De 127. psalm 1. 1. Wo Godt nicht sulffs dat huß vpricht vnd schafft all dingk darynne, Szo ist mit vnß nicht vthgericht, vorlorn ys sterck vnd synne, All möyg vnd sorg vorgenes geyth, wo gades hülp nicht by vnß steyt, all arbeydt ys vorloren. 2. Wo godt nicht sulffs bewart de Stadt vnd buwet alle thörn vnd dore, Da helpt keyn geldt noch mynschen radt, all sterck vnd macht verlörenn, Wo godt nicht hefft tho waken lust, da ys all hode vnd macht vmm süst, all kunst vnd list moth vallenn. 3. Darumm merckt vp vnd seht nu ann, de gy ane glouen leuenn, Iw brodt söken mit vro vp stann, he willt alßo nicht geuenn: De ohn früchten, den velt ydt tho imm slaep, ane alle noth vnd möyg, de syner gnad vorwachtenn. 4. Des lyues frucht all mynschen kyndt sindt ock van gade eyn erue, Vnd gifft tho lohn wem he ße günth, he leth nemandt vorderuenn. Mit ßegen he all dingk erfüllt, dorch ohn werdt hunger, dorst gestillt vth rechter gnad vnd güde. 5. De pyll sindt ynn des Reßen macht, wann he will gan tho stryde, Vnd schüth ße wor he hefft gedacht tho rechten stede vnd tydenn: Szo sindt all mynschen yungk vnd alt inn gades macht vnd syner gewaldt, he will ße all vorsorgenn. 6. Drumm lath vnß truwen vp syn wordt vnd sehn vp syne hande: He werdt vnß helpen hir vnd dortt, wy werden nicht tho schandenn, Den kocker he vns vüllen will, ßo hebben wy gewunnen spill vor vnßen vyenden allenn. Amen. 2. 1. Wo Godt nicht sülffst dat huß vpprycht vnd schaffet alle dynck dar jnne, So ys myt vns nicht vthgericht, vorlarn ys starck vnd synne. All möy vnn sorg vorgeues gheyt, wo Gades hülp nicht by vnns steyt, all arbeyd ys vorlaren. 2. Wo God nicht sülffst bewart de stadt vnn buwet all törn vnd döre, Dar helpt nën gelt noch minschen rath, all arbeydt ys vorlaren: Wo Godt nicht hefft tho waken lust, dar ys all höde vnd wacht vmme sust, all kunst vnd lyst moth vallen. 3. Darum mercket vp vnd seet nhu an, de gy ane louen lëuen, Juwe brodt söken myt fro vpstan, he wylt also nicht geuen: De en früchten, den valt ydt tho ym slap ane alle noth vn möy, de syner guad vorwachten. 4. Des lyues frucht all mynschen kindt synth ock van Got eyn erue, Vnn gyfft tho lon wem he se gönt, he leth nement vordernen: Myt segen he all dynck eruült, dorch en wert hunger, dorst gestylt vth rechter gnade vnd güde. 5. De pyl synt yn des Resen macht, wenn he wyl ghan tho stryde, Vnd schutt se wor he se hefft gedacht tho rechter stedt vnd tyden: So synt all minschen yunck vnde oldt yn Gades macht vnnd syner ghewalt, he wyl se al vorsorgen. 6. Darumm lath vns truwen vp syn wort vnd seen vp synde hande: He wert vnns helpen hyr vnd dort, wy werdē nicht tho schanden: Den köker he vns vüllen wyl, so hebbe wy gewunnen spyl vor vusen vyenden alle. Amen. Burkhard Waldis Geistliche Lieder De Lauesangk Rer Christe factor omniū. 1. O Christe, schepper, köningk, herr, der glouigen eyn vorlößer, Lath dy dat beth tho herten gan der armen, de dick ropen ann. 2. Dorch güdicheit vnd gnade groth, dorch Crütz, lyden vnd wunden roth, Dorch götlick krafft vnd starcke handt heffst vpgelöst des Adams bandt. 3. De du Sonn, Maen vnd Stern bereyt, hest angedaen eyn vleyschlick kleydt, Darynn geleden hohn vnd spot, schendtliken doth, o ewich Godt! 4. Dorch dyn strick ys vp gelößt de gefangen werldt vnd wardt getröst, Dorch dyne schand gewaschen aff der armen mynschen süud vnd straff. 5. Dat Crütze dynen licham drecht, dyn götlick macht de erd bewecht, Giffst vp dyn geyst mit grotem schall, de werldt werdt düstere ouer all. 6. Thohant kumst wedder vth der hell, ferßt vp tho dynem vader snell: Sende vnß dyn geyst van ewicheit, de vnß tröst ynn der sterfflicheit. De Lauesangk Jhesu nostra redemptio. 1. Vorlößer, here Jesu Christ, du vnße begher vnd leue bist, Heffst alle dingk gemackt mit vlyth, mynsch worden ynn der lesten tydt. 2. Dy thoch de grote güde dynn, dat du wech nemst de sünde mynn, Geleden hest den bittern doth, dat du vns hülpest vth aller noth. 3. De helle döhr hestn vp gedann vnd dyn gefangen vth gelann, Du herschest, herr, gewaldichlick inn dynes ewigen vaders ryck. 4. Wy bidden dy, o here millt, dat du vnß öuell stillen willt, Szo werden wy van sünden licht, wann du vnß wysest dyn angesicht. 5. Du wollest vnße fröude synn, giffst vnß tho lohn dat ryke dynn: Inn dy sy vnse herlicheit van düsser tydt ynn ewicheit. Psalm 11. In domino confido Ein trost psalm, daß Got seiner Kirchen feind stürtzen vnd sein häufflin retten wölle. 1. In Gott allein setz ich meinn trost vnd wil mich jm vertrawen, Hat mich vom Todt auß gnad erloßt, auff sein Wort wil ich schawen. Wes ist dann dschult, daß jr mich wolt von solcher leer ab dringen, Vnd sprecht, mir sol sein gholffen wol, durch menschē leer gelingen von Gottes wort zu bringen. 2. Gleich wie der schütz seinn bogen spennt vnd scheußt die scharpffen pfeile, Dermaß auch menschen leer zertrennt alls gut in kurtzer eile: Den rechten grund wöln sie zu stund durch menschen tand verkeren, Sprechen 'der schlecht, der frumm vnd grecht, was solt vns der guts leren? wir wöln sein wort nicht hören. 3. Gott aber sitzt im himel hoch, dem sie so widersprechen: Die mißthat gibt Er keynem nach, er wirts gar schwerlich rechen: Sein augen zwar sehn alles klar, prüfen der menschen kindern; Wer jm recht thut, der hats auch gut, die bösen wirt er hindern, irn freuel zuuermindern. 4. Ein wetter groß mit donnerplitz wirt er lan auff sie regnen, Ir lohn ist schwefel, fewr vnd hitz, den frummen gibt dagegen, Die jr angsicht han dahin gricht, daß sie sein Wort belieben Vnd dem nachtracht beid tag vnd nacht, sich stets darinn zu üben, die läßt er nit betrüben. 5. Des danckn wir dir, O Herre Got, du wöllest vnser walten, Behüten für der bösen rott, vnd an deim wort erhalten, Die rechte lehr zu deiner ehr vor diser welt bekennen, Kein wasser, fewr noch abenthewr von dir nimmer abtrennen, wie wir vns nach dir nennen. Psalm. 12. Saluum me far deus Ein gebet psalm, wider die falschen lerer vnd feind, daß Got durch sein Euangelion allem irthumb vnd jamer wehren wölle. 1. Hilff, HERR, sich drein in solcher fahr, erbarm dich deinr gemeine! Wie sehr nimpt ab die Christlich schar, dein heufflin wirt gar kleine, Es ist dein Wort verachtet sehr, man predigt eitel vnnütz ler vnd' den menschen kinden. 2. Sie reden all auß falschem mund mit vneynigem hertzen, Ir ler steht loß, hat keinen grund, den gwissen macht sie schmertzen, Mit Fegfewr, Ablaß, Meß vnd Bann die gantze welt verfüret han, das laß dich, HERR, erbarmen. 3. Du, HERR, rott auß all heuchelei, steur den trutzigen zungen Die vns durch list vnd Tyrannei von deinem wort gedrungen: Sie sprechen stolz vnd vnuerschampt ›wir haben recht vnd das Leer Ampt, es darff vns niemand wehren.‹ 4. Weil dann das elend heufflin klein veracht ist vnd zerstöret, So wirdt Got selber Richter sein, ir klag hat Er erhöret, Sein Wort läßt leren frisch getrost, das vns von jrem strick erlost vnd tröstet die gewissen. 5. Das silber, offt durchs feur bewert, wirt lauter vnd gantz reyne, Des gleich veruolgt man hie auff erd Gots wort vnd sein Gemeyne: Im Creutz beweist das Wort sein krafft, das grossen nutz bein leuten schafft, leucht hell in allen landen. 6. Dabei wölstu vns, Herre Gott, in einfalt reyn behüten Vor dieser verfürischen Rott, für jrer list vnd wüten: Dann wo der Gotloß hauff regiert, da wirt dein volck genarrt, verfürt in ein Abgöttisch wesen. 7. Got Vatter, Son, Heiligem geist, im einfaltigen wesen, Der vns sein wort hie glauben heyßt all die Er hat erlesen, Von Ewigkeyt jm außerwelt, auß gnad für kinder hat gezelt, dem sei lob, preiß vnd Ehre. Psalm. 13. Vsquequo domine Gebetpsalm wider schwermütigkeyt des geists, daß Gott trösten vnd helffen wölle. 1. Ach, HERR, wie lang wiltu ietz mein so gar vnd gantz vergessen? Verbirgst das frölich antlitz dein, weil mich vnfäl besessen? Wie lang sol sich ängsten teglich mein seel vnd hertz verschmachten? Wie lang sol doch der feind mir nach stellen vnd gar verachten vnd vber mich erheben? 2. Ach, HERR, schaw doch auff mein elend, wölst mein gebet erhören, Dein gnedig ohren zu mir wend, dein antlitz zu mir keren, Mein angesicht laß trawren nicht vnd halt mein augen offen, Daß mich die not nit senck inn todt, für leyd nit werd entschloffen, HERR, schaff, daß ich mög leben. 3. Ach, hilff mir, HERR, machs nit zu lang, daß meine feind nit bochen, Sprechen ›wie wirt jm ietz so bang! wir haben vns gerochen.‹ Wann ich on sig darnider lig, als hetstu mein vergessen, Dann werden sie jmmer vnd ie hoffertig vnd vermessen sprechen, jn sei gelungen. 4. Ich aber hoff auff deine gnad vnd weyß, du hilffest gerne. Mein hertz sich des gefrewet hat, dein trost ist mir nit ferne, Darumb sol dir all zeit von mir so lang ich leb auff erden, Weil deine güt wol an mir thut, dein ehr verbreytet werden vnd ewig lob gesungen. Psal. 15. Domine quis habitabit Ermanung zur gerechtigkeyt, daß Gott seiner Kirchen glider ewiglich erhalten wölle. 1. Welchs mensch sich hat im glauben Got gar vnd gantz vbergeben, Der seh wol zu, daß er recht thu, nach Gottes willn zu leben, Durch welche werck auff Gottes berg er mög erhalten bleiben, vnd merck gar wol was wir jm hie fürschreiben. 2. Wer einher geht vnd wol besteht für Gott mit gutem gwissen, Von hertzen schlecht, gantz frumb vnd grecht, ist stehts dazu geflissen Daß er in güt mit rechtem gmüt die warheyt red von hertzen, on argelist, on heuchelei vnd schmertzen. 3. Wer des verschönt, daß er nit hönt seinn nechsten hinder rücken, In nit beleugt, auch nit betreugt mit hinderlist vnd tücken, Wer seine zung gegn alt vnd jung zum besten weyß zu zwingen vnd schickt sich recht in allen seinen dingen. 4. Wer nit groß acht gotlosen pracht vnd sich nit an sie keret, Sondern geht fort nach gottes wort, die Gotsförchtigen ehret, Wer seinen eyd mit gutem bscheyd seim nechsten schwert mit trewen vnd helts jm gwiß, den wirt es nimmer rewen. 5. Wer nit sein gut auff wucher thut, daß er auff vorteyl dencke, Hat stets gedult mit der vnschuld, nimpt vber sie kein geschencke, Wer darnach streb, daß er so leb wie wir jm hie für schreiben, wird hie vnd dort ewig erhalten bleiben. 6. Das hilff vns, HERR, durch deine ehr, wölst vnser immer walten, Wir an deim wort beid hie vnd dort selig werden erhalten. Dich, Vatter fron, vnd deinen Son wöllen wir Ewig loben, dein Heilger geist wöll vns mit gnad begaben. Psalm. 16. Conserna me domine Ein weissagung vom leiden vnd aufferstehung Christi. 1. Hort zu, jr Christen alle sandt, von Gott wil ich ietz singen, Wie er Christ, seinen son, hat gsandt, seinn willen zu volbringen: Für die so er jm außerkorn hat er gesetzt sein leben, sich in den Todt gegeben, Daß sie würden auffs new geborn, die heiligen auff erden vnnd die hie selig werden. 2. Er spricht ›die jrem eygen thun vnd menschen werck nach trachten, Daß sie da durch kommen zur suhn, wann sie jr opffer schlachten, Ich wil verwerffen jre gab, jrs namens nimmer gdencken, den meinen wil ich schencken Das Erb, welchs ich erworben hab durch mein leiden vnd blute den glaubigen zu gute. 3. Drumb wirt der HERR durch mich gepreist, der mich auch vnderrichtet, Sein götlich hülff allzeit beweist, sein recht hand für mich sichtet. Vor jm bin ich auch immerdar, des frew ich mich von hertzen, erlöst von todes schmertzen, Hinfürter hats mit mir kein fahr, fürn feinden werd wol bleiben die sich wölln an mich reiben. 