La Fontaine Die beiden Esel Zwei Esel gehen des Wegs; nur Hafer schleppte der, doch jener trug viel Geld zum Amt der Steuern, und stolz sich brüstend mit der goldnen Last, der teuern, gäb' er um keinen Preis die blanke Bürde her. Er trabt gewicht'gen Schritts einher, hell läßt er tönen sein Geläute. Da plötzlich naht des Feindes Heer, und da nach Gold nur ihr Begehr, wirft auf das Steuerlasttier sich die ganze Meute und reißt sich um die gute Beute. Der Stolze leistet Gegenwehr, doch schwer verwundet sinkt er hin und seufzt im Sterben: »Das also ist mein Lohn? O trügerische Pracht! Der schlechten Hafer trug, entrinnt jetzt dem Verderben, und ich, ich sink' in Todes Nacht!« Da spricht zu ihm sein Freund, der gute: »Nicht immer ist ein hohes Amt ein Glück, das glaube mir! Wärst du, wie ich, ein armes Müllertier, lägst du nicht hier in deinem Blute.«