Fritz Reuter De Reis' nah Bellingen poetische Erzählung in niederdeutscher Mundart. Seinem verehrten Freunde, dem Herrn Dr. Grischow widmet die nachfolgenden Blätter als ein Zeichen aufrichtiger Verehrung der Verfasser Vorrede. (Am besten als Nachtisch zu serviren.) Nach Ivenack – kennt Einer meiner Leser Ivenack, diese liebliche, der Ruhe geweihte Oase in dem rings von Mühe und Arbeit durchfurchten Lande, die, einer schlummernden Najade gleich, sich auf grünender Au und blumiger Wiese gelagert hat, und ihr vom Laube tausendjähriger Eichen umkränztes Haupt in dem flüssigen Silber des Sees spiegelt? – Nun, Ihr mögt es kennen und mögt es auch lieben; mir aber ist es mehr, als es dem fremden Besucher sein kann. Für mich ist der Glanz des Sommermorgens, der sich darüber breitet, mit tausend goldenen Fäden der Erinnerung aus der Kindheit und Jugend durchwoben, Festtagserinnerungen, Ferienerinnerungen, die wie leuchtende Blumen aus dem Dunkel des Waldes mir entgegennicken und mit süßem Waldgesang in mein Herz ziehen: – Dahin – nach Ivenack – wollte ich meinen Freund K. führen; dort wollte, ich ein paar glückliche Stunden mit ihm verleben. Ach, wäre ich doch in bescheidener Genügsamkeit mit den wohlthuenden Eindrücken zufrieden gewesen, die eine idyllische Natur aus uns macht, hätten sich doch nicht noch andere Wünsche in mir geregt! – Der Mensch häuft Wunsch auf Wunsch, und wenn der erste wie ein bescheidener Halm in hoffnungsreichem Leben der Erfüllung entgegenwächst; so legt er neue darüber, die den zarten Keim erdrücken, und immer schwerer und lastender werden, bis ihn zuletzt ein öder Steinhaufen entgegenstarrt, dem keine Hoffnung mehr entsprießt. Ich hatte das Manuscript der nachfolgenden Blätter in der Tasche; das Vorlesen derselben sollte, so hoffte ich, den Genuß des Tages erhöhen. Ein schattiger Lagerplatz war bald gefunden; ich las und las; mein Freund ist ein guter Mensch, er hörte bis an’s Ende ruhig zu. – "Nun?" fragte ich, "Dein Urtheil, lieber K." – "Lieber Bruder," war die Antwort, "ich meine, wir wollen uns hier divertiren und nicht recensiren." – Dies war ein Urtheil. Ich wurde verstimmt. Wir gingen nun durch den Park und die Gärten; aus Morgenfrische war Mittagsgluth geworden; wir durchkrochen die dunstige Schwüle der Gewächshäuser und kehrten endlich müde und matt im Wirthshaus ein. Unser Mittagsmahl wurde schweigsam verzehrt, die Freude wollte nicht unter uns aufkommen, und endlich setzte ich mich mißmuthig in die Ecke eines Sophas. – "Du willst wohl schlafen?" fragte K. "Nun gut! Ich habe hier noch einen Bekannten aufzusuchen; also auf Wiedersehn!" – "Schön! Ich glaube zwar nicht; daß ich schlafen werde, sollte dies indessen der Fall sein, so wecke mich zur rechten Zeit." – "Das wird so leicht nicht sein," lachte K.; "in diesem Punkte kenne ich Dich." – "Nun, dann kennst Du von der Schule her ja auch das alte Mittel gegen Verschlafenheit," sagte ich, und Freund K. ging. Ich nahm ein Zeitungsblatt und beschäftigte mich im Anfange lebhaft mit der orientalischen Frage; darauf versenkte ich mich in die Lage Oesterreichs, namentlich, in seine Finanzen, und kam zu dem Schluß, daß selbige eine große Aehnlichkeit mit meinen eigenen Geldverhältnissen darboten, die darauf hinausliefen, daß die unklugen Menschen unsere beiderseitigen Werthpapiere nicht recht annehmen wollten. Ich versenkte mich immer tiefer in die öde Leere der österreichischen Haupt-Staats-Kasse und in die hungrig maulaufsperrenden Falten meines Portemonnaies, als ich im Nebenzimmer Stimmen hörte, die immer lauter wurden, bis endlich der Inhaber einer dieser Stimmen in das Zimmer trat, wo ich meinen tiefen Berechnungen und Plänen nachhing. Es war ein magerer, lang aufgeschossener Bursche mit langem Halse und langem Haar, bedeckt mit einer schwarzrothgold verbrämten Mütze; in der Hand trug er einen Ziegenhainer und hatte in seinem Wesen etwas Antediluvianisches, jetzt Untergegangenes, welches mich gerade zu interessiren anfing, als ein Zweiter eintrat, ein erbarmungswürdiges Subject, von einem zerrissenen Schlafrock umhüllt und von zerrissenen Pantoffeln getragen. Ein königlich preußischer Unteroffizier ging ihm zur Seite und stellte sich, als er sich setzte, hinter seinen Stuhl. Diesem Jammermanne folgte ein Dritter. Ein schlecht gezeichnetes Portrait, welches er unter dem Arme trug und mit welchem er zuweilen liebäugelte, bald das Bild, bald den Kopf wendend und drehend, ließ ihn als einen jener Unglücklichen erkennen, die sich schon an den untersten Stufen des Kunsttempels die Schienbeine wundgestoßen und Ursache haben, Gott zu danken, wenn sie noch Kraft genug besitzen, den einen vorwitzig gemachten Schritt zurückzuthun. Der Vierte war eine ganz andere bei Weitem wohlthuendere Erscheinung. Ein weißer Strohhut, ein Leinwandkittel, ein Paar wohlconditionirte Stulpenstiefel deckten seine Glieder, die in erquicklicher Fülle durch die Näthe zu platzen drohten und ‘Strom’ stand auf seinem rothen Gesichte geschrieben; ‘Strom’ las man quer über seine breiten Schultern! ‘Strom’ war die Etikette seiner breitwadigen Stulpen. Der folgende Fünfte zeigte schon nicht mehr die glückliche, zufriedene, in sich. selbst abgeschlossene Fülle des Vorhergehenden. In der Zunahme seiner körperlichen Ausdehnung war ein bedauerlicher Stillstand eingetreten. Der sorgenvolle Blick, den er bisweilen auf ein abgegriffenes Exemplar von Zumpt’s lateinischer Grammatik warf, der fadenscheinige; braune Oberrock, die in die Höhe gezogenen Mundwinkel deuteten auf den Schulmeister. Aus der sechsten und letzten Erscheinung war schlechterdings gar nichts zu machen; auf und hinter dieser Stirne schienen Räthsel zu lauern, deren Lösung mir zu schwer war. Als der Träger dieser Räthsel hereintrat, legte er die Cigarre weg und setzte sich schweigend an den Tisch, ernst, feierlich, als säße er in einem Collegium. Er war jedenfalls das bedeutendste Mitglied der Gesellschaft. Alle Eingetretenen kamen mir wie alte Bekannte vor, ich wußte, wie man zu sagen pflegt, sie nur nicht recht hinzubringen. Mich kannten Alle, wie aus der Anrede und aus der Art mich zu begrüßen deutlich herivorging: "Guten Morgen; alter Junge!" sagte der Student. – "Morgen, Morgen" rief der Maler. – "Gu’n Dag ok, Fritz Reuter," sagte der Oekonom. – "Wie befinden Sie sich?" setzte der Schulmeister hinzu. Selbst das bedauernswürdige Subject nickte mir mit matter Freundlichkeit einen Erkennungsgruß zu, und nur jenes räthselhafte, jedenfalls bedeutendste Mitglied der Gesellschaft machte mir eine jener indifferenten Verbeugungen, die man Fremden oder solchen Leuten zu widmen pflegt, mit denen man nicht gerne zu thun hat. – "Verehrtester, was haben Sie da?" fragte der Schulmeister, indem er auf den blauen Pappdeckel meines Manuscripts wies. – "Oh, nichts," war meine Antwort, die jedoch in solchem Tone gesprochen wurde, daß man sehr deutlich: ‘Oh, sehr viel!’ heraushören konnte "Gewiß wedder Läuschen un Rimels," sagte Strom. "Dei sall hei uns vörlesen," setzte er hinzu; und ohne mich weiter zu fragen, reihete sich die Gesellschaft als Auditorium um den Tisch; selbst jenes räthselhafte, jedenfalls bedeutendste Mitglied setzte sich und nahm die Miene eines aufmerksamen Zuhörers an, wenigstens in so weit es die eigenen, tiefen Gedanken zu gestatten schienen. Ich begann: "De Klock, de geiht: tick tack, tick tack..." – "Halt!" rief der vorlaute Bursche von Student, "das ist Nachahmung von Naturlauten und ich erinnere mich noch von der Schule. her, daß der Conrector sagte, das dürfe man nicht. Der Rector sagte einmal, das ‘Hurre, hurre, hopp, hopp, hopp!’ in Bürgers Leonore sei durchaus zu tadeln, und der Subrector sagte:..." – "Ih, wat," sagte Strom, "dorvon will’n wi nicks weiten? Les wider, Fritz Reuter!" – Ich las. – Nachdem ich einige Seiten vorgelesen hatte, rief Strom: "Holt mal ‘n beten still! De Sak ward lang. Will’n wie uns nich dortau ‘ne Buddel Rodwin köpen? Jeder schütt acht Gröschen tau, denn krig’n wi twei un dat gauden." Der Student griff in die Tasche und suchte und suchte; das bedauernswürdige Subject langte aus den Falten seines zerrissenen Schlafrocks eine getrocknete Commisbrodrinde hervor; der Maler erklärte, augenblicklich nicht bei Kasse zu sein; der Schulmeister holte statt eines Achtgroschenstücks eine unbezahlte Schneiderrechnung aus der Westentasche und das räthselhafte, jedenfalls bedeutendste Mitglied machte einen Diener, wie man ihn dem Klingbeutel zu machen pflegt und murmelte etwas von ‘Abschätzungscommission’ – ‘Erhöhung der Klassensteuer um ein Viertel usw. – "Na," sagte Strom, "Ji hewwt also All kein Geld, denn möt ick woll – pumpen –, denn ick heww ok nicks." Nachdem dies glücklich und mit vielem Geschick besorgt war, las ich weiter und las bis an’s Ende, klappte mein opus zu und sah umher, um meinen Triumph aus den Gesichtern zu lesen. – "Das ist lauter Unsinn!" rief der vorlaute Bengel von Student. "Der Conrector sagte ganz richtig, daß die plattdeutsche Sprache keines erhabenen Ausdrucks fähig sei. Dem Ganzen fehlt es an Schwung, an dichterischer Begeisterung. Da ist nichts Erhabenes! Nichts..." – "Ja," unterbrach ihn das bedauernswürdige Subject, "nichts von Frei..." – Schwapp! schlug ihn der Unteroffizier auf’s Maul: "Herr, Sie sind Königlich preußischer Staats- und Stubengefangener; ‘raus mit Ihnen aus die Gesellschaft!" Er fuhr mit ihm ab, der Student folgte. – "Abgesehen von dieser kleinen Störung," sagte der Maler, "so sehe ich in dem Ganzen keine Gruppirung, kein Colorit. Figuren und Handlungen stehen zu unmotivirt und grell nebeneinander, und jede der handelnden Personen ist verzeichnet und verzerrt." – "Ih, dat Anner," sagte Strom, "dat geiht woll; aewer mit de Köster-Dürt, dat hürt dor nich hen. Mit so ‘ne Köster-Dirn so vel Umstänn’ tau maken, dat lohnt sick ok noch!" – "Meine Herrn," sagte der Schulmeister, "Ihr gediegenes und eng umschriebenes Urtheil in allen Ehren, aber wenn hier Einer im Stande ist, eine Recension über dies Machwerk abzugeben, so bin ich es. Sehen Sie mich an! So wie ich hier sitze, habe ich die Töchter der gebildetsten Familien unserer sehr gebildeten Stadt in die deutsche Literatur und in die Poetik eingeführt, die Schönen gleichsam in den Tempel des Schönen geleitend: ich habe Verse machen lassen und habe deren selbst gemacht, und bin zu der Ueberzeugung gelangt, daß jedes wirkliche Kuntwerk a priori aus seiner Entstehungsart zu beurtheilen ist. Will ich etwas wirklich Schönes schaffen, dann nehme ich drei Bogen weißes Papier; auf den ersten notire ich mir Materialien, nichts als Materialien Alles bunt durcheinander, je krauser, je besser; auf dem zweiten mache ich Disposition, registrire, classificire unb subsummire Alles gehörig, und auf dem dritten arbeite ich es aus. Haben Sie Ihr Machwerk auf solche organische Weise entstehen lassen?" – "Nein, das nicht! Ich..." – "Nun mein Herr, dann ist’s auch kein Kunstwerk. Ich empfehle mich Ihnen." Damit ging er aus der Thür und folgte dem Maler und Oekonomen, die schon das Zimmer verlassen hatten – "Und Sie?" fragte ich das räthselhafte, jedenfalls bedeutendste Mitglied "Was sagen Sie zu meinen Gedichten?" – "Ich genehmige es," war die einfache Antwort. – "Sie billigen es in der Anlage des Ganzen und in der Ausführung der einzelnen Theile?" fragte ich weiter. – "Ich genehmige Alles." – "Sie schüttelten doch zuweilen, wie ich wohl bemerkt habe, mit dem Kopfe, als ich vorlas." – "Pure Angewohnheit! Und sollten auch wirklich einige Bedenken in mir aufgestiegen sein, so genehmige ich nachträglich." – "Das freuet mich außerordentlich. Noch erfreulicher ist es mir aber, die Bekanntschaft eines so geistreichen Mannes zu machen. Mit wem habe ich die Ehre...?" – "Sie kennen mich nicht?" – "Nein!" – "Auch die Andern nicht, die uns eben verlassen haben?" – "Auch die nicht; obgleich sie mir sehr bekannt vorkamen." – "Wir sind die Incarnationen Ihrer bedeutendsten Lebensphasen," war die ruhige Antwort. Ich stand wie vom Donner gerührt. So wenig kannte ich mich selbst, daß sogar die ausgeprägtesten, äußern Erscheinungen meines Lebens mir nur eine unbestimmte Ahnung erwecken konnten. Endlich zog Erscheinung nach Erscheinung noch einmal an meinem geistigen Auge vorüber. "Ja," rief ich, "ich sehe nun, mit den Andern hat es seine Richtigkeit; aber Sie, Sie?" und faßte den räthselhaften Fremden beim Kragen – "Ich," sagte er, indem er sich mit ruhiger Würde von meinem Griffe losmachte und einen Schritt zurücktrat, "ich bin die Verkörperung Ihrer jetzigen Bedeutung im Leben." Und dabei leuchtete ein tiefsinniger Ernst, ein Bewußtsein eigener Wichtigkeit von seinem Antlitze, daß es mich wie mit electrischen Schlägen durchzuckte, mir wie blendende Blitze vor den Augen niederfuhr und eine Ahnung in mir aufstieg, überwaltigend, riesengroß. "Dann sind Sie!..." rief ich von Entzücken erfaßt – "Was?" fragte er ruhig – "Dann sind Sie meine Incarnation..." rief ich in Begeisterung. – "Als was?" fragte er kühl. – "Als deutscher Dichter!", schrie ich, in’s Unendliche hinausgerissen. – "Oh, ne! Dieses weniger!" war die phlegmatische Antwort. "Verzeihen Sie. Nur als Treptower Philister und Stadtverordneter." – "Und darum," fragte ich tonlos, "darum haben Sie genehmigt?" – "Darum." – "Darum haben Sie nachträglich genehmigt?" – "Darum habe ich nachträglich genehmigt." – "Und der tiefsinnige Ernst auf Ihrem werthen Angesichte?" – "Ist nichts als der Ausdruck der schrecklichsten Langenweile." – Diese Enttäuschung war zu groß, so vom Stuhl auf bie Bank, so vom Pferd, und noch dazu vom Pegasus; auf den...! Mir war zu Muthe, als würde mir ein Glas Wasser über den Kopf gegossen. – Und richtig! So war’s auch! Ich war aus der Ecke des Sopha aufgesprungen und stand nun da im Wirthshauszimmer, wie der wolkensammelnde Zeus, wenn aus seinen ambrosischen Locken der triefende Segen auf die dürstende Erde rieselt. Mein Freund K. hatte die Art der Erweckung aus dem Schlafe von der Schule her buchstäblich genommen und stand jetzt lachend vor mir, der ich noch immer von Dichtern und Stadtverordneten faselte und mich nicht aus den erregenden Phantasien des Traums in die calmirenden Wirkungen einer kühlen Realität hinein finden konnte Endlich war die fieberhafte Gluth des Gehirns durch das Glas Wasser so weit gelöscht, daß ich vernünftig über der Königin Mab neckisches Spiel berichten konnte. Die Erzählung meiner Traum-Erlebnisse rief wieder das heitere Gelächter meines Freundes hervor, als er aber sah, daß die Ausbrüche seiner Heiterkeit mir anfingen, empfindlich zu werden, klopfte er mich auf die Schulter und sagte: "Mein Junge, ich hätte Dich für klüger gehalten; ich hätte geglaubt, daß Du in keiner Weise Dichter-Ideen nachhingest, selbst nicht einmal im Traume. Du hast da vor einiger Zeit ein Buch voll kleiner Geschichten herausgegeben, ‘Läuschen un Rimels’, – weißt Du, Du hast damit Manchem eine frohe Stunde gemacht, und ich selbst habe über einige der Schnurren recht herzlich gelacht. Die Recensenten waren freundlich genug, Dich nicht arg mitzunehmen und das Publikum gütig genug; Deine – nun, wie sage ich nur gleich? – gereimten Läppereien zu kaufen; was hat dies aber Alles mit der Poesie zu thun? Sei ja zufrieden; wenn man den Inhalt Deines Manuscriptes, das Du so breitspurig mit Dir herumträgst, mit derselben Nachsicht aufnimmt; und wenn Du kein Dichter sein kannst, so sorge wenigstens dafür, daß man Dich ferner für einen passabel vernünftigen Menschen halten kann." Das war sehr offenherzig; aber wie es mir vorkam, sehr wenig liebreich geredet. – Wir machten uns auf den Heimweg und, gestehe ich es nur, ich war sehr mißmuthig. Als wir an die Stelle kamen, wo der Weg nach M. von meinem Wege abzweigt, nahmen wir etwas kühl Abschied von einander. Allein mit meinem Verdrusse, war ich schon eine Strecke fortgewandert, als ein lautes Rufen mich umkehren machte; ich ging zurück. K. kam mir entgegen und als er nahe genug war, um sich mir verständlich zu machen, rief er mir zu: "Fritz Reuter, häud’ Di vör de Inbillung! De Inbillung is düller as de Pestilenz." – "Nun," rief ich zurück, "wenn in dem ganzen Dinge nichts von Poesie zu finden sein sollte, so soll doch wenigstens auf dem Titelblatte etwas davon zu lesen sein; ich werde es ‘poetische Erzählung’ nennen." Treptow, 1855. Fritz Reuter. Kapittel 1. Wo de Burrkäwer burren ded. Un wo ‘t oll Swart mit Witten aewerläd’. De Klock, de geiht: tick tack, tick tack; Oll Bur Swart, de rokt Toback Hei denkt noch an de Plumm’ un Klüt, De Mutter em as Pingstdagskost Tau ‘m Middageten gewen hüt; Hei denkt noch an den Wollgesmack, Un wo s’ em slogen schön tau Bost, – De Klock, de geiht: tick tack, tick tack. – Hei hett ‘ne Pip sick angebött Un hett sick in den Lehnstaul sett’t, Dor simmelirt hei nu un rauht, Dor sitt hei un un aderkaut. De leiwe Sünn kickt dörch be Ruten, Sei schint so heit in ‘t Timmers ‘rin, Kein Spirken Luft, dat rögt sick buten; Oll Swarten ward so mäud’ tau Sinn, Dat is so still, as in en Sack. – De Klock, de geiht: tick tack, tick tack. – De Knechts un Dirns, de heww’n tau ‘t Fest De Stuw’ mit Mai utputzt up ‘t Best, Burrkäwers heww’n s’ mit ‘rinne dragen, De sünd nu in de Stuw ‘rüm flagen; Un unner ‘n Aben liggt oll Strom, De snorkt un pust un güns’t in ‘n Drom De swarte Kater spinnt un snurrt; De Klock, de tickt; de Käwer burrt; De Bur, de nickt, hei stütt’t de Back; De Klock, de geiht: tick tack, tick tack. Un as dat nickt, un as dat tickt, Un as dat brummt, un as dat snurrt, Un as dat summt, un as dat burrt, Un as dat snorkt, dunn wohrt ‘t nich lang, Dunn örgelt Swart dor ok mit mang, Bet in sin leiwes Angesicht En ollen dwatschen Käwer flüggt Un sett’t sick up sin Näsenspitz. Na, eigentlich was ‘t keine Spitz, Dat was so ‘n Ding, so as so ‘n Knop. Na, as de Käwer desen drop, Gung hei dor up un af spatziren Un fung dor an herümmer tau exiren. För em was dat twors sihr plesirlich, Doch Swarten würd’ dat sihr schanirlich, Hei sned’ de grüglichsten Gesichter. Un mit dat Mul dat Trecken krigt ‘e Bet sick de Käwer fängt an uptaurichten Un an tau wuppen mit de Flüchten Un nah den Kater ‘raewer flüggt, Un wedder grad’ in dat Gesicht, Un von den Kater nah den Hund, – Denn’ flustert hei wat in de Uhren – Von Stromen wedder nah den Buren, So makt hei ümmer tau de Rund’ As wull hei s’ atlltausam vexiren, Un deiht sick köstlich verlustiren. De Kater snurrt, de Hund, de gnurrt, De Bur, de murrt, de Käwer burrt; – So geiht dat furt en Stund’ner drei, Bet wedder Swart is an de Reih Un wedder mal Gesichter snitt, Dunn kümmt herin sin Nahwer Witt: "Gu’n Dag ok, Vadder! Na? Wo is ‘t? Ick wull mal fragen, ob Du einig büst." "Je, Vadder Witt, dat ‘s so un so." "Ja,Vadder Swart, dat segg ick jo. Ick wull man fragen, ob Du Di besunn’n." "Je,Vadder, süh! Ick will Di seggen, Ick ded ‘t mi orndlich aewerleggen. Ick sitt hir all drei klockenige Stunn’n: Sid dat ick heww tau Middag eten, Heww ick all ümmer tau hir seten Un heww doraewer grübelirt." "Na, hür! Ick glöw, am besten wir ‘t, Wi sett’ten uns en beten dal Un aewerläden ‘t uns noch mal." So makten sick de beiden Ollen Ehr Pipen wedder an up ‘t Frisch, Un sett’ten sick genaewer an den Disch, Üm noch mal weisen Rath tau hollen; Un keken beid’ in einen Pott herin, De vör ehr up den Disch just stünn. Un nu gung ‘t los: "Dat is so, as dat is." "Ja, Vadder Swart; dat is gewiß." "Je,Vadder Witt, wer kann dat weiten?" "Ja, dat sünd so Verlegenheiten." "‘T sünd eklichte Verdreitlichkeiten." "Dat heww ick ümmer seggt, wi kam’n dormit tau backen." "Ih,Vadder Witt, wat helpt dat Snacken? Wat möt, dat möt, dat treckt sick Allens t’recht." "Ja, Vadder Swart, dat heww ick ümmer seggt." "Je, will’n wi ‘t noch beslapen bet up morr’n?" "Ih, Vadder Swart, ick denk, wi sünd in’t Rein." "Ja, Vadder Witt, so as ick ‘t in kann seihn, Denn sünd wi uns nu einig worr’n, So as de Amtmann seggt: ‘in dieser Hinsicht’." "Ja, dit is ok min beste Insicht." "Na, afgemakt! Un ‘t bliwwt gewiß!" "Na,Vadder Swart, na denn adjüs! Dat höll doch ganz verdeuwelt swer!" Dunn keken s’ ut den Pott herut Un pusten ehre Pipen ut Un Witt gung ‘rute ut de Dör. Doch as hei weg, dor föllt dat Swarten in, Dat hei doch sihr vörilig wesen künn: Hei ritt dat Finster up un röppt den Annern tau: "Wat meinst Du, wenn wi ‘t ok uns’ Mutters säden Un dat mit de noch mal eins aewerläden?" "Ja, Vadder Swart" seggt Witt, "dat dauh, Sei leten uns jo doch kein Rauh." Kapittel 2. Wo Swart sin Mutters dat verkloren deiht, un wo de Ollsch ehr Staul ehr würd’ tau heit. As Mutter Swartsch tau Hus was kamen, – Sei was in ‘t Dörp herümmner daes’t Un was en beten nahwern west, – Dunn würd’ de Sak denn wedder vörgenamen. "Na, Mutter, sett Di dal!" seggt Swart, "Wo hett de Deuwel Di ‘rümmer kart? Ick möt mi hir den Kopp terbreken! Un Du büst ümmer nich tau spreken!" "Je Vadder, süh!..." "Ei wat! Ick will nicks weiten Dat sünd man luter Daemlichkeiten! Ick möt hir sitten un mi afstrapziren, Un Du geihst ‘rüm in ‘t Dörp spatziren! Wo? Meinst Du, dat mi de Gedanken Un de Insichten up den Puckel wassen?" "Ick gung man just dat Dorp entlanken. Du hest ok stets wat uptaupassen!" "Ei wat! As wenn ‘ck ‘t nich beter wüßt! De ganze Kram het sinen Schick nich! Süh, ick will dat, wat Du ok willst, Un dat, wat Du willst, dat will ick nich: Süh, Du willst Herr in ‘n Hus’ hir sin, Un noch mein ick, dat ick dat bün. Nu settst Di dal un makst mi kein’n Spermang Un hürst hübsch tau, wat ick Di segg, Un kohlst mi nich in Einen weg Mit Dinen dummen Draehnsnack mang; Ick will Di nu mal wat verkloren. – Ick heww nu all sid lange Johren Dagdäglich d’raewer rumenirt, Un af mi äxtert as en Pird, Wat ut den Jungen warden sall Bedenk doch wal, wat helpt dat All, Wat helpt de Krami uns alltauhopen, Wenn hei deiht in de Welt ‘rümlopen So dumm un daesig as en Swin; D’rüm heww ick dat bi mi beslaten, Ick will den Jungen reisen laten, Un twors tau ‘m irsten nah Berlin. Un benn nah Belligen, un dor Sall bliwen hei denn en por Johr:" "Ih wo? Wo hei kein Minschenkind deiht kenn’n?" "Holl ‘t Mul! Ick bün noch nich tau Enn’! – Süh, up den sapperlotischen Verein Tau Güstrow giwwt dat klauke Herrn, Un in de Wirthschaft nich allein Un nich allein up ‘t Klutenpedd’n, Sei weiten mit Gelihrsamkeit Un mit de Bäuker ok Bescheid. Süh, de heww’n mi un Nahwer Witten Dat dütlich utenanner sett’t: Wenn Einer einen Jungen hett Un lett em achter ‘n Aben siten Un dor mulapen so as süs, Dat dat en groten Schapskopp is. ‘Ne!’ säden s’, das muß anners werr’n! Was dücht’ge Bauersöhne sein, Das muß nach Belligen hinein Un muß die höh’re Wirthschaft lern’n Die Wirthschaft wär da sehr vorzüglich Wo kann das länger assistiren, Daß sie hier noch, wie süs tau Tiden Herürmme aasen dauhn? Wo wär das müglich?’ Un ick säd’: Witt, wo dücht Di dit? Na, säd’ min Witt, na, Min sall mit. Ja, säd ‘ck, wenn ok de Deuwel achter sitt, Ok min oll daemlich Jung sall mit. Un nu hest hürt, nu weitst Bescheid, Nu höllst Din Mul, ick will nicks wider hüren." Oll Swartsch, de würd’ ehr Staul tau heit, Sei fung nu an, d’rup ‘rüm tau schüren, Sei satt, as set s’ up Häkeltinnen, Sei künn in ‘t Swigen sick nich finnen; Mit einmal aber böst sei los: "Wo? Ih! Ne! Dit wir doch curjos! Wo? Ick ded’ mi jo schön vermeiden! Du willst mi hir de Mund verbeiden? Ick sall vör Di dat Mul hir hollen? Ick sall nich reden? Vör so ‘n ollen Entfamten Voßkopp sall ick swigen? Wo? Du sallst jo dat Weder krigen!" Un nu fung s’ an, den Ollen aftaukappen, Un nu gung ‘t los in einen Athen, Grad’ as wenn Einer Bir deiht tappens Un von de Tunn herunne laten So stört verdull in Hast un Wuth De Red’ ehr ut dat Spundlock ‘rut. De Oll satt dor un follt de Hänn’, Un wenn hei dacht: nu is s’ tau Enn’, Denn wull sei grad’ sick man verpusten, Um düller wedder los tau prusten, "Wo? Dat unmünnig Kind wullst Du up Reisen schicken Ick glöw wahrhaftig, dat dat dortau kem, Ick glöw wahrhaftig, dat Du ‘t ded’st, wenn ick em Nich unner mine Flüchten nem. Min Jung! Min Fritz! Verluren wir ‘e! Wo hest Du denn noch ann’re Kinner? Du olle Daeskopp, olle Sünner! Du olle, grise Nägenmüre!" "Ih, Mutter, giww Di doch taufreden, Swig endlich mal un lat dat Reden! Süh, wenn dat ok en Beten kost’t, So will ick dat doch girn anwenn’n. Hei is doch ok kein Kind nich mihr am Enn’, Hei hett vör ‘n Johr doch ok all loßt. Wo süll hei denn tau Schaden kamen? Hei un Corl Witt, de reisen jo tausamen." "Corl Witt? Je de! Wat ward de nütz? Ein Schap, dat sall dat anner möten! Dat ‘s just so ‘n Kind noch as uns Fritz: Ji ward sei beid’ in ‘t Unglück stöten." "Na, Mutter, endlich holl de Mund! Nu ward de Sak mi doch tau bunt. Wenn ‘t denn nich anners is, denn möt Ick woll mi sülwsten tüschen leggen. Du sallst doch länger nu nich seggen, Dat ick min Kind in ‘t Unglück stöt; Ick sülwsten bring de Jungens hen, Ick reis’ mit ehr nah Belligen." "Na, dat wir schön! Wo lang’ würd ‘t wohren, Denn grepen up Jug de Schandoren, Denn hadden Di de Landhusoren Mit sammt min ollen leiwen Jungen Un Corln un den Nahwer Witten As Vagelbunten ingefungen Un leten Jug en Strämel sitten." "Ih wo! Ick lat en Paß mi schriwen." "Je, Du un Paß! Dat lat man bliwen, Du hest jo gor kein orndlich Snut Un sühst all vel tau ruwwrig ut. Sei warden keinen Paß Di gewen, För so ‘n Ort ward – kein Paß nich schrewen, Un denn weitst Du jo nich einmal Bescheid, Wo ‘t nah ‘t oll Dings hengahen deiht; Du weitst jo nich mal wo un wenn." "Ih Mutter, dor frag’ ick mi hen. Un nu is ‘t ut! Nu red’ mi nicks mihr vör, Din olle Päpermaehl süs still ick Ick will! Un wenn ick will, denn will ick!" Un dormit gung hei ‘rute ut de Dör Un graden Wegs nah Nahwer Witten. Na, de müßt ok just mit sin Mutters sitten Un hadd’ dat sülw’ge Thema vör, Un hadd’ en Stand, en rechten harten, Un ‘t gung em just as Nahwer Swarten. "Je, Min, de will sick nich bequemen, Sei deiht sick üm den Jungen grämen." "Ih, Vaddersching," seggt Swart. "Ih, heww Di doch nich so! Un heww Di doch nich so perdollsch! De Jungs, de kamen wedder jo. Un nu gah ‘rüm nah mine Ollsch, Un schellt denn ‘n Beten up den Ollen, Un rort denn, wat dat Tüg will hollen." Kapittel 3. Wo Swartsch un Wittsch nu rorten beib’ verdull, Un blot de daemlich Jung’ nich roren wull Oll Wittsch, de gung, un Swartsch empfung Sei mit de Schört vör dat Gesicht, Un stunn un rung, un stunn un wrung De Hänn’, as würd’ sei morgen richt’t. Wo lang’ süll dat denn nu woll wohren, Dunn fung oll Wittsch ok an tau roren. Ümschichtig rorten s’, klagten sei, Ümschichtig red’ten s’, fragten sei, Ümschichtig in de Hänn’ sei slogen, Ümschichtig drögten s’ sick de Ogen; Doch wenn tau dull mal würd’ de Gram, Denn schregen s’ beid’ ok mal tausam: "Oh, Vaddersching! Oh, Vaddersching! Wo sall dit ward’n? Wo sall dit ward’n?" "Oh, Nahwersching! Oh, Nahwersching! Wenn wi ‘t doch aeverstahn irst hadden!" "Nu, dat hei fri von de Soldaten; Nu, dat hei grad’ sick fri müßt loosen!" "Ick heww em just sös Hemden maken laten Un denn de nigen blagen Hosen!" "Un min, de kreg den nigen Rock. Un nu nah Belligen, nah dat verfluchte Lock!" "Min leiwes Duking, weitst Du denn Nich, wo ‘t oll Wesen liggen deiht?" "Je, Vaddersch, je, wer dat woll weit? Wid is ‘t, is gor tau wid dorhen, Un gruglich Volk ward dor woll wahnen, Wenn ick d’ran denk, ward mi all gräsen." "Dor warden woll Spitzbauben wesen Un Wülw’ un de oll Iserbahnen." "Ja, ‘t is en Grugel un ‘ne Schann’!" "Künn’n sei de Jungs denn hir tau Lann’ Nich up de hogen Schaulen schicken? Tau Criwitz heww ick noch en Vetter...." "Dat seggst Du woll! Süh, min oll Dunnerwetter, Süh, de oll Kirl hett so ‘ne Nücken, De hett de ganze Sak anrührt, Un Dinen hett hei mit verführt. Se willen sülwsten mit nah Polen un Tirolen, Un in dat Land herüm karjolen Un up de Landstrat ‘rümmer ströpen Un ehr Mulapen dor verköpen!" "Na, aewerst, Vaddersch, hür mal denn...." "Na, Nahwersching, ick segg Di, wenn Nu helpt uns dat nich mihr, nu möt wi s’ laten; Sei heww’n ‘t tau fast sick vörgenamen, Doch wenn s’ an ‘t Hus sünd wedder kamen, Denn will wi s’ krigen, will wi s’ faten!" "Un in den sapperlotischen Verein Dor sall min Kirl nich wedder ‘rinne; Hei sall nich ‘rin! Ick will ‘t mal seihn; Denn ick bün Mutter von de Kinner!" "Nu aewerst lat de Saken rauhn. Nu nicks geseggt! Dat is am besten. Doch wenn sei wedder kamen dauhn, Denn will wi sei mal orndlich fösten, Denn gelt uns’ Schilling up den Mark, Denn will w’ ehr wisen, wat ‘ne Hark!" – As sei dit so sick vörgenamen Un sick dorup so prekafirt, Dunn müßt uns’ Fritz just ‘rinner kamen – So in den Schummerabend wir ‘t. – Hei was en beten nahwern gahns Un hadd’ just eben mit de Köster-Dürt En beten in den Goren stahn, Un hadden sick de Bicht verhürt, Un hadden ‘t endlich fast beslaten, Sei wull’n nich von enanner laten, Un wenn hei irst de Hauw’ würd’ krigen, Denn wull uns’ Fritz sin Dürten frigen, Wat ok sin beiden Ollen säden Un sick ok up den Jügstock läden. Denn Mutter Swartsch, de wull nich ‘ranne Un snackt sei ümmer utenanner. Twors künn sei dat dörchut nich striden, Dat Dürten smuck von Anseihn wir, Doch blot dat Frigen wull s’ nich liden, Denn gung s’ gefährlichen tau Kihr. De Dirn, de wir ehr doch tau nakt! Twors wir s’ mit Bildung sihr behaft, In ‘t Snidern hadd s’ ‘ne Meisterschaft; Sei hadd’ ehr nige Mäntel makt, Doch frigen? Ne! Dat süll nich gellen. Un wenn s’ sick up den. Kopp süll stellen, De Dirn, de wir ehr doch tau nakt! Un wenn ehr Fritz wull vörnehm frigen, Denn künn hei noch ganz Ann’re krigen; Dor wir oll Kopmann Hahnen sin, Un denn den Gastwirth sin Kesin, De sick nu mit den Schriwer strakt. De Köster-Dirn, de wir ehr doch tau nakt! Na, Fritz kamm recht vergnäugt herin, Recht upgekratzt in sinen Sinn; Dat hei mit Dürten in de Reih, Un einig worden hei un sei; Un grifflacht sick so innerlich. Oll Swartsch, de sach ‘t, un tau em säd’ s’: "Du lachst, min Saehn, oh lach Du nich! Tau ‘t Lachen is kein Grund up Städ’s, Wenn ick dat Di blot dauh berichten." "Ja," säd’ oll Wittsch, "‘t sünd grugliche Geschichten!" Un nu fung Mutter an, em tau vertellens Un mankedörch up ehren Oll’n tau schellen, Wat dat för ‘n Kirl ded’ sin, wat för en slichten! Un Allens ded’ sei em verkloren Un meint, hei müßt nu maeglich roren; Doch Fritz, de dacht blot an den Goren, Wo hei dur mit sin Dürten stünn. Hei hadd’ mit ‘t halwe Uhr man hürt Un dacht noch ümmer an sin Dürt, Un haegte sick in sinen Sinn. "Ne! Nahwersching! Wat möt ‘ck mi bosen! Wat heww ‘ck för ‘n Jung’n, wat för ‘n gottlosen!" Rep Swartsch. "Dor sitt hei nu un grint Wat rorst Du nich, Du dumme Klas? Meinst Du villicht, dat ick man spaß? Wat is ‘t, wat lächerlich Di schint? Dor sitt de dumme Hans un lacht; Un ick müggt bläud’ge Thranen rohren!" Doch Fritz noch an sin Dürten dacht Un dacht noch ümmer an den Goren, Un de verdammte Jung, de wull nich roren. Na, nu fung Swartsch denn wedder an tau hulen Un fung mit Fritzen an tau mulen, Bet dat de Oll kamm ‘rinnes in de Dör Un Mutter Wittsch "gu’n Nacht ok" säd’, Un Jeder sick tau Bedd’ nu läd’. – De Ollsch, de brömtes grugeliche Saken: Drei grote Kirls mit lange Bör, Un aewer ‘n Kopp en wittes Laken, De föllen aewer Fritzen her Un nemen em de nige, blage Hos’; Un saeben Wülw’, de fohrten up em los Un freten em bet up de Knaken, Un de verdammte Jung wull doch nich roren. Oll Swarten drömte von Schandoren, Wo s’ up de Landstrat em verhürt, De Arm em up den Puckel snürt Un in en düster Lock em ‘rin spedirt; Un Fritzen drömt non Köster-Dürt. Kapittel 4. Wat in den Paß Castrater Snabel schriwwt Un wo vel Moden, dat dat giwwt Den annern Morgen maken Swart un Witt – Ok Fritz un Corl, de möten mit – Tau rechter Tid sick up de Salen, Üm sick von ‘t Amt en Paß tau halen, – En Paß in ‘s Ausland’ nennt en dit För denn’ sei sößteihn Gröschen tahlen. Unn dunn güng ‘t glik nah Hus mit ehren Paß, Wil Nahwer Swart de Meinung was, Dat ehre Reis’ hadd’ grote Il, Un sei nich länger künnen täuwen. "Denn süs," säd’ hei, "künmmt Mutter wedder mang!" Un Fritz un Corl, de deden mitdewil Sick up ‘t Zigarrenroken äuwen, Un makten gruglichen Gestank. – Kum dat oll Swart bi Muttern was, Dunn säd’ hei’ "Süh, dor is de Paß, Un ick stah heil un deil dorin. Du säd’st, sei würd’n mi keinen gewen, För so ‘n Ort würd’ kein Paß nich schrewen." "Dat mag ok ‘n schön oll Ding woll sin!" "Na, Fritz, min Saehn, kumm hir mal her Un les uns doch den Paß mal vör. Dat Irst, wat baben steiht, dat lat man wesen, Dat von min Utsicht möst Du lesen." Fritz les’s nu: "Groß: fünf Fuß und einen Zoll." "Ja, dat deiht stimmen," säd’ de Oll, "Sihr grot bün ick just nich, indeß Kann klaftern ick en Faut’ner sös." "Statur: sehr c-o-r, cor, p-u, pu, corpu, l-e-n-t, lent, corpulent." "Ih, ne! Min Saehn, so is dat nich, ‘Corpulent’ das is kein Wurt jo nich, Dat sall woll heiten ‘sihr cumplett’, Wil dat ‘t en beten breit mi