Meine Sonne a.D. Als es Winter war, hatt ich nur einen Sonnenschein, – dich, Und du warst mir eine ferne Sonne mit seltenen Strahlen. Aber wie waren sie warm und freundlich, Und wie war ich glücklich! Nun ist es Frühling geworden über die Erde, Und die Vögel rufen sich von schwanken Knospenzweigen, Und der Himmel ist blau wie Erfüllung aller Seligkeit. Aber wo ist denn meine Sonne? Schau da, wie schön: von chinagelber Seide Das Kleid, burgunderrot der Gürtelreif, Und alle Blumen des Frühlings auf dem weißen Hute, Geht meine Sonne dort auf Vor dem römischen Rot der Arkaden. Sonnensieg! Die gelbe Seide Surrt mit falbelndem Saum Ueber den roten Fließ, Und jeder ihrer Schritte ist ein Kuß der beglückten Erde. Das ist meine Sonne? Ach, wie sie doch im Winter so weich Und fraulich war und lieb. Nun ist sie stolz geworden, und wie ein Komet Zieht sie einen zitternden Schweif von Verehrern nach und läßt Die dümmsten Monde in ihre Nähe, wenn sie von Silber sind. Sonne, dein Sieg gefällt mir nicht. Halloh! Ich geh auf die Sternensuche!