Ödön von Horváth Mord in der Mohrengasse Schauspiel in drei Akten Personen: Herbert Müller Ilse Klamuschke Mutter Klamuschke Mathilde Klamuschke Paul Klamuschke Wenzel Klamuschke Drei Dirnen Ein Verwachsener Die Altmodische Ein Polizist Ein Eisenbahner Sein Weib Ein Sechzehnjähriger Simon Kohn Zwei Polizisten Bargäste Ein Kommissar Polizisten Zwei Detektive Spielt innerhalb zwölf Stunden. Erster Akt Bürgerliches Wohnzimmer. Im Hintergrunde zwei Türen: die rechts führt in ein kleines Vorzimmer und ist sie offen wird die Haustüre sichtbar. Links über einem runden Tische die Lampe. Rechts ein Fenster neben einem Sofa. An den Wänden Familienfotografien in goldenen Rahmen. Spätnachmittag. Herbert Müller am Fenster, wartet; erblickt auf dem Tische einen Teller Backwerk; fixiert ihn; nähert sich ihm; lauscht – steckt sich rasch ein Stück in den Mund, kaut. Ilse Klamuschke achtzehnjährig altklug; tritt durch die linke Türe ein. Müller schluckt. Ilse Sogleich kommt Mama. Sogleich. Müller verlegen, nur um etwas zu sagen: Ilse. Ich dachte mir eben wieder: in zwei Jahren. Ilse unterbricht ihn: Man soll nie Pläne machen. Müller Man muß Pläne machen! Freilich: ob selbe Körperlichkeit annehmen steht in einem besonderen Kapitel. Ilse verbeißt ein Lachen. Denkt an das Backwerk. Warum lachst du? Ilse Sei nicht böse, bitte. Nur: unlängst fiel mir auf wie häufig du das Wort »Kapitel« gebrauchst. Hör ich es nun, muß ich lachen. Müller atmet unterdrückt erleichtert auf: Folglich erscheine ich dir häufig lächerlich. Danke. Ilse Aber! Müller gereizt: Folglich ist ein Kapitel für sich, daß – Er stockt da. Ilse ihn erschrocken anstarrend. Lächelt. Hast es nicht gehört? Ilse Was? Müller Das Wort. Ilse Nein. Müller innig und eitel: Ilselein. Siehst du: Mann soll der Mann sein und die Frau überhört ihr eigenes Lachen und – Ilse gereizt: Quatsch! Ich hab es doch gehört! Müller Was? Ilse Das Wort. Wähle nun: lachen oder lügen? Müller starrt sie an. Mutter Klamuschke tritt durch die linke Türe ein: Es freut mich Sie endlich begrüßen zu können, Herr Müller. Meine Tochter hat mir vieles über Sie erzählt und ich habe Sie also bereits gekannt eh ich Sie sah. Müller verbeugt sich und lächelt überlegen. Mutter setzt sich und bietet ihm Platz an. Müller setzt sich. Stille. Seit mein Mann starb ist es still bei uns geworden, obwohl mein Sohn mit seiner Frau zu uns zog. Sie kennen ja meinen Sohn? Früher: vom Schwimmverein. Das ist nun auch vorbei. Er ist den ganzen Tag über in der Bank beschäftigt. Wir eigentlich warten nur auf ihn. Stille. Ich hörte Sie arbeiten an einem wissenschaftlichen Werke – Müller Oh. Mutter Sie tanzen wohl gerne? Müller Manchmal. Wichtig. Ich behandle gegenwärtig auf Grund intuitiver Beobachtungen das Ketzer- und Hexenwesen mit besonderer Berücksichtigung der Schwangerschaft. Seit frühester Kindheit reizt mich nämlich das Verbrecherische irgendwie. Es dämmert stark. Ilse dreht das Licht an. Mutter starrt ihn an. Es ist sehr interessant. Mutter nickt. Müller weicht ihrem Blicke aus, betrachtet seine Schuhspitzen; dann die Lampe. Mutter erhebt sich: Sie müssen mich entschuldigen. Es ist sehr interessant. Doch: wenn Ilse noch essen will bevor Sie tanzen gehen – Müller verabschiedet sich: Versteht sich! Dann: in einer guten Stunde hole ich Fräulein Ilse ab. Gnädigste! Ilse begleitet ihn ins Vorzimmer; schließt die Türe. Mutter allein; denkt nach, nickt, murmelt; setzt sich. Mathilde Klamuschke ist schwanger im siebenten Monat; tritt von linksher ein; leise: Ist er fort? Mutter erhebt sich wie geweckt: Ja. Mathilde Wo nur Paul so lange bleibt? Mutter Monatsende, Abschluß: das gibt Arbeit. – Hast du die Kartoffeln schon geschält? Mathilde Alle Kartoffeln?! Ilse soll doch auch – Ilse ist