IV NACHKLANG Nun klingt die see. Bei allen küsten schlagen Die wellen funkelnd an und sinken rück Lichtflockiger schaum verfliegt und vögel schrein. O meergeborene die im frühen traum Der jugendlichen weite segen ahnen: Reichtum und öde · ruhe neben tat · Euch klingt das lied der wellen – euer preis Tönt in der meergeraubten muschel brausen Die dort ein knabe in die ferne blickend Zum ohr hebt · lauschend ernst im feuchten wind. Dir gilt das lied · so lebst du uns nun fort So unergründbar · kalten augs der tiefe Noch kaum entstiegen · doch dem untergang Unwissend nah. Welch fremder schimmer lügt Ums haupt dies lächeln tückisch glatter wasser? Dich rettet keine macht auf sichere bahn Dich spült die woge fort die dich geboren Und fern im abend leuchtet noch dein haar. Am bläulichen gestad enttaucht dem lauen Mittagsgesang der sonnumhüllten see Dein antlitz greifbar und berückend schön. In dem gewühle stehst du dunklen blicks Und deine wange färbt die pracht der sommer. So lebten sie die wir in ehrfurcht nennen Von eigner kraft gebändigt hoch und leicht Und strahlend wie der leib der Schaumgebornen. Dich aber trug das meer von süd zu nord Dich – seltsames gemisch von glut und eis Von jäher kampfwut und von schlaffem stocken. Was folgst du uns du ende dieser zeit? Wählst uns zu flüchtigem spiel wie andere mehr? Die welle treibt dich wechselnd mit dem wunsch Doch ausgestorben liegt bald jeder strand Und klagend irrt dein herrenloser geist! Ihr seid gebannt! der Meergott bläst das lied Um fels und insel schlingt sein zaubernetz Verknüpfend schicksal mit dem ton der wogen: Im starken prall gedrängt · bald bittend gleitend Verronnen fast und schon in wiederkehr .. Jezt donnert vom erflehten sturm gepeitscht Die flut zermürbte reste mit sich reissend .. Sie reisst euch fort · doch eure seele bleibt Und tönt in meergeraubter muschel brausen Die dort ein knabe in die ferne blickend Zum ohr hebt · lauschend ernst im feuchten wind.