103 (Forts.) Die Periodicität der Veränderungen in der magnetischen Inclination, deren Existenz schon früher bemerkt worden war, ist mit Bestimmtheit und in ihrem ganzen Umfange erst seit ohngefähr 12 Jahren, seit Errichtung der britischen magnetischen Stationen in beiden Hemisphären, festgestellt worden. Arago, dem die Lehre vom Magnetismus so viel verdankt, hatte allerdings schon im Herbste 1827 erkannt: »daß die Neigung größer ist Morgens um 9 Uhr als den Abend um 6 Uhr; während die Intensität der Magnetkraft, gemessen durch die Schwingungen einer horizontalen Nadel, ihr 104 Minimum in der ersten und ihr Maximum in der zweiten Epoche erreicht.« 1830) In den britischen magnetischen Stationen sind dieser Gegensatz und der periodische Gang der stündlichen Neigungs-Veränderung durch mehrere tausend regelmäßig fortgeführte Beobachtungen und ihre mühevolle Discussion seit 1840 fest begründet worden. Es ist hier der Ort die erhaltenen Thatsachen, Fundamente einer allgemeinen Theorie des Erd-Magnetismus, neben einander zu stellen. Vorher muß aber bemerkt werden, daß, wenn man die räumlich zu erkennenden periodischen Schwankungen der drei Elemente des tellurischen Magnetismus im ganzen betrachtet; man mit Sabine in den Wendestunden , in denen die Maxima oder Minima eintreten, ( turning hours ) zu unterscheiden hat zwischen zwei größeren und darum wichtigen Extremen und anderen, gleichsam dazwischen eingeschalteten, meistentheils nicht minder regelmäßigen, kleinen Schwankungen . Die wiederkehrenden Bewegungen der Inclinations- und Declinations-Nadel, wie die Veränderung in der Intensität der Totalkraft bieten daher dar: Haupt - und secundäre Maxima oder Minima , meist beide Arten zugleich: also eine doppelte Progression, mit 4 Wendestunden (der gewöhnliche Fall); und eine einfache Progression, mit 2 Wendestunden, d. h. mit einem einzigen Maximum und einem einzigen Minimum. Letzteres z. B. ist der Gang der Intensität ( total force ) in Van Diemen's Land, neben einer doppelten Progression der Inclination: während an einem Orte der nördlichen Hemisphäre, welcher der Lage von Hobarton genau entspricht, zu Toronto in Canada, beide Elemente, Intensität und Inclination, eine doppelte Progression befolgen. 1831) Auch am Vorgebirge der guten Hoffnung giebt es nur Ein Maximum und Ein Minimum 105 der Inclination. Die stündlichen periodischen Variationen der magnetischen Neigung sind: I. Nördliche Hemisphäre: Greenwich: Max. 21 u , Min. 3 u (Airy observ. in 1845 p. 21, in 1846 p. 113, in 1847 p. 247 ); Incl. im zuletzt genannten Jahre um 21 u im Mittel 68° 59',3: um 3 u aber 68° 58',6. In der monatlichen Variation fällt das Max. in April–Juni, das Min. in Oct.–Dec. Paris: Max. 21 u , Min. 6 u . Die Einfachheit der Progression von Paris und Greenwich wiederholt sich am Vorgebirge der guten Hoffnung. Petersburg: Max. 20 u , Min 10 u ; Variation der Incl. wie in Paris, Greenwich und Peking: in kalten Monaten geringer; Max. fester an die Stunde gebunden als Min. Toronto (Canada): Haupt-Max. 22 u , Haupt-Min. 4 u ; secund. Max. 10 u , secund. Min. 18 u (Sabine Tor. 1840–1842 Vol. I. p. LXI ). II. Südliche Hemisphäre: Hobarton (Insel Van Diemen): Haupt-Min. 18 u , Haupt-Max. 23 u ½; secund. Min. 5 u , secund. Max. 10 u (Sabine Hob. Vol. I. p. LXVII ). Die Inclination ist größer im Sommer, wenn die Sonne in den südlichen Zeichen steht: 70° 36',74; kleiner im Winter, wenn die Sonne in den nördlichen Zeichen verweilt: 70° 34',66; sechsjähriges Mittel des ganzen Jahres: 70° 36',01 (Sabine Hob. Vol. II. p. XLIV ). Eben so ist zu Hobarton die Intensität der Totalkraft größer von Oct. zu Febr. als von April zu August ( p. XLVI ). Vorgebirge der guten Hoffnung: einfache Progression Min. 0 u  34', Max. 8 u  34'; mit überaus kleiner Zwischenschwankung zwischen 19 u und 21 u (Sabine Cape obs. 1841–1850 p. LIII ). Die hier angegebenen Erscheinungen der Wechselstunden des Maximums der Inclinationen, in der Zeit des Orts ausgedrückt, stimmen unter sich in der nördlichen Hemisphäre zu Toronto, Paris, Greenwich und Petersburg merkwürdig zwischen 106 20 und 22 Uhr (Morgens) überein; auch die Minima der Wechselstunden fallen, wenn gleich minder genähert (4, 6 und 10 Uhr), doch alle auf den Nachmittag oder Abend. Um so auffallender ist es, daß in den 5 Jahren sehr genauer Beobachtungen von Greenwich ein Jahr (1845) die Epochen der Maxima und Minima entgegengesetzt eintraten. Das Jahresmittel der Neigung war um 21 u : 68° 56',8 und um 3 u : 68° 58',1. Wenn man die der geographischen Lage nach diesseits und jenseits des Aequators sich entsprechenden Stationen Toronto und Hobarton vergleicht, so bemerkt man für Hobarton große Verschiedenheit in der Wendestunde des Haupt-Min. der Inclination (4 Uhr Nachmittags und 6 Uhr Morgens), aber keinesweges in der Wendestunde des Haupt-Max. (22 u und 23 u ½). Auch die Stunde (18 u ) des Haupt-Min. von Hobarton findet sich wieder in der Stunde des secundären Min. von Toronto. Die Maxima bleiben an beiden Orten an dieselben Stunden (22 u –23 u ½ und 10 u ) in Haupt- und secundären Max. gebunden. Die vier Wendestunden der Inclination finden sich demnach fast genau wieder (4 oder 5, 10, 18 und 22 oder 23½) in Toronto wie in Hobarton, nur in anderer Bedeutung. Diese complicirte Wirkung innerer tellurischer Kräfte ist sehr beachtenswerth. Vergleicht man dagegen Hobarton und Toronto in Hinsicht auf die Folge der Wendestunden der Intensitäts - und Inclinations-Veränderungen , so ergiebt sich: daß am ersteren Orte, in der südlichen Hemisphäre, das Min. der Total-Intensität dem Haupt-Min. der Inclination nur um 2 Stunden nachfolgt, während die Verspätung im Max. 6 Stunden beträgt; daß aber in der nördlichen Hemisphäre, zu Toronto, das Min. der Intensität dem Haupt-Max. der 107 Inclination um 8 Stunden vorausgeht, während das Max. der Intensität nur um 2 Stunden von dem Min. der Inclination verschieden ist. 1832) Die Periodicität der Inclination am Vorgebirge der guten Hoffnung stimmt weder mit Hobarton, das in derselben Hemisphäre liegt, noch mit einem Punkte der nördlichen Hemisphäre überein. Das Minimum der Inclination tritt sogar zu einer Stunde ein, in welcher die Nadel in Hobarton fast das Maximum erreicht. Zur Bestimmung der secularen Variation der Inclination gehört eine sich gleich bleibende Genauigkeit der Beobachtung in einer langen Zwischenzeit. Bis zu Cook's Weltumseglung ist z. B. nicht mit Gewißheit hinaufzusteigen, da, wenn gleich auf der dritten Reise die Pole immer umgekehrt wurden, zwischen dem großen Seefahrer und Bayley in der Südsee oft Unterschiede von 40 bis 54 Minuten bemerkt werden: was wahrscheinlich der damals so unvollkommenen Construction der Nadel und dem Mangel ihrer freien Bewegung zuzuschreiben ist. Für London geht man ungern über Sabine's Beobachtung vom August 1821 hinaus: die, verglichen mit der vortrefflichen Bestimmung von James Roß, Sabine und Fox im Mai 1838, eine jährliche Abnahme von 2',73 ergab: während Lloyd mit eben so genauen Instrumenten, aber in kürzerer Zwischenzeit sehr übereinstimmend 2',38 in Dublin gefunden hatte. 1833) In Paris, wo ebenfalls die jährliche Verminderung der Inclination sich im Abnehmen befindet, ist die Verminderung größer als in London. Die von Coulomb angegebenen, sehr scharfsinnigen Methoden die Neigung zu bestimmen hatten dort freilich den Erfinder zu irrigen Resultaten geführt. Die erste Beobachtung, welche mit einem vollkommenen Instrumente von 108 le Noir auf dem Observatorium zu Paris angestellt wurde, ist von 1798. Ich fand damals nach mehrmaliger Wiederholung gemeinschaftlich mit dem Chevalier Borda 69° 51',0; im Jahr 1810 mit Arago 68° 50',2; im Jahr 1826 mit Mathieu 67° 56',7. Im Jahre 1841 fand Arago 67° 9',0; im Jahr 1851 fanden Laugier und Mauvais 66° 35': immer nach gleicher Methode und mit gleichen Instrumenten. Die ganze Periode, größer als ein halbes Jahrhundert (1798–1851), giebt eine mittlere jährliche Verminderung der Inclination zu Paris von 3',69. Die Zwischen-Epochen sind gewesen: von 1798–1810 zu 5',08 1810–1826 3,37 1826–1841 3,13 1841–1851 3,40. Die Abnahme hat sich zwischen 1810 und 1826 auffallend verlangsamt, doch nur allmälig: denn eine Beobachtung von Gay-Lussac, die er 1806 bei seiner Rückreise von Berlin, wohin er mich nach unserer italiänischen Reise begleitet hatte, mit vieler Genauigkeit anstellte (69° 12'), gab noch seit 1798 eine jährliche Verminderung von 