wieder eingetreten; unterbricht sie: Ich tu schon! Tu schon. Mathilde Aber nichts Richtiges! Bücher lesen und so! Ilse Du Kuh! Mutter Schweigt! Der Müller hört das noch ins Treppenhaus! Stille. Ilse Ich zieh mich jetzt um. Mathilde Und ich soll die Kartoffeln schälen. Ilse Ach, du Aschenbrödel! Mathilde reißt sich die Schürze vom Leibe: Eher verhunger ich! Ilse Einmal geht man aus. Mutter Zieh dich nur um. Ilse ab durch die linke Türe. Mathilde Was ist denn dieser Müller für ein Mensch? Mutter Er scheint recht klug zu sein. Mathilde Klüger als Ilse? Mutter ruhig: Sag: kannst du klagen, daß ich mein eigenes Kind besser behandle? Mathilde boshaft: Welches Kind? Mutter starrt sie an: Bist ein schlechter Mensch, Thilde. Mathilde Vielleicht bin ich einer geworden. Gewesen bin ichs nicht. Doch, wenn man sieht – und ständig diese Leichenhausmiene seit das Kind unterwegs – Mutter unterbricht sie: Das ist nicht wahr! Mathilde Doch, das ist wahr. Niemand kennt Rücksicht: muß genau so kochen, räumen, schuften – Mutter Wer übernahm die Führung meines Hauses? Mathilde Nie wollt ich dich verdrängen. Mutter Aber du hast es getan. Mathilde Glaub: auch ich könnt mich beklagen. Mutter Dann nörgle nicht! Sondern tus! Mathilde Nein. Es ist ja zwecklos: er ist den ganzen Tag über in der Bank – und ich hätte die Hölle. Mutter Die haben wir alle. Paul Klamuschke tritt in Hut und Mantel verstört von rechtsher ein; läßt die Vorzimmertüre offen. Mathilde Endlich! – Was ist dir denn? Paul zur Mutter: leise: Er steht drunten. Mutter Wer? Begreift, verstummt; dann leise: Hast ihn gesprochen? Paul barsch: Nein, das weißt du! – Nur gesehen: unten am Gitter. Schien zu überlegen ob er uns beehren soll. Mathilde Daß er immer wieder kommt! Paul Als hätten wir Geld! Als hätt er uns noch zuwenig bestohlen! Mathilde Still! Die Drei lauschen. Stille; dann ertönt kurz die Glocke. Mutter Laßt mich allein. Paul unterdrückt: Aber gib ihm nichts! Mutter nickt nein: Mathilde: die Kartoffeln. Mathilde Nein. Ich werde Wurst aufschneiden. Ab mit Paul nach links. Mutter allein; geht langsam durch das Vorzimmer und öffnet die Haustüre. Wenzel Klamuschke verwahrlost; tritt ohne Gruß an ihr vorbei in das Wohnzimmer; geht umher; bleibt manchmal vor einem Gegenstande stehen und lächelt. Mutter folgte ihm mit den Blicken: Was willst du? Wenzel Ja – Mutter Geld hab ich keins. Wenzel fixiert sie. Stille. Wenzel Schäm dich nicht. Mutter Meinst du ich schämte mich vor dir? Wenzel Ach so. Er geht wieder umher. Vor mir darf man sich ja nicht schämen. Bin ja ein Dieb. Hab vom fremden Tellerchen gegessen. Und – Freilich, freilich. Aber dieser Tisch! Am Sonntag gab es Rostbraten mit Endiviensalat. Oder Endiviensalat mit Rostbraten. Und dann stritt man sich dort um den Eckplatz am Sofa. Einer schrie, einer gab nach und las Lokalnachrichten: immer wieder. Jeden Tag. – Eine soll mir sogar ähnlich sehen wurde behauptet. Mutter Bist nur gekommen um wieder weh zu tun? Wenzel sachlich: Nein. Ich wollte auch nie weh tun. Jedoch es ist mein Fehler, daß ich laut denke und tue. Bin nämlich der verlorene Sohn, nur möcht ich wissen wer mich verloren hat. Mutter Wie gerne du dich reden hörst. Wenzel Ja: wenn man unverstanden bleibt. Mutter Boshaft wie immer. Wenzel Nein: dumm. Mutter horcht auf. Stille. Mutter leise: Wenzel – Wenzel unterbricht sie: Jetzt geh ich. Mutter schlägt um: So geh! Wir haben doch nichts miteinander gemein. Wenzel Glaubst du? Stille. Mutter Was willst du noch hier? Wenzel sieht um sich: Wollte nur sehen – wie es euch geht. Er grinst. Mutter starrt ihn an: Jetzt wird mir bange. Wenzel leise: Es ist nichts geschehen. Nichts. – Ich ging nur vorbei – Er geht an die Haustüre und öffnet sie; überlegt einen Augenblick, schlägt die