IM UNTERREICH [Ihr hallen prahlend in reichem gewande] Ihr hallen prahlend in reichem gewande Wisst nicht was unter dem fuss euch ruht – Den meister lockt nicht die landschaft am strande Wie jene blendend im schoosse der flut. Die häuser und höfe wie er sie ersonnen Und unter den tritten der wesen beschworen Ohne beispiel die hügel die bronnen Und grotten in strahlendem rausche geboren. Die einen blinken in ewigen wintern · Jene von hundertfarbigen erzen Aus denen juwelen als tropfen sintern Und flimmern und glimmen vor währenden kerzen. Die ströme die in den höheren stollen Wie scharlach granat und rubinen sprühten Verfärben sich blässer im niederrollen Und fliessen von nun ab wie rosenblüten. Auf seeen tiefgrün in häfen verloren Schaukeln die ruderentbehrenden nachen · Sie wissen auch in die wellen zu bohren Bei armige riffe und gähnende drachen. Der schöpfung wo er nur geweckt und verwaltet Erhabene neuheit ihn manchmal erfreut · Wo ausser dem seinen kein wille schaltet Und wo er dem licht und dem wetter gebeut. [Der saal des gelben gleisses und der sonne] Der saal des gelben gleisses und der sonne. Sie herrscht auf flacher kuppel unter sternen · In blitzen schnellen aus dem feuerbronne Topase untermengt mit bernstein-kernen. An allen seiten aufgereiht als spiegel – Gesamter städte ganzer staaten beute – Die ungeschmückten platten goldnen ziegel Und an der erde breiten löwenhäute. Nur nicht des Einen scharfen blick zu blenden Vermag die stechend grelle weltenkrone Und dreimal tausend schwere urnen spenden Den geist von amber weihrauch und zitrone. [Daneben war der raum der blassen helle] Daneben war der raum der blassen helle Der weisses licht und weissen glanz vereint · Das dach ist glas · die streu gebleichter felle Am boden schnee und oben wolke scheint. Der wände matte täfelung aus zedern · Die dreissig pfauen stehen dran im kreis · Sie tragen daunen blank wie schwanenfedern Und ihre schleppen schimmern wie das eis. Für jede zier die freunden farbenstrahlen: Aus blitzendem und blinderem metall · Aus elfenbein und milchigen opalen · Aus demant alabaster und kristall · Und perlen! klare gaben dumpfer stätte Die ihr wie menschliche gebilde rollt Und doch an einer wange warmer glätte Das nasse kühl beharrlich wahren sollt. Da lag die kugel auch von murra-stein Mit der in früher jugend er gespielt · Des kaisers finger war am tage rein Wo tränend er sie vor das auge hielt. [Mein garten bedarf nicht luft und nicht wärme] Mein garten bedarf nicht luft und nicht wärme · Der garten den ich mir selber erbaut Und seiner vögel leblose schwärme Haben noch nie einen frühling geschaut. Von kohle die stämme · von kohle die äste Und düstere felder am düsteren rain · Der früchte nimmer gebrochene läste Glänzen wie lava im pinien-hain. Ein grauer schein aus verborgener höhle Verrät nicht wann morgen wann abend naht Und staubige dünste der mandel-öle Schweben auf beeten und anger und saat. Wie zeug ich dich aber im heiligtume – So fragt ich wenn ich es sinnend durchmass In kühnen gespinsten der sorge vergass – Dunkle grosse schwarze blume?