Der Flöhhaz von Johann Fischart.   Abdruck der ersten Ausgabe (1573).   Halle a /S. Max Niemeyer. 1877.     Flo e h Hatz, Weiber Tratz. Der wunder vnrichtige, vñ spotwichtige Rechtshandel der Flo e h mit den Weibern. Ein New gela e ß auff das vber kurtzweiligest zůbela- chen, wo anders die Flo e h mit stechen einem die kurtz- weil nicht lang machen.           Wer willkomm kommen will zů Hauß     Kauff seim Weib diß Bůch zů vorauß, Dann hierinn sind sie weg vnd mittel     Wie sie die Flo e h auß Beltzen schüttel. Vnd hüt sich jederma e nniglich     Bey der Flo e h vngnad, biß vnd stich, Das er diß Werk nit nach wo e l machen,     Weil noch nit außgfu e hrt seind die sachen Dann der Flo e h Appellation     Mag noch in kurtzem nachher gohn. Auch bald der Beltz Defension . ○ Lectori . M . H . H . M .     Qui dulces risus, qui scommata dulcia damnas, Fronteque caprata, dulcia cuncta legis. Hinc oculos flectas, tristesque assume cucullos, Corpore vt in viuo, mortua membra geras. 5.   Nulla nefanda cano, legat hæc puer atque puella, Seria deponens, liberiora dedi: Vixque trium horarum spatium mihi cessit in illis, Quas cernis, nugis, motus amicitia Et precibus, quorum instructissima cura deumbrat 10.   Bella cruenta, quibus fœmina quæque furit. Non semper magnis horas insumere rebus Par sit, cum et Socratem cœpit arundo leuis. PSYLLAE. AZILOS PLVTOS.   Des Flohs klag, von der Wei- ber Todschlag, in eim gespra e ch mit der Mucken fürgebracht, zůsehen wie vnschuldig man sie schlacht.       Die Muck. WAs grosser klag, was grossen gschrey     Ho e r ich? Mich wundert wer da sey Der sich so ma e chtig vbel gheb,     Ob es sey todt, oder obs leb. 5.   Sich zů es ist mein Gsell der Floh,     Wie springt er nur daher so hoch Mit schreyen weinen vnd auch klagen.     Můß zů jhm was er News thů sagen.   Der Floch. O Jupitter du starcker Held, 10.       Welchen erzittert alle Welt, Kumm mir mit deinem gwalt zůhülff,     In no e tten ich jetz zů dir gülff, Brauch deinen straal vnd schieß herunder     Erwu e rge bald mit Plitz vnd Tunder 15.   Auff Erd das gantz Weibliche gschlecht     Die mich verfolgen wider Recht, Vnd mich nit sicher lassen bleiben     Wo ich nur bin, besonder treiben 4 Mit mir ein sollichen hochmůt 20.       Das es ein Stein erbarmen thut.   Muck. Was ficht dich an Floh Freunde mein     Das so groß ist die klage dein.   Floch. O Brůder du seliges Thier     Mein vnfall kanst nit glauben mir, 25.   Darzů die groß schand vnd vnbill.     Dann an mir Ritter werden will Ein jedes Weib, eine jede Magt,     Ein jede Jungfraw mir nach jagt, Die alten Vetteln nit allein 30.       Sie lehren auch die Kinder klein Mich zbringen vmb das leben all,     Wie kaum entran ich jetzůmal. Dann ein Jungfraw sehr wuniglich     (Welche solt han erbarmet sich 35.   Nach gwonter miltigkeit der Weiben     Solt kein solch Tyranney han triben) Mir mein Vatter vnd Můtter hatt     Vnd sonst viel freu e nd auff einer statt Ohn all Erba e rmbd, gantz ja e merlich 40.       Erwürget also fra e uenlich, Hetten heut meine Fu e ß das best     Nicht thon, mit mir wers auß geweßt.   Muck. Juppiter das seind grewlich sachen     Die eim vertreiben bald das lachen, 45.   Lieber sag an, wie ists doch gangen     Welchen hat man erstlich gefangen.   Floch. Trawt mein, ich kan dir nicht verha e len     Die warheit můß ich dir erzelen, 5 Vnd wann ich dann dir Recht soll sagen 50.       So bringt vns můtwill vmb den kragen Dann disen gantzen Summer lang     Haben wir ghabt ein sichern gang Bey den Ma e gten im Hu e nerhauß,     Vns thet auch kein grossen vertruß 55.   Die Ko e chin vnd die Kindes Meid,     Weil sie faul waren alle beid. Gaben wir schon einer ein zwick     So war es nur z thůn vmb ein Rück Das man uns s fleisch zog auß den za e nen 60.       Dasselbig thet uns gantz verwehnen, Dann wir feist wurden, darzů frech,     Kein was die hefftig nach vns stech Vnder dem liederlichen Gsind.     Darumb wir vmbher sprungen gschwind. 65.   Hercules, ist's nicht ein grosser jamer,     Pluto der trůg mich in ein kammer Sehr herrlich schon vnd wol zůgricht,     Darinn kein zierde manglet nicht Von Seidin, Sammat vnd von Goldt, 70.       All ding hergleißten, (ja ich wolt Das ich ein schenckel an der Stett     Abgfallen wer ohn als gespo e tt Wie ich die Kammer erstmals sach!   Muck.     Warumb mein Floch ist das gemach 75.   Dir also hefftig dann zůwider.   Floch.     Sich zů es zittern mir die Glider, Wenn ich an meine frecheit denck.     Warumb hat nit im Bad ertrenckt Mein Můtter mich, ehe dann ich hab 80.       Sie mit fra e uel bracht in das grab.   Muck. Was ist es dann, nun sag mir her     Das dir begegnet ist so schwer. 6 Dann ich allzeit viel lieber bin,     Es steht auch all mein gmu e t vnd sinn 85.   Zů ko e stlichen vnd scho e nen dingen,     Wo ich was scho e ns zu weg mag pringen Da setz ich mich zům ersten hin     Wiewol ich nit sta e tz willkomm bin.   Floch. Ich will dirs sagen, laß vns sitzen 90.       Dann du sichst wie vor forcht ich schwitze So bin ich auch so hefftig gsprungen     Das mir schier zerrint an der Lungen. Als ich kam in selbigen Saal,     Ein scho e ne Jungfraw allzůmal 95.   Fand ich sitzen bey einem Bett,     Ihr gwand sie abgezogen hett, Vnd wolt sich legen da zů rhů.     Ich schawet jhren fleissig zů, Nam ab bey jhrem leib so weiß 100.       Sie wurd haben ein zartes Fleisch, Die ta e glich Speiß war mir erleidt,     Spewt schier wann man mir etwann seit Von den Ma e gten vnd alten Weiben,     Ich wolt bei jrem gstanck nimm bleiben, 105.   Meint wolt kein rindfleisch nit meh essen     Eins Wiltprets het ich mich vermessen. Jedoch war mir das Bett zů hoch,     Wie offt ich daran auff hin kroch. Dann ich fůl allweg wider runder, 110.       Der Fürniß war mir zwider bsunder So hett sie auch all jhr gewant     Hoch hangen dort an einer Wand. Dazů hett man auch jhre Schů     Hin tragen, als sie kam zů rhů. 115.   Das ich kein glegenheit mocht finden,     Das ich mit jhr hett essen künden. Ich dacht, ich wolt mein Eltern sagen     Die gschicht, sie do e rfftens villeicht wagen Mit mir, vnd einen Rath erfinden 7 120.       Das wir diß Wilds geniessen künden. Ein sollich wüschen vnd auch keren,     Was auch daselbst, daß ich mich nehren Můßt gar in einem kleinen spalt     Sonst hettens mich gefangen baldt, 125.   Dessen ich vor nit war gewon     Da ich in Sta e llen vmb thet gon. Darumb ich zů meim Vatter kam,     Mein Můtter mich von stundan nam An jhr liebliche schwartze arm, 130.       Sprach, Sun wie ward dir also warm. Ich sprach, O Mutter trawtes hertz     Es ist fůrwar mir gar kein schertz, Dann ich gewesen bin an orten     Da mich kein mensch nit sach noch horte – 135.   Pfey dich Kuchin vnd Hu e nerhauß     Ich hab ein Bett, Strosack wol auß! Erzehlt jhn also alle sach     Was ich hett gsehen, darauff sprach Mein Vatter der viel greise Man, 140.       Sun, Sun schaw was du fahest an, Dann es sich nit will lassen schertzen     Mit Edlem gmu e t vnd hohen Hertzen, Die Jugent facht offtmalen an     Das ein Alter nicht hett gethan. 145.   So hand wir auch so starcke Feind     An Weibern, das wir sicher seind Auff gantzer Welt an keinem ort,     Mein lieber Sun vernimm mein Wort, Vnd bleib bey disem schlechten leben. 150.       Bei vns da magstu aller wegen Viel sicherer dann dorten sein.     Ich denck selb an die jugent mein. Dann ich mich auch einmal befand     Gar stoltz in einer Fürstin Gewand, 155.   Vnd meint ich wer schon selb ein Herr.     Da was mir zwar mein End nit ferr. Dann wol zehen Ma e gt eilendt kamen.     Das Gwand zů jhren handen namen 8 Zerschlůgen, klopfften, flochten das, 160.       Kein Na e tlein vor jhn sicher was. Dann ja sie meinten mich zůfinden,     Da thet ich jhn heimlich entrinnen, Erschrocken vnd aller verzagt     Saß ich bald einer Kammer Magt 165.   In das Bra e m, so sie hat am Rock,     Vnd hu e lt mich stiller dann ein Stock. Hab mich darnach von jhr gethan,     Also ich von dem Lermen kam. Vnd griff gleich darnach zů der Eh 170.       Damit mirs desto besser geh. Bin sicher nie so keck gewesen     Das ich mir solch Leut hett erlesen Zů meinem Weidwerck, dann allein     Als Kindtbet dich die Můtter dein, 175.   Wolt ich vmbsehen nach eim schleck,     Vnd thete mich von hinnen wegck, Vermeint noch ferners zůerfahren,     Mit meim schaden thet ichs gewaren, Wiewol dein Můtter mich vast warnt, 180.       Die dann sehr viel auch hat erarnt. Als ich aber wolt bleiben nit,     Sprach sie, mein Haußwirt, ich dich bit Sey bhůtsam vnd schon selber dein,     Die Weiber gmeinlich listig sein 185.   Vnd ko e nden spannen eim die Seil,     Ist einer dann so frech vnd geil Das einer eilends einhin plumpt,     Er warlich in groß leiden kumpt. Dann etlich seind der listen voll 190.       Das sie ein Fleck von langer Woll In Busem stecken, setzst dich drein,     Gar bald sie dann vorhanden sein, Vnd lausen dich herausser gschwind.     Etliche also tru e glich sind 195.   Das sie den Busen lassen offen     Damit sie grüst seyend zům bossen. Es kan auch keiner setzen an 9     So seinds vorhanden, ist gethan. Etlich die Hosenba e ndel luck 200.       Zůbinden, vnd werffen zů ruck Als dann das Gwant, wann du wilt fliehen,     Das Hosenband sie baß zůziehen, Bist dann nit gschwind, so můstu dran.     Etlich ein andre gwonheit han 205.   Das sie sta e tz haben eine Hand     Vnder dem Furthůch vnd Gewand: So bald ein Flo e hlin nur herschmeckt,     Von stundan ist es niderglegt. Etliche haben lange schlitz 210.       Dauornen gerad vor dem Ritz, Die seind allein dazů gemacht     Das vnser Gschlecht werd vmbgebracht, Vnd sie geschwind den Kreps ertappen     Eh er recht nach der Hu e l thůt schnappen. 215.   Noch bin ich den feind ob jhn allen     Die da erdacht hand die Flo e hfallen, Das ist doch vber alle pein.     Darumb soltu fürsichtig sein. Kreuch auch keiner gar in kein Ohr 220.       Du werst sonst ein zwifacher Thor. Ich schweige still vnd reiset fort,     Nam ein Gsellschafft der besten sort Die alle gern zogen mit mir.     Ich můß nur hie erzehlen dir 225.   (Vnd solt mir abermal geschwachen,     Als mir geschach ob der Seichkachlen, Da vns die Ko e chin abher sprengt     Von jhrn Schencklen, daran gdenck) Was vnglu e cks mir allda geschach, 230.       Nit ein Gsellen ich lebendt bracht Wider zů Hauß auß aller Summen.     Dann ich selb schwerlich bin entrunnen. Schaw als wir kommen in ein Statt,     Die von uns selb den Nammen hatt 235.   Vnd Pulicana wirt genent,     Thetten wir vns zsam an ein End. 10 Rhatschlagten wo wir erstlich wolten     Die sach angreiffen, als wir solten Damit vns desto baß geling. 240.       In Rhat funden wir aller ding, Das wir ein Hauptmann wehlen theten     Was der hieß alle andre so e tten Fleißig volleisten. Man warffs loß     Das glück auff meine seiten floß, 245.   Daß ich die Hauptmannschafft bekam,     Fleissig nam ich die sachen an, Bedacht mich hin vnd her sehr lang     Wie ich ma e chte den anefang, Vnd weil ich allweg hett gehort, 250.       Wann man ka e m an ein frembdes ort Solt man erstlich zů Kirchen gon,     Da daucht es mich gantz wolgethon Das wir zů Kirchen zogen auch,     Ich gdacht, dieweil es wer der brauch 255.   Still gantz zů sein vnd nur zubetten,     An solchem ort, villeicht so hetten Wir desto bessern platz füran     Das wir mo e chten die Narung han, Die andacht wirt so groß auch sein 260.       Wann schon einer ins Fleisch hinein Gar schluffe, das des niemandt acht,     Vorab wann das Ampt wurd vollbracht Also wir nach all vnserm lust     Mo e chten bu e ssen Hunger vnd Durst. 265.   Vnd damit ich dest sichrer wer     Nam ich ein Helmlein vnd ein Speer, Ein Seitenwehr deßgleichen auch,     Wie dann ist eines Hauptmanns brauch. Dieweil ich aber Roß nit hatt 270.       Nam ich bald einen an der statt Vom gmeinen Volck, der sterckst fürwar     Der vnderm gantzen Hauffen war, Den brauchet ich für einen Gaul,     Er sprang gwaltig vnd was nit faul. 275.   Beru e fft danach die gantze Gmein 11     Vnd zeigt jhn an den anschlag mein. Die gfu e l jhn all, ich zog füran     Wie sich dann einem Hauptmann zam. Als wir die andacht nun befunden 280.       Gar bald zu e stürmen wir begunden Den Weibern vnder d Beltz daher.     Ich dacht dieweil ich Hauptmann wer Gepürt es sich das ich mich thet     An ein hoch Ort, vnd achtung het 285.   