Sebastian Sailer Die Schöpfung der ersten Menschen, der Sündenfall und dessen Strafe In drey Aufzügen. Personen: Gott Vater Adam Eva Ein Engel Prolog Erster Aufzug Zweiter Aufzug Dritter Aufzug Prologus         Auditores spectatissimi! Honorandi convivae! Ut video, vobis fluunt in ore salivae! Titillat curiositas, et estis anheli, quid velim mea producere cheli. Dico: peccatum originale, nobis hucusque fatale, in mundum quod irrepserit, hoc vobis denuo proponam spectaculo. Spero tamen, quod faveatis. Unicum rogo vos, ut caveatis credere, me Deo ter optimo maximo, quem adoramus genu famulo, injuriam velle facere; nec Adamo aut Evae, nostris protoparentibus, qui acta seria poenitentia pro peccato aeternum morantur in coelestibus. Dico brevi: rem totam profero, ut eam considerent simplices salvi et sapientibus sit recreatio, idiomate rustico. Quisquis est Criticus, et Aristarchus praeposterus, excludatur, et non admittatur. Aria         Cui semper in fronte stant rugae, cui creant fastidium nugae,     honestus cui risus     est gravis, invisus, huic est heteroclita mens. Non semper est tempus plangendi, est tempus subinde ridendi.     Hinc quaedam cantabo,     nec multum curabo, si rodat me criticus dens.   Verdeutschung des Prologs Hochansehnliche Zuhörer! Ehrwürdige Gäste! Euch läuft das Wasser im Mund zusammen, wie ich sehe. Die Neugier kitzelt euch, und ihr wartet atemlos drauf, was ich wohl auf meiner Leyer vorbringen werde. Also: ich will euch in diesem Schauspiel noch einmal vor Augen führen, wie sich die Erbsünde, so bis dato über uns verhänget ist, in die Welt eingeschlichen hat. Und hoffe denn, ihr möchtet Gefallen dran finden. Das Eine bitt' ich euch: glaubet um alles nicht, ich wolle dem allerbesten, allerhöchsten Gott, den wir mit dienendem Knie anbeten, ein Unrecht zufügen; noch Adam und Evä, unsren Voreltern, die nach ernstlicher Bereuung ihres Fehltritts für alle Ewigkeit im Himmel weilen. Um es kurz zu machen: ich erzähle den ganzen Handel in bäuerlicher Mundart, auf daß ihn die Einfältigen betrachten mögen, ohne Schaden zu nehmen, und er denen Weisen eine Erquickung sei. Jedweder Kritikaster aber und voreilige Tadler bleibe vor der Türe und verziehe sich! Wem die Stirn allzeit in Falten liegt, wer keinen Spaß versteht, wem ein ehrbares Lachen lästig und zuwider ist, dem ist auch die Seele verbogen. Nicht immer taugt es, zu trauern; es ziemt sich, hinterher auch zu lachen. Drum will ich Etliches singen und mir, falls mich der kritische Zahn benagt, kein graues Haar darob wachsen lassen. Erster Aufzug Gott Vater         Nuits ischt Nuits und wead Nuits weara, drum hau-n-i wölla a Wealt gebäara, grad um dui Zeit, wo's nimma viel schneit und bessare Lüftla geit. I bi' schau' längscht mit deam Weasa-n-umganga, dô denk i endli, will's gauh' nu' im Früehling a'fanga, wenn d'Lercha singat und kummat dia Schwalma, wenn dar Schnai vergôht und blühat dia Palma. Nôhdeam i g'schlôfa wenig Nächt, hau-n-i dächt: Jetz will i gauh' dra', weil's an mar ischt, im Nama des gekreuzigta Hearra Jesa Chrischt.   Arie         I ka's wohl saga, i hau' schau' gar oft da Kôlender aufg'schlaga und guggat, wenn's Zoicha am beschta, in was für am Maunat, in was für a Zeit; und endli dar hoilig Goischt dees mir ei'geit:     Im Früehling gang dra',     im Früehling fang a'; dô ka'scht se hearschtella mit wenige Köschta. Im Sommer eaba, dô geit as mit Weatter an au'b'schtändigs Leaba, wenn's durnat, wenn's blitzat und haglat; wia bald ischt as g' scheha, daß as Weatter drei' schlecht, denk noache, ob's ebba-n-itt au so gauh' mecht.     Zuadeam, wenn as hoiß,     hôt oinar viel Schwoiß. Im Früehling ischt g'schwinder ällz g'schaffat und g'naglat. Im Herbst, wenn d'Reifa a'rucket, und rauhe Wend hebet a' pfeifa, wenn d' Sonna vo' is wieder schoidet, wenn 's Wimla a'gôht und 's Wei'leasa in Eil, dô hôt ma zum Baua koi' Zeit und koi' Weil.     Ma leabt in dar Ruah     und sauft brav darzua, denn in dar Vakanz ischt oim 's Baua verdloidet. Im Winter dinna, wenn d'Weibar beym Ofa am Rädle theand spinna, ischt's eaba zum Baua itt z'rôtha; bey Schnai, bey Eiszapfa, bey Duft und bey Eis, dô ischt nuits z'machat uf ällige Weis;     denn 's Blôsa in d'Händ     macht niena koi' End. As ka' oim im Wintar as Baua it g'rôtha.           So ischt's darbey blieba, und eaba im Meeza, daß i 's reacht sag', am fai'fazwanz'gasta Tag, hau-n-i a'zunda Sonn, Mau', Planeita und älle himmlische Keeza. Fai'f Täg darnôh, aischt huir, hau-n-i verschaffa Holz, Stoi', Metall, Luft, Wasser, Erda und Fuir. Beym Sappermeant! Sieba wonderscheane Elameant! Ällerloi Thier mit Flügel und Füessa hau'd mar ussam stockfai'schtera Nuits raus müessa. Und dees ällz, bey meiner Trui! in oim Othem, in oim Hui. G'schwind wia dar Wind, hutig und schneall, i vo' mar seall.   Arie         Auhne Hammer, auhne Schlegel, auhne Breatter, auhne Negel, auhne Schaufel, auhne Kella, auhne Buaba, auhne G'sella,     auhne Schiefer, auhne Stoi',     i sealbar alloi. Auhne Ziagel, auhne Blatta, auhne Sparra, auhne Latta, auhne Kalch und auhne Möatel freyli mit ganz b'sondere Vöatel;     auhne Hobel, auhne Säaga     hau-n-i älles brôcht so z'weaga. Auhne Feila, auhne Zanga, auhne Raitel, auhne Schtanga, auhne Zirkel, auhne Schnüera, auhne Riß und auh' Probiera,     auhne Richtscheit und Lingier     ischt's g'rôtha glei' mir. Auhne Foara, auhne Danna, auhne Diegel, auhne Pfanna, auhne Klammer, auhne Winda, auhne Nepper hau-n-i's kinda.     