4. Das grab meinn leib nicht halten mag, das Er solt drinn verwesen, Wird aufferstehn am dritten tag vnd von dem tod genesen, Gen himel farn in herligkeit mit grosser freud vnd wonne vil klarer dann die Sonne, Zur rechten Gots in Ewigkeyt in menschlicher gestalte durch Götlich krafft vnd gwalte.‹ 5. Das gib, HERR, durch dein gnade groß, daß wir im rechten glauben Dort werden deine haußgenoß, da vns kein feind mag rauben, Da du all freud vnd herligkeyt vnd das Ewige leben den glaubigen wirst geben, Dein heilige dreifaltigkeyt in deinem thron dort oben wir Ewig preisn vnd loben. Psalm. 19. Cœli enarrant Lob vnd weissagung von herlicheyt des Euangelij in aller welt. 1. Gott lob, daß vns ietz wirdt verkundt die Euangelisch lehre! Himel vnd erdt mit vollem mundt erzelen Gottes ehre Bei tag vnd nacht mit grossem pracht an allem ort auff erden, Ein iede sprach gibts selber nach, daß mög gepredigt werden on hindern vnd geferden. 2. Die Apostolisch leer her bricht, reycht biß an der welt ende; Ir richtschnur hats dahin gericht, laufft wie die Sonn behende, Die sich entprent in Orient vnd geht den Abend nider, Mit jrem glantz erleuchtet gantz, jr hitz erfrewets wider, machts fromb, gerecht vnd bider. 3. So thut das Euangeli auch, wanns die Seelen erquicket: Wo sein zeugniß geht recht im brauch vnd mann sich sein drein schicket, Machts weiß vnd klug mit gutem fug die albern vnd elenden, Erfrewt das hertz vnd brengts fürwertz, erleucht an allen enden all die sich zu jm wenden. 4. Dann wer recht hat des HERREN forcht, der wirdt wol ewig bleiben, Vnd seinem heilgen Wort gehorcht welchs er jm läßt fürschreiben. Das han wir hold besser dann gold, gar süß wie honig schmecket, Macht all sein knecht fromb vnd gerecht, auch von dem todt erwecket, mit gnad all sünd bedecket. 5. Der menschen fehl sind manigfalt, die wölst vns, HERR, verzeihen! Vns an der rechten leer erhalt, vnd gnad darzu verleihen, Von falschem rath vnd missethat vnschuldig mögen leben! Laß gfallen dir Wort, Werck vnd bgir, deinn segen da zu geben, daß wir dich hoch erheben. 6. Wir dancken dir, Got vatter werdt, vnd wölln dich immer loben, Der du vns armen hie auff erd gar reichlich thust begaben Durch Jesum Christ, der selber ist für vnser sünd gestorben Vnd durch sein blut vns alln zu gut den himel hat erworben, sunst wern wir all verdorben. Psalm. 21. Domine in uirtute Danckpsalm von der herligkeyt vnd ewigen Reich Christi, vnd sig wider alle seine feind. 1. Herr Gott in deinem höchsten thron, wie ist der könig Christ dein Son so hoch bei dir erkleret: Was er wündschet gibst jm zu stund, weigerst nit wz dich bit sein mundt vnd wz sein hertz begeret: Dein güt vnd segen muß Er han, setzst auff sein haupt ein güldin kron, er bit dich vmb das leben, das wilt jm Ewig geben. 2. Gibst jm dein hülff vnd ewig ehr, daß alle welt dring zu jm her, mit lob thustu jn schmucken, Hast jn zum gnaden stul gesetzt, in jm sichs frewt vnd alls ergetzt vnd muß sich vor jm bucken, Auch jm all werden vnderthan, denselben König betten an: der wirt wol Ewig bleiben, wer wil sich an jn reiben? 3. Es straffts gar hart dein rechte hand die dem König thun widerstandt vnd sein Reich wöllen hassen, Verstossest sie in deinem zorn, daß sie Ewig werden verlorn, wirst keynen leben lassen: Ir frucht vnd all jrn menschen tandt, auch was sie leren alle sant, das wirstu gar anßrotten vnd all jr thun verspotten. 4. All die böß anschläg han bedacht, die hastu all zu nicht gemacht, daß sie ietz leiden müssen, Dein last auff jre schultern glegt, mit scham vnd schand hast sie bedeckt, müssens mit schaden büssen: Aber deim König gibstu krafft, hast jm ein Ewig Reich verschafft: für solch Himlische gaben wölln wir dich Ewig loben. 5. Preiß sei dem almechtigen Got, der im anfang erschaffen hat alls in himel vnd erden; Sein Son, der vns erlöst auß gnad von allem vnglück, sünd vndt todt, vnd wolt der mitler werden; Dem Heilgen geyst, dem tröster gut, der vns für sünd vnd schand behüt all die wir jm vertrawen, im glauben auff jn bawen. Psalm. 22. Deus deus meus Weissagung vom Leiden vnd aufferstehung Christi, erlösung menschlichs geschlechts, vnnd ehre Göttlichs namens. 1. Da Christus an dem Creutze hieng in schmach zu vnsern ehren, Für vnser schuldt die straff empfieng, rieff er zu got dem herren: »Mein Got, mein Got, wie hastu mich so gentzlich vbergeben! Ich ruff vnd schrei, kein hülff nit sich, es geht mir an dz leben! rüff tag vnd nacht, doch wirt meins schreiens nit gedacht! 2. Du aber wonst im heiligthumb vnd Israel dich preiset, Du bist gewest der vätter rhum, den du stedts gnad beweisest In aller not die sie anfacht reychtstu jn deine hande, Auß jrem leyd vnd trübniß bracht, sie wurden nit zuschanden, all jr geschrei erhörtestu vnd machtst sie frei. 3. Ich aber bin ein wurm veracht vnd keinem menschen gleiche, Verspeit, von iederman belacht, mich hönt beyd arm vnd reiche, All die mich sehen spotten mein, gegn mir jr maul auffsperren, Sprechen ›Wie bsteht er nun so sein! wie rüfft er nit zum HERREN, daß Er ietz käm vnd hülff jm, hat Er lust zu jm?‹ 4. Dennoch bistu mein Got vnd hort auß meiner mutter leibe, Ich bin dein Son vnd ewig Wort, Mensch geborn von einem weibe. Auff dich mich stedts verlassen hab von meiner mutter brüsten, Drumb laß in diser angst nit ab, mich auß der not zu fristen! sunst ist niemand, der mir ietz reycht der hülffen hand. 5. Groß Ochsen vnd vil feyster Stier mich gwaltiglich vmbringen, Sperrn auff jrn rachen gegen mir, wie Löwen mich verschlingen, Bin wie ein wasser auß gestürzt, mein hertz wie wachs zerflossen, Mein safft vertrucknet vnd verkürtzt, gantz trostloß vnd verlassen, mein zung anklebt vnd ist nichts mehr an mir das lebt. 6. Es rotten sich vil böser hund, mich gar vmbgeben haben, Han mir mein hend vnd süß verwundt, mit negeln gar durchgraben, Gantz außgereckt hang ich hie bloß, all mein gebein möcht zelen, Vmb mein kleydt werffen sie das loß vnd meinen rock verspielen, mein schmach vnd pein lassens jrs hertzen freude sein. 7. Doch wirstu mich auß diesem leyd, vom todt vnd Hellschem schrecken Bringen zu grosser herligkeyt, am dritten tag erwecken, Daß ich deins Namens ehr vnd rhum meinn Brüdern mög verkünden, Daß man durch Gnad allein wirdt fromb, erlöst von Todt vnd Sünden, von pein der Hell, des frewt sich Jacob vnd Israel! 8. Dann du, HERR Got, hast nit verschmeht den elenden vnd armen. Dein gnad vbr all gar reichlich geht, läßst dich der welt erbarmen. Vom Auffgang biß zum Nidergang mit deinem wort sie speisest! Des sagen dir die frommen danck den du solch gnad beweisest, vnd frewen sich, daß sie solln leben Ewiglich! 9. Dann wirdt dein nam gepredigt recht, wann mich die Heyden ehren, Für mir dubetten all geschlecht vnd sich zu mir bekeren, König vnd Fürsten alle die beyd armen vnd geringen Für mir solln biegen jre knie, zu meinem Reich eindringen, daß sich dein ehr biß an das end der welt vermehr.« 10. Dein Sam bleibt in der Christenheyt, deinn Namen zu verkünden Von gschlecht zu gschlecht wirdt außgebreyt, von kind zu kindes kinden, Daß wir von Sünd gewaschen reyn auffs new werden geboren: Das thustu, HERR vnd Got, allein an den die du erkoren durch Jesum Christ, der vnser Got vnd heyland ist. 11. Dein Nam, Vatter im himelreich, müß hie geheilget werden, Vnd widerfar dein gnad alln gleich, dein will gescheh auff erden Der maß wie dort im himel hoch, den leib wöllst vns erneren, Laß vns die schuldt gnediglich nach, wöllst vnser feind bekeren, auß allem leydt hilff vns zur Ewign seligkeyt! Psalm. 23. Dominus regit me Ein Trostpsalm, Dz Got die seinen speisen, trösten, regiern, bschützen vnn segnen wölle. 1. Gleich wie ein Schaff im holtz verwirt vnd gar verirt, Wanns nit der Hirt bald innen wirt Vnn rüffts zu jm mit seiner stimm, so frißts gewiß der wolff so grimm: 2. Also sind wir auch alle sand in Gottes hand: Er ist der hirt, vns füren wirt Auff grüner aw, in külem thaw, daß vns die gute weyd erfraw. 3. Der HERR erquickt mein seele baß, auff rechter straß Gar sicher fürt, da mich nit rürt Kein böß gefehr: das selb thüt Er alls vmb seins heilgen Namens ehr. 4. Wann ich schon wandert vberal im sinstern thal, Fürcht ich doch kein vnglück noch pein, So stelt Er sich gegn mich freundtlich, sein steck vnd stab, die trösten mich. 5. Hat mir gegn alle fehrligkeyt einn tisch bereyt, Mein haupt begeußt mit öl das fleußt, All vnfäll lenckt, meinr stedts gedenckt vnd meinen becher vol einschenckt. 6. Sein gnad, güt vnd barmhertzigkeyt volgt mir all zeit Mein leben lang, daß ich jm danck, Er hilfft mir gar auß aller fahr: beim HERREN bleib ich immerdar. 7. Lob sei dem Vatter in seim thron, vnd seinem Son, Der vns vom todt errettet hat, Dem Heilgen geyst, der vns geleyst sein gnad vnd hülff allzeit beweist. Psalm. 25. Ad te domine leuaui Gebetpsalm, daß Got regieren, sünde vergeben, trösten vnd erretten wölle. 1. An allen menschen gar verzagt zu dir mein seel wil geben, HERR, Got, auff dich hab ichs gewagt, erhalt mich bei dem leben, All mein zuflucht stell ich an dich, laß nit zuschanden werden mich, daß sich mein feind nit frewen. 2. Es wirt niemand verschämet stehn von den die auff dich bawen, An deiner hand sie sicher gehn, der kauff wirt sie nit rawen, Verschämet müssen all die sein die leyd anthun den armen dein vn recht vnd all vrsachen. 3. Zeyg mir den weg der grechtigkeyt, den steyg zu dir mich lere, Vnd leyte mich in deinr warheyt, dann du bist Got mein HERRE, Mein heyl vnd trost, mein hülff vnd rath, daran mein seel ein gfallen hat vnd stedtig darauff trutzet. 4. Laß dir, mein Gott, zu hertzen gehn vnd wöllst daran gedencken, Wie all die deinen mit dir stehn den du dein gnad thust schencken, Von Ewigkeyt in auß ersehn, bewaret in dem rathe dein, da durch sie selig werden. 5. Meiner jugent vnwissenheyt vnd aller meiner schulde Gdenck nit, mein Got, sie sind mir leyd, sonder nach deiner hulde Wöllstu, O HERR, erbarmen dich, von allen sünden freien mich vmb deiner güte willen. 6. Der HERR ist gut, richtig vnd süß allen die an jm hangen. Ob auff dem weg schon gleit jr füß, wirt Er sie doch empfangen Vnd leren sie den willen sein, geschriben in jr hertze fein nach seinem wolgefallen. 7. Des HERREN weg sind stedts gestelt auff warheyt, guad vnd güten, Den seinen Er die zusag helt vnd wils dabei behüten Die fragen nach dem worte sein vnd glauben was Er lobt darinn, wie vns die schrifft vermeldet. 8. Vmb deines Namens willn, O HERR, biß gnedig meiner Sünde. Sie wächst vnd mehrt sich immermehr vnd schreckt mich alle stunde. Drumb leer mich dein gesetz all tag, daß ich den weg erwelen mag der dir ist wolgefellig. 9. Wer lebet in der Gottes forcht wirdt seine güter erben, Wer im glauben seim Wort gehorcht die sollen nicht verderben, Der HERR ist jr verborgen schildt, sein Geheymniß Er jn vermeldt die nach seim willen leben. 10. Mein augen sind all zeit zu dir, o HERR, mein Got, gerichtet, Daß du helffst auß dem netze mir dern die mich han vernichtet. Erbarm dich mein vnd sih mich an, dann arm bin ich, von iederman auch gar vnd gantz verlassen. 