Wie es zůgieng, auff d Kantzel kam,     Herrn Joseph vnder d Kutten sprang, Vnd macht jhm Ellements gůt thůch,     Er hett schier fallen lan das Bůch Also thet ich jhm vbertrang. 290.       Doch daucht mich, mach ims nit zůlang Das er dich nit in grimm erwüsch,     Dann jhm die Red gestanden ist Zweymal, als er heimlich nach mir     Hat griffen mit grimmer begir. 295.   Darumb ich mich da dannen thet     Wolt sehen wies mein Kriegern geht. Ja wol andacht, ich schweig Gebett,     Keine mehr acht auff d Predig hett, Wann sie sich hett zweymal gekrümbt 300.       Vnd mocht sie helffen dennocht nünt, So was die andacht nit so groß     Das sie das Flohen vnderloß, Sonder griffen hin allenthalben     Vnd wünschten vns an liechten Galgen, 305.   Das also in der Kirchen zwar     Meins Volcks bleib nit ein kleine schar. Ein gůter boß allda geschach     Ein Weiblein hett sich allgemach Hiendan gesetzt nach bei der thür, 310.       Das sie den lufft hett für vnd für, Auff eim dreybeinen Stůl sie saß,     Ich weiß nit wie sie jhr vergaß Das sie gantz sanfftiglich entschlieff.     Einer auß vns bald zů jhr lieff 12 315.   Vnd kitzlet sie in einer seit     Das Weib vberlaut Och schreit, Vnd wie sie eilendt wolte zucken     So falt sie hindersich an rucken Das jr sGwand obern Kopff abhieng 320.       Meniglich lacht ob disem ding. Sie erschrack aber nit so sehr     Das sie nit griffen hett zůr Wehr Erhascht den Floh, warff jn gehn boden     Zerknischt ihn mit dem stul ohn gnaden, 325.   Darnach ich heimlich ließ anzeigen,     Welcher wolte bey leben bleiben Der solt sich machen auß dem Hatz,     Mir wolten außhin auff den Platz, Am Marckt mo e chte vns baß gelingen, 330.       Da dann die Weiber vnser dingen Vor jhrem gschwetz nit wurden achten.     Dann eh sie ein halb stund gelachten, Vnd Scheren schliffen eine stund,     Da jn nit gstehet Hand noch Mund, 335.   Eh sie jhrn Gfa e trin hetten gseit     Wie viel jhr Hennen haben gleit, Vnd wie viel Ma e üß jhr Katze fieng,     Vnd wie es jhr Nachpa e urin gieng Na e chten da jhr das Fleisch anbran, 340.       Vnd wie voll gwesen sey ihr Man, Was holdseligen Kind sie het,     Wie viel Wochen sie tragen thet, Vnd wie jhr Magt die Ha e fen bra e ch,     Vnd wie holdselig sey der Knecht 345.   Wie viel sie Garn gespunnen hab,     Vnd wie viel sie dem Weber gab, Wie viel Schleyer sie hab im Trog,     Wie menglich jhr Haußhaltung lob, Auch wie sie spar vnd zamen kratz 350.       Vnd habe ein verborgnen Schatz, Vnd wie sie jetzt in Hundstagen     Die Flo e h so leiden vbel plagen. Vnd noch der dingen tausent meh 13     Wie es sonst allenthalben geh, 355.   Werd sie nit achten vnsrer biß     Ich meint die sach wer gar gewiß, Man wurd im gschwetz so ernstlich sein     Das man nit achtet gro e ssrer pein. Was lebet noch, das zug mir nach 360.       An Marckt, da was vns also gach Da stůnd Weiber ein grosser hauff,     Ich stůnd still vnd lůget auff Wie der schimpff wolte gehen ab,     Bald ein hurtiger schwartzer Knab 365.   An eine rant, noch fünff mit jhm,     Das Weib das kunte schwetzen nimm. Es můßt zůuor thůn einen griff,     Da sie dann zwen samhafft erwüscht, To e dt sie geschwind auff jhrem Korbe. 370.       Die drey hett sie auch bald erworben, Zerknischt sie mit heissem grimm,     Sprach, nun werd jr mich beissen nimm. Ein andre saß vnd hette feil     Zů deren kam auch ein gůt theil, 375.   Die lossung war jhr nicht dermassen     Anglegen, das sie mochte lassen, Sie můßte zwischen beide Bein     Mit grossem ernst greiffen hinein, Vnd jagen das schwartze Wildpret, 380.       Das sich im Forst gesamlet het, Sie wußt kein ort die zůerschlagen,     Zletst richt sy sie auff einem Taller. Ein Magt zů einem Brunnen kam     Derselben ich eilends war nam, 385.   Gedacht da hastu dein kurtzweil     Dann weil sie scho e pffet in der eil Kanstu dein Magen speisen wol     Kein leid dir widerfahren soll, Der Eimer was nit halb heruff, 390.       Da gab ich jhr ein satten puff Nach bey der Weich, da es was sieß,     Den Eimer sie bald lauffen ließ 14 Vnd hůb sich schnell hinden auff, biß,     Man jhr sach die Kerben gewiß, 395.   Ich marckt den bossen sprang hindan,     Ein andern aber sie bekam Der můßt das junge Leben sein     Da lassen auff dem kalten Stein. Schaw einer zů wie sGlück sich weltzt, 400.       Ein alt Weib hett ein la e tzen Beltz Am Gümpelmarckt, nach jrem prauch,     Was inwendig vnd aussen rauch, Darein thet sich ein grosse Schar,     Ich mein sie kamen in ein gfar, 405.   Dann sie sie des nicht ließ geniessen     Sie zanckt mit ha e nd, mit arß, mit fu e ssen, Mit beiden fa e usten griff sie zů     Vnd ließ vns nirgent gar kein rhů. Ein alten Hafen für die ka e lt 410.       Mit glůt sie vnder sich hett gstelt, Darein warff sie welchen sie fand,     Es war fürwar ein grosse schand. Dann wann einer pfeußt in dem Fewr     So lacht das alt Weib vngehewr 415.   Das man ihr biß an dgurgel sach,     Kein Zan damit sie nicht außbrach, Doch mocht ich ein ding sehen gern,     Ohngferd gieng jhr an die Cauern Von dem Fewr, das sie bald auffůr, 420.       Vnd tausent Theuffel darzů schwůr. Also bald machten sich dauon     Was springen kund vnd mochte gon. Ein Beurin wol bekleid mit Zwilch     Die hett ein grossen haffen Milch 425.   Vor jhr stan, den sie hette feil,     Zů der da schlich in schneller eil, Als sie ein wenig was entmuckt     Ein gůt gesell, gab jhr ein truck, Am ort da sies nit hette gern 430.       Es was nit weit vom finstern stern. Sy entpfand es, gar bald erwacht 15     Vnd war so ma e chtig vngeschlacht, Das sie den fůß flucks streckt von jhr,     Was ich hie sag, solt glauben mir, 435.   Kein feiner kurtzweil ich auff Erd     Nie sach, dann sie ohn als geferd Den hafen mit der Milch vmbstieß     Ein grossen furtz darzů sie ließ Vnd schwůr bey jhres Bauren ding, 440.       (Vor lachen mir schier dseel außgieng), Luf inn ein winckel schnell vnd bhend     Vnd hůbe auff das vnderhembd Sůcht hinden vnd dauornen hart     Die Milch sie hefftig tauren wart. 445.   Ergriff zletst einen bey eim fůß,     Kumm her die Milch mir zalen můst Sprach sie, vnd nam jhn zwischen dza e n,     Zermalt jhn klein. Ich hab dirs ga e n. Als nun der ding viel giengen fort, 450.       Vnd der Marckt nun schier was am ort Vnd mich. Als billich solt eim haupt     Der grosse vnfall hoch betaubt Das so viel bliben auff dem platz,     Dacht ich, Wolan, gerads so grads, 455.   Du wilt dein Vo e lcklein nemmen klein     Vnd wilt zů einem Hauß hinein. Ob jhr mo e cht haben besser gmach,     Es ist viel sicherer zů tach Dann auff der weite! Bließ ein horn 460.       Vnd ließ ru e ffen, man wolte morn Ein andern weg nemmen für dhand,     Fru e sollen kommen allesampt So noch in leben seyen ha e r,     Der aber wund vnd beinschro e t wa e r 465.   Mo e cht bleiben in dem Spital, biß     Er wider grad wurd vnd genieß, Bey den La e usen haben für gůt     Da wurdens sein in sicher hůt. Die nacht wir also auff der Erd 470.       Verzogen, da der morgen werd 16 Herfürer trat. Aurora schon     Mit Rosenfarb scho e n angethon, Stůnd ich auff weil die lange nacht     Ich wenig schlieff, all ding betracht, 475.   Wie wir weißlich angriffen dsach,     Weil wir nun mehr warn also schwach. Ich rüstet mich verzog nit lang     Gedacht du wilt thůn einen gang Vnd bsehen die gelegenheit, 480.       Dann gůten rath man allweg seit Den soll man nemmen vor der gschjcht,     Das es ein darnach rewe nicht. Nam zů mir eilend zwen Trabanten,     Beißhart sie da den einen nanten. 485.   Zwicksi der ander hieß mit Nam.     Zů einem hohen Hauß ich kam Da gieng mir von stund zů ein grauß     Oben zů einem laden rauß, Ein Weib hinden vnd vornen bloß 490.       Manch vnschuldiges blůt vergoß. Dann sie eilend kam dar gereut     Vnd jeucht die Flo e h auß jrem hembt, Spra e nget sie von dem laden ab,     Viel krummer schenckel es da gab. 495.   Wann sie dann einen sonst ergriff     Sie ihm den Bentzenawer pfiff, Vnd knilt jhn mit so grosser gir,     Ku e chlein hets nit gessen darfür. Darnach so gieng sie auff vnd ab 500.       In der Kammer so nackend gar Laß auff all Flo e h, die sie mocht finden,     Vnd jhr an dschenckel theten springen, Die streifft sie darnach alle sampt     In ein Wasser mit jhrer hand 505.   So sie in einem zuber het,     Vnd auff diß kurtzweil warten thet. Da dasselbig auch was vollend     Kombt sie eilend zům bett gerent Vnd würfft die deckin hin vnd wider, 17 510.       Im Bett fischet sie auff vnd nider, Die küssen, leilach vnd die deck     Sie als fleißig ersůchen thet, So bald nur einer fürher schnapt     Mit beid ha e nden sie nach jhm tapt. 515.   Legt darnach an ein frisches hembd,     Ich dacht du wilt nit an das end. Dann all ding sind auff dFlo e h gerüst     Als ob es wer im Lerchenstrich, Dann sie die Kammer fleißig sprengt, 520.       Igels schmaltz sie darein auch henckt, Deßgleich viel junger Ehrlin zweig,     Damit der Floh behangen bleib Wann er vngferd springe daran,     dHosen ersůchts auch jhrem Man 525.   Darzů den leibrock vnd das hembd,     Ich macht mich dauon dannen bhend Dacht, allda habt jhr keinen platz.     Als ich nun wenig fürbaß satzt Da kam ich an ein ander ort 530.       Viel Kinder ich da weinen hort, Bald fůl mir ein das wer ein sach     Für vns, dann ja die Kinder schwach Sich wurden ko e nden nit fast wehren     Darumb thet sich mein hoffnung mehren 535.   Ließ eilend lauffen die trabanten     Das sie das Vo e lcklein zamen manten Dieselben dann auch gar bald kamen     Mit ho e res krafft das hauß einnamen Der na e chsten einer einem Knaben 540.       Thet vnden vnders gwa e ndtlein traben, Deßgleichen der ander vnd der dritt     Das Bu e blein mochts erleiden nit Sonder krümbt sich gleich einem wurm     Vnd schrey als ob man leuttet sturm, 545.   Ru e fft die Großmůtter hertzlich an,     Dieselbig eilendt krachen kam, Sprach, liebes Kind wo ist dir weh.     Es sprach mich beissen sehr die Flo e h. 18 Bald hub sie ihm das a e rßlein auff 550.       Mit seim kopff zwischen dbein jr schluff, Da sůcht jhm ab die alte schell     Die Flo e ch allsammen wunder schnell, Vnd to e dt sie das keiner entran,     Es was fürwar der rechte han, 555.   Dann sie der Fuchß mehr hett geschunden     Ir tag manch harten biß entpfunden. Ein wiegen stund in einem gmach     Darinn ein Kindlein schlieff vnd lag, Zů dem sprungen auch ettlich hin, 560.       Es erhůb sehr die stimme sein Vnd schrey so laut es jmmer kund,     Ein Meidlein kam zůr selben stund Wiegt lang, es wolt kurtzumb nit schweigen     Vnd wolt nit in der wiegen bleiben 565.   Darumb das Meidlein es hůb auff     Es was fleissig vnd legt zů hauff Die thu e chlach vnd die windlein klein     Lugt was doch mo e cht die vrsach sein Das das Kind also vbel thet. 570.       Bald es die Flo e h ersehen hett Schry es vnd sagt, nun sich ich wol     Warumb das Kind schrey jetz zůmol, Nams Kind in dschoß, es war jhm gach     Wie es die Flo e h nur alle sach, 575.   Lestert sie sehr, hieß Dieb vnd Schelmen,     Vnd wunscht der Hencker solt sie helmen. Da ich nun sach den grossen Mort     Mocht ich nimm bleiben an meim ort Sonder nam einen grossen schwanck. 580.       Dem Meidlein in den bůsen sprang Stachs wie ein nadel in ein seit     Das es auffhupfft vnd Awe schreit, Laßt das Kind fallen auff die Erd.     Als solches nun die Můtter ho e rt, 585.   Lieff sie herzů zornig vnd ga e h     Wolt das Kind nit auffheben eh Dann sie das Meidlein bey dem kragen 19     Hett gnommen, vnd es gnůg geschlagen. Viel Weiber waren in eim gmach 590.       Vil jamers, leids, vns auch da gschach. Dann wir ja nirgent sicher waren.     Eine thet bey dem tisch hinfahren Mit der hand tieff vnder das kleid,     Die brüst ein andre fürher leit 595.   Vnd sůcht darzwischen ausser d Flo e h.     Vndern armen herfürer zoch Sih viel andre. Da was kein fa e ler,     Zerknitschten sie gleich auff dem teller. Oder ruckten das tischthůch hin 600.       Metzgens auff dem plat, wie dschwein. Die drit griff auff hin biß an Nabel,     Am halß die vierdt hat ein gezabel. Die Gretel mocht auch nimmer spinnen,     Wans am rucken der Flo e h ward jnnen, 605.   Mit der hand sie gschwind zůher fůl,     Was sie erwüscht, würgts auff dem stůl, Mit eim Würtel sy sie zerknitscht,     Oder stachs mit der Spindelspitz. Die sechst ihr na e hwerck warff beyseit 610.       