Auhne Menscha, auhne Goischter     bin i seall dar Zimmermoischter.           As seh mar's zwôr Niemad a', weil i schau' so an alter Ma'; und dänischt ischt a gozigs Woat, dees i lateinisch g'sait, dees i no as a Bua in dar Schuel hau' g'hait, mei oi'ziger Handwerkszuig g'wea: FIAT , as soll g'schea. Dar Buastab I , der Oi's bedeut', ischt drinn enthalta, drum hau-n-i wölla dia aischt Jôhrzahl g'schtalta. Mit deam hau-n-i ällz kinda hearstella, mit deam hau-n-i g'macht, was i hau' wölla. Und wenn i no itt gnua hett', so könnt' i no maih', wenn i wött'. Und zwôr, beym Bluat! ischt ällas hübsch, wacker, sauber und guat. Alloi' 's gôht dänischt no Eabbas a', wia-n-i moi'. An Menscha, dear Moischter ischt über dia Sacha, muaß i gauh' zua guater Lezi macha. Ussam Loim, ussam Leatta will an gauh' dô ausser kneatta.   Arie         Komm Odam, komm hutig, komm laß di verschaffa, da weascht mi ganz freudig bald leabig a'gaffa;     da muescht a Mensch weara und hau', was da witt,     höb' nu' a kloi's Weile, und reg di fei' itt. So lang i beym Häfner dees Handwerk hau' trieba, ischt mar nia koi' Leatta im Finger so blieba.     Geduldig, liabs Odamle! glei' ischt as g'schea,     bald sollscht du eassa und schwätza und g'sea. Gugg, hôscht jô a Härle as wia a Parocka, a wackers Schnautzbätle, a G'säß au zum Hocka.     Da hôscht scheane Wada und Schenkala dra',     da muescht mar halt weara a sauberer Ma'. A kugelrunds Bäuchle, an Rucka dahinda, a Hälsle, ma soll jô koi netters itt finda.     A Goscha, zwoi Auga, zwoi Auhra, a Nas',     an Schoitel, a Blassa, gelt Odam! i ka's.           Botz, botz, botz! Ischt dees a leattaner Klotz. I moi', er häb koin Daarm; dees ischt a G'sell, daß Gott verbaarm.   Arie         Ar gôth jô itt, ar gôth; ar schtôht jô itt, ar schtôht.     Macht a Gosch     wia a Frosch. Odam schwätz, sey itt so faul, su'scht schlöt di Gott Vatter uf's Maul. Wenn du a braver Ma', so guck mi au fei' a'.     Gang an Schritt,     fürcht dar itt! Bischt a Kerle, 's ischt a Spott, gib Patschhand, sag: Grüeßana Gott!           Aber as ischt aus, ar schwätzt no koi' Woat; as fehlt am halt no ama andara Oat. As fehlt am Leaba und Goischt; will an gauh' schlaga über an andara Loischt. Ar regt si' gauh' g'wiß, wenn i ihm thua blôsa ins G'fries.   Ariose         Bursch, wach auf! Huescht und schnauf!         Pf! Pf! Hutig und g'schwind schüttla da Grind!         Pf! Pf! 's Maul aufstreck', d'Zäh' fei' bleck'!         Pf! Pf! Nieaß, zur Prob! ( Adam niest ) Healf dar Gott! Jetz leabt ar, Gott Lob!           Gealt, Odam, da g'siehscht? Adam Jô redli, Gott Vater! G'lobt sey Jesas Chrischt! Gott Vater In Ewigkoit. Gealt, as hôt's thau'? Guck übersche, da ka'scht seah d'Sonn, d'Steara und da Mau'. Adam Dees siehni, aber wo bin i? I hau' g'moi't, as trom' mar vom jüngschta G'riicht, weil ar mar hau'd blôsa ins G'siicht.   Ariette         Voarig ischt as faischter gsei',     jetza ischt as Tag. Jetza ischt as Sonnaschei',     ey so schlag! Ällathalba ischt as heall,     o dees ischt a Zier! Ihr seand jô Gott Vatter seall,     gealtet Ihr?   Gott Vater         Dear und koi' andrer bin i, gealt da moischt mi? Du bischt aber au mei' Kreatur. Adam Jô, i hau' schau' längscht dächt, wenn i nu' verschaffa wur'. I hätt schau' länger au möga leaba, Jetz hôt's Ui eisar Herrgatt doch amôl in Sinn geaba. Aber no oi's: Wohear thuri kumma? Wo haund ar mi hear g'numma?   Ariose Gott Vater         Rôth' nu', i will dar's b'schtau'; rôth' nu', i will dar's lau'. Da bischt no Gold, no Silber, no Zi', no Glas, suscht wärescht huit no hi'.     No Holz, no Schtahl, no Boi'     no Marvel, no vo' Stoi',     no vo' Eisa, no vo' Blei.     Rôth', was dei' Materi sey.   Adam         So bin i halt Papeier. Gott Vater Noi', du bischt no räuher. Itt vo' Lumpa, itt vo' Zwill, no vo' Barchat, Kelsch, no Drill, no vo' Hanf und Werg itt g'schpunna. Hôscht di no itt besser b'sunna? Adam Was ischt denn dees für a Ding? Gott Vater Siehscht, dô uß deam Pfifferling hau-n-i di, eh du g'schnappat, z'semma kloibat, z'semma bappat. Adam Dees ischt ziemli' schmotzig, drum bin i so rotzig. I will mi gauh' schneuza mit Gau'scht. Gott Vater Dees ischt ällas itt umsau'scht. Aber hair, Jetz komm in d'Kindarlaihr.   Arie         Wenn du môl haufötig witt weara,     so denk fei' a bitzle au dra': Was hau-n-i mi sealbar so geara,     i bi' jô a rotziger Ma'. Sobald di dar Tuifel ufs Bänkle     der Haufat will stella, so lach und häb nu' dees goischtle Gedänkle: Nuits bin i, a Dräck ischt mei Sach. Laß di vo' dar Scheahoit itt blinda     und bild dar destweaga nuitz ei'. Dees Ding ka' ällz wiedar verschwinda,     denn dees ischt nu' g' macht uf da Schei'. Weil du ussam Boda bischt g'numma     deam Leib nôh mit Floisch und mit Bluat, so denk nu', wenn d' Haufat will kumma:     a Saunapf ischt eaba so guat.           