lett, So recht vullstännig, as en ‘t nennt." "Ne, Vader, hir steiht ‘corpulent’." "Na ‘t schadt em nich, dat mag woll hochdütsch wesen, Wil ‘t de Castrater schrewen hett, Doch plattdütsch heit dat: sihr cumplett. Dat kennt denn nu nich so ‘n Castrater. Un nu dauh Du man wider lesen." "Und graue Augen, rothe Haare hat er...." "Dat strid’ ick nich. Ja, dat is wohr; Ganz richtig is ‘t nich mit min Hor, Doch ganz voßroth, dat sünd sei nich, Sei sünd so ‘n beten gellerich." "Ih! Vader, dat süht jedes Kind Dat Ji en richt’gen Voßkopp sünd." "Wo? Ick glöw gor! Wat nimmst Du Di in ‘n Sinn Kik leiwer in den Paß herin!" "Der Mund sehr groß, die Nase klein..." "Ih, dor möt ‘ck doch in ‘t Speigel seihn. Ick heww stets glöwt, ick hadd ‘ne staatsche Näs’, Un dat sei hadd’ en netten Schick. Na, wat s’ nich in de Läng’, dat hett sei in de Dick. Jung, lat dat Lachen sin un les’!" "Besondere Kennzeichen: Sein Gesicht Ist voll von Sommersprossen und ist dicht Mit Blatternarben übersä’t, Sieht aus, als wär ‘s zusammengenäh’t: Es hat ‘ne bläuliche Couleur, Un beide Augen stehn verquer." "Wo? dat steiht dor? Steiht in den Paß?" "Ja woll, hir steiht ‘t: Ji kikt verdwas." "Un ick seg’ blag ut von Kalür?" "Ja, Vader, ja! So steiht dat hir." "Seg’ ut, as wir ‘ck tausamen neiht?" "Ja, Vader, kikt! Kikt hir! Hir steiht ‘t." "Wo? Dat is jo doch miserabel, Dat hadd’ ick doch meindag nich dacht, Dat mi de Herr Castrater Snabel So wat würd’ in den Paß ‘rin schriwen As wir ick as Ruklas getacht. Ick hadd’ mi dat fast vörgenamen, Nu aewer lat ick dat hübsch bliwen, – So drad’ ick wedder t’rügg wir kamen Denn hadd’ ick em soglik besöcht Un hadd’ en fettes Kalw em bröcht, Denn wat hei süs dor ‘rinne sett’t, Von Näs’ un Mul un von min Grött, Dor bün ick innerstahn mit Allen, Un dat von ‘corpulent’, dat kunn mi sihr gefallen." "Na," säd’ de Ollsch, "heww ick ‘t nich seggt? – Nu, Fritz, min Saehn, nu sett Di dal Un schriw den Paß mi as noch mal, Un wenn Du mit dat Schriwen t’recht, Denn giww mi mal de Afschrift her, Denn will ick s’ mi verglasen laten Un in ‘n gullen Rahm mi faten Un s’ mi denn hängen aew’r ‘e Dör; Dormit dat ick doch ümmer weit, Wenn Vader mal up Reisen geiht, Wo hei getacht, un wo ‘t ein lett, Denn heww ick doch sin Purterett!" Nu würd’ de Oll denn aewerst arg; De Hor, de stegen em tau Barg, Un mit de Ogen kreg hei ‘t Scheiten: "Wo? Du willst mi hir noch wat weiten? Un willst noch up min Utsicht spitzen? Süh, nu is ‘t ut! Nu is dat rein vörbi! Nu aewerst, Mutter, segg ick Di, Süh, morgen früh sitt ick mit Fritzen Un mit den Nahwer un Corl Witten Tau ‘t Reisen p’rat up minen Wagen, Un Du kannst denn allein hir sitten, Un kannst Di wat mit Füsten slagen Un kannst hir sitten Müggen gripen. Un nu geihst hen un packst uns in, Wat tau de Reis’ deiht nödig sin, Un steckst uns gaud wat in de Kipen." Un somit gung hei ‘rute ut de Dör Un sprok bi Nahwer Witten vör. As hei dor ‘rinne kamm, wat kreg hei dor tau seihn! Em was, as ded’ de Ap em lusen: "Wo Dunner! Ne! Nu seih mal Ein! Jung, segg! Wat makst Du dor för Flusen? Ne! So wat lewt nich up de Welt!" Corl Witt hadd’ up den Disch sick stellt Un stunn un kek in ‘t Speigelglas Mit sine groten blagen Külpen; Hei höll sin Bein bald grad’ un bald verdwas Un kek bald hinn’n un kek bald vör Nah sine nigen, gelen Stülpen Un nah de gele, leddern Büx, Wo em dat beinwarts laten ded’. In sine Hor hadd’ Talg hei smert, Un mit de schönste Stäwelwichs Hadd hei den Bort sick ingetheert, De Arm in beide Siden stemmt, Un mang de Tähn’ ‘ne Ros’ geklemmt; So stunn hei dor in vullen Staat Un wull doch seihn, wo em dat let. Na, Allens was so, as dat möt: So was hei tau de Reis’ parat, Was mit sin Utsicht sihr taufreden; So kunn hei tau Berlin uptreden. As Nahwer Swart dor noch so steiht Un sick des Dod’s verwunnern deiht, Dunn kümmt de Köster ringetreden, Un ok uns’ Vadder Witt kümmt mit. "Ne! Kinner, Lüd’! Ne! Kamt un seiht, Wo hett de Jung sick ‘ruter munstert! Ne! Kinner, Lüd’! Wo lett em dit!" "Je, Vadder," seggt oll Witt un schmunstert, "Je, Vadder, segg, lett em ‘t nich nett? Hett de sick nich mal ‘ruter mutert? Ne! As so ‘n Grafen just em lett ‘t, Wenn hei den witten Haut upsett’t, Denn’ hei sick von den Snider schutert." "Ja," seggt de Köster, "ja, das muß ich eingestehn, Er hätt sich schön cultivisirt Und sich recht nobel ‘raus gekonstruirt, Un kann all Dag’ auf Reisen gehn. Seht von die Mod’, da red’ ich man, Un ‘s is man, daß ich davon sag’, So zum Exempel nur: die Mod’ wär’ blag, Un Einer zög’ was Gräunes an, Stimmt das mit die Verhältniss’ dann? Nich wohr? Das stimmt man herzlich slecht?" "Ja," seggt oll Swart, "dor hest Du Recht." "Ja," seggt oll Witt, "dat is gewiß." "Nich wohr! – Ich sag’ man, was so is, Ich sag’ nich, daß mich das geföhl. Zum Beispiel man: de Mod wär’ gel, Un nu wullt Corl sich rode Hosen kaufen, In rode Stülpen ‘rümmer laufen, Wo? Wär’ denn das woll angenehm? Nich wohr? – Ich sag’ man, was so is." "Ja," seggt oll Swart, "ja, dat ‘s andem." "Ja," seggt oll Witt, "dat is gewiß." "Un Mod’ is Mod’, un wenn’s kein Mod’ nich is, Denn kann das all mein Dag’ nich gellen, Man müggt auch up den Kopp sich stellen. Drei Moden giebt ‘s man eigentlich, Wonach man sich thut richten müssen – Das and’re. sünd kein Moden nich – Die blag’, die gel’ un denn die rod’." "Na, Köster, segg mal up ‘t Gewissen," Seggt Witt, "is Corl woll in de Mod’? – Corl! Hür, min Saehn, kumm hir mal her, Un stell Di mal den Köster vör. – Nu, Köster, antwurt up min Frag’." "Das Halsdauk roth, der Rock is blag, Die Hosen gel: das stimmt, stimmt in die Daht, Un hat den richtigen Versat. Gevatter Witt, ich wüßt nicks wider, Das Einzigst wär’ noch Vatermürder." "Ja," seggt oll Swart, "süh, dorin hett hei Recht, Ja, Nahwer Witt, dat heww ick ümmer seggt, Dat lett wonah mit so ‘n witten Kragen, Un Fritz sall ok so ‘n Dinger dragen." Kapittel 5. Wo Fritz un Dürten stunn’n tausamen, Un wo sei hewwen Afscheid namen. Fritz stunn derwilen in den Goren Un smäustert sick mit Köster-Dürt. Sei fung gefährlich an tau roren, As sei von sine Reis’ hadd hürt. Dat arme Worm würd’ sick so grämen, Dat sine Reis’ so lange wohrt, Un wenn uns’ Fritz sick nich ded’ schämen, Denn hadd’ hei lud’hals’ mit ehr rort. Hei würd’ so rundting sei ümfaten: "Min leiw lütt Dürt, wo geiht uns dit! Du möst dat olle Roren laten, Ick bring’ Di ok wat Schönes mit." "Oh, Fritz, wo süll ick doran denken, Wenn rein dat Hart mi breken will? Wat frag’ ick vel nah de Geschenken! Ick weit nich, wo ick dat woll süll." Fritz was en Taps un unmanirlich – Dat ick ‘t möt seggen, deiht mi weih – De Jung was nich en Spirken zirlich, Un föll ok gor nich up de Knei. Hei swürs ok nich bi Höll un Himmel, Sin Seel ehr tau bi Man un Sünn. Worüm? Nu, wil hei was en Lümmel, Un wil hei ‘t beter nich verstünn. Hei strek so sachting ehr de Backen, Kek in ehr Og’, von Weinen roth, Un slog den Arm ehr üm den Nacken Un tog sei sacht up sinen Schot. "Min leiw, lütt Dürten, lat dat Roren. Dü säd’st tau mi, dat Du mi leiwst; Un wenn dat ok noch lang’ süll wohren, Du säd’st, dat Du doch up mi täuwst. Un dat sall denn so lang’ nich duren; Twei Johr, dat is ‘ne korte Tid. Denn hett ‘t sin Endschaft mit dat Truren. Ick drück Di an min Hart, as hüt. Ick kam, un wenn ick kam eins wedder Denn kümmt uns’ Sak tau’m rechten Sluß." Un somit bögte hei sick nedder Un gaww ehr einen letzten Kuß. "Adjüs! Un Gott mag Di behäuden!" Dor stunn hei up; dor gung hei hen, – Ach wo würd’ swor em doch dat Scheiden! – Un kek taurügg mal denn un wenn. Doch in sin Hart, dor was dat Himmel Bi all den Gram un all de Trur, Un ‘t was doch eig’ntlich man en Lümmel, Un ‘t was doch man en dummen Bur. – Un Dürten let ehr Thranen fleiten, Un ‘t was doch man so ‘n dummen Jung. Villicht was dat, – wer kann dat weiten? Wil grad’ de Nachtigal dor sung. Villicht ok makt dat Frühjohrsweder, Dat ehr dat Hart so vull hüt slog, Un wil de Man dörch Blaum und Bläder Mit sinen Schin in ‘t Hart ehr tog. De Man is schön un Frühjohrsweder, De Nachtigal, de singt so säut, Un schön sünd Blaumen un sünd Bläder; Doch weit Ji woll wat leiwen heit? Un Dürten stunn un dacht an ‘t Scheiden, Un müggt vergahn hir up de Stell Vör luter Lust, vör luter Leiden; Un ‘t was doch man ‘ne Neihmamsell. Kapittel 6. Swart tröst’t sin Ollsch mit Ketelswart, Un Dürten breckt binah dat hart. Den annern Morgen stunn en Ledderwagen Bi Nahwer Swarten vör de Dör, Twei schöne Fahlenstauten vör, Un ehre Fahlen nebenher, Un Saken würden ‘ruppe dragen: En groten Kuffert mit vir nige Slaer, Denn Corl un Fritz, de hadd’n tausamenpackt – Un saeben Kipen würden upgesackt, Un wat sick süs noch finnen ded’. De Reis’gesellschaft was tausamen, Un ok de Köster was all kamen, De wull en Enn’lang mit sei führen, Wull tau Besäuk nah sinen Brauder; Doch meinten Weck, dat wir man blot üm ‘t Fauder, Hei wull de Kipen man verhüren. Dat halwe Dörp, dat was tausamen lopen, Un stunn’n un gapten alltauhopen, Un vör den Hof up ‘t Schultenheck, Dor reden un dor rangten Weck, Weck hadd’n den Tun herunner braken, Un Weck, de seten in de Widen, Denn dat hadd’ sick in ‘t Dörp ‘rüm spraken, Dat Corl und Fritz nu süll’n studiren lihren. "Nu ‘s Allens p’rat!" rep Swarten sin Jehann, Un nu kamm denn de Affcheid ‘ran. Dor will ‘ck nu wider nich von reden, Denn dat was gor un gor tau knäglich: De beiden Ollschen rorten maeglich, As sei ‘Adjüs’ de Jungens säden, Un Mutter Swartsch, de würd’ so windelweik, Dat sick de Ollen beid’ verdrögen; Un Nahwer Swart, de makte den Versäuk, Ehr mit de Schört de Thranen aftaudrögen. Hei ded’ sei denn nu frilich trösten, Un hei berauhigt ok ehr Hart, Doch wil de Schört vull Ketelswart, So würd’ ehr Uhtsein nich tau ‘m Besten. – Na, endlich gung dat ‘ruppe up den Wagen, Vörn müßten Corl un Fritz un ok Jehann – De süll taurügg mit dat Gespann. – Sick up den irsten Sack verdragen; Na, up den tweiten kunn mit Nahwer Witten Man blot oll Nahwer Swart noch sitten, Denn wil hei ‘n beten vüllig was, Un Witt man ümmer satt verdwas, So müßt denn achter in up de Verproviantirung De Köster hollen de Blansirung. "Na, is dat Packen nu vörbi?" Seggt Swart un kickt, wat Allens farig is. "Na, denn, Jehann, man ümmer Jüh! Nu, Vadder Köster, holl Di wiß!" Un heidi! Gung ‘t in ‘n vullen Draf, Bi Görenschri’n un Hunn’ geblaffs Von Swarten sinen Hof heraf, Un in de wide Welt herin. "Holt! Vadder," röppt oll Wunderlich, De ok bi ‘t Schultenhecken stünn, "Holt! Vadder, Ji verlirt dat Rad!" "Verlirt ok jo den Köster nich!" Rep Schulten-Fritz, de in de Widen satt. Un Schulten-Vader rep: "Adjü! Un grüßt den Papst ok hübsch von mi!" Un as sei nu dat Dörp lang führen, Dunn schüwwt sick eine witte Hand In ‘n Köster-Goren ganz von Widen Dörch ‘n Flederbusch bi ‘n Immenstand. Un dörch de Blaumen un de Bläder, Dor kickt en stilles Angesicht, As gistern bi dat Frühjohrsweder De Man dörch Blaum un Bläder lücht’t. Un as sei ut dat Dörp ‘rut jagen, Un as sei bi dat letzte Hus, Dor ward dat Hart so krank ehr slagen, Dor winkt de Hand den letzten Gruß. Un ut dat Og’ de Thranen fleiten Up ehre witte Hand so dicht, As wenn Daudruppen ‘runner weih’ten Bi Stormwind von ‘t Vergißmeinnicht. Un as sei üm de Eck’ rüm bögen, Dunn wull s’ vergahn vör Ach un Weih, Un as ehr Ogen em nich segen, Dunn föll sei dahl up ehre Knei. Un bed’t för em un för sin Lewen Un bed’t so tru un bed’t so heit, Un ehr Gebett stiggt tau den Hewen Unschüllig as en Lerchenleid. As Morgendau de Sünns entgegen Stiggt dat so grad’ un rein tau Hög, Un föllt as käuhle Himmelsregen In ‘t kranke, heite Hart taurügg. Un an de Arbeit geiht sei wedder, Doch kümmt ehr Allens vör so frömd, As sei sick sett’t tau ‘m Neihen nedder. Würd ‘t Hochtidskled? – Würd ‘t Dodenhemd? Kapittel 7. Wo Nahwer Witt sin Geld verget, Un wo dat Corl’n von achter let Na, de Gesellschaft führt in einen Hurr Ut ‘t Dörp herut. Doch wo de Weg sick swenken will, Dor röppt oll Witt: "Jehanning, Purr! Oh, holt doch mal en Ogenblicking still; Ick glöw, ick heww min Geld vergeten." "Ih, Vadder, dat wir doch ein dummes Stück. Corl, lop un rönn doch in den Ogenblick, Un möst Di spauden ok en beten." "Ja, Corl, min Saehn, kumm, mak Di up de Fäut, Ick will Di segg’n, wo ‘t liggen deiht: Süh, wenn Du in de Stuw’ herinner kamen deihst, Denn steiht doch linksch, so as Du weitst, Dat Schapp bi ‘t Finster in de Eck – Dat Schapp, dat kümmert Di en Dreck – Du wenn’st Di denn tau rechter Hand, Dor steiht de Kuffert an de Wand, – Den Kuffert lettst Du ruhig stahn, Denn dor is ok kein Geld nich d’rinnen, – Du möst grad’tau nah’n Aben gahn. Wenn Du up desen ‘ruppe kickst, Denn wardst Du ok kein Geld nich finnen, Un wenn Du unner em Di bückst, Süh, denn, denn finnst Du wedder nicks. Doch unner ‘n Aben an de linke Sid, En beten rechtsch, doch grad’ nich all tau wid, Wo Murrjahn ümmer liggen deiht, Un wo de Stävelknecht süs steiht, Nich tau sihr hinn’n, en beten mihr nah vören, Dor möst den einen Stein upböhren, Un wenn Du upböhrt hest den Stein, Denn wardst en Slaetel liggen seihn, Denn’ giwwst Du Muttern, denn de weit, Wo mine Geldkatt liggen deiht. – Süh so, min Saehn, weitst nu Bescheid?" "Ja woll," seggt Corl un makt sick up de Salen, Üm Vadern fix dat Geld tau halen; Doch as hei is en Enn’lang furt, Dunn röppt de Oll: "min Saehn, oh noch en Wurt! Süllst Du den Slaetel nich gliks finn’n, Denn brukst Du Di nich lang’ besinn’n. Denn kannst Du Muttern dat man segg’n, De weit, wo ick em hen ded’ legg’n." Corl nimmt nu vörn de Slipp tausamen, Un wis’t de gelen ‘ohne Namen’, Un bunting, as ‘ne Stigelitsch, Flüggt hei taurügge nah Mutter Wittsch, "Na, Vadder Witt," seggt Köster Suhr, "De Corl, dat is en fixen Jung’n, Was hätt der Jung’ vor ‘ne Natur, Wo is er in das Dorf ‘rin sprung’n! Was hätt der Jung’ vor ein Verhältniß, Wenn Ihr ihn so von achter seiht! Der find’t ganz sicher das Behältniß, Wo dieser Schlüssel liggen deiht Der find’t sich, hab’ ich immer seggt, Vullstännig durch die Welt zurecht. Wo läßt den Jungen das manierlich! Un Hochbütsch, spricht er ganz natürlich." "Ja," seggt oll Swart, "ja, dat is wohr. Un min oll Jung sitt ümmer as so ‘n Bor, Grad’, as so ‘n ollen stiwen Buck. Dor sitt hei nu un seggt nich ‘Muck’ Un kickt un kickt, as Schulten sin Mariken, – Du Schapskopp, Du! Wat hest tau kiken? Wenn ick Di säd’ ok dusendmal Bescheid; Wo ‘t hengahn ded’ nah Belligen, Un hadd ‘ck Di mit de Näs’ hendreih’t, Du, dumme Klas, fünnst doch nich hen." "Dat hätt auch seine Schwierigkeiten," Seggt Köster Suhr, "das könnt er auch nich weiten. Von hier nach Ollen-Strelitz, ja, das geht, Das weiß er woll, wo ‘s liggen thät. Ja, abersten von da; da geht ‘s erst an, Das find’t so leicht nich Jedernann. Das Einzigste, was ich Euch sagen kann, Wenn Ihr den Weg werd’t wissen wollen Das ist, daß Ihr Euch rechtsch müßt hollen. Denn fahrt Ihr linksch, dann kann Euch das passiren, Daß Ihr thut hen na Rußland führen." "Wo? Dat wir doch en dummen Streich!" "Ja! Oder auch nach Oesterreich, Un auch nach Polen könnt Ihr kommen, Un maeglich selbst nah Hinnepommern." "Je, Köster, weitst Du ‘t ok gewiß?" "Was das for eine Frage is Mir könnt Ihr stellen, wo Ihr wöllt, Bi düster Nacht in ‘n dicksten Holt, Denn will ich, was ich hätt, verwerr’n, Daß ich mir finn durch jedes Land, Wenn ich ‘ne Landkart hab zur Hand; Ich muß ja d’raus die Kinner lern’n." "Ja, Vadder Swart," seggt Witt, "mi dücht, Dat dit de Köster farig kriggt. Doch, segg mal, Köster, möt wi ok tau Schep’, Un aewer ‘n grotes Water führen?" "Ih, mit Din Water!" seggt oll Swart, De mittewil verdreitlich ward, "So lat Di endlich mal bedüden! Den ganzen Dag hest gistern dorvon draehnt Un ümmer von dat Water klaehnt. Wo is denn dor en grotes Water? Dat hett de daemliche Castrater Di in den Kopp herinne red’t. Wat weit de vel von ‘n grotes Water!" "Ja," seggt de Köster, "möglich wesen ded ‘t, Wenn ‘s in Amerika thät liggen; Doch Ihr fahrt immer über Brüggen." Na, hir kamm denn Corl Witt heran, So ut de Pust, as Einer warden kann. "Na, Corl," säd’ Witt, "hest Du de Katt? Un säd’ Di Mutter süs noch wat?" "Ih, ne, sei säd’ nicks von Bedüden." "Na, ded’st von mine Ollsch nicks hüren?" Fröggt Nahwer Swart. "Hest de nich seihn?" "Na, hürt mal, Nahwer Swart, ick mein! Bi Jug, dor was dat rein tau dull; De ganze Del, de stunn dor vull: Oll Bursch un Snursch un Holtsch un Boltsch Un Haaksch un Knaaksch un Pasternaksch Un Plätersch, Klaetersch, Plänertsch, Draehnertsch, De draehnten, klaehnten, klatschten, snackten Un blafften as de Kedenrekel, Un säden all: Ji wir ‘t en ollen Ekel Dat Ji up so ‘ne Infäll kamen Un mi un Fritzen mit Jug namen." "Ih, dorvon paßt mi gar kein Wurt, Un nicks nich is nah minen Sinn. Un nu, Jehann, man wedder furt!" Un wedder gung de Fohrt von dannen Un in de wide Welt herin, Herinner in de negsten Dannen. Kapittel 8. Wo irst de Köster schöne Reden höllt. Un nahsten ganz ut de Blansirung föllt. "Ja," säd’ de Köster, – "was ich sagen woll, – Das Reisen is en groß Plesir; Vor Allen, wenn der Beutel voll. Un ich – as ich noch jünger wir – Hett ich ‘ne große Niglichkeit, Un reis’t herümnmer weit un breit Un wo ich man bün hingekommen, Da würd ich fründlich aufgenommen, Von wegen meiner Stolzigkeit, Un weil ‘s mich nobel lassen thät, Un ich en proppern Rock anhätt. Gewöhnlich fuhr ich auf die Post, Un schmiß mir hellschen in die Bost, Un hätt mir ‘n Schnurrbort wassen laten, Als wär’ ich unter die Soldaten, Un machte mir verfluchten wichtig." "Dat stimmt," seggt Witt, "un is ok richtig." "Ja, dat möt Ein den Köster laten," Seggt Nahwer Swart tau Nahwer Witten "Mit sine Stolzigkeit ded’ hei sick hell’schen dick." Un bautz! Slog Fritzen hei in ‘t Gnick: "Verdammte Jung, willst Du mal grader sitten!" "Ja," seggt de Köster, "immer stolz, Un grade, as en Ärmelholz! Un mit ‘t butwennig Wesen nich allein, Ihr müßt auch drist un munter sein Un mit ‘ner Kuntenanz auftreden, Un wenn sie höflich Euch anreden, Denn müßt auch obleschirt Ihr sein, Vor Allen bei das Militör. Ihr seid zum Beispiel grad in’t Danzen, Un ‘t kommt en Unt’roffziere her, Der fängt nu an, Euch anzuranzen: Verdammter Kerl von Syphilist, Ich will mit die Mämsell mal danzen. Na, slimm! Doch helpt dät nich! Dann müßt Ihr fründlich sägen: Woll, Herr Kapperal! Zu dienen, Herr! Ja, danzen Sie man mal; Un so, daß Jedermann das hürt; Ruft Ihr denn lud: Markür! Markür! Oh, bring’ mich mal zwei bittere Lakür! Un wenn er die Mamsell zurück Euch führt, Denn sprecht Ihr dreist: Sehr obleschirt! Dies hätt mir köstlich amusirt; Un hätt mir die Erlaubniß nommen Un ließ vor Sie en Bittern kommen Denn sollt Ihr sehn, er trinkt ihn richtig aus. – Na, aber nu ein anderes Verhältniß: Zum Beispiel man: Ihr güngt in ‘s Koffeehaus Na, oder in ein anderes Behältniß, Un ‘s käm’ da Ein, was man so ‘n Bürger is, Un sagt: Belieben Sie zu dienen, Geehrt’ster Herr, ich bitte Ihnen Sie sind allhier bekannt gewiß... Denn reckt Ihr Euch bloß hoch in Enn’, Steckt in die Hosen beide Hänn’, Un stellt Euch vor ihn hin ganz dicht, Un kuckt ihn grad in dem Gesicht, Un sprecht dann bloß mit Nongschali: Wo so? – Wo ans? – Wo meinen Sie? Un sagt:..." – "Prr, öh ha! Jehann!" Rep Witt, "Oh, holt en beting an!" "Wat is ‘e los?" fröggt Swart. "Wat sall hei hollen?" "Min Tobacksbüdel is mi ‘runne follen Ick hadd’ em eben noch vör ‘n Ogenblick." "Ih, Vadder, wat is dit för ‘n Stück? Wat ‘s dat för ‘n nuss’liches Gewes’! Du sittst ok just as in ‘n Daes’; Wo sael’n wi so nah Strelitz kamen? So holl Din Saken doch tausamen, Un sitt nich ümmer in Gedanken. Un Jungs! Ji gaht den Weg entlanken Un säukt un lopt en beten tau." De Jungs de gahn; dat Fuhrwark höllt in Rauh, Un as de Köster wedder will beginnen Un Rath ehr gewen för dat Militör, Dunn kümmt ‘ne Kutsch anjagt von hinnen, Vir schöne, stolze Brune vör, Un sus’t von achter ehr vörbi; Un Swarten sine beiden Fahlen Gahn tau Gesellschaft mit Heidi. "Wo? Dit möt jo der Deuwel halen!" Röppt Swart: "Hurüsch, Hurüschen!" "Hurüsch, Hurüschen!" röppt Jehann, Un ok oll Nahwer Witt fängt an, ‘Hurüsch, Hurüschen!’ Mit tau krischen Je, ja! Je, ja! Tau Höcht den Start, As wir de Biss’worm achter ehr, Klabasterten de Fahlen af, Un Swart un Witt un Witt un Swart, De rönnen acht’r ‘e Fahlen her; Un ok Jehann, de makt sick up den Draf Un smitt de Lin den Köster hen, Un ‘t ward en Lopen un Gerönn, Als ob ein Jeder achter brenn. Un blot de Köster sitt in Rauh Un süht vergnäugt dat Rönnen tau. – Doch sall de Freud’ tau lang’ nich duren. – De beiden Stauten fangen mit de Uhren So an tau spelen, un so ükerwenn’schen Sick antaustell’n un an tau brenschen; Dat ward so ‘n snurriges Gewraegel, Den Köster ward so blümerant, Un endlich föllt de en oll Taegel Em unverseihens ut de Hand: "Prr! Öh! Süh de oll Lischen!" Nu fängt hei ok an tau ‘Hurüschen!’ De Stauten fang’n an uttauslagen, Un durt nich lang’, is hei in ‘n vullen Jagen Un flüggt herümmer up de Kipen; Hei möt sick an den Ledderbom begripen, Wenn hei dor baben fast will sitten. Hei sus’t vörbi an Nahwer Witten, Un ok an Swarten geiht ‘t vörbi De röppt em tau: "Wo? Vadder, plagt hei Di?" Doch Suhren stahn de Hor tau Höh, Hei bitt so fast de Tähns tausamen, Hei antwurt’t nich. "Prr! Öh! Prr! Öh!" Is Allens, wat herute kamen. Un ‘t is wahrhaftig gor kein Wunner, Noch höllt hei de Blansirung baben Doch – bautz! – En Ruck! – Dor liggt hei ‘runner! Dor liggt hei köpplings in en Graben! Kapittel 9. Woans de Köster up be Angel bitt, Un dat hei in ein slicht Verhältniß sitt. Oll Nahwer Swart; de löppt in vulle Hast, Un as hei henkümmt nah den Platz, Dunn stahn ganz ruhig dör sin Pird’, De Wagen hackt an’n Brüggenposten fast, Un Köster Suhr, de liggt in de Maratz, Un spaddelt dor, as ded’ hei ‘t vör Plesir, As ob hei d’rin geburen wir. Oll Nahwer Witt süht ok den Pülterpas, Löppt aewer ‘t Feld tau Hülp verdwas, Dormit dat nich so lang’ sall dur’n, Un rönnt in sinen dummen Daemel Herinner in en Durnrämel, Un sitt nu in den Wepeldurn Un hett sick dor nu afmaracht, Bet Corl un Fritz von ehre Tobacksbüdeljagd Taurügg sünd kamen un den Ollen seihn, Un em ganz bläudig ‘rute teihn. Sei heww’n em endlich ‘rut, un ok Jehann Kümmt glücklich mit de Fahlen an. – De ganz Gesellschaft is nu up den Platz; Man blot de Köster liggt un wäuhlt in de Maratz. "Ligg Du man stilling!" seggt oll Swart, De sick von Pird’ un Wag’ hadd aewerführt, Dat em dor nicks nich wir mallürt, Un mittewil all haeglich ward. "Ligg Du man still un lat dat Stangeln, Wi will’n Di woll heruter angeln." Hei lös’t de Lin nu af un binnt En Stückschen Wust, dat in ‘ne Kip hei finnt, An einen Linentaegel an, Smitt dat den Köster tau; "So! Vadder, so! Nu bit! So! Kinner, nu! Nu alle Mann!" De ganz Gesellschaft böhrt un tüht: "Holt wiß! – Hei kümmt! – Nochmal parat! – Nu noch einmal! – Frisch nahgefat’t! – Hurah! Dor is hei richtig ‘rut!" Oh Je! Wo sach de Köster ut! Von Stolzigkeit, dor sach man nicks Un nicks nich von sin nankingsch Büx. "Je, Vadder," seggt oll Swart, "süh, in den Wagen, Dor kannst Du nu nich wedder ‘rin, Du aas’st uns as de Farken in; Dat Best is woll, wi dragen Di hen un drög’ns Di an de Sünn." "Dat geiht nich," seggt oll Witt, "dor kann hei sick verküll’n; Ne Vadder, ne! Ick denk, wi will’n Em irst mit Rendlichkeit begaben, Wi späulen em irst af hir in den Graben, – Hei is jo vull bet up de Hut, Un süht jo as en Morrbir ut; – Un Fritz un Corl, de kaenen sin Kledaschen So gaud, as ‘t geiht, en beten waschen Un bet dat in de Sünn deiht drögen, Möt sick de Köster flitig rögen, Un in den Holt herüm spatziren, Un wi kaen’n jo tau Middag eten." Na, dat geschah. De Annern seten Un fungen an tau snabeliren; De Köster müßt sick in den Holt versteken, Un wenn he sick mal ‘ranne sleken, Üm sick tau halen ok en Beten, Denn fung oll Swart man blot verluren an: "Ick glöw, dor kümmt wen antaugahn;" Wupp! Satt hei wedder achter ‘n Struk Un makt sick lütting in de Huk. Un wat dat Slimmst noch was, hir twälte sick de Weg, Bet hir wull man de Köster führen, Un ‘t müßt em grad’ nu hir mallüren, Dat hei von ‘t Middag gor nicks kreg, Ok nich en Happ, ok nich en Drupp; Denn as dat Eten was vörbi, Dunn stegens s’ up den Wagen ‘rup Un säden fründlich em: ‘Adjü!’ Un noch in vele, vele Johren Künn dat de Köster nich verdoren. "Ne", säd ‘e. "Das that mir krepiren, Sich so von mir zu obleschiren, Sich nich en Spir mit mir befassen, Mir bloß zu sagen: Na, Abjüs! In so ‘n Verhältniß mir zu lassen, Wie Adam in das Paradies, Mir nich zu geben Natt un Drög, Un sich zu machen auf den Weg Mit all die schönen saeben Kipen – Ne, das! – Das kann ich nich begripen!" Un na! Mi dücht, recht hadd’ de Köster Behaupt’e noch in spädern Tiden, – Wenn dat tauwilen gaw de Red’, – Dat ‘t wille Minschen gewen ded’, Dat in sin Forst Waldminschen wiren, Tau ‘m wenigsten sihr grote Apen. Hei sülwst hadd’ mal so einen drapen, Den Dingstag glik nah Pingsten wir ‘t, Un ‘t was en ganzes glupsches Dirt, Hei hadd’ sick gruglichen verfirt. "Indessen," sett’te hei hentau, "Sagt ich doch gleich zu meiner Frau: Sie sind nich bös un beißen nich Un sind man sehr beängsterlich, Sie stammen aus en warmes Land Un nähren sich von Allerhand."- Kapittel 10. As s’ Alltausamen slepen in, Un wer sei in den Holt dor fünn. As de Gesellschaft wedder sitt, So geiht dat dörch den deipen Sand Un in ‘ne gläugenige Hitt Ganz sachting vörwarts Schritt vör Schritt. – De Sand, de mahlt un pufft un stöhmt, De Hitt, de drückt, de Sünn, de gläuht, De ganz Gesellschaft sitt un drömt, As ‘t sachting dörch de Dannen geiht. So ruhig gahn de beiden Mähren, – Sei sünd all beid’ in vullen Sweit – Jehann, de klappt, doch blot man in de Luft Üm ehr de Fleigen aftauwehren; Denn stahn s’ mal still un schüdden mit de Schuft Un pitschen mit den Start de Flanken. So krupen sei den Holt entlanken, So mäud’, so mäud’, so sacht, so eben. Oll Witt, de sitt un rokt: Püh! Paff! Sin Pip sackt ut den Mund em ‘raf! Oll Nahwer Swart, de sitt dorneben Un hujahnt lud’, dunn reckt hei sick, Un endlich snorkt hei fürchterlich. Corl Witt, de sitt un nickt un kickt So aewerögschen in de Welt, Bet dat sin Köpp in Vaders Schot ‘rin föllt. Fritz Swart, de wackelt hen un her Un dacht an dat, wat Dürten säd, Un wo ‘t ehr doch so leiflich let, As gistern sei so bi em set, So woll un will So tru un still; Un wo dat doch so sonderbor, Dat so ein armes Minschenpor Hir up de Ird’ So gaut sick wir; Un as hei d’raewer nah hett dacht, Un doch den rechten Grund nich fünn, Dunn slep hei sacht Un selig in, Un drömt von Glück und Leiw’ un Dürt – Ein wunderschönes Drömen wir ‘t – Wo hei mit ehr set still tausamen Un ehr noch einmal säd’: Adjü! Un wenn dat an up em wir kamen, Denn hadd’ hei drömt bet morgen früh. Jehann säd’ af un an noch: Jüh! Un rögt noch af un an de Swep. Doch as de ganz Gesellschaft slep, Dunn kunn hei ok nich wedderstahn Un let de Pird’ tau ‘m Deuwel gahn. Un as de nu gewohr dat warden, Dat Allens slöppt in gaude Rauh, Seggt Lott tau Lischen: "Je, wo tau? – Wi wiren doch wahrhaftig grote Narren, Wenn wi up eigen Hand noch wider tögen. Wi willen ut de Läus’ rut bögen Un in dat Holt uns verlustiren, Wat sael wi Beid’ uns afstrapziren?!" Un Lott bögt hott, herinner in den Holt, Un Lischen folgt, un kum sünd sei herin, Dunn maken s’ in den Käuhlen holt, So dat de Wagen buten stünn, Recht in de presse Middagssünn. So stahn denn nu de schawernackschen Mähren Un freu’n sick, wo de Annern smören. Oll Witt un Swart, de wackeln hen un her, Binah von ‘n Wagen ‘runne fallen s’; Corl Witt liggt langs, un Fritz verquer, So sitt un liggt un slöppt dat Allens. – Hornissen un so ‘n blage Brümmer, De brummen üm ehr Uhren ‘rümmer; Schulpusen, un wo s’ süs noch heiten, Un ‘t ganz oll daemlich Fleigenwesen, De sitten dick up ehre Näsen, Un sei, sei liggen dor un sweiten, As hadden sei von nicks Gefäuhl. Un in den Holt, dor is ‘t so käuhl, Dor is ‘t so ruhig as de Nacht; Dat Low dat rögt sick in den Bom Un flustert still un flustert sacht, As leg’ de Welt all in den Drom. Heuspringer singt in ‘t käuhle Musch; As Heimken up den Füerhird; De Draußel in den Hasselbusch, De singt dat schöne Wächterlid: Dormit kein Schaden Jug geschüht; De Specht, de klappt de Laden tau: Dormit Ji liggt in seker Rauh; Un Kukuk bläkt mit lude Stimm As Hofhund üm dat Hus herüm; Un ganz von Firn den Holt entlang, Dor klingt en lustigen Gesang, As wenn bi Sommertiden späd’ Musik in ‘t Dörp noch wesen ded’. – Twei Burßen dörch den Holt lang teihn, Den Fautstig wannern sei entlang Un sing’n den lustigen Gesang. Denn sung de Ein irst ganz allein, Denn klung ‘t, as wenn de Draußel süng, Denn föll de Anner mit herin, Denn klung ‘t, as ded’ de Stormwind weih’n. Sei sungen von den willen Wald, Un wo de Lust so grot doch wir, Wenn ‘t rings herüm so hall’t un schall’t In ‘t gräune, frische Jagdrevir. Sei sungen von den käuhlen Grund, Sei sungen von den käuhlen Win, Un von den roden Rosenmund, Wo de müßt schön tau küssen sin. Sei sungen von den Storm un Wind, Un von dat Stüwken still un warm, Un von dat schöne Jägerkind, Un wo ‘t sick rauht in ehren Arm. Wo klung dät doch so schön un hell Doch as sei kamen tau de Stell, Wo s’ All up ehren Wagen legen, Oll Nahwer Swart un sin Collegen, Dunn sweg de schöne Melodi Un mit dat Singen was ‘t vörbi, Un beid’ tau lachen fangen s’ an Un heimlich flustern s’ beid’ tausam: "Je, geiht dat woll? Süll ‘t ok woll gahn?" "Ih, woll! Kumm lising mit heran!" Kapittel 11. Wo s’ sülwsten kemen ut den Drom, Un ehre Kipen in den Bom. So sachting sliken s’, as sei kaenen, Sick nu heranner up de Tehnen; De Ein, de ströpt de Koppel ‘raf, De Anner strängt de Stauten af Un nimmt vörsichtig un behenn’ Jehann’n de Taegel ut de Hänn’, Un krawwelt Lotten in de Flank Un strakt oll Lisch den Puckel lang; Un up sin Ketteln un Gebott Folgt willig em oll Lisch un Lot. Vörsichtig gahn de ollen Mähren, So sacht, as wenn s’ up Eier treden; De Fahlens dammeln achter d’rin. De Beiden ledd’n sei aewer ‘t Musch Noch wider nah den Holts herin, Un binn’n sei achter ‘n Hasselbusch, Dat Ein sei gor nich seihen künn; Un nu stunn dor Dat saub’re Por Un lacht un grint un haegt sick dor. Ne! Wat was ‘t doch för Rackerwohr! Un noch nich naug! Als Beid’ dunn steken s’ Sick in de Tasch lütt Stein un Klüt, Un nah ‘ne Bäuk heranner sleken s’, De von den Wagen stunn nich wid, Un klaspern in de Bäuk herin. – Wat hett so ‘n Volk för Knep in ‘n Sinn! Un tüschen, plinken, winken sick Un drücken, bücken, rögen, bögen Tau ‘r Rechten un tau ‘r Linken sick, Bet Swarten sine Näs’ sei segen, Un wedden, wer tau ‘m Irsten drop Oll Swarten sinen Näsenknop; Un fang’n nu an tau kanoniren Un up den Oll’n tau bummandiren, As wenn hei wir Sebastopull. – Wo ‘s ‘t maeglich! Ne! Ick glöw noch gor! Dat Rackertüg! De Schinnerwohr! Wat hett so ‘n Volk den Knpp doch vull Von Faxen un von Fis’matenten! – Un – baff! – Smitt ein von de Studenten Mit einen rechten, dägten Klut Oll Swarten an de hübsche Snut, Dat steidel hei tau höchten flüggt Un noch in ‘n Slap dat Prusten kriggt. "Ne!" röppt hei, "ne! Dat will ick nich, Üm Näsenstüwer spel ick nich!" Hei ded’ in ‘n Slap just Schapskopp spelen. "Wat is dit wedder för en Stück. Wo? Du willst up de Näs’ mi spelen?" Bautz! Sleiht hei Witten in dat Gnick, Dat de en Enn’ vöraewer flüggt. Witt is in ‘n Slap bi ‘t Hawer-Sacken Un will den Sack just tau nu binn’n, Kriggt Corln, de up de Knei em liggt, Nu bi dat Halsdauk an tau packen Un üm de Kehl em ‘rüm tau winn’n, Un snert un deiht un treckt un bind’t Un wörgt binah sin eigen Kind, Bet as ‘ne Trems’ utseihn sin Lippen. Na, de stött Fritzen in de Rippen. "Adjüs!" seggt de, "un denk an mi, Un aewer ‘t Johr, denn frig ick Di. Ja," seggt hei mit gerührte Stimm, "Denn kümmt uns’ Sak tau ‘m rechten Sluß." Un fött oll Swarten rundting üm, Un giwwt em einen säuten Kuß. Jehann fängt an, in ‘n Slap herüm tau tappen, Un fött den Strick, womit de Kässer bunn’n is Un treckt un lenkt un hölt so wiß. "Jüh!" röppt hei un fängt an tau klappen, Bet dat em klor vör Ogen ward. "Wo? Dunner! Ne! Wat heit denn dit?" "Wo sünd de Mähren?" röppt oll Swart. "Wo sünd de Mähren?" röppt oll Witt, Un Corl un Fritz, de raupen mit: "Wo sünd de Mähr’n? Wat heit denn dit!" "Wo?" röppt oll Swart. "Wo sünd de Fahlen? Wo? Dit möt jo der Deuwel halen! Wo? Dit is jo en dulles Stück!" "De," seggt Jehann, "de hett de Galgenstrick Mitsammt de beiden Stauten stahlen." "Dit is en Streich, en recht fitalen," Seggt Witt "Nu Vadder Swart, nu ror’!" "Ih wat!" seggt Swart. "Nu fixing up de Salen, Nu fixing tau! Geswinn – Geswinner! De Ein möt hir, de Anner dor, De Drüdd’ hir linksch nah ‘n Holt herinner! Lat ‘t Allens liggen! Fixing, Kinner! Dit is jo schir, as Ogen tau verblenn’n!" – Nu geiht dat denn ok los mit Rönn’n As wenn sei, rein beseten sünd, So lopen sei verdull un blind Herinner in den Holt un schrigen: "Wohl, wohl!" – "Du Schapskopp! Wist Du