4. La Giocaliera 1. Freundin! bewahre deinen leichten Sinn; Was kümmern dich der Liebessehnsucht Leiden? Nur ich sei der Gequälte von uns Beiden, Und dein betrognes Herz sei mein Gewinn, Was du dem armen Schwärmer dargebracht Mit deines holden Leibes wilder Lohe, Ist jetzt der Dichterpreis, der einzig hohe, Der neue Lebenslust in mir entfacht. Das stete Ringen, das mißgönnte Ziel, Das Tändeln mit den gleißnerischen Musen, Auf immer sei es nun an deinem Busen Verfehmt, als nichtiges Gedankenspiel. Entfliehen will ich enger Sitte Joch, Verleugnen all die lyrischen Ergüsse Für deine Trostesworte, deine Küsse – O Freundin! Nur dies eine bleibt mir noch. 2. Wiedersehn, dich wiedersehn? So bin ich versucht zu fragen, Wenn an schwülen Nachmittagen Böse Geister auferstehn; Wenn Erinnerung mich stört, Die von dir nicht abzulenken, Zauberin! wenn all mein Denken, All mein Wünschen dir gehört; Bis des jungen Tages Kuß Mich vergessen läßt die deinen, Daß ich, statt um dich zu weinen, Unsre Trennung segnen muß. Ist das Schlimmste jetzt vorbei, Ach, nur wenig atm' ich freier! Mit dem Gürtel, mit dem Schleier Reißt nicht jeder Wahn entzwei. Weiß nicht, wie dies alles kam, Daß du so mich überwunden; Doch es waren gute Stunden Und ich bin dir nimmer gram. Denn mich reut nicht, was geschehn; Aber soll mir's je gelingen, Ganz von dir mich loszuringen, Darf ich nie dich wiedersehn.