SCHLUSSBAND MANUEL Vorbemerkung VORBEMERKUNG Die früheste fassung des Manuel – etwa aus dem jahre 1886 – behandelte auf kindlicher stufe nach art des vor-goethischen schäfergedichts einfachste urmenschliche verhältnisse. Die zweite – aus dem lezten schuljahr 1888 – war von gewissen fragen und spannungen des jünglings erfüllt .. von ihr ist leicht überarbeitet in die Blätter für die Kunst I. Folge 3. Band soviel übernommen als hinreicht um plan und anlage zu zeigen. Die dritte · die Um-schreibungen – Blätter für die Kunst II. Folge 2. und 5. Band – auf den ersten plan zurückgreifend stammen aus den jahren 1894/95. Erste Stufe ERSTE STUFE TIMON ( vor seiner hütte ) Wie lieblich liegt ihr da im morgenlicht Ihr glücklichen gefilde die die woge Des heiligen stroms bewässert. Goldne Sonne Du lächelst in dem heitren himmelsblau Du öffnest aller blumen duftige kelche .. O könntest du Natur den frieden Den du den dingen gibst · auch mir verleihn! Den kleinen gram vermagst du wol zu scheuchen Jedoch die brust die grossen kummer birgt Fühlt umso tiefer ihn und deutlicher Je zartre süssere lüfte sie umziehn. Zweite Stufe Erstes Bild ERSTES BILD Hütte Timons in der umgebung von Trapezunt. Sie liegt im vordergrund seitlich auf einer mit buschwerk bewachsenen erderhöhung von der ein schmaler pfad herabführt. Auf der anderen seite ein rasensitz bei einer quelle · nach der hütte hin durch bäume verdeckt. Im hintergrund das freie feld. Manuel am brunnen · Leila kommt mit einem wasserkrug aus der hütte und erblickt Manuel. Du hier Manuel Wie · du erschrickst vor mir? O nein ich hatte nur dich nicht erwartet. Komm ich dir nicht zu jeder stunde recht? Gewiss! doch macht dein anblick stets mir bange. Liebste warum? Wenn ich für mich allein bin So kann ich gar nicht anders denken als Dass ich dich liebe und dass du mich liebst Doch wenn du kommst wenn ich dich plötzlich sehe .. Mein kind du bist so scheu und traurig heut Traf dich ein leid? Wol quält mich eine frage .. Du weisst um was ich bat .. Das ist es nicht. Ich liebe dich zu sehr .. Auch wenn ich nie erfahre wer du bist. Ein andres ängstigt mich: warst du es nicht Der sich vor kurzem in der Unterstadt So tollkühn in des todes arm gestürzt Beim grossen feuer? Wie erfuhrst denn du's Man sprach davon in weiter umgegend Und an des vaters häufiger beschreibung Erkannte ich dass du es musstest sein Ich war so namenlos in angst um dich .. Es galt ein leben zu erretten Und da kein andrer aus der schar sich traute Versuchte ichs und ich vollbracht es glücklich. Ich habe lange drüber nachgesonnen Ob der so ganz · so innig lieben konnte Der sich so achtlos ins verderben wagt. Die liebe lässt in dir die selbstsucht reifen. Der mensch kennt nur die Eine überlegung Wenn er den nächsten in bedrängnis sieht: Dass zur gefahr er ankam ist ein zeichen Dass er erkoren ist sie zu bekämpfen .. Der heilige schmerz den leidenden zu sehn Treibt in dem augenblick der höchsten not Uns unentrinnbar an und lässt nicht zeit Zu denken weder was uns selber droht Noch was in trauer all wir lassen müssen Wenn hilfebringend selbst wir untergingen .. Und dies ist kein verdienst · den drang empfändest Du selber · Leila · wenn die stunde riefe. Dass ich an alles dies nicht selber dachte .. Was ich gesorgt · war töricht – tadle mich. Du fehltest nur aus liebe. Zweites Bild ZWEITES BILD Manuel und Leila an der quelle. Die türe der hütte öffnet sich · Timon ein greis tritt hervor. Leila! Vater! ( zu Manuel ) Der vater · schnell Manuel sie flüchtig küssend ab. Wo bleibst du Leila? LEILA ( mit dem krug entgegengehend ) Du weisst ich bin so gerne an der quelle. TIMON ( sie forschend ansehend ) Mir schiens als ob ich tritte hörte. Da drüben gingen männer. Ich weiss nicht was seit kurzem mit dir vorgeht Du bist nicht mehr so wie du früher warst Oft hast du ein so sonderbares aussehn Oft treffe ich dich wie im traum versunken Und wenn ich dich bei deinem namen rufe So siehst du mich so seltsam lächelnd an. Ich weiss nicht was du meinst · mein vater. TIMON ( etwas hart ) Sag liebst du deinen alten vater noch? LEILA ( zitternd ) O Gott · was fragst du! Wo hab ich dich beleidigt und gekränkt Dass du bezweifelst ob ich dich noch liebe? Und liebst du ihn noch so Wie du als kind getan wenn du beim feuer Auf seine alten märchen hast gelauscht · Als du entgegen gingst ihm wenn vom feld Er nach der schweren arbeit matt zurückkam · Als du mit einem frischen blumenstrauss Ihn froh beschenktest und so herzlich küsstest – Glaube deiner tochter. Ich liebe heute dich nicht weniger Als ich vor jahren kindlich es getan · Ja noch weit mehr. O wüsstest du wie schwer Du mich betrübst – So hab ich mich geirrt. Ich glaube dir · du bist mein gutes kind. Nimm deinen krug und geh hinauf ins haus. Ich komme bald. Leila geht. TIMON ( allein ) Ich habe mich geirrt. Wie sollte sie auch einen menschen kennen! Und kommen selten leute hier vorbei So läuft sie schnell hinauf ins haus. Sie hört allmählich auf ein kind zu sein Da kommen manche sonderbare wechsel. Wär es am ende doch nicht besser wenn – Nein · nein! ich lasse sie nicht aus den händen. Weshalb soll ich mein einzig kind verschenken? Und dazu ein so teures süsses kind. Drittes Bild DRITTES BILD Feld bei Trapezunt · Menes hinter einem baum sich verbergend. Hier muss sein weg ihn bald vorüberführen Wie oft er auch mit klugheit sich verdeckt Bald da bald dort in neuer maske auftrat Er wird mir diesmal nicht entgehn. Hier werd ich ihm erklären wer ich bin · Und wenn ich weiche weil er grösser ist Er glaube nicht dass ers um vieles mehr ist. Ein herb geschick · des lebens besten plan Auf einmal aufzugeben da er reifte Und mit dem kargen amte eines dieners In bestem falle helfers eines andren Zufrieden sich zu geben · es muss sein. Von grossen werken · vom geschick der völker Kann ich mich nicht zurück mehr ziehn ins dunkel Das lässt mein schwur mein reger geist nicht zu. Wenn auch sein diener will mit eifersucht Ich wachen über allen seinen taten .. MANUEL ( in der tracht eines bürgers will vorübereilen ) Erkennst du mich? Ich sah dich öfter meinen spuren folgen Ich glaube dass ich dich erkenne. Seit jener nacht da unter uns du tratest Mein herz wie das der andren wandeltest Mit dem versprechen eines hilfebringers Da hab ich unablässig nachgeforscht Bis ich entdeckte: Du bist der prinz von Trapezunt. Was willst du von mir? Dir sagen wer Ich bin. Menes ein bürger. Du weisst im volke lag des aufruhrs same Doch blieb es lange zeit nichts als ein same Es fehlte jemand frei von jedem band Der mit der kraft der sprache die verstreuten Erprobte mahnte reizte und vereinte Der für Ein ding sich ganz zum opfer brächte .. In langen nächten hab ich nachgesonnen Wie ich mich rächen könnte · mich und alle. Als knabe fühlt ich schon die schlimme herrschaft Sie trieben uns von haus und hof hinweg Ich aber schlug den einen unsrer schergen Und floh mit knapper not vor haft und tod ... Und immer klarer ward es meinem sinn Dass ich berufen wäre zum erretter. Was ich gelitten und gewirkt durch jahre Kann ich nicht · kann kein mund so schnell erzählen Doch am erfolge konntest du erkennen Welch eine kraft das ringen aufgenommen. Ich wusste · nichts geringes war geplant Drum kam ich grosses unglück zu verhindern. Da kamst du · ja · ich hatte dich vorher Schon manchmal in der Unterstadt gesehn Wo hilf und trost verbreitend du dich nahtest. Es griff mich eine heilige bewundrung Vor dir (wer du auch mochtest sein) ich dachte Der müsste einer von den Unsren werden. Oft bin ich deinen pfaden nachgegangen Dich anzureden und dich zu gewinnen Doch es gelang mir nie. Als mit gezücktem schwert ich auf dich zulief In der Verschwornen rat · erkannt ich dich Und plötzlich fiel ein licht in meine seele: Ich merkte dass ein grösserer als ich Erstanden war im wechsel der geschicke. Gebrochnen herzens leistet ich verzicht Und als die menge zögernd rings mich ansah Da riet ich abzustehn von meiner tat Und auf dein wort zu baun. Damals hast du mit staunen mich erfüllt. Nun komm ich als dein diener oder helfer Mich anzubieten. Menes sei mein freund! Im schweren amte das mir auferlegt ist – Das ich vom himmel hab – bedarf ich dein Die zeit wird festre bande um uns schlingen .. Du ältrer hast schon einmal überwunden Indes ich in des kampfes anfang bin. Mein freund! Auf diesem weg triffst du mich oft. Viertes Bild VIERTES BILD Leila von der quelle kommend. Timon wird im hintergrund sichtbar. – – – Eben kommt er! Fast fahre ich zurück vor seinem anblick. Und heftger schlag ist mir sein händedruck. Sie geht ihm entgegen. TIMON ( sie