Sůcht die Flo e h vnder jhrm kleid Zerschnit sie als dann mit der scha e r,     Damit sie nur gnůg zornig wa e r. Die sibend jagt sie in der stuben     Herumber, wann sie jhr entfluhen. 615.   Zertrat sie darnach mit den fu e ssen,     So hart můst man die jrd in bu e ssen, Eine auß der Kannen tranck     Kratzt im gsa e ß mit der andern hand. In der Kuchin die Ko e chin auch 620.       Gar offt griff vornen an den bauch Zochs fein herfür, auff dhafen deck     Sie jhn als dann sehr zornig legt, Opffert jhn gleich Busiride.     Also das alle meine Flo e h 625.   Vnd gsellen, wurden biß an ein     Ohn mich, erwürget all in gmein. 20 Dann dWeiber nit allein nachtapten,     Die Hund auch grewlich nach vns schnapten Da ich also gantz einig stůnd 630.       Vnd was auch an eim fůß sehr wund, Dann ich ghabt hett auch bo e se glüst,     Was einer gsessen auff die bru e st Die dann eilends nach mir greiff     Fürwar, sie braucht kurtzen vmbschweiff, 635.   Wer ich so hurtig nit gewa e sen     Hett ich vor ihr nit mo e gen gna e sen. Doch an eim fůß sie mich verletzt     Ich was erschrocken vnd verhetzt Das ich schier hungers gstorben wa e r, 640.       Weil ichs dorfft wagen nimmermehr. Zog also hin wider zů hauß,     Dein Můtter trůg ab mir ein grauß Das ich so ellend wider kam.     Darumb mein Son ich dich verman 645.   Laß dich deins glücks benu e gen gar     Das dir nichts vbels widerfahr Wann du dich gebest heir zů bloß,     Du bist nit hoher Leut genoß. Bleib hie bey Kundel vnser Magt 650.       Da kanstu weiden vnuerzagt. Dann sie ist also mechtig faul.     Ich glaub wann auff sie trett ein gaul Sie wendet sich nit vmb ein har.     So ist sie auch fein fett fürwar, 655.   Kanst wol ein bissen bey jhr finden     Du wo e lst dauornen oder hinden. Dann sie znechst bey dem fewr entschlieff,     Die supp all in die a e schen lieff So bran jhr auch die Jupp am loch, 660.       Dan wolt sie nit erwachen doch, Biß dKatz den Praten nam vom spiß,     Ich mein ich sie damalen biß, Macht jhr ein grossen roten fleck.     Mein Son laß dir das sein ein schleck 665.   Beger nit ander speiß der Zeit     Das vns nit bringest all in leidt. 21   Muck. FVrwar dein Vatter dir recht riet,     Was hastu für ein toll gemüt, Das du nicht folgst der lehre sein 670.       Vnd beibest bey der Kundel dein.   Floch. DAs will ich dir erzehlen auch,     Ich was ein junger frecher gauch Ließ die sach ein weil ru e wig bleiben     Behulff mich mit den faulen Weiben. 675.   Dann das soltu gewißlich wissen     Der Kundel schenckel waren bschissen Allweg, mit einer hallenparten     Het man darein gemacht kein scharten. So was so schmutzig auch jhr leib 680.       Das ich allweg behangen bleib Wann ich bey jhr wolt narung han,     Yedoch můst ich mich bnu e gen lan. Weil ich nit bessers wust der zeit     Dann nur ein Neuntzig ja e rig Weib 685.   Der was die haut so hart eingschmort     Die runtzeln vbereinander dort, Wann sie den leib zůsammen zoh     Das sie zerknitschen kund ein Floh, Mit einer achst hett keiner nit 690.       Ihr geben ko e nnen einen schnit. Drumb als einmal ein Hochzeit war     Von ko e stlichem Volck gantz vnd gar, Dazů die Jungfraw auch was gladen     Deren ich gern hett thon den schaden, 695.   Zů hand ich zů meim Vatter sprang     Sprach, Vatter ach nun eilend gang Vnd sich die edle Creatur     Deßgleich erschůff nie die Natur, Das ist die dauon ich dir sagt, 700.       Bald kroch herfür der wolbetagt Sprach, Son du bist fürwar kein geck, 22     Dein augen seind dir nit mit speck Eingsetzt, du kenst wol zarte leib,     Das ist gantz ein scho e n junges Weib 705.   So alt bin ich nit diser stunden     Mich frewet, solt ich sie verwunden, Aber die gfahr die ist so groß     Das weger ist man vnderloß. Ach mein Vatter, sprach ich zůstund, 710.       Mein hertz ist gegen jhr vast wund, Dann wann ich sie nur aneplick     So geb ich jhr gern einen zwick, Dann sie ist zarter dann ein schmaltz,     Ich wag vmb sie fürwar mein halß, 715.   Wiltu mir nit behülflüch sein     Will ich selb wagen mich hinein. Als mein Vatter hort solche wort     Gieng er mit mir hin auff ein ort, Sprach, Son, ach du mein einigs Kind, 720.       Dieweil du je dahin bist gsint, Vnd wilt dein heil daran jetz wagen,     So mag ich keines wegs vertragen Ich will samhafft der Můtter dein     Allzeit neben vnd bey dir sein 725.   Damit du nit seyest zůfrech.     Dann wo dir einig leid geschech, So künd ich in mein alten tagen,     Dich nimmermehr gnu e gsam verklagen. Dann ich auß zwentzig Kindern zwar 730.       Dich nur alleinig jetzund gar Noch hab. Doch bitt ich noch einmol     Laß dein gmu e t fallen, das nit soll. In summa Vatter, ich da sprach,     Dem leib dem will ich setzen nach, 735.   Vnd kostet es gleich kopf vnd bart,     Kein gfahr soll mir da sein zůhart. Wolan, der alt herwider sagt,     Můß es dann je sein so gewagt So volg doch hie der lehre mein 740.       Damit du mo e gest bhutsam sein. 23 Ich sagt Vatter all deinen willen     Will ich mit ghorsam gern erfüllen, Allein das du mir helffst dahin     Dar mich treibt all mein gemu e t vnd sinn. 745.   Dann ich bin nit alleinig da e r,     Der solcher zarter leib bega e r. Dann alle Flo e h auff gantzer Erden     Die aller scho e nsten leib begeren. Da gab der Vatter disen rath, 750.       Dieweil man jetz gehn Kirchen gath So würt man von stundan zům essen     Darnach. Das laß vns nit vergessen So wo e llen wir dann alle beid     Sampt der Můtter, merck den bescheid, 755.   Vnd etlich andern vnsern Freünden,     Sehen das wir nit bleiben dhinden. Dann die Jungfraw die wirt sehr prangen,     Wann sie dann also ist im gange, So wo e llen wir jhr in das gwand 760.       Zů vnderst sitzen alle sampt, Wann sie dann kommet zů dem tisch     So wirt sie nicht sein also frisch, Das sie ein fingerlein thu e rhu e ren.     Fra e ssen wir jhr die halben Nieren. 765.   Dann sie gantz züchtig still mu e ß sein,     Also magstu den willen dein Vollbringen, wir auch werden satt.     So bald man aber dann auffstat Lůg zů das wir vns dann bald packen, 770.       Sie do e rfft sonst heimlich nach vns zwacken, Das vns dann kommen mo e cht zů leid     Bald hupfft ich auff vor grosser freüd. Thet al so mich mein Vatter hieß     Setzt mich hin in das kleid so süß, 775.   Biß nach viel prangs zů tisch sie saß,     Kein bissen sie mit ruwen aß, Dann ja kein ort an jhrem leib     Vor mir gentzlich nit sicher bleib, So waren die andern vmb die fu e ß, 24 780.       Vnd theten jhr auch viel vertrieß. Yedoch war so groß zucht vnd scham     Das sie sich vmb kein har annam Als ob jhr etwas leids geschech.     Wann es ettwann gab ein gesprech, 785.   Oder das man jhr leget für     Griff sie darnach mit scho e ner zier, Vnd rucket dann ein wenig mit     Doch das man kundte spüren nit Damit sie mir die speiß abbrech, 790.       Ich aber fůr für wider frech. Wann sie wider still saß mit rhů     Als man hette gessen nů Vnd jederman vom tisch auffstůnd     Mein Vatter mich zů warnen gund 795.   (Ach warumb volgt ich nit der frist.     Sich wie es gehet wa da ist Kein volg der Kinden jhrer alten)     Er sprach ich solt ein gnu e gen halten Mit dem lust den ich hat gehapt. 800.       Mit fra e uel ich herwider schnapt Sprach, er wüste nit was er sagt     Zům tantz wurd jetzund gan getradt Die Jungfraw, da hett ich noch weil     Mich ferner zuerlusten, eil 805.   Wer da wo e l, wer will der gang     Allhie ist mir die zeit nit lang. Der alt erseuffzt vnd blib auch kleben     Vnd andre meine Freünd darneben. Nun leider ho e r was da geschach, 810.       Als man stůnd prangen im gemach Gab ich jhr manigmal noch dick     Ein scharpffen tieffen gůten zwick, Also das sie zletst gar erzürnt     Vnd thet als ob sie wer erkürnt. 815.   Stüß ein finger heimlich in dnasen,     Dasselb die rechten bossen wasen, Vnd macht jhr selb zůschweissen die,     Sprach eilend, ach was geschicht mir hie 25 Erlaubet mir ich můß hin gon 820.       Ein wenig biß mirs blůt thůt ston, Als dann will ich bald widerkeren.     Man ließ sie gehn mit grossen Ehren. So bald sie nur kam für die Thür     Luff sie mit wunder schneller gir, 825.   Ihr Kammer zů als ob es brandt,     Ich saß noch oben im gewandt Meint nit das es were zůthůn     Vmb vns, so bald sie kame nůn, Zům Bett, sie sich gar schnell auflo e ßt 830.       Ihren gantzen leib allda entblo e ßt Gar schnell in einem augenblick.     O du betrogens bo e ses glück Mit beiden ha e nden fůr sie her,     Erwüscht erstlichen mein Vatter 835.   Ohngwarnt, die Můtter sie auch fand     Noh daselbst sitzen an dem rand, Die metzget sie mit hertzen lust.     Als ich das sach, ich bald entwuscht Auß dem kragen, darinn ich saß, 840.       Kein sprung mein lebtag kam mir baß. Zwen meiner Freund wolten mir nach,     Aber sie was auff sie so gach Das sie sy mit jhr zarten ha e nden     Allbeid ergriffe an den wa e nden, 845.   Vnd laß dir das ein marter sein,     Sie thet jhn nicht an gwonlich pein. Sondern sie an ein Nadel steckt,     Darnach zu einem liecht sie legt, Da musten sie braten ellend. 850.       Sie was so grausam wunder bhend Als ich mein lebtag keine gsach,     Ich wer nit kommen auß dem gmach Hett sie nicht ein klein Hündlein ghapt     Zů dem ich mich gantz eilendt pact, 855.   Vnd saß jhm hüpschlich vnder dwoll     Das trůg mich außhin dazůmol. Demnach als ich kam für die thür 26     Da sprang ich eilendt für vnd für, Biß ich her kam auff dises ort. 860.       Mir liegt noch stets im sinn der Mort, Vnd ist mir anderst nit fürwar     Dann als sie gleich gegen mir fahr, Vnd fahe mich zů einer rach,     Oder wie sie mir lauffe nach. 865.   Also mein Brůder ists ergangen.     Es solt dich warlich schier verlangen Wann ich wolt ho e ren auff zůsagen.     Wer bleidigt ist, derselb thůt klagen. Wo soll ich auß, wo soll ich ein 870.       In der Welt ich nit sicher bin, Noch dennoch můß ich gessen han     Weil ich kein ander handtwerck kan, Mir steht darauff gleich leibs gefahr     Wann ich nur saug an einem har, 875.   Also groß wacht vnd hüt die Weib     Fru e vnd spat hand auff vnser leib, Sie geben auch ein groß summ gelts     Das wir jhn nicht ka e men in dBeltz! Wo soll ich auß, wo soll ich an 880.       Ich ellender verjagter Man?   Muck. WOlan dein schmertzen ist mir leid,     Wir werden warlich alle beid Fast angefochten allenthalben,     Man wůnscht vns dTheuffel vnd den galgen, 885.   Vnd seind also auß der zal deren     Die vndern Feinden sich ernehren. Das můß man leiden mit gedult,     Zůn zeiten man es wol verschuldt. Drumb kumm mit mir her in mein hauß 890.       Biß dir das leid ma e chßt etwas auß. Was ich gůts hab ich mit dir theil.     Wer weißt, wo noch steckt vnser heil! 27     Die Nütwendige vnd Bo e - sta e ndige Verantwortung der Wei- ber, auff die vnba e ndige klag des Beltz- stieberischen, Blůtdiebischen Flo e h Brüst- leins, sampt desselbigen außführlichen vnd rechtgebürlichen Vrtheil vnnd ver- trag, gestellet auß vollgegebner macht der Weiber vnd Jupiters, durch den Flo e hCantzler, auch Obersten Flo e h- artzt, zů trost der Frawen- weiß, vnd zůtrotz dem Flo e h geschmeiß.       Botz Lauß jr Flo e h, fliecht all von hinnen     An Weibern werd jr nichts gewinnen. 895.   Ir secht am hatz hie den sie treiben     Das sie noch ewre Ertzpfeind bleiben. Derhalben ko e nd jhr hupffen, springen,     So mo e cht jr euch von dannen schwingen, Das will ich euch jhr Schwartze Knaben 900.       Mit grossem ernst gerhaten haben. Wiewol ich erst hab dise tag     Vernommen ewer grosse Klag, Die jhr zů Jupiter dann thaten     Vom Weibergschlecht, die euch sehr schaden. 905.   Aber jhr falsche Flo e h kompt her     Ich will euch sein der Jupiter Vnd das recht von seintwegen sprechen     Auch vber euch den stab nun brechen. 28 Dann ich bin der Flo e hCantzler worden 910.       Der euch soll bringen in ein orden, Der Weiber Artzt, Notarius     Ihr Fürsprech, Secretarius. Mit Donnerwurtz vnd Rinderschmaltz     Hab ich mich schon gespickt, gesaltzt, 915.   Das jr mir doch nicht schaden mügen,     Wann jhr schon alle mit mir kriegen. Wann jhr schon scho e ne Fechtsprüng thůt     Tro e st ich mich meiner hinderhůt. Hupfft her, jr werd mich doch nit demmen 920.       Wann jr die La e uß zu hilff auch nemmen, Dann mein Hembd ist bestrichen leiß     Mit Saffran auff die Schottisch weiß. Vnd wiewol ich befüget wer     Auß voller Macht vom Jupiter 925.   