Idiotikon des Niederösterreichischen A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z Nábinger-Loch (á), Bohrerloch; Nábinger , Näher, Nepper, ein Bohrer: verwandt mit dem franz. navrer , verwunden, durchstechen. Náderl ('s), Nädelchen, eine bestimmte Anzahl von Maschenreihen (Gängen) beim Stricken. Nág'l ('s), die Neige, das Restchen, dagegen: dá Nag'l der Nagel, auch ein höherer Grad der Trunkenheit; und 's Nág'l (Nágerl), die Nelke. náhm' nähme; von: nehmá Präs. Ih nihm' ; Plur. má nehmán , ös nehmt's , sö nehmán ; Konj. Impf. ih náhm' (nehmát); Part. g'nummá . – Statt des Imperat. nimm oder nehmt's gebraucht man häufig das Wörtchen: Sö! ( en ); siehe dieses. náh'n nähen. námlá nämlich. Nánnerl Anna; dreinschau'n wie-r á Nánnerl betroffen (schüchtern) drein sehen. Nást'l ('s), so viel, als: Ást'l , Ästchen, Zweig. Höfer. Die Volkssprache in Österreich. Wien, 1800 , S. 56. nachá nachher, hernach. nachád nahe; nachándá (– ∪ ∪ ), näher, náckst nächst ( z'nackst'n zunächst, jüngsthin). Nachád (d'), die Nähe; bei dá Nachád in der Nähe. nachi nachhin, nach. nachi-zod'ln nachgehen; siehe: zod'ln . nach-pfuscht nachgepfuscht, nachgemacht, gefälscht, von: nachpfusch'n . Nachtauchá (á), Nachtaucher, Nachhilfe, Zugabe ( surplus ). Nam' (dá), Name, Plur. d'Námá . napfáz'n einnicken; schläfrig den Kopf sinken lassen ( Kirz'ntunk'n ); vom alten naffizan , dormitare . Narr (dá), Narr; án'n Narr'n an oan'm g'fress'n hab'n für einen vorzugsweise eingenommen sein. nasch'n naschen; lecken, bespülen ( lambo ). Nasenrauckerl ('s), ein kleines, kurzröhriges Tabakspfeifchen, dessen Kopfmündung fast an die Nase anstreift; von: Nase , und: rauck'n rauchen. 'naus hinaus; gewöhnlich aussi . Neb'l (dá), Nebel; figürl. Benebelung, Rausch. 'nein hinein; gewöhnlich eini Nepámuck Nepomuck; ein Standbild des heil. Johann von Nepomuck, des Schutzpatrons der Brücken. nermst (nermbst, nearmst), niemand; zumeist mit beigesetzter Negation: nermst nit . neug (neuch), neu; neug's neues; 's neuchi das neue, usw. neun Täg' und a-n' Ewigkeit über die Gebühr lang, eine scherzhafte Redensart. neuschieri (– – ∪ , neugierig), französisch ausgesprochen (eine scherzhafte Koketterie im Munde des gemeinen Wieners), für: neugierig, begierig. ni(á)t-neuch nagelneu; siehe spanneuch . nidá-patsch'n schwer niederfallen; plump herabspringen; von pátschen klappend treten (πατάζω); pátsch onomatopoetische Bezeichnung für den Laut des Fallens; daher: dá Patsch ein plumper, ungeschickter Mensch. niedri niedrig; niedrichá niedriger. Niernbrát'l (á), ein Kalbs- oder Schweins-Braten, aus den Lenden (nebst den Nieren) herausgeschnitten. Nimmásatt (á), Nimmersatt, Unersättlicher; eigentlich: der Pelikan ( pelecanus onocrotalus ) nindáscht (– ∪ ), nirgend. Nipf (dá, Nipf), die verhärtete Zungenspitze des Federviehes, gewöhnlich mit Verstopfung der Nase ( pituita ) verbunden; auch: Zipf (Zibf), Pibs. Daher die Redensart: 'n Nipf hängen lassen traurig, niedergeschlagen sein; vielleicht auch dá Nipf ziemlich gleichbedeutend mit Zipf (Schweif), ist, so viel als den Schweif hangen lassen , unwohl, verstimmt, traurig sein. nipf'n nippen, kosten. nit (nid, nöd, nöt), nicht. nix (niks), nichts. nohlich nobel, vornehm, anständig; Komp. noblichá (– ∪ ∪ ). nöt'n zwingen, sich nöt'n sich zwingen, überwinden; Präs. ih nöt' mih ; du nötst dih ; er nöt't sih . non nun; eine Hinweisung auf das Nachfolgende, oder eine Aufforderung bezeichnend. Nürscherl ('s), das Trinknäpfchen, welches man den Vögeln in den Käfig schiebt, von Nuesch Rinne. Schmeller II. 712. A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z