4',87. Je näher der Knoten des magnetischen Aequators in seiner secularen Bewegung von O nach W dem Meridian von Paris kommt, desto mehr scheint sich die Abnahme zu verlangsamen: in einem halben Jahrhundert von 5',08 bis 3',40. Ich habe kurz vor meiner sibirischen Expedition (April 1829) in einer der Berliner Akademie vorgelegten Abhandlung 1834) vergleichend die Punkte zusammengestellt, an denen ich selbst: wie ich glauben darf, immer mit gleicher Sorgfalt, beobachtet habe. Sabine hat volle 25 Jahre nach mir Inclination und Intensität in der Havana gemessen, was für diese Tropengegend schon eine beträchtliche 109 Zwischenzeit darbietet, und die Variation von zwei wichtigen Elementen bestimmt. In einer ausgezeichneten, mehr umfassenden Arbeit als die meinige hat Hansteen (1831) die jährliche Variation der Neigung in beiden Hemisphären 1835) untersucht. Während die Beobachtungen von Sir Eduard Belcher im Jahr 1838, mit den meinigen vom Jahr 1803 verglichen (s. oben S. 72 ), längs der Westküste von Amerika zwischen Lima, Guayaquil und Acapulco beträchtliche Veränderungen der Inclination andeuten (je länger die Zwischenzeit ist, desto größeren Werth haben die Resultate); ist an anderen Punkten der Südsee die seculare Veränderung der Neigung von der auffallendsten Langsamkeit gewesen. In Otaheiti fand 1773 Bayley 29° 43', Fitzroy 1835 noch 30° 14', Cap. Belcher 1840 wieder 30° 17'; also war in 67 Jahren die mittlere jährliche Veränderung 1836) kaum 0',51. Auch im nördlichen Asien hat ein sehr sorgfältiger Beobachter, Herr Sawelieff, (22 Jahre nach meinem Aufenthalte in jenen Gegenden) auf einer Reise, die er von Casan nach den Ufern des caspischen Meeres machte, die Inclination, nördlich und südlich vom Parallel von 50°, sehr ungleich verändert gefunden 1837) : Humboldt 1829 Sawelieff 1851 Casan  . .  68° 26',7  . . .  68° 30',8 Saratow  . .  64 40,9  . . .  64 48,7 Sarepta  . .  62 15,9  . . .  62 39,6 Astrachan  . .  59 58,3  . . .  60 27,9 Für das Vorgebirge der guten Hoffnung besitzt man jetzt eine lange und, wenn man nicht weiter als von Sir James Roß und du Petit Thouars (1840) bis Vancouver (1791) 110 aufsteigt, eine sehr befriedigende, fast 50jährige Reihe von Inclinations-Beobachtungen. 1838) Die Lösung der Frage, ob die Erhöhung des Bodens als solche einen mit Sicherheit bemerkbaren Einfluß auf magnetische Neigung und Intensität 1839) ausübt? ist während meiner Gebirgsreisen in der Andeskette, im Ural und Altai für mich ein Gegenstand sorgfältiger Prüfung gewesen. Ich habe schon in dem Abschnitt von der Intensität bemerkt, wie leider nur so wenige Localitäten über diese Frage einige Gewißheit verbreiten können: weil die Entfernung der zu vergleichenden Punkte von einander gering genug sein muß, um den Verdacht zu entfernen, der gefundene Unterschied der Inclination sei nicht Folge der Boden-Erhebung, sondern Folge der Krümmung in den isodynamischen und isoklinischen Curven, oder einer großen Heterogeneität der Gebirgsart. Ich werde mich auf die Angabe von 4 Hauptresultaten beschränken: von denen ich bereits an Ort und Stelle glaubte, daß sie mit mehr Entschiedenheit, als die Intensitäts-Beobachtungen darbieten, den vermindernden Einfluß der Höhe des Standorts auf die Neigung der Nadel kenntlich machen: Die Silla de Caracas , welche sich über die Meeresküste von la Guayra 8100 Fuß fast senkrecht erhebt, in großer Nähe südlich von der Küste, nördlich von der Stadt Caracas: Incl. 41°,90; la Guayra: Höhe 10 F., Incl. 42°,20; Stadt Caracas: Höhe am Ufer des Rio Guayre 2484 F., Incl. 42°,95. ( Humboldt , Voy. aux Rég. équinox. T. I. p. 612 .) Santa Fé de Bogota: Höhe 8196 F., Incl. 27°,15; Capelle de Nuestra Señora de Guadalupe , über der Stadt an einer Felswand hangend: Höhe 10128 F., Incl. 26°,80. Popayan: Höhe 5466 F., Incl. 23°,25; Gebirgsdorf Puracé am Abhange des Vulkans: Höhe 8136 F., Incl.21°,80; Gipfel des Vulkans von Puracé: Höhe 13650 F., Incl. 20°,30. 111 Quito: Höhe 8952 F., Incl. 14°,85; San Antonio de Lulumbamba , wo der geographische Aequator das heiße Thal durchschneidet: Höhe des Thalbodens 7650 F., Incl. 16°,02. – Alle vorgenannte Inclinationen sind in Centesimal-Graden angegeben. Ich möchte aus meinen Beobachtungen nicht auch das Gotthard-Hospiz (6650 F.): Incl. 66° 12'; verglichen mit Airolo (3502 F.): Incl. 66° 54', und Altorf: Incl. 66° 55', anführen; nicht die scheinbar widersprechenden: Lans le Bourg Incl. 66°,9, das Hospiz des Mont Cenis (6358 F.) Incl. 66° 22' und Turin (707 F.) Incl. 66° 3'; oder Neapel, Portici und den Kraterrand des Vesuvs; oder in Böhmen den Gipfel des Großen Milischauer (Phonolith!) Incl. 67° 53' 5", Tepliz Incl. 67° 19',5 und Prag Incl. 66° 47',6: wegen der Größe der relativen Entfernungen und des Einflusses der nahen Gebirgsarten. 1840) Gleichzeitig mit der Reihe vortrefflicher und im größten Detail publicirter Beobachtungen der horizontalen Intensität , welche 1844 Bravais in Begleitung von Martins und Lepileur vergleichend auf 35 Stationen: unter denen die Gipfel des Montblanc (14809 F.), des Großen Bernhards (7848 F.) und des Faulhorns (8175 F.) waren, angestellt hat; machten dieselben Physiker auch auf dem Grand Plateau des Montblanc (12097 F.) und in Chamonix (3201 F.) Inclinations-Versuche. Wenn die Vergleichung dieser Resultate einen vermindernden Einfluß der Erhebung des Bodens auf die magnetische Neigung anzeigte, so gaben Beobachtungen vom Faulhorn und von Brienz (1754 F.) dagegen eine mit der Höhe zunehmende Inclination. Beide Classen der Untersuchung, für horizontale Intensität und Inclination, führten zu keiner befriedigenden Lösung der Probleme. ( Bravais sur l'intensité du Magnétisme terrestre en France, en 112 Suisse et en Savoie in den Annales de Chimie et de Physique 3 ème Série T. 18. 1846 p. 225 .) In einem Manuscript von Borda über seine Expedition nach den canarischen Inseln im Jahr 1776, welches in Paris im Dépôt de la Marine aufbewahrt wird und dessen Mittheilung ich dem Admiral Rosily verdankte, habe ich den Beweis aufgefunden, daß Borda den ersten Versuch gemacht hat, den Einfluß einer großen Höhe auf die Inclination zu untersuchen. Er hat auf dem Gipfel des Pics von Teneriffa die Inclination um 1° 15' größer als im Hafen von Santa Cruz gefunden: gewiß eine Folge localer Attractionen der Laven, wie ich sie so oft am Vesuv und an amerikanischen Vulkanen beobachtet habe. ( Humboldt , Voyage aux Régions équinoxiales T. I. p. 116, 277 und 288 .) Um zu prüfen: ob wohl, wie die Höhen, so auch die tiefen, inneren Räume des Erdkörpers auf die Inclination wirken? habe ich bei einem Aufenthalte in Freiberg im Juli 1828 mit aller Sorgfalt, deren ich fähig bin, und mit jedesmaliger Umkehrung der Pole einen Versuch in einem Bergwerke angestellt, in welchem nach genauer Prüfung das Gestein, der Gneiß, keine Wirkung auf die Magnetnadel äußerte. Die Saigerteufe unter der Oberfläche war 802 Fuß, und der Unterschied zwischen der unterirdischen Inclination und der an einem Punkte, welcher genau »am Tage« darüber lag, freilich nur 2',06; aber bei der Umsicht, mit der ich verfuhr, lassen mich die in der Note 1841) angeführten Resultate jeder einzelnen Nadel doch glauben, daß in der Grube (dem Churprinz) die Inclination größer ist als auf der Oberfläche des Gebirges. Möchte sich doch Gelegenheit finden: da, wo man die Ueberzeugung erhalten kann, daß das Queergestein örtlich unwirksam 113 ist, meinen Versuch mit Sorgfalt in Bergwerken zu wiederholen, welche: wie die Valenciana bei Guanaxuato (Mexico) 1582 F., wie englische Kohlengruben über 1800 F., und der jetzt verschüttete Eselsschacht 1842) bei Kuttenberg in Böhmen 3545 F. senkrechte Tiefe haben. Nach einem starken Erdbeben in Cumana am 4 November 1799 fand ich die Inclination um 90 Centesimal-Minuten (fast einen vollen Grad) verringert. Die Umstände, unter denen ich dieses Resultat erhielt und die ich an einem anderen Orte 1843) genau entwickelt habe, bieten keinen befriedigenden Grund zu der Annahme eines Irrthums dar. Kurz nach meiner Landung in Cumana hatte ich die Inclination 43°,53 (Centes.) gefunden. Der Zufall, wenige Tage vor dem Erdbeben in einem sonst schätzbaren spanischen Werke, Mendoza's Tratado de Navegacion T. II. p. 72 , die irrige Meinung ausgesprochen zu finden, daß die stündlichen und monatlichen Veränderungen der Inclination stärker als die der Abweichung wären: hatte mich veranlaßt eine lange Reihe sorgfältiger