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            <title>Nachricht wegen des Rinderhirtens Johann Christoph Grafes</title>
         </titleStmt>
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            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0003-91E6-2</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:qp4g.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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            <note>
                                    Entstanden 1766.
                                 </note>
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            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Anna Louisa Karsch: Gedichte von Anna Louisa Karschin, geb. Dürbach. Nach der Dichterin Tode nebst ihrem Lebenslauff herausgegeben von Ihrer Tochter C[aroline] L[uise] v[on] Kl[encke], geb. Karschin, Berlin: gedruckt mit Ditericischen Schrifften, 1792.</title>
                  <author key="pnd:118560328">Karsch, Anna Louisa</author>
               </titleStmt>
               <extent>226-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1792"/>
                  <pubPlace>Berlin</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
         </sourceDesc>
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               <term>verse</term>
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                                 <head type="h4" xml:id="tg244.3.1">Nachricht an den Grafen von Stollberg-Wernigerode wegen des Rinderhirtens Johann Christoph Grafes in Schwiebus, zween Meilen von Züllichow</head>
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                                    <p rend="zenoPC" xml:id="tg244.3.2">1766.</p>
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                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg244.3.4">Der Rinderhirte lebt noch dort,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.5">Wo er mir Früchte gab und Kränze;</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.6">Nicht Gram, nicht Mangel trieb ihn fort,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.7">Er zählte sechs und vierzig Lenze,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.8">Vielleicht seit seinem Kinderlauf,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.9">Vielleicht auch drüber oder drunter.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.10">Sein Auge blickt nicht reizend auf,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.11">Ist nicht beflammt, nicht groß, nicht munter,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.12">Sein Lippenpaar verlocket nicht</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.13">Zur Lüsternheit nach einem Kusse –</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.14">O Graf! Sein ganzes Angesicht</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.15">Empfing nichts von dem Honiggusse</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.16">Der Grazien, die an der Braut</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.17">Des Fürsten, der Dich Vater nennet,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.18">Mund, Auge, Stirn und Brust gebaut.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.19">In dieses Menschen Miene kennet</l>
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                                    <l xml:id="tg244.3.21">Man nichts von dem, was die Natur</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.22">Ihm mitgegeben zum Geschenke,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.23">Als er der Dunkelheit entfuhr.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.24">Man sieht nicht, daß er besser denke,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.25">Wie mancher, den sie schön gemacht.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.26">Er scheinet uns so gar zuwider,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.27">So bald er freundlich thut und lacht.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.28">Und doch verdient er funfzig Lieder</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.29">Von wegen seiner Frömmigkeit.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.30">Die Tugend hat von seinen Thaten</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.31">Gewiß noch keine nicht gescheut.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.32">Den Weg, auf den die Spötter traten,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.33">Vermied er immer, und die Bahn</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.34">Der Gottsvergeßnen und die Freuden</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.35">Der Jünglinge, die Lust auf Lust</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.36">Verschlucken und ihr Auge weiden</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.37">An Dingen die vergänglich sind.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg244.3.39">Er spannte sein ererbtes Rind</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.40">Am Pflug, den er sich selber machte,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.41">Genoß, was Feld und Garten brachte,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.42">War stets zufrieden, war vergnügt</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.43">Mit seinen selbstgezeugten Rüben</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.44">Bis Rußlands Völker uns bekriegt</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.45">Und manchen Landmann fortgetrieben.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.46">Da ward sein kleines Glück zerstört.</l>
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                                    <l xml:id="tg244.3.48">O Menschenfreund! Du hast sein Klagen</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.49">Mit unverschloßner Brust gehört,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.50">Und ihn zu retten beygetragen.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.51">Jezt drängt ein nachbarlicher Feind</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.52">Sein frommes Herz zu neuer Klage;</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.53">Reiß ihn heraus, Du Tugendfreund!</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.54">Er wendet seine Lebenstage</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.55">Zu mancher Schnizwerkarbeit an,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.56">Wenn er im Winter nicht die Erde</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.57">Mit scharfem Pflug durchwühlen kann.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.58">Hilf, Gönner! daß er glücklich werde!</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.59">Sein Feind, sein Widersacher nimmt</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.60">Ihm einen Theil von seinem Erbe.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.61">Er ist auf seine Stadt ergrimmt,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.62">Laß zu, daß er in Deiner sterbe,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.63">Und glaube, daß der Hirte frei,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.64">Nicht unterthänig, nicht gebunden</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.65">An irgend einem Herren sey.</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.66">Empfinde, was Du oft empfunden,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.67">Wenn Du denjenigen erquickt,</l>
                                    <l xml:id="tg244.3.68">Der bittend Dir durchs Herz geblickt.</l>
                                 </lg>
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