nimmt von den wirklichen Sünden her unzählig Böses und Falsches ins andere Leben mit sich, häuft es an und verknüpft es; die rechtschaffen gelebt habe, gleichfalls. Ehe nun diese in den Himmel erhoben werden können, muß ihr Böses und Falsches zerstreut werden; diese Zerstreuung (dissipatio) wird Abstreifung (vastatio) genannt. Der Abstreifungen gibt es mehrere Gattungen, und die Zeiten der Abstreifung sind größer und kleiner, einige werden innerhalb ganz kurzer Zeit in den Himmel entrückt, einige sogleich nach dem Tode. 699. Damit ich die Qual derer, die in der Hölle, namentlich die Abstreifung derer, die auf der unteren Erde sind, sehen möchte, bin ich mehrmals dahin hinabgelassen worden (hinabgelassen werden in die Hölle heißt nicht von einem Ort an den anderen versetzt werden, sondern ist ein Hineinlassen in eine höllische Gesellschaft, während der Mensch an demselben Orte bleibt). Aber bloß diese Erfahrung darf ich berichten: Ich wurde deutlich gewahr, daß mich gleichsam eine Säule umgab; diese Säule wurde fühlbar verstärkt, und es ward mir eingegeben, daß dies die eherne Mauer sei, von der im Worte vorkommt, und die aus engelischen Geistern gebildet war, damit ich sicher zu den Unseligen hinabgelassen werden könnte. Als ich daselbst war, hörte ich jämmerliche Wehklagen, und zwar diese: ach Gott, ach Gott, erbarme Dich unser, erbarme Dich unser, und das lange. Es wurde auch gestattet, mit jenen Unseligen zu reden, und zwar ziemlich viel. Hauptsächlich beklagten sie sich über die bösen Geister, daß sie nach nichts anderem begehrten und für nichts glühten, als sie zu quälen. Sie waren in Verzweiflung, indem sie sagten, sie glauben, die Qual werde ewig währen, aber ich durfte sie trösten. 700. Weil es so viele Höllen gibt, so soll, damit sie der Ordnung nach besprochen werden, im Folgenden gehandelt werden: 1. Von den Höllen derer, die das Leben in Haß, Rachehandlungen und Grausamkeit hingebracht haben. 2. Von den Höllen derer, die in Ehebrüchen und Unzüchtigkeiten (waren), dann von den Höllen der Ränkespieler und der Zauberinnen. 3. Von den Höllen der Geizigen; und dabei von dem unsauberen Jerusalem, und den Räubern in der Wüste; dann von den kotigen Höllen derjenigen, die in lauter Wollüsten gelebt haben. 4. Hernach von anderen Höllen, die von jenen unterschieden sind. 5. Endlich von denen, die in der Abstreifung sind. Dieses sehe man in den Vorbemerkungen und am Schluß der folgenden Kapitel.   Hier von den Höllen derer, die in Haß, Rachehandlungen und Grausamkeit das Leben hingebracht haben 814. Solche, die einen tödlichen Haß haben, und daher Rache schnauben, und nur auf den Tod des anderen ausgehen und nicht eher ruhen, werden in der tiefsten, leichenhaften Hölle gehalten, wo ein gar übler Gestank wie von Leichen ist; und wunderbar ist es, daß solche sich dort an diesem Gestank so sehr ergötzen, daß sie ihn den lieblichsten Gerüchen vorziehen. Von dieser Art ist ihre wüste Natur und infolgedessen ihre Phantasie; aus dieser Hölle dünstet wirklich ein solcher Gestank aus. Wenn diese Hölle geöffnet wird, was selten geschieht und nur ein klein wenig, so wallt daraus ein so großer Gestank hervor, daß die in der Nähe befindlichen Geister nicht da verweilen können. Einige Genien oder vielmehr Furien, die von dort herausgelassen wurden, auf daß ich wissen möchte, wie sie beschaffen sind, steckten die Sphäre mit einem so giftigen und verpestenden Gestank an, daß die Geister, die um mich her waren, nicht bleiben konnten, und zugleich hatte er die Wirkung auf meinen Magen, daß ich mich erbrechen mußte. Sie offenbarten sich durch ein Kind von nicht unschönem Gesicht, mit einem verborgenen Dolch, das sie zu mir schickten, und das ein Gefäß in der Hand trug, wodurch mir zu wissen gegeben wurde, daß sie die Absicht hatten, (mich) entweder mit einem Dolch oder mit Gift, unter dem Schein der Unschuld zu morden. Sie selbst hingegen hatten einen nackten, ganz schwarzen Leib. Aber bald wurden sie in ihre leichenhafte Hölle zurückgeworfen. Da ward mir zu sehen gegeben, wie sie hinabstürzten. Sie gingen nach der Linken hin, auf der Fläche des linken Schlafs, und zwar auf eine große Entfernung ohne niederzusteigen, hernach aber stürzten sie hinab, zuerst in ein Feuer, das erschien, sodann in einen feurigen Rauch wie von einem Ofen, bald unter jenem Ofen nach vorne zu, wo mehrere sehr finstere Höhlen sind, die hinabführen. Auf dem Wege hegten und beabsichtigten sie fortwährend Böses, und zwar hauptsächlich gegen Unschuldige ohne Ursache. Als sie durch das Feuer fielen, jammerten sie sehr. Damit sie erkannt würden, woher und wie beschaffen sie sind, haben sie, wenn sie herausgelassen werden, einen gewissen Kreis, an welchem wie eherne Stacheln geheftet sind, die sie mit den Händen drücken und drehen, und dies ist das Zeichen, daß sie von dieser Art und gebunden sind. 815. Die, welche ein solches Vergnügen am Haß, und daher an Rachehandlungen haben, daß sie nicht bloß damit sich begnügen, den Leib, sondern auch begehren die Seele zu verderben, die doch der Herr erlöst hat, - werden hinabgelassen durch eine sehr finstere Öffnung gegen die untersten Orte der Erde zu, tief je nach dem Grade des Hasses und daher der Rache, und es wird ihnen alsdann großer Schrecken und Schauder eingejagt, und sie werden zugleich in der Rachsucht gehalten, und je mehr diese zunimmt, desto tiefer werden sie hinabgelassen. Nachher werden sie an einen Ort unter der Gehenna gebracht, wo gräßliche, große, dickbauchige Schlangen erscheinen, und zwar so nach dem Leben, wie wenn sie völlig dergleichen wären. Von diesen werden sie mit Bissen gequält, die sie auch ebenso scharf empfinden. Dergleichen wird von den Geistern empfindlich gefühlt, es entspricht ihrem Leben, wie das Leibliche bei denen, die im Leibe sind, und unterdessen leben sie da in wüsten Phantasien, ganze Jahrhunderte lang, bis sie nicht mehr wissen, daß sie Menschen gewesen sind. Anders kann ihr Leben, das sie durch solchen Haß und Rachsucht sich angeeignet hatten, nicht getilgt werden. 816. Weil es unzählige Gattungen und noch unzähligere Arten des Hasses und der Rache gibt, und die eine Gattung nicht die gleiche Hölle wie die andere hat, und es somit unmöglich ist, jede einzelne der Ordnung nach aufzuzählen, darum darf ich berichten, was gesehen worden ist: Es kam einer zu mir, der wie ein Edler aussah (sie erschienen mir wie am hellen Tage, ja noch heller, aber vor dem inneren Gesicht, weil mir, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gegeben worden ist mit Geistern umzugehen), der gab mir gleich bei seiner Ankunft verstellterweise durch Winke zu verstehen, daß er mir vieles mitzuteilen habe, und fragte mich, ob ich ein Christ sei, ich antwortete ihm, ich sei einer. Er sagte, er sei ebenfalls einer, und wünschte, mit mir allein zu sein, da er mir etwas erzählen möchte, das andre nicht hören dürften. Ich antwortete aber, im anderen Leben könne man nicht allein sein, wie die Menschen auf Erden es zu sein glauben, und es seien mehrere Geister zugegen. Er trat jedoch näher herzu, und machte sich an das Hinterhaupt gegen den Rücken zu. Nun merkte ich, daß er ein Meuchelmörder war, und als er daselbst war, fühlte ich wie einen Stich durch das Herz, und bald auch im Gehirn, von welcherlei Stich ein Mensch leicht sterben würde; weil ich aber vom Herrn beschützt war, fürchtete ich nichts. Welches Kunstgriffs er sich bediente, weiß ich nicht. Er glaubte, ich sei tot, und sagte zu anderen, er sei eben von einem Menschen gekommen, den er so getötet habe, und zwar durch etwas Tödliches von hinten her. Er sagte, er verstehe die Kunst (es so einzurichten), daß der Mensch es nicht wisse, ehe er tot niederfalle, und daß man nicht anders von ihm glaube, als er sei unschuldig. Hierdurch ward zu wissen gegeben, daß er kürzlich aus dem Leben abgeschieden sei, wo er eine solche Freveltat begangen hatte. Die Bestrafung solcher ist schauderhaft. Nachdem sie Jahrhunderte lang höllische Qualen ausgestanden, bekommen sie endlich ein scheußliches und äußerst mißgestaltetes Gesicht, so daß es kein Gesicht mehr ist, sondern wie blaßgelbes Werg (stuppeum luridum); so ziehen sie dann alles Menschliche aus, und es hat dann jeder, der sie sieht, ein Grauen vor ihnen, daher sie wie wilde Tiere an finsteren Orten umherschweifen. 817. Es kam einer aus einer höllischen Kammer, die zur linken Seite ist, zu mir her und sprach mit mir. Es ward mir wahrzunehmen gegeben, daß er zu den Frevlern gehöre. Was er in der Welt begangen hatte, wurde in folgender Weise entdeckt: Er wurde in die Unterwelt (inferiorem terram) nach vorne hin etwas links ziemlich tief hinabgelassen und fing dort an, eine Grube auszuwerfen, wie die Totengräber; daraus entstand der Verdacht, daß er einen Mord bei Leibesleben begangen habe. Dann erschien eine mit schwarzen Tüchern umhängte Totenbahre, und bald stand einer von der Bahre auf und kam zu mir, und erzählte treuherzig, er sei gestorben und meine, er sei von jenem vergiftet worden. Er habe dies auch um die Todesstunde gedacht, ohne jedoch zu wissen, ob ein Verdacht vorhanden sei. Als der verruchte Geist dies hörte, gestand er, daß er solches begangen habe. Auf das Geständnis folgte die Bestrafung: zweimal wurde er in die schwarze Grube, die er aufgegraben hatte, hineingeworfen, und wurde schwarz wie die Mumien der Ägypter, sowohl im Angesicht als am Leib, und so wurde er in die Höhe gehoben und vor Geistern und Engeln herumgeführt, und es wurde ausgerufen, welch ein Teufel. Auch wurde er kalt gemacht und gehörte so zu den kalten Höllischen, und ward in die Hölle versetzt. 818. Unter den Hinterbacken ist eine schauderhafte Hölle, wo die daselbst Befindlichen sich mit Messern zu erstechen scheinen, indem sie mit Messern auf die Brust anderer zielen, wie Furien, aber das Messer wird ihnen immer im Augenblick des Stoßes genommen. Es sind solche, die andere so sehr gehaßt hatten, daß sie dieselben grausam zu töten trachteten, und daher eine so entsetzliche Natur annahmen. Es wurde mir diese Hölle geöffnet, aber nur ein wenig, wegen ihrer entsetzlichen Grausamkeiten, damit ich sehen möchte, wie der tödliche Haß beschaffen ist. 819. Zur Linken, gleichlaufend mit den unteren Teilen des Körpers, ist ein See, der ziemlich groß und länger als breit ist. Um sein vorderes Ufer her erscheinen denen, die daselbst sind, Ungetüme von Schlangen, wie sie in Sümpfen sind, mit verpestendem Dunst. Am linken Ufer, von da weiter weg erscheinen solche, die Menschenfleisch, ja sich selbst einander essen, indem sie sich mit den Zähnen an anderer Schultern hängen. Zur Linken noch weiter weg erscheinen große Fische, Walfisch-Ungetüme, die den Menschen verschlingen und ausspeien. Am entferntesten, d.h. auf dem entgegengesetzten Ufer, erscheinen die häßlichsten Gesichter, besonders alte Weiber, so mißgestaltet, daß sie nicht geschildert werden können. Sie laufen wie wahnsinnig hin und her. Am rechten Ufer sind die, welche mit grausamen Instrumenten einander umzubringen trachten. Die Instrumente sind verschieden je nach den Abscheulichkeiten des Herzens. Inmitten des Sees ist es überall schwarz, wie Versumpftes. Einige Male sah ich, welche zu diesem See geführt werden, und verwunderte mich darüber. Ich wurde aber von einigen, die von daher kamen, belehrt, diese sagten, daß es solche seien, die inneren Haß gegen den Nächsten gehegt haben, und daß der Haß, sooft Gelegenheit gegeben war, ausgebrochen sei, worin sie dann ihre größte Lust empfunden hätten. Und es habe ihnen nichts größere Freude gemacht, als den Nebenmenschen vor die Gerichte zu ziehen und zu machen, daß über ihn Strafen verhängt wurden, und wenn die Ahndungen des Gesetzes es nicht verhindert hätten, (ihn) umzubringen. In dergleichen verwandeln sich der Haß und die Grausamkeiten der Menschen nach dem Leben des Leibes. Ihre ihnen daraus entstehenden Phantasien sind, wie wenn sie lebten. 820. Solche, die Straßenraub, und solche, die Seeräuberei bei Leibesleben getrieben haben, lieben vor allen anderen Flüssigkeiten stinkenden und stark riechenden Harn, es kommt ihnen auch vor, als ob sie in dergleichen wohnten, sodann auch in übel riechenden Pfützen. Ein Räuber näherte sich mir und knirschte mit den Zähnen; der Ton des Zähneknirschens wurde, was zu verwundern ist, so deutlich gehört, wie wenn es von einem Menschen wäre, obwohl sie keine Zähne haben. Er bekannte, daß er viel lieber in garstiger Jauche leben wolle, als in den klarsten Wassern, und daß der Harngestank es sei, an dem er sich ergötze. In Mistjauchen-Behältern, sagte er, wolle er lieber als sonstwo verweilen, und dort seine Wohnung haben. 821. Es gibt solche, die äußerlich ein ehrliches Gesicht haben und ein ehrenhaftes Leben führen, so daß niemand anders vermuten kann, als daß sie ehrbar seien. Da sie auf alle Weise sich bestreben, so zu erscheinen, in der Absicht, sich zu Ehrenstellen aufzuschwingen und unbeschadet des guten Namens Gewinn zu machen, darum gehen sie auch nicht offen zu Werke, sondern berauben durch andere mit listigen Kunstgriffen andere ihrer Güter, sich nichts darum bekümmernd, wenn die Familien, die sie berauben, Hungers sterben müßten. Was sie auch, wenn es nicht vor der Welt offenbar würde, wirklich selbst tun würden ohne Gewissen; sie sind jedoch so, wie wenn sie es wirklich getan hätten. Sie sind heimliche Räuber, und die Art ihres Hasses ist mit Hochmut, Gewinnsucht, Unbarmherzigkeit und Betrug verbunden. Solche wollen im anderen Leben unsträflich sein, indem sie sagen, sie haben nichts Böses getan, weil es nicht aufgedeckt worden, und um sich schuldlos zu erweisen, ziehen sie die Kleider aus, stellen sich nackt hin, indem sie so ihre Unschuld bezeugen. Wenn sie geprüft werden, so wird an jedem Wort und an jeder Denkvorstellung ihre ganze Beschaffenheit wahrgenommen, was sie nicht wissen. Solche suchen im anderen Leben ihre Genossen, auf die sie auch nur immer stoßen mögen, gewissenlos zu morden; und sie haben ein Beil bei sich und einen Hammer in der Hand und scheinen einen anderen Geist bei sich zu haben, dem sie rücklings einen Streich versetzen, jedoch nicht bis zum Blutvergießen, weil sie sich vor dem Tode fürchten. Auch können sie diese Werkzeuge nicht aus der Hand werfen (was sie jedoch mit größter Mühe versuchen, um nicht als solche zu erscheinen), damit ihr roher Sinn vor den Geistern und Engeln zur Erscheinung komme. Sie sind in mittlerem Abstand unter den Füßen gegen vorne zu. 822. Es gibt eine Art des Hasses gegen den Nächsten, bei der sie ihre Freude daran haben, Unrecht zu tun und jeden zu reizen; und je mehr sie ihm Schaden zufügen können, desto mehr machen sie sich damit ein Vergnügen. Dergleichen gibt es vom untersten Pöbel sehr viele, auch gibt es bei ihnen Gleichgesinnte, die nicht zum Pöbel gehören, sondern äußerlich gesitteter sind, infolge des höflichen Betragens, zu dem sie erzogen sind, und wegen der Strafen des Gesetzes. Solche erscheinen nach dem Tode am oberen Teil des Leibes nackt, mit fliegenden Haaren; sie stürzen einer auf den anderen los, mit den Händen haltend des andern Schultern, und reizen sie so; sie springen dem anderen auf den Kopf, kommen nach kurzen Rückgängen wieder und schlagen mit Fäusten heftig zu. Diejenigen, die gesitteter waren, und von denen oben die Rede war, machen es ebenso, aber sie grüßen sich vorher, und schleichen hinten herum, und versetzen ihnen so eins mit der Faust; wenn sie sie aber im Gesicht sehen, grüßen sie, und gehen wieder hinten herum, und schlagen mit der Faust darein, so bewahren sie den Schein; sie erscheinen links in mittlerer Höhe, in einiger Entfernung. 823. Alles, was der Mensch getan hat bei Leibesleben, das kommt im anderen Leben nach und nach wieder, sogar alles, was er gedacht hat. Wenn Feindschaften, Haß und Betrug wiederkehren, so stellen sich auch die Personen, gegen die man Haß gehegt und heimliche Umtriebe gemacht hat, gegenwärtig dar, und zwar augenblicklich; so verhält es sich im anderen Leben, von welcher Gegenwart, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Und die Gedanken, die er gegen sie gehabt hat, liegen offen zutage, denn es findet ein Innewerden aller Gedanken statt, daher die kläglichen Zustände, der verborgene Haß dort offen ausbrechen. Bei denen, die böse sind, kommen ihre Übeltaten und Gedanken auf diese Weise alle lebendig wieder. Bei denen aber, die gut sind, nicht so, alle ihre Zustände des Guten, ihre Freundschaft und Liebe mit höchster Wonne und Seligkeit.   Hier von den Höllen derer, die ihr Leben in Ehebrüchen und Unzüchtigkeiten hingebracht haben; dann von den Höllen der Hinterlistigen (dolosorum) und der Zauberinnen (praestigiatricium). 824. Unter der Ferse des linken Fußes ist die Hölle, wo diejenigen sind, die ihre Freude an Grausamkeit und zugleich an Ehebrüchen hatten, und in denselben die höchste Lust ihres Lebens empfanden. Zu verwundern ist, daß die, welche bei Leibesleben grausam waren, auch vor anderen Ehebrecher waren. Die von solcher Art waren, befinden sich in dieser Hölle. Hier verüben sie Grausamkeiten in unsäglichen Weisen: Sie machen sich mittelst ihrer Phantasien Gefäße, wie zum Zerstampfen (quasi trituratoria), wie man sie für das Kraut (olera) hat, und Werkzeuge zum Zerdreschen (instrumenta trituratoria), mit denen sie so zermalmen und quälen, die sie können; dann auch eine Art breiter Beile, wie sie die Henker haben, so wie auch Bohrer, mit denen einer den andern grausam mißhandelt, außer anderem Gräßlichen. Dort befinden sich einige von den Juden, die in dieser grausamen Weise einst mit den Heiden verfuhren; und heutzutage wächst diese Hölle hauptsächlich von denen an, die zu der sogenannten Christenheit gehören, und die ganze Lust ihres Lebens in Ehebrüche gesetzt hatten, und meistens auch grausam sind. Zuweilen verwandelt sich ihre Lust in den Gestank von Menschenkot, der, wenn diese Hölle geöffnet wird, dick hervorqualmt. Er wurde in der Geisterwelt empfunden, und da bin ich davon fast in Ohnmacht gefallen. Dieser Kotgeruch nimmt abwechselnd die Hölle ein, und hört abwechselnd wieder auf; es ist ihre Lust an Ehebrüchen, die sich in einen solchen argen Geruch verwandelt. Im Verlauf der Zeit, wenn sie ihre Periode (aetatem) in dergleichen zugebracht haben, werden sie einsam gelassen, und sitzen in der Qual, und werden wie scheußliche Totengerippe, aber gleichwohl leben sie. 825. In der Fläche der Fußsohlen vorne, in ziemlicher Weite, ist die Hölle, die Gehenna genannt wird, wo sich unzüchtige Weiber befinden, die ihre ganze Lust in Ehebrüche gesetzt, und die Ehebrüche nicht bloß für erlaubt, sondern auch für ehrbar gehalten, und Arglose und Unschuldige unter mancherlei Schein der Ehrbarkeit zu solchen verlockt haben. Es erscheint daselbst wie etwas Feuriges, dergleichen bei einer großen Feuersbrunst in der Luft aufzuleuchten pflegt. Auch ist eine Hitze dabei, was mir durch die von da in mein Angesicht ausströmende Wärme zu empfinden gegeben wurde; und ein Gestank ungefähr wie von verbrannten Knochen und Haaren, der von da ausdünstet. Diese Hölle verwandelt sich zuweilen in gräßliche Schlangen, die sie beißen; sie wünschen sich dann den Tod, können aber nicht sterben. Einige von da Losgelassene kamen zu mir und sagten, daß daselbst eine (große) Hitze sei, und daß, wenn ihnen gestattet wird, einer Gesellschaft guter Geister sich zu nähern, diese Hitze sich in schneidende Kälte verwandle, und dann walle bei ihnen die Hitze und die Kälte von einem Äußersten zum anderen, wodurch sie ebenfalls jämmerlich gequält werden. Aber gleichwohl haben sie ihre Zwischenzeiten (interstitia), innerhalb derer sie in der Brunst ihrer feurigen Wollust sind; aber, wie gesagt, ihre Zustände wechseln. 826. Es waren einige von beiderlei Geschlecht, aus der sogenannten Christenheit, die im Leben ihres Leibes die Ehebrüche nicht bloß für erlaubt, sondern auch für heilig gehalten, und so denn eine Gemeinschaft der Ehen (communia conjugia), wie sie dieselben gottloser Weise nannten, unter dem Schein der Heiligkeit gehabt hatten. Ich sah, daß sie in die Gehenna geschickt wurden, als sie aber dorthin kamen, ging eine Veränderung vor: das Feurige der Gehenna, das mehr ins Rötliche fällt, wurde infolge ihrer Ankunft mehr weißglühend, und man bemerkte, daß sie nicht zusammenstimmen könnten; weshalb denn diese ruchlose Rotte von da ausgeschieden und in eine Gegend nach hinten versetzt wurde, und zwar wie man sagte, in eine andere Welt, wo sie in Sümpfe versenkt werden sollten, und von da in eine neue Gehenna, die für sie sei. Man hörte in der Gehenna etwas Zischendes, das nicht beschrieben werden kann, aber das Zischen oder Sumsen der Gehenna war gröber, als das von diesen, welche die Heiligkeit durch Ehebrüche geschändet hatten. 827. Diejenigen, die mittelst der ehelichen Liebe und der Liebe zu den Kindern Schlingen legen, indem sie sich so benehmen, daß der Ehemann keinen Verdacht hat, daß die Gäste nicht keusch, arglos und Freunde seien, und unter solchem und manchem anderen Schein um so sicherer Ehebruch treiben; die sind in der Hölle unter den Hinterbacken, im garstigsten Auswurf, und werden abgeödet, bis sie wie Knochen werden, weil sie zu den Hinterlistigen gehören. Solche wissen nicht einmal, was Gewissen ist. Ich sprach mit ihnen, und sie wunderten sich, daß jemand ein Gewissen habe, und daß man sage, Ehebrüche seien gegen das Gewissen. Es wurde ihnen gesagt, daß solchen gewissenlosen Ehebrechern ebenso unmöglich sei, in den Himmel zu kommen, wie es einem Fisch ist in die Luft, oder einem Vogel in den Äther (zu kommen), weil sie, wenn sie sich nur nähern, wie ein Ersticken empfinden, und dergleichen Lust sich in greulichen Gestank verwandelt. Ferner daß es nicht anders geschehen könne, als daß sie in die Hölle verstoßen werden, und am Ende wie knöchern werden, mit wenigem Leben, weil sie ein solches Leben sich angeeignet haben, bei dessen Verlust so wenig wahrhaft menschliches Leben übrigbleibe. 828. Die, welche nichts brünstiger begehren, als Jungfrauen zu entehren, d.h., denen die Jungfrauschaften und der Raub der Jungfrauschaften zur höchsten Lust gereichen, ohne alle Absicht auf Ehe und auf Kinder, und die, wenn sie der Jungfrauschaft Blüte geraubt, sie nachher im Stich lassen, ihrer überdrüssig werden, und sie dem Schimpf preisgeben, diese, weil sie ein solches Leben geführt haben, das gegen die natürliche, die geistige und die himmlische Ordnung, und nicht allein gegen die eheliche Liebe, die im Himmel höchst heilig gehalten wird, sondern auch gegen die Unschuld ist, die sie verletzen und morden, indem sie unschuldige (Mädchen), denen die eheliche Liebe hätte eingeflößt werden können, ins buhlerische Leben einführen (es ist bekannt, daß es die erste Blüte der Liebe ist, welche die Jungfrauen in eine keusche, eheliche Liebe einführt, und die Seelen der Gatten verbindet); und weil die Heiligkeit des Himmels sich gründet auf die eheliche Liebe und auf die Unschuld, sie aber solche innerliche Mörder sind: - so haben sie im anderen Leben die schwerste Strafe auszustehen. Es kommt ihnen vor, als ob sie auf einem wütenden Pferde säßen, das sie in die Höhe wirft, so daß sie gleichsam mit Lebensgefahr vom Pferd abgeworfen werden. Ein solcher Schrecken wird ihnen eingejagt. Hierauf scheint es ihnen, als befänden sie sich unter dem Bauch des wütenden Pferdes, und bald, als schlüpften sie durch den hinteren Teil des Pferdes in dessen Bauch, und plötzlich ist es ihnen, als ob sie in dem Bauch einer garstigen Buhldirne wären, welche Dirne sich in einen großen Drachen verwandelt, und hier bleiben sie eingehüllt in der Qual. Diese Strafe kehrt oftmals wieder, inner Jahrhunderten und Jahrtausenden, bis sie von Schauder vor solchen Begierden erfüllt werden. Von ihren Sprößlingen wurde mir gesagt, daß sie schlimmer seien, als andere Kinder, weil sie so etwas vom Vater her erblich an sich haben, daher auch selten Kinder aus der Begattung von solchen geboren werden, und die, welche geboren werden, nicht lange am Leben bleiben. 829. Die, welche bei Leibesleben unzüchtig denken, und alles was andere reden, ins Unzüchtige verkehren, auch das Heilige, und zwar auch noch als Erwachsene und als Greise, da doch keine natürliche Lüsternheit mehr dazu anreizt, lassen auch im anderen Leben nicht ab, so zu denken und zu reden. Und weil dort ihre Gedanken sich mitteilen, und zuweilen bei anderen Geistern zu unzüchtigen Darstellungen werden, woraus dann Ärgernisse entstehen, so ist ihre Strafe, daß sie vor den Geistern, die sie verletzt hatten, waagrecht hingeworfen, und wie eine Rolle von der Linken zur Rechten schnell herumgewalzt werden, hernach schief in anderer Lage, und so wieder in einer anderen, nackt vor allen, oder halbnackt, je nach der Beschaffenheit ihrer Geilheit, und zugleich wird ihnen Scham eingejagt. Dann werden sie mit Kopf und Füßen überzwerch wie eine Achse umgedreht; es wird ihnen ein Widerstreben beigebracht, und zugleich Schmerz; denn es wirken zwei Kräfte, eine herumwärts und die andere rückwärts; so geschieht es denn mit schmerzhafter Verziehung. Wenn dies vorüber ist, so wird ihnen Gelegenheit gegeben, sich dem Anblick der Geister zu entziehen, und ihnen Scham eingeflößt. Es gibt aber gleichwohl solche, die sie versuchen, ob sie noch auf dergleichen bestehen; solang sie aber im Zustand der Scham und des Schmerzes sind, hüten sie sich davor. So sind sie für sich verborgen, obwohl sie wissen, wo sie sind. Diese Strafe erschien vorwärts in einiger Entfernung. Es gibt auch Buben, Jünglinge und junge Männer, die nach der Torheit ihres Alters und ihrem geilen Trieb die abscheulichen Grundsätze angenommen haben, daß die Frauen, besonders die jungen und schönen, nicht für den Mann da sein dürfen, sondern für sie und ihresgleichen; während der Mann nur der Hausvater und Erzieher der Kinder bleibe. Diese werden im anderen Leben auch erkannt am bübischen Ton der Rede. Sie befinden sich daselbst hinter dem Rücken in einiger Höhe. Diejenigen unter ihnen, die sich in ihren Grundsätzen und in einem denselben gemäßen wirklichen Leben verhärtet haben, werden im anderen Leben jämmerlich gestraft, indem sie hin und her verrenkt oder verdreht werden (per colluxationes et reluxationes, seu contorsiones et retorsiones), und zwar von Geistern, die ihnen durch Kunst die Einbildung von einem Körper, und zugleich ein körperliches Schmerzgefühl beibringen können. Durch dieses Hin- und Herreißen (reverberationes) und die zugleich beigebrachten Gegenstrebungen werden sie so zerfleischt, daß es ihnen unter unmenschlichen Schmerzen vorkommt, als seien sie gleichsam in kleine Stücke zerrissen. Und dies so oft, bis sie von Schauder vor solchen Lebensgrundsätzen durchschüttert, ablassen, so zu denken. 830. Diejenigen, die mit scharfsinniger Hinterlist (acuto dolo) die Menschen betrügen, indem sie ein freundliches Gesicht und Rede zeigen, inwendig aber giftige Ränke verbergen, und so die Menschen einnehmen, in der Absicht, sie zu verderben, deren Hölle ist noch grauenhafter, als die Hölle der Mörder. Es kommt ihnen vor, als lebten sie unter Schlangen; und je verderblicher ihre Tücken waren, desto gräßlichere und giftigere und desto mehrere Schlangen erscheinen, die sie umgeben und quälen. Sie wissen nicht anders, als daß es Schlangen seien, sie fühlen die gleichen Schmerzen, und die gleichen Qualen, was wohl wenige glauben werden, es ist aber dennoch war. Sie sind diejenigen, die mit Vorbedacht Ränke spielen, und darin die Lust ihres Lebens empfinden. Der Heimtückischen (dolosorum) Strafen sind verschieden, je nach der Natur der Hinterlist (doli) eines jeden. Im allgemeinen werden sie in den Gesellschaften nicht geduldet, sondern ausgeschlossen; denn alles, was ein Geist denkt, wissen und durchschauen die Nachbarn sogleich, somit ob Hinterlist und welcherlei Hinterlist da ist. Daher sie, aus den Gesellschaften verstoßen, endlich einsam dasitzen, und dann mit breitem Gesicht erscheinen, so breit, wie vier oder fünf Gesichter anderer zusammengenommen, mit breitem, fleischfarbigem Hut. (So) sitzen sie wie Bilder des Todes in der Qual. Es gibt andere, die von Natur tückisch (dolosi) sind, somit nicht mit Vorbedacht, und nicht heimlicher Weise unter anderer Miene: diese werden gleich erkannt, und ihr Denken wird deutlich wahrgenommen. Auch brüsten sie sich damit, wie wenn sie als listig erscheinen wollten. Diese haben keine solche Hölle. Doch mehr von den Ränkevollen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 831. Es gibt Frauen, die ihren Neigungen gefrönt, und bloß sich und der Welt gelebt, und das ganze Leben und alle Lebensfreude in den äußeren Anstand gesetzt hatten, und daher auch in der bürgerlichen Gesellschaft mehr als andere geschätzt waren; infolgedessen sie von ihrem wirklichen Leben und dem angeeigneten Wesen her die Fertigkeit erlangt haben, durch ihre anständigen Manieren in die Begierden und Freuden anderer sich einzuschleichen, unter dem Schein der Ehrbarkeit, aber mit der Absicht zu herrschen. Daher denn ihr Leben ein heuchlerisches und ränkevolles wurde. Sie hatten gleich anderen die Kirchen besucht, aber in keiner anderen Absicht, als um ehrbar und fromm zu erscheinen. Im übrigen waren sie ohne Gewissen, zu Schandtaten und Ehebrüchen äußerst geneigt, wenn sie nur verheimlicht werden konnten. Solche denken im anderen Leben ebenso. Was Gewissen ist, wissen sie nicht, sie verlachen diejenigen, die das Gewissen nennen. Sie schleichen sich in jedwede Neigungen anderer ein, indem sie Ehrbarkeit, Frömmigkeit, Barmherzigkeit, Unschuld erheucheln, die für sie die Mittel zu täuschen sind, und sooft ihnen die äußeren Fesseln genommen werden, rennen sie in die größten und schändlichsten Verbrechen. Diese sind es, die im anderen Leben Magierinnen (magae) oder Zauberinnen (praestigiatrices) werden, von denen es einige gibt, die man Sirenen nennt; und dort ergreifen sie Künste, die in der Welt unbekannt sind: sie sind wie Schwämme, die abscheuliche Kunstgriffe einsaugen, und mit solchem Geschick, daß sie dieselben mit Gewandtheit ausüben können. Die in der Welt unbekannten Künste, die sie dort erlernen, sind: daß sie wie anderswo reden können, so daß man eine Stimme hört wie von guten Geistern, an einem anderen Ort. Daß sie zu gleicher Zeit gleichsam bei mehreren sein können, indem sie so andere bereden, sie seien gleichsam überall gegenwärtig. Daß sie reden wie mehrere zugleich, und an mehreren Orten zugleich. Daß sie das, was von guten Geistern, und auch was von engelischen Geistern einfließt, abwenden, und es alsbald auf verschiedene Weise zu ihren Gunsten verkehren können. Daß sie die Gestalt (similitudinem) eines anderen annehmen können durch Vorstellungen, die sie auffangen und ausprägen. Daß sie jedem eine Neigung zu ihnen einflößen, indem sie sich in den eigentlichen Zustand der Neigung des anderen einschleichen, sich plötzlich dem Anblick entziehen und unsichtbar werden. Vor den Geistern eine weißglänzende Flamme ums Haupt darstellen, und zwar vor mehreren, was ein engelisches Zeichen ist. Unschuld heucheln auf verschiedene Arten, auch indem sie Kinder vorstellen, die sie küssen. Sie geben auch anderen, gegen die sie einen Haß haben, ein, sie sollen sie umbringen, weil sie wissen, daß sie doch nicht sterben können; nachher klagen sie dann diese als Mörder an, und breiten es aus. Sie regten aus (meinem) Gedächtnis alles auf, was ich Böses gedacht und getan hatte, und zwar in sehr geschickter Weise; als ich im Schlaf war, redeten sie ganz wie aus mir mit anderen, so daß die Geister beredet wurden, und zwar Falsches und Unflätiges; und so mehreres dergleichen. Ihre Natur ist so überredend, daß man in ihr nichts Zweifelhaftes ahnt, daher ihre Vorstellungen nicht, wie die der anderen Geister, mitgeteilt werden. Auch haben sie gleichsam Schlangenaugen, wie man sagt, indem sie mit ihrem Gesicht und ihrer Vorstellung überall gegenwärtig sind. Diese Zauberinnen oder Sirenen werden hart gestraft. Einige in der Gehenna, andere in einem Hof (curia) unter Ottern. Andere durch Verziehungen und verschiedene Zusammenstoßungen mit dem größten Schmerz und Qual. Im Verlauf der Zeit werden sie ausgeschieden und werden wie Totengerippe vom Kopf bis zur Ferse. Die Fortsetzung folgt am Ende des Kapitels.   Hier von den Höllen der Geizigen; und von dem unsauberen Jerusalem, und den Räubern in der Wüste. Sodann von den kotigen Höllen derjenigen, die in lauter Vergnügungen gelebt haben 938. Die Geizigen sind die allerschmutzigsten, und denken am allerwenigsten an ein Leben nach dem Tod, an die Seele, und an den inneren Menschen; sie wissen nicht einmal, was der Himmel ist. Weil sie am allerwenigsten ihre Gedanken erheben, sondern sie ganz eingießen und versenken ins Leibliche und Irdische. Daher, wenn sie ins andere Leben kommen, wissen sie lange nicht daß sie Geister sind, sondern meinen, sie seien noch ganz im Leibe. Die Vorstellungen ihres Denkens, die vom Geiz gleichsam körperlich und irdisch wurden, verwandeln sich in gräßliche Einbildungen; und was unglaublich, jedoch wahr ist, es kommt den schmutzig Geizigen vor, als wohnten sie in Kellern, wo ihre Gelder sind, und als würden sie dort von Mäusen angefallen. Wie sehr sie aber auch beunruhigt werden, so gehen sie doch nicht von da weg, bis sie ermüdet sind. So winden sie sich endlich aus diesen Gräbern heraus. 939. In was für schmutzige Einbildungen sich die Denkvorstellungen derer, die schmutzig geizig waren, verwandeln, ergibt sich aus ihrer Hölle, die tief unter den Füßen liegt. Es qualmt von da ein Dampf heraus, wie der Dampf von Schweinen, denen in einem Trog die Haut abgezogen worden; dort sind der Geizigen Wohnsitze. Welche dahin kommen, erscheinen zuerst schwarz, und es kommt ihnen vor, als ob sie hier durch das Abschaben der Haare, wie bei den Schweinen zu geschehen pflegt, weiß würden, so erscheinen sie sich auch alsdann; aber dennoch bleibt, wohin sie auch kommen mögen, ein Merkmal davon zurück, daß sie solche seien. Ein gewisser schwarzer Geist, der noch nicht in seine Hölle gebracht worden war, weil er noch in der Geisterwelt verweilen sollte, wurde dort hinabgelassen; derselbe war nicht so geizig gewesen, aber dennoch hatte er, solange er lebte, boshaft nach anderer Güter getrachtet. Als er nun daselbst anlangte, flohen die Geizigen von da weg und sagten, er sei ein Räuber, weil schwarz, und wolle sie so morden; denn die Geizigen fliehen solche, weil sie sehr für ihr Leben fürchten. Als sie endlich erfuhren, er sei kein solcher Räuber, sagten sie ihm, wenn er weiß werden wolle, so müßten ihm, wie den Schweinen, welche Angesichts erschienen, die Haare abgestreift werden, so würde er weiß werden. Das wollte er aber nicht, und wurde nun (wieder) unter die Geister versetzt. 940. In dieser Hölle sind großenteils Juden, die schmutzige Geizhälse waren, deren Gegenwart, auch wenn sie zu anderen Geistern kommen, an dem Mäusegestank empfunden wird. Weil von den Juden die Rede ist, so darf ich berichten, wie jämmerlich ihr Zustand nach dem Tode ist, nämlich derer, die schmutzige Geizhälse gewesen waren, und aus angeborenem Hochmut andere neben sich verachtet hatten, weil sie meinten, sie seien allein die Auserwählten. Dann von ihren Städten, und den Räubern in der Wüste. Infolge der Einbildung, die sie bei Leibesleben gefaßt, und in der sie sich bestärkt haben, daß sie nach Jerusalem kommen werden, und damit in das heilige Land, das sie besitzen sollten, indem sie nicht wissen wollten, daß unter dem neuen Jerusalem verstanden wird das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, erscheint ihnen, wenn sie ins andere Leben kommen, zur Linken der Gehenna, ein wenig vorwärts, eine Stadt, in der sie haufenweise ankommen. Allein diese Stadt ist kotig und stinkend, daher sie das unsaubere Jerusalem genannt wird. Hier laufen sie hin und her durch die Gassen, im Schlamm und Kot bis über die Knöcheln, klagend und heulend. Städte sehen sie mit Augen, auch Gassen, sie haben eine Vorbildung von dergleichen, wie bei hellem Tage. Ich habe auch einige Male Städte gesehen. Es erschien mir ein Finsterling (quidam obscurus), der aus diesem unsauberen Jerusalem kam. Es wurde wie ein Tor aufgetan, um ihn her waren Irrsterne, besonders zu seiner Linken. Die Irrsterne um einen Geist her bedeuten in der Geisterwelt Falschheiten (anders ist es, wenn es keine Irrsterne sind). Er näherte sich mir, und machte sich an mein linkes Ohr oberhalb, das er gleichsam mit dem Mund berührte, um mit mir zu reden. Er redete aber nicht mit lauter Stimme, wie andere, sondern inwenig in sich hinein, immerhin jedoch so, daß ich es hörte und verstand. Er sagte, er sei ein jüdischer Rabbiner, und sei lange Zeit her in jener kotigen Stadt gewesen. Er sagte auch, die Gassen daselbst seien nichts als Schlamm und Kot, in dem man gehen müsse; und daß er keine andere Speise zu essen habe, als Kot. Ich fragte, warum er, da er doch ein Geist sei, zu essen begehre? Er sagte, er esse, und wenn er zu essen begehre, werde ihm nichts anderes gereicht als Kot, daher er sehr jammerte. Er fragte nun, was zu tun sei, indem er sagte, er finde nicht Abraham, Jischak und Jakob, von denen ich ihm einiges erzählte und (sagte), daß man sie vergeblich suche, und dieselben, wenn man sie finde, gar nichts helfen könnten, außer anderem, was noch geheimer ist. Ich sagte, es sei kein anderer zu suchen, als allein der Herr, Welcher ist der Messias, den sie im Leben verachtet haben, und Er regiere den ganzen Himmel und die ganze Erde, und von keinem anderen komme Hilfe. Er fragte ängstlich und zu wiederholten Malen: wo ist Er? Ich sagte, man finde Ihn überall, und Er höre und kenne alle. Aber da zogen ihn andere jüdische Geister zurück. 941. Es ist auch eine andere Stadt zur Rechten der Gehenna, aber zwischen der Gehenna und dem Pfuhl, wo, wie es ihnen scheint, die Besseren von den Juden wohnen, aber diese Stadt verändert sich ihnen je nach ihren Phantasien, bald verwandelt sie sich in Dörfer, bald in einen Sumpf, bald wiederum in eine Stadt. Sie haben daselbst Furcht vor Räubern, und solange sie in dieser Stadt sind, sind sie sicher. Zwischen beiden Städten ist gleichsam ein dreieckiger finsterer Raum, da sind die Räuber, die Juden sind, aber die schlimmsten von ihnen, die alle, auf die sie irgend stoßen, jämmerlich quälen. Diese Räuber nennen die Juden aus Furcht den Herrn, und die Wüste, in der sie sind, nennen sie die Erde. Damit sie sicher vor den Räubern in diese Stadt zur Rechten kommen mögen, ist an der Grenze im Eck ein guter Geist, der die Kommenden empfängt. Wenn sie zu ihm kommen, bücken sie sich zur Erde, und werden dann unter seinen Füßen eingelassen, und das ist der Gebrauch der Einlassung in diese Stadt. Ein Geist kam plötzlich zu mir; ich fragte, woher er komme, er sagte, er fliehe und fürchte sich vor den Räubern, welche die Leute töten, zermetzeln, verbrennen, braten, und suche nun, wo er sicher sein könne. Ich fragte, woher er wäre, und aus welchem Land. Er wagte aus Furcht nichts anderes zu antworten, als daß das Land (terra) des Herrn sei, denn die Wüste nennen sie das Land, und die Räuber den Herrn. Es kamen hernach Räuber, die sehr schwarz waren, und in einem Baßton redeten, wie die Riesen, und, was zu verwundern ist, wenn sie herkommen, (wirklich) einen fühlbaren Schrecken und Schauder einjagen. Ich fragte, wer sie wären; sie sagten, sie suchen Beute. Ich fragte, wo sie ihre Beute hintragen wollten, ob sie nicht wissen, daß sie Geister seien, und daß sie weder Beute wegnehmen, noch zusammenscharren können, und daß dergleichen nur Einbildungen der Bösen seien. Sie antworteten, sie seien in der Wüste und gehen auf Raub aus, und quälen die, auf die sie stoßen. Sie anerkannten endlich, während sie bei mir waren, daß sie Geister seien, aber gleichwohl konnten sie nicht dahin gebracht werden, anders zu glauben, als daß sie im Leibe lebten. Es sind Juden, die so herumschweifen, und im Munde führen töten, niedermetzeln, verbrennen, braten, und dies gegen alle, selbst wenn sie Juden, oder Freunde sind. Hieraus ward auch offenbar, von welcher Gesinnung sie sind, obwohl sie in der Welt nicht wagen, so etwas sich merken zu lassen. 942. Nicht weit von dem unsauberen Jerusalem ist auch noch eine andere Stadt, die genannt wird das Gericht der Hölle (Judicium Gehennae); daselbst sind die, welche aus eigener Gerechtigkeit sich den Himmel zusprechen, und die andere verdammen, die nicht nach ihren Einbildungen leben. Zwischen dieser Stadt und der Hölle erscheint wie eine Brücke, ziemlich schön, von blasser oder grauer Farbe, wo ein schwarzer Geist ist, den sie fürchten, und der sie vom Übergang zurückhält; denn auf der anderen Seite der Brücke erscheint die Hölle (gehenna). 943. Die, welche bei Leibesleben bloß auf Vergnügungen ausgingen, und nur ihren Neigungen frönen und in Pracht und Herrlichkeit leben wollten, allein ihnen selbst und der Welt sich widmend, göttliche Dinge für nichts achtend, ohne Glauben und Liebtätigkeit: - solche werden nach dem Tode zuerst in ein Leben eingeführt, das demjenigen, das sie in der Welt hatten, ähnlich ist. Es ist ein Ort vorne zur Linken, ziemlich tief, wo nichts als Vergnügungen, Spiele, Tänze, Schmausereien und Unterhaltungen sind; dahin werden solche versetzt, und dann wissen sie nicht anders, als daß sie (noch) in der Welt seien: allein die Szene ändert sich; nach einiger Zeit werden sie hinabgelassen in die Hölle (Infernum) unter den Hinterbacken, die ganz kotig ist; denn ein solches Vergnügen, das bloß körperlich ist, verwandelt sich im anderen Leben in Kotiges; ich sah sie dort Mist tragen und jammern. 944. Frauen, die von einem niedrigen und gemeinen Stand her reich wurden, und aus Stolz darauf sich ganz den Vergnügungen und einem üppigen und müßigen Leben hingegeben hatten, indem sie, wie Königinnen, auf Pfühlen lagerten, am Spieltisch und zur Tafel saßen, und sich um nichts anderes bekümmerten, geraten im anderen Leben, wenn sie zusammenkommen, arg aneinander, zerschlagen und zerreißen sich, und ziehen sich an den Haaren, und werden wie Furien. 945. Anders aber diejenigen, die in Vergnügungen oder Annehmlichkeiten des Lebens geboren, und die von Kindheit an zu dergleichen erzogen worden sind, wie die Königinnen und andere von edler Herkunft, so wie auch die Reichen; solche, obwohl in Vergnügungen und in Pracht und Glanz (aufgewachsen), sind, wofern sie nur zugleich im Glauben an den Herrn und in Liebtätigkeit gegen den Nächsten gelebt haben, im anderen Leben unter den Seligen: denn (daß man) den Genüssen des Lebens, der Macht und dem Reichtum entsagen, und so durch Leiden den Himmel verdienen (müsse), das ist falsch; aber sowohl die Vergnügungen, als die Macht und den Reichtum für nichts achten gegenüber (respectiva ad) dem Herrn, und das Leben der Welt für nichts gegenüber dem himmlischen Leben, das ist es, was im Worte verstanden wird. 946. Ich redete mit Geistern davon, daß wohl wenige glauben werden, es gebe so vieles und von solcher Art im anderen Leben, aus dem Grund, weil der Mensch keinen anderen Begriff hat von seinem Leben nach dem Tod, als einen ganz allgemeinen dunklen, der keiner ist, und in dem sie sich bestärkt haben durch das, daß sie eine Seele oder einen Geist nicht mit Augen sehen. Und daß die Gelehrten, obwohl sie behaupten, es gebe eine Seele oder einen Geist, dennoch, weil sie an erdichteten Wörtern und Ausdrücken hängen, die das Verständnis der Dinge vielmehr verdunkeln, ja verlöschen, und weil sie sich selbst und der Welt, selten aber dem allgemeinen Besten und dem Himmel, leben, noch weniger als die sinnlichen Menschen glauben. Die Geister, mit denen ich geredet, haben sich verwundert, daß der Mensch von solcher Art ist, da er doch weiß, daß es in der Natur selbst, und in jedem ihrer Reiche, so viel Wunderbares und Mannigfaltiges gibt, das er nicht kennt, wie z.B. im Inwendigen des menschlichen Ohres, von dem man ein ganzes Buch mit erstaunlichen und unerhörten Dingen füllen könnte, welchen ein jeder Glauben schenkte. Dagegen, wenn von der geistigen Welt, aus der doch alles und jedes, was in den Reichen der Natur ist, entsteht, etwas gesagt wird, so glaubt es kaum jemand; wie gesagt, infolge der vorgefaßten und bestärkten Meinung, daß es nicht ist, weil man es nicht sieht.   Hier von anderen Höllen, die von den früheren unterschieden sind 947. Denjenigen, die hinterlistig (dolosi) sind, und alles durch arglistige Ränke erlangen zu können meinen, und sich darin bei Leibesleben bestärkt hatten, durch den guten Erfolg, den sie davon hatten, kommt es vor, als wohnten sie in einer Tonne zur Linken, welche die höllische Tonne (Tonna infernalis) heißt. Über derselben ist eine Decke, und außerhalb auf pyramidenförmigem Gestell eine Scheibe (orbiculus), die sie für das Weltall halten, das sie zu beaufsichtigen und zu regieren hätten; ganz so kommt es ihnen vor. Diejenigen von ihnen, die Unschuldige auf hinterlistige Art verfolgt hatten, sind hier jahrhundertelang. Es wurde mir gesagt, daß einige schon zwanzig Jahrhunderte hier zugebracht haben. Wenn sie herausgelassen werden, so haben sie eine solche Phantasie, daß sie glauben, das Weltall sei eine Scheibe (orbis), um die sie herumgehen, und die sie mit Füßen treten, indem sie sich für die Götter des Weltalls halten. Einige Male erschienen sie mir, und ich redete mit ihnen von ihrer Einbildung. Weil sie aber von solcher Art in der Welt gewesen waren, so konnten sie nicht davon abgebracht werden. Ich ward auch einige Male inne, mit welch feiner Hinterlist sie die Gedanken verdrehen, und augenblicklich anderswohin ziehen, und anderes unterschieben können, so daß man kaum erkennen konnte, daß es von ihnen herkam. Und dies in solcher Art, daß es unglaublich ist. Weil sie so geartet sind, werden sie gar nicht zu den Menschen gelassen, denn sie flößen auf so geheime und verborgene Weise Gift ein, daß man es gar nicht merken kann. 948. Es ist auch zur Linken eine andere Tonne (so kommt es ihnen nämlich vor), in dieser sind einige, die bei Leibesleben gemeint hatten, sie hätten, wenn sie Böses taten, Gutes getan, und umgekehrt, so daß sie ins Böse das Gute setzten. Diese verweilen dort eine Zeitlang, und werden dann der Vernunft beraubt, und wenn sie diese verloren, sind sie wie im Schlaf, und nichts von dem, was sie alsdann tun, wird ihnen zugerechnet. Aber gleichwohl kommt es ihnen vor, sie seien wachend. Wird ihnen die Vernunft wieder gegeben, so kommen sie wieder zu sich, und sind wie andere Geister. 949. Zur Linken vorwärts ist ein Gewölbe (camera) wo gar kein Licht, sondern lauter Finsternis ist, daher es das dunkle Gewölbe (camera obscura) heißt. Hier sind die, welche nach den Gütern anderer getrachtet, und ihren Sinn beständig auf dieselben gerichtet, und sie auch, ohne sich ein Gewissen daraus zu machen, weggenommen hatten, so oft sie es unter einem scheinbaren Vorwand gekonnt. Es sind hier solche, die, solange sie in der Welt lebten, in ziemlich hohen Würden gestanden, und die Ehre der Klugheit in arglistige Ränke gesetzt hatten. In diesem Gewölbe beratschlagen sie sich untereinander, gerade wie einst bei Leibesleben, durch welche betrügerische Mittel sie andere hintergehen wollen. Finsternis nennen sie hier eine Lust. Es wurde mir ihr Bild gezeigt, und ich sah es, wie am hellen Tage, und wie die, welche hier sind und betrüglich gehandelt haben, am Ende werden, daß nämlich ihr Gesicht greulicher wird, als das eines Toten, bleifarbig, wie bei den Leichnamen, mit abscheulichen Falten und Gruben (cum lacunis horrendis); so leben sie in Angstqual dahin. 950. Es fuhr eine Horde Geister von der Seite der Hölle (gehenna) her in die Höhe nach vorne, und aus ihrer Sphäre erkannte man (denn die Beschaffenheit der Geister kann man, sobald sie nahen, schon an ihrer Sphäre erkennen), daß sie den Herrn gering schätzten, und allen Gottesdienst verachteten. Ihre Rede war wellenförmig. Einer von ihnen, der ärgerliche Dinge gegen den Herrn vorbrachte, wurde sogleich hinabgeworfen gegen die eine Seite der Hölle hin. Sie schwebten vorne über das Haupt hin, in der Absicht, solche zu treffen, mit denen sie sich verbinden könnten, um andere zu unterjochen. Sie wurden aber auf dem Weg aufgehalten, und es ward ihnen gesagt, sie sollten ablassen, weil dies ihnen übel bekommen würde, so hielten sie denn inne. Dann sah man sie: sie waren von Angesicht schwarz, und um das Haupt hatten sie eine weiße Binde, wodurch bezeichnet wird, daß sie den Gottesdienst, so wie auch das Wort des Herrn, für etwas Schwarzes ansahen, das nur dazu diene, das gemeine Volk in den Banden des Gewissens zu halten. Ihre Wohnung ist in der Nähe der Hölle (gehenna), wo fliegende, (jedoch) nicht giftige Drachen sind, daher sie die Drachenwohnung (Domicilium draconum) heißt. Weil sie aber nicht hinterlistig sind, so ist ihre Hölle nicht so hart. Solche schreiben auch sich selbst und ihrer Klugheit alles zu und rühmen sich; sie fürchten niemand, es ward ihnen aber gezeigt, daß schon ein Zischen sie in Schrecken setzen und in Flucht jagen kann. Als sie ein Zischen hörten, glaubten sie aus Schrecken, die ganze Hölle komme herauf sie zu holen, und aus Helden wurden sie auf einmal wie Weiber. 951. Die, welche sich bei Leibesleben für heilig gehalten hatten, sind in der unteren Erde vor dem linken Fuß; daselbst erscheinen sie sich zuweilen mit glänzendem Angesicht, was von den Vorstellungen herkommt, die sie von ihrer Heiligkeit haben. Ihr Ausgang ist aber, daß sie dort gehalten werden in der größten Begierde, in den Himmel aufzufahren, den sie in der Höhe glauben. Ihre Begierde wird immer größer und verwandelt sich mehr und mehr in Angst, die ungeheuer zunimmt, bis daß sie anerkennen, daß sie nicht heilig sind. Wenn sie von da herausgelassen werden, wird ihnen ihr eigener Geruch, der stinkend ist, zu empfinden gegeben. 952. Es glaubte einer, er habe in der Welt heilig gelebt, darum, daß er von den Menschen für heilig gehalten wurde, und so den Himmel verdiente. Er sagte, er habe ein frommes Leben geführt, sei dem Gebet obgelegen, und meinte, es sei genug, wenn jeder nur auf sein eigenes Wohl bedacht sei, und für sich selbst sorge. Er sagte auch, daß er ein Sünder wäre und leiden wollte, selbst wenn er von anderen unter die Füße getreten würde, was er christliche Geduld nannte, und daß er der Kleinste sein wollte, um der Größte im Himmel zu werden. Als dieser geprüft wurde, ob er auch jemanden etwas Gutes, oder Werke der Liebtätigkeit getan habe, oder habe tun wollen, sagte er, er wisse nicht worin diese bestehen, nur daß er heilig gelebt habe. Da er nur sein Hervorragen über andere zum Zweck hatte, die er somit für geringer als sich, hielt, erschien er zuerst, weil er sich selbst für heilig gehalten, in menschlicher Gestalt, weiß bis zu den Lenden, verwandelte sich aber zuerst in Dunkelblau und hernach in Schwarz; und weil er herrschen wollte über andere, und sie neben sich verachtete, wurde er schwärzer als andere. Von denjenigen, welche die Größten im Himmel sein wollen, sehe man Nr. 450, 452. 953. Ich wurde durch einige Wohnstätten des ersten Himmels geführt, und es ward mir von da in der Ferne ein ungeheures tobendes Meer mit großen Wogen, dessen Grenze unabsehbar war, zu schauen gegeben, und es wurde gesagt, daß solche Phantasien diejenigen haben, die groß in der Welt haben sein wollen, unbekümmert darum, ob auf rechtem oder unrechtem Wege, wenn sie sich nur Ruhm verschaffen könnten. Sie sehen ein solches Meer, mit der Furcht, darin ertränkt zu werden. 954. Die Einbildungen, die man bei Leibesleben hatte, verwandeln sich im anderen Leben in andere, die aber gleichwohl ihnen entsprechen. So z.B. die, welche auf Erden gewalttätig und unbarmherzig waren, deren Gewalttätigkeit und Unbarmherzigkeit verwandelt sich in unglaubliche Grausamkeit, und es ist ihnen, als ob sie alle Genossen, auf die sie irgend stoßen mögen, töteten, und auf verschiedene Arten peinigten, woran sie so großes Gefallen finden, daß solches ihre höchste Lust ist. Die, welche blutdürstig waren, haben ihre Lust daran die Geister zu peinigen bis aufs Blut, denn sie glauben, die Geister seien Menschen, sie wissen es nicht anders, und wenn sie welches sehen (denn solcherlei ist ihre Einbildung, daß sie gleichsam Blut sehen), haben sie sehr große Freude darüber. Aus dem Geiz entspringen Einbildungen, daß ihnen vorkommt, als würden sie von Mäusen und dergleichen angefallen, je nach der Art des Geizes. Die, welche ihre Lust bloß in Wollüste gesetzt hatten, die sie für den letzten Zweck, für das höchste Gut, und gleichsam für ihren Himmel hielten, lieben es sehr, in Kloaken zu weilen, indem sie daselbst ihre höchste Lust empfinden. Einige in urinhaften und stinkenden Pfützen, andere in kotigen, usf. 955. Außerdem gibt es verschiedene Strafen, mit denen im anderen Leben die Bösen sehr hart heimgesucht werden, und in die sie verfallen, wenn sie wieder in ihre schnöden Begierden hineinkommen. Durch dieselben bekommen sie Scham, Schrecken und Schauder vor solcherlei, bis daß sie zuletzt davon ablassen. Die Strafen sind verschieden, im allgemeinen sind es Strafen der Zerfleischung (lacerationis), Strafen der Zerreißung (discerptionis), Strafen unter Verhüllungen (sub velis), usw. 956. Die, welche hartnäckig auf Rache sinnen, und die sich für größer als alle anderen halten, indem sie die übrigen für nichts im Vergleich mit sich ansehen, haben die Strafe der Zerfleischung, die so beschaffen ist: sie werden am Leib und im Gesicht verunstaltet, so daß kaum noch ein menschlicher Überrest erscheint. Das Gesicht wird wie ein runder breiter Kuchen, die Arme erscheinen wie Lappen, nach deren Ausbreitung ein solcher in der Höhe wie ein Rad herumgetrieben wird, immer dem Himmel zu, und es wird vor allen ausgerufen, daß er so beschaffen sei, bis daß Scham das Innerste durchdringt. So flehend, wird er zur Abbitte gezwungen, und ihm scharf geboten. Hernach wird er in einen kotigen Pfuhl versetzt, der in der Nähe des schmutzigen Jerusalems ist, und hier wird er gewälzt und untergetaucht, daß er wie Kot wird. Und das geschieht einige Male, bis ihm solche Begierde benommen ist. In diesem kotigen Pfuhl sind bösartige Frauen aus der Gegend der Harnblase. 957. Welche bei Leibesleben sich zur anderen Natur gemacht haben, anders zu reden und anders zu denken, hauptsächlich die unter dem Schein der Freundschaft nach den Gütern anderer getrachtet haben, die schweifen umher, und überall, wohin sie kommen, fragen sie, ob sie bei ihnen sein können, indem sie sagen, sie seien arm, und wenn sie aufgenommen werden, trachten sie aus der ihnen zur Natur gewordenen Begierde nach allem. Wenn ihre Beschaffenheit sich herausstellt, werden sie gestraft und fortgejagt, und zuweilen erbärmlich zerrissen, auf verschiedene Art, je nach der Natur der arglistigen Verstellung, die sie sich angeeignet: einige am ganzen Leib, andere an den Füßen, andere an den Lenden, andere an der Brust, andere am Kopf, andere bloß in der Gegend des Mundes. Man bringt sie dazu, daß sie hin und her geworfen werden und wieder zurückprallen (adiguntur in reciprocas reverberationes), auf eine Weise, die nicht beschrieben werden kann. Es sind gewaltsame Zusammenstoßungen und so Verziehungen der Teile, daß sie glauben, in kleine Teile zerrissen zu sein. Es wird auch ein Gegenstreben beigebracht, so daß der Schmerz größer wird. Solche Zerreißungsstrafen (discerptionis poenae) gibt es in großer Mannigfaltigkeit, und sie werden nach Zwischenräumen so oft wiederholt, bis Furcht und Grauen vor der Täuschung durch Unwahrheiten eingejagt ist. Jede Bestrafung nimmt etwas hinweg. Die Zerreißer (Discerptores) sagten, sie hätten eine solche Lust am Strafen, daß sie nicht ablassen wollten, selbst wenn es ewig fortdauern würde. 958. Es gibt Scharen von Geistern, die umherschweifen, und von den Geistern gar sehr gefürchtet werden; sie machen sich an die Rückenseite unten, und foltern durch schnelle Hin- und Herrenkungen (torquent per recitrocationes citas), denen niemand Einhalt tun kann, und machen dabei mit Geräusch eine zusammen- und zurückschränkende Bewegung nach den oberen Teilen (dirigentes motum constrictorium et restrictorium versus superiora), in der Form eines nach oben zugespitzten Kegels. Jeder nun, der in diesen Kegel hinein, besonders, wer gegen seine Spitze hin versetzt wird, wird jämmerlich zerrissen in allen Teilchen der Gelenke. Es sind arglistige Gleißner (simulatores dolosi), die hineinversetzt und so bestraft werden. 959. Einst wachte ich Nachts vom Schlaf auf, und hörte Geister um mich her, die im Schlaf mir nachstellen wollten, aber bald schlummerte ich ein, und hatte einen bösen Traum. Als ich jedoch erwachte, waren zu meiner Verwunderung sogleich Strafgeister da, und straften die Geister erbärmlich, die mir im Schlaf nachgestellt hatten, indem sie ihnen gleichsam Körper, die auch erschienen, und körperliche Sinne beibrachten, und so sie marterten durch gewaltsames Zusammenstoßen der Teile, vor- und rückwärts (per violentas collisiones partium cis et retro ... torquebant), verbunden mit Schmerzen, die durch die Gegenstrebungen verursacht wurden. Gerne hätten die Strafgeister sie, wäre es möglich gewesen, umgebracht, daher die äußerst große Heftigkeit. Es waren meistens Sirenen, von denen Nr. 831 die Rede war. Die Bestrafung dauerte lange und erstreckte sich um mich herum auf mehrere Scharen; und zu meiner Verwunderung wurden alle herausgefunden, die (mir) nachgestellt hatten, obwohl sie sich verbergen wollten. Weil es Sirenen waren, versuchten sie viele Künste, um der Strafe zu entwischen, aber sie vermochten es nicht. Bald wollten sie sich in eine inwendigere Natur hineinversetzen, bald glauben machen, daß es andere seien, bald die Strafe auf andere ableiten durch Übertragungen der Vorstellungen, bald verstellten sie sich (mentitae sunt) in Kinder, die man quäle, bald in gute Geister, bald in Engel und dergleichen mehr; aber alles vergeblich. Daß sie so hart bestraft wurden, wunderte mich, aber ich ward inne, daß so etwas Übermäßiges stattfinde (quod tale sit enorme), infolge einer Notwendigkeit, weil der Mensch sicher schlafen müsse, und daß, wenn das nicht geschähe, das Menschengeschlecht zugrunde ginge, daher aus Notwendigkeit eine so große Strafe verhängt werde. Ich vernahm, daß das gleiche auch geschehe bei anderen Menschen, die sie im Schlaf meuchlings zu überfallen trachten, obwohl der Mensch nicht darum weiß; denn wem nicht gegeben ist, mit Geistern zu reden, und mit dem inneren Sinn bei ihnen zu sein, der kann nichts von derart hören, geschweige sehen, während doch stets ähnliches bei anderen vorkommt. Der Herr behütet den Menschen gar sehr, wenn er schläft. 960. Es gibt einige arglistige Geister, die, während sie im Leibe lebten, insgeheim Ränke spielten, und einige derselben, die durch arge Kunstgriffe sich wie in Engel verstellten, um zu täuschen, diese lernen im anderen Leben, sich in eine feinere Natur zurückzuziehen, und sich den Augen anderer zu entrücken, indem sie sich so vor aller Strafe sicher glauben. Aber sie erdulden nicht nur wie andere die Strafen des Zerreißens, je nach der Natur und Bosheit ihrer Arglist, sondern sie werden auch zusammengeklebt (conglutinantur), und je mehr sie, wenn dies geschieht, sich aufzulösen oder voneinander loszuwinden suchen, desto enger werden sie gebunden. Die Strafe ist mit einer größeren Qual verbunden, weil sie ihren heimlicheren Tücken entspricht. 961. Einige verwenden aus Gewohnheit, andere aus Verachtung beim gewöhnlichen Gespräch Redensarten der Heiligen Schrift zu Ausdrücken des Scherzes oder Spottes, in der Meinung, daß sie so in zierlicher Weise scherzen oder spotten. Aber solche Gedanken und Reden verknüpfen sich mit ihren körperlichen und schmutzigen Vorstellungen, und fügen ihnen im anderen Leben großen Schaden zu; denn sie stellen sich wieder dar zugleich mit Unheiligem. Solche erdulden ebenfalls die Strafen des Zerreißens, bis sie sich dergleichen abgewöhnt haben. 962. Es gibt auch eine Strafe des Zerreißens für die Gedanken, so daß die inneren Gedanken streiten mit den äußeren, was mit einer mehr inwendigen Qual geschieht. 963. Unter den Bestrafungen kommt häufig vor der Überwurf einer Decke (superinjectio Veli); damit verhält es sich so, daß sie infolge der Phantasien, die sie sich eingeprägt, unter einer weithin ausgebreiteten Decke zu sein glauben. Es ist gleichsam eine zusammenhängende Wolke, die gemäß ihrer Phantasie verdichtet wird. Unter derselben laufen sie mehr oder weniger geschwind hin und her, mit brennender Begierde, daraus hervorzubrechen, bis sie ermüdet sind. Dies dauert gewöhnlich eine Stunde lang, mehr oder weniger, und geschieht mit verschiedener Qual, je nach dem Grad der Begierde, sich herauszuarbeiten. Die Decke (Velum) ist für die, welche, obwohl sie die Wahrheit sehen, aus Eigenliebe sie doch nicht anerkennen wollen, und sich beständig darüber ärgern, daß dem so ist. Einige haben unter der Decke eine solche Angst und Schrecken, daß sie daran verzweifeln, jemals befreit werden zu können, was mir einer sagte, der daraus befreit worden ist. 964. Es gibt auch eine andere Gattung von Decke, die darin besteht, daß sie gleichsam in ein Tuch eingewickelt werden, so daß sie sich gebunden glauben an Händen, Füßen und am Leib, und es wird ihnen eine heftige Begierde eingeflößt, sich herauszuwickeln. Weil ein solcher auf einmal (per unam vicem) eingewickelt worden ist, glaubte er, leicht ausgewickelt werden zu können, wenn er aber sich auszuwickeln beginnt, geht es in die Länge fort, indem die Auswicklung immer fortdauert, bis daß er verzweifelt. 965. Soviel von den Höllen und den Strafen. Die Höllenqualen sind nicht, wie einige glauben, Gewissensbisse; denn die, welche in der Hölle sind, hatten kein Gewissen, daher sie auch im Gewissen nicht gequält werden können. Die, welche ein Gewissen hatten, sind unter den Seligen. 966. Was zu merken ist, niemand erduldet im anderen Leben eine Strafe oder Qual wegen seines Erbbösen, sondern wegen des wirklichen Bösen, das er begangen hat. 967. Wenn die Bösen gestraft werden, sind immer Engel dabei, welche die Strafe mäßigen, und die Schmerzen der Unglückseligen lindern, aber wegnehmen können sie dieselbe nicht, weil ein solches Gleichgewicht von allem im anderen Leben besteht, daß das Böse sich selbst bestraft; und wenn dieses nicht durch Abstrafungen weggenommen würde, müßten solche notwendig ewig in einer Hölle zurückgehalten werden, da sie sonst die Vereine der Guten feindselig anfallen, und die vom Herrn eingesetzte Ordnung, auf der das Heil des Weltalls beruht, gewaltsam stören würden. 968. Einige hatten aus der Welt die Vorstellung mitgebracht, daß man mit dem Teufel nicht reden dürfe, sondern ihn fliehen müsse. Sie wurden aber belehrt, daß es denen, die der Herr beschirmt, gar nicht schadet, selbst wenn sie von der ganzen Hölle sowohl äußerlich, als innerlich umwogt würden, was mir aus vieler und wundervoller Erfahrung zu erkennen gegeben wurde, so daß mich zuletzt keine Furcht, selbst nicht vor den schlimmsten aus der Höllenschar abhielt, mit ihnen zu reden; was mir auch gestattet wurde, damit ich wüßte, wie sie beschaffen sind. Denen, die sich wunderten, daß ich mit ihnen redete, durfte ich ferner sagen, daß dies mir nicht nur keinen Schaden bringe, sondern auch, daß diejenigen Teufel sind im anderen Leben, welche Menschen gewesen waren, und da sie in der Welt lebten, ihr Leben in Haß, Rache und Ehebrüchen hingebracht hatten, und einige damals vor anderen hoch geehrt gewesen waren. Daß sogar einige unter ihnen seien, die ich bei Leibesleben gekannt hatte; und daß der Teufel nichts anderes bedeutet, als eine solche Höllenschar. Und überdies, daß die Menschen, solange sie im Leibe leben, wenigstens zwei Geister aus der Hölle bei sich haben, neben diesen aber auch zwei Engel aus dem Himmel; von welchen jene Höllengeister bei den Bösen herrschen, bei den Guten aber unterjocht sind, und dienen müssen. Daß somit falsch sei, wenn man glaubt, es habe einen Teufel von Anfang der Schöpfung an gegeben, einen anderen, außer den Menschen, die so beschaffen waren. Als sie das hörten, staunten sie, und bekannten, daß sie eine ganz andere Meinung vom Teufel und von der teuflischen Schar gehabt haben. 969. In einem so großen Reich, wo alle Menschenseelen von der ersten Schöpfung her zusammenkommen, und zwar aus diesem Weltkörper beinahe tausendmal tausend in jeder Woche, und wo alle ihre eigene Gemütsart und ihre eigene Natur, verschieden von derjenigen der anderen, haben, und eine Mitteilung aller Vorstellungen eines jeden stattfindet, und gleichwohl das Ganze und Einzelne in Ordnung zu bringen ist, und zwar fortwährend, - kann es nicht anders sein, als daß unsäglich vieles daselbst existiert, was nie in eines Menschen Vorstellung gekommen ist. Und weil von der Hölle, wie vom Himmel, kaum jemand eine andere, als eine dunkle Gesamtvorstellung gefaßt hat, so kann dergleichen nicht anders als fremdartig und wunderbar erscheinen, hauptsächlich aus dem Grund, weil man meint, die Geister haben gar kein Gefühl, während sie doch ein feineres haben als die Menschen. Auch wird ihnen von bösen Geistern, durch Kunstgriffe, die in der Welt unbekannt sind, ein Gefühl beigebracht, das beinahe körperlich und noch viel gröber ist. 970. Am Ende dieses Kapitels folgt von den Abödungen. * Von den Abödungen 1106. Es gibt viele, die während sie in der Welt waren, aus Einfalt und Unkunde, Falsches in betreff des Glaubens eingesogen, und eine Art von Gewissen nach ihren Glaubensgrundsätzen gehabt, und nicht, wie andere, in Haß, Rache und Ehebrüchen gelebt hatten. Diese können im anderen Leben, solange sie im Falschen sind, nicht in himmlische Gesellschaften eingelassen werden, denn so würden sie dieselben beflecken, daher sie eine Zeitlang auf der unteren Erde gehalten werden, damit sie daselbst die falschen Grundsätze ablegen. Die Zeiten, während derer sie daselbst bleiben, sind länger und kürzer, je nach der Natur des Falschen, und dem Leben, das sie sich aus demselben gebildet, und nach den Grundsätzen, in denen sie sich begründet haben. Einige erleiden daselbst ziemlich Hartes, andere nicht Hartes. Dies ist es, was Abödung heißt, deren im Wort sehr häufig Erwähnung geschieht. Ist die Zeit der Abödung vollbracht, so werden sie in den Himmel entrückt und als Neulinge belehrt in den Wahrheiten des Glaubens, und zwar durch die Engel, von denen sie aufgenommen werden. 1107. Es gibt einige, die gerne wollen abgeödet werden, und so die falschen Grundsätze ablegen, die sie aus der Welt mitgebracht haben (falsche Grundsätze kann man im anderen Leben immer nur ablegen nach Verlauf einiger Zeit, und durch die vom Herrn vorgesehenen Mittel), diese werden, solange sie auf der unteren Erde bleiben, vom Herrn in der Hoffnung auf Befreiung erhalten, und im Gedanken an den Endzweck, daß sie so gebessert und zur Aufnahme der himmlischen Seligkeit vorbereitet werden. 1108. Einige werden in einem Zustand gehalten, der die Mitte hält zwischen Wachen und Schlafen, diese denken sehr wenig, nur wachen sie von Zeit zu Zeit gleichsam auf, und erinnern sich dessen, was sie bei Leibesleben gedacht und getan haben; und verfallen wieder in den Zustand, der zwischen Wachen und Schlafen die Mitte hält; und so werden sie abgeödet. Sie sind unter dem linken Fuß ein wenig vorwärts. 1109. Die, welche sich ganz bestärkt haben in falschen Grundsätzen, werden in völlige Unwissenheit versetzt, und sind dann in solcher Dunkelheit und Verwirrung, daß es sie, wenn sie nur denken an das, in dem sie sich bestärkt haben, innerlich schmerzt. Nach vollbrachter Zeit aber werden sie gleichsam neu geschaffen, und in die Glaubenswahrheiten eingeweiht. 1110. Die, welche in gute Werke Gerechtigkeit und Verdienst gesetzt, und so die Kraft der Seligmachung sich selbst zugeschrieben haben, nicht dem Herrn und Seiner Gerechtigkeit und Verdienst, und sich darin bestärkt haben mit dem Denken und Leben, deren falsche Grundsätze verwandeln sich im anderen Leben in Einbildungen, daß es ihnen vorkommt, sie spalten Holz, es erscheint ihnen auch ganz so. Mit diesen habe ich geredet: wenn sie in ihrer Arbeit sind, und man fragt sie, ob sie nicht müde werden, so antworten sie, sie haben noch nicht so viel Arbeit getan, um den Himmel verdienen zu können. Es erscheint, wenn sie Holz spalten, wie etwas vom Herrn unter dem Holz, wie wenn das Holz das Verdienst wäre. Je mehr vom Herrn im Holz (erscheint), desto länger bleiben sie so; dagegen wenn es anfängt zu verschwinden, dann geht es dem Ende der Abödung zu. Endlich werden sie so, daß sie auch in gute Gesellschaften zugelassen werden können, dennoch aber schwanken sie lange zwischen dem Wahren und Falschen. Sofern sie ein frommes Leben geführt haben, hat der Herr viele Sorge für sie und schickt von Zeit zu Zeit einen Engel zu ihnen. Diese sind es, die in der jüdischen Kirche vorgebildet wurden durch die Holzhauer: Jos.9/23,27. 1111. Die, welche ein bürgerlich und sittlich gutes Leben geführt, dagegen aber sich beredet hatten, sie verdienen durch Werke den Himmel, und geglaubt hatten, es sei genug, wenn sie einen einzigen Gott, den Schöpfer der Welt anerkennen, deren falsche Grundsätze verwandeln sich im anderen Leben in solche Einbildungen, daß es ihnen vorkommt, sie mähen Gras, und werden Grasmäher genannt. Sie sind kalt, und suchen durch dieses Mähen sich warm zu machen. Zuweilen gehen sie umher und fragen bei denen, die sie finden, ob sie ihnen etwas Wärme geben wollen: was auch die Geister tun können, aber die Wärme, die sie empfangen, bewirkt nichts bei ihnen, weil sie eine äußere ist, während sie eine innere Wärme haben wollen, daher sie zu ihrem Mähen zurückkehren, und so sich Wärme durch Arbeit erwerben. Ihre Kälte habe ich gefühlt. Sie hoffen immer, sie werden in den Himmel entrückt werden. Zuweilen beraten sie sich, wie sie sich selbst durch eigene Kraft möchten hineinversetzen können. Diese, weil sie gute Werke geleistet haben, gehören unter diejenigen, die abgeödet werden; und endlich nach vollbrachter Zeit werden sie in gute Gesellschaften eingelassen und werden belehrt. 1112. Diejenigen aber, die im Guten und Wahren des Glaubens gewesen sind, und daher ein Gewissen und ein Leben der Liebtätigkeit erlangt haben, werden sogleich nach dem Tod in den Himmel vom Herrn erhoben. 1113. Es gibt Mädchen, die zur Unzucht verführt, und so beredet worden waren, es sei nichts Böses darin, sonst aber gutmütig sind. Solche, weil sie noch nicht zu dem Alter gekommen waren, daß sie es wissen und von einem solchen Leben urteilen konnten, haben einen sehr strengen Lehrmeister bei sich, der sie züchtigt, sooft sie mit dem Denken in solch freches Wesen ausschweifen, diesen fürchten sie sehr; und so werden sie abgeödet. Dagegen erwachsene Frauenspersonen, die feile Dirnen gewesen waren, und andere (von dem weiblichen Geschlecht) verlockt hatten, kommen in keine Abödung, sondern - sind in der Hölle.   Von der Ältesten Kirche, die Mensch oder Adam genannt wurde 1114. Die Engel und Geister, oder die Menschen nach dem Tode, können von denen, die sie in der Welt gekannt, und von welchen sie gehört hatten, alle, die sie irgend wünschen mögen, auffinden, sie als gegenwärtig sehen und mit ihnen reden, wenn es der Herr gestattet. Und zwar sind sie, was zu verwundern ist, augenblicklich da und ganz gegenwärtig. So dürfen sie reden nicht nur mit Freunden, die meistens sich finden, sondern auch mit anderen, die sie schätzten und ehrten. Vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn wurde mir gestattet, zu reden nicht bloß mit denen, die ich gekannt hatte, als sie im Leibe lebten, sondern auch mit denen, die im Worte vor anderen berühmt sind; sodann auch mit denen, die von der Ältesten Kirche waren, welche diejenige war, die genannt wird Mensch oder Adam, auch mit einigen, die zu den Kirchen nach ihr gehörten, zu dem Ende, daß ich wissen möchte, daß unter den Namen in den ersten Kapiteln der Genesis nur Kirchen verstanden wurden, sodann auch, daß ich wissen möchte, wie die Menschen der Kirche jener Zeit beschaffen waren. Was mir nun von den Ältesten Kirchen zu wissen gegeben wurde, ist das, was folgt. 1115. Die von der Ältesten Kirche, die Mensch oder Adam genannt wurde, und himmlische Menschen waren, sind ganz hoch über dem Haupt, und wohnen da beisammen in höchster Seligkeit. Sie sagten, daß selten andere zu ihnen kommen, nur zuweilen einige anderswoher, und zwar, wie dieselben angeben, aus dem Weltall. Und daß sie so hoch über dem Haupte sind, komme nicht davon her, daß sie hochmütigen Sinnes seien, sondern damit sie die daselbst Befindlichen leiten möchten. 1116. Es wurden mir gezeigt die Wohnungen derer, die zur anderen und dritten Nachkommenschaft dieser Ältesten Kirche gehörten: dieselben sind prächtig, weithin in die Länge ausgedehnt, von schönen bunten, purpurroten und blauen Farben; denn die Engel haben die prächtigsten Wohnungen, so daß sie gar nicht beschrieben werden können. Ich habe sie oftmals gesehen, vor ihren Augen so lebhaft erscheinend, daß es nichts lebhafter Erscheinendes geben kann. Woher aber solche Erscheinungen in so lebendiger Weise stammen, davon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Sie leben in der Atmosphäre eines sozusagen schimmernden Perlenlichtes, und zuweilen in der eines glänzenden Diamantenlichtes (in aura lucis, ut ita dicam, splendentis margariticae, et quandoque in adamantinae); denn im anderen Leben gibt es wunderbare Atmosphären (aurae), mit unzähliger Verschiedenheit. Die, welche meinen, es könne dort dergleichen nicht geben, und unendlich viel mehreres, als je in eines Menschen Vorstellung kommen konnte oder kann, die sind sehr im Irrtum. Es sind zwar Vorbildungen, dergleichen zuweilen den Propheten erschienen sind, aber dennoch so reell, daß die, welche im anderen Leben sind, dieselben für reell halten, dagegen aber das, was in der Welt ist, für nicht reell. 1117. Im höchsten Licht leben sie. Das Licht der Welt kann mit dem Licht, in dem sie leben, kaum verglichen werden. Es wurde mir jenes Licht gezeigt mittelst eines flammigen Lichtes, das gleichsam vor den Augen herabfiel, und es sagten die von der Ältesten Kirche, sie haben ein solches Licht und ein noch stärkeres. 1118. Es wurde mir durch einen Einfluß, den ich nicht beschreiben kann, gezeigt, wie ihre Rede beschaffen war, da sie noch in der Welt lebten. Sie war nicht artikuliert wie die Wörtersprache unserer Zeit, sondern still (tacita), und geschah nicht durch das äußere, sondern durch ein inneres Atmen. Es wurde mir auch wahrzunehmen gegeben, wie ihr inneres Atmen beschaffen war, daß es nämlich vom Nabel dem Herzen zu, und so durch die Lippen ging, lautlos, und daß es in des anderen Ohr nicht durch den äußeren Weg einging, und an etwas schlug, was das Trommelfell des Ohres genannt wird, sondern durch einen Weg innerhalb des Mundes, und zwar durch etwas daselbst, was heutzutage die Eustachische Röhre (tuba Eustachiana) genannt wird. Und es wurde gezeigt, daß sie durch eine solche Rede die Empfindungen des Gemüts und die Vorstellungen des Denkens viel vollständiger ausdrücken konnten, als es irgend geschehen kann durch artikulierte Töne oder laute Worte, die ebenfalls durch das Atmen bestimmt werden, aber durch das äußere, denn es gibt nichts in einem Wort, das nicht bestimmt wird durch die Modifikationen (applicationes) des Atmens. Bei ihnen aber viel vollkommener, weil durch das innere Atmen; welches, weil innerlich, auch viel vollkommener und den Denkvorstellungen selbst angemessener und gleichförmiger ist. Außerdem (geschah es) auch durch kleine Bewegungen der Lippen, und entsprechende Veränderungen des Angesichts; denn weil sie himmlische Menschen waren, so leuchtete alles, was sie dachten, aus ihrem Angesicht und Augen heraus, die sich auf angemessene Weise veränderten. Nie konnten sie eine andere Miene zeigen, als gemäß dem, was sie dachten. Verstellung und noch mehr Arglist galt ihnen für einen argen Frevel. 1119. Es wurde mir in lebendiger Weise gezeigt, wie das innere Atmen der Uralten still einfloß in ein äußeres, und so in eine stille Rede, die von dem anderen vernommen ward in seinem inwendigen Menschen. Sie sagten, daß dieses Atmen bei ihnen sich verschieden gestaltete je nach dem Stand ihrer Liebe und ihres Glaubens an den Herrn. Es wurde auch der Grund angegeben, daß es, weil sie Gemeinschaft mit dem Himmel hatten, nicht anders sein konnte, denn sie atmeten mit den Engeln, in deren Umgang (consortio) sie waren. Die Engel haben ein Atmen, dem das innere Atmen entspricht, und es gestaltet sich bei ihnen ebenso verschieden, denn wenn ihnen etwas aufstößt, das der Liebe und dem Glauben an den Herrn entgegen ist, so haben sie ein beengtes Atmen, wenn sie aber in der Seligkeit der Liebe und des Glaubens sind, dann haben sie ein freies und weites Atmen. Jeder Mensch hat etwas Ähnliches, aber gemäß seinen körperlichen und weltlichen Trieben, und gemäß seinen Grundsätzen; wenn diesen etwas widerstreitet, so haben sie eine Beengung des Atmens, wenn sie aber begünstigt werden, so haben sie ein freies und weites Atmen, allein dieses findet beim äußeren Atmen statt. Von dem Atmen der Engel aber (soll), vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden (gehandelt werden). 1120. Es wurde auch gezeigt, daß das innere Atmen der Menschen der Ältesten Kirche, das vom Nabel aus gegen die innere Gegend der Brust zuging, im Laufe der Zeit, oder in den Nachkommen, sich veränderte, und sich mehr nach der Rückengegend und dem Unterleib zu, somit mehr nach außen und niederwärts zurückzog, und daß endlich in der letzten Nachkommenschaft dieser Kirche, die zunächst vor der Sündflut war, kaum etwas vom inneren Atmen zurückblieb, und sie, als es endlich aus der Brust verschwand, von selbst erstickt wurden: daß aber in einigen alsdann das äußere Atmen anfing, und mit diesem Atmen der artikulierte Ton, oder die Wörtersprache. So verhielten sich die Atmungen bei den Menschen vor der Sündflut, gemäß dem Stande ihrer Liebe und ihres Glaubens, und als endlich keine Liebe und kein Glaube mehr da waren, sondern Beredung des Falschen, da hörte das innere Atmen auf, und mit demselben die unmittelbare Gemeinschaft mit den Engeln und das Innewerden. 1121. Ich bin von den Söhnen der Ältesten Kirche unterrichtet worden über den Stand ihres Innewerdens, daß sie nämlich ein Innewerden (Perceptionem) hatten von allem, was Sache des Glaubens ist, beinahe wie die Engel, mit denen sie Gemeinschaft hatten, darum, weil ihr inwendiger Mensch oder Geist, auch mittelst des inneren Atmens verknüpft war mit dem Himmel, und daß die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Nächsten dies so mit sich bringt, denn so wird der Mensch verbunden mit den Engeln durch ihr eigenstes Leben, das in solcher Liebe besteht. Sie sagten, daß das Gesetz ihnen eingeschrieben war, weil sie in der Liebe zum Herrn und in der Liebe zum Nächsten waren; denn da war mit ihrem Innewerden alles (übereinstimmend), was die Gesetze gebieten, und gegen das Innewerden alles, was die Gesetze verbieten. Und sie zweifelten nicht, daß alle menschlichen Gesetze, wie die göttlichen, sich gründen auf die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und sich darauf als auf ihr Grundwesen beziehen. Weil sie daher das Grundwesentliche in sich vom Herrn her hatten, so konnten sie nicht anders als (auch) alles daraus Folgende wissen. Sie glauben auch, daß alle heutzutage in der Welt Lebende, die den Herrn und den Nächsten lieben, auch ein ihnen eingeschriebenes Gesetz haben, und überall auf Erden willkommene Bürger sind, wie sie es auch im anderen Leben sind. 1122. Ferner bin ich belehrt worden, daß die Menschen der Ältesten Kirche die lieblichsten Träume hatten, und außerdem auch Gesichte, und daß ihnen alsdann zugleich eingegeben wurde, was sie bedeuteten; daher ihre paradiesischen Vorbildungen, und mehreres. Darum waren ihnen die Gegenstände der äußeren Sinne, die irdisch und weltlich sind, nichts, und sie empfanden auch keinen Lustreiz in ihnen, nur in dem, was sie bezeichneten und vorbildeten. Wenn sie daher irdische Gegenstände sahen, so dachten sie nicht an sie, sondern an das, was sie bezeichneten und vorbildeten, was ihnen höchst angenehm war, denn es war solches, was im Himmel ist, und worin sie den Herrn selbst sehen. 1123. Ich sprach mit der dritten Generation der Ältesten Kirche, die sagten, daß sie zu ihrer Zeit, da sie in der Welt lebten, den Herrn erwartet hätten, Der das ganze Menschengeschlecht erretten sollte, und daß bei ihnen damals die gemeine Rede war: der Same des Weibes werde den Kopf der Schlange zertreten. Sie sagten, daß von jener Zeit an die größte Lust ihres Lebens war, Kinder zu zeugen, so daß ihre höchste Wonne war, die Gattin zu lieben um des Nachwuchses willen; sie nannten dergleichen die süßesten Wonnen, und die wonnevollsten Süßigkeiten, indem sie hinzusetzten, daß das Gefühl (perceptio) dieser Süßigkeiten und Wonnen von einem Einfluß aus dem Himmel hergekommen sei, weil der Herr geboren werden sollte. 1124. Von der Nachkommenschaft, die vor der Sündflut lebte, nicht von denen, die umkamen, sondern die in etwas besser als sie gewesen waren, waren (einige) bei mir und influierten ziemlich gelind und ziemlich unfühlbar; ich konnte aber wahrnehmen, daß sie innerlich böse waren und innerlich gegen die Liebe handelten; es dünstete von ihnen die Sphäre eines Leichengeruches aus, so daß die mich umgebenden Geister davor flohen. Sie meinten, sie seien so fein, daß niemand inne werde, was sie denken. Als ich mit ihnen vom Herrn redete, ob sie nicht wie ihre Väter Ihn erwartet haben, sagten sie, sie hätten sich den Herrn vorgestellt als einen alten, graubärtigen, heiligen Mann, und daß sie durch Ihn heilig würden, und ebenso bärtig; daher eine solche Ehrerbietung vor den Bärten bei den Nachkommen entstand. Sie setzten hinzu, daß sie auch jetzt Ihn anbeten könnten, aber aus sich selbst. Nun aber kam ein Engel, dessen Kommen sie nicht aushalten konnten. 1125. Ich durfte auch reden mit denen, die von der Kirche waren, die Enosch hieß, und von der 1. Mose 4/26 die Rede ist. Ihr Einfluß war gelind, ihre Rede bescheiden; sie sagten, daß sie unter sich in Liebtätigkeit leben und anderen, die zu ihnen kommen, Freundschaftsdienste leisten. Es zeigte sich aber, daß ihre Liebtätigkeit die Freundschaftsliebe war: sie leben ruhig, machen keinem Ungelegenheit, wie gute Bürger. 1126. Es erschien mir ein enges Zimmer, und bei offener Türe kam mir zu Gesicht ein langer Mann, weiß gekleidet, die Weiße war sehr stark. Ich wunderte mich, wer er wohl wäre; sie sagten, daß der weiß gekleidete Mann diejenigen bezeichne, die Noach genannt wurden, oder welche die allerersten von der Alten Kirche waren, welche die Kirche nach der Sündflut ist, und daß sie so vorgebildet werden, weil ihrer wenige waren. 1127. Ich durfte mit denjenigen reden, die von der Alten Kirche, oder der Kirche nach der Sündflut waren, und Schem genannt wurden. Sie influierten gelind durch die Gegend des Hauptes in die Brustgegend dem Herzen zu, aber nicht bis zum Herzen. Aus dem Einfluß kann man wissen, wie sie beschaffen sind. 1128. Es erschien einer wie mit einer Wolke umhüllt, in dessen Angesicht mehrere Irrsterne waren, die Falschheiten bedeuten, es wurde gesagt, daß so beschaffen war die Nachkommenschaft der Alten Kirche, als sie zugrunde zu gehen anfing, hauptsächlich bei denen, die den Opfer- und Bilderdienst einführten. 1129. Von den Vorsündflutlichen, die umkamen, folgt am Ende dieses Kapitels.   Von den Vorsündflutlichen, die untergingen 1265. Über dem Haupt in einiger Höhe waren mehrere, die auf meine Gedanken einwirkten, und sie gleichsam gebunden hielten, so daß ich sehr im Dunkeln war. Sie setzten mir ziemlich stark zu. Die Geister um mich her wurden von ihnen ebenfalls wie gebunden, so daß sie wenig denken konnten, außer was von jenen einfloß, und dies so sehr, daß sie unwillig wurden. Es wurde gesagt, es seien diejenigen, die vor der Sündflut lebten, jedoch nicht von denen, die Nephilim hießen und untergingen, denn sie hatten keine so starke Beredungskraft. 1266. Die Vorsündflutlichen, die untergingen, sind in einer Hölle unter der Ferse des linken Fußes; es ist ein in dunklen Nebeln gehüllter Fels, (nimbosa petra) mit dem sie bedeckt sind, und der aus ihren greulichen Phantasien und Beredungen hervorbricht, und durch den sie von den übrigen Höllen geschieden, und von der Geisterwelt abgehalten werden. Anhaltend strengen sie sich an heraufzukommen, aber über den Versuch hinaus können sie es nicht bringen, denn sie sind von der Art, daß sie, kämen sie in die Geisterwelt mit ihren greulichen Phantasien, und mit dem Hauch und Gift ihrer Beredungen, allen Geistern, die sie träfen, die Guten ausgenommen, das Vermögen zu denken benehmen würden; und wofern nicht der Herr durch Sein Kommen ins Fleisch die Geisterwelt von dieser ruchlosen Rotte befreit hätte, so wäre das Menschengeschlecht zugrunde gegangen, denn kein Geist hätte beim Menschen sein können, und doch kann der Mensch keinen Augenblick leben, wenn nicht Geister und Engel bei ihm sind. 1267. Diejenigen von ihnen, die hartnäckig aus jener Hölle auszubrechen trachten, werden von ihren Genossen grausam behandelt; denn sie haben einen tödlichen Haß gegen alle, auch gegen die Kameraden. Ihre größte Lust besteht darin, daß einer den anderen unter sich bringt und gleichsam niedermetzelt; und die noch krampfhafter sich anstrengen, ihren Ausbruch durchzusetzen, die werden noch tiefer unter den umnebelten Felsen gebracht. Denn es ist eine ihnen eingepflanzte unsinnige Glut, alle zu verderben, die sie treibt. Daher das Streben herauszukommen, denn welche sie treffen, die wickeln sie in ein Tuch, führen sie als Gefangene fort, und werfen sie in eine Art Meer, wie es ihnen vorkommt, oder gehen auf andere Weise grausam mit ihnen um. 1268. Ich ward unter dem Schutz einer Wache hingeführt gegen jenen umnebelten Felsen (hingeführt werden zu solchen, heißt nicht, von einem Ort an einen anderen geführt werden, sondern es geschieht durch vermittelnde Geister- und Engelvereine, während der Mensch an demselben Ort bleibt. Dennoch aber erscheint es als ein Hinablassen). Als ich nahe an jenem Felsen war, kam mir eine Kälte entgegen, welche die untere Gegend des Rückens einnahm. Von hier aus redete ich mit ihnen von ihren Beredungen, und was sie bei Leibesleben vom Herrn geglaubt hätten; sie antworteten, sie hätten viel über Gott gedacht, aber sich beredet, einen Gott gebe es nicht, sondern die Menschen seien Götter. So seien auch sie Götter gewesen, und darin haben sie sich durch Träume bestärkt. Von ihren Phantasien gegen den Herrn wird unten die Rede sein. 1269. Damit ich noch besser wüßte, wie sie beschaffen waren, ward vom Herrn zugelassen, daß einige von ihnen in die Geisterwelt heraufkamen. Ehe dies geschah, erschien ein schöner, weißgekleideter Knabe, hierauf in einer offenen Türe ein anderer Knabe in grünem Kleid, bald darauf zwei Mägde mit etwas Weißem um das Haupt; aber was dies bedeutete, ward mir nicht aufgedeckt. 1270. Bald wurden einige aus jener Hölle herausgelassen, aber der Herr traf durch vermittelnde Geister und Engel Vorkehrung, daß sie mir nicht schaden konnten. Aus jener Tiefe kamen sie vorwärts, und schienen sich Weg zu bahnen gegen vorne zu wie durch die Höhlen des Felsen, und so aufwärts. Endlich erschienen sie links oben, um von da, somit von ferne, auf mich einzuwirken. Es wurde mir gesagt, daß sie einwirken dürfen in den rechten Teil des Hauptes, nicht aber in den linken, und von dem rechten Teil des Hauptes in die linke Seite der Brust. Ja nicht in das linke Haupt, denn würde dies geschehen, so wäre ich verloren, weil sie alsdann mit ihren Beredungen, die greulich und todbringend seien, einwirken würden; wenn aber in das rechte Haupt und von da in die linke Brust, so geschehe es durch Begierden. So verhält es sich mit dem Einfluß. Ihre Beredungen sind von der Art, daß sie alles Wahre und Gute auslöschen, so daß die, auf die sie einwirken, gar nichts können inne werden, und daher auch nichts denken; sofort wurden auch die Geister entfernt. Als sie einzuwirken anfingen, fiel ich in einen Schlaf, dann wirkten sie ein, als ich schlief, durch Begierden, und zwar so stark, daß ich im Wachen ihnen nicht hätte widerstehen können. Im Schlaf fühlte ich eine Schwere, die ich nicht beschreiben kann, nur daß ich mich nachher erinnerte, daß sie mich umzubringen versuchten durch einen erstickenden Anhauch, welcher war wie ein wütender Alp, aber dann erwachte ich, und ward sie neben mir gewahr; als sie aber merkten, daß ich wach sei, entflohen sie an ihren Ort oberhalb und wirkten von da aus ein. Als sie dort waren, schien es mir, als ob sie in ein Tuch gewickelt würden, wie das, wovon Nr. 964 (die Rede war). Ich meinte, es seien dieselben, aber es waren andere, die von ihnen eingewickelt wurden, was durch Phantasien geschieht, aber gleichwohl wissen die Geister, gegen die sie so mit Phantasien wirken, nicht anders, als daß sie eingewickelt würden. Diese, die von ihnen so eingewickelt wurden, schienen über einen Felsabhang hinabgewälzt zu werden, aber die, welche eingewickelt waren, wurden herausgenommen und befreit; es waren Geister, die nicht weichen wollten, sie wurden so vom Herrn erhalten, sonst wären sie erstickt worden, wiewohl sie wieder aufgelebt wären, aber erst nach der Qual. Sie traten zurück durch den Abhang des Felsens. Von da hörte man ein Geräusch von Bohrern, wie wenn es viele große Bohrer wären, und man ward inne, daß ihre höchst grausamen Phantasien wider den Herrn ein solches Geräusch verursachten. Hernach wurden sie durch finstere Höhlen unter dem umnebelten Felsen in ihre Hölle hinabgeworfen. Als sie in der Geisterwelt waren, wurde die dortige Sphäre in ihrer Beschaffenheit verändert. 1271. Hernach waren einige tückische Geister (da), die wollten, daß (jene) heraufkämen, und ihnen deswegen eingaben, sie sollten sagen, daß sie nichts seien, damit sie so durchschlüpfen könnten. Dann wurde ein Getöse in jener Hölle gehört, wie von einer in Unruhe versetzten großen Rolle (turbulentum magnum volumen), welches die Bewegung derer war, die herausdringen wollten. Weshalb auch wieder zugelassen ward, daß einige heraufstiegen, und sie erschienen an demselben Ort, wo die vorigen. Sie suchten nun von da aus mir eine tödliche Beredung einzugießen, wobei sie von tückischen Genien unterstützt wurden, aber vergeblich, weil ich vom Herrn beschirmt wurde. Dennoch ward ich deutlich inne, daß ihre Beredung eine erstickende war. Sie meinten, sie können alles, und können jedem das Leben nehmen. Aber weil sie meinten, sie können alles, war es nur ein Kind, das sie wegstieß, bei dessen Gegenwart sie so schwankten, daß sie schrieen über Beängstigung, und zwar so sehr, daß sie zu Gebeten zuflucht nahmen. Die Tückischen wurden auch bestraft, zuerst wurden sie von ihnen beinahe erstickt und hernach zusammengekoppelt, daß sie von derlei ablassen sollten, hernach aber wurden sie befreit. 1272. Nachher wurde mir gezeigt, wie ihre Weiber gekleidet waren: um den Kopf hatten sie einen runden schwarzen vorragenden, wie vorwärts getürmten Hut, ihr Gesicht war klein; die Männer aber waren rauh und haarig. Es ward auch gezeigt, wie sehr sie groß taten mit der Menge ihrer Kinder, daß sie nämlich überall, wohin sie gingen, ihre Kinder bei sich hatten, die in einer gebogenen Linie vorausgingen. Aber es wurde ihnen gesagt, Liebe zu den Kindern sei auch bei allen unvernünftigen Tieren, selbst bei den schlimmsten, und dies sei kein Beweis, daß etwas Gutes bei ihnen sei. Dagegen wenn sie ihre Kinder geliebt hätten, nicht aus Eigenliebe und um des Ruhmes willen, sondern damit die menschliche Gesellschaft des allgemeinen Besten wegen vermehrt, und noch mehr, damit der Himmel hierdurch vergrößert würde, somit um des Reiches des Herrn willen, dann wäre die Liebe gegen ihre Kinder eine echte gewesen.   Von der Lage des Größten Menschen; sodann über den Ort und die Entfernung im anderen Leben 1273. Wenn die aus der Welt neuangekommenen Seelen aus der Gesellschaft der geistigen Engel entlassen werden sollen, damit sie unter die Geister, und zuletzt in den Verein kommen, in dem sie waren, als sie im Leibe lebten, so werden sie von den Engeln umhergeführt zu mehreren Aufenthaltsorten, die gesonderte Vereine und dennoch mit anderen verbunden sind, und werden hin und wieder aufgenommen, dann wieder von da weiter zu anderen (geführt). Und dies eine Zeitlang fort, bis sie zu dem Verein kommen, in dem sie waren, als sie im Leibe lebten, und hier bleiben sie. Von da (datiert) ein neuer Anfang ihres Lebens. Ein Gleißner, Heuchler oder Betrüger, der ein täuschendes Wesen und eine engelgleiche Art annehmen kann, wird zuweilen von guten Geistern aufgenommen, aber nach kurzer Zeit wieder beseitigt, und dann schweift er ohne Engel umher, und bittet um Aufnahme, wird aber abgewiesen, und zuweilen gestraft. Und endlich wird er unter die Höllischen hinabversetzt. Diejenigen, die aus der Abödung unter Engel entrückt werden, wechseln auch die Vereine, und wenn sie von einem zu anderen übergehen, werden sie freundlich und liebreich entlassen, und dies bis sie kommen in einen Engelverein, der mit der Art ihrer Liebtätigkeit, Frömmigkeit, Rechtschaffenheit oder aufrichtigen Freundlichkeit übereinstimmt. Auch ich wurde ebenso durch Aufenthaltsorte geführt und sie redeten mit mir, damit ich erführe, wie es sich damit verhält. Dann durfte ich durch Nachdenken über die Ortsveränderungen finden, daß sie bloß scheinbar, und nur Zustandsveränderungen sind, während der Körper an demselben Ort bleibt. 1274. Zu den Wundererscheinungen im anderen Leben gehört: Erstens, daß die Geister- und Engelvereine unter sich nach den Lagen geschieden erscheinen, obwohl die Orte und Entfernungen im anderen Leben nichts anderes sind, als Zustandsverschiedenheiten. Zweitens, daß die Lagen und Entfernungen ein entsprechendes Verhältnis zum menschlichen Leibe haben, so daß die zur Rechten, auch zur Rechten erscheinen, mag sich der Leib wenden wohin er will, ebenso die zur Linken, dann auch die in anderen Himmelsgegenden Befindlichen. Drittens, daß kein Geist und kein Engel in so weiter Entfernung sich befindet, daß er nicht erblickt werden könnte; dennoch aber fallen nur so viele ins Auge, als der Herr gestattet. Viertens, daß die Geister, an die andere denken, z.B. die ihnen bei Leibesleben irgendwie bekannt waren, wenn der Herr es gestattet, augenblicklich da sind, und zwar so ganz nahe, daß sie am Ohr, im Bereich der Berührung, oder in einiger Entfernung sind, wobei nicht hindert, wenn sie auch einige tausend Meilen von da entfernt, selbst wenn sie in der Sternenwelt sind. Die Ursache ist, weil die Ortsentfernung im anderen Leben nichts ausmacht. Fünftens, daß die Engel keine Zeitvorstellung haben. Dies ist der Fall in der Geisterwelt, noch vollkommener im Himmel. Wieviel mehr vor dem Herrn, Dem notwendig alle und jede ganz und gar gegenwärtig und unter Seinen Augen und Seiner Vorsehung sein müssen! Dies erscheint als unglaublich, ist aber dennoch wahr. 1275. Ich war in einem Verein, wo Ruhe waltete, oder deren ruhiger Zustand einigermaßen dem Stande des Friedens nahe kam, jedoch kein Friedensstand war. Dort redete ich vom Zustand der Kinder, dann auch vom Ort, daß die Veränderung des Ortes und der Entfernung nur ein Schein sei, gemäß dem Zustand eines jeden und dessen Veränderung. Als ich dorthin versetzt war, schien es, als ob die mich umgebenden Geister entfernt und unter mir gesehen würden, dennoch durfte ich sie reden hören. 1276. Was die Lage betrifft, in der die Geister in der Geisterwelt, und die Engel im Himmel sind, so verhält es sich damit so, daß zur Rechten des Herrn die Engel sind, zur Linken die bösen Geister, vorne sind die der mittleren Art, rückwärts sind die Boshaften, über dem Haupt sind die Hochmütigen und die nach hohen Dingen trachten, unter den Füßen sind die Höllen, die denen, die in der Höhe sind, entsprechen. So alle in ihrer Lage je nach ihrem Verhältnis zum Herrn, nach allen Himmelsgegenden und Höhen, in waagrechter und senkrechter Stellung, und in jeder schiefen Richtung. Ihre Lage bleibt sich gleich und wechselt in Ewigkeit nicht. Die Himmel bilden dort zusammen gleichsam einen Menschen, der deswegen genannt wird der Größte Mensch, dem auch alles, was beim Menschen ist, entspricht, über welche Entsprechung, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daher kommt es, daß um jeden Engel her alles die gleiche Lage hat, und bei jedem Menschen, dem vom Herrn der Himmel geöffnet wird. Die Gegenwart des Herrn bringt dies mit sich. Was nicht stattfände, wenn der Herr im Himmel nicht allgegenwärtig wäre. 1277. Ebenso verhält es sich mit den Menschen in betreff ihrer Seelen, die immer gebunden sind an einen Verein von Geistern und Engeln. Auch sie haben eine Lage im Reich des Herrn, gemäß der Art ihres Lebens und ihren Zuständen; und es tut gar nichts zur Sache, daß sie auf der Erde ferne voneinander sind, wäre es auch mehrere tausend Meilen; sie können dennoch zugleich in einem Verein sein, und zwar die in Liebtätigkeit leben in einem Engelverein, die in Haß und dergleichen in einem höllischen Verein. Ebenso tut es nichts zur Sache, daß an einem Orte zugleich mehrere auf Erden sind, sie sind dennoch alle geschieden nach ihren Lebensweisen und Zuständen. Und jeder kann in einem anderen Verein sein. Menschen, die einige hundert oder tausend Meilen voneinander entfernt sind, die sind, wenn sie vor dem inneren Sinn erscheinen, so nahe, daß einige von ihnen einander berühren, gemäß der Lage. Somit, wenn sich mehrere auf Erden fänden, denen der innere Sinn geöffnet wäre, so könnten sie beisammen sein, und miteinander sich unterreden, wenn auch der eine in Indien, der andere in Europa sich befände; was auch gezeigt wurde. So sind auch alle und jede Menschen auf Erden dem Herrn höchst gegenwärtig und unter dessen Blick und Vorsehung. 1278. Über die Lage, den Ort, die Entfernung und die Zeit im anderen Leben sehe man am Ende dieses Kapitels die Fortsetzung.   Fortsetzung von der Lage und dem Ort, wie auch von der Entfernung und Zeit, im anderen Leben 1376. Ich sprach oft mit den Geistern über die Vorstellung des Ortes und der Entfernung bei ihnen, daß sie nämlich nichts Reales seien, sondern bloß ein Schein, als ob sie wären, während sie doch nichts anderes sind, als Zustände ihres Denkens und Fühlens, die sich so verschieden gestalten. Und zwar stellen sie so sich sichtbar dar in der Geisterwelt, nicht so im Himmel bei den Engeln, da diese nicht in der Vorstellung des Ortes und der Zeit sind, sondern in der Vorstellung der Zustände. Aber die Geister, denen körperliche und irdische Vorstellungen ankleben, begreifen dies nicht, sie meinen, es sei ganz so, wie sie es sehen. Solche können kaum dazu gebracht werden, anders zu glauben, als daß sie im Leibe leben; und daß sie Geister sind, davon wollen sie sich nicht überzeugen lassen, somit kaum, daß es einen Schein, auch nicht, daß es eine Täuschung gebe; sie begehren in Täuschungen zu leben. So verschließen sie sich den Weg zum Begreifen und zur Anerkennung des Wahren und Guten, das möglichst weit von den Täuschungen entfernt ist. Es ward ihnen öfters gezeigt, daß die Veränderung des Ortes nur ein Schein und nur eine Sinnestäuschung sei. Es gibt nämlich zweierlei Arten von Veränderungen des Ortes im anderen Leben: die eine, wovon früher, ist, daß alle Geister und Engel im Größten Menschen beständig ihre Stelle beibehalten, was ein Schein ist; die andere ist, daß die Geister an einem bestimmten Ort erscheinen, während sie doch nicht dort sind, was eine Täuschung ist. 1377. Daß der Ort, die Veränderung des Ortes und der Abstand ein Schein in der Geisterwelt ist, konnte daraus erhellen, daß alle Seelen und Geister, so viele ihrer gewesen sind von der ersten Schöpfung an, beständig an ihren Orten erscheinen, und nie die Orte verändern, als wenn ihr Zustand sich verändert, und so wie der Zustand sich verändert, wechseln bei ihnen auch die Orte und Entfernungen. Weil aber ein jeder einen allgemeinen Zustand hat, der herrscht, und die besonderen und einzelnen Zustandsveränderungen sich immer auf den allgemeinen beziehen, so kommt daher auch, daß sie nach jenen Veränderungen zu ihrer Lage zurückkehren. 1378. Ich bin sowohl durch Unterredung mit Engeln, als auch durch lebendige Erfahrung belehrt worden, daß die Geister, als Geister, in Ansehung der Organe, aus denen ihre Leiber bestehen, nicht an dem Ort sind, an dem sie gesehen werden, sondern daß sie weit von da weg sein, und dennoch dort erscheinen können. Ich weiß, daß die, welche von Täuschungen sich verführen lassen, es nicht glauben werden, die Sache verhält sich aber dennoch so. Dies wurde vor den Geistern, die nichts für wahr hielten, was sie nicht mit ihren Augen sahen, wenn es auch lauter Täuschung war, dadurch ins Licht gesetzt, daß etwas Ähnliches bei den Menschen in der Welt sich zeigt: z.B. der Schall eines Redenden in des anderen Ohr. Wenn nicht der Mensch von den Unterschieden des Schalles, die er von Kindheit an durch Übung erlernt hat, es wüßte, und den Fernstehenden sähe, so würde er nicht anders glauben, als daß der Redende zunächst dem Ohr sei. Ebenso der Mensch, der etwas von ihm Entferntes sieht, wenn er nicht zugleich das dazwischen Befindliche sehen, und daraus die Entfernung abnehmen, oder sie aus dem, was er weiß, erschließen würde, so würde er meinen, der entfernte Gegenstand sei ganz nahe bei dem Auge. Mehr noch ist dies der Fall bei der Rede der Geister, die eine inwendige Rede, sodann bei ihrem Sehen, das ein inwendiges Sehen ist. Und weiter wurde gesagt, daß sie es nicht deshalb bezweifeln, noch weniger leugnen dürfen, weil es nicht so vor den Sinnen erscheint, und sie es nicht wahrnehmen können, da die augenscheinliche Erfahrung es aufnötigt. Wie es denn auch innerhalb der Natur vieles gibt, was gegen die Täuschungen der Sinne ist, und doch geglaubt wird, weil es die sichtbare Erfahrung lehrt, z.B. das Schiffen rings um die Erdkugel herum: die, welche sich von Sinnestäuschungen hinnehmen lassen, würden glauben, daß sowohl das Schiff als die Schiffer, wenn sie auf der entgegengesetzten Seite sind, hinabfallen müssen, und daß die Gegenfüßler gar nicht auf den Füßen stehen könnten. Es verhält sich damit und mit vielen anderen Dingen im anderen Leben, die den Sinnestäuschungen entgegen sind, in gleicher Weise, und dennoch sind sie wahr. So z.B. daß der Mensch das Leben nicht von sich, sondern vom Herrn hat, und so viel anderes mehr. Durch dieses und anderes konnten die ungläubigen Geister zum Glauben gebracht werden, daß die Sache sich so verhält. 1379. Hieraus kann auch erhellen, daß die Wanderungen und Versetzungen der Geister, und die Schritte, die sehr oft wahrgenommen werden, nichts anderes sind als Zustandsveränderungen, d.h., daß sie als Ortsveränderungen erscheinen in der Geisterwelt, aber als Zustandsveränderungen im Himmel. Ebenso vieles andere, was vorbildlich ist, und dort sichtbar sich darstellt, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 1380. Daß der Ort, die Ortsveränderung und die Entfernung im anderen Leben auch eine Täuschung ist, konnte daraus erhellen, daß die Geister durch Phantasien in die Höhe, ja in die höchste Höhe, augenblicklich konnten versetzt werden, und in demselben Augenblick auch in die Tiefe, wie auch gleichsam von einem Ende des Weltalls zum anderen. Ja die Gauklerinnen und die Taschenspieler (praestigiatrices et magici) im anderen Leben bringen durch Phantasien anderen den Glauben bei, daß sie, wenn an einem bestimmten Ort, zugleich auch an einem anderen, ja sogar an mehreren Orten seien, indem sie so ein Allenthalben-Gegenwärtigsein lügen. Die, welche bei Leibesleben nach hohen Dingen getrachtet hatten, wie auch die, welche betrügerisch gewesen waren, erscheinen oft über dem Haupt, sind aber gleichwohl in der Hölle unter den Füßen. Sobald ihnen der Hochmut benommen wird, fallen sie in ihre Hölle hinab, was mir gezeigt wurde. Dies ist nicht Schein, sondern ist Täuschung, denn, wie gesagt, es gibt zweierlei Arten vor Ortsveränderungen (im anderen Leben), daß nämlich alle Geister und Engel beständig ihre Stelle behalten, ist ein Schein; daß sie aber an einem bestimmten Ort erscheinen, wo ihre Stelle nicht ist, ist eine Täuschung. 1381. Die Seelen und Geister, die noch keine beständige Stelle im Größten Menschen erlangt haben, werden an verschiedene Orte gebracht, bald dahin, bald dorthin, bald werden sie gesehen auf der einen Seite, bald auf der anderen, bald oben, bald unten; sie werden irrende Seelen oder Geister genannt, und verglichen mit den Flüssigkeiten im menschlichen Körper, die vom Magen, das eine Mal in den Kopf, das andere Mal anderswohin aufsteigen, und versetzt werden: so diese Geister, ehe sie zu der bestimmten und ihrem allgemeinen Zustand angemessenen Stelle kommen. Ihre Zustände sind es, die so verändert werden und irren. 1382. Die Menschen können nicht anders als die göttliche Unendlichkeit mit der Unendlichkeit des Raumes verwechseln, und weil sie die Unendlichkeit des Raumes nicht anders fassen, als daß sie ein Nichts sei, wie es auch der Fall ist, darum glauben sie auch die göttliche Unendlichkeit nicht. Ebenso verhält es sich mit der Ewigkeit, welche die Menschen nur fassen können als eine Ewigkeit der Zeit, sie stellt sich aber dar durch die Zeit bei denen, die in der Zeit sind. Die eigentliche Idee der göttlichen Unendlichkeit wird den Engeln dadurch nahe gebracht, daß sie dem Blick des Herrn augenblicklich zugegen sind, selbst wenn sie am Ende des Weltalls wären, ohne das Zwischeneintreten von Raum oder Zeit. Und die eigentliche Idee der göttlichen Ewigkeit dadurch, daß tausend Jahre ihnen nicht als Zeit erscheinen, kaum anders, als wenn sie eine Minute gelebt hätten. Und beides dadurch, daß sie in ihrem Gegenwärtigen zugleich das Vergangene und Zukünftige haben. Daher sie keine Sorge wegen der Zukunft, und nie eine Vorstellung des Todes, sondern allein die Vorstellung des Lebens haben. So ist in all ihrer Gegenwart des Herrn Ewigkeit und Unendlichkeit.   Von der Gefühlswahrnehmung (Perceptio) der Geister und Engel; und von den Sphären im anderen Leben 1383. Unter die Wunderdinge im anderen Leben gehören die Wahrnehmungen (durch das Gefühl, Innewerdungen \<Perceptiones\>), deren es zwei Arten gibt: Die eine, die den Engeln eigen ist, besteht darin, daß sie fühlen (wahrnehmen oder innewerden \<percipiunt\>), was wahr und gut, und was vom Herrn und von ihnen selbst, sodann wenn das, was sie denken, reden und tun, von ihnen selbst ist, woher und wie beschaffen es ist. Die andere Art haben alle miteinander gemein, und zwar ist sie bei den Engeln in höchster Vollkommenheit, und bei den Geistern je nach der Beschaffenheit eines jeden, daß sie nämlich, sobald ein anderer herankommt, sofort wissen, wie er beschaffen ist. 1384. Was die erste Art betrifft, die den Engeln eigen ist, und darin besteht, daß sie inne werden was wahr und gut, und inne werden, was vom Herrn, und was von ihnen selbst ist, sodann woher und wie beschaffen das ist, was sie denken, reden und tun, wenn es aus ihnen selbst kommt: so durfte ich mit den Söhnen der Urkirche von ihrem Innewerden reden. Sie sagten, daß sie nichts aus sich denken oder denken können, und nichts aus sich wollen, sondern daß sie bei allem und jedem, was sie denken und wollen, inne werden, was vom Herrn, und was anderswoher komme, und daß sie inne werden nicht nur, wieviel vom Herrn, und wieviel wie von ihnen selbst, sondern auch, falls es wie von ihnen selbst kommt, woher es stammt, von welchen Engeln, dann wie diese Engel beschaffen sind, welcherlei ihre Gedanken sind, mit allem Unterschied, somit was für Einflüsse es sind und so unzähliges andere. Die Wahrnehmungen dieser Art sind sehr mannigfaltig. Bei den himmlischen Engeln, die in der Liebe zum Herrn sind, ist ein Wahrnehmen des Guten, und daher alles dessen, was Sache des Wahren ist; und weil sie aus dem Guten das Wahre inne werden, so lassen sie kein Gespräch, noch weniger ein Vernünfteln über das Wahre zu, sondern sagen, so sei es, oder so sei es nicht. Die geistigen Engel aber, die zwar auch ein Innewerden haben, jedoch kein solches, wie die himmlischen, reden über das Wahre und Gute; dennoch aber werden sie es inne, nur mit Unterschied; denn es gibt unzählige Verschiedenheiten dieses Innewerdens. Die Verschiedenheiten beziehen sich darauf, daß sie inne werden, ob etwas nach des Herrn Willen, ob mit Erlaubnis, und ob aus Zulassung, was unter sich durchaus verschieden ist. 1385. Es gibt Geister, die zur Gegend der Haut, besonders der schuppigen, gehören, die über alles vernünfteln wollen, aber keineswegs inne werden, was gut und wahr ist, ja, je mehr sie vernünfteln, desto weniger es inne werden, indem sie in das Vernünfteln die Weisheit setzen, und damit glänzen wollen. Ihnen wurde gesagt, Engelsweisheit sei: (durch das Gefühl) inne werden, ob etwas gut und wahr ist, ohne Vernünftelung. Aber sie begreifen nicht, daß ein solches Gefühl (oder Innewerden, perceptio) möglich sei. Es sind die, welche bei Leibesleben das Wahre und Gute durch Wissenschaftliches und Philosophisches verdunkelt hatten, und daher sich für gebildeter hielten, als andere, und zuvor keine Grundsätze des Wahren aus dem Worte geschöpft hatten. Solche haben daher weniger gesunden Menschenverstand (sensus communis). 1386. Solange die Geister meinen, daß sie sich selber leiten, und daß sie aus sich selbst denken, aus sich wissen, verstehen, weise seien, können sie kein Innewerden (durchs Gefühl) haben, sondern glauben, es seien Märchen. 1387. Ich sprach öfters über das Innewerden (durchs Gefühl) mit denen im anderen Leben, die, als sie in der Welt lebten, meinten, sie könnten alles durchschauen und verstehen. Ich sagte ihnen, daß die Engel (durchs Gefühl) inne werden, daß sie denken und reden, wollen und handeln aus dem Herrn, aber dennoch konnten sie nicht begreifen, was Gefühlswahrnehmung (oder Innewerden) sei, indem sie meinten, wenn in solcher Weise alles einfließen würde, so würden sie ja alles Lebens beraubt sein, weil sie so nichts aus sich selbst oder aus dem Eigenen denken würden - darein setzten sie nämlich das Leben - und es ja so ein anderer wäre, der denken würde, und nicht sie, folglich sie selbst bloß leblose Organe sein würden. Aber es wurde ihnen gesagt, daß ein solcher Lebensunterschied sei zwischen Innewerden haben, und nicht haben, wie einer ist zwischen Finsternis und Licht, und daß sie dann erst eigentlich leben, wenn sie ein solches Innewerden empfangen, denn sie leben alsdann aus dem Herrn, und haben doch auch ein Eigenes, das ihnen gegeben wird mit aller Glückseligkeit und Lust. Es ward ihnen auch durch mehrfache Erfahrung gezeigt, wie es sich mit dem Innewerden verhalte, und dann erkannten sie an, daß es ein solches geben könne, aber nach einiger Zeit vergaßen, bezweifelten und leugneten sie es wieder. Hieraus konnte erhellen, wie schwer ein Mensch fassen kann, was das Innewerden (durch das Gefühl) ist. 1388. Die andere Art des Innewerdens ist, wie gesagt, die, welche alle gemein haben, die Engel in höchster Vollkommenheit und die Geister je nach der Beschaffenheit eines jeden, daß sie nämlich, sobald ein anderer herankommt, wissen, wie er beschaffen ist, wenn er auch nichts redet. Sie äußert sich sogleich durch einen gewissen wunderbaren Einfluß. Man erkennt an einem guten Geist nicht bloß, welcherlei Güte, sondern auch, welchen Glauben er hat, und wenn er redet, an den einzelnen Worten. An einem bösen Geist, welche Bosheit und welchen Unglauben er hat, und wenn er redet, an den einzelnen Worten; und zwar so deutlich, daß gar keine Täuschung stattfindet. Etwas Ähnliches kommt vor bei den Menschen, die auch an dem Benehmen, der Miene, der Rede eines anderen zuweilen erkennen können, was er denkt, obwohl er durch die Rede sich anders zeigt. Diese Wissenschaft ist dem Menschen natürlich, und stammt her von der so beschaffenen Naturanlage der Geister, somit vom Geist des Menschen selbst, und seiner Gemeinschaft mit der Geisterwelt. Dieses sich mitteilende Gefühls-Innewerden hat seinen Ursprung daher, daß der Herr will, daß alles Gute mitteilbar sei, und daß alle von gegenseitiger Liebe angeregt und so glückselig sein sollen. Daher auch eine solche Gefühlswahrnehmung unter den Geistern allgemein herrscht. HG 1389 1389. Seelen, die in das andere Leben kamen, wunderten sich, daß es eine solche Mitteilung der Gedanken eines anderen gebe, und daß sie sogleich wußten, nicht bloß, was für eine Gesinnung, sondern auch, was für einen Glauben ein anderer habe. Es wurde ihnen aber gesagt, daß der Geist viel höhere Fähigkeiten erlange, wenn er vom Leib getrennt ist. Bei Leibesleben wirken ein die Gegenstände der Sinne, sodann die Phantasiebilder von dem, was von jenen her im Gedächtnis haftet, und überdies die Beunruhigungen wegen der Zukunft, verschiedene durch Äußeres erregte Begierden, Sorgen für Nahrung, Kleidung, Wohnung, Kinder und mehreres, woran man im anderen Leben gar nicht denkt. Wenn daher solche Hemmungen und Hindernisse, samt dem Körperlichen, das mit der groben Empfindung zusammenhängt, beseitigt sind, so muß man sich notwendig in einem vollkommeneren Zustand befinden; es bleiben dieselben Fähigkeiten, aber viel vollkommener, lichter und freier; besonders bei denen, die in Liebtätigkeit und Glauben an den Herrn, und in der Unschuld gelebt haben. Die Fähigkeiten solcher werden unermeßlich weit über diejenigen hinaus erhöht, die sie im Leibe (hienieden) hatten, bis zuletzt zu den engelischen des dritten Himmels. 1390. Es besteht ferner nicht bloß eine Mitteilung der Neigungen und Gedanken eines anderen, sondern auch eine Mitteilung seines Wissens, bis dahin, daß der eine Geist meint, er habe gewußt, was der andere weiß, obwohl er davon nichts gewußt hatte; auf diese Art teilt sich alles Wissen des anderen mit. Einige Geister behalten solches, andere nicht. 1391. Die Mitteilungen geschehen sowohl durch ihre Rede unter sich, als auch durch Ideen und zugleich Vorbildungen, denn die Ideen ihres Denkens sind zugleich vorbildlich, daher sich alles in Fülle darstellt. Durch eine einzige Idee können sie mehr vorbilden, als durch tausend Worte. Aber die Engel werden inne den inneren Gehalt einer Idee, die Art der Neigung, den Ursprung der Neigung, den Zweck derselben, und so mehreres, was inwendig ist. 1392. Die Wonnen und Seligkeiten werden im anderen Leben von einem an mehrere gewöhnlich auch mitgeteilt durch reelle Ergießungen, (transmissio) die wunderbar ist, und infolge derer dann diese ebenso, wie jener, davon angeregt werden. Und diese Mitteilungen geschehen, ohne daß eine Verminderung eintritt bei demjenigen, der mitteilt. Auch ich durfte auf diese Art Wonnegefühle durch Ergießungen anderen mitteilen. Hieraus kann erhellen, welch eine Seligkeit diejenigen haben, die den Nächsten mehr lieben als sich selbst, und kein größeres Verlangen haben, als ihre Seligkeit auf andere zu übertragen; was seinen Ursprung vom Herrn hat, Der so die Seligkeiten den Engeln mitteilt. Die Mitteilungen der Seligkeit sind solche beständige Übertragungen, aber ohne ein Bewußtsein, daß sie von einer solchen wirkenden Ursache herkommen, und wie durch offenbare Willensbestimmung erfolgen. 1393. Die Mitteilungen geschehen auch in wunderbarer Weise durch Wegschaffungen (remotiones), deren Beschaffenheit vom Menschen nicht begriffen werden kann. Weggeschafft wird im Augenblick alles, was traurig und beschwerlich ist, und so stellt sich Wonniges und Seliges ein ohne Hindernisse, denn wenn jenes beseitigt ist, fließen die Engel ein, und teilen ihr Seliges mit. 1394. Weil ein solches Innewerden stattfindet, daß der eine im Augenblick wissen kann, wie der andere beschaffen ist in betreff der Liebe und des Glaubens, darum werden sie gemäß der Übereinstimmungen in Vereine verbunden, und gemäß der Nichtübereinstimmung getrennt und zwar so genau, daß es nicht das Kleinste eines Unterschiedes gibt, das nicht trennt oder verbindet. Darum sind die Vereine in den Himmeln so geschieden, daß man sich nichts Geschiedeneres denken kann und zwar gemäß allen Unterschieden der Liebe und des Glaubens an den Herrn, die unzählig sind. Daher die himmlische Form, die beschaffen ist, daß sie einen Menschen darstellt, welche Form fortwährend vervollkommnet wird. 1395. Wie es sich mit dieser Art von Wahrnehmung verhalte, wurde mir durch vielfache Erfahrung zu wissen vergönnt. Es wäre aber zu umständlich, das alles zu berichten. Ich hörte öfters, wenn Arglistige redeten und ward nicht bloß die List inne, sondern auch, was für eine List es war, und welche Bosheit in der List; es ist sozusagen in jedem Ton der Stimme ein Bild der List. Dann auch ward ich inne, ob es die List des Redenden oder anderer sei, die durch ihn redeten. Ebenso verhält es sich mit denjenigen, die im Haß sind; sogleich wird wahrgenommen, was für ein Haß es sei, und mehreres, als je ein Mensch zu glauben bestimmt werden kann, daß es im Haß sich finde. Wenn die Personen gegenwärtig sich darstellen, gegen die sie einen Haß hatten, so entsteht dadurch ein jämmerlicher Zustand, denn alles, was sie wider einen andern gedacht und angezettelt haben, stellt sich da heraus. 1396. Ein gewisser Geist, der sich ein Verdienst anmaßen wollte, wegen dessen, was er, als er in der Welt lebte, getan und gelehrt hatte, ging rechts hin und kam zu solchen, die nicht so beschaffen waren, um sich ihnen beizugesellen; er sagte, er sei nichts und wolle ihnen dienen. Aber diese merkten, sobald er herbeikam, und zwar schon von ferne, wie er beschaffen war. Sie antworteten sogleich, er sei nicht von der Art, sondern wolle groß werden, und so könne er nicht zusammenstimmen mit denen, die klein sind. Dadurch ward er beschämt und trat ab und verwunderte sich, daß sie schon aus so weiter Ferne es wußten. 1397. Weil die Wahrnehmungen so genau sind, können böse Geister sich nicht nähern einer Sphäre oder einem Verein, wo gute Geister sind, die in gegenseitiger Liebe stehen. Sobald sie nur nahen, fangen sie an Angst zu fühlen, indem sie klagen und jammern. Ein Böser warf sich aus Keckheit und Selbstvertrauen in einen Verein, der auf der ersten Schwelle des Himmels sich befand, aber sobald er sich hinzumachte, konnte er kaum atmen, und spürte seinen Leichengeruch, daher er zurückfiel. 1398. Es waren mehrere Geister um mich, die nicht gut waren, da kam ein Engel, und ich sah, daß die Geister seine Gegenwart nicht ertragen konnten, denn sie entfernten sich mehr und mehr, je näher er herzutrat, worüber ich mich verwunderte. Aber es ward mir zu wissen gegeben, daß die Geister bei der Sphäre, die er bei sich hatte, nicht verweilen konnten. Hieraus, wie auch aus einer anderen Erfahrung, ergab sich, daß ein einziger Engel Myriaden von bösen Geistern wegtreiben kann, denn sie halten die Sphäre der gegenseitigen Liebe nicht aus. Dennoch aber ward ich inne, daß seine Sphäre gemildert war durch Beigesellungen anderer; wäre sie nicht gemildert gewesen, so wären alle auseinander gestoben. Hieraus ist auch klar, was für eine Wahrnehmung es im anderen Leben gibt, und wie sie sich zusammengesellen, und wie sie sich trennen gemäß den Wahrnehmungen. HG 1399 1399. Ein jeglicher Geist hat Gemeinschaft mit dem inwendigen und dem innersten Himmel, und zwar ohne daß er etwas davon weiß, sonst könnte er nicht leben. Wie er inwendig beschaffen ist wird erkannt von den Engeln, die im Inwendigen sind, und er wird auch durch sie vom Herrn regiert. So gibt es Mitteilungen seines Inneren im Himmel, wie seines Äußeren in der Geisterwelt. Durch die innerlichen Mitteilungen wird er geschickt gemacht zu dem Nutzzweck, zu dem er geführt wird, ohne daß er es weiß. So auch verhält es sich mit dem Menschen: auch er hat durch Engel Gemeinschaft mit dem Himmel, (was er gar nicht weiß,) denn sonst könnte er nicht leben. Was von daher in seine Gedanken einfließt, sind nur die letzten Wirkungen; von da ist all sein Leben, und von da aus werden alle Bestrebungen seines Lebens regiert. 1400. Die Fortsetzung über die Wahrnehmungen, und über die daraus entstehenden Sphären, sehe man am Ende dieses Kapitels.   Fortsetzung von den Wahrnehmungen, und von den Sphären im anderen Leben 1504. Daß man im anderen Leben schon beim ersten Herankommen eines andern sogleich erkennt, wie er beschaffen ist, wenn er auch nichts spricht, ist schon Nr. 1388 gesagt worden. Hieraus kann man ersehen, daß das Innere des Menschen in einer unbekannten Tätigkeitsäußerung ist, und daß an dieser ein Geist erkannt wird, wie er beschaffen ist. Daß dem so ist, konnte daraus erhellen, daß die Sphäre dieser Tätigkeit sich nicht bloß in die Ferne erstreckt, sondern auch zuweilen, wenn der Herr es zuläßt, auf verschiedene Weise sich fühlbar darstellt. 1505. Wie diese Sphären, die im anderen Leben so fühlbar werden, sich bilden, darüber bin ich auch belehrt worden; zur Verdeutlichung diene folgendes Beispiel: Wer von sich und seinen Vorzügen vor anderen eine (hohe) Meinung gefaßt hat, nimmt zuletzt eine solche Art und Weise und gleichsam Natur an, daß er überall, wohin er nur geht, und (sooft er) andere ansieht, und mit ihnen spricht, sich selbst im Auge hat, und zwar dies zuerst offenbar, hernach nicht offenbar, so daß er sich dessen nicht bewußt ist, dasselbe aber gleichwohl durchherrscht, wie in dem einzelnen seines Fühlens und Denkens, so auch in dem einzelnen seines Benehmens und in dem einzelnen seiner Rede. Dies können die Menschen an anderen sehen. So etwas ist es, was die Sphäre im anderen Leben macht, die empfunden wird, aber gleichwohl nicht öfter als der Herr es gestattet. So verhält es sich (auch) mit anderen Neigungen, daher es ebenso viele Sphären gibt, als es Neigungen und Zusammensetzungen von Neigungen gibt, die unzählig sind. Die Sphäre ist gleichsam ein Bild von ihm, das sich über ihn hinaus verbreitet hat, und zwar ein Bild von allem, was bei ihm ist. Jedoch ist, was sich sichtbar oder empfindbar in der Geisterwelt darstellt, nur etwas Allgemeines, wie er aber im Besonderen beschaffen ist, das weiß man im Himmel. Hingegen wie er im einzelnen ist, weiß niemand, als der Herr allein. HG 1506 1506. Damit man wisse, wie die Sphären beschaffen sind, darf ich einiges aus Erfahrung anführen: Ein gewisser Geist, der, als er noch im Leibe lebte, mir bekannt war, und mit dem ich redete, erschien nachher öfter unter den Bösen. Weil dieser eine hohe Meinung von sich hatte, bildete er sich eine Sphäre des Vorzugs vor anderen. Und weil er so geartet war, entflohen die Geister augenblicklich, so daß keiner erschien als er allein. Er erfüllte dann die ganze Sphäre ringsumher, die eine selbstbeschauliche war. Von seinen Genossen verlassen, verfiel er bald auch in einen anderen Zustand: wer nämlich von seiner Gesellschaft, zu der er gehört, verlassen wird im anderen Leben, der wird zuerst wie halbtot; sein Leben wird alsdann nur erhalten durch den Einfluß des Himmels in sein Inneres; da fängt er dann an zu jammern und Pein zu leiden. Die anderen Geister sagten nachher, daß sie seine Gegenwart nicht haben aushalten können, weil er größer als andere hatte sein wollen. Als er zuletzt anderen beigesellt wurde, fuhr er in die Höhe, und so kam es ihm vor, als ob er allein das Weltall regiere; denn so sehr bläht die sich selbst überlassene Selbstliebe sich auf. Er wurde nachher unter die Höllischen geworfen. Ein solches Los erwartet diejenigen, die meinen, sie seien größer als andere. Die Selbstliebe ist mehr als jede andere Liebe entgegen der wechselseitigen Liebe, die das Leben des Himmels ist. 1507. Da war einer, der sich bei Leibesleben für größer und weiser als andere hielt; sonst aber gutartig war, und andere sich gegenüber nicht so sehr verachtete. Dagegen aber, weil er in hohem Stande geboren war, eine Sphäre des Hervorragens und der Autorität sich angebildet hatte. Dieser kam zu mir und sprach lange nichts; ich bemerkte aber, daß er wie von einem Nimbus umflossen war, der von ihm ausströmend die Geister zu umhüllen begann, infolgedessen die Geister beängstigt zu werden anfingen. Von da aus redeten sie mit mir und sagten, sie könnten durchaus nicht mehr da sein, sie werden aller Freiheit beraubt, wie wenn sie nicht wagen dürften, etwas zu sagen. Auch er fing an zu reden, auch mit ihnen, die er seine Söhne nannte und zuweilen belehrte, aber im Ton der Autorität, die er sich angeeignet hatte. Hieraus konnte ich entnehmen, wie die Sphäre der Autorität im anderen Leben beschaffen ist. 1508. Oftmals konnte ich beobachten, daß diejenigen, die in der Welt die höchste Würde bekleidet hatten, infolgedessen nicht vermeiden konnten, sich eine Sphäre der Autorität anzueignen, und ebendarum sie im anderen Leben weder zu verbergen, noch abzulegen vermochten. Bei denjenigen von ihnen, die mit Glauben und Liebtätigkeit begabt waren, wird die Sphäre ihrer Autorität mit der Sphäre der Güte wunderbar verbunden, so daß sie niemanden lästig wird, ja es wird ihnen von wohlgesitteten Geistern auch eine Art von entsprechender Unterordnung geleistet. Allein es ist bei ihnen nicht die Sphäre des Befehlens, sondern nur, weil sie so geboren sind, eine natürliche Sphäre, die sie auch, weil sie gut sind, später nach Verlauf einiger Zeit ablegen und abzulegen streben. 1509. Es waren bei mir einige Tage lang solche Geister, die, während sie in der Welt lebten, gar nicht für das Beste der Gesellschaft, sondern nur für sich selbst gesorgt hatten, zu Dienstleistungen im Staat unnütz waren, und bloß darauf ausgingen, üppig zu leben, sich prächtig zu kleiden und reich zu werden, wobei sie sich die Verstellungskünste und geeigneten Manieren angewöhnt hatten, durch mancherlei Schmeichelei und Diensteifer sich zu insinuieren (einschmeicheln), bloß um zu scheinen, und die Güter ihres Herrn verwalten zu dürfen, geringschätzig ansehend alle, die in ernsten Dienstverrichtungen stehen. Ich merkte, daß sie an Höfen gewesen waren. Ihre Sphäre äußerte sich darin, daß sie mir allen Eifer benahmen, und mir eine große Unlust am Tun und Denken des Ernsten, Wahren und Guten beibrachten, so daß ich zuletzt kaum mehr wußte, was ich tun sollte. Wenn solche unter die Geister kommen, verursachen sie ihnen eine gleiche Stumpfheit. Sie sind im anderen Leben unnütze Glieder, und werden überall, wohin sie kommen, zurückgewiesen. 1510. Ein jeder Geist, und noch mehr ein jeder Verein von Geistern, hat seine Sphäre aus den gefaßten Grundsätzen und Überzeugungen, welche die Sphäre der Grundsätze und Überzeugungen (principiorum et persuasionum) ist; die bösen Genien haben eine Sphäre der Begierden. Die Sphäre der Prinzipien und der Überzeugungen ist so beschaffen, daß sie, wenn sie auf einen anderen einwirkt, das Wahre als falsch erscheinen läßt, und alle Gründe dafür hervorruft, so daß sie zu dem Glauben bringt, das Falsche sei wahr, und das Böse sei gut. Hieraus konnte ich ersehen, wie leicht der Mensch im Falschen und Bösen bestärkt werden kann, wofern er nicht den Wahrheiten glaubt, die vom Herrn sind. Solche Sphären sind mehr oder weniger dicht, je nach der Natur der Falschheiten. Diese Sphären können durchaus nicht zusammenstimmen mit den Sphären der Geister, die in den Wahrheiten sind. Wenn sie einander nahen, so entsteht ein Widerstreit; wenn die Sphäre des Falschen aus Zulassung überwiegt, so kommen die Guten in Versuchung und in Angst. Empfunden ward auch die Sphäre des Unglaubens, die von der Art ist, daß sie nichts glauben (von dem), was gesagt wird, kaum was ihnen sichtbar dargestellt wird; auch die Sphäre derjenigen, die nichts glauben, als was sie mit den Sinnen begreifen. Es erschien mir auch einer, der dunkel gekleidet war, und an einer Mühle saß, als ob er Mehl mahlte, und seitwärts erschienen kleine Spiegel (visa specula parva); nachher sah ich gewisse Dinge, die durch die Phantasie hervorgebracht, aber Luftgebilde waren. Ich wunderte mich, wer es sein möchte, er kam aber zu mir und sagte, er sei der, der an der Mühle gesessen, und habe solche Vorstellungen gehabt, daß alles und jedes nur Phantasiegebilde sei und nichts Wirkliches, daher er so geworden. 1511. Durch viele Erfahrung ist mir gewiß geworden, ja so gewiß, daß es nichts Gewisseres gibt, daß nämlich die Geister, die im Falschen sind, ins Denken einfließen, und völlig glauben machen, daß das Falsche wahr sei, so daß es durchaus nicht anders erscheinen kann, und zwar dies vermöge ihrer Sphäre. In gleicher Weise fließen die Genien, die im Bösen sind, so in den Willen ein, und machen ganz, als ob das Böse gut wäre: so daß es durchaus nicht anders empfunden werden kann, und zwar ebenfalls infolge ihrer Sphäre. Den Einfluß von jenen und diesen durfte ich tausendmal deutlich empfinden, sodann auch, von denen (er herkam), so wie auch auf welche Art die Engel aus dem Herrn jenes entfernt haben, außer mehrerem, was speziell nicht so gesagt werden kann. Hieraus konnte sich mir mit solcher Gewißheit, daß es nichts Gewisseres gibt, ergeben, woher das Falsche und Böse beim Menschen kommt; und daß aus den Grundsätzen des Falschen, und aus den Begierden des Bösen solche Sphären (hervorgehen), die nach dem Leben des Körpers bleiben, und sich so augenscheinlich herausstellen. 1512. Die Sphären der Phantasien erscheinen, wenn sie sich sichtbar darstellen, wie Wolken, die je nach Beschaffenheit der Phantasie, mehr oder minder dicht sind. Unter dem linken Fuß ist ein nebeliger Fels, unter dem die Vorsündflutlichen sich befinden. Jenes Nebelige entspringt aus ihren Phantasien, und durch dasselbe werden sie von allen übrigen im anderen Leben ferngehalten. Aus denen, die in Haß und Rache gelebt haben, dünsten Sphären aus, die von der Art sind, daß sie Ohnmacht verursachen, und Erbrechen erregen; solche Sphären sind gleichsam vergiftet. Wie giftig und wie dicht sie seien, erkundet man gewöhnlich durch eine Art von dunkelblauen Binden, so wie diese verschwinden, wird auch die Sphäre abgeschwächt. 1513. Einer von denen, die Laute genannt werden, kam zu mir, und benahm sich wie wenn er sich gebessert hätte, und ich empfand den Betrug nicht, obwohl ich dachte, daß er ihn inwendig verberge. Die Geister aber sagten, sie können seine Gegenwart nicht ertragen, und fühlen bei sich eine Wirkung, wie sie die Menschen (als Reiz) zum Erbrechen zu haben pflegen, und daß er unter die gehöre, die ausgespien werden sollen. Derselbe führte nachher ruchlose Reden, und konnte nicht davon ablassen, wie sehr man ihn auch zu überzeugen suchte, daß man nicht so reden dürfe. 1514. Die Sphären stellen sich auch empfindbar dar durch Gerüche, welche die Geister viel schärfer empfinden, als die Menschen; denn den Sphären entsprechen, was wunderbar ist, die Gerüche. Wenn bei solchen, die sich auf Verstellung gelegt, und diese sich zur anderen Natur gemacht haben, ihre Sphäre in einen Geruch sich verwandelt, so ist es ein Erbrechen erregender Qualm. Wenn bei solchen, die sich auf Beredsamkeit gelegt haben in der Absicht, daß alles ihnen Bewunderung zolle, ihre Sphäre in eine riechbare verwandelt wird, so ist es wie der Geruch von verbranntem Brot. Bei solchen, die bloß den Wollüsten nachhingen, und in keiner Liebtätigkeit und in keinem Glauben standen, ist der Geruch ihrer Sphäre wie der von Exkrementen. Ebenso bei denen, die in Ehebrüchen ihr Leben hingebracht haben, ihr Geruch ist noch stinkender. Verkehrt sich die Sphäre derer, die in heftigem Haß und in Rache und Grausamkeit gelebt haben, in Gerüche, so ist es ein Leichengestank. Ein Mäusegestank breitet sich von denen aus, die schmutzig geizig gewesen sind. Ein Wanzengestank (pediculorum domesticorum) von denen, welche die Unschuldigen verfolgen. Diese Gerüche können von keinem Menschen empfunden werden, wenn ihm nicht die inneren Sinne (sensationes) geöffnet worden sind, so daß er zugleich bei den Geistern ist. 1515. Es ward die Sphäre des Übelgeruchs einer Frau empfunden, die nachher den Sirenen zugesellt wurde, und dieser üble Geruch dünstete einige Tage lang überall aus, wohin sie kam. Die Geister sagten, es sei ein beinahe tödlicher Gestank; sie selbst jedoch empfand nichts von diesem Gestank. Der Gestank der Sirenen ist der gleiche, weil ihr Inneres unsauber, ihr Äußeres aber meistens anständig und hübsch ist, wovon Nr. 831. Zu verwundern ist, daß die Sirenen im anderen Leben alles, was dort ist, ergreifen, und besser als andere wissen wie die Sache sich verhält; auch die Lehrbestimmungen, aber alles in der Absicht, es in Magisches zu verkehren, und sich die Herrschaft über andere zu verschaffen. In die Neigungen der Guten schleichen sie sich ein durch den angenommenen Schein des Guten und Wahren, sind aber gleichwohl so geartet. Hieraus kann erhellen, daß die Lehrbestimmung nichts ist, wofern der Mensch nicht so wird, wie sie lehrt, d.h., wofern sie nicht das Leben zum Zweck hat. Abgesehen davon, daß viele unter den Höllischen sind, welche die Lehrbestimmungen besser als andere verstanden haben. Die aber ein Leben der Liebtätigkeit gelebt haben, sind alle im Himmel. 1516. Ich sprach mit den Geistern über den Geschmacksinn, von dem sie sagten, sie haben ihn nicht, sondern etwas, woraus sie gleichwohl erkennen, welcherlei der Geschmack ist, den sie mit dem Geruch verglichen, jedoch nicht beschreiben konnten. Da wurde mir in die Erinnerung zurückgerufen, daß der Geschmack und der Geruch in einem Dritten zusammentreffen, wie dies auch an den Tieren zu ersehen ist, die mit dem Geruch die Nahrung untersuchen, woraus ihnen offenbar wird, ob sie ihnen gesund und zuträglich ist. 1517. Es ward ein Weingeruch empfunden, und ich erfuhr, daß er von solchen komme, die aus Freundschaft und erlaubter Liebe schmeicheln, in der Art, daß in den Schmeicheleien auch Wahrheit ist. Dieser Geruch ist von großer Verschiedenheit, und stammt aus der Sphäre des formalen Schönen. 1518. Wenn himmlische Engel bei der Leiche eines gestorbenen Menschen sind, der auferweckt werden soll, so verwandelt sich der Leichengeruch in einen aromatischen Geruch, bei dessen Empfindung die bösen Geister nicht herzunahen können. 1519. Die Sphären der Liebtätigkeit und des Glaubens, wenn sie als Gerüche empfunden werden, sind äußerst angenehm. Es sind Wohlgerüche, wie von Blüten, Lilien, Gewürzen verschiedener Art, mit unendlicher Mannigfaltigkeit. Außerdem stellen sich auch die Sphären der Engel zuweilen sichtbar dar, als Atmosphären oder heitere Himmelslüfte (aurae), die so schön, so lieblich und so mannigfaltig sind, daß sie gar nicht beschrieben werden können. 1520. Betreffend jedoch das, was gesagt worden ist von der Empfindbarkeit des Inneren eines Geistes mittelst der Sphären, die über ihn hinaus sich verbreiten und fortsetzen, wie auch mittelst der Gerüche, so muß man wissen, daß diese nicht beständig existieren; abgesehen davon, daß sie auf verschiedene Weise vom Herrn gemäßigt werden, damit die Geister nicht immer vor anderen offenbar sein möchten, wie sie beschaffen sind.   Vom Licht, in dem die Engel leben 1521. Daß die Geister und Engel alle Sinne, außer dem Geschmack, und zwar viel schärfer und vollkommener haben, als irgendein Mensch, ist mir vielfältig offenbar geworden. Sie sehen nicht nur einander und gehen miteinander um - die Engel in höchster Seligkeit aus gegenseitiger Liebe -, sondern was sie dort sehen, ist auch mehr als je ein Mensch glauben kann. Es ist die Geisterwelt, und es sind die Himmel voll von Vorbildungen, wie sie den Propheten erschienen, und zwar so großartig, daß, wenn jemanden nur das Gesicht geöffnet würde, und er einige Stunden hineinblickte, er vor Staunen außer sich geraten müßte. Es ist ein solches Licht im Himmel, daß es selbst das Mittagslicht der Sonnenwelt in unglaublicher Weise übertrifft. Sie haben aber kein Licht aus dieser Welt, weil sie über oder innerhalb der Sphäre dieses Lichtes sind, sondern es ist ein Licht vom Herrn, Der ihnen Sonne ist. Das Weltlicht, auch das mittägige, ist den Engeln wie dichtes Dunkel. Wenn ihnen gegeben wird, in dieses Licht hineinzublicken, so ist es, als ob sie lauter Finsternis erblickten, was mir durch Erfahrung zu wissen gegeben wurde. Hieraus kann erhellen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Licht des Himmels und dem Licht der Welt. 1522. Das Licht, in dem die Geister und Engel leben, habe ich so oft gesehen, daß ich mich zuletzt nicht mehr darüber verwunderte, weil es mir etwas Gewöhnliches geworden war, aber jede Erfahrung anzuführen, wäre allzu umständlich, daher möge nur dies wenige hier stehen. 1523. Damit ich wüßte, was es für ein Licht sei, bin ich einige Male in Wohnungen versetzt worden, in denen gute und engelische Geister waren, und dort habe ich nicht nur sie selbst, sondern auch die Dinge gesehen, die sich daselbst befanden. Es erschienen auch Kinder und Mütter in einem Licht von so glänzendem Weiß und Schimmer (tanti candoris et splendoris), daß es nirgends ein glänzenderes Weiß geben kann. 1524. Unvermutet fiel ein starkes Flammenlicht vor das Auge hin, das dadurch sehr geblendet wurde, und zwar nicht nur das Gesicht des Auges, sondern auch das inwendigere. Bald darauf erschien etwas Dunkles wie eine finstere Wolke, worin gleichsam etwas Erdartiges war; und als ich mich darüber wunderte, wurde mir zu wissen gegeben, daß das Licht bei den Engeln im Himmel so groß ist im Vergleich mit dem Licht in der Geisterwelt, obwohl die Geister im Lichte leben, daß aber dennoch ein solcher Unterschied sei. Und daß es wie mit dem Licht, so auch sich verhält mit der Einsicht und Weisheit der Engel gegenüber der Einsicht und Weisheit der Geister, und nicht allein mit der Einsicht und Weisheit, sondern auch mit allem, was zur Einsicht und Weisheit gehört, als: mit der Rede, mit dem Denken, mit den Freuden, den Wonnen, denn diese entsprechen dem Licht. Hieraus konnte mir auch klar sein, wie groß und von welcher Art die Vollkommenheiten der Engel sind im Vergleich mit den Menschen, die doch noch mehr im Dunkeln sind als die Geister. 1525. Es ward mir die Lichthelle gezeigt in der diejenigen leben, die zu einem inwendigen Gebiet des Angesichts gehören: es war ein Lichtglanz mit schönem Farbenspiel von Strahlen einer goldenen Flamme für die, welche in den Neigungen des Guten sind, und ein Lichtglanz im Farbenspiel von Strahlen eines Silberlichtes für die, welche in den Neigungen des Wahren sind. Zuweilen sehen sie auch den Himmel, aber nicht den, der vor unseren Augen erscheint, sondern den, der vor ihnen sich darstellt mit Sternchen auf das schönste geschmückt. Daß ein Unterschied des Lichtes besteht, kommt daher, daß alle guten Geister, die im ersten Himmel sind, und alle engelischen Geister, die im zweiten Himmel, und alle Engel, die im dritten sind, im allgemeinen sich unterscheiden in himmlische und geistige. Himmlische sind die in der Liebe zum Guten, geistige die in der Liebe zum Wahren sind. 1526. Ich wurde den Vorstellungen der einzelnen oder leiblichen Dinge entrückt, so daß ich in geistigen Vorstellungen festgehalten wurde, da erschien ein lebhaftes Funkeln von diamantartigem Licht, und zwar ziemlich lange. Ich kann das Licht nicht anders beschreiben, denn es funkelte wie von Diamantenschimmer in den kleinsten Dingen. Und solange ich in diesem Licht gehalten wurde, sah ich die Einzeldinge (particularia), die weltlich und leiblich waren, als unter mir und entfernt; wodurch ich belehrt wurde, in wie großem Licht die sind, die den materiellen Vorstellungen entrückt, in geistigen sind. Außerdem erschien mir das Licht der Geister und Engel so oft, daß ganze Seiten angefüllt würden, wenn alle Erfahrungen aufgezählt werden sollten. 1527. Wenn es dem Herrn gefällt, erscheinen die guten Geister vor anderen und auch sich selbst, wie leuchtende Sterne, schimmernd je nach der Beschaffenheit ihrer Liebtätigkeit und ihres Glaubens. Böse Geister aber wie kleine Kugeln von Kohlenfeuer. 1528. Das Leben der Begierden und der Wollüste aus ihnen erscheint zuweilen wie Kohlenfeuer bei den bösen Geistern: in ein solches gleichsam feuriges Wesen verwandelt sich das Leben der Liebe und Barmherzigkeit des Herrn, das bei ihnen einfließt. Das Leben ihrer Phantasien aber erscheint wie der daraus entstehende Schein, der dunkel ist, und auf keine Entfernung sich ausdehnt. Wenn aber das Leben der gegenseitigen Liebe sich naht, so verlöscht jenes Feurige und schlägt in Kälte um, und jenes dunkle Licht schlägt in Finsternis um; denn die bösen Geister leben in der Finsternis, und merkwürdig ist, daß auch einige die Finsternis lieben, und das Licht hassen. 1529. Im Himmel ist allbekannt, nicht so in der Geisterwelt, woher ein so großes Licht kommt, daß es nämlich vom Herrn herrührt; und was merkwürdig ist, der Herr erscheint im dritten Himmel den himmlischen Engeln als Sonne, und den geistigen Engeln als Mond. Der eigentliche Ursprung des Lichtes ist nicht anderswoher. Aber so viel Himmlisches und Geistiges bei den Engeln ist, so viel Licht haben sie, und wie das Himmlische und Geistige beschaffen ist, so ist ihr Licht. So offenbart sich das Himmlische und das Geistige des Herrn selbst durch das Licht vor ihrem äußeren Auge. 1530. Daß dem so ist, kann jedem aus dem Worte bekannt sein, z.B. als der Herr dem Petrus, Jakobus und Johannes geoffenbart wurde, denn alsdann glänzte Sein Angesicht wie die Sonne, und Seine Kleider wurden wie das Licht: Matth.17/2. Daß Er ihnen so erschien, war nur, weil ihr inwendigeres Auge geöffnet worden war. Bei den Propheten wird ebendasselbe auch bestätigt, z.B. bei Jes.30/26, wo vom Reich des Herrn in den Himmeln gehandelt wird: "Es wird das Licht des Mondes wie das Licht der Sonne sein, und das Licht der Sonne wird siebenfach sein, wie das Licht von sieben Tagen". Joh.Offenb.21/23, wo auch die Rede ist vom Reich des Herrn, das genannt wird das neue Jerusalem: "Die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, daß sie in ihr leuchten, denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm". Joh.Offenb.22/5: "Nacht wird nicht da sein, auch bedürfen sie nicht einer Leuchte, noch des Lichtes der Sonne, denn der Herr Gott erleuchtet sie". Ferner, als der Herr dem Mose, Aharon, Nadab, Abihu, und den siebzig Ältesten erschien, "sahen sie den Gott Israels, unter Dessen Füßen war wie ein Werk von Saphirstein, und wie das Wesen des Himmels an Klarheit": 2. Mose 24/10. Weil des Herrn Himmlisches und Geistiges vor dem äußeren Gesicht der Engel als Sonne und Mond erscheint, darum bedeutet die Sonne im Wort das Himmlische, und der Mond das Geistige. 1531. Damit ich bestärkt würde in dem, daß der Herr den himmlischen Engeln als Sonne, und den geistigen Engeln als Mond erscheint, wurde mir, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, das inwendigere Gesicht bis dahin geöffnet, und deutlich sah ich den glänzenden Mond, der von mehreren kleineren Monden umgeben war, deren Licht beinahe sonnig war, nach den Worten bei Jes.30/26: "Es wird das Licht des Mondes sein wie das Licht der Sonne". Die Sonne aber durfte ich damals nicht sehen. Der Mond erschien vorne zur Rechten. 1532. Aus dem Licht des Herrn im Himmel erscheinen Wunderdinge, und zwar so unzählige, daß sie gar nicht ausgesprochen werden können, es sind fortwährende Vorbildungen des Herrn und Seines Reiches, wie sie bei den Propheten und bei Johannes in der Offenbarung vorkommen, außer anderen Bezeichnungen. Der Mensch kann sie mit den körperlichen Augen nicht sehen, sobald aber vom Herrn jemanden das inwendigere Gesicht geöffnet wird, welches das Gesicht seines Geistes ist, kann ähnliches ihm sichtbar dargestellt werden. Die Gesichte der Propheten waren nichts anderes als Aufschließungen ihres inwendigeren Gesichtes, wie z.B. daß Johannes goldene Leuchter sah: Joh.Offenb.1/12,13, und die heilige Stadt als reines Gold, und ihr Licht gleich dem kostbarsten Stein: Joh.Offenb.21/2,10,11, außer vielem bei den Propheten, woraus man wissen kann, daß die Engel nicht allein im höchsten Licht leben, sondern auch daß unendlich vieles dort sich findet, was niemand je glauben kann. 1533. Von unzähligen Dingen, die im anderen Leben erscheinen, konnte ich, bevor das Gesicht mir geöffnet worden, kaum eine andere Vorstellung hegen als die anderen auch, nämlich daß es ein Licht, und solche Dinge, die vom Licht herkommen, und dann auch, sinnlich wahrnehmbare Dinge (praeter sensitiva) im anderen Leben gar nicht geben könne, und zwar dies infolge der vorgefaßten Wahnvorstellung der Gebildeten vom Immateriellen, das sie mit so großer Entschiedenheit von den Geistern und von allem, was zu ihrem Leben gehört, aussagen, infolgedessen man keinen anderen Begriff davon haben konnte, als daß es, eben als etwas Immaterielles, entweder etwas so Dunkles ist, das man es sich gar nicht vorstellen könne, oder daß es gar nichts ist, denn das Immaterielle schließt solches in sich, während doch das gerade Gegenteil stattfindet; denn wenn die Geister nicht organisiert, und die Engel nicht organische Substanzen wären, so könnten sie weder reden, noch sehen, noch denken. 1534. Daß im anderen Leben inkraft des Lichtes aus himmlischem und geistigem Ursprung vom Herrn vor dem Gesichtssinn der Geister und Engel sich sichtbar darstellen die wundervollsten Dinge, als paradiesische Gegenden, Städte, Paläste, Wohngebäude, die schönsten Atmosphären, und anderes dergleichen, sehe man in der Fortsetzung vom Licht, am Ende dieses Kapitels.   Fortsetzung vom Licht, in dem die Engel leben, und von ihren Paradiesen und Wohnungen HG 1619 1619. Wenn das inwendigere Gesicht dem Menschen geöffnet wird, welches das Gesicht seines Geistes ist, alsdann erscheinen die Dinge, die im anderen Leben sind, die durchaus nicht vor dem Gesichtssinn des Leibes sich sichtbar darstellen können. Die Gesichte der Propheten waren nichts anderes. Es gibt im Himmel fortwährende Vorbildungen des Herrn und Seines Reiches, und es gibt Bezeichnungen, ja es existiert sogar lediglich nichts vor dem Gesichtssinn der Engel, was nicht vorbildlich und bezeichnend ist; daher die Vorbildungen und Bezeichnungen im Wort, denn das Wort ist durch den Himmel vom Herrn herabgekommen. 1620. Was in der Geisterwelt und im Himmel sich sichtbar darstellt, dessen ist mehr, als daß es ausgesprochen werden könnte. Weil hier vom Licht die Rede ist, so darf ich anführen, was unmittelbar aus dem Licht sein Dasein hat: als die Atmosphären, die Paradiese, die Farbenbogen, die Paläste und Wohnungen, die daselbst vor dem äußeren Gesicht der Geister und Engel so hell und lebhaft dastehen, und zugleich mit allen Sinnen empfunden werden, daß sie sagen, diese Dinge seien etwas Reelles, diejenigen aber, die in der Welt sind, ihnen gegenüber nichts Reelles. 1621. Was die Atmosphären betrifft, die Lichtatmosphären sind, weil sie aus jenem Licht stammen, und in denen die Seligen leben, so sind sie unzählig, und von solcher Schönheit und Lieblichkeit, daß sie nicht beschrieben werden können. Es gibt diamantene Atmosphären, die in allen kleinsten Teilen funkeln, wie von diamantenen Kügelchen (sphaerulis); es gibt Atmosphären, die dem Schimmern aller Edelsteine gleichen; es gibt Atmosphären wie von Perlen, die von Mittelpunkten aus durchscheinen, und in den glänzendsten Farben strahlen; es gibt Atmosphären flammend wie von Gold, dann von Silber, auch von diamantartigem Gold und Silber; es gibt Atmosphären von verschiedenfarbigen Blumen, die in den kleinsten und unsichtbaren Formen sind: von solchen ist der Himmel der Kinder voll mit unzähliger Mannigfaltigkeit, ja es stellen sich auch Atmosphären dar wie von spielenden Kindern in den kleinsten unsichtbaren, aber - nur in der inwendigsten Vorstellung - wahrnehmbaren Formen, wovon die Kinder die Vorstellung fassen, daß alles um sie her lebe, und sie im Leben des Herrn seien, das ihr Innerstes mit Seligkeit erfüllt. Und so vieles andere, denn die Verschiedenheiten sind unzählig und auch unaussprechlich. 1622. Was die Paradiese betrifft, so sind sie staunenswert. Es stellen sich dem Blick dar paradiesische Gärten von unermeßlicher Ausdehnung mit Bäumen aller Art, und von solcher Schönheit und Lieblichkeit, daß sie jedes Denkbild übertreffen; und zwar so lebendig vor ihrem äußeren Gesichtssinn, daß sie auch die Einzelheiten viel lebhafter nicht nur sehen, sondern auch empfinden, als das Gesicht des Auges dergleichen auf Erden ersieht. Damit ich nicht daran zweifeln möchte, wurde ich auch dorthin geführt, (es ist vorn ein wenig nach oben gegen den Winkel des rechten Auges) wo diejenigen sind, die ein paradiesisches Leben leben, und ich sah es: Es erscheint alles und jedes wie in seinem allerschönsten Lenz und Flor mit staunenswerter Pracht und Mannigfaltigkeit. Es lebt alles und jedes von Vorbildlichem, denn nichts ist da, was nicht vorbildet und bezeichnet etwas Himmlisches und Geistiges, so regt es nicht nur den Gesichtssinn mit Lieblichkeit, sondern auch das Gemüt mit Seligkeit an. Einige aus der Welt neu angekommene Seelen, die infolge vorgefaßter Grundsätze, solange sie in der Welt lebten, zweifelten, ob so etwas existieren könne im anderen Leben, wo doch kein Holz und Stein ist, wurden dorthin erhoben, und redeten von da aus mit mir. Sie sagten infolge des Staunens, in dem sie waren, es sei unaussprechlich, und sie können das Unaussprechliche durch keinerlei Vorstellung darstellen, und die Annehmlichkeiten und Seligkeiten leuchten aus jeglichem hervor, und zwar mit aufeinanderfolgenden Abwechslungen. Seelen, die in den Himmel eingeführt werden, werden meistens allererst zu Paradiesischem gebracht. Aber die Engel sehen dieses mit anderen Augen an, nicht das Paradiesische macht ihnen Vergnügen, sondern das Vorbildliche, somit das Himmlische und Geistige, aus dem es stammt. Aus diesem hatte die Urkirche ihr Paradiesisches. 1623. Was die regenbogenartigen Erscheinungen betrifft, so ist gleichsam ein regenbogenfarbiger Himmel, wo die ganze Atmosphäre aus stetig aneinanderhängenden kleinsten Regenbogen zusammengesetzt erscheint. In ihm befinden sich die, welche zum Gebiet des inwendigeren Auges gehören, zur Rechten vorne ein wenig nach oben. Dort besteht die gesamte Atmosphäre oder Luftregion (aura) aus solchem Wetterleuchten (fulgurationibus), strahlend in solcher Weise, gleichsam in ihren einzelnen Ursprüngen. Rings um sie her erscheint ein sie einfassender größter Regenbogen, außerordentlich schön, aus ähnlichen, kleineren zusammengebildet, die sehr schöne Bilder des größeren sind. Jede Farbe besteht so aus unzähligen Strahlen, so daß Myriaden ein wahrnehmbares gemeinsames Ganze ausmachen, das gleichsam eine Gestaltung der Ursprünge des Lichtes aus den himmlischen und geistigen Dingen ist, die (sie) hervorbringen, und zugleich eine vorbildliche Idee vor dem Gesichte darstellen. Die Mannigfaltigkeiten und Spielarten der Farbenbogen sind unzählbar; einige wurden mir zu sehen gegeben, und damit man sich eine Vorstellung davon machen könne, wie mannigfaltig sie sind, und man sehe, aus wie unzähligen Strahlen ein sichtbares Ganze besteht, so darf ich nur den einen und den anderen beschreiben. 1624. Es erschien mir die größere Gestalt eines Regenbogens, auf daß ich daraus abnehmen könnte, wie sie in ihren kleinsten Gestalten beschaffen sind: es war ein außerordentlich weißglänzendes Licht, umgeben von einem Umkreis, in dessen Mittelpunkt etwas dunkles Erdartiges (quasi terrenum) war, umgossen vom hellsten Lichtschein (lucidissimum) sich verwandelte und überging in einen anderen Lichtschein (variabatur et discriminabatur alio lucido) mit goldgelben (flavescentibus) kleinen Pünktchen, die wie Sternchen aussahen; dabei ein Farbenspiel (variegationes), herbeigeführt durch buntfarbige Blumen, die in jenen hellsten Lichtschein hineinspielten, und deren Farben nicht von dem weißglänzenden Lichtschein, sondern von einem flammigen ausflossen, die Dinge alle Vorbildungen himmlischer und geistiger Dinge waren. Alle im anderen Leben sichtbaren Farben bilden Himmlisches und Geistiges vor; die Farben aus dem Flammigen solches, was der Liebe und Neigung zum Guten angehört, die Farben aus dem weißglänzenden Lichtschein solches, was dem Glauben und der Neigung zum Wahren angehört: aus diesen Ursprüngen stammen alle Farben im anderen Leben; die daher so glänzen, daß die Farben der Welt ihnen nicht gleichgestellt werden können. Es gibt auch Farben, die in der Welt noch nie gesehen wurden. 1625. Es erschien auch die Gestalt eines Farbenbogens, in dessen Mitte etwas Grasgrünes war, und man hatte das Gefühl wie von einer Sonne, die unsichtbar von der Seite her leuchtete und ein so weißglänzendes Licht ergoß, daß es nicht beschrieben werden kann. Gegen den Umkreis waren die schönsten Farbenwechsel auf lichtem Perlengrund (in plano lucido margaritico). Aus diesem und anderem konnte ersehen werden, wie die Regenbogenerscheinungen in ihrem Kleinsten beschaffen sind, und daß es unzählig viele Spielarten gibt, und zwar je nach der Liebtätigkeit und dem aus ihr stammenden Glauben dessen, dem sie vorgebildet werden, und der wie ein Farbenbogen (Iris) ist für diejenigen, denen er in seiner Würde und Herrlichkeit sichtbar dargestellt wird. 1626. Außer diesen paradiesischen Erscheinungen stellen sich auch sichtbar dar Städte mit prächtigen Palästen, die aneinanderstoßen, in glänzenden Farben erscheinen, und über alle architektonische Kunst erhaben sind; was auch nicht zu verwundern ist. Ähnliche Dinge erschienen auch den Propheten, sobald das inwendige Gesicht ihnen geöffnet war, und zwar so deutlich, daß nichts deutlicher in der Welt (erscheint); wie dem Johannes das neue Jerusalem, das auch von ihm beschrieben wird, mit folgenden Worten: Joh.Offenb.21/10,12,18-20: "Er führte mich im Geist weg auf einen großen und hohen Berg, und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem: sie hatte eine große und hohe Mauer, sie hatte zwölf Tore. Der Bau der Mauer war von Jaspis, und die Stadt lauteres Gold, gleich goldenem Glas. Die Gründe der Mauer waren mit allerlei Edelstein geschmückt: der erste Grundstein ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedonier, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sarder, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyacinth, der zwölfte ein Amethyst". Außer den von den Propheten (berichteten Erscheinungen). Unzähliges derart wird von den Engeln und Geistern bei hellem Tage gesehen, und, was merkwürdig ist, mit allen Sinnen wahrgenommen. Was durchaus niemand, der geistige Vorstellungen durch Kunstwörter und Erklärungen menschlicher Philosophie, und durch Vernünfteleien ausgelöscht hat, je glauben kann, während es doch ganz gewisse Wahrheiten sind. Daß es Wahrheiten sind, hätte man auch daraus entnehmen können, daß die Heiligen öfter solche Erscheinungen hatten. 1627. Außer den Städten und Palästen durfte ich auch zuweilen Verzierungen sehen, als z.B. an Stufen und Toren, und zwar solche, die sich bewegten, als ob sie lebendig wären, und sich verwandelten mit immer neuer Schönheit und Symmetrie. Und ich wurde belehrt, daß so immerfort wechselnde (Gebilde) aufeinanderfolgen können, und wenn es in Ewigkeit währte, mit fortwährend neuer Harmonie, indem selbst die Aufeinanderfolge eine Harmonie bildet. Und es wurde gesagt, daß dieses noch unter die geringsten Dinge gehöre. 1628. Alle Engel haben ihre Wohnungen, wo sie sich befinden, und diese sind prächtig. Ich war dort und sah es etliche Male, und verwunderte mich, und sprach daselbst mit ihnen. Sie sind so deutlich und augenscheinlich, daß es nichts Deutlicheres und Augenscheinlicheres geben kann. Die Wohnungen auf Erden sind kaum etwas im Vergleich damit. Sie nennen auch die Dinge, die auf der Erde sind, tot und nicht reell, die ihren aber lebendig und wahr, weil vom Herrn. Die Architektur ist von der Art, daß die Kunst selbst davon herstammt, und zwar mit unendlicher Mannigfaltigkeit. Sie sagten, wenn ihnen alle Paläste auf dem ganzen Erdkreis gegeben würden, sie würden dieselben doch nicht um die ihrigen eintauschen. Was von Stein, Lehm und Holz ist, ist ihnen tot; was aber vom Herrn, und vom eigentlichen Leben und Licht ist, das ist lebendig, und um so mehr, weil sie es mit allen Sinnen genießen; denn die dort befindlichen Dinge sind ganz den Sinnen der Geister und Engel angepaßt, denn was im Licht der Sonnenwelt ist, können die Geister mit ihrem Gesichtsorgan gar nicht sehen; das Steinerne und Hölzerne aber ist den Sinnen der Menschen im Körper angepaßt. Die geistigen Dinge entsprechen dem Geistigen, und die körperlichen Dinge dem Körperlichen. 1629. Die Wohnungen der guten Geister und der engelischen Geister haben gemeiniglich Säulengänge oder lange bogenförmige, zuweilen gedoppelte Vorhallen, in denen sie Lustwandeln, und deren Wände eine große Mannigfaltigkeit zeigen, wie sie denn auch geschmückt werden mit Blumen und wunderbar geflochtenen Blumengewinden, und überdies mit vielen Verzierungen, welche wechseln und sich folgen: bald erscheinen sie ihnen in hellerem, bald in schwächerem Licht; stets mit innigem Entzücken. Ihre Wohnungen verwandeln sich auch in schönere, sowie die Geister vollkommener werden. Wenn sie sich verwandeln, so erscheint etwas, was ein Fenster vorstellt von der Seite her, was sich erweitert, und inwendig dunkler wird, und es zeigt sich etwas wie ein Himmel mit Sternen, und einige Wolken (quaedam nubes), was ein Zeichen ist, daß ihre Wohnungen sich in lieblichere verwandeln. 1630. Die Geister nehmen es sehr übel, daß die Menschen nicht an das Leben der Geister und Engel glauben, und daß sie meinen, dieselben seien in einem Zustand der Dunkelheit, der nur ein höchst trauriger sein könnte, und gleichsam in einer Leere und Öde, während sie doch im höchsten Licht sind, und im Genuß alles Guten mit allen Sinnen, und zwar bis zu dessen innerstem Gefühl. So waren auch Seelen, die eben erst aus der Welt angekommen waren, und infolge der dort gefaßten Grundsätze die Meinung hegten, es gebe dergleichen nicht im anderen Leben. Sie wurden daher hingeführt zu den Wohnungen der Engel, und redeten dort mit diesen, und sahen jene Dinge. Als sie zurückkamen, sagten sie, sie haben sich überzeugt, daß es so sei, und daß jene Dinge Wirklichkeiten seien, und sie hätten dies bei Leibesleben nie geglaubt, noch glauben können; und man könne diese Dinge nicht anders als zu den Wundern zählen die man nicht glaubt, weil man sie nicht begreift. Da es aber eine Erfahrung des Sinnes ist, obwohl des inwendigeren Sinnes, und dies ihnen gesagt wird, so sollten sie dennoch nicht deshalb daran zweifeln, weil sie es nicht begreifen, denn wenn man nichts glauben wollte, als was man begreift, so dürfte man nichts glauben von den Dingen, die zur inwendigeren Natur, geschweige von denen, die zum ewigen Leben gehören. Daher kommt der Wahnsinn unserer Zeit. 1631. Solche, die reich waren bei Leibesleben und in prächtigen Palästen wohnten, dabei aber in dergleichen ihren Himmel setzten, und gewissen- und lieblos, andere unter mancherlei Schein um ihre Güter brachten, diese werden, wenn sie ins andere Leben kommen, zuerst in ihr eigenstes Leben versetzt, das sie in der Welt hatten, auch wird ihnen dann zuweilen vergönnt, ebenso in Palästen zu wohnen, wie in der Welt, denn es sind alle im anderen Leben anfangs willkommen als Gäste und neue Ankömmlinge, denen, solange sie ihrem Inwendigen und ihren Lebenszwecken nach noch nicht enthüllt werden sollen, die Engel vom Herrn her Gefälligkeiten und Wohltaten erweisen. Allein die Szene ändert sich, die Paläste verschwinden allmählich und werden zu Häuschen, nach und nach immer geringer, und zuletzt zu nichts; und alsdann gehen sie umher, wie die, welche Almosen begehren, und bitten, man möchte sie aufnehmen. Weil sie aber so beschaffen sind, werden sie aus den Gesellschaften ausgestoßen, und zuletzt werden sie Auswürflinge (excrementilii) und hauchen eine Sphäre von üblem Geruch der Zähne aus. 1632. Ich redete mit den Engeln über die Vorbildungen, daß nämlich im Pflanzenreich auf der Erde nichts sei, was nicht auf irgendeine Weise das Reich des Herrn vorbildete. Sie sagten, alles Schöne und Zierliche, das im Pflanzenreich ist, habe seinen Ursprung durch den Himmel vom Herrn, und wenn das Himmlische und Geistige des Herrn in die Natur einfließt, so stellen sich in der Wirklichkeit solche Dinge dar, und daher komme die Seele oder das Leben der Pflanzen, und hieraus die Vorbildungen. Und weil man dies in der Welt nicht weiß, so wurde es ein himmlisches Geheimnis genannt. 1633. Wie es sich ferner mit dem Einfluß in die Lebenstätigkeiten der Tiere verhält, die alle nach dem Tode verschwinden; darüber bin ich auch vollständig belehrt worden, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden.   Vom Reden der Geister und Engel 1634. Bekannt ist aus dem Worte des Herrn, daß ehemals viele mit Geistern und Engeln geredet, und daß sie auch vieles, was sich im anderen Leben befindet, gehört und gesehen haben. Daß aber später der Himmel gleichsam verschlossen wurde, und zwar so sehr, daß man heutzutage kaum glaubt, daß es Geister und Engel gibt, und noch weniger, daß jemand mit ihnen reden kann, indem man meint, das Reden mit solchen, die man nicht sieht, und die man im Herzen leugnet, sei etwas Unmögliches. Weil mir aber, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, vergönnt worden ist, nun schon einige Jahre hindurch beinahe fortwährend Rede mit ihnen zu wechseln, und mit ihnen umzugehen wie einer von ihnen, so darf ich, was mir über ihr Reden miteinander zu wissen gegeben worden ist, jetzt berichten. 1635. Das Reden der Geister mit mir wurde ebenso deutlich gehört und empfunden (percepta) wie das Reden mit einem Menschen. Ja zuweilen sprach ich mit ihnen mitten in einer Gesellschaft von Menschen und bemerkte dann, da ich die Geister ebenso laut (sprechen) hörte als die Menschen, so ganz, daß die Geister sich zuweilen wunderten, daß ihr Gespräch mit mir nicht auch von anderen gehört wurde; denn es fand durchaus kein Unterschied in Rücksicht des Gehörs statt. Weil jedoch der Einfluß in die inneren Gehörorgane ein anderer ist, als der Einfluß der Rede mit den Menschen, so konnte es nur von mir gehört werden, dem, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, jene geöffnet worden waren. Die menschliche Rede fällt durch das Ohr ein, auf einem äußeren Wege, mittelst der Luft; die Rede der Geister hingegen nicht durch das Ohr, noch mittelst der Luft, sondern auf einem inneren Weg in eben dieselben Organe des Hauptes oder des Gehirns; daher das gleiche Hören stattfindet. 1636. Wie schwer die Menschen zu dem Glauben gebracht werden können, daß es Geister und Engel gibt, ja noch mehr, daß jemand mit ihnen reden könne, konnte mir durch folgendes Beispiel klar werden: Es waren einige Geister, die, solang sie im Körper waren, zu den Gelehrteren gehörten, und mir damals bekannt waren, (denn ich sprach fast mit allen, die ich bei ihres Leibesleben gekannt hatte, mit einigen etliche Wochen lang, mit anderen ein Jahr lang; ganz wie wenn sie im Leibe gelebt hätten). Diese wurden einmal in den gleichen Zustand des Denkens versetzt, den sie gehabt hatten, als sie in der Welt lebten, was im anderen Leben leicht geschieht; da wurde ihnen die Frage nahegelegt, ob sie glauben, daß ein Mensch mit Geistern reden könne: sie sagten dann in diesem Zustand, es sei ein Wahn, so etwas zu glauben, und dies behaupteten sie steif und fest. Daraus war zu erkennen gegeben, wie schwer der Mensch zu dem Glauben gebracht werden kann, daß irgendein Reden des Menschen mit Geistern statthaben könne, weil man nämlich nicht glaubt, daß es Geister gibt, und noch weniger, daß man nach dem Tod unter die Geister kommen werde, worüber sich auch ebendieselben alsdann gar sehr wunderten; und doch gehörten sie zu den Gelehrteren, und hatten in der Welt vor dem Volke viel vom anderen Leben, vom Himmel und von den Engeln gesprochen, so daß man hätte glauben können, es sei ihnen dies eine wissenschaftlich ganz ausgemachte Sache, besonders aus dem Worte, wo häufig davon die Rede ist. 1637. Zu den Wunderdingen, die sich im anderen Leben finden, gehört auch dies, daß das Reden der Geister mit dem Menschen in dessen Muttersprache geschieht, die sie so fertig und geschickt reden, wie wenn sie in demselben Lande geboren, und in derselben Sprache erzogen worden wären, und zwar dies (ohne Unterschied), mögen sie nun aus Europa, oder aus Asien, oder aus einem anderen Weltteil sein. In gleicher Weise diejenigen, die vor Tausenden von Jahren gelebt hatten, ehe diese Sprache existierte. Ja die Geister wissen nicht anders, als daß die Sprache, in der sie mit dem Menschen reden, ihre eigene und die ihres Vaterlandes sei. Ebenso verhält es sich mit anderen Sprachen, die der Mensch versteht. Außer diesen aber können sie, wofern ihnen dies nicht unmittelbar vom Herrn gegeben worden ist, kein Wörtchen einer anderen Sprache vorbringen. Auch die Kinder, die gestorben sind, bevor sie eine Sprache gelernt hatten, reden in gleicher Weise. Die Ursache ist aber, weil die Sprache, mit der die Kinder vertraut sind, nicht eine Wörtersprache, sondern eine Sprache der Denkvorstellungen ist, welche die allen Sprachen zugrundeliegende Universalsprache ist (universalis omnium linguarum); und wenn sie beim Menschen sind, so fallen die Vorstellungen (ideae) ihres Denkens in die Wörter, die beim Menschen sind, und dies in so entsprechender und passender Weise, daß die Geister nicht anders wissen, als daß die Wörter selbst ihre eigenen seien, und daß sie in ihrer Sprache reden, während sie doch in der Sprache des Menschen reden. Ich sprach hierüber einige Male mit den Geistern. Mit dieser Gabe werden alle Seelen beschenkt, sobald sie ins andere Leben kommen, daß sie nämlich die Sprachen aller, die auf dem ganzen Erdkreis sind, verstehen können, ganz so, wie wenn sie in denselben geboren wären, denn sie nehmen alles wahr, was der Mensch denkt; außer anderen Fähigkeiten, die noch höher stehen. Daher kommt, daß die Seelen nach dem Tode des Körpers mit allen, welcher Gegend und Sprache sie auch angehören mögen, reden und umgehen können. 1638. Die Wörter, durch die sie reden, d.h., die sie aus dem Gedächtnis des Menschen erwecken und herausnehmen, sind gewählt und klar, sinnvoll, deutlich ausgesprochen, zur Sache passend; und merkwürdigerweise wissen sie die Worte besser und gewandter zu wählen, als der Mensch selbst, ja sie kennen, wie dies gezeigt worden, die verschiedenen Bedeutungen der Wörter, die sie augenblicklich anwenden, ohne sich vorher irgend darauf besonnen zu haben, und dies darum, weil die Begriffe (ideae) ihrer Sprache nur in diejenigen Wörter einfließen, die dazu passen. Es verhält sich damit beinahe wie wenn ein Mensch spricht, und nicht an die Wörter denkt, sondern bloß im Sinn der Wörter ist: alsdann fällt diesem gemäß der Gedanke schnell und von selbst in die Wörter. Es ist der innere Sinn, der die Wörter hervorbringt. In einem solchen inneren Sinn, der nur noch feiner und vortrefflicher ist, besteht die Sprache der Geister, durch die der Mensch, obwohl ohne sein Wissen, Gemeinschaft mit den Geistern hat. 1639. Die Wörtersprache ist die den Menschen eigene Sprache, und zwar die ihres körperlichen Gedächtnisses, hingegen die Sprache der Denkvorstellungen ist die Sprache der Geister, und zwar die des inwendigen Gedächtnisses, welches das Gedächtnis des Geistes ist. Daß sie dieses haben, wissen die Menschen nicht, weil das Gedächtnis der besonderen oder materiellen Dinge, das körperlich ist, alles ausmacht, und das inwendige verdunkelt; während doch der Mensch ohne das inwendige, seinem Geist eigene Gedächtnis, nichts denken kann. Aus diesem Gedächtnis habe ich öfter mit den Geistern gesprochen, somit in ihrer eigenen Sprache, d.h. durch Denkvorstellungen. Wie allumfassend (universalis) und reich diese Sprache ist, kann daraus erhellen, daß jedes Wort einen Begriff (ideam) von großem Umfang hat; denn es ist bekannt, daß ein Begriff eines Wortes durch viele auseinandergesetzt werden kann, mehr noch der Begriff eines Dinges, und noch mehr derjenige von vielen Dingen, die in ein Zusammengesetztes verbunden werden können, das gleichwohl als ein einfaches erscheint. Woraus erhellen kann, von welcher Beschaffenheit die natürliche Sprache der Geister unter sich ist, und durch welche Sprache der Mensch mit den Geistern verbunden wird. 1640. Es ist (mir) gegeben worden, nicht nur dasjenige deutlich wahrzunehmen, was die Geister mit mir sprachen, sondern auch, wo sie sich alsdann befanden, ob über dem Haupt oder unterhalb desselben, ob zur Seite rechts oder links, am Ohr oder anderwärts neben oder innerhalb des Körpers, in welcher Entfernung, ob entfernter oder näher; denn aus verschiedenen Orten oder Stellungen, in denen sie sich befanden, je nach ihrer Stellung im Größten Menschen, d.h. je nach ihrem Zustand, haben sie mit mir gesprochen. Es wurde (mir) auch wahrzunehmen gegeben, wann sie kamen und wann sie gingen, wohin und bis wie weit, ob es viele, oder wenige waren, und so vieles andere noch. Dann auch aus ihrer Rede, von welcher Art sie waren, denn aus der Rede, desgleichen aus ihrer Sphäre geht deutlich hervor, welchen Charakter und welche Anlagen sie haben, dann auch welche Überzeugung und welche Neigungen, so z.B. wenn sie trügerisch sind, so wird, obschon während ihrer Rede kein Betrug hervortritt, doch die Gattung und Art des Betruges an den einzelnen Wörtern und Vorstellungen erkannt. Ja alle übrigen Bosheiten und Begierden, so daß nicht nötig ist, sie umständlich zu erforschen; es ist in jedem Wort und in jeder Vorstellung ein Bild davon. Es wird auch wahrgenommen, ob die Vorstellung ihrer Rede verschlossen oder offen ist; dann auch, was sie aus sich, was von anderen, und was sie vom Herrn her haben. Es verhält sich damit beinahe, wie mit der Miene beim Menschen, an der auch, ohne daß er spricht, erkannt zu werden pflegt, ob etwas Verstelltes, etwas Trügerisches, etwas Freudiges, etwas Heiteres von Natur oder durch Kunst, etwas aus dem Herzen kommendes Freundschaftliches, etwas Sittsames, auch ob etwas Unsinniges da ist. Zuweilen kommt dergleichen auch mit dem Ton seiner Rede zum Vorschein. Wieviel mehr im anderen Leben, wo das Innewerden eine solche Wahrnehmung weit übertrifft, ja noch ehe der Geist spricht, wird schon an seinem Denken erkannt, was er zu reden beabsichtigt, denn das Denken fließt schneller und früher ein als die Rede. 1641. Die Geister im anderen Leben reden unter sich wie die Menschen auf Erden, und zwar die, welche gut sind, in aller Vertraulichkeit der Freundschaft und der Liebe, wie ich dies oft angehört habe, und zwar in ihrer Sprache, in der sie in einer Minute mehr ausdrücken können als der Mensch in der Zeit von einer Stunde vermag, denn ihre Sprache ist die Universalsprache, die allen (Sprachen) zugrunde liegt mittelst der ursprünglichen Begriffe der Wörter. Sie reden von den Dingen so scharfsinnig und einsichtsvoll, durch so viele Reihen von der Ordnung nach aufeinanderfolgenden und überzeugenden Gründen, daß der Mensch, wenn er es wüßte, staunen würde. Sie verbinden damit Überzeugung und Gefühl und beleben so (die Rede); zuweilen auch zugleich durch Vorbildungen in anschaulicher, somit in lebendiger Weise. Ist z.B. die Rede vom Schamgefühl, ob es möglich sei ohne Ehrerbietung, so kann dies beim Menschen nur erörtert werden durch viele Vernunftschlüsse, aus Beweisen und Beispielen, und er bleibt dennoch im Zweifel; dagegen beim Geist in einer Minute durch die der Ordnung nach wechselnden Zustände des Gefühls der Scham, dann der Ehrerbietung; und so durch Zusammenstimmungen und Nichtzusammenstimmungen, die man erkannt, und zugleich in den der Rede beigefügten Vorbildungen geschaut hat, aus denen man augenblicklich die Schlußfolge erkennt, die so von selbst hervorgeht aus den auf diese Art zur Übereinstimmung gebrachten Widersprüchen; ebenso in allem übrigen. In diese Fähigkeit kommen die Seelen sogleich nach dem Tode; und es tun alsdann die guten Geister nichts lieber, als die Neuangekommenen und die Unwissenden belehren. Die Geister selbst wissen nicht, daß sie unter sich in einer so vorzüglichen Sprache reden, und mit einer so vortrefflichen Gabe ausgerüstet sind, wenn ihnen nicht vom Herrn gegeben wird darüber nachzudenken, denn diese Sprache ist für sie eine natürliche und zudem angeborene. Es verhält sich damit wie mit dem Menschen, wenn er seine Aufmerksamkeit richtet auf den Sinn der Dinge, nicht auf die Wörter und die Sprache, daß er nämlich ohne Reflexion zuweilen auch nicht weiß, in welcher Sprache er redet. 1642. Dies nun ist die Sprache der Geister. Aber die Sprache der engelischen Geister ist noch umfassender und vollkommener, und die Sprache der Engel ist noch mehr umfassend und vollkommen; denn es sind, wie schon früher gesagt worden, drei Himmel: der erste ist, wo die guten Geister, der zweite wo die engelischen Geister, und der dritte, wo die Engel sind. Die Vollkommenheiten steigen in dem Verhältnis, in dem das Auswendige zu dem Inwendigen steht; um es durch Vergleichung zu erkennen: beinahe in demselben Verhältnis, in dem das Gehör zum Gesicht, und das Gesicht zum Denken steht; denn was das Gehör mittelst der Rede in einer Stunde auffassen kann, das kann vor dem Gesicht in einer Minute dargestellt werden, wie z.B. die Ansicht von Gefilden, Palästen und Städten; und was man mit dem Auge in mehreren Stunden sehen kann, das kann man mit dem Denken in einer Minute begreifen. In einem solchen Verhältnis steht die Rede der Geister zu der Rede der engelischen Geister, und die Rede dieser letzteren zur Rede der Engel; denn die engelischen Geister begreifen klar durch eine Vorstellung der Rede oder des Denkens mehr, als die Geister durch einige Tausende, und die Engel ebenso im Vergleich mit den engelischen Geistern. Wie wird es dann beim Herrn sein, von Dem alles Leben der Neigung (affectionis), des Denkens und der Rede kommt, und Der allein das Reden (sermo) und das Wort ist. 1643. Die Rede der engelischen Geister ist unbegreiflich. Um nur weniges von ihrer Rede, jedoch bloß von der vorbildlichen, zu sagen, so wird die Sache selbst vorbildlich dargestellt in wundebarer Form, die abgezogen ist von den Gegenständen der Sinne; und von den lieblichsten und schönsten Vorbildungen in unzähligen Weisen, immer wieder in andere übergeht, mit fortwährendem Einfluß von Gefühlen aus dem Seligen der gegenseitigen Liebe, das durch den oberen Himmel vom Herrn her einfließt, von welchem Einfluß alles und jedes gleichsam lebt. Jegliche Sache wird so dargestellt, und zwar in fortlaufend zusammenhängenden Reihenfolgen; nicht einmal eine einzige Vorbildung in irgendeiner Reihe kann verständlich beschrieben werden. Dies ist es, was in die Vorstellungen der Geister einfließt, aber diesen erscheint es nur als etwas anregendes Allgemeines, das einfließt ohne klar geschiedene Wahrnehmung dessen, was klar geschieden bei den engelischen Geistern wahrgenommen wird. 1644. Es gibt sehr viele inwendiger böse Geister (mali interiores), die auch nicht reden wie die Geister, sondern ebenfalls in den Prinzipien der Ideen, somit noch feiner sind als die Geister; es gibt eine große Menge solcher Geister. Sie sind aber ganz geschieden von den engelischen Geistern und können nicht einmal ihnen nahen. Diese feineren bösen Geister knüpfen auch ihre Vorstellungen in abgezogener Weise an Gegenstände und Sachen, jedoch an unsaubere an, und bilden sich in diesen verschiedenerlei Dinge vor, aber unsaubere, und hüllen ihre Vorstellung in solche ein. Sie sind gleichsam albern (fatui). Ihre Rede ist mir bekannt geworden, sodann auch vorgebildet durch unreinen Auswurf aus einem Gefäß; und das Intellektuelle ihrer Rede wurde mir vorgebildet durch das Hinterteil eines Pferdes, dessen Vorderteil nicht erschien, denn das Intellektuelle wird in der Geisterwelt durch Pferde vorgebildet. Die Rede der engelischen Geister hingegen wurde vorgebildet durch eine Jungfrau, schön, in ein weißliches, an ein Bruststück sich eng anschmiegendes Gewand gekleidet, mit anständiger Haltung des Körpers. 1645. Die Rede der Engel hingegen ist unaussprechlich; weit über der Rede der Geister, weit über der der engelischen Geister und dem Menschen, solange er im Körper lebt, in keinerlei Weise verständlich. Auch die Geister in der Geisterwelt können sich keine Vorstellung davon machen, denn sie übersteigt die Fassungskraft ihres Denkens. Ihre Rede ist nicht eine Rede von Sachen, die vorgebildet werden durch irgendwelche Vorstellungen, wie sie die Geister und die engelischen Geister haben, sondern sie ist eine Rede der Endzwecke und der aus ihnen hervorgehenden Nutzwirkungen, die das Uranfängliche (principialia) und Wesentliche der Dinge sind. In diese werden die engelischen Gedanken hineingelegt, und wechseln mit unendlicher Mannigfaltigkeit. Und in allem und jedem dieser Rede ist eine inwendigere Lust und Seligkeit aus dem Guten der gegenseitigen Liebe vom Herrn her, und Schönes und Ergötzliches aus dem Wahren des Glaubens von daher. Die Endzwecke und die aus ihnen hervorgehenden Nutzwirkungen sind gleichsam die zartesten Aufnahmegefäße und lieblichen Träger von unzählig vielen Variationen, und zwar dies durch unbegreifliche himmlische und geistige Formen. In diesen werden sie vom Herrn gehalten, denn das Reich des Herrn ist nur ein Reich der Endzwecke und Nutzwirkungen; daher auch die Engel, die beim Menschen sind, auf nichts anderes merken als auf die Absichten und Nutzzwecke, und nichts anderes aus dem Denken des Menschen herausholen; um das übrige, das ideell und materiell ist, bekümmern sie sich nicht, weil dasselbe weit unter ihrer Sphäre ist. 1646. Die Rede der Engel erscheint zuweilen in der Geisterwelt, und so vor dem inwendigeren Gesicht, wie das Schwingen des Lichtes oder einer glänzenden Flamme, und zwar mit Abwechslung gemäß dem Zustand der Gefühle ihrer Rede. Nur das Allgemeine ihrer Rede in betreff der Zustände des Gefühls, wie es aus unzähligem Unterschiedenen hervorgeht, ist es, was so vorgebildet wird. 1647. Die Rede der himmlischen Engel ist unterschieden von der Rede der geistigen Engel, und noch mehr unaussprechlich und unbeschreiblich; es ist das Himmlische und Gute der Absichten, in das ihre Gedanken hineingelegt werden, und sie sind deswegen in der Seligkeit selbst. Und, was wunderbar ist, ihre Rede ist viel reicher, denn sie sind in den eigentlichen Quellen und Ursprüngen des Lebens, des Denkens und Redens. 1648. Es gibt eine Rede der guten Geister, und der engelischen Geister, die ein Zusammensprechen vieler ist, hauptsächlich in Kreisen (gyris) oder Chören, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in der Folge die Rede sein wird. Das Reden in Chören, das ich öfters gehört habe, hat gleichsam einen rhythmischen Fall. Sie denken nicht an die Worte oder Ideen; die Empfindungen ergießen sich von selbst in dieselben, es fließen keine Worte oder Vorstellungen ein, die den Sinn vervielfältigen oder anderwärts hinwegziehen, oder denen etwas Künstliches anklebt, oder was sich zierlich dünkt aus sich oder aus Selbstliebe; denn solches würde sogleich eine Störung verursachen. Sie bleiben an keinem Wort hängen, sie denken den Sinn, die Worte sind die von selbst sich ergebenden Folgen des eigentlichen Sinnes. Sie endigen sich in Einheiten, meistens in einfache; wenn in zusammengesetzte, so wälzen sie sich durch den Akzent in die folgende. Dies kommt daher, daß sie im Verein denken und reden, daher die Form der Rede sich gemäß der Verbindung und Einmütigkeit des Vereins fortbewegt. Von welcher Art ehemals die Form der Lieder waren, und von solcher Art ist die der Psalmen Davids. 1649. Wunderbar ist, daß die wie rhythmisch oder harmonisch sich fortbewegende Redeweise der Lieder, eine den Geistern natürliche ist; sie reden so unter sich, ihnen selbst unbewußt. In die Weise selbst, so zu reden, kommen die Seelen sogleich nach dem Tode; in die gleiche bin ich eingeführt worden, und sie wurde mir endlich vertraut. Der Grund, warum sie so beschaffen ist, ist der, weil sie im Verein reden, allermeist ohne es zu wissen. Der klarste Beweis, daß alle in Vereine geschieden sind, und daß alles von daher in die Formen der Vereine (sich ausprägt). 