Sturmlieder vom Meer In der Not Durch knorrige Fichten pfiff der Sturm, der Himmel war wie lauter Blut. Aus gierigen weißen Wogen griff mit Flammenarmen die Abendglut. Und der Sturmball stieg am Mast empor: Ein Schoner tanzte im Orkan. Und die Flagge flog. Mit scheuem Blick in die stürzende Gischt die Schiffer sahn. Und der Sturmball stand, und der Sturmball fiel, – die Lotsen zogen die Ruder ein. O du tanzendes Schiff, o du schwankender Kiel, nun mag der Himmel dir gnädig sein! O du ringendes Herz in der Not, in der Not . . . und der Hafen so nahe, der Friedensport! Und wieder treibt dein Dämon dich ins Uferlose fort – Und die Glut erlosch. Mit Raubtierschritt schlich über die Düne die Nacht daher. Ich sah sie lehnen am Hafendamm und die Hände strecken weit über das Meer.