Kriegshymnen Peter Altenberg Kriegshymnen san net schlecht. Gar net schlecht! So Worttrompeten, Wortetrommeln, Wortgeratter: Auf in den Kampf, auf in den Tod! Zum Siege! Doch schmerzlicher dient man dem Vaterlande mit einem Leberschuß, einem Schuß in die Niere, in die Nabelgegend! Man muß es dann nämlich tragen, Jahre lang, auch wenn die Kriegsbegeisterung vorbei ist, und Nüchternheiten einziehn in die Seelen! Nüchtern berauscht sein, das war ewig die Devise meines Herzens! Künstlertum im Leben ! Nicht berauscht berauscht, und nicht nüchtern nüchtern ! Sondern nüchtern berauscht! Begeisterung in heiligen Friedenszeiten ! Der Krieg begeistert jeden schon von selbst ! Was braucht man da noch Trommeln und Trompeten?!? Jedoch im heiligen Frieden wird wieder alles schlapp und müde, und trottet fort in schäbigem Geleise! In Friedenszeiten , Dichter, Philosophen, rufet die Menschen wach und auf zu Lügelosigkeit, Einfachheit, Askese und vornehmer Gesinnung durch und durch ! Auf daß ein nächster Krieg unmöglich werde und sein Schreckenslärm , und ebenso Kriegshymnen-Blech !