1650. Die Fortsetzung von der Rede der Geister und ihren Verschiedenheiten sehe man am Ende dieses Kapitels. Fortsetzung von der Rede der Geister und deren Verschiedenheiten 1757. Das Reden der Geister mit dem Menschen geschieht, wie früher gesagt worden, durch Wörter (voces), hingegen die Rede der Geister unter sich durch die Ideen, die den Wörtern zugrunde liegen (per ideas, originarias vocum) von der Art der Denkbilder, aber nicht so dunkel, wie sie der Mensch hat, solange er noch im Körper lebt, jedoch unterschieden (distinctae), wie sie es in der Rede sind. Das menschliche Denken wird nach dem Abscheiden des Körpers bestimmter (distinctior) und klarer, und die Denkvorstellungen werden unterschiedene (discretae), so daß sie zu bestimmten Redeformen (pro formis loquelae distinctis) dienen; denn das Dunkle ist mit dem Körper verschwunden, und so das Denken gleichsam von seinen Fesseln, in die es verstrickt, folglich von den Schatten, in die es eingehüllt war, befreit. Es wird mehr augenblicklich, daher gegenwärtiger die Anschauung, Wahrnehmung (apperceptio) und Aussprache des einzelnen. 1758. Die Rede der Geister ist verschieden, eine jede Gesellschaft oder Familie von Geistern kann man an der Rede erkennen, ja einen jeden Geist, kaum anders als die Menschen. Und nicht allein durch die Gefühle (affectiones), die das Leben der Rede ausmachen, und welche die Worte erfüllen und tragen, und durch die Akzente, sondern auch durch die Töne, wie auch durch andere Anzeichen, die sich nicht so bestimmen lassen. 1759. Die Rede der himmlischen Geister kann nicht leicht einfließen in artikulierte Töne und Worte beim Menschen, denn sie kann in kein Wort eingefügt werden, in dem etwas zischend Tönendes (sonans stridule) ist, oder in dem eine etwas harte Verdoppelung von Konsonanten ist, auch nicht in der eine aus dem Wissenschaftlichen stammende Vorstellung ist, daher sie selten in die Rede anders einfließen, als durch Gefühle (affectiones), die wie eine Strömung oder ein Lufthauch (instar fluvii aut aurae) die Wörter weich machen. Die Rede der Geister, welche die Mitte bilden zwischen den Himmlischen und den Geistigen, ist süß, gleich der mildesten Atmosphäre dahinfließend, die aufnehmenden Organe sanft berührend, und die Worte selbst erweichend, auch rasch und bestimmt. Der Fluß und die Anmut der Rede kommt daher, daß das himmlisch Gute in ihren Ideen so beschaffen ist, und keinerlei Widerstreit zwischen der Rede und dem Denken stattfindet. Alles lieblich Harmonische im anderen Leben kommt von der Güte und Liebe. Die Rede der Geistigen ist auch fließend, aber nicht so weich und sanft, diese sind es, die hauptsächlich reden. 1760. Auch bei den bösen Geistern gibt es eine fließende Rede, aber nur auswendig für das Gehör, inwendig aber ist sie zischend, weil sie aus angenommenem Schein (ex simulatione) des Guten, und keiner wirklichen Neigung dazu (kommt). Es gibt auch eine Rede solcher (Geister) ohne Fließendes, in der die Nichtübereinstimmung der Gedanken wahrgenommen wird als ein still dahin Schleichendes (ut tacitum reptile). 1761. Es gibt Geister, die nicht in der Weise der Strömung einfließen, sondern durch gleichsam aus Linien bestehende, mehr oder weniger scharfe Schwingungen und Rückprallungen. Ebendieselben fließen nicht bloß ein mit der Rede, sondern auch mit der Antwort. Sie sind diejenigen, die das Inwendigere des Wortes aus mehrfachen Gründen verwerfen, und dabei den Menschen als ihr Werkzeug und als etwas Geringfügiges ansehen, und nur das Ihre suchen. 1762. Es gibt Geister, die nicht reden, sondern durch Veränderungen, die sie meinem Angesicht beibrachten, die Gesinnungen ihrer Seele ausdrückten, und die Ideen so lebhaft darstellten, daß dadurch ihr Denken wie in einem Bilde sich zeigte. Dies geschah durch Variationen um die Gegend der Lippen herum, und von da ins Angesicht hinein, sodann um die Augen herum, während sie die inwendigeren Empfindungen ihrer Seele mitteilen: um das linke Auge, wenn Wahrheiten und Gefühle (affectiones) für das Wahre, um das rechte, wenn Gutes und Gefühle für das Gute. 1763. Es ließ sich auch ein gleichzeitiges Reden mehrerer Geister hören, wellenförmig sich fortbewegend gleich einer Rolle, und ins Gehirn einfließend mit verschiedener Endigung. Sodann die Rede gewisser Geister, die sich vierfach (quadruplicato) endigt, gleichsam nach dem Takt und Schall der Drescher. Diese Geister sind von anderen abgesondert, sie verursachen dem Kopf einen Schmerz wie das Ziehen eines Röhrgeschwürs (tanquam attractionis syringicae). Es ließen sich solche hören, die mit lauter Stimme redeten, aber gleichsam inwendig in ihnen, doch immer so, daß die Rede zum Gehör gelangte. Andere, die mittelst eines Herausstoßens der Worte wie aus dem Bauche redeten, sie sind solche, die gar nicht achten wollen auf den Sinn der Sache, sondern von anderen zum Reden angetrieben werden. Ich hörte solche, die in rauhem, wie in zwei Teile gespaltenen (sicut bifido) Tone redeten, sie machen sich an die linke Seite unter dem Ellenbogen, auch an das linke Ohrläppchen. Dann auch solche, die nicht laut reden konnten, sondern wie die, welche an Rheumatismus leiden. Zu ihnen gehören die, welche in der Absicht zu schaden, anderen ihre Geheimnisse entlocken, dadurch, daß sie sich in ihre Lieblingsneigungen einschmeicheln. Es gibt kleine Geister, die, obwohl sie wenig sind, dennoch reden wie eine große Menge, wie donnernd. Sie wurden über dem Haupt gehört, und ich meinte, es sei eine Menge, aber dann kam einer zu mir an die linke Seite unter dem Arm, und redete ebenso mit donnernder Stimme; auch beim Weggehen machte er es so. Woher solche sind, davon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Aber diese Arten der Rede sind seltener. Dergleichen wird, was wunderbar ist, so hell und laut gehört von dem, welchem die inwendigen Gehörorgane geöffnet sind, desgleichen von den Geistern, wie die Töne und Reden des Menschen auf der Erde gehört werden; aber durchaus nicht von dem, welchem sie nicht geöffnet sind. 1764. Einmal redeten auch Geister mit mir durch lauter sichtbare Vorbildungen, indem sie verschiedenfarbige Flammen, Lichter, auf und niedersteigende Wolken, verschiedenartige Häuschen, und Gerüste, Gefäße, verschieden gekleidete Personen, und vieles andere darstellten, was alles sinnbildlich bezeichnend war, und woraus allein schon man wissen konnte, was sie wollten. 1765. und 1766. Absatznumerierung fehlt. Von der Heiligen Schrift oder dem Worte, daß sie göttliche Dinge in sich berge, die vor den guten Geistern und Engeln offen da liegen 1767. Wenn das Wort des Herrn von einem Menschen gelesen wird, der das Wort liebt und in Liebtätigkeit lebt, wie auch von einem Menschen, der aus einfältigem Herzen glaubt, was geschrieben steht, und sich nicht selbst (eigene) Grundsätze gegen das im inneren Sinn liegende Glaubenswahre gebildet hat, so wird es vom Herrn vor den Engeln in solcher Schönheit, und in solcher Lieblichkeit dargestellt, auch wohl mit Vorbildungen, und zwar in unbeschreiblicher Mannigfaltigkeit, ganz gemäß dem Zustand, in dem sie sich gerade befinden, - daß man ein Gefühl hat, als ob alles einzelne Leben hätte, und dies ist eben das Leben, das im Wort ist, und aus dem das Wort entstand, als es aus dem Himmel herniederkam. Infolgedessen ist das Wort des Herrn so beschaffen, daß es, obwohl es im Buchstaben schmucklos (rude) erscheint, dennoch inwendig geistige und himmlische Dinge birgt, die vor den guten Geistern, und vor den Engeln offen da liegen, wenn es vom Menschen gelesen wird. 1768. Daß das Wort des Herrn vor den guten Geistern und vor den Engeln so sich darstellt, ward mir zu sehen und zu hören gegeben; daher ich die Erfahrungen selbst anführen darf. 1769. Ein gewisser Geist kam zu mir, nicht lange nach seinem Abscheiden aus dem Leibe, was ich daraus schließen konnte, daß er noch nicht wußte, daß er im anderen Leben sei, indem er meinte, er lebe noch in der Welt. Ich merkte, daß er sich den Studien gewidmet hatte, wovon ich mit ihm sprach. Aber alsdann wurde er plötzlich in die Höhe gehoben, worüber ich mich wunderte, und vermutete, daß er zu denen gehörte, die nach hohen Dingen trachteten, denn solche werden gewöhnlich in die Höhe gehoben; oder daß er den Himmel in die höchste Höhe gesetzt habe, die gleichfalls in die Höhe gerückt zu werden pflegen, damit sie daraus erkennen möchten, daß der Himmel nicht in der Höhe, sondern im Inneren ist. Aber bald ward ich gewahr, daß er erhoben wurde zu den engelischen Geistern, die vorwärts, ein wenig zur Rechten, auf der ersten Schwelle (limine) des Himmels waren; von da aus sprach er nachher mit mir, und sagte, daß er erhabenere Dinge sehe, als je menschliche Gemüter fassen könnten. Als dies geschah, las ich das erste Kapitel des 5. Buches Mose vom jüdischen Volk, daß abgesandt worden seien, die das Land Kanaan, und was darin sich findet, erforschen sollten. Als ich dies las, sagte er, er vernehme gar nichts von dem, was im Buchstabensinn, sondern (nur), was im geistigen Sinn ist, und dies seien Wunderdinge, die er nicht beschreiben könnte. Dies geschah auf der ersten Schwelle des Himmels der engelischen Geister, wie wird es also sein in diesem Himmel selbst, und wie im engelischen Himmel! Einige bei mir befindliche Geister, die früher nicht geglaubt hatten, daß das Wort des Herrn so beschaffen sei, fingen nun an zu bereuen, daß sie es nicht geglaubt hatten, sie sagten in diesem Zustand, sie glauben, weil sie jenen hatten sagen hören, er habe gehört, gesehen und empfunden, daß dem so ist. Andere Geister aber beharrten noch in ihrem Unglauben, und sagten, es sei dem nicht so, sondern es seien Phantasien; daher auch diese plötzlich erhoben wurden, und von da aus mit mir redeten, und gestanden, daß es nichts weniger als Phantasie sei, da sie in Wirklichkeit inne werden, daß dem so ist, und zwar mit einer schärferen Empfindung (perceptione exqusitiore), als im Leben des Körpers einem Sinne jemals gegeben werden könne. Bald darauf wurden auch andere in denselben Himmel erhoben, und unter ihnen einer, den ich bei Leibesleben gekannt hatte, dieser bezeugte ebendasselbe und sagte unter anderem auch, daß er vor Staunen die Herrlichkeit des Wortes in seinem inneren Sinn nicht beschreiben könne; und indem er nun aus einem gewissen Mitleiden heraus redete, äußerte er, es sei zu verwundern, daß die Menschen gar nichts von solchen Dingen wissen. Außerdem sagte er, daß er von da aus meine Gedanken und meine Neigungen ganz durchschauen könne, und in denselben mehr finde, als er aussprechen könnte, z.B. die Ursachen, die Einflüsse, woher und von denen die Vorstellungen, wie sie mit Irdischem vermischt seien, und daß dieses ganz und gar beseitigt werden müsse, und anderes mehr. 1770. Zweimal nachher sah ich andere, die in den zweiten Himmel unter die engelischen Geister erhoben worden waren, und von da aus mit mir redeten, als ich das dritte Kapitel des 5. Buches Mose von Anfang bis zu Ende las, sie sagten, sie seien bloß im inwendigeren Sinne des Wortes, und versicherten alsdann, daß da auch nicht ein Strichlein (apex) sei, in dem nicht ein innerer, auf das schönste mit dem übrigen zusammenhängender Sinn wäre, sodann daß die Namen Sachen bezeichnen. So wurden auch sie, weil sie es vorher nicht geglaubt hatten, überzeugt, daß alles und jegliches im Worte vom Herrn eingegeben worden ist. Sie wollten dies sogar vor anderen mit einem Eidschwur bekräftigen, allein es wurde nicht zugelassen. 1771. Einige Geister waren auch im Unglauben in Beziehung auf das Wort des Herrn, daß es dergleichen in seinem Schoß oder inwendig berge. Denn die Geister sind im anderen Leben im gleichen Unglauben, in dem sie bei Leibesleben waren, und derselbe wird nur zerstreut durch die vom Herrn vorgesehenen Mittel, und durch lebendige Erfahrungen. Als ich daher einige Psalmen Davids las, wurde ihr inwendigeres Schauvermögen oder Gemüt geöffnet (diese wurden nicht unter die engelischen Geister erhoben), da erkannten sie (percipiebant) das Inwendigere des Wortes in jenen Psalmen, und hierdurch in Staunen versetzt, sagten sie, so etwas hätten sie nie geglaubt. Dann wurde dieses Wort von mehreren anderen Geistern gehört, sie alle aber faßten es verschiedentlich auf. Bei einigen erfüllte es ihre Denkvorstellungen mit vielen Lieblichkeiten und Lustgefühlen, also mit einem gewissen Leben, je nach der Fähigkeit eines jeden, und zugleich mit einer bis zu ihrem Innersten dringenden Wirksamkeit, bei einigen mit einer so starken, daß es ihnen war, wie wenn sie gegen die inwendigeren Himmelssphären zu, und immer näher und näher zum Herrn erhoben würden, und zwar stufenweise, je nachdem die Wahrheiten und das den Wahrheiten einverleibte Gute (sie) anregte. Zugleich wurde dann das Wort zu einigen gebracht, die nichts vom inneren Sinn des Wortes faßten, sondern bloß vom äußeren oder buchstäblichen Sinn, diesen erschien der Buchstabe als leblos. Hieraus erhellt, wie das Wort beschaffen ist, wenn der Herr es lebendig macht, daß es nämlich eine solche Wirksamkeit hat, daß es bis ins Innerste eindringt, und wie es beschaffen ist, wenn Er es nicht lebendig macht, daß es alsdann bloß ein Buchstabe ist, der kaum einiges Leben hat. 1772. Vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn wurde mir auch vergönnt, in gleicher Weise das Wort des Herrn in seiner Schönheit im inneren Sinne zu sehen, und zwar oftmals, nicht wie (es ist), wenn einzelne Wörter nach dem inneren Sinn erklärt werden, sondern alle und jedes in einem Zusammenhang, wovon man sagen kann, es heiße vom irdischen Paradies aus das himmlische Paradies sehen. 1773. Geister, die bei Leibesleben sich am Wort des Herrn mit Lust ergötzt hatten, haben im anderen Leben eine angenehme himmlische Wärme, die auch mir zu empfinden gegeben wurde. Die Wärme solcher, die einigermaßen sich daran ergötzt hatten, wurde mir (auch) mitgeteilt, sie war wie eine Frühlingswärme, die von der Gegend der Lippen ausging, und sich um die Wangen, und von da bis zu den Ohren verbreitete, und dann auch aufstieg bis zu den Augen, und ebenso auch herabstieg gegen die mittlere Gegend der Brust. Die Wärme solcher, die noch mehr angeregt worden waren von dem Ergötzen am Wort des Herrn, und seinem Inwendigeren, das der Herr selbst gelehrt hatte, wurde mir (ebenfalls) mitgeteilt, sie war eine noch inwendigere, indem sie anfing von der Brust, von da sich erhob gegen das Kinn, und dann hinabstieg gegen die Lenden. Die noch mehr (dadurch) ergötzt und angeregt worden waren, hatten eine noch tiefer inwendige und angenehme, und noch mehr frühlingsmäßige Wärme, und zwar von den Lenden aufwärts gegen die Brust, und von da durch den linken Arm zu den Händen hin. Ich wurde von den Engeln belehrt, daß sich die Sache so verhalte, und daß ihre Annäherung solche Wärme mit sich bringe, obwohl sie selbst sie nicht fühlen, weil sie darin sind, wie die Kinder, die Knaben und die Jünglinge ihre Wärme, deren sie mehr haben als die Erwachsenen und die Greise, nicht zu empfinden pflegen, weil sie in ihr sind. Es wurde auch die Wärme derjenigen empfunden, die sich zwar am Wort ergötzt hatten, um dessen Verständnis aber nicht bekümmert gewesen waren, sie war bloß im rechten Arm. Was die Wärme betrifft, so können auch böse Geister mit ihren Künsten eine Wärme hervorbringen, die den Schein des Angenehmen vorlügt, und sie anderen mitteilen, sie ist aber bloß eine äußerliche Wärme, die ihren Ursprung nicht aus dem Inneren hat. Eine solche Wärme ist die, welche Fäulnis zur Folge hat, und ins Auswurfartige übergeht, wie die Wärme der Ehebrecher und derjenigen, die in unreine Wollüste versunken sind. 1774. Es gibt Geister, die vom Inwendigeren des Wortes nichts hören wollen, ja, obwohl sie es verstehen können, doch nicht wollen, sie sind hauptsächlich die, welche in die Werke ein Verdienst setzten, und zwar darum, weil sie das Gute aus Selbst- und Weltliebe, d.h. um sich Würde oder Reichtum, und dadurch Ruf zu verschaffen, getan hatten, somit nicht um des Reiches des Herrn willen. Solche wollen im anderen Leben vor den übrigen in den Himmel eingehen, sie bleiben aber außerhalb des Himmels, denn sie wollen nicht mit Erkenntnissen des Wahren ausgerüstet, und so vom Guten angeregt werden, indem sie den Sinn des Wortes nach dem Buchstaben ihren Phantasien gemäß erklären, und alles, (aus demselben) herausbringen, was den Begierden Beifall zulächelt. Solche wurden vorgebildet durch ein altes Weib von unschönem, aber dennoch glänzend weißem, bleichem Angesicht, von unregelmäßigen Zügen, durch die es eben häßlich war. Wogegen aber die, welche das Inwendigere des Wortes annehmen und lieben, vorgebildet wurden durch ein Mädchen in ihrem ersten jungfräulichen Alter, oder ihrer Jugendblüte, anständig gekleidet, mit Kränzchen und himmlischem Schmuck. 1775. Ich sprach mit einigen Geistern vom Wort, daß unumgänglich notwendig war, daß irgendeine Offenbarung da war durch die göttliche Vorsehung des Herrn; denn die Offenbarung oder das Wort ist das allgemeine Aufnahmegefäß geistiger und himmlischer Dinge, somit das den Himmel und die Erde Verbindende, sonst wären diese voneinander geschieden gewesen, und das Menschengeschlecht zugrunde gegangen. Zu schweigen, daß irgendwo himmlische Wahrheiten sein mußten, durch die der Mensch belehrt würde, weil er zum Himmlischen geboren ist, und nach dem Leben des Körpers unter die Himmlischen kommen soll; denn die Wahrheiten des Glaubens sind die Gesetze der Ordnung in dem Reich, in dem er leben soll in Ewigkeit. 1776. Es kann als widersinnig erscheinen, ist aber dennoch ganz gewiß wahr, daß die Engel besser und völliger den inneren Sinn des Wortes verstehen, wenn kindliche Knaben und Mädchen es lesen, als wenn Erwachsene, die nicht im Glauben der Liebtätigkeit stehen. Als Grund hiervon wurde mir gesagt, weil die kindlichen Knaben und Mädchen im Stande der gegenseitigen Liebe und der Unschuld, somit ihre sehr zarten Gefäße beinahe himmlisch, und nur Fähigkeiten sind, aufzunehmen, die so vom Herrn gehörig geordnet werden können, obwohl dies nicht zu ihrem Bewußtsein gelangt, außer durch einen gewissen ihren Sinnesarten angemessenen Lustreiz. Von den Engeln wurde gesagt, daß das Wort des Herrn ein toter Buchstabe sei, daß es aber im Leser vom Herrn lebendig gemacht werde gemäß der Fähigkeit eines jeden, und daß es lebendig werde, gemäß dem Zustand seiner Liebtätigkeit und Unschuld, und zwar mit unzähliger Mannigfaltigkeit. 1777. Die Fortsetzung folgt am Ende dieses Kapitels. 1869. Wieviel in einem einzigen Ausdruck des Wortes (Gottes) liegt, wurde (mir) dadurch gezeigt, daß mir die Denkvorstellungen aufgeschlossen wurden. Im anderen Leben kann dieses merkwürdigerweise so lebendig geschehen, daß die Vorstellungen selbst sichtbar in einer Gestalt erscheinen, somit wie gemalte Bilder. So wurden die Vorstellungen eines solchen, der in Liebtätigkeit oder gegenseitiger Liebe gelebt, und, als er noch in der Welt lebte, am Worte (Gottes) seine Freude gehabt hatte, aufgeschlossen, da erschienen unzählige schöne Dinge, mit so Wonnevollem und Lieblichem, daß es rührend war. Und man sagte, daß diese Dinge, die in solcher Weise sichtbar erscheinen, ihrem Inwendigeren nach abermals aufgeschlossen werden können, nach dessen Aufschließung dann noch Schöneres und Wonnevolleres mit dem eigentlichen Seligen sich darstelle. Alle Engelsvorstellungen sind von dieser Art, denn sie sind vom Herrn selbst her aufgeschlossen. Es wurde dies von Geistern, die sich verwunderten, daß im anderen Leben die Denkvorstellungen so aufgeschlossen werden können, beleuchtet durch das Sehen des Auges, dessen Sehstrahlen so stumpf und dunkel sind, daß sie die kleineren Gegenstände der Natur, in denen Unzähliges liegt, nicht anders sehen, denn als einen dunklen, unförmigen und schwarzen Punkt; wenn aber ebendieselben durch ein Mikroskop betrachtet werden, so stellt sich das Inwendigere sichtbar dar in schöner Verkettung verbunden, und in ansprechender Ordnung ineinanderfließend; und daß diese (inwendigen Dinge) in gleicher Weise durch ein noch mehr vergrößerndes Mikroskop noch weiter aufgeschlossen werden könnten. Hieraus konnte erhellen, wie es sich mit dem inneren Gesichtssinn verhält, dessen Strahlen nichts anderes sind als Vorstellungen, daß sie nämlich an sich so dicht (crassae) sind, daß es in dieser Sphäre nichts Dichteres geben kann, obwohl der Mensch anders meint. Von den Vorstellungen (ideis) aber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in der Folge. 1870. Ebenso verhält es sich mit dem Wort des Herrn: die einzelnen Wörter in ihm gestalten ihre Vorstellungen, denn ein Wort ist nichts als eine Vorstellung, die so gestaltet ist, daß man den Sinn faßt. Es liegen darin so unzählig viele Dinge, die nicht zum Bewußtsein (ad perceptionem) des Menschen kommen können, sondern bloß zu dem der Engel, daß man es gar nicht glauben kann. Wenn dieselben vom Herrn aufgeschlossen werden, so stellen sich die inwendigeren Gestalten dem Bewußtsein durch Wonniges und Seliges, und dem Gesichtssinn durch Vorbildliches und Paradiesisches dar; jenes aus den himmlischen und geistigen Dingen der Liebe oder Barmherzigkeit des Herrn, dieses von den Strahlen des Lichtes von daher. Es wurde mir durch eine wunderbare Erfahrung gezeigt, daß das Wort nicht allein in betreff der einzelnen Wörter, sondern auch in betreff der einzelnen Buchstäbchen eines jeden Wortes, also ganz in betreff des kleinsten Jotas, eingegeben (inspiratum) ist; denn in jedem Jota ist etwas von der Anregung und dem Leben, welches als das Gemeinsame dem Ausdruck angehören, und so in das einzelnste in entsprechender Weise hineingelegt sind. Allein dies kann ohne vorgängige Kenntnis vieler Dinge ganz und gar nicht verständlich erklärt werden. 1871. Wie das Wort des Herrn vor den Engeln erscheint, kann nicht beschrieben werden, einigermaßen aber können sich diejenigen einen Begriff davon machen, die in den physikalischen Kabinetten (incimeliis) optische Zylinder gesehen haben, in denen sich schöne Bilder darstellen von den Dingen, die ringsherum durcheinander hingeworfen sind. Obwohl hier die rings umherliegenden Dinge als form-, zusammenhangs- und ordnungslos, und nur als verworren hingeworfenes Zeug erscheinen, so stellen sie doch, wenn sie gegen den Zylinder hin konzentriert werden, ein liebliches Bild darin dar. So verhält es sich mit dem Wort des Herrn, besonders dem prophetischen des Alten Testaments: im buchstäblichen Sinn erscheint es kaum anders, denn als etwas Ungeordnetes, wenn es aber von einem Menschen, besonders von einem kindlichen Knaben oder Mädchen gelesen wird, so wird es stufenweise, wie es sich erhebt, immer schöner und lieblicher, und zuletzt stellt es sich vor dem Herrn dar wie das Bild eines Menschen, in dem und durch das der Himmel in seinem Inbegriff vorgebildet wird, nicht wie er ist, sondern wie der Herr will, daß er sein möchte, daß er nämlich Sein Ebenbild sein möchte. 1872. Es erschien mir ein Mädchen von schönem und blendend weißem Angesicht, schnell zur Rechten hin nach oben gehend, mit etwas beschleunigtem Schritt; dem Alter nach wie in der ersten Blüte, nicht Kind und auch noch nicht Jungfrau, in schwarzem, glänzendem und geschmackvollem Gewand, so eilte sie freudig von Licht zu Licht. Es wurde gesagt, daß das Inwendigere des Wortes so beschaffen sei, sobald es sich erhebt. Das schwarze Kleid war das Wort im Buchstaben. Nachher flog das junge Mädchen gegen die rechte Wange hin, jedoch bloß von dem inwendigeren Gesichtssinn wahrgenommen. Es wurde gesagt, daß es das sei, was vom inneren Sinn des Wortes nicht zur Fassungskraft gelangt. 1873. Es redeten die Geister vom inneren Sinn des Wortes, daß dem Verständnis gemäß dargestellt werden möchte, wie er beschaffen ist. Es wurde durch ein Beispiel versinnlicht, was die Frucht des Glaubens (ist), und gesagt, die guten Werke seien die Frucht des Glaubens im äußeren oder Buchstabensinn. Diese guten Werke seien aber unbeseelt, wofern sie nicht aus der Liebtätigkeit hervorgehen, und so sei die Frucht des Glaubens im nächst inwendigeren Sinn die Liebtätigkeit. Weil aber die Liebtätigkeit oder die Liebe gegen den Nächsten hervorgehen muß aus der Liebe zum Herrn, so ist dieselbe die Frucht des Glaubens im inneren Sinn. Und weil alle Liebe vom Herrn kommt, so ist sie der Herr selbst, denn so ist im guten Werk die Liebtätigkeit, in dieser die Liebe zum Herrn, und in dieser der Herr selbst. 1874. Ich redete mit den guten Geistern, daß vieles und mehr als jemand glauben kann, im Worte nach Scheinbarkeiten, und nach den Täuschungen der Sinne gesagt sei, z.B. daß Jehovah in Zorn, Grimm und Wut sei gegen die Gottlosen, daß Er Freude daran habe, sie zu verderben und zu vertilgen, ja daß Er töte. Allein es ist (so) gesagt worden, damit die Überredungen und Begierden nicht gebrochen, sondern gelenkt würden, denn anders reden als der Mensch es faßt, nämlich nach den Scheinbarkeiten, Täuschungen, und Überredungen, hieße Samen ins Wasser säen, und solches sagen, was sogleich verworfen werden würde. Doch können diese Dinge zu allgemeinen Gefäßen dienen, in denen Geistiges und Himmlisches (enthalten ist), denn es kann in sie hineingelegt werden (insinuari), daß alles vom Herrn kommt; ferner, daß der Herr es zuläßt, daß aber alles Böse von teuflischen Geistern herrührt; ferner, daß der Herr vorsieht und es (so) fügt, daß das Böse zu Gutem gewendet wird, und endlich, daß nichts denn Gutes vom Herrn kommt. So vergeht der Buchstabensinn, je wie er sich erhebt, und wird geistig, dann himmlisch und zuletzt göttlich. 1875. Es wurde (mir) gegeben, die engelischen Ideen im Gebete des Herrn inne zu werden (appercipere) bei den Worten: "führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen". Von den nächsten guten Geistern wurde in einer mir in die Sinne fallenden Vorstellung (idea quadam apud me perceptibili) verworfen die Versuchung und das Böse, und zwar bis dahin, daß das rein Engelische, nämlich das Gute, ohne die Vorstellung der Versuchung und des Bösen übrigblieb, und so der buchstäbliche Sinn ganz verlorenging. Über dieses Gute bildeten sich beim ersten Wegwerfen unzählige Ideen, wie aus der Anfechtung des Menschen Gutes komme, und dennoch die Anfechtung aus dem Menschen und seinem Bösen hervorgehe, in dem die Strafe liegt; und zwar dies mit einer Art von Unwillen, der (bei ihnen) darüber hinzukam, daß man wähnt, es komme die Versuchung und ihr Böses anderswoher, und man müsse an Böses denken, wenn an den Herrn. Diese Vorstellungen wurden immer mehr gereinigt je höher sie sich erhoben. Die Erhebungen wurden vorgebildet durch Wegwerfungen, worüber auch Nr. 1393, und diese erfolgten mit einer Schnelligkeit und in unbeschreiblicher Weise, bis sie in den Schatten meines Denkens übergingen, und dann waren sie im Himmel, wo unaussprechliche engelische Vorstellungen allein vom Guten des Herrn sind. 1876. Die Namen der Männer, der Königreiche, der Städte, die im Wort vorkommen, vergehen ebenso wie die Wörter der menschlichen Rede, schon auf der ersten Schwelle, wenn sie sich erheben, denn sie sind etwas Irdisches, Körperliches und Materielles, das nach und nach ausziehen die Seelen, die ins andere Leben kommen, und ganz und gar diejenigen, die in den Himmel kommen. Die Engel behalten auch nicht das Geringste der Vorstellung einer Person, und somit des Namens derselben. Was Abram, was Jischak und Jakob ist, wissen sie nicht mehr, sie bilden sich eine Vorstellung aus demjenigen, was durch dieselben im Worte vorgebildet und bezeichnet wird. Die Namen und die Wörter sind wie Hülsen (grumi) oder wie Schuppen, die abfallen, wenn sie in den Himmel eingehen. Daraus kann erhellen, daß durch die Namen im Worte nichts anderes als Sachen bezeichnet werden. Hierüber sprach ich öfter mit den Engeln, von denen ich über die Wahrheit vollständig belehrt wurde. Die Rede der Geister unter sich ist nicht eine Wörtersprache, sondern eine Sprache der Ideen, wie diese letztere das menschliche Denken ohne Wörter hat. Daher sie allen Sprachen als die universelle zugrunde liegt (universalis est omnium linguarum). Wenn sie aber mit einem Menschen reden, so fällt ihre Rede in Wörter der Sprache des Menschen, wie (schon) gesagt worden: Nr. 1635, 1637, 1639. Als ich hierüber mit den Geistern sprach, ward mir zu sagen gegeben, daß sie, wenn sie unter sich miteinander reden, auch nicht ein einziges Wort einer menschlichen Sprache, noch weniger einen Namen aussprechen können. Einige von ihnen verwunderten sich darüber, gingen weg, und versuchten es; sie kamen aber zurück und sagten, daß sie (dergleichen) nicht haben aussprechen können, weil jene Wörter zu grob materiell, mithin unterhalb ihrer Sphäre befindlich, aus einem durch die körperlichen Organe artikulierten Ton der Luft, oder durch den Einfluß in solche auf einem zum Gehörorgan führenden inneren Weg gebildet seien. Hieraus konnte auch klar erhellen, daß nichts von einem Ausdruck, der im Worte vorkommt, zu den Geistern übergehen kann, noch weniger zu den engelischen Geistern, deren Rede noch umfassender (universalior) ist: Nr. 1642; am wenigsten zu den Engeln: Nr. 1643, bei denen nichts übrigbleibt von den ersten Ideen der Geister, sondern anstatt derselben geistige Wahrheiten, und himmlisches Gute, das in unaussprechlicher Weise wechselte in den kleinsten Formen, die stetig zusammenhängen und in einmütiger Reihenfolge verknüpft sind mit den Urbildern (quae ... formis minimis, continuis, connexis in unanima serie, cum originariis repraesentativorum ... varinatur), die durch die Seligkeit der gegenseitigen Liebe höchst lieblich und schön, und durch die Lieblichkeiten und Schönheiten selig, weil mit dem Leben des Herrn erfüllt (inspiratis) sind. 1877. Die in der Geisterwelt befindlichen Seelen oder Geister, besonders die bösen, behalten zuerst das bei, was sie im Leben ihres Leibes gehabt hatten, nämlich das Irdische, Körperliche und Weltliche, und mit diesem die Grundsätze, die sie angenommen hatten. Unter ihnen sind diejenigen, die nichts vom inneren Sinn des Wortes hören wollen, sondern bloß vom buchstäblichen Sinn, und zwar bis dahin, daß sie glauben, die zwölf Apostel werden sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels; ebenso, daß in den Himmel keine anderen eingehen werden, als Arme, Elende, und die Verfolgungen erduldet haben, während doch darin sowohl Reiche als Mächtige sind, die in Liebtätigkeit und Glauben an den Herrn gelebt hatten. Solche, weil sie ihrer Verdienste wegen auf den Himmel Anspruch machen, sah ich, daß sie hin und her laufen, und überall, wohin sie kommen, verhöhnen was zum inneren Sinn des Wortes gehört, weil es gegen ihre Selbstberedungen und Begierden ist, sofern sie den Himmel verdienen und allen anderen vorgezogen werden wollen. Es werden aber dieselben verglichen dem Bösartigen und Schädlichen, das ins Blut einfließt, und in die Venen und Arterien dringt, und die Masse des Blutes verunreinigt. HG 1878 1878. Es gibt auch solche, die bei Leibesleben das Wort verachtet hatten; und es gibt solche, welche die im Wort gebrauchten Ausdrücke zu Redensarten des Spottes mißbraucht; es gibt solche, die gemeint hatten, das Wort sei nichts, könne aber dienen für das gemeine Volk, daß dieses einigermaßen in Banden gehalten werde; es gibt solche, die das Wort gelästert, und es gibt solche, die es entweiht hatten. Diese haben im anderen Leben ein erbärmliches Los, ein jeder nach der Beschaffenheit und dem Grad der Verachtung, Verspottung, Lästerung und Entweihung, denn das Wort ist so heilig in den Himmeln, daß ihnen das Wort gleichsam der Himmel ist, daher denn (jene), weil eine Mitteilung aller Gedanken statthat, (mit den Seligen) gar nicht zusammen sein können, sondern ausgeschieden werden. 1879. Als ich im Bette lag, wurde mir gesagt, daß böse Geister gegen mich sich verschworen hätten, in der Absicht, mich zu ersticken. Weil ich aber beschützt und sicher vom Herrn her war, achtete ich diese Drohungen gering, und schlief ein. Als ich aber mitten in der Nacht aufwachte, fühlte ich, daß ich nicht aus mir atmete, sondern aus dem Himmel, denn es war nichts von meinem Atmen dabei, was ich deutlich empfand. Es wurde dann gesagt, die Verschwörung sei da, und es seien diejenigen, die das Tiefere des Wortes, das ist die Glaubenswahrheiten selbst hassen, (denn diese sind das Inwendigere des Wortes,) und zwar darum, weil dasselbe gegen ihre Selbsttäuschungen, Beredungen und Begierden ist, denen der Buchstabensinn noch Vorschub leisten könnte. Nachher, als ihre Anschläge vereitelt waren, suchten die Rädelsführer sich in die Eingeweide meines Körpers hineinzumachen und bis zum Herzen vorzudringen, wohin sie auch zugelassen wurden; wovon ich stets eine scharfe Sinnesempfindung hatte (quod semper maifesto sensu perceptum); denn der, dem das Inwendigere, das dem Geist angehört, geöffnet ist, empfängt auch eine sinnliche Wahrnehmung (sensitivam perceptionem) von solchen Dingen. Hierauf wurde ich aber in einen himmlischen Zustand versetzt, der darin bestand, daß ich durchaus nicht suchte, jene Gäste abzutreiben, noch weniger die Unbill zu rächen. Sie sagten dann, dies sei friedlich gesinnt. Bald aber wurden sie wie der Vernünftigkeit beraubt, indem sie auf Rache sannen, und ihre Anschläge durchzuführen trachteten, jedoch vergebens; sie wurden dann durch sich selbst (a semet) zerstreut. * * * 1880. Was übrigens im allgemeinen die Engel und Geister betrifft, die sämtlich Menschenseelen sind, die nach dem Tode des Körpers fortleben, so haben sie viel schärfere Sinne als die Menschen: nämlich das Gesicht, das Gehör, den Geruch und den Tastsinn, nicht aber den Geschmack. Es können jedoch nicht die Geister, und noch weniger die Engel mit ihrem Gesichtssinn, das ist mit dem Gesicht des Geistes, irgend etwas, das in der Welt ist, sehen, denn für sie ist das Welt- oder Sonnenlicht wie ein dichtes Dunkel; so wie auch nicht der Mensch mit seinem Gesichtssinn, das ist mit dem Gesicht des Körpers, irgend etwas, das im anderen Leben ist, sehen kann; denn für ihn ist das (Licht) des Himmels oder das himmlische Licht des Herrn wie ein dichtes Dunkel. Dennoch aber können die Geister und die Engel, wenn es dem Herrn gefällt, die Dinge, die in der Welt sind, durch die Augen eines Menschen sehen, allein dies gestattet der Herr bei keinem anderen, als dem der Herr verleiht, mit Geistern und Engeln zu reden, und mit ihnen zusammen zu sein. Durch meine Augen durften sie die in der Welt befindlichen Dinge sehen, und zwar so deutlich wie ich (selbst), und dann auch die Menschen mit mir reden hören. Es traf sich einigemal, daß einige ihre Freunde, die sie bei Leibesleben gehabt hatten, durch mich ganz so gegenwärtig sahen wie früher, worüber sie sehr erstaunt waren. Sie sahen auch ihre Gatten und Kinder, und wollten, daß ich ihnen sage, sie seien da, und sehen sie, und daß ich denselben von ihrem Zustand im anderen Leben Kunde geben möchte; allein denselben zu sagen und zu offenbaren, daß sie so gesehen worden seien, war mir untersagt, auch aus dem Grund, weil sie gesagt hätten, ich sei nicht bei Sinnen, oder gedacht hätten, es seien Schwärmereien (deliria animi), da mir bekannt war, daß sie, obwohl sie es mit dem Munde sagten, dennoch im Herzen nicht glaubten, daß es Geister gibt, und daß die Toten auferstanden sind. Zuerst als mir das inwendigere Gesicht geöffnet worden war, und sie durch meine Augen die Welt, und was in der Welt ist, sahen, waren die Geister und Engel so erstaunt, daß sie sagten, das sei ein Wunder über Wunder, und es kam eine neue Freude über sie, daß in dieser Weise ein Verkehr der Erde mit dem Himmel, und des Himmels mit der Erde stattfinden sollte. Allein dieses Ergötzen dauerte etliche Monate, jetzt aber, nachdem es zur Gewohnheitssache geworden ist, wundern sie sich gar nicht mehr. Ich bin belehrt worden, da die Geister und Engel bei anderen Menschen durchaus nicht sehen, was in der Welt ist, sondern nur die Gedanken und Gefühle derjenigen wahrnehmen, bei denen sie sind. Hieraus konnte erhellen, daß der Mensch so geschaffen worden ist, daß er, während er auf Erden unter den Menschen lebt, zugleich auch im Himmel unter den Engeln leben sollte, und umgekehrt, so daß der Himmel und die Erde beisammen sein, und in eins zusammenwirken, und die Menschen wissen sollten, was im Himmel, und die Engel, was in der Welt ist; und daß so jene, wenn sie abscheiden, hinübergehen sollten vom Reich des Herrn auf Erden in das Reich des Herrn in den Himmeln, nicht als in ein anderes, sondern als in ebendasselbe, in dem sie waren, als sie im Körper lebten. Weil aber der Mensch so gar körperlich geworden ist, so hat er sich den Himmel verschlossen. 1881. Die Geister sind sehr unwillig, ja sie zürnen, wenn man ihnen sagt, die Menschen glauben nicht, daß sie sehen, daß sie hören, daß sie mit dem Tastsinn empfinden. Sie sagten, dieselben sollten doch wissen, daß ohne die Sinne kein Leben, und je schärfer die Sinne sind, desto vortrefflicher das Leben ist, und daß die Gegenstände, die sie mit den Sinnen wahrnehmen, sich gemäß der Vortrefflichkeit ihrer Sinne verhalten, und daß die Vorbildungen, die vom Herrn kommen, wirklich existierende Dinge (realia) sind, denn von ihnen stamme alles her, was in der Natur und Welt ist: Nr. 1632. Sie haben viel bessere und schärfere Sinnesempfindungen, als jene (quod sentiant multo melius et praestantius quam illi); dies sind die Worte ihrer Entrüstung. 1882. Es gibt zweierlei Arten von Gesichten (Visionum), die außerordentlich sind, und in die ich versetzt wurde, bloß damit ich wüßte, wie es sich mit ihnen verhält, und was darunter verstanden wird, wenn man im Worte liest, "sie seien dem Körper entrückt worden" (abducti a corpore), und "sie seien vom Geist an einen anderen Ort weggeführt worden". 1883. Was das erste betrifft, nämlich das Entrücktwerden (abduci a corpore), so verhält es sich damit so: der Mensch wird in einen Zustand versetzt, der zwischen Schlafen und Wachen die Mitte hält, und wenn er in diesem Zustand ist, so kann er nicht anders wissen, als daß er ganz wach sei. Alle Sinne sind so wach, wie im höchsten Wachsein des Körpers, sowohl das Gesicht, als das Gehör, und merkwürdigerweise auch der Tastsinn, der alsdann schärfer ist, als er es je sein kann beim Wachsein des Körpers. In diesem Zustand sind die Geister und Engel auch ganz lebhaft von mir gesehen, auch gehört, und merkwürdigerweise sogar betastet worden, und dann war beinahe nichts vom Körper dabei (tätig). Dieser Zustand ist der, von dem es heißt, man werde dem Körper entrückt (abduci a corpore) und wisse nicht, ob man im Körper oder außer dem Körper sei. In diesen Zustand bin ich nur drei- oder viermal versetzt worden, nur damit ich wüßte, wie es sich damit verhält, und daß die Geister und Engel eines jeden Sinnes sich erfreuen, auch eines Tastsinnes, der weit stärker und schärfer ist, als der Tastsinn des Körpers. 1884. Was das andere betrifft, das "vom Geist an einen anderen Ort weggeführt werden", so wurde mir durch lebendige Erfahrung gezeigt, was es ist, und wie es sich damit verhält. Allein dies bloß zwei- oder dreimal. Ich erlaube mir, die bloße Erfahrung anzuführen: Durch die Gassen einer Stadt, und durch Gefilde wandelnd, und zugleich auch im Gespräch mit Geistern, wußte ich nicht anders, als daß ich so wach und sehend sei wie zu anderen Zeiten, so wandelte ich ohne zu verirren, und inzwischen war ich im Gesicht, in dem ich Haine, Flüsse, Paläste, Häuser, Menschen, und vieles andere sah. Nachdem ich aber so etliche Stunden gewandelt, war ich auf einmal im Sehen des Körpers, und wurde gewahr, daß ich an einem anderen Orte sei, worüber ich sehr erstaunt war, und merkte, daß ich in demselben Zustand gewesen war, in dem jene, von denen es heißt, "sie seien im Geist an einen anderen Ort weggeführt worden", denn solange er währt, denkt man gar nicht an den Weg, und wenn dieser auch mehrere Meilen betragen würde; auch denkt man nicht an die Zeit, und wenn diese mehrere Stunden oder Tage ausmachen würde; auch spürt man keinerlei Ermüdung. Man wird alsdann auf Wegen geführt, die man selbst nicht kennt, bis an den bestimmten Ort. Dies geschah, damit ich auch wissen möchte, daß der Mensch vom Herrn geführt werden kann, ohne daß er es weiß, woher und wohin. 1885. Allein diese zweierlei Arten von Gesichten sind außerordentliche, mir bloß zu dem Ende gezeigt, daß ich wissen möchte, wie sie beschaffen sind. Ordentlich Gesehenes (vis ordinaria) hingegen ist alles das, was man, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, berichtet findet in diesem ersten Teil, und zwar sowohl jedem Kapitel vorausgeschickt, als hinten beigefügt. Allein dies sind nicht Gesichte (visiones), sondern Gesehenes (vis) im höchsten Wachsein des Körpers, und zwar nun schon mehrere Jahre hindurch. Ende des ersten Teiles   Von den Gesichten und Träumen, auch den prophetischen, die im Worte (vorkommen) 1966. Wenigen ist bekannt, wie es sich mit den Gesichten verhält, und welche Gesichte echt sind; und da ich nun einige Jahre lang beinahe fortwährend mit denen im anderen Leben beisammen war, (wie aus dem ersten Teil genugsam erhellen kann,) und dort staunenswerte Dinge sah, so wurde ich über die Gesichte und Träume durch die Erfahrung selbst belehrt, worüber ich Folgendes berichten darf. 1967. Es werden die Visionen einiger zu Markte getragen, die sagten, sie haben vieles gesehen, sie haben es allerdings gesehen, aber in der Phantasie; ich wurde davon unterrichtet, und es wurde (mir) auch gezeigt, wie sie entstehen. Es gibt Geister, die solche Gestalten durch Phantasien vorführen, so daß sie erscheinen, als ob sie wirklich wären, z.B. wenn man im Schatten etwas sieht, oder im Mondschein, oder auch bei Tag, wenn der Gegenstand im Dunkeln ist, dann halten die Geister die Seele fest und fortwährend im Denken an eine Sache, sei es ein Tier, oder ein Ungetüm, oder ein Wald, oder irgendeine andere Sache, solange sie darin festgehalten wird, so wird die Phantasie vergrößert, und wächst bis zu dem Grad, daß man überredet wird, und es ganz so sieht, als ob es wirklich wäre; während es doch nichts anderes ist als Täuschung: davon werden diejenigen befallen, die viel den Phantasien nachhängen, und in Seelenschwäche sind, und dadurch leichtgläubig geworden; diese sind Visionäre. 1968. Die schwärmerischen Geister sind von ähnlicher Art, sie haben aber Gesichte in Beziehung auf Glaubenssachen, von denen sie so stark beredet werden, und andere bereden, daß sie schwören können, das Falsche sei war, und die Täuschung sei Wirklichkeit. Von dieser Natur der Geister könnte vieles aus Erfahrung berichtet werden, doch von ihnen vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im besonderen: sie haben sich dieselbe angebildet durch Beredungen und Grundsätze des Falschen, während sie lebten. 1969. Die bösen Geister im anderen Leben sind kaum etwas anderes als Begierden und Phantasien, sie haben sich kein anderes Leben erworben. Ihre Phantasien sind von der Art, daß sie gar nicht anders inne werden, als daß es so sei. Die Phantasien der Menschen können mit den ihrigen gar nicht verglichen werden, denn sie sind in einem vollkommeneren Zustand auch in solchen Dingen: solche Phantasien sind fortdauernd bei den Höllischen, wo der eine den anderen durch Phantasien jämmerlich quält. 1970. Unter echten Gesichten werden Gesichte oder Gesehenes von solchen Dingen verstanden, die im anderen Leben wirklich existieren, und sie sind nur Dinge, die mit den Augen des Geistes, nicht mit den Augen des Körpers gesehen werden können, und dem Menschen erscheinen, wenn sein inwendigeres Sehvermögen vom Herrn geöffnet wird, das ist, jenes Sehvermögen, das sein Geist hat, in das er auch kommt, wenn er vom Körper getrennt ins andere Leben übergeht; denn der Mensch ist ein mit einem Körper bekleideter Geist. Solche Gesichte waren die der Propheten. Wenn dieses Sehvermögen geöffnet wird, dann werden in einem helleren Licht, als das mittägliche der Welt ist, die Dinge gesehen, die bei den Geistern hauptsächlich existieren, nicht bloß die vorbildlichen Gegenstände, sondern auch die Geister selbst, zugleich mit einem Innewerden, wer sie sind, sodann, wie sie beschaffen sind, wo sie sind, woher sie kommen, wohin sie gehen, von welcher Neigung, welcher Überzeugung, ja welchen Glaubens sie sind, Nr. 1388, 1394, was sich bestätigte durch eine lebendige, ganz der menschlichen gleiche Rede, und zwar ohne alle Täuschung. 1971. Die Gesichte, die vor guten Geistern sich darstellen, sind Vorbildungen der Dinge, die im Himmel sind; denn wenn das, was im Himmel vor den Engeln sich darstellt, in die Geisterwelt herabsinkt, verwandelt es sich in Vorbildungen, aus denen und in denen erschaut werden kann, was sie bedeuten. Dergleichen zeigen sich bei den guten Geistern fortwährend, mit kaum aussprechbarer Schönheit und Lieblichkeit. 1972. Was die Gesichte, oder vielmehr die gesehenen Dinge (Visa) betrifft, die vor den Augen des Geistes, nicht vor den Augen des Körpers erscheinen, so sind sie mehr und mehr inwendig. Was ich in der Geisterwelt sah, das sah ich in hellem Licht, dunkler aber das, was im Himmel der engelischen Geister und noch dunkler, das was im Himmel der Engel, denn bis dahin wurde mir das Sehvermögen meines Geistes selten geöffnet; aber mit einem Innewerden, dessen Beschaffenheit nicht beschrieben werden kann, wurde mir zu wissen gegeben, was sie redeten, öfter durch vermittelnde Geister, zuweilen erschienen die dort befindlichen Dinge im Schatten des Himmelslichts, und dieser Schatten ist dem Schatten des Weltliches nicht ähnlich, denn es ist ein Licht, das dünner und schwächer wird in unbegreiflicher Weise ebensosehr vor dem Verstand als vor dem Gesichtssinn. 1973. Alle Gattungen von Gesichten anzuführen, wäre zu umständlich, denn es gibt deren viele. Bloß zur Verdeutlichung darf ich zweierlei Gesichte vorführen, aus denen auch erhellen kann, wie sie beschaffen sind, dann zugleich wie die Geister angeregt werden von dem, was sie sehen, und wie es die bösen Geister quält, wenn ihnen vorenthalten wird, das zu sehen, was andere sehen und hören; denn sie können es nicht ertragen, daß ihnen dergleichen etwas soll entzogen werden: denn die Geister haben keinen Geschmackssinn, sondern statt dessen eine Begierde, gleichsam ein Sehnen, zu wissen und zu lernen, dies ist gleichsam ihre Speise, von der sie sich nähren, Nr. 1480. Wie sehr sie daher geängstigt werden, wenn diese Speise ihnen entzogen wird, kann aus folgendem Beispiel erhellen. 1974. Nach einem beschwerlichen Schlaf, früh morgens, stellte sich eine sehr liebliche Erscheinung (Visum) dar. Es waren Kränze wie von Lorbeer, grün, in schönster Ordnung, beweglich wie wenn sie lebten, von solcher Form und kunstvollen Fügung, daß sie in Rücksicht der Schönheit und Harmonie und des daraus hervorgehenden Gefühls der Seligkeit nicht beschrieben werden können. Sie waren in zwei ein wenig voneinander abstehende ziemlich lange Reihen zusammengestellt, und fortwährend in der Art ihrer Schönheit wechselnd. Dies war für die Geister, auch die bösen, sichtbar. Darauf folgte eine andere noch schönere Erscheinung, in der himmlische Seligkeit, aber nur dunkel, sichtbar war: es waren Kinder in himmlischen Spielen, die auf unaussprechliche Weise das Gemüt anregten. Hernach redete ich von diesen Erscheinungen mit den Geistern, die bekannten, sie hätten die erste ebenso wie ich gesehen, die andere jedoch nur so dunkel, daß sie nicht sagen könnten, was es wäre. Daher entstand bei ihnen Ärger, hernach ein sich steigernder Neid darum, weil gesagt wurde, die Engel und die Kinder haben es gesehen, und diesen ihren Neid durfte ich recht fühlbar innewerden, so daß mir gar nichts davon entging, was zur Kenntnisnahme nötig war. Der Neid war so beschaffen, daß er bei ihnen nicht allein die höchste Beschwerde verursachte, sondern auch Beengung und inwendigeren Schmerz, bloß aus dem Grund, daß sie nicht auch das andere gesehen hatten. Sie wurden von da durch allerlei Wechsel des Neides geführt, bis zu dem Grad, daß es ihnen in den Eingeweiden wehe tat. Als sie in diesem Zustand waren, redete ich mit ihnen vom Neid, sie könnten zufrieden sein, daß sie das erste gesehen haben, und sie hätten auch das andere (sehen) können, wenn sie gut gewesen wären. Nun verstärkte auch noch der Ärger den Neid, der mehr und mehr zunahm bis dahin, daß sie nachher nicht einmal das Mindeste einer Erinnerung daran aushielten, ohne von Schmerz ergriffen zu werden. Die Zustände und Fortbewegungen des Neides mit seinen Graden, Steigerungen, wechselnden und beigemischten Kränkungen der Seele und des Herzens, können nicht beschrieben werden. So wurde gezeigt, wie sehr die Gottlosen allein schon von Neid gequält werden, wenn sie die Seligkeit der Guten von ferne sehen, ja wenn sie nur daran denken. 1975. Was die "Träume" betrifft, so ist bekannt, daß der Herr bei den Propheten nicht allein durch Gesichte, sondern auch durch Träume die Geheimnisse des Himmels offenbarte, und daß die Träume ebenso vorbildlich und bezeichnend waren, wie die Gesichte, und daß sie beinahe von einer und derselben Art waren, sodann daß auch bei anderen, als bei den Propheten, die Zukunft durch Träume enthüllt wurde, z.B. durch die Träume die Joseph hatte, und die, welche Josephs Mitgefangene, die Pharao, die Nebukadnezar und andere hatten. Woraus erhellen kann, daß die Träume dieser Art ebenso wie die Gesichte, aus dem Himmel einfließen, mit dem Unterschied, daß die Träume (statthaben), wenn das Körperliche schläft, und die Gesichte, wenn es nicht schläft. Wie die prophetischen Träume, und solche, die im Worte vorkommen, einfließen, ja aus dem Himmel sich herablassen, ist mir lebendig gezeigt worden; wovon ich Folgendes aus Erfahrung anführen darf: 1976. Es gibt drei Gattungen von Träumen. Die erste Gattung kommt mittelbar durch den Himmel vom Herrn, von dieser Art waren die prophetischen Träume, die im Worte vorkommen. Die anderen, durch engelische Geister, besonders diejenigen, die vorne über der Rechten sind, wo Paradiesisches ist, von daher hatten die Menschen der Ältesten Kirche ihre Träume, die belehrend waren, Nr. 1122. Die dritte Gattung, durch Geister, die nahe sind wenn der Mensch schläft, und diese sind auch bezeichnend. Die phantastischen Träume aber anderswoher. 1977. Um ganz bestimmt zu wissen, wie die Träume einflossen, wurde ich in einen Schlaf versetzt, und träumte, daß ein Schiff kommt mit allerlei delikaten und schmackhaften Dingen zum Essen; diese waren im Schiffe nicht zu sehen, sondern verborgen. Auf dem Schiff standen zwei bewaffnete Wächter, nebst einem dritten, welcher der Befehlshaber des Schiffes war. Das Schiff lief ein in einen gewölbten Hafen. Hier erwachte ich, und dachte über den Traum nach, dann redeten mich engelische Geister an, die oben vorne zur Rechten waren, und sagten, daß sie diesen Traum herbeigeführt hätten: und damit ich gewiß wissen möchte, daß er von ihnen kam wurde ich in einen schlafähnlichen und doch zugleich wachen Zustand versetzt, da führten sie in gleicher Weise allerlei Liebliches und Ergötzliches vor, z.B. ein unbekanntes Tierchen, das sich verlor wie in schwärzliche und glänzende Strahlen, die mit wunderbarer Schnelligkeit ins linke Auge flogen. Sie stellten auch Menschen dar, sodann Kinder, die auf verschiedene Art geschmückt waren, nebst anderem mit unbeschreiblicher Lieblichkeit; worüber ich auch mit ihnen redete. Dies geschah nicht einmal, sondern öfter, und ich wurde ebenso oft mit lebendiger Stimme von ihnen belehrt. Es sind jene engelischen Geister, die auf der Schwelle zu Paradiesischem sind, welche solche Träume eingeben. Ihnen ist auch das Amt übertragen, über gewisse Menschen, wenn sie schlafen, zu wachen, damit sie da nicht von bösen Geistern angefochten werden. Diesem Beruf warten sie mit dem größten Vergnügen ab, so daß sie wetteifern, bei den Menschen sein zu dürfen, und dann ihr Vergnügen darein setzen, ihn zu erfreuen mit dem Angenehmen und Wonnigen, das sie in seiner Neigung und Sinnesart sehen. Es sind die, welche engelische Geister geworden sind von denen, die bei Leibesleben eine Freude daran hatten, und es liebten, anderen das Leben auf alle Weise und mit allem Fleiß angenehm zu machen. Wenn das Gehör bis dahin geöffnet ist, so hört man von dorther wie von ferne ein süßes und wohllautendes Getöne wie einen Gesang: sie sagten, sie wissen nicht, woher ihnen solche und zwar so schöne und liebliche Vorbildungen augenblicklich kommen, aber es wurde bemerkt, sie kommen aus dem Himmel. Sie gehören zum Gebiet des kleinen Gehirns, weil das kleine Gehirn, wie ich belehrt wurde, zur Zeit des Schlafes wacht, während das große Gehirn schläft. Von daher hatten die Menschen der Ältesten Kirche ihre Träume, mit dem Innewerden, was sie bedeuten, von denen großenteils die Vorbildungen und Bezeichnungen der Alten herkommen, unter denen tief verborgene Dinge dargestellt wurden. 1978. Außerdem gibt es andere Geister, die zur Gegend der linken Brusthöhle gehören, von denen sie öfter gestört werden. Außer von anderen, die sie aber nicht achten. 1979. Sehr oft durfte ich nach solchen Träumen mit den Geistern und Engeln reden, die sie eingegeben hatten, wobei sie erzählten, was sie eingegeben haben, und ich, was ich gesehen. Es würde zu weitläufig sein, wollte ich die Erfahrung von diesem allem anführen. 1980. Der Erwähnung wert ist, als ich nach dem Erwachen berichtete, was ich im Traum gesehen hatte, und zwar in langer Reihenfolge, da sagten einige engelische Geister, nicht von denen, von welchen oben die Rede war, dasselbe treffe ganz zusammen und sei eins mit den Dingen, von denen sie unter sich geredet hatten, und es sei kein Unterschied, es sei aber dennoch nicht dasselbe, wovon sie ein Gespräch hatten, sondern die Vorbildungen desselben, in die ihre Vorstellungen in der Geisterwelt so verwandelt und verändert worden seien; denn die Vorstellungen der Engel verwandeln sich in der Geisterwelt in Vorbildungen; daher wurde alles und jedes, was sie unter sich gesprochen hatten, so im Traum vorgebildet. Es wurde ferner von ihnen gesagt, daß dieselbe Rede in andere Vorbildungen hätte verwandelt werden können, ja in ähnliche und unähnliche mit endloser Mannigfaltigkeit; daß gerade in solche, sei dem Zustand der Geister um mich her, und folglich meinem Zustand, in dem ich damals war, gemäß gewesen. Mit einem Wort, daß sehr viele ungleiche Träume aus der gleichen Rede, somit aus einem Ursprung hernieder kommen und sich darstellen können, aus dem Grund, wie gesagt, weil das, was im Gedächtnis und Trieb des Menschen sich findet, Aufnahmegefäß ist, in dem die Vorstellungen verschieden sich gestalten und aufgenommen werden, wobei sie ihren Ausdruck bekommen gemäß den Verschiedenheiten der Form derselben (Gefäße) und den Veränderungen des Zustandes. HG 1981 1981. Noch einen ähnlichen (Traum) möchte ich erzählen. Ich träumte einen Traum, aber einen gewöhnlichen; als ich wach wurde, erzählte ich alles von Anfang bis zu Ende. Die Engel sagten, das treffe ganz zusammen mit dem, was sie unter sich geredet hatten, nicht daß es das sei, was im Traum (vorkam), sondern etwas ganz anderes, in das die Gedanken ihrer Rede sich verwandelten, so jedoch, daß es Vorbildliches und Entsprechendes war, sogar das einzelne, so daß nichts fehlte. Dann redete ich mit ihnen vom Einfluß: wie dergleichen einfließe, und wechsle: es war eine Person, von der ich die Vorstellung hatte, daß sie im natürlich Wahren sei, und diese Vorstellung faßte ich aus den Handlungen ihres Lebens. Bei den Engeln war die Rede von der natürlichen Wahrheit, daher wurde mir jener Mensch vergegenwärtigt; und was er im Traum mit mir redete und tat, das folgte in der Ordnung auf vorbildliche und entsprechende Weise aus ihrem Gespräch miteinander. Dennoch aber war nichts, was ganz das gleiche oder dasselbe gewesen wäre. 1982. Einige aus der Welt neu angekommene Seelen, welche wünschten die Herrlichkeit des Herrn zu sehen, werden, ehe sie so beschaffen sind, daß sie zugelassen werden können, in betreff der auswendigeren Sinne und der niedrigeren Vermögen in einen süßen Schlummer eingewiegt, und dann wachen ihre inwendigeren Sinne und Vermögen auf zu einem besonders hellen Wachen, und so werden sie in des Himmels Herrlichkeit versetzt. Aber wenn in die auswendigeren Sinne und Vermögen wieder das Wachsein kommt, so kehren sie in ihren früheren Zustand zurück. 1983. Die bösen Geister wünschen gar sehr und brennen vor Begierde, den Menschen, wenn er schläft, zu beunruhigen und anzufallen, aber dann gerade wird er ganz besonders vom Herrn behütet; denn die Liebe schläft nicht: die Geister, die beunruhigen, werden jämmerlich bestraft. Ich hörte öfter als daß es erzählt werden könnte, ihre Bestrafungen, die Verzerrungen sind, wovon Nr. 829, 957, 959, unter der Ferse des linken Fußes, und zwar zuweilen Stunden lang: Die Sirenen, die inwendigere Zauberinnen sind, die sind es, welche zur Nachtzeit hauptsächlich nachstellen und in die inwendigeren Gedanken und Triebe des Menschen sich einzudrängen suchen, aber eben so oft durch Engel vom Herrn abgehalten, und durch die schwersten Strafen zuletzt abgeschreckt werden. Sie sprachen auch mit anderen zur Nachtzeit, ganz wie von mir aus, als ob es mit meiner Rede geschehe, die so ähnlich war, daß sie nicht unterschieden werden konnte; wobei sie Unsauberes einfließen ließen und Falsches einredeten. Ich war einmal in einem sehr angenehmen Schlaf, in dem ich nichts als eine süße Ruhe hatte; als ich aufwachte, fingen einige gute Geister an, mich zu schelten, daß ich sie beunruhigt habe und zwar so arg; wie sie sagten, daß sie meinten, sie seien in der Hölle gewesen und warfen so die Schuld auf mich. Ich antwortete ihnen, daß ich gar nichts von dieser Sache wisse, sondern ganz ruhig geschlafen habe, so daß ich an ihnen auf keine Weise eine Feindseligkeit hätte ausüben können. Darüber staunten sie, und merkten endlich, daß dies durch Zaubereien der Sirenen geschehen sei. Das gleiche wurde auch nachher gezeigt, aus dem Grunde, damit ich wissen möchte, wie die Rotte der Sirenen beschaffen ist. Sie sind hauptsächlich solche aus dem weiblichen Geschlecht, die bei Leibesleben durch inwendigere Schlauheiten Genossen an sich zu locken suchten, indem sie sich durch Äußeres einschmeichelten, die Gemüter auf jede Weise (für sich) einnahmen, in die Triebe und Lustreize eines jeden eingingen, aber in böser Absicht, hauptsächlich um zu herrschen, daher sie im anderen Leben eine solche Natur haben, daß sie meinen, sie könnten aus sich alles, indem sie verschiedene Künste schnell auffassen und aussinnen, deren sie sich so leicht bemächtigen, wie die Schwämme ebensowohl unreines als klares Wasser, so ist sowohl Unheiliges als Heiliges, was sie einsaugen, und in die Ausübung bringen. Wie gesagt, in der Absicht, zu herrschen: Ich durfte inne werden, wie häßlich ihr Inwendigeres ist, wie sehr mit Ehebrüchen und allerlei Haß befleckt. Sodann durfte ich auch inne werden, wie wirksam ihre Sphäre ist. Sie bringen ihr Inwendigeres in den Zustand der Überzeugung, so daß auf solches, was sie bezwecken, das Innere mit dem Äußeren zusammen abzielt. So drängen sie die Geister dahin, und verleiten sie gewaltsam dazu, ganz wie sie zu denken. Vernunftschlüsse kommen bei ihnen keine zum Vorschein, sondern es ist ein Zusammenwirken von Vernünfteleien, die von bösen Trieben eingegeben worden sind, mit einem Anschmiegen an die Sinnesarten, und ist so ein Sichhineinversetzen in die Gesinnungen anderer, die sie auf ihre Seite bringen, und mit Beredung entweder übertäuben oder für sich gewinnen: auf nichts gehen sie mehr aus, als das Gewissen zu zerstören, und wenn dieses zerstört ist, so nehmen sie das Inwendigere des Menschen in Besitz, ja besetzen es förmlich, obwohl der Mensch dies nicht weiß. Heutzutage gibt es keine äußeren Besitznahmen (Besessenheiten) wie ehemals, sondern innere von seiten solcher. Die, welche kein Gewissen haben, sind so besessen. Das Inwendigere ihrer Gedanken ist in einer nicht unähnlichen Weise wahnsinnig, aber es wird verborgen und verhüllt durch äußeren Anstand und erheuchelte Sittlichkeit, um ihrer Ehre, ihres Erwerbes, ihres Rufes willen. Dies kann ihnen, wenn sie auf ihre Gedanken achtgeben, auch bekannt sein. Ende * Vom Letzten Gericht 2117. Was das Letzte Gericht ist, wissen wenige heutzutage; man meint, es werde kommen mit dem Untergang der Welt. Daher die Vermutungen, der Erdkreis werde im Feuer vergehen, mitsamt dem, was in der sichtbaren Welt ist; und daß dann erst die Toten werden auferstehen, und vor das Gericht gestellt werden. Die Bösen sollen dann in die Hölle geworfen werden, und die Guten sich in den Himmel erheben. Diese Vermutungen sind den prophetischen Teilen des Wortes entnommen, in denen gedacht wird eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, dann auch eines neuen Jerusalem. Man weiß jedoch nicht, daß die prophetischen Stellen des Wortes im inneren Sinn etwas ganz anderes bedeuten, als im Buchstabensinn hervortritt, und daß unter dem Himmel nicht verstanden wird der Himmel, noch unter der Erde die Erde, sondern die Kirche des Herrn im allgemeinen, und bei einem jeden insbesondere. 2118. Unter dem Letzten Gericht wird verstanden die letzte Zeit der Kirche, sodann auch das Letzte des Lebens eines jeden. Was die letzte Zeit der Kirche betrifft, so fand das Letzte Gericht der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut bestanden hatte, dann statt, als die Nachkommenschaft derselben zugrunde ging. Ihr Untergang wird durch die Sündflut beschrieben. Das Letzte Gericht der Alten Kirche, die nach der Sündflut bestanden hatte, war da, als beinahe alle, die zu dieser Kirche gehörten, Götzendiener geworden waren, und zerstreut wurden. Das Letzte Gericht der vorbildlichen Kirche, die bei den Nachkommen Jakobs folgte, fand statt, als die zehn Stämme in die Gefangenschaft weggeführt und unter die Heiden verstreut wurden; und nachher die Juden, nach der Ankunft des Herrn, aus dem Lande Kanaan vertrieben, und in die ganze Welt zerstreut wurden. Das Letzte Gericht der gegenwärtigen Kirche, welche die christliche Kirche genannt wird, ist das, was bei Johannes in der Offenbarung unter dem neuen Himmel und der neuen Erde verstanden wird. 2119. Daß das Letzte des Lebens eines jeden Menschen, wenn er stirbt, für ihn das Letzte Gericht ist, wissen einige wohl, dennoch aber glauben es wenige. Während doch feststehende Wahrheit ist, daß ein jeder Mensch nach dem Tod in das andere Leben aufersteht und vor das Gericht gestellt wird. Mit diesem Gericht aber verhält es sich so: sobald seine Körperteile erkalten, was nach einigen Tagen geschieht, wird er vom Herrn auferweckt durch himmlische Engel, die zuerst bei ihm sind. Ist er aber von der Art, daß er nicht mit ihnen zusammen sein kann, so wird er von geistigen Engeln in Empfang genommen, und nachher allmählich von guten Geistern; denn alle, so viel ihrer auch immer ins andere Leben kommen, sind angenehme und willkommene Ankömmlinge. Weil aber demjenigen, der ein böses Leben geführt hatte, seine Sehnsüchte (desideria) nachfolgen, so kann er nicht lange bei den Engeln und den guten Geistern verweilen, sondern trennt sich allmählich von ihnen, und zwar dies so lange, bis daß er zu Geistern kommt, deren Leben demjenigen, das er in der Welt geführt hatte, ähnlich und gleichförmig ist, dann kommt es ihm vor, als ob er im Leben seines Leibes wäre, an sich ist es auch eine Fortsetzung seines Lebens. Mit diesem Leben nimmt sein Gericht den Anfang: die, welche ein böses Leben geführt hatten, fahren nach Verfluß einiger Zeit (per temporis moras) in die Hölle hinab; die ein gutes geführt, werden stufenweise vom Herrn in den Himmel erhoben. Von solcher Art ist das Letzte Gericht eines jeden; wovon aus Erfahrung im ersten Teil. 2120. Was der Herr von den letzten Zeiten gesagt hat, daß dann das Meer und die wogende See widerhallen, die Sonne verdunkelt werden, der Mond sein Licht nicht geben werde, die Sterne werden vom Himmel fallen, Völkerschaft wider Völkerschaft und Königreich wider Königreich werde erregt werden, und dergleichen mehr: Matth.24/7,29; Luk.21/25, das alles bedeutet, sowohl im ganzen, als im einzelnen, den Zustand der Kirche, wie er sein werde zur Zeit ihres Letzten Gerichts, und zwar wurde durch das Widerhallen des Meeres und der wogenden See nichts anderes bezeichnet, als daß die Irrlehren und Streitigkeiten, im allgemeinen innerhalb der Kirche und im besonderen in einem jeden, einen solchen Lärm machen werden. Unter der Sonne wurde nichts anderes verstanden als die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Unter dem Mond, der Glaube, und unter den Sternen die Erkenntnisse des Glaubens, die in den letzten Zeiten werden so verdunkelt werden, kein Licht geben und vom Himmel fallen, d.h. verschwinden werden. In ähnlicher Weise wurde vom Herrn gesprochen bei Jes.13/10. Sodann unter Völkerschaft wider Völkerschaft, und Königreich wider Königreich, nichts anderes, als Böses wider Böses, und Falsches wider Falsches, usf. Daß der Herr so sprach, geschah aus vielen geheimen Gründen. Daß Meere, Sonne, Mond, Sterne, Völkerschaften und Königreiche dergleichen bedeuten, weiß ich gewiß, und ist im ersten Teile gezeigt worden. 2121. Daß das Letzte Gericht bevorsteht, kann man auf Erden und innerhalb der Kirche nicht so wissen, wie im anderen Leben, wohin alle Seelen kommen und zusammenströmen. Die Geisterwelt ist heutzutage voll von bösen Genien und von bösen Geistern, besonders aus der Christenheit. Unter ihnen herrscht nichts als Haß, Rache, Grausamkeit, Unzüchtigkeit und dann auch arglistige Ränke. Und nicht bloß die Geisterwelt, in der die von der Welt her eben abscheidenden Seelen zuerst anlanden, sondern auch die inwendigere Sphäre jener Welt, in der die sind, die in betreff ihrer Bestrebungen und Endzwecke tief innerlich böse waren. Diese ist in gleicher Weise heutzutage so angefüllt, daß ich mich wunderte, wie es irgendeine so große Menge geben konnte, denn alle werden nicht augenblicklich in die Höllen hinabgeworfen, weil den Gesetzen der Ordnung gemäß ist, daß ein jeder von solcher Art in sein Leben zurückkehre, das er in der Welt hatte, und infolgedessen stufenweise in die Hölle niedersinke. Der Herr stürzt keinen in die Hölle, sondern ein jeder sich selbst. Daher sind jene Geisterwelten ganz außerordentlich angefüllt von einer Menge solcher, die dort anlangen und eine Zeitlang daselbst verweilen. Von ihnen aus werden die Seelen, die aus der Welt kommen, arg angefochten, und außerdem werden die Geister, die beim Menschen sind, (denn jeder Mensch wird vom Herrn durch Geister und Engel regiert,) mehr als früher erregt dem Menschen Böses anzutun, und zwar in dem Grade, daß die Engel, die beim Menschen sind, es kaum abwenden können, sondern genötigt werden, mehr aus der Ferne auf den Menschen einzuwirken. Daraus kann man im anderen Leben deutlich erkennen, daß die letzte Zeit bevorsteht. 2122. Was die aus der Welt neu anlangenden Seelen weiter betrifft, so sinnen und trachten die, welche aus der Christenheit herkommen, selten nach etwas anderem, als daß sie die Größten sein, und daß sie alles besitzen möchten, somit sind alle von Selbst- und Weltliebe erfüllt, und diese Neigungen sind ganz gegen die himmlische Ordnung, Nr. 2057. Außerdem denken die meisten an nichts anderes als an unreine, unzüchtige und unheilige Dinge, und reden unter sich nichts anderes. Dann achten sie für nichts und verachten ganz und gar alles, was zur Liebtätigkeit und zum Glauben gehört, denn Herrn selbst erkennen sie nicht an, ja sie hassen alle, die Ihn bekennen; denn im anderen Leben reden die Gedanken und Herzen; und außerdem werden die Erbübel, infolge des lasterhaften Lebens der Eltern, bösartiger, so daß sie wie inwendig verborgene und unterhaltene Brände den Menschen zu ärgeren Sünden gegen die Ehrenhaftigkeit und Frömmigkeit anreizen, als früher. Solche kommen heutzutage haufenweise ins andere Leben, und füllen die auswendigere und die inwendigere Sphäre der Geisterwelt an. Wenn das Böse in dieser Weise vorzuherrschen, und das Gleichgewicht sich auf die Seite des Bösen zu neigen anfängt, so erkennt man daran deutlich, daß die letzte Zeit bevorsteht, und es notwendig ist, das Gleichgewicht wieder herzustellen durch Verwerfung derjenigen, die innerhalb der Kirche sind, und Aufnahme anderer außerhalb derselben. 2123. Daß die letzte Zeit bevorsteht, kann man im anderen Leben auch daraus abnehmen, daß alles Gute, das vom Herrn durch den Himmel in die Welt der Geister einfließt, dort augenblicklich in Böses, Unzüchtiges und Unheiliges - und daß alles Wahre augenblicklich in Falsches, somit die gegenseitige Liebe in Haß, die Redlichkeit in Betrug verkehrt wird, usf.; also, daß sie kein Gefühl mehr für irgend etwas Gutes und Wahres haben. Ähnliches strömt ein in den Menschen, der durch Geister regiert wird, mit dem die dort Befindlichen in Gemeinschaft stehen. Dies ist mir durch häufige Erfahrung ganz genau bekannt geworden, und wollte ich sie alle anführen, so würden viele Seiten damit angefüllt werden. Ich durfte sehr oft wahrnehmen und hören, wie das Gute und Wahre, das aus dem Himmel kam, in Böses und Falsches verkehrt wurde, sodann auch, in welchem Grad, und in welcher Art (dies geschah). 2124. Es wurde mir gesagt, daß in den Vorsündflutlichen das im Willen liegende Gute (Bonum voluntarium), das bei den Menschen der Ältesten Kirche war, gänzlich zugrunde gerichtet wurde. Daß hingegen heutzutage bei den Menschen der Christlichen Kirche das verstandesmäßige Gute (Bonum intellectuale) zugrunde zu gehen anfange, und zwar so sehr, daß wenig mehr davon übrig ist, und dies infolgedessen, daß sie nichts glauben, als was sie mit den Sinnen begreifen, und daß sie heutzutage nicht bloß aus diesen, sondern auch mittelst einer den Alten unbekannten Philosophie, über die göttlichen Geheimnisse vernünfteln; wodurch das verstandesmäßige Licht ganz verfinstert wird; welche Verfinsterung eine so große wird, daß sie kaum vertrieben werden kann. 2125. Von welcher Art die Menschen der Christlichen Kirche heutzutage sind, wurde mir durch Vorbildungen vor Augen gestellt: es erschienen in einer finsteren Wolke so schwarze Geister, daß mir davor graute, und hernach andere nicht so grauenhafte; und es wurde mir bedeutet, daß ich etwas sehen werde. Zuerst erschienen dann Knaben, die von ihren Müttern so grausam geschlagen wurden, daß Blut umherfloß. Hierdurch wurde vorgebildet, daß von solcher Art heutzutage die Erziehung der Kinder ist. Hernach erschien ein Baum, und es gemahnte, als ob es der Baum der Erkenntnis wäre, auf den eine große Viper zu steigen schien, von solcher Art, daß sie Schauder einjagte, sie erschien so lang als der Stamm. Als der Baum mit der Viper verschwand, erschien ein Hund; und dann tat sich eine Türe auf in ein Gemach, wo eine rötlich gelbe Helle wie von Kohlen war, und darin zwei Weiber, und es fand sich, daß es eine Küche war, was man aber dort sah, darf ich nicht erwähnen. Es wurde mir gesagt, daß der Baum, auf den die Viper stieg, den Zustand der Menschen der Kirche vorbildete, wie sie heutzutage beschaffen sind, daß sie anstatt der Liebe und Liebtätigkeit tödlichen Haß haben, der zugleich ringsum von dem angenommenen Schein der Ehrenhaftigkeit und trügerischen Vorspiegelungen umsponnen ist. Sodann ruchlose Gedanken über die Dinge des Glaubens. Was aber in der Küche gesehen wurde, bildete jenen Haß und jene Anschläge vor, wie sie weiter beschaffen waren. 2126. Weiter wurde auch vorgebildet, wie heutzutage diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, wider die Unschuld selbst sind: Es erschien ein schönes und unschuldiges Kind, und nachdem dieses erblickt war, wurden die äußeren Bande, durch welche die bösen Genien und Geister von Schandtaten abgehalten werden, ein wenig nachgelassen; dann fingen sie an, das Kind schrecklich zu mißhandeln, es zu zertreten und es töten zu wollen, der eine so, und der andere so: denn die Unschuld wird im anderen Leben durch Kinder vorgebildet. Ich sagte aber, daß so etwas bei ihnen nicht zum Vorschein komme in ihrem Leibesleben, es wurde jedoch geantwortet, daß ihr Inwendigeres von solcher Art sei, und wofern die bürgerlichen Gesetze, sodann andere äußere Bande, als da sind die Furcht vor dem Verlust des Erwerbs, der Ehre, des guten Namens, und die Furcht für das Leben, es nicht verhinderten, würden sie in gleicher Raserei losstürzen gegen alle Unschuldigen. Als sie diese Antwort hörten, verhöhnten sie auch dies. Wie sie also heutzutage sind, kann aus dem, was gesagt worden, erhellen; sodann auch, daß die letzten Zeiten vor der Türe sind. 2127. Im anderen Leben erscheint zuweilen eine Art von Letztem Gericht vor den Bösen: wenn ihre Gesellschaften aufgelöst werden; und vor den Guten: wenn sie in den Himmel eingelassen werden. Von jenen und diesen darf ich berichten, was ich aus Erfahrung weiß. 2128. Die Darstellung des Letzten Gerichts vor den Bösen, wie ich sie zwei- und dreimal sehen durfte, war folgende: nachdem die Geister um mich her sich in verderbenbringende Gesellschaften verbunden hatten, so daß sie die Oberhand hatten, und nicht nach dem Gesetz des Gleichgewichts der Ordnung gemäß sich so regieren ließen, daß sie nicht andere Gesellschaften mutwilliger Weise anfielen, und ihnen mit Übermacht Schaden zuzufügen anfingen, da erschien eine ziemlich große Schar von Geistern, von der vorderen Gegend ein wenig zur Rechten nach oben, bei deren Herankunft wie ein wogender und gewaltig tönender Lärm gehört wurde. Nachdem man diesen gehört, entstand unter den Geistern Bestürzung mit Schrecken, und infolgedessen Verwirrung, und nun wurden die, welche in jenen Gesellschaften sich befanden, zerstreut, der eine dahin, der andere dorthin, so daß sie auseinanderstoben, und kein Genosse wußte, wo der andere war. Als dies andauerte, erschien es den Geistern nicht anders als wie ein Letztes Gericht mit dem Untergang aller. Einige jammerten, andere waren vor Schrecken wie außer sich, mit einem Wort, alle ergriff gleichsam die nahende Gefahr eines letzten entscheidenden Moments. Ein Geräusch von solchen, die von der vorderen Gegend her anrückten, wurde von ihnen verschieden gehört, von einigen wie ein Geräusch von bewaffneten Reitern, von anderen anders; gemäß dem Zustand der Furcht, und der Phantasie aus ihr. Mir ward es hörbar wie ein anhaltendes Surren mit abwechselndem Wellenschlag, und zwar vieler zugleich. Ich wurde von denen, die mir nahe waren, belehrt, daß solche Scharen von jener Gegend kommen, wenn die Gesellschaften so, wie gesagt worden, übel zusammengesetzt sind, und daß sie den einen vom anderen zu trennen und loszureißen, und ihnen zugleich solchen Schrecken einzujagen wissen, daß sie an nichts anderes als an die Flucht denken und daß mittelst solcher Trennungen und Zerstreuungen nachher alle vom Herrn in Ordnung gebracht werden. Dann auch, daß dergleichen im Wort durch den Ostwind bezeichnet werde. 2129. Es gibt auch andere Arten von Lärmen, oder vielmehr Zusammenstößen, die ebenfalls ein Bild des Letzten Gerichts darstellen, und durch welche die übel verbundenen Gesellschaften dem Inwendigen nach aufgelöst werden, wovon ich Folgendes erwähnen darf: Solche Geister werden in den Zustand gebracht, daß sie nicht, wie gewöhnlich, in Gesellschaft oder Gemeinschaft denken, sondern ein jeder für sich. Infolge der so variierenden Gedanken, und der verschiedenartig murmelnden Reden wurde ein gewisses Rauschen gehört, wie von vielen Wassern, und ein zusammenstoßen untereinander wie es nicht beschrieben werden kann, entstehend aus Verwirrung der Meinungen über gewisse Wahrheiten, die alsdann Gegenstände der Gedanken und der Besprechung sind. Welche (Verwirrung) von der Art ist, daß sie ein geistiges Chaos genannt werden kann. Der Lärm des zusammenstoßenden und konfusen Gemurmels war von dreierlei Art: der eine floß um das Haupt herein, und es wurde gesagt, derselbe sei derjenige der Gedanken. Der andere floß ein gegen die linke Schläfe, und es wurde gesagt, daß dies das Zusammenstoßen der Vernünfteleien über einige Wahrheiten sei, denen sie keinen Glauben beimessen wollten. Der dritte floß ein von oben herab zur Rechten, dieser war knirschend (stridens), nicht so sehr konfus. Dieses Knirschen wandte sich hin und her, und es wurde gesagt, daß dies daher komme, daß die Wahrheiten kämpften, die in dieser Weise durch Vernünfteleien hin und her gewendet werden. Während diese Konflikte fortdauerten, waren gleichwohl Geister da, die mit mir redeten, und sagten, was das einzelne bedeutete, wobei ihre Rede durch jenes Getöse vernehmlich hindurchdrang. Gegenstände über Vernünfteleien waren besonders diese, ob es buchstäblich zu verstehen sei, daß die zwölf Apostel sitzen werden auf zwölf Thronen, und richten die zwölf Stämme Israels; sodann weiter, ob (auch) andere in den Himmel eingelassen werden sollten, als solche, die Verfolgungen und allerlei Elend erduldet hatten. Jeder räsonierte nach seiner Phantasie, die er bei Leibesleben aufgeschnappt hatte, einige von ihnen aber, die in eine Gemeinschaft und Ordnung gebracht wurden, wurden nachher belehrt, daß es ganz anders zu verstehen sei, daß nämlich unter den Aposteln nicht Apostel verstanden wurden, unter den Thronen nicht Throne, noch unter den Stämmen Stämme, selbst nicht zwölf unter zwölf, sondern durch jene, nämlich sowohl die Apostel, als die Throne, und Stämme, wie auch durch zwölf bezeichnet wurden die vornehmsten Stücke (Primaria) des Glaubens: Nr. 2089 und daß durch diese, und gemäß diesen, das Gericht über einen jeden gehalten werde; und überdies wurde gezeigt, daß die Apostel nicht einmal einen einzigen Menschen richten können, sondern daß alles Gericht Sache des Herrn allein sei. Und betreffend den anderen Punkt, so sei auch dies nicht so zu verstehen, daß allein die in den Himmel kommen würden, die Verfolgungen und allerlei Elend erduldet haben, sondern ebensowohl Reiche als Arme, ebensowohl die in Würden Stehenden, als die von geringem Stande sind; und daß der Herr sich aller erbarme, besonders derer, die in geistigen Nöten und Versuchungen, (die Verfolgungen von seiten der Bösen sind,) gewesen waren. Somit (derjenigen), die anerkennen, daß sie aus sich selbst elend sind, und glauben, es sei bloß Folge der Barmherzigkeit des Herrn, daß sie selig werden. 2130. Was das zweite betrifft, nämlich die Darstellung des Letzten Gerichts vor den Guten, wenn sie in den Himmel eingelassen werden, so darf ich berichten, wie es sich damit verhält: Es wird im Worte gesagt, die Türe sei geschlossen worden, (so) daß sie nicht mehr eingelassen werden können; und es habe (ihnen) an Öl gemangelt, und sie seien zu spät gekommen, und deshalb nicht eingelassen worden, wodurch gleichfalls der Zustand des Letzten Gerichts bezeichnet wird. Wie es sich damit verhält, und wie es zu verstehen ist, ist mir gezeigt worden. Ich hörte Gesellschaften von Geistern, eine nach der anderen, mit lauter Stimme sagen: der Wolf habe sie fortnehmen wollen, der Herr aber habe sie herausgerissen, und so seien sie dem Herrn wiedergegeben worden, worüber sie sich aus innerstem Herzensgrunde freuten; denn sie waren in Verzweiflung, somit in der Furcht gewesen, die Türe möchte geschlossen, und sie zu spät gekommen sein, so daß sie nicht mehr eingelassen werden könnten. Ein solcher Gedanke war ihnen von denen eingeflößt worden, die Wölfe genannt werden. Er verschwand aber dadurch, daß sie eingelassen, d.h. von engelischen Gesellschaften aufgenommen wurden. Die Einlassung in den Himmel ist nichts anderes. Die Einlassung erschien mir, als gleichsam geschehen und fortgesetzt an Gesellschaften bis zu zwölf und daß die zwölfte schwieriger als die elf vorhergehenden, eingelassen, d.h. aufgenommen wurden. Nachher wurden auch zugelassen acht gesellschaftartige Gemeinschaften (octo quasi societates), und es wurde mir angezeigt, daß diese vom weiblichen Geschlechte waren. Nachdem ich dies gesehen, wurde gesagt, daß dieses Verfahren bei der Zulassung, d.h. der Aufnahme in himmlische Gesellschaften, so zur Erscheinung komme, und zwar fortwährend, der Ordnung nach von einem Ort in den anderen. Sodann auch, daß der Himmel in Ewigkeit nie ausgefüllt, und noch weniger, daß die Türe (je) geschlossen werde, sondern je mehrere dahin kommen, desto größere Wonne und Seligkeit werde denen im Himmel zuteil, weil dadurch eine stärkere Einmütigkeit entstehe. Nachdem jene eingelassen waren, schien es, als ob der Himmel geschlossen würde; denn es waren mehrere da, die hernach auch eingelassen, d.h. aufgenommen werden wollten. Allein sie bekamen zur Antwort, daß sie noch nicht könnten, was bezeichnet wird durch die "zu spät Kommenden", durch das "Geschlossenwerden der Türe", durch "die Anklopfenden", und dadurch, "daß es ihnen an Öl gefehlt habe in den Lampen". Daß diese nicht zugelassen wurden, hatte seinen Grund darin, daß sie noch nicht vorbereitet waren, um in engelischen Gesellschaften sein zu können, wo gegenseitige Liebe waltet; denn, wie Nr. 2119 am Ende gesagt worden, die, welche in Liebtätigkeit gegen den Nächsten in der Welt gelebt hatten, werden vom Herrn stufenweise in den Himmel erhoben. Es waren auch andere Geister da, die nicht wußten, was der Himmel ist, daß er nämlich in gegenseitiger Liebe besteht, diese wollten dann auch eingelassen werden, in der Meinung, es sei nur eine Einlassung, sie bekamen aber zur Antwort, es sei für sie noch nicht Zeit, daß (sie) aber zu einer anderen Zeit, wenn sie erst vorbereitet wären, (eingelassen werden würden). Daß zwölf Gesellschaften erschienen, davon war der Grund der, daß zwölf alles zum Glauben Gehörige bedeutet, wie Nr. 2129 am Ende gesagt worden ist. 2131. Die, welche eingelassen werden, werden von den engelischen Gesellschaften mit der innigsten Liebe und deren Freude aufgenommen, und es wird ihnen alle Liebe und Freundschaft erzeigt. Wenn sie aber in den Gesellschaften, zu denen sie zuerst kommen, nicht gerne sein wollen, so werden sie von anderen Gesellschaften aufgenommen, und dies nacheinander fort, bis sie zu derjenigen Gesellschaft kommen, mit der sie dem Leben der gegenseitigen Liebe nach, das sie haben, übereinstimmen, und in ihr bleiben sie so lange, bis sie noch vollkommener werden, und dann von da in eine noch größere Seligkeit erhoben und erhöht werden, und zwar dies vermöge der Barmherzigkeit des Herrn, gemäß dem Leben der Liebe und Liebtätigkeit, das sie in der Welt angenommen hatten. Allein die Versetzung von einer Gesellschaft in die andere geschieht nie durch Ausstoßen aus der Gesellschaft, in der sie sind, sondern infolge eines freien Wollens bei ihnen, dem Verlangen gemäß, das ihnen vom Herrn eingeflößt wird. Und weil ihren Wünschen gemäß, so geschieht alles mit Freiheit. 2132. Wenn es im Worte heißt: es sei auch einer hineingegangen, der nicht mit einem hochzeitlichen Kleid angetan war (Matth.22/11-13), und derselbe sei hinausgeworfen worden, so wurde auch gezeigt, wie es sich damit verhält: Es gibt solche, die bei Leibesleben sich den Kunstgriff angeeignet hatten, sich in Engel des Lichts verstellen zu können, und wenn sie dann im anderen Leben in diesem heuchlerischen Zustand sind, können sie sich auch in die nächsten himmlischen Gesellschaften einschleichen. Allein sie verbleiben nicht lange daselbst, denn sobald sie die Sphäre der gegenseitigen Liebe dort spüren, werden sie von Furcht und Schauder ergriffen, und stürzen sich von da herab, und dann erscheint es in der Geisterwelt, wie wenn sie herabgeworfen worden wären. Einige einem Sumpf zu, andere der Gehenna zu, andere in irgendeine andere Hölle. 2133. Zwei und dreimal ist mir, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, der Himmel bis dahin aufgetan worden, daß ich die gemeinsame Verherrlichung des Herrn hörte. Diese war von der Art, daß mehrere Gesellschaften zusammen und einmütig, dennoch aber jede Gesellschaft für sich, durch verschiedene Gefühle und daraus hervorgehende Vorstellungen, den Herrn verherrlichten. Es war eine himmlische Stimme, die gehört wurde in die Länge und Breite, und zwar so ins Unermeßliche fort, daß das Gehör sich verlor ins Endlose, wie das Gesicht, wenn es ins Weltall hinausblickt. Und dies geschah mit der innigsten Freude, und der innigsten Seligkeit. Auch wurde die Verherrlichung des Herrn zuweilen wahrgenommen gleich einer herabströmenden, und das Inwendigere des Gemüts anregenden Ausstrahlung. Diese Verherrlichung geschieht, wenn sie im Zustand der Ruhe und des Friedens sind; denn alsdann ergießt sie sich aus ihren innigsten Freuden, und aus den Seligkeiten selbst. 2134. Am Ende des folgenden Kapitels wird, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, vom Zustand der Kinder im anderen Leben, gesprochen werden. Ende   Vom Zustand der Kinder im anderen Leben 2289. Es wurde (mir) für gewiß zu wissen gegeben, daß alle Kinder, die sterben, auf dem ganzen Erdkreis, vom Herrn auferweckt, und in den Himmel versetzt, und dort bei den Engeln, die für sie zu sorgen haben, auferzogen, und unterrichtet werden, und dann so wie sie an Einsicht und Weisheit zunehmen, heranwachsen. Hieraus kann erhellen, wie unermeßlich groß der Himmel allein von den Kindern her ist, denn sie alle werden in den Wahrheiten des Glaubens, und im Guten der gegenseitigen Liebe unterrichtet, und werden Engel. 2290. Die, welche nichts vom Zustand des Lebens nach dem Tode wissen, können meinen, daß die Kinder, sobald sie ins andere Leben kommen, sogleich in engelischer Einsicht und Weisheit seien, daß es sich aber anders verhält, davon bin ich durch viele Erfahrung belehrt worden. Die, welche nicht lange nach der Geburt verscheiden, sind von kindlichem Gemüt beinahe wie auf der Erde, und wissen auch nichts weiter, denn sie haben bei sich nur die Fähigkeit zu wissen , vermöge dieser zu verstehen, und vermöge dieser weise zu sein, welche Fähigkeit vollkommener ist, weil sie nicht im Körper sich befinden, sondern Geister sind. Daß sie so beschaffen sind, wenn sie eben erst in den Himmel kommen, ist mir nicht nur gesagt, sondern auch gezeigt worden. Denn einige Male sind, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, Kinder in Chören zu mir gesandt worden, und es wurde auch gestattet, ihnen das Gebet des Herrn vorzulesen, und zugleich dann gegeben wahrzunehmen, wie die Engel, in deren Genossenschaft sie waren, in ihre zarten und neuangehenden Vorstellungen, den Sinn der im Gebet des Herrn enthaltenen Dinge, einflößten, und diese in dem Maß, als sie es aufnehmen konnten, erfüllten; und hernach wie ihnen das Vermögen gegeben wurde, ähnliches wie aus sich zu denken. 2291. Wie ihr zarter Verstand beschaffen ist, wurde mir auch gezeigt, als ich das Gebet des Herrn betete, und sie alsdann in die Vorstellungen meines Denkens aus ihrem Verstandesvermögen einflossen, was so zart war, daß sie kaum etwas weiter als den Sinn der Worte hatten; dennoch aber waren ihre Vorstellungen bei solcher Zartheit fähig, aufgeschlossen zu werden bis zum Herrn hin, d.h. bis vom Herrn her; denn der Herr fließt in die Vorstellungen der Kinder vorzugsweise vom Innersten her ein, denn noch nichts hat ihre Vorstellungen verschlossen, wie bei den Erwachsenen, keine Grundsätze des Falschen, (die sie) am Verstehen des Wahren, und kein Leben des Bösen, (das sie) an der Aufnahme des Guten, und so am Weisesein (verhinderte). 2292. Hieraus kann erhellen, daß die Kinder nicht sogleich nach dem Tod in den engelischen Zustand kommen, sondern daß sie durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren allmählich eingeführt werden, und zwar dies ganz gemäß der himmlischen Ordnung; denn das allereinzelnste ihrer Anlage wird dort aufs genaueste wahrgenommen, und gemäß allen und jeden Momenten ihrer Neigung werden sie angetrieben, das Wahre des Guten, und das Gute des Wahren aufzunehmen, und zwar unter fortwährender Leitung des Herrn. 2293. Vornehmlich werden sie immerfort dazu angeleitet, keinen anderen Vater zu wissen, und hernach anzuerkennen, als allein den Herrn, und daß sie von Ihm das Leben haben; denn daß sie Lebenssubjekte sind, nämlich wahrhaft menschliche und engelische, kommt von dem Verständnis des Wahren und von der Weisheit des Guten her, die sie einzig vom Herrn haben. Daher kommt, daß sie nichts anderes wissen, als daß sie im Himmel geboren seien. 2294. Mehrmals, als Kinder in Chören sich bei mir befanden, solange sie noch ganz kindlich waren, wurden sie gehört wie etwas ungeordnetes Zartes, so daß sie noch nicht als eines (zusammenwirkten), wie nachher, als sie mehr erwachsen waren; und, worüber ich mich wunderte, die Geister bei mir konnten sich nicht enthalten, ihnen Anleitung zu geben, nämlich zum Denken und zum Reden. Es ist den Geistern solche Begierde angeboren, aber ebenso oft wurde beobachtet, daß die Kinder sich sträubten, indem sie nicht so denken und nicht so reden wollten. Das Widerstreben und Sichsträuben mit einer Art von Unwillen habe ich öfter wahrgenommen, und als ihnen einige Gelegenheit zum Reden gegeben war, sagten sie nur, daß es nicht so sei. Ich wurde belehrt, daß von dieser Art die Versuchung der Kinder im anderen Leben sei, damit sie sich angewöhnen und angeleitet werden, nicht allein dem Falschen und Bösen zu widerstehen, sondern auch, nicht aus einem anderen zu denken, zu reden und zu handeln, somit nicht von einem anderen sich leiten zu lassen, als allein vom Herrn. HG 2295 2295. Wenn die Kinder nicht in jenem Zustand sind, sondern in einer inwendigeren, nämlich engelischen Sphäre, dann können sie nicht im Geringsten von Geistern angefochten werden, selbst dann nicht, wenn sie in deren Mitte sind. Zuweilen werden auch Kinder, die im anderen Leben sind, vom Herrn zu Kindern auf Erden gesandt, obgleich das Kind auf der Erde gar nichts davon weiß; dies macht ihnen gar große Freude. 2296. Weil ihnen alles durch Angenehmes und Liebliches, das ihrer Sinnesart entspricht, beigebracht wird, ist mir auch gezeigt worden. Ich durfte Kinder sehen, die äußerst zierlich gekleidet waren, um die Brust mit Gewinden von Blumen, die in den lieblichsten und (wahrhaft) himmlischen Farben erglänzten, und außerdem auch (dergleichen) um ihre zarten Ärmchen. Einmal durfte ich auch Kinder sehen mit Jungfrauen, ihren Erzieherinnen, in einem paradiesischen Garten, der nicht sowohl mit Bäumen, als mit lorbeerähnlichen Lauben, und dergleichen Bogengängen, überaus schön geschmückt war, mit Wegen, die gegen die inwendigeren Teile hinführten, und als die Kinder selbst, die damals ebenso gekleidet waren, eintraten, erglänzte das Blumengehänge über dem Eingang aufs heiterste. Hieraus kann erhellen, was für Wonnegenüsse ihnen werden, und daß sie durch Liebliches und Angenehmes eingeführt werden in Gutes der Unschuld und Liebtätigkeit, das jenem Angenehmen und Lieblichen fortwährend vom Herrn eingeflößt wird. 2297. Außerdem werden die Kinder, so wie sie vervollkommnet werden, auch mit Atmosphären gemäß dem Zustand ihrer Vervollkommnung umgeben. Daß es im anderen Leben Atmosphären von unendlicher Mannigfaltigkeit, und unaussprechlicher Schönheit gibt, sehe man durch Erfahrung belegt Nr. 1621. Es stellen sich ihnen hauptsächlich Atmosphären dar wie mit spielenden Kindern in kleinster unsichtbarer, nur in innerster Vorstellung wahrnehmbarer Gestalt, wovon sie jene himmlische Vorstellung fassen, daß alles und jedes um sie her lebe, und daß sie im Leben des Herrn seien, das ihr Innerstes mit Seligkeit erfüllt. 2298. Es wurde mir in einer im anderen Leben gewöhnlichen Weise der Mitteilung gezeigt, welcherlei die Vorstellungen der Kinder sind, wenn sie einige Gegenstände sehen: sie waren wie wenn alles und jedes lebte, so daß sie in den einzelnen Vorstellungen ihres Denkens Leben hatten: und ich ward inne, daß die Kinder auf Erden beinahe die gleichen Vorstellungen haben, wenn sie in ihren kindlichen Spielen sind, denn sie haben noch nicht, wie die Erwachsenen, eine Reflexion von etwas Unbeseeltem. 2299. Die Kinder werden hauptsächlich durch Vorbildungen, die ihren Gemütsarten angemessen sind, unterrichtet; und wie schön diese sind, und zugleich wie voll von Weisheit von innen her, kann niemand je glauben. So wird ihnen stufenweise Einsicht beigebracht, die ihre Seele von dem Guten her hat. Nur eine Vorbildung, die mir zu sehen gegeben wurde, darf ich hier anführen, und aus ihr kann man einen Schluß auf die übrigen machen: sie bildeten den Herrn vor wie Er aus dem Grab aufstieg, und zugleich die Vereinigung Seines Menschlichen mit dem Göttlichen, und dies geschah in so weisheitsvoller Weise, daß es über alle menschliche Weisheit hinausging, und doch zugleich in kindlich unschuldiger Art. Sie stellten auch das Grab im Bilde dar, aber nicht zugleich ein Bild des Herrn, außer so entfernt gehalten, daß man kaum inne ward, daß es der Herr sei, nur wie von weitem, und dies darum, weil in der Vorstellung des Grabes etwas von einer Leiche (funus) liegt, was sie so beseitigten. Hernach ließen sie in höchst kluger Weise ins Grab etwas Atmosphärenartiges hinein gelangen, das aber dennoch wie ein dünnes Wasser erschien, wodurch sie, ebenfalls unter schicklicher Fernehaltung, das geistige Leben in der Taufe bezeichneten. Hernach sah ich wie von ihnen das Hinabfahren des Herrn zu den Gebundenen, und das Auffahren mit den Gebundenen in den Himmel, vorgebildet wurde, und zwar dies mit unvergleichlich klugem und frommem Sinn. Und, was (ganz) kindlich war, als sie den Herrn bei den Gebundenen in der unteren Erde vorbildeten, ließen sie beinahe unsichtbare, ganz weiche und höchst zarte Seilchen nieder, um den Herrn damit beim Aufsteigen emporzuheben. Immer in frommer Besorgnis, in der Vorbildung an etwas anzustreifen, in dem nicht himmlisch Geistiges wäre: um zu übergehen andere Vorbildungen, in denen sie sind, und durch die sie, wie durch Spiele, die den kindlichen Gemütern angemessen sind, in Erkenntnisse des Wahren und in Gefühle des Guten eingeleitet werden. 2300. Überdies sind die Kinder von verschiedener Sinnesart und von verschiedener Anlage, und zwar infolge des Anererbten, das sie von den Eltern und durch die Geschlechtsfolge von Großeltern und Ahnen her haben; denn die durch Angewöhnung bestärkte Handlungsweise der Eltern wird zur anderen Natur (induit naturam), und durch Vererbung den Kindern eingepflanzt, daher deren verschiedene Neigungen. 2301. Im allgemeinen sind die Kinder entweder von himmlischer oder von geistiger Gemütsart. Die von himmlischer Gemütsart sind, kennt man wohl heraus von denen mit geistiger Gemütsart: jene denken, reden und handeln etwas weicher (molliuscule), so daß kaum irgend etwas anderes zum Vorschein kommt, als was aus der Liebe des Guten zum Herrn und zu anderen Kindern herfließt. Diese aber nicht so sanft, sondern es zeigt sich gleichsam etwas schwunghaft Geflügeltes *) im einzelnen bei ihnen. Sodann stellt es sich auch heraus in ihrem Unwillen, außer anderem. So hat ein jedes Kind eine von jedem anderen verschiedene Anlage, und jedes wird der Anlage gemäß erzogen. *) (quoddam quasi alatum vibratile), nicht allatum, wie die zweite Ausgabe irriger Weise hat Anm. d. Übers.) 2302. Es gibt bestimmte und zwar viele Gesellschaften von Engeln, die für die Kinder Sorge tragen, es sind besonders solche aus dem weiblichen Geschlecht, die bei ihrem Leibesleben die Kinder zärtlich geliebt hatten. Die Kinder, die braver als andere sind, bringen sie in gewisser Art dem Herrn dar. 2303. Engelische Geister, die oben nach vorne waren, redeten mit mir in der Engelssprache, die nicht in Wörter geschieden ist, und sagten, ihr Zustand sei ein Zustand der Friedensruhe, und es seien bei ihnen auch Kinder, und in dem Umgang mit diesen empfänden sie Seligkeit; auch diese Geister waren aus dem weiblichen Geschlecht. Sie sprachen ferner von den Kindern auf Erden, daß bei diesen gleich nach der Geburt Engel aus dem Himmel der Unschuld seien, im darauf folgenden Alter Engel aus dem Himmel der Friedensruhe, nachher solche aus den Gesellschaften der Liebtätigkeit, und hernach so wie die Unschuld und Liebtätigkeit bei den zum Gebrauch ihrer Freiheit gekommenen Kindern (apud infantes liberos) abnimmt, andere Engel. Und zuletzt wenn sie noch mehr heranwachsen und in ein der Liebtätigkeit entfremdetes Leben eintreten, seien zwar Engel da, aber entfernter, und zwar dies gemäß den Endabsichten des Lebens, welche die Engel vorzugsweise regieren, indem sie fortwährend gute einflößen, und böse abwenden. In dem Maß aber als sie das können oder nicht können, fließen sie näher oder entfernter ein. 2304. Viele können meinen, daß die Kinder im anderen Leben Kinder bleiben, und daß sie wie Kinder unter den Engeln seien. Die, welche in Unkunde sind, was ein Engel ist, konnten in dieser Meinung bestärkt werden durch die Bilder, die man hie und da in den Kirchen, und anderwärts sieht, wo die Kinder als Engel dargestellt werden, allein die Sache verhält sich ganz anders. Einsicht und Weisheit macht den Engel, und solange die Kinder diese noch nicht haben, sind sie zwar bei den Engeln, aber sie sind nicht Engel. Wenn sie aber verständig und weise geworden sind, dann erst werden sie Engel. Ja, worüber ich mich wunderte, sie erscheinen alsdann nicht als Kinder, sondern als Erwachsene, denn sie haben alsdann keinen kindischen Geist mehr, sondern einen gereifteren engelischen. Die Verständigkeit und Weisheit bringt dies mit sich, denn daß Verstand und Urteilskraft, und das durch diese bestimmte Leben machen, daß jeder sich und anderen als Erwachsener erscheint, kann jedem klar sein. Daß dem so ist, bin ich nicht bloß von den Engeln belehrt worden, sondern ich habe auch mit einem gesprochen, der als Kind gestorben war, und nachher dennoch als ein Erwachsener erschien. Eben derselbe sprach auch mit seinem Bruder, der im erwachsenen Alter hingeschieden war, und zwar mit so großer brüderlicher gegenseitiger Liebe, daß der Bruder sich des Weinens gar nicht enthalten konnte, indem er sagte, er habe nichts anderes empfunden, als daß es die Liebe selbst sei, die redete. Außer anderen Beispielen, die nicht erwähnt zu werden brauchen. 2305. Es gibt einige, die meinen, die Unschuld sei ein und dasselbe mit der Kindheit, weil der Herr von den Kindern gesagt hat, solchen gehöre der Himmel, und die nicht werden wie Kinder, können nicht ins Reich der Himmel eingehen. Die aber so meinen, kennen nicht den inneren Sinn des Wortes und (wissen) somit (nicht), was unter der Kindheit verstanden wird. Unter der Kindheit wird verstanden die Unschuld der Einsicht und Weisheit, die von der Art ist, daß sie anerkennen, daß sie vom Herrn allein das Leben haben und daß der Herr ihr alleiniger Vater ist; denn daß der Mensch Mensch ist, kommt von der Einsicht in das Wahre und von der Weisheit des Guten her, die sie einzig vom Herrn haben. Die eigentliche Unschuld, die im Worte Kindheit genannt wird, ist und wohnt nirgends als in der Weisheit, so sehr, daß je weiser einer ist, desto unschuldiger er ist. Daher der Herr die Unschuld selbst ist, weil die Weisheit selbst. 2306. Was die Unschuld der Kinder betrifft, so ist dieselbe, weil noch ohne Einsicht und Weisheit, nur eine Art von Grundlage zur Aufnahme der echten Unschuld, die sie in dem Grad aufnehmen, in dem sie weise werden. Es wurde mir die Beschaffenheit der Unschuld der Kinder vorgebildet durch etwas Hölzernes, das beinahe leblos ist, aber belebt wird, so wie sie durch Erkenntnisse des Wahren und Gefühle des Guten vervollkommnet werden. Und hernach wurde mir, wie die echte Unschuld beschaffen ist, vorgebildet durch ein sehr schönes, ganz lebendiges, aber nacktes Kind. Denn die eigentlich Unschuldigen, die im innersten Himmel und so dem Herrn ganz nahe sind, erscheinen vor den Augen der anderen Engel nicht anders als Kinder, und zwar nackt, denn die Unschuld wird vorgebildet durch eine Nacktheit, deren sie sich nicht schämen, wie man vom ersten Menschen und seinem Weibe im Paradiese liest. Mit einem Wort, je weiser die Engel sind, desto unschuldiger und je unschuldiger, desto mehr erscheinen sie sich als Kinder; daher kommt, daß die Unschuld im Worte durch die Kindheit bezeichnet wird; doch vom Stand der Unschuld, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 2307. Ich sprach mit den Engeln von den Kindern, ob sie rein vom Bösen seien, weil sie noch nicht, wie die Erwachsenen, ein wirkliches Böse haben; allein es wurde mir gesagt, sie seien ebenso im Bösen, ja auch sie seien nichts als Böses, werden aber, wie alle Engel, durch den Herrn vom Bösen abgehalten, und im Guten gehalten, so sehr, daß es ihnen scheint, als ob sie im Guten aus sich wären. Damit daher die Kinder, nachdem sie im Himmel Erwachsene geworden, nicht in der falschen Meinung von sich sein möchten, als ob das Gute bei ihnen aus ihnen selbst, und nicht aus dem Herrn sei, werden auch sie zuweilen in ihr Böses, das sie erblich empfangen haben, zurückversetzt, und darin gelassen, bis sie wissen, anerkennen und glauben, daß es sich so verhält. So war denn auch einer, der als Kind gestorben, aber im Himmel groß gewachsen war, in der gleichen Meinung, weshalb er in das ihm angeborene Leben des Bösen zurückversetzt wurde, und dann wurde mir gegeben aus seiner Sphäre inne zu werden, daß er die Neigung hatte, über andere zu herrschen, und daß er aus Unzüchtigem sich nichts machte, was das Böse war, das er von den Eltern ererbt hatte. Nachdem er aber anerkannt hatte, daß es so sei, wurde er dann wieder unter die Engel aufgenommen, unter denen er vorher war. 2308. Niemals hat jemand im anderen Leben Strafe zu leiden für das anererbte Böse, weil es nicht sein eigen ist, und er somit nicht daran schuld ist, daß er so ist. Sondern für das wirkliche Böse, das sein Eigen ist, somit auch soweit er vom anererbten Bösen durch das wirkliche Leben sich angeeignet hat, wie Nr. 966 gesagt worden ist. Daß die Kinder, nachdem sie Erwachsene geworden, in den Zustand ihres Erbbösen zurückversetzt werden, geschieht nicht deswegen, daß sie dafür Strafe abbüßen, sondern damit sie wissen, daß sie aus sich nichts als Böses sind, und daß sie aus der Hölle, die bei ihnen ist, aus Barmherzigkeit des Herrn in den Himmel versetzt worden, und im Himmel nicht durch eigenes Verdienst, sondern durch den Herrn sind. Und damit sie so nicht wegen des Guten, das bei ihnen ist, sich vor anderen rühmen möchten, denn dies ist gegen das Gute der gegenseitigen Liebe, so wie es gegen das Wahre des Glaubens ist. 2309. Aus dem, was hier angeführt worden, kann erhellen, welcherlei die Erziehung des Kinder im Himmel ist, daß sie nämlich durch die Einsicht in das Wahre, und durch die Weisheit des Guten, eingeführt werden in das engelische Leben, welches ist die Liebe zum Herrn, und die gegenseitige Liebe, in der die Unschuld ist. Wie ganz das Gegenteil aber bei vielen die Erziehung der Kinder auf Erden ist, konnte schon allein aus folgendem Beispiel erhellen: Ich war auf der Straße einer großen Stadt, und sah kleine Knaben sich miteinander schlagen, es strömte viel Volkes herbei, das diesem Schauspiel mit vielem Vergnügen zusah, und ich erfuhr, daß die Eltern selbst die kleinen Knaben, ihre Kinder, zu solchen Kämpfen anregen. Die guten Geister und die Engel, die durch meine Augen dies sahen, hatten solchen Abscheu daran, daß ich ein Schaudern empfand, und hauptsächlich deswegen, daß die Eltern sie zu dergleichen anreizen; wobei sie sagten, daß sie so im ersten Alter alle gegenseitige Liebe, und alle Unschuld, welche die Kinder vom Herrn haben, auslöschen, und sie zu Haß und Rache anleiten, folglich ihre Kinder geflissentlich vom Himmel, wo nichts als gegenseitige Liebe ist, ausschließen. Mögen sich also Eltern, die es mit ihren Kindern gut meinen, vor dergleichen hüten. Am Ende des vorhergehenden 17. Kapitels des ersten Buches Mose, wird vom Letzten Gericht gehandelt. Am Ende dieses 18. Kapitels des ersten Buches Mose vom Zustand der Kinder im anderen Leben, beidemale aus Erfahrung dessen, was gesehen und gehört wurde in der Welt der Geister und im Himmel der Engel. Ende   Von dem Gedächtnis des Menschen, sofern es bleibt nach dem Tode, und von der Rückerinnerung an das, was er bei Leibesleben getan hatte 2469. Kaum ist wohl bis jetzt jemanden bekannt, daß ein jeder Mensch zwei Gedächtnisse hat, ein äußeres (Exterior), und ein inneres (Interior); und daß das äußere das seinem Leib eigene ist, das Innere aber das seinem Geist eigene. 2470. Solange der Mensch im Leibe lebt, kann er kaum wissen, daß er ein inneres Gedächtnis hat, weil alsdann das innere Gedächtnis beinahe eins ausmacht mit seinem äußeren Gedächtnis; denn die Vorstellungen des Denkens, die dem inneren Gedächtnis angehören, fließen ein in die Dinge, die im äußeren Gedächtnis sind, wie in ihre Gefäße und verbinden sich daselbst (mit diesen). Es verhält sich damit ebenso, wie wenn Engel und Geister mit dem Menschen reden: alsdann fließen ihre Vorstellungen, mittelst derer sie untereinander reden, in die Wörter der Sprache des Menschen ein und verbinden sich mit diesen so, daß sie nicht anders wissen, als daß sie in der dem Menschen eigenen Muttersprache reden, während doch die Vorstellungen von ihnen sind und die Wörter, in die sie einfließen, vom Menschen. 2471. Diese zwei Gedächtnisse sind ganz voneinander unterschieden. Zum äußeren Gedächtnis, das dem Menschen eigen ist, während er in der Welt lebt, gehören alle Wörter der Sprachen, sodann auch die Gegenstände der äußeren Sinneswahrnehmungen, wie auch die Dinge des Wissens, welche die Welt betreffen. Zum inneren Gedächtnis gehören die Vorstellungen der Geistersprache, die Sache des inwendigen Auges sind, und alle Vernunftbegriffe, aus deren Vorstellungen das eigentliche Denken sich hervorbildet. Daß diese voneinander unterschieden sind, weiß der Mensch nicht, sowohl weil er nicht darüber reflektiert, als weil er im Leiblichen ist, und dann von diesem das Gemüt nicht so wegbringen kann. 2472. Daher kommt, daß die Menschen, solange sie im Leibe leben, unter sich nur reden können durch Sprachen, die in artikulierte Laute, d.h. in Wörter gesondert sind, und sich gegenseitig nicht verstehen können, wenn sie diese Sprachen nicht verstehen, und zwar darum nicht, weil dies aus dem äußeren Gedächtnis geschieht. Daß hingegen die Geister unter sich reden durch eine Universalsprache, die in Vorstellungen, wie sie dem eigentlichen Denken angehören, geschieden ist, und daß sie sich so mit einem jeden Geist unterhalten können, was immer für einer Sprache und Nation in der Welt er angehört haben mochte, und zwar darum, weil dies aus dem inneren Gedächtnis geschieht. In diese Sprache kommt jeder Mensch sogleich nach dem Tode, weil in dieses Gedächtnis, das, wie gesagt, seinem Geist eigen ist. Man sehe auch Nr. 1637, 1639, 1757, 1876. 2473. Das innere Gedächtnis hat unermeßliche Vorzüge vor dem äußeren, und verhält sich wie einige Myriaden zu eins, oder wie hell zu finster. Denn Myriaden von Vorstellungen des inneren Gedächtnisses fließen in einen einzigen Gegenstand des äußeren Gedächtnisses ein, und stellen in diesem irgendein dunkles Allgemeines dar, daher alle Vermögen der Geister, und noch mehr der Engel, in einem vollkommeneren Zustand sind, nämlich sowohl ihre Sinnesempfindungen (sensationes), als ihre Gedanken und Wahrnehmungen (perceptiones). Welch einen Vorzug das innere Gedächtnis vor dem äußeren hat, kann an Beispielen erhellen: wenn sich ein Mensch eines anderen Menschen, der ihm seiner Beschaffenheit nach durch vieljährigen Umgang bekannt geworden ist, sei er nun Freund oder Feind, erinnert, so stellt sich das, was er dann von ihm denkt, als ein dunkles Etwas dar, und zwar dies, weil aus dem äußeren Gedächtnis. Wenn dagegen derselbe Mensch, nachdem er ein Geist geworden ist, sich desselben erinnert, so stellt sich das, was er dann von ihm denkt, nach allen Vorstellungen, die er je von ihm gefaßt hat, dar, und zwar dies, weil aus dem inneren Gedächtnis. Ebenso verhält es sich mit jeder Sache: die Sache selbst, von der er vieles weiß, stellt sich im äußeren Gedächtnis als ein allgemeines Etwas dar, im inneren Gedächtnis hingegen nach den Einzelheiten, deren Vorstellung er je von einer Sache sich verschafft hatte, und zwar dies in wunderbarer Gestalt. 2474. Alles, was immer ein Mensch hört und sieht, und wovon er angeregt wird, das dringt nach seinen Vorstellungen und Zwecken ohne Wissen des Menschen, in sein inneres Gedächtnis ein und bleibt in diesem, so daß gar nichts verlorengeht; obwohl es sich im äußeren Gedächtnis verwischt. Das innere Gedächtnis ist also von der Art, daß ihm einzelne, ja das allereinzelnste, was je ein Mensch gedacht, geredet und getan hat, ja was ihm wie ein Schatten erschienen ist, mit den geringsten Kleinigkeiten (cum minutissimis), von der ersten Kindheit bis zum letzten Augenblick des Greisenalters, eingeschrieben ist. Das Gedächtnis von all diesen Dingen hat der Mensch bei sich, wenn er ins andere Leben kommt, und er wird nach und nach zu aller Erinnerung daran hingeführt. Dies ist das Buch seines Lebens, das im anderen Leben geöffnet, und nach dem er gerichtet wird. Dies kann der Mensch kaum glauben, allein es ist dennoch ganz gewiß wahr. Alle Endzwecke, die für ihn im Dunkeln waren, und alle Gedanken, dann auch alle Reden und Handlungen von daher, sind bis auf das kleinste Tüpfelchen, in jenem Buch, d.h. im inneren Gedächtnis, und liegen, so oft der Herr es gestattet, den Engeln offen da, wie am hellen Tag. Dies ist mir einige Male gezeigt worden, und durch so viele Erfahrungen gewiß geworden, daß auch nicht der geringste Zweifel übrigblieb. 2475. Keinem noch ist bis jetzt bekannt, welches der Zustand der Seelen nach dem Tod in Rücksicht des Gedächtnisses ist: durch viele und lange, nun schon mehrjährige Erfahrung wurde mir zu wissen gegeben, daß der Mensch nach dem Tode gar nichts von dem verliert, was in seinen Gedächtnissen, sowohl was im äußeren, als was im inneren, gewesen ist, so daß man sich gar nichts noch so Geringfügiges oder Kleinstes denken kann, das der Mensch nicht bei sich hätte; so daß er nach dem Tode durchaus nichts zurückläßt, als bloß die Gebeine und das Fleisch, die, solange er in der Welt lebte, nicht beseelt waren aus sich, sondern vom Leben seines Geistes, das als seine reinere Substanz an das Körperliche geknüpft war. 2476. Allein es verhält sich mit seinem äußeren Gedächtnis so, daß er zwar alles und jedes davon bei sich hat, aber sich desselben alsdann nicht bedienen darf, sondern nur des inneren (verum modo interiore); der Gründe sind mehrere: Der erste ist der, welcher angegeben worden, daß er nämlich aus dem inneren Gedächtnis im anderen Leben mit allen im Universum reden und umgehen kann. Der zweite, daß dieses Gedächtnis, das dem Geist eigene, angemessen ist seinem Zustand, in dem er alsdann ist; denn das Äußerliche, nämlich das Wißtümliche, Weltliche und Leibliche, ist dem Menschen angemessen und entspricht seinem Zustand, solange er in der Welt und im Leibe ist; dagegen aber das Innerliche, nämlich das Vernünftige, Geistige und Himmlische, ist angemessen und entspricht dem Geist. 2477. Einst hörte ich Geister miteinander davon reden, daß alles, was als Prinzip ergriffen wird, worin es nun auch bestehen möge, durch Unzähliges begründet werden könne, und zwar bei dem, der sich darin begründet hat, zuletzt bis dahin, daß es, obwohl es falsch ist, dennoch als ganz wahr erscheint, und daß solche mehr vom Falschen als vom Wahren überredet werden können. Damit sie hiervon überzeugt würden, wurde ihnen zum Nachdenken und Besprechen untereinander die Frage vorgelegt, ob es den Geistern fromme, sich des äußeren Gedächtnisses zu bedienen: (die Geister reden über solche Dinge unter sich viel trefflicher, als der Mensch glauben, ja fassen kann, aber jeder gemäß seiner Neigung:) Diejenigen Geister, die fürs Leibliche und Weltliche waren, begründeten dies mit vielem, (besonders aber) mit folgenden Gründen: sie würden so nichts verloren haben, ja nach dem Tode ebenso Menschen sein, als sie zuvor waren. Sie könnten so durch einen Menschen wieder in die Welt kommen. Im äußeren Gedächtnis sei die Lust des Lebens, und in keiner anderen Fähigkeit und Gabe sei die Einsicht und Weisheit. Außer vielem anderen, durch das sie sich in ihrer Ansicht bestärkten, bis ihnen dies als das Wahre erschien. Allein andere dachten und redeten dann aus dem entgegengesetzten Prinzip, wohl wissend, daß es das Wahre, weil in der göttlichen Ordnung gegründet ist, sagten sie: wenn die Geister sich des äußeren Gedächtnisses bedienen dürften, so wären sie dann in der gleichen Unvollkommenheit, in der sie sich früher befanden, da sie Menschen waren. Sie würden so in roheren und dunkleren Vorstellungen sein, als diejenigen sind, die im inneren Gedächtnis sind, und so nicht nur mehr und mehr verdummen, sondern auch herabkommen, nicht emporkommen, somit auch nicht ewig leben; denn sich wieder ins Weltliche und Leibliche versenken, hieße, sich wieder in den Zustand des Todes begeben. Ferner, wenn die Geister sich des äußeren Gedächtnisses bedienen dürften, so ginge das menschliche Geschlecht zugrunde, denn ein jeder Mensch werde vom Herrn durch Geister und Engel regiert, wenn nun die Geister aus dem äußeren Gedächtnis in den Menschen einwirken würden, so könnte der Mensch nicht aus seinem eigenen Gedächtnis, sondern nur aus dem eines Geistes denken, somit würde der Mensch nicht mehr seines Lebens mächtig und nicht mehr selbständig sein, sondern wäre besessen. Die Besessenheiten seien ehedem nichts anderes gewesen, und dergleichen mehr. 2478. Damit ich wüßte, wie es sich damit verhält, daß der Mensch nicht aus seinem Gedächtnis denken könnte, wenn die Geister aus ihrem äußeren Gedächtnis influierten (wirkten), so ward zwei- und dreimal zugelassen, daß dies geschah: und nun wußte ich nicht anders, als daß das mein sei, was nicht mein war, sondern dem Geist angehörte, und daß ich solche Dinge schon früher gedacht hätte, da ich (doch) nicht gedacht hatte. Und dies konnte ich nicht wahrnehmen, bevor sie wieder zurückgetreten waren. 2479. Ein neu angekommener Geist wurde unwillig, daß er vieler Dinge, die er bei Leibesleben gewußt hatte, sich nicht mehr erinnerte, und es schmerzte ihn wegen des Angenehmen, das er eingebüßt, und das ihm früher so großes Vergnügen gemacht hatte. Allein es wurde ihm gesagt, er habe gar nichts verloren, sondern wisse alles und jedes, es sei aber im anderen Leben nicht erlaubt, dergleichen hervorzuholen; und es sei genug, daß er jetzt viel besser und vollkommener denken und reden, und seine Vernunft nicht mehr wie früher versenken könne in dichtes Dunkel, in materielle und leibliche Dinge, die in dem Reich, in das er nun gekommen, von keinem Nutzen sind. Und daß er die Dinge, die im Reich der Welt waren, zurückgelassen, und nun alles habe, was für den Gebrauch des ewigen Lebens dienlich ist, und daß er so und nicht anders selig und glücklich werden könnte. Somit sei es ein Beweis von Unkenntnis, wenn man glaube, daß im anderen Leben mit dem Nichtgebrauch des leiblichen Gedächtnisses die Einsicht verlorengehe, während es sich doch so verhalte, daß in dem Maß, als das Gemüt sich vom Sinnlichen und Leiblichen wegführen läßt, es zum Geistigen und Himmlischen erhoben werde. 2480. Weil die Menschen nach dem Tod im inneren Gedächtnis sind, das ihrem Vernunftgebiet angehörte, so hat dies zur Folge, daß diejenigen, die in der Welt eine bessere Kenntnis der Sprachen hatten als andere, nicht einmal ein einziges Wörtchen derselben hervorholen können. Die, welche mehr als andere in den Wissenschaften (bewandert waren), auch nichts von Wissenschaftlichem und daß diese zuweilen dümmer sind als andere. Alles aber, was sie durch die Sprachen, und alles, was sie durch die Wissenschaften in sich aufgenommen haben, das holen sie, weil es ihre Vernunft gebildet hat, zum Gebrauch hervor. Das dadurch erworbene Vernünftige ist es, aus dem sie denken und reden. Wer durch die Sprachen und Wissenschaften Falsches eingenommen und sich darin bestärkt hat, vernünftelt nur aus Falschem, wer aber Wahres, der redet aus dem Wahren. Die Neigung selbst ist es, die Leben gibt, die Neigung zum Bösen, die Leben dem Falschen und die Neigung zum Guten, welche Leben dem Wahren. Aus der Neigung denkt ein jeder und ohne die Neigung keiner. 2481. Daß die Menschen nach dem Tod, d.h. die Geister, nicht das Geringste von dem verloren haben, was ihrem äußern oder leiblichen Gedächtnis angehört, sondern daß sie alles dazu Gehörige, oder dasselbe ganz bei sich haben, obwohl sie aus demselben das Besondere ihres Lebens nicht hervorholen dürfen, ist mir durch viele Erfahrung zu wissen gegeben worden. Wie dies aus Folgendem erhellen kann: Zwei, die ich bei ihres Leibesleben gekannt hatte, und die einander feind waren, trafen zusammen. Ich hörte den einen die Sinnesart des andern mit vielen Umständen schildern, und dann (sagen), welche Meinung er von ihm gehabt hatte, er las einen ganzen Brief vor, den er an ihn geschrieben, und vieles der Reihe nach, was ins Besondere ging und dem äußeren Gedächtnis angehörte, und was der andere anerkannte, und dazu schwieg. 2482. Ich hörte, wie einer den andern schalt, daß er seine Gelder behalten hatte, und nicht zurückgeben wollte, und dies mit Umständen, welche dem äußeren Gedächtnis angehörten, bis der andere sich schämte. Ich hörte auch, wie der andere darauf antwortete, und die Ursachen hererzählte, warum er dies getan habe, welches alles besondere weltliche Verhältnisse waren. 2483. Eine (Frauensperson) wurde in den Zustand versetzt, in dem sie war, als sie noch in der Welt (lebte) und gerade ein Verbrechen begehen wollte, und es traten dann die Einzelheiten der Gedanken, und die Einzelheiten des Gespräches mit einer anderen, wie ans helle Tageslicht hervor. Eine aus der Rotte der Sirenen wurde, weil sie hartnäckig leugnete, daß sie eine solche bei Leibesleben gewesen war, in den Zustand des leiblichen Gedächtnisses versetzt, und dann wurden ihre Ehebrüche und Schandtaten, die, solange sie lebte, kaum jemand bekannt gewesen waren, aufgedeckt und der Reihe nach aufgezählt, beinahe gegen hundert: Wo sie gewesen war, mit denen sie Ehebruch trieb, und worauf sie dann ausging; und das alles so nach dem Leben wie am hellen Tag, so wurde sie überwiesen. Dergleichen wird hervorgeholt, wenn einer nicht auf sich kommen lassen will, daß er so gewesen war, und zwar in lebendiger Wirklichkeit mit den einzelnen Umständen. 2484. Absatznumerierung fehlt. 2485. Es war einer bei mir, den ich bei seinem Leibesleben nicht gekannt hatte. Als ich fragte, ob er wisse, woher er sei, so wußte er es nicht, aber durch das inwendigere Auge wurde er von mir durch die Städte geführt, in denen ich gewesen war und endlich durch die Stadt, von der er her war, und dann durch die Gassen und freien Plätze, die er alle kannte, und zuletzt in die Gasse, in der er gewohnt hatte, und wenn ich die Häuser und ihre Lage gewußt hätte, so hätte ich auch das erfahren können. 2486. Daß die Menschen alles und jedes, was zu ihrem leiblichen Gedächtnis gehört, bei sich haben, davon konnte ich mich sehr oft vergewissern an denen, die ich bei ihrem Leibesleben gekannt hatte, sofern sie, wenn ich mit ihnen redete, alles und jedes wieder wußten, was sie in meiner Gegenwart getan, und was sie geredet, und was sie alsdann gedacht hatten. Aus diesen, und vielen anderen Erfahrungen, wurde es mir zur Gewißheit, daß der Mensch alles zum äußeren oder leiblichen Gedächtnis Gehörige ins andere Leben mitnimmt. 2487. Ich bin belehrt worden, daß das äußere Gedächtnis, an sich betrachtet, nichts anders ist als etwas Organisches, gebildet aus den Gegenständen der Sinne, besonders des Gesichts und des Gehörs, in denjenigen Substanzen, welche die Uranfänge der Nervenfasern sind, und daß gemäß den Eindrücken von jenen die Formenwechsel entstehen, die reproduziert werden, und daß diese Formen wechseln und sich ändern gemäß den Zustandsveränderungen, die mit den Neigungen und Überzeugungen vorgehen. Ferner daß das innere Gedächtnis ebenfalls etwas Organisches ist, aber ein reineres und vollkommeneres, gebildet aus den Gegenständen des inwendigen Auges, in welches Gegenstände in gewisse Reihenfolgen in unbegreiflicher Ordnung verteilt sind. 2488. Ehe ich durch lebendige Erfahrungen belehrt war, glaubte ich wie die anderen, daß kein Geist wissen könne, was in meinem Gedächtnis, und was in meinem Denken ist, sondern daß es nur bei mir sei, und verborgen. Allein ich kann versichern, daß die Geister die beim Menschen sind, alles in seinem Gedächtnis und seinen Gedanken haarklein wissen und wahrnehmen, und zwar dies noch viel deutlicher als der Mensch selbst. Und daß die Engel sogar die Endzwecke, wie sie sich vom Guten zum Bösen, und vom Bösen zum Guten wenden, und viel mehr als der Mensch weiß, (sehen), wie z.B. das, was er in seiner Lust und so gleichsam in seine Natur und Sinnesart versenkt hat, und was, wenn dies geschieht, nicht mehr in die Erscheinung hervortritt, weil er nicht mehr darüber reflektiert. Der Mensch soll also ja nicht mehr glauben, daß seine Gedanken verborgen seien, und daß er keine Rechenschaft geben müsse von den Gedanken und von den Handlungen, je nach der Zahl und Beschaffenhit der Gedanken, die in denselben waren; denn die Handlungen haben von den Gedanken ihre Beschaffenheit und die Gedanken von den Endzwecken. 2489. Was zum inneren Gedächtnis gehört, offenbart sich im anderen Leben durch eine gewisse Sphäre, an der man die Geister schon in der Entfernung kennt, wie sie beschaffen sind, nämlich von welcher Neigung und von welcher Überzeugung. Jene Sphäre entsteht aus der Tätigkeit der Dinge im inneren Gedächtnis. Über diese Sphäre sehe man Nr. 1048, 1053, 1316, 1504. 2490. Mit dem inneren Gedächtnis verhält es sich so, daß in demselben nicht bloß alles und jedes aufbehalten wird, was der Mensch je von der Kindheit an gesehen und gehört, und was er gedacht, geredet und getan hat, sondern auch das, was er im anderen Leben sieht und hört, und was er denkt, redet und tut. Allein dies geschieht mit Unterschied: Die, welche in der Überredung des Falschen und in der Begierde des Bösen sind, fassen auf und behalten alles, was mit ihnen übereinstimmt, denn es dringt ein wie Wasser in Schwämme, das übrige zwar spült sich auch an (alluunt), aber es wird nur so obenhin behalten, daß sie kaum wissen, daß es etwas ist. Hingegen die, welche im Glauben an das Wahre und in der Neigung zum Guten sind, behalten alles, was wahr und gut ist, und werden dadurch fortwährend vervollkommnet. Daher kommt, daß sie belehrt werden können, und belehrt werden im anderen Leben. 2491. Es gibt Geister (von deren Heimat aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts geredet werden soll), die das innere Gedächtnis darstellen, diese reisen in Scharen umher und locken auf wunderbare Weise alles hervor, was andere wissen, und alles, was sie hören, teilen sie den ihrigen mit. 2492. Welche Bewandtnis es mit den Gedächtnissen hat, wird zuweilen im anderen Leben sichtbar dargestellt, in Gestalten, die bloß dort erscheinen, (es stellte sich dort vieles sichtbar dar, was sonst bei den Menschen bloß in die Ideen fällt). Das äußere Gedächtnis stellt sich so zur Erscheinung dar wie eine dicke Haut (instar Calli), das immer wie eine markige Substanz, wie sie sich im menschlichen Gehirn findet. Hierdurch wird auch zu erkennen gegeben, wie sie beschaffen sind: Bei denen, die bei Leibesleben bloß aufs Gedächtnis sich gelegt, und so ihre Vernunft nicht ausgebildet hatten, erscheint ihre Dickhäutigkeit hart, und inwendig gekerbt (striata). Bei denen, die das Gedächtnis mit Falschheiten angefüllt hatten, erscheint sie haarig und struppig, und zwar dies infolge der ungeordneten Anhäufung von Sachen. Bei denen, die auf das Gedächtniswissen sich gelegt hatten aus Selbst- und Weltliebe, erscheint sie als zusammengeleimt (conglutinata) und verhärtet. Bei denen, die durch Wissenschaftliches, besonders Philosophisches, in die göttlichen Geheimnisse eindringen, und nicht eher glauben wollten, als wenn sie durch jenes überzeugt wurden, erscheint sie als eine dunkelfarbige (tenebricosa), die von der Art ist, daß sie die Lichtstrahlen einsaugt und in Finsternis verkehrt. Bei denen, die Betrüger (dolosi) und Heuchler waren, erscheint sie wie knöchern und von Elfenbein, das die Lichtstrahlen zurückwirft. Bei denen aber, die im Guten der Liebe und im Wahren des Glaubens waren, erscheint keine solche Dickhaut, weil ihr inneres Gedächtnis die Lichtstrahlen durchläßt in das Äußere, in dessen Gegenstände oder Vorstellungen die Strahlen wie in ihrer Grundlage, oder wie in ihrem Boden sich begrenzen (terminantur), und hier leibliche Aufnahmegefäße finden. Denn das äußere Gedächtnis ist das Letzte der Ordnung, in dem die geistigen und himmlischen Dinge sich sanft (molliter) endigen und zur Ruhe kommen, wenn daselbst Gutes und Wahres ist. 2493. Ich redete mit den Engeln über das Gedächtnis der vergangenen, und der von daher kommenden ängstlichen Sorge wegen der zukünftigen Dinge, und ich wurde belehrt, daß die Engel, je innerlicher und vollkommener sie sind, desto weniger um das Vergangene sich kümmern und an das Zukünftige denken, und daß darauf auch ihre Seligkeit beruht, indem sie sagen, daß der Herr ihnen in jedem Augenblick gebe, was sie denken sollen, und zwar dies mit einem seligen und wonnigen Gefühl, und daß sie oft ohne Sorgen und Bekümmernisse seien. Ferner, daß dieses im inneren Sinn unter dem verstanden sei, daß sie das Manna täglich vom Himmel empfingen und unter dem Täglichen des Brotes im Gebet des Herrn. Sodann daß man nicht sorgen soll, was man essen und trinken und womit man sich kleiden werde. Daß sie aber, obwohl sie um das Vergangene sich nicht kümmern, und wegen des Zukünftigen nicht besorgt sind, dennoch die vollkommenste Erinnerung an das Vergangene und eine Anschauung des Zukünftigen haben, weil in all ihrem Gegenwärtigen sowohl das Vergangene als das Zukünftige ist. So haben sie ein vollkommeneres Gedächtnis als je gedacht und ausgedrückt werden kann. 2494. Menschen, die in der Liebe zum Herrn, und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, haben, während sie in der Welt leben, bei sich und in sich engelische Einsicht und Weisheit, aber verborgen in dem Innersten ihres inneren Gedächtnisses. Diese Einsicht und Weisheit kann ihnen gar nicht ins Bewußtsein heraustreten, ehe sie das Leibliche ausziehen, alsdann wird das Gedächtnis des Besonderen, wovon oben die Rede war, eingeschläfert, und sie erwachen in das innere Gedächtnis, und allmählich in das eigentliche Engelische. Ende   Der Völkerschaften und Völker, die außerhalb der Kirche geboren sind, Zustand und Los im anderen Leben. 2589. Die allgemeine Meinung ist, daß diejenigen, die außerhalb der Kirche geboren wurden, und Nichtchristen und Heiden (Ethinici et gentiles) genannt werden, nicht selig werden können, darum, weil sie das Wort nicht haben, und daher nichts vom Herrn wissen, ohne Den kein Heil (ist). Daß aber dennoch auch sie selig werden, kann man schon daraus wissen, daß des Herrn Barmherzigkeit allumfassend ist, d.h. über alle einzelnen waltet; daß jene ebenso als Menschen geboren werden, wie die, welche innerhalb der Kirche, deren verhältnismäßig wenige sind; und daß es ihre Schuld nicht ist, wenn sie vom Herrn nichts wissen. Welches nun ihr Zustand und Los im anderen Leben ist, wurde mir aus des Herrn göttlicher Barmherzigkeit gezeigt. 2590. Vielfältig bin ich belehrt worden, daß Heiden, die ein gesittetes Leben führten, und gehorsam waren, auch in gegenseitiger Liebtätigkeit lebten, und ihrer Religion gemäß eine Art von Gewissen empfingen, im anderen Leben willkommen sind und dort mit angelegentlicher Sorge von den Engeln im Guten und Wahren des Glaubens unterrichtet werden. Wenn dieselben unterrichtet werden, betragen sie sich bescheiden, verständig und weise; sie fassen leicht auf und eignen sich es gerne an, denn sie haben sich keine Grundsätze des Falschen gegen die Glaubenswahrheiten gebildet, die zu zerstören wären, noch weniger Ärgernisse gegen den Herrn, wie mehrere Christen, die ein Leben des Bösen führten. Außerdem haben solche keinen Haß gegen andere, sie rächen Beleidigungen nicht, auch spielen sie keine Ränke und Betrügereien, ja sie sind wohlwollend gegen die Christen, während umgekehrt diese jene verachten, auch so viel sie können beschädigen, sie werden aber ihrer Unbarmherzigkeit vom Herrn entnommen und beschirmt. Denn es verhält sich mit den Christen und Heiden so im anderen Leben, daß Christen, welche die Wahrheiten des Glaubens anerkannten, und zugleich ein Leben des Guten führten, den Heiden bei der Aufnahme vorgezogen werden; aber solcher sind heutzutage wenige. Die Heiden aber, die im Gehorsam und gegenseitiger Liebtätigkeit lebten, werden vor den Christen aufgenommen, die kein so gutes Leben führten. Denn alle diejenigen im ganzen Weltkreis, werden durch die Barmherzigkeit des Herrn aufgenommen und selig gemacht, die im Guten lebten, denn eben das Gute ist es, welches das Wahre aufnimmt, das Gute des Lebens ist der eigentliche Boden für den Samen, d.h. für das Wahre; das Böse des Lebens nimmt es gar nicht an; wenngleich die, welche im Bösen sind, auf tausend Arten unterrichtet, sogar wenn sie die Bestunterrichteten würden, so gehen gleichwohl die Glaubenswahrheiten bei ihnen nicht weiter als ins Gedächtnis, und dringen nicht ein zur Neigung, die eine Sache des Herzens ist; darum verlieren sich auch die Wahrheiten ihres Gedächtnisses, und werden zunichte im anderen Leben. 2591. Aber es gibt unter den Heiden, wie unter den Christen, Weise und Einfältige; um zu erfahren, wie geartet sie sind, durfte ich mit jenen und diesen reden, zuweilen Stunden und Tage lang; aber deren, die weise sind, gibt es heutzutage kaum etliche, aber viel mehrere in den alten Zeiten; hauptsächlich in der Alten Kirche, von der aus die Weisheit zu mehreren Völkerschaften sich verbreitete. Um zu wissen, wie geartet sie waren, durfte ich mit einigen in vertrautem Gespräch sein: wie beschaffen nun ihre Weisheit war und wie sie sich vor der heutigen auszeichnete, kann aus dem, was folgt, erhellen. HG 2592 2592. Es war bei mir einer, der ehedem unter den Weiseren war, und daher auch in der gebildeten Welt bekannt: mit dem habe ich über Verschiedenes geredet; und weil ich merkte, daß er weise gewesen, besprach ich mich mit ihm über die Weisheit, über die Einsicht, über die Ordnung, über das Wort, und zuletzt über den Herrn. Von der Weisheit sagte er, daß es keine andere Weisheit gebe, als die, welche sich aufs Leben bezieht, und daß von etwas anderem Weisheit nicht ausgesagt werden könne; von der Einsicht, daß diese aus jener herkomme; von der Ordnung, daß sie vom höchsten Gott sei, und daß in ihr leben heiße weise und verständig sein. Was das Wort betrifft, so hatte er, als ich ihm etwas aus den Propheten vorlas, eine gar große Freude, vornehmlich daran, daß die einzelnen Namen und die einzelnen Worte etwas Inwendiges bezeichnen, wobei er sich sehr verwunderte, daß die Gebildeten heutzutage keine Freude an solcher Forschung haben. Ich ward deutlich inne, daß das Inwendigere seines Denkens oder Gemütes geöffnet war, und doch zugleich einigen Christen, die zugegen waren, verschlossen; denn es herrschte bei diesen ein Neid gegen ihn, und Unglaube, daß das Wort so beschaffen sei. Ja, als ich das Wort zu lesen fortfuhr, sagte er, er könne nicht da sein, weil das, was er inne werde, zu heilig sei, als daß er es ertragen könnte: so angeregt wurde er innerlich. Dagegen die Christen sagten mit lauter Stimme, sie können wohl da sein, darum nämlich, weil das Inwendige ihnen verschlossen war, und das Heilige sie nicht anregte. Endlich sprach ich mit ihm vom Herrn, daß Er als Mensch geboren, aber von Gott empfangen sei; daß Er das Menschliche ausgezogen und das Göttliche angezogen habe; und daß Er es sei, der das Weltall regiert. Hierauf antwortete er, er wisse mehreres vom Herrn, und er begriff in seiner Weise, daß es nicht anders habe geschehen können, wenn das Menschengeschlecht gerettet werden sollte. Indessen streuten einige böse Christen mancherlei Ärgernisse ein, aber er bekümmerte sich nichts darum, und sagte, es sei kein Wunder, weil sie bei Leibesleben über diese Gegenstände nicht solches, was sich geziemt, in sich aufgenommen haben, und daß sie, ehe solche Begriffe weggeschafft seien, das, was begründet, nicht annehmen können, wie die, welche nichts wissen. Dieser war ein Heide. 2593. Ich durfte auch mit anderen reden, die in alten Zeiten gelebt haben, und die damals unter den Weiseren gewesen sind: sie erschienen zuerst vorne in einiger Entfernung, und konnten dort das Inwendigere meiner Gedanken, somit mehreres vollständig wahrnehmen, aus einer einzigen Idee konnten sie eine ganze Reihe wissen, und sie mit Wonnen der Weisheit samt lieblichen Vorbildungen füllen. Hieraus wurde erkannt, daß sie unter die Weiseren gehörten, und es wurde gesagt, sie seien von den Alten; und so traten sie näher herzu, und als ich ihnen dann etwas aus dem Wort vorlas, waren sie höchlichst erfreut. Ihre Freude und Lust selbst durfte ich inne werden, die hauptsächlich daher kam, daß alles und jedes, was sie aus dem Wort hörten, Vorbildungen und Bezeichnungen himmlischer und geistiger Dinge waren. Sie sagten, daß zu ihrer Zeit, da sie in der Welt lebten, die Weise ihres Denkens und Redens, dann auch ihres Schreibens so beschaffen, und daß dies das Studium ihrer Weisheit gewesen sei. 2594. Was aber die Heiden betrifft, die heutzutage auf der Erde sind, so sind sie nicht so weise, sondern meistens einfältigen Herzens; aber dennoch nehmen im anderen Leben diejenigen von ihnen Weisheit an, die in gegenseitiger Liebtätigkeit lebten; von ihnen darf ich das, was folgt, berichten. 2595. Ich hörte einen lauten Gesang, der aber rauher tönte als gewöhnlich. Aus dem Ton merkte ich sogleich, daß sie aus den Heiden waren. Es wurde mir von den Engeln gesagt, daß es Heiden seien, die vor drei oder vier Tagen auferweckt wurden. Der Gesang oder Chor wurde mehrere Stunden lang gehört, und man konnte merken, daß sie schon während der kurzen Zeit, wo man ihn hörte, mehr und mehr sich vervollkommneten. Als ich mich hierüber verwunderte, wurde gesagt, daß jene in Chöre, somit in Harmonie in einer Nacht eingeleitet werden könnten, während es bei den meisten Christen kaum in dreißig Jahren möglich sei. - Gesänge (gyri) oder Chöre sind, wenn mehrere zusammen reden, alle wie einer, und einer wie alle. Aber von den Gesängen und Chören soll aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn anderwärts gesprochen werden. 2596. Ein Chor war in einiger Entfernung von mir eines Morgens. Aus den Vorbildungen des Chors konnte man merken, daß es Chinesen waren; denn sie stellten das Bild eines wolligen Bocks, sodann einen Hirsekuchen und einen Löffel aus Ebenholz, wie auch die Vorstellung einer schwimmenden Stadt dar. Sie wünschten mir näher zu kommen, und als sie sich herzu machten, sagten sie, sie möchten allein bei mir sein, um ihre Gedanken zu eröffnen; aber es wurde ihnen gesagt, sie seien nicht allein, und andere seien da, die unwillig seien, daß sie allein sein wollten, da sie doch nur Gäste seien. Als sie deren Unwillen inne wurden, fielen sie auf den Gedanken, ob sie sich gegen den Nächsten verfehlt, und ob sie sich etwas, das anderen gehörte, zugeeignet hätten. - (Die Gedanken teilen sich im anderen Leben alle mit. -) Ihre Gemütsbewegung konnte ich inne werden, sie war ein Gefühl der Anerkennung, daß sie dieselben vielleicht möchten beleidigt haben, sodann ein Schamgefühl darüber, sowie eine und andere gutherzige Regung. Daraus ließ sich erkennen, daß sie mit Liebe begabt waren. Gleich darauf redete ich mit ihnen, endlich auch vom Herrn. Als ich Ihn Christus nannte, merkte man bei ihnen ein gewisses Widerstreben, aber als Ursache wurde entdeckt, weil sie das von der Welt her mitgebracht hatten, aus dem Umstand, daß sie wußten, die Christen leben schlimmer als sie, und in keiner Liebtätigkeit, aber als ich einfach den Herrn nannte, da wurden sie innerlich bewegt. Sie wurden hernach von den Engeln unterrichtet, daß die christliche Lehre mehr als jede andere in der ganzen Welt Liebe und Liebtätigkeit vorschreibe, daß es aber wenige seien, die nach ihr leben. 2597. Es gibt Heiden, die, da sie in der Welt lebten, aus dem Umgang und von Hörensagen erkannt haben, daß die Christen das schlimmste Leben führen, in Ehebrechereien, in Haß und Händeln, in Trunkenheit und dergleichen, vor dem sie ein Grauen gehabt haben, weil solches gegen ihre Gesetze, Sitten und Religionslehren ist. Diese sind im anderen Leben ängstlicher als andere, die Glaubenswahrheiten anzunehmen; aber sie werden von den Engeln unterrichtet, daß die christliche Lehre und der eigentliche Glaube ganz anderes lehrt und daß jene weniger als die Heiden nach den Lehrsatzungen leben. Wenn sie dies vernehmen, so nehmen sie die Glaubenswahrheiten an, und beten den Herrn an, aber später. 2598. Als ich das 17. und 18. Kapitel von Micha las, daß die Söhne Dans sein Götzenbild, seine Theraphim und seinen Leviten wegführten, war ein Geist aus den Heiden da, der bei seinen Lebzeiten ein Götzenbild angebetet hatte. Als dieser aufmerksam hörte, was dem Micha geschehen, und in welchem Jammer er um sein Götzenbild war, das die Daniten weggenommen hatten, überkam und erregte auch ihn ein solcher Schmerz, daß er vor innerlichem Schmerz kaum wußte, was er denken sollte. Dieser Schmerz teilte sich mir mit, und zugleich ward ich auch aus seinen einzelnen Regungen seine Unschuld inne. Es waren auch Christengeister da, und beobachteten es, und verwunderten sich, daß ein Götzendiener von einer so gewaltigen Regung des Erbarmens und der Unschuld bewegt wurde. Hernach redeten gute Geister mit ihm, und sagten, daß man ein Götzenbild nicht anbeten soll, und daß er das als Mensch wohl einsehen könne; sondern er müsse, absehend von einem gemachten Bild, sich Gott, den Schöpfer und Regenten des ganzen Himmels und der ganzen Erde denken, und daß dieser Gott der Herr sei. Als dies gesagt wurde, durfte ich die Inbrunst seiner Anbetung innewerden, die sich mir mitteilte, und die viel ehrfurchtsvoller war, als bei den Christen. Hieraus konnte erhellen, daß die Heiden leichter in den Himmel kommen, als die Christen heutzutage, die nicht erregt werden, gemäß den Worten des Herrn bei Luk.13/29,30; denn in dem Zustand, in dem er war, konnte er in alle Glaubenswahrheiten eingeweiht werden, und sie mit inwendiger Regung annehmen. Bei ihm war Erbarmen, das der Liebe eigen ist, und in seiner Unwissenheit war Unschuld; und wenn diese vorhanden sind, wird alles zum Glauben Gehörige wie von selber angenommen und zwar mit Freuden. Er wurde nachher unter die Engel aufgenommen. 2599. Es war auch ein anderer unter den Heiden, der im Guten der Liebtätigkeit gelebt hatte; als derselbe Christen über Glaubenssachen räsonieren (vernünfteln) hörte (die Geister räsonieren unter sich viel eingehender und schärfer, als die Menschen, hauptsächlich über Gutes und Wahres, weil dieses dem anderen Leben angehört), derselbe wunderte sich, daß sie so untereinander stritten; er sagte, er wolle das nicht hören; denn sie räsonierten aus Täuschungen, und sprach sich so gegen sie aus: wenn ich gut bin, so kann ich das, was wahr ist, aus dem Guten selbst wissen, und was ich nicht weiß, kann ich aufnehmen. 2600. Die gutgesinnten Heiden werden im anderen Leben meistens gemäß den Zuständen ihres Lebens, und gemäß ihrer Religion soviel dies geschehen kann, unterrichtet, somit auf verschiedene Arten; hier darf ich bloß drei angeben. 2601. Einige von ihnen werden in den Zustand der Ruhe, wie in Schlaf versetzt, und dann kommt es ihnen vor, wie wenn sie kleine Städte erbauten, und mitten in denselben etwas Geheimes zu verbergen, das sie von niemand verletzt wissen wollen. Jene Städte schenken sie anderen, mit der Bitte, daß sie das Geheimnis in der Mitte derselben nicht verletzten möchten; so wird ihnen Unschuld eingeflößt, sodann Liebtätigkeit, mit der Vorstellung daß das Geheimnis sich auf den Herrn beziehe. In diesem Zustand werden sie ziemlich lange gehalten, es ist der Zustand der Unwissenheit, in der Unschuld ist: sie werden von Kindern beschirmt, daß ihnen niemand Schaden zufügt. Mit diesen redete ich, und wurde vom Stand ihrer Unschuld und Liebtätigkeit in hohem Grade angeregt, sodann von der Sorge, wie sie das Geheimnis verbergen, und der heiligen Furcht, daß es nicht verletzt werde. 2602. Es gibt eine Völkerschaft, es wurde gesagt, aus Indien, welche die Religion haben, daß sie den größten Gott in der Weise verehren, daß sie, wenn sie ihn anbeten, sich zuerst groß machen, aber bald darauf als Würmer zu Boden werfen; sodann daß über dem Weltall, von dem sie glauben, daß es im Kreis herum gehe, jener größte Gott sei, der von da aus sehe, was sie tun. Weil sie solche Religionsbegriffe hatten, werden sie im anderen Leben in dieselben zurückversetzt. Mit diesen habe ich, während sie sich solches einbildeten, geredet. Sie sind zum größten Teil bescheiden, gehorsam, einfältigen Herzens. Sie werden nach und nach durch Engel von jener Phantasie los gemacht; denn sie werden, in Gemäßheit ihrer Religion belehrt, daß der größte Gott der Herr sei, und daß sie sich deswegen groß machen mögen; daß sie Ihn anbeten können, und daß sie dennoch wie Würmer seien, und daß der Herr aus der obersten Höhe alles und jedes sehe: so werden sie durch ihre Religion, auf angemessene Weise in die Erkenntnisse des Wahren und Guten eingeleitet. 2603. Es gibt gewisse Heiden aus jenen Gegenden, wo Neger (Schwarze) sind, die aus dem Leben in der Welt her den Wunsch haben, hart behandelt zu werden, indem sie glauben, daß niemand in den Himmel kommen könne, als durch Strafen und Drangsale, und daß sie hernach Freundlicheres, was sie Paradiesisches nennen, empfangen. Weil diese solche Gedanken ihrer Religion gemäß haben, werden sie im anderen Leben auch zuerst hart behandelt von gewissen (Christen), die sie Teufel nennen, und werden hernach in Paradiesisches geführt, wovon Nr. 1622. Aber sie werden von Engeln belehrt, daß die Strafen und Drangsale ihnen vom Herrn zum besten gewendet worden seien, wie bei denen, die in Versuchungen sind; sodann daß paradiesische Orte nicht der Himmel seien, sondern die Neigung zu Himmlischen und Geistigen darin; und daß sie auf einem Weg der Wahrheit gewesen seien, aber im Schatten der Unwissenheit. Sie redeten lange mit mir. Solange sie im Stande der Drangsale waren, hatte ihre Rede gleichsam etwas Zusammenstoßendes, somit unterschieden von der Rede anderer, aber als sie, nachdem sie dieselbe durchgemacht hatten, zu den paradiesischen Orten erhoben wurden, hatten sie keine solche Rede mehr, sondern eine beinahe Engelische. Aus ihrer Religion haben sie auch den Glauben, daß sie Inwendigeres haben wollen, sie sagten, daß sie dann, wenn sie hart behandelt werden, schwarz seien, aber daß sie nachher die Schwärze ablegen, und die Weiße (candorem) anziehen, da sie wissen, daß ihre Seelen weiß seien, aber ihre Leiber schwarz. 2604. Es ist gewöhnlich, daß Heiden, die einen Gott unter einem Bild oder Bildsäule, oder irgendein geschnitztes Werk angebetet haben, wenn sie ins andere Leben kommen, zu gewissen (Geistern) eingeführt werden, die an derselben Götter oder Götzen statt da sind, aus dem Grund, daß sie ihre Phantasie ablegen sollen, und wenn sie bei ihnen etliche Tage gewesen sind, werden sie wieder von da weggebracht. Die, welche Menschen angebetet haben, werden auch zuweilen zu denselben, oder zu anderen, die ihre Stelle vertreten, eingeführt; wie z.B. mehrere von den Juden zu Abraham, Jakob, Mose, David; aber wenn sie wahrnehmen, daß sie ein solches Menschliches haben, wie andere, und daß sie nichts helfen können, so schämen sie sich, und werden an ihre Örter, ihrem Leben gemäß gebracht. Unter den Heiden werden im anderen Leben am meisten die Afrikaner geliebt; denn diese nehmen leichter als die übrigen das Gute und Wahre des Himmels an: sie wollen vornehmlich Gehorsame heißen, nicht aber Gläubige; sie sagen, daß die Christen, weil sie die Glaubenslehre haben, Gläubige genannt werden können, sie aber nicht, außer wenn sie dieselbe annehmen, oder, wie sie sagen, annehmen können. 2605. Ich redete mit einigen, die in der Alten Kirche waren, und die damals vom Herrn wußten, daß Er kommen werde, und in Gutes des Glaubens eingeweiht waren, aber dennoch abfielen und Götzendiener wurden. Sie waren vorne zur Linken an einem finstern Ort und in einem elenden Zustande. Ihre Rede war wie pfeifend, eintönig, beinahe ohne vernünftiges Denken. Sie sagten, daß sie schon viele Jahrhunderte lang da seien, und daß sie zuweilen von da herausgenommen werden, um anderen für gewisse Nutzzwecke zu dienen, die aber geringfügig sind. Durch sie ward Anlaß gegeben, von mehreren Christen zu denken, die nicht äußerlich, aber innerlich Götzendiener sind, und im Herzen den Herrn, somit auch die Wahrheiten des Glaubens leugnen, was für ein Los auf sie im anderen Leben wartet. Ende   Von den Ehen, wie sie in den Himmeln angesehen werden, und von den Ehebrüchen 2727. Was echte eheliche Liebe ist, und woher ihr Ursprung, wissen heutzutage wenige, aus dem Grund, weil wenige in ihr sind. Es glauben beinahe alle, daß sie angeboren sei, und so aus einem, wie sie sagen, natürlichen Instinkt ausfließe, und um so mehr, weil das Eheliche auch bei den Tieren existiert, während doch zwischen der ehelichen Liebe bei den Menschen und dem Ehelichen bei den Tieren ein solcher Unterschied ist, wie zwischen dem Zustand des Menschen und dem Zustand eines unvernünftigen Tieres. 2728. Und weil wenige heutzutage wissen, was echte eheliche Liebe, so soll sie aus dem, was mir aufgedeckt worden, beschrieben werden: Die eheliche Liebe leitet ihren Ursprung her von der göttlichen Ehe des Guten und Wahren, somit vom Herrn selbst. Daß von daher die eheliche Liebe, erscheint nicht sinnen- und begriffsmäßig, aber gleichwohl kann es erhellen aus dem Einfluß und aus der Entsprechung, außerdem aus dem Wort. Aus dem Einfluß: Der Himmel wird kraft der Vereinigung des Guten und Wahren, die vom Herrn einfließt, einer Ehe verglichen und eine Ehe genannt; aus der Entsprechung: wenn das mit dem Wahren vereinigte Gute in die untere Sphäre herabfließt, stellt es eine Vereinigung der Gemüter, wenn in die noch mehr untere, stellt sie eine Ehe dar; daher ist die Vereinigung der Gemüter aus dem mit dem Wahren vereinigten Guten vom Herrn die eigentliche eheliche Liebe. 2729. Daß von daher die echte eheliche Liebe ist, kann auch daraus erhellen, daß niemand in ihr sein kann, wenn er nicht im Guten des Wahren und Wahren des Guten vom Herrn ist. Sodann daraus, daß himmlisches Glück und Seligkeit in jener Liebe ist; und die in ihr sind, kommen alle in den Himmel oder in die himmlische Ehe. Ferner daraus, wenn bei den Engeln von der Vereinigung des Guten und Wahren die Rede ist, dann stellt sich in der unteren Sphäre bei guten Geistern das Vorbild einer Ehe dar, aber bei bösen Geistern das Vorbild eines Ehebruchs. Daher kommt es, daß im Wort die Vereinigung des Guten und Wahren eine Ehe heißt, aber die Entwesung des Guten und die Verfälschung des Wahren Ehebruch und Hurerei, man sehe Nr. 2466. 2730. Die Menschen der Ältesten Kirche haben vor allem auf dieser Erde in echter ehelicher Liebe gelebt, weil sie himmlisch waren, vom Guten im Wahren, und im Reich des Herrn zugleich mit den Engeln, und in jener Liebe hatten sie den Himmel. Aber die Nachkommen, bei denen die Kirche abfiel, fingen an, die Kinder zu lieben, nicht den Gatten: denn die Kinder können auch von den Bösen geliebt werden, aber der Gatte kann nur geliebt werden von den Guten. 2731. Es wurde von jenen Uralten gehört, die eheliche Liebe sei von der Art, daß eines will ganz des anderen sein, und zwar mit Erwiderung, und wenn gegen- und wechselseitig, so seien sie in himmlischer Seligkeit. Sodann sei die Verbindung der Gemüter von der Art, daß dieses Gegen- und Wechselseitige in allem und jedem des Lebens, das ist in allem und jedem der Neigung, und in allem und jedem des Denkens sei. Deswegen sei es vom Herrn geordnet, daß die Frauen sein sollen Neigungen des Guten, die dem Willen angehören, und die Männer Gedanken des Wahren, die dem Verstande angehören, und daß eine Ehe daher so sein soll, wie sie ist zwischen dem Willen und Verstand, und zwischen allem und jedem dazu Gehörigen bei dem Menschen, der im Guten des Wahren und Wahren des Guten ist. 2732. Ich redete mit den Engeln von diesem Gegen- und Wechselseitigen, wie beschaffen es sei, und sie sagten, daß das Bild und die Ähnlichkeit des einen sei im Gemüt des anderen, und daß sie so nicht nur im Einzelnen (in singulis) sondern auch im Innersten des Lebens zusammen wohnen (cohabitent), und daß die Liebe und Barmherzigkeit des Herrn in solches Eine einfließen könne mit dem, was glücklich und selig ist. Sie sagten auch, daß die, welche im Leben des Leibes in solcher ehelichen Liebe gelebt haben, beieinander seien und zusammen wohnen im Himmel als Engel, bisweilen auch mit den Kindern. Daß es aber sehr wenige seien aus der Christenheit heutzutage, jedoch aus der Uralten Kirche, die eine himmlische, alle, und aus der Alten Kirche, die eine geistige, viele. Daß aber die, welche in der Ehe lebten nicht verbunden durch eheliche Liebe, sondern durch unzüchtige Liebe (amore lascivo), im anderen Leben getrennt werden, weil keine Unzüchtigkeit im Himmel geduldet wird; und daß mehr noch getrennt werden die, welche einen Widerwillen gegeneinander hatten; und noch mehr die sich haßten. Sobald ins andere Leben beide kommen, kommen sie meistens zusammen, aber nachdem sie Hartes erduldet haben, werden sie getrennt. 2733. Es waren einige Geister, die infolge der Gewohnheit im Leibesleben mich mit eigentümlicher Gewandtheit beunruhigten, und zwar durch einen sänftiglichen, gleichsam kosenden Einfluß (per influxum molliusculum quase undantem), wie er von gutartigen Geistern zu kommen pflegt; aber man merkte, daß Arglistigkeiten und dergleichen dahinter steckten, um für sich einzunehmen und zu täuschen. Endlich redete ich mit einem von ihnen, und es wurde mir gesagt, daß er ein Heerführer gewesen sei, als er in der Welt lebte; und weil ich merkte, daß in den Ideen seines Denkens Unzüchtiges sei, redete ich mit ihm von der Ehe. Die Rede der Geister ist mit Vorbildungen erhellt, welche die Gesinnungen vollständig und in einem Augenblick mehrere ausdrücken. Er sagte, daß er Ehebrüche im Leben für nichts geachtet habe, aber man durfte ihm sagen, daß Ehebrüche ruchlos seien, obwohl sie denen, die so geartet sind, infolge des Lustreizes den sie davon bekamen und aus der Beredung daher, vorkommen, als ob sie nicht so beschaffen, sie sogar erlaubt seien. Er könnte es auch daraus wissen, daß die Ehen Pflanzschulen des menschlichen Geschlechts, und daher auch Pflanzschulen des Himmelreiches sind, und ebendeswegen gar nicht zu verletzen, sondern heilig zu halten sind. Dann aus dem, was er wissen muß, weil er im anderen Leben ist, und im Zustand des Innewerdens, daß die eheliche Liebe vom Herrn durch den Himmel herniederkommt, und daß von jener Liebe, als von der Mutter, entstammt die gegenseitige Liebe, welche ist die Feste des Himmels; und daraus, daß die Ehebrecher, sobald sie den himmlischen Gesellschaften nahe kommen, gleich ihren Gestank fühlen, und sich daher zur Hölle stürzen. Zum wenigsten hätte er wissen können, daß die Verletzung der Ehen gegen die göttlichen Gesetze und gegen die bürgerlichen Gesetze aller (Nationen) ist; sodann gegen das echte Licht der Vernunft, weil sowohl gegen göttliche als menschliche Ordnung, außer mehrerem. Aber er antwortete, daß er im Leben des Leibes solches gar nicht gewußt, noch gedacht habe. Er wollte vernünfteln, ob es so sei, aber es wurde gesagt, daß die Wahrheit keine Vernünfteleien zulasse im anderen Leben, denn sie treten fürsprechend ein für die Lustreize, somit für Böses und Falsches, und daß er zuerst denken müsse über das, was gesagt worden ist, weil es wahr; oder auch aus dem im Erdkreis allbekannten Grundsatz: daß niemand einem anderen tun darf, was er nicht will, daß ein anderer ihm tue, und so, wenn jemand seine Frau, die er geliebt hatte, was im Anfang jeder Ehe der Fall ist, auf solche Art verführt hätte, ob er dann nicht, wenn er im Zustand der zornigen Entrüstung darüber wäre und er aus jenem Zustand redete, gleichfalls selbst die Ehebrüche verwünscht und dann, weil er ja ein Mann von Geist ist (ingenio pollet), mehr als andere sich gegen solche bestärkt haben würde, bis daß er sie zur Hölle verdammt hätte, so hätte er sich aus sich selbst richten können. 2734. Die, welche im Leben des Leibes Seligkeit in den Ehen aus echt ehelicher Liebe gehabt haben, die haben auch Seligkeit im anderen Leben, so daß die Seligkeit des einen Lebens für sie fortdauert in der des anderen, und dort entsteht eine Vereinigung der Gemüter, in welcher der Himmel. Es wurde mir gesagt, daß die nur ganz allgemeinen Gattungen der daraus kommenden himmlischen und geistigen Seligkeiten nicht zu zählen seien. 2735. Die echte eheliche Liebe ist ein Bild des Himmels, und wenn sie im anderen Leben vorgebildet wird, so geschieht es durch das Schönste, was man irgend mit den Augen sehen und mit dem Gemüte fassen kann. Sie wird vorgebildet durch eine Jungfrau von unbeschreiblicher Schönheit, die umgeben ist mit einer weißen Wolke, so daß man sagen kann, sie sei die Schönheit selber in Wesen und Form. Es wurde gesagt, daß aus der ehelichen Liebe alle Schönheit im anderen Leben sei. Ihre Neigungen und Gedanken werden vorgebildet durch diamantartige Luftscheine, die gleichsam aus Rubinen und Granaten funkeln, und zwar mit Wonnen, die das Innerste der Gemüter erregen; sobald aber etwas Unzüchtiges sich einfindet, werden sie zerstoben. 2736. Ich wurde belehrt, die echte eheliche Liebe sei die Unschuld selbst, die in der Weisheit wohnt. Die, welche in ehelicher Liebe gelebt haben, sind in der Weisheit vor allen im Himmel, und dennoch erscheinen sie, wenn sie von anderen angesehen werden, wie Kinder im blühenden und frühlingsmäßigen Alter, und alles was sich dann zuträgt, ist ihnen Freude und Seligkeit. Dieselben sind im innersten Himmel, welcher der Himmel der Unschuld genannt wird; durch ihn fließt der Herr in die eheliche Liebe ein; und aus diesem Himmel sind Engel bei Menschen, die in dieser Liebe leben. Sie sind auch bei Kindern in ihrem ersten Alter. 2737. Bei denen, die in ehelicher Liebe leben, ist das Innere des Gemütes durch den Himmel bis zum Herrn offen, denn diese Liebe fließt vom Herrn ein durch das Innerste des Menschen, daher haben sie das Reich des Herrn in sich; und daher haben sie eine echte Liebe gegen die Kinder, um des Reiches des Herrn willen, und daher sind sie mehr als alle empfänglich für himmlische Liebestriebe, und sind mehr als alle in gegenseitiger Liebe, denn diese kommt daher wie der Bach aus der Quelle. 2738. Die gegenseitige Liebe, welcher Art sie im Himmel ist, ist nicht wie die eheliche Liebe. Diese ist, daß sie will in des anderen Leben sein als eins, aber jene, daß sie dem anderen wohler will als sich selbst. Solcherart ist (die Liebe) der Eltern gegen ihre Kinder, und solcherart ist (die Liebe) derjenigen, die vom Wohltun angeregt werden, nicht um ihrer selbst willen, sondern darum, weil es ihnen Freude macht. Eine solche engelische Liebe stammt von der ehelichen Liebe, und wird aus ihr geboren wie das Kind von seiner Mutter, daher ist sie auch bei den Eltern gegen die Kinder. Diese Liebe wird vom Herrn bei den Eltern erhalten, wenn sie auch nicht in ehelicher Liebe sind, aus der Ursache, daß das Menschengeschlecht nicht zugrunde geht. 2739. Aus der Ehe des Guten und Wahren in den Himmeln kommen alle Arten von Liebe hernieder, die sich verhalten wie die Liebe der Eltern gegen die Kinder, die Liebe der Brüder unter sich und die Liebe gegen Verwandte, und so fort den Graden nach in ihrer Ordnung. Nach den Arten jener Liebe, die einzig aus dem Guten und Wahren sind, das ist, aus der Liebe und dem Glauben an den Herrn, werden alle himmlischen Gesellschaften gebildet, die vom Herrn so verbunden sind, daß sie einen Menschen darstellen, daher auch der Himmel genannt wird der Größte Mensch. Es sind unaussprechliche Verschiedenheiten, die alle ihren Ursprung herleiten und abstammen von der Vereinigung des Guten und Wahren aus dem Herrn, welche Vereinigung die himmlische Ehe ist. Daher kommt es, daß von den Ehen auf Erden der Ursprung aller Blutsfreundschaften und Verwandtschaften hergeleitet wird, und ebenso die Arten der Liebe nach Graden gegenseitig untereinander abstammen. Aber weil heutzutage keine eheliche Liebe ist, werden zwar die Blutsfreundschaften und Verwandtschaften danach bestimmt, aber es sind keine Blutsfreundschaften und Verwandtschaften der Liebe. In der Uralten Kirche waren auch solche Abstammungen der Liebe, daher wohnen sie in den Himmeln beisammen, unterschieden gleichsam in Völkerschaften, Familien und Häusern, die alle den Herrn als ihren einzigen Vater anerkennen. 2740. Die echte eheliche Liebe ist nur möglich zwischen zwei Gatten, das ist, in der Ehe eines Mannes und eines Weibes, gar nicht zwischen mehreren zugleich, aus dem Grund, weil die eheliche Liebe ist gegenseitig und erwidernd, und das Leben des einen in dem des andern wechselseitig, so daß sie wie eins sind. Eine solche Vereinigung gibt es zwischen zweien, nicht aber zwischen mehreren, mehrere zerschneiden diese Liebe. Die Menschen der Ältesten Kirche, die himmlisch waren, und im Innewerden des Guten und Wahren, wie die Engel, hatten nur eine Gattin. Sie sagten, sie haben mit einer Gattin himmlische Wonnen und Seligkeiten empfunden, und wenn eine Ehe mit mehreren nur genannt wurde, haben sie geschaudert: denn die Ehe eines Gatten und einer Gattin kommt, wie gesagt, hernieder von der Ehe des Guten und Wahren, oder von der himmlischen Ehe, die so geartet ist, wie deutlich erhellen kann aus den Worten des Herrn bei Matth.19/3-12: "Jesus sprach, habt ihr nicht gelesen, daß Der gemacht hat von Anfang ein männliches und weibliches, sie gemacht hat; und er sprach, um des willen wird ein Mensch verlassen den Vater und die Mutter, und anhangen seinem Weibe, und sie werden sein zu einem Fleisch. Daher sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll ein Mensch nicht scheiden. Moses hat um der Härtigkeit eures Herzens willen gestattet, Abschied zu geben euren Weibern; von Anfang an war es nicht also. Nicht alle fassen dieses Wort, sondern die, denen es gegeben ist". 2741. Das Gute und Wahre fließt fortwährend vom Herrn bei allen ein, folglich auch die echte eheliche Liebe, aber sie wird auf verschiedene Weise aufgenommen, und wie sie aufgenommen wird, von solcher Art wird sie. Bei den Unkeuschen verwandelt sie sich in Unzucht, bei den Ehebrechern in Ehebrüche, die himmlische Seligkeit in unreine Lust, somit der Himmel in die Hölle. Es verhält sich hiermit wie mit dem Sonnenlicht, das in die Gegenstände einfließt, das gemäß der Form der Gegenstände aufgenommen, und blau, rot, gelb, grün, dunkel, auch schwarz wird, je nach der Aufnahme. 2742. Es gibt etwas der ehelichen Liebe Ähnliches bei einigen, aber dennoch ist es keine, wenn sie nicht in der Liebe des Guten und Wahren sind. Es ist eine Liebe, die wie eine eheliche erscheint, aber sie ist aus Ursachen der Selbst- und Weltliebe, nämlich um Zuhaus bedient zu werden, um in Sicherheit und in guter Ruhe zu sein, um verpflegt zu werden, wenn man nicht wohlauf ist, und alt wird, wegen der Sorge fr die Kinder, die man liebt. Einigen ist sie aufgenötigt aus Furcht vor dem Gemahl, vor üblem Ruf, vor Leiden. Bei einigen ist es die Liebe zur Unkeuschheit, die sie herbeiführt; diese erscheint in der ersten Zeit wie eine eheliche, denn alsdann äffen sie etwas Unschuld nach, spielen wie Kinder, fühlen Freude wie etwas aus dem Himmlischen, aber im Fortgang der Zeit werden sie nicht wie diejenigen, die in der ehelichen Liebe sind, mehr und enger vereinigt, sondern getrennt. Die eheliche Liebe ist auch verschieden bei den Ehegatten, bei dem einen kann sie mehr oder weniger sein, bei dem anderen wenig oder nichts, und weil sie verschieden ist, kann sie dem einen ein Himmel, dem anderen eine Hölle sein; die Neigung und Aufnahme bestimmen dies. 2743. Ich sah einen großen Hund wie ein Zerberus, und ich fragte, was er bedeutet. Es wurde gesagt, daß durch einen solchen Hund bezeichnet werde die Wache, daß man in der ehelichen Liebe nicht übergehe von der himmlischen Lust zur höllischen Lust, und umgekehrt; denn die, welche in echter ehelicher Liebe, sind in himmlischer Lust, die aber in Ehebrüchen, sind auch in einem Lustreiz, der ihnen wie himmlisch erscheint, aber er ist ein höllischer. Durch den Hund wird so vorgebildet, daß jene entgegengesetzten Lustreize keine Gemeinschaft haben. 2744. Es wurde mir gezeigt, wie die Lustreize von der ehelichen Liebe einerseits zum Himmel, andererseits zur Hölle fortschreiten. Das Fortschreiten der Lustreize dem Himmel zu war in immer mehreren Beglückungen und Seligkeiten, bis zu unzähligen und unaussprechlichen, und je inwendiger in um so unzähligere und unaussprechlichere, bis zu den eigentlich himmlischen des innersten oder Unschuldshimmels. Und das durch die größte Freiheit, denn alle Freiheit ist aus der Liebe, somit die größte Freiheit aus der ehelichen Liebe, welche die himmlische selbst ist. Es wurde hernach gezeigt, wie die Lustreize der ehelichen Liebe der Hölle zu fortschreiten, daß sie nach und nach sich vom Himmel entfernen, und zwar auch aus scheinbarer Freiheit, bis daß ihnen kaum etwas Menschliches übrigbleibt. Das Tödliche und Höllische, in das sie sich endigen, welches gesehen wurde, kann nicht beschrieben werden. Ein gewisser Geist, der damals bei mir, und jenes auch sah, eilte vorwärts zu den Sirenen, die so geartet sind, schrie, er möchte ihnen zeigen, wie ihre Lust beschaffen, behielt zuerst die Vorstellung der Lust, aber als er allmählich weiter vorwärts kam, setzte sich die Vorstellung, wie das Fortschreiten der Lust, zur Hölle fort, und endigte zuletzt in ein solches Grauen. Die Sirenen sind es, die im Beredungswahn, daß huren und ehebrechen ehrbar sei, auch von anderen geachtet waren, weil sie solcher Art, und weil sie in den Zierlichkeiten des Lebens. Der größte Teil von ihnen kommt ins andere Leben aus der Christenheit; man sehe über sie Nr. 831, 959, 1515, 1983, 2484. 2745. Es gibt (Weiber), die ihre Männer nicht lieben, sondern sie geringschätzen, und endlich für nichts achten. Wie geartet sie sind, wurde vorgebildet durch einen Hahn, eine wilde Katze und einen Tiger von dunkler Farbe. Es wurde gesagt, daß solche anfangen viel zu reden, hernach zu schelten, und endlich die Natur eines Tigers annehmen. Es wurde von einigen gesagt, daß solche dennoch die Kinder lieben, und geantwortet, daß diese Liebe keine menschliche sei, und daß sie ebenso in die Bösen einfließe, und auch in die Tiere, mögen sie sein, welche wie wollen, so sehr, daß diese die Jungen mehr lieben als sich. Es wurde hinzugefügt, daß bei solchen nichts von ehelicher Liebe sei. 2746. Es war ein gewisser Geist in mittlerer Höhe über dem Haupt, der im Leben des Leibes unkeusch gelebt hatte, indem er ein Vergnügen hatte an der Mannigfaltigkeit, so daß er keine beständig liebte, sondern in Dirnenhäusern, und so mit vielen hurte, und jede nachher wegwarf, wodurch geschah, daß er mehrere betrog, und daß er dadurch das Verlangen nach der Ehe und nach Erzeugung von Kindern erstickte, und so eine unnatürliche Natur sich zueignete. Alles dies wurde aufgedeckt, und er streng bestraft, und zwar vor den Augen der Engel; und er wurde hierauf in die Hölle geworfen. Über die Höllen der Ehebrecher sehe man Nr. 824-830. 2747. Weil die Ehebrüche der ehelichen Liebe entgegen sind, so können die Ehebrecher nicht bei den Engeln im Himmel sein, teils weil sie in solchem, was dem Guten und Wahren widerstreitet, sind, und so nicht in der himmlischen Ehe, teils weil sie von der Ehe keine andere als unsaubere Vorstellungen haben. Wenn die Ehe nur genannt wird, oder eine Idee derselben vorkommt, sogleich ist in ihren Gedanken Unkeusches, Schandbares, ja Ruchloses. Ebenso wenn bei den Engeln vom Guten und Wahren die Rede ist, dann denken solche das Gegenteil davon; denn alle Neigungen und Gedanken daraus, wie sie in der Welt beschaffen waren, verbleiben dem Menschen nach dem Tod. Die Ehebrecher haben im Sinn, die Gesellschaften zu zerstören, mehrere derselben sind grausam: Nr. 824, also im Herzen gegen die Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, sie lachen zu den Leiden anderer, jedem wollen sie das Seine wegnehmen, und tun es auch, soweit sie es wagen. Es macht ihnen Vergnügen, Freundschaften zu zerstören und Feindschaften zu stiften. Ihre Religion ist, daß sie sagen, sie erkennen einen Schöpfer der Welt und eine Vorsehung, aber nur eine allgemeine, und ein Seligwerden durch den Glauben, und es könne ihnen nicht schlimmer gehen als anderen. Wenn sie aber erforscht werden, wie beschaffen sie im Herzen sind, was im anderen Leben geschieht, glauben sie nicht einmal das, sondern statt des Schöpfers der Welt die Natur, statt einer allgemeinen Vorsehung gar keine, über den Glauben denken sie nichts. Das alles, weil die Ehebrüche ganz gegen das Gute und Wahre. Wie sie in den Himmel kommen können, kann daraus jeder urteilen. 2748. Gewisse Geister, die ein ehebrecherisches Leben in der Welt geführt haben, kamen zu mir, und redeten mit mir. Ich merkte, daß sie noch nicht lange im anderen Leben gewesen sind, denn sie wußten nicht, daß sie dort waren, sie meinten, sie seien noch in der Welt; die Besinnung darüber, wo sie seien, war ihnen benommen. Ich durfte ihnen sagen, daß sie im anderen Leben seien, aber bald haben sie es vergessen, und fragten, wo Häuser seien, in die sie sich hineinmachen könnten, aber es wurde gesagt, ob sie denn keine Scheu hätten vor geistigen Dingen, nämlich vor der ehelichen Liebe, die durch dergleichen Anlockungen zertrennt wird, und daß es gegen die himmlische Ordnung sei. Aber auf das achteten sie gar nicht, und verstanden es auch nicht. Ich sagte ferner, ob sie die Gesetze und die Bestrafungen nach den Gesetzen nicht fürchteten, aber das verachteten sie. Als ich aber sagte, wenn sie vielleicht von den Knechten des Hauses mit Schlägen übel traktiert würden, das allein fürchteten sie. Hierauf durfte ich ihre Gedanken wahrnehmen, denn diese teilen sich im anderen Leben mit, sie waren so unsauber und schandbar, daß die Gutgesinnten (probi) davor schaudern müssen, was jedoch alles und jedes im anderen Leben vor den Geistern und Engeln offenbar wird. Hieraus kann auch erhellen, daß solche im Himmel nicht sein können. 2749. Die durch die Ehebrüche vor den Ehen einen Widerwillen und Ekel gefaßt haben, sobald etwas Angenehmes, Glückliches und Seliges aus dem Himmel der Engel an sie gelangt, so verwandelt sich das für sie in Widerliches und Ekelhaftes, hernach in Schmerzliches, endlich in Gestank, so daß sie davon sich zur Hölle stürzen. 2750. Ich wurde von den Engeln belehrt, daß, wann jemand einen Ehebruch begeht auf Erden, dann ihm sogleich der Himmel verschlossen wird, und daß er nachher bloß in Weltlichem und Leiblichem lebt; und daß dann, wenn er auch von dem, was Sache der Liebe und des Glaubens ist, hört, solches dennoch nicht in sein Inneres eindringt; und was er selbst davon redet, nicht aus seinem Inneren kommt, sondern bloß aus dem Gedächtnis und dem Mund, auf Antrieb des Stolzes und der Gewinnsucht; denn das Innere ist da verschlossen, und es kann nur durch ernstliche Reue geöffnet werden. 2751. Vorne, etwas oben vor dem linken Auge, waren solche zusammengerottet, die im Leibesleben heimlich und listig anderen nachstellten, es waren Ehebrecher, und noch in der Geisterwelt, weil unter den Neuangekommenen. Sie hatten im Brauch, aus ihrer Rotte einige da und dorthin auszuschicken, um nicht nur gegen die eheliche Liebe, sondern auch gegen das Gute und Wahre und hauptsächlich gegen den Herrn Nachstellungen zu machen. Die ausgeschickt werden, kommen zu jenen zurück und erzählen, was sie gehört haben, und so ratschlagen sie. Zu mir schickten sie auch einen, da sie meinten, ich sei ein Geist, weil ich die Geistersprache redete. Als jener Sendling redete, spie er Anstößiges aus, hauptsächlich gegen den Herrn, so daß er gleichsam aus lauter Ärgernissen zusammengesetzt war. Aber ich antwortete, er solle sich dessen enthalten, denn ich wußte, aus was für einer Rotte und aus was für einer Hefe er war. Ich sagte, was den Herrn betrifft, weiß ich ohne allen Zweifel, daß Er eins ist mit dem Vater, daß der ganze Himmel Sein ist, daß von Ihm alle Unschuld, Friede, Liebe, Liebtätigkeit, Barmherzigkeit, auch die eheliche Liebe, und von Ihm alles Gute und Wahre, welches alles göttlich ist; und daß von Ihm Moses und die Propheten, das ist, das ganze und einzelne des Wortes im inneren Sinn handeln, und daß Ihn alle Bräuche der jüdischen Kirche vorgebildet haben, und weil ich darüber so gewiß bin, daß ich gar keinen Zweifel habe, was er nunmehr wolle? Als er dies hörte, ging er mit Scham von dannen. Es wurde dies gesagt, daß er es den Ehebrechern, die jene ruchlose Rotte bildeten, aus der er geschickt wurde, erzählen sollte. 2752. Die, welche von Ehebrüchen angeködert sind, wollen mehr als andere (Geister) im anderen Leben Menschen in Besitz nehmen, und so durch sie in die Welt zurückkommen, aber sie werden vom Herrn in der Hölle festgehalten, daß sie nicht unter die bei den Menschen befindlichen Geister kommen. Die meisten solcher Art sind aus der christlichen Welt, selten aus anderen. 2753. Es gibt einige in der Welt, die von der Begierde getrieben werden, Jungfrauen zur Unzucht zu verlocken, an was für einem Ort sie auch sein mögen, in Klöstern, in Familien, bei den Eltern, auch Frauen, und sich einschmeicheln mit allerlei List und Artigkeiten. Weil dieselben an solches gewöhnt sind, und davon eine (solche) Natur angenommen haben, behalten sie es im anderen Leben bei, daß sie sich in Gesellschaften einschleichen können durch Schmeicheleien und Heucheleien; aber weil ihre Gedanken offenbar sind, werden sie abgewiesen. Sie gehen so von einer Gesellschaft zur anderen, aber werden überall abgewiesen, auch gestraft, denn sie suchen das Angenehme und Beglückende anderer heimlich zu entreißen. Endlich werden sie in keine Gesellschaften zugelassen, sondern nachdem sie schwere Strafen ausgestanden haben, werden sie gleichen in der Hölle zugesellt. 2754. Die Boshaftesten (dolosissimi) erscheinen zuweilen hoch über dem Haupt, aber ihre Hölle ist tief unter der Ferse des Fußes. Es sind die heutigen Vorsintfluter (Antediluviani), sie wirken hinterlistig durch Unschuld, durch Barmherzigkeit und durch allerlei gute Regungen mit Überredung. Sie waren, solange sie in der Welt lebten, Ehebrecher vor anderen; wo ein schönes, junges Frauenzimmer war, gingen sie ein, ohne sich ein Gewissen zu machen, und bewogen sie durch jenes zur Unzucht. Sie sind unsichtbar, und wollen nicht entdeckt werden, weil sie es heimlich treiben. Sie sind auch grausam, sie haben nur für sich gesorgt, und würden es für nichts geachtet haben, wenn selbst die ganze Welt um ihretwillen zugrunde gegangen wäre. Solche gibt es heutzutage eine große Zahl. Auch wurde gesagt, sie seien aus der Christenheit. Ihre Hölle ist die allerärgste. 2755. Höllen der Ehebrecher gibt es mehrere, dort haben sie nichts lieber als Schmutz und Kot, das ist ihnen dann eine Lust. Was man auch an mehreren jener Sorte im Leibesleben ersehen kann, denen es ein Vergnügen ist, Schmutziges sowohl zu denken als zu erwähnen, aber sie unterlassen es nur um des Anstandes willen. Der Lustreiz des Ehebruches verwandelt sich im anderen Leben in solches; es verhält sich damit wie wenn die Sonnenwärme, auch im Frühling, in Kot oder in ein Aas einfließt. 2756. Es gibt solche, die Weibergemeinschaft zum Grundsatz gehabt haben, diese reden im anderen Leben wie Gute, aber sie sind boshaft und listig. Ihre Strafe ist schauerlich, sie werden gleichsam in einen Bündel gesammelt, und vorbildlich wird wie eine Schlange herumgewunden, die alle wie einen zusammengebündelten Klub umgibt, und so werden sie verworfen. 2757. Als ich durch einige Wohnplätze geführt wurde, kam ich zu einem, wo eine (besondere) Wärme die Füße und Lenden einnahm. Es wurde gesagt, daß dort solche seien, die sich den Wollüsten ergeben, aber dennoch das natürliche Verlangen, Kinder zu zeugen, nicht ausgelöscht haben. 2758. Daß echte eheliche Liebe ein Himmel ist, wird vorgebildet in den Naturreichen, denn nichts in der ganzen Natur gibt es, was nicht auf irgendeine Weise das Reich des Herrn im allgemeinen vorbildet; denn das Natürliche leitet seinen ganzen Ursprung aus dem geistigen Reich her. Was ohne einen ihm vorangehenden Ursprung ist, ist nichts. Es gibt kein Ding, das nicht mit einer Ursache, sodann mit einem Zweck zusammenhänge, das Unzusammenhängende zerfällt augenblicklich, und wird nichts. Daher nun die Vorbilder des Reiches des Herrn in den Naturreichen. Die eheliche Liebe wird als Himmel aus der Verwandlung der Raupen in Nymphen oder Schmetterlinge, und so in Flügler, ersichtlich, denn wenn die Zeit ihrer Vermählung kommt, welche ist, wenn sie ihre irdische Form, nämlich ihre raupenartige ablegen, und sie mit Schwingen ausgezeichnet und Flügler werden, dann erheben sie sich in den Luftkreis, ihren Himmel, spielen dort unter sich, gehen Ehen ein, legen Eier und nähren sich von Säften aus Blumen. Sie sind dann auch in ihrer Schönheit, denn sie haben Flügel, die mit goldenen, silbernen und anderen hübsch sich ausnehmenden Farben geziert sind: Solches schafft das Ehewesen bei so geringen Tierchen. 2759. Zur rechten Seite stieg etwas vom Unterland (e terra inferiore) herauf wie eine Rolle. Es wurde gesagt, es seien viele Geister vom ungebildeten, nicht schlechten Volk, es waren Landleute und andere Einfältige. Ich redete mit ihnen, sie sagten, daß sie den Herrn wissen, Dessen Namen sie sich anbefehlen. Außerdem wissen sie wenig vom Glauben und dessen Geheimnissen. Nachher stiegen andere herauf, die ein wenig mehr wußten. Daß ihr Inneres hätte eröffnet werden können, wurde wahrgenommen, denn dies kann im anderen Leben deutlich wahrgenommen werden. Sie hatten ein Gewissen, das mir mitgeteilt wurde, daß ich es wissen sollte; und es wurde gesagt, daß sie in ehelicher Liebe einfältig gelebt haben. Sie sagten, daß sie den Ehegatten geliebt, und sich vor Ehebrüchen gehütet haben; daß dies aus Gewissen, erhellte daraus, daß sie sagten, sie haben nicht anders können, weil es gegen ihren Willen. Solche werden im anderen Leben unterrichtet, und im Guten der Liebe und Wahren des Glaubens vervollkommnet, und werden endlich unter die Engel aufgenommen.   Über die Freiheit des Menschen 2870. Wenige wissen, was Freiheit und was Unfreiheit ist. Als Freiheit erscheint alles das, was der Liebe eines Menschen und ihrer Lust angehört, und als Unfreiheit, was derselben entgegen ist. Was der Selbstliebe und Weltliebe und deren Begierden angehört, erscheint dem Menschen als Freiheit, aber es ist eine höllische Freiheit ; was aber der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten, folglich der Liebe zum Guten und Wahren angehört, ist eigentliche Freiheit und ist himmlische Freiheit . 2871. Die höllischen Geister wissen nicht, daß es eine andere Freiheit gibt als die der Selbstliebe und Weltliebe, d.h. der Begierden zu herrschen, zu verfolgen und zu hassen alle, die nicht dienen, jegliche zu quälen ihretwegen, wenn sie könnten die ganze Welt zu zerstören, wegzunehmen und sich zuzueignen alles was der andere hat; wenn sie in diesen und dergleichen sind, dann sind sie in ihrer Freiheit, weil in ihrer Lust. In jener Freiheit besteht ihr Leben so sehr, daß, wenn sie ihnen genommen wird, ihnen nicht mehr Leben übrigbleibt, als so viel ein kaum erst geborenes Kind hat. Dies ist auch durch lebendige Erfahrung gezeigt worden: ein böser Geist war der Meinung, daß ihm solches könnte genommen werden, und er so in den Himmel kommen könnte, daß mithin sein Leben wunderbar könnte verwandelt werden in himmlisches Leben. Darum wurden ihm jene Liebesneigungen mit ihren Begierden genommen, was im anderen Leben durch Trennung (von Seinesgleichen) geschieht, und da erschien er offenbar wie ein Kind, das mit den Händen schwimmt, die er kaum bewegen konnte, und war zugleich in einem Zustand, daß er noch weniger als ein Kind denken, gar nichts reden, auch gar nichts wissen konnte. Aber bald wurde er wieder in seine Lust und so in seine Freiheit versetzt. Hieraus wurde klar, daß es unmöglich ist, daß einer, der aus Selbst- und Weltliebe und folglich in deren Freiheit sich ein Leben geschaffen hat, in den Himmel kommen kann; denn wenn einem solchen jenes Leben genommen würde, so würde er gar kein Denk- und Willensvermögen übrig haben. 2872. Die himmlische Freiheit ist aber die, welche vom Herrn kommt, in ihr sind alle Engel, die in den Himmeln sind. Sie gehört der Liebe zum Herrn und der Liebe gegeneinander, somit der Neigung zum Guten und Wahren an. Wie geartet diese Freiheit ist, kann daraus erhellen, daß ein jeder, der in ihr ist, sein Glück und seine Seligkeit dem anderen aus innerster Neigung mitteilt, und daß er sich glücklich und selig fühlt es mitteilen zu können, und weil der ganze Himmel so geartet ist, so folgt, daß ein jeder der Mittelpunkt aller Glückseligkeiten ist und daß alle zusammen den einzelnen zukommen. Die Mitteilung selbst geschieht vom Herrn, durch wunderbare Einwirkungen in einer unbegreiflichen Form, das die Form des Himmels ist. Eben hieraus kann erhellen, was himmlische Freiheit ist, und daß sie vom Herrn allein kommt. 2873. Welch großer Abstand ist zwischen der himmlischen Freiheit, die aus der Neigung zum Guten und Wahren ist, und der höllischen Freiheit, die aus der Neigung zum Bösen und Falschen ist, kann daraus erhellen, daß die Engel in den Himmeln, wenn sie nur an eine solche Freiheit denken, die aus der Neigung zum Bösen und Falschen, oder was das gleiche, aus den Begierden der Selbst- und Weltliebe ist, alsbald von inwendigen Schmerzen ergriffen werden, und umgekehrt, sobald die bösen Geister nur an die Freiheit denken, die aus der Neigung zum Guten und Wahren, oder was das gleiche, aus den Wünschen der gegenseitigen Liebe, kommen sie alsbald in Ängsten. Und wunderbar, so entgegengesetzt ist die eine Freiheit der anderen, daß die Freiheit der Selbst- und Weltliebe den guten Geistern eine Hölle ist und umgekehrt, die Freiheit der Liebe zum Herrn und der Liebe zueinander den bösen Geistern eine Hölle ist: daher sind in der anderen Welt alle unterschieden gemäß den Freiheiten, oder was das gleiche ist, gemäß den Liebestrieben und Neigungen, folglich gemäß den Lustreizen des Lebens, was soviel ist als gemäß den Lebensarten; denn die Lebensarten sind nichts anderes als Lustreize, und diese nichts anderes als Neigungen, die den Liebestrieben angehören. 2874. Hieraus wird nun offenbar was die Freiheit ist , nämlich daß sie ist denken und wollen aus der Neigung heraus; und daß die Freiheit so geartet ist wie die Neigung. Ferner daß die eine Freiheit eine höllische und die andere Freiheit eine himmlische ist, und daß die höllische Freiheit von der Hölle, die himmlische Freiheit aber vom Herrn ist. Auch ist offenbar, daß die, so in der höllischen Freiheit sind, insofern ihnen nicht alles Leben genommen würde, nicht in die himmlische Freiheit kommen können, d.h. von der Hölle in den Himmel; sodann daß in die himmlische Freiheit niemand kommen kann, es sei denn durch Besserung vom Herrn, und daß er dann eingeführt wird durch die Neigung zum Guten und Wahren, d.h. durch das Gute des Lebens, dem einzupflanzen ist das Wahre der Lehre. 