Hans Staden Warhaftige Historia Warhaftig e Historia und beschreibung eyner Landt= schafft der Wilden / Nacketen / Grimmigen Menschfresser Leuthen / in der Newenwelt America gelegen / vor und nach Christi geburt im Land zû Hessen vnbekant / biß vff dise ij. nechstvergangene jar / Da sie Hans Staden von Hom= berg auß Hessen durch sein eygne erfarung erkant / vnd yetzo durch den truck an tag gibt. Dedicirt dem Durchleuchtigen Hochgebornen herrn / H. Philipsen Landtgraff zû Hessen / Graff zue Catzen= elnbogen / Dietz / Ziegenhain vnd Nidda / seinem G. H. Mit eyner vorrede D. Joh. Dryandri / genant Eychman / Ordinarij Professoris Medici zû Marpurgk. Inhalt des Buechlins volget nach den Vorreden. Getruckt zû Marpurg / im jar M. D. LVII. Dem Durchleuchtigen vnd Hoch= gebornen Fürsten vnd Herrn / Herrn Philipsen Landtgrauen zû Hessen / Grauen zû Catzenelnbogen / Dietz / Ziegenhain vnd Nidda / \&c. Meinem gnedigen Füresten vnd Herrn. Nad vnd Fried in Christo Jhesu vnserm erloeser. Gnediger Fuerst vnd herr / Es spricht der heylige koenigliche prophet Dauid / im hundert vnnd siebenden Psalm: Die mit Schiffen vff dem Meer fuhren / vnd trieben jren handel in grossen wassern. Die des HERRN werck erfaren haben / vnnd seine wunder im Meer. Wenn er sprach / vnnd eynen sturmwindt erregete / der die wellen erhûb / vnd sie gen hymel furen / vnd in abgrundt fuhren / das jre seel fur angst verzagte / das sie tummelten wie eyn trunckener / vnd wusten keynen raht mehr. Vnd sie zum HERRN schreien in jrer not / vnd er sie auß jren angsten fueret. Vnd stillete das vngewitter / das die wellen sich legten. Vnd sie froh wurden / das stille worden war / Vnd er sie zû lande bracht nach jrem wuntsch / Die sollen dem HERN dancken / vmb seine guete / vnd vmb seine wunder / die er an den menschen kindern thut / Vnd jnen bei der gemeyn preisen / vnd bei den alten rhuemen· Also bedancke ich mich gegen dem Allmechtigen Schoepffer Hymels / Erden vnd Meers / seinem Sohn Jhesum Christum vnd dem heyligen geyst / der grossen gnad vnd barmhertzigkeyt / die mit vnter den wilden leuten des lands Prasilien / welches inwoner / die mich gefangen hatten / genennet die Tuppin Jmba / vnd menschen fleysch essen. Derer gefangener ich neun Monat gewesen / vnd vil andere gefahre mehr durch jre heylige dreifaltikeyt / gantz vnuerhoffter wunderlicher weise widerfahren ist. Das ich nach langem ellendes gefahr leibs vnd lebens widerumb in E. F. G. Furstenthumb / mein hoechsts geliebtes Vatterlandt / widerumb nach verlauff etlicher jaren / kommen bin. Vnd hab E. F. G. solche meine Reyse vnd Schiffart vndertheniglich anzeygen sollen / welche ich auffs kuertzeste begriffen hab. Ob E. F. G. zu jrer gefelligen gelegenheyt / darinne mit hilff Gottes / durch mich durchzogene Land und Meer / sich woellen vorlesen lassen / vmb wunderbarer geschicht willen / der Almechtige Gott in noeten / bei mir erzeygt hat. Damit auch E. F. G. an mir nit zweiffele / als solte ich vnware ding vorgeben / woelte E. F. G. ich eyn Paßport zû disem bericht dienlich / selbs offeriren. Gott sei in allem alleyn die ehre. Vnd beuelhe mich hiemit E. F. G. in vnderthenigkeyt. Datum Wolffhagen den zwentzigsten Junij / Anno Domini im Funfftzehenhundert vnd Sechs und Funfftzigsten. E. F. G.   Geborner vntersaß Hans Sta- den von Homberg in hessen / ytzt Burger zum Wolffhagen.         Dem Wolgebornen hern H. Philipsen Graff zû Nassaw vnd Sarprück \&c. meinem Gne= digen Hern. Wünscht D Dryander viel heyls mit erbietung seiner Dienste. S hatt mich / Hans Staden / der dis bûch vnd Historia yetzo durch den druck leßt außgehen / gebetten / das ich doch zuuor / seine Arbeyt vnd Schrifft dieser Historien vbersehen / Corrigiren / vnd wo es von noeten ist / verbessern / woelle Dieser seiner Bitte / habe ich aus vielerley vrsach statgeben. Erstmals / das ich dieses Authoris vatter / nun mehr in die funfftzig jar gekandt (dann er vnd ich aus einer stat / nemlich / zu Wetter / geboren vnd vff erzogen sein) vnd nicht anders / den selbigen / doheim / vnd zu Hombergk in Hessen / do er itzo wonhafftig ist / dan als vor eyn vffrichtigen frommen vnd dapffern Man / deer etwan auch in guten kuensten studirt erkant hab / vnd (wie in gemeynem sprichwort ist) der Apffel schmeckt alwege nach dem Stam / zu uerhoffen Hans Staden / diesen Ehrlichen Mans Sone sol in tugenden vnd frombkeyt dem vatter nach arten. Zum andern neme ich die arbeyt / dies Buechlein zu vbersehen / desto freidiger vnd lieber ahn / das ich gern in denen geschichten / so der Mathematica gemeß sein / als dañ ist die Cosmographia / das ist die beschreibung vnd abmessung der Landtschafften / Stedt / vnd wegefahrten / deren inn diesem Bûch vff vielerley weise / etzlich vorgetragen werden / belûstigen / dan ich fast gerne mit dieser sach vmbgehe / so ich verneme / das man vffrichtig vnd warlich / die ergangenen dinge / offenbaret / vnd an tag bringt / wie ich dañ keyns wegs zweifel / diser Hans Staden / schreib vnd vermelde seine Historia vnd wegefarth / nicht aus anderer leut anzeygung / sonder aus seiner eygen erfarung / gruentlich vnd gewiß an / sonder eynigen falsch / vrsach / daß er darin keynen Rhum oder weldtliche Ehrgeitzigkeyt / sonder alleyn Gottes Ehr / Lob vnnd Danckbarkeyt / fur erzeygte wolthat / seiner erlösunge / sûchet. Vnd disjm die vornemste vrsach ist / diese Histori an tag zubringen / damit yderman sehen könte / wie gnediglich / vnd wieder alles hoffen / Gott der Herr diesen Hans Staden / aus souiel gefehrlicheyt / so er Gott erewlich angerûffen hat / eriediget vnd von der wilden leuth grimmickeyt (bei denen er bei die ix monat lang / alle tage vnd stunde / erwarten muste / das man jnen vnbarmhertziglich / todt geschlagen / vnd gessen hett) in sein geliebtes vatterland / in Hessen / wieder kommen lassen. Fur dise vnaußsprechliche Gottes barmhertzigkeyt / woelle er / vor sein geringes vermoegen / ye gerne / Gott danckbar sein / vnd die wolthat jme geschehen. Gott damit zuloben / aller meniglich / offenbaren / vnd in dem er diß müde werck also treibt / brenge die Ordnung der handelung mit sich / das er die gantze wegefahrt der ix. jar / so er ausser landt gewest ist / wie sich alle dinge zugetragen haben / beschreibe. Vnd dieweil er diß eynfeltiger weise nicht mit geschmueckten oder brechtigen worten oder Argumenten / vortraget/ gibt mir deß einen grossen glauben / es mueß sein sach bestendig vnnd vffrichtig sein / vnnd kunte ye auch keyne nuetzung darab haben / deß verlogen an stat der warheyt vorgetragenn woelle. Darzu so ist er sampt seinen Altern hie in diesem Landt gesessen / nit wie der Landtfahrer vnd Luegener gewonheyt / von eynem landt ins ander / ziegeuners weise / vmblauffe / mueste also gewarten / wo etwan gewanderte leut / so in den Jnseln gewest / ankaemen / wuerden jn luegen straffen. Vnd ist dis mir gar eyn fest argument / das sein sach / vnd deiser Histori beschreibung / vffrichtig sein muß / das er anzeyget / zeit / stat vnd platz / da des hochgelerten vnd weit beruempten Eobani Hessi Sone / Heliodorus / der sich nun lange zeit in fremde lande zuversûchen begeben / vnd hie bei vns als fur todt geschetzt worden / bei diesem Hans Staden inn der landtschafft der wilden leut gewesen ist / vnd gesehen / wie erbermlich er gefangen vnd hinweg gefueret sei. Dieser Heliodorus / sage ich / kan vber kurtz oder lang (wie man hofft das geschehen sol) zû hause kommen / vnd wo des Hans Stadens historia falsch vnd erlogen were / kan er jn zuschanden machen / vnd fur eyn nichtigen Man angeben. Von disen vnd dergleichen krefftigen argumenten vnd vermûtungen / des Hans Stadens vffrichtigkeyt zubeschuetzen vnd zubewehren / wil ich dißmal berûhen / vnd weiter eyn wenig anzeygung thun / was doch die vrsach sei / das diese vnd dergleichen historien von meniglich wenig beifals vnd glaubens gegeben werde. Zum ersten habens die Landtfarer mit jren vngereumpten luegen vnd anzeygung falscher vnd erdichter dinge dahin bracht / das man auch denen rechtschaffenen vnd warhafftigen leuten / so auß frembden landen kommen / wenig glaubens gibt / vnd wirt gemeynlich gesagt: Wer liegen will / der liege fern her / vnd vber feldt. Dann niemants dahin gehet diss zuerfaren / vnd ege die muehe darauff legen würde diss zuerfaren / wil ers ehe glauben. Nun ist aber damit nichts außgericht / das vmb der luegen willen die warheyt auch soll gestuemmelt werden. Es ist hieruff zumercken / das so dem gemeynen man etliche angezeygte dinge / nit moechlich sein / geglaubt werden / vnd doch so diese dinge bei verstendigen leuthen vorbracht / vnd erwagen werden / vor die gewiste vnd bestendigste ding geacht werden / vnd sich auch also erfinden. Diß merck aus eynem oder .ij. Exempel so aus der Astronomi genommen / oder gezogen werden. Mir leuthe so wir hie umb Deutschlandt / oder nahe dabei wonen / wissen aus lang herbrachter erfarung / wie lang der Winter / der Sommer / sampt den andern zweien jars zeiten / herbst vnd letz weren. Jtem wie lang oder kuertz / der lengste tag im Sommer / vnd der kuertzte tag im winter / vnd so mit der nach zuachten sei. Wan nun gesagt wirt / das etzliche Ort in der weldt seien da die son in einem halben jar nit vndergehe / vnd der lengste tag bei denselben leuten vj. Monat / das ist eyns halben jars langk sei / vnd her widderumb die lengste nacht auch vj. Monat / odder eyn halb jar langk sei. Jtem das oerter inn der weldt funden werden / do in eynem jar / die quatuor tempora / das ist die vier zeit des jars doppelt sein. Also das zween winter / zwen Sommer in einem jar gewißlich da vorhanden sein. Jtem das die Soñ sampt andern sternen wie kleyn sie vns hie sein duencken / doch der kleinste stern im hymmel groesser sei / dañ die gantze Erde / vnd der dinge vnzelich viel. Wan nun der gemeyn Man diese dinge hoeret / veracht ers zum hoechsten / gibt jm keynen glauben / vnd acht es sein dinge / due vnmueglich sein. Dieweil aber diese Natuerliche dinge bei den Astronomis der massen dargethan werden / das die verstendigen der kunst / hieran nicht zweiffeln. So muß derhalben nit volgen / dieweil der gemeyn hauff diese dinge vnwar helt / das es eben also sein muß / vnd wie vbel wuerde die kunst der Astronomi stehen / wañ sie dise himliche corpora / nit kuente demonstriren vnd anzeygen aus gewissem grundt die Eclipses / das ist / verdunckelung Sonn vnd Mons / vff gewisse tag vnd stund wan sie kommen solten. Ja etzliche hundert jar vorher angezeygt / vnd findet sich in der erfarung also war sein. Ja sprechen sie: Wer ist am hymel geweßt vnd dise ding gesehen / vnd hat es abgemessen. Antwort: Weil die tegliche erfarung in disen dingen mit den demonstrationibus zûstimmet / So muß man eben so gewiss halten / als gewiss ist / so ich iij. vnd ij. zusamenlege in der zal / werden v. daraus. Vnd auß den gewissen gruenden vnd demonstrationibus der kunst / tregt sichs zû / das man abmessen vnd rechen kan / wie hoch biß an des mons hymel / vnd von dannen zû allen Planeten / vnd entlich biß an den gestirnten hymel sei. Ja auch wie dick vnd groß die son / mond vnd andere corpora am hymel seien / vnd auß vberlegung des hymels / oder astronomia / mit der Geometria / rechnet man gar eygentlich ab / wie weit / rond / breyt vñ lang das erdtrich sei / so doch dise ding alle dem gemeynen man verborgen vnd als vnglaublich geachtet werden. Dise vnwissenheyt were dem gemeynen man auch wol zuuerzeihen / als der nicht vil in der Philosophia studirt hab. Das aber hochwichtige vnd fast gelerte leute / an den dingen so wahr erfunden werden / zweiffeln / ist schimpflich vnd auch schedlich / dieweil der gemeyne man vff dieselbigen sihet / vnd jren yrthumb dadurch bestetiget / also sagende: Wenn das war were / so hetten es dise vnd jene Scribenten nicht widersprochen. Ergo \&c. Das S. Augustinus vñ Lactantius Firmianus (die beyde heylige gelerteste / neben der Theologia auch in gûten kuensten wol erfarne maenner / dubitiren / vnd nicht zulassen woellen / das die Antipoden sein kuenden / das ist / das man leute finde / die am gegen ort des erdtrichs / vnden vnder vns mit jren fuessen gen vns gehen / vnd also den kopff vnd leib vndersich hangen gegen den hymel / vnd doch nicht hinabfallen \&c. Diß laut seltzam zuhoeren / vnd helt sich doch alweg bei den gelerten also / das es nicht anders gesein kan vnd war erfunden wirt / wie hoch es die heyligen vnd hochgelerten / so yetzt angezeygt sein / authores vermeynt haben. Dañ das vestiglich wahr muß sein / das die jenigen so ex diametro per centrum terræ wohnen / Antipodes sein muessen / vnd uera propositio ist. Omne uersus cœlum uergens, ubicunqe locorum, sursum est. Vnd darff man nicht hinunter in die newe welt ziehen / die Antipodes also sûchen / sonder dise Antipodes sein auch hie im obern halb teyl des erdtrichs. Dann wann man zusamen rechent vnd gegen eynander helt die eusserste landtschafft im Occident / das ist Hispanien vnd zum Finstern stern gegen das Orient / da Jndia landt leit / geben dise eusserste leut vnd inwoner des erdreichs / bei nahe eyn art der Antipoden. Wie auch etzliche fromme Theologi hieraus deutten woellen / das der mutter filiorû Zebedei bitte / wahr worden sei / da sie den Herrn Christum bate / das jrer soehne eyner zû seiner rechten handt / der ander zur liuncken handt sitzen moege. Diß sei also geschehen / dieweil S. Jacob zû Compostel / nit weit a fine terræ / das gemeynlich zum Finstern stern genant wirt / begraben sein sol / vnd ehrlich gehalten wuerde. Vnd der ander Apostel in Jndia / das ist im vffgang raste: Das also diese antipodes lange vorhanden geweßt / vnd vnangesehen / das zur zeit Augustini die new welt America vndem erdtrich noch nicht erfunden / so weren sie doch auch vff die weise vorhanden gewesen. Etzliche Theologi / vnd sonderlich Nicolaus Lyra (der sonst eyn trefflicher man ist geachtet) woellen / das / dem nach der Erde kloß / oder die welt zum halben teyl im wasser leige vnd schwimme / also / das diss halb teyl da wir vff wonen / vber dem wasser herauß gehe / Das ander teyl aber sei vnden gar mit dem meer vnd wasser also vmbgeben / das da niemant wonen kan. Welchs alles wider die kunst der Cosmographia streitet / Vnd nun mehr durch die vile Schiffarten der Spanier vnd Portugaleser / vil anders erfunden ist worden / daß das Erdtrich allenthalben bewonet werde / Ja auch sub torrida Zina / welchs vnser vorfaren vnd alte Scribenten / nie haben woellen zulassen. Vnser tägliche würtz / zucker / perlen / vnd andere dergleichen wahr / werden auß den landen her zu vns bracht. Dis paradoxon von den Antipodibus / von vorangezeygten hymmels abmessung hab ich mit fleis anzeygen woellen / das vorige Argument damit zu bestettigen / koennten fast vil der dinge mher hie angezeygt werden / wo ich mit meinem langen schreiben euch gern verdroeßlich sein wolt. Doch werden dergleichen argument vil gelesen werden / in dem bûch / so der wirdige vnd hochgelerte / Magister Casparus Goldtworm fleissiger Superintendens E. G. zu Weilburgk vnd Predicant. Welchs bûch in .vj. teyl vnderscheyden von vielerley Mirackeln / wunderwercken / vnd paradoxen / so bei vorigen zeyten vnd noch geschehen sein / sagen wirt / vñ bei kurtzem in truck verfertiget soll werden. Zu welchem Buch / vnd zu andern vilen / so dergleichen dinge beschreiben· als sein Libri Galeotti de rebus uulgo incredibilibus \&c. den guetigen Leser / so dieser ding weitern verstandt haben will / ich hiemit gewiesen will haben. Vnd sei hiemit genung angezeygt / das es nicht flucks alwege luegen sein muessen / so etwas wirdt angezeygt / dem gemeynen Man fremd / vnd vnbezeuechlich duenckt sein / wie in dieser Historia / da die leuthe alle in der Jnsell nacket gehen / keyn heusslich vihe zur narung / keynerley dinge so bei vns im Brauch / den Leib zuerhalten / haben / als kleyder / Bette / Pferde / Schwein oder Kuehe / noch Wein oder Bier \&c. sich vff jhre weise enthalten / vnd behelffen müssen.   Damit diese vorrede zum Ende lauff / wil ich auch kuertzlich anzeygen / was diesen Hans Staden bewegt hab / seine beyde Schiffarte vnd wegereyse in truck zu verfertigen. Dis moechten viel jm vbel außlegen / als wolt er hiemit jme eynen Thum / oder brechtigen Namen machen / welchs ich gar vil anders von jme verneme / vnd glaub gewißlich / das sein gemuet viel anders stehe / wie auch in der Historia hin vnnd wieder vermerckt wirt. Dieweil er so in vielfeltigem Elend gestanden / souil widerwertigkeyt erlitten / daran jm so offt sein leben gestanden hat / vnd gar nicht zuhoffen / sind das er da entlediget vnd in sein vatter heimmet wieder kommen / wuerde. Gott aber / dem er alwege vertrawet / vnd angerûffen / jnen nicht alleyn von seiner feinde hende / erlediget / sondern auch durch sein gleubiges gebet vilmals Gott beweget hat / das vnder den Gotlosen leuten / Gott zuverstehen geben / das der rechte warhafftge Gott / krefftig vnd gewaltig / vnd noch vorhanden sei. Man weyß wol / das des Gleubigen gebett Gott gefellig ist gewesen / durch diesen Hans Staden / sein wunderwerck bei den gottlosen wilden / zusehen lassen / Die wüste ich nicht zu wieder sprechen. Auch ist yderman bewust / das truebsal / kummer / vnglueck vnd kranckheyt \&c. gemeynlich / die leuth zu Gott bewegen / das sie in der noth mher dan zuvor Gott anrûffen / etzliche bißher nach papistischer weise / sich etwan diesem oder jenigen heyligen / mit walfarth oder oppferen verpflichten / das jn aus jrer Not geholffen werde / vnd diese geluebte vast strenge gehalten werden / aus genommen von denen / so gedencken die heyligen zubetriegen / mit jren geluebten / wie Erasmus Roterodamus in colloquijs in dem Naufragio schreibet / das eyner jm Schiff S. Chriostophorum / der zu Pareiß im Tempel / eyn Bildt etwan, 10. elen hoch / wie eyn grosser Poliphemus / stehet / Diesem heyligen gelobt habe. Wan er jm aus der Nott hilff / woelle er jm opfern / eyn wechsen licht also groß / als der heylige were. Sein nechster nachpawer / der bei jm saß / der wust vmb dieses Mans armheyt / schaldt jn von wegen / dieses geluebtes / sagt / Wan er gleich all sein narung / die er vff Erden hette / verkeufft / koente er doch nicht souil wachs zuwegen bringen / das er eyn solch groß licht kuent gezeugen. Antwort jm der darauff / sagt es jm heymlich / das der heylige es nicht hoeren solte / sprechende: Wan er mir aus dieser not geholffen hat / will ich jm kaum eyn Gollicht von vnschlicht gemacht / eyns pfennigs wert geben.   Vnd die ander Historia von dem Reutter so im Schiffbruch war / die ist eben auch also. Dieser Reutter als er sahe das dz schiff wolt vndergehen / rieff er .S. Niclaus an / das er jm aus der nott huelffe / er wolt jm sein Pferdt oder Pagen opfern / da vermanet sein knecht jnen. Er solte das nicht thun / worauff er sonst reiten woelle / sagt der Juncker zum knecht / heymlich / das der heylge nicht hoeren solt. Schweige du still wan er mir außgehilfft / wil ich jm nicht den Stertz / das ist den Schwantz vom pferde geben. Also gedacht eyn jederer vnder den zweyen / seinen heylgen zu betriegen vnd gethaner wolthat baldt zu vergessen. Damit nun dieser Hans Staden nicht auch also darfur angesehen werde / itzo so jm Gott geholffen hat / dieser wolthat zu vergessen / So hat er jm vorgenommen / mit diesem truck / vnd beschreibung der Historien / Gottin alwege / zuloben vnd preisen / vnd aus Christlichem gemuet / die werck vnd Gnade an jm erzeygt / wo er kan vnd mag an tag zubringenn. Vnd wann dis nicht sein vornemens were (welchs dan erbarlich vnd recht ist / so wolte er viel lieber dieser muehe vnd arbeyt / verseumnis / auch angewentes kostens / der nicht gering vff diesen Truck vnd Formen zu schneiden ergangen ist / enthaben sein. Diese Historia aber dieweil sie durch den Authorem dem Durchleuchtigen hochgebornen Fürsten vnd Herrn .H. Philipsen / Landtgraffen zu Hessen / Graff zû Catzenelnbogen / Ditz / Ziegenhain vnd Nidda / seinem lantsfürsten vnd gnedigen herrn / vndertheniglich dedicirt vnd zûgeschriben / vnd in seiner gnade namen offentlich in truck hat lassen außgehn / vnd lange zeyt zuuor her von hochgemeltem F. vnserm gnedigen herrn / in meiner vnd anderer vil / gegenwertigkeyt / den Hans Staden / examinirt / vnd von allen Stuecken seiner Schiffart vñ Gefencknis gruentlich außgefragt vnd erforst / dauon ich dan vilmals E. G. sampt andern Herrn vnderthenig angezeygt vnd erzelet habe. Vnd dieweil ich E. G. vor eynen sonderlichen liebhaber solcher vnd dergleichen Astronomischen vnd Cosmographischen kuenste / zu sein / lange zeit / vermerckt / habe ich diese meine præfation oder vorred E. G. vndertheniglich woellen zuschreiben / Welch E. G. gnediglich also võ mir woelle annemen / bis so lang ich etwas trifftigers / in E. G. namen / in truck verfertigen werde. Mich hiemit E. G. vndertheniglich befelhende. Datum Marburgk am tage Thomæ. Anno M. D. LVI. Inhalt des bûchs 1   Von zweyen Schiffarten / so Hans Staden in Neuendthalb jaren volnbracht hat. Ist die erste reyse auß Portugalia / die ander auß Hispania / in die new welt Americam geschehen. 2   Wie er alda in der Landtschafft der wilden leut Toppinikin genant (so dem kuenig zû Portugal zûstehen) für eynen Buechsenschuetzen gegen die feinde dahin gebrauchet sei. Letzlichen / von den feinden gefangen vnd wegk gefuehret / zehendhalben monat lang in der gefar gestanden / das er getoedt von den feinden / vnd gefressen solt worden sein. 3   Jtem / wie Gott gnediglichen vnnd wunderbarlicher weise / disen gefangen nach vorgeleßnem jar erloeßt / vnd er in sein geliebtes vatterlandt wider heym kommen sei.   Alles Gott zû Ehren vnd dancksagung seiner milten barmherzigkeyt / inn truck gegeben.   Was hilfft der wechter in der statt / Dem geweltigen schiff im meer sein fart / So sie Gott beyde nicht bewart.   Ch Hans Staden vonn Homberg in Hessen / name mir vor / wens Gott gefellig were / Jndiam zubesehen / zoge der meynung von Bremen nach Holandt / zû Campen kam ich bei schiffe die wolten in Portugal saltz laden / Da fuhre ich mit hin / vnd wir kamen den 29. tag Aprilis des jares 1547. an / bei eyner statt genant sanct Tuual / waren vier wochen auff dem wasser dahin zufaren. Von dannen zohe ich nach Lissebona / welches fünff meil von S. Tuual ist. Zû Lissebona kam ich in eyn herberg / der Wirt war genant der jung Leuhr / vnd war eyn Teutscher / da lag ich eyn zeit lang bei. Demselbigen Wirt sagt / ich / Wer auß meinem vatter landt gezogen / wann es mir gelingen moecht in Jndiam zu siegeln. Sagt er / Ich were zulang aussen blieben / Des Kueniges Schiffe so in Jndiam fueren / werden hinweg gefaren. Jch batt jnen / dieweil ich die reyse versaumet hette / das er mir woelte zû eyner andern helffen / dieweil er die spraach koente / ich woelte wider in seinem dienste sein. Er bracht mich in eyn schiff fur eynen buechsen schuetzen / Der Capitan in dem schiff war genant Pintiado / der wolte in Prasilien fahren / auff kauffmanschafft / Hatte auch vrlaub vff die schiff zugreiffen / so in Barbaria mit den weissen Moren kauffschlagten. Auch wo er Frantzoesische schiff inn Prasilien mit den wilden leuten kauffschlagen fuende / solten preis sein. Auch solte er dem Kuenige etliche gefangenen da ins landt fueren / die selbigen hatten straff verdienet / Doch die newen lande damit zubesetzen / wurden sie gesparet. Vnser schiff war wol geruest mit aller kriegs ruestung / welche man zû wasser gebraucht. Vnser waren drei teutscher in dem schiff / eyner genant Hans von Bruchhausen / der ander Heinrich Brant von Bremen / vnd Jch. Außfahrt meiner ersten schifffart von Lissebona auß Portugal.   Caput II. WJr siegelten von Lissebona / mit noch eynem kleynen schifflin / war auch vnsers hauptmans / kamen erstmals an be eyner insel Eilga de Madera genant / hoeret dem kuenige võ Portugal / wonen Portugaleser darin / Jst fruchtbar von wein cnnd zucker / Daselbs bei eyner statt / genant Funtschal / namen wir mehr Victalia ins schiff. Darnach fuehren wir von der insel in Barbariam / nach eyner stat Cape de Gel genant / hoeret eynem weissen Moren kuenig / Schiriffi genant. Die stat hat vormals der kuenig von Portugal inne gehabt / derselbige Schiriffi hats jme wider genommen. Bei der selbigen stat meynten wir der obgenanten schiff zubekommen / die mit den vnchristen kauffschlagten. Wir kamen dahin / funden vil Castilianischer fischer da vnterm land / die gaben vns bericht / wie das bei der Statt schiffe weren / Wir fuhren hinbei / so kompt eyn schiff auß dem Hauingen / wol geladen / Dem fuhren wir nach vnnd vberkamen es / Aber das volck entfuhre vns mit dem Botte / Da sahen wir eyn ledig bott auff dem lande stehen / welches vns wol dienlich war zû dem genomnen schiff / wir fuhren hinbei vns holtens. Die Weissen Moren kamen starck angeritten / wolten es verthedingen / Aber sie konten vor unserm geschuetz nit darzû kommen. Wir namens / fuhre mit vnser beute / welches war Zucker / Mandelen / Tatteln / bocksheude / gummi Arabicum / Deren das schiff wol geladen war / widder nach dem Eilga de Madera / schickten vnsere kleynen schiff nach Lissebona / solches dem kuenige anzuzeygen / wie wir vns mit solcher beut halten solten / dann es hoereten Valentianische vnd Castilianische Kauffleut darzû. Wir wurden von dem Kuenige beantwortet / soltenn die beut da in der insulen lassen / vnd mit vnser reyse fort faren / mitler weil woelte sein Altesa gruendtlich erfaren / wie es darumb were. Demnach thatten wir / vnd fuhre widder nach Capede Gel / zubesehen ob wir mehr beut bekommen konten. Aber vnser furnemen war vmb sunst / vnnd der windt wurd vns zuentgegen / bei dem lande der vns verhinderte. Die nacht vor aller heyligen tag / fuhren wir von Barbaria mit eynem grossen sturmwind nach Prasilien zû. Als wir nun 400. meil von Barbaria ab waren in das meer / kamen vil fische umb das schiff / der fiengen wir mit angel hacken. Derselbigen waren etliche welche die schiffleut nenneten Albakore / waren groß / Etliche Bonitte / waren kleyner / Etliche Durado Auch waren vil fische da so groß wie hering / hatten vff beyden seiten fittige wie eyn fledermauß / dieselbigen wurden sehr verfolget von den grossen / Wan sie die hinter sich vermerckten, erhûben sie sich auß dem wasser jrer grosse hauffen / flogen vngeferlich zweyer klafftern hoch vber dem wasser / etliche sehr nahe so weit man absehen konte. Dann fielen sie widerumb ins wasser. Wir funden sie offtmals des morgens im schiff leigen / waren des nachts im flûg darein gefallen / Vnd sie heyssen in Portugalesischer spraach pisce Bolador. Darnach kamen wir inn die hoehe der linien Aequinoctial / Daselbst war grosse hitze / dann die Sonn stunde recht vber vns wann es vmb mittag war / war gar keyn windt etliche tage / dann in der nacht kamen offtmals grosse donnerwetter mit regen vnnd windt / erhûben sich bald / vergiengen auch bald / das vns die selbigen nicht / wann wir vnter siegel waren vbereilen solten / musten wir fleissig wachen. Als aber nun widerumb windt kam / der wehete sturmb / werete etliche tage / vnd war vns entgegen / vermûteten vns / wo er lang werete / hungers not zuleiden. Rûfften Gott an vmb gûten windt. Da begab es sich eyne nacht das wir eynen grossen sturm hatten / waren in grossen muehe / da erschienen vns vil blawer liechter in dem schiff / dero ich nit mehr gesehen hatte. Da die bulgen vor ins schiff schlugen / da giengen der liechter auch. Die Portugaleser sagten / das die liechter eyn zeychen gûtes zûkuenfftigen wetters weren / sonderlich von Gott gesant in noeten zutroesten. Theten Gott eyne dancksagung darfuer mit eynem gemeynen gebet / Darnach verschwunden sie wider. Vnd dise liechter heyssen Santelmo / oder Corpus santon. Wie nun der tag anbrach / wurde es gût wetter / vnd kam eyn gûter windt / das wir augenscheinlich sahen / das solche liechter muesten eyn wunderwerck Gottes sein. Wir siegelten hin durch das meer mit gûtem winde / den xxviij. tag Januarij / kriegen wir eynen huck landes ins gesicht / in eyner la Cape de sanct Augustin genant. Acht meil daruon / kamen wir zum Hauingen Prannenbucke genant. Vnd wir waren lxxxiiij. tage im meer ehe wir das landt sahen. Da selbst hatten die Portugaleser eynen Flecken auffgericht / Marin genant. Der hauptman des Flecken war genant Artokoslio / dem vberlifferten wir die gefangenen / luden auch etliche gueter auß / die sie da behielten. Wir richteten vnsere sach auß in dem Hauingen / wolten furtban siegeln / da wir meynten zuladen. Wie die wilden des orts Prannen= bucke waren auffruerisch worden / vnd den Por= tugalesern eynen Flecken vertilgen wolten. Caput III. SO begab es sich das die wilden des orts waren vffruerisch worden gegen die Portugaleser / welchs sie vormals nicht waren / welches nun der Portugaleser halben sich angefangen hatte / so