Namensverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z Camargo . (Wahrscheinlich vom altprovenzalischen camp marca = Grenzfeld; die Herleitung von Caji Marii ager ist unsicher.) Name des großen, ungefähr 75000 Hektar umfassenden Alluvialdeltas, das die Zweiteilung der Rhone bei Arles verursacht hat. Seine endlosen Horizonte, die feierliche Stille seiner ununterbrochenen Ebenen, sein seltsamer Gras- und Pflanzenwuchs, seine Luftspiegelungen, stehenden Süß- und Salzgewässer, zahllosen Insektenschwärme und großen Herden wilder Pferde und Stiere setzen den Reisenden in Erstaunen und erwecken die Vorstellung der südamerikanischen Pampas. Capoteich . Prov. lou trau de la Capo, ein ehemals tiefer, jetzt ausgetrockneter Tümpel in der Camargo. Castihoun , der Freiherr. Ein Vetter unseres wilden Jägers ; nach der prov. Sage ein Baron oder Fürst, der an einem hohen Feiertage, mitten in der Messe, benachrichtigt wurde, daß ein großer Eber an der Kirche vorüberlaufe. Als leidenschaftlicher Jäger kümmerte er sich nicht weiter um die heilige Handlung, ergriff einen Spieß und setzte dem Wilde nach. Seitdem ist er verdammt, in Ewigkeit durch die Lüfte zu jagen. Condamine , vom lat. Condominium, heißt ein Stadtteil von Tarascon. Man findet diese Bezeichnung, aus der Zeit des Mitbesitzes von Adel und Geistlichkeit an den Städtegebieten, in vielen Städten Südfrankreichs, u. a. auch bei Monaco, wo die Verbindung zwischen Residenz und Spielhölle jenen Namen führt. Cordohöhle . Ein halbe Stunde östlich von Arles erheben sich zwei niedere Hügel, die vor Zeiten nur einen einzigen gebildet haben, heute aber durch einen Moorgrund getrennt sind. Auf dem felsigen Gipfel der kleineren Erhöhung befinden sich, zwischen riesigen Steinblöcken, Spuren einer künstlichen Aushöhlung, der man keltischen Ursprung zuschreibt. Die Sarazenen sollen auf diesem Hügel ein befestigtes Lager aufgeschlagen und dasselbe in Erinnerung an Cordova Cordo genannt haben. Wunderbare Überlieferungen haften an dem Orte. Hier hauste die Schlangenfee , eine Art provenzalischer Melusine; vorzüglich aber gilt er für den Sitz der Goldenen Ziege , welche den Menschen verborgene Schätze heben läßt, aber inmitten ihrer Reichtümer die derselben Unwürdigen mit unheilbarer Traurigkeit schlägt. Der andere, größere Hügel trägt den fast römischen Namen Mount-Majour. Hier liegen die riesenhaften Trümmer der ehemals berühmten Abtei gleichen Namens. Die Grotte von Cordo wird auch, gleich derjenigen von Li-Baus, Feenhöhle , prov. trau die Fado genannt, und nach dem Volksglauben sollen die beiden Höhlen unterirdisch miteinander verbunden sein. Crau . La Crau (nach Mistral vom gr. κραυρος = dürr, hart, campus lapideus der Römer) heißt die weite, kieselreiche Ebene südöstlich von Arles. Sie wird im Norden vom Höhenzug der Alpinen, im Süden durch das Meer, östlich durch den Teich von Martegue und westlich durch die Rhone begrenzt. Man hat sie das steinige Arabien Frankreichs genannt. Der Craponnekanal durchschneidet ihren oberen Teil und verleiht ihm durch ein Netz von Bewässerungen stellenweise große Fruchtbarkeit. – Körtings Lateinischromanisches Wörterbuch 2. Aufl. gibt folgende Etymologie (2580): »kelt. Stamm, crauc-, crôc, kegelförmiger Haufe. (Vgl. kymr. crug »cippus, tumulus«, corn. cruc »a hillock, a mound, a barrow«, bret. krugell »monceau, tas«, ir. cruac »a rick, a heap«, gäl. cruach »a stack of hay« ); auf diesen Stamm gehen vielleicht zurück prov. Crau, Name eines Kieselfeldes bei Arles, crauc, steinig, unfruchtbar.« Cri , korrumpierte Form von Cyriacus. Lou Cri kann auch heißen: »der Windhund«. Cueisso s. Jan Cueisso . A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z