2875. Das Gute des Lebens oder die Neigung zum Guten wird vom Herrn eingeflößt auf dem inwendigen Weg, dem Menschen ganz unbewußt; das Wahre der Lehre aber oder der Glaube auf dem äußeren Weg und wird ins Gedächtnis getragen, aus dem es vom Herrn zu gehöriger Zeit und in gehöriger Ordnung hervorgerufen und mit der Neigung zum Guten verbunden wird. Das geschieht in der Freiheit des Menschen, denn die Freiheit des Menschen ist aus der Neigung. Solcherart ist die Einsaat und Einwurzelung des Glaubens. Alles, was in der Freiheit geschieht, das wird verbunden, was aber im Zwang geschieht, wird nicht verbunden; was daraus erhellen kann, daß ganz und gar nichts verbunden werden kann, als wozu man Neigung hat; die Neigung ist das eigentlich Aufnehmende. Gegen die Neigung etwas annehmen, ist gegen das Leben. Hieraus wird klar, daß das Wahre der Lehre oder der Glaube nur angenommen werden kann von der Neigung dazu; aber wie die Neigung, so die Annahme. Die Neigung zum Wahren und Guten ist es allein, was das Wahre des Glaubens annimmt, denn sie stimmen zusammen, und weil sie zusammenstimmen, verbinden sie sich. 2876. Weil niemand gebessert werden kann als in der Freiheit, darum wird die Freiheit dem Menschen niemals genommen, wie wenig es auch den Anschein hat. Es ist ewiges Gesetz, daß ein jeder innerlich, d.h. bezüglich der Neigungen und Gedanken in der Freiheit sei, damit in sie die Neigung zum Guten und Wahren eingeflößt werde. 2877. So oft die Neigung zum Wahren und die Neigung zum Guten vom Herrn eingeflößt wird, was geschieht, wenn der Mensch es gar nicht weiß, dann eignet er sich das Wahre an und tut das Gute in der Freiheit, weil aus Neigung; denn alles was aus der Neigung, das ist Freiheit; und dann verbindet sich das Wahre, das Sache des Glaubens ist, mit dem Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist. Wenn der Mensch nicht Freiheit hätte in allem, was er denkt und was er will, so könnte die Freiheit das Wahre zu denken und das Gute zu wollen gar niemand eingeflößt werden; denn um gebessert zu werden, muß der Mensch das Wahre denken wie von sich, und das Gute tun wie von sich, und was wie von sich - ist in der Freiheit. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es gar nie eine Besserung und Wiedergeburt. 2878. Unzählige Ursachen sind es, aus denen und um derentwillen der Mensch das Wahre zu lernen und das Gute zu tun liebt. Es sind der Ursachen aus der Welt außerordentlich viele, es sind auch aus dem Körper außerordentlich viele, und jezuweilen alsdann nicht um des Himmels, noch weniger um des Herrn willen. So wird der Mensch vom Herrn durch Neigungen ins Wahre und Gute eingeführt, und der eine Mensch ganz anders als der andere, jeder gemäß seines angeborenen und erworbenen Naturells; und weil er ins Gute und Wahre fortwährend durch Neigungen, somit fortwährend durch Freiheiten eingeführt wird, so endlich auch in die Neigungen zum geistig Wahren und geistig Guten. Jene Zeiten und jene Zustände weiß der Herr allein, und Er allein ordnet und lenkt sie der Sinnesart und dem Leben eines jeden angemessen. Hieraus wird klar, warum der Mensch Freiheit hat. 2879. Der Herr fließt durch das Innerste des Menschen mit dem Guten ein und dort verbindet Er damit das Wahre; im Innersten muß dessen Wurzel sein. Wenn der Mensch nicht innerlich in der Freiheit ist in Ansehung aller Neigungen und Gedanken, so kann es nie werden, daß das Gute und Wahre eine Wurzel treibt. 2880. Nichts als was aus der Freiheit fließt, erscheint dem Menschen als das Seine oder, was das gleiche, als sein Eigen. Ursache ist, weil alle Neigung, die der Liebe angehört, sein eigenstes Leben ist, und handeln aus Neigung ist aus dem Leben, d.h. aus sich selbst, somit aus dem Seinigen oder, was das gleiche, aus dem Eigenen. Damit also der Mensch ein himmlisches Eigene empfange, wie das Eigene ist, das die Engel im Himmel haben, wird der Mensch in der Freiheit gehalten und wird durch die Freiheit so eingeführt. Jedem kann bekannt sein, daß den Herrn verehren aus Freiheit, erscheint wie von sich oder dem Eigenen; daß aber Ihn verehren aus Zwang, ist nicht von sich selber, sondern von einer Gewalt, die von außen oder anderswoher antreibt so zu tun. Daß somit der Gottesdienst aus Freiheit ein eigentlicher Gottesdienst ist und daß ein Gottesdienst aus Zwang kein Gottesdienst ist. 2881. Wenn der Mensch durch Zwang gebessert werden könnte, so gäbe es keinen Menschen in der ganzen Welt, der nicht selig würde, denn nichts wäre dem Herrn leichter, als den Menschen nötigen Ihn zu fürchten, Ihn zu verehren, ja Ihn gleichsam zu lieben; der Mittel sind unzählige. Weil aber das, was im Zwang und Drang geschieht, nicht verbunden, somit nicht angeeignet wird, darum liegt es vom Herrn sehr fern jemand zu nötigen. Solange der Mensch in Kämpfen ist, oder einer von der streitenden Kirche, scheint es, als ob der Herr den Menschen nötige, und als ob dieser so keine Freiheit hätte, denn er kämpft alsdann fortwährend wider die Selbst- und Weltliebe, somit wider die Freiheit, in die er geboren und in die er hineingewachsen ist, daher kommt es, daß es ihm so erscheint. Daß aber in den Kämpfen, in denen er siegt, eine größere Freiheit ist als außer den Kämpfen, jedoch nicht eine Freiheit aus ihm selbst, sondern vom Herrn, und gleichwohl scheinbar wie seine, sehe man Nr. 1937, 1947. 2882. Hauptsächlich darum glaubt der Mensch er habe keine Freiheit, weil er weiß, daß er aus sich nicht kann das Gute tun und das Wahre denken. Er soll aber nicht glauben, daß irgend jemand habe und gehabt habe die Freiheit, das Wahre zu denken und das Gute zu tun aus sich, nicht einmal der Mensch, der wegen der Unbescholtenheit (Reinheit), in der er war, die Ähnlichkeit und das Bild Gottes genannt wurde. Jedoch alle Freiheit das Wahre zu denken, das dem Glauben angehört, und das Gute zu tun, das der Liebtätigkeit angehört, fließt ein vom Herrn. Der Herr ist das Gute selbst und das Wahre selbst, daher die Quelle. Alle Engel sind in solcher Freiheit, ja im wirklichen Innewerden, daß es so ist. Die inwendigsten Engel werden inne, wie viel vom Herrn und wie viel von ihnen selbst; aber wie viel vom Herrn, so viel sind sie in der Seligkeit, hingegen wie viel von ihnen selbst, so viel nicht in der Seligkeit. 2883. Auf daß nun der Mensch ein himmlisch Eigenes empfange, muß er das Gute tun von sich, und das Wahre denken von sich, aber dennoch wissen, und wenn er gebessert ist, denken und glauben, daß alles Gute und alles Wahre vom Herrn ist, auch im allerkleinsten, und zwar, weil es so ist. Daß hingegen dem Menschen gestattet wird zu meinen, es sei von ihm selber, hat den Zweck, daß das Gute und Wahre wie sein Eigen werde. 2884. Die Freiheit der Selbst- und Weltliebe und ihrer Begierden ist nichts weniger als Freiheit, sie ist schlechthin Knechtschaft. Aber gleichwohl wird sie Freiheit genannt, wie Liebe, Neigung und Lust in beiderlei Sinn, und doch ist die Selbst- und Weltliebe nichts weniger als Liebe, sie ist Haß, folglich auch die Neigung und Lust aus ihr. Nach dem was sie scheinen, nicht nach dem was sie sind, werden sie so benannt. 2885. Niemand kann wissen was Knechtschaft und was Freiheit ist, wenn er nicht den Ursprung der einen und der anderen weiß; und diesen (Ursprung) kann auch niemand wissen als aus dem Wort; und wenn er nicht weiß, wie es sich verhält mit dem Menschen in betreff seiner Neigung, die dem Willen und in betreff seiner Gedanken, die dem Verstand angehören. 2886. Mit dem Menschen verhält es sich in betreff seiner Neigungen und in betreff seiner Gedanken so: Keiner, wer er auch sei, Mensch oder Geist oder Engel, kann wollen und denken von sich selbst, sondern nur von anderen, und auch diese anderen nicht von sich, sondern alle wieder von anderen und so fort, somit die einzelnen vom Urquell des Lebens, welcher ist der Herr. Was zusammenhanglos ist, hat keinen Bestand; Böses und Falsches haben einen Zusammenhang mit den Höllen, daher kommt der darin Befindlichen Wollen und Denken, und daher ihre Liebe, Neigung und Lust, mithin ihre Freiheit. Eben hieraus kann erhellen, woher die eine Freiheit und die andere Freiheit ist. Daß sich die Sache so verhält, ist sehr bekannt im anderen Leben, aber heutzutage völlig unbekannt in der Welt. 2887. Beim Menschen sind alleweil böse Geister, und sind Engel; durch die Geister hat er Gemeinschaft mit den Höllen, und durch die Engel mit den Himmeln. Wenn ihm jene Geister und Engel weggenommen würden, so wäre er augenblicklich ohne Willen und ohne Denken, somit leblos; daß es so ist, kann als widersinnig erscheinen, aber es ist gewisseste Wahrheit. Aber von den Geistern und Engeln beim Menschen soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo die Rede sein. 2888. Mit dem Leben eines jeden, sowohl Menschen, als auch Geistes, wie auch Engels, verhält es sich so: dasselbe fließt ein allein vom Herrn, Welcher ist das Leben selbst, und es ergießt sich durch den ganzen Himmel, auch durch die Hölle, somit in (alle) einzelne, und zwar in einer unbegreiflichen Ordnung und Aufeinanderfolge. Aber das Leben, das einfließt, wird von einem jeden aufgenommen, gemäß seiner Sinnesart; das Gute und Wahre wird als gut und wahr von den Guten aufgenommen; dagegen das Gute und Wahre wird als böse und falsch von den Bösen aufgenommen und auch ins Böse und Falsche bei diesen verwandelt. Es verhält sich hiermit vergleichsweise wie mit dem Sonnenlicht, das sich in alle Gegenstände der Erde ergießt, aber gemäß der Beschaffenheit eines jeden Gegenstandes, und bekommt eine schöne Farbe in schönen Formen, und eine häßliche Farbe in häßlichen Formen; das ist ein Geheimnis in der Welt, aber allbekannt im anderen Leben. Auf daß ich wüßte, daß ein solcher Einfluß stattfinde, durfte ich mit den bei mir befindlichen Geistern und Engeln reden und auch den Einfluß fühlen und innewerden, und zwar so oft, daß ich gar nicht bestimmen kann wie viele Male. Aber ich weiß, daß der falsche Schein es wegnehmen wird, nämlich daß man glauben wird, man wolle aus sich, da doch nichts weniger (der Fall ist). 2889. Die bösen Geister können ganz und gar nicht begreifen, daß sie nicht leben aus sich und daß sie bloß Organe des Lebens seien, noch weniger, daß kein Leben ist als das aus dem Guten und Wahren, noch weniger, daß sie nicht anfangen zu leben, ehe das Leben der Begierden des Bösen und der Beredungen des Falschen, worin sie sind, ertötet ist. Sie glauben, wenn sie deren beraubt würden, so könne gar kein Leben zurückbleiben: da es doch sich so verhält, daß sie dann erst, wenn sie das Leben der Begierden des Bösen und der Beredungen des Falschen verloren haben, zu leben anfangen, und daß der Herr samt dem Guten und Wahren, worin einzig und allein das Leben besteht, nicht eher aufgenommen wird; und daß alsdann Einsicht und Weisheit, somit das eigentlichste Leben, einfließt und hernach sich unendlich vermehrt; und zwar mit Lust, Wonne und Seligkeit, also mit innigster Freude, und das in unaussprechlicher Mannigfaltigkeit in Ewigkeit. 2890. Die beim Menschen befindlichen bösen Geister, durch die der Mensch mit der Hölle Gemeinschaft hat, betrachten ihn nicht anders, denn als einen elenden Sklaven, denn sie gießen ihm ihre Begierden und Beredungen ein, führen ihn also, wohin sie nur wollen. Hingegen die Engel, durch die der Mensch mit dem Himmel Gemeinschaft hat, betrachten ihn wie einen Bruder und flößen ihm die Neigungen zum Guten und Wahren ein, und so führen sie ihn durch die Freiheit, nicht wohin sie wollen, sondern wohin es dem Herrn wohlgefällt. Daraus kann erhellen, wie beschaffen die eine und wie beschaffen die andere Freiheit ist, und daß es Knechtschaft ist, vom Teufel geführt werden, und daß es Freiheit ist, vom Herrn geführt werden. 2891. Die neu angekommenen Geister mühen sich gar sehr ab, wie sie begreifen sollen, daß niemand könne das Gute von sich tun, noch das Wahre von sich denken, sondern vom Herrn, indem sie glauben, daß sie so wie zu nichts fähige Maschinen wären, und wenn dem so, daß sie dann die Hände in den Schoß legen und sich treiben lassen dürften. Aber es wird ihnen gesagt, daß sie stets das Gute denken, wollen und tun müssen von sich, und daß sie anders nicht ein himmlisch Eigenes und himmlische Freiheit haben können; dennoch aber anerkennen, daß das Gute und Wahre nicht von ihnen, sondern vom Herrn ist; und sie werden belehrt, daß in solcher Anerkennung, ja in dem Innewerden, daß es so ist, alle Engel sind; und je deutlicher sie inne werden, daß sie geführt werden vom Herrn, und so im Herrn sind, sie desto mehr in der Freiheit sich befinden. 2892. Wer im Guten lebt und glaubt, daß der Herr die Welt regiert, und daß von Ihm allein alles Gute, das der Liebe und der Liebtätigkeit ist, und alles Wahre, das des Glaubens ist, ja daß von Ihm alles Leben, somit daß wir von Ihm leben, weben und sind, der ist in einem solchen Stand, daß er begabt werden kann mit himmlischer Freiheit, und nebst daher auch mit Frieden, denn alsdann traut er einzig und allein dem Herrn, und bekümmert sich um das übrige nicht: und ist gewiß, daß alsdann alles zu seinem Besten, Glück und Seligkeit hinausläuft. Hingegen wer glaubt, daß er sich selbst regiere, der wird immerfort beunruhigt und kommt in Begierden, in Sorgen wegen der Zukunft, und in mancherlei Ängsten hinein; und weil er so glaubt, so kleben ihm auch Begierden des Bösen und Beredungen des Falschen an. 2893. Die guten Geister haben sich sehr verwundert, daß der Mensch der Kirche heutzutage nicht glaubt, alles Böse und Falsche bei ihnen fließe von der Hölle ein, und alles Gute und Wahre vom Herrn, da er doch dies aus dem Wort und auch aus der Glaubenslehre weiß; und jedermann sagt, wenn jemand ein großes Übel getan hat, ein solcher habe sich vom Teufel leiten lassen, und wenn jemand Gutes getan hat, er habe sich vom Herrn leiten lassen.   Über die Vorbildungen und Entsprechungen 2987. Was Vorbildungen und was Entsprechungen sind, wissen wenige, und niemand kann wissen, was sie sind, wenn er nicht weiß, daß es eine geistige Welt gibt, und dieselbe verschieden ist von der natürlichen Welt, denn zwischen dem Geistigen und dem Natürlichen gibt es Entsprechungen, und was von geistigen Dingen her in den natürlichen existiert, sind Vorbildungen. Entsprechungen werden sie genannt, weil sie entsprechen, und Vorbildungen, weil sie vorbilden. 2988. Damit man irgendeinen Begriff von Vorbildungen und Entsprechungen habe, denke man nur über dasjenige nach, was Angehör des Gemütes, nämlich des Denkens und des Willens ist. Dieses pflegt aus dem Angesichte so hervorzuleuchten, daß es in dessen Miene erscheint: die Neigungen, vor anderen die inwendigeren; wenn das, was Angehör des Antlitzes ist, zusammenstimmt mit dem, was Angehör des Gemütes ist, so sagt man, daß sie entsprechen und sind Entsprechungen; und die Mienen des Angesichtes selbst bilden vor und sind Vorbildungen. Gleicherweise verhält es sich mit dem, was durch die Bewegungen im Körper geschieht, wie auch mit allen Handlungen, die von den Muskeln ausgeführt werden; daß dieses gemäß dem geschieht, was der Mensch denkt und will, ist bekannt. Die Bewegungen und Handlungen selbst, die Angehör des Körpers sind, bilden dasjenige vor, was dem Gemüt angehört, und sind Vorbildungen; und insofern sie übereinstimmen, sind sie Entsprechungen. 2989. Man kann auch wissen, daß solche Gebilde im Geiste nicht existieren, wie sie in der Miene sich herausstellen, sondern daß es nur Neigungen sind, die so abgebildet werden. Ferner, daß solche Handlungen nicht im Geiste stattfinden, wie sie durch die Handlungen im Körper sich darstellen, sondern daß es Gedanken sind, die so gestaltet werden: was dem Geiste angehört ist Geistiges, was aber dem Körper, ist Natürliches; daraus ist es deutlich, daß es Entsprechungen gibt zwischen dem Geistigen und Natürlichen, und daß eine Vorbildung der geistigen Dinge in den natürlichen stattfindet; oder, was dasselbe ist, wenn das, was dem inwendigen Menschen angehört, sich abbildet im Äußeren, dann ist das, was im Äußeren erscheint, ein Vorbild des Inwendigen, und was übereinstimmt, ist Entsprechendes. 2990. Bekannt ist es auch, oder könnte es sein, daß es eine geistige Welt gibt und eine natürliche Welt. Die geistige Welt ist allenthalben wo Geister und Engel sind, und die natürliche Welt, wo Menschen sind. Im besonderen ist die geistige und die natürliche Welt bei einem jeden Menschen: sein inwendiger Mensch ist für ihn eine geistige Welt, sein äußerer aber ist für ihn eine natürliche Welt. Die Dinge, die aus der geistigen Welt einfließen und in der natürlichen sich darstellen, sind im allgemeinen Vorbildungen; und so weit sie zusammentreffen, sind sie Entsprechungen. 2991. Daß Natürliches Geistiges vorbildet und daß es entspricht, kann man auch daraus wissen, daß Natürliches keineswegs existieren könnte, wenn nicht aus einer früheren Ursache. Die Ursache desselben ist aus dem Geistigen. Natürliches, das nicht daher seine Ursache ableitet, kann es nicht geben. Die natürlichen Formen sind Wirkungen, und können nicht erscheinen als Ursache, noch weniger als die Ursache der Ursachen oder das Ursprüngliche, sondern sie nehmen gemäß der Dienlichkeit Formen an, an dem Orte, an dem sie sind. Dennoch aber bilden die Formen der Wirkungen dasjenige vor, was den Ursachen angehört; ja sie bilden (sogar) das vor, was den Urgründen angehört; somit bilden alle natürlichen Dinge dasjenige vor, was den geistigen angehört, denen sie entsprechen, ja sogar die geistigen Dinge bilden dasjenige vor, was den himmlischen angehört, aus denen sie stammen. 2992. Aus vieler Erfahrung ist mir zu wissen gegeben worden, daß in der natürlichen Welt und in ihren drei Reichen gar nichts ist, was nicht etwas in der geistigen Welt vorbildete, oder das nicht daselbst etwas hätte, dem es entspreche. Außer mehreren Erfahrungen kann es auch aus diesem erhellen: einige Male, als ich über die Eingeweide des Leibes redete und ihren Zusammenhang mit den Teilen des Hauptes verfolgte zu den Teilen der Brust bis zu den Teilen des Unterleibes, da leiteten die Engel, die über mir waren, meine Gedanken durch Geistiges, dem jene entsprachen, und zwar so, daß kein Irrtum entstand. Sie dachten gar nicht an die inneren Teile des Körpers, woran ich (dachte), sondern nur an geistige Dinge, denen jene entsprachen. Solcherart ist die Einsicht der Engel, daß sie aus Geistigem alles und jedes wissen, was im Körper, auch das Geheimnisvollste, das niemals zur Kenntnis des Menschen gelangen könnte; ja alles und jedes, was im Weltall, ohne Täuschung, und zwar, weil von dorther die Ursachen und die Urgründe der Ursachen (sind). 2993. Gleicherweise verhält es sich mit den Dingen, die im Pflanzenreiche sind; daselbst gibt es gar nichts, was nicht etwas vorbildete in der geistigen Welt und ihr entspreche, was (mir) häufig durch ähnlichen Verkehr mit den Engeln zu wissen gegeben wurde. Die Ursachen sind mir auch gesagt worden, daß nämlich die Ursachen aller natürlichen Dinge aus geistigen Dingen stammen, und die Urgründe der Ursachen aus himmlischen Dingen, oder, was dasselbe ist, daß alles, was in der natürlichen Welt ist, die Ursache herleitet vom Wahren, das geistig ist, und den Urgrund vom Guten, das himmlisch ist, und daß das Natürliche daraus hervorgeht, gemäß allen Unterschieden des Wahren und des Guten, die im Reiche des Herrn, somit vom Herrn selbst, von Dem alles Gute und Wahre; diese Dinge können nur als fremdartige erscheinen, besonders denen, die mit ihrem Denken nicht über die Natur sich erheben wollen oder nicht können, und die nicht wissen, was geistig ist, und daher es nicht anerkennen. 2994. Der Mensch, solange er im Körper lebt, kann wenig davon fühlen und inne werden, denn das Himmlische und Geistige bei ihm fällt in das Natürliche, das in seinem äußeren Menschen, und hier verliert er die Empfindung und das Innewerden derselben. Das Vorbildliche und Entsprechende, das in seinem äußeren Menschen, ist auch der Art, daß es nicht dem gleich erscheint, dem es im inneren Menschen entspricht und das es vorbildet, daher können sie nicht zu seiner Kenntnis gelangen, bevor er entkleidet ist von jenen Äußerlichkeiten. Selig dann, wer in Entsprechung ist, d.h. dessen äußerer Mensch dem Inneren entspricht. 2995. Weil die Menschen der Ältesten Kirche (von denen Nr. 1114-1125) in den einzelnen Dingen der Natur etwas Geistiges und Himmlisches sahen, so daß die natürlichen Dinge ihnen nur dienten zu Gegenständen des Denkens über geistige und himmlische Dinge, deswegen konnten sie mit Engeln reden und mit ihnen zusammen sein im Reiche des Herrn, das in den Himmeln, zu gleicher Zeit als sie in Seinem Reiche auf Erden oder in der Kirche waren. Bei ihnen war so das Natürliche mit dem Geistigen verbunden und entsprach völlig. Anders aber nach jenen Zeiten, da das Böse und das Falsche zu herrschen anfing, oder da nach dem goldenen Zeitalter das eiserne anfing; dann wurde, weil kein Entsprechendes mehr (da war), der Himmel verschlossen, bis dahin, daß sie kaum wissen wollten, daß ein Geistiges sei, ja endlich auch nicht, daß es ein Himmel und eine Hölle, und daß es ein Leben nach dem Tode gebe. 2996. Es ist eines der größten Geheimnisse vor der Welt, aber allgemein bekannt im anderen Leben, auch einem jeden Geist, daß alles, was im menschlichen Körper ist, eine Entsprechung hat mit dem, was im Himmel, bis soweit, daß daselbst nicht einmal das allerkleinste Teilchen ist, dem nicht etwas Geistiges und Himmlisches, oder was dasselbe ist, dem nicht himmlische Gesellschaften entsprechen, denn diese bestehen gemäß allen Gattungen und Arten des Geistigen und Himmlischen, und zwar in solcher Ordnung, daß sie zusammen einen Menschen darstellen, und zwar in seinem ganzen und einzelnen, sowohl inwenigeren als auswendigeren. Daher kommt es, daß der ganze Himmel auch genannt wird der Größte Mensch; und daher kommt es, was öfter gesagt worden, daß die eine Gesellschaft zu diesem Gebiete des Leibes gehört, und die andere zu jenem, und so weiter. Die Ursache ist, weil der Herr der alleinige Mensch ist, und der Himmel Ihn vorbildet; und das göttlich Gute und Wahre, das von Ihm (ausgeht), ist es, was den Himmel ausmacht. Weil die Engel in diesem sind, sagt man, daß sie im Herrn sind. Die aber in der Hölle sind, sind außerhalb jenes Größten Menschen, und entsprechen schmutzigen Dingen, und dann auch Krankheiten (vitiis, Gebrechen). 2997. Dieses kann man auch einigermaßen daher wissen, daß der geistige oder innere Mensch, welcher der Geist des Menschen ist und auch dessen Seele genannt wird, in gleicher Weise Entsprechung hat mit seinem natürlichen oder äußeren Menschen, und daß die Entsprechung der Art ist, daß, was dem Inneren des Menschen angehört, geistig und himmlisch ist, aber was dem äußeren, natürlich und körperlich. Wie erhellen kann aus dem, was in Nr. 2988, 2989 gesagt worden ist. Der Mensch ist auch wirklich in betreff des inneren Menschen ein kleiner Himmel, weil zum Bilde Gottes erschaffen. 2998. Daß die Entsprechungen solcherart sind, ist mir während mehrerer Jahre so vertraut geworden, daß kaum etwas vertrauter sein kann, obwohl es solcherart ist, daß der Mensch nicht weiß, daß es ist, und nicht glaubt, daß er einen Zusammenhang habe mit der geistigen Welt, während er doch ganz mit ihr zusammen- und von ihr abhängt, und er nicht einmal einen Augenblick bestehen kann, auch nicht ein Teil in ihm, ohne diesen Zusammenhang. Daher (kommt) sein ganzes Bestehen. Es wurde mir auch zu wissen gegeben, welche Engelsgesellschaften zu einem jeden Gebiet des Körpers gehören, ferner welcher Art sie sind; welche und von welcher Art zum Gebiete des Herzens, welche und von welcher Art zum Gebiet der Lungen, sodann welche und von welcher Art zu dem der Leber, ferner welche und welcher Art zu den Sinnesorganen, wie zu den Augen, zu den Ohren, zur Zunge und zu den übrigen; worüber vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn (weiter unten) einzelnes. 2999. Außerdem gibt es gar nichts in der erschaffenen Welt, das nicht seine Entsprechung hätte mit dem, was in der geistigen Welt ist, und somit was nicht in seiner Art irgend etwas aus dem Reiche des Herrn vorbildete; daraus ist das Dasein und die Erhaltung aller Dinge. Wenn der Mensch wüßte, wie es sich verhält, würde er niemals, wie er zu tun pflegt, alles der Natur zuschreiben. * 3000. Daher ist es, daß alles und das einzelne, was im Weltall ist, das Reich des Herrn vorbildet, und zwar so sehr, daß das Weltall mit seinen Sternen, seiner Atmosphäre, seinen drei Reichen nichts anderes ist, als eine Schaubühne, welche vorbildet die Herrlichkeit des Herrn, die in den Himmeln ist. Im Tierreiche nicht nur der Mensch, sondern auch jedes einzelne Tier, bis auf die kleinsten und geringsten unter ihnen, bilden vor, z.B. die Raupen, die auf der Erde kriechen und sich von Kräutern nähren; wenn die Zeit ihrer Begattung bevorsteht, sofern sie dann Puppen werden, und bald auch mit Flügeln versehen, und so sich vom Boden in die Atmosphäre, ihren Himmel, emporschwingen, und daselbst ihre Freude und ihre Freiheit genießen, unter sich spielen, und aus den Blumen die beste Nahrung haben, Eier legen, und so für Nachkommenschaft sorgen; und die dann in ihrem himmlischen Zustande sind, sind auch in ihrer Schönheit; daß dies Vorbildungen sind aus dem Reiche des Herrn, kann jeder sehen. 3001. Daß nicht mehr ist als ein einziges Leben, das des Herrn ist, das einfließt und macht, daß der Mensch lebt, ja daß sowohl die Guten als die Bösen leben, kann aus dem erhellen, was in der Erklärung des Wortes in Nr. 1954, 2021, 2536, 2658, 2706, 2886 bis 2889 gesagt und gezeigt worden ist. Jenem Leben entsprechen die aufnehmenden (Wesen), die durch jenen göttlichen Einfluß belebt werden, und zwar so, daß sie glauben aus sich zu leben. Dies ist die Entsprechung des Lebens mit den Aufnahmegefäßen des Lebens: so wie die Aufnahmegefäße sind, so leben sie. Die Menschen, die in Liebe und Liebtätigkeit sind, sind in Entsprechung, denn sie stimmen überein, und es wird von ihnen das Leben gleichartig aufgenommen. Diejenigen aber, die im Entgegengesetzten der Liebe und der Liebtätigkeit sind, sind nicht in Entsprechung, weil das Leben selbst nicht gleichartig aufgenommen wird; daher sowie der Anschein des Lebens bei ihnen ist, so sind sie. Dieses kann aus vielem erläutert werden, z.B. aus den Bewegungs- und Sinnesorganen des Körpers, in die durch die Seele Leben einfließt; welcher Art diese sind, solcher Art sind auch ihre Handlungen und Sinnesempfindungen; sowie auch aus den Gegenständen, in denen das Licht der Sonne einfließt, welcherlei aufnehmende Formen sie sind, so gestalten sich ihre Färbungen gemäß ihrer Beschaffenheit. Aber in der geistigen Welt sind alle Modifikationen, die aus dem Einfluß des Lebens entstehen, geistige, daher solche Unterschiede der Einsicht und der Weisheit. 3002. Hieraus kann auch erhellen, wie alle natürlichen Formen, sowohl die belebten als die unbelebten, Vorbilder sind von geistigen und himmlischen Dingen im Reiche des Herrn, d.h. daß alles und das einzelne in der Natur vorbildet in dem Maße und in der Art, als es entspricht. 3003. Die Fortsetzung über die Vorbildungen und Entsprechungen wird am Ende des folgenden Kapitels folgen. 3213. In der Geisterwelt gibt es unzählige und beinahe fortwährende Vorbilder, welche sind Gestalten geistiger und himmlischer Dinge, nicht unähnlich denen in der Welt. Woher sie kommen, durfte ich aus einem langen Umgang mit Geistern und Engeln wissen. Sie fließen ein aus dem Himmel und aus den Vorstellungen und Reden der Engel dort, denn die Vorstellungen und daher Reden der Engel, wenn sie zu den Geistern herniederkommen, stellen sich vorbildlich dar auf verschiedene Weise. Gutartige Geister können aus denselben wissen, was die Engel unter sich reden, denn inwendig in den Vorbildern ist etwas Engelhaftes, das man, weil es anregend ist, inne wird, auch in Ansehung der Beschaffenheit. Die Engelsvorstellungen und -Reden können den Geistern nicht anders vorgestellt werden, denn eine Engelsvorstellung enthält unendlich mehr als die Vorstellung eines Geistes, und wenn sie nicht gestaltet und vorbildlich und so sichtbar durch Bilder dargestellt würde, so würde ein Geist kaum etwas davon verstehen, denn das meiste ist unaussprechlich. Wenn es aber vorgebildet wird durch Gestalten, dann wird es in Ansehung des allgemeineren begreiflich. Und wunderbar, in dem was vorgebildet wird, ist auch nicht das Kleinste, das nicht etwas Geistiges und Himmlischen ausdrückt, was in der Vorstellung der Engelsgesellschaft ist, aus der das Vorbild herabfließt. 3214. Es kommen zuweilen vorbildliche Darstellungen geistiger und himmlischer Dinge in einer solchen Ordnung nacheinander, daß man sich wundern muß; es sind Gesellschaften, bei denen sie geschehen, und ich durfte mehrere Monate bei ihnen sein. Aber jene Vorbildungen sind von solcher Art, daß wenn ich nur eine einzige in ihrer Ordnung erwähnen und schildern wollte, mehrere Blätter damit gefüllt würden. Sie sind überaus reizend, denn fortwährend tritt etwas neues Unerwartetes ein; und zwar bis das, was vorgebildet wird, vollständig durchgemacht wird. Und wenn alles durchgemacht ist, so kann man es mit einem Blick überschauen, und dann wird zugleich gegeben wahrzunehmen, was das einzelne bedeutet. Die guten Geister werden in geistige und himmlische Vorstellungen auch auf diese Art eingeweiht. 3215. Die Vorbilder, die den Geistern vorkommen, sind von unglaublicher Mannigfaltigkeit, doch sind die meisten gleich den Dingen auf der Erde und in ihren drei Reichen. Damit man wisse, wie beschaffen sie sind, sehe man was früher darüber berichtet wurde: Nr. 1521, 1532, 1619-1625, 1807, 1808, 1971, 1974, 1977, 1980, 1981, 2299, 2601, 2758. 3216. Damit man noch besser wisse, wie es sich mit den Vorbildern im anderen Leben verhält, nämlich mit denen, die in der Geisterwelt erscheinen, so mögen auch hier einige Beispiele stehen: Wenn bei den Engeln die Rede ist von den Lehren der Liebtätigkeit und des Glaubens, dann erscheint zuweilen in der unteren Sphäre, wo die entsprechende Gesellschaft von Geistern ist, die Vorstellung einer Stadt oder von Städten, mit Palästen darinnen, von solcher Baukunst, daß man staunen muß, so daß man sagen möchte, dort und von daher sei jene Kunst selber, nebst Häusern von verschiedenem Aussehen. Und was wunderbar, in dem allem und jedem gibt es auch nicht den kleinsten Punkt oder das kleinste Sichtbare, was nicht etwas aus der Vorstellung und Rede der Engel vorbildet. Hieraus kann erhellen, wie unzählig vieles darin liegt. Ferner was bezeichnet ist durch die Städte, die den Propheten erschienen im Wort, z.B. was durch die Heilige Stadt oder das neue Jerusalem, wie auch was durch die Städte im prophetischen Wort, nämlich die Lehren der Liebtätigkeit und des Glaubens: Nr. 402, 2449. 3217. Wenn bei den Engeln vom Verständigen die Rede ist, dann erscheinen in der Welt der Geister unterhalb jener, oder in den Gesellschaften, die entsprechen, Pferde, und zwar in einer Größe, Gestalt, Farbe, Haltung, gemäß den Vorstellungen, welche die Engel vom Verständigen haben, dieselben auch verschieden ausgeschmückt. Es gibt auch einen Ort etwas tief ein wenig zur Rechten, welcher der Wohnplatz der Verständigen genannt wird, wo fortwährend Pferde erscheinen; und zwar aus dem Grund, weil sie im Denken sind über das Verständige. Wenn nun in deren Gedanken die Engel einwirken, bei denen die Rede ist vom Verständigen, so werden Pferde gegenwärtig dargestellt. Hieraus konnte erhellen, was durch die den Propheten erschienen Pferde, und auch durch die im Wort genannten Pferde bezeichnet ist, nämlich Verständiges: Nr. 2760-2762. 3218. Wenn die Engel in Neigungen und zugleich in Rede darüber sind, dann fällt solches in der unteren Sphäre bei den Geistern in vorbildliche Arten von Tieren. Ist die Rede von guten Neigungen, so stellen sich schöne, sanfte und nützliche Tiere dar, wie sie im vorbildlichen Gottesdienst in der jüdischen Kirche bei Opfern gebraucht wurden, als: Lämmer, Schafe, Böckchen, Ziegen, Widder, Ziegenböcke, Kälber, Farren, Ochsen; und dann stellt alles, was je an dem Tier erscheint, irgendein Abbild ihres Denkens vor, was auch den gutartigen Geistern gegeben wird inne zu werden. Hieraus kann erhellen, was durch die Tiere in den Gebräuchen der jüdischen Kirche bezeichnet wurde, und was durch ebendieselben, wenn sie im Worte genannt sind, nämlich Neigungen: Nr. 1823, 2179, 2180. Hingegen aber die Rede der Engel von bösen Neigungen stellt sich dar durch garstige, wilde und unnützliche Tiere, als durch Tiger, Bären, Wölfe, Skorpione, Schlangen, Mäuse und dergleichen, wie sie auch im Wort durch dieselben bezeichnet werden. 3219. Wenn die Engel in Rede sind über Erkenntnisse und über Vorstellungen und über den Einfluß, dann erscheinen in der Geisterwelt wie Vögel, die gebildet sind je nach dem Gegenstand ihrer Rede. Daher kommt es, daß Vögel im Wort Vernünftiges, oder das was dem Denken angehört, bedeuten: Nr. 40, 745, 776, 991. Einst kamen mir Vögel zu Gesicht, einer war dunkel und häßlich, zwei aber edel und schön; und als ich sie sah, siehe, da fielen auf mich etliche Geister, mit solcher Heftigkeit, daß sie den Nerven und Gebeinen einen Schrecken einjagten. Ich meinte, daß nun wie einigemal früher böse Geister mich angreifen würden, in der Absicht, mich zu verderben, aber es war nichts der Art. Als der Schrecken aufhörte nach Entfernung der einfallenden Geister, redete ich mit ihnen, und fragte, was es wäre, sie sagten, sie seien aus einer Engelsgesellschaft heruntergefallen, in der die Rede war von Gedanken und dem Einfluß, und daß sie in der Meinung gewesen seien, das was dem Denken angehöre, fließe von außen ein, nämlich durch die äußeren Sinne, dem Schein gemäß; aber die himmlische Gesellschaft, in der sie waren, es fließe von innen herein; und weil sie im Falschen waren, seien sie von da heruntergefallen, nicht herabgeworfen worden, denn die Engel werfen keinen von sich herab, sondern weil in Falschheit, seien sie von selbst heruntergefallen, und dies sei die Ursache gewesen. Hierdurch wurde zu wissen gegeben, daß die Rede im Himmel über die Gedanken und den Einfluß durch Vögel vorgebildet wird, und zwar denen, die im Falschen sind, durch dunkle und häßliche Vögel, die aber im Wahren, durch edle und schöne Vögel; und wurde zugleich belehrt, daß alles Denken von innen her einfließe, nicht aber von außen her, obwohl es so scheint; und es wurde gesagt, es sei gegen die Ordnung, daß das Spätere einfließe ins Frühere, oder das Gröbere ins Feinere, somit der Körper in die Seele. 3220. Wenn von dem, was zur Einsicht und Weisheit gehört, und von den Gefühlen (perceptionibus) und Erkenntnissen bei den Engeln die Rede ist, dann bewirkt der Einfluß von da in die entsprechenden Gesellschaften von Geistern Vorbildungen von solchen Dingen, die sich im Pflanzenreich befinden, z.B. von Paradiesen, Weinbergen, Wäldern, Auen mit Blumen, und mehrere Schönheiten, die über alle Einbildung des Menschen hinausgehen. Daher kommt es, daß das, was der Weisheit und Einsicht angehört, im Wort beschrieben wird durch Paradiese, Weinberge, Wälder, Auen, und daß, wo diese genannt werden, solches bezeichnet wird. 3221. Die Reden der Engel werden zuweilen vorgebildet durch Wolken und durch die Formen, Farben, Bewegungen und Versetzungen derselben. Bejahendes des Wahren durch weiße und aufsteigende Wolken, Verneinendes durch dunkle und sinkende Wolken. Bejahendes des Falschen durch finstere und schwarze Wolken; Übereinstimmungen und Nichtübereinstimmungen durch verschiedene Verbindungen und Trennungen von Wolken, und zwar in einem Blau, wie es dem Nachthimmel eigen ist. 3222. Außerdem werden die Liebestriebe und deren Neigungen vorgebildet durch Flammen, und zwar in unbeschreiblicher Mannigfaltigkeit. Die Wahrheiten aber durch Lichtscheine und durch unzählige Lichtveränderungen. Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß durch Flammen im Wort bezeichnet wird Gutes, das der Liebe angehört, und durch Lichter Wahres, das dem Glauben angehört. 3223. Es gibt zweierlei Licht, wodurch der Mensch erleuchtet wird: das Weltlicht und das Himmelslicht. Das Weltlicht ist von der Sonne, das Himmelslicht ist vom Herrn. Das Weltlicht ist für den natürlichen oder äußeren Menschen und für diejenigen Dinge, die in der Welt sind; die Dinge, die dort sich befinden, obwohl es nicht scheint, daß sie jenem Lichte angehören, gehören ihm dennoch an, denn vom natürlichen Menschen kann nichts begriffen werden, wenn nicht durch solches, was in der Sonnenwelt existiert und erscheint, und so wenn es nicht vom dortigen Licht und Schatten eine Gestaltung hat. Alle Vorstellungen von Zeit und Raum, die im natürlichen Menschen so viel ausmachen, daß er ohne sie nicht denken kann, gehören ebenfalls dem Weltlicht an. Das Himmelslicht aber ist für den geistigen oder inneren Menschen; das inwendigere Gemüt des Menschen, worin seine verstandesmäßigen Vorstellungen, die immaterielle genannt werden, sich befinden, ist in jenem Licht. Dies weiß der Mensch nicht, obwohl er seinen Verstand ein Sehen nennt und ihm Licht zuschreibt. Die Ursache ist, weil solange er in Weltlichem und Leiblichem ist, er nur ein Gefühl von solchem hat, was dem Weltlicht angehört, nicht aber von solchem, was dem Himmelslicht angehört. Das Himmelslicht ist vom Herrn allein; der ganze Himmel ist in diesem Licht. Dieses, nämlich das Himmelslicht, ist unermeßlich vollkommener als das Weltlicht; was im Weltlicht einen einzigen Strahl macht, das macht im Himmelslicht deren viele tausend; im Himmelslicht ist Einsicht und Weisheit. Jenes Licht ist es, das einfließt in das Weltlicht, das im äußeren oder natürlichen Menschen, und macht, daß er die Gegenstände sinnlich wahrnimmt. Würde jenes Licht nicht einfließen, so hätte der Mensch durchaus keine Wahrnehmung, denn das was dem Weltlicht angehört, hat sein Leben von da her. Zwischen diesen zweierlei Lichtern, oder zwischen dem was im Himmelslicht und im Weltlicht ist, findet eine Entsprechung statt, wann der äußere oder natürliche Mensch eins macht mit dem inneren oder geistigen (Menschen), d.h. wenn jener diesem dient, und was alsdann vorhanden ist im Weltlicht, sind Vorbilder von solchem, was im Himmelslicht. 3224. Zu verwundern ist, daß der Mensch noch nicht weiß, daß sein verständiges Gemüt in einem Licht sich befindet, das ganz verschieden ist vom Weltlicht. Aber die Lage ist die, daß denen, die im Weltlicht sind, das Himmelslicht gleichsam Finsternis ist, und denen, die im Himmelslicht, das Weltlicht gleichsam Finsternis. Dies kommt hauptsächlich von der Liebe, welche die Wärme des Lichtes ist. Die, welche in den Trieben der Liebe zu sich und zur Welt sind, somit allein in der Wärme des Weltlichtes, solche werden lediglich nur angeregt von Bösem und Falschem, und dieses ist es, was die Wahrheiten, die dem Himmelslicht angehören, auslöscht. Die aber in der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten sind, somit in geistiger Wärme, die dem Himmelslicht angehört, solche werden angeregt von Gutem und Wahrem, welches das Falsche auslöscht, aber doch findet bei diesen eine Entsprechung statt. Geister, die allein in dem, was dem Weltlicht angehört, und daher in Falschem aus Bösem sind, solche haben im anderen Leben zwar Licht aus dem Himmel, aber ein solches Licht, wie das blöde ist, und wie es von einer feurigen Kohle oder einem glühenden Scheit ausfließt, aber dieses Licht erlischt sogleich, wenn das Himmelslicht nahe kommt und wird Finsternis. Die, welche in diesem Licht sich befinden, sind in Phantasien, und was sie in den Phantasien sehen, halten sie für wahr, und es gibt für sie keine anderen Wahrheiten. Ihre Phantasien sind auch gebunden an schmutzige und unflätige Gegenstände, woran sie sich sehr ergötzen. So denken sie wie Verrückte und Wahnsinnige, über das Falsche vernünfteln sie nicht, ob es so sei, sondern bejahen es im Augenblick, aber über Gutes und Wahres ist bei ihnen fortwährendes Vernünfteln, das auf Verneinung ausgeht: denn Wahres und Gutes, das vom Himmelslicht, fließt ins inwendigere Gemüt ein, und dieses ist bei ihnen verschlossen, daher das Licht außen und um dasselbe herum einfließt, und von der Art wird, daß es nur und allein vom Falschen, das ihnen als wahr erscheint, modifiziert wird. Wahres und Gutes kann nur anerkannt werden bei denen, welchen jenes inwendigere Gemüt geöffnet ist; daß das Licht vom Herrn in dasselbe einfließt und je wie es geöffnet ist, in dem Maß wird jenes anerkannt. Jenes Gemüt ist allein bei denjenigen geöffnet, die in der Unschuld sind, in der Liebe zum Herrn und in Liebtätigkeit gegen den Nächsten; nicht aber bei denen, die in Wahrem des Glaubens und nicht zugleich in Gutem des Lebens sind. 3225. Hieraus kann nun erhellen, was Entsprechung und woher dieselbe, dann was vorbildliche Darstellung und woher. Daß nämlich eine Entsprechung ist zwischen dem was dem Himmelslicht und dem Weltlicht angehört, d.h.: zwischen dem was dem inneren oder geistigen Menschen angehört und was dem äußeren oder natürlichen angehört; und daß vorbildliche Darstellung ist alles, was existiert in dem was dem Weltlicht angehört, d.h.: alles was im äußeren oder natürlichen Menschen, in Beziehung auf das was dem Himmelslicht angehört, d.h., was aus dem inneren oder geistigen Menschen ist. 3226. Unter die ausgezeichneten Fähigkeiten, die der Mensch in sich hat, obwohl er es nicht weiß, und die er ins andere Leben, wenn er dahin nach der Ablösung vom Körper übergeht, mit sich bringt, gehört, daß er inne wird, was die Vorbilder bedeuten, die im anderen Leben erscheinen. Ferner, daß er die Empfindungen seiner Seele vollständig in einem Augenblick ausdrücken kann, was er in mehreren Stunden in der Welt nicht konnte, und zwar durch Vorstellungen aus dem Gebiet des Himmelslichts, die unterstützt und wie in Schwung versetzt werden durch Darstellungsbilder, die zu der Sache, wovon die Rede, passen und von der Art sind, daß sie nicht beschrieben werden können. Und weil der Mensch nach dem Tod in jene Fähigkeiten kommt und darüber im anderen Leben nicht belehrt zu werden braucht, so kann daraus erhellen, daß der Mensch in ihnen ist, d.h. daß sie in ihm sind, wenn er im Leibe lebt, obwohl er dies nicht weiß. Daß es so ist, davon ist die Ursache, weil beim Menschen ein fortwährender Einfluß durch den Himmel vom Herrn ist. Jener Einfluß umfaßt Geistiges und Himmlisches, was in sein Natürliches fällt und sich dort vorbildlich darstellt. Es wird im Himmel bei den Engeln nichts anderes gedacht, als über Himmlisches und Geistiges was zum Reich des Herrn gehört. Aber in der Welt kaum etwas anderes als über Leibliches und Natürliches, was sich bezieht auf das Reich, in dem er ist, und auf die Lebensbedürfnisse, die er hat. Und weil Geistiges und Himmlisches des Himmels, das einfließt, sich beim Menschen in seinem Natürlichen vorbildlich darstellt, darum bleibt es ihm eingepflanzt, und ist der Mensch darin wenn er das Körperliche ablegt und das Weltliche verläßt. 3227. Fortgesetzt wird über die Vorbildungen und Entsprechungen am Ende des folgenden Kapitels. 3337. Was Entsprechungen und was Vorbildungen sind, kann aus demjenigen erhellen, was früher gesagt und gezeigt wurde, daß nämlich zwischen demjenigen, was dem Himmelslicht und Weltlicht angehört, Entsprechungen sind, und was in jenem, was dem Weltlicht angehört, sich findet, Vorbildungen seien: Nr. 3225. Aber was und wie beschaffen das Himmelslicht, kann dem Menschen nicht so bekannt sein, weil der Mensch im Gebiet des Weltlichts ist; und in dem Maß, als er in diesem, erscheint ihm das was im Himmelslicht ist, als Finsternis, ja als nichts. Diese zwei Lichter sind es, die alle Einsicht des Menschen machen, sofern Leben einfließt. Die Einbildung des Menschen ist nichts anderes als Formen und Gestalten solcher Dinge, die er mit dem leiblichen Gesicht aufgefaßt hatte, wunderbar verändert, und sozusagen modifiziert. Die inwendigere Einbildung aber, oder sein Denken ist nichts anderes als Formen und Gestalten solcher Dinge, die er mit dem Gesicht des Gemüts aufgefaßt hatte, noch wunderbarer verändert, und sozusagen modifiziert. Das, was davon entsteht, ist an sich unbeseelt, wird aber durch den Einfluß des Lebens vom Herrn beseelt. 3338. Nebst jenen Lichtern gibt es auch Wärmen, die ebenfalls aus zweierlei Quellen sind: die Wärme des Himmels aus seiner Sonne, die der Herr ist, und die Wärme der Welt aus ihrer Sonne, die das unseren Augen sichtbare Tagesgestirn ist. Die Himmelswärme äußert sich beim inneren Menschen durch geistige Liebestriebe und Neigungen, die Weltwärme aber äußert sich beim äußeren Menschen durch natürliche Liebestriebe und Neigungen. Jene Wärme macht das Leben des inneren Menschen, diese aber das Leben des äußeren; denn ohne eine Liebe und Neigung kann der Mensch ganz und gar nicht leben. Zwischen jenen zwei Wärmen sind auch Entsprechungen; jene Wärmen werden Liebestriebe und Neigungen durch den Einfluß des Lebens des Herrn, und daher kommt es dem Menschen vor, als ob es keine Wärmen wären, aber dennoch sind sie es, denn wenn der Mensch daher keine Wärme hätte, sowohl in betreff des inneren, als in betreff des äußeren Menschen, so würde er im Augenblick ganz tot hinsinken; dies leuchtet einem jeden daraus ein, daß der Mensch, je mehr er von Liebe entzündet wird, um so mehr auch erwärmt, und je mehr die Liebe zurücktritt, er um so mehr erstarrt. Diese Wärme ist es, durch die des Menschen Wille lebt, durch das Licht aber, von dem oben die Rede war, sein Verstand. 3339. Im anderen Leben erscheinen jene Lichter und auch jene Wärmen lebhaft. Die Engel leben im Licht des Himmels, und auch in jener Wärme, von der gesagt worden. Vom Licht haben sie Einsicht, von der Wärme haben sie Neigung zum Guten; denn die Lichter, die vor ihrem äußeren Gesicht erscheinen, sind ihrem Ursprung nach aus der göttlichen Weisheit des Herrn, und die Wärmen, die von ihnen ebenfalls empfunden werden, sind von der göttlichen Liebe des Herrn; daher je mehr die Geister und Engel in der Einsicht des Wahren sind, und in der Neigung zum Guten, desto näher sind sie dem Herrn. 3340. Jenem Licht entgegengesetzt ist die Finsternis, und jener Wärme entgegengesetzt ist die Kälte; darinnen leben die Höllischen. Die Finsternis haben sie aus dem Falschen, worin sie sind, und die Kälte vom Bösen; und je entfernter sie vom Wahren sind, desto größer ist bei ihnen die Finsternis, und je entfernter sie vom Guten sind, desto größer ist bei ihnen die Kälte. Wenn man in die Höllen sehen darf, wo solche sind, erscheint eine finstere Wolke, in der sie sich befinden. Und wenn ein Dunst von dort ausfließt, werden wahrgenommen die Unsinnigkeiten, die ausdünsten vom Falschen, und die Gehässigkeiten vom Bösen. Zuweilen wird ihnen auch Licht gegeben, es ist jedoch wie ein Irrlicht, aber dieses verlöscht bei ihnen, und wird Finsternis, sobald sie in das Licht des Wahren blicken; und es wird ihnen zuweilen Wärme gegeben, jedoch wie die eines unreinen Bades. Aber diese verwandelt sich bei ihnen in Kälte, sobald sie etwas Gutes verspüren. Es wurde einer in jene finstere Atmosphäre, wo die Höllischen, geschickt, um zu wissen, wie es sich mit den dort Befindlichen verhalte, aber er wurde vom Herrn durch Engel beschirmt. Von da aus redete er mit mir und sagte: es sei dort eine so unsinnige Wut gegen das Gute und Wahre, und hauptsächlich gegen den Herrn, daß er darob staunen müsse, wie man irgend widerstehen könnte, denn sie schnaubten nichts anderes als Haß, Rache, Mord, mit einer solchen Heftigkeit, daß sie alle in der ganzen Welt umbringen wollten. Daher, wenn jene Wut nicht fortwährend vom Herrn abgetrieben würde, so ginge das ganze Menschengeschlecht zugrunde. 3341. Weil die Vorbildungen im anderen Leben nur entstehen können durch unterschiedene Verbindungen von Licht und Schatten, so muß man wissen, daß alles Licht, folglich alle Einsicht und Weisheit vom Herrn ist, und daß aller Schatten, folglich alle Unsinnigkeit und Torheit vom Eigenen ist, das der Mensch, Geist und Engel hat. Aus diesen beiden Quellen fließen her und stammen ab alle Wechsel von Licht und Schatten, die sich im anderen Leben finden. HG 3342 3342. Alle Rede der Geister und Engel geschieht auch durch Vorbilder, denn durch wunderbare Abwechslungen von Licht und Schatten stellen sie das, was sie denken, dem äußeren und zugleich dem inneren Gesicht dessen, mit dem sie reden, lebhaft vor, und durch angemessene Änderungen des Zustandes der Neigungen flößen sie es ein. Die Vorbildungen, die in den Reden vorkommen, sind nicht denen gleich, von denen früher gehandelt worden, sondern stellen sich schnell und augenblicklich ein mit den Vorstellungen, die ihrer Rede angehören, gleich wie wenn etwas in einer langen Reihenfolge beschrieben und dies zugleich im Bilde vor Augen gestellt wird; denn, was wunderbar, die geistigen Dinge selbst, welche es auch sein mögen, können durch bildliche Gestalten, die dem Menschen unbegreiflich sind, vorbildlich dargestellt werden, worin enthalten ist, was zum Innewerden des Wahren, und noch inwendiger, was zum Innewerden des Guten gehört. Solches geschieht auch im Menschen, denn der Mensch ist ein mit einem Leibe bekleideter Geist; wie daraus erhellen kann, daß jede mit dem Ohr vernommene Rede, wenn sie verinnerlicht wird, in Vorstellungen, die den sichtbaren nicht unähnlich sind, und von diesen in verständige übergeht, und so entsteht das Innewerden des Sinnes der Worte. Wer über dieses gehörig nachdenkt, kann hieraus merken, daß in ihm ein Geist sei, der sein inwendiger Mensch ist, wie auch, daß er eine solche Redeweise habe nach der Abscheidung des Leibes, weil er in dergleichen ist wenn er lebt, aber daß er in ihr ist, ihm nicht offenbar wird wegen der Dunkelheit, ja Finsternis, welche die irdischen, leiblichen und weltlichen Dinge herbeiführen. 3343. Die Rede der Engel des inwendigeren Himmels ist eine noch schöner und lieblicher vorbildliche; aber die Vorstellungen, die vorbildlich gestaltet werden, können nicht mit Worten ausgedrückt werden, und wenn sie mit einigen ausgedrückt würden, so würden sie nicht nur über die Fassungskraft, sondern auch über den Glauben hinausgehen. Geistiges, was dem Wahren angehört, wird (dargestellt) durch Modifikationen des himmlischen Lichts, in dem Gefühle, die auf unzählige Weisen wunderbar wechseln; und Himmlisches, was dem Guten angehört, durch allerlei Veränderungen der himmlischen Flamme oder Wärme; so setzen sie alle Gefühle in Bewegung. In diese inwendigere Rede kommt auch der Mensch nach der Abscheidung des Leibes, aber nur der im geistig Guten ist, d.h. im Guten des Glaubens, oder was das gleiche, in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, wenn er in der Welt lebt; denn inwendig hat er sie in sich, obwohl er es nicht weiß. 3344. Die Rede aber der Engel des noch inwendigeren oder dritten Himmels ist auch vorbildlich, aber von solcher Art, daß sie mit gar keiner Vorstellung begriffen, somit auch nicht beschrieben werden kann. Auch diese Vorstellungsweise ist inwendig im Menschen, aber in demjenigen, der in himmlischer Liebe ist, d.h. in der Liebe zum Herrn, und er kommt nach Abscheidung des Leibes in sie, wie er in sie geboren ist, obwohl nichts davon mit irgendeiner Vorstellung von ihm begriffen werden könnte, solange er im Leibe lebte. Mit einem Wort, durch die den Vorstellungen beigefügten Vorbilder bekommt die Rede gleichsam Leben, am allerwenigsten beim Menschen, weil er in der Wörtersprache ist; mehr bei den Engeln des ersten Himmels; noch mehr bei den Engeln des zweiten; am meisten aber bei den Engeln des dritten Himmels, denn diese sind zunächst im Leben des Herrn: alles, was vom Herrn, ist in sich lebendig. 3345. Eben hieraus kann erhellen, daß die Reden der Ordnung nach inwendiger sind, aber dennoch so beschaffen, daß die eine herkommt von der anderen der Ordnung nach, und daß die eine ist in der anderen der Ordnung nach. Des Menschen Rede ist bekannt, wie sie beschaffen ist, wenn auch das Denken, aus dem jene Rede (herkommt), und dessen Analytisches seinem Wesen nach gar nicht erforscht werden kann; der guten Geister oder der Engel des ersten Himmels Rede und Denken, aus dem jene (Rede kommt), ist eine inwendigere, worin noch mehr Wunderbares und Unerforschliches; der Engel des zweiten Himmels Rede und Denken, aus dem wiederum jene, ist eine noch inwendigere, worin noch Vollkommeneres und Unaussprechlicheres; der Engel aber des dritten Himmels Rede und Denken, aus dem wiederum jene, ist die inwendigste, worin ganz Unaussprechliches. Und obwohl alle Reden so beschaffen sind, daß sie als andere oder verschiedene erscheinen, so ist es dennoch eine , weil die eine die andere bildet, und die eine in der anderen ist. Was aber in der äußeren vorkommt, ist Vorbild der inwendigeren. Dies kann der Mensch nicht glauben, der seine Gedanken nicht über das Weltliche und Leibliche erhebt, und deswegen meint, das Inwendigere bei ihm sei nichts, während doch das Inwendigere bei ihm alles ist, und das Äußerliche, d.h. das Weltliche und Leibliche, in das er alles setzt, verhältnismäßig kaum etwas ist. 3346. Damit ich dieses wüßte, und für gewiß, ward mir aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn verliehen, nun mehrere Jahre lang mit Geistern und Engeln zu reden. Mit den Geistern oder Engeln des ersten Himmels in ihrer Sprache selbst, auch zuweilen mit den Engeln des zweiten Himmels in der ihrigen, aber die Rede der Engel des dritten Himmels erschien mir nur als eine Strahlung des Lichts, worin ein Innewerden aus der Flamme des Guten, die darin war. 3347. Ich hörte die Engel reden von den menschlichen Gemütern, und ihrem Denken und der Rede daraus; sie verglichen sie mit der äußeren Form des Menschen, die aber doch entsteht und besteht aus unzähligen Formen, die inwendig sind, als aus den Gehirnen, Mark, Lungen, Herz, Leber, Speicheldrüse, Milz, Magen und Gedärmen, außerdem aus mehreren anderen, z.B. aus denen, die der Zeugung in beiden Geschlechtern gewidmet sind, und um sie her aus unzähligen Muskeln, und endlich aus Häuten; und daß dieses alles zusammengewoben ist aus Gefäßen, und zwar aus Gefäßen und Fasern innerhalb der Gefäße und Fasern, aus denen kleinere Gänge und Formen (sich bilden), somit aus unzählig vielem. Dieses alles wirkt gleichwohl zusammen, jedes auf seine Weise, zur Bildung der äußeren Form, in der nichts von dem, was innerhalb ist, erscheint. Dieser Form, nämlich der äußeren, verglichen sie die menschlichen Gemüter und deren Gedanken, und daher Reden. Aber die der Engel verglichen sie dem, was inwendig ist, das verhältnismäßig unbestimmt ist und auch unbegreiflich. Auch verglichen sie die Fähigkeit zu denken der Fähigkeit der Eingeweide, der Form der Nervenfasern gemäß zu wirken, wobei sie sagten, die Fähigkeit gehöre nicht den Nervenfasern an, sondern dem Leben in den Fasern, wie die Fähigkeit zu denken nicht dem Gemüt angehört, sondern dem Leben, das vom Herrn in dasselbe einfließt. Solche Vergleichungen werden, wenn sie von den Engeln geschehen, zugleich auch durch Vorbilder anschaulich gemacht, durch welche die inwendigeren Formen, von denen die Rede war, bis auf das unbegreiflich Kleinste sowohl sichtbar als verständlich dargestellt werden, und zwar in einem Augenblick. Aber die Vergleichungen durch Geistiges und Himmlisches, wie sie bei den himmlischen Engeln geschehen, übertreffen diejenigen Vergleichungen, die durch Natürliches geschehen, an Schönheit der Weisheit ungemein weit. 3348. Es waren Geister von einem anderen Weltkörper ziemlich lange bei mir als ich ihnen die Weisheit unseres Erdkreises erzählte: daß unter die Wissenschaften, um deren willen sie für Gebildete gelten, auch das Analytische gehöre, wodurch sie das, was dem Gemüt und seinen Gedanken angehört, zu erforschen sich bemühen, und daß sie dieses Metaphysik und Logik nennen, daß sie aber kaum über die Begriffsbestimmungen (terminos) und einige vielfach anwendbare Regeln hinausgekommen seien; und daß sie über Begriffe streiten, z.B. was Form, was Substanz, was das Gemüt, was die Seele sei, und daß sie mittelst jener allgemeinen vielfach anwendbaren Regeln über die Wahrheiten heftig streiten. Da vernahm ich von ihnen, daß solches allen Sinn und Verstand der Sache entziehe, wenn man nur bei den Begriffen davon stehen bleibe, und darüber nach künstlichen Regeln denke. Sie sagten, solches seien nur blaue Nebel, die man den Verstandesaugen vormache, und das heiße den Verstand in den Staub herabziehen. Sie setzten hinzu, bei ihnen sei es nicht so, sondern sie haben klarere Vorstellungen von den Sachen dadurch, daß sie nichts von solchen (Künsteleien) wissen. Ich durfte auch sehen, wie weise sie waren: sie bildeten auf wunderbare Weise das menschliche Gemüt vor als eine himmlische Form, und seine Neigungen als die ihm angemessenen Tätigkeitssphären, und zwar so geschickt, daß sie von den Engeln belebt wurden. Sie bildeten auch vor, wie der Herr solche Neigungen, die an sich unangenehm sind, in angenehme umwandle. Es waren Gelehrte von unserer Erde zugegen, die konnten im mindesten nichts begreifen, obwohl sie von solchen Dingen im Leben des Leibes philosophisch viel gesprochen haben. Als jene deren Gedanken wiederum inne wurden, daß sie nur bei den Begriffen stehenbleiben und die Neigung haben, über einzelnes zu disputieren, ob es so sei, nannten sie das einen Hefenschaum. 3349. Aus dem bisher Gesagten kann erhellen, was Entsprechungen sind, und was Vorbildungen. Aber außer demjenigen, was am Ende der vorigen Kapitel: Nr. 2987-3003, und Nr. 3213-3227 gesagt und gezeigt wurde, sehe man auch, was darüber sonst, nämlich Folgendes: daß alles im Buchstabensinn des Wortes Vorbilder und Bezeichnungen derjenigen Dinge, die im inneren Sinn des Wortes seien: Nr. 1404, 1408, 1409, 2763. Daß das Wort durch Mose und die Propheten durch Vorbildliches und Bezeichnendes beschrieben worden sei, und daß es in einem anderen Stil nicht geschrieben werden konnte, damit es einen anderen Sinn hätte, durch den eine Gemeinschaft des Himmels und der Erde sein sollte: Nr. 2899. Daß der Herr deswegen ebenfalls durch Vorbilder geredet habe, und auch, weil Er aus dem Göttlichen Selbst redete: Nr. 2900. Woher die Vorbilder und Bezeichnungen, die im Wort und in den Gebräuchen: Nr. 2179. Daß die Vorbilder hergekommen seien von den Bezeichnungen der Alten Kirche, und diese von den Innewerdungen der Ältesten Kirche: Nr. 920, 1409, 2896, 2897. Daß die Uralten ihre Vorbilder auch aus Träumen hatten: Nr. 1977. Daß Chanoch diejenigen seien, welche die Innewerdungen der Uralten gesammelt haben: Nr. 2896. Daß im Himmel fortwährend Vorbilder des Herrn und Seines Reiches seien: Nr. 1619. Daß die Himmel voll von Vorbildern seien: Nr. 1521, 1532. Daß die Vorstellungen sich in verschiedene Vorbilder verwandeln in der Geisterwelt: Nr. 1971, 1980, 1981. Vorbilder, durch welche Kinder in die Einsicht eingeleitet werden: Nr. 2299. Daß die Vorbilder in der Natur vom Einfluß des Herrn seien: Nr. 1632, 1881. Daß in der gesamten Natur Vorbilder des Reiches des Herrn seien: Nr. 2758. Daß im äußeren Menschen solches ist, was entspricht, und was nicht entspricht dem inneren: Nr. 1563, 1568. 3350. Damit offenbar werde, wie beschaffen die Vorbilder sind, darf ich noch ein Beispiel anführen: Ich hörte sehr viele Engel des inwendigeren Himmels, die miteinander oder in Genossenschaft ein Vorbild formierten. Die Geister um mich her konnten es nicht innewerden, denn nur aus einem Einfluß des inwendigeren Gefühls (affectionis). Es war ein Chor, in dem sie, so viel ihrer waren, miteinander das gleiche dachten und das gleiche redeten. Durch Vorbildungen formierten sie eine goldene Krone mit Diamanten um das Haupt des Herrn; dies geschah zugleich durch schnell erfolgende Reihen von solchen Vorbildungen, wie sie dem Denken und der Rede eigen sind, wovon Nr. 3342, 3343, 3344 die Rede war. Und, was wunderbar, obwohl es sehr viele waren, dachten und redeten denn doch alle wie einer, somit bildeten sie vor wie einer, und zwar weil niemand aus sich etwas tun, noch weniger den übrigen vorstehen und den Chor führen wollte, (wer dies tut, scheidet augenblicklich von selber aus), sondern sie ließen sich von einander führen, somit alle im besonderen und im allgemeinen vom Herrn. In solche Harmonien werden alle Guten, die ins andere Leben kommen, gebracht. Nachher wurden sehr viele Chöre gehört, die Verschiedenes vorbildlich darstellten, und obwohl es mehrere Chöre waren, und mehrere in einem jeden Chor, so handelten sie dennoch wie einer, denn aus der Form von verschiedenen ergab sich eines, in dem himmlisch Schönes. So kann der ganze Himmel, der aus Myriaden von Myriaden besteht, eines tun, dadurch, daß sie in wechselseitiger Liebe sind, denn so lassen sie sich vom Herrn führen; und was wunderbar, je mehr es sind, d.h. je mehrere Myriaden, die den Himmel bilden, desto pünktlicher und vollkommener geschieht alles und jedes; und auch einem je inwendigeren Himmel die Engel angehören, denn alle Vollkommenheit nimmt einwärts zu. 3351. Diejenigen, welche die Chöre damals bildeten, waren aus dem Gebiet der Lungen, somit aus dem geistigen Reich des Herrn, denn sie wirkten sanft auf das Atmen ein. Aber es waren unterschiedene Chöre: die einen gehörten zum freiwilligen Atmen, die anderen zu dem von selbst geschehenden. 3352. Die Fortsetzung über die Entsprechungen und Vorbildungen, hauptsächlich über die im Wort vorkommenden, am Ende des folgenden Kapitels. 3472. Daß alles und jedes, was im Buchstabensinn des Wortes steht, Vorbilder geistiger und himmlischer Dinge des Reiches des Herrn in den Himmeln, und im höchsten Sinn Vorbilder des Herrn selbst sind, kann aus demjenigen erhellen, was bisher gezeigt wurde, und was ferner, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden soll. Weil aber der Mensch sich so weit vom Himmel entfernt, und sich in die unterste Natur, ja ins Irdische versenkt hat, so widerstreitet es ihm ganz, wenn gesagt wird, daß das Wort noch Höheres in sich berge, als er aus dem Buchstaben auffaßt, und noch mehr, wenn gesagt wird, daß es Unbegreifliches (enthält), nur was der Weisheit der Engel angemessen ist, und noch mehr, daß es eigentlich Göttliches enthält, was den Verstand der Engel unendlich übersteigt. Es erkennt zwar die Christenheit an, daß das Wort göttlich sei, daß es aber so göttlich, leugnet sie, wo nicht mit dem Mund, so doch im Herzen; und das ist auch nicht zu verwundern, weil das Irdische, worin der Mensch heutigen Tages ist, das Höhere nicht begreift, noch begreifen will. 3473. Daß das Wort im Buchstaben solches in sich birgt, wird den Geistern oder Seelen, die ins andere Leben kommen, öfters zu sehen vorgestellt; und wenn dies geschah, durfte ich etliche Male dabei sein, wie erhellen kann aus den Erfahrungen, die im ersten Teil: "Von der Heiligen Schrift oder dem Wort, daß sie göttliche Dinge in sich berge, die den guten Geistern und Engeln offen vorliegen", Nr. 1767-1776 und 1869-1879 angeführt wurden, aus dem dieses, was unmittelbar folgt, der Bestätigung wegen, weiter berichtet werden darf. 3474. Ein Geist kam zu mir, nicht lange nach seinem Verscheiden aus dem Leibe, was ich daraus schließen konnte, daß er noch nicht wußte, daß er im anderen Leben sei, indem er meinte, er lebe in der Welt. Ich wurde inne, daß er den Studien ergeben gewesen sei, von denen ich mit ihm redete; aber dann wurde er auf einmal in die Höhe gehoben, worüber ich mich wunderte, ich vermutete, daß er von denen sei, die nach Hohem gestrebt haben, denn solche werden gewöhnlich in die Höhe gehoben; oder daß er den Himmel ins Hohe gesetzt habe, solche pflegen ebenfalls in die Höhe gehoben zu werden, damit sie dadurch erfahren, der Himmel sei nicht im Hohen, sondern im Inneren. Aber bald vernahm ich, daß er zu den engelischen Geistern gehoben worden sei, die vorne ein wenig zur Rechten auf der ersten Schwelle des Himmels sind; von da aus redete er mit mir, und sagte, daß er Höheres sehe, als je menschliche Gemüter fassen könnten. Als dies geschah, las ich das erste Kapitel des fünften Buches Mose vom judäischen Volk, daß gesandt worden seien, die das Land Kanaan, und was dort sei, auskundschaften sollten. Als ich dieses las, sagte er, daß er vom buchstäblichen Sinn nichts vernehme, sondern was im geistigen Sinn, und dieses sei so wunderbar, daß er es nicht beschreiben könne. Dies war auf der ersten Schwelle des Himmels der engelischen Geister. Was wird es nicht sein in jenem Himmel selber, und was nicht im Engelshimmel. Einige Geister, die bei mir waren, und früher nicht geglaubt hatten, daß das Wort von solcher Art sei, fingen alsdann an, es zu bereuen, daß sie nicht geglaubt haben. Sie sagten in jenem Zustand, daß sie nun glauben, weil sie ihn haben sagen hören, er habe es gehört, gesehen und sei inne geworden, daß es so sei. Aber andere Geister beharrten noch in ihrem Unglauben, und sagten, daß es nicht so sei, sondern es seien Phantasien, darum wurden auch diese plötzlich erhoben, und redeten von da aus mit mir und bekannten, daß es nichts weniger sei als Phantasie, weil sie wirklich inne werden, daß es so sei, mit einem feineren Gefühl, als je einem Sinn im Leben des Leibes gegeben werden könne. Bald wurden auch andere in ebendenselben Himmel erhoben, und unter ihnen einer, der mir im Leben des Leibes bekannt war, dieser bezeugte das gleiche, indem er unter anderem sagte, daß er vor Staunen die Herrlichkeit des Wortes in dessen innerem Sinn nicht beschreiben könne; aus einer Art von herzlichem Bedauern dann redend, äußerte er, es sei zu verwundern, daß die Menschen gar nichts von solchem wissen. Zweimal nachher sah ich andere, die in den zweiten Himmel unter die Engelsgeister erhoben wurden, und von da aus mit mir redeten, ich las dann 5. Mose das dritte Kapitel vom Anfang bis Ende, sie sagten, sie seien bloß im inwenigeren Sinn des Wortes, und versicherten alsdann, daß auch nicht ein Strichlein sei, worin nicht etwas Geistiges wäre, das mit dem übrigen aufs Schönste zusammenhinge, denn daß die Namen Sachen bezeichnen. So wurden sie ebenfalls bestärkt, weil sie früher nicht geglaubt hatten, daß alles und jegliches im Wort vom Herrn eingegeben worden sei. Dies wollten sie auch in Gegenwart anderer mit einem Schwur bekräftigen, aber es wurde nicht gestattet. 3475. Daß in den Himmeln aneinander fort solche Vorbilder vorkommen, dergleichen im Wort sind, ist früher einige Male gesagt und gezeigt worden. Jene Vorbilder sind von der Art, daß die Geister und Engel sie in viel hellerem Licht sehen, als es das mittägliche der Welt ist. Jene Vorbilder sind so beschaffen, daß man, was man in der äußeren Form sieht, inne wird, was es bedeutet in der inwendigen, und in diesem noch Inwendigeres; denn es sind drei Himmel: im ersten Himmel erscheinen jene in der äußeren Form mit dem Innewerden, was sie in der inwendigen bedeuten; im zweiten Himmel erscheinen jene, sowie sie beschaffen in der inwendigen Form, mit dem Innewerden, wie beschaffen sie sind in der noch inwendigeren; im dritten Himmel erscheinen dieselben in einer Form, die noch inwendiger ist als jene und welche die inwendigste ist. Was im ersten Himmel erscheint, ist nur das Allgemeine von jenen Dingen, die im zweiten Himmel erscheinen, und diese sind das Allgemeine von denen, die im dritten; somit ist im denjenigen, was in ersten Himmel erscheint, inwendig das, was im zweiten, und in diesem inwendig das, was im dritten; und weil es so stufenweise sich darstellt, kann erhellen, wie vollkommen, weisheitsvoll und zugleich wie selig dasjenige ist, was im innersten Himmel, und daß es ganz unaussprechlich ist, denn tausend und aber tausend stellen ein einziges Besondere eines Allgemeinen dar. Alle und jede jener Vorbilder schließen solches in sich, was sich auf das Reich des Herrn bezieht, und dieses solches, was sich auf den Herrn selbst bezieht. Die im ersten Himmel sind, sehen in ihren Vorbildern solches, was in der inwendigeren Sphäre des Reiches vorhanden ist, und darin, was in der noch inwendigeren Sphäre, und so Vorbilder des Herrn, aber von ferne. Die im zweiten Himmel sind, sehen in ihren Vorbildern solches, was in der inwendigsten Sphäre des Reiches ist, und darin Vorbilder des Herrn näher; die aber im dritten, sehen den Herrn selbst. 3476. Hieraus kann man wissen, wie es sich mit dem Wort verhält; denn das Wort ist vom Herrn dem Menschen und auch den Engeln gegeben, daß sie durch dasselbe bei Ihm sein möchten. Denn das Wort ist das Mittel, das die Erde mit dem Himmel, und durch diesen mit dem Herrn vereinigt. Sein buchstäblicher Sinn ist es, der den Menschen vereinigt mit dem ersten Himmel; und weil im buchstäblichen Sinn der innere ist, der vom Reich des Herrn handelt, und in diesem der höchste Sinn ist, der vom Herrn handelt, und diese Sinne der Ordnung nach ineinander sind, so wird hieraus klar, von welcher Art die Vereinigung durch das Wort mit dem Herrn ist. 3477. Es wurde gesagt, daß fortwährend Vorbilder in den Himmeln sind, und zwar solche, welche die größten Geheimnisse der Weisheit in sich schließen. Diejenigen, die vor dem Menschen aus dem Buchstabensinn des Wortes offen daliegen, sind so wenige, im Verhältnis wie die Wasser des Ozeans zu den Wassern eines ganz kleinen Sees. Von welcher Art die Vorbilder in den Himmeln sind, kann aus denjenigen erhellen, die mehrmals früher aus Gesichten berichtet wurden, wie auch aus Folgendem: Einigen wurde (was ich sah) vorgebildet ein breiter Weg und ein schmaler Weg, der breite, der zur Hölle, und der schmale, der zum Himmel führen würde. Der breite war bepflanzt mit Bäumen und Blumen und dergleichen, was in der äußeren Form schön und angenehm erschien, aber es waren da Ottern und Schlangen verschiedener Gattung verborgen, die sie nicht sahen. Der schmale Weg war sichtbar nicht so geziert mit Bäumen und Blumenbeeten, sondern er erschien traurig und düster, aber auf demselben waren Engel als Kinder auf das Schönste geschmückt in den lieblichsten Paradiesen und Blumenbeeten, die sie jedoch nicht sahen. Sie wurden dann gefragt, welchen Weg sie gehen wollten, sie sagten, den breiten, aber plötzlich wurden ihnen die Augen geöffnet, und auf dem breiten sahen sie Ottern, auf dem schmalen aber Engel. Und dann wurden sie wieder gefragt, welchen Weg sie gehen wollten, dann schwiegen sie stille, und je mehr ihnen das Gesicht geöffnet wurde, sagten sie, sie wollen den schmalen gehen, und je mehr ihnen des Gesicht geschlossen wurde, sie wollen den breiten gehen. 3478. Auch wurde einigen die Stiftshütte mit der Lade vorgebildet; denn die am Wort in hohem Grade Freude gehabt haben, da sie in der Welt lebten, denen wird solches auch zu sehen vorgestellt; so damals die Stiftshütte mit all ihrem Zugehör, nämlich mit den Vorhöfen, den Teppichen umher, den Vorhängen inwendig, dem goldenen oder Rauchaltar, dem Tische, wo die Brote, dem Leuchter, dem Gnadenstuhl mit den Cherubim. Und dann wurde den gutartigen Geistern innezuwerden gegeben, was das einzelne bedeutete. Es waren die drei Himmel, die durch die Stiftshütte vorgebildet wurden, und der Herr selbst durch das Zeugnis in der Lade, auf welcher der Gnadenstuhl. Und je mehr ihnen das Gesicht geöffnet wurde, desto Himmlischeres und Göttlicheres sahen sie darin, wovon sie keine Kenntnis hatten im Leben des Leibes, und was wunderbar, es war nicht das kleinste dort, was nicht ein Vorbild wäre, bis auf die Haken und Ringe hinaus. Um nur zu sagen vom Brot, das auf dem Tisch, in demselben als in einem Vorbild und Wahrzeichen wurden sie inne jene Nahrung, von der die Engel leben, somit die himmlische und geistige Liebe mit ihren Wonnen und Seligkeiten, und in jenem und in diesem den Herrn selbst, als das Brot oder Manna vom Himmel; außer mehrerem aus der Gestalt, Lage, Zahl der Brote, und aus dem Gold, das dort ringsumher, und aus dem Leuchter, von dem jenes erleuchtet, Vorbildungen von noch mehr und unaussprechlichen Dingen gewährte; so im übrigen. Aus diesem konnte mir auch einleuchten, daß die Bräuche und Vorbilder der jüdischen Kirche alle Geheimnisse der christlichen Kirche in sich enthielten; sodann daß diejenigen, denen die Vorbilder und Bezeichnungen des Wortes des Alten Testaments eröffnet werden, die Geheimnisse der Kirche des Herrn auf Erden, während sie in der Welt leben, und die Geheimnisse der Geheimnisse, die im Reich des Herrn in den Himmeln, wenn sie ins andere Leben kommen, wissen und inne werden können. 3479. Die Juden, die vor der Ankunft des Herrn, wie auch die nachher gelebt haben, hatten keine andere Meinung von den Bräuchen ihrer Kirche, als daß der Gottesdienst bloß im Äußeren bestehe, was sie vorbildeten und bezeichneten, darum bekümmerten sie sich nicht; denn sie wußten nicht, und wollten nicht wissen, daß es ein Inwendiges des Gottesdienstes und des Wortes gebe, somit daß ein Leben nach dem Tode, folglich daß ein Himmel sei, denn sie waren ganz sinnlich und körperlich; und weil sie in dem vom Inneren getrennten Äußeren waren, war der Gottesdienst in Beziehung auf sie nichts anderes als ein Götzendienst, deswegen waren sie sehr geneigt zur Verehrung jedweder Götter, wenn sie nur beredet wurden, daß solche sie glücklich machen könnten. Aber weil jene Nation von der Art war, daß sie in äußerer Heiligkeit konnten sein, und so die Gebräuche, durch welche die himmlischen Dinge des Reiches des Herrn vorgebildet wurden, heilig halten, und eine heilige Ehrfurcht haben vor Abraham, Jischak und Jakob, und auch vor Mose und Aharon, und nachher vor David, durch die der Herr vorgebildet wurde, und hauptsächlich eine heilige Scheu haben vor dem Wort, in dem alles und jedes Vorbilder und Bezeichnungen göttlicher Dinge sind, darum ist in jener Nation eine vorbildliche Kirche eingesetzt worden. Wenn aber jene Nation das Inwendige bis zur Anerkennung gewußt hätte, dann hätte sie dasselbe entweiht und so wäre sie, wann im äußeren Heiligen zugleich im inneren Unheiligen gewesen, also hätte gar keine Gemeinschaft der Vorbilder mit dem Himmel durch jene Nation stattfinden können. Daher kommt es, daß das Inwendigere ihnen nicht entdeckt wurde, nicht einmal, daß der Herr innen sei, um ihre Seelen selig zu machen. Weil der jüdische Stamm mehr als die übrigen Stämme so geartet war, und sie heute noch wie ehemals die Bräuche, die außerhalb Jerusalems beobachtet werden können, heilig halten, auch eine heilige Ehrfurcht vor ihren Vätern, und vornehmlich eine heilige Scheu vor dem Wort des Alten Testaments haben, und vorhergesehen wurde, daß die Christen dieses ganz verwerfen, und auch ihr Inneres mit Unheiligem verunehren würden, darum ist jene Nation bis daher erhalten worden, nach den Worten des Herrn bei Matth.24/34. Anders, wenn die Christen, wie sie das Innere wissen, auch als inwendige Menschen leben würden; in diesem Fall würde jene Nation vor mehreren Jahrhunderten wie andere Nationen ausgerottet worden sein. Aber mit jener Nation verhält es sich so, daß ihr äußerlich Heiliges oder das Heilige des Gottesdienstes ihr Inneres mitnichten erregen kann, denn dieses ist unrein durch den Schmutz der Selbstliebe und durch den Schmutz der Weltliebe, und auch durch den Götzendienst, sofern sie das Äußere verehren ohne Inneres; und weil sie so nichts vom Himmel in sich haben, so können sie auch nichts vom Himmel ins andere Leben mitbringen, außer wenigen, die in gegenseitiger Liebe und so nicht in Verachtung anderer im Vergleich mit sich leben. 3480. Es wurde auch gezeigt, wie die Unreinigkeiten bei jener Nation nicht verhinderten, daß das Inwendigere des Wortes, oder dessen Geistiges und Himmlisches dennoch im Himmel sich darstellte; denn die Unreinigkeiten wurden entfernt, so daß sie nicht wahrgenommen wurden, auch ihr Böses ins Gute gewendet, so daß nur das äußere Heilige zur Grundlage diente; so stellte sich vor den Engeln, ohne zwischenliegende Hindernisse, das Inwendige des Wortes dar. So wurde offenbar, wie jenes inwendig götzendienerische Volk Heiliges, ja den Herrn selbst vorbilden konnte, somit wie der Herr inmitten ihrer Unreinigkeiten wohnen konnte: 3. Mose 16/16. Folglich die Ähnlichkeit einer Kirche dort haben, denn eine lediglich vorbildliche Kirche ist ein Bild der Kirche, (aber) nicht Kirche. Bei den Christen kann dieses nicht so geschehen, weil sie das Inwendigere des Gottesdienstes kennen, aber demselben nicht glauben. Somit können sie nicht in einem äußeren vom inneren getrennten Heiligen sein; ausgenommen bei denjenigen, die im Leben des Glaubens sind. Durch Gutes bei ihnen geschieht eine Gemeinschaft, wobei unterdessen Böses und Falsches entfernt wird, und alsdann wird, was zu verwundern, alles und jedes im Wort, das von diesen gelesen wird, vor den Engeln offenbar, und das auch, obwohl sie nicht auf dessen Sinn merken, was mir durch mehrere Erfahrung gezeigt wurde, denn das Innere bei ihnen, das nicht so wahrnehmbar ist, dient als Grundlage. 3481. Ich war oft im Gespräch mit den Juden, die im anderen Leben sind, (sie erscheinen vorne im Unterland unter der Fläche des linken Fußes) und einmal auch über das Wort, über das Land Kanaan und über den Herrn. Über das Wort, daß die größten Geheimnisse darin seien, die den Menschen nicht offenbar sind, dieses bejahten sie. Sodann daß alle Geheimnisse darin vom Messias und Seinem Reich handeln, auch hiermit waren sie einverstanden, aber als ich sagte, daß Messias in der hebräischen Sprache eben das heiße, was Christus in der griechischen, wollten sie es nicht hören. Als ich weiter sagte, der Messias sei der Heiligste, und Jehovah in Ihm, und kein anderer werde unter dem Heiligen Israels und unter dem Gott Jakobs verstanden; und weil Er der Heiligste, so können in Seinem Reich nur solche sein, die heilig sind, nicht in der äußeren Form, sondern in der inneren, somit die nicht in schmutziger Weltliebe, und in der Selbsterhebung anderen Völkern gegenüber, und in Haß unter sich, konnten sie dieses nicht hören. Hernach, daß das Reich des Messias, nach den Weissagungen, ein ewiges sein, und die, die Ihm angehören, auch in Ewigkeit das Land besitzen werden. Wenn das Reich von der Welt wäre, und sie ins Land Kanaan eingeführt würden, so wäre das nur für wenige Jahre, solange ein Menschenleben währt, abgesehen davon, daß alle diejenigen, die gestorben sind, nachdem sie aus dem Land Kanaan vertrieben worden, eine solche Seligkeit nicht genießen würden; und daß sie hieraus hätten wissen können: durch das Land Kanaan sei das Himmelreich vorgebildet und bezeichnet worden; und um so mehr, da sie nun wissen, daß sie im anderen Leben seien und ewig leben werden. Es sei also klar, daß der Messias dort Sein Reich habe. Außerdem könne durch die neue Erde, das neue Jerusalem, und durch den neuen Tempel bei Hesekiel nichts anderes bezeichnet werden, als ein solches Reich des Messias. Auf dieses konnten sie nicht antworten; nur haben sie darüber, daß die, die vom Messias ins Land Kanaan eingeführt würden, und nach so wenigen Jahren sterben, und jene Seligkeit, die sie dort haben würden, verlassen müßten, bitterlich geweint. 3482. Die Redeweise im Wort, obwohl sie dem Menschen einfach, und an einigen Stellen roh vorkommt, ist die Redeweise der Engel selbst, aber die äußerste (ultima); denn die Rede der Engel, die geistig ist, wenn sie in menschliche Worte fällt, kann in keine andere Rede fallen, als in eine solche, denn die einzelnen Dinge dort bilden vor, und die einzelnen Worte bezeichnen. Die Alten, weil sie Umgang hatten mit Geistern und Engeln, hatten keine andere Rede, sie war voll von Vorbildern, und im einzelnen war ein geistiger Sinn. Die Bücher der Alten waren auch so geschrieben, denn so zu reden und so zu schreiben, war das Streben ihrer Weisheit. Wie weit sich nachher der Mensch vom Himmel entfernt hat, kann man auch hieraus abnehmen; jetzt weiß er nicht einmal, daß im Wort etwas anderes ist, als was im Buchstaben vorkommt, nicht einmal, daß ein geistiger Sinn darin sei. Alles, was über den Buchstabensinn hinausgeht, nennt man mystisch, und es wird schon deswegen verworfen. Daher kommt es auch, daß heutzutage die Gemeinschaft mit dem Himmel unterbrochen ist, so sehr, daß von wenigen geglaubt wird, daß ein Himmel sei, und was zu verwundern, von Gelehrten und Gebildeten viel weniger, als von Einfältigen. 3483. Alles was je im Weltall erscheint, ist ein Vorbild des Reiches des Herrn, so durchaus, daß es gar nichts in der Luft- und Sternenwelt, auf der Erde und in ihren drei Reichen gibt, das nicht nach seiner Art vorbildete. Denn alle und jede Dinge in der Natur sind die äußersten Bilder. Denn aus dem Göttlichen ist Himmlisches, das Sache des Guten, aus dem Himmlischen Geistiges, was Sache des Wahren, aus jenem und diesem Natürliches. Hieraus kann erhellen, wie grob, ja wie irdisch und auch verkehrt die menschliche Einsicht ist, die der von einem höheren Einfluß oder einer wirkenden Ursache getrennten und enthobenen Natur jegliches zuschreibt. Auch meinen diejenigen, die so denken und reden, sie seien weiser als andere, dadurch nämlich, daß sie alles der Natur zuschreiben; während umgekehrt es Engelsverständigkeit ist, nichts der Natur zuzuschreiben, sondern alles und jedes dem Göttlichen des Herrn, also dem Leben, nicht einem toten Ding. Die Gebildeten wissen, daß das Bestehen ein fortwährendes Entstehen ist, aber doch widerstreitet es der Neigung zum Falschen, und daher dem Bildungswahn, zu sagen, daß die Natur immerfort bestehe, wie sie entstanden war, aus dem Göttlichen des Herrn. Weil nun alles und jedes vom Göttlichen besteht, d.h. fortwährend entsteht, und alles und jedes, was davon her ist, nicht anders als Vorbilder derjenigen Dinge sein kann, durch die sie entstanden sind, so folgt, daß das sichtbare Weltall nichts anderes ist als eine Schaubühne, die das Reich des Herrn vorbildet, und daß dieses eine Schaubühne ist, die den Herrn selbst vorbildet. 3484. Durch sehr viele Erfahrungen wurde ich belehrt, daß nur ein einziges Leben ist, welches ist des Herrn, das einfließt und macht, daß der Mensch lebt, ja daß sowohl die Guten als die Bösen leben. Jenem Leben entsprechen die Formen, welche sind Substanzen, die durch den fortwährenden göttlichen Einfluß so belebt werden, daß es ihnen scheint, als lebten sie aus sich. Dies ist die Entsprechung der Organe mit dem Leben. Aber wie beschaffen die aufnehmenden Organe sind, in solcher Art leben sie. Diejenigen Menschen, die in der Liebe und Liebtätigkeit sind, sind in der Entsprechung, denn das Leben selbst wird von ihnen angemessen aufgenommen. Diejenigen aber, die in solchem sind, was gegen die Liebe und Liebtätigkeit ist, sind nicht in der Entsprechung, weil das Leben selbst nicht angemessen aufgenommen wird; dadurch entsteht ein solches Leben, wie sie beschaffen sind. Dies kann erläutert werden durch die natürlichen Formen, in die das Sonnenlicht einfließt. Wie beschaffen die aufnehmenden Formen sind, so sind die Modifikationen des Lichtes. In der geistigen Welt sind die Modifikationen geistig, daher wie beschaffen dort die aufnehmenden Formen sind, solche Einsicht und solche Weisheit haben sie. Daher kommt es, daß die guten Geister und Engel als die eigensten Formen der Liebtätigkeit erscheinen, hingegen die bösen und höllischen Geister als Formen des Hasses. 3485. Die Vorbildungen, die im anderen Leben vorkommen, sind Scheinbarkeiten, aber lebendige, weil sie vom Licht des Lebens sind; denn das Licht des Lebens ist die göttliche Weisheit, die vom Herrn allein. Daher ist alles, was von jenem Licht entsteht, wirklich; nicht wie das, was vom Licht der Welt. Deswegen haben diejenigen, die im anderen Lebens sind, öfters gesagt: das, was sie dort sehen, sei wirklich, und was der Mensch sieht, beziehungsweise nicht wirklich, weil jenes lebt, und so ihr Leben unmittelbar anregt, dieses aber nicht lebt, also auch das Leben nicht unmittelbar anregt, außer in solcher Art und in solchem Maß, als bei ihnen das, was dem Weltlicht angehört, sich angemessen und entsprechend verbindet mit demjenigen, was dem Himmelslicht angehört. Hieraus nun kann erhellen, was Vorbildungen und was Entsprechungen.   Von der Entsprechung aller, sowohl der inneren als der äußeren Organe und Glieder des Menschen, mit dem Größten Menschen, welcher ist der Himmel 3624. Wunderbares darf ich jetzt berichten und beschreiben, was, soviel ich weiß, noch niemand bekannt, und nicht einmal jemand in den Sinn gekommen ist, daß nämlich der ganze Himmel so gebildet ist, daß er entspricht dem Herrn, nämlich Seinem Göttlich-Menschlichen; und daß der Mensch so gebildet ist, daß er, mit allem und jedem bei ihm, entspricht dem Himmel, und durch den Himmel dem Herrn. Dies ist das große Mysterium, das nun enthüllt werden soll, von dem hier und am Ende der folgenden Kapitel (gehandelt wird). 3625. Daher kommt es, daß einigemal im Vorhergehenden, wo vom Himmel und den Engelsgesellschaften die Rede war, gesagt wurde, daß sie zu einem Gebiet des Leibes, als zu dem des Hauptes, oder der Brust, oder des Unterleibes, oder irgendeines Gliedes oder Organes darin gehören; und zwar infolge der oben gedachten Entsprechung. 3626. Daß eine solche Entsprechung stattfindet, ist gar wohl bekannt im anderen Leben, nicht allein den Engeln, sondern auch den Geistern, und selbst den Bösen. Die Engel wissen daraus die größten Geheimnisse, die im Menschen, und die größten Geheimnisse, die in der Welt und ihrer ganzen Natur sind. Davon habe ich mich öfters überzeugen können, auch dadurch, daß, wenn ich von einem Teile des Menschen redete, sie nicht allein wußten den ganzen Bau, die Tätigkeit und den Nutzzweck desselben Teiles, sondern auch unzählig mehreres, als ein Mensch überhaupt fähig ist, zu erforschen, ja zu verstehen, und zwar in seiner Ordnung und in seiner Reihenfolge. Und zwar durch den Einblick in die himmlische Ordnung, der sie folgten, und der die Ordnung jenes Teiles entsprach, weil sie also in den Urgründen (principiis) sind, so wissen sie ebendaher das, was aus ihnen sich ergibt. 3627. Es ist allgemeine Regel, daß nichts entstehen und bestehen kann aus sich, sondern aus einem anderen, d.h. durch ein anderes; und daß nichts erhalten werden kann in seiner Form, wenn nicht aus einem anderen, d.h. durch ein anderes, wie aus allem und jedem in der Natur erhellt. Daß der menschliche Leib auswendig in der Form erhalten wird von den Atmosphären, ist bekannt. Wenn es nicht auch inwendig von einer wirkenden oder lebendigen Kraft erhalten würde, so würde er im Augenblick zusammenfallen. Alles, was nicht zusammenhängt mit einem Früheren, als es ist, und durch das Frühere mit dem Ersten, geht auf der Stelle zugrunde. Daß der Größte Mensch, oder der Einfluß aus ihm, jenes Frühere ist, wodurch der Mensch in seinem ganzen und einzelnen im Verband erhalten wird mit dem Ersten, d.h. mit dem Herrn, wird aus dem folgenden klar werden. 3628. Hierüber bin ich durch viele Erfahrung belehrt worden, und zwar, daß nicht allein das, was dem menschlichen Gemüt, nämlich was seinem Denken und seiner Neigung angehört, den geistigen und himmlischen Dingen, die des Himmels vom Herrn sind, entsprechen, sondern auch, daß im allgemeinen der ganze Mensch, und im besonderen alles, was im Menschen ist, sogar, daß es nicht den kleinsten Teil, nicht einmal das Kleinste eines Teiles gibt, das nicht entspricht; ferner, daß der Mensch von daher entsteht und fortwährend besteht. Wie auch, daß, wenn nicht eine solche Entsprechung des Menschen mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn, also mit einem Früheren als er ist, und durch Früheres mit dem Ersten wäre, er nicht einen Augenblick bestehen, sondern in nichts zerfließen würde. Es sind immer zwei Kräfte, die ein jedes Ding in seinem Zusammenhang und in seiner Form erhalten, nämlich eine Kraft die auswendig wirkt, und eine Kraft die inwendig wirkt, in deren Mitte dasjenige sein muß, was erhellen wird, also auch der Mensch in seinen einzelnen, auch den allerkleinsten Teilen. Daß es die Atmosphären sind, die von außen durch fortwährendes Drücken oder Aufliegen, und die dadurch wirkende Kraft, den ganzen Leib im Zusammenhang erhalten, ist bekannt; wie auch, daß die Atmosphäre der Luft durch den Einfluß die Lungen (erhält); und ebendieselbe ihr Organ, welches das Ohr ist, mit seinen Formen, die gemäß der Modifikationen derselben eingerichtet sind. Und ebenso erhält die ätherische Atmosphäre die inwendigeren zusammengehörigen Teile; denn sie fließt ungehindert durch alle Poren ein, und hält die inwendigeren Eingeweide des ganzen Leibes, beinahe durch ein gleiches Drücken oder Aufliegen, und die dadurch wirkende Kraft, in ihren Formen unzertrennt. Wie auch ebendieselbe Atmosphäre ihr Organ (erhält), welches das Auge ist, mit seinen Formen, die darin gemäß der Modifikationen derselben eingerichtet sind. Wenn diesen nicht entsprechen würden innere Kräfte, die gegen jene äußeren Kräfte eine Gegenwirkung ausüben, und so die inmitten befindlichen Formen zusammen und im Gleichgewicht erhalten, so würden sie keinen Augenblick bestehen. Hieraus wird klar, daß durchaus zweierlei Kräfte sein müssen, wenn etwas entstehen und bestehen soll. Die Kräfte, die von innen einfließen und wirken, sind aus dem Himmel, und durch den Himmel vom Herrn, und haben in sich Leben. Dies zeigt sich besonders klar am Organ des Gehörs: wenn nicht inwendigere Modifikationen wären, die dem Leben angehören, und denen die auswendigeren Modifikationen, die der Luft angehören, entsprächen, so würde kein Gehör existieren; und auch am Organ des Gesichtes (zeigt es sich): wenn kein inwendigeres Licht wäre, das dem Leben angehört, und welche das auswendigere Licht, das der Sonne angehört, entspräche, würde gar kein Gesicht existieren. So verhält es sich mit allen übrigen Organen und Gliedern im menschlichen Leibe. Es sind die auswendig wirkenden Kräfte, die natürlich sind, und an sich nicht lebendig, und es sind die inwendig wirkenden und an sich lebendigen Kräfte, die ein jedes Ding erhellen, und machen, daß es lebt, und zwar gemäß der Form, wie sie ihr zum Nutzzweck gegeben ist. 3629. Daß es sich so verhält, können nur wenige glauben, aus dem Grund, weil man nicht weiß, was das Geistige und was das Natürliche ist, und noch weniger, wie sie voneinander unterschieden sind, sodann was Entsprechung, und was Einfluß ist, und daß das Geistige, wenn es in die organischen Formen des Leibes einfließt, solche lebendige Formen darstellt, wie sie erscheinen, und daß ohne solchen Einfluß und Entsprechung auch nicht das kleinste Teilchen des Leibes Leben haben und sich bewegen kann. Wie sich dieses verhält, darüber bin ich durch lebendige Erfahrung belehrt worden; nicht nur, daß der Himmel im allgemeinen einfließt, sondern auch die Gesellschaften insbesondere; sodann welche Gesellschaften, und wie beschaffen diejenigen sind, die in dieses und jenes Organ des Leibes, und in dieses und jenes Glied desselben (einfließen). Sodann, daß es nicht eine einzige Gesellschaft ist, sondern daß es sehr viele sind, die auf ein jedes Organ oder Glied einwirken; und daß in jeder Gesellschaft sehr viele sind; denn je mehrere es sind, desto besser und stärker ist die Entsprechung, weil die Vollkommenheit und Stärke von der einmütigen Menge mehrerer kommt, die zusammenwirken in himmlischer Form. Daraus ergibt sich nach Verhältnis der Mehrheit eine um so vollkommenere und stärkere Einwirkung auf das einzelne. 3630. Hieraus konnte erhellen, daß die einzelnen Eingeweide und Glieder, oder Bewegungs- und Empfindungsorgane, den Gesellschaften im Himmel, gleichsam ebenso vielen unterschiedenen Himmeln entsprechen, und daß aus jenen Gesellschaften, d.h. durch diese Himmel Himmlisches und Geistiges beim Menschen einfließt, und zwar in angemessene und geeignete Formen, und so die Wirkungen hervorbringen, die dem Menschen erscheinen. Aber diese Wirkungen erscheinen dem Menschen nicht anders, als wie natürliche, somit unter einer ganz anderen Form und unter einer ganz anderen Gestalt, so daß man gar nicht erkennen kann, daß sie von dort herkommen. 3631. Einmal wurde mir auch ganz lebhaft gezeigt, welche und was für Gesellschaften es sind, und wie diejenigen einfließen und wirken, die das Gebiet des Angesichtes zusammenbilden, und in die Muskeln der Stirne, der Wangen, des Kinnes und Nackens einfließen, und wie sie miteinander verkehren; und um dieses lebhaft darzustellen, durften sie das Angesicht auf verschiedene Arten durch den Einfluß ausgestalten. Ebenso (wurde gezeigt), welche und was für Gesellschaften in die Lippen, in die Zunge, in die Augen, in die Ohren einfließen; und ich durfte auch mit ihnen reden, und so vollständig belehrt werden. Hieraus konnte auch erhellen, daß alle, die in den Himmel kommen, Organe oder Glieder des Größten Menschen sind, wie auch, daß der Himmel nie geschlossen wird, sondern je mehrere (hineinkommen), desto stärker der Trieb, desto stärker die Kraft, und desto stärker das Wirken ist. Ferner, daß der Himmel des Herrn unermeßlich ist, und zwar so unermeßlich, daß es allen Glauben übersteigt. Die Einwohner unseres Erdballs sind verhältnismäßig sehr wenige, und beinahe wie ein kleiner See im Verhältnis zum Weltmeer. HG 3632 3632. Die göttliche und daher himmlische Ordnung kommt erst bei dem Menschen in seinem Leiblichen zum Abschluß, nämlich in seinen Gebärden, Handlungen, Gesichtsmienen, in seiner Rede, seinen äußeren Sinnesempfindungen und deren Lustreizen. Dieses ist das Äußerste der Ordnung und das Äußerste des Einflusses, das alsdann sich endigt. Aber das Inwendigere, das einfließt, ist nicht so beschaffen, wie es im Äußeren erscheint, sondern hat ein ganz anderes Angesicht, eine andere Miene, eine andere Sinnesempfindung, ein anderes Vergnügen. Die Entsprechungen lehren, wie beschaffen es ist, dann auch die Vorbildungen, von denen gehandelt wurde. Daß es anders ist, kann aus den Handlungen erhellen, die vom Willen ausgehen, und aus den Reden, die vom Denken ausgehen; die Handlungen des Leibes sind nicht so beschaffen im Willen, und der Ausdruck der Worte ist auch nicht so beschaffen im Denken. Hieraus wird auch klar, daß die natürlichen Handlungen von Geistigem ausgehen, denn was dem Wollen und was dem Denken angehört, ist geistig; und auch, daß sich dieses in jenen entsprechend, aber dennoch anders ausprägt. 3633. Alle Geister und Engel erscheinen sich als Menschen; mit einem solchen Antlitz und mit einem solchen Leib, mit Organen und Glieder, und das aus dem Grund, weil ihr Innerstes zu einer solchen Gestalt hinstrebt. Wie der erste Keim des Menschen, der aus der Seele des Vaters ist, zur Bildung des ganzen Menschen im Ei und Gebärleib hintreibt, obwohl dieser erste Keim nicht in der Gestalt des Leibes ist, sondern in einer anderen höchst vollkommenen, die dem Herrn allein bekannt; und weil das Innerste ebenso bei einem jeden zu einer solchen Form hinstrebt und hintreibt, darum erscheinen dort alle als Menschen. Und außerdem ist der ganze Himmel von der Art, daß ein jeder gleichsam der Mittelpunkt aller ist; denn er ist der Mittelpunkt der Einflüsse durch die himmlische Form von allen aus, daher geht das Bild des Himmels in einen jeden über, und macht ihn sich gleich, also zu einem Menschen; denn wie beschaffen das Allgemeine ist, so beschaffen ist der Teil des Allgemeinen; denn die Teile müssen ihrem Allgemeinen ähnlich sein, damit sie demselben angehören. 3634. Der Mensch, der in der Entsprechung ist, nämlich der in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und daher im Glauben, ist seinem Geiste nach im Himmel und mit dem Leib in der Welt; und weil er so mit den Engeln zusammenwirkt, so ist er auch ein Bild des Himmels, und weil der Einfluß aller oder des Allgemeinen in die Einzelnen oder die Teile geht, so ist er auch ein kleiner Himmel, unter menschlicher Gestalt; denn der Mensch ist vermöge des Guten und Wahren Mensch, und unterschieden von unvernünftigen Tieren. 3635. Es sind im menschlichen Leibe zwei Organe, welche die Quellen all seiner Bewegung, auch aller Handlung und äußeren, bloß körperlichen Empfindung sind, nämlich das Herz und die Lungen. Diese zwei entsprechen solchermaßen dem Größten Menschen oder dem Himmel des Herrn, daß die himmlischen Engel dort das eine Reich, und die geistigen Engel das andere Reich bilden; denn das Reich des Herrn ist ein himmlisches und ein geistiges. Das Himmlische Reich besteht aus denjenigen, die in der Liebe zum Herrn sind, das Geistige Reich aus denjenigen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 2088, 2669, 2715, 2718, 3235, 3246. Das Herz und sein Reich im Menschen entspricht den Himmlischen, die Lunge und ihr Reich entspricht den Geistigen; auch fließen dieselben ein in dasjenige, was dem Herz und den Lungen angehört, und zwar so, daß sie auch entstehen und bestehen durch den Einfluß von dort her. Aber von der Entsprechung des Herzens und der Lungen mit dem Größten Menschen soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, insonderheit gehandelt werden. 3636. Allgemeine Wahrheit ist, daß der Herr die Himmelssonne ist, und daß von daher alles Licht im anderen Leben kommt; und daß den Engeln und Geistern oder denjenigen, die im anderen Leben sind, gar nichts vom Weltlicht erscheint, und auch, daß das Weltlicht, das von der Sonne kommt, für die Engel nichts anders als Finsternis ist. Von der Himmelssonne oder vom Herrn kommt nicht nur das Licht, sondern auch die Wärme; aber es ist ein geistiges Licht und eine geistige Wärme. Das Licht erscheint vor ihren Augen als Licht, aber es hat in sich Einsicht und Weisheit, weil es von daher ist, und die Wärme wird von ihren Sinnen empfunden als Wärme, aber es ist Liebe in ihr, weil sie von daher ist. Deshalb wird auch die Liebe genannt geistige Wärme, und bildet auch die Lebenswärme des Menschen; und die Einsicht wird genannt geistiges Licht, und bildet auch das Lebenslicht des Menschen. Aus dieser allgemeinen Entsprechung stammen die übrigen ab; denn alles und jedes bezieht sich auf das Gute, das Sache der Liebe ist, und auf das Wahre, das Sache der Einsicht ist. 3637. Der Größte Mensch ist der ganze Himmel des Herrn in Beziehung auf den Menschen, aber der Größte Mensch im höchsten Sinn ist allein der Herr; denn aus Ihm ist der Himmel, und Ihm entspricht alles daselbst. Weil das Menschengeschlecht durch das Leben des Bösen und die daraus hervorgehenden Beredungen des Falschen ganz verdorben worden war, und weil dann beim Menschen das Untere zu herrschen anfing über sein Oberes, oder das Natürliche über sein Geistiges, so daß Jehovah oder der Herr durch den Größten Menschen, d.h. den Himmel nicht mehr einfließen und dasselbe in Ordnung bringen konnte, deshalb ward das Kommen des Herrn in die Welt notwendig, damit Er so das Menschliche annahm, und dasselbe göttlich machte, und durch dasselbe die Ordnung wieder herstellte, so daß auf Ihn als den einzigen Menschen der ganze Himmel sich beziehen und Ihm allein entsprechen konnte, nachdem diejenigen, die im Bösen und daher im Falschen waren, unter die Füße, somit aus dem Größten Menschen hinausgeworfen worden waren. Daher wird gesagt, daß diejenigen, die im Himmel sind, im Herrn seien, ja in Seinem Leibe; denn der Herr ist das Ganze des Himmels, und in Ihm bekommen alle und jede dort ihre Wohnstätten und Geschäfte. 3638. Daher kommt es, daß im anderen Leben alle Gesellschaften, soviel deren immer sind, ihre beständige Lage behalten in Beziehung auf den Herrn, Der als die Sonne dem ganzen Himmel erscheint; und was wunderbar und kaum von jemand geglaubt, weil nicht begriffen werden kann, ist, daß die Gesellschaften dort immer die gleiche Lage behalten in Beziehung auf jeden daselbst, mag er sein und sich wenden und drehen, wo und wie er immer will, so daß die Gesellschaften, die rechts erscheinen, immer zu seiner Rechten, die links, immer zur Linken sind, obwohl er mit seinem Angesicht und Leib die Richtungen (plagas) wechselt. Dies durfte ich auch vermöge der Wendung meines Körpers sehr oft beobachten. Hieraus wird klar, daß die Form des Himmels so beschaffen ist, daß er beständig den Größten Menschen in Beziehung auf den Herrn darstellt; und daß alle Engel nicht allein beim Herrn, sondern im Herrn sind, oder was gleich, daß der Herr bei ihnen und in ihnen ist, sonst würde dieses Verhältnis nicht bestehen. 3639. Alle Lagen dort verhalten sich daher in Beziehung auf den menschlichen Leib nach den Richtungen von ihm aus, d.h. rechts, links, vorne, hinten, in jeglicher Stellung, wie auch nach den Flächen, wie zur Fläche des Hauptes, seiner Teile, als: der Stirne, der Schläfen, der Augen, der Ohren; zur Fläche des Leibes, z.B. zur Fläche der Achseln, der Brust, des Bauches, der Lenden, Knie, Füße, Fußsohlen; dann auch über dem Haupt und unter den Fußsohlen, in jeder Richtung. Auch auf dem Rücken, vom Hinterhaupt abwärts. Aus der Lage selbst wird erkannt, welche Gesellschaften es sind, und zu welchen Gegenden der Organe und Glieder des Menschen sie gehören, was niemals trügt; aber mehr noch von ihrer Sinnesart und ihrem Charakter in Ansehung der Neigungen. 3640. Auch die Höllen, deren sehr viele sind, haben eine sich gleichbleibende Lage, so daß man schon aus der Lage wissen kann, welche und welcherlei es sind. Mit ihrer Lage verhält es sich ebenso: alle sind unter dem Menschen in Flächen, die sich in jeder Richtung unter den Fußsohlen erstrecken. Einige (Geister) von dort erscheinen auch über dem Haupt und hin und wieder anderwärts, aber nicht weil sie dort ihre Lage haben; denn es ist nur die beredende Phantasie, die über die Lage eine täuschende und falsche Meinung beibringt. 3641. Alle, sowohl die im Himmel als die in der Hölle sind, erscheinen aufrecht, mit dem Haupt oben und mit den Füßen unten, aber dennoch sind sie an sich und nach der Anschauung der Engel in einer anderen Stellung, nämlich die im Himmel mit dem Haupt zum Herrn gerichtet, Welcher dort ist die Sonne und der allgemeine Mittelpunkt, von dem jede Stellung und Lage (bestimmt wird). Hingegen die Höllischen sind vor dem Blick der Engel mit dem Haupt unten und mit den Füßen oben, somit in entgegengesetzter und auch in schiefer Stellung; denn für die Höllengeister ist das unten, was für die Himmelsgeister oben, und für die Höllengeister das oben, was für die Himmelsgeister unten. Hieraus wird einigermaßen klar, wie der Himmel mit der Hölle gleichsam eines machen, oder zugleich in Lage und Stellung gleichsam ein Ganzes darstellen kann. 3642. An einem Morgen war ich im Umgang mit Engelsgeistern, die nach Gewohnheit im Denken und Reden zusammenwirkten. Dieses drang auch bis zur Hölle, in die es sich fortsetzte, so daß es schien, als ob sie mit ihnen zusammenwirkten. Aber die Sache war die, daß das Gute und Wahre, das bei den Engeln war, durch einen wunderbaren Wechsel sich ins Böse und Falsche bei den Höllischen verwandelte, und zwar stufenweise, wie es hinabfloß, wo die Hölle zusammenwirkte durch Beredungen des Falschen und Begierden des Bösen. Die Höllen, obwohl sie außerhalb des Größten Menschen sind, werden dennoch auf solche Art gleichsam zu einem Ganzen gemacht, und dadurch in der Ordnung erhalten, gemäß derer sie Genossenschaften (consociationes) bilden; so regiert der Herr aus dem Göttlichen auch die Höllen. 3643. Es wurde wahrgenommen, daß die in den Himmeln in einer heiteren Lichtsphäre sind, gleich dem Morgen- und Mittagslicht, und auch dem zum Abend sich neigenden, ebenso daß sie in der Wärme sind, wie im Frühling, Sommer und Herbst. Daß hingegen die in der Hölle in einer dicken, nebeligen und finsteren Atmosphäre sich befinden, wie auch in der Kälte. Es wurde wahrgenommen, daß dazwischen im allgemeinen ein Gleichgewicht stattfindet. Ferner, daß die Engel, soweit sie in der Liebe, Liebtätigkeit und daher im Glauben sind, ebensoweit in Lichtschein und Frühlingswärme sich befinden; und die Höllischen, soviel sie in Haß und daher im Falschen sind, ebensoweit in der Finsternis und in der Kälte sind. Das Licht im anderen Leben hat in sich Einsicht, die Wärme Liebe, die Finsternis Unsinnigkeit und die Kälte Haß. 3644. Alle Menschen im ganzen Weltkreis haben ihre Lage entweder im Größten Menschen, d.h. im Himmel oder außerhalb desselben in der Hölle, in betreff ihrer Seele, oder was gleich ist in betreff ihres Geistes, der nach dem Hingang des Leibes leben wird. Dies weiß der Mensch nicht, solange er in der Welt lebt, aber dennoch ist er dort, und wird von dort aus regiert. Im Himmel sind sie gemäß dem Guten der Liebe und daher dem Wahren des Glaubens, in der Hölle gemäß dem Bösen des Hasses und daher dem Falschen. 3645. Das ganze Reich des Herrn ist ein Reich von Zwecken und Nutzleistungen. Es wurde mir verliehen, jene göttliche Sphäre, nämlich von Zwecken und Nutzleistungen, recht klar innezuwerden, und dabei solches, was man nicht kundgeben kann. Aus jener Sphäre fließt hervor, und durch dieselbe wird regiert alles und jedes. In dem Maße, als die Triebe, Gedanken und Handlungen den Zweck wohl zu tun von Herzen in sich haben, ist der Mensch Geist und Engel im Größten Menschen, d.h. im Himmel. In dem Maß aber, als der Mensch den Zweck übel zu tun von Herzen hat, ist er außerhalb des Größten Menschen, d.h. in der Hölle. 3646. Mit den unvernünftigen Tieren verhält es sich in Ansehung der Einflüsse und Entsprechungen ebenso wie mit den Menschen, daß nämlich bei ihnen ein Einfluß aus der geistigen Welt stattfindet und ein Zufluß aus der natürlichen Welt, wodurch sie erhalten werden und leben. Aber die Wirkung selbst stellt sich verschiedenartig dar, gemäß den Formen ihrer Seelen, und daher auch ihrer Leiber. Es verhält sich dies wie Weltlicht, das in die verschiedenen Gegenstände des Erdreichs in gleichem Grad und in gleicher Art einfließt, dennoch aber verschiedenartig wirkt in verschiedenen Formen, in einigen schöne Farben, in anderen unschöne erzeugt. So wenn das geistige Licht in die Seelen der Tiere einfließt, wird es ganz ungleich aufgenommen, und betätigt sie daher ganz anders, als wenn es in die Seelen der Menschen (einfließt); denn diese sind auf einer höheren Stufe und in einem vollkommeneren Zustande, und sind so geartet, daß sie aufwärts, also zum Himmel und zum Herrn blicken können. Daher kann sie der Herr mit Sich verbinden, und ihnen ewiges Leben geben. Dagegen die Seelen der Tiere sind so geartet, daß sie nicht anders können, als niederwärts blicken, somit allein auf Irdisches, und so nur an dieses sich anschließen, deswegen gehen sie auch zugleich mit dem Leibe zugrunde. Die Zwecke sind es, die zeigen, was für ein Leben der Mensch hat, und was für eines das Tier. Der Mensch kann geistige und himmlische Zwecke haben, und sie sehen, anerkennen, glauben und von ihnen angeregt werden. Dagegen die Tiere können keine anderen Zwecke haben als natürliche. Also kann der Mensch in der göttlichen Sphäre von Zwecken und Nutzleistungen sein, die im Himmel waltet und die den Himmel bildet, die Tiere aber können in keiner anderen Sphäre sein als in einer von Zwecken und Nutzleistungen, die auf der Erde waltet. Zwecke sind nichts anderes als Liebestriebe, denn was man liebt, das hat man zum Zweck. Daß die meisten Menschen zwischen ihrem Leben und dem Leben der Tiere nicht zu unterscheiden wissen, kommt daher, weil sie im äußeren gleich sind, und ihnen bloß irdische, leibliche und weltliche Dinge am Herzen liegen, und die, die so geartet sind, glauben auch, sie seien in Ansehung des Lebens den Tieren gleich, und würden wie jene, nach dem Tod zerstäubt werden; denn was himmlische und geistige Dinge sind, wissen sie nicht, weil sie sich nicht darum bekümmern. Daher kommt der Wahnsinn unseres Zeitalters, daß man sich den Tieren gleichstellt, und keinen inneren Unterschied sieht. Hingegen wer himmlische und geistige Dinge glaubt, oder leidet, daß das geistige Licht einfließt und wirkt, der sieht ganz das Gegenteil, nämlich daß er, und wie hoch er über den unvernünftigen Tieren steht. Aber über das Leben der unvernünftigen Tiere soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, besonders gehandelt werden. 3647. Wie dieses sich verhält, ist auch gezeigt worden: ich durfte einige sehen und wahrnehmen, die soeben ins andere Leben kamen, die im Leben ihres Leibes bloß auf irdische Dinge geblickt und nichts anderes zum Zweck gehabt hatten, auch durch keine Kenntnisse ins Gute und Wahre eingeweiht worden waren, sie gehörten dem Schiffer- und Landvolk an. Sie schienen, wie auch wahrgenommen wurde, so wenig Leben zu haben, daß ich meinte, sie könnten nicht wie andere Geister ewiges Leben erlangen, sie waren wie wenig beseelte Maschinen. Aber die Engel waren angelegentlich für sie besorgt, und durch die Fähigkeit, die sie als Menschen hatten, flößten sie ihnen das Leben des Guten und Wahren ein. Daher wurden sie mehr und mehr vom tierischen Leben ins menschliche Leben eingeführt. 3648. Es findet auch ein Einfluß vom Herrn durch den Himmel in die Subjekte des Pflanzenreiches statt, z.B. in die Bäume jeder Gattung und in deren Fruchtentwicklungen, und in Pflanzen verschiedener Gattung und deren Vermehrungen. Wenn nicht das Geistige vom Herrn inwendig fortwährend auf deren Grundformen, die in den Samen sind, einwirken würde, so würden sie gar nicht aufkeimen und wachsen in einer so wunderbaren Weise und Entwicklung. Aber die Formen darin sind so beschaffen, daß sie kein Leben aufnehmen. Von jenem Einflusse kommt es her, daß sie das Bild des Ewigen und Unendlichen in sich tragen, wie daraus erhellt, daß sie immerfort den Trieb haben, ihre Gattung und ihre Art fortzupflanzen, und so gleichsam ewig zu leben, und sogar das Weltall zu füllen. Dies liegt in jedem Samen. Aber der Mensch schreibt alles dieses, was so wundervoll ist, der Natur selbst zu, und glaubt an keinen Einfluß aus der geistigen Welt, weil er ihn im Herzen leugnet. Obwohl er wissen könnte, daß nichts bestehen kann als durch das, wodurch es entsteht, d.h. daß das Bestehen ein fortwährendes Entstehen, oder was gleich ist, daß die Erzeugung (productio) eine fortwährende Schöpfung ist; daß daher die ganze Natur eine das Reich des Herrn vorbildlich darstellende Schaubühne ist, man sehe Nr. 3483. Aber auch von diesen Dingen und von deren Entsprechung mit dem Größten Menschen soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo die Rede sein. 3649. Fortsetzung über den Größten Menschen und die Entsprechung mit ihm am Ende der folgenden Kapitel. 3741. Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, weil das einzelne dort dem Herrn allein, nämlich Seinem Göttlich-Menschlichen entspricht, Der allein Mensch ist: Nr. 49, 288, 565, 1894. Vermöge der Entsprechung, der Ebenbildlichkeit und Ähnlichkeit mit Ihm heißt der Himmel der Größte Mensch. Aus dem Göttlichen des Herrn ist alles Himmlische, das dem Guten angehört, und alles Geistige, das dem Wahren angehört, im Himmel. Alle Engel daselbst sind Formen oder Substanzen, die gebildet sind gemäß der Aufnahme der göttlichen Dinge, die vom Herrn (ausgehen). Göttliches des Herrn, das bei ihnen aufgenommen wird, ist es, was genannt wird Himmlisches und Geistiges, wenn nämlich göttliches Leben und göttliches Licht in ihnen als den Aufnehmenden vorhanden ist und modifiziert wird. Daher kommt es, daß auch die materiellen Formen und Substanzen beim Menschen ebenfalls so geartet sind, aber in einem niedrigeren Grad, weil sie gröber und mehr zusammengesetzt sind; auch diese sind Formen, die geistige und himmlische Dinge aufnehmen, wie augenscheinlich erhellt aus ganz sichtbaren Zeichen, z.B. das Denken fließt ein in die organischen Formen der Zunge, und erzeugt die Rede; die Regungen der Seele stellen sich sichtbar dar im Angesicht; der Wille geht durch die Muskelformen in Handlungen über und so fort. Das Denken und Wollen, die dies erzeugen, sind geistige und himmlische (Kräfte), die Formen aber und die Substanzen, die jene aufnehmen und zum tun bringen (mittunt in actum), sind materiell. Daß diese ganz zur Aufnahme von jenen gebildet sind, ist offenbar. Hieraus erhellt, daß sie von jenen stammend, und daß, wenn sie nicht von jenen abstammten, sie nicht als solche existieren könnten. 3742. Daß ein einziges Leben ist, und zwar vom Herrn allein, und daß die Engel, Geister und Menschen nur Empfänger (recipientes) des Lebens sind, ist mir durch eine so vielfältige Erfahrung kund geworden, daß nicht einmal der kleinste Zweifel übrig blieb. Der Himmel selbst ist in dem Innewerden, daß es so ist, und zwar so sehr, daß die Engel den Einfluß deutlich inne werden, sodann auch, wie es einfließt, wie auch in welchem Maß und auf welche Art sie es aufnehmen. Wenn sie in einem völligeren Stand der Aufnahme sind, dann sind sie in ihrem Frieden und ihrer Seligkeit, wo nicht, im Stand der Unruhe und einer gewissen Bangigkeit. Aber gleichwohl wird ihnen das Leben des Herrn zugeeignet, so daß sie innewerden, als ob sie aus sich leben; dennoch aber wissen sie, daß sie nicht aus sich leben. Die Zueignung des Lebens des Herrn kommt aus Seiner Liebe und Barmherzigkeit gegen das ganze Menschengeschlecht, sofern Er nämlich Sich und das Seine geben will, und sofern Er wirklich gibt, so viel sie aufnehmen, d.h. insoweit sie als seine Ähnlichkeiten und Bilder im Leben des Guten und Wahren sind; und weil ein solcher göttlicher Trieb fortwährend aus dem Herrn ist, wird Sein Leben zugeeignet. 3743. Die aber, die nicht in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten sind, folglich nicht im Leben des Guten und Wahren, können nicht anerkennen, daß ein einziges Leben ist, das einfließt; noch weniger, daß dieses Leben vom Herrn ist, sondern sie alle werden unwillig, ja weisen es schnöde ab, wenn gesagt wird, daß sie nicht von sich leben. Die Selbstliebe ist es, die das tut, und was auffallend ist, obwohl ihnen durch lebhafte Erfahrungen im anderen Leben gezeigt wird, daß sie nicht von sich leben, und sie dann überzeugt sagen, daß es so sei, beharren sie gleichwohl nachher in der gleichen Meinung und wähnen, daß, wenn sie von einem anderen leben würden und nicht von sich, all ihre Lebenslust verloren ginge; ohne zu wissen, daß es ganz das Gegenteil ist. Daher kommt es, daß die Bösen sich das Böse aneignen, weil sie nicht glauben, daß das Böse von der Hölle ist, und daß das Gute ihnen nicht zugeeignet werden kann, weil sie glauben, daß Gute sei von ihnen, und nicht vom Herrn. Aber dennoch sind die Bösen und auch die Höllischen, Leben vom Herrn aufnehmende Formen, aber solche Formen, daß sie das Gute und Wahre entweder verwerfen, oder ersticken, oder verkehren; und so wird bei ihnen Gutes und Wahres, das aus dem Leben des Herrn ist, zu Bösem und Falschem. Es verhält sich damit wie mit dem Sonnenlicht, das obwohl einzigartig und weißglänzend, gleichwohl, sowie es durch die Formen hindurchgeht oder in sie einfließt, sich verschieden gestaltet. Daher entstehen schöne und angenehme Farben, und auch unschöne und unangenehme. 3744. Hieraus nun kann erhellen, wie beschaffen der Himmel ist, und woher es kommt, daß er der Größte Mensch genannt wird. Wie dort die Verschiedenheiten in Beziehung auf das Leben des Guten und Wahren unzählig sind, so verhalten sie sich gemäß der Aufnahme des Lebens vom Herrn; sie stehen ganz in dem Verhältnis, in dem die Organe, Glieder und Eingeweide im Menschen stehen, die alle Formen sind, die in fortdauernd verschiedener Weise Leben aufnehmen von ihrer Seele oder vielmehr durch die Seele vom Herrn, und doch, obwohl eine solche Verschiedenheit bei ihnen stattfindet, gleichwohl zusammen einen Menschen bilden. 3745. Wie groß und von welcher Art die Verschiedenheit ist, kann erhellen aus der Verschiedenheit im menschlichen Leibe. Es ist bekannt, daß kein Organ und Glied dem anderen gleich ist, z.B. das Organ des Gesichts ist nicht gleich dem Organ des Gehörs, ebenso das Organ des Geruchs und das Organ des Geschmacks, und auch das Organ des Tastsinnes, das sich durch den ganzen Leib verbreitet, so auch die Glieder, z.B. die Arme, Hände, Lenden, Füße, Fußsohlen; und auch die Eingeweide, die inwendig verborgen liegen, z.B. diejenigen, die dem Haupt angehören, nämlich das große und das kleine Gehirn, das verlängerte Mark und das Rückenmark, mit allen kleinen Organen, Eingeweiden, Gefäßen und Fibern, aus denen sie bestehen, sodann diejenigen, die zum Leib unterhalb des Hauptes gehören, z.B. das Herz, die Lungen, der Magen, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, die Milz, die Gedärme, das Gekröse, die Nieren und auch diejenigen, die der Zeugung gewidmet sind, in beiderlei Geschlecht. Daß diese samt und sonders einander ungleich sind in Ansehung ihrer Formen und in Ansehung ihrer Verrichtungen, und zwar so ungleich, daß sie ganz verschieden sind, ist bekannt; ebenso die Formen innerhalb der Formen, die auch von solcher Verschiedenheit sind, daß nicht eine Form, nicht einmal ein Teilchen dem anderen ganz gleich ist, nämlich so gleich, daß es an die Stelle des anderen gesetzt werden könnte, ohne daß es eine, wenn auch noch so kleine Störung gäbe. Diese Leibesteile entsprechen samt und sonders den Himmeln, aber so, daß das, was körperlich und materiell ist beim Menschen, dort himmlisch und geistig ist; und sie entsprechen so, daß sie von daher entstehen und bestehen. HG 3746 3746. Im allgemeinen beziehen sich alle Verschiedenheiten auf das Gebiet des Hauptes, auf das Gebiet der Brust, auf das Gebiet des Unterleibes und auf das Gebiet der Zeugungsglieder. Ebenso überall auf das, was das Inwendigere und was das Auswendigere ist. 3747. Ich redete einige Male mit den Geistern über die Gebildeten unseres Zeitalters, daß sie nichts wissen, als den Menschen in einen Inwendigen und einen auswendigen zu scheiden, und zwar nicht, weil sie sich auf das Inwendigere der Gedanken und Neigungen bei sich besinnen, sondern weil sie es aus dem Wort des Herrn wissen; und daß sie gleichwohl nicht wissen, was der inwendige Mensch ist, und sogar, daß mehrere zweifeln, ob einer sei, und es auch leugnen, aus dem Grund, weil sie nicht ein Leben des inwendigen, sondern des auswendigen Menschen leben; und daß sie hauptsächlich irre geführt werden dadurch, daß die unvernünftigen Tiere ihnen gleich erscheinen in betreff der Organe, Eingeweide, Sinne, Begierden und Affekte; und es wurde gesagt, daß die Gebildeten von solchen Dingen weniger wissen als die Einfältigen, und daß sie gleichwohl sich dünken, viel mehr zu wissen; denn sie streiten über den Verkehr zwischen Seele und Leib, sogar über die Seele selbst, was sie sei, da doch die Einfältigen wissen, daß die Seele der inwendige Mensch ist, und daß ihr Geist es ist, der nach dem Tod des Leibes leben wird, sodann daß er der eigentliche Mensch ist, der im Leib wohnt. Außerdem, daß die Gebildeten mehr als die Einfältigen sich den unvernünftigen Tieren gleichstellen, und alles der Natur zuschreiben, und kaum etwas dem Göttlichen. Sodann daß sie nicht bedenken, der Mensch könne, was den unvernünftigen Tieren nicht möglich ist, an den Himmel und an Gott denken, und so über sich selbst erhoben, folglich durch Liebe mit dem Herrn verbunden werden, und es so nicht anders sein könne, als daß er nach dem Tode ewig lebe; und daß sie hauptsächlich nicht wissen, daß alles und jegliches beim Menschen abhängt durch den Himmel vom Herrn, und daß der Himmel der Größte Mensch ist, dem alles und jedes, was im Menschen ist, entspricht, und auch jegliches in der Natur. Ferner, daß, wenn sie dieses hören und lesen werden, solches ihnen wohl unbegreiflich sein wird, so daß sie, wofern es nicht die Erfahrung bestätigen sollte, es als ein Hirngespinst verwerfen würden. Ebenso wenn sie hören werden, daß drei Lebensgrade im Menschen sind, wie drei Lebensgrade in den Himmeln sind, d.h. drei Himmel, und daß der Mensch den drei Himmeln so entspricht, daß er selbst im Abbild ein ganz kleiner Himmel ist, wenn er im Leben des Guten und Wahren ist, und durch dieses Leben ein Bild des Herrn. Ich wurde über jene Lebensgrade belehrt, daß der letzte Lebensgrad es ist, welcher der äußere oder natürliche Mensch genannt wird, durch den der Mensch den Tieren in Ansehung der Begierden und Phantasien gleich ist; und daß der andere Grad es ist, welcher der inwendige und vernünftige Mensch heißt, durch den der Mensch über den Tieren steht; denn durch denselben kann er das Gute und Wahre denken und wollen, und dem natürlichen Menschen gebieten, indem er dessen Begierden und den daher (kommenden) Phantasien Einhalt tut, und sie auch verwirft; und überdies kann er bei sich den Himmel, ja über das Göttliche nachdenken, was die unvernünftigen Tiere gar nicht können. Und daß der dritte Lebensgrad es ist, der dem Menschen ganz unbekannt, und daß gleichwohl dieser es ist, durch den der Herr in das vernünftige Gemüt einfließt, woher ihm die Fähigkeit kommt zu denken als ein Mensch, woher er das Gewissen und das Innewerden des Guten und Wahren hat und auch vom Herrn die Erhebung zu Ihm hin. Aber diese Dinge liegen den Vorstellungen der Gebildeten dieses Zeitalters ferne, die nur disputieren, ob etwas sei, und so lange nicht wissen können, daß es sei, und weniger noch was es sei. 3748. Ein gewisser Geist, der, während er in der Welt lebte, unter den Gelehrten hochberühmt war, gar geschickt zur Begründung des Falschen, aber sehr unwissend in Beziehung auf Gutes und Wahres, meinte, wie früher in der Welt, er wisse alles; denn solche glauben, sie seien die Weisesten, und es sei ihnen nichts verborgen. Und wie sie im Leibesleben waren, so geartet sind sie auch im anderen Leben; denn alles, was einem Lebenssache ist, d.h. seiner Liebe und Neigung angehört, folgt ihm, und wohnt ihm inne, wie die Seele ihrem Leibe, weil er seine Seele in betreff ihrer Beschaffenheit danach gebildet hat. Dieser, der jetzt ein Geist war, kam zu mir, und redete mit mir, und weil er so beschaffen war, fragte ich ihn: Wer versteht mehr? Der viel Falsches weiß, oder der wenig Wahres? Er antwortete: der wenig Wahres, weil er meinte, das Falsche, das er wußte, sei wahr gewesen, und er somit weise. Dann wollte er vernünfteln über den Größten Menschen und über den Einfluß in das Einzelne des Menschen von daher. Weil er aber nichts davon verstand, sagte ich ihm, wie er es verstehe, daß das Denken, das geistig ist, das ganze Angesicht bewege und sich in demselben auspräge, und auch alle Sprachorgane bewege, und zwar genau dem geistigen Innewerden dieses Denkens gemäß; und daß der Wille die Muskeln des ganzen Leibes und tausend Fibern, die zerstreut sind, zu einer Handlung bewege, da jenes, was bewegt, geistig ist, und dieses, was bewegt wird, leiblich. Aber er wußte nicht, was er antworten sollte. Ich redete ferner vom Trieb (conatu), ob er wisse, daß der Trieb die Handlungen und Bewegungen erzeuge, und daß in der Handlung und Bewegung ein Trieb sein müsse, daß sie entstehe und bestehe. Er sagte, das wisse er nicht, daher wurde ihm gesagt, wie er dann vernünfteln wolle, da er nicht einmal die ersten Grundbegriffe wisse, und daß dann die Vernünftelei sich verhalte wie ein zerstreuter, zusammenhangloser Staub, den das Falsche so zerstiebt, daß man am Ende nichts weiß, und somit nichts glaubt. 3749. Ein gewisser Geist kam unvermutet zu mir, und wirkte auf das Haupt ein. Aus den Einwirkungen in die Körperteile lernt man auch die Geister kennen. Ich war begierig zu erfahren, wer und woher er wäre; aber nachdem er eine Zeitlang geschwiegen hatte, sagten die Engel, die bei mir waren, daß er von den Geistern bei einem heute noch in der Welt lebenden Gelehrten, hergenommen sei, der, nämlich der Gelehrte, den Ruf der Gelehrsamkeit vor anderen erlangt hatte. Durch jenen vermittelnden Geist konnte man dann sich auch mit dem Denken jenes Menschen ins Vernehmen setzen. Ich fragte den Geist, welche Vorstellung sich jener Gelehrte von dem Größten Menschen und von dessen Einfluß und der Entsprechung daher machen könne? Er sagte, er könne sich keine machen. Hierauf fragte ich, welche Vorstellung er vom Himmel habe, er sagte: keine, bloß Lästerungen, z.B. daß man dort mit musikalischen Instrumenten spiele, und zwar mit solchen, womit das Landvolk eine Art von Musik hervorzubringen pflege. - Und doch ist er vor anderen geachtet, und man glaubt, daß er wisse, was der Einfluß, und was die Seele und was ihr Verkehr mit dem Leibe sei. Vielleicht glaubt man auch, daß er vor anderen wisse, was der Himmel. Hieraus kann erhellen, von welcher Art diejenigen heutzutage sind, die andere lehren, daß sie nämlich voller Ärgernisse sind gegen das Gute und Wahre des Glaubens, obwohl sie etwas anderes öffentlich kund geben. 3750. Was für eine Vorstellung vom Himmel auch diejenigen haben, von denen man glaubt, daß sie vor anderen Gemeinschaft mit dem Himmel und Einfluß von daher haben, ist mir auch lebhaft gezeigt worden. Die, die über dem Haupte erscheinen, sind solche, die in der Welt als Götter verehrt werden wollten, und bei denen die Selbstliebe durch die Stufen der Gewalt und durch die hieraus entspringende eingebildete Freiheit den höchsten Grad erreicht hat. Sie sind zugleich trügerisch unter dem Schein der Unschuld und Liebe zum Herrn. Solche erscheinen hoch über dem Haupte aus der Einbildung ihrer Erhabenheit, aber gleichwohl sind sie unter den Füßen in der Hölle. Einer von ihnen ließ sich zu mir herab, und es wurde von anderen gesagt, er sei in der Welt Papst gewesen. Er redete mit mir gar freundlich, und zuerst von Petrus und seinen Schlüsseln, die er gehabt zu haben meinte; aber als er gefragt wurde über die Gewalt, in den Himmel einzulassen alle, die ihm beliebte, hatte er eine so grobe Vorstellung vom Himmel, daß er etwas wie eine Türe darstellte, durch die man eingehe. Er sagte, er habe sie den Armen unentgeltlich aufgetan, aber die Reichen seien geschätzt worden, und das, was sie gegeben hätten, sei heilig gewesen. Auf die Frage, ob er glaube, daß diejenigen, die er hineingelassen hatte, dort geblieben seien, sagte er, das wisse er nicht; wenn sie nicht (wollten), so sollten sie hinausgehen. Ferner wurde gesagt, ihr Inwendigeres könnte er nicht wissen, und ob sie würdig seien, oder vielleicht Räuber, die in die Hölle kommen müßten?, er sagte, darum habe er sich nicht bekümmert. Wenn sie nicht würdig seien, so könne man sie ja fortschicken. Er wurde aber belehrt, was unter den Schlüsseln Petri verstanden werde, nämlich der Glaube der Liebe und Liebtätigkeit, und weil der Herr allein einen solchen Glauben gebe, so sei es der Herr allein, Der in den Himmel einlasse, und daß Petrus niemand erscheine, und daß er ein einfacher Geist sei, der nicht mehr Gewalt habe, als ein anderer. Vom Herrn hatte er keine andere Meinung, als daß er zu verehren sei, insofern Er eine solche Gewalt gebe. Hingegen wenn Er sie nicht gebe (dachte er, wie man inne wurde), sei Er nicht mehr zu verehren. Ferner, als ich mit ihm vom inwendigen Menschen redete, hatte er von ihm eine unsaubere Vorstellung. Was für ein Gefühl von Freiheit, Vollgenugsamkeit, Behaglichkeit er atmete, als er auf seinem Throne im Konsistorium saß, und aus dem Heiligen Geist zu reden glaubte, wurde mir lebhaft gezeigt. Er wurde in den gleichen Zustand versetzt, in dem er sich befand, als er dort gewesen war; denn im anderen Leben kann ein jeder leicht in den Lebenszustand, den er in der Welt hatte, versetzt werden, weil der Zustand seines Lebens einen jeden nach dem Tod erwartet, und es wurde mir ein solches Atmen, das er damals gehabt hatte, mitgeteilt: es war frei mit angenehmen Behagen, langsam, regelmäßig, tief, die Brust füllend, aber wenn man ihm widersprach, dann war in seinem Unterleib, infolge des Anhaltens des Atems (ex respirationis continus), etwas gleichsam sich Wälzendes und Schleichendes; und da er meinte, das sei Göttlich, was er aussprach, ward er dies inne aus einem mehr stillen und gleichsam zustimmenden atmen. Es wurde mir nachher gezeigt, von welchen (Geistern) solche Päpste dann regiert werden, nämlich von der Sirenenrotte, die über dem Haupt sind, und die eine solche Natur und Lebensweise sich zu eigen gemacht haben, daß sie sich in alle möglichen Neigungen einschmeicheln, in der Absicht zu herrschen und sich andere zu unterwerfen, aber auch jeden um ihrer selbst willen zu verderben, welche die Heiligkeit und Unschuld nur als Mittel brauchen. Sie fürchten für sich und handeln vorsichtig, stürzen aber, wenn sich die Gelegenheit gibt, um ihrer selbst willen in Grausamkeiten hinein ohne alle Barmherzigkeit.   Hier, von der Entsprechung mit dem Herzen und der Lunge 3883. Was der Größte Mensch sei, und was die Entsprechung mit ihm, wurde früher gesagt, daß nämlich der Größte Mensch ist der ganze Himmel, der im allgemeinen die Ähnlichkeit und das Bild des Herrn ist, und daß eine Entsprechung des Göttlichen des Herrn besteht mit den himmlischen und geistigen Dingen daselbst, und der himmlischen und geistigen Dinge dort mit den natürlichen Dingen, die in der Welt, und hauptsächlich mit den Dingen, die beim Menschen sind; somit des Göttlichen des Herrn durch den Himmel oder Größten Menschen mit dem Menschen und mit dem einzelnen, das beim Menschen ist, und zwar in solcher Art, daß der Mensch daher sein Dasein, d.h. sein Bestehen hat. 3884. Weil in der Welt ganz unbekannt ist, daß eine Entsprechung des Himmels oder Größten Menschen mit dem einzelnen beim Menschen stattfindet, und daß der Mensch von daher sein Dasein und Bestehen hat, und daher als widersinnig und unglaublich erscheinen muß, was darüber gesagt werden wird, so mag dasjenige, was ich davon wirklich erfahren habe, und daher mir zur völligen Gewißheit geworden ist, berichtet werden. Als mir einst der inwendigere Himmel aufgetan wurde, und ich dort mit den Engeln redete, durfte ich Folgendes beobachten. Man muß aber wissen, daß obwohl ich dort war, ich dennoch nicht außer mir war, sondern im Leibe; denn der Himmel ist im Menschen, an was für einem Ort er auch immer sein möge; so kann, wenn es dem Herrn wohlgefällt, der Mensch im Himmel sein und dennoch nicht vom Leibe weggeführt werden, daher war mir vergönnt, die allgemeinen Wirkungen des Himmels so deutlich wahrzunehmen, wie das, was mit einem Sinn (des Leibes wahrgenommen wird). Vier Wirkungen waren es, die ich damals wahrnahm: Die erste auf das Gehirn an der linken Schläfe; diese Wirkung war eine allgemeine, betreffend die Organe der Vernunft, denn die linke Seite des Gehirns entspricht den vernünftigen oder verständigen Dingen, die rechte aber den Neigungen oder den Willensdingen. Die zweite allgemeine Wirkung nahm ich wahr auf das Atmen der Lunge; dieselbe leitete sonst mein Atmen, aber vom Inwendigeren aus, so daß ich nicht nötig hatte, mit einer Kraft meines Willens den Odem zu holen oder zu atmen. Das eigentliche Atmen des Himmels ist von mir damals deutlich wahrgenommen worden. Dasselbe ist ein inwendiges, und darum für den Menschen nicht wahrnehmbares; aber es fließt durch eine wunderbare Entsprechung in das Atmen des Menschen ein, das ein äußeres ist oder dem Leib angehört. Wenn der Mensch dieses Einflusses beraubt würde, so würde er augenblicklich tot niederfallen. Die dritte Wirkung, die ich wahrnahm, ging auf die zusammenziehende und ausdehnende Bewegung des Herzens, die dann bei mir sanfter (molior) war als irgend sonst. Die Zeiten des Pulsschlags waren regelmäßig, innerhalb eines jeden Atemholens erfolgten ungefähr drei (Pulsschläge), jedoch von solcher Art, daß sie in die Lungenbewegungen ausliefen, und so die Lungenbewegungen regierten. Wie die Herzregungen sich in die Lungenregungen hineinschmiegten (se insinuabant) durfte ich am Ende eines jeden Atemzugs einigermaßen beobachten. Die Pulsschläge waren so leicht zu beobachten, daß ich sie hätte zählen können; sie waren unterschieden und sanft. Die vierte allgemeine Wirkung war auf die Nieren, die ich auch wahrnehmen durfte, aber nur dunkel. Aus diesem wurde klar, daß der Himmel oder der Größte Mensch Herzschläge und Atemzüge hat, und daß die Herzschläge des Himmels oder des Größten Menschen eine Entsprechung haben mit dem Herzen und mit seinen zusammenziehenden und ausdehnenden Bewegungen, und daß die Atemzüge des Himmels oder des Größten Menschen eine Entsprechung haben mit der Lunge und ihren Atemzügen; daß aber beides für den Menschen nicht beobachtbar ist, weil nicht wahrnehmbar, darum, weil es inwendige Dinge sind. 3885. Einst auch, als ich von den Vorstellungen, die von der leiblichen Sinnlichkeit herstammen, weggeführt wurde, erschien mir ein himmlisches Licht. Jenes Licht selbst führte mich nämlich mehr und mehr davon weg; denn im Himmelslicht ist geistiges Leben: man sehe Nr. 1524, 2776, 3167, 3195, 3339, 3636, 3643. Als ich in diesem (Licht) war, erschienen mir die leiblichen und weltlichen Dinge wie unter mir; dennoch nahm ich sie wahr, aber als von mir entfernter und als mich nicht angehend. Es schien mir, als ob ich im Himmel wäre mit dem Haupt, nicht mit dem Leibe. In diesem Zustand durfte ich auch das allgemeine Atmen des Himmels beobachten, sodann wie beschaffen es war: es war inweniger, leicht, von selbst erfolgend (spontanea), und sich verhaltend zu meinem Atmen wie drei zu eins. Ebenso durfte ich auch die Erwiderungen der Herzschläge beobachten; ferner wurde ich von den Engeln belehrt, daß daher alle und jede auf der Erde die Herzschläge und die Atemzüge haben; und daß sie in ungleichen Zeitteilen geschehen, davon sei Ursache, weil der Herzschlag und das Lungenatmen, die in den Himmeln sind, in etwas Stätiges übergehen, und so in ein Streben, das von der Art ist, daß es jene Bewegungen verschieden hervorbringt, gemäß dem Zustand eines jeden. 3886. Aber man muß wissen, daß es, was die Pulsschläge und Atemzüge in den Himmeln betrifft, vielerlei Unterschiede gibt, und zwar so viele, als es Gesellschaften gibt; denn sie richten sich nach den Zuständen ihres Denkens und Strebens, und diese nach den Zuständen des Glaubens und der Liebe. Aber der allgemeine Pulsschlag und das allgemeine Atmen verhält sich so, wie oben gesagt wurde. Einst durfte ich die Herzschläge derjenigen beobachten, die zur Gegend des Hinterhauptes gehörten; und zwar die Pulsschläge der Himmlischen daselbst besonders, und die Pulsschläge der Geistigen besonders. Die der Himmlischen waren still und sanft, die der Geistigen aber stark und schwingend. Die Momente des Pulsschlags der Himmlischen verhielten sich zu dem der Geistigen wie fünf zu zwei; denn der Pulsschlag der Himmlischen fließt in den Pulsschlag der Geistigen ein und geht so aus und über in die Natur. Und was wunderbar ist, die Rede der himmlischen Engel wird nicht gehört von den geistigen Engeln, sondern wahrgenommen unter einer Art von Herzschlag, und zwar aus dem Grund, weil die Rede der himmlischen Engel den geistigen Engeln nicht verständlich ist, denn jene geschehen durch Neigungen, die der Liebe angehören, hingegen die der Geistigen durch verständige Vorstellungen; man sehe Nr. 1647, 1759, 2157, 3343; jene gehören zum Gebiet des Herzens, diese aber zu dem der Lungen. 3887. Im Himmel oder im Größten Menschen sind zwei Reiche, das eine wird genannt das himmlische, das andere das geistige. Das himmlische Reich wird gebildet von den Engeln, die himmlisch genannt werden, und das sind diejenigen, die in der Liebe zum Herrn gewesen sind, und daher in aller Weisheit; denn sie sind vor anderen im Herrn, und daher vor anderen im Stand des Friedens und der Unschuld. Sie erscheinen anderen als Kinder; denn der Zustand des Friedens und der Unschuld stellt jene Erscheinung dar. Vor ihnen lebt gleichsam alles, was dort ist, denn was unmittelbar vom Herrn kommt, das lebt. Dies ist das himmlische Reich. Das zweite Reich wird genannt das geistige. Dieses wird gebildet von den Engeln, die geistige genannt werden; und daselbst sind diejenigen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten gewesen sind. Die Freude (jucunditatem) ihres Lebens setzen sie darein, daß sie anderen wohltun können ohne Vergeltung; das ist für sie Vergeltung, wenn sie anderen Gutes tun dürfen. Je mehr sie das wollen und verlangen, in desto größerer Einsicht und Seligkeit sind sie; denn jeder wird im anderen Leben mit Einsicht und Seligkeit vom Herrn begabt, gemäß dem Nutzen, den er aus Willensneigung leistet. Dies ist das geistige Reich. Diejenigen, die im himmlischen Reich des Herrn sind, gehören alle zum Gebiet des Herzens, und die im geistigen Reich, gehören alle zum Gebiet der Lungen. Der Einfluß vom himmlischen Reich ins geistige verhält sich ebenso, wie der Einfluß des Herzens in die Lungen; sodann wie der Einfluß alles dessen, was dem Herzen angehört, in das, was den Lungen angehört; denn das Herz regiert im ganzen Leib und in seinen einzelnen Teilen durch die Blutgefäße, und auch die Lunge in seinen einzelnen Teilen durch das Atmen; daher findet überall im Leib gewissermaßen ein Einfluß des Herzens in die Lungen statt, aber gemäß den Formen daselbst und gemäß den Zuständen. Daher entsteht alles Empfinden und alles Handeln, das dem Leibe eigen ist. Dies kann man auch sehen an den im Mutterleibe befindlichen und kaum erst geborenen Kindern: diese können keine leibliche Empfindung haben und keine willkürliche Handlung, ehe ihnen die Lungen geöffnet sind, und daher der Einfluß des einen in das andere möglich ist. In der geistigen Welt verhält es sich ebenso, aber mit dem Unterschied, daß dort nichts Leibliches und Natürliches ist, sondern Himmlisches und Geistiges, welches ist das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens. Daher richten sich die Herzbewegungen bei ihnen nach den Zuständen der Liebe, und die Atmungsbewegungen nach den Zuständen des Glaubens. Der Einfluß des einen ins andere macht, daß sie geistig empfinden und geistig handeln. Dieses kann dem Menschen nur widersinnig erscheinen, weil er vom Guten der Liebe und vom Wahren des Glaubens keine andere Vorstellung hat, als daß es etwas Abgezogenes (abstracta quaedam) sei, ohne das Vermögen etwas zu bewirken, während doch das Gegenteil stattfindet, nämlich daß daher alles Innewerden und Empfinden und alle Kraft und Tätigkeit kommt, auch im Menschen. 3888. Jene zwei Reiche stellen sich im Menschen dar durch jene zwei Reiche, die bei ihm sich finden, nämlich durch das Willensreich und durch das Verstandesreich, welche zwei das menschliche Gemüt, ja den Menschen selbst bilden. Der Wille ist es, dem der Herzschlag entspricht, und der Verstand ist es, dem das Atmen der Lunge entspricht. Daher kommt es auch, daß im Leib des Menschen ebenfalls zwei Reiche sind, nämlich das des Herzens und das der Lungen. Wer dieses Geheimnis weiß, kann auch wissen, wie es sich verhält mit dem Einfluß des Willens in den Verstand, und des Verstandes in den Willen, folglich mit dem Einfluß des Guten der Liebe ins Wahre des Glaubens und umgekehrt, somit wie es sich verhält mit der Wiedergeburt des Menschen. Diejenigen aber, die bloß in fleischlichen Vorstellungen (in ideis corporeis) sind, d.h. im Willen des Bösen und im Verstand des Falschen, können dies nicht begreifen; denn solche können von geistigen und himmlischen Dingen nicht anders denken als sinnlich und fleischlich, mithin eben nur aus der Finsternis über das, was dem himmlischen Licht oder dem Glaubenswahren angehört, und aus der Kälte über das, was der himmlischen Flamme oder dem Liebeguten angehört, beides, nämlich jene Finsternis und jene Kälte, löscht das Himmlische und Geistige so sehr aus, daß es ihnen wie nichts erscheint. 3889. Damit ich wissen möchte, nicht nur, daß eine Entsprechung sei des Himmlischen, das der Liebe angehört, mit den Bewegungen des Herzens, und des Geistigen, das dem Glauben aus der Liebe angehört, mit den Bewegungen der Lunge, sondern auch, wie es sich damit verhalte, durfte ich eine geraume Zeit unter den Engeln sein, die mir dies in lebendiger Wirklichkeit zeigen sollten: Dieselben formierten durch eine wunderbare und mit keinen Worten beschreibliche fließende Bewegung in Windungen (fluxionem in gyros) ein Abbild des Herzens und ein Abbild der Lungen mit allen inwendigeren und auswendigeren Verwebungen darinnen. Dann folgten sie der Strömung des Himmels in freiwilliger Weise, denn der Himmel strebt in eine solche Form infolge des Einflusses der Liebe vom Herrn. So stellten sie das einzelne, was im Herzen, dar, und danach die Vereinigung zwischen Herz und Lungen, die sie auch vorbildeten durch die Ehe des Guten und Wahren. Daraus wurde auch klar, daß das Herz dem Himmlischen, das Sache des Guten ist, entspricht, und die Lunge dem Geistigen, welches ist Sache des Wahren, und daß die Verbindung von beiden in materieller Form sich verhält wie die des Herzens und der Lungen; und es wurde gesagt, daß es sich ebenso verhält im ganzen Leibe, nämlich in seinen einzelnen Gliedern, Organen und Eingeweiden, mit dem, was dort dem Herzen angehört, und was dort den Lungen angehört, denn wo nicht beide wirken, und ein jedes für sich seine Geschäfte, kann in demselben keine Lebensbewegung aus einem wollenden Grundtrieb, noch eine Lebensempfindung aus einem verständigen Grundtrieb, stattfinden. 3890. Früher wurde einigemal gesagt, daß der Himmel oder der Größte Mensch in unzählige Gesellschaften unterschieden sei, und im allgemeinen in ebenso viele, als Organe und Eingeweide im Leibe sind, und daß die einzelnen Gesellschaften zu je einem derselben gehören: Nr. 3745. Sodann daß die Gesellschaften, obwohl sie unzählig und verschieden sind, dennoch als eines wirken, wie alles, was im Leibe, obwohl es verschieden ist, eines (ist). Die Gesellschaften, die dort zum Gebiet des Herzens gehören, sind himmlische Gesellschaften und sind in der Mitte oder im Innersten, die aber zum Lungengebiet gehören, sind geistige, und sind ringsumher und im Auswendigeren. Der Einfluß vom Herrn geht durch die Himmlischen in die Geistigen, oder durch die Mitte in die Umgebungen, d.h. durch das Innerste zum Auswendigeren. Dies kommt daher, weil der Herr durch die Liebe oder Barmherzigkeit einfließt; daher kommt alles Himmlische, das in Seinem Reiche ist; und durch die Liebe oder Barmherzigkeit in das Gute des Glaubens; daher kommt alles Geistige, das in Seinem Reiche ist, und zwar mit unsäglicher Verschiedenheit. Aber die Verschiedenheit kommt nicht vom Einfluß her, sondern von der Aufnahme. HG 3891 3891. Daß nicht nur der ganze Himmel wie ein Mensch atmet, sondern auch die einzelnen Gesellschaften im Verein, ja auch alle Engel und Geister, wurde mir bezeugt durch sehr viele lebendige Erfahrungen, so daß mir kein Zweifel übrig blieb; ja es wundern sich die Geister, wenn jemand daran zweifelte. Aber weil wenige sind, die von den Engeln und Geistern eine andere Vorstellung haben, als wie von einem Unmateriellen, und daß sie daher nur Gedanken, somit wohl kaum Substanzen seien, weniger daß sie wie die Menschen des Gesichtssinnes, des Gehörsinnes und des Tastsinnes sich erfreuen, und noch weniger, daß sie ein Atmen haben, und daher auch ein Leben wie ein Mensch, aber ein inwendigeres, wie das Leben eines Geistes im Verhältnis dem eines Menschen, darum dürfen weitere Erfahrungen angeführt werden. Einst wurde mir vorhergesagt, ehe ich schlafen ging, es seien mehrere, die gegen mich konspirierten (sich verschwörten), mit der Absicht, mich umzubringen durch Erstickung, aber ich achtete nicht auf ihre Drohungen, weil ich beschirmt war vom Herrn; darum schlief ich sorglos ein. Aber da ich um Mitternacht erwachte, empfand ich deutlich, daß ich nicht von mir selbst atmete, sondern aus dem Himmel; denn der Atem war nicht mein, aber dennoch atmete ich. Auch sonst durfte ich unzählige Male die Beseelung oder das Atmen der Geister und auch der Engel empfinden, dadurch, daß sie in mir atmeten und daß mein Atem dennoch zugleich da war, unterschieden von dem ihrigen. Aber dieses kann niemand fühlen, als wenn des Inwendigere geöffnet und dadurch Gemeinschaft mit dem Himmel gegeben ist. 3892. Von den Uralten, die himmlische Menschen waren und vor den übrigen in der Liebe zum Herrn, bin ich belehrt worden, daß sie kein äußeres Atmen, wie ihre Nachkommen, gehabt haben, sondern ein inwendiges, und daß sie geatmet haben mit den Engeln, mit denen sie in Genossenschaft waren, aus dem Grund, weil sie in himmlischer Liebe waren. Ich wurde auch belehrt, daß die Zustände ihres Atmens sich genau verhalten habe nach den Zuständen ihrer Liebe und ihres Glaubens; worüber man sehe was Nr. 608, 805, 1118, 1119, 1120 berichtet wurde. 3893. Es waren Engelschöre, die miteinander den Herrn priesen, und zwar aus Herzensfreudigkeit; ihre Lobpreisung wurde zuweilen gehört wie aus einem süßen Gesang, denn die Geister und Engel haben unter sich eine laute Stimme, und sie hören einander so gut wie ein Mensch den anderen, aber der menschliche Gesang ist, was Lieblichkeit und Harmonie betrifft, die dort himmlisch ist, mit jenem nicht zu vergleichen. Aus der Verschiedenheit des Tones nahm ich wahr, daß es mehrere Chöre waren. Von den Engeln, die bei mir waren, wurde ich unterrichtet, daß jene zum Gebiet der Lungen und ihrer Verrichtungen gehörten; denn ihnen kommt der Gesang zu, weil dieses das Geschäft der Lungen ist. Dieses wurde mir auch durch Erfahrung zu wissen gegeben: sie durften nämlich mein Atmen regieren, was so sanft und süß und auch so innerlich geschah, daß ich kaum etwas von meinem Atmen empfand. Ich wurde auch unterrichtet, daß diejenigen, die dem unfreiwilligen (unwillkürlichen) und dem freiwilligen (willkürlichen) Atmen gewidmet sind, sich voneinander unterscheiden. Es wurde gesagt, daß die, die dem unfreiwilligen Atmen gewidmet sind, zugegen seien, wenn der Mensch schläft, denn sobald der Mensch schläft, hört das Freiwillige seines Atmens auf, und es beginnt das Unfreiwillige des Atmens. 3894. I. Weil, wie Nr. 3892 gesagt worden, das Atmen der Engel und Geister sich ganz den Zuständen ihrer Liebe und daher Glaubens verhält, so ergibt sich daraus, daß nicht eine Gesellschaft atmet wie die andere, ferner daß die Bösen, die in der Selbst- und Weltliebe, und daher im Falschen sind, nicht in der Genossenschaft der Guten leben können, sondern daß, wenn sie ihnen nahe kommen, es ihnen scheint, als ob sie nicht atmen könnten, sondern gleichsam erstickt würden, und daß sie daher wie halbtot und wie Steine hinunterfallen bis in die Hölle, wo sie ihr Atmen wieder bekommen, das sie mit den dortigen gemein haben. Hieraus kann erhellen, daß diejenigen, die im Bösen und Falschen sind, nicht im Größten Menschen oder im Himmel sein können; denn wenn ihr Atmen bei der Annäherung dort aufzuhören anfängt, dann verschwindet auch all ihr Wahrnehmen und Denken, und auch all ihr Trieb, Böses zu tun und das Falsche einzureden, und mit dem Trieb all ihre Tätigkeit und Lebensbewegung, daher können sie nicht anders als sich jählings von da hinabstürzen. 3894. II. Weil es so ist, und die Gutartigen, wenn sie ins andere Leben kommen zuerst in das Leben zurückversetzt werden, das sie in der Welt hatten: Nr. 2119, somit auch in die Lieblingsneigungen und Vergnügungen jenes Lebens, darum können sie, ehe sie vorbereitet sind, noch nicht in der Genossenschaft der Engel sein, auch in betreff des Atmens. Deshalb werden sie, wenn sie vorbereitet werden zuerst eingeweiht ins Engelsleben durch übereinstimmendes Atmen, und dann kommen sie zugleich in inwendigere Gefühle (perceptiones) und in eine himmlische Freiheit. Dieses geschieht in der Gesellschaft von mehreren oder in Chören, in denen der eine ebenso atmet wie der andere, ferner ebenso fühlt und ebenso aus Freiheit handelt. Wie dieses geschieht, ist mir ebenfalls in lebendiger Wirklichkeit gezeigt worden. 3895. Die Beredung vom Bösen und Falschen, auch die Beredung vom Wahren ist, wenn der Mensch im Leben des Bösen ist, so beschaffen im anderen Leben, daß sie andere gleichsam erstickt, und auch gutartige Geister, ehe sie ins engelische Atmen eingeweiht sind. Deshalb werden diejenigen, die im (Streben) der Beredung sind, vom Herrn entfernt und in der Hölle niedergehalten, wo einer dem anderen nicht schaden kann; denn dort ist die Beredung des einen beinahe gleich der des anderen, und daher stimmen die Atmungen überein. Einige, die in einer solchen Beredung waren, kamen zu mir in der Absicht, mich zu ersticken, und führten auch etwas von Erstickung herbei, aber ich wurde vom Herrn befreit. Alsdann wurde ein Kind vom Herrn geschickt, von dessen Gegenwart sie so geängstet wurden, daß sie kaum atmen konnten. In diesem Zustand wurden sie gehalten bis zu flehentlichen Bitten, und so wurden sie in die Hölle hinuntergestoßen. Auch die Beredung des Wahren ist, wenn der Mensch im Leben des Bösen ist, so beschaffen, daß sie sich einredet, das Wahre sei wahr, aber nicht um eines guten, sondern um eines bösen Zweckes willen, um nämlich dadurch Ehrenstellen, Ruhm und Vermögen zu gewinnen. Die Allerschlimmsten können in einer solchen Beredung sein, auch in einem scheinbaren Eifer, daß sie alle zur Hölle verdammen, die nicht im Wahren sind, wenn auch immerhin im Guten. Über diese Beredung sehe man Nr. 2689, 3865. Wenn solche ins andere Leben kommen, glauben sie anfangs, sie seien Engel, aber zu einer Engelsgesellschaft können sie nicht nahen. Infolge ihrer Selbstberedung werden sie dort gleichsam erstickt. Diese sind es, von denen der Herr geredet hat bei Matth.7/22,23: "Viele werden sagen zu Mir an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt, und in Deinem Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Taten getan? Aber dann werde Ich ihnen bekennen: Ich kenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Übeltäter". 3896. Die Fortsetzung vom Größten Menschen und von der Entsprechung am Ende des folgenden Kapitels. * Hier von der Entsprechung mit dem großen und kleinen Gehirn. 4039. Von der Entsprechung des Herzens und der Lungen mit dem Größten Menschen, oder mit dem Himmel, war am Ende des vorigen Kapitels die Rede. Hier soll von der Entsprechung des großen und des kleinen Gehirns, und den Marksubstanzen (medullarum) die mit ihm verknüpft sind, gehandelt werden. Ehe aber von der Entsprechung die Rede ist, soll einiges vorausgeschickt werden über die Form des Gehirns im allgemeinen, woher sie kommt, und was sie vorbildet. 4040. Im Gehirn, wenn es von der Hirnschale und von den Decken, die umher sind, bloßgelegt wird, erscheinen wunderbare Windungen und kreisförmige Gänge (gyri), in welche die sogenannten Rindensubstanzen gelegt sind. Aus diesen laufen Fasern aus, die das Hirnmark bilden. Diese Fasern setzen sich von da aus durch die Nerven in den Leib fort, und besorgen daselbst ihre Geschäfte nach den Weisungen (nutus) und Befehlen (arbitria) des Gehirns. Dieses alles ist ganz der himmlischen Form gemäß; denn eine solche Form ist den Himmeln eingeprägt vom Herrn, und eine solche daher demjenigen, was im Menschen ist, und hauptsächlich in seinem großen und kleinen Gehirn. 4041. Die himmlische Form ist erstaunenswert, und geht ganz über die menschliche Einsicht hinaus, denn sie steht hoch über den Vorstellungen der Formen, die der Mensch aus weltlichen Gegenständen, auch durch tiefes Nachdenken (per analytica) je fassen kann. Nach jener Form sind alle himmlischen Gesellschaften geordnet, und was wunderbar ist, es findet eine Kreisbewegung (gyratio) gemäß den Formen statt, welche Kreisbewegung die Engel und Geister nicht fühlen. Es verhält sich damit wie mit dem täglichen Lauf der Erde um ihre Achse, und mit der jährlichen um die Sonne, welche die Bewohner nicht wahrnehmen. Es wurde mir gezeigt, von welcher Art die himmlische Form in der untersten Sphäre ist; es war gleich der Form der Windungen, die in den menschlichen Gehirnen sich zeigen. Jenen Lauf oder jene kreisförmigen Bewegungen durfte ich deutlich sehen; das währte einige Tage lang. Hieraus konnte mir klar werden, daß das Gehirn nach der Form des Himmelslaufs gebildet ist. Was aber inwendiger dort ist, und was vor dem Auge nicht erscheint, ist den inwendigeren Formen des Himmels gemäß, die ganz unbegreiflich sind, und es wurde von den Engeln gesagt, daß man hieraus sehen könne, der Mensch sei nach den Formen der drei Himmel geschaffen, und ihm so das Bild des Himmels aufgeprägt, so daß der Mensch in kleinster Gestalt ein ganz kleiner Himmel ist, und daher seine Entsprechung mit den Himmeln. 4042. Daher nun kommt es, daß durch den Menschen allein möglich ist ein Absteigen aus den Himmeln in die Welt, und ein Aufsteigen aus der Welt in die Himmel. Das Gehirn ist es, und dessen Inwendigeres, durch welches das Ab- und Aufsteigen geschieht, denn dort sind die eigentlichen Anfänge, oder die ersten und letzten Zwecke, von denen alles, was sich samt und sonders im Leibe befindet, ausfließt und abgeleitet wird. Dort auch ist der Ausgangspunkt der Gedanken, die dem Verstand angehören, und der Neigungen, die dem Willen angehören. 4043. Daß die noch inwendigeren Formen, die auch weit umfassender sind, nicht begriffen werden können, kommt daher, weil die Formen, wenn sie genannt werden, die Vorstellung des Raumes und auch der Zeit mit sich führen, während doch im Inwendigeren, wo der Himmel ist, nichts durch Räume und durch Zeiten begriffen wird, denn diese sind der Natur eigen; sondern durch Zustände und deren Wechsel und Veränderungen. Weil aber die Wechsel und Veränderungen vom Menschen gar nicht begriffen werden können ohne solches, was der Form angehört, d.h. ohne Räumliches und Zeitliches, während doch solches nicht in den Himmeln ist, so kann hieraus erhellen, wie unbegreiflich, und auch wie unaussprechlich jene Dinge sind. Auch sind alle menschlichen Worte, womit jene ausgesprochen und begriffen werden sollen, weil sie Natürliches in sich schließen, nicht geeignet, jenes auszudrücken. In den Himmeln wird solches durch Wechsel des himmlischen Lichts und der himmlischen Flamme, die vom Herrn ausgeht, und zwar in solcher und so großer Fülle dargestellt, daß tausend und aber tausend Wahrnehmungen kaum in etwas Wahrnehmbares beim Menschen fallen können, aber dennoch wird das, was in den Himmeln geschieht, in der Geisterwelt durch Formen vorgebildet, denen der Ähnlichkeit nach die Formen nahe kommen, die in der Welt erscheinen. 4044. Vorbildungen sind nichts anderes als Bilder geistiger Dinge in natürlichen, und wenn jene in diesen richtig dargestellt werden, dann entsprechen sie. Wer aber nicht weiß, was das Geistige ist, sondern bloß was das Natürliche, der kann meinen, daß es keine solche Vorbildungen und Entsprechungen daher geben könne; denn er möchte bei sich sagen: wie kann das Geistige wirken aufs Materielle. Wenn er aber sich besinnen wollte über dasjenige, was bei ihm in jedem Augenblick geschieht, so könnte er sich eine Vorstellung davon verschaffen, nämlich wie der Wille auf die Muskeln des Körpers wirken, und tatsächliche Handlungen hervorbringen kann, ferner wie das Denken auf die Sprachorgane einwirken kann, indem es die Lungen, Luftröhre, Kehle, Zunge, Lippen bewegt, und die Rede hervorbringen. Dann wie die Neigungen aufs Angesicht wirken, und dort Bilder von sich darstellen können, so daß der andere oft daraus merkt, was einer denkt und will. Dieses kann eine Vorstellung von Vorbildungen und Entsprechungen geben. Weil nun solches im Menschen sich darstellt, und weil es nichts gibt, was bestehen kann von sich selber, sondern von einem anderen, und das wieder von einem anderen, und endlich vom Ersten, und zwar durch einen Zusammenhang von Entsprechungen, daher können diejenigen, die ein weitergehendes Urteilsvermögen besitzen, schließen, daß zwischen dem Menschen und Himmel eine Entsprechung ist, und ferner zwischen dem Himmel und dem Herrn, Welcher der Erste. 4045. Weil es eine solche Entsprechung gibt, und der Himmel unterschieden ist in mehrere kleinere Himmel, und diese in noch kleinere, und überall in Gesellschaften, so sind dort Himmel, die das große und das kleine Gehirn im allgemeinen darstellen, und in diesen Himmeln solche, welche die in den Gehirnen befindlichen Teile und Glieder darstellen, z.B. welche die harte Mutter (duram matrem), welche die zarte oder fromme Mutter (terinem seu piam matrem), welche die Einbiegungen (sinus), sodann solche, welche die Körper und Höhlungen daselbst, wie auch solche, die den dickhäutigen Körper, die gestreiften Körper (corpora strata), die kleineren Drüsen (glandulas minores), die Ventrikel (ventriculos), den Trichter (infundibulum) usf. darstellen; von welcher Art nun diejenigen sind, die das eine oder andere darstellen, wurde mir entdeckt, wie aus Folgendem erhellen kann. 4046. Es erschienen mehrere Geister in mittlerer Entfernung über dem Haupt, die im allgemeinen nach Art des Herzschlags wirkten, aber es war gleichsam ein Hin- und Herwogen ab- und aufwärts, mit einem kalten Anhauchen an meine Stirne. Hieraus konnte ich schließen, daß sie mittlerer Art waren, nämlich daß sie sowohl zum Gebiet des Herzens, als der Lungen gehörten, wie auch daß sie keine inwendigeren Geister waren. Nachher stellten ebendieselben ein flammiges Licht dar, grob, aber doch leuchtend. Dasselbe erschien zuerst unter dem linken Teil des Kinns, nachher unter dem linken Auge, darauf über dem Auge. Es war jedoch dunkel, aber dennoch flammig, nicht hell, woraus ich merken konnte, von welcher Art sie waren; denn die Lichter zeigen die Neigungen, dann auch die Grade der Einsicht an. Nachher, als ich die Hand an die linke Seite der Hirnschale oder des Hauptes hielt, spürte ich ein gleichfalls ab- und aufwogendes Klopfen, aus welchem Kennzeichen ich merkte, daß sie zum Gehirn gehörten. Als ich fragte, wer sie seien, wollten sie nicht reden; es wurde von anderen gesagt, daß sie nicht gerne reden. Endlich wurden sie veranlaßt zum Reden. Sie sagten, daß sie so entdeckt würden, wie beschaffen sie seien. Ich war inne, daß sie zu denjenigen gehörten, die das Gebiet der Harten Mutter (Durae Matris) bilden, welche die allgemeine Decke des großen oder kleinen Gehirns ist. Es wurde darauf entdeckt, wie beschaffen sie waren, denn aus der Rede mit ihnen durfte ich das merken. Sie waren so, wie sie als Menschen gelebt hatten, die nichts über geistige und himmlische Dinge dachten, auch nicht davon redeten, weil sie von der Art waren, daß sie glaubten, es gebe nichts anderes als das Natürliche, und zwar deshalb, weil sie nicht über dasselbe sich erheben konnten; aber dennoch haben sie dieses nicht bekannt. Gleichwohl haben sie wie andere das Göttliche verehrt, Gebete verrichtet, und sind gute Bürger gewesen. Es waren nachher andere da, die ebenfalls in den Puls einflossen, aber nicht durch ein Wogen ab- und aufwärts, sondern schief. Andere wieder, die nicht hin und her, sondern mehr stetig (sich bewegten); und auch andere, von denen der Puls getrieben von einem Ort auf den anderen übersprang. Sie sagten, daß sie das auswenigere Blättchen der Harten Mutter darstellten; und daß sie zu solchen gehörten, die über geistige und himmlische Dinge nur aus solchem dachten, was Gegenstände der äußeren Sinne sind, indem sie das Inwendigere nicht anders begriffen. Von mir wurden sie gehört, als wie aus dem weiblichen Geschlecht; diese vernünfteln aus äußeren sinnlichen, mithin aus weltlichen und irdischen Dingen über das, was dem Himmel angehört, oder über die geistigen Dinge des Glaubens und der Liebe, und je mehr sie solches zu eins machen und vermengen, desto mehr gehen sie ins Äußerliche (eo exterius vadunt), bis zur äußeren Kopfhaut, die sie vorbilden. Aber dennoch sind sie im Bereich des Größten Menschen, wiewohl in seinen äußersten Teilen, wenn sie ein Leben des Guten geführt haben; denn ein jeder, der im Leben des Guten aus Neigung zur Liebtätigkeit ist, wird selig. 4047. Es erschienen auch andere über dem Haupt, deren allgemein einfließende Tätigkeit über dem Haupt eine quer von vorne nach hinten wallende war; und es erschienen wieder andere, deren einfließende Tätigkeit von beiden Schläfen der Mitte des Gehirns zuging. Ich ward inne, daß sie zum Gebiet der Frommen Mutter (Piae Matris) gehörten, welche die andere Decke ist, und das große und kleine Gehirn näher umkleidet, und durch ausgesandte Fäden mit ihnen in Verbindung steht. Wie beschaffen sie waren, durfte ich aus ihrer Rede merken; denn sie haben mit mir geredet: sie waren wie in der Welt, von der Art, daß sie sich nicht viel auf ihr Denken verließen, und so sich nicht bestimmten, etwas Gewisses über heilige Dinge zu denken, sondern daß sie vom Glauben anderer abhingen, nicht erwägend, ob es wahr sei. Daß sie solcher Art waren, wurde mir auch gezeigt durch den Einfluß ihres Innewerdens ins Gebet des Herrn, als ich dasselbe las; denn alle Geister und Engel, soviel ihrer sind, konnten aus dem Gebet des Herrn erkannt werden, von welcher Art sie waren, und zwar durch den Einfluß ihrer Denkvorstellungen und Neigungen in den Inhalt des Gebetes; daher wurde auch wahrgenommen, daß sie solcher Art waren; und überdies, daß sie den Engeln als Mittel dienen konnten; denn es gibt Geister, die zwischen den Himmeln vermitteln, und durch die Gemeinschaft besteht. Ihre Vorstellungen waren nämlich nicht verschlossen, sondern leicht zu öffnen, so daß sie sich gerne bewegen ließen, und den Einfluß willig an- und aufnahmen. Außerdem waren sie bescheiden und friedsam; und sie sagten auch, sie seien im Himmel. 4048. Es war einer nahe an meinem Haupte, der mit mir redete; aus dem Ton vernahm ich, daß er im Stande der Ruhe wie eines friedlichen Schlafes war. Er fragte dieses und jenes, aber mit einer solchen Klugheit, daß ein Wachender nicht klüger (hätte fragen können); ich ward inne, daß inwendigere Engel durch ihn redeten, und er in einem Zustand war, daß er es vernahm und äußerte. Ich erkundigte mich über jenen Zustand, und sagte ihm, daß er einen solchen Zustand habe. Er antwortete, daß er nichts anderes rede als das Gute und Wahre, und daß er wahrnehme, ob es etwas anderes sei, und daß er, wenn etwas anderes einfließen wollte, es nicht zulasse oder ausspreche. Von seinem Zustand sagte er, daß er ein friedsamer sei, und ich durfte ihn auch durch Gemeinschaft inne werden. Es wurde gesagt, daß solche es seien, welche die Einbiegungen (sinus) oder größeren Blutgefäße im Gehirn darstellen; und daß sie jenem Ähnlichen den in die Länge sich erstreckenden Busen (Sinum Longitudinalem) darstellen, der zwischen den zwei Halbkugeln des Gehirns ist, und daselbst in einem ruhigen Zustande bleibt, mag immerhin das Gehirn auf beiden Seiten toben. 4049. Es waren einige über dem Haupt ein wenig vorne, die mit mir redeten, sie sprachen lieblich, und flossen ziemlich sanft ein, sie unterschieden sich von anderen dadurch, daß sie immerfort eine Begierde und ein Verlangen hatten in den Himmel zu kommen; es wurde gesagt, daß solche es sind, welche die Mägen (Ventriculos) oder größeren Höhlen des Gehirns darstellen und zu jenem Gebiet gehören. Die Ursache wurde auch beigefügt: daß die bessere Art der darin befindlichen Lymphe beschaffen ist, daß sie nämlich in das Gehirn zurückgeht, daher sie auch einen solchen Trieb hat; das Gehirn ist der Himmel, und der Trieb ist Begierde und Verlangen; die Entsprechungen sind solche. 4050. Ein Antlitz erschien mir zuerst über einem blauen Fenster, und dieses Antlitz zog sich bald nach einwärts, dann erschien mir ein Sternchen um die Gegend des linken Auges, hernach mehrere rötliche Sternchen, die weiß schimmerten. Nachher wurden mir Wände sichtbar, aber kein Dach, die Wände nur auf der linken Seite; zuletzt wie ein gestirnter Himmel. Und weil dieses erschien an einem Ort, wo Böse waren, so meinte ich, es sei etwas Schauerliches, was mir zu sehen vorgehalten werde, aber bald verschwand die Wand und der Himmel, und es erschien ein Brunnen, aus dem wie ein weißer Nebel oder Dunst hervorging, und es schien auch, als ob etwas aus dem Brunnen herausgeschöpft würde. Ich fragte, was dieses bedeute und vorbilde; es wurde gesagt, es sei eine Vorbildung des Trichters (Infundibuli) im Gehirn, über demselben sei das Gehirn, das durch den Himmel bezeichnet wird, und was nachher gesehen wurde, sei jenes Gefäß, das durch den Brunnen bezeichnet und Trichter genannt wird, und daß der daraus hervorgehende Nebel oder Dunst die Lymphe sei, die hindurchgeht, und von da herausgeschafft wird; und daß jene Lymphe von zweierlei Art sei, nämlich eine die mit Lebensgeistern vermischt ist, und zu den nutzbaren Lymphen gehört, und eine, die mit Flüssigkeiten vermischt ist, und zu den auswurfartigen Lymphen gehört. Es wurde mir hernach gezeigt, von welcher Art die seien, die zu diesem Gebiet gehören, aber nur die, die von einer schlechteren Art waren; auch wurden sie gesehen: sie laufen dahin und dorthin, sie machen sich an diejenigen heran, die sie sehen, geben auf alles Achtung, und was sie hören, tragen sie anderen zu, sie sind argwöhnisch, ungeduldig, unruhig, ähnlich jener Lymphe, die dort innen auch hin- und herzieht. Ihre Vernunftschlüsse sind die dortigen Flüssigkeiten, die sie vorbilden; aber diese (Geister) sind von mittlerer Art. Diejenigen dagegen, welche die auswurfartigen Lymphen daselbst darstellen, sind die, die geistige Wahrheiten herabziehen zu irdischen Dingen, und sie dort besudeln, wie zum Beispiel, wenn sie etwas von der ehelichen Liebe hören, es auf Hurereien und Ehebrüche deuten, und so was der ehelichen Liebe angehört, zu diesen herabziehen; so auch im übrigen. Diese erschienen vorne in einiger Entfernung zur Rechten. Welche aber von guter Art sind, die sind denjenigen ähnlich, von denen Nr. 4049. 4051. Es gibt Gesellschaften, die jene Gegend darstellen, die im Gehirn der Isthmus heißt, und auch solche, welche die Knötchen der Fasern im Gehirn darstellen, die wie drüsenartig erscheinen, und aus denen Fasern zu verschiedenen Verrichtungen hervorgehen, welche Fasern gleichmäßig wirken in jenen Anfängen oder Drüsen, aber verschiedenartig in den äußersten Teilen. Eine Gesellschaft von Geistern, denen solches entspricht, wurde mir vorgestellt, über die ich Folgendes sagen kann: es kamen Geister vorne, redeten mich an, und sagten, daß sie Menschen seien, aber diesen durfte geantwortet werden, daß sie nicht Menschen seien mit einem Körper begabt, sondern Geister, und insofern auch Menschen, weil das Ganze eines Geistes zu dem hinstrebt, was zu einem Menschen gehört, auch zu der Gestalt, die dem mit einem Körper ausgestatteten Menschen ähnlich ist, denn der Geist ist der inwendige Mensch; sodann weil sie Menschen seien vermöge der Einsicht und Weisheit, nicht vermöge der Gestalt, deshalb seien die guten Geister, und mehr die Engel Menschen vor denen, die in einem Körper sind, weil sie mehr im Licht der Weisheit sind. Nach dieser Antwort sagten sie, es seien mehrere in einer Gesellschaft, wobei aber der eine dem anderen nicht gleiche; weil es mir aber unmöglich schien, daß es eine Gesellschaft von Ungleichen im anderen Leben geben könne, redete ich mit ihnen über diesen Gegenstand und wurde endlich belehrt, daß sie, obwohl ungleich, dennoch sich zusammengesellen in Ansehung des Zwecks, der für alle nur einer sei. Weiter sagten sie, sie seien von der Art, daß ein jeder verschieden handle und auch verschieden rede von dem anderen, und doch wollten und dächten sie das gleiche. Dieses beleuchteten sie auch mit einem Beispiel: wenn einer in der Gesellschaft sagt von einem Engel, er sei der kleinste im Himmel, sagt der andere, er sei der größte, und der dritte, er sei weder der kleinste noch der größte, und so mit mehrfacher Verschiedenheit. Die Gedanken jedoch gehen auf eines hinaus, daß nämlich, wer der kleinste sein will, der größte sei, und daß er daher beziehungsweise der größte sei, und daß er weder der kleinste noch der größte, weil sie nicht an einen Vorrang denken; ebenso im übrigen. So gesellen sie sich zusammen in den Anfängen (principiis), aber wirken verschiedenartig im Äußersten; sie machten sich an mein Ohr, und sagten, sie seien gute Geister, und ihre Redeweise sei so beschaffen. Es wurde in Beziehung auf sie gesagt, daß man nicht wisse, woher sie kommen, und daß sie zu den umherschweifenden Gesellschaften gehören. 4052. Außerdem ist eine solche Entsprechung des Gehirns mit dem Größten Menschen, daß diejenigen, die in den Prinzipien des Guten (in principiis boni) sind, diejenigen Teile im Gehirn darstellen, die daselbst die Anfänge sind, und Drüsen oder Rindensubstanzen genannt werden. Hingegen die, die in den Grundsätzen des Wahren (in principiis veri) sind, diejenigen Teile in den Gehirnen darstellen, die von jenen Anfängen ausgehen und Fasern genannt werden; aber dennoch mit diesem Unterschied, daß die, die der rechten Seite des Gehirns entsprechen, es sind, die im Willen des Guten sind, und von daher im Willen des Wahren; hingegen die der linken Seite des Gehirns entsprechen, solche sind, die im Verständnis des Guten und Wahren sind und von daher in der Neigung dazu. Dies kommt daher, weil diejenigen, die im Himmel zur Rechten des Herrn sind, im Guten aus dem Willen, hingegen die, die zur Linken des Herrn, im Guten aus dem Verstand sind; jene sind es, die himmlisch genannt werden, diese aber, die geistig. 4053. Daß solche Entsprechungen sind, hat bisher niemand gewußt, und ich weiß, daß man sich verwundern wird, wenn man es hört, und zwar aus dem Grund, weil man nicht weiß, was der inwendige Mensch und was der äußere ist, und daß der inwendige Mensch in der geistigen Welt ist, und der äußere in der natürlichen, und daß der inwendige Mensch es ist, der im Äußeren lebt, und in diesen einfließt, und diesen regiert. Hieraus, sodann aus dem, was Nr. 4044 angeführt wurde, kann man gleichwohl wissen, daß ein Einfluß stattfindet und eine Entsprechung; daß es so ist, ist allbekannt im anderen Leben. Sodann daß das Natürliche nichts anderes ist als eine Vorbildung der geistigen Dinge, von denen es sein Dasein und Bestehen hat; und daß das Natürliche in solcher Art vorbildet, in der es entspricht. 4054. Das Gehirn ist wie der Himmel in der Sphäre der Zwecke, welche sind Nutzleistungen; denn alles, was einfließt vom Herrn, ist ein auf die Seligmachung des Menschengeschlechts abzielender Zweck. Dieser Zweck ist es, der im Himmel regiert, und der daher auch im Gehirn regiert; denn das Gehirn, in dem das Gemüt des Menschen, bezielt die Zwecke im Leibe, daß nämlich der Leib diene der Seele, damit die Seele ewig selig sei. Es gibt aber Gesellschaften, die keinen Zweck des Nutzwirkens haben, außer dem, daß sie unter Freunden und Freundinnen seien, und in Vergnügungen bei diesen, die somit bloß ihrem Ich frönen, und bloß für ihre Haut sorgen, und wenn sie etwa häusliche oder öffentliche Geschäfte besorgen, dies nur für den gleichen Zweck tun. Solcher Geister-Gesellschaften gibt es heutzutage mehrere als man je glauben kann; sobald jene sich einstellen, wirkt ihre Sphäre, und löscht bei anderen die Neigungen zum Wahren und Guten aus, und wenn diese ausgelöscht sind, dann sind sie im Vergnügen ihrer Freundschaft. Sie bewirken (gleichsam) Verstopfungen des Gehirns, und verursachen Stumpfsinnigkeit (stupiditates). Mehrere aus solchen bestehenden Gesellschaften waren bei mir, und ich merkte an der Blödigkeit, Trägheit und Beraubung der Neigung, daß sie da waren; und einigemal habe ich auch mit ihnen geredet. Sie sind eine Pest und Verderben, wiewohl sie im bürgerlichen Leben, während sie in der Welt waren, als gut, angenehm, artig und auch witzig erschienen sind; denn sie wissen, was sich ziemt, und wie man sich dadurch einschmeicheln kann, hauptsächlich in Freundschaften. Was Freund sein mit dem Guten oder die Freundschaft des Guten heißt, wissen sie nicht, und wollen es nicht wissen. Es wartet auf sie ein trauriges Los, sie leben zuletzt im Schmutz und in einer solchen Stumpfheit, daß kaum etwas Menschliches in Beziehung auf die Fassungskraft ihnen übrig bleibt; denn der Zweck macht den Menschen, und wie der Zweck so der Mensch, und ein solches Menschliches wird ihm deshalb nach dem Tode zuteil. 4055. Fortsetzung vom Größten Menschen, und von der Entsprechung am Ende des folgenden Kapitels.   Fortsetzung vom Größten Menschen und von der Entsprechung 4218. In den Teilen, die vorausgehen, wurde am Ende der Kapitel berichtet, was mir in der Welt der Geister und in den Himmeln der Engel zu sehen und zu vernehmen gestattet wurde, und zuletzt wurde gehandelt von dem Größten Menschen und von der Entsprechung. Damit man aber vollständig erkenne, wie es sich mit dem Menschen verhält, und daß er in Verbindung steht mit dem Himmel, nicht nur in Ansehung seiner Gedanken und Neigungen, sondern auch in Ansehung seiner organischen Gebilde, der inneren sowohl als der äußeren, und daß er ohne diese Verbindung nicht einen Augenblick bestehen kann, so sei es mir erlaubt, in diesem Abschnitte das fortzusetzen, was über die Entsprechung mit dem Größten Menschen am Ende der vorangehenden Kapitel angefangen wurde. 4219. Um im allgemeinen zu erkennen, wie es sich mit dem Größten Menschen verhalte, muß man sich wohl merken, daß der gesamte Himmel den Größten Menschen bildet, und daß der Himmel der Größte Mensch genannt wird, weil er dem Göttlich-Menschlichen des Herrn entspricht; denn der Herr allein ist der Mensch, und nur in dem Maße als der Engel und der Geist, wie auch der Mensch auf Erden (das menschliche Wesen), von Ihm selbst hat, sind sie (wahre) Menschen. Niemand möge glauben, daß der Mensch aus sich Mensch sei, weil er ein menschliches Angesicht hat und einen menschlichen Körper, wie auch Gehirn, Eingeweide und Glieder; dies alles hat er mit den unvernünftigen Tieren gemein, weshalb es auch dahinstirbt und zum Leichnam wird. Sondern der Mensch ist Mensch, weil er denken und wollen kann wie ein Mensch, und das Göttliche, d.h. das, was dem Herrn angehört, aufzunehmen vermag. Hierdurch (nur) unterscheidet sich der Mensch von dem Vieh und von den wilden Tieren; und der Mensch wird auch im anderen Leben so beschaffen wie ihm jenes Göttliche durch die Aufnahme angeeignet wurde. 4220. Diejenigen, die im irdischen Leben das Göttliche, das dem Herrn angehört, aufgenommen haben, nämlich Seine Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Gegenliebe zum Herrn, diese werden im anderen Leben mit Einsicht und Weisheit und mit unaussprechlicher Seligkeit begabt, denn sie werden Engel, d.h. wahre Menschen. Diejenigen dagegen, die im Leben des Körpers das Göttliche, das dem Herrn angehört, nicht angenommen haben, also keine Liebe zum menschlichen Geschlecht, noch weniger Liebe zum Herrn, sondern nur sich selbst geliebt, ja verehrt, und folglich zum alleinigen Zweck das gehabt haben, was ihnen selbst und der Welt angehörte, diese werden im anderen Leben, nach vollbrachtem kurzem Lebenslauf hienieden, aller Einsicht beraubt, sie werden ganz stumpfsinnig, und befinden sich unter den Stumpfsinnigen in der Hölle. 4221. Damit ich erkennen konnte, daß es sich so verhalte, wurde mir gestattet, mit solchen zu reden, die so gelebt hatten, und auch mit einem, den ich während seines irdischen Lebens kannte. Solange dieser lebte, tat er alles Gute, was er seinem Nächsten erwies, nur seinetwegen, nämlich seiner eigenen Ehre und seines Gewinnes wegen. Die anderen verachtete er und haßte sie auch. Gott bekannte er mit dem Munde, im Herzen jedoch erkannte er Ihn nicht an. Als mir mit ihm zu reden gestattet wurde, ging gleichsam ein körperlicher Dunstkreis (sphaera) aus ihm hervor. Seine Rede war nicht wie die der Geister, sondern wie die eines noch lebenden Menschen. Die Rede der Geister unterscheidet sich nämlich von der menschlichen dadurch, daß sie reich ist an Vorstellungen, oder dadurch, daß sie etwas Geistiges und somit etwas Lebendiges in sich hat, was man nicht beschreiben kann; eine solche Sphäre also ging von ihm aus und wurde in allem einzelnen wahrgenommen, was er redete. Er erschien daselbst unter den Geringen, und es wurde gesagt, daß diejenigen, die so beschaffen sind, allmählich in Ansehung ihrer Gedanken und Neigung so plump und stumpfsinnig werden, daß niemand auf der Welt stumpfsinniger ist. Ihre Stelle ist unter den Hinterbacken, wo auch ihre Hölle ist. Von daher erschien auch früher ein gewisser, nicht wie ein Geist dem Ansehen nach, sondern wie ein grob körperlicher Mensch. Dieser hatte aber so gar wenig von menschlicher Einsicht aus seinem Leben her, daß man ihn ein Bild des Stumpfsinns nennen konnte. Hieraus konnte ich deutlich erkennen, von welcher Art diejenigen werden, die ohne Liebe zum Nächsten, zum Staate und zum Reiche Gottes sind, sondern nur für sich selbst Liebe haben, sich allein in allem im Auge haben, ja sich selbst anbeten wie Götter, und auch von anderen so angebetet sein wollen, und bei allem was sie tun, dies beabsichtigen. 4222. Was die Entsprechung des Größten Menschen mit dem, was der Mensch hat, anbelangt, so besteht sie mit allem und jedem desselben, nämlich mit seinen Organen, Gliedern und Eingeweiden, und zwar in dem Grade, daß es kein Organ und kein Glied im Körper gibt, keinen Teil eines Organs und eines Gliedes, nicht einmal ein Teilchen von einem Teile, mit dem nicht eine Entsprechung besteht. Bekanntlich besteht jedes Organ und jedes Glied des Körpers aus Teilen und aus Teilen von Teilen, z.B. das Gehirn besteht im allgemeinen aus dem eigentlich sogenannten Hirn, aus dem kleinen Gehirn, und dem verlängerten Mark (medulla oblongata), aus dem Marke des Rückgrats (medulla spinalis), denn dies ist die Fortsetzung und gleichsam der Anhang desselben. Das eigentliche Hirn aber besteht wieder aus mehreren Gliedern, die seine Teile bilden, nämlich aus den Membranen, die man die dicke und die dünne Hirnhaut nennt (dura mater et pia mater), aus dem schwieligen Körper, aus den gestreiften Körperchen, aus den Kammern (ventriculis) und Höhlungen, aus den kleinen Drüsen, aus den Zwischenwänden (septis), im allgemeinen aus der grauen und aus der markigen Substanz, und überdies aus den Einbiegungen, Blutgefäßen und Geweben. Ebenso verhält es sich mit den Empfindungs- und Bewegungsorganen des Körpers und mit den Eingeweiden, wie aus der Anatomie hinreichend bekannt ist. Alle diese Bestandteile entsprechen im allgemeinen und im besonderen aufs genaueste dem Größten Menschen, und hier wieder gleicherweise eingeteilt in kleine und diese wieder in kleinere und kleinste Himmel, und endlich in Engel, von denen ein jeder ein kleiner Himmel ist, der dem Größten entspricht. Diese Himmel sind untereinander ganz unterschieden, indem sich jeder auf seinen gemeinsamen, und die gemeinsamen wieder auf den allgemeinen oder ganzen Himmel beziehen, welches der Größte Mensch ist. 4223. Mit der Entsprechung verhält es sich jedoch so, daß die oben erwähnten Himmel zwar den organischen Formen des menschlichen Körpers selbst entsprechen, weshalb man auch sagt, diese Gesellschaften oder diese Vereine gehören zum Gebiet (provincia) des Hirns, oder zum Gebiet des Herzens, oder zu dem der Lungen, oder zu dem des Auges usw., gleichwohl aber entsprechen sie hauptsächlich den Funktionen jener Eingeweide und Organe. Es verhält sich dies wie die Organe und Eingeweide selbst, daß nämlich die Funktionen mit den organischen Formen eins ausmachen, (einheitlich wirken); denn keine Funktion kann stattfinden, außer durch Formen, d.h. durch Substanzen, denn diese sind die Subjekte, von denen die Tätigkeit ausgeht. So z.B. kann das Sehen nicht stattfinden ohne das Auge, das Atmen nicht ohne die Lunge. Das Auge ist die organische Form, aus der und durch die das Sehen kommt, und die Lunge ist die organische Form, aus der und durch die das Atmen kommt, und so auch bei den übrigen. Es sind daher die Funktionen, denen die himmlischen Vereine hauptsächlich entsprechen, und weil die Funktionen, so sind es auch die organischen Formen, denen sie entsprechen, denn beide sind ungeteilt und untrennbar, und zwar so sehr, daß es einerlei ist, ob man die Funktion oder die organische Form nennt, von der und durch welche die Funktion stattfindet. Daher kommt es, daß Entsprechung besteht mit den Organen, Gliedern und Eingeweiden, weil mit den Funktionen derselben, und deshalb wird, wenn die Funktion hervorgerufen wird, auch das Organ derselben erregt. So verhält es sich auch bei allem und jedem was der Mensch tut, wenn er dies oder jenes so oder anders tun will, so bewegen sich die Organe in entsprechender Weise, somit gemäß der Absicht der Funktion oder der Nutzwirkung (usus). Die Nutzwirkung ist es nämlich, die den Formen gebietet. Hieraus erhellt auch, daß die Nutzwirkung vorhanden war, ehe noch die organischen Formen des Körpers existierten, und daß die Nutzwirkung letztere für sich hervorbrachte und sich anpaßte, nicht umgekehrt. Wenn aber die Formen hervorgebracht oder die Organe passend eingerichtet sind, dann geht die Nutzwirkung daraus hervor, und dann hat es den Anschein, als ob die Formen oder Organe früher vorhanden wären, als ihre Nutzwirkungen, während dies doch nicht der Fall ist, denn die Nutzwirkung fließt vom Herrn ein, und zwar durch den Himmel, gemäß der Ordnung und der Form, nach der der Himmel vom Herrn geordnet ist, somit gemäß den Entsprechungen. In solcher Weise entsteht der Mensch und so besteht er auch. Hieraus erhellt aber wiederum, woher es kommt, daß der Mensch im ganzen und im einzelnen den Himmeln entspricht. 