Lieder eines fahrenden Schülers (Zu Volksweisen.) 1. Kein Tröpflein mehr im Becher! Kein Geld im Säckel mehr! Da wird mir armem Zecher Das Herze gar so schwer. Das Wandern macht mir Pein, Weiß nicht, wo aus, noch ein; Ins Kloster möcht' ich gehen, Da liegt ein kühler Wein. Ich zieh' auf dürrem Wege, Mein Rock ist arg bestaubt, Weiß nicht, wohin ich lege In dieser Nacht mein Haupt. Mein Herberg' ist die Welt, Mein Dach das Himmelszelt, Das Bett, darauf ich schlafe, Das ist das breite Feld. Ich geh' auf flinken Sohlen, Doch schneller reit't das Glück; Ich mag es nicht einholen, Es läßt mich arg zurück. Komm' ich an einen Ort, So war es eben dort, Da kommt der Wind geflogen, Der pfeift mich aus sofort. Ich wollt', ich läg' zur Stunde Am Heidelberger Faß, Den offnen Mund am Spunde, Und träumt' ich weiß nicht was. Und wollt' ein Dirnlein fein Mir gar die Schenkin sein: Mir wär's, als schwämmen Rosen Wohl auf dem klaren Wein. Ach wer den Weg doch wüßte In das Schlaraffenland! Mir dünket wohl, ich müßte Dort finden Ehr' und Stand. Mein Mut ist gar so schlecht, Daß ich ihn tauschen möcht'; Und so's Dukaten schneite, Das wär' mir eben recht.