Aber jetz ischt as Zeit. Richt di, Kerle! mar weand gauh' no weit. Gib mar dein Kopf, i nimm di beym Schopf. Ins Paradeiß will i di füehra, zu Zwetschga, Pflomma, Zipara, Äpfel und Biera.   Duett Adam         Um tausad Gotts willa, i fluig wie a Balla. Gott Vatter, i bitt-ana, lau'd mi itt falla! Gott Vater Druck d'Auga zua, thua itt so schreya. Adam As g'schwindlat mar oimôl, i moi' i müeß speya. Wo bleibat mar huit über Nacht? Dees Fliega älz trimmlig mi macht. I wear's wohl verpfinda in äll meine Glieder. Gott Vater Häb nu' koi' so Weasa, i setz di bald nieder. Gugg, in seallam scheana Gata thuat lauter guat Leaba uf di dötta wata. Voar Beatläuta no seand mar dott. Adam Gottsnama, so tragat mi fott. Gott Vater No bälder, no bälder, grad eaba jetz glei'. O Odam! da bischt jô fascht schwerer as Bley. Adam I bitt-ana, deand mi a'lada, doch aber ällz g'mächlich, suscht möcht' as mar schada. Gott Vater Gugg Odam! dees ischt 's Paradeiß; Do nei' thua di setza mit Fleiß. Adam Jô oimôl dô hinna geit's bessare Windla, dia Bömla schtaund dô jô, so grad as wia d' Schpindla, dia Vögala singat viel netter. Obscht, Bluema und Kräutla seand au dô weit fetter. Alloi' oi's ischt, dees i itt woiß: seand mir no im schwäbischa Krois? Gott Vater Gib acht! oi'fältiger G'sell! Was i dir dô zum Eassa aufstell, ischt ällas g'nua, und därfscht di wohl freua, anderscht as im Schwôbaland, Hutzelbiera und Doaraschlaiha. Doch oi's thua i dir ei'dinga: Da sollescht itt müessig dôhinna umspringa. Schaffa, schaffa, dees muescht, und wenn da dees thuescht, so bin i mit dar z'frieda ufs Härle. Adam Dees ischt mir a wunderlis Märle: wer sait, daß i müeß? Gott Vater Narr, i hau' dar desweaga geaba Hand und Füeß, au grade und g'sunde Glieder.           Jetz setz di a bitzle dô nieder. Vögel und Thier sollat vor dir si schtella und zoiga glei'. Du ka'scht-ana saga, was ihr Nama sey. Hear dô, was hôt Flügel und Feader; Hear dô, was hôt Haut und Leader; Hear dô, Odam wead ui saga, was a Jedes für an Nama soll traga. Adam Dees ischt a môl a scheana Waar! I will mi gauh' z'aischta macha a' d' Vögelschaar.   Ariette         Ihr kleinere Vögala, merkat wohl auf! Was sitza will, fluig uf dees Bömle dô nauf!     Die andere bleibat dô hunda;     i hau' uire Näma schau' g'funda. Schneapfa und Lercha und Enta und Hätza, au Nachtigalla und Gimpel, dia schwätza. Spatza, Zau'schlupferla, Wachtla und Schwana, Rappa und Kräha und Dauba, Fasana, Henna und Hahna und Moisa, Giwitza, Pfaua und Storka und Gäu's, Emaritza, Finka und Guggu, wie au dar Nußjäck, Amsla und Stara, dar Wiedhopf im Dräck,     und suscht no ällerhand,     gauh't, thoilat's mitanand! Ihr, g'schueppete G'sella in Weyher und Flüssa! ihr sollat au uire Näma wissa. Ariette         Barba, Karpfa und Forella, Häring, Bricka und Sardella,     Aala, Salma, Laxa, Schneider     hau-n-i schwimma g'seah ieseider. Grundla, Groppa und Schtoi'beisser und dia sealle Maulaufreisser taugat uf da Faschtatisch; und dar Nächscht, dear hoißt Stockfisch.           Aber jetz hôt as Hitz. I will gugga, wia i mei' Maul spitz. Sui deand mi in Forcht und Zittera setza. Gott Vater Da därfscht dar itt fürchta, sui deand di itt kretza.   Ariette Adam             Löa, Bäara, Digerdier,     wilde Saua, wilde Stier,         Mäus und Ratza,         Igel, Katza. Elafanta mit am Zah', Hiasch, wo grausse Hoara dra'.     Dees Kameel, und dean Latschari     soll ma hoissa Dromadari. Oicherla, Wisala, Dax und Raih, Iltis und Mader und Läus und Flaih',     Hasa, Otter, Wolf und Lux,     und du rauther Schelm hoischt Fux.           Jetz gauh't nu' zum Freassa! Gott Vater Gugg reacht rumm, da hôscht Eabbas vergeassa. Adam I moi', i häb schau' älls thau'. Gott Vater Blinder Ketzer! I muaß gauh' nu' schreya lau'. Mäh, mäh, mäh! Adam So viel i woiß, bischt du a Goiß. Los' a bitzle! Dei' Kind hoißt Kitzle, Bock hoißt dei' Ma', dea' da hoscht bey dar; dees ischt a reachte Waar für d' Schneidar. Muh, muh, muh! I woiß schau', was i thua, da bischt halt a Kuah. Dei' Kind hoißt Kälble, dei' Ma' hoißt Stier, Ox hoißt dei' Bruader, seand uier vier. Ihi, ihi, ihi! Di' kenn i schau' längscht, da bischt halt a Hengscht. Dei' Weib hoißt Märra, dei' Bua hoißt Fülli; Jetz bin i fetig mit deiner ganza Familli. Wu, wu, wu! No' g' mach, du Hund! und auhne Schada; beiß mi itt in meine scheane Wada. Narr! beiß und bill, wenn ma mir ei'breacha will. Ya, ya, ya! Sei' Diener, Hearr Esel mit Nama! Wia komma mar boide dô z'sama?     Am G'schroy nôh, eh i di hau' g'seah,     vor altem a Esel bischt g'wea. Daß da zwôr nôh am Maul seyascht a Froind zum Gaul     und a Verwandter, ma moi't's;     da bischt halt a Esel, suscht noits. Z'Jerusalem neaba deam Spittel, wenn über dia zwillene Kittel     wead wölla voar ällige Leuta     a môl eisar Hearrgatt ei'reita, so wead ar di vom Zau' für sein Gaul hola lau',     z'Bethphage z'nächschta am Schloß;     da bischt halt a Esel, koi' Roß. Ischt oiner a langsamer Ludi und ka' ziemli litzel im Studi,     so geit as koi' anderes Mittel,     ma hoißt an Esel zum Tittel. 's letscht Oat in hauher Schuel hoißt ma da Eselschtuel.     O deine Auhra seand z'lang,     da bischt halt a Esel, jetz gang.           