4224. Organische Formen sind nicht nur die, die dem Auge sichtbar sind, oder durch Mikroskope entdeckt werden können, sondern es gibt auch noch reinere organische Gebilde, die man weder mit bloßem, noch mit bewaffneten Augen entdecken kann; es sind dies die inwendigeren Formen. Zum Beispiel gibt es Formen, die dem inneren Gesichtssinn angehören und zuletzt mit dem Verstande in Verbindung stehen; diese sind nicht aufspürbar, aber es sind doch Formen, d.h. Substanzen; denn keine Sehkraft, nicht einmal die des Verstandes, kann existieren, ohne durch etwas anderes (gewirkt zu sein). Es ist dies auch bekannt in der gelehrten Welt, daß nämlich ohne Substanz als ihren Träger (subjectum), keine Existenzweise und keine Modifikation derselben, oder irgendeine Beschaffenheit, die sich tätig manifestiert, bestehen kann. Diese reineren und unerforschbaren Formen sind es auch, welche die inneren Sinne bilden und auch die inneren Gefühle hervorbringen. Mit diesen Formen, weil mit ihren Sinnen und mit den Empfindungen derselben, stehen die inneren Himmel in Entsprechung. Weil mir aber von diesen inneren Formen und ihrer Entsprechung vieles entdeckt wurde, und dies nicht deutlich erörtert werden kann, ohne in das Einzelne einzugehen, so darf ich im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, das fortsetzen, was über die Entsprechung des Menschen mit dem Größten Menschen (d.h. dem Himmel), im vorigen Abschnitt zu sagen begonnen wurde, damit endlich der Mensch nicht aus irgendeiner Spekulation der Vernunft oder aus einer Hypothese (Vermutung), sondern aus der Erfahrung selbst erkennen möge, wie es sich mit ihm verhalte und mit seinem inneren Menschen, den man seine Seele nennt, und schließlich mit seiner Verbindung mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn, folglich, wodurch der Mensch wahrhaft Mensch ist, und wodurch er sich von den Tieren unterscheidet, dann aber auch, auf welche Weise der Mensch sich aus jener Verbindung losreißt und sich mit der Hölle verbindet. 4225. Es muß im voraus gesagt werden, wer innerhalb des Größten Menschen und wer außerhalb desselben ist: Alle diejenigen, die in der Liebe zum Herrn stehen und in der Liebtätigkeit (charitas) gegen den Nächsten, und ihm von Herzen Gutes erzeigen gemäß dem Guten in ihm, und die ein Gewissen für Recht und Billigkeit haben, befinden sich innerhalb des Größten Menschen, denn sie sind in dem Herrn und deshalb auch im Himmel. Alle dagegen, die in der Selbstliebe und Weltliebe (befangen) sind, und hierdurch in (bösen) Begierden, und das Gute nur tun wegen der Gesetze, wegen ihrer eigenen Ehre und wegen der Güter der Welt und des eigenen Ruhms, die somit in ihrem Inneren unbarmherzig sind, Haß und Rachsucht hegen gegen ihren Nächsten um ihrer selbst und um der Welt willen, und sich über den Schaden (ihres Nebenmenschen) freuen, wenn er ihnen nicht günstig ist, - diese sind außerhalb des Größten Menschen, denn sie sind in der Hölle. Diese stehen auch nicht in Entsprechung mit irgendwelchen Organen und Gliedern des Körpers, sondern nur mit den verschiedenen Fehlern und Krankheiten, die er an sich hat, worüber auch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden (die Rede sein wird). Diejenigen, die außerhalb des Größten Menschen, d.h. außerhalb des Himmels sich befinden, können nicht in diesen eingehen, denn ihr Leben ist von entgegengesetzter Art. Vielmehr, wenn sie auf irgendeine Weise hineindringen, was bisweilen von solchen geschieht, die während ihres Lebens auf Erden gelernt haben, sich in Engel des Lichts zu verstellen - und wenn sie dorthin gelangen, was ihnen bisweilen erlaubt wird, damit sie erkennen, wie sie beschaffen sind (sie werden aber nur bis zu den Vorhallen zugelassen, d.h. bis zu denen, die noch einfältigen Sinnes und noch nicht vollständig unterrichtet sind), dann können diese, die wie Engel des Lichtes hineingehen, kaum einige Augenblicke daselbst verweilen, weil hier das Leben der Liebe zu dem Herrn und der Liebe gegen den Nächsten waltet, und weil hier gar nichts mit ihrem Leben in Entsprechung steht, so können sie kaum atmen (daß die Geister und Engel auch atmen, sehe man Nr. 3884-3893); daher fangen sie an, beängstigt zu werden, denn das Atmen verhält sich gemäß der Freiheit des Lebens, und was wunderbar ist, zuletzt können sie sich kaum mehr bewegen, sondern sie werden wie diejenigen, die von einer Betäubung des Kopfes befallen sind, während Angst und Qual ihr Inneres erfüllt. Deshalb eilen sie über Hals und Kopf hinweg, und zwar bis zur Hölle fort, wo sie wieder Atem und Beweglichkeit bekommen. Daher wird auch im Wort das Leben durch Bewegung (Wandeln) vorgebildet. Diejenigen aber, die sich im Größten Menschen befinden, stehen in voller Freiheit des Atmens, weil im Guten der Liebe. Gleichwohl aber sind sie unterschieden nach der Qualität und Quantität ihres Guten (d.h. ihrer Kraft zum Guten); daher gibt es auch so viele Himmel, die im Worte "Wohnungen" genannt werden: Joh.14/2; und in seinem Himmel befindet sich ein jeder in seinem Leben, und empfängt das Einfließen vom gesamten Himmel. Ein jeder ist daselbst ein Mittelpunkt (centrum) für alle Einflüsse und dadurch im vollkommensten Gleichgewichte, und zwar gemäß der staunenswerten Form des Himmels, die vom Herrn ist, und daher in aller Mannigfaltigkeit (erscheint). 4226. Neu angekommene Geister, die, als sie in der Welt lebten, innerlich böse waren, aber äußerlich nach dem Schein des Guten strebten durch Werke, die sie für andere taten um ihrer selbst und um der Welt willen, beklagten sich zuweilen, daß sie nicht in den Himmel eingelassen würden: sie hatten nämlich vom Himmel keine andere Meinung, als daß man aus Gnade eingelassen würde; es wurde ihnen aber geantwortet, der Himmel werde keinem verweigert, und wenn sie es wünschten, so sollten sie eingelassen werden. Es wurden auch einige zugelassen zu den nächsten himmlischen Vereinen, die in der Nähe des Eingangs sind; sobald sie aber dahin kamen, fühlten sie, vermöge der entgegengesetzten Beschaffenheit ihres Lebens, ein Stocken des Atmens, Angst und gleichsam höllische Pein, und stürzten davon. Dann sagten sie, der Himmel sei für sie eine Hölle, und sie hätten niemals geglaubt, daß der Himmel so beschaffen sei. 4227. Es gibt viele von beiden Geschlechtern, die bei Leibesleben so beschaffen waren, daß sie, wo es nur möglich war, durch Kunstgriffe und Betrug über die Gemüter anderer zu herrschen suchten, namentlich bei Mächtigen und Reichen, damit sie in ihrem Namen allein regieren konnten. Sie wirkten heimlich gegen andere und suchten sie zu entfernen, besonders die Redlichen, und zwar auf verschiedene Weise; nicht gerade durch offenen Tadel (denn die Redlichkeit verteidigt sich selbst), sondern indem sie auf mannigfache Weise ihre Absichten verdrehten, sie als einfältig und schlimm bezeichneten, ihnen die Unglücksfälle zuschrieben, die etwa vorkamen, und dergleichen mehr. Diejenigen, die während ihres Lebens auf Erden so beschaffen waren, sind auch im anderen Leben so geartet, denn einem jeden folgt sein Leben nach. Dies wurde mir durch lebendige Erfahrung kund durch solche (Geister), während sie bei mir waren, denn diese wirkten damals auf die gleiche Weise ein, aber noch geschickter und schlauer. Die Geister wirken nämlich auf feinere Weise als die Menschen, weil sie von den Banden und Fesseln des Körpers und von den Empfindungen grober Art frei sind. Jene nun wirkten auf so feine weise ein, daß ich einige Male nicht bemerkte, wie sie die Absicht und den Zweck hatten, (über mich) zu herrschen; wenn sie sich aber miteinander besprachen, so sorgten sie dafür, daß ich es nicht hörte oder inne ward. Von anderen aber, die es hörten, wurde mir gesagt, daß sie abscheuliche Pläne machten, und durch magische Künste, somit durch Beihilfe der teuflischen Rotte zu ihrem Zweck zu gelangen suchten. Die Ermordung der Redlichen achten sie für nichts, den Herrn, unter dessen Namen sie, wie sie sagten, herrschen wollten, schätzten sie gering, indem sie Ihn als einen gewöhnlichen Menschen betrachteten, dem Verehrung zuteil geworden sei, wie bei anderen Völkern, die Menschen zu Göttern machten und sie verehrten. Dieser Kultus stamme von alten Zeiten her, und sie hätten es nicht gewagt, ihm zu widersprechen, weil sie in demselben geboren seien, und sonst ihrem guten Rufe geschadet hätten. Von diesen kann ich sagen, daß sie die Gedanken und den Willen der Menschen, die ihnen ähnlich sind, in Besitz nehmen, und sich bei ihnen in ihre Neigungen und Absichten eindrängen, so daß jene ohne die Barmherzigkeit des Herrn es gar nicht zu erkennen vermögen, daß solche Geister gegenwärtig sind und sie selbst sich in ihrer Gesellschaft befinden. Diese Geister entsprechen den Krankheitsstoffen in den feineren Teilen des Blutes, die man den Lebensgeist (spiritus animalis) nennt. In diese dringen die Krankheitsstoffe gegen die Ordnung ein, und verbreiten sich überall hin. Sie sind wie ein Gift, das Kälte und Erstarrung in den Nerven und Muskelfasern bewirkt, wodurch sehr schwere und tödliche Krankheiten ausbrechen. Wenn solche in Gemeinschaft wirken, werden sie daran erkannt, daß sie, sozusagen in vierfachen Absätzen einwirken und sich am Hinterkopf links unter dem kleinen Gehirn festsetzen; diejenigen nämlich, die unter dem Hinterhaupte wirken, gehen heimlicher zu Werk als andere, und die, die an der Rückseite einwirken, begehren zu herrschen. Sie ließen sich mit mir in Erörterungen ein über den Herrn, und sagten, es sei sonderbar, daß Er ihre Bitten nicht erhöre, wenn sie beteten, und daß Er also den Hilfesuchenden nicht beistehe. Ich durfte ihnen aber antworten, daß sie nicht erhört werden könnten, weil sie solche Dinge beabsichtigten, die dem Wohl des menschlichen Geschlechts entgegenständen, und weil sie für sich gegen andere beteten. Durch ein solches Gebet aber werde der Himmel verschlossen, denn die Bewohner des Himmels achten nur auf die Absichten der Betenden. Dies wollten sie zwar nicht anerkennen, gleichwohl aber konnten sie nichts dagegen antworten. Es waren Männer dieser Gattung zugegen, und zwar in Gemeinschaft mit Frauen; sie erklärten, daß sie durch die Frauen viele Pläne machen könnten, denn diese seien schneller und geschickter, solche Dinge zu durchschauen. Besondere Freude haben sie am Umgang mit solchen, die Buhldirnen gewesen waren. Diese widmen sich meistens im anderen Leben geheimen und magischen Künsten; denn im anderen Leben gibt es sehr viele magische Künste, die in der Welt ganz unbekannt sind. Solchen Künsten wenden sie sich zu, sobald sie in das andere Leben kommen, und lernen diejenigen bezaubern, bei denen sie sind, und besonders die, über die sie zu herrschen wünschen; vor Freveltaten scheuen sie nicht zurück. Über die Hölle und wie sie beschaffen ist, ferner, wo sie sich befinden, wenn sie nicht in der Geisterwelt sind, davon wird an einer anderen Stelle gesprochen werden. Hieraus nun kann man deutlich erkennen, daß einen jeden nach dem Tode sein eigenes Leben erwartet. 4228. Die Fortsetzung vom Größten Menschen und von der Entsprechung wird am Ende des folgenden Kapitels stattfinden, wo von der Entsprechung mit den Sinnen im allgemeinen die Rede sein wird.   Hier von der Entsprechung mit den Sinnen im allgemeinen 4318. Der Vorzug der Einsicht, den die Engel haben, besteht darin, daß sie wissen und innewerden, daß alles Leben vom Herrn ist, ferner, daß der ganze Himmel Seinem Göttlich-Menschlichen entspricht, und daß folglich alle Engel, Geister und Menschen dem Himmel entsprechen. Dann auch, daß sie wissen und inne werden, auf welche Weise sie entsprechen. Dies sind die Grundlagen (oder Prinzipien) der Einsicht, in denen die Engel vor den Menschen sind. Hierdurch wissen und vernehmen sie Unzähliges, was in den Himmeln ist, und daher auch die Dinge, die in der Welt sind; denn was in der Welt und ihrer Natur besteht, hat seine Ursachen und Wirkungen von jenem, als von seinem Urgrund; denn die ganze Natur ist ein Schauplatz, der das Reich des Herrn vorbildet. 4319. Durch vielfache Erfahrung wurde mir gezeigt, daß sowohl der Mensch, als der Geist, wie auch der Engel, nichts aus sich denkt, redet und handelt, sondern von anderen, und auch diese nicht von sich, sondern wieder von anderen und so fort; und daß also alle und jeder einzelne (es tut) aus dem ersten (Urgrund) des Lebens, d.h. aus dem Herrn, wie sehr es auch immer den Anschein hat, als ob sie es aus sich vermöchten. Dies wurde den Geistern oftmals gezeigt, die im Leben des Körpers glaubten, und sich darin bestärkten, daß alles in ihnen liege, oder daß sie aus sich und ihrer Seele, der das Leben eingepflanzt scheint, denken, reden und handeln. Es wurde auch durch lebendige Erfahrungen gezeigt (wie sie nur im anderen Leben, aber nicht in der Welt möglich sind), daß die Bösen aus der Hölle denken, wollen und handeln, und die Guten aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, und daß gleichwohl das Böse und auch das Gute wie von ihnen selbst (zu kommen) scheint. Das wissen die Christen aus der Lehre, die aus dem Worte stammt, aber wenige sind, die es glauben. Und weil sie es nicht glauben, so eignen sie sich das Böse an, was sie denken, wollen und tun. Das Gute aber wird ihnen nicht angeeignet, denn diejenigen, die glauben, das Gute sei von ihnen, nehmen dasselbe für sich in Anspruch, und schreiben es sich zu, und setzen somit ein Verdienst darein. Sie wissen auch aus der Kirchenlehre, daß niemand etwas Gutes aus sich tun könne, und zwar so, daß alles, was man aus sich und dem Eigenen (tut), böse ist, wie sehr es auch als Gutes erscheint. Aber auch das glauben wenige, obwohl es wahr ist. Die Bösen, die sich in der Meinung bestärken, daß sie aus sich leben, und daß somit alles, was sie denken, wollen und tun, aus ihnen sei, sagten, wenn ihnen gezeigt wurde, daß die Sache sich völlig gemäß der Lehre verhalte, sie glaubten es jetzt, aber es wurde ihnen gesagt, wissen sei nicht glauben, und das Glauben sei innerlich, und sei nur möglich bei der Neigung zum Guten und Wahren; daher nur bei denen, die im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind. Dieselben Geister, weil sie böse waren, bestanden darauf, daß sie nun glaubten, weil sie es sehen; aber es wurde untersucht durch eine Erfahrung, die im anderen Leben gewöhnlich ist, insofern man nämlich von den Engeln untersucht wird. Als sie nun untersucht wurden, da erschien der obere Teil ihres Hauptes (wie) weggenommen, und das Gehirn struppig, mit Haaren bewachsen und finster. Hieraus erkannte man, wie beschaffen diejenigen inwendig sind, die nur den wißtümlichen Glauben haben, nicht aber den wahren, und daß wissen nicht glauben ist, denn bei denen, die wissen und glauben, erscheint das Haupt wie ein menschliches, und das Gehirn ordentlich, schneeweiß und leuchtend; denn das himmlische Licht wird von ihnen aufgenommen. Bei denjenigen aber, die nur wissen, und meinen, daß sie dadurch glauben, aber doch nicht glauben, weil sie im Bösen leben, wird das himmlische Licht nicht aufgenommen, somit auch nicht die Einsicht und Weisheit, die jenem Lichte innewohnt. Deshalb verwandelt sich, wenn sie sich den Gesellschaften der Engel, d.h. dem himmlischen Lichte nähern, dieses bei ihnen in Finsternis. Daher kommt es auch, daß ihr Gehirn ganz finster erscheint. 4320. Daß das Leben, das vom Herrn allein (ausgeht), bei einem jeden so erscheint, als ob es in ihm selbst wäre, hat seinen Grund in der Liebe oder Barmherzigkeit des Herrn gegen das ganze menschliche Geschlecht, weil Er nämlich einem jeden das, was Sein ist, aneignen und jedem ewige Seligkeit geben möchte. Daß die Liebe dem anderen zu eigen gibt, was ihr angehört, ist bekannt; denn sie stellt sich in dem anderen dar und macht sich ihm gegenwärtig. Was wird nicht erst die göttliche Liebe tun? Daß auch die Bösen das Leben, das vom Herrn ist, aufnehmen, damit verhält es sich ebenso wie mit den Gegenständen in der Welt, die alle von der Sonne ihr Licht und daher ihre Farben erhalten, aber gemäß ihren Formen. Die Gegenstände, die das Licht ersticken oder verkehren, erscheinen in schwarzer oder häßlicher Farbe, gleichwohl aber haben sie ihre Schwärze und Häßlichkeit vom Sonnenlicht, so auch ist das Licht oder das Leben vom Herrn bei den Bösen. Aber dieses Leben ist kein Leben, sondern es ist, wie es auch genannt wird, der geistige Tod. 4321. Obwohl dies dem Menschen wunderlich und unglaublich erscheint, so kann es doch nicht geleugnet werden, weil die Erfahrung selbst es lehrt. Wollte man alles leugnen, wovon man die Ursachen nicht weiß, so müßte man Unzähliges leugnen was in der Natur besteht, und wovon man die Ursachen kaum bis zu einem Myriadenteile kennt, denn es walten so viele und so große Geheimnisse dabei ob, daß das, was der Mensch kennt, kaum etwas ist im Verhältnis zu dem, was er nicht kennt. Welche Geheimnisse werden nicht erst in der Sphäre vorhanden sein, die über der Natur ist, d.h. in der geistigen Welt! So z.B. folgende Wahrheiten: daß ein einziges Leben ist, und aus diesem alle leben, und ein jeder auf andere Weise als der andere; daß auch die Bösen aus demselben Leben ihr Leben haben, und auch die Höllen, und daß das einfließende Leben gemäß der Aufnahme wirkt; daß der Himmel vom Herrn so geordnet ist, daß er einen Menschen darstellt, weshalb er der Größte Mensch genannt wird, und daß ihm daher das einzelne bei dem Menschen entspricht, daß der Mensch ohne das Einfließen von daher in das einzelne bei ihm nicht einmal einen Augenblick bestehen könnte; daß alle im Größten Menschen ihre beständige Lage haben gemäß der Beschaffenheit und dem Stand des Guten und Wahren, in dem sie sind, daß die Lage dort nicht eine Lage (des Ortes), sondern ein Zustand ist, und daher beständig zur Linken erscheinen, die zur Linken sind, und zur Rechten, die zur Rechten, vorne, die vorne sind, im Rücken, die im Rücken sind, an der Fläche des Hauptes, des Rückens, der Lungen, der Füße, über dem Haupt und unter den Fußsohlen, gerade und schräg, in geringerer oder größerer Entfernung, die dort sind, wie auch immer und nach welcher Richtung auch immer der Geist sich wendet. Ferner, daß der Herr als Sonne beständig zur Rechten erscheint, in halber Höhe daselbst, ein wenig über der Fläche des rechten Auges, und daß sich dort alles auf den Herrn als Sonne und Mittelpunkt bezieht, somit auf das eine , wodurch sie sind und bestehen; und weil alle beständig vor dem Herrn an ihrem Orte, gemäß ihrem Zustande des Guten und Wahren erscheinen, deshalb erscheinen sie auch den einzelnen auf gleiche Weise, aus dem Grunde, weil das Leben des Herrn, somit der Herr in allen ist, die im Himmel sind; und so noch unzählig anderes. 4322. Wer glaubt nicht heutzutage, daß der Mensch aus Samen und Ei auf natürliche Weise entstehe, und daß von der ersten Schöpfung her dem Samen die Kraft innewohne, sich in solche Formen zu bringen, zuerst innerhalb des Eies, danach im Uterus, und nachher aus sich; und daß es nicht das Göttliche sei, das weiter hervorbringe. Die Ursache, warum so geglaubt wird ist, weil niemand weiß, daß irgendein Einfließen stattfindet vom Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, und zwar, weil sie nicht wissen wollen, daß irgendein Himmel ist, denn die Stubengelehrten werfen ganz offen unter sich die Frage auf, ob es eine Hölle, somit auch ob es einen Himmel gebe; und weil sie am Himmel zweifeln, können sie auch nicht als Grundprinzip annehmen, daß das Einfließen durch den Himmel vom Herrn stattfinde, während doch dieses Einfließen alles, was in den drei Naturreichen, vornehmlich im Tierreiche, und ganz besonders im Menschen besteht, hervorbringt, und in der dem Nutzzweck entsprechenden Form erhält. Daher können sie auch nicht erkennen, daß eine Entsprechung besteht zwischen dem Himmel und dem Menschen, weniger noch, daß sie von der Art ist, daß die einzelnen Dinge, ja die allereinzelnsten, bei ihm dadurch entstehen, und auch bestehen; denn das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen, und daher ist auch die Erhaltung in Verbindung und Form eine beständige Schöpfung. 4323. Daß eine Entsprechung der einzelnen Dinge beim Menschen mit dem Himmel stattfindet, habe ich am Ende der vorigen Kapitel zu zeigen angefangen, und zwar infolge lebendiger Erfahrung aus der Geisterwelt und dem Himmel, zu dem Zweck, damit der Mensch wisse, woher er sein Dasein und sein Bestehen habe, und daß deshalb ein beständiges Einfließen in ihn stattfinde. Später soll gleichfalls aus Erfahrung gezeigt werden, daß der Mensch den Einfluß aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn zurückweisen und den Einfluß von der Hölle aufnehmen kann; daß er aber dennoch fortwährend in Entsprechung mit dem Himmel vom Herrn gehalten werde, damit er, wenn er es will, von der Hölle zum Himmel, und durch den Himmel zum Herrn geführt werden kann. HG 4324 4324. Von der Entsprechung des Herzens und der Lungen, ferner des Gehirns mit dem Größten Menschen, ist früher am Ende der vorigen Kapitel gehandelt worden, hier soll dem Plan gemäß von der Entsprechung mit den äußeren Sinnesorganen desselben gehandelt werden, nämlich mit dem Organ des Gesichtes oder dem Auge, mit dem Organ des Gehörs oder dem Ohre, mit den Organen des Geruchs, des Geschmacks und des Gefühls. Nun aber zuerst mit dem Sinne im allgemeinen. 4325. Der Sinn im allgemeinen oder der Gemeinsinn wird unterschieden in den willkürlichen und den unwillkürlichen. Der willkürliche Sinn steht dem großen Gehirn näher, der unwillkürliche dem kleinen Gehirn. Diese beiden allgemeinen Sinne sind beim Menschen verbunden, aber dennoch unterschieden. Die Fasern, die vom großen Gehirn ausgehen, bilden im allgemeinen den willkürlichen Sinn, und die Fasern aus dem kleinen Gehirn bilden am allgemeinen den unwillkürlichen Sinn. Die Fasern aus diesem doppelten Ursprung verbinden sich in zwei Fortsetzungen, die das verlängerte Mark und das Rückenmark genannt werden, und durch diese gehen sie in den Körper über und bilden dessen Glieder, Eingeweide und Organe. Die Teile, die den Körper umgeben, wie die Muskeln und die Haut, dann auch die Sinnesorgane, nehmen größtenteils die Faser vom (großen) Gehirn auf. Daher hat der Mensch die Sinne und daher auch die willkürlichen Bewegungen. Die Teile dagegen, die innerhalb jener Umgebung oder Umschließung sind, und Eingeweide des Körpers genannt werden, nehmen ihre Fasern vom kleinen Gehirn auf. Daher hat der Mensch von diesem keine Empfindung, und stehen sie auch nicht unter der Herrschaft seines Willens. Hieraus kann man einigermaßen erkennen, was die Sinne im allgemeinen oder der allgemeine willkürliche Sinn und der allgemeine unwillkürliche Sinn sei. Dabei muß man wissen, daß das Allgemeine sein muß, damit ein Besonderes entstehe, und daß das Besondere niemals entstehen oder bestehen kann ohne das Allgemeine, und zwar, daß es im Allgemeinen besteht. Ferner daß alles Besondere sich verhalte gemäß der Beschaffenheit und dem Zustande des Allgemeinen, somit auch die Sinne beim Menschen und die Bewegungen. 4326. Es wurde (einst) ein helltönendes Säuseln (von mir) gehört, das aus den höheren Teilen oberhalb des Hinterhauptes herabkam, und um diese ganze Gegend herum fortdauerte. Ich konnte mir nicht denken, wer diese sein sollten; es wurde mir gesagt, es seien diejenigen, die den allgemeinen unwillkürlichen Sinn darstellen. Ferner wurde mir gesagt, daß diese die Gedanken der Menschen wohl wahrnehmen könnten, aber sie nicht auseinandersetzen und kundtun wollen, wie auch das kleine Gehirn alles wahrnimmt, was das große, aber es nicht kund gibt. Als die deutliche Einwirkung derselben auf die ganze Gegend des Hinterhauptes aufhörte, wurde mir gezeigt, wie weit ihre Einwirkung sich erstrecke: sie richtete sich zuerst auf das ganze Angesicht, hierauf zog sie sich gegen die linke Seite des Gesichtes, und zuletzt gegen das Ohr daselbst. Hierdurch wurde bezeichnet, wie die Einwirkung des allgemeinen unwillkürlichen Sinnes von den ersten Zeiten an bei den Menschen dieser Erde gewesen sei, und welchen Fortschritt sie gemacht habe. Der Einfluß aus dem kleinen Gehirn erstreckt sich besonders in das Angesicht, was man daraus ersieht, daß auf dem Gesichte die Seele sich abzeichnet, und daß im Gesichte die Neigungen sichtbar werden, und zwar meistenteils ohne den Willen des Menschen, z.B. Furcht, Ehrfurcht, Scham, verschiedene Arten der Freude und der Traurigkeit, außer mehreren, was dem anderen dadurch kund wird, so daß er aus dem Gesichte erkennt, welche Neigungen, und welche Veränderungen der Seele und des Gemütes vorhanden sind. (Dies geschieht) vom kleinen Gehirn durch seine Fasern, sofern ihm keine Verstellung innewohnt. Auf diese Weise wurde gezeigt, daß der allgemeine Sinn in den ersten Zeiten, oder bei den Uralten, das ganze Angesicht einnahm, aber allmählich nach dieser Zeit nur die linke Seite desselben und endlich in einer noch späteren Zeit sich außerhalb des Gesichtes verbreite, und zwar so sehr, daß heutzutage kaum noch irgendein allgemeiner unwillkürlicher Sinn im Gesichte übriggeblieben ist. Die rechte Seite des Gesichtes mit dem rechten Auge entspricht der Neigung zum Guten; die linke aber der Neigung zum Wahren. Die Gegend, wo das Ohr ist, dem bloßen Gehorsam ohne Neigung; denn bei den Uralten, deren Zeitalter das goldene genannt wurde, weil sie in einem gewissen Zustand der Vollkommenheit und in der Liebe zum Herrn, wie auch in gegenseitiger Liebe wie die Engel lebten, zeigte sich alles Unwillkürliche des kleinen Gehirns im Gesicht, und damals verstanden sie gar nicht, etwas anderes in der Miene darzustellen, als so, wie der Himmel einfloß in ihre unwillkürlichen Triebe und von da in den Willen. Bei den Alten aber, deren Zeitalter das silberne genannt wurde, weil sie in dem Stande der Wahrheit und dadurch in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten waren, zeigte sich das Unwillkürliche, das vom kleinen Gehirn ausgeht, nicht auf der rechten Seite des Gesichtes, sondern nur in der linken; dagegen bei ihren Nachkommen, deren Zeit das eiserne Zeitalter genannt wurde, weil sie nicht in der Neigung des Wahren, sondern im Gehorsam des Wahren lebten, zeigte sich das Unwillkürliche nicht mehr im Gesicht, sondern zog sich in die Gegend um das linke Ohr zurück. Ich wurde belehrt, daß die Fasern des kleinen Gehirns auf diese Weise ihren Ausfluß in das Gesicht verändert haben, und daß an ihrer Statt die Fasern aus dem großen Gehirn dahin versetzt worden sind, die alsdann über diejenigen des kleinen Gehirns herrschen. Und zwar (geschah dies) aus dem Bestreben, die Miene des Gesichtes dem Winke des eigenen Willens gemäß zu gestalten, der aus dem großen Gehirn kommt. Dies scheint zwar dem Menschen nicht so, ist aber den Engeln ganz klar aus dem Einfließen des Himmels und aus der Entsprechung. 4327. Der allgemeine unwillkürliche Sinn ist heutigentags so beschaffen bei denen, die im Guten und Wahren sich befinden; aber bei denen, die im Bösen und daher im Falschen sind, ist kein allgemeiner unwillkürlicher Sinn mehr, der sich offenbart, weder im Gesicht, noch in der Rede, noch in der Gebärde, sondern es ist das Willkürliche, welches das Unwillkürliche erheuchelt, oder das Natürliche, wie es genannt wird, das sie durch häufige Übung oder Gewohnheit von früher Jugend an so gebildet haben. Wie dieser Sinn bei ihnen beschaffen sei, wurde (mir) durch das Einfließen desselben gezeigt, das leise und kühl war, und sich über das ganze Angesicht, sowohl in die rechte, als in die linke Seite desselben, und von da gegen die Augen hinwendete, und vom linken Auge an sich über das Angesicht ausbreitete. Hierdurch wurde bezeichnet, daß die Fasern des großen Gehirns sich hineingezogen haben und die Fasern des kleinen Gehirns beherrschen, und daß hierdurch Erdichtung, Verstellung, Lüge und List inwendig herrschen, äußerlich aber das Aufrichtige und Gute erscheinen. Daß das Einfließen sich gegen das linke Auge hinrichtete, und von da auch in das Gesicht, bezeichnete, daß sie das Böse zum Zweck haben, und das Verstandesvermögen dazu benützen, um diesen Zweck zu erreichen; denn das linke Auge bedeutet das Verständige. Diese (Geister) sind es heutzutage, die größtenteils den allgemeinen unwillkürlichen Sinn bilden, während es vor alter Zeit die allerhimmlischsten waren. In unserer Zeit aber sind es die Ruchlosesten, und zwar besonders aus der christlichen Welt. Sie sind sehr zahlreich und erscheinen unter dem Hinterhaupt und gegen den Rücken zu, wo sie oftmals von mir gesehen und wahrgenommen wurden; denn diejenigen, die gegenwärtig diesen Sinn darstellen, sind es, die trugvoll denken, und Böses gegen den Nächsten aussinnen, dabei aber ein freundliches, ja das allerfreundlichste Gesicht zeigen, wie auch gleich Gebärden, und (so) lieblich reden, als wären sie mehr als andere von Liebtätigkeit erfüllt; und doch sind sie die ärgsten Feinde, nicht nur derjenigen, mit denen sie Umgang haben, sondern auch des menschlichen Geschlechtes. Ihre Gedanken wurden mir mitgeteilt, und sie waren frevelhaft und verabscheuungswürdig, voller Grausamkeiten und Mordlust. 4328. Es wurde mir auch gezeigt, wie es sich im allgemeinen mit dem Willen und mit dem Verstande verhält. Die Uralten, welche die himmlische Kirche des Herrn bildeten, von denen Nr. 1114-1123, hatten einen Willen, in dem das Gute, und einen Verstand, in dem das Wahre aus jenem war, und diese beiden machten bei ihnen eins aus. Aber die Alten, welche die geistige Kirche des Herrn bildeten, hatten einen völlig zugrunde gerichteten Willen, aber einen unversehrten Verstand, in dem der Herr durch die Wiedergeburt einen neuen Willen bildete, und durch diesen auch einen neuen Verstand, man sehe Nr. 863, 875, 895, 927, 928, 1023, 1043, 1044, 1555, 2256. Wie das Gute der himmlischen Kirche gewesen war, wurde mir gezeigt durch eine aus dem Himmel herabsteigende Säule, die von bläulicher Farbe war, an der linken Seite war sie hell leuchtend, wie von einem flammigen Sonnenlicht; hierdurch wurde ihr erster Zustand dargestellt: durch die bläuliche Farbe das Gute ihres Willens, und durch das helleuchtende, flammige (Licht) ihr Verstand. Und nachher ging die bläuliche Farbe der Säule über in einen dunkel-flammigen (Schimmer), wodurch ihr zweiter Zustand dargestellt wurde, und daß diese beiden Leben, nämlich das des Willens und des Verstandes dennoch nur eins bildeten, aber ziemlich dunkel in Ansehung des Guten aus dem Willen; denn die bläuliche Farbe bedeutet das Gute, das helle Flammige das Wahre aus dem Guten. Später wurde die Säule ganz schwarz, und rings um die Säule etwas Helles, das durch ein gewisses Glühen sich veränderte und Farben darstellte, durch die der Zustand der geistigen Kirche bezeichnet wurde. Die schwarze Säule bedeutete, daß der Wille völlig zugrunde gerichtet und durchaus böse war. Das Helle, das durch ein gewisses Glühen sich veränderte, bedeutete den Verstand, in dem ein neuer Wille vom Herrn war; denn das Verständige wird im Himmel durch das helleuchtende vorgebildet. 4329. Es kamen Geister bis zu einiger Höhe heran; aus dem Getöne wurden sie als viele vernommen, und aus den Vorstellungen ihres Denkens und ihrer Rede, die bis zu mir hingeleitet wurden, erkannte man, daß sie in keiner bestimmten Vorstellung waren, sondern wie in der allgemeinen von mehreren. Deshalb meinte ich, daß man von ihnen nichts Bestimmtes vernehmen könne, sondern nur etwas allgemein Undeutliches, somit Dunkles, denn ich war der Meinung, daß das Allgemeine nichts anderes sei. Daß ihr Denken ein allgemeines war, d.h. von mehreren zugleich, konnte ich deutlich aus dem wahrnehmen, was von ihnen in mein Denken einfloß; aber es wurde ihnen ein vermittelnder Geist beigegeben, durch den sie mit mir redeten, denn ein solches Allgemeine kann nicht in die Rede eingehen, außer durch andere, und als ich mit ihnen redete durch Vermittlung, sagte ich, wie ich gemeint, daß das Allgemeine keine deutliche Vorstellung irgendeiner Sache geben könne, sondern nur eine so dunkle, daß sie gleichsam verschwinde, aber nach Verlauf einer Viertelstunde zeigten sie, daß sie eine bestimmte Vorstellung vom Allgemeinen hatten, und auch von mehreren im Allgemeinen, besonders dadurch, daß sie alle Abwechslungen und Veränderungen meiner Gedanken und Neigungen genau und deutlich mit den Einzelheiten darin beobachteten, wie keine anderen Geister es besser vermochten. Hieraus konnte ich schließen, daß etwas anderes sei eine dunkle Vorstellung, in der diejenigen sind, die zu wenig Kenntnisse haben, und daher über alles im Dunkeln sind; und wieder etwas anderes eine klare allgemeine Vorstellung, in der diejenigen sind, die im Wahren und Guten unterrichtet sind, das der Ordnung und dem Zusammenhang nach ins Allgemeine eingefügt und so geordnet ist, daß sie es aus dem Allgemeinen deutlich schauen können. Diese sind es, die im anderen Leben den willkürlichen allgemeinen Sinn bilden, und sie sind es auch, die durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren sich die Fähigkeit erworben haben, die Dinge aus dem Allgemeinen anzuschauen, und daher betrachten sie die Dinge zugleich umfassend, und stellen sogleich Erörterungen an, ob sich etwas so verhalte. Sie sehen zwar die Sache gleichsam im Dunkeln, weil sie vom Allgemeinen aus das sehen, was darin enthalten ist, weil dies aber in dem Allgemeinen in bestimmter Weise geordnet ist, so erscheinen ihnen dennoch die Dinge in hellem Lichte. Dieser allgemeine willkürliche Sinn ist nur für die Weisen geeignet. Daß sie solche waren, wurde auch zu erkennen gegeben, denn sie schauten in mir alles und jedes, was zu einem Vernunftschluß gehörte, und hieraus schlossen sie so geschickt auf das Innere meiner Gedanken und Neigungen, daß ich anfing, mich zu scheuen, noch weiteres zu denken; denn sie entdeckten Dinge, von denen ich gar nicht wußte, daß sie in mir waren, und doch mußte ich es aus den von ihnen gezogenen Schlüssen anerkennen. Hierdurch empfand ich bei mir eine gewisse Scheu, mit ihnen zu reden; und als diese Scheu bemerkt wurde, erschien sie wie etwas Haariges und darin etwas leise Redendes; es wurde gesagt, daß hierdurch die allgemeine körperliche Sinneswahrnehmung bezeichnet werde, die mit ihnen in Entsprechung stehe. Am folgenden Tag redete ich wieder mit ihnen, und erfuhr, daß sie nicht eine dunkle, sondern eine klare allgemeine Wahrnehmung hatten, und daß, wie das Allgemeine und der Zustand desselben wechselte, so auch das Besondere und die Zustände desselben wechselten, weil dies sich in der Ordnung und im Zusammenhang nach jenem richtete. Es wurde gesagt, daß es noch vollkommenere, allgemeinere willkürliche Sinne in der inneren Sphäre des Himmels gebe, und daß die Engel, wenn sie in der allgemeinen und umfassenden Vorstellung sind, zugleich auch in den Einzelheiten sind, die im Allgemeinen auf bestimmte Weise vom Herrn geordnet werden. Ferner, daß das Allgemeine und das Allumfassende nichts wäre, wenn nicht Besonderes und Einzelnes darin enthalten wäre, aus dem jenes ist, und wonach es genannt wird, und daß jenes nur in dem Maße (wirklich) ist, als dieses (Einzelne) darin enthalten ist. Hieraus geht deutlich hervor, daß eine ganz allgemeine Vorsehung des Herrn ohne das allereinzelnste, das in jener ist, und wodurch jene besteht, ganz und gar nichts wäre, und daß es einfältig ist, zu glauben, es gebe bei dem Göttlichen ein Allgemeines, und (doch) das Einzelne davon wegzunehmen. 4330. Weil die drei Himmel zusammen den Größten Menschen ausmachen, und mit diesem alle Glieder, Eingeweide und Organe des Körpers gemäß ihrer Verrichtungen und Nutzzwecke korrespondieren, wie oben gesagt worden, entspricht ihm nicht nur das, was äußerlich und für das Auge sichtbar ist, sondern auch das Innere, was nicht sichtbar ist, somit das, was dem äußeren und das, was dem inneren Menschen angehört. Die Gesellschaften der Geister und Engel, denen die Dinge des äußeren Menschen entsprechen, sind zum großen Teile von dieser Erde; diejenigen aber, welchen die Dinge des inneren Menschen entsprechen, stammen größtenteils anderswoher. Diese Gesellschaften wirken im Himmel einheitlich zusammen, wie bei dem wiedergeborenen Menschen der äußere und innere Mensch. Gleichwohl aber kommen heutzutage wenige von dieser Erde in das andere Leben, bei denen der äußere Mensch mit dem inneren einheitlich zusammenwirkt, denn die meisten sind sinnenhaft, und zwar so sehr, daß es nur wenige gibt, die anderes glauben, als daß der äußere Mensch den ganzen Menschen ausmache, und wenn dieser wegfällt, was geschieht, wenn der Mensch stirbt, bleibe kaum etwas Lebendes übrig, weniger noch (glauben sie), daß das Innere im Äußeren lebt, und daß, wenn dieses wegfällt, jenes vor allem fortlebt. Es wurde (mir) durch lebendige Erfahrung gezeigt, wie dieselben gegen den inneren Menschen (eingenommen) sind; es waren mehrere Geister aus dieser Erde anwesend, die, während sie in der Welt lebten, so beschaffen waren. Vor ihren Augen erschienen dann Geister, die den inneren sinnenhaften Menschen darstellten, und sogleich fingen jene an, diese anzufeinden, fast so wie Unvernünftige die Vernünftigen, indem sie fortwährend aus Sinnestäuschungen und daraus entstehenden Irrtümern, und aus lauter Mutmaßungen redeten und vernünftelten: sie glauben nichts, als was man durch das äußere Sinnliche bestätigen kann, und dabei schimpften sie auch auf den inneren Menschen. Aber diejenigen, die den inneren sinnenhaften Menschen darstellten, bekümmerten sich nicht um solche Reden, indem sie sich nicht nur über ihren Unsinn sondern auch über ihre Dummheit wunderten. Und was wunderbar ist, wenn die äußerlich Sinnenhaften sich den innerlich Sinnenhaften näherten, und fast in die Sphäre ihrer Gedanken kamen, fingen die äußerlich Sinnenhaften an, schwer zu atmen, (denn die Geister und Engel atmen so gut wie die Menschen, sie haben jedoch ein verhältnismäßig innerliches Atmen: Nr. 3884, 3885 f, 3893) und somit beinahe zu ersticken, weshalb sie sich zurückzogen, und je weiter sie von den innerlich Sinnlichen entfernt waren, desto leichter atmeten sie, und desto stiller und ruhiger wurde es unter ihnen; und wiederum je näher sie hinzutraten, desto unruhiger und aufgeregter. Die Ursache ist, weil die äußerlich Sinnenhaften ruhig sind, wenn sie in ihren Sinnestäuschungen, Phantasien und Hypothesen sind, umgekehrt aber, wenn ihnen diese genommen werden, was geschieht, wenn der innere Mensch mit dem Lichte des Wahren einfließt, dann kommen sie in Unruhe; denn im anderen Leben gibt es Sphären der Gedanken und Neigungen, und diese teilen sich wechselseitig mit, je nach der Gegenwart und Annäherung: Nr. 1048, 1053, 1316, 1504-1512, 1695, 2401, 2489. Dieser Streit währte einige Stunden; und es wurde auf diese Weise gezeigt, wie die Menschen unseres Weltkörpers heutzutage gegen den inneren Menschen (eingenommen) sind, und daß das äußere Sinnenhafte fast alles bei ihnen ausmacht. 4331. Die Fortsetzung vom Größten Menschen und von der Entsprechung am Schlusse des folgenden Kapitels und daselbst auch von der Entsprechung mit den Sinnen insbesondere.   Hier von der Entsprechung mit dem Auge und mit dem Lichte 4403. Wie beschaffen die Geister waren, und zu welchem Gebiet des Körpers sie gehörten, wurde mir auch erlaubt, wahrzunehmen und zu erkennen aus ihrer Lage und Stellung bei mir, dann auch aus der Grundlage (plano), auf der sie sich befanden, und aus der Entfernung in dieser. Diejenigen, die nahe bei mir erschienen, waren zum größten Teile die Stellvertreter (subjecta) ganzer Gesellschaften; denn die Gesellschaften schicken von sich aus Geister zu anderen, und durch diese nehmen sie die Gedanken und Neigungen wahr, und so treten sie in Verbindung. Von den sogenannten Stellvertretern (Subjectis) oder den ausgesandten Geistern soll jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, noch besonders geredet werden. In Beziehung auf dieselben wurde Folgendes beobachtet: Diejenigen, die über dem Haupte erscheinen und nahe an demselben, sind es, die lehren, und auch leicht sich belehren lassen. Die, welche unter dem Hinterhaupte (sich befinden), sind es, die stillschweigend und klug wirken; die, welche nahe an dem Rücken sind, ebenso, doch mit Unterschied. Die in der Nähe des Thorax oder der Brust, sind es, die von Liebtätigkeit erfüllt sind; die bei den Lenden sind diejenigen, die in der ehelichen Liebe sind; die bei den Füßen solche, die natürlich sind; und die bei den Fußsohlen sind von derselben Art, aber noch im höheren Grade. Die aber zum Gesicht gehören, sind verschiedener Art, je nach der Entsprechung mit den Sinnen, die daselbst sind: z.B. diejenigen, die in der Nase sich befinden, sind solche, die ein vorzügliches Innewerden haben; die, welche bei den Ohren sich befinden, solche, die (gerne) gehorchen; und die an den Augen solche, die einsichtsvoll und weise sind usw. 4404. Die äußeren Sinne, deren es fünf gibt, nämlich das Gefühl, der Geschmack, der Geruch, das Gehör und das Gesicht, stehen alle in Entsprechung mit den inneren Sinnen; aber die Entsprechungen sind heutigen Tages kaum irgendjemand bekannt, weil man nicht weiß, daß es Entsprechungen gibt, und noch weniger, daß es eine Entsprechung der geistigen Dinge mit den natürlichen gibt, oder was dasselbe ist, dessen, was dem inneren Menschen angehört, mit dem, was dem äußeren (angehört). Was die Entsprechung der Sinne anbelangt, so entspricht der Tastsinn im allgemeinen der Neigung zum Guten; der Geschmackssinn der Neigung zum Wissen, der Geruchssinn der Neigung zum Innewerden, der Gehörsinn der Neigung zum Lernen, dann auch zum Gehorchen, der Gesichtssinn aber der Neigung zur Einsicht und Weisheit. 4405. Daß der Gesichtssinn der Neigung zu verstehen und weise zu sein entspricht, kommt daher, weil das Sehen des Körpers völlig dem Sehen des Geistes entspricht, somit der Einsicht. Es gibt nämlich zwei Arten von Licht; das eine ist das Licht der Welt von der Sonne, das andere ist das Licht des Himmels vom Herrn. Im Lichte der Welt ist nichts von Einsicht, aber im Lichte des Himmels ist Einsicht. Soweit daher das, was dem Weltlicht bei dem Menschen angehört, erleuchtet wird von dem, was dem Himmelslicht angehört, insoweit versteht der Mensch und ist weise; also insoweit, als sie entsprechen. 4406. Weil das Sehen des Auges dem Verstande entspricht, deshalb wird auch dem Verstande ein Schauen zugeschrieben; und dies wird das geistige Sehen genannt; auch werden die Dinge, die der Mensch wahrnimmt, Gegenstände dieses Schauens genannt; und auch in gewöhnlicher Rede wird gesagt, man sehe das, was man versteht; von dem Verstande wird auch Licht und Erleuchtung ausgesagt, und daher Klarheit und umgekehrt Schatten und Verfinsterung und daher Dunkelheit; dieses und ähnliches ging bei dem Menschen in den Sprachgebrauch über, weil es entspricht; denn sein Geist ist im Himmelslicht, und sein Körper im Weltlicht, und der Geist ist es, der im Körper lebt und auch denkt; daher gingen viele Dinge, die inwendigerer Art sind, in die Sprache über. 4407. Das Auge ist das edelste Organ des Angesichtes, und verkehrt unmittelbarer mit dem Verstande, als die anderen Sinnorgane des Menschen. Auch wird es von einer feineren Atmosphäre beeinflußt als das Ohr, deshalb dringt auch das Gesicht auf einem kürzeren und inwendigeren Wege, als die vom Ohr vernommene Rede, in das innere Sinnesorgan ein, das im (großen) Gehirn ist. Daher kommt es, daß gewisse Tiere, die des Verstandes entbehren, zwei gleichsam stellvertretende Gehirne innerhalb ihrer Augenkreise haben; denn ihr Verstand hängt von ihrem Gesichte ab. Bei dem Menschen aber ist es nicht so, sondern er besitzt ein sehr großes Gehirn, so daß nicht sein Verstand vom Sehen abhängt, sondern das Sehen vom Verstand. Daß das Sehen vom Verstand abhängt, erhellt offenbar daraus, daß die natürlichen Neigungen des Menschen sich vorbildlich im Gesichte darstellen; aber die inwendigeren Neigungen, die dem Denken angehören, erscheinen in den Augen durch eine gewisse Flamme des Lebens, und daher durch die Schwingung des Lichtes, die hervorstrahlt gemäß der Neigung, in der das Denken ist. Dies weiß und beobachtet auch der Mensch, obgleich er durch keine Wissenschaft darüber belehrt ist. Der Grund ist, weil sein Geist in Gesellschaft mit den Geistern und Engeln im anderen Leben ist, die es aus deutlichem Innewerden wissen. Daß ein jeder Mensch hinsichtlich seines Geistes in Gesellschaft mit Geistern und Engeln ist, sehe man Nr. 1277, 2379, 3644, 3645. 4408. Daß es eine Entsprechung des Sehens der Augen mit dem Sehen des Verstandes gibt, erscheint deutlich denen, die nachdenken; denn die Gegenstände der Welt, die alle etwas aus dem Sonnenlicht an sich ziehen, dringen durch das Auge ein und lassen sich im Gedächtnis nieder, und zwar offenbar vermöge einer gleichen Art des Sehens; denn was daraus wieder hervorgeführt wird, sieht man innerlich, daher die Einbildungskraft des Menschen, deren Vorstellungen von den Philosophen materielle Vorstellungen genannt werden. Wenn jene Gegenstände noch inwendiger erscheinen, so bewirken sie das Denken, und zwar auch unter einer gewissen Form des Schauens, aber eines reineren, und die Vorstellungen dieses Schauens nennt man nicht-materielle, oder auch geistige. Daß es ein inwendigeres Licht gibt, in dem das Leben ist, somit die Einsicht und Weisheit, und welches das inwendigere Sehen erleuchtet, und dem entgegenkommt, was durch das äußere Sehen eingedrungen ist, erhellt ganz deutlich, wie auch, daß das inwendigere Licht wirkt, gemäß der Anordnung der Dinge, die sich daselbst aus dem Weltlicht befinden. Was durch das Gehör eindringt, wird auch innerlich in ähnliche Arten des Schauens verwandelt, wie die sind, die aus dem Lichte der Welt stammen. 4409. Weil das Sehen der Augen dem Sehen des Verstandes entspricht, so entspricht es auch den Wahrheiten; denn auf das Wahre bezieht sich alles, was dem Verstand angehört, und auch auf das Gute, nämlich, damit man das Gute nicht nur wissen, sondern auch von demselben angeregt werde; auch beziehen sich alle Dinge des äußeren Sehens auf das Wahre und das Gute, weil es die Symmetrie der Gegenstände, somit auch die Schönheiten derselben und die Annehmlichkeiten daher (auffaßt); wer geübte Sinne hat, kann sehen, daß alles und jedes in der Natur sich auf das Wahre und Gute bezieht; und dadurch auch erkennen, daß die gesamte Natur ein Schauplatz ist, der das Reich des Herrn vorbildet. 4410. Durch vielfache Erfahrung wurde mir deutlich gezeigt, daß das Sehen des linken Auges den Wahrheiten entspricht, die Sache des Verstandes sind, und das rechte Auge den Neigungen zum Wahren, die sich auch auf den Verstand beziehen; daß somit das linke Auge den Wahrheiten des Glaubens entspricht, und das rechte Auge dem Guten des Glaubens. Daß eine solche Entsprechung stattfindet, kommt daher, weil im Lichte, das vom Herrn (ausgeht), nicht nur Licht, sondern auch Wärme ist. Das Licht selbst ist das Wahre, das vom Herrn ausgeht, und die Wärme ist das Gute. Dadurch und auch durch das Einfließen in die beiden Halbkugeln des Gehirns besteht eine solche Entsprechung; denn die im Guten sind, befinden sich zur Rechten des Herrn, und die im Wahren zur Linken. 4411. Alles und jedes, was im Auge ist, hat seine Entsprechungen in den Himmeln, z.B. die drei Feuchtigkeiten, die wäßrige, die gläserne, die kristallinische; und nicht nur die Feuchtigkeiten, sondern auch die Häute, ja ein jeder Teil. Die inwendigeren Dinge des Auges haben schönere und anmutigere Entsprechungen, aber auf verschiedene Weise in einem jeden Himmel. Wenn das Licht, das vom Herrn ausgeht, in den innersten oder dritten Himmel einfließt, so wird es daselbst als das Gute aufgenommen, das Liebtätigkeit genannt wird; und wenn es in den mittleren oder zweiten Himmel einfließt, mittelbar und unmittelbar, wird es als das Wahre aufgenommen, das aus der Liebtätigkeit (stammt). Wenn aber das Wahre in den äußersten oder ersten Himmel einfließt, mittelbar oder unmittelbar, wird es substantiell aufgenommen, und erscheint daselbst wie ein Paradies, und anderswo wie eine Stadt, in der Paläste sind. So folgen die Entsprechungen aufeinander bis zu dem äußeren Schauen der Engel. Im Menschen ebenso: in seinem Äußersten, welches das Auge ist, stellt es sich materiell dar vermöge des Sehens, dessen Gegenstände das bildet, was der schaubaren Welt angehört, der Mensch, der in Liebe und Liebtätigkeit, und von da aus im Glauben ist, hat sein Inwendigeres in solcher Beschaffenheit, denn er entspricht den drei Himmeln, und ist ein kleiner Himmel im Abbilde. 4412. Ein gewisser Geist war mir im Leben des Körpers bekannt, aber nicht in Ansehung seiner Seele und seiner inneren Neigungen. Dieser redete im anderen Leben einige Male mit mir, aber nur kurze Zeit aus der Ferne; derselbe gab sich im allgemeinen kund durch anmutige Vorbildungen, denn er konnte ergötzliche Dinge darstellen, z.B. Farben jeder Art, und farbige schöne Formen, schön geschmückte Kinder wie Engel vorführen, und mehreres derart, was angenehm und lieblich war. Er wirkte durch ein gelindes und sanftes Einfließen, und zwar in die Haut des linken Auges. Durch solche Dinge schmeichelte er sich in die Neigung anderer ein, in der Absicht, wohlzugefallen und das Leben derselben angenehm zu machen. Es wurde mir von den Engeln gesagt, daß solche es sind, die sich auf die Häute des Auges beziehen, und daß sie in Verbindung stehen mit den paradiesischen Himmeln, wo in substantieller Form das Wahre und Gute vorgebildet wird, wie Nr. 4411 gesagt worden. 4413. Daß das Licht des Himmels Einsicht und Weisheit in sich schließt, und daß es die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten ist vom Herrn, die vor den Augen der Engel als Licht erscheint, wurde mir durch lebendige Erfahrung zu erkennen gegeben: Ich wurde in ein Licht erhoben, das funkelte, wie ein aus Diamanten strahlendes Licht. Wenn ich in demselben gehalten wurde, kam es mir vor, als würde ich von den körperlichen Vorstellungen weggeführt, und in geistige Vorstellungen eingeführt, und somit in diejenigen, die der Einsicht des Wahren und Guten angehören. Die Denkbilder, die vom Weltlicht ihren Ursprung herleiten, erschienen dann von mir entfernt und gleichsam mich nichts angehend, obgleich sie in dunkler Weise vorhanden waren. Dadurch wurde mir zu erkennen gegeben, daß der Mensch soweit in Einsicht kommt, als er in dieses Licht kommt. Daher kommt es auch, daß die Engel, je einsichtsvoller sie sind, in desto größerem und hellerem Lichte sich befinden. 4414. Der Unterschiede des Lichtes im Himmel gibt es ebenso viele, als es Engelgesellschaften gibt, die den Himmel bilden, ja so viele, als es Engel in einer jeden Gesellschaft gibt. Die Ursache ist, weil der Himmel geordnet ist nach allen Unterschieden des Guten und des Wahren, somit nach allen Zuständen der Einsicht und Weisheit, folglich gemäß der verschiedenen Aufnahme des Lichtes, das vom Herrn. Daher kommt es, daß nirgends im ganzen Himmel ein völlig gleiches Licht ist, sondern verschieden nach seiner Mischung mit Flammigem und Hellem, und gemäß den Graden seiner Stärke; denn Einsicht und Weisheit ist nichts anderes, als eine vorzügliche Modifikation des himmlischen Lichtes, das vom Herrn. 4415. Die neuangekommenen Seelen, oder die Geister-Neulinge, die nämlich (erst) einige Tage nach dem Tode des Körpers ins andere Leben kommen, wundern sich aufs höchste, daß es im anderen Leben ein Licht gibt; denn sie bringen den Irrtum mit sich, daß nicht anderswoher Licht entstehe als von der Sonne oder einer materiellen Flamme, und noch weniger wissen sie, daß es ein Licht gibt, das den Verstand erleuchtet, denn dieses haben sie im Leben des Körpers nicht wahrgenommen. Noch weniger, daß dieses Licht die Fähigkeit zu denken gibt, und durch sein Einfließen in Formen, die aus dem Weltlicht stammen, alles darstellt, was Sache des Verstandes ist. Wenn solche gut gewesen sind, so werden sie, um belehrt zu werden, zu himmlischen Gesellschaften erhoben, und von einer Gesellschaft zur anderen, damit sie durch lebendige Erfahrung wahrnehmen, daß es im anderen Leben ein Licht gibt, und zwar ein stärkeres, als irgendwo in der Welt, und damit sie zugleich inne werden, daß sie sich soweit in Einsicht befinden, als sie hier im Lichte sind. Einige, die in die Sphären des himmlischen Lichtes erhoben waren, redeten von da aus mit mir, und bekannten, daß sie niemals so etwas geglaubt hätten, und daß das Licht der Welt verhältnismäßig Finsternis sei. Von da aus blickten sie auch durch meine Augen in das Licht der Welt, und nahmen dasselbe nicht anders wahr, als wie einen finsteren Dunstnebel; und von Mitleid ergriffen sagten sie, in solchem befinde sich der Mensch. Aus dem, was gesagt wurde, kann man auch erkennen, warum die himmlischen Engel im Worte Engel des Lichtes heißen, und daß der Herr das Licht ist, und daher das Leben der Menschen: Joh.1/1-9; 8/12. HG 4416 4416. Die Geister im anderen Leben erscheinen aus dem Lichte, in dem sie sind, wie sie beschaffen sind; denn das Licht, in dem sie sehen, entspricht dem Lichte, aus dem sie wahrnehmen, wie schon gesagt wurde. Diejenigen, die das Wahre erkannt, und auch bei sich begründet haben, dennoch aber ein schlechtes Leben führten, erscheinen in einem schneeweißen, aber kalten Licht, wie das Licht im Winter ist, aber wenn sie zu denen kommen, die im Himmelslichte sind, dann verdunkelt sich das Licht völlig bei ihnen und wird finster, und wenn sie sich vom Lichte des Himmels entfernen, folgt ihnen ein gelbliches Licht, wie von Schwefel, in dem sie gleichsam wie Gespenster erscheinen, und ihre Wahrheiten als Phantasiegebilde, denn ihre Wahrheiten stammten aus einem Überredungsglauben, der so beschaffen ist, daß sie nur glaubten, weil ihnen dadurch Ehre, Gewinn und Ruhm zuteil wurde, und dabei war es ihnen gleichgültig, was man auch immer als Wahres aufnahm. Die aber im Bösen sind und daraus im Falschen, erscheinen in einem Lichte wie von einem Kohlenfeuer. Dieses Licht wird völlig dunkelbraun beim Lichte des Himmels. Das Licht selbst aber, aus dem sie sehen, wechselt gemäß dem Falschen und Bösen in dem sie sind. Hieraus wurde mir auch klar, warum diejenigen, die ein böses Leben führen, niemals den göttlichen Wahrheiten mit aufrichtigem Herzen Glauben schenken können; sie sind nämlich in einem rauchartigen Lichte, das, wenn das Licht des Himmels einfällt, bei ihnen voller Finsternis wird, so daß sie weder mit den Augen, noch mit dem Gemüte sehen, und außerdem fallen sie alsdann in Beängstigungen und einige gleichsam in Ohnmacht. Daher kommt es, daß die Bösen niemals das Wahre aufnehmen können, sondern einzig die Guten. Der Mensch, der ein böses Leben führt, kann nicht glauben, daß er in einem solchen Lichte ist, weil er das Licht, in dem sein Geist ist, nicht sehen kann, sondern nur das Licht, in dem das Gesicht seines Auges, und somit das seines natürlichen Gemütes ist. Wenn er aber das Licht seines Geistes sehen, und erfahren würde, wie es wird, wenn das Licht des Wahren und Guten vom Himmel in dasselbe einfließt, dann würde er deutlich erkennen, wie weit entfernt er ist von der Aufnahme dessen, was dem Lichte, d.h. was dem Glauben angehört, und mehr noch von dem Ergreifen dessen, was der Liebtätigkeit angehört, somit, wie weit er vom Himmel entfernt ist. 4417. Es entstand einst mit den Geistern eine Unterredung über das Leben, daß nämlich niemand irgend etwas vom Leben aus sich habe, sondern vom Herrn, obgleich er aus sich zu leben scheine (man vergleiche Nr. 4320); und dann kam zuerst die Rede darauf, was das Leben sei, daß es nämlich darin bestehe, zu verstehen und zu wollen, und weil alles Verstehen sich auf das Wahre bezieht, und alles Wollen auf das Gute: Nr. 4409, so sei das Leben das Verstehen des Wahren und das Wollen des Guten. Aber die vernünftelnden Geister (es gibt nämlich Geister, die man Vernünftler nennen muß, weil sie über alles vernünfteln, ob es so sei; diese sind meistens im Dunkeln über jede Wahrheit), diese also sagten, daß die, welche kein Verständnis des Wahren und kein Wollen des Guten hätten, dennoch lebten, ja noch mehr als andere zu leben glaubten; aber ich durfte ihnen antworten, daß das Leben der Bösen diesen zwar als Leben erscheine, dennoch aber dieses sogenannte Leben ein geistiger Tod sei, und dies könnten sie daraus erkennen, daß, wenn das Wahre einsehen und das Gute wollen Leben aus dem Göttlichen sei, alsdann das Wissen des Falschen und das Wollen des Bösen unmöglich Leben sein könne, weil das Böse und Falsche dem Leben selbst entgegengesetzt sei. Um sie zu überzeugen, wurde ihnen gezeigt, wie beschaffen ihr Leben sei; und als dieses gesehen wurde, erschien es gleich dem Lichte aus einem Kohlenfeuer, dem Rauch beigemischt ist; wenn sie in diesem Lichte sind, können sie nichts anderes glauben, als daß das Leben ihres Denkens und ihres Willens das einzige Leben sei, und mehr noch deshalb, weil das Licht der Einsicht des Wahren, welches das eigentliche Licht des Lebens ist, ihnen ganz und gar nicht erscheinen kann, denn sobald sie in dieses Licht kommen, wird ihr Licht ganz verfinstert, so daß sie gar nichts sehen, somit auch nichts wahrnehmen können. Es wurde auch gezeigt, wie damals der Zustand ihres Lebens beschaffen war, und zwar durch das Wegnehmen ihres angenehmen Gefühls aus dem Falschen, das im anderen Leben durch die Trennung der Geister geschieht, in deren Gesellschaft sie sind. Als dies geschehen war, erschienen sie mit einem fahlen Angesicht, wie Leichname, so daß man sie Bilder des Todes hätte nennen können. Von dem Leben der Tiere aber soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, noch besonders gehandelt werden. 4418. Von denen, die in der Hölle sind, sagt man, sie seien in Finsternis, aber daß sie sich in Finsternis befinden, sagt man, weil sie im Falschen sind; denn so wie das Licht dem Wahren, so entspricht die Finsternis dem Falschen; denn jene befinden sich in einem gelblichen Lichte, wie von einem Feuer von Kohlen und Schwefel, wie oben bemerkt wurde. Dieses Licht ist es, was unter der Finsternis verstanden wird, denn gemäß dem Lichte, und somit auch gemäß dem Sehen daraus, ist ihr Verstand, weil beides sich entspricht: Finsternis wird es auch genannt, weil diese Arten des Lichtes in der Nähe des himmlischen Lichtes Finsternis werden. 4419. Es war ein Geist bei mir, der, als er in der Welt lebte, viele Kenntnisse hatte, und daher glaubte, er sei vor anderen weise. Hierdurch hatte er sich das Schlimme angewöhnt, daß er, wo er auch war, alles beherrschen wollte. Er wurde zu mir von einer gewissen Gesellschaft geschickt, um ihnen als Vermittler (subjecto) oder zur Mitteilung zu dienen: Nr. 4403; zugleich auch, damit sie ihn von sich entfernten, denn er war ihnen dadurch lästig, daß er sie durch seine Einsicht beherrschen wollte. Als er bei mir war, wurde es mir gegeben, mit ihm von der Einsicht aus dem Eigenen zu reden, daß diese nämlich in der christlichen Welt so viel gelte, daß man glaube, alle Einsicht stamme aus jenem (Eigenen), und somit keine aus Gott, obwohl (die Leute), wenn sie aus ihren Glaubenslehren reden, sagen, daß alles Wahre und Gute aus dem Himmel, somit aus dem Göttlichen sei, und somit auch alle Einsicht, denn sie ist Sache des Wahren und Guten. Da jedoch dieser Geist nicht darauf achten wollte, so sagte ich, er werde wohltun, wenn er sich zurückziehe, weil die Sphäre seine Einsicht belästigte; aber weil er in der Selbstberedung war, daß er mehr als andere einsichtsvoll sei, wollte er nicht. Alsdann wurde ihm von den Engeln gezeigt, wie beschaffen die Einsicht aus dem Eigenen ist, und wie beschaffen die Einsicht vom Göttlichen, und zwar durch verschiedene Arten von Licht, denn solche Dinge werden im anderen Leben durch Wechsel des Lichtes auf wunderbare Weise anschaulich gemacht: Die Einsicht aus dem Eigenen wurde durch ein Licht gezeigt, das wie ein Irrlicht erschien, um das ein finsterer Saum war, und übrigens sich nur in geringer Entfernung von seinem Mittelpunkt an ausdehnte. Es wurde ferner gezeigt, daß es sogleich erlischt, wenn es von Engeln aus einer gewissen Gesellschaft besichtigt wird, ganz wie ein Irrlicht beim Licht des Tages oder der Sonne. Ferner wurde gezeigt, wie beschaffen die Einsicht aus dem Göttlichen sei, (und zwar) auch durch Licht: dasselbe war heller und leuchtender, als das Mittagslicht der Sonne, es breitete sich nach jeder Entfernung hin aus, und begrenzte sich so wie das Sonnenlicht im Universum; und es wurde gesagt, daß die Einsicht und Weisheit von allen Seiten her in die Sphäre dieses Lichtes eintrete und bewirke, daß man das Wahre und Gute in einer fast unbegrenzten Anschauung wahrnehme; dies jedoch gemäß der Beschaffenheit des Wahren aus dem Guten. 4420. Hieraus kann man ersehen, daß die Dinge des Weltlichtes bei dem Menschen den Dingen des Himmelslichtes entsprechen; folglich, daß das Sehen des äußeren Menschen, das vom Auge ausgeht, dem Sehen des inneren Menschen entspricht, das Sache des Verstandes ist. Ferner, daß durch Lichter im anderen Leben deutlich erscheint, wie die Einsicht beschaffen sei. 4421. Die Fortsetzung von der Entsprechung mit dem Auge und dem Lichte am Ende des folgenden Kapitels.   Fortsetzung von der Entsprechung des Auges und des Lichtes mit dem Größten Menschen 4523. Ein jeder, der von der Luft und dem Schall etwas versteht, kann wissen, daß das Ohr ganz und gar nach der Beschaffenheit ihrer Modifikationen gebildet ist, also daß das Ohr in betreff seines Körperlichen und Materiellen denselben entsprechen; und wer vom Äther und vom Licht einige Kenntnis besitzt, der weiß, daß das Auge in betreff seines Körperlichen und Materiellen ihren Modifikationen entsprechend gebildet ist; und zwar so sehr, daß alles Geheimnisvolle, was in der Natur der Luft und des Schalles verborgen liegt, auch dem Organe des Ohres gleichsam eingeschrieben ist, und daß alles Geheimnisvolle in der Natur des Äthers und des Lichtes auch im Organismus des Auges vorhanden ist. Folglich kann der, welcher in der Anatomie und zugleich in der Physik erfahren ist, durch Nachforschung erkennen, daß nicht nur die Sinnesorgane, sondern auch die Werkzeuge der Bewegung, wie auch alle Eingeweide in betreff ihrer körperlichen Beschaffenheit und ihres Stoffes dem entsprechen, was in der Natur der Welt ist, und daß somit der ganze Körper ein Organ ist, zusammengesetzt aus allem Geheimnisvollen, was in der irdischen Natur vorhanden ist, und zwar gemäß den geheimen Kräften ihres Wirkens und ihren bewunderungswürdigen Arten des Einfließens. Daher kommt es, daß der Mensch von den Alten die kleine Welt oder Mikrokosmos genannt wurde. Wer dies weiß, der kann auch erkennen, daß alles, was in der Welt und ihrer Natur ist, nicht aus sich entsteht, sondern aus einem Früheren, und daß auch dieses Frühere nicht aus sich entstehen konnte, sondern aus einem noch Früheren, und so fort bis zum Ersten, aus dem der Ordnung gemäß das Nachfolgende entstehen muß; und weil es von diesem entsteht, so besteht es auch aus demselben; denn das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen. Daraus folgt, daß alles und jedes bis zum Letzten der Natur, von dem Ersten nicht nur sein Entstehen, sondern auch sein Bestehen hat; denn wenn nicht (alles) fortwährend entstünde, und wenn nicht eine fortwährende Verbindung vom Ersten aus wäre, und so auch mit dem Ersten, so würde es augenblicklich zerfallen und zugrunde gehen. 4524. Weil nun alles und jedes, was in der Welt und deren Natur ist, fortwährend entsteht und besteht, aus einem Früheren, als es selbst ist, so folgt, daß es entsteht und besteht aus einer Welt, die über der Natur ist, und welche die geistige Welt heißt; und weil mit dieser eine ununterbrochene Verbindung sein muß, damit alles bestehen oder fortwährend entstehen kann, so folgt, daß die reineren oder inneren Dinge, die in der Natur und folglich im Menschen sind, von dorther stammen. Weil ferner die reineren oder inneren Dinge solche Formen sind, die den Einfluß (aus der geistigen Welt) aufnehmen können, und weil es nur eine einzige Lebensquelle geben kann, so wie in der Natur auch nur eine Quelle des Lichts und der Wärme ist, so ist offenbar, daß alles Leben vom Herrn stammt, Welcher das Erste des Lebens ist, und daß somit alles und jedes, was in der geistigen Welt ist, Ihm selbst entspricht, somit auch alles und jedes, was im Menschen ist; denn dieser ist im kleinsten Bilde eine kleine geistige Welt; deshalb ist auch der geistige Mensch ein Bild des Herrn. 4525. Hieraus geht hervor, daß vorzüglich bei dem Menschen eine vollständige Entsprechung mit der geistigen Welt besteht, und daß er ohne diese Entsprechung nicht einen Augenblick bestehen könnte; denn ohne Entsprechung würde nichts im Zusammenhang sein mit der Quelle des Lebens selbst, d.h. mit dem Herrn, somit wäre es ohne Zusammenhang, und das nicht (mit Ihm) Zusammenhängende wird als nichtig zerstreut. Daß die Entsprechung bei dem Menschen unmittelbarer und dadurch auch enger ist, kommt daher, weil er geschaffen ist, um sich Leben von Gott anzueignen, und dadurch zur Möglichkeit, daß er in Ansehung seiner Gedanken und Neigungen vom Herrn über die natürliche Welt erhoben werden, und hierdurch an Gott denken, von dem Göttlichen angeregt werden, und so mit Ihm selbst verbunden werden kann; ganz anders als die übrigen Geschöpfe der Erde; und weil die Menschen auf solche Weise mit dem Göttlichen verbunden werden können; so sterben sie nicht, wenn das Körperliche, das der Welt angehört, getrennt wird; denn das Innere bleibt mit Gott verbunden. 4526. Was die Entsprechung der Sehkraft, welche Sache des Auges ist, und von der am Ende des vorhergehenden Kapitels (zu reden) begonnen wurde, weiter anbelangt, so muß man wissen, daß eine Entsprechung desselben mit den Dingen statthat, die sich auf den Verstand beziehen, denn der Verstand ist das innere Sehen, und dieses innere Sehen ist in einem Lichte, das über dem Weltlichte ist. Daß der Mensch durch die Dinge, die ihm im Lichte der Welt erscheinen, sich Einsicht erwerben kann, kommt daher, weil das höhere Licht oder das Licht des Himmels in die Gegenstände, die aus dem Lichte der Welt sind, einfließt, und macht, daß sie in vorbildlicher und entsprechender Weise erscheinen; denn das Licht, das über dem Weltlicht ist, geht vom Herrn aus, Der den ganzen Himmel erleuchtet. Die Einsicht und Weisheit selbst, die vom Herrn ausgeht, erscheint dort als Licht. Dieses Licht ist es, das den Verstand oder das innere Sehen des Menschen bewirkt. Wenn dasselbe durch den Verstand in die Gegenstände einfließt, die aus dem Weltlicht sind, dann macht es, daß sie vorbildlich und entsprechend, und somit der Einsicht angemessen (d.i. erkennbar) erscheinen. Und weil das Sehen des Auges, das in der natürlichen Welt stattfindet, dem Sehen des Verstandes entspricht, das in der geistigen Welt ist, so entspricht es auch den Glaubenswahrheiten; denn diese sind ein Gegenstand des echten Verstandes, weil die Wahrheiten den ganzen Verstand des Menschen bilden, denn darin bewegt sich alles Denken, ob etwas so sei oder nicht, d.h., ob es wahr oder nicht wahr sei. Daß das Gesicht des Auges den Wahrheiten und dem Guten des Glaubens entspricht, sehe man Nr. 4410. 4527. Ich redete mit einigen wenige Tage, nachdem sie gestorben waren; weil sie erst vor kurzem angekommen, daselbst sich in einem Lichte befanden, das ihnen wenig von dem Weltlicht unterschieden zu sein schien, und weil ihnen das Licht so erschien, zweifelten sie, ob ihnen das Licht anderswoher scheine; deshalb wurden sie in den ersten Grad des Himmels erhoben, wo das Licht noch glänzender war, und als sie von hieraus mit mir redeten, sagten sie, daß sie niemals ein solches Licht gesehen hätten; und dies geschah, als die Sonne schon längst untergegangen war. Dann wunderten sie sich darüber, daß die Geister Augen hatten, durch die sie sahen, da sie doch im Leben des Körpers geglaubt hatten, daß das Leben der Geister nur ein Denken sei, und zwar ein abstraktes ohne ein bestimmtes Subjekt, aus der Ursache, weil sie sich keinen Gegenstand des Denkens vorstellen konnten, wenn sie ihn nicht sahen; und weil es so war, so hatten sie damals keinen anderen Begriff, als daß es ein bloßes Denken sei, und daß es mit dem Körper, in dem es sei, verschwinde, wie irgendeine Luft oder irgendein Feuer, wenn es nicht auf wunderbare Weise vom Herrn zusammengehalten und erhalten würde. Auch sahen sie dann ein, wie leicht die Gelehrten in Irrtum ber das Leben nach dem Tode verfallen, und daß diese mehr als die anderen nur das glauben, was sie sehen. Dann wunderten sie sich auch, daß sie nicht nur ein Denkvermögen hatten, sondern auch eine Sehkraft, ja auch die übrigen Sinne; und mehr noch, daß sie sich ganz als Menschen erschienen, sich gegenseitig sahen, hörten, miteinander redeten, ihre Glieder beim Berühren fühlten, und zwar noch feiner als im Leben des Körpers. Daher erstaunten sie, daß der Mensch, während er in der Welt lebt, hierüber völlig unwissend ist; und sie bedauerten das menschliche Geschlecht, daß es nichts von solchen Dingen weiß, weil sie nichts glauben, und vor allem diejenigen, die mehr als andere im Lichte sind, nämlich die, welche innerhalb der Kirche sind, und das Wort haben. Einige unter ihnen hatten nicht anders geglaubt, als daß die Menschen nach dem Tode wie Gespenster würden, und in dieser Meinung bestärkten sie sich durch die Geistererscheinungen, von denen sie gehört hatten. Daraus zogen sie aber nur den Schluß, daß es etwas grob körperliches sei, das zuerst vom Leben des Körpers ausgehaucht werde, dann aber wiederum zum Leichnam zurückkehre und so erlösche. Einige aber glaubten, daß sie erst zur Zeit des Jüngsten Gerichtes auferstehen würden, wenn die Welt untergehen werde, dann aber mit dem Körper, der, obgleich zu Staube zerfallen, dann wieder gesammelt werde, und so würden sie mit Bein und Fleisch auferstehen; und weil sie dieses Letzte Gericht oder den Untergang der Welt seit mehreren Jahrhunderten vergeblich erwarteten, verfielen sie in den Irrtum, daß sie niemals auferstehen würden. Dann dachten sie nicht an das, was sie aus dem Worte gelernt, und demgemäß zuweilen gesagt hatten, daß nämlich die Seele des Menschen, wenn er sterbe, in der Hand Gottes sei, unter den Seligen oder Unseligen, gemäß dem Leben, das sie angenommen hatte; auch nicht daran, was der Herr von dem Reichen und dem Lazarus gesagt hat; aber sie wurden belehrt, daß für einen jeden das Jüngste Gericht sei, wenn er sterbe, und daß er dann in einem Körper zu sein glaube, wie früher in der Welt und im Besitz aller Sinne wie früher, aber reinerer und feinerer, weil das Körperliche nicht mehr hindert, und das, was dem Weltlichte angehört, nicht das verdunkelt, was im Lichte des Himmels ist, daß sie also in einem gleichsam gereinigten Körper sind, und daß man dort keineswegs einen Leib von Fleisch und Bein an sich tragen kann, wie in der Welt, weil man sonst wieder mit irdischem Staube umgeben wäre. Hierüber redete ich mit einigen an dem Tage, wo ihre Körper begraben wurden, und die durch meine Augen ihren Leichnam sahen, die Totenbahre, und daß sie beerdigt wurden; und sie sagten, daß sie diesen (Körper) nun abwürfen, und daß er ihnen in der Welt, in der sie waren, zu ihren Nutzleistungen gedient habe, jetzt aber lebten sie mit einem Leibe, der ihnen zu Nutzzwecken diene in der Welt, in der sie nun lebten. Sie wollten auch, daß ich dies ihren Verwandten sagte, die in Trauer waren, aber es wurde mir gestattet, ihnen zu antworten, daß diese, wenn ich es ihnen sagte, darüber spotten würden, weil sie glaubten, daß nichts existiere, was sie nicht mit eigenen Augen sehen könnten, und so würden sie es als Visionen und Täuschungen betrachten; denn sie können nicht dahin gebracht werden, zu glauben, daß, wie die Menschen sich gegenseitig mit ihren Augen sehen, so auch die Geister sich gegenseitig mit den ihrigen sehen; und daß der Mensch keine Geister sehen könne, außer mit den Augen seines Geistes, und daß er sie dann sieht, wenn der Herr sein inneres Gesicht öffnet, wie es bei den Propheten geschah, die Geister und Engel und auch mehrere Dinge des Himmels sahen. Ob diejenigen, die heutzutage leben, solche Dinge geglaubt hätten, wenn sie zu jener Zeit gelebt hätten, ist wohl zu bezweifeln. 4528. Das Auge oder vielmehr das Sehvermögen desselben entspricht vorzüglich denjenigen Gesellschaften im anderen Leben, die im paradiesischen (Zustande) sind, und die oben nach vorne ein wenig zur Rechten erscheinen, wo sich ganz nach dem Leben Gärten darstellen mit Bäumen und Blumen von so vielen Gattungen und Arten, daß die, welche auf der ganzen Erde sich finden, verhältnismäßig nur wenige sind. In jedem einzelnen Gegenstande daselbst ist etwas von Einsicht und Weisheit, was hervorleuchtet, so daß man sagen kann, sie befinden sich zugleich in Paradiesen der Einsicht und Weisheit. Solche Dinge sind es, welche diejenigen, die sich dort befinden, vom Inneren her anregen, und nicht nur den Gesichtssinn erfreuen, sondern auch den Verstand. Diese paradiesischen Dinge sind im ersten Himmel und schon am Eingang zum Inneren dieses Himmels, und sie sind Vorbildungen, die von dem oberen Himmel herabsteigen, wenn die Engel des oberen Himmels nach ihrer Einsicht untereinander über die Glaubenswahrheiten reden. Die Rede der Engel geschieht dort durch geistige und himmlische Vorstellungen, die bei ihnen als Formen der Worte gelten, und fortwährend durch ein Aneinandereihen von Vorbildungen von solcher Schönheit und Annehmlichkeit, daß es gar nicht beschrieben werden kann. Diese Schönheiten und Annehmlichkeiten ihrer Reden sind es, welche wie paradiesische (Dinge) im unteren Himmel vorgebildet werden. Dieser Himmel ist in mehrere Himmel unterschieden, denen die einzelnen Dinge entsprechen, die in den Kammern des Auges sind. Es gibt hier einen Himmel, wo die paradiesischen Gärten sind, von denen gesprochen wurde; ferner einen Himmel, wo verschiedenfarbige Atmosphären sind, wo die ganze Luft funkelt, wie von Gold, Silber, Perlen, kostbaren Steinen, von Blumen in den kleinsten Gestalten und unzähligen anderen Dingen. Hier ist auch der Regenbogenhimmel, wo die schönsten Regenbogen, große und kleine, mannigfaltig in den prächtigsten Farben (erscheinen). Diese Dinge entstehen alle durch das Licht, das vom Herrn stammt, und in dem Einsicht und Weisheit ist. Dadurch ist in den einzelnen Gegenständen daselbst etwas von Einsicht des Wahren und von Weisheit des Guten, das sich so in vorbildlicher Weise darstellt. Diejenigen, die keinen Begriff vom Himmel hatten, noch vom Lichte daselbst, können schwer dahingebracht werden, zu glauben, daß dort sich solche Dinge befinden; deshalb werden diejenigen, die mit solchem Unglauben ins andere Leben eingehen, wenn sie im Wahren und Guten des Glaubens waren, von den Engeln in jene Dinge erhoben, und wenn sie dieselben sehen, erstaunen sie. Über die paradiesischen Dinge, die Atmosphären und Regenbögen sehe man, was aus Erfahrung Nr. 1619-1626, 2296, 3220 gesagt wurde; und daß im Himmel fortwährende Vorbildungen stattfinden: Nr. 1807, 1808, 1971, 1980, 1981, 2299, 2763, 3213, 3216, 3217, 3218, 3222, 3350, 3475, 3485. 4529. Ein Gewisser, der in der gelehrten Welt bekannt und berühmt war wegen seiner Kenntnis der Botanik, hörte, nachdem er gestorben, im anderen Leben, daß auch hier Blumen und Bäume zu sehen seien, worüber er erstaunte; und weil dies die Freude seines Lebens gewesen war, wurde er von dem Verlangen durchdrungen, zu sehen, ob dies wirklich der Fall sei. Deswegen wurde er in paradiesische (Gegenden) erhoben, und sah nun die schönsten Baumgruppen und die lieblichsten Blumenbeete in außerordentlicher Ausdehnung; und weil er jetzt in die Wärme seines Lustreizes aus seiner Neigung kam, so wurde ihm erlaubt, die Ebene zu durchwandern, und nicht nur die einzelnen (Blumen) zu sehen, sondern auch sie zu pflücken und vor das Auge zu halten und zu erforschen, ob die Sache sich wirklich so verhalte. Er redete auch mit mir darüber und sagte, daß er dies niemals geglaubt hätte, und wenn man solches in der Welt gehört hätte, so würde man es für etwas Paradoxes (Unmögliches) gehalten haben. Ferner berichtete er, daß er dort Pflanzen und Blumen in außerordentlicher Menge gesehen habe, die man niemals in der Welt gesehen, und die man dort kaum erkennen würde; und daß sie alle in einem unbegreiflichen Glanze schimmerten, weil sie aus dem Himmelslichte stammen. Daß dieser Glanz einen geistigen Ursprung habe, konnte er noch nicht erkennen, nämlich daß in allen etwas von Einsicht und Weisheit liege, die Sache des Wahren und Guten sind, und aus denen sie jenen Schimmer haben. Weiter sagte er, die Menschen auf Erden würden dies durchaus nicht glauben, weil es nur wenige gebe, die glaubten, daß irgendein Himmel und eine Hölle sei, und diejenigen, die dies glaubten, wüßten nur, daß im Himmel Freude herrsche, aber nur wenige unter ihnen, daß es dort solche Dinge gebe, die kein Auge jemals gesehen, kein Ohr jemals gehört, und kein Verstand jemals denken konnte. Und doch wissen sie aus dem Worte, daß die Propheten außerordentliche Gesichte hatten, wie auch Johannes mehrere hatte, wovon in der Offenbarung. Diese Erscheinungen waren jedoch nur vorbildlich, wie sie beständig im Himmel stattfinden, und die sich ihnen zeigten, sobald ihr inneres Gesicht geöffnet wurde. Solche Erscheinungen sind verhältnismäßig weniger bedeutend. Die, welche in der Einsicht und Weisheit selbst sind, aus denen jene entspringen, befinden sich in einem solchen Zustande der Glückseligkeit, daß die erwähnten Dinge für sie von geringerer Bedeutung sind. Einige sagten, als sie in dem paradiesischen Zustande waren, daß dieses über alle Stufen der Glückseligkeit hinausgehe, sie wurden deshalb mehr gegen rechts in den Himmel erhoben, der noch prächtiger glänzte, und endlich bis zu dem, in dem auch das Selige der Einsicht und Weisheit, die in solchen Dingen liegt, empfunden wurde, und als sie nun daselbst waren, sprachen sie auch mit mir und sagten, das, was sie vorher gesehen hätten, sei verhältnismäßig unbedeutend. Und endlich wurden sie bis zu dem Himmel erhoben, wo sie vor der Seligkeit des inneren Gefühls kaum bestehen konnten; denn die Seligkeit drang durch bis ins Mark, und da dieses durch das Wonnegefühl fast aufgelöst wurde, fingen sie an, in ein heiliges Selbstvergessen zu sinken. 4530. Auch Farben erscheinen im anderen Leben, die an Glanz und Pracht die Schönheit der Farben in der Welt so sehr übertreffen, daß kaum ein Vergleich stattfindet. Sie entstehen aus der Vermischung des Lichts und des Schattens daselbst; und weil es hier die Einsicht und die Weisheit vom Herrn ist, die als Licht vor den Augen der Engel und Geister erscheint, und zugleich innerlich ihren Verstand erleuchtet, so sind die Farben daselbst ihrem Wesen nach Mischungen, oder sozusagen Modifikationen der Einsicht und Weisheit. Diese Farben, nicht nur die, mit denen die Blumen geschmückt, die Atmosphären erleuchtet und die Regenbogen gebildet werden, sondern auch die, welche in anderen Gebilden deutlich erschienen, wurden so oft von mir gesehen, daß es kaum zu zählen ist. Ihren Glanz haben sie aus dem Wahren, das Sache der Einsicht ist, und ihr Leuchten aus dem Guten, das Sache der Weisheit ist, und die Farben selbst kommen aus dem Hellen und Dunkeln beider, somit aus Licht und Schatten, wie die Färbungen in der Welt. Daher kommt es, daß die Farben, die im Worte erwähnt werden, z.B. die der kostbaren Steine im Brustschilde Aharons, und auf seinen heiligen Gewändern, auch die an den Vorhängen der Stiftshütte, wo die Bundeslade war, ferner die der Grundsteine des neuen Jerusalems, von denen bei Johannes in der Offenbarung und anderswo gesprochen wird, solche Dinge vorbildeten, die der Einsicht und Weisheit angehören. Was aber die einzelnen Farben vorbilden, soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in den Erklärungen gesagt werden. Im allgemeinen stammen die Farben dort in dem Maße, als sie Glanz besitzen und ins Helle übergehen, aus dem Wahren, das Sache der Einsicht ist, und in dem Maße, als sie etwas Leuchtendes haben und ins Purpurfarbige übergehen, aus dem Guten, das Sache der Weisheit ist. Diejenigen, die hier ihren Ursprung haben, gehören auch zu dem Gebiete der Augen. 4531. Weil die Einsicht und Weisheit vom Herrn stammt, und wie Licht im Himmel erscheint, deshalb heißen die Engel Engel des Lichtes; somit ist es der Unverstand und der aus dem Eigenen stammende Wahnwitz, der in der Hölle herrscht, und daher werden die, welche dort sind, nach der Finsternis benannt. In der Hölle ist zwar keine Finsternis, aber es herrscht daselbst ein dunkles Licht, so wie das von einem Kohlenfeuer, in dem sie sich gegenseitig sehen; denn sonst könnten sie nicht leben. Dieses Licht entsteht für sie aus dem Lichte des Himmels, das, wenn es in ihr Unsinniges, d.h. in ihre Falschheiten und Begierden einfällt, in solches verkehrt wird. Der Herr ist mit dem Lichte allenthalben gegenwärtig, auch in den Höllen, sonst hätten sie keine Fähigkeit zu denken und daher zu reden. Aber das Licht gestaltet sich gemäß der Aufnahme. Dieses Licht ist es, das im Worte Todesschatten genannt und mit der Finsternis verglichen wird; denn es wird bei ihnen in Finsternis verkehrt, wenn sie sich dem Himmelslichte nähern, und wenn sie in ihrer Finsternis sind, so sind sie in Albernheit und Stumpfsinn. Hieraus kann man erkennen, daß wie das Licht dem Wahren, so die Finsternis dem Falschen entspricht; und daß es mit Recht von denen, die im Falschen sind heißt, sie sehen in Blindheit. 4532. Diejenigen, die glauben, das Gute und Wahre aus sich zu verstehen, und daher auf sich allein vertrauen und so sich weiser dünken als alle, während sie doch in Unkenntnis des Guten und Wahren sind, besonders die, welche das Gute und Wahre nicht einsehen wollen, und deshalb im Falschen sind, diese werden im anderen Leben bisweilen in den Zustand der Finsternis versetzt, und wenn sie in demselben sich befinden, dann reden sie albern; denn sie sind im Stumpfsinn. Es wurde mir gesagt, daß es mehrere von solcher Art gebe, und unter ihnen diejenigen, die im größten Lichte zu stehen glaubten, und auch anderen so erschienen waren. 4533. Unter den wunderbaren Dingen, die im anderen Leben stattfinden, ist auch dies, daß, wenn die Engel böse Geister erforschen, diese ganz anders erscheinen, als unter sich. Wenn die bösen Geister und Dämonen (genii) unter sich sind, und in ihrem Irrlicht, das ähnlich wie von einem Kohlenfeuer ist, dann erscheinen sie sich in menschlicher Gestalt, die aus ihren Phantasien gemäß, nicht unschön ist; aber wenn dieselben von den Engeln des Himmels untersucht werden, dann verschwindet sogleich jenes Licht, und sie erscheinen in ganz anderer Gestalt, jeder seinem Genius gemäß: einige dunkel und schwarz wie Teufel, einige fahl wie Leichname, einige beinahe ohne Gesicht, und statt dessen haben sie etwas Haariges. Einige haben gleichsam eine Doppelreihe von Zähnen, einige (erscheinen) wie Skelett; und was noch wunderbarer ist, einige wie Ungeheuer, die Arglistigen wie Schlangen, und die Arglistigsten wie (giftige) Vipern, und andere anders. Sobald aber die Engel das Gesicht von ihnen abwenden, erscheinen sie wieder in der früheren Gestalt, die sie in ihrem Lichte haben. Die Engel untersuchen die Bösen so oft, als sie wahrnehmen, daß dieselben aus ihren Höllen in die geistige Welt einzudringen streben, und gegen andere Böses beabsichtigen; dadurch werden sie entdeckt und zurückgetrieben. Der Grund, weshalb in dem Anschauen der Engel eine so große Kraft liegt, liegt darin, weil eine Entsprechung stattfindet zwischen dem Sehen des Verstandes und dem Sehen des Auges; daher hat ihr Sehen eine durchdringende Kraft, durch die das höllische Licht zerstreut wird, und jene (die Höllischen) in der Gestalt und Art erscheinen, wie sie wirklich sind. 4534. Die Fortsetzung vom Größten Menschen und von der Entsprechung am Ende des folgenden Kapitels.   Hier von der Entsprechung des Geruches und der Nase mit demselben 4622. Im anderen Leben gibt es mannigfaltige Wohnungen der Seligen, die mit solcher Kunst erbaut sind, daß sie gleichsam im Wesen der architektonischen Kunst wurzeln, oder unmittelbar aus dieser Kunst hervorgehen; über die Wohnungen der Seligen sehe man, was früher aus Erfahrung darüber (gesagt worden): Nr. 1119, 1626-1630. Dieselben erscheinen nicht nur ihrem Blick, sondern auch ihrem Gefühl; denn alles, was sich dort befindet, ist für die Sinne der Geister und Engel passend eingerichtet; die Gegenstände daselbst sind daher so beschaffen, daß sie nicht in die körperliche Sinneswahrnehmung des Menschen fallen, sondern in die Sinne derer, die sich dort befinden. Ich weiß wohl, daß dies vielen unglaublich dünkt, aber nur deshalb, weil man nichts glaubt, was man nicht mit den Augen des Körpers sehen und mit den leiblichen Händen betasten kann. Daher kommt es, daß heutzutage der Mensch, dem das Innere verschlossen ist, nichts von dem weiß, was in der geistigen Welt oder im Himmel existiert. Er bekennt zwar, aus dem Worte und aus der Lehre, daß es einen Himmel gibt, und daß die Engel, die darinnen sind, in Freude und in Herrlichkeit leben, aber weiter weiß er nichts. Er wünscht zwar zu wissen, wie es dort zugeht; aber wenn es ihm gesagt wird, glaubt er es dennoch nicht, weil er im Herzen leugnet, daß es (einen Himmel) gibt. Wenn er es zu wissen wünscht, ist es nur, weil eben gerade seine Neugierde durch die Lehre angeregt ist, keineswegs aber die Lust am Glauben. Diejenigen, die keinen Glauben haben, leugnen es auch im Herzen. Diejenigen dagegen, die glauben, erwerben sich Vorstellungen vom Himmel, von seiner Freude und Herrlichkeit aus Verschiedenem, ein jeder aus solchem, was Eigentum seines Wissens und seiner Einsicht ist. Die Einfältigen dagegen aus den Sinneswahrnehmungen, die Sache des Körpers sind. Gleichwohl aber begreifen die meisten nicht, daß die Geister und Engel mit Sinnesorganen ausgerüstet sind, und zwar mit weit vorzüglicheren, als die Menschen in der Welt, nämlich mit Gesicht, Gehör, Geruch, mit einem dem Geschmack ähnlichen Sinn, und mit dem Gefühl, besonders aber mit Wonnegefühlen der Neigungen. Wenn sie nun glauben würden, daß ihr inneres Wesen der Geist ist, und daß der Körper und die leiblichen Sinnesorgane und Glieder nur für die Nutzzwecke in der Welt passend eingerichtet sind, der Geist aber und die geistigen Sinne und Organe für die Nutzzwecke im anderen Leben, dann würden sie aus sich und fast von selbst Vorstellungen über den Zustand ihres Geistes nach dem Tode erlangen. Sie würden nämlich dann bei sich denken, daß eben der Geist der eigentliche Mensch ist, der denkt, und begehrt, und wünscht, und angeregt wird, und dann auch, daß die ganze Sinnestätigkeit, die im Körper erscheint, von ihrem Geiste ausgeht und dem Körper nur durch den Einfluß desselben (mitgeteilt wird). Dies würden sie dann auch bei sich durch vieles bestätigen können, und sich zuletzt mehr über das freuen, was ihrem Geist, als über das, was ihrem Körper angehört. In der Tat verhält es sich auch so, daß es nicht der Körper ist, der sieht, hört, riecht, fühlt, sondern der Geist; deshalb befindet sich der Geist, wenn er vom Körper befreit ist, in seiner vollen Sinnestätigkeit, wie er sie im Körper hatte, und zwar in einer viel vorzüglicheren; denn die leiblichen Sinne bewirkten, weil sie verhältnismäßig grob sind, nur abgeschwächte Empfindungen, und dies um so mehr, weil er sie mit Irdischem und Weltlichem vermengte. Soviel kann ich behaupten, daß der Geist ein bei weitem vorzüglicheres Gesicht hat, als der Mensch mit seinem Körper; ferner auch ein Gehör und, worüber man sich wundern wird, einen Geruchssinn, und besonders einen Gefühlssinn, denn sie sehen sich gegenseitig, hören sich und fühlen sich gegenseitig. Wer an ein Leben nach dem Tode glaubt, würde dies auch daraus schließen, weil ein Leben ohne Sinneswahrnehmung gar nicht möglich ist, und weil die Beschaffenheit des Lebens sich nach der Beschaffenheit des Sinnes richtet, ja sogar das Verstandesvermögen nichts ist als ein feiner Sinn für innere Dinge, und das höhere Verstandesvermögen ein solcher Sinn für geistige Dinge. Daher auch die Organe, die dem Verstande und seiner Wahrnehmung angehören, die inneren Sinne genannt werden. Mit dem Sinnesvermögen des Menschen gleich nach dem Tode verhält es sich auf folgende Weise: sobald der Mensch stirbt, und das Körperliche bei ihm erkaltet, wird er zum Leben auferweckt, und dann auch zu dem Zustand seiner ganzen Sinnestätigkeit, und zwar so sehr, daß er zuerst kaum anders weiß, als daß er noch in seinem Körper sei; denn die Sinneswahrnehmungen, in denen er sich befindet, veranlassen ihn, so zu glauben. Wenn er aber dann wahrnimmt, daß er feinere Sinneswahrnehmungen hat, und besonders, wenn er mit anderen Geistern zu reden beginnt, dann bemerkt er, daß er im anderen Leben ist, und daß der Tod seines Körpers nur die Fortsetzung des Lebens seines Geistes war. Mit zweien, die ich gekannt habe, redete ich an demselben Tage, an dem sie beerdigt wurden, und auch mit einem, der vermittelst meiner Augen seinen Sarg und seine Totenbahre sah, und weil dieser in vollem Besitz seiner Sinne war, wie in der Welt, sprach er mit mir über das Leichenbegräbnis, während ich seinen Leichenzug begleitete, und auch über seinen Körper, indem er sagte, man solle ihn beiseite legen, weil er selbst lebe. Man muß aber wissen, daß diejenigen, die im anderen Leben sind, nichts von dem, was in der Welt ist, durch die Augen eines Menschen sehen können; daß es ihnen aber vermittelst meiner Augen möglich war, weil ich meinem Geiste nach bei ihnen bin, und zugleich dem Leibe nach bei denen, die in der Welt sind; man sehe auch Nr. 1880; und außerdem merke man, daß ich diejenigen, mit denen ich im anderen Leben sprach, nicht mit meinen leiblichen Augen sah, sondern mit den Augen meines Geistes. Gleichwohl aber ebenso deutlich, und bisweilen noch deutlicher, als mit den Augen des Leibes; denn, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, wurden bei mir (die Organe) eröffnet, die meinem Geiste angehören. Ich weiß jedoch, daß das, was ich bisher sagte, keinen Glauben finden wird bei denen, die im Körperlichen, Irdischen und Weltlichen versunken sind, d.h. bei denen unter ihnen, die dieses zu ihrem Zwecke gemacht haben; denn diese begreifen nichts anderes, als das, was durch den Tod verschwindet. Ebenso weiß ich, daß auch diejenigen nicht glauben werden, die viel über die Seele nachdachten und forschten, aber dabei nicht begriffen, daß die Seele ihr Geist ist, und daß ihr Geist der Mensch selbst ist, der im Körper lebt; denn solche können sich keinen anderen Begriff von der Seele machen, als daß sie etwas Gedachtes, oder Flammenähnliches, oder Ätherisches sei, das nur auf die organischen Gebilde des Körpers einwirkt, aber nicht auf die feineren Gebilde, die dem Geist im Körper angehören, und so halten sie dieselbe für etwas, das mit dem Körper zugrunde gehen müsse. So besonders diejenigen, die sich in solchen Ansichten durch Anschauungen bestärkt haben, die ihnen durch die Überzeugung von ihrer alle andere überragenden Weisheit eingeflößt wurden. 4623. Man muß aber wissen, daß das Empfindungsleben der Geister ein doppeltes ist, nämlich ein reales und ein nicht reales. Das eine ist vom anderen darin unterschieden, daß alles das real ist, was denen erscheint, die im Himmel sind, aber alles nicht real, was denen (erscheint), die in der Hölle sind; denn alles, was aus dem Göttlichen, d.h. vom Herrn kommt, ist real, denn es kommt aus dem Sein (oder Wesen) der Dinge selbst und aus dem Leben in sich; aber alles, was aus dem Eigenen des Geistes kommt, das ist nicht real, weil es nicht aus dem Sein der Dinge und nicht aus dem Leben in sich kommt. Diejenigen, die in der Neigung des Guten und Wahren leben, sind im Leben des Herrn, somit im realen Leben; denn im Guten und Wahren ist der Herr durch die Neigung gegenwärtig; diejenigen aber, die sich im Bösen und Falschen aus Neigung befinden, sind im Leben ihres Eigenen, somit im nicht realen Leben; denn im Bösen und Falschen ist der Herr nicht gegenwärtig. Das Reale (Wirkliche) unterscheidet sich vom nicht Realen (nicht Wirklichen) dadurch, daß das Reale in Wirklichkeit so ist, wie es erscheint, und daß das nicht Reale in Wirklichkeit nicht so ist, wie es erscheint. Die in der Hölle sind, haben auf gleiche Weise Empfindungen, und wissen nichts anderes, als daß es wirklich oder tatsächlich so sei, wie sie fühlen. Gleichwohl aber erscheinen, wenn sie von den Engeln erforscht werden, ebendieselben Dinge wie Phantasmen und verschwinden, und sie selbst (erscheinen) nicht wie Menschen, sondern wie Ungeheuer. Es wurde mir auch gegeben, mit ihnen hierüber zu reden, und einige unter ihnen sagten, sie glaubten, daß diese Dinge wirklich seien, weil sie dieselben sähen und berührten, und fügten hinzu, daß ihr Sinn sie nicht täuschen könne; aber es wurde mir gestattet, ihnen zu antworten, daß sie dennoch nicht wirklich seien, und zwar deshalb, weil sie sich im Widerspruch oder im Gegensatz mit dem Göttlichen befinden, nämlich im Bösen und Falschen, wie sehr es ihnen auch als Reales erscheine, und außerdem seien sie selbst, insofern sie in den Begierden des Bösen und in den Beredungen des Falschen lebten, nichts als Phantasien in Ansehung ihres Denkens; und aus Phantasien etwas sehen, heißt, das Wirkliche so sehen, als ob es nicht wirklich, und das nicht Wirkliche so sehen, als ob es wirklich wäre; und wenn es ihnen nicht, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gestattet wäre, so zu empfinden, so würden sie kein Empfindungsleben haben, daher auch kein Leben; denn die Empfindung macht das Ganze des Lebens aus. Alle Erfahrungen hierüber anzuführen, würde viele Seiten anfüllen. Es mögen sich daher alle, wenn sie in das andere Leben kommen, wohl hüten, daß sie nicht getäuscht werden; denn die bösen Geister wissen denen, die eben erst aus der Welt kommen, verschiedene Trugbilder vorzuführen, und wenn sie nicht täuschen können, so versuchen sie doch, sie zu überreden, daß es nichts Reales gebe, sondern daß alles nur auf Verstellungen beruhe, auch das, was im Himmel ist. 4624. Was aber die Entsprechung des Geruchssinnes und daher auch der Nase mit dem Größten Menschen anbelangt, so gehören zu diesem Gebiete (provincia) diejenigen, die in einem allgemeinen Innewerden sich befinden, so daß man sie Vernehmungen (Wahrnehmungen) nennen kann. Diesen entspricht der Geruchssinn, und daher auch dessen Organ. Daher kommt es auch, daß riechen und wittern, scharfsinnig sein bedeutet, und daß man auch in der gewöhnlichen Rede von denen, die eine Sache gut erraten oder innewerden können, sagt, daß sie eine "gute Nase" haben; denn das Innere der Worte in der menschlichen Rede entlehnt vieles aus der Entsprechung mit dem Größten Menschen, aus dem Grunde, weil der Mensch in Ansehung seines Geistes in Gesellschaft mit Geistern sich befindet, in betreff seines Körpers aber mit Menschen. 4625. Der Gesellschaften aber, aus denen der ganze Himmel, d.h. der Größte Mensch besteht, gibt es mehrere, und sie sind mehr oder weniger allgemein. Die allgemeineren sind diejenigen, denen ein ganzes Glied, oder Organ, oder Eingeweide entspricht; die weniger allgemeinen diejenigen, denen nur Teile und Teile von Teilen (entsprechen). Eine jede Gesellschaft ist ein Bild des Ganzen; denn was übereinstimmend (harmonisch) ist, wird aus vielen Bildern seiner selbst zusammengesetzt. Jene allgemeineren Gesellschaften enthalten, weil sie Bilder des Größten (Menschen) sind, in sich besondere Gesellschaften, die in gleicher Weise entsprechen. Ich habe einigemal mit solchen geredet, die in der Gesellschaft, zu der ich geschickt wurde, zu Gegenden der Lunge, des Herzens, des Angesichtes, der Zunge, des Ohres, des Auges gehörten, wie auch mit solchen, die zur Gegend der Nase (gehörten). Von diesen wurde mir auch zu wissen gegeben, wie sie beschaffen sind, nämlich, daß sie (wesentlich) Vernehmende (perceptiones) sind; denn sie vernahmen alles, was in ihrer Gesellschaft vorging, im allgemeinen, nicht aber so im einzelnen, wie diejenigen, die in dem Gebiete des Auges sind; denn diese unterscheiden und vernehmen das, was in der Wahrnehmung enthalten ist. Auch durfte ich beobachten, daß ihr Vernehmungsvermögen (Wahrnehmungsvermögen) sich änderte, gemäß dem allgemeinen Zustandswechsel der Gesellschaft, in der sie sich befinden. 4626. Wenn irgendein Geist ankommt, wird, wenn er auch noch ferne und im Verborgenen ist, dennoch seine Gegenwart empfunden, so oft der Herr es gestattet, und zwar vermöge einer gewissen geistigen Sphäre, und aus dieser erkennt man, wie sein Leben, seine Neigung und sein Glaube beschaffen ist. Die Engel-Geister, die in einem vorzüglicheren Innewerden sind, erkennen daraus Unzähliges über den Zustand seines Lebens und Glaubens. Das ist mir oftmals gezeigt worden. Diese Sphären werden, wenn es dem Herrn gefällt, auch in Gerüche verwandelt. Der Geruch selbst wird deutlich empfunden. Daß diese Sphären in Gerüche verwandelt werden, kommt daher, weil der Geruch dem Innewerden (oder Vernehmen) entspricht, und weil das Innewerden gleichsam wie ein geistiger Geruch ist, von daher stammt auch der Geruch. Man sehe, was hierüber schon früher aus Erfahrung berichtet worden ist: über die Sphären: Nr. 1048, 1053, 1316, 1504-1519, 1695, 2401, 2489, 4464; vom Wahrnehmen: Nr. 483, 495, 503, 521, 536, 1383, 1384, 1388, 1391, 1397, 1398, 1504, 1640; von den Gerüchen daraus: Nr. 1514, 1517, 1518, 1519, 1631, 3577. 4627. Die aber, die dem Inneren der Nase entsprechen, sind in betreff des Innewerdens in einem vollkommeneren Zustande als diejenigen, die dem Äußeren derselben entsprechen, von denen oben (gehandelt wurde). Von diesen darf ich Folgendes berichten: Es erschien mir wie ein Bad mit langen Sitzen oder Bänken, und daraus strömte Wärme; hier erschien ein Weib, das bald in eine schwärzliche Wolke verschwand; auch wurden Kinder gehört, die sagten, daß sie hier nicht sein wollten. Späterhin bemerkte man einige Engelchöre, die zu mir geschickt wurden, um das Streben einiger böser Geister abzuwenden. Dann erschienen plötzlich oberhalb der Stirne größere und kleinere Öffnungen, durch die ein schönes gelbliches Licht hindurchschimmerte, und in diesem Lichte innerhalb der Öffnungen erschien etwas in schneeweißem Glanze, und dann erschienen wiederum kleine Öffnungen in anderer Ordnung, durch die das, was sich innerhalb befand, durchblickte, und wiederum andere Öffnungen, durch die das Leuchtende nicht so durchdringen konnte; endlich aber wurde ein hellschimmerndes Licht wahrgenommen. Es wurde mir gesagt, daß hier die Wohnungen derjenigen seien, welche die innere Gegend der Nase bilden; sie waren nämlich aus dem weiblichen Geschlechte, und daß die Schärfe und Feinheit ihres Innewerdens in der geistigen Welt durch solche Öffnungen vorgebildet wird; denn das Geistige im Himmel wird durch Natürliches vorgebildet, oder vielmehr durch solches, was in der geistigen Welt dem Natürlichen ähnlich ist. Späterhin wurde mir gestattet, mit ihnen zu reden, und sie sagten, daß sie durch diese vorbildlichen Öffnungen genau sehen könnten, was unterhalb geschehe, und daß diese Öffnungen zu den Gesellschaften hingewendet erschienen, die sie scharf zu beobachten suchten, und weil sie dann zu mir (hingewendet waren), sagten sie, daß sie alle Vorstellungen meines Denkens wahrnehmen könnten, und auch derer, die um mich waren. Dabei behaupteten sie noch, daß sie nicht nur die Vorstellungen wahrnehmen, sondern auch sehen, wie sie sich ihnen in verschiedener Weise vorbildeten, z.B. was der Neigung zum Guten angehöre, durch zusammenschlagende Flämmchen, und was der Neigung des Wahren angehöre, durch Veränderungen des Lichtes. Sie fügten hinzu, daß sie gewisse Engelgesellschaften bei mir sehen und die Gedanken derselben, vermittelst verschiedener Färbungen, durch Purpurfarbiges, wie in gestickten Vorhängen, und auch durch Regenbogenfarbiges auf dunklerem Grunde, und daß sie daraus inne würden, daß diese Engelgesellschaften aus der Gegend des Auges wären. Hierauf wurden andere Geister gesehen, die von da aus herabgestürzt, und nach verschiedenen Seiten hin zerstreut worden, und von diesen sagten sie, daß es solche wären, die sich bei anderen einschmeichelten, um etwas wahrzunehmen und zu sehen, was unterhalb ihrer vorgehe, aber nur mit der Absicht, Nachstellungen zu bereiten. Dieses Herabstürzen wurde beobachtet, so oft Engelchöre ankamen, mit denen ich auch geredet habe. Von denen, die herabgestürzt wurden, sagten sie, daß sie dem Drüsenschleim der Nase entsprechen, ferner daß sie stumpfsinnig und dumm, und auch ohne Gewissen seien, somit völlig ohne inneres Innewerden. Das Weib, das erschien, und von dem oben die Rede war, bezeichnet solch lauernde Nachstellerinnen. Auch mit diesen durfte ich reden; und sie wunderten sich, daß jemand ein Gewissen habe, und wußten gar nicht, was ein Gewissen sei; und als ich ihnen sagte, es sei ein inneres Vernehmen des Guten und Wahren, und daß, wenn man gegen dieses innere Vernehmen handle, Beängstigungen entstehen, verstanden sie es nicht. Solcherart sind die, welche dem Schleim entsprechen, welcher der Nase lästig ist, und daher ausgeworfen wird. Es wurde mir darauf ein helles Licht gezeigt, in dem diejenigen leben, die dem Inneren der Nase entsprechen. Es war ein helles Licht (lucidum), schön durchzogen mit Streifen goldener Flammen und silberhellen Lichtes. Die Neigungen des Guten werden hier durch eine Ader (oder Streifen) von goldenen Flammen, und die Neigungen des Wahren durch Adern eines silberhellen Lichtes vorgebildet. Auch wurde mir gezeigt, daß sie Öffnungen haben an der Seite, durch die sie gleichsam einen Himmel mit Sternen in blauem Grunde sehen; und es wurde gesagt, daß in ihren Kammern ein so starkes Licht sei, daß das Mittagslicht der Welt ihm nicht gleich komme. Es wurde noch hinzugefügt, daß die Wärme bei ihnen wie die Frühlings- und Sommerwärme auf Erden sei; ferner, daß auch kleine Kinder bei ihnen seien, aber nur Kinder von einigen Jahren, und daß diese nicht dableiben wollen, wenn jene Nachstellenden, die dem Nasenschleim entsprechen, herbeikommen. Unzählige solche vorbildenden Erscheinungen zeigen sich in der geistigen Welt. Diese aber waren Vorbildungen des Innewerdens, in dem diejenigen sind, die dem Geruchssinn der inneren Nasenteile entsprechen. 4628. Was ferner die Gerüche betrifft, in welche die Sphären des Innewerdens verwandelt werden, so werden sie ebenso deutlich empfunden, wie die Gerüche auf Erden, dringen aber nicht in die Empfindung eines Menschen, bei dem das Innere verschlossen ist, denn sie fließen durch den inneren Weg ein, nicht aber durch den äußeren. Diese Gerüche haben einen zweifachen Ursprung: sie entstehen nämlich aus dem Innewerden des Guten und aus dem Innewerden des Bösen. Die, welche aus dem Innewerden des Guten entspringen, sind außerordentlich angenehm, und hauchen einen Duft aus, wie aus wohlriechenden Blumen eines Gartens, und auch aus anderen Düften, mit so großer Lieblichkeit und Abwechslung, daß es unaussprechlich ist. In den Sphären solcher Gerüche befinden sich diejenigen, die im Himmel sind. Die Gerüche hingegen, die aus dem Innewerden des Bösen stammen, sind höchst unangenehm, stinkend und übelriechend, wie aus faulendem Gewässer, aus Exkrementen, aus Aas, und mit üblem Geruch wie von Mäusen und Ungeziefer des Hauses. In den Sphären solcher üblen Dünste befinden sich diejenigen, die in der Hölle sind, und was wunderbar ist, diejenigen, die sich darin befinden, fühlen den Gestank nicht, diese üblen Gerüche sind ihnen vielmehr ergötzlich; und wenn sie darinnen sind, befinden sie sich in der Sphäre ihrer Lustreize und ihres Vergnügens. Wenn aber die Hölle geöffnet wird, und der Dunst von daher zu den guten Geistern dringt, dann werden diese von Abscheu und auch von Angst ergriffen, wie die in der Welt, die in die Sphäre eines solchen Gestankes geraten. 4629. Um alle die Erfahrungen, die ich von der Umwandlung der Sphären in Gerüche gemacht habe, zu berichten, müßte ich ein ganzes Heft vollschreiben; man sehe, was hierüber Nr. 1514, 1517, 1518, 1519, 1631, 3577 berichtet worden ist. Diesem will ich nur noch Folgendes beifügen: Ich vernahm einst bei mehreren Geistern das Allgemeine ihres Denkens über den Herrn, daß Er als Mensch geboren worden sei, und bemerkte, daß es aus lauter anstößigen Vorstellungen bestand; denn was die Geister im allgemeinen und besonderen denken, das wird deutlich von anderen wahrgenommen. Der Geruch dieser Sphäre wurde ähnlich empfunden, wie der von fauligem Wasser, und von solchem das mit stinkendem Unrat verunreinigt ist. 4630. Ein gewisser (Geist) war unsichtbar oberhalb meines Kopfes zugegen. Daß er anwesend war, bemerkte ich aus dem üblen Geruch, der wie aus faulen Stoffen in den Zähnen war; und nachher bemerkte man einen Dunst wie von verbranntem Horn oder Knochen. Darauf kam ein großer Haufe von solchen, von unten her, nicht weit vom Rücken aufsteigend, wie eine Wolke, und weil sie auch unsichtbar waren, vermeinte ich, sie seien sehr fein und doch böse, aber es wurde gesagt, daß solche überall, wo eine geistige Sphäre ist, unsichtbar sind, wo aber eine natürliche Sphäre ist, da sind sie sichtbar, denn weil sie so naturmäßig sind, daß sie nichts über das Geistige denken und nicht glauben, daß es eine Hölle und einen Himmel gebe, gleichwohl aber in ihrem Treiben sehr schlau sind, haben sie eine solche Beschaffenheit, und werden natürliche Unsichtbare genannt, und anderen bisweilen durch ihren Gestank offenbar; wovon oben. 4631. Zwei oder dreimal wehte mich auch ein aasartiger Geruch an, und als ich forschte, von wem er herkomme, wurde mir angezeigt, daß er aus der Hölle komme, wo abscheuliche Räuber und Meuchelmörder sich befinden, und solche, die Schandtaten mit großer List vollbrachten. Bisweilen kam auch ein Geruch wie von Exkrementen, und wenn ich forschte, von woher, wurde gesagt, von der Hölle, wo die Ehebrecher sind. Und wenn dieser Geruch wie von Exkrementen noch vermischt war mit dem aasartigen, so wurde gesagt, daß er von der Hölle komme, wo die Ehebrecher sind, die zugleich grausam waren, usw. 4632. Als ich einst über die Herrschaft der Seele im Körper nachdachte und über den Einfluß des Willens auf die Handlungen, bemerkte ich, daß diejenigen, die in der wie Exkremente riechenden Hölle waren, die damals ein wenig geöffnet war, nicht anders darüber dachten, als über den Drang der Seele auf den After, und über den Einfluß des Willens auf das Ausstoßen der Exkremente. Hieraus erhellt, in welcher Sphäre des Innewerdens und dadurch des Gestankes sie sich befanden. Ebenso geschah es, als ich über die eheliche Liebe nachdachte, daß nämlich die in der Hölle der Ehebrecher nichts als Schändliches und Schmutziges, wie es bei den Ehebrüchen vorkommt, in ihrem Sinne bewegten, und als ich über die Aufrichtigkeit dachte, hatten die, welche im Betrug lebten, nichts als betrügerische Schandtaten im Sinne. 4633. Aus diesem, was von dem Innewerden und auch von den Gerüchen gesagt wurde, erhellt, daß das Leben eines jeden, sowie auch die Neigung eines jeden im anderen Leben deutlich hervortritt. Wer daher glaubt, daß man dort nicht wisse, wie er beschaffen gewesen, und wie beschaffen daher sein Leben sei, und daß er dort seine Gesinnung wie in der Welt verheimlichen könne, der irrt sich sehr. Dort wird nicht nur das offenbar, was der Mensch von sich weiß, sondern auch das, was er nicht von sich weiß, nämlich was er durch häufige Übung zuletzt zum Lustreiz seines Lebens machte; denn dieses entzieht sich dann seinem Blick und seiner Reflexion. Auch die Zwecke seines Denkens und seiner Rede und seiner Handlungen, die aus gleichem Grunde ihm selbst verborgen wurden, werden im Himmel auf das deutlichste wahrgenommen, denn der Himmel ist in der Sphäre und in dem Innewerden der Zwecke. 4634. Die Fortsetzung von der Entsprechung mit dem Größten Menschen am Ende des folgenden Kapitels, und daselbst auch von der Entsprechung des Gehörs und der Ohren mit demselben.   Hier von der Entsprechung des Gehörs und der Ohren mit demselben 4652. Was für eine Entsprechung zwischen der Seele und dem Leibe, oder zwischen den Dingen, die dem innerhalb des Menschen befindlichen Geiste angehören, und den Dingen, die dem außerhalb desselben befindlichen Leibe angehören, stattfindet, kann augenscheinlich erhellen aus der Entsprechung, dem Einfluß und der Gemeinschaft des Denkens und Wahrnehmens, das dem Geiste angehört, mit der Rede und dem Gehör, die dem Leibe angehören. Das Denken des redenden Menschen ist nichts anderes als die Rede seines Geistes, und die Wahrnehmung der Rede ist nichts anderes als das Gehör seines Geistes. Wenn der Mensch redet, erscheint ihm zwar das Denken nicht als eine Rede, weil es sich mit der Rede des Leibes verbindet, und in derselben ist, und wann der Mensch hört, erscheint die Wahrnehmung ihm nicht anders denn als ein Hören im Ohre, daher kommt es, daß die meisten, die nicht darüber nachgedacht haben, nicht anders wissen, als daß ein jeder Sinn in den Organen sei, die dem Leibe angehören, und daher, wenn jene Organe durch den Tod zerfallen, kein Sinnvermögen übrigbleibe, da doch alsdann der Mensch, d.h. sein Geist in sein eigenstes Sinnesleben kommt. Daß der Geist es ist, der redet, und der hört, konnte mir ganz klar werden aus den Unterredungen mit den Geistern: ihre Rede, die meinem Geist mitgeteilt wurde, fiel in meine inwendigere Rede, und von da in die entsprechenden Organe ein, und dort endigte sie in einen Trieb, den ich einige Male deutlich wahrnahm. Daher wurde ihre Rede von mir so laut gehört, wie die Rede eines Menschen. Zuweilen haben Geister mit mir geredet, da ich mitten unter Menschen war, und da meinten einige von ihnen, daß sie auch von den daselbst Anwesenden gehört würden, weil ihre Rede so laut (von mir) gehört wurde; aber es wurde geantwortet, es sei nicht so, weil ihre Rede auf dem inwendigen Weg in mein Ohr eingehe, und die menschliche Rede auf dem äußeren Wege. Hieraus wird klar, wie der Geist mit den Propheten geredet hat, nicht wie ein Mensch mit einem anderen, sondern wie ein Geist mit dem Menschen, nämlich in ihm: Sach.1/9,13; 2/2,7; 4/1,4,5; 5/5,10; 6/4 und anderwärts. Aber ich weiß, daß dies diejenigen nicht begreifen können, die nicht glauben, daß der Mensch ein Geist ist, und der Leib ihm bloß zu den Nutzleistungen in der Welt diene. Diejenigen, die sich darin begründet haben, wollen nicht einmal von einer Entsprechung hören, und wenn sie davon hören, so verwerfen sie es, weil sie in der Verneinung sind; ja sie werden sogar traurig, daß dem Leib etwas genommen werden soll. 4653. Die Geister, die dem Gehör entsprechen, oder die das Gebiet des Ohres bilden, sind es, die im einfältigen Gehorsam sind, die nämlich nicht vernünfteln, ob es so sei, sondern weil von anderen gesagt wird, es sei so, glauben, daß es so sei. Daher können sie Gehorsamkeiten (obedientiae) genannt werden. Daß diese von solcher Art sind, kommt daher, weil das Gehör sich zur Rede verhält, wie das Leidende zu seinem Tätigen, somit wie der, welcher einen reden hört und sich dabei beruhigt; daher auch in der gemeinen Rede: "auf einen hören", heißt gehorsam sein, und "auf die Stimme jemandes horchen", heißt gehorchen; denn das Inwendigere der Menschensprache rührt größtenteils von der Entsprechung her, aus dem Grund, weil der Geist des Menschen unter den im anderen Leben befindlichen Geistern ist, und dort denkt, was der Mensch gar nicht weiß, und der leibliche Mensch auch nicht wissen will. Es gibt mehrere Unterschiede von Geistern, die dem Ohr, d.h. seinen Verrichtungen und Geschäften entsprechen: es gibt solche, die zu den einzelnen kleinen Organen daselbst in Beziehung stehen, solche nämlich, die zum äußeren Ohr, die zu der Membrane daselbst, die das Trommelfell genannt wird, zu den inwendigeren Membranen, welche die Fenster heißen, zum Hammer, Steigbügel, Amboß, den Zylindern, der Schnecke (in Beziehung stehen), und es gibt solche, die zu den noch inwendigeren Teilen (gehören), bis zu jenen substanziierten, die dem Geiste näher sind, und die endlich im Geiste sind, und zuletzt in innigster Verbindung mit denjenigen stehen, die zum inwendigen Gesicht gehören, von denen sie sich dadurch unterscheiden, daß sie nicht so genau prüfen, sondern gleichsam geduldig dem (was gesagt wird) beipflichten. 4654. Es waren Geister bei mir, die sehr stark ins Denken einwirkten, wenn es sich um solches handelte, was Sache der Vorsehung ist, hauptsächlich wenn ich dachte, daß nicht geschehen sei, was ich hoffte und wünschte. Es wurde von den Engeln gesagt, daß es Geister wären, die, als sie in der Welt gelebt, wenn sie um etwas gebetet und es nicht erlangt hatten, alsdann unwillig wurden, und deshalb in Zweifel an die Vorsehung gerieten, aber dennoch, wenn sie außerhalb jenes Zustandes waren, Frömmigkeit übten gemäß dem, was andere sagten. Daß sie somit in einfältigem Gehorsam waren. Es wurde gesagt, daß solche zum Gebiet des äußeren Ohrs oder Ohrknorpels (auriontae) gehören; wirklich erschienen sie dort, als sie mit mir redeten. 4655. Außerdem wurden öfters Geister nahe um das Ohr her, wie auch gleichsam innerhalb desselben bemerkt. Innerhalb deswegen, weil es so den Anschein hat; es ist der Zustand im anderen Leben, der den Schein bewirkt. Sie alle waren einfältig und gehorsam. 4656. Es war ein Geist, der mit mir redete am linken Ohrknorpel, auf seiner hinteren Seite, wo die den Knorpel hebenden Muskeln sich befinden. Derselbe sagte zu mir, er sei zu mir geschickt worden, um zu sagen, daß er sich nicht über das besinne, was andere reden, er fasse es nur mit den Ohren auf. Als er redete, stieß er gleichsam mit Gewalt die Worte heraus. Er sagte auch, daß er so rede. Hieraus konnte man merken, daß nichts Inwendigeres in seiner Rede sei, somit wenig Leben, und daß daher ein solches Herausstoßen (eructatio) komme. Es wurde gesagt, es seien dies solche, die wenig auf den Sinn der Sache achten; es sind diejenigen, die zum knorpeligen und knöchernen Teil des äußeren Ohres gehören. 4657. Es gibt Geister, die einige Male mit mir redeten, aber murmelnd, und zwar ziemlich nahe am linken Ohr, als ob sie ins Ohr reden wollten, damit es niemand hören möchte; aber ich durfte ihnen sagen, daß dieses im anderen Leben nicht angehe, weil es deutlich zeige, daß sie Ohrenbläser gewesen seien, und daher auch jetzt mit der Gewohnheit in die Ohren zu flüstern behaftet seien, und daß mehrere von ihnen sich darauf legen, die Fehler und Gebrechen anderer zu beobachten, und sie ihren Genossen, wenn es niemand hört, mitzuteilen oder ihnen, in Gegenwart jener, ins Ohr zu sagen, und daß sie alles unrichtig sehen und mißdeuten, und sich anderen vorziehen, und daß sie deswegen durchaus nicht in die Gemeinschaft guter Geister zugelassen werden können, deren Art es ist, ihre Gedanken nicht zu verbergen. Es wurde gesagt, daß gleichwohl eine solche Rede im anderen Leben deutlicher gehört werde, als eine offene Rede. 4658. Zu den inwendigeren Teilen des Ohres gehören diejenigen, die das dem inwendigeren Gehör eigene Gesicht haben, und befolgen, was ihr Geist ihnen dort einsagt, und seine Eingebungen richtig vortragen. Von welcher Art sie sind, wurde auch gesagt. Es wurde ein heller Ton vernommen, der von unten her an der linken Seite bis zum linken Ohr drang. Ich beobachtete, daß es Geister waren, die so sich emporarbeiten wollten, aber von welcher Art sie waren, konnte ich nicht erkennen. Als sie aber emporgekommen waren, redeten sie mit mir und sagten, daß sie Logiker und Metaphysiker gewesen seien, und daß sie sich mit ihren Gedanken in solche Dinge vertieft hätten, in keiner anderen Absicht, als den Ruf der Gelehrsamkeit zu erlangen, und so zu Würden und Vermögen zu kommen, wobei sie jammerten, daß sie jetzt ein elendes Leben führen, aus dem Grund, weil sie ohne einen anderen Nutzzweck sich damit befaßt, und daher ihre Vernunft nicht vervollkommnet haben. Ihre Rede war langsam und dumpf tönend. Unterdessen redeten zwei miteinander über (meinem) Haupte, und als gefragt wurde, wer sie seien, wurde gesagt, einer davon sei in der Gelehrtenwelt höchst berühmt, und ich durfte glauben, daß es Aristoteles sei; wer der andere sei, wurde nicht gesagt. Jener wurde dann in den Zustand versetzt, worin er war, da er in der Welt lebte; denn ein jeder kann in den Zustand seines Lebens, den er in der Welt hatte, leicht versetzt werden, weil er seinen ganzen Lebenszustand bei sich hat. Aber zu meiner Verwunderung machte er sich an das rechte Ohr, und redete dort heiser, aber doch vernünftig. Aus dem Sinn seiner Rede konnte ich merken, daß er ganz anders gesinnt sei, als jene Scholastiker, die zuerst sich emporgemacht hatten, daß er nämlich aus seinem Denken dasjenige zutage brachte, was er schrieb, und daß er aus demselben seine philosophischen Begriffe erzeugte, so daß die Ausdrücke, die er erfand, und die er den Gegenständen des Denkens beilegte, Benennungen waren, womit er das Inwendigere beschrieb. Ferner daß er durch den Lustreiz, der Neigung und durch den Trieb dasjenige zu wissen, was zum Denken gehört, zu solchem angeregt wurde und gehorsamlich dem folgte, was sein Geist ihm eingegeben hatte. Deshalb befand er sich am rechten Ohr, anders als seine Anhänger, die Scholastiker genannt werden, die nicht aus dem Denken auf die Ausdrücke (terminos = Kunstausdrücke), sondern von den Ausdrücken aufs Denken kommen, somit den entgegengesetzten Weg einschlagen. Und mehrere von ihnen kommen nicht einmal zu Gedanken, sondern bleiben bei den Ausdrücken stehen, die sie nur anwenden, um alles zu beweisen, was sie wollen, und um dem Falschen den Schein des Wahren beizubringen, ja nach der Begierde zu überreden. Daher werden für sie die philosophischen Studien mehr Mittel zum Närrischwerden, als zum Weisesein, und daher kommen sie in Finsternis, anstatt zum Licht. Hierauf redete ich mit jenem über die Wissenschaft der Analytik (Logik), und ich durfte sagen, ein kleiner Knabe könne in einer halben Stunde mehr philosophisch, analytisch und logisch reden, als er in ganzen Büchern hätte beschreiben können, aus dem Grund, weil alle Begriffe des menschlichen Denkens und somit des Redens analytisch entwickelte seien, deren Gesetze aus der geistigen Welt stammen, und wer kunstmäßig von wissenschaftlichen Formeln aus denken wolle, sei nicht unähnlich einem Tänzer, der nach der Wissenschaft von den Bewegungsfasern und Muskeln das Tanzen lernen wollte. Wenn dieser beim Tanzen immer nur seine Gedanken bei jener Wissenschaft hätte, so könnte er kaum einen Fuß bewegen, und doch bewegt derselbe ohne jene Wissenschaft alle in seinem ganzen Leib herum zerstreuten Bewegungsfasern, und in Übereinstimmung damit die Lunge, das Zwerchfell, die Seiten, die Arme, den Hals usw., zu deren Beschreibung ganze Bände nicht hinreichen würden. Geradeso verhalte es sich mit denjenigen, die aus wissenschaftlichen Formeln heraus denken wollen. Diesem stimmte er bei, indem er sagte, wenn man auf diesem Weg lerne, so gehe es in verkehrter Ordnung, und fügte hinzu, wer kein Dummkopf sein wolle, solle es nicht so machen, sondern immer an den Nutzzweck und vom Inwendigeren aus denken. Darauf zeigte er mir, was für eine Vorstellung vom höchsten Wesen er gehabt hatte, daß er nämlich Ihn sich vorstelle mit einem menschlichen Angesicht, umgeben mit einem Strahlenkranz; und daß er jetzt wisse, der Herr sei eben jener Mensch, und der Strahlenkranz sei das Göttliche von Ihm, das nicht nur in den Himmel, sondern auch in das Weltall einfließt, und beide ordnet und regiert. Weiter setzte er hinzu: wer den Himmel ordnet und regiert, der ordnet und regiert auch das Weltall, weil das eine vom anderen nicht getrennt werden kann; und sagte auch, er habe nur an einen Gott geglaubt, dessen Attribute und Eigenschaften man mit ebensoviel Namen bezeichnet habe, als andere Gottheiten verehrt wurden. Es erschien mir (dann) ein Weib, das seine Hand ausstreckte, um seine Wange zu streicheln, als ich mich hierüber verwunderte, sagte er, als er in der Welt gewesen, sei ihm ein solches Weib oft erschienen, das ihm gleichsam die Wange gestreichelt habe, und die Hand desselben sei schön gewesen. Engelsgeister sagten, solche seien den Alten zuweilen erschienen, und von ihnen Pallas genannt worden, und sie sei ihm aus solchen Geistern erschienen, die, während sie als Menschen in den alten Zeiten lebten, eine Freude an Ideen hatten, und sich mit Nachdenken beschäftigten, aber ohne Philosophie; und weil solche bei ihm waren und ein Wohlgefallen an ihm fanden, weil er vom Inwendigeren aus dachte, stellten sie vorbildlich ein solches Weib dar. Zuletzt zeigte er an, was für eine Vorstellung er von der Seele oder dem Menschengeist, den er Pneuma nannte, gehabt hatte, daß dieser nämlich ein unsichtbares, lebendiges Wesen, gleichsam etwas Ätherisches sei, und sagte, er habe wohl gewußt, daß sein Geist nach dem Tod fortleben werde, weil er sein inwendigeres Wesen sei, das nicht sterben könne, weil es denken kann. Doch habe er davon keine klare, sondern nur dunkle Gedanken haben können, weil er darüber keine Erkenntnis anderswoher gehabt habe, als aus ihm selber, und auch ein klein wenig von den Alten. Übrigens ist Aristoteles unter den verständigen Geistern im anderen Leben, aber mehrere seiner Anhänger unter den unsinnigen. 4659. Nr. 4652 E wurde bemerkt, der Mensch sei ein Geist, und der Leib diene ihm zu Nutzleistungen in der Welt; und anderwärts an mehreren Stellen, der Geist sei das Inwendige des Menschen, und der Leib sein Äußeres. Diejenigen, die nicht begreifen, wie es sich mit dem Geist des Menschen und mit seinem Leib verhält, können hieraus den Schluß ziehen, daß auf diese Weise der Geist inwendig im Leibe wohne, und der Leib ihn gleichsam umgebe und bekleide. Aber man möge wissen, daß der Geist des Menschen im Leibe im Ganzen und in jedem Teil desselben ist, und daß er die reinere Substanz desselben ist, sowohl in seinen Bewegungs-, als in seinen Sinnesorganen, und sonst überall, und daß der Leib das ihm angefügte Materielle ist, angemessen der Welt, worin er sich eben befindet. Dies wird verstanden, wenn es heißt: der Mensch sei ein Geist, und der Leib diene ihm zu Nutzzwecken in der Welt, und der Geist sei das Inwendige des Menschen, und der Leib sein Äußeres. Hieraus wird auch klar, daß der Mensch nach dem Tod ebenso in einem tätigen und empfindenden Leben ist, und auch in einer menschlichen Gestalt, wie in der Welt, nur in einer vollkommeneren. 4660. Die Fortsetzung über die Entsprechung mit dem Größten Menschen oder dem Himmel am Ende des folgenden Kapitels, und dort von der Entsprechung des Geschmacks und der Zunge mit demselben.   Hier von der Entsprechung des Geschmacks und der Zunge, wie auch des Angesichts mit demselben 4791. Die Zunge gewährt den Eingang zu den Lungen und auch zum Magen; somit bildet sie gleichsam den Vorhof zu Geistigem und zu Himmlischem; zu Geistigem, weil sie der Lunge und daher der Rede dient, zu Himmlischem, weil sie dem Magen dient, der dem Blut und dem Herzen Nahrung verschafft. Daß die Lungen dem Geistigen entsprechen, und das Herz dem Himmlischen, sehe man Nr. 3635, 3883-3896; deshalb entspricht die Zunge im allgemeinen der Neigung zum Wahren, oder denjenigen im Größten Menschen, die in der Neigung zum Wahren sind, und hernach in der Neigung zum Guten aus dem Wahren. Die nun das Wort des Herrn lieben, und daher nach den Erkenntnissen des Wahren und Guten ein Verlangen haben, die gehören zu diesem Gebiet; aber mit dem Unterschied, daß es (Geister) gibt, die zur eigentlichen Zunge, die zum Kehlkopf und zur Luftröhre, die zur Kehle, auch die zum Zahnfleisch und die zu den Lippen gehören. Denn auch nicht das geringste findet sich beim Menschen, mit dem es nicht eine Entsprechung gäbe. Daß diejenigen, die in der Neigung zum Wahren stehen, zu diesem im weiteren Sinn verstandenen Gebiete gehören, durfte ich mehrmals erfahren, und zwar durch einen deutlichen Einfluß bald in die Zunge, bald in die Lippen, und ich durfte auch mit ihnen reden; hierbei wurde beobachtet, daß auch einige den inwendigeren Teilen der Zunge und der Lippen, und einige den auswendigeren entsprechen; die Einwirkung derer, die bloß auswendigere Wahrheiten mit Neigung aufnehmen, nicht aber inwendigere, aber doch dies nicht verwerfen, habe ich nicht auf die inwendigeren Teile der Zunge, sondern auf die auswendigeren empfunden. 4792. Weil die Speise und Ernährung der geistigen Speise und Ernährung entspricht, deshalb entspricht der Geschmack dem Innewerden und der Neigung dazu. Geistige Speise ist Wissen, Einsicht und Weisheit; denn davon leben und damit nähren sich auch die Geister und Engel, und verlangen und begehren danach, wie die Menschen, wenn sie hungrig sind, nach Speise. Daher entspricht die Eßlust jenem Verlangen. Und merkwürdigerweise wachsen sie auch durch jene Speise heran; denn die kleinen Kinder, die sterben, erscheinen im anderen Leben nicht anders als wie Kinder, und sind auch Kinder dem Verstand nach; aber wie sie an Einsicht und Weisheit zunehmen, so erscheinen sie nicht mehr als Kinder, sondern als fortschreitend im Alter, und zuletzt wie Erwachsene. Ich habe mit einigen geredet, die als Kinder gestorben sind, dieselben erschienen mir als junge Leute, weil sie jetzt verständig waren. Hieraus wird klar, was geistige Speise und Ernährung sei. 4793. Weil der Geschmack dem Innewerden und der Neigung zu wissen, zu verstehen und weise zu sein entspricht, und in dieser Neigung das Leben des Menschen ist, deswegen wird keinem Geist und Engel gestattet, in den Geschmack des Menschen einzufließen, denn dieses wäre (ein Eindringen) ins Leben, das ihm eigen ist. Dennoch gibt es umherschweifende Geister von der höllischen Rotte, die gefährlicher sind als andere, weil diese im Leibesleben gewöhnt waren, in die Neigungen des Menschen einzugehen. Um ihm zu schaden, behalten sie auch im anderen Leben diese Begierde bei, und suchen auf alle Weise in den Geschmack beim Menschen einzugehen. Und wenn sie in denselben eingegangen sind, besitzen sie sein Inwendiges, nämlich das Leben seiner Gedanken und Neigungen, denn solches entspricht, und was entspricht, das wirkt zusammen (unum agunt). Von solchen werden sehr viele heute besessen, denn es gibt heutzutage inwendigere Besessenheiten, nicht aber wie ehemals auswendigere. Die inwendigeren Besessenheiten kommen von solchen her, und von welcher Art sie sind, kann man sehen, wenn man auf die Gedanken und Neigungen merkt, hauptsächlich auf die inwendigeren Absichten, welche (die Menschen) zu offenbaren sich scheuen; denn diese sind bei einigen so unsinnig, daß, wenn sie nicht durch äußere Bande, welche sind Ehre, Gewinn, guter Name, Furcht vor dem Tod und vor dem Gesetz, in Zaum gehalten würden, dieselben sich noch mehr als Besessene in Mord und Raub stürzen würden. Welches und von welcher Art jene Geister sind, die das Inwendigere solcher Menschen einnehmen, sehe man Nr. 1983. Damit ich wüßte, wie es sich hiermit verhalte, wurde ihnen zugelassen, daß sie in den Geschmack bei mir einzugehen suchten, wonach sie auch angelegentlichst strebten. Und dann wurde mir gesagt, wenn sie in den Geschmack eindringen würden, so würden sie auch das Inwendigere besitzen, aus dem Grund, weil der Geschmack von jenem Inwendigeren durch Entsprechung abhänge. Dieses wurde aber bloß zu dem Zweck zugelassen, damit ich wissen möchte, wie es mit der Entsprechung des Geschmacks sich verhält, denn alsbald wurden sie hinweggetrieben. Jene gefährlichen Geister gehen hauptsächlich darauf aus, daß sie alle inneren Bande lösen, welche sind die Neigungen zum Guten und Wahren, Gerechten und Billigen, die Furcht vor dem göttlichen Gesetz, die Scheu, der Gesellschaft und dem Vaterland zu schaden. Sind diese inwendigen Bande gelöst, dann wird der Mensch von solchen besessen; wenn sie sich aber auf solche Weise durch große Anstrengung nicht in das Inwendigere eindringen können, so versuchen sie es durch magische Künste, deren es mehrere im anderen Leben gibt, die in der Welt ganz unbekannt sind. Durch diese verkehren sie das Wißtümliche beim Menschen und wenden nur das an, was schnöden Begierden günstig ist. Solche Besitzungen können nicht vermieden werden, wenn der Mensch nicht in der Neigung zum Guten ist und dadurch im Glauben an den Herrn. Es wurde auch gezeigt, wie sie weggetrieben wurden. Als sie nämlich in die inwendigeren Teile des Hauptes und Gehirnes einzudringen meinten, wurden sie durch die Absonderungswege daselbst abgeführt, und zuletzt gegen die äußeren Teile der Haut; und hernach sah man, wie sie in eine Grube, die voll von aufgelöstem Schmutz war, geworfen wurden. Ich wurde belehrt, daß solche Geister den schmutzigen Grübchen auf der äußersten Haut, wo die Krätze ist, somit der Krätze (selbst) entsprechen. 4794. Der Geist oder der Mensch nach dem Tode hat alle Sinnesempfindungen, wie während er in der Welt lebte, nämlich Gesicht, Gehör, Geruch und Tastsinn, aber keinen Geschmack, sondern an dessen Statt etwas Ähnliches, das dem Geruch beigesellt ist. Daß er keinen Geschmack hat, ist deshalb, damit er nicht in den Geschmack des Menschen eingehen und so sein Inwendigeres in Besitz nehmen kann; sodann auch, damit dieser Sinn ihn nicht von dem Verlangen zu wissen und weise zu sein, somit von dem Verlangen nach geistiger Nahrung abbringen möchte. 4795. Hieraus kann man auch erkennen, warum die Zunge einer zweifachen Verrichtung gewidmet ist, nämlich als Organ der Rede und als Organ der Ernährung. Sofern sie der Ernährung dient, entspricht sie der Neigung, Wahres zu wissen, zu verstehen, und weise zu sein, deshalb auch Weisheit (sapientia) oder weise sein (sapere) vom Geschmack (a sapore) so benannt ist, und sofern sie der Rede dient, entspricht sie der Neigung, jenes zu denken und hervorzubringen. 4796. Wenn die Engel sich sichtbar darstellen, erscheinen alle ihre inwendigeren Neigungen klar auf ihrem Angesicht, und leuchten daraus hervor, so daß ihr Angesicht die äußere Form und vorbildliche Darstellung derselben ist. Ein anderes Angesicht als das den Neigungen entsprechende darf man nicht haben im Himmel. Die, welche ein anderes Angesicht heucheln, werden aus der Gesellschaft hinausgeworfen. Hieraus wird klar, daß das Angesicht im allgemeinen allem Inwendigeren beim Menschen entspricht, sowohl seinen Neigungen als seinen Gedanken, oder dem was seinem Willen und was seinem Verstand angehört, daher werden auch im Wort durch das Angesicht und die Angesichte Neigungen bezeichnet, und dadurch, daß der Herr Sein Angesicht über jemand erheben möge, wird bezeichnet, daß Er sich aus der göttlichen Neigung, die der Liebe angehört, seiner erbarmen möge. 4797. Die Veränderungen des Zustandes der Neigungen im Angesicht der Engel erscheinen auch ganz genau. Wenn sie in ihrer Gesellschaft sind, dann sind sie in ihrem (eigenen) Angesicht; wenn sie aber in eine andere Gesellschaft kommen, dann verändern sich den Neigungen des Guten und Wahren jener Gesellschaft gemäß ihre Angesichter, aber doch ist das echte Angesicht gleichsam die Grundform, die in allen jenen Veränderungen erkannt wird. Ich habe gesehen, wie die Wechsel allmählich erfolgten, gemäß den Neigungen der Gesellschaften, mit denen sie Gemeinschaft hatten; denn ein jeder Engel ist in einem Gebiet des Größten Menschen, und hat dadurch in allgemeiner und weiter Beziehung Gemeinschaft mit allen, die in dem gleichen Gebiete sich befinden, obwohl er in demjenigen Teil dieses Gebietes ist, dem er vollständig entspricht. Ich habe gesehen, daß sie ihre Angesichter wechselten durch Veränderungen von einer Grenze der Neigung bis zur anderen, aber beobachtet, daß dennoch das gleiche Angesicht im allgemeinen beibehalten wurde, so daß immer die herrschende Neigung zugleich mit ihren Veränderungen herausleuchtete; so wurden die Angesichter einer Neigung in ihrer ganzen Ausdehnung gezeigt. Und was noch wunderbarer ist, es wurden auch die Veränderungen der Neigungen von der Kindheit an bis zum Erwachsenenalter durch die Veränderungen des Angesichts gezeigt; und es wurde mir bei diesem Alter zu erkennen gegeben, wieviel Kindliches es beibehalten hatte, und daß dieses das eigentlich Menschliche desselben war; denn beim Kinde ist die Unschuld in äußerer Gestalt, und die Unschuld ist das eigentlich Menschliche; denn in sie fließt, wie in ihre Grundlage, Liebe und Liebtätigkeit vom Herrn ein. Wenn der Mensch wiedergeboren und weise wird, dann wird die Unschuld der Kindheit, die eine äußere war, eine inwendige; daher kommt es, daß echte Weisheit in keinem anderen Tempel wohnt, als in der Unschuld: Nr. 2305, 2306, 3183, 3994; ferner, daß niemand, als wer etwas Unschuld hat, in den Himmel eingehen kann, nach des Herrn Worten: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht hineinkommen in das Reich der Himmel": Matth.18/3; Mark.10/15. 4798. Aus ihren Angesichtern kann man auch die bösen Geister erkennen; denn alle ihre Begierden oder bösen Neigungen sind ihren Angesichtern aufgeprägt; und man kann aus ihren Angesichtern auch erkennen, mit welchen Höllen sie Gemeinschaft haben; denn es gibt sehr viele Höllen, alle unterschieden nach den Gattungen und Arten der Begierden des Bösen. Im allgemeinen sind ihre Angesichter, wenn sie beim Licht des Himmels erscheinen, beinahe leblos, fahl wie die der Leichname, bei einigen schwarz und bei einigen ganz unförmig (monstrosae); denn sie sind Gestalten des Hasses, der Grausamkeit, der List, der Heuchelei. Aber in ihrem eigenen Lichtschein unter sich, erscheinen sie vermöge der Phantasie anders. 4799. Es waren Geister bei mir von einem anderen Weltkörper, von dem anderwärts (gehandelt werden wird); ihr Angesicht war verschieden von den Angesichtern der Menschen unserer Erde; es war hervorstehend, hauptsächlich um die Lippen herum, und außerdem von edlem Gepräge. Ich redete mit ihnen über ihre Lebensweise und die Art des Umgangs miteinander. Sie sagten, daß sie miteinander vorzüglich durch Veränderungen des Angesichts, hauptsächlich durch Veränderungen um die Lippen herum gesprochen, und daß sie die Neigungen durch Teile des Angesichts, welche die Augen umgeben, ausgedrückt hätten, so daß ihre Genossen ganz wohl begreifen konnten, sowohl was sie dachten, als was sie wollten. Das suchten sie mir auch durch den Einfluß in meine Lippen zu zeigen, durch verschiedene Faltungen und Biegungen um sie herum. Aber die Veränderungen konnte ich nicht aufnehmen, weil meine Lippen von Kindheit an nicht an solches gewöhnt worden waren, aber dennoch konnte ich, was sie redeten, vernehmen durch die Mitteilung ihres Denkens. Daß aber die Rede im allgemeinen durch die Lippen ausgedrückt werden kann, konnte ich an den vielfachen miteinander verflochtenen Reihen von Muskelfasern ersehen, die in den Lippen sich befinden, und wenn diese auseinander gelöst würden und sich in freier Entfaltung äußerten, so könnten hier mehrere Veränderungen dargestellt werden, die denjenigen unbekannt sind, bei denen jene Muskelfasern zusammengepreßt liegen. Daß ihre Rede eine solche war, kommt daher, weil sie sich nicht verstellen können, d.h. etwas anderes denken und etwas anderes mit dem Angesicht zeigen; denn sie leben so aufrichtig miteinander, daß sie gar nichts vor ihren Genossen verbergen, sondern diese wissen sogleich, was sie denken, was sie wollen, dann auch, wie sie gesinnt sind, und auch, was sie getan haben, denn die vollbrachten Handlungen sind bei denen, die aufrichtig sind, im Gewissen; daher können sie von anderen auf den ersten Blick in betreff der inwendigeren Mienen oder Gesinnungen genau erkannt werden. Sie zeigten mir, daß sie dem Angesicht keine Gewalt antun, sondern es frei gewähren lassen. Anders als bei denjenigen geschieht, die von Jugend auf gewöhnt wurden, sich zu verstellen, nämlich etwas anderes zu reden und zu tun, als zu denken und zu wollen: das Angesicht solcher wird zusammengezogen, so daß es bereit ist, sich zu verändern, je wie die List es verlangt. Alles, was der Mensch verbergen will, zieht sein Angesicht zusammen, aber die Zusammenziehung hört wieder auf, wenn etwas aus der Lüge hervortritt, was als redlich erscheint. Als ich im Wort des Neuen Testaments vom Herrn las, waren jene Geister und auch einige Christen gegenwärtig, und ich merkte, daß diese Ärgernisse gegen den Herrn in ihrem Inneren hegten, wie auch, daß sie dieselben heimlich mitteilen wollten. Jene, die einem anderen Weltkörper angehörten, wunderten sich darüber, daß sie von solcher Art waren, aber ich durfte ihnen sagen, daß sie in der Welt nicht solcher Art gewesen seien mit dem Munde, sondern mit dem Herzen, und daß es auch solche gibt, die den Herrn predigen, obgleich sie von dieser Art sind, und dann das Volk zu Seufzern und bisweilen zu Tränen bewegen durch den Eifer erheuchelter Frömmigkeit, indem sie das, was sie in ihrem Herzen denken, durchaus nicht merken lassen. Darob staunten jene, daß es einen solchen Zwiespalt des Inwendigeren und Auswendigeren geben könne, wobei sie sagten, daß sie von einem solchen Zwiespalt gar nichts wüßten, und daß es ihnen unmöglich sei, etwas anderes mit dem Munde zu reden und mit dem Angesicht zu zeigen, als was den Herzensneigungen gemäß ist, andernfalls würden sie in sich zerreißen und zugrunde gehen. 4800. Sehr wenige können glauben, daß es Gesellschaften von Geistern und Engeln gibt, denen das einzelne beim Menschen entspricht, ferner, daß je mehrere Gesellschaften es sind, und je mehrere in einer Gesellschaft (sich befinden), um so besser und stärker die Entsprechung ist; denn in einer einmütigen Menge liegt Stärke. Damit ich erkennen möchte, daß es so sei, wurde mir gezeigt, wie sie in das Angesicht, in die Muskeln der Stirne und in die der Wangen, sodann des Kinns und der Kehle einwirken und einfließen. Denen, die zu jenem Gebiet gehörten, wurde einzufließen gestattet, und dann veränderte sich ihrem Einfluß gemäß das einzelne. Einige von ihnen redeten auch mit mir, aber sie wußten nicht, daß sie dem Gebiet des Angesichts zugeteilt seien; denn für welches Gebiet sie bestimmt sind, ist den Geistern verborgen, nicht aber den Engeln. 4801. Es redete einer mit mir, der in der Zeit, da er in der Welt lebte, die mehr äußerlichen Wahrheiten des Glaubens vor anderen gewußt, aber dennoch kein den Glaubensgeboten gleichförmiges Leben geführt hatte; denn er hatte nur sich geliebt und die anderen im Vergleich mit sich verachtet, und geglaubt, er werde unter den Ersten im Himmel sein. Aber weil er ein solcher war, konnte er keine andere Meinung vom Himmel haben, als wie von einem weltlichen Reich. Als derselbe im anderen Leben erfuhr, daß der Himmel etwas ganz anderes sei, und daß diejenigen die Ersten seien, die sich anderen nicht vorgezogen, und hauptsächlich, die geglaubt hatten, sie seien der Barmherzigkeit nicht würdig, sondern verdienten die Letzten zu sein, wurde er sehr unwillig, und verwarf das, was zu seinem Glauben im Leibesleben gehört hatte. Derselbe suchte fortwährend denen, die vom Gebiet der Zunge waren, Gewalt anzutun. Sein Bemühen durfte ich auch mehrere Wochen lang deutlich spüren, und dadurch auch erkennen, welche und wie beschaffen die sind, die der Zunge entsprechen, und diejenigen, die ihnen entgegengesetzt sind. 4802. Es gibt auch solche Geister, die gewissermaßen das Licht des Himmels zulassen und die Wahrheiten des Glaubens aufnehmen, und dennoch böse sind, aber so, daß sie einiges Innewerden des Wahren haben. Sie nehmen auch die Wahrheiten begierig auf, aber nicht in der Absicht, danach zu leben, sondern um sich dessen zu rühmen, daß sie vor anderen verständig und scharfsichtig erscheinen; denn der Verstand des Menschen ist so beschaffen, daß er die Wahrheiten aufnehmen kann; aber gleichwohl werden die Wahrheiten ihnen nicht angeeignet, wenn sie nicht danach leben. Wenn das Verständige des Menschen nicht so beschaffen wäre, so könnte der Mensch nicht gebessert werden. Die von solcher Art in der Welt gewesen sind, daß sie nämlich die Wahrheiten verstanden, und dennoch ein böses Leben führten, sind auch so geartet im anderen Leben, aber ihre Fähigkeit, Wahres zu verstehen, mißbrauchen sie dort zum Herrschen; denn sie wissen dort, daß sie durch die Wahrheiten Gemeinschaft haben mit einigen Gesellschaften des Himmels, folglich daß sie bei den Bösen sein und etwas gelten können, denn die Wahrheiten führen im anderen Leben eine Macht mit sich. Weil sie aber ein Leben des Bösen haben, sind sie in der Hölle. Ich habe mit zweien, die bei Leibesleben so geartet waren, geredet; sie wunderten sich, daß sie in der Hölle seien, da sie doch die Wahrheiten des Glaubens mit Überzeugung geglaubt hätten; aber es wurde ihnen gesagt, das bei ihnen befindliche Licht, durch das sie die Wahrheiten verstehen, sei wie das Winterlicht in der Welt, in dem die Gegenstände mit ihrer Schönheit und mit ihren Farben ebenso erscheinen wie im Sommerlicht, aber doch erstarrt alles in jenem Lichte, und stellt sich nichts Liebliches und Erfreuliches dar. Und weil ihr Zweck, die Wahrheiten zu verstehen, nur der Ruhm und somit ein selbstsüchtiger war, so könne die Sphäre jener Zwecke, wenn sie sich gegen die inwendigeren Himmel zu den Engeln dort erhebt, die einzig und allein die Zwecke wahrnehmen, nicht ertragen werden, sondern werde zurückgestoßen. Dies sei der Grund, warum sie in der Hölle seien. Es wurde hinzugefügt, daß man solche ehemals vor allen übrigen Schlangen vom Baum der Erkenntnis genannt habe, weil sie, sobald sie aus ihrem Leben vernünfteln, alsdann gegen die Wahrheiten sprechen; und außerdem seien sie einem Weibe gleich, das ein hübsches Angesicht und doch einen abscheulichen Geruch hat, und deswegen überall, wohin sie kommt, aus den Gesellschaften hinausgeworfen wird. Im anderen Leben geben auch solche, wenn sie zu den Gesellschaften der Engel kommen, wirklich einen Gestank von sich, den sie auch selber empfinden, wenn sie jenen sich nähern. Hieraus kann auch erhellen, was der Glaube ist ohne das Leben des Glaubens. 4803. Bemerkenswert ist auch, was in der Welt ganz unbekannt, daß die Zustände der guten Geister und der Engel fortwährend sich verändern und vervollkommnen, und daß sie so in das Inwendigere des Gebiets, worin sie sich befinden, somit zu edleren Geschäften erhoben werden; denn im Himmel findet eine fortwährende Reinigung und sozusagen Neuschöpfung statt. Aber dennoch verhält sich die Sache so, daß niemals ein Engel in Ewigkeit zu einer absoluten Vollkommenheit gelangen kann. Der Herr allein ist vollkommen, in Ihm und aus Ihm ist alle Vollkommenheit. Die dem Mund entsprechen, wollen immerfort reden, denn im Reden suchen sie das höchste Vergnügen; wenn sie vervollkommnet werden, werden sie dahin gebracht, daß sie nichts anderes reden, als was den Genossen, dem Gemeinwesen, dem Himmel, dem Herrn frommt. Die Lust so zu reden, wird bei ihnen um so größer, je mehr die Begierde, sich selbst bei der Rede im Auge zu haben und nach der Weisheit aus selbstsüchtigem Beweggrund zu trachten, sich verliert. 4804. Es gibt sehr viele Gesellschaften im anderen Leben, die Freundschaftsgesellschaften genannt werden. Sie werden aus denjenigen gebildet, die im Leben des Leibes die Lust der Unterhaltung jeder anderen Lust vorgezogen haben, und diejenigen, mit denen sie sich unterhielten, geliebt haben, ohne sich darum zu bekümmern, ob sie gut oder böse waren, wenn sie sie nur angenehm unterhielten, die also nicht Freunde des Guten noch des Wahren gewesen sind. Die solcherart waren im Leben des Leibes, sind auch so im anderen Leben; sie schließen sich an, bloß um des Vergnügens an der Unterhaltung willen. Mehrere solche Gesellschaften waren bei mir, aber etwas fern; sie erschienen hauptsächlich ein wenig zur Rechten über dem Haupte. Ihre Anwesenheit durfte ich merken an der Erschlaffung und Abstumpfung und an der Beraubung des Lustreizes, worin ich mich befand; denn die Gegenwart solcher Gesellschaften bringt dies mit sich; denn wo sie hinkommen, nehmen sie anderen den Lustreiz weg, und, was wunderbar ist, sie eignen sich denselben an. Sie machen die bei anderen befindlichen Geister abwendig und wenden dieselben sich selber zu, daher tragen sie den Lustreiz des anderen auf sich über, und weil sie dadurch denen, die im Guten sind, lästig und schädlich sind, darum werden sie vom Herrn abgehalten, daß sie den himmlischen Gesellschaften nicht nahe kommen. Hieraus durfte ich mich überzeugen, welchen Schaden fürs geistige Leben einem Menschen die Freundschaft bringt, wenn man die Person berücksichtigt und nicht das Gute. Es kann zwar jeder Freund sein dem anderen, aber dennoch soll er am meisten dem Guten befreundet sein. 4805. Es gibt auch Gesellschaften von innigerer Freundschaft, welche die äußere Lust des anderen nicht vorwegnehmen und auf sich überleiten, sondern seine inwendigere Lust oder Wonne aus der Neigung zu geistigen Dingen. Diese sind vorne zur Rechten nahe über der unteren Erde, und einige von ihnen etwas weiter oben. Mit denjenigen, die unten waren, habe ich einige Male geredet, und dann flossen die oben Befindlichen gemeinsam ein. Diese waren im Leben des Leibes so geartet, daß sie diejenigen, die innerhalb ihrer Gemeinschaft waren, von Herzen geliebt, wie auch mit brüderlicher Gesinnung einander umfaßt hatten. Sie hatten geglaubt, sie allein seien lebendig und im Licht, und die außer ihrer Gesellschaft Befindlichen beziehungsweise gleichsam nicht lebendig und nicht im Licht; und weil so geartet, meinten sie auch, der Himmel des Herrn bestehe bloß aus den wenigen, die sie seien. Aber ich durfte ihnen sagen, daß der Himmel unermeßlich groß sei und aus allerlei Volk und Zunge bestehe, und daß darin alle seien, die im Guten der Liebe und des Glaubens gewesen sind; und es wurde gezeigt, daß im Himmel (viele Engel) sind, die alle Gebiete des Leibes in Ansehung seiner auswendigeren und inwendigeren Teile darstellen. Wenn sie aber nicht nach höheren Dingen trachten würden, als was ihrem Leben entspricht, so könnten sie den Himmel nicht haben; hauptsächlich, wenn sie andere, die außerhalb ihrer Gesellschaft sind, verdammen würden; und daß dann ihre Gesellschaft (eben bloß) eine Gesellschaft vertrauterer Freundschaft sei, von solcher Art, daß sie andere der Wonne geistiger Neigung berauben, sobald sie zu ihnen nahen; denn sie betrachten sie als Nichtauserwählte und als Nichtlebendige, und dieser Gedanke, wenn er sich mitteilt, verursacht ein trauriges Gefühl, das jedoch nach den Gesetzen der Ordnung im anderen Leben zu ihnen zurückkehrt. 4806. Fortsetzung über die Entsprechung mit dem Größten Menschen am Ende des folgenden Kapitels.   Hier von der Entsprechung der Hände, Arme, Füße und Lenden mit demselben 4931. Früher wurde gezeigt, daß der ganze Himmel einen Menschen mit seinen einzelnen Organen, Gliedern und Eingeweiden darstellt, und zwar deshalb, weil der Himmel den Herrn darstellt; denn der Herr ist alles in allem des Himmels, in der Weise, daß der Himmel im eigentlichen Sinn das göttlich Gute und das göttlich Wahre ist, das vom Herrn (ausgeht). Daher kommt es, daß der Himmel gleichsam in ebenso viele Gebiete abgeteilt ist, als es Eingeweide, Organe und Glieder im Menschen gibt, mit denen auch eine Entsprechung stattfindet. Wenn keine solche Entsprechung des Menschen mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn stattfände, so würde der Mensch auch nicht einen Augenblick bestehen. Jene alle werden im Verband erhalten durch den Einfluß. Aber alle jene Gebiete beziehen sich auf zwei Reiche, nämlich auf das himmlische Reich und auf das geistige Reich. Jenes Reich, nämlich das himmlische Reich, ist das Reich des Herzens im Größten Menschen, und dieses, nämlich das geistige Reich ist das Reich der Lunge daselbst; ebenso wie im Menschen. Im Ganzen und in den einzelnen Teilen desselben regiert das Herz und die Lunge; jene zwei Reiche sind auf wunderbare Weise verbunden; diese Verbindung wird auch in der Verbindung des Herzens und der Lunge beim Menschen und in der Verbindung der Wirkungen beider in den einzelnen Gliedern und Eingeweiden vorgebildet. Wenn der Mensch ein Embryo ist, oder wenn er noch im Mutterleib ist, dann ist er im Reich des Herzens; wenn er aber aus dem Mutterleib herausgekommen ist, dann kommt er zugleich in das Reich der Lunge; und wenn er durch die Wahrheiten des Glaubens sich in das Gute der Liebe führen läßt, dann kommt er vom Reich der Lunge wieder in das Reich des Herzens, im Größten Menschen; denn auf diese Weise kommt er wieder in den Mutterleib und wird wiedergeboren; und dann werden auch bei ihm jene zwei Reiche verbunden, aber in umgekehrter Ordnung, denn zuerst war das Reich des Herzens bei ihm unter der Herrschaft der Lungen, d.h. früher herrschte bei ihm das Glaubenswahre, aber nachher herrscht das Liebtätigkeitsgute. Daß das Herz dem Guten der Liebe entspricht, und die Lunge dem Wahren des Glaubens, sehe man Nr. 3635, 3883-3896. 4932. Im Größten Menschen entsprechen den Händen und Armen, und auch den Schultern, diejenigen, die in der Macht sind durch das Glaubenswahre aus dem Guten; denn diejenigen, die im Glaubenswahren aus dem Guten stehen, sind in der Macht des Herrn, denn sie schreiben Ihm alle Macht zu, und keine sich selber, und je mehr sie sich keine zuschreiben, nicht mit dem Munde, sondern mit dem Herzen, desto größere Macht haben sie. Die Engel werden daher Mächte und Gewalten genannt. 4933. Daß die Hände, Arme, Schultern der Macht im Größten Menschen entsprechen, hat den Grund, weil die Kräfte und Mächte des ganzen Leibes und aller seiner Eingeweide sich auf jene beziehen; denn der Leib übt seine Kräfte und Mächte aus durch Arme und Hände. Daher kommt es auch, daß im Wort durch Hände, Arme und Schultern Mächte bezeichnet werden. Daß durch Hände, sehe man Nr. 878, 3387; daß durch Arme, wird aus mehreren Stellen klar, z.B. aus folgenden: Jes.33/2: "Sei unser Arm an jedem Morgen". Jes.40/10: "Der Herr Jehovih wird im Starken kommen, und Sein Arm wird herrschen Ihm". Jes.44/12: "Er wirket dies durch den Arm Seiner Stärke". Jes.51/5: "Meine Arme werden die Völker richten". Jes.51/9: "Ziehe Stärke an, Arm Jehovahs". Jes.63/5: "Ich sah mich um, und es war kein Helfer, darum schaffte Mir Heil Mein Arm". Jerem.17/5: "Verflucht ist, wer vertrauet auf einen Menschen, und hält Fleisch für seinen Arm". Jerem.27/5; 32/17: "Gemacht habe Ich die Erde, den Menschen und das Tier, durch Meine große Kraft und durch Meinen ausgestreckten Arm". Jerem.48/25: "Abgehauen ist das Horn Moabs, und sein Arm zerbrochen". Hes.30/22,24,25: "Ich zerbreche die Arme des Königs von Ägypten, dagegen werde Ich stärken die Arme des Königs von Babel". Ps.10/15: "Jehovah, zerbrich den Arm des Gottlosen". Ps.79/11: "Nach der Größe Deines Armes laß übrigbleiben die Söhne des Todes". 5. Mose 7/19; 11/2,3; 26/8; Jerem.32/21; Ps.136/12: "Ausgeführt wurden sie aus Ägypten mit starker Hand und ausgerecktem Arme". Hieraus kann auch erhellen, daß durch die Rechte im Wort höhere Macht, und durch sitzen zur Rechten Jehovahs die Allmacht bezeichnet wird: Matth.26/63,64; Luk.22/69; Mark.14/61,62; 16/19. 4934. Es erschien mir ein nackter Arm, nach vorne einwärts gebogen, der eine so große Kraft bei sich hatte, und zugleich eine so große Furcht einflößte, daß ich nicht bloß schauderte, sondern daß es auch schien, als könnte ich gleichsam in dem allerkleinsten Staub und im Innersten zerstoßen werden; er war unwiderstehlich. Dieser Arm erschien mir zweimal; und ich wurde dadurch vergewissert, daß die Arme Stärke und die Hände Macht bedeuten. Man spürte auch eine vom jenem Arm ausströmende Wärme. 4935. Jener nackte Arm stellt sich in verschiedener Stellung sichtbar dar, und flößt derselben gemäß Furcht ein, und in einer solchen Stellung, wie gleich oben (gezeigt wurde), eine unglaubliche; er scheint augenblicklich Mark und Bein zerbrechen zu können. Diejenigen, die im Leibesleben furchtlos waren, werden doch im anderen Leben von jenem Arm in den größten Schrecken versetzt. 4936. Einige Male erschienen solche, die Stäbe hatten, und es wurde gesagt, daß es Zauberer seien, sie sind vorne zur Rechten weit weg und tief unten in Höhlen; diejenigen, die gefährliche Zauberer waren, werden dort noch tiefer unten verborgen. Diese erscheinen sich selbst als mit Stäben versehen; auch bilden sie durch Phantasien mehrere Arten von Stäben und glauben, daß sie durch dieselben Wunder tun können, sie meinen nämlich, in den Stäben sei eine Kraft, und zwar auch darum, weil die Stäbe es sind, auf die sich die Rechte oder der Arm stützt, die vermöge der Entsprechungen Kraft und Macht bedeuten. Hieraus wurde mir klar, warum die Alten den Zauberern Stäbe beigelegt haben, denn die alten Heiden wußten das aus der Alten vorbildlichen Kirche, in der die Stäbe wie die Hände Macht bedeuteten, man sehe Nr. 4876; und weil sie Macht bedeuteten, wurde dem Mose befohlen, er solle, wenn Wunder geschehen sollten, den Stab oder die Hand ausstrecken: 2. Mose 4/17,20; 8/1-11,12-16; 9/23; 10/3-21; 14/21,26,27; 17/5,6,11,12; 4. Mose 20/7-10. 4937. Die höllischen Geister stellen auch bisweilen vermöge ihrer Phantasie eine Schulter dar, durch die sie bewirken, daß die Kräfte zurückprallen; sie können auch wirklich nicht durchdringen, aber bloß für diejenigen, die in solcher Phantasie sind, denn sie wissen, daß die Schulter jeder Macht in der geistigen Welt entspricht. Durch die Schulter wird auch im Wort alle Macht bezeichnet, wie es sich deutlich zeigt in folgenden Stellen: Jes.9/3: "Zerbrochen hast du das Joch seiner Last, und den Stab seiner Schulter". Hes.34/21: "Mit der Seite und Schulter dränget ihr, und mit euren Hörnern stoßet ihr". Hes.29/6,7: "Zerspalten wirst du ihm alle Schulter". Zeph.3/9: "Daß sie dienen dem Jehovah mit einer Schulter". Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, und die Herrschaft wird sein auf Seiner Schulter". Jes.22/22: "Geben werde Ich den Schlüssel des Hauses Davids auf Seine Schulter". 4938. Im Größten Menschen entsprechen den Füßen, Fußsohlen und Fersen solche, die Natürliche sind, deshalb wird durch Füße im Wort das Natürliche bezeichnet: Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280. Durch die Fußsohlen das untere Natürliche, und durch die Fersen das unterste Natürliche, denn die himmlischen Dinge bilden im Größten Menschen das Haupt, die geistigen Dinge den Leib und die Natürlichen Dinge die Füße. In dieser Ordnung folgen sie auch aufeinander. Die himmlischen Dinge, welche die höchsten sind, endigen (terminantur) in den geistigen, welche die mittleren sind, und die geistigen in den natürlichen, welche die letzten. 4939. Einmal, als ich in den Himmel erhoben worden war, schien es mir, als ob ich mit dem Haupt dort wäre, und mit dem Leib unten, und mit den Füßen noch weiter unten; und hieraus ward ich inne, wie das Obere und Untere beim Menschen demjenigen entspricht, was im Größten Menschen ist, und wie das eine ins andere einfließt; daß nämlich das Himmlische, welches das Gute der Liebe und das erste der Ordnung ist, einfließt ins Geistige, welches das Wahre daher, und das zweite der Ordnung ist, und endlich ins Natürliche, welches das dritte der Ordnung ist. Hieraus wird klar, daß das Natürliche gleich ist den Füßen, auf die das Obere sich stützt. Die Natur ist es auch, in der dasjenige ausläuft, was der geistigen Welt und was dem Himmel angehört; daher kommt es, daß die ganze Natur eine das Reich des Herrn darstellende Schaubühne ist, und daß das einzelne in ihr vorbildet, Nr. 2758, 3483. Daß ferner die Natur durch den Einfluß jener Ordnung gemäß besteht, und daß sie ohne Einfluß nicht einmal einen Augenblick bestehen könnte. 4940. Als ich zum zweitenmal mit einer Säule von Engeln umgeben in die Orte der Unteren hinabgelassen wurde, durfte ich ganz fühlbar innewerden, daß diejenigen, die in dem Land der Unteren waren, den Füßen und Fußsohlen entsprechen. Auch sind jene Orte unter den Füßen und Fußsohlen. Daselbst habe ich auch mit ihnen geredet; es sind solche, die in der natürlichen Lust waren, und nicht in der geistigen. Über die untere Erde sehe man Nr. 4728. 4941. In jenen Orten befinden sich auch diejenigen, die der Natur alles, dem göttlichen Wesen aber nur wenig zugeschrieben haben. Mit ihnen habe ich dort geredet, und als von der göttlichen Vorsehung die Rede war, da schrieben dieselben alles der Natur zu, wenn aber hier diejenigen, die ein sittlich gutes Leben geführt haben, eine Zeitlang dort behalten worden sind, legen sie dennoch nach und nach diese Grundsätze ab, und nehmen die Grundsätze des Wahren an. 4942. Als ich daselbst war, hörte ich auch in einer Kammer, wie wenn auf der anderen Seite der Wand einige wären, die einbrechen wollten; dadurch wurden die dort Befindlichen erschreckt, in der Meinung, es seien Räuber; und es wurde gesagt, daß die dort Befindlichen in einer solchen Furcht erhalten werden in der Absicht, sie vom Bösen abzuschrecken, weil die Furcht für einige ein Mittel der Besserung ist. 4943. Auf der unteren Erde unter den Füßen und Fußsohlen sind auch solche, die in gute Taten und Werke ein Verdienst gesetzt haben. Mehrere von ihnen glauben Holz zu spalten. Der Ort, wo sie sind, ist ziemlich kalt, und sie meinen sich durch ihre Arbeit warm zu machen. Ich habe auch mit ihnen geredet, und ich durfte ihnen sagen, ob sie nicht von jenem Ort weggehen wollten. Sie sagten, sie hätten mit ihrer Arbeit noch nichts verdient. Wenn aber jener Zustand durchgemacht ist, dann werden sie von da weggenommen. Auch sie sind Natürliche, weil die Seligkeit verdienen wollen nicht geistig ist; und außerdem ziehen sie sich anderen vor; einige verachten auch andere. Wenn sie keine größere Freude als die übrigen im anderen Leben bekommen, werden sie unwillig gegen den Herrn, deshalb erscheint zuweilen, wenn sie Holz spalten, gleichsam etwas vom Herrn unter dem Holz, und zwar infolge ihres Unwillens. Weil sie aber ein frommes Leben geführt und jenes aus Unwissenheit getan haben, in der etwas von Unschuld war, darum werden von Zeit zu Zeit Engel zu ihnen gesendet, die sie trösten. Und außerdem erscheint ihnen von oben her zur Linken zuweilen wie ein Schaf, von dessen Anblick sie auch Trost empfangen. 4944. Die aus der Welt von der Christenheit herkommen, und ein sittlich gutes Leben geführt und etwas Liebtätigkeit gegen den Nächsten gehabt, aber sich um geistige Dinge wenig gekümmert haben, werden größtenteils an Orte unter den Füßen und Fußsohlen versetzt und dort behalten, bis sie die natürlichen Dinge, worin sie waren, abgelegt, und geistige und himmlische Dinge, soweit es nach ihrem Leben möglich ist, angenommen haben. Wenn sie diese angenommen haben, dann werden sie von da zu himmlischen Gesellschaften erhoben. Ich sah einige Male solche heraufkommen, und auch ihre Freude, daß sie ins himmlische Licht kamen. 4945. In welcher Lage die Orte unter den Füßen sind, wurde (mir) noch nicht zu wissen gegeben; es sind sehr viele, und dieselben voneinander sehr verschieden. Im allgemeinen werden sie genannt Land (oder Erde) der Unteren (Terra inferiorum). 4946. Es gibt einige, die im Leben des Leibes den Grundsatz angenommen haben, daß der Mensch sich nicht kümmern soll um das, was dem inwendigen Menschen angehört, mithin um geistige Dinge, sondern bloß um das, was den äußeren Menschen angeht oder natürlich ist, aus dem Grund, weil die inwendigeren Dinge ihre Lebenslust stören und Unlust verursachen. Diese wirkten auf das linke Knie ein, und ein wenig oberhalb des Knies von vorne her, und auch auf die Sohle des rechten Fußes. Ich redete mit ihnen in ihrem Aufenthaltsorte. Sie sagten, sie hätten im Leben des Leibes gemeint, daß bloß das Äußere lebe, und sie hätten nicht verstanden, was das Inwendige sei; mithin hätten sie das Natürliche erkannt, nicht aber, was geistig sei. Aber es durfte ihnen gesagt werden, dadurch hätten sie sich unzählig vieles verschlossen, was aus der geistigen Welt hätte einfließen können, wenn sie die inwendigeren Dinge anerkannt und so in ihre Denkvorstellungen zugelassen hätten. Ferner durfte ich ihnen sagen, daß in einer jeden Denkvorstellung unzählig vieles sei, was dem Menschen, hauptsächlich dem natürlichen nur als etwas Einfaches (unum simplex) vorkommt, während doch unzählig (indefinita) vieles sei, was aus der geistigen Welt einfließt, und beim geistigen Menschen eine höhere Anschauung bewirkt, vermöge der er sehen und auch innewerden kann, ob etwas wahr oder nicht wahr sei; und weil sie daran zweifelten, wurde dies durch eine lebendige Erfahrung gezeigt. Es wurde ihnen eine einzige Vorstellung dargelegt, die sie als eine einfache, mithin als einen dunklen Punkt sahen; so etwas läßt sich im Himmelslicht leicht vorbilden. Als jene Vorstellung aufgeschlossen, und ihnen zugleich das inwendigere Gesicht geöffnet wurde, da lag es vor Augen wie eine ganze zum Herrn führende Welt, und es wurde gesagt, daß das bei einer jeden Vorstellung des Guten und Wahren der Fall sei, daß sie nämlich ein Bild des ganzen Himmels sei, weil sie vom Herrn kommt, Der das Ganze des Himmels ist, d.h. eben das, was Himmel genannt wird. 4947. Unter den Fußsohlen sind auch solche, die im Leibesleben der Welt und dem Wohlleben gefrönt haben, indem sie sich an weltlichen Dingen ergötzten, und gerne herrlich und in Freuden lebten, aber nur aus äußerer oder leiblicher Begierde, nicht aber aus inwendiger oder Gemütsneigung; denn sie übten keinen Hochmut, so daß sie sich anderen vorgezogen hätten, obwohl sie in hoher Würde standen. Daß sie so lebten taten sie nur in Rücksicht auf ihren Körper (ex corpore egerunt); daher haben solche die Lehren der Kirche nicht verworfen, weniger noch haben sie sich dagegen begründet; im Herzen haben sie denselben beigepflichtet, weil diejenigen, die das Wort studieren, es verstehen (müssen). Bei einigen, die so beschaffen, ist das Inwendigere bis zum Himmel geöffnet, und es wird in dasselbe nach und nach Himmlisches eingepflanzt, nämlich Gerechtigkeit, Redlichkeit, Frömmigkeit, Liebtätigkeit, Barmherzigkeit, und alsdann werden sie in den Himmel erhoben. 4948. Diejenigen aber, die im Leibesleben von ihrem Inwendigeren aus nichts anderes dachten und anstrebten, als was ihnen selbst und der Welt angehört, solche haben sich jeden Weg oder allen Einfluß aus dem Himmel verschlossen, denn die Selbst- und Weltliebe ist entgegengesetzt der himmlischen Liebe. Diejenigen von ihnen, die zugleich in Vergnügungen oder in einem üppigen Leben, verbunden mit innerlicher Schlauheit, gelebt haben, sind unter der Sohle des rechten Fußes, hier aber tief unten, somit unter dem Land der Unteren, wo ihre Hölle ist. In ihren Wohnungen ist lauter Schmutz. Sie glauben auch, solche Dinge an sich zu tragen, denn sie entsprechen einem solchen Leben. Man empfindet dort einen Gestank von allerlei verschiedenem Schmutz nach den Gattungen und Arten ihres Lebens. Hier leben viele, die in der Welt zu den Angesehenen gehörten. 4949. Es gibt mehrere, die ihre Wohnungen unter den Fußsohlen haben, mit denen ich zuweilen redete. Ich sah, wie einige derselben sich bemühten, heraufzukommen, und ich durfte auch ihre Bemühung heraufzukommen spüren, und zwar bis zu den Knien, aber sie fielen zurück. So wird es sinnlich wahrnehmbar vorgebildet, wenn etliche aus ihren Wohnungen zu höheren hinauf verlangen, wie diese zu den Wohnungen derjenigen, die im Gebiet der Knie und Schenkel sind. Es wurde mir gesagt, es seien solche, die andere neben sich verachtet haben, weshalb sie auch emporkommen wollen, und nicht bloß durch den Fuß in den Schenkel, sondern auch, wenn sie könnten, über das Haupt hinauf; dennoch aber fallen sie zurück. Sie sind auch in einer Art von Dummheit, denn eine solche Anmaßung verlöscht und erstickt das Himmelslicht, mithin die Einsicht; deshalb erscheint die Sphäre, die jene umgibt, wie ein dichter Nebel. 4950. Unter dem linken Fuß, ein wenig links, sind solche, die der Natur alles zugeschrieben, aber dennoch das Dasein eines Wesens in der Welt bekannten, von dem alles in der Natur herkomme. Aber es wurde erforscht, ob sie ein Weltwesen oder ein höchstes Wesen geglaubt haben, das alles geschaffen. Aber aus ihrem nur mitgeteilten Denken ward ich inne, daß es gleichsam etwas Unbeseeltes war, das sie glaubten, worin kein Leben. Hieraus konnte erhellen, daß sie keinen Weltschöpfer, sondern die Natur anerkannten. Sie sagten auch, daß sie keine Vorstellung von einer lebendigen Gottheit haben könnten. 4951. Unter der Ferse ein wenig mehr rückwärts ist tief unten eine Hölle; der Zwischenraum erscheint wie leer; hier sind die Boshaftesten. Heimlich erforschen sie die Gesinnungen, um zu schaden, und machen heimliche Nachstellungen, um ins Verderben zu bringen. Darin bestand ihre Lebenslust. Ich habe sie öfters beobachtet: sie ergießen das Gift ihrer Bosheit gegen die, welche in der Geisterwelt sind, und die dort Befindlichen regen sie durch verschiedene Trugkünste auf. Sie sind innerlich Boshafte. Sie erscheinen dort gleichsam in Mänteln, und zuweilen auch anders. Sie werden oft gestraft, und dann werden sie tiefer hinunterversetzt und gleichsam mit einer Wolke verhüllt, welche die von ihnen ausdünstende Sphäre der Bosheit ist. Aus jener Tiefe wird zuweilen wie ein mörderisches Getümmel gehört. Sie können andere zu Tränen bewegen, und können auch Furcht einjagen. Dieses haben sie im Leibesleben dadurch angenommen, daß sie bei Kranken und Einfältigen waren, um Vermögen zu erlangen; dieselben haben sie zum Weinen gebracht, und so zum Mitleiden angeregt, und wenn sie so nicht zu ihrem Zweck kamen, flößten sie Furcht ein. Solcherart sind die meisten, die für die Klöster in solcher Weise mehrere Häuser beraubt haben. Es wurden auch einige in mittlerer Entfernung beobachtet, aber diese glauben, wie in einer Kammer zu sitzen und sich zu beraten. Sie sind auch boshaft, aber nicht in so hohem Grade. 4952. Einige von denen, die Natürliche sind, sagten, sie wüßten nicht, was sie glauben sollten, weil ja einem jeden dem Leben gemäß, und auch den Gedanken aus begründeten Meinungen gemäß sein Los zugeteilt werde; aber es wurde ihnen geantwortet, daß es für sie genügt hätte, wenn sie geglaubt hätten, daß ein Gott sei, Der alles regiere, und daß es ein Leben nach dem Tode gebe, und hauptsächlich, wenn sie nicht gelebt hätten wie ein wildes Tier, sondern wie ein Mensch, nämlich in der Liebe zu Gott und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, somit im Wahren und Guten, nicht aber diesen entgegengesetzt. Sie behaupteten aber, daß sie so gelebt hätten; allein es wurde wieder geantwortet, daß sie im Äußeren als solche erschienen seien, wenn aber die Gesetze es nicht gehindert hätten, so würden sie sich auf das Leben und die Güter eines jeden wütender gestürzt haben, als wilde Tiere. Abermals sagten sie, sie hätten nicht gewußt, was Liebtätigkeit gegen den Nächsten und was (das) Inwendige sei, aber es wurde ihnen geantwortet, sie hätten nichts davon wissen können, weil die Selbst- und Weltliebe und äußere Dinge ihr Denken und Wollen ganz eingenommen habe. 4953. Fortsetzung am Ende des folgenden Kapitels. * Hier von der Entsprechung der Lenden und Geschlechtsteile mit demselben 5050. Welche (Geister) im Größten Menschen oder Himmel zum Gebiet der Hände, Arme und Füße gehören, wurde am Ende des vorigen Kapitels, Nr. 4931-4953 aus Erfahrung gezeigt. Hier soll nun gesagt werden, was für Gesellschaften im Himmel oder im Größten Menschen es sind, denen die Lenden, wie auch die mit den Lenden zusammenhängenden Glieder, welche die Geschlechtsteile genannt werden, entsprechen. Im allgemeinen merke man, daß die Lenden und die mit ihnen zusammenhängenden Glieder der echten ehelichen Liebe, folglich denjenigen Gesellschaften entsprechen, wo sich (Geister) von solcher Art befinden. Die daselbst sich befinden, sind mehr als die übrigen himmlisch, und leben mehr als die übrigen in der Wonne des Friedens. 5051. In einem ruhigen Traum sah ich einige in einem hölzernen Behälter gepflanzte Bäume, von denen einer hochgewachsen, der andere niedriger und zwei klein waren. Es erfreute mich hauptsächlich der niedrigere Baum, und unterdessen regte eine ungemein liebliche Ruhe, die ich nicht aussprechen kann, mein Gemüt an. Aufgewacht vom Schlaf, redete ich mit denjenigen, die den Traum herbeiführten: es waren Engelsgeister (man sehe Nr. 1977, 1979), die sagten, was durch jenes Gesicht bezeichnet wurde, nämlich die eheliche Liebe: durch den hochgewachsenen Baum der Gatte, durch den niedrigeren die Gattin, durch die zwei kleinen die Kinder. Sie sagten ferner, daß die ungemein liebliche Ruhe, die das Gemüt anregte, anzeige, welch lieblichen Frieden diejenigen im anderen Leben genießen, die in echter ehelicher Liebe gelebt haben. Sie setzten hinzu, daß solche es seien, die zum Gebiet der Schenkel zunächst über den Knien gehören, und daß die, welche in einem noch lieblicheren Zustande sind, zum Gebiet der Lenden gehören. Es wurde auch gezeigt, daß eine Gemeinschaft durch die Füße mit den Fußsohlen und Fersen bestehe. Daß eine solche Gemeinschaft stattfindet, erhellt auch aus dem großen Nerven im Schenkel, der seine Ausläufer nicht nur durch die Lenden zu den für die Zeugung bestimmten Gliedern, welche die Organe der ehelichen Liebe sind, aussendet, sondern auch durch die Füße zu den Fußsohlen und zu den Fersen. Es wurde dann auch enthüllt, was im Wort durch die Hüftpfanne und den Hüftmuskel, der bei Jakob verrenkt wurde, als er mit dem Engel rang, verstanden wurde: 1. Mose 32/25,31,32, wovon Nr. 4280, 4281, 4314-4317. Es erschien mir hierauf ein großer Hund, ähnlich wie der, welcher bei den ältesten Schriftstellern Zerberus genannt wird; er hatte einen schauerlichen Rachen. Es wurde mir gesagt, daß ein solcher Hund die Wache bedeute, daß nicht der Mensch von der himmlischen ehelichen Liebe zur Liebe des Ehebruchs, die höllisch ist, übertrete, denn himmlische eheliche Liebe ist es, wenn ein Mensch mit seiner Gattin, die er zärtlich liebt, und mit seinen Kindern im Herrn zufrieden lebt, wodurch er in der Welt innerliches Wohlsein und im anderen Leben himmlische Freude hat; wenn man aber von jener Liebe zum Gegenteil übergeht, und dabei eine gleichsam himmlische Lust zu haben meint, während es doch eine höllische ist, dann stellt sich ein solcher Hund dar, der gleichsam darüber wachen soll, daß nicht die entgegengesetzten Vergnügungen in Gemeinschaft kommen. 5052. Der innerste Himmel ist es, durch den der Herr eheliche Liebe einflößt. Die in demselben Lebenden, sind mehr als die übrigen im Frieden. Der Friede in den Himmeln ist vergleichsweise wie der Frühling in der Welt, der alles mit Wonne erfüllt. Er ist das eigentlich Himmlische in seinem Ursprung. Die Engel daselbst sind die allerweisesten, und vermöge ihrer Unschuld erscheinen sie anderen wie Kinder. Sie lieben auch die Kinder viel mehr, als deren Väter und Mütter. Dieselben sind bei den Kindern im Mutterleib, und durch sie sorgt der Herr, daß die Kinder daselbst ernährt und vollkommen ausgebildet werden. Somit stehen auch die Schwangeren unter ihrer Obhut. 5053. Es gibt himmlische Gesellschaften, denen alle und jede Glieder und Organe, die der Zeugung gewidmet sind, in beiderlei Geschlecht, entsprechen. Jene Gesellschaften sind von anderen unterschieden, wie auch jenes Gebiet im Menschen von den übrigen wohl unterschieden und getrennt ist. Daß jene Gesellschaften himmlische sind, hat den Grund, weil die eheliche Liebe allen Liebestrieben zugrunde liegt: Nr. 686, 2733, 2737, 2738. Sie zeichnet sich auch vor den übrigen durch ihren Nutzzweck und die damit verbundene Lebensfreude aus; denn die Ehen sind die Pflanzschulen des ganzen Menschengeschlechts, und auch die Pflanzschulen des himmlischen Reiches des Herrn, denn aus dem Menschengeschlecht (bildet sich) der Himmel. 5054. Diejenigen, die kleine Kinder auf das Zärtlichste geliebt haben, wie auch solche Mütter, sind im Gebiete des Uterus und der Organe umher, nämlich im Gebiet des Mutterhalses und der Eierstöcke, und die, welche dort sich befinden, sind in einem überaus angenehmen und wonnigen Leben, und sind in himmlischer Freude vor anderen. 5055. Aber welche und was für Gesellschaften es sind, die zu den einzelnen Zeugungsorganen gehören, wurde nicht zu wissen gegeben, denn sie sind zu innerlich, als daß sie von einem, der in einer niedrigeren Sphäre sich befindet, begriffen werden könnten. Sie stellen auch die Nutzzwecke jener Organe dar, die verborgen sind, und zugleich dem Wissen entzogen aus einer Ursache, die providentiell (d.h. von der Vorsehung angeordnet) ist, damit nicht solches, was an sich überaus himmlisch ist, durch unsaubere Gedanken verletzt werde, die der Unzucht, Hurerei und dem Ehebruch angehören, denn solche Gedanken werden bei sehr vielen erweckt, wenn jene Organe nur genannt werden. Deshalb darf nur einiges ferner Liegende, was gesehen wurde, berichtet werden. 5056. Ein gewisser Geist von einer anderen Erde war bei mir (von den Geistern aus anderen Erdkörpern, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo gesprochen werden), derselbe bat angelegentlich, ich möchte mich für ihn verwenden, daß er in den Himmel kommen könnte. Er sagte, er wisse nicht, daß er Böses getan habe, nur daß er die Einwohner jenes Erdkörpers gescholten, denn es gibt bei ihnen Schelter und Züchtiger derjenigen, die nicht recht leben, von denen ich auch (sprechen werde), wann von den Bewohnern anderer Erdkörper die Rede sein wird. Er setzte hinzu, nachdem er sie gescholten, habe er sie belehrt; er redete alsdann gleichsam zweizüngig. Derselbe konnte wirklich Mitleiden erregen, aber ich konnte ihm nichts anderes antworten, als daß ich ihm nicht helfen könne, und daß dies einzig beim Herrn stehe, und daß er, wenn er würdig sei, Hoffnung haben könne. Aber alsdann wurde er unter die gutartigen Geister von seinem Erdkörper zurückgeschickt; doch diese sagten, er könne nicht in ihrer Genossenschaft sein, weil er nicht so beschaffen ist wie sie. Weil er aber doch aus sehnlichem Verlangen flehte, daß er doch in den Himmel eingelassen werden möchte, wurde er in einen Verein gutartiger Geister dieses Erdkörpers versetzt, allein auch diese sagten, er könne nicht bei ihnen sein. Er erschien auch von schwarzer Farbe im Licht des Himmels, aber er sagte selbst, er sei nicht von schwarzer, sondern von bräunlicher Farbe (murrhinicotoris, wie der Edelstein Chalcedon). Es wurde mir gesagt, solcherart seien im Anfang die, welche nachher unter diejenigen aufgenommen werden, die das Gebiet der Samenbläschen bilden, denn in jenen Bläschen sammelt sich der Samen mit einer passenden Flüssigkeit, mit der er verbunden und durch die Verbindung fähig gemacht wird, daß er, nachdem er ausgelassen worden, im Gebärmutterhalse sich löst, und so zur Empfängnis dient, und es liegt in einer solchen Substanz ein Trieb und gleichsam eine Sehnsucht, Nutzen zu leisten, somit der Flüssigkeit sich zu entledigen, womit er bekleidet ist. Etwas Ähnliches zeigte sich auch bei jenem Geist. Er kam abermals zu mir, aber in einer geringen Kleidung, und sagte, er brenne vor Verlangen in den Himmel zu kommen, und er merke jetzt, daß er dazu geeignet sei. Ich durfte ihm sagen, das sei vielleicht ein Anzeichen, daß er bald aufgenommen werde. Es wurde ihm dann von den Engeln gesagt, er solle das Kleid abwerfen. Jetzt warf er es aus Verlangen so schnell von sich, daß es kaum etwas Schnelleres geben kann. Dadurch wurde vorgebildet, von welcher Art die Wünsche derjenigen sind, die in dem Gebiet sich befinden, dem die Samenbläschen entsprechen. 5057. Es erschien mir ein Mörser, bei dem ein Mann mit einem eisernen Instrument stand, der in seiner Phantasie in jenem Gefäß Menschen zu zerstampfen wähnte, indem er sie auf schreckliche Art marterte. Dies tat jener Mann mit großer Lust. Die Lust selbst wurde mir mitgeteilt, auf daß ich wüßte, was für eine und eine wie große Lust diejenigen haben, die solcherart sind. Es war eine höllische Lust. Von den Engeln wurde mir gesagt, daß eine solche Lust bei Jakobs Nachkommen geherrscht habe, und daß sie in nichts eine größere Lust empfunden hätten, als die Heiden grausam zu mißhandeln, und wenn sie getötet waren, sie den wilden Tieren und Vögeln zum Fraß auszusetzen; sie lebendig zu zersägen und mit Beilen zu zerhauen, in einen Ziegelofen zu werfen: 2.Sam.12/31, Kinder zu zerschmettern und hinzuwerfen. Solches wurde gar nie befohlen, und gar nie zugelassen, als solchen, bei denen der Hüftmuskel verrenkt ist: Nr. 5051. Solche wohnen unter der rechten Ferse, wo sich Ehebrecher befinden, die auch grausam sind. Es ist daher zu verwundern, daß irgend jemand glauben mag, jene Völkerschaft sei eine vor anderen auserwählte gewesen. Daher kommt es auch, daß mehrere sich in der Meinung bestärken, das Leben mache es nicht aus, sondern es komme auf die Auserwählung an, und dadurch geschehe die Aufnahme in den Himmel aus bloßer Barmherzigkeit, möge das Leben gewesen sein, wie es wolle. Während doch jeder aus gesunder Vernunft sehen kann, daß so zu denken gegen das Göttliche ist; denn das Göttliche ist die Barmherzigkeit selbst. Deshalb würden, wenn der Himmel aus bloßer Barmherzigkeit zuteil würde, wie auch immer das Leben sein mochte, alle, soviel ihrer wären, aufgenommen. Jemand in die Hölle verstoßen, um daselbst gepeinigt zu werden, während er doch in den Himmel aufgenommen werden könnte, wäre eine Unbarmherzigkeit und nicht Barmherzigkeit, und den einen vor dem anderen auserwählen, wäre auch eine Ungerechtigkeit und nicht Gerechtigkeit. Denjenigen, die geglaubt und sich darin begründet haben, daß einige auserwählt seien, und die übrigen nicht auserwählt, und in den Himmel sei bloß eine Zulassung aus Barmherzigkeit, wie man auch gelebt haben möge, wird deshalb gesagt - was ich auch einigemal gehört und gesehen habe, - daß der Himmel niemanden vom Herrn verweigert werde, und wenn sie es wünschen, so können sie es selber erfahren; deshalb werden sie in irgendeine Gesellschaft des Himmels aufgenommen, wo diejenigen sind, die in der Neigung zum Guten oder in der Liebtätigkeit das Leben führten. Aber wenn sie dahin kommen, dann fangen sie an, weil sie böse sind, Angst und inwendige Pein zu fühlen, indem sie ein entgegengesetztes Leben haben, und wenn das himmlische Licht erscheint, dann erscheinen sie in jenem Licht als Teufel, beinahe ohne menschliche Gestalt, einige mit zurückgezogenem Angesicht, einige wie mit einem Rachen voller Zähne, einige auf andere Weise als Ungeheuer. Hierdurch haben sie ein Grauen vor sich selbst, und stürzen sich jählings in die Hölle, und je tiefer, desto lieber. 5058. Es war auch ein Gewisser, der in der Welt zu den Angeseheneren gehörte, und mir damals bekannt war, jedoch nicht, wie er inwendig beschaffen war; aber im anderen Leben stellte es sich nach einigen Umwandlungen seines Zustandes heraus, daß er arglistig war. Als derselbe eine Zeit lang unter den Trügerischen im anderen Leben gewesen war und dort Hartes erduldet hatte, wollte er von ihnen getrennt werden. Ich hörte ihn alsdann sagen, er wolle in den Himmel kommen. Auch er hatte geglaubt, daß die Aufnahme bloß aus Barmherzigkeit stattfinde, aber es wurde ihm gesagt, wenn er dorthin komme, so könne er nicht daselbst verweilen, sondern würde dort Pein leiden, wie diejenigen, die in der Welt im Todeskampf sind. Aber gleichwohl bestand er darauf. Er wurde sofort in eine Gesellschaft zugelassen, wo einfältig Gute sind, die vorne über dem Haupt (sich befand); als er aber dahin kam, fing er seinem Leben gemäß an, listig und trügerisch zu handeln. Hierauf, nach einer kleinen Stunde begannen die Guten dort, die einfältig waren, zu klagen, daß er ihnen das Innewerden des Guten und Wahren und daher ihren Lustreiz (d.h. ihre innere Freudigkeit) benehme, und so ihren Zustand zerstöre. Alsdann wurde etwas Licht vom inwendigeren Himmel zugelassen, in dem er als ein Teufel erschien, und der obere Teil seiner Nase häßlich durchfurcht von einer häßlichen Wunde, und sofort fing er an inwendig gepeinigt zu werden, und als er das fühlte, stürzte er sich von da aus in die Hölle. Hieraus wird klar, daß keine Erwählung und Aufnahme aus Barmherzigkeit stattfindet, sondern daß das Leben es ist, das den Himmel macht. Aber alles zum Leben des Guten und zum Glauben des Wahren Gehörige wird aus Barmherzigkeit denjenigen in der Welt zuteil, die Barmherzigkeit aufnehmen, und denen wird Aufnahme aus Barmherzigkeit, und sie sind es, welche die Auserwählten genannt werden: Nr. 3755 E, 3900. 