Wilhelm Busch Müller und Schornsteinfeger Schau, schau! Der Müller, dick und rund, Küßt Jungfer Nanni auf den Mund. Und bald nach diesem – ei, ei, ei! – Schwört er der Fanny ew'ge Treu! Der Schornsteinfeger, gleich darnach, Klagt dieser auch sein Liebesach. Doch ungeachtet solcher Schmerzen Küßt er die Nanni recht von Herzen. Nun sehen Nann- und Fanny beid' Die Spuren dieser Zärtlichkeit. Sogleich gießt Nanni aus dem Topf Das Wasser über Fannys Kopf. Worauf dieselbe, sehr empört, Die Nanni mit dem Besen kehrt. Der Schornsteinfeger folgt derweile Dem Müller nach in Zorn und Eile. Der will im Kasten sich verstecken Und kann sich doch nicht ganz bedecken. Die Ofengabel faßt er kühn, Der Schwarze hüpft in den Kamin. Zu höchst ist er nun auf dem Dach. – Wer wagt es, ihm zu steigen nach? Schon klettert auf des Daches Giebel Der Müller mit dem Wasserkübel. Da langt in Eile und in Not Der Schornsteinfeger aus dem Schlot. Die beiden Mädln machen Feuer, – Den' droben wird's da nicht geheuer. Schnurr! – sausen beide nun herunter, Die Mädchen lachen froh und munter. Nun setzt sich auf die Kiste gar Das schadenfrohe Mädchenpaar. Indes – man lache nicht zu früh! Denn – schlapp! – hier unten liegen sie. Man sieht, daß es Spektakel gibt, Wenn man sich durcheinander liebt. Zum Schluß ist Zank und Streit vorbei. Sie lieben sich zu zwei und zwei.