umarmend ) Du hast geweint – ich seh es wol mein kind – Dass ich so lange weggeblieben bin. Mein vater! Und wie vertriebst du dir die zeit? Ich strickte an dem netze dort am brunnen. Und so verging die zeit. Und heute hast du nicht umsonst gewartet · Ich komme nicht mit leerer hand zurück. Du sollst ein wunder sehn. LEILA ( bebend ) Doch willst du nicht zuerst ins haus? Du bist gewiss ermüdet. Nein · sieh zuerst! Sieh was ich aus der stadt für dich gebracht. Du wünschtest einen ring und eine kette Wie von den reichen sie getragen werden. Ich wollte zwar nicht gerne sehen dass An solchen eitlen dingen du dich freutest – Hier hast du beides. Wie es glänzt! Der goldschmied sah mit grossem aug mich an Als ich der arme unscheinliche mann So kostbares geräte kaufen wollte. Doch für mein liebes kind ist nichts zu kostbar. Sie nimmt das geschmeide in die hand · betrachtet es und gibt es überwältigt zurück. Nimm hier dein geschenk zurück .. Denn ich verdien es nicht. Was ist geschehen · Leila? Ich kann nicht länger heucheln · vater. Ich muss dir endlich alles eingestehn. Du wirst verzeihen. Rede schnell · was ist? Wenn ich dir sagte dass ich stets dich liebte Und mehr noch als vor jahren · war das wahr. Doch wenn ich sagte: dich allein · mein vater · So war das nicht wahr. Was · unglückselige! LEILA ( sich niederwerfend ) Verzeihung vater! aus der hauptstadt kam Ein jüngling an dem brunnen einst vorbei · Er war so freundlich und so schön und herrlich Dass ich ihn lieben musste – Wir trafen uns zuweilen an der quelle · Er sagte immer mir dass er mich liebte .. TIMON ( wild ) Was weiter? Beim abschied küsste er mich auf die stirn. Verbirg mir nichts von deiner schande · weiter! O nichts · mein vater. TIMON ( drohend ) Du lügst – Ich schwöre dir bei meiner seligkeit. O Gott · so hart hast du mich strafen müssen! Ich glaubte sie so engelrein und fromm Indessen sie mich schmählich hinterging. Von ihres buhlen frischen küssen triefend Kam sie an ihres armen vaters brust Und schmeichelte und schwazte! O fluch dir · falsches kind! Geh denn zu deinem buhlen Anstatt dem alten vater zu gefallen Der alles dir geopfert. Fluch dir! Er geht der hütte zu. Leila streckt flehend die hände nach ihm. Er weist sie barsch ab. Sie sinkt laut weinend zusammen. Timon sieht sich einigemal unentschlossen nach ihr um und tritt dann rasch in die hütte. Nach einiger zeit kommt er heraus · geht auf sie zu und sagt in ruhigem ganz verändertem ton. Leila! Du kannst nicht diese nacht im freien bleiben. Komm mit! LEILA ( sich aufraffend ) O mein vater! TIMON ( fast schreiend ) Aber sprich kein wort. Sonst bleibst du vor der schwelle Und kannst dich mit den tieren schlafen legen. Sie steht bebend da · er fasst sie bei der hand und nimmt sie mit sich. Fünftes Bild FÜNFTES BILD Szene bei Timons hütte. Manuel. Trost soll ich spenden Und bin doch selber der verzweiflung nah .. Timon Timon. Er ist nicht da Vielleicht hat angst ihm sinnloses befohlen Und ich bin hier und rühre keine hand · Des vaters armen seh ich sie entrissen Sie die nichts ahnt · sich keiner schuld bewusst ist Wird fortgeschleppt – o wie sie klagt · ich seh sie – In das verlies · das schöne haupt geneigt Umgeben rings von heuchelnden gesichtern Die ränkevolle worte auf sie atmen. Nur der gedanke dass ich bald erscheine Behütet sie vor der verzweiflung. Menes tritt auf Hier endlich find ich dich. O Menes du musst hilfe wissen. Was ist geschehn? ich suche dich schon lang. Ruchlose späher haben uns belauscht Sie haben die geliebte mir entrissen Mein vater gab befehl in einem kloster Gefangen sie zu setzen · und kein rat .. O prinz wie sehr erregt dich Die sorge einer reizevollen liebe Im augenblicke da du sinnen sollst Auf die erfüllung dessen was du schwurest. Du weisst nicht was ich dieser liebe danke Wie sie zuerst zum handeln mich erweckte Und kräfte mir verlieh in allen stürmen Ja anteil hat an meinem besten leben .. Wenn ihr durch meine schuld ein leid geschieht Was alle guten geister hindern mögen So ist es auch mit meiner tat vorbei. Was aber soll geschehn? was kannst du hoffen? Ich muss aus ihrem kerker sie befrein Ich muss sie ihrem vater wieder geben Ich muss sie unter sicherm schutze wissen Und wenn das schicksal trennung uns befiehlt Muss ich noch einmal mit ihr rede tauschen · Wenn ich sie sehe werd ich sie bewahren. So geh zum vater .. für die eine gnade – O schweig von ihm · ich tat was du geheissen. Und konntest du nicht heimlich botschaft senden? Mit dichten wachen liess man sie umgeben Und botschaft ach sie könnte vielmehr dienen ... So bleibt nur eines: die gewalt. In wenig tagen wird es mir gelingen In stadt und land die freunde zu versammeln Sie alle kennen Menes namen noch Ich blieb mit allen stets in engem bund In hellen haufen werden wir erscheinen Und mit den waffen die Gefangne holen .. Du redest von unmöglichem. Die stadtbevölkerung wird zu dir stossen Wenn selber an der spitze du dich zeigst. Zudem ist jezt der grösste teil des heers Weit auf dem marsche nach der Persergrenze .. Du brauchst nicht vom verzichte mehr zu reden Nicht angstvoll mehr zu harren braucht das volk Auf des erretters nahn. Das kann nie sein .. Wol mag mir alles wie du sagst gelingen Ich töte zwinge und ich herrsche dann – Wo aber Menes bleibt das friedensreich Das dauernd nur den frieden sichern kann ... Du dachtest wol in deinen frühen träumen An solch ein reich · du warst rechtmässiger herr In dessen händen jedes ding sich fügt .. Nun packt die wirklichkeit mit rauhem finger. Sieh ihr ins auge .. Träume – wirklichkeit .. Wenn mir die innre stimme trog · nichts bleibt · So bricht der ganze stolze bau zusammen .. Im ersten augenblick nur ist es furchtbar Wenn man sich trennen muss von einem glauben Den man als kostbarsten besitz gehegt. Doch kommt gelegenheit wo sein befolgen Uns unheil bringt und keinen nutzen stiftet So bleibt dem klugen keine wahl. Ich gehe .. kämpf! dein kampf wird bald zu end sein! ab Der vater stösst mich weg – der freund verlässt mich Dass ich mir treu bin soll nur torheit sein .. Ich stehe wie auf einem felsenriff Von allen seiten brüllen wild die wogen Sie schlagen über mich verschlingen mich! Wohin verlor ich mich?.. Nein dass ich treu bin kann nicht torheit sein Und unheil kann nicht aus der weigrung kommen So wenig wie aus weizensamen giftkraut. Die guten geister werden sie beschützen Und böser menschen pläne nichtig machen Das schicksal muss den knoten glimpflich lösen Es muss ein wunder wirken .. Die liebe haucht mir neue stärke ein Im augenblick wo mich zerschmettern will Der druck des alls dem ich entgegenwirkte. Sechstes Bild SECHSTES BILD Palast. Der König · der Oberste der Wache. Du hast befohlen dir sofort zu melden Was im Helenenkloster sich begibt Die uns zur hut gegebene gefangne Hat eben in der zelle sich getötet. Wie konnte dies geschehn? Mit einem messer schnitt sie sich die adern Eh man zur hilfe kam ist sie verblutet .. Sie war unbändig bis zum lezten tag Sie sprach im wahn von rettung · vom geliebten · Kein wort der nonnen brachte sie zu ruh Und heute stellte sie sich sanft · man brachte Ein mahl · sie schien sich kindlich dran zu freuen Und dann vollbrachte sie die tat. Das ganze kloster war in aufruhr. Gleich Rief mich die oberin zu sich streng erklärend Dass unter ihrem dach die sünderin Zur bessrung sie wol unterbringen dürfe Doch dass des ortes heiligkeit verlezt sei Wenn er der selbermörderin leiche berge. So brachten wir sie zum palast In einem seitenturm wird sie bewacht Wir harren deiner weiteren befehle .. Ich werde mit Sophron mich beraten. Darf nach der kunde die dir schmerzlich scheint Dein diener eine bitte wagen? Sprich. Als wir die leiche aus dem kloster brachten War es unmöglich zu verhindern dass Ein alter mann der in der nähe sass Seit tagen nicht vom platz gewichen war Uns weinend folgte · sich zur bahre drängend Rief er man trage dort sein kind. Sie hatte ihren vater noch? So scheint es Herr Und er beschwor mich seines kindes leiche Ihm zu gewähren. Sein gejammer hätte Verwirrung schaffen können · so versprach ich Wenn schweigend unsrem weg er folgen wolle Des Königs gnade anzuflehn. Es schmerzt uns Dass wir dem armen seine tochter raubten Doch was zu seinem trost jezt kann geschehn Das soll nicht unterbleiben. Bahrt ihm die leiche auf und gebt ihm wachen Die sie zu seinem hause tragen mögen Dann lasst den alten mann in seinem leid. Oberster ab. Minister tritt ein. Der prinz erhielt die kunde von dem tod Des mädchens .. er ist fortgestürzt Wie ich vermute nach des Alten hütte. Der eignen stimme möcht ich diesmal