5059. Die, welche im Gegensatz der ehelichen Liebe gelebt haben, nämlich in Ehebrüchen, brachten, als sie mir nahten, Schmerz in die Lenden, und zwar einen heftigen, je nach dem ehebrecherischen Leben, das sie führten. Aus diesem Einflusse wurde auch offenbar, daß die Lenden der ehelichen Liebe entsprechen. Auch ist ihre Hölle unter dem hinteren Teil der Lenden, unter den Hinterbacken, wo sie in allerlei Schmutz und Kot leben, und sie haben auch ein Ergötzen daran, denn solches entspricht jenen Wollüsten in der geistigen Welt. Doch hiervon (an einer anderen Stelle), wo aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, von den Höllen im allgemeinen und im besonderen die Rede sein wird. 5060. Wer diejenigen sind, die den Hoden entsprechen, konnte mir ebenfalls an denjenigen klar werden, die im Gegensatze der ehelichen Liebe sind, und den Hoden Schmerzen verursachen; denn wenn die Gesellschaften sich betätigen, dann wirken sie auf diejenigen Teile und auf diejenigen Glieder des Leibes ein, denen sie entsprechen, die himmlischen Gesellschaften durch einen sanften, wohltuenden, angenehmen Einfluß, die höllischen, die im Gegensatze sind, durch einen unsanften und schmerzhaften Einfluß. Aber der Einfluß derselben wird nur von denjenigen empfunden, denen das Inwendigere aufgeschlossen und daher eine fühlbare Gemeinschaft mit der geistigen Welt gegeben ist. Diejenigen, die im Gegensatze der ehelichen Liebe sind, und den Hoden Schmerzen verursachen, sind die, welche durch Liebe, Freundschaft und Gefälligkeiten Nachstellungen bereiten. Als solche zu mir kamen, wollten sie heimlich mit mir reden, und fürchteten sehr, es möchte jemand gegenwärtig sein, denn so geartet waren sie im Leben ihres Leibes, und deshalb sind sie auch so geartet im anderen Leben, weil einem jeden sein Leben nachfolgt. Aus der Gegend um die Gehenna her stieg etwas gleichsam unsichtbares Luftiges empor. Es war eine Rotte solcher Geister. Aber nachher erschienen sie mir bloß als einer, obwohl es mehrere waren. Diesem wurden Binden entgegengeworfen, die er jedoch zu beseitigen meinte, wodurch bezeichnet wurde, daß sie die Hindernisse beseitigen wollten, denn in solcher Art erscheinen die Gedanken und Bestrebungen des Gemüts vorbildlich in der Geisterwelt, und wenn sie erscheinen, merkt man sogleich, was sie bedeuten. Nachher schien es, als ob aus seinem Leibe ein schneeweißer kleiner (Knabe) hervorginge, der zu mir trat, wodurch ihre Gedanken und ihre Absicht vorgebildet wurde, daß sie sich in den Stand der Unschuld kleiden wollten, damit niemand etwas derart von ihnen argwöhnen möchte. Als derselbe zu mir kam, ließ er sich zu den Lenden herab, und schien sich um beide gleichsam herumzuschlingen, wodurch vorgebildet wurde, daß sie sich in keuscher ehelicher Liebe darstellen wollten. Hernach um die Füße in spiralförmigen Windungen, wodurch vorgebildet wurde, daß sie sich durch solches, was in der Natur angenehm ist, einschmeicheln wollten. Zuletzt wurde jener eine Kleine beinahe unsichtbar, wodurch vorgebildet wurde, daß sie ganz verborgen sein wollten. Es wurde mir von den Engeln gesagt, daß sich diejenigen so einschmeicheln, die in der ehelichen Liebe nachstellen, solche nämlich, die in der Welt sich einschmeichelten in der Absicht, mit Frauen ehebrecherischen Umgang zu pflegen, indem sie keusch und vernünftig von der ehelichen Liebe redeten, den Kindern freundlich taten, den Ehegatten auf alle Weise lobten, so daß man einen solchen für einen guten Freund, für keusch und arglos hält, während er doch ein verschmitzter Ehebrecher ist. Welcher Art sie sind, wurde mir daher ebenfalls gezeigt. Nachdem jenes geschehen war, wurde jener schneeweiße Kleine sichtbar und erschien dunkelbraun und kohlschwarz, und außerdem höchst häßlich. Darauf wurde er in seine Hölle geworfen, die auch tief unter dem mittleren Teil der Lenden war. Dort leben sie im abscheulichsten Kot. Sie befinden sich dort auch unter Räubern, die den allgemeinen unfreiwilligen Sinn darstellen, wovon Nr. 4327. Ich habe nachher auch mit solchen geredet, und sie äußerten sich verwundert, daß jemand eine Gewissenscheu vor Ehebrüchen habe, so daß er nämlich aus Gewissen nicht mit der Frau eines anderen verbotenen Umgang pflege, wenn es sich es tun läßt. Und als ich mit ihnen vom Gewissen redete, leugneten sie, daß jemand ein Gewissen habe. Es wurde mir gesagt, daß solche meistens aus der Christenwelt stammen, und selten einige aus anderen Gegenden. 5061. Als Anhang darf ich noch folgendes Merkwürdige beifügen: Es waren einige Geister, die lange in einer besonderen Hölle eingeschlossen und verborgen waren, von welcher sie nicht ausbrechen konnten. Einige Male wollte ich gerne wissen, wer sie wären. Eines Abends wurden sie herausgelassen, und dann hörte man von ihnen ein ziemlich lärmendes Gemurmel, das lange währte; und als es gestattet war, hörte ich von ihnen Schimpfreden wider mich, und merkte, daß sie damit umgingen, heraufzukommen um mich zu verderben. Ich erkundigte mich bei den Engeln nach der Ursache, und diese sagten, daß sie mich gehaßt hätten bei ihren Lebzeiten, obwohl ich ihnen gar nichts zuleide getan hatte; und ich wurde belehrt, daß solche, sobald sie nur die Sphäre desjenigen, den sie haßten, inne werden, auf sein Verderben sinnen. Aber sie wurden in ihre Hölle zurückgeschickt. Hieraus konnte erhellen, daß diejenigen, die in der Welt einander haßten, im anderen Leben zusammenkommen, und einander viel Böses antun wollen, was auch aus anderen Beispielen öfters vernommen werden konnte; denn der Haß ist entgegengesetzt der Liebe und Liebtätigkeit, und ist ein Widerwille und gleichsam eine geistige Antipathie. Sobald sie daher im anderen Leben die Sphäre desjenigen, gegen den sie einen Haß hatten, inne werden, kommen sie gleichsam in Wut. Hieraus wird klar, was das in sich schließe, was der Herr gesagt hat bei Matth.5/22-26. 5062. Die Fortsetzung über die Entsprechung mit dem Größten Menschen am Ende des folgenden Kapitels.   Hier von der Entsprechung der inwendigeren Eingeweide mit demselben 5171. Zu welchen Gebieten die Engelsgesellschaften gehören, kann man im anderen Leben aus ihrer Lage im Verhältnis zum menschlichen Leib erkennen, sodann auch aus ihrer Wirkung und ihrem Einfließen; denn sie fließen und wirken auf dasjenige Organ und auf dasjenige Glied ein, in dem sie sind. Aber ihr Einfließen und Wirken kann nur von denen empfunden werden, die im anderen Leben sind, und nur von dem Menschen, dem das Inwendigere so weit geöffnet ist, und nicht einmal von einem solchen, wenn ihm nicht vom Herrn eine bewußte Reflexion gegeben wird, und mit dieser ein Innewerden verknüpft ist. 5172. Es gibt gewisse gutartige Geister, die denken, ohne sich zu besinnen, und daher schnell und gleichsam unvorbedacht aussprechen, was in ihre Gedanken kommt. Diese haben ein inwendigeres Innewerden, das sich nicht so sichtbar gestaltet hat durch Überlegungen und Gedanken, wie bei anderen; denn im Fortgang des Lebens sind sie wie von selbst über die Güte der Dinge, aber nicht so über deren Wahrheit belehrt worden. Es wurde mir angezeigt, daß solche zu dem Gebiet der Thymusdrüse gehören; denn der Thymus (Brustdrüse) ist eine Drüse, die hauptsächlich den kleinen Kindern dient, und in diesem Alter weich ist. Solchen (Geistern) ist auch noch ein weiches, kindliches Wesen geblieben, in welches das Innewerden des Guten einfließt, aus dem in allgemeiner Weise das Wahre hervorleuchtet. Diese können in großem Getümmel sein, und doch nicht gestört werden, wie auch jene Drüse. 5173. Es gibt im anderen Leben sehr viele Arten von Beunruhigungen (vexationum), und auch sehr viele Arten von Einführungen in Kreisläufe (inaugurationum in gyros). Jene Beunruhigungen werden vorgebildet durch die Reinigungsprozesse, die das Blut, sodann das Serum oder die Lymphe, wie auch der Speisebrei (chylus) im Leibe durchmachen muß, und die ebenfalls durch verschiedene Züchtigungen (oder Läuterungen, costigationes) vor sich gehen. Jene Einweihungen in Kreisläufe aber werden vorgebildet durch die nachher stattfindende Einführung jener Flüssigkeiten zu Nutzzwecken. Es ist eine sehr gewöhnliche Erscheinung im anderen Leben, daß die Geister, nachdem sie beunruhigt worden sind, hernach in einen ruhigen und angenehmen Zustand versetzt werden, mithin in Gesellschaften, für die sie eingeweiht und denen sie beigesellt werden sollen. Daß die Läuterungen und Reinigungen des Blutes, des Serums und des Speisebreis, wie auch der Nahrungsstoffe im Magen, solchen (Prüfungen) in der geistigen Welt entsprechen, muß allerdings fremdartig erscheinen denjenigen, die in der Natur nichts anderes als das Natürliche beachten, und mehr noch denen, die (nur) an dieses glauben, indem sie so leugnen, daß etwas Geistiges innewohne oder innewohnen könne, das treibt und lenkt; während doch die Sache sich so verhält, daß in allem und jedem, was somit in der Natur und ihren drei Reichen sich befindet, inwendig eine Triebkraft (agens) aus der geistigen Welt wohnt, und wenn nicht eine solche von daher in ihnen wäre, so würde gar nichts in der natürlichen Welt sich als Ursache und Wirkung betätigen, mithin auch nichts hervorbringen. Das, was aus der geistigen Welt in den natürlichen Dingen ist, wird als eine von der ersten Schöpfung her in sie hineingelegte Kraft (vis insita) bezeichnet; aber es ist (vielmehr) ein Trieb, und wenn dieser aufhört, so hört auch Tätigkeit und Bewegung auf. Daher kommt es, daß die ganze sichtbare Welt ein vorbildlicher Schauplatz der geistigen Welt ist. Es verhält sich damit ebenso, wie mit der Bewegung der Muskeln, durch die eine Tätigkeit (entsteht); wenn jener nicht ein Trieb aus dem Denken und Wollen des Menschen innewohnte, so würde sie augenblicklich aufhören; denn nach den in der gelehrten Welt bekannten Regeln ist es notwendig, daß mit dem Aufhören des Triebes auch die Bewegung aufhört, wie auch, daß im Trieb das Ganze der Bestimmung (determinationis) liegt, und ferner, daß in der Bewegung nichts Reales existiert als der Trieb. Daß diese Kraft oder dieser Trieb in der Tätigkeit das Geistige im Natürlichen ist, liegt am Tage; denn denken und wollen ist geistig, aber handeln und sich bewegen ist natürlich. Diejenigen, die nicht über die Natur hinaus denken, begreifen auch dieses nicht, gleichwohl aber können sie es nicht leugnen. Jedoch ist das, was im Willen und daher im Denken ist, oder das Hervorbringende in der Form nicht gleich der Handlung, oder dem, was bewirkt wird; denn die Handlung bildet nur dasjenige vor, was das Gemüt will und denkt. 5174. Daß die Nahrungsstoffe oder Speisen im Magen auf vielerlei Arten bearbeitet werden (vexentur), damit ihr Inneres herausgelockt werde, das dann nutzbar, nämlich in Chylus (Speisebrei) und hernach in Blut verwandelt werden soll, ist bekannt; ebenso nachher auch in den Gedärmen. Solche Bearbeitungen (vexationes) werden vorgebildet durch die ersten Beunruhigungen (oder Prüfungen) der Geister, die alle ihrem Leben in der Welt gemäß stattfinden, damit ihr Böses losgetrennt, und ihr Gutes, das nutzbar werden soll, gesammelt werde. Deshalb kann man von den Seelen oder Geistern, kurz nach dem Hingang oder Abscheiden aus dem Leibe, sagen, daß sie gleichsam zuerst in die Gegend des Magens kommen und dort bearbeitet und gereinigt werden. Diejenigen, bei denen das Böse die Oberherrschaft behauptet hatte, werden, nachdem sie vergeblich bearbeitet worden sind, durch den Magen in die Gedärme und bis zu den letzten, nämlich zum Grimmdarm und Mastdarm, geführt und von da in der Kloake, d.h. in die Hölle fortgeschafft. Dagegen die, bei denen das Gute die Oberhand hatte, werden nach einigen Bearbeitungen und Reinigungen Chylus (Milchsaft) und gehen ins Blut über, einige auf einem längeren Wege, andere auf kürzerem, und einige werden streng bearbeitet, andere gelind, und andere kaum ein wenig. Die, welche kaum ein wenig, werden vorgebildet in den Nahrungssäften, die sogleich von den Venen eingesogen und in Umlauf gebracht werden bis in das Gehirn, usf. 5175. Denn wenn der Mensch stirbt und ins andere Leben eingeht, so geht es mit seinem Leben wie mit der Speise, die von den Lippen sanft aufgenommen und nachher durch den Mund, Rachen, Speiseröhre in den Magen fortgeleitet wird, und zwar gemäß der im Leibesleben durch ihre Handlungsweise angenommenen Gemütsart. Die meisten werden anfangs milde behandelt, denn sie werden in der Genossenschaft von Engeln und guten Geistern gehalten, was bei den Speisen damit vorgebildet wird, daß sie von den Lippen zuerst sanft berührt, und hernach gekostet werden von der Zunge, wie beschaffen sie sind. Die Speisen, die weich sind und Süßes, Öliges und Geistiges enthalten, werden sogleich von den Venen aufgenommen und in Umlauf gebracht; aber die Speisen, die hart sind und Bitteres, Herbes, wenig Nahrhaftes enthalten, werden härter mitgenommen; sie werden durch die Speiseröhre in den Magen hinabgeführt, wo sie auf allerlei Art und allerlei Bearbeitungen (torturis) in Zucht genommen (d.i. geläutert) werden. Die noch härter, herber und unergiebiger sind, werden in die Gedärme und zuletzt in den Mastdarm, wo (gleichsam) ihre erste Hölle ist, hinuntergetrieben und zuletzt ausgeworfen und werden zu Kot. Geradeso geht es mit dem Leben des Menschen nach dem Tod. Zuerst wird der Mensch im Äußeren gehalten, und weil er im Äußeren ein bürgerlich (geordnetes) und gesittetes Leben geführt hatte, befindet er sich bei Engeln und gutartigen Geistern, aber nachher wird ihm das Äußere benommen, und alsdann wird offenbar, wie beschaffen er inwendig in Ansehung der Gedanken und in Ansehung der Neigungen und endlich in Ansehung der Zwecke gewesen war. Wie diese waren, so bleibt sein Leben. 5176. Solange sie in dem Zustand sind, in dem sie den Nahrungsstoffen oder Speisen im Magen gleichen, so lange sind sie nicht im Größten Menschen, sondern werden (erst) eingeführt. Wenn sie aber auf vorbildliche Weise (representative) im Blut sind, alsdann sind sie im Größten Menschen. 5177. Diejenigen, die sehr besorgt waren wegen der Zukunft, und noch mehr die, welche dadurch habsüchtig und geizig geworden sind, erscheinen in der Gegend, wo der Magen ist. Mehrere sind mir dort erschienen; ihre Lebenssphäre kann einem ekelerregenden Geruch, der vom Magen ausdünstet, verglichen werden, und auch dem Übelsein infolge von Unverdaulichkeit. Die, welche solcherart waren, verweilen lange in dieser Gegend; denn die Sorge wegen der Zukunft, wenn sie durchs Leben bekräftigt wird, schwächt und hemmt den Einfluß des geistigen Lebens gar sehr, denn solche maßen sich an, was der göttlichen Vorsehung angehört, und die, welche dieses tun, hindern den Einfluß; und entfernen von sich das Leben des Guten und Wahren. 5178. Weil die Sorge wegen der Zukunft es ist, die ängstliche Gefühle beim Menschen verursacht, und weil solche Geister in der Gegend des Magens erscheinen, deshalb wirken auch die Bangigkeiten mehr auf den Magen ein, als auf die übrigen Eingeweide; und ich durfte auch wahrnehmen, wie diese Bangigkeiten vermehrt und vermindert wurden, je nach der Gegenwart und Entfernung jener Geister. Einige Bangigkeiten wurden mehr inwendig empfunden, einige mehr äußerlich, einige mehr oben und einige mehr unten, je nach dem Unterschied solcher Sorgen in Beziehung auf ihre Quellen, Abstammungen und Richtungen. Daher kommt es auch, daß, wenn solche ängstlichen Stimmungen die Seele einnehmen, die Gegend um den Magen her zusammengezogen und zuweilen ein Schmerz daselbst verspürt wird, ferner daß die Bangigkeiten von da aufzusteigen scheinen; und daher kommt es auch, daß, wenn der Mensch nicht mehr wegen der Zukunft besorgt ist oder wenn ihm alles wohl vonstatten geht, so daß er kein Unglück mehr fürchtet, die Gegend um den Magen frei und unbeengt ist, und er selbst das Gefühl des Wohlbehagens hat. 5179. Einst spürte ich eine Bangigkeit im unteren Teil des Magens, woraus ich ersah, daß solche Geister zugegen waren. Ich redete mit ihnen und sagte, es sei besser, wenn sie sich entfernten, weil ihre Sphäre, die Bangigkeit verursacht, nicht zu den Sphären derjenigen Geister passe, die bei mir seien. Dann kam ich mit ihnen auf die Sphären zu sprechen; daß es nämlich sehr viele geistige Sphären um den Menschen her gebe, und daß die Menschen nicht wissen, daß es solche gibt und es auch nicht wissen wollen, aus dem Grunde, weil sie alles das, was geistig genannt wird, leugnen, und einige (sogar) alles, was man nicht sehen und berühren kann. Somit seien einige Sphären aus der geistigen Welt um den Menschen her, die mit seinem Leben übereinstimmen, und der Mensch sei durch diese Sphären in Gesellschaft mit Geistern von gleicher Gesinnung und von daher komme sehr vieles, was der Mensch, welcher der Natur alles zuschreibt, entweder leugnet oder einer mehr verborgenen Natur zuschreibt, wie zum Beispiel: das, was man dem Glück zuschreibt; denn einige sind durch die Erfahrung ganz überzeugt worden, daß es etwas verborgen Wirkendes gibt, was Glück genannt wird; aber sie wissen nicht woher. Daß solches aus der geistigen Sphäre kommt, und daß es das letzte der Vorsehung ist, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts, als durch die Erfahrung bezeugt, gesagt werden. 5180. Es gibt Genien und Geister, die dem Kopf eine Art von Aufsaugung oder Anziehung (speciem suctionis seu attractionis) beibringen, in der Art, daß die Stelle, wo eine solche Anziehung oder Aufsaugung stattfindet, weh tut. Es wurde ein deutliches Gefühl von Aufsaugung (von mir) empfunden, wie wenn die Haut (membrana) förmlich angesaugt würde. Ob es andere vor Schmerzen hätten aushalten können, zweifle ich; weil ich aber daran gewöhnt war, so hielt ich es zuletzt öfters ohne Schmerz aus. Die Hauptstelle des Saugens war auf dem Scheitel des Kopfes, und es pflanzte sich von da fort bis zur Gegend des linken Ohres, sodann bis zur Gegend des linken Auges. Was gegen das Auge hin verspürt wurde, kam von Geistern, was gegen das Ohr hin, kam von Genien her. Diese und jene sind es, die zum Gebiet der Zisterne und der Chylusgänge gehören, wohin auch der Chylus von überall her angezogen wird, obwohl er auch zugleich dahin getrieben wird. Außerdem gab es auch andere, die inwendig im Kopfe wirkten, beinahe ebenso, aber nicht mit einer solchen Saugkraft. Es wurde gesagt, daß sie es seien, denen der feine Chylus entspricht, der dem Gehirn zugeführt und dort mit einem neuen Lebensgeist vermengt wird, um sofort dem Herzen zugeführt zu werden. Diejenigen, die von außen einwirkten, erschienen mir zuerst auf der vorderen Seite, ein wenig links, nachher ebendaselbst weiter oben, so daß ihre Gegend beobachtet wurde von der Fläche des Nasenbeins bis zur Fläche des linken Ohres aufsteigend. Diejenigen, die jenes Gebiet bilden, sind von zweierlei Art: die einen sind ziemlich bescheiden, die anderen frech. Die bescheidenen sind es, welche die Gedanken der Menschen zu wissen wünschten, in der Absicht, sie an sich zu locken und zu fesseln; denn wer die Gedanken eines anderen weiß, der kennt auch seine Geheimnisse und sein Inneres, was bewirkt, daß sie verbunden werden. Der Zweck dabei ist Unterhaltung und Freundschaft. Diese verlangen bloß Gutes zu wissen und erforschen es, und das übrige legen sie gut aus. Hingegen die Frechen begehren und suchen auf mancherlei Weise die Gedanken anderer auszukundschaften, entweder in gewinnsüchtiger Absicht, oder um zu schaden, und weil sie ein solches Begehren und Bestreben haben, halten sie das Gemüt des anderen bei der Sache fest, die sie wissen wollen, indem sie nicht weichen, auch ihre Zustimmung durch das Gefühl hinzufügen, und so ziehen sie auch die geheimen Gedanken hervor. Ebenso machen sie es im anderen Leben in den Gesellschaften daselbst und mit noch mehr Geschick. Hier lassen sie den anderen nicht von seiner Vorstellung abschweifen, die sie auch anfeuern und so herauslocken. Dadurch halten sie solche (die sie ausgeforscht haben), gleichsam in Banden und unter ihrer Willkür, weil sie Mitwisser ihres Bösen sind. Aber diese Geister gehören zu den herumschweifenden und werden oft gezüchtigt. 5181. Aus den Kreisläufen (ex gyris) kann man auch einigermaßen erkennen, zu welchem Gebiet im Größten Menschen, und entsprechender Weise im Leibe, die Geister und Engel gehören. Die Kreisläufe derer, die zum Gebiet der lymphatischen Gefäße gehören, sind fein und schnell, wie ein sanft fließendes Wasser, so daß kaum eine Kreisbewegung wahrgenommen werden kann. Die, welche zu den lymphatischen (Flüssigkeiten) gehören, kommen hernach an Orte, die, wie man sagte, das Gekröse darstellen. Es wurde mir gesagt, daß dort gleichsam Labyrinthe seien, und daß sie von da aus hernach zu verschiedenen Orten im Größten Menschen fortgeführt werden, um dort nutzdienlich zu sein, wie der Chylus im Körper. 5182. Es gibt Kreisläufe, in welche die neuangekommenen Geister eingeführt werden müssen, aus dem Grund, damit sie mit anderen verkehren und mit ihnen zusammen sowohl reden als denken können. Im anderen Leben muß Eintracht und Einmütigkeit zwischen allen bestehen, damit sie eins seien, wie alles und jedes im Körper. Obwohl diese (Bestandteile des Körpers) überall verschieden sind, machen sie dennoch durch Einmütigkeit eins aus; ebenso im Größten Menschen. Um dieses Zweckes willen muß das Denken und Reden des einen mit dem der anderen harmonieren. Es ist ein Grundgesetz, daß das Denken und Reden an sich bei einem jeden in der Gesellschaft harmoniere, sonst wird ein mißtönendes und gleichsam lästiges Getöse wahrgenommen, das auf die Gemüter anderer einen widrigen Eindruck macht; denn alles Nichtübereinstimmende stört die Einigkeit und ist etwas Unreines, das entfernt werden muß. Dieses aus der Nichtübereinstimmung herkommende Unreine wird vorgebildet durch das Unreine beim Blut und im Blut, wovon es gereinigt werden muß. Diese Läuterung geschieht durch Beunruhigungen (vexationes), die nichts anderes sind als Versuchungen verschiedener Art und nachher durch Einführungen in Kreisläufe. Die erste Einführung in Kreisläufe ist, daß sie sich ineinanderfügen können; die andere ist, daß das Denken und Reden harmoniert; die dritte ist, daß sie miteinander unter sich übereinstimmen in Ansehung der Gedanken und in Ansehung der Neigungen; die vierte ist, daß sie übereinstimmen im Wahren und Guten. 5183. Ich durfte die Kreisläufe derjenigen wahrnehmen, die zum Gebiet der Leber gehören, und zwar eine Stunde lang. Die Kreisläufe waren sanft, und das Herumfließen verschieden je nach der Tätigkeit jenes Organs. Sie machten auf mich einen sehr erfreulichen Eindruck. Ihre Tätigkeit ist verschieden, aber im allgemeinen kreisförmig (sich bewegend). Daß ihre Tätigkeit verschieden ist, wird auch in den Verrichtungen der Leber vorgebildet, sofern sie verschieden sind, denn die Leber führt das Blut herbei und scheidet es: das bessere ergießt sie in die Venen, das mittelmäßige schafft sie in den Lebergang, und das schlechte überläßt sie der Gallenblase; so geschieht es bei den Erwachsenen. Aber bei den Embryonen nimmt die Leber das Blut vom Gebärleib der Mutter und reinigt es: das reinere flößt sie in die Venen ein, damit es auf kürzerem Weg ins Herz einfließe. Sie hält alsdann (gleichsam) Wache vor dem Herzen. 5184. Die, welche zur Bauchdrüse gehören, sind in schärferer Weise tätig, und gleichsam mit einer Art des Sägens und auch mit einem solchen Geräusch. Das Geräusch selbst dringt deutlich zu den Ohren der Geister, nicht aber des Menschen, wofern er nicht im Geist ist und zugleich im Leib. Ihre Gegend ist zwischen der Gegend der Milz und der Leber, mehr zur Linken. Die sich im Gebiet der Milz befinden, sind beinahe gerade über dem Haupt, aber ihre Tätigkeit ist dorthin gerichtet. 5185. Es gibt Geister, die den Ductus pancreaticus, hepaticus und cysticus darstellen, folglich die galligen Stoffe darinnen, welche die Gedärme auswerfen. Diese Geister sind voneinander unterschieden, aber sie wirken in Genossenschaft, gemäß dem Zustand derjenigen, auf die ihre Tätigkeit sich richtet. Dieselben beteiligen sich hauptsächlich an den Züchtigungen und Bestrafungen, die sie ausführen wollen. Die schlimmsten von ihnen sind so hartnäckig, daß sie gar nicht ablassen wollen, wenn sie nicht durch Furcht und Drohungen abgeschreckt werden, denn sie fürchten die Strafen, und alsdann versprechen sie alles. Es sind diejenigen, die im Leben des Leibes auf ihren Meinungen hartnäckig bestanden, nicht sowohl aus dem Bösen des Lebens, als aus einer schlimmen Naturbeschaffenheit. Wenn sie in ihrem natürlichen Zustand sind, alsdann denken sie nichts. Nichts denken heißt dunkel über das meiste und gar nicht klar über etwas (denken). Freude macht es ihnen zu züchtigen und so etwas Gutes zu tun. Auch scheuen sie den Schmutz nicht. 5186. Die, welche das Gebiet der Gallenblase bilden, sind im Rücken. Es sind die, welche im Leben des Leibes die Rechtschaffenheit und gewissermaßen auch die Frömmigkeit verachteten; und auch die, welche dieselben verhöhnten. 5187. Ein gewisser Geist kam zu mir und fragte, ob ich nicht wisse, wo er sich aufhalten könnte. Ich war der Meinung, er sei gutartig, und als ich ihm sagte, es könnte vielleicht hier sein, da kamen die Plagegeister (spiritus vexatores) dieses Gebietes und plagten ihn jämmerlich. Das tat mir leid, und vergeblich wünschte ich es zu hindern. Ich merkte alsdann, daß ich im Gebiet der Gallenblase war. Die Plagegeister waren von denjenigen, welche die Rechtschaffenheit und die Frömmigkeit verachtet hatten. Eine Art von Plagen durfte ich hier beobachten, sie bestand darin, daß man genötigt wurde, schneller zu reden als zu denken. Dies bewirkten sie durch das Abziehen der Rede vom Denken, und dann durch die Nötigung, ihnen nachzusprechen, was mit Schmerzen geschieht. Durch eine solche Plage werden die Langsamen angeleitet, schneller zu denken und zu reden. 5188. Es gibt gewisse Leute in der Welt, die mit allerlei List und Lügen umgehen, woraus Böses (entsteht). Es wurde mir gezeigt, von welcher Art sie sind und wie sie es machen; daß sie nämlich Unschuldige dazu brauchten, andere zu bereden, sodann daß sie sich auf Personen beriefen, die so gesagt haben sollen, während sie doch nichts davon gesagt hatten. Kurz, sie bedienen sich böser Mittel, um einen beliebigen Zweck zu erreichen. Ihre Mittel sind trügerisch, lügenhaft und boshaft. Solche stellen die Krankheit dar, die man unechte Tuberkeln nennt, und die am Rippenfell und anderen Membranen zu entstehen pflegen. Wo diese (Geschwüre) einwurzeln, verbreiten sie die Krankheitsstoffe weit umher, so daß sie zuletzt die ganze innere Haut anstecken. Solche Geister werden streng gestraft, ihre Strafe ist verschieden von der Strafe anderer; sie geschieht durch Umdrehungen. Sie werden umgedreht von der Linken zur Rechten, wie ein zuerst flacher Kreisel (orbita), der während des Umdrehens aufschwillt. Hernach erscheint die Anschwellung sich zu setzen und hohl zu werden, alsdann vermehrt sich die Geschwindigkeit. Merkwürdigerweise geschieht dies nach der Form und mit Nachahmung solcher Anschwellungen und Geschwüre. Es wurde beobachtet, daß sie während der Umdrehung sich bemühten, andere, hauptsächlich Unschuldige, in ihren Wirbel, somit ins Verderben hineinzuziehen, daß sie sich also keine Sorge darüber machten, wenn sie jemand ins Unglück brachten, indem sie selber unterzugehen glaubten. Auch wurde beobachtet, daß sie einen äußerst durchdringenden Blick haben, indem sie augenblicklich gleichsam durchschauen und so als Mittel ergreifen, was (ihnen) günstig ist, daß sie also scharfsinniger sind als andere. Man kann sie auch tödliche Geschwüre nennen, wo sie auch sein mögen in der Brustkammer, entweder im Rippenfell oder im Herzbeutel oder im Zwerchfell oder in der Lunge. Es wurde (mir) gezeigt, daß solche nach der Strafe rückwärts in die Tiefe geworfen werden, und daß sie dort mit dem Angesicht und mit dem Bauch unterwärts liegen, mit nur wenig menschlichem Leben, indem sie auf diese Weise ihrer Scharfsichtigkeit, die der wilden Tiernatur angehörte, beraubt sind. Ihre Hölle ist an einem tiefen Ort unter dem rechten Fuß ein wenig nach vorne. 5189. Es kamen Geister nach vorne, und schon vor ihrer Ankunft wurde eine Sphäre aus Bösem verspürt; ich meinte daher, es würden böse Geister kommen, aber es waren ihre Feinde. Daß es ihre Feinde waren, merkte ich an dem Widerwillen und der Feindseligkeit, die sie gegen jene einflößten. Als sie kamen, setzten sie sich auf das Haupt und redeten mich an, indem sie sagten, sie seien Menschen. Ich erwiderte, sie seien keine Menschen, die mit einem Körper versehen seien, wie die Menschen in der Welt, die sich wegen ihrer Leibesgestalt Menschen zu nennen pflegen; gleichwohl aber seien sie Menschen, weil der Geist des Menschen der wahre Mensch ist. Auf dieses merkte ich keinen Widerspruch, weil sie es bestätigten. Weiter sagten sie, sei seien ungleiche Menschen, weil mir das unmöglich schien, daß es nämlich eine Gesellschaft von Ungleichen im anderen Leben gebe, deshalb redete ich mit ihnen darüber und sagte, wenn eine gemeinschaftliche Sache sie zu einem Ziel hintreibe, so könnten sie allerdings zusammengesellt werden, weil auf diese Weise alle einen Zweck hätten. Sie erklärten, sie seien so beschaffen, daß jeder anders rede, und doch alle das gleiche denken, was sie auch durch Beispiele erläuterten, durch die offenbar wurde, daß alle ein Innewerden haben, aber sich verschieden aussprechen. Sie machten sich hernach an mein linkes Ohr und sagten, sie seien gute Geister, und daß es ihre Art sei, so zu reden. Man sagte von ihnen, daß sie scharenweise kommen, und man nicht wisse, woher sie sind. Ich wurde inne, daß die Sphäre der bösen Geister ihnen äußerst feindlich war, denn die Bösen sind Subjekte, die von ihnen streng behandelt werden. Ihre Gesellschaft, die eine herumschweifende ist, wurde durch einen Mann und eine Frau in einem Kleid vorgebildet, das sich in eine Toga von blauer Farbe verwandelte. Ich erfuhr, daß sie den Isthmus im Gehirn darstellen, der zwischen dem großen und kleinen Gehirn ist, durch den die Fibern hindurchgehen, und von da in verschiedene Richtungen auseinandergehen, und überall, wohin sie gehen, im Äußeren auf andere Weise wirken. Sodann daß sie die Ganglien im Leibe darstellen, in die der Nerv einfließt und von da aus in mehrere Fibern sich zerteilt, von denen die einen dahin, die anderen dorthin laufen, und die in ihren Ausläufen ungleich einwirken, aber doch von einem Anfangspunkt aus, somit in den letzten Teilen nur dem Anschein nach ungleich, obwohl dem Zweck nach gleich. Es ist auch bekannt, daß eine wirkende Kraft im Äußersten mannigfach verschieden sich gestalten kann, und zwar gemäß der Form daselbst. Die Zwecke werden auch vorgebildet durch die Uranfänge (principia), von denen die Fibern ausgehen und wie sie im Gehirn vorhanden sind. Die Gedanken, die von da ausgehen, werden durch die Fibern aus jenen Uranfängen vorgebildet; und die von daher ausgehenden Handlungen durch die Nerven, die von den Fibern ausgehen. 5190. Fortsetzung über die Entsprechung mit dem Größten Menschen am Ende des folgenden Kapitels.   Hier weiter über die Entsprechung der inwendigeren Eingeweide mit demselben 5377. Am Ende des vorigen Kapitels war die Rede von der Entsprechung einiger inwendigeren Eingeweide des Leibes mit dem Größten Menschen, nämlich der Leber, der Bauchspeicheldrüse, des Magens und einiger anderer. Hier aber soll weiter gehandelt werden von der Entsprechung des Bauchfells, der Nieren, der Harngänge, der Harnblase, dann der Gedärme mit jenem; denn alles, was im Menschen ist, sowohl was im äußeren, als was im inwendigen Menschen ist, steht in Entsprechung mit dem Größten Menschen. Ohne Entsprechung mit ihm, d.h. mit dem Himmel, oder was dasselbe, mit der geistigen Welt, entsteht und besteht gar nichts, aus dem Grund, weil es keinen Zusammenhang hat mit einem Früheren, folglich auch nicht mit dem Ersten, d.h. mit dem Herrn. Was zusammenhanglos ist und so unabhängig, kann nicht einmal einen Augenblick bestehen; denn daß es besteht, hat es zu verdanken dem Zusammenhang und der Abhängigkeit von dem, von welchem alles sein Entstehen hat; denn das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen. Daher kommt es, daß nicht nur alles und jedes beim Menschen entspricht, sondern auch alles und jedes im Weltall. Selbst die Sonne entspricht, und auch der Mond, denn im Himmel ist der Herr Sonne und auch Mond. Die Flamme und die Wärme, wie auch das Licht der Sonne entsprechen; denn die Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht ist es, dem die Flamme und die Wärme, und das göttlich Wahre ist es, dem das Licht entspricht. Selbst die Gestirne entsprechen: es sind die Gesellschaften des Himmels und ihre Wohnungen, mit denen eine Entsprechung der Gestirne stattfindet, nicht als ob jene sich dort befänden, sondern weil sie in einer solchen Ordnung sind. Alles, was unter der Sonne erscheint, entspricht; wie auch alle und jede Subjekte im Tierreich, und auch alle und jede Subjekte im Pflanzenreich: Wenn auf sie im ganzen und einzelnen kein Einfluß aus der geistigen Welt stattfände, so würden sie augenblicklich hinsinken und zusammenfallen. Dieses wurde mir auch durch viele Erfahrung zu erkennen gegeben; denn es wurde gezeigt, mit welchen Dingen in der geistigen Welt viele Gegenstände des Tierreichs und noch mehrere des Pflanzenreichs in Entsprechung stehen, wie auch, daß sie ohne den Einfluß keineswegs bestehen können; denn wenn das Frühere weggenommen wird, muß notwendig auch das Spätere fallen. Ebenso wenn das Frühere vom Späteren getrennt wird. Weil eine Entsprechung hauptsächlich des Menschen mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn stattfindet, so ist die Folge, daß je wie der Mensch entspricht, er geradeso im anderen Leben im Licht des Himmels erscheint; daher erscheinen die Engel in unaussprechlicher Helle und Schönheit, die Höllischen aber in unbeschreiblicher Schwärze und Häßlichkeit. 5378. Einige Geister kamen zu mir, waren aber still; nachher jedoch redeten sie, aber nicht wie mehrere, sondern alle wie einer. Aus ihrer Rede merkte ich, daß es solche waren, die alles wissen wollten, und alles zu erklären begehrten, und so sich zu überzeugen, daß es so sei. Sie waren bescheiden, und sagten, daß sie nichts aus sich tun konnten, sondern von anderen, obwohl es scheine, daß es aus ihnen sei. Dann wurden sie von anderen angefochten: es wurde gesagt, von denen, die das Gebiet der Nieren, Harngänge und der Harnblase bilden; aber sie antworteten diesen bescheiden. Dennoch aber wurden sie von diesen angefochten und gereizt, denn das ist so die Art der Nierengeister. Weil sie nun mit Bescheidenheit nichts gegen sie ausrichten konnten, griffen sie zu einem solchen Mittel, das ihrer Sinnesart entsprechend war, nämlich daß sie sich vergrößerten und so fürchterlich machten. Daher schienen sie groß zu werden, aber nur wie einer, der dem Körper nach so anschwoll, daß er wie ein Riese bis an den Himmel zu reichen schien. Ein Speer erschien in seiner Hand, er wollte jedoch, außer daß er Schrecken erregte, keinen Schaden zufügen. Hierauf entflohen die Nierengeister. Dann erschien einer, der die Fliehenden verfolgte, und ein anderer, der zwischen den Füßen jenes Großen von vorne her durchflog; und es schien, als ob jener Große Holzschuhe hätte, die er gegen die Nierengeister schleuderte. Es wurde mir von den Engeln gesagt, daß jene bescheidenen Geister, die sich groß machten, solche seien, die das Bauchfell (Peritoneum) darstellen. Das Peritoneum ist eine allgemeine Haut, die alle Eingeweide des Unterleibes umgibt und einschließt, wie die Pleura (oder das Rippenfell) alle Eingeweide der Brust. Und weil sie so ausgedehnt und beziehungsweise groß ist und auch leicht aufschwellen kann, darum dürfen sie, wenn sie von anderen angefochten werden, sich zum Schein so groß darstellen, und zugleich dann einen Schrecken einjagen, hauptsächlich gegen die, welche die Gegend der Nieren, der Harngänge und der Harnblase bilden; denn diese Eingeweide oder Gefäße liegen in einer Verdoppelung des Bauchfells, und werden von ihm zusammengehalten. Durch die Holzschuhe wurden die unterst natürlichen Dinge vorgebildet, dergleichen von den Nieren, Harngängen und von der Harnblase aufgesogen und abgeführt werden. Daß die Schuhe das unterste Natürliche bezeichnen, sehe man Nr. 259, 4938-4952. Auch darin, daß sie sagten, sie tun nichts aus sich, sondern von anderen stellten sie das Bauchfell dar, das ebenfalls von solcher Art ist. 5379. Vorbildlich wurde auch gezeigt, wie es sich verhält, wenn diejenigen; die den Grimmdarm bilden, die im Gebiet des Bauchfells befindlichen anfechten. Die, welche den Grimmdarm bilden, sind aufgeblasen, wie der Grimmdarm von seinem Wind; wenn diese jene anfallen wollten, schien es, als ob eine Wand sich entgegenstellte, und wenn sie die Wand umzustürzen suchten, erhob sich immer wieder eine neue Wand. So wurden sie von jenen abgehalten. 5380. Bekannt ist, daß Absonderungen und Ausscheidungen (Secretiones et Excretiones) stattfinden und ein System bilden von den Nieren bis zur Harnblase. In der ersten Abteilung dieses Systems sind die Nieren, in der mittleren die Harngänge und in der letzten die Harnblase. Diejenigen, aus denen im Größten Menschen jene Gebiete bestehen, bilden ebenfalls ein System, und obwohl sie zu einer Gattung gehören, sind sie doch als Unterarten jener Gattung verschieden. Sie reden mit einer rauhen, gleichsam doppelten Stimme (voce rauca sicut bifida) und begehren in den Leib einzudringen, aber es ist nur ein Versuch. Ihre Lage im Verhältnis zum menschlichen Leibe ist folgende: die, welche die Nieren darstellen, sind auf der linken Seite ganz nahe am Leib unter dem Ellenbogen; die, welche die Harngänge (darstellen), sind links von da weiter weg vom Leib; die welche die Blase, noch weiter. Sie bilden zusammen von der linken Seite gegen vorne zu beinahe eine Parabel, denn in einer solchen Linie werfen sie sich nach vorne hin von der linken (Seite) aus, und zwar in einer ziemlich weiten Strecke. Dies ist der eine allgemeine Weg zu den Höllen, der andere geht durch die Gedärme, denn beiderseits lauft er in den Höllen aus. Diejenigen nämlich, die in den Höllen sind, entsprechen solchen Dingen, die durch die Gedärme und durch die Harnblase abgeführt werden; denn das Falsche und Böse, worin sie sind, ist nichts anderes, als Urin und Exkremente im geistigen Sinn. 5381. Die, welche das Gebiet der Nieren, Harngänge und Harnblase im Größten Menschen bilden, haben eine solche Art, daß ihnen nichts lieber ist, als forschen und untersuchen, wie andere beschaffen sind, und sie sind es auch, die zu züchtigen und zu strafen begehren, wenn nur einigermaßen ein gerechter Grund dazu vorhanden ist. Die Verrichtungen der Nieren, Harngänge und Harnblase sind auch wirklich so beschaffen, denn das in sie geführte Blut prüfen sie, ob nicht etwas Unnützes und Schädliches darin sei, und scheiden es auch aus vom Nützlichen, und hernach weisen sie es zurecht; denn sie treiben es nach unten und auf dem Weg und nachher bedrängen sie es auf verschiedene Weise. Dies sind die Verrichtungen derjenigen, die das Gebiet jener Teile bilden. Dagegen die Geister und Gesellschaften, von Geistern, denen der Urin selbst, hauptsächlich der übelriechende, entspricht, sind höllisch; denn sobald der Urin vom Blut geschieden ist, wenn er auch noch in den Röhrchen der Nieren oder in der Harnblase sich befindet, so ist er doch außerhalb des Leibes; denn was abgetrennt ist, macht keinen Kreislauf mehr im Leib, mithin trägt es zur Existenz und Subsistenz seiner Teile nichts bei. 5382. Daß diejenigen, die das Gebiet der Nieren und Harngänge bilden, bereitwillig sind, zu erforschen oder zu untersuchen, wie beschaffen andere sind, was sie denken, und was sie wollen, und daß sie begierig sind Ursachen zu finden, und andere wegen eines Vergehens anzuschuldigen in der Absicht hauptsächlich, um sie züchtigen zu können, habe ich oftmals erfahren, und von jener Begierde und jener Absicht mit ihnen geredet. Mehrere von dieser Gattung waren in der Welt, als sie dort lebten, Richter, und dann freuten sie sich von Herzen, wenn sie eine vermeintlich gerechte Ursache fanden, zu rügen, zu züchtigen und zu strafen. Die Tätigkeit solcher Geister wird in der Gegend auf dem Rücken, wo die Nieren, Harngänge und die Harnblase, wahrgenommen. Die, welche zur Harnblase gehören, dehnen sich gegen die zur Gehenna (d.i. Hölle) hin aus, wo auch einige von ihnen gleichsam zu Gericht sitzen. 5383. Es gibt sehr viele Arten, auf die sie die Gesinnungen anderer erforschen oder untersuchen. Ich darf jedoch nur folgende anführen: sie veranlassen andere Geister zum reden, was im anderen Leben durch ein Einfließen geschieht, das nicht wohl faßlich beschrieben werden kann. Wenn dann die eingeleitete Rede leicht erfolgt, so urteilen sie aus derselben, daß sie solcherart sind; sie führen auch den Zustand der Neigung herbei. Welche aber so forschen, gehören zu den gröberen; andere wieder anders. Es gibt solche, die, sobald sie herankommen, die Gedanken, Wünsche und Handlungen des anderen inne werden; ferner, was ihm leid tut, daß er es getan hat, dies ergreifen sie, und wenn sie meinen, sie haben gerechte Ursache, so verdammen sie auch. Es ist dies eine wunderbare Erscheinung im anderen Leben, die kaum jemand in der Welt glauben kann. Sobald ein Geist zu einem anderen kommt, und mehr noch, wenn zu einem Menschen, so weiß er sogleich seine Gedanken und seine Neigungen, und was er damals getan hatte, somit seinen ganzen gegenwärtigen Zustand ganz so, wie wenn er lange bei ihm gewesen wäre; von solcher Art ist die Mitteilung. Aber jene Wahrnehmungen sind unterschiedlich, es gibt solche, die Inwendigeres inne werden, und solche, die nur Auswendigeres. Diese, wenn sie wißbegierig sind, erforschen das Inwendigere anderer auf verschiedene Weisen. 5384. Die Arten, auf welche diejenigen, die das Gebiet der Nieren, Harngänge und Harnblase, den Größten Menschen bilden, züchtigen, sind ebenfalls verschieden. Meistens entfernen sie angenehme und fröhliche Gefühle, und führen unangenehme und traurige Gefühle herbei. Durch diese Begierde haben jene Geister Gemeinschaft mit den Höllen, hingegen durch die Gerechtigkeit der Sache, die sie vorher untersuchen, ehe sie züchtigen, haben sie Gemeinschaft mit dem Himmel. Deswegen werden sie in jenem Gebiet erhalten. 5385. Hieraus kann man ersehen, was es bedeutet, wenn im Wort gesagt wird, daß Jehovah die Nieren und das Herz prüfe und erforsche, ferner daß die Nieren züchtigen, wie bei Jerem.11/20: "Jehovah prüfet die Nieren und das Herz". Jerem.20/12: "Jehovah prüfet den Gerechten, er sieht die Nieren und das Herz". Ps.7/10: "Du prüfest die Herzen und die Nieren, gerechter Gott". Ps.26/2: "Jehovah erforsche meine Nieren und mein Herz". Ps.139/13: "Jehovah, Du besitzest meine Nieren". Joh.Offenb.2/23: "Ich bin es, der die Nieren und das Herz erforschet". Durch die Nieren wird in diesen Stellen das Geistige, und durch Herz das Himmlische bezeichnet, d.h. durch die Nieren wird das bezeichnet, was dem Wahren angehört, und durch Herz das, was dem Guten angehört. Der Grund davon ist, weil die Nieren das Blutwasser (Serum) reinigen, und das Herz das Blut selbst. Daher wird durch das Prüfen, Erforschen und Erkundigen der Nieren bezeichnet, prüfen, erforschen und erkundigen, wieviel und welcherlei Wahres oder wieviel und welcherlei Glauben beim Menschen ist. Daß dies bezeichnet wird, erhellt auch bei Jerem.12/2: "Jehovah, nahe bist Du in ihrem Mund, aber ferne von ihren Nieren". Ps.51/8: "Jehovah siehe, die Wahrheit verlangst Du in den Nieren". Daß auch Züchtigung den Nieren zugeschrieben wird, ist auch klar bei Ps.16/7: "In den Nächten züchtigen mich meine Nieren". 5386. Es gibt auch an anderen Stellen des Körpers Ausscheidungs- und Abführungsorgane: im Hirn sind es die Höhlen (ventriculi) und warzenförmigen Gänge (prozessus mamillures), welche den Schleim daselbst ableiten; und außerdem die Drüsen überall: die Schleim- und Speicheldrüsen im Kopf, und sehr viele sonst im Leib, und viele tausende an den Häuten, durch die der Schweiß und der feinere Unrat ausgeschieden werden. Diesen Dingen entsprechen in der geistigen Welt im allgemeinen das zähe Festhalten an Meinungen, dann auch Gewissensängstlichkeiten in unwichtigen Dingen. Einige derselben erscheinen über dem Haupt in mittlerer Entfernung, die so geartet sind, daß sie Bedenklichkeiten erregen in Sachen, bei denen es keine Bedenklichkeit braucht. Weil sie daher die Gewissen der Einfältigen beschweren, werden sie Gewissensängstliche genannt. Was wahres Gewissen ist, wissen sie nicht, denn in allem, was vorkommt, machen sie sich ein Gewissen; denn wenn einmal eine Bedenklichkeit oder ein Zweifel sich eingestellt hat und das Gemüt ängstlich ist und dabei stehen bleibt, so fehlt es nicht an bestärkenden und somit beschwerenden Gründen. Wenn solche zugegen sind, so verursachen sie auch eine fühlbare Beklommenheit in dem unmittelbar unter dem Zwerchfell befindlichen Teil des Unterleibes. Sie sind auch in den Versuchungen beim Menschen gegenwärtig. Ich redete mit ihnen, und nahm wahr, daß ihre Gedanken nicht so weit gehen, daß sie bei nützlicheren und notwendigen Dingen verweilten; denn sie konnten nicht auf Vernunftgründe achten, weil sie hartnäckig auf ihrer Meinung beharrten. 5387. Die aber dem Urin selbst entsprechen, sind höllisch; denn der Urin gehört, wie oben gesagt worden, nicht mehr zum Leib, weil er bereits vom Blut geschieden, und an sich eben nur eine unreine und unbrauchbare Flüssigkeit ist, die abgestoßen worden. Von ihnen darf ich Folgendes berichten: Ein gewisser Geist wurde zuerst wie inwendig im Leib vermerkt, aber bald nachher unten zur Rechten. Als er hier sich einstellte, war er unsichtbar; er konnte sich künstlich unsichtbar machen. Als er befragt wurde, gab er dann gar keine Antwort. Von anderen wurde gesagt, er habe bei Leibesleben Seeräuberei getrieben; denn im andern Leben nimmt man aus der Lebenssphäre der Neigungen und Gedanken deutlich wahr, wer und welcherart einer gewesen, weil das Leben eines jeden bleibt. Er wechselte den Ort, indem er bald zur Rechten, bald zur Linken erschien. Ich merkte, daß er solches tat aus Furcht, er möchte entdeckt und gezwungen werden, etwas zu gestehen. Von anderen Geistern wurde gesagt, daß solche bei der geringsten Gefahr außerordentlich furchtsam, und wenn keine Gefahr, außerordentlich beherzt seien; und daß solche den Gegensatz gegen diejenigen bilden, denen das Urinlassen entspricht; diesem suchen sie auf allerlei Weise Schaden zuzufügen; und damit ich nicht zweifelte, wurde es mir durch Erfahrung gezeigt: als diejenigen, die dem Urinlassen entsprachen, sich ein wenig zurückzogen, und jener Seeräuber zugegen war, wurde das Entlassen des Harnes gehemmt, und derselbe drängte sich sogar zurück, so daß der Zustand bedenklich wurde. Aber als sie zurückgerufen wurden, ging das Urinlassen, je wie sie sich gegenwärtig zeigten, wieder vor sich. Daß er ein Seeräuber gewesen sei, gestand er nachher, indem er sagte, er habe sich geschickt verborgen und auf gewandte und verschmitzte Art die Verfolger täuschen können, und jetzt sei ihm schmutzige Urinjauche viel lieber als klares Wasser, und stinkender Urindunst sei es, woran er sich am meisten ergötze, so daß er in Sümpfen, ja in Behältern von stinkendem Urin seinen Aufenthalt haben möchte. Es wurde auch gezeigt, was für ein Angesicht er hatte: er hatte eigentlich kein Angesicht, sondern einen schwarzen Bartwuchs anstatt des Angesichts. Nachher wurden auch andere Seeräuber, jedoch keine so verschmitzten, herbeigeholt; auch sie redeten wenig, und was zu verwundern, sie knirschten mit den Zähnen. Auch sie sagten, daß sie den Urin vor allen Flüssigkeiten lieben, und den schmutzigtrüben vor anderen. Diese aber hatten anstatt des Angesichts keinen Bartwuchs wie der vorige, sondern ein gräßliches Gebiß (dentium crotes); denn Bart und Zähne bedeuten das unterste Natürliche. Ohne Angesicht bedeutet, es sei kein vernünftiges Leben da; denn wenn kein Angesicht erscheint, so ist es ein Zeichen, daß keine Entsprechung des Inwendigeren mit dem Größten Menschen vorhanden; denn ein jeder erscheint im Himmelslicht im anderen Leben der Entsprechung gemäß, daher die Höllischen in einer schauerlichen Häßlichkeit. 5388. Ein gewisser Geist war bei mir und redete mit mir. Derselbe hatte bei Leibesleben keinen Glauben gehabt; er hatte auch kein Leben nach dem Tod geglaubt; er war auch einer von den Verschmitzten; er hatte die Herzen für sich einnehmen können dadurch, daß er zugunsten redete und beistimmte. Deswegen war anfangs aus seiner Rede nicht klar, daß er ein solcher gewesen. Er konnte auch geläufig, gleichsam fließend reden, wie ein guter Geist. Aber er wurde erst daran erkannt, daß er nicht gern von Sachen des Glaubens und der Liebtätigkeit redete; denn alsdann konnte er mit seinem Denken nicht folgen, sondern er zog sich zurück, und hernach wurde man aus einzelnem inne, daß er ein Schmeichler war, um zu betrügen; denn die Schmeicheleien sind verschieden nach den Absichten; wenn nämlich die Absicht dabei ist, die Freundschaft oder das Vergnügen der Unterhaltung, oder ein anderes dergleichen, und auch ein erlaubter Gewinn, so ist es nicht so böse, hingegen wenn aber die Absicht ist, Geheimnisse zu entlocken, und so einen anderen zu bösen Diensten zu verpflichten, im allgemeinen, wenn die Absicht zu schaden, dann ist es böse. Eine solche Absicht hatte dieser. Dieser Geist bildete auch einen Gegensatz gegen diejenigen, die im Gebiet der Nieren und Harngänge sich befinden; auch er sagte, er liebe den Urindunst mehr als alle Gerüche. Er verursachte auch eine schmerzhafte Zusammenziehung und Beengung in der unteren Bauchgegend. 5389. Es gibt Horden von Geistern, die herumschweifen und abwechselnd an dieselben Orte zurückkommen. Vor solchen haben die bösen Geister eine große Furcht, denn jene peinigen sie mit einer gewissen Art von Folter. Es wurde gesagt, daß sie dem Grund oder dem oberen Teil der Harnblase im allgemeinen und den Muskelbändern entsprechen, die sich von da aus gegen die Schließmuskel hin konzentrieren, wo durch eine Art von Zusammenbiegung der Urin ausgestoßen wird. Jene Geister machen sich an die Rückseite, wo das Steißbein (cauda equina) ist. Die Art ihres Wirkens geschieht durch schnelles Hinundwiderdrücken (per reciprocationes citus), das niemand hemmen kann. Es ist eine Art von Zusammen- und Zurückziehen, das sich nach oben hin richtet und in eine Kegelform zuspitzt. Die bösen Geister, die in diese Kegel hineinversetzt werden, hauptsächlich von oben her, werden durch Hin- und Herrenkungen jämmerlich gepeinigt. 5390. Den unreinen Auswürfen entsprechen auch andere Geister, nämlich solche, die in der Welt hartnäckig rachgierig waren; diese erschienen mir vorne zur Linken. Jenen unreinen Auswürfen entsprechen auch solche, die geistige Dinge zu unreinen irdischen herabziehen. Es kamen auch solche herbei und brachten ihre unflätigen Gedanken mit, aus denen sie auch unflätige Reden führten, dann auch, was rein war, auf Unreines deuteten, und in solches verwandelten. Von solcher Gattung waren mehrere aus dem untersten Pöbel, aber auch aus anderen, die in der Welt zu den Vornehmeren gehörten. Diese hatten zwar bei Leibesleben in geselligen Zusammenkünften nicht so gesprochen, aber dennoch so gedacht; denn sie hüteten sich so zu reden wie sie dachten, damit sie in kein böses Geschrei kamen und die Freundschaften, Einkünfte und Ehren nicht verloren; gleichwohl aber unter ihresgleichen, wenn sie in der Freiheit waren, war ihre Redeweise wie die des untersten Pöbels, und noch unflätiger, weil sie einigen Witz besaßen, den sie zur Besudelung auch der heiligen Gegenstände des Wortes und der Lehre mißbrauchten. 5391. Es gibt auch Nieren, die Hilfsnieren (renes suocenturiati) und auch Nierenkapseln genannt werden, deren Geschäft ist nicht sowohl die Blutflüssigkeit (Serum), sondern das Blut selbst auszusondern und das reinere in einem kürzeren Kreislauf dem Herzen zuzuführen, wie auch zu verhüten, daß nicht die in der Nähe befindlichen Samengefäße alles reinere Blut fortführen. Hauptsächlich aber leisten sie Hilfe bei den Embryonen, und auch bei den neugeborenen Kindern. Es sind keusche Jungfrauen, die jenes Gebiet im Größten Menschen bilden. Ängstlich und besorgt, sie möchten gestört werden, liegen sie ruhig auf dem linken Teil der Seite unten. Wenn an den Himmel gedacht wird und an die Veränderung ihres Zustandes, wird ihnen bange und dann seufzen sie, was ich einigemal deutlich fühlen durfte. Wenn meine Gedanken auf Kinder geleitet wurden, dann fühlten sie einen ungemeinen Trost und inwendige Freude, was sie auch offen gestanden. Auch wenn etwas gedacht wurde, worin nichts Himmlisches war, kamen sie in Angst. Ihre Angst kam hauptsächlich von ihrer Sinnesart her, die es mit sich bringt, daß sie ihre Gedanken unverwandt auf einen Gegenstand haften lassen und durch keine Abwechslung die Ängstlichkeiten verscheuchen. Daß sie zu jenem Gebiet gehören, hat den Grund, weil sie so auch die Seele des anderen beständig bei gewissen Gedanken festhalten. Hieraus entsteht und offenbart sich solches, was in einer Reihenfolge zusammenhängt, was aber entfernt oder von dem der Mensch gereinigt werden muß. So wird auch das Inwendigere den Engeln besser offenbar, denn wenn solches, was dunkel macht und ablenkt, beseitigt ist, wird die Anschauung klarer und auch der Einfluß. 5392. Welches diejenigen sind, die das Gebiet der Gedärme im Größten Menschen bilden, kann einigermaßen an denen erkannt werden, die den Magen darstellen; denn die Gedärme sind eine Fortsetzung des Magens, und die Verrichtungen des Magens nehmen dort zu und werden heftiger, bis zu den letzten Därmen, nämlich dem Grimmdarm und Mastdarm. Deswegen sind die, welche sich darin befinden, nahe bei den Höllen, welche die kotigen genannt werden. In der Gegend des Magens und der Gedärme sind diejenigen, die sich im Land der Unteren (d.i. in den unteren Räumen der Erde) befinden, weil diese aus der Welt Unreines mitbrachten, was in ihren Gedanken und Neigungen haftet, deswegen werden sie dort einige Zeit behalten, bis solches abgestreift, d.h. auf die Seite geworfen ist. Wenn nun dieses auf die Seite geworfen ist, können sie zum Himmel erhoben werden. Die dort sich befinden, sind noch nicht im Größten Menschen, denn sie gleichen den Nahrungsmitteln, die in den Magen hinunterkommen und die nur dann, wenn sie gereinigt (defcecata) sind, ins Blut, somit in den Leib eingelassen werden. Diejenigen, die noch mit allzu irdischen Unreinigkeiten behaftet sind, befinden sich unterhalb jener in der Gegend der Gedärme. Hingegen die eigentlichen Exkremente, die hinausgeschafft werden, entsprechen den Höllen, die kotige Höllen genannt werden. 5393. Es ist bekannt, daß der Grimmdarm sich weit ausdehnt, so auch die in jenem Gebiet Befindlichen. Sie dehnen sich aus vorne gegen die Linke, in einer Bogenlinie, zur Hölle fortgehend. In dieser Hölle sind die, welche keine Barmherzigkeit hatten und ohne Gewissen das Menschengeschlecht verderben wollten, nämlich morden und rauben ohne Rücksicht und Unterschied, ob sie sich wehren oder nicht sich wehren, ob es Männer sind oder Frauen. Eine solche rohe Gesinnung hat ein großer Teil der Soldaten und ihrer Offiziere, die nicht in den Schlachten, sondern nach den Schlachten mit Roheit gegen Besiegte und Wehrlose wüten und mit rasender Gier töten und plündern. Mit den Engeln redete ich davon, wie die Menschen beschaffen sind, wenn sie sich selbst überlassen und ohne Gesetz sind, und ihnen zugelassen wird, zu tun, wie es ihnen beliebt. Daß sie dann viel roher als die ärgsten wilden Bestien, die nicht so auf Vernichtung ihrer eigenen Gattung losgehen, sondern nur sich verteidigen und mit demjenigen sich sättigen, was zu ihrer Nahrung bestimmt ist, wenn sie aber gesättigt sind, solches nicht tun. Anders der Mensch, der aus Grausamkeit und Wildheit (handelt). Die Engel schauderten, daß das Menschengeschlecht so geartet ist, denn jene freuen sich erst dann von Herzen und sind stolzen Mutes, wenn sie ganze Reihen zu Boden gestreckt und Ströme von Blut auf dem Schlachtfeld sehen, ohne sich zu freuen, daß das Vaterland befreit ist, wenn man nur von ihnen als von Großen und von Helden spricht. Und doch nennen sie sich Christen und glauben gleichwohl, sie werden in den Himmel kommen, wo doch nichts als lauter Friede, Barmherzigkeit, Liebtätigkeit herrscht. Solche gehören in der Hölle dem Grimmdarm und Mastdarm an. Dagegen aber diejenigen, die einige Menschlichkeit in sich hatten, erscheinen zur Linken vorne in einer Bogenlinie, (wie) hinter einer Wand; dennoch aber wohnt ihnen viel Eigenliebe inne. Bei denen, die eine Achtung vor dem Guten haben, wird dies zuweilen durch beinahe feurige, nicht helle Sternchen vorgebildet. Es erschien mir eine Wand wie von Gips mit Skulpturen nahe beim linken Ellenbogen; diese Wand wurde ausgedehnter und zugleich höher, und oben spielte die Farbe ins Blaue hinüber. Es wurde gesagt, daß dies eine Vorbildung von einigen aus jener Gattung sei, die besser waren. 5394. Diejenigen, die grausam und Ehebrecher waren, haben im anderen Leben nichts lieber als Schmutz und Exkremente. Die stinkenden Dünste aus solchen sind für sie die lieblichsten und angenehmsten, und diese ziehen sie allen anderen Annehmlichkeiten vor; der Grund ist, weil sie entsprechen. Diese Höllen sind teils unter den Hinterbacken, teils unter dem rechten Fuß und teils vorne tief unten; sie sind es, in die der Weg durch den Mastdarm führt. Einer, der dorthin versetzt wurde und von da aus mit mir redete, sagte, es erschienen dort bloß Kloaken. Die dort Befindlichen redeten mit ihm und führten ihn zu verschiedenen Kloaken, deren es dort sehr viele gibt. Nachher wurde er an einen anderen Ort, ein wenig links, geführt; er sagte, daß ein ganz abscheulicher Gestank aus den Gruben dort ausdünste, und daß er keinen Fuß bewegen könne, ohne Gefahr in eine Grube hinunterzufallen. Aus den Gruben dünstete auch ein Leichengeruch aus, und zwar deshalb, weil Grausame und Arglistige sich dort befanden, denen der Leichengeruch der angenehmste ist. Aber von diesen soll im Folgenden die Rede sein, wo von den Höllen und insbesondere von den kotigen und aashaften Höllen. 5395. Es gibt solche, die leben, nicht um dem Vaterland oder den Gesellschaften Nutzen zu bringen, sondern nur für ihr Ich zu leben, so daß sie keine Lust haben zu Dienstleistungen, sondern es ist ihnen nur darum zu tun, daß sie geehrt und hochgeachtet werden; und in dieser Absicht bewerben sie sich um Anstellungen, und außerdem haben sie ihre Lust im Essen, Trinken, Spielen und in der Unterhaltung, um keines anderen Zweckes als um des Vergnügens willen. Solche können im anderen Leben keineswegs in der Genossenschaft guter Geister, noch weniger der Engel sein, denn bei diesen macht die Nutzleistung die Lebenslust, und je wie ihre Nutzleistungen sind, soviel und solcherlei Lust wird ihnen auch zuteil; denn das Reich des Herrn ist nichts anderes als ein Reich der Nutzleistungen. Wenn schon in einem irdischen Reich jeder nur nach der Nutzleistung geschätzt und geehrt wird, wieviel mehr im himmlischen Reich. Diejenigen, die nur sich und den Vergnügungen gelebt haben, ohne einen anderen Nutzzweck, sind ebenfalls unter den Hinterbacken, und je nach den Arten und Zwecken ihrer Vergnügungen befinden sie sich im Schmutz. 5395_. Als Anhang mag noch Folgendes angeführt werden: Um mich her war eine große Schar von Geistern, die als ein wirres Durcheinanderwogen gehört wurden. Sie klagten und sagten, jetzt gehe alles zugrunde; denn in dieser Schar erschien nichts gesellig Verbundenes, und ebendas machte, daß sie den Untergang fürchteten. Sie glaubten nämlich, das Ganze zu sein, wie dies bei solchen Vorfällen zu geschehen pflegt. Aber in ihrer Mitte vernahm ich einen sanften, engelartig lieblichen Ton, in dem nichts als Geordnetes lag; die Chöre der Engel waren innen, und die Geisterschar, die in der Unordnung sich befand, außen. Diese engelische Strömung (fluvius angelicus) hielt lange an; und es wurde gesagt, es werde dadurch vorgebildet, wie der Herr das Ungereimte und Ungeordnete, das außen ist, aus dem friedsamen in der Mitte regiert, wodurch das Ungeordnete in den Umkreisen, ein jedes nach dem Irrtum seiner Natur in die Ordnung zurückgebracht wird.   Hier über die Entsprechung der Haut, Haare und Knochen mit demselben HG 5552 5552. Mit der Entsprechung verhält es sich auf folgende Weise: Was im Menschen am meisten Leben hat, das entspricht denjenigen Gesellschaften in den Himmeln, die am meisten Leben und daher die größte Seligkeit daselbst haben: dergleichen diejenigen sind, denen die äußeren und inwendigen Sinnesorgane und die Verstandes- und Willenskräfte entsprechen. Hingegen was im Menschen weniger Leben hat, das entspricht solchen Gesellschaften, die in einem minderen Leben dort sind: dergleichen die Häute sind, die den ganzen Leib umgeben, sodann die Knorpel und Knochen, die alles, was im Leibe ist, stützen und halten; und auch die Haare, die aus den Häuten hervorbrechen. Welche und was für Gesellschaften es sind, denen jene und diese entsprechen, soll nun auch gesagt werden. 5553. Die Gesellschaften, denen die Häute entsprechen, sind im Eingang zum Himmel; und ihnen wird das Innewerden gegeben, wie geartet die Geister sind, die bei der ersten Schwelle ankommen, und die sie entweder zurückweisen oder zulassen, so daß man sie die Eingänge oder Schwellen des Himmels heißen kann. 5554. Es gibt sehr viele Gesellschaften, welche die äußeren Bedeckungen des Leibes darstellen, mit Unterschied vom Angesicht an bis zu den Fußsohlen, denn überall ist ein Unterschied. Mit diesen habe ich viel geredet. In Ansehung des geistigen Lebens waren sie von der Art, daß sie von anderen sich leicht bereden ließen, daß sich etwas so verhalte, und wenn sie den Beweis aus dem Buchstabensinn des Wortes gehört hatten, es fest glaubten und bei dieser Meinung blieben, und ihr Leben danach einrichteten, das nicht böse war; aber mit diesen können andere, die nicht gleichen Sinnes sind, nicht leicht verkehren, denn sie bleiben hartnäckig bei den vorgefaßten Meinungen stehen, und lassen sich durch keine Vernunftgründe davon abbringen. Aus unserer Erde sind sehr viele solcher Art, weil unser Weltkörper im Äußerlichen ist und auch gegen Inwendiges reagiert, wie auch die Haut zu tun pflegt. 5555. Die im Leibesleben nichts als die allgemeinen Glaubenssätze gewußt hatten, wie z.B. daß man den Nächsten lieben soll, und diesem allgemeinen Grundsatz gemäß den Bösen ebenso wie den Rechtschaffenen ohne Unterschied wohlgetan hatten, (denn sie sagten, ein jeder sei der Nächste,) solche haben, während sie in der Welt lebten, sich von Betrügern, Heuchlern und Gleißnern oft verführen lassen; ebenso geschieht ihnen im anderen Leben. Und sie bekümmern sich nichts darum, was ihnen gesagt wird, denn sie sind im Sinnlichen befangen und gehen nicht auf Gründe ein. Auch diese bilden die Haut, aber die auswendigere, weniger empfindliche. Ich redete mit denjenigen, welche die Schädelhaut bilden, aber bei solchen findet ein großer Unterschied statt, wie auch bei dieser Haut an verschiedenen Stellen, z.B. an diesen und jenen Stellen des Schädels, am Hinterhaupt, Vorderhaupt, den Schläfen, im Angesicht, auf der Brust, am Unterleib, den Lenden, Füßen, Armen, Händen, Fingern. 5556. Welche die schuppige Haut darstellen, wurde (mir) auch zu wissen gegeben. Diese Haut ist unter den übrigen Hüllen am wenigsten empfindlich, denn sie ist mit Schuppen besetzt, die einer feinen Knorpelsubstanz nahe kommen. Die Gesellschaften, die diese bilden, bestehen aus solchen, die über alle Dinge vernünfteln, ob es so sei oder nicht so sei, und nicht weiter gehen. Wenn ich mit ihnen redete, durfte ich inne werden, daß sie gar nicht begriffen, was wahr und nicht wahr ist; und je mehr sie vernünfteln, desto weniger begreifen sie. Dennoch dünken sie sich weiser als andere, denn sie setzen die Weisheit in die Fähigkeit zu vernünfteln; sie wissen gar nicht, daß es eine Hauptsache der Weisheit ist, ohne Vernünfteln inne zu werden, daß etwas so sei oder nicht so. Mehrere derselben sind von denen, die in der Welt infolge der Vermengung des Guten und Wahren durch philosophische Erörterungen solcherart geworden sind; diese haben daher weniger gesunden Menschenverstand. 5557. Es gibt auch Geister, durch die andere reden, und solche verstehen kaum, was sie sagen; das haben sie auch gestanden, aber doch reden sie viel. Von solcher Art werden diejenigen, die im Leibesleben nur geplaudert und gar nicht bedacht haben, was sie sagten, und gerne über alles redeten. Es wurde gesagt, es gäbe Scharen (von diesen), und daß einige von ihnen die Membranen darstellen, welche die Eingeweide des Leibes bedecken, einige die Häute, die wenig Empfindung haben, denn es sind nur passive Kräfte, und tun nichts aus sich, sondern aus anderen. 5558. Es gibt Geister, die, wenn sie etwas wissen wollen, sagen, es verhalte sich so; so einer nach dem anderen in der Gesellschaft. Und dann, wenn sie es sagen, geben sie Achtung, ob es frei fließt, ohne ein geistiges Widerstreben; denn wenn es nicht so ist, dann wird meistens ein Widerstreben vom Inwendigeren her empfunden. Wenn kein Widerstreben von ihnen wahrgenommen wird, meinen sie, daß es so sei; aber das wissen sie nicht von anderswoher. Solche sind es, welche die Hautdrüsen bilden. Aber es gibt deren zweierlei Gattungen: die eine bejaht, weil ein Fließen (Fluentia) sich zeigt, aus dem sie mutmaßen, es sei, weil kein Widerstreben vorhanden mit der himmlischen Form, folglich mit dem Wahren übereinstimmend, und somit zu bejahen. Die andere Gattung aber bejaht kecklich, daß es so sei, wenn sie es auch nicht wissen. 5559. Vorbildlich wurde mir die Bildung der Hautgewebe gezeigt: die Bildung bei denen, bei welchen jenes Äußerste dem Inwendigeren entsprach, oder das Materielle dem Geistigen gehorchte, war ein schönes Gefüge, aus wunderbar verschlungenen Windungen, nach Art von Girlanden, die gar nicht beschrieben werden können; sie waren von blauer Farbe. Nachher wurden noch inniger zusammenhängende, feinere und zierlichere Formen vorgebildet. In solcher Weise erscheinen die Häute des wiedergeborenen Menschen. Die aber Betrüger waren, bei denen erscheint jenes Äußerste wie Knäuel aus lauter Schlangen; und die Magier (oder Zauberer) waren, wie häßliche Gedärme. 5560. Gesellschaften von Geistern, denen die Knorpel und Knochen entsprechen, gibt es sehr viele; aber es sind solche, die sehr wenig geistiges Leben in sich haben, weil die Knochen im Vergleich mit den sie umgebenden Weichteilen sehr wenig Leben haben; wie z.B. der Schädel und die Kopfknochen im Vergleich mit beiden Gehirnen und dem Rückenmark und den empfindungsvollen Substanzen darinnen; und auch wie die Rückenwirbel und Rippen, im Vergleich mit dem Herzen und den Lungen usw. 5561. Es wurde (mir auch) gezeigt, wie wenig geistiges Leben diejenigen haben, welche die Knochen darstellen: andere Geister reden durch sie, und sie selbst wissen wenig, was sie sagen. Aber doch reden sie, indem sie darin allein ihre Lust finden. In einen solchen Zustand werden diejenigen versetzt, die ein böses Leben geführt haben, und doch einige Überreste des Guten in sich verborgen trugen. Diese Überreste machen dieses geringe Maß des geistigen Lebens, nach Abödungen, die mehrere Jahrhunderte währen. Was Überreste sind, sehe man Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 1050, 1738, 1906, 2284, 5135, 5342, 5344. Es wurde gesagt, daß sie wenig geistiges Leben haben. Durch das geistige Leben wird dasjenige Leben verstanden, das die Engel im Himmel haben; in dieses Leben wird der Mensch in der Welt eingeführt durch das, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört. Geistiges Leben ist eigentlich die Neigung zum Guten, welches Sache der Liebtätigkeit ist, und die Neigung zum Wahren, welches Sache des Glaubens ist. Das Leben des Menschen ohne diese Neigung ist ein natürliches, weltliches, leibliches, irdisches Leben und kein geistiges Leben, wenn dieses nicht in jenem ist, sondern es ist ein Leben, wie es die Tiere im allgemeinen haben. 5562. Diejenigen, die aus den Abödungen herauskommen, und denselben Nutzzwecken wie die Knochen dienen, haben kein bestimmtes Denken, sondern ein allgemeines, fast unbestimmtes Denken. Sie sind wie diejenigen, die man zerstreut nennt, gleichsam nicht im Leibe. Sie sind träg, matt, stumpfsinnig; Langsamkeit zeigen sie in allem. Dennoch sind sie je zuweilen ziemlich ruhig, weil die Sorgen sie nicht anfechten, sondern sich in ihrem dunklen Allgemeinen verlieren. 5563. Im Schädel spürt man je zuweilen Schmerzen, bald auf der einen Seite, bald auf einer anderen; und man spürt gleichsam Knoten daselbst, die getrennt sind von den übrigen Knochen, und daher weh tun. Durch Erfahrung wurde mir zu wissen gegeben, daß solches von Falschem herkommt, das aus Begierden entspringt; und, was wunderbar ist, die Gattungen und Arten des Falschen haben bestimmte Orte im Schädel, was mir auch durch mehrere Erfahrung kund worden ist. Solche Knoten, die Verhärtungen sind, werden bei denjenigen, die gebessert werden gebrochen und erweicht, und zwar auf verschiedene Weise. Im allgemeinen durch Unterweisungen im Guten und Wahren, durch strenge Einwirkungen von Wahrheiten, was mit einem inwendigeren Schmerz geschieht, sodann durch wirkliche Zerreißungen, was mit einem mehr auswendigen Schmerz geschieht. Falsches aus Begierden ist von solcher Natur, daß es verhärtet; denn es ist entgegengesetzt den Wahrheiten; aber die Wahrheiten, weil sie sich nach der Form des Himmels richten, fließen wie von selbst, frei, sanft, weich. Hingegen das Falsche, weil es zum Gegenteil strebt, nimmt auch entgegengesetzte Richtungen; daher wird das Fließende, das der Himmelsform eigen ist, gehemmt, und infolgedessen die Verhärtungen. Daher kommt es, daß diejenigen, die in tödlichem Haß und in den Rachegefühlen eines solchen Hasses, und infolgedessen in Falschem sich befunden haben, ganz verhärtete Schädel haben, und einige wie von Ebenholz, in die keine Lichtstrahlen, (die Wahrheiten sind,) eindringen, sondern ganz abprallen. 5564. Es gibt Geister von kleiner Natur, die, wenn sie reden, (gleichsam) donnern; einer zuweilen wie eine Schar. So zu reden ist ihnen angeboren. Sie sind nicht von unserer Erde, sondern von einer anderen, von der, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, wenn von den Einwohnern verschiedener Weltkörper (die Rede sein wird). Es wurde gesagt, daß sie den schildförmigen Knorpel darstellen, der vor der Brustkammer ist, und den Rippen vorne und auch den verschiedenen Schallmuskeln zur Stütze dienen. 5565. Es gibt auch solche, die noch härtere Knochen darstellen, z.B. die Zähne, aber über diese wurde (mir) nicht viel zu wissen gegeben, bloß soviel, daß diejenigen, die kaum einen Rest von geistigem Leben haben, wenn sie im Licht des Himmels sich darstellen, nicht mit einem Angesicht erscheinen, sondern bloß Zähne anstatt des Angesichtes zeigen; denn das Angesicht bildet das Inwendigere des Menschen, somit sein Geistiges und Himmlisches vor, d.h. das, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört. Welche also im Leibesleben nichts von einem solchen Leben sich verschafft hatten, diese erscheinen in solcher Art. 5566. Es kam einer zu mir, der erschien wie eine schwarze Wolke, umgeben von schwankenden Sternen. Wenn schwankende Sterne im anderen Leben erscheinen, so bedeuten sie Falsches, Fixsterne dagegen Wahres. Ich nahm wahr, daß es ein Geist war, der herzunahen wollte. Als er herankam, jagte er Furcht ein. Das können einige Geister, hauptsächlich Räuber. Daraus konnte ich schließen, daß er ein Räuber gewesen sei. Als er nahe bei mir war, gab er sich alle Mühe, mich durch Zauberkünste anzufechten, aber vergebens. Er streckte die Hand aus, um seine eingebildete Macht auszuüben, aber das bewirkte gar nichts. Nachher wurde gezeigt, was er für ein Angesicht hatte. Es war kein Angesicht, sondern an dessen Statt etwas sehr Schwarzes, und in demselben erschien ein gräßlich wild aufgesperrtes Maul, so daß es ein Schlund war, in dem Zähne der Reihe nach hervorstanden. Kurz er war wie ein wütender Hund mit aufgesperrtem Rachen, so daß es ein Rachen war und kein Angesicht. 5567. Einer machte sich an meine linke Seite, und dann wußte ich nicht, woher und von welcher Art er war. Er wirkte sich auch nur dunkel ein. Er wollte gleichfalls tiefer in mein Inneres eindringen, aber er wurde zurückgewiesen. Derselbe bewirkte eine allgemeine Sphäre von Denkvorstellungen von der Art, daß sie nicht beschrieben werden kann. Ich erinnere mich nicht, eine solche allgemeine Sphäre jemals wahrgenommen zu haben. Er hielt sich an keine Hauptgrundsätze, sondern er war im allgemeinen gegen alle, die er geschickt und sinnreich widerlegen und tadeln konnte, obwohl er nicht wußte, was wahr ist. Ich wunderte mich, daß es einen solchen Witzkopf gab, der nämlich andere sinnreich widerlegen konnte, und doch keine Erkenntnis des Wahren besaß. Nachher ging er fort, aber kam bald wieder, mit einer irdenen Flasche in der Hand, und wollte mir etwas daraus zu trinken geben. Es war etwas durch Phantasie Hervorgebrachtes darinnen, was denen, die es tranken, den Verstand benahm. Dieses wurde vorgebildet, weil er diejenigen, die in der Welt seine Anhänger waren, des Verständnisses des Wahren und Guten beraubt hatte, gleichwohl aber hingen sie ihm an. Derselbe erschien auch im Licht des Himmels nicht mit einem Angesicht, sondern nur mit den Zähnen, aus dem Grund, weil er andere hatte verspotten können, und dennoch selbst nichts Wahres wußte. Wer er war, wurde mir gesagt: als er lebte, gehörte er unter die Berühmten, und einige kannten ihn als einen solchen. HG 5568 5568. Einigemal waren solche bei mir gewesen, die mit den Zähnen knirschten. Sie waren aus den Höllen, wo diejenigen sich befinden, die nicht bloß ein böses Leben geführt hatten, sondern auch sich gegen das Göttliche bestärkt, und alles auf die Natur bezogen hatten. Diese knirschen mit den Zähnen, wenn sie reden, was abscheulich zu hören ist. 5569. Wie eine Entsprechung der Knochen und Häute stattfindet, so auch eine Entsprechung der Haare, denn diese sprossen aus Wurzeln in den Häuten hervor. Alles, was der Entsprechung mit dem Größten Menschen angehört, das findet sich bei den Geistern und Engeln, denn ein jeder stellt den Größten Menschen als ein Bild dar; deshalb haben die Engel Haare, die zierlich und schön geordnet sind. Die Haare bilden ihr natürliches Leben und dessen Entsprechung mit dem geistigen Leben vor. Daß die Haare das vorbilden, was dem natürlichen Leben angehört, sehe man Nr. 3301, und daß die Haare scheren, heißt das Natürliche so herrichten, daß es anständig und zierlich ist: Nr. 5247. 5570. Es gibt viele, hauptsächlich Frauenzimmer, die alles auf Zierlichkeit und äußere Schönheit hielten, und nicht höher dachten, und kaum irgendeinmal an das ewige Leben. Dies wird den Frauenzimmern nachgesehen bis zum jugendlichen Alter, wenn die feurige Regung, die dem Ehestand gewöhnlich vorausgeht, vorüber ist. Wenn sie aber in einem vorgerückteren Alter in solchen Dingen beharren, da sie doch vernünftiger sein könnten, dann wird es ihnen zur anderen Natur, die nach dem Tode bleibt. Solche erscheinen im anderen Leben mit langen, über das Angesicht ausgebreiteten Haaren, die sie auch kämmen, indem sie Eleganz darin suchen, denn die Haare kämmen bedeutet, das Natürliche so herrichten, daß es zierlich erscheint: Nr. 5247. Daran können die anderen erkennen, von welcher Art sie sind, denn die Geister können am Haar, dessen Farbe, Länge, Verwirrung, merken, wie beschaffen sie in Ansehung des natürlichen Lebens in der Welt gewesen waren. 5571. Diejenigen, die geglaubt hatten, daß die Natur alles sei, und darinnen sich bestärkten, und daher auch ein sorgloses Leben führten, indem sie kein Leben nach dem Tod, somit keine Hölle und keinen Himmel anerkannten, bei solchen zeigt sich, wenn sie im Licht des Himmels erscheinen, kein Angesicht, sondern statt dessen eine bärtige, haarige, ungeschorene Masse, denn das Angesicht bildet, wie oben gesagt wurde, Geistiges und Himmlisches vor, das sich inwendig beim Menschen findet, der Haarwuchs aber Natürliches. 5572. Es gibt heutzutage sehr viele in der Christenheit, die alles der Natur zuschreiben, und kaum etwas dem Göttlichen. Aber unter solchen sind mehrere in der einen Nation, als in der anderen. Ich darf nun ein Gespräch anführen, das ich mit einigen aus derjenigen Nation, in der sehr viele solcherart sind, gehabt habe. 5573. Es war einer über dem Haupt unsichtbar gegenwärtig. Sein Zugegensein konnte man an dem Qualm von verbranntem Horn oder Knochen und an dem üblen Geruch der Zähne merken. Nachher kam ein großer Haufe, wie ein Nebeldunst, von unten nach oben im Rücken, ebenfalls Unsichtbare, die über dem Haupt stehenblieben. Ich meinte, es seien Unsichtbare, weil feine Geister; aber es wurde gesagt, wo eine geistige Sphäre, da seien Unsichtbare, aber wo eine natürliche Sphäre, da seien Sichtbare. Diese aber wurden unsichtbare Natürliche genannt. Das erste, was an ihnen entdeckt wurde, war, daß sie sich angelegentlichst mit aller List und Kunst Mühe gaben, daß ja nichts von ihnen offenkundig würde. Zu diesem Zweck wußten sie auch anderen ihre Vorstellungen heimlich zu entziehen und andere beizubringen, wodurch sie verhinderten, entdeckt zu werden. Dies währte ziemlich lange. Hieraus konnte man erkennen, sie seien im Leibesleben von der Art gewesen, daß sie von dem, was sie taten und dachten, nichts wollten offenbar werden lassen, indem sie ein anderes Angesicht und eine andere Rede äußerten. Aber doch brauchten sie keine anderen Vorwände, so daß sie durch Lügen getäuscht hatten. Ich vernahm, daß die Anwesenden im Leibesleben Handelsleute waren, aber von solcher Art, daß sie die Lust ihres Lebens mehr im Handel selbst, als im Reichtum hatten, und daß so der Handel gleichsam ihre Seele war. Deshalb habe ich davon mit ihnen geredet, und ich durfte sagen, daß der Handel sie gar nicht hindere, in den Himmel zu kommen, und daß im Himmel ebenso Reiche wie Arme seien, aber sie hielten entgegen, ihre Meinung sei gewesen, wenn sie selig werden wollten, so müßten sie den Handel aufgeben, alle ihre Habe den Armen geben, und sich ein elendes Dasein bereiten. Ich durfte ihnen aber erwidern, daß die Sache sich nicht so verhalte, und daß diejenigen bei ihnen anders gedacht haben, die im Himmel sind, weil sie gute Christen waren, und dennoch wohlhabend, und einige von ihnen unter den Wohlhabendsten. Diese haben das allgemeine Wohl und die Liebe gegen den Nächsten zum Zweck gehabt, und Handelschaft getrieben nur um des Berufsgeschäftes in der Welt willen, und außerdem das Herz nicht daran gehängt. Daß jene aber (tief) unten sind, kommt daher, weil sie ganz und gar natürlich gesinnt waren, und deswegen kein Leben nach dem Tod, keine Hölle und keinen Himmel, ja auch keinen Geist geglaubt und sich kein Gewissen daraus gemacht hatten, mit allerlei Kunstgriffen andere ihrer Güter zu berauben, und weil sie unbarmherzig ganze Familien konnten zugrunde gehen sehen, wenn sie nur Gewinn dabei hatten, und deshalb alle verspotteten, die mit ihnen vom geistigen Leben redeten. Was für einen Glauben sie vom Leben nach dem Tod, vom Himmel und von der Hölle hatten, wurde auch gezeigt: es erschien ein gewisser, der in den Himmel erhoben wurde, von der Linken zur Rechten, und es wurde gesagt, daß kürzlich einer gestorben und von den Engeln unmittelbar in den Himmel geführt worden sei. Es war von ihm die Rede; aber jene, obwohl sie es ebenfalls sahen, hatten doch eine überaus starke Sphäre des Unglaubens, und verbreiteten sie um sich her, so daß sie das Gegenteil von dem, was sie sahen, sich und anderen einreden wollten, und weil bei ihnen der Unglaube so groß war, durfte ich ihnen sagen, wenn sie etwa in der Welt gesehen hätten, daß ein im Sarg liegender Toter auferweckt worden wäre, so hätten sie gesagt, sie wollten es vorerst nicht glauben, wenn sie nicht mehrere Tote auferweckt sehen würden, und wenn sie auch dieses gesehen hätten, so hätten sie solches dennoch natürlichen Ursachen zugeschrieben. Nachher, als sie eine Zeitlang ihren eigenen Gedanken überlassen worden waren, sagten sie, sie hätten zuerst geglaubt, es sei ein Betrug, und als bewiesen wurde, es sei kein Betrug, hätten sie geglaubt, die Seele des Toten sei in einem geheimen Rapport gestanden mit dem, der ihn aufweckte, und zuletzt, es sei etwas Geheimnisvolles, was sie eben nicht begreifen könnten, weil es in der Natur sehr viel Unbegreifliches gebe, und daß sie daher durchaus nicht glauben könnten, so etwas habe durch eine übernatürliche Kraft geschehen können. Hierdurch wurde entdeckt, von welcher Art ihr Glaube gewesen war, daß sie nämlich gar nicht haben bewogen werden können, zu glauben, es gebe ein Leben nach dem Tod, und es gebe eine Hölle und einen Himmel, daß sie somit ganz natürlich waren. Wenn solche im Lichte des Himmels erscheinen, so erscheinen sie ebenfalls ohne Angesicht, anstatt dessen aber mit einem dicken Haargestrüpp.   Hier von der Entsprechung der Krankheiten mit der geistigen Welt 5711. Weil von der Entsprechung der Krankheiten gehandelt werden soll, so muß man wissen, daß auch alle Krankheiten im Menschen eine Entsprechung mit der geistigen Welt haben; denn was in der ganzen Natur keine Entsprechung hat mit der geistigen Welt, das kann nicht existieren, denn es hat keine Ursache, aus der es entsteht, folglich (auch keine), kraft derer es besteht. Alle Dinge in der Natur sind eben nur Wirkungen, in der geistigen Welt sind die Ursachen derselben, und im inwendigeren Himmel sind die Ursachen jener Ursache, welche die Zwecke sind. Auch kann keine Wirkung bestehen, wenn nicht die Ursache fortwährend in ihr ist; denn mit dem Aufhören der Ursache hört auch die Wirkung auf. Die Wirkung an sich betrachtet ist nichts weiter als die Ursache, die aber von außen so bekleidet ist, daß sie in der unteren Sphäre dienen kann, so daß die Ursache sich hier betätigen kann. Wie es sich mit der Wirkung in Beziehung auf die Ursache verhält, ebenso verhält es sich auch mit der Ursache in Beziehung auf den Zweck: wenn die Ursache nicht auch vermöge ihrer Ursache, die der Zweck ist, existiert, so ist es keine Ursache, denn eine Ursache ohne Zweck ist eine Ursache außer der Ordnung, und wo keine Ordnung ist, da kommt nichts zustande. Hieraus wird nun klar, daß die Wirkung an sich betrachtet, Ursache ist, und daß die Ursache an sich betrachtet, Zweck ist, und daß der Zweck des Guten im Himmel ist, und vom Herrn ausgeht, folglich, daß die Wirkung keine Wirkung ist, wenn in ihr keine Ursache ist, und zwar fortwährend darinnen ist. Und daß der Zweck kein Zweck des Guten ist, wenn nicht das Göttliche, das vom Herrn ausgeht, darinnen ist. Hieraus erhellt auch, daß alles in der Welt, samt und sonders, wie es vom Göttlichen ins Dasein gekommen, so auch sein Bestehen vom Göttlichen hat. 5712. Dies wurde gesagt, damit man wisse, daß auch die Krankheiten eine Entsprechung mit der geistigen Welt haben; nicht aber eine Entsprechung mit dem Himmel, welcher der Größte Mensch ist, sondern mit denen, die den Gegensatz bilden, also mit denen, die in den Höllen sind. Durch die geistige Welt wird im umfassenden Sinn sowohl der Himmel als die Hölle verstanden, denn wenn der Mensch stirbt, geht er aus der natürlichen Welt in die geistige Welt über. Daß die Krankheiten eine Entsprechung mit jenen haben, hat den Grund, weil die Krankheiten den Begierden und Leidenschaften der Seele entsprechen. Diese sind auch die Entstehungsgründe derselben, denn die Entstehungsursachen der Krankheiten sind im allgemeinen Unmäßigkeit, allerlei Üppigkeit, rein sinnliche Vergnügungen, dann auch Neid, Haß, Rache, Unzucht und dergleichen, was das Inwendigere des Menschen zerstört; und wenn dieses zerstört ist, leidet das Auswendigere, und zieht dem Menschen Krankheit und dadurch den Tod zu. Daß der Tod des Menschen eine Folge des Bösen oder der Sünde sei, ist in der Kirche bekannt, ebenso auch die Krankheiten; denn diese gehören dem Tod an. Aus dem Gesagten kann erhellen, daß auch die Krankheiten eine Entsprechung haben mit der geistigen Welt, aber mit den unreinen Dingen daselbst. Die Krankheiten sind nämlich an sich unrein, weil sie, wie oben gesagt, aus unreinen Dingen entspringen. 5713. Alle Höllengeister führen Krankheiten herbei, (wiewohl mit Unterschied,) aus dem Grund, weil alle Höllen in den Lüsten und Begierden des Bösen sind, mithin im Gegensatz gegen das, was dem Himmel angehört. Daher wirken sie aus dem Gegensatz auf den Menschen ein. Der Himmel, welcher der Größte Mensch ist, erhält alles im Zusammenhang und im unversehrten Stand; die Hölle, weil sie den Gegensatz bildet, zerstört und zerreißt alles. Wenn daher höllische Geister nahe gebracht werden (applicantur), führen sie Krankheiten, und zuletzt den Tod herbei. Aber es wird ihnen nicht zugelassen, bis in die eigentlichen festen Teile des Leibes einzufließen, oder in die Teile, aus denen die Eingeweide, Organe und Glieder des Menschen bestehen, sondern nur in die Lüste und Falschheiten. Nur wenn der Mensch in eine Krankheit fällt, dann fließen sie in solche Unreinigkeiten ein, die der Krankheit angehören; denn es existiert durchaus nichts beim Menschen, wenn nicht auch eine Ursache in der geistigen Welt vorhanden ist. Wäre das Natürliche beim Menschen vom Geistigen getrennt, so wäre es von aller Ursache der Existenz, somit auch von aller Lebenskraft getrennt. Dies hindert jedoch nicht, daß der Mensch auf natürliche Weise geheilt werden kann, denn mit solchen Mitteln wirkt die Vorsehung des Herrn zusammen. Daß es sich so verhält, wurde mir durch viele Erfahrung zu wissen gegeben, und zwar so oft und so lange, daß gar kein Zweifel übrig blieb. Es wurden mir nämlich böse Geister aus solchen Orten oft und lange nahe gebracht (applicati sunt), und je nach ihrer Gegenwart verursachten sie Schmerzen und auch Krankheiten. Es wurde mir gezeigt, wo sie waren, und von welcher Art sie waren, und es wurde auch gesagt, woher sie waren. 5714. Ein Gewisser, der bei Leibesleben ein sehr großer Ehebrecher gewesen war und seine größte Lust darin gesucht hatte, mit mehreren Frauen die Ehe zu brechen, die er (aber) gleich nachher verstieß und verschmähte, derselbe setzte ein solches Leben bis in sein Greisenalter fort. Überdies war er auch dem Wohlleben ergeben, und wollte niemand Gutes tun und einen Dienst leisten, außer um seiner selbst willen, und hauptsächlich seines ehebrecherischen Treibens wegen. Derselbe war einige Tage bei mir; er erschien unter den Füßen, und als mir die Sphäre seines Lebens mitgeteilt wurde, erregte er, wohin er nur kam, in den Knochenhäuten und den Nerven daselbst einen Schmerz, so namentlich in den Zehen an der linken Fußsohle; und als ihm zugelassen wurde, weiter hinaufzudringen, auch in den Teilen, wo er war, hauptsächlich in den Knochenhäuten der Lenden, ferner in den Häuten der Brustbeine unter dem Zwerchfell, wie auch in den Zähnen von innen her. Während seine Sphäre wirkte, verursachte er auch dem Magen eine große Beschwerde. 5715. Es erschien eine große viereckige Öffnung, die sich schief abwärts zog in eine große Tiefe. In der Tiefe erschien eine runde Öffnung, die damals offen war, aber bald geschlossen wurde. Aus dieser dünstete eine widerwärtige Wärme aus, die aus verschiedenen Höllen zusammengezogen war, und aus verschiedenartigen Begierden entsprang, wie aus Hochmut, Unzucht, Ehebruch, Haß, Rache, Zänkerei, Streit und Kampf. Aus dergleichen stammt in den Höllen jene Wärme, die ausdünstete. Als dieselbe auf meinen Leib einwirkte, verursachte sie augenblicklich eine Krankheit, wie sie dem hitzigen Fieber eigen ist. Als sie aber aufhörte einzufließen, hörte augenblicklich jene Krankheitserscheinung auf. Wenn der Mensch in eine solche Krankheit fällt, die er sich durch sein Leben zugezogen hatte, dann stellte sich sogleich die der Krankheit entsprechende unreine Sphäre ein, und ist als erregende Ursache vorhanden. Um mich ganz zu überzeugen, daß die Sache sich so verhält, waren bei mir Geister aus mehreren Höllen, durch welche die Sphäre der Ausdünstungen von daher mitgeteilt wurde, und so wie deren Einwirkung auf die festen Teile des Leibes zugelassen wurde, wurde ich von Beschwerden, Schmerzen, ja von der entsprechenden Krankheit befallen, die aber augenblicklich aufhörten, sobald jene Geister weggetrieben wurden. Und damit gar kein Raum für einen Zweifel übrigbleiben möchte, so geschah dies bei tausendmal. 5716. Nicht weit von dort gibt es auch Geister, die eine unreine Kälte einflößen, wie sie dem kalten Fieber eigen ist, wovon ich mich ebenfalls durch Erfahrungen überzeugen durfte. Ebendieselben führen auch (Anfälle) herbei, die das Gemüt in Verwirrung bringen, auch verursachen sie Ohnmachten. Die, welche von daher kommen, sind sehr bösartig. 5717. Es gibt auch solche, die nicht nur die zähesten Flüssigkeiten des Gehirns, die seine Auswurfstoffe sind, darstellen, sondern dieselben auch gleichsam zu vergiften wissen. Wenn solche herbei kommen, dringen sie in die Hirnschale ein, und von da immer weiter bis in das Rückenmark. Dies können diejenigen nicht empfinden, denen das Inwendigere nicht geöffnet ist; ich aber durfte den Anfall und auch den Trieb, nämlich umzubringen, deutlich empfinden. Er war aber vergeblich, weil ich vom Herrn beschirmt wurde. Sie legten es darauf an, mir alles Verstandesvermögen zu benehmen. Ich empfand deutlich ihre Einwirkung, und auch den daher kommenden Schmerz, der jedoch bald aufhörte. Nachher redete ich mit ihnen, und sie wurden genötigt zu gestehen, woher sie waren. Sie erzählten, daß sie in dunklen Wäldern leben, wo sie es nicht wagen, ihren Genossen ein Leid anzutun, weil alsdann die Genossen sie schrecklich mißhandeln dürfen; daher werden sie in Banden gehalten. Sie sind mißgestaltet, und haben ein wildes, struppiges Aussehen. Es wurde mir gesagt, daß solche es gewesen sind, die ehedem ganze Heere niedermachten, wie man im Wort liest; sie drangen nämlich in die Gehirnkammern eines jeden und jagten einen solchen Schrecken ein, verbunden mit einer solchen Unsinnigkeit, daß einer den anderen niedermachte. Solche werden heutzutage in ihrer Hölle verschlossen gehalten und nicht herausgelassen. Sie stellen auch tödliche Kopfgeschwülste innerhalb der Hirnschale dar. Es wurde gesagt, daß sie in die Hirnschale eindringen, und von da immer weiter bis ins Rückenmark; aber man muß wissen, daß es nur den Anschein hat, als ob die Geister selbst hineindrängen; sie bewegen sich außerhalb (des Menschen) auf einem Wege, der jenen Räumen im Leibe entspricht, und dies wird empfunden, als ob es ein Anfall von innen her wäre; die Entsprechung macht dies. Daher wird ihre Einwirkung leicht auf den Menschen übergeleitet, auf den sie hingerichtet wird. 5718. Es gibt eine gewisse Gattung von Geistern, die, weil sie herrschen und allein alle anderen regieren wollen, bei anderen Feindschaften, Haß und Kämpfe erregen. Ich sah solche Händel und wunderte mich darüber, und als ich fragte, wer sie seien, wurde gesagt, es gebe eine Art von Geistern, die solches erregen, weil sie darauf ausgehen allein zu gebieten, nach der Regel: teile und herrsche. Ich durfte auch mit ihnen reden, und sie sagten sogleich, sie führten das Regiment über alle. Ich durfte antworten, es sei lauter Unsinn, wenn sie ihr Herrschen durch solche Dinge suchen wollten. Sie redeten mit mir von oben herab in mittlerer Höhe über dem Horizont. Ihre Rede war fließend, weil sie im Leben des Leibes sich durch Beredsamkeit ausgezeichnet hatten. Ich wurde belehrt, daß solche es sind, die den dicken Schleim des Gehirns darstellen, dem sie durch ihre Gegenwart die Lebenskraft nehmen, und eine Art von Erstarrung beibringen, woher Stockungen (obstructiones) entstehen, aus denen mehrere Krankheiten und auch Stumpfsinn hervorgehen. Es wurde beobachtet, daß sie ohne alles Gewissen waren, und daß sie die menschliche Klugheit und Weisheit darin gesetzt hatten, Feindschaften, Haß und innere Kämpfe zu erregen, um zu herrschen. Ich durfte fragen, ob sie denn wüßten, daß sie im anderen Leben seien, wo sie in Ewigkeit leben würden, und daß hier geistige Gesetze herrschten, die dergleichen ganz verbieten, auch (durfte ich ihnen sagen), solange sie in der Welt gewesen seien, hätten sie geachtet werden, und für die Weisen unter den Toren gehalten werden können, jetzt aber seien sie die Unsinnigen unter den Weisen; das wollte ihnen nicht gefallen. Ich fuhr fort, sie sollten doch wissen, daß der Himmel in gegenseitiger Liebe des einen gegen den anderen bestehe, daher bestehe Ordnung im Himmel, und daher würden so viele Myriaden wie einer regiert. Das Gegenteil aber finde bei ihnen statt, weil sie anderen einflößten, sie sollen nichts als Haß, Rache und Grausamkeit gegen ihre Genossen schnauben. Sie antworteten: anders als sie seien, könnten sie nicht sein. Darauf aber durfte ich erwidern: hieraus könnten sie erkennen, daß einen jeden sein Leben erwarte. 5719. Diejenigen, die das Wort im Buchstaben verachten und verspotten, und mehr noch, was sein tieferer Sinn enthält, folglich auch die Lehren, die aus dem Wort (abgeleitet werden), und dabei in keiner Liebe gegen den Nächsten sind, sondern in der Selbstliebe, diese stellen die krankhaften Bestandteile des Blutes dar, die in alle Venen und Arterien eindringen, und die ganze Masse verderben. Damit sie nicht etwas der Art durch ihre Gegenwart in den Menschen hineinbringen, werden sie von anderen getrennt gehalten in ihrer Hölle, und haben bloß Gemeinschaft mit denjenigen, die so beschaffen sind; denn diese werfen sich (begierig) in den Dunst und die Sphäre dieser Hölle. 5720. Als Heuchler bei mir waren, nämlich solche, die andächtig redeten über göttliche Dinge, mit einer Regung von Liebe über das öffentliche Wohl und den Nächsten, und für das Gerechte und Billige sich aussprachen, und dennoch im Herzen solches mißachteten und verhöhnten, und als sie in die Teile des Leibes einfließen durften, denen sie aus dem Gegensatz entsprachen, brachten sie einen Schmerz in die Zähne, und bei ihrer nächsten Gegenwart einen so heftigen, daß ich es nicht aushalten konnte. In dem Maß aber, als sie entfernt wurden, ließ der Schmerz nach. Dies wurde zu wiederholten Malen gezeigt, damit kein Zweifel übrigbleiben möchte. Unter denselben war ein Gewisser, der im Leben seines Leibes mir bekannt war, weshalb ich mit ihm redete; und mit seiner Gegenwart stellte sich auch Schmerz in den Zähnen und im Zahnfleisch ein. Als derselbe aufwärts gehoben wurde zur Linken, drang der Schmerz in die linke Kinnlade, und in die Knochen der linken Schläfe bis zu den Backenknochen. 5721. Am allerhartnäckigsten sind die, welche während ihres Lebens in der Welt gerecht erschienen vor anderen, und zugleich in Würden standen, und daher aus beiden Gründen Ansehen und auch Geltung hatten, dabei aber nichts glaubten, und bloß ein Leben der Selbstliebe lebten, von innerem Haß und Rache glühend wider alle, die ihnen nicht geneigt waren, und sie nicht verehrten, und mehr noch gegen die, welche sich ihnen auf irgendeine Weise widersetzten. Wenn sie bei diesen einen Fehler entdeckten, machten sie ein ungeheures Verbrechen daraus, und brachten ihn in üble Nachrede, auch wenn derselbe zu den besten Bürgern gehört hatte. Solche reden im anderen Leben wie in der Welt, nämlich mit Ansehen und nachdrucksvoll, und wie aus Gerechtigkeit, weshalb viele meinen, man müsse ihnen vor anderen glauben. Aber sie sind überaus bösartig. Wenn sie einem Menschen nahegebracht werden, so verursachen sie ein großes Unwohlsein durch Ekel, den sie immerfort einflößen und steigern bis zur höchsten Unerträglichkeit, was die Seele und daher den Leib so schwächt, daß der Mensch sich kaum aus dem Bett erheben kann. Dies wurde mir dadurch gezeigt, daß mich, als sie gegenwärtig waren, eine solche Schwäche einnahm, die jedoch in dem Grad nachließ, als sie entfernt wurden. Sie brauchen mehrere Kunstgriffe, um Ekel und dadurch Schwäche einzuflößen, hauptsächlich durch Verunglimpfungen und Verleumdungen, die sie unter sich und den ihrigen (bewirken), und deren allgemeine Sphäre sie eindringen lassen. Wenn sie in ihren Gemächern über den Gottesdienst, über den Glauben und das ewige Leben vernünfteln, so verwerfen sie diese Dinge ganz, und das tun sie, weil sie sich für weiser ansehen als andere. Im anderen Leben wollen sie, daß man sie Teufel heiße, wenn sie nur über die Höllen gebieten, und so durch ihre Herrschgewalt, wie sie glauben, dem Göttlichen entgegenwirken können. Inwendig sind sie unflätig (schmutzig), weil sie mehr als andere in der Selbstliebe und daher in Haß und Rachgier sind, und in Grausamkeit gegen alle, von denen sie nicht verehrt werden. Sie werden streng bestraft, was ich auch gehört habe, bis sie aufhören, andere durch den Schein des Gerechten zu verführen. Wenn jener Schein ihnen benommen wird, dann reden sie in einem anderen Ton. Späterhin werden sie aus der Geisterwelt ausgestoßen, und dann nach der linken Seite (hingebracht), wo sie in eine Hölle tief unten hinabgeworfen werden. Diese Hölle ist links in mittlerer Entfernung. 5722. Es gibt andere, die im Leben des Leibes äußerst unflätig waren; ihre Unfläterei ist von solcher Art, daß man davon schweigen muß. Dieselben verursachen durch ihre Gegenwart und Einfluß in die festen Teile des Leibes Lebensüberdruß und eine solche Erschlaffung der Glieder und Gelenke, daß der Mensch sich nicht vom Bett erheben kann. Sie sind äußerst hartnäckig, sie lassen sich nicht durch Strafen abtreiben, wie andere Teufel. Sie erscheinen neben dem Haupt, und daselbst in liegender Stellung. Wenn sie weggetrieben werden, geschieht es nicht plötzlich, sondern langsam, und dann werden sie nach und nach hinweggeschafft; und wenn sie in die Tiefe kommen, werden sie daselbst so sehr gepeinigt, daß sie notwendig unterlassen müssen, andere anzufechten. Böses zu tun, das ist ihre Lust, so daß ihnen nichts lieber ist. 5723. Es waren Geister bei mir, die eine solche Magenbeschwerde herbeiführten, daß ich kaum mehr leben zu können meinte. Es war eine heftige Beschwerde, daß sie bei anderen eine Ohnmacht bewirkt hätte; aber sie wurden entfernt, und dann hörte es sogleich auf. Es wurde gesagt, solche Geister seien diejenigen, die sich im Leben des Leibes keinem Geschäft widmeten, nicht einmal einem häuslichen, sondern nur dem Vergnügen. Außerdem aber lebten sie in einem schmählichen Müßiggang und Untätigkeit, und bekümmerten sich nicht um andere. Auch verachteten sie den Glauben. Überhaupt waren sie Tiere und keine Menschen. Die Sphäre von solchen bewirkt bei Kranken Erschlaffung der Glieder und Gelenke. 5724. Es gibt im Gehirn schleimige Stoffe, denen etwas Geistiges oder Lebenskräftiges beigemischt ist. Wenn diese schleimartigen Stoffe aus dem Blut daselbst ausgeschieden worden sind, fallen sie zuerst in die Hirnhäute, dann in die (Nerven-) Fasern, ein Teil davon in die großen Vertiefungen (ventriculos) im Gehirn usw. Die Geister, die zu jenen schleimigen Stoffen, in denen etwas Geistiges oder etwas Leben ist, der Entsprechung gemäß gehören, erscheinen über der Mitte des Hauptes beinahe in gerader Richtung, in mittlerem Abstand, und sind von solcher Art, daß sie, wie es im Leben des Leibes ihre Gewohnheit war, Gewissensskrupel erregen und bei Dingen einflößen, die mit dem Gewissen nichts zu schaffen haben. Auf solche Weise beschweren sie das Gewissen der Einfältigen. Auch wissen sie nicht, was das Gewissen beunruhigen soll, indem sie sich aus allem was vorkommt, ein Gewissen machen. Solche bewirken auch eine fühlbare Bangigkeit im unter dem Zwerchfell liegenden Teil des Unterleibes. In den Versuchungen sind sie ebenfalls zugegen, und verursachen Bangigkeiten, zuweilen unerträgliche. Diejenigen von ihnen, die der zähen Schleimmasse die weniger Leben hat, entsprechen, halten das Denken unablässig in solchen Bangigkeiten. Ich war mit ihnen im Gespräch, damit ich wissen möchte, wie beschaffen sie sind: sie versuchten auf allerlei Arten mein Gewissen zu beschweren; das war die Lust ihres Lebens, und ich durfte wahrnehmen, daß sie auf keine Vernunftgründe achten konnten, und daß sie keine nur etwas umfassende Anschauung der Dinge hatten, von der aus sie das einzelne hätten erkennen können. 5725. Aus Erfahrung durfte ich vernehmen, was eine Überschwemmung (inundatio) oder Sündflut im geistigen Sinne ist. Diese Überschwemmung ist von zweierlei Art: die eine kommt von Begierden, die andere von Falschheiten her. Die von Begierden herkommende gehört dem Gebiet des Willens an, und ist der rechten Seite des Gehirns eigen, aber die von Falschheiten herkommende gehört dem Gebiet des Verstandes an, zu dem die linke Seite des Gehirns gehört. Wenn der Mensch, der im Guten gelebt hatte, in sein Eigenes, somit in seine Lebenssphäre zurückversetzt wird, alsdann erscheint gleichsam eine Überschwemmung. Wenn er sich in dieser Überschwemmung befindet, dann ist er unwillig, zornig, denkt unruhig und begehrt heftig; anders wenn die linke Seite des Gehirns überschwemmt wird, wo Falsches ist; und anders, wenn die rechte, wo Böses. Wenn aber der Mensch in der Sphäre des Lebens, das er vom Herrn durch die Wiedergeburt bekommen hat, gehalten wird, dann ist er einer solchen Überschwemmung ganz enthoben, und ist gleichsam in der Heiterkeit und im Sonnenschein und in Fröhlichkeit und Seligkeit, somit weit weg von Unwillen, Zorn, Unruhe, Begierden und dergleichen. Das ist der Morgen oder der Frühling der Geister, jenes ihr Abend oder Herbst. Ich durfte innewerden, daß ich außer der Überschwemmung war, und zwar ziemlich lang, während ich sah, daß andere Geister darin waren. Nachher aber wurde ich selbst hineinversenkt, und alsdann nahm ich die Ähnlichkeit einer Überschwemmung wahr. In einer solchen sind auch die in Versuchungen sich befinden. Hierdurch wurde ich auch belehrt, was die Sündflut im Wort bedeutet, daß nämlich die letzte Nachkommenschaft der Uralten, die zur himmlischen Kirche des Herrn gehörten, ganz überschwemmt wurden von Bösem und Falschem, und so zugrunde gingen. 5726. Weil der Tod nicht anderswoher kommt als von der Sünde, und Sünde alles das ist, was gegen die göttliche Ordnung ist, deshalb verschließt das Böse die allerkleinsten und ganz unsichtbaren Gefäße, aus denen die zunächst größeren, ebenfalls unsichtbaren zusammengefügt sind; denn die allerkleinsten und ganz unsichtbaren Gefäße sind eine Fortsetzung des Inwendigeren des Menschen. Daher (kommt) die erste und inwendigste Stockung (obstructio), und daher die erste und inwendigste Verderbnis, die ins Blut kommt. Wenn diese Verderbnis zunimmt, verursacht sie Krankheit und zuletzt den Tod. Wenn aber der Mensch ein Leben des Guten gelebt hätte, dann wäre sein Inwendigeres gegen den Himmel hin, und durch den Himmel zum Herrn offen. So auch die allerkleinsten und unsichtbaren Gefäßchen (die Umrisse der ersten Grundfäden (delineamenta primorum staminum) darf man Gefäßchen nennen wegen der Entsprechung), dadurch wäre der Mensch ohne Krankheit, und würde bloß abnehmen gegen das letzte Greisenalter hin, bis er wieder ein Kind würde, aber ein weises Kind; und wenn der Leib alsdann seinem inwendigen Menschen oder Geist nicht mehr dienen könnte, so würde er ohne Krankheit aus seinem irdischen Leibe in einen Leib, wie ihn die Engel haben, übergehen, somit aus der Welt unmittelbar in den Himmel. 5727. Bis hierher von der Entsprechung. Im Folgenden wird am Ende der Kapitel, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, die Rede sein von den Geistern und Engeln beim Menschen, hernach vom Einfluß und vom Verkehr der Seele mit dem Leibe, und hernach von den Bewohnern anderer Weltkörper.   Von den Engeln und Geistern bei den Menschen 5846. Mit dem Einfließen aus der geistigen Welt in den Menschen verhält es sich im allgemeinen so, daß der Mensch nichts denken und nichts wollen kann von sich, sondern daß alles einfließt, das Gute und Wahre vom Herrn durch den Himmel, somit durch die Engel, die beim Menschen sind, das Böse und Falsche von der Hölle, somit durch die bösen Geister, die beim Menschen sind; und zwar in das Denken und Wollen des Menschen. Ich weiß wohl, daß dieses als sehr widersinnig erscheinen wird, weil es dem Anschein entgegen ist, aber die wirkliche Erfahrung wird lehren, wie sich die Sache verhält. 5847. Denn gar kein Mensch, Geist oder Engel hat Leben von sich, und kann also auch nicht von sich denken und wollen. Im Denken und Wollen liegt aber das Leben des Menschen, das Reden und Handeln ist das Leben, das daraus hervorgeht. Es gibt nämlich nur ein einziges Leben, nämlich das des Herrn, welches in alle einfließt, aber es wird auf verschiedene Weise aufgenommen und zwar gemäß der Beschaffenheit, die der Mensch seiner Seele durch das Leben angeeignet hat. Daher wird bei den Bösen das Gute und Wahre in Böses und Falsches verwandelt, bei den Guten aber wird das Gute aufgenommen als Gutes, und das Wahre als wahres. Dies läßt sich vergleichen mit dem Lichte, das von der Sonne in die Gegenstände einfließt, aber dort verschiedentlich gemäß der Form der Teile modifiziert und verändert wird (variegatur), und daher entweder düstere oder freundliche Farben annimmt. Während der Mensch in der Welt lebt, gibt er den reinsten Substanzen, aus denen sein Inwendigeres besteht, eine bestimmte Form, so daß man sagen kann, daß er seine Seele, d.h. ihre Beschaffenheit bilde. Gemäß dieser Form wird das Leben des Herrn, das Seiner Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht angehört, aufgenommen. Daß es ein einziges Leben gibt, und daß Menschen, Geister und Engel nur Empfänger des Lebens sind, sehe man Nr. 1954, 2021, 2706, 2886-2889, 2893, 3001, 3318, 3337, 3338, 3484, 3741, 3742, 3743, 4151, 4249, 4318, 4319, 4320, 4417, 4524, 4882. 5848. Damit das Leben des Herrn beim Menschen einfließe, und ganz ordnungsgemäß aufgenommen werde, sind fortwährend beim Menschen Engel und Geister: Engel aus dem Himmel und Geister von der Hölle; und ich bin belehrt worden, daß bei einem jeden sich zwei Geister und zwei Engel befinden. Daß es Geister von der Hölle sind, hat den Grund, weil der Mensch aus sich selber fortwährend im Bösen ist, denn er ist im Lustreiz der Selbst- und Weltliebe, und in dem Maß, als der Mensch im Bösen ist oder in jenem Lustreiz, können die Engel aus dem Himmel nicht gegenwärtig sein. 5849. Jene zwei Geister, die dem Menschen beigesellt sind, machen, daß er Gemeinschaft hat mit der Hölle, und jene zwei Engel machen, daß er Gemeinschaft hat mit dem Himmel. Der Mensch könnte ohne Gemeinschaft mit dem Himmel und mit der Hölle nicht einen Augenblick leben. Würde jene Gemeinschaft weggenommen, so würde der Mensch tot hinfallen wie ein Stock, denn alsdann würde weggenommen der Zusammenhang mit dem Ursein, d.h. mit dem Herrn. Dies wurde mir auch durch Erfahrung gezeigt, denn es wurden die Geister bei mir ein wenig entfernt, und in dem Maß, als sie entfernt wurden, fing ich dann an, gleichsam den Geist aufzugeben, und ich hätte ihn auch aufgegeben, wenn sie nicht wieder herzugebracht worden wären. Ich weiß jedoch, daß nur wenige glauben, daß ein Geist bei ihnen sei, ja daß es überhaupt Geister gebe; aus dem Grund vornehmlich, weil heutzutage kein Glaube da ist, weil keine Liebtätigkeit; daher glaubt man auch an keine Hölle, ja auch an keinen Himmel, folglich an kein Leben nach dem Tod. Der andere Grund ist, weil man die Geister nicht mit seinen Augen sieht, denn man sagt: würde ich sehen, so würde ich glauben, was ich sehe, d.h., was ich nicht sehe, davon weiß ich nicht, ob es sei; während man doch weiß, oder wissen kann, daß das Auge des Menschen so stumpf und grob ist, daß er nicht einmal das sieht, was in dem Untersten der Natur hervortritt, wie man sich durch die künstlichen Gläser, durch die solche Dinge erscheinen, überzeugen kann; wie soll er dann sehen können, was innerhalb der noch reineren Natur ist, wo Geister und Engel sind. Diese kann der Mensch nur mit dem Auge seines inwendigen Menschen sehen, denn nur dieses ist dazu geeignet, solche zu sehen. Aber das Gesicht dieses Auges wird dem Menschen nicht geöffnet, solange er in der Welt ist, aus mehreren Gründen. Hieraus kann erhellen, wie weit der heutige Glaube absteht vom alten Glauben. Der alte Glaube war (nämlich), daß ein jeder Mensch seinen Engel bei sich habe. 5850. Die Sache verhält sich auf folgende Weise: Vom Herrn geht durch die geistige Welt in die Gegenstände der natürlichen Welt ein allgemeiner Einfluß und ein besonderer Einfluß. Ein allgemeiner Einfluß in dasjenige, was in der Ordnung ist, ein besonderer Einfluß in dasjenige, was nicht in der Ordnung ist. Die Tiere einer jeglichen Gattung sind in der Ordnung ihrer Natur, deswegen geht in sie ein allgemeiner Einfluß. Daß sie in der Ordnung ihrer Natur sind, erhellt daraus, daß sie in all das Ihrige geboren werden, und durch keine Belehrung in dasselbe eingeführt zu werden brauchen. Die Menschen dagegen sind nicht in der Ordnung und in keinem Gesetz der Ordnung, deswegen geht in sie ein besonderer Einfluß, d.h., es sind bei ihnen Engel und Geister, durch die der Einfluß vermittelt wird; und wenn jene nicht bei den Menschen wären, so würden sie in allen Frevel hineinrennen, und sich augenblicklich in die tiefste Hölle stürzen. Der Mensch ist durch jene Geister und durch die Engel unter der Obhut und Leitung des Herrn. Die Ordnung des Menschen, in die er geschaffen ist, wäre, daß er den Nächsten lieben sollte wie sich selbst, ja mehr als sich selbst; so tun die Engel. Aber der Mensch liebt sich allein und die Welt und haßt den Nächsten, außer insofern er ihm zur Herrschaft und zu weltlichen Zwecken förderlich ist. Ebendarum weil das Leben ganz gegen die himmlische Ordnung ist, wird er durch besondere Geister und Engel vom Herrn regiert. 5851. Die gleichen Geister bleiben nicht immerfort beim Menschen, sondern werden gemäß den Zuständen des Menschen, nämlich seiner Neigung oder Liebe und Zwecke, gewechselt. Die früheren werden entfernt, und andere treten an ihre Stelle. Überhaupt sind solche Geister beim Menschen, wie der Mensch selbst ist: wenn er geizig ist, so sind es geizige Geister, ist er hochmütig, so sind es hochmütige Geister, ist er rachgierig, so sind es ebensolche Geister, ist er trügerisch, so sind es ähnliche Geister. Der Mensch zieht Geister aus der Hölle seinem Leben gemäß an sich. Die Höllen sind auf das genaueste unterschieden gemäß den Arten des Bösen der Begierden, und gemäß allen Unterschieden des Bösen. Daher fehlt es gar nie, daß die gleichen herbeigerufen und dem Menschen, der im Bösen ist, beigesellt werden. 5852. Die bösen Geister, die beim Menschen sich befinden, sind zwar von den Höllen, dann aber, wenn sie bei ihm sich befinden, sind sie nicht in der Hölle, sondern daraus entnommen. Der Ort, wo sie alsdann sind, ist mitten zwischen der Hölle und dem Himmel, und wird die Geisterwelt genannt, deren früher oft Erwähnung geschah. In dieser Welt, welche die Geisterwelt genannt wird, sind auch die guten Geister, die ebenfalls beim Menschen sind. In diese Welt kommen auch die Menschen sogleich nach dem Tod, und nach einigem Verweilen daselbst werden sie entweder abgefertigt in die untere Erde, oder hinuntergeschickt in die Hölle, oder in den Himmel erhoben, jeder seinem Leben gemäß. In diese Welt laufen nach oben zu die Höllen aus, die daselbst geschlossen und geöffnet werden, wie es dem Herrn gefällt, und in diese Welt lauft nach unten zu der Himmel aus: sie ist also ein Zwischenort, der den Himmel von der Hölle unterscheidet. Hieraus kann man erkennen, was die Geisterwelt ist. Wenn die bösen Geister, die sich beim Menschen befinden, in dieser Welt sind, dann sind sie nicht in der höllischen Pein, sondern in den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe, wie auch in allen Vergnügungen, in denen der Mensch selbst ist, denn sie sind in allem Denken und in aller Neigung des Menschen. Wenn sie aber in ihre Hölle zurückgeschickt werden, kehren sie in den früheren Zustand zurück. 5853. Die Geister, die an den Menschen herankommen, treten in sein ganzes Gedächtnis ein und in alle Kenntnisse des Gedächtnisses, die der Mensch besitzt; dadurch ziehen sie alles an, was dem Menschen angehört, bis zu dem Grad, daß sie nicht anders wissen, als es gehöre ihnen. Dieses Vorrecht haben die Geister vor den Menschen voraus; daher kommt es, daß alles, was der Mensch denkt, sie auch denken, und daß alles, was der Mensch will, sie auch wollen; wie auch umgekehrt, daß alles, was jene Geister denken, auch der Mensch denkt, und alles, was jene Geister wollen, auch der Mensch will, denn sie wirken zusammen durch die Verbindung. Beiderseits aber meint man, daß solches in ihnen selbst und von ihnen selbst sei, so die Geister wie die Menschen; aber es ist eine Täuschung. 5854. Vom Herrn wird vorgesehen, daß die Geister in die Gedanken und Willenstriebe einfließen, die Engel aber in die Zwecke, und so durch die Zwecke in dasjenige, was aus den Zwecken folgt. Auch fließen die Engel durch gute Geister ein in das beim Menschen vorhandene Gute des Lebens und Wahre des Glaubens, wodurch sie ihn von Bösem und Falschem soviel als möglich abbringen. Dieser Einfluß ist ein stiller, dem Menschen unbewußter, aber dennoch im Verborgenen wirkend und schaffend. Hauptsächlich wenden sie böse Zwecke ab und flößen gute ein. In dem Maß aber, als sie es nicht können, entfernen sie sich, und wirken entfernter und (gleichsam) abwesender ein, und dann treten die bösen Geister näher hinzu; denn die Engel können in bösen Zwecken, d.h. in den Trieben der Selbst- und Weltliebe nicht gegenwärtig sein, aber dennoch sind sie von ferne gegenwärtig. Der Herr hätte durch die Engel den Menschen in gute Zwecke mit allmächtiger Kraft führen können; aber das würde heißen, ihm das Leben nehmen; denn sein Leben gehört ganz entgegengesetzten Liebestrieben an. Daher ist es ein unverletzliches göttliches Gesetz, daß der Mensch in der Freiheit sein, und daß das Gute und Wahre oder die Liebtätigkeit und der Glaube in der Freiheit und durchaus nicht im Zwang eingepflanzt werden soll; denn was im Zustand des Zwangs aufgenommen wird, das bleibt nicht, sondern wird zerstoben; denn den Menschen zwingen, heißt nicht, etwas in seinen Willen einflößen, denn es ist der Wille des anderen, aus dem er es tun muß; daher wird es, wenn er zu seinem Willen, d.h. zu seiner Freiheit zurückkehrt, ausgestoßen. Deshalb regiert der Herr den Menschen durch seine Freiheit, und hält ihn womöglich ab von der Freiheit das Böse zu denken und zu wollen, denn wenn der Mensch vom Herrn nicht abgehalten würde, so würde er sich immerfort jählings in die tiefste Hölle stürzen. Es wurde gesagt, der Herr hätte durch die Engel den Menschen mit allmächtiger Kraft in gute Zwecke führen können, denn die bösen Geister können in einem Augenblick abgetrieben werden, und wenn selbst viele Tausende um den Menschen wären, und zwar durch einen einzigen Engel, aber dann käme der Mensch in eine solche Pein und in eine solche Hölle, daß er es gar nicht aushalten könnte; denn er würde seines Lebens auf jammervolle Weise beraubt. Das Leben des Menschen besteht nämlich aus Begierden und Einbildungen gegen das Gute und Wahre; wenn nicht durch böse Geister dieses Leben unterhalten und dadurch gebessert oder mindestens geleitet würde, so würde er keine Minute überleben; denn es wohnt nichts anders in ihm als Selbstsucht und Gewinnsucht und Ehrgeiz, somit alles was gegen die Ordnung ist. Würde er daher nicht allmählich und stufenweise durch Leitung seiner Freiheit in die Ordnung gebracht, so würde er alsbald den Geist aufgeben. 5855. Ehe es mir offenbar war, daß ich mit Geistern redete, war ich der Meinung, es könnte gar kein Geist und kein Engel meine Gedanken wissen und innewerden, weil sie inwendig in mir seien, ausgenommen Gott allein. Da trug es sich einmal zu, daß ich bemerkte, wie ein gewisser Geist wußte, was ich dachte; denn er redete mit mir davon, mit wenigen Worten, und gab den Beweis seiner Gegenwart durch ein gewisses Zeichen. Darüber staunte ich, und hauptsächlich, daß er meine Gedanken wußte. Hieraus ergab sich denn, wie schwer es dem Menschen ist zu glauben, daß ein Geist wisse, was er denkt, während er doch nicht bloß die Gedanken kennt, die der Mensch selbst hat, sondern auch die kleinsten (Bestandteile) der Gedanken und Neigungen, die der Mensch nicht (kennt). Dieses weiß ich aus einer fortwährenden mehrjährigen Erfahrung. 5856. Der Verkehr der Gesellschaften mit anderen Gesellschaften wird durch Geister vermittelt, die sie aussenden, und durch die sie reden. Diese Geister werden Träger (subjecta) genannt. Als (einst) eine Gesellschaft bei mir gegenwärtig war, konnte ich es nicht wissen, ehe sie einen solchen Träger aussandten; als dieser aber gesandt wurde, war sogleich die Gemeinschaft eröffnet. Dieses ist eine ganz gewöhnliche Erscheinung im anderen Leben, und kommt häufig vor. Hieraus kann erhellen, daß die Geister und die Engel, die sich beim Menschen befinden, bei ihm sind wegen des Verkehrs mit den Gesellschaften in der Hölle und mit den Gesellschaften im Himmel. 5857. Ich redete einigemal mit den Geistern von der Fähigkeit, wodurch sie sich vor den Menschen auszeichnen, daß sie nämlich, sobald sie ankommen, den ganzen Gedächtnisinhalt des Menschen in sich aufnehmen und obwohl sie früher nichts von den Wissenschaften, von den Sprachen und von den Sachen, die der Mensch von der Kindheit an bis zum Greisenalter gelernt und angenommen hat, dennoch im Augenblick in den Besitz von allem kommen, und daß sie so bei den Gelehrten gelehrt, bei den Witzigen witzig, bei den Klugen klug seien. Hierdurch wurden jene Geister stolz, denn es waren keine guten. Deshalb durfte ich zu ihnen auch sagen, daß sie (ebenso) bei den Ungelehrten ungelehrt seien, bei den Dummen dumm, bei den Unsinnigen und Narren unsinnig und närrisch seien, denn sie nehmen alles Inwendigere des Menschen an, bei dem sie sind, also auch alle seine Irrtümer, Einbildungen, falsche Meinungen, folglich seine Unsinnigkeiten und Narrheiten. Zu den kleinen Kindern aber können die bösen Geister nicht treten, weil sie noch nichts im Gedächtnis haben, was sie anziehen könnten. Daher sind bei ihnen (nur) gute Geister und Engel. 5858. Durch viele Erfahrung wurde mir zu wissen gegeben, daß die Geister meinen, alles, was sie aus dem Gedächtnis des Menschen denken und reden, sei ihr eigen und in ihnen. Wenn man ihnen sagt, daß es nicht so sei, werden sie sehr unwillig; eine solche Sinnestäuschung herrscht bei ihnen. Damit sie überzeugt würden, daß es nicht so sei, wurden sie gefragt, woher es komme, daß sie in meiner Muttersprache mit mir reden könnten, während sie doch im Leben des Leibes gar nichts von ihr gewußt hätten, und wie sie die übrigen Sprachen (verständen), die ich verstehe, da sie doch auch nicht eine einzige aus sich selber (verstünden). Ob sie denn glaubten, daß ihnen dies eigen sei. Ich las vor ihnen auch in hebräischer Sprache, die sie so gut verstanden wie ich, auch die Kinder, sonst aber nichts. Auch (wurde ihnen gezeigt), daß alles Wißtümliche, das bei mir, bei ihnen sei. Dadurch wurden sie überzeugt, daß wenn sie zu einem Menschen kommen, sie in den Besitz aller seiner Kenntnisse kommen, und daß sie im Irrtum seien, wenn sie glauben, es sei ihr Eigenes. Ihr Eigenes haben sie zwar auch, aber sie dürfen keinen Gebrauch davon machen, aus dem Grund, weil sie dem Menschen dienen sollen durch das Seinige, und aus mehreren anderen Gründen, wovon Nr. 2476, 2477, 2479; auch würde eine sehr große Verwirrung entstehen, wenn die Geister aus ihrem Gedächtnis einfließen würden: Nr. 2478. 5859. Gewisse Geister kamen zu mir herauf, die sagten, sie seien von Anfang an bei mir gewesen, da sie nicht anders wüßten. Weil ich ihnen aber das Gegenteil bewies, gestanden sie endlich, sie seien jetzt erst gekommen, und weil sie den ganzen Inhalt meines Gedächtnisses aufgenommen hätten, so hätten sie es nicht anders wissen können. Hieraus wurde auch klar, daß die Geister im Augenblick, wenn sie ankommen, alles Wißtümliche des Menschen als das Ihrige anziehen, auch wenn mehrere Geister da sind, so zieht es ein jeder an, und ein jeder meint, es sei das Seinige. Diese Fähigkeit bekommt der Mensch sogleich nach dem Tod. Daher kommt es auch, daß gute Geister in der himmlischen Gesellschaft, in die sie kommen, alle Weisheit, die alle in jener Gesellschaft haben, anziehen und besitzen; denn von solcher Art ist die Gemeinschaft, und zwar (ist dies der Fall), obwohl sie im Leben des Leibes gar nichts von dem, was in der himmlischen Gesellschaft gesprochen wird, gewußt hatten. Dieses geschieht, wenn sie im Guten der Liebtätigkeit in der Welt gelebt hatten. Das Gute bringt das mit sich, daß ihm das Ganze der Weisheit angeeignet werden kann, denn im Guten selbst liegt dies als Anlage verborgen. Daher wissen sie nun gleichsam von selbst, was ihnen im Leben des Leibes unbegreiflich, ja unaussprechlich war. 5860. Die Geister, die beim Menschen sind, nehmen auch seine Überzeugungen an, mögen sie beschaffen sein, wie sie wollen. Dies ist mir durch viele Erfahrung bestätigt worden. Somit nehmen sie die Ansichten des Menschen nicht nur in betreff der bürgerlichen und sittlichen Dinge an, sondern auch in betreff der geistigen, die dem Glauben angehören. Hieraus kann erhellen, daß die Geister bei denen, die in Ketzereien, Irrtümern und Täuschungen in Ansehung der Wahrheiten des Glaubens und im Falschen sind, sich in ebendenselben befinden, und keinen fingerbreit davon abgehen. Der Grund davon ist, damit der Mensch in seiner Freiheit verbleibe, und von keinem Eigenen des Geistes gestört werde. 5861. Aus diesem wird offenbar, daß der Mensch, solange er in der Welt lebt, in betreff seines Inwendigeren, somit in betreff seines Geistes, in Genossenschaft mit anderen Geistern (lebt), und ihnen so beigesellt ist, daß er nichts denken und nichts wollen kann, als mit ihnen zusammen, und daß hierdurch sein Inneres in Verbindung steht mit der geistigen Welt, und daß er nur so und nicht anders vom Herrn geführt werden kann. Wenn der Mensch ins andere Leben kommt, kann er gar nicht glauben, daß ein Geist bei ihm gewesen sei, geschweige einer aus der Hölle, deshalb wird demjenigen, der es wünscht, die Gesellschaft der Geister gezeigt, in deren Genossenschaft er gewesen war, und von der Sendlingsgeister bei ihm sich befunden hatten. Nach einigen Zuständen, die er zuerst durchlaufen muß, kehrt er zuletzt auch zu ebenderselben Gesellschaft zurück, weil diese mit seiner Liebe, welche die Herrschaft bei ihm erlangte, zusammengewirkt hatte. Ich sah etlichemal, daß solchen ihre Gesellschaften gezeigt wurden. 5862. Die Geister, die beim Menschen sind, wissen nicht, daß sie beim Menschen sind. Dies wissen allein die Engel vom Herrn, denn sie sind der Seele oder dem Geist desselben, nicht aber seinem Leibe beigesellt. Denn dasjenige was aus den Gedanken zur Rede, und vom Willen zu Handlungen im Körper bestimmt wird, geht kraft des allgemeinen Einflusses gemäß den Entsprechungen mit dem Größten Menschen der Ordnung gemäß in die Handlung über; deshalb haben die Geister, die beim Menschen sind, nichts damit zu schaffen; somit reden sie nicht durch des Menschen Zunge (das wäre Besessenheit), auch sehen sie nicht durch seine Augen was in der Welt ist, auch hören sie nicht durch seine Ohren was daselbst vorgeht. Anders bei mir: denn der Herr hat mein Inneres geöffnet, damit ich sehen könnte, was im anderen Leben ist; daher wußten auch die Geister, daß ich ein Mensch im Leibe sei, und es wurde ihnen die Fähigkeit gegeben, durch meine Augen zu sehen, was in der Welt war, und diejenigen zu hören, die mit mir im geselligen Umgang redeten. 5863. Wenn die bösen Geister inne würden, daß sie sich bei einem Menschen befinden, und daß sie Geister seien, die von ihnen gesondert sind, und wenn sie in das, was seinem Leib angehört, einfließen könnten, so würden sie ihn auf tausenderlei Arten zu verderben trachten, denn sie haben einen tödlichen Haß gegen den Menschen; und weil sie wußten, daß ich ein noch im Leibe befindlicher Mensch war, darum suchten sie fortwährend mich zu verderben, nicht allein in betreff des Leibes, sondern hauptsächlich in betreff der Seele; denn einen Menschen und Geist zu verderben, ist die eigentliche Lebenslust aller derer, die in der Hölle sind. Aber ich wurde fortwährend vom Herrn beschirmt. Hieraus kann erhellen, wie gefährlich es für den Menschen ist, in einer lebendigen Genossenschaft mit Geistern zu stehen, wenn er nicht im Guten des Glaubens ist. 5864. Weil die bösen Geister hörten, daß Geister beim Menschen seien, meinten sie, sie könnten jene Geister und zugleich mit ihnen die Menschen finden. Sie versuchten es auch längere Zeit, aber umsonst. Sie hatten den Vorsatz, sie zu verderben, denn wie es die Lust und Wonne des Himmels ist, dem Menschen Gutes zu tun, und zu seinem ewigen Wohl beizutragen, so ist es umgekehrt die Lust der Hölle, dem Menschen Böses zu tun, und zu seinem ewigen Verderben beizutragen; sie stehen somit im Gegensatz (zueinander). 5865. Es war ein gewisser nicht böser Geist, dem gestattet wurde zu einem Menschen überzugehen, und von da aus mit mir zu reden. Als er dahin kam, sagte er, es erscheine ihm etwas Schwarzes, Unbeseeltes, oder wie eine schwarze leblose Masse. Es war dies das leibliche Leben jenes Menschen, das zu erblicken ihm gestattet war. Es wurde gesagt, daß das leibliche Leben eines Menschen, der im Guten des Glaubens stehe, wenn es erblickt werden darf, nicht als schwarz, sondern wie von Holz und von holzähnlicher Farbe erscheine. Das gleiche durfte ich durch eine andere Erfahrung vernehmen: ein böser Geist wurde in den Zustand des Leibes versetzt, nämlich dadurch, daß er aus den Sinnesempfindungen des Leibes, somit aus dem äußeren Gedächtnis denken durfte. Da erschien mir derselbe ebenfalls als eine schwarze leblose Masse. Ebenderselbe sagte, als er wieder in seinen vorigen Zustand gebracht war, er habe gemeint, er sei im Leben des Leibes gewesen. Überhaupt können die Geister nicht in das Leibliche des Menschen hineinblicken; denn das Leibliche des Menschen ist in der Welt und in ihrem Licht, und wenn die Geister in das blicken, was dem Licht der Welt angehört, so erscheint ihnen das, was dort ist, als lauter Finsternis. 5866. Die Fortsetzung über die Engel und Geister bei dem Menschen am Ende des folgenden Kapitels. 5976. Am Ende des vorigen Kapitels ist gezeigt worden, daß bei einem jeden Menschen zwei Geister aus der Hölle sind und zwei Engel aus dem Himmel, die bewirken, daß nach beiden Seiten hin Verbindung stattfindet, und auch, daß der Mensch in Freiheit ist. 5977. Daß es zwei sind, hat seinen Grund darin, daß es zwei Arten von Geistern in der Hölle gibt und zwei Arten von Engeln im Himmel, denen die zwei Vermögen im Menschen entsprechen, nämlich das Willens- und das Verstandesvermögen. Die erste Art der Geister wird einfach Geister genannt, und diese wirken auf das Verstandesgebiet ein; die von der anderen Art werden Genien genannt, und wirken auf das Willensgebiet ein. Sie sind auch wirklich sehr verschieden voneinander, denn diejenigen, die einfach Geister genannt werden, flößen Falsches ein; sie vernünfteln nämlich gegen das Wahre, und befinden sich im Lustreiz ihres Lebens, wenn sie machen können, daß das Wahre wie Falsches erscheint und das Falsche wie Wahres. Diejenigen aber, die Genien genannt werden, flößen Böses ein. Sie wirken auf die Neigungen und Begierden des Menschen, und spüren augenblicklich, was der Mensch wünscht; wenn es Gutes ist, so wenden sie es auf das Geschickteste zum Bösen. Sie sind im Lustreiz ihres Lebens, wenn sie bewirken können, daß das Gute wie Böses empfunden wird, und das Böse wie Gutes. Es wurde ihnen erlaubt, auf meine Wünsche einzuwirken, damit ich erkennen möchte, wie sie von Natur beschaffen sind, und wie sie wirken, und ich kann wohl gestehen, daß, wenn der Herr mich nicht durch Engel behütet hätte, sie dieselben in Begierden des Bösen verkehrt haben würden, und zwar auf so verborgene und heimliche Weise, daß ich kaum etwas davon bemerkte. Diejenigen, die Genien genannt werden, haben auch nichts gemein mit denen, die Geister genannt werden; jene, oder die Genien, bekümmern sich nicht darum, was der Mensch denkt, sondern nur, was er liebt. Diese aber, oder die Geister, bekümmern sich nicht darum, was der Mensch liebt, sondern nur, was er denkt. Jene, oder die Genien, setzen ihren Lustreiz in das Schweigen, diese aber, oder die Geister, in das Reden. Sie sind auch durchaus voneinander getrennt: die Genien sind in den Höllen tief unten an der Rückseite, und hier den Geistern unsichtbar; wenn aber hineingeschaut wird, dann erscheinen sie wie Schatten, die herumflattern; die Geister aber sind in den Höllen an den Seiten und nach vorne. Daher kommt es nun, daß bei dem Menschen je zwei Geister aus der Hölle sind. 5978. Daß je zwei Engel bei einem jeden Menschen sind, kommt daher, weil es auch von ihnen zwei Arten gibt: eine, die auf das Willensgebiet, und eine, die auf das Verstandesgebiet des Menschen einwirkt. Diejenigen, die auf das Willensgebiet des Menschen einwirken, haben Einfluß auf seine Neigungen und Zwecke, folglich auf sein Gutes; die aber, die auf sein Verstandesgebiet einwirken, beeinflussen seinen Glauben und seine Grundsätze, folglich sein Wahres. Auch sie sind unter sich höchst verschieden: diejenigen, die auf das Willensgebiet des Menschen einwirken, werden Himmlische genannt, und diejenigen, die auf sein Verstandesgebiet, Geistige. Den Himmlischen sind die Genien und den geistigen die Geister entgegengesetzt. Dies ist mir aus vieler Erfahrung zu wissen gegeben worden; denn ich bin mit beiden Arten beständig in Gesellschaft und Unterredung. 5979. Der Mensch, der im Glauben steht, glaubt, es seien nur Engel aus dem Himmel bei ihm, und die teuflischen Geister seien ganz und gar von ihm entfernt; aber ich kann versichern, daß sie bei einem Menschen, der in den Begierden der Selbst- und Weltliebe ist, und diese bei sich zum Zweck macht, so nahe sind, daß sie in ihm sind, und sowohl seine Gedanken, als seine Neigungen beherrschen. Die Engel aus dem Himmel können durchaus nicht innerhalb der Sphäre solcher (Geister) sein, sondern außerhalb; deswegen weichen auch die Engel zurück, sobald die höllischen Geister näher herantreten. Aber gleichwohl entfernen sich die Engel aus dem Himmel keineswegs ganz vom Menschen, denn dann wäre es um ihn geschehen, weil er, wenn er ohne Gemeinschaft mit dem Himmel durch die Engel wäre, nicht leben könnte. Daß höllische Geister und himmlische Engel bei dem Menschen sind, geht auch einigermaßen aus der Glaubenslehre der christlichen Kirchen hervor, denn die Lehre (derselben) sagt, alles Gute sei von Gott und das Böse vom Teufel; und die Prediger bestätigen es dadurch, daß sie auf den Kanzeln bitten, Gott möge ihre Gedanken und ihre Worte lenken, und daß sie sagen, in der Rechtfertigung sei alles bis auf das Kleinste der Willensbestrebungen von Gott. Ferner (sagen sie), wenn ein Mensch gut lebt, er lasse sich von Gott führen, und es würden Engel von Gott ausgesandt, um dem Menschen zu dienen; und wiederum, wenn ein Mensch etwas auffallend Böses verübt hat, sagen sie, er habe sich vom Teufel führen lassen, und solches Böse stamme aus der Hölle. Sie würden auch sagen, daß die Geister von der Hölle in das inwendigere Böse einfließen, das dem Willens- und Gedankengebiet angehört, wenn sie dieses Böse als ein so großes anerkennen würden. 5980. Die Engel beobachten sorgfältig und fortwährend, was die bösen Geister und Genien bei dem Menschen beabsichtigen und vorhaben, und soweit es der Mensch gestattet, lenken sie das Böse in Gutes, oder zum Guten, oder gegen das Gute hin. 5981. Es erscheint bei den höllischen Geistern bisweilen Häßliches und Abscheuliches, und gewöhnlich solches, was der böse Mensch denkt und redet. Damit die Engel wegen dergleichen Dinge nicht völlig entfliehen, nehmen sie das Häßliche und Abscheuliche bei jenen in einer milderen Form wahr, als es an sich ist. Damit ich wissen möchte, wie solches von den Engeln wahrgenommen wird, wurde mir die Wahrnehmung der Engel mitgeteilt, als häßliche Dinge sich zeigten: sie war von der Art, daß ich keinen Schauder fühlte. Jene Dinge waren in etwas Mildes verwandelt, das sich nicht beschreiben läßt; es war nur zu vergleichen mit Eckigem und Stechendem, (nämlich) wie dieses beschaffen ist, wenn man das Eckige und Stechende weggenommen hat. In dieser Weise wird das Häßliche und Abscheuliche der höllischen Geister und Genien bei den Engeln abgeschwächt. 5982. Der Herr stellt den Menschen ins Gleichgewicht zwischen dem Bösen und Guten, und zwischen dem Falschen und Wahren, durch die bösen Geister von der einen Seite und durch die Engel von der anderen, damit der Mensch in Freiheit sei; denn um selig werden zu können, muß der Mensch in Freiheit sein, und in Freiheit vom Bösen abgelenkt und zum Guten hingeführt werden. Alles, was nicht in Freiheit geschieht, bleibt nicht, weil es nicht angeeignet wird. Jene Freiheit besteht infolge des Gleichgewichts, in dem die Menschen gehalten werden. 5983. Daß der Mensch durch die beiden Geister und durch die beiden Engel Verbindung mit der Hölle und mit dem Himmel hat, kann daraus erhellen, daß im anderen Leben keine Gesellschaft mit der anderen oder mit irgend jemand Gemeinschaft haben kann, außer durch Geister, die von ihnen ausgesandt werden. Diese ausgesandten Geister werden Träger (subjecta) genannt, denn durch sie reden sie wie durch (vermittelnde) Organe. Solche Träger zu anderen Gesellschaften zu senden, und sich so eine Gemeinschaft zu verschaffen, gehört im anderen Leben zu den gewöhnlichen Dingen, und wurde mir dadurch ganz bekannt, daß sie tausendmal zu mir gesandt wurden, und weil sie ohne dieselben nicht wissen konnten, was bei mir vorging, und mir nichts mitteilen konnten von dem, was bei ihnen war. Hieraus kann man ersehen, daß die Geister und Genien bei dem Menschen nichts anderes sind als solche Träger (oder Sendlinge), durch die eine Verbindung mit der Hölle stattfindet, und daß die himmlischen Engel und Geister solche Träger sind, durch die eine Verbindung mit dem Himmel stattfindet. 5984. Wenn die Geister, die in der geistigen Welt sind, Gemeinschaft mit mehreren Gesellschaften haben wollen, pflegen sie Träger (oder Sendlinge) auszusenden, und zwar einen zu einer jeden; und ich habe bemerkt, daß die bösen Geister mehrere ringsumher ausschickten, und sie so aufstellten wie die Spinne ihre Netze, und in der Mitte derselben sind diejenigen, die ausschicken. Und worüber ich mich wunderte, sie wissen dieses wie aus einem gewissen Instinkt zu tun, denn auch diejenigen, die nichts von solchen Dingen bei Leibesleben gekannt hatten, tun alsbald dergleichen im anderen Leben. Hieraus kann man auch ersehen, daß die Mitteilungen durch (solche) abgesandte Geister geschehen. 5985. In einem solchen Träger oder Sendling konzentrieren sich die Gedanken und Reden vieler, und auf diese Weise stellen mehrere sich als einer dar; und weil der Sendling gar nichts aus sich denkt oder redet, sondern aus anderen, und die Gedanken und Reden der anderen sich in ihm ganz genau darstellen, deshalb meinen diejenigen, die einfließen, daß ihr Träger gleichsam wie nichts, und kaum wie etwas Beseeltes sei, sondern bloß ein Aufnahmegefäß ihrer Gedanken und Reden. Der Sendling dagegen meint, daß er nicht aus anderen, sondern allein aus sich denke und rede. So haben auf beiden Seiten die Täuschungen ihr Spiel. Es wurde mir öfters gestattet, einem solchen Sendling zu sagen, daß er nichts aus sich denke und rede, sondern aus anderen. Und auch, daß die anderen meinen, ihr Abgesandter könne nichts aus sich denken und reden, und erscheine ihnen somit als einer, in dem gar kein eigenes Leben sei. Als er dies hörte, wurde der Sendling sehr entrüstet, damit er aber von der Wahrheit überzeugt würde, wurde (mir) gestattet, mit den Geistern zu reden, die einflossen, und diese gestanden es und sagten, daß ihr Sendling durchaus nichts aus sich denke und rede, und daß er ihnen daher kaum als etwas Belebtes erscheine. Einstmals geschah es auch, daß einer, der sagte, der Sendling sei nichts, selbst ein Träger (oder Sendling) wurde, und dann sagten die anderen auch von ihm, daß er nichts sei, worüber er sehr zornig wurde; gleichwohl aber wurde er dadurch belehrt, wie sich die Sache verhalte. 5986. Merkwürdig ist auch, was öfter geschah, und dann auch (mir) gezeigt wurde, daß niemand weder im Himmel, noch in der Hölle aus sich denkt, redet, will und handelt, sondern aus anderen, und so zuletzt alle und jeder aus dem allgemeinen Einfließen des Lebens, das vom Herrn (ausgeht). Wenn ich hörte, wie sie sagten, daß ein Sendlingsgeist (subjectum) nichts aus sich denke und rede, und daß derselbe gleichwohl glaube, er tue es nur aus sich, wurde mir öfters gegeben, mit denen zu reden, die in den Sendling (oder Träger) einflossen. Diese behaupteten, sie dächten und redeten aus sich, nicht aber jener Sendling, und weil sie bei dieser Meinung blieben, wurde mir auch gegeben, ihnen zu sagen, daß dies eine Täuschung sei, und daß sie ebenso wie die Sendlinge aus anderen dächten und redeten. Um diese Behauptung zu bestätigen, durfte ich auch mit denen reden, die in diese (einflossen); und da auch diese dasselbe bekannten, auch mit denen, die wiederum in diese einflossen, usf. in zusammenhängender Reihe. Hieraus wurde dann klar, daß ein jeder aus anderen dachte und redete. Über diese Erfahrung wurden die Geister sehr entrüstet, denn ein jeder von ihnen will, daß er aus sich denke und rede; aber weil sie dadurch belehrt wurden, wie die Sache sich verhalte, so wurde ihnen gesagt, daß alles Denken und Wollen einfließe, weil es nur ein einziges Leben gebe, aus dem diese Vermögen stammen, und daß es vom Herrn einfließe durch eine bewunderungswürdige Form, welches die himmlische Form sei. Nicht nur auf allgemeine Weise in alle, sondern auch in besonderer Weise in die einzelnen, und daß es überall verschieden sei gemäß der Form eines jeden Individuums, je nachdem dieselbe mit der himmlischen Form übereinstimme, oder nicht. Hieraus kann man auch erkennen, wie es sich mit dem Menschen verhält, worüber im Folgenden, wo vom Einfließen (die Rede sein wird). 5987. Je mehrere es sind, die ihren Blick auf einen Träger (oder Sendling) richten, desto stärker wird die Kraft desselben zu denken und zu reden, denn die Kraft steigert sich mit der Menge (pluralitatem) der in gleicher Absicht auf ihn gerichteten Blicke. Dies wurde mir auch gezeigt durch die Entfernung einiger, die einflossen, indem dann die Kraft des Sendlings zu denken und zu reden vermindert wurde. 5988. Es waren (einst) solche Sendlinge bei mir neben meinem Haupte, die redeten, als ob sie im Schlafe wären; dennoch aber redeten sie ebensogut wie solche, die nicht im Zustand des Schlafes sind. Ich beobachtete, daß böse Geister in diese Sendlinge mit boshaften Ränken einflossen, daß aber dieser Einfluß bei ihnen sogleich wider zerstreut wurde. Und weil sie wußten, daß dieselben früher ihre Träger gewesen waren, beklagten sie sich, daß sie es nicht mehr wären. Der Grund war, weil jetzt, wenn sie im Schlafe waren, gute Geister auf sie einwirken konnten, und so durch ihren Einfluß die Bosheit der bösen Geister vereitelt wurde. Gleichwohl aber wurden die bösen Geister gezwungen, in diese und nicht in andere einzufließen. Hieraus erhellt, daß es Sendlings-Geister von verschiedener Art und Beschaffenheit gibt, und daß Veränderungen und Wechsel eintreten, je nach der Anordnung des Herrn. 5989. Die Arglistigsten, die über dem Haupte waren, nahmen sich einst Sendlinge und schickten sie zu mir, damit sie mit ihren Ränken einfließen könnten. Aber sie irrten sich sehr. Der eine drehte sich, als er zum Sendling bestimmt wurde, rückwärts und verschloß sich, und umgab sich gleichsam mit einer Umhüllung, um auf diese Weise ihren Einfluß von sich abzuhalten; und so machte er sich von ihnen los. Hierauf nahmen sie einen anderen, aber auch diesen konnten sie nicht zum Reden bringen, er war noch listiger als sie, was er dadurch kundgab, daß er sich gleichsam in spiralförmigen Windungen zusammenrollte; auf diese Weise wurden sie getäuscht. Übrigens nehmen die bösen Geister ihre Träger nicht immer von ihren Genossen, sondern merken darauf, welche Geister bei anderen sind, und wo sich solche befinden, die einfältig und gehorsam sind. Diese machen sie dann zu ihren Trägern, und dies geschieht dadurch, daß sie ihre Gedanken auf einen derselben richten, und ihm ihre Neigungen und Selbstberedungen einflößen. Hierdurch wird er seiner Selbständigkeit beraubt, und dient ihnen als Träger; und auch dies weiß er oft nicht. 5990. Es gibt heutzutage sehr viele Geister, die nicht nur in die Gedanken und Neigungen des Menschen einfließen wollen, sondern auch in die Reden und Handlungen, also auch in seine körperlichen Dinge; während doch das Körperliche von dem besonderen Einfluß der Geister und Engel frei ist, und durch den allgemeinen Einfluß regiert wird. Wenn das Gedachte in die Rede, und das Gewollte in die Handlungen ausläuft, so geht dieser Ausgang und Übergang in den Körper gemäß der Ordnung vor sich, und wird nicht durch irgendwelche Geister im besonderen regiert, denn in das Körperliche eines Menschen einfließen heißt, ihn in Besitz nehmen. Die Geister, die dies wollen und beabsichtigen sind solche, die bei Leibesleben Ehebrecher waren, das heißt, ihre Freude an Ehebrüchen hatten, und sich beredeten, sie seien erlaubt. Ferner auch solche, die grausam waren. Der Grund ist, weil diese und jene mehr als die übrigen körperhaft und sinnlich sind, und jeden Gedanken an den Himmel zurückgewiesen haben, indem sie alles der Natur und nichts dem Göttlichen zuschrieben. Auf diese Weise haben sie ihr Inneres verschlossen, und das Äußere geöffnet, und weil sie in der Welt allein in der Liebe zu diesem (Äußerlichen) waren, deshalb ergreift sie in dem anderen Leben das Verlangen, wieder in dasselbe zurückzukehren, und zwar vermittels eines Menschen, indem sie denselben in Besitz nehmen. Aber es wird vom Herrn Vorsorge getroffen, daß solche nicht in die Welt der Geister kommen; sie werden in ihren Höllen wohl verschlossen gehalten; daher gibt es heutzutage keine äußerlichen Besessenheiten. Wohl aber gibt es innere, und sogar durch die höllische und teuflische Rotte. Die bösen Menschen denken Dinge, die abscheulich sind, und auch Grausames gegen andere, wie auch Feindliches und Boshaftes gegen das Göttliche, und würden diese Gedanken nicht durch die Furcht vor Verlust der Ehre, des Gewinnes, der guten Namens, vor den Strafen nach dem Gesetze und vor dem Verlust des Lebens in Schranken gehalten, so würden sie offenbar hervorbrechen, und dann würden solche (Menschen) mehr als die Besessenen auf das Verderben anderer ausgehen, und in Lästerungen ausbrechen gegen das, was Sache des Glaubens ist. Aber jene äußeren Bande machen, daß sie nicht als Besessene erscheinen, während sie es doch sind in Ansehung des Inneren, nicht aber in Ansehung ihres Äußeren. Und dies zeigt sich auch deutlich bei solchen im anderen Leben, wo die äußeren Bande weggenommen werden; dann sind sie Teufel, beständig in der Lust und Begierde, andere zu verderben, und alles zu zerstören, was dem Glauben angehört. 5991. Es erschienen mir Geister, die man Körperhafte nennen darf. Sie stiegen aus der Tiefe hervor an der Seite der Fußsohle des rechten Fußes. Vor dem Blicke meines Geistes erschienen sie wie in einem groben Körper; und als ich fragte, wer die wären, die so beschaffen seien, wurde mir gesagt, es seien solche, die in der Welt durch ihre Geistesgaben und durch ihre Kenntnis der Wissenschaften sich ausgezeichnet hätten. Durch diese aber hätten sie sich völlig gegen das Göttliche begründet, somit auch gegen das, was der Kirche angehört, und weil sie sich völlig beredeten, daß alles nur der Natur angehöre, so verschlossen sie mehr als andere ihr Inneres, somit das, was dem Gebiet des Geistes angehört; daher erscheinen sie grob körperlich. Unter ihnen war einer, der mir, als er in der Welt lebte, bekannt war. Derselbe war damals wegen seiner geistigen Begabung und Gelehrsamkeit sehr berühmt, aber die (Kenntnisse), welche Mittel sein sollen, um gut über das Göttliche zu denken, waren für ihn Mittel, um gegen dasselbe zu denken, und sich zu bereden, daß es nichts damit sei, denn wer viel Scharfsinn und Gelehrsamkeit besitzt, hat mehr (Scheingründe) als andere, durch die er sich in seiner Meinung bestärkt. Daher war derselbe innerlich besessen, im Äußeren aber erschien er als ein artiger und wohlgesitteter Mensch. 5992. Die Engel, durch die der Herr den Menschen führt und auch beschützt, sind dem Haupte nahe. Ihre Aufgabe ist es, Liebtätigkeit und Glauben einzuflößen, und zu beobachten, wohin sich die Neigungen des Menschen wenden, und dieselben, soweit es ihnen bei der Freiheit des Menschen möglich ist, zu leiten und zum Guten hinzulenken. Es ist ihnen verboten, gewaltsam zu Werke zu gehen, und so die Begierden und Grundsätze des Menschen zu brechen; wohl aber (dürfen sie es tun) auf gelinde Weise. Ihr Amt ist es auch, die bösen Geister, die von der Hölle sind, zu regieren, was in tausendfacher Weise geschieht. Ich kann hiervon nur Folgendes erwähnen: wenn die bösen Geister Böses und Falsches einflößen, dann flößen die Engel Wahres und Gutes ein, durch das, wenn es auch nicht aufgenommen wird, jenes doch gemäßigt wird. Die höllischen Geister greifen beständig an, und die Engel beschützen; so ist die Ordnung. Die Engel lenken hauptsächlich die Neigungen, denn diese machen das Leben des Menschen aus und auch seine Freiheit. Ferner beobachten die Engel, ob sich Höllen öffnen, die früher nicht geöffnet waren, und von denen aus ein Einfließen bei dem Menschen (stattfindet), was geschieht, wenn der Mensch sich zu neuem Bösen hinreißen läßt. Diese Höllen verschließen die Engel, soweit der Mensch es zugibt. Auch entfernen die Engel die Geister, wenn einige von daher einzudringen suchen. Sie zerstreuen ferner die fremdartigen und neuen Einflüsse, von denen Böses bewirkt wird. Hauptsächlich rufen die Engel das Gute und Wahre, das bei dem Menschen ist, hervor, und setzen es dem Bösen und Falschen entgegen, das die bösen Geister erregen. Hierdurch ist der Mensch in der Mitte, und fühlt weder das Böse noch das Gute. Und weil in der Mitte, so ist er auch in der Freiheit, sich zu dem einen oder zum anderen hinzuwenden. Durch solche (Einwirkung) führen und beschützen die Engel durch den Herrn den Menschen, und zwar in einem jeden Augenblick und in jedem Teil des Augenblicks, denn wenn die Engel nur einen Augenblick nachließen, würde sich der Mensch in Böses stürzen, aus dem er später gar nicht mehr herausgebracht werden könnte. Dies tun die Engel aus Liebe, die ihnen vom Herrn (verliehen ist), denn nichts gewährt ihnen mehr Freude und Wonne, als Böses vom Menschen zu entfernen und ihn zum Himmel zu führen. Daß dies ihnen Freude macht, sehe man Luk.15/7. Daß der Herr eine solche Sorgfalt auf den Menschen verwendet, und zwar fortwährend, vom ersten Anfang seines Lebens bis zum Ende, und hernach in Ewigkeit, glaubt kaum irgendein Mensch. 5993. Hieraus kann nun erhellen, daß, damit eine Gemeinschaft des Menschen mit der geistigen Welt bestehe, ihm zwei Geister aus der Hölle, und zwei Engel aus dem Himmel beigegeben sein müssen, und daß er ohne dieselben gar kein Leben haben würde; denn der Mensch kann keineswegs aus dem allgemeinen Einflusse leben, wie die unvernünftigen Tiere, von welchen Nr. 5850, und zwar aus dem Grunde, weil sein ganzes Leben gegen die (göttliche) Ordnung ist. Wenn derselbe bei diesem Zustand allein von dem allgemeinen Einfluß in Tätigkeit gesetzt würde, so könnte er nur von den Höllen angetrieben werden, nicht aber aus den Himmeln. Und wenn nicht aus den Himmeln, so würde er kein inneres Leben haben, somit kein Leben des Denkens und Wollens, wie es der Mensch hat, und nicht einmal, wie es das unvernünftige Tier besitzt, denn der Mensch wird ohne jeden Gebrauch der Vernunft geboren und kann in denselben nur durch den Einfluß aus den Himmeln eingeführt werden. Aus dem Angeführten erhellt auch, daß der Mensch nicht leben könnte, ohne Verbindung mit den Höllen durch die Geister von daher; denn das ganze Leben, das er von den Eltern durch Vererbung besitzt, und alles, was er aus dem Eigenen hinzugefügt hat, gehört der Selbstliebe und Weltliebe an, nicht aber der Liebe zum Nächsten, und noch weniger der Liebe zu Gott. Und weil alles Leben des Menschen aus dem Eigenen stammt, so ist es Selbstliebe und Weltliebe, und somit auch Verachtung anderer im Vergleich mit sich, und Haß und Rache gegen alle, die ihn nicht begünstigen, und daher auch voller Grausamkeit; denn wer Haß hegt, der begehrt zu töten, weshalb er auch über das Verderben anderer die höchste Freude empfindet. Wenn dieses Böse nicht mit solchen Geistern in Verbindung gebracht würde, die nur aus der Hölle stammen können, und der Mensch durch sie nicht nach dem Lustreiz jenes Lebens geführt würde, so könnte er in keiner Weise zum Himmel hingeleitet werden. Er wird aber im Anfang durch seine eigenen Lustreize hingelenkt; und durch dieselben wird er auch zur Freiheit gebracht, und so zuletzt zur freien Wahl. * Vom Einfluß und vom Verkehr der Seele mit dem Körper 6053. Vom Einfluß und vom Verkehr der Seele mit dem Körper kann man durchaus nichts wissen, nicht einmal darüber denken, wenn man weder weiß, was die Seele ist, noch wie sie beschaffen ist. Wenn die Seele als etwas Unbekanntes erscheint, so kann man nichts von ihrem Einfluß und von ihrem Verkehr (mit dem Leibe) sagen; denn wie kann man über die Gemeinschaft zweier Teile denken, wenn man völlig unwissend darüber ist, wie der eine Teil beschaffen ist. Daß man die Seele in Ansehung ihrer Beschaffenheit, besonders in der gelehrten Welt nicht kennt, kann daraus erhellen, daß einige glauben, sie sei etwas Ätherisches, einige, etwas Flammiges oder Feuriges, einige, eine reine Denkkraft, einige, etwas Lebendiges aus dem (allgemeinen) Leben, einige, eine natürliche Tätigkeit. Und was eine noch größere Unwissenheit über das Wesen der Seele bekundet, ist, daß sie ihr verschiedene Stellen im Körper anweisen, nämlich einige (glauben, sie sei) im Herzen, einige im Gehirn, und daselbst in den Fibern, andere in den gestreiften Körpern, andere in den Vertiefungen desselben (ventriculis), und andere in einer kleinen Drüse, einige in jedem Teile, und dabei meinen sie etwas Lebendiges, wie es allem Belebten gemeinsam ist. Hieraus erhellt, daß man von der Seele nichts Gewisses weiß; der Grund davon ist, weil es nur lauter Mutmaßungen sind, die man über die Seele zum besten gibt. Und weil man auf diese Weise sich keine Vorstellung von ihr machen konnte, so vermochten sehr viele nicht anders zu glauben, als daß sie nur irgendeine Lebenskraft (vitale) sei, die, wenn der Körper stirbt, verschwinde. Daher kommt es nun, daß die Gelehrten weniger als die Einfältigen an ein Leben nach dem Tode glauben, und weil sie nicht daran glauben, so können sie auch nicht an das glauben, was sich auf jenes Leben bezieht, nämlich an die himmlischen und geistigen Dinge des Glaubens und der Liebe. Dies erhellt auch aus den Worten des Herrn bei Matth.11/25: "Verborgen hast Du es den Weisen und Verständigen, und geoffenbart den Unmündigen"; und wiederum Matth.13/13: "Mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht, auch verstehen sie nicht"; denn die Einfältigen denken nicht dergleichen von der Seele, sondern glauben, daß sie nach dem Tode leben werden, und in diesem einfältigen Glauben liegt, ohne daß sie es wissen, (der Gedanke), daß sie dort als Menschen fortleben, die Engel sehen, mit ihnen reden und (ewige) Freude genießen werden. 6054. Was die Seele anbelangt, von der man sagt, daß sie nach dem Tode fortleben werde, so ist sie nichts anderes, als der Mensch selbst, der im Körper lebt, d.h. der innere Mensch, der durch den Körper in der Welt tätig ist und dem Körper Leben gibt. Dieser Mensch wird, wenn er von seinem Körper abgelöst ist, Geist genannt und erscheint dann völlig in menschlicher Gestalt. Er kann aber keineswegs mit leiblichen Augen gesehen werden, sondern nur mit den Augen des Geistes, und vor den Augen desselben erscheint er wie ein Mensch in der Welt, und hat Sinne, nämlich Gefühl, Geruch, Gehör, Gesicht, und zwar weit feiner als in der Welt; er hat Verlangen, Begierden, Wünsche, Neigungen, Triebe, wie in der Welt, aber auf einer weit höheren Stufe; er denkt auch wie in der Welt, aber in vollkommenerer Weise; er redet mit anderen. Kurz, er ist dort wie in der Welt, und dies so sehr, daß, wenn er nicht darüber nachdenkt, daß er im anderen Leben ist, er nicht anders weiß, als daß er in der Welt sei, was ich einigemal von den Geistern gehört habe; denn das Leben nach dem Tode ist eine Fortsetzung des Lebens in der Welt. Das also ist die Seele des Menschen, die nach dem Tode lebt. Damit aber, infolge der Mutmaßungen oder Hypothesen bei dem Ausdruck "Seele" sich nicht die Vorstellung als von etwas Unbekanntem bilde, so ist es besser, wenn man sie den Geist des Menschen nennt oder, wenn man lieber will, denn inneren Menschen; denn dieser erscheint dort völlig als ein Mensch, mit allen Gliedern und Organen, wie sie der Mensch hat, und er ist auch im Körper der eigentliche Mensch. Daß es so ist, kann man auch aus den Erscheinungen der Engel erkennen, von denen im Worte (berichtet wird), und die alle in menschlicher Gestalt erschienen; denn alle Engel im Himmel haben die menschliche Gestalt, weil sie der Herr selbst hat, Der nach der Auferstehung so oft als Mensch erschien. Der Engel und der Menschengeist ist Mensch auch der Form nach, weil der ganze Himmel vom Herrn ein Streben nach der menschlichen Form hat, weshalb der ganze Himmel der Größte Mensch genannt wird, von dem (wie auch von der Entsprechung alles dessen was im Menschen ist, mit demselben) am Ende mehrerer Kapitel gehandelt worden ist; und weil der Herr in einem jeden im Himmel lebt, und durch den Einfluß vom Herrn der ganze Himmel auf einen jeden einwirkt, deshalb ist jeder Engel Sein Bild, d.h. die vollkommenste menschliche Form, und ebenso der Mensch nach dem Tode. Alle Geister, so viele ich deren gesehen habe (und ihrer sind Tausend und aber Tausende), erschienen mir ganz und gar wie Menschen, und einige von ihnen sagten, sie seien Menschen wie in der Welt, und fügten hinzu, daß sie dies bei Leibesleben gar nicht geglaubt hätten. Viele betrübten sich, daß das menschliche Geschlecht sich in solcher Unwissenheit über seinen eigenen Zustand nach dem Tode befinde, und daß man so leer und gehaltlos über die Seele denke, und daß die meisten, die tiefer über die Seele nachgedacht haben, sie zu etwas feinem Ätherischen machten, woraus notwendig der unsinnige Irrtum habe entstehen müssen, daß dieselbe nach dem Tode sich verflüchtige. 6055. Wer das Innere des Menschen nicht kennt, der kann auch den Einfluß und den Verkehr der Seele mit dem Körper nicht erkennen; denn dieser Verkehr und Einfluß geschieht durch das Inwendige. Um das Innere des Menschen zu erkennen, muß man wissen, daß es einen inneren und einen äußeren Menschen gibt, und daß der innere Mensch in der geistigen Welt ist, der äußere Mensch aber in der natürlichen Welt sich befindet; somit jener im Lichte des Himmels, dieser im Lichte der Welt. Ferner ist es auch notwendig zu wissen, daß der innere Mensch so unterschieden ist vom äußeren, daß jener, weil er der erstere und inwendigere ist, ohne diesen bestehen kann, dieser aber, oder der äußere, weil er der spätere und mehr äußerliche ist, nicht ohne jenen bestehen kann. Ferner muß man wissen, daß es der innere Mensch ist, welcher der verständige oder vernünftige im eigentlichen Sinn des Wortes genannt wird, weil er im Lichte des Himmels ist, in dem Vernunft und Einsicht ist; aber der äußere Mensch ist es, der recht eigentlich der wissende (oder wißtümliche) genannt werden muß, weil in ihm die wißtümlichen Kenntnisse sind, die zum größten Teil ihr Licht aus den Dingen hernehmen, die dem Lichte der Welt angehören, das vom Lichte des Himmels erleuchtet und dadurch lebendig geworden ist. 6056. Es wurde gesagt, der innere Mensch könne als der erstere (oder frühere) bestehen ohne den äußeren, weil dieser der spätere ist, aber nicht umgekehrt, denn das ist eine allgemeine Regel, daß nichts aus sich bestehen kann, sondern nur aus einem anderen und durch ein anderes, und daß folglich nichts in seiner Form erhalten werden kann, außer aus einem anderen und durch ein anderes; und dies kann auch aus allem einzelnen in der Natur erkannt werden. Ebenso verhält es sich beim Menschen: der Mensch kann in Ansehung seines Äußeren nur bestehen aus dem Inneren und durch das Innere; und der innere Mensch kann nur bestehen aus dem Himmel und durch den Himmel; wie auch der Himmel nicht bestehen kann aus sich, sondern nur aus dem Herrn, Der allein aus Sich besteht. Je nach dem Entstehen und Bestehen findet der Einfluß statt, denn durch den Einfluß bestehen alle Dinge; daß aber vermöge des Einflusses alles und jedes durch den Herrn besteht, nicht nur mittelbar durch die geistige Welt, sondern auch unmittelbar, sowohl in den vermittelnden, als in den letzten Dingen, soll im Folgenden nachgewiesen werden. 6057. Bevor etwas über den Einfluß und über die Wirksamkeit der Seele auf den Körper mitgeteilt werden kann, muß man wohl beachten, daß der innere Mensch nach dem Bilde des Himmels und der äußere nach dem Bilde der Welt gestaltet worden ist, und zwar so sehr, daß der innere Mensch ein Himmel in kleinster Form ist, und der äußere Mensch eine Welt in kleinster Form, also ein Mikrokosmos. Daß der äußere Mensch ein Bild der Welt ist, kann erhellen aus den äußeren oder körperlichen Sinnen; denn das Ohr ist ganz gebildet nach der Natur der Modifikation der Luft; die Lungen ganz nach der Natur des Druckes derselben; wie auch der Umfang des Körpers, der vermöge des Luftdruckes in seiner Form erhalten wird. Das Auge ist ganz nach der Natur des Äthers und des Lichtes gebildet, die Zunge ganz für das Gefühl der in flüssigen Körpern aufgelösten und fließenden Teile, und zugleich mit der Lunge, der Luftröhre, der Kehle, dem Zäpfchen, dem Schlund und den Lippen zu der Fähigkeit gebildet, die Luft zweckmäßig zu modifizieren, wodurch die artikulierten Töne oder Worte und die harmonischen Töne (entstehen). Die Nase ist gebildet für das Gefühl der in der Atmosphäre schwebenden Teile; das Gefühl, das den ganzen Körper umgibt, zum Fühlen der Veränderungen im Zustande der Luft, nämlich für das Gefühl ihrer Kälte und Wärme, sowie zum Fühlen des Flüssigen und des Schweren. Die inneren Organe, zu denen die Luftatmosphäre nicht eindringen kann, werden in ihrem Zusammenhang und in ihrer Form durch eine feinere Luft erhalten, die Äther genannt wird, um nichts davon zu sagen, daß alle Geheimnisse der inneren Natur (dem Körper des Menschen) gleichsam eingeschrieben und auf ihn angewandt sind, wie alle Geheimnisse der Mechanik, der Physik, der Chemie und der Optik. Hieraus kann erhellen, daß die ganze Natur zur Bildung des Äußeren im Menschen beitragen mußte, und daher kommt es auch, daß die Alten den Menschen eine Welt im Kleinen (Mikrokosmos) genannt haben. Sowie nun der äußere Mensch zum Bilde aller Dinge der Welt, so ist der innere Mensch zum Bilde aller Dinge des Himmels geformt, d.h. zum Bild der himmlischen und geistigen Dinge, die vom Herrn hervorgehen, von welchen und in welchen der Himmel ist. Das Himmlische daselbst ist alles, was sich auf die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten bezieht, und das Geistige daselbst ist alles, was sich auf den Glauben bezieht, und beides ist an sich so wichtig und von solcher Art, daß die Sprache nicht einmal den tausendsten oder zehntausendsten Teil davon aussprechen kann. Daß der innere Mensch zum Bilde aller dieser Dinge gestaltet ist, zeigt sich deutlich an den Engeln, die, wenn sie vor dem inneren Auge erscheinen, wie sie vor dem meinigen erschienen, schon durch ihre Gegenwart das Innerste anregen; denn die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten strömen aus ihnen hervor und dringen ein, und was daraus hervorgeht, nämlich was Sache des Glaubens ist, leuchtet aus ihnen hervor und regt an. Hieraus, wie auch aus anderen Beweisen wurde mir klar, daß der innere Mensch, weil zum Engel erschaffen, ein Himmel in kleinster Form ist. Aus allem dem aber kann man nun erkennen, daß im Menschen die geistige Welt mit der natürlichen Welt verbunden ist, und daß folglich bei ihm die geistige Welt in die natürliche Welt einfließt, und zwar so kräftig und deutlich, daß er es innerlich wahrnehmen kann, wenn er nur darauf achtet. Daraus erhellt auch, was der Verkehr der Seele mit dem Körper sei, daß er nämlich im eigentlichen Sinn des Wortes eine Gemeinschaft der geistigen Dinge ist, die dem Himmel angehören, mit den natürlichen, die der Welt angehören, und daß diese Gemeinschaft durch das Einfließen bewirkt werde und sich gemäß der Verbindung verhalte. Diese Gemeinschaft, die durch den Einfluß gemäß der Verbindung bewirkt wird, ist heutzutage unbekannt, und zwar deshalb, weil man alles und jedes der Natur zuschreibt und nichts weiß vom Geistigen, das heutzutage so ferne liegt, daß es, wenn man auch daran denkt, als etwas Nichtiges erscheint. 6058. Jener Einfluß ist aber von solcher Art, weil vom Göttlichen des Herrn ein Einfluß auf jeden Engel, auf jeden Geist und auf jeden Menschen stattfindet, und auf diese Weise der Herr einen jeglichen nicht nur im allgemeinen, sondern auch im allereinzelnsten regiert, und zwar unmittelbar aus Sich selbst und auch mittelbar durch die geistige Welt. Damit man wisse, was dieser Einfluß sei, wurde mehreres vorangeschickt von der Entsprechung der (einzelnen) Teile des Menschen mit dem Größten Menschen, d.h. mit dem Himmel, und zugleich auch von der Vorbildung der geistigen Dinge in den natürlichen, worüber am Ende 1. Mose Kapitel 23-43 (gehandelt wurde); und dann auch von den Engeln und Geistern beim Menschen am Ende 1. Mose Kapitel 44 und 45. Es folgt hieraus, daß nun auch im besonderen von dem Einfluß und von dem Verkehr der Seele mit dem Körper gehandelt werden muß; allein dies muß durch Erfahrungen erläutert werden, sonst kann dieser so unbekannte und durch bloße Hypothesen in Dunkel gehüllte Gegenstand nicht gehörig beleuchtet werden. Diese zur Erläuterung dienenden Erfahrungen werden am Schlusse einiger nachfolgenden Kapitel beschrieben werden. Das, was jetzt gesagt worden, möge zur Einleitung dienen. Fortsetzung von dem Einfluß und von dem Verkehr der Seele mit dem Körper 6189. Daß zwei Engel aus dem Himmel und zwei Geister aus der Hölle bei dem Menschen sind, und daß er dadurch in Gemeinschaft mit beiden stehe, und auch die Freiheit habe, sich zum einen oder zum anderen hinzuwenden, wurde am Ende der Kapitel 44 und 45 nachgewiesen. Daß aber bei dem Menschen alles und jedes seiner Freiheit gemäß einfließt, das Böse von der Hölle und das Gute aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, weiß wohl der Mensch nicht und wird es deshalb wohl kaum glauben. 6190. Weil nun vom Einfluß gehandelt und derselbe so oft genannt wird, so muß zuerst gesagt werden, was der Einfluß ist. Was unter geistigem Einfluß verstanden wird, kann man nicht besser erkennen, als durch die natürlichen Einflüsse, die in der Welt bestehen und erscheinen, z.B. durch das Einfließen der Wärme von der Sonne aus in alle Dinge der Erde, mit aller Verschiedenheit je nach den Jahreszeiten und dem Klima der Erde; und durch das Einfließen des Lichtes in ebendieselben, auch mit all seiner Verschiedenheit je nach den Tages- und Jahreszeiten, und auf verschiedene Weise je nach dem Klima. Aus dem Einfluß der Sonnenwärme auf alle Dinge der Erde, wodurch das Pflanzenleben (entsteht), und aus dem Einfluß des Lichtes auf dieselben, wodurch die Unterstützung dieses Lebens und auch die Farben und Schönheitserscheinungen, ebenso aus dem Einfluß der gleichen Wärme auf die ganze Fläche unseres Körpers, ferner des Lichtes in das Auge, desgleichen aus dem Einfluß des Schalles auf das Ohr und aus anderem Ähnlichem kann man begreifen, was der Einfluß des Lebens vom Herrn sei, Der die Sonne des Himmels ist, von dem die himmlische Wärme oder das Gute der Liebe, und das himmlische Licht oder das Wahre des Glaubens (ausgeht). Der Einfluß derselben wird auch deutlich empfunden, denn die himmlische Wärme, welche die Liebe ist, bewirkt die Lebenswärme im Menschen, und das himmlische Licht, das der Glaube ist, bewirkt die Einsicht desselben; denn das Wahre des Glaubens, das vom Herrn hervorgeht, erleuchtet sein Verstandesvermögen; aber beide (wirken) mit vieler Verschiedenheit, denn sie verhalten sich gemäß der Aufnahme vom Menschen. 6191. Daß der Mensch durch Engel und Geister vom Herrn regiert wird, wurde mir aus so deutlicher Erfahrung zu wissen gegeben, daß mir darüber nicht einmal der kleinste Zweifel blieb; denn alle meine Gedanken und alle meine Neigungen bis auf das allereinzelnste sind nun schon seit vielen Jahren durch vermittelnde Geister und Engel eingeflossen. Dies wurde mir so augenscheinlich zu empfinden gegeben, daß nichts augenscheinlicher sein kann, denn ich wurde inne, sah und hörte, wer sie waren, wie beschaffen und wo sie waren; und wenn in mein Denken oder Wollen etwas Widriges eindrang, so sprach ich darüber mit ihnen und machte ihnen Vorwürfe. Auch habe ich bemerkt, daß die Macht, solche Dinge einzuflößen, von den Engeln in Schranken gehalten wird, wie auch öfters, daß sie entfernt wurden, und daß, wenn sie entfernt waren, statt ihrer neue zugegen waren, von denen wiederum ein Einfluß ausging. Ferner wurde mir gegeben wahrzunehmen, woher diese Geister, oder von welchen Gesellschaften sie abgesendet waren, auch wurde mir oft gestattet, mit diesen Gesellschaften selbst zu sprechen; und obgleich alles bis auf das einzelnste meiner Gedanken und Neigungen durch Geister und Engel einfloß, dachte und wollte ich doch wie früher, und verkehrte mit den Menschen wie vorher. Von niemand wurde irgendein Unterschied von meinem früheren Leben bemerkt. Wohl weiß ich, daß kaum irgend jemand dieses glauben wird, aber es ist dennoch eine ewige Wahrheit. 6192. Es wurde mir ganz deutlich gezeigt, auf welche Weise die Geister bei dem Menschen einfließen; wenn sie zu ihm kommen, nehmen sie alle Gegenstände seines Gedächtnisses in sich auf, somit alles, was der Mensch von Kindheit an gelernt und in sich aufgenommen hat, und die Geister meinen dann, es sei ihr Eigentum. So spielen sie gleichsam die Rolle eines Menschen bei dem Menschen. Es ist ihnen aber nicht gestattet, weiter bei dem Menschen einzudringen, als bis zu seinem Inneren, welches das Gebiet seines Denkens und Wollens ist, nicht aber zum Äußeren, welches das Gebiet seiner Handlungen und seiner Rede ist, denn diese erhalten ihre Tätigkeit durch den allgemeinen Einfluß vom Herrn ohne besondere Vermittlung von Geistern und Engeln. Obgleich aber die Geister in betreff des Denkens und Wollens wie ein Mensch bei dem anderen sind, so wissen sie dennoch nicht, daß sie sich bei dem Menschen befinden, aus dem Grunde, weil sie alle Gegenstände seines Gedächtnisses inne haben und glauben, daß dieselben nicht einem anderen gehören, sondern ihr Eigentum sind, und auch deshalb, damit sie dem Menschen keinen Schaden zufügen; denn wenn die Geister, die bei dem Menschen von der Hölle her sind, nicht glaubten, daß jene Dinge ihr Eigentum seien, so würden sie auf alle Weise versuchen, den Menschen an Leib und Seele zu verderben, denn das ist die eigentliche Lust der Hölle. 6193. Weil nun die Geister alles in Besitz haben, was dem Denken und Wollen des Menschen angehört, und die Engel das, was noch tiefer in demselben liegt, und der Mensch dadurch auf das innigste mit ihnen verbunden ist, deshalb kann der Mensch nicht anders wahrnehmen und fühlen, als daß er selber es sei, der denkt und will; denn so verhält es sich mit den Mitteilungen im anderen Leben. In einer Gesellschaft, wo Gleichgeartete sind, hält ein jeder für das seinige, was dem anderen gehört; deshalb treten die Guten, wenn sie in eine himmlische Gesellschaft kommen, sogleich in alle Einsicht und Weisheit dieser Gesellschaft ein, und zwar so sehr, daß sie nichts anderes wissen, als daß dieselben in ihnen seien; so verhält es sich auch mit dem Menschen und mit dem Geiste bei ihm. Was von den Geistern aus der Hölle einfließt, ist Böses und Falsches, aber was von den Engeln aus dem Himmel (einfließt), ist Gutes und Wahres. So wird also der Mensch durch entgegengesetzte Einflüsse in der Mitte gehalten, somit in der Freiheit. Was von den Engeln einfließt, erscheint, weil es durch das tiefer Innere (eindringt), weniger vor dem äußeren Sinn, als das, was von den bösen Geistern (kommt). Die Engel sind auch wirklich von der Art, daß sie durchaus nicht hören wollen, daß der Einfluß des Guten und Wahren von ihnen sei, sondern daß er vom Herrn stamme. Sie werden unwillig, wenn man anders denkt, denn sie stehen in dem deutlichen Innewerden, daß es wirklich so ist, und sie lieben nichts mehr, als nichts aus sich zu wollen und zu denken, sondern aus dem Herrn. Die bösen Geister dagegen werden zornig, wenn ihnen gesagt wird, daß sie nichts aus sich denken und wollen, weil dies gegen den Lustreiz ihrer Triebe ist, und mehr noch, wenn ihnen gesagt wird, daß das Leben nicht in ihnen sei, sondern daß es einfließe. Wenn ihnen dieses durch lebendige Erfahrung bewiesen wird, (was oft geschieht), dann gestehen sie zwar, daß es so ist, denn sie können nicht gegen die Erfahrung reden, aber nach einer Weile leugnen sie es, und wollen dann auch nicht, daß es noch weiter durch Erfahrung bestätigt werde. 6194. Einige Male kam es vor, daß ich bei mir selbst dachte, oder auch mit anderen redete, ohne darüber nachzudenken, daß Geister gegenwärtig seien, die anregten. Aber alsbald redeten die Geister mich an, und schilderten den Zustand, in dem sie sich gerade befanden, daß sie nämlich nicht anders wußten, als daß sie selbst es wären, die dachten, und zwar bei mir in solcher Weise, daß die, welche am nächsten waren, völlig glaubten, sie wären es, die dachten, die Entfernteren aber weniger, und die weiter Entfernten noch weniger. Auch wurde mir gezeigt, welche Gesellschaften in diese Geister als in ihre Gesandten einflossen. 6195. Es waren lange Zeit Geister bei mir, nicht sehr gute und auch nicht sehr böse, ein wenig über dem Haupte. Sie konnten tief in die Neigungen einfließen, und weil sie dies wollten, traten sie auch nach einer Weile ein, und verbanden sich so mit mir, daß es schien, als ob sie kaum getrennt werden könnten. Ich sprach mit ihnen hierüber, und daß sie sich trennen müßten, aber sie konnten nicht. Wenn sie es versuchten und sich ein wenig absonderten, machten sie meine Gedanken so schwach, daß ich nur verwirrt und unzusammenhängend denken konnte, und in meinem Kopfe fühlte ich einen Schmerz, wie diejenigen, die in Ohnmacht fallen. Hieraus wurde mir klar, auf welche Weise die inneren Triebe (amores) eine Verbindung bewirken, und daß durch sie die Verbindung aller im anderen Leben stattfindet. Deswegen nehmen die Geister, die in die Neigungen selbst eindringen, den anderen in Besitz, wie es auch in der Welt geschieht, wenn der Mensch die Liebe eines anderen begünstigt. Die Wahrheiten aber verbinden nicht, sondern die Neigungen zum Wahren. Daraus konnte ich erkennen, wie der Mensch entweder mit dem Himmel oder mit der Hölle verbunden wird, daß es nämlich durch die verschiedenen Arten der Liebe geschieht, durch die Selbstliebe und Weltliebe mit der Hölle, aber durch die Liebe zum Nächsten und zu Gott mit dem Himmel. Ferner wurde mir auch klar, daß ein Mensch, der mit der Hölle verbunden ist, durchaus nicht von derselben losgemacht werden kann, außer durch göttliche Mittel vom Herrn, und dies wurde mir durch diejenigen gezeigt, die nur durch leichte Neigungen mit mir verbunden waren. Ich konnte von ihnen nicht anders befreit werden als durch vermittelnde Liebesarten, durch die ich mit anderen stufenweise verbunden wurde; und so wie sie abgesondert wurden, schienen sie sich von mir links nach vorne zu entfernen, und es wurde bemerkt, daß die Trennung durch Zustandswechsel der Neigungen eintrat, denn wie die Neigungen sich änderten, so wichen sie zurück. Hieraus erhellt auch, woher die scheinbaren Entfernungen im anderen Leben stammen. 6196. Daß die Geister dem Menschen zugesellt werden ja nach seinen inneren Trieben, ist mir aus vielfacher Erfahrung bekannt geworden. Sobald ich anfing etwas heftig zu lieben, traten Geister zu mir, die in gleicher Liebe waren, und wurden nicht eher entfernt, als bis die Liebe aufhörte. 6197. So oft etwas in meine Gedanken und in das Verlangen meines Willens kam, wovon ich nicht wußte, woher es kam, wurde mir, wenn ich es zu wissen wünschte, gezeigt, woher es kam, nämlich von welchen Gesellschaften, und bisweilen sogar durch welche abgesandte Geister; und dann sprachen sie auch mit mir, und bekannten, daß sie solches gedacht und auch gewußt hätten, daß es bei mir einflöße, und mir vorkäme, als sei es in mir. Die Arglistigen, die gerade über dem Haupte erscheinen, flossen bisweilen so unmerklich bei mir ein, daß ich nicht wußte, woher es kam, und kaum anders fühlte, als daß, was einfloß, in mir und von mir sei (wie dies bei anderen gewöhnlich ist). Weil ich aber mit Gewißheit wußte, daß es irgendwoher kam, wurde mir ein so feines Innewerden vom Herrn gegeben, daß ich ihren Einfluß im einzelnen bemerkte, und auch wo sie waren und welcher Art sie waren. Als sie dies bemerkten, wurden sie sehr unwillig, besonders darüber, daß ich über das nachdachte, was von ihnen kam. Dieses Nachdenken floß durch Engel ein. Diese Arglistigen flößten besonders solche Dinge ein, die gegen den Herrn waren, und dann wurde mir auch gegeben, darüber nachzudenken, daß niemand in der Hölle den Herrn, anerkennt, sondern daß sie gegen Ihn so viele Schmähungen ausstoßen, als ihnen gestattet wird. Daß sie es aber nicht ungerne hören, wenn man den Vater den Schöpfer des Weltalls nennt. Hieraus konnte ich als aus einem sehr deutlichen Zeichen erkennen, daß der Herr es ist, Der den ganzen Himmel regiert, wie Er selbst bei Matth.28/18 lehrt: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden"; und daß sie sich dem Herrn feindlich entgegenstellen, weil sie mit dem Himmel im Gegensatz stehen, wo der Herr alles in allem ist. 6198. Es waren Geister bei mir, die meinten, daß sie selbst es wären, die lebten, und mein Leben komme nur von ihnen her, so daß sie mein eigenes Ich wären. Als ihnen aber gesagt wurde, daß die Geister getrennt seien, und daß auch ich ein Geist sei in Ansehung meines Inneren, konnten sie es nicht glauben. Damit sie es erkannten, wurden sie abgesondert und ihnen gezeigt, daß die Geister für sich beständen; dennoch aber wollten sie es nicht glauben, und bestanden hartnäckig darauf. Sie waren eine Zeitlang entfernt, wenn sie aber wiederkamen, waren sie in der gleichen Überzeugung. Auch hieraus kann erhellen, daß die Geister nichts anderes wissen, als daß, was bei dem Menschen ist, das ihrige sei. Solche aber, die so hartnäckig diesen Glauben haben, werden nicht leicht bei den Menschen zugelassen, weil sie nur mit Mühe getrennt werden können. Ein Ähnliches ist zwar auch den anderen Geistern eingepflanzt, zu dem Ende, damit sie dem Menschen dienen können, aber doch mit Unterschied. 6199. Auch ein anderer Geist meinte, er sei ich, und zwar so sehr, daß er, wenn er mit mir in meiner Muttersprache redete, glaubte, er rede in der seinigen, indem er sagte, diese Sprache sei die seinige. Aber es wurde ihm gezeigt, daß die den Geistern eigene Sprache eine völlig andere sei, und daß es die allgemeine Sprache aller sei, und daß aus ihr die Vorstellungen in meine Muttersprache einflößen; und sie, (d.h. die Geister) auf diese Weise nicht aus sich, sondern in mir redeten; und dies sei ein Zeichen, daß sie nicht nur in das eindringen, was dem Menschen angehört, sondern auch, daß sie meinen, es sei ihr eigenes. 6200. Weil ich nun schon neun Jahre lang fortwährend im Umgang mit Geistern und Engeln gewesen bin, so habe ich sorgfältig beobachtet, wie es sich mit dem Einfließen verhält. Wenn ich über (etwas dachte), erschienen die materiellen Vorstellungen des Denkens gleichsam in der Mitte einer Art von Welle, und ich bemerkte, daß diese Welle nichts anderes war, als solches, das mit dem Gegenstande (meines Denkens) im Gedächtnis verbunden war, und daß auf diese Weise den Geistern der volle Gedanke erschien. Daß aber alsdann dem Menschen nichts anderes zum Bewußtsein kommt, als was in der Mitte ist, und wie etwas Materielles erschien. Ich verglich jene Welle ringsumher mit geistigen Flügeln, durch die der Gegenstand, der gedacht wird, aus dem Gedächtnis erhoben wird, und dadurch erhält der Mensch die Wahrnehmung des Gegenstandes. Daß in jenem ringsum wallenden Stoffe Unzähliges war, was mit dem (gedachten) Gegenstande übereinstimmte, konnte ich daraus erkennen, daß die Geister, die in einer feineren Sphäre waren, aus derselben alles erkannten, was ich jemals über diesen Gegenstand gewußt hatte, und daß sie so alles vollständig erfassen und in sich aufnehmen, was Eigentum des Menschen ist, aber die bösen Engel (genii), die nur auf die Begierden und Neigungen achten, das, was den (herrschenden) Neigungen angehört. Zur Erläuterung möge folgendes Beispiel dienen: Wenn ich an einen mir bekannten Menschen dachte, dann stellte sich das Denkbild desselben, so wie es erscheint, wenn derselbe in Gegenwart eines Menschen genannt wird, in der Mitte dar, aber ringsumher wie etwas Wallendes und Schwebendes alles das, was ich über ihn von Kindheit an gewußt und gedacht hatte. Dadurch erschien derselbe augenblicklich bei den Geistern ganz so, wie er in meinen Gedanken und in meiner Neigung lebte. Auch wenn ich an eine Stadt dachte, dann wußten die Geister augenblicklich aus jener ringsum wallenden Sphäre alles, was ich gesehen hatte und von derselben wußte. So verhielt es sich auch mit den Gegenständen der Wissenschaft. 6201. In dieser Weise erschien mein Denken bei den Geistern, wenn ich ein wenig entfernt war vom Sinnlichen; wenn aber mein Denken im Sinnlichen verweilte, dann erschien keine solche Welle, sondern alles war materiell und dem äußeren Sichtbaren nicht unähnlich. Dies nennt man im Sinnlichen denken. Wenn aber inwendiger gedacht wird, nennt man es, weggeführt werden vom Sinnlichen. Daß der Mensch vom Sinnlichen weggeführt werden kann, war den Alten bekannt, weshalb auch einige von ihnen über diesen Zustand geschrieben haben. Diejenigen, die in jenem Denken (aus dem Sinnlichen) sind, heißen Sinnliche; und ihnen sind ähnliche Geister beigesellt. Diese Geister begreifen beim Menschen kaum mehr als das, was auch zur Wahrnehmung des Menschen gelangt, denn sie sind gröber als die übrigen. Es wurde beobachtet, daß der Mensch, wenn er im Sinnlichen ist und sich nicht darüber erhebt, nur Körperliches und Weltliches denkt, und nichts wissen will von dem, was sich auf das ewige Leben bezieht, ja, daß es ihm ganz zuwider ist, etwas davon zu hören. Damit ich wissen möchte, daß die Sache sich so verhält, wurde ich einige Male in das Sinnliche versetzt, und dann kamen mir sogleich solche Dinge in den Sinn! und auch die Geister, die in dieser gröberen Sphäre sind, flößten Häßliches und Anstößiges ein. Sobald ich aber vom Sinnlichen weggeführt wurde, verschwanden solche (Gedanken). In einem sinnlichen Leben stehen die meisten, die den sinnlichen Vergnügungen nachhängen, ferner diejenigen, die es ängstlich vermeiden, etwas weiter zu denken, als sie sehen und hören; und mehr noch diejenigen, die es vermeiden, an das ewige Leben zu denken; deshalb achten sie alles dieses gering, und wenn sie davon hören, so fühlen sie Ekel und Widerwillen. Heutzutage ist Überfluß an solchen Geistern im anderen Leben, denn es kommen ganze Scharen derselben von der Erde, und der Einfluß von ihnen beim Menschen bewirkt, daß er seinen Lüsten nachhängt und nur sich und der Welt lebt, nicht aber für andere, außer insoweit als sie ihm und seinen Lüsten günstig sind. Um von solchen Geistern befreit zu werden, muß der Mensch an das ewige Leben denken. 