3. Mädchens Nachruf Schwalben ziehen, Blätter fallen, Und gesammelt liegt die Frucht: Ach, mit meinen Freuden allen Nahm auch Er die rasche Flucht! Unter niederm Hüttendache Wohn ich, jener im Palast, Doch aus fürstlichem Gemache Trieb ihn Mut und Kampfeshast. Als des Frührots erstes Tagen Mich vom Traume heut erweckt, War mit Dienern, Rossen, Wagen Dieser ganze Raum bedeckt. Und er kam im Jugendflore, Hob sich auf sein Pferd im Nu, Bebend stand ich unterm Tore, Sah dem schönen Reiter zu. Und im leichten Morgenkleide Trat zu ihm die Braut hervor, Diesmal ohne Gold und Seide, Doch wie er im Jugendflor. Vor der Trennung nicht erschrocken, Küßt' er noch ihr Stirn und Mund, Bei den Lippen, bei den Locken Schwur er den beglückten Bund. Ritt mit Dienern und Vasallen, Dankte meinem Gruße kaum: Schwalben ziehen, Blätter fallen, So zerfließt der Liebe Traum!