Friedrich von Matthissen 1762 – 1831 Der Geistertanz Die bretterne Kammer der Toten erbebt, wenn zwölfmal der Hammer die Mitternacht hebt. Rasch tanzen um Gräber und morsches Gebein wir luftigen Schweber den sausenden Reihn. Was winseln die Hunde beim schlafenden Herrn? Sie wittern die Runde der Geister von fern. Die Raben entflattern der wüsten Abtei und fliehn an den Gattern des Kirchhofs vorbei. Wir gaukeln, wir scherzen hinab und empor, gleich irrenden Kerzen im dunstigen Moor. O Herz! dessen Zauber zur Marter und Ward, du ruhst nun, in tauber Verdumpfung, erstarrt. Tief bargst du im düstern Gemach unser Weh; wir Glücklichen flüstern dir fröhlich: Ade!