wurden wir gebetten vmb Gottes willen / von dem hauptman des landes / das wir woelten im Flecken einsetzen / Garasu genant / fünff meil von dem haunigen Marin / da wir lagen / welches die wilden sich vnderstunden einzunemen / vnd die inwoner des flecken Marin kunten den andern nicht zuhilff kommen / Dann sie sich auch vermuteten / das die wilden sie vberziehen wuerden. Wir kamen den von Garasu zuhilff mit viertzig Mannen vnsers schiffs / fûhren in eynem kleynen schifflin dahin / Das Flecklin lag vff eynem stramen des meeres / welches sich zwo meil wegs landtwerts innstrecket. Es moechten vnser Christen 90. zur wehr sein / Darneben dreissig Moren vnd Prasilianische schlauen / welche der einwoner eygen waren / Dei wilden leut so vns belegerten / wurden geachtet vff acht tausent. Wir in der belegerung hatten nur eynen zaun von Reydeln vmb vns her. Wie jre Festunge war / vnd wie sie gegen vns stritten. Caput iiij. VMb den Flecken her da wir inne belegert waren / gieng eyn walt / darinnen hatten sie zwo festungen gemacht / von dicken beumen / darinnen hatten sie des nachts jre zûflucht / ob wir zû jnen hinauß fielen / da wolten sie beyten. Darneben hatteb sie loecher in die erden gemacht / vmb den flecken her da lagen sie des trages inn / darauß kamen sie mit vns zu schermuetzlen / Wann wir nach jnen schossen / fielen sie alle nider / vermeynten sich dem schuss zuentbucken / hatten vns so gar belegert / wir kundten weder ab noch zû kommen / Kamen hart vor den Flecken / schossen vil pfeil in die hoehe / meynten sie solten im niderfallen vns im flecken treffen / schossen vns auch pfeile / daran sie baumwoll vns wachs gebunden hatten / vnnd das angesteckt / meynten vns die techer an den heusern mti anzustecken / traweten wie sie vns essen wolten / wenn sie vns kriegten. Wir hatten noch eyn wenig zu essen / vnd das selbige war bald auff / Dañ es da im land den gebrauch hat / alle tag / oder yevber den andern tag frische wurtzeln zuholen / vnnd meel oder kûchen daruon zumachen / zû solchen wurtzeln konten wir nicht kommen. Wie wir nun sahen das wir victalia gebrech leiden musten / fûhren wir mit zweyen Barcken nach eynen flecken Tammaraka genant / victalia da zuholen / so hatten die Wilden grosse beume vber das waesserlein hergelegt / war jrer vol auff beyden seiten des vfers / meynten vns die reyse zuuerhindern / Wir zerbrochen dasselbige wider mit gewalt / es wurd eben mitler zeit / Wir blieben auff dem truckenen. Die wilden konten uns in den schiffen nichts thun / Aber sie wurffen vil truckenes holtzes auß jrer schantze zwischen das vfer vñ schiff / vermeynten das anzustecken / jres pfeffers der da im lande wachsset / darin zuwerffen / vnd vns mit dem dampffe auß den schiffen zujagen. Aber es geriet jnen nicht / mitler weil kam die flût wieder. Wir fûhren zû dem flecken Tammaraka / Die inwoner gaben vns victualia / Darmit fûhren wir widerumb nach der belegerung bei dem vorigen ort / hatten sie vns die fart wider gehindert / Also / Sie hatten beume / wie vor / vber das wasserlein gelegt / lagen darbei auff dem vfer / hatten sie zwen beume vnden / auff eyn wenig nahe abgehawen / oben an die beume hatten sie dinger gebunden / Sippo genant / wachsen wie hoppen bremen / sein dicker. Das ende hatten sie in jrer schantz / war jr meynung / wañ wir komen / vñ woelten wider hindurch brechen / wolten sie die Sippo ziehen / das die beume vort an solten brechen vnd auff die schiff fallen. Wir fuhren hinbei / brachen hindurch / der erste baum fiel nach jrer schantze / der ander fiel kurtzhinder vnser schifflein in das wasser. Vnd ehe wir anfiengen das wehr zubrechen / rieffen wir vnsern gesellen in dem flecklin / das sie vns zuhilff kemen. Wann wir anfiengen zurûffen / rûfften die Wilden auch / das vns vnsere gesellen in der belegerung nicht hoeren konten / dann sie konten vns nicht sehen eynes gehoeltzes halben so zwischne vns war / sonst aber waren wir so nahe bei jnen / das sie vns wol hetten koennen hören / wann die Wilden so nicht gerûffen hetten. Wir brachten die victalia in den flecken / wie die Wilden da sahen das sie nichts konten außrichten / begerten sie fried vnd zogen wider ab. Die belegerung werete bei nahe eynen monat / der Wilden blieben etliche todt / aber der vnsern Christen keyner. Wie wir sahen / das sich die Wilden zu fried begeben hetten / zohen wir wider zû vnserm grossen schiff / welches vor Marin lag / daselbs luden wir wasser in / auch Mandioken meel zu victalia. Der Oberst des flecken Marin dancket vns. Wie wir auß Prannenbucke fuhren nach eyner landtschafft Buttugaris genant / bei eyn Frantzösisch Schiff kamen / vnd vns mit jme schlugen. Caput V. WJr fuhren viertzig meilen von dannen zû eynem hauingen / Buttugaris genant / da meyneten wir das schiff mit Prasilien holtz zuladen / auch den Wilden mehr victalien ab zubeuten. Wie wir dahin kamen / funden wir eyn schiff auß Franckreich / dz lud prasilien holtz / das fielen wir an / meynten es zunemen / aber sie verderbten vns den grossen mastbaum mit eynem schosse / vnd entsiegelten vns / etliche vnsers schiffes wurden erschossen / etliche verwundet. Darnach wurden wir sins wider inn Portugal zufaren / dann wir konten nicht widerumb zu winde wert kommen / in den hauingen / da wir meynten victalia zubekommen. Der windt war vns zuwider / wir fuhren mit so geringer victalia nach Portugal / lieden grossen hunger / etliche assen bocksheud / die wir im schiff hatten / Mañ gab vnser yeder eynem des tags eyn Noesselen wassers / vñ eyn wenig Prasilianisch wurtzeln meel / waren 108. tag im meer / den xij. tag Augusti kamen wir bei insulen / genant Losa Sores / hoeren dem koenige von Portugal / da anckerten wir / rûweten vnd fischten / Daselbst sahen wir eyn schiff im meer / da fuhren wir bei / zuwissen was es fur eyn schiff were / vnd es war eyn Seereuber / stalte sich zur wehre / doch kriegten wir die oberhandt / vñ namen jnen das schiff / sie entfuhren vns mit dem bote nach den insulen / Das schiff hatte vil wein vnd brots / damit wir vns erquickten. Darnach kamen wir bei fuenff schiff / horten dem koenige von Portugal / die solten bei den inseln der schiff auß Jndia warten / sie in Portugal zugeleyten. Darbei blieben wir / hulffen eyn Jndisch schiff / welches da ankam / geleyten in eyn insel Tercera genant / da blieben wir. Es hatten sich in der insel vil schiff versamlet / welche alle auß den newen landen komen waren / etliche wolten in Hispanien / etliche in Portugal / Wir fuhren auß Tercera bei nohe hundert schiffe in geselschafft / kamen zû Lissebona an / vngeferlich den achten tag Octobris / des jars 1548. waren xvj. Monat auff der reyse gewesen. Darnach rûwete ich eyn zeit lang zû Lissebona / wurde des sins mit den Hispaniern inn die newen land zufaren die sie inne haben / Fuhr derhalben võ Lissebona mit eynem Engellendischen schiffe in Castilien / bei eyne stat Porta sancta Maria genant / Da wolten sie das schiff mit wein laden / von dannen reysete ich nach eyner stat Ciuilien genant / da fand ich drei schiffe wurden zûgeruest / solten nach eyner landtschafft Rio de Platta genant / fahren / gelegen in America / dieselbige landtschafft / vnd das Goltreiche landt Pirau genant / welches vor etlichen jaren funden ist worden / vnd Prasilien / ist alles eyn fûß feste landt. Dasselbige landt fort einzunemen waren vor etlichen jaren schiffe dahin geschickt / deren eyns war wider kommen / begerten mehr hilff / sagten vil wie Goltreich es sein solte. Der Hauptman vber die drei schiff / war genant Dohn Diege de Senabrie / solt von wegen des koenigs eyn Oberster sein in der landtschafft. Jch begab mich in der schiff eyns / sie wurden sehr wol geruest / wir fuhren von Ciuilien nach sanct Lucas / da die Ciuilische refir ins mehr geht / daselbst lagen wir vnd warten auff gût windt. Außfart meiner andern schiffart von Ciuilien auß Hispanien in Americam. Ca.6. ANno Domini 1549. den vierten tag nach Ostern / siegelten wir zû sanct Lucas auß / vnd der wint war vns entgegen / namen zû Lissebona hauingen / wie der wint gût wurd / fuhren wir nach den insulen Cannarias / anckerten bei eyner insulen Pallama genant / da namen wir etlichen wein in das schiff fuer die reyse. Auch wurden die stewrleut der schiffe daselbst eyns / wenn sie im meer von eynander kemen / wo sie in dem land solten wider beieynander kommen / nemlich in 28. Gradus vff der Suden seiten der linien æquinoctial. Auß Palma fuhren wir nach Cape virde / das ist / das gruene haupt / welches ligt in der schwartzen Moren landt / Daselbst hatten wir beinahe eyn schiffbruch gelitten / vñ dannen fuhren wir vnser Coß / der wint war vns entgegen / verschlûg vns etliche mal auff das lant Gene / in welchem auch schwartze moren wonen. Darnach kamen wir bei eyner insulen an / ist eyn zuckerreich Eilandt / aber vngesunt. Es wonen Portugaleser darin / haben vil schwartzer moren / das jre eygene leut sein. Wir namen frischwasser in der insel / siegelten furt an / wir hatten vnsere zwey mitgesellen schiffe in eynem sturmbwind des nachts auß dem gesicht verlorn / also / das wir alleyn siegelten / die winde waren vns sehr entgegen / dañ sie haben die art in dem meer / wann die Sonn vff der Nort seiten der linien Aequinoctial gehet / so wehen die wind von den Suden her. Desselben gleichen / wan die sonn auff der Suden seiten geht / komen sie von der norten seiten / haben die art / das sie fuenff monat steiff auß eynen ort wehen / hinderten vns vier Monat / das wir vnser rechte Coß nicht segeln mochten. Wie da der monat September ankam / begunten die winde Noertlich zuwerden / wir setzten vnser Coß Seud Seud West nach America zû. Wie wir in die hoehe XXVIII. gradus bei das landt America kamen / den hauingen nit erken nen kunten / dahin wir bescheyden waren / vnd eyn grosser sturm sich bei dem Land erhûb. Cap. 7. DArnach eynes tages / welcher war der 18. Nouembris nam der Steurman die hoehe der sonnen / befand sich in 28. gradus / da suchten wir das Landt Westen an auff / Darnach den 24. tag gemeltes monats sahen wir landt. Waren sex monat im meer gewesen / stunden vilmals grosse gefahr. Als wir nun hart bei das landt kamen / kanten wir den hauingen / vnd die merckunge nicht / welche der Oberste Steurman vns gegeben hatte. Dorfftens auch nit wol wagen vns in vnbekante hauingen zugeben / louirten so langes dem lande her / es hub an sehr zuwehen / wir meynten nuit anders dann uff den Klippen umbzukommen / bunden ledige fass zusamen / theten puluer darin / stopfften die sponde zû / banden vnsere wehr darauff / ob wir hetten schiffbruch gelitten / vnd etliche werden daruon kommen / solten jre wehr am lande finden / dann die bulgen wuerden die fasse an das landt werffen / wir louirten / meynten vom land widerum abzufaren / es halff nicht / dere windt treybe vns auff die Klippen so im wasser verborgen lagen in 4. kloffter wassers hoch / musten der grossen bulgen halben auffs landt fahren / meynten nicht anders dañ wir muesten alle mit eynander umkommen. Doch schickt es Gott / wie wir hart bei die Klippen kamen / ward vnser gesellen eyner eyns hauingen gewar / da furen wir hinein. Daselbst sahen wir eyn kleyn schifflin / das flohe vor vns / vnd fuhr hinter eyn insel / das wir es nicht sahen / vnd konten nicht wissen was es fuer eyn schiff were / aber wir volgeten jm nicht weiter nach. Sonder liessen vnsern ancker zugrunde / preiseten Gott das er vns auß dem ellend geholfen hatte / ruheten wir / vnd truckneten vnsere kleyder. Vnd es war wol vmb zwo awr nach mittage / da wir den ancker zu grund liessen / gegen dem abendt kam eyn grosser Nache voll wilder leuth bei das schiffe vnd wolten mit vns reden. Aber vnser keyner kundte die sprach wol verstehen / Wir gaben jnen etliche Messer vnd Angelhacken / da fuhren sie wider hin. Dieselbige nacht kam wider eyn Nache voll / da waren zwen Portugaleser vnter / die fragten vns / Wo wir her weren. Da sagten / wir / werden auß Hispanien / meynten sie / wir muesten eynen kuendigen Steurman haben / das wir so weren in den bauingen kommen / dann si weren des hauingen kuendig / aber mit solchem sturmwetter / wie wir darin kommen werden / wüsten sie nit darein zukommen. Da sagten wir jnen alle gelegenheyt / wie vns der windt vnd die bulgen zû eynem schiffbruch hetten bringen woellen. Wie wir nun nit anders meynten / dann wir solten vmkommen / werden wir des bauingen ploetzlich weiß worden / vnd Gott hette vns also darin geholffen / vnuerhoffet / vnd des schiffsbruchs errettet / vnd wusten auch nit wo wir weren. Wie sie solchs hoereten / verwunderten sie sich / vnd danckten Gott / vnd sagte der hauingen darinnen wir werden / hiesse Supraway / vnd wir werden ungeferlich vviii. meil wegs von eyner insel die heysseet sancte Vincente / vnd hoerete dem koenig von Portugal / vnd da woneten sie / vnd die so mit dem kleynen schifflin gesehen hetten / werden derhalben geflohen / das sie gemeynet hetten wir werden Frantzosen gewesen. Auch fragten wir sie / wie weit die insel sanctæ Catharinæ von dannen were / dann wir woelten daselbst hin / Sagten sie / es moechten vngeferlich xxx. meil sein / nach den Suden / vnd es were deselbst eyn Nation Wilder / die heyssen Carios / Das wir vns wol vorsehen / vnd sagten: Die Wilden des gegenwertigen hauingen heyssen die Tuppin Jkins / vnd weren jre freund / darfuer hetten wir keyn not. Wir fragten sie in was hoehe der Sonnen dasselbige land lege / sagten sie / in 28. gradus / wie wahr ist. Auch gaben sie vns gleichnus wobei wir das landt erkennen solten. Wie wir da widerumb auß dem ha= uingen fûhren / das landt widerumb zusûchen / dahin wir wolten.   Caput viij. ALs sich nun der windt auß den Ost Sud Osten gestillet / ward gût wetter / vnd der windt wehete auß den Nordosten / giengen wir zû siegel / vnd fûhren wider zurueck nach dem vorgemelten ort lands / wir siegelten zwen tag vnd sûchten den hauingen vnd konten jnn nicht erkennen / Doch merckten wir bei dem lande / das wir musten bei dem hauingen vber gesiegelt haben / dann die Sonn verdunckelt ward dz wir sie nicht nemen konten / konten nit widerumb zûruck kommen des winds halben / der windt verstach vns. Aber Gott ist eyn nothelffer / wie wir des abents gebet hilten / batten wir Gott vmb gnad / begab es sich / ehe dann es nacht wurd / das sich truebe wolcken erhûben nach dem Suden / dahin vns der windt verstach / ehe wir das gebet vollendet hatten / wurde der Nordosten wind still vnd wehete nicht das mans mercken kundte / da fieng der Sudenwindt / der doch in der zeit jares nit vil pflegt zu regieren / an zuwehen / mit eynem solchen donner vnd fewr / dz eym schrecken ward / vnd das meer war sehr vngestuemb / dann der Suden windt gegen des Nordwinds bulgen wehete / war auch sonst so finster dz man nicht sehen kunte / vnd das grosse fewr vnd donner machete das volck zaghafftig / das keyner wuste wo er zûgreiffen solte die siegel zuwenden / Auch meynten wir nit anders / dañ wir muesten die nacht alle ersauffen / so gab doch Gott / das sich das wetter aenderte vnd besserte / vnd wir siegelten dahin da wir des tages her kommen waren / vñ sûchten den hauingen von newem / aber konten jn doch nicht erkennen / dann es waren vil insulen bei dem fûßfesten lande. Wie wir nun wider in 28 gradus kamen / sagt der hauptman zû dem Pilot / das wir hinder der inseln eyne fuehren / vñ liessen eyn ancker zû grund gehen / vñ sehen doch was es für eyn landt were / Da fûhren wir zwischen zweyen landen hinnein / daselbst war eyn schoener hauingen in / da liessen wir den ancker zugrund gehen / wurden sins mit dem botte außzufaren den hauingen weiter zu erkunden. Wie vnser etliche mit dem bott fuhren den hauingen zu besichtigen / funden eyn Crucifix auff eyner Klippen stehen.   Cap. ix VNnd es war auff sanct Catharinen tag im jar 1549. Als wir den ancker zu grund liessen / vñ den selbigen tag fuhren vnser etlich wolgeruest den hauingen weiter zu besehen mit dem botte / vnd liessen vns beduncken / es müste eyn refir sein die man heysset Rio de sancto Francisco / die ligt auch in der selbigen prouintz / ye weitter wir hinnein fûhren / ye lenger die refier war. Vnd wir sahen vns vmb hin vnd wider / ob wir auch eynigen rauch ersehen konten / aber wir sahen keynen / Da bedauchte vns wir sehen huetten vor eyner wiltnus in eynem grunde / vnd fuhren hinbei / da warens alte huetten / vnd vernamen keyne leut darinnen / vnd fuhren fortan / so ward es abent / vnd es lag eyn kleyne insel vor vns in der refier / da fûhren wir an / die nacht da zubleiben / verhofften vns da am besten zubewachen. Wie wir bei die Jnsel kamen / war es schon nacht / vnd dorfften vns doch nit wol wagen / das wir vns hetten ans landt begeben / die nacht darbei zu rûhen. Doch giengen vnser etlich rund vmb die inel her / zubesehen ob auch yemants darinne were / aber wir vernamen niemants. Da machten wir fewr / vnd hieben eynen palmenbaum vmb / vnd assen den kern daruon / daselbst enthielten wir vns die nacht / des morgens frû furen wir als weiter zum land hinnein / Dann vnsere meynung war gantz / wir wolten wissen ob auch leut vorhanden weren / dann als wir die alten huetten gesehen hatten / gedachten wir es muesten ye leut im lande sein. Wie wir nun also fort fuhren / sahen wir von fernem eyn holtz auff eyner klippen stehen / das schine gleich als eyn creutz / meynten etliche wer das dahin wolt bracht haben. Wir fuhren hinbei / so war es eyn groß hoeltzern creutz / mit steynen feste vff die klippen gemacht vñ eyn stueck von eynem faßboden war daran gebunden / vnd in dem faßboden waren buchstaben geschnitten / konten es doch nit wol lesen / verwunderten vns / was das fur schiffe moechten gewesen sein / die solchs da auff gericht hetten / wusten nit ob das der hauingen were / da wir vns versamlen solten. Darnach fuhren wir wider fort an / hinein von dem creutz / weiter land auff zusûchen / den boden namen wir mit. Wie wir nu so fuhren / sass eyner nider vñ laß die buchstaben vff dem fassboden / begund sie zuuerstehen / war also darauff geschnitten in Hispanischer spraach: Si vehu por ventura, eckyla armada desu Maiestet, Tiren vhn Tireaj Aueran Recado . Das is in teutsch souil gesagt: Ob hieher zur abenthewr seiner Maiestet schiffe keme / die schiessen eyn stueck geschuetzes ab / so werden sie weiter bescheyd bekommen. Vnd fûhren schnel wider vmb bei das creutz / vnd schossen eyn Falckenetlin ab / vnd begunten weiter zum lande hinein zufahren. Wie wir also fuhren / sahen wir fünff Nachen vol Wilder leut / kamen stracks auff vns zûgeruddert / so war vnser geschuetz bereydt / Wie sie nun nahen bei vns kamen / sahen wir eynen menschen der hatte kleyder an / vnd hatte eynen bart. Der stund vorne in dem Nachen / vnd wir kanten jnen das er eyn Christ war / Da rûfften wir jm zû er solte still halten / vnd mit eynem Nachen bei vns kommen / spraache zu halten. Wie er nun so nahe kam / Fragten wir jnen in was Lantschafft wir weren / sagte er: Jhr seit in dem hauingen Schirmirein / heyßt so auff der wilden leut spraach / vnd sagte / das jrs besser versteht / so heyssets sanct Catharin hauingen / welchen namen jm die geben haben / so sie erst erfunden. Do erfreweten wir vns / dann das war der hauingen so wir suchten / waren darinn vnd wustens nicht / vnd kamen auch auff sanct Catharinen tag daselbst hin. Hie hoeret jr wie Gott den jenigen so in noeten sein / vnd jnen mit ernst anrûffen / hilffet / vnd sie errettet. Da fragte er vns wo wir her weren / Da sagten / wir / weren des Kuenigs schiffe võ Hispanien / vnd wolten nach Rio de Platta fahren / auch weren noch mehr schiffe vff der reyse / wir hoffeten (so es Gott geliebte) sie würden auch bald kommen / vnd daselbst wolten wir vns versamlen. Da sagte er / Es gefiele jm wol / vnd danckte Gott / dañ er were vor dreien jaren auß der prouintz Rio de Plata von der stette die man nennet la Soncion / welche die Hispanier inhaben / herab bei das Meer geschickt / welchs sein 300. meil wegs / das er solte die Nation / welch man heysset Carios / so die Hispanier zû freunden haben / dahin halten / das sie wurtzeln pflantzen / so Mandioca heyßt / vff das die schiffe daselbst wider moechten (so sie gebroch hett) der Wilden leut victalia bekommen. Welchs der hauptman also bestellet hatte / so die newe zeittunge in Hispanien brachte / mit namen Capitan Salaser / der auch wider mit dem andern schiffe kam. Wir fûhren mit jnen hin inn die huetten / da er vnter den Wilden wonete / die thaten vns guetlich auff jre weise. Wie ich geschickt wurd mit eynem Nachen voll wilder leut zû vnserm grossen schiffe. Caput X. DArnach batt vnser Capitan den Man / so wir vnter den Wilden funden / Das er eynen Nachen mit volck bestellete / die solten vnser eynen bei das groß schiff fuehren / damit dasselbige auch dahin kaeme. Da schickte der Capitan mich hin mit den Wilden leuten nach dem schiffe / vnd wir waren drei nacht aussen gewesen / das die im schiffe nicht wusten wie es vmb vns stund. Wie ich nun mit dem Nachen auff eynen armrust schoss nahe bei das schiff kam / machten sie eyn groß geschrey vnd stalten sich zur wehr / vnd wolten nit / das ich mit dem Nachen neher keme / sonder rieffen mir zû / wie das zûgienge wo das ander volck bliebe / vnnd wie ich also alleyn mit dem Nachen voll Wilder leut keme / vnd ich schwige stille vnnd gab jnen keyn antwort / Dann der Capitan befalhe mir / Jch solte trawrig sehen / zumercken was die in dem schiffe thun wolten. Wie ich jnen nun nit antwortet / rieffen sie vnter eynander / es ist nicht recht vmb die sache / die andern muessen todt sein / vnd sie kommen mit diesem eynen vnd sie villeicht mehr hinderhalts haben / das schiff also einzunemen / vnd wolten schiessen / Doch rieffen sie mir noch eyn mal zu / do fing ich an zu lachen / vnd sagte / seit getrost / gute newe zeitungs / lasset mich neher kommen so wil ich euch bericht geben / Darnach sagte ich jnen wie es vmb die sach wehre / das erfreweten sie sich hochlich vnd die wilden fuhren mit jren nachen widerumb heim. Vnd wir kamen mit dem grossen schiffe nahe bei der Wilden wonunge / daselbs lissen wir eynen ancker zû grunt / lagen da vnd warteten auff die anderen schiffe so sich im sturm wint von vns verloren hatten so noch kommen solten. Vnnd das dorff da die wilden wonen heysset Acuttia vnd der man den wir da funden hies Johan Ferdinando vnd eyn Busckeyner aus der Stadt Bilba / vnd die wilden so da waren hiessen die Carios / die brachten vns vil wildfleysch vnd fische / darfuer gaben wir jnen Angelhacken. Wie das ander schiff vnser geselschafft ankam / so sich im Meer von vns verloren hatt / darin der Oberste Steuerman war.   Cap. xi. WJe wir vngeferlich drei wochen daselbst gewesen waren / kam das schiff / darin der oberste steurman war / Aber das dritte schiff war vmbkommen / daruon erfuhren wir weitter nichts. Wir ruesteten widerumb zû fort an zufaren / hatten victalia versamlet fuer 6. Monat / dann wir hatten noch wol 300 meil zu wasser zufahren. Wie wir alle ding fertig hatten / eynes tages verloren wir das grosse schiff im hauingen / das die reyse also verhindert warde. Wir lagen da zwey jar in grosser gefar in der wiltnus / lieden grossen hunger / musten eydexen vnd feld Ratten essen / vnd andere seltzame getier mehr so wir bekommen konten / auch wasser schneln so an den steinen hangen / vnd der gleichen mer seltzamer speise. Die wilden so vns erstmals Victalia gnug zutrugen / wie sie wahr gnug von vns bekommen hatten / entzog vns der meynste hauff auff ander oerter / dorfften jnen auch nit wol vertrawen / so das es vns verdroß da zuleigen vnd vmb zukommen. Wurden derhalben eyns das der meynste hauff solte vber landt dahin zur Prouintz / die Sumption genant / reysen / welchs noch war. 300. meil von dannen / Die andern solten mit dem vberbliebenen schiff dahin kommen / Der Capitan behielt vnser etlich bei sich / solten mit jm vber wasser fahren / Die jenigen so vber landt zohen / namen Victalia mit / durch die wiltnis zuzihen / namen etlich Wilden mit sich / zohen hin / aber jrer vil waren von hunger gestorben / die vbrigen waren zur stette kommen / wie wir darnach erfuren / Vns andern war das schiff auch zukleyn vber Meer zufaren. Wie wir rahts wurden vnd fuhren nach sancte Vincente / da die Portugaleser das landt inne haben / vermeynten noch eyn schiff von jnen zufrachten / damit vn ser reyse zuenden / litten durch grossen sturm des Meers schiffbruch / wusten doch nicht wie ferne wir von sancte Vincente waren.   Cap. xii. SO haben nun die Portugaleser eyn insel hart bei dem fûßfesten lande eingenommen die heysset sancto Vincente (in der wilden spraach Vrbioneme) Dieselbige prouintz ligt ongeferlich 70. meil von dem ort da wir waren / da war vnser meynung hin zufaren vnd zusehen ob wir kuenten von den Portugalesern eyn schiff zuerfrachten bekommen / in Rio de Plata zufaren / dan eyn schiff so wir noch hatten war vns allen drinn zufaren zu kleyn. Das zuerforschen fuhren vnser etlich mit dem Capitan Salasar genant / nach der Jnsel sancte Vincente / vnnd vnser keyner war mehr da gewesen / sonder eyner der hieß Roman / derselbige ließ sich beduncken das landt wider zufinden. Wir siegelten auß dem hauingen Jnbiassape genant / ligt xxxiiij. gradus Sudwert equinoctial / vnd kamen vngeferlich zwen tag nach vnser außfart bei eyn insel / Jnsula de Alkatrases genant / ongeferlich xl. meil von dannen da wir außfuhren / daselbst ward vns der windt zuentgegen / das wir musten dabei anckern. Jn derselbigen insel waren vil meer voegel / so war es an der zeit dz sie jungen zogen. Daselbs giengen wir an landt vnd sûchten sueß wasser in der insel / vñ funden noch alte huetten / vnd der wilden leut dopff scherben / die vor zeiten in der insel gewonet hatten / vnd funden eyne kleyne wasserquellen vff eyner klippen / Daselbst schlugen wir der vorgenanten voegel vil todt / vnd namen auch jrer eyer mit zu schiff / kochten derselben voegel vnd eyer. Wir wir nun gessen hetten / erhûb sich eyn groß sturmwint von den Suden / das wir nerlich den ancker behalten kungen / vñ forchten vns sehr der windt wuerde vns auff die klippen schlagen / Dasselbige war schon gegen abent / vnd wir meynten noch in eynen hauingen zukommen der heysset Caninee. Aber ehe wir dahin kamen / war es nacht / vnd konten nicht darein kommen / sonder furen von lande ab mit grosser gefahr / meynten nicht anders dann die bulgen wuerden das schiff zustuecken schlagen / dañ es war auff eynem heupt landes / da doch die bulgen groesser sein dann mitten in der tieffe des meers / weit vom lande. Vnd wir waren die nacht so weit vom land kommen / das wir es des morgens nit sehen mochten. Doch nach langem krigten wir das land wider in das gesicht / vñ der sturm war so groß / das wir vns nerlich lenger enthalten konten / da ließ sich der beduencken / so mehr im land gewesen war / als er das land sahe / es were Sancte Vincente / vnd fuhren hinzu / da wurd das land mit nebel vnd wolcken bedeckt / das man es nicht wol erkennen konte / Musten alles / so wir hatten / das schwer war / ins Meer werffen / dadurch das schiff leichter zu machen der grossen bulgen halben / waren also in grosser angst / furen hin / meynten den hauingen zutreffen da die Portugaleser wonen / Aber wir yrreten. Wie nun die wolcken eyn wenig auffbrochen / dz man das land sehen konte / sagte der Roman / er liesse sich beduncken der hauinge were vor vns / das wir stracks eyner klippen zu fuehren / da lege der hauinge hinter. / Wir fuhren hinbei als wir hart darbei kamen / sahen wir nichts dan den todt vor augen / dan es war der hauingen nicht / vnd musten recht auffs land fahren des wints halben vnnd schiffbruch leiden / die bulgen schlugen widder das landt das es eyn gewel war / da baten wir Gott vmb gnade / vnd hülff vnser seelen / vnd thaten wie schiffarenden leuten zûgehoert / die schiffbruch leiden muessen. Wie wir nun nahe kamen da die bulgen ans land schlugen / fuhren wir so hoch auff den bulgen her / das wir so stickel hinab sahen / gleich als von eyner Mauer / den ersten stoß so das schiff an das land thet / ging es von eynander / Do sprungen etlichen herauß vnd schwummen vorth an ans landt / vnser etliche kamen vff den stuecken zu land. Also halff vns Got allen mit eynander lebendig ans landt / vnd es wehete vnd regnete so sehr das wir gar verkollen waren. Wie wir gewar wurden in was landt= schafft der Wilden leut wir den schiffbruch ge= litten hatten.   