Türe von innen zu und bleibt während des Folgenden im Vorzimmer stehen von Niemandem bemerkt. Paul von linksher. Mutter dumpf: Wieder gehorcht. Paul Ja. Er hätte dich auch wieder schlagen – Er stockt da. Ilse in einem billigen Ballkleid eintritt; zur Mutter: Da: bitte: den Knopf krieg ich nicht zu. Mutter knöpft ihr am Rücken einen Knopf zu. Ruft. Mathilde! Das Essen! Mathilde tritt eben mit Schüssel und Tellern ein: Zu Befehl, gnädiges Fräulein! Zu Befehl! Sie deckt den Tisch. Alle setzen sich um ihn und essen. Wenzel hinter der rechten Türe, sieht ihnen eine kleine Weile zu; geht dann indem er die Haustüre geräuschlos öffnet und schließt. Die Vier essen. Zweiter Akt Mohrengasse. Von links nach rechts: Ein geschlossener Laden mit Schildaufschrift: Diamanten. Gold. Simon Kohn. Kauf. Verkauf. Eine schmale Hoteltüre, die in einen matt erleuchteten Korridor mündet. Vor dem ersten Stocke halbkreisförmig trübelektrische Buchstaben: Hotel. Eine Bar. Hinter der schmutzigen Fensterscheibe, auf der ein altes Plakat klebt, geigt ein Schatten. Man hört aber keine Musik. Es ist Nacht und still. Drei Dirnen, zwei rechts, eine links vor dem Laden; horchen. Erste Klopf nochmal. Zweite klopft an den Laden. Ein Verwachsener tritt aus der Bar und läßt die Türe offen; gedämpft Musik: Wie lange – Erste unterbricht ihn: Pst! Schließ die Türe! Verwachsener schließt sie und horcht. Stille. Zweite Niemand. Er ist nicht zuhause. Verwachsener Wie lange wollt ihr noch warten? Versetzt. Ich sags. Zweite nähert sich den anderen: Das tat er noch nie. Der alte Schuft! Dritte Vielleicht ist etwas geschehen. Erste Was denn? Dritte Man kann nie wissen. Zweite Pah! Stille. Erste Ich weiß nur: hab kalte Füße und kann kaum mehr stehen. Und nun kommt so nichts mehr. Verwachsener sieht auf die Uhr: Was Richtiges sicher nicht. Zweite Still! Es kommt wer. Verwachsener verschwindet in der Bar. Die Drei stellen sich bereit, verstellen die Gasse. Die Altmodische gekleidet nach der Mode vor fünfundzwanzig Jahren und dichtverschleiert; kommt von links und bleibt vor der Hoteltüre stehen. Die Drei beobachteten sie, sehen sich nun an – Eine seufzt boshaft – kichern und eilen in die Bar. Ein Polizist erscheint rechts und sieht sich um. Die Altmodische klebt regungslos an der Wand. Polizist erblickt sie; hält langsam auf sie zu; leise: Ihre Papiere. Seit wann sind Sie hier? Altmodische kramt geziert umständlich ihren Ausweis hervor; gefällig: Seit heute, mein Herr. Polizist gutmütig: Sie sollen sich aber nicht so auffallend anziehen. Das ist verboten. Altmodische Auffallend?! Ein einfaches Straßenkleid! Polizist lächelt: Aus Urgroßmutters Zeiten. Altmodische Ich habe kein anderes. Polizist Das gibt es doch gar nicht! Er blickt in ihre Papiere. Der Schein. Stimmt. Er blättert; mechanisch. Gestern entlassen? Aus welcher Strafanstalt? Altmodische Sankt Lazarus. Polizist horcht auf; liest. Altmodische wird unruhig. Wenzel von rechts; will nach links; erblickt den Polizisten, zögert und bleibt vor dem alten Plakate am Barfenster stehen, als würd er lesen. Polizist spricht nun noch leiser: Also: zweiundzwanzig Jahre waren Sie dort. Und: weshalb? Altmodische Das muß ich nicht sagen. Bin begnadigt. Polizist Das tut nichts zur Sache! Ich muß wissen wen ich im Revier habe. Altmodische tonlos: Aufforderung zum Mord. Polizist Den Schleier. Lüften. Altmodische hebt ihn, ein maskenhaft leeres Antlitz umrahmen grauweiße Haare. Weicht etwas zurück; vergleicht rasch. Es ist schon gut. Und: die Vorschrift kennen Sie ja. Er geht an Wenzel vorbei nach rechts ab. Wenzel ohne Blick für die Altmodische langsam nach links ab. Altmodische allein; lehnt den Kopf an die Wand und wimmert; verstummt und horcht; rafft sich verschleiert empor. Ein