Das ich euch gleich spra e ch den sententz.     Doch das ich diß gericht ergentz, Vnd sehen mo e cht, wie vnbetrogen     Wir ewer sachen han erwogen. Darneben auch der Weiber bschwa e rden, 930.       Die wir dann ta e glich von jhn ho e rten, So will ich vberweisen euch     Eh ich euch schreck mit vrtheil gleich. Wolher, so will ich disputieren     Euch in die Schůl ein wenig führen. 935.   Was ist denn ewer grosse klag.     Ist das nicht ewer eigne sag Das euch dahin der můtwill bring,     Das man euch also to e dt vnd tring, Seit nicht benüget an geringen, 940.       Sonder wolt allzeit ho e her springen Tracht von der Mauß gleich auff den Hund,     Vom Hund gleich auff das Weib zůr stund Wolt von der Viehmagd auff die Fraw.     Die euch dann sůchet sehr genaw, 945.   Dann sie mehr weil hat, dann die Magd,     Das sie euch auß den kleidern jagt. Verführt euch also stoltz vnd schleck 29     Das man euch also plo e ck vnd sto e ck. Wann jhr bey ewern Hündlein blieben, 950.       Wurden jhr nicht so vmbgetrieben. Aber es ist euch wie der Spinnen,     Die auch zů Hof wolt groß beginnen, Spant im Palast jhr Netzlein auß,     Da kam ein Ketschjungfraw herauß 955.   Die jhr zersto e rt jhr künstlich Gspunst     Mit einem Besem gar on Kunst. Also wolt jhr bey Weibern stecken     In Beltzen, Hembdern vnd in Ro e cken, Darauß sie euch doch manchmal schrecken, 960.       Gleich wie die Hasen auß den Hecken. Sie haben ewer kein genad     Noch steckt jhr bey ihn fru e vnd spat, Sie han euch lang Krieg angesagt,     Auch ewer Vorfahrn all geplagt, 965.   Noch werd jhr nicht auß schaden weiß,     Sonder bleibt jhn zů trutz mit fleiß, So thůn sie euch nicht vnrecht zwar     Das sie euch so verfolgen gar Vnd machen jetz stutz wider trutz, 970.       Das euch vor stoltz der bauch nit strutz. Ja, sagt jr schwartz staubbürtig Riesen,     Ein Weib, das solt nicht Blůt vergiesen, Dann es sey wider jhre art,     Die gmeinlich ist barmhertzig, zart. 975.   Ey ja man solt euch darzů lonen     Vnd ewer weissen haut dran schonen. Was, soll man nicht ein Mo e rder richten,     Vnd jeden Freuler mit recht züchten, Soll man dem Wolff erst lan das schaaff 980.       Vnd solt empfangen drumb kein straaff, Was wer auff Erden für ein leben,     Wa wirt die Grechtigkeit da schweben, Wann jedes Freuel, arge list     Gedult wirt, vnd nicht auch verdüst, 985.   Wann mutwill, raub vnd freche macht     Wirt für ein billicheit geacht. 30 Da wirt diß Lied billich gesungen     Die Billigkeit hats schaaff verschlungen. Aber du schno e de Creatur, 990.       Du würst nicht ba e ssern die Natur, Welche vns hat von kind auff glehrt     Das man sich gegen vnbill wehrt. Was theten wir sonst mit den ha e nden     Wann wir zůr Leibschutz sie nit wenden. 995.   Was thet die Hurnauß mit dem angel     Wann er jr schirms halb wer ein mangel. Es ist kein Würmlein nicht so klein,     Er krümpt sich, würft man drauf ein stein. Der Hund erleid nicht ewer stich 1000.       Er schnappet nach euch zorniglich. Vnd Weiber die zart fleisches sein     Solten erleiden ewer pein. Vnd durch so schlimm vera e chtlich thier     Geho e nt vnd gstupfft sein für vnd für, 1005.   O Nein, nur auff die hauben griffen,     Biß jr euch auß dem Land verschlieffen. Weiber seind drumb keine Mo e rderin     Wann sie schon richten Mo e rder hin. Sonst müßt auch der Bapst Julius 1010.       (Danns klein groß gleichnüß gro e ssen můß) Ein Hůr sein, weil er hůren pfend,     Was wer das für ein Argument. Der wird nicht Blůtdürstig gesprochen     Der vnschuldig blůt hat gerochen, 1015.   Dann man soll das Bo e ß vndertrucken     Auff das daß Gůt mo e g für her rucken, Das bo e ß man von der Erden thů     Auff das mit rhůw, das gůt nemm zů. Was, solten wir, aller gscho e pff zier 1020.       Nicht mehr macht haben weder jhr, Vnd jhr Blůtza e pffer nempt die macht     Das jhr biß auff das Blůt vns schlacht. Wir aber solten solchs nicht do e rffen     Da vns Gott als thet vnderwerffen. 1025.   Was meßt jhr euch zů den gewalt 31     Der euch gar nicht ist zůgestalt, Dann jhr solt bhelffen euch im Staub     Gleich wie die Raupen in dem Laub, Dieweil jhr auß dem staub entspringen. 1030.       Aber wann jhr wolt weiter ringen, Wie Raupen, die nicht allein pfetzen     Am laub, sonder auch Frücht verletzen, So thůt man wie den Raupen euch,     Vnd to e dt euch wie die Ra e uber gleich. 1035.   Hewschrecken seind vnnütze Ga e st,     Noch bleiben sie in jhrem nest, Bey jhrem thaw, darauß sie kommen,     Vnd haben jhn nie fürgenommen Das sie vns oberla e stig wa e ren 1040.       Am Leib, vnd vnser Blůt bega e ren. Geht zůn Weisen Omeisen hin     Die auch wie jhr seind klein vnd dünn, Secht wie sie tragen, ketschen, lupffen,     Vnd nit wie jr viel hupffen, stupffen. 1045.   Vnd wann schon die Hewschrecken auch     Was scha e dlich seind nach jrem brauch So wa e rt es doch nur durch den Summer     Ihr aber thůt auch an viel kummer Den Weibern in dem Winter kalt, 1050.       Vnd henckt euch bey jn an mit gwalt, Versteckt euch bey jhn allenthalben.     Doch nit der meinung wie die Schwalben, Die still ins Můr im Winter liegen,     Das sie auffn Sommer wider fliegen, 1055.   Oder gleich wie das Můrmelthier     So schlafft den Winter für vnd für. Sonder das jhr sie plagen, nagen     Vnd sie offt in den Harnisch jagen. Solt man nit dem vnrhu e wig Gscho e pff 1060.       Zerknitschen alle Da e rm vnd Ko e pff. Euch an den Halß ein Mülstein hencken     Vnd in dem tiefsten Rein ertrencken. Ja man solt euch vier To e d anthůn,     Weil jhr schaden bey Mon vnd Sunn, 32 1065.   Vnd nicht allein bey tag angreiffen,     Sonder wie Dieb bey nacht vmbschweiffen. Bey nacht scha e digen sehr die Ratzen     Bey tag der frücht viel mehr die Spatzen, Aber jr keins braucht tag vnd nacht 1070.       Gleich wie jhr solches vbermacht. Ich weiß wol was jhr für werd kehren     Das nemlich jr euch so müßt nehren, Vnd das daß Blůt sey ewer speiß.     Aber solchs hat sein maß vnd weiß. 1075.   Dann Jupiter hat euch zůgeben     Das jhr vom Thierblůt sollen leben, Von Ma e usen, Ratzen, Hunden, Katzen,     Die euch dann ko e nnen wider kratzen, Oder vom Todtenaaß vnd Fleisch, 1080.       Daruon Thier leben allermeist, Vnd nit vom Menschen, der bey leben     Ist keinem Thier zůr speiß nit geben. Dann so der Jupiter nicht wolt     Das jhr die Pferd angreiffen solt, 1085.   Dieweil sie vns seind dienstlich, nutz     Wie viel mehr hat er vns in schutz, Vnd will nicht das jhr vns viel stechen,     Weil wir vns doppel ko e nnen rechen, Vnd euch also gro e belich stra e len 1090.       Das ewer mit der weil viel fa e hlen. Vnd gwißlich, wa nicht ewer Gschla e cht,     Gar vberschwa e nglich saamen bra e cht, So wer schon ewer Stamm zerknitscht,     Also han Weiber euch gepritscht. 1095.   Aber wo sie hie neün erlegen,     So wachsen zehen dort dargegen, Wie Herculis todt Wasserschlangen     Auß denen andre gleich entsprangen. Welchs anzeigt ewer Narrheit zwar, 1100.       Das jhr euch gebt in offne gfahr, Vnd wolt euch nehren vnder Feinden     Da man sich heut kaum nehrt bein Freunden, Jedoch ists wie jhr selber sagt 33     Das jhr schleckßhalb euch also wagt, 1105.   Vnd wolt kurtzumb nun Wildpret schlecken,     Das su e ß frisch blůt můß besser schmecken, Gleich wie dem Esel, dem am rand     Das wasser nit mehr schmeckt zů land, Sonder trat in ein Schiff darauff, 1110.       Das er auß mittelm Reine sauff. Aber was gschach: loß gieng das seil,     Ersa e ufft den Schiffmann Eselgeil. Also gehts auch euch Bettgeiln Gsellen     Wann Menschenblůt jr schlucken wo e llen 1115.   Das euch das schlecken, wirt zům schrecken     Vnd die Rotflecken zům todt strecken, Dann wann die Katz will ha e fen lecken     So büßt man jhr den lust mit stecken. Waher es aber kompt mo e chst fragen 1120.       Das Flo e h sich zů den Weibern schlagen, Das will ich einem kürtzlich sagen.     Es hat sich also zůgetragen. Da Eua nun viel Kinder hett     Vnd aber darzu gar kein bett, 1125.   Vnd sies in jhr Beltzwerck bewa e rt,     Vnd legt sie warm zům feur bein ha e rd. Da nun die Kinder auff die Erd     Ihr bla e ßlein offt han außgela e rt, Vnd darauff schien die Sonn sehr heiß, 1130.       Da ward darauß das Flo e hgeschmeiß, Welchs bald vnrhu e wig ward vnd sprang,     Weil Eua jhren Kindern sang, Meinten das man zů dantz jhn sing,     Weil kein Hewschreck vngsungen spring. 1135.   Schloffen demnach zůr wa e rme gleich     In Beltz, dieweil sie waren feucht, Da wůchsen sie mit grossem hauffen     Weil niemand sie thet vberlauffen. Dann weil sie niemand nit beschwa e rten 1140.       Vnd sich im wůst von Beltzen nehrten, So ward jhn niemand darumb gramm.     Biß das zů letzst ein Hundsfloh kam, 34 Den Eua Hund hett fürgezogen     Mit stossung seiner Elenbogen, 1145.   Der war gewont der grewlicheit     Vnd biß dem Kind rot flecken breit, Dann jm schmeckt das jung Kindsblůt sehr,     Hackt drein, als ob es Hundsfell wer, Vnd lehrt die andern Flo e h deßgleichen, 1150.       Die willig jhm nach theten streichen, Weil sie jhn gro e ßhalb, in jhrm Reich     Für einen Ko e nig scha e tzten gleich, Verhofften auch so groß zůwerden,     Stachen die Kind, die sich nit wehrten. 1155.   Welchs dann die Kinder schreyen macht,     Das Eua nicht viel schlieff bey nacht, Biß morgen besah sie die Kind     An den sie gleich Rot flecken find, Da wußt sie nit darauß zůschliessen 1160.       Meint purpeln wurden drauß entspriesen In dem ersicht sie zwen schwartz Mo e rder     Die mit dem stich anhalten ha e rtter. Sih, seit jr hie jr klein schwartz Teuffel,     Ir kommet von der Schlang on zweiffel 1165.   Das jhr die Kind stecht vnd vergifft,     Ihn in dem schlaaf solch vnrhůw stifft. Vnd zornig gleich reißt sie die Windel,     Sticht nach dem Hundsfloh mit der spindel Er aber entsprang bey dem ha e rd, 1170.       Sie auff der spur eilt nach vnbschwa e rt, Vnd jagt ins Feür den Kinderpfetzer     Das er verbrant gleich wie ein Ketzer, Vnd als er ließ ein grossen knall,     Meint sie er spott jhr in dem fall. 1175.   Biß sie den andern auch aufftrieb,     Vnd jhn lang zwischen fingern rieb, Vnd legt jhn darnach auff ein Brett,     Zůsehen ob er za e n auch hett, Vnd meint nicht anders er wer todt. 1180.       In dem sie ein weil bey jhm stoht Da wischt er auff, vnd floh daruon, 35     Ach, sprach sie, das ist wol ein hon, Vom fliehen, will ich Floh dich nennen,     Dich allenthalb berennen, trennen. 1185.   Dann wer da fleicht, den soll man jagen,     Vnd wer verzeicht, den soll man schlagen. Fieng darauf an, durchsucht die kinder,     Aber die Flo e h warn viel geschwinder, Sie sprangen von eim Beltz in andern, 1190.       Vnd theten all zu Eua wandern. Da hett die gůt Fraw wol zůwehren,     Dann weil sich die Flo e h ma e chtig mehren, Můßt sies jhr lebtag kriegen, mo e rden,     Dieweil sie ta e glich a e rger werden. 1195.   Daher kompts, das jhr Weiberstieber     Noch ta e glich seind beyn Weibern lieber, Weils erstlich theten euch verjagen,     Vnd noch die Beltz fast an jhn tragen. Habt noch vom ersten Eua streit 1200.       Zůn Weibern einen alten neid. Was do e rfft jhr Schwartz Beltzstieber dann     Die Weiber vnbills klagen an. Ihr habt es erstlich angefangen     Vnd seit des noch nicht müssig gangen, 1205.   Billich, wer Grewlicheit thůt üben     An dem wirt Grewlicheit getrieben, Fro e sch müssen einen Storcken haben     Ra e ubisch Nachtraben, die Galgnraben. Auch nimmer nicht die Blůt vergiessen 1210.       Ko e nnen eins gůten ends geniessen, Darumb můß die Blůtmuck zerspringen     Wann sie will Blůt vom Menschen zwingen, Vnd vnder ewer Schwartzen Rott     Nimpt keiner nicht ein rechten todt. 1215.   Was do e rfft jhr dann verwundern euch     Das Weiber, so seind mild vnd weich Eweren hochmůt trucken vnder,     Sie han mehr vrsach, das sie wunder Wie in solchen Staubkleinen Sa e cken 1220.       Ko e nn so grosse Grewlicheit stecken. 36 Seind Frawen dann, wie jhr sagt, zart     Warum beißt jhr sie dann so hart. Vnd seind ewer Weidwerck allein.     Aber diß wirt die vrsach sein, 1225.   Dieweil jhr wißt das ewer Spieß     Sie mehr dann ein Bauren verdrieß. Da sicht man die Halßstarrigkeit     Die als den Weibern thůt zů leid. Vnd so ich recht die Warheit ru e rt 1230.       (Wie sich eim Flo e hCantzler gebu e rt) So muß ich schier erschrecken heut     Vber ewer vnsinnigkait, Das jhr euch wagen do e rfft so frisch     Hinder ein Volck das listig ist, 1235.   Ja gar das listigst, do e rfft ich sagen,     Wann Weiber mo e chten diß vertragen. Dann denckt jhr an die Flo e hfall nicht     Die sie heut haben zůgericht. Oder auch an die guldin Ka e tten 1240.       Daran sie euch geschmidet ha e tten, Oder an Eisen, schwere Plo e ck     Da sie euch schlůgen in die Sto e ck, Oder ans Halßband vnd Gebiß     Wie etwann sie anlegten diß 1245.   Einem ewerer Rottgesellen,     Den sie zům Schawspiel theten stellen, Vnd führten jhn herumb im Land     Gleich wie die Moren den Helffant. Oder wie Gauckler heut handtieren 1250.       Die Adler, Lo e wen vmbher führen. Man führt jhn aber in eim Beltz     Vnd hůb man von ihm auff viel gelts, Dann jeder sehen wolt den Affen     Der Weibern gibt so viel zůschaffen, 1255.   Vnd frewten sich seins vnglücks all     Das man diß wild Thier bra e cht in stall. Ach diser hon solt euch abschrecken     Das jhr nit mehr die Weiber wecken, Wa jhr nicht gar halßstarrig wa e ren, 37 1260.       Vnd můtwillig den todt bega e ren. Aber jhr rhu e met ewern list     Der doch nichts gegen Weibern ist, Sie seind euch gar zů listig viel     Sie richten auff euch alle ziel. 1265.   Auß was für vrsach meinet jhr     Das sie Beltz tragen für vnd für, Warlich nur drumb, daß jr drein schlieffen     Vnd sie euch darnach drinn ergriffen. Dann Beltz vnd Brustthůch seind der wald 1270.       Darinn sich das schwartz Wildpret halt. Darumb hat jhene Edelfraw     Auff das sie euch nur wol verbaw Zwen Beltz getragen vnbeschwa e rt     Vnd das rhaw fein zůsamen kehrt. 1275.   Auß was für vrsach haben sie     Die Hündlein bey jhn spat vnd fru e , Vnd wenden so groß kosten dran     Das sies auß Malta bringen lan? Fürwar nur drumb, daß die Mistbellen 1280.       Euch fangen auff in jhren fellen, Vnd darnach euch die zarten Weiblen     Recht ha e ublen vnd heraber kla e ublen. Warumb lan sie die Bu e sen offen,     Als wa e rn jung Hüner drauß geschloffen. 1285.   Nur das sie fahren auß vnd ein     Vnd euch erhaschen bey eim bein. Warumb han sie die finger gspitzt,     Vnder dem Fürthůch in dem Schlitz. Nur drumb das sie euch gleich erdappen 1290.       Geben mit Fingerhu e t ein schlappen. Die alten Weiber, drab mir graußt,     Die ziehen sich eh nackend auß, Das sie nur euch Beltzsteltzer finden,     Es sey da vornen oder hinden, 1295.   Vor welchem Aspect ich erschraack     Als der ein Wolff sicht, vnd wirt zag. Manche ist auch so Meisterloß     Das sie steht vornen hinden bloß 38 Am Laden, vnd spra e ngt euch herab 1300.       Acht nicht ob jhr fa e lt Schenkel ab, Oder in Kopff fa e lt lo e cher, beülen,     Oder wie ja e merlich jhr heulen. Wie jr selbst solchs von Weibern klagt     Vnd nicht dest minder sie noch plagt. 1305.   Ko e ndt jhr nit an die Hundstag dencken,     Da sie die Beltz für dla e den hencken, Da jhr müßt, wann jhr nit wolt sterben,     Abspringen, euch Narung zůwerben, Warlich ich will euch nicht nachsteigen 1310.       Ich mu e ßt sonst sprüng, wie jr erzeigen. Manche zeicht für jhr lange Brüst     Nur das sie euch Blůtba e lg erwisch, Vnd ma e tzigt euch dann auff dem Tisch,     Ja auff dem Ta e ller, drauff sie fischt. 1315.   Es kan sie nicht so sehr ergetzen     Das scherenschleiffen vnd das schwetzen Wann sie sich zů den Guattern setzen     Vnd gar ein alte schart außwetzen, Sie greiffen nach euch, so jhr stecht, 1320.       Vnd richten euch nach jhrem recht, Zwischen der beiden Roten Daumen,     Auff das sie ihrem Hertzen raumen. Dann was do e rfft jhr sie daran hindern     Wann sie reden von jhren Kindern, 1325.   Oder außrechnen jhre zeit,     Wie jhr Kindthauff werd fein bereit, Es ist ein grosser vnuerstand     Aufflosen an des Na e chsten Wand. Darumb that jhene Jungfraw fein 1330.       Welche ewer Blůtmelcker ein Auch also auff dem Marckt erwischt     Vnd in jhr sa e cklein stieß so frisch Trůg jhn im Thurn heim für ein Fisch     Leget jhn da gleich auff den Tisch, 1335.   Bracht an jhm ein jhr groß gedult     Vnd richt jhn wie er hett verschuldt, Nemlich klempt jhn zwischen die Thür 39     Das er von jhm streckt alle vier. Wiewol jhr nun seit vortheilhafft 1340.       Wie jhr euch ru e mpt der eigenschafft Seit jhr doch nie so bo e ß gewa e sen     Sie kondten euch den knopff aufflo e sen. Dann seit jhr nicht ein arg gescho e pff     Das jhr die Magd, so wasser scho e pfft, 1345.   Greifft hinden an, vnd pfetzet sie,     Vnder des sie hat grosse müh. Aber so steiff ha e lts nicht das seil     Ihr mu e ßt jhr werden doch zů theil, Sie laßt jhr eh in hindern gucken 1350.       Nur das sie euch hol von dem Rucken Vnd knitscht euch auff dem Wasserstein,     Weil jhr als stein viel ha e rter sein. Auch billich, strafft man disen Man     Der ein greifft hinderwertig an, 1355.   Vnd alles plagt, schlagt und verjagt     Eh er einem den Krieg ansagt, Wie jr dann halt solch gwonheit starck,     Also das jhr auffm Grempelmarckt Die Weiber, so jhr kram anbieten 1360.       Vnd vber jhren Ha e fen brüten Anza e pffen, wie alt sie auch seyen,     Vnd ab dem grawen haar nit schewen, Ich glaub jhr meint, das sie das schinden     Nicht auff der alten haut empfinden, 1365.   Aber mit gfahr, werd jhrs gewar     Wann sie euch haschen also par, Vnd werffen euch bo e ß mißgewa e chß     In glůt zůbrennen wie ein Hex, Verbrent also ein Hex die ander, 1370.       Das vnder bo e sen die Rach wander, Wann jhr dann knilt wie Pulfferthu e chlein,     Darfür a e ß sie nit Stra e ubleinku e chlein, Dieweil jhr sie habt wo e llen plündern     Vnd am gelt lo e sen schandlich hindern. 1375.   Solch pein thůn euch die Ko e chin auch     Die euch erstecken in dem Rauch. 40 Dann weil wie Scorpion mit schrecken     Ihr Leut vergifft mit Roten flecken, So můß man billich euch so peinigen 1380.       Vnd wie vergiffter durchs fewr reinigen, Dieweil die glůt, bewa e rt das gůt     Das vnrein vom rein scheiden thůt. Manche die halten euch geringer     Also das wann jhr Meidleinzwinger 1385.   Sie trett, vnd sie euch greiffen můß,     Zertritt sie euch nur mit dem fůß. Dann wann ein Feind sich merckt veracht     Vergeht jhm sein hochmůt vnd pracht. Deßgleichen thůn auch dise Meidlen, 1390.       Die euch in die Saichkachel beutlen Vnd drinn ersa e uffen vnd verdelben.     Wiewol jhr kaum seit wa e rd desselben, Dieweil es Jungfrawwasser ist     Darnach die Lo e ffler sehr gelüst. 1395.   Was ru e mpt jhr ewer listigkeit,     Dieweil jhr also thorecht seit Das jhr schliefft einer in ein ohr,     Dann thůt sie nur die hand daruor So seit ihr Beltzfisch schon im Netz, 1400.       Da richten sie euch nach dem Gsetz Welchs laut, wer sich rümpt listig fast,     Vnd wirt vom listigern vberrast, Des spott man sein rhůmnichtig freüd     Vnd strafft sein vnfürsichtigkeit. 1405.   Drumb wann man schon zů todt euch spait     Habt jhr euch selbst solchs zůberait. Wann aber ich von stück zů stück     Setzt ewer vnfürsichtig dück Die man noch ta e glich an euch spürt. 1410.       Vnd aber auch dargegen ru e rt Die Vortheil, so die Weiber treiben,     So ko e nd ichs nit bey tag beschreiben. Derhalben will ichs halb lan bleiben     Vnd ewer Wund nit viel auff reiben. 1415.   Aber eins můß ich zůletzst künden 41     Daran allein den Todt jhr schlinden, Vnd sag das vber die beschwa e rd     So ich hie oben hab erkla e rt Diß einig stuck euch allesammen 1420.       Zům todt solt vrtheiln vnd verdammen, Namlich das jhr beid Herr vnd Knecht,     Beid Fraw vnd Magd, beid hoch vnd schlecht Verhindert an jhren gescha e fften     Vnd sie beraubet jhrer kra e fften 1425.   Durch Blůtsaugen vnd plo e tzlich stich     Die ein erschrecken schnelliglich. Seit jeder fast ein vberlast     Es sey bey hast oder bey rast. Dann wie manch Tochter vnd manch magd 1430.       Die gern wolt spinnen vngeplagt, Vnd jetzund an der arbeit ist     Zwickt jhr, das jhr vergehn die lüst, Dieweil sie euch nachfischen můß     Vnd drumb aufflegen eine bůß, 1435.   Vnder des spa e n sie ettlich Faden,     Also bringt jhr die Fraw in schaden, Dies dann der Magd sagt grob zů Hauß     Wann sie nicht spint jr tagwerck auß, Vnd ist sie doch vnschuldig dran, 1440.       Also spint jhr nur hader an. Solt nicht das gantze Haußgesind     Erwischen Wehr, vnd was sie find, Vnd euch verfolgen vbers Meer     Auff das jhr mehr nicht ka e men her, 1445.   Solt nicht ein Magd erzo e rnen sich     Das sie vmbs Kind ka e m liederlich, Oder an euch vor grimm vnd hitz     Versta e che alle Spindelspitz. Oder wie jhene Tochter that 1450.       Die vbern Floh ließ gehn ein Rad. Ja wann sie euch Radbrechen, Hencken     Ko e ndt ich sie nit darumb verdencken. Wann sie schon hetten einen sinn     Wie etwann eine Na e derinn, 42 1455.   Die ewer Kammerjunckern etlich     Steckt an ein Nadel (warlich spo e ttlich) Vnd briet sie darnach bey dem Feür.     Das war ein that sehr vngeheür Aber es heißt hart wider hart 1460.       Eine harte schwart, wirt hart geschart. Was schieds, het sie euch schon gefra e ssen     Wie wir von Vo e lckern in Lybia la e sen, Welchen kein La e uß noch Flo e h entgiengen     Wann sie derselben ettlich fiengen 1465.   Die nicht die Ko e pff dahinden liesen,     Dann sie hans jhn vor ab gebissen, Auff das sie jhn all hoffnung nemmen     Das sie einmal nicht wider ka e men. Diß ist ein fein Exempel zwar 1470.       Welchs Herodotus beschreibt klar, Auff das die Weiber volgen disem     Das Geschmeiß verwiessen vnd zerrissen. Doch lehr ich kein zů essen das     Dieweil es ist vnsauber was, 1475.   Vnd gho e rt nur für die Affenma e uler     Vnd Eselische Distelgeiler. Sonder man knitsch sie vnd zerschneid     Mit Scheren, was man hat zůr seit. Aber wann es schon eine tha e t 1480.       Vnd biß ihn ab die Ko e pfflein sta e t, Wolt ich nicht sein darwider sehr,     Dieweil sie nicht die erste wer, Sonder an den vorigen Frawen     Mag wol ein trostlich Vorbild schawen. 1485.   Welches sie nicht auß fürwitz thaten     Sonder groß Not lehrt sies errhaten, Das sie die Bett vnd Kleider spinnen     Hie durch ein wenig demmen künnen. Viel anders ist mit den La e ußpressern 1490.       Als mit Cantiblischen Leutfressern, Dann dise haben solchs gethan     Auß Grewlicheit vnd bo e sem wahn, Jhene aber sich zůwehren 43     Vnd jhr Feind hiedurch abzůkehren. 1495.   Derhalben niemand nicht verwunder     Wann heut gescha e h schon was besunder Vnd auch Flo e hfresserin entstünden,     Weil jr Flo e h euch mit hauffen finden, Vnd nicht allein wie Mo e rderßra e über 1500.       Am Leib bescha e digt alle Weiber. Sonder wie krankheit, Frost vnd Wintter     Sie an jhrer arbeit hindert, Wie solches oben fürgebracht     Vnd nun wirt weiter auch gedacht. 1505.   Das namlich jhr das Haußgesind,     Welchs on das nicht ist zů geschwind, Erst noch mehr machet hinderstellig     Mit ewrem kitzlen vngefa e llig. Also das jhr auch in der Kuchen 1510.       Die Ko e chin bey dem Herd da sůchen, Trett sie, wann sie soll Schüsseln spielen     Das sie euch Stupffern nach muß wu e len, Vnd macht also feyrabend spa e ter,     Das richt nur an jhr Vbeltha e ter. 1515.   Ja offt wann sie anrichten soll     Die Supp vnds Můß eingiesen wol, So gebt jr Schelmen jhr ein zwick     Das sie můß greiffen gleich zů rück, Vnd euch verjagen vor all dingen, 1520.       Als dann jr in die Speiß da springen, Vnd in den Pfeffer euch vermischt,     So tragt man euch als dann zů Tisch, Da ißt die Fraw euch auff dem Hu e nlein     Vieleicht für Feigen vnd Rosinlein 1525.   Vnd vnwissend euch Flo e h verschlind,     Wie etwann Thyestes sein Kind, Darauß schwa e r kranckheit kompt alltag     Die kein Artzt nicht errhaten mag. Seit also jhr recht Vnglücksstiffter 1530.       Recht Mo e rder, Bett vnd Tischvergiffter, Die man nach Kayserlichem Recht     Mag brennen, braten, sieden schlecht. 44 Vnd so viel mehr heimische Feind     Als frembde Feind zůhassen seind, 1535.   So viel mehr soll man euch Bettspinnen     Verfolgen, vnd kein lan entrinnen, Es wer kein wunder daß auch heut     Die Weiber, wie lang vor der zeit Das Vo e lcklin in Myuscia 1540.       (So liget im Land Achaia, Welchs plag halben der Schnacken, Mucken     Thet in ein ander Land verrucken) Auch ziehen vber Meer wie Schwalben     Der ta e glichen Flo e hmartter halben. 1545.   