Caput xiij. ALs wir nun an landt kommen waren / danckten wir Got das er vns lebendig hatte zû lande kommen lassen / vnd waren doch gleichwol auch betruebt / dann wir wusten nicht wo wir sein mochten / dieweil der Roman das landt nicht recht erkante / ob wir weit oder nahe võ der insel sancte Vincente weren / Oder ob auch Wilde leut da woneten / daruon wir schaden empfahen moechten. So lauffet vngeferlich vnser mitgesellen eyner / mit namen Claudio (der war eyn Frantzoß) auff dem vfer hin / das er sich erwermen moechte / vnd sihet eyn dorff hinderm gehoeltze / darin waren die heuser gemacht auff der Christen masse / vnd er gieng dahin / da war es eyn flecke / darin woneten Portugaleser / vnd heysset mit namen Jtenge Ehm / vnd ist zwo meil von sancte Vincente. Da sagte er jnen wie wir da hetten eynen schiffbruch gelitten / vnd das volck were sehr erfroren / vnd wusten nicht wo wir hin solten. Wie sie das hoereten / kamen sie herauß gelauffen vnd namen vns mit jnen in jre heuser / vnd bekleydeten vns. Daselbst blieben wir etliche tage biß wir wider zu vns selbs kamen. Von dannen reyseten wir vber landt nach sancte Vincente / Daselbst thatten vns die Portugaleser alle ehr an / vnd gaben vns eyn zeit lang die kost. Darnach fieng eyn yeder etwas an / das er sich daruon enthielt. Wie wir da sahen / das wir alle vnsere schiff verloren hatten / schickte der hauptman eyn Portugalesisch schiffe nach vnserm andern volcke / welches zu rucke blieben war in Byasape / dieselbigen auch dahin zubringen / wie es denn auch geschahe. Wie Sancte Vincente gelegen ist. Caput XIIII. SAncte Vincente ist eyn insel / ligt hart bei dem fûßfesten land / darinnen sein zwen flecken / Eyner genant in Portugaleser spraach Sancte Vincente · aber in der wilden spraach Orbioneme / der ander leit daruon vngeferlich ix meil / vnd heysset Ywawa supe / sonst leigen auch noch etliche heuser in der inseln die heyssen Jngenio / vnnd inn den selbigen machet man den zucker. Vnd die Portugaleser so darinnen wonen / haben eyne Nation Prasilianer zufreunden / die heyssen Tuppin Jkin / vnd die nation jres lands strecket sich in 80. meil wegs lang das landt hinein / vnd an dem meer her vnferlich 40. meil. Vnd die Nation haben off beyden seiten feinde nach der Sud seiten / vnd auch nach der Nordt seiten. Jhre feind auff der Sud seiten heyssen die Carios / Vnnd die feinde auff der Nort seiten heyssen die Tuppin Jnba. Auch werden sie von jren feinden Tawayar geheyssen / ist so vil gesagt / als feind / die selben haben den Portugalesern vil schaden gethon vnd muessen sich noch heutiges tags fur inen forchten. wie der ort heysset da her jnen die meyste verfolgung geschahe von den feinden / vnd wie er gelegen sei.   Cap. XV. ES ligt eyn ort landes fuenff meil von sancte Vincente der heysset Brikioka / an dem ort kommen jre feinde die wilden leute erstlich an / vnd faren zwischen eyner indeln die heysset sancto Maro / vnd dem fûßfesten lande hindurch. Die selbige fart den Wilden zubenemen / waren etliche Mammelucken gebrueder / jr vatter war eyn Portugaleser / vnd jre mutter war eyn Prasilianische fraw / die selbigen waren Christen / geschickt vnd erfaren / beyde in der Christen vnd auch in der Wilden leut anschlegen vnd spraachen. Der eltest hieß Johan de Praga / Der ander Diego de Praga / der drit Domingus de Praga / der vierdte Francisco de Praga / der fuenffte Andreas de Prage / vñ jr vatter hieß Diago de Prage. Die fuenff Brueder hatten fuergenommen / vngeferlich vor zweyen jaren / ehe ich dahin kam / mit noch Wilden leuthen / so jre Freunde waren / daselbs eyne Festunge hin zumachen / gegen die feinde / auff der Wilden leut gebrauch / welches sie auch gethan hatten. Derhalben auch etliche Portugaleser / dahin zu jnen gezogen / daselbs zu wonen / dieweil es eyn fein landt war / solchs hatten jre Feinde verspeiet die Tuppin Imba / vnd sich in jrem lande geruestet / welchs vngeferlich 15. meil daruon anfahet / vnd waren eyne Nacht da ankommen / mit 70. Nachen vñ hatten sie / wie jr gebrauch ist / in der stunde vor tage / angefallen / vnd die Mamalucken sampt den Portugalesern / waren in eyn hauß gelauffen / welchs sie võ erden gemacht / vnd sich geweret. Die andern wilden leut aber hatten sich in jren huetten zu hauff gehalten vnd sich geweret / dieweil sie gekont hatten / So das der feinde viel waren todt blieben / Doch zum letzten hattendie feinde die Oberhant kriegen / vnd den flecken Brickioka angesteck / vñ die wilden alle gefangen / aber den Christen welcher vngeferlich mochten 8. gewesen sein / vnd den Mammalucken / hatten sie nichts thun konnen / in dem hause / Dann Gott wolte sie bewaren / Aber die anderen wilden so sie da gefangen / hatten / sie so balt von eynander geschnitten vnd geteylet / vnd darnach widerumb in jre landtschafft gezogen. Wie die Portugaleser / Brikioka wieder vffgerichtet hatten / darnach eyn bolwerck in die Insel sanct Maro machten. Caput XVI. DArnach dauchten es die Obersten vnd gemeyne gut sein / das man den selbigen Ort nit verlisse / sondern bawete dahin auffs sterckeste / Dieweil man daselbs das gantze land verthedingen konte / solchs hatten sie gethon. Wie nun die Feinde solchs vermerckten / das flecklein Brikioka jnen zu starck war / an zufallen / fuhren sie die nacht gleich wol vor dem flecken vber / zu wasser / vnd namen zur beut wen sie bekommen konten vmb sanct Vincenten her. Dann die inwendig im land woneten / meynten sie hetten keyn not / dieweil der flecke da inb der gegenheyt arffgerichtet vnd befestiget war / vnd darueber lidden sie schaden. Darnach bedauchte die inwoner / sie wolten in die Jnsel sancte Maro / welches hart gegen Brickioka vber ist / auch eyn hauß hart auff das wasser bawen / darein geschuetz vnd leut thun / solche fart den Wilden zuuerhindern. So hetten sie nun eyn Bolwerck in der insel angefangen / doch nicht geendet / vrsach / wie sie mich berichten / das mal keyn Portugaleser buechsen schuetz sich darein wagen wolte. Jch war da den ort landes zu besehen. Wie die inwoner nun hoereten / das ich eyn Teutscher war / vnnd mich ettwas auffs geschuetz verstund / begerten sie von mir / ob ich woelte in dem hause in der inseln sein / vnd da der feinde helffen warten / sie woelten mir mer gesellen verschaffen / vnd mir eyn gûte besoldung geben. Auch sagten sie / wo ichs thette / Jch solte es gegen dem Koenige geniessen / Dann der Koenig pflegte sonderlich denen / so in solchen newen landen huelffe vñ raht geben / jr gnediger herr zusein. Jch ward mit jnen eyns / das ich vier monat in dem hauß dienen solt / Darnach wuerde eyn Oberster von des Koenigs wegen da ankommen mit schiffen / vnd eyn steynen blochhauß dahin machen / welches dann stercker sein wuerde / wie auch geschahe. Die meyste zeit war ich in dem bloch hauß selb dritte / hatte etlich geschuetz bei mir / war in grosser gefar / der Wilden halben / dañ das hauß nit fest war / musten auch fleissig wacht halten / darmit die Wilden nit heymlich in der nacht bei hin fuehren / dañ sie sich etliche mal versûchen / ydoch halff vns Gott das wir jrer gewar worden in der wachte. Vngeferlich nach etlichen Monaten kam der Oberste von des Koenigs wegen / dann die gemeyne hatte dem Koenige geschrieben wie grosse vbermût die Feinde dem Ort Landes theten von der selbigen seiten her. Auch wie eyn schoenes landt eds were / nicht nuetzlich solches zûnerlassen. Das zuuerbessern kam der Oberste Tome de Susse genant / vnd besahe den ort lands / vñ die stette / so die gemeyne gern feste gemacht hette. Da zeygte die gemeyne dem obersten an den dienste so ich jnen gethon hette / mich da inn das hauß begeben / da sonst keyn Portugaleser in wolte / dann es vbel befestiget war. Dasselbige behagte jm wol / vnd sagte er woelte mein sach beim koenige antragen / wann jm Gott wider inn Portugal huelffe / vnd ich solts geniessen. Meine zeit / so ich der Gemeyne hatte zûgesagt zudienen / war vmb / nemlich 4. monat / vnd ich begerte vrlaub / Aber der Oberste / mit sampt der gemeyne / begerten / das ich noch woelte eyn zeitlang im dienste bleiben. Darauff ich jnen das ja gab / noch zewy jar zudienen / vnd wañ die zeit vmb were / solte man mich sonder eynyges verhindern / mit den ersten schiffen darin ich kommen konte lassen nach Portugal siegeln / da solte mir mein dienst vergolten werden. Des gab mir der Oberste von wegen des Koenigs meine priuilegia / wie da gebreuchlich ist zugeben den Kuenges buechsen schuetzen so es begeren. Sie machten das steynen bolwerck / vnd legten etliche stueck geschuetzes drein / vnd das bolwerck sampt dem geschuetz wurd mir befolhen gûte wacht vñ vffsehens drein zuhaben. Wie vnd auß was vrsachen wir der feinde vns eyne zeit im jar mehr dann die ander vermû= ten musten.   Cap. xvij. WJr musten uns aber jrer auff zwo zeite im jare mehr besorgen dann sonst / furnemlich wen sie jrer Feinde landt mit gewalt gedencken einzunemen / Vnd diese zwo zeit sein / die eyn im Monat Nouembri / so werden etliche Fruecht reiffe / die heysset auff jre sprache Abbati / daruon machen sie eyn getrencke / dz heysset Kaa. wy. Darneben haben sie dañ die wurtzel Mandioka / die mengen sie auch etwan darunter / vnd vmb der getrencke willen / wañ der Abati reiffe ist / wann sie widerumb auß dem kriege kommen / das sie dañ des Abatis haben / jre gedrencke darauß zumachen / jren feind / wann sie deren gefangen haben / darbei zuessen / vnd frewen sich eyn gantzes jar darauff / wann die Abati zeit kompt. Auch musten wir vns jrer vermûten im Augusto / dann ziehen sie eyner art fische nach / die selbigen steigen auß dem meer in die suessen wasser so ins meer fliessen / das sie darinnen leychen / Dieselbigen heyssen auff jre spraach Bratti / Die Hispanier heyssen sie Lysses. Vmb dieselbigen zeit pflegen sie auch gemeynglich außzufaren vnnd zustreitten / darmit sie essens halben desto besser hinkommens haben. Vnd derselbigen fische fahen sie vil mit kleynen gernlein / schiessen sie auch mit pfeilen / fuehren jrer vil gebraten mit heym / machen auch meel darauß / welches sie heyssen Pira Kui. Wie ich von den wilden gefangen wurd / vnd wie sichs zutrûg.   Cap. xviij. JCh hatte eynen wilden man / eynes geschlechts / welche heyssen Carios / der war mein eygen / der fing mir wild / mit dem gieng Jch auch vnterweilen in den Walt. Es begab sich aber auff eyn zeit / das eyn Hispanier aus der Jnsel Sancte Vincente zu mir kam in die Jnsel Sancte Maro / welchs 5. meilen von dannen ist / in das bolwerck / darinne ich wonete / vnd noch eyn teutscher hies mit namen Heliodorus Hessus, Eobani Hessi seligen Son / derselbige war in der Jnsel Sancte Vincente / in eynem Jngenio / in welchen man den zucker machet / vnd das Jngenio war eynem Genueser der hieß Josepe Ornio / vñ dieser Heliodorus war der kauffleut schreiber vnd außrichter die zu dem Jngenio gehoereten (Jngenio heyssen heuser darinne man zucker macht) Mit demselbigen Heliodoro hatte ich zuuor mehr kuntschafft gehabt / dañ do ich mit den Hispaniern den schiffbruch da vnter lande leyd / jnen da in der Jnsel sancte Vincente fand / vnd er mit freundtschafft bewiese / Er kam zû mir / wolte sehen wie mirs gieng / Dann er hatte villeich gehort ich were kranck. Jch hatte meinen Schlauen den tag zuuor in den walt geschickt Wild zufahen. Ich wolte des andern tages komen vnd es holen / das wir moechten etwas zuessen haben / Dann man da im land nicht vil mehr hat dann was auß der wiltnus kompt. Wie ich nun so durch den waldt gieng / erhûb sich vff beyden seiten des wegs eyn groß geschreiy auff der wilden leut gebrauch / vñ kamen zû mir ingelauffen / da erkante ich sie / vnd sie hatten mich alle rund vmb her bezirckt / vnd jre bogen vff mich mit pfeilen gehalten / schossen zû mir ein. Da rûfft ich / Nun helff Gott meiner seelen. Jch hatte das wort kaum so bald außgesagt / sie schlûgen mich zur erden / schossen vnnd stochen vff mich / Noch verwundeten sie mich (Gott lob) nit mehr / dann in eyn beyn / vnd rissen mir die kleyder vom leib / Der eyne die halßkappen / der ander den hût / der dritte das hembd / vnd so vort an. Fiengen da an vnd kieben sich vmb mich / der eyne sagt er were der erste bei mir gewesen / der ander sagte er hette mich gefangen. Dieweil schlugen mich die andern mit den handtbogen. Doch zum letzten hûben mich zwen auff von der erden da ich so nacket war / der eyne name mich bei eynem arm / der ander bei dem andern / vnnd etliche hinter mich / vnd etliche vor mir her / vnnd lieffen so schwinde mit mir durch den waldt nach dem meer zû / da sie jre nachen hatten. Wie sie mich bei das meer brachten / da sahe ich vngeferlich eynen steynwurff oder zwen weit jre nachen stehen / die hatten sie auß dem meer vffs landt gezogen unter eyne hecken / vnd jrer noch eynen grossen hauffen dabei / Wie mich dieselbigen sahen daher leyten / lieffen sie nur alle entgegen / waren geziert mit feddern vff jren gebrauch / vñ bissen inn jre arme / vnd dreweten mir / also woelten sie mich essen. Vnd es gieng eyn Koenig vor mir her / mit dem holtze damit sie die gefangenen tod schlagen / Der predigte vnd sagten / wie sie mich jren schlauen den perot (so heyssen sie die Portugaleser) gefangen hetten / vnd woelten nun jrer freunde tod wol an mir rechen. Vnd wie sie mich bei die nachen brachten / schlugen mich jre etliche mit feusten. Da eilten sie vnter eynander / das sie die nachen wider ins wasser schoben / dann jnen leyd war das jn Brickioka eyn Allerm würde wie auch geschach. Ehe sie nun die Nachen wider ins wasser brachten / bunden sie mir die hende zu samen / vnd sie waren nit alle auß eyner wohnunge / eyn yeden Aldea verdroß / das sie soltenn ledig heymfahren vnd kieben mit den beyden / so mich behielten / etliche sagten / sie weren eben so nahe bei mir gewesen / als sie / vnd sie wolten auch jr teyl von mir haben / vnd wolten mich da auff der stedde gleich todt schlagen. Da stund ich vnd Betete / sahe mich vmb nach dem schlage / doch zum letzten hub der koenig an / so mich behalten wolte / vnd sagte / sie wolten mich lebendig heymfuehren / auff das mich auch jre weiber lebendig sehen / vnd jre Fest mit mir hetten. Dan so wolten sie mich Kawewi pepicke toeten / Das ist / sie wolten gedrencke machen vnd sich versamlen / eyn Fest zumachen / vnd mich dan mit eynander essen / Bei den worten liessen sies bleiben / vnd bunden mir 4. stricke vmb den hals / vnd muste inn eyn nachen steigen / dieweil sie noch auff dem lande stunden / vnd bunden die ende der stricke an den Nachen vnd schoben sie ins Meer wiederumb heym zufahren. Wie sie mit mir wolten wider zu rueck fahren vnd die vnsern ankamen / meynten mich jnen wider zunemen / vnd sie sich wider zu jnen wanten / vnd scharmuetzelten mit jnen.   Cap. xix. ES ligt eyn kleyne insel bei der insel darin ich gefangen wurd / in der nisten wasser voegel die heyssen Vwara / haben rote feddern / Fragten mich / Ob jre Feinde die Tuppin Jkins das jar auch da gewesen weren / vñ die voegel bei jren jungen gefangen hetten / Da sagte ich ja / Aber sie wolltens gleichwol besehen / Dann sie achten die feddern gros so von den voegeln kommen / Dann all jr zierath ist gemeynlich võ feddern gemacht. Vnd der vorgenanten voegel Vwara art ist / wann sie jung sein / die ersten federn so jnen wachsen / sein weiß graw / Die andern aber wann sie flueck werden / sein sie schwartz graw / damit fligen sie vngeferlich eyn jar / darnach werden sie so rot als rote farbe. Vnd sie fûhren hin nach der insel / meynten der voegel anzutreffen. Wie sie nun vngeferlich zwen buexenschosse von dem ort kamen / da sie die nachen stehen hatten / sahen sie zu rucke / da war es voll daselbs der wilden Tuppin Jkin / auch etliche Portugaleser vnter jnen / dann es volgete mir eyn schlaue / wie ich gefangen wurd / der selbige entkam jnen / vnd hatte eynen lermen gemacht / wie sie mich gefangen hetten / so / das die meynten mich zuerloesen / vnd rieffen denen so mich gefangen hatten / das sie zû jnen kemen weren sie kuen vñ scharmuetzelten. Vnd sie kereten mit den nachen wider vmb zû denen ans landt / vnd die vff dem land schossen mit roren vnd pfeilen zû uns ein / vnd die in dem Nachen wider zû jnen / vnd bunden mir die hend widerumb loß aber die stricke vmb den hals waren noch feste gebunden. Jnhalt dieses capitels ist in der figur des 14. capitels begriffen So hatte nun der koenig des Nachens / da ich innen war / eyn rohr vnd eyn wenig puluers / welches jme eyn Frantzose fur prasilien holtze gegeben hatte / das muste ich auff die am lande abschiessen. Wie sie so eyn weile gescharmuetzelt hatten / besorgten sie sich das sich die andern auch eiwan mit nachen sterckten / vñ jnen nach eilten / vnd fuhren von dannen / vnd es wurden jrer drei geschossen / vnd sie furen vngeferlich eynen Falckenetlin schoß bei dem bolwerck zû Brikioka her / da Jch pflegte inne zu sein / vnd wie wir so vor vber fuhren / muste ich in dem nachen vff stehn das mich meine gesellen gesehen konten / da schossen sie auß dem bolwerck zwei grober stueck ab vff vns / aber sie schossen zu kurtz. Mitler zeit kamen etlichen nachen von Brikioka vns nachgefahren / vnd meynten sie wolten vns erlangen / aber sie ruderten zugeschwind hinweg / wie solchs die freund sahen dz sie nichts geschaffen konten kereten sie widerumb nach Brikioka. Was sich auff der wider vmb reyse begab nach jrem lande.   Cap. 20. WJe sie nun ungeferlich 7. meil wegs von Brickioka hinweg waren nach jrer Landtschafft / war es nach der Sonnen zurechnen gegen abent vmb 4. vhr / vnnd war des selbigen tages wie sie mich gefangen hatten. Vnd sie fuhren bei eyn insel vnd zohen die nachen an land / vnd meynten die nacht da zubleiben / vnnd zogen mich auß dem Nachen an land. Als ich auff das landt kam / konte ich nit sehen / dañ ich vnter dem angesicht zerschlagen war / auch nicht wol gehen / muste inn den sant leigen der wunden halben so ich im beyn hatte. Sie stunden vmb mich her vnnd draweten mir wie sie mich essen woelten. Wie ich nun in so grosser angst vnd jamer war / bedachte das ich vor nie betrachtet / nemlich der betruebte jamertal / darinn wir hie leben / vnd ich fieng an mit weynenden augen zusingen außgrundt meines hertzen den Psalmen: Auß tiefer not schrei ich zû dir \&c. Da sagten die Wilden: Sihe wie schreiet er / ytzt jamert jn. Darnach dauchte sie / es were nicht gûte legerung in der inseln / die nacht da zu bleiben / vnd fuhren wider nach dem Fuß festen lande / daselbs waren huetten / die sie vormals gebawet hatten / vnd es war in der nacht / wie wir dahin kamen / Vnd sie zohen die nachen auffs landt / vnd machten fewer / vnd leyteten mich darnach darbei / Da muste ich in eynen netze schlaffen / welchs sie in jrer sprach Jnni heyssen / die sein jre Bette / vnnd binden sie an zwen pfele / vber die Erden / odder ist es inn eynem walde / so binden sie es an zwen beume / die stricke so ich an dem halse hatte / bunden sie oben an eynen baum / vnd sie legten sich die nacht vmb mich her / verspotteten mich vnd hiessen mich / auff jre spraache / Schere inbau ende / Du bist mein gebundenes Tier. Ehe nun der Tag anbrach fuhre sie wieder aus / vnnd rudderten den gantzen tag / vnd vngeferlich wie die sonne vmb Vesperzeit stund waren sie noch zwo meil von dem ort / da sie sich die nacht hin legeren wolten / So erhebet sich eyn grosse schwartze wolcke / vñ kommet hinter vns her / sehr schrecklich / vnd sie ruderten schwinde / das sie moechten an land kommen / vmb der wolcken vnd winds willen. Wie sie nun sahen / das sie jr nit entfahren konten / Sagten sie zu mir / Ne mungitta dee, Tuppan do Quabe, amanasu y an dee Imme Ranni me sis si Das ist so vil gesagt. Rede mit deinem Gott / das vns der grosse regen vnd wint keynen schaden thu. Jch schweyg stille vnd thet mein gebete zû Gott / dieweil sie es von mir begerten vnd sagte: O du Almechtiger Gott / du hymlischer vnd erdtrichs gewalt haber / der du von anbegin / denen / die deinen namen anrûffen / geholffen vnd sie erhoeret hast / vnter den Gottlosen / erzeyge mir deine barmhertzigkeyt / auff das ich erkennen moege / das du noch bei mir seiest / vnd die Wilden heyden / so dich nit kennen / sehen moegen / das du mein Gott mein gebet erhoeret hast. Jch lag in dem nachen gebunden / das ich mich nit vmb sahe nach dem wetter / aber sie sahen stets hindersich / fiengen an zusagen: Oqua moa amanasu. Das ist so vil gesagt: Das grosse wetter gehet hintersich. Da richtet ich mich eyn wenig auff / vnnd sahe hindter mich / das die grosse wolcke vergieng / da danckte ich Gott. Wie wir nun an landt kamen / thetten sie mit mir gleich wie vorhin / bunden mich an eynen baum / vnnd lagen des nachts vmb mich her / vnnd sagten / wir weren nun nahe bei jrer Landtschafft / wir wuerden den andern tag gegen abent daran kommen / welches ich mich gar wenig frewete. Wie sie des tages mit mir vmbgien= gen / da sie mich bei jre wonunge brachten. Ca. 21. DEsselbigen tages vngeferlich nach der Sonnen zurechnen / wars vmb vesperzeit als wir jre wonungen sahen / waren also drei tage vff der heymfart gewesen. Dañ es waren dahin ich gefuehret wardt / dreissig meil wegs / von Brickioka da ich gefangen wurd. Wie wir nun hart bei jre wonungen kamen / war es eyn doerfflin das hatte sieben huetten / vnnd nanten es Vwattibi. Wir fûhren auff eyn vfer landes welches vff dem Meer ligt / da harte bei waren jre weiber in jren wurtzel gewechs / welches sie Mandioka beyssen. Jn demselbigen wurtzel gewechs giengen vil jrer weiber vnnd rissen wurtzeln auß / den muste ich zû rûffen in jrer spraach: A Junesche been ermi vramme. Das ist: Jch ewer essenspeise komme. Wie wir nun an landt kamen / lieffen sie alle auß den huetten (welchs auff eynem berge lage) jung vnd alt / mich zubesehen. Vnd die maenner giengen mit jren bogen vnd pfeilen nach jren huetten / vnd befolhen mich jren weibern / dieselbigen namen mich zwischen sich / vnd giengen etliche vor mir / vnd etliche hinter mir her / Sungen vnd tantzten an eynem singen / die gesenge so sie den eygenen leuten pflegen zusingen wan sie die woellen essen. Wie sie mich nun vor die huetten Ywara / das ist vor jre Festunge brachten / welche sie machen rund vmb jre huetten her / von grossen langen reydeln / gleich wie eyn zaun vmm eyn garten. Das thun sie vmb jrer feinde willen / Wie ich nun hinein kam / lieff das frawen volck zû mir / vnd schlûgen mich mit feusten / vñ raufften mich bei dem bart / vnd sprachen in jrer spraach: Sche innamme pepike a e. Das ist so vil gesagt: Den schlag reche ich an dir von meines freunds wegen / Den die / darunter du gewesen bist / getoedtet haben. Darnach furten sie mich in die huetten / da muste ich in eyn Jnni leigen / da kamen die weiber vor vnd nach schlugen vnd raufften mich / vnd draweten mir wie sie mich essen woelten. So was das Mans volck in einer huetten bei eynander / vnd truncken die getrencke welche sie Kawi nennen / vnd hatten jre Goetter bei sich / Tammerka genant / vnd sungen jnen zun ehren / das sie jnen so wol geweissaget hatten dz sie mich fangen solten. Solchen gesang hoeret ich / vnnd es kam inn eyner halben stunde keyn mans volck bei mich / dañ alleyn weiber vnd kind. Wie meine beyden Herrn zû mir kamen vnd sagten mir / wie sie mich jrer Freunde eynem verschenckt hetten / der solte mich verwaren vnd tod schlagen / weñ man mich essen wolte.   Caput xxij. JCh wuste jren gebrauch so wol nicht als ich jn darnach erfûhr / vnd gedacht / Ytzund ruesten sie zû dich zutoedten / Vber eyne kleyne weil kamen die so mich gefangen hatten / mit namen Jeppipo Wasu / vnd sein brûder Alkindar Miri / Sagten / Wie sie mich jres vatters brûder Jpperu Wasu / auß freuntschafft geschenckt hatten / derselbige solte mich verwaren / vñ mich auch tod schlagen / wañ man mich essen wolte / vnd jme also eynen namen mit mir machen. Dann derselbige Jpperu Wasu hette vor eynem jar auch eynen schlauen gefangen / vnd jnen dem Alkindar Miri auß freuntschafft geschenckt. Den selbigen er tod geschlagen / vnd eynen namen daruon gewunnen hatte So das der Alkindar Miri dem Jpperu Wasu verheyssen hette / den ersten so er fienge / jme wider zuschencken / Der jenige ich da war. Weiter sagten die vorgenante beyde so mich gefangen hatten / Yetzt werden die frawen dich außfuehren / A prasse / Das wort verstund ich da nicht / es heysset aber tantzen / also zogen sie mich wider mit den stricken / so ich omb den hals hatte / Aus der huetten / auff den platz / Es kamen alle weiber / so in den sieben hütten waren / vnd grieffen mich an / vñ das mans volck gieng daruon. Da leyteten mich die weiber / etliche bei den armen / etliche bei den stricken so ich vmb den hals hatte / so hart das ich kaum den athem konte holen / Also zohen sie mit mir hin / ich wueste nicht was sie mit mir in dem sinne hatten / mit dem wurd ich ingedenck / des leidens vnsers Erloesers Jesu Christi wie der von den schnoeden Jûden vnschieldig leyd / Dardurch troestete ich mich vnd war desto gedueltiger / Do brachten sie mich vor des koeniges huetten / der hieß Vrating Wasu / Das ist vff teutsch gesagt / der grosse weisse vogel / vor des selbigen huetten lag eyn heufflin frisch erden / da fuhrten sie mich bei / vnd satzten mich darauff / vñ etliche hielten mich / da meynte ich nicht anders / dann sie wurden mich da als bald zu tod schlagen / vnd sahe mich vmb nach dem Jwera Pemme / darmit sie die leut erschlagen / vnd fragte ob sie mich so balt toeden wolten / da sagten sie / noch nit / da kam eyne fraw aus dem hauffen bei mich / vnd hatte eyn schiber stueck von eynem Christallen / zwischen eynem dinge gleich als gebogen reislin / vnd schar mir mit demselbigen Christallen die weimdron an den augen ab / vnd wolte mir den bart vom maul auch abschneiden / solchs wolt ich nit leiden / vnd sagte sie solten mich mit dem bart toedten. Da sagten sie / sie woelten mich noch nicht toedten / vnnd liessen mir den bart. Doch nach etlichen tagen schnieden sie mir jnen ab mit eyner scheer / so die Frantzosen jnen geben. Wie sie mit mir tantzten vor den huetten / darinne sie die abgoetter Tamerka hatten. Ca. 24. DArnach fuhrten sie mich von dem Ort / da sie mir die augenbrawen ab geschoren hatten / vor die huetten / da die Tammerka jre abgoetterinn ware / vnd machten eynen runten kreyß vmb mich her / da stund ich mitten innen / vnnd zwey weiber bei mir / vnd bunden mir an eyn beyn etliche dinger an eyner schuren / die rasselten / vnd bunden mir auch eyne scheibe von voegel schwentzen gemacht / war vierecket / hinden auff den hals das sie mir vber das heubt gieng / vnd heysset auff jre sprache Arasoya / darnach fieng das weibs volck alle mit eynander an zusingen / vnd gleich wie jr thon lautet / so muste ich mit dem beyne daran sie mir die rasseln gebunden hatten / nider tretten / vff das es rasselte vnd zusammen stimmete. Vnd das beyn darin ich verwundet war thet mir so wehe / das ich kaum stehen kunte / dann ich war noch nit verbunden. Wie sie mich nach dem tantze dem Jpperu Wasu / der mich toedten solte / heym= brachten.   Caput xxiiij. WJe nun der tantze eyn ende hatte / ward ich dem Jpperu Wasu vberliffert. Daselbst hatten sie mich in gûter bewarung. Da sagte er mir / Jch hette noch etlich zeit zuleben / Vnd sie brachten jre abgoetter alle so in der huetten waren / vnd setzten sie vmb mich her vnd sagten / Die hettens geweissaget / das man eynen Portugaleser hette sollen fangen. Da sagte ich / Die dinger haben keyne maacht / vnd koennen auch nicht reden / vnd liegen / das ich eyn Portugaleser bin / sonder ich bin der Frantzosen freund verwanten eyner / Vnd das land da ich daheyme bin / heysset Allemanien. Daruff sagten sie / Das mueste ich liegen / dann wañ ich der Frantzosen freund were / was ich dann vnter den Portugalesern thet / sie wusten wol / das die Frantzosen eben so wol der Portugaleser feinde weren als sie. Dañ die Frantzosen koemen alle jar mit schiffen / vnd brechten jnen Messer / Exte / Spiegel / Kemme vnd Scheren / vnd sie geben jnen Prasilien holtz / Baumwoll / vnd andere wahr / als federwerck vnd pfeffer darfuer. Derhalben weren es jre gûte freund / welchs die Portugaleser also nicht gethan hetten / Dann sie weren in verlegen jaren / da ins land kommen / vnd hetten / da sie itzt noch woneten / vnter jren feinden freundschafft gemacht / vnd darnach weren sie zu jnen auch kommen / vnd mit jnen zuhandeln begert / vnd sie weren aus gûter meynunge an jre schiffe kommen vnd darein gestigen / gleich wie sie noch heutiges tag theten / mit den Frantzoesischen schiffen / vnd sagten wen dañ die Portugaleser jrer gnung im schiffe gehabt / hetten sie sie den angegriffen / gebunden vnd jren feinden zugefuert vnd denen geben die hetten sie den gedoettet vnd gessen / vnd jrer etlich hetten sie mit jren geschuetz zu tod geschossen / vnd vil hochmût mehr / so jnen die Portugaleser gethan hetten / auch weren sie offtmals mit jren feinden zu kriege kommen / sie zufangen. Wie mir die so mich gefangen hatten / zorniges muts klagten / vnd das die Portugaleser jren vatter erschossen hetten / das wolten sie an mir rechen.   