Beobachtungen im Hafen von Cumana anzustellen. Die Inclination fand sich am 1–2 Nov. in großer Stetigkeit im Mittel 43°,65. Das Instrument blieb unberührt und gehörig nivellirt an demselben Orte stehen. Am 7 Nov., also 3 Tage nach den starken Erdstößen, nachdem das Instrument von neuem nivellirt war, gab es 42°,75. Die Intensität der Kraft, durch senkrechte Schwingungen gemessen, war nicht verändert. Ich hoffte, daß die Inclination vielleicht allmälig wieder zu ihrem vorigen Stande zurückkehren würde; sie blieb aber dieselbe. Im Sept. 1800, nach einer Fluß- und Landreise am Orinoco und Rio Negro von mehr als 500 geographischen Meilen, gab dasselbe Instrument von Borda, welches mich überall begleitet 114 hatte, 42°,80: also dieselbe Neigung als vor der Reise. Da mechanische Erschütterungen und electrische Schläge in weichem Eisen durch Veränderung des Molecular-Zustandes Pole erregen, so könnte man einen Zusammenhang ahnden zwischen den Einflüssen der Richtung magnetischer Strömungen und der Richtung der Erdstöße; aber: sehr aufmerksam auf eine Erscheinung, an deren objectiver Wirklichkeit ich 1799 keinen Grund hatte zu zweifeln, habe ich dennoch bei der übergroßen Zahl von Erdstößen, die ich später in Südamerika drei Jahre lang empfunden, nie wieder eine plötzliche Veränderung der Inclination wahrgenommen, welche ich diesen Erdstößen hätte zuschreiben können: so verschieden auch die Richtungen waren, nach denen die Wellenbewegung der Erdschichten sich fortpflanzte. Ein sehr genauer und erfahrener Beobachter, Erman, fand nach einem Erdbeben am Baikal-See (8 März 1828) ebenfalls keine Störung in der Abweichung und dem Gange ihrer periodischen Variation. 1844) Declination. Die geschichtlichen Thatsachen des allerfrühesten Erkennens von Erscheinungen, welche sich auf das dritte Element des tellurischen Magnetismus, auf die Declination , beziehen, sind bereits oben berührt worden. Die Chinesen kannten im 12ten Jahrhundert unserer Zeitrechnung nicht bloß die Abweichung einer, an einem Baumwollenfaden hangenden, horizontalen Magnetnadel vom geographischen Meridian: sie wußten auch die Quantität dieser Abweichung zu bestimmen. Seitdem durch den Verkehr der Chinesen mit den Malayen und Indern, und dieser mit den Arabern und maurischen Piloten der Gebrauch des Seecompasses unter den Genuesern, 115 Majorcanern und Catalanen in dem Becken des Mittelmeeres, an der Westküste von Afrika und im hohen Norden gemein geworden war; erschienen schon 1436 auf Seekarten Angaben der Variation für verschiedene Theile der Meere 1845) Die geographische Lage einer Linie ohne Abweichung , auf der die Nadel nach dem wahren Norden, nach dem Rotations-Pole, gerichtet war, bestimmte Columbus am 13 September 1492; ja es entging ihm nicht, daß die Kenntniß der Declination zur Bestimmung der geographischen Länge dienen könne. Ich habe an einem anderen Orte aus dem Schiffsjournal des Admirals erwiesen, wie derselbe auf der zweiten Reise (April 1496), als er seiner Schiffsrechnung ungewiß war, sich durch Declinations-Beobachtungen zu orientiren suchte. 1846) Die stündlichen Veränderungen der Abweichungen wurden bloß als sichere Thatsache von Hellibrand und Pater Tachard zu Louvo in Siam, umständlich und fast befriedigend von Graham 1722 beobachtet. Celsius benutzte sie zuerst zu verabredeten , gemeinschaftlichen Messungen an zwei weit von einander entfernten Punkten. 1847) Zu den Erscheinungen selbst übergehend, welche die Abweichung der Magnetnadel darbietet, wollen wir dieselbe betrachten: zuerst in ihren Veränderungen nach Tages- und Nachtstunden, Jahreszeiten und mittleren Jahresständen; dann nach dem Einfluß, welchen die außerordentlichen und doch periodischen Störungen, und die Ortslagen nördlich oder südlich vom magnetischen Aequator auf jene Veränderungen ausüben; endlich nach den linearen Beziehungen, in denen zu einander die Erdpunkte stehen, welche eine gleiche oder gar keine Abweichung zeigen. Diese linearen Beziehungen sind allerdings in unmittelbarer praktischer Anwendung der gewonnenen 116 Resultate für die Schiffsrechnung und das gesammte Seewesen am wichtigsten; aber alle kosmischen Erscheinungen des Magnetismus, unter denen die außerordentlichen, in so weiter Ferne oft gleichzeitig wirkenden Störungen (die magnetischen Ungewitter ) zu den geheimnißvollsten gehören, hangen so innig mit einander zusammen, daß, um allmälig die mathematische Theorie des Erd-Magnetismus zu vervollständigen, keine derselben vernachlässigt werden darf. Auf der ganzen nördlichen magnetischen Halbkugel in den mittleren Breiten , die Theilung des Erdsphäroids durch den magnetischen Aequator gedacht, steht das Nord-Ende der Magnetnadel: d. h. das Ende, welches gegen den Nordpol hinweist, da wo die Abweichung westlich ist, um 8 u ¼ Morgens (20 u ¼) diesem Pole in der Richtung am nächsten. Die Nadel bewegt sich von 8 u ¼ Morgens bis 1 u ¾ Nachmittags von Osten nach Westen, um dort ihren westlichsten Stand zu erreichen. Diese Bewegung nach Westen ist allgemein, sie tritt in derselben Richtung ein an allen Orten der nördlichen Halbkugel, sie mögen westliche Abweichung haben: wie das ganze Europa, Peking, Nertschinsk und Toronto in Canada; oder östliche Abweichung: wie Casan, Sitka (im russischen Amerika), Washington, Marmato (Neu-Granada) und Payta an der peruanischen Küste. 1848) Von dem eben bezeichneten westlichsten Stande um 1 u ¾ bewegt sich die Magnetnadel den Nachmittag und einen Theil der Nacht bis 12 oder 13 Uhr wieder zurück nach Osten, indem sie oft einen kleinen Stillstand gegen 6 u macht. In der Nacht ist wieder eine kleine Bewegung gegen Westen: bis das Minimum, d. h. der östliche Stand von 20 u ¼, erreicht wird. Diese nächtliche Periode , welche ehemals ganz übersehen wurde (da ein 117 allmäliger und ununterbrochener Rückgang gegen Osten von 1 u ¾ bis zur Morgenstunde von 20 u ¼ behauptet wurde), hat mich schon zu Rom bei einer Arbeit mit Gay-Lussac über die stündlichen Veränderungen der Abweichung mittelst des Prouy'schen magnetischen Fernrohrs lebhaft beschäftigt. Da die Nadel überhaupt unruhiger ist, so lange die Sonne unter dem Horizont steht, so ist die kleine nächtliche Bewegung gegen Westen seltener und minder deutlich hervortretend. Wenn sie deutlich erscheint, so habe ich sie von keiner unruhigen Schwankung der Nadel begleitet gesehen. Gänzlich verschieden von dem, was ich Ungewitter genannt habe, geht in der kleinen westlichen Periode die Nadel ruhig von Theilstrich zu Theilstrich: ganz wie in der so sicheren Tages-Periode von 20 u ¼ bis 1 u ¾. Recht bemerkenswerth ist, daß, wenn die Nadel ihre continuirliche westliche Bewegung in eine östliche oder umgekehrt verwandelt, sie nicht eine Zeit lang unverändert stehen bleibt, sondern (vorzüglich bei Tage um 20 u ¼ und 1 u ¾) sich gleichsam plötzlich umwendet. Gewöhnlich findet die kleine Bewegung gegen Westen erst zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen statt. Dagegen ist sie auch in Berlin und in den Freiberger unterirdischen Beobachtungen, wie in Greenwich, Makerstoun in Schottland, Washington und Toronto schon nach 10 oder 11 Uhr Abends bemerkt worden. Die vier Bewegungen der Nadel, die ich 1805 erkannt habe 1849) , sind in der schönen Sammlung der Beobachtungen von Greenwich in den Jahren 1845, 1846 und 1847 als Resultate vieler tausend stündlicher Beobachtungen in folgenden 4 Wendepnnkten 1850) dargestellt: erstes Minimum 20 u , erstes Maximum 2 u ; zweites Minimum 12 u oder 14 u , zweites Maximum 14 u oder 16 u . Ich muß mich begnügen hier nur 118 die Mittelzustände anzugeben, und auf den Umstand aufmerksam zu machen, daß das morgendliche Haupt-Minimum (20 u ) in unserer nördlichen Zone gar nicht durch den früheren oder späteren Aufgang der Sonne verändert wird. Ich habe in 2 Solstitien und 3 Aequinoctien, in denen ich gemeinschaftlich mit Oltmanns, jedesmal 5 bis 6 Tage und eben so viele Nächte, die stündliche Variation verfolgte; den östlichsten Wendepunkt im Sommer und in Wintermonaten unverrückt zwischen 19 u und 20 u gefunden, und nur sehr unbeträchtlich 1851) durch den früheren Sonnenaufgang verfrüht. In den hohen nördlichen Breiten nahe dem Polarkreise, und zwischen diesem und dem Rotations-Pole ist die Regelmäßigkeit der stündlichen Declination noch wenig erkannt worden, ob es gleich nicht an einer Zahl sehr genauer Beobachtungen mangelt. Die locale Einwirkung der Gebirgsarten, und die Frequenz in der Nähe oder in der Ferne störender Polarlichter machen Herrn Lottin in der französischen wissenschaftlichen Expedition der Lilloise (1836) fast schüchtern, aus seiner eigenen großen und mühevollen Arbeit, wie aus der älteren (1786) des verdienstvollen Löwenörn bestimmte Resultate über die Wendestunden zu ziehen. Im ganzen war zu Reikjavik (Island, Br. 64° 8'), wie zu Godthaab an der grönländischen Küste, nach Beobachtungen des Missionars Genge, das Minimum der westlichen Abweichung fast wie in mittleren Breiten um 21 u oder 22 u ; aber das Maximum schien erst auf 9 bis 10 Uhr Abends zu fallen. 