6202. Es wurde auch ein anderer Einfluß bemerkt, der nicht von den Geistern ausgeht, die bei dem Menschen sind, sondern von anderen, die aus einer höllischen Gesellschaft in die Lebenssphäre des Menschen eingelassen werden. Diese reden unter sich von solchen Dingen, die dem Menschen zuwider sind, und daraus entsteht gewöhnlich Unbehagen, Unlust, Traurigkeit oder Angst, aber mit großer Verschiedenheit. Solche waren öfters bei mir, und die, welche Beängstigungen einflößten, wurden in der Gegend des Magens empfunden, wobei ich indes erkannte, woher diese (Gefühle) kamen. Aber sie wurden jedesmal entdeckt, und dann hörte ich, daß sie unter sich von solchen Dingen redeten, die meinen Neigungen zuwider waren. Die Geizigen erschienen bisweilen in derselben Gegend, doch ein wenig höher, und flößten Angst und Sorge für die Zukunft ein; und es wurde mir auch gegeben, ihnen Vorwürfe zu machen und ihnen zu sagen, daß sie im Magen solchen Dingen entsprechen, die unverdaut sind, übel riechen und somit Ekel erregen. Ich sah auch, daß sie weggeschafft wurden, und sobald sie fort waren, hörte die Beängstigung ganz auf. Dies geschah einige Male, damit ich Gewißheit darüber erlangte, daß es von ihnen kam. Von solcher Art ist der Einfluß bei denen, die ohne Ursache von schwermütiger Beängstigung gequält werden, und auch bei denen, die in geistiger Versuchung sind. Aber dann fließen solche (Geister) nicht nur im allgemeinen ein, sondern die höllischen Geister erregen auch insbesondere das Böse, das der Mensch vollbracht hat, und verdrehen und mißdeuten das Gute. Aber mit diesen kämpfen dann die Engel. In einen solchen Zustand kommt der Mensch, der wiedergeboren wird, dadurch, daß er in sein Eigenes versetzt wird, und das geschieht, wenn er sich allzusehr in Weltliches und Körperliches versenkt, und wenn er zum Geistigen erhoben werden soll. 6203. Der Einfluß des Bösen von der Hölle entsteht auf folgende Weise: Wenn der Mensch zuerst aus Einwilligung, dann aber aus Vorsatz und zuletzt aus dem Lustreiz seiner Neigung sich auf das Böse wirft, dann öffnet sich (ihm) die Hölle, die in solchem Bösen ist (denn die Höllen sind je nach dem Bösen und allen seinen Verschiedenheiten unter sich geschieden); und dann findet auch von dieser Hölle aus ein Einfluß statt. Wenn der Mensch so in das Böse gerät, dann hängt es ihm an; denn die Hölle, in deren Sphäre er sich dann befindet, ist in ihrem Lustreiz, wenn sie in seinem Bösen ist; deswegen steht sie nicht ab, sondern bleibt hartnäckig (in ihm), und macht, daß der Mensch zuerst hie und da, und hernach immer, so oft ihm etwas Ähnliches vorkommt, an jenes Böse denkt, und zuletzt wird es bei ihm allgemein herrschend. Und wenn dies geschieht, dann sucht er solche Gründe auf, die beweisen sollen, daß es nicht böse ist, und dies tut er so weit, daß er sich selbst völlig davon überzeugt, und dann bemüht er sich, soviel als möglich die äußeren Bande zu entfernen, und hält (das Böse) für erlaubt und klug, und zuletzt sogar für anständig und ehrenvoll: z.B. Ehebrüche, Diebstähle durch Kunstgriffe und List, die verschiedenen Arten der Anmaßung und der Prahlerei, die Verachtung anderer, Schmähungen, Verfolgungen unter dem Schein der Gerechtigkeit und ähnliches. Diese Dinge verhalten sich wie offenbare Diebstähle. Wenn der Mensch diese zwei oder dreimal aus Vorsatz begeht, dann kann er nicht mehr davon abstehen, denn sie kleben fortwährend seinem Denken an. 6204. Außerdem muß man wissen, daß das Böse, das in das Denken eindringt, dem Menschen nicht schadet, weil das Böse von den Geistern aus der Hölle beständig eingeflößt und von den Engeln beständig zurückgetrieben wird. Wenn aber das Böse in den Willen dringt, dann schadet es, denn dann geht es auch in die Tat über, so oft die äußeren Bande nicht abhalten. Das Böse dringt aber in den Willen ein durch Festhalten an den Gedanken, durch Einwilligung und besonders durch die Tat und den Lustreiz aus dieser. 6205. Oftmals wurde auch beobachtet, daß die bösen Geister besonders in die Überredungen und Begierden des Menschen eindringen, und dann, wenn sie in diese eingedrungen sind, den Menschen infolge ihrer Herrschaft regieren; denn wer in die Begierden und Überzeugungen eines Menschen eindringt, der unterwirft sich denselben und macht ihn zu seinem Sklaven. Dagegen geschieht der Einfluß durch die Engel gemäß den Neigungen des Menschen, die sie auf sanfte Weise leiten und zum Guten umlenken, aber nicht gewaltsam brechen. Ihr Einfluß selbst ist ein leiser, kaum bemerkbarer, denn er geht auf das Innere und wirkt beständig durch den freien Willen. 6206. Ferner muß man wissen, daß alles Böse von der Hölle einfließt und alles Gute durch den Himmel vom Herrn. Das Böse wird aber dem Menschen deshalb angeeignet, weil er glaubt und sich selbst beredet, daß er es von sich aus denke und tue, und es somit zu dem Seinigen macht. Wenn er so glaubte, wie die Sache sich wirklich verhält, dann würde ihm nicht das Böse angeeignet, sondern Gutes vom Herrn, denn dann würde er, wenn das Böse einfließt, sogleich denken, daß es von den bösen Geistern bei ihm kommt, und wenn er dieses dächte, würden die Engel es abwenden und zurückstoßen; denn der Einfluß der Engel geht auf das, was der Mensch weiß und glaubt, nicht aber auf das, was der Mensch nicht weiß und nicht glaubt, weil er (der Einfluß) nur so haftet, wo etwas (Bestimmtes) im Menschen vorhanden ist. Wenn der Mensch auf solche Weise sich das Böse aneignet, dann bringt er sich in die Sphäre des Bösen, und mit dieser Sphäre verbinden sich die Geister von der Hölle, die in einer gleichen Sphäre des Bösen sind; denn das gleiche verbindet sich mit dem gleichen. Die geistige Sphäre bei einem Menschen oder Geist ist eine aus dem Leben seiner Liebe hervorgehende Ausdünstung (exhalatio), aus der schon von ferne erkannt wird, wie er beschaffen ist. Je nach den Sphären werden alle im anderen Leben verbunden, auch die Gesellschaften unter sich; und nach denselben werden sie auch getrennt; denn die entgegengesetzten Sphären stoßen gegeneinander und drängen sich gegenseitig zurück, daher sind die Sphären der Liebe zum Bösen sämtlich in der Hölle; und die Sphären der Liebe zum Guten sämtlich im Himmel, somit auch diejenigen, die sich in denselben befinden. 6207. Der Einfluß der Engel geht besonders auf das Gewissen des Menschen. Hier ist die Grundlage (oder Basis), auf die sie einwirken. Und diese Grundlage ist im Inwendigen des Menschen. Das Gewissen ist ein doppeltes: ein inneres und ein äußeres. Das innere Gewissen ist das des geistig Guten und Wahren, das äußere Gewissen aber ist das des Rechten und Billigen; dieses Gewissen findet sich heutzutage bei vielen, aber das innere nur bei wenigen. Aber dennoch werden diejenigen, die sich jenes Gewissens erfreuen, im anderen Leben selig, denn sie sind so beschaffen, daß sie, wenn sie gegen das Gute und Wahre oder gegen das Gerechte und Billige handeln, innerlich Angst und Qual fühlen, nicht weil dadurch ihre Ehre oder ihr Gewinn oder ihr guter Name leidet, sondern weil sie gegen das Gute und Wahre oder gegen das Gerechte und Billige gehandelt haben. Wo aber dieses Gewissen nicht vorhanden ist, da ist etwas im Untersten, was sich bisweilen heuchlerisch als ein Gewissen darstellt, indem es nämlich sagt, daß man das Wahre und Gute, sowie das Billige und Gerechte tun müsse, nicht aus Liebe zu diesem, sondern um seiner selbst willen, der Ehre und des Gewinnes wegen. Auch diese fühlen Angst und Qual, wenn ihnen Widriges begegnet, aber dieses Gewissen ist kein Gewissen, weil es aus der Selbstliebe und Weltliebe hervorgeht, und in dieser ist nichts von der Liebe Gottes und des Nächsten, weshalb es im anderen Leben auch nicht erscheint. Die so geartet sind, können auch höhere Ämter verwalten, gleichwie diejenigen, die sich eines echten Gewissens erfreuen, denn in der äußeren Form tun sie das gleiche, aber nur um ihrer Ehre und ihres Rufes willen. Und je mehr sie so Verlust und Nachteil fürchten, desto besser besorgen sie die öffentlichen Geschäfte zugunsten des Nächsten und des Vaterlandes. Diejenigen aber, die sich nicht einmal vor Verlust fürchten, sind im Staate ganz verwerfliche Glieder. Diejenigen, die solch ein falsches Gewissen haben, wissen nicht einmal, was Gewissen ist, und wenn sie von anderen hören, was es sei, spotten sie und glauben, dies sei ein Zeichen von Einfältigkeit oder Schwermut. Obiges wurde gesagt, damit man wisse, wie es sich mit dem Einfluß verhält, daß nämlich das Gewissen die Grundlage ist, in welche die Engel einfließen, und zwar in die Neigungen zum Guten und Wahren, wie auch zum Gerechten und Billigen, und daß sie so den Menschen (gleichsam) gebunden führen, dennoch aber in der Freiheit halten. 6208. Es gibt einige, die sich durch angeerbte Anlage eines natürlichen Guten erfreuen, vermöge dessen sie Freude daran haben, anderen wohlzutun; die aber weder aus dem Worte, noch aus der Kirchenlehre, noch durch ihre Religion Grundsätze aufgenommen haben, infolge deren sie Gutes tun; sie konnten daher auch kein Gewissen erlangen, denn dieses kommt nicht aus dem natürlichen oder anererbten Guten, sondern aus der Lehre des Wahren und Guten, und aus einem Leben, das derselben gemäß ist. Wenn solche in das andere Leben kommen, wundern sie sich, daß sie nicht in den Himmel aufgenommen werden, indem sie sagen, sie hätten doch ein gutes Leben geführt; aber es wird ihnen erwidert: ein gutes Leben aus dem Natürlichen oder Angeerbten sei kein gutes Leben, sondern (dieses komme) aus dem, was Sache des Guten und Wahren und dadurch Sache des Lebens ist, hierdurch erlange man Grundsätze über das Wahre und Gute, und ein Gewissen, das die Grundlage ist, in die der Himmel einfließt. Damit sie erkennen, daß die Sache sich so verhält, werden sie in verschiedene Gesellschaften gebracht, und dann lassen sie sich zu allem Bösen verführen, bloß durch Vernünfteleien und Beredungen, daß das Böse gut sei und das Gute böse sei, und so werden sie allenthalben beredet und wie Spreu vom Winde hin und her getrieben, denn sie sind ohne Grundsätze und Grundlage, auf welche die Engel einwirken und sie vom Bösen abbringen können. 6209. Der Einfluß der Engel bei dem Menschen wird nicht so empfunden wie der Einfluß der Geister, denn was von ihnen einfließt, ist nicht materiell, sondern geistig, und es erscheint ganz wie eine Luftströmung, von den inwendigeren Engeln wie etwas Leuchtendes, und von den noch innerlicheren wie etwas Flammendes; worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, am Schlusse der folgenden Kapitel mehreres (gesagt werden soll). 6210. Einige Male geschah es, daß ich eifrig über weltliche Dinge dachte, und über solche, die den meisten sehr am Herzen liegen, nämlich an Besitz, an Erwerb von Reichtümern, an sinnliche Vergnügungen und ähnliche Dinge. Alsbald bemerkte ich, daß ich in das Sinnliche herbsank, und daß ich in dem Maße, als mein Denken sich in diese Dinge versenkte, von dem Umgang mit den Engeln entfernt wurde. Daraus wurde mir auch klar, daß diejenigen, die sich in solche Sorgen tief einlassen, im anderen Leben keinen Verkehr mit jenen haben können, denn wenn solche Gedanken das ganze Gemüt einnehmen, ziehen sie den Geist herab, und sind wie Gewichte, die abwärts ziehen. Und wenn (jene Dinge) zum Zweck werden, dann entfernen sie (den Menschen) vom Himmel, denn zu diesem kann der Mensch nur durch das Gute der Liebe und des Glaubens erhoben werden. Dies konnte ich auch noch deutlich aus Folgendem erkennen: als ich einst durch die Wohnungen des Himmels geführt wurde, und dann in einer geistigen Vorstellung war, geschah es, daß ich plötzlich in ein Denken an weltliche Dinge verfiel, und alsbald verschwand jene ganze geistige Vorstellung und wurde gleichsam vernichtet. 6211. Bisweilen wunderte ich mich darüber, daß die Rede und die Handlung nicht auch durch besondere Geister regiert werde, wie das Denken und Wollen; aber ich wurde belehrt, daß die Rede aus dem Denken und die Handlung aus dem Wollen hervorgehe, und daß dies infolge der Ordnung geschehe, somit durch den allgemeinen Einfluß. Aber gleichwohl sind für jedes Glied, das zur Rede, und für jedes Glied, das zur Handlung gehört, besondere Geister bestimmt, aber diese Geister wissen es nicht. Der allgemeine Einfluß ist ein fortwährendes Einwirken vom Herrn durch den ganzen Himmel auf das einzelne, was zum Leben des Menschen gehört. 6212. Aus dem Worte ist bekannt, daß aus der geistigen Welt und aus dem Himmel ein Einfluß auf die Propheten stattfand, teils durch Träume, teils durch Visionen, und teils durch Rede; und bei einigen sogar (durch ein Einfließen) in ihre Sprache und in ihre Gebärden, somit in das, was dem Körper angehört; und daß sie dann weder aus sich redeten; noch aus sich handelten, sondern aus den Geistern, die alsdann ihren Körper in Besitz hatten. Einige gebärdeten sich dann wie unsinnig, so daß z.B. Saul nackt dalag, andere sich verwundeten, wieder andere sich Hörner aufsetzten und dergleichen mehr. Weil ich nun zu wissen wünschte, wie von den Geistern auf jene eingewirkt wurde, so ward es mir durch lebendige Erfahrung gezeigt. Um es zu erkennen, war ich eine ganze Nacht von Geistern besessen, die meinen Körper so sehr einnahmen, daß ich nur noch ganz dunkel fühlen konnte, daß es mein Körper war. Als diese Geister kamen, erschienen sie wie kleine Wolken in verschiedene Formen zusammengedrängt, größtenteils in spitziger Form; die Wolken waren schwarz. Am Morgen erschien mir ein Wagen mit einem Zweigespann von Pferden, in dem ein Mann fuhr; dann erschien mir ein Pferd, auf dem jemand saß, der vom Pferde rückwärts abgeworfen wurde, und nun dalag, während das Pferd nach hinten ausschlug. Nachher erschien mir ein anderer, der auf einem Pferde saß; die Pferde waren von edler Art. Hierauf erklärten die Engel, was diese Erscheinungen bedeuteten; sie sagten, der Wagen, in dem ein Mann fuhr, bedeute den geistigen Sinn, der in den Weissagungen lag, die sie aussprachen, und die vorbildlich waren; das Pferd, das den Daraufsitzenden abwarf und ausschlug, bedeute das jüdische und israelitische Volk, bei dem die Weissagungen gegeben wurden, daß es nämlich nur im Äußeren war, und daher das Verständnis von sich wies, und gleichsam durch Ausschlagen jene (Männer) von sich entfernte. Der andere, der auf dem Pferde saß, bedeute das Verständnis, das diejenigen haben, die im inneren Sinn des prophetischen Wortes sind. Durch diesen Zustand, in dem ich die Nacht hindurch bis zum Morgen war, wurde ich belehrt, wie die Propheten, durch welche die Geister sprachen und wirkten, in Besitz genommen waren; daß nämlich die Geister ihren Körper so sehr einnahmen, daß kaum etwas übrig blieb, außer daß sie wußten, daß sie es waren. Es gab bestimmte Geister für diesen Nutzzweck, welche die Menschen nicht in Besitz nehmen, sondern nur in die körperlichen Neigungen des Menschen eindringen wollten, und wenn sie in diese eindrangen, dann drangen sie auch in alle Teile seines Körpers ein. Die Geister, die gewöhnlich bei mir waren, sagten, daß ich ferne von ihnen sein würde, wenn ich in diesem Zustand verbliebe. Die Geister, die meinen Körper in Besitz nahmen, wie ehemals die der Propheten, redeten nachher mit mir und sagten, daß sie während dieser Zeit gar nicht anderes gewußt hätten, als daß sie ein Leben führten wie im Leibe und dergleichen mehr. Außerdem wurde gesagt, daß auch andere Einflüsse bei den Propheten gewesen seien, nämlich von der Art, daß sie dabei selbständig und selbstdenkend waren, nur daß die Geister mit ihnen redeten, und zwar gemeiniglich tief in ihrem Inneren. Es sei aber kein Einfluß in ihr Denken und Wollen gewesen, sondern nur eine Rede, die zu ihrem Gehör gedrungen sei. 6213. Daß die Hölle durch ihre Geister beständig Böses und Falsches einströmen läßt, und das Wahre und Gute verdreht und auslöscht, und daß der Herr durch die Engel es fortwährend abwendet, wegnimmt, mildert und mäßigt, ist mir durch eine fast fortwährende Erfahrung von mehreren Jahren so ganz bekannt geworden, daß ich nicht einmal daran denken kann, es zu bezweifeln. Damit aber die Engel die Einflüsse von der Hölle abwehren können, müssen Glaubenswahrheiten verbunden mit dem Guten des Lebens bei dem Menschen vorhanden sein, in das sie einfließen können. Dies muß für sie die Grundlage sein, auf die sie einwirken. Wenn hingegen der Mensch solches nicht hat, wird er von der Hölle fortgerissen, und dann regiert ihn der Herr durch die Engel in Ansehung seines äußeren (Menschen) und dies nennt man die äußeren Bande, die zum Gebiet seiner eigenen Klugheit gehören, so daß er in der äußeren Form den Nächsten und das Vaterland zu lieben scheint, aber (er tut dies nur) um seiner Ehre, seines Gewinnes, seines Rufes willen, (aus Furcht) vor den Strafen des Gesetzes, wie auch aus Furcht vor dem Tode. Dies sind die äußeren Bande, durch die der Mensch regiert wird, wenn die inneren, nämlich die des Gewissens, nicht vorhanden sind. Aber diese äußeren Bande nützen nichts im anderen Leben, denn sie werden ihm genommen, und wenn sie weggenommen sind, dann erscheint der Mensch so, wie er in seinem Inneren war. 6214. Wie schwer es dem Menschen fällt, zu glauben, daß die Geister seine Gedanken wissen, konnte ich aus Folgendem deutlich erkennen: ehe ich noch mit Geistern redete, geschah es, daß ein gewisser Geist mich mit wenigen Worten über das anredete, was ich dachte. Ich war bestürzt darüber, daß ein Geist dieses wußte, weil ich meinte, daß solche Dinge verborgen und nur dem Herrn allein bekannt seien. Späterhin, als ich anfing mit Geistern zu reden, wurde ich unwillig, daß ich nichts denken konnte, was sie nicht wußten (und meinte), daß mir dies lästig sein werde. Nachher aber wurde ich durch die Gewohnheit einiger Tage damit vertraut. Zuletzt wurde mir auch gewiß, daß die Geister nicht nur den ganzen Inhalt des Denkens und Wollens des Menschen wahrnehmen, sondern auch noch viel mehr als der Mensch selbst; und mehr noch die Engel, nämlich die Absichten und Zwecke von den ersten an durch die mittleren bis zu den letzten, und daß der Herr nicht nur weiß, wie der ganze Mensch beschaffen ist, sondern auch, wie er in Ewigkeit sein wird. Daraus kann erhellen, daß durchaus nichts verborgen ist, sondern alles, was der Mensch innerlich denkt und aussinnt, im anderen Leben offenbar ist wie am hellen Tage. 6215. Die Fortsetzung von dem Einfluß und Verkehr der Seele und des Körpers am Schlusse des folgenden Kapitels. 6307. Daß aus der geistigen Welt durch Engel und durch Geister ein Einfließen in die Neigungen und Gedanken stattfindet, ist mir nun durch vieljährige Erfahrung so deutlich zu wissen gegeben worden, daß nichts deutlicher sein kann. Ich habe diesen Einfluß empfunden nicht nur in Ansehung der Gedanken, sondern auch in Ansehung der Neigungen, und wenn Böses und Falsches einfloß, wurde mir zu wissen gegeben, von welchen Höllen es herkam, und wenn Gutes und Wahres, von welchen Engeln. Ich wurde daher so vertraut mit dieser Sache, daß ich zuletzt bei dem einzelnen der Gedanken und Neigungen wissen konnte, woher es stammte; und dennoch waren es meine eigenen Gedanken ebenso, wie sie es früher gewesen waren. 6308. Dieses Einfließen findet durch Geister und Engel statt; die Ordnung des Einflusses ist von der Art, daß zuerst die bösen Geister einfließen, und dann die Engel das Böse vertreiben. Daß der Einfluß von solcher Art ist, nimmt der Mensch nicht wahr, weil sein Denken durch das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Einflüssen in der Freiheit erhalten wird, und weil der Mensch nicht darauf achtet. Die Bösen können es nicht wissen, wenn sie auch darauf achten würden, weil bei ihnen kein Gleichgewicht zwischen Bösem und Gutem stattfindet, aber die im Guten sind, können es wissen. Auch wissen sie aus dem Worte, daß etwas in ihrem Inneren ist, was gegen das Böse und Falsche bei ihnen kämpft, und daß der geistige Mensch gegen den natürlichen ist, also die Engel, die im Inneren des Menschen und in seinem Geistigen sind, gegen die bösen Geister, die in seinem Äußeren und Natürlichen sind. Daher wird auch die Kirche eine streitende genannt. Das Böse, das von den bösen Geistern in das Denken einfließt, schadet aber dem Menschen gar nicht, wenn er es nicht aufnimmt; denn wenn er es aufnimmt und vom Gedanken in den Willen übergehen läßt, dann tut es seine Wirkung; und dann tritt er auf die Seite der höllischen Geister, und weicht von den Engeln des Himmels zurück. Das ist es, was der Herr bei Mark.7/14-23 lehrt: "daß das, was zum Menschen eingeht, ihn nicht unrein macht, sondern das, was aus ihm herausgeht, weil dies aus dem Herzen oder dem Willen kommt". 6309. Ich habe mit guten Geistern über den inneren und den äußeren Menschen geredet, indem ich sagte, es sei zu verwundern, daß nur wenige innerhalb der Kirche glauben (obwohl sie es aus dem Worte wissen), daß ein innerer Mensch sei unterschieden vom äußeren, während sie es doch durch einen nur oberflächlichen Hinblick auf ihre Gedanken und ihren Willen täglich erkennen könnten; nämlich daraus, daß sie oft innerlich anders denken als äußerlich; und daß sie, was sie äußerlich denken, in die Rede, in das Gesicht und in die Handlung übergehen lassen, das aber, was sie innerlich denken, nicht auf gleiche Weise, indem sie dies tief verbergen, wie dies bei denen, die sich verstellen, bei den Heuchlern und Listigen, ganz gewöhnlich ist. Die im Guten sind, können es daraus erkennen, daß sie denken, man dürfe nicht so handeln, indem sie sich selbst anklagen: daraus kann es ihnen deutlich werden, daß es einen inneren Menschen gibt, getrennt vom äußeren. Daß sie aber nicht darauf achten, und wenn sie darauf achten, es nicht wahrnehmen, kommt daher, daß sie das Leben in den Körper setzen, und weil, wenn man sein ganzes Denken in das Körperliche und Weltliche versenkt, die Anschauung von solchen Dingen verloren geht, ja sogar der Glaube, daß es so sei. Auch dieses wurde mir durch Erfahrung zu wissen gegeben: wenn ich in irgendeiner Vorstellung von himmlischen Dingen war, und dabei in Gedanken an das Weltliche und Irdische verfiel, verschwand das Himmlische so völlig, daß es kaum noch anerkannt wurde. Die Ursache ist, weil alles, was dem Himmelslicht angehört, zur Finsternis wird, wenn es in solches fällt, was dem Licht der Welt angehört; denn beide sind einander entgegengesetzt. Damit sie aber nicht mehr entgegengesetzt seien, wird der Mensch wiedergeboren, und auch vom Sinnlichen gegen das Inwendige hin erhoben, und inwieweit er über jenes erhoben wird, insoweit verläßt er das Böse und Falsche. Erhoben kann aber nur derjenige werden, der im Guten des Glaubens und des Lebens ist. 6310. Das Inwendigere des Menschen ist vermittelst seiner Abzweigungen oder Ableitungen nach Graden unterschieden, und diesen Graden gemäß ist auch sein Licht. Das sinnliche Innere, das den Sinnen des Körpers zunächst steht, hat ein sehr grobes, d.h. düsteres Licht. Dieses Licht ist mir durch viele Erfahrung zu erkennen gegeben worden, und ich habe bemerkt, daß, sooft ich in dieses Licht versetzt wurde, Falsches und Böses mehrfacher Art sich einstellte, ja sogar Anstößiges gegen das Himmlische und Göttliche, und auch Häßliches und Unreines. Der Grund ist, weil dieses Licht in den Höllen herrscht, und die Höllen durch dasselbe besonders beim Menschen einfließen. Wenn der Mensch in diesem Lichte ist, dann ist sein Denken fest in demselben Lichte, in dem sein äußeres Gesicht ist, und er ist dann beinahe ganz in seinem Körper. Die Menschen, die in diesem Lichte sind, müssen Sinnliche genannt werden, denn sie denken nicht über das Sinnenhafte des Körpers hinaus, was darüber hinaus ist, nehmen sie weder wahr, noch glauben sie es. Sie glauben vielmehr nur das, was sie sehen und berühren. In einem solchen Lichte sind diejenigen, die ihr Inneres gar nicht ausgebildet haben, indem sie in Vernachlässigung und Verachtung alles dessen lebten, was dem Vernünftigen und Geistigen angehört. Und in diesem Licht sind besonders die Geizigen und die Ehebrecher, ferner diejenigen, die in lauter Wollüsten und in schimpflichem Müßiggange gelebt haben. Daher denken sie Unreines und oft auch Anstößiges über die heiligen Dinge der Kirche. 6311. In diesem Licht sind die Höllen, und auch so manche, die nicht so böse sind, die nämlich nicht Geizige, Ehebrecher oder Wollüstige waren, die aber so geworden sind, weil sie ihr Vernünftiges nicht ausgebildet haben. Ich durfte diese Geister in einer gewissen Dämmerung sehen: sie erschienen (wie) auf einem Markte, scharenweise Säcke tragend, in denen rohe Stoffe waren, sie wägend und forttragend. Einige Sirenen waren damals nicht ferne, und ich hörte sie sagen, daß sie bei jenen sein möchten, weil sie mit ihren Augen Menschen sehen; denn weil die Sirenen vor anderen Ehebrecherinnen, und auch gegen alles Himmlische und Geistige feindlich waren, können sie keine anderen Geister sehen als solche, die im sinnlichen Licht sind, weil sie selber so beschaffen sind. 6312. Weil die Höllen in diesem sinnlichen Lichte sind, deshalb muß der Mensch, wenn er nicht über dasselbe erhoben wird, notwendig verloren gehen. Er wird aber erhoben durch das Gute des Glaubens. Es gibt auch Höllen, die in einer feineren Sphäre sind; in diesen befinden sich diejenigen, die inwendig boshaft waren und allerlei Kunstgriffe erdachten, um andere ihrer Güter zu berauben, und viele Trugkünste aussannen, um zu herrschen. Aber es wurde bemerkt, daß diese Sphäre in die äußere sinnliche Sphäre einfließt und zwar von der Rückseite her, wo das Unwillkürliche des Menschen liegt. Daher ist die sinnliche Sphäre so stark. 6313. Wenn der Mensch gegen das Inwendigere hin erhoben wird, dann kommt er von dem groben sinnlichen Licht in ein milderes Licht, und wird dann zugleich dem Einflusse anstößiger und unreiner Dinge entzogen, und näher gebracht zu dem, was gerecht und billig ist, weil näher zu den Engeln, die bei ihm sind, somit auch näher zum Licht des Himmels. Diese Erhebung vom Sinnlichen war den Alten bekannt, und auch den Heiden, deshalb haben ihre Weisen gesagt, daß die Seele, wenn sie vom Sinnlichen entfernt werden, in das innere Licht komme, und zugleich in den Zustand der Ruhe, und in eine gewisse himmlische Seligkeit. Hieraus schlossen sie auch auf die Unsterblichkeit der Seele. Der Mensch kann noch innerlicher erhoben werden, und je innerlicher, in ein desto klareres Licht kommt er, und endlich in das Licht des Himmels, welches Licht nichts ist, als Weisheit und Einsicht vom Herrn. Die drei Himmel sind auch nicht anders unterschieden, als nach den Erhebungen gegen das Inwendigere, also auch nach den Graden des Lichtes. Weil der dritte Himmel im Inwendigsten ist, so ist er auch im größten Licht, somit in einer Weisheit, welche die Weisheit der unteren Himmel weit übertrifft. 6314. Wie mit dem Licht, ebenso verhält es sich auch mit der Wärme, welche die Lebenswärme des Menschen ist. Diese Wärme hat ihren Ursprung keineswegs von der Wärme, die aus der Sonne der Welt stammt, sondern von der geistigen Wärme, welche Liebe ist, und vom Herrn ausgeht, diese Wärme haben die Engel. Inwieweit daher der Mensch in der Liebe ist, insoweit ist er in der Lebenswärme. Der Körper hingegen ist in der Wärme der Welt, und auch nach innen zu sinnenhaft, aber die Lebenswärme fließt in diese Wärme ein und belebt sie; das Reine und Grobe desselben verhält sich ebenso wie sein Licht. Diese Wärme ist es, die unter den heiligen Feuern im Worte verstanden wird, und deshalb werden auch durch diese Feuer die himmlischen Liebesarten bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn ist es diejenige Wärme, die unter dem höllischen Feuer verstanden wird, und deshalb werden durch diese Feuer im Worte die höllischen Liebesarten und ihre Begierden bezeichnet. 6315. Der Mensch, der in seinem Leben durch das Gute des Glaubens über das Sinnliche erhoben worden ist, befindet sich abwechselnd im sinnlichen Lichte und im inwendigeren Lichte. Wenn er in weltlichen Sorgen ist, in Gesellschaften, wo äußere Dinge vorherrschen, oder in Vergnügungen sinnlicher Art, dann ist er im sinnlichen Leben. In diesem Zustand vermeidet er es und scheut sich, über Gott zu reden und zu denken, und über das, was dem Glauben angehört. Und wenn er dann über solche Dinge reden und denken wollte, würde er sie für nichts achten, wenn er nicht augenblicklich gegen das Inwendigere hin vom Herrn erhoben würde. Wenn ein solcher Mensch nicht im Weltlichen lebt, sondern im inneren Lichte ist, dann denkt er gemäß dem Gerechten und Billigen, und wenn er in ein noch inwendigeres Licht kommt, denkt er aus dem geistig Wahren und Guten. Wer im Guten des Lebens ist, der wird von einem Lichte zum anderen erhoben, und zwar augenblicklich in ein inwendigeres Licht, wenn er anfängt Böses zu denken, denn die Engel sind ihm nahe. Dies wurde mir durch Erfahrungen zu wissen gegeben, indem ich häufig die Erhebungen wahrnahm, und dann zugleich die Veränderungen des Zustandes in betreff der Neigungen und in betreff der Gedanken. 6316. Die Gelehrten sind seltsamerweise zum größten Teil sinnenhaft. Die Ursache ist, weil sie die Wissenschaften nur um des Ruhmes willen erlernten, um dadurch zu Ehren und zu äußerem Gewinn zu gelangen, nicht aber zu dem Zwecke, um weise zu werden. Denn alle Wissenschaften, die in der gelehrten Welt existieren, sind Mittel, um weise zu werden, aber auch Mittel, um töricht zu werden. Wenn solche zu Ehrenstellen gelangt sind, dann leben sie sinnlicher als die Einfältigen, und dann glauben sie, es sei Einfalt dem Göttlichen etwas zuzuschreiben, und nicht vielmehr der Klugheit und der Natur, und das übrige dem Zufall. 6317. Es waren Geister bei mir, die, als sie in der Welt als Menschen lebten, Gelehrte genannt wurden. Sie wurden in den Zustand ihres Denkens zurückversetzt, in dem sie in der Welt waren, und es wurden mir ihre Gedanken mitgeteilt, und zwar über die Geister. Ihr Denken war aber von der Art, daß sie durchaus nicht dahin gebracht werden konnten zu glauben, daß ein Geist irgendeinen Sinn besitze, und auch das übrige, was sie von den Geistern oder Seelen nach dem Tode gedacht hatten, war ganz ohne alle Merkmale irgendeiner Beschaffenheit. Der Grund davon war, weil sie das Leben in den Körper setzten, und sich gegen das Leben des Geistes oder ihrer Seele nach dem Tode durch wißtümliche Erkenntnisse und Philosophien begründet hatten. Daher hatten sie sich das Inwendigere verschlossen, zu dem sie somit durchaus nicht erhoben werden konnten. Nachdem sie sich einmal gegen dasjenige, was sich auf das Leben nach dem Tode bezieht, begründet hatten, wären sie, wenn ihnen auch nachher die größten Wahrheiten gesagt worden wären, wie Blinde dagegen gewesen, die nicht sehen, und wie Taube, die nicht hören. Einige von ihnen spotten auch darüber, und zwar um so mehr, als sie sich für weiser als die anderen halten. Aber die Ungelehrten, die im Guten des Glaubens waren, sind nicht so beschaffen, denn sie haben sich durch keine Wissenschaft oder Philosophie gegen das, was Angehör der Kirche ist, bestärkt, deswegen ist ihr Innewerden umfassender und klarer; und weil sie ihr Inwendigeres nicht verschlossen haben, sind sie in der Fähigkeit, das Gute und Wahre aufzunehmen. 6318. Es gibt auch Menschen, die mehr als sinnlich sind, nämlich körperhaft, und das sind diejenigen, die sich ganz gegen das Göttliche begründet und alles der Natur zugeschrieben haben, und so ohne alle Rücksicht auf das Gerechte und Billige außer der äußeren Form nach gelebt haben. Weil solche inwendig wie die unvernünftigen Tiere sind, obgleich sie äußerlich als Menschen erscheinen, so sind sie mehr als sinnlich, und erscheinen sich und anderen im anderen Leben gleichsam körperhaft. Sie erschienen mir nach vorne, nahe am rechten Fuß, heraufsteigend aus der Tiefe, stark behaart, und gleichsam hart und grob. Als sie heraufgestiegen waren, erschien (wie) ein Schwert, das über ihren Häuptern schwebte. Ich habe mit ihnen geredet, und sie sagten, es komme ihnen vollständig so vor, als ob sie im Leibe wären. HG 6319 6319. Was den Einfluß der Engel beim Menschen anbelangt, so ist er nicht von der Art, wie der Mensch sich ihn denkt, sondern ist den Entsprechungen gemäß; denn die Engel denken in geistiger Weise, der Mensch aber nimmt es auf natürliche Weise wahr, somit fällt das Geistige in seine Entsprechung, und demzufolge in sein Vorbildliches beim Menschen. So z.B. wenn der Mensch von Brot spricht, von der Saat, von der Ernte, von Fettem und dergleichen, dann denken die Engel an das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit usf. Ich träumte einst einen gewöhnlichen Traum; als ich erwachte, erzählte ich alles von Anfang bis zu Ende. Da sagten die Engel, daß es ganz und gar mit dem zusammenfalle, was sie unter sich geredet hätten; nicht als ob es dasselbe wäre, was ich geträumt hatte, sondern die Entsprechung und Vorbildung, somit alles im einzelnen. Hierauf sprach ich mit ihnen vom Einfließen. Vor den Geistern aber, die bei den Menschen sind, erscheinen die Gegenstände nicht so, wie der Mensch sie vor Augen sieht, auch fassen sie nicht die Worte auf, wie der Mensch sie mit dem Ohr hört, sondern so wie der Mensch denkt. Daß das Denken sich ganz und gar anders verhält als die Rede, erhellt daraus, daß der Mensch in einem Augenblick mehr denkt, als er in einer halben Stunde aussprechen kann, weil er abgezogen von den Worten der Sprache denkt. Daraus kann man einigermaßen erkennen, wie der Verkehr der Seele mit dem Körper ist, daß er nämlich so beschaffen ist, wie der Einfluß der geistigen Welt in die natürliche Welt; denn die Seele oder der Geist des Menschen ist in der geistigen Welt, und der Körper in der natürlichen Welt; also gemäß den Entsprechungen. 6320. Wenn die Engel einfließen, bringen sie auch Neigungen hinzu, und die Neigungen selbst enthalten Unzähliges in sich. Von diesem unzähligen wird aber vom Menschen nur weniges aufgenommen, und zwar nur das, was sich anschließen kann an das, was schon früher in seinem Gedächtnisse war. Das, was vom Einfluß der Engel übrig bleibt, legt sich gleichsam um jenes herum, und bewahrt es wie beschützend im Busen. 6321. Daß es ein Einfließen der Engel (=Einfluß) gibt, und daß der Mensch ohne dasselbe nicht leben könnte, wurde mir durch Erfahrung zu wissen gegeben. Es gibt boshafte Geister, die Kunstgriffe ersonnen haben, um den Einfluß der Engel zu verhindern, aber nur teilweise vermögen sie es. Es wurde ihnen gestattet, dasselbe auch bei mir zu tun, zu dem Zweck, damit ich aus Erfahrung wissen möchte, daß die Sache sich so verhalte. Sobald diese den Einfluß verhinderten, schwankte das Gedankenleben, und zuletzt war es wie bei denen, die in Ohnmacht fallen; aber in demselben Augenblick wurde ich wieder hergestellt, und diese Geister wurden in ihre Hölle geworfen. Sie erschienen zur Linken an der Fläche des Wirbels am Kopfe, wo sie zuerst im Verborgenen waren. 6322. Es hat ganz den Anschein, als ob die äußeren Sinne wie das Gesicht und das Gehör, in das Denken einflössen und hier Vorstellungen erregten; denn die Gegenstände scheinen die Sinne anzuregen, zuerst die äußeren und dann die inneren, und auch dasselbe scheint die Rede zu tun. Allein, wie stark auch immer dieser Anschein sein mag, so ist er doch nur eine Sinnestäuschung; denn das Äußere, das grob und materiell ist, kann nicht in das Innere, das fein und geistig ist, einfließen und es anregen; dies ist gegen die Natur. Vielmehr ist es der innere Sinn, oder der Sinn des Geistes selbst, der durch den äußeren Sinn fühlt und die äußeren Sinne befähigt, die Gegenstände nach seinem Verlangen aufzunehmen, deshalb richten sich auch die Sinne (z.B. der Sinn des Gesichts oder das Auge), augenblicklich nach den Gegenständen gemäß ihrer Beschaffenheit. Was in den äußeren Sinnen nicht stattfinden würde, wenn nicht ein Einfluß von innen her wirkte, denn alle Fasern und Muskeln, deren sich eine Menge um jedes Sinneswerkzeug oder Sinnesorgan herumlegen, werden augenblicklich zweckmäßig je nach der Beschaffenheit des Gegenstandes bestimmt, ja sogar dem Organ selbst wird im Augenblick ein entsprechender Zustand beigebracht. Es war oft unter den Geistern die Rede von diesem Anschein, und von den Engeln wurde ebensooft geantwortet, daß das Einfließen keineswegs vom Äußeren in das Innere stattfinde, sondern vom Inneren in das Äußere, und daß dies der Ordnung gemäß sei, der entgegen kein Einfluß stattfinden könne. Ich habe zwei oder dreimal Geister gesehen, abgesondert von ihrer Engelgesellschaft, weil sie zufolge des Anscheines glaubten, daß es einen Einfluß vom Äußeren in das Innere gebe, und daß somit ein physischer und nicht ein geistiger Einfluß stattfinde. Die Ursache der Absonderung war, weil man sonst hätte schließen können, daß die Höllen, die im Äußerlichen sind, in die Himmel einfließen könnten, die im Innerlichen sind; und weil man auch hätte schließen können, daß der Einfluß des Lebens nicht vom Herrn sei, während doch von Ihm alles Leben einfließt, weil Er selbst im Innersten ist, und im Vergleich mit Ihm alles andere ein Äußeres ist. 6323. Daß dem Guten der Liebe, das vom Herrn durch die Engel einfließt alles Wahre innewohnt, und daß dieses Wahre sich von selbst offenbaren würde, wenn der Mensch in der Liebe zum Herrn und in der Liebe zum Nächsten leben würde, geht nicht nur deutlich aus dem hervor, was im Himmel ist, sondern auch aus dem, was in der tieferstehenden Natur existiert. Von dem, was in dieser untergeordneten Natur sich befindet, darf ich, weil es vor Augen liegt, einiges zur Erläuterung anführen: Die vernunftlosen Tiere werden einzig und allein durch die Triebe ihrer Liebe und deren Neigungen geleitet, für die sie erschaffen wurden, und in die sie geboren werden; denn ein jedes Tier strebt nach dem, wozu seine Neigung und Liebe es zieht. Und weil es so ist, so sind sie auch in allen Kenntnissen, die irgendwie Angehör dieser Liebe sind; denn vermöge ihres Triebes zur ehelichen Liebe wissen sie, wie sie sich begatten müssen, die Haustiere in ihrer Weise und die Vögel auf andere Art. Die Vögel wissen, wie sie ihre Nester machen, wie sie Eier legen und sie bebrüten müssen, wie die Jungen ausschlüpfen, und auch wie sie dieselben ernähren müssen, und dies alles ohne irgendeine Belehrung, allein aus ihrem Trieb zur ehelichen Liebe und aus der Liebe zur Nachkommenschaft, in welchem alle diese Kenntnisse eingepflanzt sind. Ebenso wissen sie, mit welchen Nahrungsmitteln sie sich ernähren, und wie sie dieselben suchen müssen; und was noch mehr ist, die Bienen wissen sie aus den Blumen verschiedener Art hervorzusuchen, und auch Wachs zu sammeln, aus dem sie Zellen machen, in die sie zuerst ihre Nachkommenschaft legen, und hernach ihre Speise aufbewahren, auch wissen sie sich für den Winter zu versorgen; um noch vieles andere zu übergehen. Alle diese Kenntnisse sind in den Trieben ihrer Liebe eingeschlossen, und wohnen darin von ihrem ersten Ursprung an. In diese Kenntnisse werden sie geboren, weil sie in der Ordnung ihrer Natur sind, zu der sie geschaffen wurden; und fernerhin werden sie durch den allgemeinen Einfluß aus der geistigen Welt geleitet. Wenn der Mensch in der Ordnung wäre, zu der er erschaffen wurde, nämlich in der Liebe zum Nächsten und in der Liebe zum Herrn (denn diese Arten der Liebe sind dem Menschen eigen), so würde er mehr als alle Tiere nicht nur in die Kenntnisse hineingeboren, sondern auch in alles geistig Gute und himmlisch Gute, und somit in alle Weisheit und Einsicht; denn er kann an den Herrn denken, und durch Liebe mit Ihm verbunden und so zum Göttlichen und Ewigen erhoben werden, was die vernunftlosen Tiere nicht können; dann würde also der Mensch nur vom allgemeinen Einfluß vom Herrn durch die geistige Welt regiert werden. Weil er aber nicht in die Ordnung, sondern gegen seine Ordnung geboren wird, daher wird er in Unwissenheit über alles geboren; und weil sich dies so verhält, so wurde Fürsorge getroffen, daß er später wiedergeboren werden und dann in soviel Einsicht und Weisheit kommen kann, als er Gutes, und durch das Gute auch Wahres mit freiem Willen aufnimmt. 6324. Die Geister, die viel vernünfteln im anderen Leben, werden nur wenig inne was gut und wahr ist, weshalb sie auch nicht in den inneren Engelgesellschaften zugelassen werden, denn ihnen kann daselbst keine Einsicht mitgeteilt werden. Sie stellten auch unter sich Erörterungen an über den Einfluß aller Gedanken und Neigungen, und sagten, wenn es so sei, könne keiner für schuldig erklärt werden, und für sein Vergehen Strafe erleiden; aber es wurde ihnen geantwortet, wenn der Mensch glauben würde, wie die Sache sich wirklich verhält, daß nämlich alles Gute und Wahre vom Herrn sei, und alles Böse und Falsche von der Hölle, dann könnte er keines Vergehens für schuldig erklärt und ihm kein Böses zugerechnet werden. Weil er aber glaubt, daß er aus sich handelt, eignet er sich das Böse an; denn der Glaube bewirkt dieses. Somit hängt das Böse ihm an, und kann nicht von ihm getrennt werden. Ja der Mensch ist von der Art, daß er in Unwillen gerät, wenn man ihm sagt, er denke und wolle aus anderen, nicht aus sich. 6325. Es ist eine ewige Wahrheit, daß der Herr den Himmel und die Erde regiert. Wie auch, daß keiner aus sich selbst lebt, außer dem Herrn, und daß folglich alles Leben einfließt, das Gute des Lebens vom Herrn, und das Böse des Lebens von der Hölle. Dieser Glaube ist (allgemein) in den Himmeln. Wenn der Mensch diesen Glauben hat, und er kann ihn haben, wenn er im Guten ist, dann kann ihm das Böse nicht anhaften, noch angeeignet werden, weil er weiß, daß es nicht aus ihm selbst, sondern aus der Hölle stammt. Wenn der Mensch in diesem Zustand ist, dann kann ihm Frieden gegeben werden, denn dann vertraut er einzig dem Herrn. Der Friede kann keinem anderen gegeben werden, als denen, die in diesem Vertrauen aus Liebtätigkeit sind, denn die anderen stürzen sich beständig in Sorgen und Begierden, aus denen Beunruhigungen entstehen. Die Geister, die sich selbst regieren wollen, meinen, daß man (durch jenen Glauben) seinen Willen, somit seine Freiheit verliere, und folglich alle Lust, somit das ganze Leben und seine Freude. Dies sagen und meinen sie, weil sie nicht wissen, wie die Sache sich verhält, denn der Mensch, der vom Herrn geführt wird, ist in der wahren Freiheit, und dadurch in der eigentlichen Lust und Seligkeit. Das Gute und Wahre wird ihm angeeignet, die Neigung und das Verlangen, Gutes zu tun wird ihm gegeben, und dann macht ihn nichts glückseliger, als Nutzen zu leisten. Es wird ihm ferner ein Innewerden des Guten gegeben, und auch ein Empfinden desselben, und es wird ihm Einsicht und Weisheit verliehen, und das alles, als wäre es sein eigen; denn dann nimmt er Leben vom Herrn auf. Es ist in der gelehrten Welt bekannt, daß die Grundursache und die werkzeugliche Ursache zusammen als eine Ursache wirken; weil der Mensch ein Aufnahmegefäß des Lebens vom Herrn ist, darum ist er eine werkzeugliche Ursache, das Leben aus dem Herrn aber ist die Grundursache. Dieses Leben wird im Werkzeuge als das eigene (Leben) empfunden, obwohl es nicht sein eigenes ist. 6326. Unter den berühmteren und vernünftigen Philosophen war einer, der vor einigen Jahren gestorben war, mit dem sprach ich über die Stufen (Grade) des Lebens im Menschen, indem ich sagte, der Mensch bestehe aus lauter Formen zur Aufnahme des Lebens, und die eine Form sei immer inwendiger als die andere, eine jede aber entstehe und bestehe aus der anderen. Ferner (sagte ich), daß, wenn auch die untere oder äußere Form aufgelöst sei, dennoch die höhere oder innere Form fortlebe. Ferner wurde gesagt, alle Tätigkeiten des Gemütes seien Veränderungen der Form, und diese Veränderungen seien in den reineren Substanzen in solcher Vollkommenheit, daß sie nicht beschrieben werden könnten. Auch die Vorstellungen im Denken seien nichts anderes, und diese Veränderungen fänden statt gemäß den Zustandswechseln in den Neigungen. Die allervollkommensten Veränderungen treten in den reineren Formen ein, wie man aus den Lungen schließen kann, die bei den einzelnen Worten der Rede und bei den einzelnen Tönen des Gesanges, bei allen Bewegungen des Körpers und auch bei allen Zuständen des Denkens und der Neigung sich verschieden gestalten und die Formen verändern. Was muß erst in den inwendigeren (Organen) geschehen, die in einem viel vollkommeneren Zustand sind als ein so grobes Eingeweide! Der Philosoph versicherte und beteuerte, daß dergleichen Dinge ihm bekannt gewesen seien, als er in der Welt gelebt habe; und daß die Welt die Philosophie zu solchen Nutzwirkungen anwenden und nicht mit bloßen Phrasen sich abgeben sollte und mit den Streitigkeiten darüber, und dadurch sich vergeblich abmühen. 6327. Die Fortsetzung am Ende des folgenden Kapitels. 6466. Am Ende des vorhergehenden Kapitels ist gezeigt worden, daß beiderlei Leben bei dem Menschen, nämlich das Leben seines Denkens und seines Willens vom Himmel einfließt, und zwar durch die Engel und Geister, die bei ihm sind. Daß es vom Himmel einfließe, ist aber so zu verstehen, daß es durch den Himmel vom Herrn (geschieht), denn alles Leben bei den Engeln ist vom Herrn, was sie selbst einmütig bekennen; sie sind auch in dem Innewerden, daß es so sei. Und weil alles Leben bei den Engeln vom Herrn ist, so ist auch alles Leben bei dem Menschen vom Herrn, denn der Mensch wird durch Engel und Geister im besonderen regiert, und durch den Himmel im allgemeinen vom Herrn. 6467. Hieraus erhellt, daß durchaus kein Mensch Leben aus sich hat, also auch nicht aus sich selber denken und wollen kann, denn das Leben des Menschen besteht ja im Denken und Wollen. Es gibt nämlich nur ein einziges Leben, nämlich das des Herrn, das in alle einfließt, allein es wird verschieden aufgenommen, und zwar je nach der Beschaffenheit, die der Mensch seiner Seele durch das Leben in der Welt gegeben hat. Daher wird bei den Bösen das Gute und Wahre in Böses und Falsches verkehrt, bei den Guten hingegen wird das Gute als Gutes und das Wahre als Wahres aufgenommen. Man kann dies mit dem Licht vergleichen, das von der Sonne in die Gegenstände einfließt: es wird aber in denselben auf verschiedene Weise je nach der Form ihrer Bestandteile modifiziert und verändert, und dadurch in düstere oder heitere Farben verwandelt, also gemäß ihrer Beschaffenheit. Ebenso gibt der Mensch, während er in der Welt lebt, den reinsten Substanzen, die sein Inneres bilden, die Beschaffenheit nach der er das Leben vom Herrn aufnimmt. Man muß jedoch wissen, daß das Leben vom Herrn (wesentlich) ein Leben der Liebe gegen das ganze menschliche Geschlecht ist. 6468. Die aus der Welt neu angekommenen Geister glauben, bevor sie von den Engeln belehrt worden sind, nichts anderes, als daß alles Leben im Menschen selber liege, und daß nichts einfließe. Der Grund ist, weil sie nichts im besonderen vom Himmel wissen, also auch nichts vom Einfließen aus demselben. Die nicht guten Geister wollen auch nicht darüber belehrt werden, denn sie wollen aus sich leben. Auch sagten sie, ich hätte kein Leben, weil sie mich sagen hörten, ich lebte nicht aus mir selber, und das wisse ich durch fortwährende Erfahrung; darauf wollten sie aber gar nicht achten. Ferner durfte ich ihnen sagen, daß ein jeder Leben habe nach der Form seines Inneren, die er sich durch sein Wollen und Handeln, Denken und Reden verschafft habe. Hierauf redete ich mit guten Geistern über den Einfluß des Lebens vom Herrn, daß es nämlich in alles einfließe, und daß man dies deutlich ersehen könne aus der Form des Himmels, insofern er einen Menschen darstelle, und daher der Größte Mensch genannt werde, worüber, so wie auch über die Entsprechung aller Dinge bei dem Menschen mit demselben am Ende mehrerer Kapitel gehandelt worden; dies könne durchaus nicht geschehen, wenn nicht Leben vom Herrn in den Himmel einfließe, im allgemeinen, und in die einzelnen Dinge daselbst im besonderen; und dies gehe auch deutlich daraus hervor, daß der ganze Himmel sich auf den Herrn beziehe, und daß der Herr darin der Mittelpunkt aller Anschauungen sei, und daß die, welche im Himmel sind, aufwärts zu Ihm hinblicken, die aber in der Hölle von Ihm hinweg. Der Herr erscheint nämlich denen, die im Himmel sind, als Sonne, und daselbst ist für sie oben. Ich sagte ferner, es sei klar, daß alles Leben vom Herrn stamme, auch schon daraus, daß die Seele des Menschen auf so wunderbare Weise im Mutterleib ihren Körper und dessen mannigfaltige Glieder und Organe in solcher Reihenfolge und das Innere desselben nach dem Bilde des Himmels gestalten könne. Dies könnte aber durchaus nicht geschehen, wenn nicht alles Leben vom Herrn stammte, und der Himmel nicht so beschaffen wäre. 6469. Es wurde mir auch durch Einfließen gegeben, das wonnige Gefühl zu empfinden, das die Engel dadurch empfinden, daß sie nicht aus sich denken und wollen, sondern aus dem Herrn; dadurch wird ihnen Ruhe, Friede und Glückseligkeit zuteil. Und wenn die Engel in mein Innewerden einflossen, alsdann empfand ich deutlich die Gegenwart des Herrn, ein Zeichen, daß sie im Leben des Herrn sind. Dies ist mir aus vieler Erfahrung zu erkennen gegeben. Einmal auch, als ich über den Einfluß des Lebens vom Herrn nachdachte, und einigen Zweifel hegte, floß vom Himmel ein, daß man nicht auf die tausenderlei Einwürfe und Vernünfteleien aus den Sinnestäuschungen achten dürfe. 6470. Daß alles Leben vom Herrn stamme, durfte ich auch daraus erkennen, daß kein Geist aus sich denkt und redet, sondern aus anderen, und diese anderen wieder von anderen, und so fort. Dies wurde öfters denen gezeigt, die glaubten, das Leben sei in ihnen, und fließe nicht ein. Daraus durfte ich den Schluß ziehen, daß, weil niemand aus sich, sondern aus anderen denke und rede, zuletzt alle aus einem , somit aus dem Herrn denken und reden); und daß, wenn dies nicht so wäre, niemals irgendeine Lebensordnung im Himmel bestehen könnte, während doch in demselben eine solche Ordnung ist, daß er auf das genaueste in Gesellschaften je nach der Beschaffenheit des Guten unterschieden ist. Ganz anders würde es sein, wenn jeder aus seinem eigenen Leben handelte. 6471. Ein gewisser Geist, der nicht zu den Bösen gehörte, sondern zu denen, die mehr als andere Glaubenserkenntnisse zu haben vermeinen, und viele andere belehrt haben, und zwar auch darüber, daß alles Gute und Wahre vom Herrn sei, und daß der Mensch nicht aus sich das Gute denken oder wollen könne, dieser Geist wurde in den Zustand versetzt, daß er nicht aus sich denken und wollen konnte (denn in solche Zustände kann man im anderen Leben versetzt werden). Als er in diesem Zustand war, sagte er, so könne er nicht leben, sondern das Leben sei ihm widerwärtig. Es wurde ihm hierauf gesagt, daß er somit auch nicht gewünscht habe, in der Wahrheit zu leben, die er gelehrt habe, und daß die Engel in diesem Zustand seien, und dann sich glücklich fühlen, wenn sie inne werden, daß sie nicht aus sich leben. Allein dies machte keinen Eindruck auf ihn. Daraus erhellt, wie schwer es ist, ein Leben des Glaubens zu führen, wenn man nicht im Guten der Liebtätigkeit lebt. 6472. Wie es sich mit dem Einfluß des zweifachen Lebens verhalte, nämlich mit dem Leben des Denkens und mit dem Leben des Willens vom Herrn, wurde mir durch Offenbarung zu wissen gegeben, daß nämlich der Herr in zweifacher Weise einfließe, nämlich mittelbar durch den Himmel und unmittelbar aus Sich, und daß Er aus Sich einfließe sowohl in das Vernünftige des Menschen, das sein Inneres bildet, als auch in sein Natürliches, das sein Äußeres ist. Was vom Herrn einfließt, ist das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens, denn was vom Herrn ausgeht, ist das göttlich Wahre, in dem das göttlich Gute ist. Es wird aber vom Menschen in verschiedener Weise aufgenommen, nämlich je nach seiner Beschaffenheit. Der Herr zwingt den Menschen nicht zur Aufnahme dessen, was von Ihm einfließt, sondern leitet ihn in Freiheit, und soweit als der Mensch sich durch Freiheit zum Guten führen läßt. Der Herr führt also den Menschen in Gemäßheit seiner Lustreize, und auch gemäß seinen Sinnestäuschungen und den Grundsätzen, die er aus denselben angenommen hat. Allmählich aber führt Er ihn davon ab, und das erscheint dem Menschen, als ob er aus sich (tue). Somit zerstört der Herr sie nicht (gewaltsam), denn dann würde er seine Freiheit verletzen, die doch notwendig da sein muß, damit der Mensch umgebildet werden könne, Nr. 1937, 1947, 2875, 2876, 2881, 3145, 3146, 3158, 4031. Daß der Herr auf solche Weise beim Menschen einfließt, nämlich nicht nur mittelbar durch den Himmel, sondern auch unmittelbar aus Sich, sowohl in das Innere als in das Äußere beim Menschen, ist ein bis jetzt unbekanntes Geheimnis. 6473. Der Herr regiert das Letzte des Menschen ebensogut wie sein Erstes. Dies kann daraus erhellen, daß eine Ordnung vom Herrn besteht, die in steter Reihenfolge vom ersten bis zum letzten fortschreitet; und in dieser Ordnung selbst ist nichts als das Göttliche, und aus diesem Grunde muß notwendig die Gegenwart des Herrn im letzten wie in dem ersten sein, denn das eine folgt aus dem anderen, nach dem Lauf der Ordnung. HG 6474 6474. Durch stundenlange Erfahrung wurde mir gezeigt, wie alle Gedanken vom Herrn regiert werden. Der Einfluß war wie eine sehr gelinde und fast unmerkliche Strömung, deren Triebkraft nicht sichtbar ist, aber dennoch führt und zieht. Das, was vom Herrn einfloß, leitete die ganze Reihe meiner Gedanken in (voller) Folgerichtigkeit, zwar gelind, aber dennoch kräftig, und zwar so, daß ich nicht zu anderen Gedanken abschweifen konnte, was ich auch versuchen durfte, aber es war vergeblich. 6475. Ich hörte, wie zu einigen bösen Geistern, die in der geistigen Welt waren und beständig feindlich gegen den Herrn dachten, (in welcher Art die Geister aus der Hölle sich benehmen, wenn sie in der geistigen Welt sind, sehe man Nr. 5852,) gesagt wurde, sie möchten doch einen herbeibringen, der über irgendeinen Engel des Himmels die Wahrheit sagte, oder sie möchten einen im Himmel zeigen, der den Herrn nicht anerkenne, und zugleich, daß Er das Leben aller sei, und sie alle das ihrige von Ihm haben. Sie schwiegen aber, weil sie das nicht konnten. Einige aus den bösen Geistern, die glaubten, daß es auch Himmel gebe, wo der Herr nicht anerkannt werde, schweiften herum und suchten danach, aber nach vergeblichen Versuchen kamen sie wieder zurück. Ferner wurde ihnen gesagt, daß alle in der Hölle feindlich gegen den Herrn denken, und Ihm nichts zuschreiben, was über das Menschliche (hinausgeht); und daß dennoch die meisten sagen, sie erkennen ein höheres Wesen an, worunter sie den Vater verstehen, und desungeachtet in Haß und Rachsucht leben, und sich beständig über die anderen erheben, und als Götter geehrt werden wollen, und sich so eine Hölle bereiten. Ganz anders verhält es sich bei denen, die den Herrn anerkennen und von Herzen an Ihn glauben. Daraus erhellt auch, daß der Herr in alle einfließt, sowohl auf allgemeine Weise durch den Himmel, als auch in besonderer und zugleich allumfassender Weise aus Sich; und daß Er da ist, wo das Gute der Liebtätigkeit waltet. Wo aber das Gegenteil stattfindet, da ist Er zwar auch, aber nur so, daß Er ihnen Leben gibt, und sie soweit als möglich vom Bösen hinwegleitet. 6476. Sooft ich das Gebet des Herrn las, fühlte ich deutlich eine Erhebung gegen den Herrn hin, gleichsam eine Anziehung, und dann waren meine Vorstellungen (wie) geöffnet, und es fand mit irgendeinigen Gesellschaften im Himmel eine Mitteilung statt. Ich nahm auch wahr, daß ein Einfluß vom Herrn in das einzelne der Rede stattfand, somit in die einzelnen Vorstellungen meines Denkens, die vom Sinn der in der Rede vorkommenden Gegenstände herrührten. Der Einfluß geschah mit unaussprechlicher Mannigfaltigkeit, nämlich nicht ein Mal ebenso wie das andere Mal. Daraus erkannte ich auch deutlich, wie Unendliches in dem einzelnen lag, und daß der Herr in jedem einzelnen gegenwärtig war. 6477. Während vieler Jahre habe ich die Sphäre des allgemeinen Einflusses rings um mich her beobachtet. Sie bestand einerseits von der Hölle her aus dem beständigen Antrieb Böses zu tun, andererseits aus dem beständigen Antrieb Gutes zu tun vom Herrn her. Durch diese sich widerstrebenden Antriebe wurde ich fortwährend im Gleichgewicht erhalten. Solche Antriebe und das daher entstehende Gleichgewicht sind bei einem jeden, und dadurch haben sie die Freiheit, sich hinzuwenden, wohin es ihnen beliebt. Aber das Gleichgewicht verändert sich, je nachdem das Böse oder das Gute beim Menschen vorherrscht. Hieraus konnte ich erkennen, daß der Herr auf allumfassende Weise einfließt, und zugleich auch in besonderer Weise. Auch wurde ich belehrt, daß der widerstrebende Antrieb von der Hölle her nichts anderes ist, als die Verkehrung des vom Herrn ausgehenden Guten ins Böse. 6478. Wenn ein Engel jemandem Gutes erzeigt, so teilt er ihm auch sein eigenes Gutes, sein Glück und seine Seligkeit mit, und zwar mit dem Verlangen, dem anderen alles zu geben und nichts zurückzubehalten. Wenn er in solcher Mitteilung ist, dann fließt das Gute mit seiner Wonne und Seligkeit ihm weit mehr zu, als er gibt, und zwar in fortwährender Zunahme. Aber sobald ihm der Gedanke kommt, er wolle das Seinige zu dem Zwecke mitteilen, damit er diesen Einfluß der Wonne und Seligkeit in sich erlange, so verliert sich der Einfluß, und mehr noch, wenn irgendein Gedanke an Belohnung von dem, dem er sein Gutes mitteilt, in ihm auftaucht. Dies wurde mir aus vielfacher Erfahrung zu wissen gegeben. Hieraus kann man auch erkennen, daß der Herr im einzelnen waltet, denn der Herr ist von der Art, daß Er Sich allen mitteilen will. Daher vermehrt sich die Wonne und Seligkeit bei denen, die Abbilder und Ähnlichkeiten von Ihm sind. 6479. Die nicht sehr redlichen Geister, die eine Zeitlang bei mir waren, erregten fortwährend aus der Sinnestäuschung Zweifel gegen die Ansicht, daß alles aus einer Quelle, und somit vom Herrn einfließen kann. Es wurde ihnen jedoch gesagt, daß man nicht so viele Zweifel in kurzer Zeit entfernen könne wegen der Sinnestäuschungen, die man zuerst beseitigen müsse, und wegen der unzähligen, noch unbekannten Dinge, die man zuvor wissen müsse. Ja, daß bei denen, die in der Verneinung sind, d.h. bei denen (der Geist) der Verneinung vorherrschend ist, die Zweifel gar nicht entfernt werden können, denn bei ihnen gilt ein kleines Bedenken mehr, als tausend Bestätigungen; denn ein leiser Skrupel ist bei ihnen wie ein Sandkorn, das nahe vor der Pupille ihres Auges liegt, und obwohl es nur ein einziges und kleines ist, dennoch ihre ganze Sehkraft hemmt. Diejenigen aber, die in der Bejahung sind, d.h. bei denen die Bejahung vorherrscht, verwerfen diese aus Sinnestäuschung hervorgehenden Zweifel gegen die Wahrheiten, und wenn sei irgend etwas nicht begreifen können, stellen sie es auf die Seite, und sagen, daß sie es noch nicht verstehen, bleiben aber dennoch im Glauben an die Wahrheit. Jene Geister aber achteten wenig darauf, weil sie in der Verneinung waren. 6480. Weil hier vom Einfluß des Herrn die Rede ist, der mittelbar durch den Himmel und unmittelbar aus Ihm selbst wirkt, und derselbe passender Vorsehung genannt wird (denn der Herr fließt nicht nur in das Wollen und Denken des Menschen ein, sondern auch zugleich in vieles, was ihm begegnet), deshalb möge in dem nun Folgenden der Ausdruck "Vorsehung" dafür eintreten. 6481. Die Geister, die in das andere Leben kommen, bringen die Meinung mit, daß die göttliche Vorsehung im Allgemeinen sei, aber nicht im Besonderen und Einzelnen. Die Veranlassung zu dieser Meinung war, weil sie sehen, daß die Bösen zu Ehrenstellen erhoben und reich werden und ihre Unternehmungen gelingen, was sie ihrer eigenen Klugheit zuschreiben. Sie wußten aber nicht, daß die göttliche Vorsehung das ewige Heil des Menschen zum Zweck hat, also nicht sein Glück in dieser Welt, nämlich Wohlstand und hohe Stellung, in welche Dinge die meisten, während sie im Körper leben, das wahre Glück setzen, während es doch nicht so ist; denn eine hohe Stellung erzeugt meistens Selbstliebe und Reichtum Liebe zur Welt, somit das, was der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten entgegengesetzt ist. Deswegen werden solche Güter den Bösen verliehen, aber auch den Guten, wenn sie ihnen nicht Nachteil bringen und vom Himmel ableiten. Und außerdem vollführt der Herr Seine Zwecke ebensowohl durch die Bösen, als durch die Guten, denn der Herr treibt die Bösen durch ihre eigenen Triebe an, dem Nächsten, dem Vaterland und der Kirche Gutes zu tun; denn die Bösen wollen emporsteigen, sich Gewinn verschaffen, und deshalb als Redliche und Fromme gelten, und durch diese Begierde werden sie wie durch ein (inneres) Feuer stärker angereizt, Gutes zu tun, als die Redlichen. Den Bösen wird auch zugelassen zu glauben, daß alles Folge ihrer eigenen Klugheit sei, und daß es keine göttliche Vorsehung gebe, oder nur im Allgemeinen walte, weil sie es nicht anders auffassen wollen. Und damit sie solches ausführen, was dem Staate heilsam ist, wird ihnen auch nach ihren Gedanken guter Erfolg gegeben; weil sie denselben sich selbst zuschreiben, werden sie dadurch noch eifriger. 6482. Ich habe mit den Geistern über die allumfassende Regierung des Herrn geredet, daß nämlich das Allgemeine gar nicht möglich ohne das Einzelne, und daß sonst das Allgemeine gar nichts wäre; denn es heißt allgemein, weil das Einzelne in seiner Gesamtheit so genannt wird, sowie auch die besonderen Dinge zusammengenommen das Allgemeine heißen. Deshalb ist es nichtig, von einer Vorsehung im Allgemeinen zu reden, die nicht auch im Besonderen sei. Wenn jemand unter Vorsehung im Allgemeinen die Erhaltung des Ganzen versteht, nämlich in der Ordnung, die der ganzen Natur im Anfang der Schöpfung eingeprägt wurde, so bedenkt er nicht, daß nichts bestehen kann, wenn es nicht fortwährend entsteht; denn (was auch in der gelehrten Welt bekannt ist), das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen, somit ist die Erhaltung eine fortwährende Schöpfung, folglich muß die Vorsehung fortwährend auch im Einzelnen sein. Einige begründen sich zwar in der Meinung, daß es ein Allgemeines gebe ohne ein Besonderes durch den Gedanken an den König, der im Allgemeinen regiert, aber nicht im Besonderen; sie bedenken aber nicht, daß das Königliche, (d.h. die Macht zu regieren), nicht nur beim König ist, sondern auch bei seinen Dienern, die an seiner Statt die Verwaltung über das führen, was er selbst weder verwalten will noch kann. Somit ist das Allgemeine, was Sache des Königs ist, auch in dem Einzelnen. Dessen bedarf es aber nicht beim Herrn, denn alles, was in Ihm ist, ist Unendliches, weil Göttliches. Die Engel sind nur deshalb Seine Diener, damit sie in einem tätigen Leben stehen, und darinnen ihre Glückseligkeit finden; dennoch aber sind die Dienste, die sie leisten, nicht aus ihnen, sondern aus dem Einfluß vom Herrn, was auch die Engel einmütig bekennen. 6483. Aus dem eben Gesagten kann man auch erkennen, daß das Allgemeine sich ganz so verhält wie das Einzelne. Je weniger Einzelnes da ist, desto niedriger steht das Allgemeine. Wenn es aber mehr Einzelnes in sich schließt, wird das Allgemeine erhabener, denn das Besondere macht, daß es allgemein ist, und auch so genannt wird. Hieraus kann man erkennen, wie beschaffen das allgemeine Göttliche sei, daß es nämlich in allem das Allereinzelnste ist, denn es ist das über alles Erhabenste, weil es das Göttliche und Unendliche ist. 6484. Es war ein Gewisser zugegen, der sich in der Meinung bestärkt hatte, daß nichts von der göttlichen Vorsehung ausgehe, sondern alles im ganzen und einzelnen von der Klugheit (abhänge), wie auch vom Glück und vom Zufall. Glück sagte er, wußte aber nicht, was es sei. Derselbe gehörte zu bösen und schlauen Geistern, weil er sich mehr mit Denken als mit Reden und Unterhaltung beschäftigt hatte. Als er ins andere Leben kam, setzte er sein früheres Leben fort, wie alle zu tun pflegen. Er untersuchte alles, und nahm daraus, was ihm seiner Meinung nach dienlich war, und wodurch er glaubte, aus sich glücklich zu werden, auch magische Künste (erwarb er sich). Ich redete mit ihm, und er sagte, er sei in seinem Himmel, wenn er es so mache, und es gebe keinen anderen Himmel, als den, welchen er sich selbst mache. Aber ich durfte ihm antworten, daß sein Himmel sich in eine Hölle verwandeln werde, sobald der eigentliche Himmel in denselben einfließe. Er befand sich damals in der geistigen Welt, und hier sind die Geister in denselben Lustreizen ihrer Liebe, wie früher, als sie in der Welt waren: Nr. 5852. Jetzt aber geschah es, daß der Himmel in seinen Lustreiz einfloß, und nun fühlte er plötzlich die Hölle und sagte mit Entsetzen, so etwas hätte er niemals geglaubt. Es wurde mir von guten Geistern gesagt, daß er schlimmer als die übrigen sei, weil von ihm ein feinerer Einfluß ausgehe, als von den anderen. Nachher wurde derselbe in den Zustand seiner Kindheit versetzt, und vom Herrn den Engeln gezeigt, wie er damals gewesen, und auch wie sein zukünftiges Leben beschaffen war, das vorhergesehen worden war, und daß das einzelne seines Lebens vom Herrn geleitet wurde, indem er sich sonst in die schrecklichste Hölle gestürzt haben würde, wenn die beständige Vorsehung des Herrn nur im geringsten aufgehört hätte; dies kann den Engeln deutlich zur Anschauung gebracht werden. Als man ihn fragte, ob er jemals an das ewige Leben gedacht habe, sagte er: er habe nicht daran geglaubt, und alles dergleichen verworfen, aus der Ursache, weil er so viele Verwirrung gesehen, und daß der Gerechte leide, und der Gottlose sich rühme und dergleichen mehr. Ferner, weil er gesehen habe, daß die unvernünftigen Tiere gleiche Sinne hätten (wie der Mensch), und das gleiche Leben, wie auch Wahrnehmungsvermögen und Klugheit, darum hätte er geglaubt, daß er sterben werde wie sie, und daß er in das größte Erstaunen geraten sei, als er bemerkt habe, daß er nach dem Tode fortlebe. 6485. Ich sprach mit guten Geistern über die göttliche Vorsehung und über die eigene Klugheit des Menschen, und sie erläuterten diese Sache vermittelst eines bei ihnen gewöhnlichen Vorbildung, mittelst eines dünnen, sich zerteilenden Dunstes in der Atmosphäre, indem sie sagten, die eigene Klugheit verhalte sich zur göttlichen Vorsehung wie zur ganzen Atmosphäre dieser Dunst, der im Vergleich damit nichts war und sich auch zerteilte. Sie fügten hinzu, daß die, welche der eigenen Klugheit alles zuschreiben, solchen gleich sind, die in dunklen Wäldern umherirren, und keinen Ausgang kennen, und wenn sie ihn finden, es entweder ihrer Klugheit oder dem Glück zuschreiben. Ferner sagten sie, alle zufälligen Ereignisse seien von der Vorsehung abhängig, und daß die Vorsehung leise und im Verborgenen wirke aus vielfachen Gründen. Wenn sie offen und sichtbar wirkte, so würde der Mensch niemals gebessert werden können. 6486. Ich hörte auch Engel unter sich über die Vorsehung des Herrn reden. Ich verstand zwar, was sie redeten, es kann jedoch nur weniges davon beschrieben werden, weil ihre Rede beständig mit himmlischen Vorstellungen verknüpft ist, die nur einem kleinen Teile nach ausgedrückt werden können. Sie redeten mit Weisheit, indem sie sagten, die göttliche Vorsehung sei im allereinzelnsten, doch nicht nach einer solchen Ordnung, wie der Mensch es sich vorstellt, weil das Zukünftige nicht nur vorausgesehen, sondern auch vorgesehen, (d.h. vorbereitet) wird. Es verhalte sich damit, wie wenn jemand, der einen Palast erbaut, zuerst Baumaterial aller Art sammelt und auf einen Haufen wirft, wo es ohne alle Ordnung liegt, während nur der Baumeister in seinem Verstande erkennt, was für ein Palast daraus hervorgehen werde. 6487. Als ich mit den Engeln über die göttliche Vorsehung des Herrn redete, waren auch Geister hinzugetreten, die sich etwas vom Fatum oder von der unbedingten (absoluten) Notwendigkeit eingeprägt hatten. Sie meinten, der Herr wirke aus ihr heraus, weil Er nicht anders, als nach dem Wesentlichsten verfahren könne, also nach dem, was der vollkommensten Ordnung gemäß sei. Es wurde ihnen aber gezeigt, daß der Mensch freien Willen habe, und deshalb könne er nicht aus Notwendigkeit handeln. Dies wurde erläutert durch das Beispiel von Häusern, die gebaut werden sollten: man schaffe Ziegelsteine, Ton, Sand, Steine herbei, die zu den Postamenten und zu den Säulen dienen, ferner Bretter und Balken und dergleichen mehr, aber nicht in der Ordnung, in der das Haus erbaut werden müsse, sondern nach freiem Belieben, und nur der Herr (des Baues) allein wisse, was für ein Haus daraus erbaut werden könne. So sei alles, was vom Herrn komme im höchsten Grad wesentlich, es folge aber nicht aus Notwendigkeit in seiner Ordnung, sondern so, wie es der Freiheit des Menschen angemessen sei. 6488. Es war auch die Rede von der Prädestination (oder Vorherbestimmung), und viele von den Geistern waren, vermöge ihrer Grundsätze in der Welt, der Meinung, daß einige für den Himmel vorherbestimmt seien und andere für die Hölle; aber ich hörte aus dem Himmel die Antwort, daß durchaus niemand zur Hölle, sondern alle zum ewigen Leben bestimmt seien. 6489. Mit der Vorsehung des Herrn verhält es sich so, daß sie mit dem Voraussehen verbunden, und die eine ohne das andere nicht möglich ist. Das Böse wird nämlich vorausgesehen , aber das Gute wird vorgesehen , und das Böse, das vorausgesehen wird, wird durch die vorsorgliche Anordnung (und Fügung) des Herrn beständig zum Guten hingewendet, denn die göttliche Endabsicht herrscht allumfassend zum Guten. Daher wird auch nichts zugelassen außer zu dem Zweck, daß etwas Gutes daraus hervorgehe. Weil aber der Mensch freien Willen hat, damit er gebessert (oder umgebildet) werden könne, so wird er (immer) vom Bösen zum Guten hingeleitet, soweit er sich in der Freiheit lenken läßt und fortwährend von der schrecklichsten Hölle, in die er sich mit aller Macht zu stürzen strebt, zu einer milderen (hingelenkt), wenn er nicht zum Himmel geleitet werden kann. 6490. Wäre die Vorsehung des Herrn nicht im allereinzelnsten, so könnte der Mensch durchaus nicht selig werden, ja nicht einmal leben, denn das Leben ist vom Herrn, und alle Momente des Lebens haben eine Reihe von Folgen für die Ewigkeit. Einstmals wurde mir auch die Sphäre der Zwecke, die von der Vorsehung des Herrn ausgeht, deutlich zu erkennen gegeben. 6491. Die Vorsehung des Herrn ist unendlich und hat immer das Ewige als Zweck im Auge. Dies kann man aus der Bildung des Embryo im Mutterleib ersehen, wo fortwährend die Anfänge (oder Grundzüge) für das Zukünftige gebildet werden, so daß eins immer die Grundlage für das andere bildet, und zwar ohne alle Abirrung, bis der Embryo vollendet ist. Auch später, wenn er zur Welt geboren ist, wird allmählich das eine zum anderen und für das andere bereitet, damit ein vollkommener Mensch entstehe, und schließlich von solcher Beschaffenheit, daß er den Himmel (in sich) aufnehmen kann. Wenn schon so für das einzelne vorgesorgt wird, wenn der Mensch empfangen und geboren wird und heranreift, was wird erst in Beziehung auf sein geistiges Leben geschehen? 6492. Im Traum erschien mir (einst) mein Vater. Ich redete mit ihm und sagte, der Sohn dürfe seinen Vater nicht so wie früher als Vater anerkennen, nachdem er sein eigener Herr geworden sei. Als solcher müsse er anerkannt werden während der Erziehung, weil er dann die Stelle des Herrn vertrete, und der Sohn nur durch die Anleitung des Vaters wisse, was er zu tun habe. Wenn er aber sein eigener Herr sei und selbständig denken könne, und seiner Meinung nach sich selbst zu leiten wisse, daß dann der Herr der Vater sei, dessen Stelle früher der natürliche Vater vertreten habe. Dieses redete ich im Traume; als ich aber erwachte, schien mir ein langes an Stäben befestigtes Paket (volumen) aus dem Himmel herabzukommen, das durch sehr schöne Bänder von halbblauer Farbe zusammengebunden war; ihre Schönheit war unbeschreiblich. Es wurde gesagt, daß die Engel sich untereinander solche Geschenke geben. 6493. Oft sprach ich mit den Geistern über das Glück, das in der Welt als Zufall erscheint, weil man nicht weiß, woher es kommt; und weil man es nicht weiß, so leugnen einige, daß es einen solchen gebe. Da mir nun etwas begegnete, was als Zufall erschien, wurde von den Engeln gesagt, solches geschehe, weil derartige Geister zugegen seien, und wenn ein böser Zufall eintrete, (so komme es daher), daß die Sphäre solcher Geister vorwalte. Die bösen Geister haben auch durch ihre Künste erfunden, eine Sphäre hervorzubringen, aus der Unglücksfälle entstanden, die als ganz zufällig erschienen. Ferner wurde gesagt, daß alles, ja auch das allergeringste, sogar bis auf die Schritte, von der Vorsehung des Herrn geleitet werde, wenn aber solches vorwaltet, was dem entgegensteht, so treten Unglücksfälle ein. Es wurde auch von ihnen bestätigt, daß es keinen Zufall gebe, und daß das anscheinend Zufällige oder das Glück die Vorsehung im Letzten der Ordnung sei, in dem sich alles beziehungsweise unbeständig (und schwankend) verhalte. 6494. Während mehrerer Jahre habe ich sorgfältig beobachtet, ob das Glück etwas Wirkliches sei, und die Erfahrung gemacht, daß es etwas sei, und daß die Klugheit nichts dabei tue. Das wissen und bekennen auch alle, die länger darüber nachgedacht haben, aber sie wissen nicht, woher es kommt. Daß es aus der geistigen Welt ist, weiß kaum jemand, während es doch wirklich daher stammt. Einst, als ich mich bei der Unterhaltung des bekannten Würfelspiels bediente, redeten die Geister, die bei mir waren, mit mir über das Glück im Spielen und sagten, das Glückliche werde ihnen durch eine helle Wolke vorgebildet, und das Unglückliche durch eine düstere Wolke; und da bei mir eine düstere Wolke erschien, (so sagten sie), ich könne nicht gewinnen. Aus diesem Anzeichen sagten sie mir auch die Glückswechsel in diesem Spiele voraus, dadurch wurde mir zu wissen gegeben, daß das, was man dem Glücke zuschreibt, auch bei den Spielen, aus der geistigen Welt herrührt; und mehr noch das, was den Menschen in bezug auf die Wechselfälle im Verlauf des Lebens begegnet; und daß das, was man Glück nennt, aus dem Einfluß der Vorsehung im Letzten der Ordnung stamme, wo es somit hervortritt. Daß also die Vorsehung im allereinzelnsten ist, gemäß den Worten des Herrn, daß nicht einmal ein Haar vom Haupte falle ohne den Willen Gottes. 6495. Aus dem, was bisher beigebracht wurde, kann man erkennen, daß es einen unmittelbaren Einfluß vom Herrn gibt, und auch einen mittelbaren durch den Himmel; aber der Einfluß, der vom Herrn ausgeht, ist das Gute der himmlischen Liebe, somit der Liebe gegen den Nächsten; in dieser Liebe ist der Herr gegenwärtig, denn er liebt das gesamte menschliche Geschlecht, und will alle selig machen auf ewig; und weil das Gute dieser Liebe von Ihm stammt, so ist Er selber darinnen, also auch gegenwärtig bei dem Menschen, der im Guten dieser Liebe steht. Wenn sich aber der Mensch in einen solchen Zustand bringt, daß er den Einfluß von der Hölle aufnimmt, dann empfindet er das Leben der Selbstliebe und Weltliebe als Lust, und das Leben der Liebe zum Nächsten, wenn es nicht zu seinem eigenen Vorteil dient, als Unlust. Und weil der Mensch in diesem Zustand nichts als Böses begehrt und nichts als Falsches denkt über das geistige Leben, deshalb wird er, damit er nicht auch ebenso handeln möge, wie er wünscht, und so reden, wie er denkt, gerade durch jene Liebe in gewissen Banden gehalten, deren Verlust er fürchtet, somit durch Furcht vor Verlust der Ehre, des Gewinnes, des guten Rufes, des Lebens. In diese Bande, welche die letzte Grundlage bilden, fließt dann der Herr ein, und durch sie regiert er ihn; daher erscheint er in Wirklichkeit (im Äußeren) gesittet und anständig und bisweilen wie ein Engel. Auch fügt er der Gesellschaft und dem Nächsten keinen Schaden zu; denn wenn er es täte, so würden ihn die bürgerlichen Gesetze bestrafen. Diese Grundlage hat jedoch keine Bedeutung im anderen Leben, denn dann ist der Mensch in der geistigen Welt und somit in der Sphäre seines Inneren, dort nämlich ist er so, wie er inwendig beschaffen war, nicht so, wie er im Äußeren erschien; denn das Äußere wird ihm weggenommen, und nach Wegnahme desselben zeigt sich deutlich, was für ein Teufel oder was für ein Engel er in der Welt gewesen war. 6496. Die Fortsetzung am Ende des folgenden Kapitels. 6598. Es ist bekannt, daß ein Mensch mehr als der andere befähigt ist, zu verstehen und inne zu werden, was ehrenhaft ist im moralischen Leben, was gerecht im bürgerlichen Leben, und was gut im geistigen Leben. Der Grund davon liegt in der Erhebung des Denkens zu dem, was dem Himmel angehört. Von solchem wird aber das Denken durch die äußeren Sinneswahrnehmungen abgelenkt, denn diejenigen, die bloß aus dem Sinnlichen denken, können keineswegs sehen, was ehrenhaft, gerecht und gut ist; deshalb verlassen sie sich auf andere, und reden vieles aus ihrem Gedächtnis, und glauben daher, weiser zu sein als andere. Diejenigen hingegen, die über das Sinnliche hinaus denken können, sind, wenn ihr Gedächtniswissen geordnet ist, mehr als andere befähigt, zu verstehen und wahrzunehmen, und zwar gemäß der Stufe ihrer inneren Anschauung. 6599. Wie es sich mit denen verhält, die im Sinnlichen denken und mit denen, die über das Sinnliche (sich erheben), und wie der Einfluß in jene und diese beschaffen sei, kann ich aus Erfahrung berichten. Zuvor aber muß man wissen, daß das Denken des Menschen unterschieden ist in Vorstellungen, und daß eine Vorstellung der anderen folgt, wie ein Wort dem anderen in der Rede. Aber die Vorstellungen des Denkens folgen mit solcher Schnelligkeit aufeinander, daß dem Menschen, während er im Körper ist, das Denken als ein stetig Fortdauerndes und daher ohne Unterschied erscheint. Im anderen Leben aber zeigt es sich deutlich, daß das Denken sich in Vorstellungen unterscheidet; denn dann bildet sich die Rede mittels der Vorstellungen: Nr. 2470, 2478, 2479. Wie es sich mit dem Denken und dessen Vorstellungen verhält, soll nun gesagt werden, daß nämlich das Denken sich ringsumher in die Geister- und Engelgesellschaften verbreite, und daß die Fähigkeit des Verstehens und Wahrnehmens sich nach der Ausdehnung daselbst richtet, d.h. nach dem Einfließen von dorther; und daß ferner in einer einzigen Vorstellung des Denkens Unzähliges enthalten ist, und mehr noch in einem Gedanken, der aus Vorstellungen zusammengesetzt ist. 6600. Es wurde mir deutlich gezeigt, daß das Denken des Menschen und auch der Geister, wie auch der Engel, sich in mehrere Gesellschaften in der geistigen Welt verbreitet, aber das Denken des einen in anderer Weise als das des anderen. Damit ich dieses als gewiß erkennen möchte, wurde mir gegeben, mit einigen Gesellschaften zu reden, zu denen mein Denken hindurchgedrungen war, und daraus wurde mir zu wissen gegeben, was in mein Denken einfloß, aus welcher Gesellschaft es stammte, dann auch, wo diese sei, und wie beschaffen, so daß ich mich nicht täuschen konnte. Je nach der Ausdehnung der Gedanken und Neigungen in die Gesellschaften bildet sich die Fähigkeit zu verstehen und inne zu werden bei dem Menschen, dem Geist und dem Engel. Wer im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens ist, der hat eine Ausbreitung in Gesellschaften des Himmels, und die Größe derselben richtet sich nach dem Grade, in dem er in jenen und im echten Guten ist; denn diese stimmen mit dem Himmel überein, weshalb sie von selbst und weithin dort einfließen. Es sind jedoch andere Gesellschaften, in welche die Neigung des Wahren, und andere, in welche die Neigung des Guten eindringt. Die Neigung des Wahren dringt zu den Gesellschaften der geistigen Engel, hingegen die Neigung des Guten zu den Gesellschaften der himmlischen Engel. Umgekehrt aber hat das Denken und das Gefühl derer, die im Bösen und Falschen sind, seine Ausdehnung in höllische Gesellschaften, und zwar auch nach dem Grade des Bösen und Falschen bei ihnen. Es wird gesagt, das Denken und das Gefühl (oder die Neigungen) des Menschen, Geistes und Engels verbreite sich in Gesellschaften, und daß daraus Verständnis und Innewerden hervorgehe, man muß aber wissen, daß hierbei nach dem Anscheine gesprochen ist, denn es gibt kein Einfließen der Gedanken und Neigungen in die Gesellschaften, sondern es geht von den Gesellschaften aus, und zwar durch die Engel und Geister bei den Menschen; denn, wie am Ende der vorhergehenden Kapitel gezeigt worden, geht alles Einfließen vom Inwendigeren aus, also bei den Guten vom Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, bei den Bösen aber stammt der Einfluß von der Hölle. (Jene Verbreitung in die geistigen Vereine besteht also in der Rückwirkung je nach der Aufnahme bei dem Menschen. Anmerkung des Übersetzers). 6601. Eines Morgens wurde mir deutlich gezeigt, daß in jeder Vorstellung und jeder Neigung Unzähliges enthalten sei, ferner, daß dieselben in die Gesellschaften eindringen. Ich wurde eine Zeitlang in einer gewissen Neigung und dem daraus hervorgehenden Denken gehalten, und dann wurde mir gezeigt, wie viele Gesellschaften dabei zusammenwirkten. Es waren fünf Gesellschaften, die sich durch lebhafte Rede deutlich kundgaben. Sie sagten, was sie dachten, und auch, daß sie wahrnehmen, wie ihre Gedanken bei mir wären. Außerdem wüßten sie, worauf ich nicht gemerkt hatte, die Ursachen der Dinge, die gedacht wurden, und auch die Zwecke derselben. Die übrigen Gesellschaften, deren viele waren, und zu denen sich das Denken ausbreitete, wurden nicht so offenbar, sie waren auch weiter entfernt. Mit der Ausdehnung des Denkens von den Gegenständen aus oder von den Dingen, über die gedacht wird, verhält es sich so wie mit den Gegenständen des Gesichtes: von diesen verbreitet sich eine Strahlensphäre in große Entfernung, die in das Gesicht des Menschen einfällt, und zwar in größere und kleinere Entfernung, je nach dem Rötlichen und Flammigen im Gegenstand; denn wenn er flammig ist, erschein er in viel größerer Entfernung, als wenn er düster und trübe ist. Ebenso ist es bei dem inneren Sehen, das dem Denken angehört, in betreff seiner Gegenstände. Die Gegenstände dieses Gesichtes sind nicht materiell wie in der Welt, sondern geistig, und daher verbreiten sie sich gegen solche Dinge hin, die in der geistigen Welt sind, also zu dem Wahren und Guten daselbst, und somit zu den Gesellschaften, die in diesen sind; und wie das Flammige in der Welt sich am weitesten ringsum verbreitet, so das Gute und dessen Neigung in der geistigen Welt, denn die Neigung des Guten entspricht der Flamme. Hieraus kann man ersehen, daß die Beschaffenheit des Lebens eines Menschen völlig im Verhältnis steht zu den Gesellschaften, in die sein Denken und seine Neigung sich ausbreitet, wie auch zu der Beschaffenheit und dem Maße der Ausbreitung. 6602. Daß die Sphären der Gedanken und der Neigung sich ringsumher in die Sphären der Gesellschaften ausbreiten, die entfernt von ihnen sind, konnte ich aus folgendem Umstand erkennen: Wenn ich aus Neigung über solche Dinge nachdachte, die eine Gesellschaft aus der Ferne anregte, so redeten sie mit mir über dieselbe Sache, indem sie sagten, was sie davon meinten. Dies geschah einige Male. Eine Gesellschaft war zur Rechten, in ziemlich großer Entfernung, auf der Fläche eines Teils der unteren Brusthöhle; und eine andere war auch zur Rechten, aber näher, und hatte ihren Sitz an den Knien. Daß man eine Entfernung bemerkt, kommt von dem Zustand der Neigung des Wahren und Guten: inwieweit der Zustand der einen Gesellschaft von dem Zustand der anderen verschieden ist, soweit erscheinen die Gesellschaften voneinander entfernt. 6603. Man muß aber wissen, daß die Gedanken und Neigungen, die in die Gesellschaften eindringen, nicht daselbst auf besondere Weise die Vereine bewegen, zu denken und zu wollen, wie der Mensch, der Geist oder der Engel, von dem die Gedanken und Neigungen ausgehen, sondern sie gehen in die allgemeine Sphäre ihrer Neigung und des daraus hervorgehenden Denkens ein. Daher wissen jene Gesellschaften nichts davon, denn die geistige Sphäre, in der alle Gesellschaften sind, ist verschieden bei einer jeden. Wenn in diese Sphäre die Gedanken und Neigungen eindringen, so werden die Gesellschaften nicht (besonders) angeregt. Alle Gedanken und Neigungen dringen in die Sphären der Gesellschaften (Vereine) ein, mit denen sie übereinstimmen. Daher kommt es, daß die Ausdehnungen nach allen Richtungen hin möglich sind in voller Freiheit, wie die Ausbreitung der Strahlen von den Gegenständen in der Welt, die ungehindert von allen Seiten zur Sehe eines jeden dringen, der in ihrem Bereich steht, aber mit Verschiedenheit, je nach der Klarheit oder Stumpfheit des Gesichts, und auch je nach der hinteren oder dunklen Atmosphäre. Der heiteren Atmosphäre entspricht in der geistigen Welt die Neigung das Wahre und Gute zu erkennen. 6604. Es erschien mir einige Male ein Engel, und auch sein Angesicht ganz deutlich: es veränderte sich beständig nach den Neigungen, wie dieselben abwechselnd bei ihm der Ordnung nach folgten, also von einer Grenze zur anderen. Dennoch blieb die allgemein herrschende Neigung, aus der man erkennen konnte, daß es derselbe Engel war. Ich wurde auch belehrt, daß die Bewegungen seines Gesichtes aus den Gesellschaften kamen, mit denen er in Verbindung stand, und daß sie hervortraten je nach den Veränderungen des näheren Verkehrs mit der einen als mit der anderen. Und so geschah es in bestimmter Reihenfolge, denn die Ausbreitung der Neigungen und Gedanken hat ihre Grenzen und entschwindet in den entferntesten Gesellschaften, wie ein Blick ins Allgemeine. Innerhalb der Begrenzungen dieser allgemeinen Sphäre können die Gedanken und Neigungen wechseln, und bald der einen Gesellschaft, bald der anderen näher sein. Wenn sie inmitten der einen sind, dann sind die übrigen Gesellschaften in den Umkreisen derselben; und so ferner mit aller Verschiedenheit innerhalb dieser Grenzen. 6605. Es ist bemerkenswert, daß so wie der ganze Himmel einen Menschen darstellt, der deshalb der Größte Mensch heißt, von dem am Ende mehrerer Kapitel die Rede war, ebenso jede Gesellschaft einen Menschen darstellt; denn das Bild des ganzen Himmels fließt in die Gesellschaften ein, und macht, daß sie ähnlich sind. Und zwar nicht nur in Gesellschaften, sondern auch in die einzelnen in der Gesellschaft, daher bei jedem einzelnen die menschliche Gestalt, denn ein jeder in einer Engelgesellschaft ist ein Himmel in kleinster Form. Die Verschiedenheiten ihrer menschlichen Form verhalten sich je nach der Beschaffenheit des Guten und Wahren bei ihnen. Daher kommt es, daß jeder Geist und Engel in seiner Form völlig nach der Mitteilung seiner Gedanken und Neigungen mit den Gesellschaften erscheint. Je nachdem sie daher im Guten und Wahren sind, so erscheint er in einer schöneren menschlichen Form; wenn sich aber die Mitteilung der Gedanken und Neigungen in die Gesellschaften nicht nach der himmlischen Ordnung verbreitet, dann ist seine Form in demselben unschön. Wenn aber eine Mitteilung mit höllischen Vereinen stattfindet, dann ist die Form mißgestaltet und teuflisch. Und die, welche ganz im Gegensatz mit dem Guten und Wahren stehen, weil im Gegensatz mit der Form des Himmels, welche die menschliche ist, dann erscheinen sie im Lichte des Himmels nicht wie Menschen, sondern wie Ungeheuer; so die ganze Hölle, so die Gesellschaften darin, und so die einzelnen in denselben. Aber auch mit Verschiedenheit, je nach dem Grade des Gegensatzes ihres Bösen mit dem Guten und ihres Falschen mit dem Wahren. 6606. Wenn ich mit Engelgeistern redete, so bemerkte ich, daß die Neigungen und Gedanken wie eine Strömung ringsum erschienen, und daß der Gegenstand des Gedankens in der Mitte, von dieser Strömung umgeben war, und von hier sich nach jeder Richtung ausbreitete. Hieraus ging auch deutlich hervor, daß die Gedanken und Neigungen sich von allen Seiten zu den Gesellschaften hin ausbreiteten. 6607. Es wurde mir auch gezeigt, daß die Gedanken mit den Neigungen, wenn sie sich ausbreiten, fast nach der Form der Windungen der aschgrauen Substanz im menschlichen Gehirn umherfließen. Diese kreisförmigen Bewegungen wurden mir längere Zeit gezeigt. Es waren Umkreisungen, Einbiegungen, Windungen und Wallungen, wie sie bei den genannten Substanzen im Gehirn vorhanden sind. Aber die Formen des Himmels sind noch wunderbarer, und so, daß sie nicht einmal von den Engeln verstanden werden können. In solcher Form sind die Engelgesellschaften in den Himmeln, und in solche Form fließen die Gedanken der Engel ein; und fast im Augenblick in weiter Entfernung, weil nach einer unendlichen vollkommenen Form. 6608. Das Licht des Verstandes wurde mir gegeben, genommen, vermindert und gemäßigt beim Denken, Reden und Schreiben, und zwar häufig, und es wurde mir gegeben, die Veränderungen und Unterschiede inne zu werden. Das Licht selbst wurde wahrgenommen wie eine Erleuchtung, welche die Substanzen des inneren Gesichtes erhellte, wie das Sonnenlicht die Organe des Gesichtes. Diese allgemeine Erleuchtung machte, daß die einzelnen Gegenstände erscheinen, wie die Gegenstände der Erde dem erleuchteten Auge. Und ich wurde belehrt, daß diese Veränderungen gemäß dem Verkehr mit den himmlischen Gesellschaften eintraten. 6609. Die Gedanken und Reden der Gesellschaften, innerhalb welcher mein Denken war, wurden mir einige Male vorgebildet durch Wolken in Himmelblau, die auf- und niederstiegen. Aus den Formen, Farben, der Feinheit und Dichtigkeit der Wolken wurde mir zu erkennen gegeben, was einfloß. Die Wahrheiten wurden durch eine himmelblaue Farbe vorgebildet, untermischt mit einem schönen hellen Glanz; dieser Glanz ist unbeschreiblich. Die Scheinbarkeiten des Wahren wurden durch einen dunklen Glanz vorgebildet, und das Falsche durch schwarze Wolken. Auch hieraus konnte man den Einfluß der Gedanken und Neigungen erkennen. 6610. Solange der Mensch lebt, verändern sich die Vorstellungen seines Denkens, sie werden nämlich teils vermehrt, teils geteilt, und so zu verschiedenen und neuen Gesellschaften (gleichsam) ausgedehnt: bei denen, die im Bösen sind, zu höllischen Gesellschaften, ebenso bei denen, die in Beredungen des Falschen. Bei denen hingegen, die in den Beredungen des Wahren, d.h., die in einem Beredungsglauben sind, werden die Vorstellungen sehr beschränkt. Dagegen bei denen, die wiedergeboren werden, verbreiten sich die Gedanken und Neigungen beständig in neue himmlische Gesellschaften, und die Ausdehnung nimmt zu. Auch werden die früheren Gedanken und Neigungen geteilt, und die geteilten mit den Vorstellungen vereinigt, die wiederum mit neuen Gesellschaften in Verbindung stehen. Hauptsächlich wird das Allgemeine mit Besonderem erfüllt, und dieses mit Einzelnem, also mit neuen Wahrheiten, durch welche die Erleuchtung zunimmt. 6611. Ich sprach mit Geistern über die Veränderungen des Zustandes im menschlichen Leben, nämlich daß es unbeständig sei, und daß es aufwärts und abwärts steige gegen den Himmel und gegen die Hölle. Daß aber diejenigen, die sich wiedergebären lassen, immer aufwärts, und dadurch in immer innerlichere himmlische Gesellschaften gebracht werden. Die Ausdehnung der Sphäre bis zu diesen Gesellschaften wird vom Herrn denen gegeben, die wiedergeboren werden, besonders durch Versuchungen, in denen dem Bösen und Falschen widerstanden wird, denn dann kämpft der Herr durch die Engel gegen das Böse und Falsche, und dadurch wird der Mensch in die mehr innerlichen Gesellschaften der Engel eingeführt. Und wenn er einmal in diese eingeführt worden ist, dann bleibt er darin. Und dadurch empfängt er auch eine ausgedehntere und höhere Fähigkeit des Innewerdens. 6612. Hieraus geht auch deutlich hervor, daß der Mensch, je äußerlicher er denkt, eine desto geringere Ausdehnung hat, und eine desto größere, je innerlicher er denkt. Denn die, welche mehr äußerlich denken, d.h. aus dem Sinnlichen, haben nur mit gröberen Geistern Gemeinschaft, die aber, die innerlicher, d.h. aus dem Vernünftigen, haben Verkehr mit den Engeln. Wie dieser Unterschied beschaffen sei, kann man aus der Dichtheit der Sphären, in denen die sinnlichen Geister sind, und aus der Reinheit der Sphären, in denen die himmlischen Engel sind, erkennen. Es verhält sich der Unterschied, wie der Unterschied zwischen der Ausdehnung des Schalles und der Ausdehnung des Lichtes. Wie groß aber dieser ist, wissen die in der Naturkunde Erfahrenen. 6613. Daß in einer Denkvorstellung Unzähliges enthalten sei, und mehr noch in einem aus Vorstellungen zusammengesetzten Gedanken, wurde mir aus vieler Erfahrung zu wissen gegeben, die ich hier zum Teil berichten darf. 6614. Durch lebendige Erfahrung wurde mir gezeigt, wie die Vorstellungen der Engel in die Vorstellungen der Geister einfließen, die unterhalb, und daher in gröberen Vorstellungen sind. Die Menge der Vorstellungen aus dem Engelshimmel wurde anschaulich dargestellt wie eine helle, in kleine Teilchen unterschiedene Wolke. Ein jedes Teilchen, das wieder aus unzähligem bestand, brachte eine einfache Vorstellung bei den Geistern hervor. Und nachher wurde gezeigt, daß Tausend und Abertausend (Vorstellungen) darinnen enthalten seien, die auch in der Geistersprache durch eine Wolke vorgebildet wurden. Dann redete ich darüber mit den Geistern, daß nämlich dieses durch Gegenstände des Gesichtes erläutert werden könne: wenn ein Gegenstand, der einfach erscheint, mit dem Augenglas betrachtet wird, dann werden tausend Dinge gesehen, die vorher nicht sichtbar waren; wenn z.B. kleine Würmer, die wie ein dunkler Gegenstand erscheinen, durch das Mikroskop betrachtet werden, sind es nicht nur viele, sondern jedes in seiner Gestalt; werden sie mit noch schärferen Gläsern betrachtet, so sieht man Organe, Glieder, Eingeweide, und auch Gefäße und Fasern. So verhält es sich auch mit den Vorstellungen des Denkens; in einer jeden liegen tausend und aber tausend, obgleich viele Vorstellungen zusammen, aus denen der Gedanke besteht, nur als eine einfache erscheinen. Gleichwohl aber ist in den Denkvorstellungen des einen mehr enthalten als in den Vorstellungen des anderen. Die darin enthaltene Menge verhält sich je nach der Ausdehnung in die Gesellschaften. 6615. Wenn das Denken der Engel sich in untergeordnete Gebiete hinabsenkt, erscheint es, wie gleich oben gesagt wurde, wie eine weiße Wolke; wenn aber das Denken der Engel, die in den oberen Himmeln sind, sich herabsenkt, erscheint es wie ein flammendes Licht, aus dem ein Glanz in Schwingungen hervorgeht. Diese weiße Wolke und das flammende Licht sind nichts anderes als Unzähliges, was in ihrem Denken enthalten ist. Wenn dieses in die Gedanken der Geister, die unterhalb sind, einfließt, stellt es sich nur als eines dar. Das Licht und der Glanz fließen in ihre Gedanken ein, und das Flammende in die Neigung, die ihrer Liebe angehört, und ihre Vorstellungen leitet und untereinander verbindet. Aber das leuchtende Flammige und der vibrierende Glanz erscheinen ihnen nicht. Mir erschienen sie aber, damit ich erkennen möchte, daß das Obere in das Untere einfließt; und daß es Unzähliges enthält, was nur als eines wahrgenommen wird. 6616. Daß in einer Vorstellung so viele enthalten sind, konnte ich auch aus Folgendem erkennen: wenn ich Geister mit mir reden hörte, so konnte ich schon aus dem Ton ihrer Rede wahrnehmen, ob sie mit Verstellung oder aufrichtig, ob sie aus Freundlichkeit oder aus dem Guten der Liebe redeten. Der Mensch kann dies aus den Gesichtszügen des anderen ersehen, und auch gewissermaßen an seiner Rede hören; denn wenn der Mensch eine freundliche Miene vor sich sieht, und eine wohlwollende Rede hört, so kann er wahrnehmen, ob Verstellung dabei obwalte, ob Listiges, ob natürliche oder zufällige Heiterkeit, ob Achtung, ob Freundschaft, ob Wahnsinn und anderes dergleichen; auch dies ist ein Zeichen, daß einer jeden Verstellung Unzähliges innewohnt. Als ich einmal mit Geistern hierüber sprach, wollten einige von ihnen es nicht glauben. Sie wurden deshalb in eine höhere Region erhoben, und als sie von dort aus mit mir redeten, sagten sie, sie bemerkten Unzähliges in einer jeden Vorstellung meines Denkens; und nun glaubten sie es. 6617. Daß in einer Vorstellung Unzähliges enthalten sei, konnte ich auch daraus erkennen, daß die Engel im Augenblick das Leben eines Geistes und Engels innewerden, wenn sie ihn nur reden hören, oder seine Gedanken beobachten. Schon die Engel des unteren Himmels können dies sehen, und noch mehr die Engel des oberen. Ein gewisser guter Geist wurde in den ersten Himmel erhoben, und als er von dort mit mir redete, sagte er, er erblicke Unzähliges in dem, was ich damals im Worte las, während ich über diesen Gegenstand nur ganz einfach dachte. Nachher wurde er in einen inwendigeren Himmel erhoben, und von dort aus sagte er, daß er nun noch mehr erblicke, und zwar soviel, daß das erstere, was er gesehen, ihm verhältnismäßig als Grobes erschien. Als er hierauf noch höher erhoben wurde, wo die himmlischen Engel sind, sagte er, was er früher gesehen, erscheine kaum als etwas im Verhältnis zu dem, was er nun sehe. Als dieses fortdauerte, floß Verschiedenes ein, und ich wurde von Mannigfaltigem angeregt, was von dort herkam. 6618. Einige Geister rühmten sich, alles zu wissen. Diese Geister stellen im Größten Menschen das Gedächtnis dar. Es ist ihnen jedoch gesagt worden, daß es unendlich vieles gebe, was sie nicht wüßten, ja, daß eine Vorstellung von unendlich vielem erfüllt sein und dennoch als einfach erscheinen könne. Ferner (wurde gesagt), wenn sie auch in Ewigkeit täglich mit vielen Vorstellungen erfüllt würden, könnten sie doch nicht einmal alles Allgemeine wissen, und daraus könnten sie schließen, wie vieles noch sei, was sie nicht wüßten. Dies wurde ihnen auch nachgewiesen, bis sie es anerkannten. Ein Engel redete mit ihnen durch Veränderungen seines Zustandes, aber sie konnten das, was er redete, nicht verstehen. Und alsdann wurde ihnen gesagt, daß eine jede Veränderung Unendliches enthalte, was man nicht einmal bei ihnen wahrnehme, denn von dem, was sie nicht verständen, wurden sie auch nicht angeregt. 6619. Daß Unzähliges in den Vorstellungen des Denkens enthalten sei, und zwar in bestimmter Ordnung vom Inwendigeren her, wurde mir auch klar, als ich morgens und abends das Gebet des Herrn las. Alsdann wurden jedesmal die Vorstellungen meines Denkens gegen den Himmel hin geöffnet, und es floß Unzähliges ein, so daß ich deutlich bemerken konnte, wie die Vorstellungen meines Denkens, die aus dem Inhalt des Gebetes geschöpft waren, vom Himmel aus erfüllt wurden, und daß solches sich hinein ergoß, was unaussprechlich war, und auch von mir nicht begriffen werden konnte. Nur die daraus hervorgehende allgemeine Gefühlsstimmung empfand ich. Und was wunderbar ist, das, was einfloß, wechselte mit jedem Tag. Daraus konnte ich erkennen, daß in dem Inhalt dieses Gebetes mehr enthalten war, als der ganze Himmel zu begreifen vermag, und daß auch bei dem Menschen um so mehr darinnen liegt, je mehr sein Denken gegen den Himmel zu geöffnet ist, und umgekehrt, daß desto weniger darinnen liegt, je verschlossener sein Denken ist; denn bei denen, bei denen das Denken verschlossen ist, erscheint nicht mehr darin als der Buchstabensinn oder der, welcher dem Wortlaute zunächst liegt. 6620. Hieraus kann man erkennen, wie Unendliches auch in jedem Teil des Wortes enthalten ist, denn es ist vom Herrn durch den Himmel herabgekommen, obgleich es denen, deren Vorstellungen verschlossen sind, wie das Allereinfachste erscheint. Hierüber sprach ich einst mit Geistern, die leugneten, daß etwas innen im Worte verborgen liege. Ich sagte ihnen aber, daß Unendliches und Unaussprechliches darinnen liege, was aber von denen, die verschlossene Vorstellungen haben, nicht wahrgenommen werden könne, weshalb sie nichts anderes als den Buchstabensinn zulassen, den sie zugunsten ihrer Grundsätze und Begierden deuten, und hierdurch verschließen sie sich den Zugang zu dem darin Verborgenen, und entleeren oder vergröbern ihre Vorstellungen selbst. Dann wurde auch gezeigt, wie die Vorstellung des Denkens erscheint, wenn sie verschlossen ist, und wie, wenn sie offen ist, denn das kann im Lichte des Himmels leicht gezeigt werden. Die verschlossene Vorstellung erschien wie ein schwarzer Punkt, in dem nichts sichtbar hervortritt, die offene Vorstellung dagegen wie etwas Leuchtendes, in dem gleichsam etwas Flammiges war, bei dem sie alles einzelne darin anschauten. Das Flammige bildete den Herrn vor, und das, was sich auf Ihn bezog, stellte den Himmel dar. Und es wurde gesagt, daß in einer jeden Vorstellung, die vom Herrn stamme, das Bild des ganzen Himmels sei, weil (sie ausgehe) von Ihm, Der selbst der Himmel ist. 6621. Diejenigen, die im Leben des Körpers sich nur mit der Kritik beschäftigten, wenn sie das Wort lasen, bekümmerten sich wenig um den Sinn desselben, ihre Gedanken wurden dargestellt, wie in sich verschlossene Linien, die nicht offen waren, und wie ein Gewebe daraus. Einige von dieser Art waren bei mir, und alsdann wurde alles, was gedacht und geschrieben wurde, in Verwirrung gebracht, und durch ihr Denken gleichsam in einen Kerker eingeschlossen, denn es wurde auf den Wortlaut gerichtet, und das Gemüt vom Sinn abgezogen, und dies so sehr, daß sie mich sehr ermüdeten, und dennoch hielten sie sich für weiser als die anderen. 6622. Ich sprach auch mit den Geistern über das Einfließen in die Vorstellungen des Denkens, daß nämlich der Mensch keineswegs glauben könne, daß so Unzähliges darinnen liege, weil man immer nur das Einfache und den einen Gegenstand auffasse, und somit nur aus dem äußeren Sinnlichen urteilt. Die Geister, mit denen ich damals redete, waren in der Meinung, daß nichts innerhalb der Vorstellungen enthalten sei. Dies hatten sie sich im Leben des Körpers eingeprägt. Damit sie aber begreifen möchten, daß sie Unzähliges nur wie eines auffassen, durfte ich ihnen sagen, daß zu einer Handlung Myriaden von bewegenden Fasern zusammenwirken, und daß zu dieser Handlung alles, was ein Körper ist, sich zugleich bewegt und fügt sowohl im allgemeinen als im besonderen, und doch erscheint diese unbedeutende Handlung einfach und als eine, als ob gar nichts der Art darinnen liege. Ebenso, daß zu einem Wort Zahlloses zusammenwirke, wie (die Bewegungen) der Lippen und aller darin befindlichen Muskeln und Fasern, dann auch die Bewegungen der Zunge, der Kehle, der Stimmritze, der Luftröhre, der Lungen, des Zwerchfells, mit allen ihren Muskeln im allgemeinen und im besonderen. Wenn hierbei der Mensch das eine Wort als einen einfachen Ton wahrnimmt, in dem nichts weiter liegt, so kann man daraus erkennen, wie grob die Wahrnehmung aus dem Sinnlichen ist. Wie grob werden erst die Wahrnehmungen aus dem Sinnlichen sein über Denkvorstellungen, die in einer reineren Welt und dadurch vom Sinnlichen weiter entfernt sind. 6623. Weil so Unzähliges in den Denkvorstellungen liegt, so können die Engel schon aus einem Wort, das aus dem Gedanken hervorgeht, erkennen, wie beschaffen der Geist oder wie geartet der Mensch ist. Dies wurde mir auch durch Erfahrung bestätigt: als das bloße Wort "Wahres" genannt wurde, was von mehreren Geistern nacheinander geschah, wurde sogleich gehört, ob dasselbe hart, herbe, weich oder kindlich, liebevoll, unschuldig, voll, gehaltlos, ob darin Falsches, Verstelltes, Verschlossenes, Offenes enthalten, und in solchem Grade - mit einem Wort: die innere Beschaffenheit der Vorstellung, und zwar nur im allgemeinen. Was wird nicht erst in den Einzelheiten enthalten sein, welche die Engel wahrnehmen? 6624. Weil der Mensch aus dem Sinnlichen denkt, so sind ihm dergleichen Dinge dunkel, ja so dunkel, daß er nicht weiß, was eine Vorstellung ist, und besonders, daß das Denken sich in Vorstellungen unterscheide, wie die Rede in einzelne Wortlaute, denn das Denken erscheint ihm als etwas stetiges, ohne unterschieden zu sein, obwohl doch die Denkvorstellungen die Worte der Geister bilden, und die noch innerlicheren Vorstellungen des Denkens die Worte der Engel. Weil die Vorstellungen die Worte der Rede sind, so sind sie auch hörbar bei den Geistern und Engeln. Daher ist auch das geheime Denken des Menschen den Geistern und Engeln hörbar, wenn es dem Herrn gefällt. Wieviel vollkommener die Vorstellungen des Denkens sind als die Worte der Rede, kann daraus erhellen, daß der Mensch innerhalb einer Minute mehr denken kann, als er während einer Stunde reden oder schreiben könnte. Ferner konnte ich es auch erkennen, und aus der Rede mit Geistern und Engeln ersehen, denn dann erfüllte ich in einem Augenblick eine allgemeine Sache mit ihren besonderen Einzelheiten, mit Hinzufügung der Neigung. Hierdurch faßten die Engel und Geister alles genau auf, und vieles andere, was diesen Gegenstand der Rede wie eine Lichthülle (nimbus) umgab. 6625. Hieraus kann man nun erkennen, wie beschaffen die Vorstellungen derer sind, die schlecht leben und daher schlecht denken; daß nämlich inwendig in denselben Haß, Rachsucht, Neid, List, Ehebruch, Hochmut liegt, ferner äußerlich Anständiges, was nur erheuchelt ist, Keuschheit, aber nur um des Scheines halber, Freundschaft wegen der Ehrenbezeugungen und des Gewinnes, ohne alle Freundschaftsgesinnung, und noch viel Unreines und Häßliches, was ich nicht aussprechen kann. Außerdem enthalten dieselben Glaubenslehren, welche die (bösen) Begierden in Schutz nehmen, oder wenn dies nicht der Fall ist, Unglauben und Spott. Dieses und ähnliches liegt in den Vorstellungen derer, die schlecht leben, und daher auch schlecht denken. Wenn solches darin enthalten ist, so müssen dergleichen Menschen, wenn sie ins andere Leben kommen, notwendig abgesondert und weit vom Himmel entfernt werden, wo solche Dinge verabscheut werden. 6626. Etwas Wunderbares will ich noch berichten: der Herr selbst, Der allein Mensch ist, und durch Den die Engel, die Geister und die Bewohner der Erdkörper Menschen genannt werden, bewirkt durch Sein Einfließen in den Himmel, daß der ganze Himmel einen Menschen vorbildet und darstellt, und mittels Seines Einfließens durch den Himmel und unmittelbar aus Sich in die einzelnen daselbst macht Er, daß ein jeder als Mensch erscheint; die Engel in schönerer und glänzenderer Gestalt, als man beschreiben kann. Ebendasselbe bewirkt Er durch Sein Einfließen in den Geist des Menschen. Ja, bei dem Engel, Geist und Menschen, der in Liebtätigkeit gegen den Nächsten und in Liebe zum Herrn lebt, stellt auch das Allergeringste eines Gedankens den Menschen dar, aus dem Grunde, weil diese Liebtätigkeit und diese Liebe vom Herrn sind, und alles, was vom Herrn ist, stellt sich als Mensch dar; das ist es auch, was den Menschen ausmacht. Umgekehrt aber, in der Hölle erscheinen diejenigen, die darin sind, weil sie im Gegenteil der tätigen Liebe und der himmlischen Liebe sind, zwar in ihrem Lichte als Menschen, hingegen im Himmelslichte als schreckliche Ungeheuer, in denen kaum etwas von menschlicher Form zu erkennen ist. Die Ursache ist, weil der Einfluß des Herrn durch den Himmel nicht aufgenommen, sondern zurückgewiesen oder ausgelöscht oder verkehrt wird, weshalb sie so erscheinen. Ebenso sind in dem Geringsten ihrer Gedanken, d.h. in ihren Vorstellungen solche Formen, denn wie jemand im Ganzen beschaffen ist, so ist er es auch in jedem Teile, denn die Formen sind entsprechend und gleichartig. Diese Form, in der sie erscheinen, ist auch die Form der Hölle, in der sie sind; denn eine jede Hölle hat ihre eigene Form, die im Lichte des Himmels als ein Ungeheuer erscheint, und bei denen, die daraus erscheinen, wird schon an der Form erkannt, aus welcher Hölle sie kommen. Sie erschienen mir an den Pforten, die zur Geisterwelt führten, und sie erschienen mir wie Ungeheuer, aber mit vieler Verschiedenheit. Daß die Pforten der Hölle nach der geistigen Welt hin geöffnet sind, sehe man Nr. 5852. Ende des ersten Buches Mose * Hier, was in dem zweiten Buche Moses Zugleich die Wunderdinge, die gesehen und gehört worden sind in der Geisterwelt und im Himmel der Engel   Von den Einwohnern anderer Erdkörper 6695. Weil, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, mir das Inwendige, das meinem Geist angehört, aufgeschlossen, und mir so verliehen worden ist, mit denen zu reden, die im anderen Leben sind, nicht allein mit denjenigen, die aus dieser Erde stammen, sondern auch mit denjenigen, die aus anderen Erdkörpern, und weil dieses zu wissen, mein Wunsch war, und was ich erkennen durfte, merkwürdig ist, deshalb darf ich es am Ende der folgenden Kapitel berichten. Ich habe nicht mit den Bewohnern der Erdkörper selbst geredet, sondern mit den Geistern und Engeln, die Einwohner daselbst gewesen waren, und zwar nicht einen Tag oder eine Woche, sondern mehrere Monate lang, wobei ich vom Himmel genau belehrt wurde, woher sie waren. Daß es mehrere Erdkörper gibt, und auf ihnen Menschen, und daher Geister und Engel, ist im anderen Leben ganz bekannt; denn jedem, der es wünscht, wird gestattet, mit ihnen zu reden. 6696. Es gibt Geister, die im Größten Menschen das Gedächtnis darstellen; dieselben sind aus dem Planeten Merkur. Dieselben dürfen umherschweifen, und sich Kenntnisse von den Gegenständen, die im Weltall sich finden, verschaffen, auch dürfen sie aus diesem Sonnensystem hinaus in andere hinübergehen. Diese sagten, es gebe nicht bloß Erdkörper mit Menschen darauf, in diesem (unserem) Weltgebiet, sondern auch im Universum, in unermeßlicher Anzahl. 6697. Mit den Geistern redete ich einigemal über diesen Gegenstand, und es wurde gesagt, ein Mensch, der Verstand habe, könne durch viele Gründe sich überzeugen, daß es mehrere Erdkörper gibt, und Einwohner auf ihnen, denn aus der Vernunft kann man schließen, daß so große Massen, wie es die Planeten sind, von denen etliche unsere Erde an Größe übertreffen, nicht leere Massen und nur geschaffen sind, daß sie nur um die Sonne herumlaufen, und für eine einzige Erde leuchten, sondern daß ihr Nutzzweck von weit größerer Bedeutung sein muß. Wer da glaubt, wie denn jedermann glauben soll, daß die Gottheit das Weltall nur zu dem Zweck geschaffen hat, damit das Menschengeschlecht bestehe, und aus ihm der Himmel, (denn das Menschengeschlecht ist die Pflanzschule des Himmels,) der muß notwendig glauben, daß überall, wo eine Erde ist, auch Menschen sein müssen. Daß die Planeten, die für unsere Augen sichtbar sind, weil sie innerhalb der Grenzen des Sonnensystems sich befinden, Erden sind, kann man deutlich daraus entnehmen, daß es Körper von irdischer Materie sind, weil sie das Sonnenlicht reflektieren, wie auch, daß sie, ebenso wie unsere Erde, um die Sonne herumlaufen, und dadurch Jahre und Jahreszeiten bilden, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter, mit verschiedener Wirkung, je nach den Klimaten. So auch, daß sie sich um ihre Achse drehen, ebenso wie unsere Erde, und dadurch Tage bilden und Tageszeiten, nämlich Morgen, Mittag, Abend und Nacht. Und überdies, daß einige von ihnen Monde haben, welche Trabanten genannt werden, und ihre Erde in bestimmten Zeiten umkreisen, wie der Mond unsere Erde. Und daß der Planet Saturn, weil er am weitesten von der Sonne entfernt ist, auch einen großen Lichtgürtel hat, der jenem Erdkörper viel Licht, obgleich ein reflektiertes gibt. Wer, der dies weiß und aus Vernunft denkt, könnte je behaupten, daß dieses leere Körper seien. 6698. Überdies habe ich mit Geistern geredet (und vernommen), daß der Mensch wohl glauben könne, es gebe mehr Erdkörper im Weltall, als eine einzige, aus dem Grund, weil das Sichtbare, von so viel unzähligen Gestirnen strahlende Weltall so unermeßlich ist, und doch dasselbe nur Mittel ist zu dem Zweck, welcher der letzte der Schöpfung ist, und dieser Zweck ist das himmlische Reich, in dem das Göttliche wohnen kann; denn das ganze sichtbare Universum ist nur ein Mittel dazu, daß Erdkörper bestehen und auf diesem Menschen, aus denen das Himmelreich (sich bildet). Wer kann je denken, daß ein so unermeßliches Mittel geschaffen sei für einen so kleinen und beschränkten Zweck, welcher der wäre, wenn nur eine einzige Erde bewohnt würde, und aus ihr allein der Himmel herkäme. Was wäre das für das göttliche Wesen, das ein Unendliches ist, für das Tausend, ja Myriaden von Erdkörpern, und sie alle voll von Einwohnern wenig, ja kaum etwas wären. Außerdem ist der Engelshimmel so unermeßlich, damit er den einzelnen Teilen beim Menschen entspreche und Myriaden einem jeden Glied und Eingeweide, und es wurde (mir) zu wissen gegeben, daß der Himmel in betreff all seiner Entsprechungen keineswegs anders bestehen könnte, als aus Einwohnern sehr vieler Weltkörper. 6699. Einigemal sah ich wie einen großen fortwährenden Strom zur Rechten in ziemlich weiter Entfernung, auf der Fläche der Fußsohle; und es wurde von den Engeln gesagt, daß auf diesem Weg die (Geister) aus den Welten herkommen, und daß sie wegen der Menge gleich einem Strom erscheinen. Aus der Größe und Wallung des Stroms konnte ich urteilen, daß einige Myriaden täglich ankommen, auch hieraus wurde (mir) zu erkennen gegeben, daß es Erdkörper in großer Anzahl gibt. 6700. Was den Gottesdienst der Bewohner der anderen Erdkörper betrifft, so erkennen die, welche daselbst keine Götzendiener sind, alle den Herrn als den Einigen Gott an. Sie wissen zwar nicht, ausgenommen sehr wenige, daß der Herr auf dieser Erde das Menschliche angenommen, und dasselbe göttlich gemacht hat, aber sie beten die Gottheit nicht an als ein ganz unbegreifliches Göttliche, sondern als ein durch menschliche Gestalt Begreifliches; denn wenn das Göttliche ihnen erscheint, so erscheint es in dieser Gestalt, wie auch einst dem Abraham und anderen auf dieser Erde. Und weil sie das Göttliche unter menschlicher Gestalt anbeten, beten sie den Herrn an. Sie wissen auch, daß niemand mit dem Göttlichen durch Glauben und Liebe verbunden werden kann, wenn das Göttliche nicht in einer Gestalt ist, die man mit irgendeiner Vorstellung erfassen kann. Wäre es gestaltlos, so würde die Vorstellung sich verlieren, wie der Blick ins Weltall. Als ihnen von den Geistern unserer Erde gesagt wurde, der Herr habe auf dieser Erde das Menschliche angenommen, besannen sie sich ein wenig, und bald darauf sagten sie, daß dies wegen der Seligmachung des Menschengeschlechts geschehen sei, und daß sie das Göttliche, das wie die Sonne am Himmel leuchtet, und sich, wenn es erscheint, in menschlicher Gestalt sichtbar darstellt, mit heiligster Verehrung anbeten, daß der Herr als Sonne im anderen Leben erscheint, und daß daher alles Licht des Himmels kommt, sehe man Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 3636, 3643, 4060, 4321 E, 5097. Aber hierüber soll im Folgenden mehreres insbesondere erwähnt werden. 6701. Die Geister und Engel aus anderen Erdkörpern sind, alle nach ihren Erdkörpern, voneinander getrennt; sie erscheinen nicht beisammen an einem Ort. Der Grund ist, weil die Einwohner des einen Erdkörpers eine ganz andere Sinnesart haben als die Einwohner des anderen. Auch werden sie nicht in den Himmeln zusammengesellt, ausgenommen im innersten oder dritten Himmel. Die, welche dort hinkommen, sind beisammen von einem jeden Weltkörper, und bilden zusammen im engsten Verein jenen Himmel. 6702. An Ende des folgenden Kapitels wird von den Geistern des Planeten Merkur die Rede sein.   Von den Geistern des Planeten Merkur 6807. Daß der ganze Himmel einen Menschen darstellt, welcher der Größte Mensch genannt wird, und daß das Ganze und Einzelne beim Menschen, sowohl sein Auswendigeres als sein Inwendigeres, jenem Menschen oder dem Himmel entspricht, ist am Ende mehrerer Kapitel gezeigt worden; aber zur Bildung jenes Größten Menschen reichen diejenigen nicht hin, die aus dieser Erde ins andere Leben kommen, dies sind beziehungsweise wenige; sie müssen aus mehreren anderen Weltkörpern sein, und es wird vom Herrn vorgesehen, daß, sobald es irgendwo an der Qualität oder Quantität der Entsprechung fehlt, sogleich aus einem anderen Weltkörper solche hergebracht werden, die den Mangel ausfüllen, damit ein richtiges Verhältnis sich ergibt, und so der Himmel besteht. 6808. Was die Geister vom Planeten Merkur im Größten Menschen darstellen, wurde mir auch aus dem Himmel entdeckt, nämlich das Gedächtnis, aber das Gedächtnis solcher Dinge, die vom Irdischen und bloß Materiellen ganz abgezogen sind. Weil ich jedoch mit ihnen, und zwar mehrere Wochen hindurch reden und auch hören durfte, wie beschaffen sie sind, und erforschen, wie es sich mit denen verhält, die auf jenem Weltkörper sich befinden, so will ich die Erfahrungen selbst anführen. 6809. Einstmals kamen sie zu mir und untersuchten den Inhalt meines Gedächtnisses (das können die Geister auf sehr geschickte Weise tun, denn wenn sie zu einem Menschen kommen, sehen sie in seinem Gedächtnis alles einzelne, was der Mensch weiß); als nun die Geister des Merkur die verschiedenen Dinge untersuchten, und darunter auch die Städte und Orte, wo ich gewesen war, so wurde ich gewahr, daß sie von den Tempeln, Palästen, Häusern, Straßen nichts wissen wollten, sondern nur das, was, wie ich vernommen hatte, in jenen Orten vorgefallen war, ferner was für eine Regierung dort sei, welche Sinnesart und Sitten die Bewohner dort haben und dergleichen; denn solches hängt mit den Orten im Gedächtnis beim Menschen zusammen. Wenn daher die Orte in Erinnerung gebracht werden, stellt sich auch jenes ein. Über diese ihre Art verwunderte ich mich und fragte, warum sie über das Großartige, das die Orte haben, hinweggingen und sich nur nach den Dingen und Tatsachen daselbst erkundigten. Sie erwiderten: es mache ihnen kein Vergnügen, das Materielle, Leibliche und Irdische zu betrachten, sondern bloß das Reale; dadurch wurde (mir) zuerst offenbar, daß die Geister jenes Erdkörpers im Größten Menschen das Gedächtnis der vom Materiellen und Irdischen abgezogenen Dinge darstellen. 6810. Es wurde mir gesagt, solcherart sei auch ihr Leben auf ihrer Erde; daß sie nämlich um Irdisches und Leibliches sich nichts bekümmern, sondern um die Einrichtungen, Gesetze, Regierungsverhältnisse der dortigen Völkerschaften, dann aber auch um die Gegenstände des Himmels, die unzählig sind. Ferner wurde gesagt, daß viele Menschen jenes Erdkörpers mit Geistern reden, und daß sie daher Erkenntnisse von geistigen Dingen und von den Lebenszuständen nach dem Tode haben, und deshalb die leiblichen und irdischen Dinge gering achten; denn diejenigen, die von dem Leben nach dem Tod eine feste Überzeugung haben, sind mehr um die himmlischen Dinge besorgt, weil sie ewig und beseligend sind, nicht aber um die weltlichen Dinge, sondern nur so weit, als die Bedürfnisse des Lebens es erfordern. 6811. Wie begierig sie die Erkenntnisse solcher Dinge aufsuchen und aufnehmen, die dem über die Sinnlichkeiten des Leibes erhobenen Gedächtnis angehören, konnte ich auch daran sehen, daß sie, bei ihrem Einblick in das, was ich von himmlischen Dingen wußte, alles durchgingen, und fortwährend sagten: so ist es, so ist es; denn wenn Geister zum Menschen kommen, so treten sie in sein ganzes Gedächtnis ein, und bringen das in Anregung, was ihnen zusagt. Ja, wie ich oft wahrnahm, sie lesen, was in demselben enthalten ist, wie aus einem Buch. Die Geister des Merkur taten dies geschickter und schneller, weil sie sich nicht bei dem aufhalten, was schwerfällig ist, und das inwendige Gesicht einschränkt und folglich hindert, wie es alle irdische und leibliche Dinge sind, wenn man sie zum Zweck hat, d.h., wenn man sie einzig und allein liebt; sondern sie schauten die Dinge selbst an. Denn die Dinge, denen nichts Irdisches anklebt, führen den Sinn aufwärts somit in ein weites Feld. Ganz materielle Dinge aber führen den Sinn abwärts, somit in ein enges (Gebiet). Ihre Begierde, sich Kenntnisse zu erwerben, kam auch durch Folgendes an den Tag: als ich einst etwas schrieb über kommende Dinge, und sie dann in der Ferne waren, weshalb sie keinen Einblick darein aus meinem Gedächtnis bekamen, so wurden sie, weil ich es in ihrer Gegenwart nicht lesen wollte, sehr unwillig, und wollten gegen ihre gewöhnliche Art auf mich losfahren, und sagten, ich sei ein ganz Schlimmer und dergleichen. Und um ihren Zorn zu zeigen, brachten sie der rechten Seite meines Kopfes bis zum Ohr eine Art von Zusammenziehung mit Schmerz bei; aber solches schadete mir gar nichts, weil sie jedoch Böses getan, entfernten sie sich noch mehr. Gleichwohl aber blieben sie stehen, indem sie wissen wollten, was ich über die Zukunft geschrieben hatte. Solcherart ist ihre Begierde nach Erkenntnissen. 6812. Die Geister des Merkur besitzen in höherem Grade als die übrigen Geister Kenntnisse von den Dingen, sowohl von denen, die in unserem Sonnensystem, als von denen, die außerhalb desselben im Sternenhimmel sind; und was sie einmal sich erworben, das behalten sie, und erinnern sich auch dessen wieder, so oft ähnliches vorkommt. Auch hieraus konnte augenscheinlich erhellen, daß das Gedächtnis der Geister viel vollkommener ist, als das Gedächtnis der Menschen, wie auch, daß die Geister, was sie hören, sehen und wahrnehmen, behalten und vornehmlich solches, woran sie Freude haben, wie diese Geister an Kenntnissen der Natur. Denn, woran man Freude und wozu man Liebe hat, das fließt gleichsam von selber ein und bleibt; das übrige geht nicht ein, sondern berührt nur die Oberfläche und schwebt vorüber. 6813. Wenn die Geister des Merkur zu anderen Gesellschaften kommen, so forschen sie von ihnen aus, was sie wissen, und wenn sie es ausgeforscht haben, gehen sie weiter. Es findet auch wirklich eine solche Mitteilung zwischen Geistern statt, daß, wenn sie in eine Gesellschaft kommen und daselbst willkommen und geliebt sind, ihnen alles mitgeteilt wird, was sie wissen, und zwar nicht durch irgendeine Rede, sondern durch Einfließen. Auf ihre Kenntnisse sind die Merkurgeister mehr als andere stolz; daher wurde ihnen gesagt, wenn sie auch unzählig vieles wissen, so gebe es dennoch unendlich vieles, was sie nicht wissen; und wenn auch die Kenntnisse bei ihnen in Ewigkeit sich mehrten, so könnten sie doch nicht einmal die Kenntnis des Allgemeinen erlangen. Daß sie Stolz und Hochmut haben, wurde ihnen (auch) gesagt, und daß sich das nicht zieme; aber sie sagten, es sei kein Stolz, sondern nur ein Rühmen von wegen ihres Gedächtnisvermögens. So wissen sie ihre Fehler zu entschuldigen. 6814. Die Wörtersprache verschmähen sie, weil sie materiell ist; daher konnte ich mit ihnen nicht anders als durch eine Art tätigen Denkens reden. Ihr Gedächtnis, weil es Sachen enthält, und nicht rein materielle Bilder, bringt dem Denken seine Gegenstände näher. Ihr Denken, das über der Einbildungskraft besteht, verlangt zu seinen Gegenständen Dinge, die aus dem Materiellen abstrahiert sind; aber obwohl es so ist, so besitzen gleichwohl die Merkurgeister wenig Urteilskraft. An Dingen, wozu Urteil und Schlüsse aus Gedanken erforderlich sind, haben sie keine Lust, denn nur die nackten (bloßen) Kenntnisse machen ihnen Vergnügen. 6815. Ich durfte ihnen den Gedanken nahe legen, ob sie nicht von ihren Kenntnissen irgendeinen nützlichen Gebrauch machen wollten, denn es genügt nicht, (sagte ich), an Kenntnissen sich zu ergötzen, weil die Kenntnisse auf Nutzleistungen abzielen, und diese Nutzleistungen ihr Zweck sein müssen. Von den bloßen Kenntnissen hätten sie keinen Nutzen, sondern andere, denen sie ihre Kenntnisse etwa mitteilen wollten, und für den Menschen, der weise sein wolle, gezieme es sich nicht, bei den bloßen Kenntnissen stehenzubleiben, weil diese nur Mittel zum Zweck sind, und dazu dienen sollen, Nutzwirkungen aufzuspüren, die fürs Leben sich eignen. Aber sie antworteten, daß sie eben an Kenntnissen eine Freude haben, und daß die Kenntnisse für sie Nutzzwecke seien. 6816. Die Merkurgeister sind ganz verschieden von den Geistern unserer Erde, denn die Geister unserer Erde bekümmern sich nicht viel um die Sachverhältnisse, sondern um materielle, weltliche, leibliche und irdische Dinge. Deshalb können die Merkurgeister nicht mit den Geistern unserer Erde zusammensein, und darum fliehen sie, wo sie nur immer dieselben antreffen; denn die geistigen Sphären, die von beiden ausgehen, sind beinahe das Gegenteil voneinander. Die Geister des Merkur gebrauchen häufig die Rede, daß sie nur das lieben, was aus den materiellen Dingen hervorgebracht sei, und daß sie nicht die Hülse sehen wollen, sondern den Kern, der von seiner Hülse entblößt sei, somit das Inwendigere. 6817. Die Fortsetzung von den Geistern des Planeten Merkur am Ende des folgenden Kapitels. 6921. Am Ende des vorigen Kapitels wurde gezeigt, daß die Geister des Planeten Merkur im Größten Menschen das Gedächtnis für nicht materielle Dinge darstellen; und weil sie deshalb das Wissen von Dingen lieben, die vom Materiellen abgezogen (abstrahiert) sind, so sind sie im Durchschauen, Denken und Reden viel gewandter und schneller als andere Geister; denn das Materielle ist gleichsam etwas Schweres, das lähmt und aufhält, denn es führt das Gemüt abwärts und versenkt es in Irdisches und entfernt es dadurch von der geistigen Welt, aus der aller Scharfsinn kommt. Wie gewandt jene Geister sind, kann aus folgenden Beispielen erhellen. 6922. Es erschien eine ziemlich helle, freudig lodernde Flamme, und zwar einige Zeit lang; diese Flamme bezeichnete die Ankunft von Geistern des Merkur, die gewandter sind als die übrigen. Als sie gekommen waren, durchliefen sie sogleich, was in meinem Gedächtnis war (dies können alle Geister, und weil sie beim Menschen sind, so sind sie im Besitz alles dessen, was in seinem Gedächtnis ist: Nr. 5853, 5857, 5859, 5860); was sie aber beobachteten, konnte ich nicht wahrnehmen wegen ihrer Gewandtheit (und Hurtigkeit). Ich hörte sie je und je sagen: "So ist es". Über das, was ich gesehen hatte in den Himmeln und in der Geisterwelt, sagten sie, das hätten sie schon vorher gewußt; ich ward inne, daß eine Menge mit ihnen zusammengesellter Geister rückwärts, ein wenig zur Linken, in der Fläche des Hinterhauptes war. 6923. Zu einer anderen Zeit sah ich eine Menge solcher Geister, aber in einiger Entfernung von mir, vorne ein wenig zur Rechten, und von da redeten sie mit mir, aber durch vermittelnde Geister; denn ihre Rede ist so schnell wie ihre Gedanken, und diese können nur durch vermittelnde Geister in die menschliche Rede fallen. Und was mich wunderte, sie redeten (gleichsam) massenweise, und dennoch so gewandt und schnell. Weil ihre Rede von mehreren zugleich kam, wurde sie wie ein Wogen (von Wellen) vernommen; und merkwürdigerweise ging sie auf mein linkes Auge zu, obwohl sie zur Rechten waren. Die Ursache war, weil das linke Auge den Kenntnissen der vom Materiellen abgezogenen Dinge entspricht, somit dem, was der Einsicht angehört. Das rechte Auge aber dem, was der Weisheit angehört. Mit derselben Gewandtheit, mit der sie sprachen, faßten sie auch die Sachen auf, die sie hörten, und urteilten darüber, indem sie sagten: "das ist so, das ist nicht so"; ihr Urteil erfolgte gleichsam in einem Augenblick. 6924. Es war ein Geist aus einem anderen Weltkörper zugegen, der geschickt mit ihnen reden konnte, weil gewandt und schnell. Augenblicklich urteilten sie über das, was er redete, indem sie sagten: das ist gar zu zierlich, das ist gar zu witzig; indem sie dabei nur darauf merkten, ob sie etwas ihnen noch nicht Bekanntes von ihm hörten, und dabei alles verwarfen, was (die Sache) verdunkelte, namentlich das Bestreben, recht zierlich zu reden und mit Gelehrsamkeit zu prunken; denn dadurch werden die Sachen selbst verdunkelt, und statt derselben solche Worte gebraucht, die materielle Formen der Dinge sind. 6925. Die Geister des Weltkörpers Merkur verweilen nicht an einem Ort, oder innerhalb der Geistersphäre einer Welt, sondern sie schweifen durch das Weltall. Der Grund ist, weil sie das Sachgedächtnis im Größten Menschen darstellen, das fortwährend bereichert werden muß. Darum dürfen sie umherschweifen, und sich überall Kenntnisse verschaffen. Wenn sie auf solchen Wanderungen Geister treffen, die materielle, d.h. leibliche und irdische Dinge lieben, so fliehen sie solche, und begeben sich dahin, wo sie dergleichen nicht hören. Hieraus kann erhellen, daß ihr Gemüt über das Sinnliche erhoben ist, und daß sie dadurch in einem inwendigeren Lichte sind. Dies durfte ich auch tatsächlich innewerden, als sie bei mir waren und mit mir redeten. Ich bemerkte alsdann, daß ich vom Sinnlichen abgeführt wurde, und zwar so sehr, daß das Licht meiner Augen anfing, schwach und dunkel zu werden. 6926. Die Geister jener Erde gehen in Rotten und Scharen; und wenn sie versammelt sind, bilden sie gleichsam eine Kugel. Auf solche Weise werden sie vom Herrn verbunden, damit sie zusammenwirken, und die Kenntnisse eines jeden allen mitgeteilt werden. Daß jene Geister durch das Weltall schweifen, um sich Sachkenntnisse zu verschaffen, konnte ich daraus abnehmen, daß sie, als sie einmal von mir sehr weit entfernt erschienen, von da aus mit mir redeten, und sagten, sie seien jetzt versammelt, und gingen jetzt aus der Sphäre dieser Welt in den Sternenhimmel, wo sie wüßten, daß es solche gebe, die sich nicht um Irdisches und Leibliches bekümmern, sondern um Dinge, die davon abgezogen sind, und bei solchen wollten sie sein. Es wurde gesagt, daß sie selber nicht wissen, wohin sie gehen, sondern daß sie durch göttliche Fügung dahin geführt werden, wo sie über solche Dinge belehrt werden können, die sie noch nicht wissen, und die mit den Kenntnissen, die sie haben, übereinstimmen. Es wurde auch gesagt, sie wüßten nicht, wie sie mit Genossen zusammentreffen, mit denen sie sich verbinden, und daß auch dieses durch göttliche Fügung geschehe. 6927. Weil sie so durchs Weltall gehen und daher mehr als andere von den Welten und Erdkörpern außerhalb unseres Sonnensystems wissen können, darum habe ich mit ihnen auch über diesen Gegenstand geredet. Sie sagten, daß im Weltall sehr viele Erdkörper seien, und Menschen daselbst; und sie wunderten sich, daß einige, die sie Menschen von geringer Urteilskraft nannten, meinten, der Himmel des allmächtigen Gottes bestehe einzig und allein aus Geistern und Engeln, die aus einer Erde kommen, während doch diese so wenige seien, daß sie für die Allmacht Gottes kaum etwas wären, sogar wenn es Myriaden von Welten und Myriaden von Erdkörpern gäbe. Weiter sagten sie, sie wüßten, daß es mehr als etliche hunderttausende von Erdkörpern gebe, und was ist das gleichwohl für das Göttliche, das unendlich ist! 6928. Die Geister des Erdkörpers Merkur sind ganz verschieden von den Geistern unseres Erdkörpers, denn die Geister unserer Erde, besonders wenn sie eben erst im anderen Leben angekommen sind, lieben leibliche und weltliche, d.h. materielle Dinge, und begehren solche im anderen Leben zu erkennen. Deshalb werden sie, damit sie mit guten Geistern, die sich um dergleichen nicht bekümmern, zusammen sein können, in Gegenden behalten, die unter den Fußsohlen sind, und im Worte die untere Erde genannt werden, und zwar so lange, bis sie das Leibliche und Irdische verschmähen, und dadurch ablegen. Ist das geschehen, dann werden sie in den Himmel erhoben, und in Inwendigeres eingeweiht, und werden Engel. 6929. Als Merkurgeister bei mir waren, während ich schrieb und das Wort in betreff seines inneren Sinnes erklärte, sagten sie, das, was ich schreibe, sei sehr grob, und die Ausdrücke erschienen beinahe alle als materiell. Aber ich durfte antworten, die Menschen unserer Erde betrachteten dieses Geschriebene dennoch als fein und erhaben, wovon sie vieles nicht begriffen. Ich setzte hinzu, daß sehr viele auf dieser Erde nicht wissen, daß es einen inneren Menschen gebe, der auf den äußeren einwirkt und macht, daß dieser lebt, und daß sie sich aus Sinnestäuschung bereden, der Leib lebe aus sich, folglich werde der ganze Mensch sterben, wenn er in Ansehung des Leibes stirbt, und daß sie somit das Leben nach dem Tod bei sich in Zweifel ziehen. Ferner, daß sie das im Menschen, was nach dem Tod des Leibes fortlebt, nicht Geist nennen, sondern Seele, und daß sie darüber streiten, was die Seele sei, und wo sie ihren Sitz habe, und glauben, daß sie wieder mit ihrem materiellen Leib verbunden werden müsse, wenn der Mensch leben soll; außer mehrerem anderen. Als die Merkurgeister das hörten, fragten sie, ob solche Engel werden könnten? Hierauf durfte ich antworten, daß diejenigen Engel werden, die im Guten des Glaubens und in der Liebtätigkeit gelebt haben; und daß sie alsdann nicht mehr in äußeren und materiellen Dingen seien, sondern in inwendigen und geistigen, und wenn sie in einen solchen Zustand kommen, so seien sie in einem höheren Licht, als die Geister aus dem Merkur. Um sie hiervon zu überzeugen, durfte ein im Himmel aus unserer Erde befindlicher Engel, der so geartet war, als er in der Welt lebte, mit ihnen reden, wovon im Folgenden. 6930. Nachher wurde mir von den Merkurgeistern ein langes, ungleiches, aus mehreren Blättern zusammengeleimtes Papier zugeschickt, das wie mit Buchstaben, wie man sie auf dieser Erde hat, gedruckt erschien; ich fragte, ob sie so etwas bei ihnen hätten; aber sie sagten: nein, sie wüßten aber, daß es solche Papiere auf unserer Erde gebe. Mehreres wollten sie nicht sagen. Aber ich durfte inne werden, daß sie dachten, auf dieser Erde seien die Kenntnisse der Dinge so beschaffen, und somit vom Menschen selbst getrennt, außer wenn der Mensch auf solche Papiere sein Auge und so sein Gemüt hefte. In dieser Weise verspotteten sie bei sich die Menschen dieser Erde, als ob sie nichts wüßten, als aus den Papieren. Sie wurden aber belehrt, wie es sich damit verhalte. Nach einiger Zeit kamen sie wieder, und schickten mir ein anderes Papier zu, das ebenso mit Buchstaben gedruckt war, wie das frühere, aber anständig und zierlich. Sie sagten, sie seien weiter belehrt worden, daß es auf unserer Erde solches Papier gebe, und daher Bücher. 6931. Aus diesem, was bisher über die Geister des Erdkörpers Merkur gesagt wurde, erhellt offenbar, daß die Geister, was sie sehen und hören im anderen Leben, behalten; und daß sie ebenso, wie als sie Menschen waren, belehrt werden können, somit auch in Glaubenssachen, und so vervollkommnet werden. Je reiner die Geister und Engel sind, desto schneller und vollkommener fassen sie auf, und um so vollkommener behalten sie im Gedächtnis, was sie hören; und weil das in Ewigkeit (fortgeht), so ist klar, daß sie fortwährend an Weisheit zunehmen. Die Merkurgeister aber nehmen fortwährend zu an Erkenntnis der Dinge, aber darum doch nicht an Weisheit, weil sie die Kenntnisse, die Mittel sind, lieben, nicht aber die Nutzwirkungen, das die Zwecke sind, gemäß dem was hierüber Nr. 6814, 6815 erwähnt wurde. 6932. Die Fortsetzung von den Geistern des Erdkörpers Merkur am Ende des folgenden Kapitels. * 7069. Was für eine Sinnesart die Geister haben, die vom Planeten Merkur stammen, kann ferner noch aus Folgendem klar werden: Man muß wissen, daß alle Geister, soviel ihrer auch sein mögen, Menschen gewesen sind; denn das Menschengeschlecht ist die Pflanzschule des Himmels. Sodann daß die Geister selbst ganz so geartet sind, wie sie waren, während sie in der Welt lebten; denn einem jeden folgt sein Leben nach. Weil es so ist, so kann die Sinnesart der Menschen eines jeden Weltkörpers aus der Sinnesart der Geister erkannt werden, die von daher stammen. 7070. Weil die Geister vom Merkur im Größten Menschen das Gedächtnis der von Materiellem abgezogenen Dinge darstellen: Nr. 6808, deswegen wollen sie es gar nicht hören, wenn jemand mit ihnen von irdischen, leiblichen und ganz weltlichen Dingen redet; und wenn sie davon zu hören genötigt werden, dann verwandeln sie es in etwas anderes, und meistens in Entgegengesetztes, in der Absicht, davon weg zu kommen. 7071. Um mich ganz davon zu überzeugen, daß ihre Sinnesart so beschaffen ist, durfte ich ihnen Wiesen, Ackerfelder, Gärten, Wälder, Flüsse vorstellen, aber sogleich wandelten sie alles um: die Wiesen und Ackerfelder verdunkelten sie, und füllten sie durch Vorbildungen mit Schlangen, die Flüsse schwärzten sie, so daß das Wasser nicht klar erschien. Als ich fragte, warum sie dies täten, sagten sie, sie wollten nicht an solche Dinge denken, sondern an reale, wirkliche, d.h. an Erkenntnisse von Dingen, die vom Irdischen abgezogen (oder frei) sind, besonders von solchen Gegenständen, die in den Himmeln vorkommen. 7072. Nachher stellte ich ihnen größere und kleinere Vögel vor, wie sie auf unserer Erde vorhanden sind; denn im anderen Leben kann solches gleichsam leibhaftig vorgebildet werden; die Geister- und Engelsprache ist voll von solchen Vorbildungen. Als sie diese vorgebildeten Vögel sahen, wollten sie dieselben zuerst umändern, nachher aber hatten sie eine Freude daran, und beruhigten sich. Die Ursache war, weil die Vögel Sachkenntnisse bedeuten, worüber sie auch alsdann ein Innewerden durch Einfließen empfingen. Darum unterließen sie es, dieselben umzuwandeln, und so von den Vorstellungen ihres Gedächtnisses fern zu halten. Nachher durfte ich ihnen einen ungemein lieblichen Garten voller Lampen und Lichter vorbilden. Da blieben sie ruhig und hielten an sich, weil die Lampen mit den Lichtern Wahrheiten bedeuten, die vom Guten her leuchten. Hieraus wurde klar, daß sie in der Anschauung materieller Dinge festgehalten werden können, wenn nur zugleich die Bedeutung derselben im geistigen Sinne mitgeteilt wird; denn was dem geistigen Sinn angehört, ist vom Materiellen abgezogen, es wird aber im Materiellen vorgebildet. 7073. Außerdem redete ich mit ihnen von Schafen und Lämmern, aber solches wollten sie nicht hören, weil es von ihnen als etwas Irdisches aufgefaßt wurde. Der Grund war, weil sie nicht verstanden, was die Unschuld sei, welche die Lämmer bedeuten. Dies konnte man aus Folgendem entnehmen: Als ich sagte, daß die Lämmer auch im Himmel nicht als Lämmer vorgebildet erscheinen, sondern daß, wenn sie genannt werden, an ihrer Statt die Unschuld empfunden werde, da sagten sie, sie wüßten nicht, was Unschuld sei, sondern kennen sie nur dem Wortlaut nach. Der Grund ist, weil sie nur von Erkenntnissen, nicht aber von Nutzwirkungen, welche die Zwecke der Erkenntnisse sind, angeregt werden: Nr. 6815. Weil sie also nicht von den Zwecken der Erkenntnisse angeregt werden, so können sie auch aus keinem inwendigen Innewerden wissen, was Unschuld ist. 7074. Es kamen zu mir einige von den Geistern des Weltkörpers Merkur, die von anderen gesandt waren, um zu vernehmen, was bei mir vorgehe. Zu diesen sagte einer von den Geistern unserer Erde, sie möchten den ihrigen sagen, daß sie nichts anderes als die Wahrheit sagen, und nicht, wie sie zu tun pflegten, den Fragenden Entgegengesetztes erwidern sollten; denn wenn einer von den Geistern unserer Erde so täte, so würde er gestraft. Darauf antwortete die Schar, von der jene Geister ausgesandt waren, und die sich in einiger Entfernung befand, wenn sie deswegen gestraft würden, so müßten sie alle gestraft werden, weil sie nicht anders tun könnten wegen fortgesetzter Gewohnheit. Sie erklärten, wenn sie mit den Menschen ihrer Erde reden, so machten sie es auch so. Sie tun es aber nicht in der Absicht, sie irre zu führen, sondern um ihnen den Trieb nach Erkenntnis einzuflößen. Wenn sie nämlich Entgegengesetztes vorbringen, und die Sachen gewissermaßen verdecken, dann wird die Wißbegierde geweckt und so wird durch das Streben, den Sachen auf den Grund zu gehen, das Gedächtnis bereichert. 7075. Über denselben Gegenstand sprach ich auch ein andermal mit ihnen; und weil ich wußte, daß sie mit den Geistern ihrer Erde reden, fragte ich, wie sie ihre Einwohner belehren. Sie erwiderten, sie belehrten sie nicht, wie sich eine Sache verhalte, gleichwohl aber brächten sie ihnen einigermaßen einen Begriff von der Sache bei, damit hierdurch die Wißbegierde genährt werde und wachse; denn wenn sie auf alles antworteten, so würde diese Begierde verlorengehen. Sie setzten hinzu, daß sie entgegengesetzte (Behauptungen) aufstellten, damit die Wahrheit hernach um so besser zur Erscheinung komme; denn alle Wahrheit erscheint je nach ihrem Verhältnis zum Entgegengesetzten. 7076. Sie haben den Gebrauch, daß sie niemand sagen, was sie wissen, aber doch von allen wissen wollen, was diese wissen. Aber ihrer Gesellschaft teilen sie alles mit, so zwar, daß, was einer weiß, alle wissen, und was alle, ein jeder daselbst (weiß). 7077. Weil die Geister des Merkur so beschaffen und gleichwohl reich sind an Kenntnissen, so haben sie eine Art von Stolz: Nr. 6813; daher meinen sie, sie wüßten viel, daß man kaum mehr wissen könne. Es wurde ihnen aber von den Geistern unserer Erde gesagt, daß sie nicht viel, sondern wenig wüßten, und dessen, was sie nicht wüßten, sei beziehungsweise unendlich viel. Auch verhalte sich das, was sie nicht wüßten, zu dem, was sie wüßten, wie die Gewässer des größten Ozeans zu den Wassern einer ganz kleinen Quelle. Damit sie sich hiervon überzeugen möchten, durfte ein Engelgeist mit ihnen reden, und ihnen im allgemeinen sagen, was sie wüßten, und was sie nicht wüßten, und daß dessen, was sie nicht wüßten, unendlich viel sei, und daß sie in Ewigkeit nicht einmal das Allgemeine der Dinge wissen könnten. Derselbe redete mittelst Engelsvorstellungen noch viel fertiger als sie, und weil er zeigte, was sie wußten, und was sie nicht wußten, wurden sie mit Staunen erfüllt. Nachher sah ich einen anderen Engel mit ihnen reden; derselbe erschien in einiger Höhe rechts. Dieser zählte sehr vieles auf, was sie nicht wußten; und nachher redete er mit ihnen durch Zustandsveränderungen, von denen sie sagten, sie verständen sie nicht. Dann sagte er ihnen, daß eine jede Zustandsveränderung unendlich viel enthalte, wie auch jeder kleinste Teil derselben. Als sie das hörten, fingen sie an sich zu demütigen, weil sie auf ihre Kenntnisse stolz waren. Die Demütigung wurde durch ein Herabsinken ihres Umfangs vorgebildet, (denn ihre Schar erschien damals wie eine runde Masse [Volumen], wovon zur Linken in der Entfernung auf der Fläche der Gegend unter dem Nabel). Aber diese Masse erschien in der Mitte wie eingebogen, und auf den Seiten erhöht. Auch wurde ein Hin- und Herwogen an ihr bemerkt. Ferner wurde ihnen gesagt, was das bedeute, nämlich was sie in ihrer Demütigung dächten, und daß die, welche auf den Seiten erhöht erschienen, noch in keiner Demütigung seien. Auch sah ich, daß ihre Masse sich trennte, und daß die, die nicht in der Demütigung waren, gegen ihren Erdkreis hin zurückgewiesen wurden, während die übrigen dablieben. Da die Merkurgeister die Geister unserer Erde fliehen, weil diese im Materiellen sind, und fragten, ob solche auch Engel werden könnten: (Nr. 6929), so bekamen sie jetzt zur Antwort, daß der Engel, der mit ihnen geredet habe, von dieser Erde gewesen sei. 7078. Man muß wissen, daß die Geister anderer Erdkörper nicht in der Sphäre erscheinen, der die Geister unserer Erde angehören, sondern außerhalb derselben, die einen in einer größeren, die anderen in einer kleineren Entfernung, wie auch in verschiedenen Himmelsgegenden. Der Grund ist, weil die Geister der einen Erde nicht die gleiche Sinnesart und Lebensweise haben, wie die Geister der anderen Erde; sodann, weil sie andere Gebiete im Größten Menschen bilden. Die Ungleichheit des Lebenszustandes bewirkt diesen Anschein. Aber im Innersten erscheinen sie nicht voneinander getrennt. Die Merkurgeister aber erscheinen nicht in einer bestimmten Himmelsgegend, auch nicht in einer bestimmten Entfernung, sondern sie erscheinen bald vorne, bald links, bald ein wenig nach hinten. Der Grund ist, weil sie das Weltall durchstreifen dürfen, um sich Kenntnisse zu verschaffen, und ihr Gedächtnis zu bereichern. Ihr Planet stellt sich den Geistern im Rücken dar, ebenso auch die Weltsonne, wenn sie daran denken, denn von ihr erscheint gar nichts. Daß sie sich im Rücken darstellt, kommt daher, weil die Weltsonne für die, welche im anderen Leben sind, ganz im Dunkeln und als Finsternis erscheint; die Himmelssonne aber oder der Herr erscheint nach vorne vor dem rechten Auge, weil ihnen von daher alles Licht kommt; denn das rechte Auge entspricht nicht nur der geistigen Sehe, sofern sie vom Wahren, sondern auch, sofern sie vom Guten erleuchtet wird: Nr. 4410. Somit blickt der Herr den Menschen aus dem Guten an, und erleuchtet ihn durch das Gute. 7079. Die Fortsetzung von den Geistern des Planeten Merkur am Ende des folgenden Kapitels.   Fortsetzung von den Geistern und von den Einwohnern des Erdkörpers Merkur 7170. Es erschienen (mir) die Geister des Merkur links in Form einer Kugel und hernach als ein länglich runder Körper (volumen), der sich in die Länge ausdehnte, und da ich begierig war, wohin sie wollten, ob zu unserer Erde oder anderswohin, so bemerkte ich, daß sie sich rechtshin lenkten, und sich gleichsam aufrollend dem Erdkörper der Venus näherten, (und zwar) an der von der Sonne abgekehrten Seite. Aber als sie dahin kamen, sagten sie, da wollten sie nicht sein, weil Böse da waren. Sie wendeten sich daher auf die andere Seite jener Erde, die der Sonne zugekehrt ist, und dann sagten sie, hier wollten sie weilen, weil die hier Befindlichen gut seien. Als dies geschehen war, fühlte ich im Gehirn eine auffallende Veränderung, und eine starke Einwirkung infolge davon. Hieraus durfte ich schließen, daß die Geister der Venus, die auf dieser Seite des Planeten sind, mit den Geistern des Planeten Merkur übereinstimmen, und daß sie das Gedächtnis der materiellen Dinge darstellen, sofern es übereinstimmt mit dem Gedächtnis der nicht materiellen Dinge, welche die Merkurgeister bilden. Daher wurde eine kräftigere Einwirkung von ihnen her gespürt, als sie dort waren. 7171. Man muß wissen, daß weder die Weltsonne, noch ein Licht von derselben irgendeinem Geist erscheint; denn das Licht dieser Sonne ist für die Geister wie dichte Finsternis. Diese Sonne haben die Geister von ihrem Anblick her, da sie in der Welt waren, nur noch in ihrer inneren Wahrnehmung, und sie stellt sich in ihrer Vorstellung wie etwas Dunkles dar, und zwar hinter ihnen in einer ansehnlichen Entfernung, in geringer Höhe über der Fläche des Hauptes. Die Planeten die in das System unserer Sonne gehören, erscheinen in einer bestimmten Lage im Verhältnis zur Sonne: der Merkur hinten ein wenig zur Rechten, der Planet Venus links ein wenig rückwärts, der Planet Mars links nach vorne. Der Planet Jupiter ebenfalls links nach vorne, aber weiter entfernt, der Planet Saturn ganz vorne in einer bedeuteten Entfernung, der Mond links ziemlich hoch. Die Trabanten auch links von ihren Planeten. So beschaffen ist die Lage dieser Planeten in den Vorstellungen der Geister und Engel; und auch die Geister erscheinen bei ihrem Planeten, aber außerhalb desselben. 7172. Einst sah ich, daß Geister unserer Erde bei den Geistern des Erdkörpers Merkur waren, und hörte sie miteinander reden, und dann richteten die Geister unserer Erde an jene die Frage, an wen sie glaubten? Sie antworteten, sie glaubten an Gott. Als sie aber sich weiter erkundigten über den Gott, an den sie glaubten, wollten sie es nicht sagen, weil es ihre Sitte ist, auf Fragen nicht direkt zu antworten. Nun aber fragten umgekehrt die Geister vom Erdkörper Merkur die Geister von unserer Erde, an wen denn sie glaubten? Diese sagten: an Gott den Herrn. Die Geister des Merkur sagten hierauf, sie merkten wohl, daß jene an keinen Gott glaubten, und die Gewohnheit hätten, mit dem Mund zu sagen, sie glaubten, gleichwohl aber nicht glauben. Die Merkurgeister haben (nämlich) ein feines Innewerden, aus dem Grund, weil sie fortwährend mittelst des Innewerdens erforschen was andere wissen. Die Geister unserer Erde gehörten zu denen, die in der Welt den Glauben nach der Lehre der Kirche bekannten, aber dennoch kein Glaubensleben führten. Als sie dies hörten, verstummten sie, weil sie aus der ihnen sofort gegeben Wahrnehmung anerkennen mußten, daß es sich wirklich so verhielt. 7173. Einige Geister wußten aus dem Himmel, daß den Geistern des Erdkörpers Merkur einst verheißen worden sei, den Herrn sehen zu dürfen; daher wurden sie von den Geistern um mich her gefragt, ob sie sich jener Verheißung erinnerten. Sie sagten, sie erinnerten sich zwar, aber sie wüßten nicht, ob es so verheißen worden sei, daß sie daran nicht zweifeln dürften. Während sie so miteinander redeten, da erschien ihnen die Sonne des Himmels; (die Himmelssonne) die der Herr ist, sehen nur diejenigen, die im innersten oder dritten Himmel sind, die übrigen sehen das Licht von daher, und auch den Mond, worüber Nr. 1529, 1530, 1531, 4060. Als sie die Sonne sahen, sagten sie, das sei nicht Gott der Herr, weil sie kein Angesicht sahen. Unterdessen aber redeten die Geister miteinander; was sie jedoch redeten, weiß ich nicht. Da erschien aber plötzlich die Sonne wieder, und in ihrer Mitte der Herr, umgeben von einem Sonnenkreis. Als sie dies sahen, demütigten sich die Merkurgeister tief, und sanken nieder. Dann erschien der Herr aus der Sonne auch den Geistern unserer Erde, die, als sie Menschen waren, Ihn in der Welt gesehen hatten. Von diesen bekannte einer nach dem anderen, und so der Ordnung nach mehrere, daß es der Herr selbst sei; und dies bekannten sie vor der ganzen Versammlung. Dann erschien der Herr aus der Sonne auch den Geistern des Planeten Jupiter, die mit laut vernehmlicher Stimme sagten, Der sei es, Den sie auf ihrer Erde, da ihnen der Gott des Weltalls erschien, gesehen hätten. 7174. Einige wurden, nachdem der Herr erschienen war, vorwärts nach rechts hin geführt, und als sie fortschritten, sagten sie, daß sie ein viel helleres und reineres Licht sähen, als sie je gesehen hätten, und es könne nimmermehr ein größeres Licht gesehen werden; und damals war es hier Abendzeit. Derer, die dies sagten, waren viele. 7175. Nach einiger Zeit wurde mir ein Weib von den Einwohnern des Erdkörpers Merkur gezeigt, dieselbe hatte ein schönes Angesicht, aber ein kleineres, als die Frauen unserer Erde; auch war sie schlanker, jedoch von gleicher Größe. Ihr Kopf war mit einem leinen Tüchlein umwunden, zwar nicht künstlich, aber doch zierlich. Auch ein Mann erschien mir von jener Erde, der ebenfalls einen schlankeren Leib hatte, als die Männer unserer Erde. Der, welcher mir erschien, war angetan mit einem dunkelblauen, genau den Leib anschließenden Kleid, ohne Falten und hervortretenden Seitenteilen. Daß aber die Einwohner jenes Erdkörpers wenig an ihren Leib denken, ergab sich mir daraus, daß sie, wenn sie ins andere Leben kommen und Geister werden, nicht als Menschen erscheinen wollen, wie die Geister unserer Erde, sondern als kristallene Kugeln. Der Zweck, warum sie so erscheinen wollen, ist, um materielle Vorstellungen von sich zu entfernen; und die Erkenntnisse der nicht materiellen Dinge werden auch wirklich im anderen Leben durch Kristalle vorgebildet. 7176. Es wurden mir auch die Gestalten ihrer Ochsen und Kühe gezeigt. Dieselben waren zwar von denen auf unserer Erde nicht viel verschieden, aber kleiner und kamen einigermaßen der Gestalt der Hirschkühe und Hirsche nahe. HG 7177 7177. Sie wurden auch in betreff der Weltsonne befragt, wie sie von ihrer Erde aus erscheine; sie sagten: groß. Ferner sagten sie, daß sie bei ihnen größer erscheine, als von anderen Erdkörper aus; das wüßten sie aus der Vorstellung, die andere Geister von der Sonne hätten. Weiter sagten sie, sie hätten eine mittlere Temperatur, nicht zu heiß und nicht zu kalt; und ich durfte ihnen alsdann sagen, es sei so vom Herrn vorgesehen worden, daß sie zu große Wärme hätten, weil ihre Erde der Sonne näher sei, als andere Erdkörper. Denn die Wärme kommt nicht von der Nähe bei der Sonne, sondern von der Höhe und der daher kommenden Dichtheit der Luftatmosphäre, wie man ersehen kann an der Kälte auf hohen Bergen, selbst wenn diese in heißen Klimaten liegen. Ferner wechselt auch die Wärme je nach dem geraden oder schiefen Einfall der Sonnenstrahlen, wie es sich zeigt in den Zeiten des Winters und des Sommers in jeder Gegend. Das ist es, was ich über die Geister und Einwohner des Erkörpers Merkur erfahren durfte. Am Ende des folgenden Kapitels wird die Rede sein von den Geistern des Planeten Venus.   Von den Einwohnern und Geistern des Planeten Venus 7246. Auf dem Planeten Venus sind zwei Gattungen von Menschen von ganz entgegengesetzter Gemütsart: es gibt rohe und beinahe wilde, und es gibt sanfte und menschenfreundliche. Die, welche roh und beinahe wild sind, erscheinen auf der uns zugewendeten Seite des Planeten; die aber sanft und menschenfreundlich sind, erscheinen auf der entgegengesetzten Seite. Man merke aber, daß sie so den Zuständen ihres Lebens gemäß erscheinen; denn der Lebenszustand bestimmt alle Erscheinung des Ortes und des Raumes. 7247. Der Planet Venus erscheint in der Vorstellung der Geister zur Linken ein wenig rückwärts, in einigem Abstand von unserer Erde. In der Vorstellung der Geister wird gesagt, weil keinem Geist die Weltsonne erscheint und auch kein Planet, sondern die Geister haben nur eine Vorstellung, daß sie da sind, und dieser gemäß erscheint die Weltsonne hinter ihnen wie ein dunkler Körper, und die Planeten nicht wie in der Welt, bald da oder dort befindlich, sondern bleibend an ihren Orten, worüber man sehe Nr. 7171. 7248. Es wurde mir gesagt, daß die Einwohner jenes Planeten, die, wenn sie sterben und Geister werden, auf dieser Seite erscheinen, eine große Freude haben an Räubereien, und hauptsächlich, daß Geraubte zu verzehren. Ihre Lust, wenn sie ans Essen vom Geraubten denken, wurde mir mitgeteilt, und ich empfand, daß sie außerordentlich groß war. Daß es auch auf unserer Erde Einwohner von solcher wilden Natur gegeben hat, geht aus den Geschichten verschiedener Nationen hervor, wie auch die Einwohner des Landes Kanaan bewiesen: 1.Sam.30/16, und auch die jüdische und israelitische Völkerschaft noch zu Davids Zeit, sofern sie jährlich Streifzüge machten, die Heiden beraubten und sich des Raubes freuten. Was diese Einwohner des Planeten Venus betrifft, so haben sie zwar eine Freude an Räubereien, aber sie sind doch nicht grausam: sie werfen die Menschen, die sie plündern ins Wasser und töten sie so, die sie aber erhalten können, die erhalten sie; und die, welche sie so getötet haben, begraben sie nachher, was ein Beweis ist, daß sie etwas Menschliches an sich haben, nicht wie die Juden waren, denen es Freude machte, diejenigen, die sie gemordet hatten, hinzuwerfen und den wilden Tieren des Waldes und den Vögeln zu fressen zu geben und zuweilen auch sie auf rohe und grausame Weise dem Tode zu überliefern. Welch große Lust die Juden zu solchen Dingen hatten, durfte ich ebenfalls inne werden aus der mir mitgeteilten Sphäre von mehreren derselben, die schnell herankamen und wieder davoneilten. 7249. Es wurde auch gesagt, die Einwohner jener Erde seien mehrenteils Riesen, und daß die Einwohner unserer Erde ihnen nur bis zum Nabel reichen; ferner, daß die, welche auf dieser Seite jenes Erdkörpers erscheinen, albern seien, nicht nach dem Himmel oder dem ewigen Leben fragen, sondern sich bloß um ihr Feld und um ihr Vieh bekümmern. 7250. Weil sie solcherart sind, werden sie auch, wenn sie ins andere Leben kommen, dort gar sehr von Falschem und Bösem angefochten. Ihre Höllen erscheinen um ihre Erde herum, und stehen nicht in Verbindung mit den Höllen der Bösen unserer Erde, darum, weil sie eine ganz andere Sinnesart und einen anderen Charakter haben, daher ist auch ihr Böses und Falsches von einer ganz anderen Gattung. Die aber solcherart sind, daß sie selig werden können, die sind an Orten der Abödung und werden dort bis zum äußersten Grad der Verzweiflung gebracht; denn das Böse und Falsche jener Gattung kann nicht anders entfernt werden. Wenn sie im Zustand der Verzweiflung sind, so schreien sie, sie seien Bestien, unvernünftige Tiere, nichts als Greuel, Haß, und also verdammt. Einige von ihnen schreien auch, wenn sie in einem solchen Zustand sind, gegen den Himmel; aber das wird ihnen verziehen, weil es aus Verzweiflung geschieht; der Herr lenkt es so, daß sie sich in Scheltworte nur bis zu gewissen Grenzen auslassen. Wenn sie das Äußerste erduldet haben, werden sie, weil das Körperliche alsdann bei ihnen gleichsam abgestorben ist, endlich selig. 7251. Über dieselben wurde auch gesagt, sie hätten, da sie auf ihrer Erde lebten, an einen höchsten Schöpfer ohne Mittler geglaubt. Diese sind es, die so abgeödet und endlich selig werden, wenn sie vorher belehrt worden sind und es angenommen haben, daß der Herr der alleinige Gott, Heiland und Mittler ist. Ich hörte sie bekennen, daß sie ohne einen Mittler gar nicht selig werden könnten, weil sie unsauber und unwürdig wären. Ich sah auch, wie einige von ihnen, nachdem sie das Äußerste erduldet hatten, in den Himmel erhoben wurden, und als sie dort aufgenommen wurden, empfand ich eine solche zarte Innigkeit der Freude von ihnen, daß es mir Tränen aus meinen Augen preßte. 7252. Die Einwohner und Geister der Venus, die auf der anderen Seite jenes Erdkörpers erscheinen, sind von einer beinahe ganz entgegengesetzten Gemütsart; denn sie sind sanft und menschenfreundlich. Es wurde vom Herrn gestattet, daß einige jener Geister von daher zu mir kommen durften; sie erschienen alsdann nahe über dem Haupt. Indem diese mit mir redeten, sagten sie, sie hätten, als sie in der Welt waren, unseren Herrn als ihren einigen Gott anerkannt, und erkennen Ihn jetzt noch mehr an. Sie sagten, sie hätten Ihn auf ihrer Erde gesehen unter ihnen wandeln, und bildeten es auch vor, wie sie Ihn gesehen haben. HG 7253 7253. Diese Geister stellen im Größten Menschen das Gedächtnis materieller Dinge dar, wie es dem Gedächtnis nicht materieller Dinge entspricht, das die Geister des Planeten Merkur bilden; man sehe in der Schilderung der Merkurgeister Nr.7170. 7254. Am Ende des folgenden Kapitels wird von den Einwohnern und Geistern des Planeten Mars die Rede sein.   Von den Einwohnern und Geistern des Planeten Mars 7358. Der Planet Mars erscheint in der Vorstellung der Geister und Engel, wie die übrigen Planeten, beständig an seinem Ort, und zwar links vorne in einiger Entfernung auf der Fläche der Brust; und somit außerhalb der Sphäre, wo die Geister unserer Erde sind. Die Geister des einen Erdkörpers sind von den Geistern des anderen Erdkörpers getrennt, aus dem Grund, weil die Geister eines jeden Erdkörpers ein besonderes Gebiet im Größten Menschen darstellen, und daher in einem anderen und verschiedenen Zustand sind. Und die Verschiedenheit des Zustandes macht, daß sie voneinander entweder zur Rechten oder zur Linken, in einer größeren oder kleineren Entfernung getrennt erscheinen. 7359. Von dorther kamen Geister zu mir, und machten sich an meine linke Schläfe, und lispelten mir dort ihre Rede zu, welche ich aber nicht verstand. Sie war in ihrem Flusse überaus mild, eine mildere hatte ich früher, soviel ich mich erinnerte, nicht vernommen, sie war gleich dem mildesten Lufthauch (aura). Sie hauchte zuerst die linke Schläfe und das linke Ohr von oben her an, und der Anhauch ging von da aus weiter zum linken Auge und allmählich zum rechten, und floß hernach, hauptsächlich vom linken Auge hernieder zu den Lippen, und von den Lippen aus ging er in den Mund ein, und auf einem Weg innerhalb des Mundes, und zwar durch die Eustachionische Trompete, in das Gehirn. Als der Anhauch dahin gelangt war, verstand ich ihre Rede, und durfte mit ihnen reden. Ich nahm wahr, daß, während sie mit mir redeten, die Lippen bei mir sich bewegten, und auch die Zunge ein wenig. Dies geschah wegen der Entsprechung der inwendigeren Rede mit der auswendigeren Rede. Die auswendigere Rede besteht aus artikulierten Tönen, die an die äußeren Membranen des Ohrs kommen, und von da aus mittels der kleinen Organe, Membranen und Nervenfasern, die inwendig im Ohr sind, ins Gehirn befördert werden. 7360. Hieraus durfte ich merken, daß die Rede der Einwohner des Mars verschieden ist von der Rede der Einwohner unserer Erde, daß sie nämlich nicht laut tönend, sondern eine beinahe stille, sich ins inwendigere Gehör und Gesicht auf kürzerem Weg einschmiegende ist; und daß sie, weil so beschaffen, eine vollere und vollkommenere ist; voller von Denkvorstellungen, somit der Geister- und Engelsrede näher kommend. Auch bildet sich das in der Rede liegende Gefühl bei ihnen im Angesicht ab, und der Gedanke desselben in den Augen; denn Gedanke und Rede, wie auch Gefühl und Angesicht machen bei ihnen eins aus. Sie erachten es für frevelhaft, anders zu denken und anders zu reden, sowie etwas anderes zu wollen und etwas anderes mit dem Angesicht zu zeigen. Sie wissen nicht, was Heuchelei und was täuschende Verstellung und Betrug ist. 7361. Daß auch die Uralten auf unserer Erde eine solche Rede hatten, davon durfte ich mich auch durch den Umgang mit einigen von ihnen überzeugen, worüber man sehe Nr. 607, 608. Um diesen Gegenstand zu beleuchten, möchte ich wieder vorbringen, was ich über die Rede der Uralten dieser Erde durch Erfahrung vernehmen durfte; es ist Folgendes: Es wurde mir durch einen Einfluß, den ich nicht beschreiben kann, gezeigt, von welcher Art die Rede der Angehörigen der Uralten Kirche gewesen war, nämlich nicht eine artikulierte, wie die Wörtersprache unserer Zeit, sondern eine stille (Rede), die nicht durch das äußere, sondern durch das inwendige Atmen geschah. Ich durfte auch wahrnehmen, von welcher Art ihr inwendiges Atmen war: es ging nämlich vom Nabel aus dem Herzen zu, und so durch die Lippen ohne einen lauten Ton, wenn sie redeten, und daß (die Rede) in das andere Ohr nicht auf einem äußeren Weg eintrat, und an etwas anschlug, was man das Trommelfell heißt, sondern auf einem inwendigen Weg, und zwar durch etwas daselbst, was heutzutage die Eustachionische Trompete genannt wird. Es wurde gezeigt, daß sie durch eine solche Rede die Gemütsempfindungen und Denkvorstellungen viel vollständiger ausdrücken konnten, als es je durch artikulierte Töne oder laute Worte geschehen kann. Diese werden zwar ebenfalls durch das Atmen hervorgebracht, aber durch das äußere; denn es gibt kein Wort, ja auch nichts in einem Wort, das nicht durch eigentümliche Wendungen des Atems hervorgebracht würde. Aber bei ihnen geschah es viel vollkommener, weil durch das inwendige Atmen, das, weil inwendiger, auch vollkommener ist und den Denkvorstellungen selbst angemessener und gleichförmiger. Außerdem auch durch leichte Lippenbewegungen und entsprechende Veränderungen des Angesichts; denn weil sie himmlische Menschen waren, so leuchtete alles, was sie dachten, aus ihrem Angesicht und ihren Augen heraus, die sich auf angemessene Weise veränderten, das Angesicht in Ansehung der Form und in Ansehung des Lebens, und die Augen in Ansehung des Lichtes. Sie konnten gar keine andere Miene zeigen, als eine solche, die dem, was sie dachten, gemäß war. Verstellung und mehr noch Betrug war für sie ein ungeheurer Frevel. Weil sie eine solche Rede und ein inwendiges Atmen hatten, darum konnten sie mit Engeln Genossenschaft haben: Nr. 1118. 7362. Das Atmen der Geister des Planeten Mars wurde mir auch mitgeteilt (daß die Geister und Engel atmen, sehe man Nr. 3884-3894); und ich wurde inne, daß ihr Atmen ein inwendigeres war, ausgehend aus der Gegend des Brustkastens gegen den Nabel zu, und von da aufwärts gegen die Brust hin wallend, mit einem unmerklichen Hauch gegen den Mund. Aus diesem, sowie aus anderen Erfahrungsbeweisen konnte ich entnehmen, daß sie von himmlischer Sinnesart waren, somit nicht unähnlich den Angehörigen der Ältesten Kirche auf dieser Erde. 7363. Sie redeten mit mir von dem Leben der Einwohner auf ihrer Erde, daß sie nicht unter Herrschaften stehen, sondern daß sie in größeren und kleineren Gesellschaften abgeteilt sind, und daß sich dort solche zusammengesellen, die in den Gesinnungen übereinstimmen, und daß sie das sogleich aus dem Angesicht und aus der Rede erkennen und sich hierin selten täuschen; sie sind dann alsbald Freunde. Gegen die übrigen aber haben sie keinen Widerwillen, denn bei ihnen ist kein Widerwille, geschweige Haß. Sie sagten auch, daß ihre geselligen Verhältnisse angenehm seien, und sie miteinander von denjenigen Dingen reden, die in ihren Gesellschaften und hauptsächlich, die im Himmel vorkommen; denn mehrere von ihnen haben eine offenbare Gemeinschaft mit den Engeln im Himmel. Es ist auch glaublich, (weil sie so geartet und so zusammengesellt sind,) daß ihre Gesellschaften auf jener ganzen Erde zusammengenommen eine gemeinsame Engelsgesellschaft vorbilden; denn die Gesellschaften dort sind alle verschieden, aber der Herr verbindet alle durch die himmlische Form, so daß sie eins sind. Denn die Einheit entsteht aus verschiedenen Gegenständen, die auf passende Weise in eine Form geordnet sind. 7364. Diejenigen, die in ihren Gesellschaften anfangen, unrichtig zu denken, und daher unrecht zu wollen, werden ausgeschieden, man überläßt sie sich allein, daher führen sie auch außerhalb der Gesellschaft ein gar trübseliges Leben in solchen oder anderswo; denn man bekümmert sich nicht weiter um sie. Einige Gesellschaften versuchen es, solche auf allerlei Weise zu einer besseren Gesinnung zu bringen, wenn dies aber fruchtlos ist, so trennen sie sich von ihnen. So verhüten sie, daß nicht Herrschbegierde und Gewinnsucht einschleichen, d.h., daß nicht einzelne aus Herrschbegierde, die Gesellschaft, in der sie sind, und nachher mehrere andere, sich unterwerfen; und daß nicht einzelne aus Gewinnsucht anderen ihre Güter rauben. Ein jeder lebt dort zufrieden mit seinen Gütern, wie auch mit seiner Ehre, daß er als gerecht und wohlwollend gegen seine Nächsten gilt. Diese Heiterkeit und Ruhe des Gemüts ginge verloren, wenn diejenigen, die übel denken und übel wollen, nicht ausgestoßen würden, und wenn man nicht mit Klugheit und Strenge der Selbst- und Weltliebe bei denen, wo sie sich findet, gleich in den Anfängen entgegentreten würde. Denn diese Arten der Liebe sind es, die bewirkt haben, daß aus den Gesellschaften Herrscherstaaten und Königreiche wurden, innerhalb derer nur wenige sind, die nicht herrschen und alle Habe der anderen besitzen wollen; denn es gibt nur wenige, die das Gerechte und Billige tun, weil es gerecht und billig ist, geschweige, die das Gute aus Liebtätigkeit und das Wahre aus Glauben tun, sondern (man tut es) aus Furcht vor dem Gesetz, vor Schaden, vor Einbuße des Lebens, vor dem Verlust des Einkommens, der Ehre, und dadurch des guten Namens. 7365. Die Fortsetzung über die Einwohner und Geister des Planeten Mars am Ende des folgenden Kapitels. 7475. Die Geister des Mars erscheinen sich selbst als solche Menschen, wie sie in der Welt gewesen waren; deshalb erscheinen sie auch den anderen ebenso; denn ein jeder erscheint im anderen Leben den anderen so, wie sich selbst, weil das Innewerden sich mitteilt. Als ich mich darüber verwunderte, sagten sie, sie könnten nicht anders erscheinen, weil sie, während sie in der Welt lebten, wußten, daß sie Geister seien, mit einem Leib bekleidet, und weil sie damals an ihren Leib wenig dachten, sondern nur an das Leben ihres Geistes im Leibe. Wenn sie ins andere Leben kommen, merken sie daher beinahe gar nicht, daß der Zustand ihres Lebens verändert sei, und weil sie dann auch an das Leben ihres Geistes denken, ebenso wie in der Welt, darum erscheinen sie sich dann als dieselben. Es haben zwar alle Geister menschliche Gestalt, aber keine so hervortretende, wie sie die Marsgeister haben; denn diese behalten die Vorstellung, die sie in der Welt gehabt haben. Übrigens erstarkt auch bei denen, die, während sie in der Welt sind, wissen und überzeugt sind, daß sie im anderen Leben menschliche Gestalt haben werden, dieser Gedanke immer mehr, je wie ihr Leib abnimmt. Deshalb bleiben sie, wenn sie den Leib ablegen, der ihnen zum Gebrauch in der Welt gedient hatte, infolge der ihnen eingeprägten Vorstellung, sich gleich. 7476. Die Geister des Mars sind unter den Geistern, die von den Erdkörpern dieses Sonnensystems sind, die allerbesten; denn sie sind größtenteils himmlische Menschen, nicht unähnlich denen, die der Urkirche auf dieser Welt angehört hatten, wovon Nr. 1114-1125 und anderwärts. Wenn dargestellt wird, wie beschaffen sie sind, so stellen sie sich dar mit dem Angesicht im Himmel und mit dem Leib in der Geisterwelt; und diejenigen unter ihnen, die Engel sind, mit dem Angesicht gegen den Herrn und mit dem Leib im Himmel. 7477. Unseren Herrn erkennen und beten sie mehr an als andere Geister. Sie sagen, Er sei der alleinige Gott und Er regiere sowohl den Himmel als das Weltall; und alles Gute sei von Ihm. Sie erklärten, der Herr sei es, Der sie führe, und Er erscheine auch bei ihnen auf ihrer Erde öfters. Daß der Herr sowohl den Himmel als das Weltall regiere, das wissen auch die Christen auf dieser Erde aus des Herrn Worten bei Matth.28/18: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden", aber sie glauben es nicht so, wie die von dem Erdkörper des Mars. 7478. Einst, als der Herr genannt wurde, sah ich, daß jene Geister sich unbeschreiblich innig und tief demütigten; denn in ihrer Demütigung erfüllte sie der Gedanke, daß sie aus sich in der Hölle seien, und somit ganz unwürdig zum Herrn aufzusehen, Der das Heilige selbst ist. In diesen Gedanken waren sie vermöge ihres Glaubens so vertieft, daß sie gleichsam außer sich waren, und dabei blieben sie auf den Knien, bis der Herr sie aufhob, und dann gleichsam aus der Hölle herauszog. Wenn sie so aus der Demütigung herauskommen, sind sie voll Güte und Liebe und infolgedessen voll Freude des Herzens. Wenn sie sich so demütigen, wenden sie das Angesicht nicht zum Herrn, denn dies wagen sie alsdann nicht; sondern sie wenden es hinweg. Die Geister, die um mich her waren, sagten, eine solche Demütigung hätten sie noch nie gesehen. 7479. Ich redete mit einigen aus jener Erde von ihrem Glauben daselbst. Sie sagten, daß in ihnen eben nichts als unsauberes und höllisches Wesen sei, und daß alles Gute dem Herrn angehöre. Ja, sie sagten sogar, daß sie von sich aus Teufel seien, und daß der Herr sie von dieser Hölle herausziehe und fortwährend abhalte. Sie wunderten sich, daß um mich her so viele böse Geister wären und daß dieselben auch mit mir redeten, aber ich durfte (ihnen) antworten, das werde ihnen deshalb zugelassen, damit mir dadurch kund würde, wie sie beschaffen seien und warum sie sich in der Hölle befinden und daß dieses die Folge ihres Lebens sei. Auch durfte ich sagen, daß unter ihnen mehrere seien, die ich während ihres Lebens in der Welt gekannt hätte, und daß sie damals in großem Ansehen gestanden seien; es sei ihnen aber damals nichts als die Welt am Herzen gelegen gewesen; daß aber durchaus kein böser Geist, wenn er auch noch so höllisch sei, mir ein Leid zufügen könne, weil ich fortwährend vom Herrn beschützt sei. 7480. Ich wurde belehrt, daß die Marsgeister etwas darstellen, was zum Inneren des Menschen gehört, und zwar das Vermittelnde zwischen dem Verstandes- und dem Willensgebiet, somit das aus dem Gefühl hervorgehende Denken, und die, welche die Besten von ihnen sind, das Gefühl des Denkens. Daher kommt es, daß ihr Angesicht eins ausmacht mit ihrem Denken, und sie sich vor niemand verstellen können, wovon schon weiter oben die Rede war: Nr. 7360, 7361. 7481. Und weil sie dieses im Größten Menschen darstellen, so steht jene mittlere Gegend, die zwischen dem großen und kleinen Gehirn ist, mit ihnen im Entsprechungsverhältnis; denn bei denen das große und kleine Gehirn in Beziehung auf die geistigen Wirkungen verbunden ist, bei denen macht das Angesicht eins aus mit dem Denken, so daß schon aus ihrem Angesicht das ihrem Denken zugrunde liegende Gefühl herausleuchtet; und aus diesem Gefühl vermöge einiger Zeichen, die auch aus den Augen hervortreten, das Allgemeine ihres Denkens. Deshalb empfand ich, als sie nahe bei mir waren, ganz deutlich ein Zurückziehen des Vorderhauptes gegen das Hinterhaupt, somit des großen Gehirns gegen das kleine Gehirn. 7482. Als einst Geister des Mars bei mir waren, und die Sphäre meines Gemüts einnahmen, kamen Geister aus unserer Erde heran und wollten auch in diese Sphäre eindringen, aber da wurden die Geister unserer Erde wie unsinnig, aus dem Grund, weil sie gar nicht zusammenpassen; denn die Geister unserer Erde haben sich selbst und die Welt im Auge, somit sind sie in einer auf ihr Ich gerichteten Vorstellung; die Geister des Mars aber sehen auf den Himmel, somit auf den Herrn und auf den Nächsten, daher sind sie in einer von sich abgekehrten Vorstellung. Hieraus entsteht die gegenseitige Abstoßung. Dann kamen aber Engelsgeister des Mars herbei und infolge ihrer Ankunft wurde die Gemeinschaft aufgehoben, daher zogen sich die Geister unserer Erde zurück. 7483. Es wurde mir ein Einwohner jener Erde dargestellt: er hatte ein Angesicht gleich dem Angesicht der Einwohner unserer Erde, aber die untere Gegend des Angesichts war schwarz, nicht vom Bart (denn einen solchen haben sie nicht), sondern infolge einer dunklen Färbung, die dessen Stelle vertritt; auch dies infolge der Entsprechung. Diese schwärzliche Farbe zog sich auf beiden Seiten bis unter die Ohren hin. Der obere Teil des Angesichts war gelblich, wie das Angesicht derjenigen Einwohner unserer Erde, die nicht ganz weiß sind. 7484. Sie sagten, daß sie Baumfrüchte essen und hauptsächlich eine runde Frucht, die aus ihrer Erde herauswächst. Außerdem auch Gemüse. 7485. Sie kleiden sich dort in Kleider, die sie aus den Fasern der Rinde gewisser Bäume verfertigen. Dieselben haben eine solche Festigkeit, daß man sie zusammenweben kann und auch zusammenleimen mit einer Art von Gummi, die bei ihnen sich findet. 7486. Unter anderem sagten sie auch, daß man bei ihnen ein flüssiges Feuer zu bereiten wisse, durch das sie sich zur Zeit des Abends und der Nacht Licht verschaffen. 7487. Die Fortsetzung von den Einwohnern und Geistern des Mars am Ende des folgenden Kapitels. 7620. Ich sah eine sehr schöne Flamme; sie war bunt, purpurrot, dann auch rötlichweiß; jene Farben schimmerten auch schön aus der Flamme hervor. Ich sah auch eine Hand, die diese Flamme nicht hielt, sondern an der sie hing; zuerst an ihrer Rückseite, nachher an ihrer inneren Fläche, und von da aus lenkte sie um die Hand herum. Dies dauerte eine Zeit lang, hierauf entfernte sich diese Hand mit der Flamme in einigem Abstand, und wo sie stehenblieb, war es lichthell. In dieser Lichthelle verschwand die Hand, und dann verwandelte sich die Flamme in einen Vogel, der anfangs die gleichen Farben hatte, wie die Flamme, und die Farben schimmerten ebenso. Aber diese Farben änderten sich allmählich, und mit den Farben die Lebenskraft im Vogel: er flog umher, und zwar zuerst um mein Haupt, hierauf vorwärts wie in ein enges Gemach; und so wie er weiter vorwärts flog, so nahm sein Leben ab, und er wurde zuletzt steinern; zuerst perlenfarbig, dann dunkel. Aber obwohl er ohne Leben war, so flog er dennoch. 7621. Als dieser Vogel um mein Haupt flog, und noch in seiner Lebenskraft stand, erschien ein Geist, der von einer unteren Region heraufkam, durch die Gegend der Lenden zur Gegend der Brust. Derselbe wollte jenen Vogel von da wegnehmen. Weil er aber so schön war, duldeten die Geister um mich her nicht, daß er ihn wegnehme, denn alle richteten ihren Blick auf ihn; aber jener Geist, der von unten heraufgekommen war, suchte dann in kräftiger Weise glauben zu machen, daß der Herr bei ihm sei, und daß er so aus dem Herrn das tue. Obwohl die meisten dieses nicht glaubten, weil er von unten heraufkam, so wollten es doch die Geister, die sich um mich her befanden, nicht mehr hindern, daß er ihn wegnehme; weil aber alsdann der Himmel einfloß, so konnte er ihn nicht behalten, sondern ließ ihn bald aus der Hand los. 7622. Als dies vorbei war, redeten die mich umgebenden Geister, die jenen Vogel und dessen allmähliche Veränderung aufmerksam betrachtet hatten, von demselben miteinander, und zwar eine geraume Zeit lang. Sie wurden inne, daß ein solches Gesicht nichts anderes als etwas Himmlisches bedeuten könne. Sie wußten, daß die Flamme himmlische Liebe und deren Neigungen bedeute; die Hand, an der die Flamme hing, das Leben und dessen Macht; die Farbenveränderungen Veränderungen des Lebens in Ansehung der Weisheit und Einsicht. Das gleiche auch der Vogel mit dem Unterschied, daß die Flamme die himmlische Liebe und was dieser Liebe angehört, bedeutet, und der Vogel die geistige Liebe, und was dieser Liebe angehört, (himmlische Liebe ist die Liebe zum Herrn, und geistige Liebe ist die gegenseitige Liebe und Liebtätigkeit gegen den Nächsten); und daß die Veränderungen der Farben und zugleich des Lebens im Vogel, bis er steinern wurde, die nach und nach eintretenden Veränderungen des geistigen Lebens in Ansehung der Einsicht bedeuten. Sie wußten auch, daß die Geister, die von unten herauf durch die Gegend der Lenden zur Gegend der Brust aufsteigen, in starker Selbstberedung sind, daß sie im Herrn seien, und daß sie daher glauben, alles, was sie tun, auch Böses und Frevelhaftes, nach dem Willen des Herrn zu tun. Gleichwohl konnten sie daraus nicht erkennen, welche (Menschen) durch dieses Gesicht gemeint seien. Endlich wurden sie aus dem Himmel belehrt, daß die Einwohner des Mars gemeint seien. Daß ihre himmlische Liebe, in der noch viele sich befinden, durch die Flamme, die an der Hand hing, bezeichnet wurde, und ihre Weisheit und Einsicht durch die allmählichen Farbenwechsel, und daß der Vogel im Anfang, als er noch die Schönheit seiner Farben und seine Lebensmunterkeit hatte, ihre geistige Liebe bezeichnete, daß aber jener Vogel als er gleichsam steinern und leblos und dann dunkelfarbig wurde, die Einwohner bezeichnete, die vom Guten der Liebe sich entfernten und im Bösen sind, und doch glauben, sie seien im Herrn. Weil aber die Bewohner des Mars, die von solcher Art sind, und über ihren Lebenszustand mehreres aufgedeckt und auch gezeigt wurde, so darf es am Ende des folgenden Kapitels berichtet werden. 7742. Am Ende des vorhergehenden Kapitels wurde von dem schönen Vogel berichtet, der erschien und schließlich in einen steinernen verwandelt wurde. Es wurde bemerkt, daß durch denselben der Zustand der Einwohner des Mars in Ansehung ihrer himmlischen und geistigen Liebe vorgebildet wurde. In betreff dieses Zustandes und seiner Veränderung wurde mir auch noch Folgendes zu wissen gegeben. 7743. Daß die Bewohner des Mars in der himmlischen Liebe stehen, wurde schon bemerkt; dieselben wurden dargestellt durch etwas Flammiges und in abwechselnden Farben schön Schimmerndes, und auch durch einen Vogel von ähnlichem Farbenwechsel. Daß aber viele heutzutage anfangen, von jener himmlischen Liebe sich zu entfernen und nur die Erkenntnisse zu lieben und in diese allein das himmlische Leben zu setzen, wurde durch jenen Vogel vorgebildet, der sich in einen steinernen verwandelte. Durch den Vogel wird nämlich das geistige Leben bezeichnet; daß er sich in einen steinernen verwandelte, bedeutet das Leben der Erkenntnisse ohne Liebe, was eben kein geistiges Leben mehr ist, sondern ein kaltes, gleichsam steinartiges Leben, in das nichts vom Himmel einfließt. Daß sie aber gleichwohl glauben, sie seien im Herrn wie diejenigen, die in himmlischer Liebe stehen, wurde angedeutet und gezeigt durch einen Geist, der sich erhob und den Vogel wegnehmen wollte. 