Jetz bin i fetig. Dees ischt an Arbet g'wea! Ischt nu' älls nôh Uirem Willa g'scheah? Gott Vater Älles ischt ganga nôh meim Verlanga. I will dar fleißig dra' denka, und wenn i wieder komm, a Hearrgattle schenka. Aber i glaub, da möchtescht Eabbas anders darfür. Adam Jô freyli nähm i Eabbas anders, so viel i spür; denn älle Thier, dia i dô g'seah, seand dur und dur a Bäärle g'wea; und gar äll mit anander; I meecht au sey' sealbander. Und daß i Ui itt lang rumtreib: Gott Vatter! i hätt geara a Weib. Gott Vater Da schwätzscht reacht drum rum: muascht halt wata, bis i wieder kumm. Adam Wenn ar mir koi' G'hilfi thätat geaba, könnt i jô nimma so leaba.   Arie         Wenn i melankolisch wear     und müaßt alloi' so ummer gauh',     mei', wia viel wur-i Grilla hau'. Geschwind mir a G'späni hear!     Machet oina uß deam Scholla,     oder i will Leatta hola. Karthäuser leabat so;     i muaß au bey dia Leuta sey',     suscht g' schmorrat mir mei' Maga ei'. 's ka' sey', i henk mi no.     Krieg i Krankhoit und Trüebsala,     wear wead nôh da Dokter zahla?   Gott Vater         Odam! sey itt so au'g'schlacht; Narr! as ischt no lang bis Nacht. Sobald i z'Mittag wear geassa hau', wear nu' itt schui! z'Oabed umma drui soll a Weib a' deiner Seita schtauh'. I will di gwiß itt vergeassa. Adam Nu' so sey's! Gott g'seagna 's Eassa. Gott Vater Mei'tweaga thua jetz, was da witt. Adam Kommat sei' bald, ischt mei' oi'ziga Bitt. Gott Vater Laß mi nu' voar gauh'. Adam So will i halt Geduld hau' und darbis spaziera gauh' uf dar grüena Wies. Zweiter Aufzug Adam ( gähnend )         Au, au, au – ischt mar do d'Zeit so lang; mei' Maul gôht mar auf bei drey, vier Spang. So gôht as, wenn ma ischt alloi' – Gott Vatter bleibt lang dahoi'. Wenn ar schau' käm', i hätt nuits darwider. Gotts Nama! i leg mi a bitzle dô nieder, daß i mi zum Schlôfa riicht'; 's gilt an Batza, as g'schiicht.   Arie         A Schläfle thät mar tauga,     a Rüahle thät mar wohl. As blinzlat meine Auga,     dar Kopf, dear ischt mar vol. I will mi gauh' brav schtrecka,     Gott Vatter kommt mar z'schpôt: Ear wead mi schau' aufwecka,     wenn ear g'nua geassa hôt. Dô gôht a lieblis Windle,     dees Gräsle dô ischt lind; wenn i gauh' schlôf' a Schtündle,     vergôht mar d'Zeit do g'schwind. So ka-n-i nimma wacha,     daß i alloi' rum zuih: Gott Vatter! theand do macha!     I weett, as wär' schau' drui! – –   Gott Vater         Dees hoißt g'schlôfa, dees hoißt g'schnarchat Odam reißt g'waltige Löcher in Barchat. Odam! laß dar nu' brav troma; was moi'scht, soll dar a Weib kroma? Adam ( träumt )         Verschaffat nu' oina, 's ischt bessar as koina. Gott Vater As ischt halt so a Sach: i will gauh' dra' ganz g'mach. Guat Ding braucht Weil; denn wenn i eil', so ischt as glei g'fehlt, nôh', Odam, bischt butzat und g'schtrählt.   Arie         Verschaff' am i koina, so will ar verzaga, verschaff' am i oina, so ischt ar halt g'schlaga.     Worum? Dôrum. Um a Weib     schlimmars, baisars nuits auftreib'. Freili ka's au guate gea', dia au eaba fromm und schea'. Adam ( träumend ) Aber ai! Geit as Mäus' im Bodasai? Gott Vater Mei' Odam! da weascht as wohl redli no büeßa, wenn du so viel kaufa und zahla weascht müessa.     Miader, Juppa, Tuach und Boy,     Spitz und Bändel ällerloi; Schüüz, Halstüacher, Hauba, Käppla und au B'hänk an d'Auhraläppla;     Roifröck wia     dicke, broite Schweitzerküah. Und kriagscht du a fromma, a guata, a truia, so laß i mi do all mei' Arbat itt ruia:     denn a guats Weib, sait dar Schwôb,     ischt a graußa Gottasgôb. Aber, aber, aber währli, Odam, glaub, 's ischt ziemli g'fährli.     Daß sui g'rôth',     geab mar eisar Herrgat Gnôd'. Adam ( träumend ) D'Wealt ischt kugelrund. Wia viel schlôf' i schau' Schtund'?   Gott Vater         Schlôf a Gottsnama, und schwätz itt so viel! Jetz will i gauh' a' dees sauber G'spiel. Adam ( träumend ) I schlôf jô, hau'd ar denn koine Auhra? Gott Vater         Jô, jô, i hair di ziemli gnaura. So mueß as halt sei'. Jetz ka'-n-i zua seine Rippa nei'; oina neahm' am ussam Leib und bussier a wackers Weib.   Ariette         Um an Fraunam ischt as zwôr     gar a hoickels Ding. Macht am Ma' oft groe Hôr'     und in Kopf viel Sprung'. Bald ma iahr dia Hosa lôt,     geit sui nimma nôh. Odam! gang wach auf, as schtôht     grad so oina dô.           G'schwind schtand hinter mi na'! I will aufwecka dein Ma', und d' Schtund schreya a'. Losat, Herr Odam! lau't ui saga, 's Glöckle dees hôt Drui g'schlaga. Druia! Schtand auf, nimma liega bleib', wisch d'Auga, gugg, da hôscht a Weib. Adam (wachend) Bona dies, bona dies! I moi', i häb da Krampf in de Füeß. Wo ischt sui denn? i meecht sui hau'. Gott Vater Komm nu' füri, ar woißt as schau'. Adam Ischt dees mei' G'schpäni? Eva Jô Odam, dees ben i, i moi's. Adam         Dees wär wohl oi's. Grüeß mi au, wenn du mei' Frau. Da thuascht aber no saure G'siichter macha, i moi', da seyascht nu' halba bacha. Da bischt dänischt schea' und zierle. Gott Vatter! wohear neahmatar dees Dierle? Gott Vater Sui ischt dei' Frau, as bleibt darbey; i will dar gauh' saga, wia as ganga sey.   Ariette         Wia du ins Gras di niederg'legt und älle Viera vo' dar g'schtreckt, und uffam grüena Platz wia a Ratz g'schlôfa-n-au, hau-n-i hoimli mit Manier g'schwind a Ripple g'schtohla dir und darnôh' g'mach und schtet usser dreht dô dei' Frau.   