11. Meins hertzen weh richt mich ietz hin, komm, HERR, vnd tröst mich wider. Schaw, wie ich gar vernichtet bin, im elend lig darnider. Darumb vergib die Sünde mein, sih an, wie vil der feinde sein die mich on sach verfolgen. 12. Beschütz mein seel vnd rette mich, laß mich nit gar verkommen. Meinn trost setz ich allein auff dich, des frewen sich die frommen, So komm bald, HERR, vnd hilff vns auff, Israel, deinem armen hauff, der dir allein anhanget. 13. Got Vatter, Son vnd Heilgem geist wöllen wir ewig preisen, Sein wolthat rhümen allermeist die er vns thut beweisen, Der vns auff erden gnug beschert, die seel auch ewig dort ernert, dem singn wir Haleluia. Psalm. 32. Beati quorum Ein leer von vergebung d'sünden, daß wir vnsere sündhafft natur erkennen, vmb gnad bitten, vnd vergebung der sünd durch Christum hoffen sollen. 1. Wol dem menschen, dem sünden vil vnd missethat vergeben Vnn dems Got nit zu rechnen wil, für den todt gibt das leben! Dann da ich wolt mein sünd vnd schuldt vor dir, Herr, nicht bekennen, Verdorrt mein safft vnd all mein krafft, must mich einn sünd' nennen. 2. Dann deine hand war vber mir vnd truckt mich tag vnd nachte, Macht mir die Sünd so groß vnd schwer, daß all mein gbein verschmachte, Da sprach ›Ich muß mich kern zur buß, bekennen mein gebrechen‹: Dein zorn ließ ab, bald sünd vergab, wilt mir kein schuld zurechnen 3. Dafür dich auch von anbegin all Heilgen han gebetten, Daß du auß gnad vergabest jn jr schuld vnd vbertretten, Dadurch sie sein gantz frei vnd reyn von sünd vnd Hellschem schrecken, Wirst sie on klag am jüngsten tag zur herrligkeyt erwecken. 4. Du bist, Herr Got, mein schirm vnd schutz, wöllst mich für angst behüten, Daß mir nit schad der sünden trutz, der Hell vnd Teuffels wüten: Zeyg mir dein weg vnd deine steg vnd mach mich, Herr, verstendig, Daß ich nit werd gleich wie ein pferd wild, fräch vnd gar vnbendig. 5. Der gotloß wirt für seine Sünd beyd hie vnd dort geplaget, Der glaubig stedts gnad bei dir sindt, wie vns dein Wort zusaget: Drumb dancken wir, daß deine leer thut vnser hertz vernewen. In deinem rhum gerecht vnd frumm wölln wir vns Ewig frewen. Psalm. 34. Benedicam Dominum Ein Danckpsalm, für die geystlichen gaben, Daß Got die seinen erhört, hilfft, tröst vnd schützt in allen nöten. 1. Ich wil den HERRN stedts loben vnd alle stund sol sein lob sein in meinem mund. Sein rhum wirt hoch erhaben, das krefftiglich der elend hörts vnn frewet sich. Den HERRN wölt mit mir preisen, samptlich mit ein laßt vns dem HERREN dāckbar sein, Sein hülff wil vns beweisē, wer jm gehorcht, de hilfft er stets auß aller forcht. 2. Die hertzlich für jm betten, jr angesicht läßt Er zu schanden werden nicht. Den elenden zu retten hört bald sein bitt vnd läßt jn in den nöten nit. Sein freuntlicheyt wölt schmecken, wol dem der bawt auff jn, in all seinr not vertrawt. Sein Engel wirt sie bdecken rings vmb sie her vnd hilfft jn stedts auß aller gfehr. 3. All die jm widerstreben vnd sich verlan auff reichthumb, die soln mangel han. Den frommen wirt gnug geben, wer jm gehorcht vnd lebt allzeit in seiner forcht. Ir kinder, kompt vnd höret: ich wil euch lern die zucht vnd rechte forcht des HERRN. Wer gut leben begeret, der bhüt sein zung vor falscher leer vnd lesterung. 4. Laß ab vom bösen leben vnd thu das gut, such frid in einfaltigem mut, So wirt dir Got gnug geben, er neygt sein ohr, auff das Er dein gebet erhor. Seinn grimm vnd zorn läßt walten vber mißthat vnd wer was böß im sinne hat, Daß man nit von jn halte vnd hie auff erd jrs Namens bald vergessen werd. 5. Wann die gerechten betten, so hört sie Got, errettet sie auß aller not. Er wil nah bei sie tretten, daß ers vffricht welchen die not jr hertz zerbricht, Meynen, sie seien gscheyden von Gottes gnad, weil sie die Sünd zerschlagen hat: So muß der grecht vil leiden, doch auß dem alln hilfft jn Got nach seim wolgefalln. 6. All die den frommen hassen sölln haben schuldt, vnglück lödtets mit vngedult. Der HERR wirt nit verlassen die danckbar sein, behüt vor schaden jr gebeyn. Vnd all die auff jn schawen erlöst er gar auß aller not vnd todes fahr. Die sich dem HERRN vertrawen, die sollen nicht verklagt werden vor Gotts gericht. 7. Hilff vns zu disen zeiten, o Got so fron, durch Christum deinen lieben Son, Daß wirs im glauben beyten vnd deinr zusag erwarten an dein jüngsten tag, Dieweil vns steissig ieben in rechter gdult, verfolgung leiden one schuldt, Christlich von hertzen lieben, von sünden rein dort bei im ewig selig sein. Psalm. 39. Dixi custodiam Ein lere, wider die ergernuß, daß es den bösen so wol geht. 1. Ich denck in meinem gmüt, wie ich mein zung behüt vor affterred vnd Sünde: Ich seh, es wil so sein, der gotloß fehrt herein, jm grathen all sein fünde: Wann ich daran gedenck, mein hertz ich selber krenck, daß sie sind so vergessen, Vor eifer werd entzündt, iedoch verstummt mein mundt, mein leyd muß in mich fressen. 2. Drumb bit ich dich, O HERR, mich recht erkennen leer die eitelkeyt meins lebens: Wir müssen bald dauon, vnd aller menschen thun ist nichts vnd alls vergebens. Was hilffts daß man fast scharrt, der zeit doch nit erharrt, daß man sein möcht geniessen, Mit vnruh samlet schätz vnd muß sie doch zuletst hie lassen mit verdriessen. 3. Mein sünd vergib, O Got, daß ich nit werd zum spott vnd mein die feinde lachen. Ich schweig vnd tröst mich dein, wils auch gut lassen sein, ich weyß du wirsts wol machen. Wend deine plag von mir, sie schreckt mich al zu sehr, dein hand kan niemand tragen. Wem du die Sünd zeygst an muß wie der schnee zergan, vor traurigkeyt verzagen. 4. Ach, wie gar nichtig sind auff erd all menschen kind! drumb wil ich mich bekeren: Mein schreien, HERR, vernimm, mein klag vnd weynens stimm wöllst gnediglich erhören. Ach, HERR, werff mich nit hin, ob ich schon elend bin, dein pilgrim hie auff erden. Hilff, daß ich werd erquickt vnd ich nit hingerückt von dir verstossen werde. 5. Got schöpffer aller ding, wie ist so gar gering der menschen thun auff erden! Drumb hilff vns auß der not, daß wir von Sünd vnd todt alhie errettet werden, Durch Christum deinen Son, der gnug für vns hat than: wann wirs im glauben fassen, So wil Er vns auch dort die Himelische pfort seliglich schawen lassen. Psal. 48. Magnus Dominus Trostpsalm der Christlichen Kirchen, welcher Gottes dienst wider die feind erhalten. 1. Groß ist der HEGR vnd hoch berhümpt, bekant alhie auff erden, Der seinen sich mit ernst annimpt die hie verachtet werdē, Seinr heilgen gemein, die recht Christen sein, gehorcht seiner stimm gleich wie Jerusalem, die wil Er ewig schützen. 2. Das hat die welt verdrossen sehr, die sich dagegen rhümet, Trutzt auff jr macht, jr salsche leer auffmutzt vnd hoch verblümet: Ir list vnd gewalt braucht sie manigfalt, wüt vnd thut jr best, dennoch muß sie zu letst an all jr macht verzagen. 3. Sie können widerstreben nicht deinr macht vnd starcken hande: Alln hohmut deine krafft zerbricht zu wasser vnd zu lande: Das han wir erfarn, du thust sie nit sparn, Herr du trewer hort, damit erheltst dein wort, daß dich die frommen preisen. 4. Darumb dein Nam ist hoch geehrt, vnd frewen sich die Christen, Die du hast durch dein wort vermehrt vnd rhust sie täglich fristen, Du hast außgebreyt gnad vnd grechtigkeyt: des frewen wir vns, daß wir han deine gunst, vnd deines worts geleben. 5. Des frewet euch, jr Christen all, die jr kennt seinen Namen. Lobt Got frölich mit grossem schall, vnd halt am wort zusamen, Das Ewig bestehe vnd nimmer zergehe, gepreißt vnn verkündt von gschlecht zu kindes kind, daß sich all welt bekere. 6. Preiß, ehr vnd lob dem höhsten got, der vns auß nicht geschaffen, Vnd durch seinn Son erlöset hat vons Teuffels gwalt vnd waffen, Im Heiligen geyst wir im allermeyst rhum sagen vnd danck hie vnser leben lang, vor aller welt bekennen. Psalm. 49. Andite hær omnes Lehrpsalm wider die ergernuß ab dem glück der bösen. 1. Merckt auff jr leut, hört alle gleich die jr auff erd ietz leben, Klein, groß, jung, alt, beyd, arm vnd reich, gut leer wil ich euch geben, Weißheyt, verstand wil ich zu hand mit sprüchen fürher bringen, Das selb auch sol recht lauten wol, auff seyten spil herklingen. 2. Warumb mein hertz solt förchten sich in disen bösen tagen? Ob schon der feind tobt wider mich, all freundtschafft thut absagen, Mit stoltzem mut auff gelt vnd gut vnd auff sein reichthumb trutzet, Kunst, weißheyt, gwalt vnd schöne gstalt sein hoffart hoch auffmutzet. 3. Kan doch ein bruder in der not den andern nicht erretten, So kan ein mensch auch in den todt nicht für den andern tretten: Es kost zu vil vnd hat kein zil, ewig ist vil zu lange, Drumb bleibt jr seel in hellscher quel, da muß jn werden bange. 4. Wann gleich ein mensch hie lange lebt, ann todt auch nicht gedencket, Nach weißheyt, gut vnd ehren strebt, zu letzt sich alles lencket, Daß weise leut morgen vnd heut gleich wie die Narren sterben, Ir gelt vnd gut (obs gleich wee thut) einn andern lassen erben. 5. Ir hertz ist, daß sie gut vnd ehr vnd häuser han auff erden Vnd daß sich jr geschlecht vermehr, weit außgebreytet werden: Doch wert jr brang all hie nit lang, sie müssens alles lassen, Hin sterben sie gleich wie das vieh, doch könnens sie nicht massen. 6. Ir thun ist eitel torheyt zwar, ob sie gleich anderst sagen, Sie ligen in der Hellen gar, im todt die Sünd sie nagen, Ir trutz ist glegt vnd außgefegt, des frewen sich die frommen Vnd werden fro, daß gleich also die Gotlosen vmbkommen. 7. Auß solchem alln erlöst mich Got, behüt auch für der Sünde. Ob gleich der Reich seinn willen hat, gut, ehr vnd grosse freunde, So fert jm doch sein gut nit nach, sein ehr muß hie verschwinden, Wirt hingericht, daß er das liecht dort nimmermehr wirt finden. 8. Für der schrecklichen finsternuß wöllstu vns, HERR, behüten, Daß wir auß allm bekümmernuß, auß teuffels strick vnd wüten Vnd aller fahr entladen gar, von aller last entbunden, In deinem Reich dort Ewiglich all bei dir werden funden. Psalm. 50. Deus deorum dominus Ein weissagung von der herrligkeyt des Euangelij. 1. Gott rüfft vnd schreit sein stimm außbreyt, auß Zion bricht herfür sein wort, Vnd sagt, daß Er allein sei der der sein volck richt vnd hilfft jn fort. Auß aller not, sünd, hell vnd todt hilfft Er vnd ist ein trewer hort. 2. Wer heilig ist vnd rechter Christ, derselb versteht Gotts willen wol, Daß Er seinn bund auch alle stund mehr dann das opffer achten sol, Sein grechtigkeit wirt außgebreyt, seinr gnad ist himl vnd erden vol. 3. Er spricht ›Schweig nu vnd hör mir zu! meinn willen ich dir zeygen wil. Dein opffer schwer ich nicht beger, on glauben gilts vor mir nit vil. Dein Got bin ich, da für halt mich, laß mich dir helffen, halt du still! 4. Drumb nicht gedenck, daß ich geschenck nem für die sünd vnd missethat: Schaff, Ochs vnd Rindt vnd was man sindt mein hand selb alls erschaffen hat, Vögel vnd thier ist alls vor mir, lebt meiner hülff, beyd frü vnd spat. 5. Wanns ich nu wolt oder essen solt, würd ich dich nicht drumb reden an. Ist doch die erd vnd was sie bschwerdt alls mein vnd muß sein wesen han Von mir allein vnd sindt sunst keinn der jm in nöten helffen kan!‹ 6. Drum opffer Got nach seim gebot preiß, lob vnd ehr vnd sag jm danck In angst vnd not, Sünd, hell vnd todt, so rüff jn an, wann dir wirt bang, Dann hilsst er dir nach deim begir, drumb preiß jn auch dein lebenlang. 