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            <title>Der Bauer und sein Sohn</title>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0002-C256-E</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:n72f.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               <p>
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               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
               </p>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
               </p>
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               <titleStmt>
                  <title>Christian Fürchtegott Gellert: Werke, Band 1 und 2. Herausgegeben von Gottfried Honnefelder, Frankfurt a.M.: Insel, 1979.</title>
                  <author key="pnd:118538322">Gellert, Christian Fürchtegott</author>
               </titleStmt>
               <extent>120-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1979"/>
                  <pubPlace>Frankfurt a.M.</pubPlace>
               </publicationStmt>
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                                 <head type="h4" xml:id="tg221.3.1">Der Bauer und sein Sohn</head>

                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg221.3.2">Ein guter dummer Bauerknabe,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.3">Den Junker Hans einst mit auf Reisen nahm,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.4">Und der trotz seinem Herrn mit einer guten Gabe,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.5">Recht dreist zu lügen, wieder kam:</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.6">Ging kurz nach der vollbrachten Reise</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.7">Mit seinem Vater über Land.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.8">Fritz, der im Gehn recht Zeit zum Lügen fand,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.9">Log auf die unverschämt'ste Weise.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.10">Zu seinem Unglück kam ein großer Hund gerannt.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.11">»Ja, Vater«, rief der unverschämte Knabe,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.12">»Ihr mögt mir's glauben oder nicht:</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.13">so sag' ich's Euch und jedem ins Gesicht,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.14">Daß ich einst einen Hund bei – Haag gesehen habe,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.15">Hart an dem Weg, wo man nach Frankreich fährt,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.16">Der – ja, ich bin nicht ehrenwert,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.17">Wenn er nicht größer war als Euer größtes Pferd.«</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg221.3.19">»Das«, sprach der Vater, »nimmt mich wunder;</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.20">Wiewohl ein jeder Ort läßt Wunderdinge sehn.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.21">Wir zum Exempel gehn itzunder</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.22">Und werden keine Stunde gehn:</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.23">So wirst du eine Brücke sehn,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.24">(Wir müssen selbst darüber gehn)</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.25">Die hat dir manchen schon betrogen;</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.26">(Denn überhaupt soll's dort nicht gar zu richtig sein)</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.27">Auf dieser Brücke liegt ein Stein,</l>
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                                    <l xml:id="tg221.3.29">An den stößt man, wenn man denselben Tag gelogen,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.30">Und fällt und bricht sogleich das Bein.«</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg221.3.32">Der Bub' erschrak, sobald er dies vernommen.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.33">»Ach!« sprach er, »lauft doch nicht so sehr!</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.34">Doch wieder auf den Hund zu kommen,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.35">Wie groß sag' ich, daß er gewesen wär'?</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.36">Wie Euer großes Pferd? Dazu will viel gehören.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.37">Der Hund, itzt fällt mir's ein, war erst ein halbes Jahr;</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.38">Allein das wollt' ich wohl beschwören,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.39">Daß er so groß, als mancher Ochse, war.«</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
                                    <lb xml:id="tg221.3.40"/>
                                    <l xml:id="tg221.3.41">Sie gingen noch ein gutes Stücke;</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.42">Doch Fritzen schlug das Herz. Wie konnt' es anders sein?</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.43">Denn niemand bricht doch gern ein Bein.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.44">Er sah nunmehr die richterische Brücke</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.45">Und fühlte schon den Beinbruch halb.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.46">»Ja Vater«, fing er an, »der Hund, von dem ich red'te,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.47">War groß, und wenn ich ihn auch was vergrößert hätte:</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.48">So war er doch viel größer als ein Kalb.«</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg221.3.50">Die Brücke kommt. Fritz! Fritz! wie wird dir's gehen!</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.51">Der Vater geht voran; doch Fritz hält ihn geschwind.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.52">»Ach Vater!« spricht er, »seid kein Kind</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.53">Und glaubt, daß ich dergleichen Hund gesehen.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.54">Denn kurz und gut, eh' wir darüber gehen:</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.55">Der Hund war nur so groß, wie alle Hunde sind.«</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg221.3.57">Du mußt es nicht gleich übel nehmen,</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.58">Wenn hie und da ein Geck zu lügen sich erkühnt.</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.59">Lüg' auch, und mehr als er, und such' ihn zu beschämen:</l>
                                    <l xml:id="tg221.3.60">So machst du dich um ihn und um die Welt verdient.</l>
                                 </lg>
                              </div>
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