Idiotikon des Niederösterreichischen A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z Láb ('s), das Laub. Diminut. 's Láberl , daher Lábwerch Laubwerk. Lábfrosch (dá), der Laubfrosch ( rana arborea ). lácheln lächeln. láf'n (láf'n), laufen. Part. g'loffá . Láhm (dá), Lehm. – Um án'n Láhm fahr'n mit oan'm Einem seine Wege weisen; ihm einen Herrn zeigen. Láhmkruag (dá), Lehmkrug; ein Trinkkrug aus gebrannter Erde. láhmlackát (– ∪ ∪ ), leblos, träg, lendenlahm; von Láhm und láck' lau, matt. Schmeller II. 432. Lámperl ('s), Lämmchen, besser vielleicht: Lámberl , zum Unterschiede von: 's Lámperl das Lämpchen. lár leer. Látsál ('s), Leitseil, Leitriemen ( lorum ). Landwiahr (d'), Landwehre, eine aus dem Landvolke, den Bewohnern der Städte usw. errichtete Nationalmiliz. Lapp' (dá), Laffe, Lapps, einfältiger Mensch; auch scherzweise ohne beleidigenden Nebenbegriff. Laudi (á), ein Spaß, eine Unterhaltung, von lauto oder lautus . laugná (laug'n), leugnen, verhehlen. Launlá (á), ein Zögerer, ein Saumseliger, der Schläfrige; von launen , launeln lau, schläfrig sein. Schmeller II. 470; davon: launlát zögernd, langsam. Learn'l (dá, Lien'l), eigentlich: Leonhard'l , ein grober, ungeschliffener, tölpelhafter Mensch. Leonhard ist der Patron der Hammerleute; die roh geschnitzte Statue desselben, oft nicht besser als ein Klotz, mag zu obiger Benennung Anlaß gegeben haben. Leberl ('s), die Leber; mir is was übá 's Leberl g'fahr'n ich habe einen Verdruß gehabt. Lebta (mein) mein Lebetag. Leiblied'l ('s), Leibliedchen, Lieblingsliedchen. leicht gar, vielleicht; siehe váleih ; – leichtlá leicht. lei'n leiden; Part. g'lid'n . Lenz abgekürzt für: Lorenz. Lepoidt'n ( ∪ – ∪ ), ein Spiel für die Jungen, dessen Hauptzweck ist, einander zu haschen, wobei man sich mit den Worten: » Ih boidt' ma'n « (ich entbiete mir ihn) einen Platz vorbehält, wo man nicht gefangen werden darf. Daher auch: » Dös boidt' ih má « das behalte ich mir vor. Letfeig'n (á), Memme, Hasenfuß, furchtsamer Mensch; von laß (angelsächs. laet ) und dem alten Schimpfworte: der Feige , der Unterlegene. Liebstáscherl ('s), ein sanfter Backenstreich; ironisch für eine derbe Maulschelle. Liesing eine Ortschaft nächst Wien , an der Eisenbahn nach Baden , mit einem vielbesuchten Bräuhause. Liná (d'), die Linie, die äußerste Stadtmauth. Lis'l (d'), Elisabeth; d' scheangládi Lis'l die schielende Lise; im Texte der Name einer Wiese. Man pflegt in Österreich einzelnen Grundstücken besondere, auf Lokalverhältnisse oder Eigenschaften der Besitzer bezügliche, Beinamen zu geben. Load ('s Lád), Leid; mir is lád (load) mir ist leid. loahná (láhná), lehnen. Loahnstuhl (dá), Lehnstuhl, Sorgenstuhl, Großvaterstuhl. loschir'n logiren, wohnen (vom franz. loger ); Part. g'loschirt . los'n zuhorchen, aufmerken. Höfer II. 220. Ludá ('s Luadá), Luder; Schimpfwort für ein träges Wesen. lüfti (lifti), lüftig, schnell, flink, leicht. Luft (d'), die Luft; Plur. d' Lüft' (Lift'); dá Luft kühler Wind, Bergwind. Lümmel (dá), ein ungeschlachter, roher Mensch; daher: án'n Lümmel mach'n sich gebärden wie ein roher Mensch, indem man den Ellbogen auf den Tisch stemmt; án'n doppelt'n Lümmel mach'n wenn man beide Ellbogen aufstemmt. Lump'l (d' Lung'l), die Lunge. luzeln und suzeln eine alliterierende Redensart für: trinken und essen. Luzeln saugen, auch duzeln . Schmeller II. 532. A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z