7. Wer aber wil mit wercken vil sich selbs von sünden machen frei, Der lestert Got mit hon vnd spott, als ob er gleich eim kaufman sei, Das recht verkert vnd vnrecht lert vnd zeucht die Schrifft beim har hinbei. 8. Er haßt die zucht, des glaubens frucht, veracht Gots wort vnd wirffts zu rück: Siht Er einn dieb, so ists jm lieb, heimlich braucht er Ehebrechers stück, Sein zung gern leugt, die leut betreugt, braucht nichts denn eitel falsche tück. 9. Das darff er thun vnd ist so kün vnd denckt, Got söll es straffen nicht, So Er doch hat mit zorn vnd gnad all ding zu vrteyln sich verpflicht: Wer gots vergißt, sich selb vermißt, der wirt auch Ewig hin gericht. 10. Drumb ist kein weg, kein straß, kein steg, kein opffer, da man Got mit preißt, Dann daß sein wort, der gnaden hort, angnommen vnd daß man sichs fleißt: Danck jm allzeit in lieb vnd leyd, der glaub wirt mit der that beweist. 11. Dran vns erhalt durch deinn gewalt, der du vns all erschaffen hast Vnd durch deinn Son, der gnaden thron, erlöset von der sünden last! Dein Heilger geyst vns alln geleyst, daß wir dort Ewig sein dein gäst! Psalm. 61. Exandi deus Gebetpsalm vmb erhaltung der Christen, vnd für die Oberkeyt. 1. O Herre Got, ich schrei zu dir alhte auff erden in der not, Wölst gnediglich erscheinen mit, dann mich groß müh vmbgeben hat, Sonst niemand ist zu dieser frist dem ich mein not möcht klagen, Wo du nit tröst vnd nich erlöst, muß ich in angst verzagen. 2. Du bist mein trost vnd zuuersicht, HERR, mich auff deinen felsen baw, So mag der feind mir schaden nicht, wann ich auff deine gnad vertraw. Es hat fürwar bei dir kein gfahr, da mag mich niemand letzen: Du starker thurn, sie han verlorn die sich wider dich setzen. 3. Es ist, HERR, gut bei dir zu sein, du höchster Got vnd trewer hort, In deiner Christlichen gemeyn, da man stedts hört dein heilge wort: Da bei wöllstu vns stedts vnd nu vnder deinn flügeln schützen, Behüt vns, HERR, vor falscher leer, sie mag vns ja nicht nützen. 4. O Herre got, du belohnest wol die da förchten den Namen dein, Darumb man dich stedts loben sol, du thust vns deiner hülffen schein. Dein gnad ist groß on alle maß vnd steht auch all zeit offen Der gnaden thür, wer klopfft dafür, den betrengt nit sein hoffen. 5. Du gibst dem könige vil jar, so bsteht das weltlich Regiment, Wann duß beschützest gantz vnd gar in gutem frid biß an das end: Wöllst eynigkeyt der Oberkeyt vnd deinen segen geben, Vndr jrem schutz der gmeyne nutz mit friden mögen leben. 6. Das wöllstu vns durch deine gnad erhalten, HERR, gantz seliglich, Wies dein weißheyt verordnet hat, das bitten wir von hertzen dich, So wollen wir zu ehren dir stedts preisen deinen Namen, Sol weit vnd breyt all Christenheyt singen gar frölich Amen. Psalm. 64. Exaudi deus Gebet vnd trostpsalm wider die feind. 1. Herr Got, mein stimm vnd klag erhör, behüt mir ietz mein leben. Grewlich brechen die feind herfür vnd han mich gar vmmgeben: Verbirg mich für der bösen schar vnd für den vbelthätern gar, sie feind mir vil zu mechtig. 2. Ir wort schärpffen sie wie ein schwerdt, den frommen zu verdriessen, Ir gifftig zung stedts rach begert, gleich wie mit pfeilen schiessen, Seind boßhafftig in all jrm thun, mit jrn anschlegen frech vnd kün, stoltz, hoffertig vnd prechtig. 3. Sie brauchen renck vnd heymlich tück, mit schalckheyt sich zu stercken, Wie sie dem frommen legen strick, sprechen ›wer solt es mercken?‹ Sie sind verschlagen gantz und gar, jr thun ist eitel Sünde zwar vnd wölln sich nicht bekeren. 4. Drumb wirt sie Got bald richten hin, daß sie es fülen sollen. Ir zung in jrm verkerten sinn, die wirt sie selber fellen, Ir spotten, wers wirt sehen an sprechen ›Das hat Got selb gethan der kan alln gwalt verheren.‹ 5. Des frewen sich die frommen all die Got allein vertrawen, Im glück vnd allem vngefall auff seine hand nur schawen Vnd rhümen sich des HERRN allein, der Ewiglich wil bei jn sein vnd wirt sie wol erneren. Psalm. 65. Te deret hymnus Danckpsalm für die grosse gaben Gottes. 1. Herr Got, man lobt dich zu Zion der gnaden thron vnd gibt dir deine ehre, Weil du erhörst der armē bit, verachtest nit all die sich zu dir keren: Die missethat vnn sünd vns hat geengstet sehr, vergibs vns HERR, thu vns deinn willen leren. 2. Wol dem den du hie machest fromm vnd daß Er komm in deinem hauß zu wonen! Wem du die sünd vergeben hast der hat den trost daß du sein wirst verschonen: Dein wunder groß on alle maß gerechtigkeyt von Ewigkeyt die wirt all gut belohnen. 3. Dann du bist, HERR, der menschen heyl on allen feyl vnd zuuersicht auff erden, In aller welt, auch an dem meer vnd runds vmbher Wo leut erfunden werden: All feste berg setzt deine sterck, du bist all zeit zur hülff bereyt in angst vnd allen gferden. 4. Wann sich die feinde rüsten sehr vnd brausen her gleich wie die wasserwellen, So stillstu bald jm tollen sinn vnd wirffst sie hin müssen sich freundtlich stellen: Wann solchs geschiht, all wer es siht erschrickt zur buß, bekennen muß daß du kanst hoffart fellen. 5. Da gibstu vns zeitlichen frid vnd machst damit daß sich all sorge legen, Dann frewt sich alls was athem hat beyd frü vnd spat in fröligkeyt bewegen, Wann deine hand segnet das land vnd fruchtbar macht, daß alles lacht, durch Sonnenschein vnd regen. 6. Wann dein brünnlin frölich her quillt, die forchen füllt, muß alles wol gerathen: Da bringen wir mit hauffen ein frucht, korn vnd wein zur schewren vnd zur trotten: Du krönst das jar mit gutern gar, daß wir han gnug mit allem fug durch deine wunderthaten. 7. Wo du hin setzest deinen fuß alls wachsen muß vnd järlich sich ernäwen, In wüsten wälden, berg vnd thal, grunts vberal vnd in den schönen äwen, Da geht das viech vnd mestet sich, daß jederman hat lust daran, muß jauchtzen vnd sich fräwen. 8. Für alle wolthat die du vns auß güt vnd gunst auff erden thust bescheren Sollen wir auch an allem ort nach deinem wort mit preiß dein lob vermehren In deinem Son, der gnug hat thon, wie vns beweist dein Heylger geyst, solchs durch dein wort thust leren. Psalm. 67. Deus misereatur Ein gebet vnd dancksagung, daß Got sein wort erhalten, vnd diß zeitlich leben segnen wölle. 1. Herr Got, du wöllst vns gnedig sein, laß vns leuchten deinr gnaden schein, Gib vns deinn segen gnediglich, daß wir auff erd erkennen dich, Auff das dein heyt in allem land bei allen Heyden werd bekandt. 2. Wann sie empfinden deine gnad, so dancken dir die völcker, Got, Jauchtzen, von hertzen frölich sein ob solcher grossen güte dein, Daß die du dir hast außerwelt dein hand regiert, schützt vnd erhelt. 3. Es dancken dir die völcker all, daß du nach deinem wolgefall Dein wort jn reichlich geben hast, durchs blut deins lieben sons erlöst, Drumb das land sein gewechs auch gibt, in buß, glauben vnd lieb sich übt. 4. Vns segne Got, der Vatter werdt, der schöpffer himels vnd der erd! Vns segne der Herr Jesus Christ, der vnser Got vnd heyland ist! Seins geystes trost vnd gütigkeyt segne die gantze Christenheyt! Psalm. 70. Deus in adiutorium Gebetpsalm vmb hülff wider die Tyrannen vnd feind der Christenheyt. 1. Hilff, Herre Got, zu dieser zeit der Christenheyt, errett vns auß der angst vnd not! Tyrannen mord vnd ketzer gifft gar hart vns trifft, vernolgen gar biß in den todt. Ir böse tück wirff du zurück, mach sie zu schand nur alle sand, die vns bößlich nach stelln, Got! 2. Auff das die Christenheyt auff erd getröstet werd, sich frewen muß vnd frölich sein. All die deins Namens ehr lieb han, glauben daran vnd fragen nach dem willen ocin, Die dancken dir aus hertzen gir, vnd sagen, das on vnderlaß hoch globt sei Got in seiner gwein. 3. Ob wir gleich arm sein vnd elendt, das glück sich wendt vnd vns die Welt verachtet sehr, So han wir doch den trost bei dir, daß du kompst schir, errettest vns, mein Got vnd Herr! Du stehst vns bei vnd machst vns frei, drumb wir mit preiß auff alle weiß singen deins Namens lob vnd ehr! Psal. 72. Deus iudicium tuum Weissagung vom Reich Christi, vergeltung der sünd, vnd lob Gottes. 1. Zvr zeit des alten Testaments vnd Israelschen Regiments thet man herzlich begeren, Daß got seinn son auß Dauids stam wolt kommen lan so lobesam vnd sie der bitt geweren. Des ward auch fro köng Salomo, sein Reich thut hie beschreiben Durch Gottes geyst, ders singen heyst was Christus solt betreiben. 2. Got, gib dem könig dein gericht, dein grechtigkeyt laß fehlen nicht Christo, des königs Sone, Daß Er bring zur gerechtigkeit das volck so an den Sünden leit, der elenden verschone, Auff das auff erd verkündet werd der frid an allen enden, Dein grechtigkeyt werd außgebreyt, wann du dein wort wirst senden. 3. Damit das elend wolck auff erd durch jn bei recht erhalten werd vnd sei das heyl der armen, Welchen das gsetz die gwissen zwingt vnd durch die Sünd zur hellen dringt, der wil Er sich erbarmen. Die lesterer mit menschen leer die gwissen wölln zerreissen, Die sol Er fort mit seinem wort biß in die hell zerschmeissen. 4. Man wirt jn förchten hie auff erd, so lang der Mon vnd Sonne wert, von kind zu kindes kinden, Wie die tropffen falln in das graß vnd der regen das land macht naß, wirt man sein wort verkünden. Zu seiner zeit mit grosser freud wird sich der grecht erheben, Seinn friden groß on vnderloß wil Er der welt hie geben. 5. Sein herrschafft wirt sich heben an im Indschen land an dem Jordan biß an der welte ende, Der Erden kreyß gantz runds vmbher von einem biß zum andern Meer wirt Er sein heyl außsenden. Die wüsten hertz soln sich herwertz zu seiner gnaden schicken, Die jm warn gram soln sich alsam vor seinem angsicht bücken. 6. Die König in den Inseln fern soln all anbetten disen HERRN, jm schencken was sie haben, Vnd die auß reich Arabien werden auch frölich kommen hin, zu bringen jre gaben, Sol jederman jn betten an vnd jm die ehre geben, All beydes gleich, beyd arm vnd reich, soln seiner gnad geleben. 7. Er wirt erhörn des armen gschrey, erretten jn vnd machen frey vnd all seinn kummer wenden, Er wirt wol thun vnd gnedig sein, den Seelen helffen auß der pein der gringen vnd ellenden, Auß dem betrug und vngefug hilfft Er jn hie auff erden, Es wirt jr blut thewr, werdt vnd gut vor jm geachtet werden. 8. Vnendtlich wirt sein Königreich, im himel, erd hat er keyn gleich, dann Er wird ewig leben. All was die Christen sein vnd han nimpt Er gnediglich von jn an, wann sies im glauben geben. Stedts jmmerdar in aller fahr werden sie vor jm betten, Mit lob vnd preiß auff alle weiß mögen sie zu jm tretten. 9. Gleicher weiß, wie der Libanon steht mit bäumen gar grün vnd schon vnd von dem wind thut beben, So sol das Euangeli auch mit lehr vnd leben gehn im brauch als durch den geyst gegeben. Bei jung vnd alt gar manigfalt wirt Er sein gab außteylen, In aller welt sein wort erschallt, an gnad sols niemand feylen. 10. So lang die Sonn auff erden wert vnd sich das firmament vmbkert, wirt sein Nahm ewig bleiben, Auff das auch die nach diser zeit soln kommen in die welt so weit von jm singen vnd schreiben, Daß durch jn werd allhie auff erd gesegnet alle heyden, Daß sie sein ehr sort mehr vnd mehr in aller welt erbreyten. 11. Gelobt sei Gott in Israel, der HERR, genannt Emmanuel, der thut alleyn die wunder! Gelobt sei sein herrlicher nahm, sein Maiestet so lobesam in gmein vnd in besunder, Vnd werd bekandt in allem land die ehr seins heylgen namen. dem danckn wir all mit reichem schall vnd singen Amen, Amen. Psalm. 