Idiotikon des Niederösterreichischen A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z fál faul, träge (fa u l); feil, venalis (fa i l) Fánkerl ('s), Fünkchen, von Fánk'n , Funke. Schmeller I. 543. Fárl Ferkel; siehe: Spennfárl . fabeln (vur-), vorerzählen. Fad'n (dá), Schiffseil; Plur. d' Fádná . Fahn (dá), die Fahne. Faunz'n (d'), Schlag ins Gesicht, Maulschelle, Fauststoß; verwandt mit Faust. Verb. faunzná . Schmeller I. 546. Fax'n (d'), Possen, Scherze, Gaukeleien; von fatzen scherzen ( facetiae ). fecht'n (f. geh'n, kumá), betteln; nach Adelung von den Soldaten in vorigen Zeiten, welche, unter dem Vorwande, daß sie ins Feld (fechten) gehen, oder aus dem Felde zurückkehren, unverschämt bettelten. Fedárütt' (d', – ∪ ∪ ), Federrütte; ein zwilchener Überzug, in welchen die Flaumen gefüllt werden; gewöhnlich statt: Kissen, Deckbett (Duachád) überhaupt. Feintán ('s), das Feintun, die Galanterie, die Zierlichkeit. Feita (Fei'ta), Feiertag, Festtag, freier Tag. feirád feiernd, verfügbar, disponibel, zum beliebigen Gebrauche leerstehend. Felbeerbám (dá), ein Weidenbaum, welcher zu einem hohen Stamme auswächst ( salix. Lin. ). Fenstáglums'n Spalt in den Fensterläden; siehe Glums'n . fensterln vor'm Fenster der Geliebten Ständchen halten. fert'n im vorigen Jahre; verwandt mit fern. feuráz'n (– ∪ ∪ ), feurig glänzen, flimmern. Fická (dá), auch: Flická, ein Peitschenhieb; fick'n ( flick'n ), mit der Rute streichen ( fligere ). fidel ( ∪ –), umgänglich, lustig; kreuzfidel sehr lustig. Finstá (d'), die Finstere, das Dunkel. Fleck (dá, Fleg), Fleck; án'n F. dudeln ein Stück jodeln. Fleiß (mit z' Fl.), mit Fleiß, absichtlich, zum Trotz. Fliech (d'), die Flieg, der Flügel; 's Fliecherl das Flügelein; bei da Fliech nehmá ergreifen, fassen. Flitscherl ('s), ein Schimpfname für junge Mädchen, so viel als: flatterhaftes, leichtsinniges, schnippisches Ding. Flitschen , flitschern , flitscheln mit den Flügeln schlagen; die Flitschen , das Flitschelein die Schwingfeder, der Fittich. Schmeller I. 594. Foarch'n (d'), Föhre, Kiefer ( pinus sylvestris Lin. ); von Feuer , weil sie vorzugsweise zur Feuerung dient. Frátz (dá), eigentlich ein plauderhaftes, mutwilliges, unbesonnenes Kind ( procax ), scherzweise aber auch ein lebhaftes, gesprächiges, kindisches Wesen überhaupt (φράζω). frei geradezu ( sans gêne ), eben, in der Tat. Fress'n ('s), Essen, Schmaus; daher: Schnabelweide, Lust; das is á Fress'n für d' Leut das ist etwas, woran die Leute ihre Lust haben. Freund Anverwandter. Das Wort »Freund« in der sympathetischen Bedeutung kennt der gemeine Mann nicht; er ersetzt es durch: G'spann (Gespann, sodalis ), Spezi (Spezial) usw.; daher: Freundschaft (d'), die Blutsverwandtschaft. Fried' (dá), Friede; Fried' geb'n Ruhe lassen. friemá vorausbestellen, sich etwas machen lassen; ursprünglich frümmen . Schmeller I. 612. froch froh. frozeln necken, foppen; Iterativ. von fretten , reiben ( fricare ), plagen. fruah frühe. Frücht'l ('s), eine kleine (verkümmerte) Frucht; daher figürlich ein liederlicher Mensch ( homo nequam ). frumm fromm; Komp. frümmá . fuadán füttern. fuchti übellaunig, zornig; vielleicht von fechten , sich schnell hin und herbewegen. fuchzeh'n (fufzeh'n), fünfzehn. Fünferl (á), ein Stück Papiergeld im Werte von fünf Gulden: wohl auch eine Silbermünze im Werte von fünf Kreuzern. fürá hervor. fürá-záxeln hervortrippeln, hervorhüpfen; siehe: záxeln . Fürtá ('s), Vortuch, Schürze; Dimin. 's Fürtáxl ; daher: Fürtábándeln die Bänder an der Schürze. Fußschamel Fußschemel. A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z