7743_. Durch den steinernen Vogel wurden auch diejenigen Bewohner dieses Weltkörpers vorgebildet, die das Leben ihrer Gedanken und Neigungen auf seltsame Weise in einen fast alles Lebens beraubten Zustand verändern. Hierüber habe ich Folgendes gesehen und gehört. 7744. Es befand sich ein gewisser (Geist) oberhalb meines Hauptes, der mit mir redete. Aus seinem Ton erkannte man, daß er gleichsam in einem Zustand des Schlafes war. Während er in diesem Zustand redete, fragte er vieles, und zwar mit solcher Klugheit, wie ein Wachender. Ich durfte wahrnehmen, daß es ein Sendlings-Geist war, durch den Engel sprechen, und daß er in diesem Zustande (ihre Rede) aufnahm und vorbrachte. Er redete nämlich nichts, was nicht Wahrheit enthielt; wenn etwas irgendanderswoher einfloß, ließ er es zwar zu, aber brachte es nicht vor. Ich fragte ihn über seinen Zustand, da sagte er, es sei für ihn ein friedvoller Zustand, und er sei ohne alle Sorge für die Zukunft, und zugleich leiste er nützliche Dienste (usus), durch die er Gemeinschaft mit dem Himmel habe. Es wurde gesagt, daß solche im Größten Menschen die längliche Höhlung (Sinum longitudinalem) bilden, die zwischen den beiden Hemisphären des Gehirns sich befindet, und hier in einem ruhigen Zustande bleibt, wie sehr auch auf beiden Seiten das Gehirn tobt. 7745. Während ich mit diesem Geiste in Unterredung war, machten sich einige Geister gegen das vordere Teil meines Hauptes hin, wo jener sich befand, und bedrängten ihn, weshalb er sich auf die eine Seite zurückzog und ihnen Raum gab. Diese herzugekommenen Geister redeten untereinander, aber weder die Geister in meiner Umgebung, noch ich selbst verstand, was sie sprachen. Von Engeln wurde ich belehrt, daß es Geister aus dem Mars seien, die es verstanden, so unter sich zu reden, daß die anwesenden Geister nichts verstehen und nicht innewerden konnten, was sie redeten. Ich wunderte mich, daß eine solche Rede möglich sei, da ja alle Rede aus den Gedanken fließt und diese in Vorstellungen bestehen, die in der geistigen Welt als Worte gelten, und weil diese Vorstellungen, die zugleich Worte sind, zugleich mit dem Denken, ehe es sich in Rede darstellt, im anderen Leben ganz deutlich wahrgenommen werden. Es wurde mir gesagt, daß jene Geister in einer gewissen Weise durch ihre Lippen und ihr Angesicht Vorstellungen bilden können, die den anderen nicht verständlich sind, und daß sie in dem Augenblick, so sie miteinander reden, durch eine besondere Kunst ihre Gedanken den anderen entziehen, wobei sie sich hauptsächlich hüten, daß sich nichts von ihrer Neigung offenbare. Wenn nämlich etwas von ihrer Neigung erkannt würde, dann würde man auch ihre Gedanken deutlich sehen, denn das Denken fließt aus der Neigung. Ferner wurde ich belehrt, daß diejenigen Bewohner des Mars, die das himmlische Leben nur in die Kenntnisse, und nicht in ein Leben der Liebe setzen, eine solche Art der Rede sich bildeten, jedoch nicht alle; daß sie aber, wenn sie Geister werden, dies für sich behalten. Solche sind es, die ganz besonders durch den steinernen Vogel bezeichnet wurden; denn durch Gestaltung der Mienen und Bewegungen der Lippen, und zugleich mit Entfernung seiner Gefühle und Verbergen seiner Gedanken vor anderen seine Sprache bilden, heißt die Sprache entseelen, und dieselbe zu einem toten) Bilde machen - und endlich stufenweise auch selbst einem solchen ähnlich werden. 7746. Wiewohl sie meinen, es werde von anderen nicht verstanden, was sie reden, so nehmen doch die Engelsgeister alles und jedes wahr, was sie reden. Der Grund ist, weil diesen (Geistern) kein Gedanke vorenthalten werden kann. Auch dies wurde mir durch eine lebendige Erfahrung gezeigt: Ich dachte darüber nach, daß die Geister von unserer Erde sich nicht schämen, wenn sie andere anfeinden; auch dieses dachte ich durch das Einfließen der Engelsgeister bei mir. Alsbald erkannten die Geister aus dem Mars an, daß dies der Gegenstand sei, von dem sie miteinander redeten, und wunderten sich darüber. Auch außerdem wurde von einem Engelsgeist vieles entdeckt, was sie redeten und dachten, wie sie auch immer sich bemühten, ihre Gedanken ihm zu verheimlichen. 7747. Späterhin flossen von oben her Geister aus dem Mars in mein Angesicht ein. Das Einfließen wurde gefühlt wie feine Regenstreifen, was ein Zeichen war, daß sie sich nicht in der Neigung zum Guten und Wahren befanden, denn dies wird durch das Streifenartige vorgebildet. Damals sprachen sie ganz deutlich mit mir und sagten, daß die Bewohner ihres Weltkörpers auf gleiche Weise miteinander redeten. Es wurde ihnen aber gesagt, dies sei schlimm; denn hierdurch versperrten sie gleichsam ihr Inneres, und sie zögen sich auf das Äußere zurück, das sie hierdurch auch seines Lebens beraubten. Deshalb besonders (sei es schlimm), weil es nicht aufrichtig sei, so zu reden, denn die Aufrichtigen wollen nicht anders reden, ja nicht einmal denken, außer was die anderen auch wissen sollen, wenn es auch alle und der ganze Himmel wäre. Diejenigen dagegen, die nicht wollen, daß die anderen wissen, was sie reden, richten über andere, denken Schlimmes von ihnen und Gutes von sich, und werden zuletzt durch Gewohnheit dahin gebracht, daß sie sogar von der Kirche, vom Himmel, ja vom Herrn selbst Böses denken. 7748. Es wurde (mir) gesagt, daß diejenigen, die nur die Kenntnisse lieben, nicht aber das Leben nach denselben, die innere Haut des Schädels darstellen. Diejenigen aber, die sich gewöhnen, ohne die (entsprechende) Neigung zu reden, und ihr Denken gleichsam in sich hineinzuziehen und den anderen zu entziehen, stellen dieselbe Haut dar, aber im Zustand der Verknöcherung; denn ihr geistiges Leben wird dadurch gänzlich vernichtet. 7749. Diejenigen, welche die bloßen Kenntnisse lieben, aber nicht das Leben nach denselben, rühmen sich gewöhnlich derselben und halten sich für weiser als die übrigen. Sie lieben daher sich selbst und verachten die anderen, besonders die, welche im Guten sind; solche betrachten sie als Einfältige und Unwissende. Aber im anderen Leben wendet sich das Blatt: die sich für weise hielten, erscheinen dann als Toren, und die Einfältigen als Weise. 7750. Weil durch den steinernen Vogel diejenigen vorgebildet wurden, die nur Erkenntnis haben, aber kein Leben der Liebe, und daher fast gar kein geistiges Leben, deshalb möge hier gleichsam als Anhang gezeigt werden, daß nur diejenigen geistiges Leben haben, die in der himmlischen Liebe und dadurch in der Erkenntnis sind, und daß die Liebe alle Erkenntnis in sich schließe, die sich auf diese Liebe bezieht. Als Beispiel mögen die Tiere der Erde dienen, und auch die Tiere unter dem Himmel, d.h. die Vögel. Diese besitzen die Kenntnis von allen Dingen, die sich auf ihre Liebe beziehen. Zu den Trieben ihrer Liebe gehört, sich zu ernähren, in Sicherheit zu wohnen, sich fortzupflanzen, die Jungen zu ernähren. Deshalb haben sie alle Erkenntnis, die hierzu erforderlich ist, denn sie liegt schon in jenen Trieben und fließt in dieselben ein als in ihre eigentlichen Aufnahmegefäße. Diese Kenntnis ist aber bei einigen (Tieren) von der Art, daß der Mensch darüber staunen muß. Man sagt, diese Kenntnis sei angeboren und nennt sie Instinkt, allein sie geht aus der Liebe hervor, in der sie sind. Wäre der Mensch in seiner Liebe, d.h. in der Liebe zu Gott und gegen seinen Nächsten, (denn diese Liebe ist es, durch die der Mensch sich von den Tieren unterscheidet,) alsdann würde der Mensch nicht nur alle Erkenntnis haben, die dazu erforderlich ist, sondern auch alle Einsicht und Weisheit, und er würde sie nicht zu erlernen brauchen, denn sie würden in diese Liebestriebe aus dem Himmel einfließen, d.h. durch den Himmel vom Göttlichen. Weil aber der Mensch nicht in dieser Liebe ist, sondern im Gegenteil derselben, nämlich in der Selbstliebe und Weltliebe, deshalb muß er notwendigerweise in volle Unwissenheit und Unkenntnis geboren werden. Durch göttliche Vermittlung wird er jedoch zu einiger Erkenntnis und Weisheit hingeleitet, in der Wirklichkeit aber wird er nicht dazu gebracht, wenn er nicht die Selbst- und Weltliebe entfernt und dadurch den Weg öffnet für die Liebe zu Gott und gegen den Nächsten. Daß die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten alle Einsicht und Weisheit in sich schließt, kann man an denen erkennen, die auf der Welt in dieser Liebe waren. Wenn solche im anderen Leben in den Himmel kommen, dann wissen und verstehen sie solche Dinge, die sie vorher gar nicht kannten. Ja sie denken und reden wie die übrigen Engel, und zwar solche Dinge, die kein Ohr gehört und kein Verstand erkannt hat und unaussprechlich sind. Der Grund davon ist, weil jene Liebestriebe in sich selbst die Fähigkeit haben, solche Dinge aufzunehmen. 7751. Am Ende des folgenden Kapitels soll von den Geistern und Bewohnern des Planeten Jupiter gesprochen werden.   Von den Geistern und Einwohnern des Planeten Jupiter 7799. Mit den Geistern und Engeln des Planeten Jupiter durfte ich länger in Verkehr stehen, als mit den Geistern der übrigen Planeten. Deshalb ist auch über den Zustand derselben und über den der Bewohner dieses Planeten mehreres zu bemerken. 7800. Der Planet Jupiter erscheint zwar nicht denen, die im anderen Leben sind, wohl aber die Geister, die daher stammen. Diese erscheinen linker Hand nach vorne in einiger Entfernung, und zwar beständig. Hier ist auch der Planet in der Vorstellung der Geister und Engel. Die Geister eines jeden Planeten sind voneinander getrennt, und befinden sich neben ihrem Weltkreis. Getrennt sind sie, weil sie von anderer Anlage sind und im Größten Menschen ein anderes Gebiet einnehmen. Diejenigen, die von verschiedener Anlage sind, erscheinen getrennt von den anderen je nach ihrer Verschiedenheit. Alle Trennung und aller Unterschied der Geister in Ansehung des Ortes und der Entfernung erscheint im anderen Leben je nach den Verschiedenheiten ihrer Anlagen und ihrer Gemütsart (geniorum); denn der Ort steht in Entsprechung mit dem Zustand: Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882, 5605, 7381. 7801. Vom Planeten Jupiter stammen mehrere Arten von Geistern; mit dreien derselben stand ich im Verkehr und redete oft mit ihnen. Die eine Art, die auch wirklich die unterste ist, erscheint dunkel, fast schwarz, sie werden von den anderen gering geachtet und heißen die Züchtiger, weil sie die Bewohner ihres Erdkörpers, die schlimm leben, züchtigen. Diese wünschen beständig in den Himmel zu gelangen. Die zweite Gattung leuchtet von Angesicht wie vom reflektierten Licht einer Kerze. Sie scheinen dazusitzen wie Götterbilder, denn sie lassen sich von den anderen anbeten, besonders von den Dienern, die sie auf der Welt hatten, denn hier haben sie denselben die Meinung beigebracht, daß sie ihre Vermittler (mediatores) seien für den Herrn. Sie werden von denselben Heilige und auch Herren genannt. Die dritte Gattung, welche die beste ist, übertrifft die übrigen an Einsicht und Weisheit. Sie erscheinen in bläulichem oder himmelblauen Gewande mit eingewebten goldenen Punkten. Die Engel selbst aber, die aus jenem Erdkörper stammen, befinden sich bei den Engeln der übrigen Weltkörper; denn alle wahren Engel bilden einen gemeinsamen Himmel. 7802. Auf jenem Weltkörper ist es gewöhnlich, daß die Geister mit den Bewohnern desselben reden und sie unterrichten, aber auch züchtigen, wenn sie ein böses Leben geführt haben. Weil mir hierüber vieles von den Engeln desselben mitgeteilt wurde, so will ich es der Ordnung nach berichten. Daß die Geister daselbst mit den Menschen reden können, hat seinen Grund darin, daß diese viel an den Himmel und an das Leben nach dem Tode denken, denn sie wissen, daß sie fortleben, wenn sie aus der Welt scheiden, und zwar in einem glücklichen Zustande, je nach dem Zustand ihres inneren Menschen, der in der Welt gebildet wurde. Mit den Geistern und Engeln zu reden, war auch auf unserer Erde gewöhnlich, aus dem gleichen Grunde, weil man nämlich (viel) an den Himmel und wenig an die Welt dachte; aber dieser lebhafte Verkehr mit dem Himmel wurde aufgehoben, sowie der Mensch aus dem inneren ein äußerer wurde, d.h., wie er anfing, an die Welt zu denken, aber wenig an den Himmel; mehr noch, als er nicht mehr glaubte, daß es einen Himmel gebe und eine Hölle, und daß der Mensch an sich ein Geist sei, der nach dem Tode fortlebe. Heutzutage glaubt man nämlich, daß der Körper durch sich lebe, nicht durch den Geist. Wenn daher jetzt der Mensch nicht den Glauben haben könnte, daß er mit seinem Leibe wieder aufersteht, so würde er gar keinen Glauben an die Auferstehung haben. 7803. Was das Reden der Geister mit den Bewohnern des Planeten Jupiter betrifft, so gibt es Geister, die züchtigen, solche, die unterrichten und solche, die sie regieren. Die Geister, die züchtigen, begeben sich auf die linke Seite und wenden sich gegen den Rücken hin; wenn sie hier sind, nehmen sie aus dem Gedächtnis des Menschen alle seine Gedanken und Handlungen hervor. Dies ist nämlich für die Geister leicht, denn sobald sie zum Menschen gelangen, kommen sie sogleich in sein Gedächtnis: Nr. 6192, 6193, 6198, 6199, 6214. Wenn sie finden, daß er übel gehandelt und übel gedacht hat, so machen sie ihm Vorwürfe und züchtigen ihn auch durch Schmerz an den Gelenken der Füße und Hände oder durch Schmerz in der Unterleibsgegend. Dies können auch die Geister auf geschickte Weise, wenn es ihnen erlaubt wird. Wenn solche zum Menschen kommen, so flößen sie ihm Schrecken und Furcht ein; daran erkennt er die Ankunft derselben. Die bösen Geister können (nämlich) Furcht einflößen, wenn sie sich jemanden nähern, besonders diejenigen, die, während sie in der Welt lebten, Räuber waren. Um zu erkennen, in welcher Weise diese Geister wirken, wenn sie zu einem Menschen ihres Erdkörpers gelangen, wurde erlaubt, daß auch mich ein solcher Geist angriff. Sobald er in die Nähe kam, ergriff mich deutlich Schaudern mit dem Gefühl der Furcht, aber ich schauderte und erschrak nicht innerlich, sondern mehr äußerlich, weil ich wußte, daß es ein solcher Geist war. Er wurde mir auch sichtbar und erschien wie eine dunkle Wolke mit beweglichen Sternchen in der Wolke. Die beweglichen Sternchen bedeuten Falschheiten, die feststehenden Sterne aber Wahrheiten. Als er sich an meiner linken Seite gegen den Rücken hin anschloß, fing er an, aus meinen Handlungen und Gedanken heraus mir Vorwürfe zu machen. Er nahm dieselben aus meinem Gedächtnis hervor und legte sie übel aus; er wurde jedoch von Engeln verhindert, die auch bei mir waren. Als er wahrnahm, daß er sich bei jemand befand, der nicht seinem Weltkörper angehörte, fing er an, mit mir zu sprechen und zu sagen, daß er, wenn er zu einem Menschen komme, alles und jedes erkenne, was derselbe getan und gedacht habe, wie auch, daß er ihm strenge Vorwürfe mache und ihn mit verschiedenen Schmerzen züchtige. 7804. Diejenigen Geister aber, die unterichten, schließen sich auch an der linken Seite an, jedoch mehr nach vorne. Sie machen ihm auch Vorwürfe, aber auf gelinde Weise, und bald darauf belehren sie ihn, wie er leben soll. Sie erscheinen auch dunkel, aber nicht wie die vorigen als Wolken, sondern wie mit Säcken (weiten Gewändern) angetan; diese nennen sie Unterrichtsgeister oder Lehrer, jene Züchtiger. 7805. Wenn dergleichen Geister zugegen sind, dann sind auch Engelgeister da, die gleichfalls von ihrem Weltkörper stammen, und nehmen ihren Platz am Haupte, das sie in besonderer Weise gleichsam ausfüllen. Ihre Gegenwart wird empfunden wie ein gelindes Anwehen, denn sie fürchten, der Mensch könne durch ihre Annäherung und ihren Einfluß irgendeinen, wenn auch noch so geringen Schmerz empfinden. Diese regieren die züchtigenden und die unterrichtenden Geister; jene, damit sie den Menschen nicht schlimmer behandeln, als ihnen vom Herrn erlaubt ist, diese, damit sie die Wahrheit sagen. Mit solchen Engelgeistern wurde mir auch gestattet zu reden. 7806. Es gibt zwei Zeichen, die jenen Geistern erscheinen, wenn sie bei dem Menschen sind: Sie sehen einen ehrwürdigen Greis mit weißem Angesicht, dies ist das Zeichen, daß sie nichts anderes als die Wahrheit sagen sollen; auch sehen sie ein Antlitz an einem Fenster, dies ist das Zeichen, daß sie sich entfernen sollen. Ich sah jenen Alten und auch das Antlitz am Fenster, als der Geist dasselbe sah, entfernte er sich sogleich von mir. 7807. Während der züchtigende Geist bei mir war, erhielten die Engelgeister mein Angesicht immer heiter und lächelnd, die Gegend um die Lippen hervortretend und meinen Mund geöffnet. Dies bewirken die Engel sehr leicht durch Einfließen. Sie sagten, daß sie bei den Bewohnern ihres Weltkörpers einen solchen Ausdruck des Gesichtes bewirkten, wenn sie zugegen seien. 7808. Wenn der Mensch nach der Züchtigung und Belehrung wiederum Böses tut, oder zu tun gedenkt und sich vermöge der empfangenen Vorschriften der Wahrheit nicht davon zurückhält, dann wird er, wenn der züchtigende Geist zurückkehrt, strenger bestraft. Die Engelgeister mäßigen jedoch die Bestrafung je nach der Absicht bei den Handlungen und nach dem Willen bei den Gedanken. 7809. Daselbst sprechen die Geister mit dem Menschen, nicht aber umgekehrt der Mensch mit den Geistern; höchstens wenn er belehrt wird die Worte: Ich will es nicht mehr tun. Auch ist es ihm nicht erlaubt, einem der Seinigen zu sagen, daß ein Geist mit ihm gesprochen habe. Wenn er es aber tut, wird er streng bestraft. Jene Jupitergeister glaubten anfangs, wenn sie bei mir waren, daß sie bei einem Menschen ihres Weltkörpers seien; wenn ich aber meinerseits mit ihnen redete, und dabei daran dachte, daß ich solche Dinge veröffentlichen wollte, und wenn es ihnen nicht erlaubt wurde, mich zu züchtigen oder zu belehren, da merkten sie, daß sie bei einem anderen waren. 7810. Ein andermal kam auch ein solcher Strafgeist zu mir, und machte sich an meine linke Seite unterhalb der Mitte des Körpers, wie früher, und wollte mich nun strafen. Er wurde aber von den Engeln derer, die damals auch zugegen waren, abgehalten. Alsdann zeigte er mir die Arten der Strafen, die sie den Menschen ihres Weltkörpers antun dürfen, wenn sie Böses tun, oder zu tun beabsichtigen. Außer dem Schmerz in den Gliedern war es ein schmerzliches Zusammenpressen um die Mitte des Unterleibes, was wie der Druck von einem scharfen Gürtel empfunden wird; dann war es auch eine Hemmung des Atmens, das abwechselnd sich bis zur Angst steigerte. Dann auch ein Befehl, daß sie nichts als Brot essen durften; endlich auch die Ankündigung des Todes, wenn sie nicht aufhörten, dergleichen (Böses) zu tun, und dann auch Beraubung aller Freude von Gatten, Kindern und Genossen. Auch wird der daraus hervorgehende Schmerz ihnen zu empfinden gegeben. 7811. Hieraus kann man ersehen, daß ihre Engel, wenn sie am Haupte sitzen, eine Art Gericht über den Menschen ausüben; denn die Engel erlauben, mäßigen, halten ab und fließen ein. Ich durfte ihnen aber sagen, sie sollten nicht glauben, daß sie selbst richten, sondern der Herr allein sei Richter und von Ihm fließe alles bei ihnen ein, was sie den züchtigenden und den belehrenden Geistern gebieten und vorschreiben, und daß es nur den Anschein habe, als komme es von ihnen. 7812. Außer den Geistern, von denen eben berichtet wurde, gibt es auch Geister, die das Gegenteil anraten; es sind solche, die, während ihres Lebens in der Welt, aus der Gesellschaft der anderen verbannt wurden, weil sie schlimm waren. Wenn solche heranschweben, erscheint es wie ein fliegendes Feuer, das sich in der Nähe des Angesichtes herabsenkt. Sie nehmen ihre Stellung unten am Gesäß des Menschen, und sprechen von da aus nach oben. Sie reden das Gegenteil von dem, was der belehrende Geist von den Engeln her gesagt hat, nämlich, man brauche nicht nach ihrer Anweisung zu leben, sondern nach Willkür und freiem Belieben und dergleichen. Gemeiniglich kommen sie sogleich, wenn die früheren Geister sich entfernt haben. Aber die Menschen daselbst wissen, welche und was für Geister es sind und bekümmern sich daher nicht um sie. Gleichwohl lernen sie dadurch, was böse, und was gut ist; denn durch das Böse lernt man, was gut ist, indem man die Beschaffenheit des Guten aus seinem Gegenteil erkennt. Alles Innewerden der Dinge findet statt je nach dem Nachdenken über die Unterschiede, die sich aus den Gegensätzen auf verschiedene Weise und in verschiedenem Grade ergeben. 7813. Die Fortsetzung über die Geister und über die Planeten des Jupiter am Ende des folgenden Kapitels. * 8021. Einer von den Geistern des Jupiter, die durch ihr Herankommen Schrecken einflößen (von dem früher die Rede war), näherte sich meiner linken Seite unter dem Ellenbogen, und redete von da aus. Seine Rede war jedoch zischend, die Worte waren nicht sehr geschieden und voneinander getrennt, so daß ich lange warten mußte, ehe ich den Sinn erfassen konnte; auch bewirkte er etwas wie Schrecken dabei. Er sagte, daß es so auf seinem Weltkörper geschehe, und daß sie, ehe ihre Engel herankommen, zuvor zum Menschen geschickt werden, um sie auf diese Weise vorzubereiten. Dabei ermahnte er (mich), daß auch ich sie, wenn sie kämen, freundlich aufnehmen sollte. Allein ich durfte ihm antworten, daß dies nicht von mir abhänge, sondern daß alle bei mir so aufgenommen würden, wie sie selbst sind. 8022. Späterhin kamen Engel von diesem Erdkörper, und ich konnte aus ihrer Rede mit mir inne werden, daß sie ganz verschieden waren von den Engeln unseres Erdkörpers. Ihre Rede bildete sich nämlich nicht durch Worte, sondern durch Vorstellungen, die sie durch mein Inneres nach allen Seiten hin verbreiteten, und hierdurch hatten sie auch einen Einfluß auf mein Angesicht, so daß ich dasselbe in seinen einzelnen Teilen zusammenzog, was von den Lippen anfing und überall nach der Peripherie hindrang. Die Vorstellungen, welche die Stelle der Worte vertraten, waren voneinander geschieden, aber nur sehr wenig. Sie sagten, daß sie in dieser Weise mit den Leuten auf ihrem Erdkörper redeten, und daß es daselbst auch ein Sprechen mit dem Gesichte (eine Mienensprache) gebe, das von den Lippen ausgehe. 8023. Nachher redeten sie mit mir durch Vorstellungen, die noch weniger geschieden waren, so daß man kaum eine Trennung (oder Unterbrechung) bemerkte. In meinem Innewerden war die Auffassung der Worte, wie bei denen, die abgesehen von den Worten nur auf den Sinn derselben merken. Diese Rede war mir verständlicher als die vorhergehende, und sie war auch vollständiger. Sie wirkte ähnlich, wie die frühere auf das Angesicht ein; das Einfließen war aber mehr zusammenhängend, je nach der Beschaffenheit der Rede. Es fing aber nicht, wie das vorige, bei den Lippen, sondern bei den Augen an. 8024. Später redeten sie noch zusammenhängender und vollständiger, und dabei konnte das Angesicht nicht mit der entsprechenden Bewegung folgen. Auf das Gehirn wurde aber ein Einfluß bemerkt, wie auch, daß es auf gleiche Weise bewegt wurde. 8025. Zuletzt redeten sie so, daß ihre Rede nur in das innere Verständnis fiel. Die Bewegung desselben war wie von einem feinen Wehen der Luft. Das Einfließen selbst fühlte ich, doch nicht deutlich im einzelnen. Sie sagten, daß es auf ihrem Erdkörper auch Menschen gebe, mit denen sie in dieser Weise redeten, und daß es solche sind, die unmittelbar nach dem Tode in den Himmel aufgenommen werden. 8026. Diese Arten der Rede waren wie fließende Körper (fluida); die erste Art wie fließendes Wasser, die zweite wie feineres Wasser, die dritte beziehungsweise wie athmosphärische Dünste, und die vierte wie ein feines Lüftchen. 8027. Der Geist, der an meiner linken Seite sich befand (und von dem ich oben sprach), redete zuweilen dazwischen. Besonders ermahnte er, ich möchte mich gegen seine Engel bescheiden und sittsam benehmen; es waren nämlich Geister aus unserem Erdkörper zugegen, die manches einmischten, was ihnen mißfällig war. Er sagte auch, daß er nicht verstanden habe, was die Engel redeten; später aber werde er es verstehen, wenn er sich meinem linken Ohr genähert habe. Jetzt war auch seine Rede nicht mehr zischend wie früher, sondern so wie bei den anderen Geistern. 8028. Hieraus konnte ich erkennen, wie sich die Sache verhält gemäß der Ordnung im Himmel, und daher auch auf der Erde; daß nämlich, wenn Engel kommen sollen, ein Geist vorausgeschickt wird, der den Weg bereitet, und daß dieser Schrecken einflößt, und ermahnt, die Engel freundlich aufzunehmen. Ferner, daß jener (Geist) dazwischenredet, und daß derselbe zuerst nicht versteht, was die Engel reden, nachher aber, wenn er in einen besseren Zustand versetzt ist, es versteht. Kurz, daß er beständig zugegen ist und die Seele vorbereitet und Unanständiges abzuwenden sucht. Dabei kam mir der Gedanke an Johannes den Täufer, daß es nämlich der himmlischen Ordnung gemäß war, daß er vorausgeschickt wurde und die Ankunft des Herrn ankündigte und den Weg bereitete, damit Er würdig empfangen werde, nach den Stellen bei Matth. Kapitel 3; Luk.1/17; 3/4 und Joh.1/23. 8029. Aus dem, was schon früher wiederholt bemerkt wurde, geht hervor, daß es nur wenige gibt, die bei ihrem Eintritt in das andere Leben sogleich in den Himmel kommen, daß sie vielmehr unterhalb des Himmels verweilen, damit sie abstreifen, was sie von irdischen und fleischlichen Begierden aus der Welt mitbrachten, und dadurch vorbereitet werden, daß sie im Verkehr mit Engeln sein können. Gleiches geschieht mit den Menschen aller Weltkörper, daß sie nämlich nach ihrem Abscheiden zuerst unterhalb des Himmels unter den Geistern verweilen, und nachher, wenn sie vorbereitet sind, Engel werden. Es wurde mir gestattet, zu sehen, wie Geister von unserer Erde Engel wurden: Es erschienen leuchtende, gleichsam feurige Pferde, von denen sie, ähnlich wie Elias, hinweggenommen wurden. Daß die Pferde im Worte das Verständnis bezeichnen, sehe man Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321, 6125, 6534; und daß die feurigen Rosse und die feurigen Wagen, die den Elias hinwegnahmen, das Verständnis des Wortes in Ansehung seines Inneren bedeuten: Nr. 2762. 8030. Dieser Engelshimmel, zu dem sie erhoben werden, ist der erste, d.h. der unterste von den dreien. Dieser Himmel erscheint zur Rechten ihres Erdkörpers, und ganz getrennt von dem ersten oder untersten Himmel derjenigen Engel, die aus unserer Erde stammen. Die Bewohner jenes Himmels erscheinen in blauen Gewändern, mit goldenen Sternchen besäht; sie glauben nämlich, diese Farbe sei ganz eigentlich die himmlische. Wenn sie in der Welt sind und den Sternenhimmel betrachten, nennen sie ihn die Wohnung der Engel, daher ist ihnen die blaue Farbe besonders lieb. 8031. Die Geister dieses Erdkörpers wollen keinen Umgang haben mit den Geistern unserer Erde, weil sie an Gesinnung und Sitten verschieden sind. Sie sagen nämlich, die Geister unseres Erdkörpers seien schlau, und stets bereit und geschickt, Böses zu ersinnen, Gutes aber wüßten sie wenig und dächten selten daran - ferner (behaupten sie,) daß sie nicht wie sie nur an einen Gott glaubten. Überdies sind die Geister des Jupiter viel weiser als die Geister unserer Erde, die, wie jene sagen, viel reden und wenig denken, und daher nicht viel innerlich wahrnehmen können, nicht einmal, was das Gute sei. Daraus schließen sie, daß auch die Menschen unserer Erde äußerliche Menschen sind. HG 8032 8032. Die Fortsetzung von den Geistern und Bewohnern des Planeten Jupiter am Ende des folgenden Kapitels. 8111. Durch lange dauernden Verkehr mit den Geistern des Erdkörpers Jupiter wurde mir klar, daß sie redlicher sind als die Geister vieler anderer Erdkörper. Ihre Annäherung wenn sie kamen, ihr Verweilen und ihr Einfließen alsdann, war so mild und lieblich, daß es nicht mit Worten gesagt werden kann. Die Redlichkeit offenbart sich im anderen Leben durch Milde und Freundlichkeit; die ihrige konnte man ganz deutlich unterscheiden von der Milde und Freundlichkeit der guten Geister unseres Erdkörpers. 8112. Wenn eine kleine Uneinigkeit unter ihnen entsteht, so erscheint es ihnen wie ein dünner heller Strahl, ähnlich wie bei einem Blitze, oder ein kleines Band, in dem schimmernde Sterne sind. Die Uneinigkeit unter ihnen wird aber schnell wieder beseitigt. Wenn die Sterne schimmern und zugleich herumirren, ist es kein gutes Zeichen, aber schimmernde Sterne, die an ihrem Platze bleiben, sind ein gutes Zeichen. 8113. Die Gegenwart der Jupitergeister konnte ich nicht nur an der Milde und Lieblichkeit ihres Annäherns und Einfließens erkennen, sondern auch daraus, daß sie besonders in das Angesicht einflossen und es lächelnd und heiter gestalteten, und zwar fortwährend, solange sie zugegen waren. Es wurde (mir) gesagt, daß sie auch das Angesicht der Bewohner ihres Erdkörpers so gestalten, denn sie wollen ihnen Ruhe und Heiterkeit des Herzens einflößen. Diese Ruhe und Heiterkeit, die mir von ihnen eingeflößt wurde, erfüllte fühlbar Brust und Herz; dann entfernten sich die Begierden und die Sorgen für die Zukunft, die Unruhe und Trübsinn verursachen, und das Gemüt zu wechselnden Bewegungen erregen und antreiben. Hieraus konnte ich erkennen, von welcher Art das Leben der Bewohner des Jupiter sei. Es wurde mir von ihnen gesagt, daß sie den Tod nicht fürchten, außer ein klein wenig wegen des Verlustes der Gatten und Kinder. Sie fürchten ihn deshalb nicht, weil sie mit Bestimmtheit wissen, daß der Tod des Leibes nur eine Fortsetzung des Lebens sei, und daß sie nachher noch glücklicher werden. 8114. Es wurde wahrgenommen, daß sie im Zustand einer noch inwendigeren Glückseligkeit sein konnten, und daß sie fähig waren den Zustand einer noch inwendigeren Beseligung aufzunehmen. Dies läßt sich daraus erkennen, daß ihr Inneres nicht verschlossen, sondern gegen den Herrn zu geöffnet ist. Je offener nämlich das Innere ist, desto empfänglicher ist es für das göttlich Gute und göttlich Beseligende. Ganz anders aber ist es bei denen, die nicht in der Ordnung des Himmels leben, bei solchen ist das Innere verschlossen, und das Äußere gegen die Hölle hin geöffnet. Von da aus fließt Verachtung anderer, Haß, Rache, Grausamkeit ein, (Gefühle, die ihnen angenehm sind,) gegen diejenigen, die ihnen keine Verehrung bezeugen, oder ihre Begierden nicht begünstigen. 8115. Die Geister des Jupiter können mit den Geistern unseres Erdkörpers nicht zusammenleben, denn diese haben einen ganz anderen Charakter und lieben nicht die ruhige Heiterkeit, wie jene. Sie wunderten sich, als sie hörten, daß die, welche von unserer Erde Engel werden, ein ganz anderes Herz erhalten, und kaum etwas von ihrem früheren Zustand, als sie Geister waren, beibehalten. Damit sie erkennen konnten, daß es sich wirklich so verhalte, kamen von den Engeln aus unserer Erde Chöre herbei, einer nach dem anderen (Chöre nennt man es, wenn viele zusammen einerlei denken, reden und handeln, in zusammenhängender Reihenfolge; meistens findet durch die Chöre eine Verherrlichung \<oder Lobpreisung\> des Herrn im Himmel statt; über diese Chöre sehe man Nr. 1648, 1649, 2595, 2596, 3350, 5182); jene Chöre erfreuten die Jupitergeister so sehr, daß sie gleichsam bis zum Himmel entzückt schienen. Diese Verherrlichung des Herrn durch Chöre dauerte ungefähr eine Stunde lang. Die Wonne, die sie daraus empfanden, und mir mitteilten, durfte ich deutlich fühlen. Sie sagten, sie wollten es den Ihrigen erzählen, die anderswo sich befanden. 8116. Sie erzählten, daß in dem Gebiete ihres Erdkörpers eine große Menge Menschen sei, soviel nur die Erde ernähren könne. Diese sei fruchtbar und habe Überfluß an allem. Die Einwohner daselbst wünschten nicht mehr, als ihnen zu den Bedürfnissen des Lebens nötig sei, und deshalb sei eine so große Menschenmenge daselbst. 8117. Ferner erzählten sie, daß dieselben in Stämme, Familien und Häuser eingeteilt seien, und alle mit ihren Angehörigen abgesondert wohnen; ihren Umgang pflegten sie gemeiniglich nur mit Verwandten. Keiner begehre jemals die Güter eines anderen, und es falle ihnen nicht ein, etwas davon in Anspruch zu nehmen, noch weniger einzudringen und gewaltsam zu nehmen; dies betrachteten sie als einen Frevel gegen die menschliche Natur und als etwas Schauderhaftes. Als ich ihnen sagen wollte, daß es auf unserer Erde Kriege, Plünderungen, Mord usw. gebe, wendeten sie sich ab und weigerten sich mit Abscheu, es zu hören. 8118. Daß die Uralten (d.i. die Angehörigen der Ältesten Kirche), auf gleiche Weise wohnten, wurde mir von den Engeln gesagt, nämlich getrennt in Stämme, Familien und Häuser, und daß alle zufrieden waren mit ihrem Besitz. - Ferner, daß sich zu bereichern von den Gütern anderer, oder über sie zu herrschen, damals etwas ganz Unbekanntes war: deshalb waren auch die alten Zeiten, und besonders die älteste, dem Herrn wohlgefälliger als die nachfolgenden. Und weil ihr Zustand von solcher Art war, so herrschte damals auch Unschuld, und mit ihr die Weisheit. Damals tat jeder Gutes um des Guten willen, und übte Gerechtigkeit um des Gerechten willen. Gutes und Gerechtes tun um der eigenen Ehre oder des Gewinnes willen, kannten sie nicht. Auch redeten sie damals nichts als Wahrheit, und zwar nicht sowohl aus dem Wahren, als aus dem Guten heraus, d.h. nicht aus dem Verstande allein, sondern aus dem damit verbundenen Willen. Solcherart waren die alten Zeiten. Deshalb konnten damals die Engel mit den Menschen verkehren, und ihre Gemüter beinahe losgetrennt vom Körper mit sich in den Himmel nehmen, daselbst herumführen, und ihnen die Herrlichkeit und Wonne daselbst zeigen, wie auch ihre Seligkeit und Freude ihnen mitteilen. Diese Zeiten waren auch noch den alten Schriftstellern bekannt, und wurden von ihnen das Goldene oder auch das Saturnische Zeitalter genannt. Der Grund, weshalb jene Zeiten so beschaffen waren, lag darin, daß sie in Stämme eingeteilt waren, und die Stämme in Familien, und die Familien in Häuser, und daß es keinem in den Sinn kam, das Erbe anderer anzugreifen, und sich dadurch Reichtum und Herrschaft zu verschaffen. Selbstliebe und Weltliebe waren weit entfernt. Jeder freute sich von Herzen über das Seinige, und ebenso über das Gute des anderen. Aber die Szene änderte sich und schlug ins Gegenteil um, als im Verlauf der Zeit Herrschbegierde und das Verlangen, die Güter anderer zu besitzen, eindrang. Alsdann vereinigte sich das Menschengeschlecht zu Königreichen und Kaisertümern um sich zu schützen, und weil die Gesetze der tätigen Liebe und des Gewissens, die in die Herzen geschrieben waren, zu herrschen aufhörten, wurde es notwendig, Gesetze zu geben zur Unterdrückung der Gewalttaten, bei denen Ehrenstellen und Gewinn als Belohnungen, und die Beraubung dieser Güter als Strafen galten. Durch diese Veränderung des Zustandes entfernte sich der Himmel vom Menschen, und zwar immer mehr, bis auf unsere Zeit, wo man nicht mehr weiß, ob es einen Himmel oder eine Hölle gibt, ja dies sogar geleugnet wird. Dies wurde gesagt, um durch vergleichende Zusammenstellung zu erläutern, von welcher Art der Zustand derer ist, die auf dem Jupiter wohnen, und woher ihre Redlichkeit, wie auch ihre Weisheit stammt, worüber mehreres im Folgenden. 8119. Die Fortsetzung über die Geister und Bewohner des Erdkörpers Jupiter am Ende des folgenden Kapitels. 8242. Wie das Angesicht der Bewohner des Erdkörpers Jupiter gestaltet ist, wurde mir auch gezeigt, nicht als ob die Bewohner selbst mir erschienen wären, sondern Geister mit gleichem Angesicht, wie sie es auf ihrer Erde gehabt hatten. Ehe aber dies gezeigt wurde, erschien einer von ihren Engeln hinter einer hellglänzenden Wolke, welcher die Erlaubnis dazu erteilte. Alsdann wurden zwei Gesichter gezeigt: sie waren wie die Gesichter der Menschen unserer Erde von heller Färbung, jedoch schöner, es leuchtete aus ihnen Aufrichtigkeit und Bescheidenheit hervor. 8243. Als die Jupitergeister bei mir waren, erschienen mir Gesichter der Bewohner unserer Erde kleiner als gewöhnlich, was daher kam, daß aus jenen Geistern (bei mir) die Vorstellung einfloß, die sie von ihren eigenen Gesichtern hatten, nämlich daß sie größer seien; denn während sie als Menschen auf ihrem Erdkörper leben, glauben sie, daß nach dem Tode ihre Gesichter größer, und der Form nach rund würden. Und weil ihnen diese Vorstellung eingeprägt ist, deshalb bleibt sie auch, und wenn sie Geister werden, kommt es ihnen vor, als ob sie ein größeres Gesicht hätten. Sie glauben aber, ihr Gesicht werde größer werden, weil sie sagen, das Gesicht sei kein Körper, und zwar deshalb, weil sie durch dasselbe reden und ihre Gedanken darstellen, und weil auf diese Weise ihr Gemüt gleichsam durch jenes hindurchscheine. Daher haben sie von ihrem Angesichte die Vorstellung, als von dem Geiste in seiner Ausgestaltung. Und weil sie wissen, daß sie nach dem Leben in der Welt weiser sein werden, deshalb glauben sie, die Form ihres Geistes oder das Angesicht werde größer. 8244. Während sie auf der Welt sind, glauben sie auch, daß sie nach dem Tode ein Feuer empfangen werden, das ihr Angesicht erwärmen werde. Dies nehmen sie daraus ab, daß die Weiseren unter ihnen erkennen, daß das Feuer in der geistigen Welt die Liebe ist, und daß dieses Feuer das Feuer des Lebens bildet, und aus diesem Feuer die Engel ihre Wärme bekommen. Denen unter ihnen, die in himmlischer Liebe gelebt hatten, wird dieser Wunsch auch wirklich erfüllt, und sie empfinden, daß ihr Angesicht sich wie von einem Feuer erwärmt; und dann wird das Innere ihres Gemütes nicht von Wärme, sondern von Liebe durchglüht. 8245. Aus diesem Grunde waschen und reinigen sie auch ihr Angesicht sehr oft, und bewahren es auch sorgsam vor der Sonnenhitze. Sie haben eine aus bläulichem Bast oder Rinde verfertigte Umhüllung (oder Decke), mit welcher sie ihr Haupt umgeben, und so das Angesicht beschützen; um den (übrigen) Körper aber bekümmern sie sich nicht sehr. 8246. Von den Gesichtern der Menschen unserer Erde sagten sie, sie seien nicht schön, auch wunderten sie sich, daß die Gesichter einiger von Wärzchen oder Pusteln und auf andere Weise entstellt wären. Sie sagten, bei ihnen komme so etwas gar nicht vor. Gleichwohl waren einige Gesichter anziehend, nämlich diejenigen, die heiter und lächelnd waren, und die in der Gegend der Lippen ein wenig hervortraten. 8247. Die heiteren und lächelnden Gesichter waren aber anziehend, weil auf ihrem Erdkörper fast alle Gesichter so beschaffen sind, und zwar deswegen, weil sie keine Sorgen für die Zukunft haben, und sich nur wenig um weltliche Dinge bekümmern. Denn diese sind es, welche die Gemüter in Traurigkeit und Angst versetzen und somit auch den Gesichtern einen solchen Ausdruck geben. Und wenn bei den nicht Guten Heiterkeit und Lächeln sich auf den Gesichtern zeigt, so ist dies nur in der äußeren Oberfläche der Haut, nicht aber in den Muskelfasern von innen heraus. Anders ist es bei den Bewohnern des Jupiter. Daß die Gesichter, die um die Lippen etwas vortraten, so anziehend waren, kam daher, daß ihre Rede meistens vermittelst des Angesichtes stattfindet und besonders durch die Gegend um die Lippen; und auch daher, weil sie sich niemals verstellen, d.h. anders reden als sie denken, deshalb tun sie ihrem Gesicht keinen Zwang an, sondern lassen es frei gewähren. Anders bei denen, die von Kindheit an gelernt haben, sich zu verstellen; dadurch zieht sich ihr Gesicht vom Inneren her zusammen, damit nicht aus demselben etwas von ihrem Denken hervorleuchte. Es wird jedoch immer bereit gehalten zum Gehenlassen oder zum Zurückhalten, je nachdem die Schlauheit es gebietet. Aus der Untersuchung der Fasern um die Lippen herum kann man die Wahrheit erkennen, denn hier befinden sich vielfältige Reihen von Fasern, miteinander verflochten und verbunden, die nicht bloß zum Kauen und zum Reden durch Worte geschaffen sind, sondern auch zum Ausdruck der Vorstellungen der Seele. 8248. Es wurde (mir) auch gezeigt, wie die Gedanken durch das Angesicht sich darstellen. Die Neigungen, die aus der Liebe hervorgehen, werden durch die Mienen und deren Bewegungen offenbar, und die Gedanken in denselben durch Veränderungen je nach den Formen des Inneren; dies kann aber nicht weiter beschrieben werden. Die Bewohner des Erdkörpers Jupiter haben auch eine Rede durch Worte, doch nicht so hell tönend, wie bei uns. Die eine Rede unterstützt die andere, und die Wörtersprache erhält ihr Leben durch die Sprache des Angesichts. 8249. Ich bin von den Engeln unterrichtet worden, daß die allererste Sprache auf jedem Erdkörper die Sprache durch das Angesicht gewesen sei, und zwar von zwei Punkten daselbst ausgehend: von den Lippen und von den Augen. Von solcher Art war die ursprüngliche Sprache aus dem Grunde, weil das Gesicht ganz und gar gebildet war zur Ausgestaltung dessen, was der Mensch denkt und will; deshalb wurde auch das Angesicht das Abbild und der Kundgeber der Seele genannt. Ferner auch deshalb, weil in den ältesten oder ersten Zeiten die Aufrichtigkeit herrschte: Nr. 8118, und der Mensch nichts anderes dachte, und auch nichts anderes denken wollte, als was seinem Willen gemäß aus seinem Angesicht hervorleuchtete. Darum konnten sie auch die Neigungen ihrer Seele und die Vorstellungen ihres Denkens lebhaft und vollständig darstellen; hierdurch erschienen dieselben auch vor den Augen als in ihrer Ausgestaltung und sehr vieles zugleich. Diese Sprache übertraf die Rede durch Worte so weit, als das Gesicht das Gehör übertrifft, d.h., wie das Anschauen einer Landschaft von höherem Wert ist, als das Hören einer Beschreibung derselben. Sie fügten hinzu, daß eine solche Sprache übereinstimme mit der Sprache der Engel, mit denen die Menschen zu jenen Zeiten auch in Gemeinschaft standen. Wenn das Gesicht oder die Seele durch das Angesicht redet, dann ist auch wirklich die Engelsprache bei den Menschen in ihrer letzten natürlichen Form, und es findet eine Gegenwärtigkeit des inneren Sehens oder Denkens des einen in dem anderen statt, nicht aber wenn der Mund durch Worte redet. Daß die Ältesten der Urmenschen auf dieser Erde so geredet haben, sehe man Nr. 607, 608, 1118, 1120, 7361. Jeder kann auch wissen, daß die Ältesten keine Wortsprache haben konnten, weil die Wörter der Sprache nicht unmittelbar eingeflößt wurden, sondern erfunden, und auf die Gegenstände angewendet werden mußten, was erst im Verlauf der Zeit geschehen konnte. 8250. Solange Aufrichtigkeit und Redlichkeit bei den Menschen war, so lange blieb auch eine solche Sprache, sobald aber der Geist anfing etwas anderes zu denken und zugleich etwas anderes zu reden (was geschah, als der Mensch sich selbst liebte, und nicht den Nächsten), alsdann begann die Wortsprache überhand zu nehmen, wobei das Angesicht ruhig verbleiben oder auch zugleich Falsches ausdrücken konnte. Dadurch änderte sich die innere Form des Gesichtes, es zog sich zusammen, verhärtete sich und fing an, seines Lebens beraubt zu werden. Die äußere Form desselben aber fing an, vom Feuer der Eigenliebe zu erglühen, und wie belebt zu erscheinen. Das des Lebens Beraubte, das darunter liegt und inwendig als Unterlage dient, erscheint nicht vor den Augen der Menschen, wohl aber vor den Augen der Engel, denn diese sehen das Inwendige. Von solcher Art ist das Angesicht derer, die anders reden, als sie denken, denn die Verstellung, Scheinheiligkeit, List und Trügerei, die heutzutage als Klugheit gelten, bringen solches mit sich. Anders verhält es sich aber im anderen Leben, wo es nicht erlaubt ist, anders zu reden, als zu denken. Der Zwiespalt wird dort auch deutlich in jedem Worte wahrgenommen, und in dem Tone eines jeden Wortes, und wenn er wahrgenommen wird, dann wird der Geist, in dem solcher Zwiespalt ist, aus der Gesellschaft ausgestoßen und bestraft. Nachher wird er auf verschiedene Weise genötigt, zu reden wie er denkt und zu denken wie er will, bis endlich sein Gemüt einhellig und nicht mehr zwiespaltig ist, so daß er, wenn er gut ist, das Gute will, und das Wahre aus dem Guten denkt und redet, und wenn er böse ist, das Böse will, und das Falsche aus dem Bösen denkt und redet; denn nicht eher wird der Gute in den Himmel erhoben, und der Böse nicht eher in die Hölle geworfen, und zwar zu dem Ende, damit in der Hölle nichts als Böses sei, und das Falsche daselbst aus dem Bösen hervorgehe, und damit im Himmel nichts als Gutes sei, und das Wahre daselbst aus dem Guten hervorgehe. 8251. Die Fortsetzung von den Geistern und Bewohnern des Erdkörpers Jupiter am Ende des folgenden Kapitels. 8371. Ferner wurde ich von den Geistern, die aus diesem Weltkörper sind, über Verschiedenes belehrt, was bei den dortigen Bewohnern sich findet, z.B. über ihren Gang, über ihre Speisen, ihre Wohnungen und dergleichen. Was ihren Gang anbelangt, so gehen sie nicht so aufrecht einher, wie die Bewohner unseres und vieler anderer Weltkörper, auch gehen sie nicht nach Art der Tiere, sondern wenn sie gehen, unterstützen sie sich mit den flachen Händen, und erheben sich abwechselnd bis zur Hälfte des Körpers auf ihren Füßen. Auch wenden sie im Gehen bei jedem dritten Schritt ihr Angesicht zur Seite und hinter sich, und dann biegen sie auch ihren Körper ein wenig, was sehr schnell geschieht; denn bei ihnen ist es wider den Anstand, von anderen anders als von vorne geschaut zu werden. 8372. Wenn sie so gehen, halten sie ihr Angesicht immer etwas vorwärts und blicken so vor sich hin, niemals aber abwärts zur Erde. Abwärtsblicken nennen sie verdammt (sein); nur die Gemeinsten bei ihnen tun dies. Wenn sich diese aber nicht gewöhnen vorwärts zu blicken, werden sie von ihrer Gesellschaft ausgestoßen. 8373. Wenn sie aber sitzen, erscheinen sie aufrecht wie die Menschen unserer Erde in Ansehung des oberen Teiles ihres Körpers; sie sitzen jedoch mit untergeschlagenen Füßen. Nicht nur, wenn sie gehen, sondern auch wenn sie sitzen, hüten sie sich sorgfältig, daß sie nicht vom Rücken her angesehen werden, sondern von vorne. Sie haben es auch gerne, daß man auf ihr Angesicht blickt, weil sich auf demselben ihre Gesinnung zeigt. Sie zeigen nämlich niemals ein Gesicht, das mit ihrer Gesinnung nicht übereinstimmt, und können es auch nicht. Die Anwesenden erkennen daher auch deutlich, welche Gesinnung sie gegen sie hegen, und sie verbergen dieselbe auch nicht. Besonders (erkennen sie), ob die hervortretende Freundlichkeit aufrichtig sei, oder aus Verstellung komme. 8374. Dies wurde mir von ihren Geistern gezeigt und von ihren Engeln bestätigt. Daher scheinen auch diese Geister nicht wie andere aufrecht einherzugehen, sondern fast wie die im Wasser Schwimmenden ihren Gang mit den Händen zu unterstützen und häufig um sich zu blicken. 8375. Diejenigen, die in ihren heißen Zonen leben, gehen nackt einher, jedoch mit einer Umhüllung um die Lenden. Auch schämen sie sich ihrer Nacktheit nicht, denn ihre Seelen sind keusch. Auch lieben sie nur ihre Ehegatten, und verabscheuen den Ehebruch. Sie wunderten sich sehr, daß die Geister unserer Erde, wenn sie sie auf solche Weise oder auch nackt umhergehen sahen, über sie spotteten, und dabei unreine Gedanken hegten, und daß sie ganz und gar nicht auf ihr himmlisches Leben, sondern nur auf solche (äußerliche Dinge) ihre Aufmerksamkeit richteten. Sie sagten, dies sei ein Zeichen, daß sie sich mehr um körperliche und irdische Dinge bekümmerten, als um himmlische, und daß ihr Gemüt von ungeziemenden Dingen eingenommen sei. Es wurde ihnen gesagt, daß die Nacktheit bei denen, die in Keuschheit und im Zustand der Unschuld lebten, nicht Scham und Anstoß errege, sondern bei denen, welche in Geilheit und Schamlosigkeit leben. 8376. Wenn die Bewohner jenes Erdkörpers sich zu Bette legen, wenden sie ihr Gesicht nach vorne oder gegen das Zimmer hin, nicht aber nach hinten oder gegen die Wand. Dies erzählten mir ihre Geister und gaben als Grund davon an, daß sie so ihr Angesicht dem Herrn zuzukehren glaubten, wenn sie aber nach hinten blickten, es von Ihm abwendeten. Ein solcher Gedanke kam auch mir einigemal in den Sinn, wenn ich im Bette lag; woher er aber kam, wußte ich früher nicht. 8377. Sie ergötzen sich lange bei den Mahlzeiten, nicht sowohl aus Vergnügen an der Speise, als aus Freude an der dabei geführten Unterhaltung. Wenn sie aber bei Tische sitzen, sitzen sie nicht auf Stühlen oder Bänken, oder auf erhöhten Sitzen von Gras oder von Kräutern, sondern auf den Blättern eines gewissen Baumes. Sie wollten jedoch nicht sagen, von welchem Baume diese Blätter seien, als ich aber durch Raten mehrere nannte, bestätigten sie es zuletzt, als ich die Blätter des Feigenbaumes nannte. 8378. Auch bemerkten sie dabei, daß sie die Speise nicht nach dem Geschmack, sondern besonders nach der Nutzwirkung bereiteten. Sie fügten hinzu, daß eine dienliche Speise ihnen als wohlschmeckend gelte. Hierüber entstand ein Gespräch unter den Geistern, und sie sagten, dies sei auch dem Menschen geziemend; denn auf diese Weise sorge er, daß eine gesunde Seele in einem gesunden Körper sei. Anders aber ist es bei denen, bei welchen der Wohlgeschmack die Hauptsache ist; dadurch wird der Körper kränklich, oder wenigstens geschwächt, folglich auch die Seele, denn diese befindet sich je nach dem Zustand der aufnehmenden Gefäße, welche die des Körpers sind, wie das Gesicht nach dem Zustand des Auges. Daher stammt auch der Unsinn, daß man alle Lust des Lebens in Üppigkeit und sinnliche Vergnügungen setzt, und dies, wie sie sagen, für das höchste Gut hält. Daher auch die Unbescholtenheit im Denken und Urteilen, und die Gewandtheit in dem, was sich auf den Körper und die Welt bezieht. Daraus bildet sich dann die Ähnlichkeit des Menschen mit dem unvernünftigen Tiere, mit dem sich auch solche Menschen ganz passend vergleichen. 8379. Auch ihre Wohnungen wurden mir gezeigt. Sie sind niedrig, aus Holz, jedoch inwendig mit weißlichblauem Bast oder Rinde bekleidet, und ringsumher und oben mit Sternchen besät nach dem Bilde des Himmels, denn sie wünschen ihren Häusern im Inneren eine Ähnlichkeit mit dem sichtbaren Himmel und seinen Gestirnen zu geben. Der Grund ist, weil sie glauben, daß in demselben die Wohnungen der Engel seien. Außerdem haben sie auch Zelte, oben abgerundet und etwas in die Länge gezogen, inwendig ebenfalls auf himmelblauem Grunde mit Sternen übersät. In diesen halten sie sich am Tage auf, damit ihr Angesicht nicht von der Sonnenhitze leide, denn auf ihr Gesicht verwenden sie eine besondere Sorgfalt, weil sie es nicht als einen bloßen Körper betrachten. Auch verwenden sie viele Mühe darauf, ihre Zelte (schön) zu gestalten und rein zu halten. Und in denselben essen sie auch. 8380. Sie bekümmern sich wenig um das Weltliche, und begehren nicht mehr, als Nahrung und Wohnung zu haben; was darüber hinausgeht, halten sie nicht für notwendig, und deshalb auch nicht für nützlich. Ihre größte Sorge ist die Erziehung der Kinder, die sie auf das zärtlichste lieben. 8381. Als die Jupitergeister Pferde von unserer Erde sahen, erschienen mir die Pferde ungewöhnlich klein, obgleich sie ziemlich stark und groß waren. Dies kam aus der Vorstellung der Geister jenes Erdkörpers über die Pferde bei ihnen. Sie sagten, auch bei ihnen gebe es ähnliche, aber viel größere Pferde, aber sie lebten wild, oder in den Wäldern, und sie hätten einen Schrecken, wenn sie dieselben erblickten, obwohl sie keinen Schaden zufügten. Sie fügten hinzu, daß sie vor denselben eine angeborene oder natürliche Furcht hätten. Hierin lag die Möglichkeit, sich die Ursache dieser Furcht zu denken: Das Pferd bildet nämlich in der geistigen Welt das aus dem Wißtümlichen gebildete Verständnis vor: Nr. 2761-2763, 6534; und weil sie sich scheuen, ihr Verstandesvermögen durch äußerliche Kenntnisse auszubilden, so empfinden sie ein Einfließen von Furcht. Daß sie sich um wißtümliche Kenntnisse, die Sache der menschlichen Gelehrsamkeit sind, nicht bekümmern, wird man im Folgenden sehen. 8382. Die Jupitergeister hatten einigemal Sendlinge oder Träger (subjekta) bei mir, um der Mitteilung willen, und zwar ziemlich lange. Daraus wurde mir zu wissen gegeben, wie ihre natürliche Anlage beschaffen sei, und daß sie ganz verschieden waren von den Geistern unserer Erde. Wenn sie bei mir waren, wurden sie oft von den Geistern unserer Erde angefochten, aber sie bekümmerten sich nicht darum. Sie erzählten es nur der Gesellschaft ihrer Geister, von denen sie gesandt waren, und wenn sie es erzählten, zogen sie sich ein wenig von mir zurück. 8383. Einst wurde es (einigen) bösen Geistern von unserer Erde gestattet, ihre bösen Künste zu treiben, und die Jupitergeister bei mir anzufechten. Diese leisteten ihnen lange Widerstand, zuletzt aber gestanden sie, daß sie es nicht mehr könnten, und daß sie glaubten, es gebe keine Schlimmeren; denn jene verkehrten ihre Einbildungskraft und dadurch auch ihr Denken, so daß es ihnen schien, als wären sie gebunden, und könnten nur durch göttliche Kraft wieder frei von ihnen gemacht werden. Als ich im Worte etwas über das Leiden unseres Erlösers las, brachten gewisse Geister, die aus Europa stammten, höchst anstößige und abscheuliche Dinge vor, in der Absicht, die Jupitergeister zu verführen. Man forschte nach, wer sie wären, und was sie in der Welt gewesen seien, und man erfuhr, daß einige unter ihnen Prediger gewesen waren, nicht unähnlich denen, die sich von der Gesellschaft des Herrn oder Jesuiten nennen, und die zu ihrer Zeit durch Predigten über das Leiden des Herrn die Menge zu Tränen rühren konnten. Als Grund hiervon wurde ihnen gesagt, daß sie in der Welt anders dachten, und anders redeten, also anderes im Herzen trugen und wieder anderes auf den Lippen hatten; jetzt aber sei es ihnen nicht mehr gestattet, so trügerisch zu reden, denn wenn sie Geister werden, sind sie genötigt, ganz so zu reden, wie sie denken. Die Jupitergeister wunderten sich besonders darüber, daß ein solcher Zwiespalt zwischen dem Inneren und Äußeren bei dem Menschen möglich sei, nämlich ganz anders zu reden, als zu denken. Dies sei ihnen unmöglich. 8384. Die Jupitergeister haben eine freundliche Art, sich zu nahen, und eine kluge Rede. Sie überlegen, was sie sagen. Dies haben sie aus ihrem Leben in der Welt, denn wenn sie dort gegen die Ordnung etwas tun oder reden, werden sie von anderen auf verschiedene Weise zur Besserung angehalten, und die Widerspenstigen durch Züchtigung. 8385. Sie bemerkten, daß ich dachte, ich möchte diese Dinge auf unserer Erde bekannt machen. Sie wollten es aber nicht, weil es ihnen verboten sei, zu veröffentlichen, was ihnen von ihren Geistern gesagt wird. Sie wunderten sich, daß man solche Dinge bloß durch Schrift bekanntmachen könne; aber dann wurden sie belehrt über die Lettern (der Buchdruckerei), dann auch über das Wort, und über die Lehren der Kirche auf unserer Erde. Auch wurde ihnen gesagt, daß das Wort und die Lehren desselben auf diese Weise verbreitet und gelernt werden. 8386. Fortsetzung von den Geistern und Bewohnern des Erdkörpers Jupiter am Ende des folgenden Kapitels. 8541. Was ihren Gottesdienst anbelangt, so ist das Hauptsächlichste desselben, daß sie unseren Herrn als den Höchsten anerkennen, Der den Himmel und die Erde regiert. Sie nennen Ihn den Einigen Herrn. Und weil sie im Leben des Leibes Ihn anerkennen und anbeten, darum suchen sie Ihn nach dem Tode und finden Ihn. Er ist derselbe wie unser Herr. Sie wurden befragt, ob sie wüßten, daß der Einige Herr Mensch sei, sie gaben zur Antwort, sie wüßten alle, daß Er Mensch sei, weil Er auf ihrem Erdkörper von vielen als Mensch gesehen worden sei, und Er selbst belehre sie, über die Wahrheit, und bewahre sie und gebe das ewige Leben denen, die an Ihn glauben. Sie sagten ferner, daß ihnen von Ihm geoffenbart worden sei, wie sie leben und wie sie glauben sollten, und daß das, was geoffenbart worden, von den Eltern den Kindern überliefert werde, und so die Lehre zu allen Familien gelange, und zu dem ganzen Volke, das von einem Vater abstamme. Sie fügten hinzu, es komme ihnen vor, als ob die Lehre in ihre Gemüter eingeschrieben sei, was sie daraus schließen, daß sie sogleich inne werden und wie aus sich anerkennen, ob etwas wahr ist oder nicht, was von anderen über das Leben des Himmels bei den Menschen gesagt wird. 8542. Besonders sucht man zu verhüten, daß jemand in verkehrte Meinungen über den Einigen Herrn verfalle; und wenn sie bemerken, daß jemand anfängt, verkehrt von Ihm zu denken, ermahnen sie ihn zuerst, denn schrecken sie ihn durch Drohungen, und endlich durch Strafen davon ab. Sie sagten, sie hätten beobachtet, daß eine Familie, in die so etwas einschleiche, aus ihrer Mitte weggenommen werde; nicht durch irgendwelche Todesstrafen von ihren Genossen, sondern von Geistern, durch Entziehung des Atems und dadurch des Lebens, nachdem sie ihnen zuvor den Tod angekündigt haben. Auf diesem Erdkörper nämlich reden die Geister mit ihnen, und züchtigen sie, wenn sie Böses getan haben, und auch, wenn sie beabsichtigt haben, Böses zu tun: Nr. 7801-7812. Wenn sie daher Verkehrtes denken von dem Einigen oder Allein-Herrn, und sich nicht bekehren, wird ihnen der Tod angekündigt. Auf diese Weise wird bei ihnen die Verehrung des Herrn erhalten, Der bei ihnen das höchste Göttliche ist. 8543. Sie wissen nicht, daß ihr Allein-Herr auf unserer Erde als Mensch geboren wurde. Sie sagten, es sei ihnen nicht darum zu tun, dieses zu wissen, sondern nur, daß Er Mensch sei, und das Weltall regiere. Als ich sagte, daß Er auf unserer Erde Christus Jesus genannt werde, und daß Christus einen Gesalbten oder König bedeute, und Jesus den Erlöser, sagten sie, sie verehrten Ihn nicht als König, weil das Königliche einen Beigeschmack vom Weltlichen habe, sondern sie verehrten Ihn als Erlöser oder Heiland (Salvatorem), und weil von Geistern aus unserer Erde ein Zweifel vorgebracht wurde, ob ihr Allein-Herr derselbe sei wie unser Herr, entfernten sie denselben dadurch, daß sie sich erinnerten, Ihn in der Sonne gesehen zu haben, und daß sie anerkannten, es sei derselbe, Den sie auf ihrer Erde gesehen hatten, worüber man sehe Nr. 7773. Daß unser Herr die Sonne des Himmels sei, sehe man Nr. 1053, 3636, 3643, 4060, 4321E, 5097, 7078, 7083, 7171, 7173. 8544. Als die Geister des Erdkörpers Jupiter während mehrerer Wochen bei mir blieben, floß einen Augenblick der Zweifel ein, ob ihr Allein-Herr derselbe sei wie unser Herr, aber dieser Zweifel, der in einem Augenblick einfloß, verschwand auch wieder im Augenblick. Er floß von einigen Geistern aus unserer Erde ein, und dann wurden sie, worüber ich mich wunderte, blaß darüber, daß sie einen Augenblick daran zweifelten, und von solcher Schamröte übergossen, daß sie zu mir sagten, ich möchte es nicht auf unserer Erde bekanntmachen, damit sie nicht deshalb des Unglaubens beschuldigt würden, während sie es doch jetzt besser als andere erkenneten. 8545. Es befanden sich Geister vom Erdkörper Jupiter bei mir, als ich das 17. Kapitel Johannis von der Liebe des Herrn und von Seiner Verherrlichung las, und als sie hörten, was darinnen stand, ergriff sie das Heilige tief, und sie bekannten, daß hier alles Göttlich sei. Aber dann flößten Geister von unserer Erde, die ungläubig waren, fortwährend Ärgernisse ein, indem sie sagten, Er sei als Kind geboren, habe als ein Mensch gelebt, sei wie ein anderer Mensch erschienen und gekreuzigt worden, und dergleichen. Allein die Geister des Erdkörpers Jupiter achteten gar nicht darauf, sie sagten, von solcher Art seien bei ihnen die Teufel, die sie verabscheuten. Sie fügten hinzu, daß gar nichts Himmlisches in dem Gemüte jener wohne, sondern nur Irdisches, das sie Schlacken nannten; und daß es wirklich so sei, hätten sie daraus deutlich ersehen, daß bei jenen, als sie hörten, daß man auf ihrem Erdkörper nackt einhergehe, die Gedanken sich mit unzüchtigen Dingen erfüllten, und daß sie gar nichts über das Himmlische ihres Lebens dachten, wovon sie damals auch hörten: Nr. 8375. 8546. Ich sprach auch einst mit Geistern vom Erdkörper Jupiter über den Herrn, indem ich sagte, niemand könne Gutes tun aus sich, sondern nur aus dem Herrn, Der das Gute selbst und somit die Quelle alles Guten sei. Da antworteten sie bescheiden, sie meinten Gutes tun zu können aus sich, und sie wüßten es nicht anders. Als ihnen aber gezeigt wurde, daß alles Gute einzig vom Herrn komme, sagten sie, daß sie nach menschlicher Weise geredet hätten, und jenes in himmlischer Weise gesagt sei, und daß ihre Engel so dächten, und auch sie selbst, wenn sie Engel würden. Sie fügten hinzu, es sei einfacher, so zu sagen. Darauf durfte ich ihnen antworten, daß der Herr denen, die in Einfalt und Unschuld leben gestatte, so zu sagen, wenn sie nur erkennen, daß nichts Gutes von ihnen, sondern alles vom Herrn komme. 8547. Die Geister des Erdkörpers Jupiter wurden sehr ergriffen und erfreut, als sie sagen hörten, daß der alleinige Herr auch der alleinige Mensch sei, und daß alle es von Ihm haben, daß sie Menschen genannt werden, daß sie aber nur insoweit Menschen seien, als sie Ebenbilder von Ihm sind, d.h., soweit sie Ihn lieben und den Nächsten lieben, also soweit sie im Guten sind; denn das Gute der Liebe und des Glaubens ist das Ebenbild des Herrn. 8627. Die Bewohner des Erdkörpers Jupiter setzen ihre Weisheit in das gute und richtige Denken über die im Leben vorkommenden Dinge. Diese Weisheit erlernen sie von Kindheit an durch ihre Eltern, sie wird in stetiger Folge auf die Nachkommenschaft übertragen, und nimmt dadurch immer zu. Von den Wissenschaften, wie sie auf unserer Erde sind, wissen sie ganz und gar nichts, und wollen auch nichts davon wissen. Sie nennen sie Schatten, und vergleichen sie mit den Wolken vor der Sonne. Diese Vorstellung von den Wissenschaften haben sie durch einige von unserer Erde angenommen, die sich vor ihnen rühmten, die Weisesten zu sein, vermöge ihrer Kenntnisse. 8628. Die Geister von unserer Erde, die sich so gerühmt hatten, waren solche, welche die Weisheit in lauter Dinge setzten, die dem bloßen Gedächtnis angehören, z.B. in Sprachen, in die Geschichte der gelehrten Welt, in bloße Experimente, und besonders in philosophische Ausdrücke und in ähnliche andere Dinge, diese Kenntnisse aber nicht als Mittel gebrauchten, um weise zu werden, weil sie in ihnen selbst die Weisheit erblickten. Weil solche nicht durch die Wissenschaften als durch Mittel ihr Vernunftvermögen ausgebildet haben, so besitzen sie im anderen Leben wenig Innewerden, denn sie suchen ihre Weisheit nur in wissenschaftlichen Ausdrücken und in Formeln, die jenseits wie Erdschollen und wie dichte Wolken vor dem geistigen Blick erscheinen. Die, welche stolz waren auf ihre Gelehrsamkeit, verstehen noch weniger. Die aber, welche die Wissenschaften als Mittel brauchten, um die Glaubenswahrheiten zu vernichten, haben ihr Verstandesvermögen ganz und gar zerstört, und sehen in der Finsternis, wie die Nachteulen, das Falsche für Wahres und das Böse für Gutes an. Die Jupitergeister schlossen aus der Unterhaltung mit solchen, daß die Wissenschaften Schatten und Blindheit verursachen. Es wurde ihnen aber gesagt, daß auf unserer Erde die Wissenschaften Mittel sind, um das geistige Auge zu öffnen, das im Lichte des Himmels ist, und über das belehrt, was zum geistigen Leben gehört. Weil aber die Selbstliebe und Weltliche herrscht, und dadurch solches, was dem bloß natürlichen und sinnlichen Leben angehört, deshalb werden die Wissenschaften für sie zu Mitteln, unverständig zu werden, nämlich zu Mitteln, sich für die Natur gegen das Göttliche und für die Welt gegen den Himmel zu begründen. Ferner wurde ihnen gesagt, daß die Wissenschaften an sich geistige Reichtümer sind, und daß diejenigen, die sie besitzen, sich so verhalten, wie diejenigen, die weltliche Reichtümer besitzen, die gleichfalls Mittel sind, um sich, dem Nächsten und dem Vaterland Nutzen zu leisten, aber auch Mittel, Böses zu tun. Ferner, daß sie wie Kleider sind, die zum Nutzen und Schmuck dienen, aber auch zum eitlen Prunk in Hochmut, wie bei denen, die um ihretwillen allein geehrt werden wollen. Die Geister des Erdkörpers Jupiter sahen dies wohl ein, aber sie wunderten sich, daß jene, während sie als Menschen lebten, das, was nur zur Weisheit führt, der Weisheit selbst vorzogen, und daß sie nicht einsahen, daß in solche Dinge den Geist versenken und sich nicht darüber erheben, soviel ist, als sich in Verschattung und Blindheit versetzen. 8629. Ein gewisser Geist, der aus der unteren Erde heraufstieg, kam zu mir und sagte, er habe gehört, was ich mit den anderen Geistern geredet hätte, daß er aber kaum etwas verstanden habe von dem, was über das geistige Leben und über das Licht gesagt worden sei. Er wurde befragt, ob er es zu verstehen wünsche, er aber sagte, er sei nicht in dieser Absicht gekommen; hieraus konnte man schließen, daß er es nicht wolle. Er war sehr dumm. Die Engel sagten, daß er, während er in der Welt als Mensch lebte, wegen seiner Gelehrsamkeit zu den Berühmtheiten gehört habe. Er war kalt, was aus seinem Anhauche deutlich empfunden wurde, und ein Zeichen eines bloß natürlichen Lichtes und des Mangels an geistigem Licht war. Somit hatte er sich durch die Wissenschaften den Weg zum Lichte des Himmels nicht eröffnet, sondern verschlossen. 8630. Weil die Bewohner des Erdkörpers Jupiter sich ihre Einsicht auf einem anderen Weg verschaffen als die Bewohner unserer Erde, und überdies infolge ihres Lebens anders geartet sind, deshalb können sie nicht mit diesen beisammen sein, sondern wenn sie sich nahen, fliehen sie entweder dieselben, oder treiben sie zurück. Es gibt Sphären, die man geistige Sphären nennen muß, und die beständig aus einer jeden Gesellschaft ausfließen oder vielmehr ausströmen. Diese Sphären stammen aus der Tätigkeit der Neigungen und der Gedanken aus diesen; somit gehen sie aus dem Leben selbst hervor. Über diese Sphären sehe man Nr. 1048, 1053, 1316, 1504, 1505, 1507, 1508, 1510, 1511-1519, 2401, 4464, 5179, 6206, 7454, 6598-6613, 8063. Die Zusammengesellungen im anderen Leben finden alle gemäß den Sphären statt. Diejenigen, die übereinstimmen, werden verbunden je nach der Übereinstimmung; die nicht übereinstimmen, stoßen sich ab je nach der Nichtübereinstimmung. Jedes Gebiet (provincia) im Größten Menschen, dem ein Glied oder Organ im menschlichen Körper entspricht, hat seine von der Sphäre eines anderen Gebiets unterschiedene Sphäre, daher die gegenseitige Verbindung derer, die zu demselben Gebiet gehören, und die Trennung derer, die zu einem anderen Gebiet gehören. Die Geister und Engel, die aus dem Erdkörper Jupiter stammen, stellen im Größten Menschen die Vorstellungskraft des Denkens (Imaginationem Cogitationis) dar, und somit den tätigen Zustand der inneren Teile. Die Geister unserer Erde dagegen stellen verschiedene Verrichtungen der äußeren Teile des Körpers dar, in die, wenn sie herrschen wollen, die Vorstellungskraft des Denkens nicht einfließen kann; daher das gegenseitige Abstoßen der Sphären. 8631. Welch klares Innewerden die Jupitergeister über geistige Dinge haben, konnte ich aus ihrer vorbildlichen Darstellung ersehen, darüber, wie der Herr, den sie ihren einzigen Herrn nennen, verkehrte Neigungen in gute umwandelt. Sie stellten das verständige Gemüt als eine schöne Form dar, und gaben ihm eine Tätigkeit, die je nach der Neigung jener Form entsprach. Dann zeigten sie, wie der Herr das Verkehrte in demselben zum Guten umbiege. Dies taten sie in einer Weise, die mit Worten nicht beschrieben werden kann, und so geschickt, daß sie von den Engeln belobt wurden. Es waren damals Gelehrte von unserer Erde zugegen, die ihren Verstand in wissenschaftliche Ausdrücke versenkt, und viel gestritten hatten über Form, Substanz, über das Materielle und Nichtmaterielle und dgl., aber ohne irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen. Diese konnten jene vorbildliche Darstellung gar nicht begreifen. 8632. Ich sprach mit Geistern jenes Erdkörpers vom Herrn, daß Er niemanden Böses zufüge, noch weniger jemand bestrafe. Jene Geister wollten, weil sie zu den einfältigeren gehörten, es zuerst nicht zugeben, indem sie glaubten, die Strafen kämen vom Herrn. Es wurde ihnen aber gesagt, daß ihre Engel, wenn sie bei einem Menschen ihres Erdkörpers seien, nicht züchtigen, nicht einmal strenge reden, sondern daß sie nur den zugegenseienden Strafgeistern gestatten, solches zu tun; und da die Engel nicht strafen, so tue dies noch viel weniger der Herr, der das Gute selbst ist, und Der die Engel regiert. Als sie dies gehört hatten, erkannten und bestätigten sie mit lauter Stimme, daß der Herr niemanden bestrafe und niemanden Böses zufüge, ja nicht einmal strenge mit jemand rede. Von den Engeln und den Strafgeistern bei den Bewohnern Jupiters, sehe man Nr. 7802-7805, 7810. 8633. Was ferner ihr Leben auf jenem Weltkörper anbelangt, so bin ich von ihren Geistern belehrt worden, daß sie sich nicht um die Wissenschaften und daher auch nicht um die Künste bekümmern. Ferner, daß sie keine Festtage haben, sondern an jedem Morgen bei Sonnenaufgang und an jedem Abend bei Sonnenuntergang einen heiligen Gottesdienst ihrem Einigen Herrn in ihren Zelten halten, und daß sie dann auch Psalmen singen. 8634. Die Fortsetzung von den Bewohnern und Geistern des Erdkörpers Jupiter am Ende des folgenden Kapitels.   Fortsetzung von den Geistern und Bewohnern des Planeten Jupiter 8733. Weil die Geister des Erdkörpers Jupiter im Größten Menschen das Vorstellungsvermögen beim Denken darstellen, so reden sie wenig, denken aber viel, und wenn sie reden, so ist es eine Rede durch Gedanken, die von den Reden anderer darin verschieden ist, daß sie nicht so in helle Töne ausläuft, sondern gleichsam in ein sanftes Murmeln, das innerlich sehr beweglich ist. Das Denken selbst entwickelt sich so bei ihnen zur Rede. Der Grund davon ist, daß sie in betreff ihres Genius (oder Charakters) in der Mitte stehen zwischen den Geistigen und Himmlischen; denn die Geistigen reden klangvoll und legen ihr ganzes Denken in die Rede, weshalb man ihre Gedanken, um sie zu verstehen, aus den Worten erschließen muß. Bei den Himmlischen dagegen ist es nicht so, sondern was ihrem Willen angehört, bildet sich durch etwas ihrem Denken Angehöriges zu etwas Wellenförmigem, wodurch der Wille des anderen je nach dem Zustand der Sache angeregt und bewegt wird. 8734. Die Rede der Geister ist im allgemeinen aus den Vorstellungen ihres Denkens gebildet, die je nach ihrer Fülle und Anregung in Worte auslaufen. Und weil dadurch die vollständige Vorstellung der Sache dargestellt und mitgeteilt wird, so können die Geister in einer Minute mehr darstellen, als der Mensch auf Erden in einer Stunde; denn die ganze Vorstellung der Sache, wie sie in ihren Gedanken ist, ergießt sich (gleichsam) in das Denken des anderen. Daraus wurde mir deutlich, was die Verbindung der Seelen oder die geistige Verbindung sei, die Liebtätigkeit oder gegenseitige Liebe ist: daß nämlich das Gemüt des einen in dem Gemüt des anderen sich darstellt mit allem Guten seines Denkens und Wollens gegen ihn, und ihn dadurch anregt. Und umgekehrt, was die geistige Trennung sei, die Feindschaft und Haß ist: daß nämlich das Gemüt des einen in dem Gemüt des anderen sich darstellt mit dem Gedanken und Willen, ihn zu zerstören, wodurch ein Zurückstoßen (entsteht). 8735. Ferner wurde ich von Geistern des Erdkörpers Jupiter, die sehr lange bei mir waren, belehrt, daß es auf jenem Erdkörper auch solche gibt, die sich Heilige nennen, und unter Androhung von Strafen ihren Dienern, deren sie viele haben, befehlen, daß diese sie Herren nennen. Sie verbieten ihnen auch wirklich, den Herrn des Weltalls anzubeten, indem sie behaupten, sie seien die Vermittler des Herrn, und würden ihre Gebete zu dem Herrn des Weltalls bringen. Den Herrn des Weltalls, der unser Herr ist, nennen sie nicht, wie die anderen, den Alleinigen Herrn, sondern den Höchsten Herrn, aus dem Grunde, weil sie sich auch Herren nennen. 8736. Diese Heiligen, die von ihren Dienern als Herren begrüßt werden, nennen die Sonne das Antlitz des Höchsten Herrn, und glauben, daß Er in derselben Seine Wohnung habe, weshalb sie auch die Sonne anbeten. Von den anderen Bewohnern werden sie verabscheut und sie wollen keinen Verkehr mit ihnen haben, sowohl weil sie die Sonne anbeten, als auch, weil sie sich Herren nennen und von ihren Dienern sich als vermittelnde Götter verehren lassen. 8737. Die belehrenden und züchtigenden Geister von denen oben Nr. 7802-7812 die Rede war, kommen nicht zu ihnen, wie zu den anderen auf ihrer Erde, weil sie sich nicht belehren und durch keine Zucht bessern lassen. Sie sind unbeugsam, weil sie aus Eigenliebe handeln. Die Geister sagen, daß sie dieselben an der Kälte erkennen, und daß sie sich, wenn sie die Kälte empfinden, von ihnen entfernen. 8738. Es wurde mir auch von den Geistern die Kopfbedeckung derer gezeigt, die sich Heilige nennen; sie bestand aus einem turmartigen Hute von dunkler Farbe. 8739. Im anderen Leben erscheinen solche rückwärts zur Rechten in einiger Höhe, und daselbst sitzen sie wie Götzen, und werden auch anfangs von den Dienern, die bei ihnen gewesen, verehrt; späterhin aber werden sie auch von ihnen verlacht. Und worüber ich mich wunderte, ihr Antlitz leuchtet von einem Feuer, das sie dadurch erhalten, daß sie glaubten, sie seien Heilige gewesen und gleichsam ein Abbild des Herrn, Der in der Sonne sei. Aber obwohl ihr Antlitz feurig erscheint, sind sie doch kalt und begehren heftig erwärmt zu werden. Hieraus erhellt, daß das Feuer, durch das sie leuchten, gleich dem Feuer eines Irrlichts ist. 8740. Ebendenselben kommt es vor, als ob sie, um sich zu erwärmen, Holz sägten, und wenn sie sägen, erscheint unter dem Holz etwas wie ein Mensch, den sie dann sogleich zu durchschneiden suchen. Dies geschieht darum, weil sie sich Verdienst zuschreiben, und sich, weil Heiligkeit, auch Gerechtigkeit beilegen. Wer das in der Welt tut, kommt sich im anderen Leben so vor, als ob er Holz säge. Wie dies auch bei einigen aus unserer Erde der Fall ist, über die schon früher aus Erfahrung (berichtet wurde). Eine Erfahrung, die ich hier, um die Sache zu erläutern aus Nr. 4943 wieder anführen darf: "Auf der unteren Erde unter den Fußsohlen sind auch solche, die in gute Taten und Werke ein Verdienst gesetzt haben. Mehrere von ihnen glauben Holz zu spalten. Der Ort, wo sie sind, ist ziemlich kalt, und sie meinen sich durch ihre Arbeit zu erwärmen. Ich habe auch mit ihnen geredet, und ich durfte ihnen sagen, ob sie nicht von jenem Orte weggehen wollten, sie sagten, sie hätten mit ihrer Arbeit noch nichts verdient. Wenn aber jener Zustand durchgemacht ist, dann werden sie von da weggenommen. Auch sie sind Natürliche, weil die Seligkeit verdienen wollen nicht geistig ist, denn es kommt vom Eigenen und nicht vom Herrn. Und außerdem ziehen sie sich anderen vor. Einige unter ihnen verachten auch die anderen; wenn sie keine größere Freude als die übrigen im anderen Leben bekommen, werden sie unwillig gegen den Herrn, deshalb erscheint zuweilen, wenn sie Holz spalten, gleichsam etwas vom Herrn unter dem Holz, und zwar infolge ihres Unwillens. Weil sie aber ein frommes Leben geführt und jenes aus Unwissenheit getan haben, in der etwas von Unschuld war, darum werden von Zeit zu Zeit Engel zu ihnen gesendet, die sie trösten; und außerdem erscheint ihnen von oben her zur Linken zuweilen wie ein Schaf, von dessen Anblick sie auch Trost empfangen". Man sehe auch Nr. 1110. 8741. Fortsetzung von den Geistern und Bewohnern des Erdkörpers Jupiter am Ende des folgenden Kapitels. 8846. Es gibt auch Geister unter den Jupiterbewohnern, die Kaminfeger genannt werden, weil sie in betreff der Kleidung und des Angesichts ihnen ähnlich erscheinen. Sie gehören zu denjenigen, welche die Menschen ihres Erdkörpers schelten und nachher belehren, worüber Nr. 7801-7812. Was diese im Größten Menschen darstellen und wie sie beschaffen sind, kann man aus ihrer Beschreibung: Nr. 5056 ersehen, weshalb diese Beschreibung hier wiederholt werden darf. 8847. Ein gewisser Geist aus einem anderen Erdkörper war bei mir, (er war aus dem Erdkörper Jupiter); dieser bat angelegentlich, ich möchte mich für ihn verwenden, damit er in den Himmel kommen könne. Er sagte, er wisse nicht, daß er Böses getan habe, nur daß er die Bewohner seines Erdkörpers gescholten habe. Er fügte hinzu, er habe sie belehrt, nachdem er sie gescholten habe. Er machte sich an meine linke Seite unterhalb des Ellenbogens, und sprach gleichsam zwiespaltig oder zweizüngig. Derselbe konnte auch wirklich Mitleid erregen; aber ich konnte ihm nicht anders antworten, als daß ich ihm nicht helfen könne, und daß dies einzig bei dem Herrn stehe. Auch könne ich mich nicht für ihn verwenden, weil ich nicht wisse, ob es nützlich sei oder nicht. Wenn er aber würdig sei, so könne er hoffen. Alsdann wurde er aber unter die redlichen Geister von seinem Erdkörper zurückgeschickt, doch diese sagten, er könne nicht in ihrer Genossenschaft sein, weil er nicht so beschaffen sie wie sie. Weil er aber dennoch aus sehnlichem Verlangen flehte, daß er doch in den Himmel eingelassen werden möchte, wurde er in eine Gesellschaft gutartiger Geister dieses (unseres) Erdkörpers versetzt, allein auch diese sagten, er könne nicht bei ihnen sein. Er erschien auch wirklich von schwarzer Farbe im Lichte des Himmels, er selber sagte aber, er sei nicht von schwarzer, sondern von bräunlicher Farbe. Es wurde mir gesagt, von solcher Art seien anfangs die, welche hernach unter die aufgenommen werden, die das Gebiet der Samenbläschen bilden, denn in diesen Bläschen sammelt sich der Same, und wird mit einem angemessenen Stoff bekleidet, um ihn vor Zerstreuung zu bewahren, und der im Hals des Uterus entfernt werden kann, damit so, was inwendig aufbewahrt ist, zur Empfängnis diene, d.h. zur Befruchtung des Eies. Daher hat auch dieser mit dem Samen verbundene Stoff das Bestreben und gleichsam ein brennendes Verlangen sich loszumachen und den Samen zu hinterlassen, um Nutzen zu leisten. Etwas Ähnliches zeigte sich auch bei jenem Geiste. Derselbe kam abermals zu mir, jedoch in schlechter Kleidung, und sagte wieder, er brenne vor Verlangen, in den Himmel zu kommen, und er merke jetzt, daß er dazu geeignet sei. Ich durfte ihm aber sagen, das sei vielleicht ein Anzeichen, daß er bald aufgenommen werde. Es wurde ihm dann von den Engeln gesagt, er solle sein Kleid abwerfen, und nun warf er es aus Verlangen so schnell von sich, daß es kaum etwas Schnelleres geben kann; dadurch wurde vorbildlich dargestellt, von welcher Art die Wünsche derjenigen sind, die in dem Gebiete sich befinden, dem die Samenbläschen entsprechen. 8848. Es wurde (mir) gesagt, daß solche, wenn sie zum Himmel vorbereitet werden, von ihren Kleidern befreit und mit neuen glänzenden angetan werden, und dann Engel werden. Man verglich sie mit kleinen Würmern (oder Raupen), die, nachdem sie einen niedrigen Zustand durchgemacht haben, in Nymphen (oder Puppen) verwandelt werden, und hierdurch in Schmetterlinge, denen dann ein anderes Gewand gegeben wird, wie auch grünlich blaue, gelbe, silber- oder goldfarbige Flügel, und dann haben sie die Freiheit, in der Luft, als in ihrem Himmel, zu fliegen, Hochzeit zu feiern, Eier zu legen, und so für die Fortpflanzung ihres Geschlechtes zu sorgen; und dann werden ihnen zugleich süße und liebliche Speisen aus den Säften und Düften verschiedener Blumen angewiesen. 8849. Es kam auch einer von den Geistern aus jenem Erdkörper zu mir und sagte, daß er nach dem Einigen Herrn forsche, und daß er wünsche in den Himmel zu kommen, es aber nicht könne, weil er während des Lebens im Körper Böses getan habe. Er wurde gefragt, welches Böse, und antwortete, er habe einem Gefährten etwas von geringem Werte entwendet, weil er geglaubt habe, jener werde es ihm schenken, und daß dies sein Gewissen beschwere. Hieraus war ersichtlich, was für ein Leben sie auf jenem Erdkörper führen, und daß es sie schon ängstigt, wenn sie jemandem auch nur ein unbedeutendes Böses zufügen, denn diesen Gedanken hatte er von seiner Erde mitgebracht. 8850. Es wurde mir auch ein kahler Kopf gezeigt, doch nur der oberste Teil desselben, der knöchern war, und es wurde gesagt, daß diejenigen, die während des Jahres sterben werden, einen solchen Kopf sehen, und sich dann vorbereiten. Sie fürchten den Tod nur deshalb, weil sie dann Gatten, Kinder oder Eltern zurücklassen, denn sie wissen, daß sie nach dem Tode fortleben werden, und daß sie nicht aus dem Leben scheiden, weil sie in den Himmel gehen. Deswegen nennen sie auch das Sterben nicht sterben, sondern himmlisch gemacht werden. Diejenigen, die auf jenem Erdkörper glücklich in ehelicher Liebe gelebt und für ihre Kinder, wie es Eltern geziemt, Sorge getragen haben, sterben nicht an Krankheiten, sondern ruhig wie im Schlafe, und wandern so aus der Welt in den Himmel. 8851. Das Alter der dortigen Menschen beträgt meistens dreißig Jahre, nach den Jahren unserer Erde. Von denen, die darüber hinaus kommen, sagt man, sie seien ungelehrig, und deshalb kommen auch keine züchtigende und belehrende Geister zu ihnen. Der Grund, warum sie innerhalb eines so kurzen Zeitraumes sterben, ist infolge der Vorsehung des Herrn, damit nicht die Menschenmenge bei ihnen hinauswachse über die Zahl, die von jenem Erdkörper ernährt werden kann. Sie reifen dort auch schneller als auf unserer Erde, auch treten sie schon in der ersten Jugendblüte in den Ehestand, und alsdann ist es ihre Wonne, ihren Gatten zu lieben und Sorge für die Kinder zu tragen. Die übrigen Wonnen nennen sie zwar auch Wonne, aber verhältnismäßig nur äußerliche. 8852. Am Ende des folgenden Kapitels soll von den Geistern und Bewohnern des Planeten Saturn geredet werden.   Von den Geistern und Bewohnern des Planeten Saturn 8947. Die Geister aus diesem Erdkörper, und auch der Erdkörper selbst zeigt sich nach vorne in einer bedeutenden Entfernung, an der Fläche des unteren Teiles der Knie; und wenn dorthin der Blick eröffnet wird, erscheinen vor den Augen eine Menge Geister, die alle aus jenem Erdkörper sind. Sie erscheinen an jener Seite dieses Erdkörpers und zur Rechten. 8948. Es wurde mir auch gegeben, mit ihnen zu reden und daraus zu erkennen, wie sie im Verhältnis zu anderen beschaffen sind. Sie sind ehrlich und bescheiden; und weil sie sich verhältnismäßig für klein halten, erscheinen sie auch im anderen Leben als klein; denn dort ist die Erscheinung eines jeden seiner Gesinnung und seinem Leben gemäß. 8949. Beim Gottesdienst sind sie äußerst demütig, denn hierbei achten sie sich für gar nichts. Sie verehren unseren Herrn und erkennen Ihn als den einzigen Gott an; denn der Herr erscheint bisweilen denen, die auf jenem Erdkörper sind unter Engelsgestalt, und somit als Mensch; und dann leuchtet das Göttliche aus Seinem Antlitz und erregt das Gemüt. Die Bewohner reden auch, wenn sie zu reiferen Jahren gelangen, mit Geistern, von denen sie über den Herrn belehrt werden, wie man Ihn verehren, und wie man dann leben müsse. 8950. Wenn jemand die Geister jenes Erdkörpers verführen und vom Glauben an den Herrn abziehen will, oder von der Demut gegen Ihn und von der Rechtschaffenheit des Lebens, dann sagen sie, sie wollten sterben. Es erscheinen alsdann in ihren Händen kleine Messer, mit denen sie ihre Brust zu durchbohren scheinen. Wenn sie befragt werden, warum sie dies täten, sagen sie, weil sie lieber sterben wollten, als vom Herrn abgezogen werden. Die Geister unserer Erde spotten bisweilen darüber und belästigen sie mit Fragen, warum sie solches tun; aber dann erwidern sie, sie wüßten wohl, daß sie sich nicht töteten, es sei dies bloß eine Scheinbarkeit, die aus dem Willen ihrer Seele hervorgehe, weil sie lieber sterben wollten, als von der Verehrung des Herrn abgezogen werden. 8951. Es gibt auch einige auf jenem Erdkörper, die das nächtliche Licht, das groß ist, den Herrn nennen. Sie werden jedoch von den übrigen abgesondert und nicht unter ihnen geduldet. Jenes nächtliche Licht strömt aus dem großen Ringe, der in einiger Entfernung jenen Erdkörper umgibt, und von den Monden, welche die Trabanten des Saturn genannt werden. 8952. Befragt über den großen Ring, der von unserer Erde (gesehen) sich über den Horizont jenes Planeten zu erheben und seine Lage zu verändern scheint, sagten sie, daß er ihnen nicht wie ein Ring erscheine, sondern nur als etwas Schneeweißes am Himmel in verschiedener Richtung. 8953. Die Bewohner und Geister jenes Erdkörpers stellen dasjenige im Menschen dar, was die Mitte bildet zwischen dem geistigen und dem natürlichen Sinn. Sie entfernen sich aber vom natürlichen und nähern sich dem geistigen. Daher kommt es, daß jene Geister oft glauben, entrückt oder in den Himmel erhoben, und dann wieder zurückgeführt zu werden, und so abwechselnd; denn was dem geistigen Sinn angehört, das ist im Himmel, aber was dem natürlichen Sinn angehört, das ist unterhalb des Himmels. 8954. Es gibt bei ihnen keine Städte und keine Reiche, sondern sie leben abgesondert in Familien, eine jede Familie getrennt von der anderen; somit Mann und Frau mit ihren Kindern. Wenn diese eine Ehe eingehen, werden sie vom elterlichen Hause getrennt und bekümmern sich nicht mehr um dasselbe. Deswegen erscheinen die Geister aus jenem Weltkörper je zwei und zwei. 8955. Alle auf jenem Erdkörper wissen, anders als auf dem unsrigen, daß sie nach dem Tode fortleben werden; weshalb sie auch auf ihren Körper geringen Wert legen, nämlich nur soweit es um des Lebens willen nötig ist, das, wie sie sagen, fortdauern und dem Herrn dienen werde. Daher begraben sie auch nicht die Körper der Verstorbenen, sondern schaffen sie fort und bedecken sie mit Baumzweigen aus dem Walde. 8956. Für ihre Nahrung und Kleidung machen sie sich wenig Sorge. Sie leben von Früchten und Gemüsen verschiedener Art, die ihre Erde hervorbringt; sie kleiden sich leicht, weil sie von einer dicken Haut oder Hülle umgeben sind, welche die Kälte abhält. 8957. Die Fortsetzung von den Geistern und Bewohnern des Erdkörpers Saturn am Ende des folgenden Kapitels. * 9104. Einige von den Geistern dieses Erdkörpers gingen hinüber zu den Geistern des Erdkörpers Saturn, die in einer bedeutenden Entfernung von ihnen sind, denn sie erscheinen am Ende unseres Sonnensystems. Dieses Hinübergehen geschieht in einem Augenblick, denn die Entfernungen im anderen Leben sind Erscheinlichkeiten zufolge der Verschiedenheit der Lebenszustände: Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 3404, 4321, 4882, 5605, 7381; und die Verbindung findet statt durch den Zustand des Verlangens, mit einem anderen zu reden. Daher kommt es, daß im anderen Leben diejenigen zusammenkommen, die in irgendeiner Verbindung durch Liebe oder Freundschaft, oder der Verehrung in der Welt standen, wenn sie es wünschen. Aber sie trennen sich nachher wieder je nach den Unähnlichkeiten ihres Lebenszustandes. 9105. Als die Geister des Erdkörpers Saturn mit den Geistern unseres Erdkörpers geredet hatten, sprachen sie darüber mit mir durch vermittelnde Geister und sagten, sie wunderten sich, daß von dieser Erde so oft Geister zu ihnen kämen, die sie fragten, welchen Gott sie anbeteten. Und wenn sie bemerken, daß die Geister von unserer Erde sich nach solchem erkundigen, so antworten sie ihnen, sie seien unsinnig, denn es könne keinen größeren Unsinn geben, als zu fragen, welchen Gott jemand anbete, da doch für alle im Weltall nur ein einziger Gott sei. Noch unsinniger aber seien sie darin, daß sie nicht wüßten, daß der Herr der einzige Gott sei, und daß Er den ganzen Himmel, und dadurch die ganze Welt regiere, denn wer den Himmel regiert, regiert auch die Welt, weil die Welt durch den Himmel regiert wird. 9106. Sie sagten auch, daß eine andere Art von Geistern, die scharenweise gingen, häufig zu ihnen kämen, und zu wissen wünschten, wie es bei ihnen zugehe; und daß sie auf verschiedene Weise aus ihnen hervorlockten, was sie wüßten. Von diesen sagten sie, sie seien nicht unverständig, außer darin, daß sie so vieles wissen wollten um keines anderen Zweckes willen, als um es zu wissen. Späterhin wurden sie belehrt, daß jene Geister aus dem Planeten Merkur seien; daß diese nur Freude fänden am Wissen und an der Einsicht, die daraus hervorgeht, nicht aber an den daraus entspringenden Nutzleistungen, wenn diese nicht auch wieder für sie ein Wissen sind; man sehe Nr. 6811, 6815, 6921-6932, 7069-7079, 7170, 7171. 9107. In welcher Weise die Geister unseres Erdkörpers und die Geister des Erdkörpers Saturn voneinander verschieden sind, wurde mir aus deutlicher Erfahrung zu erkennen gegeben; und dabei zugleich, wie der geistige oder innere Mensch und der natürliche oder äußere unter sich kämpfen und zusammenstoßen, wenn der letztere nicht im Glauben und in der Liebtätigkeit ist. Die Geister im Erdkörper Saturn stellen nämlich im Größten Menschen den Sinn dar, der in der Mitte ist zwischen dem geistigen und dem natürlichen Sinn, jedoch so, daß er sich vom natürlichen entfernt und sich dem geistigen nähert: Nr. 8953; die Geister unserer Erde aber stellen den natürlichen und körperlichen Sinn dar; somit stellen diese den äußeren, jene aber den inneren Menschen dar. Welch großes Widerstreben und Zusammenstoßen zwischen ihnen stattfindet, wenn der äußere oder natürliche Mensch kein geistiges Leben durch den Glauben und die Liebe zum Herrn aufnimmt, wurde (mir) durch diese Erfahrung deutlich gezeigt. 9108. Die Geister des Erdkörpers Saturn wurden (einst) von weitem erblickt und damals waren viele Geister aus unserem Erdkörper zugegen. Als diese jener ansichtig wurden, gebärdeten sie sich wie unsinnig, und fingen an, jene anzufechten, indem sie ihnen Unwürdiges über den Glauben und auch über den Herrn einzuflößen suchten. Und bei diesen Anfeindungen stürzten sie sich auch mitten unter sie, und versuchten zufolge des Wahnsinns, in dem sie sich befanden, ihnen Böses zu tun. Allein die Saturngeister fürchteten sich gar nicht, weil sie sicher und auch in Ruhe waren. Als aber jene mitten unter ihnen waren, fingen sie an, mühevoll zu atmen und dadurch Angst zu empfinden, deshalb stürzten sie sich, der eine hierhin und der andere dorthin, und verschwanden. 9109. Die Dabeistehenden erkannten hieraus, wie der äußere oder natürliche Mensch beschaffen ist, wenn er vom inneren getrennt ist und in die geistige Sphäre kommt, welche die Lebenssphäre des inneren Menschen ist (jeden umgibt nämlich eine Sphäre, die aus dem Leben seiner Liebe hervorströmt; man sehe Nr. 1048, 1053, 1316, 1464, 1504-1512, 5179, 6206, 7454), daß er nämlich wie unsinnig ist. Der Grund ist, weil der vom Geistigen getrennte natürliche Mensch nur aus der Welt weise ist und gar nicht aus dem Himmel; und wer nur aus der Welt weise ist, der glaubt nichts, als was die Sinne begreifen; und was er glaubt, das glaubt er aus Sinnestäuschungen, folglich aus Falschem. Daher kommt es, daß das Geistige keinen Wert für ihn hat, und zwar so sehr, daß er es kaum anhören kann, wenn das Geistige genannt wird. Deshalb begreift er auch nicht, was der innere Mensch ist, und glaubt deshalb auch nicht, daß ein solcher vorhanden sei. Solche sind darum wie unsinnig, wenn sie in einer geistigen Sphäre gehalten werden. Anders ist es, während sie in der Welt leben, dann denken sie entweder in natürlicher Weise über geistige Dinge, oder wenden das Ohr ab, d.h., sie hören es, ohne darauf zu achten. Daß solche Schmerz und Blindheit empfinden, wenn sie in eine geistige Sphäre erhoben werden, sehe man Nr. 8797. 9110. Aus dieser Erfahrung wurde auch klar, daß der natürliche Mensch nicht in den geistigen eindringen, d.h. sich zu ihm erheben kann. Wenn aber der Mensch im Glauben steht, und dadurch in einem geistigen Leben, und dabei denkt, dann steigt der geistige Mensch herab, d.h., er denkt im natürlichen, denn es gibt einen geistigen Einfluß, d.h. aus der geistigen Welt in die natürliche, aber nicht umgekehrt. Daß ein physischer Einfluß ganz und gar gegen die Ordnung und gegen die Natur, und somit unmöglich ist, sehe man Nr. 3721, 5119, 5259, 5779, 6322, 8237. Deswegen wird der natürliche Mensch, wenn er getrennt vom inneren in die Sphäre des geistigen Lebens kommt zuerst von Blindheit, hierauf von Wahnsinn und zuletzt von Angst ergriffen; und daher kommt es auch, daß diejenigen, die in der Hölle sind, nicht zum Himmel aufzusehen verlangen: Nr. 4225, 4226, 8137, 8265, 8945, 8946. 9111. Am Ende der folgenden Kapitel wird von den Geistern im Mond geredet werden; und auch von den Gründen, weshalb der Herr auf unserer Erde, und nicht auf einer anderen, geboren werden wollte.   Von den Geistern des Mondes 9232. Einige Geister erschienen über dem Haupte, und von daher hörte man Stimmen wie Donner; denn nicht anders tönten ihre Stimmen, als wie Donner aus den Wolken nach Blitzen. Ich vermutete, es sei eine große Menge Geister, die gelernt hätten, ihre Stimme mit einem solchen Geräusch ertönen zu lassen. Die einfältigen Geister, die bei mir waren, verlachten jene, worüber ich mich sehr verwunderte. Der Grund, warum sie jene verlachten, wurde bald entdeckt: es geschah, weil die Geister, die donnerten, nicht viele waren, sondern wenige, und auch klein, wie Knaben; und weil dieselben schon früher durch solches Getöne Furcht eingejagt hatten, und doch gar keinen Schaden zufügen konnten. 9233. Damit ich erkennen möchte, wie sie beschaffen seien, wurden einige von der Höhe, wo sie donnerten, hergeschickt, und was merkwürdig war, einer trug den anderen auf dem Rücken, und so kamen zwei zu mir heran. Sie erschienen mit einem Angesicht, das ziemlich hübsch, aber länger war, als das Angesicht der übrigen Geister. Ihre Leibesgröße war gleich der eines siebenjährigen Knaben, aber ihr Körperbau war kräftiger. Somit waren sie ganz kleine Menschen (homunciones). Von den Engeln wurde mir gesagt, sie seien aus dem Mond. 9234. Der von dem anderen getragen wurde, stieg ab und kam zu mir; er machte sich an meine linke Seite unter dem Ellenbogen, und redete von da aus und sagte, wenn sie ihre Stimmen hören ließen, so donnerten sie so, und schreckten auf diese Weise die Geister, die ihnen Böses antun wollten, zurück, und manche jagten sie in die Flucht; und so könnten sie sicher gehen, wohin sie wollten. Um mich zu überzeugen, daß ihr Getöne solcherart sei, begab er sich von mir weg zu einigen anderen, aber nicht ganz aus dem Gesichtskreis, und donnerte ebenso. Und weiter zeigten sie, daß ihre Stimme aus dem Unterleib komme und dann wie ein rollendes Aufstoßen erdröhne. 9235. Ich ward inne, daß dieses daher komme, weil die Bewohner des Mondes nicht so aus der Lunge, wie die Bewohner anderer Erdkörper sprechen, sondern aus dem Unterleib, und somit aus einer daselbst angesammelten Luft; und zwar aus dem Grund, weil der Mond nicht mit der gleichen Atmosphäre, wie andere Erdkörper umflossen ist. 9236. Ich wurde belehrt, daß die Bewohner des Mondes im Größten Menschen den schildförmigen Knorpel oder die Xiphois darstellen, an dem vorne die Rippen angeheftet sind, und von dem die weiße Binde herabgeht, die den Bauchmuskeln zur Stütze dient. 9237. Daß auch auf dem Monde Bewohner sind, wissen die Geister und Engel; denn sie reden oft mit ihnen, ebenso auf den Monden oder Trabanten um den Planeten Jupiter und dem Planeten Saturn. Die, welche sie nicht gesehen und mit ihnen geredet haben, zweifeln doch nicht daran, daß auch auf ihnen Menschen sind, weil auch sie Weltkörper sind, und wo ein Weltkörper ist, da ist auch der Mensch; denn der Mensch ist der Zweck, für den ein Weltkörper da ist, und vom höchsten Schöpfer ist nichts ohne Zweck gemacht. Daß der Zweck der Schöpfung das Menschengeschlecht ist, damit aus ihm der Himmel (sich bilde), kann jedem, der vernünftig denkt, einleuchten. Die Engel sagen auch, daß eine Erde ohne das Menschengeschlecht nicht bestehen könnte, weil der Herr alles auf der Erde um des Menschen willen vorsieht. 9238. Am Ende des folgenden Kapitels soll gesagt werden, warum der Herr auf unserer Erde, und nicht auf einer anderen geboren werden wollte.   2. Mose 23. Kapitel Die Ursachen, warum der Herr auf unserer Erde, und auf keiner anderen, geboren werden wollte 9350. Daß es dem Herrn gefallen hat, auf unserer Erde, und auf keiner anderen geboren zu werden, hat mehrere Ursachen, über die ich aus dem Himmel belehrt worden bin. 9351. Die Hauptursache war um des Wortes willen, weil dieses auf unserer Erde verfaßt, und, nachdem es geschrieben worden, hernach auf der ganzen Erde verbreitet, und einmal verbreitet, auf alle Nachkommenschaft erhalten, und dadurch geoffenbart werden konnte: Gott sei Mensch geworden; (und zwar) auch allen im anderen Leben. 9352. Die Hauptursache war, um des Wortes willen, weil das Wort das göttlich Wahre selbst ist, das den Menschen lehrt, daß ein Gott ist, daß es einen Himmel und eine Hölle, und ein Leben nach dem Tode gibt, und überdies lehrt, wie er leben und glauben muß, damit er in den Himmel komme, und so ewig selig werde. Dies alles wäre ohne Offenbarung, somit auf dieser Erde ohne Wort, ganz unbekannt gewesen; und doch ist der Mensch so geschaffen, daß er in Ansehung seines inwendigen Menschen nicht sterben kann. 9353. Das Wort konnte aber auf unserer Erde verfaßt werden, weil die Kunst zu schreiben hier von der Urzeit her bestand, zuerst auf Baumrinden, hernach auf Tierhäuten, später auf Papier, und zuletzt konnte es verbreitet werden durch die Buchdruckerei. Dies ist vorgesehen worden vom Herrn um des Wortes willen. 9354. Das Wort konnte dann auf dieser ganzen Erde verbreitet werden, weil hier ein Verkehr zwischen allen Nationen stattfindet, nicht nur durch Reisen, sondern auch durch Schiffahrten in alle Gegenden des ganzen Weltkreises, dadurch konnte das Wort, wenn es einmal geschrieben war, von einem Volk zum anderen gebracht, und überall gelehrt werden. Daß ein solcher Verkehr sich entwickelte, ist ebenfalls vorgesehen worden vom Herrn um des Wortes willen. 9355. Daß das Wort, wenn es einmal verfaßt war, auf alle Nachkommenschaft, mithin auf tausend und abertausend Jahre erhalten werden konnte, und daß es auch wirklich erhalten wurde, ist bekannt. 9356. Dadurch konnte auch geoffenbart werden, daß Gott Mensch geworden sei; denn dieses ist das Erste und Wesentlichste, um deswillen das Wort da ist; denn niemand kann an einen Gott glauben, und einen Gott lieben, den er nicht unter irgendeiner Gestalt begreifen kann. Deshalb versinken die, welche ein unbegreifliches Wesen anerkennen, mit ihrem Denken in die Natur, und glauben somit an keinen Gott; man sehe Nr. 7211, 9303, 9315, deshalb hat es dem Herrn wohlgefallen, hier geboren zu werden, und dies durch das Wort offenbar zu machen, auf daß es nicht nur auf diesem Erdkreis bekannt würde, sondern auch dadurch offenbar würde allen im Weltall, die aus irgendeinem Erdkörper in den Himmel kommen; denn im Himmel findet eine Mitteilung von allem statt. 9357. Man muß wissen, daß das Wort, das auf unserer Erde durch den Himmel vom Herrn gegeben wurde, die Vereinigung des Himmels und der Welt ist: Nr. 9212; zu diesem Zweck besteht eine Entsprechung alles dessen, was im Buchstaben des Wortes vorkommt, mit den göttlichen Dingen im Himmel. Und darum handelt das Wort in seinem höchsten und innersten Sinn vom Herrn, von seinem Reich im Himmel und auf Erden, und von der Liebe und dem Glauben von Ihm und an Ihn; mithin von dem Leben, das von Ihm und in Ihm ist. Dies alles stellt sich den Engeln im Himmel dar, von welchem Erdkörper sie auch immer sein mögen, wenn das Wort auf unserer Erde gelesen und gepredigt wird. 9358. Auf allen anderen Erdkörpern wird das Wort mündlich durch Geister und Engel geoffenbart, wie im Vorhergehenden, wo von den Einwohnern der Erdkörper in unserem Sonnensystem die Rede war, gesagt wurde. Dies geschieht aber innerhalb der Familien. Das Menschengeschlecht wohnt nämlich auf den meisten Erdkörpern getrennt nach Familien; deshalb wird das göttlich Wahre, das auf diese Weise durch Geister und Engel geoffenbart wurde, nicht weit über die (einzelnen) Familien hinaus verbreitet, und wenn nicht immer wieder eine neue Offenbarung erfolgt, so wird jenes entweder verkehrt, oder es geht verloren. Anders ist es auf unserer Erde, wo das göttlich Wahre, welches das Wort ist, auf immer in seinem unversehrten Bestande bleibt. 9359. Man muß wissen, daß der Herr alle, von welchem Erdkörper sie auch stammen mögen, anerkennt und annimmt, wenn sie Gott unter menschlicher Gestalt anerkennen und verehren, weil Gott unter menschlicher Gestalt der Herr ist; und weil der Herr den Einwohnern auf den (anderen) Erdkörpern in Engelsgestalt, (welches die menschliche Gestalt ist,) erscheint, deshalb nehmen die Geister und Engel aus jenen Erdkörpern, wenn sie von den Geistern und Engeln unserer Erde hören, daß Gott wirklich Mensch sei, dieses Wort auf, erkennen es an, und freuen sich, daß es so ist; man sehe Nr. 7173. 9360. Zu den oben angeführten Ursachen kommt noch hinzu, daß die Einwohner, Geister und Engel unserer Erde im Größten Menschen den äußeren und leiblichen Sinn darstellen: Nr. 9107; und der äußere und leibliche Sinn das Letzte ist, in welches das Inwendigere des Lebens ausläuft, und worin es als in seinem Allgemeinen ruht: Nr. 5077, 9212, 9216. Ähnlich verhält es sich mit dem göttlich Wahren im Buchstaben, welches das Wort genannt wird, und das auch wirklich wegen dieser Ursache auf unserer Erde und auf keiner anderen, gegeben wurde. Und weil der Herr das Wort ist, und zwar sein Erstes und Letztes, und damit alles der Ordnung gemäß ins Dasein trete, darum wollte Er auch auf dieser Erde geboren, und das Wort werden; gemäß den folgenden Worten: Joh.1/2-4,14,18: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort; dieses war im Anfang bei Gott; alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist. Und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat (Ihn) herausgestellt (d.h. geoffenbart)": das Wort ist aber das göttlich Wahre. Dieses Geheimnis ist jedoch ein solches, das nur sehr wenigen zum Verständnis kommt. 9361. Daß die Einwohner anderer Erdkörper sich freuen, wenn sie hören, daß Gott das Menschliche angenommen, und dieses göttlich gemacht hat, und daß dadurch Gott wirklich Mensch ist, wird man am Ende der letzten Kapitel des Exodus sehen. 9362. In dem, was nun folgt bis zum Ende des Exodus (d.h. des 2.Buches Moses) wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, von den Einwohnern, Geister und Engeln der Erdkörper im Sternenhimmel die Rede sein.   Von den Erdkörpern im Sternenhimmel und von ihren Bewohnern, Geistern und Engeln 9438. Die im Himmel sind, können nicht bloß mit den Engeln und Geistern reden und umgehen, die von den Erdkörpern in unserem Sonnensystem stammen, sondern auch mit denen von den Erdkörpern außerhalb unseres Systems im Weltall. Und nicht nur mit den Geistern und Engeln von dorther, sondern auch mit den wirklichen Bewohnern derselben, wenn ihnen das Innere aufgeschlossen ist, so daß sie die hören können, die aus dem Himmel (mit ihnen) reden. Das gleiche kann auch der Mensch, während er in der Welt lebt, wenn ihm vom Herrn gegeben ist, mit Geistern und Engeln zu reden, denn der Mensch ist ein Geist und Engel in betreff seines Inneren. Der Leib, den er in der Welt an sich trägt, dient ihm nur zu den Verrichtungen in dieser natürlichen oder irdischen Sphäre, welche die unterste oder letzte ist. Aber wie ein Geist und Engel mit Engeln und Geistern zu reden wird niemanden gestattet, wenn er nicht so beschaffen ist, daß er ihnen beigesellt werden kann in betreff des Glaubens und der Liebe. Er kann aber nicht beigesellt werden, wenn kein Glaube an den Herrn und keine Liebe zum Herrn in ihm ist, weil der Mensch nur durch den Glauben an Ihn, somit durch die Wahrheiten der Lehre, und durch die Liebe zu Ihm verbunden wird. Ist er aber mit Ihm verbunden, dann ist er sicher vor dem Angriff der bösen Geister aus der Hölle. Bei den anderen kann das Innere gar nicht aufgeschlossen werden, denn sie sind nicht im Herrn. Dies ist der Grund, warum heutzutage so wenige sind, denen gegeben wird, mit Engeln zu reden und umzugehen; und ein offenbarer Beweis davon ist, daß man heutzutage kaum glaubt, daß es Geister und Engel gibt, geschweige, daß sie bei einem jeden Menschen sind, und daß durch sie der Mensch in Zusammenhang steht mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn. Und daß man noch weniger glaubt, daß der Mensch, wenn er dem Leibe nach stirbt, als Geist lebt, und auch in menschlicher Gestalt, wie früher. 9439. Weil heutzutage in der Kirche bei den meisten kein Glaube vorhanden ist an ein Leben nach dem Tode, und kaum ein Glaube an den Himmel, wie auch keiner an den Herrn, daß Er der Gott des Himmels und der Erde ist, darum wurde das Innere meines Geistes vom Herrn aufgeschlossen, damit ich, während ich im Leibe bin, zugleich bei den Engeln im Himmel sein, und nicht nur mit ihnen reden, sondern auch staunenswerte Dinge daselbst sehen und dieselben beschreiben könnte, so daß man künftig nicht mehr sagen kann: Wer ist aus dem Himmel zu uns gekommen, und hat berichtet, daß ein solcher besteht, und was darinnen ist. Allein ich weiß, daß die, welche vorher im Herzen den Himmel und die Hölle, und das Leben nach dem Tode geleugnet haben, sich ferner dagegen bestärken und es leugnen werden; denn es ist leichter einen Raben weiß zu machen, als diejenigen zum Glauben zu bringen, die einmal im Herzen den Glauben verworfen haben. Was aber bisher vom Himmel und der Hölle und vom Leben nach dem Tode gezeigt worden, ist für die wenigen, die im Glauben sind; damit jedoch auch die übrigen zu einiger Anerkennung gebracht werden, wurde mir gestattet, solche Dinge zu berichten, die einen wißbegierigen Menschen erfreuen und anziehen. Von solcher Art ist das, was nun von den Erdkörpern im Weltall gesagt werden soll. 9440. Wer die Geheimnisse des Himmels nicht kennt, kann glauben, der Mensch könne die so weit voneinander entfernten Erdkörper nicht sehen, und nichts aus Sinneswahrnehmung und Erfahrung über sie berichten; aber er möge wissen, daß die Räume und Entfernungen, und daher die Fortbewegungen, die in der natürlichen Welt erscheinen, in ihrem ersten Grund und Ursprung Zustandsveränderungen des Inneren sind, und daß sie bei den Engeln und Geistern denselben gemäß erscheinen. Wie auch, daß diese durch dieselben von einem Ort zum anderen, und von einer Erde zur anderen, ja auch zu den Erdkörpern am Ende des Weltalls versetzt werden können. Ebenso auch der Mensch in betreff seines Geistes, obwohl der Leib an seinem Ort verbleibt. So geschah es auch mit mir, weil mir, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gegeben wurde, mit Geistern als ein Geist, und zugleich mit Menschen als ein Mensch umzugehen. Daß Räume und Entfernungen und daher auch die Fortbewegungen im Himmel Erscheinungen aus den Zustandsveränderungen des Inneren sind, sehe man Nr. 5605. Daß der Mensch in Ansehung des Geistes so versetzt werden kann, vermag der sinnliche Mensch nicht zu begreifen, weil er im Raum und in der Zeit lebt und seine Fortbewegungen nach diesem bemißt. 9441. Daß es viele Welten gibt, kann ein jeder schon daraus ersehen, daß so viele Gestirne im Weltall erscheinen, und in der gelehrten Welt ist auch bekannt, daß ein jedes Gestirn wie eine Sonne ist an seinem Ort; denn es bleibt fest stehend, wie die Sonne unserer Erde an dem ihrigen; und daß die Entfernung Ursache ist, warum es in so kleiner Gestalt als ein Stern erscheint; daß es folglich ebenso wie die Sonne unserer Welt Planeten um sich hat, die Erkörper sind. Wozu wäre sonst ein so großer Himmel mit so vielen Sternen? Denn der Zweck der Schöpfung des Weltalls ist der Mensch, damit aus den Menschen sich ein Engelshimmel bilde. Was wäre für den unendlichen Schöpfer das Menschengeschlecht, und der Engelshimmel aus einer einzigen Erde. Für Ihn, Dem Tausend, ja Myriaden Erden nicht genügend wären? Man hat berechnet, wenn eine Million Erdkörper im Weltall wären, und auf einer jeden Erde dreihundert Millionen Menschen, und zweihundert Generationen in sechstausend Jahren, und einem jeden Menschen ein Raum von drei Kubikellen gegeben würde, so würde die Zahl so vieler Menschen in eine Summe gebracht, doch nicht den Raum des tausendsten Teils dieser Erde, somit nicht den Raum eines Trabanten um den Jupiter oder den Saturn einnehmen, und das wäre ein verschwindend kleiner Raum im ganzen Weltall, denn ein Trabant ist für das bloße Auge kaum sichtbar. Was wäre dies für den Schöpfer des Weltalls, Dem es nicht genügen würde, wenn das ganze Weltall angefüllt wäre; denn Er ist unendlich! Darüber habe ich mit den Engeln geredet, die sagten, daß auch sie die gleiche Vorstellung von der geringen Anzahl des Menschengeschlechts im Vergleich mit der Unendlichkeit des Schöpfers haben, daß sie aber gleichwohl nicht aus Räumen, sondern aus Zuständen denken, und daß nach ihrer Vorstellung Erdkörper in der Zahl von so viel Myriaden, als man sich je denken könne, dennoch gar nichts wären im Verhältnis zum Herrn. Außerdem (sagten sie,) der Engelshimmel, dessen Pflanzschule das Menschengeschlecht ist, entspreche allem was beim Menschen ist, und ein solcher Himmel könne nicht von Engeln aus einem einzigen Erdkörper gebildet werden, sondern es müsse aus unzähligen geschehen. 9442. Doch von den Erdkörpern im Sternenhimmel soll nun im Folgenden aus wirklicher Erfahrung gesprochen werden; und aus dieser wird auch sich ergeben, wie die Versetzungen dahin in betreff meines Geistes stattfanden, während der Leib an seinem Ort blieb.   hier vom ersten, der dort gesehen wurde 9578. Ich wurde durch Engel vom Herrn zu einem Erdkörper im Weltall geführt, wo ich zwar den Erdkörper selbst anschauen, aber mit den Einwohnern daselbst nicht sprechen durfte, sondern nur mit den Geistern aus demselben. Alle Einwohner oder Menschen eines jeden Erdkörpers werden nämlich, nachdem sie das Leben in der Welt vollbracht haben, Geister, und bleiben im Umkreis (circa) ihrer Erde. Man kann jedoch von ihnen Belehrung erhalten über ihren Erdkörper und über den Zustand seiner Bewohner, denn die Menschen, die aus dem Leibe scheiden, bringen ihr ganzes früheres Leben und ihr ganzes Gedächtnis mit sich. 9579. Zu den Erdkörpern im Weltall geführt werden, heißt nicht, dahin geführt und versetzt werden mit dem Leibe, sondern mit dem Geiste. Und der Geist wird nicht durch Räume geführt, sondern durch Veränderungen des Zustandes des inneren Lebens, die ihm als Wanderungen durch Räume erscheinen: Nr. 5605, 7381, 9440. Die Annäherungen geschehen auch gemäß den Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der Zustände, denn die Übereinstimmung oder Ähnlichkeit des Zustandes verbindet, und die Nichtübereinstimmung oder Unähnlichkeit scheidet. Hieraus kann erhellen, wie die Versetzung in Ansehung des Geistes, und seine Annäherung zu entlegenen Regionen geschieht, während der Mensch gleichwohl an seinem Orte bleibt. 9580. Aber den Geist durch Veränderungen des Zustandes seines Inneren über seinen Erdkreis hinausführen, und machen, daß die Veränderungen allmählich fortschreiten bis zu einem Zustand, der denjenigen, zu denen er geführt wird, entspricht oder gleich ist, das steht nur in der Macht des Herrn allein; denn es muß eine fortwährende Richtung und Voraussicht vom ersten bis zum letzten Punkt hin- und rückwärts stattfinden, hauptsächlich, wenn es mit einem Menschen geschehen soll, der mit dem Leibe noch in der natürlichen Welt und dadurch im Raum ist. 9581. Zu dem Glauben, daß auch mit mir so geschehen sei, können diejenigen nicht gebracht werden, die im leiblich Sinnlichen sind, und aus diesem denken. Der Grund ist, weil das leiblich Sinnliche die Fortbewegungen ohne Räume nicht begreifen kann. Gleichwohl aber können die, welche aus dem Sinnesvermögen ihres Geistes denken, nachdem es einigermaßen der Sinnlichkeit des Leibes entrückt oder entzogen ist, und die somit mehr innerlich denken, dazu gebracht werden und es begreifen, weil in der Vorstellung ihres Denkens kein Raum und keine Zeit ist, sondern statt dessen solches, woraus die Räume und Zeiten hervorgehen. Für solche ist daher das bestimmt, was über die Erdkörper im Sternenhimmel folgt; nicht aber für jene, wenn sie nicht von der Art sind, daß sie sich belehren lassen. 9582. Im wachen Zustand wurde ich im Geist durch Engel vom Herrn zu einem Erdkörper im Weltall geführt, wobei mich etliche Geister aus unserem Erdkreis begleiteten. Das Fortschreiten ging rechts hin und dauerte zwei Stunden. Am Ende unseres Sonnensystems erschien zuerst eine weißschimmernde, aber dichte Wolke, und nach dieser ein feuriger Rauch, der aus einem großen Schlund aufstieg. Es war eine ungeheure Kluft, die auf dieser Seite unser Sonnensystem von einigen Weltsystemen des Sternenhimmels trennte. Jener feurige Rauch erschien aber in einer ziemlich großen Strecke: über diesen Zwischenraum fuhr ich hinüber; und dann erschienen unten in diesem Schlund oder in dieser Kluft sehr viele Menschen, die Geister waren, denn die Geister erscheinen alle in menschlicher Gestalt, und sind wirklich Menschen: Nr. 322, 1881. Ich hörte sie auch dort miteinander reden. Aber woher und welcher Art sie waren, wurde mir nicht zu wissen gegeben. Doch sagte mir einer von ihnen, sie seien Wachen, daß nicht Geister von dieser Welt in eine andere im Weltall hinübergehen, ohne gegebene Erlaubnis. 9583. Dieses bestätigte sich auch, denn einige Geister, die unter der Begleitung waren, denen aber nicht gestattet war, hinüberzugehen, fingen, als sie zu jenem großen Zwischenraum kamen an, gewaltig zu schreien, daß sie zugrunde gingen; denn sie waren gleich denen, die im letzten Kampf mit dem Tode ringen. Daher blieben sie auf jener Seite der Kluft stehen und konnten nicht weiter gebracht werden, denn der aus der Kluft ausdunstende feurige Rauch drang in sie ein, und verursachte ihnen solche Qual. Der feurige Rauch ist das Falsche aus dem Bösen der Begierden. Auf solche Weise erscheint dieses Falsche. 9584. Die Fortsetzung über den im Sternenhimmel gesehenen ersten Erdkörper am Ende des folgenden Kapitels. 9693. Nachdem ich über jene große Kluft hinübergekommen war, gelangte ich zuletzt an einen Ort, wo ich verweilte, und dann erschienen mir oberhalb Geister, mit denen ich reden durfte. Aus ihrer Rede und aus ihrer Weise, die Sachen aufzufassen und auseinanderzusetzen, bemerkte ich ganz deutlich, daß sie aus einem anderen Erdkörper waren, denn sie waren ganz verschieden von den Geistern unseres Sonnensystems. Umgekehrt erkannten auch sie aus meiner Rede, daß ich aus weiter Ferne sei. 9694. Nachdem wir eine Weile über Verschiedenes gesprochen hatten, fragte ich sie, welchen Gott sie verehrten; sie sagten, einen Engel, der ihnen als ein göttlicher Mensch erscheine, denn sein Antlitz leuchte wie ein Blitz. Dieser belehre sie auch, und gebe ihnen zu erkennen, was sie zu tun hätten. Sie sagten ferner, der höchste Gott sei in der Sonne des Engelshimmels, und derselbe erscheine ihrem Engel, aber nicht ihnen selbst, und Er sei zu groß, als daß sie es wagten, Ihn anzubeten. HG 9695 9695. Der Engel, den sie anbeteten, war eine Engelsgesellschaft, der es vom Herrn gegeben wurde, ihnen vorzustehen und den Weg der Gerechtigkeit und Redlichkeit zu lehren. Daher haben sie Licht aus einer Art von Flamme, die als eine Fackel erscheint, ziemlich feurig und gelblich. Der Grund davon liegt darin, daß sie nicht den Herrn anbeten. Daher haben sie ihr Licht nicht aus der Sonne des Engelshimmels, sondern aus einer Engelsgesellschaft, denn dieser Engelverein kann, wenn es ihm vom Herrn gegeben (gestattet) wird, ein solches Licht darstellen für die Geister, die in einer untergeordneten Sphäre sind. 9696. Übrigens waren sie bescheiden, etwas einfältig, gleichwohl aber dachten sie ziemlich richtig. Aus dem Licht bei ihnen konnte man schließen, wie ihr Verstandesvermögen beschaffen sei; denn nach der Aufnahme des Lichtes, das in den Himmeln ist, richtet sich der Verstand, weil es das vom Herrn als Sonne ausgehende göttlich Wahre ist, das dort leuchtet, und den Engeln die Fähigkeit gibt, nicht nur zu sehen, sondern auch zu verstehen. 9697. Befragt über die Sonne ihrer Welt, die ihre Erde erleuchte, sagten sie, daß die Sonne ihnen flammig erscheine; und als ich ihnen die Größe der Sonne unserer Erde vorstellte, sagten sie, die ihrige sei kleiner. Ihre Sonne erscheint vor unseren Augen als ein Stern, und von den Engeln hörte ich, daß sie zu den kleineren Sternen gehöre. Sie sagten, daß man auch von ihrer Erde aus den Sternenhimmel sehe. 9698. Ich wurde belehrt, daß die Bewohner und Geister jenes Erdkörpers im Größten Menschen etwas in der Milz darstellen; was auch bestätigt wurde durch ihren Einfluß auf die Milz, als sie mit mir redeten. 9699. Nachher wurde mir das Gesicht geöffnet, daß ich einigermaßen auf ihren Erdkörper selbst hinblicken konnte; und es erschienen viele Wiesen und Wälder mit belaubten Bäumen, dann auch wolletragende Schafe. 9700. Die Fortsetzung von dem ersten im Sternenhimmel gesehenen Erdkörper am Ende des folgenden Kapitels. 9790. Es wurde mir auch gegeben, einige Bewohner zu sehen, die von geringerem Stande waren. Sie erschienen in Kleidern, wie die der Bauern in Europa. Es erschien auch ein Mann mit seiner Frau: sie erschien von hübscher Gestalt und anständigem Benehmen, der Mann gleichfalls. Aber worüber ich mich wunderte war, daß er in stolzer Haltung einherging, gleichsam mit hochmütigem Schritt; das Weib dagegen mit demütigem Schritt. Es wurde von den Engeln gesagt, daß es so Sitte sei auf jener Erde, und daß die Männer dieser Art geliebt würden, weil sie dennoch gutartig wären. Sie sagten ferner, daß es ihnen nicht erlaubt sei, mehrere Ehefrauen zu haben, weil dies gegen die Gesetze sei. 9791. Der Mensch, der im Geiste ist, kann, wann es ihm vom Herrn gegeben wird, schauen, was auf dem Erdkörper vorgeht, dem er nahe ist; denn im anderen Leben gibt es keinen Raum, also keine weite Entfernung für die, welche in einem gleichen Zustand sind, gemäß dem, was früher Nr. 9579, 9580, 9581 gesagt worden ist. In gleicher Weise geschah dies hier mit mir, wie auch mit den Geistern einiger Erdkörper in unserem Sonnensystem, denen es vom Herrn gegeben wurde, durch meine Augen mehreres auf unserer Erde zu sehen, worüber schon einige Male im Vorhergehenden gesprochen wurde. 9792. Die Frau, die mir erschien, hatte vor der Brust ein weites Gewand, hinter dem sie sich verbergen konnte. Dies war so gemacht, daß sie die Arme hineinstecken und sich damit umhllen und dann fortgehen konnte. Der untere Teil desselben konnte hinaufgezogen werden, und wenn es um den Körper gelegt wurde, erschien es wie ein Umhängtuch über der Brust, wie es die Frauen auf unserer Erde tragen. Dasselbe diente aber auch dem Mann als Gewand, und ich sah, wie er es der Frau abnahm und sich über den Rücken warf, und wie er den unteren Teil losmachte, der dann bis auf die Füße wie eine Toga hinabwallte, und so bekleidet ging er einher. 9793. Nachher redete ich mit Geistern, die von jenem Erdkörper stammten, und ich erzählte ihnen mehreres von unserer Erde, z.B. daß es hier Wissenschaften gebe, die sich anderswo nicht fänden, wie Astronomie, Geometrie, Mechanik, Physik, Chemie, Medizin, Optik, Philosophie, außerdem Künste, die anderwärts nicht bekannt seien, z.B. Schiffe zu bauen, Metalle zu schmelzen, auf Papier zu schreiben und dieses dann durch den Druck zu verbreiten, und so allen auf der ganzen Erde mitzuteilen, und es auch auf Jahrtausende hin für die Nachkommen aufzubewahren; und so sei es auch geschehen mit dem Worte, das vom Herrn ist; und deshalb sei das geoffenbarte Wort beständig bleibend auf unserer Erde; man sehe Nr. 9350-9360. 9794. Zuletzt wurde mir die Hölle derer gezeigt, die von jenem Erdkörper stammen. Die mir darin erschienen, erregten großen Schrecken. Ihre monströsen Gesichter wage ich nicht zu beschreiben. Es erschienen auch Zauberinnen, die schauderhafte Künste treiben. Sie erschienen in einem grünen Gewande, und flößten Entsetzen ein. 9795. Über den zweiten Erdkörper, der im gestirnten Himmel gesehen wurde, am Ende des folgenden Kapitels.   Vom zweiten Erdkörper, der im Sternenhimmel gesehen wurde 9967. Späterhin wurde ich vom Herrn zu einem Erdkörper im Universum geführt, der weiter von unserer Erde entfernt war, als der erste, von dem am Ende einiger vorhergehenden Kapitel gehandelt worden ist. Daß er weiter entfernt war, durfte ich daraus erkennen, daß ich in Ansehung meines Geistes während zweier Tage dahin geführt wurde. Dieser Erdkörper war zur Linken, der frühere dagegen zur Rechten. Die Entfernung im anderen Leben hängt nicht von der Ortsentfernung ab, sondern von der Verschiedenheit des Zustandes, die aber dennoch dort als eine Ortsentfernung erscheint, gemäß dem, was früher, Nr. 9440 gesagt worden ist. Deswegen konnte ich aus der Dauer der Bewegung dorthin, die, wie gesagt, zwei Tage währte, schließen, daß der Zustand des Inneren bei ihnen, nämlich der Zustand ihrer Neigungen und der daraus hervorgehenden Gedanken, sehr verschieden war von dem Zustand des Inneren, wie er bei den Geistern von unserer Erde ist. Weil ich nun in betreff meines Geistes durch innere Zustandsveränderungen dorthin versetzt worden war, wurde mir gegeben, diese allmählichen Veränderungen selbst zu beobachten, bevor ich dahin gelangte. Dies geschah aber, während ich im wachen Zustand war. 9968. Als ich dort angekommen war, erschien kein Erdkörper, sondern es erschienen Geister aus jenem Erdkörper; denn, wie schon früher einige Male bemerkt worden ist, die Geister eines jeden Erdkörpers erscheinen rings um ihren Erdkörper, und dies darum, weil sie einen verschiedenen Charakter (genius) haben infolge ihres verschiedenen Lebenszustandes, und die Verschiedenheit des Zustandes trennt im anderen Leben, wie die Gleichheit des Zustandes verbindet. Besonders aber auch deswegen, damit sie bei den Bewohnern ihres Erdkörpers sein können, die gleichen Geistes mit ihnen sind, denn der Mensch kann ohne Geister nicht leben, und einem jeden werden gleichartige Geister beigesellt; man sehe Nr. 5846-5866, 5976-5993. Diese Geister erschienen sehr hoch über meinem Haupte, und von dort aus durchschauten sie mich, als ich kam. Man merke wohl, daß die, welche in der Höhe sind, diejenigen durchschauen können, die unterhalb sind, und je höher, desto umfassender, und daß sie dieselben nicht nur durchschauen, sondern auch mit ihnen reden können. Sie bemerkten daher, daß ich nicht von ihrem Erdkörper sei, sondern anderswoher aus weiter Ferne. Deswegen redeten sie mich an, und fragten über Verschiedenes, worüber ich ihnen Antwort geben durfte. Unter anderem erzählte ich ihnen, von welchem Erdkörper ich abstamme, und wie er beschaffen sei; und nachher sprach ich von den Erdkörpern in unserem Sonnensystem, und dann auch von den Geistern des Erdkörpers (oder des Planeten) Merkur, denen es gestattet wird, mehrere Erdkörper zu durchreisen, um sich Kenntnisse von verschiedenen Dingen zu erwerben, an denen sie Freude haben, worüber Nr. 6808-6817, 6921-6932, 7069-7079. Als sie dieses hörten, sagten sie, daß sie dieselben auch bei sich gesehen hätten. 9969. Es wurde mir von Engeln aus unserer Erde gesagt, daß die Bewohner und Geister dieses Erdkörpers im Größten Menschen die Sehkraft (aciem) des äußeren Gesichtes darstellen, und daß sie daher in der Höhe erscheinen, und auch eine sehr durchdringende Sehkraft besitzen. 9970. Weil sie im Größten Menschen, welcher der Himmel ist, diese Kraft darstellten, und sehr scharf (durchdringend) erblickten, was unter ihnen war, verglich ich sie auch, während ich mit ihnen redete, mit den Adlern, die hoch fliegen und durchdringend und weit umherblicken. Darüber wurden sie aber unwillig, indem sie meinten, ich glaubte, sie wären darum auch den Adlern in betreff der Raublust ähnlich, und somit bösartig; aber ich erwiderte, daß ich sie nicht in bezug auf die Raublust mit den Adlern vergliche, sondern in bezug auf ihre scharfe Sehkraft; und ich fügte hinzu, daß nur diejenigen, die den Adlern in betreff der Raublust gleichen, böse seien; diejenigen aber gut, die ihnen in betreff der scharfen Sehkraft gleichen. 9971. Ich befragte sie über den Gott, den sie verehrten, worauf sie erwiderten, daß sie einen sichtbaren und einen unsichtbaren Gott verehrten, den sichtbaren Gott unter menschlicher Form und den unsichtbaren Gott unter gar keiner Form. Auch wurde aus ihrer Rede, wie auch aus ihren Denkvorstellungen, die sich mir mitteilten, erkannt, daß der sichtbare Gott unser Herr selbst sei, Den sie auch den Herrn selbst nannten. Darauf durfte ich ihnen antworten, daß auch auf unserer Erde ein sichtbarer und ein unsichtbarer Gott verehrt werde, und daß der unsichtbare Gott der Vater genannt werde, und der sichtbare der Herr, daß aber beide eins seien, wie Er selbst uns lehrte, indem Er sagte, "niemand habe das Angesicht des Vaters gesehen, aber der Vater und Er seien eins, und wer Ihn sehe, der sehe den Vater, und daß der Vater in Ihm sei und Er im Vater, daß folglich diese beiden göttlichen Wesen in einer Person seien. Daß dies die Worte des Herrn selber sind, sehe man Joh.5/37; 10/30; 14/7,9-11. 9972. Nachher sah ich Geister von demselben Erdkörper an einem Orte, der unter ihnen war, und redete auch mit ihnen. Sie waren aber Götzendiener, denn sie verehrten ein aus Stein gehauenes Götzenbild, das einem Menschen, aber keinem schönen, ähnlich war. Man muß wissen, daß alle, die in das andere Leben kommen, zu Anfang einen Gottesdienst haben, der ihrem Gottesdienst in der Welt ähnlich ist, daß sie aber allmählich davon abgebracht werden, und zwar aus dem Grunde, weil jeder Gottesdienst dem inneren Leben des Menschen eingepflanzt bleibt, und aus diesem nicht anders als nur allmählich entfernt und ausgetilgt werden kann. Als dies erkannt wurde, wurde mir gegeben, ihnen zu sagen, daß es sich nicht gezieme, einen Toten anzubeten, sondern einen Lebendigen, worauf sie erwiderten, sie wüßten, daß Gott lebe und nicht der Stein, daß sie aber an den lebendigen Gott dächten, wenn sie den, einem Menschen ähnlichen, Stein anschauten, und daß ihre Denkvorstellung nicht auf andere Weise auf den unsichtbaren Gott fest gerichtet werden könnte. Darauf durfte ich ihnen aber erwidern, daß sie ihre Denkvorstellung fest auf den unsichtbaren Gott richten könnten, wenn sie dieselbe auf den Herrn richteten, welcher der sichtbare Gott sei, und daß so der Mensch mit dem unsichtbaren Gott durch Gedanken und Neigung verbunden werden könne, folglich durch den Glauben und die Liebe, wenn er mit dem Herrn verbunden werde, nicht aber auf andere Weise. 9973. Die Fortsetzung von diesem zweiten Erdkörper im Sternenhimmel am Ende des folgenden Kapitels. * 10159. Weil ich mit ihnen von dem unsichtbaren und von dem sichtbaren Gotte geredet habe, so will ich noch erwähnen, daß fast alle im Universum einen Gott in sichtbarer Gestalt anbeten, und zwar nach ihrer Vorstellung in menschlicher Gestalt, und daß dies ihnen von Natur eingepflanzt ist. Daß es ihnen so eingepflanzt ist, kommt von dem Einfluß aus dem Himmel; denn, was merkwürdig ist, die Engel, die bis in die Sphäre des dritten Himmels erhoben werden, gelangen darüber zu einem deutlichen Innewerden. Der Grund davon ist, weil alle in diesem Himmel in der Liebe zum Herrn und daher gleichsam im Herrn sind; und weil alles Innewerden, das die Engel dort haben, aus der Ordnung und Strömung des Himmels hervorgeht; denn der Himmel in seiner ganzen Zusammenfassung stellt einen Menschen dar, wie man aus dem ersehen kann, was vom Himmel als dem Größten Menschen am Ende mehrerer Kapitel gezeigt worden ist; man sehe die Nr. 10030 E angeführten Stellen. Daß der Himmel in seiner ganzen Zusammenfassung einen Menschen darstellt, kommt aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn; denn aus diesem fließt der Herr in den Himmel ein, bildet ihn, und gestaltet ihn zu Seinem Ebenbilde. Doch dies Geheimnis kann nur schwer von denen begriffen werden, die das ihnen Angeborene (Eingepflanzte) durch eigene Einsicht bei sich ausgerottet haben. 10160. Es wurde gefragt, ob sie auf ihrer Erde unter der Herrschaft von Fürsten und Königen lebten; darauf antworteten sie: Sie wüßten nicht, was Herrschaft sei; sie lebten nur unter sich geschieden in Völkerschaften, Familien und Häusern. Ferner wurde gefragt, ob sie auf diese Weise in Sicherheit lebten; sie erwiderten: Sie lebten in Sicherheit, weil keine Familie die andere um etwas beneide, oder ihr etwas nehmen wolle. Sie wurden unwillig, daß man ihnen solche Fragen vorlegte, gleichsam als ob man sie der Feindseligkeit beschuldigte, und glaubte, sie bedürften eines Schutzes gegen Räuber. "Was braucht man denn weiter", sagten sie, "als Kleidung und Nahrung, um dann zufrieden und ruhig untereinander zu wohnen?" Von den Urältesten, die von unserer Erde stammen, erfuhr man, daß sie zu ihrer Zeit auf gleiche Weise gelebt und damals gar nicht gewußt hätten, was es heiße, über andere zu herrschen aus Liebe zu sich, und mehr als nötig Reichtümer zu häufen aus Liebe zur Welt. Damals hätten sie inneren und zugleich äußeren Frieden gehabt, und daher sei der Himmel bei dem Menschen gewesen. Diese Zeiten wurden daher von den alten Schriftstellern das goldene Zeitalter genannt, und (von denselben) dadurch beschrieben, daß sie berichten, die Menschen hätten Gerechtigkeit und Billigkeit geübt vermöge des ihrem Herzen eingeschriebenen Gesetzes. Der Lebenszustand in jenen Zeiten wird im Worte beschrieben durch "sicher und abgesondert untereinander wohnen, ohne Türen und Riegel". Und weil ihre Wohnungen Zelte waren, darum wurde zum Andenken ein Zelt errichtet, das als die Wohnung Gottes galt, und hernach wurde ein Fest der Zelte angeordnet, an dem sie sich von Herzen erfreuen konnten. Und weil diejenigen, die so lebten, frei waren von der unsinnigen Liebe zu herrschen um des eigenen Ichs willen, und die Welt zu gewinnen um der Welt willen, deshalb senkte sich damals der Himmel zu ihnen herab, und der Herr erschien vielen in menschlicher Gestalt. 10161. Als sie über ihren Erdkörper befragt wurden, sagten sie: es gebe bei ihnen Wiesen, Blumengärten, Wälder voll von fruchtbaren Bäumen, und auch Seen, in denen Fische seien, auch Vögel von bläulicher Farbe mit goldfarbigem Gefieder, und auch größere und kleinere Tiere, und unter den kleineren nannten sie einige, die einen hohen Rücken hätten, wie die Kamele auf unserer Erde; man esse jedoch ihr Fleisch nicht, sondern nur das Fleisch der Fische, und außerdem Baumfrüchte und Gemüse. Sie sagten ferner, man wohne bei ihnen nicht in erbauten Häusern, sondern in Hainen, wo sie sich von Zweigen Wohnungen machten zum Schutz gegen Regen und Sonnenhitze. 10162. Als sie über ihre Sonne befragt wurden, die, von unserer Erde aus gesehen wie ein Stern erscheint, sagten sie, sie sei feurig rot und dem Anschein nach nicht größer als das Haupt eines Menschen. Von den Engeln wurde mir gesagt, daß der Stern, der ihre Sonne ist, zu den kleineren gehöre, nicht weit entfernt vom Himmelsäquator. 10163. Es erschienen auch Geister in gleicher Gestalt, wie sie als Menschen auf ihrem Erdkörper waren; ihr Gesicht war den Gesichtern der Menschen auf unserer Erde nicht unähnlich, ausgenommen daß sie kleine Augen und auch kleine Nasen hatten; und weil mir dies etwas entstellend vorkam, sagten sie, daß kleine Augen und eine kleine Nase bei ihnen als Schönheit gelte. Es erschien auch eine Frau, mit einem Oberkleide angetan, auf dem Rosen von verschiedenen Farben waren. Ich fragte, woraus man auf ihrer Erde Kleider für sich bereite; sie antworteten, man sammle aus den Kräutern solche, die man in Fäden spinnen könne. Diese Fäden füge man dann in doppelter und dreifacher Ordnung als Gewebe zusammen, und befeuchte sie mit einer leimartigen Flüssigkeit, und dadurch bekämen sie Dichtigkeit; und nachher färbe man dieses Gewebe vermittelst gewisser Säfte aus Kräutern. 10164. Es wurde auch gezeigt, wie sie die Fäden bereiten: sie sitzen halb zurückgelehnt auf einem erhöhten Sitze, und wickeln die Fäden vermittelst der Fußzehen zusammen, und das so Zusammengewickelte ziehen sie zu sich hinan und bearbeiten es mit ihren Händen. 10165. Sie sagten auch, daß auf ihrer Erde kein Mann mehr als eine Frau haben dürfe, und daß sie dort zehn bis fünfzehn Kinder erzeugten. Sie fügten hinzu, man finde auch Buhldirnen bei ihnen; aber diese würden nach dem Leben des Leibes, wenn sie Geister geworden, Zauberinnen (magae) und dann in die Hölle geworfen. 10166. Von dem dritten Erdkörper im Sternenhimmel am Ende des folgenden Kapitels.   Von der dritten Erde im Sternenhimmel 10311. Es erschienen Geister aus der Ferne, die nicht herzunahen wollten; die Ursache war, weil sie nicht zusammen sein konnten mit den Geistern unserer Erde, die damals um mich her waren. Daraus merkte ich, daß sie von einer anderen Erde stammten; und nachher wurde mir gesagt, sie seien von einem gewissen Erdkörper im Weltall; aber wo dieser Erdkörper sich befinde, wurde mir nicht angezeigt. 10312. Sie wollten gar nicht an ihren Leib, ja nicht einmal an einen leiblichen oder materiellen Gegenstand denken, anders wie die Geister von unserer Erde, dies war der Grund, warum sie nicht herzunahen wollten; denn die Geister gesellen sich und trennen sich gemäß den Neigungen und den daher stammenden Gedanken. Gleichwohl aber traten sie nach Entfernung mehrerer Geister von unserer Erde näher herzu und redeten mit mir. Jetzt wurde aber eine Bangigkeit von mir empfunden, die aus dem Zusammenstoß der Sphären entstand, denn alle Geister und Geistergesellschaften sind umgeben von geistigen Sphären, die aus dem Leben ihrer Neigungen und der daher kommenden Gedanken hervorwallen; wenn daher die Neigungen einander entgegen sind, so entsteht ein Zusammenstoß und dadurch eine Bangigkeit. 10313. Die Geister unserer Erde sprachen davon, daß sie es nicht wagten, jenen zu nahen, weil sie, sobald sie nahen, nicht nur von Bangigkeit ergriffen werden, sondern auch sich in ihrer Einbildung erscheinen, wie an Händen und Füßen gleichsam von Schlangen gebunden, von denen sie nicht eher los werden könnten, als bis sie zurückgehen. Eine solche Einbildung kommt von der Entsprechung her; denn das leiblich Sinnliche des Menschen wird im anderen Leben durch Schlangen vorgebildet, deshalb wird auch im Wort durch Schlangen das Sinnliche bezeichnet, welches das Letzte des Lebens im Menschen ist. 10314. Weil die Geister jener Erde von solcher Art sind, darum erschienen sie nicht wie andere in deutlich sichtbarer Menschengestalt, sondern wie eine Wolke; die besseren von ihnen wie eine schwärzliche Wolke, der ein menschliches Weiß eingesprengt ist. Sie sagten, sie seien inwendig weiß, und wenn sie Engel werden, verwandle sich jenes Schwärzliche in ein schönes Blau, das mir auch gezeigt wurde. 10315. Ich fragte sie, ob sie eine solche Vorstellung von ihrem Körper auch gehabt hätten, während sie als Menschen in der Welt lebten. Sie sagten, die Menschen ihrer Erde achteten ihren Leib für nichts, sondern nur den Geist im Leibe, weil sie wüßten, daß dieser in Ewigkeit leben, der Leib aber vergehen werde. Aber das Angesicht nennen sie nicht Leib, aus dem Grund, weil die Neigungen ihres Geistes aus dem Angesicht hervorscheinen, und die Gedanken, die aus den Neigungen hervorgehen, aus den Augen. Sie sagten auch, daß viele von den Bewohnern ihrer Erde glaubten, die Geister ihrer Leiber seien von Ewigkeit her gewesen und in den Leib bei der Empfängnis eingegossen worden. Aber sie setzten hinzu, sie wüßten jetzt, daß es nicht so sei, und es tue ihnen leid, eine solche falsche Meinung gehabt zu haben. 10316. Als ich fragte, ob sie etwas auf unserer Erde sehen wollten, und daß dies durch meine Augen geschehen könnte, antworteten sie zuerst, sie könnten nicht, hernach aber, sie wollten nicht, weil das, was sie sehen würden, nichts anderes wäre, als irdische und materielle Dinge, von denen sie ihre Gedanken so viel als möglich fernhielten. 10317. Die Fortsetzung über diese dritte Erde im Weltall am Ende des folgenden Kapitels. 10377. Sie erkennen, wie es auf jedem Erdkörper geschieht, Gott in menschlicher Gestalt an, somit unseren Herrn. Denn alle die, welche Gott in menschlicher Gestalt anerkennen, werden von unserem Herrn angenommen und geführt. Die übrigen können nicht geführt werden, denn sie denken etwas Gestaltloses, somit nur an die Natur. 10378. Die Geister von jener Erde sind gutartig. Der Grund ist, weil sie vom Bösen dadurch abgehalten werden, daß sie nicht gerne an Irdisches und Leibliches denken, denn dieses zieht das Gemüt vom Himmel ab. In dem Maß nämlich, als jemand in jenem sich befindet, ist er vom Himmel, somit vom Herrn entfernt, mithin ist er insoweit im Bösen, und gottlos (improbus). 10379. Die Geister jener Erde erscheinen oben auf der Fläche des Hauptes zur Rechten; denn alle Geister werden erkannt an der Lage im Verhältnis zum menschlichen Leib; dies geschieht, weil der ganze Himmel allen Teilen des Menschen entspricht. Diese Geister halten sich in der Ferne, weil sie nicht im Entsprechungsverhältnis stehen mit dem Äußeren beim Menschen, sondern mit dem Inneren. Ihre Wirkung geht auf das linke Knie, oben und ein wenig nach unten mit einer sehr fühlbaren wellenförmigen Schwingung, was ein Zeichen ist, daß sie der Verbindung des Natürlichen und Himmlischen entsprechen; denn die Füße entsprechen dem Natürlichen, die Schenkel dem Himmlischen, somit das Knie der Verbindung von beiden. 10380. Ich wurde belehrt, daß die Einwohner ihrer Erde in den Dingen des Himmels unterrichtet werden durch einen unmittelbaren Verkehr mit Engeln und Geistern; in diesen können sie leichter als andere gebracht werden, weil sie das Leibliche aus ihrem Denken und ihrer Neigung abweisen. Über diesen Verkehr darf ich jedoch nur das berichten, was mir gezeigt wurde. 10381. Ein gewisser Geist von ihnen kam zu mir, der wahrgenommen wurde über dem Haupt neben der Schlagader (im Hirn), die man Fontanelle nennt, von wo aus er mit mir redete. Derselbe konnte meine Gedanken im einzelnen geschickt erforschen und sie beständig in Ordnung erhalten und mir offenbaren. Er nahm aber nur solche heraus, die er tadeln konnte. Der Grund war, weil Geister von unserer Erde um mich her waren, denen er, weil sie an das Körperliche denken, sich nicht gern nähern wollte. Als er mich tadelte, durfte ich (ihm) sagen: Es sind nicht meine Gedanken, die du tadelst, sondern die der Geister um mich her, weil ich das, was ich denke nicht aus mir denke, sondern aus ihnen mittelst des Einflusses. Darüber verwunderte er sich, gleichwohl aber wurde er inne, daß es sich so verhalte. Ich durfte noch hinzufügen, es sei nicht Engelsart, nach Bösem beim Menschen zu forschen, wenn nicht zugleich nach Gutem. Als er das hörte, entfernte er sich, da er inne ward, daß er es aus Unwillen, wie oben angedeutet worden, getan habe. 10382. Nachher redete ich mit jenen Geistern in der Ferne, und fragte, was mit denen geschehe, die bei ihnen böse seien; sie sagten, auf ihrer Erde dürfe man nicht gottlos sein. Wenn aber einer übel denke und übel handle, so werde er von einem gewissen Geist gescholten, der ihm den Tod ankündige, wenn er dabei beharre; und ein solcher sterbe auch wirklich, wenn er dabei beharre, an einer Ohnmacht, und auf diese Art würden die Menschen jener Erde vor den Ansteckungen der Bösen bewahrt. Ein solcher Geist wurde zu mir gesandt und redete mit mir, wie mit jenen. Dabei brachte er der Gegend des Unterleibs Schmerzen bei und sagte, so mache er es denen, die schlimm denken und übel tun, und denen er den Tod ankündige. Aber dieser Geist war ein Scheltgeist (spiritus increpator); er stand am Hinterhaupt, und redete von da aus mit mir (gleichsam) wellenförmig. 10383. Sie sagten, schwer würden diejenigen bestraft, die Heiliges entweihen; und ehe der Strafgeist (spiritus punitor) zu ihnen komme, erscheine ihnen ein weiter Löwenrachen von bleicher Farbe, der gleichsam den Kopf verschlingen und ihn vom Leib abreißen zu wollen scheine; dadurch bemächtige sich ihrer ein Schauder. Den Strafgeist nennen sie Teufel. 10384. Weil sie zu wissen wünschten, wie es sich mit der Offenbarung auf unserer Erde verhalte, sagte ich, diese geschehe durch Schrift und Predigt aus dem Wort, und nicht durch unmittelbaren Verkehr wie auf anderen Erdkörpern, und die Schrift könne durch den Druck verbreitet und von sämtlichen Gemeinden der Völker gelesen und begriffen und so ihr Leben gebessert werden. Sie wunderten sich sehr, daß es eine solche sonst ganz unbekannte Kunst gebe, aber sie begriffen, daß auf dieser Erde, wo man das Körperliche und Irdische so sehr liebt, Göttliches aus dem Himmel nicht anders aufgenommen werden könne; und daß es für solche gefahrbringend wäre, mit Engeln zu reden. 10385. Die Fortsetzung über diese dritte Erde im Sternenhimmel am Ende des folgenden Kapitels. 10513. Den Geistern jener Erde wurden prächtige Paläste vorgebildet, ähnlich denen, die auf unserer Erde Könige und Fürsten haben, denn solche Dinge können den Geistern vorgebildet werden, und wenn sie vorgebildet werden, so erscheinen sie ganz so, wie wenn sie wirklich da wären; aber die Geister von jener Erde achteten dieselben für nichts. Sie nannten sie marmorne Bildnisse. Und dann erzählten sie, bei ihnen gebe es Prächtigeres; das aber seien ihre Kirchen, nicht von Stein, sondern von Holz. Und als ihnen gesagt wurde, das sei eben doch auch Irdisches, antworteten sie: Nein, sondern Himmlisches, weil sie, wenn dieselben (von ihnen) betrachtet werden, keine irdische, sondern eine himmlische Vorstellung dabei haben, in dem Glauben, daß sie auch gleiches im Himmel sehen werden nach dem Tode. 10514. Sie bildeten auch ihre Kirchen den Geistern unserer Erde vor, und diese sagten, sie hätten nichts Prachtvolleres gesehen. Auch mir wurden sie vorgebildet, und daher konnte ich sehen, wie sie konstruiert (gebaut) werden. Sie werden verfertigt aus Bäumen, die nicht abgehauen sind, sondern auf ihrem natürlichen Standort wachsen. Sie sagten, auf jener Erde gebe es Bäume von wundervollem Wuchs und Höhe; gleich Anfangs pflanzt man sie in Reihen, daß sie Hallen und Gänge bilden, und von jung an bringt man die Äste durch Beschneiden und Zustutzen in eine solche Richtung und Lage, daß sie sich verflechten und verbinden zu dem Boden und Estrich der zu bauenden Kirche, und andere Äste auf den Seiten sich erheben anstatt der Wandungen, und wieder andere aufwärts sich einbiegen zu Bögen anstatt des Daches. Damit erbauen sie eine Kirche mit wunderbarer Kunst, so daß sie sich hoch über die Erde erhebt. Sie bilden auch einen Stufengang, der zu ihr empor führt, durch aneinanderliegende Äste der Bäume, die hervorgewachsen und fest miteinander zusammengefügt sind. Überdies schmücken sie eine solche Kirche außen und innen auf mancherlei Weise aus, dadurch daß sie die Zweige in allerlei Formen bringen. Wie aber diese Kirchen inwendig beschaffen sind, durfte ich nicht sehen, bloß daß das Licht ihrer Sonne durch Öffnungen zwischen den Ästen eingelassen wird, und man es hie und da durch Kristalle hindurchgehen läßt, durch die das Licht um die Wände her wie in Regenbogenfarben spielt, hauptsächlich in blaue und goldgelbe, die sie vor anderen lieben. Das sind ihre Bauwerke, die sie den prachtvollsten Palästen unserer Erde vorziehen; auch wurden sie von unseren Geistern höher geschätzt und belobt, als diese. 10515. Sie sagten weiter, die Leute wohnten (bei ihnen) nicht hoch, sondern auf Erden in niedrigen Hütten, weil das Hohe für den Herrn sei, Der im Himmel ist, und das Niedere für die Menschen, die auf Erden sind. Es wurden mir auch ihre Hütten gezeigt. Sie waren länglich, inwendig an den Wänden befindet sich eine fortlaufende Bank, auf der sie sich lagern, einer nach dem anderen; auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite, wo eine Rundung ist, steht ein Tisch und hinter diesem ein Herd, von dem aus jenes ganze Gemach erleuchtet wird. Es ist aber auf diesem Herd kein brennendes Feuer, sondern ein leuchtendes Holz, das von sich aus so viel Licht verbreitet, wie eine Herdflamme. Sie sagten, ein solches Holz gebe einen Schein, wie wenn darin ein Kohlenfeuer wäre. 10516. Sie sagten, sie lebten nicht als Gemeinden, sondern als Häuser (Familien) für sich, und daß sie Gemeinden seien, wenn sie zum Gottesdienst zusammenkämen, und alsdann wandelten unten in der Kirche in den Hallen diejenigen, die lehren, und die übrigen befänden sich auf den Seiten. Und bei jenen Zusammenkünften empfänden sie innerliche Freuden durch das Anschauen der Kirche und durch den Gottesdienst darinnen. 10517. Außerdem sind sie fromm, so daß man sie Frömmigkeiten heißen kann. Sie dulden Beleidigungen, die ihnen zugefügt werden, ohne auf Rache zu sinnen. Es wird ihnen bange, wenn sie zu solchen kommen, die an Leibliches und Irdisches denken, aber sie sind fröhlich und vergnügt, wenn sie zu denen kommen, die an Himmlisches denken. Ich durfte auch ihre Bangigkeit inne werden, die sie empfanden vor den Geistern unserer Erde, die um mich her waren, weil ihre Gemütsart eine entgegengesetzte ist; denn die Geister unserer Erde denken wenig an Himmlisches, aber viel an Leibliches und Irdisches, und wenn an Himmlisches, so denken sie an Wahrheiten und nicht an das Gute. Aber die Geister von jener Erde denken an das Gute und wenig an Wahrheiten. Daher kommt es, daß die Einwohner jener Erde Baumpflanzungen lieben und ihre aus solchen gebildete Kirche, und daß sie eine Abneigung haben gegen Steinbauten und Häuser von solchen, denn Bäume und Hölzer bezeichnen vermöge der Entsprechung Gutes, aber Steine und Häuser aus diesen bezeichnen Wahres: Nr. 3720. Der Mensch ist auch wirklich so geartet, daß er das liebt, was seinen inneren Neigungen entspricht, ohne daß er es weiß, solange er in der Welt lebt. 10518. Über die vierte Erde im Sternenhimmel und über ihre Geister und Einwohner am Ende des folgenden Kapitels.   Von der vierten Erde im Sternenhimmel 10585. Zu dieser Erde, wovon im jetzt Folgenden, wurde ich nicht geführt, wie zu den anderen, sondern die Geister selbst, die von dieser Erde stammten, wurden mir zugeführt. Und als sie in einiger Entfernung waren, erschienen sie als eine Masse, die sich in die Länge ausdehnte, aber nicht zusammenhängend, sondern geteilt war, denn es waren viele, und in Abteilungen. Sie bewegten sich zuerst nach unten zu, und ich wurde gewahr, daß sie von da emporzusteigen und so zu mir zu kommen suchten, aber nicht konnten. Deshalb gingen sie ein wenig weiter links vorwärts, bis zum Erdkörper des Mars, und dort bemühten sie sich emporzukommen, was ihnen auch gelang, aber mit Schwierigkeit. Der Grund, warum es so geschah, war der, weil sie von einer ganz anderen Sinnesart waren, als die Geister unserer Erde; und die, welche eine andere Sinnesart haben, werden auf verschiedenen Wegen geführt, damit ihnen Geister beigesellt werden, durch die eine Verbindung möglich wird, denn die Neigungen und Gedanken sind es, welche die Geister und Engel verbinden und scheiden. In dem Maß, als sie in betreff dieser verschieden sind, erscheinen sie voneinander getrennt; gleichwohl aber werden sie durch vermittelnde (Geister) verbunden, wenn es dem Herrn so gefällt. Dies war der Grund, warum sie bis zum Erdkörper des Mars geführt wurden. 10586. Sobald sie mit jenen verbunden waren, erschienen sie sogleich über dem Haupte, somit in meiner Nähe; denn durch die Verbindung mit jenen wurde eine Zusammengesellung in betreff der Neigungen und der daraus stammenden Gedanken mit den Geistern unserer Erde, die um mich her waren, bewirkt, und gemäß der Zusammengesellung in betreff jener erscheint die Gegenwart, wie aus dem oben Gesagten erhellen kann. Sie redeten alsdann mit mir, und sagten, daß sie dort verwandte (consocios) Geister gefunden hätten. 10587. Zuerst wurde gesprochen von der Rede derer, die auf ihrer Erde leben, sie sagten, sie teilten ihre Gedanken im Gespräch einander mit auf einem inneren Weg, nicht wie andere auf einem äußeren, und zwar vermittelst der Atmosphäre, und des Blickes. Dies geschieht auf folgende Weise: Sie denken innerlich, und die Denkvorstellungen werden dem anderen mitgeteilt durch ein gewisses Hineinfallen in die inwendigeren Teile der Ohren, auf einem Wege, der auf unserer Erde unbekannt, gleichwohl aber denen bekannt ist, die Anatomie verstehen; denn es befindet sich ein Kanal innerhalb des Ohres, der die Eustachische Röhre heißt. Derselbe öffnet sich im Mund, und endigt sich in der Ohrkammer und ist mit einer dünnen Haut umgeben. Durch diesen Kanal fällt mit einem leisen Ton die Luft, die geatmet wird, hinein, und so wird das redende Denken mitgeteilt. Dies geschieht mittelst der Atmosphäre, wie oben gesagt wurde. Ferner, wenn sie miteinander reden, bewegen sie auch die Lippen, sowohl im allgemeinen als im besonderen; und diese feinen Bewegungen setzen sich fort gegen die Augen, hauptsächlich gegen das linke Auge, und hier zeigt sich dann ihr inneres Denken und das Leben desselben. Dies geschieht mittelst des Blickes (visu), wie oben gesagt worden. Hieraus wurde offenbar, daß ihr Angesicht mit ihrem Denken eins macht, (d.h. ganz übereinstimmt); denn das Angesicht ist ganz dazu gebildet, um das, was der Mensch denkt und liebt, auszudrücken und darzustellen. Daher wird auch das Angesicht der Dolmetscher der Seele genannt. Dies geschieht aber nur bei den Redlichen; anders ist es bei den Unredlichen, Gleißnern und Heuchlern. Damit ich hiervon überzeugt würde, wurde mir gegeben, gleich ihnen meine Lippen und mein Angesicht zu bewegen, und sofort durch Übereinstimmung die Gegenstände ihres Denkens inne zu werden. Sie wurden gefragt, ob es dort auch solche gebe, die in lauten Worten oder mit einem artikulierten Ton reden, sie antworteten, sie wüßten nicht, was das Artikulierte des Tones sei, wohl aber, was ein Ton sei. Als ich dieses vernommen, merkte ich die Ursache, warum sie zu den Geistern des Planeten Mars geführt, und mit ihnen zusammengesellt worden waren, ehe sie zu mir kamen, denn bei diesen findet sich die gleiche Rede, worüber man sehe, wo von den Einwohnern und Geistern jenes Erdkörpers: Nr. 7359-7362 gehandelt wurde. 10588. Durch das Hören ihrer Rede, stellte sich ein Zweifel ein in Beziehung auf ihr Atmen, ob es wohl gleich sei dem Atmen der Menschen unserer Erde. Es wurde gesagt, es sei zwar das gleiche, aber es werde nicht artikuliert auf dem Weg, wenn es in einen Ton übergeht, was bei uns in der Luftröhre und in der Kehle geschieht; auch bewegten sich ihre Lippen nicht nur durch den Einfluß der Vorstellungen in ihre Fibern, sondern auch durch den inwendig ergehenden Lungenhauch. 10589. Einige von den Geistern unserer Erde brachten den Zweifel vor, ob jene aus dem Sternenhimmel seien; deshalb durften die Engel nachforschen, woher sie wären, und es wurde in Erfahrung gebracht, daß sie von einem Sterne stammen, der ihre Sonne, und sehr weit entfernt ist von der Sonne unserer Welt, und die Lage desselben sei unten bei der Milchstraße; auch gehöre dieser Stern zu den kleineren. 10590. Die Fortsetzung von dieser vierten Erde im Sternenhimmel, am Ende des folgenden Kapitels. 10708. Als ich mich nach ihrer Sprechweise weiter erkundigte, sagten sie, die Bewohner (dieses Erdkörpers) hätten keine artikulierte Rede, wie ich, aber doch laufe sie in Tönen aus mit einem gleichsam artikulierten Reden. Es wurde mir erklärt, welcher Art das gleichsam artikulierte Reden sei: es sei kein reden durch Worte, sondern durch solche Vorstellungen, wie sie sich im nächsten Denken finden, in dem der Mensch ist, wenn er redet. Diese Vorstellungen sind ganz verschieden von den Vorstellungen des inneren Denkens, worin der Mensch ist, wenn er nicht redet, und wenn er über Sachen urteilt. Aus jenen durch Vorstellungen modifizierten Tönen wird die Rede vollständiger vernommen, als die Rede durch Worte, denn die allgemeine Regung, die im Redeton des Menschen sich äußert und somit durch Vorstellungen modifiziert ist, gewährt eine inwendigere und dadurch vollständigere Auffassung. 10709. Sie sagten ferner, daß sie, wenn sie miteinander reden, meistens zum neunten Gebrauch fortschreiten, und daß es im Weltall solche gebe, die beim Reden fortschreiten zum fünften Gebrauch, zum siebenten, zum zehnten, zum fünfzehnten, zum zwanzigsten, bis zum fünfzigsten. Als ich gerne wissen wollte, was das wäre, wurde es erklärt; es heiße nämlich, in weit entfernter Beziehung von der Sache, um die es sich handelt, reden. Die Sache wurde durch Beispiele erläutert, wie zum Beispiel: Wenn einer im Tempel ist, und man fragt, wo er sei, so sage man nicht, daß er dort sei, sondern er sei nicht bei sich, oder ferne von seinem Haus, und so weiter; darunter verstehen sie, er sei bei Gott, also im Tempel, denn wer im Tempel ist, der ist bei Gott; und in dem Maß, als bei Gott, ist er nicht bei sich oder in seinem Haus. Durch das Sein in seinem Haus verstehen sie auch bei sich sein. Ein weiteres Beispiel: Wenn jemand einen anderen, durch solches was seiner Liebe angehört, für sich gewinnt, so sagt man zu ihm: Du hast es zu machen gewußt, oder: jetzt bist du in ihm, oder: jetzt ist er in dir, oder anders; nur muß es in einer entfernten Beziehung sein, d.h. reden nach dem 5., 9., 15., 20. bis zum 50. Gebrauch. Nach dem Gebrauch reden ist eine im Himmel angenommene Redensart und bezeichnet, bis zu welchem Grad die Rede von der Sache entfernt sei, um die es sich handelt; und was seltsam ist, wenn einer in so entfernter Beziehung redet, wissen sie sogleich, bis zu welchem Grad (die Entfernung) sei ohne Zählung. Die, welche in dem Denkreden sind, wie die Einwohner jener Erde und viele andere; die ebenso durch Angesicht und Lippen und ein durch die Denkvorstellungen bestimmtes Tönen sich miteinander besprechen, werden sogleich inne, von welchem Gegenstand auf diese Weise gesprochen wird; denn das Denken selbst entwickelt und äußert sich vollständiger durch eine solche Rede, als durch eine Wörtersprache, die verhältnismäßig eine materielle ist. 10710. Wegen einer solchen Denk- und Redeweise können die Geister jener Erde nicht zusammen sein mit den Geistern unserer Erde, weil die Geister unserer Erde aus der Sache selbst heraus und nicht entfernt von ihr denken und reden; auch können sie nicht zusammen sein mit den Geistern des Planeten Merkur, weil diese ebenfalls beim nächstliegenden Gebrauch verweilen; deshalb entfernen sie sich von diesen und von jenen so weit als möglich. 10711. Sie wollen bärtig sein und alt erscheinen, aus dem Grund, weil sie immer einen bärtigen Alten zu ihrem Vorsteher erwählen, der gleichsam ihr König und Hohepriester ist. Das gemeine Volk verehrt ihn auch, und sie pflegen, nach seiner Lebensweise zu leben, bis zu dem Grad, daß sie glauben, sein Leben teile sich ihnen mit. Aber die Verständigen unter ihnen verehren Gott. Ein solcher bärtiger Alter, der ihr Hohepriester gewesen war, befand sich mit den übrigen bei mir; weil dieser von den gemeinen Geistern göttliche Verehrung annahm, und sie glauben machte, daß sein Leben sich ihnen mitteile, wurde er streng bestraft. Dies geschah durch das Einwickeln und Zusammendrehen in ein Tuch; und nachher wurde er in die Hölle nahe bei seiner Erde geworfen. 10712. Als sie durch meine Augen die Gegenstände unserer Erde sehen durften, achteten sie gar wenig darauf, aus dem Grund, weil sie gewöhnt sind, entfernt von den nächsten Gegenständen zu denken, somit sie eben nur im Schatten zu sehen, denn wie das Denken des Menschen, so ist auch sein Sehen beschaffen; denn das innere Sehen, das dem Denken angehört, ist es, das im äußeren und durch dieses sieht. Sie sagten damals, daß ihre Erde sehr felsig sei, und es gebe nur einige Täler zwischen den Felsen, die angebaut seien; aber es wurde vernommen, daß sie nur da, wo sie wohnen, so beschaffen sei, und anderswo anders. Sie waren bei mir fast einen ganzen Tag. 10713. Von der fünften Erde, die im Sternenhimmel erschien, am Ende des folgenden Kapitels.   Von der fünften Erde im Sternenhimmel 10734. Ich wurde wieder zu einer anderen Erde geführt, die im Weltall außerhalb unseres Sonnensystems sich befindet. Dies geschah durch Veränderungen des Zustandes meines Gemütes, somit in Ansehung des Geistes; denn, wie schon früher einigemal bemerkt wurde, der Geist wird nicht anders von einem Ort zu dem anderen geführt, als durch Veränderungen des Zustandes seines Inneren. Diese Veränderungen kommen ihm jedoch vor wie Fortbewegungen von einem Ort in den anderen, oder wie Reisen. Diese Veränderungen dauerten ununterbrochen etwa zehn Stunden, ehe ich von meinem Lebenszustand zum Lebenszustand derer dort gelangte, somit ehe ich meinem Geiste nach dorthin geführt wurde. Der Herr allein kann den Zustand des Gemütes soweit ändern, daß er nach und nach dem so weit entfernten Zustand eines anderen sich nähert. Ich wurde gegen den Aufgang nach links geführt, und ich schien allmählich über die horizontale Ebene erhoben zu werden. Auch durfte ich deutlich das Fortschreiten und die Fortbewegung von dem früheren Ort beobachten, bis zuletzt diejenigen nicht mehr erschienen, von denen ich mich entfernt hatte. Unterdessen aber redete ich mit den Geistern, die mit mir zusammen waren, auf dem Weg über verschiedene Dinge. 10735. Es war auch ein gewisser Geist bei mir, der, während er in der Welt lebte, ein sehr begeisterter Prediger und Schriftsteller war. Aus der Vorstellung, die ich von ihm hatte, vermuteten die mich begleitenden Geister, er werde vor anderen ein Herzenschrist sein; denn in der Welt bildet man sich eine Vorstellung und urteilt man aus der Predigt und aus den Schriften, und nicht aus dem Leben, wenn dieses nicht am Tage liegt; und wenn sich etwas von einem nicht damit übereinstimmenden Leben zeigt, so wird es dennoch entschuldigt; denn die Vorstellung oder der Gedanke und die Meinung, die man über jemand hat, zieht alles auf ihre Seite. 10736. Als ich bemerkte, daß ich im Sternenhimmel weit weg von unserem Sonnensystem dem Geist nach mich befand, denn dies kann man an den Zustandsveränderungen merken, und an dem infolge hiervon sich zeigenden Fortschreiten, das beinahe zehn Stunden dauerte, hörte ich endlich Geister reden in der Nähe eines Erdkörpers, der nachher mir zu Gesicht kam. Als ich mich ihnen genähert hatte, sagten sie nach einiger Unterredung, daß zu ihnen bisweilen Fremde anderswoher kämen, die mit ihnen von Gott redeten und ihre Denkvorstellungen verwirrten. Sie zeigten auch den Weg, woher sie kommen, woraus ich merkte, daß sie zu den Geistern aus unserer Erde gehörten. Auf die Frage, wodurch jene sie verwirrten, erwiderten sie: dadurch, daß sie sagen, man müsse an ein göttliches Wesen glauben, das unterschieden sei in drei Personen, die sie dennoch einen Gott nennen. Wenn man aber ihre Denkvorstellung untersuche, so stelle sich diese dar als ein Dreieiniges, das nicht in sich zusammenhängt, sondern zerteilt ist, und bei einigen als drei Personen, die miteinander reden, eine zur anderen. Und obwohl sie eine jede Person Gott nennen, und von einer jeden eine andere Vorstellung haben, so sagen sie dennoch, es sei ein Gott. Sie beklagten sich sehr darüber, daß solche sie dadurch verwirren, daß sie drei denken und von einem sprechen, während man doch denken soll, wie man spricht und sprechen, wie man denkt. Der Prediger, der bei mir war wurde dann auch untersucht, was für eine Vorstellung er von einem Gott und drei Personen habe: er bildete drei Götter vor, aber diese als eins vermöge des Zusammenhanges, aber er stellte dieses eine Dreieinige dar als unsichtbar, weil Göttlich, und als er dieses darstellte, so merkte man, daß er alsdann nur an den Vater dachte, und nicht an den Herrn, und daß seine Vorstellung von dem unsichtbaren Gott auf nichts anderes hinausging, als auf die Natur in ihren ersten Gründen. Hieraus ergab sich, daß das Innerste der Natur ihm sein Göttliches war. Man wisse aber, daß die Denkvorstellung, die ein jeder von irgendeiner Sache hat, im anderen Leben sich in lebendiger Wirklichkeit darstellt, und daß eben hierdurch ein jeder erforscht wird, was für einen Glauben er habe; und daß die Denkvorstellung, die man von Gott hat, die vornehmste von allen ist, denn durch sie wird, wenn sie echt ist, eine Verbindung mit dem Himmel bewirkt; denn das Göttliche ist es, was den Himmel macht. 10737. Hierauf wurden sie gefragt, was sie für eine Vorstellung von Gott hätten; sie antworteten, sie könnten keinen unsichtbaren Gott begreifen, sondern einen sichtbaren Gott unter menschlicher Gestalt, und das wüßten sie nicht nur aus einem inwendigen Innewerden, sondern auch daraus, daß Er ihnen als Mensch erschienen sei. Sie setzten hinzu: Wenn sie der Vorstellung gewisser Ankömmlinge und des Predigers gemäß, Gott als einen Unsichtbaren begreifen wollten, so könnten sie gar nicht an Gott denken, weil das Unsichtbare sich für keine Denkvorstellung eignet. Ich erkannte, daß dies seinen Grund darin hatte, daß das Unsichtbare für sie etwas Formloses, somit etwas ohne Beschaffenheit war, und eine Vorstellung, die eine solche ist, verflüchtigt sich entweder, oder verfällt auf die Natur, die sichtbar ist. Als ich dieses hörte, durfte ich ihnen sagen, sie täten wohl daran, daß sie sich Gott unter Menschengestalt dächten, und viele von unserer Erde dächten ebenso, hauptsächlich bei dem Gedanken an den Herrn, und die Alten hätten auch nicht anders gedacht. Ich erzählte dann von Abraham, von Lot, von Gideon und von Manoah und seinem Weibe, und was von ihnen in unserem Wort gemeldet wird, daß sie nämlich Gott unter menschlicher Gestalt gesehen, und den Gesehenen als den Schöpfer des Weltalls anerkannt und Jehovah genannt haben, und zwar ebenfalls aus einem inwendigen Innewerden. Aber heutzutage sei dieses inwendige Innewerden in der Christenheit verlorengegangen, und nur noch bei den Einfältigen geblieben, die im Glauben stehen. 10738. Ehe dieses gesagt wurde, glaubten sie, unser Gefolge gehöre auch zu denen, die sie verwirren wollen durch die Vorstellung von dreien in Beziehung auf Gott, deshalb sagten sie, als sie dieses vernommen hatten, es seien von Gott, (Den sie nun den Herrn nannten), auch solche gesandt worden, die sie über Ihn belehren, und sie wollten den Fremden keinen Zugang gestatten, die sie irre machen, hauptsächlich durch drei Personen in der Gottheit; denn sie wüßten ja, daß Gott einer sei, und daß mithin das Göttliche eins sei, und nicht ein aus dreien bestehendes Einmütiges. Es sei denn, daß sie von Gott denken wollten, wie von einem Engel, in dem ein Innersten des Lebens ist, das unsichtbar ist, und vermöge dessen er denkt und weise ist, und ein Äußeres des Lebens, das sichtbar ist in menschlicher Gestalt, und vermöge dessen er sieht und handelt; und ein Ausgehendes des Lebens, das die Sphäre der Liebe und des Glaubens um ihn her bildet; denn ein jeder Geist und Engel wird aus der von ihm ausgehenden Lebenssphäre schon von ferne erkannt, wie beschaffen er ist in Ansehung der Liebe und des Glaubens. Und was den Herrn betrifft, so sei das von Ihm Ausgehende des Lebens das Göttliche Selbst, das die Himmel erfüllt und sie macht, weil es hervorgeht aus dem eigentlichen Sein des Lebens der Liebe und des Glaubens. Als ich dieses gehört hatte, durfte ich sagen, eine solche Vorstellung vom Dreieinigen und zugleich Einem stimme überein mit der Vorstellung, welche die Engel vom Herrn haben, und folge aus der eigentlichen Lehre des Herrn über Sich selbst; denn Er lehrt, der Vater und Er seien eins , der Vater sei in Ihm, und Er im Vater; wer Ihn sieht, sehe den Vater, und wer an Ihn glaubt, der glaube an den Vater und erkenne Ihn; sodann daß der Tröster (Beistand, Paraklet) den Er den Geist der Wahrheit, wie auch den Heiligen Geist nenne, von Ihm ausgehe, und nicht aus sich, sondern aus Ihm rede; unter demselben werde das ausgehende Göttliche verstanden. Und ferner, daß die Vorstellung vom Dreieinigen und zugleich Einen übereinstimme mit dem Sein und Dasein des Lebens des Herrn, als Er in der Welt war. Das Sein Seines Lebens war das Göttliche Selbst, denn Er war von Jehovah empfangen, und das Sein des Lebens eines jeden ist es, von dem er empfangen wird; das Dasein des Lebens aus diesem Sein ist das Menschliche in Gestalt. Das Sein des Lebens eines jeden Menschen, das er von seinem Vater hat, wird Seele genannt, und das Dasein des Lebens daher wird Leib genannt. Seele und Leib bilden zusammen einen Menschen. Die Ähnlichkeit zwischen beiden ist wie die zwischen dem, was im Streben liegt, und dem, was im Handeln daraus ist; denn die Handlung ist ein handelndes Streben, und so sind beide eins. Das Streben im Menschen wird Wille genannt, und das handelnde Streben wird Handlung genannt, der Leib ist das Werkzeug, durch das der Wille, der das Hauptursächliche ist, handelt; das Werkzeugliche aber und das Hauptursächliche sind im Handeln zusammen eins; so die Seele und der Leib. Eine solche Vorstellung von Seele und Leib haben die Engel im Himmel; und daher wissen sie, daß der Herr Sein Menschliches göttlich gemacht hat aus dem Göttlichen in Ihm, das Er hatte als Seele vom Vater. Auch der in der Christenheit überall angenommene Glaube widerspricht dem nicht, denn dieser lehrt: "Wie Leib und Seele ein Mensch sind, so ist auch Gott und Mensch im Herrn ein Christus". Weil eine solche Vereinigung oder eine solche Einheit im Herrn war, darum ist Er nicht nur der Seele nach, sondern auch dem Leibe nach, den Er in der Welt verherrlicht hat, auferstanden, wie kein anderer Mensch. Hierüber belehrt Er auch die Jünger, wenn Er sagt: "Betastet Mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Gebeine, wie ihr seht, daß Ich habe". Daher kommt es, daß die Kirche die Allgegenwart Seines Menschlichen im Sakrament des Abendmahls anerkennt. Dies könnte nicht anerkannt werden, wenn sein Menschliches nicht auch Göttlich wäre. Dieses verstanden jene Geister ganz gut, denn solches fällt in den Verstand der Engelsgeister, und sie sagten, der Herr allein habe die Gewalt in den Himmeln, und die Himmel seien Sein. Darauf durfte ich antworten, daß wisse auch die Kirche aus dem Munde des Herrn selbst, ehe Er in den Himmel aufgefahren ist; denn da sprach Er: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf der Erde". 10739. Die Fortsetzung über die fünfte Erde im Sternenhimmel am Ende des folgenden Kapitels. 10751. Nachher durfte ich mit jenen Geistern über ihre Erde reden, über diese haben nämlich alle Geister Kenntnis, wenn ihr natürliches oder äußeres Gedächtnis vom Herrn geöffnet wird, denn dieses haben sie von der Welt her bei sich. Es wird aber nur geöffnet nach dem Wohlgefallen des Herrn. Da sagten die Geister von ihrer Erde, wo sie her waren, wenn ihnen Erlaubnis gegeben werde, so könnten sie den Bewohnern ihrer Erde erscheinen, und wie Menschen mit ihnen reden; und dieses geschehe dadurch, daß sie in ihr natürliches oder äußeres Denken, und dadurch in ein solches Denken versetzt würden, wie sie hatten, während sie in der Welt lebten, und dann werde den Einwohnern das innere Gesicht oder das Gesicht ihres Geistes geöffnet, und dadurch könnten sie ihnen erscheinen. Sie setzten hinzu, die Einwohner wüßten nicht anders, als daß sie Menschen von ihrer Erde seien, und nachher erst bemerkten sie, daß sie keine Menschen seien, wenn sie plötzlich aus ihren Augen verschwänden. Ich sagte ihnen, ebenso sei es auf unserer Erde in den alten Zeiten geschehen, z.B. bei Abraham, Sarah, Lot, den Einwohnern Sodoms, Manoah und seinem Weibe, Josua, Maria, Elisabeth, und überhaupt bei den Propheten, und der Herr sei ebenso erschienen, und die Ihn gesehen hätten, ehe Er Sich offenbarte, nicht anders gewußt, als daß Er ein Mensch der Erde sei. Aber heutzutage komme das selten vor, aus dem Grund, damit nicht die Menschen dadurch zum Glauben genötigt würden, denn ein erzwungener Glaube, wie es ein solcher ist, der durch Wunder bewirkt wird, hafte nicht, und würde auch denjenigen zum Schaden gereichen, bei denen der Glaube durch das Wort in einem ungezwungenen Zustand eingepflanzt werden könnte. 10752. Der Prediger, der bei mir war, glaubte gar nicht, daß es andere Erden gebe als die unsrige, aus dem Grund, weil er in der Welt gedacht hatte, daß der Herr allein auf dieser Erde geboren, und ohne den Herrn kein Heil sei; deshalb wurde er in den gleichen Zustand versetzt, wie die Geister, wenn sie auf ihrer Erde als Menschen erscheinen (wovon gleich oben), und so wurde er auf jene Erde geschickt, nicht nur um dieselbe zu sehen, sondern auch um mit den Einwohnern dort zu reden. Hernach fand von da aus eine Gemeinschaft mit mir statt, daß ich ebenso die Einwohner, wie auch einiges auf jener Erde sah. Die Geister und Engel können mit Menschen von jeder Zunge (oder Sprache) reden, denn ihr Denken fällt in die Vorstellungen der Menschen, und so in die Wörter ihrer Sprache. 10753. Es erschienen dann vier Gattungen von Menschen, aber eine nach der anderen in der Reihenfolge: zuerst erschienen bekleidete Menschen; hernach nackte von menschlicher Fleischfarbe; sodann nackte, aber mit feuerrotem Leib; endlich schwarze. 10754. Als der Prediger sich bei denen befand, die bekleidet waren, erschien ein Frauenzimmer von überaus hübschem Angesicht, einfach bekleidet, mit einer zierlich auf den Rücken hängenden Tunika; sie war auch an den Armen bekleidet; die Kopfbedeckung war schön in Form eines Blumenkranzes. Als der Prediger diese Jungfrau sah, hatte er ein großes Wohlgefallen an ihr, redete mit ihr, und faßte auch ihre Hand. Als sie aber merkte, daß er ein Geist sei, und nicht von ihrer Erde, riß sie sich von ihm los. Nachher erschienen ihm zur Rechten mehrere andere Frauenzimmer, die Schafe und Lämmer weideten, und sie dann zu einer Tränkrinne führten, in die das Wasser durch einen kleinen Graben aus einem See geleitet war. Diese waren ebenso bekleidet, und hielten Hirtenstäbe in ihren Händen, womit sie die Schafe und Lämmer zur Tränke führten. Sie sagten, die Schafe gingen dahin, wohin sie mit ihren Stäben zeigten. Die Schafe, die man sah, waren groß, mit wolligen, breiten und langgedehnten Schwänzen. Die Angesichter der Frauenzimmer erschienen dann näher: sie waren voll und schön. Auch Männer wurden gesehen. Ihre Angesichter hatten menschliche Fleischfarbe wie auf unserer Erde, aber mit dem Unterschied, daß der untere Teil ihres Angesichtes anstatt des Bartes schwarz war; und die Nase war mehr weiß als fleischfarbig. 10755. Nachher wurde der Prediger weiter geführt, aber wider seinen Willen, weil er sich in seinen Gedanken noch mit jenem Frauenzimmer beschäftigte, an der er Wohlgefallen fand, was daraus erhellte, daß immer noch etwas Schatten von ihm am früheren Ort sich zeigte. Dann kam er zu denen, die nackt waren. Diese sah man je zwei und zwei miteinander wandeln. Es waren Gatte und Gattin, sie waren mit einem Schurz um die Lenden gegürtet und auch mit einer Kopfbedeckung versehen. Während der Prediger bei diesen war, wurde er in den Zustand versetzt, in dem er sich in der Welt befand, wenn er predigen wollte, und dann sagte er, er wolle ihnen den gekreuzigten Herrn predigen, aber sie sagten, so etwas wollten sie nicht hören, denn sie wüßten nicht, was das sei; sie wußten nur, daß der Herr lebe. Jetzt sagte er, so wolle er ihnen den lebendigen Herrn predigen, aber auch das lehnten sie ab, indem sie sagten, sie nehmen in seiner Rede nichts Himmlisches, sondern Irdisches wahr, weil es ihm viel um sein Ich, um eigenen Ruhm und Ehre zu tun sei; und sie hörten schon aus dem Ton der Rede, ob es von Herzen gehe, oder bloß aus dem Mund. Und weil er solcherart sei, so könne er sie nicht lehren. Deshalb schwieg er. In der Welt war er, während seines Lebens, außerordentlich pathetisch, so daß er die Zuhörer gar sehr zur Andacht bewegen konnte; aber dieses Pathos war erkünstelt und stammte also von ihm selbst und der Welt, und nicht aus dem Himmel. 10756. Sie sagten ferner, sie hätten eine innere Wahrnehmung, ob sich eine eheliche Gesinnung befände bei denen von ihrer Völkerschaft, die nackt sind; und es wurde gezeigt, daß sie dies inne werden aus einer geistigen Vorstellung von der Ehe. Diese wurde mir mitgeteilt, und sie war von der Art, daß eine Gleichheit des Inneren vorhanden sein müsse, gebildet durch die Verbindung des Wahren und Guten, somit des Glaubens und der Liebe, und daß von dieser Verbindung, wenn sie in den Leib hinabwirke, die eheliche Liebe herkomme; denn alles, was in der Seele sich findet, stellt sich in irgendeiner natürlichen Gestalt im Leibe dar, somit in der Gestalt der ehelichen Liebe, wenn das Innere von zweien sich gegenseitig liebt, und sie auch aus dieser Liebe zu wollen und zu denken verlangen, eines wie das andere, somit in betreff des Inneren, das dem Gemüt angehört, beisammen zu sein und verbunden zu werden. Dadurch wird die geistige Neigung, die den Gemütern angehört, im Körper eine natürliche, und kleidet sich in das Gefühl der ehelichen Liebe. Sie sagten auch, daß durchaus keine eheliche Gesinnung zwischen einem Mann und mehreren Weibern stattfinde. 10757. Hierauf kam der Prediger zu denen, die ebenfalls nackt waren, aber einen feuerroten Leib hatten; und zuletzt zu denen, die schwarz, und zum Teil nackt, zum Teil bekleidet waren. Aber diese und jene wohnten anderswo auf derselben Erde. 10758. Zuletzt redete ich mit den Geistern jener Erde über den Glauben der Bewohner unserer Erde von der Auferstehung, sofern sie es nicht begreifen können, daß die Menschen sogleich nach dem Tod ins andere Leben kommen, und dann als Menschen erscheinen mit Angesicht, Leib, Armen, Füßen und mit allen äußeren und inneren Sinnen. Und noch weniger, daß sie mit Kleidern angetan seien, und daß sie Bleibstätten und Wohnungen haben. Und zwar habe dieser Glaube einzig darin seinen Grund, daß die meisten hier aus Sinnlichem, das dem Leibe angehört, denken und glauben, und ebendarum glauben, was sie nicht sehen und anrühren, sei nichts; dann auch, weil nur wenige unter ihnen vom äußeren Sinnlichen zu Inwendigerem hingeführt und so ins Licht des Himmels erhoben werden können. Dies ist der Grund, warum sie sich ihre Seele oder Geist nicht als einen Menschen denken können, sondern denselben sich vorstellen als einen Wind, eine Luft oder Hauch ohne Gestalt, worin jedoch etwas Leben sei. Dies ist der Grund, warum sie glauben, daß sie erst auferstehen werden am Ende der Welt, das sie das Jüngste Gericht nennen, und daß alsdann der Leib, obwohl er in Staub zerfallen und in alle Winde zerstorben ist, wiedergebracht und mit seiner Seele oder seinem Geist verbunden werden müsse. Ich setzte hinzu, das zu glauben, werde ihnen zugelassen, weil sie, bloß aus Sinnlichem denken, und daher nicht anders denken können, als daß die Seele oder der Geist nicht als Mensch oder in menschlicher Gestalt leben könne, wenn er nicht wieder den Leib bekomme, den er in der Welt herumgetragen hatte. Wenn daher nicht gesagt würde, dieser stehe wieder auf, so würden sie die Lehre von der Auferstehung und vom ewigen Leben als unbegreiflich aus dem Herzen verstoßen. Doch habe diese Ansicht von der Auferstehung den Nutzen, daß sie an ein Leben nach dem Tod glauben. Eine Folge dieses Glaubens ist, daß, wenn sie auf dem Krankenlager liegen, und nicht aus Weltlichem und Leiblichem denken, und somit nicht aus Sinnlichem, wie früher, sie alsdann glauben, daß sie sogleich nach ihrem Hingang leben werden. Sie reden alsdann wirklich vom Himmel und von der Hoffnung auf ein Leben daselbst sogleich nach dem Tod, ohne Rücksicht auf die Lehre vom Jüngsten Gericht. Ich erklärte ferner, ich hätte mich oft darüber verwundert, daß diejenigen, die im Glauben stehen, wenn sie vom Leben nach dem Tode reden, und von den Ihrigen, die hinscheiden oder hingeschieden sind, und dabei nicht zugleich an das Jüngste Gericht denken, alsdann glauben, dieselben würden leben, oder lebten schon jetzt als Menschen sogleich nach ihrem Hingang. Aber diese Vorstellung wird, sobald der Gedanke an das Letzte Gericht einfließt, in die materielle Vorstellung verwandelt, daß ihr irdischer Leib wieder mit ihrer Seele verbunden werden müsse. Sie wissen nämlich nicht, daß ein jeder Mensch in betreff seines Inneren ein Geist ist, und daß dieser es ist, der im Leibe lebt, und nicht der Leib von sich selber. Und daß der Geist eines jeden es ist, von dem der Leib seine menschliche Gestalt hat, der somit hauptsächlich Mensch ist; und die gleiche Gestalt hat, die zwar für die Augen des Leibes unsichtbar ist, aber sichtbar für die Augen der Geister, weshalb auch, wenn das Gesicht des Geistes des Menschen geöffnet wird, was durch die Entfernung des leiblichen Gesichts geschieht, Engel erscheinen. So sind die Engel als Menschen den Alten erschienen, wovon das Wort berichtet. Ich sprach auch zuweilen mit den Geistern, die ich kannte, während sie als Menschen in der Welt lebten, und fragte sie, ob sie wieder mit ihrem irdischen Leibe bekleidet werden wollten, wie sie früher gemeint hätten; aber sobald sie das hörten, flohen sie schon bei der Vorstellung einer solchen Verbindung weit weg, erstaunt darüber, daß sie in der Welt aus blindem Glauben ohne allen Verstand so gedacht hatten. 10759. Die Fortsetzung über die fünfte Erde im Sternenhimmel am Ende des folgenden Kapitels. 10768. Außer dem, was gesagt worden, wurde auch einiges auf jener Erde selbst erblickt. Dies geschah durch Gemeinschaft mit den Engeln, die dort waren, und wie Menschen der Erde erschienen, denn wenn diese auf die oben angegebene Weise sich als Menschen darstellen, so sehen sie mit ihren Augen die Gegenstände dort ganz wie die Einwohner; wenn sie aber nicht in diesem Zustand sind, dann sehen sie nichts Derartiges, sondern nur, was im Himmel ist. 10769. Was ihre Wohnungen betrifft, die gesehen wurden, so waren es niedrige Häuser, in Gestalt von Zelten, wie sie die Alten hatten, in die Länge sich hinziehend, mit Fenstern an den Seiten nach der Zahl der Wohnstätten oder Kammern, in die sie abgeteilt waren. Das Dach war rund, und eine Türe auf beiden Seiten am Ende. Sie sagten, daß sie aus Erden gebaut, und mit Rasen bedeckt seien, die Fenster aber bestünden aus Grasfasern, die so zusammengewoben sind, daß das Licht hindurchscheint. Auch Kinder wurden dort gesehen, und jene sagten, die Nachbarn kämen zueinander, hauptsächlich um der Kinder willen, damit sie mit anderen Kindern Umgang hätten unter Aufsicht und Leitung der Eltern. 10770. Es erschienen auch Felder, die gerade weiß wurden wegen der beinahe reifen Ernte. Es wurden die Samen oder Körner dieser Ernte gezeigt, die den Körnern des chinesischen Weizens gleich waren. Auch wurden Brote davon gezeigt, diese waren klein, in viereckigen Stücken. Außerdem erschienen auch Grasplätze mit Blumen darauf, auch Bäume mit Früchten, die Granatäpfeln ähnlich waren; sodann Gebüsche, die zwar keine Weinstöcke waren, aber doch Beeren trugen, aus denen sie Wein bereiten. 10771. Die Sonne daselbst, die für uns ein Stern ist, erscheint dort flammenrot, in der Größe von etwa dem vierten Teil unserer Sonne. Das Jahr bei ihnen besteht aus ungefähr zweihundert Tagen; und der Tag aus fünfzehn Stunden im Verhältnis zu der Tageszeit unserer Erde. Die Erde selbst gehört zu den kleinsten im Sternenhimmel; kaum fünfhundert deutsche Meilen im Umfang. Dies sagten die Engel infolge der Vergleiche, die sie mit solchem auf unserer Erde machten, was sie in mir oder in meinem Gedächtnis sahen. Sie machten Schlüsse darüber mittelst Engelsvorstellung, durch die sogleich die Raum- und Zeitmaße im richtigen Verhältnis zu den Räumen und Zeiten anderswo gefunden werden. Die Engelsvorstellungen, die geistig sind, übertreffen in solchen Dingen in unermeßlichem Maße die menschlichen Vorstellungen, die natürlich sind. 10772. Von der sechsten Erde im Sternenhimmel am Ende des folgenden Kapitels.   Von der sechsten Erde im Sternenhimmel 10783. Wiederum wurde ich zu einer anderen Erde geführt, die außerhalb unseres Sonnensystems im Weltall war, und zwar ebenfalls durch Zustandsveränderungen, die beinahe zwölf Stunden währten. Es begleiteten mich mehrere Geister und Engel von unserer Erde, mit denen ich mich auf dem Weg oder der Fahrt dahin besprach. Bald wurde ich schief aufwärts, bald schief abwärts geführt, immer gegen Mittag hin; nur an zwei Orten sah ich Geister, und an einem sprach ich mit ihnen. 