<?xml-model href="textgrid:40f9x" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="textgrid:40f9x" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
	<teiHeader>
		<fileDesc>
			<titleStmt>
				<title type="short">24. September 1821. Goethe an C. L. F.
					Schultz (Auszug)</title>
				<title type="desc"><name type="place" subtype="orn" ref="gnd:4028557-1">Jena</name>. <date type="orn" when="1821-09-24" sameAs="monday">Montag, 24.
						September 1821</date>. Brief an <name type="person" subtype="rcp" ref="gnd:117191787">Schultz, Christoph
						Ludwig Friedrich</name> in <name type="place" subtype="dtn" ref="gnd:4005728-8">Berlin</name>.
					(Auszug)<lb/>
				</title>
				<author><name type="person" subtype="aut" ref="gnd:118540238">Goethe, Johann Wolfgang
						von</name></author>
				<editor>Projekt „Wirkungsgeschichte von Goethes Werk ‚Zur
					Farbenlehre‘ in Berlin 1810-1832“</editor>
				<funder><name type="org" subtype="fnd" ref="gnd:2021825-4">Schweizerischer Nationalfonds</name></funder>
				<funder><name type="org" subtype="fnd" ref="gnd:2007744-0">Deutsche Forschungsgemeinschaft</name></funder>
			</titleStmt>
			<editionStmt>
				<edition>Goethes Farbenlehre in Berlin.
					Repositorium</edition>
				<respStmt>
					<resp>Transkription</resp>
					<name type="person" subtype="trc" ref="gnd:112790542">Nickol, Thomas</name>
					<name type="person" subtype="trc" ref="gnd:172196361">Krayer, Albert</name>
				</respStmt>
				<respStmt>
					<resp>Kollationierung</resp>
					<name type="person" subtype="crr" ref="gnd:112790542">Nickol, Thomas</name>
					<name type="person" subtype="crr" ref="gnd:172196361">Krayer, Albert</name>
				</respStmt>
				<respStmt>
					<resp>TEI-Kodierung</resp>
					<name type="person" subtype="dtc" ref="gnd:112790542">Nickol, Thomas</name>
					<name type="person" subtype="dtc" ref="gnd:172196361">Krayer, Albert</name>
				</respStmt>
				<respStmt>
					<resp>Kommentar</resp>
					<name type="person" subtype="wac" ref="gnd:112790542">Nickol, Thomas</name>
					<name type="person" subtype="wac" ref="gnd:172196361">Krayer, Albert</name>
				</respStmt>
			</editionStmt>
			<publicationStmt>
				<publisher>
					<name type="org" subtype="pbl" ref="gnd:2020450-4">Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek
						Göttingen</name>
				</publisher>
				<availability>
					<licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/legalcode">CC-BY-NC-SA-4.0</licence>
					<p>Editionstext kann unter der Lizenz „Creative Commons
						Attribution Non Commercial Share Alike 4.0
						International“ genutzt werden.</p>
				</availability>
				<pubPlace><name type="place" subtype="pup" ref="gnd:4021477-1">Göttingen</name></pubPlace>
				<date type="pub" when="2021">2021</date>
			<idno type="TextGrid">textgrid:40hd7</idno></publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>
					<author>
						<name type="person" subtype="aut" ref="gnd:118540238">Goethe, Johann Wolfgang
							von</name>
					</author>
					<editor>
						<name type="person" subtype="edt" ref="gnd:116929944">Morris, Max</name>
					</editor>
					<title level="m" type="main" xml:lang="ger">Briefe</title>
					<title level="m" type="sub">Juli 1821 - März
						1822</title>
					<title level="s" type="main" xml:lang="ger">Goethes
						Werke herausgegeben im Auftrage der Großherzogin
						Sophie von Sachsen ; Vierte Abteilung</title>
					<biblScope unit="volume" n="35">35. Band</biblScope>
					<pubPlace>
						<name type="place" subtype="pup" ref="gnd:4065105-8">Weimar</name>
					</pubPlace>
					<publisher>Hermann Böhlaus Nachfolger</publisher>
					<date type="pub" when="1906">1906</date>
					<biblScope unit="page" from="96" to="102">S.
						96-102</biblScope>
				</bibl>
				<listBibl>
					<bibl>
						<relatedItem type="print">
							<bibl><ref target="https://textgridlab.org/1.0/tgcrud-public/rest/textgrid:3zhh6/data#page=134">LA II 5B/2</ref>, S. 981-982, Z 24. September 1821.
