Plautus. Der Goldtopf oder der Geizige. ( Aulularia ) Deutsch in den Versmaßen der Urschrift von J. J. C. Donner. Leipzig und Heidelberg C. F. Winter'sche Verlagshandlung. 1865. Personen. Der Hausgott ( Lar ) als Vorredner . Euklio , ein alter Bürger von Athen . Phädria , seine Tochter . Staphyla , seine Magd . Megadorus , ein anderer Bürger Athens . Eunomia , seine Schwester . Lykonides , Sohn der Eunomia . Strobilus I. , Sklave des Megadorus . Strobilus II. , Sklave des Lykonides . Pythodikus , Sklave in Euklio's Hause . Congrio und Anthrax , zwei Köche . Einige stumme Personen . Der Schauplatz stellt eine Straße in Athen vor, auf der einen Seite das Haus des Euklio, gegenüber das des Megadorus. Im Hintergrunde der Bühne sieht man Hain und Tempel der Göttin der Treue. Prolog Erster Act Zweiter Act Dritter Act Vierter Act Fünfter Act ————— Sylbenmaße Prolog. Der Hausgott . Daß Keins sich wundre, wer ich sei, erklär' ich kurz: Ich bin der Hausgott Jede Familie hatte ihren Hausgott oder Lar, den sie als ihren Beschüzer ehrte. S. zu 5, 5, 7 . , bin der Gott des Hauses hier, Aus welchem ihr mich kommen saht. Schon manches Jahr Zerrann im Strom der Zeiten, seit ich dieses Haus Beschirme; mich verehrte schon der Vater, mich Der Eltervater dessen, der es jezt besizt. Der Eltervater hat mir einst ganz ingeheim Mit vielem Flehen einen Schaz von Gold vertraut: Gerade mitten unter'm Herd Die Laren waren die Genien des Herdes, der im Vorsaale des Hauses (dem atrium ) seinen Plaz hatte. Ihre Bildnisse von Holz, Stein oder Metall standen gewöhnlich auf dem Herde, und ihnen zur Ehre brannte ein beständiges Feuer auf demselben. vergrub er ihn, Und bat mich dringend, daß ich ihn behütete. Doch als er stirbt – so geiz'gen Sinnes war der Mann – Thut er dem eignen Sohne nichts vom Schaze kund, Und läßt im Elend lieber ihn hülflos zurück, Als daß er sein Geheimniß seinem Sohn vertraut. Er hinterließ ein kleines Stückchen Feld ihm nur, Das ihn ernährte mühevoll und kümmerlich. Als der gestorben, welcher mir das Gold vertraut, Begann ich Acht zu haben, ob der Sohn mich wohl In größern Ehren hielte, denn sein Vater einst. Der aber achtet meiner noch viel weniger, Und opfert, mich zu ehren, noch viel weniger. So that ich ihm denn Gleiches; auch er starb dahin. Und dessen Sohn ist dieser, der jezt wohnt im Haus, Dem Vater und dem Ahne gleich an Sinnesart. Doch hat er Eine Tochter, die mir jeden Tag Wein oder Weihrauch spendet Wein, Weihrauch, Getreide, Blumenkränze waren die gewöhnlichen Opfer, die man den häuslichen Schuzgöttern darbrachte. oder Anderes, Auch manchen Kranz mir windet. Ihr zur Ehre nun Hab' ich's gefügt, daß Euklio den Schaz entdeckt, Daß er sie leichter, wenn er will, vermählen kann. Ein junger Mensch aus gutem Hause schwächte sie. Und dieser weiß wohl, wer sie ist; sie kennt ihn nicht; Auch weiß der Vater von der ganzen Sache nichts. Ich will es heute fügen, daß im Nachbarhaus Der Alte sie zur Frau begehrt. Da macht sich's denn, Daß der sie desto leichter kriegt, der sie geschwächt. Und dieser Alte, der sie heut zur Frau begehrt, Der ist des jungen Mannes Ohm, des nämlichen, Der Nachts am Ceresfeste Die Nachtfeste der Ceres, Vigiliæ Cereris, wurden von Mädchen und Frauen begangen, und waren durch die Ausschweifungen berüchtigt, welche dabei vorfielen. sie geschwängert hat. Doch horch! Da lärmt er wiederum nach seiner Art Im Hause drinnen, unser Greis: er jagt die Magd Hinaus zum Hause, daß sie's nicht gewahre, wenn Er nach dem Gold schaut, ob es noch am Plaze sei. (der Hausgott ab.) . Erster Act. Erste Scene. Euklio . Staphyla . Euklio . (treibt Staphyla aus dem Hause) Geschwind, heraus, fort! Aus dem Hause mußt du mir! Du Gafferin mit deinem Falkenauge, du! (er schlägt sie) Staphyla . Was schlägst du mich Elende? Euklio .                                                     Daß du elend bleibst, Und wie du's werth bist, böse lebst, du böses Ding! Staphyla . Aus welchem Grunde stäupst du mich zum Haus heraus? Euklio . Dir, meinst du, soll ich Rede steh'n, du Stachelsaat? Fort aus der Thüre! Dorthin geh! (er stößt sie noch weiter)           Seht, wie sie schleicht! Doch weißt du, was dir werden soll? Bekomm' ich heut Den Knittel oder Ochsenstachel in die Hand, So mach' ich größre Schritte dir, Schildkröte du! Staphyla . O hängten mich die Götter eh' am Galgen auf, Als daß ich dir in dieser Weise dienen soll! Euklio . Was murmelt die denn vor sich hin, die Bestie? – Fürwahr, die Augen kraz' ich dir, du Luder, aus, Damit du, was ich treibe, nicht belauschen kannst. Weg, weg! Noch weiter! (er stößt sie)                 Weiter noch! Noch weiter! Halt, Hier bleibst du stehen! Wenn du dich von diesem Plaz Nur einen Zoll breit oder Nagel breit entfernst, Ja, nur dich umsiehst, ehe dir's geboten wird, Dann will ich Zucht dich lehren, Mensch, am Galgenholz. (für sich) Ein schlimmres Weib, das weiß ich, als die Alte, kam Mir nie vor Augen, und mir ist entsezlich bang, Daß sie mich einmal unversehens überschleicht, Und endlich ausspürt, wo mein Gold verborgen liegt; Denn Augen hat die Hexe selbst im Hinterkopf. Nun seh' ich, ob's noch sicher steht mit meinem Schaz, Der Tag und Nacht mit tausendfacher Angst mich quält. (er geht in's Haus.) Zweite Scene. Staphyla allein. Staphyla . Bei'm Kastor, welch ein Ungemach ist meinem Herrn Begegnet, welche Raserei kam über ihn! Nicht fassen kann ich's: zehnmal oft an Einem Tag Stößt er mich Arme, so wie jezt, zur Thür hinaus. Bei Gott, ich weiß nicht, welcher Geist im Kopf ihm spukt! Die ganze Nacht durchwacht er, und am Tage sizt Er einem lahmen Schuster gleich in's Haus gebannt. Auch weiß ich gar nicht, wie ich länger noch die Schmach Der Tochter ihm verberge, deren Niederkunft Sich naht. Das Beste, mein' ich, wäre wohl für mich, Ich machte jezt aus mir ein großes langes I , Und schnürte mir mit einem Strick die Kehle zu. Dritte Scene. Euklio kommt zurück. Staphyla . Euklio . Nun kann ich endlich vor die Thür mit heiterm Sinn, Nachdem ich Alles drinnen fand in gutem Stand, Geh nun hinein, bewache mir das Haus. Staphyla .                                                       Wie so? Soll ich das Haus bewachen, daß Niemand es stiehlt? Sonst zeigt sich ja für Diebe keine Beute hier Bei uns, denn leere Wände nur und Spinngeweb. Euklio . Erzhexe, meinst wohl, daß um deinetwillen Zeus Mich zum Philippus oder zum Darius macht! Stachelsaat , stimulorum seges, ein eben so kurzer, als bis zur Anschauung mahlender Ausdruck. Er heißt: »Du, die du verdienst, daß auf deinem Rücken eben so die Ochsenstacheln eingegraben da stehen, wie auf einem Kornfelde die Aehren.« Leider erinnert aber auch der Ausdruck an die Barbarei, mit welcher Sklaven und Sklavinnen bei den Römern behandelt wurden. Köpke. Die Spinnen eben sollst du mir bewachen Der Reichthum des Königs Philipp von Macedonien und des Perserkönigs Darius war im Alterthum fast sprichwörtlich geworden. Vgl. zu 5, 2, 4 . . Ich Bin arm, ich weiß es, duld' es. Was die Götter mir Zusenden, trag' ich. Geh hinein! Verschleuß die Thür. Bald bin ich wieder hier zurück. Und hüte dich, Mir einen Fremden in das Haus zu lassen. Daß Niemand bei dir nach Feuer sucht, so lösch' es aus; So ist kein Anlaß, daß dich Jemand suchen wird. Ja, treff' ich Licht hier, blas' ich aus dein Lebenslicht. Begehrt man Wasser, sagst du, ausgelaufen sei's. Beil, Messer, Stößel, Mörser, und was etwa sonst Die Nachbarn immer gerne leih'n von Hausgeräth, Da sagst du, Diebe hätten's uns erst jüngst entwandt. Kurz, wenn ich wegbin, will ich, daß Niemand in's Haus Hereingelassen werde; ja, ich sage dir, Wenn selbst Fortuna käme, laß sie nicht herein. Staphyla . Fortuna, denk' ich, nimmt sich selbst in Acht vor uns; Noch nie betrat sie unser Haus, so nah sie wohnt. »Die Spinnen eben sollst du mir bewachen.« Die Alten hielten es für ein gutes Zeichen (sie glaubten, daß Geld eingehen würde), wenn eine Spinne sich an ihrem Faden herabließ. Daher duldete man die Spinnen nicht nur in den Häusern, sondern suchte sogar sie zu erhalten. Die weniger abergläubisch waren und geizig, zogen indeß doch die Reinlichkeit vor. Danz. Euklio . Still! Geh' hinein! Staphyla .                           Ich schweig' und gehe fort. Euklio .                                                                           Verschleuß Die Thür mit beiden Riegeln. Ich bin bald zurück. ( Staphyla geht in's Haus.) Vierte Scene. Euklio allein. Euklio . Die Angst entseelt mich, weil ich fort von Hause muß. Verteufelt ungern geh' ich; doch ich weiß warum. Der Viertelsmeister unsrer Zunft »So nah sie wohnt.« Diese Worte werden von den meisten Auslegern auf die Nähe eines Fortunatempels gedeutet. Dies ist unwahrscheinlich, da die übrigen Umgebungen gar nicht wieder auf die Nähe eines Tempels dieser Göttin anspielen, was doch geschehen müßte, wenn dieser Gedanke für uns poetische Wahrheit bekommen sollte. Im Gegentheil ist der Tempel der Göttin Treue ( Fides ), wie wir nachher sehen, in der Nähe der Häuser, auf deren offenem Straßenraum die Scene ist, und zwei Tempel, so nahe an einander, sind gewiß unwahrscheinlich. Es würde daher mehr für sich haben, wenn man sagte, daß das Theater, auf welchem dies Stück in Rom gespielt wurde, in der Nähe des Tempels jener Göttin gelegen habe, wenn man nicht mit der noch einfacheren Erklärung reichte, daß die Staphyla auf den reichen und begüterten Nachbar des Euklio, auf den Megador, anspiele, welcher ihr als ein Liebling der Fortuna, so wie sein Haus gleichsam als ein Tempel der Göttin erscheint. Köpke. hat kundgemacht, Er theile Geld aus Mann für Mann. Versäumt' ich das, Und wollte mir's nicht holen, dann vermutheten Die Leute gleich, ich hätte Gold daheim versteckt. Das läßt sich ja nicht denken, daß ein armer Mensch Das Kleinste selbst verschmähte, wär's ein Dreier nur. Denn ob ich gleich vor Allen es verheimliche, So weiß es dennoch, wie mir scheint, die ganze Welt, Und Alles grüßt mich freundlicher, denn je zuvor. Man tritt mich an, bleibt stehen, schüttelt mir die Hand, Fragt, wie ich lebe, was ich treibe, wie mir's geht. Nun will ich meines Weges zieh'n, und dann sogleich Mich wieder heim begeben, so geschwind ich kann. (geht ab.) Zweiter Act. Erste Scene. Eunomia . Megadorus . Eunomia . Sei fest überzeugt, wenn ich so rede, Bruder, Geschieht's nur, um dir mich getreu zu bewähren, Geschieht's dir zum Besten; denn so ziemt's der Schwester, Ich weiß, daß man uns Frauen nicht eben wohlwill; Man hält uns für schwazhaft, gewiß nicht mit Unrecht; Und daß kein Jahrhundert ein sprachloses Weib nur Bis heute geboren, behauptet das Sprichwort. Doch Eins bitt' ich, Bruder, dir stets vorzuhalten: Wie du mir, bin ich dir auf Erden die Nächste. Daher ist es billig, daß, was wir einander Für zuträglich achten, ich dir und du mir gern Zur Hand gehst in Allem, mir rathest, mich förderst; Du darfst nichts verbergen, aus Furcht nichts verschweigen, Mußt mir , wie ich dir , ohne Rückhalt vertrauen. Deßwegen hab' ich ingeheim dich vor die Thür herausgeführt, Mit dir von deinem Handel hier ein traulich Wort zu plaudern. Megadorus . Gib deine Hand mir, beste Frau. Eunomia .                                                         