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            <title>Triumph der Tugend. Erste Erzählung</title>
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            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0006-62F5-B</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:11fbf.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
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                  <title>Johann Wolfgang von Goethe: Berliner Ausgabe. Herausgegeben von Siegfried Seidel: Poetische Werke [Band 1–16]; Kunsttheoretische Schriften und Übersetzungen [Band 17–22], Berlin: Aufbau, 1960 ff.</title>
                  <author>Goethe, Johann Wolfgang</author>
               </titleStmt>
               <extent>19-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1960"/>
                  <pubPlace>Berlin</pubPlace>
               </publicationStmt>
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                                 <head type="h4" xml:id="tg625.3.1">Triumph der Tugend</head>
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                                       <hi rend="italic" xml:id="tg625.3.2.1">Erste Erzählung</hi>
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                                    <l xml:id="tg625.3.4">Von stiller Wollust eingeladen,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.5">Drang in den Tempel der Dryaden</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.6">Mit seinem Mädchen Daphnis ein,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.7">Um zärtlich ohnbemerkt zu sein.</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.8">Des Taxus Nacht umgab den Fuß der Eichen,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.9">Nur Vögel hüpften auf den Zweigen,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.10">Rings um sie her lag feierliches Schweigen,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.11">Als wären sie auf dieser Welt allein.</l>
                                 </lg>
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                                    <l xml:id="tg625.3.13">Sie saßen tändelnd in dem Kühlen.</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.14">Allein, dem Herzen nah, das uns so zärtlich liebt –</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.15">Wem Amor solch ein Glücke gibt,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.16">Wird der nicht mehr als sonsten fühlen?</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.17">Und unser Paar fing bald an, mehr zu fühlen.</l>
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                                    <l xml:id="tg625.3.19">Des Mädchens zärtlich Herz lag ganz in ihrem Blicke,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.20">Halb lächelnd nennt sie ihn ihr bestes, größtes Glücke.</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.21">Sein Herz, von heißem Blut erfüllt,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.22">Drückt sich an ihrs, läßt nach, drückt wieder;</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.23">Und wenn das Blut einmal von Liebe schwillt,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.24">Reißt es gar leicht der Ehrfurcht Grenzen nieder.</l>
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                                    <l xml:id="tg625.3.26">Konnt Daphnis wohl dem Reiz des Busens widerstehn?</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.27">Bei jedem Kuß durchglüht' ihn neues Feuer,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.28">Bei jedem Kusse ward er freier,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.29">Und sie – und sie – ließ es geschehn.</l>
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                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg625.3.32">Der Schäfer fühlt ein taumelndes Entzücken,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.33">Und da sie schweigt, da jetzt in ihren Blicken</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.34">Anstatt der Munterkeit ein sanfter Kummer liegt,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.35">Glaubt er sie auf dem Grad von feurigen Entzücken,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.36">Wo man die Mädchen leicht besiegt.</l>
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                                    <l xml:id="tg625.3.38">Sie war an seine Brust gesunken,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.39">Und er zuletzt, von Wollust trunken,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.40">Erbat sich, Amor, Sieg von dir.</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.41">Doch schnell entriß sie sich den Armen,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.42">Die sie umfaßten: »Aus Erbarmen«,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.43">Rief sie, »komm, eile weg von hier.«</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.44">Bestürzt und zitternd folgt er ihr.</l>
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                                    <l xml:id="tg625.3.46">Da sprach sie zärtlich: »Laß nicht mehr</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.47">Dich die Gelegenheit verführen;</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.48">O Freund, ich liebe dich zu sehr,</l>
                                    <l xml:id="tg625.3.49">Um dich unwürdig zu verlieren.«</l>
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