								Goethe an C. L. F. Schultz</bibl>
						</relatedItem>
						<relatedItem type="letter" subtype="related">
							<ref target="Z_1821-08-03_l.xml">3. August 1821. C. L. F. Schultz an
								Goethe</ref>
						</relatedItem>
						<relatedItem type="letter" subtype="response">
							<ref target="Z_1821-12-31_k.xml">31. Dezember 1821. C. L. F. Schultz an Goethe
								(Konzept, nicht abgesandt?)</ref>
						</relatedItem>
					</bibl>
				</listBibl>
			</sourceDesc>
		</fileDesc>
		<encodingDesc>
			<projectDesc>
				<p>Volltexte und TEI-Kodierung für das Projekt
					„Wirkungsgeschichte von Goethes Werk ‚Zur Farbenlehre‘
					in Berlin 1810-1832“</p>
			</projectDesc>
			<editorialDecl>
				<correction method="markup">
					<p>Sämtliche für das Verständnis des Textes
						erforderlichen Herausgeberkorrekturen werden über
							<gi>choice</gi> in die Texte eingearbeitet.
						Innerhalb von <gi>choice</gi> steht der korrigierte
						Wert in <tag>corr type="corrigenda"</tag> und der zu
						korrigierende Wert in <tag>orig</tag>.</p>
				</correction>
				<normalization method="silent">
					<p>Die folgenden Aspekte der Vorlage werden nicht
						erfasst:</p>
					<p>Rezente archivalische Vermerke, Zählungen usw.</p>
				</normalization>
				<normalization method="silent">
					<p>Sogenannte Suspensionsschlingen als Zeichen der
						Abkürzung werden durch einen Schlusspunkt als
						allgemeines Abkürzungszeichen ersetzt.</p>
				</normalization>
				<normalization method="silent">
					<p>Ligaturen werden aufgelöst.</p>
				</normalization>
				<normalization method="markup">
					<p>Textbereiche in einer von der Grundschrift
						abweichenden Schriftart werden als <tag>hi
							rendition="simple:italic"</tag>
						ausgezeichnet.</p>
				</normalization>
				<hyphenation eol="all">
					<p>Worttrennungen an Zeilenumbrüchen (weiche
						Zeilentrennungen) werden durch ein einfaches
						Bindestrich-Minus (002D) angezeigt.</p>
					<p>Erstreckt sich die Worttrennung über einen
						Seitenumbruch steht das Element <gi>pb</gi> direkt
						hinter dem schließenden <tag>lb</tag></p>
				</hyphenation>
			</editorialDecl>
			<tagsDecl>
				<rendition xml:id="no_indent" scheme="css">text-indent:
					none;</rendition>
				<rendition xml:id="indent-1" scheme="css">text-indent:
					-1em;</rendition>
				<rendition xml:id="indent" scheme="css">text-indent:
					1em;</rendition>
				<rendition xml:id="l2em" scheme="css">margin-left:
					2em;</rendition>
				<rendition xml:id="l3em" scheme="css">margin-left:
					3em;</rendition>
				<namespace name="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
					<tagUsage gi="pb">Trägt obligatorisch die folgenden
						Attribute: <att>n</att> gibt die Originalseite der
						Vorlage wieder (bei Blattzählung die Zahl mit dem
						Zusatz "r" [recto] bzw. "v" [verso]);
							<att>facs</att> ruft die Faksimiledatei auf,
							<att>xml:id</att> bildet für Seitenverweise eine
						ID aus dem Wert von <att>n</att>.</tagUsage>
				</namespace>
			</tagsDecl>
			<refsDecl>
				<p>Element <gi>pb</gi>: Für das Attribut <att>n</att> sind
					neben Seitenzahlen weitere zugelassene Werte
					definiert.</p>
			</refsDecl>
			<listPrefixDef>
				<prefixDef ident="gnd" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://d-nb.info/gnd/#$1">
					<p>Projektinterne URIs mit dem Präfix "gnd" können
						umgewandelt werden, damit sie auf einen Eintrag der
							<ref target="http://d-nb.info">Gemeinsamen
							Normdatei (GND)</ref> der Deutschen
						Nationalbibliothek zeigen.</p>
				</prefixDef>
			</listPrefixDef>
		</encodingDesc>
		<profileDesc>
			<langUsage>
				<language ident="ger"/>
			</langUsage>
			<textClass>
				<keywords scheme="#gnd">
					<term ref="gnd:4008240-4">Brief</term>
