1336   Der Gattin Warnung Von A. Kaufmann. – Spessartsage.             O schließ ihn nicht, den düstern Bund, Wie lockend auch das Gold dir lachet! Es weilt in unerforschtem Grund Der Alte, der den Zweig bewachet. Jedweder kehrt mit wirrem Sinn, Der nach der Eibe Zauber suchte Vor den Eiben Kein Zauber kann bleiben. ; Nur Lug und Trug war sein Gewinn, Dem selbst der Eigner endlich fluchte. O such nicht nach dem Eibenzweig, Und gäb' er tausend Zauberkünste, Du würdest doch nicht wahrhaft reich Und schlügst nur an auf Rauch und Dünste. Wohl zollten Tiefen dir den Sold, Drin Silbers blaue Blüte sprießet; Wohl schlügst du an aufs rote Gold, Das in des Spessarts Adern fließet; Wohl öffnete der düstre Schacht Dir seiner Schlüfte Demantschätze, Und manche Quelle spräng' mit Macht, Die deine Wiesengründe letze – Doch an das Herz, o sprich, ans Herz, Drin einzig wahre Schätze weben, O schlügest du auf solch ein Erz Die Rute an, den Hort zu heben? O schließ ihn nicht, den düstern Bund, Wie lockend auch das Gold dir lachet; Laß ihn im unerforschten Grund, Den Alten, der den Zweig bewachet! Macht meine Liebe dich nicht reich? Laß meine Liebe dich behüten. Die Liebe sei der Zauberzweig, Der wecke deines Herzens Blüten!