folgen Ich will nach meinem sohne suchen gehn Kein einwand! sorg für treue fackelträger Sieh dass wir bald den platz erreichen. Siebentes Bild SIEBENTES BILD Im vordergrund Manuel tot neben der bahre Leilas. Timon schichtet eifrig holz um die hütte. Menes. MENES ( allein nach pause ) Tot · tot – und ungerächt sollst du hier liegen Du selbst hast mir die rache ja verboten Du Reiner Heiliger ... Mit mord und mit gewalt soll ich nicht streiten Doch einen sturmwind gibts der besser noch Die lügner und bedrücker niederwirft. Mir schwebt ein riesengrosses kampfwerk vor Mit neuem geist will ich das volk durchsäuern Ich will erleuchten locken und bezaubern Und alle falschen schädlichen gewalten Zerfallen wie die staubgewordnen knochen Sobald sie frische luft berührt. Du teurer toter · nicht erstarb dein geist Du hast im leben ihn in mich gehaucht .. Ich muss hinweg dass ich vor diesem anblick Nicht überwältigt werde und verzweifle. Am besten zeig ich meine ehrerbietung Und meine liebe für den hohen freund Indem ich treulich seine erbschaft wahre. Leztes Bild LEZTES BILD Der König · sein Minister · von wachen und fackelträgern begleitet im vordergrund. Da liegt die leiche. Zwei leichen! der prinz · o himmel! Er hat mit einem dolch sich selbst getötet. Ihr seid geblendet. Kann das möglich sein! Und doch da liegt er mit dem dolch im herzen An der Geliebten bahre. Was hier geschehen ist war Gottes wille. Wir müssen uns den heilgen ratschlüssen So wunderbar sie auch den menschen scheinen Demütig unterwerfen. Legt beide leichen auf die bahre. Die träger tun es. Timon ist inzwischen aus der hütte gekommen in der allmählich flammen sichtbar werden. Die eine leiche ist nicht dir. Er kommt heran · ergreift · seine tochter und zerrt sie an sich. Die träger wollen auf ihn eindringen. Der könig macht ein zeichen ihn gewähren zu lassen. Der minister will Timon einen beutel mit gold aufdrängen den jener zur erde wirft. Damit kann ich mein kind nicht auferwecken. TRÄGER ( auf Timon eindringend ) Du stehst vor – Schweig und lasst ihn. TIMON ( zum könig ) Ich weiss nicht wer ihr seid. Nur sagt mir · Herr · Was hab ich euch getan · was tat mein kind Dass ihr sie rauben und sie töten liesset! Wenn jemand je von ihr beleidigt wurde So war nur ichs und ich verzieh ihr ja. Doch seid ihr billig wenigstens gewesen: Ihr habt mein eignes liebes kind gemordet Ihr machtets nicht viel besser mit dem euren. Er geht mit der leiche mühsam zur hütte. Der könig scheint in heftigem kampf begriffen ob er bewältigt sich an der bahre niederwerfen soll. Der minister ganz nahe an den könig tretend · zuversichtlich. Dich trifft nicht die geringste schuld · mein könig. Komm lass uns gehen · trauern später wir! Es war so Gottes wille. KÖNIG ( ergreift des ministers hand und gibt den trägern entschlossen ein zeichen die bahre aufzuheben ) Ja du hast recht · es war so Gottes wille! König mit gefolge ab. Die hütte steht in hellen flammen. Dritte Stufe Das Feld vor Timons Haus DAS FELD VOR TIMONS HAUS Manuel – Leila. LEILA ( blumen pflückend ) Was folgest du mir auf meinem blumengange? Du hebst nicht die hände und scheinst doch ein bittender. Ich möchte nur dies: mit dir zusammen blumen lesen. Wie das silber der birken und der gesang in ihren zweigen So gehört auch die weite wiese dir und mir. ( sie pflücken zusammen blumen ) Liebst du die glänzenden sterne zu betrachten Und die wechselnden bilder der wolken zu verfolgen? Ja und liebst du den schimmernden gewässern nachzublicken Und liebst du das schauern in den nächtigen wäldern? Was kommst du mir so nah und brichst mir meine blumen? Damit ich deine hände sehe die weisser als die lilien sind. LEILA ( sieht ihn fest an · sie pflücken weiter ) Willst du nicht meinen strauss zu dem deinen nehmen? Ich nehme ihn. Doch darfst du nicht so viele knospen mitbrechen. ( stimme Timons ) Der vater ruft – ich muss zurück in die hütte. Und du wirst mir nicht verbieten wiederzukommen? Ich sagte dir schon dass die wiese uns beiden gehört. Wenn du so sagst werd ich wol nicht wiederkommen. So sag ich es wäre mir schmerz wenn du nicht wiederkämest. ( sie flüchtet mit ihren blumen ) Am Brunnen AM BRUNNEN Manuel – Leila LEILA ( mit einem kruge kommend ) Warum lächelst du heute nicht froh da ich erscheine? Ich leide noch von der angst dass du ausbleiben könntest. Ich bin zum drittenmal gekommen und weiss nicht ob ich darf. Es verfloss keine stunde wo ich nicht bei dir lebte Ich rufe nach dir in nächten die ich ohne schlaf verbringe. Ich hörte häufig deine stimme deutlich hier an der quelle. Und zum monde sah ich denkend dass du auch hinsähest. Ich fühlte es an der plötzlichen wärme seiner strahlen. So kurze nähe und so lange trennung trag ich nicht mehr. Höre Leila! drüben in weiten gärten liegt mein haus. Was sagtest du wenn wir dort im morgen der blumen warteten Im abend den vögeln lauschten unter dunklen lauben Und wenn wir uns niemals verliessen für alle tage – ( sie schlingen ihre finger ineinander und heben sie bis zur schulterhöhe · dann reisst sich Leila los ) Du musst jezt schweigen und mich verlassen Denn meine seele ist ganz in zittern. ( Manuel steht traurig da · Leila geht mit ihrem krug zur hütte ) * Der Vater – Leila. Warum richtest du dein auge nicht auf die purpurne sonne? Ich sehe die purpurne sonne auch mit geschlossenem auge. Willst du nicht einige schritte mit mir wandeln eh sie untergeht? Ich bin den ganzen tag unter bäumen und durch blumen gewandelt. Ich glaube dass du deine jungen tauben noch nicht gefüttert hast. Meine jungen tauben werden ihr futter finden auch ohne mich. Warum bringst du mir keine blumen mehr wie früher? Es trocknen noch einige sträusse an unsrem fenster. Deine worte kommen mir zögernd und müde vor. LEILA ( sieht auf und schweigt ) Als ich dich heut morgen rief sahest du mich so starr an. LEILA ( schweigt ) VATER ( traurig ) Ich ahne dass deine liebe zu mir verloren geht. LEILA ( auf ihn zueilend ) Vater du züchtigst mich und ich weiss nicht warum. VATER ( abweisend ) Bleib und füge zu deinem undank keine lüge · Ich merke dass du dich von mir trennen willst. Ein rotes mal ist auf deine stirn gezeichnet. Ich werde bald aufhören dich meine tochter zu nennen. ( geht in die hütte ) Was ist vorgefallen in jenen kurzen tagen: Ich sah zwei augen und war plötzlich wie geblendet Blumen quellen und himmel kamen mir anders vor. Ich spürte zwei lippen und ich lebe seitdem In einem wunderbaren und süssen reiche. So oft ich die lider schliesse spüre ich sie wieder. Deshalb kann mein vater doch nicht erzürnt sein. Ich fühle mich rein wie die kinder im himmel droben. Der Vater – Leila Weit weg suchen deine augen nach einem glücke Höre: wenn die stimme meiner liebe dich nicht mehr hält So erinnre dich dass wir hohe flüchtlinge sind Und immer leben müssen nach den gesetzen unsrer krone. Vater ich bin mir keines dings bewusst wovor ich erröten müsste. Uns ist verboten mit jedem niedren uns zu verbinden. Und wenn kein niedrer sondern der sohn eines königs käme? Dann verbietet dir unser elend zu ihm aufzuschauen. So leben wir der verbannten herrscher los Nirgends auf der erde können sie sich mehr verknüpfen Ihre freude muss es sein dass sie stolz ertragen. Wenn meine zärtliche sorge dich nicht mehr lenken kann So wird das heilige blut in deinen adern dir sagen: Du vergehst dich wenn du einen fremden auch nur anlächelst .. LEILA ( allein ) Der vater spricht mir von unrecht dass ich ein altes band zerrissen Doch auch das neue zu zerreissen liegt nicht in meiner macht .. Ich fühlte mich nie als verbannte hier unter meinen blumen Von einer andren heimat hab ich kaum geträumt .. Ich bin gewiss wenn ich Ihn nicht mehr sehen soll Werd ich welken wie eine blume die man aus dem boden zog Und wenn ich Seiner liebe verlustig gehe So will ich nichts mehr als heilig und hoch erkennen ... Ich habe nur Ein leben · das mit ihm und für ihn. * Leila (tot) · Vater (vor ihr knieend). Langsam kommt ein zug von weissgekleideten Jünglingen mit goldenen stäben und palmzweigen. Heil Timon · Heil dir König Timon! So jauchzt in deinem land dein volk Bald ruft es dich zurück! DIE HERRIN BETET EINE SAGE IM SINN DER ALTKÖLNISCHEN MEISTER DEM BURGHERRN AUF RHEINSTEIN EHRERBIETIGST GEWIDMET Bei einer aufführung dieser dichtung in der weise Lebender Bilder dient der beschreibende teil zur errichtung der bühne und stellung der gruppen während der wörtlich angeführte den gestalten in den mund gelegt oder in leidenschaftlos getragener sprache im hintergrund hergesagt wird. Es treten auf: die Herrin Der mit dem Falken Der mit dem Greifen (nur als erscheinung) ein Priester ein Bote Mägde Ihr finger frei von allen edelsteinen Umfängt die perlen der geweihten schnur Und sieht nur halb aus feh-verbrämtem ärmel Des kleides dessen straffe schwarze falten Sie ganz umhüllen vor dem frommen pult. Die Herrin betet. Schiefe strahlen fallen Herab auf sie aus spitzem bogenfenster. In seinen rauten die marie schwebt In grün und purpur · gelben schein ums haar In leuchtend vollen farben andrer welten. Im hofe drunten geht ein waffentosen Durch vieler mannen heiliges verstummen. Im gange schleichen mägde auf den zehen: ›Die Beiden die die Herrin eifrig ehrten – Ihr gatte war als er im forste jagte Von fremdem arme hinterrücks erschlagen – Sieh in den schranken gegenüber treten Dass einer sich der schweren klage löse Und der Erkämpften höchste huld ihm sei.