Wen meinst du da? Wer wäre diese Beste? Megadorus .                         Du. Eunomia .                                   Das ist dir Ernst? Megadorus . Nun, wenn du's läugnest, läugn' ich's auch. Eunomia .                                                                       Dir ziemt es nur Wahrheit zu reden. Eine Beste gibt es nicht; Ist Eine doch stets schlimmer, als die Andere. Megadorus . Das mein' ich auch, o Schwester, und ich werde dir Gewiß in diesem Punkte nie zuwider sein. Eunomia . Jezt sei so gut und höre mich. Megadorus .                                           Ich bin zu deinem Dienste: sprich! Gebiete nur, was dir gefällt. Eunomia .                                     Was ich zu deinem Heile dir Für dienlich achte, dich daran zu mahnen komm' ich. Megadorus .                                                                       Schwesterchen, Da thust du ganz nach deiner Art. Eunomia .                                             So thu' ich gerne. Megadorus .                                                                     Schwester, was Meinst du denn? Eunomia .                   Was dir auf ewig heilbringend sei! Megadorus . Das gebe mir der Himmel! Eunomia .                                                 Nimm dir eine Frau. Megadorus .                                                                             O Götter! Ich bin des Todes. Eunomia .                       Und warum? Megadorus .                                         Weil deine Reden, Schwester, Mir Armen das Hirn ausschlagen; du wirfst Mit Worten mir da, wie mit Steinen, umher. Eunomia . Ach ja, du thust doch, was dich deine Schwester heißt. Megadorus . Wenn mich's gelüstet, werd' ich's thun. Eunomia .                                                                   Es ist zu deinem Besten. Megadorus . Doch will ich eher sterben, als ein Mädchen frei'n, Ja, wüßtest du mir Eine, die mir morgen kommt, Und übermorgen schon hinausgetragen wird »Die übermorgen schon hinausgetragen wird,« nämlich als Leiche. – Auf die Bedingung geh' ich's ein: auf, rüste mir die Hochzeit! Eunomia . Ich, Bruder, schaffe dir ein Weib mit großer Morgengabe. Megadorus . Doch ist sie wohl bei Jahren schon? Eunomia .                                                               Sie steht im mittlern Alter. Soll ich um ihre Hand für dich, mein Bruder, werben, rede! Megadorus . Darf ich eine Frage stellen? Eunomia .                                                 Frage nur, wenn dir's beliebt. Megadorus . Wenn ein Mann von höherm Alter eine Frau von mittlerm nimmt, Und die Alte von dem Alten schwanger wird von ungefähr: Kannst du zweifeln, daß der Sohn ein Nachgeborner Nachgeboren »postumus«, ein bei den Römern öfters wiederkehrender Beiname, bezeichnet einen Sohn, welcher nach dem Tode des Vaters geboren ist. Hier steht das Wort als ein etwas Nachtheiliges besagendes und einen Vorwurf für den Vater enthaltendes, als dessen Lebenskraft schon früher erschöpft sein würde, als der Sohn, welcher die Kraft des Vaters beurkunden sollte, geboren wäre. Danz. heißen wird? Nun, o Schwester, dieser Sorge will ich dich entledigen. Unsern Vätern und dem Himmel dank' ich's, ich bin reich genug. Großen Anhang, große Mitgift, stolzes Herrschen, Lärm im Haus, Elfenbeingeschmückte Wagen, Mäntel, Purpur, lieb' ich nicht. Führte doch ein solcher Aufwand Manchen an den Bettelstab. Eunomia . Hast du dir schon eine andre Frau erseh'n? Megadorus .                                                                 Du kennst vielleicht Ganz in unsrer Nähe hier den armen alten Euklio? Eunomia . Wohl, ich kenn' ihn, und es ist, bei'm Herkules, kein übler Mann. Megadorus . Seine Tochter will ich freien. Schwester, nicht viel Worte jezt! Was du sagen willst, errath' ich: »sie ist arm!« Ich liebe sie. Eunomia . Gott gesegne dir's! Megadorus .                           Ich hoff' es. Eunomia .                                                   Willst du sonst was? Megadorus .                                                                                 Lebe wohl!' Eunomia . Lebe wohl! (sie geht ab.) Megadorus .               Nun will ich gleich den Euklio besuchen, wenn Er daheim ist. Sieh ihn da! Wo mag der Mann gewesen sein? Zweite Scene. Euklio . Megadorus . Euklio . Als ich heut von Hause wegging, schwante mir's, ich geh' umsonst. Darum ging, ich wider Willen. Denn kein Mensch aus meiner Zunft, Noch der Vorstand »Der Vorstand«, der magister oder divisor curiae. S. die Anmerkung zu 1, 4, 3 . , der das Geld vertheilen sollte, ließ sich seh'n.. Eilends eil' ich heim; denn nur mein Leib ist hier, mein Sinn daheim. Megadorus . Lebe glücklich, sei gesegnet immerdar, mein Euklio! Euklio . Megador, auch du. Megadorus .                       Wie steht es? Geht dir's wohl und stets erwünscht? Euklio . (bei Seite) Nicht umsonst ist's, wenn die Reichen gegen Arme freundlich thun. Weil er weiß von meinem Schaze, geht er mich so freundlich an. Megadorus . Sprich, befindest du dich wohl? Euklio .                                                             Nicht meinem Gelde dank' ich es. Megadorus . Wenn das Herz zufrieden ist, hat man genug, um froh zu sein. Euklio . (bei Seite) Sicher hat die Alte dem davon geplaudert. Komm' ich heim, Schneid' ich ihr alsbald die Zung' ab, kraz' ich ihr die Augen aus. Megadorus . Freund, was sprichst du da zur Seite? Euklio .                                                                     Meine Armuth jammert mich. Meine Tochter ist erwachsen: ohne Mitgift weiß ich sie Nirgends an den Mann zu bringen. Megadorus .                                           Schweige doch, sei gutes Muths! Geben will ich, will dir helfen: brauchst du was, gebiete nur! Euklio . (bei Seite) Der will haben und verspricht. Er schnappt nach meinem Golde nur. Eine Hand hält einen Stein, und in der andern zeigt er Brod. Keinem Reichen trau' ich, der mit Schmeichelei'n zum Bettler kommt. Wenn er freundlich dir die Hand drückt, geht er nur auf Schaden aus. Den Polypen kenn' ich: was er angefaßt, das hält er fest. Megadorus . Höre mich ein wenig an: ich möchte gern, was dich und mich Nah berührt, mit dir bereden. Euklio . (bei Seite)                           Jammer über mich! Das Gold Drinnen ist mir wegstipizt: darüber will er nun mit mir Sich vertragen: doch ich muß nur gleich daheim nachseh'n. (er geht eilig fort) Megadorus .                                                                                 Wohin Gehst du? Euklio .             Bin bald wieder hier; ich will nur was nachseh'n daheim. Megadorus . (allein) Ich besorge, red' ich ihm von seiner Tochter nur ein Wort, Daß er sie mir anverlobe, glaubt er sich von mir verhöhnt. Macht sich doch kein Armer hier mit seiner Armuth breit, wie er. Euklio . (zurückkommend, für sich) Gott sei Dank! Noch steht es gut. Gut steht's, weil nichts abhanden kam. Gar zu bang war mir's. Ich war halbtodt, bevor ich's wiedersah. (laut) Willst du was, da bin ich wieder, Megador. Megadorus .                                                           Ich danke dir. Laß dich's nicht verdrießen, mir zu sagen, was ich fragen will. Euklio . Frage mich nur nicht nach etwas, das ich nicht gern sagen will. Megadorus . Sage mir, aus welchem Hause glaubst du mich? Euklio .                                                                                     Aus gutem Haus. Megadorus . Kennst du meinen Ruf? Euklio .                                               Du bist von gutem Ruf. Megadorus .                                                                             Auch weißt du wohl, Wie ich mich bisher betragen? Euklio .                                             Weder schlecht, noch ungerecht. Megadorus . Auch, wie alt ich bin? Euklio .                                             Du bist bei Jahren, weiß ich, und bei Geld. Megadorus . Immer hielt ich dich für einen wackern Bürger ohne Falsch, Der von keinem Truge weiß, und thu' es noch. Euklio . (bei Seite)                                                     Er riecht das Gold. (laut) Was verlangst du? Megadorus .                 Weil du mich denn kennst, und ich dich kenne, Freund, Möge mir's und deiner Tochter und dir selbst zum Segen sein, Wenn ich dich um deine Tochter bitte: gib sie mir zur Frau! Euklio . Megador, du zeigst dich anders, als du dich bisher bewährt, Daß du mich, den Mittellosen, der doch niemals, weder dir Noch den Deinen, was zu Leid that, ungescheut zum Besten hast. Nicht mit Werken, noch mit Worten hab' ich das um dich verdient. Megadorus . Dein zu spotten kam ich nicht, noch spott' ich deiner, achte dich Dessen auch nicht werth. Euklio .                                     Warum verlangst du meine Tochter denn? Megadorus . Daß es Beiden besser gehe, dir durch mich und mir durch dich. Euklio . Ich vergaß es nicht, du bist ein reicher, angeseh'ner Mann; Aber ich bin aller armen Menschen ärmster, Megador. Geb' ich dir nun meine Tochter, fällt mir ein, du seist der Stier, Ich der Esel. Bin ich denn mit dir vereint, und kann die Last Nicht zu gleichen Theilen tragen, lieg' ich Eselein im Koth. Du, der Stier, wirst meiner nicht mehr achten, gleich als lebt' ich nicht. Neben dir steh' ich verachtet, und mein Stand verspottet mich. Nirgends ist ein Stall für mich, wenn zwischen uns ein Zwist entsteht; Esel weisen mir die Zähne, Stiere bläu'n mit Hörnern mich. Mißlich ist der Uebergang vom Eselstall zum Stiergeschlecht. Megadorus . Kannst du wackern Leuten dich in engem Bund vereinigen, Um so besser! Höre mich, nimm meinen Vorschlag an, versprich Mir die Tochter. Euklio .                       Keine Mitgift hab' ich ihr. Megadorus .                                                         Das braucht es nicht. Wenn mit ihr die Tugend einzieht, ist die Mitgift reich genug. Euklio . Das erklär' ich dir nur deßhalb, daß du nicht des Glaubens bist, Daß ich einen Schaz gefunden. Megadorus .                                     Laß doch das! Versprich sie nur. Euklio . Wohl, es sei! (er hört ein Geräusch und erschrickt)                           Doch – große Götter! Ich bin hin! Megadorus .                                                                   Was ist dir denn? Euklio . Hörtest du nicht eben? Hat es nicht, wie Eisen, hier geklirrt? (er läuft fort) Megadorus . Hier bei mir lass' ich den Garten graben. (er sieht sich um)                                                                               Doch wo ist der Mensch? Läuft davon, und keine Antwort gibt er mir; er mag mich nicht. Weil er sieht, daß seine Freundschaft mir von Werth ist, macht er es, Wie's die Menschen alle machen. Wenn der Wohlbemittelte Um die Gunst des ärmern Mannes wirbt, so scheut der Arme sich, Solches Bündniß einzugehen, und versäumt das eigne Glück. Ist die rechte Zeit vorüber, wünscht er sie zu spät zurück. Euklio . (ruft unter seiner Thüre der Staphyla in's Haus zurück) Reiß' ich heute dir die Zunge nicht bis auf die Wurzel aus, Sollst du mich verschneiden lassen, rath' ich dir, befehl' ich dir. Megadorus . Euklio, mir kommt es wahrlich vor, ich sei dir gut genug, Mich zu foppen, weil ich alt bin. Aber das verdien' ich nicht. Euklio . Megador, das thu' ich nicht; und wollt' ich's auch, ich könnt' es nicht. Megadorus . Aber nun? Versprichst du mir die Tochter? Euklio .                                                                             Unter dem Beding: Ausgestattet, wie ich dir's gesagt. Megadorus .                                         Versprichst du sie? Euklio .                                                                                 Ja wohl. Segne das der Himmel! Megadorus .                           Ja, Gott segn' es! Euklio .                                                               Doch gedenke ja Des Vertrages: keinen Brautschaz bringt dir meine Tochter mit Megadorus . Wohl gedenk' ich's. Euklio .                                         Freilich weiß ich, wie ihr uns das Recht verwirrt. Ein Vertrag ist kein Vertrag, und umgekehrt, wie's euch beliebt. Megadorus . Euklio, mit dir zu hadern, das sei fern! Doch könnten wir Nicht die Hochzeit heute schon begeh'n? Euklio .                                                             Warum nicht? Ganz gewiß. Megadorus . Nun, so geh' ich und bestell' es. Willst du sonst was? Euklio .                                                                                             Nichts als dies. Megadorus . Mache dir da keine Sorge. Lebe wohl! (er ruft in's Haus.)                                           Strobilus, he! Folge mir in aller Eile nach dem Fleischermarkte. (geht ab.) Euklio .                                                                             Da Geht er fort. Ihr guten Götter! Was das Gold nicht Wunder thut! Sicher hat der Mann von meinem Schaz im Hause schon gehört. Danach schnappt er, darum wünscht er sehnlich die Verschwägerung. Dritte Scene. Euklio . Staphyla . Euklio . (in's Haus rufend) . He! Wo steckst du, die du allen Nachbarn schon geplappert hast, Daß ich meiner Tochter Brautschaz rüsten wolle? Staphyla! Hörst du nicht? Ich rufe dich. Flugs! Geh hinein und spüle mir Die Gefässe rein und blank. Denn eben hab' ich Megador Meiner Tochter Hand versprochen; heute wird sie seine Frau. Staphyla . Gott gesegn' es! Doch es geht nicht an; es kommt mir allzu rasch. Euklio . Schweig' und geh! Mach' Alles fertig, bis ich heim vom Markte bin. Schleuß das Haus. Bald bin ich wieder hier zurück. (geht ab.) Staphyla .                                                                           Was thu' ich jezt? Nahe steht das Unheil uns, mir und der Tochter meines Herrn. Nahe rückt die Niederkunft, und ihre Schande kommt zu Tag. Was bis jezt verborgen war und heimlich, kann's nicht länger sein. Geh' ich nun, daß, wenn der Herr kommt, fertig ist, was er befahl! Denn vor einem Trank, gemischt mit Weh und Wermuth, bangt mir schon. (ab.) Dritter Act. Strobilus, der Knecht des Megadorus , kommt mit allerlei Vorräthen vom Markte zurück. Anthrax und Congrio , Köche. Phrygia und Eleusium , Flötenspielerinnen. Strobilus . Nachdem der Hausherr eingekauft, die Köche dann Und hier die Flötnerinnen auf dem Markte sich Gedungen Vor dem Jahre Roms 580 gab es keine Köche zu Rom; nachher aber waren sie ordentlich zünftig daselbst. Sie waren Sklaven, und wenn man ein Gastmahl anstellte, so wurden sie von denjenigen, die nicht bemittelt genug waren, sich eigene Köche zu halten, auf eine gewisse Zeit gedungen. Sie hatten ihren eigenen Plaz auf dem Markte, oder einen eigenen Markt ( forum coquinum, vgl. Pseudol. 3, 2, 1 .), wo man sie antreffen konnte, wenn man sie suchte. Auch Flötenspielerinnen konnte man hier finden und dingen, um bei feierlichen Gelegenheiten aufzuwarten. , da gebot er mir, hieherzugehn, Und all die Küchenspeisen in zwei Hälften hier Zu theilen. Congrio .           Mich, das sag' ich offen, theilst Das Wort »theilen«, dividere, steht hier mit einer schmuzigen Nebenbedeutung, was besonders aus V. 8 hervorgeht. Das erstemal konnte es auch unschuldig verstanden werden, und mit einer wizigen Anspielung auf den Namen Congrio, welcher, von conger abgeleitet, einen Fisch (Meeraal), folglich gleichfalls etwas Eßbares bezeichnet. Köpke. du nicht. Soll ich wohin geh'n ganz und gar , dann geh' ich mit. Anthrax . Da seht den saubern, den verschämten Gassenkerl! Wenn nun dich Jemand wollte, ließest du dich da Nicht theilen? Congrio .                 Anthrax, was ich sagte, meint' ich nicht So, wie du mir's auslegst. Strobilus .                                 Mein Herr (ihr wißt es schon?) Macht heute Hochzeit. Congrio .                             Wessen Tochter führt er heim? Strobilus . Die Tochter unsers nächsten Nachbars Euklio. Der eben nimmt die Hälfte von den Speisen hin, Den einen Koch und eine Flötenspielerin. Congrio . Er kriegt die eine Hälfte, und die andre wir? Strobilus . Ganz, wie du sagst. Congrio .                                 Was? Konnte denn der Alte nicht Zu seiner Tochter Ehrentag für eignes Geld Einkaufen? Strobilus . (spottend)                   Pah! Congrio .                   Was willst du damit? Strobilus .                                                     Was ich will? Kein Bimstein ist so trocken, wie der alte Mensch. Congrio . Ist's wirklich also, wie du sagst? Strobilus .                                                   Urtheile selbst! Schleicht Rauch von seinem Herde sich zum Dach hinaus, So schreit er gleich um Hülfe Gott und Menschen an, Er sei verloren, ruinirt an Hab' und Gut. Ja, wenn er Abends schlafen geht, so schnürt er sich Den Beutel um den Hals. Man pflegte zu Rom, wenn man ausging, den Geldbeutel am Halse zu tragen. Das Lächerliche ist hier nur, daß es Euklio bei Nacht thut, weil er auch im Bette sich vor Dieben fürchtet. Congrio .                                   Warum? Strobilus .                                               Damit ihm ja Im Schlaf von seinem Odem nichts verloren geht. Congrio . So stopft er wohl sich auch die hintre Kehle zu, Damit er da von seinem Odem nichts verliert? Strobilus . Ich muß dir's billig glauben, wie du mir geglaubt. Congrio . Ich meinerseits, ich glaub' es. Strobilus .                                               Nun was Andres noch: Er weint um's Wasser, wenn er sich die Hände wäscht. Congrio . Der Alte schenkt uns (meinst du nicht?) wohl ein Talent, Uns frei damit zu kaufen? Strobilus .                                 Nein, und wolltest du Von ihm den Hunger borgen, traun, er gäb' ihn nicht. Ja, neulich schnitt sein Bader ihm die Nägel ab; Da sammelt' er und hob sich alle Schnizel auf. Congrio . Du schilderst uns hier einen sparsam Sparsamen. Wie kann ein Mensch so gar erbärmlich sparsam sein? Strobilus . Jüngst stahl ein Weih ihm aus der Schüssel seinen Brei. Da trollt der Mensch laut heulend sich zum Prätor hin, Und fordert jammernd, daß es ihm gestattet sei, Den Weih zu stellen vor Gericht. Ich könnte dir Noch tausend Streiche melden, hätt' ich Zeit dazu. Wer ist von euch der flinkste? Das bedeute mir. Congrio . Ich bin es, bin bei weitem mehr – Strobilus .                                                             Ich frage da Nach einem Koch und keinem Dieb. Congrio .                                                   So meint' ich's auch. Strobilus . (zu Anthrax ) Was sagst du? Anthrax .               Ich bin, wie du hier mich sehen kannst. Congrio . Das ist ein Leichenkoch, der nur den neunten Tag Zu kochen geht. Am neunten Tage nach der Beerdigung einer Leiche ward zur Ehre des Todten ein Leichenmahl ( silicernium ) gehalten, bei dem nur wenige und bestimmte Gerichte üblich waren. Für einen Gaumen, der feinere Speisen verlangt, meint Congrio, ist er nicht im Stande, etwas Genießbares zu bereiten. Vgl. die Anmerkung zu Pseudol. 3, 2, 7 . Anthrax . (zu Congrio )   Mensch, deinen Namen schreib' ich mit Vier Zeichen »Deinen Namen schreibe ich mit vier Zeichen«, nenne dich Dieb . In der römischen Urschrift heißt der Dieb ( fur ) homo trium literarum. : und du wolltest mich herunterzieh'n? Congrio . Ich wär' ein Dieb? Ja, Dieb du selbst, Vierviertelsdieb »Vierviertelsdieb«, ein vollkommener Dieb, der Alles stiehlt. ! Strobilus . (zu Congrio ) Still jezt! – Und welches von den beiden Lämmern ist Das fett'ste – Congrio . (greift nach einem der beiden Lämmer)                       Darf ich's nehmen? Strobilus . (auf das andere Lamm deutend)   Nimm das, Congrio, Und geh hinein in jenes Haus! (zu einigen Sclaven)               Ihr – folget ihm! (zu den andern) Ihr andern kommt hieher zu mir! Congrio .                                             Du theiltest hier Unrichtig; jene haben ja das fett'ste Lamm. Strobilus . Du kriegst dafür die fett'ste Flötenspielerin Durch die vielen Opfer und heiligen Mahlzeiten, bei welchen diese Personen zugegen waren, wurden sie rund und fett. . Du, Phrygia, geh mit ihm hinein. Eleusium, Du gehst mit uns. Congrio . (zu Strobilus )   Du Falscher, du verstößest mich Zum alten Geizhals hier in's Haus! Da muß ich mich, Verlang' ich etwas, heiser schrei'n, bevor ich es Erhalte. Strobilus .     Traun, ein thöricht undankbar Geschäft, Für Einen sorgen wollen, wenn er's nicht erkennt! Congrio . Wie so? Strobilus .             