swigen!" "Wohl! wohl! Halloh!" – "Du Dummerjahn! Dor sall en Wedder ‘rinner slahn!" Un ‘t ward en Larm un en Geschell, As wenn der Deuwel Driwjagd höll. Un as s’ sick All binah all slögen, Dunn deiht sick up de Bäuk wat rögen, Un ein von de Studenten rutscht Herunner von den Bom un wutscht Heruppe up den Wagen mang de Kipen Un fängt dor an mang ‘rüm tau gripen De Anner lekt en Band hendal, Behöllt dat ein Enn’ in de Hand; De Irst, de bind’t de Kipen in den Band, Un – heidi! – gahn s’ herup, der Deuwel hal, Un as sei bit Stück heww’n taurecht, Dunn ward’n de Kipen unnersöcht. ‘Ne Mettwust un ‘ne Botterbüß, En groten Stoll, un wat noch süs Ehr smeckt, dat ward herute funnen; De Kipen marden baben, unnen Un rechtsch un linksch un hen un her, All saeben, in de Bäuk ‘rin bunnen As wir de Bäuk en Wihnachtsbom. Sei maken dunn sick ut den Stohm Un bugen af, un in de Firn, Dor kann man sei noch singen hür’n: In ‘n Holt, dor is dat wunderschön, Wenn Ein dat richtig dröppt, Wenn Kipen hängen in de Böm; Un wenn de Buer slöppt. In ‘n Holt, dor is dat wundervoll! Hurrah! De schöne, witte Stoll! Un Kiwitt, Kukuk un Student, Dat sünd drei lust’ge Vaegel, De Ein an ehre Feddern kennt. Oh, Bur, holl wiß de Taegel! Se nemen s’ ut de Hand Di süs. Hurrah! De schöne Botterbüß! Oh Bur, oh Bur, Du dumme Klas, Wo kannst in ‘n Holt Du slapen? In ‘n Holt, dor giww ‘t so männ’gen Spaß, Dor holl de Ogen apen; In ‘n Holt, dor giwwt ‘t so männ’ge Lust. Hurrah! De schöne, dicke Wust! Kapittel 12. Wo in de Bäuk de Kipen hungen. Un wat in ‘n Holt de Vaegel jungen. Kein Minschenseel, de hürt dat lust’ge Lid, Denn de Gesellschaft is all wid Herinner in den Holt, un föst De Dannen dörch, un söcht un kickt, Un sleiht sick mit de Dannenquäst, Bet ehr dat endlich doch is glückt, Dat sei de Mähren hewwen funnen Wo ‘t Rackertüg sei an hett bunnen. Nu is de Freud’ denn gor tau grot, Nu fünd sei ‘rut ut alle Noth, Un ledden s’ t’rügg nah ehren Wagen. Hir geiht dat denn nu los mit Fragen Un Wunnern, un wo ‘t maeglich wir; Un dat dat doch en grotes Glück. "Ne, dit ‘s denn doch ein dulles Stück!" Seggt Swart. "De beiden Pird’ So von den Wagen weg! Dit kann ick nich begripen." "Wo Dunner!" röppt Corl Witt, "wo sünd de Kipen?" "Jung! Hest Du denn nich Dinen Schick?" Röppt Swart. "Wo süll’n de Kipen sin?" Un kickt nah sinen Wagen ‘rin. "Ne, dit is wedder mal en Stück!" "Dat is en Stück," seggt Witt, "dor hest Du recht." "Dat is en Stück," seggt ok de Knecht Un kickt heruppe up den Wagen, As hadd’ em Einer mit de Äxt Vör sinen dicken Bregen slagen. "Ne! Vadder, Lüd’ un Kinner!" röppt oll Swart, Denn’ de Bescherung kund nu ward "Sünd wi denn alltausam behext Heww’n wi denn unsern richt’gen Räuk? Ne, kikt! Dor baben in de Bäuk, Dor häng’n jo de verdammten Kipen, Dor häng’n s’: ein, twei, fiw, – sös – saeben!" "Sowat ded’ ick noch nich erlewen," Seggt Witt. "Dit kann ick nich begripen." "Hir späukt ‘t," seggt Corl, "hir lat’t mi mit tau Weg’, Hir sleiht sick Höppnern sin Deuwel mit." "Hir is ‘t nich richtig," seggt oll Witt. "Ne," seggt Jehann, "hir hett ‘t nich sinen Däg’." "Mi is ‘t ok sülwst," seggt Swart, "as in ‘n Drom, Na, Ein möt ‘rinne nah den Bom." Fritz Swart, de säd’, hei künn nich stigen. "Je, ick kann ok nich," seggt Jehann, "Ick ward dat mit en Swindel krigen." Nu müßten Corln sin gelen Büxen ‘ran. Corl bünn nu ok de Kipen af, Un bröcht sei ut den Bom heraf. So wid was ‘t gaud; doch sine nigen Gelen, De würd’ hei sick doch dull besaelen. – As sei nu segen, dat ehr nicks nich, as de Stoll, De Mettwust un de Botterbüß Afhannen kamen was, dunn säd’ de Oll: "‘T is gaud, dat ‘t so noch afgahn is; Von de Geschicht’, dor will’n wi aewerst swigen, Süs warden s’ up den Tog uns krigen, Denn de Geschicht is aewerful; Vör Allen darw min Ollsch nicks weiten, De makt mi süs Verdreitlichkeiten. Fritz hürst Du, Jung! Du höllst Din Mul." – De Tunkönig aewer, de hadd’ dat seihn, Wo ‘t mit de Kipen was gescheihn, De hett ‘t den Häster glik vertellt, Un de bröcht ‘t wider in de Welt; Un as Jehann fot nah den Taegel, Un Swart dat Holt entlanke führt, Dunn repen all de lütten Vaegel Von Twig tau Twig: –"Hest hürt? Hest hürt? Oll Swart un Witt, oll Swart un Witt, De hett t mallürt. – Hest hürt’? – De sünd vexirt. De Häster wir ‘t, de hett dat hürt; Nu weit ‘t, nu weit ‘t de ganze Schauw, Ick, ick; ick säd’ dat glik. Süh, kik! Süh, kik! Dor sitt, dor sitt oll Witt, De olle Spitzbauw, de olle Spitzbauw!" Un de Kukuk, de burt un wunnert so vel, Un de Racker, be Schacker, de lacht so gel, Un de Holtschrag schriggt, un de Blagraak rort; "Di ‘s ‘t recht! Di ‘s ‘t recht Du Rackerwohr!" Un as oll Swart ut ‘n Holt ‘rut kamm, Dunn satt en Kreihvagel in de Dann, De kreiht un kraakt: "Hurrah! Hurrah! Oll Nahwer Swart! Oll Nahwer Swart! Sei heww’n Di nart un ‘rümmer tart; Wo hett de Deuwel Di ‘rümmer kart?" Un as sei kamen in dat Kurn, Dunn röppt ganz dütlich achter’n Durn De Wachtel un de Snartendart: "Dat schadt Jug nicks! Dat schadt Jug nicks! Man Schad’! Man Schad’ üm de gele Büx." Un as sei noch doraewer duren, Dunn röppt de Uhl: "Oll Witt! Oll Witt! De hett sin Uhr in Durn verluren!" Un richtig was ‘t so, as de Vagel rep; Denn as oll Witt in sine Tasch ‘rin grep Un nah sin Botterbüß wull seihn, Dunn hadd’ hei kein. Un ganz tauletzt, as sei tau rechter Hand Up ‘n Mark vör ‘t Wirthshus führen vör, Dunn steiht dor vör de Wirthshusdör Mit drei oll Gäus’ en ollen Gant, De fangt dunn an: "Wat, wat, wat, wat is dat För Sak, för Sak? Wat för Geslap up ap’ne Strat? Wat, wat wat sall dat sin?" Un de oll’n Gäus’, de fangen an tau schri’n: "Wat, wat, wat, wat sall dat sin? Un lat’t Jug drüben un vexiren! Wat is ‘t för Sak, för Sak, för dwatsche, dumme Sak!" Kapittel 13. Wer Herr in ‘n Hus’ was in den stillen Freden, Un wo sei dor Zigarren roken deden. "Hir," säd’ oll Swart, "hir kihr wi an; De Wirth, dat is en netten Mann Bedrew de Snideri süs as Geschäft, Un hett sick nu den Gasthof köfft, Den Gasthof ‘zu den stillen Frieden’." "Den Nam’," seggt Witt, "den mag ick liden, Dor möt dat so recht rauhig sin; Ja, Vadder, ja! Hir kihr wi in." "Nu nemt de Kipen ‘runner, Kinner! Un, Nahwer; kumm! Wi will’n man glik herinner." Doch as sei an de Dör ‘ran kemen, Dunn hürten sei en grugelichen Larm: "Na, wardst Du Di nu gliks bequemen? Mak mi nich lang’ den Kopp hir warm!" "Ick dauh ‘t nich!" rep ‘ne anner Stimm, "Ick kümmer mi den Quark dorüm!" "Willst Du mal unner ‘n Disch herut? Süs kratz ick Di de Ogen ut" "Noch bün ick Herr in ‘n Hus’! Ok nich en Happen Bruk ick so ‘n Wiw tau estemiren." "Herut! Du Zegenbuck! Du Jammerlappen! Herute unner ‘n Disch! Ick will Di kihren!" Nu würd’ dat ein Gewraegel un ein Schurren, Dat Swart un Witt ganz ängstlich wurden, Dat dor ein Unglück künn passiren; Dit künn’n sei nu denn doch nich liden, Un gung’n herinner in den ‘stillen Frieden’. Dor satt de Snider unner’n Disch un höll Mit beiden Hänn’n sick an de Beinen wiß, Un rep: "Ick rög mi nich von dese Stell, Ick will mal seihn, wer Herr in ‘n Hus’ hir is!" Un sine Leiwste, de stunn dor, De Ogen gung’n ehr in den Kopp herüm, Un aewer ‘n Nacken flog ehr Hor, De Schum, de stunn ehr up de Lippen, "Ick!" rep sei mit ehr krischig Stimm, Un krege den Snider bi be Slippen. "Willst Du, oll Buck, dat länger striden? Ick bün hir Herr in ‘n ‘stillen Frieden’!" Nu läd’ sick Nahwer Swart denn mang: "Ih wo!" säd’ hei, "lat’t doch dat oll Gezank! Wenn min oll Schatz," säd’ hei tau Nahwer Witten, "Abslut sick wull mal unner ‘n Disch platziren, Ick let s’ bet aewermorgen sitten." "Ja," säd’ oll Witt, "mi süll ‘t ok nich krepiren." Na, ein gaud’ Wurt, dat gaww dat anner, Un endlich kregen sei s’ utenanner; Un as de Jungs herinne treden, Dunn was in ‘n ‘stillen Frieden’ Freden. De Snider säd’, wenn sei em fründlich beden, Denn wull hei sick dortau verstahn, Un sine Fru dat hüt vergewen; Sei süll ‘t sick aewerst nich noch einmal unnerstahn, Denn würd ‘t en schrecklich Unglück gewen, Hei wir un blew Herr in den Hus’. De Ollsch, de stellt sick vör dat Speigelglas, Un rückt taurecht ehr oll Fladus’, De up den Kopp ehr satt verdwas, Un lacht so spitz un säd’: "Ich jlobe, Alexander, Jeliebter Freund, wir kennen uns eenander." Un as sei t’recht hadd’ ehre Huw’, Dunn gung sei ‘rute ut de Stuw’. "Je, Vadder," seggt Fritz Swart, "wo wir ‘t? Corl Witt un ick, wi heww’n dat hürt: Hir sall hüt Abend Kenmedi sin, Un wenn Ji nicks nich hadd’t dorgegen, Denn güng’n wie maeglich mal herin." "Ih, Gott bewohre, minentwegen, Makt Jug man p’rat un gaht man hen. Un dat Du Di man orndlich an dor stellst, Un, wenn Du wedder kümmst, uns dat vertellst." De beiden Jungs, de gungen denn. "Je, Vadder," seggt oll Swart tau Witten, "Wat meinst, wi drinken woll en Lütten?" "Dat is gewiß, dat sall woll sin." Un Snider Flick schenkt Einen in. "Je, wenn ick wüßt, dat mi dat deinlich wir, Denn drink ick ok ‘ne Buddel Bir." "Ih wo?" seggt Witt. "Wo süll ‘t nich deinlich sin?" Un Flick, dei schenkt twei Buddeln in "Wenn ‘ck blot min Pip man nich verluren hadd’," Seggt Witt, "wir dat doch nich gescheihn! Ick glöw, ick rök man ‘ne Zigar." "Je," seggt oll Swart, "dat ‘s doch so ‘n Stück; Süh, dat begrismult Di, Du sallst dat seihn." "Dat glöw’n Sei nich," seggt Snider Flick: "Ja! Wenn so ‘n oll Zigar nich döggt! Ick heww ‘ne Ort, de ‘s utgesöcht, Dor kann en sögen Kind von roken, Ahn dat em dat man rögen ded’; Dat Dusend kost’t mi aewerst ok en Recht schönen Pris: vir Dahler up de Städ’." "Den Dunner!" röppt oll Witt, "de Ort kann wesen, Dor will ‘ck doch ok en Ding von glaesen." De Snider bringt ‘ne Handvull ‘ranner, Un Witt de wählt. – "Ne, nemen S’ sick de anner; De nich," seggt Flick, "de hett en Bruch; Nu roken S’ man. Nich wohr? De smeckt? Un denn de köstliche Geruch!" Oll Witt, de rokt un treckt un treckt, Un kriggt dat Ding nich in den Draf. "Na, täuwen S’," seggt de Snider, "hollen S’ still! Wenn sei nich richtig brennen will, Denn biten S’ noch en Enning af, Dat is en Teiken; dat s’ nich slicht." Oll Witt, de bitt un höllt sei in dat Licht Un steckt sei wedder in ‘t Gesicht, Un rokt un treckt un süggt un süggt. "Je," seggt de Snider, "so wat möt Ein kennen, De echten will’n meindag nich brennen; Tau ‘m wenigsten sünd weck dor tüschen; Wi will’n mal ‘n beten Talg upwischen; Süh so! Nü biten S’ af noch en lütt Stück." Dat helpt denn nu för ‘n Ogenblick; Un dörch dat Biten, Trecken, Sugen, Smeren Kümmt de Zigar tauletzt tau Enn’. "Ja," seggt de Snider un riwwt sick de Hänn’, "De Ort, de deiht sick hellschen wehren; Dat is ‘ne köstliche Zigar, De ganze Stuw’, de rückt dornah." "Ja," seggt oll Swart, "dat rückt binah, As wenn min Ollsch de Thranlamp utpust hadd’, Un hadd’ den Aesel glaesen laten; Na, ick bün froh, dat ‘t Ding is up." Dunn kümmt herin de Fuhrmann Corl Vepupp, Blot üm en beten tautauhüren; Denn de Gesellschaft hadd’ beslaten; Up sinen Anibus tau führen. "Tau morgen früh," seggt hei, "Klock vir, Denn makt Jug ‘rat, denn bün ick hir Dor sünd noch acht Muskanten kamen, Nu is de richt’ge Tal tausamen." Kapittel 14. Wo Corl utsach, as be Bewehrung brak, Un ut en blagen Rod dunn würd ‘ne gräune Frack. Un as sei dor nu d’raewer runminiren Un dat bi sick noch aewerläden Dunn kem’n de Jungs herinnertreden, De ‘rut ut de Kemedi wiren. "Wo, Deuwel!" fröggt de Oll. "Is dat denn all vörbi? Ick mein, dat süll irst angahn eben Wat würd’ denn för en Stück hüt gewen?" "Ih, Vadder, ‘t was mit Kugelgeiteri, Mit Scheiten un ‘ne Deuwelskuhl, Mit Dodenköpp un mit ‘ne grote Uhl, Mit Späuk un Deuwel un mit Allen." "Na, hett Jug dat denn nich gefallen? Was dat denn Jug nich gaud’ genung?" "Ih, ja," seggt Fritz, "dat was woll so; Doraewer is nich vel tau spreken; Doch aewerst bi den letzten Sprung, Dat was so ‘n Stück, dor kunn Ein jo Binah sick Hals un Beinen breken;" "Wo was dat denn, Du dumme Hans? So red’ doch! Segg! Wo was ‘t? Wo ans?" "Ih, wenn Ji anfangt, mi tau schellen, Denn kann jo Corl ug dat vertellen, Ick weit blot, dat ick springen müßt." "Na, Corl," seggt Swart, "kumm her! Wa is ‘t?" Nu krop Corl Witt denn ganz geslagen Un knäglich achter Fritzen ‘rut. Oh Je! Wo sach de Bengel ut! De eine Slipp von sinen blagen Un nigen Rock, de was herunner, Up ein Sid was ‘t ‘ne blage Jack, Un noch en Rock was ‘t up de anner, Un dwaslings was ‘t ‘ne blage Frack. "Jung," seggt oll Witt, "wo lett Di dit?" "Ja," seggt oll Swart, "so kann hei gor nich mit; Na, dit is wedders mal en Stück!" "Ja, dit ‘s en Stück!" seggt Snider Flick. "Ja, dit ‘s en Stück!" seggt Corl Vepupp. "Jung," seggt oll Swart, "hir up de Stell Kümmst nu heran! – Un nu vertell, Süs kam ‘ck Di up den Puckel ‘rup, Un mak Di Dine Siden mör." "Je," seggt uns’ Fritz, "ick kann ‘e ok nich vör; Corl sprung, un as hei kreg dat Wippen, Un as de Post mit em gung af, Dunn kreg ick em noch bi de Slippen, Un ret dat ein Kretur em ‘raf. Un ‘t was wahrhaftig gor kein Wunner, Denn ick müßt köpplings mit herunner." Nu gung ‘t mit Wunnern wedder an: "Herr Je! Wo so wat wesen kann!" "Je," seggt tauletzt oll Snider Flick, "Dat hürt villicht mit in dat Stück." "Ja," seggt oll Swart, "dat kann dat sin, Dat hürt in de Kemedi ‘rin." De Wohrheit von de Sak, de sei indeß nich wüßten, De was, dat de Bewehrung knas Von ‘n drüdden Platz afbraken was, Un dat sei dorüm springen müßten. Un ganz gelimplich gung ‘t nich af: Ein brok sick beide Beine af Un müßt nah Hus sick dragen laten; En Anner hadd’ sick ‘t Gnick afschaten, Un ‘n halwes Dutzend was blessirt. "Ja, dat ‘t tau de Kemedi hürt," Seggt Witt, "dat heww ick ümmer seggt; Wo krig’n w’ den Rock nu aewer t’recht? Tau ‘m Snider em tau schicken is kein Tid; Tau ‘m Flicken is ‘t tau späd’ all hüt." "Un morgen früh," seggt Corl Vepupp, "Geiht ‘t tidig nah den Wagen ‘rup." "Ih," seggt de Snider Flick, "up desen Fall Heww ick en – Kledrock hir mit sanft’nen Kragen, So as bi Hof de Jägers dragen, Wenn ‘t mal so recht wat gellen sall; Hellgräun von Farw’, mit gäle Knöp, Den ick för ‘n Billiges verköp." "Ja, Vadder, ja!" röppt Corl in Hast. "Ja," seggt oll Witt, "ja, wenn hei paßt." Un Flick, de bringt den Kledrock ‘ran, Un Corl, de treckt den Gräunen an, Un bängt sick in de Ärmel ‘rinner. "Ne," seggt oll Swart, "wo lett – em dit! Wo lett den Jung’n dat, Lüd’ un Kinner!" "Ja, Vadder, segg! Nich wohr?" fröggt Witt. – "Jung, sett Di doch den Haut mal up." "As wir hei ‘n Graf!" seggt Corl Vepupp. "As wir hei ‘n Graf!" seggt ok de Snider. Un de oll Jung, de stunn nu dor, Un klei’t un strigelt in dat Hor, Un treckt an sine Vatermürder, Un geiht de Stuw’ mal up un af, De Arm so stiw an ‘t Liw heraf, De Näs’ so hoch, dat hei kunn Keinen seihn, Un utwarts mit de gelen Bein. "Mi dücht," segqt Witt, "hei müßt em beter passen, Wenn hei em ‘n beten anners set." "Ih," seggt Vepupp, "hei kann jo ok noch wassen." Indem hei ‘t sihr in Twifel let, Ob hei den Kledrock, oder Corlen meint. Na, as oll Witt un Snider Flick Sick aewer ‘n Pris nu beid vereint, Un as betahlt nu was de Rock, Begewen sei tau Rauh denn sick, Un stegen’ in dat tweites Stock. Kapittel 15. As Witt in ‘n Slap gefährlich "Füer" schreg, Un dunn ‘t Zigarrenrokene kreg. In ‘t ein Bedd’ läd’ sick Witt un Swart tausamen, Un Corl un Fritz, be sünd in ‘t anner kamen. Bald lagg nu Allens still un slep; Blot Corl nich, denn de Jung’ de dacht Noch ümmer an den Rock, un kröp Ut ‘t Bedd’ heruter lis’ un sacht, Un treckt sick dunn, der Deuwel hal! Noch mal den nigen Kledrock an, Un geiht so sachting; as hei kann, In ‘n Manschin ümmer up un dal; Un stunn un gung, un ded’ un kek, Un knöpt un treckt, un reckt un strek Den ollen Rock so stramm un glatt, As wenn sick putzte Nahwers Katt. Nu müßt ‘t taufällig just gescheihn, Dat Nahwer Swart, de up den Rüggen leg, Ok mitdewil dat – Snorken kreg, Un dat hei just sick üm müßt dreihn. Na, dat was gaud. Dat aewer slimm, Dat hei, as hei sick dreihte üm, De olle lütte, dwatsche Näs’ In ‘t Uhr von sinen Fründ müßt steken, Un dor in so ‘n Gesnork utbreken, As wenn der Deuwel Trumpet blös’. Oll Witt, de fohrt so steidel ok tau Hög’, As wenn ‘t Gewitter in em slög. Un as de Stuw’ em nu so frömd, Un Corl’n hei in bloten Hemd, Blot mit den Kledrock angedahn, Vör sick süht in den Manschin stahn, Dunn schriggt hei lud’hals’: "Füer! Füer! Wo bün ick? Ne! Wat heit dit hir?" Na, Fritz un Swart denn ‘rute ut dat Bedd, As wenn sei Ein ‘rut schaten hett, Mit ‘ne Pistol hadd’ ‘rute schaten, Un krigen Witten nu tau faten Un seggen: "Vadder!" – "Nahwer Witt! Wat sall dit sin? Wat heit denn dit? Legg Di doch ruhig wedder hen, Wi reisen jo nah Belligen." Na, endlich leggt oll Witt sick dal. "Na, aewerst, Vadder, nu will ick Di seggen: Dat Du mi nich," seggt hei, "nochmal Dat Stück upführst, will ick mi anners leggen, Mit minen Kopp tau Dinen Fäuten; Der Deuwel kann dat doch nich weiten, Ob Du dat Snorken deihst nich wedder krigen." Na, dat is gaud. – De Annern stigen Nu wedder in dat Bedd’ herin, Un slapen sacht ok wedder in. Oll Witt slöppt ok, doch hadd’ hei bi dat Slapen Sin Mul gewöhnlich sparwid apen, Un so müßt denn dat just passiren, Dat Nahwer Swart sick wedder üm müßt kihren, Un mit den groten Tehn, ahn dat hei ‘t markt, In ‘t ap’ne Mul em ‘rin fuhrwarkt. Oll Witt, de drömt just von Zigaren Un dat sei rechte Luft nich hadden, Obglik sei rüken wunderschön; Un süggt un süggt up Swarten sinen Tehn, Un ‘t will un will em nich gelingen, De oll Zigar in ‘n Brand tau bringen; Dat olle Ding, dat kümmt nich in den Draf. Mit einmal kümmt em dat so vör, As wenn tau em de Snider säd’: "Ih, biten S’ noch en Enning af," Un Witt, de bitt. Wo fohrt oll Swart ‘rut ut de Feddern! Wo schimpt un schelt hei in sin Wuth! Fritz fohrt ok ut dat Bedd’ herut, Un Corl fohrt ‘rinne in de Leddern. Un as sei All tau Beins nu sünd, Liggt blot oll Witt unschüllig dor, As wir hei ‘n nigeburens Kind, Un wunnert sick, wat hir geschüht. "Wo?" schriggt oll Swart. "Du Rackerwohr! Wo? Du Carnallj, Du bittst hir Lüd’? Wo? Du wirst hir doch gliksten wirth, Dat ‘ck Di eins in de Tähnen gew’. So schulschen is dat olle Dirt, So heimlich as ‘ne Preister-Täw’." Oll Witt, de säd’ un ded’ un swür, Dat hei doran unschüllig wir; Hei wir in ‘n Drom dor so tau kamen Hei hadd’ den Tehn in ‘n Mund nich namen, Wenn hei hadd’ wüßt, wat ‘t wesen ded, Hei hadd’ ok minschlidhes Gefäuhl. Un blot, dat hei man dorvon säd’, Kreg hei in ‘n Liw’ all so ‘n Gewäuhl, As wenn sin Liw sick üm wull kihren. Un hei wull dat nu twors nich striden, Dat gistern Abend de Zigar Em ok sihr slicht bekamen hadd’; Doch dese Ort wir düller noch as dull; Un wenn hei, Swart, nich anners wull, Un wull sick dor dörchut för räken, Denn wull hei, Witt, sick girn dortau verstahn, Den Tehn in Swarten sinen Mund tau steken: Denn wir de Sak doch afgedahn. – Na, dat wull Swart nu wedder nich, Dorvon wull de nu doch nicks hüren. Un Alltausamnen läden s’ wedder sick, Un slepen bet so hen tau viren; Dunn stegen s’ von den Baehn heraffe, Bet Corl Vepupp kamm antauführen, Un dat süll wider gahn von dannen. Kapittel 16. Wo Fritz sin Dürten grüßen let, Un Swart ganz eklich in be Trummel set. Fritz gung indessen nah Jehannen. "Jehanning," säd ‘e, "süh, Du wardst dat weiten, Un hest gewiß dorvon all hürt, Ick heww besondre Heimlichkeiten Tausamen mit de Köster-Dürt. Süh, wenn Du nu nah Hus henkümmst, Denn geihst Du hen nah Dürt, un nimmst Ehr mit dit oll lütt Schachtelding: Dor in, dor liggt en gollen Ring, Den heww ick gistern Abend hir Ehr köfft; un süh, in dit Poppir, Dnr liggt en Flusch von mine Hor, De schickt ick ehr tau ‘m Angedenken Un segg ehr man, nah en por Johr, Denn wulle ‘ck ehr noch wat Beters schenken, Sei süll mi aewerst tru ok bliwen; Vör Allen aewer süll sei wat schriwen, Un süll von sick wat hüren laten. De Upschrift süll sei so affaten: ‘An Fritzen Swarten, Wollgeburen, Wohnhaftig jetzt in Belligen;’ Denn kem de Breif ganz richtig hen, Denn güng hei seker nich verluren. Un Mutter’n grüß un segg, ick let ehr weiten, Bet hirent wir’n wi glücklich kamen, Un wir’n gesund noch alltausamen, Un bet up einige Verdreitlichkeiten, Un dat wi uns binah dat Gnick afschaten, Hadd’ Allens sinen richt’gen Schick, Un segg, sei süll dat Roren laten, Denn Vadder säd’, dat wir tau minen Glück. Un denn, Jehann, denn kik ok nah de Fahlen, Vör allen Dingen nah dat lütt; Un dat s’ tau rechter Tid dat Veih ‘rin halen, Dat dat des Nachts nich friren mütt, Wenn ‘t up den Harst all ward tau kolt. Un lat oll Stromen nich verkamen, Denn de oll Hund, de ward all olt. Un nu lewt woll denn Alltausamen. Adjüs!" – Hei gung; doch dreiht hei sick Noch up den Süll, un kamm taurügg: "Un nu noch eins! Dat ick dat nich verget! Un Du, Jehann, Du mark Di dat genau! De Köster, süh, hett doch ‘ne Kauh; De Dürten ümmmer melken möt, Un de oll Weid’ is wid un slicht, Un unsre Koppel, de is dicht Glik achter ‘n Köstergorn. Nu heww ick dat verspraken, Wi wull’n de Kauh in unsre Koppel nemen. Nu segg Du Mutter’n man, sei süll’ sick tau bequemen Mit Vadder’n wull ick ‘t richtig maken. Un denn: de Köster, de kriggt up den Harst Von uns en Fäuder Nahmatt-Heu; Dat Du em dat man ‘düchtig lad’st, Un wenn dat maeglich is; denn giww em twei." Kum was hei mit den Updrag p’rat, Dunn hürten s’ buten noti de Strat En ganz gefährliches Geschrei. Na, Fritz de löppt – un ok Jehann; Un as sei bi den Wagen kamen an, Dunn is ‘t doch grad’, as wenn sick in den Wagen Ein ganzes halwes Dutzend slagen. Dat rönnt tausam von allen Kanten, Oll Witt un’Corl un acht Muskanten; De Fritz nu irst tau seihen kriggt; Un Corl Vepupp kümmt mit ‘ne Lücht. Un in den Wagen is ‘t en Larm, Dat wirkt un sleiht mit Bein un Arm, Un ‘t is en Stöten un Gerummel, Un as Vepupp herinne lücht’t, Dunn sitt oll Swart dor in ‘ne türk’sche Trummel. Sin Achterdeil herin, de Beinen hoch in Enn’, De Ogen ut den Kopp, ganz swart in dat Gesicht, Sleiht üm sick hei mit Fäut un Hänn’n Un bängt sick in de Trummel af un schriggt: "Dit is doch en gefährlich Stück! Tau Hülp! Tau Hülp! Ick stick, ick stick!" Na, Fritz un Corl un Corl Vepupp – Un ok oll Nahwer Witt möt mit – De spring’n nu nah den Wagen ‘rup, Un jeder treckt un jeder ritt, De Ein’ an ‘n Arm, de Anner an de Bein, Üm Vader Swarten ‘rut tau teihn; Sei trecken, riten, böhren, wuchten, Dat helpt ehr nicks, denn de oll Schachtel fängt Denn ok sick an tau Höcht tau luchten, Hei hadd’ tau fast sick ‘rinne bängt. Un setten sei den Ollen mal Mit de oll daemlich Trummel nedder, Denn sackt hei ümmer deiper wedder Mit sinen Swerpunkt in de Schachtel dal, Un de Muskant, den de oll Trummel hürt, De steiht un schelt, schimpt un schandirt: Sein Instrument würd’ ganz verrungenirt, Das hätt’ ihm funfzig Dahler kost’t. Dat will hei länger nu nich liden Un springt herup, stött Witten vör de Bost, De ward denn de Blansirung nu verliren Un tummelt t’rügg, un sett’t – der Deuwel hal! Sick in den Cunterbaß dor dal, Un kümmt just up dat Stegg tau riden. Na, nu is Holland denn in Noth, Nu ward de Larm denn doch tau grot. "Na," röppt Vepupp, "is dit en Rummel! De in den Cunterbaß, de in Trummel!" Un de oll Nahwer Witt, de liggt Un schriggt: "Ick bün taunicht! Ja, Lüd’ un Kinner, ja! Ick glöw ‘t, Bün midden utenanner klöw’t!" Un Corl un Fritz, de trecken ümmer Oll Swarten mit de Trummel ‘rümmer, Un maken dat noch ümmer slimmer; Un ‘t ward en ganz gefährlich Wesen, Bet endlich de oll Trummelsläger Sick an de Trummel makte neger Un ehr de Spannung anfängt aftaulösen. "So, Kinner! Nu noch einen Ruck!" Un Swart is ‘rute ut den Buck. "Hurah!" röppt Corl un swenkt den Haut: "Wi heww’n den Ollen ‘rut, Hurah!" – Na, sowid frilich was dat gaud, Dat dick Enn aewerst kamm noch nah. Kapittel 17. Wo sick be Bur’n un Muskanten slagen deden, Un wat dortau be Strelitzsch Börger säden. De oll’n Muskanten fung’n nu an tau zackeriren; Vör Allen, den de Baß ded’ hüren, Un de oll daemlich Trummelsläger. Sei kemen nu de Buren neger Un födderten Betahlung för den Schaden, Den sei an ehre Dinger hadden, Un föddern drist so ‘n Dahler föftig; Oll Swart, de argerte sick heftig, Bet dat dat Blaut tau Kopp em schöt, Un em bat brun vör Bosheit let. Un böd’ ehre.... Na, wat hei ehr böd’ Un wat hei süs noch wider säd’, Dat was denn just nu nich sihr fin, Müggt de Muskanten ok nich paßlich sin, Denn de Trumpet un de oll Cunterbaß, Wat einen vlämschen Bengel was, De kreg’n den Ollen bi den Kragen, Un ‘runner mit em von den Wagen! Fritz sprung nu tau, m bitaustahn, Fung up den Baß an lostauslahn; Doch de Clarnett un be Fläutduhs, De bröchten ‘t wedder em tau Hus; De fohr’n nu Beid’ em in den Nacken Un krig’n von achter em tau packen. De türksche Trummel un dat Hurn, De krigen unsern Nahwer Witten Tau glike Tid bi be Slafitten Un döschen up den ollen Bur’n, Un Corl, de hett genaug tau dauhn, Dat em de Vigelin un de Posaun Nich riten sinen Kledrock ‘runner. – Oll Swart, de hett de Trumpet unner, Un sleiht ehr ‘rinne in de Tähnen Un kloppt dat Mundstück ehr taunicht. Fritz mit den Baß dat Wräuschen kriggt, Un sleiht von achter mit de Hacken De Clarenett vör ehre Schänen, Doch de Fläutduhs, de sitt em in den Nacken Un spelt em dor en Stückschen vör. Oll Witt, de sett’t sick hellischen tau Wehr, Hei hadd’ de Trummel bi dat Fell Un trummelt, wat dat Ding man höll; Doch aewerst, dat entfamt’ge Hurn, Dat brummt em eklich in de Uhr’n, Un Corl? – Dor stunn hei as en Stock Un ded’ sick nich verdeffendiren, Dacht ümmer an den nigen Rock, Un ob s’ em den nich rungeniren; Em was ‘t blot üm den Rock tau dauhn. Un dorbi prust em de Posaun Verdwasling in de Näs’ herin; Un ümmer up un dal de Siden Strek em de lütte Vigelin, So schön, as sei man jichtens künn, As sühst mi woll, as müßt ‘t so sin. – So stünn de Sak. Vepupp was afwarts gahn Un säd’: "Lat s’ sick tau ‘m Deüwel slahn." Flick flücht’t sick nah de Stuw’ herin. Un krop vermauthlich unner ‘n Disch, Un slicht wir dat de Bur’n gahn, – Wenn dat so blew as ‘t ogenblicklich stünn. Indeß, as ‘t los nu gung up ‘t Frisch, Dunn ward dat Blatt sick eklich dreihn: Von beiden Siden rückte Hülp heran, De Snider Flicksch kamm von de ein’, De Gastwirthin von ‘n ‘stillen Frieden’, Un von de anner kamm Jehann; Un mit de Swep as Fidelbagen Strek hei den Baß de langen Siden. Un Flicksch, de stört’te ahn Verzagen Nu up de türk’sche Trummel sick, Un in en korten Ogenblick Hadd’ s’ ehr dat Ledder ‘runner tagen: "Wo? Ji verdammtes Snurrepack! Ji willt mi hir min Nachtgäst slagen?" "Hurah!" röpt Fritz, "ick heww em unnen," Un hett de Clarenett bi ‘n Kragen. "Hurah!" röppt Swart, "nu heww wi wunnen; Nu, Kinner, nu noch mal von Flässen!" Doch dormit was ‘t vörbi indessen, De ganze Strat kümmt vör be Dör Un kickt un fröggt, wat hir geiht vör. "Wo? Dit ‘s boch dull," seggt Schauster Draht, "Tau Ollen-Strelitz so sick tau bedragen, Un up de öffentliche Strat Sick mich nichts – dich nichts ‘rümtäuslagen!" "Un noch dortau ganz frömde Lüd’!" Seggt Klempner Bleck. "Paßt sick dat hir?" "Wenn wi uns af un an so ‘n lütten Wischer Mal gewen, Vadder," seggt de Discher, "Wi heww’n dat Recht, so hürt sick dat; Denn wi sünd Börger von de Stadt:" "Wi möten unsre Stüern dragen," Seggt Klempner Bleck "Wi kaen’n uns slagen." "Wi heww’n dat Recht," seggt Schauster Draht; "Dorför heww’n wi den Magistrat." "Doch Dese," seggt de Discher Hubel, "De in dat Amt herinne hüren, Un maeglich blot man in de Ridderschaft, De will’n hir maken so ‘n Trubel? Kamt! Will’n de Kirls glik arretiren, Un nemen s’ all in den Verhaft." Na, dat geföll; un Hubel, Draht un Bleck Un von ehr Nahwers süs noch weck, De rücken vör den ‘stillen Frieden’. "Holt still!" röppt Bleck "Wi kaen ‘t nich länger liden, Dat Ji Jug hir up eigne Hand Un hir ‘ne Prügeli upführt. Ein Jeder is uns’ Arrestant!" "Wo?" röppt oll Swart un kriggt den Kirl tau faten, "Von Di süll’n wi uns arretiren laten?" "Ih wo?" röppt Flicksch. "Hir vör min Dör? Ji willt as Obrigkeit hir spelen? Ih, dit kümmt mi doch narschen vör. Dit fehlt mi noch! Dit süll mi fehlen! Ji Rackerwohr! Wat föllt Jug in? So ‘n Pickhingst un so ‘n Ketelflicker!" "So ‘n Stück," seggt Swart, "nemt Ji Jug in den Sinn? Ih, dat sünd jo entfamte Stücker!" Un tippt den Klempner up den Kopp. De Börgers rücken nu tauhop, Un Draht, de seggt: "Hür, Bleck, Du güngst tau wid Taum Prügeln heww’n wi Börgers woll ‘n Ganz richtig Recht, doch Fred’ tau holl’n, Wenn eine Prügeli geschüht, Dat is so ‘n Sak, dat hett en annern Grund! Du magst mi, wat Du willst, ok seggen, Dor möt de Obrigkeit sick ‘rinne leggen." "Süh dor," röppt Hubel, "kümmt nu Krumm mit sinen Hund, Nu sünd wi ut Verlegenheit. Dat is en Stück von Obrigkeit: As Kauhird’ hett hei Brod un Lohn Von unsre Stadt. Hei is ‘ne Staatsperson." Kapittel 18. Woans sick Krumm bi dese Sak benamm, Un de Gesellschaft tau ‘m Burmeister kamm. Oll Krumm, de eben tuten wull, Den red’ten sei den Kopp so vull Un deden ‘t dütlich em bedüden: Hei müßt de Kirls glik arretiren, Hei wir de Mann hir an de Spritz, Bet endlich hei dat kreg ok spitz Un säd’: "Ja, Kinner, ja! Ick bün de Mann! Nu, Kinner, nu man all heran! Nu angefat’t! Man nich verzagt! Na, nu! Nu in den Bullenstall herinner!" "Wo?" röppt oll Flicksch. "Mi as ‘ne Börgerfru? As Mutter mi von elben Kinner?" "Ne, Krumm," seggt Draht, "ne, lat Di Tid! Du geihst ok wedder vel tau wid: Recht hest Du man up Bur’n un Muskanten, Doch Flicksch, de lettst Du hübsch in Ruh, Dat is ‘ne Strelitzsch Börgerfru Un denn min Swigerdochter-Mutter-Swester- Tanten." Na, dat was denn nich mihr as billig. Oll Krumm, de wis’te sick ok willig. Un drew nu af mit Bur’n un Muskanten Nah den Burmeister sine Dör. Oll Swart, de sett’t sick frilich noch tau Wehr, Indessen ganz vergewens wir ‘t. Em was dat nämlich sihr mallürt: As hei sick up de Trumpet smeten Un up de Strat mit de was foll’n, Dat dunn sin Hosendräger reten, Un nu müßt hei de Büxen holl’n, Un wenn hei nu mal sid verget Un sine Hosen fohren let Un up de Börgers slog mal los, Denn sackt em in de Knei de Hos’, Denn müßt hei nah de Hosen faten Un müßt sick ruhig slagen laten. – Na, as ick seggt, mit vele Mäuh Un mit den Hund, kreg endlich Krumm Sin Ossen un sin Bull’n un Käuh Un ein geehrtes Publikum: Sin acht Muskanten un fin Bur’n, Un wat von Börgers folgen ded’, Vör den Burmeister sine Dör, Un stödd’ dor gruglich in dat Hurn. Na, de Burnmeister fohrt nu ut de Posen, Un fohrte ‘rinne, in de Hosen Un denkt; Oll-Strelitz steiht in Füer. Hei ritt dat Finster up un schriggt; "Wat, Dunnerwetter, heit dit hir?" "Dit is uns’ Stadtveih, Herr," seggt Krumm, "Un dit sünd uns’re Arrestanten," Un wis’t up Büren un Muskanten, "Un dit hir is dat Publikum, Un ick stah hir as Obrigkeit, Un Allens is in Richtigkeit." Dunn kamm de Kniper angerönnt; Denn de hadd’ ümmer dat Mallür, Dat, wenn ‘t in Strelitz mal eins brennt, Hei ümmer as de Letzt rep "Füer!" "Ih, Herr Burmeister, ‘t is nich wohr! Dit ‘s grad’ so as vör etzlich Johr, As Keiner hürt up Gott un uns’ Gebot; Un Snider Flicksch is mit in dat Cumplott, Un dat ‘s ‘ne sihr gefährliche Person Ne, Herr, dit is ‘ne richt’ge Revolutschion, Dit ‘s grademang, as achteihnhunnert achtunvirtig." Na, de Burmeister, de versirt sick, Un kriggt den Bewer un versarwt sick Un kriggt dat mit de Angst un starwt sick Binah vör Schrecken musing dod; Un seggt tau sick: "Wir sind in großer Noth. Indessen nich den Muth verlieren! Das is der Bürgermeister Loos up Mit die empörte Menschheit sich Herüm zu kawweln ständiglich." So gung hei denn up ‘t Rathhus ‘rup, Un achter em de ganze Trupp; Un röppt den Kniper tau un seggt: "Na, de Gesellschaft hir mal ‘rup gebröcht!" Sei kamen ‘rinne Mann för Mann. As hei s’ nu all herinne het, Nimmt de Burmeister sin Lorjett, Un sett’t sick dal, un kickt s’ sick an. "Na", denkt oll Swart, "is dit en Stück!" Denn de Burmeister hadd so ‘n Blick Un so ‘n fital Gesicht upsett’t, Un noch dortau de oll Lorjett, Dat em dat as Kreuz-König lett. Kapittel 19. Dit oll Kapittel ward mihr lang as breit, Wil de Burmeister d’rin Gerichtsdag hollen deiht So läd’ hei los: "Hört Meister Draht! Sie stehn jetzt vor dem Magistrat, Nun sagen Sie, wie ist ‘s gekommen, Daß Sie die Leute festgenommen?" "Je, Herr," seggt Draht, "seihn S’, gistern set wi, Min Fru un ick un denn min Kinner, Un Hiring un Pantüffelnz et wi,s Un vör uns stunn’ dat bradens Speck, Un Ein nah ‘n Annern stippten wi dorinner. Dunn seggt min Fru: "Draht," seggt sei, "weck Von de oll’n Tüffelns sünd all wedder krank, Ick glöw, wi möten ‘t Swin mit faudern." "Ih," segg ick dunn, "Corlin, wi heww’n jo, Gott sei Dank, De schöne Zikers noch von Dinen Braudern. – Ehr Brauder, ward’n Sei weiten, Herr Burmeister, Dat is de pucklich Schaustermeister, De vördem wahnte tau Penzlin Un nahsten hen nah Bramborg treckt’, un dor Sick würd’ oll Kählerten sin Dochter fri’n; ‘T sünd nu ok all an de saeben Johr. – Ne, – täuwen S’ mal! – Ih, wat ick red’! – Sünd dat all acht? – Ne, ‘t sünd irst saeben...." "Ei was! Das hört hier ja nicht