Ein Sommerabend In Musik gesetzt von Robert Kahn Feierabend Lindenduft ... Bienenchor ... Vogelsang und Brunnenrauschen ... Knarrend schließt sich Tor um Tor; Feierabend lockt hervor, Grüße auszutauschen. Junges Volk will Gesang, Fiedelspiel und kecke Reigen; säume heute keiner lang, sich zur Ehr und uns zu Dank seine Kunst zu zeigen! Einer weiß ein neues Lied, andre freuen sich der alten; wer von Fern zu Ferne zieht, muß es, eh er weiter flieht, fröhlich mit uns halten. Düfteschwerer Dämmerflor ... Vogelsang und Brunnenplauschen ... Trete nun der Mensch hervor, lasse in den großen Chor seine Stimme rauschen! Volkslied Draußen im weiten Krieg ist blieben mein armer Schatz, draußen im fremden Land, da liegt er kalt und blaß. Läg ich doch bei ihm im Grab in der fremden Erd! Was tu ich hier allein am einsamen Herd? Stiller Mond, der in mein Fenster scheint, hat schon jemand so um seinen Schatz geweint? Geheime Verabredung Glühend zwischen dir und mir Julinächte brüten; gleiche Sterne dort und hier unsern Schlaf behüten. Wähl das schönste Sternelein, will das Gleiche tuen; – morgen droben Stelldichein auf geheimen Schuhen. Gibst du nur nichts anderm Raum, als mich dort zu finden, wird ein gleicher süßer Traum dich und mich verbinden. Erntelied Wo gestern noch der Felder Meer gewogt in allen Farben, steht heut in Reih und Glied ein Heer festlich gegürteter Garben. Es will der goldne Heeresbann vor Frost und Hungers Wüten das ganze Dorf mit Maus und Mann bis übers Jahr behüten. Und liegen die Bataillone erst im sichern Scheunquartiere, du fändst, und wenn du der König wärst, nicht beßre Grenadiere. Der Abend Auf braunen Sammetschuhen geht der Abend durch das müde Land, sein weiter Mantel wallt und weht, und Schlummer fällt von seiner Hand. Mit stiller Fackel steckt er nun der Sterne treue Kerzen an. Sei ruhig, Herz! Das Dunkel kann dir nun kein Leid mehr tun. Nachtwächterspruch Ihr Leut im Dorfe, laßt euch sagen, die Glock am Turm ist elf. Nicht lang, so wird es wieder tagen, drum auf, und geht zu Bett! Denn der nur gilt in der Gemeine, der rüstig wirkt und schafft, der sorgt getreulich für die Seinen, bis ihn der Tod entrafft. Ihr Leut im Dorfe, laßt euch sagen, die Glock am Turm ist elf. Nicht lang, so wird es wieder tagen, drum auf, und geht zu Bett!