Adam         Wia so? sieh-n-i doch in meiner Seita koi' Loch. I sieh koi' Bluat, i sieh koi' Wunda; wia hau' t ar denn dees Weib dôhinna g'funda? Jetz beym Plunder! nimmt's mi nimma Wunder: itt umsau'scht hôt's mi dôhinna so klimmt, so g'schtocha, so bläht, so gräuseli grimmt. Wenn as mir wär g'falla-n-ei, daß so a Wuascht sott in mer sei', hätt i mit Flußrauch mi schau' g'räucht oder da Beattal gar mit Pillala naus g'jaicht. Eva Dees seand schau' schleachte Briaf: 's wär koi' Wunder, wenn i huit no verdliaf.   Arie         I komm doch ussam weißa Boi',     hübsch, wacker und ganz g'schmeidig. Du bischt us Leatta nu' alloi',     gealt, gealt! da bischt mar neidig!     Gex di! – Gex di! Adam Wenn i koi' Ripp' hätt' neahma lau',     mei', sag mar, wia thät's um di schtauh'? Da wärescht nuits, da wärescht jô     mit Leib und Sail bey mir itt dô.     Gex di! – Gex di!   Gott Vater         Fried', Fried'! Wia, wia? Was balgat ar schau' so früah! Ar kommat z'weit, wia wearat ar's aischt macha mit dar Zeit!   Ariett Adam         O wär i no ledig     und hätt no koi' Weib, so brucht i koi' Predig,     i bey ar itt bleib. O liaber Gott Vatter! Ui gib i sui hoi',     i leg mi dô nieder, will leaba-n-alloi! Gott Vater         I nimm sui nimma a'; sui ischt dei' Weib und du ihr Ma'. In Gottes Nama gib i ui z'sama. I wei'sch viel Glück in d' Aih und Seaga; was weant ar maih? Adam         Wia hoißt denn mei' Weib, mit dear i soll leaba? Gott Vater Da därfscht ar nu' seall an Nama geaba.   Ariette Uschel, Bäbel, Kätter, Adla, Naisa, Luzei, Thraina, Madla,     Jakobeia, Dorathai,     Appel oder Salamai, Zezill, Rausa, Lisabaitha, Franzel, Regel oder Graitha, Brigat, Stasla, Annamei, hôscht a ganza Letanei.   Adam         Wenn i sui därf daifa, so hoiß i sui Aifa. Aifa, Weible! ischt dei' Nam; denk fei' dra', daß da seyascht g'namsat von am Ma', itt ear vo' dir. Gott Vatter! gealtet Ihr? Gott Vater Jô, jô, da hôscht d' Wôhret g'sait, dear Nama sey ar aufg'lait. Eva Ma'le! schla' nu' ei'! Mar weand jetz Boide eisar sey'. Gott Vater Aber, ihr Leutla, jetz' lau't ui saga, i will ui mei' Gebott nôh der Länge und Broite vortraga. Odam! da bischt dar Ma', di gôht as z'aischta a'.   Arie             A G'späßle, a Ruah,     älls lass' i ui zua, koi' Dingle dôhinna verbiata ui thua.     Nu' oi's will i hau':     dees Bömle lau't schtauh', suscht müeßat ar alle boid 's Leaba glei' lau'.     Gib Achting uf mi,     dees Bömle dô sieh, dees trait baise Äpfel und Früchta für di.     Gang itt darzua na',     und greif mar's itt a', suscht gôht dar's hundsübel, und endli muascht dra'.     Suscht älls i dir schenk,     an meine Woat denk, merk's Bömle, an dees i an Schtrauhwisch jetz henk.     Denk du und dei' Frau:     Dett ischt dar Wau Wau, dett ischt für ui Boide a bannater Hau.     So lang du itt daud,     hôscht, Odam, koi' Naut, hôscht Milcha, hôscht Käsla, hôscht Butter ufs Braut.     Lieg nieder und schlôf,     da bischt wia a Grôf: hôscht Küehla, hôscht Kälbla, hôscht Öchsla und Schôf.     Sey, Odam, sei' g'scheit,     dees Bömle wohl meid und gang us di Zähna des Luzifers Neid:     Ar ischt ziemli schlau,     dear Tuifel ihm trau', ar möcht di gean macha zuer Oichalasau.     Spricht ear dir viel zua     und lôt dar koi' Ruah, so sag am nu' keackli: »I bi' dar koi' Bua!«     Geit ear itt viel drum,     so kaihr' di g'schwind um und sag nu': »Los', Tuifel! uf Kirbe mir kumm!«     Dar Äpfel ischt süeß,     doch macht ar dir 's Grieß, im Bauch macht ar's Rumpla, und Schmeatza in d' Füeß.     Sobald da ihn frischt,     hôscht's Gift schau' verdwischt, darnôh' deiner Lebtig a Himpalar bischt.     Probier's nu' und beiß,     glei' muascht's Paradeiß uff ewig quittiera; nôh fressat di d'Läus.     I seall füehr di naus     bey deiner Kartaus und leid di koi' Schtund maih im hoiliga Haus.     Wo witt darnôh' hi',     dei' Weib, deine Sih, wenn i dir aufsetzig und g'hässig au' bi'?     Da ka'scht no zum Lauh'     deam Beattel nôh' gauh? I bitt di dur' s jüngscht G'riicht, da-n-Äpfel laß schtauh'.   Adam         Gealt, Aifie, dees lau' t mar wohl bleiba, eh mar is liessat da-n-Abschied schreiba. Eva Ewig soll dees Ding itt g'scheah! Gott Vater Aber i will geara seah! Adam A Woat, a Woat, a Ma', a Ma', Äpfel hi', Äpfel hear, i gang g'wiß itt dra'. Gott Vater Wenn ar g'scheit und koine Narra seand, lau't d'Äpfel schtauh', suscht theand, was ar weand. Laß di fei' vo' neamad locka. Adam I schab liaber a Rüab oder will Erbbala brocka. Gott Vater Odam! halt di wohl, suscht wead ma dar zwacka. Adam Ar theand dees Ding au so oft saga. I bi' jô schau' bey meine Jôhr: Gauh't a Gottsnama, as haut koi' G'fôhr. Dritter Aufzug. Adam         Jetz ka' i 's nimma zwinga; i hau' Griasa gessa bis zum Verschpringa, und zwôr mit samt de Schtoi'. Aber mei' Weib lôt mi ziemle lang alloi'.   Arie             Sui lauft gearn rum,     woißt itt worum; i halt's für koi' guat's Zoicha, i will gauh' d'Ruath ei'woicha.     Wenn sui wieder vo' mar gôht,     nôcher hôt sui's uf dar Nôht.     Der Wunderfitz     ischt äll ihr Witz. I ka' sui zwôr noits zeiha; i muaß ar gauh' nu' schreia.     