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            <title>An Ebendesselben Hochfürstl. Durchl.</title>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0003-8F65-F</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:qncg.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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            <note>
                                    Entstanden 1773.
                                 </note>
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            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Anna Louisa Karsch: Gedichte von Anna Louisa Karschin, geb. Dürbach. Nach der Dichterin Tode nebst ihrem Lebenslauff herausgegeben von Ihrer Tochter C[aroline] L[uise] v[on] Kl[encke], geb. Karschin, Berlin: gedruckt mit Ditericischen Schrifften, 1792.</title>
                  <author key="pnd:118560328">Karsch, Anna Louisa</author>
               </titleStmt>
               <extent>152-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1792"/>
                  <pubPlace>Berlin</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
         </sourceDesc>
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            <date when="1773"/>
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               <term>verse</term>
            </keywords>
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                                 <head type="h4" xml:id="tg218.3.1">An Ebendesselben Hochfürstl. Durchl.</head>
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                                    <p rend="zenoPC" xml:id="tg218.3.2">Den 19. October 1773.</p>
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                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg218.3.4">Durchlauchter Fels, der ehemals den Wogen</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.5">Des Krieges mächtig widerstand,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.6">Warum ist Dir nicht jüngst die Muse zugeflogen,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.7">Als sie den bittern Schimpf empfand,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.8">Den König Friedrichs Kammerknechte</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.9">Ihr höhnisch lachend angethan.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.10">Ich schrieb an Ihn und sprach: daß Er bedenken möchte,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.11">Wie zehnmal schon auf seiner Bahn</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.12">Sich Phöbus umgewandt, seitdem mir Friedrich sagte</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.13">Er wollte mein Versorger seyn.</l>
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                                    <l xml:id="tg218.3.15">Ich hatte Recht, daß ich Ihn zu erinnern wagte,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.16">Er aber schätzt die Deutschen klein.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.17">Man siegelte auf Sein Befehlen</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.18">
                                       <hi rend="italic" xml:id="tg218.3.18.1">Zwo ganze Friedrichsthaler</hi> ein,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.19">Und wollt' es öffentlich erzählen,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.20">Indem man auf den Umschlag schrieb:</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.21">»Zwey Thaler zum genädigen Geschenke</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.22">Für Deutschlands Dichterin.« Dies that man, wie ich denke,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.23">Aus eignem schadenfreuden Trieb.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.24">Ich faßte kurzen Schluß; ich lächelte catonisch</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.25">Auf dies Geschenk herab, und schrieb</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.26">Mit kaltem Blute ganz laconisch,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.27">Weil mir nichts weiter übrig blieb:</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg218.3.29">»Zwei Thaler giebt kein großer König;</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.30">Ein solch Geschenk vergrößert nicht mein Glück,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.31">Nein, es erniedrigt mich ein wenig,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.32">Drum geb ich es zurück.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.33">A.L.K.«</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg218.3.35">So sprach ich, und so mußt' ich sprechen,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.36">Und siegelte die Thaler ein,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.37">Und sandte sie zurück, und will sich Friedrich rächen,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.38">So mag Er Dir an Großmuth ähnlich seyn</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.39">Und mir ein Jahrgeschenke geben.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.40">Er sündigte bei Seinem Leben</l>
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                                    <l xml:id="tg218.3.42">An Seiner eignen Ehre durch die That,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.43">Und ich betrug mich, wie ich sollte,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.44">Für mich war gar kein andrer Rath.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.45">Denn wenn ich dies Geschenk behalten wollte,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.46">Mit solcher niedern Art gesandt,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.47">Alsdann verdient' ich künftig nimmer</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.48">Die Ehre, daß der große Ferdinand</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.49">Sich meiner kühnen Sangart immer</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.50">Mit günstiglichem Auge neigt.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.51">Ich folgte einem meiner Freunde,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.52">Der ehrlich denkt und ehrlich sich bezeigt,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.53">Und schrieb dem Könige, der tausend neue Feinde</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.54">Mit tausend neuen Dörfern sich erstrebt.</l>
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                                    <l xml:id="tg218.3.56">Der Freund hat's gut gemeint, indem Er mich belebt,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.57">Den König an Sein Wort zu denken</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.58">Nach zehn verflogner Jahre Frist,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.59">Und ich bin ohne Philosophengründe</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.60">So ruhig wie ein Weiser ist.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.61">Rings um mich her blick ich und finde</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.62">Viel Tausend mir an Glück nicht gleich,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.63">Und auch nicht gleich an Ruhm und Würde.</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.64">Hab ich nicht eine Goldesbürde,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.65">So bin ich doch an Briefen reich,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.66">Die mir mein göttlichgroßer Gönner,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.67">Held Ferdinand von Herzen zugeschickt,</l>
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                                    <l xml:id="tg218.3.69">Und stolzer bin ich drauf, als Weiber auf die Männer,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.70">Die sie mit Steinchen ausgeschmückt</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.71">Und ihnen Titeldunst gegeben –</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.72">Ich brüste mich mit ganz erhabnem Geist,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.73">So oft der Held, für den noch jezt die Franzen beben,</l>
                                    <l xml:id="tg218.3.74">Mich »Seine liebe Karschin« heißt.</l>
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