Cap. xxvj. VNd weiter sagten sie / das die Portugaleser / denen beyden so gebrueder waren / vnnd mich gefangen hatten / jrem vatter eynen arm abgeschossen hatten / also das er gestorben were / vnd desselbigen jres vatters tod / wolten sie nun an mir rechen. Darauff sagte ich was sie das an mir rechen wolten ich were keyn Portugaleser / ich were kurtz mit den Castilianern dahin kommen / eynen schiffbruch gelitten / wer der vrsach halben so vnter jnen blieben. So war eyn junger gesel von jrem geschlecht / welcher der Portugaleser schlaue gewesen war / vnd die wilden / darunter die Portugaleser wonen / waren daselbst hin / in der Tuppin Jnba landt zu krieg gefaren / vnd hatten en gantz dorff eingenommen / vnnd die Eltisten hatten sie gessen. Vnnd was von jungen waren / etliche den Portugalesern fuer wahr verbeuttet / Also das dieser junger gesel auch den Portugalesern verbeuttet war / vnd inn der gegenheyt Brickioka bei seinem herrn war / welcher hieß Antonio Agudin / eyn Gallicianer. Den selbigen schlauen hatten die so mich fiengen vngeferlich drei monat vor mir gefangen. Dieweil er nu von jrem geschlecht war / hatten sie jnen nit getoedtet / Derselbige schlaue kante mich wol / den fragten sie was ich fuer eyner were / Er sagte es were war / das sich da eyn schiff am lande verloren hatte / vnd die leut so daruon kommen weren / hetten sie Castilianer geheyssen / vnd weren der Portugaleser freunde / mit denselbigen were ich gewesen / weiter wuste er nit von mir. Wie ich nu hoerete / vnd auch zuuor verstanden hatte / das Frantzosen vnter jnen waren / vnd / vnd auch mit schiffen da pflegten anzukommen / bleyb ich stets vff eyner rede / vnd sagte: Jch were der Frantzosen freundverwandter / das sie mich vngetoedtet liessen / biß so lang / das Frantzosen kemen vnd mich erkenneten. Vnd sie hielten mich in sehr grosser verwarung / so waren nun etliche Frantzosen vnter jnen / so die schiffe da gelassen hatten pfeffer zuuersamlen. Wie eyn Frantzose so die schiffe vnter den Wilden gelassen hatte / dahin kam mich zubesehen / vnnd Jhnen befalhe / sie solten mich essen / ich were eyn Portugaleser.   Caput xxvj. ES war eyn Frantzose vier meil weges von den huetten darinnen ich war / vnnd wie er nun die zeittungen hoerete / kompt er dahin / vnnd gehet in eyn ander huetten / gegen der huetten vber darinne ich war / da kamen die Wilden zû mir gelauffen / vnd sagten: Hie ist nu eyn Frantzoß kommen / nun wollen wir sehen ob du auch eyn Frantzoß seiest oder nit / dessen erfrewete ich mich / vnd gedachte / er ist ye eyn Christ / er wird wol zum besten reden. Da leyteten sie mich so nacket hienein bei jnen / vnd es war eyn junger geselle / die Wilden hiessen jnen Karwattuware / vnd sprach mir Frantzoesisch zû / vnd ich kundte jnen nicht wol verstehn / so stunden die Wilden leut vmb vns her / vnd hoereten vns zû. Wie ich jm nun nicht antworten kundt / sagte er zû den Wilden / auff jre spraach: Totet vnd esset jnen / den boeßwicht / Er ist eyn rechter Portugaleser / ewer vnnd mein feindt / Vnd das verstund ich wol / Bat jnen derhalben vmb Gottes willen / das er jnen doch sagte / das sie mich nit aessen. Da sagte er: Sie woellen dich essen. Da wurd ich ingedenck des spruchs Jeremie cap. xxij. der da saget: Vermaledeiet sei der mensch so sich auff menschen verlasset. Vnd mit dem selbigen gieng ich wider von jnen mit grossem hertzen wehe / vñ hatte vff den schultern eyn stueck leine tûchs gebunden / welches sie mir gaben (wo sie es auch bekommen hatten Das reyß ich ab / vnd die Sonn hatte mich sehr verbrant / vnd warff es dem Frantzosen vor seine fueß / vnd sagte bei mir selbst / sol ich dann ja sterben / warumb solte ich dann eynem andern mein fleysch lenger vor hegen. Da leyteten sie mich widerumb in die huetten / da sie mich verwareten. Da gieng ich in mein netz leigen. Gott dem ist bekant das ellend so ich hatte / vnd hûb so schreiend an zusingen / den verß Nun bitten wir den heyligen geyst / vmb den rechten glauben aller meyst / Das er vns behuete an vnserm ende / wann wir heym fahren auß diesem ellende / Kyrioleys. Da sagten sie: Er ist eyn rechter Portugaleser / Yetzt schreiet er / jme grawet vor dem tode. Der vorgenante Frantzoß war zwen tag daselbs in den huetten / darnach des dritten tages reysete er vort an. Vnd sie hatten beschlossen / sie woelten zû ruesten / vnd des ersten tages mich toedten / so bald sie alle ding bei eynander hetten. Vnd sie verwarten mich sehr fleissig / vnd thatten mir grossen spott an / beyde jung vnd alt. Wie ich so groß zan wehe hatte / Caput xxvij. ES begab sich / wie ich so im elende war / das gleich wie man sagt / das eyn vnglueck nicht alleyn kompt / mir eyn wan wehe thet / so das ich gar verfiel / durch groß wehe / so fragte mich mein herr / wie es keme das ich so wenig esse / ich sagte mir thete eyn zan wehe / Do kam er mit eynem dinge / von holtze gemacht / vnd wolte jn mir außreissen / Jch sagte er thete mir nit mehr wehe / Er wolte jn mir mit gewalt auß reissen. Doch wegert ich mich so sehr / das er daruon abließ / ja meynte er / wo ich nicht esse vnd widerumb zuneme / solten sie mich toeten ehe der rechten zeit. Gott weyß wie manchmal ich so hertzlich begerte / das ich moechte / wens sein gotlich will were / sterben ehe es die wilden acht hetten / das sie nicht jren willen an mir vollenbringen mochten. Wie sie mich zû jrem obersten Koenige Konyan Bebe genant / fuehreten / vnd wie sie da mit mir vmb giengen.   Cap. xxviij. NAch etlichen tagen fuereten sie mich in eyn ander dorff / welchs sie heyssen Arirab / zû eynem kuenig der hieß Konyan Bebe / vnnd war der vornemste koenig vnter jnen allen. Bei demselben hetten sich etliche mehr versamlet / vnd eyn grosse freud gemacht / vff jre weise / wolten mich auch sehen / dañ er bestalt hatte mich off den tag auch dahin zubringen. Wie ich nun hart bei die huetten kam / hoerete ich eyn groß gerûff / von singen vnd posaunen blasen / vnd vor den huetten stund eyn kopff oder fünfftzehen auff reydeln / dieselbigen waren von den leuten / so auch jre feind sein / vñ heyssen die Markayas / die sie gessen hatten / vnd wie sie mich darbei hin leiyteten / sagten sie mir / die koepff weren auch von jren feinden / die hiessen Markayas / da ward mir bang. Jch gedachte / so würden sie auch mit mir vmbgehen. Wie wir nun zû den huetten hinein giengen / so gieng eyner von denen die mich verwarten / vorher vnnd sprach mit harten worten / das es die andern alle höereten: Hie bringe ich den Schlauen den Portugaleser her / vnd meynte es were eyn fein ding anzusehen / wann eyner seinen feind in seiner gewalt hette. Vnd er redete vil andere ding mehr / wie yhr gebrauch ist / leytete mich da der Koenig sass vnd tranck mit den andern / vnd hatten sich mit eynander druncken gemacht / in dem getrencke das sie machen / Kawawy genant / vnd sahen mich sawr an / vnd sagten / Bistu kommen vnser feindt. Jch sagte: Jch bin kommen / aber ich bin nich ewer feindt. Da gaben sie mir auch zutrincken. So hatte ich nun vil von dem Koenige Konyan Bebe genant / gehort / es solte eyn grosser Man sein / auch eyn grosser tyran menschen fleysch zuessen / Vnd es war eyner vnter jnen der dauchte mich were es / vnd ich gieng hin bei jn / vnd redete mit jm / gleich wie wie die wort auff jre spraach gefallen / vnd sagte: Bistu der Konyan Bebe: lebestu noch: ja sagte er ich lebe noch. Wolan sagt ich / Jch hab vil võ dir gehort / wie du so eyn weydlicher man seiest. Da stund er auff / vnd gieng vor mir her spacieren von grossem hochmût / vnd er hatte eynen grossen runden gruenen steyn durch die lippen des mundes stecken (wie jr gebrauch ist) Auch so machten sie weisse paternoster / von eyner art Seeschneiln / welches jr zierath ist / der selbigen hatte dieser kuenig auch wol sex klofftern am hals hangen. Bei dem zierrath merckt ich / das es eyner von den fuernemsten sein mueste. Darnach gieng er widerumb sitzen / vnd begunte mich zufragen / Was seine feinde die Tuppin Jkins anschluegen / vnd die Portugaleser. Vnd sagte weiter / Warumb ich jnen hette woellenschiessen in der gegenheyt Brickioka / dann er erfaren hatte / das ich da buexenschuetz war gewesen gegen sie Da sagte ich / Die Portugaleser hetten mich dahin gestalt / vnd hette es muessen thun. Da sagte er / Jch were ja auch eyn Portugaleser / vnd hieß den Frantzosen so mich gesehen hette / seinen sohn / vnd sagte / Der mich gesehen hette / der sagte / Jch koente nicht mit jme reden / vnd ich were eyn rechter Portugaleser. Da sagte ich / Ja es ist war / Jch bin lang auß dem lande geweßt / vnd hab die spraach vergessen. Da meynte er / Er hette schon fuenff Portugaleser helffen fangen und essen / die alle gesagt hetten sie weren Frantzosen / vnd hettens doch gelogen. So vil das ich mich des lebens getroestet / vnd mich in den willen Gottes befalh. Dann ich von jnen allen nicht anders vername / dan ich solte sterben. Da hûb er widerumb an zufragen / Was dann die Portugaleser von jm sagten / sie muesten sich freilich sehr vor jme entsetzen. Da sagte ich: Ja sie wissen vil von dir zusagen / wie grossen krieg du jnen pflegest zumachen / aber yetzt haben sie Buckioka fester gemacht. Ja meynte er / so woelte er sie so fangen / wie sie mich gefangen hetten in dem walde hin vnd wider. Weiter sagte ich zû jme: Ja deine rechten Feinde die Tuppin Jkins die ruesten xxx. nachen zû / vnd werden zuhandt kommen / vnd in dein landt fallen / wie auch geschach. Dieweil er so fragte / stunden die andern vnnd hoereten zû. Summa / Er fragte mich vil / vnd sagte mir vil. Ruempte sich mir / wie manchen Portugaleser er bereyts hette todt geschlagen / vnd andere mehr Wilder leuth / das seine feinde gewesen weren. Wie er so mit mir in der rede ware / mitler zeit so wurde das getrencke in der huetten außgetruncken. Da giengen sie widder in eyn andere huetten / darinnen auch zutrincken / das er also mit der rede nachließ. Darnach in der anderen huetten fingen sie an / jren spot mit mir zu treiben / vnd desselbigen Koeniges Son / band mir die beyne dreimal vbereynander / darnach muste ich eben fusses durch die huetten her hueppen / Des lachten sie vnd sagten da kompt vnser essekost her hueppende. Do sagte ich zu meinem herren / der mich dahin hatte gefuehret. Ob er mich dahin gefuehret hette zu tieten / Do sagte er neyn / es were doch so der gebrauch / das man so mit den frembten schlauen vmbgienge / vnd sie bunden mir die stricke von den Beynen wider ab / darnach kamen sie vmb mich her gehen / vnd griffen mir an mein fleysch / der eyne sagte die haut am kopffe keme jme zû / Darnach muste ich jnen singen / vnd ich sang Geystliche lieder / Da solte ich jnen außlegen auff jre sprache / Do sagte ich / Jch habe von meinem Gott gesungen. Sie sagten mein Gott were eyn vnflat / Das ist vff jre spraache / Teuire / gesagt / die worte theten mir wehe vñ gedachte / O du guetiger Gott / was kanstu vil leiden / eyn zeitlang. Wie mich die jm dorff nun gesehen vnnd allen hohnmût angethan hatten. Des anderen tages sagte der Koenig Konyan Bebe zû denen so mich verwarten / das sie wol achtung auff mich haben solten. Darnach wie sie mich zur huetten hinnaus leyten / vnnd wolten mich widerumb gegen Vwattibi bringen / da sie mich toeten wolten / Rieffen sie mir so spoetlich nach / sie wolten zûhand in meines herren huetten kommen / vnd meinen tod zu bedrencken / mich zu essen / vnd mein herz troestete mich alezeit / sagte ich solte noch so bald nicht getoed werden. Wie die XXV. nachen dero Tuppin Jkins ankamen / dauon ich dem koenig gesagt hatte / wolten die huetten anfallen darin ich war. Ca. 17. MJtler zeit begab es sich / das die xxv. Nachen / der art Wilden / welche die Portugaleser zufreund haben. Auch wie ich vor gesagt hab / ehe ich gefangen wurd / dieselbigen in willens waren dahin zu kriege zufahren. So begab es sich das mal eynes morgens / das sie das dorff anfielen. Wie nun die Tuppin Jkins diese huetten wolten anfallen / vnd begunten zuhauff zuschiessen / so ward diesen leyd in den huetten / vnd das weibs volck wolte sich vdd die flûcht geben. Da sagte ich jnen: Jhr haltet mich für eynen Portugaleser / eweren feindt / gebet mir nun eynen bogen mit pfeilen / vnd lasset mich loß gehen / so wil ich euch helffen die huetten verthedingen. Sie theten mir eynen bogen mit pfeilen / Jch rieff vnd schoß vnd machts auff jre weiß wie ich best kondt / vnd sprach jnen zû / das sie wol gehertzt weren / es solte keyn not haben. Jch wolte durch das Stacket kommen / welchs vmb die huetten hergieng / vnd zû die andern lauffen / dann sie kanten mich wol / vnd wusten auch / das ich in dem dorff war. Aber sie verwareten mich all zuwol. Wie die Tuppin Jkins nun sahen / das sie nichts schaffen konten / giengen sie wieder in jre nachen vnd fûhren vortan. Wie sie nun hinweg fuhren / verwareten sie mich auch wider. Wie sich die Obersten des abents bei Monschein versamleten.   Cap. 30. DEs tages wie die andern widerumb hinweg waren gefaren / gegen abent / vnd es war bei monschein / versamleten sie sich zwischen den huetten auff dem platz / vnd besprochen sich vnternander / vnd beschlossen wañ sie mich toedten wolten / vnd leyteten mich auch zwischen sich / verspotteten mich / vnd dreweten mir. Jch war traurig / vnd sahe den Mon an / vnd gedachte in mir selbs / O mein Herr vnd mein Gott / hilff mir dieses ellends zû eynem seligen end. Da fragten sie mich / Warumb ich den Mon so stets ansehe. Da sagt ich jnen: Jch sehe jm an er ist zornig. Dañ die figur so in dem Mon ist / dauchte mich selbs so schrecklich sein (Gott vergeb mirs) das ich selbs gedachte / Gott vnd alle creaturen muesten zornig auff mich sein. Da fragte mich der Koenig so mich wolt toedten lassen / Jeppipo Wasu genant / eyner von den Koenigen in den huetten / vber wen ist der Mon zornig. Da sagte ich / Er sihet nach deiner huetten. Des worts halben hub er zornig an mit mir zureden. Das wort wider vmb zuwenden / sagte ich / Es wirt deine huetten nicht sein. / Er ist zornig vber die schlauen Carios (welchs auch eyn art auß den Wilden ist / die so heyssen) Ja sagte er / Vber die komme als vnglueck / es bleib darbei / Jch gedacht nit mehr daran. Wie die Tuppin Jkins eyn ander dorff / Mambukabe genant / verbrent hatten. Caput xxxj. DEs andern tages darnach kam die zeitung võ eynem dorffe Mambukabe genant / das die Tuppin Jkins wie sie da waren abgefaren da ich gefangen lag / hatten sie das dorff Mambukabe / angefallen vnd die inwoner waren entlauffen / biß auff eynen kleynen jungen / den hatten sie gefangen/ vnd hatten jnen die huetten verbrant. Da zohe dieser Jeppipo Wasu (welcher thun vnnd lassen war / vber mich / thet mir vil leyds an) dahin / dañ sie waren von seinen freundes verwanten / wolte jnen die huetten widerumb helffen vffrichten / So nam er gemeynglich alle seine freundlinge von seiner huetten mit sich. War auch der meynung daher Thonn mit zubringen / vnd wurtzelen meel / das Fest fertig zumachen / vnd mich zu essen. Vnd als er außzohe / befalhe er dem / welchem er mich geschenckt hatte / Jpperu Wasu genant / dz er mich wol verwaren solte. So weren sie wol lenger dañ viertzehen tage aussen / vnd ruesteten daselbs zû. Wie eyn schiff von Brickioka kam / vnnd nach mir fragte / sie jme eyn kurtzen bericht gaben.   Caput xxxij. MJtler zeit kompt eyn schiff der Portugaleser von Brickioka / anckerte nit weit von dannen da ich gefangen lag / vnd schoß eyn stueck geschuetzes ab / auff das es die wilden hoereten / kemen vnd spraache mit jnen hielten. Wie sie jrer nun gewar wurden / sagten sie zu mir / da sein deine freunde die Portugaleser / vnd wollen villeicht hoeren / Ob du auch noch lebest / woellen dich etwan kauffen. Da sagte ich / Es wirt mein brûder sein / dann ich mich des vermûtete / das die Portugalesischen schiffe / so vor dem ort landes vberfûhren / nach mir fragen würden. Darmit die Wilden nicht meynen solten / ich were eyn Portugaleser / sagte ich jnen / ich hette noch eynen brûder / welcher auch eyn Frantzose were / vnter den Portugalesern. Wie nun das schiff ankam / sagte ich / das würde mein brûder sein / sie wolten nit anders / dann ich were eyn Portugaleser / vnd fûhren hin so nahe bei das schiff / das sie spraache mit jnen konten halten. Da hatten die Portugaleser gefragt / Wie es vmb mich were. Da hatten sie geantwortet / Das sie nach mir nit weiter fragten. Vnd das schiff fûhr wider hin / meynten villeicht ich were todt. Wie ich das schiff sahe hin faren / Was ich gedachte weyß Gott wol / Sie sagten vnter nander: Wir haben den rechten man / sie senden gereyd schiffe nach jme. Caput xxxiij. – fehlt – Wie des Koenges Jeppipowasu brûder von Mambukabi kam / mir klagte / wie sein Brûder / sein Mutter / sampt allen den andern weren kranck worden / Begerten von mir / Das ich mit meinem Gott woelt machen / das sie moechten widerumb gesundt werden.   Cap. xxxiiij VNd ich vermûtete mich alle tag der andern die aussen waren / wie obgemelt / vnd auff mich zûruesteten. Darnach vff eynen tag hoerete ich eyn schreiens in des konigs huetten / welcher aussen war / Mir wurd bang / ich meynte sie weren widerkommen (dañ das ist der Wilden gewonheyt / wañ eyner nit mehr dann vier tag lang aussen ist / wann er wider kompt / beschreien jn seine freunde von freuden. Nich lang darnach / nach dem schreien / kam eyner zû mir / vnd sagt deines mitherrn brûder ist kommen / vnd sagt / das die andern sehr kranck seien worden. Da frewete ich mich vnd gedacht / Hie wirt Gott etwas außrichten woellen. Darnach vber eyn kleyne zeit kam meines mitherrn brûder in die huetten da ich inne war / vnd satzte sich bei mich hûb an zuschreien / sagte / sein brûder / sein mutter / seines brûders kinder / weren alle mit eynander kranck worden / vnd sein brûder hette jnen zû mir geschickt / vnd solte mir sagen: Jch solte mit meinem Gott machen / das sie moechten widerumb gesundt werden. Vnnd sagte: Mein brûder leßt sich beduncken / das dein Gott muesse zornig sein. Jch sagt jm ja / mein Gott ist zornig / das er mich wolte essen / vnd gen Mambuckebe gezogen were vnd zûruestete. Vnd sagte jm: Jhr sagt ich sei eyn Portugaleser / vnnd bins nicht / Vnnd sagte jm: Gehe hin zû deinem brûder / das er wider herkomme in seine huetten / so woelle ich mit meinem Gott reden / er solle gesundt werden. Da sagt er / er were zu kranck / konte nicht kommen / er wuste wol vnd hette vermerckt / weñ ich nur woelte / er wuerd daselbst auch gesunt. Vnd ich sagte jm: er solte wol so starck werden / das er solte heym gehn in seine huetten / dann solte er recht gesunt werden. Vnd er gieng mit der antwort widerumb hin nach Mambukabe / welches ist vier meil von Vwattibida ich war. Wie der krancke Koenig Jeppipo Wasu wider heym kam.   Caput xxxv. VNd nach etlichen tagen / kamen sie alle mit eynander kranck wider heim / Do liesse er mich in seine huetten / leyten / vnd sagte mir / wie sie weren alle kranck worden / vnd ich hette es wol gewust / dann er were noch ingedenck / das ich gesagt hette / Der Mon were zornig vber seine huetten. Wie ich die rede von jm hoerete / gedacht ich bei mir selbst: Das mueste ye auß versehung Gottes geschehen sein / das ich des abents wie vor gemelt von dem Mon geredt hatte. Es war mir eyn grosse freud / vnd gedachte: Heut ist Gott mit mir. Da sagte ich jm weiter / Es were war / darumb das er mich essen wolte / vnd ich were sein feind nicht / derhalben keme jm das unglueck. Da sagte er / Man solt mir nichts thun / were es sach / das er widerumb auff keme. Jch wuste nicht wie ich Gott am besten bitten solt / Jch gedacht / kommen sie widerumb zû jrer gesundtheyt / so toedten sie mich gleichwol / Sterben sie dann / so werden sie andern sagen / Lasset vns jn toedten / ehe mehr ungluecks seinethalben kompt / wie sie auch schon begunten zusagen ist alles Gott heym Er batt mich gleich sehr / das sie doch moechten gesundt werden. Jch gieng vmb sie her / vnd legte jnen die hend auff die heupter / welches sie also von mir begerten. Es wolte es Gott so nicht haben / sie begunten zusterben / Erst starb jnen ein kindt / darnach starb sein mutter eyn alte fraw / welche die duppen zuruesten wollte / da man die gedrenck inne machen wolte mich zuessen. Nach etlichen tagen starb jm eyn brûder / Darnach wider eyn kind / vñ noch eyn bruder / welcher zuuorne mir die newe zeittung bracht / wie vor gemelt / dz sie kranck werden worden: Wie er nun sahe / das seine kinder / sein Mutter vnd brueder tod waren / wurde jm sehr leyde / das er vñ seine frawen auch stürben / Do sagte er ich solte meinem Got sagen / das er nun den zorn fahren liesse / das er mochte lebendig bleiben / ich troestete jnen herlich / vñ sagte er wuerde keyn not haben / aber das er nicht gedaechte / wan er auff keme / das er mich dan toeden wolte / Do sagte er neyn / vnd befall auch denen in seiner huetten das mir niemant spot anthete / noch drawete zu essen. Er bleyb gleichwol noch eyn zeitlang kranck / aber er ward widderumb gesundt / vnnd seiner frawen eyne / welche auch kranck war. Aber es sturben ungeferlich acht võ seiner freuntschafft / one andere mehr / welche mir auch hatten groß leydt angethon. So waren noch zwen andere konige auß zweyen andern huetten / der eyne Vratinge Wasu / der ander Kenrimakui genãt. Dem Vratinge Wasu hatte getreumbt / ich were vor jnen kommen / vnd hette zû jm gesagt / Er solte sterben / Vnd er kam des morgens frû zû mir / vnd klagte es mir / Jch sagte neyn / es solte keyn not haben / das er aber auch nit gedechte mich zutoedten / noch raht darzû gebe. Da sagte er / Neyn / Dieweil mich die / so mich gefangen hetten / nicht toedten / so woelte er mir auch nicht schedlich sein / Vnd ob sie mich schon toedteten / woelte er doch nicht von mir essen. Desselbigen gleichen der ander koenig / Kenrimakui / hatte auch eynen traum von mir gedreumbt / welcher jnen sehr erschreckte / vnd derselbige rieff mir in seine huetten / vnd gab mir zuessen / vnd darnach klagte er es mir / vnnd sagte / Er were eyn mal zu kriege gewesen / vnd hette eynen Portugaleser gefangen / vnd mit seinen henden zutodt geschlagen / auch daruon gessen / so vil / das jme die brust noch gebrechlich daruon were / Vnd er woelte von keynem mehr essen. So were jm nun so eyn schrecklich traum võ mir getraumbt / das er auch meynte / er solte sterben. Jch sagte jm auch / es solte keyn not haben / das er nur keyn menschen fleysch mehr esse. Auch die alten weiber in den huetten hin vnd wider / welche mir auch vil leyds gethon hatten / mit rauffen / schlagen vnd drawen zuessen / Dieselben hiessen mich darnach Scheracire / das ist / mein sohn / laß mich ja nicht sterben. Das wir so mit dir vmbgiengen / wir meynten du werest eyn Portugaleser / den sein wir sehr gram. Auch so haben wir schon etliche Portugaleser gehabt vnd gessen / abere jr Gott wurd so zornig nicht / als deiner / Darbei sehen wir nun / das du keyn Portugaleser must sein. So liessen sie mich da eyn zeitlang gehen / sie wusten nicht wol wie sie es mit mir hatten / ob ich eyn Portugaleser oder eyn Frantzoß were. Sie sagten ich hette eynen roten bart wie die Frantzosen / vnnd sie hetten auch wol Portugaleser gesehen / aber die hatten gemeynlich alle schwartze baerte. Vnnd nach dem erschrecken / wie der eyne mein herz auff kam / sagten sie mir von keynem essen mehr / aber sie verwarten mich gleich wol / wolten mich nicht lassen alleyn gehen. Wie der Frantzose / so den wilden be= folhen hatte / sie solten mich essen / wider kam / Jch jnen batt / das er mich mit neme. Aber meine herren mich nit verlassen wolten.   Cap. 36 SO war nun der Frantzose Karwattuware / von dem ich vorgesagt habe / da er von mir zohe / mit den Wilden leuten / die jnen geleydeten / vnd der Frantzosen Freunde waren der gueter / welche die Wilden haben / nemlich pfeffer / vnd eyn art federn / welche sie auch haben / zu versamlen. Wie er nun wider vmb reysete / nach dem ort landes da die schiffe ankommen / Mungu Wappe genant / vnd Jterroenne / muste er da hindurch / da ich war / wie er nun auß zohe / vermerckte er nicht anders dan sie wurden mich essen / vñ er hatte es jnen auch befolen / vnd er war eyn zeitlang aussen / vnd hatte nicht anders gemeynt dann ich were todt. Wie er nun widerumb in die huetten bei mich kam / redete er mit mir auff die Wilde sprache / vñ ich gieng des mals loß / do fragte er mich ob ich noch lebte / do sagte ich ja / ich danckte Gott / das er mich so lange behuet hette / So mochte er auch von den Wilden villeicht gehoert haben / wie es sich begeben hette / vñ ich rieff jme alleyn auff eynem Ort / auff das die Wilden nicht hoereten waß ich redete / sagte zu jm er sehe wol / das mir Gott noch hette das leben gesparet / auch were ich keyn Portugaleser / ich were eyn teutscher / vnd mit den Hispaniern / schiffbruch halben / vnter die Portugaleser kommen / das er doch den Wilden nun wolle auch sagen / wie ich jme gesagt hette / wie das ich von seinen freund verwanten were / vnnd das er mich wolte da mit hin nemen / da die schiffe ankamen / Dann ich besorgte mich / wo er das nicht thete / wurden sie doch gedencken es weren luegen / vnd der malen eyns / wen sie zornig wuerden mich toeten. Vnd thet jme eyne vermanung in jrer Wilden spraach vnd sagte ob er auch hette eyn Christlich hertz im leibe gehat / oder gedacht hette das nach diesem leben eyn anders kommen würde / das er so hette darzûgeraten / das man mich toedten solt. Da begunte es jnen zurewen / vnd sagte / er hette nicht anders gemeynt / dann ich were eyn Portugaleser / welches so arge boeßwichter weren / wenn sie da etliche bekommen konten / in der prouincien von Prasilien / die woelten sie gleich hencken / welches nun wahr ist. Auch sagte er / Sie muesten sich auch drucken vnder jnen / vnd wie die Wilden maechten mit jren feinden / muesten sie zufrieden sein / dann sie weren der Portugaleser erbfeinde. Meiner bitt nach / Sagte er den Wilden / Er hette mich das erste mal nicht recht erkennet / aber ich were auß Allemanien / vñ were von jren freunden / vnd wolte mich mit dahin nemen / da die schiffe pflegen anzukommen. Da sagten meine herren / Neyn / sie woelten mich niemant lassen / mein eygen vatter oder brûder keme dann dahin / vnnd brechte jnen eyn schiffvoll gûts / nemlich / Exte / Spiegel / Messer / Kemme vnd Scheren / Vnd gebe jnen das / dann sie hetten mich inn der feinde landt gefunden / vnd ich were jr eygen. Wie der frantzose solches hoerete / sagte er mir ich hoerete wol / das sie mich nicht verlassen wolten / Do bat ich jnen vmb Gottes willlen / das er mich da holen lassen / vñ mit in franckreich nemen mit dem ersten schiffe das kommen würde / das verhieß er mir vnd sagte den Wilden / das sie mich wol verwarten / vnd nicht toedten / meine freunde wurden zuhandt nach mir kommen / damit zohe er vorthan. Wie der Frantzose nun hinweg gezogen war / do fragte mich eyner von meinen herren / Alkindar Miri genant (nicht der da kranck war) was mir der Karwattuwara (so des frantzosen name / war auff der Wilden spraache) geben hette ob er von meinen lands leuten gewesen were / ich sagte / ja / meinte er / warumb hat er dir nicht eyn messer geben / das du mir geben hettest / vnd wurd zornig / Darnach wie sie alle wider gesundt waren / begundten sie widerumb vber mich zumurmeln / vnd sagten / Die Frantzosen doechten zuhandt so wenig als die Portugaleser / Das mir wider begundte leydt zuwerden. Wie sie eynen gefangenen assen / vnd mich mit darbei fuehreten.   Cap. 37. VOlgents aber nach etlichen tagen / wolten sie eynen gefangenen essen / in eynem dorff Tickquarippe genant / vngeferlich sex meil von dannen / da ich gefangen lag / so zogen nun etliche mit auß den huetten da ich war / die fuereten mich mit / vnd der schlaue den sie essen wolten / war eyner nation die heyssen Marckaya / vnd wir fûhren mit eynem nachen dahin. Wie nu die zeit kam / das sie jnen betrincken wolten (das ist jr gebrauch / wann sie eynen menschen essen woellen / so machen sie eynen Tranck von wurtzeln / der heyssen Kawi / wañ der getruncken ist / darnach toedten sie jnen). Des abents / wie sie jme des andern tages seinen todt betrincken wolten / gieng ich hin bei jnen vnd sagte zû jm / Ja du bist all geruest zum todt / Da lachte er vnd sagt / Ja. So heysset nun die Schnur darinn sie die gefangenen binden / Mussurana / ist von baumwol gemacht / vnd ist dicker dann eyn finger) Ja meynte / er wer wol geruest mit allen dingen / dann alleyn die Mussurana were noch nicht lang gnug (dann es fehlten noch ungeferlich sex klofftern daran) Ja sagte er / mit jnen hette man sie besser. Vnd er fuehrete solche rede als ob er solte zur kirmess gehen. So hatte ich nun eyn bûch in Portugalesischer spraach bei mir / welches die Wilden in eynem schiff genommen hatten / das sie durch hülff der Frantzosen erobert hatten / das gaben sie mir. Vnd ich gieng von dem gefangenen / laß inn dem bûch vnd mich jamerte seiner. Darnach gieng ich widder hin zû jm / vnnd redete mit jme (Dann die Portugaleser haben dieselbige art Markaya auch zu freunden) vnd sagte jme: Jch bin auch eyn gefangener so wol als du / vnnd bin nicht her kommen / das ich von dir essen woelle / sondern meine herren haben mich mit bracht. Da sagte er / Er wuste wol das wir leut keyn menschen fleysch essen. Weitter sagte ich jme / er solte getrost sein / dann sie würden jme das fleysch alleyn essen / aber sein geyst wuerde auff eynen andern ort fahren / da vnser leuth geyste auch hin fahren / da were vil freude. Da meynte er / Ob das auch wahr were. Da sagte ich ja. Ja sagte er / er hette Gott nie gesehen. Jch sagte / Er wuerde jnen im andern leben sehen. Wie ich nun die rede mit jme geendet hatte / gieng ich von jme. Die selbige nacht / wie ich des tages mit jme geredt hatte / kompt eyn grosser windt / vnnd wehete so schrecklich / das er stuecke von dem tache der huetten wehete. Da fiengen die Wilden mit mir an zuzoernen / vnd sagten inn jrer spraach: Apo Meiren geuppaw y wittu wasu Jmmou. Der boese mensch der heylige / machet das der windt yetzt kompt / dann er sahe des tages in die donnerheude / meynten das bûch das ich hatte. Vnd ich thets darumb / das der schlaue vnser der Portugaleser freund were / vnd ich meynte villeicht / mit dem boesen wetter das Fest zuuerhindern / Jch batt Gott den herrn vnd sagte: Herr du hast mich biß hieher behuetet / behuete mich vortan / dann sie murreten sehr auff mich. Wie nun der tag anbrach / wurde es fein weitter / vnnd sie truncken vnd waren wol zufriden. Da gieng ich hin zû dem schlauen vnd sagte jme: Der grosse windt were Gott gewesen / vnd hette jn woellen haben. Darnach vber den andern tag ward er gessen. Wie das zûgehet / werdet jr in den hindersten Capiteln finden. Was sich begab auff dem heymzûge / als sie den gessen hatten.   Cap. 38. WJe das Fest nun gehalten war / fûhren wir widder nach vnser wohnunge / vnd meine herren fûhrten etlich gebraten fleysch mit sich / vnd wir waren drei tage auff der heym reyse / welches man sunst wol in eynem tage fahren kan / aber es wehete vnd regnete sehr. So sagten sie mir / des ersten tages / als wir des abents huetten machten im holtz / vns zu legern / Jch solte machen das es nicht regnete / so war eyn knab mit vns / der hatte noch eynen beynknochen von dem schlauen / an dem selbigen war noch fleysch / das ass er. Jch sagte dem jungen / Er solte den knochen hinwerffen / Da zürneten er vñ die andern mit mir / sagten / Das were jr rechte speis. Darbei ließ ichs bleiben. Wir waren drei tag vnterwegen. Wie wir auff eyn vierteyl meil weges nahe / bei die wonunge kamen / konten wir nicht weiter kommen / dañ die bulgen wurden groß / wir zohen den nachen auffs land / vnd meynten es solte des andern tages gût wetter worden sein / so wolten wir den nachen heym bracht haben / aber es war gleich vngestuemb / Do war jre meinung / vberland zugehen / vnd darnach wens gût wetter wuerden / den nachen holen / Wie wir nu gehen wolten so assen sie vnnd der junge aß das fleysch vorthan vmb den knochen herab / darnach warff er jn hin / vnd wir gienten vber landt / so bald wurde es auch wider gût wetter / Wolan sagte ich jr wollet mir nicht gleuben / als ich euch sagte mein Gott were zornig / vmb des willen / das der junge das fleysch so von dem knochen ass / ja meynten die anderen / hette ers doch gessen / das ichs nicht gesehen hette / so solte es wol gût wetter blieben sein / Darbei bleib es. Wie ich da widerumb in die huetten kam / da fragte mich der eyne / der auch teyl an mir hatte / Alkindar genant / ob ich nun gesehen hette / wie sie mit jren feinden vmb giengen / da sagte ich ja / das jr sie esset das duenckt mich schrecklich sein / Das todtschlagen nicht so schrecklich / ja sagte er / das ist vnser gebrauch / so thun wir den Portugalesern auch. Derselbige Alkindar war mir sehr gehessig / vñ hette gerne gehabt / das mich der hette todt geschlagen dem er mich geschenkt hatte / Dañ wie jr vorgelesen habt / so hatte jme der Jpperui wasu eynem schlauen geschenckt / todt zuschlagen / vff das er eynen namen deste mehr gewinnen solte. Des hatte jme der Alkindar wider verheissen / den ersten feind den er fienge / wolte er jme widerschencken / Wie jme das nun nit gebueren wolt mit mir hette er es gleiche gerne gethan / doch verhinderte sein Bruder solches in alle wege / dann er forchte sich vor weiter plage so jm kommen moecht. So hatte nun derselbige Alkindar / zuuor ehe mich die anderen / dahin fuhrten / da sie den assen / mir auff eyn newes gedrawet zu toedten / wie ich nun wider kam / hatte er mitler zeit dieweil ich aussen war / augen wehe bekommen / muste stille leigen / konte nicht sehen eyn zeitlang sagte mir stets / ich solte mit meinem Got reden / das jme die augen widerumb gût wurden / Do sagte ich ja / das er aber hinden nach nicht boeß vber mich gedaechte / sagte er / neyn / Do nach etlichen tagen / krieget er sein gesundtheyt wider. Wie wider eyn Schiff nach mir ge= sant wurd von den Portugalesern.   Cap. 39. WJe ich nun in dem fuenfften Monat bei jnen gewesen war / so kompt wider eyn schiff von den Jnsel Sancto Vincente dahin / so haben die Portugaleser das für eynen gebrauch / das sie gleichwol in jrer feinde landt fahren / doch wol geruest / vnd kauff schlagen mit jnen / geben jnen Messer / vnd Hepen für Mandioken meel / welches die selbigen Wilden daselbst auff etlichen enden vil haben / vnd die Portugaleser so der schlauen vil haben zum zucker gewechs / die behûhen das meel / dieselbigen damit zuspeisen. Vnnd wann die schiffe so kauffschlagen mit diesen Wilden / so kommen diser Wilden eyner oder zwen in eynem nachen / vnnd reychen jnen auffs fürderlichste sie koennen / die wahr / Darnach heyschen sie was sie darfür haben woellen / das geben jnen dann die Portugaleser. Dieweil aber die zwen bei dem schiff sein / halten jrer etlichen nachen voll von ferrem vnd sehen zû / vnd wann dann das kauff schlagen gehalten ist / so fahen die Wilden offtmals an vnd scharmuetzeln mit den Portugalesern / vnd schiessen pfleile nach jnen / dann fahren sie widderumb hin. Das vorgenante schiff volck schoß eyn stueck geschuetzes ab / darmit die Wilden hoereten das eyn schiff da were / vnnd sie fûhren dahinn / da hattenn sie nach mir gefraget / ob ich noch lebte / sie geantwortet / ja / hatten die Portugaleser begeret / das sie mich moechten sehen / dann sie hetten eyn kist vol wahr / Braechte mein brûder / auch eyn Frantzose / welcher mit jnen im schiff were. So war nun eyn Frantzose genant Claudio Mirando mit den Portugalesern im schiff / welcher vormals mein gesell gewesen war / den selbigen nante ich meinen brûder / der sagte ich / würde villeicht in dem schiffe sein / vnd nach mir fragen / dann er gereyt eyn reyse da geweßt war. Vnd sie kamen wider võ dem schiffe an landt / vnd sagte mir / mein brûder were noch eyn mal kommen / vnd braechte mir eyn kisten voll wahr / vnd wolte mich gerne sehen. Da sagte ich: Fuehret mich so von ferrem hinbei / ich wil mit meinem brûder reden / die Portugaleser verstehn vns nicht / vnd ich wil jm sagen / Das er vnserm vatter anzeyge wañ er heym komme / das er mit eynem schiff kommen vnd bringe vil gezeuges mit / vnnd hole mich. Sie meynten es were gût also / aber sie besorgten sich / das vns die Portugaleser verestuenden / dann sie hatten eynen grossen krieg vorhanden / den wolten sie gegen dem Augstmonat vollenfuehren. Auff die gegenheyt Brikioka / da ich gefangen wurd / vnd ich wuste alle jr anschlege wol / darumb war jnen leydt / das ich etwas mit jnen daruon redte. Aber ich sagte neyn / die Portugaleser verstuenden meines brûders vnd meine spraache nicht. Da fuehreten sie mich vngeferlich eyn steyn wurff nahe bei das schiff / so nacket / wie ich alle zeit vnter jnen gieng. Da sprach ich sie an in dem schiff / vnd sagte: Gott der Herr seio mit euch lieben brueder / Eyner rede mit mir alleyne / vnd lasset euch ander nicht hoeren / dann das ich eyn Frantzose sei. Da hûb eyner an / Johann Senches genant / eyn Bosckkeyer / welchen ich wol kennete / vnd sagte zû mir / Mein lieber brûder / ewert halben sein wir her kommen mit dem schiffe / vnd haben nicht gewust / ob jr lebend odder todt sein gewesen / Dann das erste schiff brachte keyne zeittungen von euch. Nun hat vns der Hauptman Brascupas zû Sanctus befolhen / zuforschen / Ob jr noch beim leben weren / wann wir solches vernemen / das jr noch lebten / solten wir zum ersten hoeren / Ob sie euch auch verkeuffen woelten / wo nicht / solten wir sehen / Ob wir etliche fangen konten die euch Quittirten. Da sagte ich / Nun woelle euch Gott inn ewigkeyt lohnen / dann ich bin hie in grosser angst vnnd not / vnnd weyß noch nicht was sie anschlagen werden / sie hetten mich wol gereydt gessen / hette es Gott nicht sonderlicher weise verhindert. Weiter sagte ich jnen / sie werden mich euch nicht verkeuffen / dañ gedencket es nicht / vnd lasset euch nicht anders mercken / dañ das ich eyn Frantzose sei / vnd gebt mir etliche wahr vmb Gottes willen / Messer vnd Angelhacken. Dasselbige thaten sie / vnd es fûhr eyner mit eynem Nachen beis schiff vnd holets. Wie ich nun sahe das mir die Wilten nicht lenger gestatten wolten mit jnen zureden / da sagte ich zû den Portugalesern / sehet euch wol vor / sie haben eynen krieg vorhannden / wider nach Brickioka / Da sagten sie mir / das sich jre Wilden auch sehr ruesteten / vñ wuerden gerad das dorff anfallen / da sie mich innehette / das ich nuhr wolgemût were / Gott wurde alle ding zum besten schaffen / dann ich sehe wol sie koenten mir nit helffen. Ja sagte ich / Dieweil es meine sünde also verdienet haben / ist es besser / das mich Gott hie straffe / dann dort inn jenem leben / Vnd bittet Got das er mir auß dem ellend helff. Darmit befalhe ich sie Gott dem Herrn. Vnd sie wolten weiter mit mir reden / aber die Wilden wolten mir nicht lenger gestatten spraach mit jnen zuhalten / vnd fûhren wider umb nach den huetten mit mir. Da nam ich die Messer vnd Angelhacken / vñ gab sie jnen vnd sagte: Diß alles hat mir mein brûder der Frantzose geben. Da fragten sie mich / Was es alles were das mein brûder mit mir geredt hette / Da sagt ich / Jch hette meinem brûder befolhen / Er solte sehen / das er den Portugalesern entkoeme / vnd zoege in vnser vatterlandt / vnd braechten schiff mit vilen guetern vnd holete mich / dann jr weret from / vnd hiltet mich wol / das woelte ich euch dann belohnen wañ das schiff koeme / Vnd muste also alle zeit das beste vorwenden / vnnd das gefiel jnen wol. Darnach sagten sie vnternander: Er muß gewiss eyn Frantzoß sein / lasset vns jnen nun vortan besser halten. Also gieng ich da eyn zeit lang vnter jnen / vnd sagte: Es wirt bald eyn schiff nach mir kommen / das sie mich nur wol tractirten. Darnach fuhrten sie mich in den walt hin vnd wider / wo sie etwas zuthun hatten / muste ich jnen helfen. Wie sie eynen schlauen vnter sich hat= ten / welcher mich stets belog / hette gerne gesehen / das sie mich bald getoedtet hetten / derselbige wuerd getoedtet vnd gessen / in meiner ge= genwertigkeyt.   Cap. xl. SO war nun eyn schlaue vnter jnen / der war eyner Nation die heyssen Carios / vnnd seind auch der Wilden feinde / welche der Portugaleser freunde sein / derselbige war der Portugaleser eygen gewesen / vnd war jnen darnach entlauffen. Solche toedten sie nicht so zu jnen lauffen / es sei dan das sie sonderlich etwas verbrechen / sondern halten sie fur jr eygen / vnd muessen jnen dienen. Derselbige Carios war drei jar vnter diesen Tuppin Jnba gewesen / vnd sagte / Er hette mich vnder der Portugalesenrn gesehen / vnd ich hette etlich mal vnter die Tuppin Jnba geschossen / wann sie dahin zu kriege weren kommen. So hatten nun die Portugaleser vor etlichen jaren jrer Koenige eynen erschossen / welchen koenig / sagte der Carios / hette ich geschossen / vnd reget ymmerdar an / man solte mich toedten / dann ich were der rechte feindt / er hette es gesehen / vnd er loge es doch alles mit eynander / dann er war drei jar da vnter denen gewesen / vnd es war erst eyn jar vergangen / das ich gehn Sancto Vincente kommen war / da er entlauffen war. Vnd ich batt Gott stets das er mich woelte vor den luegen behueten. So begab es sich vngeferlich im jar 1554. den sexten monat / so ich geredts gefangen war / so wirt der Cario kranck / vnd sein herr so jnen hatte / batt mich Jch solte jm helffen / das er wider gesundt wuerde vnd Wildt fienge / das wir etwas zuessen bekemen. Dann ich wuste wol / wann er jm etwz braechte / da gebe ere mir auch von. Aber so mich deuchte / das er nicht wurde widerumb gesundt werden / woelte er jnen eynem gûten freunde schencken / der jnen todt schluege vnd eynen namen an jme gewuenne. So war er bereydts vngeferlich neun odder zehen tage kranck gewesen / so haben sie zene / seind von eynem thier / welches sie nennen Backe / Den selbigen zan wetzen sie scharffe / vnd wo sie dann das gebluet hindert / da schneiden sie mit dem zan vber die haut her / da lauffet das blût herauß / das ist so vil / als wann man hie eynen koepffet. Derselbigen zene nam ich eynen / meynte jme damit die Median ader zuschlagen. Aber ich konte sie nicht mit durch stechen / dann der zan war zustumpff / vnd sie stunden vmb mich her. Wie ich nun wider von jm gieng / sahe das es keyn nûtz war. Fragten sie mich / ob er widerumb wuerde gesundt werden. Jch sagte jnen: Jch hette nichts außgericht / es were keyn blût herauß gelauffen / das hetten sie wol gesehen. Ja meynten sie / er wil sterben / Wir woellen jnen / ehe dann er stirbet todt schlagen. Jch sagte / neyn thuts nit / er wirt villeicht widerumb gesundt werden. Aber es halff nichts / sie zogen jn vor des Königes Vratinge huetten / vnd jrer zwen hielten jn / dann er war so kranck / das er nicht wuste was sie mit jm thun wolten. So kam der dem er gegeben war todt zu schlagen / vnd schlegk jn auff den kopff / dass hirn herauß sprang / darnach liessen sie jnen leigen vor der huetten vnd wolten jn essen. Jch sagte / Das sie es nit theten / es were eyn krancker mensch gewesen / sie moechten auch kranck werden. Also wusten sie nicht was sie thun wolten. Doch kompt eyner auß der huetten da ich inne war / vnd rieff den weibern das sie eyn fewr bey den todten machten / vnd er schneyd jme den kopff abe / Dann er hatte eyn auge / vnd scheyn heßlich von der kranckheyt so er gehabt / das er den kopff hinweg warff / vnd dem coerper sengete er die haut ab vber dem fewr. Darnach zerschneyd er jn / vnd teylete mit den andern gleich / wie jre gewonheyt ist / vnd assen jnen biß auff den kopff vnd daerme / da hatten sie eynen eckel an / dweil er kranck gewesen war. Darnach gieng ich hin vnd wider durch die huetten / in der eynen brieten sie die fueß / in der anden die hend / in der dritten stuecke vom leibe. Da sagte ich jnen / wie das der Cario den sie da brieten vnd essen wolten / hette mich alle zeit belogen / vnd gesagt / Jch hette ewerer freund etlichen / dieweil ich bei den Portugalesern gewesen were / erschossen / vnd es were erlogen / dann er hette mich nie gesehen. Nun wisset jr wol / das er ist etliche jar vnter euch gewesen / vnd nie kranck worden / yetzt aber der luegen halben so er auff mich gelogen hat / ist mein Gott zornig worden / vnd jnen gekrencket / vnd euch in den sinn geben / das jr jnen getoedtet habt vnnd jnen essen solt. Also wirt mein Gott mit allen schelcken thun / so mir leydt gethon haben vnd thun werden. Für solchen worten erschracken jr vil / das dancke ich dem allmechtigen Gott / das er in allen so gewaltig vnd genedig sich mir erzeygte. Bitte dero halben den Leser das er wöl le achtung haben auff mein schreiben / Dann ich thu diese muehe nit der gestalt / das ich lust hette etwas newes zuschreiben / sondern alleyne die erzeygte wolthat Gottes an den tag zubringen. So neygte es sich nun zû der zeit / das sie wolten zû kriege zihen / Darauff sie sich drei monat zuuorn geruestet hatten / so hoffte ich stets / wen sie außzoehen / solten sie mich mit den weibern daheyme lassen / wolte ich / dieweil sie aussen weren / entlauffen sein. Wie eyn Frantzoesisch schiff ankame / vnd mit den Wilden handelte vmb baumwollen vnd Prasilien holtz / zû welchem schiff ich gerne gewesen were / aber es von Gott nicht versehen war. Caput   xlj. VNgeferlich acht tage zuuorn / wie sie wolten zû kriege außfahren / so war eyn Frantzoesisch schiff acht meil von dannen ankommen in eynem hauingen / welchen die Portugaleser Rio de ienero nennen vnnd auff der Wilden spraach Jteronne Daselbst pflegen die Frantzosen prasilien holtz zu laden / So kamen sie nun bei dem dorff da ich inne war auch an / mit jrem bott / vnd beutteten den Wilden Pfeffer / Meerkatzen vnd Pappegeyen ab / Vnd es kam eyner auß dem bot an landt / der kunte die Wilden spraach / vnnd hieß Jacob / Derselbige handelt mit jnen / den bat ich / das er mich mit zu schiffe neme / aber meine herrn sagten neyn / sie woelten mich so nit hin schicken / sondern wolten vil wahr fuer mich haben. Da sagte ich jnen / das sie mich selbst hin bei das schiff brechten / meine freund solten jnen wahr genug geben. Sie meynten neyn / das sein dein rechte freund nit. Dañ die so mit dem bott hie sein / hetten dir ye eyn hembd geben / dieweil du nacket gehest / Aber sie achten nichts auff dich (wie es auch war) Aber ich sagte / Sie wuerden mich im grossen schiff kleyden wann ich dahin keme. Sie sagten das schiff würde noch so bald nicht hinweg fahren / sie muesten erst zû kriege / Aber wann sie wider kaemen / woelten sie mich hinbei fuehren. So wolte nun das Bott widerumb hinweg fahren / dann es hatte eyn nacht beim dorff geanckert. Wie ich nu sahe / das sie mit dem bott wider hinweg faren wolten / gedachte ich / O du guetiger Gott / wañ das schiff nu auch hinweg feret / vnd mich nit mit nimpt / werde ich doch noch vnter jnen vmb kommen / dañ es ist eyn volck da keyn vertrawen auff ist. Mit den gedancken gieng ich zû den huetten hinaus nach dem wasser zû / vnd sie wurden es gewar / vnd lieffen mir nach. Jch lieff vor jnen her / vnd sie wolten mich greiffen. Den ersten so bei mich kam schlûg ich von mir / Vnd es war das gantze dorff hinder mir / doch entkam ich jnen vnd schwam bei das bott / Wie ich nun in das bott steigen wolt / stiessen mich die Frantzosen wider hinwegk / meyneten / wo sie mich wider der Wilden willen mit nemen / moechten sie sich auch gegen sie erheben / vnd auch jre feind werden. Da schwam ich betruebt wider nach dem land zû / vnd dachte nun sehe ich / das es Gottes wil ist das ich lenger im ellend bliebe / Vnd wann ich das entlauffen nicht versûcht hette / hette ich hinden nach gemeynt es were mein schult gewesen. Wie ich nun wider bei sie an landt kam / waren sie froelich / vnd sagten / Neyn er kompt wider. Da zuernete ich mit jnen vnd sagte / Meynet jr das ich euch so entlauffen wolte / Jch bin da im bot gewesen / vnd meinen landtsleuten gesagt / das sie sich darauf schickten / wann jr auß dem krieg kemet / vnd mich dahin bringet / das sie dann vil wahr bei eynander hetten / vnd euch geben / solches behagte jnen wol / vnd waren wider zufriden. Wie die Wilden zû krieg zogen / mich mit namen / vnd was sich auff dem zuge begab. Caput   xlij. DArnach in vier tagen versamleten sich etliche nachen / die zû kriege wolten ziehen / inn dem dorff darin ich war. Da kam der oberste Konyan Bebe mit den seinen auch dahin / Da sagte mein herr / er woelte mich mit nemen. Sagte ich / das er mich daheyme ließ / Vnd er hette es auch wol gethon / Doch sagte der Konyan Bebe / er solte mich mit nemen. Jch ließ mich nicht anders mercken / dann das ich nôde mit zôge / vff das sie / wann ich gûtwillig mit gezogen were / nicht gedacht hetten / das ich jnen entlauffen würde / wann sie bei jrer feinde landt kemen / vnd desto weniger acht auff mich hetten. Auch war mein meynung / wann sie mich daheymen hetten gelassen / ich woelte nach dem Frantzosischen schiffe gelauffen sein. Sie namen mich aber mit / vnnd waren xxxviij. nachen starck / vnd yder nache mit xviij. mehr oder weniger besetzt / vnnd es hatten jrer etliche mit jren abgoettern geweissaget vber den krieg mit traumen vnd anderm narrenspiel mehr / welcher sie gebrauchen / so das sie wol gemûtet waren zur sache. Vnnd jre meynung war inn die gegenheyt Brickioka zufahren / da sie mich fiengen / vnnd sich daselbst vmb den flecken im wald vmbher verstecken / die jenigen so jnen dermassen in die hende fielen / mit zunemen. Vnd wie wir diesen außzûg des kriegs anfiengen / war im jar 1554. vngeferlich den xiiij. tag Augusti. So lauffen nun (wie hiebeuor gedacht) in disem monat eyn art fische / heyssen in Portugalesischer spraach Doynges / Auff Hispanisch Liesses / vnd in der Wilden spraach Bratti / auß dem meer in die suessen wasser / darinn zuleychen / Vnd die Wilden heyssen die Zeit pirakaen. Als dann ziehen sie zu beyden teylen gemeynlich zûkriege / jre feinde so wol als sie / der fische auff der reyse zufangen vnnd zuessen. Vnd auff der hinreyse fahren sie sanffte / aber zu rueck auffs schwindeste sie koennen. So hoffte ich nun alle zeit / das die auch solten auff der reyse sein / welche der Portugaleser freunde sein / Dañ dieselbigen waren auch willens diesen ins landt zufallen / wie mir die Portugaleser zuuorne im schiff gesagt hatten. Sie fragten mich stets auff der reyse / was mich deuchte / Ob sie auch jmant fangen wuerden / das ich sie aber nicht erzuernete / sagte ich ja / auch sagte ich jnen / die feinde wurden vns begegenen / So lagen wir eyne nacht in eynem ort landes / der heysset auch Vwattibi / daselbs fiengen wir viel der fische Bratti / welche so groß sein als eyn gûter hecht / vnd es wehet die nacht mechtig ding / so schwaetzten sie nun mit mir / vnnd wolten viel fragen / do sagte ich dieser wint wehet vber viel toter leut / so war noch eyn ander hauffe von diesen auch zû wasser / eyne refier / genant die Paraibe / zwischen landt hinauff gefaren / ja meynten sie / wie nahe haben die der feinde landt gereyt angefallen / das jrer ettliche sein todt blieben / (wie ich hinden nach noch erfuhr / dz es auch geschehen war) Wie wir nun eyne tage reyß von dannen waren / da sie jren anschlag volnbringen wolten / legerten sie sich ins gehoeltz bei eyn insel / welche Sancte Sebastian von den Portugalesern genant wirt / aber die Wilden heyssen sie Meyenbipe. Wie der abent ankam / gient der Oberste Konyan Beben genant / durch den leger her im wald / predigte vnd sagte sie weren yetzt nahe bei der feinde landt kommen / das eyn yeder sein traum behielte so jme die nacht treumen würde / vñ das sie zu sehen / das sie sich liessen etwas glückliches treumen / wie die rede auß waren / tantzten sie mit jren abgoettern biß in die nacht / darnach schlieffen sie / wie mein herr sich niderlegte / sagte er ich solte mir auch etwas gûtes treumen lassen / ich sagte ich achte auff keyne treume / sie sein falsch / So mach sagte er / mit deinem Gott gleichwol / das wir feinde fangen. Wie der tag nu anbrach versamleten sich die obersten vmb eyn becken vol gesotner fisch / welche sie assen / vnd ertzelten die treume / so vil das sie jnen wol gefielen / etliche tantzten mit den abgoettern / vnd sie waren willens den selbigen tag vff die naheyt bei jrer feind land zu fahren / bei eynen ort Boywassu kange genãt / daselbs wolten sie dañ beyten biß der abent kem. Wie wir nun auß fuhren / von dem ort / da wir die nacht gelegen hatten / Meyenbipe genant / fragten sie mich noch eynmal / was mich deuchte / Do sagte ich auff ebentheuer / bei Boywassu Kange werden vnd die feinde entgegen kommen / seid nur freimuetig / vnd bei den selbigen Boywassu Kange / war mein meynung wolte ich jnen entlauffen sein wan wir weren dahin kommen Dañ da sie mich gefangen hatten / war nur sechs meil wegs von dem selbigen ort. Wie wir nun so fort fuhren an dem lande her / so sahen wir auch nachen die kamen vns entgegen hinter eyner insel her / Da rieffen sie: Da kommen vnsere feinde die Tuppin Jkins auch her. Doch wolten sie sich verbergen hinter eynen fels mit den nachen / auff das die andern solten vnuersehens bei sie kommen / Gleichwol wurden sie vnser gewar / vnd gaben sich widerumb auff die flûcht nach jrem heymet / Vnd wir ruderten jnen auffs schwindest nach wol vier gantzer stunde / darnach kamen wir sie an / vnd jrer waren fünff nachen vol / waren alle von Brickioka. Jch kante sie alle mit eynander / es waren sex Mammalucken in der fuenff nachen eyner / dieselbigen waren getaufft / vnd deren waren zwen gebrueder / eyner genant Diego de Praga / Der ander Domingos de Praga / Dieselbigen beyde thetten grosse wehr / eyner mit eynem rhor / der ander mit eynem flischbogen. Die beyde hielten sich auff in jren nachen zwo gantze stund gegen etliche vnd dreissig nachen der vnsern. Wie sie nun jre pfeil verschossen hatten / fielen die Tuppin Jnba sie an / namen sie gefangen / vñ etliche wurden alsbald todt geschlagen vnd geschossen. Die beyden brueder wurden nicht verwundete. Aber zwen von den sex Mammelucken wurden sehr hart verwundet / vnd noch der Tuppin Jkin auch etliche / vnter welchen eyn fraw war. Wie sie mit den gefangenen vmbgiengen auff dem heymzûge.   Cap. xliij. ES war zwo grosser meil wegs vom lande im meer da sie gefangen wurden / sie eilten auff das schwindeste so sie kondten wider nach dem lande / sich widerumb zulegern / da wir die nacht zuuorn lagen. Wie wir nun bei das landt Meyen bibe kamen / ware es abent / das die Sonn wolte vntergehen / da leyteten sie die gefangnen eyn yeder seinen in sein huetten. Aber die hart verwundt waren / zohen sie ans landt vnd schlugen sie vortan zu todt / vnd schnieden sie auff jren gebrauch in stueck / vnd brieden das fleysch. Vnter denen die die nacht gebraten wurden / waren zwen Mammelucken / welche Christen waren / Der eyne war eynes Portugaleser George Ferrero genant / eyn hauptman sein son. Denselbigen hatte er gezeuget mit eyner Wilden frawen. Der ander hieß Hieronymus / denselbigen hatte eyn Wilder gefangen / der war auß der huetten darinne ich war / vnnd sein namen war Parwaa / der selbige briedt den Heronymun die nacht / ungeferlich eynen schrit von mir da ich lag. Derselbige Hieronymus (Gott hab sein seel) war des Diego de Parga blût verwandter. Den selbigen abent / wie sie sich nun gelegert hatten / gieng ich in die huetten / darin sie die beiden brueder hatten / mit jnen zu reden / dann es waren meine gûte freunde zû Brickioka / da ich gefangen wurdt / Do fragten sie mich / ob sie auch gessen wurden / ich sagte das muesten sie stellen in den willen / des himlischen vatters / vnd seines lieben Sons Jesu Christi / des gecreutzigten vor vnser sünd / in welches namen wir getaufft sein / mit jm in den todt / demselbigen / sagte ich / glaube ich auch / vnd der selbige hat mich auch so lange vnter jn behüt / vnd was der almechtige Gott mit uns anfahet / darmit muessen wir zu frieden sein. Weiter fragten mich die beyden brueder / wie es vmb jren vettern Hieronymum were / ich sagte jn er lege bei dem fewer vnd briete / vnd hette schon eyn stuecke von des Ferrero sohn sehen essen / Da weyneten sie / ich troestete sie wider / sagte jnen sie wusten wol / das ich nun in dem 8 Monat vngeferlich vnter jnen gewesen were / vnd mich Gott auch erhalten hette / Das wird er bei euch auch thun / vertrawet jme / weitter sagte ich / es solte billich mir zu hertzen gehen/ mehr dan euch / dañ ich bin aus frembden landen / bin des schrecklichen handels der leut nicht gewonet / jr seit ye hie jm lande gezogen vñ geboren / ja meinten sie ich were so gar verhertet im elende / ich achtete es nicht mehr. Wie ich nun so mit jnen in der rede war / hiessen mich die wilden von jnen gehen / in meine huetten / sagten was ich so vor eyne lange rede mit jnen hette / das dawerte mich / das ich muste von jnen gehen / sagte jnen / das sie sich gentzlich in den willen Gottes begeben / sie sehen wol was wir voreyn elende inn diesem jamertal hetten / sie sagten / das hetten sie nie so wol erfaren als nun / meinten sie / weren Gott doch eynen todt schûldig / sie woellen auch nun desto froelicher sterben / dieweil ich auch bei jnen were / damit gieng ich auß jrer huetten / vnd gieng durch das gantze leger / besahe die gefangnen. Gieng also alleyne / vnnd hatte niemandt keyn achtung auff mich / hette das mal wol koennen entlauffen / dann es bei eyner insel war / Meyenbipe genañt / moechte ungeferlich zehen meil wegs von Brickioka sein / aber ich vnderließ es vmb der gefangenen Christen willen / welcher noch vier lebendig waren. Dann ich gedacht / entlauff ich jnen / so werden sie zornig / vnd schlagen die selbigen von stundan zu todte Villeicht mitler zeit erhelt vns Gott all mit eynander / vnd gedachte also bei jnen zu bleiben / vnd sie zutroesten / wie ich auch thet. Aber die Wilden waren mir sehr guenstig / dañ ich hatte zuuorne gesagt / auff ebentheur / die feind würden vns begegnen. Wie es nun also geriet / sagten sie / Jch were eyn besser Prophet dañ jr Maraka. Wie sie mit jren feinden tantzten / da wir vns des andern tages lagerten.   