10784. Auf dem Weg oder der Fahrt dorthin durfte ich beobachten, wie unermeßlich groß der Himmel des Herrn für die Engel ist; denn aus den unbewohnten Regionen durfte ich schließen, er sei so unermeßlich groß, daß, wenn es mehrere Myriaden Erden gäbe, und auf einer jeden eine so große Menschenmenge, wie auf unserer Erde, dennoch Raum für sie wäre in Ewigkeit, und doch nie ausgefüllt würde. Dies durfte ich schließen aus der Vergleichung, die ich anstellte mit der Ausdehnung des Himmels, der unsere Erde umgibt, und für sie bestimmt ist. 10785. Sobald die Engelsgeister von jener Erde aus ansichtig wurden, redeten sie uns an, und fragten uns, wer wir seien und was wir wollten. Wir antworteten, wir seien auf einer Reise begriffen, und eben hierher gekommen, und sie sollten keine Furcht vor uns haben. Sie fürchteten nämlich, wir gehörten zu denen, die sie irre machen wollen über Gott, über den Glauben und dergleichen, und um derentwillen sie in jene Gegend ihrer Erde sich begeben haben, um auf jede mögliche Weise vor ihnen sicher zu sein. Als man sie fragte, wodurch solche sie irre machen, antworteten sie: Durch die Vorstellung von drei, und durch die Vorstellung eines Göttlichen ohne das Menschliche in Gott, während sie doch wissen und inne werden, daß Gott einer ist, und daß Er Mensch ist. Jetzt nahm man wahr, daß die, welche sie irre machten, und vor denen sie flohen, von unserer Erde gewesen seien. Wie auch aus dem Umstand, daß aus unserer Erde solche sind, die im anderen Leben umherschweifen, darum weil sie schon in der Welt eine Liebe und Lust zum Reisen gehabt hatten; denn auf anderen Erdkörpern weiß man nichts von solchen Reisen. Hernach wurde in Erfahrung gebracht, es seien Mönche, die in der Absicht, Heiden zu bekehren, in unserer Welt umhergereist waren. Deshalb sagten wir zu ihnen, sie täten wohl daran, wenn sie vor ihnen fliehen, weil es denselben nicht darum zu tun sei, zu lehren, sondern zu gewinnen und zu herrschen. Anfangs zwar suchten sie die Leute auf allerlei Weise für sich einzunehmen, aber nachher unterwerfen sie sich dieselben als Sklaven. Überdies täten sie wohl daran, wenn sie sich in ihrer Vorstellung vom Herrn nicht durch solche irre machen ließen. 10786. Weiter sagten sie, solche verwirrten sie dadurch, daß sie behaupteten, man müsse ihnen in dem, was sie sagen, Glauben und Vertrauen schenken, aber sie gaben ihnen den Bescheid, sie wüßten nicht, was Glauben oder Vertrauen sei, indem sie in ihrem Inneren wahrnehmen, ob etwas so sei oder nicht. Sie waren nämlich aus dem himmlischen Reich des Herrn, wo alle aus innerem Innewerden die Wahrheiten wissen, die bei uns Glaubenswahrheiten genannt werden; denn sie sind in der Erleuchtung vom Herrn, worinnen die im geistigen Reich des Herrn nicht sind. Daß sie solcherart waren, konnte man an dem Feurigen sehen, aus dem ihre Vorstellungen herkamen. Die aus dem himmlischen Reich des Herrn sind, sagen, wenn von Wahrheiten die Rede ist, nichts weiter, als: "Ja, ja; oder: Nein, nein", und vernünfteln gar nicht darüber ob etwas so sei oder nicht so sei. Diese sind es, von denen der Herr sagt: "Eure Rede soll sein: Ja, ja, nein, nein; was darüber ist, das ist aus dem Bösen". Dies ist der Grund, warum jene Geister sagten, sie wüßten nicht, was es heiße, Glauben oder Vertrauen haben. Sie gehen dabei von der Betrachtung aus, wie es denn wäre, wenn jemand zu seinem Genossen, der mit eigenen Augen Häuser und Bäume sieht, sagen würde, er müsse den Glauben haben und annehmen, daß es Häuser und Bäume gebe, während er doch klar sieht, daß es so ist. So beschaffen sind die aus dem himmlischen Reich des Herrn, und von solcher Art waren diese Engelsgeister. Wir sagten zu ihnen, es fänden sich auf unserer Erde wenige, die ein tieferes Innewerden hätten, aus dem Grund, weil sie in ihrer Jugend Wahrheiten erlernen, aber sie nicht tun; denn es sind zwei Vermögen im Menschen, die der Verstand und Wille heißen. Diejenigen nun, welche die Wahrheiten nicht weiter als in das Gedächtnis und daher einigermaßen in den Verstand, aber nicht ins Leben, d.h. in den Willen eingehen lassen, sagen, weil sie in keiner Erleuchtung oder in keiner inneren Anschauung vom Herrn sein können, man müsse es eben annehmen oder Glauben daran haben. Solche vernünfteln auch darüber, ob es wahr sei oder nicht; ja sie wollen nicht einmal, daß man es mit einem inneren Anschauen oder Verständnis inne werde. Sie sprachen so, weil die Wahrheiten bei ihnen kein Licht aus dem Himmel haben. Denen aber, die ohne Licht aus dem Himmel sehen, kann solches als wahr, und Wahres als falsch erscheinen. Daher sind viele dort mit so großer Blindheit geschlagen, daß sie behaupten, wenn der Mensch auch die Wahrheiten nicht tue, oder danach lebe, so könne er doch durch den Glauben allein selig werden. 10787. Nachher redeten wir mit ihnen vom Herrn, von der Liebe zu Ihm, von der Liebe gegen den Nächsten und von der Wiedergeburt, nämlich: Den Herrn lieben heiße, die Gebote lieben, die von Ihm sind, d.h. aus Liebe danach leben; Liebe gegen den Nächsten sei, Gutes wollen und daher Gutes tun dem Mitbürger, dem Vaterland, der Kirche, dem Reich des Herrn, nicht um seiner selbst willen, um den Schein oder ein Verdienst zu haben, sondern aus Neigung zum Guten. In betreff der Wiedergeburt sagten wir, daß diejenigen, die vom Herrn wiedergeboren werden, und die Wahrheiten alsbald ins Leben übergehen lassen, in ein tieferes Innewerden derselben kommen, hingegen diejenigen, welche die Wahrheiten zuerst ins Gedächtnis und hernach in den Verstand, und zuletzt in den Willen aufnehmen, seien solche, die im Glauben stehen; denn sie handeln aus dem Glauben, der alsdann Gewissen genannt wird. Sie sagten, sie würden inne, daß es so sei, mithin auch, was der Glaube sei. 10788. Die Fortsetzung über die sechste Erde im Sternenhimmel am Ende des folgenden Kapitels. 10808. Die Geister, mit denen ich soeben geredet hatte, waren von der nördlichen Seite ihrer Erde. Hierauf wurde ich zu anderen versetzt, die von der westlichen Seite her waren. Als auch diese mich ausforschen wollten, wer ich wäre und wie gesinnt, sagten sie sogleich, bei mir sei nichts als Böses. Sie dachten, dadurch würde ich vom näheren Hinzutreten abgeschreckt. Ich bemerkte, daß sie zu allen Ankömmlingen zuerst so sagen; aber ich durfte ihnen antworten, ich wisse wohl, daß es so sei, aber ebenso sei auch bei ihnen nichts als Böses, aus dem Grund, weil ein jeder geboren wird in das Böse, und ebendarum sei alles, was von einem Menschen, Geist und Engel als von dem Seinen oder Eigenen kommt, nichts anderes als Böses, weil alles Gute, was bei einem jeglichen sich findet, vom Herrn sei. Daraus merkten sie, daß ich in der Wahrheit sei, und ich wurde zugelassen, mit ihnen zu reden; und dann zeigten sie mir ihre Vorstellung vom Bösen beim Menschen und vom Guten, das vom Herrn stammt, wie sie voneinander getrennt werden. Sie setzten das eine neben das andere, beinahe als einander berührend und doch getrennt, aber auf unaussprechliche Weise so gebunden, daß das Gute das Böse führt und es im Zaum hält, damit es nicht nach Belieben handeln kann, und daß das Gute auf diese Weise das Böse lenkt, wohin es will, ohne daß das Böse es weiß. So stellten sie die Herrschaft des Guten über das Böse dar, und zugleich den freien Zustand, in dem das Böse vom Guten geführt wird zum Guten, somit zum Herrn; denn bei der Vorstellung des Guten hatten sie die Vorstellung des Herrn, weil es von Ihm (stammt). 10809. Nachher fragten sie, wie der Herr bei den Engeln von unserer Erde erscheine. Ich erwiderte, Er erscheine in der Sonne als Mensch, und daselbst umgeben von einem Sonnenfeuer, aus dem alles Licht den Engeln in den Himmeln kommt; und die Wärme, die davon ausgeht, sei das göttlich Gute, und das Licht von daher sei das göttlich Wahre, beides aus der göttlichen Liebe, die das um den Herrn her in jener Sonne erscheinende Feuer sei. Diese Sonne erscheine jedoch nur den Engeln im Himmel, nicht aber den Geistern, die unten sind, weil diese von der Aufnahme des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens entfernter seien, als die Engel in den Himmeln. Was aber die Weltsonne betrifft, so erscheint diese niemand im anderen Leben, doch wird sie in ihrer Vorstellung dargestellt als etwas nicht sichtbares Schwarzes, im Gegensatz zur Himmelssonne, die der Herr ist. Nach dem Herrn und nach Seiner Erscheinung vor den Engeln aus unserer Erde zu fragen, wurden sie dadurch veranlaßt, weil es eben damals dem Herrn gefiel, Sich bei ihnen gegenwärtig darzustellen und wieder in Ordnung zu bringen, was durch die Bösen bei ihnen in Verwirrung gekommen war, worüber sie klagten. Daß ich dieses sehen möchte, war auch der Grund, warum ich dorthin geführt wurde. 10810. Alsdann erschien eine dunkle Wolke gegen den Aufgang hin aus einer gewissen Höhe herabkommend, die während des Herabkommens nach und nach heller und in einer menschlichen Gestalt erschien, und diese zuletzt in einem flammenden Glanz, der umgeben war von Sternchen in gleicher Farbe. So stellte sich der Herr gegenwärtig dar bei den Geistern, mit denen ich redete. Bei Seiner Gegenwart wurden alsdann von überall her alle Geister, die daselbst waren, versammelt, und als die kamen, wurden die guten von den bösen getrennt. Die Guten zur Rechten und die Bösen zur Linken, und zwar sogleich, wie von selber, und die zur Rechten wurden geordnet gemäß der Beschaffenheit des Guten, und die zur Linken gemäß der Beschaffenheit des Bösen bei ihnen. Die gut waren, wurden zurückgelassen, daß sie eine himmlische Gesellschaft unter sich bildeten, die Bösen aber wurden in Höllen geworfen. Nachher sah ich, daß jener flammige Glanz hinabkam in die niedrigeren Regionen des dortigen Landes ziemlich tief, und dann erschien er bald in einem flammenden Rot, das ins Lichthelle überging, bald in einer Lichthelle, die sich verdunkelte, und bald im Dunkel; und es wurde mir von den Engeln gesagt, daß diese Erscheinung sich verhalte nach der Aufnahme des Wahren vom Guten, und des Falschen vom Bösen bei denen, welche die niedrigeren Regionen jenes Landes bewohnen; und daß jener flammige Glanz durchaus keine solche Veränderungen erleide. Sie sagten auch, daß die niedrigeren Regionen jenes Landes, sowohl von Guten als von Bösen bewohnt würden, aber sorgfältig geschieden, in der Absicht, damit die Bösen gelenkt werden möchten durch die Guten vom Herrn. Sie setzen hinzu, daß die Guten periodenweise vom Herrn in den Himmel erhoben werden, und an ihre Stelle andere treten, und so immerfort. Bei jenem Hinabsteigen wurden in gleicher Weise die Guten von den Bösen getrennt, und alles wieder in Ordnung gebracht; denn die Bösen hatten sich durch verschiedene Künste und Kniffe in die Wohnungen der Guten eingedrängt, und diese angefochten, deswegen erfolgte jene Heimsuchung. 10811. Jene Wolke, die beim Herunterkommen immer mehr lichthell erschien, und in einer menschlichen Gestalt, und nachher als ein flammender Glanz, war eine Engelsgesellschaft, in deren Mitte der Herr war. Daraus durfte ich vernehmen, was verstanden wird durch die Worte des Herrn, wo vom Letzten Gericht die Rede ist, bei den Evangelisten. "Daß Er kommen werde mit den Engeln in den Wolken des Himmels mit Herrlichkeit und Kraft". 10812. Nachher erschienen mönchische Geister, die nämlich die wandernden Mönche oder Missionare in der Welt gewesen waren, von denen oben die Rede war; und es erschien auch eine Schar, die aus Geistern jener Erde, meistens bösen, bestand, die sie auf ihre Seite zogen und verführten. Diese erschienen in der östlichen Gegend jener Erde, aus der sie die Guten vertrieben, die auf der nördlichen Seite jener Erde, wie früher bemerkt, erschienen. Jene Schar wurde samt ihren Verführern auf einen Punkt gesammelt, bei etlichen Tausenden; diese wurden auseinandergeschieden, und die Bösen unter ihnen wurden in Höllen geworfen. Mit einem Mönchsgeist durfte ich auch reden und ihn fragen, was er dort tue; er sagte, er belehre sie vom Herrn. Was weiter? Von Himmel und der Hölle. Was weiter? Vom Glauben an alles, was er sagen werde. Was weiter? Von der Gewalt, Sünden zu vergeben, sowie den Himmel zu öffnen und zu schließen. Es wurde dann erforscht, was er denn vom Herrn und von den Wahrheiten des Glaubens, von der Vergebung der Sünden, von der Seligmachung des Menschen, sowie vom Himmel und der Hölle wisse; und das Ergebnis war, daß er kaum etwas wußte, und daß er über alles und jedes im Dunkeln und Falschen war; wie auch, daß er bloß von der Gewinn- und Herrschsucht eingenommen war, die er in der Welt sich angewöhnt und von da mitgebracht hatte. Daher wurde ihm gesagt, weil er vermöge dieser Begierde so weit gewandert, und die Lehre bei ihm so bestellt sei, so sei die notwendige Folge gewesen, daß er bei den Geistern jener Erde das himmlische Licht weggenommen habe, und die Finsternis der Hölle herbeiführte, und so bewirkte, daß die Hölle bei ihnen herrsche, und nicht der Herr. Außerdem war er gar listig im Verführen, wiewohl stumpfsinnig in dem, was sich auf den Himmel bezog. Weil er so geartet war, wurde er nachher in die Hölle geworfen. Auf diese Weise wurden die Geister jener Erde von solchen befreit. 10813. Unter anderem sagten auch die Geister jener Erde, jene Ankömmlinge, die Mönchsgeister waren, hätten es mit allem Eifer dahin bringen wollen, daß sie in Gesellschaften beisammen leben sollten, und nicht abgesondert und einsam, denn die Geister und Engel wohnen und leben zusammen ebenso wie in der Welt; einem jeden folgt nämlich sein Leben in der Welt nach. Die, welche zusammengesellt wohnten in der Welt, wohnen auch (dort) zusammengesellt, die aber in Häuser und Familien abgesondert waren, wohnen dort ebenso abgesondert. Diese Geister nun hatten auf ihrer Erde, als sie daselbst lebten, abgesondert gelebt, in einzelnen Häusern und Familien, und so als einzelne Völkerschaften, und daher wußten sie nicht, was es heiße, in Gesellschaft beisammen wohnen. Als ihnen daher gesagt wurde, jene Ankömmlinge hätten es gerne so haben wollen, in der Absicht, um über sie zu gebieten und zu herrschen, und daß sie von ihnen nicht auf andere Weise unterworfen und zu ihren Sklaven gemacht werden könnten, da antworteten sie, sie wüßten gar nicht, was es heiße, gebieten und herrschen. Daß sie schon bei dem bloßen Gedanken an Oberbefehl und Herrschaft fliehen würden, merkte ich daran, daß einer von ihnen, der uns zurückbegleitete, als ich ihm die Stadt zeigte, wo ich wohnte, beim ersten Anblick derselben entfloh und sich nicht mehr sehen ließ. Man muß wissen, daß die Geister und Engel, wenn es dem Herrn wohlgefällt, das, was in der Welt ist, durch die Augen eines Menschen sehen können; aber dies gestattet der Herr nur bei dem, welchem Er verleiht mit Geistern und mit Engeln zu reden und bei ihnen zu sein. Durch meine Augen durften sie das sehen, was in der Welt ist, und zwar so deutlich, wie ich. Dann (durften) sie auch Menschen mit mir reden hören. 10814. Damals durfte ich mit den Engeln, die bei mir waren, über die Herrschaften reden, daß es nämlich zweierlei Herrschaften gebe: eine, die der Liebe gegen den Nächsten, und die andere, die der Selbstliebe angehöre; und daß die Herrschaft der Liebe gegen den Nächsten unter denen walte, die abgesondert in Häusern, Familien und Völkerschaften wohnen, aber die Herrschaft der Selbstliebe unter denen, die in Gesellschaft beisammen wohnen. Bei denen, die in Häusern, Familien und Völkerschaften gesondert leben, ist der Herrscher derjenige, welcher der Vater des Stammes ist, und unter ihm (stehen) die Familienväter, und unter diesen die Väter je eines Hauses. Vater des Stammes heißt der, von dem die Familien stammen, und aus den Familien die Häuser; aber alle diese herrschen aus einer Liebe gleich der eines Vaters gegen seine Kinder. Er lehrt sie, wie sie leben sollen, tut ihnen Gutes und gibt ihnen von dem Seinen, soviel er kann. Und es kommt ihm nie in den Sinn, sich dieselben als Untertanen oder als Dienstleute zu unterwerfen. Aber er hat es gern, wenn sie ihm gehorchen, wie Kinder ihrem Vater. Und weil diese Liebe in absteigender Richtung wächst, wie bekannt ist, darum handelt der Vater des Stammes aus innigerer Liebe als der Vater selbst, von dem die Kinder zunächst herstammen. Eine solche Herrschaft waltet auch in den Himmeln, weil eine solche Herrschaft die des Herrn ist, denn seine Herrschaft stammt aus der göttlichen Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht. Die Herrschaft der Selbstliebe dagegen, die der Herrschaft der Liebe gegen den Nächsten entgegengesetzt ist, fing an, als der Mensch sich dem Herrn entfremdete, denn inwieweit der Mensch den Herrn nicht liebt und verehrt, insoweit liebt und verehrt er sich, und im gleichen Maß liebt er auch die Welt mehr als den Himmel. Aus Notwendigkeit, und um sicher zu sein, zogen sich dann die Völkerschaften mit den Familien und Häusern in eins zusammen, und stellten allerlei Regierungsformen auf; denn in dem Maß, als jene Liebe zunahm, nahm auch allerlei Böses zu, nämlich Feindschaft, Neid, Gehässigkeit, Rachsucht, Betrügerei, Grausamkeit gegen alle, die sich entgegensetzten. Diese Liebe ist auch wirklich so geartet, daß sie, soweit ihr die Zügel gelassen werden, sich zuletzt so weit verrennt, daß ein jeder derartige herrschen will über alle anderen im ganzen Weltkreis, und ein jeder alle Güter der anderen besitzen will. Ja auch das genügt nicht, sondern er will auch herrschen über den ganzen Himmel, wie man am heutigen Babylonien sehen kann. Dies nun ist die Herrschaft der Selbstliebe, von der die Herrschaft der Liebe gegen den Nächsten so sehr verschieden ist, wie der Himmel von der Hölle. Aber obwohl die Herrschaft der Selbstliebe solcherart ist in den Gesellschaften, so gibt es dennoch eine Herrschaft der Liebe gegen den Nächsten, auch in Königreichen, bei denen, die weise sind aus Glauben und Liebe zu Gott, denn diese lieben den Nächsten. Daß auch diese in den Himmeln in Völkerschaften, Familien und Häuser geschieden wohnen, obwohl in Gesellschaften beisammen, jedoch nach geistigen Verwandtschaften, die sich auf das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens beziehen, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo gesagt werden. Die Fortsetzung über diese sechste Erde im Sternenhimmel am Ende des folgenden Kapitels. 10833. Nachher fragte ich jene Geister über Verschiedenes auf der Erde, aus der sie waren; zuerst über ihren Gottesdienst, worauf sie antworteten, die Stämme mit ihren Familien kämen je am dreißigsten Tage an einen Ort zusammen und hörten die Predigt, und der Prediger lehre sie alsdann von einer etwas über die Erde erhöhten Rednerbühne herab die göttlichen Wahrheiten, die zum Guten des Lebens führen. Es wurde gefragt, woher sie die göttlichen Wahrheiten wissen; sie sagten, aus Offenbarung. In Beziehung auf die Offenbarung aber sagten sie, sie geschehe in der Morgenzeit in einem Mittelzustand zwischen Schlafen und Wachen, wo sie sich in einem innerlicheren Lichte befinden, das noch nicht getrübt ist durch leibliche Sinne und weltliche Dinge. Und dann hörten sie die Engel des Himmels reden über göttliche Wahrheiten und über ein denselben gemäßes Leben; und wenn sie zum Wachen kämen, erscheine ihnen ein Engel in einem weißen Kleid neben dem Bett, der dann plötzlich aus ihren Augen verschwinde; und daran merkten sie, daß das, was sie gehört haben, aus dem Himmel sei. So werde ein göttliches Gesicht von einem nichtgöttlichen Gesicht unterschieden; denn in einem nichtgöttlichen Gesicht erscheine kein Engel. Sie setzten hinzu, auf solche Weise geschähen die Offenbarungen bei ihren Predigern, bisweilen auch bei anderen. 10834. Von der Sonne jener Erde, die für uns ein Stern ist, sagten sie, dieselbe erscheine den Einwohnern in der Größe eines menschlichen Kopfes, von flammroter Farbe. Die Jahresdauer bei ihnen betrage zweihundert Tage, und ihr Tag sei gleich neun Stunden unserer Zeit, was sie aus der Länge der Tage unserer Erde, die sie in mir wahrnahmen, schließen konnten. Und weiter (sagten sie), bei ihnen sei eine fortwährende Frühlings- und Sommerzeit, und daher blühten die Gefilde und die Bäume trügen immerfort Früchte. Die Ursache hiervon sei, weil ihr Jahr so kurz sei, indem es nur der Zeit von fünfundsiebzig Tagen unseres Jahres gleich komme, und wo die Jahre so kurz sind, (sagten sie) da stellt sich keine Kälte im Winter und keine Hitze im Sommer ein, weshalb der Boden immerfort Frühling hat. 10835. Auf die Frage nach ihren Häusern sagten sie, dieselben seien niedrig, von Holz, mit flachem Dache, um das her ein Kranz schief abwärts laufe; und vorne wohnten in demselben der Mann und die Frau, im anstoßenden Gemach die Kinder, hinten die Knechte und Mägde. In betreff der Speise dort, sagten sie, daß man Obst und Gemüse esse und Milch mit Wasser trinke; und die Milch bekämen sie von Kühen, die Wolle tragen wie Schafe. 10836. In betreff ihrer Lebensart sagten sie, sie gingen ganz nackt, und die Nacktheit gereiche ihnen nicht zur Schande. Ferner (bemerkten sie), ihre geselligen Unterhaltungen beschränkten sich auf diejenigen, die dem Kreise ihrer Familie angehören. 10837. Was die Verlobungen und Ehen bei den Einwohnern auf jener Erde betrifft, so berichteten sie, die Tochter werde in ihrem mannbaren Alter zu Hause behalten, und sie dürfe nicht ausgehen bis zu dem Tag, wo sie verheiratet werden soll; und dann werde sie in ein gewisses Verheiratungshaus geführt, wohin auch mehrere andere junge mannbare Mädchen gebracht würden, und hier würden sie hinter einen Verschlag (von Brettern) gestellt, der bis zur Mitte ihres Leibes erhöht sei, und so erschienen sie nackt nur in betreff der Brustgegend und des Angesichts; dann kämen Jünglinge dahin, um sich eine zur Frau zu erwählen. Und wenn dann der Jüngling eine ihm Gleichförmige sehe, zu der seine Neigung ihn hinziehe, so fasse er sie bei der Hand, und wenn sie ihm dann folge, so führe er sie in das zubereitete Haus, und sie werde seine Gattin; denn, (fügten sie hinzu,) aus den Angesichtern sehen sie dort, ob sie mit den Gemütern übereinstimmen, weil das Angesicht eines jeden dort der Anzeiger der Gesinnung ist, nichts heuchelt und nichts lügt. Damit alles anständig zugehe, und ohne Mutwillen, sitzt hinter den jungfräulichen Mädchen ein alter Mann, und seitwärts eine alte Frau, und geben acht. Solche Orte gibt es mehrere, wohin junge Mädchen geführt werden, wie auch bestimmte Zeiten, damit junge Männer eine Auswahl treffen können; wenn sie nämlich an einem Ort kein ihnen zusagendes Mädchen sehen, so gehen sie an einen anderen; und wenn nicht zu dieser Zeit, so kommen sie in einer folgenden wieder. Weiter sagten sie, ein Mann habe nur eine Gattin, und niemals mehrere, weil dies gegen die göttliche Ordnung sei.   DIE LEHRE VON DER lIEBTÄTIGKEIT Liebtätigkeit - die Hauptlehre der Alten Kirche 6627. Den Kapiteln des zweiten Buches Mose sollen die Lehren vorausgeschickt werden, zuerst die Lehren der Liebtätigkeit, und nachher die Lehren des Glaubens; aus dem Grund, damit, was in den Erklärungen zerstreut vorgetragen ist, im Zusammenhang dargestellt werde; und so die (rechte) Lehre, wie sie die Kirche hat und haben muß, um mit dem Guten und Wahren im Himmel übereinzustimmen, in ihrer Ordnung erscheine. 6628. In den vorhergehenden Erklärungen wurde hie und da gezeigt, daß die Lehre der Liebtätigkeit die Lehre in den alten Kirchen war, und daß diese Lehre alle Kirchen verband, und so aus mehreren eine machte; denn als Angehörige der Kirche erkannten sie alle diejenigen an, die im Guten der Liebtätigkeit lebten, und nannten sie Brüder, mochten sie außerdem in den Wahrheiten, die man heutzutage Glaubenswahrheiten nennt, noch so sehr voneinander abweichen. In diesen unterrichtete einer den anderen, was zu ihren Liebeswerken gehörte; und sie wurden dabei nicht unwillig, wenn einer der Meinung des anderen nicht beitrat, weil sie wußten, daß ein jeder in dem Maße das Wahre aufnimmt, als er im Guten ist. 6629. Weil die alten Kirchen so geartet waren, darum waren sie inwendigere Menschen, und weil inwendiger, waren sie (auch) weiser. Denn die, welche im Guten der Liebe und Liebtätigkeit sind, befinden sich in Ansehung des inwendigen Menschen im Himmel, und dort in der Engelsgesellschaft, die im gleichen Guten ist; von daher wurde ihr Gemüt zum Inwendigeren erhoben, und ihnen infolgedessen Weisheit zuteil; denn die Weisheit kann nirgends anderswoher kommen als aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn; und im Himmel ist Weisheit, weil sie dort im Guten sind. 6630. Aber jene alte Weisheit hat im Verlauf der Zeit abgenommen; denn in dem Maß, als sich das Menschengeschlecht vom Guten der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten entfernte, entfernte es sich auch von der Weisheit, weil im gleichen Maß auch vom Himmel; daher kommt es, daß der Mensch aus einem inwendigen Menschen ein äußerer wurde, und zwar allmählich. 6631. Wurde aber der Mensch ein äußerlicher, so wurde er auch weltlich und körperlich, (d.i. fleischlich); und wenn er ein solcher ist, so bekümmert er sich nicht mehr um die himmlischen Dinge; denn diese liegen ihm so fern, daß er nicht an ihre Existenz glaubt; weil ihn alsdann die Lustreize der irdischen Liebestriebe ganz einnehmen, und mit ihnen alles Böse, was ihm durch jene Liebestriebe zur Lust wird; und alsdann ist das, was er vom Leben nach dem Tod, vom Himmel und von der Hölle hört, wie Spreu im Wind, die auf den ersten Blick verfliegt. 6632. Daher kommt es auch, daß die Lehre der Liebtätigkeit, die bei den Alten einen so hohen Wert gehabt hatte, heutzutage unter die verlorenen Dinge gehört; denn wer weiß heutzutage, was Liebtätigkeit im echten Sinne, und was der Nächste im echten Sinn ist, während doch diese Lehre reich ist an so vielen und so großen Geheimnissen, daß sie nicht zum tausendsten Teil beschrieben werden kann; die ganze Heilige Schrift ist nichts anderes als die Lehre der Liebe und Liebtätigkeit; das lehrt auch der Herr, wenn er spricht: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und von deinem ganzen Gemüte; das ist das erste und größte Gebot; das andere ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das Gesetz und die Propheten", Matth.22/35-38. Das Gesetz und die Propheten sind das Wort im ganzen und einzelnen. 6633. Weil die Lehre der Liebtätigkeit heutzutage unter die verlorenen Dinge gehört, und daher die Glaubenslehre dem Wahren sehr entfremdet ist, so darf ich jene Lehre, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, vor den einzelnen Kapiteln des zweiten Buches Mose vortragen und so dieselbe der Kirche wiedergeben. 2. Mose 2. Kapitel Wer der Nächste ist 6703. Weil mein Plan ist, vor den Kapiteln des zweiten Buches Mose die Lehre der Liebtätigkeit darzustellen, soll zuerst gesagt werden, was der Nächste ist, denn dieser ist es, gegen den die Liebtätigkeit geübt werden soll; wenn man nämlich nicht weiß, wer die Nächsten sind, so kann man die Liebtätigkeit auf gleiche Weise ohne Unterscheidung ausüben, ebenso gegen Böse wie gegen Gute; dadurch hört aber die Liebtätigkeit auf, Liebtätigkeit zu sein; denn die Bösen tun, wenn man ihnen Wohltaten erzeigt, dem Nächsten Böses, aber die Guten tun Gutes. 6704. Allgemeine Meinung ist heutzutage, daß jeder Mensch gleichmäßig der Nächste sei, und daß man einem jeden wohl tun soll, der Hilfe bedarf. Aber es geziemt der christlichen Klugheit, wohl zu erforschen wie beschaffen eines Menschen Leben ist, und gemäß demselben Liebtätigkeit zu üben. Der Mensch der inneren Kirche tut dies mit Unterschied, also mit Einsicht; aber der Mensch der äußeren Kirche, weil er die Verhältnisse nicht so unterscheiden kann, tut es unterschiedslos. 6705. Die Alten teilten den Nächsten in Klassen ein, und eine jede Klasse benannten sie nach den Namen derjenigen, die in der Welt vor anderen hilfsbedürftig erscheinen; und sie lehrten, wie die Liebtätigkeit ausgeübt werden soll gegen diejenigen, die in der einen Klasse, und gegen diejenigen, die in der anderen Klasse sind, und so brachten sie die Lehre in Ordnung, und nach derselben richteten sie das Leben ein. Daher enthielt die Lehre ihrer Kirche die Gesetze des Lebens; und hieraus erkannten sie, wie geartet der eine und der andere Mensch der Kirche war, den sie Bruder nannten, aber mit Unterschied im inneren Sinn gemäß den Übungen der Liebtätigkeit aus der echten Kirchenlehre, oder aus der von ihnen abgeänderten Lehre; denn jeder verteidigt sein Leben, weil er schuldlos erscheinen will, und darum erklärt er entweder, oder verringert er die Gesetze der Lehre zu seinen Gunsten. 6706. Die Unterschiede des Nächsten, die der Mensch durchaus wissen muß, auf daß er die rechte Art der Liebtätigkeit erkenne, verhalten sich gemäß dem Guten, das bei einem jeden ist. Und weil alles Gute vom Herrn ausgeht, so ist der Herr im höchsten Sinn und im hervorragenden Grad der Nächste, von Dem der Ursprung (ausgeht). Hieraus folgt, daß ein jeder in dem Maß der Nächste ist, als er (Gutes) vom Herrn an sich hat, und weil niemand in gleicher Weise den Herrn, d.h. das Gute, das von Ihm ausgeht, aufnimmt, deswegen ist auch nicht einer auf gleiche Weise der Nächste wie der andere; denn alle, so viele ihrer im Himmel sind, und alle, soviel ihrer auf Erden, unterscheiden sich im Guten. Nirgends gibt es bei zweien ganz ein und dasselbe Gute. Es muß eine Verschiedenheit stattfinden, auf daß ein jedes für sich bestehe; aber alle diese Verschiedenheiten, somit alle Unterschiede des Nächsten, die sich nach der Aufnahme des Herrn, d.h. nach der Aufnahme des von Ihm ausgehenden Guten richten, kann gar kein Mensch, nicht einmal ein Engel wissen, sondern nur im allgemeinen; somit die Gattungen und etliche Arten von diesen. Auch fordert der Herr vom Menschen der Kirche nichts weiter, als daß er dem gemäß lebt, was er weiß. 6707. Aus diesem ergibt sich nun klar, daß die Beschaffenheit des christlich Guten bestimmt, in welchem Grad ein jeder der Nächste ist; denn der Herr ist im Guten gegenwärtig, weil das Ihm angehört, und gegenwärtig ist Er gemäß der Beschaffenheit desselben; und weil vom Herrn der Ursprung des Nächsten herzuleiten ist, deshalb verhalten sich die Unterschiede des Nächsten gemäß der Gegenwart des Herrn im Guten, somit gemäß der Beschaffenheit des Guten. 6708. Daß ein jeder der Nächste ist nach der Beschaffenheit des Guten (bei ihm), wird klar aus dem Gleichnis von dem, der unter die Räuber fiel, an dem, da er halb tot dalag, der Priester vorüberging, und auch der Levit; aber der Samariter, nachdem er seine Wunden verbunden, und Öl und Wein hineingegossen hatte, hub ihn auf das eigene Tier, führte ihn in die Herberge und trug Sorge für ihn; dieser wird, weil er das Gute der Liebtätigkeit übte, der Nächste genannt: Luk.10/29-37. Hieraus kann man merken, daß diejenigen der Nächste sind, die im Guten sind; die aber, die im Bösen, sind zwar auch der Nächste, aber in einer ganz anderen Beziehung; und weil es so ist, muß man ihnen auf eine andere Art Gutes tun. Hiervon soll jedoch, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede sein. 6709. Weil die Beschaffenheit des Guten bestimmt, wie ein jeder der Nächste ist, so ist es die Liebe, die dies tut; denn es gibt nichts Gutes, das nicht der Liebe angehört; aus ihr kommt alles Gute, und daher auch die Beschaffenheit des Guten. 6710. Daß es die Liebe ist, die macht, daß einer der Nächste ist, und daß ein jeder der Nächste ist gemäß der Beschaffenheit derselben, erhellt offenbar an denen, die in der Selbstliebe sind. Diese erkennen diejenigen als den Nächsten an, den sie am meisten lieben, d.h. in dem Maß, als sie die Ihrigen und somit ihnen zugetan sind, diese umarmen, diese küssen sie, diesen tun sie Gutes und diese nennen sie Brüder; ja sogar weil sie böse sind, behaupten sie, diese seien der Nächste vor anderen. Die übrigen halten sie, je nachdem sie von ihnen geliebt werden, für den Nächsten, somit gemäß der Beschaffenheit und dem Maß der Liebe. Solche leiten den Ursprung des Nächsten von sich her, aus dem Grund, weil die Liebe das Bestimmende ist. 6711. Die aber sich selbst nicht mehr lieben als die anderen, mithin alle, die zum Reich des Herrn gehören, leiten den Ursprung des Nächsten von Dem ab, Den man über alles lieben muß, somit vom Herrn. Und für den Nächsten werden sie einen jeden halten gemäß der Beschaffenheit der Liebe zu Ihm. Die also, welche die anderen lieben, wie sich selbst, und mehr noch, die, wie die Engel, andere mehr lieben als sich selbst, alle diese leiten den Ursprung des Nächsten vom Herrn her, denn im Guten ist der Herr selbst, weil es von Ihm ausgeht. Hieraus kann auch erhellen, daß die Beschaffenheit der Liebe bestimmt, wer der Nächste ist. Daß der Herr im Guten ist, lehrt der Herr selbst bei Matth.25/34-40: "denn Er sagt zu denen, die im Guten waren, sie hätten Ihm zu essen gegeben, sie hätten Ihn getränkt, Ihn zu sich genommen, Ihn bekleidet, Ihn besucht, und im Gefängnis seien sie zu Ihm gekommen. Und nachher: soviel sie getan hätten einem von seinen geringsten Brüdern, hätten sie Ihm getan". 6712. Aus diesem nun erhellt, woher der Mensch der Kirche den Ursprung des Nächsten ableiten muß; und daß jeder der Nächste ist in dem Grad, je näher er dem Herrn ist. Und daß, weil der Herr im Guten der Liebtätigkeit ist, (ein jeder) der Nächste ist gemäß der Beschaffenheit des Guten, somit gemäß der Beschaffenheit der Liebtätigkeit (in ihm).   Von den Unterscheidungen des Nächsten 6818. Vom Nächsten soll nun noch weiter die Rede sein; denn ohne Kenntnis des Nächsten weiß man nicht, wie man die Liebtätigkeit üben soll. In den Vorbemerkungen zum vorhergehenden Kapitel wurde gesagt, daß ein jeder Mensch der Nächste sei, aber der eine nicht auf gleiche Weise wie der andere; und daß derjenige vor anderen der Nächste sei, der im Guten steht, und daß somit das Gute, das ein Mensch hat, geliebt werden soll; denn wenn das Gute geliebt wird, dann wird der Herr geliebt, denn der Herr ist es, von Dem das Gute (stammt), Der im Guten, ja Der das Gute selbst ist. 6819. Aber nicht nur der Mensch in der Einzahl ist der Nächste, sondern auch der Mensch in der Mehrzahl: nämlich eine kleinere oder größere Gesellschaft, das Vaterland, die Kirche, das Reich des Herrn ist es, und über alle der Herr. Diese sind der Nächste, denen man Gutes tun soll aus Liebtätigkeit. Diese bilden auch die aufsteigenden Grade des Nächsten: in höherem ist es die Gesellschaft mehrerer, als ein einzelner Mensch; in höherem Grad ist es das Vaterland, als eine Gesellschaft; in noch höherem Grad ist es die Kirche, und in noch höherem Grad ist es das Reich des Herrn, im höchsten Grad aber ist es der Herr. Diese aufsteigenden Grade sind gleich den Stufen einer Leiter, auf deren Gipfel der Herr ist. 6820. Eine Gesellschaft (oder Verein) ist der Nächste in einem höheren Grad als der einzelne Mensch, weil sie aus mehreren besteht. Gegen sie soll ebenso Liebtätigkeit geübt werden, wie gegen den Menschen in der Einzahl, nämlich nach Maßgabe des Guten, das bei ihr sich findet. Somit ganz anders gegen eine Gesellschaft von Frommen (oder Redlichen), als gegen eine Gesellschaft von Nichtfrommen. 6821. Das Vaterland geht als der Nächste einer Gesellschaft vor, weil es einer Mutter gleicht, denn in ihm ist der Mensch geboren, es nährt ihn, und schützt ihn vor Mißhandlung. Dem Vaterland soll man aus Liebe Gutes tun, nach Maßgabe seiner Bedürfnisse, die hauptsächlich auf den Lebensunterhalt, auf das bürgerliche Leben und auf das geistige Leben desselben sich beziehen. Wer das Vaterland liebt und ihm aus Wohlwollen Gutes tut, der liebt im anderen Leben das Reich des Herrn, denn hier ist das Reich des Herrn sein Vaterland, und wer das Reich des Herrn liebt, der liebt den Herrn, weil der Herr alles in allem Seines Reiches ist; denn was eigentlich das Reich des Herrn genannt wird, ist das Gute und Wahre, das diejenigen, die dort sind, vom Herrn haben. 6822. Die Kirche geht als der Nächste dem Vaterland vor, denn wer für die Kirche sorgt, sorgt für die Seelen und das ewige Leben der Menschen im Vaterland; und für die Kirche wird gesorgt, wenn der Mensch zum Guten geführt wird, und wer dieses aus Liebtätigkeit tut, der liebt den Nächsten, denn er wünscht und gönnt dem anderen den Himmel und ein seliges Leben in Ewigkeit. Das Gute kann dem anderen von einem jeden im Vaterland eingepflanzt werden, das Wahre aber nur von denjenigen, welche die lehrenden Diener, (d.h. die berufenen Lehrer) sind. Tun es andere, so entstehen Ketzereien und die Kirche wird beunruhigt und zerrissen. Liebtätigkeit wird geübt, wenn durch das Wahre, das der Kirche angehört, der Nächste zum Guten geführt wird: wenn in der Kirche etwas für Wahrheit erklärt wird, was vom Guten abführt, so soll dieses nicht vorgetragen werden, denn es ist unwahr. Das Wahre soll ein jeder sich zuerst erwerben aus der Lehre der Kirche, und nachher aus dem Wort des Herrn; dieses soll das Wahre seines Glaubens sein. 6823. Das Reich des Herrn ist der Nächste in höherem Grad, als die Kirche in der man geboren ist; denn das Reich des Herrn besteht aus allen, die im Guten sind, sowohl auf Erden als in den Himmeln. Somit ist das Reich des Herrn das Gute mit all seinen Eigenschaften im Inbegriff. Wenn dieses Gute geliebt wird, so werden die einzelnen geliebt, die im Guten sind. Somit ist das Ganze, das alles Gute im Inbegriff ist, der Nächste im Grad, und ist der Größte Mensch, von dem am Ende mehrerer Kapitel gehandelt wurde, und dieser Mensch ist das Ebenbild des Herrn selbst. Dieser Mensch, d.h. das Reich des Herrn, wird geliebt, wenn man aus innigster Neigung denen Gutes tut, die Mensch sind durch jenen Menschen vom Herrn, und bei denen somit das Reich des Herrn ist. 6824. Dies sind die Grade des Nächsten, und diesen Graden gemäß muß die Liebe aufsteigen. Aber diese Grade sind Grade in der aufeinanderfolgenden Ordnung, in welcher der frühere oder höhere Grad immer dem späteren oder unteren Grad vorgezogen wird, und weil der Herr im höchsten Grad ist, und Er in den einzelnen Graden als Endzweck zu betrachten, so muß Er über alle und über alles geliebt werden.   Jeder ist sich selbst der Nächste 6933. Es ist ein allgemeines Sprichwort: "Jeder ist sich selbst der Nächste, d.h.: jeder muß zuerst für sich selber sorgen". Die Lehre der Liebtätigkeit lehrt, wie es sich damit verhalte: Jeder ist sich selbst der Nächste, aber nicht an erster, sondern an letzter Stelle; in höherem Grad sind es die anderen, die im Guten sind; in noch höherem ist es eine Gesellschaft von vielen (derselben), in noch höherem Grad ist es das Vaterland, in noch höherem ist es die Kirche und in noch höherem ist es das Reich des Herrn; aber über alle und über alles ist es der Herr. 6934. Der Satz: Jeder ist sich selbst der Nächste, und: Jeder muß zuerst für sich selber sorgen, ist so zu verstehen: Jeder muß zuerst für sich Sorge tragen, daß er die Lebensbedürfnisse habe, nämlich Nahrung, Kleidung, Wohnung und mehreres, was im bürgerlichen Leben, wo er sich befindet, notwendig erfordert wird. Und zwar nicht nur für sich, sondern auch für die Seinigen; und nicht nur für die gegenwärtige Zeit, sondern auch für die Zukunft. Wenn nicht ein jeder sich selbst die Lebensbedürfnisse verschafft, so ist er nicht imstande, Liebtätigkeit gegen den Nächsten zu üben, denn es fehlt ihm an allem. 6935. Der Zweck macht es klar, in welcher Weise ein jeder sich selbst der Nächste sein und für sich selbst zuerst sorgen soll: Ist es der Zweck, reicher zu werden als andere, bloß um des Reichtums oder um des Vergnügens oder um des hohen Ansehens willen, so ist es ein böser Zweck. Wer daher vermöge eines solchen Zweckes glaubt, er sei sich selbst der Nächste, der schadet sich auf ewig. Ist aber der Zweck, sich Vermögen zu erwerben um der Lebensbedürfnisse willen, für sich und die Seinigen, auf daß er im Stand sei, Gutes zu tun gemäß den Vorschriften der Lehre der Liebtätigkeit, dann sorgt er für sich auf ewig. Der eigentliche Zweck macht den Menschen, denn der Zweck geht hervor aus seiner Liebe; ein jeder nämlich hat das zum Zweck, was er liebt. 6936. Wie es sich hiermit verhalte, kann noch weiter aus folgendem Beispiel erhellen: Jeder muß seinen Leib versorgen mit Nahrung und Kleidung, das muß das erste sein, aber nur zu dem Zweck, damit eine gesunde Seele in einem gesunden Leibe wohne. Und jeder muß seine Seele versorgen mit Nahrung, nämlich mit Gegenständen der Einsicht und Weisheit, zu dem Zweck, damit sie dadurch in den Stand gesetzt werde, dem Herrn zu dienen. Wer das tut, sorgt gut für sich auf ewig. Wer aber für seinen Leib bloß des Leibes wegen sorgt, und nicht an das Wohl der Seele denkt, und wer seine Seele nicht mit Gegenständen der Einsicht und Weisheit versorgt, sondern mit solchen, die das Gegenteil davon sind, der sorgt übel für sich auf ewig. Aus diesem wird klar, wie jeder sich selbst der Nächste sein soll, nämlich nicht an erster Stelle, sondern an letzter, denn der Zweck soll nicht sein für ihn selbst, sondern für andere; und wo der Zweck, da ist das Erste. 6937. Es verhält sich damit auch, wie wenn einer ein Haus baut: zuerst muß er das Fundament legen, aber das Fundament muß für das Haus sein, und das Haus für die Wohnung. So muß jeder für sich zuerst sorgen, jedoch nicht für sich selber, sondern nur, damit er imstande sei, dem Nächsten zu dienen, somit dem Vaterland, der Kirche und vor allem dem Herrn. Wer da glaubt, er sei sich selbst der Nächste an erster Stelle, der ist demjenigen gleich, der das Fundament für den Zweck ansieht, nicht das Haus und die Wohnung, während doch die Wohnung der eigentliche erste und letzte Zweck ist und das Haus mit dem Fundament nur das Mittel zum Zweck. 6938. Wie es sich mit dem Vermögen verhält, so verhält es sich auch mit den Ehrenstellen in der Welt: ein jeder nämlich kann sich solche zu verschaffen suchen, jedoch nicht um seiner selbst, sondern um des Nächsten willen. Wer es um seiner selbst willen tut, der sorgt übel für sich; wer aber um des Nächsten willen, der sorgt gut: denn wer die Zwecke sich selber zuwendet, der wendet sich der Hölle zu; wer aber die Zwecke von sich ab zum Nächsten wendet, der wendet sich dem Himmel zu.   Was Liebtätigkeit ist 7080. Im Vorhergehenden wurde gesagt, was der Nächste sei; so ist denn jetzt zu erklären, was die Liebtätigkeit sei, d.h. die Liebe, die man gegen den Nächsten üben soll. 7081. Das eigentliche Leben des Menschen ist seine Liebe, und wie seine Liebe, so ist sein Leben, ja, so ist der ganze Mensch beschaffen. Aber die herrschende oder regierende Liebe, d.h. die Liebe zu dem Gegenstand, den man zum Zweck hat, ist es, die den Menschen macht. Diese Liebe hat mehrere besondere und einzelne Triebe unter sich, die Abzweigungen von ihr sind, und unter einer anderen Gestalt erscheinen; gleichwohl aber wohnt diesen einzelnen Trieben die herrschende Liebe inne, und leitet sie, und durch sie, als durch Mittelzwecke, bezielt und erstrebt sie ihren Endzweck, welcher der erste und letzte Zweck von allen ist, und zwar sowohl unmittelbar als mittelbar. 7082. Zwei Dinge sind in der natürlichen Welt, die das Leben in ihr bewirken, nämlich die Wärme und das Licht; und zwei Dinge sind in der geistigen Welt, die das Leben in ihr bilden, nämlich die Liebe und der Glaube. Die Wärme in der natürlichen Welt entspricht der Liebe in der geistigen Welt, und das Licht in der natürlichen Welt entspricht dem Glauben in der geistigen Welt. Daher kommt es, daß, wenn man von geistiger Wärme oder geistigem Feuer spricht, die Liebe gemeint ist, und wenn man von geistigem Licht spricht, der Glauben verstanden wird. Die Liebe ist auch wirklich die Lebenswärme des Menschen; denn daß der Mensch durch die Liebe erwarmt, ist bekannt; und der Glaube ist wirklich das Licht des Menschen, denn daß der Mensch durch den Glauben erleuchtet wird, kann (ebenfalls) bekannt sein. 7083. Die Wärme und das Licht in der natürlichen Welt kommen von der Weltsonne her, aber die geistige Wärme und das geistige Licht oder die Liebe und der Glaube kommen von der Himmelssonne her. Die Sonne des Himmels ist der Herr; die Wärme, die von Ihm als Sonne kommt, ist die Liebe, und das Licht, das von Ihm als Sonne kommt, ist der Glaube. Daß der Herr das Licht ist, erhellt bei Johannes: "Jesus sprach: Ich bin das Licht der Welt, wer Mir folgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben": Joh.8/12. Und daß der Herr die Sonne ist, erhellt bei Matth.17/2: "Als Jesus verklärt wurde, glänzte Sein Angesicht wie die Sonne, und Seine Kleider wurden wie das Licht". 7084. Aus dieser Entsprechung kann man auch erkennen, wie es sich mit dem Glauben und mit der Liebe verhält: der Glaube ohne Liebe ist wie Licht ohne Wärme, wie das Licht im Winter; und der Glaube mit Liebe ist gleich dem Lichte im Frühling. Daß im Frühling alles und jedes wächst und blüht, ist bekannt; wie auch, daß im Winter alles und jedes erstarrt und abstirbt. Ebenso verhält es sich mit dem Glauben und der Liebe. 7085. Weil nun die Liebe für den Menschen die Quelle des Lebens ist, und weil der ganze Mensch so beschaffen ist, wie seine Liebe, weil ferner die Liebe eine geistige Verbindung ist, so folgt daraus, daß im anderen Leben alle nach der Art ihrer Liebe zusammengesellt werden; denn einem jeden folgt sein Leben, d.h. seine Liebe. Die, welche in der Liebe gegen den Nächsten und in der Liebe gegen Gott sind, werden zusammengesellt im Himmel; die aber, die in der Selbstliebe und in der Weltliebe sind, werden zusammengesellt in der Hölle; denn die Selbstliebe ist der Gegensatz der Liebe zu Gott, und die Weltliebe ist der Gegensatz der Liebe gegen den Nächsten. 7086. Unter Liebe zu Gott wird verstanden die Liebe zum Herrn, weil in Ihm die Dreieinigkeit ist, und Er der Herr des Himmels ist; denn "Er hat alle Gewalt im Himmel und auf Erden": Matth.28/18.   Verstand und Wille 7178. Niemand kann wissen - im geistigen Sinn verstanden, - was das Gute ist, wenn er nicht weiß, was die Liebe gegen den Nächsten und die Liebe zu Gott ist. Und niemand kann wissen, was das Böse ist, wenn er nicht weiß, was Selbstliebe und Weltliebe ist. Auch kann niemand aus innerlicher Anerkennung wissen, was das Wahre ist, das dem Glauben angehört, wenn er nicht weiß, was gut ist, und wenn er nicht im Guten steht. Auch kann niemand wissen, was falsch ist, wenn er nicht weiß, was böse ist. Deshalb kann auch niemand sich selbst prüfen, wenn er nicht weiß, was das Gute ist, das aus jenen beiden Arten der Liebe (hervorgeht), und das Wahre, das aus dem Guten (stammt), und wenn er nicht weiß, was das Böse ist, das aus den beiden Arten seiner Liebe (hervorgeht), und das Falsche, das aus dem Bösen (stammt). 7179. Der Mensch hat zweierlei Vermögen: das eine nennt man den Verstand und das andere den Willen. Der Wille ist dem Menschen gegeben wegen des Guten, das Sache der Liebe ist, und der Verstand wegen des Wahren, das Sache des Glaubens ist. Das Gute, das Sache der Liebe ist, bezieht sich nämlich auf den Willen, und das Wahre, das Sache des Glaubens, bezieht sich auf den Verstand. Das eine Vermögen steht mit dem anderen in einer wunderbaren Gemeinschaft. Sie verbinden sich bei denen, die im Guten sind und daher im Wahren; und sie verbinden sich auch bei denen, die im Bösen sind und daher im Falschen. Bei diesen und jenen bilden jene Vermögen ein Gemüt, nicht so bei denen, die im Wahren sind in Ansehung des Glaubens und im Bösen in Ansehung des Lebens; ebenso auch bei denen, die im Falschen sind in Ansehung des Glaubens, und im scheinbar Guten in Ansehung des Lebens. 7180. Der Mensch darf sein Gemüt nicht teilen, und jene beiden Vermögen voneinander getrennt halten, d.h. das Wahre verstehen und reden, und dabei das Böse wollen und tun; denn in diesem Fall würde das eine Vermögen nach oben oder zum Himmel blicken, und das andere nach unten oder zur Hölle, und so würde der Mensch zwischen beiden schweben. Er wisse aber, daß der Wille (ihn) fortreißt, und der Verstand zustimmt. Hieraus wird klar, wie es sich mit dem Glauben und mit der Liebe verhält, und wie mit dem Zustand des Menschen, wenn sie getrennt werden. 7181. Nichts ist notwendiger für den Menschen, als zu wissen, ob der Himmel in ihm sei oder die Hölle; denn in dem einen oder im anderen muß er leben in Ewigkeit. Um dies zu erkennen, ist es notwendig, daß er wisse, was gut und was böse; denn das Gute macht den Himmel und das Böse macht die Hölle. Beides lehrt die Lehre der Liebtätigkeit. 7182. Liebe zu Gott wird gesagt, aber es wird darunter verstanden die Liebe zum Herrn; denn kein anderer ist Gott: Der Vater ist in Ihm, Joh.14/9-11, und das Heilige des Geistes ist von Ihm: Joh.16/13,15.   Liebe zu Gott und Liebe zur Welt 7255. Weil das Gute den Himmel macht beim Menschen und das Böse die Hölle, so muß man vor allem wissen, was das Gute ist, und was das Böse. Früher wurde gesagt, das sei gut, was der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört; und das sei böse, was der Selbst- und der Weltliebe angehört; daraus folgt, daß man eben nur aus der Art der Liebe erkennt, was gut und was böse sei. 7256. Alles im Weltall, was der göttlichen Ordnung gemäß ist, bezieht sich auf das Gute und das Wahre; und alles im Weltall, was gegen die göttliche Ordnung ist, bezieht sich auf das Böse und Falsche. Der Grund ist, weil das Gute und das Wahre, das vom Göttlichen ausgeht, die Ordnung bildet, und zwar so, daß sie selbst die Ordnung sind. 7257. Das Gute, das der Liebe zum Herrn angehört, wird das himmlisch Gute genannt, und das Gute, das der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört, wird das geistig Gute genannt. Was für ein und welch großer Unterschied sei zwischen dem himmlisch Guten, das der Liebe zum Herrn angehört, und zwischen dem geistig Guten, das der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört, soll im Folgenden gesagt werden. 7258. Die Lehre des himmlisch Guten, die der Liebe zum Herrn angehört, ist ungemein umfassend, und zugleich höchst geheimnisvoll. Aber auch die Lehre des geistig Guten, die der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört, ist viel umfassend und geheimnisvoll, jedoch nicht in dem Grade, wie die Lehre des himmlisch Guten, die der Liebe zum Herrn angehört. Daß die Lehre der Liebtätigkeit viel umfassend ist, kann daraus erhellen, daß es keine gleiche Liebtätigkeit gibt bei dem einen wie bei dem anderen, und daß keiner der gleiche Nächste ist, wie der andere.   Unterscheidungen der Liebtätigkeit 7259. Weil die Lehre der Liebtätigkeit so viel umfassend war, so unterschieden die Alten, bei denen die Lehre der Liebtätigkeit die eigentliche Kirchenlehre war, die Liebtätigkeit gegen den Nächsten in mehrere Klassen und machten bei diesen noch Unterabteilungen und legten den einzelnen Klassen Namen bei und lehrten, wie die Liebtätigkeit ausgeübt werden müsse gegen die, welche der einen Klasse und wie gegen die, welche der anderen Klasse angehörten, und auf diese Weise brachten sie die Lehre der Liebtätigkeit in eine Ordnung, desgleichen auch die Übungen der Liebtätigkeit, so daß sie klar ins Verständnis fielen. 7260. Der Namen, die sie denen beilegten, gegen die sie Liebtätigkeit üben sollten, waren viele. Etliche nannten sie Blinde, etliche Lahme, etliche Krüppel, etliche Arme, sodann Elende und Betrübte, etliche Waisen, etliche Witwen; im allgemeinen aber nannten sie dieselben Hungrige, denen sie zu essen, Durstige, denen sie zu trinken gaben, Fremde, die sie herbergen, Nackte, die sie bekleiden, Kranke, die sie besuchen, und im Gefängnis Befindliche, zu denen sie kommen sollten: über diese sehe man Nr. 4954-4959. 7261. Diese Namen hatten die Alten, die Angehörige der Kirche waren, aus dem Himmel empfangen, und unter denen, die so genannt wurden, verstanden sie die, welche in geistiger Beziehung solche waren. Ihre Lehre der Liebtätigkeit lehrte, welche es waren, und wie beschaffen gegen einen jeden die Liebtätigkeit sein müsse. 7262. Daher kommt es, daß ebendieselben Namen im Wort vorkommen, und diejenigen bedeuten, die im geistigen Sinn so beschaffen sind. Das Wort an sich ist nichts anderes als die Lehre von der Liebe zum Herrn und von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, wie auch der Herr lehrt: "du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, und von ganzer Seele, und von ganzem Gemüte, das ist das erste und größte Gebot; das zweite ist demselben gleich, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; an diesen zwei Geboten hängen das Gesetz und die Propheten": Matth.22/35-38. Das Gesetz und die Propheten bedeuten das ganze Wort. 7263. Daß ebendieselben Namen im Wort vorkommen, kommt daher, weil diejenigen, die im äußeren Gottesdienst waren, gegen solche, die so benannt wurden, Liebtätigkeit üben sollten; und die im inwendigen Gottesdienst, gegen solche, die im geistigen Sinn darunter verstanden wurden, somit sollten die Einfältigen das Wort einfältiglich verstehen und tun, und die Weisen weislich. Dann sollten auch die Einfältigen durch das Äußere der Liebtätigkeit in das Inwendige derselben eingeleitet werden.   Arten der Liebe 7366. Oben wurde gesagt, daß die Triebe der Selbst- und Weltliebe beim Menschen die Hölle machen; jetzt soll gesagt werden, wie beschaffen diese Arten der Liebe sind, damit der Mensch erkennen kann, ob sie in ihm herrschen, und infolgedessen, ob die Hölle oder ob der Himmel in ihm sei. Daß das Reich Gottes inwendig im Menschen sei, lehrt der Herr bei Lukas 17/21, mithin auch die Hölle. 7367. Die Selbstliebe herrscht im Menschen, d.h., der Mensch ist in der Selbstliebe, wenn er in dem, was er denkt und tut, nicht auf den Nächsten, auf das Gemeinwohl, noch weniger auf den Herrn sieht, sondern nur auf sich selbst und die Seinigen, folglich wenn er um seinet- und um der Seinigen willen alles tut; und wenn um des Gemeinwohls und um des Nächsten willen, er es nur des Scheines wegen tut. 7368. Um seinet- und um der Seinigen willen, wird gesagt, weil er mit den Seinigen, und die Seinigen mit ihm eins ausmachen; z.B. wenn jemand um der Gattin, der Kinder, Enkel, Tochtermänner, Schwiegertöchter willen etwas tut, so tut er es um seinetwillen, weil es die Seinigen sind. Ebenso wer (es tut) um der Verwandten und um der Freunde willen, die seine Selbstliebe begünstigen und sich dadurch mit ihm verbinden; denn solche machen durch diese Verbindung eins mit ihm aus, d.h., sie sehen sich in ihm und ihn in sich. 7369. In dem Maß, als der Mensch in der Selbstliebe ist, entfernt er sich von der Nächstenliebe, folglich entfernt sich der Mensch in dem Maß, als er in der Selbstliebe ist, vom Himmel; denn im Himmel herrscht die Nächstenliebe. Hieraus folgt auch, daß in dem Maß, als der Mensch in der Selbstliebe ist, er in der Hölle ist; denn in der Hölle herrscht die Selbstliebe. 7370. Ferner ist in der Selbstliebe derjenige Mensch, der den Nächsten im Vergleich mit sich verachtet, der ihn als einen Feind betrachtet, wenn er ihm nicht geneigt ist und ihn nicht verehrt; noch mehr in der Selbstliebe ist, wer deshalb den Nächsten haßt und verfolgt; und noch mehr, wer deshalb von Rachgier gegen ihn glüht und sein Verderben sucht. Solche haben zuletzt ihre Lust daran, gegen den Nächsten zu wüten; und ebendieselben werden, wenn sie zugleich Ehebrecher sind, grausam. 7371. Die Lust, die diese in solchen Dingen empfinden, ist die Lust der Selbstliebe. Diese Lust beim Menschen ist eine höllische Lust. Alles was der Liebe gemäß geschieht, ist eine Lust; deshalb kann auch aus der Lust erkannt werden, von welcher Art die Liebe ist. 7372. Das, was soeben Nr. 7370 erwähnt wurde, bildet die Kennzeichen, aus denen man ersieht, welche Menschen in der Selbstliebe sind. Es kommt nicht darauf an, wie sie äußerlich erscheinen, ob stolz oder demütig, denn jene Triebe sind im inwendigen Menschen; der inwendige Mensch aber wird heutzutage von den meisten geheim gehalten, und der äußere Mensch wird gelehrt dasjenige zur Schau zu tragen, was der Liebe des Gemeinwesens und des Nächsten angehört, somit das Gegenteil; und zwar ebenfalls um seinet- und um der Welt willen. 7373. Die Weltliebe aber regiert beim Menschen, d.h., der Mensch ist in der Weltliebe, wenn er in dem, was er denkt und tut, eben nichts als den Gewinn bezielt und beabsichtigt, und sich nicht darum kümmert, ob es zum Nachteil des Nächsten und des Gemeinwesens geschehe (oder nicht). 7374. In der Weltliebe sind ferner diejenigen, die durch ausgedachte Kunstgriffe, mehr noch die, welche durch listige Ränke und Betrügereien die Güter anderer an sich zu bringen suchen. Die, in denen diese Liebe herrscht, beneiden andere um ihre Güter und sind begierig nach denselben, und soweit sie die Gesetze nicht fürchten, rauben und plündern sie. 7375. Diese beiden Arten der Liebe wachsen in dem Maße, als ihnen die Zügel gelassen, und der Mensch in sie eingeht; und zuletzt wachsen sie übermäßig, so daß sie nicht nur über alle in ihrem Gebiete herrschen wollen, sondern auch darüber hinaus, bis an die Enden der Erde. Ja diese Arten der Liebe erheben sich, wenn ihnen die Zügel gelassen werden, bis zum Gott des Weltalls, d.h. so hoch, daß die, welche in denselben sind, auf den Thron Gottes steigen, und als Gott selber verehrt sein wollen, gemäß dem, was bei Jesajas von Luzifer gesagt wird, unter dem die verstanden werden, die in diesen Arten der Liebe sind, und Babel genannt werden: "Du hast gesagt in deinem Herzen: Ich will in den Himmel steigen, über die Sterne Gottes will ich erhöhen meinen Thron, und sitzen auf dem Berge der Zusammenkunft, auf den Seiten der Mitternacht; steigen will ich über die Höhen der Wolken, und gleich werden dem Höchsten; aber zur Hölle bist du hinabgeworfen": Jes.14/13-15. 7376. Aus diesem kann nun erhellen, daß jene beiden Arten der Liebe die Quelle alles Bösen sind, denn sie sind das gerade Gegenteil von der Liebe gegen den Nächsten und von der Liebe zum Herrn, somit auch das gerade Gegenteil vom Himmel, wo die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten herrschen. Folglich sind es diese Liebesarten, nämlich die Selbst- und Weltliebe, welche die Hölle beim Menschen machen, denn in der Hölle herrschen diese zwei Arten der Liebe. 7377. Von diesen Arten der Liebe werden aber keineswegs diejenigen beherrscht, die nach Ehrenstellen trachten, nicht um ihrer selbst, sondern um des Vaterlandes willen, und die nach Vermögen trachten, nicht um des Vermögens willen, sondern wegen der Lebensbedürfnisse sowohl für sich, als die Ihrigen, sodann wegen des guten Nutzzweckes, um deswillen ihnen der Wohlstand Freude macht. Ehrenstellen und Vermögen sind bei solchen (nur) Mittel zum Wohltun. 7488. Aus dem, was über die Selbst- und Weltliebe gesagt wurde, wird klar, daß von diesen alles Böse herkommt; und weil alles Böse, so kommt von daher auch alles Falsche; und umgekehrt, aus der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten kommt alles Gute her, und weil alles Gute, so kommt von daher auch alles Wahre. 7489. Weil es so ist, so ist klar, daß in dem Maß, als der Mensch in der Selbst- und Weltliebe ist, er nicht in der Liebe gegen den Nächsten, weniger noch in der Liebe zum Herrn ist; denn sie sind einander entgegengesetzt. 7490. Auch ist klar, daß in dem Maß, als der Mensch in der Selbst- und Weltliebe ist, er nicht weiß, was Liebtätigkeit ist, bis er schließlich nicht weiß, daß sie ist. Ferner, daß der Mensch in dem Maß auch nicht weiß, was Glaube ist, bis er zuletzt nicht weiß, daß er etwas ist; wie auch, daß der Mensch in dem Maß nicht weiß, was das Gewissen ist, bis er am Ende nicht weiß, daß es ist. Ja sogar, daß der Mensch in demselben Maß nicht weiß, was das Geistige, somit auch nicht, was das Leben des Himmels ist. Endlich, daß er nicht glaubt, es gebe einen Himmel, und es gebe eine Hölle, mithin auch nicht glaubt, es gebe ein Leben nach dem Tod. Diese Wirkung hat die Selbst- und Weltliebe, wenn sie regiert. 7491. Das Gute der himmlischen Liebe und das Wahre ihres Glaubens fließt fortwährend vom Herrn ein, wo aber die Selbst- und Weltliebe regiert, da wird es nicht aufgenommen; sondern bei denen, in welchen diese beiden Arten der Liebe regiert, d.h. fortwährend in ihren Gedanken, in ihren Zwecken und ihrem Willen gegenwärtig sind, und bei denen sie das Leben bilden, wird das Gute und Wahre, das vom Herrn einfließt, entweder verworfen, oder ausgelöscht, oder verkehrt. HG 7492 7492. Bei denen es verworfen wird, bei denen ist das Gute, das der Liebe angehört, und das Wahre, das dem Glauben angehört, ein Gegenstand der Verachtung und auch des Widerwillens. Bei denen es aber ausgelöscht wird, bei denen wird das Gute, das der Liebe angehört, und das Wahre, das dem Glauben angehört, geleugnet, und das Böse und Falsche, welches das Gegenteil ist, bejaht. Bei denen es aber verkehrt wird, bei denen wird das Gute, das der Liebe angehört, und das Wahre, das dem Glauben angehört, mißdeutet, und zugunsten des Bösen und daher des Falschen angewendet. 7493. Die Selbst- und Weltliebe fängt an beim Menschen zu regieren, wann er urteilsfähig und selbständig wird; denn alsdann fängt der Mensch an, aus sich oder aus dem Seinigen zu denken, und dann fängt er auch an, dasselbe sich anzueignen; und zwar um so mehr, je mehr er sich in Ansehung des Lebens im Bösen bestärkt. In dem Maß als der Mensch sich Böses aneignet, trennt der Herr (von ihm) das Gute der Unschuld und der Liebtätigkeit, das der Mensch in der Kindheit und im Knabenalter empfangen hat, und nachher von Zeit zu Zeit empfängt, und verbirgt es in seinem Inneren. Denn das Gute der Unschuld und das Gute der Liebtätigkeit kann keineswegs zusammen sein mit dem Bösen jener Liebesarten; und doch will der Herr nicht, daß es verlorengehe. 7494. Daher haben die, welche bei sich das Gute, das der Liebe angehört, und das Wahre, das dem Glauben angehört, entweder verkehren, oder auslöschen, oder verwerfen, kein Leben in sich; denn das Leben, das vom Göttlichen (herstammt), besteht im Wollen des Guten und im Glauben des Wahren. Diejenigen aber, die das Gute nicht wollen, sondern das Böse, und das Wahre nicht glauben, sondern das Falsche, haben das Gegenteil des Lebens; und dieses Gegenteil des Lebens ist die Hölle und wird Tod genannt, und solche heißen auch Tote. Daß das Leben der Liebe und des Glaubens Leben genannt wird, und auch ewiges Leben, und die Menschen, die es in sich haben, Lebendige; und daß das Gegenteil des Lebens Tod heißt, und auch ewiger Tod, und jene Menschen Tote, erhellt aus mehreren Stellen im Wort, wie bei Matthäus: 4/16; 8/21,22; 18/8,9; 19/16,17,29. bei Johannes: 3/15,16,36; 5/24,25; 6/33,35,47,48,50,51,53,57,58,63; 8/21,24,51; 10/10; 11/25,26; 14/6,19; 17/2,3; 20/31 und anderwärts.   Das Gute und Wahre, und seine Verbindung 7623. Zweierlei ist es, was vom Herrn ausgeht, und daher in seinem Ursprung göttlich ist; das eine ist das Gute, das andere ist das Wahre. Daher sind es diese beiden, die im Himmel herrschen, ja den Himmel ausmachen: diese beiden werden in der Kirche Liebtätigkeit und Glaube genannt. 7624. Das Gute und Wahre ist, wenn es vom Herrn ausgeht, ganz und gar vereint, und zwar so vereint, daß beide nicht zwei, sondern eins ausmachen; daher sind diese zwei auch eins im Himmel, und weil sie eins sind im Himmel, deshalb ist der Himmel das Bild des Herrn. Ebenso würde auch die Kirche sein, wenn Liebtätigkeit und Glaube in derselben eins wären. 7625. Eine Vorstellung vom Guten der Liebtätigkeit und vom Wahren des Glaubens kann man sich durch die Sonne und ihr Licht bilden: wenn das von der Sonne ausgehende Licht mit der Wärme verbunden ist, was zur Zeit des Frühlings und Sommers der Fall ist, dann keimt und lebt alles auf Erden; wenn hingegen im Lichte keine Wärme ist, wie zur Winterzeit, dann erstarrt und erstirbt alles auf Erden. Im Worte wird der Herr auch mit der Sonne verglichen, und das mit dem Guten verbundene Wahre, das von Ihm ausgeht, wird mit dem Lichte verglichen. Im Worte wird das Wahre das Licht des Glaubens und das Gute der Liebe Feuer genannt. Die Liebe ist auch wirklich das Feuer des Lebens, und der Glaube das Licht des Lebens. 7626. Hieraus kann man sich auch eine Vorstellung vom Menschen der Kirche machen: wie er beschaffen ist, wenn bei ihm der Glaube mit der Liebtätigkeit verbunden ist, daß er nämlich wie ein Garten und Paradies ist; und wie er beschaffen ist, wenn bei ihm der Glaube nicht mit der Liebtätigkeit verbunden ist, daß er dann nämlich wie eine Wüste und ein mit Schnee bedecktes Land ist. 7627. Jeder Mensch kann schon aus dem Lichte seines natürlichen Menschen sehen, daß das Wahre und Gute übereinstimmen, wie auch, daß sie verbunden werden können; ebenso der Glaube und die Liebtätigkeit. Ferner daß das Wahre und Böse nicht übereinstimmen, und daß sie nicht verbunden werden können. Das gleiche bezeugt auch die Erfahrung selbst: wer im Bösen ist in Ansehung des Lebens, ist entweder im Falschen in betreff des Glaubens, oder in keinem Glauben, oder ganz und gar gegen den Glauben. Und was ein Geheimnis ist: wer im Bösen ist in Rücksicht des Lebens, der ist auch im Falschen seines Bösen, wiewohl er glaubt, er sei im Wahren. Daß er glaubt im Wahren zu sein, kommt daher, weil er in einem Beredungsglauben ist, worüber im Folgenden. 7752. Das Gute und Wahre ist es, worauf alles im Universum sich bezieht. Was sich nicht darauf bezieht, ist nicht in der göttlichen Ordnung; und was sich nicht auf beides zugleich bezieht, bringt nichts hervor; das Gute bringt hervor und das Wahre dient ihm als Mittel dazu. 7753. Das Folgende möge zur Erläuterung dienen, wie es sich mit dem geistig Guten und Wahren verhält, das Liebtätigkeit und Glauben genannt wird. Daß nämlich alles, was Sache der Kirche ist, sich auf diese beiden bezieht, und was sich nicht darauf bezieht, auch nichts von der Kirche in sich hat. Daß ferner, was nicht beides in sich enthält, keine Frucht hervorbringt, d.h. kein Gutes der Liebtätigkeit oder des Glaubens. 7754. Damit nämlich etwas hervorgebracht werde, müssen zwei Kräfte vorhanden sein: eine, welche die tätige, und eine, welche die leidende heißt. Die eine ohne die andere erzeugt nichts. Solche Lebenskräfte sind die Liebtätigkeit und der Glaube im Menschen der Kirche. 7755. Das erste der Kirche ist das Gute, das zweite ist das Wahre. D.h., das erste der Kirche ist die Liebtätigkeit, und das zweite ist der Glaube; denn das Wahre der Glaubenslehre ist (notwendig) wegen des Guten des Lebens. Der Zweck, um dessenwillen etwas besteht, ist das erste. 7756. Mit der Verbindung des Guten, das Sache der Liebtätigkeit, und des Wahren, das Sache des Glaubens ist beim Menschen, verhält es sich in folgender Weise: Das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist, dringt vermittels der Seele beim Menschen ein; das Wahre aber, das Sache des Glaubens ist, vermittels des Gehörs. Jenes fließt unmittelbar vom Herrn ein, dieses hingegen mittelbar durch das Wort. Deshalb wird der Weg, auf dem das Gute der Liebtätigkeit eindringt, der innere Weg genannt, und der Weg, auf dem das Glaubenswahre eintritt, der äußere Weg. Was auf dem inneren Weg eindringt, wird nicht wahrgenommen, weil es nicht deutlich in die Sinne fällt; was aber auf dem äußeren Wege eindringt, das wird wahrgenommen, weil es deutlich in die Sinne fällt; daher kommt es, daß dem Glauben das ganze der Kirche zugeschrieben wird. Anders bei denen, die wiedergeboren sind: bei ihnen wird das Gute der Liebtätigkeit deutlich wahrgenommen. 7757. Die Verbindung des Guten der Liebtätigkeit mit dem Wahren des Glaubens geschieht im Inneren des Menschen. Das Gute selbst, das vom Herrn einfließt, nimmt daselbst das Wahre auf und eignet es sich an, und bewirkt dadurch, daß beim Menschen das Gute gut, und das Wahre wahr ist, oder daß die Liebtätigkeit (wahre) Liebtätigkeit ist, und der Glaube wahrer Glaube. Ohne diese Verbindung ist die Liebtätigkeit keine Liebtätigkeit, sondern nur natürliche Güte, und der Glaube ist kein Glaube, sondern nur das Wissen solcher Dinge, die Sachen des Glaubens sind, und bisweilen nur eine Selbstberedung, daß etwas so sei, um dadurch Gewinn oder Ehre zu erlangen. 7758. Wenn aber das Wahre mit dem Guten verbunden ist, heißt es nicht mehr Wahres, sondern Gutes; somit heißt der Glaube, wenn er mit der Liebtätigkeit verbunden ist, nicht mehr Glaube, sondern Liebtätigkeit. Der Grund ist, weil der Mensch alsdann das Wahre will und tut, und was er will und tut, das wird sein Gutes genannt. 7759. Mit der Verbindung des Guten der Liebtätigkeit mit dem Glaubenswahren verhält es sich ferner so, daß dieses Gute seine Beschaffenheit vom Wahren empfängt, und das Wahre sein Wesen vom Guten. Daraus folgt, daß die Beschaffenheit des Guten sich gemäß den Wahrheiten verhält, mit denen es verbunden wird, deshalb wird das Gute echt, wenn das Wahre, mit dem es verbunden wird, echt ist. Echte Glaubenswahrheiten können aber nur innerhalb der Kirche sein, nicht so außerhalb derselben, denn innerhalb der Kirche ist das Wort. 7760. Außerdem empfängt auch das Gute der Liebtätigkeit seine Beschaffenheit durch die Menge der Glaubenswahrheiten; wie auch durch die Verknüpfung der einen Wahrheit mit der anderen. Auf diese Weise wird das geistig Gute beim Menschen gebildet. 7761. Man muß wohl unterscheiden zwischen dem geistig Guten und dem natürlich Guten: das geistig Gute hat seine Beschaffenheit von den Wahrheiten des Glaubens, von der Menge derselben und ihrer Verknüpfung; das natürlich Gute hingegen entsteht und tritt hervor durch Zufälligkeiten, z.B. durch Unglücksfälle, Krankheiten und dergleichen. Das natürlich Gute macht keinen selig, das geistig Gute aber macht alle selig. Der Grund ist, weil das Gute, das durch die Glaubenswahrheiten gebildet wird, die Grundlage ist, in welcher der Himmel, d.h. der Herr durch den Himmel einfließen, den Menschen führen und ihn vom Bösen abhalten, und nachher in den Himmel erheben kann. Beim natürlich Guten aber ist dies nicht der Fall. Deshalb können diejenigen, die im natürlich Guten sind, ebenso leicht vom Falschen, als vom Wahren hingerissen werden, wenn nur das Falsche in der Gestalt des Wahren erscheint; und ebenso leicht vom Bösen als vom Guten geführt werden, wenn nur das Böse sich als Gutes darstellt; sie sind wie Federn im Winde.   Vertrauen und Zuversicht 7762. Das Vertrauen oder die sogenannte Glaubenszuversicht, die auch Glaube genannt wird, ist kein geistiges Vertrauen oder Zuversicht, sondern ein natürliches. Das geistige Vertrauen oder Zuversicht hat sein Wesen und Leben aus dem Guten der Liebe, nicht aber aus dem (von der Liebe) getrennten Glaubenswahren. Das Vertrauen des getrennten Glaubens ist ein totes. Deswegen ist kein wahres Vertrauen möglich bei denen, die ein böses Leben geführt haben; auch selbst das Vertrauen, daß Seligmachung stattfinde durch das Verdienst des Herrn, wie auch immer das Leben gewesen sei, ist nicht aus dem Wahren.   Der Mensch kann aufwärts (zum Herrn) oder abwärts (zu sich) blicken 7814. Der Mensch ist so geschaffen, daß er aufwärts oder über sich blicken kann und auch abwärts oder unter sich. Aufwärts blicken heißt auf den Nächsten blicken, auf das Vaterland, auf die Kirche, zum Himmel, besonders zum Herrn; unter sich blicken heißt zur Erde, zur Welt, und besonders auf sich blicken. 7815. Auf den Nächsten, auf das Vaterland und auf die Kirche blicken, heißt über sich blicken, weil es soviel ist als auf den Herrn schauen; denn der Herr ist in der Liebtätigkeit, und Sache der Liebtätigkeit ist es auch, den Nächsten sehen, auch das Vaterland und die Kirche, d.h. ihnen wohl wollen. Diejenigen aber blicken unter sich, die sich davon abwenden und nur sich wohlwollen. 7816. Über sich blicken heißt auch erhoben werden vom Herrn; denn niemand kann den Blick über sich erheben, wenn er nicht von Dem erhoben wird, der oben ist. Hingegen unter sich blicken geht vom Menschen aus, weil er sich dann nicht erheben läßt. 7817. Die, welche im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens sind, blicken über sich, weil sie vom Herrn erhoben werden. Die aber, die nicht im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens sind, blicken unter sich, weil sie nicht vom Herrn erhoben werden. Der Mensch blickt dann unter sich, wenn er den Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn auf sich hinwendet. Wer das vom Herrn einfließende Gute und Wahre auf sich hinwendet, sieht sich und die Welt vor sich, aber den Herrn mit Seinem Guten und Wahren sieht er nicht, weil diese ihm im Rücken sind; daher kommen sie für ihn in solches Dunkel, daß er sich nicht darum kümmert, und zuletzt sie leugnet. 7818. Unter dem Blicken nach oben und nach unten wird verstanden, "zum Zweck haben" oder "über alles lieben", somit wird unter dem Blicken nach oben verstanden: das, was dem Herrn und dem Himmel angehört, zum Zwecke haben und über alles lieben; und durch den Blick nach unten wird verstanden: das, was dem eigenen Ich und der Welt angehört, über alles lieben und zum Zweck haben. Das Innere des Menschen wendet sich auch wirklich dahin, wohin seine Liebe sich wendet. 7819. Der Mensch, der im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens ist, liebt auch sich und die Welt, jedoch nicht anders, als wie man die Mittel zum Zweck liebt; bei ihm hat die Liebe zu sich den Herrn im Auge, denn er liebt sich als Mittel zu dem Zweck, dem Herrn dienen zu können, und die Liebe zur Welt hat bei ihm die Liebe zum Nächsten im Auge, denn er liebt die Welt nur als Mittel um des Zweckes willen, damit er dem Nächsten dienen könne. Wenn also das Mittel um des Zweckes willen geliebt wird, dann wird nicht das Mittel geliebt, sondern der Zweck. 7820. Daraus kann man ersehen, daß die, welche in der Herrlichkeit der Welt sind, d.h. vor anderen in Hoheit und Wohlstand, ebenso über sich blicken können zum Herrn, wie die, welche nicht in Hoheit und Wohlstand sind; denn dann blicken sie über sich, wenn sie Hoheit und Wohlstand als Mittel betrachten, und nicht als Zweck. 7821. Über sich blicken ist dem Menschen eigen, unter sich blicken aber ist den Tieren eigen. Daraus folgt, daß der Mensch in dem Maße, als er unter sich oder abwärts blickt, ein Tier ist; und auch ein Bild der Hölle; und daß er, in dem Maße als er aufwärts oder über sich blickt, ein Mensch und auch ein Bild des Herrn ist.   Liebtätigkeit und Glaube 8033. Was Liebtätigkeit und was Glaube sei beim Menschen, soll nun gesagt werden: Liebtätigkeit ist eine innere Neigung, die darin besteht, daß man dem Nächsten von Herzen Gutes tun will, so daß dies der Lustreiz (oder die Freude) des Lebens ist, und zwar ohne Hinblick auf Vergeltung. 8034. Der Glaube aber ist eine innere Neigung, die darin besteht, daß man von Herzen zu erkennen wünscht, was wahr und was gut ist, und zwar nicht wegen der Lehre als des Zweckes, sondern um des Lebens willen. Diese Neigung verbindet sich mit der Neigung der Liebtätigkeit dadurch, daß man dem Wahren gemäß handeln, somit das Wahre selbst tun will. 8035. Diejenigen, die in der echten Neigung der Liebtätigkeit und des Glaubens sind, glauben, daß sie nichts Gutes aus sich wollen, und daß sie nichts Wahres aus sich verstehen, sondern daß das Wollen des Guten und das Verständnis des Wahren vom Herrn sei. 8036. Das ist also Liebtätigkeit, und das ist Glaube. Die in diesen (beiden) sind, haben in sich das Reich des Herrn und den Himmel, und in ihnen ist die Kirche. Sie sind es auch, die vom Herrn wiedergeboren sind, und von Ihm einen neuen Willen und einen neuen Verstand empfangen haben. 8037. Die, welche die Liebe zu sich und die Liebe zur Welt zum Zweck haben, können nimmermehr in der Liebtätigkeit und im Glauben sein. Die in solchen Arten der Liebe sind, wissen nicht einmal, was Liebtätigkeit und was Glaube ist, und begreifen gar nicht, daß dem Nächsten Gutes wollen ohne Wiedervergeltung der Himmel im Menschen sei, und daß dieser Neigung eine so große Glückseligkeit innewohne, wie die der Engel, die unaussprechlich ist; denn sie glauben, wenn man sie der Freude beraube, die aus der Herrlichkeit der Ehrenstellen und des Wohlstandes stammt, dann gebe es keine Freude mehr (für sie), während doch dann erst die himmlische Freude anfängt, die unaussprechlich (über jene) hinausgeht. 8120. Man glaubt, die Liebtätigkeit bestehe darin, den Armen zu geben, dem Dürftigen Hilfe zu leisten, und jedermann Gutes zu tun, gleichwohl aber besteht die echte Liebtätigkeit darinnen, daß man mit Klugheit handelt, und zwar in der Absicht, damit Gutes daraus hervorgehe: Wer einem böswilligen Armen oder Dürftigen Hilfe leistet, der tut durch ihn dem Nächsten Böses; denn durch die Hilfe, die er ihm leistet, bestärkt er ihn im Bösen und verschafft ihm die Mittel, anderen Böses zu tun; anders, wer dem Guten Hilfe leistet. 8121. Die Liebtätigkeit gegen den Nächsten erstreckt sich aber viel weiter als auf die Armen und Dürftigen. Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, recht zu tun in jedem Werk, und seine Pflicht (zu erfüllen) in jedem Berufe: Wenn der Richter Gerechtigkeit handhabt um des Gerechten willen, übt er Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Wenn er den Schuldigen bestraft und den Unschuldigen freispricht, übt er Liebtätigkeit gegen den Nächsten; denn auf diese Weise sorgt er für seine Mitbürger, für sein Vaterland und auch für das Reich des Herrn: dadurch nämlich, daß er das Gerechte um der Gerechtigkeit willen tut, (sorgt er) für das Reich des Herrn, indem er den Unschuldigen freispricht, sorgt er für seine Mitbürger, und indem er den Schuldigen bestraft, für sein Vaterland. Der Geistliche, der das Wahre lehrt und zum Guten führt um des Wahren und Guten willen, übt Liebtätigkeit; wer aber solches nur um seinet- und um der Welt willen tut, übt nicht Liebtätigkeit, weil er nicht den Nächsten sondern sich selbst liebt. 8122. Ebenso verhält es sich mit allen übrigen, mögen sie in irgendeinem Amte sein oder nicht: so z.B. mit den Kindern gegen die Eltern und mit den Eltern gegen die Kinder, mit den Dienern gegen ihre Herren und mit den Herren gegen ihre Diener, mit den Untertanen gegen den König und mit dem König gegen die Untertanen; wer von diesen seine Pflicht erfüllt aus Pflichtgefühl und das Gerechte tut aus Gerechtigkeit, der übt Liebtätigkeit. 8123. Dies alles gehört zur Liebtätigkeit gegen den Nächsten, weil jeder Mensch der Nächste ist, aber in verschiedener Weise: Nr. 6818. Eine kleinere und größere Gesellschaft ist der Nächste in höherem Grade: Nr. 6819, 6820; mehr noch ist das Vaterland der Nächste: Nr. 6819, 6821; noch mehr die Kirche: Nr. 6819, 6822; und noch mehr das Reich des Herrn: Nr. 6819, 6823; aber mehr als alle der Herr: Nr. 6819, 6824. Im ganz allgemeinen Sinne ist das Gute, das vom Herrn ausgeht, der Nächste: Nr. 6706, 6711; folglich auch das Gerechte und Rechte. Deshalb liebt jeder, wer irgendwelches Gute tut um des Guten willen, und Gerechtes um der Gerechtigkeit willen, den Nächsten und übt Liebtätigkeit; denn er tut es aus Liebe zum Guten und Gerechten und also aus Liebe zu denen, in denen das Gute und Gerechte ist. Wer hingegen Ungerechtes tut um irgendeines Gewinnes willen, der haßt den Nächsten. 8124. Wer in Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist aus innerer Neigung, bei dem ist in jedem einzelnen, was er denkt und redet, und was er will und tut, Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Man kann sagen, daß der Mensch oder der Engel in Ansehung seines Inneren Liebtätigkeit sei, wenn das Gute ihm der Nächste ist. So weit erstreckt sich die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. 8252. Der Mensch der Kirche muß ein Leben der Frömmigkeit und ein Leben der Liebtätigkeit haben, und beide müssen verbunden sein, denn ein Leben der Frömmigkeit ohne ein Leben der Liebtätigkeit nützt zu nichts, aber dieses mit jenem vereinigt, ist zu allem nütze. 8253. Das Leben der Frömmigkeit besteht darin, daß man fromm denkt und fromm redet, fleißig dem Gebete obliegt, sich demütig benimmt, häufig die Kirche besucht und dabei die Predigten andächtig anhört, mehrmals im Jahr das heilige Abendmahl feiert, und ebenso die anderen gottesdienstlichen Handlungen nach den Satzungen der Kirche vollzieht. Das Leben der Liebtätigkeit aber besteht darin, daß man dem Nächsten wohl will und Gutes erweist, bei jedem Werke nach Gerechtigkeit und Billigkeit, und aus dem Guten und Wahren handelt, desgleichen in jedem Berufe. Mit einem Worte, das Leben der Liebtätigkeit besteht im Vollbringen nützlicher Handlungen, d.h. in Nutzleistungen. 8254. Die eigentlichste Verehrung des Herrn besteht in einem Leben der Liebtätigkeit, nicht aber in einem Leben der Frömmigkeit ohne jenes. Ein Leben der Frömmigkeit führen ohne das Leben der Liebtätigkeit heißt: für sich allein sorgen und bedacht sein, und nicht für den Nächsten. Hingegen ein Leben der Frömmigkeit führen vereint mit dem Leben der Liebtätigkeit heißt: für sich sorgen um des Nächsten willen. Jenes Leben geht hervor aus der Liebe zu sich, dieses aber aus der Liebe zum Nächsten. HG 8255 8255. Daß im Tun des Guten die Verehrung des Herrn besteht, erhellt aus den Worten des Herrn Matth.7/24,26: "Ein jeglicher, der diese Meine Worte hört und sie tut, den vergleiche Ich einem klugen Manne; jeder aber, der diese Meine Worte hört und sie nicht tut, der ist einem törichten Manne gleich". 8256. Der Mensch ist auch wirklich so beschaffen wie das Leben seiner Liebtätigkeit, nicht aber so, wie das Leben seiner Frömmigkeit ohne jenes. Daher bleibt das Leben der Liebtätigkeit dem Menschen in Ewigkeit, das Leben der Frömmigkeit aber nur so weit, als dieses mit jenem übereinstimmt. Daß das Leben der Liebtätigkeit dem Menschen in Ewigkeit bleibt, erhellt auch aus den Worten des Herrn bei Matth.16/27: "Des Menschen Sohn wird kommen in der Herrlichkeit Seines Vaters mit Seinen Engeln, und dann wird Er einem jeglichen vergelten nach seinen Werken"; und bei Joh.5/29: "Es werden hervorgehen, die Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben zur Auferstehung des Gerichts"; ferner aus dem, was bei Matth.25/31-46 steht. 8257. Unter dem Leben, durch das der Herr hauptsächlich verehrt wird, wird im Worte das Leben nach seinen Geboten verstanden, denn durch diese weiß der Mensch, was Glaube und was Liebtätigkeit ist; dieses Leben ist das christliche Leben und wird das geistige Leben genannt. Ein Leben hingegen nach den Gesetzen des Gerechten und Ehrbaren ohne jenes ist ein bürgerliches und moralisches Leben; dieses Leben macht, daß der Mensch ein Weltbürger ist, jenes aber, daß er ein Himmelsbürger ist.   Sündenbekenntnis und Buße 8387. Wer selig werden will, muß seine Sünden bekennen und Buße tun. 8388. Die Sünden bekennen heißt, das Böse erkennen, es bei sich sehen, es anerkennen, sich schuldig fühlen und darum sich selbst verdammen. Wenn dies vor Gott geschieht, dann ist ein (wahrhaftes) Bekennen der Sünden. 8389. Buße tun heißt, nachdem man seine Sünden in solcher Weise bekannt und mit demütigem Herzen um Vergebung gefleht hat, von denselben ablassen und ein neues Leben nach den Geboten des Glaubens führen. 8390. Wer nur im allgemeinen anerkennt, daß er ein Sünder sei, und sich alles Bösen für schuldig hält, aber sich nicht erforscht, d.h. seine Sünden sieht, der legt ein Bekenntnis ab, aber kein Bekenntnis der Buße, denn er lebt nachher, wie zuvor. 8391. Wer ein Glaubensleben führt, der tut täglich Buße, denn er denkt über das Böse nach, das in ihm ist, erkennt es als solches, hütet sich vor demselben und bittet den Herrn um Hilfe; denn aus sich selbst fällt der Mensch beständig, aber vom Herrn wird er fortwährend wieder aufgerichtet. Aus sich fällt er, wenn er daran denkt, etwas Böses zu wollen, und vom Herrn wird er aufgerichtet, wenn er dem Bösen widersteht und es deshalb nicht tut. In einem solchen Zustande befinden sich alle, die im Guten sind. Die aber im Bösen sind, fallen beständig, und werden zwar auch beständig vom Herrn aufgerichtet, jedoch nur, damit sie nicht in die allerschlimmste Hölle fallen, wohin sie mit aller Kraft streben, sondern in eine mildere. 8392. Die Buße, die im Zustand der Freiheit stattfindet, hat Wert, aber (die Buße) im Zustand des Zwanges hat keinen Wert. Ein Zustand des Zwanges ist der Zustand der Krankheit, der Zustand der Niedergeschlagenheit wegen eines Unglücksfalles, der Zustand des herannahenden Todes, kurz, jeder Zustand der Furcht, der den Gebrauch der gesunden Vernunft stört. Wer böse ist, und in einem erzwungenen Zustand Buße verspricht, und auch Gutes tut, der kehrt, wenn er wieder in den Zustand der Freiheit kommt, zu seinem früheren bösen Leben zurück. Anders verhält es sich mit dem guten Menschen, für ihn sind jene Zustände Zustände einer Versuchung, in der er siegt. 8393. Eine Buße mit dem Munde, aber nicht mit dem Leben ist keine Buße. Durch die Buße des Mundes werden die Sünden nicht vergeben, sondern durch die Buße des Lebens. Die Sünden werden dem Menschen beständig vom Herrn vergeben, denn Er ist die Barmherzigkeit selbst, allein die Sünden kleben dem Menschen an, wie sehr er auch meint, daß sie vergeben seien, und sie werden auch nicht von ihm entfernt, außer durch ein Leben nach den Geboten des Glaubens; inwieweit er diesen gemäß lebt, insoweit werden die Sünden entfernt, und in dem Maße, als sie entfernt werden, sind sie ihm vergeben; denn der Mensch wird durch den Herrn vom Bösen abgehalten und im Guten gehalten. Er kann aber im anderen Leben nur so weit vom Bösen abgehalten werden, als er im Leben des Körpers dem Bösen widerstanden hat, und nur so weit kann er dann im Guten gehalten werden, als er im Leben des Körpers aus Neigung das Gute getan hat. Hieraus kann erhellen, was die Vergebung der Sünden sei und woher sie komme. Wer da glaubt, daß die Sünden auf andere Weise vergeben werden, der irrt sich sehr. 8394. Wenn der Mensch sich erforscht, seine Sünden anerkannt und Buße getan hat, muß er im Guten bleiben bis an sein Lebensende. Wenn er aber hernach wieder in sein früheres böses Leben zurückfällt, und dieses lieb gewinnt, dann begeht er eine Entweihung, denn dann verbindet er das Böse mit dem Guten; dadurch wird sein späterer Zustand schlimmer als sein früherer, nach den Worten des Herrn: "Wenn aber der unreine Geist ausgefahren ist vom Menschen, durchwandert er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht; da spricht er denn: Ich will zurückkehren in mein Haus, von dem ich ausgegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leerstehen, gefegt und geschmückt; alsdann geht er hin, und nimmt zu sich sieben andere Geister, die schlimmer sind als er selbst, und wenn sie hereingekommen sind, wohnen sie daselbst, und das letzte desselbigen Menschen wird schlimmer als das erste": Matth.12/43-45.   Erbsünde 8548. Wer kein geistiges Leben aufnimmt, d.h., wer nicht vom Herrn von neuem geboren wird, kann nicht in den Himmel kommen. Dies lehrt der Herr bei Joh.3/3: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, so jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen". 8549. Der Mensch wird von seinen Eltern nicht in das geistige, sondern in das natürliche Leben geboren. Geistiges Leben heißt: Gott über alles lieben, und den Nächsten wie sich selbst; und zwar gemäß den Geboten des Glaubens, die der Herr im Worte gelehrt hat. Natürliches Leben aber heißt: sich und die Welt mehr als den Nächsten lieben, ja mehr als Gott selbst. 8550. Jeder Mensch wird in das Böse der Selbst- und Weltliebe von seinen Eltern geboren. Jedes Böse, das durch Gewohnheit gleichsam zur Natur geworden ist, geht auf die Nachkommenschaft über; also allmählich von den Eltern, den Großeltern und Urgroßeltern in langer aufsteigender Reihenfolge; daher wird die Übertragung des Bösen zuletzt so groß, daß alles eigene Leben des Menschen nichts als Böses ist. Diese beständige Ableitung und Vererbung wird nicht unterbrochen oder verändert, außer durch ein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit vom Herrn. 8551. Was der Mensch aus Vererbung an sich hat, dahin neigt er sich beständig und in dieses verfällt er: daher befestigt er selbst dieses Böse bei sich und fügt auch aus sich noch mehr hinzu. 8552. Dieses Böse ist dem geistigen Leben ganz entgegengesetzt, es zerstört dasselbe; denn dann will der Mensch nichts anderes, und denkt daher auch auf nichts anderes, als was der Hölle angehört. Deshalb kommt der Mensch in Verdammnis, wenn er nicht vom Herrn in Ansehung des geistigen Lebens von neuem empfangen, von neuem geboren und von neuem erzogen, d.h. von neuem geschaffen wird. 8553. Ist aber der Mensch so beschaffen, dann ist die Ordnung des Lebens bei ihm umgekehrt: was herrschen soll, das dient, und was dienen soll, das herrscht. Diese Ordnung muß beim Menschen gänzlich umgekehrt werden, damit er selig werde, und dies geschieht durch die Wiedergeburt vom Herrn.   Wiedergeburt 8635. Niemand kann wiedergeboren werden, wenn er nicht Kenntnis von dem hat, was zum neuen Leben, d.h. zum geistigen Leben gehört, denn in dieses Leben wird der Mensch durch die Wiedergeburt eingeführt. Zum neuen oder geistigen Leben gehören die Wahrheiten, die man glauben, und das Gute, das man tun muß. Jene sind Sache des Glaubens, dieses Sache der Liebtätigkeit. 8636. Diese Dinge kann niemand aus sich wissen, denn der Mensch begreift nur das, was vor seinen Sinnen erscheint; daraus erwirbt er sich das Licht, welches das natürliche Licht genannt wird, und aus diesem sieht er nichts, als was der Welt und ihm selbst angehört, nicht aber, was dem Himmel und Gott angehört; letzteres muß er aus der Offenbarung erlernen. 8637. So z.B. daß der Herr, der von Ewigkeit Gott ist, in die Welt kam, um das menschliche Geschlecht selig zu machen; daß Er alle Macht hat im Himmel und auf Erden; daß aller Glaube und alle Liebtätigkeit, also alles Wahre und Gute von Ihm ist; daß es einen Himmel und eine Hölle gibt; daß der Mensch in Ewigkeit fortleben muß, wenn er gut gehandelt hat, im Himmel, wenn böse, in der Hölle. 8638. Dieses und vieles andere sind (Wahrheiten) des Glaubens, die der Mensch, der wiedergeboren werden soll, wissen muß; denn wer sie weiß, kann darüber denken, hernach sie wollen, und schließlich auch danach handeln, und so das neue Leben erlangen. 8639. Wer z.B. nicht weiß, daß der Herr der Erlöser (oder Seligmacher) des menschlichen Geschlechtes ist, kann keinen Glauben an Ihn haben, Ihn nicht anbeten, Ihn nicht lieben, also nicht das Gute um Seinetwillen tun. Wer nicht weiß, daß alles Gute von Ihm ist, kann nicht denken, daß seine Gerechtigkeit und sein Heil von Ihm stammt, noch weniger kann er wollen, daß es so sei; mithin kann er auch nicht aus Ihm leben. Wer nicht weiß, daß es eine Hölle gibt, einen Himmel und ein ewiges Leben, der kann nicht einmal an das Leben des Himmels denken, noch weniger sich bemühen, es aufzunehmen, und so ist es auch mit dem übrigen. 8640. Hieraus kann erhellen, wie das Leben des Wiedergeborenen beschaffen ist, daß es nämlich ein Glaubensleben ist; ferner daß dieses dem Menschen nicht gegeben werden kann, bevor er in dem Zustand ist, daß er die Glaubenswahrheiten anerkennen, und so weit er sie anerkennt, auch wollen kann.   Der innere und äußere Mensch müssen wiedergeboren werden 8742. Ein jeder hat einen inneren Menschen und einen äußeren Menschen. Der Innere ist es, welcher der geistige Mensch genannt wird, und der Äußere der natürliche Mensch. Beide müssen wiedergeboren werden, damit der Mensch wiedergeboren sei. 8743. Beim nicht wiedergeborenen Menschen herrscht der äußere oder natürliche Mensch, und der innere oder geistige dient. Beim wiedergeborenen Menschen dagegen herrscht der innere oder geistige Mensch, und der äußere oder natürliche dient. Diese Umkehrung kann auf keine Weise zustandekommen außer durch die Wiedergeburt vom Herrn. 8744. Wenn der äußere Mensch nicht wiedergeboren ist, findet er alles Gute in Vergnügungen, im Gewinn, im Stolz, und bricht in Haß und Rache gegen diejenigen aus, die sich ihm widersetzen; und dann stimmt der innere Mensch nicht nur bei, sondern er liefert auch Vernunftgründe, die jenen bestärken und fördern. So dient dann der innere Mensch, und der äußere herrscht. 8745. Wenn aber der äußere Mensch wiedergeboren ist, setzt der innere alles Gute darein, gut vom Nächsten zu denken, und ihm wohl zu wollen, und der äußere setzt es darein, gut von ihm zu reden und gut gegen ihn zu handeln; und schließlich haben beide zum Zweck, den Nächsten zu lieben und den Herrn zu lieben, und nicht wie früher, sich selbst zu lieben und die Welt zu lieben. Alsdann dient der äußere oder natürliche Mensch, und der innere oder geistige herrscht. 8746. Der innere Mensch wird zuerst vom Herrn wiedergeboren, und nachher erst der äußere. Und zwar dieser durch jenen. Der innere Mensch wird dadurch wiedergeboren, daß er das denkt, was Sache des Glaubens ist, und es auch will, der äußere aber durch ein dem gemäßes Leben. Das Leben des Glaubens ist aber die Liebtätigkeit. 8747. Der wiedergeborene Mensch ist seinem inneren Menschen nach im Himmel, und hier ein Engel mit den Engeln, unter die er auch nach dem Tode kommt. Derselbe kann alsdann ein himmlisches Leben führen, den Herrn lieben, den Nächsten lieben, das Wahre verstehen, am Guten Freude haben, und die daraus hervorgehende Seligkeit empfinden. Das ist aber die Seligkeit des ewigen Lebens. 8853. Ein jeder Mensch hat sein Eigenes (proprium), das er über alles liebt; dieses wird das Herrschende, oder, wenn man will, das allgemein Herrschende bei ihm genannt. Es ist beständig gegenwärtig in seinem Denken, und auch zugleich in seinem Willen, und bildet sein eigentlichstes Leben. 8854. Wie zum Beispiel: Wer Reichtümer über alles liebt, sei es nun Geld oder Besitz, der denkt fortwährend daran, auf welche Weise er sich dieselben verschaffen könne. Er freut sich aufs innigste, wenn er sie erwirbt, und betrübt sich aufs innigste, wenn er sie verliert; sein Herz ist in ihnen. Wer sich selbst über alles liebt, der findet sich in allen Dingen, er denkt an sich, er redet von sich, er handelt um seinetwillen, denn sein Leben ist das Leben seines Ichs. 8855. Der Mensch hat zu seinem Zweck, was er über alles liebt; dies hat er bei allem und jedem im Auge. Es ist in seinem Willen wie die verborgene Strömung eines Flusses, welche ihn zieht und fortreißt, auch wenn er an etwas anderes denkt, denn es ist das ihn Beseelende. Von solcher Art ist das, was der eine Mensch beim anderen erforscht, und auch sieht, und gemäß dem er ihn entweder leitet, oder übereinstimmend mit ihm handelt. 8856. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann wird (ihm) Liebtätigkeit durch den Glauben eingepflanzt, bis sie das Herrschende wird, und wenn die Liebtätigkeit herrschend geworden ist, dann hat er ein neues Leben, denn alsdann ist sie beständig gegenwärtig in seinem Denken und beständig in seinem Wollen, ja im einzelnsten derselben, auch wenn er über andere Dinge nachdenkt und in Geschäften ist. 8857. Ebenso verhält es sich mit der Liebe zum Herrn. Ist diese Liebe das Herrschende, dann ist sie im einzelnen des Lebens gegenwärtig. So z.B., wer seinen König liebt oder seinn Verwandten, bei dem leuchtet die Liebe zu ihnen in ihrer Gegenwart aus allen Zügen seines Angesichts hervor, man hört sie im einzelnen seiner Rede, und sie erscheint im einzelnen seines Benehmens. Dies wird verstanden, (wenn man sagt), den Herrn beständig vor Augen haben und Ihn über alles lieben, von ganzer Seele und von ganzem Herzen. 8858. Der Mensch ist ganz so, wie das Herrschende seines Lebens; durch dieses unterscheidet er sich von anderen; gemäß demselben bildet sich sein Himmel, wenn er gut ist, und seine Hölle, wenn er böse ist; denn dasselbe ist sein innerster Wille, und somit das eigentliche Sein seines Lebens, das nach dem Tode nicht verändert werden kann. Hieraus erhellt, wie das Leben beim Wiedergeborenen beschaffen ist, und wie beim Nicht-Wiedergeborenen.   Versuchungen 8958. Diejenigen, die wiedergeboren werden, erleiden Versuchungen. 8959. Die Versuchungen sind geistige Kämpfe im Menschen; denn sie sind Kämpfe zwischen dem Bösen, das in ihm von der Hölle ist, und dem Guten, das in ihm vom Herrn ist. 8960. Die Versuchung wird von den bösen Geistern, die beim Menschen in seinem Bösen und Falschen wohnen, herbeigeführt, diese regen sein Böses auf und klagen ihn an. Aber die Engel vom Herrn, die in seinem Guten und Wahren wohnen, rufen die Glaubenswahrheiten, die bei ihm sind, hervor, und verteidigen (ihn). 8961. In den Versuchungen handelt es sich um die Herrschaft des Bösen, das beim Menschen von der Hölle herstammt, und des Guten, das bei ihm vom Herrn ist. Das Böse, das herrschen will, ist im natürlichen oder äußeren Menschen, das Gute aber ist im geistigen oder inneren; daher kommt es, daß es sich in den Versuchungen auch um die Herrschaft des einen über den anderen handelt. Wenn das Böse siegt, dann herrscht der natürliche Mensch über den geistigen; wenn aber das Gute siegt, dann herrscht der geistige Mensch über den natürlichen. 8962. Diese Kämpfe werden geführt durch die Glaubenswahrheiten aus dem Wort; aus ihnen muß der Mensch wider das Böse und das Falsche kämpfen; wenn er statt aus diesem aus etwas anderem kämpft, siegt er nicht, weil der Herr nicht in anderem ist. 8963. Weil dieser Kampf durch die Glaubenswahrheiten, die aus dem Worte sind, sich vollzieht, darum wird der Mensch nicht früher zum Kampfe zugelassen, als bis er in den Erkenntnissen des Wahren und Guten ist, und durch diese einiges geistige Leben erlangt hat; deshalb treten auch diese Kämpfe nicht eher beim Menschen ein, als bis er zu einem reiferen Alter gelangt ist. 8964. Wer keine Glaubenswahrheiten in sich hat, vermittelst deren er kämpfen kann, und somit auch kein geistiges Leben aus ihnen besitzt, wird zu keinem Kampf zugelassen, weil er sonst unterliegt; und wenn der Mensch unterliegt, wird sein Zustand nach der Versuchung schlimmer als er vorher war, weil dann das Böse sich eine Macht über das Gute, und das Falsche über das Wahre verschafft hat. 8965. Weil heutzutage der Glaube selten ist (denn die Kirche geht ihrem Ende entgegen), deshalb haben heutzutage nur wenige geistige Versuchungen zu bestehen; daher kommt es, daß man kaum weiß, was sie sind, und wozu sie nützen. 8966. Die Versuchungen nützen zur Befestigung der Glaubenswahrheiten, wie auch dazu, um sie in den Willen einzupflanzen und einzuprägen, so daß sie zum Guten der Liebtätigkeit werden. Der Mensch kämpft nämlich, wie oben gesagt wurde, aus den Glaubenswahrheiten gegen das Böse und Falsche, und weil sein Gemüt dann in den Wahrheiten ist, wenn er siegt, so befestigt er sich in demselben und pflanzt sie ein; auch erkennt er dann das Böse und Falsche, das ihn angegriffen hat, als seinen Feind und stößt es von sich zurück. Durch die Versuchungen werden auch die Begierden, die aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe stammen, bezähmt, und der Mensch selbst wird gedemütigt. Dadurch wird er geschickt zur Aufnahme des himmlischen Lebens vom Herrn. Dieses Leben ist aber das neue Leben, das dem Wiedergeborenen zuteil wird. 8967. Weil nun durch die Versuchungen die Glaubenswahrheiten befestigt werden, das Gute der Liebtätigkeit eingepflanzt wird, und auch die Begierden des Bösen bezähmt werden, so folgt daraus, daß durch die Versuchungen für den geistigen oder inneren Menschen die Herrschaft über den natürlichen oder äußeren, somit für das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens (die Herrschaft) über das Böse der Selbstliebe und der Weltliebe erworben wird. Wenn dies geschehen ist, erlangt der Mensch Erleuchtung und ein Innewerden darüber, was wahr und was gut, ferner was böse und falsch ist; und dadurch Einsicht und Weisheit, die nachher von Tag zu Tag zunehmen. 8968. Wenn der Mensch durch die Glaubenswahrheiten zum Guten der Liebtätigkeit geführt wird, dann erleidet er Versuchungen; wenn er aber im Guten der Liebtätigkeit ist, hören die Versuchungen auf, denn dann ist er im Himmel. 8969. In den Versuchungen muß der Mensch wider das Böse und Falsche wie aus sich kämpfen, gleichwohl aber glauben, daß es aus dem Herrn geschieht; wenn er dies nicht während der Versuchung selbst glaubt, weil er dann darüber im Dunkeln ist, so muß er es doch nach derselben glauben. Wenn der Mensch nach der Versuchung nicht glaubt, daß der Herr allein für ihn gekämpft und für ihn gesiegt hat, so hat er nur eine äußere Versuchung bestanden; eine solche Versuchung dringt aber nicht tief ein, und läßt auch nichts vom Glauben und von der Liebtätigkeit in ihm Wurzel fassen.   Das Gewissen 9112. Was das Gewissen ist, soll jetzt gesagt werden. Das Gewissen bildet sich beim Menschen aus der Religion, die er hat, je nachdem er sie innerlich in sich aufnimmt. 9113. Das Gewissen beim Menschen der Kirche bildet sich durch die Wahrheiten des Glaubens aus dem Wort, oder vermöge der Lehre aus dem Wort, gemäß der Aufnahme derselben im Herzen; denn wenn der Mensch die Wahrheiten des Glaubens kennt, und sie nach seiner Weise begreift und nachher sie will und auch tut, dann bekommt er ein Gewissen; die Aufnahme im Herzen ist (die Aufnahme) in den Willen, denn der Wille des Menschen ist es, was Herz genannt wird. 9114. Daher kommt es, daß die, welche ein Gewissen haben, von Herzen reden, was sie reden, und von Herzen tun, was sie tun. Sie haben auch wirklich kein geteiltes Gemüt, denn sie handeln dem gemäß, was sie für wahr und gut halten, und auch nach dem, was sie verstehen. Daher kann sich bei denjenigen, die in den Wahrheiten des Glaubens vor anderen erleuchtet sind, und ein klares Innewerden haben vor anderen, ein vollkommeneres Gewissen bilden als bei denen, die weniger erleuchtet sind, und ein dunkles Innewerden haben. 9115. Diejenigen haben ein Gewissen, die einen neuen Willen vom Herrn empfangen haben. Dieser Wille ist eben das Gewissen. Gegen das Gewissen handeln, heißt deshalb, gegen jenen Willen handeln. Und weil das Gute der Liebtätigkeit den neuen Willen macht, so macht auch das Gute der Liebtätigkeit das Gewissen. 9116. Weil das Gewissen, wie Nr. 9113 gesagt wurde, sich durch die Wahrheiten des Glaubens bildet, wie auch der neue Wille und die Liebtätigkeit, so kommt es auch daher, daß gegen die Wahrheiten des Glaubens handeln soviel ist als gegen das Gewissen handeln. 9117. Weil der Glaube und die Liebtätigkeit, die vom Herrn kommen, das geistige Leben des Menschen machen, so kommt es auch daher, daß gegen das Gewissen handeln soviel ist als gegen jenes Leben handeln. 9118. Weil also gegen das Gewissen handeln soviel ist als gegen den neuen Willen, gegen die Liebtätigkeit und gegen die Wahrheiten des Glaubens handeln, mithin gegen das neue Leben, das der Mensch vom Herrn hat, so wird hieraus klar, daß der Mensch in der Ruhe des Friedens und in innerer Glückseligkeit ist, wenn er nach seinem Gewissen handelt; und daß er Unruhe und auch Schmerz empfindet, wenn er gegen dasselbe handelt; dieser Schmerz ist das, was man Gewissensbisse nennt. 9119. Der Mensch hat ein Gewissen für das Gute und ein Gewissen für das Gerechte. Das Gewissen für das Gute ist das Gewissen des inwendigen Menschen, und das Gewissen für das Gerechte ist das Gewissen des äußeren Menschen. Das Gewissen für das Gute ist: tun nach den Geboten des Glaubens aus innerer Neigung; das Gewissen für das Gerechte aber ist: tun nach den bürgerlichen und sittlichen Gesetzen aus äußerer Neigung. Diejenigen, die ein Gewissen für das Gute haben, haben auch ein Gewissen für das Gerechte; die dagegen, die nur ein Gewissen für das Gerechte haben, sind befähigt, das Gewissen für das Gute aufzunehmen, und nehmen es auch auf, wenn sie belehrt sind. 9120. Beispiele mögen noch erläutern, was das Gewissen ist: Wer die Güter eines anderen in Besitz hat, ohne daß es der andere weiß, und daher dieselben sich zu Nutzen machen kann, ohne daß er das Gesetz, die Einbuße der Ehre und des guten Namens fürchten darf, sie aber dennoch dem anderen zurückgibt, weil sie ihm nicht gehören, der hat ein Gewissen, denn er tut das Gute um des Guten willen, und das Gerechte um des Gerechten willen. Ein anderes Beispiel: Wer ein Amt erlangen kann, aber einsieht, daß ein anderer, der sich auch darum bewirbt, dem Vaterland nützlicher ist, und deshalb dem anderen die Stelle überläßt um des Besten des Vaterlandes willen, der hat ein Gewissen. So auch in den übrigen Fällen. 9121. Aus diesem kann man schließen, von welcher Art diejenigen sind, die kein Gewissen haben; sie werden aus dem Gegensatz erkannt: diejenigen unter ihnen, die des Gewinnes wegen irgend etwas tun, damit das Ungerechte als gerecht und das Böse als gut erscheine, und umgekehrt, haben kein Gewissen. Die unter ihnen aber wissen, daß es ungerecht und böse ist, wenn sie so handeln, und es dennoch tun, die wissen gar nicht, was Gewissen ist, und wenn sie belehrt werden, was es ist, so wollen sie es nicht wissen; solcher Art sind diejenigen, die alles um ihrer selbst und der Welt willen tun. 9122. Diejenigen, die in der Welt kein Gewissen angenommen haben, können auch im anderen Leben kein Gewissen annehmen; sie können also nicht selig werden, weil ihnen die Grundlage fehlt, in die der Himmel, d.h. durch den Himmel der Herr einfließen und mittelst der Er wirken und sie zu Sich bringen könnte; denn das Gewissen ist die Grundlage und das Aufnahmegefäß für den Einfluß des Himmels. Deshalb werden solche im anderen Leben denjenigen beigesellt, die sich und die Welt über alles lieben; und diese sind in der Hölle.   LEHRE DER LIEBTÄTIGKEIT UND DES GLAUBENS Glaube an Gott und Glaube an den Herrn 9239. Man sagt "an Gott glauben", und auch, "das glauben, was von Gott (geoffenbart ist"); an Gott glauben, ist der Glaube, der selig macht, aber das glauben, was von Gott (geoffenbart) ist, ist ein Glaube, der ohne den ersteren nicht selig macht; denn an gott glauben, heißt wissen und tun; aber das glauben, was von Gott (geoffenbart) ist, heißt wissen, aber noch nicht tun. Die, die wahre Christen sind, wissen und tun, glauben also an Gott; die aber, die keine wahren Christen sind, wissen zwar, tun aber nicht; diese werden jedoch vom Herrn Toren genannt, jene aber Kluge: Matth.7/24,26. 9240. Die Gelehrten innerhalb der Kirche nennen den Glauben, der selig macht, eine Zuversicht und ein Vertrauen, das sich darauf gründet, daß Gott der Vater seinen Sohn gesandt habe, um das Menschengeschlecht mit sich zu versöhnen, und so diejenigen selig zu machen, die diesen Glauben haben. 9241. Aber mit der Zuversicht und dem Vertrauen, wie der Glaube selbst genannt wird, verhält es sich in folgender Weise: Diejenigen, die in der Selbst- und Weltliebe, d.h. im Bösen und daher im Falschen sind, können diesen Glauben nicht haben, denn ihr Herz ist nicht auf Gott gerichtet, sondern auf sie selbst und auf die Welt. Die dagegen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und in der Liebe zum Herrn sind, können einen solchen Glauben haben, denn ihr Herz ist auf den Herrn gerichtet. Das lehrt auch der Herr bei Joh.1/12,13: "Wie viele ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu sein, denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind". Aus Blut, aus dem Willen des Fleisches und aus dem Willen des Mannes sind die, welche im Bösen und Falschen aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe sind, die aus Gott Geborenen aber sind die, welche im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens aus dem Herrn sind, man sehe Nr. 5826. 9242. Das Vertrauen, das im vorzüglichen Sinn Glaube genannt wird, erscheint als ein geistiges Vertrauen auch bei den Bösen, wenn sie in Lebensgefahren, und wenn sie krank sind. Weil diese aber alsdann teils aus Furcht vor der Hölle, teils aus selbstsüchtiger Liebe zum Himmel an den Zustand ihres Lebens nach dem Tode denken, so haben sie kein aus dem Glauben hervorgehendes Vertrauen, denn was aus der Furcht hervorgeht, kommt nicht vom Herzen, und was aus der Selbstliebe hervorgeht, kommt aus einem bösen Herzen. Wenn daher solche der Lebensgefahr entgehen, oder wieder von ihrer Krankheit genesen, kehren sie wieder zu ihrem vorigen Leben zurück, das ein Leben des Nichtvertrauens oder des Nichtglaubens war. Aus diesem erhellt, daß der Glaube, der Vertrauen genannt wird, nur möglich ist bei denen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und in der Liebe zum Herrn sind. 9243. Der Glaube, der darunter verstanden wird, daß man das glaubt, was von Gott (geoffenbart) ist, d.h. die Wahrheiten aus dem Worte, ist auch gar nicht möglich bei denen, die im Bösen der Selbst- oder Weltliebe sind; denn die Selbst- und Weltliebe verwirft die Wahrheiten des Glaubens, oder verlöscht, oder verkehrt sie, Nr. 7491, 7492. Hieraus erhellt wiederum, daß solche auch kein gläubiges Vertrauen haben; denn wer die Wahrheiten, die von Gott sind, nicht glaubt, kann nicht an Gott glauben, denn an Gott glauben heißt: aufgrund der Wahrheiten (glauben), die von Gott sind. 9244. Alle, die in himmlischer Liebe sind, haben das Vertrauen, daß sie vom Herrn selig gemacht werden, denn sie glauben, daß der Herr in die Welt gekommen ist, um das ewige Leben zu geben denen, die da glauben und nach den Geboten leben, die Er gelehrt hat, und daß Er diese wiedergebiert, und so für den Himmel fähig macht, wie auch, daß Er allein das tue, ohne Hilfe des Menschen, aus reiner Barmherzigkeit. Dies wird unter glauben an den Herrn verstanden. 9245. Daß nur diejenigen im Glauben sind, die nach den Geboten des Glaubens leben, lehrt der Herr bei Joh.3/19-21: "Das Licht kam in die Welt, aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Jeder, der Böses tut, haßt das Licht, und kommt nicht zum Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, auf daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott getan". Zum Licht kommen, heißt zum Glauben an den Herrn (kommen), somit zum Glauben durch den Herrn. Luk.6/46,47: "Was heißet ihr Mich Herr, Herr, und tut nicht, was Ich sage? Jeder, der zu Mir kommt und höret Meine Reden und tut sie, ist gleich einem Menschen, der ein Haus baut, und den Grund auf einen Fels gelegt hat; wer aber hört und nicht tut, ist gleich einem Menschen, der ein Haus baut auf das Erdreich ohne Grund". Die Reden oder Worte des Herrn tun aber nur diejenigen, die den Nächsten lieben und den Herrn lieben, denn wer liebt, der tut: Joh.14/20-24; 15/9-17.   Beredungsglaube 9363. Das glauben, was das Wort oder was die Lehre der Kirche lehrt, aber nicht danach leben, scheint zwar Glaube zu sein, und einige meinen auch, daß sie durch solchen Glauben selig werden; aber durch ihn allein wird niemand selig, denn es ist ein Beredungsglaube; wie dieser beschaffen ist, soll jetzt gesagt werden. 9364. Ein Beredungsglaube ist es, wenn man das Wort und die Lehre der Kirche glaubt und liebt, nicht zu dem Zweck, um dem Nächsten, d.h. dem Mitbürger, dem Vaterland, der Kirche, dem Himmel und dem Herrn selbst zu dienen, folglich nicht um des Lebens willen (denn denselben dienen, ist Leben), sondern zu dem Zweck, um Gewinn, Ehrenstellen und den Ruf der Gelehrsamkeit zu erlangen, deshalb haben die, welche in diesem Glauben stehen, nicht den Herrn und den Himmel im Auge, sondern sich selbst und die Welt. 9365. Die, welche in der Welt nach hohen Dingen trachten, und viel begehren, haben eine stärkere Überzeugung, daß das, was die Lehre der Kirche lehrt, Wahrheit sei, als diejenigen, die nicht nach hohen Dingen trachten und nicht viel begehren; und dies darum, weil die Lehre der Kirche jenen nur Mittel zu ihren Zwecken ist; und in dem Maß, als die Zwecke geliebt werden, werden auch die Mittel geliebt und geglaubt. 9366. Aber an sich betrachtet, verhält sich die Sache auf folgende Weise: In dem Maß, als sie im Feuer der Selbst- und Weltliebe sind, und aus diesem Feuer reden, predigen und handeln, sind sie wirklich in jener Beredung, und alsdann wissen sie nichts anderes, als daß es wirklich so sei; wenn sie aber nicht im Feuer jener Triebe sind, dann glauben sie nichts, und viele von ihnen leugnen (die Lehre der Kirche). Hieraus wird klar, daß der Beredungsglaube ein Glaube des Mundes, und nicht des Herzens ist, daß er also an sich kein Glaube ist. 9367. Die, welche in solchem Beredungsglauben sind, wissen nicht aus innerer Erleuchtung, ob wahr oder falsch sei, was sie lehren; es ist ihnen sogar gleichgültig, wenn es nur vom gemeinen Volk geglaubt wird; denn sie sind in keiner Neigung zum Wahren um des Wahren willen. Solche verteidigen auch den alleinigen Glauben mehr als die übrigen, und das Gute des Glaubens, das die Liebtätigkeit ist, hat für sie nur so viel Wert, als sie dadurch Vorteile erlangen. 9368. Die, welche im Beredungsglauben stehen, fallen vom Glauben ab, wenn sie der Ehrenstellen und der Vorteile beraubt werden, wenn nur dabei ihr guter Name nicht Gefahr läuft. Denn der Beredungsglaube ist nicht inwendig im Menschen, sondern steht draußen, bloß im Gedächtnis, aus dem er herausgenommen wird, wenn man lehrt; deshalb verschwindet dieser Glaube mit seinen Wahrheiten nach dem Tode, denn alsdann bleibt das vom Glauben, was inwendig im Menschen ist, d.h. was im Guten gewurzelt, und somit Sache des Lebens geworden ist. 9369. Diejenigen, die im Beredungsglauben stehen, werden unter Folgendem verstanden bei Matth.7/22,23: "Viele werden zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Kräfte getan? Aber dann werde Ich ihnen erklären: Ich kenne euch nicht, ihr Übeltäter". Luk.13/26,27: "Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, und in unseren Gassen hast Du gelehrt; aber Er wird sprechen: Ich sage euch, Ich kenne euch nicht, woher ihr seid; weichet von Mir, alle ihr Übeltäter". Sie werden auch verstanden unter den fünf törichten Jungfrauen, die kein Öl in den Lampen hatten bei Matth.25/11,12: "Zuletzt kamen jene Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, tue uns auf; Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht"; das Öl in den Lampen bedeutet das Gute im Glauben: Nr. 886, 4638.   Vergebung der Sünden 9443. Es soll nun von der Vergebung der Sünden gesprochen werden. 9444. Die Sünden, die ein Mensch tut, wurzeln in sein Leben selbst ein, und machen es. Deshalb wird niemand von denselben frei, wenn er nicht ein neues Leben vom Herrn annimmt, was durch die Wiedergeburt geschieht. 9445. Daß der Mensch nicht von sich selber das Gute tun, und das Wahre denken kann, sondern vom Herrn, erhellt Joh.3/27: "Ein Mensch kann nichts tun, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist". Joh.15/5: "Wer in Mir bleibet, und Ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne Mich könnet ihr nichts tun". Hieraus wird klar, daß niemand einen Menschen von seinen Sünden abbringen, somit sie vergeben kann, als allein der Herr. 9446. Der Herr fließt fortwährend beim Menschen ein mit dem Guten der Liebe und mit den Wahrheiten des Glaubens, aber sie werden auf ungleiche Art aufgenommen, anders von dem einen, als von dem anderen: gut von denen, die wiedergeboren sind, übel aber von denen, die sich nicht wiedergebären lassen. 9447. Die, welche wiedergeboren sind, werden vom Herrn immerfort im Guten der Liebe und des Glaubens erhalten, und dann vom Bösen und Falschen abgehalten. Die aber, die sich nicht vom Herrn wiedergebären lassen, werden zwar auch vom Bösen abgehalten, und im Guten erhalten; denn vom Herrn fließt immerfort das Gute und Wahre bei einem jeden Menschen ein; allein höllische Triebe, nämlich die Triebe der Selbst- und Weltliebe, in dem sie sind, stehen entgegen und verwandeln den Einfluß des Guten ins Böse, und den des Wahren ins Falsche. 9448. Aus diesem erhellt, was Vergebung der Sünden ist: vom Herrn erhalten werden können im Guten der Liebe und in den Wahrheiten des Glauben, und abgehalten werden vom Bösen und Falschen, das ist Vergebung der Sünden. Und alsdann das Böse und Falsche fliehen, und es verabscheuen, ist Buße. Dies findet aber nur bei denen statt, die ein neues Leben durch die Wiedergeburt vom Herrn aufgenommen haben; denn diese Dinge erfordern ein neues Leben. 9449. Die Zeichen, daß die Sünden vergeben sind, sind folgende: - Man empfindet eine Lust darin, Gott zu verehren um Gottes willen; - dem Nächsten zu dienen um des Nächsten willen, somit das Gute zu tun um des Guten willen, und das Wahre zu glauben um des Wahren willen; - man will sich kein Verdienst erwerben durch irgendein Werk der Liebtätigkeit und des Glaubens; - man flieht und verabscheut das Böse, nämlich Feindschaft, Haß, Rachsucht, Unbarmherzigkeit, Ehebruch, kurz alles, was wider Gott und den Nächsten ist. 9450. Die Zeichen aber, daß die Sünden nicht vergeben sind, sind folgende: - Man verehrt Gott nicht um Gottes willen, und man dient dem Nächsten nicht um des Nächsten willen, somit tut man das Gute und redet das Wahre nicht um des Guten und Wahren willen, sondern um seiner selbst und der Welt willen, - durch Taten will man sich ein Verdienst erwerben; - man verachtet andere im Vergleich mit sich; - man empfindet eine Lust im Bösen, nämlich in der Feindschaft, im Haß, in der Rache, in der Grausamkeit, im Ehebruch; - und die heiligen Dinge der Kirche schätzt man gering, und leugnet sie im Herzen. 9451. Man glaubt, die Sünden seien abgestreift und abgewaschen, wie man den Schmutz mit Wasser (abzuwaschen) pflegt, wenn sie vergeben sind; sie bleiben aber dennoch im Menschen. Man sagt, sie seien abgestreift, weil es so den Anschein hat, wenn der Mensch von ihnen abgehalten wird. 9452. Der Herr wiedergebiert den Menschen aus göttlicher Barmherzigkeit, und das geschieht von Kindheit an bis zum letzten Augenblick des Lebens in der Welt, und nachher in Ewigkeit. Dadurch führt Er aus göttlicher Barmherzigkeit den Menschen vom Bösen und Falschen weg, und führt ihn zu den Wahrheiten des Glaubens, und zum Guten der Liebe, und erhält ihn dann in denselben. Nachher aber erhebt Er ihn aus göttlicher Barmherzigkeit zu Sich in den Himmel, und macht ihn selig. Das ist es, was unter der Vergebung der Sünden aus Barmherzigkeit verstanden wird. Diejenigen, die glauben, daß die Sünden auf andere Weise vergeben werden, sind ganz im Irrtum, denn es wäre Unbarmherzigkeit, eine Menge von Menschen in den Höllen zu sehen, und sie nicht selig zu machen, wenn es auf andere Weise hätte geschehen können; während doch der Herr die Barmherzigkeit selbst ist, und niemandes Tod will, sondern daß er lebe. 9453. Diejenigen, die sich nicht wiedergebären und somit nicht vom Bösen und Falschen abhalten lassen, entfernen daher von sich jene Barmherzigkeiten des Herrn und verwerfen sie; daher kommt es, daß jeder selbst schuld ist, wenn er nicht selig werden kann. 9454. Dies ist es, was verstanden wird Joh.1/12,13: "Wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht, Gottes Söhne zu sein; denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blute und nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind": aus dem Blute (geboren) sind die, welche gegen das Gute des Glaubens und der Liebtätigkeit sind; aus dem Willen des Fleisches die, welche im Bösen sind, aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe; aus dem Willen eines Mannes aber die, welche dadurch im Falschen sind. Von Gott geboren werden heißt, wiedergeboren werden. Daß niemand in den Himmel kommen kann, wenn er nicht wiedergeboren wird: Joh.3/3,5: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen; wahrlich, wahrlich, Ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, kann er nicht ins Reich Gottes eingehen": geboren werden aus Wasser heißt, durch das Wahre des Glaubens, und geboren werden aus Geist heißt, durch das Gute der Liebe. Aus diesem kann nun erhellen, welche die sind, denen die Sünden vergeben sind, und welche die, denen sie nicht vergeben sind.   Von der Freiheit 9585. Freiwillig nennt man alles, was aus dem Willen und somit aus der Liebe hervorgeht; daher kommt es, daß das Freiwillige sich offenbart durch den Lustreiz es zu wollen, zu denken und aus demselben zu handeln und zu reden; denn jeder Lustreiz geht hervor aus der Liebe, und jede Liebe aus dem Willen, und der Wille ist das Sein vom Leben des Menschen. 9586. Aus dem Lustreiz der Liebe Böses tun, scheint Freiheit zu sein, ist aber Knechtschaft, weil es aus der Hölle stammt. Aus dem Lustreiz der Liebe Gutes tun, erscheint als Freiheit, und ist auch Freiheit, weil es aus dem Herrn stammt. Es ist daher Knechtschaft, von der Hölle geführt zu werden, und Freiheit, vom Herrn geführt zu werden. Dies lehrt der Herr Joh.8/34-36 auf folgende Weise: "Jeder, der Sünde tut, ist der Sünde Knecht; der Knecht bleibt nicht beständig im Hause, der Sohn bleibt beständig; wenn der Sohn euch frei macht, dann werdet ihr recht frei sein". 9587. Der Herr hält den Menschen in Freiheit zu denken, und soweit die äußeren Bande, nämlich die Furcht vor dem Gesetze, die Sorge für das Leben, und auch die Furcht vor dem Verluste des guten Namens, der Ehre und des Gewinnes nicht hindern, hält Er ihn auch in der Freiheit zu handeln; aber durch die Freiheit lenkt Er ihn vom Bösen ab, und durch die Freiheit lenkt Er ihn zum Guten, und zwar durch eine so sanfte und leise Führung, daß der Mensch nicht anders weiß, als daß alles aus ihm hervorgehe. Auf diese Weise pflanzt der Herr in Freiheit das Gute dem Leben des Menschen selbst ein, und läßt es darin Wurzel schlagen, und dieses Leben bleibt in Ewigkeit. Dies lehrt der Herr bei Mark.4/26-28: "Es verhält sich mit dem Reiche Gottes wie mit einem Menschen, der Samen in die Erde streut; der Same keimt und wächst, während er selbst es nicht weiß; das Erdreich bringt von selbst seine Frucht hervor". Das Reich Gottes ist der Himmel beim Menschen, somit das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens. 9588. Was in Freiheit eingepflanzt wird, das bleibt, weil es im Willen des Menschen selbst Wurzel schlägt, der das Sein seines Lebens ist. Was aber mit Zwang eingepflanzt wird, das bleibt nicht, weil der Zwang nicht aus dem Willen des Menschen hervorgeht, sondern aus dem Willen dessen, der zwingt. Daher kommt es, daß der Gottesdienst aus Freiheit dem Herrn gefällt, nicht aber der Gottesdienst aus Zwang; denn der Gottesdienst aus Freiheit ist ein Gottesdienst aus Liebe; alles Freie geht nämlich aus der Liebe hervor. 9589. Es gibt eine himmlische Freiheit und es gibt eine höllische Freiheit. Himmlische Freiheit ist es, vom Herrn geführt zu werden, und diese Freiheit ist die Liebe zum Guten und Wahren. Höllische Freiheit aber ist es, vom Teufel geführt zu werden, und diese Freiheit ist die Liebe zum Bösen und Falschen, im eigentlichen Sinn die (böse) Begierde. 9590. Die in höllischer Freiheit sind, glauben, es sei Knechtschaft und Zwang, wenn man nicht nach Belieben das Böse tun und das Falsche denken dürfe. Die aber, die in himmlischer Freiheit sind, haben einen Abscheu, das Böse zu tun und das Falsche zu denken, und wenn sie dazu gezwungen werden, so fühlen sie Pein. 9591. Hieraus kann erhellen, was freier Wille ist, nämlich aus eigener Wahl oder aus dem Willen das Gute tun; und daß in dieser Freiheit nur diejenigen sind, die vom Herrn geführt werden.   Vom inneren und äußeren Menschen 9701. Es soll nun vom inneren und äußeren Menschen gesprochen werden. 9702. Diejenigen, die nur eine allgemeine Vorstellung vom inneren und äußeren Menschen haben, glauben, der innere Mensch sei der, welcher denkt und will und der äußere der, welcher redet und handelt, weil denken und wollen etwas Inneres, und infolgedessen reden und tun etwas Äußeres sei. 9703. Man muß aber wissen, daß nicht nur der innere Mensch denkt und will, sondern auch der äußere, jedoch anders, wenn sie verbunden, und anders, wenn sie getrennt sind. 9704. Wenn der Mensch verständig denkt und weise will, dann denkt und will er vom Inneren aus; wenn aber der Mensch nicht verständig denkt und nicht weise will, dann denkt und will er nicht vom Inneren aus. Folglich denkt und will der Mensch aus dem Inneren, wenn er gut (richtig) denkt über den Herrn und über die Dinge, die dem Herrn angehören, und gut über den Nächsten und über das, was dem Nächsten angehört, und ihnen wohl will. Dagegen wenn der Mensch Böses von ihnen denkt und ihnen übel will, dann denkt und will er nicht aus dem Inneren. Gut denken kommt aus dem Glauben des Wahren, und wohlwollen aus der Liebe zum Guten; hingegen Böses denken kommt aus dem Glauben des Falschen, und übelwollen aus der Liebe zum Bösen. 9705. Mit einem Wort, inwieweit der Mensch in der Liebe zum Herrn ist und in der Liebe gegen den Nächsten, insoweit ist er im inneren Menschen, und denkt und will aus ihm, und redet und handelt auch aus ihm. Hingegen inwieweit der Mensch in Selbstliebe ist und in Weltliebe, insoweit ist er im äußeren Menschen, und soweit er es wagt, redet und handelt er auch aus demselben. 9706. Der Grund davon ist, daß der Mensch zum Bilde des Himmels und zum Bilde der Welt geschaffen ist: der innere Mensch zum Bilde des Himmels und der äußere Mensch zum Bilde der Welt. Vom inneren aus denken und wollen kommt aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, und vom äußeren aus denken und wollen kommt aus der Welt, d.h. durch die Welt aus dem Menschen selbst. 9707. Es wurde vom Herrn so vorgesehen und geordnet, daß inwieweit der Mensch aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn denkt und will, insoweit sein innerer Mensch geöffnet wird. Die Eröffnung geht zum Himmel bis zum Herrn selbst; daher wird auch umgekehrt inwieweit der Mensch aus der Welt, d.h. durch die Welt aus sich denkt und will, insoweit der innere Mensch verschlossen und der äußere geöffnet; diese Eröffnung geht gegen die Welt hin und zum eigenen Ich. 9708. Damit der äußere Mensch wieder in Ordnung gebracht werde, muß er dem inneren untergeordnet werden, und er ist dann untergeordnet, wenn er gehorcht. In dem Maße als dies geschieht, wird auch der äußere weise. Dies wird darunter verstanden, daß der alte Mensch mit seinen Begierden sterben solle, damit der Mensch eine neue Kreatur werde. 9709. Diejenigen, bei denen der innere Mensch verschlossen ist, wissen nicht, daß es einen inneren Menschen gibt, und sie glauben auch nicht, daß es einen Himmel und ein ewiges Leben gibt. Und was seltsam ist, sie glauben gleichwohl, daß sie weiser denken als andere, denn sie lieben sich und das ihrige und beten es an. Anders diejenigen, bei denen der innere Mensch gegen den Himmel zum Herrn hin geöffnet ist; denn diese sind im Lichte des Himmels, also in der Erleuchtung vom Herrn; jene aber sind nicht im Lichte des Himmels, sondern im Lichte der Welt, also in der Erleuchtung aus sich selber. Die aber aus sich selbst erleuchtet sind, und nicht vom Herrn, sehen das Falsche als Wahres und das Böse als Gutes.   Vom Verständnis des Wahren und vom Wollen des Guten 9796. Wenn man weiß, was der innere Mensch ist, und was der äußere, dann kann man auch erkennen, woher das Verständnis des Wahren und das Wollen des Guten (stammt). 9797. Inwieweit der innere Mensch gegen den Himmel, somit zum Herrn hin geöffnet ist, insoweit ist er im Lichte des Himmels, also auch im Verständnis des Wahren. Das Licht des Himmels ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre; von diesem erleuchtet werden heißt das Wahre verstehen. 9798. Inwieweit der innere Mensch zum Herrn hin geöffnet und der äußere ihm untergeordnet ist, insoweit ist er im Feuer des Himmels, somit im Wollen des Guten; das Feuer des Himmels ist die vom Herrn ausgehende göttliche Liebe; von dieser entzündet werden heißt, das Gute wollen. 9799. Daher besteht das Verständnis des Wahren darin, daß man vermöge der Erleuchtung vom Herrn die Wahrheiten aus dem Worte sieht, und das Wollen des Guten darin, daß man dieselben aus (innerer) Neigung will und liebt. 9800. Diejenigen, die in der Liebe zum Herrn und im Glauben an Ihn sind, wie auch in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, haben ein Verständnis des Wahren und ein Wollen des Guten; denn bei ihnen findet eine Aufnahme des Guten und Wahren statt, das vom Herrn kommt. 9801. Inwieweit aber der innere Mensch gegen den Himmel und zum Herrn hin verschlossen ist, insoweit ist er in Kälte und in Finsternis in betreff dessen, was dem Himmel angehört. Und inwieweit alsdann der äußere Mensch gegen die Welt hin geöffnet ist, insoweit denkt er Falsches und will er das Böse, und ist somit töricht; denn das Licht der Welt löscht bei ihm das Licht des Himmels aus, und das Feuer des weltlichen Lebens löscht das Feuer des himmlischen Lebens aus. 9802. Diejenigen, die in der Selbstliebe sind und in der Beredung der eigenen Einsicht und Weisheit, befinden sich in solcher Kälte und Finsternis. 9803. Hieraus erhellt, daß verständig und weise sein nicht heißt, vieles verstehen und wissen, was der Welt angehört, sondern das verstehen und wollen, was dem Himmel angehört; denn es gibt Menschen, die vieles verstehen und wissen was der Welt angehört, und doch weder glauben noch wollen, was dem Himmel angehört, und mithin töricht sind. Diese sind es, von denen der Herr spricht bei Matth.13/13: "Darum rede Ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören noch verstehen"; und bei Joh.14/17: "Die Welt kann den Geist der Wahrheit nicht empfangen, denn sie sieht ihn nicht und erkennt ihn nicht".   Vom Verdienst 9974. Diejenigen, die glauben, daß sie durch das Gute, das sie tun, den Himmel verdienen, tun das Gute aus sich und nicht aus dem Herrn. 9975. Alles Gute, was die Menschen aus sich tun, ist nicht gut, weil sie es um ihrer selbst willen tun, nämlich um der Vergeltung willen; somit sehen sie bei demselben vor allem auf sich selbst. Alles Gute dagegen, was die Menschen aus dem Herrn tun, ist gut, weil es um des Herrn und um des Nächsten willen geschieht; mithin sehen sie bei demselben vor allem auf den Herrn und auf den Nächsten. 9976. Daher lieben die, welche ein Verdienst in ihre Werke setzen, sich selbst, und die, welche sich selbst lieben, verachten den Nächsten; ja sie zürnen auf Gott selbst, wenn sie nicht den gehofften Lohn erhalten, denn sie tun ihre Werke nur um des Lohnes willen. 9977. Daraus erhellt, daß ihre Werke nicht aus himmlischer Liebe stammen, und also auch nicht aus wahrem Glauben; denn der Glaube, der das Gute aus sich betrachtet und nicht aus Gott, ist kein wahrer Glaube; solche können den Himmel nicht in sich aufnehmen; denn nur aus der himmlischen Liebe und aus dem wahren Glauben entsteht der Himmel beim Menschen. 9978. Die in die Werke ein Verdienst setzen, können auch nicht kämpfen wider das Böse, das aus den Höllen stammt, denn dies vermag niemand aus sich. Aber für die, welche kein Verdienst in ihre Werke setzen, kämpft und siegt der Herr. 9979. Der Herr allein hat Verdienst erworben, weil Er allein aus Sich die Höllen besiegte und sie unterjochte; deshalb ist der Herr allein das Verdienst und die Gerechtigkeit. 9980. Überdies ist der Mensch aus sich nichts als Böses; das Gute tun aus sich heißt daher, es aus dem Bösen tun. 9981. Daß man das Gute nicht um des Lohnes willen tun soll, lehrt der Herr selbst bei Luk.6/32-35: "Wenn ihr die liebet, die euch lieben, welcher Dank gebührt euch dafür? Wenn ihr denen wohltut, die euch wohltun, welcher Dank gebühret euch? Denn die Sünder tun ja dasselbe. Vielmehr liebet eure Feinde, und tut wohl und leihet, da ihr nichts dafür hoffet; dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Allerhöchsten sein". Daß der Mensch auch nichts Gutes aus sich tun könne, so daß es wirklich gut ist, sondern aus dem Herrn, lehrt der Herr gleichfalls bei Joh.3/27: "Der Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht gegeben ist aus dem Himmel"; und an einer anderen Stelle: "Jesus sprach: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in Mir bleibet und Ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne Mich könnet ihr nichts tun": Joh.15/5. 9982. Glauben, daß man belohnt werde, wenn man Gutes tut, ist nicht schädlich bei denen, die in der Unschuld sind, z.B. bei den Kindern und bei den Einfältigen, wenn sie sich aber bei reiferem Alter in diesem Glauben begründen, dann wirkt er schädlich. Durch den Hinblick auf die Belohnung wird der Mensch nämlich zum Guten hingeleitet, und durch den Hinblick auf die Strafe wird er vom Bösen abgeschreckt. Inwieweit er aber in das Gute der Liebe und des Glaubens kommt, insoweit wird er entfernt vom Hinblick auf das Verdienst beim Guten, das er tut. 9983. Gutes tun, was wahrhaft Gutes ist, muß aus der Liebe zum Guten hervorgehen, und somit um des Guten willen geschehen. Die in solcher Liebe sind, haben einen Abscheu vor dem Verdienst, denn sie tun das Gute mit Freuden, und fühlen sich glücklich dabei. Umgekehrt aber, werden sie betrübt, wenn man glaubt, daß sie es irgendwie um ihres eigenen Ichs willen tun. Es verhält sich damit fast so, wie bei denen, die den Freunden Gutes tun um der Freundschaft willen, dem Bruder um der brüderlichen Liebe willen, der Gattin und den Kindern um der Gattin und der Kinder willen, dem Vaterlande um des Vaterlandes willen, also aus Freundschaft und aus Liebe. Die, welche richtig denken, sagen es auch und überzeugen die anderen, daß sie nicht um ihrer selbst willen das Gute tun, sondern um jener willen. 9984. Das wonnige Gefühl, das der Liebe, Gutes zu tun ohne die Absicht auf die Belohnung, innewohnt, ist der Lohn, der in Ewigkeit bleibt. Denn jede Neigung der Liebe bleibt dem Leben eingeschrieben; und in diese Liebe wird der Himmel und die ewige Seligkeit vom Herrn eingepflanzt.   Die eheliche Liebe 10167. Nur wenige wissen, aus welchem Ursprung die eheliche Liebe herkommt. Die aus der Welt denken, glauben, sie komme aus der Natur; die aus dem Himmel denken, glauben, sie komme aus dem Göttlichen daselbst. 10168. Die wahrhaft eheliche Liebe ist die Vereinigung zweier Gemüter, die eine geistige Vereinigung ist, und alle geistige Vereinigung kommt vom Himmel herab. Daher kommt es, daß die wahrhaft eheliche Liebe aus dem Himmel ist, und daß ihr Grundsein aus der Ehe des Guten und Wahren daselbst stammt. Die Ehe des Guten und Wahren im Himmel ist vom Herrn; deshalb wird auch der Herr im Wort Bräutigam und Gemahl, der Himmel und die Kirche Braut und Gattin genannt; und darum wird auch der Himmel mit einer Ehe verglichen. 10169. Aus diesem erhellt, daß die wahrhaft eheliche Liebe die Vereinigung von zweien ist in betreff ihres Inneren, das dem Denken und Wollen, somit dem Wahren und Guten angehört, denn das Wahre ist Sache des Denkens und das Gute ist Sache des Wollens. Wer nämlich in der wahrhaft ehelichen Liebe ist, liebt, was der andere denkt und was der andere will, somit liebt er auch zu denken wie der andere und zu wollen wie der andere, folglich (wünscht) er mit dem anderen vereinigt und gleichsam ein Mensch zu werden. Dies ist es, was verstanden wird unter den Worten des Herrn bei Matthäus: "Und die zwei werden ein Fleisch sein, darum sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch": Matth.19/4-6; 1. Mose 2/23,24. 10170. Der Lustreiz der wahrhaft ehelichen Liebe ist ein innerer, weil er den Gemütern angehört, und ist auch infolgedessen ein äußerer, der den Körpern angehört. Aber der Lustreiz der nicht wahrhaft ehelichen Liebe ist nur ein äußerer ohne den inneren und gehört nur den Körpern, nicht den Gemütern an. Dieser Lustreiz ist aber ein irdischer, beinahe wie bei den Tieren, und vergeht darum mit der Zeit; jener aber ist ein himmlischer, wie ihn die Menschen haben sollen und deshalb ist er bleibend. 10171. Niemand kann wissen, was die wahrhaft eheliche Liebe ist und wie beschaffen ihr Lustreiz sei, außer wer im Guten der Liebe und in den Wahrheiten des Glaubens ist vom Herrn; denn die wahrhaft eheliche Liebe ist aus dem Himmel und aus der Ehe des Guten und Wahren daselbst. 10172. Aus der Ehe des Guten und Wahren im Himmel und in der Kirche kann man belehrt werden, wie beschaffen die Ehen auf Erden sein sollen, daß sie nämlich stattfinden sollen zwischen zweien, einem Gatten und einer Gattin, und daß eine wahrhaft eheliche Liebe durchaus nicht möglich ist, wenn ein Gatte mehrere Frauen hat. 10173. Was aus wahrhaft ehelicher Liebe geschieht, das geschieht aus Freiheit beiderseits; denn alle Freiheit ist aus der Liebe und beide (Gatten) haben Freiheit, wenn der eine liebt, was der andere denkt und was der andere will. Daraus folgt, daß die Herrschsucht in den Ehen die echte Liebe zerstört, denn sie hebt ihre Freiheit, somit auch ihren Lustreiz auf. Die Lust zu herrschen, die an ihre Stelle tritt, gebiert Zwistigkeiten und verfeindet die Gemüter und läßt Böses einwurzeln je nach der Art der Herrschaft auf der einen Seite und der Knechtschaft auf der anderen. 10174. Aus diesem kann erhellen, daß die Ehen heilig sind, und daß die Verletzung derselben eine Verletzung des Heiligen ist, daß folglich die Ehebrüche frevelhaft sind; während nämlich der Lustreiz der ehelichen Liebe aus dem Himmel herabkommt, kommt der Lustreiz des Ehebruchs aus der Hölle herauf. 10175. Diejenigen, die einen Lustreiz in Ehebrüchen empfinden, können daher nichts Gutes und Wahres mehr aus dem Himmel aufnehmen; daher kommt es, daß die, welche eine Lust in den Ehebrüchen empfunden haben, nachher das, was der Kirche und dem Himmel angehört, geringschätzen und auch im Herzen leugnen. Der Grund davon ist, weil die Liebe zum Ehebruch aus der Ehe des Bösen und Falschen kommt, das die höllische Ehe ist.   Offenbarungen 10318. Der Mensch kann ohne Offenbarung aus dem Göttlichen nichts vom ewigen Leben wissen, nicht einmal etwas von Gott, und noch weniger von der Liebe und dem Glauben an Ihn; denn der Mensch wird in lauter Unwissenheit hineingeboren und muß nachher aus weltlichen Dingen alles erlernen, um dadurch seinen Verstand zu bilden. Er wird auch durch Vererbung in alles Böse hineingeboren, das der Selbst- und Weltliebe angehört. Die Lustreize von daher regieren immerfort, und bringen solches bei, was dem Göttlichen schnurstracks entgegen ist. Daher nun kommt es, daß der Mensch aus sich nichts vom ewigen Leben weiß, darum muß notwendig eine Offenbarung sein, daß er es aus ihr erkennen möge. 10319. Daß das Böse der Selbst- und Weltliebe eine solche Unwissenheit in den Dingen, die sich auf das ewige Leben beziehen, herbeiführt, kann man offenbar an solchen innerhalb der Kirche sehen, die, obwohl sie aus der Offenbarung wissen, daß ein Gott ist, daß es einen Himmel und eine Hölle gibt, daß ein ewiges Leben ist, und daß man dieses Leben sich verschaffen muß durch das Gute der Liebe und des Glaubens, dennoch in die Leugnung dieser Wahrheiten verfallen, sowohl Gebildete, als Ungebildete. Hieraus erhellt abermals, wie groß die Unwissenheit wäre, wenn es keine Offenbarung gäbe. 10320. Da nun der Mensch nach dem Tode fortlebt, und zwar in Ewigkeit, und ihn dann ein Leben erwartet, das seiner Liebe und seinem Glauben gemäß ist, so folgt, daß das Göttliche aus Liebe gegen das menschliche Geschlecht solches geoffenbart hat, was zu jenem ewigen Leben führt und seinem Heile förderlich ist. Was das Göttliche geoffenbart hat, ist bei uns das Wort. 10321. Weil das Wort die von Gott kommende Offenbarung ist, so ist es göttlich im ganzen und einzelnen; denn was vom Göttlichen ist, kann nicht anders sein. 10322. Was vom Göttlichen ist, das kommt durch die Himmel bis zum Menschen herab; deshalb ist es in den Himmeln angemessen der Weisheit der Engel, die dort sind, und auf Erden ist es angemessen der Fassungskraft der Menschen, die hier sind. Daher ist im Worte ein innerer Sinn, der geistig ist, für die Engel, und ein äußerer, der natürlich ist, für die Menschen; und daher kommt es, daß eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen besteht durch das Wort. 10323. Den echten Sinn des Wortes fassen keine anderen als die, welche erleuchtet sind, und erleuchtet werden nur diejenigen, die in der Liebe und im Glauben sind an den Herrn; denn ihr Inneres wird vom Herrn bis in das Licht des Himmels erhoben. 10324. Das Wort im Buchstaben kann nur begriffen werden mittelst der Lehre aus dem Wort, die von einem Erleuchteten verfaßt ist; denn sein Buchstabensinn ist der Fassungskraft auch der einfältigen Menschen angemessen, daher muß die Lehre aus dem Wort ihnen zur Leuchte dienen. 10325. Bücher des Wortes (im engeren Sinn) sind alle, die einen inneren Sinn haben, die diesen aber nicht haben, sind nicht das Wort. Bücher des Wortes im Alten Testament sind: Die fünf Bücher Mose, das Buch Josua, das Buch der Richter, die zwei Bücher Samuels, die zwei Bücher der Könige, die Psalmen Davids; die Propheten: Jesajas, Jeremias, Klagelieder, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jonas, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharias, Maleachi; und im Neuen Testament die vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes; und die Apokalypse (oder Offenbarung).   Die Taufe 10386. Die Taufe ist eingesetzt zum Zeichen, daß der Mensch ein Angehöriger der Kirche sei, und zum Gedächtnis, daß er wiedergeboren werden soll. Denn die Waschung bei der Taufe ist nichts anderes als eine geistige Waschung, welche die Wiedergeburt ist. 10387. Alle Wiedergeburt geschieht vom Herrn durch die Wahrheiten des Glaubens und durch ein denselben gemäßes Leben. Darum bezeugt die Taufe, daß der Mensch ein Angehöriger der Kirche sei, und daß er wiedergeboren werden könne; denn in der Kirche wird der Herr anerkannt, der wiedergebiert, und in ihr ist das Wort, in dem die Wahrheiten des Glaubens enthalten sind, durch welche die Wiedergeburt geschieht. 10388. Dies lehrt der Herr bei Joh.3/5: "Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht ins Reich Gottes eingehen". Wasser im geistigen Sinn ist das Wahre des Glaubens aus dem Wort; Geist ist ein demselben gemäßes Leben; aus demselben geboren (gezeugt) werden heißt, wiedergeboren werden. 10389. Weil ein jeder, der wiedergeboren wird, auch Versuchungen durchzumachen hat, die geistige Kämpfe gegen Böses und Falsches sind, darum werden durch die Wasser der Taufe auch diese bezeichnet. 10390. Weil die Taufe zu einem Zeichen und zum Gedächtnis dieser Dinge dient, darum kann der Mensch auch als Kind getauft werden, und wenn dies nicht geschieht, als Erwachsener. 10391. Die getauft sind, sollen daher wissen, daß die Taufe an sich den Glauben und die Seligkeit nicht gibt, sondern daß sie bezeugt, daß sie den Glauben annehmen und daß sie selig werden, wenn sie wiedergeboren werden. 10392. Hieraus kann man erkennen, was verstanden wird unter den Worten des Herrn bei Mark.16/16: "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden". Wer da glaubt, bedeutet, wer den Herrn anerkennt, und die göttlichen Wahrheiten von Ihm durch das Wort aufnimmt. Wer getauft wird heißt, wer durch dieselben vom Herrn wiedergeboren wird.   Das heilige Abendmahl 10519. Das heilige Abendmahl ist vom Herrn eingesetzt, damit durch dasselbe eine Verbindung der Kirche mit dem Himmel, also mit dem Herrn bestehe; darum ist es das Heiligste der Kirche. 10520. Wie aber durch dasselbe eine Verbindung bewirkt wird, begreifen diejenigen nicht, die nichts vom inneren oder geistigen Sinn des Wortes wissen, denn diese denken nicht über seinen äußeren Sinn, welcher der Buchstabensinn ist, hinaus. Aus dem inneren oder geistigen Sinn des Wortes erkennt man, was der Leib und das Blut und was Brot und Wein, sodann was der Genuß derselben bedeutet. 10521. In diesem Sinn ist der Leib oder das Fleisch des Herrn das Gute der Liebe, ebenso das Brot; und das Blut des Herrn ist das Gute des Glaubens, ebenso der Wein; und der Genuß ist die Aneignung und Verbindung. Die Engel, die beim Menschen sind, der das Sakrament des Abendmahls begeht, werden jenes nicht anders inne, denn sie begreifen alles geistig. Daher kommt es, daß das Heilige der Liebe und das Heilige des Glaubens alsdann von den Engeln in den Menschen einfließt, somit durch den Himmel vom Herrn; dadurch entsteht die Verbindung. 10522. Aus diesem erhellt, daß der Mensch, wenn er das Brot nimmt, das der Leib ist, mit dem Herrn verbunden wird durch das Gute der Liebe zu Ihm von Ihm; und wenn er den Wein nimmt, der das Blut ist, mit dem Herrn verbunden wird durch das Gute des Glaubens an Ihn von Ihm. Aber man wisse, daß die Verbindung mit dem Herrn durch das Sakrament des Abendmahles nur bei denjenigen stattfindet, die im Guten der Liebe und des Glaubens an den Herrn vom Herrn sind. Das heilige Abendmahl ist das Siegel jener Verbindung.   Tod, Auferstehung, ewiges Leben und geistiger Tod 10591. Der Mensch ist so geschaffen, daß er in betreff seines Inneren nicht sterben kann, denn er kann an Gott glauben, und auch Gott lieben, und so durch Glauben und Liebe mit Gott verbunden werden; und mit Gott verbunden werden heißt, ewig leben. 10592. Dieses Innere hat jeder Mensch, der geboren wird. Sein Äußeres ist es, durch das er das vollbringt, was dem Glauben und der Liebe, somit was dem Inneren angehört. Das Innere ist es, was Seele genannt wird, und das Äußere, was Leib genannt wird. 10593. Das Äußere, das der Mensch in der Welt an sich hat, ist für die Nutzwirkungen in der Welt eingerichtet. Dieses Äußere ist das, was abgelegt wird, wenn der Mensch stirbt. Das Äußere aber, das für die Nutzwirkungen im anderen Leben eingerichtet ist, stirbt nicht; dieses Äußere zusammen mit dem Inneren wird Geist genannt: ein guter Geist und ein Engel, wenn der Mensch in der Welt gut gewesen war, und ein böser Geist, wenn der Mensch in der Welt böse gewesen war. 10594. Der Geist des Menschen erscheint im anderen Leben in menschlicher Gestalt, ganz wie in der Welt. Er hat auch die Fähigkeit zu sehen, zu hören, zu reden und zu fühlen wie in der Welt; und besitzt vollständig das Vermögen zu denken, zu wollen, und zu handeln wie in der Welt. Mit einem Wort, er ist Mensch im ganzen und einzelnen, nur daß er nicht mit dem groben Leib, den er in der Welt hatte, umgeben ist, diesen läßt er dahinten, wenn er stirbt und nimmt ihn niemals wieder an. 10595. Diese Fortsetzung des Lebens ist es, die unter der Auferstehung verstanden wird. Daß die Menschen glauben, sie würden nicht eher auferstehen, als beim Jüngsten Gericht, wo denn auch das ganze sichtbare Wesen der Welt vergehen werde, hat den Grund, weil sie das Wort nicht verstanden haben; und weil die sinnlichen Menschen das eigentlichste Leben in den Leib setzen, und glauben, wenn dieser nicht wieder aufleben würde, so wäre es aus mit dem Menschen. HG 10596 10596. Das Leben des Menschen nach dem Tode ist das Leben seiner Liebe und das Leben seines Glaubens; wie daher seine Liebe und sein Glauben beschaffen war, während er in der Welt lebte, so ist sein Leben beschaffen, das ihm in Ewigkeit bleibt. Ein Leben der Hölle haben diejenigen, die sich und die Welt über alles liebten, und ein Leben des Himmels diejenigen, die Gott über alles liebten, und den Nächsten wie sich selbst. Letztere sind die, welche Glauben haben, erstere aber die, welche keinen Glauben haben. Das Leben des Himmels ist das, welches ewiges Leben heißt, und das Leben der Hölle das, welches geistiger Tod genannt wird. 10597. Daß der Mensch nach dem Tode fortlebt, lehrt das Wort, wie z.B.: - daß Gott nicht ein Gott der Toten, sondern ein Gott der Lebendigen ist: Matth.22/31,32. - Daß Lazarus nach dem Tod in den Himmel erhoben, der Reiche aber in die Hölle geworfen wurde: Luk.16/22-31. - Daß Abraham, Jischak und Jakob sich dort befinden: Matth.8/11; 22/31,32; Luk.16/23-25,29. - Daß Jesus zum Schächer sagte: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein: Luk.23/43 und anderwärts.   Die Liebe und der Glaube bestimmen das Leben des Menschen 10714. Zwei Dinge sind es, die das Leben des Menschen machen: die Liebe und der Glaube. Die Liebe (macht) das Leben seines Willens und der Glaube das Leben seines Verstandes; wie daher die Liebe und der Glaube, so ist auch das Leben. 10715. Die Liebe des Guten und daher der Glaube des Wahren machen das Leben des Himmels, und die Liebe des Bösen und daher der Glaube des Falschen machen das Leben der Hölle. 10716. Das Göttliche des Herrn macht die Himmel, und der Himmel ist bei einem jeden gemäß der Aufnahme der Liebe und des Glaubens vom Herrn. 10717. Bei allen, die Liebe und Glauben vom Herrn aufnehmen, ist der Himmel, sowohl bei den Engeln, als bei den Menschen; deshalb kommen die, welche den Himmel in sich haben, während sie in der Welt leben, nach dem Tode in den Himmel. 10718. Die, welche den Himmel in sich haben, sind gegen alle wohlwollend, und empfinden eine Lust darin, anderen wohl zu tun, nicht um ihrer selbst und der Welt willen, sondern um des Guten und um des Wahren willen, das man in solcher Weise tun soll. Die aber, welche die Hölle in sich haben, sind gegen alle böse gesinnt und empfinden eine Lust darin, anderen Böses zu tun. Wenn diese eine Lust im Wohltun empfinden, so geschieht es nicht um des Guten und Wahren willen, sondern um ihrer selbst und um der Welt willen. HG 10719 10719. Der Himmel beim Menschen ist in seinem Inneren, somit im Denken und Wollen, und von daher im Äußeren oder im Reden und Tun; nicht aber im Äußeren ohne das Innere; denn gut reden und gut handeln können alle Heuchler, aber nicht gut denken und gut wollen. Unter gut denken und gut wollen wird das verstanden, was aus der Liebe des Guten und aus dem Glauben des Wahren hervorgeht. 10720. Wenn der Mensch ins andere Leben kommt, was sogleich nach dem Tode geschieht, dann wird offenbar, ob in ihm der Himmel ist oder die Hölle, nicht aber während er in der Welt lebt; denn in der Welt erscheint nur das Äußere und nicht das Innere, aber im anderen Leben wird das Innere offenbar, weil der Mensch alsdann in Ansehung seines Geistes lebt. 10721. Hieraus kann man ersehen, was den Himmel macht, nämlich die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten, wie auch der Glaube; aber dieser nur insoweit, als er aus jenen Liebestrieben sein Leben hat. Hieraus wird wiederum klar, daß das Göttliche des Herrn den Himmel macht, denn jene beiden Liebesarten und der daher stammende Glaube sind vom Herrn, und alles, was vom Herrn ist, ist göttlich. 10722. Die ewige Seligkeit, die auch die himmlische Freude genannt wird, haben diejenigen, die in der Liebe und im Glauben an den Herrn vom Herrn sind. Diese Liebe und dieser Glaube haben diese Freude in sich; in diese kommt nach dem Tode der Mensch, der den Himmel in sich hat, vorher liegt sie verborgen in seinem Inneren. 10723. In den Himmeln ist Gemeinschaft aller Güter; der Friede, die Einsicht, die Weisheit und die Seligkeit aller teilen sich dort einem jeden mit, und die eines jeden teilt sich allen mit, jedoch jedem einzelnen gemäß seiner Aufnahme der Liebe und des Glaubens vom Herrn. Hieraus erhellt, wie groß der Friede, die Einsicht, die Weisheit und die Seligkeit im Himmel ist. 10724. Diejenigen, bei denen die Selbstliebe und die Weltliebe regieren, wissen nicht, was der Himmel und was die Seligkeit des Himmels ist, und es erscheint ihnen unglaublich, daß es eine Seligkeit in anderen Liebestrieben gebe, als in jenen; während doch die Seligkeit des Himmels nur insoweit eingeht, als jene Liebestriebe, sofern sie Zwecke sind, entfernt werden; die Seligkeit, die nach deren Entfernung folgt, ist so groß, daß sie alle Fassungskraft des Menschen übersteigt.   Selbst- und Weltliebe sind das Leben der Hölle 10740. Was ein jeder aus Liebe tut, das bleibt seinem Herzen eingeschrieben, denn die Liebe ist das Lebensfeuer, somit ist sie das Leben eines jeden. Daher ist das Leben so beschaffen, wie die Liebe und wie das Leben, und also ist, wie die Liebe, so auch der ganze Mensch beschaffen nach Seele und Leib. 10741. Gleichwie die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten das Leben des Himmels beim Menschen machen, so macht die Selbst- und Weltliebe, wenn sie regieren, das Leben der Hölle bei ihm; denn diese Liebesarten bilden den Gegensatz von jenen. Deshalb können diejenigen, bei denen die Triebe der Selbst- und Weltliebe regieren, nichts aus dem Himmel aufnehmen, sondern was sie aufnehmen, ist aus der Hölle; denn alles, was der Mensch denkt, und alles, was er will, oder alles, was der Mensch glaubt, und alles, was er liebt, ist entweder aus dem Himmel oder aus der Hölle. 10742. Daher kommt es, daß diejenigen, bei welchen die Selbst- und Weltliebe das Leben machen, sich allein wohl wollen, und anderen nur um ihrer selbst willen. Und weil ihr Leben aus der Hölle ist, verachten sie andere neben sich, zürnen ihnen, wenn sie ihnen nicht geneigt sind, hassen sie, glühen von Rachsucht wider sie, ja sie begehren, ihre Wut an ihnen auszuüben. Dies wird zuletzt zur Lust ihres Lebens, also zu ihrer Liebe. 10743. Diese sind es, welche die Hölle in sich haben, und die nach dem Tode in die Hölle kommen, weil ihr Leben übereinstimmt mit dem Leben derer, die in der Hölle sind; denn dort sind alle so geartet; und ein jeder kommt zu den Seinigen. 10744. Weil solche nichts vom Himmel aufnehmen, leugnen sie im Herzen Gott und das Leben nach dem Tode, und daher schätzen sie auch alles Kirchliche gering. Es tut nichts zur Sache, wenn sie ihrem Mitbürger, der Gemeinde, dem Vaterland und der Kirche Gutes tun, und gut von ihnen reden, denn dieses tun sie nur um ihrer selbst und um der Welt willen, um zu scheinen, und Ruhm, Ehren und Vorteile zu erjagen. Diese Dinge sind für sie die äußeren Bande, durch die sie zum Gutestun gebracht, und vom Bösestun abgehalten werden; aber sie haben keine innere Bande, die dem Gewissen angehören, nämlich daß man das Böse nicht tun soll, weil es Sünde und gegen die Göttlichen Gesetze ist. 10745. Deshalb stürzen solche, wenn sie ins andere Leben kommen (was sogleich nach dem Tode geschieht), und wenn ihnen das Äußere weggenommen wird, in allen Frevel, ihrem Inneren gemäß, das (erfüllt) ist mit Verachtung anderer neben sich, mit Feindschaft, Haß, Rache, Wut und Grausamkeit, und überdies mit Heuchelei, Lug und Trug, und vielem, was der Bosheit angehört; das bildet alsdann die Lust ihres Lebens. Deshalb werden sie von den Guten getrennt und in die Hölle geworfen. 10746. Daß solche Dinge ihre Lebenslust bilden, wissen viele nicht in der Welt, weil sich dieselben in den Trieben der Selbst- und Weltliebe verbergen, und dann nennen sie alles, was diesen Trieben günstig ist, Gutes, und was sie bestätigt, nennen sie Wahres. Auch wissen und anerkennen sie kein anderes Gutes und Wahres, weil sie aus dem Himmel, den sie sich verschlossen haben, nichts aufnehmen. 10747. Weil die Liebe das Lebensfeuer ist, und ein jeder ein Leben seiner Liebe gemäß hat, so kann man daraus abnehmen, was das himmlische Feuer, und was das höllische Feuer ist. Himmlisches Feuer ist die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten, und höllisches Feuer ist die Selbstliebe und die Weltliebe, und daher die Begierde zu allem Bösen, die aus diesen Liebestrieben als aus ihren Quellen entspringen. 10748. Was für ein Leben die haben, die in der Hölle sind, kann man schließen aus dem Leben, das solche untereinander in der Welt (führen würden), wenn die äußeren Bande weggenommen, und keine inneren sie im Zaum halten würden. 10749. Das Leben des Menschen kann nach dem Tode nicht geändert werden; es bleibt alsdann, wie es gewesen war. Auch kann das Leben der Hölle nicht umgewandelt werden in das Leben des Himmels, weil es Gegensätze sind. Hieraus erhellt, daß die, welche in die Hölle kommen, daselbst bleiben in Ewigkeit, und die, welche in den Himmel kommen, (gleichfalls) in Ewigkeit (daselbst bleiben).   Die Kirche 10760. Was beim Menschen den Himmel macht, das macht auch die Kirche, denn die Kirche ist der Himmel des Herrn auf Erden. Aus dem was früher über den Himmel gesagt wurde, wird daher klar, was die Kirche ist. 10761. Die Kirche ist da vorhanden (divitur), wo der Herr anerkannt wird, und wo das Wort ist; denn die wesentlichen Punkte der Kirche sind die Liebe und der Glaube an den Herrn vom Herrn, und das Wort lehrt, wie der Mensch leben muß, wenn er Liebe und Glauben vom Herrn empfangen will. 10762. Die Kirche des Herrn ist eine innere und eine äußere; eine innere bei denen, die aus Liebe die Gebote des Herrn tun, denn diese sind es, die den Herrn lieben; eine äußere bei denen, die aus Glauben die Gebote des Herrn tun, denn diese sind es, die an den Herrn glauben. 10763. Wenn die Kirche sein soll, so muß die Lehre aus dem Wort vorhanden sein, weil ohne Lehre das Wort nicht verstanden wird. Aber die Lehre allein im Menschen macht die Kirche nicht in ihm, sondern das Leben nach derselben. Hieraus folgt, daß nicht der Glaube allein die Kirche macht, sondern das Leben des Glaubens, das die Liebtätigkeit ist. 10764. Die echte Lehre der Kirche ist die Lehre der Liebtätigkeit und zugleich des Glaubens, und nicht die Lehre des Glaubens an jene; denn die Lehre der Liebtätigkeit und zugleich des Glaubens ist die Lehre des Lebens, nicht aber die Lehre des Glaubens ohne die Lehre der Liebtätigkeit. 10765. Die, welche außerhalb der Kirche sind, aber doch einen Gott anerkennen, und ihrer Religion gemäß in einiger Liebtätigkeit gegen den Nächsten leben, sind in der Gemeinschaft mit den Angehörigen der Kirche, weil niemand, der an Gott glaubt und gut lebt, verdammt wird. Hieraus wird klar, daß die Kirche des Herrn überall in der Welt ist, wiewohl insbesondere da, wo der Herr anerkannt wird, und wo das Wort ist. 10766. Ein jeder, bei dem die Kirche ist, wird selig. Hingegen ein jeder, bei dem die Kirche nicht ist, wird verdammt.   Die göttliche Vorsehung, Freiheit und Zulassung 10773. Das Walten des Herrn in den Himmeln und auf Erden wird Vorsehung genannt, und weil alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens von Ihm ist, und gar nichts vom Menschen, so ist offenbar, daß die göttliche Vorsehung des Herrn in allem und im einzelnen ist, was zum Heil des Menschengeschlechts förderlich ist. Das lehrt der Herr in folgender Weise bei Joh.14/6: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". Joh.15/4,5: "Gleichwie die Rebe keine Frucht bringen kann von ihr selber, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt; ohne Mich könnt ihr nichts tun". 10774. Außerdem bezieht sich die göttliche Vorsehung des Herrn auf die einzelnsten Dinge des Menschenlebens, denn es gibt nur eine einzige Lebensquelle, und diese ist der Herr von Dem wir sind, leben und weben. 10775. Die, welche aus dem Weltlichen über die göttliche Vorsehung denken, schließen daraus, sie sei nur eine im allgemeinen waltende, das einzelne aber stehe in der Gewalt des Menschen. Solche kennen aber die Geheimnisse des Himmels nicht; denn sie schließen bloß aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe und deren Lüsten. Wenn sie daher sehen, daß die Bösen eher zu Ehren emporkommen und Güter gewinnen, als die Guten, wie auch, daß den Bösen ihre Kunstgriffe gelingen, so sagen sie in ihrem Herzen: "Das würde nicht geschehen, wenn die göttliche Vorsehung im ganzen und im einzelnen wäre"; aber solche bedenken nicht, daß die göttliche Vorsehung nicht das im Auge hat, was bald vorübergeht, und mit dem Leben des Menschen in der Welt ein Ende nimmt, sondern das, was ewig bleibt, somit kein Ende hat. Was kein Ende hat, das ist, was aber ein Ende hat, das ist beziehungsweise nicht. 10776. Wer es recht erwägt, kann wissen, daß eine hohe Stellung und großes Vermögen in der Welt keine wirklichen göttlichen Segnungen sind, obwohl der Mensch aus seiner Lust sie so nennt, denn sie vergehen, und sie verführen viele und machen sie vom Himmel abwendig; sondern daß vielmehr das Leben im Himmel und die Seligkeit in demselben wirkliche Segnungen sind, die von der Gottheit kommen. Dies lehrt auch der Herr bei Luk.12/33,34: "Machet euch einen Schatz, der nicht abnimmt in den Himmeln, zu dem kein Dieb kommt, und den die Motten nicht verderben, denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz". 10777. Daß den Bösen ihre Kunstgriffe gelingen, hat den Grund, weil es der Ordnung gemäß ist, daß ein jeder aus Vernunft tun soll, was er tut, wie auch aus Freiheit. Wenn es daher dem Menschen nicht überlassen wäre, nach seiner Vernunft aus Freiheit zu handeln, wie auch, wenn die Kunstgriffe, die daraus hervorgehen, nicht gelingen würden, so wäre der Mensch keineswegs fähig zur Aufnahme des ewigen Lebens, denn dieses wird eingepflanzt, wenn der Mensch in der Freiheit ist und seine Vernunft erleuchtet wird. Niemand kann nämlich zum Guten genötigt werden, weil das Erzwungene nicht haftet, denn dann ist es nicht sein. Dem Menschen selbst gehört nur das an, was aus Freiheit geschieht. Aus Freiheit geschieht nämlich, was aus dem Willen hervorgeht, und der Wille ist der Mensch selbst. Deshalb kann für den Menschen, wenn er nicht in der Freiheit erhalten wird, auch Böses zu tun, das Gute vom Herrn nicht vorgesehen werden. 10778. Dem Menschen überlassen, aus seiner Freiheit auch Böses zu tun, wird Zulassung genannt. 10779. Durch Kunstgriffe weltliches Glück zu erlangen, hat für den Menschen den Anschein, als ob es durch eigene Klugheit geschehe, gleichwohl aber ist die göttliche Vorsehung immer dabei tätig mit Zulassung und fortwährender Abhaltung vom Bösen. Aber zur Seligkeit im Himmel geführt zu werden, geschieht, wie man weiß und inne wird, nicht durch eigene Klugheit, weil es durch den Herrn geschieht, und dadurch, daß Seine göttliche Vorsehung selbst alles fügt und fortwährend zum Guten hinleitet. 10780. Daß es so ist, kann der Mensch nicht aus dem Naturlicht begreifen, denn aus diesem erkennt er die Gesetze der göttlichen Ordnung nicht. 10781. Man wisse, daß es eine Vorsehung gibt und ein Voraussehen. Das Gute wird vom Herrn vorgesehen, das Böse aber wird vom Herrn vorausgesehen. Das eine muß beim anderen sein, denn vom Menschen kommt nichts als Böses; was aber vom Herrn kommt, ist nichts als Gutes.   Kirchliche und bürgerliche Verwaltung, Priestertum und Regierung 10789. Zweierlei ist es, was beim Menschen in Ordnung sein muß, nämlich was sich auf den Himmel bezieht, und was sich auf die Welt bezieht. Das, was sich auf den Himmel bezieht, wird das Kirchliche genannt, was sich auf die Welt bezieht, wird das Bürgerliche genannt. 10790. Die Ordnung kann in der Welt nicht erhalten werden ohne Vorgesetzte, die alles beobachten müssen was der Ordnung gemäß und was gegen die Ordnung geschieht, und die diejenigen belohnen müssen, die der Ordnung gemäß leben, diejenigen aber bestrafen, die gegen die Ordnung (leben). 10791. Geschieht dies nicht, dann muß das Menschengeschlecht zugrunde gehen, denn einem jeden ist es erblich angeboren, über andere gebieten und die Güter anderer besitzen zu wollen. Daher kommt allerlei Feindschaft, Neid, Haß, Rache, Betrug, Grausamkeit und vieles andere Böse. Wenn sie daher nicht in Banden gehalten würden durch Gesetze und durch die ihren Liebestrieben entsprechenden Belohnungen, nämlich durch Ehren und Vorteile für die, welche Gutes tun, und durch die jenen Liebestrieben entgegengesetzten Strafen, nämlich durch Verlust der Ehren, der Besitzungen und des Lebens für die, welche Böses tun, so müßte das Menschengeschlecht zugrunde gehen. 10792. Es müssen also Vorgesetzte sein, welche die (staatlichen) Vereine der Menschen in Ordnung erhalten, und zwar gesetzkundige, weise und gottesfürchtige. Auch unter den Vorgesetzten muß eine Ordnung bestehen, damit keiner nach Belieben und aus Unwissenheit Böses gegen die Ordnung zulasse, und so diese zerstöre. Dies wird verhütet, wenn höhere und niedere Vorgesetzte da sind, zwischen denen eine Unterordnung stattfindet. 10793. Die Vorgesetzten über das bei den Menschen, was sich auf den Himmel bezieht, oder über das Kirchliche, werden Priester genannt, und ihr Amt ist das Priestertum. Die Vorgesetzten aber über das bei den Menschen, was sich auf die Welt bezieht, oder über das Bürgerliche, werden Obrigkeiten genannt, und der Höchste unter diesen heißt König, wo eine solche Regierungsform besteht. 10794. Was die Priester betrifft, so sollen sie die Menschen über den Weg zum Himmel belehren, sie auch (auf demselben) führen. Sie sollen sie belehren nach der Lehre ihrer Kirche, und sie so führen, daß sie danach leben. Priester, welche die Wahrheiten lehren, und durch sie zum Guten des Lebens und so zum Herrn führen, sind gute Hirten der Schafe; die aber (nur) lehren, und nicht zum Guten des Lebens und so zum Herrn führen, sind böse Hirten. Diese werden vom Herrn Diebe und Mörder genannt bei Joh.10/7-16. 10795. Die Priester dürfen sich keine Gewalt über die Seelen der Menschen anmaßen, weil sie nicht wissen, in welchem Zustand das Innere des Menschen ist. Noch weniger dürfen sie sich die Gewalt anmaßen, den Himmel zu öffnen und zu schließen, weil diese Gewalt dem Herrn allein zugehört. 10796. Die Priester sollen Würde und Ehre haben wegen der heiligen Dinge, mit denen sie sich beschäftigen; allein die, welche unter ihnen weise sind, geben die Ehre dem Herrn, von Dem die heiligen Dinge sind, und nicht sich selbst. Die unter ihnen aber nicht weise sind, schreiben die Ehre sich zu und nehmen sie also dem Herrn. Die, welche die Ehre sich zuschreiben wegen der heiligen Dinge, womit sie sich beschäftigen, ziehen die Ehre und das Einkommen dem Heil der Seelen vor, für das sie sorgen sollen. Die aber, welche die Ehre dem Herrn geben, und nicht sich selbst, ziehen das Heil der Seelen der Ehre und dem Einkommen vor. 10797. Keine Ehre irgendeines Amtes liegt in der Person, sondern sie wird ihr nur beigegeben gemäß der Würde der Sache, die sie verwaltet, und was beigegeben wird, das ist von der Person getrennt und wird auch getrennt mit dem Amte. Die Ehre in der Person ist die Ehre der Weisheit und der Furcht des Herrn. 10798. Die Priester sollen das Volk lehren und durch Wahrheiten zum Guten des Lebens führen, gleichwohl aber sollen sie niemand zwingen, weil niemand gezwungen werden kann zum Glauben wider das, wovon er aus dem Herzen gedacht hat, daß es wahr sei. Wer anders glaubt, als der Priester und keine Störungen macht, soll im Frieden gelassen werden, wer aber Störungen macht, soll getrennt werden; denn das gehört auch zur Ordnung, um derentwillen das Priestertum da ist. 10799. Wie die Priester vorgesetzt sind zur Verwaltung dessen, was sich auf das göttliche Gesetz und den Gottesdienst bezieht, so die Könige und Obrigkeiten zur Verwaltung dessen, was sich auf das bürgerliche Gesetz und auf das Recht bezieht. 10800. Weil der König allein nicht alles verwalten kann, darum stehen Beamte unter ihm, von denen einem jeden ein Gebiet zu verwalten angewiesen ist, was der König nicht selbst (zu verwalten) vermag und imstande ist. Diese Beamten zusammengenommen bilden das Königtum; aber der König selbst ist der Höchste. 10801. Das Königtum selbst liegt nicht in der Person, sondern ist der Person beigegeben. Ein König, der glaubt, das Königtum sei in seiner Person, und ein Beamter, der glaubt, die Amtswürde sei in seiner Person, ist nicht weise. 10802. Das Königtum besteht in der Verwaltung nach den Gesetzen des Reiches, und im Richten gemäß denselben nach Gerechtigkeit. Ein König, der die Gesetze über sich sieht, und folglich sich selber unter denselben stehend, der ist weise; der aber meint, er stehe über den Gesetzen, folglich die Gesetze stünden unter ihm, der ist nicht weise. 10803. Ein König, der die Gesetze über sich sieht, und so sich selber unter ihnen, der setzt das Königtum ins Gesetz, und so herrscht das Gesetz über ihn; denn er weiß, daß das Gesetz die Gerechtigkeit ist, und alle Gerechtigkeit, die (wahrhaft) Gerechtigkeit ist, ist göttlich. Der aber, der meint, die Gesetze stünden unter ihm, und er also über ihnen, der setzt das Königtum in sein Ich, und glaubt entweder, er sei das Gesetz, oder das Gesetz, das die Gerechtigkeit ist, sei ein Ausfluß von ihm; daher maßt er sich an, was göttlich ist, während er doch unter diesem stehen soll. 10804. Das Gesetz, das die Gerechtigkeit ist, soll von weisen und gottesfürchtigen Männern im Reiche gegeben werden, nach dem alsdann sowohl der König als die Untertanen leben sollen. Ein König, der nach dem Gesetz, das die Gerechtigkeit ist, lebt, und hierin den Untertanen mit gutem Beispiel vorangeht, der ist wahrhaft ein König. 10805. Ein König, der unumschränkte Gewalt hat, und glaubt, seine Untertanen seien Sklaven in der Art, daß er ein Recht habe über ihr Leben und ihre Besitzungen, der ist, wenn er dieses (vermeintliche) Recht ausübt, kein König, sondern ein Tyrann. 10806. Dem König soll Gehorsam geleistet werden nach den Gesetzen des Reiches, und er darf auf keinerlei Weise durch Handlungen und Reden beleidigt werden, denn davon hängt die öffentliche Sicherheit ab.   Die Lehre vom Herrn 10815. Gott ist Einer, Der da ist der Schöpfer des Weltalls und der Erhalter des Weltalls, somit der Gott des Himmels und der Gott der Erde. 10816. Zwei Dinge sind es, die das Leben des Himmels beim Menschen machen: das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe. Dieses Leben hat der Mensch aus Gott, und gar nichts davon aus dem Menschen. Deshalb ist es erster Grundsatz der Kirche: Gott anerkennen, an Gott glauben und Ihn lieben. 10817. Die, welche innerhalb der Kirche geboren sind, müssen den Herrn anerkennen, Sein Göttliches und Sein Menschliches, sodann an Ihn glauben und Ihn lieben; denn vom Herrn kommt alles Heil. Dies lehrt der Herr bei Joh.3/36: "Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt bei ihm". Joh.6/40: "Das ist der Wille dessen, der Mich gesandt hat, daß jeder, der den Sohn sieht, und glaubt an Ihn, ewiges Leben habe; und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tage". Joh.11/25,26: "Jesus sprach: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an Mich glaubt, der wird leben, wenn er auch stirbt. Jeder aber, der da lebet und an Mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit". 10818. Deshalb können diejenigen, die innerhalb der Kirche den Herrn und Sein Göttliches nicht anerkennen, nicht mit Gott verbunden werden, und keinen Teil haben mit den Engeln im Himmel; denn niemand kann mit Gott verbunden werden als vom Herrn, und im Herrn. Daß niemand mit Gott verbunden werden kann, außer vom Herrn, lehrt der Herr bei Joh.1/18: "Niemand hat Gott je gesehen, der Eingeborene Sohn, Der im Schoß des Vaters ist, Der hat (Ihn) dargestellt"; und Joh.5/37: "Nicht habt ihr die Stimme des Vaters jemals gehört, noch Seine Gestalt gesehen". Bei Matth.11/27: "Niemand erkennt den Vater, als der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren"; bei Joh.14/6: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch Mich". Daß niemand mit Gott verbunden werden kann, außer im Herrn, lehrt ebenfalls der Herr, bei Joh.15/4,5: "Wie die Rebe keine Frucht bringen kann von ihr selber, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibet; denn ohne Mich könnet ihr nichts tun". Daß niemand mit Gott verbunden werden kann, außer im Herrn, hat den Grund, weil der Vater in Ihm ist, und sie eins sind, wie Er auch lehrt bei Joh.12/45; 14/7,9-11: "Wer Mich gesehen hat, hat Den gesehen, Der Mich gesandt hat; und Meinen Vater habt ihr kennen gelernt, und von nun an habt ihr Ihn erkannt; wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen; Philippus glaubst du nicht, daß Ich im Vater, und der Vater in Mir ist? Glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir". Und Joh.10/30,38: "Der Vater und Ich, wir sind eins , erkennet und glaubet doch, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir". 10819. Weil der Vater im Herrn ist, und der Vater und der Herr eins sind, und weil man an Ihn glauben soll, und wer an Ihn glaubt, ewiges Leben hat, so ist klar, daß der Herr Gott ist. Daß der Herr Gott ist, lehrt das Wort überall, wie bei Joh.1/1,3,14: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; alles ist durch dasselbige geworden, und ohne dasselbige ist nichts geworden, was geworden ist; und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater". Bei Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, auf dessen Schulter die Herrschaft ruht; und Sein Name wird genannt werden Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens"; bei Jes.7/14 und Matth.1/23: "Eine Jungfrau wird empfangen und gebären, und es wird genannt werden Sein Name Gott mit uns"; bei Jerem.23/5,6 und 33/15,16: "Siehe, es werden Tage kommen, wo Ich dem David einen gerechten Sprößling erwecken werde, Der wird regieren als König und Glück haben, und das ist Sein Name, womit man Ihn nennen wird: Jehovah, unsere Gerechtigkeit". 10820. Alle, die Angehörige der Kirche und im Licht aus dem Himmel sind, sehen das Göttliche im Herrn, und zwar in Seinem Menschlichen. Die aber nicht im Licht aus dem Himmel sind, sehen eben nur das Menschliche im Herrn; während doch das Menschliche und das Göttliche in Ihm so vereinigt sind, daß sie eins sind, wie der Herr auch gelehrt hat bei Joh.17/10: "Vater, all das Meine ist Dein, und all das Deine ist Mein." 10821. Die, welche in Beziehung auf die Gottheit die Vorstellung von drei Personen haben, können sich nicht einen Gott vorstellen; wenn sie mit dem Mund sagen einer , so denken sie sich doch drei. Die aber, die in Beziehung auf die Gottheit die Vorstellung von drei in einer Person haben, können sich einen Gott vorstellen, und einen Gott aussprechen, und auch einen Gott denken. 10822. Die Vorstellung von drei in einer Person hat man, wenn man denkt, daß der Vater im Herrn ist, und der Heilige Geist vom Herrn ausgeht. Alsdann ist das Dreieinige im Herrn das Göttliche Selbst, das der Vater genannt wird, das Göttlich-Menschliche, das der Sohn, und das ausgehende Göttliche, das der Heilige Geist (genannt wird). 10823. Jeder Mensch hat von seinem Vater das Sein seines Lebens, das seine Seele genannt wird; daher kommt das Dasein seines Lebens, das der Leib genannt wird; dadurch ist der Leib die Ähnlichkeit (das Bild) seiner Seele, denn durch diesen betätigt die Seele ihr Leben nach ihrem Wink (nach Belieben). Dies ist der Grund, warum die Menschen in die Ähnlichkeit ihrer Väter geboren werden, und daß man die Familien auseinander kennt. Hieraus wird klar, was für einen Leib oder was für ein Menschliches der Herr hatte, nämlich gleich dem Göttlichen Selbst, welches das Sein Seines Lebens oder die Seele vom Vater her war; daher sagte Er: "Wer Mich sieht, der sieht den Vater": Joh.14/9. 10824. Daß das Göttliche und das Menschliche des Herrn eine Person ist, ergibt sich auch aus dem in der ganzen Christenheit angenommenen Glauben, der also lautet: "Obwohl Christus ist Gott und Mensch, so ist er dennoch nicht zwei, sondern ein Christus; ja er ist ganz einer und eine einzige Person; denn wie Leib und Seele ein Mensch sind, so ist auch Gott und Mensch ein Christus"; dies steht im Symbol des Athanasius. 10825. Daß der Herr empfangen worden ist von Jehovah dem Vater, und somit Gott von der Empfängnis her, ist in der Kirche bekannt; wie auch, daß Er mit dem ganzen Leib auferstanden ist, denn Er hat nichts im Grabe zurückgelassen, wovon Er auch nachher die Jünger überzeugte, indem Er sprach: "Sehet Meine Hände und Meine Füße, daß Ich es selbst bin; betastet Mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Gebein, wie ihr sehet, daß Ich habe": Luk.24/39. Und obwohl Er Mensch war nach Fleisch und Gebein, so trat Er doch durch verschlossene Türen ein, und nachdem Er sich geoffenbart hatte, wurde Er unsichtbar: Joh.20/19,26; Luk.24/31. Ganz anders geschieht mit jedem Menschen; denn der Mensch steht nur dem Geiste nach auf, und nicht dem Leibe nach; wenn Er also sagte, daß Er nicht sei wie ein Geist, so wollte Er sagen, Er sei nicht wie ein anderer Mensch. Hieraus wird nun klar, daß auch das Menschliche im Herrn göttlich ist. 10826. Die, welche das Menschliche des Herrn dem Menschlichen eines anderen Menschen gleichsetzen, denken nicht an Seine Empfängnis aus dem Göttlichen Selbst; auch nicht an Seine Auferstehung mit dem ganzen Leib; auch nicht daran, wie Er gesehen wurde bei der Verklärung, daß Sein Angesicht glänzte wie die Sonne; auch wissen und begreifen sie nicht, daß der Leib eines jeden die Ähnlichkeit und das Ebenbild seiner Seele ist; so auch nicht, daß der Herr auch in Ansehung des Menschlichen allgegenwärtig ist; denn daher kommt der Glaube an Seine Allgegenwart im heiligen Abendmahl; die Allgegenwart ist aber göttlich: Matth.28/20. 10827. Weil im Herrn alles Göttliche ist, darum hat Er alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden; was Er auch selbst sagt bei Joh.17/2: "Der Vater hat dem Sohn Gewalt gegeben über alles Fleisch"; bei Matth.11/27: "Alles ist Mir übergeben vom Vater", und Matth.18/18: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden". 10828. Der Herr ist in die Welt gekommen, um das Menschengeschlecht zu retten, das sonst im ewigen Tod zugrunde gegangen wäre. Und Er hat es dadurch gerettet, daß Er die Höllen unterjochte, die jeden Menschen, der in die Welt kam, und aus der Welt ging, anfochten; und zugleich dadurch, daß Er Sein Menschliches verherrlichte, denn dadurch kann Er die Höllen ewig unterjocht halten. Die Unterjochung der Höllen und zugleich die Verherrlichung Seines Menschlichen wurde bewirkt durch Versuchungen, die gegen Sein Menschliches zugelassen wurden, und durch die fortwährenden Siege, die Er damals errang. Sein Leiden am Kreuz war die letzte Versuchung und der vollständige Sieg. Daß der Herr die Höllen unterjochte, lehrt Er selbst bei Joh.12/27,28,31: "Jesus sprach: Jetzt ist meine Seele beunruhigt; Vater, errette Mich aus dieser Stunde, doch ebendarum bin Ich in die Welt gekommen (nach dem Grundtext heißt es: darum bin ich in diese Stunde gekommen; Anm.d.Übers.), Vater verherrliche Deinen Namen; da ging eine Stimme vom Himmel aus: Ich habe (Ihn) schon verherrlicht, und werde (Ihn) wiederum verherrlichen; damals sprach Jesus: "Jetzt ist das Gericht dieser Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden". Joh.16/33,34: "Habt Vertrauen, Ich habe die Welt überwunden". Bei Jes.63/1-20 und 59/16-21: "Wer ist Der, Welcher kommt aus Edom, einherschreitet in der Fülle Seiner Stärke, groß zum Helfen; Heil hat Mir geschafft Mein Arm; darum wurde Er Ihnen zum Heiland". Daß Er sein Menschliches verherrlichte, und daß das Leiden am Kreuz die letzte Versuchung und der vollständige Sieg war, wodurch Er verherrlicht wurde, lehrt Er auch bei Joh.13/31,32: "Nachdem Judas hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott wird Ihn verherrlichen in Ihm selbst, und wird Ihn alsbald verherrlichen". Joh.17/1,5: "Vater, gekommen ist die Stunde, verherrliche Deinen Sohn, daß auch Dein Sohn Dich verherrliche; jetzt verherrliche Mich Du Vater, mit der Herrlichkeit, die Ich hatte, ehe die Welt war bei Dir". Joh.12/27,28: "Jetzt ist Meine Seele beunruhigt; Vater, verherrliche Deinen Namen; und es ging eine Stimme aus vom Himmel, Ich habe (Ihn) schon verherrlicht, und werde (Ihn) wiederum verherrlichen". Bei Luk.24/26: "Mußte nicht Christus dieses leiden, und eingehen in Seine Herrlichkeit"; verherrlichen heißt göttlich machen. Hieraus erhellt nun, daß, wenn der Herr nicht in die Welt gekommen, und Mensch geworden wäre, und auf diese Weise von der Hölle befreit hätte alle die an Ihn glauben und Ihn lieben, kein Sterblicher hätte selig werden können; so ist es zu verstehen, daß ohne den Herrn kein Heil ist. 10829. Den Herrn lieben heißt, nach Seinen Geboten leben; daß dieses heißt den Herrn lieben, lehrt Er selbst bei Joh.14/15,21,23,24: "Wenn ihr Mich liebet, so haltet meine Gebote; wer meine Gebote hat, und sie tut, der ist es, der Mich liebt. Wer Mich liebt, wird mein Wort halten; wer Mich aber nicht liebt, hält meine Worte nicht". Und daß diejenigen selig werden, die den Herrn aufnehmen, und an Ihn glauben; nicht aber die, welche im Bösen und daher im Falschen sind, weil diese Ihn nicht aufnehmen und nicht an Ihn glauben, bei Joh.1/12,13: "Wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu werden, denen die da glauben an Seinen Namen; die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind". Aus Blut, aus dem Willen des Fleisches, und aus dem Willen des Mannes heißt, im Bösen der Selbst- und Weltliebe und daher im Falschen sein; von Gott geboren werden heißt, wiedergeboren werden. 10830. Als der Herr Sein Menschliches verherrlichte, da zog Er das Menschliche von der Mutter her aus, und zog das Menschliche vom Vater her an; daher war Er alsdann nicht mehr der Sohn Marias, sondern Gottes, von Dem Er ausgegangen war. 10831. Daß ein Dreieiniges im Herrn ist, nämlich das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Göttliche, ist ein Geheimnis aus dem Himmel, und für diejenigen, die im heiligen Jerusalem sein werden.