Eisenbahner von linksher mit seinem Weibe. Weib leise: Ich weiß du liebst mich nicht mehr. Eisenbahner blickt nach der Altmodischen: Quatsch doch nicht immer solch Zeug! Weib dumpf: Es ist schon so. Wirst schon sehen – Eisenbahner lächelt: Willst mich vergiften? Dummes Ding – Wart, hol nur Zigaretten. Ab in die Bar. Weib sieht sich scheu um. Altmodische glotzt sie an. Wenzel kommt langsam wieder von linksher. Weib rasch an die Bartüre; will hinein, doch – Eisenbahner tritt soeben heraus; Zigarette im Mundwinkel. Was hast du denn schon wieder? Weib Angst. Komm – Laß mich nur nicht allein. Eisenbahner Ja, wer das könnte. Weib Will auch nichts mehr sagen. Eisenbahner gähnt: Bin auch müde. Der ewige Dienst – Ab mit ihr nach rechts. Wenzel steht nun wieder vor dem Plakate. Altmodische nähert sich ihm: Pst! Hören Sie – Wenzel unterbricht sie: Nein. Stille. Altmodische Wollen Sie kein liebes Frauchen? Wenzel schweigt. Neben ihm; liest laut das Plakat. Wohltätigkeitsfest. Unter dem Protektorate Ihrer Hoheit. Tombola und Tanzturnier. Bazar. Montag am zweiten – Das war doch schon. Wenzel Ja. Altmodische Und trotzdem lernen Sies auswendig? Wenzel Ja. Altmodische Nein. Sie schauen in den Spiegel. Das soll man nie in der Finsternis: man wird verrückt oder sieht den Satanas neben sich. Wenzel Ich sehe Sie. Altmodische Und ich Sie. Wir gehören zusammen. Wenzel Jawohl. Altmodische Also: wollen wir nichts unternehmen? Wenzel Ich hab kein Geld. Altmodische Ich noch weniger. Das Leben ist zu teuer für die kleinen Frauen. Wenzel wendet sich ihr zu: Hören Sie: Sie werden sich doch etwas erspart haben: in zweiundzwanzig Jahren. Altmodische prallt zurück: Woher wissen Sie das? Wenzel Zufällig. Zuvor. Verzeihen Sie mir, daß ich es hörte. Altmodische Nichts wissen Sie! Wenzel Wieso? Altmodische Du kannst umsonst! Wann du willst – nur wissen Sie nichts! Wissen Sie nichts! Wenzel lacht irr. Ein Sechzehnjähriger blaß hochaufgeschossen; erscheint links und bleibt unschlüssig stehen. Wenzel zum Sechzehnjährigen: Nach Ihnen! Umsonst – Altmodische Bist verrückt?! Wenzel Herr! kauen Sie nicht an den Fingernägeln! Spucken Sie aus und treten Sie näher! Es kostet nur das Zimmer! Altmodische zischt: Ich bete für dich. Wenzel Nur Wohltätigkeit! Unter meinem Protektorate! Altmodische zum Sechzehnjährigen: Komm! So komm! Es ist doch umsonst! Ab ins Hotel. Sechzehnjähriger folgt ihr verschüchtert. Wenzel Fahrwohl! Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar. Sentimental und mit Pickeln im Gesicht. Gute alte Zeit! Der Tisch, der Tisch – ich werde verrückt, verrückt! Er preßt die Stirne an das Barfenster. Siehst du den Satanas? Nur dich selbst! Kein Teufel, da kein lieber Gott! Nur zwei Augen, Nase, Mund, eine Stirne, niemals zwei, ein Hut um sechsfünfzig und die Gnade nur selten von der Wahrheit besucht zu werden. Das ist alles. Oder nichts. Bist erkannt du Dreck! Erkannt! – Doch ich will nicht mit Trauerfahnen jubilieren. Ein Hotelfenster wird hell. Sieht empor. Hm. Jetzt betritt er das Zimmer. Kostet zwei Mark. Teuer. Und billig. Jetzt zieht sie den Vorhang vor – bald leckt das Mysterium hündisch vier Sohlen. Und unerschöpflich strömt die Latrine der Ewigkeit über die Planetensysteme. Wir sind der Dung. Wie seelisch unser Tun blüht! Er lächelt irr; starrt dann vor sich hin. Alles ist hohl und leer. Die Häuser riechen nach Leichen und Sauerkraut. Man sollte sich selber erbrechen können. – Alles ist tot. Stille; dann geht er langsam an den Laden und liest. Diamanten. Gold. Kauf. Verkauf. Simon Kohn – Kennt ihr Simon Kohn? Der tat nur kaufen und verkaufen: Splitter und Staub aus Afrika. Und tat es unters Kopfkissen und überall glitzerte das Falsche. Die Imitation – Er spricht unterdrückt in den Laden