					<term ref="gnd:117107565">Schubarth, Carl Ernst</term>
					<term ref="gnd:117191787">Schultz, Christoph Ludwig
						Friedrich</term>
				</keywords>
				<keywords scheme="free">
					<term>Druck</term>
				</keywords>
			</textClass>
		</profileDesc>
		<revisionDesc>
			<change when="2022-04-06" who="AK">Datei angelegt</change>
			<change when="2022-04-06" who="AK">Header</change>
			<change when="2022-04-06" who="AK">Text eingefügt</change>
		</revisionDesc>
	</teiHeader>
	<text xml:id="Z_1821-09-24_c" xml:lang="ger">
		<body>
			<div>
				<p><pb n="98"/>[...]</p>
				<p>Nun bin ich seit Sonnabend den 15. wieder in Jena, in
					derselben morschen Schindelhütte, wo wir doch
					wiederholt so schöner Tage genossen, bringe meine
					Geschäfte, die Sie kennen, vor Winters in Ordnung und
					leide, nach wie vor, an dem cimmerischen
					Nebel-Regen-Wetter, welches mir die Berge gegen meinen
					Fenstern über verhüllt und verdüstert. </p>
				<p>Diesen Äußerlichkeiten aber zum Trutz werden aufgehäufte
					Papiere geordnet und redigirt, ferner zwey neue Hefte
					meiner Zeitschriften in den Druck gegeben, und so
					wollen wir abwarten, ob nun noch trockne, wenn auch
					nicht heitere Tage uns vor Winters zu Hülfe kommen.</p>
				<p>Schubarth war in Berlin, und ist wahrscheinlich wieder da; es
					wird Sie wie mich freuen, dieses affirmirende
					Individuum kennen zu lernen. [...]<pb n="99"/>[...]</p>
				<p>Wie es mir ergangen, meldet ein besonderes Blatt; nun
					aber erfreue mich zuvörderst, daß auch Sie, das Banner
					der Verzweiflung aufsteckend, die allerliebsten<pb n="100"/> Paragraphen gewonnen haben. Möchten Sie
					doch in diesem Sinne sich weiter aussprechen! Bedenken
					Sie, daß sonst alles zusammen verloren geht. Niemand
					will und kann aufnehmen, was der andere begonnen hat.
					Nicht ein leidiger Egoismus liegt allein zum Grund, die
					Abgeschlossenheit ist es, die einen jeden umzirkt; das
					Individuum muß sich selbst aussprechen, niemand kommt
					ihm zu Hülfe. Da kenn ich denn aber auch die
					Unentschlossenheit sehr gut, die nicht gerne sagen
					möchte: es ist zwar nicht <hi rendition="simple:letterspace">fertig</hi>, aber es
					ist <hi rendition="simple:letterspace">genug</hi>.</p>
				<p>Mir wär nun aber auf meinem wissenschaftlichen Wege auch zum
					höchsten Gewinn, wenn Sie sich gerade jetzt
					entschlössen, das phosphorische Licht, was in Ihnen so
					herrlich waltet, auch nach außen leuchten zu lassen:
					denn in meinem nächsten Heft <hi rendition="simple:letterspace">Zur
						Naturwissenschaft</hi> nehm ich die Chromatik wieder
					auf, indem ich ältere Aufsätze, Confessionen,
					Erläuterungen, Streitfragen sogar mancher Art, die bey
					mir, seit Jahren, nicht nur skizzirt, sondern wirklich
					ausgeführt, nieder- und bey Seite gelegt waren, ohne
					weiteres abdrucken lasse; wobey ich Ihrer Arbeiten
					nothwendig gedenken muß, als welche vor meine Anfänge
					hinaus gegangen sind, und erst meine Urwelt
					constituiren.</p>
				<p>Auch kann ich vertrauen, daß mir das sicherste Kennzeichen zur
					Hand ist: im Buchhandel sey Nachfrage nach der
					Farbenlehre; denn ich verwahre die Tafeln, lasse sie
					abdrucken und illuminiren, und nun<pb n="101"/>sind mit
					einer gewissen Hast 50 Exemplare zu Michael bestellt
					worden. Lassen Sie uns das Eisen schmieden, da es heiß
					zu werden scheint, und entziehen Sie dem löblichen
					Handwerk ihren Hammer nicht.</p>
				<p>Gedachtes Heft muß überhaupt wunderlich werden; denn
					ich denke, nach allen Seiten, aus den Mauern
					Warte-Steine genug hervorragen zu lassen, die für mich
					oder andere aufs Fernere deuten.</p>
				<p>[...]</p>
			</div>
		</body>
	</text>
</TEI>