75. Confitebimur tibi Ein Danck vnd Trostpsalm, Daß Gott die verachter straffen, vnd die frommen erretten wölle. 1. Herr Gott, wir dancken deiner güt, verkünden deine wunder. Wir dancken dir mit freyem gmüt, in gmeyn vnd in besonder. Dein raach ist nahe, dein gwaltig hand wirt richter sein in allem land, muß alls für dir erschrecken. 2. Die frummen bhütstn in vnschuldt, vnd wirst sie wol erhalten, Daß sie in lieb, hoffnung, gedult am glauben nicht erkalten: Der Gottloß fert mit seinem sin in falscher lehr, bleibt jmmer hin im vnglauben bestecken. 3. Ich sprach zu den die trutzig sein mit falscher lehr vnd leben, Die so rhumretig farn herein, in hochmut vbergeben, ›Pocht nit auff ewr gewalt vnd macht, rhümbt nit zu hoch ewrn stoltzen pracht wider Gott trützlich stellen. 4. Sprecht nit auß freuel wider Gott ›es hat von allen seiten Mit vnser sach keyn fahr, keyn not, jetzt vnd zu allen zeitten: Wir haben freundschafft, gelt vnd gunst, gwalt, weißheyt, macht, sinn, witz vnd kunst, es wird vns niemand fellen‹: 5. Doch wirt Gott selber richter sein der stoltzen vnd der frechen, Irn hoffart wirdt Er treiben ein, ir hörner gar zerbrechen, Stößt alls darnider was hoch schwebt, den armen auß dem kot erhebt, daß Ern zu ehren setze. 6. Auß seinem becher schenckt er alln, den trunck wirt niemand meiden: nach Gottes willn vnd wolgefalln die frummen müssen leiden, Der Gottloß hauff in jrem hauß müssen die grundsup sauffen auß, das schenckt er jn zur letze.‹ 7. Drumm wil ich rhümen Ewiglich, den Gott auß Jacob loben, Der alln Gotlosen gwalt zerbricht vnd der Tyrannen toben, Auff das der frumm auch hie auff erd an Gottlosen gerochen werd vnd sich seins leyds ergetze. Psalm. 82. Deus stetit Ein warnung der Oberkeyt, Ir ampt recht zuuerwalten, sunst wölle sie Gott stürtzen. 1. Gott selber steht in seiner gmeyn der Fürsten vnd der Herren, Wil selber Herr vnd richter sein, sie soln sich lassen leren, Spricht ›Wie lang wolt jr vnrecht thun, fürziehen die Gotloß person vnd laßt das vnrecht walten? 2. Schafft dem armen vnd weysen recht, laßt jn zum rechten kommen, Er sei arm, reich, herr oder knecht, so schützet stedts deu frommen, Zeygt dem Ellenden hülff vnd trost, daß die armen werden erlost, fürm Gottlosen erhalten. 3. Sie achten aber nicht mein wort vnd lassen jn nicht sagen, Sie gehn im finstern jmmer fort: wann solchs die armen klagen, Solln die Gottlosen vndergehn, wann sie gleich wie die grundfest stehn, dennoch würd ich sie stürtzen. 4. Ich hab euch alle Götter gnent, sprach, Ir seit meine kinder, Abr weil jr mich fürn Gott nit kent, thut meine ehr verhindern, Solt jr sterben wie menschen kind, wie die Tyrannen gehn zu grund, wil euch ewrn hochmut kürtzen.‹ 5. Drumb komm, Gott, selber rab auff erd auß deinem höchsten throne, Dein wort vnd ehr gepredigt werd von Christo deinem Sone, Der ist der Erb vnd Oberherr, wer an jn glaubt wirt nimmermehr vmb kommen oder sterben. 6. Herr Gott, der du Allmechtig bist, wöllest vns solchs verleihen, Durch vnsern heyland Jesum Christ all vnser sünd verzeihen, Daß wir hie durch den glauben reyn wirdig werden bei dir zu sein, dort deine güter erben. Psalm. 84. Quam dilerta Danck vnd gebetpsalm, daß Gott sein wort vnd Kirch erhalten hab vnd wölle. 1. Ach Gott, wie lieblich vnd wie fein stets in der heilgen Christen gmein, da man dein wort thut lehren! Drumb auch mein seel dahin verlangt, da man stedts deinem namen danckt, mit freuden dich thut ehren. Da zu groß lust vnd liebe hat mein leib vnd seel on maß vnd zil im Herrn, dem lebendigen Gott. 2. Gleich wie sein hauß der vogel bawt, die Schwalb auch auff jr nest vertrawt, da sie jr eyer legen, Also tracht ich auch gantz vnd gar, Herr Zebaoth, nach deim Altar vnd wart auff deinen Segen. Wol deiner lieben Christen schar, die dir vertrawt vnd auff dich bawt! die preißt vnd lobt dich jmmerdar. 3. Wol dem, der dich für seine sterck helt vnd nicht trawt auff menschen werck, wandelt nach deinem sinne! Die da gehn durch das Jamerthal, dein wort verkünden vberal, vil leut damit gewinnen! Die werden durch deinn geyst erquickt, in aller gstalt gar manigfalt mit vil segen vnd gnad geschmuckt. 4. Sie wircken auch durch deine gnad vil zeychen vnd groß wunder that, damit die lehr beweren; Mit freuden trettens in den krieg, erhalten auch gar manchen Sieg, wann sie jr vil bekeren, Daß man auch spürt in allem land, daß solches schafft die Göttlich krafft vnd wirckt alleyn sein rechte hand. 5. Darumb, Herr Gott, verlaß vns nit, vernimm vnd hör doch vnser bitt vnd wöllst vom himmel schawen! Sihe an das Reich des gsalbten dein, die glauben an den Christum dein, sich jm alleyn vertrawen! Du bist jr schutz, jr schirm vnd schildt, jr preiß vnd ehr, darumb du, HERR, sie nimmer mehr verlassen wilt! 6. Mit warheyt ichs wol sagen mag, bei dir vil besser ist ein tag dann sunst vil tausent jare! Wolt lieber der geringste sein in deiner heylgen Christen gmeyn vnd hüten an dem thore, Dann in der Gottlosen pallast, da man deinr ehr denckt nimmermehr, dein wort vnd Euangelion haßt. 7. Dann Gott der HERR ist Sonn vnd schildt, gibt gnade, güt vnd ehre mildt, er leßts an jm nicht fehlen. Für der welt hon, spot, schmach vnd haß wil er alls gut on vnderlaß gar reichlich mit vns theylen. Wol dem, der Gott heymstelt sein Sach, ist jm bereyt in lieb vnd leydt, dem hilfft er auß dem vngemach! Psal. 85. Benedixisti domine Ein gebet, Daß Gott seiner Kirchen sich erbarmen, guten frid, vnd seinen segen wider geben wölle. 1. Herr, du hast vormals offt getröst vns heymgesucht mit gnaden, Vnd die gfangnen Jacobs erlößt, geheylet jren schaden, Es hat dein gnad jr missethat bedeckt vnd gar vergeben, erhalten bei dem leben: 2. Du hast vormals deinn grimm vnd zorn mit gnaden auff gehaben Vnd die in Sünden warn verlorn reichlich geziert mit gaben: Tröst vns zuhandt, vnser Heylandt, daß wir dein hülff empfinden, vnd laß vns nicht dahinden! 3. Wiltu vns, HERR, dann für vnd für in deinem zorn verstricken? Ach, für vns durch der gnaden thür, hilff, daß wir vns erquicken, Zeyg vns dein gnad, dein hülff vnd rath, daß wir vns in dir frewen vnd vnser hertz vernewen. 4. Ach, laß vns hören, HERR, dein wort, das vns thut frid zusagen, Gepredigt werd an manchem ort, auff das wir nicht verzagen Vnd lestern Gott in vnser not, in thorheyt vnd vngedult müssen tragen vnser schuldt. 5. Doch ist sein hülff gar nahe bei den die jn im glauben förchten, Er leßts ehrlich vnd recht zugehn bei den die jm gehorchen, In fride, lieb vnd trew sich üb, daß beyderley Regiment recht auff wachß in allem endt. 6. Das gib, Gott vatter, schöpffer werdt, on den wir nichts vermögen, An deiner zusag hie auff erdt vnd an deim wort lan gnugen Welchs vns dein Son hat kundt gethon, Vnd durch deinn heyligen geyst vns solchs hie vnd dort geleyst. Psal. 86. Inclina domine Ein Gebet Psalm, Daß Gott in seiner forcht erhalten, vnd vorn feinden behüten wölle. 1. HERR, neyg dein ohren gnediglich, erhöre mich, elend bin ich, erbarm dich mein vil armen! Auff dich mein seel verleßt sich schlecht, drumb schaff mir recht, hilff deinem knecht vnd wöllst dich mein erbarmen! Ich rüff vnd schrei täglich zu dir, biß gnedig mir vnd hilff auch schir, mit freud wöllst mich geweren, zu dir steht mein begeren. 2. Die dich im glauben rüffen an wiltu beistan, sie nicht verlan, dein güt bei jn wirt bleiben. HERR, merck auff meines flehens stimm, mein gbet vernimm, zu hilff mir kumm, die angst vnd not mich treiben. An gwalt, gnad, ehren bistu reich vnd hast keynn gleich, daß dir auch weich all was sich Gott leßt nennen, dein werck lert sies erkennen. 3. Auch alle völcker, nahe vnd ferr, solln kommen her, betten vor dir vnd deinen namen ehren. Du bist groß, Almechtiger Gott, dein wunderthat keyn ende hat, alleyn bistu der HERRE. Weiß mir den weg der grechtigkeyt vnd der warheyt, daß ich mit freud mein hertz nach deim wort lencke, deins namens stedts gedencke. 4. Ich danck dir, Gott, von hertzen sehr, deins namens ehr preiß ich je mehr in allen vngefellen. Dann dein güt vber mich ist groß ohn alle moß: mein seel machst loß ja auß der tieffen hellen. HERR, sihe, die stoltzen setzen sich gar trutziglich jetz wider mich, der hauffe der Tyrannen, welch meine seel anzannen. 5. Du aber, HERR, bist barmhertzig vnd sehr gnedig, sanfft, gedultig, von grosser trew vnd güte: Mit deiner macht wend dich zu mir vnd sterck mich schir, ich rüff zu dir, den Son deinr magt behüte. Laß an mir, HERR, ein wunder gschehn, auff das sies sehn all die mich schmehn, müssen für scham verschwinden, wann du mich trost leßt finden. Psalm. 91. Qui habitat in Trostpsalm, Daß so wir auff Gott trawen, in seinem Wort bestendig bleiben, In in nöten anrüffen, Er vns gnediglich schützen, vnnd endlich selig machen wölle. 1. Wer Gott zum schirm vnd schutzherrn hat vnd kan sich jm vertrawen, Gelebt seinr gnaden frü vnd spat, auff seine handt thut schawen, Der spricht zum HERR ›Mein zuuersicht, mein hoffnung, trost vnd leben! Ich hoff auff dich, verlaß mich nicht, errette mich gar eben vons jägers strick, von Pestilentz vnd vngelück.‹ 2. Wann du vndr seinen fettichen bist vnd dich sein flügel decken, Bist sicher vor des teuffels list, dich mag keyn vnfal schrecken, Wann du seinr warheyt glauben wilt vnd was sein wort zusagen, So wil er sein schirm, schutz vnd schildt, daß du nit kanst verzagen, vnd fleugt zu rück list, freuel, gwalt, all böse tück. 3. Daß dich des nachts keyn Graw vertrag durchs feindes list vnd triegen, Des tags keyn pfeil nicht schaden mag die plützlich einher fliegen. Ob Pestilentz fast vmbher schleich, vil tausend würd verschlingen Vnd zehen tausend stürtz die seuch, so muß dir doch gelingen, vnd trifft dich nicht, weil Gott ist deine zuuersicht. 4. Auch wirstu deines hertzen lust an den Gottlosen sehen Vnd Gottes sterck erkeunen must, wann die Rach ist geschehen, Daß Er jr Sünd vnd missethat gar reichlich wirdt vergelten, Vnd wer wartet auff seine gnad, der wirt sein nicht entgelten, jm mangelt nicht, weil Gott ist seine zuuersicht. 5. Der seinen Engeln hat befohln daß jn auff all seinn wegen Vor aller plag behüten solln, keyn vbels mög begegen, In auff den henden tragen schön, daß Er seinn fuß nicht letze, Auff Lewn vnd Ottern wirt er gehn, soln sich widr jn nicht setzen, Lew oder Drach mögen jm thun keyn vngemach. 6. Gott spricht ›Weil Er meiner hülff begert vnd auff mein gnad kann trutzen, Sol Er seinr bitt auch sein gewert, ich wil jn ewig schutzen, In aller not wil bei jm sein, jn gnediglich erhören, In reissen auß der hellen pein, bringen zu grossen ehren, durch meine gab heyl vnd Ewig leben hab.‹ Psal. 93. Dominus regnauit Weissagung, Daß Gottes Reich vnnd Euangelion in aller welt außgebreytet werden, da wider keyn gewalt noch Tyrannei etwas vermögen solle. 1. Der HERR ist König vnuerruckt vnd wirts wol ewig bleiben, Sein reich gar herrlich ist geschmuckt, sein gnad leßt er außschreiben, Vom end zum end sein wort außbreyt vnd sol bestehn in Ewigkeyt wider die hellen pforten hie vnd an allen orten. 2. Gleich wie Er selber Ewig ist, kan nicht verendert werden, Der maß hat Er auch Jesum Christ hoch vber himl vnd erden Gantz herrlich mit Göttlichem pracht zum König vnd zum herrn gemacht, daß wir durch jn solln leben. 