‹ Und zwischen den gebeten lispelt ihr Der mit dem Falken: ›Seht mich ständig heiter · Bei frohen brüdern ist mein lieber ort · Sie missen jeden gerne nur nicht mich. Der wächter · senkt er mir die brücke · sagt Dass jezt die trübnis aus den mauern reite · Des dorfes töchter küssen meine rede Und innig lauschen frauen meiner laute. Wer sah mich einsam auf verrufnen wegen Mit jenem blick wovor den kindern bangt?‹ Der mit dem Greifen: ›Denkt an meine sitte · Und meine zierde – meine narben – zeuge! Vor königs wahl schon nahm ich meine sporen Vergoss mit ihm mein blut im wälschen land. Dem heile der bedrängten galt mein arm. Die ehre nennt das volk mit meinem namen. Vor meiner lanze fürchten sich die mohren. Ich stand am berg wo unser heiland hing.‹ Ein lauter schlag · ein halt · ein volles schweigen Dann jubelrufen und ein dumpfes murren. Die beterin noch lauschend hat sich bebend Emporgerichtet · beugt sich einmal noch Die perle küssend mit dem teuren splitter · Sie eilt hinaus dass sie den sieger grüsse Der schon im gange dröhnt. Ihr auge glänzt Und ihre hand die sie mit gnade bietet (Soweit es ihr in witwentrauer zieme) Verspricht dass Gottes wahl die ihr genehme: Der junge ritter sinkt vor ihr ins knie. * ›Da kaum des festes lezter ton verschallt Und unsrer freude zeugen sich verstreut Bleibt mein gemahl auf rauhen zügen fern Und hat zurückgekehrt nur böse rede. Ich spinne einsam bei dem herde oder Ich schaue von dem söller in den strom Und denke meinen neuen kummer weinend Der harten prüfungen der tiefen schmerzen Die sich in meine schönen jahre stahlen. Ich habe · Frommer Vater · lang gerungen Dem los mich fügend deinen rat befolgend · Vor vielen gnadenbildern brennt das wachs Von meinen schreinen flossen reiche gaben Und bei den kranken trat ich furchtlos ein. Doch seit ich einmal ihn im zorn gehört Ward meine drangsal zur verzweiflung reif Und durch die schauer meiner leeren nächte Verfolgt mich ein entsetzlicher gedanke ..‹ ›O tochter reize nicht den höchsten richter Er irrt so wenig wie der lauf der sterne .. Nun hat dich wahres unglück heimgesucht: In deinem busen thront der widersacher Mit seiner schar. Du musst ihn von dir treiben Wie heftig er auch tobe · durch die zucht Des fleisches das sich bäumt und durch vermittlung Der Heiligen die dir zum schutz gegeben.‹ Ein Bote sprengt den steg hinan: ›Mir ist Die kundschaft des gebieters an die gattin Dass ihn des grossen mönches wort erleuchtet Im felde vor der stadt der sieben brücken Und tief gerührt er ohne den verzug Des abschieds nur zu dulden auf der schulter Das rote kreuz nach Christi grabe fahre.‹ Der bote ist im hof vom ross gesprungen · Er sucht in gängen und gemächern · merkt Die angelehnte pforte der kapelle · Er öffnet · zögert etwas · legt sie wieder Behutsam bei und mit dem deutefinger Verschliesst er sich den mund: ›Die Herrin betet.‹ DIE AUFNAHME IN DEN ORDEN EIN WEIHESPIEL DER GROSSMEISTER CHRYSOSTOMUS HERMOGENES DONATUS CHOR DER BRÜDER DER JÜNGLING Klosterchor · am altar der Grossmeister · vor ihm der um aufnahme bittende jüngling · in den stühlen zu beiden seiten alle brüder. Würdigste gilde Und herrlichster rat! Traumesgebilde Hier wurden sie tat. Schaffend hienieden Das oberste licht Wandel in frieden Ist einzige pflicht. Der du uns suchst weisst du von unserem satze? Wir lösten von uns sterblich weh und heil Hier bist du nicht dir selbst hier ist dein teil: Im kreise fühlen wirken nach dem platze. Hier ist verbannt wer eigensüchtig wolle – Wir folgen fromm der jahreszeiten zug Nach sens und sichel führen wir den pflug Bis wir uns ganz vereinen mit der scholle. Doch kennen wir kein schreiten trüb und träge: Den völkern ungeahnt ist hier in hut Die vor der allerstarrung wahrt: die glut – Kein wächter der vor ihr sein blut erwäge! Der von den dunklen mächten fast verwirrte Dankt dem gebote das genesung bringt. Zu welchem joch ihr seinen nacken zwingt: Um eure ruhe bittet der verirrte. Dies ist beginn: Ob leidesvertrauter – Körper und sinn Seien noch lauter! Mir scheint zu früh warst du vom weg getrieben. Im vierten der entscheidenden jahrsieben. Weisst du was uns für duldung und genuss Erloschen sein und was noch glühen muss? Hört meinen ernst aus meiner stimme klingen Und seht mich nackt vor euch die hände ringen! Wenngleich er noch jung Ist edel der schwung Des leibs wie des wortes Würdig des ortes. ›Der erdengüter will ich mich entschlagen‹ Der schmerzgeprüft verdiente darfs nur sagen Den der verzicht nicht reut. Doch was vermocht Dass du vor abend an dies tor gepocht? Ein weib hat sich zum unheil mich geboren Ein weib war meines frühen unheils schuld. Wie alles kam – nicht füll es eure ohren! Das immergleiche! doch dies hört mit huld: Nachdem die erste wilde qual gebrochen Ich mit des werks genossen mich vermischt: Wusst ich: unheilbar war mein herz durchstochen Ein jedes wort hat brennend drin gezischt. Ich harrte monde wandernd bis zum meere Doch durch die menschen schlich ich wie ein dieb Mir war ihr leid und lust und tat nur leere .. Dann starb die liebe und die wunde blieb. So wandl ich hin umringt von totenträumen Und zu bekennen mach ich keinen hehl Mich lockt es wo die dunklen wasser schäumen O sendet mir den rettenden befehl! Wol kann ich dienen nur mit kargem scherfe Doch glaubt: die grösste not lenkt meinen lauf – Nur wenn mich euer urteil nicht verwerfe Geht mir ein weg zu fernerem leben auf. Kein sonderer fug – Doch wie er ertrug Sei ihm zum lobe Lass ihn zur probe! So will das erste recht: dass du aus diesen Den bruder suchst der ahnend für dich zeuge Nun forsche schau und frage wer sich beuge! Nur wenn du dreimal fehlst bist du verwiesen. Wer soll die wahrheit über mich verhängen Als der allüberscheinend milde strahl Dem die lebendigen sich entgegendrängen ... Unhebbare hülle Unlenkbar geschick! Tief schauert der blick Wie sichs erfülle. DER JÜNGLING ( zu Chrysostomus ) Wirst du mich führen zum erlesenen mahl? Gebrochen ganz und müd der eitelkeiten Von elend wahn und druck und schmach erfasst An all dem duldend – kamst du so aus weiten? Mir dünkt zu leicht gewönnest du die rast. Chrysostomus hat sich von ihm gewandt Er findet nicht den bruder Fern bleibt er unsrem bund. Zu wem mich also richten als zur kraft Der alldurchdringenden uns eignen leuchte Die denkt was ist und selbst den schöpfer schafft? Unhebbare hülle Unlenkbar geschick! Tief schauert der blick Wie sichs erfülle. DER JÜNGLING ( zu Hermogenes ) So findet vor dir gnade der gescheuchte? Was vorbereitet zu dem siedlertume Ist die bezwingende die tiefste angst Die uns zu lernen heischt mit blatt und blume Zum tod zu gehn. Sieh wie du die erlangst! Hermogenes hat sich von ihm gewandt Er findet nicht den bruder Fern bleibt er unsrem bund. Zu boden werf ich mich fragend was mir noch bliebe .. So wend ich mich um die erfüllung mit stärkstem flehn Noch einmal zu dir empor du unendliche liebe! Unhebbare hülle Unlenkbar geschick! Tief schauert der blick Wie sichs erfülle. DER JÜNGLING ( zu Donatus ) Du jüngster der brüder begreifst du was mir geschehn? Nicht weiss ich: mein los war es leichter war es gequälter. Doch – glaubt unser haupt dass in heiligen händen es wohne Und wird dann zurückgestossen mit blutigem hohne So fühl ich die äussersten peinen wie du – mein erwählter! Donatus hat sich über ihn geneigt Nun fand er seinen bruder Heil ihm in unsrem bund! Da sich Donatus deiner angenommen Bist du auch uns gesegnet und willkommen. Tritt her und halte seine hand! die weihe Ist nun vollendet. Bleib in unsrer reihe! Und dieser leite dich zu werk und mühe Und zu dem glück das wie dein sehnen blühe. Kein stern und kein jahr Vernichtet den geist Allmächtig so wahr Er noch wundert und preist. Der kreis ist der hort Der trieb allen tuns Ein hehres