Fünftes Lied Horch! es läutet, gehst du heute Nicht zur Messe, willst du immer Bei mir bleiben? Traun es wäre Hohe Zeit, die Mutter mahnte, Noch hab' ich mich nicht gewaschen, Meine Haare nicht gerichtet, Meine Kleider für die Kirche Nicht gerüstet hab' ich sie. Nun so laß mich gehn; ich fühle Kopfweh heut; die Luft ist heiter, Und ich bin in übler Laune, Besser ist's, daß ich im Freien Mich erfrische, mich erquicke, Drum zur Vigne will ich gehen, Reife Feigen mir zu suchen, In die Messe geh' ich nicht. Höre, Lieber, laß mich's offen Dir gestehn, daß mir im Herzen Sich ein großer Zweifel reget: Bist du auch ein Christ? – du lächelst – Denk', die Leut' im Dorfe sagen's, Daß du einmal in der Messe Nicht gekniet, dich nicht bekreuzet, Als die heil'ge Glocke klang. Wohl, mein Kind, gib dich zufrieden, Glaub', ich bin ein Christ; ich habe Wohl das Glöcklein nicht gehöret, Denn ich bin oft in Gedanken; Und so sollst du's heut denn sehen, Wie ich meine Andacht thue, Denn zur Messe will ich gehen, Wenn nur du gewiß nicht fehlst.