Aller devoteste Gedancken/ Womit Sr. Königl. Majestät in Preussen/ Friederich des Ersten/Beheiligtes Bedächtniß An Dero Königl. Begräbniß-Tage Bey einer Trauer-Music In der Schloß- und Dohm-Kirchen in Halle wehmüthigst verehret worden. Ihr Fremden fraget nicht/ Warum anitzt die treuen Preussen klagen? Weil dieses Leid uns fast die Seele bricht/ Und ohne Thränen nicht zu sagen. Aria Unsre Hertzen wollen brechen/ Wenn die matten Lippen sprechen: Daß der Preussen König todt. Dieses Leid muß stets erschallen. Doch so offt wir davon lallen/ Ist es neue Qvaal und Noth. Der Weißheit Salomon/ Die Majestät von Preussens ersten Thron/ Der Schutz-Herr vor den Friedens-Stand/ Und ein August vor sein vermehrtes Land/ Der Unterthanen Lust und Leben ... Doch Schmertzen/ was bemühst du dich/ Zu sagen/ wer der Welt den Abschied hai gegeben? Denn alle Tugend hält in sich: Der Nahme Friederich. Cavata Herr/ dein Gesalbter stirbt/ Der dich unendlich liebet/ Uns lauter Heil erwirbt/ Und nie/ als itzt betrübet. Sein gantzes Thun war Königlich. Wir müssen seine Gnade preißen. Uns wird allzeit unschätzbar heißen Der theure Nahme Friederich. Die Klage dringt nur in den Himmel ein/ Daß Friederich hat müssen sterblich seyn. Doch Herr/ weil deine Hand Durch Friederichs Gemüthe/ Unendlich viele Güte Uns gnädig zugewandt: So tragen wir Gedult. Es fliessen tausend milde Zähren/ Ein danckbar Hertz dir zu gewähren Vor dieses grossen Königs Huld. Nimm solches Opffer gnädig an/ Und sende von der Sternen Bahn Des Vaters Glück gedoppelt auf den Sohn/ Und seegne Friedrich Wilhelms Thron. Aria 1. Herr/ deine Güte bleibt erhoben/ Wir müssen dich bey allem Creutze loben. Du nimmst ein unvergleichlich Gut; Und wilst durch Friedrich Wilhelms Leben/ Durch Dessen großen Königs-Muth Ein unvergleichlichs wieder geben. Herr/ deine Güte bleibt erhoben/ Wir müssen dich bey allem Creutze loben. 2. Herr Gott/ du wirst von allen Enden/ Glückseeligkeit auf unsern König senden. Gib Ihm ein löblich Königreich/ Daß von den Mächtigsten der Erden/ Ihm keiner nicht an Größe gleich/ Sein Reich das herrlichste mag werden. Herr Gott/ du wirst von allen Enden/ Glückseeligkeit auf unsern König senden.