wort Verewigt uns! ENDE BROWNING DER FLECK AUF DEM SCHILD (AKT: III SC: II) Thorold' wars nicht zu rasch getan? Dies blut vergiessen das von jugend hoffen Und liebe für mich glühte – die du auch Geliebt und hier doch auf ihn warten liessest Indes du ihn erschlugst – o zweifellos Du liesst sein arm beklommen knabenwort Ihn sagen · sein arm bestes tun · dass er dich Entwaffne und mich rette · liessest ihn Von unsrer lieb und unkenntnis erzählen Dem kurzen wahnsinn und der langen reue · Vorbringen liessest du ihn all dies: euer Gesetz will dass man anhört eh man trifft · Jedoch am end als er nach leben aufsah In dein gesicht schlugst du ihn nieder .. Nein · Hätt ich ihn nur gehört · ihn sprechen lassen Die halbe wahrheit · nur ihn recht beschaut Ich hätte ihm verziehn .. als er da lag Den mond auf der erglühten wange las ich Die ganze mär · noch eh er sprach · und sah Durch trübe fluten sein- und deiner sünde In tiefen unbewegter reinigkeit .. Hätt ich geschaut nur wo's am wirrsten schien Mir wär die innre klarheit durchgeschimmert – Ich sah vorbei .. nun trifft mich meine strafe. Dies ist die wahrheit · Mildred · und du sag: Du fluchst mir? ÜBERTRAGUNGEN AUS DER ROMANZE DES ABENAMAR Wenn du es wolltest · Granada So würd ich mit dir mich vermählen Als nadelgeld würd ich geben Cordoba dir und Sevilla ... Vermählt bin ich · König Johann Vermählt bin ich · keine witwe Der Maure dem ich gehöre Gar hoch hält der mich in ehren. JUAN DE LA CRUZ In einer dunklen nacht Voll liebesflammen und voll bangem beben O glückliches geschick Enteilt ich unbewacht Da schon mein haus zur ruhe sich begeben. Im dunkel sicher schritt Ich die geheime treppe in verkleidung O glückliches geschick Im dunkel und verhüllt Da schon mein haus zur ruhe sich begeben. In der beglückten nacht Geheim wo keiner mich erkannte Noch ich ein ding erspäht · Kein leiter und kein licht · Nur das was innen mir im herzen brannte. Dorthin entführt' es mich So sicher wie durch mittagliche helle Dorthin wo er mein harrte Den ich am orte wusste Wo niemand anders konnte sein. O nacht die du mich führtest O nacht mir holder als die morgenröte O nacht die du vereintest Den freund mit der geliebten Den freund in die geliebte eingegangen. An meiner blumigen brust Die ich für ihn allein mir rein bewahrte Da blieb er schlummernd liegen Und ich liebkoste ihn Indem der zedernfächer kühlung wehte. Als schon der dämmerung luft In seinen haaren spielte Fasste er mich am hals Mit der erlauchten hand Und alle meine sinne standen still. So blieb ich und vergass mich Das antlitz zum geliebten neigend · Die Welt schwand. Ich versank Und meine sorgen sanken Inmitten der lilien begraben. DANTE SONNETT AUS DER VITA NUOVA Ich fühlte wie im herzen mir erwachte Ein geist der liebe der im schlaf gelegen: Dann kam aus fernen Amor mir entgegen So froh dass es ihn fast unkenntlich machte Er sprach: Nun denk mir ehre zu bereiten Und lächelte bei jedem seiner worte Mein Herr blieb etwas stehn an meinem orte Hinschauend wo er herkam und aus weiten Sah ich Frau Hanna neben Frau Beate Mir grad entgegen wandelten die zweie Die eine und die andre Wunderreiche Und wenn ich Amors meinung recht errate Sprach er zu mir: DIE hat den namen Maie DIE Liebe · so ist sie mit mir das gleiche. MEUCCIO Sonnett geh nach Meuccio dich erkunden Und siehst du ihn sollst du ihn gleich begrüssen Eil zu ihm hin und wirf dich ihm zu füssen Dass du von feiner sitte seist erfunden. Und will er eine weile dich begleiten Sei noch einmal zu grüssen ihn beflissen Und darauf lass ihn deine botschaft wissen Doch mach dass du zuerst ihn ziehst beiseiten Und sprich: Meuccio! der dich liebhat sendet Dir hier von seinem köstlichsten geschmeide Um deinem guten herzen sich zu nahen Doch lass als erste gabe ihn empfahen Hier deine bruderschar – mit dem bescheide Bei ihm zu weilen niemals rückgewendet. PRINZ INDRA DIE HEIMKEHR Nach den toren von Golkonda Geht ein buntbewegter zug · Aufgeschmückt im festeskleide Wie zum hoffnungsfrohen streite Führen ihn des Rajahs krieger Und wie siegesmelodien Klingts aus pauken und aus flöten Aus fanfaren und drommeten. In der mitte thront erhaben Überm dichten volksgewühl Zwischen schützenden trabanten Auf dem weissen elefanten Er der herrscher von Golkonda In dem fürstlichen ornat · Eine reihe langer jahre Bleichte seine lockenhaare Und das diadem der väter Ruht ihm würdig auf dem haupt. Neben thront zu seiner linken Hehr ein jüngling: freudig blinken Seine dunklen träumeraugen Und in vollem jugendglanz Glühen ihm die schönen wangen Und der mund noch unbefangen. Als der sohn des greisenalters War prinz Indra ganz allein Aus dem frohen kreis der sieben Dem beherrscher nur geblieben. Heute kehrte er zur heimat Aus dem heiligen büsserwald Wo er schon seit frühster jugend Sich geübt in jeder tugend An der hand des frommen siedlers Dem der vater ihn vertraut. Früh riss ihn die alte sitte Schon aus des palastes mitte Ihn ins niedre haus zu senden Zu dem weisen heiligen mann · Dieser lehrt ihn gutes stiften Und der Veden alte schriften Zu verstehn und zu ergründen · Macht mit allem ihn vertraut Was von not war zu erwerben Für den künftigen throneserben. In des jünglings hellem sinne Trug der same reiche frucht. Der gedanken ruhnde geister Weckte früh der kluge meister Und dem prinzen wurden manche Dinge zeitig offenbar ... Da ward er zurückgerufen Zu des höchsten thrones stufen Von dem Rajah dem allmählich Lästig ward der krone druck. Von dem frieden jenes waldes Des so süssen aufenthaltes Von dem teuern lehrer musste Er sich trennen immerdar. Schmerzlich traf ihn erst die kunde Bitter war die abschiedstunde Wogte ihm auch hoffnungsfreudig Tatenstolz die junge brust Die nur glanz und glück und ehren Sich vom schicksal lässt bescheren. Von des heiligen waldes grenze Führt in festlich grossem zug Selbst der vater und gebieter Seinen einzigen sprossen wieder Zu dem heimatlichen hause Zu dem fürstlichen palast · Und das festliche geleite Auf dem thron an vaters seite Sollte ehrend ihn erklären Zu dem künftigen landesherrn. Freudig blickt er auf die menge Und das farbige gedränge An den vater angelehnet · Wie ein frischgepflückter strauss Bunter blumen anzuschauen Neben einem gelblich grauen Reifen ährenbüschel. Glücklich Blickt der vater auf den sohn Der so herrlich sich gestaltet Und der greis die hände faltet. Lauter mischt des volkes jauchzen Hörner und drommetenklang Sich zu Einem jubelchore Und der zug geht durch die tore. DER FALL Eine reihe froher feste Alle tage neue lust! In den fürstlichen palästen Wimmelt es von frohen gästen. Glücklich im gewühl der freude Glücklich in der welt der pracht Flossen jene zeitenräume Für den prinzen hin wie träume. In dem weiten blumengarten Wandelt abendlich der prinz In dem hauch der kühlen lüfte In dem reich der süssen düfte. In der dunklen rosenlaube Sank er sinnend auf das moos Denkt bald an die heutigen freuden Bald vergangner schöner zeiten. Schön wars in dem dichten walde In der einsamen natur Doch ein tor der nicht empfände Hier die freuden ohne ende Alles ist so schön und prächtig Alle sind so glücklich hier Und des eremiten lehren Kann ich halb mir nur erklären Niemals werd ich recht begreifen Jenen höchsten segenswunsch Aus des weisen mannes munde: Einen freund zur rechten stunde Möge Gott dich finden lassen – Als ob alle menschen hier Mir nicht treue freunde wären Die mir raten · mich belehren ... Plötzlich riss ihn aus dem sinnen Leiser lieblicher gesang An dem einsam stillen orte · Staunend blickt er durch die pforte Dort wo der fontäne strahlen Aus dem gras im mondenschein Silbern auf und nieder springen Schien die stimme ihm zu dringen. Er trat näher und – o wunder! Zwischen blumenbeeten ruht Eine wasserfee verlangend Und in allen reizen prangend Spielend mit den langen haaren Singt sie dort ihr himmlisch lied Die natur rings zu beglücken Und den wandrer zu berücken. Nein · es ist ein kind der erde · Apsara die herrliche! Die in des palastes hallen Als die schönste galt von allen. Sie entflammt in heissen gluten Zu dem schönen Königsohn Suchte oft ihn zu bestricken Mit der liebe feuerblicken. Noch nicht drangen ihre pfeile In des prinzen kindesherz · Und es konnt ihr nicht gelingen In ihr netz ihn einzuschlingen. Wusste sie dass in dem garten Abends sich der prinz erging? Will mit ihren melodieen Lockend sie ihn zu sich ziehen? Stürmisch pocht des jünglings busen – Winkt nicht ihre weisse hand Aus den dichten blumenbeeten? Soll er ihr nicht nähertreten? Soll er eilig sich entfernen? Wild durchrasen seinen sinn Tugendlehre und ermahnung