hinein. Herr Kohn. Lassen Sie mit sich reden. Ruhig reden. Ich irrte. Reden, Herr Kohn! Wollte ja alles anders, immer alles anders! Wollte doch nur einbrechen, den Schmuck stehlen, ich schwöre: wollte nur stehlen! Hören Sie mich? Stehen Sie doch wieder auf, liegen ja unterm Pult! Setzen Sie sich wieder! Und nehmen Sie Stock und Hut! Stehen Sie auf, auf – Er trommelt an den Laden. Simon Kohn mit Hut und Rohrstöckchen; erscheint links und tippt mit dem Stöckchen auf Wenzels Schulter. Fährt um. Herr Kohn! Kohn Leise, junger Mann, leise. Wir vertragen den Lärm nicht. – Sie haben sich geirrt? Haben die Imitation mitgenommen? Wenzel reicht ihm ein Schmuckkassettchen: Hier – Kohn unbeweglich: Sie wollen mir den Schmuck zurückbringen? Wenzel Nehmen Sie! Nehmen Sie! Kohn Die Imitation? Sie schlugen um den echten zu und wollen es mit dem falschen wieder ungeschehen machen? Hihihi. Wenzel Sie sind ja wieder – Kohn unterbricht ihn: Immer! Und überall! Hier, im Bett, am Tisch – aber auch: unterm Pult! Ich schlürfe durch die Lüfte, obs windstill ist oder braust, und bade mitten im Meere. Und bin dabei doch unterm Pult! Wenzel Herr Kohn: verflucht sei das Weibsbild. Kohn unterbricht ihn: Das interessiert mich nicht! Wenzel Aber mich! Denn sie war es, die mich tun ließ, was sie nie getan hätte. Nie tun wollte: wie ich! Und doppelt büß ich, da ich weder bereuen kann, weil ich nichts zu bereuen habe, noch Opfer bin, da Jene für die ich mich opfere selbst geopfert werden. Sie liebt mich nämlich. Kohn lächelt: Was Sie nicht sagen. Wenzel Es ist nur die Reihenfolge. Sehe so klar, daß mir die Sprache schwindet – Lachen Sie nur, lachen Sie! Wenn man nur lieben könnte! Irgendetwas. Fratzen! Masken! Orchester ohne Ton! Unecht wie Ihr Schmuck! Kohn toternst: Nur, daß Simon Kohn unterm Pulte liegt bleibt echt. Sehen Sie: wies klafft? Echt. Er lüftet den Hut. Wenzel starrt ihn an: Schlagen Sie zu Simon Kohn. Kohn hebt langsam das Stöckchen: Echt! Echt! – Haben Sie Angst? Hihihi! Er läßt das Stöckchen sinken und sticht schäkernd nach ihm. Angst hat er! Angst! Um den Trug! um das Hohle! um den Dung! um die Nase! die Augen – Hihihi! die Kreatur! Soll ich die Polizei holen? Hihihi – Reihenfolge, junger Mann! Mein Kamel ist bereits durchs Nadelöhr – Hihihi! die Kreatur! Er verschwindet. Zwei Polizisten erscheinen rechts; wechseln unhörbar Worte; halten auf Wenzel zu. Erster Können Sie sich ausweisen? Im Hotelzimmer erlischt das Licht. Die Zwei sehen empor. Wenzel Ich stehe nur so hier. Nur so. Erster Was taten Sie hier am Laden: zuvor? Wenzel Nichts. Zweiter Aber wir haben beobachtet – Er stockt, da eben der Sechzehnjährige aus dem Hotel tritt; rasch ab nach rechts. Altmodische aus dem Hotel; erblickt die Polizisten; erschrickt; will zurück. Erster Halt! Sie bleiben! Zweiter Sie haben Jugendliche angelockt! Wenzel ab nach links. Altmodische in größter Angst: Ich habe niemanden angelockt! Zweiter lacht . Erster Schreien Sie nicht! Kommen Sie! Gehen wir! Altmodische Nein!! Erster ergreift ihren Arm : Nein? Was erlauben Sie sich?! Altmodische schreit : Ihr sollt mich nicht wieder! Laßt mich doch, laßt – Alle Gäste treten auf den Lärm hin aus der Bar . Zweiter Halten Sie Ihr Maul! Altmodische Zweiundzwanzig Jahre! Ihr habt mich schon einmal begraben! Zweiundzwanzig, zweiundzwanzig! Sie schlägt um sich, verliert Hut und Schleier . Alle weichen etwas zurück . Zweiter Das ist Widerstand! Altmodische Begrabt mich! Verscharrt mich! Zweiter führt sie nach rechts ab . Einige folgen den beiden . Erste Dirne Immer das gleiche: Kleine hängen, Große – Polizist unterbricht sie: Das verbiet ich mir! Wir tun unsere Pflicht! Alle murmeln . Dritte Dirne Dann schauen Sie mal nach: da drüben: beim Kohn. Stille . Polizist Was