Worterklärungen A B D E F G H I J K L M N P R S T U V W Z Sack m. auch für Tasche, z. B. eine Sackuhr. Salveni ( salva venia ), mit Erlaubniß zu melden. Schaffen , verlangen, befehlen. Anschaffen , anbefehlen. Schampedasche , Hanswurst; verderbt aus Jean Potage . Schatzhauser m. (wie das einfache Schatz , Schätzle ), der und die Geliebte. Wofür auch, doch nur im Scherze, der Holderstock . Schettern Onomatopöie, schallen, wie z. B. ein gespaltener Topf. Scheuernburzler m. niedriges Schimpfwort: Landstreicherkind, Hurensohn. Schimpf m. (in der ältern Bedeutung und im Gegensatze zu Ernst) Scherz. Daher schimpfeln , scherzen, spielen, tändeln. Schlampet adj. und adv. lotterig, schlampig. Schlarfen f. Lotterschuh, abgetretener Schuh. Schlaufe f. Masche, Schlinge. Schlenzen , wegschlenzen, schleudern, wegwerfen. Schlesinger , aus Schlesien gebürtig. Die am Orte angeführten Anspielungen beziehen sich meistens auf bekannte Anekdoten, welche die gegenseitige Necksucht der Deutschen aufgebracht hat. Schon Sutor ( latinum chaos , 1716) erwähnt jene Mähren des neckenden Volkswitzes. – Von denen, die gen Norden zu wohnen, war vordem unter uns der Spruch verbreitet: Ein Sachs, ein Schwätzer, Ein Böhm, ein Ketzer, Ein Pol, ein Dieb, Ein Preuß, der seinen Herrn verrieth. So wie auch: Der Pol und Böhm haben einander lieb, Kommt dazu ein Ungar, so sind's drei rechte Dieb. Schliffel m. ein schlauer, abgeschliffener Mensch. S. phil. Belust. I, 75. Schlotter m. geronnene Milch, die Schlottermilch . Schmecken v. wie hochd., aber auch für: riechen. Schnaufer m. der Athem. Schranne f. Getreid-Markt. Schubet f. die Rinde, die Kruste von Speisen, die sich am Kochgefäß ansetzt. Schuckeler , Schimpfw.; aus dem Ital. giuoco-latore verderbt? Schupfen v. schuppen, in die Höhe schnellen. Schwabe f. verderbt aus Schabe (ein Insect). Der Volkswitz verwechselt das genus und unterstellt schimpflicherweise Schwabe m. Schwäbischer Heiland , Spottname. Wie denn solche stereotypische Bezeichnungen meistens historischen Ursprungs sind, so scheint sich auch die erwähnte aus den Kriegen zwischen den Schwaben und Schweizern, und von dem Umstande herzuschreiben, daß die Kriegführenden Crucifixe von verschiedener Form und Farben als Abzeichen trugen. (S.  Rocholz Eidgenössische Lieder-Chronik. Bern, 1835. S. 267). – Aus derselben Zeit datirt sich wohl auch jener, bei fröhlichen Ereignissen noch jetzt gebräuchliche Ruf: »Victoria in Schwabenland« (B. I. S. 259); so wie dagegen aus den Kriegen zwischen den Schwaben und Sachsen, vielmehr von der Schlacht bei Luckau (1308) der jenseitige Spruch. Es wird dir glücken, wie den Schwaben bei Lükken . Sehr adj. und adv. wund, schmerzlich. Das Wurzelwort vom Hochd. versehren . Seidel n. ein Maaß für flüssige Dinge. Si quis – Ohne Zweifel wird die Formel verstanden: Si quis percusserit Clericum suadente diabolo, anathema sit. Ge-sippte , Blutsverwandte. Die Abstammung der Franken von den Schwaben, so wie der Bayern von den Franken wird in jenem alten Reimspruch, welchen Schmeller in seinem Wörterbuch III, 524 mittheilt, in nicht gar ehrender Weise bezeichnet. Uebrigens lebt dieser Spruch noch in der mündlichen Tradition fort, obgleich in verstümmelter Fassung: Es sch— drei Schwaben In einen Graben, Und aus der Schwaben Stank Entstund der windige Frank, Und aus der Franken Air Entstund der slawische Bai'r. Soler m. Vorplatz im obern Stockwerk, besonders der ländlichen Wirthshäuser, wo er gewöhnlich zum Tanzplatze dient. Spätzle , Mehlklöschen von der kleinsten Art. Spansau f. das Spanferkel. Die Geflügelhändler in Altbayern haben das Recht, auch mit Spanferkeln Handel zu treiben, und sie führen deshalb in ihren Schilden einen Schweinskopf. Daher der Volksscherz. Speyen , spucken, Speichel auswerfen. Spienzeln v. sich einander verliebte Blicke zuwerfen; sponsiren. Stät adj. und adv. sachte, leise, langsam, sanft, still. Goethe bedient sich des Wortes in dieser Bedeutung in seiner »neuen Melusine.« Sta'l , träge Aussprache für Staar'l , Stärchen. Stampaney f. Ersonnenes, Erdichtetes, Mährchen. Staude f. Strauch. Im Plural ein mit Gehölz bewachsenes Hügelland (wie Wald , z. B. im Schwarzwald , ein waldichtes Gebirgsland). Steffel , Stephan. Der steinerne Steffel von Ulm , ursprünglich wohl ein dortiges Standbild. ( Schmeller in seinem Wörterbuch erwähnt auch einen steinernen Steffel in Nürnberg.) Sprüchw., ein einfältiger, unbehülflicher Mensch. Steig ( Staig ), f. eine steile Anhöhe; m. der hinanführende Weg. Steinbrüderle , im Scherz, Trinkgenosse. Anspielung auf die steinernen Krüge. Sterzen m. der Strunk vom Krautkohl. In der Küchensprache eine Art Brei. Stiegel m. eine Stufe über den Zaun zu steigen. In Meißen (nach Adelung) die Stieglitze . Stimmen , aufziehen, foppen. Stockböhm m. ein Böhm, der nicht deutsch versteht; fig. ein Pinsel. Strählen , kämmen. Von Strähl , der Kamm, und dies, wie Adelung meint, von Strahlen , den Zähnen eines Kammes. Strolch m. Landfahrer, Landstreicher. Von strolen ( straulen ), herum streichen. Stuir f. Steuer, Abgabe. Vergl. Huischel . Suzeln , saugen.