Johann Gabriel Seidl Gegenüber.           Mein Fensterlein, mein Fensterlein, Wie teuer bist du mir; Kann keine Aussicht schöner sein, Als die ich hab' aus dir. Du zeigst zwar nicht auf Berg und Flur, Auf Straß' und Strand hinaus, Du zeigst mir gegenüber nur Ein kleines, schlichtes Haus; Doch dieses Haus ist meine Welt, Mein Süd, mein West, mein Ost, Mein Land, mein Meer, mein Sternenzelt, Mein Kummer und mein Trost. Das macht, daß mir dies Fensterlein So herzlich wohlgefällt; Vor seinen Scheiben hell und rein Steht meine ganze Welt! ( Aus »Natur und Herz«, 1852 )