Du fragst? Vor Allem hast du keinen Lärm Und kein Gedräng im Hause dort; und brauchst du was, Bring's mit von Hause, daß du's nicht zu fordern brauchst. In unserm Haus ist viel Gedräng, ist viel Gesind, Hausrath, Gewande, viel Geschirr von Silber, Gold. Geht was davon verloren, (und ich weiß, du kannst Dich leicht enthalten, wenn dir nichts vor Augen kommt,) Dann heißt es gleich: die Köche haben's wegstipizt; Greift, bindet, schlagt sie, werfet sie in's Kellerloch »In's Kellerloch.« Der römische Ausdruck hiefür ist puteus oder puteum. Puteus bezeichnet zunächst einen Brunnen, und dann ein brunnenähnliches unterirdisches Gefängniß, in welches Sklaven und Diebe, mithin auch nach dem Rufe, in welchem sie standen, die Köche, zur Strafe geworfen wurden. ! Von alle diesem kann dir nichts gescheh'n; es gibt Dort nichts zu stehlen. Folge mir! Congrio .                                               Ich bin bereit. ( Anthrax und Eleusium gehen in das Haus des Megadorus . Congrio und Phrygia folgen dem Strobilus zum Hause des Euklio . ) Zweite Scene. Strobilus . Staphyla . Die Köche . Strobilus . (klopft an das Haus des Euklio ) He! Staphyla! Komm, mach die Thür auf! Staphyla .                                                           Wer ist hier? Strobilus . Strobilus. Staphyla .                 Was begehrst du? Strobilus .                                             Nimm die Köche hier, Und nimm die Flötenspielerin, nimm auch das Fleisch Und dies Gemüse Für Fleisch und Gemüse steht in der Urschrift obsonium oder besser opsonium (von όπτω, ich koche). Dieses Wort bezeichnet eigentlich Alles, was gekocht wird, steht aber dann vorzugsweise für Fische. für das Hochzeitmahl in's Haus. Dies übersendet Megador dem Euklio. Staphyla . Strobilus, soll heut Ceres' Hochzeit sein? Strobilus .                                                                   Wie so? Staphyla . Ihr habt ja, seh' ich, keinen Wein uns mitgebracht. Strobilus . Der wird noch kommen, wenn der Herr vom Markte kommt. Staphyla . Auch ist kein Holz im Hause. Congrio .                                                 Doch sind Balken da? Staphyla . Wohl! Congrio .             Also habt ihr Holz; zu suchen brauchst du keins. Staphyla . Wie? Was? Du Schmuzkoch, wenn du gleich den ganzen Tag Am Feuer stehst »Du Schmuzkoch, wenn du gleich den ganzen Tag am Feuer stehst.« Staphyla will mit diesen Worten die Unreinlichkeit des Menschen hervorheben, an dem selbst das Feuer seine reinigende Kraft nicht bewähren kann. , verlangst du, daß wir unser Haus Um deines Taglohns willen, um ein Abendbrod In Flammen aufgeh'n lassen? Congrio .                                       Das verlang' ich nicht. Strobilus . Nun führe sie in's Haus hinein. (geht ab.) Staphyla .                                                   So folgt mir denn! (sie geht mit Congrio und den Anderen in's Haus.) Dritte Scene. Pythodikus , ein Knecht des Euklio, tritt aus dem Hause. Pythodikus . (ruft in's Haus zurück) Bestellt ihr das! Ich sehe, was die Köche thun. Die muß ich heut bewachen; denn ich müßte sie Sonst unten kochen lassen, dort im Kellerloch, Und das Gekochte wänden wir in Körben auf. Doch, äßen sie schon unten ihr Gekochtes aus, So müßten wir wohl hungern auf der Oberwelt, Indeß die Hölle schmauste. »Wir auf der Oberwelt ( superi ) müßten hungern und darben, während die Hölle ( inferi, d. i. die Köche drunten im Kellerloch) es sich schmecken ließe.« Doch ich schwaze hier, Als gäb' es gar nichts auf der Welt für mich zu thun, Da doch im Haus so viele Raubgesellen sind. (er geht in's Haus.) Vierte Scene. Euklio . Hernach Congrio . Euklio . Heut faßt' ich einmal mit Gewalt ein rechtes Herz, Wollt' auf der Tochter Ehrentag mir gütlich thun. Zum Markte geh' ich, frage da nach Fischen; die Sind theuer, heißt es, theuer Rindfleisch, Hammelfleisch, Gleich theuer Kalbfleisch, Schweinefleisch, Seefische – kurz, Entsezlich theuer Alles, und für mich zumal; Denn mir gebrach's am Gelde. Zornig geh' ich fort, Dieweil ich gar nichts kaufen kann. Und also blieb Den ungeschlachten Kerlen dort durch meine Schuld Nichts übrig, als mit leeren Händen abzuzieh'n. Darauf begann ich unterwegs mit mir zu Rath Zu gehen: »hast du was verthan am Feiertag, So kannst du Werktags darben, weil du nicht gespart.« Nachdem ich solche Gründe wohl erwogen und Dem Herzen und dem Magen alle vorgelegt, Trat mein Verstand auch meines Herzens Wunsche bei, Die Tochter nur höchst spärlich auszustatten. Nun Erstand ich Weihrauch und die Blumenkränze hier: Die leg' ich unseres Hauses Gott auf seinen Herd »Die leg' ich unsers Hauses Gott auf seinen Herd.« S. die Anmerkung zum Prolog V. 26 . , Daß er der Heirat meiner Tochter gnädig sei. Doch was erblick' ich? Offen ist mein Haus, Geräusch Im Haus. Bestohlen werd' ich Unglückseliger! Congrio . (im Hause, hinter der Scene) Du, nimm dir einen größern Topf, wenn's möglich ist, Hier aus der nächsten Nähe! Der ist viel zu klein. Du siehst, er kann nicht Alles fassen. Euklio .                                                       Wehe mir! Ich bin verloren! Götter, ha! Mein goldner Schaz Wird mir geraubt, nach meinem Topfe wird gesucht. Ich bin des Todes, eil' ich nicht alsbald in's Haus. Apollo, hilf mir, steh mir bei, ich bitte dich! Apollo wird angerufen als αλεξίκακος, als der Gott, der das Böse abwehrte. Du nahmst dich sonst schon meiner an in solcher Noth. Durchbohr mit deinen Pfeilen mir die Räuberbrut! Was aber säum' ich, bis ich ganz verloren bin? (er stürzt in's Haus.) Fünfte Scene. Anthrax tritt aus dem Hause des Megadorus . Anthrax . (ruft in's Haus hinein) Schupp' ab die Fische, Dromo; du, Machärio, Grät' aus den Aal, die Muräne, so geschwind du kannst! Denn Alles muß, bis ich zurück bin, fertig sein. Ich will die Pfanne holen aus der Nähe hier, Vom Congrio. Du, wenn du dich darauf verstehst, Rupfst uns den Hahn noch kahler, als ein Tänzer ist. »glatter als ein Tänzer ist«, glabrior quam ludius. Ludii oder histriones heißen in der ersten Zeit des römischen Schauspiels alle Schauspieler. S. Liv. 7, 2. Hernach verstand man unter den ludiis eine Art niedrigkomischer Schauspieler, welche mehr mit ihrem Körper, als mit dem, was sie aussagten, figurirten, und daher auch als Tänzer und Springer glänzten. Man rupfte ihnen am Körper die Haare aus, um ihnen länger ein jugendliches Ansehen zu erhalten. Köpke. Doch welcher Lärm erhebt sich aus der Nachbarschaft? Die Köche, glaub' ich ganz gewiß, thun ihre Pflicht. Muß schnell hinein; am Ende gibt's auch hier noch Lärm. (er geht wieder in's Haus zurück.) Sechste Scene. Congrio und einige jüngere Köche kommen mit Geschrei aus dem Hause des Euklio . Congrio . Liebe Bürger, Landsgenossen, Freunde, Nachbarn und ihr Fremden, Macht mir Plaz, um fortzufliehen, alle Gassen laßt mir offen! Heut gerieth ich, um zu kochen, in ein Tollhaus unter Tolle: Also hat man mich und meine Jungen durchgebläut mit Knüppeln. Ach, vor lauter Weh vergeh' ich: so zerdrosch mich dort der Alte! Nie und nirgends hat man mir mit schönerm Kernholz aufgewartet. Mich und diese, schwerbepackt mit Prügeln, warf er aus dem Hause. Hu! Ich bin jezt völlig todt: er macht das Tollhaus auf, da kommt er! Er verfolgt uns; was ich thue, weiß ich wohl: er wies mir's selber. »Er lehrte mich's selbst«, nämlich zu fliehen. Siebente Scene. Euklio kommt aus dem Hause. Congrio . Euklio . Zurück! Wo fliehst du hin? Halt, halt! Congrio .                                                           Was schreist du, Gimpel? Euklio . Ich gebe bei der Polizei dich an. Congrio .                                                   Warum denn? Euklio . Weil du ein Messer hast. Congrio .                                       Ein Koch darf das. Euklio .                                                                         Du hast mir Gedroht. Congrio .       Das macht' ich schlecht, ich sollte dich erstechen. Euklio . Kein größrer Bösewicht, als du, lebt auf der Erde, Und keiner, dem ich lieber alles Böse thäte. Congrio . Das brauchst du nicht zu sagen; denn die Sache selber Bezeugt's: ich bin von Prügeln weicher als ein Tänzer. Doch sprich, was rührst du Bettelkerl uns an? Was soll das? Euklio . Das fragst du noch? Wohl, weil dir nicht genug gescheh'n ist? Congrio . Laß nur! Du sollst's bereu'n, so lang mein Kopf Gefühl hat. »So lang mein Kopf Gefühl hat«, d. h. so lang ich Bewußtsein habe. Worauf Euklio im folgenden Vers erwidert: jezt hat er's noch, so zerschlagen wie er ist. Euklio . Ich weiß nicht, was hernach geschieht; doch hat er's jezt noch. Was hattest du in meinem Hause denn zu treiben, So lang ich weg war, ohne mein Geheiß? Congrio .                                                           Das höre! Wir kamen, um das Hochzeitmahl zu kochen. Euklio .                                                                     Lump du! Was geht es dich an, ob Gekochtes oder Rohes Ich essen will? Bist du zum Vormund mir verordnet? Congrio . Ich frage: dürfen wir bei dir das Essen kochen? Euklio . Ich frage: bleibt das Meine in meinem Hause sicher? Congrio . O daß ich erst das Meine, was ich in das Haus hier Gebracht, nur sicher wieder hätte! Mich bekümmert Das Deine nicht, ich wünsche nichts von dir. Euklio . (spottend)                                                     Ich weiß das. Congrio . Was ist es, daß du uns im Haus nicht kochen lässest? Was thaten wir? Was sagten wir, das dir nicht anstand? Euklio . Dies fragst du noch? Und ranntet ihr nicht alle Winkel Und alle Stuben durch in meinem Hause, Schurke? Wenn du am Herd gewesen wärst, wie dir's geziemte, So hätt'st du keinen blut'gen Kopf. Ganz recht geschah dir. Vernimm denn, daß du künftig weißt, wie ich es meine: Wenn du der Thür hier nahe kommst, eh' ich's dich heiße, So richt' ich so dich zu, daß Deinesgleichen nirgends Zu finden ist. Du kennst doch jezt wohl meine Meinung? (er geht in's Haus.) Congrio . (ihm nachrufend) Wo gehst du hin? Komm bald zurück! – Soll mich Laverna Die Nymphe Laverna , in deren heiligen Hain die Römer unter Romulus ihren Raub in Sicherheit zu bringen pflegten, kam in späteren Zeiten zu der Ehre, von den Dieben als ihre Schuzheilige angerufen zu werden. ! Wofern du meine Töpfe mir nicht gleich zurückgibst, So kriegst du heute noch von mir ein Kazenständchen Pipulo te differam. Der pipulus ist eine beschimpfende Kazenmusik, die gegen die Nacht mit Erlaubniß der Zehnmänner vor dem Hause desjenigen gemacht werden durfte, der wegen einer Betrügerei angeklagt und derselben überführt worden war. . Was beginn' ich nun? O Götter! Recht zur Unglücksstunde kam ich. Für zwei Drachmen dung man mich »Für zwei Drachmen dung man mich.« Vgl. Pseudol. 