Aifa komm! mô bischt so lang?     Komm, da machscht mar angscht und bang.   Eva         Ma'le, guck, schau. Adam Was befiehlt mei' g'schtrenga und gnädaga Frau? Eva O ischt dear Äpfel a Güate, a Süaße, a Mürbe! Adam A – komm mar do uf Kirbe! Was witt gauh' treiba? i bitt di um Gottswilla, laß bleiba!   Duett Eva             Ach, i ka' der's itt verheba,     Zuckerzealtla und Zibeba,         Leackerla vom beschta G'wüz,         Ulmerschnitta, Nunnafüz         seand gegem Äpfel nu' a Dreck. Adam O mei' Frau und o mei' Gemahle, Bäschti, verdammte Karnale!     Ach, laß sei', i bitt di drum,     worum wead dar's Maul itt krumm?     Key mar doch da-n-Äpfel weg!   Eva         Sö, wia! beiß au an Featza darvau'. Adam Bey Leib, mei' Weib! i kenn di schau'. Dees ischt juschtameant eaba der Äpfel, vo' deam ma eis g'sait, mar sollat bey Leib und bey Leaba itt freassa darvau', no i no mei' Graith. Was wurd Gott Vatter darzua saga? Ear thät' is boide zum Tuifel jaga. Mar müaßtet ussam Paradeiß naus, mar hättat koi' Hoimat, mar hättat koi' Haus. Noi', noi'! As ka' itt sey'. I bitt und bitt, mach, was da witt. I beiß, schlah' mi's Weatter! itt drei'.   Ariette         Ei, ei, ei! wia wurd as gauh', wenn i mi thät' b'reda lau'?     Der Aepfel ischt zwôr schea,     hôt a rauths Bäckle,     hôt a guats G'schmäckle, hau' koin am Gallamarkt so g'seah. Alloi' wenn i drei' biss', i nu' da Daud nei' friß'.     Wenn i nôh müaßt schterba,     leabendig verderba, könnt ebbas Schlimmers sei'? Gang, Aif! i scheiß dar drei'!   Eva         Friß du da Butza, da därfscht itt lang trutza. Sag jô oder noi'! I friß a glei' alloi'. Adam Mei'tweaga! I fürcht halt Gott Vatters sein fuiriga Deaga. Wenn mar aber könntescht Sicherhoit loischta, daß i nôh meim Daud itt därf im Paradeiß goischta, oder daß huit oder moara Gott Vatter vor Zoara itt baiß thät weara, so wött i folga dei'm Begeahra. Eva Fehlt as nu' an deam? I will dar's gauh' saga; woischt vo' weam?   Arie         Huit z'Morgas um a neuna, as eaba d'Sonn thät scheina,     sieh i kom     neu' Aepfel uf am Bom: hangt schau' a langer Wurm dott und sait: Ei Aifle, grüaß di Gott. Da därfscht jô wohl versuacha, Gott wead dar itt so fluacha,     wia ar g' sait.     ar hôt dar nu' so draiht. Ah G'schpäß! Ar wead itt wölla hau', nu' weagam Aepfel 's Leaba lau'. I will dar no maih saga: Bey Leib thua itt verzaga,     wenn an frischt,     itt daud dei' Leabtig bischt. A Götti weascht au weara schneall und Odam eisar Herrgatt seall.   Adam         Ischt as aber au wôhr? Eva Ma'le! dô hôscht koi' G'fôhr. Friß a Gottsnama, und häb koin Daula, 's wär jô Sünd, wenn dar Aepfel thät' verfaula. Adam Will's halt probiera. Aifle! da weascht mi jô itt verfüehra. – – Eva I gunn' dar halt au eabbas Guats. – – Ma'le! wia thuat's? – – – Adam Ei, botz Blitz! Dees ischt a süaßer Äpfelschnitz. Dees ischt a guater, Hondertschtrôhl! Ei, worum beiß i itt no amôl? I ka' dean Aepfel itt g'nua loba. Eva Iß a nu', as send no ächt doba. Adam O Jeggerle! Was sieh-n-i? 's ischt mar halb auh'mächtig . . mô bin i? O, was hau'-mar thau'? Aif! mô hôscht dei' Juppa g'lau'? Mar ziehat itt auf, wia si's ziemat, da hôscht koi' Miader, da hôscht koi' Himmad. Eva Nu' itt viel Spott und itt viel Schimpf, da hôscht jô seall weder Hosa no Schtrümpf'. Ei los', gang zum Schneider, laß dar macha a Hos'. Adam Ach Elend, o Pfui! Nôh dar Sünd kommt ällamôl d'Rui.   Arie         O au'glücksealiger Dag! Dar Dunder in Aepfel nei' schlag!     Dar Tuifel hôt is b'schissa;     o hätt i itt drei' bissa, so wär i oh' Makel und Sünda und därft koine Feytig verkünda.     Healf Gott, wenn's Gott Vatter wead inna,     glei' wead ar ins Paradeiß rinna und saga: Ihr Narra, was hau't ar dô thau'? Hau-n-i ui itt g'sait g'hett: Da-n-Aepfel lau't schtauh'? Bi' jetz a elender Tropf, as wächst mar am Hals dô a Kropf:     Ka' sei', 's ischt no a bitzle     vo 's Tuifels Äpfelschnitzle. As ischt mar dô b'hangat im Schlucka, i hätt besser solla druf drucka.     Pfui Tuifel! wia übel ischt's ganga,     was weamar im Winter a'fanga? Koi' Wammas, koin Schaupa, koin Kittel, koi' Häs, koi' Hemmad, koin Fetza, koin Lumpa fürs G'säß. Dees würgt mi, i schpey', i kotz'. O Aifa, du Bäschti, du Fotz!     Bi' jetz an armer Fretter,     gang g'schwind, hol' Feigablätter, mach Schüüzla, nimm Nôdel und Fada, fei' lang, daß si gauh't bis uf d'Wada.     Gott Vatter! wia ischt mar's a' ängschti!     O Odam, o Odam! da henkscht di. Wenn i mit guate Woate dees Ding itt riicht', so macht ar eis boide a schreckelis G'siicht.   Eva         Weand nu' gauh' und is verschtecka hinter da Zau'. Adam G'schwind schlupf dô nei', Gott Vatter gôht grad zuar Gatathür rei'. Ar thuat weder lacha no schmotza, ar macht a G'siicht, as thät ar Wermuath schlotza. Ar gôht uf is zua, nimmt g'waltige Schritt; duck di, mei Aifle! verrôth mi do itt. Gott Vater I hair a G'räusch und a Getümmel, i suach Odam, da koinütziga Lümmel, und au' sei' Weib darmit. Bis si g'schtrôft seand, gang i itt.   Arie         I muaß do besser nôche seah', was dô sei Nuis dôhinna g'scheah'.                 So, so, hu, hu. Ma' sait mar, Odam sey a Gott, und schproiz si', wia a Gatakrott.                 