DER FALL Eine reihe froher feste Alle tage neue lust! In den fürstlichen palästen Wimmelt es von frohen gästen. Glücklich im gewühl der freude Glücklich in der welt der pracht Flossen jene zeitenräume Für den prinzen hin wie träume. In dem weiten blumengarten Wandelt abendlich der prinz In dem hauch der kühlen lüfte In dem reich der süssen düfte. In der dunklen rosenlaube Sank er sinnend auf das moos Denkt bald an die heutigen freuden Bald vergangner schöner zeiten. Schön wars in dem dichten walde In der einsamen natur Doch ein tor der nicht empfände Hier die freuden ohne ende Alles ist so schön und prächtig Alle sind so glücklich hier Und des eremiten lehren Kann ich halb mir nur erklären Niemals werd ich recht begreifen Jenen höchsten segenswunsch Aus des weisen mannes munde: Einen freund zur rechten stunde Möge Gott dich finden lassen – Als ob alle menschen hier Mir nicht treue freunde wären Die mir raten · mich belehren ... Plötzlich riss ihn aus dem sinnen Leiser lieblicher gesang An dem einsam stillen orte · Staunend blickt er durch die pforte Dort wo der fontäne strahlen Aus dem gras im mondenschein Silbern auf und nieder springen Schien die stimme ihm zu dringen. Er trat näher und – o wunder! Zwischen blumenbeeten ruht Eine wasserfee verlangend Und in allen reizen prangend Spielend mit den langen haaren Singt sie dort ihr himmlisch lied Die natur rings zu beglücken Und den wandrer zu berücken. Nein · es ist ein kind der erde · Apsara die herrliche! Die in des palastes hallen Als die schönste galt von allen. Sie entflammt in heissen gluten Zu dem schönen Königsohn Suchte oft ihn zu bestricken Mit der liebe feuerblicken. Noch nicht drangen ihre pfeile In des prinzen kindesherz · Und es konnt ihr nicht gelingen In ihr netz ihn einzuschlingen. Wusste sie dass in dem garten Abends sich der prinz erging? Will mit ihren melodieen Lockend sie ihn zu sich ziehen? Stürmisch pocht des jünglings busen – Winkt nicht ihre weisse hand Aus den dichten blumenbeeten? Soll er ihr nicht nähertreten? Soll er eilig sich entfernen? Wild durchrasen seinen sinn Tugendlehre und ermahnung Und der nahen sünde ahnung. Ach so schwer ist klar zu denken Für die jugendliche brust Wenn so süsse düfte wehen Wenn so süsse lippen flehen .. Dieses ist das los der jugend: Wer in heitrem glücke schwelgt Ist zur hälfte schon gefallen Wäre er auch gut vor allen. Und zu spät ist es zu streiten Im moment der leidenschaft. Müsste auch sogleich er sterben Toll rennt er in sein verderben.