Und der nahen sünde ahnung. Ach so schwer ist klar zu denken Für die jugendliche brust Wenn so süsse düfte wehen Wenn so süsse lippen flehen .. Dieses ist das los der jugend: Wer in heitrem glücke schwelgt Ist zur hälfte schon gefallen Wäre er auch gut vor allen. Und zu spät ist es zu streiten Im moment der leidenschaft. Müsste auch sogleich er sterben Toll rennt er in sein verderben. DIE FOLGEN Bitter ist der rausch der freude Bitter der geschmack der lust. Auf des schlosses hohen zinnen Lag der prinz in tiefem sinnen · Vor dem blauen reinen himmel Mit der sterne gold besät Schien er seinen blick zu senken Und an seine schuld zu denken. Unablässig quält und drückt ihn Das bewusstsein seiner schuld Und nachdem die frucht genossen Wurde alles ihm erschlossen Was vor kurzem ihm gewesen Dunkel noch zu seinem glück Und es trat jezt klar zu tage Wurde ihm zu qual und plage. – Hier bin ich · erklärt der büsser Und der Veden heilig wort · Um das rechte zu vollbringen Um das ewige zu erringen. Nichtig ist der menschen streben Tödlich ist ihr ganzes sein Eines nur ist kluges handeln: Arm und fromm vor Gott zu wandeln. – Ja und ich muss mich entschliessen Wenn ich rettung finden soll Weg zu ziehn aus diesen räumen Diesem boden ohne säumen. Ruhelos den prinzen jagen Durch des hauses weite räume Seines herzens heftig streiten Neuer fehler neue leiden. Ach wo bleiben deine lehren Teurer meister fromm und klug Ach wo bleiben heilige schwüre? Wenn er alles jezt erführe!.. Und es merkt der alte vater Jene wandlung voller gram Wie des sohnes wangen blichen · Glück und friede von ihm wichen. Erst sah er mit tiefem schweigen · Dann beschloss er eines tags Ganz allein zu thrones stufen Den geliebten sohn zu rufen. – Lange hab ich schon gesehen Ist mein aug auch trüb und matt Wie die ruhe dir geschieden Wie du rastlos unzufrieden Durch des hauses räume irrest Wie du traurig immer sinnst · Bietet sich dir zum genusse Alles nicht im überflusse? Wird nicht alles was du wünschest Eilig und genau erfüllt? – Was soll ihm der prinz erwidern? So kann er sich nicht erniedern Seinem vater und gebieter Seine fehle zu gestehn. Und nicht durfte er es wagen Seinen plan ihm vorzutragen. Stumm senkt er den blick zur erde Und der Rajah sprach darauf: Nun so muss ich schliesslich wähnen Dass von überstolzen plänen Deine sinne sind gefangen · Dass ich dir das diadem Lang genug und zu lang trage Nicht für dich dem thron entsage. Ist es so: so gib nur wieder Dich zufrieden · guter sohn! Denn des alten vaters glieder Legt man bald zur grube nieder. – Also sprach der Rajah traurig Und mit einem leisen schrei Stürzt der prinz zu vaters füssen. Jäh und bitter war das büssen. DER RETTER Zu des heiligen stromes wassern Zog es oft den prinzen hin Um mit ihrem wellenrauschen Seine seufzer auszutauschen Um der quälenden gedanken Schreckgebilden zu entfliehn. Wenn die abendlichen schatten Ein erkennen schwer gestatten Schlüpft aus dem palaste heimlich Er in unscheinbarer tracht. Aus des palmenhaines mitte Blickte eine kleine hütte Vor der hütte sass ein jüngling Schön wenn auch in armem kleid Der zu einer leier singen Seine stimme liess erklingen. Manchmal wenn die bergeswinde Sich besänftigt und gelegt Sass ein greis an seiner seite Der mit stolzer vaterfreude An des sohnes kunst sich labte. Niemals schien ein schönres bild Vor dem prinzen sich zu dehnen – Ein gewaltig heisses sehnen Zog ihn hin zu jenem jüngling Der so schön war und so froh. Lauschend stand er in der ferne Und er hätte sich so gerne Ihm genähert · ihn gesprochen Wenn die scheu nicht und der greis Und die angst ihn abgehalten Dass auf seiner stirne falten Seine sünden sein geschrieben · Dass das reine edle aug Ihn sogleich erkennen liesse Und voll abscheu von sich stiesse. Heute war der Alte ferne · Er trat näher in den kreis Um von palmen noch verborgen Weiter der musik zu horchen. Aber kaum bemerkt der jüngling Ihn den fremden suchend bang Nach der hütte sich bewegen Als er schnell ihm trat entgegen Ganz heran ans haus ihn führte Bei der hand und sanften tons Ihn nach seinem wunsche fragend · Und der prinz versezte zagend: Öfter ging ich hier vorüber Und vernahm dein schönes lied Und mein einziges begehren Ist dir stille zuzuhören .. »Kann ergötzen und erheitern Ich mit meiner schwachen kunst: Lass dich mir zur seite nieder Und vernimm die armen lieder.« Aufmerksam und voller andacht Lauscht prinz Indra der musik Und des angesichts erregung Zeugt die innere bewegung. Und am ende dringt ihm schmerzlich Aus der vollen brust das wort: Ach du musst wol recht hienieden Glücklich leben und zufrieden ... »Ja der himmel sei gepriesen · Ich bin heiter und gesund Alles nötige zum leben Wird die vorsicht stets uns geben. Nach des tages strenger arbeit Ist es mir das grosse glück An des teuren vaters seiten Meine stimme zu begleiten Mit dem klang der leier oder Aus der grossen dichter wort Alter zeiten art und wesen Hoher helden tun zu lesen. Aber · fragt darauf der jüngling Forschend und doch teilnahmsvoll · Mir schien dass du lebst im glücke · Was sind deine missgeschicke?« Seine stimme klang so herzlich Und sein auge war so gut Dass der prinz ihn voll vertrauen In sein tiefstes herz liess schauen · Eines nur hielt er ihm heimlich Dass des Rajah sohn er sei · Er erzählt mit heissen tränen · Nichts vergass er zu erwähnen Auch den heiligen entschluss nicht In der büsser wald zu ziehn · Dass der vater gar nichts ahne Von dem tiefgefassten plane Dass den greis zu sicherm tode Brächte die verwirklichung. Das bekenntnis war zu ende Bittend hob der prinz die hände. Jenes jünglings tiefe einsicht Fasste der erzählung kern · Mit herzinnigem erbarmen Hielt er fest in seinen armen Seinen neuerworbenen freund. Er erklärt ihm ernst und mild: Deine seele kannst du retten Aus des feindes schlimmen ketten Wenn du nur mit starkem willen Seiner lockung widerstrebst. Doch dein sinn scheint nicht geschaffen Aus der welt ihn zu entraffen Und zum büsserwald zu schicken – So erreichst du nicht dein glück. Wahre arbeit musst du finden Geist und leib musst du verbinden Um sie auf dein werk zu lenken Und vom bösen abzuziehn. Bist du reich an erdengütern Sorge dass du deinen brüdern Auch sie angedeihen lässest · Suche hier die armut auf Deinen segen auszuschütten Selber in der dürftigen hütten. Suche arbeit suche wirken So wirst du mit leichter müh Wieder glück und frieden finden Und den dämon überwinden. Jezt lebwol! wir müssen scheiden Leider für nicht kurze frist Denn geschäfte mancher weise Zwingen mich zu weitrer reise. Bei des zehnten monds erscheinen Triffst du wieder mich am ort. Deinen namen wirst du nennen Und kein los mehr soll uns trennen. DIE RETTUNG Neue lust und neues leben Wurden in dem prinzen wach Musste auch das lange scheiden Von dem freund ihm schmerz bereiten. Dessen würdig sich zu machen War sein eifrigstes bemühn Und an seine kurzen lehren Aufs genauste sich zu kehren. Weite uferbauten lagen Einst begonnen von dem ahn Zu des ganzen volks bedauern Stets noch in den ersten mauern. Junge kräfte waren nötig Und zum wagnis frischer geist Um mit vielen tätigen händen Dieses bauwerk zu vollenden. Dies nun ward des prinzen vorsatz: In geschäftiger eile liess Er vor seines thrones stufen Künstler viel und werker rufen · Unterredete mit ihnen Gab auch selber rat und plan ... Bald verschwand das schlimme wanken Und die quälenden gedanken. Der Apsara wüstem locken Leistete er widerstand. Was unmöglich ihm geschienen War jezt leicht ihm zu verdienen. Und was einst ihn im genusse Und was ihn nach seinem fall Mit des zweifels nacht umzogen War wie leicht gewölk verflogen. Klar ward ihm jezt was die Veda Von der menschen streben sagt: Jeder zu erreichen suchend SEINES standes höchste tugend Ihren vollen sinn erfasse · Jezt ward ihm erst offenbar Jener spruch aus büssers munde Mit dem freund zur rechten stunde. Als der zehnte mond gekommen Eilt der prinz zum palmenwald Dass er den Ersehnten finde Seinen heissen dank ihm künde. Der war eben heimgekehret Und erstaunte nicht gering Wie ein fürstliches geleite Hier nach seiner hütte schreite. Eilig trat er vor die türe Blickte aus und ganz bestürzt Sank er zu des prinzen füssen Um ihn ehrfurchtsvoll zu grüssen. Doch der hob ihn auf vom boden Drückte ihn an seine brust: Der du halfst mein glück begründen Willst die freundschaft auf nun künden Dem erfreuten · dem entzückten Die dem armen du gelobt! Heissen dank muss ich dir bringen Denn du liessest mir gelingen Was mir unerreichbar deuchte Du mit deiner guten lehr! Komm mein retter · mein berater · Eilen wir zu