So, so, hu, hu. Wia schtôht as mit am Bömle dô? Gealt, Odam, i schwätz ziemli nôh.                 So, so, hu, hu. Oin, zwoi, drui, vier, fai'f, sechs, sieba, ächt; dar neu't ischt weg, i hau mar's 'dächt.                 So, so, hu, hu. Und was no brav und 's ällermaischt: dar ällerscheanscht, dar ällergraischt.                 So, so, hu, hu. Jô freyli, was ma' schtiehlt und raubt, zum Mauklat macha, ischt verlaubt.                 So, so, hu, hu. Daß Odam glei' a Gott sey' ka', und hôt itt môl a Hemmad a'.                 So, so, hu, hu. Ar ischt jetz grauß, ar ischt jetz reich und ischt jetz grad Gott Vatter gleich.                 So, so, hu, hu. Sei' Weib, dia Aif, ischt au' noits Schleachts: Sui ischt a Götti, eabbas Reachts.                 So, so, hu, hu. Sui därfat nimma schterba gauh', und wearat 's ewig Leaba hau'.                 So, so, hu, hu. Dar Aepfel, dear ischt g'freassa schau', i sieh nu' no da Schtiel darvau'.                 So, so, hu, hu. So gôht as, wenn ma d'Weiber fei' lôt ällathalba Moischter sei'.                 So, so, hu, hu.           Odam, mô bischt? I woiß schau', wia oder wenn. Adam Wenn ar's wissat, was frôgat ar denn? Gott Vater G'schwind dô raus ui packat. Adam Mar seand jo fadanackat. Gott Vater O was haund ar thau'! Eva As muaß ui nu' dar Tuifel g'sait hau'. 's ischt no koi reachte Schtund' vorbey: Wia kommt's, daß ar dees Ding wissat so glei'? Gott Vater Oi'falt! wia sott i denn itt wissa, daß ar häbet in Aepfel bissa? I woiß nu' z'wohl vo' äll Beda. Adam Was weand ar gauh' macha? Zua g'scheahne Sacha sottat ar halt au 's Bescht reda. Gott Vater Bey Leib itt! Da Taud mueß i ui künda a'. Eva O wenn i nu' no vôr beichta ka'! Adam O schteckat da Deaga no a Weile in d' Schoid, lau't mi vôr macha a Rui und a Loid.   Arie Gott Vater         Fott! Fott! Naus! naus zum Gata! I laß mit mir itt kata.     D'Buaß g'hairt uf d' Sünd,     gauh't nu' fei' g'schwind. Besser wär's für uiar G'wissa, wenn ar hättet Nüss aufbissa;     aber mei' Gebot vergeassa     und verbotne Früchta freassa bis an Butza, bis an Schtiel, ischt jô währle z'viel.   Adam         Hau't do koin so Verdruß! d'Aepfel send jo besser as d' Nuß. Ma' verdirbt koine Zäh' und braucht koin Nußklimmer. Gott Vater Schweig, da machscht dia Sach no schlimmer. Halt inn mit G'schpäß' und Bossa! Glaub nu', as hôt mi reacht verdrossa. Adam Herr o! Gott Vater I hair no wohl, schrey itt a so! Adam Dees Weib, dees ar mir hau' t gea, ischt koinützig, ischt fürwitzig, ischt z'aischta so a Närre g'wea. Eva Herr o! i hätt itt dra'dôcht; a langer Wurm hôt mi dôhi' brôcht. Gott Vater Dees ischt grad dar Tuifel g'wea. Eva I hau' aber koine Hoara g'seah'. Gott Vater 's leit noits dra'; worum gôhscht so nôh na'. Darzua no begeahra, Odam a Gott und du a Götte z'weara. Muaß lacha! Wenn's Aepfelfreassa thät Götter macha, hätt as Weapsa und Hummeler schau' gea, dia vor ui wärat Götter g'wea. Jetz aber für uiare grauße Sünda will i gauh' boid d' Schtrôf a'künda. Odam luag! Du sollascht bei dar Egga und Pfluag im A'gsiicht deines Schwoiß dei' Braut g'winna; jetz mach di uf d' Rois'.   Arie         Dunga, pfluaga, egga, säa, schneida, binda, drescha, mäha,     Holz und Buschla macha     send g'wieß herbe Sacha. D'Gräba aufthua, Wida klenka, o, weascht oft an Aepfel denka! Hinter Hecka, Hag und Zäuna weascht oft manche Zähra heina,     wenn ums Braut itt minder     deine kleine Kinder wearat Nätte, Namma schreia. O as wead di oft no reua. Wenn da moi'scht, da häbescht Koara, weascht du Dischtla seah' und Doara,     Kummer, Elend, Hungar.     Du weascht wia a Ungar oft dein Ba't voar Zoara schtreicha; du weascht huaschta, du weascht keucha, du weascht seufzga, du weascht saga: Hätt dar Schtrôhl in Aepfel g'schlaga!     Du weascht endle liega     in de letschte Züga und zua Schtaub und Äscha weara. Moi', dear Aepfel wead di scheara!   Adam         Ka' ma' dees Ding nimma vermittla? I will Ui geara andere Aepfel schüttla. Gott Vater 's hilft koi' Bitta und koi' Beata, ka'scht jetz brav im Dreck rum treata. Sey schtill, i ma' di nimma haira, da hôscht itt g'folgat meine Laihra. Eva O was kommt gauh' über mi! Vor Furcht und Schreacka nimma g'sieh. Lau't's gnädig a'laufa; I will Ui andere Äpfel kaufa, oder, wenn Ar's weand hau', will i darfür uf da Bussa gauh'. Gott Vater Brauch noits i, bet nu' für di! Wa't nu', da weascht as büassa und in Schmeaza deine Kinder gebäara müassa; und no darzua, gib di nu' drei', deim Ma' ewig untergeaba sei'.   