wollen Sie damit sagen? Verwachsener zur Dritten; gereizt : Was weißt denn du? Dritte Nichts! Aber er hat uns noch nie versetzt. Klopft man gibt er keine Antwort. Und er ist doch immer zuhause. Polizist tritt an den Laden . Ein leiser Wind hebt an . Verwachsener Das kommt über uns. Polizist klopft an den Laden . Alle horchen . Stille . Polizist zur Dritten; leise : Wo ist denn der Eingang? Dritte Hinten: um die Ecke. Polizist ab. Verwachsener Aas! Mußt quatschen! Dritte Es ist doch etwas geschehen! Verwachsener Eben deshalb! Eine Türe wird eingedrückt. Alle lauschen. Zur Dritten. Komm! Polizist kommt wieder; bleich, ernst; zur Dritten: Halt! Was wissen Sie über den Fall? Dritte Über welchen Fall? Polizist Sie sagten doch – Er pfeift Alarm. Alle ziehen sich etwas zurück. Dritte will sich unauffällig entfernen. Sie bleiben! Verwachsener zur Dritten: Hörst es? Polizist zum Verwachsenen: Und Sie auch. Er pfeift nochmals. Dritte Was ist denn geschehen?! Polizist Mord. Polizisten darunter ein Kommissar eilen herbei. Polizist berichtet unhörbar dem Kommissar. Verwachsener horcht. Kommissar zum Polizisten indem er die Dritte und den Verwachsenen fixiert: Also: das Schloß war beschädigt? Und ausgekannt muß er sich haben – Sie warten hier! Er begibt sich mit einem Polizisten um die Ecke in den Laden. Zweite Dirne zum Polizisten: Herr, jetzt fällt mir ein: sah hier einen herumlungern – Polizist Richtig! Er sieht sich forschend um. Nicht mehr da. Im Laden wird das Licht angezündet. Alle treten hin und spähen durch Ritzen hinein, murmeln; verstummen. Totenstille. Simon Kohn kommt langsam von links; unterdrückt zum Polizisten: Sehen Sie nicht hin! Er sieht her. Dort drüben: unterm Haustor. Dort steht einer – Polizist schielt vorsichtig nach links: Aha. Er winkt unauffällig einem Polizisten und eilt mit ihm plötzlich nach links ab. Man hört »Halt!« rufen. Alle starren nach der Richtung. Man hört Laufen und Rufen; dann wie einer stolpert, zur Erde sinkt und festgehalten wird. – Das Licht im Laden erlischt. Dritter Akt Das bürgerliche Wohnzimmer. Die Türe rechts ist geöffnet. Sturmnacht. Ilse tritt durch die Haustüre ein und wendet sich auf der Schwelle Müller zu, der im erleuchteten Treppenhause steht. Ilse leise: Daß du mich bis herauf begleitest war doch unnötig. Geh nun bitte. Müller leise: Wann sehen wir uns wieder? Ilse Ich dachte du wolltest mich nicht mehr sehen. Müller Quatsch! Wenn du – Ilse Schrei doch nicht so! Sie lauscht in die Wohnung; der Wind wimmert; dumpf. Einmal geht man aus. Müller Ilse. Vergib, wenn ich grob und ungeduldig war. Aber deine Ansichten – Ilse unterbricht ihn: Ich habe ja gar keine Ansichten. Müller Du hast sogar vortreffliche, jedoch auch – Ilse unterbricht ihn wieder: Jetzt schweig endlich! Und geh, geh – Müller Nein. Ilse Ich schließ die Türe. Müller stemmt sich dagegen. Ich schrei. Müller ergreift ihr Handgelenk: Schrei. Ilse Herbert laß mich, au! Tust weh! Bitte, ich – Müller tritt ein; schließt die Türe, Finsternis; umarmt sie. Nein! Nicht – Stille. Atemlos. Jetzt geh. Bitte. Müller Nur zwei Minuten. Alles schläft. Niemand kommt. Ilse Das kann niemand wissen, du – Stille; unten schlägt der Wind eine Türe zu. Müller Du. Heut Abend. Ich fühle so, wenn wir uns quälen: haben eine Seele – Ilse Nimm die Hand fort, nicht – oh! Die Hausglocke ertönt. Die zwei fahren auseinander. Schreit unterdrückt auf. Jesus Maria! Müller Vielleicht ein Telegramm. Ilse Wir bekommen nie ein Telegramm. Still, geh – es ist wer im Zimmer! In der Ecke links im Hintergrunde fällt ein Stuhl um; jemand röchelt; es läutet nochmals kräftiger. Müller öffnet rasch die Haustüre und prallt zurück. Draußen stehen der Kommissar und zwei Detektive. Paul tritt verschlafen in Hemd und Hose