Bei des Kronprinzen von Württemberg, jetzigen Königs, Zurückkunft aus Frankreich, im Frühling 1815. Was sollen all die süßen Lieder, Die rings die junge Erde singt? Es kam der reiche Frühling wieder, Ist er's, dem sie den Jubel bringt? Licht, Töne kommen hergeflogen, Rasch stürzt der Strom vom Felsenhang, Es braust in alter Eichen Wogen, Sie singen, Held, dir Siegsgesang. Ringsum ertönt's: Wie du die Bande Gepreßter Menschheit mit zerschlugst, Sieghaft, ein Sohn vom deutschen Lande, Des Reiches heil'ge Fahne trugst. Doch hör' durch all die Jubeltöne Den Ruf vom süßen Heimatland: »Komm! nimm, du liebster meiner Söhne! Den Kranz aus zarter Frauenhand! Komm! sieh viel starker Männer Arme, Die all nach dir sich breiten aus! Komm! daß nach lang verbißnem Harme Gesang erschall' aus Hütt' und Haus!« Ja! sieh bekränzt von Blütenzweigen Dein Land in jugendlicher Pracht; Die Wälder sich melodisch neigen, Sie rufen dich in ihre Nacht. Die stolze Alp in Himmelsbläue, Drauf manch gekröntes Heldenhaus, Schaut nach dem deutschen Sohn voll Treue Sehnsüchtig in das Land hinaus. Wild rauscht des Neckars blaue Welle, Rennt eilend, wie sie nie getan, Zum alten Rheine treibt sie's schnelle, Den Sieggekrönten zu empfahn. O dürften wir mitwogen fröhlich, Ein Strom nach dem entbundnen Rhein, Und tragen dich auf Armen selig Ins blütenreiche Land herein!