3, 2, 20  f., wo der Koch bemerkt, daß andere Köche sich für eine Drachme Tagelohn verdingen, während er selbst zwei Drachmen (einen nummus ) verlange. ; jezt brauch' ich mehr für meinen Wundarzt. Achte Scene. Euklio kommt mit seinem Goldtopf unter dem Mantel zurück. Congrio . Euklio . (für sich) Der da (auf den Goldtopf unter dem Mantel deutend)                                 soll, wohin ich gehe, künftig immer bei mir sein: Nimmermehr sei der mir wieder so gefährlich bloßgestellt! (zu Congrio und den anderen Köchen) Jezt, ihr Köch', ihr Flötnerinnen, geht ihr all' in's Haus hinein; Schleppe du, wenn dich's gelüstet, eine Heerde Sklaven mit! Kochet, schaffet, eilet, treibet jezt, so viel es euch beliebt! Congrio . Schön, nachdem du mit den Knüppeln uns die Köpfe blutig schlugst! Euklio . Geh hinein! Zum Kochen dung man, nicht zum Schwazen, euch hieher. Congrio . Alter, höre! Für die Schläge fordr' ich noch den Lohn von dir. Ja, zum Kochen, nicht zu Prügeln, hat man uns hieher bestellt. Euklio . Nun, verklage mich, und – still jezt! Fort, das Abendbrod gekocht! Oder packe dich zum Geier! Congrio .                                       Dahin packe du dich nur! (er geht mit den übrigen Köchen wieder in's Haus.) Neunte Scene. Euklio allein. Euklio . Nun – er ging doch! Gute Götter, 's ist ein rechtes Wagestück, Läßt der Arme mit dem Reichen sich in einen Handel ein. Also martert Megador mich armen Tropf in jeder Art; Stellte sich, als schick' er da die Köche mir zu Ehren her, Und er schickt sie nur, mir Armen wegzustehlen diesen Topf. Auch der Hahn im Hause drinnen, den die Alte sich erzieht, Hätte mich bei einem Haare fast um all mein Gut gebracht. Wo mein Topf vergraben lag, da fing er mit den Krallen an In die Runde rings zu scharren. Kurz: ich wurde völlig toll, Daß ich nach dem Stocke griff und meinen Dieb zur Erde schlug. Ganz gewiß versprachen ihm die Köche was, geb' er den Ort Ihnen an. So aber wand ich ihnen aus der Hand das Heft, Kurz: ein Kampf entspann sich, und mein Feind, der Haushahn, blieb am Plaz. Aber sieh, vom Markte kommt hier Megador, mein Schwiegersohn, Ihn vorbeigeh'n kann ich nicht; ich bleibe steh'n und sprech' ihn an. (er stellt sich auf die Seite.) Zehnte Scene. Megadorus . Euklio . Megadorus . (für sich) Mit vielen Freunden sprach ich schon von meinem Plan, Die Tochter unsers Euklio zu ehlichen. Sie finden's löblich, nennen den Entschluß gescheidt. Nach meiner Meinung, machten's Alle so wie ich, Daß reiche Bürger armer Leute Töchter sich Zu Frau'n erkören, ohne nach der wackern Braut Mitgift zu fragen, wäre mehr Eintracht im Staat; Die Reichen träfe minder auch, als jezt, der Neid. Auch unsre Frauen hielten dann auf größre Zucht, Und minder Aufwand machten wir , als jezt geschieht. Dem größten Theil der Bürger wohl gefiele das; Streit wäre nur noch mit den wenigen Geizigen, Für deren unersättlich ungemess'ne Gier Kein Pfleger Schranken sezen kann, kein Volksgesez. Denn sagst du: räumt man dieses Recht den armen ein, Wo sollen dann die reichen Mädchen hin? Je nun! Freit, wen ihr wollet, nur die Mitgift bleibe weg! Geschähe das, sie brächten sanftre Sitten mit Anstatt des Heiratgutes. Ich steh' euch dafür, Daß Mäuler, die jezt theurer als die Pferde sind, Wohlfeiler würden, als die Mähren Galliens. Die Maulthiere wurden von den römischen Frauen zum Fuhrwerke (für die carruca ) sehr gewünscht, und waren daher, wie diese, ein fast allgemeiner Luxusartikel. Die gallischen Wallache ( cantherii ) standen dagegen in desto schlechterem Credit. Köpke. Euklio . (bei Seite) So wahr mich Zeus – dem hör' ich gar zu gerne zu. Recht artig sprach er von dem Glück der Sparsamkeit. Megadorus . (für sich) Dann könnte Keine sagen: »Mann, ich habe dir Bei weitem mehr, als du besaßest, zugebracht. So kann ich billig fordern, daß du Purpur, Gold, Maulthiere, Maulthiertreiber, Kammerzofen mir, Auch Wagen, um zu fahren, und Bediente schaffst.« Euklio . (bei Seite) Wie der die Art der Frauen aus dem Grunde kennt! Zum Sittenmeister über sie bestellt' ich den. Megadorus . (für sich) Jezt, wo du hinkommst, kannst du mehr Fuhrwerk im Haus, Als auf dem Lande draussen seh'n im Meierhof. Doch schöner ist's noch, wenn der Mann erst zahlen soll. Da siehst du Walker, Sticker, Wollarbeiter steh'n, Goldschmide, Bortenwirker, Hemdenmacher, dann Die Spizenweber, Färber dann in Gelb und Blau, Puzhändler, Balsamkrämer, Handschuhmacher, dann Kaufleute, Schneider, Leineweber allzumal, Pantoffelmacher und verhocktes Schustervolk. Dann steh'n die Solenschneider und Rothfärber da; Der Lockenkräusler will sein Geld, wie Jener, der Die halben Gürtel fertigt, und der Andere, Der Kränze flicht und Bänder webt. Und glaubst du die Bezahlt. so sind sie wieder da und wollen Geld. Nun steh'n im Vorsaal Hundert noch wie Presser fest L. treceni stant ceu phylacistae in atriis. : Man führt die Weber, Falbelmacher, Tischler ein; Die zahlt man aus. Jezt glaubst du endlich frei zu sein; Da kommen noch die Safranfärber. Immer ist Ein Plagegeist zur Stelle, der noch Geld verlangt. Euklio . (bei Seite) Ich unterbräch' ihn gerne; doch dann hört er auf, Die Frau'n zu schildern, fürcht' ich. Darum bin ich still. Megadorus . (wie vorher) Wenn jeder Possenkrämer Nugigeruli, Possenkrämer, Leute, die dergleichen nichtswürdigen Puz umhertragen. nun das Seine hat, Dann kommt zulezt der Söldner auch und fordert Geld »Dann kommt zulezt der Söldner auch und fordert Geld.« Ein Soldat zog das Geld, dessen Erhebung in der Versammlung des Volkes beschlossen worden war, für die tribunos ein, die dem quaestor urbanus beigeordnet waren, der die Oberaufsicht über den öffentlichen Schaz hatte. . Man geht, man schließt die Rechnung mit dem Wechsler ab Die Reichen legten ihr Geld bei den Wechslern (den argentariis) nieder, wiesen die Leute, denen sie etwas schuldig waren, an sie, und schlossen dann mit ihnen zu gewissen Zeiten ihre Rechnung ab. . Indessen steht der Söldner da mit leerem Bauch, Und hofft und wartet, daß man ihm das Geld erlegt. Doch wenn die Rechnung mit dem Wechsler fertig ist, So kommt's heraus, daß dieser noch zu fordern hat. Man tröstet nun den Söldner auf den andern Tag. Die Ungebührlichkeiten und viel' andre noch, Nebst manchem Aufwand, welcher unerschwingbar ist, Bereitet eine reiche Frau dem armen Mann. Die, welche nichts hat, bleibt dem Mann stets unterthan; Die reiche stürzt ihn in Verlust und Ungemach. – Doch siehe da, mein Schwäher Euklio! Wie steht's? L. quid agis, ( wie steht's? ) nicht quid ais. Euklio . Mit großer Gier verschlang ich deine Rede. Megadorus .                                                               So? Du hörtest, sagst du? Euklio .                             Jedes Wort von Anbeginn. Megadorus . Doch stände dir's nach meiner Meinung besser an, Dich mehr zu puzen für der Tochter Ehrentag. Euklio . Puz, wie man's kann; Pracht, wenn's der Ueberfluß erlaubt. Wer etwas hat, gedenke, welches Stamms er ist. Mir, Megador, wie jedem armen Schlucker, ist Der Schaz im Haus nicht größer, als die Welt sich's denkt. Megadorus . Ei, was! Warum nicht? Und die Götter mögen dir Das, was du jezt hast, segnen und vermehren, Freund! Euklio . (bei Seite) »Das, was du jezt hast.« Dieses Wort gefällt mir nicht. Der weiß so gut von meinem Topf hier, als ich selbst. Die Staphyla hat's ihm geschwazt. Megadorus .                                           Was schleichst du dich Allein aus unserm Rathe fort? Euklio .                                           Ich dachte nach, Ich könnte dir wohl zürnen, und mit Recht. Megadorus .                                                       Warum? Euklio . Das kannst du fragen, da du doch mit Dieben mir Die Winkel alle vollgestopft in meinem Haus? Fünfhundert Köche sandtest du mir Armen her, Und jeden mit sechs Händen, wie Geryones Geryones oder Geryon war ein Riese, der drei Leiber, folglich sechs Hände und sechs Füße hatte. , Die selbst ein Argus Argus, der hundertäugige Wächter der Io. , welcher doch ganz Auge war, Der Io Wächter, welchen ihr einst Juno gab, Nicht hüten könnte; dann dazu die Flötnerin, Die mir die Quelle bei Corinth, Piren' Pirene hieß eine Quelle, die von dem Berge herabströmte, auf welchem die Burg von Korinth erbaut war. Sie entsprang, fabelte man, aus den Thränen, welche Pirene, die Tochter des Acheloos, um ihren von Artemis (Diana) auf der Jagd unversehens getödteten Sohn Kenchrias weinte. Ihr legen, als einer den Musen heiligen Quelle, Persius und Statius begeisternde Kraft bei; griechische Dichter wissen hiervon nichts, obwohl sie derselben öfters erwähnen. Der Scholiast zu Pindar. Ol. 13, 84 meldet, Bellerophon habe den Pegasus aus dieser Quelle trinkend gefunden, und Statius ( Thebaid. 4, 60  f.) weiß, daß auch sie, gleich der Hippokrene, vom Hufschlage des Pegasus entsprang. , allein Austränke, flösse statt des Wassers Wein daselbst. Dann noch das Essen – Megadorus .                           Für ein Regiment genug: Und auch ein Lamm hab' ich geschickt. Euklio .                                                         Ja, dieses Lamm! Noch sah ich nirgends solch ein kummervolles Thier. Megadorus . Weßwegen nennst du's kummervoll? Das sage mir. Euklio . Ganz Haut und Bein ist's: also zehrt's der Kummer ab. Lebendig kannst du, wenn du's in die Sonne stellst, Ihm die Gedärme zählen; so durchsichtig ist's, Gleich einer Hornlaterne. Megadorus .                             Nun, ich hab' es ja Zum Schlachten hergesendet. Euklio .                                           Dann bestelle nur, (Ich rathe dir's,) Jemanden, der es ungesäumt Bestatte; denn ich glaube fest, jezt ist es todt. Megadorus . Ich will mit dir heut zechen, Euklio. Euklio .                                                                   Ich mag Nicht zechen. Megadorus .           Auf der Stelle wird aus meinem Haus Ein Fäßchen alten guten Weins hieher geschafft. Euklio . Nein, nein, ich mag nicht. Wasser trinken will ich nur. Megadorus . Dich nez' ich heute wacker ein, so wahr ich bin, Für sed vino ist zu lesen si vivo. Dich Wassertrinker! Euklio . (bei Seite)             Was er vorhat, weiß ich schon. Mich unter'n Tisch zu trinken, darauf steht sein Sinn, Und was ich habe, wandert dann in fremdes Land. Dem will ich vorbau'n, will es außerm Hause wo Verstecken, daß er Müh' und Wein zugleich verliert. Megadorus . Ich gehe baden Mit Baden und Opfern fing man im Alterthum alle wichtigen Geschäfte an. , wenn du sonst nichts willst von mir, Um dann zu opfern. (geht ab.) Euklio .                           