Fürstenlob Dank dir, mein Geist, dass du seit deiner Reife Beginn, Beschlossest, bey dem Beschluss verhartest: Nie durch höfisches Lob zu entweihn Die heilige Dichtkunst, Durch das Lob lüstender Schwelger, oder eingewebter Fliegen, Eroberer, Tyrannen ohne Schwert, Nicht grübelnder, handelnder Gottesleugner, Halbmenschen, die sich, in vollem dummen Ernst, für höhere Wesen halten als uns. Nicht alte Dichtersitte, Nicht Schimmer, der Licht log, Freunde nicht, die geblendet bewunderten, Vermochten deinen Entschluss zu erschüttern. Denn du, ein biegsamer Frühlingsspross Bey kleineren Dingen, Bist, wenn es grössere gilt, Eiche, die dem Orkane steht. Und deckte gebildeter Marmor euch das Grab; Schandsäul' ist der Marmor: wenn euer Gesang Kakerlakken, oder Orangutane Zu Göttern verschuf. Ruhe nicht sanft, Gebein der Vergötterer! Sie sinds, Sie habens gemacht, dass nun die Geschichte nur Denkmaal ist; die Dichtkunst Nicht Denkmaal ist! Gemacht, dass ich mit zitternder Hand Die Saite von Daniens Friederich rührte; Sie werde von Badens Friederich rühren, Mit zitternder Hand. Denn o wo ist der sorgsame Wahrheitsforscher, Der geht, und die Zeugen verhört? Geh hin, noch leben die Zeugen, Und halte Verhör, und zeih, wenn du kanst, Auch mich der Entweihung!