1852) Nördlicher, in Hammerfest (Finmarken, Br. 70° 40'), fand Sabine den Gang der Nadel ziemlich regelmäßig 1853) wie im südlichen Norwegen und Deutschland: westliches Minimum 21 u , westliches Maximum 1 u ½; desto verschiedener fand er ihn auf Spitzbergen 119 (Br. 79° 50'), wo die eben genannten Wendestunden 18 u und 7 u ½ waren. Für die arctische Polar-Inselwelt, in Port Bowen an der östlichen Küste von Prince Regent's inlet (Br. 73° 14'), haben wir aus der dritten Reise von Cap. Parry (1825) eine schöne Reihe fünfmonatlicher zusammenhangender Beobachtungen von Lieut. Foster und James Roß: aber wenn auch die Nadel innerhalb 24 Stunden zweimal durch den Meridian ging, den man für den mittleren magnetischen des Orts hielt, und in vollen zwei Monaten, April und Mai, gar kein Nordlicht sichtbar war; so schwankten doch die Zeiten der Haupt-Elongationen um 4 bis 6 Stunden: ja vom Januar bis Mai waren im Mittel die Maxima und Minima der westlichen Abweichung nur um eine Stunde verschieden. Die Quantität der Declination stieg an einzelnen Tagen von 1°½ bis 6 und 7 Grad, während sie unter den Wendekreisen kaum so viele Minuten erreicht. 1854) Wie jenseits des Polarkreises, so ist auch dem Aequator genähert schon in Hindostan, z. B. in Bombay (Br. 18° 56'), eine große Complication in den stündlichen Perioden der magnetischen Abweichung. Es zerfallen dieselben dort in zwei Hauptclassen, welche, vom April bis October und vom October bis December, sehr verschieden sind; ja wieder jede in zwei Subperioden zerfallen, die noch sehr der Bestimmtheit ermangeln. 1855) Von der Richtung der Magnetnadel in der südlichen Halbkugel konnte den Europäern durch eigene Erfahrung erst seit der zweiten Hälfte des 15ten Jahrhunderts, durch die kühnen Seefahrten von Diego Cam mit Martin Behaim, von Bartholomäus Diaz und Vasco de Gama, eine schwache Kunde zukommen: aber die Wichtigkeit, welche die Chinesen, die schon seit dem dritten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, wie 120 die Einwohner von Korea und der japanischen Inseln, auch zur See durch den Compaß geleitet wurden, nach den Berichten ihrer frühesten Schriftsteller auf den Südpol legen; war wohl hauptsächlich auf den Umstand gegründet, daß ihre Schifffahrt sich gegen Süden und Südwesten richtete. Auf diesen südlichen Fahrten war ihnen die Bemerkung nicht entgangen, daß die Spitze der Magnetnadel, nach deren Weisung sie steuerten, nicht genau nach dem Südpol gerichtet war. Wir kennen sogar der Quantität 1856) nach eine ihrer Bestimmungen der Variation gegen Südost aus dem 12ten Jahrhundert. Die Anwendung und weitere Verbreitung solcher nautischen Hülfsmittel hat die sehr alte Verbindung von China 1857) und Indien mit Java, und in noch größerem Maaßstabe die Schifffahrt und Ansiedlung malayischer Stämme auf Madagascar begünstigt. Wenn es auch, nach der jetzigen sehr nördlichen Lage des magnetischen Aequators zu urtheilen, wahrscheinlich ist, daß die Stadt Louvo in Siam, als der Missionar Guy Tachard daselbst 1682 die stündlichen Veränderungen der Abweichung zuerst bemerkte, dem Ausgang der nördlichen magnetischen Halbkugel sehr genähert war; so muß man doch erkennen, daß genaue stündliche Declinations-Beobachtungen in der südlichen magnetischen Halbkugel erst ein volles Jahrhundert später angestellt wurden. John Macdonald verfolgte den Gang der Nadel in den Jahren 1794 und 1795 im Fort Marlborough auf der südwestlichen Küste von Sumatra wie auf St. Helena. 1858) Die Physiker wurden durch die damals erhaltenen Resultate auf die große Abnahme der Quantität täglicher Variations-Veränderung in den niederen Breiten aufmerksam gemacht. Die Elongation betrug kaum 3 bis 121 4 Minuten. Eine mehr umfassende und tiefere Kenntniß des Phänomens wurde durch die wissenschaftlichen Expeditionen von Freycinet und Duperrey erlangt; aber erst die Errichtung magnetischer Stationen an 3 wichtigen Punkten der südlichen magnetischen Hemisphäre: zu Hobarton auf Van Diemen's Land, zu St. Helena und am Vorgebirge der guten Hoffnung (wo nun schon 10 Jahre lang von Stunde zu Stunde Beobachtungen über die Veränderung der 3 Elemente des tellurischen Magnetismus nach gleichmäßiger Methode angestellt werden), hat allgemeine erschöpfende Data geliefert. In den mittleren Breiten der südlichen magnetischen Halbkugel hat die Nadel einen ganz entgegengesetzten Gang als in der nördlichen: denn da in jener die Spitze der Nadel, welche gegen Süden gerichtet ist, vom Morgen bis Mittag aus Ost nach West geht; so macht dadurch die nach Norden weisende Spitze eine Bewegung von West nach Ost. Sabine, dem wir die scharfsinnige Discussion aller dieser Variationen verdanken, hat fünfjährige stündliche Beobachtungen von Hobarton (Br. 42° 53' Süd, Abw. 9° 57' Ost) und Toronto (Br. 43° 39' Nord, Abw. 1° 33' West) so zusammengestellt, daß man die Perioden von October bis Februar und von April bis August unterscheiden kann: da die fehlenden Zwischen-Monate März und September gleichsam Uebergangs-Phänomene darbieten. In Hobarton zeigt das gegen Norden gekehrte Ende der Nadel zwei östliche und zwei westliche Maxima der Elongationen 1859) : so daß sie in dem Jahres-Abschnitt von October bis Februar von 20 u oder 21 u bis 2 u gegen Ost geht, dann von 2 u bis 11 u ein wenig nach West; von 11 u bis 15 u wieder nach Ost, von 15 u bis 20 u zurück nach West. In der Jahres-Abtheilung vom April bis 122 August sind die östlichen Wendestunden bis zu 3 u und 16 u verspätet, die westlichen Wendestunden zu 22 u und 11 u verfrüht. In der nördlichen magnetischen Halbkugel ist die Bewegung der Nadel von 20 u bis 1 u gegen Westen größer im dortigen Sommer als im Winter; in der südlichen magnetischen Halbkugel, wo zwischen den genannten Wendestunden die Richtung der Bewegung eine entgegengesetzte ist, wird die Quantität der Elongation größer gefunden, wenn die Sonne in den südlichen, als wenn sie in den nördlichen Zeichen steht. Die Frage, die ich vor sieben Jahren in dem Naturgemälde 1860) berührt habe: ob es eine Region der Erde, vielleicht zwischen dem geographischen und magnetischen Aequator, gebe, in welcher (ehe der Uebergang des Nord-Endes der Nadel in denselben Stunden zu einer entgegengesetzten Richtung der Abweichung eintritt) gar keine stündliche Abweichung statt findet? scheint nach neueren Erfahrungen: besonders nach Sabine's scharfsinnigen Discussionen der Beobachtungen in Singapore (Br. 1° 17' N.), auf St. Helena (Br. 15° 56' S.) und am Vorgebirge der guten Hoffnung (Br. 33° 56' S.), verneint werden zu müssen. Es ist bisher noch kein Punkt aufgefunden worden, in welchem die Nadel ohne stündliche Bewegung wäre; und durch die Gründung der magnetischen Stationen ist die wichtige und sehr unerwartete Thatsache erkannt worden, daß es in der südlichen magnetischen Halbkugel Orte giebt, in denen die stündlichen Schwankungen der Declinations-Nadel an den Erscheinungen (dem Typus) beider Halbkugeln abwechselnd Theil nehmen. Die Insel St. Helena liegt der Linie der schwächsten Intensität der Erdkraft sehr nahe: in einer Weltgegend, wo diese Linie sich weit von dem geographischen Aequator und von der Linie ohne Inclination 123 entfernt. Auf St. Helena ist der Gang des Endes der Nadel, das gegen den Nordpol weist, ganz entgegengesetzt in den Monaten vom Mai bis September von dem Gange, den dasselbe Ende in den analogen Stunden von October bis Februar befolgt. Nach fünfjährigen stündlichen Beobachtungen ist in dem erstgenannten Theile des Jahres, im Winter der südlichen Halbkugel, während die Sonne in den nördlichen Zeichen steht, das Nord-Ende der Nadel um 19 u am weitesten östlich ; sie bewegt sich von dieser Stunde an, wie in den mittleren Breiten von Europa und Nordamerika, gegen Westen (bis 22 u ), und erhält sich fast in dieser Richtung bis 2 u . Dagegen findet in anderen Theilen des Jahres, vom October bis Februar, in dem dortigen Sommer, wenn die Sonne in den südlichen Zeichen weilt und der Erde am nächsten ist, um 20 u (8 u Morgens) eine größte westliche Elongation der Nadel statt, und bis zur Mittagsstunde eine Bewegung von Westen gegen Osten: ganz nach dem Typus von Hobarton (Br. 42° 53' S.) und anderer Gegenden der mittleren südlichen Halbkugel. Zur Zeit der Aequinoctien oder bald nachher, im März und April wie im September und October, bezeichnet der Gang der Nadel schwankend, an einzelnen Tagen, Uebergangs-Perioden von Einem Typus zum anderen, von dem der nördlichen zu dem der südlichen Halbkugel. 