Guter Topf, fürwahr, du hast Viel Feinde, wie das' blanke Gold, das du verwahrst. Nun ist es wohl das Beste, Topf, ich bringe dich In's Heiligthum der Treue Die Verehrung der Göttin Treue ( Fides ) war unter den Römern sehr alt; schon Numa Pompilius hatte ihr einen Tempel erbaut. : da versteck' ich dich. Du, Treue, kennst mich, und ich dich. Bewähre dich Werth deines Namens, wenn ich dir den Schaz vertraut! Auf deine Treue trauend, tret' ich ein zu dir. (er geht in den Tempel.) Vierter Act. Erste Scene. Strobilus , der Knecht des Lykonides . Strobilus . So wie ich es treibe, kommt es einem wackern Knechte zu. Was der Herr ihm heißt, das muß er ungesäumt und willig thun. Denn ein Sklave, der im Dienste seinem Herrn gefallen will, Denke früh an seines Herrn Geschäfte, spät an eigene. Wenn er schläft, so schlaf' er also, daß er denkt: ich bin ein Knecht. Wer, wie ich jezt, einem Herrn dient, der verliebt ist, und gewahrt, Daß der Herr nicht seiner Liebe Meister wird, der halte ja Ihn vom Abgrund fern, und treib' ihn nicht dahin, wohin's ihn zieht. Eine Binsenmatte schnüren wir den Knaben um den Leib, Wenn sie schwimmen lernen sollen, daß sie minder der Gefahr Bloßgestellt sind, daß sie leichter schwimmen und die Hände dreh'n. Eine solche Matte sei der Sklave dem verliebten Herrn, Die getreu ihn oben halte, daß er nicht zu Boden sinkt. Was der Herr verlangt, ergründ' er also, daß sein Auge weiß, Was die Stirne will, und rascher, als ein rasches Viergespann, Eil' er auszurichten, was er ihm gebeut. Wer also thut, Wird vom Farrenschwanze nicht an seine Pflicht gemahnt; der Rost Mag die Kett' umzieh'n, er reibt sie nicht an seinem Fuße blank. Der Sinn ist: er wird niemals gefesselt werden. Mein Gebieter liebt die Tochter dieses armen Euklio, Nun vernahm er, daß man sie dem Megador vermählen will. Darum schickt er mich auf Kundschaft, um zu hören, was geschieht. Jeden Argwohn fern zu halten, sez' ich mich auf den Altar Götteraltäre gab es in Rom nicht bloß in den Tempeln, sondern auch auf offener Straße. : Was sie thun in beiden Häusern, kann ich alles hier erspäh'n. (er sezt sich zur Seite auf einen Straßenaltar.) Zweite Scene. Euklio kommt aus dem Tempel zurück. Strobilus . Euklio . Sage doch Niemand, o Treue, daß mein Gold da drinnen ist! Daß es Jemand findet, fürcht' ich nicht; es liegt gar gut versteckt. Wahrlich, eine schöne Beute machte wohl, wer diesen Topf, Schwergefüllt mit Gold, entdeckte: Göttin, das verhüte du! Geh' ich jezt, für's Opfer mich zu baden »Für's Opfer mich zu baden.« S. die Anmerkung zu 3, 10, 110 . , um dem Megador Meine Tochter ohne Säumen zuzuführen, wenn er ruft! Göttin Treue, dich beschwör' ich, daß ich meinen Topf von dir Unversehrt zurückerhalte: deiner Treue hab' ich ihn Anvertraut, in deinem Hain und Heiligthum ihn aufbewahrt. (geht ab.) Strobilus . Große Götter! Was vernahm ich jezt von diesem Menschen da! Einen Topf, gefüllt mit Gold, hat er im Tempel hier versteckt! Treue, sei doch ja nicht treuer gegen ihn, als gegen mich! Und ich glaub', es ist der Vater der Geliebten meines Herrn. Jezt hinein: das Heiligthum durchsuch' ich, ob ich nicht das Gold Finde, während er zu Haus ist. Treue, find' ich diesen Schaz, Weih' ich dir ein wohlgefülltes Maß vom besten Honigwein Honigwein, d. i. Wein mit Honig gekocht. , Weihe dir's , mir aber trink' ich's, wenn's ich dir zuvor geweiht. (während er auf den Tempel zugeht, krächzt ein Rabe.) Euklio . (kommt ängstlich zurück) Nicht umsonst ist's, daß der Rabe jezt zu meiner Linken schreit. Unter den vorbedeutenden Vögeln des Alterthums spielen auch die Raben und Krähen ihre Rolle. Unglücklich war ihre Vorbedeutung, wenn sie sich zur Linken, glücklich, wenn sie sich zur Rechten sehen ließen. Nur war rechts und links bei Griechen und Römern nicht einerlei, weil die Augurn dort eine andere Stellung hatten, als hier. Danz. Mit den Füßen scharrt' er Einmal auf der Erd' und krächzte laut: Plözlich fing mein Herz im Leib zu springen an, Seiltänzern gleich, Schlug mir hoch im Busen auf. Was säum' ich noch und laufe nicht? (er wendet sich nach dem Tempel, und gewahrt den Strobilus , der eben durch die Tempelpforte geht; er zieht ihn zurück, und schlägt ihn.) Auf, heraus, du Regenwurm, der eben aus der Erde kroch, Daß du nirgends sichtbar warst; jezt sieht man dich, und schlägt dich todt. Warte nur, du Hexenmeister, jämmerlich soll dir's ergeh'n! Strobilus . Welcher Dämon treibt dich um? Was, Alter, hast du denn mit mir? Wirfst mich da zur Erde, schleifst mich da herum, und prügelst mich? Euklio . Prügelwürdigster, du fragst noch, du nicht Dieb, nein Dreimaldieb? Strobilus . Dieb? Was hab' ich dir gestohlen? Euklio .                                                           Gib's heraus! Strobilus .                                                                             Was denn? Euklio .                                                                                                   Du fragst? Strobilus . Nichts entwandt' ich dir. Euklio .                                             Heraus mit dem, was du für dich entwandt! Strobilus . Nun, was willst du? Euklio .                                     Was ich will? Du bringst's nicht fort. Strobilus .                                                                                             Was hast du nur? Euklio . Lege nieder! Strobilus .                   Alter, daß du das gewohnt bist, glaub' ich gern. Euklio . Leg' es nieder! Laß die Possen jezt; ich treibe keinen Spaß. Strobilus . Niederlegen? Was? So sprich doch, was es ist, mit Namen aus! Nichts entwandt' ich, nichts berührt' ich. Euklio .                                                             Weise mir die Hände her. Strobilus . Siehe da! Euklio .                     Weis' her! Strobilus .                                   Da sind sie. Euklio .                                                           Weise nun die dritte noch. Strobilus . Raserei, Wahnwiz, Gespenster jagen hier den Alten um. Thust du mir Unrecht, oder nicht? Euklio .                                                 Das größte, weil du noch nicht hängst. Doch das kommt noch, wenn du nicht gestehst. Strobilus .                                                                 Was soll ich dir gesteh'n? Euklio . Was du stahlst. Strobilus .                     Die Götter sollen mich verderben, wenn ich stahl! Euklio . Oder jemals stehlen wollte? Schüttle gleich den Mantel aus! Strobilus . Wie du willst. Euklio .                             So hast du's wohl im Rocke. Strobilus .                                                                       Taste, wo's beliebt! Euklio . Bösewicht, jezt wirst du zahm, damit ich's ja nicht merken soll. Eure Schliche kenn' ich. Zeige mir die Rechte noch einmal! Strobilus . Hier! Euklio .             Und jezt die Linke! Strobilus .                                         Sieh, hier zeig' ich beide dir zugleich. Euklio . Länger such' ich nicht. Heraus da! Strobilus .                                                   Was denn? Euklio .                                                                         Ach, du treibst nur Scherz! Sicher hast du's. Strobilus .                   Ich? Und was? Euklio .                                                 Das sag' ich nicht; du hörtest's gern. Gib heraus, was du von mir hast. Strobilus .                                             Rasest du? Wie dir's gefiel, Hast du mich durchsucht, und fandest nichts bei mir, was dein gehört. (er will gehen.) Euklio . Bleibe, bleib! Wer war der Andre, der mit dir im Tempel war? Gott! Der stört jezt Alles durch; und lass' ich diesen, läuft er fort. Doch ich hab' ihn um und um durchsucht, er hat nichts. Geh, wohin Dir's beliebt. Daß Gott dich strafe! Strobilus .                                                 Du entbeutst mir schönen Dank. Euklio . Jezt hinein, um deinem Freund den Hals zu brechen! Gehst du jezt, Oder nicht? Strobilus .           Ich gehe. Euklio .                             Laß dich ja vor mir nicht wiederseh'n! (er geht in den Tempel.) Strobilus . Mit Geißelhieben tödte man mich heute noch, Fang' ich in meinem Garne nicht den alten Kauz! Das wagt er nicht mehr, daß er hier sein Gold versteckt. Ich glaube fest, er holt es sicher jezt heraus, Weist einen andern Ort ihm an. Doch still, da knarrt Die Thüre! Sieh, der Alte trägt sein Gold heraus. Ich stelle mich indessen an die Thüre hier. Euklio . (kommt mit dem Goldtopf aus dem Tempel zurück) Ich glaubte, bei der Treue sei die größte Treu; Doch hätte sie mir um ein Haar das Maul geschmiert. Kam nicht der Rabe mir zum Glück, war's aus mit mir. O käme doch der Rabe wieder her zu mir, Der mir's verrathen; etwas Gutes – sagt' ich ihm; Denn gute Bissen wären doch verlornes Gut. Jezt denk' ich nur auf einen Ort, wohin ich das Verstecken soll. Silvanus' abgelegner Hain Liegt vor der Stadt, von dickem Weidicht überdeckt: Da nehm' ich Plaz. Denn eher als der Treue will Ich Gott Silvanus trauen. (er geht ab.) Strobilus .                               Schön! Das heiß' ich Glück. Die Götter alle sind mir hold! Jezt lauf' ich ihm Dorthin voraus, steig' auf den nächsten Baum hinauf, Und lausche da, wohin er seinen Schaz vergräbt. Mein Herr gebot zwar, seiner hier zu warten; doch – Wo mir Gewinn winkt, wag' ich auch das Ungemach. (er geht ab.) Fünfter Act. Erste Scene. Lykonides . Eunomia . Phädria , die Tochter des Euklio (hinter der Scene). Lykonides . So steht es, Mutter. Alles hab' ich dir bekannt Von mir und unsrer Nachbarin. Jezt bitt' ich dich, Um was ich dich schon früher bat, beschwöre dich: Geh hin zum Oheim, und besprich den Fall mit ihm. Eunomia . Wie gern ich dir zu Willen bin, das weißt du längst. Auch hoff' ich, daß mein Bruder mir's gewähren wird. Denn wenn die Sache sich verhält, wie du gesagt, So kann er deinem Wunsche nicht entgegen sein, Da du, von Weine trunken, sie zu Fall gebracht. Lykonides . Wie könnt' ich lügen gegen dich, mein Mütterchen? Phädria . (hinter der Scene) Ich bin des Todes, Amme! Weh! Welch herber Schmerz! Juno Lucina Juno ward als Lucina, d. i. als die Göttin, welche die Geburten an's Licht fördert, von den Gebärenden um Hülfe angerufen. , hilf mir! Lykonides .                           Mutter, hörst du nicht? Da siehst du mehr, als meine Worte dir vertraut: In Kindesnöthen liegt sie, ruft die Götter an. Eunomia . Komm jezt zu meinem Bruder, Sohn, mit mir hinein, Damit von ihm dir werde, was du dir gewünscht. Lykonides . Geh, Mutter, geh, ich folge dir. ( Eunomia geht in das Haus des Megadorus .)                                                             