466   Fritz von Randeck Von J. A. Pangkofer. – Randeck im Altmühltal.               Der Raugraf Fritz von Randeck warb Um Fräulein Adelheide, Und 's schöne, reiche Fräulein ward Des Grafen Liebesweide. Er führt' als froher Ehgenoss' Sie heim aufs ritterliche Schloß, Verschwelgt mit seiner Blonden Sechs hochbeglückte Monden. Einst war er in den Forst hinaus Auf Eberjagd geritten. Zur Gräfin, die allein zu Haus, Kömmt da ein Weib geschritten, Gar schön, doch bleich – an hoher Brust Ein Kindlein hält's mit Mutterlust Und spricht mit sanftem Weinen: »Verzeihet mein Erscheinen! Wohl seid Ihr fromm, wohl seid Ihr gut, Dürft doch nicht glücklich bleiben; Des Grafen schnöde Liebesglut Nur Spiel mit Euch will treiben. Wie Ihr, so ich ward am Altar Ihm angetraut; kaum sind's zwei Jahr', Und schon bin ich verlassen, Sein Lieben ward zum Hassen.« Der Gräfin bricht das Herz, das Knie, Die Frucht regt sich im Leibe, Und laut aufschluchzend sinket sie Ans Herz dem bleichen Weibe. »O lehre, große Dulderin, Zu meiner Schmach mich hohen Sinn!« Fleht aus betäubtem Leide Erwachend Adelheide. Schon war es Nacht, da stellte sich Ein Knappe vor die Frauen. Hu, hu, dem war recht schauerlich Ins blasse Antlitz schauen; Und gräßlich wie sein Angesicht, Vom Schreck verzerrt, war sein Bericht Von dem, was sich beim Jagen Im Forste zugetragen. »Die Jagd ist aus! Es fuhr der Graf Mit Roß und Hund zur Hölle. Wohl kämpft' er lang, wohl kämpft' er brav An fels'ger Waldesstelle, Doch stärker war in Saugestalt Des Teufels tückische Gewalt; Er riß ihn vor uns allen Hinab mit wüt'gen Krallen.« Die Frauen das vernommen han, Da sinken sie zur Erden Und beten für den argen Mann, Als könnt' ihm Heil noch werden. »Wer schnöd nur solche Frauen minnt, Der hat die Hölle wohl verdient. Wollt nimmer für ihn beten, Ihn hat der Herr zertreten.«