Mimi 1. Als ich bei dir lag Auf dem Wiesenhag, Und der Neckar flutete so mild: Fähre führte Vieh, Hügel bog sich wie Eine Mutter, die ihr Kindlein stillt. Berg und Brust ist eins, Schoss und Erd ist eins, Augen, Augen blinken wie von Tau. Welche Kühle ach Wind, ich fühle ach Plötzlich eine andre Frau. O begegne doch Frau und segne doch Deine Schwester, die sich vor dir neigt. Die auf Leiter von Zartem Stricke schon Aufwärts zu den Wolken steigt. 2. Was ich dir hier singe, Ist nur für dich gemacht. Die violette Syringe, Der Mond und das Ding der Dinge Ist nur für dich gemacht. Die heimliche Lust der Lüste Ist nur für dich gemacht, O gib mir deine Brüste. Ebbe und Flut unsrer Küste Sind nur für dich gemacht. Das breite Bett, ich dächte Es ist für dich gemacht. Komm, löse deine Flechte, Denn diese Nacht der Nächte, Sie ist für uns gemacht. 3. Trinklied Wirt, schlag aus dem Fass den Banzen, Wir wollen saufen und tanzen: Mimi und ich. Lahmer, du spielst Harmonika, Und die zahme Elster schreit krakra. Die Amseln flöten. War das ein Tag! Wird das eine Nacht! Auf den Neckarhügeln sind Sonnwendfeuer entfacht: Unsre Herzen. Mädchen, du lachst verschwenderisch! Du bist atemlos! Komm ins Gebüsch! Ich will dich umarmen! Der feiste Wirt zapft an seinem Fass. Der Lahme singt mit rostigem Bass. Die Elster schreit. Mädchen, ich spüre deinen Schoss Als läge die Sonne vor mir bloss, Die Nacht leuchtet. Ich streiche dir das Haar zurecht. Der Wirt offeriert gebratenen Hecht Und goldenen Mosel. Öffne das Auge! Jetzt bist du sanft Wie der Mond überm Wiesenranft, Holde Dryade!