Mich wundert's nur, Wo mein Strobil ist, dem ich doch befohlen, hier Auf mich zu warten. Hat er was für mich zu thun, Wär's freilich Unrecht, zürnt' ich ihm. Ich geh' hinein, Wo man zu Rath geht über mich und mein Geschick. (ab.) Zweite Scene. Strobilus kommt mit dem Goldtopf. Strobilus . Ich bin allein jezt reicher als die Greife Die Greife, reißende Thiere der alten Fabel, hatten einen Löwenleib, Haupt und Flügel vom Adler, und eine gefleckte Pantherhaut; als Goldhüter (χρυσοφύλακες) der hyperboreischen Gebirge waren sie in beständiger Fehde mit dem scythischen Volksstamme der Arimaspen. S. Herodot. 4, 13. sind, Der goldnen Berge Hüter; denn ich rede nicht Von Königen; die sind wahre Bettler gegen mich. Ich bin der König Philippus Der König Philippus, Vater Alexanders des Großen, spielt in dem jüngeren griechischen Lustspiel häufig die Figur eines sehr reichen Königs, theils vielleicht wegen der unter seiner Regierung in Macedonien entdeckten Goldbergwerke, theils auch wohl wegen der großen, durch seine Reichthümer begründeten Gewalt, wodurch er den republikanischen Griechen so furchtbar geworden war. Wir finden ihn auch schon in diesem Stück: 1, 3, 8 . Köpke. . Welch ein Wonnetag! Denn weil ich wegging früher, langt' ich früher an, Und stieg, bevor der Alte kam, den Baum hinauf, Und lauschte da, wohin er seinen Schaz vergrub. Sobald er wegwar, ließ ich mich vom Baum herab, Grub aus den goldgefüllten Topf, und lief davon. Der Alte kommt zum Plaz zurück, er sieht mich nicht, Weil ich ein wenig aus dem Weg zur Seite bog. Hoho! Da ist er! Geh' ich und verberg' im Haus den Schaz! (er geht ab.) Dritte Scene. Euklio . Hernach Lykonides . Euklio . Ich bin hin, verloren, todt! Wo lauf' ich hin? Wo lauf' ich nicht hin? Halt' ihn! Wen? Ich weiß es nicht; ich sehe nichts mehr; wie ein Blinder, Geh' ich um. Wohin ich tappe, wer ich bin, und wo ich weile, Das vermag ich nicht zu fassen. Flehend bitt' ich euch, beschwör' euch, Helft mir doch, zeigt mir die Spur des Menschen, der den Tops gestohlen! (er faßt einen aus den Zuschauern mit scharfem Blick) Was sagst du? Dir glaub' ich: du bist ehrlich, dein Gesicht bezeugt es. Was? Ihr lacht? Euch alle kenn' ich, weiß, es sind hier viele Diebe, Bergen sich in weißem Kleide, sizen da, wie brave Leute. »Bergen sich in weißem Kleide, sizen da, wie brave Leute.« Weiße Kleider wurden zu Rom vornehmlich von Leuten getragen, die sich um ein obrigkeitliches Amt bewarben: sie sollten das Zeichen eines reinen, unbefleckten Wandels sein. Denn die weiße Farbe war die Farbe der Unschuld; darum erschien auch, wer opferte oder betete, in weißem Gewand. Keiner hat's von diesen? Dann ist's aus! O sprich, wer hat's? Du weißt's nicht? Weh mir Armen, Ganzverlornen! Gott, wie bin ich zugerichtet! So viel Jammer, Noth und Mühsal hat mir dieser Tag geboren, Hunger, Elend mir gebracht. Ich bin der ärmste Mensch auf Erden. Nun, wofür noch länger leben, da ich so viel Gold verloren, Das ich stets gehegt mit Sorgfalt? Ich betrog mich selbst um Alles, Was Leben und Glück und Wonne mir war. Jezt freuen sich Andere dessen, Mir zum Unheil, mir zum Schaden. Nein, ich kann es nicht ertragen. Lykonides . (tritt aus dem Hause) Welch ein Mensch, der hier vor unserm Hause wimmert, heult und jammert? (bei Seite) Das ist Euklio: so glaub' ich. Jezt ist's aus. Es kam zu Tage. Um die Niederkunft der Tochter weiß er sicher. Was beginn' ich? Soll ich fortgeh'n? Soll ich bleiben? Ihm mich nahen? Oder fliehen? Was ich thun soll, weiß ich nicht. Euklio .                                                 Wer redet hier? Lykonides .                                                                     Ich bin es. Euklio .                                                                                             Ich Bin ein Unglückseliger, ein Verlorner, dem so vieles Leid, Dem so vieler Jammer widerfahren ist. Lykonides .                                                   Sei gutes Muths! Euklio . Gott! Wie kann ich das? Lykonides .                                 Die That, die dir so große Sorge macht, That ich selbst, bekenn' es offen. Euklio .                                                 Was vernehm' ich da von dir? Lykonides . Nur die Wahrheit. Euklio .                                     Junger Mensch, wie hab' ich das an dir verdient, Daß du mich und meine Kinder so verderblich heimgesucht? Lykonides . Wohl ein Gott war's, der mich trieb, der mich verlockt' in dieses Nez. Euklio . Wie verstehst du das? Lykonides .                             Ich fehlte, bin mir schwerer Schuld bewußt. Darum komm' ich, dich um Nachsicht, um Vergebung anzufleh'n. Euklio . Wie erfrechst du dich, an das zu rühren, was nicht dein gehört? Lykonides . Was beginn' ich? 's ist gescheh'n, und ungescheh'n wird's nicht gemacht. Also wollten's wohl die Götter; ohne dies wär's nicht gescheh'n. Euklio . Und die Götter wollen auch, daß du bei mir im Kerker stirbst. L. ut apud me te in nervo enicem. Lykonides . Sprich nicht so! Euklio .                                 Wie konntest du berühren, was doch meine war? Lykonides . Wein und Liebe thaten dies, bethörten mich. Euklio .                                                                             Tollkühner Mensch, Frecher Wicht, mit solchen Reden wagst du noch mich anzugeh'n? Wenn's gestattet ist, in solcher Weise sich zu reinigen, Reißen wir den Frau'n am hellen Tag den goldnen Schmuck vom Leib, Und ergreift man uns, so sagen wir: der Wein, die Liebe war's, Die's gethan. In zu geringem Preise stehen Lieb' und Wein, Darf ein Trunkner und Verliebter straflos thun, was ihm gefällt. Lykonides . Meinen Fehl dir abzubitten, komm' ich ja freiwillig her. Euklio . Wer gefehlt hat, und sich dann entschuldigt, der gefällt mir nicht. Daß es dir nicht zugehörte, wußtest du. Was rührst du's an? Lykonides . Nun ich's einmal angerührt, so sei es mein! Euklio .                                                                           Wie kannst du doch, Ohne daß ich dir's gestatte, haben, was mein eigen ist? Lykonides . Wider deinen Willen nicht; doch dünkt mich's, daß es mein gehört. Ja, du selbst wirst finden, sag' ich, daß es mein gehören muß. »Ja, du selbst wirst finden, sag' ich, daß es mein gehören muß.« Wer eine Freigeborene geschwächt hatte, war durch das Gesez gezwungen, sie zu heiraten. Euklio . Bringst du's nicht zurück – Lykonides .                                     Und was denn? Euklio .                                                                     Was du mir entwendet hast, Schlepp' ich auf der Stelle dich zum Prätor, und verklage dich. Lykonides . Ich entwendet? Dir entwendet? Was ist das? Euklio .                                                                               Zeus strafe dich, Wenn du läugnest! Lykonides .                   Wenn du mir nicht sagen willst, wonach du suchst. Euklio . Meinen Goldtopf will ich wieder, den du fortnahmst, wie du mir Eingestehst. Lykonides .         Das that ich nicht, noch sagt' ich's je. Euklio .                                                                           Du läugnest es? Lykonides . Allerdings. Ich weiß von deinem Gold und deinem Topfe nichts. Euklio . Den du neulich aus dem Hain Silvan's entwandt, den gib zurück! Geh und hol' ihn! Lieber geb' ich dir den halben Theil davon. Bist du gleich ein Dieb, ich will dich doch nicht plagen. Hol' ihn nur! Lykonides . Bist du rasend, daß du mich Dieb nennen kannst? Nein, Euklio, Etwas Andres, glaubt' ich, hättest du gehört, was mich betrifft. Wichtig ist, was ich mit dir in Muße jezt besprechen will. Euklio . Auf dein Wort: hast du das Gold mir nicht gestohlen? Lykonides .                                                                               Auf mein Wort! Euklio . Weißt auch nicht, wer mir's entwendet? Lykonides .                                                         Auch nicht. Euklio .                                                                                   Doch, wenn du's erführst, Gäbst du dann den Dieb mir an? Lykonides .                                         Ja. Euklio .                                                     Nähmest auch kein Theil von ihm, Wer der Dieb auch wäre, bärgst ihn nicht in deinem Hause? Lykonides .                                                                                    Nein. Euklio . Aber wenn du lügst? Lykonides .                           So mache Zeus mit mir, was ihm beliebt! Euklio . So ist's recht. Nun sage, was du willst. Lykonides .                                                         Du kennst vielleicht mich nicht, Welches Stamms ich bin. Mein Ohm ist Megador, der Nachbar, mein Vater heißt Antimachus mit Namen, ich Lykonides, Meine Mutter ist Eunomia. Euklio .                                       Dein Geschlecht, ich kenn' es schon. Was verlangst du denn? Lykonides .                             Du hast 'ne Tochter. Euklio .                                                                     Ja, im Hause dort. Lykonides . Diese hast du meinem Oheim zugesagt. Euklio .                                                                     Ganz richtig. Lykonides .                                                                                   Der Schickt mich her, dir aufzukünden, weil er andern Sinnes sei. Euklio . Andern Sinns, da schon zur Hochzeit Alles zugerüstet ist? Daß doch ihn die Götter alle, wie er ist, vernichteten, Ihn, durch dessen Schuld ich Armer heute so viel Gold verlor! Lykonides . Sei getrost und segne lieber, daß es dir und deinem Kind Zum Gedeih'n, zum Segen werde! »Gebe das der Himmel!« sprich. Euklio . Gebe das der Himmel! Lykonides .                               Geb' er mir es auch! Nun höre mich. Wer mit einer Sünde sich belastet, ist doch nie so schlecht, Daß er ihrer nicht sich schämte, nicht die Schuld entschuldigte. Euklio, nun bitt' ich dich, wofern ich übereilt an dir Und an deiner Tochter mich vergangen, daß du mir verzeihst, Und mir sie zum Weibe gebest, wie Gesez und Recht verlangt. Deiner Tochter, ich bekenn' es, hab' ich Unrecht angethan, An der Ceres Fest, erhizt von Wein, in tollem Jugendmuth. Euklio . Wehe mir! Was hör' ich Armer da von dir? (er weint) Lykonides .                                                               Was weinst du denn? Daß ich auf der Tochter Hochzeit dich zum Großpapa gemacht? Heute kam sie nieder. Rechne nach; es ist im zehnten Mond. Darum hat, durch meine Schuld, mein Ohm von euch sich losgesagt. Geh hinein, und forsche drinnen, ob ich Wahrheit rede. Euklio .                                                                                   