1861) Singapore liegt ein wenig nördlich von dem geographischen Aequator, zwischen diesem und dem magnetischen Aequator, der nach Elliot fast mit der Curve der schwächsten Intensität zusammenfällt. Nach den Beobachtungen, welche von 2 zu 2 Stunden in den Jahren 1841 und 1842 zu Singapore angestellt worden sind, findet Sabine die für St. Helena bezeichneten entgegengesetzten Typen im Gange der 124 Nadel von Mai bis August und von November bis Februar wieder eben so am Vorgebirge der guten Hoffnung: das doch 34° vom geographischen, und gewiß noch weit mehr von dem magnetischen Aequator entfernt ist, eine Inclination von -53° hat und die Sonne nie im Zenith sieht. 1862) Wir besitzen schon veröffentlicht sechsjährige stündliche Beobachtungen vom Cap: nach denen, fast ganz wie auf St. Helena, vom Mai bis September die Nadel von ihrem äußersten östlichen Stande (19 u ½) westlich geht bis 23 u ½, vom October bis März aber gegen Osten von 20 u ½ bis 1 u ½ und 2 u . Bei der Entdeckung dieser so wohl constatirten, aber noch genetisch in so tiefes Dunkel gehüllten Erscheinung hat sich die Wichtigkeit der Jahre lang ununterbrochen von Stunde zu Stunde fortgesetzten Beobachtungen vorzüglich bewährt. Störungen, die (wie wir gleich entwickeln werden) anhaltend bald nach Ost, bald nach West die Nadel ablenken, würden isolirte Beobachtungen der Reisenden unsicher machen. Durch erweiterte Schifffahrt und Anwendung des Compasses bei geodätischen Aufnahmen ist sehr früh zu gewissen Zeiten eine außerordentliche Störung der Richtung: oft verbunden mit einem Schwanken, Beben und Zittern der angewandten Magnetnadel, bemerkt worden. Man gewöhnte sich diese Erscheinung einem gewissen Zustande der Nadel selbst zuzuschreiben; man nannte sie in der französischen Seesprache sehr charakteristisch ein Vernarrt-Sein der Nadel, l'affolement de l'aiguille : und schrieb vor, eine aiguille affolée von neuem und stärker zu magnetisiren. Halley ist allerdings der Erste gewesen, der das Polarlicht für eine magnetische Erscheinung erklärte 1863) , da er von der königl. Societät zu London aufgefordert wurde das, in ganz England gesehene, große 125 Meteor vom 6 März 1716 zu erklären. Er sagt, »das Meteor sei dem analog, welches Gassendi zuerst 1621 mit dem Namen Aurora borealis belegt hätte«. Ob er gleich auf seinen Seefahrten zur Bestimmung der Abweichungslinie bis zum 52ten Grade südlicher Breite vorgedrungen war, so lernt man doch aus seinem eigenen Geständniß, daß er bis 1716 nie ein Nord- oder Süd-Polarlicht gesehen: da doch die letzteren, wie ich bestimmt weiß, bis in die Mitte der peruanischen Tropenzone sichtbar werden. Halley scheint also aus eigener Erfahrung nichts von der Beunruhigung der Nadel, den außerordentlichen Störungen und Schwankungen derselben bei gesehenen oder ungesehenen Nord- und Südlichtern beobachtet zu haben. Olav Hiorter und Celsius zu Upsala sind die Ersten, die: im Jahr 1741, noch vor Halley's Tode, den, von ihm nur vermutheten Zusammenhang zwischen einem gesehenen Nordlichte und dem gestörten normalen Gange der Nadel durch eine lange Reihe messender Bestimmungen bekräftigten. Dieses verdienstliche Unternehmen veranlaßte sie die ersten verabredeten gleichzeitigen Beobachtungen mit Graham in London anzustellen; und die außerordentlichen Störungen der Abweichung bei Erscheinung des Nordlichts wurden durch Wargentin, Canton und Wilke specieller erforscht. Beobachtungen, die ich Gelegenheit hatte in Gemeinschaft mit Gay-Lussac (1805) in Rom auf dem Monte Pincio zu machen: besonders aber eine lange, durch jene Beobachtungen veranlaßte Arbeit in den Aequinoctien und Solstitien der Jahre 1806 und 1807 in einem großen einsamen Garten zu Berlin (mittelst des magnetischen Fernrohrs von Prony und eines fernen, durch Lampenlicht wohl zu erleuchtenden 126 Tafel-Signals) in Gemeinschaft mit Oltmanns ; lehrten mich bald, daß dieser, zu gewissen Epochen mächtig und nicht bloß local wirkende Theil tellurischer Thätigkeit, den man unter dem allgemeinen Namen außerordentlicher Störungen begreift, seiner Complication wegen, eine anhaltende Beachtung verdiene. Die Vorrichtung des Signals und des Fadenkreuzes in dem an einem, bald seidenen, bald metallenen Faden hangenden Fernrohr, welches ein weiter Glaskasten umschloß, erlaubte das Ablesen von 8 Secunden im Bogen. Da bei Nacht zu dieser Beobachtungs-Methode das Zimmer, in welchem sich das, von einem Magnetstabe geleitete Fernrohr befand, finster bleiben konnte; so fiel der Verdacht der Luftströmung weg, welchen bei den, übrigens vortrefflichen, mit Microscopen versehenen Declinatorien die Erleuchtung der Scale veranlassen kann. In der schon damals von mir ausgesprochenen Meinung: »daß eine fortlaufende, ununterbrochene, stündliche und halbstündliche Beobachtung ( observatio perpetua ) von mehreren Tagen und Nächten den vereinzelten Beobachtungen vieler Monate vorzuziehen sei«; beobachteten wir in den Aequinoctial- und Solstitial-Epochen, deren große Wichtigkeit alle neueren Arbeiten bewährt haben, 5, 7 bis 11 Tage und eben so viele Nächte 1864) hindurch. Wir erkannten bald, daß, um den eigentlichen physischen Charakter dieser anomalen Störungen zu studiren, es nicht genüge das Maaß (die Quantität) der veränderten Abweichung zu bestimmen: sondern daß jeder Beobachtung auch numerisch der Grad der Unruhe der Nadel, durch die gemessene Elongation der Schwingungen , beigefügt werden müsse. Bei dem gewöhnlichen stündlichen Gang der Nadel fanden wir diese so ruhig, daß unter 1500 Resultaten, aus 6000 Beobachtungen (Mitte Mai 1806 bis Ende Juni 127 1807) gezogen, die Oscillation meist nur von einem halben Theilstrich zum anderen ging, also nur 1' 12" betrug; in einzelnen Fällen, und oft bei sehr stürmischem Regenwetter, schien die Nadel entweder ganz fest stehend oder sie schwankte nur um 0,2 oder 0,3 Theile, d. i. 24" oder 28". Wenn aber das magnetische Ungewitter , dessen stärkster und späterer Ausbruch das Polarlicht ist, eintrat; so waren die Schwankungen bald nur 14, bald 38 Minuten im Bogen: jede in 1½ bis 3 Zeitsecunden vollbracht. Oftmals war wegen der Größe und Ungleichheit der Oscillationen, welche die Theilstriche des Signals nach Einer Seite oder nach beiden weit überschritten, gar keine Beobachtung möglich. 1865) Dies war z. B. der Fall in der Nacht vom 24 September 1806 in langer, ununterbrochener Dauer: erst von 14 u  40' bis 15 u  32' und dann von 15 u  57' bis 17 u  4'. Brief von Arago an mich aus Metz vom 13 Dec. 1827: »J'ai parfaitement constaté, pendant les aurores boréales qui se sont montrées dernièrement à Paris, que l'apparition de ce phénomène est toujours accompagnée d'une variation dans la position des aiguilles horizontales et d'inclinaison comme dans l'intensité. Les changemens d'inclinaison ont été 7' à 8'. Par cela seul l'aiguille horizontale, abstraction faite de tout changement d'intensité, devait osciller plus ou moins vite suivant l'époque où se faisait l'observation; mais en corrigeant les résultats par le calcul des effets immédiats de l'inclinaison, il m'est encore resté une variation sensible d'intensité. En reprenant, par une nouvelle méthode, les observations diurnes d'inclinaison dont tu m'avais vu occupé pendant ton dernier séjour à Paris, j'ai trouvé, non par des moyennes, mais chaque jour, une variation régulière: l'inclinaison est plus grande le matin à 9 h que le soir à 6 h . Tu sais que l'intensité, mesurée avec une aiguille horizontale, est an contraire à son minimum à la première époque, et qu'elle atteint son maximum entre 6 h et 7 h du soir. La variation totale étant fort petite, on pouvait supposer qu'elle n'était dûe qu'au seul changement d'inclinaison; et en effet la plus grande portion de la variation apparente d'intensité dépend de l'altération diurne de la composante horizontale; mais, toute correction faite, il reste cependant une petite quantité comme indice d'une variation réelle d'intensité .