Klaggesang der Eva         O Jeggerle! was fällt Ui ei',     was fangat ar no a', daß i soll untergeaba sei'     und diena gar mei'm Ma'! Suppa, Knöpfla, Spatza kocha, schpüala, schaffa ganze Wocha,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! I schtirb' vor Kummar und vor Waih,     wenn's itt ka' anderscht sei'. Vor i dees Ding thua, will i aih'     in Doana springa nei'. Wäscha, bögla, näha, schtricka, Schtrümpf und alte Hosa flicka,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! As ischt mar g'sei, as komm so raus,     's gang älls nu' über mi: Der Odam hôt si g'loga naus,     hôt dänischt thau', was i. Liacha, hächla, riffla, bolla, schwinga, breacha, Wasser hola,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! Daß d'Au'schuld denn halt ällamôl     da Hund nu' heba muaß, dees ischt für mi, beym Hondertschtrôhl,     a grauße, hee'te Buaß. Fada zwirna, haschpla, schpinna, d'Schtiaga auf und abe rinna,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! Liabs Herrgöttle! dir sey's geklagt     und eisar Fraua au, daß i soll diena wia a Magd,     hau' g'moit, i sey a Frau. Rohm a'neahma, Butter rüahra d'Schlüsselballa a' mar füahra,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! An anders Mittel schaffat doch     und machat's itt so herb. Theand mi do itt gar unter's Joch,     daß i itt ganz verderb'. Henna greifa, Heah'la koppa, Enta, Gäu's und Tauba schoppa,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! Dees macht mar Angscht, dees macht mar bang,     was ischt dees für a Pei', daß i mei'm Ma' mei' Leabalang     soll untergeaba sei'. Schnittla macha, Nudla schupfa, Erbes und Fassola schtupfa,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! I hätt schier g'sait: Dar Tuifel hol'!     Bin i denn gar so schleacht, daß i mei'm Ma' nu' diana soll?     Dar Odam sey mei' Kneacht! Melka, kneatta, Braut ei'schiassa, Schmalz aussieda, Keeza giassa,     und darnôh zum Lauh' d'Moischterschaft itt hau'! O g'wieß, i will schau' braucha Lischt,     i wehr mi, wia-n-i ka'; as ischt jô g'nua, wenn Odam ischt     am Nama nôh dar Ma'. 's Häusle mischta, d'Wöscha schtärka, Schneider, Bloicher, Weaber ferka,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! Jô wohl, thua, was der Odam will,     und diena, ey so schla'! Zua ällem schweiga mäusleschtill,     dees gieng mar au no a'. D'Kinder wiaga, putza, traga, d'Rufa salba, lausa, zwaga,     und darnôh zum Lauh'     d'Moischterschaft itt hau'! Gôht Odam uf da-n-Acker naus,     ka'-n-ar dett Moischter sei'; dahoimat aber und im Haus     g'hairt d'Moischterschaft no mei'. Orna, schaffa und befeahla g'hairt dar Frau zua, und im sealla     b'schtôht ihr ganzer Lauh',     und dees will i hau'!   Gott Vater         Jetz glei' was da witt! i weich vo' mei'm Urtel koin Schritt. Gieb di nu' geduldig drei', as ka' schau' nimma anderscht sei'. Adam Müessat mar denn jetz gauh'? As friert mi, i ka' fascht nimma schtauh'. Gott Vater Was denn? wia oft muaß i 's no saga? Moinat ar denn, i soll ana uff am Buckel naustraga? Adam Oi's wött i do no beata: Lau't is itt so nackat in d'Wealt naus treata. Wenn as reagnat und schneit, o, was wearat saga d'Leut! Jederma' thät is auslacha, au, lau't is boide a Kloidle macha. Gott Vater Nu'! um mei' Güate z' zoiga, will i mi zua ui noiga. Will thua, was ar weant hau' und ui Gnôd a'gedeiha lau'.   Arie         Wenn ar wärat gehorsam blieba     und dui Sünd itt hättat thau', hätt i ui koin Abschied g'schrieba;     will mei' Aihr verlaura hau'. I hätt' ui uf d'Kirbe g'lada,     Floisch, Kraut, Knöpfla hätt' ui gea', könnat jetzt zua uirem Schada     seall um uiar Freassa seah'. G'metzgat hau-n-i huita moara     umma drui schau' in dar Früah. O dees wär' a Freassa woara     vo' zwoi Schôf und vo' zwoi Küah. Dees muaß ui jetz freyli kränka;     do zuar Gnôd i dees no thua: Dui zwoi Lammfeall will ui schenka,     deckat ui sei' woitle zua.           Nu', Allo Masch! 's ischt a' deam, gauh't, aih' i an Prügel neahm. Theand ui itt länger widersetza, oder i laß ui mit de Hund naus hetza. Adam Was braucht as viel denka und diichta, Gott Vatter lôt si nimma anderscht b'riichta. Aifle kumm, i bitt di drum! Mar weand gauh' abseits. Gott Vater B'hüt ui Gott und 's hoilig Kreuz! Jetz seand se duß, jetz seand se ganga, i muaß gauh' eabbas anders a'fanga. I fürcht, se springat mar über da Zau', as muaß oiner vo' meine Buaba 'naus schtauh'.   Duett         Fluig oinar g'schwind 'raus und schtand mar dött 'naus!     Wear's immar mög' sei', dean lôt ma itt rei'. Engel Dô bin i, was um? Vom Himmel hear kumm.     Was geit as guats hia?     Wear hôt mar hear g'schria?   Gott Vater         Nu', nu! mô 'naus und niena hi'? Woischt itt, daß i Gott Vatter bi'? Engelr I bin a Cherubi' und itt vom g'moina Pöbel. Gott Vater Sö! Dô hôscht an fuiriga Säbel. I hauna grad voar a'zunda. Gib acht, ar brennt di; nimm a wohl dunda!   Arie         Los', was dar jetz sag: Hau, schtich, schneid und schlag.     Wenn Odam will rei' springa,     so zoig am nu' dei' Klinga. Und wenn ar bais will weara, sag: Odam, hättescht geara?     Bleib du nu' bey mei'm B'schluß,     sag: vor dar Thür' ischt duß.   Engel         Dees ka' schau' sei'; i hau kreuzweis und überzwear drei'. Aber oi's mir no Kummer macht: wear' i au' a'glaist vo' dar Wacht? Gott Vater 's ischt guat, daß mi thuascht dra' mahna; 's geit schau' no andere G'spana: d'Soldata vom schwäbischa Krois. Dia gauh't glei', wenn i 's hoiß'. Da därfscht dar itt fürchta, sie theand dar koi'Loid. Engel I fürcht nu', dar Säbel gang itt uß dar Schoid.   Schlußgesang         Hau' i, schtich i, oder feacht i d'Kroissoldata seand dia reachti.     O dees seand di ärgschte Tropfa.     Wenn Odam thuat uf d'Hosa klopfa, vor Schreacka si schpringat äll über da Zau' und freassat, was Odam no übrig hôt g'lau'.   An die Zuhörer         Jetz hau' t ar a Komöde g'seah, wia d'Erbsünd in dar Wealt sey g'scheah.