meinem vater Er soll freudig dich umarmen Seinen zweiten teuren sohn Der den ersten · schon verloren · Neu belebt und neu geboren. Komm und schaue meine werke Schau mich ganz in meinem glück! Steh du immer mir zu seiten Als ein freund für alle zeiten · Und du hoher geist der welten Helfer mir durch diesen freund Lenk uns stets auf rechten wegen Und verleih uns deinen segen. ANHANG JUGENDDICHTUNGEN UND GEDICHTE IN FREMDEN SPRACHEN MONOLOG AUS GOETHES EGMONT IN VERSEN Du alter freund! du immer treuer schlaf · Fliehst du mich nun wie alle andern freunde? Wie senktest willig auf mein freies haupt Du dich hernieder · kühltest meine schläfe Du wie ein schöner myrtenkranz der liebe! Von waffen rings umgeben auf der woge Des lebens ruhte ich in deinen armen Leicht atmend · dem aufblühnden kinde gleich. Wenn stürme wild durch zweig und blätter sausten Wenn ast und wipfel knirrend sie bewegt Blieb doch der kern des herzens ungeregt. Was schüttelt dich nun? was erschüttert dir Den festen sinn? Ich fühls es ist der klang Der mordaxt die an meinen wurzeln nascht. Noch steh ich aufrecht · und ein innrer schauer Durchfährt mich. Ja sie überwindet · die Verrätrische gewalt · sie untergräbt Den festen stamm und eh die rinde dorrt Stürzt krachend und zerschmetternd deine krone ... Warum denn jezt der du gewaltge sorgen So oft gleich seifenblasen von dem haupte Dir weggewiesen hast · warum vermagst Du nicht die ahnung zu verscheuchen die in Dir tausendfach sich auf und niedertreibt? Seit wann begegnet furchtbar dir der tod Mit dessen wechselbildern wie mit allen Gestalten der gewohnten erde du Gelassen lebtest? – Auch ist er es nicht Der rasche feind dem die gesunde brust Wetteifernd sich entgegensehnt · der kerker Ist es · des grabes bild dem helden wie Dem feigen widerlich. Unleidlich war Mirs schon auf meinem polsterstuhle wenn Die fürsten in der stattlichen versammlung Was zu entscheiden leicht war überlegten Und zwischen düstern wänden eines saals Die balken seiner decke mich erdrückten. Da eilt ich fort sobald es möglich war Und rasch aufs pferd mit tiefem atemzuge Und frisch hinaus da wo wir hingehören Ins freie feld wo aus der erde dampfend Uns jede nächste woltat der natur Und durch die himmel wehend alle segen Des sternenreichs umwittern · wo wir gleich Dem erdgebornen riesen durch berührung Mit unsrer mutter kräftger auf uns reissen · Wo wir die menschheit ganz und menschliche Begier in unsern adern fühlen · wo das Verlangen vorzudringen zu besiegen Zu haschen seine faust zu brauchen zu Besitzen durch die brust des jägers glüht · Wo der soldat sein angebornes recht Auf alle welt mit raschem schritt sich anmasst · Wo er in fürchterlicher freiheit wie Ein hagelsturm verderbenbringend streicht Durch wiese wald und des getreides wogen Nicht grenzen kennt die menschenhand gezogen. Du bist nur bild · erinnrungstraum des glücks Das ich so lang besessen · wo hat dich Verräterisch das schicksal hingeführt? Versagt es dir den nie gescheuten tod Im angesicht der sonne rasch zu gönnen Um dir im ekeln moder zu bereiten Den vorgeschmack des grabes? hauchet er Mich nicht aus diesen steinen widrig an? Schon starrt das leben · vor dem ruhebette Wie vor dem grabe scheut der fuss. – O sorge Die vor der zeit du schon den mord beginnst Lass ab · lass ab. – Seit wann ist Egmont denn Allein so ganz allein in dieser welt? Dich macht der zweifel fühllos nicht das glück. Ist die gerechtigkeit des königs der Du lebenslang vertraut · die freundschaft der Regentin die (du darfst es dir gestehen) Fast liebe war · sind sie auf einmal wie Ein glänzend feuerbild der nacht verschwunden Und lassen dich auf dunkelm pfad zurück? Wird an der spitze seiner freunde nicht Oranien wagend sinnen? wird ein volk Nicht mit anschwellender gewalt sich sammeln Und rächend seinen alten freund erretten? O haltet mauern die ihr mich umschliesst So vieler geister wolgemeintes drängen Nicht von mir ab! und welcher mut sich sonst Aus meinen augen über sie ergoss Der kehre rück aus ihrer brust in meine! O ja sie rühren sich zu tausenden Sie kommen stehen mir zur seite und Ihr frommer wunsch eilt dringend zu dem himmel Er bittet um ein wunder. Steiget dann Zu meiner rettung nicht ein engel nieder So seh ich sie zu lanz und schwertern greifen. Die tore spalten sich die gitter springen Die mauer stürzt von ihren händen ein Und Egmont steigt dem tagslicht froh entgegen. Wie manch bekannt gesicht empfängt ihn jauchzend. Ach Klärchen wärest du ein mann · nicht fern Bliebst du · du brächst zuerst die schranken Und was ich ungern dankte einem herrn Ich hätte dir die freiheit zu verdanken. AUS IBSENS CATILINA Aus dem ersten Akt AUS DEM ERSTEN AKT LENTULUS · STATILIUS · CETHEGUS · MANLIUS Ich kenne einen der uns leiten könnte .. Du meinst den Catilina? Eben den. Ja Catilina ist vielleicht der mann. Ich kenne ihn. Sein vater war mein freund Mit dem ich manche schlacht zusammen focht Sein kleiner sohn hat ihn im krieg begleitet. Im zarten alter war er wild · unlenksam Doch seltne gaben zeigten sich in ihm – Sein sinn war hoch · sein mut unwandelbar. Ich glaube dass er sich bereit erklärt. Ich traf ihn heute abend tief verstimmt. Er brütet heimlich über einem plan · Ein kühnes werk hat er schon lang im sinn. Ja lang bewarb er sich ums konsulat. Es will ihm nicht gelingen. Seine feinde Sind gegen ihn gewaltig losgezogen. Er war an ort und stelle selbst und rasend Verliess er den senat auf rache sinnend. Dann geht er sicher auf den vorschlag ein. Ich hoffe es .. doch müssen wir vorerst Im stillen arbeiten. Die zeit ist günstig. Aus dem zweiten Akt AUS DEM ZWEITEN AKT CATILINA UND DIE VERSCHWORNEN Du schwärmst da Catilina. Das wars nicht Was wir im kopfe hatten. Nüzt es uns Die alten zeiten wieder aufzurichten Mit ihrer lächerlichen einfalt? Nein! Macht fordern wir – und mittel um zu führen Ein frei und sorglos leben! Ja das ists .. Was sollen wir für andrer glück und freiheit Auf einen würfelwurf das leben setzen! Wir wollen selbst des sieges frucht! Elende! Seid ihr die nachkommen der grossen väter? Mit schande ihren namen zu bedecken Ist eure weise ihren ruhm zu wahren! Du wagst uns zu verhöhnen – du der längst Ein schreckensbild du warst – Ja es ist wahr · Ich war ein schrecken für die guten .. doch So elend war ich nie wie ihr es seid. Bezähme dich! wir dulden deinen spott nicht. Nein nein – wir wollen nicht – CATILINA ( ruhig ) So? Ihr feig gezücht – Ihr wagt noch was zu wollen? Zum tod Mit ihm! Zum tod mit Catilina! ( sie ziehen ihre dolche und stürzen auf ihn zu. Catilina zieht ruhig den mantel von der brust und sieht sie mit kaltem hohnlächeln an .. sie lassen die dolche sinken. ) Stosst zu! Ihr wagt es nicht? O freunde · freunde – Ich würd euch achten falls ihr diese brust Durchbohrtet wie ihr es mir androht .. Ist nicht ein funke mehr von mut in euch? Er will uns wohl .. Sein tadel war verdient. Er wars. Doch seht jezt ist die zeit gekommen Wo ihr der schande mal ausmerzen könnt. Wir wollen alles hinter uns vergessen – Ganz nahe winkt uns eine neue zukunft. Ich tor! Zu hoffen – einen sieg durch euch! Ist siegergeist in der gesunknen rotte? Einst träumte ich so grosses. Mächtge bilder Durchzogen mich und standen mir vor augen. Ich träumte dass ich hoch wie Ikarus Mit flügeln unterm himmelsraume flöge Ich träumte dass die götter mich gestärkt Mit kampfeskraft und mir den blitz geliehen. Ich griff mit einer hand den blitz im flug Und schleuderte ihn auf die stadt hernieder Und Rom in dunkler trümmer staub versank. Da rief ich mit gewaltig lauter stimme Beschwor des Cato sippe aus dem grab Und tausend geister folgten diesem ruf Belebten sich – und Rom erstand von neuem. Es war ein traum nur. Keine götter rufen Ans tagslicht wieder die vergangenheit. Und nie entsteigen ihrem grab die geister. Nun wol. Kann nicht das alte Rom erstehen Durch mich · so soll das jetzige vergehen. Schnell sollen wo sich marmorsäulen reihen Rauchsäulen wirbeln zwischen feuerprasseln .. Paläste tempel sollen niederstürzen Das Kapitol von seiner höhe sinken. Schwört freunde dass ihr euer leben weiht Zu dieser tat! Ich stehe an der spitze Sagt – wollt ihr folgen? Ja wir folgen dir. AUS IBSENS DIE HEERMANNEN AUF HELGELAND Örnulfs Klage ÖRNULFS KLAGE Sinn den schwermut stachelt Misset Bragas freuden Sorgenvoller sänger Leidet · singt er ein lied. Skaldegott schenkte Kraft mir zu singen Klingen lass meine klage Für meinen verlust meinen schweren. Neidvolle norne verheerte hart All meine weltenwege Trieb alles glück von mir Zerstörte Örnulfs eigen. Der söhne sieben wurden Örnulf von den göttern