« – Aus einem anderen Briefe von Arago , Paris 20 März 1829, kurz vor meiner sibirischen Reise: »Je ne suis pas étonné que tu reconnais avec peine la variation diurne d'inclinaison dont je t'ai parlé, dans les mois d'hiver; c'est dans les mois chauds seulement que cette variation est assez sensible pour être observée avec une loupe. Je persiste toujours à soutenir que les changemens d'inclinaison ne suffisent pas pour expliquer le changement d'intensité déduit de l'observation d'une aiguille horizontale. Une augmentation de température, toutes les autres circonstances restant les mêmes, ralentit les oscillations des aiguilles. Le soir, la température de mon aiguille horizontale est toujours supérieure à la température du matin; donc l'aiguille devrait, par cette cause , l'aire le soir, en un tems donné, moins d'oscillations que le matin; or elle en fait plus que le changement d'inclinaison ne le comporte: donc du matin au soir, il y a une augmentation réelle d'intensité dans le magnétisme terrestre.« – Spätere und viel zahlreichere Beobachtungen in Greenwich, Berlin, Petersburg, Toronto (Canada) und Hobarton (Van Diemen) haben Arago's Behauptung (1827) der größeren Horizontal-Intensität am Abend gegen den Morgen bestätigt. In Greenwich ist das Haupt-Maximum der horizontalen Kraft um 6 u , das Haupt-Minimum um 22 u oder 0 u ; in Schulzendorf bei Berlin max. 8 u , min. 21 u ; in Petersburg max. 8 u , min. 23 u  20'; in Toronto max. 4 u , min. 23 u : immer in der Zeit jeden Orts. ( Airy , magn. observ. at Greenwich for 1845 p. 13, for 1846 p. 102, for 1847 p. 241 ; Rieß und Moser in Poggend. Ann. Bd. XIX. 1830 S. 175; Kupffer , compte-rendu annuel de l'Observatoire central magn. de St. Pétersb. 1852 p. 28 und Sabine , magn. observ. at Toronto Vol. I. 1840–1842 p. XLII. ) Sonderbar abweichend, fast entgegengesetzt, sind die Wechselstunden am Vorgebirge der guten Hoffnung und auf St. Helena: wo am Abend die Horizontalkraft am schwächsten ist ( Sabine , magn. obs. at the Cape of Good Hope p. XL, at St. Helena   p. 40 ). So ist es aber nicht in der ganzen südlichen Hemisphäre weiter in Osten. »The principal feature in the diurnal change of the horizontal force at Hobarton is the decrease of force in the forenoon and its subsequent increase in the afternoon« ( Sabine , magn. obs. at Hobarton Vol. I p. LIV, Vol. II. p. XLIII ).   Sabine , magn. observ. at Hobarton Vol. I p. LXVII und LXIX .   Total-Intensität in Hobarton: max. 5"½, min. 20"½; in Toronto: Haupt-Max. 6", Haupt-Min. 14"; secund. Max. 20", secund. Min. 22". Vergl. Sabine , Toronto Vol. I. p. LXI und LXII mit Hobarton Vol. I. p. LXVIII .   Sabine , report on the isoclinal and isodynamic Lines in the British Islands 1839 p. 61–63 .   Humboldt in Poggendorff's Annalen Bd. XV. S. 319–336, Bd. XIX. S. 357–391; und im Voyage aux Régions équinox. T. III. p. 616 und 625 .   Hansteen über jährliche Veränderung der Inklination in Poggend. Ann. Bd. XXI. S. 403–429. Vergl. auch über den Einfluß der Bewegung der Knoten des magnetischen Aequators Sir David Brewster , treatise on Magnetism p. 247 . Da man durch die Fülle der Stations-Beobachtungen jetzt ein fast ungemessenes Feld der speciellsten Untersuchung besitzt, so bemerkt man neue und neue Complicationen bei dem Aufsuchen des Gesetzlichen. In auf einander folgenden Jahren sieht man z. B. die Neigung in Einer Wendestunde, der des Max., vom Abnehmen in ein Zunehmen übergehen: während in der Wendestunde des Min. sie im progressiven jährlichen Abnehmen blieb. In Greenwich z. B. nahm die magnetische Neigung in der Max. Stunde (21 u ) ab in den Jahren 1844 und 1845, sie nahm zu in derselben Stunde in 1845–1846, fuhr aber fort in der Wendestunde des Min. (3 u ) von 1844–1846 abzunehmen. ( Airy , magn. observ. at Greenwich 1846 p. 113 .)   Philos. Transact. for 1841 P. I. p. 35 .   Vergl. Sawelieff im Bulletin physico-mathématique de l'Acad. Imp. de St. Pétersb. T. X. No. 219 mit Humboldt , Asie centr. T. III. p. 440 .   Arago in dem Annuaire du Bureau des Longitudes pour 1825 p. 285–288 .   Sabine , magn. observ. at the Cape of Good Hope Vol. I. p. LXV . Darf man den Beobachtungen aus dem Jahre 1751 von La Caille trauen: der zwar jedesmal die Pole umkehrte, aber eine nicht frei genug sich bewegende Nadel hatte; so ergiebt sich für das Cap eine Vermehrung der Inclination von 3°,08 in 89 Jahren!   Ich wiederhole noch, daß alle europäischen Inclinations-Beobachtungen, welche auf dieser Seite angeführt werden, in 360theiliger Eintheilung des Kreises sind, und daß nur die von mir vor dem Monat Juni 1804 beobachteten Inclinationen im Neuen Continent ( Voy. aux Régions équinox. T. III. p. 615–623 ) sich auf eine Centesimal-Eintheilung des Bogens beziehen.   Grube Churprinz bei Freiberg im sächsischen Erzgebirge: der unterirdische Punkt war auf der 7ten Gezeugstrecke, auf dem Ludwiger Spathgange: 80 Lachter östlich vom Treibschachte, 40 Lachter westlich vom Kunstschachte, in 133½ Lachter Seigerteufe; beobachtet mit Freiesleben und Reich um 2½ Uhr Nachmittags (Temper. der Grube 15°,6 Cent.). Incl. Nadel A 67° 37',4; Nadel B 67° 32',7; Mittel beider Nadeln in der Grube 67° 35',05. In freier Luft (über Tage), auf einem Punkte der Oberfläche, welcher nach dem Markscheider-Risse genau senkrecht über dem Punkte der unterirdischen Beobachtung liegt, um 11 Uhr Vormittags: Nadel A 67° 33',87; Nadel B 67° 32',12; Mittel beider Nadeln in der oberen Station 67° 32',99 (Luft-Temperatur 15°,8 Cent.). Unterschied des oberen und unteren Resultats +2',06. Die Nadel A, welche als stärkere mir immer am meisten Vertrauen einflößte, gab sogar +3',53: wenn der Einfluß der Tiefe bei alleinigem Gebrauch der Nadel B fast unmerklich geblieben wäre. ( Humboldt , in Poggend. Ann. Bd. XV. S. 326.) Die gleichförmige Methode, die ich stets angewandt: im Ablesen am Azimuthal-Kreise, um den magnetischen Meridian durch correspondirende Inclinationen oder durch den perpendicularen Stand der Nadel zu finden; wie die Neigung selbst am Vertical-Kreise, durch Umdrehung der Nadel in den Pfannen, und durch Ablesen an beiden Spitzen vor und nach dem Umdrehen der Pole: habe ich weitläuftig beschrieben und durch Beispiele erläutert in der Asie centrale T. III. p. 465–467 . Der Stand der 2 Nadeln ist für jede derselben 16mal abgelesen worden, um ein mittleres Resultat zu gewinnen. Wo von Wahrscheinlichkeit in Bestimmung so kleiner Größen die Rede ist, muß man in das Einzelnste der Beobachtung eingehen.   Kosmos Bd. I. S. 417 [ Anm. 124 ].   Humboldt , Voy. aux Régions équinox. du Nouveau Continent T. I. p. 515–517 .   Erman, Reise um die Erde Bd. II. S. 180.   Kosmos Bd. IV. S. 51 . Petrus Peregrini meldet einem Freunde, daß er schon 1269 die Variation in Italien 5° östlich gefunden habe.   Humboldt , Examen crit. de l'hist. de la Géogr . T. III. p. 29, 36, 38 und 44–51 . Wenn Herrera ( Dec. I. p. 23 ) sagt, Columbus habe bemerkt, die Magnet-Variation sei nicht dieselbe bei Tag und bei Nacht; so berechtigt diese Behauptung gar nicht, dem großen Entdecker eine Kenntniß der stündlichen Veränderung zuzuschreiben. Das von Navarrete herausgegebene ächte Reisejournal des Admirals vom 17 und 30 September 1492 lehrt, daß Columbus selbst alles auf eine sogenannte »ungleiche Bewegung« des Polarsternes und der Wächter ( Guardas ) reducirte. ( Examen crit. a. a. O. o, 56–59 .)   Kosmos Bd. IV. S. 60 Anm. 1762 und S. 70 Anm. 1768 . Die ältesten gedruckten Londoner Beobachtungen sind die von Graham in den Philos. Transact. for 1724, 1725, Vol. XXXIII. p. 96–107 ( an Account of Observations made of the Horizontal Needle at London , 1722–1723; by Mr. George Graham ) . Die Veränderung der Declination gründet sich: »neither upon heat, nor cold, dry or moist air. The Variation is greatest between 12 and 4 in the afternoon, and the least at 6 or 7 in the evening.« Es sind freilich nicht die wahren Wendestunden.   