Cap. 44. DEs anders tages kamen wir nicht weit von jrer landtschafft / bei eyn groß gebirgige Occarasu genãt. Daselbs legerten sie sich / die nacht da zubleiben. Da gieng ich in des obersten Koenges (Konian bebe genant) huetten / Fragte jn / wz er mit den Mammelucken im sinne hette / Er sagte / Sie solten gessen werden / vnd verbot mir / ich solte nicht mit jnen reden / dann er were sehr zornig auff sie / sie solten sein daheyme blieben / vñ nicht mit seinen feinden gegen jn zû kriege sein gezogen. Jch sagte / er solt sie leben lassen / vnd jren freunden widerumb verkeuffen. Er sagte sie solten gessen werden. Vnd derselbige Knyan Bebe hatte eynen grossen korb vol menschen fleysch vor sich / ass von eynem beyne / hielt mir es vor den mundt / fragte Ob ich auch essen woelte. Ich sagte Eyn vnuernuenfftig thier frisset kaum das ander / solte dann eyn mensch den andern fressen. Er beyß darein / sagte / Jau ware sche / Jch bin eyn Tiger thier / es schmeckt wol / damit gieng ich von jm. Den selbigen abent gebot er / eyn yeder solt seine gefangene vor den walt bringen bei das wasser auff eynen platz. Das geschahe. Da versamleten sie sich / machten eynen grossen runden kreyß / da stunden die gefangenen in. Da musten die gefangenen alle sampt singen vnnd rasseln mit den Abgoettern Tammaraka. Wie nun die gefangenen gesungen hatten / fiengen sie an zureden eyner nach dem andern / so freuelmuetig vñ sagten: Ja / Wir zogen auß / gleich wie tapffere leut pflegen / euch vnsere feinde zufangen vnnd zuessen. Nun habt jr die oberhant kriegt / habt vns gefangen / aber wir fragen nichts darnach / Die wehrhafftigen dapffern leut sterben in jrer feinde landt. So ist auch vnser lant noch groß / die vnsern werden vns an euch wol rechen. Ja sagten die andern / Yhr habt der vnsern schon vil vertilget / das woellen wir an euch rechen. Wie die rede außwar / fuehret eyn yeder sein gefangen wider in sein losament. Darnach am dritten tage kamen wir wider in jre landschafft / eyn yeder fuehrete sein gefangne / da er da heyme war / die in dem Dorff Vwattibi / da ich inne war / hatten acht Wilder lebendig gefangen / vnd drei mamelucken das Christen waren / nemlich Diego vnd seinen Bruder / vnd noch eynen Christen / hieß Andonio / den hatte meines herren sohn gefangen / vnd noch zwen mamelucken welch Christen waren / fuhrten sie gebratten heym / da zu essen / vnnd wir waren in den eylfften tag auff der reyse auß vnd heym. Wie das Frantzoesische schiff noch da war / dabei sie mich bringen wolten / wie sie mir gelobten / weñ sie widerumb auß dem kriege kemen \&c. wie vorgemelt.   Cap. xlv. WJe wir nun wider heym waren kommen begerte ich von jnen / das sie mich wolten nach der Frantzosen schiff fueren / dañ ich were nun mit jnen zu kriege gewesen / vnd jnen jre feinde helffen fangen / von welchen sie nun wol gehoeret hetten / das ich keyn Portugaleser were. Sie sagten ja sie wolten mich hinbeifuehren / Aber sie wolten sich erst ruhen / vnd essen den Mokaen / das ist das gebraten fleysch der beyden Christen. Wie sie den ersten von den zweyen ge= bratenen Christen assen / nemlich Jorge Ferrero des Portugalesischen heuptmans sohn.   Cap. 46. SO war nun eyn kuenig vber eyn huetten / hart gegen meiner huetten vber. Derselbige war genant Tatamiri / der hatte den gebratnen vnd ließ gedrenck machen nach jrer gewonheyt / vnd jrer vil versamleten sich / druncken / sungen vnd machten eyn grosse freude / Darnach des andern tages / nach dem trincken / soden sie das gebraten fleysch widerumb auff vnd assens. Aber des andern Hieronymi fleysch hing in der huetten da innen ich war / inn eynem korb vber dem fewr im rauch wol drei wochen / das es so trucken war wie eyn holtz / vnd das es so lang vngessen hieng vber dem fewr War die vrsach / Der wilde der es hatte / war genant Parwaa. Der war auff eynen andern ort gezogen wurtzeln zuholen / die getrenck zumachen / des Hieronymi fleysch darmit zu betrincken / das sich also die zeit verlieff / vnd sie wolten mich nicht ehe nach dem schiff fuehren / sie hetten dann das Fest vber Hieronymum gehalten / vnd das fleysch gessen. Mitlerzeit war das Frantzoesisch schiff wider hinweg gefahren. Dann es mochte vngeferlich acht meil wegs von dannen sein da ich war. Wie ich die zeitung hoerete ward ich betruebt / Aber die Wilden sagten / Sie pflegten gemeynlichen alle jar dahin zukommen / muste ichs zufrieden sein. Wie der Almechtige Gott eyn zeychen thet.   Caput xlvij. JCh hatte eyn Creutz gemacht / von eynem reydel / vnd vor der huetten auff gericht / darin ich war / bei den ich vilmals mein gebet thet zum herzen / vnd ich hatte den wilden befolen / sie solten es nicht auß zihen / es moechte jnen vnglueck daruon kommen / aber sie verachteten meine rede. Auff eyn zeit war ich mit jnen auff der fischerei / mitler weil hatte eyne fraw das Creutz außgeraufft hatte es jrem manne geben / der solte jr eyn art pater noster / welche sie von Meerschneckenheusern machen / darauff reiben / dieweil es runt war / welches mich nun sehr verdroß / bald darnach fieng es sehr an zurenen / wehrete etliche tage. Sie kamen in meine huetten / begerten / Jch solte mit meinem Gott machen / das der regen auff hoerete / Dann wo es nicht auffhoerete / wuerde es jre pflantzung verhindern / Dann jre pflantz zeit war da. Jch sagte es were jr schuldt / sie hetten meinen Gott erzuernet / das sie das holtz hetten außgeraufft. Dann bei dem holtz pflegte ich mit meinem Gott spraach zuhalten. Wie sie nun meynten dass die vrsach zu sein des regens / halff mir meines herrn sohn wider eyn Creutz vffrichten / es war vngeferlich vmb eyn awr nach mittage / nach der sonnen zurechnen. Wie es auffgerichtet / wurde es von stundan widerumb schoen wetter / vnd war vormittage sehr vngestuemb / Sie verwunderten sich alle / meynten mein Gott thet was ich woelte. Wie ich eynes abents mit zweyen Wilden vff der fischerei war / vnd Got eyn wun= der bei mir erzeygte / eynes grossen regens vnd vngewitters halben.   Cap. xlviij. JCh stund mit eynem / welcher auch der vornemsten eyner war / Parwaa genant / welcher den Hieronymum gebraten hatte. Derselbige / vnd noch eyner / vnd ich / stunden vnnd fischeten / in abscheydung des tages / erhûb sich eyn groß regen mit eynem donner / vnnd regnete nicht weit von vns / so das vns der windt den regen zû naehete. Da baten mich die beyden Wilden / das ich mit meinem Gott reden woelte das vns der regen nit moechte hindern / villeicht wuerden wir noch mehr fische fangen / Dann ich sehe wol / wir hetten in der huetten nichts zuessen. Die wort bewegten mich / vñ bat den Herren auß grundt meines hertzen / das er woelte sein maacht bei mir beweisen / Dieweil es die Wilden von mir begerten / auff das sie ye sehen wie du mein Got allezeit bei mir bist / wie ich das gebet geendet hatte / so kompt der windt mit dem regen anbrausen / vnd regnete vngeferlich sex schrit von vns / vnnd auff der stette da wir waren / vernamen wir nichts / So / das der Wilde Parwaa sagte / Nun sehe ich / das du mit deinem Gott geredt hast / Vnd wir fiengen etliche fische. Wie wir nun inn die huetten kamen / sagten die beyde den andern Wilden / Das ich mit meinem Gott geredt hette / vnd sich solche ding begeben hetten / Solches verwunderten sich die andern. Wie sie den andern von den zweyen gebratenen Christen assen / Hironymus genant. Caput xlix. WJe nun der wilde Parwaa / alle reydschafft bei eynander hatte wie vorgemelt / ließ er gedrencke machen des Hironymo fleysch zû bedrincken / wie sie es nun bedruncken / brachten sie die zwen gebrueder zû mir / vñ noch eynen / welchen meines herrn sohn gefangen hatte / Anthonius genant. So das vnser vier Christen bei eynander waren / musten mit jnen drincken / aber ehe mir trincken wolten / teten wir vnser gebet zû Got / das er der seelen woelte gnedig sein / vnnd vns auch / wan vnser stunde kompt / vñ die wilden schwetzten mit vns / vnd waren froelich / aber wir sahen groß elende / Des anderen morgens frueh soden sie das fleysch wider auff vnd assens / hattens in eynem kurtzen verruckt. Denselbigen tag fuhrten sie mich hin zuuerschencken / Wie ich nun von den beyden bruedern schied / baten sie mich ich solte Got vor sie bitten / vnd ich gab jnen bericht / ob sie entlauffen konten wo sie sich hinaus wenden solten im gebirge / vff das sie jnen nicht konten nach spieren / dañ ich des gebirges kuntschafft hatte / dasselbige sie auch gethan hatten / waren loß worden vnd entlauffen / wie ich hernachmals erfuhr / ob sie widder gefangen worden / weys ich och nicht. Wie sie mich hinfuhrten zû verschencken. Caput 50. SJe fuhren mit mir hin / da sie mich verschencken wolten Tackwara sutibi genãt / vnd wie wir so eyn stueck weges vom lande waren / sahe ich mich vmb nach den huetten da wir außfûhren / vnd es war eyne schwartze wolcken vber den huetten. Jch zeygte es jnen vnd sagte / Mein Gott were zornig vber das dorff / dz sie das Christen fleysch gessen hetten \&c. Wie sie mich nu dar brachten / vberliefferten sie mich einem Kuenige Abbati Bossange genant / Dem selbigen sagten sie / Das er mir keyn vberlast thun solte / oder thun lassen / dann mein Gott were schrecklich vber die / so mir leydt thetten. Dann das hetten sie gesehen / da ich noch bei jnen were gewesen. Vnd ich thet jme auch selbs eyne vermanung / sagte / Es würde bald mein brûder vnd freund verwandten kommen mit eynem schiff voll wahr / dz sie mich nur wol verwareten / deñ woelt ich jnen waar geben. Dañ ich wüste furwar / mein Got wuerde meiner brueder schiffe bald her bringen. Das behagte jnen wol. Der Koenig hieß mich sohn / vnd ich gieng mit seinen soehnen auffs weydwerck. Wie mir die wilden desselbigen orts er= zeleten wie das vorgemelte schiff auß Franckreich wider hinweg gesiegelt were. Cap. 51 SJe sagten mir / wie das vorige schiff / Maria Bellete genant / von Depen / da ich gerne were in gewesen / da volle ladung bekommen hette / nemlich Prasilien holtz / Pfeffer / Baumwol / Federwerck / Meerkatzen / Papegogen vnd dergleichen war / welche da gefelt / vnd sie hetten da in den hauingen Rio de Jenero eyn Portugalesisch schiff genommen / vnd der Portugaleser eynen Jta Wu / eynem wilden Koenige / so genant / geben / der hette jnen gessen / auch were der Frantzose / welcher / wie ich gefangen wurd / den Wilden befulhe / sie solten mich essen / in dem schiff / vnd wolte wider heym / vnd das war daß schiff wie vorgemelt / wie ich den Wilden entlieff vnd bei jr Bott kam / vnd sie mich nicht innemen wolten / dasselbige schiff war vmb kommen / auff der wider vmb reyse / Das / wie ich da mit dem andern schiff inn Franckreich kam niemand erfahren hatte / wo es blieben war / wie volgents gemelt wirt. Wie kurtz darnach wie ich dahin ver= schenckt wurde / eyn ander schiff auß Franckreich kam / die Katharina de Vattauilla genant welche mich / auß versehung Gottes / kauf= ten / vnd wie sich es zutrug.   Cap. 52. JCh war vngeferlich viertzehen tage inn dem Flecken Tackwara sutibi bei dem Kônige Abbati Bossange / so begab es sich eyns tags / das etliche wilden zû mir kamen / vnd sagten / sie hetten hören schiffen / es mueste in Jteronne sein welcher hauinge auch geheyssen wirt Rio de Jenero / wie ich nun gewislich erfuhr / das eyn schiff da war / sagte ich jnen / das sie mich dahin brechten Dann es wurden villeicht mein brûder sein / sie sagten ja / vñ hielten mich gleichwol auff noch etliche tage. Mitler zeit begab es sich / das die Frantzosen / so dahin kommen waren / hoereten / das ich da vnter den Wilden were / schickte der Capitan zwen gesellen von dem schiff / mit sampt etlichen wilden koenigen / welche sie zû freunden hatten in den Flecken da ich inne war / kamen inn eyne huetten / Der Koenig ueber die / hieß Sowarasu / hartbei der huetten da ich inne war / mir wird die zeitunge bracht / von den Wilden / das da zween vom schiff kommen weren / ich wurd froh / gieng hin zû jnen hieß sie wilkommen / in die wilde spraach / wie sie mich nun so elende sahen gehen / hatten sie eyn mitleiden mit mir / vnd teyleten mir jrer kleyder mit. Jch fragte wie / Warumb die kommen weren. Sie sagten / Meinet halben / Jhnen were befolhen / das sie mich mit zû schiff braechten / des solten sie alle anschlege brauchen. Da erfrewete sich mein hertz vber die barmhertzigkeyt Gottes. Vnd ich sagte zû dem eynen der zweyer / Perot genant / welcher der Wilden spraach kunte / Er solte so fuerwenden / Er were mein brûder / vnnd hette mir da etliche kisten voll kauffmanschafft bracht / das sie mich mit jnen zû schiff brechten / vnd die kisten holeten. Vnd das er vorwendete / Jch woelte vnder jnen bleiben / pfeffer vnnd anders mehr wahr zuuersamlen / biß das die schiff wider kaemen vffs ander jar. Den reden nach brachten sie mich mit zû schiff / mein herr zohe selb mit. Sie hatten im schiff alle mitleiden mit mir / thaten mir vil gûts. Wie wir nun vngeferlich eyn tag oder fünff zû schiff waren gewesen / fragte mich der Wilde kuenig Abbati Bossange / welchem ich geschenckt war / wo die kisten weren / das ich sie mir geben ließ / das wir wider moechten in zeiten heym kommen. Die selbige meynung sagte ich dem obersten des schiffs / Der befalhe mir / ich solte jnen auffhalten / biß das schiff sein volle last hette / darumb / ob sie sich ye zuerneten / vnnd vngemach vnderstuenden anzuheben / wann sie sehen das sie mich im schiff behielten / oder sunst eyn verreterei anrichteten / Sintemal es eyn volck da keyn vertrawen auff ist. Aber mein herr der koenig meynte gentzlich er woelte mich mit heym nemen. Aber ich hielt jn so lang auff mit worten / sagte das er nit so sehr eilete / Dann er wuste wol wañ gûte freund zusamen kemen / konten sie so bald nit scheyden. Aber wañ sie woelten mit dem schiff wider hinweg fahren / woelten wir auch widerumb nach seiner huetten ziehen / hielte jnen so auff. Zum letsten / Wie das schiff geruestet war / versamleten sich die Frantzosen im schiff alle bei eynander / vnd ich stund bei jnen / / vnd mein herr der kuenig sampt denen so er mit sich hatt stunden auch da. Vnd der hauptman des schiffs ließ den Wilden sagen mit seinem dolmetsch / Es behagte jm sehr wol das sie mich nit getoedtet hetten. Nach dem sie mich vnter jren feinden gefangen hetten. Ließ weiter sagen (mich mit besserer gefueglikeyt võ jnen abzubringen) er hette der gestale mich vom lande ins schiff lassen fordern / das er jnen etwas geben woelte das sie mich so wol verwaret hetten / auch were sein meynung er woelte mir etliche wahr thun / das ich solte vnter jnen bleiben / dieweil ich bei jnen bekant were / pfeffer vnd andere wahr versamleten die jme dienlich were / biß das er wider keme. So hatten wirs nun so beschlossen / das eyner oder zehen von den schiffleuten sich versamlet / welche mir etlicher maß aenlich waren / die selbigen gaben fuer / sie weren meine brueder / wolten mich mit heym haben. Die meynung ward jnen fuergehalten / Dieselbigen meine brueder wolten keynen weg / das ich wider mit jnen an landt solt zihen / sonder ich solte heym zihen / dañ vnser vatter begerte mich noch eyn mal zusehen ehe dann er stuerbe. Da ließ jnen der Capitan wider sagen / Er were jr oberster im schiff / vnd hette gern das ich wider mit jnen an landt zoege / aber er were nur eyn mensch / vnd meiner brueder weren vil / er kuente nicht wider sie thun. Das vorwenden geschah alles / das sie sich wolten mit glimpffen von den Wilden schleissen. Vnd ich sagte auch meinem herrn dem kuenge / Jch woelte gern wider mit jnen heym zihen / aber er sehe wol / das es meine brueder nut woelten zûlassen. Da fieng er an zuschreien im schiffe vnd sagte / Wann sie mich dann ye wolten mitnemen / das ich dann mit dem ersten schiff wider keme / dann er hette mich mich fuer seinen sohn gehalten / vnd were sehr zornig vber die von Vwattibi / das mich die herren woellen essen. Vnd seiner weiber eyns / welches mit im schiff war / muste mich beschreien nach jrer gewonheyt / vñ ich schrey auch nach jrem gebrauch. Nach dem allem gab jme der hauptman etliche wahr / moechte sich belauffen vmb fuenff ducaten werdt / ein Messern / Exten / Spiegeln vnd Kemmen. Damit zohen sie widerumb an landt nach jrer wonunge. So halff mit der allmechtige Herr / der Gott Abraham / Jsaac vnd Jacob / auß der gewalt der Tyrannen / Jhme sei lob / preiß vnd ehr / durch Jesum Christum seinen lieben sohn vnsern seligmacher / Amen. Wie die Obersten des Schiffs genent waren / vnd wo das schiff her war / vnd was sich noch begab ehe wir auff der reyse nach Franckreich waren. Caput liij. DEr Hauptman des schiffes war genant Wilhelm de Moner / vnd der Steurman Francoy de Schantz / Das Schiff war genennet die Catharina von Wattauilla \&c. Sie ruesteten das schiff wider zû / nach Franckreich zusiegeln / so begab es sich eyns morgens / da wir noch in dem hauingen (Rio de Jenero genant) lagen / kam eyn Portugalesisch schifflein / wolte auß dem hauingen fahren / hatte gekauffschlagt mit eyner art Wilder / welche sie zu freunden haben / vnd heyssen Los Markayas / dero Landtschafft stosset hart an der Tuppin Jkins Landt / welche die Frantzosen zu freunde haben / Die beyde Nationen sind feinde zuhauff. Vnd es war das schifflein / welches (wie vorgemelt) nach mir war / mich den wilden abzukeuffen / Hoerete eynen factor Peter Roesel genant / die Frantzosen richteten jre Bott zû mit geschuetz / fuhren zû jnen hinein / meynten / sie zunemen / Namen mich mit / das ich mit jnen reden solt / sie solten sich auffgeben. Aber wie wir das schifflein anfielen / schlugen sie vns widerumb ab / wurden etliche Frantzosen erschosen / etliche verwundt / Jch wurd auch in den todt verwundt mit eynem schoss / vil herter dañ der lebendigen verwundten keyner / Rieff in der angst zû meinem herrn / dann ich fuehlte nichts anders dann todes not / vnd bat den guetigen vatter / dieweil er mir auß der tyrannen gewalt geholffen hette / woelte mich doch bei dem leben behalten / das ich moechte widerumb in Christen landtschafft kommen / vnd seine an mir erzeygte wolthat andern leuten auch verkünden. Vnd ich bekam meine volkomne gesundtheyt wider. Gelobet sei der guetige Gott von ewigkeyt zû ewigkeyt. Anno Domini 1554. den letzten Octobris / giengen wir in dem hauingen Rio de Jenero zû siegel / vñ fuhren wider nach Franckreich. Wir hatten vber Meer gûten windt / so das sich die schiffleut verwunderten / meyneten es mueste sunderlich eyn gabe von Gott sein. Eyn solch wetter (wie es auch war) Auch thet der Herr eyn sichtlich wunder bei vns im Meer. Den ersten tag vor dem Christag kamen vil fische vmb das schiff her / welche man nennet Meerschwein / Der fiengen wir so vil / das wir etliche tage satt hatten. Desselbigen gleichen auch auff der heyligen drei kuenig abent / bescherte vns auch Gott fische satt / dañ wir hatten sunst des mals nicht vil zuspeisen / dann was vns Gott auß dem Meer gab. Darnach vngeferlich den xx. tag Februarij des jars 55. kamen wir im kuenigreich von Franckreich an / bei eynem Stetlein Honflor genant / ligt in Normandi. Wir sahen auff der gantzen widerumb reyse keyn landt bei nahe vier monat. Wie sie nun das schiff auß lûden / halff ich jnen / Wie das geschehen war / danckte ich jnen allen fur die erzeygte wolthat. Darnach begerte ich eyn passport vom hauptman / Aber er hette vil liber gesehen / das ich noch eyne reyse hette mit jme gethon. Wie er aber sahe / das ich nicht bleiben wolt / erlangte er mir eyn passport von Moensoral Miranth Oberster in Normandia. Derselbige wie er von mir gehort hatte / forderte er mich vor sich / gab mir die passport / Vnd mein Hauptman gab mir zeer gelt. Jch nam meinen abscheyd / zohe von Henfloer auff Habelnoeff / von Habelnoeff auff Depen. Wie ich zû Depen in des Heuptmans hauß / des schiff Bellete gefuehret wurd / darin jr hauß virt Oberster ware / welchs vor vns war auß Prasilien gesiegelt / vnd noch nit heym kommen.   Caput 54. ZV Depen / daher das vorige schiff / Maria Bellete war in welchem der Tolmetsche (so den Wilden befalhe sie solten mich essen) war / vnd wolte mit vber in Franckreich faren / waren auch dieselbigen so mich nicht zû sich in jr bott nemen wolten / wie ich den wilden entlieff / auch derselbe Heuptman des schiffes / wie mir die Wilden sagten / hatte den Wilden eynen Portugaleser geben zuessen / Dann sie den Portugalesern eyn schiff genommen hatten / wie vor gemelt. Dieselbigen leut des schiffes Bellete / waren noch nit mit dem schiffe zû lande kommen / wie ich dahin kam. Wiewol sie nach der rechenschafft das schiff von Wattauilla / so nach jnen dahin kam vnd mich kauffte / solte drei monat ehe dann wir / heym kommen sein. Derselbigen leut weiber vnd freundsverwandten kamen zû mir vnnd fragten mich / Ob ich sie nicht vernommen hette. Jch sagte / Wol hab ich sie vernommen / es sein eyn teyl Gottloser leut im schiff / sie seien wo sie wolen / vnd erzalte jnen / wie das eyner / so jm lande vnter den Wilden gewesen were / welcher auch mit im schiff were / den Wilden befolhen hette / sie solten mich essen / doch hette mich der allmechtige Gott behuetet / Vnd sagte jnen weitter / Wie das sie weren mit jrem Bott bei die huetten gefaren darinne ich war / vnnd den Wilden pfeffer vnnd Meerkatzen abgebeutet / vnd ich were den Wilden entlauffen vnd zû jnen bei das bott geschwummen / aber sie mich nicht hetten woellen einnemen / hette derhalben wider muessen an Landt schwimmen vnter die Wilden / welches mir das mal eyn groß hertzwehe war. Auch hetten sie den Wilden eynen Portugaleser geben / welchen sie gessen hetten / sagte jnen / Wie das sie meiner gar keyn gnad hetten woellen haben. Mit solchem allem sehs ich nun wol / das es der liebe Gott so gût mit mir gemeynet hette / Das ich / Gott sei lob / vor jnen hie bin / euch die newe zeitung zubringen. Sie moegen auch kommen wann sie kommen sollen. Aber ich wil euch eyn prophet sein / das von Got solche vnbarmhertzigkeyt vnd tyrannei / so sie da im Land bei mir gethon haben / Gott vergebs jnen / nicht wuerde vngestrafft bleiben / es were gleich kurtz oder lang / dann es augenscheinlich were / das mein seufftzen den herrn Gott im hymel erbarmet hette. Sagte jnen weiter / Wiewol es denen so mich den Wilden abgekaufft hetten / auff der reyse gangen were / wie auch die warheyt ist. Gott gab vns schoen wetter vnd windt / gab vns Fische auß der tieffe des Meeres. Sie gehielten sich vbel / meynten was mich gedeucht / ob sie auch noch vorhanden weren (sie nicht gahr zu vntroesten) sagte ich / sie konten noch villeicht wol wider kommen / wiewol der meyste hauff / vnd Jch auch / nit anders außrechnen konten / dann sie musten mit dem schiff vmbkommen sein. Nach allen den reden / schied ich von jnen / vnd sagte / Sie solten den andern anzeygen / ob sie kemen / Gott hette mir geholffen / Jch were da gewesen. Von Depen fuhr ich mit eynem schiff gen Lunden in Engellandt / da war ich etliche tage / darnach fuhr ich von Lunden in Seelandt / von Seelandt in Andorff. So hat mir der Almechtige Gott / dem alle ding mueglich ist / ins vatterlandt wider geholffen / jme sei ewig lob /   Amen. Mein gebet zû Gott dem hern die= weil ich in der Wilden leut gewalt war mich zû essen. O Du almechtigkeyt / der du den Hymmel vnd die Erde gegruendet hast / du Gott vnser vor vaetter Abraham Jsaac vnd Jacob / der du dein volck Israhel so gewaltiglich auß jrer feinde handt gefuehret hast / durch das rote Meer / der du Danielen vnter den Lewen behuetest / Dich bitt ich / du ewiger gewalthaber / du woellest mich erloesen auß der hand dieser Tyrannen / die dich nicht kennen / vmb Jesu Christi deines lieben Sohns willen / welcher die gefangene erloesete hat auß ewiger gefengknus / Doch herre ist es dein wille / das ich so eynen Tyrannischen todt leiden sol / von diesen voelckern so dich nicht kennen / vnd sagen / weñ ich jnen von dir sage / du habest keyne macht / mich auß jren henden zunemen / So stercke mich jo in der letzten stunde / weñ sie jren willen woellen an mir vollenbringen / das ich jo nicht zweiuel an deiner Barmhertzigkeyt. Sol ich dann in diesem elende so viel leiden / so gib mir hirnechst ruhe / vnd behuete mich jo vor dem zûkommenden elende / daruor sich alle vnsere vorvaetter entsetzt haben / doch herre / du kanst mir wol auß jrer gewalt helffen / hilff mir / ich weyß du kanst mir wol helffen / vnd wañ du mir geholffen hast / will ichs keynem glueck zurechen / Sonder alleyne / das deine gewaltige hand geholffen habe / dañ jtzt kan mir keynes menschen gewalt helffen / vnd wenn du mir geholffen hast / auß jrer gewalt / deine wolthat will ich preisen / vnd an den tag geben / vnter allen voelckeren / wohin ich komme / Amen.                     Ch kan nicht wol gleuben das     von hertzen koenne beten eyn man / Es sei dañ das leibs gefahr oder ander groß     Creutz vnd verfolgung jn treffe an. Dañ wenn der leichnam mag nach seinem     willen leben. Wil die arm creatur allezeit wider jren schoepf=     fer streben. Darumb dem menschen dem Gott zûschickt gegen Sput     Meynet er es warhafftig hertzlich gût / Daran niemandt zweiuel habe.     Solches ist eyn Gottes gabe / Keyn trostwehr noch wopen gefunden wirt zû keyner frist /     Dañ alleyn der mit den glauben vnd Gotswort geruestet ist. Darumb eyn yeder Gottsfürchtig man.     Seine kinder nichts bessers leren kan / Dañ das sie das wort Gottes wil fassen so konnen sie sich in     zeit der nott daruff verlassen. DArmit du lieber leser nicht solt erachten. Jch habe diese mein muehe vmb ruhm gethan mich     fuehr etwas zu achten / Es geschicht dem Almechtigen Gott zulob vnd preiß.     Der aller menschen hertzen vnd gedancken weyß / Dem lieber leser befehl ich dich.     Der woelle auch nun vortan behueten mich.   Ende des ersten Buechlins.   Warhafftiger kurtzer be richt / handel vnd sitten der Tuppin In= bas / derer gefangner ich gewesen bin / Wonen in Ame= rica / jre landt schafft ligt in in 24. gradus vff der Seuden seit 8 linien æquinoctial / jr landt stosset an eyn refier / Rio de Jenero genant. Wie sich die Schiffart anfahet / auß Portugal nach Rio de Jenero / gelegen in America / vngeferlich in 24. gradus des Tro= pici Capricorni hoehe.   Caput j. Jssebona / eyn statt in Por tugal gelegen / im 39. gradu / auff der Nordenseiten der linien Aequinoctial wann man von Lissebona wil abfahren nach der Prouintz Rio de Jenero gelegen in der Landschafft Prasilien / so man auch Americam nennet / Fehret man erstmals auff insulen / heyssen die Cannariæ / sein des Kuenigs auß Hispanien / der 6. hie genant werden. Die erste Gran Canaria / Die ander Lanserutta / Die dritte Forte Ventura / Die vierdte Il Ferro / Die fuenffte La Palma / Die sexte Tineriffe. Von dannen fehret man vff insulen / heyssen Los insules de Cape virde / Jst so vil gesagt / Die insulen des gruenen heupt leiget inn schwartz Moren landt / welchs man auch wol heysset Gene. Die obgemelten insulen leigen vnter dem Tropico Cancri / hoeren dem Koenig von Portugal zû. Von den insulen siegelt man Seud seud West / nach der landtschafft Prasilien zû / vnd ist eyn grosses weites meer / man siegelt offi drei monat vnd lenger / ehe man in die landtschafft kompt. Erstmals siegelt man vber den Tropicum Cancri / das er zu ruck bleibt Darnach durch die lineam æquinoctialem. Wann man die Nortwerts zurück siegelt / so sihet man den Nort stern (welchen man auch nennet Polum articum) nicht mehe. Darnach kompt man in due hoehe des Tropici Capricorni / vnd man fehret vnter der Sonnen her / vnd weñ man vber die hoehe des Tropici Capricorni ist / nach der mittags seiten so siehet man die Sonne hinab nach dem Norten / ist stets grosse hitz zwisschen den beyden Tropicis / Vnd das vorgenant landt Prasilien ligt eyn teyl inn den Tropicis. Wie das Landt America oder Prasilien gelegen ist / wie ich zum teyl gesehen.   