durch die linke Türe ein. Kommissar zu Müller: Sie bleiben! Müller Aber – Kommissar drängt ihn zurück: Kein Aber! Licht! Paul dreht das Licht im Vorzimmer an. Die anderen erblicken ihn. Polizei. Wer ist Herr Paul Klamuschke? Paul Ich. Müller zu Paul: Hatte Fräulein Ilse nur nachhause begleitet. Kommissar grinst; zu Müller: Sie heißen? Müller Herbert Müller. Student. Paul begreift nicht: Ja: aber was soll das? Kommissar Wir suchen Ihren Bruder. Paul Herr, ich habe keinen Bruder! Kommissar Das sind doch nur Wörter! Paul Es sind nicht nur Wörter! Doch bleiben wir sachlich. Kommissar Gut! Wenzel Klamuschke steht im Verdachte einen Raubmord verbrochen zu haben. Sie hatten ihn bereits gefaßt, aber er entkam den beiden Agenten. Mathilde erscheint in der Türe links. Sie verstehen: unsere Pflicht ist nachforschen. Überall. Also auch hier. Paul Bitte. Er dreht das Licht im Wohnzimmer an, in der Ecke links im Hintergrunde mit Hosenträgern an einem Hacken erhängt Wenzels Leichnam; am Boden ein umgeworfener Stuhl. Mathilde gellend: Herrgott! Alle starr – Dann schneiden die beiden Detektive die Leiche ab und betten sie auf das Sofa. Kommissar Da: Wenzel Klamuschke. Ilse zu Müller: Das halt ich nicht aus! Er sah mich an, komm! Ein Polizist hünenhaft; erscheint in der Haustüre. Kommissar Niemand verläßt die Wohnung! Mathilde ist anderswo; tonlos: Er kommt wieder, er kommt wieder – Paul Thilde! Ein Detektiv hat die Leiche untersucht: Tot. Kommissar Verständigen Sie 57 8 12. Rasch! Detektiv ab. Zu Paul. Sie wußten, daß er hier war. Paul Nein. Kommissar Wer öffnete dann? Paul zuckt die Achseln. Es riecht nach Mitwissen. Wir führen strenge Untersuchung. Der Tod des Täters kann keinen Beteiligten begnadigen. Mathilde Daß immer so viele mitgestraft werden – Kommissar Nur die Schuldigen! Paul grinst. Müller Herr Kommissar, darf ich nun gehen? Hatte ja Fräulein Klamuschke nur nachhause begleitet. Kommissar Nein. Muß erst sehen – Er denkt nach; notiert. Mutter erscheint in der Türe links, erblickt Wenzel; nickt und starrt vor sich hin. Paul zum Kommissar: Meine Mutter. Stille. Kommissar zur Mutter; leise: Sie ließen ihn ein. Mutter als müsse sie sich besinnen: Ja: konnte nicht einschlafen. Hörte läuten. Immer läuten. Viele, viele Glocken: als wären Dämme durchbrochen oder Feuer – und er sagte die Nacht sei neblig und kalt und ob er am Sofa da schlafen dürfe. Kommissar Wissen Sie etwas – Mutter unterbricht ihn: Man kann alles wissen. Hat zwar Augen, Ohren, Kopf, Herz – kann aber alles wissen. Sie lächelt irr. Mathilde Mutter, hast du den Verstand verloren?! Mutter lacht: Aber Thilde! Sie erblickt wieder Wenzel, ernst, leise. Er rührt sich nicht, rührt sich gar nicht – sagt mir: ist er tot?! Stille. Sagt mirs doch. Bitte – Kommissar Er hat sich selbst gerichtet. Mutter langsam: Sich selbst – freilich: man kann tun was man will. Hat Arme, Beine, Kopf – kann tun was man will. Zum Kommissar. Sehen Sie das Sofa? Es lehnt noch an derselben Wand. Still! Treten Sie beiseite: die Nebel ballen sich im All. Bitte beiseite: er will ja auf mich zu. Es ist erst März, doch der Sturm schlägt die Türen zu und hier innen wirds wohlig und warm. Wird schon werden. Seine Brust wölbt sich mir entgegen, doch sehen Sie: die Fotografie: seine Mutter, dort im Rahmen! Hängt über uns und lächelt, daß man das Zahnfleisch sieht – Hilfe! Hilfe! Das Gesetz! – er will es Ilse oder Wenzel taufen. Hören Sie das Sofa knarren? Es kommt über mich: weicher als mein Bett! Sie wimmert. Kommissar verbeugt sich vor Paul, will ab. Halt! Hören Sie Herr Polizei! Ich wußt es: alles. Versprechen Sie mir: lassen Sie ihn nie mehr los! Riegeln Sie fest zu! Er kann nämlich nicht anders. Ist verflucht – Kommissar geht mit der Polizei, indem er