Beweise geben zahlreiche Beobachtungen von Georg Fuß und Kowanko für das griechische Kloster-Observatorium in Peking, von Anikin für Nertschinsk, von Buchanan Riddell für Toronto in Canada (alle an Orten westlicher Abweichung); von Kupffer und Simonoff in Casan; von Wrangel, trotz der vielen Nordlicht-Störungen, für Sitka (Nordwest-Küste von Amerika); von Gilliß in Washington, von Boussingault für Marmato (Südamerika), von Duperrey für Payta an der peruanischen Südsee-Küste (alle an Orten östlicher Abweichung). Ich erinnere, daß die mittlere Declination war: in Peking (Dec. 1831) 2° 15' 42" westlich ( Poggend. Annalen Bd. XXXIV. S. 54), in Nertschinsk (Sept. 1832) 4° 7' 44" westlich ( Poggend. a. a. O. S. 61), in Toronto (Nov. 1847) 1° 33' westlich (vergl. observ. at the magnetical and meteorological Observatory at Toronto Vol. I. p. XI und Sabine in den Phil. Tr. for 1851 P. II. p. 636 ); in Casan (Aug. 1828) 2° 21' östlich (Kupffer, Simonoff und Erman, Reise um die Erde Bd. II. S. 532), Sitka (Nov. 1829) 28° 16' östlich ( Erman a. a. O. S. 547), Marmato (Aug. 1828) 6° 33' östlich ( Humboldt in Poggend. Ann. Bd. XV. S. 331), Payta (Aug. 1823) 8° 56' östlich (Duperrey in der Connaissance des tems pour 1828 p. 252 ). In Tiflis ist der westliche Gang von 19 u bis 2 u ( Parrot, Reise zum Ararat 1834 Th. II. S. 58).   S. Auszüge aus einem Briefe von mir an Karsten (Rom, 22 Juni 1805) »über vier Bewegungen der Magnetnadel, gleichsam vier magnetische Ebben und Fluthen, analog den Barometer-Perioden«; abgedruckt in Hansteen, Magnetismus der Erde 1819 S. 459. Ueber die, so lange vernachlässigten, nächtlichen Declinations-Variationen vergl. Faraday on the night Episode § 3012–3024 .   Airy , magnet. and meteor. observations made at Greenwich 1845 (results) p. 6, 1846 p. 94, 1847 p. 236 . Wie sehr die frühesten Angaben der Wendestunden bei Tage und bei Nacht mit denen übereinstimmen, welche vier Jahre später in den so reichlich ausgestatteten Magnethäusern von Greenwich und Canada ermittelt wurden, erhellt aus der Untersuchung von correspondirenden Breslauer und Berliner Beobachtungen meines vieljährigen Freundes Encke, des verdienstvollen Directors unserer Berliner Sternwarte. Er schrieb am 11 Oct. 1836: »In Bezug auf das nächtliche Maximum oder die Inflexion der stündlichen Abweichungs-Curve glaube ich nicht, daß im allgemeinen ein Zweifel obwalten kann: wie es auch Dove aus Freiberger Beobachtungen 1830 ( Poggend. Ann. Bd. XIX. S. 373) geschlossen hat. Graphische Darstellungen sind zur richtigen Uebersicht des Phänomens weit vortheilhafter als die Zahlentabellen. Bei den ersten fallen große Unregelmäßigkeiten sogleich in das Auge und gestatten die Ziehung einer Mittellinie: während daß bei den letzteren das Auge häufig sich täuscht, und eine einzelne sehr auffallende Unregelmäßigkeit als ein wirkliches Maximum oder Minimum nehmen kann. Die Perioden zeigen sich durch folgende Wendestunden bestimmt: größte östliche Declination 20 Uhr, I. Max. Ost größte westliche Declination 1 Uhr, I. Min. Ost zweites östliches kleines Maximum 10 Uhr, II. Max. Ost zweites westliches kleines Minimum 16 Uhr, II. Min. Ost Das zweite kleine Minimum (die nächtliche Elongation gegen Westen) fällt eigentlich zwischen 15 und 17 Uhr: bald der einen, bald der anderen Stunde näher.« Es ist kaum nöthig zu erinnern, daß, was Encke und ich die Minima gegen Osten, ein großes und ein kleines 16 u nennen: in den, 1840 gegründeten, englischen und amerikanischen Stationen als Maxima gegen Westen aufgeführt wird, und daß demnach auch unsere Maxima gegen Osten (20 u und 10 u ) sich in Minima gegen Westen umwandeln. Um also den stündlichen Gang der Nadel in seiner Allgemeinheit und großen Analogie in der nördlichen Halbkugel darzustellen, wähle ich die von Sabine befolgten Benennungen, die Reihung von der Epoche größter Elongation gegen Westen anfangend, in der mittleren Zeit jedes Orts: Freiberg 1829 Breslau 1836 Greenwich 1846–47 Mekerstoun 1842–43 Toronto 1845–47 Washington 1840–42 Maximum      1 u     1 u       2 u     0 u  40'     1 u       2 u Minimum    13   10     12   10   10     10 Maximum    16   16     16   14¼   14     14 Minimum    20   20     20   19¼   20     20 In den einzelnen Jahreszeiten hat Greenwich einige merkwürdige Verschiedenheiten gezeigt. Im Jahr 1847 war im Winter nur Ein Max. (2 u ) und Ein Min. (12 u ); im Sommer eine doppelte Progression, aber das zweite Min. um 14 u statt um 16 u ( p. 236 ). Die größte westliche Elongation (erstes Max.) blieb im Winter wie im Sommer an 2 u geheftet, aber die kleinste (das zweite Min.) war 1846 ( p. 94 ) im Sommer wie gewöhnlich um 20 u und im Winter um 12 u . Die mittlere winterliche Zunahme gegen Westen ging ohne Unterbrechung in dem genannten Jahre von Mitternacht bis 2 u fort. Vergl. auch 1845 ( p. 5 ). Makerstoun (Roxburgshire in Schottland) ist die Sternwarte, welche man dem edlen wissenschaftlichen Eifer von Sir Thomas Brisbane verdankt (s. John Allan Broun , observ. in magnetism and meteorology, made at Makerstoun in 1843, p. 221–227 ). Ueber stündliche Tages- und Nacht-Beobachtungen von Petersburg s. Kupffer , Compte rendu météor. et magn. à Mr. de Brocken 1851 p. 17 . Sabine: in seiner schönen, sehr scharfsinnig combinirten, graphischen Darstellung der stündlichen Declinations-Curve von Toronto ( Phil. Tr. for 1851 P. II. Plate 27 ), deutet an: wie vor der kleinen nächtlichen West-Bewegung, welche um 11 u beginnt und bis 15 u dauert, eine sonderbare zweistündige Ruhe (von 9 bis 11 Uhr) eintritt. »We find« , sagt Sabine, »alternate progression and retrogression at Toronto twice in the 24 hours. In 2 of the 8 quarters (1841 and 1842) the inferior degree of regularity during the night occasions the occurence of a triple max. and min. ; in the remaining quarters the turning hours are the same as those of the mean of the 2 years. ( Obs. made at the magn. and meteor. Observatory at Toronto in Canada Vol. I p. XIV, XXIV, 183–191 und 228 ; und unusual magn. Disturbances P. I. p. VI .) Für die sehr vollständigen Beobachtungen von Washington s. Gilliß , magn. and meteor. observations made at Washington p. 325 (general law) . Vergl. damit Bache , observ. at the magn. and meteor. Observatory, at the Girard College, Philadelphia , made in the years 1840 to 1845 (3 Bände, enthaltend 3212 Seiten Queerfolio): Vol. I. p. 709, Vol. II. p. 1285, Vol. III. p. 2167 und 2702 . Trotz der Nähe beider Orte (Philadelphia ist nur 1° 4' nördlicher und 0 u  7' 33" östlicher als Washington) finde ich Verschiedenheit in den kleinen Perioden des westlichen secundären Maximums und secundären Minimums. Ersteres ist in Philadelphia um 1 u ½, letzteres um 2 u ¼ verfrühet.   Beispiele solcher kleinen Verfrühungen finde ich angegeben vom Lieut. Gilliß in seinen magnet. observ. of Washington p. 328 . Auch im nördlichen Schottland, in Makerstoun ( lat. 55° 35'), giebt es Schwankungen in dem zweiten Minimum: das in den ersten 3 und 4 letzten Monaten des Jahres um 21 u , in den übrigen 5 Monaten (April–August) um 19 u eintritt; also im Gegensatz mit Berlin und Greenwich (Allan Broun , obs. made at Makerstoun p. 225 ). Gegen den Antheil der Wärme an den regelmäßigen Aenderungen der stündlichen Declination, deren Min. am Morgen nahe um die Zeit des Min. der Temperatur, wie das Max. nahe mit dem Max. der Wärme eintritt, sprechen deutlichst die Bewegungen der Nadel in der Nacht-Periode, das zweite Min. und das zweite Max. »Es giebt 2 Maxima und 2 Minima der Declination in 24 Stunden, und doch nur Ein Minimum und Ein Maximum der Temperatur.« ( Reslhuber in Poggend. Annalen der Physik und Chemie Bd. 85. 1852 S. 416.) Ueber den normalen Gang der Magnetnadel im nördlichen Deutschland s. das Naturgetreueste in einer Abhandlung von Dove ( Poggend. Ann. Bd. XIX. S. 364–374).   Voyage en Islande et au Groënland , exécuté en 1835 et 1836 sur la Corv. la Recherche; Physique (1838) p. 214–225 und 358–367 .   Sabine , account of the Pendulum Experiments 1825 p. 500 .   S. Barlow's Bericht über die Beobachtungen von Port Bowen im Edinburgh New Philosophical Journal Vol. II. 1827 p. 347 .   Prof. Orlebar in Oxford, einst Superintendent des auf Kosten der ostindischen Compagnie auf der Insel Colaba erbauten magnetischen Observatoriums, hat die verwickelten Gesetze der Declinations-Veränderung in den Subperioden zu erörtern gesucht; observations made at the magn. and meteor. Observatory at Bombay in 1845, results p. 2–7 . Merkwürdig scheint mir der mit dem des mittleren Europa's so übereinstimmende Gang der Nadel in der ersten Periode von April bis October (westl. Min. 19 u ½, Max. 0 u ½; Min. 5 u ½, Max. 7 u ). Der Monat October selbst ist eine Uebergangs-Periode; denn im November und December erreicht die Quantität der täglichen Declination kaum 2 Minuten. Trotz der noch 8° betragenden Entfernung vom magnetischen Aequator, ist doch schon die Regelmäßigkeit von Wendestunden schwer zu erkennen. Ueberall in der Natur, wo verschiedenartige Störungs-Ursachen in wiederkehrenden, aber uns der Dauer nach unerkannten Perioden auf ein Phänomen der Bewegung wirken: bleibt, da die Störungen oft in ihrer Anhäufung entgegengesetzt agiren oder sich ungleich verstärken, das Gesetzliche lange verdeckt.   