gegeben Nun geht einsam der greis Söhnelos durchs leben. Der söhne sieben so herrliche Erzogen zwischen schwertern Schirmten wikings weisses haar Wie die mächtigste mauer. Nun ist die mauer gesunken Meine söhne sind getötet Freudlos steht nun der greis da Und sein haus ist verödet. Thorolf du mein jüngster Kühnster unter den kühnen Wenig würd ich wehklagen Hätte ich dich behalten. Frisch warst du wie der frühling Gegen den vater voll liebe Zu einem helden herrlich Wärst du geartet im alter. Todeswunde unselig – Welches weh ist schlimmer – Hat meine alte brust Geklemmt wie zwischen eisen. Boshafte norne neidisch Verweigerte all mir mein eigen Goss aus des schmerzes fülle Über Örnulfs wegen. All meine kraft ist gewichen. Bekäme ich göttliche kraft nun Eines blieb meine aufgab Der norne tun zu rächen. Eines blieb mein streben Norne's sturz zu versuchen Sie die alles mir raubte Alles und nun das lezte. Hat sie mir alles geraubt? Nein das hat sie nicht Zeitig bekam ja Örnulf Suttungs meth zu trinken. Meine söhne nahm sie Aber sie gab mir gewaltge Kraft um in liedern Meine sorge auszusingen. Auf meinen mund legte sie Des sanges holde gabe Laut lass sie erklingen Selbst bei der söhne grabe! Heil euch wackre söhne! Dort seh ich euch reiten! Gottes gabe heilet Welten weh und leiden! GEDICHTE IN FREMDEN SPRACHEN PAZ La sera vola circa me con alas taciturnas. El di ha pasato con suo violento túrben Suo furioso e insaciable ager. En veloz e insana capcia Se precipitaron copiosamente meas ideas Las unas devorando las altras. Jo suspirá: »Ah · quando venerà El momento pro meditar supra esto e illo ancora · Me manca el duple número de horas.« – Se ha facto la sera tranquila Jo son en mea cámera inturbato Ahora haberia tempo pro curarme de toto. Ma sto magnetizato Dirigendo los oclos verso la lampa Reflectata indistinctamente En el obscuro speculo de la nocte. No volo plus pensar · no poto · Voleria sólamente clinar los genos Nil pensar – apauco precar. Romanische Fassung des Gedichts Fibel S. 90 EL IMAGEN Me revigilo terrefacto en las tenebras. Vedo nubes negras e imensas Qui se distacan e composan sin cesar. E durante que un grej de larvas Invisibles – ma qui se auden ja ben Face fremer meos nervos eccitatos Me aparece un imagen. Hodie jo lo eflorá entre tantos Por el momento tan de profundo me mové E de desiderio laxá meo cor transfixato. Jo lo obliá de pos – los somnos medesmo No poteron resuscitarlo. Vindicandose · petendo suo derecto En los terrores de la nocte ha venito De imposarse poténtemente ancora una viz. Romanische Fassung des Gedichts Fibel S. 93 FRAUENLOB En la ville aux faîtes antiques Aux parures en spirales Aux vitraux peints aux tours sidérales Sous les blasons des porchers mystiques Près des fontaines où le soir et le matin Sonnent les rires et les jets argentins: Une vie d'espoirs tenaces Toute une vie d'années noires J'étais le chanteur de vos grâces J'étais le héraut de vos gloires: Blanches filles des processions Avec vos cierges vos statues Chanteuses fraîches et hilares Fantastiquement vêtues Amies pâles des communions Vous · jeunes patriciennes préclares Qui sous les portes de l'église Pliez les robes lourdes de Venise – Et j'ai dédié tout l'art de mes rythmes habiles A vous · décor de nos fêtes et victoires Reines puissantes et immobiles. Mais qui m'a tendu la coupe d'or Les feuilles de chêne et les couronnes? Qui de vous a daigné m'élire Pour porter un jour les bandes mignonnes? Quels pleurs et quels doux remords Ont répondu jadis aux pleurs de ma lyre? Je sens le doigt paisible de la mort. Aux clameurs des cloches sépulcrales Des filles et des épouses en deuil Suivent un cercueil. Les seules mains frêles et pâles Conduisent à la cathedrale A la voûte en offrant des honneurs royaux Le prêtre fervent de leurs charmes. Vierges et matrones parmi les larmes De leur commun veuvage Versent de nobles vins des fleurs et des joyaux Pieusement dans le sarcophage. Französische Fassung des Gedichts Bücher der Hirten- und Preisgedichte S. 52 PROVERBES POUR LES TROIS INVITÉS DE SUR-LE-MONT T. Pendant que ta mère t'allaite Il faut qu'une fée maligne Chante d'ombre et de mort. Elle te donne comme étrennes Ces yeux sinistres et si mornes Et dont les Muses s'éprennent. Quand tes frères se plaignent Et disent: ô ta douleur! la tienne Ne la dis qu'aux nuages la nuit – Et tes chairs d'enfant saignent Sous l'arme dure des doigts. Sache que tu dois Tuer ta fraîche jeunesse · Car ce n'est que sur son tombeau – Si bien des pleurs l'arrosent – qu'éclosent Parmi la seule flore merveilleuse Les seules belles roses. Französische Fassung des Gedichts Jahr der Seele S. 55 D'UNE VEILLÉE ... Ton front mi-couvert d'une nuée de cheveux (Ils sont blonds et soyeux) Ton front me dit les combats juvéniles. Tes lèvres (elles sont muettes) content le drame Des âmes que Dieu condamne. Emouvant miroir · tes yeux! Ne joue pas avec! il est fragile .. Même quand tu souris (enfin tu t'es endormie) Ce sourire est mélancolie Et tu penches un peu ta tête endolorie. Französische Fassung des Gedichts Jahr der Seele S. 67 THOSE WHO HAVE LIVED Those who have lived in dreams see when awake The spectre of the glories they forsake For earth and grief · and weeping silently They fill their hours with fading memory Of the blue region where with gentle pace The gold winged children wander to embrace The trembling weary souls free from their jail Who turn the first amazed looks shy and frail In the bright land of Wonder ... so beguile The dark truth · fellow-prisoners! of a smile A shadow still remains though your two lives Again lie fettered in the poisonous air – A glance that your cold desert's hope revives And pale and sudden beams that kiss thy hair. Englische Fassung des Gedichts Teppich S. 70 YOU BOLDLY CEASED TO LOVE You boldly ceased to love the God of yore · Now he appears with dark revengeful brow: »You who called servitude my precious lore And left my house too proud to make the bow · Are you not bent by a more shameful yoke Do you not feel your wrung arm's force decay More than by this sonorous chain you broke? Must you not cry for pity · watch and pray?« Yea! as I neared the Saviour's bloody feet l now exalt a new God whom I greet With quivering lips · and equal extasies Consume me and less sober sympathies When last light of the holy evening wanes In my cathedral's gold and purple panes. Englische Fassung des Gedichts Teppich S. 71 ANMERKUNGEN Der titel dieses bandes und der inhalt des hauptteiles wurden noch vom DICHTER selbst bestimmt. Über die aufnahme der jugenddichtungen und der fremdsprachlichen versuche des anhangs hat er nicht mehr endgültig entschieden. Bereits früher gedruckt sind die folgenden stücke: aus MANUEL das 2. 4. und lezte bild der zweiten stufe in den Bl. f. d. K. l. F. 3. B. unter dem verfassernamen ROCHUS HERZ .. von den UM-SCHREIBUNGEN das 1. bis 3. bild in den Bl. f. d. K. 2. F. 2. und 5. B. ohne namen .. DIE HERRIN BETET Bl. f. d. K. 2. F. 2. B. mit dem vermerk: »die tonbegleitung zu den stummen teilen der handlung ist von Karl Hallwachs gesezt worden« und in der Allgemeinen Kunst-Chronik 1895 heft 4 .. DIE AUFNAHME IN DEN ORDEN Bl. f. d. K. 5. F. .. die UM-SCHREIBUNGEN wurden in den ersten · DIE AUFNAHME IN DEN ORDEN in den zweiten auswahlband der Bl. f. d. K. übernommen. Jugenddichtungen des Anhangs: PRINZ INDRA ist das früheste gedicht der gesamtausgabe · der EGMONTMONOLOG und die ÜBERTRAGUNGEN AUS IBSEN gehören den lezten schuljahren an. Über die fremdsprachlichen versuche berichtet der anhang des 1. 3. 4. und 5. bandes der gesamtausgabe. Die französische fassung des gedichtes SPRÜCHE AN DIE GELADENEN IN T. (JAHR Der SEELE s. 55) stand zuerst in dem von Paul Gérardy herausgegebenen Floréal im Februar 1893 · die zweite strofe der endgültigen fassung fehlte auch im ersten deutschen druck Bl. f. d. K. 1. F. 4. B. .. die romanischen fassungen von FRIEDE und DAS BILD sind 1934 von einem Franzosen in Frankreich veröffentlicht worden. Von abweichungen sind zu verzeichnen: MANUEL s. 45 lesen die Bl. f. d. K.: Was kommst du mir so nach und brichst mir meine blumen? ferner s. 47: Und zum monde sah ich denkend dass du auch hinsahest. In dem verse s. 47: Und wenn wir uns niemals verliessen für alle tage – fehlt »uns« in beiden älteren drucken. DIE HERRIN BETET: s. 57 fehlt im blätterdruck die zeile (Soweit es ihr in witwentrauer zieme) In der Allgemeinen Kunst-Chronik lautet der absatzschluss s. 58: Verfolgt mich der entsetzliche gedanke und der drittlezte vers s. 59: Er öffnet · zögert etwas · lehnt dann wieder