3. Da wider trutzt das hellisch heer mit toben vnd mit wüten, Vnd brausen grewlich wie das Meer, sie sein nicht zuuergüten, Des Ein theyl stracks die Leer vernicht, blutig das ander gegen sicht, den Christum auff zu reiben vnd auß der welt zu treiben. 4. Aber Er sitzt hoch in seinem thron, Er bleibt ein Gott vnd Herre, Sein wort leßt jmmer weiter gon das ist die rechte Lere Die vns macht heylig, fromm vnd grecht, jn einmütig wie Gottes knecht im glauben all zeit ehren vnd stedts sein lob vermehren. Psal. 98. Cantate domino Ein Weissagung, daß Gott sein heyl vnd gerechtigkeyt durchs Euangelion offenbart, Darumb wir Gott dancken sollen. 1. Singet dem HERRN ein newes lied, dann er thut grosse wunder, Sein rechte handt behelt den sieg, stürtzt alln gewalt hinunder, Gnad, heyl vnd Ewig grechtigkeyt leßt aller welt verkünden, daß Ers vom todt vnd allem leyd, vom schweren band der Sünden durch Christum wolt entbinden. 2. An seine warheyt hat gedacht die Er Jacob geschworen, Vnd vns den heyland fürher bracht, daß Er würd mensch geboren, Daß alle welt von end zu ort des HERREN heyl möcht sehen, da Er verkünden leßt sein wort, sein gnade zuuerjehen, wies reichlich ist geschehen. 3. Drumb jauchtz dem HERREN alle welt, mit rhum wölt frölich singen, Mit Trummeten, pfeiffen zu feldt, vnd laßt die harpffen klingen Vor Christo, vnserm König heer, all Creaturn sich frewen, fewr, lufft, erd vnd das wilde Meer mit Jauchtzen sich vernewen, solch lob sol vns nicht rewen. 4. Dann wir glauben vnd zweifeln nicht, daß Er am end wirt kommen Herrlich vnd prechtig zum gericht, zum heyl vnd trost den frommen, Den Gottlosen, die jm allzeit hie theten widerstreben, wirt Er durch sein gerechtigkeyt nach jren wercken geben, den glaubign Ewigs leben. Psal. 103. Benedic anima mea Ein Danckpsalm, Für Gottes gnad vnd barmhertzigkeyt, daß er Süude vergibt, vnd sich vnser erbarmet. 1. Mein seel lobt Got zu aller frist, was in mir ist seinn heylgen namen ehret. Mein seel lobt Gott zu aller frist vnd nit vergißt was zu seim lob gehöret. Der vns groß gut auch täglich thut, vns hertzlich liebt, all sünd vergibt, Heylet all vnsern schaden auß güt vnd lauter gnaden. 2. Der mein leben vom todt erlößt, mich täglich tröst, mit gnad vnd güten krönet, Der meinen mund stedts frölich macht mit freuden lacht vnd all meins thuns verschonet. Er macht mich jung vnd frisch zum sprung, er schaffet recht dem armen knecht Den die Gottlosen neiden vnd alln die vnrecht leiden. 3. Er hat sein wege wissen lon des Amrams son, Israel seine sitten; Der HERR ist von hertzen gnedig vnd barmhertzig, von gdult vnd grosser güten! Vnsr missethat in vngenad er nicht gedenckt, die Sünd vns schenckt, Zorn wil Er nicht behalten, die gnade leßt Er walten. 4. Nach vnsern Sünden vns nit richt, handelt auch nicht wie wirs haben verdienet; Die missethat auch nit vergilt, nach größ der schuld, mit gnaden vns versünet, Im himel weit, auff erden breyt leßt walten gnad an rechtes stadt Vbr alle so jn forchten vnd seinem willn gehorchen. 5. So weit da ist der Morgenstern vom Abend fern, wirfft von vns vnser sünde, Wie ein Vatter mitleiden tregt, keinn zorn erregt vbr seine lieben kinde, Der maß auch Gott mitleiden hat, erbarmet sich so vetterlich Vbr all die jn belieben, er wil sie nicht betrüben. 6. Dann Er kennt wol das schwach geschlecht vnd sein gemecht, daß wir sein schlam vnd erden: Des menschen leben ist wie staub, wie graß vnd laub, grünt, wies wolt etwas werden: Wann der windt weht vnd drüber geht, bald sichs verstelt, zu boden felt, Verschwindt in einer stunden, sein statt wirt nimmer funden. 7. Abr sein gnad wert von Ewigkeyt zu Ewigkeyt vbr all so jm vertrawen, Sein grechtigkeyt zu kindes kind die seinen bund halten vnd auff jn bawen, Den glauben han, gedencken dran vnd seinen willn auch gern erfülln, Nach seinn gebotten leben, die Er jn hat gegeben. 8. Der HERR hat seinen stul bereyt im himel weit, sein reich herscht vber alle; Auff erd man auch sein wort verkündt mit vollem mund reichlich mit großem schalle. Die Engel schon seinn willen thun, manch starcker held sein wort vermelt, Daß Euangelion leren, all welt sein stimm muß hören. 9. Lobet den HERRN, sein diener gar, jr heere schar, die jr thut seinen willen! Lobet den HERRN, all seine werck, all krafft vnd sterck, die seinn befehl erfüllen! An allem ort erkling sein wort in seinr herrschafft mit aller krafft! für all sein thewre gaben mein seel den HERRN sol loben! Psal. 110. Dixit Dominus domino meo Ein Weissagung vom Priesterthumb Christi, der sein volck segnen, vber alle feind herschen, Doch zuuor am Creutz sterben, aber im todt nit bleiben werde. 1. Der HERR sprach in seim höchsten thron zu Christo, meinem HERREN, ›Du bist mein eingeborner Son, dir gbürt die Göttlich ehre: Drumb setz dich zu meinr rechten handt, biß das ich leg dein feind allsandt zum schemel deiner füsse.‹ 2. Der HERR wirt dir auch auß Zion deins Reichs das Scepter senden, Dein wort sol sich da heben an vnd gehn biß zur welt enden, Daß du solt herschen gantz vnd gar vbr alle deiner feinde schar, daß sie jr sünde büssen. 3. Wann du wirst durch das leiden dein den Todt vnd Sünd bekriegen, Wirt dir dein volck gantz willig sein, durch dich im glauben siegen; Dir werden deine kind geborn wie der taw kül vnd außerkorn frü vor der Morgen Röten. 4. Der HERR geschworn hat vber dich vnd wirt jn nicht gerewen ›Du bist ein Priester Ewiglich, den Gottsdienst zu vernewen, Gantz nach der weiß Melki Zedek‹, das alt opffer muß gar hinwegk, wann du dich selbst leßst tödten. 5. Doch wirt der HERR stedts bei dir sein vnd stehn zu deiner rechten, Vnd straffen mit ewiger pein all die dir widerfechten, Zur zeit, wann einst sein zorn ergrimmt, die gwaltigen König hinnimbt, wirt sie mit macht zerschmeissen. 6. Er wirt herrlich mit grossem pracht vnder den Heyden richten, Er wirt thun gar vil grosser schlacht widr die so jn vernichten, Er wirt dem Fürsten diser welt der sich jm stedts zuwider stelt sein hellisch reich zerreissen. 7. In schwacheyt, leiden, Creutz vnd todt wirt Er hie zeitlich sterben, Vnd vberwinden alle not, all Gottes güter erben, Vnd aufferstehn am dritten tag, daß Er ewig Regieren mag, ein König vbr himl vnd erden. 8. Dafür wir sagen ehr vnd lob, daß wir den heyland haben, Singen vnd frewen vns all drob, dancken für solche gaben: Wie Er vns in seim Wort bericht, so wirs glauben vnd zweifeln nicht, solln wir dort selig werden. Psal. 116. Dilexi quoniam exau Danckpsalm daß Gott in grossen nöten außhilfft, Drumb wir jn in gedult preisen sollen. 1. Das ist mir lieb vnd bin getröst, daß mich der Herr hat jetz erlößt, erhört mein bitlich flehen. Drumb wil ich jm auch sagen danck, jn anrüffen mein leben lang, sein lob nicht lan zergehen. Ich war vmbgeben mit dem todt, ich kam in jamer vnd in not, Die angst hat mich recht troffen, die helle stund mir offen. 2. Abr ich rieff bald von hertzen an des HERREN Namen lobesan, sprach ›HERR, mein seel errette!‹ Der HERR ist gnedig vnd gerecht, barmhertzig vber seinen knecht, hilfft, wann ich fleissig bette. Der HERR erzeyget gnad vnd güt, die einfaltigen gern behüt, Ja wann ich lig darnider, so tröstet Er mich wider! 3. Mein seel, hab nun einn guten mut, weil dir der HERR vil gutes thut vnd hilfft dir auß den nöten. Von meinen augen wischt die thren, reißt ab mein seel von allen den die sie dachten zu tödten, Helt meinen fuß, daß er nicht gleit: für jm wil ich wandlen all zeit, Vnd mich zu den begeben die bei jm Ewig leben. 4. Wie mein glaub ist im hertzen gthan, also redt auch mein mund dauon, drumb mich die feinde trutzen. In meinem zagen sprach ich bald ›von menschen hülff ich gar nichts halt, sie können mich nicht schützen, Abr Gott der Herr ist selb der Man, dem ichs nimmer vergelten kan Sein wolthat gunst vnd liebe, die er an mir thut üben!‹ 5. Drumb ich den kelch des bittern trancks jrs trawens, trutzens, jrs vndancks mit freud zu mir wil nemen, Vnd mich des HERREN Namens ehr, seins worts der gnaden immer mehr zu predigen nicht schemen Vor all seim volck frei offenbar: seinr heylgen todt, weyß ich fürwar, Ist werdt vor jm gehalten, der HERR wil jr stedts walten. 6. Ich bin dein knecht, O HERRE fron, dein knecht vnd deiner maget son, du hast mein band zerrissen! Drumb ich dir opffer lob vnd danck, deinn Namen wil mein leben lang zu predign sein geflissen. Dem HERRN ich mein gelübd bezal, zu Jerusalem in seim Saal Das Haleluia singen, der HERR leßt mirs gelingen! Psal. 117. Laudate dominum omnes Ein Danckpsalm, Daß Gott die heyden zum gnaden reich, durch Christum berüffen wölle. 1. Haleluia, singt vnd seit fro, jr heyden all, mit reichem schall! Lobt Gott den Herrn mit grossen ehrn, in allem landt sein Euangelion macht bekandt! 2. Drumb daß Er hat auß lauter gnad von Sünd vnd Todt vnd hellscher not Vns all erlöst, ewig getröst vnd helffen lon durch Jesum Christum seinen Son. 3. Dann seine güt vns stedts behüt für teuffels list, was schedlich ist, All falsche lehr treibt von vns feer, leßt sein warheyt vbr vns walten in Ewigkeyt. Psal. 120. Ad dominum cum Ein Gebet wider die falschen brüder vnd beleydiger der Christen. 1. Ich rüff, O Gott, in diser not zu dir, vnd bitt verlaß mich nit in meinen grossen nöten! Erbarm dich mein, wölst gnedig sein! auß disem fehl hilff meiner seel, daß sie die feind nit tödten, Vnd durch jr gifft welch mich jetz trifft von dir nit werd gedrungen! Das lügen maul ist nimmer faul, stedts schwatzē falsche zungen. 2. Hilff Gott! wie sehr schadt falsche leer, die niemandt weicht, stedts vmbher schleicht vnd ruhet nit ein weile, Richt vnglück an bei jeder man, laufft gar geschwind gleich wie ein hind, fleugt wie die scharpffen pfeile, Schnell wie ein boltz, im dürren holtz wie das fewr pflegt zu krachen: Nit selb mich auch auß solchem rawch kan frei vnd ledig machen. 3. O weh mir jetz in solcher hitz vnd grossem zwang! Ach HERR, wie lang sol ich bei jn noch wonen? Kedar mich zwingt vnd Mesech dringt, mit jrem Bann vnd Alkoran thun sie niemandts verschonen! Stedts halt ich frid, vnd wann ich red thun sie mich mehr beleyden: O HERR, den krieg, durch deinen Sieg wöllst gnediglich entscheyden. 4. So wil ich dir mit freuden zir durch meinen mundt zu aller stundt ein frölich liedlin singen, Daß du mein sach in vngemach durch gnaden waltst vnd mich erhaltst, vnd leßst sie wol gelingen In Christo fron, deim lieben Son, der sich für vns hat geben, Durch schmach vnd todt erworben hat vns alln ein Ewigs leben. Psal. 121. Leuaui oculos meos Ein Trost psalm, Daß Gott gnediglich in aller not erhalten, vnnd die auff jn hoffen, trösten wölle. 1. Wann ich in angst vnd nöten bin vnd all mein trost ist gar dahin, So heb ich auff mein augen hoch zum HERRN vmb hülff vnd denck jm nach, Vnd wart, biß mir geholffen werd von dem Gott himels vnd der erd. 2. Er helt mich auff der rechten ban vnd wirt meinn fuß nicht gleiten lan, Der HERR ists, der mich selbst behüt, obgleich der feind trutzt, tobt vnd wüt: Der Israel schützt vnd vertrit, der wacht allzeit vnd schlummert nit. 3. Ob dich des tags die Sonne sticht, der kalte Mon des nachts ansicht, Doch kompt des HERREN hülff zu handt, helt vber deiner rechten handt Mit seinem schatten hülff vnd hüt, daß dir kein vnglück schaden thut. 4. Zum schutz ist stedts der HERR bereyt vor allem vbel alle zeit, Den trost verzeucht er nicht zu lang, behüt deinn außgang vnd eingang, Hilfft dir zu letst auß allem leydt von nun an biß in Ewigkeyt. Psal. 125. Qui confidunt Ein Trostpsalm, Daß Gott seine Kirch schützen vnd erhalten, vnd die Gottlosen stürtzen wölle. 