Idiotikon des Niederösterreichischen A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z má wir, mir (vor einem Selbstlaute: má-r ); auch: man; dagegen: ma (ih ma') mag, ih ma' ich mag. Mádám ( Madame ), verächtlich von einer putzsüchtigen, eingebildeten, hochmütigen Frau (Maitresse). Máhm' (d' Moahm'), die Muhme, der Mutter Schwester. máh'n mähen. Mál ('s), Maul; daher Málwerch Maulwerk, Beredheit (Redhaus), Vortrag. Málör ('s – ∪ ), Malheur, Unglück, Verlegenheit. Mánd'l ('s), Männchen. Márhof (dá), Meierhof, Meierei. Máriánd'l Maria Anna. Máriásch'n ( ∪ ∪ – ∪ ), Mariagen, ein bekanntes Kartenspiel zu zweien. Márie-Geburt (– ∪ ∪ –), ein großer Festtag der Kirche (8. September), die Zeit, um welche die Schwalben fortzuziehen pflegen, und, nach der früher in Österreich bestehenden Schulordnung, die Studenten, nach geschlossenen Kollegien, auf die Ferien (siehe Vikánz'n ) gingen. Mártini (Mátini), der Martinstag (11. November); an welchem man Gänse (Martinigänse) zu schlachten liebt. Der sogenannte Martinstrunk wurde bei den Handwerkern gesetzlich verboten. Máscherl ('s), eine kleine Schleife, Bandschlinge. Höfer II. 237. Másch'n (á), Masche; der erste Grad von Trunkenheit (Hieb, Spitz). Höfer II. 237. Mástá (dá), Meister; davon másterli meisterlich. Máß (d'), Holzschlag, Hau; von maiß'n (gotisch: maitan), hauen. Schmeller II. 627. Mátzi (dá), auch Martzi der Monat März. Máx'n (dö), gewöhnlich in Verbindung mit » Batzen « (siehe dieses), so viel als: Geld; vielleicht von Máx (Max d'or), einem Goldstück im Wert eines zweifachen Goldguldens, unter dem bayrischen Kurfürsten Max Emanuel geprägt. Mäkázá (dá, – ∪ ∪ ), dumpfer Schrei, abgebrochenes Mäkern, von meckern. Mag'n (dá), der Magen; Plur. d' Mág'n . Mann (dá Man), Mann; figürlich der zweite Grad des Rausches; Plur. dö Manná (Maná). mannigs manches; daher mannigsmal manchmal. mannichá mancher; mannichi manche usf. March ('s); Mark; in's tiefste March ins Innerste. Matthä am letzt'n eine Redensart, welche soviel sagt, als: vorüber, gar, es ist aus damit. Schmeller II. 646. Mathies (zweisilbig – –), Matthias; auch: Mattheis . mehránteils mehreren Teils; der Mehrzahl nach, gewöhnlich. mehrás mehreres; mehrást'n (– ∪ ∪ ), meisten. mein! (u mein!), ein Ausruf der Verwunderung, der Teilnahme. Mein'g' (d'), die Meinige, d. i. meine Frau; so auch: der Meinigi ( il mio ). memeln so essen, daß die Lippen geschwind immer auf und zu gedrückt werden, was besonders bei alten zahnlosen Leuten der Fall ist. Schmeller II. 575. Memeln ('s), Subst. vom voraufgehenden Zeitworte. Menscháschuach' (d'), die Mädchenschuhe. d' Menscháschuach' auszieh'n die Schuhe einer unverheirateten Dirne ausziehen, heiraten, wie die lateinische Redensart: nuces projicere . Mett'n (d'), Mette, der nächtliche Gottesdienst in der Weihnacht; eigentlich: Frühgottesdienst ( matutina ). Mich'l Michael. Mili (d'), Milch. Miliwei ('s), Milchweib, Milchverkäuferin. mir wir. mirk'n (miark'n), merken; a-mirk'n abmerken; an-mirk'n anmerken, ankennen. Mirl Maria, die zu Lichtmeß gefeiert wird; spottweise, wie Gred'l , Nánnerl , Kord'l (Kordula), Everl , Ursch'l (Ursula), zur Bezeichnung einer einfältigen Weibsperson mißbraucht. Mirz'l , Miarz'l (Miz'l), Maria; in Bayern: Mätz . mifelsüchti kränklich, lungensüchtig; im Altdeutschen: mifásuchti , elephantico morbo behaftet ( leprosus ). mitgeh'n annehmbar sein ( passer ); es geht mit es ist erträglich, es läßt sich hören. Mitt'l ('s), die Mitte, der Oberleib; hoch um's Mitt'l vollbusig. moaná (máná), meinen, Konj. Impf. Ih moanát . mock'n und bock'n alliterierende Phrase für: grämlich, mürrisch sein; mock'n nur leise, verstohlene Bewegungen machen aus Furcht, Trägheit, Verdruß; – bock'n wie ein Bock stoßen. mollát mollig, weich, lieblich, fleischig ( mollis ). Monschein (dá), Mondschein; dá Mon Mond. mordiánisch (muardiánisch), mörderisch, sehr heftig; auch: mördáli (– ∪ ∪ ). mosteln die Trauben treten, um Most zu machen; daher überhaupt: treten, balgen, pressen. Muadá (d'), Mutter; Plur. d' Müattá . Muattá (d'), der Stift am Rade, welcher das Herausfallen des Radnagels verhindert. Muck'n (dö), Mücken; Gedanken, welche den Kopf einnehmen, wie Mückengesumm; d' Muck'n im Sing. das Korn an den Schießgewehren, auch: d' Flieg'n . mud'lwarm warm, wie in einem Katzenbalge; von Mud'l Katze. Schmeller . II. 553. mungáz'n (– ∪ ∪ ), ein Spiel, wobei genau so verfahren wird, wie es die beiden ersten Strophen meines Gedichtes beschreiben. Die berührte Person gibt, mit verstellter Stimme, einen Ton (Miau'n, Mungázá ) von sich, aus welchem der Verbundene im Kreise die Person selbst erraten muß, die ihn dann ablöst. – Munkezen , munken , munkeln , verdrießlich tun. muntá (wer'n), munter werden, aufwachen. muring (murig'n), morgen; spottweise für: niemals. Musi (d'),die Musik. A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z