Cap. ij. AMerica ist eyn grosses Land / hat vil geschlecht Wilder leut / dieselbigen haben vil verenderung der spraach / vnd seind viel seltzamer Thyer / ist lustig anzusehen / die Beume sein allezeit gruene / hat kein gehoeltze das dieser Land art gehoeltze gleich sei / die leut gehen nacket / es ist in dem teyl landes das zwischen den Tropicis leigt vmb keyne zeit des jars so kalt / als hie vmb Michaelis / aber das teyl landes das ich Seudwers des Tropicus Capricorni ligt / ist etwas kelter / wonen daselbs nation wilder die heyssen Carios / dieselbigen brauchen wilde thires heut / welche sie fein zubereyten / sich damit bedecken / der selbigen Wilden weiber machen dinger von baum wollen garn / wie eyn sack vnden vnd oben offen / die zihen sie an / vnd heyssen auff jre spraache Typpoy. Es hat im landt etliche fruechte der erden vnd beume / daruon sich die leut vnd Tier erneren / die leuthe des landes sein rod brauner Farbe am leibe / der Sonnen halben / welche sie so verbrennet / eyn gerades volck / listig zû aller bossheyt / sehe geneygt jre feinde zuuerfolgen vñ zu essen / \&c. jre landtschafft America hat etliche hundert meil Norten vnd Suden in die lenge / deren ich wol fünffhundert meil langes der landschafft her gesiegelt habe / vnd zum teyl / in vielen orten / des landes / gewesen bin. Von eynem grossen gebirge / welches im Lande ligt   Cap. iij. ES hat eyn gebirge / reychet auff drei meil nahe bei das Meer / auff oertern weiter auch wol neher / vnd gehet an vngeferlich in der hoehe / Boiga de Todolos Sanctus / eyn flecken so genant / dahin die Portugaleser gebawet vnd da wonen / vnnd dasselbige gebirge strecket sich die lenge an dem meer her / vollkomlich 204. meil / vnd in den hoehe 29. Gradus / auff der Suden seiten / der linien æquinoctial / Endet sich der berg auff oertern / ist er acht meil wegs breydt / Hinder dem berge ist gleich landt. Es kommen vil schoener wasserfluess zwisschen dem berge heraus / hat vil wilds. Vnd in dem berg haltet sich eyn art wilder leut die heyssen die Wayganna / die selbigen haben keyne stete wonungen wie die andern / so vor vnd hinter dem berge wonen. Die selbigen Wayganna haben krieg gegen alle die andern nationen / wo sie dero bekommen / essen sie / Desselbigen gleichen auch die andern / sie. Sie ziehen dem gewildt nach in dem gebirg / sein klûg wildt zuschiessen mit dem handtbogen / brauchen vil behendigkeyt mit andern dingen / nemlich mit Schleyffen vnd mit Fallen / darmit sie wildt fangen. Es hat auch vil wilden honig im gebirg / welchen sie essen. Sie koennen auch gemeynlich der thier plerren vnd der voegel gesenge / sie desto besser zuerschleichen vnd zuschiessen. Entzünden jr fewer von zweyen hoeltzern / wie auch die andern Wilden thun. Braten gemeynlich jr fleysch das sie essen. Sie ziehen mit weib vnd kindern. Wann sie sich etwan hin legern nahe bei jrer feinde landt / knicken sie hecken hart vmb jre huetten her / vff das man sie nicht in der eile vberlauffen koenne / Auch etwan vmb der Tigerthier willen. Stecken Auch scharffe doerner (Maraga eibe Ju genant) vmb die huetten her / gleich wie man hie füß angel legt / das thun sie aus forcht jrer feind. Die gantze nacht haben sie fewr bei sich / wañ der tag anbircht / thun sie es auß / auff das man nicht den rauch sehe vnd jnen nach spuere. Sie lassen lang har auff dem heupt / Auch lange negel auff den fingern erwachsen. Sie haben sunst auch der rasselen / Maraka genant / wie die andern Wilden / welche sie fuer goetter halten / haben jre getrencke vnd daentze / Auch noch wilde thieres zeene darmit sie schneiden. Steyner keile darmit sie hawen wie die andern nacionen auch gehabt haben / ehe sie mit den schiffen haben gepartirt. Sie ziehen auch offtmals auß nach jren feinden / Wann sie die fangen woellen / setzen sie sich hinter dürre hoeltzer / die jrer feinde huetten nahe stehn / Thun das darumb / ob etliche auß den huetten kemen holtz zuholen / sie so zufangen. Sie gehen auch vil tyrannischer mit jren feinden vmb / dann jre feinde mit jnen thun / Vrsach / sie schneiden jnen offtmals arm vnd beyn lebendig ab von grossem neidt. Die andern aber schlagen dise erst tot / ehe sie sie zerschneiden zuessen. Wie die Wilden Tuppin Jnba deren gefangner ich war / jre wonungen haben. Cap. 4. SJe haben jre wonungen vor dem vorgenanten grossen gebirge / hart bei dem Meer / auch hinder dem berge strecket sich jre wonung wol 60. meil / vnd es kompt eyn fluß wassers auß dem berge in das meer fliessen / den selbigen bewonen sie auff eynen ort / vnd heysset die Paraeibe / die lenge an dem meer strome her / haben sie vngefehrlich 28. meile landes die sie bewonen / sein allenthalben mit feinden bedrenget / Auff der Nort seiten grentzen sie an eyn art Wilder / heyssen Weittaka / sein jre feinde / auff der sudenseiten jre feinde heyssen Tuppin Jkin / landtwerts in jre feinde / sein genant Karaya / dañ die Wayganna im gebirg hart bei jn / vñ noch eyn art heyssen Markaya / wonen zwischen jnen / von denselbigen haben sie grosse verfolgung / die vorgenanten geschlechte haben krieg durch eynander her / vnd wenn jrer eynden andern fahet den essen sie. Sie setzen jre wonungen gerne vff oerter da sie wasser vnd holtz nicht weit haben / Wild vnd Fische desselbigen gleichen / vnd wan sie es auff eynem ort verhert haben / verandern sie jre wonungen auff andere oerter / vñ wen sie wollen jre huetten machen / versamlet eyn Oberster vnter jnen eyn parthei oder 40. man vnd weib / so viel er bekommen kan / das sein gemeynlich freunde vnd verwanten. Figur der huetten vñ stocketen. Caput V. Dieselbigen richten eyne huetten auff / welche ist vngeferlich 14. fuesse breyd / vnd wol 150. fuesse lang / darnach jrer vil sein. Sein ungeferlich 2. klofftern hoch sein oben rund wie eyn keller gewelbe / dieselbigen decken sie dicke mit palmen zweigen / dz es nicht darin regnet / die huette ist alle offen inwendig / es hat keyner keyn sonderlich zûgemacht gemach / eyn yedes der parteien man vnd weib / hat eynen raum / in der huetten / auff eyner seiten / von 12. fuessen / auff der andern seiten / desselbigen gleichen eyn ander partei / so sein jre huetten vol / vnd eyn yede partei hat jr eygen fewer / der oeberste der huetten hat sein losament mitten in der huetten / sie haben alle gemeynglich drei pörtlin / auff yderm ende eyns / vnd mitten eyns / sein nider / dz sie sich muessen buecken wen sie auß vnd in gehen / jrer doerffer wenig haben vber sieben huetten / lassen eynen platz zwischen den huetten / da sie jre gefangene auff todt schlagen. Auch sein sie geneygt Festungen vmb jre huetten zumachen / die ist so= Sie machen eyn Stocket vmb die huetten her auß Palmen beumen / die spalten sie von eynander. Das Stocket ist wol anderthalb klaffter hoch / machens dick das keyn pfeil hindurch mag kommen / haben kleyne schießloechlin darin da sie herauß flitschen / Vnd vmb das stocket her machen sie noch eyn ander stocket / von grossen hohen reydeln / Aber sie setzen die reydel nicht hart bei eynander / nur das eyn mensch nicht kan hindurch kriechen / Vnd es haben etliche den gebrauch / Das sie die koepffe deren so sie gessen haben / vff die stocketen stecken / vor den eingang der huetten. Wie sie Fewr machen. Caput vj. Sie haben eyne art holtzes / die heysset Vrakueiba / des truecknen sie / vnd nemen sein dan zwey stecklin eyns fingers dick / reiben eyns auff dem andern / das gibt dann staub von sich / vnd die hitze von dem reiben stecket den staub an / Darmit machen sie fewr / wie diese figut anzeygt. Warin sie schlaffen.  Cap. VII. Sie schlaffen in dingern die heyssen Jnni vff jre spraach / sein von baumwollen garn gemacht / die binden sie an zwen pfoele vber die erden / vnnd haben die nacht stets fewr bei sich. Sie gehn auch nit gern die nacht auß jren huetten / jres behûfes zuthun / one fewr / so sehr foerchten sie sich fur dem Teuffel welchen sie Jngange nennen / vnd jnen offtmals sehen. Wie geschickt sie sein wild thirer vnd fische zû schiessen mit pfeilen.   Cap. viij. WO sie hingehen es sei im gehoeltze oder beim wasser / haben sie stetz jr bogen vnd pfeile bei sich. Wann sie im gehoeltze gehn / haben sie steiff jr gesicht in die hoehe nach den beumen hin vnd wider / wann sie etwas vernemen von groben vogelen / Meerkatzen oder sunst Thieren / welche sich auff den beumen halten / gehen hinzû / vnterstehen es zuschiessen / volgen jme so lang nach biß das sie etwas bekommen. Selten wañ eyner aussen ist nach weydwerck / das er ledig heym komm. Desselbigen gleichen ziehen sie den Fischen nach / hart bei den vbern des meers / haben eyn scharff gesicht / Wann sich etwan eyn fisch erhebet / da schiessen sie nach / wenig schoesse feylen. So bald eyner troffen wirt / springen sie ins wasser / vñ schwimmen jm nach. Etliche grobe fische / wann sie den pfeil in sich fuelen / begeben sie sich nach dem grunt denselben ducken sie nach etwan in die sex klaffter tieff / bringen jn mit. Haben auch sunst kleyne hemlein / welches garn da sie es von stricken / zihen sie von spitzen langen blettern / welche sie heyssen Tockaun. Vnd wann sie mit den gernlein fischen wollen / versamlen sich jrer etlich / yeder hat sein eygens bezirckeln eynen ort wassers da es icht tieff ist / dann gehen etliche in den kreys schlahen ins wasser / so begert der fisch der tieffe / kompt jnen so in jr garn / wer die meysten fahet teylet den andern mit. Es kommen auch offtmals die / so weit von dem meer wonen / hinzû / fangen vil fische / braten sie duerr / zerstossen sie / machen mehl darauß / welchs sie wol derren / das es lange zeit weren kan / das fueren sie mit heym / essen wurtzel mehl darzû / dañ solten sie die fische sunst gebraten mit heym fueren wereten sie nit lang / dann sie sie nit saltzen / auch gehet des mels mehr vber eyn hauffen dann der gantzen gebratnen fische. Was gestalt die leut haben. Caput ix. ES ist eyn feines volck / von leib vnd gestalt / beyd fraw vñ man / gleich wie die leut hie zû lande / nur das sie braun von der Sonnen sein / dañ sie gehen alle nacket / jung vnd alt / haben auch gar nichts vor den schemen / vnd sie verstellen sich selbs mit vermalen / haben keyn baert / dañ sie pfluecken sie aus mit den wûrtzeln / so offt er jnen wechst / machen loecher in den mund vnd ohren darin hangen sie steyne / das ist jr zirat / vnd behencken sich mit federn. Womit sie hawen vnd schneiden auff den enden / da sie keyner Christen wahr bekommen koen nen / als Exte / Messer vnd Scheren.   Cap. x. SJe haben vormals / ehe dann schiffe ins landt sein kommen / vnd haben auch noch auff vilen orten des landes dahin keyne schiff kommen / nemlich eyn art schwartz blawer steyne / machen jnen wie eynen keil / vnd den breytesten ort machen sie stumpff scharff / ist wol eyner spannen lang / zweyer finger dick / eyner handt breyt / Etliche sein groesser / etliche kleyner. Darnach nemen sie eyn schmal reydelin / vnd beugen es oben drum her / bindens mit bast zusamen. Dieselbige figur haben nun auch die eiserne keil / so jnen die Christen geben auff etlichen orten. Aber sie machen nun die staehele auff eyn ander weise / eyn loch hindurch / da stecken sie den keil ein / das ist jr beihel da hawen sie mit. SJe nemen auch wilde schweins zeen / vnd wetzen sie inn der mitte das sie scharff werden / vnd binden sie dañ zwischen zwey hoeltzlein / Darmit schaben sie dann jre pfeil vnd bogen / daß sie so rund werden / als ob sie gedrehet weren. Brauchen auch eynen zan von eynem thier Pacca genant / den wetzen sie vorne scharpff / vnnd wann sie gebrechen am leibe haben / des gebluets halben / kratzen sie sich auff der stele da es jnen wehe thut / das blûtet dañ / das ist jr schrepffen. Was jr brode ist / wie jre fruechte heyssen / wie sie es pflantzen / vnd machen das man sein ge= niessen kan.   Cap. xj. DJe oerter dahin sie pflantzen woellen / hawen sie beume nider / vnd lassen die eynen monat oder drei duerren / darnach stricken sie fewer darin vnd verbrennen sie / dañ pflantzen sie jre wurtzelen zwischen die stoecke / von welcher sie jren behelff haben / heysset Mandioka / ist eyn beumlin eyner klofftern hoch / gibt drei wurtzeln von sich wen sie der wurtzeln geniessen woellen / zihen sie das beumlin auß / vñ brechen die wurtzeln ab / vnd brechen dañ der zweiglein von den beumen vnd stickens wider in die erden / das krieget dañ wurtzeln / vnd in sex monaten wird es so groß / das man seiner geniessen kan / sie nuetzen die wurtzeln auff dreiley weise. Zum ersten reiben sie die auff eynem steyn / gar in kleyn kruemlein / dañ persen sie den safft daruon mit eynem dinge von palmen zweigen schalen gemacht heyst tippiti so wird es trucken / darnach reden sie es durch eyn sieb / vnd backen dañ von dem Meel duenne kuchen. Das ding darinne sie jr meel derren vnd backen / ist von Thon gebrant / gestalt wie eyn grosse schussel. Auch nemen sie die wurtzeln frisch / vnd legen sie in wasser / lassen sie darinnen faul werden / nemen sie dañ wider vnd legen sie vber das fewer / in den rauch / lassen sie truckenen / die trucknen wurtzeln nennen sie dann Keinrima vnd weren lang / vnd wann sie es dann nutzen woellen / stossen sie es in eynem moerser von holtz gemacht / so wirt es so weiß wie weyssen meel / daruon machen sie kûchen die heyssen sie Byyw. Auch nemen sie wol gefeullete Mandioka / ehe sie jnen truckenen / vnd vermengens mit truckenem vnd mit gruenem / da derren sie eyn meel auß / das weret wol eyn jar / vnd ist gleich gût zuessen / vnd sie nennen das Meel V. Y. than. Auch machen sie auß fisch vnd fleysch meel / thun jm also / braten das fleysch oder fisch vber dem fewer jm rauch / vnd lon es gantz duerre werden / zerpfluecken es / derren es dennoch noch eyn mal auff dem fewer inn gefessen / welche sie darzû gebrant haben / heyssen Yneppaun / darnach stossen sie es kleyn in eynem hoeltzern moersser / vnnd seihen es durch eyn sieb / machen es so zû meel / das wert lange zeit / dañ sie haben keynen gebrauch fisch vnd fleysch zu saltzen. Solch meel essen sie dann zû dem wurtzel meel / vnd es schmecket ziemlich wol. Wie sie jre speis gar machen. Ca. XII. ES seind vil geschlecht der voelcker die keyn saltz essen. Diejenigen da ich vnter gefangen war / deren etliche essen saltz / welchs sie von den Frantzosen / die mit jnen handeln / gesehen hatten. Aber sie berichten mich / Wie eyn nation voelcker / daran jr landt stosset / heyssen die Karaya / landtwerts hinein von dem meerab / die da saltz maechten von palmen beumen / vnd dasselbige essen / aber die fein vil brauchten zu essen / lebten nicht lang. Vnd sie machen es vff den gebrauch dañ ich es sahe vnd darzû halff: Sie hawen eynen dicken palmen baum vmb / vnd kliberen den inn kleyne spreißlin / machen darnach eyn gestelle von trucknem holtz / legen die spreißlein darauff / vnd verbrennen sie mit dem duerren holtz zu aeschen / von der aeschen machen sie laugen / vnd die siden sie / das scheydet sich wie saltz. Kch meynet es were Salpeter gewesen / probieret es im fewr / war aber keyner / schmacket wie saltz / war graw von farben / Aber der mehrer teyl voelcker essen keyn saltz. Wenn sie etwas sieden es sei fisch oder fleysch / thun sie gemeynlich gruenen pfeffer darin / vnd wañ es zimlich gahr ist / heben sie es auß der bruee / vnd machen dañ eynen duennen brei drauß / den heyssen sie Mingau / drincken jn auß Kuerbessen / welche sie vor gegesse haben / auch wann sie eynerley speise machen wollen / es sei fleysch oder fische / das es eyn zeitlang were / das legen sie 4. spannen hoch / vber das fewer / auff hoeltzleyn / vnd machen dañ eyn zimlich fewer darunter / lassen es so braten vnd reuchern / bis das es gantz drucken wird. Wann sie es darnach essen woellen / so sieden sie es wider auff / vnd essens / vnd solch fleysch heyssen sie Mockaein. was für regiment vnd ordnung sie haben mit der Obrigkeyt vnd rechten. Caput xiij. SJe haben sonderlich keyn regiment oder recht / eyn yede huette hat eynen oberste der ist jr kuenig. Dann alle jr obersten sein von eynem stam / eyns gebiets vnnd regiments / man mag draus machen was man wil. Es mag sich etwan eyner mehr gebraucht haben dann der ander in kriegs handlung / das er der gestalt mehr gehor hat wan sie zû kriege ziehen dañ die andern / gleich wie der vorgemelte Konian Bebe. Sonst hab ich keyn sonderlich recht vnder jnen vernommen / dann das die juengsten seind den eltisten gehorsam zuthun was jre sitten mitbringen. Wann etwan eyner den anden er schlecht oder er scheußt / ist die freundtschafft bereytet den widerumb zutoedten / wie wol es selten geschicht. Auch seind sie jrem obersten der huetten gehorsam / was der eynen heyßt das thut er sonder eynigen zwangk noch forchte / dann alleyn auß gûtem willen. Wie sie jre düppen vnd gefeß backen / die sie brauchen.   Cap. xiiij. DJe Weiber machen die gefeß die sie nuetzen / also: Sie nemen Thon / vnd machen den wie eyn teyg / daraus machen sie was gefeß sie woellen / lassens eyn zeitlang trucknen / wissens fein zuuermalen / Vnd wann sie die backen woellen / stulpen sie die auff steyne / setzen dann vil truckner baumschalen drum her / stecken sie an / vnd darmit werden sie gebacken / das es gluehet als eyn heyß eisen. wie sie jre gedrencke machen daran sie sich druncken drincken / vnd wie sie sich halten mit dem trincken.   Caput xv. DAs weibs volck machet die getrencke / sie nemen die wurtzel mandioka / vnd sieden grosse dueppen vol / wens gesotten ist / nemen sie es auß den dueppen / giessens inn eyn ander dueppen oder gefeß / lassens eyn wenig kalt werden / dann setzen sich die jungen maegde darbei / vnd kewen es mit dem munde / vnd das gekewtte thun sie in eyn sonderlich gefeß. Wann die gesottenen wurtzeln alle gekewet sein / thun sie das gekewete wider in das doeppen / vnd giessen es widerumb voll wassers / vermengens mit den gekeweten wurtzelen / vnd dann lassen sie es widerumb warm werden. Dann haben sie sonderliche gefeß / welche sie halb in die erden begraben haben / brauchen sie darzû / gleich wie man hie die fass zum wein oder bier gebraucht / Da giesen sie es dann ein / vnd machens wol zû / das giert in sich selbst / wirt starck / lassen es also zwen tage tehen / darnach trincken sie es / werden truncken daruon / Jst dicke / speisset auch wol. Es machet eyn yede huette jre sonderlich getrencke / Vnd wann sich jrer eyn dorff will froelich machen / welches gemeynlich des monats eynmal geschicht / So gehn sie erst alle mit eynander in eyne huetten / Trincken da erst auß / das gehet so auff dere reige her / biß das sie die getrencke in allen huetten auß getruncken haben. Sie setzen sich vmb die gefeß her da sie trincken / etliche auff fewrbrende / etlichen setzen sich vff die erden. Die weiber reichen jnen die getrencke fein ordentlich / Etliche stehen / singen vnd tantzen vmb die gefeß her / Vnd auff der stetde da sie trincken / schlagen sie auch jr wasser ab. Das trincken wehret die gantze nacht / dantzen auch wol zwischen den brenden her / rûffen vnnd blasen mit posaunen / machen eyn schrecklich geruecht wann sie truncken werden. Auch sihet man wenig das sie vneyns werden. Sie sein auch eynander sehr guenstig / was der eyne mehr hat von essen speiß dann der ander / teylet er jme mit. was der Maenner zierde ist / vnd wie sie ich vermalen / vnd was jre namen sein. Caput XVI. SJe machen eyne platten vff jrem haupt / lassen drumdher eyn krentzlein von haren wie eyn moench. Jch hab sie offt gefragt / woher sie das muster der haar hetten / Sagten sie / Yhre vorvaetter hettens an eynem Manne gesehen / der hette Meire Humane geheyssen / vnd hette vil wunderbarlichs dings vnter jnen gethan / vnd man wil es sei eyn Prophet oder Apostel gewesen. Weiter fragte ich sie / womit sie hetten die har konnen abschneiden / ehe jnen die schiff hetten scheren bracht / sagten sie hetten eynen stein keil genomen / hetten eyn ander ding darunter gehalten / daruff die har abgeschlagen / dañ die mittelste platte hatten sie mit eynem schiber / eyns gehellen steyns / welche sie vil brauchen zum scheren / gemacht. Weiter haben sie eyn ding von roten feddern gemacht / heysset kannittare / das binden sie vmb den kopff. Sie haben auch in den vndersten lippen des mundes / eyn groß loch / das machen sie von jugent auff / wañ sie noch jungen sein / stechen sie jnen mit eynem spitzen hirtzhorns knochen eyn loechlin hindurch / darin stecken sie dañ eyn steynlein oder eyn hoeltzlein / vnd schmirens dañ mit jren salben / das loechlin bleibt dañ offen / wen sie nun so groß werden / das sie werhafftig sein / so machen sie es jnen groesser / dañ so steckt er eynen grossen gruenen steyn darin / Der ist so geformiret / vnd das schmale ende / oben / kompt inwendig / inn die lipen zuhangen vnd das dicke heraus / vnd die lippen des mundes / hengt jnen allezeit nider von dem gewigt des steyns / auch haben sie auff beyden oertern des mundes / jn yedem backen noch eynen kleynen steyn / der / vnd sie wetzen die steyne aber lang rund. Etliche haben sie von Cristall steynen / die sein schmal / aber wol so lang. Vnd noch haben sie eynen zieraht / den machen sie auß grossen meerschnecken heusern / die heyssen sie Matte pue / ist gemacht wie eyn halb mohn / das hencken sie an den halß / vnd es ist schne weiß / Bogessy genant. Auch machen sie weisse korellen von merschnecken die hencken sie an den hals ist eyns haimen dicke / haben vil arbeyt solche zumachen. Auch binden sie Fedderbuesche an die Arme / vermalen sich schwartz / auch mit roten vnd weissen federn / so bundt durch eynander / vnd die federn kleyben sie auff den leib / mit materien die kompt auß den beumen / das streichen sie auff die oerter da sie sich befeddern woellen. Darauff streichen sie die feddern / das bleibt kleben. Vnd sie malen sich auch / eynen arm schwartz / den andern rot / die beyne vnd den Leib desselbigen gleichen. Haben auch eynen zierraht von Straußfedern gemacht / Das ist eyn groß rund ding von federn / das binden sie auff den hindersten wann sie zû krieg ziehen gegen jre feinde / oder wann sie sunst eyn fest machen / heysset Enduap. Jre namen nennen sie nach den wilden thieren / vnd sie geben sich vil namen / aber doch mit dem vnterscheyd / Wann sie erst geboren werden / so wirdt jnen eyn Nam gegeben / den behalten sie nur solang / biß das sie wehrhafftig werden / vñ Feinde todt schlagen / so vil er dañ getoedtet hat / so manchen namen hat er. was der weiber zierraht ist. Cap. 17. DJe Weiber malen sich vnter dem angesicht / vnd vber den gantzen leib / auch auff die vorgesagte weise / wie sich die Maenner vermalen. Aber sie lassen das haar lang wachsen / wie auch andere weiber. Haben sonderlich keynen zierraht / dañ in den ohren haben sie loecher / da hencken sie dinger ein / sein vngeferlich eyner spannen lang / rund / vngeferlich eynes daumen dick / heyssen auff jre spraach nambibeya / machen es auch von meerschnecken / Matte pue genant. Yhre namen sein nach den Voeglen / Fischen / Fruechte der beume geheyssen / haben von jugent auff nur eynen namen / aber so manchen schlauen die maenner todt schlagen / so manchen namen geben sich die weiber auch. Wann eyns dem andern lauset / die leuse essen sie. Jch hab sie offtmals gefraget / warumb sie es thun / Sie sagten / Es weren jre feinde / Essen jnen vom heubt / woellen sich an jnen rechen. Es seind auch keyne besondere Hab Ammen da. Wañ eyn weib in kinds noeten ist / lauifft hinzû wer der nechst darbei ist beyde man vnd weib. Jch hab sie sehen gehen vngeferlich in den vierdten tag darnach / wie sie geberet hatten. Sie tragen jre kinder auff dem ruck / in keippen von baumwoln garn gmacht / thun jr arbeit mit jn / die kindlin schlafen vñ seind wol zufrid / wie sehr sie sich mit jnen buecken vnd regen. wie sie den kindlein den ersten namen geben.   Cap. xviij. DEr Wilden eyner / welcher mich fahen hulff / seine fraw / hatte eynen jungen sohn geberet / etliche tage darnach / nam er seine nechsten nachpawern der huetten / befragte sich mit jnen / was er dem kinde wol vor eynen namen geben solte / der tapfer vnd schrecklich were / sie hielten jme vil namen vor / die jme nicht behagten / meynte er woelle jme der vier vorvaetter namen eynen geben / sagte die kinder so der namen hetten / gedeieten wol / vnd weren spuerig schlauen zufangen / Nennete die vier vorvaetter / der erste hieß Krimen / der ander Hermittan / der dritte Koem / des vierdten namen hab ich nicht behalten Jch gedachte als er von Koem sagte / es mueste Cham sein Aber Koem heysset auff jre spraach der morgen. Sagte ich jm / Das er jme denselben namen gebe / Dann derselbige würde freilich seiner vorvaetter eyner gewesen sein. Der namen eynen behiels das kindt. So geben sie jren kindern namen / sonder Tauff vnd Beschneidung. Wie vil weiber eyner hat / vnd wie er sich mit jnen helt.   Cap. xix. ES hat der meyste hauff vnter jnen / eyner eyn weib / etliche auch mehr. Aber etliche von jren Kuenigen haben xiij. oder xiiij. weiber. Der Koenig dem ich das letzte mal geschenckt wurde / von welchem mich die Frantzosen keufften / Abbati Bossange genant / der hatte vil weiber. Vnd eyne die sein erste gewesen war / die war die oberste vnter jnen. Eyne yedere hatte jr eygen losament in der huetten / eygen fewr / je eygen wurtzeln gewechs / mit welcher er dann zuthun hatte / in der selbigen losament war er / die gab jm zuessen / das gieng so vmb. Die kinder so sie haben / wens kneblin sind / vnd sie groß werden / ziehen sie auff weydwerck / vnd was sie bringen / gibt eyn yeder seiner mutter / die kochen das / vnd theylen dañ den andern mit / vnd die weiber vertragen sich wol vnternander. Sie haben auch den gebrauch / das eyner dem andern eyn weib schenckt so er eyner mued ist. Auch schenckt eyner dem andern etwan eyn dochter oder schwester. Wie sie sich verloben.   Cap. xx. SJe verloben jre doechter wann sie noch jung sein / vnd so sie groß werden das jnen weibs gebrauch kompt / schneiden sie jnen die haat ab vom kopff / kratzen jnen besonderliche schnidde in den ruecke / binden jnen etliche wilde thiers zene an den hals / darnach wann das haar wider gewachsen ist / vnd die schnid zûgewachsen seind / so sihet man gleich mol das zeychen der schnid / dann sie thun etwas drein damit es schwantz bleibe wann es zûgeheylet, das halten sie so fuer eyn ehr. Wann solche ceremonien geendet sein / darnach vberliffern sie dem der sie haben sol / machen sonderlich keyn Ceremonien. Man vnd Weib halten sich auch gebuerlich / machen jre sachen heymlich. Jtem / Jch hab auch gesehen / das eyn Oberster von jnen bei zeiten des morgens frue durch alle huetten gieng / vñ kratzte die Kinder mit eynem scharpffen fisch zane in die beyn / sie damit forchtsam zumachen / auff das / wann sie vnleidlich werden / die aeltern jnen trawetenn / jener kompt / damit sie sie schweygen. Was jre gueter sein.   Cap. XXI . ES ist keyn parthierung vnter jnen / Wissen auch von keynem gelt zusagen. Jre schetze sein feddern von voegeln / welcher der vil hat der ist reich / vnd welcher seine steyn in den lippen des munds hat / der ist auch der reichesten eyner. Eyn yede parthei Man vnd Weib haben jr eygen wurtzeln gewechs daruon sie essen. Was jr groeseste ehr ist.   Cap. XXII . DAs ist jr ehr / Wann eyner vil Feinde gefangen vnnd todt geschlagen hat. Dann das ist gebreuchlich vnter jnen / So manchen feind eyner todt schlecht / so manchen namen gibt er sich. Vnd das sein die vornemsten vnter jnen / welche solcher namen vil haben. Woran sie gleuben.   Cap. XXIII . SJe gleuben an eyn ding / das wechset wie eyn kuerbs / ist so groß wie eyn halb maß doeppen. Jst inwendig hoel / stecken eyn stecklin dardurch / schneiden eyn loechlein darain wie eyn mundt / vnd thun kleyne steynlein darein / das es rasselt / Rasselnd darmit wann sie singen vnd tantzen / vnd heyssen es Tammarake. Ist so geformirt wie volget. Dieselbigen hat das Mans volck / eyn yeder sein eygens / so seind nun etliche vnter jnen / welche sie heyssen Paygi / werden vnter jnen geachtet gleich wie man hie die warsager achtet / dieselbigen ziehen des jars eyn mal durchs landt in alle huetten / vnd geben fuer / Wie das eyn geyst sei bei jnen gewesen / welcher weit her von frembden oertern kommen were / hette jnen maacht geben / das alle die rasselen Tammaraka / welche sie woellen / sollen sprechen vnd macht bekommen wo sie es vmb bitten solle er gewehret sein Eyn yeder will dann / das in seine rasselen die gewalt komme / machen eyn groß fest / mit trincken / singen vnd weissagen / halten vil seltzamer Ceremonien. Darnach bestimmen die wahrsager eynen tag / in eyne huetten / welche sie ledig machen / muessen keyne weiber oder kinder darinne bleiben / dañ gebieten die wahrsager / das eyn jeder sein Tammaraka rot vermale / mit federn vnd dahinkomme / so woelle er jnen die gewalt vberlifferen das sie sprechen sollen. Darnach komen sie in die hütten / so setzen sich die warsager obenan / vñ haben jre Tammaraka bei sich in der erden stecken / Darbei stecken die andern jre auch / Eyn yeder gibt den Warsagern geschenck / welches sein flitschpfeile / feddern / dinger die sie an die ohren hencken / auff das ye seines Tammaraka nicht vergessen werde. Wann sie dañ alle bei eynander sein / so nimpt er dann eyn yedern Tammaraka sonderlich / vnd bereuchert es mit kraude / welchs sie Bittin nennen. Darnach nimpt er die Rassel hart vor den mundt / vnd rasselt mit / vnd sagt zû jm: Nee Kora / nun rede / vnd laß dich hoeren / bistu darinne. Dann redet er kleynlich / vnd gerad eyn wort das man nicht wol mercken kan. Ob es die rassel thu / oder ob er es thue / Vnd das ander volck meynet / die rassel thu es. Aber der warsager thuts selbs / so thut er mit allen rasseln / eyner nach der andern. Eyn yeder meynet dann / das seine rassel grosse maacht bei sich hab. Dann gebieten jnen die warsager / das sie zû kriege ziehen / feinde fangen / dann die geyster so in dem Tammaraka seien / gelueste schlauen fleysch zuessen / demnach ziehen sie zû kriege. Wenn nun der warsager Paygi auß allen rasseln goetter gemacht hat / so nimpt dañ eyn yeder sein rasseln hin / heysset sie lieber sohn / machet jr eyn eygen huettlin / da es inne stehet / setzt jme essen vor / begert von jme alles was jme von noeten ist / gleich wie wir den warhafftigen Gott bitten / das sein nu jre goetter. Mit dem warhafftigen Gott der hymel vnd erden geschaffen hat / haben sie keyne bekuemmernus mit / haltens fuer eyn alt herkommens / das hymel vnd erden gewesen sei. Wissen sonst nichts sonderlich von anfang der welt. Dann sie sagen / Es sei eyn mal eyn groß wasser gewesen / hab alle jre vorvaetter verseuffet / vnd etliche seien inn eynem nachen dauon kommen / etliche auff hohen beumen. Welchs ich achte / es muesse die suendtflût gewesen sein. Wie ich nu das erste mal vnter sie kam / vnd sie mir daruon sagten / meynte ich es were ettwan eyn Teuffels gespenste / Dann sie sagten mir offtmals wie die dinger sprechen Wie ich nun in die huetten kam / da die Weissager inne waren / welche die dinger solten sprechen machen / musten sie sich alle nider setzen. Aber wie ich den betrûg sahe / gieng ich zur huetten hinnaus / gedachte / Wie eyn armes verblentes volck ist das. Wie sie auß den weibern weisagerin machen.   