Gotthold Ephraim Lessing 5. Das Schaf und die Schwalbe Η χελιδων – επι τα νωτα των προβατων ιζανει, και αποσπα του μαλλου, και εντευθεν τοις εαυτης βρεφεσι το λεχος μαλακον εστρωσεν. »Die Schwalbe setzt sich auf den Rücken der Schafe, zupft Wolle und bereitet damit ihren Jungen das weiche Nest.« Aelianus lib. III. c. 24. Eine Schwalbe flog auf ein Schaf, ihm ein wenig Wolle, für ihr Nest, auszurupfen. Das Schaf sprang unwillig hin und wider. Wie bist du denn nur gegen mich so karg? sagte die Schwalbe. Dem Hirten erlaubst du, daß er dich deiner Wolle über und über entblößen darf, und mir verweigerst du eine kleine Flocke. Woher kömmt das? Das kömmt daher, antwortete das Schaf, weil du mir meine Wolle nicht mit ebenso guter Art zu nehmen weißt als der Hirte.