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            <title>Biographie: Manuel, Niklaus</title>
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                     <ab type="caption" xml:id="tg1.2.1.1">Niklaus Manuel (Selbstbildnis aus seinen letzten Lebensjahren)</ab>
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                  <head type="h1" xml:id="tg1.2.2">Niklaus Manuel</head>

                  <head type="h4" xml:id="tg1.2.3">(um 1484–1530)</head>

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                     <head type="h2" xml:id="tg2.4.1">Biographie</head>


                     

                     
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                     <p xml:id="tg2.4.4">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.4.1">Um 1484</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.5">Niklaus Manuel wird als Sproß des Geschlechts Alleman in Bern geboren. Über die Jugendzeit Manuels ist wenig bekannt. Wahrscheinlich absolviert er zunächst eine Lehre als Glasmaler. Ansonsten ist Manuel Autodidakt und betätigt sich in den verschiedensten künstlerischen Sparten, wie z.B. Glasmalerei, Holzschnitt-Zeichnungen, Goldschmiedeentwürfe, Altarbilder, Portraits, Bilder religiösen und mythologischen Inhalts, Dekorations- sowie Wandmalerei.</p>
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                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.7.1">1509</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.8">Er heiratet Katharina Frisching, die Tochter des Hauptmanns und Landvogtes von Erlach, und nennt sich ab jetzt Niklaus Manuel Deutsch (Künstlermonogramm NMD).</p>
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                     <p xml:id="tg2.4.10">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.10.1">1510</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.11">Er wird für den Großen Rat vorgemerkt und zwei Jahre später auch in den Großen Rat gewählt, dem er bis zu seiner Wahl in die eigentliche Regierung, den Kleinen Rat, angehört.</p>
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                     <p xml:id="tg2.4.13">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.13.1">1515</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.14">Manuel versucht sich als Dichter mit Versen zum »Totentanz«.</p>
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                     <p xml:id="tg2.4.16">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.16.1">1516–1520</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.17">Er ist erfolgreich als Maler tätig. Davon zeugt der berühmte »Totentanz«, den er an die Mauer des Predigerklosters anbringt. Er wird neben Holbein als einer der fruchtbarsten Repräsentanten der Renaissancekunst auf Schweizer Boden im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts angesehen.</p>
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                     <p xml:id="tg2.4.19">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.19.1">1516, 1522</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.20">Manuel zieht als Feldschreiber mit einem Söldnertrupp unter Albert von Stein nach Oberitalien, erfährt bei der Eroberung von Novara über den von den Schweizern verübten Greueln eine Bekehrung. Künftig verfolgt er in militärischen Angelegenheiten einen gemäßigten Kurs.</p>
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                     <p xml:id="tg2.4.22">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.22.1">1522</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.23">Niklaus schreibt das Bicocca-Lied, in dem die siegreichen deutschen Landsknechte kritisiert werden.</p>
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                     <p xml:id="tg2.4.25">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.25.1">1523</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.26">Zur Herrenfastnacht führt er das Stück »Vom Papst und seiner Priesterschaft«, auch »Die Totenfresser« genannt, auf. Acht Tage später inszeniert er, anläßlich der Bauernfastnacht, zum ersten Mal »Von Papsts und Christi Gegensatz«.</p>
                     <p xml:id="tg2.4.27">Manuel erlangt auch die lang ersehnte, staatliche Anstellung und wird mit dem Amt des Landvogtes von Erlach betraut. In der ländlichen Abgeschiedenheit schreibt er weitere satirische Spiele.</p>
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                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.29.1">1525</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.30">Er verfaßt »Der Ablasskrämer Richardus Hinterlist«, das in einer Volksempörung gegen den Ablaßprediger gipfelt.</p>
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                     <p xml:id="tg2.4.32">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.32.1">1526</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.33">Es folgt »Barbali«, ein lauter Protest gegen die Nonnenklöster. Ebenfalls in diesem Jahr gibt er seine katholischen Feinde Johannes Eck und Johannes Faber in »Eck und Fabers Badenfahrt« dem Spott preis.</p>
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                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.35.1">1528</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.36">Die Berner Disputation vom 6.–26. Januar 1528 verhilft der Reformation völlig zum Durchbruch. Manuel selber nimmt an der Disputation als Herold teil, dessen Pflicht es ist, die verfeindeten Parteien immer wieder auf den Boden der Realität und der Sachlichkeit zurückzurufen. »Krankheit und Testament der Messe« ist vielleicht die großartigste Satire der Reformationszeit.</p>
                     <p xml:id="tg2.4.37">Zu Ostern erfolgt seine Wahl in den Kleinen Rat und ab Herbst bekleidet er das Amt des Venner der Gerbernzunft.</p>
                     <p xml:id="tg2.4.38">Streitigkeiten in seiner Ehe sind es, die ihn dazu veranlassen, sein letztes literarisches Werk zu verfassen, die Satire »Elsie Tragdenknaben«. Manuel steht in den kommenden beiden Jahren voll im Dienst der Reformation. Er nimmt an über 30 Tagungen und Konferenzen teil, hilft Aufstände und Unruhen in den Griff zu bekommen, fördert die Reformation in Basel, Frauenfeld, Schaffhausen und Solothurn, wirkt als Berater Zwinglis und versucht, im 1. Kappelerkrieg zu vermitteln.</p>
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                     <p xml:id="tg2.4.40">
                        <hi rend="bold" xml:id="tg2.4.40.1">1530</hi>
                     </p>
                     <p xml:id="tg2.4.41">
                        <hi rend="italic" xml:id="tg2.4.41.1">28. April:</hi> Niklaus Manuel stirbt unerwartet infolge einer Krankheit in Bern.</p>
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