Müller winkt, der sich ebenfalls entfernen will. Guten Tag, Herr Müller! Müller stutzt; verbeugt sich verlegen; rasch ab. Stille. Lächelt. Jetzt kommt der Prozeß. Mathilde Mutter! Mutter Bin nicht deine Mutter! Paul zur Mutter: Beruhige dich. Mutter Schweig! Hast nicht mitzureden! Wer mein Kind verleumdete soll das Maul halten! Es ist nicht wahr, daß er den Kanari damals verbrannte! Nicht wahr, Ilse, du weißt es? Paul Fragst du die, deren Ring er stahl? Mathilde Paul! Denk an mich! Mutter schrill: Ilse wars! Ilse! Ilse Lüge! Mutter Dann war es Paul! Paul Meinst vielleicht auch: ich morde? Mutter Dir trau ichs zu! Paul grinst: Ihm freilich nicht! Mathilde Still, es liegt ja ein Toter im Zimmer – Ilse Sie ist verrückt. Mutter Wer: sie?! Beschimpft ihr mich wieder? Immer wieder! Hinaus aus meiner Wohnung! Hinaus mit euch, ihr Pack! Hinaus! Stille . Weinerlich . Gott, jetzt vergaß ichs wieder: hab ja keine Wohnung mehr. Alles wurd mir genommen – Kinder, meine Kinder, warum folgt ihr mir nie? Wenn der Vater nur noch lebte – Paul Wär es anders gekommen. Mutter schlägt plötzlich um: Ja: Du hättest kuschen müssen! Paul Und du auch. Mutter Lüg doch nicht immer! Was weißt denn schon du? Paul Nur was ich sah. Mutter Was du nicht sahst, darauf kommt es an. Weißt du denn wie er war, da du noch nicht warst? Weißt du, wir haben uns oft im Café getroffen. Man soll gar nicht darüber reden – du hättest ihn nicht wiedererkannt: er hat mich auf Händen getragen. Jaja, Vater war ein kräftiger Mann. Aber seit er damals so über Nacht alles verlor – da mußt ich ihn tragen. Hab schon viel getragen. Zuviel. Hab euch getragen, zuerst im Bauch, dann am Buckel – doch bevor ich zusammenbreche, werf ich euch ab! Hört ihr? Ab! Will keine Kinder, bin keine Mutter! Will frei sein! Werf euch ab! Ilse, nimm den Finger aus der Nase! Und – wenn er, dieser Klamuschke kommt, so sagt ihm, ich, das Fräulein, bin bereits im Unterholz und will in den windstillen Wald. Sie verbeugt sich. Empfehle mich, meine Herrschaften! Ihr Hunde! Brüllt, flennt, heult – ich höre nichts! Nichts! Glotzt doch nicht so dämlich! Ab durch die linke Türe. Mathilde setzt sich. Ilse hält plötzlich auf die Haustüre zu. Paul Wohin? Ilse Fort. Paul Zum Müller? Ilse schweigt, lauert. Hast recht. Ilse ab. Stille. Mathilde Es gibt keine Gerechtigkeit. Paul Wie gerne du dich quälst. Mathilde Ich weiß, daß du unempfindlich bist. Paul Was heißt das? Mathilde verwirrt: Gott, was hab ich nur wieder gesagt?! Paul! Es ist zu furchtbar, Alles! Wollte ja etwas anderes – Paul unterbricht sie: Nein. Das wolltest du nicht. Mathilde Schweig! Sonst seh ich es noch ein! Oh, was soll man denn nur tun? Paul Auf den Arzt warten. Mathilde weint: Himmel – Paul Laß das! Der liebe Gott spielt Skat im himmlischen Bilderbuch und hört uns nicht, wenn es überhaupt so etwas gibt! Mathilde Ich bin aus anderem Holz. Spürs, wenn man mich schlägt. Paul Ich auch. Aber das Martyrium reizt mich nicht. Ich weiß: manchmal hassest du mich, genau wie sie, weil ich aus dem Unabänderlichen nie mein Gefühlskapital erhöhe. Doch ich leide weder wegen gleicher Eltern noch laß ich mich für fremde Taten bestrafen. Mathilde Aber das ist ja gar nicht wahr! Paul Es muß wahr sein! Sonst gehen wir unter. Der Morgen graut. Mathilde setzt sich. Paul tritt ans Fenster. Mathilde sieht nach dem Fenster, nach Paul; fröstelt: Ein neuer Tag. Mich friert. Paul Mich auch. Stille. Mathilde Wir müssen uns anziehen. Paul Oder ins Bett legen. Stille. Mathilde starrt auf Wenzel; dumpf vor sich hin: Er kommt wieder, er kommt wieder – Sie sieht sich scheu um und lauscht; springt dann plötzlich empor und eilt wimmernd auf Paul zu. Du, ich hab solch Angst: um das, das kommen wird – Paul schließt sie in seine Arme.