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            <title>Schreiben eines Frauenzimmers</title>
         </titleStmt>
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            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0002-E3B4-6</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:nkp8.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Johann Christoph Gottsched: Ausgewählte Werke. Herausgegeben von Joachim Birke, Band 1: Gedichte und Gedichtübertragungen, Band 2: Sämtliche Dramen, Berlin: Walter de Gruyter &amp; Co., 1968/1970.</title>
                  <author key="pnd:118541013">Gottsched, Johann Christoph</author>
               </titleStmt>
               <extent>384-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1968"/>
                  <pubPlace>Berlin</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
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Schreiben eines Frauenzimmers an eine vertraute Freundinn</head>
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                                    <p rend="zenoPC" xml:id="tg96.3.2">1733.</p>
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                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg96.3.4">Nimm hin dieß kleine Blatt, galante Cölestine!</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.5">Es kömmt ja, wie du siehst, von keiner Männerhand.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.6">Drum wundre dich nur nicht, wenn ich mich viel erkühne,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.7">Es hat dir diese Schrift kein Buhler zugesandt.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.8">Dein Jahrfest macht mich froh; mein Wunsch soll dich verehren:</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.9">Die Freundschaft fodert es, die Liebe reizt mich an.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.10">Und will mich öfters gleich mein Unvermögen stören;</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.11">So wird gleichwohl der Pflicht dadurch genug gethan.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.12">Allein, wie soll ich dich an diesem Feste binden?</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.13">Was schenk ich, Schönste! dir, das dir gefällig sey?</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.14">Ich sinne hin und her, und weis doch nichts zu finden,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.15">Als ein ergebnes Herz voll ungefärbter Treu.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.16">Wie das? sprichst du, dein Herz? du hast ja stets geschwiegen,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.17">Wenn andre mich damit aufs eifrigste beschenkt;</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.18">Und hast es irgend schon, mit herzlicherm Vergnügen,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.19">Auf sonst was Artiges, das dir gefällt, gelenkt.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.20">Ach freylich, schwieg ich wohl, wenn sich zwo stolze Schönen</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.21">In meiner Gegenwart um deine Huld bemüht:</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.22">Warum? sie schienen nur mein Wesen zu verhöhnen,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.23">Weil alles itzt auf Geld, auf Staat und Ansehn sieht.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.24">Doch, Werthe! prüfe nur mein redliches Gemüthe,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.25">Komm, wäge meine Treu, und jener Schmäucheln, ab:</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.26">So findest du gewiß mein Herz von ächter Güte,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.27">Da dir so mancher Mund nur leere Worte gab.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.28">Wiewohl du kennst mich schon, und wirst mich nicht verschmähen.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.29">Brennt gleich mein kleines Licht bey jenen Sonnen schwach:</l>
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                                    <l xml:id="tg96.3.31">Ja soll ich gleich dein Herz nicht ganz von innen sehen;</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.32">So öffnest du mir doch des Herzens Vorgemach.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.33">Ich bin vergnügt damit, und habe nichts verlohren,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.34">Wenn gleich <hi rend="italic" xml:id="tg96.3.34.1">Angelica</hi> bey größerm Glücke lacht:</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.35">Und wenn sich gleich die Brust der stolz gesinnten<hi rend="italic" xml:id="tg96.3.35.1"> Floren</hi>
                                    </l>
                                    <l xml:id="tg96.3.36">Dasselbe, wie sie glaubt, zur Residenz gemacht.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.37">Ein Vorzug bleibt mir doch, der meine Großmuth mehret;</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.38">Daß die Verwandtschaft mich, nicht sie, mit dir verbindt:</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.39">Denn da mein Bruder dich, als eine Schwester, ehret,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.40">So glaub ich, daß auch wir genau verschwistert sind.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.41">So nimm denn, schönstes Kind! mein Herz zum Angebinde.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.42">Und glaube, daß es dich, bis in die Grube, liebt;</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.43">Ja, daß ich bloß in dir mein schönstes Labsal finde,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.44">Dergleichen mir gewiß mein eigen Glück nicht giebt.</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.45">Der Himmel schenke dir nun bald ein männlich Herze,</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.46">Das dich so treu und zart, als meine Seele meynt;</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.47">So sprech ich dermaleinst, bey dem verliebten Scherze:</l>
                                    <l xml:id="tg96.3.48">Der Himmel hab an euch das schönste Paar vereint.</l>
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