Cap. xxiiij. SJe gehen erstmals in eyne huetten / vnd all die weiber der huetten / nemen sie die eyne vor / die ander nach / vnd bereucheren sie / darnach muß das weib kreischen vnd springen / vnnd vmblauffen biß so lange sie muede werden / das sie auff die erden fallen / gleich als ob sie todt weren / darnach sagt der weissager / sihe itzt ist sie todt / balt wil sich sie widerumb lebendig machen / wañ sie dañ widerumb zû sich selbs kompt / sagt sie sein nun spudig / zukuenfftige dinge zusagen. Wann sie dañ zû kriege ziehen / so muessen jnen die weiber vber den krieg warsagen. Es fieng eyn mal meines herren fraw (dem ich geschenckt wurd zu toedten) eyne nacht an zuweissagen / sagte zû jrem Manne / jr wer eyn geyst auß fremden landen kommen / der begerte von jr zuwissen / wie bald ich solte getoedtet werden / vnd fragte nach dem holtz / darmit man mich solte todtschlagen / wo das were. Er antwortet jr / Es were nicht weit / alle ding were fertig / nur alleyn / er liesse sich beduncken / ich were keyn Portugaleser / sondern eyn Frantzose. Wie das weib jre weissag volnbracht hatte / Fragte ich sie / Warumb sie mir so nach dem leben stuende / dieweil ich keyn feindt were / ob sie nicht foerchtet / das jr mein Gott eyn plage zû schicket. Sie sagte / Jch solte mich nicht daran keren / dann es weren frembde geyster / wolten bescheyd vmb mich wissen / Solcher Ceremonien haben sie vil. Worinnen sie auff dem wasser faren. Caput XXV . ES ist eyn art beume im lande / welche heyssen Yga Ywera / des baums schalen loesen sie gantz ab / von oben an biß vnden auß / machen besunderlich gestell vmb den baum her / dieselbige gantz abzubringen. Darnach nemen sie die schale / vnd tragen sie auß dem berge / bei das Meer / hitzen sie mit fewer / beugen sie hinden vnd forne hoch auff / binden mitten zwerst hoeltzer darueber / das sie sich nicht weiten / machen nachen darauß / darinnen jrer 30 zu kriege konnen fahren / die schale ist eynes daumen dick wol 4. fuesse in die weite 40. fuesse lang / etliche lengere etliche kürtzer / dieselbigen ruddern sie schwinde / faren darmit so weit sie woellen / wenn das meer vngestuem ist / zihen sie die nachen auffs land / bis es wider gût wetter wird / sie geben sich vber zwo meil weges nicht ins meer / aber langes dem lande her / faren sie weit. warumb eyn feind den andern esse. Caput XXVI . SJe thun es von keynem hunger / sondern von grossem haß vnd neid / vnd weñ sie im kriege gegen eynander scharmuetzeln / rûffet eyner dem andern auß grossem haß zû / Dete Jmmeraya / Schermiuramme / beiwoe / dich komme alle vnglueck an mein esse kost / De kange Juca eypota kurine / ich wil dir noch heutiges tages deinen kopff zerschlagen / Sche Jnnam me pepicke Reseagu / Meiner freunde todt an dir zurechen bin ich hie / Yande soo / schemocken Sera / Quora Ossorime Rire / \&c. Dein fleysch sol heutiges tages ehe die Sonne vnter gehet / mein gebrates sein. Solches alles thun sie auß grosser feindtschafft. wie sie jre anschlege machen wan sie woellen in jrer feinde landt zû krieg ziehen. Cap. 25. WAnn sie woellen in jrer feind land zû kriege ziehen / so versamlen sich jre Obersten/ berathschlagen sich wie sie es machen woellen/ das entbieten sie den inn alle huetten hin vnd wider / das sie sich ruesten / Vnd sie nennen eyn art fruechte der beume / wann die reiff werden so woellen sie außziehen / dann sie haben keynen vnderscheyd der jar vnd tag. Auch bestimmen sie eyn zeit außzuziehen / wañ eyn art fische leychen / welche Pratti heyssen auff jre spraach / vnd die leych zeit nennen sie Pirakaen. Vff solche zeit ruesten sie sich mit nachen vnnd pfeilen / vnd hart wurtzeln meel / welchs sie heyssen V Y than zû victalia. Darnach beratschlagen sie sich mit den Pagy / den weissagern / Ob sie auch sollen victoriam haben. Die sagen dann wol ja. Doch befelhen sie jnen / das sie achtung auff die treume haben / die jn von den feinden treumen. Wañ der meyste hauff treumet / sie sehen jrer feinde fleysch braten / das bedeutet victoriam. Aber wañ sie sehen jr eygen fleysch braten / das bedeute nichts gûts / das sie dann daheym bleiben. Wañ jnen die treume nun wol behagen / ruesten sie zû / machen in allen huetten grosse getrencke / trincken vnd tantzen mit den abgoettern Tammaraka / eyn yeder bitten seinen / das er jm helff eynen feind fangen. Darnach fahren sie hin / Wann sie dann hart bei jrer feind landt kommen / so befelhen jre obersten die nacht zuuor / wañ sie des andern tages jrer feind landtschafft woellen anfallen / das sie die trewme behalten / welche jnen die nacht treumen. Jch war eynen zug mit jnen / wie wir nun hart bei jrer feinde land waren / den abent zuuorne / wie jre meynung war / die andere nacht / jrer feinde land / anzufallen / gieng der ôberster durch das laeger her / sagte das sie die treume wol behielten / die jnen die nacht treumen würden / gebot weiter / das die jungen gesellen solten / wann der tag anbreche / Wild schissen vnd fiche fange / das geschahe / der ôberste ließ es gar machen / darnach gebot er den andern ôbersten / die kamen vor seine huetten / setzten sich alls auff die erden / in eynem runden kreyß / ließ jnen zuessen geben / wie sie gessenhatten / verzeleten sie die treume / so viel das sie jnen wol behagten / darnach tantzten sie mit den Tammaraka von freuden / jrer feinde huetten besichtigen sie in der nacht / fallen an in der morgenstunde / wañ der tag an bricht / weñ sie eynen fangen / der hart vewunt ist / den toedten sie als bald vnd fuehren das fleysch gebraten mit heym / welche aber noch gesund sind / fuehren sie lebendig mit heym / Darnach in jren huetten toedten sie sie / Sie fallen an mit eynem grossen geschrey / tretten hart wider die erden / blasen in bosaunen / von kuerbssen gemacht / Haben alle schnuer vmb sich gebunden / die feinde damit zubinden / verrmalen sich mit roten feddern / auff das sie sich vor den andern kennen / schiessen schwinde / schiessen auch feurige pfeile auff jrer feind huetten / die damit anzustecken / Vnd wañ jrer eyner verwund wirt / haben sie jr eygen kreuter damit sie sich heylen. Was jr kriegsruestung ist. Ca. 28. SJe haben flitschbogen / vnnd die spitzen der pfeile sind von knochen / die sie scharpff wetzen / vnnd darauff binden / machen sie auch von fisch zenen / welche man heysset Tiberaun / werden im Meer gefangen. Auch nemen sie baumwol / vermengen sie mit wachs / bindens oben an die pfeile / stecken fewr darein / das sein jre fewr pfeile. Sie machen auch schilf von baumschalen / vnd andern wilden thiers heuten / sie vergraben auch spitze doerner / gleich wie hie die fûßangel. Habe auch von jnen gehoert aber nicht gesehen / das / wenn sie es thun wollen / sie jre feinde auß den festungen konnen vertreiben / mit pfeffer / welcher da wechst / der gestalt. Sie woelten grosse fewr machen / wann der windt wehete / vnnd werffenn dann des pfeffers eynen hauffenn darein / wann der dampff zû jnen in die huetten schluege / muesten sie jnen entweichen / vnd ich glaubs wol / Dañ ich war eyn mal mit den Portugalesern / in eyner prouintz des landes Brannenbucke genañt, wie hiebeuor gemelt. Da blieben wir mit eynem schiff auff dem trucknen in eynem refier ligen / dañ die flût war vns entgangen / vnd es kamen vil wilder / meynten vns zunemen / aber kontens nicht. Da wurffen sie vil truckener streuch zwischen das schiff vnd dz vfer / vermeynten vns auch mit pfeffers dampffe zuuerjagen / Aber sie konten das holtz nicht anzuenden. Mit was ceremonien sie jre feinde toedten vnd essen. Womit sie sie todtschlagen / vnd wie sie mit jnen vmbgehen.   Cap. xxix. WAnn sie jre feinde erstmals heymbringen / so schlagen sie die weiber vñ jungen. Darnach vermalen sie jnen mit grawen feddern / scheren jme die augbrawen vber den augen ab / Dantzen vmb jn her / binden jnen wol das er jnen nit entlaufft / geben jme eyn weib das jnen verwaret / vnnd auch mit jme zuthun hat / Vnd wann die schwanger wirdt / das kindt ziehen sie auff biß es groß wirt / Darnach wañ es jnen in den sinn kompt / schlagen sie es todt vnd essens. Geben jm wol essen / halten jnen so eyn zeitlang / ruesten zû / machen der gefeß vil / da sie die gedrencke in thun / backen sonderliche gefeß / darin thun sie die reydtschafft darmit sie jnen vermalen / machen Fedderqueste / welche sie an das holtz binden / darmit sie jnen todt schlagen / Machen eyn lange schnur Massurana genant / da binden sie jnen inn wañ er sterben soll. Wañ alle reydtschafft bei eynander haben / so bestimmen sie eyn zeit wann er sterben soll / Laden die Wilden von andern doerfern / das sie auff die zeit dahin kommen. Dann machen sie alle gefeß vol getrencke / vnd eynen tag oder zwen zuu den [?] / ehe dann die weiber die getrencke machen / fuehren sie den gefangen eyn mal oder zwey auff den platz / dantzen vmb jnen her. Wann sie nun alle bei eynander sein / die von aussen kommen / so heysset die der Oberste der huetten wilkommen / spricht / So kompt / helffet ewern feind essen / Des tages zuuorne / ehe sie anheben zutrincken / binden sie dem gefangenen die schnur Mussurana vmb den hals. Desselbigen tages vermalen sie das holtz / Jwera Pemme genant / darmit sie jnen todt schlagen woellen / welches gestalt ist / wie diese Figur anzeygt. Jst lenger dann eyn klaffter / streichen ding daran das klebet. Dañ nemen sie eyer schalen die sein graw / vnd sein võ eynem vogel Mackukawa genãt / die stossen sie kleyn wie staub / vnnd streichen dann an das holtz. Dann sitzet eyn fraw vnd kritzelt in dem angeklebten eyer schalen staub. Dieweil sie malet / stehet es vol weiber vmb sie her / die singen. Wann das Jwera Pemme dann ist wie es sein soll / mit fedder questen vnd anderer reydschafft / hencken sie es dann in eyne ledige huetten vber die erden an eynen reydel / vñ singen dañ darumb her die gantze nacht. Desselbigen gleichen vermalen sie dem gefangenen sein angesicht. Auch dieweil das weib an jme malet / dieweil singen die andern. Vnnd wann sie anheben zutrincken / so nemen sie den gefangnen bei sich der trincket mit jnen / vnd sie schwatzen mit jme. Wann das drincken nun eyn ende hatt / des andern tages darnach ruhen sie / machen dem gefangnen eyn huetlin auff den platz / da er sterben sol / da ligt er die nacht inne / wol verwaret / Dann gegen morgen eyn gûte weil vor tage / gehen sie tantzen vnnd singen vmb das holtz her damit sie jn todt schlahen woellen biß das der tag anbricht / dann zihen sie den gefangenen auß dem huettlin / brechen das huetlin ab / machen raum / dañ binden sie jme die mussurana von dem hals ab vnd binden sie jme vmb den leib her / zihen sie zû beyden seiten steiff / Er stehet mitten darinn gebunden / jrer vil halten die Schnur auff beyden enden / Lassen jnen so eyn weil stehen / legen steynlin bei jnen / darmit er nach den weibern werffe / so vmb jnen her lauffen vnd drawen jm zuessen. Dieselbigen sein nun gemalet vnd darzû geordiniret / wenn er zerschnitten würdt / mit den ersten vier stuecken vmb die huetten herzulauffen / Daran haben die andern kurtzweil. Wann das nun geschehen ist / machen sie eyn fewer / vngeferlich zweyer schritt weit von dem Schlauen / Das fewer muß er sehen / Darnach kompt eyn fraw mit dem holtz Jwera Pemme / gelauffen / keret die Fedderquesten inn die hohe / kreisschet von freuden / lauffet vor dem gefangenen vber / das er es sehen soll. Wann das geschehen ist / so nimpt eyn Mans person das holtz / gehet mit vor den gefangenen stehen / helt es vor jnen / das er es ansihet / dieweil gehet der / welcher jnen todtschlagen wil / hin / selb 14 oder 15 vnd machen jre leib traw mit aeschen / dann kompt er mit seinen zucht gesellen vff den platz bei den gefangnen/ so vberliffert der ander so vor den gefangnen steht / diesem das holtz / so kompt dann der Kuenig der huetten vnd nimpt das holtz / vnd steckts dem der den gefangenen sol todtschlagen / eynmal zwischen den beynen her. Welches nun eyn ehr vnter jnen ist / dañ nimpt der widerumb das holtz / der den todt schlagen sol / vnd sagt dann / Ja hie bin ich / ich wil dich toedten / dann die deinen haben meiner freunde auch vil getoedtet vnd gessen / antwortet er / wann ich todt bin / so habe ich noch vil freunde / die werden mich wol rechen / darmit schlecht er jnen / hinden auff den kopff / das jm das hirn daraus springt / als bald nemen jn die weiber / zihen jn auff das fewer / kratzen jm die haut alle ab / machen jn gantz weis / stopfen jm den hindersten mit eynem holtze zû / auff das im nichts entgehet. Wann im dann die haut abgefeget ist / nimpt jn eyn mans person / schneidet jm die beyne vber den knihen ab / vnnd die arme an dem leibe / dann kommen die vier weiber vnd nemen die vier stuecke / vnd lauffen mit vmb die huetten her / machen eyn groß geschrey / von freuden / darnach schneidensie jm den ruecke mit dem hindersten von dem vordertheyl ab / dasselbige theylen sie dann vnter sich / aber das ingeweyd behalten die weiber / sieden / vnd in der brüe machen sie eynen brei / mingau genant / den drincken sie vnd die kinder / das ingeweyd essen sie / essen auch das fleysch vmb das haupt her / das hirn in dem heubt / die zungen / vnnd weß sie sunst daran geniessen koennen / essen die jungen. Wann das alles geschehen ist / so gehet dann eyn yeder widervmb heym / vnd nemen jr theyl mit sich. Der jenige so diesen getoedtet hat / gibt sich noch eynen namen / Vnd der Koenig der huetten kratzet jnen mit eynem wilden thieres zane oben an die arme. Wann es recht geheylet ist / so sihet man die masen / das ist die ehre darfür. Dann muß er denselbigen tag still ligen in eynem netz / thun yhme eyn kleynes flitschboeglin / mit eynem pfeil / darmit er die zeit vertreibt / scheusset in wachs / Geschicht darumb das jme die arme nicht vngewiss werden von dem schrecken des todtschlagens. Dis als hab ich gesehen vñ bin dabei gewesen. Sie koennen auch bei keyner gesatzten zal weiter zelen dann biß auff Fuenff / Wann sie weiter zelen woellen / weisen sie bei finger vnd zehen der fuesse. Wann sie woellen von grosser zal reden / weisen sie vff vier oder fuenff personen / so vil finger vnd zehen die haben. Bericht etlicher Thier im lande. Caput xxx. ES ht in dem land Rehboeck wie hie wild schwein / zweyerley art. Deren art eyne sein wie hie im land / Die andern kleyn wie junge Schweinlein / heyssen Teygasu Dattu / sein sehr vbel zufahen in den fallen / welche die wilden brauchen wild zufangen. Es hat auch Meerkatzen da / dreierley art / Eyn art die heyssen Key / sein der die hieher ins landt kommen. Dann ist noch eyn art die heyssen Ackakey / Springen gemeynlich mit grossen hauffen auff den beumen / machen eyn groß geschrey im holtz. Vnd ist noch eyn art die heyssen Pricki / sein Rot / haben baerte wie zigen / sein so groß wie eyn mittelmessig hundt. Auch hat es eyn art thierer heyssen Dattu / ist vngeferlich eyner spannen hoch / anderthalber spannen lang / ist gewapnet allenthalben vmb den leib her / nur alleyn am bauch hat es nichts Das wapen ist wie horn / schleusset auff eynander mit gelencken wie harnisch / hat eyn langes spitziges muendlein / eynen langen schwantz / geht gern vmb steyn klippen her / sein speis ist omeysen / hat fett fleysch / hab offt daruon gessen. Die Figur Dattu.   Cap. xxxj. Serwoy   Cap. xxxij. ES hat auch eyn art Wildts / heysset Serwoy / ist so groß wie eyn katze / weis graw von haren auch schwartz graw. hat eynen schwantz wie eyn katz. Vnnd wann es geberet / hats eyn junges oder sechs / hat eynen schlitz an dem bauch ist wol eyner halben spannen lang / vnd inwendig des schlitzes hats noch eyne haut / Dann der bauch ist jme nit offen / vnd inwendig dem schlitz hats die duetten / vnd wo es hin gehet / tregt es die jungen inn dem schlitzt zwischen den zweyen heuten. Jch hab sie offtmals helffen fangen / vnd die jungen auß dem schlitz gelanget. Es hat auch vil Tieger chier im landt / welche die leut wuergen vnd grossen schaden thun. Hat auch eyn art Lewen / welche man heysset Leoparda / das ist gesagt / Grawe Lewen. Vnnd anderer seltzamer Thierer vil. Es ist eyn thier genant Catiuare / helt sich auff dem land vnd in dem wasser. Der schilff so bei den vfern der suessen wasser stehet / essen sie. Wann sie sich vor etwas foerchten / fliehen sie ins wasser vff den grunt / sein groesser dañ eyn schaf / haben eynen kopff nach der art wie eyn hase / doch groesser / vnd kurtz oren / haben eynen stumpffen schwantz / zimlich hohe beyne / Lauffen auch schwind auff dem lande / von eynem wasser zum andern / ist schwartz graw von haren / hat drei klotzen an yedem fûß schmacket wie schweinen fleysch. Auch hat es eyn art grosser Eydexen im wasser / auch auff dem lande / dieselbigen sein gût zuessen. Von eyner art wurmlein wie kleyne floehe / welche die wilden heyssen Attun. Cap. 33. ES hat wuermlein sein wie floehe / doch kleyner / heyssen Attun auff der Wilden sprach / Werden in den huetten von der leut vnreynigkeit. Die selbigen kriechen eynem in die Fuesse / vnd es jucket eynen nur inwendig wann sie hinein kriechen / die fressen sich ins fleysch hinein / das mann es sonderlich nicht fuelet. Wann mann es nicht gewar wirt vnd sie als bald heraus langt / hecket es eynen klumpen nisse / so rund wie eyn erbis. Wann mans dann gewar wirt vnd herauß langt / bleibt eyn loechlin im fleysch so groß wie eyn erbis. Ich hab gesehen / wie ich erstmals mit den Hispaniern da in die landschafft kam / das sie etlichen von vnsern gesellen die fuesse gar verderbten / dann sie keyn acht daruff hatten. Von eyner art fledermeusen des landes wie sie die leut des nachts im schlaff in die zehen der fuesse vnd in die stirn beissen.   Cap. xxxiiij. HAt auch eyn art fledermeuß / sein groesser dann die so hie in Deutsch land sein / Die fliegen des nachts in die huetten vmb die netz her / darinne die leut schlaffen. Vnd wann sie vernemen / das eyner schlaffet vnd sie machen laßt / fliegen sie bei die fuesse / vnd beissen eynem mundt vol / oder beissen sie in die stirne / vnd fliegen dann widerumb hinweg. Do ich vnder den Wilden war / bissen sie mir offtmals von den zehen der fuesse / Wann ich auffwachete / sahe ich die zehen blûtig. Aber sie beissen die wilden gemeynlich in die stirn. Von Binen oder Jmen des lands. Caput XXXV . DReierley art Bienen sind in dem land / Die ersten sein nach der art schier wie die hie zu land. Die anderen / sein schwartz / vnd so groß wie fliegen. Die dritte / sein kleyn wie muecken / dise binen alle haben jren honig in holen beumen / vñ ich hab offtmals mit den Wilden honig auß gehawen / von alle den dreien arten / das wir gemeynlich bessern honig bei den kleynesten funden / dann bei den andern / sie stechen auch nit so hart wie die bienen hie zû lande / dañ ich offtmals gesehen hab / die wilden honig langen das die bienen auff sie flogen / vnd sie genugsam abzustreichen hatten von dem nacketem leibe / auch hab ich selbs den honig nacket gelanget / aber ich muste das erstemal / von grossem wehe zû eynem wasser lauffen / vnd sie darinne abwaschen / solte ich jrer loß werden von dem leibe. Von vogeln des landes.   Cap. 36 ES seind auch vil seltzamer vôggel daselbst / eyn art genant / VWara Pirange / die haben jre fuedderungen bei dem meer / nisten auff den klippen / welche leigen hart bei dem lande / ist bei nahe so groß wie eyn huen / hat eyn lange schnippen / beyne wie eyn reyger / doch nicht so lang / hat die natur / die ersten feddern / so den jungen außspriessen sein weis graw Darnach wen sie flueck werden / sein sie schwartz graw / darmit fliegen sie dann bekant eyn jar / dañ verwandeln sich dieselbigen feddern vnd der gantze Vogel / wird so rod / als eynige rote farbe sein mag / so bleibt er dann / seine feddern sein groß geacht von den Wilden. Bericht etlicher beume des landes. Caput xxxvij. ES sein da beume welche die wilden Jnni pappceywa nennen / auff denselbigen baumen wechst eyn frucht eynem apffel nicht sehr vngleich / die frucht kawen die wilden / vnnd drucken den safft in eyn gefeß / darmit vermalen sie sich / wenn sie es erstmals auff die haut streichen ist es wie wasser / darnach vber eyn weile wird jnen die haut so schwartz wie dinten das weret bis in den neunten tag / dan so vergehet es / vnd nit ehe der zeit / wie vil sie sich waschen jm wasser. Wie die Baumwol wechset vnd der Pra= silianische pfeffer / auch etliche andere wurtzeln mehr / welche die wilden pflantzen zû essen.   Cap. 38. DJe baumwol wechset auff beumelein / vngeferlich eyner klofftern hoch / hat vil este / wen sie blueet / gewinnet sie knoepfe / wenn sie wil reiff werden / thut sie sich auff / vnd die woll stehet so in den knoepffen vmb schwartze kernlein her / welches die saat ist / dauon man sie pflantzt / der knoppen sein die streuchlein vol. Der pfeffer des landes / ist zweyerley art / der eyne geel der ander rod / wechset doch auff eyne weise / gruene ist er so groß wie die hagenputten so auff den doernen wachsen / ist eyn kleynes beumlein / vngeferlich eyner halben klofftern hoch / vnd hat kleyne bletlin / hengt vol des pfeffers / ist scharpff in dem munde / pfluecken jn ab wañ er zeitig ist / trucknen jnen in der sonnen. Vnd ist noch eyn art kleynes pfeffers / diesem obgenanten nicht sehr vngleich / welchen sie auch auff die art truckenen. Es sein auch wurtzelen die heyssen Jettiki / sein von gûtem geschmack. Wan sie die pflantzen / schneiden sie die inn kleyne stuecklein / stecken die stueck in die erden / das empfengt sich dann vnd breytet sich vber die erden her / wie hoppen bremen / wirt voll der wurtzelen. Beschluss rede. Dem leser wuenschet Hans Staden Gottes gnad vnd fried. Vnstiger Leser / Diese meine Schiffart vnd reyse / hab ich auß vrsach der kuertze nach / beschrieben / alleyn den anfang zuerzelen / wie ich in der tyrannischen voelcker gewalt kommen bin. Darmit anzuzeygen / wie gewaltiglich one alles hoffen / mich der Nothelffer vnser Herr vnd Gott erloeset hat aus jrer gewalt. Das auch eyn yeder hoere / das der Allmechtige Gott yetzt noch eben so wol seine Christgleubigen vnder dem gotlosen Heydnischem volck wunderbarlich beschuetzet vnd geleytet / als er von anbegin ye gethon hat / Das auch eyn yeder mit mir Gott darfuer danckbar sei / vnd sich in der zeit der noht auff jnen verlasse. Dann er selber spricht: Rûffe mich an inn zeit der noht / so wil ich dich erretten / vnd du solt mich preisen / \&c. Nun moecht mancher sagen / Ja solte ich das alles drucken lassen was ich mein tag versucht vnd gesehen hab / muest ich eyn groß bûch machen / Es ist war / der gestalt nach / wueste ich auch noch vil mehr zubeschreiben / Aber es hat die gestalt nicht / Jch hab die meynung / was mich darzû bewegt hat diss buechlein zubeschreiben / gnugsam hin vnd wider angezeygt / Wiewol wir alle schuldig sein Gott zuloben vnd dancken / das er vns behuetet hat / von der ersten geburt stunden biß auff die gegenwertige stund vnsers lebens. Weitter / So kan ich das wol erachten / das der innhalt dieses buechlins etlichen wirt fremdd beduncken. Wer kan da zû. Nichts desto weniger / so bin ich der erste nicht / vnd werde der letste auch nicht bleiben / dem solche schiffarten / land vnd voelcker wol bekant sein / Die selbigen es auch allere ding nit mit lachen / sein inne worden / vnd noch innen werden. Aber das dem / den man vom leben zum tod bringen will / solte zu mûte sein / als denen die weit daruon stehn vnd zûsehen / oder die daruon hoeren sagen / das weyß sich eyn yeder wol zuberichten. Wann die auch alle solten den tyrannischen feinden in jre gewalt kommen / so inn America siegeln / wen wolte dann dahin verlangen. Aber das weyß ich warhafftig / das manch ehrlich Man in Castilien / Portugal / Franckreich / auch etliche zû Antdorff in Brabandt / so in America gewesen sein / mir des muessenn zeugnis geben / das deme so sei wie ich schreibe. Aber denen so solche dinge vnbewust sein / berûffe ich mich auff diese zeugen / Gott zuuor an. Die erste reyse so ich thet in America / war mit eynem Portugalesischen Schiffe / der Hauptman hieß Pintyado / waren vnser drei Deutschen im schiff / Eyner war von Bremen / hieß Heinrich Brant / Der ander hieß Hans von Bruchhausen / Vnd Ich. Die ander reyse thet ich von Ciuilien auß Hispanien nach Rio de Platta / eyn prouintz in Amerika gelegen so genant / Der Oberste zû den schiffen hieß Don Diego de Senabrie / War keyn Deutscher auff der reyse mit. Aber nach langer muehe / angst vnd gefahr zû wasser vnd land / welches wehrete zwey jar / alles in der eynen reyse wie gemelt. Zum letzten litten wir Schiffbruch / bei eyner inseln / genant S Vincente / leigt hart an dem Fûßfesten lande Prasilien / Vnnd Portugaleser bewonen sie. Daselbst fand ich eynen Landtsman / Eobani Hessi seligen sohne eynen / der mich da wol empfing / Noch hatten Kauffberin von Antdorff / welche mann die Schetz heyßt / eynen Factor da / der hieß Peter Roesel / die beyde muessen mit des zeugnus geben / wie ich da bin ankommen / auch wie ich letzlich von den Tyrannischen feinden bin gefangen worden. Weitter / die Schiffleut so mich den Wilden abkaufften / waren auß Normandi in Franckreich. Der hauptman des Schiffs war von Wattauilla / genant Wilhelm de Moner / Der Steurman hieß Francoy de Schantz / war von Harflor / der Dolmetsch war von Harflor / genant Perott. Die Ehrlichen leut (Gott lone es jnen in der ewigen seligkeyt) die haben mir geholffen / nechst Gott / inn Franckreich / Haben mir helffen eyn passport erlangen / Haben mich gekleydet / gaben mir zerung / die muessen mir des zeugnus sein / wo sie mich bekommen haben. Darnach schiffte ich von Dippaw auß Franckreich / kam gen Lunden inn Engellandt. Da erfuehren die kauffgesellen der Nidderlendischen bursche von dem schiffman / damit ich dahin kam / wie es vmb mein sach gelegen war / Luden mich zû gast / verehreten mich mit eynem zeerpfenning / Darnach siegelte ich in Deutsch landt. Zû Antdorff kam ich inn das hauß von Oka / zû eynem kauffherrn Jaspar Schetzen genant / dem selbigen steht der gemelte Factor Peter Roesel in sancto Vincente mit zû / wie gemelt / Dem bracht ich die zeittungen / wie die Frantzosen seines Factors schifflein in Rio de Jenero hetten angefallen / aber weren wider abgeschlagen. Der selbig kauffher schanckte mir zwen Keysers ducaten zur zerung / Gott woelle es im vergelten. SO nun ettwan eyn jungger gesell were / der mit diesem schreiben vnd zeugen keynen genuegen hette / Darmig er nit im zweiffel lebe / so neme er Gott zu hilff / vnd fahe dise reyse an / Jch hab jm hierin kundtschafft genug gelassen / der spur volge er nach / Dem Gott hilfft / ist die wellt nicht zûgeschlossen. Dem Allmechtigen Gott / der alles in allem ist / sei lob / ehr vnd preiß von ewigkeyt zû ewigkeyt Amen.   Errata. Jn B iij. facie prima / linea 15. steht gollicht / sol heyssen eyn vnschlicht liecht. Jtem / Es seind fünff formen / welche verkert sein vnd versehen durch das Formen reissen.   Zû Marpurg im Kleeblatt / bei Andres Kolben / vff Fastnacht. 1557.