Weil jhr Blůtmauser euch nicht massen     Das jhr sie rhu e wig schlaffen lassen, Sonder bey Nacht sie offt erschrecken     Vnd ohn ein Hanen gschrey erwecken. Ko e ndt bey Nacht minder rhůwen, rasten 1550.       Dann ein bschlossen Mauß im Brotkasten. Es ist kein Bett vnd La e gerstatt     So hoch, gefürnißt, rein vnd glatt Ihr ko e nd hinauff on La e ytern fliegen,     Auch on Hůffeisen, Staffel, Stiegen. 1555.   Da ko e ndt jhr kein rhůw haben nicht,     Schreppfft jhn das mans auch morgen sicht. Ja jr Blůtschertzer seit so wu e tig,     Das jhr auch handelt sehr vngu e tig Mit Jungfrawn so prangen sollen, 1560.       Vnd bei der Hochzeit vieleicht schmollen, Die za e pfft jhr vornen, hinden an,     Nur das sie da in schanden stahn, Wie jhr den krieg von euch selbst saget     Aber vber den Sieg sehr klaget, 1565.   Weil sie, wann sie vom Brauttisch kummen     Die Beltz klopffen gleich wie die Trummen Vnd brauchen da die beide Daumen     Raumen was sie vor theten saumen. Vnd thu e n euch recht jhr Schadenfro, 1570.       Dieweil jhr sie wolt scha e nden so. Dann wer zůscha e nden ein gedenckt 45     Denselbigen die schand selbst kra e nckt, Vnd wer heißt euch das Meidlein pfetzen     Irs Bůlen pfetz mags mehr ergetzen. 1575.   Aber das zart Jungfra e wlich Blůt     Euch also wol in za e nen thůt Das euch jetzunder nicht mehr schmeckt     Der Viehmagd hindern, was sie legt, Noch auch der alten Trumpeln Brüst 1580.       Vnd was des gmeinen Weidwercks ist. Sonder jhr seit auch so vermessen     Vnd do e rfft euch also grob vergessen Das jhr euch gselt zům ho e chsten Stamm     Wie Roßdreck vnder Oepffeln schwamm, 1585.   Wolt stecken auch bey hohem Stand,     Vnd schliefft auch in ein Fürstin gwand Nist also auch in Gold vnd Seiden,     Die warlich euch nicht lang erleiden. Dann weil sie sehr viel Kleider han, 1590.       Ziehen sie ta e glich frische an, Sie han viel Ma e gd die euch erschlagen     Vnd durch die Spieß euch ko e nnen jagen Also ko e nd jhr zů Hof nichts gwinnen     Gleich wie hie oben auch die Spinnen. 1595.   Noch do e rfft jhr ewern Hochmůt zeigen,     Vnd erst auch in ein Mo e nchskut steigen. Aber was gelts jhr ko e ndt wol fliehen     Wann sie eim Todten die anziehen, Welche man drumb doch Selig spricht, 1600.       Vnd jhr wolt selig werden nicht, Nichts ist ein Freund, der nicht in Not     Ja in dem Tod auch bey eim stoht. Aber das allera e rgste ist     Das jhr auch in die Kirchen nist, 1605.   Acht nicht, obs Herculis Tempel sey     Darein kein Muck dorfft fliegen frey, Vnd da die frommen Weiblein hindert     An jhrer andacht die jhr mindert, Dann wie ist da ein Rucken, bucken, 1610.       Ein schmucken, Jucken, wann jr zucken, 46 Ach wie ein knappen vnd ein schnappen,     Ein sappen, grappen vnd erdappen. Ja keiner Andacht ist so thieff     Sie thůt ein griff, das sie euch strieff, 1615.   Auch wann der Pfaff schon eleuiert,     Die hand sie ru e rt, wann sie euch spu e rt. Vnd wer ists ders euch gern vergißt     Wann jhr Blůtspisser einen spißt, Es geht eim gar durchs bein vnd Marck 1620.       So gifftig seind die stich vnd starck. Wie manchs Mu e tterlein in der Predig     Wolt schlaffen, wer sie ewer ledig, Aber da ist kurtzumb kein rhůw     Ihr wecket sie sta e ts jmmerzů, 1625.   Vnd hindert jhre gůte Tra e um     Vnd machts viel gro e ber dann daheim, Wie mir solchs offt die Weiber klagen,     Das jhr sie allzeit viel mehr plagen In der Kirchen, dann je zů Hauß. 1630.       Glauben derhalben vberauß Das euch allda der Theuffel reüt     Wa jhr nicht selbst die Theuffel seit, Vnd wer wolt schier daran auch zweiffeln     Weil jr Schwartz a e nlich seit den Theuffeln, 1635.   Vnd wolt die Frommkeit allda hindern     Beid bey den Alten vnd den Kindern. Kein wunder ists, sprach mal ein Weib,     Das eine auß der Kirchen bleib, Vnd hett im Schlitz die Hand zů Hauß 1640.       Wann in der Kirchen allzeit drauß Auß einem Floh noch neün entstehn     Vnd also grob zů Acker gehn. Die red entspringt auß vngedult     Vnd legt nicht recht auff dKirch die schuld, 1645.   Jedoch wer kan darzů auch betten     Wann jhr ein so barmhertzig tretten. Es solt eim Weib noch widerfahren,     (Wie dann soll gschehen sein vor jaren) Das ein Fraw ein dreybeinigen stůl 47 1650.       Warff nach eim Floh, der jhr entfůl, Auch in der Kirchen, nur vor grimm.     Dann aller zorn ist vngestu e mm Wann er bricht auß, vnd nit wirt gza e umpt     Wie sichs an diser Frawen reimpt. 1655.   Aber wann mir jetzund die Frawen     Fein volgen wo e llen vnd vertrawen, Will ich sie zů der letz jetz lehren,     Das sie sich auch on Zorn wol wehren, Vnd lachends Munds on Hand anlegen 1660.       Euch Blůtschrepffer todt sehen mo e gen, Wie jhr zů end solchs ho e ren werden     Euch Meidleinstriglern zůbeschwa e rden, Wolauff so ra e uspert euch darauff.     Halt das mir keiner nicht entlauff. 1665.   Es tra e umpt jn schon vom Theuffel zwar,     Dann jhr gewissen truckt sie gar. Wiewol ich hab euch hart verbant     Das jhr mir nit springt vor die wand. Dann dise grůb ist schon bespra e ngt 1670.       Mit Geißblut, vnd mit Ko e l vermengt, Vnd mein Mercurisch Richterstab     Mit Igelschmaltz ich gschmieret hab, Darmit ich euch Flo e h stillen mag     Das jhr werd stumm, vnd daub vnd zag, 1675.   Wie Mercurius mit seim Stecken     Kondt schlaffen machen vnd erwecken. Wolauff so ho e ret fleissig auff     Wie es sich jetz zům ende lauff, Es wirt nun an bindriemen gehn, 1680.       Man wirt auffn schwantz der Schlangen steh. Ich will euch jetz vom Theuffel predigen     Die Weiber, oder gar erledigen Oder sie doch fein vnderweisen     Wie sie euch bringen in die Eysen. 1685.   Ich bin jhr Fürsprech nicht allein,     Sonder ihr Flo e h Artzt in gemein, Dann ich all a e mpter hab von Joue     Von der Flo e h wegen an seim Hofe, 48 Der hat mir all macht zůgestelt 1690.       Das ich hierinn das vrtheil fa e lt. Die sach hab ich recognosciert     Vnd hin vnd wider wol justiert, Ewer Blůtsauger klag vernommen,     Auch ist mir auff der Post zůkommen 1695.   Der Weiber jhr verantwortung     Vnd klag von ewer bscha e digung, Wie ich euch die hab nach der la e ng     Hie vor erzehlt on als gepra e ng. So find ich nun zů einem theil 1700.       Viel vnschuld, welchs jm dient zů Heil. Erstlich das alle Weiber gern     Auch von Natur zůfrieden wern (Es sey dann gar ein bo e ser Mutz     Die gern hat, das sie der Mann butz) 1705.   Aber jhr grosse Friedsamkeit     Gibt euch Staubjunckern glegenheit Das jhr sie plagt nach ewerm willen,     Ewern Blůtdurst an jhn zů külen, Betrübt also der Frawen gduld 1710.       Das sie jhr Ha e nd mit Blůt verschuld. Dann Weiber forchtsam seind von art,     Vnd schewen am Blůt jeder fart Also das viel im Frawenzimmer     Mit bloser Hand euch to e dten nimmer, 1715.   Sonder sie knitschen euch so fett     Zwischen dem Bettbuch oder Brett, Oder sie ziehen Ha e ndschuch an     Vnd brauchen Fiugerhu e t daran. Darauß man sicht jhr zartlicheit 1720.       Das Blůt verguß nicht ist jhr freüd. Aber jhr zwinget sie darzů     Vnd laßt jhn tag vnd nacht kein rhůw Biß etlich sie mit Blůt beflecken     Dardurch die andern abzůschrecken. 1725.   Zům andern, wann sie schon vieleicht,     Machen jhr Ha e nd im Flohblůt feucht, So thůn sie solches nicht mit willen, 49     Sonder hiermit euch was zůstillen, Ist also ein Notwehr zu heissen 1730.       Ein Widerstand sie nicht zůbeissen. Ja ist ein Beltzrettung zůnennen     Ewer Beltzrennen mit zůtrennen. Ein Notwehr aber, wie man sagt,     Ist ein Todtwehr, wann mans nit wagt, 1735.   Darumb wann sie sich schon vergessen     Vnd euch zů grob vieleicht auch messen, Machts, das sie in der Noteil hasten     Dann Not kann nicht auff Rhot viel rasten, So ist auch billich das jhr gdenckt 1740.       Wie jhr jhn vor habt eingeschenckt, So nemmet dran auch ewern gwin.     Wie man ein sůcht so find man jhn. Zům dritten, ist es nicht eim Weib     So fast zů thůn vmb jhren leib, 1745.   Als vmb der Kinder zarte haut,     Die jhr offt ha e ßlich grob zerhawt, Vnd macht sie bei Nacht weinen sehr,     Daruor sie nicht kan schlaffen mehr, Ja welchs am meisten sie zerrütt 1750.       So weckt jr auch den Mann darmit, Der meinet dann das Kind sey kranck,     Vnd fangt mit jhren an ein zanck. Ja jhr macht das die Nachbaurschafft     Vor dem geschrey nit rhüwig schlafft, 1755.   Also ist auch mit den Jungfrawen     Dieselben auff jhr Bůlen schawen. Dann sie besorgt wann die ersehen     Das sie viel juckt vnd greifft nach Flo e hen, So schewen die sie an zůsprechen 1760.       Auff das sie nit Flo e h werben mo e chten. Secht solchen jamer richt jhr an.     Wie kan ich ab den Weibern stahn. Ich kann hiermit nicht anders sprechen,     Dann das sie sich sehr billich rechen, 1765.   Dieweil sie hierzů treibet an     Ihr lieb zům Kind vnd jhrem Man, 50 Vnd wolt gern wie der Pellican     Mit jhrem Blůt für alle stahn. Zum vierdten ist jhr angelegen 1770.       Das jhr die Haußhaltung bewegen Vnd bringet ein vnordnung drein,     Dieweil jhr pfetzet in gemein Beid Fraw vnd Magd, beid Knecht vnd Kind     Hindert also das Haußgesind 1775.   Wann es an seiner arbeit ist     Das es nach ewern stichen wischt. Wie ich solchs oben hab bewa e rt     Vnd euch besonder vor erkla e rt. Wer wolt dann solche Haußzersto e rer 1780.       Leiden, vnd solch Gesindverkehrer. Solt man jhn nicht das Land verbieten,     Ich gschweig das Hauß, darinn sie wu e ten. Dieweil an eins jeden Haußhaltung     Stehet das Heil der Landsverwaltung. 1785.   Zů letz, das jhr kurtz mo e gen schawen     Die groß Rechtfa e rtigung der Frawen, Sag ich, der sich viel mehr gebürt     Das ein Weib vber euch regiert Vnd straffet ewer arge Werck, 1790.       Gleich wie den Fro e schen thůn die Sto e rck Als das jhr vber sie gebieten     Vnd wider das Edelst Gscho e pff wu e ten Weil jr Flo e h nit in dHo e h seit gschaffen,     Sonder im Staub vmb sollen gaffen. 1795.   Nun habt jhr gar den gantzen Kleiber     Von der Rechtfa e rtigung der Weiber. Jetzt laßt vns ewer sach besa e hen     Warumb dieselbig wir verschma e hen, Vnd euch die ga e ntzlich sprechen ab, 1800.       Vnd euch verdammen biß ins Grab. Erstlich darumb, weil offenbar     Das es ein alter Neid ist gar, Ein Beltzhaß, den jhr all in euch     Auß Eua e Beltz habt gsogen gleich 1805.   Gantz liederlich vnd vnbefu e gt, 51     Namlich, weil man euch hat bekriegt Vnd ewern můtwill nicht gelossen,     Sonder auß Beltzen euch verstossen, Darinn jhr grossen hochmůt übten, 1810.       Vnd bald die Kinder erst betru e bten. Welche gewonheit jhr noch halten,     Vnd volget bo e ßlich ewern Alten Die alle kriegten ein bo e ß end,     Welchs euch noch nicht von Boßheit wend. 1815.   Darumb ist euch der Todt bereit     Zů lon ewer halßstarrigkeit. Vnd wer wolt euch Beltzneidern doch     Was gůts han zůgetrawet noch, Dieweil jhr ewer grewlich zangen 1820.       An Kindern gleich habt angefangen. Dann thůt man args den jungen Zweigen     Was wirt den alten man erzeigen. Hierumb weil jhr halt ewern Neid     Bhalten die Weiber jhren streit, 1825.   Vnd wer dann ist am meisten schwach     Der zieh die Katz dann durch den Bach. Zům andern so mißfalt mir mehr     Das jhr seit also fra e uel sehr, Vnd u e bt gewalt, der dann gemeinlich 1830.       Durchs Schwerd wirt nider ghawen peinlich, Vnd reibt euch an ein jedem Stand,     Thůt jeder an groß schmach vnd schand Also das jhr manch Fraw versto e ren     Wann sie ist in jhrn gro e sten ehren, 1835.   Vnd macht das sie můß greissen offt     An heimlich o e rter vnuerhofft, Vnd sůchen euch wa jhr sie sůcht     Euch straffen vmb solche vnzucht. Ja jhr do e rfft sie so hoch bemühen 1840.       Das sie sich nackend auß muß ziehen Vnd machen einen bo e sen plick     Seind das nicht arge Bůbenstück? Darmit jhr Weiblich scham ero e sen     Vnd jhrer decke sie entplo e sen. 52 1845.   Fürwar diß seind solch Schelmenzotten     Die mit dem Feür wern außzůrotten. Wie solt ich euch dann ledig sprechen,     Ich wolt euch eh das Rad zůtrechen. Zům dritten, sag du Schwartze Herd, 1850.       Ist nit dein grosser Blůtdurst werd, Das man solch blůtig Vrtheil sag     Das Blůt vber deim Kopff außschlag. Dann sintenmal euch Mo e rder all     Nicht die Natur strafft in dem fall, 1855.   