75. Eines Fürsten Amt Ein Fürst ist zwar ein Herr; im Fall er herrschet recht, So ist er seinem Volck als wie ein treuer Knecht; Er dient zu ihrem Heil, er müht sich, daß er schwitzt, Daß sein vertrautes Volck gedieg- und rühglich sitzt; Er wacht, damit sein Volck fein sicher schlafen kan; Er stellt sich für den Rieß, nimmt allen Anlauff an, Ist Nagel an der Wand, daran ein jeder henckt, Was ihn beschwert und drückt, was peiniget, was drängt; An Ehren ist er Herr, an Treuen ist er Knecht; Ein Herr, ders anders meint, der meint es schwerlich recht.