1. Laß faren der Gottlosen rott mit jren falschen lehren! Laß vns trawen auff vnsern Gott, auff Christum vnsern Herren! Die jm vertrawn in aller fahr wil Er mit gnad vmbgeben, trösten vnd schützen jmmerdar mit fristen leibs vnd leben jetz vnd zu allen zeiten. 2. Der bösen reich wirt nicht bestan, jr lehre nicht bekleiben, Damit all vnglück richten an, gar hart sich an vns reiben, Sie dringen rein mit falscher lehr: das wöllstu, Gott, vorkommen, Ach, schütz dein heufflin, lieber HERR, daß nicht zu letst die frommen sich thetlich an jn rechen. 3. Du wöllest, HERR, die hertzen frumm schützen vnd wol behüten Vor jrer lehre falsch vnd krumm, vor jrem trutz vnd wüten, Vnd lassen die in jrem sinn vnd jrrthumb wöllen bleiben mit den verächtern richten hin, auß deinem Reich vertreiben vnd vns in frid erhalten. 4. Wir bitten, HERR himels vnd erdt, du schöpffer aller dinge, Gib, daß durch deinen Son so werdt zum besten vns gelinge, Was Er in seiner menscheyt fron hat außgericht auff erden durch geyssel, Creutz vnd dörnen kron, wir dort theylhafftig werden nach deiner Göttlichen güte. Psal. 126. In conuertendo Ein Trostpsalm, Ob gleich Gottes volck auff erden leiden vnnd jamer habe, sol es doch endtlich getröstet werden. 1. Herr Gott, wann du dem volck Zion durch Vätterliche güten Erretten wirst auß Babilon von der Tyrannen wüten, So werden wir vor freud erschreckt, als die vom schlaff vnn traum erweckt für grosser wunn auffspringen. 2. Dann wölln wir vnsern mund auff thun, von hertzen frölich lachen, Wann solchs die Heyden sehen nun, daß du thust wunder machen, Sprechens ›Das hat jr Gott gethan, auff den sie sich verlassen han, drumb muß jn alls gelingen.‹ 3. Vor zeiten hat groß wunder gschafft dein handt im roten Meere, Welchs du zertheyltst durch Göttlich krafft, dadurch gefürt dein heere: Also hilff vns auß diser not, die vns jetz gar vmbgeben hat, vnd könnens doch nicht meiden. 4. Mit weynen, leydt vnd traurigkeyt tragen wir edlen samen, Hoffen auff dein barmhertzigkeyt vnd preisen deinen Namen, Vnd han den trost: wer traurig steht, des sam im glauben schon auffgeht vnd wirt mit freuden schneiden. 5. Das gib, Gott Vatter, durch dein gnad die du vns leßst verkünden Durch Christ, der vns erlöset hat vom teuffel, todt vnd sünden, Hinüber gsetzet in sein Reich, daß wir nach deinr zusag zugleich ewig leben in freuden. Psal. 127. Nisi dominus Ein Lere, Daß allein durch Gottes segen, vnd keyn menschliche weißheyt, Regiment, vnd haußhaltung erhalten vnd bestendig bleibt. 1. Wo Gott nit selb das hauß auffricht vnd schafft all ding darinne, Da ist mit vns nit außgericht, verlorn ist sterck vnd sinne: All müh vnd sorg vergebens geht, wo Gottes hilff nit bey vns steht, all arbeyt ist verloren. 2. Wo Gott nicht selb bewart die Statt vnd bawt all thürn vnd thore, Da hilfft keyn gelt noch menschen rath, all sterck vnd macht verloren: Wo Gott nicht hat zu wachen lust, da ist all hut vnd wacht vmb sust, all kunst vnd list muß fallen. 3. Darumb merckt auff vnd sehts wol an, die jr on glauben leben, Ewr brot suchen mit frü auff stan: er wils also nicht geben: Die jn förchten, den fellt es zu im schlaff, on alle not vnd müh, die seiner gnad erwarten. 4. Des leibes frucht vnd menschen kind scheuckt vns Gott selb zum Erbe, Er gibts zu lon wem ers nur günt, vnd leßt niemandt verderben: Mit segen Er all ding erfüllt, durch jn wirt hunger, durst gestillt, auß rechter gnad vnd güte. 5. Die pfeil sind in des Risen macht, wann er wil gehn zu streiten, Er scheußt sie, wo er hin gedacht, zu rechter stett vnd zeitten: So sind all menschen, jung vnd alt, in Gottes macht vnd seiner gwalt, er wil sie all versorgen. 6. Drumb laß vns trawen auff sein wort vnd sehn auff seine hande: Er wirt vns helffen hie vnd dort, wir werden nicht zu schanden, Den Löcher Er vns füllen wil, so haben wir gewonnen spil vor vnsern feinden allen. 7. Dafür wir dancken Christo fron, der vns solchs hat erworben; Er ist war Gott vnd Gottes Son, für menschen mensch gestorben, Des wir jm ewig danckbar sein, in seiner heylgen Christen gmein sein lob allzeit erschallen. Psal. 128. Beati omnes qui Ein lere, Daß Gott denen die jn förchten in all jrem wesen seinen segen geben wölle. 1. Wol dem, der lebt in Gottes forcht nach seinem willen, Auff rechtem weg seim wort gehorcht, das zu erfüllen! Dem wirt der HERRE gnug beschern vnd sol sich nehrn der arbeyt seiner hende. 2. Es wirt sein weib gantz fruchtbar sein vnd freundtlich leben, Gleich eim weinstock vol trauben fein an schönen reben, Vnd seine kind vmb seinen Tisch frölich vnd frisch gleich wie die Olizweige. 3. Sih, also segnet Gott den man der jm vertrawet, Leßt jn keyn not noch mangel han, wer auff jn bawet, Vom HERRN wirt jm der segen schon, auch auß Zion wirt er sein ewig walten. 4. Er wirt sehen groß glück vnd heyl vber Isral, Des HERREN gunst wirt jm zu theyl mit freuden viel, Daß Er sein gschlecht zu kindeskind sein lebtag sind, so wirt jn Gott erhalten. 5. Dafür sol ewig danckbar sein die Christlich gmein, Gott Vatter in seim höchsten thron vnd seinem Son, Dem heylgen geyst vnd waren Gott, der vns solchs hat durchs Wort gwölt offenbaren. Psal. 131. Domine non est Ein lere, Daß wir alleyn auff Gottes wort sehen, seiner hülff gewarten, nit auff eygne frommkeyt bawen sollen. 1. Herr, wenn mein hertz recht vberdenckt mein ellend sündtlich leben Darinn ich gantz vnd gar versenckt, kan ich mich nicht erheben, Ich ker mein augen zu der erd, es ist mit all meim thun nichts werdt, muß an mir selbst verzagen. 2. Da ich gedacht an meine macht vnd rümpt mich grosser gaben Vnd all mein gute werck betracht, ward mein gemüt erhaben, Doch bleib mein hertz in zweifel stan vnd kundt sich nicht auff dich verlan, für angst wards gar zerschlagen. 3. Dann da ich meine seel nicht setzt auff deine gnad zu gründen, Da wards mit vnruw gar verletzt, erschreckt für straff der sünden, Da ward ich wie ein kind entwehnt, das sich nach seiner mutter sehnt vnd leßt sich niemandt schweygen. 4. Drumb rath ich, daß sich Israel auff Gott alleyn verlassen, Gar reichlich Er vns helffen wil, sein handt ist nicht geschlossen, Sein güt, gnad vnd barmhertzigkeyt wert von vnd biß zu Ewigkeyt, wil Er vns alln erzeygen. 5. Lob dem Vatter in Ewigkeyt, der himl vnd erd gegründet, Mit Sonn, Mon, Stern den himel kleydt, seinn willn vns hat verkündet Durch Christum seinen Son auff erdt, daran durch seinen geyst so werdt vns Ewig wöll erhalten. Psalm. 141. Domine clamaui Ein Gebetpsalm, Daß Gott bei seinem reynen Wort vnd dienst erhalten, der falschen lehr, vnd Tyrannen wehren wölle. 1. Herr, wenn ich rüff, erhör mein stimm, mit hülff wöllst dich herfügen! Mein flehlich bitt, O HERR, vernimm, mein gbet vor dir müß tügen Wie ein rawch opffer frü vnd spat, welchs stracks hinauff gen himel gath, da zu mein hend auffheben. 2. Bewar mein mund, mein hertz vnd sinn vor der Gottlosen lere, Daß ich zu jn nicht fall dahin, mich zu jr boßheyt kere, Nicht mit den vbelthätern eß vnd deines Worts dabei vergeß, schendtlich nur jn zu leben. 3. Wann mich der grecht hie freuntlich strafft, das würt mich baß erfrewen Dann der thewr edle Balsam safft, dann ich mich stedts muß schewen Daß mir der Gottloß je nicht schad mit seiner bösen that vnd rath, da für ich jmmer bette. 4. Gib, daß jr lehr gestürtzet werd, vnd jren halß müß brechen Vom fels oben herab zur erd, jr hoffart wöllstu rechen, Daß jedermann erkenn darbei, daß mein lehr lieblich, freuntlich sei, die seel vom tod errette. 5. Werden wir drumb zerstrewet hie, zerwület vnd zerrissen, So hastu dennoch acht auff die die deins Worts sind geflissen, Vnd wer auff deine gnad vertrawt, gar fest auff dein verheyssung bawt, den wirstu nicht verstossen. 6. Bewar mich vor der bösen strick, vor der Gottlosen fallen, Laß in jr netz im augenblick all mit einander fallen: Ich aber mög fürüber gehn, an deiner lehr vnd wort bestehn, von dir nit werd verlassen. 7. So wil ich dir ein freuden lied für alle wolthat singen, Wann mich dein handt vor jn behüt, daß sie mich nit bezwingen, Vnd mich durch deiner gnaden trost von allem vnfal hast erlost, wil mich dein Ewig frewen. Psal. 142. Vore mea ad dominum Ein Gebetpsalm vmb hülff vnd beistandt wider die feind. 1. Zvm HERRN schrei ich mit meiner stimm, ich sprich ›HERR Gott, mein bitt vernimm, mein klag vor dir auß schütte, Wann mein geyst in den engsten stickt, so bistu, HERR, der mich erquickt: hilff, daß mich nit zerrütte Mein feind, der mir mit falscher lehr vil stricke legt runds vmb mich her, mit heuchelei vmbziehen, ich kan jm nit entfliehen.‹ 2. Ich schaw vmbher, beyd, nah vnd weit, zur rechten vnd zur lincken seit, da wil mich niemand kennen. Sie lehren mich der wercke rhum, sol durch mich selber werden frum, von deim wort abzutrennen. Drumb ist meim gbet zu dir gericht, sprech ›HERR, du bist mein zuuersicht, mein theyl wirstu mir geben mit den die Ewig leben.‹ 3. Merck auff, HERR, laß dirs sein geklagt, ich werd gar sehr von jn geplagt, hilff mir von jrem toben! Für mich auß nöten, angst vnd pein von den die mir zu mechtig sein, auff das ich dich mög loben! Wann solchs die grechten werden sehn, daß mir von dir ist hülff geschehn, werdens sich zu mir halten vnd deine güt lan walten. Psalm. 143. Domine exaudi Ein Gebetpsalm vmb vergebung der sünd, daß Gott vns bei seines Namens ehr vnd rechter leer erhalten, Die falschen lehrer vnd feind vertilgen wölle. 1. Ach, HERR, erhör mein flehlich bit, wöllst mir meinn kummer stillen! Vernimm mein klag, verwirff mich nit, vmb deiner warheyt willen! Mein sünd mich quelen alle zeit vnd drucken mich vil armen: Drumb, HERR, nach deinr gerechtigkeyt wöllstu dich mein erbarmen. 2. Laß nit gehn vber deinen knecht dein Geist vnd Vrtheyl schwere, Forder mein Sünde nicht ins recht, mich grichtlich zu verhören: Verdampt sind alle Adams kind, mit sünden schwer beladen, Vor dir sich keyn gerechter sindt, steckn all in dem Erbschaden. 3. Drumb mich der feind verfolget sehr vnd schleht mich gar zur erden: Er spricht, ich sol durch menschen lehr von Sünd errettet werden, Damit mich in verzweifflung fürt vnd engstet mein gewissen, Meinn geyst, der todt vnd helle rürt, daß mein hertz möcht zerfliessen. 4. Doch denck ich an dein wunderthat von alten alten zeiten, Wie du barmhertzigkeyt vnd gnad erzeygt hast allen leuten, Vnd was gewircket hat dein handt, wie du vergabst die Sünde, Solchs wirt der gantzen welt bekandt, daß gnad bei dir zu finden. 5. Zu dir ich stedts mein händ außbreyt, hilff, daß ich werd erhöret! Mein seel dürstet vor grossem leydt, mein geyst ist schier verzeret: Dein antlitz nicht von mir abweich, wöllst mir dein hülff nicht sparen, Daß ich nicht den mög werden gleich die in die helle faren. 6. Zeitlich wöll mir dein gnad beistehn, mein hoffnung an dir hanget. Zeyg mir den weg, den ich sol gehn, nach dir mich, HERR, verlanget. Mein feind sind also gar verrucht, wöllst mich von jn erretten. Zu dir hab ich alleyn zuflucht, drumb wöllstu mich vertretten. 