her, Sie sollen mir nur Auskunft geben, Was bei der Prügelei geschehn, Wie konnten Sie sich unterstehn, Sich in die Prügelei zu mischen, Was gar nicht Ihres Amtes ist? Nun sagen Sie, wie kamen Sie dazwischen?" "Je, Herr Burmeister, wenn ‘ck dat wüst! Dat weit ick ok nich, wo sick dat regirt. Wo würd’ ick so wat mi woll unnerstahn! De Kirls, de würden arretirt, Un ick bün man so mit ehr gahn. Ihr ick mi in de Polezei süll mengen, Ded’ ‘ck mi an ‘n irsten, besten Nagel hängen!" "Nun, Meister Blech, wie ist ‘s mit Ihnen? Könn’n Sie uns etwa Aufschluß geben?" "Ganz woll, Herr Bürgermeister, Sie zu dienen! Ich kenn die Sache ganz genau, Denn sehn Sie, meine Wenigkeit lag eben Und schlief, da weckt mir meine Frau, Die heut ihr Fieber wieder hatt’. "Blech," sagt sie, "hör, ich glaub’, da find’t was statt. Das is mich so, als wär mich das Als wär ‘s sehr munter auf der Straß." Na, ich spring also aus die Betten Un kuck so daemlich aus das Fenster ‘raus, Grad as der Herr Burmeister thäten, Als wir heut kamen vor Ihr Haus. Da sach ich denn nu de Bescherung." "Nun gut, was sahn Sie denn? ‘Raus mit der Sprache! Und komm’n Sie endlich auf die Sache." "Was ich da sach? – Nun, die Verschwörung, Die ganze richt’ge Revolutschion!" "Na, kannten Sie denn ‘ne Person?" "Person? – Person – Nein, dieses weniger! Personen kennt’ ich keine, Herr. Bloß sagt mich meine Frau, daß an den Unterrock Sie die Gastwirthin Flicken hätt’ gekennt, Die hätt’ sich vor en Jahr ein großes Lock Mit ‘s Bügeleisen ‘rein gebrennt." "Wie kamen Sie denn aber d’rauf, Die Leute hier zu arretiren? Wie konnten Sie sich in den richtigen Verlauf Von Polizei-Geschäften mengeliren?" "Ih, Gott bewahr! Wo werd’ ich das riskiren? Wo werd’ ich so mir überheben, Ein solches Thimothee mir geben! Ne, ich weiß nichts nich von die Polezei Un nichts nich von von’s Arretiren, Denn darin sich zu mengeliren, Da is kein Segen nich dabei." "Nun, Meister Hubel, sagen Sie doch mal, Was Sie von der Geschicht’ gesehn." "Je, Herr Burmeister, "ick kamm eben dal Un kamm heraf von minen Baehn, Dunn wiren s’ just bi ‘t Arretiren, Un wider kann ick ok nich reteriren. Ick bün tau so ‘ne Sak tau dumm, Indessen, as mi dücht, so was dat Krumm, De dese Lüd’ ded’ infitiren." "Krumm! Kömm Er hier mal vor das Brett!" Un de Burmeister leggt sin Stirn in Falten Un vör de Ogen de Lorjett – "Warum hat Er die Leute angehalten? That Er ‘s aus eigner Machtvollkommenheit? That Er ‘s auf ein’n ausdrücklichen Befehl?" "Ih, ick weit nicks un ‘ck weit vel! Ick frag Sei, bün ick Obrigkeit? Oder bün ick ‘t nich? Wovon sall ick dat weiten? Ick denk, mi hett hir einer wat tau heiten, Den Herrn Burmeister utbenamen. Ick häud’ min Ossen un min Käuh, Un wat betrefft de Polezei; Dor bruken S’ blot tau seggen, ick sall kamen, Denn bün ick düchtig dor tau jeder Tid, Ahn Aewerleggung un Besinnung." ‘Mein lieber Krumm, es freuet mich, man sieht, Er ist loyal, voll patriotischer Gesinnung." "Ja, as Sei seggen, Herr: mi ‘s ‘t ganz egal! Denn uns’ Großherzog un de Herr Burmeister, De sünd mi leiwer noch as Köster un as Preister." "Herr Secretair, oh, schreiben Sie doch mal: Der Kuhhirt’ Krumm, der hütet jetzt nicht mehr, Weil ihm der Dienst schon wird zu schwer, Die Ochsen, Bullen unb die Küh: Er hüt’t von jetzt das junge Vieh, Die Kälber und die jähr’gen Fohlen, Und wird dem höhern Staatsdienst anempfohlen. – Nun kann Er gehn, mein lieber Krumm. – Stadtdiener Glandt, seh’ Er sich doch mal um; Wer war von den Tumultuanten Der lautste und der ärgste woll?" "Je Herr," seggt Glandt, "des’ was ‘t von de Muskanten, Un von de Bur’n was ‘t de Oll." Un dormit schuppste hei den Trummelslägers Un Swarten an den Disch heranne neger. "Warum hat Er," fröggt be Burmeister nu den Ollen, "Die Ordnung hies’ger Stadt verletzt Un sie in Rebellton versetzt? Was hat Er damit sagen wollen?" "Wo so ans? – Rebelljon? – Ih, dit wir nett! Wenn ‘ne ganz ruhige Person, De ‘n beten vull is un cumplett, Von ‘ne oll Wagenbänk utglitt Un in ‘ne türk’sche Trummel sitt, Wo, dat, dat wir ‘ne Rebelljon?" "Vollendet will ich zwar die Rebellion nicht nennen, Doch auf Conat muß ich erkennen." "Dat will ick Sei ok gor nich wehren, Erkennen Sei man ümmer tau! Denn min Gewissen is in Rauh, Un wat ick segg, kann ick beswören; Ick swör mi af von desen Swindel. Wo? – Irst möt ick mit dat Gesindel Mi ‘rümmer slahn, un denn sall ick Rebeller sin? – Dat will w’ mal seihn! Dat wir doch ein verfluchtes Stück!" – "Wie kam Er in die Trommel ‘rein?" "Er that ‘s," seggt de Muskant, "aus Niederträchtigkeit." "Ne, Hund!" seggt Swart, "ut Unbedächtigkeit! As ick nah ‘n Wagen ‘rinnte steg, Dunn glitscht ick von de Bänk un krege Dat gradenmang as mit en Tummel – Un föll von baben in de Trummel." Das könnt’ man einen casus nennen; Vielleicht wär’ auch auf lapsus zu erkennen." "En Kasus, ja! Dat gew ick tau, Doch mit den Raptus laten S’ mi in Rauh, Wo süll ick tau den Raptus kamen? Ick hadd’ jo gor nicks tau mi namen, Ick ded’ so jo noch ganz nüchtern sin." "Mein lieber Freund, ich sage: lapsus." "Ja, dat is denn ‘ne anner Sak. Doch, Herr, wenn ick de Kasus bün, Denn is de Anner dor de Slapsus, Denn nem’n S’ sick den man in de Mak; Denn as ick Worm dor in de Trummel set, Un min oll Jung an mi herümmer ret, Dunn sloge de Slaps mi aeewer ‘n Kopp verdwas, Un stödd’ min’n ollen Nahwer Witten Herinne in den Kunterbaß, So dat up ‘t Stegg hei kamm tau sitten Un ganz tau nicht is heil und deil." "Herr," seggt nu de Muskant, "mit so ‘n Hintertheil – Ne, sehn Sie bloß! – setzt er sich in die Trommel ‘rein; – Ne, sehn Sie bloß mal, mit Vergunst! Sitzt mich die Trommel kurz und klein, Un rungenirt mir da die Kunst." ‘Ne restitutio in integrum wär’ hier In diesem Falle freilich möglich; Indessen aber scheint es mir...." "Ne," röppte oll Witt un wimmert kläglich, "Ne! Dormit laten S’ mi taufreden! Ne! Alle Achtung vör be Herrn Gerichten! Heww’n Sei up so ‘n oll Stegg mal reden? Ick gah nah ‘n Dokter hen un lat mi gichten; Un ick verlang up alle Fälle So ‘n dörtig Dalers Smerzensgelle." "Und ich verlange funfzig Thaler preußsch Courant, Herr Bürgernmeister," seggt de Musikant, "Für die Zersitzung dieser Instrumente." Ih, denkt oll Swart, Du Zackermenter, Du sallst doch hier kein Geld nich krigen! Ok nich en Schilling kriggst Du ‘rut! "Ne, Herr Burmeister," röppt hei lud, "Wenn ‘t so is, will ick ‘t nich verswigen, Dat sülwsten ick bün schändlich läderirt. Ick segg dat sülwst, un billig wir ‘t, Dat mi de niederträcht’ge Trummelsläger Giwwt twintig Daler Smerzensgeld Un mi betahlt min Hosendräger, Wil mi de Hos’ stets ‘runneföllt Dit is en Stück, en ganz entfamtes, Un wat sei föddern, is wat Utverschamtes." "Na," seggt nu de Burmeister, "sett’t Jug dal: – Herr Secretair, oh, schreiben Sie doch mal: In Anbetracht und in Erwägung Frühmorgendlich versuchter Ruhestörungsangelegenheit, Sich offenkundgegeb’ner Widersetzlichkeit Und attentirter Revolutionsbewegung, Erkennen wir für Recht: Vorstehend hier anwesend beide Alten Und Hauptrebeller von den Bauern sind gehalten, Mit ihren Söhnen und dem Knecht, Für radikale Trommelfellzersitzung Und destructive Contrebaßverletzung, Den Musikanten funfzig Thaler preußsch Courant Hier auf der Stelle auszuzahlen." "Wo? Dit möt jo der Deuwel halen!" Röppt Swart. "Stadtdiener Glandt!" Röppt de Burmeister: "thu’ Er seine Pflicht! Sowie der Bösewicht von Arrestant Noch einmal mir in ‘s Urtheil spricht, Zu neuer Widersetzlichkeit sich rüstet, So bring’ Er ihn dorthin, wo ihn kein Sonnenstrahl Je mehr bescheint und Molch und Unke nistet. – Herr Secretair, oh, schreiben Sie doch mal: In Anbetracht der Musicorum Erkennen wir: Weil selb’ge das Decorum Bei ‘m Bauern Schwarz so arg verletzt, In Hosen-Noth und –Gleitung ihn versetzt, Auch prügelweise arg ihn insultirt, Im Gleichen auch den Bauern Witt Durch böslich angestift’ten Baßstegritt Fast in zwei Hälften parcellirt, Und sich zu dieser That bekennen, So sollen Musici um derentwegen Hier funfzig Thaler Schmerzensgeld erlegen – Das heißet nämlich, wenn sie können. – Da aber leider es notorisch, Daß Musikanten nie kein Geld, Und jede Forderung an selb’ge illusorisch, Ist Urthel bloß der Form nach so gefällt; Und das Gericht erkennet d’rum Zu dieser Sache endlicher Erledigung, Daß die Partei’n für Kosten, für Entschädigung Und Schmerzensgelder haften all’ in solidum. Die Bauern zahlen demnach Kosten, Entschädigung und auch den Schmerzensgelder-Posten. Das heißet: 50 Thaler für den letzten; Im Gleichen: 50 Thaler für die arg verletzten Und ruinirten Instrumente. An Kosten: 14 Thaler 17 Groschen und ein halben; Das wären denn die Gelder alle. Herr Secretair, ich glaub’ indeß, man könnte Der größern Mühewaltung halben, In diesem ganz besondern Falle, Dem Diener Glandt für ‘s Vigiliren Fünf Thaler extra vindiciren. In Summa zahlen nun, ich sag’ es mit Bedauern, Anwesende rebell’sche Bauern, 119 Thaler 17 und ein halben Groschen; Und damit ist die Sitzung letzt geschlossen." "Wi beiden?" röppt oll Swart. "Min Nahwer Witt un ick? Einhunnert Daler? – Na, dit wir en Stück!" "Wie, Er will sich in ‘s Urtheil mischen?" "Herr," röppt nu de Muskant dortwischen, "Die funfzig Daler krig’n mer doch?" "Halt Er sein Maul! Sonst kommt Er in das Loch! Entschädigung und Schmerzensgeld, das gleicht sich aus. Ihr Musikanten geht nun still nach Haus; Die Bauern bleiben hier und zahlen." "Wo? Dit möt doch der Deuwel halen! Herr, meinen Sei, ick bün so dumm? Uns’ eigen Smerzensgeld sael’n wi betahlen?" "Das Geld kommt in ‘s depositum." "Dat weit ick woll, dat ‘t ‘rinne kümmt," Röppt Swart un fohrts fast ut de Hut, "‘Rin kümmt dat woll, doch wenn kümmt ‘t wedder ‘rut?" "Ja, lieber Freund, das ist sehr unbestimmt – ‘S ist Alles trüglich hier auf dieser Erden – Wenn Musikanten zahlbar werden." "Dor rük an!" röppt oll Swart "na dit Is düller as en orndlichen Prinzeß!" "Na, Herr Burmeister," fröggt oll Witt "Ick frag Sei blot, heww’n wi denn Recht?" "Wie so? – Ja, Recht, das habt Ihr ja! – Indeß Steht Eure Sache dennoch schlecht; Bezahlen müßt Ihr doch, das ist einmal gewiß." "Je, Vadder," seggt oll Witt "dat is so, as dat is; Dat heww ick aewerst ümmer funnen: Wenn Einer den Prinzeß hett wunnen, Möt hei betahl’n, un dat tauwilen düchtig; Hei kriggt sin Recht un das Gericht dat Geld. De Handel stimmt un is ok richtig, So is ‘t nu einmal in de Welt: För wat is wat. Dat is nich aftauwennen. De Herr Burmeister ward den Pris woll kennen." Wat helpt dat All? Sei möten ‘ruterücken; Oll Swart, de schelt von ganz verfluchte Stücken; Oll Witt, de tröst’t sick mit sin Recht! An as nu All’ns betahlt is, seggt De Herr Burmeister:"Nun genug für heute! Nun reis’t mit Gott, Ihr lieben Leute." "Na, Herr," seggt Swart – hei stunn all up den Süll Un hadd’ den Drücker angefat’t – "Nu gew ‘ck Sei noch en gauden Rath: Wenn S’ för so ‘n beten Kinnerspill, So ‘n beten Huschen, hunnert Daler nemen, Denn möten S’ sick nah uns herutbequemen, Denn möten S’ nah uns’ Dörp herute teihn, Dor kaeen’n S’ von Prügel wat erlewen Dor kamen S’ hen, dor warden S’ ‘t seihn! Von uns, dor kaenen S’ Pacht von gewen." Kapittel 20 De Reis’ geiht furt; dat Singen kriggt de Oll, Un Witt kriggt Angst vör ‘n preuß’schen Toll Vör ‘t Wirthshus lurt noch Cörl Vepupp. Sei stegen up den Anebus herup Un seten dor mit de Muskanten As wiren s’ luter gaud’s Bekannten. So gung dat nu nah Förstenbarg. Oll Swart was frilich noch sihr arg, Un sine Ogen schoten dwas En Krüzfüer up de Trummel un den Baß, As wenn hei s’ dod slahn wull, so sach hei ut. Dunn treckt de Clarenett ‘ne Buddel ‘rut – Sin Taschenuhr, so as hei seggt – Mit Kümmel, feinen Bittern mang Un as hei nah de Klock dunn süht, Un süht, dat dat tau ‘m Frühstück Tid, Dunn wannert sei den Wagen lang. "Gu’n Morgen!" – "Prost!" – "Vel schönen Dank!" Un as de Klock aflopen is, Dunn ward ‘ne anner frisch uptreckt Mit roden Magen un Anis. "Belieben Sie?" – "Gesundheit!" – "Da, der schmeckt!" De warmt de Lewer un dat Hart. Na, Din Gesundniß, Vadder Swart!" Seggt Witt: De Oll, de will nich recht, Dat will em doch binah schaniren, Sick von so ‘n Snurrers laten hir tractiren. Na, endlich nimmt hei doch de Klock un seggt: "Na, wenn Sei ‘t mi denn an doch beiden Denn will ick Sei ok dauhn Bescheiden, Wenn Sei mi nahsten ok de Ihr andauhn." "Das sich versteht!" seggt de Posaun. "Na, Fritz, min Saehn, giww mal de Kip heran! De nich! De grot, Du Dummnerjahn!" Un Swart, de halt ‘ne Buddel ‘rut. Na, wenn de irst ‘ne Taschenuhr ded’ sin, Denn sach des’ as ‘ne Thomtklock ut. Hei drinkt un giwwt sei an de Vigelin, De an dat Clarenett, de an dat Hurn, De giwwt sei denn an Corl Vepuppen, Un so geiht ‘t ümmer wider furt. "Ja," seggt oll Swart, dat ‘s reinen Kurn, Dat is von Hoffmann’n sin, is rein Gotts Würt, Dat sünd de echten Hoffmannsdruppen." – De slogen an, be hülpen sick. De Hitt, de würd’ nu fürchterlich: En dichten Drümpel Dannen stünn Tau rechten un tau linken Hand; Un unner ‘n Wagen gläuht de Sand, Un aewer ‘n Wagen gläuht de Sünn, Un Alltausamen würden s’ schreg. Oll Nahwer Swart dat Singen kreg; Hei sung sin einzigst Stückschen, wat hei künn: "Willkommen, oh, seliger Abend!" Un ob an ‘n Hewen gläuht de Sünn, So föll’n de Annern doch mit in: "Willkommen, oh, seliger Abend!" So gung ‘t nah Förstenbarg herin. – Hir kreg’n de Pird’ nu ‘n beten Fauder, Un Alltausamen würd’n s’ Brauder; Un as ‘t von Förstenbarg gung nah den preuß’schen Paß, Dunn gung dat: "Brauder Witt un Brauder Baß, Un Brauder Swart un Brauder Vigelin;" Dat kunn nich einiger in ‘n Himmel sin. Doch as sei kanmen an den preuß’schen Toll, Dunn kreg oll Witt dat mit de Angst. "Ih, Vadder Witt, wat Du Di bangst! Sei warden uns nich freten," seggt de Oll. Dat Geld! Dat Geld! Wenn sei dat finnen, Denn geiht ‘t uns slimm," seggt Witt, "ick weit Bescheid; Du weitst nich, wat ‘t bebüden deiht – In ‘t Preußsch darw gor kein Geld heninnen; Un nahsten krig’n s’ uns up de Wag’!" "Wo? Dat ‘s jo ‘ne verfluchtige Ratschon!" Seggt Swart, un kickt herunne up sin Mag’ Un up sin ganz vullstännige Person. "Un sei vertoll’n uns Stück för Stück?" "Ja, Nahwer Swart, un Pund för Pund." "Wo? De sünd jo woll ungesund! De heww’n jo woll nich ehren Schick!" – Nu gung dat Geldversteken los. – Ick red’ man von de Bur’n blos, Von de Muskanten red’ ick nich, Von de, dor rögte Keiner sick, Un in de Ogen was ‘t ehr antauseihn, Wat Geld bedröp, was ehr Gewissen rein. So kam’n sei an den Toll heran, Un ut dat Tollhus kümnmt en Mann Mit gräunen Rock un bunten Kragen, De trett heranne an den Wagen, Seggt höflich: "Guten Tag!" un fröggt: "Steu’rbare Sachen hier?" – "Jawoll, Herr Toll, Tweihunnert vir un dörtig Pund," antwurt de Oll, "Ick heww min Wull noch nilich bröcht Nah Jud’ Josephy’n tau Stemhagen, Un dor heww ick mi glik mit wagen." De Mann, de lacht em in ‘t Gesicht Un seggt: "Mein lieber Freund, das mein’ ich nicht. Giebt ‘s hier nicht and’re Sachen, die versteu’r’bar sind?" "Nicks, Herr, as ick un denn min einzigst Kind." Was ist denn in den Kiepen, die dort stehen? Die muß ich näher mir besehen. De Kipen warden ‘runner bröcht Un ein bi ein sorgfältig unnersöcht. Wat kamm dor all herut! Dat was ‘ne Lust! Dor kemen: Eier, Schinken, Speck un Wust Un Fleisch un Fett, Pannkauken kolt, En Bodd’n von dicke Arwten, Botter, Smolt Un sin un grawes Brod un Stollen. "Mein lieber Freund; was soll dies All?" Fröggt ganz verdutzt de Mann den Ollen. "Wo so? – Wo ans? – Wat dit All sall? Vertehrt sall ‘t warden un dat ward ‘t. Dat is uns’ Futterasch’," seggt Swart. Irst wull nu de Beamte twors nich ‘ranner Un glöwt, de Oll, de drew man sinen Spott, Doch as em Smart ehr Reis’ sett’t utenanner, Dor wis’te hei sick endlich willig, Un säd’ tau ehr: "Dann reisen Sie mit Gott!" "Herr," fröggt oll Swart, "wat sünd wi schüllig?" "Oh nichts! Ich that nur meine Pflicht." Nu lachte wedder Swart em in ‘t Gesicht: "Is ‘t hir denn anners, as bi dat Gericht? So ‘n Richter is doch ok man blots en Mann, De wider nicks as sine Pflichten dauhen kann; Dor möt ick blecken, hir is ‘t fri? Na, dit verstah, wer dit verstahen kann! Min leiwer Herr, na denn: Adjü! – Dit is doch narsch," seggt hei tau Witten, As sei nu wedder up den Wagen sitten, So ‘n Mann makt sick de Ümstänn’ un de Mäuh, Un nahst seggt hei: Is Allens frei. Dor finn de Kukuk mit taurecht." "Ja," seggt oll Witt, as ‘t sachten wider geiht, "Ja, Vadder, ja! Dor hest Du recht: Wenn Einer dauhn deiht4 wat hei deiht, Denn kann hei nich mihr dauhen, as hei deiht." Kapittel 21. Wo ‘n henkam’n deiht, wenn ‘n linksch sick höllt, Un wo oll Witt sin Krigsgeschicht vertellt. "Dit also," seggts oll Swart, "dit is das Preußsch? Wo, Dunner, wat is dit för ‘n Sand! – De Preuß, de hett woll veles Land? Un hett woll üm sick vel Geräusch?" "Das wollt ich meinen," seggt de ein Muskant – "Dies geht nu ümmer zu bis hin nach Sachsen." "Wo schöne Mädchens auf die Bäume wachsen," Seggt Corl, un treckt an sine Vatermürder "Na," fröggt oll Witt, "wo geiht ‘t denn wider?" Dann geht ‘s in ‘s Oesterreich hinein, Wo auch viel hübsche Mädchen sein." "Un nahst?" fröggt Swart. – "Nachher? Ja, da gehn dann der Wege mehr: Links geht ‘s dann zu den Ungarn und Slowaken." "Ach, de de Rottenfallen maken." "Ganz richtig! Ja! Und dann geht ‘s zu den Türken." "Je," seggt oll Swart, "je, mit de Türken! Dor seggen s’ jo gor tau vel dorvon; Dat is jo woll ‘ne ganz gefährliche Natschon? De saelen jo ganz gruglich wirken." "De saelen jo woll noch Kinner freten?" Fröggt Witt, un schuddert sick. "Na, möten Wi denn ok nah den Türken hen, Wenn von Berlin nah Belligen Wi reisen dauhn?" Un kickt den Jungen an As wir en Türk all bi un d’ran Un bet in Corlen sine Lenn’ Un fret em up von Ur tau Enn’. "Ih, Vadder, wes kein olle Bang’büx! Irst haddst dat mit dat Water, dunn kregst dat mit den Toll Nu kriggst dat mit den Türken," seggt de Oll; "De Türk, de deiht Di gor tau lang’ nicks! Du deihst vör Allens Di versiren, Un deihst doch süs so renomiren, Dat Du Soldat büst west. Wo rimt sick dat tausamen?" "Dat bün ick ok," seggt Witt, "dor kannst Du kamen!" – As ‘t Anno virteihn los süll wedder gahn, Mejur von Voß, dat was min Commandür. Un ‘Augen linksch!’ denn müßt wi linksch henseihn – Ne, rechtsch! – Dat weit ick doch nich mihr. Un nahsten: ‘Auswärts mit die Bein!’ Un so gung ‘t mit uns ‘rinner nach Swerin, Dat was des Morgens hentau nägen; Un oll Gen’ral von Pressentin, De red’ vörup un grüßt mit sinen Degen, Un swenkt em dale bet up de Ird’; Un Friedrich Franz, wat dunn uns’ Herzog wir, De stunn un lacht, as wi vörbi marschirten, Un in den Lustgorn dor herüm exirten." "Wo so? Wat lacht hei denn? Wat hadd’ hei denn tau lachen?" "Wenn hei de Herzog is, wer kann em dat verbeiden? Kann hei nich lachen, wenn hei will?" "Mußt’st Du den Feldzug mit denn machen?" "Je, Proste Mahltid! Würd’ mi häuden! – Den annern Dag, dunn legens wi dor still, Un kregen duwwelte Ratschonen, Um uns, as uns de Leutnants säden, Dafor von ‘n Herzog zu belohnen, Daß wir so schön exiren deden; Un up den Abend wiren w’ All denn dun, Un slogen uns dor in de Straten, Dat ‘t Blaut so den Rönnsteins lang is flaten, Un Keiner gaww un kreg Pardun; Un de Sweriner dankten Gott den Herrn, Als uns den annern Morgen ut dat Dur Uns’ Hauptmann ded’ heruterledd’n. Dunn gung ‘t nah Witttenborg, drei Mil in eine Tur, Un vör uns up uns’ Hauptmann un Mejur. Un as wi deden in de Stadt ‘rin rücken, Dunn säd’ Corl Haut, dat was min Vöddermann: "Jehann," säd’ hei, "hir kann ‘t uns maeglich glücken, Wenn wi ‘t mit Klaukheit fangen an." Un ok de Annern von dat Batteljohn, de säden: "Du büst de Kläukst hir von de ganze Laut, Un kannst am Besten för uns reden; Denn gaht man beid’, Du un Corl Haut, Un stellt den Herrn Mejur dat vör." Wi Beid’ denn also hen tau minen Mejurn; De let uns denn ok gor nich lur’n, Un let uns ‘rinne nah de Dör, Un ded’ uns sine Hand henreiken. "Gu’n Dag ok, Corl! Gu’n Dag, Jehann!" säd’ hei, "Was wollt Ihr, Kinders? sprecht man frei." "Ih," säd’ ick, "Herr, wi wull’n Sei ‘n beten man besäuken." "Dat is jo nüdlich!" säd’ hei dunn un lacht, "Das hätt mich, viel Plaisir gemacht." "Wat lacht hei denn? Wat hadd’ hei denn tau lachen?" Fröggt Swart. – "Wo? Künn hei denn nich lachen?" Seggt Witt. "Was hei nich Cummandür? Wer wull dat Lachen em verwehren? Na, as hei mit dat Lachen farig wir, Dunn fröggt hei uns: "Habt Ihr Euch zu beschweren?" "Ih, ne," säd’ ick, "ick dank, Herr, ne! Dat geiht, Wenn ‘t so man ümmer bliwen deiht. – Ne," säd’ ick, un Corl Haut, de stödd’ mi an "Wi kamen blot en beten ‘ran, Üm Sei tau fragen, ob Sei ‘t nich verlöwen willen Dat wi hir ‘n beten plünnern süllen. "Wat wull Ji?" frog hei, as künn hei ‘t nich glöwen. En beten plünnern, Herr, wenn Sei ‘t verlöwen." Ick denk, nu lacht hei sick von Sinn un von Verstand. "Wat?" säd’ ‘e, "in Jug’ eigen Vaterland? Drei Milen von Swerin, dor wull Ji plünnern?" "Ja," säd’ ick, "Herr, wenn Sei ‘t nich hinnern, Un wenn S’ uns unsern Willen laten, Denn plünnern wi dat Lock Sei hir In ‘n Ümseihn kahl, as düchtige Soldaten." Nu sett’t hei sick vör Lachen nedder Un säd’ tauletzt: "Nu gaht in Jug’ Quartir, Un kamt mi nich mit so ‘n Draehnsnack wedder, Süs künn Jug dat mal slicht bekamen." Wi gungen denn. Doch wat uns’ Hauptmann was, De hadd’ ok von dat Stück vernamen – Un, Nahwer Swart, süh, dat was so ‘n Patron, So ‘n recht gnittschäwschen! – un de kreg’ uns vör Un säd’, dat wir Subornatschon, Un dat Verbrekent, dat wir swer, Un let uns in dat Lock ‘rin steken, Un, Vadder, süh, dor heww’n wi seten, Bet dat Marschiren was vörbi, Un sei uns dunn nah Hus gahn leten. Un, Nahwer, süh, nu segg ick Di, Wenn Ein sick so vel hett versöcht, Denn kann hei segg’n: Ick bün Soldat west, un mit Recht!" Kapittel 22. Woans dat tau Berlin utsüht, Un wo oll Witt sin nige Hos’ antüht "Na, un Franzosen hest Du nich tau seihen kregen?" "Naug! Corl, naug! Doch ganz in allen Gäuden, De in ‘t Quartier bi uns so legen, In ‘n Bösen? – Je, ick würd’ mi häuden! Denn so ‘n Franzos’, süh, dat is so ‘n Cretur, De hett ‘ne einzigste Natur: In ‘n Gäuden! – Keinen betern Minschen, As so ‘n Franzosen kannst Di wünschen; Denn seggt hei: "Serwethör" un "Schewuhprih", Doch wenn hei anfang’n deiht: "Lähsmetrankih", Denn, Corl, süh denn! Denn rad’ ick Di, Denn gah bileiw’ em ut den Weg’, Süs giwwt ‘t am Enn’ noch düchtig Släg’, Un eklich künn hei Di betahlen." "Wat heit denn dat?" – "Ih, dat heit ungefihr: Swinegel Du, wat deihst Du hir? Willst Du glik gahn? Di sall der Deuwel halen! Wat hest Du Ekel ‘hir tau dauhn?" "Na, hört ‘e mal," seggt de Posaun, "Wenn Ihr wollt gern Franzosen sehn, Denn kann das zu Berlin geschehn, Da giebt es Leute, allerhand, Aus Oesterreich und Engelland, Aus Frankreich, Spanjen, aus Amerika, Und auch aus Portugall der König ist jetzt da." "Ut Potulak! Nu seih mal Ein! De hett sick tau Berlin henleggt! Wat doch der Deuwel för Schauh verdröggt! Den Kirl, denn müggt ick woll mal seihn," Seggt Swart. "Jung, mark Di dat! – Berlin is woll ‘ne grote Stadt?" "Ja, ‘s steckt sehr viele Menschheit d’rein." "Na, kann Ein sick dor All’ns beseihn? Kann Ein dor fri herümmer gahn?" "Ja wolL! Und ganz umsonst: die Eisenbahn, Den neuen Telejraph, dat Brandenburger Dor, Den ollen Fritz un Blücherten, Dat neu’ Museum auch, doch dit nur, wenn Ihr habt en reines Vorhemd vor, Und wenn Ihr nobel seid in Zeug. Vor Allen aber rath’ ich Euch, Dat Ihr zu Krolls un in ‘t Theater geht, Und Euch den Krempel da beseht. Da aber kommt Ihr frei nich ‘rin." "Ih dormit kem wi woll tau Schick, Dor ward de Hals ok woll noch borgen sin, Doch mit uns’ oll Kledasch’, dat is so ‘n Stück. Corl kann sick wisen, wo hei will, Ok min oll Jung, de kann villicht passiren, Ick sülwst, ick bruk mi ok nich tau schaniren, Doch, Vadder, Du, Du swig man still! Säd’ ick Di nich, Du sullst de Sanftmanschestern nemen? Un Du nimmst be oll Büxen mit, de all intwei, Mit grote Flicken up de Knei? Wi möten uns vör Di jo schämen! So kannst Du Di jo gor nich unnerstahn, Un in de Mus’geschicht herin tau gahn." "Je," seggt oll Witt, "dat sünd so ‘n Saken! Ick wull mi girn jo nobel maken Wat sall ick aewer denn för Hosen schafsen an? De langen ward’n tau Huse mi gor nicks nutz, un kort heww ick in ‘t Schapp en halwes Dutz." "Ih," seggt de Vigelin, "ich glaub’, da kann Ich helfen Euch aus aller Eurer Noth, Ich hab’ en Paar auf allerneu’ste Mod, Von Gummilastikum, die sein vorzüglich, Un dabei sein sie sehr vergnüglich, Sie sind bald kurz, bald lang, so wie man will. Ich will sie Euch mal zeigen: Halt’t mal still! – Nu paßt mal auf un seht mal bloß: Nu ist ‘s entschieden doch ‘ne kurze Hos’, Nu knöppt man hier die Stege d’ran, Un zieht sie über ‘m Stiebel an, Dann zieht sie sich, dann reckt sie sich, Un ist ‘ne lange Hos’, man weiß nicht wie." "Na, so wat," seggt oll Swart, "verstah ick nich. Dat is jo grad’ as Hexeri." "Oh, Vadder!" röppt Corl Witt, "köp mi...." "Jung!" seggt de Oll, "Du wardst woll unvergnügsam, Un günnst mi nich, dat ‘ck ok tau ein Stück Tüge kam? De Hosen ok för Di? Dat süll mi fehlen! Du hest de nigen schönen Gelen, Un denn ded’ ‘ck Di den nigen Kledrock schenken, Ne! Du hest naug! Du wardst mi boch tau riw’! Ne! – Din oll Vadder möt nu ok d’ran denken Dat hei wat Gaud’s kriggt up den Liw’." Bi ‘n negsten Kraug, dor würd’ denn ‘ranner führt, Un hir de Hosen anprobirt. De seten denn as angegaten; Un flux würd ok de Handel slaten. Oll Swart güng ümmer ‘rüm üm Witten: "Ne, wo den Kirl de Hosen sitten! Ne, dauh mi den Gefallen blos: Nu mak mal wedder’ ‘ne korte Hos’." "Je, meinst Du, dat ick dat nich kann?" Un Witt, de knöpt de Sprungreim los. "Süh so!" – "Nu mak doch mal ‘ne lang’ dorut." Un Witt, de knöpt de Sprungreim an: "Ih, den Gefallen kann ‘ck Di dauhn." "Ne, Kinner, Lüd’! Wo süht dit ut!" Un ‘t Wunnern is nu gor kein End. "Ja, Bruder Schwarz," seggt de Posaun, "‘S ist, wie mit meinem Instrument, Bald kurz, bald lang." – "So kannst Du ‘t wagen," Seggt Swart, "so kannst Di wisen allentwegen. Bi desen Handel büst Du nich bedragen, So ‘n Hosen müggt ick sülwst woll drägen." – Wi möten sei nu reisen laten, Un uns denn doch einmal ümseihn, Wat während deß tau Hus gescheihn. Kapittel 23. Wo Swartsch Jehann’n den Ring afnamm, Un wo ‘t ben Schulten-Fritz bekam. Just as Jehann kamm ‘s Abends an de Städ’, Kramt Mudder Swartsch herümmer up de Del, Un as hei ehr "Gu’n Abend!" böd’ Un sinen Haut afnamm, dunn föl De oll lütt Schachtel ‘ruter ut den Haut Un tründelt tau de Ollsch ehr Fäuten. – Jehannen würd’ nich gaud tau Mauth: – Dat markt hei woll, dat wüßt hei woll, de Öllsch, de süll ‘t nich weiten! Fritz hadd’ em seggt: Ick heww mit Dürt besondre Heimlichkeiten. – Hei langt dornah, hei grep dornah; doch Mutter Swartsch was swinner, Sei langte sick de Schachtel up un frog: "Wat is dorinner?" "Ih, nicks nich," seggt Jehann, "wat süll denn in de Schachtel wesen? Dat ‘s minen Kram. Gewt wedders her!" Doch heimlich ded ‘t em gräsen. De Ollsch, de böhrt den Deckel up, kickt in de Schachtel ‘rinner, Sei find’t dat Hor, sei find’t den Ring. "We Dunner, Lüd’ un Kinner! Du Lumpsack, Du! Du Snurre, Du! Wat deihst mit gullen Ringen? – En gullen Ring in dit Poppir? – Wen sast den Ring Du bringen?" "De Köster-Dürt." Bautz! Sleiht sei tau un dröppt em an den Bregen. "Wer schickt ehr den? Von wen, Hallunk?" – "Von Fritzen sinentwegen." Bautz! Giwwt ‘t noch ein; un noch einmal! "Täuw, Du Aportendräger!" Jehann, de lep; doch as hei lep, in ‘t Gnick noch Einen kreg ‘e. De Ollsch, de geiht in ‘n Hus herüm un schellt von dullen Dingen: "De dumme Jung! De nakte Dirn! Will Jug bi gullen Ringen!" Un ob dat glik all Abend is, kriggt sei doch dat Regir’n, Sei wirkt herüm un towt herüm un schellt up Knecht un Dirn; De Bessen flüggt, de Bütt, de flüggt; de Bänn’ herunnerspringen: De dumme Jung! De nakte Dirn! Will Jug bi gullen Ringen!" "Un so ‘n Hallunk un so ‘n Carnallj will hir Aporten drägen! Je, ick will Di – Du sallst mal seihn – bald ut den Hus’ ‘rut fegen: Din Paß, de is Di ganz gewiß; will Di en Ledken singen! So ‘n Rackerwohr! Je, ick will Di bi gullen Ringen bringen!" Dat ganze Dorp, dat kümmt tau Dör un hürt oll Swartschen schellen: "Du Snurrerpack! Du Räckerwöhr! Ick will Di ‘n Stück vertellen! Du, Esel, meinst, dat güng man so! – Je, dat süll nich gelingen! Je, ick will Di, Du sallst mal seihn – för ‘t Ringenbringen klingen!" Den sülw’gen Abend kamm tau Hus ok Köster Suhr, Hei was süs’ munter von Natur Un för gewöhnlich hellschen up den Damm; As hüt hei aeewerst an dat Hus ‘ran kamm, Was hei verdreitlich, falsch un grämlich, Blot sin App’tit was, Gott sei Dank, noch tämlich. Hei slog sick nüdlich vull de Mag’ Un säd’ up Dürten ehre Frag’, Ob em wat Slimmes wir passirt: "Dat grade nich, min leiwe Dürt Indessen mark Dir, was ich oft schon seggt: Die Menschheit un die Welt is slecht, Un nich die Menschheit bloß, nein, auch die Dird, Un All’n die Bur’n un die Pird’. Trau Du kein Pird un keinen Buren, Denn brukst Du ‘s nahsten nich beduren: Un auch die Burensöhne nich; Denn Slechtigkeiten, die verarben sich. Folg’ meinen Rath, süs wardst Du ‘s sehen! Un nu will ich tau Bedd’ man gehen." – Den annern Morrn, – dat was den Dunnerstag Dunn föll denn noch so männig Slag In sine Schaul, as hei d’rin ‘rümme gung Un wedder an tau lihren’ fung; Denn ganz was sine Bosheit nich vergahn. Corl Knak müßt mit ben Esel stahn – Hei stunn all virteihn Dag’ in eine Tur Sin däglich Dagwark dat Eseldragen – Franz Pasternak un Jochen Snur – Sei hadden sick in de Schaulstuw’ slagen, De kregen Horzip un den Puckel vull; Un Rike Haaken müßt hei grad’ bemarken, As sei in ‘t Botting biten wull. Dat müßt sei denn nu ‘rute rücken; Un Jöching Schult, dat lütte Farken, Dat müßt tau Hus hei wedder schicken, Dat Mudber em irst kämmt un wascht. Sös Anner würden utkalascht, Wil sei Maikäwers burren leten; – Doch Schulten-Fritz, de Bösewicht! Mit denn’ gung hei nu tau Gericht: Hei hadd’ de spitzen Würd’ em nich vergeten, De hei em taurep, as sei ‘rute führten, Un alle Nahwers dütlich hürten: "Was säd’st Du, Bube, von ‘nerliren’, As ich vorgistern führte weg? Was war ‘s, Carnalli? Antwurt! Sprech! Mit Dich werd’ ich was statewiren. Was säd’st Du, wenn Du ein Gewissent hast, As Du auf Swarten-Zaunes saßst?" "Ick säd’...." – "Man weiter, Du entfamter Bub’!"- "Ick säd’..." "‘Raus mit de Sprach! Wat säd’st Du da? Wo wir ‘t?" "Ick säd’: dat Ji man nicks verlirt!" "Wo die Carnalli sich auf’s Lügen leggt! Hast Du nich von den Köster seggt? ‘Verlirt ok so den Köster nicht!’ Das hast Du seggt, Du Bösewicht! Un nu will ich ‘ne Straf dictiren, Un Ihr sollt Alle an es hüren, Daß Ihr Euch Alle danach richt’t: Acht Tage lang, hab ich mir vorgenommen, Sallst Du mich nicht vor Ogen kommen, Un sallst zu Haus’ in Weihdag’ sitten. Ne! Leg’ Dir nich auf ‘s Bitten. Heraus mit Dich! Du büst zu slecht!" Un Fritz müßt furt. Kum was hei ‘rute, Seggt tau Fritz Knaken Schröders Lute: "Ick wull, ick hadd’ dat Sülw’ge seggt." – Na, as ick säd’: den irsten Morrn, Dunn was hei noch sihr argerlich, Doch as de Sünndag kamm, dunn läd’ dat sick, Dunn was hei all ganz rauhig worrn. Kapittel 24. Wo Dürten an tau truren fung, Un Köster Suhr tau ‘m Lüddeu gung. De Sünndag kamm. Vör Dau un Dag’ Was uns’ lütt Dürten in de Bein, Denn in den Köster sine Lag’ Lagg all de Last up ehr allein. – As ehr leiw Mudding müßt ehr starben, Hadd’ s’ ehr twei’ lütte Swestern hinnerlaten; För de ded’ sei de Sorgen arben. Wo drog sei s’ schön un unverdraten! Un flitig, uhrig un vernimm Wirkt sei in ehr lütt Wirthschaft ‘rüm, Un doch was gor kein Il tau seihn, Kein Hast, kein Unrauh was tau spüren, Dat was, as güng tau allen Tiden, Wat in de Wirthschaft müßt gescheihn, So ganz von sülwst. Un wenn denn mal Ein por fri Stunn’n dortwischen wir’n, Denn sett’t sei sick tau ‘m Neihen dal Un grep tau Nadel, Wass un Twirn. Un ümmer fröhlich! Keiner würd’ gewohr, Dat ehr de Arbeit swor wir worrn; So wirkt sei ‘rümme klauk un klor. – Doch anners was dat an den hüt’gen Morrn: Hüt let ‘t, as wenn de Arbeit ehr Würd’ mal tau swer; Hüt lagg up ehr ‘ne stille Trur, Un up ehr leiw’ Gesicht en Flur Von Gram un Smart, As wenn ehr Hart Ehr weih dauhn ded’. Un as de Lütten an sei tog, Dunn süfzt sei swer, Dunn stirt ehr Og’ So vör sick hen, As wenn sei an wat Anners dächt; Un as sei ehr dat Hor inflecht’t, Dunn würd’n de Ogen aewergahn, De süs so lachten hell un klor, Dunn parlt ‘ne Thran Herin in ‘t junge Lockenhor. – Ehr Vadder kamm nu in de Stuw’ herinner Mit swarten Rock ganz sauber angedahn – Hei wull nah ‘n Herrn Pasturen gahn: – "Wat makt Ihr denn? Gu’n Morgen, Kinner!" Un kloppt de Lütten up de Backen, Un lacht mit ehr un kettelt ehren Nacken, Un namm lütt Dutting up den Schot, Un rew ehr lütten Hännings roth Mit sinen Bort, un tippt lütt Miking up den Kopp De müßt tau’m Flechten noch bi Dürten stahn – Un nahsten hadd hei ‘t gor nich dahn, Un makt dortau ‘ne Min’, as ob Hei milenwid wir ut den Weg’. Wer unsern Köster dor so seg, De hadd dat allmeindag nich dacht, Dat dit de Mann wir, den hei süs verlacht, Hei was verstännig, munter; was en gauden Vader, Lewt mit sick sülwst un mit de Welt in Freden, Un blot den einen Fehler hadd ‘e: Dat oll verdammte Hochdütschreden. So eine Durheit is dat Heft, Womit de Minschheit uns regiert; Sei is de Wag’, wonah sei uns taxirt; Womit s’ uns wägt, wonah s’uns köfft. Doch so ‘ne Durheit höllt man vör, So lang’ Ein ruhig baben swemmt; Wenn ‘t in uns mal so recht eins klemmt, Denn bliwwt sei buten vör de Dör Wenn uns en hartes Schicksal dröppt, Denn ward sei woll herute smeten; Wenn uns dat Hart mal aewerlöppt, Ward s’ för den Ogenblick vergeten. – So gung den Köster dat mit sine hochdütsch Schrullen. Wenn ut dat vulle Hart’ hei spreken ded’, Denn gung dat mit dat Hochdütsch nich, denn wullen De Würd’ nich ‘rut; denn blew hei hacken, Denn föll hei in de plattdütsch Red’. – As Dürten in’ dat Og’ hei seg, Un seg de Thranen up de Backen, Dunn sprung hei von den Staul tau Hög’: "Min leiw lütt Dürt, wat fehlt Di, Kind? Din Ogen süs so fründlich sünd; Nu weinst Du hir? Wat fehlt Di? Segg! Wat is ‘e los? Wat is Di weg? Wi Beiden heww’n jo blos enanner! Un Dürten läd’ den Kopp an Vaders Bost, Ehr Thranen floten still hendal, Doch reben kunn sei nich, un hadd ‘t ehr Lewen kost’t. Sei wüßt ehr Led jo sülwsten nich eimnal. Ehr was tau Sinn, as wir sei unbekannt Herin stött in ein frömdes Land, Un sehnt sick t’rügg nah Hus un Goren, Wo sei hadd’ spelt in Kinnerjohren. Na, endlich steg ‘t den Vader in den Sinn, Wat ‘t woll för ‘n Leiden wesen künn, Dat ehr dat Hart so swor hadd’ makt: Un trurig namm hei s’ in den Arm, Un ded’ un red’t, un tröst’t un strakt: "Min leiwes Kind! – dat Gott erbarm! Kumm! Dürten, kumm! Du möst Di faten; Uns’ Herrgott lewt, de ward Di nich verlaten, De leggt uns nich tau vel up ‘t Hart. – Wes man getrost, bet ‘t beter ward! – Ick will för Di tau Gott hüt bidden." So tröst’t hei an sin Kind herüm, Bet endlich sine Tid was üm, Un hei nah ‘n Thorm müßt, üm tau lüdden. So swor von Gram un so vull Sorgen, As an den hüt’gen Sünndagsmorgen, Was nie den Thorm hei ‘ruppe stegen, Sid up de Böhr sin Fru hadd’ legen; Sin Hart, dat was em gor tau bang! Treckt sick ut den Sünndagsrock, Fött den Strang. Dunn klingt an de grote Klock; Un dor mang Lüdd’t de lütt un bimmelt mit. Linkelang, dat Dörp entlang, Klingt de Klang Aewer Tun un Feld un Hecken, Aewer ‘n Wald; Will de annern Dörper wecken; Un dunn schallt Dörch de Welt so ‘n heilig Klingen: Ird’ will Dank den Hewen bringen, Framen Dank: Un de Sünnenschin strahlt von den Hewen heraf, Un leggt sick so warm up ‘t verfall’ne Graf; Un wat hei dor hürt hett, wat de em dunn säd’, Den man einst vör Johren unn’r ‘e Wrausen dor läd’. Un de nu dor liggt in de selige Rauh, Dat flustert hei lising den Sommerwind ‘tau; De weigt sick up Blaumen, up Gras un up Kurn Un flustert de Nahricht ehr lis’ in de Uhr’n. Un de Blaumen, de böhren den Kopp’ in de Höcht, Vertell’n den Käwer, wat Sommerwind seggt; De summt denn so lising, bi ‘n Kirchenklockenklang, Den Gruß von de Seel in den Himnmel mit mang. Un wenn lüdden de Klocken tau Kirchen de Welt, Denn hork, ob kein Gruß nich an Di ward bestellt; Un hürst Du em lifing, ganz lising von Firn, Denn folg Du em willig, denn folg Du em girn. Ob de Käwer ok summt, ob de Blaumen ok bläuhn, Ob bat Kurn ok deiht gräunen, un Sommerwind’ weih’n, Ob de Sünn ok so strahlt von den Hewen heraf, Sei wisen doch all up ‘t verfallene Graf. Kapittel 25. As Dürten nah de Kirch hengeiht, Un Mutter Swartschen drapen deiht. Un Dürten was ‘t, as hürt sei in den Klang En lisen Himmelsgruß mit mang; Ehr was ‘t, as kem hei von ehr selig Mutting. Still stunn sei up un folgte girn den Gruß Un gaww de Lütten noch en Kuß, Strek aewer ‘n Flaßkopp dunn lütt Miking un lütt Dutting Un säd’: "So, lütten Dirns, nu lopt un spelt, Un fragt den Kukuk hübsch, wo lang’ Ji lewen saelt, Un makt von Botterblaumen hübsche, lange Keden, Un pust’t de Feddern af, un fragt: ‘Wat is de KIock?’ De Kinner sprungen lustig ut de Dör, Un Dürten langt sick dat Gesangbauk vör Dat was von ‘n Herrn Pastur ‘ne Gaw’ un Giwt, Tau ‘r Insegnung, wil dat sei up de Schrift Ehr Dichten un ehr Dauhn ded’ lenken. Un Mudder Swartsch ded’ dunn ehr einen Kauken schenken Un hadd’ em sülwst ehr bröcht, sei aewerstrakt, Un ehr so ‘n fründlich Ogen makt Un seggt: "So ‘n Nahwers-Kind, dat künn ehr noch gefallen, – Sei wier ehr doch de leiwst von Allen." – Un nu was dat so anners, anners worrn, Denn Mudder Swartsch hadd’ ehr irst gistern Morrn, As sei taufällig gung dat Dörp entlanken, Den Rüggen wendt, ahn ehr tau danken. Wenn sei d’ran dacht, denn müßt sei ümmer weinen. Un trurig, gor tau trurig, namm sei ‘t Bauk Un langt sick ut de Lad’ den Dauk, Dat irste Stück, wat sei sick ded’ verdeinen, Un dat dorüm ehr so vel Freud hadd’ makt! Un gung noch einmal an den Füerhird, Un as sei hir sid aewerführt, Dat ‘t Middageten orndlich kakt, Un dat vernünftig brennt dat Füer, Vör kein Gefohr tau sorgen wir, Dunn let sei Muntern ut de Stuw’ herut, – De kratzt un wull ok ‘rute in de Sünn, – Dormit hei buten springen künn; Un tred’ dunn ut den Hus’ herut. – Wo schön! Wo schön lagg dor de Welt! Wo schön de Gor’n! Wo schön dat Feld! Wo deckt sick aewer Blaum un Bläder De helle, warme Sünnenschin! As wir de Welt in Sünndagskleder, As süll ‘t nu ümmer Sünndag sin. ‘Ne säute Lust, en leiwes Lewen! Ein hürt dat nich, Ein sach dat nich; Ein fäuhlt dat blot, Ein markt dat eben. Dat ded’ un rögte ringsüm sick Up gräune Ird’, an ‘n blagen Hewen; Un doch so rauhig, doch so still, As wenn de Preister reden will Un noch vörher, in still Gebett, Tau ‘m Hewen hoch de Ogen hett. Weg was lütt Dürten ehre Trur! Ehr würd’ tau Sinn, as wir sei nocb en Kind Un müggt sick acht’r ‘e Kirchhofsmur, In ‘n Sünnenschin un Sommerwind, Noch einmal wedder up de stillen Gräwer leggen, In ‘t gräune Gras, up ‘t käuhle Musch, Un wedder mal dat Kinnerrimels seggen: ‘Kumm Sünnenschining, sett Di dal! Kumm, Sünnenschining, plätt Di mal Woll up den gollen Durnbusch!’ As müggt sei wedder schöne Leider singen Un lustig, as en junges Häuken, Mang Blaum un Gras herümmerspringen, Un Steinings säuken Un Bläumings finnen Un Kräns’ d’rut winnen Un ganz allein Herup nah ‘n blagen Hewen seihn, Wo Wolken teihn. – So glücklich was s’: sei hadd’ binah vergeten, Dat sei in ‘t Gottshus güng, un up en Hor Hadd’ s’ mit dat Sang’bauk nah en Bottervagel smeten. So glücklich stunns lütt Dürten dor! So was sei Kind worrn in den Harten! Dunn kamm herunne Mutter Swarten ‘Ne swarte Kapp up mit en breiden, witten Strich, Twei schöne Rosen an de Backen, Von roden Band, sös Släufen in den Nacken, Un ‘n Bündel Bänner achter sich; En nigen Spenster an von gräunes Laken; ‘Ne Schört non swart Kalmanken vör, – De ded’ sei denn mal aewerstraken, Dormit sei glatter sitten ded’ – Un aewer All’ns en groten Ümslagdauk, Gelbunt un roth un mit ‘ne breide Kant. En Struz Saphi, den Snuwdauk un dat Bauk, Dat drog sei preißlich in de Hand. De beiden Hänn’ hadd’ s’ aew’r ‘e Mag’ gefolgt; So kamm s’ den Äuwer ‘rup trawallgt Un pust un pust; – ehr würd’ dat Gahn all sur, Sei was amböstig von Natur, Un mit de Johren was dat slimmer worrn. – As Dürten sei so kamen seg, Dunn gung sei ‘ran un böd’ ehr: "Gauden Morrn!" "Mi lat taufreden! Gah Din Weg’!" Bläkt ehr de Ollsch ingrimmig tau, "Säuk Di wen anners ut, mi lat in Rauh!" – Ach! Wo was all de Freud’ in ehren Harten? Wo was de Lust, in de sei eben swelgt? Dit eine Wurt von Mudder Swarten Hadd’ all de säute Lust verdelgt. Sei treckt sick t’rügg; de Ogen slogen Sick dal, un Thranen in de Ogen, Ganz still, bet up den Dod bedräuwt, Folgt sei de Ollsch nah ‘n Kirchhof ‘rup. – Weg, weg! Was all de Herrlichkeit! Un Swartsch, de makt noch einmal sick so breit, Als hadd s’ en grotes Stück utäuwt. Ein sacht ‘t ehr an, ehr stödd’n de Drüddel up: Sei pust un ded’ un pust un blös’, Den Kopp, den höll s’ so hoch tau Hög’, Un noch vel höger drog s’ de Näs’, Dat ehr de Sünn in ‘t Näs’lock ‘rinne seg, Un sei dat Sünnenprusten kreg. – Doch as sei vör de Kirchdör stunn’n, Dunn hadd’ lütt Dürten dat verwunn’n; Bescheiden gung sei vör de Ollsch dor stahn lln sprok so recht ut vullen Harten: "Oh, Nahwersch! Leiwe Mudder Swarten! Wat heww ick Jug tau Leden dahn? Seggt mi dat blot, denn will ick ‘t laten" – Un kriggt de Ollsch ehr Hand tau faten; De Ollsch steiht dor un blöst un blöst – "Ji sünd mi ümmer gaud jo west; In gauden un in bösen Dagen Hewwt Ji mi nicks as Gaudheit dahn, Oh, lat’t mi nich so vör Jug stahn! Kamt her, wi will’n uns Beid’ verdragen! Ick will girn glöwen, dat ick schülligs bün. Wi gahn nu in de Kirch herin; Wenn wi nich sünd mit uns in Freden, Wo kaen’n wi denn tau ‘m Herrgott beden?" "Wo? Beden? Ick? Dat ick Di ‘t segg!" Röp nu de Ollsch un ret de Hand ehr weg, "As ick? Ick kann noch beden, wo ick will, Ick bruk mi narens tau schaniren; Den wull ‘ck mal seihn, de mi dat wehren süll. So ‘n Ort, as Du, de d’rup deiht spinkeliren, Dat sei en riken Brüdjam kriggt, In Geld un Gaut sick ‘rinne frigen müggt, Süh de, min Döchting, de kann dat passiren, Dat orndlich Lüd’ den Rücken ehr taukihren, Von wegen ehre Niderträchtigkeiten. Din Vader un min Oll, süh, de sünd Vadder;" – Hir pust’t un blös’ sei as ‘ne Adder – "Von ann’re Fründschaft aewer will ‘ck nicks weiten. So ‘n nakte Köster-Dirn! So ‘n Creatur! So ‘n Dirn!..." Bums! Sweg sei still, Denn üm de Eck, dor kamm de Herr Pastur Un hürte, as de Ollsch dor schüll. De Paster was en irnsthaftig Mann, Hei kek de Ollsch, kek uns’ lütt Dürten an; Hei schüdd’te mit den Kopp, un ahn wat wider Tau segg’n, gung in de Kirch hei ‘rin. De Ollsch, de pust’te achter d’rin. Un Dürten? Ach, wo bewten ehr de Glider! De Hänn’ un Fäut an ehren Liw’ ehr flogen. Wo gläuhten ehr vör Schimp de Backen! De ganze Kirchhof dreiht sick vör ehr Ogen, Sei müggt vergahn un in de Ird ‘rin sacken. Ne! In de Kirch? For keinen Pris der Welt! Sei stört’t nah Hus in ehr lütt Stuw’ un föllt Dal bi ehr Bedd’ up ehre Knei, Will beden, un versteiht ‘t doch nich! Will weinen, ach! Un ‘t geiht doch nich! Dat Hart, dat springt binah intwei, Vör luter Ach un luter Weih; De Athen snürt binah ehr tau; Sei hett nich Rast, sei hett nich Rauh, In ehr Gemäut wäuhlt wille Storm; Springt up un smitt denn dal sick wedder; So drückt de Schimp un Schann’ sei nedder. Dat arme, lütte, leiwe Worm! Dat was kein Trübsal un kein Smart, Wo sick d’rin finnt en starkes Hart, Dat was kein Jammer un kein Leid, Wat sick in Thranen lösen deiht; Dat was en Jagen un ‘ne Hast, En Riten ahn all Rauh un Rast; Vull Schimp tau stahn nu in de Welt! Ehr true Leiw’ för ‘t leidig Geld! – Doch endlich gaww ehr Gott de Gnad’, Dat up de Bibel föll ehr Sinn; Sei halt dat Bauk sick ut de Lad’ Un slog dat up, un les’ un fünn Taum ‘m Glücken glik de schöne Städ’, Wo uns’ Herr Christus liden ded’. In ‘n Anfang was ‘t ehr wild un wirr; Sei kunn nich mal de Baukstaw’ seihn; Un all ehr Sinn gung in de Irr; Doch as sei les’: ‘Sie spott’ten sein Und schlugen ihn in ‘s Angesicht’; Dunn würd’ in ehre Nacht dat licht, Un stille, sel’ge Thranen flöten Ut ehre säuten Ogen dicht, Un lösten sei ut allen Nöthen. Un rauhig gung sei an ehr Dagwark wedder, Un rep de Lütten tau, dat ‘t Middag wir, Un strek de krusen Hor ehr nedder, Un treckt dat Röckschen glatt un schir, Gung nah de Kaek un sorgt för ‘t Middagbrod; Un nicks nich was ehr antaumarken, Man blot, dat ehr de Ogen wiren roth. Un as de Köster kamm dunn ut de Karken, Dunn fött hei Dürten unner ‘t Kinn Un kek in ehre Ogen ‘rin. Un as dat Og’ sei nedder slog, Dunn küßt hei s’ lising up dat Og’. Kapittel 26. Oll Swartsch kriggt wedder dat Regiren Un kriggt ‘ne hübsche Lex tau hüren Oll Swartsch gung ut de Kirch nah Hus, Verdreitlich in Gemäut de Stirn so krus, Brun von Gesicht, un mit de Unnerlipp, Dor makt sei eine breide Schüpp. So hastig, pustig dörch dat Dörp passirt sei, Un mit de Finger up dat Bauk klawirt sei; So kamm sei nah den Hof herup. Dor stunn de eine Stalldör up; De Gäus’ wir’n in den Goren gahn, Un vör den Hus’ sach sei en Emmer stahn, Wat nah ehr Meinung dor nich hürt; Un ok de Meßwag’ was nich wid’ naug führt. – Kum was sei up be Del nu blos, Dunn brök denn ok ‘t Gewitter los! De Veihmagd kreg s’ tauirst tau faten: "Du, Nickel, Du! Wo oft heww ick Di seggt, Du sallst de Gäus’ nich ‘rute laten?" Un – bautz! Kreg de Ein’n in dat Gnick. – Dunn kamm de Husdirn an de Reih: "Heww’n wi nich. Emmern naug intwei? Sael’n dor denn ok be Bänn’ afspringen? Täuw, Du, Carnallj! Ick will Di klingen!" Jehann, de was tau ‘m Glück nich dor, Süs hadd’ hei kregen ok en por. Sei gung nu nah de Stuw’ herin, Ehr was ok gor tau arg tau Sinn: De Paster ded’ von Hoffohrt spreken, Von Rikdaum, Geld un so ‘n oll Saken, Un hadd’ dorbi ehr an so keken, Dat hei de Höll ehr heit ded’ maken, Un sei nich anners dacht, as dat de ganz Gemein Müßt hen nah ehren Kirchstaul seihn; Sei kunn binah nich in de Kirch mihr bliwen. Na, üm de Grill’n sick tau verbriwen, Wull s’ in den Hus’ en beten ‘rüm regiren; Dunn kamm ehr aewer dat so vör, As ded’ sei dor wen kloppen hüren. – "Herein!" – Un de Herr Paster kümmt herinne in de Dör. Wo kümmt de Ollsch nu in den Draf! Wo knixt s’ un ded’ s’ un wischt den Staul em af! Bet dat de Paster tau ehr säd’: "Lat S’ dat man gaud sin! Ick bün tau Ehr kamen, Üm Ehr tau fragen, wat dat wesen ded’, Wat ick hüt an de Kirchendör vernamen." "Vernamen? Wat? Dor an de Kirchendör? Ih, dor gung eig’ntlich gor nicks vör; Man blot, dat ick de Köster-Dirn Dat utenanner sett’t, dat dat nich künn passir’n, Dat Fritzen sei tau ‘m Brüdjam kreg, – Un dat s’ tau sine Fru nich dög." "Ja," seggt de Paster, "dat mag Allens sin, – Obglik ick dor fast aewertügt von bün, Dat Sei kein beter Swigerdochter kreg, Doch ick red’ hir non anner Saken, Friwarwer will ick hir nich maken. Ick red’ hir von den Lam, den Sei mi hüt Vör mine Kirch hett makt. Wenn dat noch mal geschüht, Denn ward’ ick mit Ehr anners reden. So ‘n olle Fru, un höllt kein Freden!" "Ja, dat is denn ok ganz egal! Wat ick heww seggt, dat heww ick seggt, Un dat segg ick noch twintigmal: De Jung’, de sall de Dirn nich nemen! Un wenn de Oll sick deiht dortau bequemen, Denn lat ‘ck mi scheiden up min ollen Dagen. Un ick, Herr, heww so vel tau dragen! Von ‘n Morgen bet tau ‘m Abend möt ‘ck mi plagen; De ganze Wirthschaft möt in ‘n Gang ick hollen. Un seihn S’! Wat heww ‘ck nu von den Ollen? Dor jöggt in ‘n Lann’ hei ‘rümme nu! Ick bün ‘ne ganz verlat’ne Fru!" Un nu würd’ denn en Strämel rort, Un as sei sick en beten hadd’ besunn’n, Dunn würd’ den Herrn Pasturn dat verklort, Wat sei in ehren Lewen all hadd’ leden, Von ‘t irste Wochenbedd’ bet up de itzige Stunn’; Un wat sei seggt hadd’, as de Lüd’ dunn säden, Un wat ehr Mauder säd’, as Swarten sei hadd’ kregen Un dat sei dunn nich still wir swegen, Un wat de sel’ge Herr Pastur hadd’ seggt, Un dat ehr Vadder sick dorgegen leggt, Un wat dunn säd’ ehr Swigermutter-Swester, Un wat oll Swart hadd’ seggt, un wat de Köster, Un wat sei dunn, as de All säden, säd’, Un wat dunn säd’ de ganze Welt. "Un, Herr Pastur," so slot sei ehre Red’; "Ick gew ‘t nich tau, denn Geld, dat will tau Geld." "Ick heww Jug dat all mal bedüd’t: Ick kamm nich her; Friwarwer hir tau spelen, Doch wil de Sak Ji wedder up hewwt rührt, So will ick Jug dat nich verhehlen, Ji kohlsurt Jug wat Schönes an, Ji fat’t en heites Isen an Ji wardt den Jung’n so lang’ noch quälen, Bet hei nah Jugen Willen frigt; Un wenn de Hochtid denn is hollen, Un Ji up ‘t Oll’ndeil sitt’t mit Jugen Ollen, Denn wardt gewohr Ji, wat Ji krigt. Stats Fred’ un Rauh in ollen Dagen, Hewwt Ji denn nicks as Larm un Strid; Un wenn Jug Kinner sick denn slagen, Denn denkt Ji woll taurügg an hüt. Un Ji? Mit Jug ward ‘rümmer stött; Jug ward de Höll so heit inbött, Ji krigt denn stats dat Fleisch de Knaken. Denn wardt Ji kamen: ‘Herr Pastur! Ach, Herr, wat sael’ wi dorbi maken? Uns’ Swigerdochter, dat ‘s so ‘n Creatur De günnt uns nich dat beten Eten Sei müggtzs uns ut den Hus’ ‘rut stöten, Sei deiht uns allmeindag’ kein Gaud!’ Denn ward ick Jug up ‘t Geld verwisen möten. Dorüm bedenkt Jug, wat Ji dauht; Noch is dat Tid, noch steiht ‘t Jug fri, Bedenkt Jug woll! Un nu: adjü!" "Adjüs, Herr Paster! – Ja, dat is gewiß, Dat is nu so, – dat is nu, as dat is – Dat is denn aewerst ganz egal Un min oll Kirl, de kümmert sick üm Nicks; De swiggt dortau, so stumm un daemlich as en Pahl. De seggt dortau ok nich en Lud." Dunn makt sei einen deipen Knicks Un bröcht den Paster ut de Stuw’herut.- Kapittel 27. De Ollsch verswört sick wild un dull, Un füllt sick de Pantüffeln vull. Kum’ was sei in de Stuw’ herinne wedder treden, Dunn gung sei hastig up un dal: "Dat segg ick man! Nu seiht man mal! – Ne! Dor heww ‘ck ok en Wurt noch mang tau reden. Min einzigst Kind! Dat will w’ mal seihn! – So ‘n Pap! – Je, Du! – Nu seih mal Ein! Will sick in mine Saken mengeliren, Un dat üm de oll Köster-Dirn! De Dirn, de kriggt den Jungen nich, Irst möten s’ up den Kopp mi stell’n!" So würd’ sei in de Stuw ‘rüm schell’n. – Nah ‘t Middageten wull sei sich In ehr Gardinenkutsch tau Rauh begewen. – All ehre Lüd’, de wiren nich tau Hus, Sei was allein man aewrig blewen; Dat was so still, dor rögte sick kein Mus. – Sei hadd’ in dat oll Bedd’ so männigmal Des Sünndags-Nahmiddags so rauhig slapen, Doch as sei ditmal läd’ sick dal, Dunn blewen ehre Ogen apen, Un ditmal süll ‘t ehr arg bedreigen, De Slap, de let sick hübsch bedanken; Denn in den Kopp, dor summten ehr Gedanken, Un üm den Kopp, dor summten ehr de Fleigen. "Wo?" rep sei. "Dit ‘s doch fürchterlich!" Un sprung ut ‘t Bedd’. "Un ‘t sall nu doch nich gell’n; De Dirn, de kriggt den Jungen nich, Irst möten s’ up den Kopp mi stell’n!" – Sei sett’t sick dal, denn steiht sei wedder up. Sei makt dat Finster up, kickt nah den Hof herup; Sei makt dat Finster wedder tau; Sei hett kein Rast, sei hett kein Rauh, Ehr is so ganz beängsterlich. "Ne!" seggt s’, "un wenn sei All’ dagegen höll’n: De Dirn, de kriggt den Jungen nich, Irst möten s’ up den Kopp mi stell’n!" So flucht sei un verswür sei sick: "Un wenn de Stirn’ von ‘n Hewen föll’n: De Dirn, de kriggt den Jungen nich, Irst möten s’ up den Kopp mi stell’n!" Na, täuw Du Racker! Paß mal up: Sei stell’n Di doch noch up den Kopp! – Un as dat kamm so hentau fiwen, Dunn künn sei ‘t länger nich verdoren; Dat süll ehr ut den Hus ‘rut driwen, Un sei lep ‘rinne in den Goren, Un läd’ sick dal, un towte slimm Mang Mir un Mell un Unkrut ‘rüm, Un schüll un ded’ un flucht un swür, Dat so vel Unkrut, Mell un Mir ‘Ne wohre Sünn’ un Schann’ doch wir. – Worüm denn dat, min leiwe Mutter Swarten? Wo is ‘t mit Unkrut denn in Jugen Harten? – Dunn stellt’ s’ sick achter ‘t Hakelwark, Un kek in ehre Koppel ‘rin, Ob sei de lütte rod’bunt Stark Von dorentau nich seihen künn. Dat gung nu nich. Sei also steg Heraewer, aewer ‘n Tun, un slög Den Weg nah ehre Koppel in. Na, nah ‘ne Wil, dor kam sei an de Bäk, Doraewer lagg en Enning Räk, En Sleit, dat höll, dat hadd’ so lang’ all holl’n, Un noch was Keiner ‘rinne foll’n; Dat lagg nu all, wer weit wo lang’. Je, höllt ‘t ok woll? De Ollsch is swer. – Ih, wo doch! Hewwt man keine Bang’. – Je, wenn s’ man nich herinne föllt! – So ‘n Ellernholt, wenn ‘t lett ok noch so mör, Dat is dat tagste up de Welt. – De Ollsch, de kriggt den Stock tau packen, De dor tau ‘m Raewerstütten steiht; Doch as sei up dat Sleit ‘rup geiht, Dunn fängt ‘t oll Ding so eklich an tau knacken. – Holt still! – Ih, wo? Man fixing aewerweg! Ja, knacken! Knacken deiht so ‘n Stegg! Doch breken? Ne! Wo dat woll breken künn! – Sei geiht. – Perdautz! Dor liggt sei ‘rin. Redd’t! Redd’t! Tau Hülp! Herr Jesus, Kinner!" So liggt de Ollsch nu dor un schriggt Un ampelt ‘rüm un sackt all ünner. Dunn is ‘t ehr so, as wenn wat ‘ranne flüggt Un springt bi ehr in ‘t Water ‘rinner. – Un so was ‘t ok. Dat was uns’ lütte Dürt, De wull just hen tau ‘m Melken gahn, Un hadd’ de Ollsch ehr Schrigen hürt. Un ahn tau taegern, ahn blot antaustahn, Sprung sei in ‘t Water, kort entslaten, Mit ein Hand kreg s’ en Widenbusch tau faten Un mit de anner kreg s’ de Ollsch ehr Kled, Un höll sei wiß, un treckt un ret Un rep, bet dat de Schult ut sine Wurth Kamm ‘ran un treckt sei an de Burd, Un läd’ sei seker up den Drögen. – De Ollsch lagg dor, as wir sei dod, Un ded’ nich Händ noch Finger rögen. Mit vele Mäuh un vele Noth Würd’ sei nu in dat Hus ‘rin bröcht, Un in dat Bedd’ herinne leggt. Kapittel 28. Wo Wittsch up Swartschen resonnirt, Un Swartsch nah Kräften ward kurirt. Na endlich slog s’ dat Og’ – tau Höh, Un Dürten lep, makt heite Kruken, Rew ehr de Fäut, un makt Kamellenthee – Denn Mutter Swartsch, de kreg dat Sluken – Un was mit Allens so bewandt, Un allenthalben bi de Hand; Bet ‘t sick in ‘t Dörp herümmer sprök, Dat Swartsch wir follen in de Bäk. Dunn kamm tauirst oll Wittsch herinner: "Herr Je! Wo ‘s ‘t maeglich? Lüd’ un Kinner, Wo ‘s ‘t maeglich, Vaddersching, dat Du Dor in de Bäk herinnerlepst, Un in dat Water Di binah versöpst? Du büst doch süs so ‘n orndlich Fru!" "Dat Stegg – äh bäh! – Dat Stegg, dat brök." "Ih, red’ mi doch nich von dat Stegg! Ne, so ‘ne Unvernunft! Dor geiht en breiden Weg, ‘Ne steinern Brügg geiht aew’r ‘e Bäk, Un sei löppt dor in ‘t Water ‘rinner! So ‘n Unvernunft! Ne, Lüd’ un Kinner!" Nu kamm denn Bursch un Snursch un Holtsch un Boltsch Un Haaksch un Knaaksch un Pasternaksch, Un Plätersch, Klaetersch, Klaehnertsch, Draehnertsch, De wunnern nu un wimmern knäglich Un schell’n dormang: Ne! Wo ‘s ‘t maeglich? – Bi hellen Dag’ in ‘t Water ‘rin tau gahn! Hett wen Di wat tau Leden dahn? Du leiwer Gott! – Will sick versöpen! – Villicht, wil Hei in ‘n Lann’ deiht ‘rümmerströpen." "Ach," staehnt oll Swartsch, "ick kunn ‘e jo nich vör – Äh bäh! Äh bäh! – Dat Sleit, dat was so mör, Dunn föll ick ‘rin. – Äh bäh! Äh bäh!" – "Wo?" seggt oll Snursch un kickt in ‘n Pott herin, "In so ‘ne Ümstänn’ blot Kamellenthee? Dat geiht jo nich! Dat kann nich sin! Dor möt wi ehr doch drister kamen, Dor möt wi ehr wat Anners bruken." Dunn lopen s’ denn nu Alltausamen Un bringen Buddeln, Gläser, Kruken, Un nu geiht ‘t Doktern los: "Hir Vaddersch, hir! Dit is en Ochsenkrüzenplaster, dat probir, Dat legg Di warming aew’r ‘e Mag’, Dat hett mi hulpenss all mein Dag’, "Ih wo!" seggt Knaaksch. "Dor lat’t ehr mit tau Weg’. Ne, Vaddersch, hir! Dit ‘s swarten Däg’, De treckt ‘e hen! Man ingenamen! Man dristing tau! De sall Di woll bekamen." "Wat helpte dat Malkern un Gequäl?" Seggt Holtsch. "Hir is min näg’nerlei Oel, Dat nimm Du in! Süh, dat sleiht dör. Ick heww dat Mittel noch von minen Vader." "Gaht weg!" seggt Boltsch un schüwwt sick vör Un drängt sick an dat Bedd’ heran, "Dit helpt Di, Vaddersch! – Dit is Are un Posare – Wenn Di süs gor nicks helpen kann." – De Ollsch, de sluckt ok Allens aewer Un wörgt de schönen Saken dal; Doch wohrt ‘t nich lang’, dunn kemen sei ehr graewer. "Je," seggt oll Plätersch, "hürt man mal! So geiht dat nich Irsts möt wi s’ recken, Irst möt wi ehr be Huk uptrecken." "Ja woll! Versteiht sick! Irst de Huk! – Dornah vergeiht dat oll Gesluk." Twei faten nu de Ollsch ehr Bein, Twei faten in de Hors un teihn, Un riten sei binah taunicht, So dat ut vullen Hals’ sei schriggt. "Ne," seggt oll Klaetersch, "dat sünd all so ‘n Saken, De düsen nich, de kaen’n hir gor nich gell’n. Wi möten s’ up den Kopp irst stell’n, Sei hett tau veles Water slaken; Dat möt irst ‘rut, gaud oder girn! Süs kaen’n wi uns hir dod kurir’n." Geseggt, gedahn! De Sak würd’ glik mit Iwer Un förfötsch in den Gang’ nu bröcht: An Swartsch ehr Bein, dor föten sös oll Wiwer Un trizen sei verkihrt tau Höcht. De Ollsch, de schriggt: "Ick holl jo dat nich ut! Ick kann jo Slag un Unglück krigen!" "Man ümmer tau! Lat’t ehr man schrigen! Dat schadt em nich; irst möt dat Water ‘rut." Un wat sei schriggt un wat sei bröllt, Un wat sei schellt un wat sei bidd’t, De Ollsch ward up den Kopp jitzt stellt Un as en Flickenbüdel schüdd’t. Kapittel 29. Wo Swartsch sick ein Gewissen makt, Un wo lütt Dürten bi ehr wakt. Doch ihr ein Unglück noch geschüht, Kümmt just de Paster ‘rin tau rechter Tid; De makt de Ollsch dunn los un jöggt De Wiwer ut de Stuw’ un seggt: "Weg mit de Gläser un de Kruken! Nicks as Kamellenthee is hir tau bruken." De Ollsch ward in dat Bedd’ nu wedder leggt, Un ward dor warm in taugedeckt, Un liggt un staehnt, bet s’ endlich fröggt: "Wer hett mi ut dat Water treckt?" Un as de Herr Pastur ehr dat verkünnigt, Dat ‘t Dürten wir, de sei hadd ‘rute tagen, Dung fung sei knäglich an tau klagen: "Ach, Herr Pastur, ick heww mi sihr versünnigt, Ick heww mi hüt so lästerlich verswuren, Irst süllen s’ up den Kopp mi stell’n, Ihr Fritz un Dürten Hochtid höll’n. Un Allens üm dat leidig Geld! Nu heww’n sei up den Kopp mi stellt, Nu is dat kamen, as ick ‘t mi vermeten!" De Paster tröst sei nu un säd’, dat würd sick finnen, Wenn sei irst wir up ehre Bein. "Ne," rep sei, "Herr! Dat kann ick nich vergeten! Herr Paster, ne! Dat kann ick nich verwinnen! So as ick flucht heww, is ‘t gescheihn. Un wenn min Jung’ de Dirn nich nimmt Denn will ‘ck meindag nicks von em weiten, Denn sall hei nich min Kind mihr heiten Ne, Herr Pastur! Ick segg, denn kümmt Hei nich mihr aewer minen Süll, Wenn Dürten hei nich frigen will." As Mutter Swartsch führt so ‘ne Reden, Dunn müßt ‘t taufällig just gescheihn, Dat Dürten kamm herinnertreden – Sei was tau Hus west, üm sick ümtauteihn – Nu wull de Ollsch in ‘t Tüg denn leggen. "Holt!" säd’ de Paster. "Still! Nu will ‘ck Jug Beid’ wat seggen. Sei Swartsch, Sei red’ mi nich von oll, vergah’ne Saken, Süs ward Sei ‘t Unglück gröter maken. För Ehr is ‘t gaud, wenn Sei sick rauhig höllt, Dat Sei tau Nacht in Slap verföllt. Un Du, min Kind, Du kannst de Nacht hir waken Un dorup seihn, dat sei liggt still. Un wenn dat slimmer warden süll, Denn röppst Du mi. Nu dauht, wat ick Jug segg!" Un as sei Beid’ em dat verspraken, Ded’ Dürten hei noch aewerstraken, So recht vull Fründlichkeit, un gung dunn weg. – Un Dürten sett’t sick an dat Bedd’ heran. – De Ollsch, de kreg ehr an de Hand tau faten, Un drückt’ s’ so vel un kunn s’ nich laten, Un denn un wenn, denn fung s’ mal an: "Süh, Dürten, wenn min Jung’ nich will..." "Still!" säd’ denn Dürten, "Mutter Swarten, still! Dat Reden hett Herr Paster Jug verbaden." "Mi olle Fru ut ‘t Water ‘rut tau teihn! Na, Dürten, täuw’! Du sallst mal seihn...." "Oh, swigt doch still! Dat Reden kann Jug schaden," Seggt uns’ lütt Dürt, un leggt Ehr ‘t Küssen unner ‘n Kopp taurecht, Un stoppt dat Aewerbedd’ ehr t’ens de Fäut, Dat sei sick nich verküllen deiht, Bet dat de Ollsch in Slap gerött. Dunn steiht sei sachting up un sett’t Sick an dat Finster ‘ran, un süht Herinne in de Sommernacht, Süht, wo de Man in stille Pracht Dörch helle Sommerwolken tüht, Un wo sin bleikes Sülwerlicht Up Barg un Bom un Büsche liggt; Un horkte in de Nacht henut, Wo Allens slep so still un trut; Blots Nachtigal un Wachtel sungen. – Gedanken kemen; Gedanken gungen. Dor lagg ehr Vader’s Hus, wo sei Ehr kindlich Johren ded’ verlewen; Dor lagg de Kirchhof dicht dorneben, Ehr Mutter Graf mit in de Reih; Dor lagg dat Dörp, dor lagg de Goren, Dor lagg dat Feld un Barg un Dal! Un nicks was ehr dorvon verloren Sid dat sei ‘t seg tau ‘m irstenmal. – De Thranen in de Ogen drungen; – Gedanken kemen; Gedanken gungen. Doch nicks ehr d’rut entgegenlacht; Ut hellen Sünnenschin von ‘n Morrn Was bleike, blasse Manschin word’n, Un d’raewer leggt hadd’ sick de Nacht. Un as sei kek in ‘t Hart herin, Dunn was dor Nacht: weg was de Sünn, En bloten Schämer was noch blewen, In ‘n blassen Manschin lagg ehr Lewen. – De Thranen an tau parlen fungen; – Gedanken kemen; Gedanken gungen. As Dürten so satt in Gedanken, Dunn kamm ‘t ehr vör, as hürt sei sick wat rögen. Sei dreiht sick üm, un ehre Ogen segen Oll Swartschen dörch de Stuw’ hen wanken. "Oh, Mutter Swarten, leggt Jug nedder! Herr Paster hett ‘t jo streng befahlen." "Still Kind! Still, Kind! Ick kam glik wedder; Ick will blot ut dat Schapp wat halen." Sei halt wat ‘rut un kamm un drückt’ Lütt Dürten wat in ehre Hand: "Süh, Döchting! Dat hett hei Di schickt!" Un gung tau Bedd’ un läd’ sick nedder. Un dreiht ‘t Gesicht ‘ran nah de Wand, As wenn s’ in deipen Slap leg wedder. Un Dürten? – Ach! – Wo bewert ehr dat Hart: Hei hadd’ dat schickt, un Mutter Swart Hadd ‘t sülwst in ehre Hand ehr gewen! Sei makt de Schachtel up. – Dor lagg sin Hor! Dor lagg de Ring! Sin Hart dorneben! Un in ehr würd ‘t so hell un klor! Un de Sünnenschin strahlt in ehr Lewen herin, Un ehr Hart, dat gung up as ‘ne Blaum vör de Sünn, As dat Is von de Bäk, as de Frost ut de Ird’; Kein Leiden, kein Truren, kein Grämen was mihr! Un de Nacht is vergahn, un de Schatten, de flüggt, As wenn Wind aew’r ‘e Saaten de Wolken henjöggt; Mit de Nacht is vergahn ok de Gram un dat Leid, Blot de Nachtigal singt un de Wachtel, de sleiht. Un de slagen un klagen un raupen so säut, Dat dat Leid warb tau Lust, un de Lust ward tau Leid, Dat de Mund Di lacht an, wenn de Thran flütt hendal, Vull von selige Lust un von selige Qual. Un de Sang un de Blaum un de Sünn un de Man, Oh, Hart, woll möt einstens dat Allens vergahn! Woll vergeiht, wat dor strahlt von den Hewen heraf, Woll verwis’t Di hir All’ns up ‘t verfallene Graf; Doch Di strahlt von den Hewen ‘ne annere Sünn De Din Graf eins vergullt, un de ewig möt sin: Dat is Hoffnung, de bliwwt, de ward ümmer bestahn, Wenn ok lang’ all vergahn sünd de Sünn un de Man. Kapittel 30. Nu möt wi seihn, wo uns’ Gesellschaft bliwwt Un wat oll Swart sin Mutters schriwwt. "So," seggt oll Swart, "nu wir wi tau Berlin; Un morgen will’n wi hir noch bliwen; Hüt Abend aewerst möt dat sin, Hüt möt wi noch an Mutters schriwen; Denn ick heww ehr dat fast verspraken, Un ‘t Wurt heww ick meindag’ nich braken. – Na, Fritz, min Saehn, denn sett Di dal." "Ne, Vadder," seggt oll Witt, "ne, holt doch mal! Lat Corlen schriwen, Corl, de kann! Min Jung’, min Corl, de schriwwt un lest, Hei is de Öbberste jo bi ‘n Köster west." "Na, Corl, min Saehn, denn sett Di ‘ran!" Un Corl, de sett’t sick denn ok nedder, Un Swart, de seggt ‘t em in de Fedder. As Corl nu mit dat Schriwen is tau Enn’, Seggt Swart: "So, Saehn, nu les mal, wat Du schrewen hest!" – "Von Herzen viel geliebte Frau." "So, Vadder, dauh ‘ck sei ümmer nenn’n, Wenn ick en Breif ehr schriwen dauh." "Un daß wir hir gesund noch Alle sünd, Oll Witt un Corl un ick un ok uns’ Kind, Un daß wir All sünd gut zu Weg’. Un daß Du sühst man nah die Saeg’, Daß sie nich ihre Farken freßt, Un sühst mi auf de annern Swin, Un man de Braukwisch meihen läßt Un daß wir nu sünd in Berlin. Un daß gesund wir All noch sünd; Un morgen bleiben wir noch hir, Un hab’n uns hir en Rauhdag günnt, Un dann auch for das viel Plesir Un for die große Prächtigkeit. Un daß Ihr auch noch All gesund seid! Dir höret für un für mein Hart; Bis in den Tod Dein Jochen Swart. Den Dunnerstag nah Pingsten 1800 un vir un föftig. P.S. Hüt Abend wedert dat hir heftig." "Wat dücht Di, Vadder; kann s’ nu nich taufreden sin?" "Ja woll! Dat von den Dod hest woll in Bäuker lesen" "Ne, Vadder, ne! Dat kümmt mi nich in Sinn. So wat ded’ mal eins up en Honnigkauken wesen, Dat makt ick denn up mi tau Paß, Dat heit, as ick noch Brüdjam was, Un as noch Brutlüd’ wir’n wi Beiden. Un dat ded’ dunn ehr so behagen, Dat ick doch wull jetzt up ehr ollen Dagen Ehr ok mal dauhn en beten wat tau Gäuden." – Den annern Morrn was Allens fix tau Bein, Üm sick Berlin mal antauseihn. Nu gungen s’ rüm, Strat up, Strat dal. "Ne, Kinner, Lüd’! Ne, kikt doch mal! Wat sünd ‘t för Hüser! Saeben Stock!" "Ja," seggt oll Witt, "so ‘n steiht kein tau Stemhagen." "Ih, Vadder," seggt oll Swart, "dor kannst noch fragen? Stemhagen is en wohres Lock, Wo künn’n dor so ‘ne Hüser sin?" "Je, Vadder, süh, den nigen Kopmann sin, Dor an den Mark, dat is en groten Kasten, Un unsen Landroß sin denn nahsten...." "In den Hus’ ward woll ‘n Snider wesen," Seggt Corl, "an ‘t Schild, dor steiht ‘t tau lesen: ‘Franz Piefke, Kleidermacher,’ steiht an ‘t Schild." "Jung," seggt de Oll, "Du büst woll wild! En Snider in dit Hus? Wo kem dor ‘n Snider ‘rin? En Snider? Ne, dat kann nich sin. – En Kleidermacher, ja! Dat lat ‘ck passiren: En Kleidermacher kann dat hüren. En Snider! Ne! Je, hir en Snider!" So güng’n sei denn de Strat hendalen wider. "Jung," seggt oll Swart, "so gah doch grad! Dor flackert hei herümmer up de Strat, Un steiht un kickt un geiht so duknakt dor, Grad as ‘ne olle Fru non saeb’ntig Johr! Willst, Slüngel, Du woll stolzer gahn! Nimm Corlen Di as Ogenspeigel an! Süh, up de Strat bliwwt Jedermann Rein bicken-bomenstill bestahn Un kickt sick Corl Witten an; Di, Schapskopp, kickt kein Deuwel an." "Ih, Vadder," seggt