Gott! Ich bin hin! So häuft sich allzeit Misgeschick auf Misgeschick. Muß hinein, muß sehen, was dran Wahres ist. (geht ab.) Lykonides .                                                               Ich folge gleich. So hätt' ich denn, bedünkt es mich, mein Schäfchen fast im Trocknen. Doch meinen Knecht Strobilus seh' ich nicht: wo der nur sein mag? Ich warte noch ein Weilchen hier, und folge dann dem Alten In's Haus. Indessen will ich ihm Zeit lassen, bei der Amme, Der Zofe seiner Tochter, sich von meinem Abenteuer Genau zu unterrichten; denn die weiß die ganze Sache. Vierte Scene. Strobilus . Lykonides . Strobilus . Götter, ha! Welch reiche Wonnen habt ihr heut mir zugedacht! Einen Topf, schwervoll mit Gold! Wer wäre reicher jezt als ich? Ist in ganz Athen ein Mensch wohl, dem die Götter holder sind? Lykonides . (für sich) Hört' ich hier nicht eben eine Stimme? Sprach nicht Jemand hier? Strobilus . (für sich) Seh' ich da nicht meinen Herrn? Lykonides .                                         Das ist gewiß mein Knecht, Strobil. Strobilus . Ja, er ist's. Lykonides .               Kein Andrer ist's. Strobilus .                                               Ich geh' ihn an. Lykonides .                                                                     Ich muß zu ihm. Wie ich's ihm geheißen, war er bei der alten Amme wohl. Strobilus . Soll ich ihm denn frei bekennen, daß ich diese Beute fand? Ja, ich thu's, und will ihn bitten, daß er mir die Freiheit schenkt. Herr, ich fand – Lykonides .                 Was fandst du? Strobilus .                                             Nicht, was man die Knaben schreien hört, Daß sie's in der Bohne fanden. Lykonides .                                       Treibst du wieder Spaß mit mir? (er will gehen) Strobilus . Bleibe, Herr! Ich will dir's sagen. Höre! Lykonides .   Sprich denn! Strobilus .                           Herr, ich fand Einen großen Schaz. Lykonides .                       Und was denn? Strobilus .                                                   Einen Topf, schwervoll mit Gold. Lykonides . Was vernehm' ich da von dir? Strobilus .                                                   Ich stahl's dem alten Euklio. Lykonides . Und wo ist das Gold? Strobilus .                                       Daheim im Kasten. Herr, jezt laß mich frei. Lykonides . Bösewicht, ich sollte dich freilassen? Strobilus .                                                                 Geh nur, Herr; ich weiß, Was du vorhast. Schlau versucht' ich deinen Sinn. Du sannst darauf, Mir das Gold zu nehmen. Was erst thätst du, wenn ich's wirklich fand? Lykonides . Weg mit deinen Possen! Gib das Gold heraus! Strobilus .                                                                               Ich Gold heraus? Lykonides . Gib's heraus! Ich will es ihm dann wiedergeben. Strobilus .                                                                                 Und woher Nehmen? Lykonides .     Eben sagtest du, daß es daheim im Kasten sei. Strobilus . Herr, du weißt, ich rede manchmal tolles Zeug; so halt' ich es. Lykonides . Mensch, ich warne dich. Strobilus .                                           Und schlügest du mich todt, du kriegtest nichts. Nur bis hierher ist uns dieses Stück erhalten. Das Folgende (von V. 24 [nächster Vers] an) hat der Uebersezer selbst hinzugefügt mit freier Benüzung des Schlußzusazes, welcher den Antonius Codrus Urceus, einen Italiäner, der im 15ten Jahrhundert Professor in Bologna war, zum Verfasser hat. Dieses Supplement besteht aus 122 Versen, während das von uns Beigefügte nur 36 Verse umfaßt, also jedenfalls den Vorzug der Kürze hat. Lykonides . Wie? Du sträubst dich? Wart'! Ich will's schon kriegen. Kerl, wie einen Hund, Bind' ich dich an eine Säule, peitsche dich so lange fort, Bis du mir das Gold herausgibst. Gibst du's, oder gibst du's nicht? (er faßt ihn an der Kehle.) Strobilus . Wohl, ich will dir's geben. Lykonides .                                         Aber gleich! Strobilus .                                                                 Doch, Herr, ich bitte dich, Laß mich erst zu Athem kommen! ( Lykonides läßt ihn los)               Was verlangst du denn von mir? Lykonides . Wie, du fragst noch? Wagst es noch, mir abzuläugnen, Bösewicht, Was du kaum gesagt? Den Topf mit Gold! (er ruft in's Haus)                                                                     Wo seid ihr Büttel? He! Strobilus . (bittend) Nur ein Wort! Lykonides .             Ich höre nichts. Ihr Büttel, legt ihm Ketten an! Strobilus . Wenn du mich zu Tode martern ließest, Herr: was hülfe dir's? Wenn du mich für frei erklärtest, gäb' ich dir, was du verlangst. Lykonides . Nun, es sei! Wenn du das Gold mir bringst, erklär' ich dich für frei. Strobilus . Darf ich deinem Worte trauen? Soll ich frei sein? Lykonides .                                                                             Wie gesagt, Wenn du mir den Topf mit Gold zur Stelle schaffst, so bist du frei. Strobilus . Geh' ich nun, den Schaz zu holen! Lykonides .                                                     Geh und komm alsbald zurück! ( Strobilus geht ab.) Fünfte Scene. Lykonides . Strobilus (nach einer Pause mit dem Goldtopfe zurückkehrend). Später Euklio und Eunomia . Strobilus . Meinen Fund, den Topf mit Golde, bring' ich hier. Nun – komm' ich bald? Lykonides . Götter! Was erblick' ich hier? Was hab' ich hier in Händen? – He! Euklio! Euklio . (noch im Hause)             Was ist es? Lykonides .                     Komm sogleich heraus! Euklio .                                                                   Wer ruft mich hier? Lykonides . Komm heraus! Die Götter segnen dich! Der Topf ist wieder da. Euklio . Habt ihr ihn? (O gute Götter!) Oder treibt ihr Spott mit mir? Lykonides . Nein, wir haben ihn. O komm doch! Fliege hierher, wenn du kannst! Euklio . Hoher Zeus! Du, meines Hauses großer Lar! »Du, meines Hauses großer Lar.« Die Laren waren die gemeinsamen Schirmgötter aller Familien, und jedes Haus hatte seinen eigenen Lar. Ihnen war der Herd heilig, wo sie in einem Schrein ( lararium ), bei Vornehmeren auch in besonderen Kapellen und in der Schlafkammer, als Bilderchen von Holz, Stein oder Metall standen. Vor dem Herde ward ihnen an den Kalenden, Nonen und Iden, vorzüglich an den Neumonden, nachdem man sie vorher vom Rauche gereinigt und mit Blumenkränzen geschmückt hatte, mit Weihrauch, Milch, Oel, den Jahresfrüchten und Anderem geopfert; bei wichtigeren Anlässen sühnte sie als gemeineres Opfer ein Ferkel, als gewählteres ein Lamm, selten ein Kalb. Außer diesen häuslichen Laren gab es öffentliche, wie der Hauptstadt Rom, welche denselben den jeweiligen Imperator beigesellte, so jeder anderen Stadt, und der Scheidewege ( compita ). Ein öffentlicher Lar war der vergötterte Julius Cäsar, wie überhaupt vergötterte Wohlthäter der Menschheit der Römer zu den Laren, der Grieche zu den Heroen zählte. S. Voß zu Virg. Ecl. 1, 6. 43. 9, 24. Du, Königin Juno! Du, des theuren Schazes theurer Hüter, Herkules! Endlich habt ihr euch in Gnaden meiner Herzenspein erbarmt. Guter Topf, mit Wonnethränen schließ' ich dich in meinen Arm, Küsse dich und drücke dich vieltausendmal an meine Brust! (er reißt den Deckel des Topfes ab, und betrachtet lüstern die Goldstücke) Welch ein Anblick! All mein Gram ist hin! Ich athme wieder frei. Aber wem vor Allen bring' ich des verdienten Dankes Zoll? Bring' ich ihn den Göttern dar, die gnädig auf uns Menschen schau'n? Oder meinen wackern Freunden? Oder Beiden? – Beiden, ja! Dir, Lykonides, zuerst, der dieses Glückes Quelle war! Dir verehr' ich diesen Goldtopf: laß dir ihn gefallen! Dein Soll er sein samt meiner Tochter! Lykonides .                                           Möge dir's und uns gedeih'n! Strobilus . Aber, Herr, gedenke nun auch mein! Lykonides .                                                       Du mahnst mich eben recht. Sei denn frei! Du hast es wohl verdient, Strobil. Jezt aber geh, Drinnen uns das Mahl zu rüsten. Sieh, wir alle folgen dir! Strobilus . (zu den Zuschauern) Auch ihr Herrn hier auf den Bänken, kommt mit uns, und klatschet laut! Uebersicht der Sylbenmaße. Prolog. V. 1 –42. Vollständige sechsfüßige Jamben. Erster Act. Erste Scene . V. 1 –27. Vollständige sechsfüßige Jamben. Zweite Scene . V. 1 –12. Vollständige sechsfüßige Jamben. Dritte Scene . V. 1 –27. Vollständige sechsfüßige Jamben. Vierte Scene . V. 1 –15. Vollständige sechsfüßige Jamben. Zweiter Act. Erste Scene . V. 1 –14. Vierfüßige Bakcheen. V. 15 . Ein vollständiger jambischer Tetrameter. V. 16 . Ein unvollständiger jambischer Tetrameter. V. 17 –23. Vollständige sechsfüßige Jamben. V. 24 –27. Vollständige achtfüßige Jamben. V. 28 . Ein kretischer Tetrameter. V. 29 . 30. Unvollständige achtfüßige Jamben (jambische Tetrameter). V. 31 . 32. Anapästische Dimeter. V. 33 . Ein jambischer Trimeter. V. 34 . Ein unvollständiger jambischer Tetrameter. V. 35 –37. Jambische Trimeter. V. 38 –41. Unvollständige jambische Tetrameter. V. 42 –58. Unvollständige trochäische Tetrameter. Zweite Scene . V. 1 –94. Unvollständige trochäische Tetrameter. Dritte Scene . V. 1 –13. Unvollständige trochäische Tetrameter. Dritter Act. Erste Scene . V. 1 –74. Vollständige jambische Trimeter. Zweite Scene . V. 1 –15. Vollständige jambische Trimeter. Dritte Scene . V. 1 –9. Vollständige jambische Trimeter. Vierte Scene . V. 1 –32. Jambische Trimeter. Fünfte Scene . V. 1 –9. Jambische Trimeter. Sechste Scene . V. 1 –9. Vollständige trochäische Tetrameter. Siebente Scene . V. 1 –35. Ueberzählige jambische Trimeter. V. 36 . 37. Vollständige trochäische Tetrameter. Achte Scene . V. 1 –11. Unvollständige trochäische Tetrameter. Neunte Scene . V. 1 –15. Unvollständige trochäische Tetrameter. Zehnte Scene . V. 1 –117. Jambische Trimeter. Vierter Act. Erste Scene . V. 1 –23. Unvollständige trochäische Tetrameter. Zweite Scene . V. 1 –54. Unvollständige trochäische Tetrameter. V. 55 –77. Jambische Trimeter. Fünfter Act. Erste Scene . V. 1 –21. Jambische Trimeter. Zweite Scene . V. 1 –12. Jambische Trimeter. Dritte Scene . V. 1 –20. Vollständige trochäische Tetrameter. Nur V. 15 ist ein abgekürzter anapästischer Tetrameter. V. 21 –94. Unvollständige trochäische Tetrameter. V. 95 –100. Unvollständige jambische Tetrameter. Vierte Scene . V. 1 –37. Unvollständige trochäische Tetrameter. Fünfte Scene . V. 1 –22. Unvollständige trochäische Tetrameter.