Gela Frische Lüfte, die von Osten Übers Meer beflügelt ziehn, Lassen Frühlingslust mich kosten, Ob der Sommer längst erschien. Also läßt bei reifen Jahren Trotz der Narben im Gemüt Gela mich ein Glück erfahren, Wie es nur der Jugend blüht. Süßen Tiefsinn bald im Munde, Schalkhaft bald wie Ariel, Weckt sie mir im Herzensgrunde Jeglicher Empfindung Quell. Oftmals plaudert sie ergötzlich, Doch dazwischen zauberhaft Sprüht's aus ihren Wimpern plötzlich Wie ein Blitz der Leidenschaft. Spricht sie dann: »Du bist mir teuer«, So erbebt mir Herz und Sinn, Und ein zart ätherisch Feuer Strömt durch meine Adern hin. Ach, da faßt mich wohl ein Bangen Um des eignen Mais Verlust, Doch sie wirft mit heißen Wangen Stürmisch sich an meine Brust, Lacht mich an aus Tränengüssen, Und ihr lachend Auge spricht: Küsse nur und laß dich küssen, Denn ein Dichter altert nicht.