Wie die Blůtschnack, so mit gewalt     Entzwey bo e rst vom Blůtsaugen bald, So seit jhrn Weibern vorgeschlagen     Das sie euch auß dem Blůtbad zwagen. Dann kein Mord bleibt lang vngestrafft 1860.       Wann er ein weil schon rhůwt vnd schlafft. Das aber jr recht Mo e rder heissen     That ich hieoben vberweisen. Ja das jhr auch vergiffter seit     Hab ich hie oben außgeleit. 1865.   Zům vierdten, ihr euch selber scha e nt.     Weil vngeda e umelt jhr beka e nt Das schleckshalb jhr seit also wu e tig,     Vnd wagt euch in Todt so dollmu e tig, Dann vberfluß, schleck, geil gelüst 1870.       Die Sin verwüst vnd gantz verdüst Vnd Geitz vnd vnersa e ttlicheit     Gebu e rt im Gmu e t vnsinnigkeit. Weil jhr dann seit verruckt im Sinn     Gebt jhr euch selbst in Todt dahin. 1875.   Wer aber sich selbst bringt vmbs leben     Der kan andern die schuld nit geben, Wolan so gebt euch selbst die schuld     Das ich zu euch trag gar kein huld. Zům fünfften, solt michs nit verdriessen 1880.       Das jhr Bettstrampler so geflissen Mit ewerm picken, griffen, zwicken,     Dem Haußuatter sein Gsind abstricken, Vnd von der arbeit gar entwa e nen, 53     Wann es sich můß nach euch viel da e nen. 1885.   Wie kan ich euch hie fallen bey     Vnd loben solche Meiterey. Kurtzumb es ist mir gar entgegen,     Kan es weder heben noch legen, Dann jedem frommen Mann gefalt 1890.       Das man den Haußfrieden erhalt, Welchen jhr Meidleinstrigler all     Zů boden richten vnd zů fall. Man sagt besser ein fenster auß,     Dann daß zů grund gang gar das hauß 1895.   Also wer besser das jhr sterben,     Dann das sonst wirt ein Landverderben. Letzlich, weicht jhr Beltzgumper auch     Von ewer Speiß vnd altem brauch, Der einhielt, das jr Thierblůt schlůckten, 1900.       Vnd nit das Weiber volck viel truckten, Aber jhr wolt nur Menschenblůt     Welchs nie keinem kam zů gůt. Wie kan euch hold sein dann ein Weib     Weil jr tracht nach jrm Blůt vnd leib. 1905.   Zů dem so vbermacht jhrs gar     Mit dem Blůt za e pffen jmmerdar. Vnd weil jhr hielt kein maß darinn     Stalt ich kein maß im straffen jhn, Jedoch das diser gfa e hrlich streit 1910.       Nicht mit der zeit wuchs gar zů weit Hab ich mir jetzund fürgenommen,     Mit dem Vrtheil solchs für zůkommen, Vnd solchs auff rauhe wa e g gar nicht     Sonder vertrags weiß zůgericht. 1915.   Namlich das kein Floh kein soll beissen     Er wiß dann auch schnell außzůreissen, Kein Floh kein Fraw soll zwingen, tringen,     Er weiß dann wider zůentspringen So lieb jhm sein Leib, Leben ist 1920.       Dann so er vieleicht wirt erwischt Will ich dem Weib sehr gunnen wol     Das sie zů todt, da e n kitzeln soll. 54 Dargegen sollen auch die Frawen     Fleissig in dem fall für sich schawen 1925.   Vnd keinen to e dten, dann sie wissen     Das der sey, der sie hat gebissen Oder die Weiber müssen nun     Ein widerrůff jhn als bald thůn Vnd jhn nach Westphalischem Recht 1930.       Vom Galgen nemmen, ist er gschmecht. Auch das sie jhn die Za e n besichtigen     Vnd den Verbrecher alsdann züchtigen Vnd oder jhm die Za e n außklemmen     Oder jhm sonst den Angel nemmen 1935.   Gleich wie man thůt den grossen Bra e men,     Oder am lincken Fůß jhn la e men. Das seind miltlinde plagen, straffen.     Die nit destminder auch was schaffen. Vnd das Flo e hbürstlein auch erschrecken 1940.       Weil solch pein sich zum todt auch strecken. Dann so strafft man auffrhu e risch Lauren     Gleich wie die Ditmarsischen Bauren Das man jhn la e mt vnd blend die Pferd     Nimmt jn all Wehr, Spieß, Büchs vnd schwert, 1945.   Oder machts, wie der türck vor Raab     Hawt jhn den rechten Daumen ab. Dann lieber wie ist der gerüst     Der lam, blind vnd vnwehrhafft ist. Also mo e cht aller Neid vnd streit 1950.       Werden on Blůtverguß zerleit, Vnd werden angericht ein Zucht     Die sonst ist viel zů sehr verrucht. Aber auff das jhr Flo e h ko e ndt sehen     Das ich billicheit nach thů spa e hen, 1955.   So will ich euch drey ort erlauben     Da jhr die Weiber mo e gen schrauben. Erstlich nur auff die ga e nge Zung     Welches jhr Wehr ist vnd tha e digung, Darmit sie sehr die Mann betho e ren 1960.       Wann sie nit schweigen vnd auffho e ren Auff das jhr jhn das ga e nge Blůt 55     Ein wenig außher schrepffen thůt. Wiewol ihr werden haben mu e h     Weil sie die u e ben spat vnd fru e h. 1965.   Darnach wans vieleicht auch nit schad     Za e pffts an im Niderwad vnd Bad. Aber da laß ich euch für sorgen     Wie jhr darein kompt wol verborgen. Vnd secht das jhr euch da nicht netzt 1970.       Ihr fliegt sonst wie ein nasse Hetz. Zům dritten, mo e cht jhr auch im dantz     Bey jhnen wagen recht die schantz Auff das jhn die Dantzsucht vergeh,     Sie kitzeln an der lincken Zeh 1975.   Vnd auffm hindern Küßbacken beissen     Dann da empfinds kein glu e end Eisen. Secht seind euch das nit vortheil groß     Das ich euch stell die Weiber bloß. Jedoch gebiet ich euch beim Bann 1980.       Das jhrs greifft vorderwa e rtig an, Vnd vor dem stich vor allzeit schreyen     Auff das jhr nicht Verrha e ter seyen. Jedoch ru e fft nicht zů laut vnd hell,     Vnd nicht wie Ka e rchelzieher schnell, 1985.   Die erst alsdann auffsehen, ru e ffen     Wann sie ein stossen, vnd vor büffen. Wer aber weiter schreiten wolt     Nicht sein gehorsam, wie er solt, Den will ich der Freiheit berauben 1990.       Dem Vogel in der lufft erlauben Ihn auß dem Fried in vnfried setzen     Ihn gar preiß geben zůuerletzen, Ihn han verbotten seinen Freunden     Vnd gar erlaubet seinen Feinden, 1995.   Das alle Weiber brauchen mügen     Alle Flo e hfallen die sie kriegen, Vnd sie darinn auffhenken dann     Zů einem spott vor jederman, Gleich wie den Tha e ufferischen Ko e nig 2000.       Johann von Leiden widerspennig 56 Der zů Münster im Ka e ffich hengt     Das man des Nadel Ko e nigs gdenckt. Oder wie man lehrt in viel Sta e tten     Bo e ß Leut im Narrenha e ußlein betten. 2005.   Ich do e rfft auch zwar erzo e rnen mich     Wann jhr mir nicht volgt eigentlich Das ich die Weiber lehret flicken     Die Flo e hgarn vnd die Flo e hnetz stricken, Auff das jhr scharen weiß behangen 2010.       Gleich wie wir Fisch vnd Vo e gel fangen. Ich do e rfft sie auch Flo e hangel weisen     Vnd die blinden scharpffen Fůßeisen Ja, wann jr nicht thůt nach meim wunsch     Will ich sie lehren die new Kunst 2015.   Mit Hasenleim, so heut erdacht,     Das man darmit das Wildpra e t facht, Also bedo e rfft man mit der weil     Zum jagen weder Garn noch Seil Welchs ist ein kunst zum Wildpret schlecken 2020.       Die Wolffsfleisch in Pasteten lecken Deßgleichen auch für Fuchsfleischschma e cker     Aber nicht für die Hasenschrecker, Die jhren lust im jagen sůchen     Vnd nicht die No e tlicheit der Kuchen. 2025.   Auch mo e chten des die Weiber gniesen     Das sie euch demmen on Blůtuergiesen, Jedoch, man soll kein gnad beweisen,     Dem, der můtwillig kompt in dEysen, Dann ein verwa e nten Vbertreter 2030.       Strafft man für doppeln Vebeltha e ter Derhalben wann euch Stubensta e uber     Vmb den vnghorsam schon die Weiber Hart straffen, vnd am Blůt sich rechen     Will ich sie doch drumb ledig sprechen. 2035.   Ja ich will sie gewarnet haben     Das sie euch liegen lan vnbgraben, Vnd euch nicht trawen, wann jhr euch     Stelt ob jhr seid ein Todtenleich, Sonder wann sie zů todt euch schleiffen 57 2040.       Sollen sie vor den Puls euch greiffen, Vnd fülen ob derselb noch schlag     Ob es ein leben noch vermag, Dann gwißlich wann er wirt erstehn     So wirt er widerumb auch gehn. 2045.   Darumb wann meine liebe Frawen     Dem Herodoto wolten trawen So wer der sorgen nicht von no e ten     Das wider lebten die sie to e dten, Wann sie die Flo e h all ko e pfften gar 2050.       Das ist, die Ko e pff abbissen gar. Dann dem Hund mindert auch die pein     Wann er beißt allzeit in den Stein Da e n man jhm nach geworffen hat.     Weil je die Rach můß werden satt. 2055.   Vnd letzlich wann euch alles diß     Nicht will bewegen saur nach su e ß So werd verursacht ich daran     Ein gbott wider euch gan zů lan, Gleich wie in Engelland gescha e hen 2060.       Wider die grosse ma e ng der Kra e hen Das man der lonet, die euch to e dt,     Weil wol das Land on euch besteht. Vnd das jhr recht vernemmen künd     Wie ich sey gegen euch gesint 2065.   So bin ich gantz vnd gar bedacht     Wann jr diß alls nicht habt vollbracht Euch zu verbannen gar mit schand     Hinein ins kalte Lappen Land Da sehr die ka e lt ist ewer Feind, 2070.       Wiewol die Beltz da wolfeil seind. Ja ich will euch verbannen rund     Zů dem Ho e llischen Kettenhund Das Cerberi Feurrote haut     Sey ewer Acker den jhr bawt, 2075.   Dann der kan ewer Fegfeür sein     Vnd ewer plag vnd gro e ste pein. Oder jhr mu e ßt zůn Ha e ringsspeisern     Zůn Eyerschweisern, o e pffelpfeisern 58 Vnd zů den ewig Freytagspreisern 2080.       Zů den Beltzwarmen Mo e nchs Cartheusern Dann bey da e n, wie Cardanus schreibt     Kein Wandslauß noch kein Floh nit bleibt. Dann weil sy kein fleisch speisen thůt     Schmackt euch nit jr fischschmackend Blůt. 2085.   Derhalben so euch ist zůrhaten     So folgt des Kantzlers Flo e genaden. Vnd nempt an den Vertrag, wie gmelt,     Wie der ein kleins hie vor ist gstelt. Wolt aber jhr nicht stillstehn nun 2090.       Vnd habt meh vorderung zůthůn Mo e cht jhr noch ewer Recht wol werben     An die Weiber vnd jhre Erben, Eim jeden sein Recht vorbehalten     Beid an die Jungen vnd die Alten. 2095.   Darneben das diß Instrument     Sein krafft gewinn vnd werd vollend Henckt hin das Sigel vnser Gnaden,     Doch mir, mein Nachkommen on schaden. Hiemit so will ichs jetzund enden 2100.       Den Zauberstab nun von euch wenden Vnd euch gar auß der Grůben lassen.     Nun spring ein jeder seine Strassen. Vnd gru e ßet, bitt ich, von meintwegen     Die erst Fraw, so euch kompt entgegen, 2105.   Dann da find jhr kein Igelsschmaltz     Sonder zart Kalbfleisch vngesaltzt. Wolan die Flo e h die seind dauon.     Nun můß ich thůn Prouision Euch Weibern wie ein Flo e hArtzt auch, 2110.       Dann diß ist mein Ampt vnd mein brauch Derwegen will ich nůn zůletz     Euch geben Flo e hartzneyGesetz, Wie jhr die Flo e h on Blůt verguß     Hinrichten, vnd on vberdruß. 2115.   (Dann ich kurtzumb nicht sehen kan     Das Weiblich ha e nd mit blůt vmbgahn) Vnd seind die Artzeney probiert 59     Wie ich sie hie hab eingeführt. Darumb wann sie euch helffen werden 2120.       So danckt mir auch vmb mein beschwa e rden.           Aber die scho e nen Recept Seind also betrept vnd gestept. 60   1. Die Flo e h auß den Kammern zůuertreiben. Nimm dürrwurtz oder Donnerwurtz, koch es inn Wasser, bespreng demnach das gemach, so macht es den Flo e hen jhr sach. 2. Wircket deßgleichen auch der Senffsamen, vnd Oleander, wann mans braucht wie das ander. 3. Flo e h zů to e dten. Nimm vngeleschten Kalck, mach jhn durch ein Sieb, bespra e ng darmit die sauber gefegt Kammer, so richt es an ein grossen jamer. 4. Nimm wilden Kümmich, wilde Cucumer, oder Coloquint, koche es in Wasser, bespra e ng darmit das Hauß, so macht es den Flo e hen den gar auß. 5. Flo e h vnd Ma e ntel zůuertreiben. Nimm Wermůt, Rauten, Stabwurtz, wilde Müntz, Sergenkraut, Nußlaub, Farnkraut, Lauender, Raden, grün Coriander, Psilienkraut, lege dise Kreutter alle, oder ein theil dauon, vnder die küßpfulwen, oder koche sie in Mo e rzwibelen Essig, besprenge sie darmit, so geht keine meh kein tritt. 61 6. Auff ebene weiß, für das vorig Geschmeiß. Nimm Wassernuß oder Mo e rdisteln, oder Flo e hkraut, oder Coloquint, oder Bromberkraut, oder Ko e l, koch es inn Wasser, bespreng damit die Gemach im Hauß, so lauffen sie all drauß. 7. Ist fast ein gůts die Flo e h auß den Decken oder Kleidern zůbringen, so man Geißblůt inn ein Eimer oder Fa e ßlin thůt, vnnd es vnder die Bettstatt stelt, dann da sammlet sich die gantz Flo e hwelt. 8. Schreibt Cardanus , das von Flo e hen, Mucken, Schnacken, vnd Wantzen, ko e nne ein jegliches von seim eignen rauch, so man es brent, werden geto e dt vnd gescha e nt, derhalben mach man viel Flo e hrauch, so vertreibt es die Flo e h auch, gleich wie ein bo e ß Weib den Gauch. 9. Ist das allerbest, darmit die Weiber ko e nnen treiben jhr fest. Namlich die Flo e h auff ein ort zusammen zůbringen. Mache vnder dem Bet ein grůb oder ein loch, füll darein Geißblůt, so werden sich alle Flo e h darin anhencken, die mo e cht jhr als dann ertra e ncken, oder sonst dem Theuffel zům newen Jar schencken. 