August Friedrich Langbein 1757 – 1855 Die Fahrt ins Heu Ein niedliches Mädel, ein junges Blut erkor sich ein Landmann zur Frau, doch war sie einem Soldaten gut und bat ihren Alten einst schlau, er sollte doch fahren ins Heu. Ei, dachte der Bauer, was fällt ihr denn ein? Sie hat mir etwas auf dem Rohr! Wart, wart! ich schirre die Rappen zum Schein und stelle mich hinter das Tor: Bald kam ein Reiter im Dörfchen herab, so nett wie ein Hofkavalier. Das Weiblein am Fenster ein Zeichen ihm gab und öffnete leise die Tür: Mein Mann ist gefahren ins Heu. Sie drückte den blühenden Buben ans Herz und gab ihm manch feurigen Kuß. Dem Bauer am Guckloch ward schwül bei dem Scherz, er sprengte die Tür mit dem Fuß: Ich bin nicht gefahren ins Heu! Der Reiter machte sich wie ein Dieb durch Fenster geschwind auf die Flucht; doch sie sprach bittend: Lieb Männchen vergib! Er hat mich in Ehren besucht, ich dachte, du führest ins Heu. Potz Hagel! und wär ich auch meilenweit gefahren ins Heu oder Gras, verbät ich, zum Henker! doch während der Zeit mir solchen verwetterten Spaß! Da fahre der Teufel ins Heu!