uns’ Fritz, "dor kann ick ok nich vör, Dat kümmt von sinen Kledrock her," "Ne, Fritz," seggt Witt, "dat is dat nich allein, Wenn em de Kledrock staatsch ok lett; Kik blot mal Corlen sine Bein, Wo hei de prächtig utwarts sett’t; Un denn sin Richtung un den ganzen Schick! Un Di will ick wat seggen, Vadder Swart, Du büst tau Fritzen ok tau hart; Denn so wat, dat hett sine Nück, Un dat sünd so Besonderkeiten. Un wovon sall hei dat woll weiten? Süh, wenn ick nich Soldat wir west, Wir min oll Jung’ will ok so ‘rümmer daes’t, Denn hadd hei ok noch kein Manir, Denn so wat, dat verarwt sick sihr." Kapittel 31. Wo s’ Arm in Arm de Strat herunner teihn Un dunn den Portugaller König seihn. As sei nu in de Königsstrat ‘rin kamen, Röppt Swart: "Wat hir för Minschen daesen; Wat is hir doch för Volk tausamen!" "Je," seggt oll Witt, "hir mag woll Johrmark wesen." "Ja, Vader, ja, dat kann dat sin. Wat sünd hir doch för Minschen in! Jungs, hollt Jug hir hübsch dicht tausamen, Un fat’t uns Beiden unner ‘n Arm, Dat wi in desen grugelichen Larm Am Enn’ nich utenanner kamen." Sei faten sick denn All nu unner Un gahn de Königsstrat herunner. Corl Witt un Fritz, de heww’n Zigaren, Un Swart un Witt, de rokens korte Pipen, Un kein von ehr kann dat begripen, Wat woll de Lüd’ tau kiken hadden; Worüm de Naren still woll stünnen. So kam’n sei nah de Borgstrat ‘ninnen. "Holt still!" röppt Corl. "Dit is up jeden Fall Dat Hus von ‘n König von Portugall. Dor up dat Schild, dor steiht ‘t tau lesen; Un dat ward woll de König wesen." Un richtig stunn de König dor. – De Kron, de hadd’ hei hüt nich up, Vermauthlich, wil s’ em was tau swer; Hei stunn hüt man in bloten Hor, Un kek en beten ut sin Dör. – "Dat is hei, Vadder," flustert Witt. "Woll!" seggt oll Swart, "woll is hei dit!" So stahn sei denn nu up de Strat, In eine Reih un Mann an Mann, Un kiken sik den König an. – De König was in vullen Staat: Hei ded’ en blagen Rock mit roden Kragen, Ganz vull von gullen Tressen, dragen, Un gele Stülpen an de Stäweln. Un hadd’ hei ok nich up de Kron Hadd’ hei den Zepter doch in sine Knaeweln; Dat was en schönes spansches Ruhr, Hei was vullstännig von Person Un ‘n beten hartlich von Natur; Hei hadd’ en rod’ Gesicht, Was von en schön Gewicht, Un let oll Swarten sihr gesund: Taxiren ded’ hei ‘n up tweihunnert achtzig Pund. "Dit is," seggt Swart, "de König ut Portulak. So ‘n König is doch glik en annern Snack: Wenn de uptrett mit sine Kron, Denn flüggt jo woll de ganz Natschon? Ick glöw, dat sick denn Keine muckt." "Ick glöw, hei ‘s falsch. Süh, wo hei spuckt!" Seggt Witt. "Hei süht so recht gnittschäwschen ut." Mit einmal kümmt de König ‘rut Un fängt von Frischen an tau spucken: "Wat schteht Ihr hier? Wat habt Ihr hier zu kucken? Wat soll dat oll Jekuck hier sein?" "Oh, nicks nich!" seggt oll Witt, "Herr Majestäten, Wi stahn hir man un kiken blos en beten, Un wull’n Sei ‘n beten blos beseihn." Nu fohrt de König denn fast ut de Hut, Un süht ganz brun vör Bosheit ut Un seggt: "Entfamtigt Takel, was habt Ihr zu schtehn Un in ‘t Hotel herin zu sehn?" Un wir’n s’ nich utenanner flagen, Hei had’ ehr dor – der Deuwel hal! – Eins mit den Zepter aewertagen. Sei lopen nu de Strat hendal; Un as sei still dunn wedder stahn, Seggt Swart: "Wo möt uns dit hir gahn? Ne, Kinner, Lüd’, ne! Dat hadd’ ick Meindag’ nich dacht, dat Königs slahn! Na, dit is wedder mal en Stück!" "Dat dauhn sei, Vadder, ja, dat dauhn sei, Dat is so ‘n Ort man nich, de Königs! Bi de Ort brukt dat man en Wenigs, Denn warden s’ falsch un, süh, denn hau’n sei. Un ok de Herzogs, dat is ganz egal. Süh, as Du weitst, ick heww jo sülwst all mal Von unsern ollen Herzog Friedrich Franz ‘Ne Mulschell kregen, dat ‘ck min ganz Leiw Lewen doran denken dauh. "Willst Slüngel," säd ‘e, "ut den Weg’!" Un – bautz! – dunn slog hei glupschen tau. De Ort, de is nich fin mit Släg’." – Sei faten sick nu wedder unner, Un gahn de sülw’ge Strat taurügg, Bet hen nah de Kürfürstenbrügg. Na, dat was denn en niges Wunner. "Süh, wo hei dor herümmer ritt! Wat hei woll för Ein is?" fröggt Witt. "De Mähr!" röppt Swart. – "Den Kirl, den will ‘ck Jug schenken. – Wat hett de Mähr för Sprunggelenken! Wo de tau Sadel gahn woll müßt! So ‘n ollen dracht’gen Wallach is ‘t." "Ne, Vadder, kik mal blot sin Hor! Dat is doch grad’ so as ‘ne Wolk; Un unnen liggt gefangen Volk. Ick glöw, dat is woll ein Schandor." "Ja," seggt oll Swart, "dat is woll ein. Doch de Muskanten, de versicherten, Hir wir en Postament von Blücherten; Dat müßt wi uns doch mal beseihn. Tau Rostock, up den Hoppenmark, dor steiht Hei frilich ok, doch müggt ick seihn, Wo ‘t hir den Ollen laten deiht." Kapittel 32. Dat dat oll Blüchert gor nich wir, Un wo oll Fritz sitt hoch tau Pird’. Sei finn’n nu bald ok en Soldaten, De för en Billiges sick tau verstunn, Un mit ehr gung hendal de Straten, Un ehr henwis’t, wo Blüchert stunn. Sei ward’n sick unner ‘n Arm nu wedder faten; Un as s’ de Strat hendalen gahn, Bliwwt de Soldat tauwilen stahn, Wenn sin Offzirers em vörbi passiren, Un kikt ehr grad’ in dat Gesicht, Hand an de Mütz un grad’ gericht’t. "Dat," seggt oll Witt, "sünd sin Hannüren. Un, Vadder Swart, ick segg, mi dücht, Dat wi doch grote Flegel wiren; Wenn wi nich ok de Hand an ‘n Haut ‘ran läden, Un uns’ Hannüren maken deden." Na, dat geschach. Wenn so ‘n Offzirer mal Taufällig kamm de Strat dal, Stunn uns’ Gesellschaft, Mann an Mann, Un richt’t sick up soldatsch in Enn’, Un läd’ an ehren Haut de Hänn’; Corl läd’ sogor sin beiden ‘ran. – As sei nu kamen, wo oll Blüchert steiht, Un wo hei swenkt mit sinen Degen, Un de Soldat em wisen deiht, Un sei dat Postament tau seihen kregen, Dunn stahn sei dor un kiken, kiken. Doch endlich seggt oll Witt: "Dat is hei nich. De deiht sick nich en Spirken gliken, De süht jo gor nich ähnlich sich!" Un as ehr de Soldat versichert, Dat wir, wahrhaft’gen Gott, de olle Blüchert; Dunn seggt oll Swart: "En ollen Quark! Tau Rostock, up den Hoppenmark, Dor süht oll Blüchert anners ut; Des’ hett jo gor kein Löwenhut!" "Ne," seggt oll Witt, "dit is hei nich. Dit lett em doch tau jämmerlich." "Ih wo!" seggt Swart. "Dit is hei nich! Hei steiht jo dor so ängstlich baben, As hadd’ em Einer wedder sinen Willen Herup sett’t up den Kachelaben, Un bidd’t nur dat s’ em runner nemen süllen." "Ick weit ‘t," seggt Witt, "wer dat sall sin: De oll Gen’ral von Pressentin: So swenkt hei grad’ mit sinen Degen, As nah Swerin wi ‘rinne tögen." "Dat gew ick Bifall," seggt de Oll. "Wer aewerst is de Anner woll?" "Dat is," seggt de Soldat, "Graf Bülow-Dennewitz." "Wer süll dat sin?" röppt Witt. – "Ne, dit ‘s Mejur von Voß up Grabowhaew’, Un ähnlich is hei sick, as ut de Ogen sneden. An den denk ick, so lang’ ick lew; Dat was en Mann, de was mit Jeden, Un ded’ uns blot sin Kinnere heiten." "Ja, Vadder," seggt oll Swart, "Du möst dat weiten, Du hest jo unner sin Kemmando stahn." – Nu würd’ nah ‘n ollen Fritz hengahn. Up den hadd’ Witt en stillen Haß; De hadd’ em wat tau Leden dahn, As hei noch nich geburen was: Hadd’ sinen Mutter-Vader gripen laten, Un den dunn steken unner de Soldaten. "Süh, wo het up de Mähr dor sitt, Dor sitt hei baben," seggt oll Witt. "Je, kik Du man! Dat ‘s doch üm Dinentwegen, Dat wi de schöne Hauw’ nich kregen." Na, antwurt blos! Is ‘t denn nich wohr? Segg, hest Du nich dat Stück utäuwt? – Nu sitt hei dor, nu ritt hei dor, As hadd’ hei nich dat Water dräuwt, – Ick wull, dat Du herunner föllst! – Süh, Vadder, wat ‘ck Di seggen dauh! Min Mutter-Vader was de Öllst. Den kamm de Hauw’ mit Rechten tau; Dunn kümmt de olle Fritz denn bi, Un lett min’n Mutter-Vadern faten; Dunn würd’ dat denn ‘ne Kateri, Un dat oll daeemlich Amt ded’ dunn befehlen laten, De Hauw’ süll nu den annern Brauder hüren, Un ded’ uns üm de Hauw’ balbiren; Nu sitt hei baben so gedüllig, Un is doch an den ganzen Handel schüllig." "Ih Vader, dat sünd olle Saken! Wo kannst Du so ‘n Prat von maken? Sei seggen ‘t All, un in de Bäuker is ‘t tau lesen: Hei ded’ en groten König wesen.’!" "Ih, dat will ick ok gor nich striden; Ick will hir wider ok nich up em schellen. Min Mutter-Vader müggt em sülwst jo liden, Hei ded’ uns vel von em nertellen! Wo dat oll Fritz – ick weit nich, wo ‘t noch wir, Em up de Schullers kloppt hadd’ un hadd’ seggt: ‘Du büst en richt’gen Granedir Un hast Dir düchtig ‘rümmer fecht’t.’ "Dat wir der Deuwel!" seggt oll Swart. "Ja, Vadder," seggt oll Witt, "hei hadd ‘t Tau minen Mutter-Vader seggt – Ick weit nich, wo dat glik noch wir: ‘Du büst en richt’gen Granedir Un hast Dir düchtig ‘rümmer fecht’t.’ Un nu sitt hei hir hoch tau Pird’; Un min oll Mutter-Vader hett de Hauw’ nich kregen, Un dat is blot üm sinentwegen." "Ih, Vadder," seggt oll Swart, as se nu wider gahn, "Dat lat Di länger nich verslahn; Dat is vörbi. De Sak, de lat man rauhn. Dat brukst Du em nich nah tau drägen." "Ih wo! Wo ward ick so wat dauhn! Doch wat be Hauw’ angeiht, de hadd’ wi kregen. Un, Vadder, süh, dat segg ick noch: Dat was man blot üm sinentwegen; Un doran schüllig was hei doch!" Kapittel 33. Wo s’ nah dat Bramborgsch Dur hengahn Un bi de Schöttel vöt ‘t Museum stahn. Sei gahn nu wider ‘rüm mit den Soldaten, Un trecken mit em ‘rüm de Straten; Un as sei gahn de Linn’n entlang, Dunn seihn sei sick mit einmal midden mang, Mang luter schön geputzte Damen. "Jung," seggt oll Swart, "nimm Di doch bet tausamen, Un gah doch stolzer up de Bein, Un sett den Arm doch in de Sid’, Dat Di de Lüd’ doch ok anseihn; Je ick, as ick noch jünger wir, Ick süll so ‘rümmer slackert wesen, Bi Frugenslüd’ so ‘rümmer daesen! Kik Corlen an! Süh, de versteiht ‘t. Kik, wo hei dor mang ‘rümmer geiht! De Jung’, de makt sin Saken gaud! Hei kickt de Mätens unner ‘n Haut, Un grint sei an un plinkt ehr tau, As kennt hei s’ alltausam genau. Un, Vadder, dat möt ick gestahn, Dat sünd sihr hübsche Mätens, de hir gahn." "Ja," seggt oll Witt, "dor hest Du Recht; Heww ick Di dat nich ümmer seggt, Dat hir dat Frugensvolk wir nett? Un denn vör Allen, wo cumplett!" Ick, Vadder, ick denk ok, dat Min En schönen Ümfang hewwen deiht, Doch de, de hir so vör uns geiht – Herr Je, wat is ‘t för ‘ne Maschin! Un wenn ‘t ‘ne olle Fru noch wir! Ne, ‘t is doch man en junges Mäten. Ick wull, ick hadd’ en Tollstock hir, Denn wull ‘ck sei aewer ‘t Krüz mal meten." So kam’n sei denn an ‘t Brambörgsch Dur, Un kiken ‘rup, un seihn dor, wur En Frugensminsch dor up den Wagen steiht Un dor mit Viren führen deiht. Oll Swart, de schellt; dit kann hei nich verstahn. Ob dit denn Mod’ wir hir tau Lann’, Vir Pird’ in eine Reih tau spann’n? Denn müßten twei jo up de Wildbahn gahn. "Ne, Vadder," slot hei sinen Tadel, "Vir Mähren lang un denn von ‘n Sadel, Dat hett en Tog! Dat law’ ick mi! Dat Anner is blot Spekeri." Sei gahn den Weg nu wedder t’rügg, Bet s’ hen nah dat Museum kamen, De ‘Mus’geschicht’, as Swart dat näumen deiht; Denn mit de oll’n französchen Namen, Dor weit hei nich so recht Bescheid. Dat Irst, dat is denn nu de grote Schaal, De em dor in de Ogen föllt. "Ne, Kinner, Lüd’! Ne, kikt doch mal! Wo is dat maeglich in de Welt! So ‘n Schöttel! Ne! Ne, kikt s’ mal an! De is jo woll för hunnert Mann? Wo is dat maeglich, Lüd’ un Kinner! Dor gahn jo ‘n Dutzend Oxenhöft herinner." "Ja," seggt oll Witt, "un wo natürlich süht sei ut, As wir sei ut en Feldstein makt. Wotau ward de denn aewerst bruckt?" "Je," seggt nu de Soldat, de nu dat Brüden kriggt, "Wenn sick de König Arwtsupp kakt, Un wenn hei apen Tafel höllt, Denn kümmt hir ‘rinne dat Gericht; Denn ward sick hir herümmer stellt, Un ut de Schöttel ‘rute kellt. Un denn, wenn sick de König krönen lett, Un sine gollene Kron uphett, Un steiht dor baben up sin Sloß, Denn liggt hir in de braden Oß; Un ut de Waterkunst dorneben, Dor springt denn Punsch un roden Win, Dat deiht hei denn tau ‘m Besten gewen." "Wenn mag dat nu woll wedder sin?" Fröggt Corl "Denn möt wi doch mal her!" "Ih," seggt oll Witt, "dat hett noch gor kein Il!" Kapittel 34. De Gummilastikum, de höllt man slicht; Un wen Fritz dor tau seihen kriggt. So kamen sei denn mittewil Dor unner bi de Stufen, vör Dat olle ni Museum an, Un kiken sick de Biller an; Un baben up de Trepp stahn Herrn un Damen, Sihr vörnehm un in vullen Staat. "Dor makt Jug ‘ran," seggt de Soldat, "Mit de gaht ‘rinne nu tausamen." "Ih wo" seggt Swart, "dat schickt sick nich. Wi gahn man ganz gewöhniglich, Wi ward’n uns dor nich tüschen drängen, Un uns in so en Staat nich mengen." "Na," seggt oll Witt, "dit weit ‘ck nich, wat dat heit! Irst möt ‘ck mi nige Hosen köpen, Dormit wi jo uns nich blamiren, Wenn wi mit fine Lüd’ tausamendröpen! Un nu, dat ‘t mal wat gellen deiht, Nu steihst Du hir un willst Di hir schaniren? Ih wo? Man dristing ‘rinne in den Trupp!" Un Witt, de springt de Stufen ‘rup; Un dat sei seihn,z3 dat hei sick gor nicht fürcht’t, Nimmt hei twei Stufen mit enmal. Dat aewerst, dat bekamm em slicht, Dat höll nich ut de Gummilastikum. As hei de Beinen makt so krumm, Ret unner ‘n Faut de Sprungreim em intwei, Un – rutsch! – satt em de Beinling aewer ‘t Knei; Un as hei sick nu bückt un dornah grippt, Dunn ritt de anner ok un slippt Tau Höcht, un hei steiht baben dor, Mit nakte Knei, so blank un bor, Mang all be finen Herrn un Damen, As wenn hei hadd ‘ne Swemmhos’ an. Un as de Annern ‘ruppe kamen Dunn steiht dor All’ns üm Witten dicht tausamen, Un lacht un deiht, un stött sick an. Un Witt, de steiht un schüwwt un reckt, Un hett hei ‘t ein Cretur herunnertreckt, Denn sitt dat anner wedder hoch in Enn’. Un deiht hei dornah wedder lang’n, Un lett dat irst hei ut de Hänn’, Denn rutscht dat wedder hoch tau Höcht. Bald is ‘t ‘ne korte Hos’, bald is ‘t ‘ne lang’: Grad’ as de Vigelin em seggt. – Oll Swart kümmt nu heranner snawen, Un as hei sick vör Witten schawen, Dunn leggt hei los: "Man sacht! – Man sacht! Ick bün dorbi, wenn hir wen lacht. Un ick heit Swart un de heit Witt; Un ‘n Hundsfott, de dat Lachen litt! Un so ‘n Gelach, dat is man dumm! Wer kann dorför, dat Gummilastikum Nich so gaud höllt, as Draht un Pick? Un, Vadder, Du giww Di in Rauh, Un mak en beten Di tau Schick, Un knöp den Rock Di vören tau. Na, dit is wedder mal en Stück!" Knapp is dit farig, knapp is dit taurecht, Springt Fritz up einen Herren in, De midden mang de annern stünn, Un föllt em üm den Hals, un kriggt Dat Küssen un dat Straken dor. "Na," seggt oll Swart, "Gott Du bewohr! Nu ward jo de woll hir verrückt? Jung! Fritz! Wo Deuwel! Plagt hei Di?" Doch Fritz, de steiht un herzt un drückt: "Oh, Heindrich! Heindrich! Kennst Du mi? Ih, Vader, kennst Du Heindrich’n denn nich mihr? Dat is jo Heindrich Paster hir! Herr Je! Wo ‘s ‘t maeglich? – Ne! Wat ick mi freu!" Nu kamen ok de annern Drei, Oll Swart vörup: "Ne, Lüd’ un Kinner, dat ‘s denn Doch ‘n wohres Glück; dat Stück was gaud. Dat hir just Dine Sprungreim’ platzten, Un wi hir so tausamen kamen!" Oll Witt makt sin Hannüren an den Haut Un höllt sick vörn de Slipp tausamen; Un Fritz hett sinen Spelkam’raden Truhartig an de Hand tau faten, Un treckte em furt, un deiht dat gor nich hüren, Wo Swart em seggt: "Jung, hür doch blos! Un lat Herr Heindrich’n hir doch los, Hei möt sick jo vör uns schäniren." "Ei wat!" seggt Heindrich. "Hir schaniren! Wenn’ sick so ‘n olle gaude Frünn’ Taufällig mal tausammen finn’n, Denn ok noch dat? Dat süll mi fehlen! Dor ward ‘ck den Kukuk mi d’rüm quälen! Ne, Ji kamt mit un saelts berichten, Wo dat bi uns tau Hus utsüht, Un saelt vertellen mi Geschtchten, De dor passirt sünd in de Tid." "Ih," seggt oll Swart, "wi sünd dor gaud tau Weg’, Un Minsch un Veih hett sinen Däg’. De Herr Pastur is ganz gesund; Un Fru Pasturin, na! De ward so rund, Un ward von Dag tau Dag cumpletter. Un Brauder Corl, de lütte Setter, Dat is denn nu en hellschens Jung’n! Noch nilich hett hei Schulten-Fritzen dwung’n, Un hett em in dat Stroh ‘rin smeten. Un de Lawis’, wat is Ehr Swester, Dat is denn nu en kostbor Mäten! Noch nilich was ick bi den Köster, Dunn hett sei dor en Ogenblicking seten Un ded’ dör up den Klawezimbel spelen – De Köster hett jo ok so ‘n Ding dor stahn – Dat hadden Sei mal hüren saelen, Dat ded’ ehr mal von Hännen gahh, Un allmindag’ nich hett s’ ‘t verfehlt; Na, de is denn nu uterwählt." "Wat makt de Köster denn un Köster-Dürt?" "Je, mit den Köster!" seggt oll Swart, Dat is so ‘n Sak! De wurmisirt Noch ümmer ‘rüm, bet ‘t beter ward. Dat sitt denn ümmer mang de Dören Un deiht un sleiht un lihrt de Gören; Dat quält sick denn nu af mit Släg’." Un Dürten?" – "De is gaud tau Weg’," Röppt Fritz, "un de ‘s mal rank un slank un grot!" Un dorbi würd hei gläunig roth. "Jung," seggt de Oll, "wat red’st Du von de Dirn? Wat sall Herr Heindrich dorvon hür’n? De hett wat Anners in den Kopp tau nemen; Ick glöw’, Du deihst Di gor nich schämen! Du denkst man blot an Köster-Dürt. Un wenn dat Mutter blot so weiten ded’, De würd’ Di in ‘t Gebett mal nemen." "Na is," föll de Student nu in de Red’, "Tau Hus wat Slimms denn ok passirt "Jh, ne," seggt Witt, "man blot mit Vadder Raawen, De hett sick dat nu ok entseggt; Hei hadd’ sick glik nah Ostern leggt, Un vör vir Wochen würd’ hei grawen. Un Voß hett sinen Jungen aewerführt, So in de Meßführtid, dor wir ‘t Hei kunn aewerst just nich vör. Un Hanne Schmidt gung up de Ledder stahn, Un de oll Ledder was all mör, Un müßt dunn ut de Fast ‘rut fallen, Un sös sünd nah Amerika hengahn, Mit Fru un Kind, un denn mit Allen. Un Michel Frank un Hanne Wauderich, De sitten, wil sei Hamel stahlen." "Ih’ luter Hamel wiren ‘t nich!" Segt Swart. "Un höll den Rock hendalen, Un fat de Slippen bet tausamen. – Twei Hamel un sös Jahrlings hewwen s’ namen, Un dorför sünd s’ in ‘t Lock ‘rin kamen; Un denn mit Vadder Bolten de Geschicht, De müßt dunn ok vör ‘t Amtsgericht." "Ih wo?" röppt Witt "vör ‘t Amtsgericht?" – Un höll sin Slippen vör de Knei – Vör ‘t daemlich Voßgericht müßt hei. Hei hett ‘t mi sülwst vertellt, un dat weit ick." "Na," seggt oll Swart, "dat was ‘ne schön Geschicht; Dat was denn doch en dulles Stück! Weck von uns’ Lüd’, de stahn vör ‘t Voßgericht, Wil dat s’ tau Holt en beten wiren – Un dat sall nu denn doch nich sin. – Un as de Amtmann sei nu deiht verhüren, Dunn kümmt uns’ Vadder Bolt ok ‘rin De was ok tau ‘n Termin bestellt. Na, uns’ Herr Amtmann zwiwelt sei nu düchtig, Un towt gefährlich ‘rüm un schellt. Un as hei sei nu so vernamen, Un as seit ‘t ingestahn ok richtig, Dunn lett hei sick den Slüter kamen, Un lett ehr fiw un twintig in de Jack ‘rin tellen. Na, as dat Prügeln nu taurecht, Dunn denkt uns’ Bolt: nu möst di ok woll mellen, Un geiht nah ‘n Amtmann ‘ran un seggt: "Herr Amtmann, ick bün hir von wegen...." "Ganz richtig!" seggt de Amtmann, "de ‘s vergeten, Man denn’ ok glik hir upgemeten!" Oll Bolt, de strüwt sick nu dorgegen: "Herr Amtmann, ick bün jo von wegen...." "Will Hei hir noch Sperenzen maken? Ick glöw’, Hei makt hier noch Exküsen! Hier! Fünf und zwanzig auch für diesen!" "Herr Je! Ick bün jo hir in Saken...." Un – swabb! – Un – swabb! – ward’n em dor fiw un twintig In sine Jack herinne tellt "Ick bün jo hir in vörmundschaftlich Saken, Ick bring Sei jo dat Kinnergeld!" – "Worüm hett Hei nich ihre spraken?" "Herr Amtmann, as ick reden wull, Dunn wull’n Sei mi jo gor nich hüren." "Nah dissen red’ Hei hübsch bi Tiden. Nu hett Hei Sinen Puckelvull. Un wenn Em dat ok grad’ nich sihr gefollen, Nah ‘t Lübsche Recht möt Hei em doch behollen." – Na, nahsten ded’ hei sick dortau bequemen, Un hadd’ em seggt, hei süll’t nich aewelnemen, Un hadd’ bi em sick ok verbeden; Doch sinen Puckelvull, denn’ hadd’ hei weg." "Ja," seggt oll Witt, "so as ick segg! Un hadd’ em seggt, hei süll bi Tiden reden, Un sine Släg’, de hadd’ hei weg, De Katt de lickt sei em nich af. Un Vadder Bolt hadd’ doch, as hei s’ em gaww, Dörchut nich ruhig sick verhollen. – Doch nah dat Lübsche Recht müßt hei s’ behollen." Kapittel 35. De Portugaller König steiht noch vör sin dör, Un Hendrich, de kriggt Fritzen vör. So gahn sei nu de Borgstrat wedder ‘raf Un will’n nah Heindrich’n sin Quartier. Un wedder steiht de König hir Von Portugall vör sine Dör, Un geiht denn mal eins af un an Vör sinen Hus’ en beten hen un her. Na, as sei kamen’ nege ‘ran, Seggt Nahwer Swart un Nahwer Witt: "Herr Heindrich, ne, dor gahn w’ nich mit. Hir sünd wi vörhen eins all west; Un in sonn’e Ümstänn’ hollen wi för ‘t Best: Wi gahn em ‘n beten ut den Weg’. De Ort, de is nich fir mit Släg’, De gnedigst König wull uns slahn; Dat künn uns just as Badder Bolten gahn." "Ih wo, en König!" seggt Herr Heindrich. "Dit Is blot en Portier, de in sin Dör hir steiht." "Wat is ‘t för ‘n Kirl?" fröggt Nahwer Witt. "En Portier." – "En Portier? Wat deiht Der Deuwel denn hir in de Dör tau stahn? Wat hett hei denn hir Lüd’ tau slahn? Kann de nich an sin Arbeit gahn?" "Dat is sin Arbeit in de Dör tau stahn Dor kickt hei nu den ganzen Dag un steiht, Wer ‘rin in ‘t Hus, wer ‘rute geiht. Un kümmt denn mal en frömden Mann, Denn mellt hei ‘n bi de Wirthschaft an." "Na," seggt oll Swart, "dat kann der Deuwel weiten! Wat Ji hir doch för Infäll hewwt! Is dat för Minschen ein Geschäft? Bi uns ward dat en ‘Hofhund’ heiten." – In Heindrich’n sin Quartir würd’ denn tau Middag eten, Un up den Nahmiddag dunn seten All Swart un Witt, mit lange Pipen, Up ‘t Sopha in de Eck un säden, Worüm sei eig’ntlich reisen deden, Bet endlich Heindrich ded’ begripen, Wat eigentlich ehr Afsicht wir. "Ja," säd’ oll Swart, "hüt bliwen wi nu hir, Un morgen will wi up de Iserbahn; Hüt Abend aewer müggt wi schir En beten ‘rin in de Kemedi gahn; Un slimm is ‘t man, dat min oll Nahwer Witt Nich kann in de Kemedi mit. – Ne, Vadder, mak nich so ‘n Gesicht; Du süllst Di doch en beten schämen! Wo kaen’n wi so Di mit uns nemen? Dat würd ‘ne saubere Geschicht, Dat wir denn wedder mal en Stück!" "Ih," seggt Herr Heindrich, "in den Ogenblick Sall Nahwer Witt so proper sin, As wir hei ut dat Ei ‘rutpöllt. Kikt, Nahwer Witt, wenn Jug des’ Hos’ geföllt, Denn ahn Bedenken man herin!" Na, dat geschach; un Vadder Witt, de stunn Nu dor mit witte engelsch leddern Hosen. "Ne, Vadder," seggt oll Swart, "wat sünd ‘t för Schosen! Wo kann de Minsch sick so verstell’n! Nu kannst Du för en Prinzen gell’n." Na, endlich würd ‘t nahgradens Tid: Denn de Kemedi, de was wid. Un Heindrich gung mit ehr un was mit Höflichkeit, Un säd’ ehr All’ns un wis’te ehr Bescheid; Un as betahlt sei dor nu hadden, Dunn gaww hei ehr de Hand un blew dunn stahn Un säd’: "Ick kann nich mit Jug gahn, Denn leider bün ick in Gesellschaft laden. Ick segg Jug hir denn nu ‘Adjü!’ Un grüßt min’ Ollen ok von mi, Un seggt ehr, dat ick hir sihr forsch studirt, Un hadd’ ok all wat Nüdlichs lihrt, Un hadd’ irst tweimal up den Karzer seten; Un grüßt den Kösters ok un Köster-Dürt, Un makt ehr minen schönen Gruß, Un seggt, sei wir en ganz kaptales Mäten; Un up den Harwst, denn kem ick ok an ‘t Hus, Un wenn ick mi nich irrt in ‘n Ganzen, Denn würd ‘ck woll up ehr Hochtid danzen." Un dorbi stödd’ hei Fritzen in de Siden, Un säd’ tau em: "Kumm hir mal her! Un as sei dunn alleine wiren, Dunn namm hei sick denn Fritzen vör, Un säd’ tau em: "Wes man nich so bedräuwt! De Sak, de ward sick liker reih’n: Ji wardt nah Belligen nich kamen; Un wenn de Köster-Dürt Di leiwt, Denn paß mal up, denn ward’t gescheihn, Dat Ji tauletzt doch kamt tausamen. Nah Belligen, dor kamt Ji nich; De Sak, de is tau bisterich. Paß up! Ji sitt’t bald in de Supp: De Iserbahn, dat is nich Corl Vepupp Ji ward bald in Verlegenheiten steken, Taumal Ji kaent nich hochdütsch spreken; Ji sid bald wedder tau Berlin, Denn kamt nah mi, denn kann dat sin, Dat ick ‘ne Hülp Jug wesens kann. Un nu lew woll, min olle leiwe Jung!" Un dorbi kek hei em so fründlich an, Dat Fritz fast an tau roren fung, So freut hei sick, dat sin oll Spelkam’rad Noch an em dacht un gaww em gauden Rath. Kapittel 36. Wat Swart un Wttt tau de Kemedi seggt, Un wo Corl Witt herut ward bröcht Na, Heindrich güng un säd’s nochmal ‘Adjüs’; Un de Gesellschaft, hübsch tausamen, De geiht nu ‘rup in ‘t Paradies. As sei dor in de Dör herinne kamen, Dunn fängt oll Swart so lising an tau gahn, Dat hei binah wir foll’n am Enn’. Oll Witt bliwwt an de Dor bestahn Un höllt sick wiß mit beide Hänn’ Un steiht un kickts von dor sick den’n Kronlüchter an, bet em de Ogen flirren, Un hei fängt knäglich an tau bidden: "Ne, will’n man wedder ‘rute gahn." "Ih, Vadder," seggt oll Swart, "wi heww’n jo hir betahlt, Di deiht hir Keiner wat; kumm Du man ‘ran, Un seih Di ‘t von hir vören an." Un as oll Witt nu folgen deiht Un up de Tehnen neger geiht, Sick aewer de Bewehrung bückt Un in dat Wesen ‘runne kickt, Wo dat dor wäuhlt un wo dat wallt, Wo dat sick mengt un bängt un drängt Un wo dat dump heruppe schallt, As wenn von firn de Dunner grummelt, Un wo dat blinkt un wo dat blänkt Un wo dat glitzt, un Lichter blitzen, Kriggt hei de Swimniß dunn un tummelt Un höllt sick knapp noch an an Fritzen. De höllt em wiß, un Swart, de seggt: "Du büst wol swindlich von Natur? Wi sünd hir frilich siihr tau Höcht; Dit is hir woll dat Örgelkur. Na, lat man sin, dat giwwt sick All." – Oll Witt verhalt sick denn ok ball Un höllt sick blot an Swarten fast. Doch as hei nu so steiht, dunn geiht up einen Stoß De ganz Musik up einmal los: Dat is, as wenn de Ird’bobd’n barst, As wenn de Hewen wackeln ward; So rastert dat, so knastert dat, So sus’t un brus’t un grummelt ‘t, rummel ‘t, So gnidelt ‘t, fidelt ‘t, schrigt ‘t dortüschen, As wenn de jüngste Dag angeiht. – Un denn mal wedder klingt ‘t vull Freud’. Un spelt un fläut’t un singt so säut, As wenn de Sünn upgeiht von Frischen un schint herunne up de Ird’, Wo All’ns in Freud’ un Freden wir; Wo Allens gräun, Un Blaumen bläuhn, Von ‘n Hewen sacht De Luft deiht weihn; Wo Allens lacht In stille Pracht, Un Minschenkinner still sick freu’n. – Denn wedder klingt ‘t as Sommernacht, Wenn Man un Stirn an ‘n Hewen wannern. Wenn Ein so selig söcht den Annern; As wenn de Brut So still un trut An ‘n Harten dicht Vull Leiw’ Di liggt, So warm rin fast; As hadd’ de Hewen Sin Seligkeit an Di vergewen,’ Un bed’ sick nu bi Di tau Gast. – Fritz Swart hadd’ hürt den Dunner rullen, Den Hagel ut de Wolken brusen, Den Stormwind dorch de Bäuken susen, As wenn de Bäuken breken wullen Fritz Swart hadd’ hürt, wenn Klocken klungen, Wenn Baukfink un wenn Lewark sungen, Wenn Sommerwinn’ dörch Büsche togen, Un Nachtigal un Wachtel slogen; Doch All’ns tausam, tau glike Tid, As süng’n sei all ein einzig Lid, Dat hadd’ hei noch seindag nich hürt, Un in sin junges Hart, dor wir ‘t, As süll hei nu mit einen Mal Tau glike Tid sick freu’n, sick bangen, Vergahn vör Lust, vergahn vör Qual Un vör dat seligste Verlangen. – Em göt dat as mit Schuren aewer, Sin armes Hart, dat kreg den Bewer, De Athen stunn em vör de Bost, Hei künn nich reden, hadd ‘t dat Lewen kost’t, Hei würd’ bald heit, hei würd bald kolt, Bald gläuhte hei, bald bewert hei vör Frost; VOn sülwst hadd’ hei de Hänn’ gefollt Un stunn in deipe Andacht dor. – Dunn flüggt de Vörhang in de Höcht, Un lustig danzt dor Por an Por Un raupen dor: Victoria! Un Corl, de bögt sick ‘ran un seggt: "Fritz! – Hürz doch mal! – Ick segg Di, na! Dit is dat sülwig Stück, wat wi in Strelitz segen, Un wo wi dunn dat Springen kregen." – Un: he he, he he, he he, heh! – "Ne, Vadder," seggt oll Swart, "wo lett dit! Ne! Wo dauhn sei sick dor afmarachen! Dat is doch, üm sick scheiw tau lachen." "Dat gelt den Jägerburßen, de dor sitt. Dat is üm sinentwegen," seggt oll Witt. "Ne, kik den Kirl mit all de Schill’, Wo sick de Deuwel uptömt hett, Wo hei den Arm sick in de Siden sett’t!" "Dat is de König von de Schüttengill; De hett den Pris gewunn’n," seggt Witt. Un wo dat anner Blaut dir sitt! – Nu ward hei falsch, – nu rögt hei sich, – Nu ward em aewer dat Getakel! Nu aewerst ward hei argerlich." "Wo? Dit ward hir jo woll Spektakel?" Seggt Witt. "Hei ward em doch nich steken?" "Ih, Vadder Witt, wo kannst Du so wat spreken?" Seggt Swart. "Sei dauhn man so; Dit is man Ogenblennen jo. Süh nu! – Nu kik! – Nu kamens s’ an! – Dat sünd de Jäger. Ne, kikt den Oll’n! Grad’ as so ‘n Oberförster! Ne, liksterwelt doch as de Dannenhäger! – Un singen deiht hei, as en Köster." "Ih, dorvon mak man kein Gewes’. Ne, kik den Annern mit de Näs’ Un mit de swarten Bort," seggt Witt, "Un mit den Haut, grad’ as so ‘n Trechter! – Ne, wo de Kirl dat Mul upritt! – Je, Du, Musch Nüdlich, büst de Rechte! – Wenn de so recht ut vulle Kehl ‘rut blarrt, Dor kann sick jo en Minsch verfiren; Mi deiht ‘t den Puckel lang all friren." "Dat junge Blaut, dat jammert mi," seggt Swart. "Ob hei dat Frugensminsch woll kriggt, Wonah he ümmer lud’hals’ schriggt? – Süh nu! – Nu kik! – Sühst Du em stahn? – Dat was de Bös’! – Musch Urian!" "Herr Je," seggt Witt, "wo heww ick mi verfirt! – Na, de Kemedi is dat Geld doch wirth! – Ja, Vadder, ja! Dat was de Bös’!" "Ick weit doch gor nich," seggt oll Swart, " Wat Di denn ümmer bang’ glik ward? Nu kümmt de Anner mit de Näs’: – ‘Kartenspiel und Würfellust Und ein Kind mit runder Brust’, – Un wat ‘t noch süs vör Reden sünd. – Ja, Du büst denn ein ganz gelungen Kind! Du hürst denn würklich tau de Nobeln!" – "Hei meint am Enn’ uns’ Schapskoppspelen." – "Ih, Vadder Witt, wat dat för Reden sünd! Hei meint dat Knöcheln un dat Knobeeln; Üm Schapskopp Ward de vel sick quälen! – Nu kik den Hund! Wo hei dor steiht! Nu sleiht hei richtig doch den Annern breit. De dumme Deuwel lett sick krigen; Un Allens üm dat beten Frigen! – Nu hett hei ‘n fast. – Nu is dat Worm perdüh. Glaubst Du, der Adler hier sei Dir geschenkt?’ – Nu weit ick, wat de Spitzbauw’ denkt. – Nu is ‘t mit Maxen rein vörbi." Nu föllt de Vörhang dal, un Fritz halt deiper Athen; Dat hadd’ hei sick nich drömen laten, Dat so wat Schönes up de Ird’ Tau maken Minschen maeglich wir Dat was nich wohr, dat sach hei in, Dat künn meindag’ passirt nich sin; Doch wenn hei ‘t sach, denn was ‘t so wohr, Denn stunn ‘t vör em so hell un klor, As an den Hewen steiht de Sünn. Un doch was ‘t anners, as hir up de Welt: Dat was, as hadd’ sick aewer ‘t Feld Un Barg un Bäk un Busch un Bom Henaewer deckt en schönes Licht, As wenn Ein in en säuten Drom En frömdes Land tau seihen kriggt; As wenn de Welt in Gang un Sünn Mit gollen Faden in sick spünn, Un de nu tögen sacht un eben As Sommermetten dörch dat Lewen. De Vörhang güng nu wedder in de Höcht Un Corl, de bückt sick ‘ran un seggt: "Fritz, dit is würklich grad’ dat Stück, Wo wi binah uns up de Stell Tau Strelitz schoten af dat Gnick. Un dat ‘s de sülwige Mamsell – De grot mein ick mit ‘t witte Kled – Un ok de lütt, de ‘t noch so putzig let." Fritz hürt man halw, em was tau Sinn, As wenn sin Dürten vör em stünn Un klagte em ehr Herzeleid; So trurig klüng ‘t un doch so säut, Dat em de Thran’ parlt ut dat Og’ Un doch sin Hart so selig slog. Dat was nich Dürt, un doch was ‘t Dürt: Wenn s’ ‘t ok nich was, em aewer wir ‘t As süll hei för – dat frömde Mäten Sin Hartblaut Drupp för Drupp vergeiten. – "Ne, kik dat Ding an," seggt oll Swart, – "De lütt, de mein ick, nich de lang’n – Ne! Wo dat Ding dor lewig ward! ‘Kommt ein schlanker Bursch gegang’n’ – Ne, süh! – Nu kik! – Dat glöw ick sacht! Dat künn Di passen, ja, dat künnst Du maegen – Wat is dat Ding doch hell un wacht! Wo kann so ‘n ollen Kirl, as ick, Sick aewer so ‘n lütt Dingschen haegen! Na, dit is wedder mal en Stück!" "Ja," seggt oll Witt, "de sall woll sin! De künn as Swigerdochter gellen." "Ih, Vadder, dat is all man Schin, De deiht sick jo hir man verstellen. Un denn dat Singen, Vadder! Denn dat Singen! Ut singen Dirns un fläuten Knechts, Dor ward Di allmeindag’ nicks Rechts, De wardst meindag’ Du nich tau Ordnung bringen." "Nu kümmt de Anner! – Paß mal up!" – "Tau vörnehm, Vadder! Vel tau fin! Kann ok en gaudes Mäten sin, För mi is s’ vel tau hoch herup. – Ja, jammern deiht sei mi, dat kann ‘ck nich anners seggen. Süh, wo s’ sick deiht up ‘t Bidden leggen; Hei sall nich in de Deuwelkskuhl herinner. Süh, wo s’ em bidd’n, de armen Kinner! Un meinst Du, dat het folgen deiht? Ne, kik, de dumme Deuwel geiht." "Na," seggt oll Witt, "nu kümmt de Sak tau ‘m Swur; Ick wull, ick wir herunne von dat Kur; De Anstalt is denn doch tau ‘m Grugenmaken, Mit Dodenköpp un so ‘n oll Saken. – Nu kik den Kirl dor mit de Näs’! – Nu hür! – Hei röppt! – Dor is de Bös’! Nu sünd de beiden Richtigen tausamen! – Dat kann Ein’n jo in ‘n Drom vörkamen!" – "Pfui!" seggt oll Swart, "de lange Rekel! Den Kirl, den süll’n sei an den Galgen hängen. Wo? Dat is jo en wohren Ekel! Will mit den Bösen sick bemengen? Un dat unschüllig Gottsblaut hir verführen, Un sick an desen blank noch schüren?" "Fritz," seggt Corl Witt, "dit is dat Stück! Dit is ‘t! Wo wi dunn hewwen springen müßt. Dat wohrt man noch ‘ne lütte Tur, Denn möt wie ‘runne von dat Kur." "Süh so!" seggt Swart. "Nu is ‘t vörbi! Dor kümmt hei richtig her, der Deuwel hal! Dor kümmt Musch Max den Barg hendal, Un nu geiht ‘t los mit Kugelgeiteri." "Ne, Vadder," seggt oll Witt, "mi grugt. Hür! – Wo dat in den Ird’bodd’n dugt! Kik! – Wo de Uhl dor sitt un fücht’t! Un wo dat von den Hewen lücht’t! Un nu! – Nu is dat düster Nacht. – Un wo dat doch so gelbunt lacht, Un wo dat wedert un dat kracht! Süh dor! – Nu kümmt de wille Jagd! – Ne, Vadder, kumm! Ick möt herut! – Hir mag de Deuwel länger bliwen! Süh nu! – Süh nu! – Nu röppt hei: ‘sieben!’" – Mit einmal röppt Corl Witt ganz lud: "Nu hollt Jug wiß, nu möt wi springen!" Un – wutsch! – hett so ‘n Kunstabler em bi ‘t Gnick Un ward em höflichst ‘rute bringen. "Na," seggt oll Swart, "dit is denn doch en Stück! Din daemlich Jung’, de fängt hir an tau schrigen, Un Du wardst noch de Ahnmacht krigen. Nu wes doch ruhig man enmal!" Nu föllt de Vörhang wedder dal. Kapittel 37. Oll Vadder Swart, de ward nah ‘n Rechten seihn, Un dorut ward en Unglück denn gescheihn. Swart steiht nu dor un tröst’t oll Witten: "Ne, Vadder, segg ick – ne! Is dit en Verdreihten Kram! – Ick glöw’, hei weint!" "Ih, ne," seggt Witt, "dat grad’ nu nich! Ne! – Ick heww minen Herzog deint Un bün dorbi west Dag un Nacht. Doch mit den Deuwel un de wille Jagd, Dat is mi doch tau grugelich. Ne, Vadder, späuken möt dat nich!" Na, endlich giwwt hei sick taufreden Un wedder wider geiht dat Stück: Un Fritz, de hürt sin Dürten beden För em un för sin ewig Glück. – Oh, wo so schön, wenn so ein Minsch, De uns de leiwst is up de Welt, De Hänn’ gefolgt tau ‘n Hewen höllt, Un tau em schickt de framen Wünsch, Un för uns bidd’t, Wenn wi verirrt, Un unsre Ümstänn’, de wi sülwst nich weiten, Leggt hell un klor Den Herrgott dor, Fri von uns’ eigen Laegenheiten. – "Süh dor," seggt Swart, "is ‘t Kraetending all wedder!" Wat hett s’ dat hild! Wo springt sei up un nedder! Bald is sei dor, bald is sei hir, Grad’ as ‘ne Mus up Kindelbir. Na, nu ward ‘t Dag! Nu, Vadder Witt! – Wo, dit ‘s doch narsch! seggt de Klocksiner Smid, Wo, Herr von Frisch, dat ward jo ümmer narscher. Sei ward’n jo woll verwurren ganz: Sei sing’n jo hir den Jumfernkranz. Wo kümmt de Jumfemkranz hir ‘rin? Wo kümmt de nah Berlin hir her?" "Ih, Nahwer Swart," seggt Witt, ",dat kann jo sin, Dat Ein bi uns dat olle Ding hett hürt, Un dat em dat gefallen ded’, Un dat heit ‘t sick utwennig dunn hett lihrt, Doch alltauschön bring’n sei ‘t nich ‘rut; Fik Schulten was ehr dorin aewer, De sung dat Ding den ganzen Dag, Bet mi de Lus lep aew’r ‘e Lewer Un ick sei jog tau ‘m Hus’ herut." "Süh nu!" seggt Swart. "Nu kik doch mal! Nu kümmt ‘e wat! Säd Bolzendahl, As in de Dör hei ‘rinne kamm. Dor is de König un de ganze Swamm, Un de Herr Oberförster steiht dor mang. Wat ‘s dit för ‘n prächtigen Gesang, Un wo dat Waldhürn blasen deiht! Dit is binah, as wenn de Iwenacker Graf Mit Kielhorn up Perforsch-Jagd geiht. Ja, Vadder, singen dauhn sei brav." "Nu kik mal," seggt oll Witt, "den oll’n Herrn Oberföster, Nu sett’t hei ‘t Waldhurn an, – nu blöst ‘e, – Nu kümmt tausamen denn de ganze Schauw’, Un Max steiht dor as Botter an de Sünn. Nu paß mal up, nu schütt hei Prauw’." "Hei ward doch woll nich daemlich sin, Seggt Swart, "hei ward jo doch nich scheiten? Hei hett jo Düwelskugeln in! De Deuwel kann jo dat nich weiten, Wo so ‘n Kretur henfleigen kann." Un Max makt sick parat, leggt an; Doch as hei grad’ nu drücken will, Un All’ns vör Ängst is bomenstill, Kein Minschenseel nu rögtes sick, Dunn röppt oll Swart von ‘t Kur hendal: "Hei schütt! Hei schütt! Der Deuwel hal! Du dumme Deuwel, scheit doch nich!" Wutsch! Hadd’ Em en Kunstabler bi dat Gnick Un ledd’t em höflich ut de Dör Un Witt geiht sachten achter her. "Herr," seggt oll Swart, "dorför, dat ick Nah ‘n Rechten seih, ward ick hir ‘rute smeten? Na, dit is wedder mal en Stück!" – Fritz blew nu noch allein man d’rin Un hadd’ de Welt üm sick vergeten; Hei hürt un sach nicks Anners mihr, Hei sach un kek un hürt un stünn, As wenn ‘t sin eigen Lewen wir, As wir dit würklich em passirt, Em sülwst un sine leiwe Dürt. Un as de Vörhang föll hendal, Dunn was ‘t, as wir mit einem Mal Hei von de ganze Welt verlaten, As wir em tau de Himmel slaten, As wir nu Allens rein vörbi; Un blot de schöne Melodi Von ‘t letzte Lid, de klung in em noch furt, So trurig un so säut, as ‘t letzte Wurt, As em sin Düten säd’: "Adjü." Kapittel 38. Sei gahn nu ‘rute nah de Iserbahn; Un wo ‘t up so ‘n oll ‘Ding deiht gahn. Den annern Morgen, as dat Dag nu ward, Dunn driwwt oll Swart mit alle Hitz. Den Kuffert dragen Corl un Fritz, De Kipen dragen Witt un Swart: Sei geiht dat nah de Iserbahn. De Frag’ is nu man blot nah wecker? "Süh," seggt oll Swart, "hir wahnt en Bäcker, De Ort, de plegt sihr früh upstahn, Dor will wi doch mal fragen gahn. – ‘Oh, kaen’n Sei mi nich seggen, wecker Iserbahn Nah Belligen von hir geiht hen?’ "Nach Bellijen? nach Bellijen? Det soll woll sind nach Schlesijen?" "‘T is maeglich," seggt oll Swart, "Dat ‘t up Berlinsch so heit." De Bäcker wis’t ehr nu Bescheid; Un so geiht ‘t richtig nah de Iserbahn, Wo ‘t in de Schlesing gahen deiht. – Nah vele Noth, nah vel Verdreitlichkeiten, Wil sei doch eig’ntlich gor nich weiten, Wo ‘t hengahn sall, giwwt an de Kass’ De Mann, de hellschen höflich was, Ehr einen Zettel in de Hand. "Süh so," seggt Swart, "mit desen Paß, Dor kam’n wi dörch dat ganze Land. Dit wir nu also ok taurecht. Un wenn ‘t gewiß is, un wenn ‘t wohr, Wat uns de Wirth hett gistern seggt, Denn sünd wi aewermorgen dor." "Dat wir jo nüdlich!" seggt oll Witt. "Doch kik mal, Vadder, wat is dit För eine Wirkung un wat för ‘n Hopphei: De Kutschen all in eine Reih, Ein’ achter ‘n anner, as de Gäus’ Un denn all in ‘ne isern Läus’. Un nu! – Ne, kik mal blot dat Dirt Von Kuffert an, wat dat herümmer führt! Ne! – Mit en Schostein! – Kik mal blos! Nu ward jo woll der Deuwel los? – Nu kik mal, wo dat rokt und dampt! Un hür mal, wo dat wirkt un stampt, Un wo dat staehnt, un wo dat pipt, Un wo dat mit de Arm utgrippt Un wo dat prust, un wo dat brus’t, Un wo ‘t an uns vörbi nu sus’t, Un wo de Damp em ut de Snut ‘rutgeiht! Un hür dat Toben un Rementen! Dit is doch jüstement, as wenn ‘t en Lebendig Undirt wesen deiht! Na, dit ‘s denn doch de Maeglichkeit!" "Ja, Vadder," seggt oll Swart, "süh, gistern bi dat Stück, Dor frücht’t ick mi nich bi, denn dat wüßt ick, Dat dat man Ogenblennen wir Doch bi en Fuhrwark ganz ahn Pird’, Un bi so ‘n apenbores Wesen, Dor fängt dat ok an mi tau gräsen; Wo, dit is jo en Stück! Is dit, As wenn de Hex nah ‘n Blocksbarg ritt. Hür blot mal, wo der Deuwel fläut’t." "Dat deiht," seggt Corl, "de Kirl, de up em sitt; De swarte Kirl dor achter deiht ‘t. Un in den Kuffert, de dor ‘rümme führt, Dor wedd’ ick up, dor sitt en Pird." "Je," seggt oll Witt, "min Saehn, wer weit ‘t! Dat Ein’ is just so, as dat Anner. Un wo säd’ doch noch Schulten-Hanne: Mag dat en Späuk, mag dat uns’ Jochen sin; Der Deuwel sitt ‘e ümmer d’rin." Nu ward’n sei in de Kutsch denn stigen, Un Witt ward ‘t mit de Angst -denn wedder krigen; Un Swart hett naug tau dauhn un naug tau seggen, Bet sick deiht sin Gejammer leggen; "Ih, Vadder, kik de annern Lüd’! De sitten jo ganz ruhig hir, De höllens ok so still nich her, Wenn ehr der Deuwel halen ded’. – Na, früchtst Du Di denn so, denn schuw’ Di neger nah mi ‘ran un stemm Di gegen. Wi sitten hir jo just, us in de Stuw’, Tau ‘m wenigsten sünd wi in ‘n Drögen. Un, Jungs, Ji kamt ok neger ‘ran Un fat’t Jug an de Lehning an, Un hollt Jug wiß! Un rit’t dat Mul nich up, As wenn Jug in den Hals de braden Duwen ‘Rin fleigen sael’n! Un sett’t den Haut Jug faster up!" Un dorbi stödd’ hei sinen Jung’n: "Willst, Deuwel, willst Di neger schuwen! Un bit’t de Thänen bet tausamen, Dat Jug nich Jug’s oll daemlich Tung’n, Wenn ‘t los geiht, mang de Tähnen kamen – So! Nu geiht ‘t los!" – "Herr Je! Wo sacht!" Seggt Witt. "Dat hadd ‘ck meindag’ nich dacht!" "Wo dit," seggt Corl, "dit geiht jo ‘n eben Schritt." Dit geiht jo man en Zuckeldraf," seggt Witt. "Nu geiht ‘t en gauden Draf," seggt Swart, un steckt den Kopp Ut ‘t Finster ‘rut. – "Nu geiht ‘t in ‘n vullen G’lopp! Nu hollt Jug wiß! Nu geiht dat Baedeln los! Ne, Kinner, Lüd’! Nu seiht mal blos, Wo dat den Weg entlang klabastert! Un wo dat flüggt un wo dat rastert, Un wo dat in de Welt ‘rin sus’t!" Oll Witt satt dor, as hadd’ de Ap em lus’t. "Herr Gott doch!" röppt hei, "Nahwer Swart! Wenn ‘t Beist man blot nich stürlos ward!" "Ih, Vadder, bit de Tähn tausamen! Wat kann ‘e denn ok vel nah kamen! So oder so: ‘t is ganz egal! Un starwen möt wis doch enmal! Dat helpt nu nich, nu sünd wi enmial in, Nu möt wi dörch, dörch Dick un Dünn!" Kapittel 39. Wo ‘t ehr nu up de Iserbahn ergung, Un wat för ‘n Lid ein Jeder sung. Un dat stampt un dat ampelt un hampelt vöran, Un denn krischt dat dor männigmal tüschen; Un de Hölter, de fleigen, de Bäuks un de Dann, Un de Feller un Wäller un Wischen. Man herin in de Welt! Un so bang’ denn? Worüm? Süh, de Dörper un Städer, de fleigen! Un de Dannen, de walzen un danzen herüm, Un de Bäuken, de dreihn sick in Reigen. Man herin in de Welt, wenn ‘t sick bangt ok un drängt! Nemt de Taegel man frisch mang de Tähnen! Un wenn ok de Kram Jug beklemmt un beengt, Wat helpt Jug dat Krischen un Staehnen? Un wenn stött Jug en Flaetz, denn gewt em en Stot, Un wehrt Jug de Hut un de Glieder! Un geföllt ‘t Jug nich hir – de Welt is so grot, – Denn gaht Ji en Enning lang wider. So kam’n sei bi den irsten Anholt an, De Wagen rullt ganz sachter ‘ran Oll Swart, as hadd’ de Taegel hei tau faten, Seggt: "Öh, purr’ öh!" De Dör ward apen’ slaten, Un Corl stiggt ut de Dör un seggt: "Dit möt ick mi doch neger unnersäuken, Wo sick dat deiht mit ‘t Fuhrwark räuken, Un ob ‘ne frische Mähr ward in den Kuffert bröcht?" Hei geiht nu hen un kickt un steiht, Mit einmal aewers pipt de Fläut, Un sachten geiht vörbi de Togg. "Jung!" röppt oll Witt, "so spaud’ Di doch!" Doch Corl steiht dor un ritt dat Mul wid up,’ Un kann nich ‘rin; de Tog geiht furt, Un hei hürt blot man noch dat Wurt: "Tau ‘m wenigsten hack achter up!" Un as de letzte Wagen kamen, Dunn nimmt Corl Witt de Slipp tausamen, Un – heidi! – geiht hei achter d’rin! Je ja! Je ja! – De Tog, de sus’t ‘Rin in de Welt un Corl, de stunn Ganz uter Athen, uter Pust, Bet hei em nich mihr seihen kunn – Süh so! Wat nu? Nu, Corl, nu ror’! So Corl, min Saehn, nu steihst Du dor, As Oß an ‘n Barg, as Botter an de Sün, Un kratzst Di mit de Hand in ‘t Hor. Du hürst’ doch süs so tau de Klauken? Nu sittst Du dor un backst Di Eierkauken! – Un Witt un Swart? – Dor susen s’ hen! Un Swart tröst’t Witten denn un wenn Wenn de ‘t mit Ängsten kriggt, un seggt: "Lat dat man sin, Din Corl, de finnt sick t’recht, De finnt sick hen nah Belligen. Paß up! Bald is hei wedder hir. Ja, wenn ‘t min daemlich Jung’ so wir! Un, Fritz, Du bliwwst mi ruhig sitten Un rögst Di nich von Nahwer Witten, Dat ick Jug wedder finnen kann! Hir höllt uns’ Fuhrwark wedder an; Hir will ick doch mal ‘rute stigen, Ob Corl villicht hackt achter an, Un ob ‘ck en Sluck hir nich kann krigen." Na, dat geschüht: hei geiht nah hinnen, Corl Witt is aewerst nich tau finnen; Nu will hei sick en Slückschen tügen. Hei süht denn dor nu ok en Jungen stahn, Un dor för Bull herümmer gahn, Den röppt hei nu: "Min Saehn, oh hür! För mi so ‘n hartlichen LakUr!" "Ja gleich, mein Herr!" De Burß, de geiht Un bringt den Sluck un Swart, de steiht – Un fuschert in de Tasch, üm tau betahlen – Na,’ dit möt doch der Deuwel halen! – Hei kann kein kleines Geld nich finnen. Hei nimmt den Sluck un will em achter geiten, Dunn fäng’t oll daemlich Ding all an tau fläuten: "Wo, Dunner! Lat’t mi doch besinnen! Ick kam jo glik, ick kam den Ogenblick!" Dor sus’t hei hen in vullen G’lopp! Un Vader Swart, de kratzt sick in den Kopp: "Na, dit is wedder mal en Stück!" – Nu jöggt uns’ Fritz allein mit Witten Herinne in de Welt, bet sei dunn wedder hollen. "Ne," seggt Fritz Swart nu tau den Ollen, "Nu bliw ‘ck hir länger nich in sitten, Reis’t Ji man hen nah Belligen, Ick möt nah minen Vader hen." "Ih, Fritz," seggt Witt, "Du wardst doch nich Mi hir allein in ‘t Unglück laten?" Un bidd’t ok gor tau jämmerlich. Rutsch! Ward de Dör denn wedder slaten; Un Witt sitt binnen, Fritz steiht buten; Dunn fängt dat wedder an tau tuten. Oll Witt kickt ‘rut un winkt mit sinen Haut; "Fritz Swart, min Saehn, mark Di dat gaud! Min Saehn! – Oh hür! – Man blot en Wurt! Segg Dinen Vadder doch, hei müggt...." De Tog, de rastert lustig furt. Un wat oll Witt noch wider schriggt, Dat hett Fritz Swart seindag’ nich hürt. So wat von ‘Heindrich Paster’ wir ‘t Un von ‘Taurügg hen nah Berlin’ Un ‘Reis’ nah Belligen man laten sin’. Nu sitt oll Witt in Kummer ut’ in Noth Un leggt de Hänn’ in sinen Schot: "De Köster seggt, dat Reisen is Plesir? Ick wull, ick hadd’ den Köster hir! Wo, dat is jo ‘ne Slang’, ‘ne wohre Adder! Un denn min Nahwer Swart, min olle Vadder, De deiht mi dat so säut vörmalen, Un ick oll Daeskopp möt em trugen? Nu kann ‘ck hir up den Dumen sugen!" Un Witt, de höllt den Kopp hendalen, As wenn so ‘n oll verregent Hauhn Up ‘n Meßhof steiht up einen Bein. "Ne, Kinner, Lüd’! Wat is dörbi tau dauhn? Nu sitt ick Worm hir ganz allein!" – De Tog höllt an, un Nahwer Witt Springt ut den Wagen ‘rut un geiht Nah einen bunten Kragen ‘ran, De mit en Kirl dor ‘rümmer steiht. "Herr," seggt hei, "wider führ ick nu nich mit!" "Das ist ja auch nicht nöthig, lieber Mann." "Wenn ‘ck blot bi Heindrich Pastern wir! Un ick will t’rügg hen nah Berlin! Wenn kann ick dor woll wedder sin?" "Heut Nachmittag, so gegen vier, Dann geht ein Zug zurück von hier, Der bringt Sie hin zu rechter Zeit." "Schön Dank ok, Herr, för den Bescheid! Oh Gott! Wo möt mi dit hir gahn, So in de Frömd allein tau stahn! Un de oll Köster un oll Nahwer Swart! Irst reden s’ vels von dat Plesir, Un maken Einen grot dat Hart; Un de oll Köster sitt tau Hus, Un Nahwer Swart, de drinkt Lakür, Un stöten mi in dat Mallür, Un kümmern sick ok nich de Lus, Wo ‘t mi hir geiht, un wo mi ‘t hir geföllt, Un wo ick eig’ntlich bün hir in de Welt. Denn wat weit ick? Bün ick in Belligen? Bün ick dat nich? So vel, as ick dat kenn, So wull ick, dat ick noch bi Mutters set, Un Nahwer Swarten hen nah ‘n Deuwel reisen let!" Kapittel 40. Wo Fritz un Corl sick endlich funnen, Un Heindrich Pastern blot nich finnen kunnen. Nu wiren s’ prächtig utenanner, Oenn hir satts Witt un red’t, as ‘t is vertellt; Un uns’ Fritz Swart, de löppt nu von de anner Statschon dörch Brauk un Wisch un aewer ‘t Feld, Ob hei den Oll’n nich wedder finnen ward; Un up de drüdd’, dor sitt oll Swart Un drinkt Lakür, un schellt Up Witten un de Jungs un up de ganze Welt; Un up de virt’ Statschon, dor sitt Up ein Gelänner uns’ Corl Witt Un bammelt mit de gelen Bein Un üm em stahn de Lüd’ un seihn Sick dit gelung’n Stück Arbeit an, Wo wunderschön hei bammeln kann. "Ach Gott," seggt Witt, "ach, wir ick doch tau Hus!" "Na," seggt Fritz Swart, "wir ick doch blot bi Muttern!" "Ne," seggt oll Swart, "dit Stück ward mi tau krus!" "Je wat," seggt Corl, "wat helpt mi hir min Buttern!" "Dat Einzigst wir," seggt jeder von de Vir, "Wenn ‘ck nu bi Heindrich Pastern wir!" Un rasch beslaten würd ‘t von alle Viren, – Ein Jeder up sin eigen Hand, – Stracks nah Berlin taurügg tau führen, Dor wiren s’ doch halwweg’ bekannt. – So denken sei, un so geschach ‘t ok richtig. Des Abends sünd sei wedder dor, Ahn dat de Ein den Annern würd’ gewohr, Un dat de Ein den Annern würd’ ansichtig. Blot as Fritz Swart ut sinen Wagen stiggt, Dunn is ‘t em so, as wenn em in den Trubel So recht wat Gel’s entgegen lücht’t, Hei also denn nu hen dor fixen, Un ne: Wat was dat för en Jubel! Dat wiren richtig Corln sin gelen Büxen: "Corl Witt, so stah! Wo willst Du hen? Na, dit dröppt sick doch mal eins glücklich!" "Wo Dunner, ne! Ick denk, Du büst jitzt ogenblicklich Mit uns’re beiden Oll’n tau Belligen." "Ih ne! Wi sünd All utenein. Hest minen Vader denn nich seihn?" "Ih, ick weit vel, un ick weit nicks!" "Ne, Corl, wo freut ick mi, as ‘ck Dinen Kledrock seg, Un Dine gele Büx tau seihen kreg!" "Ick wull, de Deuwel halt de gele Büx! Un ok den Kledrock künn hei halen! Dor, wo Ji mi dunn sitten leten, Dor was denn ein recht nüdlich Mäten, Ick segg Di, Fritz, rein as tau ‘m Malen, As wenn sei ‘ne Prinzessin wir! Sei schenkt dor Bramwin ut un Bir. Ick also ‘ran un red’ denn ok mit ehr: "Wo," segg ick, "hätt ich woll die Ehr, Dat Sie en Kaehm mi woll ingeiten?" Na, schön! Ick drink; drink noch den tweiten, Ick ward den drüdden ok geneiten, Dunn’ ward mi denn so wunderlich tau Maud’, Un ick gah ‘rin nah ehre Baud’ Un ward ehr dor eins aewerstraken. – Na, Fritz, Du kennst jo Corl Witten! "Herr," seggt sei dunn, "det muß ich mich verbitten!" Un kum hett sei dat Wurt utspraken, Dor krig ick dor ‘ne Mulschell, nich von Stroh, Un Ein sleiht mi den Haut glik aew’r ‘e Uhren. "Wo?" segg ick. "Wat heit dit? Wo so?" Ein Anner sleiht mi in dat Gnick Un: "‘Rute!" raupen s’, "mit den dummen Buren!" Un, Fritz, ick segg Di, so ward ick Glik ut de Dör herute smeten, Un – kik! – de Slipps mi von den Kledrock reten! De tweite Slipp up des’ verdammte Reis’! Dor satt ick nu, ick arme Wais’! Min Oll weg, Ji wir ok weg, Un ick satt dor, na, Fritz, ick segg, As wenn ‘ne Pogg up Glattis sitt." "Ih, Corl! Ih lat ‘t man sin, Corl Witt! Wi möten hüt Abend dornah trachten, Dat Heindrichen wi wedder finnen; Bi denn’, dor möt wi aewernachten." "Na, irst kumm hir man mit heninnen, Hir steiht en Schinken an de Finsterlad’, Hir will’n wi rinne gahn en beten, Ick bün so hungrig as ‘ne Mad’; Ick heww den ganzen Dag nicks eten." Un Corl, de sett’t sick binnen dal Un frett, as wenn hei hängen sall, Un dat verdammtig baiersch Bir, Dat smeckt denn ok nah ümmer mihr; Un uns’ Fritz Swart, de föddert ok, Un endlich sünd sei gaud in Smok. "Herr Je! De Klock, de is all elben! Corl, kumm! Wi heww’n tau lang’ hir lurt, Wenn hei uns ut de Noth sall helpen." So gahn sei denn nu endlich furt. Je, aewer nu? Sei gahn un gahn, Sei kiken ‘rüm un stahn un stahn; Sei dauhn sick nu up ‘t Fragen leggen: "Oh, Herr, oh kaenn Sei uns nich seggen, Wo Heindrich Paster wahnen deiht?" De Lüd’, de schüdden mit den Kopp Un gahn vörbi, un kiken s’ an un dauhn, als ob Verrückt sei sünd, un gahn denn ruhig ehre Weg’. So kam’n sei endlich in de Neg’, Wo up de BrUgg de olle Kurfürst steiht. "So!" seggt Corl Witt, "nu weit ‘ck Bescheid: Irst gahn wi linksch, denn rechtsch, denn aew’r ‘e Brügg, Denn gahn wi ‘n Enn’lang wedder t’rügg, Denn gahn wi linkschen in de Strat heninnen, Denn dreihn w’ uns rechtsch un gahn de Strat herunner, Un wenn wi denn sin Hus nich finnen, Denn, Fritz, denn wir ‘t en wohres Wunner! Kapittel 41. Dat Heindrich Paster nich de ‘sanfte Heinrich’ wir Un wo sei endlich kemen in Quartir. Sei gahn un gahn, un Corl, de geiht vöran. "Holt!" seggt hei, "Fritz, as ‘ck mi besinnen kann, Is dit dat Hus, hir mit de gräune Dör." "Binah," seggt Fritz, "kümmt mi dat ok so vör, Doch sine Dör, so as ick mein’, Dat was ‘ne gräune Dör, un des’ is blag." "Du blinne Hess’, kannst Du nich seihn?" "De Dör is blag!" – "Ne, sei is gräun!" "Is blag!" – "Ne, gräun! Der Deuwel slag’ In Di un Dine blage Dör." Mit einmal kümmt en Wächter her Un geiht heran un seggt tau ehr: "Wat is det for en Lärm, wat soll denn dat bedeuten?" "Ih, Herr," seggt Fritz, "dit sünd kein Heimlichkeiten, Wi Beiden wullen blotl man weiten Ob baben wahnt hir ein Student? Un ob dat Pasters Heindrich wesen deiht?" "Ja, ‘sanfter Heinrich’ wird er stets genennt, Un eben hab ich vor ihm aufjeschlossen, Un hat mich noch jesagt: in kurze Zeit, Da kämen zwei von seine Brüder und Jenossen, Die sollt ick in dat Haus ‘rin lassen." Un as hei noch so red’t, dunn röppt von baben dal Dor Einer ‘run: "Wat heißt denn dit? Kamehler, kommt Ihr endlich mal? Das Bier is heute kapital!" "Hei täuwt all up uns," seggt Corl Witt. De Wächter geiht nu ‘ran un slütt De Dör ehr up un seggt: "Heut wird dat widder jut. Heut jeht dat widder: immer mit den Hut! Na, bloß nur nich zu lustig! Möcht ich bitten." Un dormit schüwwt hei Fritzen un Corl Witten Nah eine düster Del herin, Un dreiht den Slaetel wedder üm. De beiden Jungs, Corl Witt vöran, De kraepeln nu de Treppen ‘rup. "Oh Heindrich," röppt Fritz Swart, "mak doch de Dör mal up! Dat Ein taurecht sick finnen kann." De Dör geiht up, un mit en Licht Steiht Einer in de Dör. – Na, dit is ‘ne Geschicht! – En groten Kirl, en Bort in dat Gesicht, En roden Slaprock an, un up de Näs’ ‘ne Brill, In ‘t Mul ‘ne lange Pip, en Töppel up den Kopp, Steiht hei dor up den Stuwensüll, As wenn hei hir tau Hus ded’ hüren. Wo würd’n de Jungs sick beid’ verfiren! "Auf Cerevis! Ihr laßt mich lange sitzen! Ihr habt wohl erst ein wenig noch sponsirt, Bis die Mamsell den alten Hukefritzen An seiner Nas’ herumgeführt?" "Ne, Herr," seggt Corl, "so was dat nich, wi künnen Man blot dat daemlich Hus nich finnen." "Wie Teufel, gar? Wer ist denn dies?" "Ih, Herr: Fritz Swart un Corl Witt." "Ich glaube Knoten gar! Auf Cerevis!" "Ne, Herr! De Cerevis, de is nich mit." "Ich wart auf Hukefritzen und den Rothen; Un nu kommt Ihr verdammte Knoten? Was wollt Ihr hier?" – "Nicks, gor nicks, Herr! Wi dachten blot, Herr Heindrich würd’ en Bedd’ Uns dese Nacht woll gewen bet up morgen, Un en por Gröschen uns denn borgen..." "Euch borgen? Oh, der crasse Hohn! Heraus mit Euch! Ich borge selber schon Bis in das siebente Semester." Un dormit smitt hei sei kopphester De Trepp hendal. Nu ward ‘t ‘ne Slägeri, Grad’ as bi Leipzig un bi Waterloo. "Ihr Knoten, ‘raus!" – "Fritz, stah mi bi!" Un buten is dat ebenso: Dor will de Hukefritz mit sammt den Roden Mit all Gewalt herinne in de Dör; Un de Nachtwächter steiht dorvör Un seggt: "Sie hab’n hier nicks nich in verloren, Die ‘rin sünd, jut! Die sünd herin! Zwei sünd herin, for zwei hab’ ick Befehl." "Wi will’n herut!" röppt Corl nu up de Del. "Wir woll’n hinein!" röppt jitzt de Rod’, "Ha! Sclave! Öffne uns das Thor!" Un dorbi schüdd’t den Wächter hei en beten. Wat sall de dauhn? – Un as hei apen slaten, Dunns ward de Dör denn apen reten, Twei störten rut, twei störten ‘rin, Un hei kriggt nu de Fläut tau faten Un fläut’t, dat ‘t Stein erbarmen künn. Uns’ armen Jungs, de gahn de Straten Nu ruhig ‘rup, dunn kümmt de Polezei: "Warum?" – "Häusliche Schlägerei, Vielleicht sogar: Einschleicherei." Un kum hett dat de Wächter seggt, Dunn ward’n s’ fat’t un in den Drögen bröcht; Un wat s’ ok segg’n, de Polizei, De bringt sei up de Stadtvagtei. Dor kam’n s’ ‘rin nah Nummer Ein. "Herr Je! Wi sünd doch ihrlich Lüd’!" "Ja wohl, das kann auch immer sein. Bis morgen aber bleibt Ihr hier." Sei möten in dat Lock herin. "Ach Gott!" röpt Fritz: "wo mag min Vader sin? Un wenn min Mutter hirvon hürt! Du leiwer Gott! Un Köster-Dürt! Wenn de dat so tau weiten kriggt, Dat ick heww seten in ‘t Gericht, Wenn de sick hirvon ward wat ahnen...!" Un ut de Ogen störten em de Thranen "Ja, Fritz," seggt Corl un dat an Mutter Wittsch, "Ja, wenn ick doch bi Muttern wir!" Un smitt sick ‘ruppe up de Britsch, Un geiht gefährlichen tau Kihr, Un smitt sick ‘rüm un stangelt mit de Bein. Mit einmal rögt sick wat, un seggt dor Ein: "Ih, Mutter, wat Du weddere hest! So ligg doch ruhig in dat Nest! Nu hett sei mi dat Äwerbett’ wegreten!" "Ih, Vadder," röppt ‘ne anner Stimm, "So wölter Di nich ümmer ‘rüm Un ligg doch ruhig up den Rüggen, Un lat en annern Minschen liggen!" "Herr Je!" röppt Fritz. "Na, Gott sei Dank!" "Dat sünd de Oll’n," röppt Corl dormang. "Dat sünd de Jungs," röppt Vader Swart, De mittewill nu munter ward, "Wo kart Jug hir de Deuwel her?" "Je dor, dor kaen’n wi ok nich vör." "Ih, Jung, wo so ‘ne Schann’ Makst Du mi hir in frömden Lann’? Un driwwst hir so ‘ne Kondewiten, Dat s’ Di in ‘t Lock herinne smiten?" "Ih, Vader, makt man keinen Larm! Ji sitt’t hir sülwst, dat Gott erbarm Un nu willt Ji up uns hir schellen?" "Ne, Fritz, min Saehn, dat will ick Di vertellen," Seggt Witt, "worüm wi beid’, Din Vader un as ick, So quanswis in ‘t Prisong hir sitten. Süh, kik..." – "Ih, wo," seggt Swart un stött oll Witten, "Dit wir doch wedder mal en Stück! – Du dumme Hund!" seggt hei em in de Uhren, "Dor geiht jo de Respect verluren. Büst denn nich klauk? Wat bruken s’ dat tau weiten? Dat sünd uns’ eigen Heimlichkeiten." "Ih, Vadder," seggt oll Witt em heimlich t’rügg, "Wo wir dat maeglich! Wo kannst Du dat glöwen! Wo ward ‘ck mi den Respect vergewen! Ick bün kein Nar, ne! Ick verrad’ uns nich. – Ji dummen Jungs," seggt hei, "wo, glöwen Ji, Dat wi hir sitten wegen Prügeli? Von wegen uns’re Dugend sünd wi hir Un wegen dugendsame Saken; Un wil wi hadden kein Quartir, So deden s’ hir Quartir uns maken." "Ih wat!" seggt Swart, "dat Best is bi den Kram, Dat wi uns funnen hir tausam, Von Dugend red’ wi up en anner Mal. Nu wes’t man still un leggt Jug ruhig dal." Kapittel 42. Wo de Auditer set vernamen, Un sei ut dat Prisong ‘rut kamen. Na, dat geschah, un Morgens gegen achten, Dunn würd’ de Dör denn apen slaten, Un uns’ Gesellschaft ‘rute laten, Un wat noch süs bi ehr ded’ aewernachten. Oh Gott, wo müßt oll Swart sick dunn schaniren, As s’ All up einen Hümpel wiren, Un all sin saubern Slapkollegen So an sin Näs’ vöraewertögen. "Ach, Vadder," seggt hei lis’ tau Witten, "Mang desen Pröhl so mang tau sitten! Un wir’n de Jungs man nich bi uns! Hauptsächlich is ‘t man üm de Jungs. Ne, so ‘ne Schann’ vör sine eignen Kinner!" Dat helpt nu aewer nich, sei möten mit herinner; Un as sei ‘rinner kamen, dunn satt dor En Mann, den näumte s’: Rewrendor – Oll Swarten sach hei so, as so ‘n Auditer an – Un ein Kunstabler stunn dorbi. Nah desen müßten s’ also ‘ran, Un nu gung los de Frageri: Woher? Wohen? Worüm? Weswegen? Wo em de Polezei hadd’ kregen? Un wat de Grund tau ‘t Arretiren was? Un wo dat stünn mit sinen Paß? Oll Swart, de gaww sick ganz gedüllig Un blew em ok kein Antwurt schüllig, Doch as hei dat vertellen süll, Wo dat mit em so kamen wir, Dunn seggt hei: "Herr Auditer, ja, ick will De Sak Sei ganz genau vertellen; Doch, seihn S’, uns’ Jungs, de stahen hir, Un dat künn uns in Nahdeil stellen. Na, Fritz un Corl, de würden ‘rute bröcht, Un Swart fung an: "Na, wie geseggt, Dor kam ick von de Iserbahn Un will nah Heindrich Pastern gahn; Ick säuk un säuk, ick gah un gah, Ick frag’, ick dauh; je ja! Je ja! Kein Düwel wis’t mi dor Bescheid, Bet ‘t endlich düster warden deiht. Ick gah nu noch herüm in ‘n Düstern Je, segg ick endlich: Swart, wo is ‘t? Du wardst am Enn’ Di noch verbistern. Wenn Du des’ Nacht doch wo tau bliwen wüßt. Dunn kümmt en Mann de Strat hendal, Den red’ ick an: "Oh, segg’n Sei mi doch mal, Wo künn ick aewer Nacht woll bliwen?" "Ih, gahn Sei doch in ‘n Danzlokal, Dor kaen’n Sei sittens nah Belieben!" "Na," segg ick, "woans thät denn das woll sein? Wo wär’ denn so ‘ne Danzgeschicht?" "Hir linkschen," seggt hei, "hir ganz dicht, Hier kommen Sie mit mich man ‘rein." Ick also mit em dor herin. Un, Herr Auditer, seihn S’, ick bün Ok nich en Spirken schreckhaft von Person, Doch as id Vadder Witten seih Dor in de Danzkamedi stahn Un midden mang, mit in de Reih, En smuckes Frugensminsch an sine Sid, Mit de hei sick dor ‘rümmer tüht, Dunn was ‘t mi grad’, as süll ‘ck kopphester gahn, Min eigen Ogen wull ‘ck nich trugen, Ick segg Sei, Herr, dunn würd’ mi grugen. Doch endlich raup ick: Vadder Witt, Wo? Hett Di denn in Dinen ollen Dagen Leibhaftig hir der Deuwel bi den Kragen? Un, seihn Sei, Herr, as ick dit raupen dauh, Dunn steiht oll Witt un grint mi tau, Un winkt un plinkt, un makt so ‘n Mirken, Un riwwt vör Freuden sick de Hänn’, Un klappt vör Lust sick up de Lenin’n, Un ahnt sick dat ok nich en Spirken, In wat för Hänn’n hei wesen ded’. Mi aewer kamm hei liksterwelt so vör, As de verlurne Sohn ut ‘t nige Testament, De blindlings in sin UnglUck rönnt Von den en Bild ick in de Stuw’ heww hängen. "Wo, Vadder," segg ick, "schämst Di nich? Mit so ‘ne Saks Di tau bemengen, Mit de Person Di hen tau stellen! Glik kümmst mi mit! Glik up de Stell!" "Ih, Vadder, kik! Süh! De Mamsell..." "Ih, hett sick hir wat tau mamsellen! Dat ‘s kein Mamsell, dat is en Vagel!" – Un, Herr Auditer, ‘t was en Vagel. – Ick krig em also bi den Kragen, Un knapp heww ick em ‘rute tagen, Dunn ward denn dat nu en Getagel, Dunn slogen s’ All nu up uns in. Un, Herr, wenn ick in ‘n Rechten bün, Denn wehr ‘ck mi ok, so gaud ick kann. Dunn kamm de Polezei nu ‘ran Un smet uns in dat Lock herinner, Dor funn’n wi denn uns’ beiden Kinner, De is ‘t binah ganz grad’ so gahn. Un, Herr Auditer, seihn S’ so is ‘t! Un ick müßt leigen, wenn ick ‘t beter wüßt." "Ja, Herr Auditer," seggt oll Witt, "Ein Jeder hir von uns, de sitt, Wil dat wi wüßten nich Bescheid Un denn ok wegen uns’re Dugendsamlichkeit. Un dorüm, Herr, heww’n wi hir seten." Na, de Auditer grint en beten, Un as hei sick dorvon ded’ aewerführen, Dat s’ ihrlich Lüd’ in Ganzen wiren, Dunn let hei s’ gahn un sorgt dorför, Dat ein von sin Kunstablers ehr Nah Heindrich Pastern wisen ded’. Kapittel 43. Wo Witt en Regen prophenzeit, Un wo ‘t ok würklich regen deiht "Herr Heindrich," seggt oll Swart, "nu sünd wi wedder hir." "Ja, Nahwer Swart, dat heww ‘ck mi dacht." "Un, seggt oll Swart, "seihn S’, aewer Nacht, Dunn aewerläd ‘ck mi dat, dat ‘t woll am besten wir, Wenn wi dat Reisen wesen leten, Wi heww’n de Nacht in ‘t Lock all seten. Un uns is all so vel passirt; Ick heww ‘e naug dorvon up minen Part." "Ja," seggt oll Witt, "ja, Nahwer Swart – Gottlob! Wi sünd ut den Kabutter – Ick glöw nu sülwst, am Besten wir ‘t, Wi reisen nu taurügg nah Mutter." "Ja, Vadder, dat is licht geseggt, Wo ward uns dat denn aewerst kleden, Wenn uns’re Ollsch tau Hus uns fröggt, Ob wi in Belligen wesen deden, Un wo ‘t uns up de Reis’ is gahn. Wo sael’n wi ehr woll Antwurt stahn?" "Dat helpt doch nich!" seggt Pasters Heindrich, "Dor möt denn nu en Jedwerein sich Herute wickeln, as hei kann. Ick rad’ Jug nu, wenn ‘t ok en beten kost’t, Ji sett’t Jug hüt hir up de Post, Denn kamt Ji morgen früh tau Ollen-Strelitz an, Dat anner Enn’, dat kaent Ji gahn. Jug’ Saken schaff ick von de Iserbahn Un schick s’ Jug nah. Un paßt mal up: Morrn Abend noch tau rechter Tid Et Ji tau Hus all Klütersupp." "Ick glöw binah," seggt Swart, "dat ‘t so am besten is." "Dor hest Du Recht," seggt Witt, "dat is gewiß." "Na, wenn dat uns ok Gröschens kost’t Man tau! Adjüs, Herr Heindrich!" seggt oll Swart, "Un Vadder, spaud’ Di doch! Un Jungs allart!" Un durt nich lang’, dunn sitten s’ up de Post; Un durt nich lang’, dunn slapen s’ ruhig in, Un kamen so des Morgens gegen saeben In ‘n säuten Drom tau Ollen-Strelitz ‘rin. Hir laten s’ sick en Frühstück gewen, Un dorup bugen s’ af. Ein Jeder in Gedanken, So as de düre Tid, so sacht, so eben, So sleusen sei den Weg entlanken, So gahn sei utenanner furt, Un Keiner red’t en orntlich Wurt. Twors red’t Corl Witt woll mal in ‘t Blag’ herin, Un Vadder Witt makt ok woll mal en Snack; Doch Swart bliwwt arg in sinen Sinn, Hei ‘s falsch, hei argert sick doch lästerlich, Dat hei möt unverrichte Sak Nah Muttern un in ‘t Dörp taurügg. Oh Gott! Wat würd’ de Ollsch woll seggen. Wo künn het ‘t in de Taukunft wagen Un up en Strid mit ehr sid leggen! Hei hadd’ süs all den Körsten tagen: Nu, dat des’ dumme Reis’ noch kamm dortau, Nu hadd’ hei jo woll gor kein Rauh. Fritz Swart was vull von Lust un Freud’; Hei gung en schönen Ogenblick entgegen. Hei dacht doran, wenn sei sick Beid’, Hei un sin Dürten, wedder segen. Corl Witten ded ‘t in ‘n Ganzen nich verslagen, Den gräunen Kledrock kunn hei dragen So gaud in ‘n Dörp as tau Berlin Un wo hei ‘n drog, dor müßt hei Mäter sin. Oll Witt dacht an dat Heugrasmeihn Un nebenbi ok an dat Weder. "Mi will dat schir bedünken," säd ‘e, "Paßt Ji mal up, Ji saelt mal seihn, Wi ward’n noch en Gewitter krigen; In ‘n Abend ward dat so upstigen. Dat swulkt so up, dat is so swäul, Dat Weder liggt so in ‘t Gewäuhl, Dat landagt so, de Fleig’, de steckt, Un wenn de Wind nich ‘rüm gahn ward, Un wenn ‘t tauletzt sick nich vertreckt, Denn ward wi hüt noch klaeternatt." "Ih, Vadder, wenn dat blot dit wir," seggt Swart, "Mit einen natten Puckel würd’n w’ woll klor, Doch paß mal up, wi krig’n en nattes Johr, Wit sitten schön in de Verlegenheit; Du sallst mal seihn, wo uns dat geiht. De Sak, de nimmt ein klaet’rig Enn’; Ick müßt min Ollsch jo doch nich kenn’n." "Dat Best is, Vadder, wenn w’ uns gor nich rüppeln. Lat s’ seggen, Vadder, wat sei wilt; Segg gor nicks, swig Du reining still! – Süh, kik, nu fängt ‘t all an tau drüppeln." Sei wiren nu all in ehr Gegend, Ehr Dörp, dat lagg all dichting vör; Un ‘t durt nich alltaulang’, dunn regent ‘t, As wenn ‘t up Buren regen ded’. Oll Swart namm Fritzen nu bi Sid Un säd’: "Fritz, Saehn, nu hür! Ick frag’ Di, ob ick nich tau alle Tid As ein rechtschaffen Vader tau Di wir? Heww ick nich för Di sorgt, as för mi einzigst Kind? Antwurt mi mal! Wull ick nich stets Din Best?" "Ja, Vader, " seggt Fritz Swart, " Ji sünd As Vader ümmer tau mi west." Un dat will ick ok ümmer bliwen! Un mit Din Frigeri, dor sallst mal seihn, Dor ward ‘ck Di wisen, dat ick gaud dat mein, Dor ward ick Di den Rüggen stiwen. Un wenn uns’ Mutter sick dorgegen leggt, Denn kumm nah mi! Ick stah Di bi, Du sallst mit Dürten woll taurecht. Doch nu möst Du mi nich verlaten – Min Arbeit kann ‘ck noch ümmer wohren – Doch süh, en Mann in minen Johren, De mag sick nich utflöhen laten; Un Mutter is sihr hastig, as Diu weitst. Wenn Du nu so vöran gahn deihst, Un bringst de Sak en beten in dat Fin’, Süh denn, min Saehn, denn künn dat sin, Dat Mutter sick bescheiden ded’ Un mi nicks in ehr Bosheit säd’. Up ‘t Leigen brukst Du grad’ Di nich tau leggen, Denn Laegen, Saehn, süh, dat sünd Laegen! De Wohrheit brukst ehr aewer ok nich seggen, De müggt för ehr grad’ ok nich daegen. Du möst so twischen beiden gahn: Nah Bellig’n wir wi just nich kamen, De Trurigkeit, de hadd’ uns aewernamen, Dat hadd’ uns so sihr jammern dahn, Dat wi sei hir so ganz verwais’t Un ganz alleine sitten laten, Dunn hadden wi uns kort entslaten Un wiren leiwerst t’rügg man reis’t. So ungefihr, so ‘n beten fin, Möst Du dat unner ‘n Faut ehr gewen: Doch, Fritz, min Saehn, bi Leiwes Lewen Vertell nich, dat in ‘t Lock wi deden sin, Ok jo nich, dat w’ in Strelitz arretirt, Un jo nich von dat Geld! – Min Saehn, nich von dat Geld! – Du weitst, wo Mutter dorup höllt. – Ok nich, wat in den Holt uns is passirt, Un dat s’ mi ‘rut ut de Kamedi smeten Un up de Iserbahn mi sitten leten. Wenn Du von de Geschichten Hals deihst gewen, Denn heww ‘ck kein rauh’ge Stunn’s in minen ganzen Lewen." Fritz säd’, hei würd’ sin Mul wol hollen, Un gung mit Corlen af. De beiden Ollen, De sett’ten sick nu achter ‘n Durenrämel, Wil dat gefährlich regen ded’. Dor seten sei denn nu en Strämel, Ganz still den Kopp in ehre Hand gestütt’t, Bet dat oll Swart tau Witten säd’: "Wat is dat Lewen, Vadder Witt?" "Dat is gewiß," seggt Witt, "dor hest Du Recht! Dat heww ick Di jo ümmer seggt." "Wat is dat Lewen, wenn Ein’ dat betracht’t? Bedenk’ doch mal, vör kort acht Dagen, Dunn set wi hir up unsern Wagen, Un, Vadder, – wer hadd’ dat woll dacht? – Nu sitt wi hir in ‘n vullen Regen, Grad’ as de Poggen sit wi hir! Na, lat ‘t tau ‘m Deuwel regen! Minentwegen! Wenn dormit dat vörbi man wir." "Dat segg ick ok," seggt Nahwer Witt, "Wenn dat man wir vörbi domit!" "Wat is dat Lewen?" seggt oll Swart. "Dat ‘s grad’ so, as en Hak ahn Jsen, As ‘ne Egt ahn Tinn’, As en Hund ahn Start. Un Vadder, dat will ‘ck Di bewisen: Hüt süll’n wi nu, wer weit wo, sin, Un wi sitt hir grad’ as de Naren, As wenn wi Prenzlow verraden hadden." "Dor hest Du Recht, so sitt wi hir, Un täuwen, bet dat beter ward, Un kaen’n, wer weit, wo lang’ noch luren. Un ick heww ok so min Betrachtung hatt, Wo dat woll maeglich wesen kann: Ick heww de beiden Stäweln an Un heww den einen Strump verluren. Du fröggst mi woll: ‘Wat is dat Lewen?’ Nu frag ‘ck Di ok: ‘Wo is min Strump wol blewen?" "Den Strump? Wo? Hest Du Dinen Schick? Den Stämel an, un denn den Strump verliren? Dor kann jo Ein sick vör verfiren. Dat mir jo doch en gruglich Stück!" "Dat segg ick ok. Dat is gewiß. Dit weit ‘ck doch gor nich, wo dat maeglich is! Ick bün doch süs nich so, doch sihr vörsichtig...." "Dorvon swig still! Ne, dorin büst Du richtig, Un dorin büst Du as en wohres Kind. ‘T is gaud, dat wi tau Hus nu sünd, Du hadd’st jo woll noch All’ns verluren: Von Dinen Kopp de langen Uhren Un desen sülwsts herunner von den Rump? Ne, Kinner, Lüd’, verlirt den Strump Un hett den Stäwel an! Na, dit ‘s....!" Kapittel 44. Wo Fritz komm nah dat Dörp herin, Un wen hei dor bi Muttern fünn. As sei so rumeniren mit enanner Dunn gahn uns’ beiden Jungs, uns’ Corl un Fritz’ Tausamen nah dat Dörp heranner. Dit was des Nahmiddags so hentau fiw’, Fritz Swart, de hadd’ en Schritt an sinen Liw’, Dat Corl man knapptau folgen künn – Dat Rönnen was binah tau arg. – Un wohrt nich lang’, dunn stünn’n sei up en Barg Un keken in dat Dörp herin. Oh, wo so trut un selig is ‘t, Wenn Einer so tau ‘m irstenmal Kickt up sin Vaders Hus hendal, Wenn het vörhen hett scheiden müßt. Doch dreimal höger sleiht dat Hart, Wenn Einer weit, dat vull un warm Üm em sick ringt en weiken Arm, De nümmermihr em laten ward. So slog Fritz Swarten ok dat Hart, As hei dat Dörp tau seihen kreg, As hei sin Vaders Strohdack seg; As ‘t ümmer högers ut de gräunen Böm’ Mit sine Fast herute kem. Wo kolt was doch sin Hart em west, As hei was in de wide Welt! Wo warm let em sin olles Nest! So ‘n Strohdack is dat allerbest, So ‘n Strohdack doch vör Allen gelt! Wenn de Aust ansteiht Un de Sünn dalgläuht, Un de Kreih up dat Hakelwark jappt; Wenn de Sweit dal löppt, Un de Hofhund slöppt Un nah Fleigen mal denn un wenn snappt, Is dat Strohdack so käuhl, un dat Hus is so still, Un blot hen un wenn summt dor ‘ne Fleig’; Un uns’ Vader, de snorkt, blot uns’ Mutter hett ‘t hill, Un Jehanning, de hort sick de Seiß up den Süll, Un uns’ Jöching, de slöppt in de Weig’. Wenn de Ad’bor tüht, Un dat Gaus’volk schri’t Aewer Stoppeln un Feller so kahl; Wenn de Stormwind sus’t, Um de Fast ‘rüm brus’t, Un de Regen in Gaeten gütt dal, Steiht uns’ Vader, Jehann un oll Snur up de Del, Un de Dreislag, de klappt denn man so, Un uns’ Mutter, de sorgt denn för Fleisch un för Mehl, Dat ok jo tau ‘ne lustige Austköst’ nicks fehl, Un wi Gören, wi spelen in ‘t Stroh’. Wenn de Isblaum wasst, Un de Hartbost bast Un bi Nacht lud hult denn de See, Wenn de Voß heisch bläkt, Un de Kolkraw’ treckt, Un vör Frost krakt ‘raf ut de Höh; Ach, denn is dat so warm un behaglich dorinn’n, Denn sitt Vader an ‘n Ab’n mit de Smök, Un de Ollsch un de Dirns, de sitten un spinn’n, Un Jehanning deiht Fiken de Bessen denn binn’n, Un wi Gören, wi spelen Verstek. Un ümmer neger kamen s’ ‘ranne Hir makt de Weg in ‘t Dörp herin ‘ne Krümm, Hir gahn sei beid’ nu utenanner: Corl geiht hir linksch, un Fritz geiht rechtsch herüm. So recht vull säute Leiwsgedanken Geiht hei den Fautstig nu entlanken, De hengeiht nah sin Vaders Hauw’. Dor steiht hei an den Köstergoren. Süll hei sin Dürten nich gewohren? Hei kickt henaewer nah de lauw’; De Flederblaumen sünd verbläuht, Un, wat hei kickt, kein Dürten steiht, Wo sei eins selig stunn’n tausamen, Un heit mit Leiw’ em dor willkamen Un kickt em leiflich an un froh. – Du dumme Jung, dat regent jo! – Wat Einer drömt sick hett so säut, Dat dröppt meindag’ nich in! Un wenn hei d’raewer trurig steiht, Denn kann ‘t indrapen sin. Fritz süfzt un geiht un kümmnt an Vaders Hus; Dor is ‘t so still, dor rögt sick keine Mus, Blot dat de Regen pladdert dal. Fritz geiht nu ‘ranner an de Dör. – Je, süh! Nu kik! – Mit einem Mal Springt de oll daemlich Strom nu vör Un bläkt em an. – Wo? de oll Hund, De is jo woll ganz ungesund? – Wo? Kennst Du Dinen Herrn nich mihr? – Je, süh! Nu kik! Wo geiht hei nu tau Kihr! Un springt tau Höcht, so hoch hei kann, Un üm em ‘rüm un talkst em an, Un in den Start ein jedes Hor, Dat röppt: Hurah! Uns’ Fritz is wedder dor! Fritz geiht nu ‘ruppe nah de Del, Ok dor noch keine Minschenseel; Hei geiht nu an de Stuwendör, Hei fött de Klink, hei böhrt s’ tau Höcht; De Dör geiht up, un as hei ‘rinne trett, Dunn sitt sin Dürten dor, un Mutter sitt bi ehr, Un hett den Arm ehr um de Schullern leggt, Un drückt sei an sid ‘ranne woll un bet, Un strakt so fründlich ehr de Backen, Un is so iwrig in dat Snacken, Dat sei den Jungen gor nich hurt. Un seggt: "Lat dat man sin, min leiw’ lütt Dürt, Den Ollen, den ward ‘ck mi richtig köpen, Wenn hei taurügg kümmt von sin ‘Rümmerströpen. Hett hei den Jungen weg uns bröcht, Denn sall hei ‘n uns ok wedder bringen, Un wenn hei gegen Di sick leggt, Denn paß mal up! Denn ward ‘ck em klingen." Mit einmal ward sei Fritzen nu gewohr: "Herr Jesus, Dürten! Kinner, Lüd’! Dor steiht hei sülwsten ganz un gor, As wenn hei dat persönlich wir. Jung! Fritz! – Spreck, Bengel! Späukst Du hir?" "Ne, Mutter!..." – "Jung, wo kümmst Du her? Wo kümmst Du in de Stuwendör?" Un dormit bruk sei nu Gewalt, Un ritt em in de Stuw’ herümmer, Un küßt em, dat dat man so knallt; Un red’t un deiht un fröggt em ümmer : "Fritz, Jung, wo kümmst Du Bengel her?" Un wenn hei ‘t seggen will, denn föllt s’ em in de Red’: Vertell! Wo is Di dat denn gahn? Wo is denn Vader? Kümmt denn de nich mit? Un wo is Corl un Nahwer Witt? Un sühst Du dor nich Dürten stahn? Du büst noch just so baemlich blewen! Wat geihst nich ‘ran, Du Dummerjahn! Willst Du denn keinen Kuß ehr gewen?" Un Dürten steiht von Schuren aewergaten, De säutste Freud’ ehr ut de Ogen lücht, Doch schäm’ge Schu, de will ehr nich verlaten Un malt ehr Rosen up dat Angesicht. Ehr is, as wir de Himmel apen slaten, In denn’ sei selig ‘rinne treden müggt, Doch eine Stimm’, de röppt: "Holt an! Taurügg! För Minschenkinner is de Himmel nich!" Un denn mal is ‘t, as wir sei up de See, Wo rund üm ehr de willen Bülgen slogen, Bald in de deipe Grund, bald up de Höh, Wo Hagelstörm mit düstre Wolken jogen; As winkt ehr nu de Hawen in de Näh, Wo Blaumen bläuhn un Nachtigalen slogen, Un eine Stimm, de rep: "Kumm, armes Kind! Vöraewerbrus’t sünd Weder nu un Wind." Dat hadd’ sick Fritz denn doch nich drömt, As hei sick an den Goren grämt, Dat so ‘n Willkam em warden ded’, Dat Mudder sülwsten tau em säd’, Hei süll sin leiw’ lütt Dürten küssen. Doch as hei s’ tog an sick heranner, Dunn fohrt’ de Ollsch dor wedder twischen Un rete sei wedder utenanner, Un ded’e em oewer ‘n Ärniel wischeno Un säd’ : "Na, Jung, ick glöw noch gor! Du hest jn nich en dröges Hnr, Un willst uns’ Dürten so ümfaten? 13 Willst Du mal glik uns’ Dürten laten! Mit Nattigkeit, dor weit ‘ck Bescheid, Dat weit ick, wat dat heiten deiht. Glik lettst ehr los! – Herr Je, binah hadd ick vergeten, Du hest jo woll noch gor nicks eten? Ach Gott, wo mag hei hungrig sin!" So löppt sei in de Kaek herin. Un uns’ lütt Dürten un Fritz Swart, De seten nu allein tausamen; Un wenn de Tung ehr ded’ verlahmen, Denn sprok dat Og’, denn red’t dat Hart, Denn drückt de Hand, denn slung de Arm; Un Dürten ehr lütt Rosenmund, De gaww so männig Antwurt kund, Wenn weik un warm Hei s’ an sick tog, Un wenn sin Mund den ehren frog. Un ümmer frog hei ‘t Sülwstig wedder – De Antwurt was doch gor tau säut! – Un slog sei ok de Ogen nedder, Sei gaww doch ümmer em Bescheid. So seten sei in Seligkeit, Un red’ten in de schönsten Spraken De allerwunderschönsten Saken, Un sung’n dat olle schöne Lid, Wat einmal sung’n tau rechte Tid, Dörch ‘t ganze Minschenlewen klingt, Un Jeder blot man einmal singt. Kapittel 45. Wo Swart sick ‘rinne sliken ded’ Un All’ns sick an tau ‘m Gauden läd’. Na, endlich kümmt denn Mudder wedder ‘rin, Sei hadd’ sick spaud’t, so gaud sei künn, Doch was s’ tau ‘m Glücken up wat Warms verfollen, Dat hadd’ ehr in de Kaek uphollen. "So, Fritz, nu ett, nu ett Di satt! Du hest am Enn’ sid desen Morrn Noch nicks nich mang de Tähnen hatt? – Ne! Segg mal, Dürten, kik! Is hei nich gröter word’n? – Jung, stah mal up! – Dücht Di ‘t nich ok? – So ett doch, Jung, un sett Di dal! – De Wust kümmt eben ut den Rok; Probir dat Eierrühr doch mal! Wo is Din Vader, Jung? Wo is de blewen? Ick frag’ nu all, wer weit wo lang’, Wardst Du mi endlich Antwurt gewen?" "Ih, Mudder, hewwt man keine Bang’! Uns’ Vader, de ward ok woll kamen, De hett seindag’ noch nich dat Abendbrod verpaßt." So seten s’ nu un red’ten nu tausamen, Vertellten, snackten, deden, frögen, Dunn – in den Schümmerabend was ‘t – Dunn ded’ sick up de Del wat rögen, Un Swart kümmt as so ‘n armen Sünner Ganz sachting in de Dör herinner Doch ihr hei ‘rin kümmt in de Dör, Schüwwt hei tauirst den Köster vör, Den ded’ hei unnerwegs upstaken, De süll oll Swartsch irst handlich maken. "Gu’n Abend!" seggt de Köster. – "Gu’n Abend!" seggt de Oll. "Na, sünd Ji All noch will un woll? Un hest Du minen Breif nich kregen? Herr Je! Wat is dat för en Regen, Ick bün so natt grad’ as en Hund." "Ja," seggt de Ollsch, "Du olle Vagelbunt! Lettst mi dat Kind alleine lopen? Wat kamt Ji Beid’ denn nich tauhopen?" "Das hätt er blos aus Gutheit dahn, Aus Liebsverhältnissen zu Dir Das hätt Dir maeglich Schaden dahn, Wenn er mit eins perßöhnlich hier Ahn Vorbemeldung wär herinne kommen; Du hättst aus Fröhlichkeit den Dod davon genommen." "Ih, dorvon hadd ‘ck just ok kein’n Schaden namen;" Seggt Swartsch; "dat würd’ sick ok woll schicken. Doch, Vadder, willst nich mit mi kamen? Ick heww en Hauhn mit Di tau plüden." Un nu treckt s’ mit den Köster in de Eck herin Un fung dor an, em tau vertellen, Dat, wenn dat güng nah ehren Sinn, Fritz un sin Dürten Hochtid höllen. "Un Vadder," seggt sei endlich noch, "Dörchsetten dauh ick ‘t aewer doch! Ick will den ollen Vagelbunt mi köpen, Dit sall sin Stras’ sin för sin ‘Rümmerströpen." Un in de anner Eck, dor stünn Oll Vader Swart un säd’ tau Fritzen: "As Waddick un as Weihdag’ is mi hüt tau Sinn; Un Fritz, min Saehn, wenn ick ok willig bün, Dat ward Di alltauvel nich nützen. Süh, mit den Köster würd ‘ck woll p’rat, Doch Mudder, paß Du up, bliwwt obsternat." "Ih, Vadder..." – "Ach, wat helpt Din Red’! Wenn de verfluchte Reis’ nich wesen ded’! Mit de ward s’ ümmertau mi quästern. Un paß mal up: nu kümmt s’ mit Vadder Köstern Pil up mi los. Nu geiht de Tröbel an." Fritz slek sick nu an Dürten ‘ran Un schöw mit ehr herute ut de Dör, Un Swartsch kreg nu den Ollen vör. Wo ded’ s’ up em nu in rementen, Wo makt sei nu den Ollen mör! Wat säd’ s’ em all för Cumpelmenten! Den Köster stunn’n de Hor tau Barg’. Oll Swart stunn as so ‘n Sünner dor: "Ih, Mudder, mak ‘t ok nich tau arg! – Ih, Mudder, lat ‘t nu doch man wesen!" – "So ‘n Vagelbunt! So ‘n Rümmerströperwohr! So blot vör Lust in ‘n Lann’ herüm tau daesen Un Geld verdauhn un Kinner nemen! – Segg, hest dat Kind nich von mi namen?" "Ih, Mudder...." – "Holt Din Mul! Segg ick. Ick glöw, Du deihst Di gor nich schämen. Wo? willst Du hir mi groww noch kamen?" "Na, dit is doch en dulles Stück! Ick kam tau Hus, bin klaeternatt...." "Nu höllst Din Mul! Ick will dorvon nicks weiten, Du hest nu Dinen Willen hatt. Dor sittst Du nu mit all Din Klaukigkeiten! Du hest de groten Städer nu besöcht, Du hest den Jung’n de Landwirtschaft bibröcht, Du kannst so vörnehm nu, as Ein Tau Gütrow up den sapperlotischen Verein Von ‘t utlännsch Meßupladen draehnen – Du magst em up französch all laden kaenen – Nu sittst Du hir, as ‘t föfte Rad! Du hest nu Dinen Willen hatt; Nu, segg ‘ck Di aewerst, krig ick minen! Von Dine daemlich Reis’ will ‘ck nu nich wedder reden. Nicks seggen will ‘ck dorvon in Würden un in Minen, Dorvör sallst Du nu sin in Freden, Doch lettst Du nu nich von Din nüdschen Turen Un föllst mi wedder up Din ollen Slich’ Un deihst mi minen Willen nich, Denn sallst mal seihn, denn sallst Du ‘t schön beduren. Kortüm! Uns’ Fritz, de sall nu frigen De Köster-Dürt, de sall hei nemen! Un deihst Di nich dortau bequemen, Denn sallst dat Dunnerwedder krigen!" "Woll, Mudder, woll! In Gottes Namen! Denn Fritz un ick, wi sind all aewerein...." "Ih’ wo? Dat wir! Dat will’n w’ denn doch mal seihn! Wo? Ji stekt Beid’ de Köpp tausamen, Un hewwt besondre Heimlichkeiten, Un ick, as Mudder, sall dorvon nicks weiten?" "Ih, Mudder, lat dat nu man sin! Kik, Vadder Köster steiht hir bi, Denn möt w’ doch fragen, ob hei in de Fri’ Mit sine Dochter willigt in. Na, Vadder, wat seggst Du dortau?" "Was ich zu dies Verhältniß sagen dauh? Ich sag: das is mich viele Ehr! Un wenn ick so as Dürten wär, Denn langt ich zu ganz unbeseihns! Denn in die Schul, da macht mich keins Von all die Kinder so ‘n Plesir As Fritz. Er wär stets mit Manier Un auch Herr Paster seggt, daß in die Kinnerlihr Er stets verständ’gen Antwurt gäwe. In Erdbeschreibung war Corl Witt ihn aewer, Auch in die Fassung un auch in den Breif, Auch könn er sich ein besser Ansehn geben – Er trug zu dunnemal die Mütz all ümmer scheif – Doch in die Dugenden, dor war uns’ Fritz em aewerlegen, Un dorüm sag’ ich "Ja" in Dürten ehren Namen, Dat sie mit Fritzen kümmt tausamen; Denn ‘t Worm hat auf die Letzt sich sehr bedräuwt, Un hat ihn recht von Herzen leiwt. Gottlob, dat dit ‘ne Endschaft nimmt, Un sie aus dies Verhältniß kümmt!" Kapittel 46. Dit is dat letzt un lustigste von allen, Un up de Hochtid sall ‘t uns woll gefallen. So was nu endlich All’ns in ‘n Kloren, De Aust, de kamm, un dichte Ohren, De lurten blot up Seiß un Hark. Un ‘n Dag nah dat Jacobi-Mark Dunn meiht Fritz Swart, un Dürten bünn; Un wenn sei nich mit kamen künn, Wat in de Irst passirt woll mal, Denn läd’ Fritz Swart de Seiß hendal Un rögt de Garden ehr tausamen, Dat s’ in de Reih ded’ wedder kamen. Un as de Rogg drög wesen ded’, Dunn stakt Fritz Swart, un Dürten löd’, Un löd’ so glatt un löd’ so grad’, As wenn s’ von lütt ups laden hadd’. Un Swart, de lacht so in sick ‘rin Un röppt: "Na, Mudder, kumm doch swinn Un kik Di mal dat Fäuder an, Ob ‘t Einer beter laden kann. Dat löd’ uns’ Dürt; un Keiner lödt dat grader!" "Ih, wo?" seggt Swartsch. "Wo is dat maeglich, Vader! So ‘n Fäuder laden un denn hochdütsch reden Un wunnerschöne Vers’ herbeden Un lesen kann s’ ok schrewen Schrift? Ne, so ‘ne Swigerdochter giwwt ‘t Up dese ganze Welt nich mihr!" "Ja, Vaddersch," seggt oll Witt, "dor hest Du Recht. Heww id Di dat nich ümmer seggt? Ick wull, dat dat min Swigerdochter wir, Dat sick min Corl de namen hadd’." "Dat wir," seggt Swartsch, "doch um de Dirn’ man Schad’! Nie, Vadder Witt, dat Du ‘t man weitst: Min Swigerdochter is ‘t, un bliwen deiht s’ ‘t!" De Harwst, de kümmt, un Dürten neiht ehr Linn’n Un stoppt ehr Bedd’n, un Fritz lest in den Klenner, Man blot, üm doch tau weiten, wenn ‘e De Fridag nah Micheli wesen künn. "Ne," seggt oll Swartsch, "ne, Vadder Suhr, Wo hett de Jung’ verännert sin Natur, Dat hei nu ümmer in de Klenner lest! Dat Klennern is seindag’ sin Sak nich west." "Die Menschheit lihrt meindag’ nich ut," Seggt Suhr, "un wenn er klennern duht, Denn will er in der Witt’rung profentiren, Ob dat woll Tid is, Nahmatt intauführen." De Fridag kamm, de Klocken klungen, As Fritz un Dürten Sid an Sid Tausamen nah de Kirch hengungen; Denn hüt is Fridag, hüt ward fri’t. Un Schult un Bolt, un Snur un Witt, Un all de Vaddern gahen mit, Un ehre Wiwer achte an So geiht dat nah de Kirch heran. De Klocken klung’n noch nie as hüt: "Ne, hürt, wo Suhr de Klocken tüht!" Dat bimmelt un beiert, dat lüdd’t un klingt: "Ne, hürt, wo de Köster dat ‘rute bringt! Wat höllt hei för Takt, wat hett hei för Slag! Hüt is ok sin Dürten ehr Ihrendag!" De Gäst, De gahn gesetzt tausamen, Doch as sei an de Kirchdör kamen, Dunn ward ‘t ‘ne Unrauh in de Reihn: "Wat is ‘es los? Wat sall gescheihn?" Un Mudder Swartsch, so hastig, as sei kann, De drängt sick dörch un kümmt nah Dürten ‘ran, Un weint un rort, un seggt un röppt: "Ach Gott, wo sick dat schrecklich dröppt! Hir up dat sülwstig Flag, min leiwes Kind Min leiwes Döchting, wo wi jetzund sünd, Dor heww ‘ck Di mal eins schändlich ‘runne reten. Segg, Kind! Segg, Döchting: Kannst Du dat vergeten?" Un Dürten slung üm ehr den Arm, Un Fritz, de strakt sei tru un still, Un tröst’t un ded’ un stillt den Larm Un treckt sei aewer ‘n Kirchensüll. "Ja," seggt oll Swart, "wenn s’ ok den Deuwel hett Un up de Achterbein’ sick sett’t: Ehr Hart, süh, Vadder, dat is echt." "Ih woll," seggt Witt, "dat heww ick ümmer seggt." Un vör den Altor stunn de Herr Pastur; Un ‘t wohrt nich lang’, dunn kümmt ok Köster Suhr. Wo hett hei ‘t hild! Hei kümmt binah in ‘n Draf Un wischt den Sweit sick von dat Lüdden af. Wat för ‘ne Min’ un wat för ‘n Anseihn hadd ‘e! Hei was hüt duwwelt hir, as Köster un as Vadder. De Herr Pastur höll denn nu sine Red’ Un red’t von Leid un red’t von Freud’, De ehr bedrapen würd’ in ehren nigen Stand Un as hei ‘t ehr utdüden ded’, Wat Leiwen wir, dunn’ drückten Beid’ Tau glike Tid sick still de Hand; Un as hei frog, wat sei sick ‘hewwen wullen In Freud’ un Leid tau Mann un Fru, Un lewen wull’n in Leiw’ un Tru, Dunn klung dat ‘Ja’ so hell, recht ut den Vullen; Un as hei s’ segen ded’, dunn lep de Thran’ Ehr ut dat Og’ so still un sacht, Ehr was ‘t, as wir nah düstre Nacht Nu irst de rechte Sünn upgahn. Un nu kamm Swart de Kirch entlanken, Sick bi den Herrn Pasturen tau bedanken För sine wunderschöne Red’ Hei hadd ‘t ok gor tau prächtig makt – Un frog, wat em dat paßlich wesen ded’, Un wat ‘t em nich gefällig wir, Un wat hei em nich gewen wull de Ihr, Un nich de Ollsch ehr Häuhnersupp probiren. Un wat de Fru Pasturin un de leiwen Kinner Nich ok en beten kemen ‘rinner, Un sick nich wull’n en beten verlustiren. Un as Herr Paster säd’, hei würd’ instellen sick Mit all sin Volks, mit Hütt un Mütt, Girn makt hei so ‘ne Hochtid mit, Dunn gung ‘t nah Hus denn wedder t’rüg. Un as dat nu tau ‘m Eten gung, Dunn kreg de Ollsch dat Regiment, Un trotz ehr Vülligkeiten sprung Sei ‘rüm un wirkt un ded’ un rönnt, So fix un grelling as ‘ne Wachtel, Un stödd’ den Oll’n, hei süll doch staatscher sitten; Un buten kreg de Kaeksch ‘ne Tachtel, Wil dat s’ de Häuhnersupp oll Witten In sinen Schot herin hadd’ gaten, Un nödigt dor un nödigt hir: "Ih, Vadder Köster, noch en Spir, Du wardst jo doch nich locker laten! Herr Paster, dit lütt Stücking noch!" Wobi sei denn en ganzes Hauhn Den Paster up den Töller läd’ – "So et’n Sei doch, un bauhn Sei doch! Wenn dat nich wir, un wenn ‘t nich ded’, Denn wull ick nicks nich segg’n un dauhn, Dor ‘t aewer is un dauhn hir deiht, Un wil dat hir doch riklich. steiht, So et’n Sei doch un dauhn Sei doch! Man blot ‘ bit ein lütt Spirken noch!" Un de Herr Paster lett – dat Brutpor lewen – Dat Weltlich, dat hett ok sin Recht, Up Geistlich ded’ hei all den Segen gewen, Nu würd’ hei ok noch weltlich ‘rute bröcht. Un Suhr steiht up un höllt ‘ne Red’ dorgegen: "In diesen Theilen un vor minentwegen, Dor kaen’n wi Beiden, de wi sünd de Ollen, Min Vadder Swart un ick, nicks Anners duhn, As auf die Einigkeit zu hollen, In die Verhältniß sünd sie nun. As regelrechter Vater red’ ich hir, Von Dürten un nu ok von Fritzen: Duht Ihr Euch einmal man vergritzen Un gebt Euch einmal spitze Würd’, Denn würd die Liebschaft fläuten gahn, Denn ward’t Ihr die Verdrießlichkeit gewohr, Un as ‘ne Pogg’ up ‘t Glattis sitzt Ihr dor! – Herr Paster würd mich woll verstahn." "Un Vivat hoch!" röppt Swart, "för unsre Kinner!" "Un Vivat hoch!" röppt Witt un Alltausamen, "Hoch lew’ de Brüdjam un de Brut!" Un Jöching Schult stört’t in de Dör herinner: "Muskanten kamen! Muskanten kamen!" Un wat noch jichtens beinig was, Dat springt nu up: "De Disch un Bänken ‘rut! So, Büring, nu! Nu, Brümmer, an den Baß!" Büring fängt nu an tau fideln, Strickt de Fidel, dat dat krischt: "Widewidewit! En schwedschen Hiring, Widewidewit! Den mag ich girn." Un bi ‘t Fideln un bi ‘t Gnideln Springt de Knecht un springt de Dirn. – "Un worüm, worüm dat Wesen?" Brümmer hett de Baß in ‘n Arm. – "Worüm hir herüm tau schesen? Un worüm, worüm de Larm?" "Wil Lust is so leiflich, wil Leiwen so säut, Wil ‘t Lewen so kort is," giwwt Antwurt de Fläut, "Wil Leiwen allein doch von Allen besteiht, Wenn Lewen un Lust, un wenn Allens vergeiht." Un Zipperling klimpert den Simmbagen mang: Lütt Kindting, lütt Kindting! Is ‘t Lewen nich lang, Denn denk doch, wenn denn doch all Ding eins vergeiht, Dat denn doch alleinig Din Leiwen besteiht." Un lustig föllt in denn de helle Klarnett: Lütt Dürten mag ‘ck liden! Lütt Dürten mag ‘ck liden! Oh, frigt doch bi Tiden! Oh, frigt doch bi Tiden! Dat Frigen, dat Frigen, dat Frigen is nett!" Vigelin, de schriggt los, un de Baß rummelt ‘rin, Un de Simmbagen folgt, Klarenett achter d’rin! Un de Fläut spelt so säut: "Wenn ok Allens vergeiht, Uns’ lütt Dürten ehr Leiwen doch ümmer besteiht!" "Taurügg nu! So Makt Platz nu!" röppt Swarten-Jehann, Un Fritz un sin Dürten, de treden nu an! "Kik, wo sei so still un so schämlich dal kickt! Un wo ehr de Brüdjam de Hänn’ so drückt! Ne, kik doch de Brut an, wo smuck ehr dat lett, Un wat för ‘ne Kron in de Hor sei up hett! Ja, Riking, ick segg Di, wenn ick sei ankik, Kem Einer hüt Abend, ick frigte em glik!" Un dortwischen, dor schriggt nu de helle Klarnett! "Dat Frigen, dat Frigen, dat Frigen is nett!" Un den Paster sin Heindrich, de kümmt mit Corlin: "Oh, segg doch mal, Riking, wer mag dat woll sin?" "Den Paster sin Heindrich." – Un wer is de Dirn?" "Ih, kennst Du denn de nich? Dat ‘s Schulten-Corlin." Un dortwischen, dor schriggt nu de lütt Vigelin: "Widewitwit! Den Heindrich, den mag ick so girn!" Mit de Paster-Lowise, dor kümmt nu Corl Witt: "Ne, kikt, wo den Jungen de Kledrocks doch sitt!" "Ja, Vadder, den lett ‘t as ‘ne römische Fiw’, As retst Du en Gräunspecht den Start ut den Liw’." Un mit Wittschen kümmt Swart an, mit Swartschen kümmt Witt. "Ne, kik doch de Ollsch an, wat hett s’ noch för Tritt! Doch ein schönes Stück Arbeit is ‘t, de ümtauwenn’n!" Oll Witt, de denkt just so; hei spuckt in de Hänn’. Un nu trett oll Swart up, oll Wittsch achter d’rin: "Recht dusemang, Vaddersch, un jo nich tau swin! De Beinen hübsch utwarts, un langsam gedreiht, So recht mit Verstand un mit Ihrborlichkeit!" Un Jehann treckt den Rock ut, den Haut in de Quer, Geiht ‘ran nah Fik Schulten: "Na, Dirn, kumm mal her!" Un Fik Schulten, de leggt up sin Schuller ehr Hand, Un sei rückt an de Mütz, un sei strikt an den Band, Un bald rechtsch un bald linksch wiwaken sei dwas; Fik Schulten, de trippelt un pedd’t denn so knas, Un Jehann pedd’t den Takt, un hei winkt mit de Hand: "Noch fixer! Noch greller! Noch düller, Muskant!" Un hei bögt sid in ‘t Knei, un hei weigt up den Bein Un Fiken, de kriggt ok allmählich dat Dreihn, Un de Falt an den Rock, de wackelt so drall, Un nu geiht dat denn los un: "Nu wohrt Jug man All! Herr Paster, de Tehnen! Corl Schröder, Din Bein’!" Un Jehann, de fegt ‘rümmer, as hest ‘t nich geseihn! Un Corl Kräuger, Franz Flürk un Corl Dus achter d’rin! "Lütt Jöching, min Saehning! Kumm herking geswinn! Sei danzen Di aewer, Du daemliche Jung!" Un Jehann springt in Enn’. Herre Je, wo hei sprung! Wo kann doch en Mannsminsch so gruglich’ uppedd’n! Un wo jucht hei, wo röppt hei: "Solo, meine Herrn!" Un de Thalbarger Scheper mit de rod’bunte West, Wo de Kirl mit lütt Lisch in de Ecken ‘rüm föst’t! Un up nimodsch versöcht hei ‘t, so as Keiner süs künn, Un denn rüggwarts un vörwarts un anners herum; Un hei tillfäut’t so künstlich un wippelt un hüppt, As ‘ne Katt, wenn s’ dat Bein in dat Waters hett stippt, Bet em enblich olI Bolt unverseihns giwwt en Stot, Dat hei dal sick möt sett’n up oll Swartsch ehren Schot. Un de Virturig kümmt un de preuß’sch Nummereh: "Ih, Krischan, so böhr doch de Bein’ in de Höh!" Un de engelsche Scheck un de Plummenplücker kümmt: "Ne, wat doch de Scheper för ‘n Anseihn sick nimmt!" Un de Köster kümnit ‘ranne: "Wo wär ‘s, Herr Pastur? Was meinen Sie woll?" – "Was denn, lieber Suhr?" "Wo wär ‘s, wenn ich in die Verhältnisse tred’ Un mit Mutter Swartsch mal herüm danzen ded’?" "Ih wohl doch! Warum sollt’ es schicklich nich sein? Ich wollt’, ich wär selber noch fixer zu Bein’!" Un de lankingschen Büxen un de Schört von Kalmauk, Wo schesen de Beiden de Del nu entlang! Un de Schulten-Fritz seggt: "Kik den Köster mal, Dirn! Tau morgen, dor bruk w’ kein Katekismus tau lihr’n." Un so geiht dat denn furt, bet de Küsserdanz kümmt. – Na, wen sick de Köster tau ‘t Küssen woll nimmt? – Un hei geiht nah den Paster heran un hei fröggt, Ob woll de Herr Paster tau ‘t Küssen wat seggt: "Wär das Küssen entgegen der geistlich Natur?" "Ih’ küssen Sie düchtig! Nur zu, lieber Suhr!" Un de Köster oll Swartschen tau faten nu kriggt, Un smitt ehr dor – swabb! – en por Küß in ‘t Gesicht! "Herr Jes, Vadder Köster!" – Un: Lei di, lei di, lei di, lei-i-i! Un unner den Arm dörch – swabb! – hett sei noch twei. "Wo? de Köster, de ward jo woll daemlich noch ganz!" Un oll Swart, de bestellt sick den Großvaderdanz: "Un as uns’ Großvader de Großmauder namm, Tor was uns’ Großvader ein Brüdigam." "So Vaddersch! Schän’ dörch nu! Nu wedder nah vör! Nu rechtsch üm! Nu linksch üm! Nu wedder verquer!" As de Großvaderdanz nu is richtig tau Enn’, Dunn setten de Ollen tau ‘t Schapskopp sick hen: "Kreuz Kringel un Tweiback! Un nu nochmal Kür! Un Ruten herut! Bedein’ mal Kalür!" Un de Smid ut den Dörp, de Racker versteiht ‘t, Von wat hei oll Witten sin Korten woll weit? – "Adjüs ok, Herr Paster! Na, will’n Sei all gahn? De Klock, de hett eben jo twölwen irst slahn. Adjüs, Fru Pasturin! Na, vel schönen Dank! Gahn S’ ok jo nich hir linksch an de Meßkuhl entlang! – Fritz, Bengel, wo büst Du? – Kumm her mit de Lücht! Un lücht, dat Fru Pastern dat Snubbeln nich kriggt! – Wo is denn de Bengel? – Ne, kikt doch mal an, Wo Ein so vergetern doch wesen kann! – Na, nemen S’ nich aewel! Ick sülwsten kam mit; Vadder Bolt, nimm min Korten; utspelen deiht Witt!" – De Morgen, de gragt all, up geiht all de Sünn Un kickt all so niglich in ‘t Finster herin; Den Paster sin Kinner sünd ok nu all weg, Un oll Büring, de sidelt all achter dat Stegg. Un de Köster, de huhlwakt un lehnt an de Wand. Dunn Fik ut de Kaek mit de Kell in de Hand! Mit den Bessen Corlin! Mit de Swep kümmt Jehann! Un nu: "‘Rut ut den Hus’!" denn de Kihrut geiht an. Un oll Swart springt tau Höcht un hei klappt in de Hänn’ "So en lustigen Anfang, un so ‘n fröhliches Enn’! Hüt Middag kamt wedder un morgen noch mal! Denn späul wi de Knaken un Kräumels’ hendal. Un nu gauden Morgen! Un nu gauden Weg! Vadder Witt, fall ok jo nich herun von dat Stegg!" Wenn Einer nu noch von mi weiten will, Wo sick dat wider ded’ geboren, Denn nem ‘ck em bi de Hand un ledd’ em still Des Sünndags Abends in den Köster-Goren. De Fleder bläuht nu wedder, Bläder gräunen, Un Nachtigal un Wachtel slahn; Wenn ‘ Ein nich wüßt, denn süll hei meinen, Kein Ogenblick wir sörre dem vergahn: Fritz steiht mit Dürten wedder Hand in Hand, Doch üm ehr ‘rümmer spelen’ in den Sand Twei Flaßköpp, Jungs von Liw un Lewen – Wat möt dat för ‘n por Kirls eins gewen! Un Dürten bögt sick tau den Lüttsten nedder Un böhrt em up un strikt dat Hor em glatt, Kickt in dat blage Og’ sick satt Un lacht un küßt un kickt denn wedder. Un Fritz, de Öllst, de krawwelt sick in Enn’ Un klaspert an sin Vaders Lenn’ Un reckt den einen Arm tau Höcht, Un kickt em an, as hadd’ hei seggt: "Mi ok! Mi ok! Ick will ok baben sitten. Worüm nimmt Mutter blot den Lütten?" Un Swartsch, de röppt: "Kumm, Saehning, kumm!" Un halt ut ehre Tasch ‘ne backte Plumm, Un wis’t em de! "Kik mal dat Plümming! Kumm herking! Leinig, leinig kümming!" Un as hei kümmt, nimmt sei em up den Schot. "Dat Gahn," seggt Swart, "ward em noch swer, Hei ‘s mit so Krüz noch nich tau Schick, Hei wackelt noch so hen un her; De Lütt, dat is en dägter Stück." Un Dürten bringt den Lütten nah den Ollen, Dor kriggt hei glik de Pips tau hollen Un ritt: "Wo?" seggt oll Swart, "Gott, Du bewohr! Wat hett dat Ding för Forsch! Ick glöw’ noch gor, Du rittst de Pip mi ‘rute ut de Tähnen! Dat mag en Kirl noch warden kaenen!" "Dat segg ick ok," seggt Köster Suhr, "Dat segg ick ok, Gevatter Swart, Er hätt ‘ne kanebalische Natur, Er hätt mir gestern in ‘t Gesicht ‘rüm klart Un hätt mir in den Bort gezogen, Mich lies das Wasser piplings aus die Ogen. Un Dürten, segg ick, darauf thu mich sehn, Daß keine Fehler nich geschehn, Man jo nich in de Jugend all verzogen!" Un Dürten nimmt den Lütten wedder, Un küßt un strakt em sine Backen. Oll Swarten ward de Kopp dal sacken, Hei kickt so irnsthafft vör sick nedder, As wenn hei sick ‘ne Sak recht aewerläd’, Wid weg mit sin Gedanken wesen ded’; Un as hei up sick nahsten richt’t, Dunn was sin wrampig oll Gesicht So klor un fründlich antauseihn. "Ne, Köster," säd’ hei, "ne, dat glöw ick nich, Uns’ Dürten ward de Kinners nich verteihn. Kik Fritzen an! – Ick heww em slagen, Un Mutter hett em fast dat Fell aftagen, Un Du hest ok Din Maeglichst dahn, Un doch gung ‘t mit den Jungen scheif, Denn, as hei süll up Reisen gahn, Dunn was hei man en groten Sleif. De Reis’ – ick will dat ingestahn – De ded’ em ok tau vel nich nützen. Ne, Köster, Dürten makt ut Fritzen En Kirl, so as hei vör Di steiht, Un dat mit luter Fründlichkeit. Mit gaude Würd’ un Küssen, Straken Ded’ sei ut em en Kirl irst maken: Un – kik em an! – So hett sei ‘n tagen, So wüßt sei em mit Leiw’ tau nemen, Dat ick mi sülwst in minen ollen Dagen Fast vör min eigen Kind möt schämen. – De Reis’, dat was en dummes Stück, Doch dörch de Reis’ hadd’n wi dat Glück, Dat Fritz un Dürten Hochtid höllen; D’rüm will’n wi up de Reis’ nich schellen, Wenn ok de Lüd’s sick d’raewer dauhn monkiren. Lat doch dat daemlich Takel reden! – Min Ollsch un ick, wi lewen nu in Freden, As wenn wi wedder Brutlüd’ wiren. Un, Vadder, dat ‘s nu keine Frag’, Du hest nu ok vel beter Dag’; Un dat ded’ Dürten ganz allein prestiren! Un, Vadder, Dürten was ‘t allein! Un an den Jung’n, dor kannst Du ‘t seihn: Mit den uns’ Herrgott meint dat tru, Den giwwt hei eine gaude Fru!"