10. Oder auff ein andere weiß. Nimm ein Hafen, stelle oder grabe jhn inn ein loch, also das er dem Herd oder Boden gleich vnd eben stande, schmier jhn allenthalben mit Rinderschmaltz, so werden sich alle Flo e h dahin waltzen, die kan man als dann scho e n einsaltzen. 62 11. Die Flo e h zůuertreiben. Nimm Holder, baiß, oder sied es in wasser, vnd bespreng alsdann das Flo e hig ort darmit, so to e dt es die Flo e h vnd Mucken, das sie niemand trucken. Zum 12. Soll bewa e rt sein, das wann einer Psilienkraut oder Flo e hkraut, dieweil es noch grün ist, in ein Hauß tra e get, so verhindert es das kein Floh darinn wachse, noch Eyer gachse. 13. Das lüstigest darmit die Fraw mag jhr mütlein külen. Schmiere ein Stecken mit Igelsschmaltz, stelle jhn mitten in die Kammer, so kommen die Flo e h alle an den stecken, die brat als dann für Schnecken, wer weißt, sie mo e gen vieleicht eben so wol schmecken. 63   Weiter zů Trost den Wei- bern, můß ich das alt gemein Flo e - hen Lied hieher setzen, sich darmit zůer- getzen, vnd dasselbige zůsingen, wann sie die Beltz schwingen, dann sie wer- dens gar scho e n in Tact bringen. Vnd ist im Thon, Entlaubet ist der Walde, \&c.       1.   DIE Weiber mit den Flo e hen     Die han ein sta e ten krieg Sie geben auß groß Lehen     Das man sie all erschlieg 5.   Vnd ließ jhr kein entrinnen     Das wer der Weiber brauch. So hettens rhůw beim spinnen     Vnd in der Kirchen auch. Der krieg hebt an am morgen 10.       Vnd werd biß in die Nacht Die Weiber jhn nicht borgen     Vnd heben an ein Schlacht. Vnd so sich die Schlacht fahet an     Werffen sie das Gewand daruan 15.   Vnd allweil sie zůfechten han     In dem streit sie nackend stahn. Vnd wiewol man klagt sehre     Das sie seind schuldig dran 64 Das sich das Flo e hgschmeiß mehre 20.       Weil sie Beltz tragen an. Sag ich, es sey erlogen     Dann Gott hat Eua e bald Im Garten Beltz anzogen.     Wer ist der Gott je schalt. 25.   Ja hett ich allweg pare     Ein Gulden in der Hand Als offt die Weiber fahren     Nach Flo e hen vnders Gwand Jch wirt ein reicher Knabe. 30.       Hett ein ko e stlichen Zoll, Ich wolte gar bald haben     Ein gantze Truhen voll. Vnd ko e ndt ein Mo e nch verbannen     Die Flo e h so vngeheur 35.   Mit brieffen treiben dannen     Diß Weiber Fegefeur, Verstieß die Flo e h so bo e se     Hin in die Ho e llen recht Der wirt sehr viel Gelt lo e sen 40.       Von dem Weiblichen gschlecht. Der diß Lied hat gesungen     Tra e gt ein mitleiden groß Mit Weibern hart getrungen     Von Flo e hen vber d moß, 45.   Vnd wünscht das alle Künste     Geda e chten auff all wa e g Das man zůr Frawen dienste     Der Flo e hen můtwill leg. 65   Friden vnnd rhuw vor den Flo e hen, Schaben vnd La e usen: vor den Raupen, Schnacken vnnd Fleder- ma e usen. Von Würmern, Fro e schen vnnd Schnecken. Von Ratten, Schlangen, Spinnen vnnd Hewschrecken. Wünschet dem La e ser J. F. G. M.               1.   HOmerus der Poeten Liecht     Vnd der Fürnemst von Künstgedicht Der hat vns wo e llen vnderweisen     Den Krieg der Fro e sche mit den Ma e usen. 5.   Deßgleichen der Vergilius     Hat beschrieben mit gůter můß Die klag der Schnacken von den Leuten     Wie sie jhrn stich so vbel deiten. So hat auch der Ouidius 10.       Gestelt wie sich beklag die Nuß. Ja der Fantastisch groß Poet     Hat sich gewünschet all zů schno e d Zů einem Floh, das er mit fůg     Bey seinem Bůlen steck genůg. 15.   Das wer den Meidlein zůbegeren     Das alle Flo e h Ouidisch weren So würden sie nicht so gepfetzt     Wie man sie sonst da e n weg verletzt. Ich aber wünscht dem selben Gecken 20.       Das er jrs kots vil pfund müßt schlecken, Vnd das jms LiebHertz drinnen schwimm 66     So wer sie dann gesteckt in jhm. Weiter hat Fauorin bewiesen     Des Fiebers vnschuld, vnds gepriesen 25.   Auch fast globt den Vnflat Thersitem     Als ob jhm Ehr sey zůerbieten. Gleich wie auch Lucianus that     Ders Schmarotzen entschuldigt hat, Als ob es sey ein feine kunst 30.       Weil man damit kriegt viel vmbsunst. Hat auch die Muck herfür gestrichen     Sie gar dem Elefant verglichen. Vnd Synesius lobet frey     Das die Kalheit zů wünschen sey. 35.   Was lehrt Aesopus durch all Thier     Dann das sie weiser seind dann wir. So haben etlich auch beschrieben     Im Grammatick krieg wie wo e rter stieben. Deßgleichen hat man solche Kunden 40.       Zů vnser zeiten auch gefunden, Als Porcium den Sa e wpoeten     Der weißt wie Schwein einander to e dten Vnd Erasmum von Roterdam     So rümpt der Thorheit grossen stamm 45.   Agrippa auch von Netterßheim     Lehrt wie scho e n sich der Esel za e um Vnd das er nicht sey faul vnd tra e g     Sonder bedachtsam auff dem wa e g. Cardano ist sehr angelegen 50.       Das er bey Leuten bring zůwegen Das man nicht meh den wůst der Welt     Neronem ein Tyrannen schelt. Scaliger von Subtilen stücken     Schilt sehr die Hund von falschen dücken 55.   Vnd lehrt das sie meh vntrew seind     Dann das sie seind des Menschen Freund Welchs doch Cardanus widerficht     Sie wie ein Hundsfürsprech verspricht. Hat nit von Straßburg Doctor Brand 60.       Im Narrenschiff gstrafft jeden stand 67 Bein Narren grosse Weißheit glehrt,     Weil man nit ernsthafft ding gern ho e rt. Deßgleichen auch Ehr Caspar Scheit     Der best Reimist zů vnser zeit 65.   Hat er nicht scho e n im widerspiel     Erhebt die Grobianer viel. Was soll ich vom Eulnreimer melden     Der vor eim Jar im Eulenhelden Den Eulenspiegel steckt zům zweck 70.       Allen Scha e lcken im Bůbeneck. Im grossen Bůbeneck der Welt,     Dann Scha e lck erfüllen Sta e tt vnd Va e ldt. So hat der Eißler Kappenschmidt     Erhebt der Narren Kappen sitt. 75.   Auch Doctor Cnaust rümmt die Omeisen     Vnd thůt die faul Rott zů jhn weisen. Vnd wer hat nicht gelesen heut,     Die Wolffsklag , wie er klagt vnd schreit Das man jhm gibt kein Kuttelfleck 80.       So trieg er keine schaaf hinwegk, Vnd das er sich im stegreiff nehr     Dieweil man jhn kein Handwerck lehr. Wer sicht nicht was für seltzam streit     Vnser Brieffmaler malen heut 85.   Da sie führen zů Feld die Katzen     Wider die Hund, Ma e uß vnd die Ratzen. Wer hat die Hasen nicht gesa e hen     Wie Ja e ger sie am Spiß vmbdra e hen. Oder wie wunderbar die Affen 90.       Des Buttenkra e mers kram begaffen? Vnd andre Prillen vnd sonst grillen     Darmit heut fast das Land erfüllen Die Brieffmaler vnd Patronierer     Die Laßbriefftrager vnd Hausierer? 95.   Wer weißt nit das scho e n Lied vnd muster     Wie ein Schneider vnd ein Schůster Lang vor dem Rotwilischen Rechten     Vmb die Geiß , wem sie geho e r, fechten, Allda der Schůster sie gewan 68 100.       Das er das vorder theil solt han, Der Schneider der Geiß hindern Speck,     Das er die Nadel darein steck. Deßgleichen auch des Sewsacks streit     Mit einem Stockfisch , welcher schreit 105.   Das auff jhn schmack ein gůter trunck,     Der sewsack spricht das schafft sein schunck Der Stockfisch sagt von grossem handel     Wie er durch ferre La e nder wandel, Vnd das die Sa e w seind offt voll Pfinnen. 110.       Das laßt jhn nit der Sewsack gwinnen, Vnd spricht die stockfisch sein voll Maden     Darumb hat keiner sein genaden Vnd wann man jhn schon essen můß     So schafft es nur die Fastenbůß. 115.   Wer ho e rt nicht singen die New Ma e r     Vom Bůchsbaum vnd vom Felbiger . Der Buchsbaum singt, ich bin so rein     Auß mir macht man die Kra e ntzelein Der Felbiger sagt, ich bin so fein 120.       Auß mir macht man die Mu e lterlein Auß dem Buchsbaum die Lo e ffelein     Auß Felbiger die Fa e sselein Auß Buchsbaum die Ba e cherlein     Auß Felbiger die Sa e ttelein 125.   Auß Buchsbaum die Pfeiffelein     Der ander steht am Brünnelein. Vnd wann man alls besicht allein     So seind es doch nur Ba e umelein. Das heißt anrichten zanck vnd streit 130.       Da gar keine hader ist noch Neid. Gleich wie auch thůn die Vnflat beid     So zwey grobe Lieder han bereit Vom streit der Filtz mit Kleiderla e usen     Vnd wie sich Roß vnd Ku e treck beissen, 135.   Dem wünscht ein warmen ich auff dflenen     So ko e ndt am gschmack den streit er trennen. Aber diß Lied kan ich nit schma e hen     Welchs laut: Die Weiber mit den Flo e hen 69     Die haben einen sta e ten krieg 140.           Sie geben auß groß Lehen     Das man sie all erschlu e g, \&c. Deßgleichen můß ich loben sehr     Hie des Flohs klag zům JuPiter. Der seim Sommergsellen der Mucken 145.       Klagt wie man jn gar wo e l vertrucken, Wie vbel jhm bekommen thůt     Das Weiberfleisch vnd Jungfrawblůt, Vnd was für schrecken bring das schlecken     Dem, so sein gwont speiß nit will schma e cken, 150.   Dann die beide han verstanden     Den ernsten Flo e hatz in all Landen, Vnd das er nicht zůstillen steht     Dann durch Klagred vnd Gegenred. Derhalben disem Krieg zůwehren 155.       Vnd dem Weibergeschlecht zu ehren, Vnd das wir schertzweiß auch was lehren     Auch den vorigen hauffen mehren, Der durch die obgemelte ding     Wiewol sie scheinen sehr gering, 160.   Offt etwas ho e hers han gemeint     Wiewol es manchmal nicht erscheint. So haben wir vns fürgenommen     Auff das geringste Thier zůkommen, Dieweil wir vnder hohen Leuten 165.       Auch die geringsten nur bedeiten, Vnd do e rffen vns das nit beschamen     Welchs thaten Leut von grossem Namen. Vnd han erwehlt das gmeinste Thier     Welchs jeder schier fühlt für vnd für, 170.   Auff das wir mit gmein ding vmbwandeln     Nit ho e hers vnvermo e glich handeln. Auch han wir solchs Thier fürgesetzt     Welchs drumb, weil Weiber es verletzt, Verhaßt ist fast bey jederman. 175.       Auff das wir durch solch Weg vnd Ban Nicht allein Weiber huld erlangen     Darumb man sonst bricht spieß vnd stangen, 70 Sonder der Ma e nner auch vnd Gsellen     Die jhre huld erhalten wo e llen. 180.   Dann ichs sehr wol im Magen fühlt     Wann ich zů Freund die Wirtin hielt. Vnd wer der Weiber huld will haben     Můß nit zů Hof mit Fatzwerck traben, Sonder außwa e ndig sie bedauren 185.       Tra e gt er inwa e ndig schon ein Lauren. Dann Weiber haben die genad     Das was jhn leids zůhanden gaht Macht es die Leut mitleidig mehr     Dann wann es ein Mann vieleicht wer. 190.   Dann jhr angboren Lieblicheit     Reitzt zů der Lieb auch ander Leut. Drumb weil die Weiber ich vertrett     Hofft ich das ich solch Gunst hie hett. Vnd wann ich sie schon auch nit hab 195.       Vnd nur bekomm vndanck darab, So tro e st ich mich der Schnacken grab     Welchs Vergilius so außgab. Ich arme Schnack lieg hie begraben,     Vndanckbarkeit hats Grab erhaben. 200.   Dann weil ich weckt mit meinem stich     Ein Hirten vom schlaaff gwarsamlich Als jm ein Schlang stelt nach dem leben     Hatt er mir disen danck hie geben, Hat mich mit seiner hand zerrieben 205.       Das ich für die Schlang todt bin blieben, Also gar hat vndanckbarkeit     Die Welt eingnommen weit vnd breit Das sie auch erreicht vns klein Schnacken     Mit jhrn untrewen Klawens hacken. 210.   Derhalben wann schon auch vieleicht     Vndanckbarkeit die Flo e h erschleicht Han sie sich zů verwundern nicht     Weils auch jrn Sommerbru e dern gschicht. Dann wecken gschicht allzeit mit schrecken 215.       Drumb deitens vbel sehr die Gecken. Mir aber thůt es besser schmecken 71     Das mich die Flo e h vnd Schnacken wecken Dann das mich Katz vnd Schlangen lecken     Dann dort vergeht gar bald der schrecken 220.   Vnd machen nur Rot kleine flecken.     Dise aber voll vntrew stecken Vnd thůn gar zů dem Todt ein strecken.     Wem aber also wol will schmecken Das hinden kratzen, vornen lecken, 225.       Der wisch das Gsa e ß gar an die Hecken Vnd wesch das Andlitz gleich im Becken,     Vnd seh welchs jm will besser schmecken. Wolan, ein Floh thůt mich schon schrecken     Das ich auffho e ren soll zů gecken. 230.   Gůt Nacht, biß mich der Flo e h wider wecken. ( *   *   * )   Zů klein Flo e hingen. Mit der Flo e h Gnaden getruckt, dann wer den Bengel zuckt, acht nicht ob jhn ein Floh truckt, die- weil man im rucken, schmucken, vnd bucken, den Flo e hen mag leicht- lich die Speiß entzucken, das heißt dann schlucken, on stucken, vnnd schlinden on gründen, vnd finden.   Im Jar. M. D. LXXIII. End des Flo e hrechtens, durch- a e chtens vnd fechtens.     Getruckt zů Straßburg, durch Bernhard Jobin. Anno M. D. LXXIII.