7. Du bist mein Gott, wöllst bei mir stan, deinn heylgen geyst mir geben, Der mich recht für auff ebner ban, nach deinem willn zu leben. Erquick mich durch deins Namens ehr, mein seel auß nöten füre, Vmb deinr grechtigkeyt willn, O HERR, daß mich keyn schad nicht rüre. 8. Verstör mein feind, mach sie zu nicht vmb deiner güte willen, Bring vmb alls was mein seel ansicht, daß sich mein ellend stille. Wann du mein sach bringst wider zrecht, wirst mir mein Sünd vergeben, So bleib ich, HERR, alzeit dein knecht, bei dir werd Ewig leben. 9. Lob sei Gott in seim höchsten thron, der vns hie hat gegeben Alls gut durch seinen lieben Son, in dem wir han das leben, Dein heylgen Geyst, der vns die sünd vergibt allhie auff erden, Solchs durch sein heylges Wort vekündt, daß wir dort selig werden. Psalm. 145. Exaltabo te Deus Ein Lob vnd Danckpsalm für die vilfaltigen gnaden vnd barmhertzigkeyt Gottes. 1. Dein lob wil ich erheben, Herr Gott, du König lobesam, Vnd dir die Ehre geben, geheylget werd dein trewer nam! Es muß dein lob erschallen allzeit vnd jmmerdar, Zu thun nach deinem gfallen, vor Adams kindern allen dein gnad werd offenbar. 2. Groß löblich ist der HERRE, vnaußsprechlich sein grosse güt! Kinds kind sol man sie lehren, dein eygen werck dich preisen thut, Ich red von deinen wundern, herrlichen schönen pracht, Dein grosse that besondern schafft daß wir vns verwundern, erzeln sie tag vnd nacht. 3. Daß mann dein güte preise vnd rhüme dein gerechtigkeyt, Die du alln thust beweisen, gedult, gnad vnd barmhertzigkeyt. Gut bistu, HERR, alleyne, erbarmst dich all deinr werck, Des danckt dir in gemeyne dein heylge Kirche reyne, rhümen sich deiner sterck. 4. Dein Reich ist hoch zu preisen, drinn du den Sündern gnedig bist; Deinn gwalt jn thust beweisen, die vnderm Creutz verborgen ist. Das leßstu, HERR, verkünden auff erd alln menschen kind, Daß du vns hast entbunden vom Teuffel, todt vnd sünden, bei dir man gnade sindt. 5. Dein reich von end zu ende in Ewigkeyt wert dein herrschafft, Dein gwalt mag niergend wenden, groß ist deins Löngreichs pracht vnd krafft, All die auß schwachheyt fallen erheltstu durch dein gnad, Das zschlagen vnd zerschallen hebst auff nach deim gefallen, daß jn die Sünd nicht schad. 6. All augen auff dich sehen, gibst jn jr speiß zu seiner zeit, On dich kan nichts geschehen, dein handt füllt alles nah vnd weit. Wann du außgeust deinn segen vbr alles was hie lebt, Thut sichs in freuden regen, vermehren vnd bewegen, gar hoch dein lob erhebt. 7. Der HERR ist grecht, auffrichtig in allem das Er redt vnd thut, Gar ernst, tapffer vnd wichtig, sein werck sind heylig vnd gantz gut. All die recht zu jm schreien, mit ernst jn rüffen an, Den wil Er gnad verleihen, auß allem vnglück freihen, in nöten bey jn stan. 8. Was die frommen begeren, das thut der HERR zu aller frist, Ir bitt wil Er geweren, mit hülff vnd trost stedts bei jn ist. All die den HERREN lieben, die sind gantz wol behüt, Ja wer sie thut betrüben, gewalt an jn wil üben, der wirt bald außgerütt. 9. Drumb wil ich jn stedts loben, sein ehr verkünden sol mein mundt Für seine grosse gaben, die Er thut allen menschen kundt. Alls fleysch vnd menschen samen sagen im preiß vnd ehr, Zu singen seinem Namen wöllen wir vns nicht schamen ewig vnd jmmermehr! Psalm 148. Laud. dom. de cœlis Ein Danckpsalm, Daß alle Creaturen, Gott loben vnn dancken sollen, der alles durch sein gnedige hülff vnd segen erhelt. 1. Ir himel, jr solt loben den Gott im höchsten thron, All himlisch heer dort oben, ir Engel wol gethon, Sonn, Mon vnd alle Sterne, die leuchten nah vnn ferne, sein ehr verkündet gerne, lobt all mit grossem pracht sein heyligkeyt vnn macht! 2. Ir himel all zusamen vnd was man drinnen sindt, Lob all des HERREN namen, all wasser, wo sie sind! Durch sein Wort wirts geschaffen mit rüstung, wehr vnd waffen, daß niemandt hat zu straffen; er ordents, wies da steht, vnd daß nicht anderst geht. 3. Lobt jn, all thier auff erden, vieh, vögel, visch vnd gwürm, Der dampff, hagel leßt werden, fewr, blitz, schnee, windig stürm: All hügel, berg vnd thale, bewm, kreuter all zu male, vnd was nach seim befehle durch wort erschaffen ist, lob jn zu aller frist! 4. Ir König, Fürsten, Herren vnd was zu richten hat, All leut mit grossen ehren, lobet jn frü vnd spat, Die alten mit den jungen, frisch, mit frölichen zungen, daß sein lob werd gesungen, seinn Namen Ewig lobt, der vns so hoch begobt! 5. Sein lob müß weit erschallen hoch vber himl vnd erd, Der jm leßt wol gefallen sein volck, helts thewr vnd werdt: Seinn außerwelten kinden, all die sich zu jm finden, sollen sein lob verkünden, singen Amen vnd Ja, frölich Haleluia! Psal. 149. Cantate dom Ein Ermanung zur Dancksagung, für die grosse gnaden Gottes. 1. Singet dein HERREN ein newes lied, ir Heylgen solt jn ehren! Frew dich, Israel, förcht dich nit, in Christo deinem HERREN! Die kind Zion solln wunne han, sich jres königs frewen, ir gwissen gar vernewen. 2. Seinn Namen solln loben auffs best, im hertzen frölich spielen, Daß Er sein gnade scheinen leßt, barmhertzigkeyt bei vielen, An jn vor alln hat wolgefalln, hilfft armen vnd Ellenden herrlich an allen enden. 3. Die heylgen sollen frölich sein, sein wolthat Ewig preisen In seiner Christlichen gemeyn, da Er thut gnad beweisen, Ir mund erzel sein Göttlich bfehl, daß sie von Sünd vnd schaden vnd todts not sind entladen. 4. Drumb sollen sie das scharpffe schwerdt stedts han in jren henden, Welchs seel, geyst, marck vnd beyn durchfert, zerschneidts an allen enden, Daß sie der raach recht kommen nach, straff vndern Heyden üben, durchs gsetz das hertz betrüben. 5. Ward aller menschen grechtigkeyt durchs gsetz geschlagen nider, Das Euangelion bei zeit kumm, tröst den Sünder wider, Daß sich niemandt in keynem Stand darff rhümen seiner wercke, kunst, weißheyt, krafft vnd stercke. 6. Auff das der HERR alleyn hab recht, wie dauon ist geschriben, Daß die Sünd vom menschlichem gschlecht durch gnad wirt auß getriben: So wirt man frumm, das ist der rhum den alle heilgen haben, drumb sie Gott Ewig loben. Psal. 150. Laud. dom. in sanctis Ein Lob vnd Danckpsalm, daß Gott sein Kirch erhelt, den Herren Christum vnd sein Wort vns geben hat. 1. Lobt Gott in seinem heyligthum, jr Christen hie auff erden! Sagt jm tob, danck, preiß, ehr vnn rhum, sein Wort verbreyt muß werden, Sein wunderthat da durch Er hat sein macht vns wolt beweisen, sein herrlichkeyt zu preisen. 2. Daß Er Christ, seinen lieben Son, für vnser sünd hat geben, Durch den wir gnad beim Vatter han, durch seinen todt das leben, Von Sünden fein die gwissen reyn, frölich für Gott zu tretten, abba zum Vatter betten. 3. Daß solchs sein Wort verkündet werd bei allen menschen kinden, Sich vom anfang zum end der erd all völcker zu jm finden, Was athem hat laß solche gnad mit lob vnd danck erklingen vnd Haleluia singen. Hertzog Heinrichs vō Braunschweigs klage Liedt 1. Ich stundt an einem Morgen heimlich an einem ort, Da hett ich mich verborgen, ich hort Klegliche wort Von einem Wolff, der klagt sich sehr, wie jm sein Nest verstöret, sein Balck zurrissen wer: 2. O weh mir armen Gwelffen, wie ist mein nodt so gross! Will mir kein freundt jtzt helffen? wie steh ich hie so bloss: Auff die ich mich vorlassen han sein all von mir abtretten, sind nicht ein trewen Man. 3. Ich hett mich hoch vermessen vnd war gar viel zu kün, Docht mein Ross solt han gfressen den Rauten Krantz so grün, Den bundten Hundt zerrissen gar, Lewen vnd Bern verschlungen alsambt mit haut vnd har. 4. Drumb liss ich mich fast sehen mit Ritterlicher that, Mit schenden vnd mit schmehen, mit list vnd falschem Rath, Mit lügen vnd vorreterey, stifft bey mein Bundgenossen viel heimlich Meuterey. 5. Man sagt, ich hab mit Brennen vnd Mord viel schaden than, Mit rauben, vberrennen beschedigt manigen man: Das klagt beid Gosslar vnd Braunschweig, zu Pless der Eseltreiber, zu Eimbeck Heinrich Deick. 6. Zum Berlyn Simon Fincken vber mich gsungen hat, Zu Schening liss vorsincken wol in den Wall, vorstath, Doctor Delingshausen gnant, der ist jtzt auffgegraben vnd warhefftig erkant. 7. Zwey schwerter sahe ich glüen in einem Feur gar heiss: Der Rauten Krantz wolt blüen, gar bald brach mir der schweiss, Der Lew zog neben jm daher: ich erwischt das Hasen Baner, meins bleibens war nicht mehr. 8. Ein Vater het erkoren dort oben an der Elb, Hat mir ein Eid geschworen, er wolt mir helffen selb: Baldt ward er nicht gesehen mehr, jck wolt, das Gott im Himel für jn gestorben wehr. 9. Ich bath mein langen Bruder, ders Wasser tretten kan, Das er zuricht sein Ruder vnd brecht sein Segel an, Vnd fürd sein Schifflein in den Sund: da wars im hwy versuncken am Schagen in den grundt. 10. Bald thet ein Briefflein schreiben auff einen Roten hudt, Er wölt sein Redlein treiben, das meine sach würd gut: Da bleib ich aller hülffen loss, denn er must selbst entrinnen von seinem schwarzen Schloss. 11. Scharlach kan mich nicht decken, breit hüt fürm heissen schein: Ich weiss gut frische Wecken, da will ich beissen ein, Das ich meins hungers werd ergetzt, jhr Pferd hau sie gesattelt, jhr Spies vnd schwerd gewetzt. 12. Die liessen mich auch in sorgen, vmb Gleid den Adler badt: Da must ich frü am Morgen gar heimlich aus der Stadt: Ich fand kein trost gantz vberal, all welt hett mich verlassen, doch tröst mich Belial. 13. Er sprach ›lass dich nicht dempfen, du trewer Diener mein: Wöllest Ritterlich kempfen, ich will stets bey dir sein: Der Bapst hat noch viel gelt vnd Gut, den will ich dahin treiben, das er dir helffen thut.‹ 14. Da nam ich Harnisch, Waffen, mein Schwerdt vmb mich gegürdt, Sprach ›lass ein wenig offen, Pluto, mein lieber Wirdt: Gar bald ich wider zu dir kum, der Bapst hat aus geschrieben ein new Concilium.‹ 15. Doch hab ich mich keins guten zum Bapst vnd meinem Gott Hinfürbas zu vermuten, weil jtzt all Welt jr spot Mit jnen treibt vnd gar verflucht, scheltens für grosse Narren wehr hülff bey jnen sucht. 16. Ach, das jtzt noch wolt gelten wie vormals in der Welt Des Bapsts Fluch, Bann vnd schelten, vnd Brieff die man obs Gelt Verkaufft, so wolt ich mich noch wern, die Luttherischen Buben vnd Letzer mores lern. 17. Mann sagt mir einst ein possen, beym menschen wehr kein heil, Solt mich nicht drauff verlossen, die schlügen alle feil Vnd wehr kein glaub auff Erden mehr: jtzt werd ichs selber jnnen, empfinds auch all zu sehr. 18. Ich traut auff Wolffenbüttel, mein starck vnd festes Schloss: Itzt hilffts mich nicht ein Tüttel, dazu mein weisses Ross, Dahinder ich zu Fuss mus ghan: die schwerter hants zerhawen, die Katz frist jtzt danon. 19. Cain, du Fürst der Welte, dich ruff ich jtzund an. Pharao, du starcker Helte, auch Saul, du theurer man, Achitophel, du trewer Rath, Absolon vnd Semei, ewer gleich man jtzt nicht hat. 20. Nero, Domiciane, euch folg ich willig nach. Caligula, Juliane, jr strebt allzeit nach Rach: Bey euch ich Ewig bleiben muss, helfft, das ich müg erlangen am end des Judas buss. 21. Dabey lass ichs jtzt bleiben, weil ich nicht weiter kan: Was sie reden vnd schreiben muss ich geschehen lan: Damit beschlies ich das gedicht, kan ich mich aber rechen, so lass ichs warlich nicht.