A sè stesso Ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe. Ringsum qualmt Selbstsucht und Hoffart zum Himmel, Laster und Thorheit wuchern in üppiger Blüthe Und lustig schießen empor die tauben Halme der Eitelkeit. Und siehe: die Welt erträgt es! Sie erträgt es nicht bloß: Sie opfert der Selbstsucht, Beugt sich der Hoffart, Mästet Thorheit und Laster Und schmeichelt der Eitelkeit. Aber wehe dir, arme Seele, Wenn zu Tage tritt, Daß auch du staubgeboren, Und einmal dich betreten lässest Auf menschlicher Art Und menschlicher Schwäche. Da geifert's sogleich in der Runde! Da predigt die Selbstsucht Entsagung, Die Hoffart Demuth, Das Laster Tugend – Und Thorheit und Eitelkeit Haben für dich ein Lächeln des Hohnes ... Fürwahr ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe.