Verheirathet 1. Links die zischelnden Komödianten, Rechts von mir mein Bräutigam; Hinter ihm die Anverwandten Zucken sich die Achseln lahm. Vor mir mild der greise Priester, In mir keine Harmonie, Auf den blonden lichten Locken Grüne Myrthenironie. 2. Ausgespannt die magern Gäule Von dem morschen Thespiskarren; Engagirt bin ich für's Leben, Nimmer weiter wird gefahren. Auf dem kleinen Stückchen Erde Ist die Bude festgestellt – Und der Kreis, der oft copirte, Ist nun wirklich meine Welt. 3. Eine lange graue Fläche, Mitten drauf ein Schlößlein traut; Weiß und voll im Winde schwanket Rings umher das Haidekraut. Bei des Schlößchens Erkerfenster Steht ein Mann und jubelt laut; Denn er hat jetzt in der Ferne Sein geliebtes Weib erschaut. Jauchzend springt er ihr entgegen, Küßt sie heiß auf Mund und Hand, Ordnet die zerstreuten Locken Und das flatternde Gewand. Und wie Kinder selig plaudernd Gehen sie nun Hand in Hand, Und des Weibes Seele segnet Dankbar Mann und Haus und Land. 4. O habe Mitleid, laß mich nimmer Die Wunden der Gesellschaft schauen! Denn bis in meine tiefsten Träume Drängt sich ein scheues, kaltes Grauen. Auch hier die Sünde und das Elend, Das sich so leicht vergessen ließ? Auch hieher weht der gift'ge Odem? – Ich glaubte an ein Paradies! 5. Das Herz zerfetzt und zerrissen, An allen Kräften gelähmt, Gestürzt aus dem falschen Himmel Und ob des Glaubens beschämt! – Von dem, was ich gelitten In kurzen, doch ewigen Tagen, Versteinern alle Thränen, Verstummen alle Klagen! – – 6. Ich grüße dich, du alte Nacht, Bekanntes, schwarzes Elend, Du nahst dich mir so bitter vertraut, Erhaben stumm befehlend. Ich wehre mich nicht; du bist mir lieb, Du bist verderbliche Wahrheit: In deinem Dunkel liegt für mich Meines wirren Jammers Klarheit.