S. die Beweise in meinem Examen crit. de l'hist. de la Géogr. T. III. p. 34–37 . Die älteste Angabe der Abweichung, von Kentsungchy, einem Schriftsteller aus dem Anfang des 12 ten Jahrhunderts, war Ost  5 / 6  Süd; Klaproth's Lettre sur l'invention de la Boussole p. 68 .   Ueber den alten Verkehr der Chinesen mit Java nach Berichten von Fahian im Fo-kue-ki s. Wilhelm von Humboldt über die Kawi-Sprache Bd. I. S. 16.   Phil. Tr. for 1795 p. 340–349, for 1798 p. 397 . Das Resultat, welches Macdonald aus seinen Beobachtungen in Fort Marlborough (gelegen über der Stadt Bencoolen, Br. 3° 47' Süd, in Sumatra) selbst zieht, und nach welchem die östliche Elongation von 19 u bis 5 u im Zunehmen begriffen sein soll, scheint mir nicht ganz gerechtfertigt. Seit der Mittagsstunde ist regelmäßig erst um 3, um 4 oder 5 Uhr beobachtet worden; und einzelne, außer den Normalstunden gesammelte, zerstreute Beobachtungen machen es wahrscheinlich, daß auf Sumatra die Wendestunde der östlichen Elongation zur westlichen schon um 2 u eintrat: ganz wie in Hobarton. Wir besitzen durch Macdonald Declinations-Beobachtungen aus 23 Monaten (vom Juni 1794 bis Juni 1796), und an diesen sehe ich in allen Jahreszeiten die östliche Abweichung von 19 u ½ bis Mittag durch fortgesetzte Bewegung der Nadel von W nach O zunehmen. Von dem Typus der nördlichen Halbkugel (Toronto), welcher zu Singapore von Mai bis September herrschte, ist hier keine Spur; und doch liegt Fort Marlborough unter fast gleichem Meridian: aber im Süden des geographischen Aequators, nur 5° 4' von Singapore entfernt.   Sabine , magn. observ. made at Hobarton Vol. I. (1841 and 1842) p. XXXV, 2 und 148 ; Vol. II. (1843–1845) p. III–XXXV und 172–344 . Vergl. auch Sabine , observ. made at St. Helena ; denselben in den Phil. Tr. for 1847 P. I. p. 55 Pl. IV und Phil. Tr. for 1851 P. II. p. 636 Pl. XXVII .   Kosmos Bd. I. S. 190 .   Sabine, observations made at the magn. and meteor. Observatory at St. Helena in 1840–1845 Vol. I. p. 30 und denselben in den Phil. Tr. for 1847 P. I. p. 51–56 Pl. III . Die Regelmäßigkeit des Gegensatzes in den beiden Jahres-Abtheilungen Mai bis September (Typus der mittleren Breiten in der nördlichen Halbkugel) und October bis Februar (Typus der mittleren Breiten der südlichen Halbkugel) stellt sich in ihrer auffallenden Bestimmtheit graphisch dar, wenn man die Form und Inflexionen der Curve stündlicher Abweichung einzeln in den Tages-Abschnitten von 14 u bis 22 u , von 22 u bis 4 u und von 4 u bis 14 u mit einander vergleicht. Jeder Beugung über der Linie, welche die mittlere Declination bezeichnet, entspricht eine fast gleiche unter derselben ( Vol. I Pl. IV : die Curven AA und BB). Selbst in der nächtlichen Periode ist der Gegensatz bemerkbar; und was noch denkwürdiger erscheint, ist die Bemerkung, daß, indem der Typus von St. Helena und des Vorgebirges der guten Hoffnung der der nördlichen Halbkugel ist, sogar auch in denselben Monaten an diesen so südlich gelegenen Orten dieselbe Verfrühung der Wechselstunden als in Canada (Toronto) eintritt. Sabine , observ. at Hobarton Vol. I. p. XXXVI .   Phil. Tr. for 1847 P. I. p. 52 und 57 und Sabine , observations made at the magn. and meteor. Observatory at the Cape of Good Hope 1841–1846 Vol. I. p. XXII–XXIII Pl. III . (Vergl. auch Faraday's geistreiche Ansichten über die Ursachen solcher vom Wechsel der Jahreszeiten abhangender Phänomene, in seinen Experiments on atmospheric Magnetism § 3027–3068 , und über Analogien mit Petersburg § 3017 .) An den südlichen Küsten des Rothen Meeres soll ein sehr fleißiger Beobachter, Herr d'Abbadie, den seltsamen, nach den Jahreszeiten wechselnden Typus der Magnet-Declination vom Vorgebirge der guten Hoffnung, von St. Helena und Singapore beobachtet haben ( Airy on the present state of the science of Terrestrial Magnetism 1850 p. 2 ). »Es scheint«, bemerkt Sabine, »eine Folge von der jetzigen Lage der 4  foci der stärksten Intensität der Erdkraft zu sein, daß die wichtige Curve der relativ (nicht absolut) schwächsten Intensität in dem südatlantischen Ocean sich aus der Nähe von St. Helena gegen die Südspitze von Afrika hinzieht. Die astronomisch-geographische Lage dieser Südspitze, wo die Sonne das ganze Jahr hindurch nördlich vom Zenith steht, giebt einen Hauptgrund gegen de la Rive's thermale Erklärung ( Annales de Chimie et de Physique T. XXV. 1849 p. 310 ) des hier berührten, auf den ersten Blick abnorm scheinenden und doch sehr gesetzlichen, an anderen Punkten sich wiederholenden Phänomens von St. Helena.« Sabine in den Proceedings of the Royal Society 18499 p. 821 .   Halley , account of the late surprizing appearance of lights in the air in den Phil. Transact. Vol. XXIX. 1714–1716 No. 347 p. 422–428 . Halley's Erklärung des Nordlichts hängt leider mit der, 25 Jahre früher von ihm entwickelten, phantastischen Hypothese ( Phil. Tr. for 1693 Vol. XVII. No. 195 p. 563 ) zusammen: nach welcher in der hohlen Erdkugel zwischen der äußeren Schale, auf der wir wohnen, und dem inneren, auch von Menschen bewohnten, dichten Kerne (zur Erleichterung der Geschäfte in diesem unterirdischen Leben) sich ein leuchtendes Fluidum befindet. »In order to make that inner Globe capable of being inhabited., there might not improbably be contained some luminous Medium between the balls, so as to make a perpetual Day below.« Da nun in der Gegend der Rotations-Pole die äußere Schale unserer Erdrinde (wegen der entstandenen Abplattung) weit dünner sein müsse als unter dem Aequator, so suche sich zu gewissen Zeiten, besonders in den Aequinoctien, das innere leuchtende Fluidum, d. i. das magnetische, in der dünnen Polargegend einen Weg durch die Spalten des Gesteins. Das Ausströmen dieses Fluidums ist nach Halley die Erscheinung des Nordlichts. Versuche mit Eisenfeilen, auf einen sphäroidischen Magnet (eine Terrelle) gestreut, dienen dazu die Richtung der leuchtenden farbigen Strahlen des Nordlichts zu erklären. »So wie jeder seinen eigenen Regenbogen sieht, so steht auch für jeden Beobachter die Corona an einem anderen Punkte« ( p. 424 ). Ueber den geognostischen Traum eines geistreichen und in allen seinen magnetischen und astronomischen Arbeiten so gründlichen Forschers vergl. Kosmos Bd. I. S. 178 und 425 Anm. 136 .   Bei großer Ermüdung in vielen auf einander folgenden Nächten wurden Prof. Oltmanns und ich bisweilen unterstützt von sehr zuverlässigen Beobachtern: dem Hrn. Bau-Conducteur Mämpel , dem Geographen Hrn. Friesen , dem sehr unterrichteten Mechanicus Nathan Mendelssohn und unserem großen Geognosten, Leopold von Buch . Ich nenne immer gern in diesem Buche, wie in allen meinen früheren Schriften, die, welche meine Arbeiten freundlichst getheilt haben.   Der Monat September 1806 war auffallend reich an großen magnetischen Ungewittern. Ich führe aus meinem Journale beispielsweise folgende an: 21/22 Sept. 1806 von 16 u 36' bis 17 u 43' 22/23 " " von 16 u 40' bis 19 u 2' 23/24 " " von 15 u 33' bis 18 u 27' 24/25 " " von 15 u 4' bis 18 u 2' 25/26 " " von 14 u 22' bis 16 u 30' 26/27 " " von 14 u 12' bis 16 u 3' 27/28 " " von 13 u 55' bis 17 u 27' 28/29 " " von 12 u 3' bis 13 u 22' ein kleines Ungewitter, und dann die ganze Nacht bis Mittag größte Ruhe; 29/30 " " um 10 u 20' bis 11 u 32' ein kleines Ungewitter, dann große Ruhe bis 17 u  6'; 30 Sept./1. Oct. " um 14 u 46' ein großes, aber kurzes Ungewitter; dann vollkommene Ruhe, und um 16 u  30' wieder eben so großes Ungewitter. Dem großen storm vom 25/26 Sept. war schon von 7 u  8' bis 9 u  11' ein noch stärkerer vorhergegangen. In den folgenden Wintermonaten war die Zahl der Störungen sehr gering, und nie mit den Herbst-Aequinoctial-Störungen zu vergleichen. Ich nenne großes Ungewitter einen Zustand, in welchem die Nadel Oscillationen von 20 bis 38 Minuten macht, oder alle Theilstriche des Segments überschreitet, oder wenn gar die Beobachtung unmöglich wird. Im kleinen Ungewitter sind die Schwankungen unregelmäßig von 5 bis 8 Minuten.